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Taisen Deshimaru-Roshi ZA-ZEN Die Praxis des Zen

herausgegeben von Janine Monnot und Vincent Bardet

Kristkeitz Verlag

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so fragen Sie uns bitte nach Kontaktadressen. Paris Deutsche Rechte © by Werner Kristkeitz Verlag 1978. tragung aus dem Französischen von Taijin Myosen.kristkeitz. vorbehalten. Schreiben Sie an: Werner Kristkeitz Verlag • Löbingsgasse 1 7 69121 Heidelberg www. sehr geehrter Leser. Gern senden wir Ihnen auch regelmäßig und unverbindlich unseren aktuellen Katalog. ISBN 3 921508 11 8 Zen.« 1974. des Nachdrucks und jeder anderen der Verwertung. Wenn Sie Interesse haben sich einer Zen-Gruppe nach Taisen Deshimaru-Roshi anzuschließen. auch auszugsweise.de Titel der Originalausgabe: »Za-Zen: La Pratique du Copyright © by Editions Seghers. Alle te der Verbreitung. ÜberRechForm 4 .Sehr geehrte Leserin.

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d e r WEG.DO . 6 .

Geld das Sakrament. auf der wir leben. sondern auch an einer viel feineren Form der Energie: der inneren Kraft.. der aus Holz. zunehmend vergiftet. als daß sie uns befreit. Wir denken an Nichtigkeiten. Wir denken zuviel. Kohle und Öl. Die Maschine beraubt uns eher der Freiheit. Wir hören nicht auf zu denken.. die wir atmen. Der Komfort unserer sorgsam abgeschirmten vier Wände schwächt unseren Körper. Weder Hungersnöte noch Vernichtungskriege sind von der Erde verschwunden. Nachts schlafen wir schlecht. Am Tage sind wir nur halb wach. Gleichzeitig bedroht durch die Selbsterdrückung allen Lebens auf diesem Planeten und die atomare Selbstzerstörung. Und im übrigen wird die Luft. Und jetzt beginnt es uns auch an Energie zu mangeln. das Wasser. Die Sorgen nagen an uns und die Angst erdrückt uns. nicht nur der materiellen. das wir trinken.Einführung Was ist unser Leben? Wir haben keine Zeit mehr zu leben. Fortschritt ersetzt die Religion. übervölkert und ausgeplündert. gewinnen wir ein Gefühl des bloßen. die Erde. verunreinigt. der Streß der Großstadt überspannt unsere Nerven. sich der Situation 7 . Unsere Unruhe bekämpfen wir mit Beruhigungsmitteln oder betäuben sie mit Fernsehen. Wir haben nicht einmal mehr Zeit zu atmen. momentanen Überlebens.

sein ganzes irdisches Leben der Weitergabe des Geheimnisses zu widmen. weil sie nicht ausreichend versorgt ist mit Licht.. Und dies ist das Geheimnis: Zuerst einmal SITZEN. bevor er nicht das Problem von Geburt und Tod gelöst hätte.. Und was für eine Situation! Eine schmerzhafte Reise zwischen Geburt und Tod. Die Finsternis wurde verjagt und das Licht erschien... Wozu sind wir auf dieser Erde? Wir haben unseren Ursprung verloren. Stille. entdeckt er das letzte Geheimnis: „In den letzten Stunden der durchwachten Nacht habe ich das höchste Wissen erreicht." Er ist Buddha (Sanskrit: der Erleuchtete) geworden. Dann entscheidet er sich. kurz vor Sonnenaufgang. Energie. Wird er ihn für sich behalten? Er hat den Schlüssel gefunden. Konzentriert auf die Körper- 8 . Sein Körper bewegt sich nicht.zu stellen. Wir kennen uns nicht mehr. In der Haltung des Buddha. Eines Nachts. hielte man ihn für tot. Unsere Art verkümmert.. ruhig wie ein Berg. als die Venus am Himmel glänzt. sich von seinem Platz unter dem Baum nicht wegzubewegen. ein kurzes Leuchten wie ein Funke aus einem Kiesel oder ein Stern. Wie können wir wahrhaft Lebende werden? Vor zweieinhalb Jahrtausenden in Indien — nicht weit vom Ganges sitzt ein Mann schon sechs Wochen lang unter einem Feigenbaum in Meditation. und wenn sein tiefer und kraftvoller Atem nicht wäre. Soll er ihn verschenken? Einen Moment lang zögert er. der plötzlich aus der Nacht auftaucht. ein Bewußtseinsblitz. noch den anmutigen Eifer einer Frau neben sich zurück. Völlig unbeweglich. Leerheit. Er hat einen Diamanten entdeckt. Er weist weder Nahrung noch Schlaf. Er hat sich einfach nur entschlossen..

In der Haltung der Erweckung. durch einen Meister weitergegeben wird. „von meiner Seele zu deiner Seele". zeigte sie seinen versammelten Schülern und drehte sie. Nur SITZEN. ohne ein Wort zu sagen. Niemand verstand. Und sie vertreten die Meinung. daß die Essenz seiner Lehre außerhalb der Schriftstücke. 9 . die kostbare Saat der „Übung hier und jetzt" nach China. außer Mahakashyapa: er lächelte. Denn die Tradition überliefert die ursprüngliche Weitergabe der Lehre in dieser Anekdote: „Bei einer Rede gegen Ende seines Lebens nahm der Buddha eine Blume in die Hand. Dafür legen sie Wert auf die praktische Übung hier und jetzt der Haltung des Buddha. Sie nimmt die Gestalt einer tiefen Philosophie an und wird zu einer strengen Morallehre ausgebaut. vorsichtig zwischen seinen Fingern. die ganz Asien durchdringt." Das ist der konkrete Ursprung des Zen.. Im sechsten Jahrhundert unserer Zeitrechnung brachte Bodhidharma. Dem Buddha folgen Menschenmassen. ein ceylonesischer Mönch. Seine Botschaft durchläuft alle Ebenen der Existenz. und er ist umgeben von einer eifrigen Schar von Schülern. Ohne Gedanken. Sie konkretisiert sich in einer religiösen Bewegung von ungeheurem Ausmaß.. Doch schon sehr bald nach seinem Tode lehnen es einige Schüler ab. Leer. die Betonung auf die Interpretation der Schriften und die Befolgung der Moralvorschriften und Riten zu legen. Ohne Vorbehalte. der sie selbst in der direkten Linie der Nachfolge Buddhas empfangen hat.haltung und die Atmung. Die Einfachheit des WEGES ist verwirrend. Er allein hatte in diesem Augenblick die Essenz der Lehre des Buddha verstanden.

und der Kaiser hielt sich für einen eifrigen Buddhisten. daß das uneigennützige SITZEN in der Haltung des Buddha die Erweckung selbst ist. Obaku. Schon nach einigen Generationen vernahm ganz China seine Botschaft. die zur ursprünglichen Einfachheit zurückführte. das Gesicht der Felswand zugekehrt. Immer weiter nach Osten sich ausbreitend. die ihm noch zu 10 ." Der Kaiser gab zurück: „Wer aber tritt mir denn so gegenüber?" Bodhidharma antwortete ihm: „Ich weiß es nicht!" Der Kaiser verstand nicht. und sie konfrontierten jeden von uns mit der dringenden Notwendigkeit. erreichte die Lehre sechs Jahrhunderte später wie eine Schwingung Japan. und die Erweckung nichts anderes als dies. Meister wie Hui-Neng. und es gab in diesem von der Weisheit des TAO genährten Land keinen Flecken mehr.. Rinzai) traten auf und verbreiteten eine Lehre voll kosmischer Frische und Kraft. auf dem das Geheimnis des Buddha nicht verbreitet gewesen wäre. Er fragte Bodhidharma: „Was ist das höchste Prinzip der heiligen Wahrheit?" Bodhidharma antwortete: „Unergründliche Leerheit und nichts Heiliges. zuerst durch Eisai. Am Ende einer Reise nach China hatte Dogen die unerschütterliche Überzeugung gewonnen. und etwas später durch Dogen. Er widmete die dreißig Jahre. unsere ursprüngliches Gesicht zu betrachten. wo er sich ausschließlich der Versenkung in der Haltung des Buddha widmete.Die buddhistische Religion und ihre Schriften hatten das Land schon durchdrungen. Huang-Po und LinLin-Chi (Japanisch Eno.. Und Bodhidharma zog sich für neun Jahre in die Berge zurück. der die Lehre von Rinzai einführte.

leben blieben. Zwischen den beiden Weltkriegen trat dann ein großer Meister hervor: KODO SAWAKI. und wird darin auch von den anderen ZenSchulen Japans. der mit einer ganz besonderen Aufgabe betraut worden ist: Zen in Europa zu verbreiten. gab er Taisen die Mönchsweihe auf Lebenszeit. die von der Kriegerkaste der samurai beherrscht wurde. der Verbreitung der Prinzipien des ZAZEN (Japanisch za = sitzen). Rinzai und Obaku. 11 . die hauptsächlich ausgerichtet ist auf die praktische Übung der Haltung der Erweckung. der zu den Ursprüngen des Zen zurückfand. Er zählte TAISEN DESHIMARU zu seinen Schülern. die Haltung der Erweckung und 1. Das Zen blühte auf dieser großen. und die Erweckung nichts anderes als die Übung. Yamada Reirin-Zenji (Tempel Eihei-ji) und Iwamoto-Zenji (Tempel Soji-ji). wo sonst nur noch Spuren der vergangenen Pracht vorhanden sind. Er war ein kühner Reformator. Als er seinen Tod nahen fühlte. übertrug ihm die Essenz des Zen durch shiho und machte ihn so zu seinem Nachfolger. Er kam Ende 1967 als von den leitenden Persönlichkeiten des Soto-Zen allein bevollmächtigter Repräsentant für ganz Europa (kaikyosokan] nach Frankreich. Taisen Deshimaru ist ein Meister. hier und jetzt. unterstützt. der Lehre Dogens und der Weitergabe der ursprünglichen Botschaft: die Übung ist die Erweckung selbst. Und er betont: Zen. das heißt Zazen. Es prägte die Bräuche der Einwohner sogar derart. daß noch heute. Das ist der Ursprung der Soto-Zen-Schule. damals von Wäldern bedeckten Insel. das tägliche Leben der Japaner durch seinen Einfluß gezeichnet und bestimmt wird.

Durch sie. konnten seine Gedanken unverfälscht niedergeschrieben. das die mündliche Lehre eines lebenden Zen-Meisters direkt weitergibt. treffen. Das Wesentliche ist Zazen. Die Haltung der Erweckung. er lehrt. er verbreitet die Praxis. die überall in Europa stattfinden. VINCENT BARDET 12 . Schüler Meister Deshimarus. Seine Worte wurden von mehreren seiner nahen Schüler gesammelt und zusammengestellt. stellt für Europa etwas völlig Neues dar.und die Erweckung selbst sind nicht voneinander zu trennen. Die Botschaft Meister Deshimarus ist diejenige aller wahren Meister und aller Buddhas: einfach nur SITZEN. das erste. Die Praxis des Zen. ZA-ZEN. Er reist. seine Rede unverändert weitergegeben werden. In seinem dojo in Paris sammelt er von Jahr zu Jahr mehr Anhänger und Schüler um sich. meinen wir. Es ist. Man kann diesen Meister in seinem dojo in Paris oder bei einem seiner sesshin. das vorliegende Buch. Bei der Redaktion dieses Buches haben Frau Janine Monnot und Herr Rene Lemaire mitgearbeitet. die er selbst von seinem Meister empfangen hat und die das Wesen der Weitergabe der Lehre von Meister zu Meister seit Buddha ausmacht. Ohne Ziel und ohne Streben nach Nutzen.

Gott ist tot. die moderne Zivilisation hat der Ordnung des Universums vollständig den Rücken gekehrt. Wie können wir die kosmische Ordnung und Wahrheit — oder Gott — wiederfinden und ihr folgen? 13 .. in der Nacht mit unauslöschbarer Farbe geschrieben. Eines Morgens fand man unter diesem Motto. Der wahre Gott existiert. oder die Grundenergie des Universums überhaupt. man habe am Portal einer rationalistischen Akademie in den Vereinigten Staaten lesen können: . Gott existiert. doch die Menschheit ist vor ihm geflüchtet.Es heißt. den Satz: „Nietzsche ist tot. gezeichnet: Gott". denn Gott bedeutet die höchste Wahrheit. Er stirbt niemals. gezeichnet: Nietzsche".

Die höchste Weisheit erstrebt den Frieden. Mögen Sie heute und in Zukunft wahrhaft glücklich sein! TAISEN DESHI M ARU 14 . Schriftsteller und Denker dieses Problem aufgeworfen. habe ich nicht aufgehört. wäre ich sehr glücklich. mit meinen Schülern. Mein Zen faßt die Lehre aller Buddhas. Durch die Vereinigung des östlichen und des westlichen Geistes werden Sie. jenseits aller Relativität. Seit ich in Europa bin. zu einem recht breiten Leserkreis zählten. aller Meister und Weisen und die geistige Erfahrung Asiens zusammen. einer Lösung. Zazen zu üben. die Vereinigung des Materiellen und des Geistigen ist. die Einheit.Im Abendland haben Philosophen. in Europa. deren Essenz Harmonie. die dieses Buch lesen. die der kosmischen Ordnung näherkommen wollen und dafür eine wahre. einer Methode für die Praxis gelangt zu sein. Wenn Sie. ohne je zu einem Schluß. die höchste Dimension des Lebens erschaffen. Dualität und aller Gegensätze. Eine Lehre. starke und effektive Methode suchen.

HIER UND JETZT 15 .

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17 .Der reine Wind Weht bis in die Unendlichkeit.

„wirst du jeden Tag im Wald Holz fällen und im Fluß Wasser schöpfen. und zwar immer vorsichtig auf der Kante der tatami-Matten. doch bis heute habe ich noch nicht einmal die Schwelle Eures dojo überschritten. Ich habe nichts von dem gelernt. Der Meister nahm ihn an: „Von heute an". „heute wirst du eintreten. geh hinüber!" sagte der Meister zu seinem 18 . ohne sie je zu übertreten." Das tat der junge Mann drei Jahre lang.Das Geheimnis des Schwertweges Ein junger Mann kam eines Tages zu einem großen Meister des Schwertweges (kendo). Ein einfacher Baumstamm diente als Übergang über die tiefe Leere. „Also los.. Und jetzt laufe in dem Raum herum. antwortete ihm darauf der Meister. bis er endlich in große Wut kam. „heute werde ich dir die höchste Unterweisung geben." „Also gut". Folge mir. „Ich gehe. sagte er." Der Meister führte seinen Schüler in die Berge." Der Schüler beschäftigte sich mit dieser Aufgabe ein Jahr lang. Bald befanden sie sich vor einem Abgrund. dann sprach er zu seinem Meister: „Ich bin gekommen. sagte der Meister. Komm mit mir. um sein Schüler zu werden. was ich zu suchen gekommen bin!" „Nun denn". die Schwertkunst zu erlernen..

blieb der junge Mann wie gelähmt stehen. um den jungen Mann erwachen und alle Furcht vor dem Tode verlieren zu lassen. Ohne zu zögern. ging er. Beim Anblick des Abgrundes von Angst und Schwindel gepackt. Sein Meister rief ihm zu: „Du hast das Geheimnis der Schwertkunst gemeistert: das Ich aufgeben." 19 . In diesem Augenblick kam ein Blinder heran. Beim Holzhacken und Wasserholen jeden Tag hast du dir eine starke Muskulatur erworben. auf den gebrechlichen Steg zu und schritt ruhig hinüber.Schüler. Kurzerhand eilte er über die Schlucht und fand sich auf der anderen Seite. Das genügte. mit seinem Stock tastend. beim aufmerksamen Laufen auf der tatami-Kante hast du die Präzision und Feinheit der Bewegung erreicht. Geh! Du wirst jetzt überall der Stärkste sein. Und gerade eben hast du das Geheimnis des Schwertweges verstanden. den Tod nicht fürchten.

die Essenz des Zen. Konzentration. das heißt aller Formen des Denkens. Die Ausübung des Zazen hat eine sehr positive Wirkung auf Körper und Geist. wobei za „sitzen".Was ist Zen? Das Geheimnis des Zen besteht darin. und das Subjekt enthält das Objekt. Das ist die Aufgabe eines Meisters. zu erreichen. Die Intelligenz wird dabei nicht unterbewertet. nur. Zen kann weder in Begriffe gezwängt noch durch den Verstand wiedergegeben werden. Der philosophische Ausdruck des Zen-Buddhismus 20 . wird in einem dojo. durch die Übung das Überschreiten aller Gegensätze. Dieses derart uninteressierte Sitzen nennt man zazen. man muß es vielmehr ausüben: Zen ist ganz wesentlich eine Erfahrung. gelehrt. in der direkten Nachfolge der Patriarchen und des Buddha steht. in traditioneller Weise eingeweiht. der. Sie führt beide zurück zu ihrem normalen Zustand. Versenkung" bedeutet. man strebt nach einer höheren Dimension des Bewußtseins. Die Haltung. Es handelt sich darum. die nicht in einer einseitigen Sicht der Wesen und Dinge steckenbleibt. in einer Haltung tiefer Konzentration einfach zu SITZEN. Das Subjekt ist im Objekt. ohne Ziel und ohne Streben nach Nutzen. dem 'Ort der Übung des WEGES'. und zen „Meditation.

Man muß in jeder Bewegung vollständig gegenwärtig sein: sich hier und jetzt konzentrieren . Da Im Sessel der Patriarchen im Tempel 21 Teisho-ji . geschmiedet durch die tausendjährige und doch jeden Tag immer wieder neue Erfahrung der Erweckung. ohne Ziel und Gewinnstreben" (mushotoku). Worten und Gedanken zu widmen.hat daher nichts von einem nötigenden und rigiden Gedankensystem. Ebenso zentral ist der Ausdruck „einfach nur SITZEN" (shikantaza). Die Worte reagieren aufeinander. ängstlich an die Vergangenheit oder Zukunft zu denken. fließenden Charakter der Wirklichkeit. kommunizieren. Jahrhundert Zen in Japan einführte. sie polarisieren und ordnen das Feld des Erlebten. was Zen uns zu lehren hat. uns wirklich kennenlernen. Die meisten unter uns haben die Neigung. anstatt ihre volle Aufmerksamkeit ihren augenblicklichen Handlungen. Uns selbst verstehen. unsere wahres Ich finden. hat gesagt: Zen zu ergründen bedeutet. den ungreifbaren. Meister Dogen. unsere ursprüngliche Natur. der im 13. Einige wenige Schlüsselworte können den Menschen verändern. „uninteressiert.das ist es. die sie helfen zu umfassen. ohne dabei die Kontinuität zu verändern. Es ist vielmehr die Weitergabe von Gedanken. Sie erhellen das an seiner Wurzel gepackte tägliche Leben. zu finden. Hier und jetzt ist der Schlüsselbegriff überhaupt: das Wichtigste ist die Gegenwart. uns selbst zu ergründen bedeutet. Zurück zum Ursprung. uns selbst zu ergründen.die Haltung des Zazen . uns selbst zu vergessen bedeutet. uns selbst zu vergessen. die Buddhanatur.

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Leerheit. Antithese. (Anm. nihilistischer Begriff. die Quelle der Weisheit. Wie aus der modernen Atomphysik bekannt. ist kein negativer. diesem reinen Geist nähern. sondern Leerheit als Gegenpol und Bedingung der Erscheinungen.liegt die zeitlose Essenz aller Religionen und Philosophien. Leerheit ist derjenige Zustand des Geistes. enthält er doch die Grenzenlosigkeit. ein berühmter chinesischer Meister. schrieb: Auch wenn der Ort. Kein absolutes Nichts ist gemeint. der möglich ist. Ku ist schöpferisch. Es enthält und überschreitet sie. Je mehr wir uns davon entfernen. Synthese. der aus der regelmäßigen Übung des Zazen entspringt. was dem entspricht. der an keiner Sache haftet. oder ku. das heißt der normalste Zustand. Zen steht jenseits aller Widersprüche. das reine Wasser des Baches. ist Materie letztlich eine Konstellation von Zuständen der Leere. Wenn wir leer sind. welche aus ihr erst entstehen. fruchtbare und wohltuende Atmosphäre schaffen. Übers. Meister Sekito. um so mehr werden wir eine Beute der Umwelt. an dem wir die Versenkung üben. 'Buddhanatur' bedeutet: der natürliche und ursprüngliche Zustand unseres Geistes. sehr klein ist. Wenn wir unsere Hände öffnen. d. enthält er doch das ganze Universum. können wir alles empfangen. um so mehr können wir um uns herum eine strahlende. These. und 1. können wir das ganze 1 Universum in uns schließen.) 23 . Je mehr wir uns dieser normalen Bewußtseinsstufe. Auch wenn unser Geist begrenzt ist.

als Erfahrung des Ursprungs geht Zen über Raum und Zeit hinaus. über das Denken hinauszugehen. durch seine Einfachheit und seinen universalen Charakter kann es der Angelpunkt der Evolution sein. sondern es ist nicht die ganze Wahrheit. sondern weist auf das andere Extrem der Behauptung. Er vertritt damit keine These. Wir müssen darüber hinausgehen! Auf die Frage: „Was ist die Essenz des Buddha?" antwortete Huang-Po: „Die Klosettbürste. stirbt man." Ich sage manchmal: „Diese Buddhastatue. Wenn man sich nicht entwickelt. die Gottnatur. Sicherlich sind die Religionen zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort ausgezeichnet. den Schüler dazu zu bringen. 24 . damit ihr selbst den Schritt darüber hinaus tut. sie ist nichts. und er antwortet euch: „schwarz". Wie ein reißender Frühlingsstrom die Weiden zum Leben erweckt. Doch als Praxis der Essenz. stirbt alles". ruft es eine innere Umwälzung. Wenn man nicht schaffend tätig ist. man kann sie verbrennen. damit der Gesprächspartner selbst die rechte Mitte finde. Wenn die Zenmeister auf die Fragen ihrer Schüler mit einem Rätsel antworten. so handelt es sich doch nicht um einen Scherz. eine Veränderung des Wesens hervor. Wenn deine rechte Hand behindert ist." Man muß immer alle Seiten einer Erscheinung sehen. dann benutze die linke. ist nur aus Holz. Doch das ist bedeutungslos — ich verbeuge mich dennoch mit dem tiefsten Respekt dreimal vor ihr. Wenn ich sage: „Wenn man stirbt. dann ist das nicht außerhalb der Wahrheit. vor der ich mich verneige. verkümmert man. Der Meister bemüht sich immer. denn sie symbolisiert die absolute Buddhaschaft. das einem unsinnigen Witz ähnelt. Zum Beispiel sagt ihr: „weiß".darüber hinaus.

übermitteln wir unsere Erfahrung „von meinem Herzen zu deinem Herzen" (i shin den shin). Die Religion kann. 25 . sie ist wie der Vater ohne die Mutter. in dem sie ganz präzise wird. Die Große Weisheit ist ganz wesentlich die Rückkehr zum Ursprung. an die tiefste Liebe. jenseits der Erscheinungsformen. doch oft drücken die Worte nicht den wahren Geist oder die tiefinnerste Haltung aus. Die Weisheit allein ist manchmal kalt. Die Sprache ist fast immer unvollständig. Nur in dem Augenblick. und wortlos kommt die Freude. Zen ist Erziehung in Stille. von allem Formalismus gereinigt. intuitiv — jeder von uns macht die Zivilisation. In der Stille erhebt sich der unsterbliche Geist. der Grundlage unseres Lebens. Die moderne Erziehung räumt der Sprache und der Diskussion den ersten Platz ein. die sie zu ihrer höchsten Ebene hin öffnet. Die religiöse Erfahrung kann so wieder die belebende Quelle der menschlichen Existenz werden. Zen reicht an die höchste Weisheit.Erwachen. der Wahrheit des Universums. schöpferisch sein. den Geist der Liebe schenken.

DIE HALTUNG DER ERWECKUNG 26 .

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28 .Beim Blumenstecken Durchdringt der Duft die Kleider.

die den Leber-. Früher haben die samurai diese Energie- 29 . ohne einen Fuß auf den Oberschenkel des anderen Beines zu legen. Die Haltung Man sitzt auf der Mitte des runden Kissens (zafu) und kreuzt die Beine in der Lotus.Das Geheimnis des Zen ist die praktische Übung von Zazen Zazen ist schwierig. Während man übt. Zazen setzt nicht nur große Energien frei. Blasen. was es auch sei. so muß man dennoch die Knie fest auf den Boden drücken. Wenn beides unmöglich ist und man die Beine nur kreuzt. In der Lotusstellung drücken die Füße auf jedem Oberschenkel auf Zonen mit wichtigen Akupunkturpunkten. ich weiß das wohl.und Nierenmeridianen zugehören. sondern es ist auch und gerade die Haltung der Erweckung. Ohne Zweckgerichtetheit ist es allein Konzentration auf die Haltung von Körper und Geist und die Atmung. Wenn man es täglich übt.oder Halblotusstellung. ist es jedoch sehr wirksam für die Erweiterung des Bewußtseins und die Entwicklung der Intuition. darf man nichts erreichen wollen.

Man drückt mit den Knien auf die Erde und mit dem Kopf gegen den Himmel. In Wirklichkeit geht er nach innen. „Man hat den Eindruck"." Die Wirbelsäule wird gut gewölbt und der Rücken gerade gehalten. indem man die Bewegung jedesmal etwas reduziert. sieben. Der Bauch ist entspannt. Die 30 . Das Becken ist ab der Höhe des fünften Lendenwirbels nach vorn geneigt. „daß der After die Sonne betrachten wolle. Die Daumen berühren sich m i t ihren Spitzen und werden unter leichter Spannung gerade gehalten. Der Blick richtet sich von selbst ungefähr einen Meter vor dem eigenen Körper auf den Boden. Man muß jetzt nur noch die Hände — die linke in der rechten. acht Mal nach l i n k s u n d rechts. Die Schultern fallen natürlich nach unten. so als wären sie zurückgezogen und nach hinten geworfen. Sie bilden weder Berg noch Tal. das heißt. Nachdem man diese Haltung eingenommen hat. legt man die Fäuste (Daumen innen) auf die Schenkel in der Nähe der K n i e und balanciert den Rücken ganz gerade aus. Handflächen nach oben gewendet — an den Unterbauch legen. pflegte mein Meister Kodo Sawaki zu sagen. und die Nase steht in senkrechter Linie über dem Nabel. mit dem Geist als Pfeil. Anschließend grüßt man mit gassho. wobei die gebeugten Arme in einer waagerechten Linie bleiben. So ist man wie ein gespannter Bogen. Das K i n n wird zurückgezogen und der Nacken gut gestreckt.Zentren automatisch durch den Druck der Schenkel auf das Pferd angeregt. bis man das Gleichgewicht in der Senkrechten gefunden hat. Die Zungenspitze berührt den Gaumen. man legt beide Handflächen vor dem Körper in der Höhe der Schultern zusammen.

Die Zen-Atmung ist mit keiner anderen vergleichbar. lebt lange. Sie zielt in erster Linie darauf. kraftvollen und natürlichen Rhythmus zu schaffen. intuitiv. geschieht das Einatmen auf ganz natürliche Weise. Wenn man sich auf ein geschmeidiges. Im Anfang ist der Atem. Man „drückt auf die Eingeweide" und bewirkt so eine heilsame Massage der inneren Organe. Wer ATEM hat. die Quelle allen Lebens.halbgeschlossenen Augen betrachten wenn man. Instinkte und Leidenschaften zu meistern und die geistige Aktivität zu kontrollieren. Jedes Lebewesen atmet. Gleichermaßen ergibt sich die Haltung des Geistes auf natürliche Weise aus der tiefen Konzentration auf die Körperhaltung und die Atmung. 31 . der Samen. Dieses Atmen ist das om. Die Haltung des Geistes Die richtige Atmung kann nur aus einer korrekten Haltung hervorgehen. alle nervlichen Belastungen auszugleichen. alles sieht! Die Atmung nichts — selbst Sie spielt eine ganz wesentliche Rolle. das gleich nach der Geburt schreit. das pneuma. Die Luft wird langsam und leise ausgestoßen. Die Zen-Meister vergleichen die Zen-Atmung mit dem Muhen einer Kuh oder dem Ausatmen eines Babys. intensiv und glücklich. einen langsamen. langes und tiefes Ausatmen konzentriert und die Aufmerksamkeit auf die Haltung lenkt. während der durch das Ausatmen hervorgerufene Druck kraftvoll in den Bauch hinabsteigt. Die Übung des richtigen Atmens erlaubt es.

Beim Sitzen in Zazen läßt man die Bilder. ein neuer Mensch zu werden und zum Ursprung des Lebens zurückzukehren. jedoch die mit dem inneren Kern des Gehirns verbundene Kraft. ähnlich wie im tiefen Schlaf und doch ganz und gar wach. Er kann die Existenz an der Wurzel packen und so den normalen Zustand von Körper und Geist wiedererlangen. erwachen sie aus ihrem Halbschlaf. alle Gegensätze sind überwunden. Thalamus und Hypothalamus. während das Blut die tiefen Schichten durchdringt. Das Nervensystem ist entspannt. Heiterkeit und Ruhe. vorbeiziehen wie Wolken am 32 . Gerade aus diesem Grund ist Zen ein unschätzbarer Wert für den Menschen von heute. ohne daß man dazu Energie aufbringen müßte. die aus dem Unbewußten auftauchen. Die sogenannten primitiven Völker haben sich die tiefen Schichten des Gehirns sehr aktiv erhalten.Der Blutkreislauf im Gehirn wird in bemerkenswerter Weise verbessert. haben wir zwar den Intellekt geschult. in voller Aktivität. und der bewußte Gedankenfluß hält inne. der Hirnstamm. Derart besser versorgt. Durch die regelmäßige Übung von Zazen wird ihm die Chance gegeben. Die Gehirnrinde erholt sich. Intuition und Weisheit vergessen. Man denkt unbewußt mit dem ganzen Körper. verfeinert und verkompliziert. jede Dualität. Indem wir unsere Art von Zivilisation entwickelt haben. die Gedanken und alle geistigen Gebilde. zumindest für denjenigen. und ihre neue Aktivität bewirkt ein Gefühl von Wohlbefinden. Man ist durch jede einzelne Zelle des Körpers hindurch in höchstem Grade aufnahmefähig und aufmerksam. der Augen hat zu sehen und Ohren zu hören.

das ohne Gedanken ist. jenseits allen Denkens (hishiryo). 33 . Wie Schatten vor einem Spiegel zieht alles vorbei. Zen ist sehr einfach und gleichzeitig recht schwer zu verstehen. dann versteht ihr das wahre Zen.Himmel — ohne sich ihnen zu widersetzen. ohne Zweck und Profitstreben . was aus dem Unterbewußten ausströmt. wahre Reinheit. Wenn beim SITZEN .eure Haltung. So gelangt man zum tiefen Unbewußten. kehrt zurück und zerrinnt schließlich. Atmung und Geisteshaltung in Harmonie sind.ohne Umschweife. Es ist dies eine Sache der Anstrengung und der Wiederholung — wie das Leben. dann begreift ihr die BUDDHANATUR. ohne sich an sie zu klammern.

Aktivität' verbunden sein. die so schön wie möglich sein muß. Wenn die Aktivität abnimmt. ist sie unvollständig. sie muß auch immer mit dem Element sei. — Der Nacken ist gestreckt und bildet eine gerade 34 . Woran merkt man das? — Das Kinn wird weit zurückgezogen. bemerke ich. ist das Kinn nach oben oder unten geneigt. das heißt 'Stärke. schlecht konzentriert. neigt sich der Kopf nach vorn. Wenn ich euch beobachte. das Becken nach vorn geneigt. Wenn man müde ist. Die Korrektheit der Form ist ganz sicher wichtig. — Der Rücken ist ganz aufrecht. 'Form' verweist auf die Haltung. von iki: 'Atmung' und oi: 'Leben oder Lebenskraft'. — Die Hände sind in festem Kontakt miteinander. doch wenn sie keine Kraft und Energie hat. haben sie keine Festigkeit. Man bezeichnet sie auch mit ikioi. Doch die Zazen-Haltung ist nicht nur Form.Shisei — Form und Kraft "Haltung" heißt im japanischen shisei. Die Einheit der beiden Elemente macht die Haltung aus. andere nicht. daß einige starke Aktivität in sich haben. unaufmerksam. Wenn man zuviel denkt. Im Altjapanischen und Altchinesischen bedeutet shi 'Form' und sei 'Kraft'.

Im Nacken verlaufen viele Nervenfasern. sondern um die Übung einer vollkommenen Haltung. Form und Kraft stehen in enger wechselseitiger Abhängigkeit." 35 . die von der langen Folge aller Meister ergründet und vertieft worden ist." „Nein! — Ihr macht. ohne zu machen. wird das Gehirn viel besser versorgt.Linie. Es handelt sich dabei wohlgemerkt nicht um einen veralteten Formalismus. und wenn der Kreislauf aktiviert ist. In einem Zen-Tempel in China sagte der Meister eines Tages bei der Zazenübung zu seinen Schülern: „Was macht ihr?" „Wir machen nichts. weder gebogen noch geknickt.

: Kristkeitz) 36 . zu denen wir uns gehenlassen. Die Ellbogen sind nach außen gerichtet. die wir normalerweise einnehmen. Das sind die ursprünglichen Haltungen. die Haltungen. wie man läuft. sind in der Mehrzahl der Fälle nur zerbrochene Haltungen. die auch im klassischen europäischen Ballett gelehrt werden. und die Unterarme werden in der Waagerechten gehalten. die Wirbelsäule ist ganz gerade. das Kinn zurückgezogen. Die Haltung ist die folgende: Man steht aufrecht. wie man sitzt. der Blick drei Meter vor dem eigenen Körper nach unten gerichtet. die Schultern sind locker und nach hinten geworfen.Die Essenz des Laufens: Kinhin Im dojo werden die vier grundlegenden Haltungen des Körpers gelehrt: wie man steht. und beide Hände werden beim Ausatmen fest aneinander und gegen das Brustbein gedrückt. Die Haltung beim Stehen und Laufen ist sehr wichtig. der Nacken gestreckt. Man bezeichnet sie mit kinhin. Der berühmte Choreograph Maurice Béjart hat in ihr den Ursprung der Schritte und Stellungen wiedererkannt. Kinhin (Ph. Diejenigen. wenn man im Gänsemarsch läuft. das heißt etwa in Höhe der Taille des Vorangehenden. wie man liegt. Die linke Faust umschließt ihren Daumen und liegt auf der Knorpelplatte über dem Solar Plexus. Die rechte Hand umfaßt die linke Faust.

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Dieses Laufen ist rhythmisch. Gleichzeitig atmet man durch die Nase tief. Zu Beginn des nächsten Ausatmens wechselt man das Bein. mit der Wurzel der großen Zehe. langsam und so lange wie möglich aus. so als wäre man mit sich selbst allein. Im Verlauf eines sesshin-Tages wechseln beide immer ab. Der Blick ist nach innen gerichtet.Zu Beginn des Ausatmens setzt man den rechten Fuß einen halben Schritt nach vorn und drückt mit der Fußsohle kraftvoll auf den Boden. und es ist wohltuend. starke und schwache Phasen abwechseln. Kinhin entspannt vom Sitzen in Zazen. Der Druck des Fußes ist sicher. Das andere Bein und die andere Körperseite bleiben locker und entspannt. wie ein Drachen im Meer vorwärtsbewegen. entspannt den ganzen Körper. Die Zenmeister sagen. und lautlos wie der Schritt eines Diebes! Während des Laufens darf man den anderen nicht ins Gesicht schauen. und frei. indem man den Druck auf den linken Fuß verlagert und das rechte Bein locker läßt. genauer. Danach hält man kurz inne. den Kontakt mit dem Boden zu spüren. so als wolle man eine Spur im Boden hinterlassen. befindet sich das Bein und die ganze rechte Körperseite vom Scheitel bis in die Fußspitzen in Spannung. Wie auch beim Zazen läßt man die Gedanken vorbeiziehen. wobei Spannung und Entspannung. Es besteht eine tiefe Beziehung zwischen diesem Teil des Fußes und dem Gehirn. man müsse sich wie ein Tiger im Wald. automatisch. und das Einatmen geschieht von alleine. Wenn nun das Knie gut gestreckt wird. doch ohne Zwang und lautlos. Körper und Geist finden sowohl ihre Einheit wieder als auch eine bemerkenswerte 38 . wie das einer Ente. und der ganze Vorgang beginnt von neuem.

Widerstandskraft und Dynamik. Man will Stärke durch die bloße Technik erlangen. sondern eine Methode. die Meisterschaft über sich selbst zu erreichen. 39 . sondern der Pfeil löst sich in genau dem Augenblick. in dem man 1 unbewußt bereit ist und sich von sich selbst befreit hat. beschrieben. diesen Einfluß der geistigen Haltung in der Übung der Kampfkünste zu vergessen. Sie wird sowohl im judo als auch im karate. das im gleichen Verlag erschienen ist.s. wo sie wahrhaft aktiv ist. Die Kampfkünste sind weder eine Wettkampftechnik noch Kampfsport.w. Das Bewußtsein trainieren bedeutet: man schießt den Pfeil nicht ab. aikido. Kinhin ist wie Zazen eine Methode tiefer Konzentration. kyudo (Bogenschießen) u. Meister Taisen Deshimaru hat die tiefen Beziehungen zwischen Zen und den Kampfkünsten in seinem Buch „Zen in den Kampfkünsten Japans". bedeutet WEG. Do. Heutzutage neigt man dazu. Dies ist die Einübung der Stabilität der Energie. wie in judo. die Sammlung und Konzentration der Energie im hara und damit die Basis der japanischen Kampfkünste (budo). die Kontrolle der Energie in der Aufgabe des Ego und die Vereinigung mit der Ordnung des Universums. Die Energie wird durch den Druck des Ausatmens im Unterbauch gesammelt. 1. aikido. gelehrt.

Das wahre Zen ist hier und jetzt. wenn er beendet ist. ohne Zweck. Deshalb müßt ihr danach trachten. Bei der Rezitation der Sutras kommt die Stimme aus dem Unterbauch und nicht aus der Kehle wie im Gesang der westlichen Welt. um die authentische Zenlehre zu finden. in unserem Körper und mit unserem Geist. Nur da sein. ihn gut zu machen. „Es ist unmöglich". Nicht die Wahrheit suchen. hier und jetzt. nicht vor der Illusion fliehen. ich betone allein die Essenz des Zen: Zazen. Bei richtiger Haltung und Atmung findet der Geist zu seinem normalen Zustand zurück. universale und unendliche Bewußtsein. nach Japan zu gehen. doch nicht das Wesentliche. Die Übereinstimmung des Atems mit dem gegenwärtigen Augenblick wiederfinden heilst: alles wird richtig. 40 . Die Rezitation der Sutras und die Zeremonien sind wohl sehr schöne Dinge." Es gibt nichts zu erreichen. Nichts zu werden. ja sogar ohne die Erweckung (satori) anzustreben. „in die Zeit vor einem Atemzug zurückzukehren. Man kann ihn nicht wiederholen. Es ist keineswegs notwendig. sagte Dogen.Sitzen in Stille Wahres Zen übt man ohne Motivation. in unserem Körper und in unserem Geist. So erscheint das tiefe und reine.

Zanshin: Der Geist der Handlung
Dies ist ein Ausdruck, den man oft in der Praxis des japanischen Schwertkampfes (kendo) findet. Zanshin ist der Geist, der beharrt, ohne sich an etwas festzuhalten, der Geist, der umsichtig bleibt. Man achtet auf die Handlung und bleibt wachsam dem gegenüber, was danach geschehen könnte. Es gibt zum Beispiel eine zanshin-Weise, die Tür zu schließen, etwas hinzulegen, zu essen oder Auto zu fahren, ja sogar unbeweglich zu bleiben. Man legt die Dinge mit Umsicht hin, man unterbricht seine Bewegung einen Sekundenbruchteil bevor die Tür schließt, damit sie nicht laut zuschlägt. Daher betone ich auch den gassho-Gruß mit beiden Händen. Vor und nach der Versenkung in Zazen, oder wenn man sich bewegen und die Haltung der Beine während der Zazenübung wechseln will, muß man so grüßen. Dieser Gruß erhält die Konzentration der Energie aufrecht und bezeugt die achtungsvolle Rücksicht den anderen gegenüber. Man findet diese Erziehung auch in der Kunst des Blumensteckens (Ikebana), der Teezeremonie und der Kalligraphie wieder. Es ist schwierig, eins zu sein mit dem, was man tut, doch es ist noch schwieriger, seine Aufmerksamkeit dem zu schenken, was zu tun man

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plötzlich aufgefordert wird. Ursprünglich kommt das Wort zanshin aus der Schwertkunst und bedeutet „dem Gegner Aufmerksamkeit schenken". Zanshin ist für jede Tätigkeit des Lebens bedeutsam. Die natürliche Schönheit des Körpers ist der Widerschein der Übung des Geistes in der Konzentration in den Handlungen. Die körperliche Arbeit (samu), sei sie haus- oder landwirtschaftlicher Art, Kunst oder Handwerk, beeinflußt nicht nur die körperliche Gesundheit und die Fingerfertigkeit, sondern auch die Gewandtheit des Gehirns. Durch die Übung werden die Bewegungen ungezwungen und kontrolliert, und der Körper findet seine Schönheit. Die natürlich ausgeführte Handlung ist unbewußt und vollendet schön. Es besteht eine tiefe Beziehung zwischen den Fingern und dem Gehirn. Die Alten kannten diese Beziehung und widmeten ihr große Aufmerksamkeit. Anaxagoras von Klazomenai, ein Vorbild Platons, sagte: „Der Mensch denkt, weil er Hände hat." Wir müssen mit den Fingern denken

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„Weder Berg noch Tal." (Ph.: Roux-Guerraz)

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es besteht vor unserer Geburt und dauert fort nach unserem Tode. ich habe viele Sutras übersetzen lassen." Der Kaiser gab zurück: „Was also ist die Essenz des Buddhismus?" „Nichts." „Und wer wagt es. Die Stille wiederzuentdecken heißt: aus der Stille heraus sprechen. die Worte wahrhaftig. sich mir gegenüber so zu verhalten?" „Ich weiß es nicht". Der Kaiser blieb mit offenem Mund zurück. Yoga und Zen sind. So habe ich mir doch sicher viele Verdienste erworben?" Bodhidharma antwortete: „Kein einziges Verdienst. Aus der Stille erhebt sich der unsterbliche Geist. ich habe viele Mönche bestätigt. Die Weisen haben nie viel geredet. über verschiedene Methoden.Aus der Stille erhebt sich der unsterbliche Geist Unser gegenwärtiges Leben ist Lärm und Mißklang. traf Bodhidharma den Kaiser. Die Sprache wird tief. 44 . Das ewige Bewußtsein ist still. In Stille sein heißt: zum Ursprung des Wesens des Menschen zurückzukehren. war die Antwort. Als er nach China kam. Die Stille ist unser tiefes Wesen. Wege der Rückkehr zur Stille. Dieser sprach zu ihm: „Ich habe eine große Anzahl von Tempeln bauen lassen.

Der Mönch hält sich nirgendwo lange auf. er reist. Wolke und reines Wasser. Wir müssen alles aufgeben. Zen ist ganz und gar direkte Erfahrung.Baum. Oder man identifiziert sich mit der Blume. Es beschränkt sich nicht auf eine dualistische Sicht der Dinge. um sie am Leben zu erhalten. die Emotionen und die geistigen Gebilde wie Wolken am Himmel oder das Wasser im Fluß vorbeiziehen. Aber im Zen wird man zum Berg. Berg.. Die regelmäßige Übung von Zazen bringt uns in den ursprünglichen Zustand der 45 . eine Blume. Selbst ein Berg werden. Wenn wir zum Beispiel einen Berg anschauen. In Japan heißt der Zen-Mönch unsui. Kein Vortrag und keine Lektüre können die Essenz des Zen verständlich machen.. können wir ihn natürlich unter einem objektiven Blickwinkel sehen. die Essenz des Zen ist nicht Zen. In gleicher Weise läßt man beim Zazen die Wahrnehmungen. eine Wolke. frei wie das Wasser und die Luft. die man pflückt und in einen Behälter mit Wasser steckt. Wasser. ihn wissenschaftlich analysieren. sogar den Buddhismus. ihn in Kategorien der Rede zwingen. Zen ist nicht nur Buddhismus. sogar Zen. Natur werden Gesprochenes oder Geschriebenes kann letztlich die höchste Weisheit nicht ausdrücken. und uns hier und jetzt auf eine einzige Sache konzentrieren: Zazen.

„Übt Zazen". Wenn ihr unausgesetzt übt. ihr fühlt euch frei. euer Geist ist ruhig. werdet ihr zum Wahren Buddha. schweigend SITZEN. ohne Ziel.Existenz zurück. alles aufgeben. 46 . Alles vergessen. Vor hundert Jahren lebte in Japan ein Meister namens Kihan (Wolke des Universums)." Euer Gesicht erhellt sich. sagte er. „hier und jetzt.

Keine Furcht vor dem Tode
Ein junger Mönch ging in die Stadt mit dem Auftrag, einen wichtigen Brief eigenhändig dem Empfänger zu übergeben. Er kam an die Stadtgrenze und mußte eine Brücke überqueren, um hineinzugelangen. Auf dieser hielt sich ein im Schwertkampf erfahrener samurai auf, der, um seine Stärke und Unüberwindbarkeit zu beweisen, geschworen hatte, die ersten hundert Männer, die die Brücke überquerten, zum Zweikampf herauszufordern. Er hatte schon neunundneunzig getötet. Der kleine Mönch flehte ihn an, er möge ihn durchlassen, weil der Brief, den er bei sich trug, von großer Wichtigkeit war: „Ich verspreche Euch wiederzukommen, um mit Euch zu kämpfen, wenn ich meinen Auftrag erfüllt habe." Der samurai willigte ein, und der junge Mönch ging seinen Brief überbringen. In der Gewißheit, verloren zu sein, suchte er, bevor er zurückkehrte, seinen Meister auf, um sich von ihm zu verabschieden. „Ich muß mit einem großen samurai kämpfen", sagte er, „er ist ein Schwertmeister, und ich habe in meinem Leben noch keine Waffe angerührt. Er wird mich töten. . ." „In der Tat wirst du sterben", antwortete ihm der Meister, „denn es gibt für dich keine Siegeschance. Also

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brauchst du auch keine Angst vor dem Tode zu haben. Doch ich werde dich die beste Art zu sterben lehren: Du hebst dein Schwert über den Kopf, die Augen geschlossen, und wartest. Wenn du auf dem Scheitel etwas Kaltes spürst, so ist das der Tod. Erst in diesem Moment läßt du die Arme fallen. Das ist alles. . ." Der kleine Mönch verneigte sich vor seinem Meister und begab sich zu der Brücke, wo ihn der samurai erwartete. Dieser dankte ihm dafür, daß er Wort gehalten hatte und bat ihn, sich zum Kampf bereitzumachen. Das Duell begann. Der Mönch tat, was ihm der Meister empfohlen hatte. Er nahm sein Schwert in beide Hände, hob es über den Kopf und wartete, ohne sich zu bewegen. Diese Stellung überraschte den samurai, da die Haltung seines Gegners weder Angst noch Furcht wiederspiegelte. Mißtrauisch geworden, näherte er sich vorsichtig. Der kleine Mönch war völlig ruhig, allein auf seinen Scheitel konzentriert. Der samurai sprach zu sich: „Dieser Mann ist sicher sehr stark, er hatte den Mut zurückzukehren, um mit mir zu kämpfen, das ist bestimmt kein Amateur." Der Mönch, noch immer vertieft, kümmerte sich überhaupt nicht um das Hin- und Herlaufen seines Gegners. Und der bekam langsam Angst: „Das ist ohne Zweifel ein ganz großer Krieger", dachte er, „denn nur die großen Meister der Schwertkunst nehmen von Anfang an eine Angriffsstellung ein. Und dieser schließt sogar noch seine Augen!" Der junge Mönch wartete noch immer auf den Moment, in dem er die besagte Kälte auf dem Scheitel spüren würde. Währenddessen war der samurai völlig ratlos, er wagte

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nicht mehr anzugreifen, in der Gewißheit, bei der geringsten Bewegung seinerseits zweigeteilt zu werden. Der Mönch wiederum hatte den samurai völlig vergessen, aufmerksam darauf bedacht, die Ratschläge seines Meisters gut auszuführen und würdig zu sterben. Doch er wurde wieder in die Wirklichkeit zurückgeholt durch das Weinen und Klagen des samurai: „Tötet mich bitte nicht, habt Mitleid mit mir, ich dachte, der König der Schwertkunst zu sein, aber ich habe noch nie einen Meister wie Euch getroffen! Bitte, bitte, nehmt mich doch als Euren Schüler an, lehrt mich den Wahren WEG der Schwertkunst.. ."

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man muß es selbst erfahren. bis in jede seiner Körperzellen hinein. Wahres satori ist Leerheit (ku). die Leerheit. sondern die Rückkehr des Menschen zu seinem normalen. Die Übung des Zazen an sich ist satori: wir leben nicht durch uns selbst. Man kann satori von niemand anderem lernen oder bekommen." Ku.Die Erweckung (Satori) Wir sind immer versucht. also auch die Illusionen. Es enthält alle Dinge. auf der einen Seite die Illusionen und auf der anderen die Erweckung (satorl) zu sehen. Satori entzieht sich jeder Kategorisierung und jeder begrifflichen Erfassung. Der Meister kann dabei nur helfen. So heißt es im Sutra Hannya Shingyo: „Die Erscheinungsformen sind nicht verschieden von ku. was ist satori? Satori ist vor allem einmal kein besonderer Zustand. sondern wir empfangen unsere Existenz durch den kosmischen Plan. und ku ist nichts anderes als die Erscheinungsformen. Die Sprache kann es nicht beschreiben. schließt alle Phänomene in sich ein. 50 . ursprünglichen Zustand. Nun.

.Du wirst mich nicht bekommen. erschlagen. weil du mich haben willst. Da kam das Tier von selbst zu ihm und wurde durch einen Baum. den er gerade fällte. Eines Tages kam das Tier Satori ihn besuchen. als es zu ihm sprach: . Der Holzfäller rannte ihm nach und war nicht wenig erstaunt.. 51 . Er hatte einmal von einem sagenhaften Tier namens Satori gehört und hätte es sehr gerne besessen." Der Holzfäller ging zurück an seine Arbeit. Bald hatte er das Tier völlig vergessen. Er dachte an nichts mehr außer an seine Holzscheite.Ein Holzfäller war im Wald bei der Arbeit..

52 . Die Sonne scheint. Erweckung ist die Erkenntnis dessen. was die Wirklichkeit nicht ist. Um Mitternacht scheint die Sonne. in den der Meister das koan werfen kann wie einen Kiesel in den Teich. Die fortwährende Zazenübung gewährt diesen klaren und offenen Blick. Die Augen sehen das Licht. weil es die Sonne gibt.Das Auge der Weisheit In der Abenddämmerung verkündet der Hahn die Morgenröte. weil es die Augen gibt. Illusion. Ein Aufblitzen des intuitiven Bewußtseins: Nirvana.

ist lang. Erweckung. das nicht leuchtet. Das Licht in der Finsternis. Erwachen. empfangen selbst die Bäume und die Erde diesen Einfluß und erstrahlen in gewaltigem Licht. alle Dinge. Der Weg. Buddha kennt alle Wesen. der dahin führt. unbewußtes satori. Wenn man in Zazen sitzt.Geistige Klarheit jenseits verstandesmäßiger Vorstellung. Der Geist der Freiheit und die Wahrheit des satori — Der Geist wird immer klarer. zum normalen und ursprünglichen Zustand des Geistes. innere Gewißheit frei von Emotion und Leidenschaft. Zazen/satori: eine Einheit. die Finsternis im Licht sehen können. Entdeckung der Einheit aller Dinge. Verwandlung und Umwälzung in Körper und Geist. zur wahren inneren Freiheit. Rückkehr zur Weisheit. Unser Leben ist in seinem ganzen Wesen tiefgründig. 53 . wie sie wirklich sind. Wahres Licht.

Zazen ist verbunden mit allen Existenzen und in Harmonie mit dem Ewigen und dem ganzen Universum.Der Geist wirkt auf Bäume.. Der Widerhall der Tempelglocke. 54 .. Säulen und Mauern.

MONDO 55 .

56 .

Die Wahre Freiheit des Drachen Beim Eintauchen ins Wasser. 57 .

Die Atmosphäre beim mondo ist gleichzeitig fröhlich und tief. Wenn der Meister einem Fragenden antwortet. 58 . und die Antwort hat manchmal eine auf den ersten Blick rätselhafte und verwirrende Form. geht er immer über den unmittelbaren Grund der Frage hinaus.Im Soto-Zen gibt der Meister seine Lehre nicht nur in Form von Vorträgen weiter. frei und ernsthaft. Er hält mit seinen Schülern auch regelmäßig eine Fragestunde ab.

— Ein Kissen. Du leidest mit dem Kopf. — Du hast Schmerzen und nicht ein anderer. . Es ist die Aufgabe jedes Einzelnen. ermöglicht eine bessere Konzentration des ganzen Körpers.In der Zazen-Haltung. Man muß aber dennoch 59 . aber auch nicht zu wenig. oder zafu. um es dem Becken zu ermöglichen. nicht zu sehr. F. er verharrt noch im Komfort des modernen Lebens. F. seinem Körperbau und seinem Gewicht anzupassen und sehr sorgfältig zu behandeln. sich ohne Zuhilfenahme der Lendenmuskulatur geschmeidig nach vorn zu neigen. ist unbedingt notwendig. und auch. und die Wärme. das die Knie und das Steißbein bilden. — Warum benutzt man beim Sitzen in Zazen ein Kissen? A. — Warum hat man in den Knien Schmerzen? A. Wenn man anfängt. du mußt den geistigen Anteil an den Schmerzen verstehen. Kapok eignet sich zum Füllen des zafu am besten. ist der Körper nicht an die Haltung gewöhnt. Das Dreieck. Zazen zu üben. es seiner Sitzweise. Das zafu muß dick sein. . damit die Knie gut auf den Boden drücken können. die es ausstrahlt. man sollte es gegebenenfalls von Zeit zu Zeit nachfüllen. ist die solide Basis zur Sicherung der Stabilität der Haltung.

Möglichst mit dem Gesicht zur Wand." Ihr empfangt und gebt ihn auf unbewußte und natürliche Weise. in welche Himmelsrichtung soll man sich am besten wenden? Nach Westen. Je nachdem. Ihr könnt nicht nur allein in eurer Wohnung Zazen üben. aber ich berücksichtige die eines jeden von euch. Osten. F. Später wird sie selbstverständlich. Ihr betrachtet nur eure persönliche Erziehung. Du und ich allein. — Warum ist die Anwesenheit anderer Menschen bei der Zazenübung wichtig? A. Auf unbewußte Weise beeinflussen sich alle gegenseitig.zur ursprünglichen Sitzweise zurückkehren. F. das genügt. — Wenn man allein Zazen übt. Diese Frage berührt einen wichtigen Punkt. Aber vor allen Dingen ist es nicht notwendig. mit anderen zusammen zu sein? A. Ruhig sein. die durch die wechselseitige Abhängigkeit aller Übenden geschaffen wird. Oder auch 60 . oder wir hier alle zusammen. und man hat nicht mehr diese Schmerzen des Anfängers. — Ist es also nicht wichtig. — Ich kann nicht zu euch nach Hause kommen. — Die anderen sind nicht wichtig. F. das ergibt zwei ganz verschiedene Atmosphären. Norden oder Süden? A. denn ich brauche euch alle. ist das Feuer nicht das gleiche. Was im dojo zählt. Du bist allein mit dir selbst. ob im Kamin ein oder mehrere Holzscheite brennen. ist die Atmosphäre. — Alle Richtungen sind gut. Aber du darfst die anderen nicht stören. bewußt zu denken: „Ich will jetzt diesen Einfluß ausüben und ihn empfangen.

aber man wird dann von der Umgebung mehr abgelenkt und läuft eher Gefahr. wenn auch die Bedingungen des modernen Lebens dahin tendieren. beim Zazen zu denken. . sie offen zu halten? A. In den japanischen Tempeln sagt man den Mönchen daher immer wieder. Der Blick soll ruhen und nicht fixiert sein. Ist es notwendig. habe ich mir darüber Gedanken gemacht.. wird man in die Defensive gedrängt. Man muß in sich selbst hinein konzentriert sein.in der freien Natur.Das muß in natürlicher Weise geschehen. Die Menschen des Ostens und des Westens sind etwas verschieden. während man im Westen eher aufgeregt und nervös ist und dazu neigt.. sogar hinten. Wenn du dich daran gewöhnt hast. Etwas pauschal ausgedrückt haben die Menschen im Osten eher die Tendenz. Die Position der Augen ist sehr wichtig und schwierig — eine heikle Sache. — Ich kann mich mit geschlossenen Augen besser konzentrieren. mit Hilfe des Stocks: „Ihr dürft die Augen nicht schließen!" 61 . unter einem Baum. wenn nötig. kann man alles rundherum „sehen". kannst du überall Zazen üben. Inwiefern ist das wichtig für die Haltung? A. den Blick einen Meter vor dem Körper zu fixieren. Schon seit ich in Europa bin. — Es ist schwierig. nach fünf oder zehn Jahren. — Das ist eine gute Frage. Wenn man den Blick ungefähr einen Meter vor sich auf dem Boden ruhen läßt. zu ruhig zu sein und daher beim Zazen einzuschlafen. F. sich zu zerstreuen. Wenn sich im japanischen Schwertkampf der Blick ablenken läßt. F. die Unterschiede einzuebnen.

F. Gassho drückt die Einheit aus: „kleines" Ich und „großes" Ich. — Geben und Nehmen sind immer im Gleichgewicht. Eine Tasse grüner Tee hat auf den Organismus nicht die gleiche Wirkung wie eine Tasse Kaffee. kann man die wahrhafte Energie erhalten.. was ihr kurz vorher gegessen und getrunken habt. daß es hier in Europa doch manchmal notwendig ist. F. — Wozu sich so sehr auf die Ausatmung konzentrieren? A. Individuum und Gottheit. ja sogar andere Menschen besitzen. denn man kann sie von der Haltung des Geistes nicht trennen. legt man das Gewicht auf die Einatmung. was den Organismus noch mehr schwächt. Wenn es euch Schwierigkeiten bereitet... Auch lasse ich abends im dojo ab und zu das Licht löschen und leite das Zazen im Schein zweier Kerzen. Außerdem ist diese Haltung eine Übung der Konzentration. Dinge haben. beim Zazen die Augen zu schließen.Ich sehe aber. Doch die Bedingungen der modernen Zivilisation zerstören die Bestandteile dieses Gleichgewichts: man will ständig besitzen. Einzelwesen und Kosmos. euch beim Zazen zu konzentrieren.. Wenn die Ausatmung korrekt ist. Indem man das Gegenteil davon praktiziert. Man denkt kaum noch in Begriffen des Seins. Wenn man krank. — Warum legt man beim Grüßen die Hände zusammen? A. geschieht die Einatmung automatisch und unbewußt. traurig oder egoistisch gestimmt ist. schwach. — Die Haltung der Hände ist sehr wichtig. 62 . so achtet auch einmal darauf. Ego und Buddhanatur. Macht haben.

Der Mensch aber ist sich seines Bewußtseins bewußt. Alle Leute gehen mir auf die Nerven. es hat nur ein Bewußtsein. Gewöhnlich betont man nur die Einatmung. möchte ich gern allein sein.Diese Methode zu atmen ist der Schlüssel zur Gesundheit und das Geheimnis eines langen Lebens. sich selbst zu ergreifen. Durch Zazen spiegelst du dich selbst wider. Das Tier kann sich nicht selbst widerspiegeln. Wenn man einen todkranken. Diese Methode wird auch in den traditionellen Kampfkünsten Japans gelehrt. fiel in den See und ertrank. um ihre Müdigkeit zu vertreiben. doch das schwächt den Körper. — Wenn ich Zazen geübt habe. wie für 63 . Doch das Spiegelbewußtsein ist nicht nur eine Falle. warum dein Ego nach dem Zazen stark wird. Dein karma kommt an die Oberfläche. — Warum möchtest du allein sein? Dies ist nicht das wahre Zen. — Und was ist zum Einatmen zu sagen? A. — Das muß am Ende der Ausatmung automatisch geschehen. Die Zen-Atmung heißt im Japanischen daher auch „die Übung des Muh". kann es in seinen normalen Zustand zurückkehren. Ist er jedoch aktiv und glücklich. stellt man fest. Mit ein wenig Übung ist das leicht auszuführen. F. als er sich in sein Spiegelbild im Wasser verliebte. Wenn du verstehst. daß er sehr lange einatmet. Nicht eigentlich Zazen ist der Grund für deine Laune.sie muht mit der Ausatmung und konzentriert auch ihre ganze Kraft auf sie. Beobachtet eine Kuh beim Muhen . Der griechische Mythos von Narziß verdeutlicht diese Zweiheit. dann dominiert die Ausatmung. Der Überlieferung gemäß versuchte Narziß. F. traurigen oder auch nur erkälteten Menschen beobachtet. A.

denn auch das ist Denken. auf die Atmung. erschöpft sich das Bewußtsein. es anzuhalten. Ihr harmonisiert euch mit dem. steigt das Unterbewußte wieder an die Oberfläche. — Gibt es einen Moment. Wenn die Körperhaltung richtig und die Muskelspannung korrekt ist. F. die höchste Dimension der Menschheit und der Antrieb ihrer Entwicklung. ohne daß man sich dessen bewußt wird. Laßt das Unbewußte arbeiten — das ist wahre Meditation. Während die heutige Zivilisation dazu neigt. das ist der Anfang der Meditation. Hört nicht auf. Wenn ihr vollkommen hierauf konzentriert seid. des Kinns. ihr könnt euch wie in einem Spiegel betrachten. und das Unbewußte kann erwachen. Wenn man die Zen-Versenkung intensiv übt. sondern es kann ebenso ein Mittel sein. — Das geschieht automatisch. Man darf die Gedanken nicht anhalten wollen. „brütet" nicht über etwas. ist die Versenkung. Aber denkt nicht bewußt. die Konzentration auf sich selbst der Ursprung des religiösen Bewußtseins. Konzentriert euch auf die Körperhaltung. was euch 64 . die Gedanken anzuhalten? A. den Menschen zum Verkümmern zu bringen. eure Konzentration immer wieder auf die Ausatmung zu lenken: während ihr langsam und kraftvoll ausatmet. hält das bewußte Denken von selbst an. und es offenbart sich das Überbewußtsein — jenseits des Denkens: hishiryo. in dem man beim Zazen endlich dazu kommt.Narziß. nährt den Gedanken nicht. I h r könnt in sehr tiefer Weise verstehen. auf die Stellung der Finger. Zu denken: „Ich bin nicht vollkommen". was ihr seid und was euer Leben ist. sich eben durch die spiegelnde Aktivität des Geistes selbst zu erkennen. der Wirbelsäule. vergeßt ihr den Rest und all eure Gedanken. Man darf nicht versuchen.

Wer euch sieht. seid ihr mit eurer tiefen. Seine Wünsche aufgeben ist unmenschlich. und ihr erreicht eure persönliche Ursprünglichkeit. an dem ihr übt. — Wenn man sich nicht auf ein Kissen setzen kann. wird vielleicht sagen: „Der ist verrückt. die in Einklang steht mit der Bewegung des Universums. F. schönste Körperhaltung finden. eure ursprüngliche. 65 . In jedem Fall ist die Geisteshaltung das Wichtigste. jedes Zweckdenken. um es zu erreichen"? Zen ist nichts dergleichen. — Was ist mit Körperbehinderten und Schwerkranken? A." Ihr müßt eure eigene Körperhaltung finden. die Füße leicht gekreuzt. So wird euer Antlitz friedlich. ändert sich euer Geist.umgibt. Indem ihr alles aufgebt. zehn Jahre. Wenn selbst das nicht möglich ist. reinen Natur vereint. Wenn ihr wirklich frei von Zweck und Ziel seid. so übe man sich dennoch in der tiefen Ausatmung. — Ja. der Rücken gerade und nicht angelehnt. schafft ihr euch euer wirkliches Leben. Zazen auf einem Stuhl sitzend zu üben. Es ist sehr schwer. mit dem ganzen Universum. . . Doch was ist Fortschritt? Den „Gipfel" ansteuern. F. jedes Profitstreben aufzugeben. die Beine parallel zueinander. eure schwachen und starken Punkte kennenlernen. das Ego aufzugeben. das satori? Sich sagen: „Ich gebe mir ein Jahr. der Natur ohne Dualität. — Kann man in der Zen-Übung von Fortschritt sprechen? A. und die besteht darin. ist es auch möglich. Jeden Tag.

dann ist das ausgezeichnet! 66 . Man darf einem Kind nicht diese Disziplin auferlegen." . friedvoll und ohne Vorbehalte. . ebenso ruhig. — Aber ja! Mein Meister hat allerdings gesagt: „Es ist besser. . Wenn es so fünf oder zehn Minuten unbeweglich und konzentriert bleibt. daß es sich neben euch setzt. doch wenn ihr selbst intensiv Zazen übt. — Kann man auch kleine Kinder Zazen üben lassen? A. kann es sein. ihnen einen Keks zu geben.F.

sprecht nicht. wenn er auf die Toilette geht. was man tut. Wenn ihr nicht Mönch seid. Dieser vor 800 Jahren geschriebene Text ist noch nicht veraltet. Wenn der Zen-Mönch in den japanischen Tempeln ein Bad nimmt. seht nicht fern. — Was bedeutet Zen konkret im täglichen Leben? A. das Shobogenzo. sich zu waschen — Dogen betont. Ein ganzes Kapitel behandelt die Art und Weise.Sich auf das konzentrieren. Ebenso.Zen und Alltag F. lest nicht Zeitung! Vermeidet asdasdasdasdasdasdasdasdasdasdasdasdasdasda sdasd (Ph. macht er sampai vor der Buddhastatue und legt sein kesa sowie seinen kolomo ab. völlig aufmerksam in der gegenwärtigen Handlung sein. das ist unverändert der Geist des Zen. und er analysiert bis ins einzelne das Vorgehen beim Zähneputzen. Aber ihr müßt euch auf jede Handlung des täglichen Lebens konzentrieren. Meister Dogen hat ein umfangreiches Buch. daß man das Wasser sparsam verwenden soll. Immer bei dem zu sein. Die Handlung der Nahrungszubereitung und des Essens ist genauso wichtig wie diejenige des Sichwaschens.: Roux-Guerraz) 67 . hinterlassen. dann vor dem Badewasser. . was man hier und jetzt tut. verneigt er sich zunächst vor der Buddhastatue. braucht ihr das nicht so zu machen. welches auch einige Kapitel mit Anleitungen für das tägliche Leben enthält. Wenn ihr eßt.

68 .

die Leute. ist es sicher nicht nötig. ist nicht konzentriert. In den Zentempeln wird alles verbraucht. was angeschnitten wird. klimatisierter Luft leben. Und wenn ihr lauft. ihre Schuhe ordentlich in eine Reihe zu stellen.. kinhin zu üben. um sie zu kochen. ebenso. küßt sie nicht während der Fahrt. Fragen zu stellen. was übrigbleibt — Küchenabfälle. Die Eltern erziehen nicht den Körper ihrer Kinder — sie fahren sie mit dem Wagen in die Schule. so wird der Koch ordentlich gerügt. Unsere Zeitgenossen sind an sich sehr intelligent und verstehen die Situation. An der Art und Weise. muß man konzentriert sein. Es wird niemals etwas weggeworfen. sind nicht wirklich weise. Beim Abwasch sammelt man mit Hilfe eines Filters alles. Aber weil sie selbst auch zerstreut sind. lassen sie in zu warmer. lehrt sie diese Handlung. lehren sie die Kinder weder. Wer beim Essen redet.insbesondere. Wenn die Kinder täglich lernen. erkenne ich den Zustand ihres Bewußtseins. Um eine Karotte zu schneiden. Lauft ruhig schneller. was heutzutage alle Leute tun. Niemand wird das leugnen. Wenn ihr am Steuer sitzt. Zen bedeutet. sich zu konzentrieren noch ihre Intuition und Weisheit zu entwickeln.. Wenn der Meister durch die Küche geht und findet ein vergessenes Reiskorn. Das ist nämlich genau das. wie die Leute im Vorraum des dojo ihre Schuhe aufstellen.. Das moderne Leben erschwert die Dinge sehr. geben ihnen zu viel verfeinerte und gesüßte Nahrung. selbst wenn man guten Willen zeigt. Und nebenbei bemerkt. sprecht nicht soviel mit der Beifahrerin. aber trotzdem konzentriert. die zuviel reden. Karotten- 69 . sich zu konzentrieren. sich in jedem Augenblick des täglichen Lebens zu konzentrieren..

Wenn ich Pläne ausarbeite. denkt man. — Worin liegt die Bedeutung des Ausdrucks „hier und jetzt"? A. Die Aufeinanderfolge der einzelnen „Hier und Jetzt" erhält kosmische Dimension und weitet sich ins Unendliche aus. „Hier und jetzt" bedeutet. — Aber muß man nicht doch manchmal an die Verpflichtungen denken. F. — und brät das ganze in Öl. — Wie kann man ein unruhiges Leben mit der Ausübung des Zen vereinbaren? 70 . — Wenn man denken muß. denke ich an die Zukunft. die man eingegangen ist.. F. F. man erinnert sich hier und jetzt. — Sind die anderen Religionen mit Zen vereinbar? A. — Das ist eine tiefe Philosophie.s. — Sicher. Das ist eine sehr feine Kochkunst.. werdet ihr es nie sein. was man gerade tut. und auch Priester und Nonnen.w. und nicht an die Vergangenheit oder Zukunft zu denken und dabei den gegenwärtigen Augenblick zu vergessen. Radieschenblätter u. denke ich an die Vergangenheit.köpfe. man faßt Pläne hier und jetzt. Zen steht jenseits aller Religionen. Christen wie Nichtchristen. Wenn ich meine Biographie schreibe. oder für die Zukunft planen? A. Alle kommen zur Zazenübung. ganz bei dem zu sein. Man denkt hier und jetzt. Manche Restaurants in Japan servieren nichts anderes: das ist sogar zu einer Mode geworden! F. Wenn ihr nicht hier und jetzt glücklich seid.

aber sie ist nicht dauerhaft. die in Gefahr sind. wird die Zazenübung für euch die größte Wohltat sein. Warum sollte man nur von oberflächlichen Dingen reden und eine tiefe Lehre geheimhalten? Jeder sucht heute einen Sinn im Leben. Die Mode antwortet auf ein Bedürfnis. daß er denen helfen kann. erfordert die Übung Anstrengung und Beharrlichkeit. wie es scheint. ins Wasser zu springen und so gut zu schwimmen. wo doch Zen offenbar nicht für die große Öffentlichkeit geschaffen ist und. Der religiöse Mensch muß lernen. Von der Mode bleibt etwas übrig. weil ihr konzentriert seid. — Warum bedienen Sie sich des Fernsehens und der Zeitungen. — Ob Mode oder nicht. die uns zur Verfügung stehen. weil euer Leben unruhig ist. . geheim bleiben sollte? A. was ihr zu tun habt. Jeder hat das Recht auf Erweckung. Es gibt immer einige. Ein koan besagt: „Wenn der Geist frei ist. ist von geringer Bedeutung. Die Welle zieht sich zurück. doch der Ozean bleibt. 71 . Information muß mit den Mitteln verbreitet werden. Ihr werdet das. F." F. und dann werdet ihr euch vielleicht auch einer Menge unnützer Dinge entledigen. — Wird die Ausübung von Zazen nicht schon zu einer Mode? A. Um dauerhaft zu sein. ist alles ringsumher frei. — Wir leben in einer Epoche. Ihr werdet euer Leben mit anderen Augen sehen. die verstehen und weitermachen. viel besser tun. in der die Massenmedien wichtig sind. auf einer höheren Stufe als alle Moden und vorübergehenden Strömungen.Gerade deshalb.A.

alle zusammen.Genügt Zazen für die Erhaltung der Muskulatur oder 72 . . F. — Gibt es eine Beziehung zwischen den Yogabewegungen und Zazen? A. der Mensch betrachtet sein ursprüngliches Gesicht. um eine stärkere Konzentration zu erreichen. die aus dem Yoga stammt.. Er hat die Haltung der Hände gewechselt. und er hat auch die beste Atemmethode gefunden. Eine Redewendung sagt: „Wirf dich entschlossen und mutig in den Abgrund. Körper (oder Materie) und Geist. Dient dieser Mittlere Weg im Westen nicht als Alibi für die bürgerliche Moral? A. aus Gleichgültigkeit oder Unentschiedenheit. Form und ku (Leerheit). F. er ist jenseits allen Dualismus und auch jenseits aller bloßen Synthese. ." Der Geist findet seine höchste Dimension. Irren wir uns darin nicht — er umfaßt die Gegensätze.F. — Der Weg der Mitte besteht nicht aus Angst und Betäubung. — Ja. das Wesen gelangt zu seinem normalen Zustand. der Weisheit des Buddha!" Das ist die konkret greifbare Intuition der fundamentalen Einheit aller Dinge: Subjekt und Objekt. indem er sie integriert... Das Sutra Hannya Shingyo endet mit den Versen: „Laßt uns darüber hinausgehen. Allerdings gibt es Unterschiede. Zazen selbst ist eine Haltung. auf den Weg des satori. er überschreitet alle Widersprüche. — Der Buddhismus ist der Weg der Mitte. nachdem er mehr als sechs Jahre lang Yoga praktiziert hatte. darüber hinaus und noch jenseits des DarüberHinaus. die der Buddha eingeführt hat.

empfehlen Sie nicht auch die Ausübung eines Sports? A. könnt ihr alles tun. Mönch zu werden! Im übrigen betone ich unaufhörlich die Wichtigkeit der Arbeit und der Konzentration im Alltag. sondern ein äußerst realistischer Schritt. Das Neugeborene wird von der Mutterbrust angezogen. Das ist eine Entwicklung. das ist Zazen. den Auszeichnungen. Die wahre Reinheit. Wenn ihr das versteht. beginnt er. — Heißt Zazen zu üben nicht Flucht aus der wirtschaftlichen und sozialen Welt? A. — Jeder muß seinen Lebensunterhalt verdienen können. F. Das ist keine Flucht. Alles ist dann gut für euch. da er versucht. ein geistiges Wesen zu werden. sie arbeitet weich und anpassungsfähig und doch gleichzeitig tief. wie würde die Welt weiterlaufen? A. eine Umwälzung. in sich selbst hineinzublicken. fühlt ihr die Energie in euch selbst. Sie ist aber für jeden anders. um einen heilsamen Einfluß auszuüben. An dem Tag. eine Entwicklung. — Ihr könnt sicherlich Sport treiben. der Macht. — Aber wenn jeder ein Zenmönch wäre. die schon stark sind. Zazen ist keine Gymnastik — auf einer höheren Ebene als der des Sportes erschafft ihr euer Leben. dem Geld. das glaube ich nicht. In einer Gesellschaft genügt eine Handvoll starker und reiner Menschen. 73 . Und es ist nicht notwendig. der wahre WEG. was ihr wollt. der Erwachsene jagt den Freuden nach. eine Erweiterung des Bewußtseinsfeldes.Nein! Nein. . Die Zenerziehung ist stark und richtet sich an Menschen. F.

" Die höchste Form der Hilfe ist die. jemanden zu lieben. — Im Christentum will man den anderen helfen. oder Geld zu verschenken? Im Zen sagt man: „Bettle beim Bettler. Aber den anderen helfen — was bedeutet das? Was ist helfen? Helfen wobei? Und wem? Bedeutet es.F. und schenke dem Reichen. — Im Buddhismus natürlich auch. Und im Buddhismus? A. den Menschen die innere Freiheit und den persönlichen Frieden zu bringen. 74 .

— Was bedeutet shin in dem Wort sesshin. Aber es ist gut. — Sie ist nicht unbedingt notwendig. Doch tue ich das wirklich vor der Statue? Nein. die dreifache Verbeugung. Nennen wir es einen Rahmen. F. Dennoch mache ich oft sampai. die Essenz des Zen ist Zazen. Die Haltung bleibt. . mehr nicht. Die Buddhanatur. vor ihr. F. — Das Wichtige ist die Versenkung.Der Geist des Zen F. Das ist nur Holz oder Bronze. die Gottnatur existiert in euch. Die Statue kann verbrennen.Warum steht in der Mitte des Raumes eine Buddhastatue? A. ich verbeuge mich vor der Haltung von euch allen und dem. 75 . sehr nüchtern. — Geist. Euer Geist. Warum halten Sie manchmal feierliche Zeremonien ab? A. eine Ordnung für die Übung in Gemeinschaft. was sie repräsentiert.7 A. — Zen ist in seiner Essenz sehr einfach. es mit einem Minimum an Zeremoniell zu umgeben. und dort entdeckt ihr sie. Ihr müßt in euch selbst schauen.

F. Es gibt darin keine Melodie. — Wozu die Glocke und das Schlagen des Holzes zu Beginn? A. wie zum Beispiel die sumi-e-Malerei: Niemals dient dort ein Pinselstrich als Schmuck. sondern sammeln und beruhigen ihn. Wie auch in der Rezitation des Hannya Shingyo. — Welche Bedeutung hat die Musik im Zen? A. ein Bach. — Sie haben einmal ein koan zitiert: „Die alte Musik hat keine Melodie. — Und wozu Weihrauch? A. das ist er. Alle natürlichen Laute nutzen der Zazenübung. Vogelgezwitscher.. Regen. — In den Zentempeln Japans stehen diese Laute inmitten der Stille in Einklang miteinander und sind das einzige Echo der Laute in der Natur — Wind. sie zerstreuen den Geist nicht. Die traditionelle japanische Kunst ist sehr einfach. Das Zwitschern der Vögel. — Das ist ein Zeichen des Respekts und der Reinigung.F. regen ihn an und erheben ihn." Ist das der Klang in seiner reinen Form? A. brenne ich ein Räucherstäbchen an. Wenn ich einen Besucher ehren möchte. Ob diese Klänge nun kräftig oder zart sind. F. Kinderstimmen. Außerdem schafft der Duft des Weihrauchs eine ruhige Atmosphäre. das Rauschen des Flusses.. ein Wasserfall. Sie begleiten die Zazenübung. keine Verzierungen. der Wind in den Kiefern. — Die Musik des Zen ist die Musik der Natur. — Ja. F. Er 76 . und ihre ununterbrochenen Schwingungen hallen tief im Inneren des Wesens wider und unterstützen die Konzentration.

selbst schöpferisch zu werden. Auf den Schultern befindet sich am Halsansatz ein wichtiges Nervenzentrum. Ihr müßt seinen Atem.wird in einem Zug ausgeführt. einem Werfen ähnlich. und sein Gebrauch ist geistiger Art. Das Hannya Shingyo ist wie das Geräusch der ursprünglichen Quelle. Die Japaner selbst verstehen ihn heute nicht mehr. wenn der Geist aufgewühlt ist und man sich nicht beruhigen kann. er entspannt die Nerven in dieser Region und führt in einen Zustand der Ruhe und des Wachseins zurück. . Das kyosaku ist kein gewöhnlicher Stock. unbewußt. darf man um den Stock (kyosaku) bitten. das in der heutigen Zeit sehr häufig verkrampft ist.Wenn man schläfrig oder sehr unruhig ist. Es ist der Pulsschlag einer einheitlichen Schwingung: gemeinsam. seinen ursprünglichen Klang durchdringen. Es steht für den Geist des Meisters. — Warum lassen Sie die Leute im Westen in japanischer Sprache rezitieren? A. Der Stockschlag ist wie eine Massage. F. Es wird am Ende des Zazen rezitiert und ist auch eine gute Übung für die Atmung. auf das Papier. 77 . bevor ihr imstande seid. — Wozu dient der Stockschlag beim Zazen? A. F. der Elemente des Altchinesischen und des Altjapanischen verbindet. alle gemeinsam. Die Linien werden nicht vom Ego gezogen. die lange Ausatmung. — Das Makahannya Haramita Shingyo (Sutra der Großen Weisheit) ist ein sehr alter Text. seinen Rhythmus. Nach einiger Zeit intensiver Konzentration bringt der Meister den Pinsel völlig spontan.

Kodo Sawaki. der Meister von Taisen Deshimaru-Roshi 78 .

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das gleiche. müßte ich einen ganzen Vortrag halten. das Symbol der Weitergabe der Lehre im Zen. — Was bedeutet das kesa? A. um zu zeigen. Ich öffne mich hingebungsvoll der Lehre des Buddha. Das Muster der Nähte erinnert an ein Reisfeld. dem vollkommenen Verständnis dieser Lehre führt. Um alle Wesen zu retten. könnt ihr die wahre Weisheit erlangen und euer karma ändern." Mein Meister glaubte sehr an das kesa. das Gewand des Buddha. Die zum satori. daß das Niedrigste und Gewöhnlichste zum Höchsten und Verehrungswürdigsten werden kann. Ich habe ein großes kesa für die Zeremonien. Buddha sagte: „Wenn ihr dieses Gewand tragt. das ich auch meinen Schülern gebe und das sie beim Zazen tragen. doch im Alltag trage ich ein kleines kesa (rakusu). In China. 80 . legen die Mönche und Schüler am Ende des morgendlichen Zazen ihr zusammengefaltetes kesa auf den Kopf und rezitieren das Sutra: dal sai gedappuku muso fukuden e hibu nyorai kyo kodo sho shu jo O welch großartiges Gewand der Befreiung! Gewand unvergleichlicher Glückseligkeit. Das kesa ist das Symbol des Zenmönchs.F. Dieses Kleidungsstück wurde ursprünglich aus Lumpen und Leichentüchern gefertigt. habt ihr bis zu eurem Tode zu essen. wie später in den japanischen Tempeln und heute in Europa. — Um diese Frage zu beantworten.

fällt man um. wenn die Erfahrung in den Kampfkünsten ein gewisses Niveau erreicht hat. selbstlos ist. — Hat jeder die Buddhanatur? A. die sie nur schwer überwinden können. — Wie beim Zazen ist der entscheidende Punkt bei den Kampfkünsten (budo) die Atmung. Wenn ihr nach einer Zazenübung malt. Um die Kampfkünste zu verstehen. warum im Westen selbst die besten Leute in den Kampfkünsten eine Grenze erreichen. wird man unerschütterlich wie ein Felsen. — Ja. Zazen zu üben. Wenn man zum Beispiel im karate beim Einatmen einen Schlag erhält. sondern ein WEG. Nur wenn man unbeteiligt. Es gab nicht nur den historischen Shakyamuni Buddha — wir alle sind Buddha. Einen Kreis zum Beispiel werdet ihr leicht und natürlich zeichnen. Deshalb ist es unerläßlich. der Schuß wird vollkommen präzis. Wir haben alle in uns das Wesen Gottes. ist seine Kunst nicht Zen. Man fragt mich oft. Nehmen wir die Kalligraphie als Beispiel. — Inwiefern kann man von Zen-Künsten sprechen? A.F. wie man beim Ausatmen auf den Unterbauch (hara) drückt und dabei den Bogen spannt: der Pfeil schnellt am Ende des Ausatmens von selbst los. — Welchen Einfluß hat Zen auf die Kampfkünste? A. F. jeder von uns. In Zen in der Kunst des Bogenschießens hat Professor Herrigel dargestellt. Wenn man dagegen auf die Ausatmung konzentriert ist. wird eure Zeichnung anders ausfallen als diejenige. — Wenn ein Meister der Kunst nicht Zazen übt. darf man sich kein Ziel setzen. dringt man tief ein. Die Kampfkünste sind kein Sport und keine Technik. die ihr vorher gefertigt hättet. Man drückt dabei seine 81 . F.

Eigenheiten, seinen aller Technik und Form.

Bewußtseinszustand

aus,

jenseits

F. — Was ist der Unterschied zwischen Soto und Rinzai.'' A. — In der Rinzai-Schule ist Zazen ein Weg, um satori zu erlangen, während im Soto Zazen selbst satori ist. Einfach nur SITZEN (shikantaza), ohne Zielvorstellung und Profitstreben (mushotoku): die Zazenübung ist selbst satori, alles ist satori. Auch ist es im Rinzai oft so, daß der Schüler sich beim Zazen auf ein koan konzentriert, im Soto dagegen auf nichts anderes als die Haltung von Körper und Geist und die Atmung. Doch wir dürfen vor lauter Bäumen den Wald nicht übersehen: jeder Meister hat seine eigene Art zu lehren, und die Unterschiede in der Erziehungsmethode ändern nichts an der Essenz des Zen. Aus diesem Grunde bin ich übrigens auch gemeinsamer Abgesandter für Europa aller Zenschulen Japans, Soto, Rinzai und Obaku. Meine Lehre geht in der Überlieferung durch die Folge aller Meister direkt auf Buddha zurück. Sie ist die Weitergabe einer unendlichen und universalen Weisheit, die über alle Schulen und Religionen, den Buddhismus und sogar Zen selbst hinausgeht... F. — Sie haben gesagt, Sie wollten Christus helfen. Können Sie uns das erklären? A. — Jesus hat gesagt: „Wer mich sieht, der sieht meinen Vater." Ich will Gott helfen. Christus oder Gott, das kommt auf dasselbe hinaus. Als ich in Europa ankam, war Gott sehr krank, manche glaubten ihn sogar tot. Ich möchte meinen Mitmenschen helfen, ein religiöses Bewußtsein zu erlangen.

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F. — Können Sie uns präzisieren, was die Inder unter dem feinstofflichen Körper verstehen? A. — Das ist die Essenz von Geist und Körper, jenseits der Dualität. F. — Haben wir alle das gleiche kosmische Bewußtsein, oder hat jeder sein eigenes? A. — Ich denke, es ist nur eines, weil es den ganzen Kosmos umfaßt — im Kosmos ist die Energie überall die gleiche. Gemäß seiner Kraft nimmt davon jeder seinen Anteil. F. — Warum sind wir unvollkommen? Waren wir einst vollkommen? Und müssen wir es wieder werden? A. — Das ist wohl das Problem der Zivilisation überhaupt. Lebten die Menschen besser, bevor sie zivilisiert waren? Wie ihr wißt, war ursprünglich der innere Teil des Gehirns sehr aktiv. Im Verlauf der Zivilisierung wurde dann nur noch die Hirnrinde intensiv weiter benutzt. Das Äußere hat sich so einseitig weiterentwickelt, während das Innere unterbeschäftigt blieb. Eine solche Gleichgewichtsstörung kann nur Nervenschwäche, Nervosität und Frustration erzeugen — beim Einzelnen wie bei der ganzen Menschheit. Ich habe die Fresken von Lascaux und Tassili besichtigt. Vor Jahrtausenden haben die Menschen in diesen Grotten ihre Bilder auf den Felsen hinterlassen. Das sind gewaltige, vom kosmischen Bewußtsein genährte Kunstwerke. Welcher Maler könnte heute Gleichwertiges schaffen? Ich kann zu der Form, die die Entwicklung des Menschen angenommen hat, keine allgemeingültige Ansicht äußern und entscheiden, welche die beste wäre. Die Intelligenz hat sich seit der Renais-

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sance stark entwickelt, und die Kulturen haben sich intellektualisiert, doch was ist aus der Weisheit geworden? Ich kann euch aber folgendes versichern: durch die Zazenübung kann unser Gehirn seinen normalen und ursprünglichen Zustand wiederfinden, wieder in die kosmische Ordnung zurückfinden. In den Menschen dringt neue Energie, es entsteht eine starke Aktivität, es enthüllt sich in ihm die reine Schöpferkraft, und die Fähigkeit, sich ganz intuitiv zu konzentrieren, wird zu einer Selbstverständlichkeit. F. — Gibt es eine Beziehung zwischen unserer Abhängigkeit vom Ich und der wechselseitigen Abhängigkeit der Erscheinungsformen? A. — Sicherlich. Die Abhängigkeit vom Ich ist bei bestimmten Menschen sehr stark. Dies kann den Individualismus fördern oder gar zu Egoismus fuhren. Doch wenn wir letztenendes unser „kleines" Ich aufgeben, können wir ein anderes, das tiefe, „große" ICH erreichen. In der Rinzai-Ausbildung im alten China bekam der Schüler für jede Frage, die er dem Meister in seinem Zimmer stellen kam, einen kräftigen Stockschlag — wenn ihn am Ausgang nicht gar ein Mönch mit einem Knüppel erwartete. Das wiederholte sich täglich. Der Schüler erhielt keine Antwort, bevor er nicht die Erweckung (satori) erlangt hatte. Über das satori wird man ein anderes ICH. Nun erst begannen die eigentlichen Unterredungen mit dem Meister: durchdringende, kraftvolle, direkte, sachliche und aufrichtige Worte. In der Soto-Erziehung ist das Vorgehen dasselbe: der Meister erzieht seine Schüler intuitiv. Er macht ihnen die

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unabhängige ICH an die Oberfläche. sondern auch aus Stockschlägen. und es ist ziemlich oft vorgekommen. und auch eine Frau kann sehr wohl Meister werden. Dann kommt ganz und gar unbewußt das tiefe. gilt dies: ihre Suche ist geistiger Art. und das Gleichgewicht ist immer vollkommen. daß sie ganz automatisch ihr begrenztes Ich aufgeben. Sich zutiefst am Erfolg 85 . gibt es auch keine Weisheit ohne Liebe. — Wie es kein Wasser ohne Feuer gibt. Nur ist es im traditionellen Asien nicht üblich gewesen. selbst wenn sie Weisheit um sich verbreitet hat. F. um sein Ich bewußt aufgeben zu wollen. Für diejenigen. Ihre Verbindungen sind zahllos. Liebe besteht nicht nur aus Zärtlichkeit und Küssen. — Sie sprechen sehr oft von Weisheit. kann ich dahin erziehen. die nicht mushotoku sind. die sich Zazen zunutze machen wollen. hierher zu kommen. Läßt Zen denn genügend Raum für die Liebe? A. die ohne Zielvorstellung hierher kommen. Doch es ist vollkommen nutzlos. — Warum erscheinen in der Überlieferung des Zen keine Frauennamen? A. den Namen einer Frau der Nachwelt zu überliefern..volle Bedeutung des satori zum ersten Male begreiflich. freie. die mit einem Ziel kommen.. Heute hat sich all das geändert. und dennoch haben sie starke Persönlichkeitsmerkmale! Diejenigen. selbst wenn sie einen Meister unterrichtet hat. Mann und Frau sind gleichgestellt. — Frauen haben ebenso wie die Männer auch Zazen geübt. Unbegrenzte Weisheit und allumfassende Liebe befinden sich in kosmischer Harmonie. F. daß eine alte Frau einen Meister erzogen hat.

wenn ihr glaubt. Man empfängt die kosmische Energie unbewußt.. Ich sage immer. — Ich weiß es nicht.der anderen erfreuen. dann ist es sehr wahrscheinlich. Ihr könnt sie jedoch nach jedem Zazen bemerken — ihr fühlt euch glücklich und entspannt. daß ihr verrückt seid. wozu es dann zu gewinnen suchen? Doch wenn unser Leben voll ist von Leidenschaften und Wünschen. Wenn wir satori also schon haben. dies nicht satori ist. und er antwortet mit Ja. empfangt ihr unwillkürlich alles. daß euer Körper und euer Geist verändert sind. Wenn ihr ein Ziel habt. — Meister Deshimaru. intuitiv an ihr Glück denken. Man darf das satori nicht wollen und es nicht suchen. A. Dogen betont ausdrücklich. Wer eine solche Frage stellt. satori zu haben. Wenn ihr auf eure Haltung und eure Atmung konzentriert seid.. fühle ich nicht das kosmische Leben. heißt das. ihr fühlt. daß. — Wenn ich beim Zazen auf mich konzentriert bin. daß das satori schon in uns existiert. werdet ihr überhaupt nichts erhalten. haben Sie satori? A. will sicherlich satori erhalten. wenn es verkompliziert ist. wie zum Beispiel: „Nicht so sehr". Niemand fühlt das kosmische Leben. müssen wir 86 . F. F. sei es satori oder das kosmische Leben. daß er nicht so gut ist. oder: „Davon weiß ich nichts". das ist die Haltung des bodhisattva. Wenn ihr es bewußt wahrnehmt. Wenn man jemanden fragt: „Sind Sie ein guter Mensch?". — Man braucht sich darüber keine Sorgen zu machen. tatsächlich schon vor unserer Geburt. sonst wäre seine Antwort bescheidener ausgefallen. Ich auch nicht. wie er vorgibt.

Können Sie uns diese Äußerung erklären? A. Das ist eine lange Geschichte. — Warum das Ich vollständig aufgeben? Das habe ich nie so gesagt. ein koan. aber nicht das. . F. daß das Verschwinden des Ich so wichtig ist. Das ist eine Frage der Geduld. Er fand zwar eine hochentwickelte Kultur. doch der Körper folgt dem nicht! Deshalb ist Zen auch eine körperliche Übung zur Aufgabe des Ich. die korrekte Atmung und Stille. denn Zazen selbst ist schon satori. Die Frage zu stellen. Zazen selbst ist satori. Die passende Antwort kann nur sein: „Nein. intuitiv aufgeben. was das wahre Zen ist. sondern ich übe Zazen. ob ich satori habe. Doch er fand es nicht.Zazen üben. daß man nicht verstanden hat. bedeutet. Man kann das Ich mit dem Kopf aufgeben. daß es doch wohl einen instinktiven Widerstand des Ich dagegen gibt. was er suchte. der Wiederholung. um dort das wahre Zen zu suchen. Die Rückkehr zum normalen Zustand geschieht durch eine gute Haltung. sagte Dogen. — Ich war sehr beeindruckt davon. — Ja. Mit 24 Jahren ging Dogen nach China. — „Ich bin nicht ein anderer". Muß man es also radikal unterdrücken? A. Über den Körper das Ich unbewußt. ich habe nicht satori. das ist das Ziel der Zenerziehung. gebt ihr unwillkürlich das Bewußtsein dieses Schmerzes auf. Wenn ihr euch auf die Haltung und die Atmung konzentriert. beim Zazen spürt ihr eine schmerzhafte Stelle in eurem Körper. der Übung. um zum normalen Zustand zurückzukehren. 87 ." F. Ich sehe aber auch.. Nehmen wir an.

Aber ich muß jetzt arbeiten.An einem heißen Sommertag. Pilze zum Trocknen auszulegen. und die Pilze wären dann auch nicht mehr so frisch. doch Ihr habt noch nicht die Essenz des Zen in Euch. warum wartet man nicht einen milderen Tag ab?" Die Antwort ist in die Geschichte eingegangen: „Ihr kommt aus Japan und scheint mir ein gutmütiger junger Mann zu sein." Dogen fuhr nicht ab. bei solch einem Wetter?" Der alte Mönch antwortete: „Hier und jetzt. muß es trocken und heiß sein. Die anderen sind nicht ich. und noch dazu ein Würdenträger. sah er vor einem kleinen Tempel einen sehr alten Mönch. säuberte das dojo und schmückte es mit Blumen. der damit beschäftigt war. als er schon Vorbereitungen für die Rückreise nach Japan traf. Nyojo dachte: 88 . stört mich also nicht. Um die Pilze zu trocknen." Das ist die Essenz des Soto-Zen. Er gab seine Bücher auf. daher fragte ihn Dogen: „Warum arbeitet Ihr so schwer? Ihr seid ein alter Mönch. Nyojo mochte ihn auf den ersten Blick. diese Arbeit zu verrichten? Und zudem ist es heute zu heiß zum Arbeiten. so geht zu meinem Meister Nyojo. Ihr kennt den Buddhismus. Ein anderer ist nicht ich. Jeden Morgen übte er Zazen. Ich muß meine eigene Erfahrung des Pilzetrocknens machen. Wenn ich nicht selbst übe. Morgen könnte es regnen. Es war wirklich glühend heiß. Dogen war wirklich überrascht. das ist sehr wichtig. und ich bin nicht ein anderer! Ein anderer kann nicht die Erfahrung meiner Handlung machen. und Meister Nyojo wurde sein Lehrer. Er fragte weiter: „Aber warum heute. Wenn Ihr das wahre Zen finden wollt. Warum fordert man nicht die jungen Mönche auf. Durch die Zazenübung verstand Dogen das wahre Zen. kann ich nicht verstehen.

Die Philosophie Dogens beruht demgemäß auf den drei Prinzipien: 1. Ein anderer ist nicht ich. 3. und ich bin nicht ein anderer. 2.Shikantaza: einfach nur SITZEN. 89 . Sich hier und jetzt konzentrieren." Und er übergab ihm sein kesa. ich muß ihn als meinen Nachfolger bestätigen.„Dieser junge Mann ist wirklich fähig.

. sagen die anderen. 90 . einige Priester in Vietnam haben sich selbst verbrannt. sich zu verkörpern oder damit das kosmische Leben individuell gelebt werde. Sicher.Der Tod F. Er zeugt nicht von einem normalen Zustand. aber diese Handlung drückte politischen Widerstand aus. Was denken die anderen darüber? (Einige Schüler antworten. Durch die Entdeckung des Zazen hat der Buddha das Problem von Geburt und Tod gelöst. — Ist das Resultat des Zen nicht ein glücklicher Selbstmord? A. „Warum bin ich geboren? Um zu essen? Um zu lieben? Um Wissen anzusammeln?" Diese Frage ist der Gegenstand eures Lebens. sagen die einen — um es dem Bewußtsein zu ermöglichen. F. Vergeßt es nicht. Ihr sprecht ein großes Problem an.. Um unser Leben oder die Menschheit zu entwickeln. auf die sich alle Religionen gründen. — Warum sind wir geboren? A. Jede dieser Antworten ist richtig! Man steht hier vor der Frage. Ein wahres koan. — Ein Selbstmord ist niemals glücklich.) Jeder hat eine andere Meinung. ihr dürft eurem Leben kein Ende setzen. — Weil eurer Vater und eure Mutter euch das Leben geschenkt haben. Ihr müßt leben.

Im Dominikanerkloster von l'Arbresle (Ph.: Marc de Smedt) 91 .

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daß das Urteil von einem anderen als von ihm selbst vollstreckt würde. denkt die Familie nämlich immer an den Körper in der Erde. — Das ist eine normale Sitte im Osten. daß.F. als getötet zu werden. Warum? Für die Familie. sein Bewußtsein sich erschöpfe und friedlich werde. wenn man jemanden tötet. In vielen Fällen ist es schon schwieriger zu leben als zu sterben. Sicher gibt es mehr als einen Grund für Selbstmord.. In Europa ist man über dieses Thema schlecht informiert. F. — Welche Beziehung besteht zwischen harakiri und Zen? A. Familienschwierigkeiten. — Doch. Es war besser. — Was halten Sie von der Einäscherung? A. Man muß leben." Harakiri entspricht nicht dem Geist des Zen. Man macht es. doch wir dürfen nicht sterben. der sich selbst tötet? Warum will er sterben? Man redet von Kummer. Das Lotussutra enthält einen berühmten Satz über das Leben: „Wir dürfen keine Angst vor dem Tod haben. wenn im alten Japan ein Krieger (samurai) gefangengenommen und zum Tode verurteilt wurde. konnte er den Gedanken nicht ertragen. Wir müssen das Leben lieben und es wollen. Sie hält an 93 . — Heißt Selbstmord nicht.. wenn er aber harakiri macht. F.. sich selbst zu töten. In welchem Zustand befindet sich jemand. Harakiri ist demnach kein Selbstmord. Neurosen. Die samurai nahmen an. dessen Seele als Geist umherirre. Erschöpfung. wenn man ohnehin sterben muß.. die Absichten Gottes zu vereiteln? A. — Keine. Wenn der Körper bleibt. Ursprünglich.

und die Trauer und das Haften an den Dingen und Menschen wandeln sich in Reinheit. — Wenn wir sterben. Gedanken und unserem Bewußtsein schaffen. um ihm den Anschein von Leben zu geben. Nach dem Tode ist der Körper nichts mehr. doch unser Bewußtsein setzt seinen Einfluß fort. Wenn der Körper verbrannt ist. Wenn ich einmal sterbe. dann trennt man sich von ihm. Meister Dogen hat diesen Punkt sehr betont. Es beeinflußt weiterhin die Gesamtheit des Seienden. Worten. stirbt der Körper und damit auch das Gehirn. Wenn wir auf einer höheren Stufe des Bewußtseins leben.ihm fest. Wie denken wir? Das ist eine wichtige Frage. unseren Handlungen. es existiert konkret und wirkt ein auf Materie und Geist unserer unmittelbaren und fernen Umgebung und auf den Zustand der Welt insgesamt. — Die Erinnerung bleibt aber? A. geschminkt und geschmückt. hinterläßt es einen anderen Einfluß. nur das karma des Geistes besteht weiter. Dann versteht man: auch ich muß einmal — zu Staub werden. Welches Verfahren ist wohl das bessere? Das ist eine Frage des Bewußtseinsstandes. das heißt. Wir schaffen die 94 . Er ist nur Staub. verbrennt man mich hoffentlich und streut meine Asche in die Seine oder ins Meer. Man erweist dem Körper des Verstorbenen Ehre. Nach der Einäscherung sieht man nur noch ein paar Knochen und Asche. dauert dieses nach dem Tode auf seine Weise fort. dauert ewig fort. das wir hier und jetzt mit unserem Körper. endet alles. Leben wir auf einer niedrigeren Stufe. Man kann so den Tod verstehen. F. In Amerika wird der Körper dagegen oft einbalsamiert. Das karma.

stirbt man. Es ist durchaus möglich. Das Wichtige ist das „Hier und Jetzt". In den traditionellen Religionen spricht man von einem Paradies 95 ." Wichtig ist. ist es das gleiche. Wenn wir sterben müssen. braucht man auch nicht zu sterben. ohne irgend etwas sonst. — Der Tod ist das Ende. sterben wir. und ich bin ohne Furcht. Allein in Gedanken zu sterben. das ist alles. Wie sterben? Warum sterben? Während eines Schwertkampfes sagt man sich nicht: „Ich will nicht sterben! Und wenn ich verliere. was werde ich dann tun?" Im Kampf handeln Körper und Geist zusammen und akzeptieren zusammen den Tod. Selbst Christus hat sich im Augenblick seines Todes dagegen aufgelehnt. — Selbst wenn ein großer Meister sagt. kommt mein Tod hier und jetzt. . F. Es bleibt im Gehirn immer ein kleiner Gedanke der Weigerung. Man muß sterben. sich zu sagen: „Ich muß sterben. — Können wir dem Tod nicht einen Sinn geben? A. F.Sie hat keinen bestimmten Sinn. Man muß sich retten. so hat er in seinem tiefsten Inneren doch keine Lust zu sterben. Wenn man sterben muß. ist unmöglich. er wolle jetzt sterben.zukünftige Welt in der unmittelbaren Gegenwart. F. Wenn jemand das Gewehr auf mich richtet. — Gilt nur die „Entscheidung" des Körpers etwas und nicht auch die des Verstandes? A. Das ist klar. auch der Körper muß diese Entscheidung treffen. — Hat diese Entscheidung einen Sinn? A. daß man die „Entscheidung" trifft zu sterben. Wenn man Krebs hat. Aber wenn der Moment noch nicht gekommen ist. ohne uns zu bewegen.

Kann mein Körper. Wir müssen verstehen. um die Menschen darauf vorzubereiten. in dem sie ins Grab gehen. er wollte nicht sterben.oder von einem Leben nach dem Tode. F. . daß nichts wichtig ist. das dies versteht? Es existiert. Wenn unsere Aktivität erschöpft.Wie starb Buddha? A. erscheint allmählich das Wahre ICH. kommt der Augenblick der Entscheidung: „Hier und jetzt muß ich sterben". unser Leben beendet ist. das ist Gott. F. nachdem er Wildschweinfleisch gegessen hatte. er ist nicht das Wahre ICH. Wie sieht das ICH aus. Auch in unserem Körper gibt es letztlich nichts. . Wenn man das versteht. Und ich glaube. war er friedlich und ohne Angst.Das Wahre ICH versteht. würdig zu sterben. stirbt man und kehrt in den Kosmos zurück. die Unbeweglichkeit. das dies verstehen kann: das ist wie das Betrachten seiner 96 . das ist Buddha. denn er war ein Mensch. das ist die höchste Weisheit. Andernfalls würden sie in ständiger Furcht vor dem Augenblick leben. — Buddha ist an einer Krankheit gestorben. bleibt mein Bewußtsein friedlich. Das ist eine Methode. — Wer versteht? A. das Nicht-Denken. Doch als er starb. den Tod akzeptieren. ist es nicht einmal notwendig. Durch Zazen. Dieser Körper ist Materie. das Ich aufgeben zu wollen. wenn ich hier und jetzt sterben muß. Und das sich immer wandelnde Bewußtsein ist ebensowenig das Wahre ICH. Die höchste Philosophie ist die von ku. Wenn man sterben muß. und es fällt die Entscheidung. der Leerheit: in der Materie gibt es nach dem Atom oder dem Neutron nichts.

das sichtbare Geschenk seiner selbst an die Menschen. Er hat aus diesem Tod seinen Auftrag gemacht. daß er gestorben. — Ich glaube. — Jesus hat unter den Menschen einen Kampf geführt. A. oder der Kosmos. Das ist das ICH. das Absolute ICH. was man nirvana nennt.selbst im Spiegel. Wie hat Gott aus sich selbst heraus die „Entscheidung" getroffen zu sterben? F. Aber im Zen nennt man es das Wahre ICH. In Wirklichkeit ist das nicht das Ich. Und wie soll man denen helfen. ist nicht so sehr. — Das ist dein Glaube. Familie. Es muß etwas geben. kann verstehen. A. Vielleicht ist es das. Was ist das Ich im Christentum? Jesus hat sein Leben entschlossen geopfert. Ruhm. die es nicht glauben? 97 . Aber wie können die anderen Menschen gleiches tun? Wie sollen sich nach deiner Meinung die Menschen dem Tod stellen? F. das alles aufgegeben hat. als seinen Auftrag zu verleugnen. ja sogar den Körper. und allein Gott. Seine Feinde wollten seinen Tod. Das ist es. er hat sich so entschieden. Liebe. er hat eher diesen Tod freiwillig angenommen. das heißt. was mich im Falle Christi beeindruckt. — Christus konnte auf diese Art sterben. Geld. das versteht. Aber andere glauben nicht daran. sondern daß er auferstanden ist. was man im Christentum Gott nennt.

A. Es gibt viel Einfacheres. manche sind sogar aufrecht gestorben. aufgestanden und haben die Zazenhaltung eingenommen. Im allerletzten Augenblick ist die Haltung des Körpers und des Geistes sehr wichtig. die im gegenwärtigen Augenblick für jedermann viel zugänglicher sind. Doch nach diesen quälenden Gedanken kam die Ruhe: „Hier und jetzt werde ich sterben. Wenn ihr jetzt sterben müßtet. was würdet ihr euch wünschen? 98 . — Die Rolle der Religion ist es. Wie soll diese aussehen? Den Tod spontan akzeptieren heißt: der Mensch findet die heitere Ruhe. Während des Krieges habe ich eine Erfahrung der unmittelbaren Todesnähe durchlebt: Ich mußte auf einem mit Dynamit beladenen Schiff von Japan nach Indonesien fahren. — Man braucht nicht sein Leben aus Liebe zu den Menschen wegzugeben. Vielleicht werden. Das ist eine gute Art und Weise.". Manche Meister sind. Auf dem Schiff übte ich Zazen und dachte. sich dem Augenblick des Todes zu stellen. seine Schüler vor seinem Tode zu unterrichten. Handlungen. bevor sie starben. Darauf zielt die Zenerziehung.." Und ich fragte mich: „Was werde ich nach dem Tode tun?" Ich dachte an meine Familie.. seinen eigenen Tod zu „beschließen". meine letzten Worte an meine Schüler sein: „Ich will nicht sterben. und in diesem Moment ist es sehr schwer. als dann Bomben fielen: „Jetzt muß ich sterben. Nach dieser Erfahrung habe ich mich entschieden." Durch die Erfahrung dieses Zustandes kennt man die heitere Ruhe vor dem Tode. den Tod vor Augen. wie etwa seinem Nächsten zu helfen. Mönch zu werden. den Menschen zu helfen.F.

. geht ihr in euer Grab.. Und ich sage immer wieder: Wenn ihr Zazen übt. Das ist der Sinn des satori! 99 . Der Körper selbst ist Illusion von dem Moment an. Es gibt nichts zu fürchten. die Furcht vor dem Tode zu besiegen? A. Aufzuhören. Das vollständige satori haben wir im Grab. und alles wird friedlich und frei um uns herum. Bis zum Tode. erlangt unser Leben neue Kraft. Das „Hier und Jetzt" ist das Wichtigste. wo man ihn in die Erde legt. — Bedeutet satori also. Zazen zu üben. — Ja. Wenn wir das verstehen.F. heißt das satori zu beenden.

WAS IST KONZENTRATION? 100 .

101 .

MU .NICHTS. 102 .

Wünsche und Ängste bedrängen uns unaufhörlich. Im Shodoka heißt es: „Man darf weder die Wahrheit suchen noch die Illusionen abschneiden. Unser Geist ist kompliziert und schwer zu lenken. einen Tag oder einen Monat lang fortsetzen. wenn wir die Übung eine Stunde. Zazen erzieht uns auf der Ebene des Unbewußten und läßt uns so die Weisheit und die wahre Intuition finden. und die Gedanken ziehen von alleine und auf natürliche Weise vorbei. Später. Diese Erziehung ist auch eine Erziehung all unserer Sinne: beim Zazen bekommen die Wahrnehmungen sehr 103 . ihn zu meistern. das richtige Sitzen. Diese Gedanken entstammen zunächst unserem Alltag. Wenn wir versuchen. vergessen wir unser Bewußtes. Nun darf man aber die Gedanken weder bekämpfen noch sie festhalten. man unterstützt sie nicht. Doch indem wir korrekt Zazen üben. sie verlieren so ihre Schärfe. geschäftig wie ein Affe. ohne zu denken Manchmal tauchen beim Zazen ununterbrochen Gedanken auf. die alltäglichen Probleme." Man läßt die Gedanken vorbeiziehen. daß dies unmöglich ist. und Zazen führt uns über sie hinaus.Denken. indem wir uns allein auf die Haltung und die Atmung konzentrieren. stellen wir schnell fest. erreichen wir die tiefsten Schichten des Unterbewußten.

vergessen wir.. Hier im dojo hören wir das Rauschen des Windes. Die beste Konzentration stellt sich zusammen mit dem Schmerz ein. Was ist Konzentration? In den traditionellen Zentexten heißt es: Sehen. kann man die wahre Konzentration finden.. Hören. weil man erschöpft ist. diese Konzentration zu finden: zum Beispiel beim Ausatmen so stark wie möglich auf die Eingeweide zu drücken.. Sicherlich muß man als Anfänger guten Willen zeigen. Fühlen.. Es gibt verschiedene Mittel. wenn man Lust hat wegzugehen. man korrigiert seine Haltung oder seine Konzentration zunächst bewußt. ohne zu fühlen. das Zwitschern der Vögel. den Lärm der Autos. sie harmonisieren. oder das kyosaku zu empfangen. sie vereinen. mit der Zeit. Man muß sich gleichzeitig auf alle sechs Sinne konzentrieren (das Bewußtsein wird dabei als ein sechster Sinn angesehen). . Denken. Denken. unbewußt. verbessert sie sich ganz unbewußt von selbst. später. uns auf die Haltung zu konzentrieren. ohne zu denken. ohne sich des Willens zu bedienen. Wenn wir uns von diesen Erscheinungen ablenken lassen. ohne zu denken.große Schärfe. die helfen. Die wahre und tiefe Konzentration findet sich an der Grenze zwischen Leben und Tod. den Schlag des kyosaku. Beim Zazen ist der Schmerz wirksamer als die Ekstase. Wenn die Sinne vereint sind. Wenn man sich an Zazen gewöhnt hat. ohne zu sehen. erreichen die Sinne im täglichen Leben die gleiche Schärfe wie beim 104 . . ohne zu hören.

Zazen. sondern den Tiefen des Geistes. Die wahre Schöpfung. Die meisten Menschen handeln nur. sie entspringt nicht dem bewußten Denken. Die Erscheinungsformen (die Phänomene oder shiki) werden ku (Leerheit). die Form ist die Leerheit. die Essenz. 105 . indem sie sich ihres Bewußtseins und ihres Wissens. bedienen. Die Essenz wird sichtbare Erscheinung. Das ist genau das. Zazen wird zur Quelle unserer Existenz. die beide immer begrenzt sind. und die Leerheit ist nichts anderes als die Form. was im Sutra der Großen Weisheit (Hannya Shingyo) rezitiert wird: shiki soku ze ku. die rechte Handlung kommt aus der Weisheit. ku soku ze shiki.

verschlang." Da sagte das Ungeheuer: „Bis heute habe ich keinen 106 . Daher existiere ich in dir. doch sie flogen wieder zu ihm zurück und blieben an seinem Körper hängen. tu es. bewaffnet mit einem Spiels. Du bist in deiner Essenz auch universal. Wenn du mich frißt. bitte. in meinem Körper und in meinem Geist. die sich ihm näherten. ohne zu reden und ohne Angst. einer Lanze. und du existierst in mir. Wenn du dich frißt. Dieser brüllte: „Warum hast du keine Angst? Warum?" „Ich habe überhaupt keine Angst". „weil ich den ganzen Kosmos umfasse. Mein Körper ist in seiner Essenz universal. Eines Tages jedoch machte sich ein Mann namens Gobuki („Fünf Waffen") auf. einem Stock und einem Schwert. kämpfte er nacheinander mit all diesen Waffen. frißt du dich. Als er vor dem Untier ankam. Daher wagte sich niemand mehr dorthin. bist du verrückt! Das weißt du nun — wenn du mich fressen willst. der alle. um das Dorf von dieser Plage zu befreien. Also blieb er bewegungslos und betrachtete den Drachen ruhig.Die Geschichte von Gobuki Einst lebte tief im Gebirge ein sehr boshafter Drachen. antwortete Gobuki. einer Mistgabel. ebenso wie mein Geist.

ich fühle mich nicht wohl.gesehen. dem ich nicht Furcht und Schrecken habe einjagen können. Spare dir deine Waffen und verschwinde!" 107 . Deine Rede hat mir den Appetit verdorben.

In einem Tempel im Gebirge wandte sich an einem Wintertag ein alter Meister an seinen Schüler: „Mir ist sehr kalt. Dieses Feuer ist ein Bild für die Wahre Erleuchtung. Würdest du bitte das Feuer schüren?" Der Schüler bemerkte: „Man sieht keinen Schein mehr im Feuer. Durch die Versenkung in Zazen unbewußt die Intuition der ursprünglichen Existenz finden. Doch das Wahre Licht schimmert nicht nach außen. und die Flamme schlug mächtig hoch.. In diesem Augenblick erlangte der Schüler satori. Unser Leuchten nicht nach außen hin zeigen. Shinku bedeutet im Japanischen: „Die Wahre Erleuchtung strahlt nicht. Es leuchtet nicht in auffälliger Weise wie der Ruhm." Das ist ein koan. Es ist nur noch Asche im Herd. schob mit der Hand die Asche beiseite und fand ganz unten ein klein wenig rote Glut." Er blies in die Glut." Der Meister kam heran. Bis in jede einzelne Zelle des Körpers und des Geistes hinein die Energie (ki) 108 . es hat keine Helligkeit. „Sieh her. Es ist ausgegangen.Licht und Erleuchtung Das wahre Licht strahlt nicht. Bei den Menschen im Westen weckt das Wort Erleuchtung oft eine Vorstellung von etwas außerordentlich Leuchtendem.. da kannst du ein kleines Licht sehen.

Wenn das bewußte Ich kosmische Wahrheit wird. manchmal kurz. sondern mit dem Mund. erscheint auch im Kontakt mit dem Anderen. Demgemäß ist die Erleuchtung nicht nur blendend. als er einen Apfel vom Baum fallen sah. ein „Drittes Auge".. die „Große Intuition". als er einen Kiesel gegen Bambus schlagen hörte. manchmal schrittweise. Die Erleuchtung. „Eine Wolke steigt am Südgebirge auf und regnet sich im Nordgebirge ab". die Erweckung. als er einen Pfirsichbaum in Blüte sah. Jeder weiß das. kann man das satori automatisch erlangen.von meiner Seele zu deiner Seele" (i shin den shin). mit dem Kosmos in Harmonie zu gelangen. Im Zen spricht man jedoch eher vom Erwachen oder satori. Die Erleuchtung. Man kann das Licht überall finden. Ein großer Meister hatte die Erleuchtung. manchmal in einer vollständigen inneren Revolution.empfangen. auf der Stirn zwischen den beiden Augen. Newton hatte eine wissenschaftliche Erleuchtung. Und doch gibt es nichts. sagt ein berühmtes koan. ein anderer. und der wunderbare Lotus blüht im Schlamm des Moores. . und Archimedes hatte eine in seiner Badewanne. und seine Erleuchtung wird symbolisiert durch einen Punkt. sondern zuweilen auch dunkel. bricht die Erleuchtung hervor. manchmal rund! Das klare Licht bricht in der dunklen Nacht hervor. was man anstreben dürfte. Wenn man Zazen regelmäßig übt. Die Große Weisheit besteht darin. Doch im Zen bedeutet 'Erleuchtung' auch: „Nicht mit der Nase essen. spiegelt sich in jeder Handlung des täglichen Lebens." Das heißt: richtig handeln. in der Kommunikation von Geist zu Geist. Sicherlich. manchmal viereckig. Manchmal lang. der Buddha war erleuchtet. 109 .

die Bewegung besänftigt sich. ohne Angst. Zerbricht die Wellen. Rein. Die sich auf das Ufer stürzen Und es mit Licht überfluten. finden wir sicher die sprudelnde Quelle. Das reine. Das Licht taucht aus der dunklen Leerheit auf. die tiefe Weisheit. Wahres kosmisches Licht.einer totalen Umwälzung des Wesens nach innen. jenseits von Raum und Zeit. diesem zarten. makellose Licht ist die höchste Weisheit: ohne Leiden. Wenn wir nicht das Schein-Sein unseres Wesens. ruhigen und stillen Ozean des Nichts (mu). Bewußtsein. makellos und vollkommen. Tief in der Asche schimmert noch rötlich die Glut. ohne Zweifel. Jede Erscheinung unseres Lebens bietet hierzu täglich einen Zugang. die alle Dinge enthält. Jeder von uns ist ein Teilchen. Wenn wir unablässig in der Erde unseres Geistes graben.. seinen illusorischen Charakter erkennen. Leerheit. Energie. und der Kreislauf beginnt. das begabt ist mit Bewußtsein.. das sich aus 110 . das wie ein funkelnder Stern in der Nacht aus dem absoluten Nichts auftaucht. zerbrechlichen Licht. Das aus dem Geist hervorleuchtet. ohne Unwissenheit. Die unscheinbare Glut tief in der Asche ist wie der einsame Stern oder das tiefe ICH. Ein Stern blinkt am Abendhimmel. Materie. Dann kehrt das Wesen zurück. diesem kurzen Aufleuchten eines dem Tode geweihten Wesens. Aus dieser Erkenntnis besteht die Erleuchtung. so kennen wir uns nicht wirklich. Das helle Mondlicht. alles ist ruhig. Leben. ein winziger Punkt im großen. das ewige Licht.

asdasdasd (Ph.: Jean Zoost) 111 .

112 .

der Meditation erhebt. Die heilige Nacht ist Licht. die heller strahlt als der Sonnenschein. 113 . der Wahre Gott ist inmitten dieser Nacht.

dafür hat er den Beweis erbracht." Der Schüler bemerkte: „Einverstanden. was der Wahre Buddha ist. aber ich sage weiterhin: 'Der Geist selbst ist Buddha'.Die Palmfrucht ist reif Meister Baso lehrte: „Der Geist selbst ist Buddha. sondern 'Weder Geist noch Buddha'." Eines Tages änderte sich Meister Baso und sagte: „Weder Geist noch Buddha." Jemand besuchte den ehemaligen Schüler und berichtete ihm: „Meister Baso sagt nicht mehr: 'Der Geist selbst ist Buddha'. der Meister hat sich geändert. diese Lehre seines Meisters fort und sagte seinerseits immer wieder: „Der Geist selbst ist Buddha. Der Geist ist Buddha — aber was ist Buddha? Was ist der Geist? Niemand kann vollständig verstehen. Deshalb setzte einer seiner Schüler. Der sagte: „Die Palmfrucht ist reif." Der Besucher ging in den Tempel zurück und berichtete die Unterhaltung dem Meister. Denn man kann tatsächlich mit Worten nicht erklären." Er wiederholte dies immer wieder." 114 . Mein Schüler ist weder älter noch jünger. Ich brauche nicht mehr zu sprechen. der ihn verlassen hatte. um selbst einem anderen dojo vorzustehen.

sind „karmaSamen". es hat schon vor uns existiert und ist über unsere Vorfahren zu uns gelangt. was wir sind . die Sprache oder das Bewußtsein (oder das Denken) vermittelt ist. Wenn jemand also dem Verlangen zu kritisieren nachgibt. um diese Frage zu klären. Die Seele. wenn der Körper stirbt.Das Karma abschneiden Gibt es eine Seele? Was ist sie? Der Geist? Wo befindet sie sich? Im Kopf. Man unterscheidet traditionellerweise drei Arten von Handlung.einschließlich unserer individuellen Eigenheiten. von der Verkettung der Handlungen und von der Verantwortlichkeit. Auch die geringsten Handlungen. ob sie durch den Körper. ist keine Wesenheit (Entität) und geht weder in den Himmel noch in die Hölle. dieses Handeln läßt seine Wirkungen über unbestimmte Zeit andauern. Und von daher schaltet es sich ein. der Geist. die daraus entspringt. oder im Herzen? Was geschieht nach dem Tode? Noch keiner ist zurückgekommen. um festzulegen. verschwindet die Seele auch. Worte oder Gedanken üben einen Einfluß aus. Karma ist die Abhängigkeit von der Kausalität. Ob man nun schläft oder küßt. je nachdem. wird diese Kritik sicher auf ihn zurück- 115 . Doch unser karma wirkt weiter. Karma heißt im Sanskrit 'Handlung und ihre Konsequenzen'. Im Buddhismus sagt man.

Das karma des Körpers und der Sprache sind naturgemäß äußere Handlungen.w. In der traditionellen buddhistischen Philosophie unterscheidet man drei Inkarnations. Die Drei Welten sind die Welt der Instinkte und tierischen Begierden. um sich kennenzulernen oder sein karma zu verstehen. was man will. Jede dieser drei Dimensionen wirkt auf die beiden anderen ein. Asura: das Bedürfnis nach Macht. Da sie jedoch ihre Konzentration nicht ohne Zielvorstellung aufrechterhalten oder sich gar einem narzißtischen Glücksgefühl 116 . Buddha: die Freiheit. die Hölle. die Weisheit. Handlungen. Das Denken. die Wahrheit.s. doch sie ist moralischen oder sozialen Beschränkungen unterworfen. das ausschließlich dem inneren Bereich angehört. Manche erreichen durch die Zazenübung einen Zustand von Weisheit und Erweckung. Die Sechs Wege sind: Naraka: das Leiden. Daher genügen Selbstbeobachtung oder Psychoanalyse nicht. Manusha: die menschlichen Beschäftigungen familiärer. intellektueller Art u.oder Verkörperungswelten und Sechs Wege des Bewußtseins. Die Sprache ist freier.. Sie können leicht kontrolliert werden. Preta: die immerwährende Begierde. vielmehr muß dies über den Körper geschehen. Worte und Gedanken (Bewußtseinszustände): alles ist miteinander verbunden. So beeinflussen zum Beispiel der Zustand des Körpers und seine Haltung das Bewußtsein. die menschliche und die metaphysische Welt. entzieht sich diesen Kontrollen — man kann denken. Im übrigen sind einige körperliche Handlungen durch das Gesetz beschränkt.kommen. sozialer.

man kann das karma abschneiden. unser tiefes Wesen. könnten wir unser Leben vollständig steuern. das durch alle Inkarnationen Bestand hätte. man lebt in absoluter Harmonie mit dem Universum. Das Ich ist aufgegeben. hat keine eigene Existenz. Aber die Seele. Wenn das Ich eine Wesenheit wäre. 117 . Man unterscheidet auch zehn Arten von Bewußtsein. Beim Zazen tauchen Gedanken auf. Ku ist aber auch das Universum in seiner Totalität. fallen sie auf den Ausgangspunkt des Kreises zurück und sind aufs neue die Beute von Begierde und Leiden. bevor man es bewußt wahrnehmen kann. Die Transmigration („SeelenWanderung") vollzieht sich in uns in jedem Moment. automatisch. also unser Geist. Und so fort. könnten wir uns bei jeder Gelegenheit kontrollieren.. hier und jetzt. was uns belebt. in seinem Wesen ku.überlassen. es gibt kein Ich. Nichts. das Wahre ICH zu entdecken und von daher unser „kleines" Ich zu verstehen. Durch lange Übung erreicht man allmählich — unbewußt. man ist ohne Denken (mushin). Reife bedeutet. Leerheit. Man kann der Anhäufung von karma ein Ende bereiten.. natürlich und spontan — den reinen Geist. jenseits des Denkens (hishiryo). Tatsächlich ist das. oder der Geist. Indessen kann man sich nicht gegen das karma auflehnen — es ist unbewußt da.

Was seine Frau ihm sagte. weil er ein lebendiges Wesen getötet hatte. Die Leute. Nachts träumte er nur von Miaus. Wütend zog der samurai sein Schwert. als eine Katze aus dem Gebüsch hervorsprang und ihm seine Beute stahl. die er auf dem Weg traf. holte die Katze ein und teilte sie in zwei Stücke. sang der Wind in den Bäumen Miau. Sein 118 . Er fing einen Fisch und traf gerade Vorbereitungen.Die Miau-Geschichte Ein samurai. Überall und bei allen Gelegenheiten stachen ihn diese Miaus. jeder Gedanke. schienen ihm Miau zuzurufen. waren auch Miaus. Dieser Krieger war ein eifriger Buddhist. der als gefürchteter Krieger bekannt war. Der Blick seiner Kinder spiegelte Miau. Im Geräusch seiner Schritte erklang Miau. jede Handlung seines Lebens in ein Miau. Tagsüber verwandelte sich jeder Ton. Als er wieder nach Hause ging. Sein Zustand verschlimmerte sich ständig. Er selbst war Miau. Auch seine Freunde miauten unaufhörlich. ihn zu kochen. angelte an einem Fluß. und so plagten ihn dann Gewissensbisse. wenn er kam.

Helft mir. . . werde ich Euch mit meinem Schwert den Kopf abhauen.." 119 . bitte. In diesem Augenblick ergriff der Meister wieder das Wort: „Was ist mit Euren Miaus? Hört die immer noch?" „Na so was.. um Eure Leiden abzukürzen. setzte er sich auf die Knie. flehte er.Da ich ein Mönch bin.. wie konntet Ihr nur so tief sinken? Wenn Ihr diese ganzen Miaus nicht selbst besiegen könnt. Wenn Ihr also begonnen habt. erlöst mich. Hier und Jetzt. Der Zen-Meister antwortete ihm: „Ihr seid ein Krieger. faßte seinen Dolch mit beiden Händen und richtete ihn auf seinen Bauch." Und er fügte hinzu: .. begab er sich in einen Tempel. um dort einen alten Zen-Meister um Rat zu fragen..Wahnbild verfolgte ihn. Als alles Notwendige herbeigeschafft war." Der samurai willigte ein. Wirklich. jetzt gar nicht." „Nun. wenn es keine Miaus mehr gibt. Ihr habt keine andere Wahl. „Der Moment ist gekommen". verdient Ihr nur den Tod. Da er mit all diesen Miaus nicht fertig werden konnte. sagte er zu ihm. als Harakiri zu begehen.. jetzt nicht. Euch den Bauch zu öffnen. „Bitte. und ungeachtet seiner Furcht vor dem Tode bereitete er sich auf die Zeremonie vor. habe ich Mitleid mit Euch.fangt an!" Langsam setzte der samurai die Spitze seines Dolches auf den Unterleib.". Hinter ihm stand der Meister und zückte sein Schwert. quälte ihn unablässig und ohne Ende. ist es auch nicht nötig zu sterben..

feige und furchtsam bei jeder Gelegenheit. Sie sind wie die Miaus in der Geschichte. Die Probleme. die uns belasten. Was ist wirklich wichtig — angesichts des Todes? 120 . Ängstlich und gequält.In Wirklichkeit sind wir alle wie dieser samurai. die wir ihnen beimessen. haben nicht die Wichtigkeit. die kleinsten Dinge erschrecken uns.

Wenn wir keines haben. diamantene Reinheit.. Wenn wir ein Ziel haben. dem Anderen die gemeinsame Wurzel unseres Lebens zu entdecken. Die anderen sind wie ich selbst auch ohne Ich und nicht grundsätzlich von mir verschieden. Bei jedem führen die Ausgangsbedingungen und die Umgebung zu Unterschieden. Und dann können wir gelassen sein. sich mit den anderen harmonisieren..Die Entwicklung vorantreiben Es ist nutzlos. wie Eis. erkennen wir daß wir NICHTS sind. ohne Emotion. sich der kosmischen Energie anschließen. zieht sie eine tiefe Furche in das soziale Umfeld. Beim Zazen ist man weder zufrieden noch traurig. Die höchste Liebe und die Wahre Weisheit besteht darin. Wenn die Persönlichkeit vollständig entwickelt ist. Die wahre. daß man berühmt werden muß. allumfassende Liebe entspringt aus dem Bewußtsein unserer gemeinsamen Schöpfung durch die kosmische Ordnung. andere zu imitieren. sondern: das „kleine" Ich fallen lassen. Nichts. 121 . daß die anderen stark sind. Dazu beitragen. kommen wir nicht voran. Von da ausgehend muß man — hier und jetzt — sich selbst erschaffen und die höchste Verkörperung (Inkarnation) des Lebenserreichen. Das bedeutet nicht.

" Ein anderer versetzte: „Nein. Was ist das also? Ein koan!" Und alle. Doch als letztes griff eine recht gewitzte Nonne." Hui-Neng. Auch das Bewußtsein ist unbeweglich. der sehr intelligent war. waren erschüttert. 122 . bemerkte eines Tages: „Die Fahne bewegt sich." Einer seiner Schüler wiederholte: „Ja. nicht die Fahne bewegt sich. warf ein: „Nein. weder die Fahne noch der Wind. Lehrer des berühmten Patriarchen Hui-Neng (Eno).Die Fahne bewegt sich Meister Konin. die Fahne bewegt sich. Diese Bemerkung beeindruckte Konin sehr. noch unser Geist ist es. sondern unser Geist bewegt sich. Was ist das wohl? Ihr seid doch alle sehr einfältig. sondern der Wind. die zufällig anwesend war. in die Unterhaltung ein und sagte: „Weder die Fahne noch der Wind. auch der Meister. Ihr könnt nicht verstehen.

Die moderne Erziehung basiert auf der Rede. müssen wir die — guten wie schlechten .Bewegungen unseres Bewußtseins anhalten. Ist unser Geist ruhig. Es hat weder Vorder. der sein eigenes Wesen vollkommen versteht.und Herreden ein Ende bereiten wollen.Der Friede des Weisen Der Weise ist über seine individuellen Eigenheiten hinausgegangen und vor sich selbst wie tot. Gerät unser Bewußtsein einmal in Bewegung. zweifelt 123 . die Zenerziehung auf der Stille. Erscheinungswelt und ku sind nicht verschieden. Nicht einmal ein Staubkorn kann sich an seine Schritte heften. Erregen wir unseren Körper nicht! Sparen wir uns die Gedanken! Der wahre Mensch. Weisheit ist unabhängig von der Umgebung. Wenn sich eine Welle erhebt. der Mensch. Mit der Zeit werden die Worte in einer Diskussion steril. Wenn wir dem Hin. Nichts kann seinen Blick trüben. tauchen viele Gedanken auf. Am Himmel gibt es weder Eingang noch Ausgang.noch Rückseite. Das Wasser ist klar und durchsichtig. folgen andere nach. dann ist alles um uns herum ruhig.

124 . Unser Geist ist wie dieser große Ozean. andere bedenken nur das Wasser — ohne die Wellen. Beim Zazen unbeweglich. und er diskutiert nicht. Alles verändert sich und ist unbeständig. Die Stille ist der Beredtsamkeit überlegen. Er versteht auch ihren Geist. Wasser und Wellen sind jedoch nicht zu trennen.nicht an anderen. Beim Betrachten des Ozeans sehen einige Leute nur die Wellen an der Oberfläche.

sich selbst aufgeben. Es bedingt die Anpassung an die Umwelt durch Gewöhnung. anzutreiben. was sich wiederholt. Wenn unser ki stark ist. Durch die Zazenübung kann man sein ki entwickeln: sein Ich aufgeben. Er sagte mir. Ki strebt ständig danach. ist unser Leben lang. wenn es nicht durch eine 125 . wo doch gerade die Wiederholung das tiefe Unbewußte mobilisiert. Konzentration und Antriebskraft oder Elan. sondern die Aktivität. Die Menschen im Westen mögen nicht. Ich habe einmal mit einem bekannten Biologen über Probleme der Religion und der Wissenschaft gesprochen. wird das Wesen schöpferisch. Ki zeigt sich gleichzeitig als innere Kraft und als Reaktionsvermögen auf äußere Reize. Das ist die ureigene Tätigkeit des Geistes. hervorzusprudeln. Ki ist gekennzeichnet durch Bewegung. das heißt die wahre Kraft des Universums finden. Wenn diese drei Eigenschaften vereint sind. die letztlich geistige Form annimmt. in Bewegung zu setzen.Die Aktivität (ki) Was ist ki? Das ist nicht allein die Lebenskraft im gängigen Sinn des Wortes noch Energie im strengen Sinn. voll rechter Spannung und energiegeladen. er könne nicht an die Philosophie oder das Leben des Geistes glauben.

und heute beginnt die Wissenschaft. Daß ein einzelner Mensch in der Lage sein soll. die keinerlei Anstrengung mehr erfordern. und unser eigenes Leben ist nur eine Welle im unendlichen kosmischen Leben. der Geist sei Information. Ich für meinen Teil glaube. mit ihren Methoden die tiefsten Intuitionen jener Meister voll und ganz zu bestätigen. 126 . das indessen durch Wissenschaft und Technik nicht gelöst werden kann. Darin liegt eine sehr große Gefahr. erscheint sehr wohl schwierig. indem sie einen künstlichen Lebensstil anpreisen. Zum Beispiel sagt er. Tatsächlich ist aber der ganze Kosmos voll von dieser Kraft. synthetische Kleidung und sogar Fortbewegungsmöglichkeiten. Ich denke. Wer von uns beiden hat den wissenschaftlicheren Geist? Im Zen sind die alten Meister durch die Erfahrung. Wahre geistige Hilfe bedeutet. der Aktivität und der Spannkraft (ki) ist. Die Zivilisationsformen der heutigen Zeit führen zu einer Abnahme der jedem Körper eigenen Spannkraft. diese allen anderen zu geben. ohne die Hilfe der Wissenschaft. den Menschen Spannkraft zu geben. zu vielen Wahrheiten gelangt. überheizte Wohnräume.Wissenschaft wie die Chemie erklärt und bewiesen sei. Der Mensch wird im täglichen Leben ständig durch zahlreiche Hindernisse und vielfältige Widerstände des Geistes aufgehalten. Das äußert sich sein ganzes Leben hindurch in tiefem Leiden. daß der Geist die ursprüngliche Quelle des Lebens. chemische Lebensmittel. denn alle diese Künstlichkeiten hemmen die Entwicklung des Menschen und lassen ihn aus der Aktivität in die Passivität zurücksinken. was nicht wissenschaftlich bewiesen ist. Der Wissenschaftler leugnet im allgemeinen alles. diese Haltung ist gefährlich.

er schafft selbst Raum und Zeit. 127 . Unser Geist ist das Prinzip der Schöpfung. er läßt unser Leben zum Ewigen und Unendlichen hin sich entwickeln. Der Geist ist veränderlich. will er aus seinem tiefsten Wesen heraus seine kosmische Funktion erfüllen.Eine Bewegung unseres Geistes ist in sich Bewegung unseres Lebens. Weil der Mensch sich an den irdischen Freuden nicht befriedigen kann.

(Ph.Auf Schloß Elmau.: D. Hinrichs) 128 .

129 .

Tokusan wurde ein großer Schüler. An der Pforte des Tempels — Ryutan bedeutet 'Großer Drachen in tiefen See' — verkaufte eine alte Frau Kuchen. noch den der Zukunft. ich habe es übersetzt. Ich habe schon seit meiner Jugend viele Bücher gelesen. das kann ich." „Ah. mit welchem Geist eßt Ihr ihn?" Meister Tokusan war vollkommen ratlos.Die Geschichte von der Kuchenverkäuferin Meister Tokusan besuchte Meister Ryutan. „Ich kann nicht antworten." Und das tat er auch. Reiskuchen eßt. „Ich wünsche Meister Ryutan zu sehen. In Diskussionen dieser Art zerplatzen alle persönlichen Meinungen. 130 . könnt Ihr mich zu ihm führen?" fragte er. Wer hat euch denn so tiefgründig unterrichtet?" „Wenn Ihr nicht versteht. Könntet Ihr mir eine Frage beantworten?" „ja. das trifft sich gut. Zwischen den beiden Meistern gab es eine sehr straffe Diskussion.' Wenn Ihr. Meister." „In Eurem Sutra steht doch wohl: 'Man kann weder den Geist der Vergangenheit verstehen noch den der Gegenwart. müßt Ihr in den Tempel eines großen Meisters wie Ryutan gehen. „Was für ein Buch tragt Ihr da unter dem Arm?" „Das ist das Diamantsutra. sie aber nicht alle verstanden.

Diese Sicht stimmt mit der traditionellen Medizin des Ostens überein. es beschreibt das Leben in all seinen Aspekten.. untersuchen es — sie berücksichtigen die Gesamtheit Körper-Geist. entstehen aus tiefsitzender Müdigkeit nicht nur des Körpers. Es genügt ihnen manchmal. horchen es ab. Wenn die Ärzte die Einheit sei-mei ignorieren und nur den Körper in Betracht ziehen. können sie den Kranken nicht wirklich heilen. sondern auch des Geistes. In Gesundheit wie Krankheit sind Körper und Geist immer vereint und durchdringen sich gegenseitig. nur ihn abhorchen.sei-mei-Krankheiten". unterscheide ich sehr gut. was bei Einzelnen nicht stimmt. Wenn ich beim Zazen hinter euch sitze. Schlaf 131 .Zen und die Gesundheit Das Leben des Körpers und das des Geistes werden im Japanischen mit den Worten sei und mei bezeichnet. wird man nicht krank. und besonders die schweren. den Patienten nur zu betrachten und sein Gesicht zu untersuchen: die Augen. das heißt der Gesamtheit sei-mei. In dieser konzentrieren sich die Ärzte auf sei-mei. Wenn man zum Beispiel viel läuft oder wenig schläft: solange nur der Körper ermüdet. Sei-mei bedeutet 'das Ganze'. Die Krankheiten. In Japan heißen die Krankheiten . die Hautfarbe und die Färbung der Stimme liefern ihrer geschärften Intuition einen genauen Steckbrief.

Zazen zu üben. Wandern. tief und ruhig. teilnehmen — der Körper folgt. natürliche Lebensweise und gesunde. eure Augen verändern sich und erscheinen danach leuchtend. Ich glaube. und ihr fühlt in euch starke Energie. dann erschöpft er sich und ermüdet bis ins Allerinnerste. der Mensch gespalten ist. Dann kann er wirklich sehr krank werden. euer Teint hellt sich auf. tiefste und gründlichste Weg. 132 . also das Universum. und es entsehen keine Krankheiten. wird euer Körper warm. Euer Leben füllt sich mit Feuer.gleicht dies schnell wieder aus. die dem Rhythmus der Jahreszeiten angepaßte. ein starkes sei-mei zu haben. der einfachste. also NICHTS. Erhaltet ein starkes sei-mei. Euer Gesicht ist ausgeruht. indem ihr euch mit dem Universum verbindet. Wenn der Geist friedlich und klar ist. Aktivität und tiefem Sinn. und dieses Nichts ist ALLES. ängstlich. handeln. Beide sind ku. einfache Ernährung wirken in diese Richtung. will man arbeiten. Wie kann man ein starkes sei-mei erhalten? Yoga. verkompliziert. das Tätigsein überhaupt. Wenn dagegen der Geist erregt. Unser Körper und unser Geist existieren ewig. ist der. Während ihr Zazen übt.

denn sie war schneller und machte sich über die Kraft der Katze nur lustig. Genauso gewöhnlich und alltäglich ist der Zenmönch. starke und sehr eindrucksvolle Katze. ruhig und gleichgültig wie sie war. außer wenn die Katze schlief. hin und her. Diese lief ohne jede Vorsicht ganz nah an ihr vorbei. Doch die Maus erwies sich als schlauer. mittelmäßig. Also brachte man dem samurai eine dritte Katze — aus einem Zentempel. 133 . Und eines Tages wurde sie aus dem Nichts heraus mit einem kurzen Pfotenhieb gefangen. Jemand riet ihm: „Du brauchst eine Katze.Der Samurai und die drei Katzen Ein samurai hatte viel Kummer mit einer Maus." Also suchte er in der Nachbarschaft und fand eine schöne. immer schläfrig. Der samurai dachte: „Die wird mich sicher nicht von der Maus befreien!" Und die Katze. Der samurai holte sich eine andere. flößte der kleinen Maus bald keine Furcht mehr ein. Doch die Maus war auf der Hut und zeigte sich nicht mehr. durchtriebene und hinterlistige Katze. die sich in seinem Zimmer häuslich eingerichtet hatte. Sie schien zerstreut. gewöhnlich und alltäglich und schlief den ganzen Tag.

was vielleicht schwer zu ertragen ist. Dies verweist auf einen Zustand breit gestreuter Aufmerksamkeit. der während der ganzen Zazenübung andauert. im Forschungslabor des St. AnnaHospitals. brachten Versuche mit dem Elektroenzephalogramm (EEG) identische Ergebnisse. zu fliehen.Zen und das Leiden Zen ist das Leiden. Zen ist vielmehr die Rückkehr zum normalen Zustand von Körper und Geist des Menschen. die den Dingen genau den Platz anweist. Zen rät weder. während sie sonst durch die Einbildungskraft wesentlich überschätzt werden. die 134 . der ihnen tatsächlich zukommt. Der Hinweis auf die Gleichung Leben—Tod ist im Zen immer vorhanden. man erreicht die Wachsamkeit und richtige Geisteshaltung.und schutzlos gegenüber dem Streß des modernen Lebens. deshalb wird er schwach. deren Resultate 1971 in der Revue Scientifique Internationale veröffentlicht wurden. Das EEG beschreibt einen ganz bestimmten Alpharhythmus. Der Mensch von heute möchte sich dem Leiden entziehen. Die Energie vermehrt sich. vor dem. An der Tokyo-Universität führte Professor Kasamatsu Versuche und Studien durch. es taucht mitten in das Leiden hinein. Sie bringt in den Alltag einen wachen Geist und große körperliche und moralische Kraft. noch danach zu suchen. In Paris. wehr.

häufig zu atmen . Bald bemerkt 135 . Anfangs ist die Haltung schmerzhaft. und dort entwickelt sich dann die Energie. Geduld — und insbesondere erlernt man diese auf langes Ausatmen gerichtete Atmung.die Atmung verlängert sich allmählich. Die Atmung bewirkt dabei eine natürliche Massage der inneren Organe. Die Atemtechnik ist ein wichtiger Faktor in der Entwicklung der Energie. die Kraft. Beim Zazen ist es nicht nötig. (Bekanntlich produzieren ängstliche und nervöse Menschen viel mehr Milchsäure als normal. die Tätigkeit des autonomen Nervensystems ist vermehrt. Ausdauer. Doch durch ständiges Training mildert sich dieses mehr oder minder starke Leiden. wenn die Hirnrinde vollkommen entspannt ist. was wiederum die Produktion von Milchsäure hemmt und einen Zustand der Ruhe und Entspannung fördert. man hat Schmerzen in den Knien und Knöcheln. Der Schwerpunkt verlagert sich aus den oberen Partien des Körpers zum Unterbauch hin. Man erwirbt Widerstandskraft.) Das Ergebnis ist ein Zustand völligen Wachseins bei gleichzeitiger Verringerung des Grundumsatzes. Die Veränderungen des EEG an der Handfläche zeigen eine Erhöhung und gleichzeitige Regulierung der Funktionstätigkeit des neurovegetativen Systems. Mit fortschreitender Übung benötigt man nur noch zwei oder drei Atemzüge pro Minute.dann eintritt. ist der Hirnstamm aktiv. die Festigkeit und die Widerstandsfähigkeit der Haltung und des ganzen Körpers. Wenn die Hirnrinde in Ruhe ist. Noradrenalin wird im Überfluß abgesondert. die mit der Aktivität subkortikaler Tiefenstrukturen in Verbindung steht. Während der Zazenübung bringt die erhöhte Blutzufuhr mehr Sauerstoff in das Gewebe.

Im Zazen-Training übt man. Eine Tatsache. Wir haben in den vergangenen sechs Jahren im dojo schon viele solche Fälle beobachten können. Doch die Wahrnehmung des Leidens ist geistiger Art. dann die Verringerung und endlich das Verschwinden des Leidens.man auch. wie beim Ausatmen jeder Schmerz abnimmt. Was ist die Ursache des Leidens? Sicher. ist etwa die leichte Entbindung bei jungen Frauen. Man 136 . unbewußt. Die meisten Frauen setzen die Zazenübung bis zum Tag der Entbindung fort. ein Training der Bemühung — durch die Praxis und in der Praxis. es kann ein krankes Organ sein. Sogar mit einiger Erfahrung melden sich manchmal noch Schmerzen. den Schmerz zu akzeptieren. so daß dies eine feste Gewohnheit wird. Wenn man hieran gewöhnt ist. denkt nicht daran. um automatisch darauf zurückgreifen zu können. Der Anfänger spürt beim Zazen Schmerzen. die an diese tiefe Atmung gewöhnt sind. eine Zerrung oder eine Entzündung. allmählich immer besser. wird der Geist friedlich. wo man den Geist zu beruhigen versteht. Angriffen der Außenwelt oder plötzlich auftretendem inneren Unbehagen widersteht man. mal sehr stark. Doch man steht nicht auf. können auch im täglichen Leben Schmerzen durch langes Ausatmen sehr wirksam gemeistert werden. mal wenig. Von dem Moment an. Das Zazen-Training ist zunächst das Akzeptieren des Leiden. Die Entbindung verläuft ohne Schwierigkeiten und ohne Angst. die dies unterstreicht. man setzt sich darüber hinweg. Im allgemeinen will man sich schmerzhaften Dingen entziehen. mal mittelmäßig. und das Baby ist sehr ruhig. Doch man muß daran gewöhnt sein. und der Schmerz nimmt ab. indem man die Gedanken vorbeiziehen läßt und sich auf die Haltung und die Atmung konzentriert.

Im dojo kann man sich also entspannen und entkrampfen. Das Leiden wird durch den sich unablässig wälzenden Geist genährt. manchmal völlig unerträglicher Weise. und wenn so sagen will. Das heißt nun sicherlich nicht. Beim Zazen ist das bewußte Denken praktisch angehalten. sich zu pflegen. es wird nicht genährt. Man kann noch eine weitere Beobachtung machen: man fühlt starken Schmerz nicht gleichzeitig an zwei Punkten. Und schon leidet man noch mehr. kann plötzlich durch einen Schock oder durch Umweltreize wieder erwachen. die Atmosphäre im dojo. das Bewußtsein wird friedlich. Doch man leidet nicht mehr als notwendig. Im Gegenteil. Leiden . in beträchtlicher. gibt es dann keine Dramatisierung des Schmerzes und keine falsche Sentimentalität mehr. ein Krankheitszeichen (welcher Art auch immer) nicht mehr zu beachten brauchte. indem man um das kyosaku bittet. wie sie das Leben zwangsläufig hervorruft. die Unterweisung des Meisters und die tiefe Atmung ein Klima 137 . daß man leidet. daß man.nimmt das nicht mehr ganz so wichtig. unterhalten und gesteigert. daran zu denken. was wir in die Tiefe unseres Wesens verdrängt und vergessen haben. ruhig und aufnahmefähig. oder nicht mehr in der Lage sein müßte.das heißt immer. und man kann daher bei der Wahrnehmung einer Unstimmigkeit schneller in Alarmbereitschaft sein. wenn man Zazen übt. Es kehrt zurück und wird Leiden. man entwickelt gleichzeitig eine feinere Empfindung. Der kurze Schlag auf die Schulter verlagert die Schmerzempfindung und entspannt das Nervensystem. oder es vermehrt automatisch eine kleine Verwundung der Eigenliebe. eine schärfere Intuition. So wird durch die sehr starke Haltung. Alles.

absolute Leerheit ist. Angesichts des Todes ist nichts so besonders wichtig. 138 ." Durch diese Erziehung nehmen die Dinge wieder den ihnen zustehenden. wie der Augenblick des Sterbens. dort wo alles Ruhe. Man schneidet die Wurzeln des Leidens ab. in dem man weder denkt noch leidet.geschaffen. der sich der Meister beim Unterrichten aussetzt. Man lebt in den Tiefen seiner selbst. Und der Meister wiederholt immer wieder: . Beim Zazen ist die Atmosphäre. wie die Zeit des Todes..lhr müßt werden wie der Tote im Sarg. relativen Platz ein.

Auch wenn wir ihn mit der Axt angreifen. Buddha oder Gott zu werden. Vom Wind geglättet. ohne den Wunsch. Ohne Rinde. er hat die Essenz Seiner weltlichen Erfahrung angesammelt. Hat er zehntausend Winter durchquert. ohne Saft. Das Zendojo heißt auch: Dojo der Toten Bäume. Ohne gut noch schlecht. ohne Blätter. jede Art bewußten Denkens aufgeben. ohne Zweige. Allein die Essenz des Baumes hat Bestand. Ohne Ziel. Vom Regen gewaschen. Er ist vollkommen trocken. Ohne Blüten. Was bedeutet das? Alles anhalten. 139 . Er ist prächtig. Finden wir nicht seine Essenz. Durch Stürme entblößt.Der alte tote Baum inmitten der Berge Der alte tote Baum inmitten der Berge Streckt seinen Körper Über den Abgrund.

Nach dem Zwitschern der Vögel Ist der Berg noch stiller. Sie sehen nicht den großen Ozean. Das Leben des Menschen ist wie ein Ozean. weit darüber hinaus. ewige Wahrheit in all ihrer Frische Hier und jetzt erschaffen. Die alte. 140 . Die Menschen am Strand Sehen nur das Herannahen und Zurückströmen Der Wellen. Bewegt von den Wellen. Es erhebt sich Über die Wolken wie der Gipfel des Berges. Zazen ist weder eine Technik des Wohlbefindens Noch sozialer Aufstieg. Es gibt kleine Wellen und große Wogen.Zazen ist der tote Baum. Und manche umfassen die mächtigen Klippen. Derart ist der Geist des Zen. Es geht darüber hinaus. ausprobieren. üben.

DAS KOAN 141 .

142 .

den vollen Mond Kann man nicht zeichnen.Den reinen Wind. 143 .

Das andere Ufer erreichen
Zen ist immer widersprüchlich. Es begnügt sich nicht mit der allgemein üblichen Sicht der Dinge. Es lenkt den Blick auf ihr verborgenes Gesicht, auf die „andere Wirklichkeit", die nicht direkt erscheint und die man nicht durch das bloße Denken erfassen kann. Dafür benutzt es ein recht charakteristisches Verfahren, das koan. Der ursprüngliche Sinn des Wortes ist „Gesetz, Regierungserlaß" (von ko: 'der Regierung zugehörig', an: 'Gesetz, Regel"). Koan bedeutet also: Prinzip, ursprüngliche Richtschnur, absolutes, unveränderbares Gesetz der Rechtsprechung. Das koan ist ein Mittel zur Erziehung des Schülers, ein Mittel, um ihn dieses absolute Prinzip erlangen zu lassen, sein Bewußtsein anzuregen, sich einer neuen Dimension zu öffnen. Ein koan kann dem .gesunden Menschenverstand" absurd erscheinen, doch mit der tiefinnerlichen Erfahrung versteht man es und begreift seine allumfassende Essenz. Speziell die Rinzai-Schule hat die Übung des koan entwickelt. Die Soto-Mönche haben die Rinzai-koan kritisiert, und umgekehrt. In Wahrheit sind aber die großen Meister grundsätzlich einer Ansicht, sie haben das gleiche Verständnis der Dinge, und ihr WEG ist derselbe. Die Soto-Schule schließt ihrerseits den Rückgriff auf

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das koan nicht aus. Es kommt vor, daß der Meister beim Zazen oder danach in der Gruppe ein koan gibt. Manchmal stellt der Schüler eine Frage, und die Antwort des Meisters stellt ein koan dar. Zum Beispiel könnte er auf die Frage: „Gibt es eine Seele?" antworten: „Die Seele wandelt sich ständig." Die Antwort wird zu einem koan, denn sie veranlaßt den Schüler, darüber nachzudenken und die Antwort selbst zu finden. Das koan ist nicht notwendig an ein poetisches Bild gebunden. In jedem Augenblick stellt uns der Alltag koan, die wir lösen müssen, indem wir jedesmal eine neue Lösung schaffen und recht oft tief in uns gehen müssen. Man muß lernen können, „weder nachzugeben noch zu zögern". Oft benutzt der Soto-Zen-Meister alltägliche Umstände aus dem Leben eines jeden von uns, um pausenlos zu erziehen, um uns die tiefen Schichten entdecken zu lassen, welche die Intelligenz mit ihren geläufigen logischen Schlüssen nicht erreicht, um die Wahrheit des Zen weiterzugeben. Dies geschieht auf ganz natürliche Weise. Mein Meister benutzte oft anstelle poetischer Bilder solche, die aus gewöhnlichen Umständen herausgegriffen und daher sehr tiefgründig waren. Täuschen wir uns nicht! Die koan-Methode erfordert das gleiche Training und die gleiche Konzentration wie die Kunst, den Bogen zu spannen und den Pfeil im richtigen Moment losschnellen zu lassen! Genauso wie man am Rande der Leerheit auf seinen Willen verzichten muß. Entschieden und mutig in den Abgrund tauchen, sich dem Tod aussetzen, um besser das Leben zu finden. Das koan bezieht sich auf den tiefen Bewußtseinszustand, zu dem man beim Zazen gelangt. Man darf nicht auf es (im geläufigen Sinn des Wortes) meditieren,

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oder sich über das Gedächtnis an es erinnern. Man muß es in das Unterbewußte eindringen lassen. Wenn der Augenblick gekommen ist, taucht es wieder auf und trägt den Geist plötzlich in einen Zustand des Sehens, den er durch eine Reihe bewußter Handlungen nicht hätte erreichen können. Man darf aus dem koan keinen intellektuellen Begriff machen, sondern muß es mit dem Körper denken, mit allen Zellen, bis es zum satoriBewußtsein wird. Man kann es nur und ausschließlich intuitiv verstehen. Ein koan ist in seinem Wesen der Geist, der weitergegeben und übertragen wird durch den Geist (i shin den shin}. Wenn man ein koan analysiert und es zu erklären versucht, wird es ein Bewußtseinsobjekt. Das gleiche gilt für Bücher: welchen Wert sie auch haben mögen, sie vermitteln nicht eigentlich die Essenz der Weisheit, selbst wenn sie mit dem Geist Buddhas oder Christi beseelt sind. Man kann die Essenz der Weisheit finden — durch die Konzentration auf die allgegenwärtige, reine und stille Leerheit, ku, in der alles Wahrheit ist.

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eine Bedeutung. Hier einige davon. so wie eine Handvoll Blumen die ganze Kleidung in ihren Duft hüllt. die euch dann durchdringt und zu einem Teil eurer selbst wird. und allein an die Wurzel muß man gelangen. i shin den shin. aber manchmal auch sehr poetisch. der ein schwaches Licht auf ihre tiefe Bedeutung wirft. In Europa habe ich lange nur dieses eine koan benutzt.Von Geist zu Geist Die Essenz der Religionen kann nicht umschrieben werden. aber sie sind nur die Blätter des Baumes. Die Texte werden verbreitet. Die wahrhafte Essenz kann nur von Geist zu Geist. Sie sind im allgemeinen sehr einfach. von meiner Seele zu deiner Seele. weitergegeben werden. Die seither zitierten habe ich von meinem Meister. 147 . mit jeweils einem kurzen Kommentar.

Das Verständnis wird durch Zazen immer tiefer. Die Gegensätze vereinen.Die Mittagssonne wirft keinen Schatten. Große Weisheit ist wie Dummheit. sich hervorzutun. Wenn man das Ich aufgibt. Das Ich erobern. Üben. Die Haltung ist wichtig. Große Beredtsamkeit ist ein Lallen. Es ist nutzlos. Die Kurve kann die gerade Linie nicht in sich schließen. Tiefe Quelle. Man kann Zen nicht mit dem Intellekt verstehen. Kalt. den Leuten folgen. warm: Ihr müßt es selbst ausprobieren. ausprobieren. 148 . langer Strom. gibt es keine Trennung mehr. Eine einzelne Hand — kein Geräusch.

Die kosmische Ordnung ist immer da. Erziehung in Freiheit. heute. immer zufrieden. die Illusionen sind in der Ruhe enthalten. 149 . Das kyosaku tanzt im Frühlingswind. Der schnelle Strom spült den Mond nicht weg. Der Wind hat nachgelassen. Der Bambus existiert oberhalb und unterhalb seiner Knoten. Die Uhrzeit betrachtet mich. und ich betrachte die Uhrzeit. Ruhe. doch die Blüten fallen noch. Die Erscheinungen. Der Geist. Tag für Tag — guter Tag. Zen ist keine Sackgasse. Die Natur folgt keiner Mode. Die Farbe der Kiefern ist weder modern noch altmodisch. In den japanischen Tempeln wird die Uhrzeit sehr genau geläutet. Konzentration.Zen und Tee — gleicher Geschmack.

Das SELBST ist jenseits des Schattens. der Brunnen betrachtet den Esel. Durch SITZEN — abschneiden. Auf dem zafu niemand. Wie beim Zazen. Mushotoku. 150 . Nicht fliehen. des Objektiven und des Subjektiven. Die weißen Wolken enthalten die blauen Berge. Zazen. den Einfluß der Umgebung nicht erdulden. die Blume lächelt. unter dem zafu kein Boden. sondern in Harmonie bleiben.Das leuchtende Licht hat keine Rückseite. Zen ist jenseits des Verstandes. Der Mensch betrachtet die Blume. nicht bewegen. Der Esel betrachtet den Brunnen. Verstehen ist leichter als üben. Tee bereiten und wieder gehen. Das ist die Essenz des Zen.

Das weiße Pferd durchdringt die Blüten des Schilfrohrs. Es ist nutzlos. Ich durchdringe die anderen. wo das Zentrum des Universums liege. Ich werde du. Wenn Choko Sake trinkt. die anderen durchdringen mich. Das kosmische Leben kommt mich besuchen und dringt beim Zazen in mich ein. Der Mensch betrachtet den Spiegel. Um die Mitte der letzten Nacht — der wunderbare Mond am Fenster. Dort. der Spiegel betrachtet den Menschen. Das Objektive betrachtet das Subjektive. wo man hier und jetzt SITZT: das ist das Zentrum des Kosmos. ist Ryoko besoffen. Gegenseitige Abhängigkeit der Wesen und Erscheinungen. und du wirst ich. ich dringe ein in Buddha. sich zu fragen. Das Ich und das kosmische ICH werden eins. Allein im Zentrum des Kosmos in Meditation. Buddha durchdringt mich. 151 .

Hunger zu haben. wenn ich mich hinsetze zum Zazen. Eins gewonnen. Eine Stille. Unterscheidung. die Nacht. Von Geist zu Geist. Das Gesetz des Lebens. Alles geht zum Einen zurück. eine kleine Einsiedelei. Das tiefe Gebirge. Allein der Haß wählt aus. Tausend Dinge sind am Ende eines. Sorgfältig kauen heißt: es ist unmöglich. Das dojo. aufrechte Geist. Man schöpft den Saft der Dinge aus. der reine. Schwierigkeiten formen und reinigen den Charakter. 152 . ein Donner. alles ist ruhig. Zwei Spiegel beleuchten sich gegenseitig. Abwechslung.Im dojo im Gebirge sitze ich in Versenkung. eins verloren. Trennung. Die Nacht ist ohne Laut.

reicher WEG. die Lebenden sind wie Tote. Die Ordnung der Dinge. Nase senkrecht. Der See Shi'eki ist nur Wasser. das ganze Leben ohne Angst. Armes Haus. Hier ohne Angst. 153 . Man kann alles selbst entdecken. Die Lebenden sind im Leichenwogen. Der berühmte Ort ist ein gewöhnlicher Ort. immer glücklich. Der Berg Oro ist nur ein Berg. Grüne Weiden. versteht man. Das wahre transzendentale Bewußtsein ist der normale Zustand. Wenn man einmal hingeht. Augen waagerecht.In der Hand der leuchtende Stein. Der normale Zustand. tiefes Herz. Jetzt glücklich. rote Blumen. Einfaches Leben. Das Leben ist ein „Hier und Jetzt" nach dem anderen. Die Toten leben. die Toten geben das Geleit.

Die wahre große Persönlichkeit weiß nicht. Wahre Intelligenz hinterläßt keine Spuren.Ein Kreis — der schöne leuchtende Mond scheint auf den Zen-Geist Der Kreis: das GANZE. Wir müssen unsere Intelligenz aufgeben. flüchtete Meister Konin in die Berge. daß sie es ist. 154 . Freier Geist. Am Ende müßt ihr werden wie Esel: keine Spuren auf dem Berg Sokei. ist alles um euch herum frei. freie Umgebung. Ein anderer Sinn des koan ist der: Wir dürfen kein Zeichen von satori zeigen. Auf dem Berg Sokei gibt es keine Spuren. Nachdem er die Essenz des Zen an Hui-Neng weitergegeben hatte. Wenn euer Geist frei ist.

ein Tropfen Schweiß. Lachen wird Buddha.Und hier einige Zen-Redensarten: Im Winter einen Fächer schenken. Nicht hier und jetzt konzentriert sein. Eines richtig gelernt — alles richtig verstanden. Flüsse trocknen ein. Lange Diskussionen lösen selbst Gold auf. die Mönche verlieren den Glauben. Fundamente verfallen. 155 . Zorn wird Teufel. Ein Korn Reis. Ein Tag ohne Arbeit ist ein Tag ohne Essen. Das Wesen jeder Tätigkeit. Die Ärzte kümmern sich nicht mehr um ihre Gesundheit.

TRADITIONELLE TEXTE 156 .

157 .

158 . Wenn der Buddha kommt. gib ihm Stockschläge.Wenn der Dämon kommt. gib ihm Stockschläge.

6OO Bücher umfassenden Sutrasammlung. die Essenz einer sehr ausgearbeiteten.HANNYASHINGYO (Makahannya Haramita Shingyo. „Herz der vollkommenen Weisheit". 159 . im Sanskrit Maha Prajna Paramita Hridaya Sutra.) maka hannya haramita shingyo kan ji zai bo satsu gyo jin han nya ha ra mi ta ji sho ken go on kai ku do is sai ku yaku sha ri shi shiki fu i ku ku fu i shiki shiki soku ze ku ku soku ze shiki ju so gyo shiki yaku bu nyo ze sha ri shi ze sho ho ku so fu sho fu metsu fu ku fu jo fu zo fu gen ze ko ku chu mu shiki mu ju so gyo shiki mu gen ni bi ze shin i mu shiki sho ko mi soku ho mu gen kai nai shi mu i shiki kai mu mu myo yaku mu mu myo jin nai shi mu ro shi yaku mu ro shi jin mu ku shu metsu do mu chi yaku mu toku i mu sho toku ko bo dai sat ta e han nya ha ra mi ta ko shin mu kei ge mu kei ge ko mu u ku fu on ri is sai ten do mu so ku kyo ne han san ze sho butsu e han nya ha ra mi ta ko toku a noku ta ra san myaku sam bo dai ko chi han nya ha ra mi ta ze dai jin shu ze dai myo shu ze mu jo shu ze mu to do shu no jo is sai ku shin jitsu fu ko ko setsu han nya ha ra mi ta shu soku setsu shu watsu gya tei gya tei ha ra gya tei hara so gya tei boji so wa ka han nya shin gyo.

das nirvana. gibt es für den Bodhisattva weder Angst noch Furcht.. noch Beendigung von Altern und Tod. ku wird Erscheinung (Form ist Leerheit.HANNYASHINGYO Essenz des Sutras der Großen Weisheit. Wollen und Handeln. noch Nase. erreichen. die leiden. die Erscheinungen sind nicht verschieden von ku. O Sariputra. nichts zu denken. die darüber hinaus führt. O Sariputra. daß der Körper mit den fünf skandhas (Empfindung. kein Altern. es gibt in ihr weder Geburt noch Vergehen. und er kann das höchste Ziel des Lebens. Dank dieser Weisheit. das es ermöglicht. keine Ursache des Leidens. weder Reinheit noch Beschmutzung. Alle Täuschungen und jegliches Haften und Festhalten sind beseitigt. es gibt dort weder Erkenntnis noch Gewinn. und auch die fünf skandhas sind Erscheinungen. . dort gibt es weder Wissen noch Unwissenheit.). Leerheit ist Form. Denken. noch Nicht-Gewinn. Die Erscheinungen werden ku. alle Existenz ist in ihrem Wesen ku. Daher gibt es in ku keine Form und keine skandhas. keine Farben. Wahrnehmung. Töne. nicht Augen noch Ohren. nichts zu tasten. keine Beendigung des Leidens. darüber hinaus zu gehen Avalokitesvara. keinen Geschmack. 160 . kein Tod. Zunge. und durch diese Erkenntnis hilft er allen. übt sich tief und gründlich in der Großen Weisheit und versteht so. Gerüche. Körper oder Bewußtsein. Bewußtsein) nur Leerheit. der Bodhisattva der Großen Freiheit. ku ist. und ku ist nicht verschieden von den Erscheinungen. weder Zunahme noch Abnahme. weder Täuschung noch Beendigung der Täuschung.

darüber hinaus und noch jenseits des Darüber-Hinaus. unübertroffenen Zauber des Mantra. das wahre ku zu finden ermöglicht: gya tei gya tei ha ra gya tei hara so gya tei bo ji so wa ka Laßt uns darüber hinaus gehen. der Weisheit des Buddha! 161 .Alle Buddhas der Vergangenheit. das Verständnis dieser Höchsten Weisheit. auf den Weg des satori. alle zusammen. erlangen durch diesen unvergleichlichen. welches alles Leiden beseitigt und die eigentliche REALITÄT. die vom Leiden befreit. Gegenwart und Zukunft können das satori.

1 Die vollständige Ausgabe des SHIN JIN MEI mit ausführlichen Kommentaren von Meister Taisen Deshimaru ist im gleichen Verlag erschienen.SHIN JIN M E I Gedicht vom Glauben an Zazen 1 von Meister Sosan Es ist nicht schwer. Von Neigung und Abneigung. Unvermittelt klar. Es genügt. den WEG zu durchdringen. 162 . frei zu sein von Liebe und Haß. Doch man muß frei sein von Liebe und Haß. Damit die Einsicht sich zeigt. Wie das Licht des Tages in einer Höhle.

Darf keine Vorstellung Von Richtig und Falsch In unseren Geist mehr eindringen. Wird sich unser Geist Vergeblich erschöpfen. 163 . In die Quelle der Dinge einzudringen. Gelingt es uns nicht.Doch entsteht im Geist eine Eigentümlichkeit Auch nur so winzig wie ein Staubteilchen: Sogleich trennt unendliche Entfernung Himmel und Erde. Der Kampf in unserem Bewußtsein Zwischen Richtig und Falsch Führt zur Krankheit des Geistes. Wenn wir das Satori Hier und jetzt verwirklichen.

Wenn unser Geist die Ruhe findet. Lauft nicht den Erscheinungsformen nach. friedlich und breit. So wir ergreifen oder zurückweisen wollen Sind wir nicht frei. Wie der unermeßliche Kosmos. Verschwindet er von selbst. Ohne die geringste Vorstellung Von Beharren oder Zerbrechen. Vollkommen. Wahrlich. Und verweilt auch nicht in der Leerheit (Ku).Der WEG ist rund. 164 .

KOMMENTAR ZUM ZEHNTEN VERS: Wenn unser Geist die Ruhe findet. kein Heiliger. Niemand gelangt an den Gipfel des höchsten Berges. verschwindet er auf ganz natürliche Weise. kein Weiser vermag es auszudrücken. seinen normalen Zustand. wie im Schlaf. von selbst. Dies kennzeichnet den Vorgang beim Zazen. mögen wir nächtelang horchen. Allein. weder Buddha noch Gott. Niemand versteht diesen geheimnisvollen Ort. mächtig und hoch ragt der Gipfel des grünen Berges hervor und stellt die hundert Berge in seinen Schatten. als hätten wir keine Augen. Meister Keizan schrieb über diesen Vers ein berühmtes Gedicht: Die weißen Wolken steigen herab und verschwinden. Auch wenn wir tiefgründig studieren und weit vordringen in der Suche nach diesem Ort — mögen wir tagelang hinschauen. 165 . mit der Kraft der Sprache noch selbst durch die Stille. es ist.

beide verschwinden. Der Wind legt sich. keine Pläne. die Leute gehen heim. Es gibt keine Angst mehr. einer Flöte ohne Öffnungen — berührt die kältesten Herzen. keine Berechnungen. als hätten wir keine Ohren. der Ozean wird ruhig.. die Wogen verschwinden.es ist. Diese Musik — die Melodie einer Harfe ohne Saiten. Subjekt und Objekt. die Betriebsamkeit der Erscheinungen und die Tiefe der Weisheit schlummern ein. man denkt nicht mehr. In den Bergen friedliche Stille. ihre Harmonie erschüttert den spöttischsten Geist. Mit dem Abend schließen sich die Blüten. 166 .

167 .

Schallt wie Löwengebrüll.SHODOKA Lied vom Unmittelbaren Satori von Yoka Daishi 1 Strophe 16 und 17 Ich allein hier und jetzt verstehe diese Wahrheit: Alle Buddhas. Selbst der mächtige Elefant kniet nieder Und verliert seine würdevolle Haltung. sind eine einzige Wahrheit. Ausdruck der Nicht-Furcht. die Körper aller Meister Sind gleich. Hundert Tiere hören diese Stimme Und erzittern bis in die Knochen. Diese Erkenntnis. Allein der große Drache am Himmel Lächelt friedlich und versteht. 168 . 1 Die vollständige Ausgabe des SHODOKA mit ausführlichen Kommentaren von Meister Taisen Deshimaru erscheint im gleichen Verlag.

während ich über Meere und Seen reise.Ich übe Zazen. daß Leben und Tod nicht existieren Und nicht voneinander verschieden sind. der auf dem Berg Sokei lebte. 2 Yoka Daishi war Schüler von Hui-Neng (Eno). Meister und Gegenden besuche. 2 Doch seit ich die Stimme von Sokei verstand. Weiß ich. 169 . Berge und Flüsse überquere.

ist Ursache des Leidens. Da sie alle voneinander abhängig sind. andere weniger. Auf dem WEG gibt es keinen Meister des Südens und keinen Meister des Nordens. Werden sie durch die Sinne wahrgenommen. durchdringen sich die Erscheinungen. Die Quelle des geistigen WEGES ist klar und rein. Manche sind intelligent. allein die Nebenflüsse sind verschmutzt. 1 170 . scheinen sie ohne Zusammenhang. Sich an die Erscheinungen zu heften. doch sich an die Wahrheit zu heften. ist nicht Erleuchtung. Eine von Meister Taisen Deshimaru ausführlich kommentierte Ausgabe dieses Textes ist im gleichen Verlag erschienen. Es gibt Unterschiede im Wesen der Menschen.SAN DO KAI Die Vereinigung von Essenz und Erscheinung 1 von Sekito Zenj Der Geist des Großen Meisters aus Indien wurde getreu von Ost nach West weitergegeben.

Freude und Leiden scheinen getrennt. wie das Kind zur Mutter. die Erde trägt. bedient euch ihrer. Konstruiert euch nicht eure eigenen Kategorien! 171 . für die Zunge gibt es Geschmäcke. die ihr hört. für die Ohren gibt es Töne. könnte man auch nicht der Unterscheidung entrinnen. der Wind weht. müssen an ihrer Quelle verstanden werden. Jede Existenz hat ihren Nutzen. Die Worte. Alle Formen unterscheiden sich durch ihre Merkmale. im Licht unterscheidet man das Reine vom Schmutzigen. Für die Augen gibt es Formen. doch sie sind voneinander abhängig wie ein Schritt vorwärts von einem Schritt rückwärts. Das Feuer brennt.seht nicht nur die helle Seite! Licht und Dunkel erscheinen als Gegensatz. das Wasser näßt. Bei den Erscheinungen ist es wie mit den Blättern eines Baumes: sie stammen aus derselben Wurzel. Edel oder gewöhnlich — wie es euch beliebt! Die Dunkelheit lebt im Licht — seht nicht nur die dunkle Seite! Das Licht lebt in der Dunkelheit . Diese Wahrheit ist wie eine Lanze. für die Nase gibt es Gerüche.Wäre es nicht so. Anfang und Ende haben den gleichen Ursprung. ohne auf ihre Stellung zu achten. Die Vier Elemente des Körpers kehren von selbst zu ihrem Ursprung zurück. Erscheinung und Essenz fügen sich vollkommen ineinander. Im Dunkel gibt es weder hoch noch tief. die einen Pfeil mitten im Flug trifft.

gibt es eine Trennung wie zwischen Berg und Tal. wenn ihr ihn verwirklichen wollt! Beim Vorwärtsgehen . Demütig sage ich denen.in diesem Moment – gibt es weder nah noch fern. Wenn ihr Illusionen habt.Eure Füße laufen auf dem WEG. Versteht dies. die den WEG suchen: verschwendet nicht den gegenwärtigen Augenblick! 172 .

wenn da ein Graben ist. Wie könnte er also von Übung und 2 Verwirklichung abhängen? Das Fahrzeug des DHARMA ist frei und losgelöst von allen Fesseln. Er durchdringt alles.FUKANZAZENGI Für eine allumfassende Verbreitung der Prinzipien des Zazen von Meister DOGEN Der WEG ist in seinem Wesen vollkommen.oder dorthin gehen. es gäbe ein Mittel. Wenn auch nur die kleinste Vorliebe oder Abneigung aufkommt.) 1 173 . bleibt der WEG so fern wie der Himmel von der Erde. Wozu also ist das konzentrierte Bemühen des Menschen notwendig? 3 Wahrlich. sondern immer genau da. niemals anderswo. Wozu also hier. das GANZE ist weit jenseits des Staubes der Welt. wo man gerade ist. um zu üben? Und dennoch. verliert sich der Geist in der Ver5 wirrung. Mag jemand glauben zu verstehen und sich täuschen über seine Erweckung. Wer könnte da glauben. und sei er noch so schmal. die Weisheit zwar sdfgsdfgsdfgsdfg (Anmerkungen am Ende des Textes. es 4 vom Staub zu befreien? Er ist nie von irgend jemand unterschieden.

Denkt nicht: „Dies ist gut. mag er so den Wunsch in sich tragen. und euer ursprüngliches Gesicht wird sich zeigen. mag er sich auf den WEG begeben und die Seele geläutert haben. doch er ist noch lange nicht auf dem ursprünglichen WEG der Vollkommenen Befreiung. Muß ich vom Buddha sprechen. (. So war es also schon mit den Heiligen von einst. Beabsichtigt in keiner Weise. um so euer Wahres Wesen zu erleuchten. Für Zazen ist ein stiller Raum geeignet. das ist schlecht. den Himmel zu erklimmen: er hat in begrenzter Weise begonnen. es ist nichts weiter als das DHARMA von Frieden und Glück. die alle Dinge durchdringt. die euer Licht nach innen richtet. Urteilt nicht mit Meinungen und Erwägungen. Zazen ist eine Offen- 174 . Haltet alle Bewegung des bewußten Geistes an. . die Randzonen zu erforschen. Und die Weitergebe des Siegels bis in die heutige Zeit hat die Erinnerung an Bodhidharma bewahrt. völlig unbeweglich. der neun Jahre vor einer Wand in Versenkung saß. die nur auf gedankliches Verständnis zielt.) Das Zazen. nicht für noch gegen. die den Worten nachläuft und bei der ihr an den Buchstaben klebt. die Übung/Verwirklichung vollkommener Erweckung. Ihr müßt die Umkehr lernen. und gebt alle Dinge auf. der die Erkenntnis von Geburt an besaß? Man spürt noch heute den Einfluß der sechs Jahre. Eßt und trinkt in Maßen. ist nicht die gängige Lehre von der Meditation. von dem ich spreche. Körper und Seele werden so von selbst verschwinden.. während der er im Lotussitz saß. wie könnten sich da die Menschen von heute der Aufgabe entziehen. den WEG zu bewältigen? Daher müßt ihr diejenige Form der Übung aufgeben." Seid nicht parteiisch.erahnend. Verwerft alle Verpflichtung. Buddha zu werden.

wenn er die Berge durchstreift. so besagt es wenig. respektiert. einen Schrei. Als Besonderheit dieser Schule ist maßgebend: ganz einfach Hingabe an die Versenkung im Sitzen. dies alles kann durch das dualistische Denken des Menschen nicht vollständig erreicht werden.. (. bedeutet in sich schon. einen Holzhammer. so bewältigen doch alle den WEG auf die 175 . die vollkommene Verwirklichung durch einen Fliegenwedel. die Öffnung des Wesens zur Erweckung durch einen Finger. eine Nadel. Wenn ihr das einmal im Herzen begriffen habt. das v o r allem Wissen und jeder Wahrnehmung liegt? Wenn dem so ist. in Indien wie in China. werdet ihr sein wie der Drache. einen Stock. daß genau in dem Augenblick (wenn man Zazen übt). ganz und gar konzentriert zu sein. wenn er das Wasser erreicht. und wie der Tiger. Fortschreiten ist eine Sache des Alltags. daß es soviele Seelen wie Menschen gibt.barung der letzten Wirklichkeit. ob man intelligent ist oder nicht. Die Bemühung. Wenn man auch davon redet. sich das Wahre DHARMA offenbart. Die Übung/Verwirklichung ist ihrem Wesen nach rein. eine Fahne. was der Mensch hört und sieht — und ist das nicht ein Prinzip. Insgesamt wird das Buddhasiegel in dieser und in anderen Gegenden. Es gibt keinen Unterschied zwischen dumm und klug.) Ferner. eine Faust. und daß man von Anfang an die körperliche und geistige Erschöpfung und die Zerstreuung verjagt.. unbeweglich und mit ganzem Einsatz SITZEN. Das ist jenseits dessen. den WEG zu bewältigen. In der Tat kann es auch durch die Ausübung übernatürlicher Kräfte nicht noch besser erkannt werden. Denn man muß wissen. Schlingen und Netze können sie nie einfangen.

Ihr habt die einzigartige Gelegenheit. Dharma: im Sanskrit die Gesamtheit aller (Entwicklungs-)prozesse. ANMERKUNGEN 1. menschliche Gestalt anzunehmen. die kosmische Wahrheit. Vertut nicht eure Zeit. 3. Synonym zum WEG und Fahrzeug des DHARMA. Die entdeckten und noch zu entdeckenden Gesetze des Universums. 2. 176 . Ihr tragt euren Teil der Essenz des BUDDHAWEGES in euch. Bedeutet bald die Lehre des Buddha. der zu Hause für euch reserviert ist. durch die Übung von Zazen. die Buddhanatur. Warum den Sessel aufgeben. Wer würde sich da noch an Funken aus einem Kiesel erfreuen? Form und Substanz sind wie der Tau auf dem Blatt. bald alle Existenzen. oder auch alle Wahrheiten. Wirklichkeit. so wie sie sind (tathata). das Schicksal wie ein Blitz — verschwunden im Nu. Der WEG (bodhi): Erwachen. um auf dem staubigen Boden fremder Gegenden umherzuirren? Ein einziger falscher Schritt. die das kosmische Leben lenken. der ganz gerade vor euch liegt. Das GANZE (zentai): Die Gesamtheit der Dinge.gleiche Weise. und ihr weicht von dem Pfade ab. Erleuchtung.

177 . Wie seit dem ersten Augenblick gibt es nichts. ihn immer sauber zu halten. der Erste Schüler von Hung-Jen und in den Augen der anderen Mönche sein legitimer Nachfolger. Shen-Hsiu.4. Der glänzende Spiegel leuchtet nirgends. 6. die beim Zazen recht oft auftauchen und die korrekte Übung behindern. um Reis zu hacken. Hung-Jen (Konin). Der Staub der Welt: Anspielung auf die Verse des Hui-Neng (6. hatte geschrieben: Dieser Körper ist der Bodhi-Baum. Sanran: Zerstreuung. Und laß kein Staubkorn sich darauflegen. Entlehnt aus dem SHINJINMEI. der sich in geistiger und körperlicher Müdigkeit äußert. Wohin könnte der Staub sich legen? 5. Patriarch). wagte zu antworten: nur in die Gemeinstoßen und Holz zu Der Bodhi ist kein Baum. Konchin: Zustand der Betäubung. das Dharma übergab. Sieh zu. Zwei Zustände. Schläfrigkeit des Bewußtseins. dem der 5. Mangel an physischer und geistiger Konzentration. Hui-Neng. Umherirren. Patriarch. Die Seele wie ein glänzender Spiegel. einige Monate zuvor schaft aufgenommen.

Da sie unwillkürlich dem Herzen vertraut ist. Da dieses Satori nicht Begriffen wie gerade oder geneigt unterworfen sein kann. 3. 8. Da sie unbewußtes Satori ist.ZAZEN SHIN Der Geist des Zazen von Meister Dogen 1. kann sie niemals beschmutzt oder unrein sein. Sie wird ohne verstandesmäßige Deutung verstanden und ohne Frage nach dem Warum und Woher verwirklicht. 5. Wenn daher ein Fisch in diesem Wasser schwimmt. Da sie ohne Denken verstanden wird. 7. ist sie unbewußtes Satori. Das reine Wasser durchdringt die Tiefen der Erde. von Meister zu Meister. 6. ohne Selbst-Bewußtsein. offenbart sie sich von selbst unbewußt. kann sie nicht begrifflichen Vorstellungen wie gerade oder geneigt unterworfen sein. 4. Die Essenz des Zen wird weitergegeben von Buddha zu Buddha. ist sie unwillkürlich dem Herzen vertraut. 2. Da sie ohne Frage nach dem Warum und Woher verwirklicht wird. ist es auf sich selbst gestellt eigenen Mitteln und Wegen überlassen. Da diese Vertrautheit weder beschmutzt noch unrein sein kann. 178 .

Wenn der Geist den Menschen frei ist. hat er die Freiheit des Wahren Vogels.hat er die Freiheit des Wahren Fisches. Ein Vers von Meister Kodo Sawaki zum Zazen Shin: Das Dunkel des Kiefernschattens Hängt ab Von der Klarheit des Mondes. ist er MENSCH. Der Himmel ist weit und klar bis zum Rand des Kosmos. 179 . 9. Wenn daher ein Vogel an diesem Himmel fliegt.

180 .

Auch wenn ihr das Unkraut nicht mögt.Auch wenn ihr die Blumen liebt. 181 . Wächst es. Verwelken sie.

die Wahre Freiheit erreicht haben. die das kosmische Leben lenken. Er übte 9 Jahre lang Zazen in den Bergen. DHARMA: Im Sanskrit die Gesamtheit aller (Entwicklungsprozesse. Auch die Meister können Buddha genannt werden.Die entdeckten und noch zu entdeckenden Gesetze des Universums. daß er ein solcher ist und sein Leben der Hilfe an anderen Menschen widmen. die ursprüngliche Essenz des menschlichen Lebens. BUDDHA: Die Sanskritwurzel budh. BONNO: die Illusionen. Wir haben im Grunde unseres Wesens alle die Buddhanatur. der Erleuchtete. der vor 2500 Jahren lebte und auch all jene. BODHIDHARMA: Geboren im 6. Dieses Wort bezeichnet den historischen Buddha Shakyamuni. die Täuschungen.GLOSSAR AIKIDO: Der Weg der Harmonie mit dem kosmischen System. Nichts unterscheidet ihn äußerlich von den anderen.bedeutet 'Erweckung' und Buddha: der Erweckte. sein Geist jedoch ist Buddha. BODHISATTVA: „Lebender Buddha". Bedeutet meist die Lehre 182 . Jeder kann klar erkennen. Fuhr auf dem Seeweg nach China (Kanton). Begründer und erster Patriarch des Zen (ch'an) in China. Jahrhundert in Ceylon. die die höchste Wahrheit. indem er an der gesellschaftlichen Realität teilnimmt.

an dem die Schüler den WEG üben.) Sutra der Essenz der Höchsten Weisheit oder Erkenntnis. Unter seinen über 40 Schülern waren auch Nangaku und Seigen. als es aus Illusionen besteht.71 3. Die Essenz einer über 600 Bücher umfassenden Sutra. die Höchste Wahrheit. die kosmische Wahrheit überhaupt. sondern auch geistiger Natur ist. GASSHO: Das Aneinanderlegen der Hände mit waagerechten Armen. DOJO: Der Ort. Maha Prajna Paramita Hridaya Sutra. Geschenk ohne persönliches Ziel.sammlung. besitzende. Ging 1223 nach China. EGO: Das „kleine". begrenzte Ich.1253). alle Wahrheiten. HANNYA SHINGYO: (Maka Hannya Haramita Shingyo. das nicht nur materiell. FUSE: Gabe. 1227 kam er nach Japan zurück und gründete 1 244 den Tempel Eihei-ji. sie ist das Symbol für die Einheit von Geist und Existenz. Patriarch. ENO: 638 . DOGEN: Dogen Zenji (1200 . Kerntext des gesamten Mahayana-Buddhismus. während man ihm sonst gern echte Realität beimißt. DO: Der WEG. wo er vier Jahre bei Meister Nyojo lernte. das heißt die ZEN-Versenkung (ZA-ZEN). Begründer des Soto-Zen. aber auch alle Existenzen. chin. der 6. das in dem Maße zerstört werden muß. Hui-Neng. Diese Haltung setzt keinen bestimmten Glauben voraus. Er hat als erster in China Zen wirklich verbreitet. Das Hannya 183 . GEMMAI: Traditionelle Suppe aus Naturreis und Gemüse. oder „Herz der Vollkommenen Weisheit".des Buddha.

KEKKA: Lotussitz. Zentrum der Energie und der Aktivität. Thailand. Worte und Gedanken befinden sich in einem engen wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis. die ebenso wichtig wie diejenigen an der Gehirnbasis sind. KEIZAN: Vierter Nachfolger Dogens. 'Unterbauch'. HINAYANA oder THERAVADA: Hundert Jahre nach dem Tod des Buddha bildeten sich zwei Strömungen. Nachdem er die Zazen- 184 . Die Handlung und ihre Konsequenzen. das für Alltag und Reise praktischer ist und allen Schülern. HISHIRYO: Denken. Es wurde ursprünglich von Buddha selbst geschaffen.) verbreitet. Birma u. eine konservative und eine progressive. das Gewand des Mönchs. Rakusu: kleines kesa. Hinayana (der „Kleine Wagen") ist die passivere Richtung und gründet sich auf Gesetz und Vorschriften. Mönchen wie Bodhisattvas. Durch die Zazenübung und die richtige Atmung erhält diese Nervengruppe große Energie und Kraft. l SHIN DEN SHIN: Von meiner Seele zu deiner Seele. Jenseits des Denkens.Shingyo wird nach jedem Zazen rezitiert. Das Gewand des Buddha. bei der Ordination übergeben wird. von meinem Herzen zu deinem Herzen. KARMA: Verkettung von Ursachen und Wirkungen. Handlungen. Gründer des Tempels Soji-ji. HARA: Wörtlich 'Eingeweide'.w. KESA: Das Symbol der Weitergabe der Lehre von Meister zu Schüler. Insbesondere in Südasien (Ceylon. Hanka: Halblotus. ohne zu denken. Physiologisch gesehen eine Konzentration von Nerven unter dem Nabel.s.

übung entdeckt hatte. begab er sich an das Ufer des Ganges. Der Meister von Taisen Deshimaru-Roshi. Regierungserlaß". KINHIN: Langsames Laufen nach dem Zazen in überlieferter Weise. färbte sie mit ockergelber Farbe ein (kasaya bedeutet im Sanskrit Ocker) und fügte sie zusammen. wusch sie im Fluß. Kl: Unsichtbare Aktivität voll kosmischer Energie. der diesem durch shiho die Lehre und damit sein geistiges Erbe weitergab. Und vor allem: der am meisten abgenutzte Stoff kann der schönste und geheiligteste werden. sein Sinn: Erinnerung an die Arbeit. Die Nähte des kesa erinnern an ein Reisfeld. KOLOMO: Das schwarze Gewand des Zen-Mönchs. KU: Die Leerheit.1965. Er nahm Stücke von Leichentüchern. die durch einen Meister weitergegeben wird. daß die gewaschenen und zusammengenähten Teile nutzlos gewordener Textilien eine „zerbrochene". KOAN: Ursprünglich: „Gesetz. Später nahm man zum Färben Blätter und mischte die Farben so. KUSEN: Die Unterweisung der Schüler beim Zazen. wo man die Toten verbrannte. nicht lebendige Farbe hatten. KYOSAKU: Der Stock des Zen-Meisters. Wird zur Energie und Tatkraft des Körpers in jeder seiner Zellen. KODO SAWAKI: 1880 . 185 . das Schöpferische. Widersprüchliches Existenzproblem. wie das am tiefsten gesunkene Wesen die höchste Erweckung erlangen kann. Der Schlag mit dem kyosaku beim Zazen hat sowohl anregende als auch beruhigende Wirkung. Prinzip der Ewigen Wahrheit.

Bezeichnet auch manchmal den Tod. shi: Meister. Der aktive Weg. Tibet und Japan. Allumfassende Liebe und Aktivität für das Wohl der Menschheit. die Handflächen beiderseits des Kopfes zum Himmel gewandt. Obaku). MUSHOTOKU: Ohne Ziel und Streben nach Profit. die Stirn am Boden. das mit dem Gesicht in den Raum gewandt geübt wird. und Zazen. Im 9. Eno). (Symbolisch für das Berühren der Füße des Buddha. ROSHI: ro: alt. satori zu erreichen. Holzschlaginstrument zur rhythmischen Begleitung der SutraRezitation in den buddhistischen Zeremonien. MONDO: Fragestunde zwischen Meister und Schülern.Holzfisch". Im Rinzai gebraucht man das koan in formalerer Weise. Rinzai) gegründet.MAHAYANA: Der „Große Wagen". Sie bewahrt die reine Lehre und die chinesischen Gebräuche. SAMPAI: Dreifache Verbeugung vor dem Buddha oder dem Meister. Als wichtigste blieben Soto und Rinzai. zammai) Konzentration. wurde sie recht spät 1654 von ln'gen in Japan eingeführt. Die progressive Strömung des Buddhismus. Jahrhundert in China von Huang-Po (jap. RINZAI: Im Zen gibt es keine Sekten. SAMADHI: (jap. dem dritten Nachfolger von Hui-Neng (jap. gemäß ihrer Herkunft und ihren Erziehungsmethoden. OBAKU: Die dritte Zenschule Japans. Lehrer von Lin-Chi (jap.. Doch seit Eno bildeten sich fünf Schulen. wurde zu einer Methode. MOKUGYO: Wörtlich . Alle übten Zazen. Verbreitet in China.) Dies ist der Ausdruck des höchsten 186 . NIRVANA: Vollständiges Erlöschen der Erscheinungswerwformen.

einfach und geistig. mondo. ohne Zielvorstellung und mit dem Gesicht zur Wand. Gemäß der indischen Lehre wird nach dem Tode die unzerstörbare psychische Energie (atman). unterbrochen von Vortrag. die sichtbaren Dinge. TATHATA: Die Realität. TRANSMIGRATION: Seelenwanderung. Der Meister gibt nicht systematisch koan. SENSEI: Lehrer. so wie sie ist. SESSHIN: Eine Zeit intensiven Zazen-Trainings. Gegensatz: KU). sie enthalten die gesamte Lehre seit den Worten Buddhas. die Erweckung. SAMU: Die Konzentration auf die körperliche Arbeit. samu und Mahlzeiten. den ein Zen-Mönch erweisen kann. SHIHO: Urkunde der Weitergabe der Lehre und Nachfolge. Konzentration und Stille im dojo. SOTO: In der Soto-Schule des Zen übt man Zazen ohne Zweck. das So-Sein. Ein oder mehrere Tage gemeinsames Leben. SUMPE: Malerei mit schwarzer Tusche. SATORI: Das Erkennen der kosmischen Wahrheit. SHOBOGENZO: „Die Schatzkammer der Erkenntnis des Wahren Dharma". die in jedem 187 . Man übt vier bis fünf Stunden Zazen pro Tag. SUTRAS: Die von seinen Schülern aufgezeichnete Lehre des Buddha. die in einer Zeremonie übergeben wird. SHIKI: Die Erscheinungsformen.Respektes. sondern seine Antworten auf Fragen der Schüler sind aus dem Leben gegriffen und werden selbst zu koan. das Hauptwerk Dogens. THERAVADA: siehe HINAYANA. Wurden dann zur Lehre der Meister.

aus dem Kreislauf der Wiedergeburten (samsara) zu entrinnen und das nirvana zu erreichen. der unbeweglich bleibt. erhöht zu sitzen. UNSUI: Schüler. Die Mönche reisten von Tempel zu Tempel. Es ist notwendig. in eine neue Schöpfung innerhalb der Drei Welten (Vgl. 188 . die nach der ausgeführten Handlung nicht schwächer wird. Der Buddha fertigte sich ein Kissen aus trockenen Blättern.Wesen enthalten ist. damit man die Knie auf den Boden legen und die Wirbelsäule leicht geraderichten kann. 117) reinvestiert. mit Kapok gefülltes Kissen für die Zazenübung. es sei denn. es gelingt ihr. die rechte Aufmerksamkeit. Wörtlich: 'Wolke und fließendes Wasser'. ZAFU: Hartes. ZANSHIN: Der Geist. S.

kristkeitz.Täglich Zen ZEN in den Kampfkünsten Japans Fragen an einen Zen-Meister Die Stimme des Tales: Ein Sesshin-Tagebuch SHINJINMEI: Gedichtsammlung vom Glauben an den Geist SANDOKAI: Die Einheit von Essenz und Erscheinung HOKYO ZANMAI: Das Samadhi des Schatzspiegels SHODOKA: Satori .de 189 .Ebenfalls im Werner Kristkeitz Verlag: Werke von Taisen Deshimaru-Roshi DOKAN .hier und jetzt HANNYA SHINGYO: Das Sutra der Höchsten Weisheit KOMYOZO ZANMAI: Das Licht des Satori Dogen -Zenji SHOBOGENZO Gesamtausgabe in 4 Bänden Dogen-Zenji SHOBOGENZO ZUIMONKI: Unterweisungen zum wahren Buddhaweg Fordern Sie unseren Cesamtkatalog an! Werner Kristkeitz Verlag Löbingsgasse 17 • 69121 Heidelberg www.

Ebenfalls im Werner Kristkeitz Verlag: Roland Rech Zen-Mönch in Europa Kazuaki Tanahashi Zen-Geist . Die ganze Lehre erstmals nur nach seinen Reden für Nichtasketen Fordern Sie unseren Gesamtkatalog an! Werner Kristkeitz Verlag Löbingsgasse 17 • 69121 Heidelberg www.kristkeitz.Zen-Kunst Zen-Weisheit und Kalligraphie Meister Rinzai RINZAI ROKU: Das Zen von Meister Rinzai Thich Nhat Hanh Klar wie ein stiller Fluss Gedanken zur Achtsamkeit im Alltag Mahathera Henepola Cunaratana Die Praxis der Achtsamkeit Eine Einführung in die Vipassana-Meditation Fritz Schäfer Der Buddha sprach nicht nur für Mönche und Nonne.de 190 .

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