© Uwe Fengler

Weltuntergang-2

Der Blick auf den Kalender verschafft mir in diesem Augenblick absolute Klarheit. Nur noch 11 Tage, dann ist alles vorbei. Ich entschließe mich noch einmal für einen Augenblick in die Stadt zu fahren.

Ich gehe die Kettwiger vom Hauptbahnhof aus herunter. Ich sehe die Lichtwochen und die ersten Stände des Weihnachtsmarktes. Ich sehe die Menschen mit ihren prall gefüllten Einkaufstaschen. Ich sehe wie sie in alle Richtungen laufen, schwer bepackt mit Gedanken und Geschenken. Und ich sehe wie einer den anderen nicht erkennt. Sie würden gar nicht merken, wenn morgen alles in Schutt und

Asche versinkt. Der Weltuntergang ist denen so was von egal. Es riecht nach Bratwurst und Glühwein. Auch ich habe das ganze Jahr, nachdem ich den ersten Teil schrieb, nicht mehr an den Weltuntergang gedacht, vielleicht war der Sommer einfach zu schön … Aber jetzt, so ein paar Tage bevor es wirklich los geht …

Ich habe auf jeden Fall keine Weihnachtsgeschenke mehr eingekauft. Das wäre wirklich eine Verschwendung gewesen. Aber ich Lieblingsbuch gelesen. habe noch mein einmal

Habe mit meinem Sohn endlich die lange geplante Reise durch Skandinavien gemacht. Habe versucht das Leben zu verstehen – ohne Ergebnis übrigens.

In ein paar Tagen ist es soweit, dann findet der Weltuntergang statt. Warum hetzen die Menschen dann so? Ich würde mich jetzt zurück ziehen, möglichst viele Orte aufsuchen, an denen ich gerne war. Jeder Tag kann Weltuntergang sein … ein

Für Dich und für mich, oder auch für jeden …

Jeder Tag kann der letzte sein … Für Dich … Für mich … Für alle …
© Uwe Fengler

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