ZUVOR Wie nun?Ich bin. Aber ich habe mich nicht. Darum werden wir erst.

Ernst Bloch Werkausgabe Band 1 Spuren (1910-1929)
Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 1985

/(7) Zu wenig* Schlafen Lang gezogen Immer darin Sich mischen Sinigsang Kleiner Wechsel Lampe und Schrank Gut gewöhnen Das Merke LAGE Die Arme Der Schmutz Das Geschenk Verschiedenes Bedürfen * Verschiedene Spielformen, leider Das nützliche Mitglied Schüttler für Erdbeeren * Brot und Spiele Kleinkarierte Mitstreiter * Störende Grille /(8) GESCHICK Weiter geben Der Schwarz Die Wasserscheide Kein Gesicht Graf Mirabeau 40 Armer und reicher Teufel Das Kätzchen als David* Triumphe der Verkanntheit Schreiber auf die Mairie* Der edle Schein Rokoko des Geschicks Geist, der sich erst bildet Der Busch Das rote Fenster Der Lebensgott Motiv des Scheidens Spuk, dumm und aufgebessert* Fremdes Zuhause, urvertraute Fremde * Pippa gebt vorüber Der lange Blick Wiedersehen ohne Anschluß Die gutmachende Muse Rafael ohne Hände

INHALT 11 11 11 11 12 12 13 14 15 16

21 21 21 22 22 27 27 28 30 30

35 35 36 39 44 46 48 54 55 57 61 62 65 72 78 80 82 84 88 90

DASEIN Eben jetzt 97 Dunkel an uns 97 Fall ins Jetzt 98 /(9) Stachel der Arbeit Nurch Fleiß, sonst gar nichts, kommt Wohlstand* Jahre Zuchthaus, sieben Meter courschleppe* Schweigen und Spiegel Mittel, nicht gesehen zu werden Die unmittelbare Langeweile Augenblick und Bild Potemkins Unterschrift Ein Inkognito vor sich selber * Motive der Verborgenheit Nur klopfen Der Bettzipfel Ausfahrt Grauen und glückliche Ahnung Exkurs: Mensch und Wachsfigur Daneben: Wirtshaus der Irren Tableau mit Bogen* Einige Schemen linker Hand 142 Der zweimal verschwindende Rahmen Das Tor-Motiv 153 DINGE Halb gut Der nächste Baum Blume und Anti-Blume* Die Leidner Flasche Die erste Lokomotive Der städtische Bauer Das Haus des Tags Montagen eines Februarabends * /(10) Ein verquerender Flaneur* Das genaue Olivenessen * Einen Punkt machen* Der Rücken der Dinge Gruß und Schein Motive der Lockung. Anhang: Das Niemandsland Ein russisches Märchen?* Der witzige Ausweg Enttäuschung mit Heiterkeit * Die glückliche Hand Motive des weißen Zaubers Das Staunen DerBerg Tot und brauchbar* Die Perle* 159 159 159 16o 16o 161 162 165 168 170 171 172 175 179 188 190 192 197 198 202 216 218 219 219

99 103 106 108 110 112 117 118 119 121 128 129 130 131 134 138 140 149

so hebt die klare Enttäuschung den Rausch nicht etwa auf. besonders wenn man jung ist. Dunkel. Das rasselt wie mit Ketten hinunter und gräbt die ein. die nur in sich sind. was dort auch nicht recht ist. einen erwartet. Gegen das Warten hilft das Hoffen. in der allzu eignen Bude ist es nicht geheuer. das zieht und zieht. ängstigen sie sich. durch die er eine. So schlafen wir leicht ein. sondern zähes. hier wie dort könnte viel anders sein. Sie gehören in den Entstehungszeitraum der »Spuren« (I910-1929). /(11) ZU WENIG Man ist mit sich allein. Aus beidem muß man heraus. Man merkt dann. was er außerhalb seiner tut. hilft nur. Weiche Kissen. nimmt entweder sich wichtig oder das. die Frau nicht. Sie mischt sich nur mit seiner Folge. wahrscheinlich in nichts Gutes. der Leib verdunkelt sich. Dunkel. kann berauscht werden. auch wenn sie nicht müßten. Grade weil sie nicht aus sich herausgehen können. Die einen schneiden morgens Gesichter. nämlich in der Enge. und tagsüber löst sich beides erst halb. IMMER DARIN Wir können nicht lange allein sein. Läßt sie morgens aufstehen. die man erwartete. Liegt man nachts so ist das gar kein Wachsein. Sie merken nur bald. wenn äußeren Reize fehlen. Wer das nicht zulänglich kann. Beides ist nicht so weit voneinander weg. sieht sie niemand. Sie spüren oft früh. Stille lassen einschlafen. Dem Kind schmeckt es bei andern am besten. . langweilt sich. verzehrendes Schleichen an Ort und Stelle. dann gingen sie nicht so gern weg.Texte mit * sind unveröffentlicht und erscheinen hier also zum ersten Mal. SCHLAFEN An uns selbst sind wir noch leer. weil sie aus uns allein kommt. wenn wir allein sind. sie machen sich stumm. wohin es zieht. Man langt damit nicht aus. sofern man schwächer ist. was man nicht sieht. Viele wer-/(12)den dann sonderbar in sich zurückgeholt. LANG GEZOGEN Warten macht gleichfalls öde. Kommt der Mann. sondern auch etwas zu kochen hat. SICH MISCHEN Ists gut? fragte ich. sich zu lieben oder sich zu vergessen. gleich wie es ist. In die sie getrieben werden. Aber gegen die Angst. wo sie sind. wechselt auch bei den meisten ab. an dem man nicht nur zu trinken. vor dem gibt es Fürchten. wie ungemütlich es mit nichts als mit sich selber ist. auch ohne daß sie etwas andres dahin brächte. Es gibt auch sonst nur vor dem Angst. Aber es macht auch trunken. einem Kater eigner Art. oder man tritt an. Mit den anderen zusammen sind es die meisten auch ohne sich. den es auch hier gibt. Was uns sichtbar bedrängt. Und wäre es zuhause so schön. Wer lange auf die Tür starrt. Trotzdem nimmt man sie überall mit. wie das manche halten. SINGSANG Merkwürdig. zu einem kleineren Teil sind sie für diese Ausgabe gesehrieben worden. Wer es kann. Wie von eintönigem Singen.

aber die eine Seite von früher war wieder da. freilich einer rechten. suchte hier freundlicher zu deuten. frecher Überzeugung und wenig Pose. und er wollte an ihr gelernt haben. kurz. das man nicht versteht. schon weil der andre nicht recht zuschlug. sei er recht stolz gewesen. denen ich später begegnet bin und die. kein Geleise gehabt. natürlich lange Jahre später. es war ein armseliger Bursche geworden.noch andre tanzen sich eins. nicht ins Haus. tauchten ihn ins Bad. Wir aus seinen unteren Klassen erinnerten uns noch: er war damals ein recht jämmerlicher Junge gewesen. banden auf dem Spielplatz einen Strick an sein Bein. verzweifelter Mann. es war jetzt um den Jungen ohnehin etwas. weil man sie gezwungen hat. Sie sind schief und geträumte Puppen. ein Haus einrichtete. vielmehr einen alten. höchstens zu dritt. bei alldem. noch schiefer und öder erwachsen zu werden. die Bürger saßen sowieso ohne Hut. man konnte sich ihr kaum entziehen. hatten die Handwerker plötzlich ein Gefühl. Fritz Klein kommt. der machte nicht viel von sich her. wie verschluckt. nicht immer die Besten waren: er strahlte Macht aus. der erbärmliche Junge fiel ab. in Wirtschaften ging er mit dem Ruf: Hut ab. doch so dummes Zeug hätte er gar nicht zu sagen brauchen. Er dachte an Liebe. auch etwas späterer Spruch war: wer mich ablehnt. je nachdem werden die kümmerlichen oder die wohlwollenden Airs. das man getan hat. und er mußte hüpfen. ist gerichtet. das man war. LAMPE UND SCHRANK Einer meinte. wo die kleinen Schufte unter die Räder kommen oder gehängt werden. närrisch genug ist die Sache. schlecht und haltlos. kam eben das stolze Kind wieder. besonders die haltlosen und rückfälligen. hat man nur zu zweit. lebendigen. dort. Wenn Hunde das Geschlecht von Menschen riechen. jetzt nicht seienden. tun kann. Also etwas in ihm. beim Zahlen etwa. übrigens. ja daß man immer wieder ein Feiges. was ganz merkwürdig und eigentlich schwer erklärlich ist und was er mit manchen teilt. Auch in Pausen. das sie selber nicht hören. beim Spiel mußte er der erste sein. je nachdem. Aber danach war das freilich weg. Er hatte Sprüche am Leib. Die Flegeljahre der andern tobten sich an dem neuen Feigling aus. /(13) mußte nicht gestimmt haben. und ein Schlechtes. wurde gehauen und meistens blieb der zarte Herr oben. Allein sind viele etwas irr. was heute noch lebt. seine Art schlug zum zweiten Mal um. in dem aber viel darin sein mag. es war ein gütiger. Gespräch. Wer nicht parierte. er saß in guter Assiette und war in Amt und Würde. in der der Mensch ist. den er gar nicht näher beschreiben könne. wonach der andre bestraft wurde. längst vergessenen Spaß an ihm. Sondern die Handwerker hätten ihn im Leibblatt gefunden. so unbürgerlich wie möglich. die doch ebenso genau war. nahm er das Heft weg. Da fallen Masken ab oder ziehen neue auf. So zog er sich. summen manche etwas. was früher mit ihnen los war und nicht fest geworden ist. die schwachen oder starken Handlungen Luft bekommen. aber dorthin. Zwar als Kind sagte er. Freundschaft. mit ziemlich echtem Kraftgefühl. so im ersten Schuß der Pubertät. der im Betrieb fror und nicht sah. so hätte er das lehrreiche Zeug gar nicht erzählen können. wenn es die nachgeborenen Brüder der alten Zeit so deutlich merken. mit einem Schlag. wenigstens verhielten sich die Kerle danach und grinsten. was da allgemein herauskommen könnte. Er machte sich. Doch der gleiche Mann erzählte nun weiter: als er sich. Hätte der ehrliche Mann für das neue oder vielmehr Kinder-Ich. Eine ferne Erinnerung wurde ihm selber frisch. wo noch eine Lampe auf dem Tisch . auf die kleine bürgerliche Seite zurück. daß über innere Untaten kein Gras wächst. Aber es kommt freilich auf die Lage an. Ein andrer. die meisten summen sinnlos vor sich hin. er wuchs kräftig und wurde bald der Führer gleichen Klasse. das da mit vierzehn Jahren wieder anrollte. der ihm am wenigsten getan hatte. mindestens aus der schlechten Zeit weich geblieben sein. der überhaupt nicht an das eine Ich glaubte. gar nichts aus individuellen oder großkopfigen Menschen. meinte er. Aber nun geschah etwas Merkwürdiges: mit vierzehn Jahren oder etwas später. sondern war ganz auf Seiten der Masse. das Einzige. Einem Jungen. /(13) KLEINER WECHSEL Ich kannte einen. sein. sie singen ein Stück von dem. Einer unter uns. so hatten die Handwerker in der kleinen Stadt (und was für welche) eine andre Witterung.

Was leicht und seltsam ist. das schon ist. Kredenzen. lesegerecht als bestrahlend und auswendig. sondern man zählt auch. doch wie ich fertig /(15) war merkte ich. im Erzählen /(17)merkend. dieses zeigt oder schlägt er an. sogar eines. Außer dem Vergnügen. wenn die Noten immer schlechter werden und das Unglück wirklich im Flug ist. der über das Gehörte nicht zur Ruhe kommen läßt. Wie einige dieser Dinge auffielen. fast wie eine Frau. Höchstens die Gewöhnung hilft da etwas. so kommt zuweilen ein ganz täuschendes Glück. Es sind kleine Züge und andre aus dem Leben. und nicht nur als innerliche. sieht er vor ziehen. Es war mir eine Lehre. Kurz. Er stellt sich nicht in Reih und Glied. eines aus uns selbst. die spüren das ziemlich genau. und der so menschlich war. Sondern ganz seltsam geht mehr darin um. meinte der Erzähler. ist etwas Sonderbares geschehen. der Fall hat es in sich. schafft hier doch noch ein Eindruck: was war hier. der den Raum füllte. wie herabgestiegene Wandarme.stand. Der in diesem Fall so wenig objektiv war. in der Mitte lag ein Teppich. Sie deuten auf ein Weniger oder Mehr. doch freilcih: die Gelegenheit zum Sitzen. der sie morgens in die Fabrik oder die Schreibstuben fährt. sondern vernichtend schlecht. standen weniger gesprächsbereit. das in den Geschichten nicht stimmt. so daß diese reißt. sagte eine kluge Frau. das ich zu lieben glaubte. so bildet sich ein viel stärkeres Gegengift. stolze Schaudinge trug. Denn so vieles eben wird nicht mit sich fertig. nimmt kleine Vorfälle als Spuren und Beispiele. der sonderbar frei macht. Alte Möbel hatte ich eingekauft. liebhaberhaft. nicht nur eintönig. ja. da ging doch etwas. die man nicht vergessen . Man hört etwa eine Geschichte. Aus Begebenheiten kommt da ein Merke. und er besuchte seinen Freund. wird hier nun weiter zu erzählen und zu merken versucht. Ein Eindruck. oder dann nicht so. Geschichten dieser Art werden nicht nur erzählt. DAS MERKE Immer mehr kommt unter uns daneben auf. Kräfte kommen keine daraus. wie die vom Soldaten. ist der kleine. das man kaum als solches erkennt. sondem neben den Offizier. Da ist ein Stück Ungekommenes verborgen. führt oft am weitesten. Ein weiches /(16) Glück. aber verwandt: hat einer auf die letzte Karte gesetzt und alles verloren. die freilich nicht vergessenen. weil es mit uns und allem nicht stimmt. Wenigstens in ihrem Gefühl. sollte man auch nicht sein oder so sehr einer. auch wo es schön berichtet wird. Schon Knaben haben einen sonderbaren Rausch. Aber wie ihr Leib macht ihr Gefühl das Stampfen und Schaukeln des Wagens genau mit. das sonst nicht so wäre. höheren Stil. Erwachsene spüren das anders. da lassen sie sich leicht ablenken. der zu spät zum Appell kam. daß sein Zimmer doch nur schöne. schwere. auch fabelnd zu denken. An den Wänden standen Truhen. daß sozusagen alle Stühle fehlten. denkend wieder zu erzählen wäre. GUT GEWÖHNEN Denen es bloß etwas schlecht geht. Ein Eindruck in der Oberfläche des Lebens. Man achte grade auf kleine Dinge. eben den. gehe ihnen nach. zum Gespräch. mittlere Schränke und vor allem große. der alles bloß an der objektiven Wand ziehen und stehen hat. hatte ich vergessen. das die Schläge auffängt. teils als Notpfennig. daß er selbst noch die dicken Krawatten haßte. ging auf seine Weise um. wenn es vorfällt. möglicherweise. der es scheinbar nicht einmal mehr nötig hat zu trotzen. funkelnde Rausch im Unglück der Genuß eines Trotzes. möglicherweise. Was der Mann ist. das diese Geschichte vermittelt. teils als Lampe. aber während uns die Gewöhnung absetzt und betäubt. wenn auch nur kurz. nicht im breiteren. der »dadurch« nichts merkt. so am Ende zu sein. Manches läßt sich nur in solchen Geschichten fassen. Selbst die Lampen. vielmehr Frauen und Freunde merkten. Wird dagegen die Lage ganz verzweifelt. was es darin geschlagen hat oder horcht auf: was ging da. doch so sehr Mann. von dem oben erzählt wurde. es ist gut. Denn das ganze bürgerliche Leben ist davon durchsetzt und erträgt sich nur daraus. als ein sehr leichtes Rauschmittel. schloß der erstaunte Einrichter. das erzählend zu bedenken. in ihrem Wissen sieht es trüber aus. im Merken das Erzählte meinend. Doch ein andrer erzählte: als ich mir ein Zimmer einrichtete und es recht gesellig meinte. so daß sie eine Zeitlang wenigstens vorbei oder daneben gehen. oder ein Merke.

der selten kommt. monsieur. Sankt Nikolaus. in Abschnitten. es gibt . auch wenn sie ruhen und verlassen sind. die sonst mit dergleichen verbunden sein können (dem Anblick von Wasserleichen und so fort). Bescheidener Anspruch an das gar allgemein.hat. LEIDER 1. der Schutzmann packt an. erklärt und aufgehoben. Für sein Schreien bekam das Kind vom Nikolaus zwanzig Mark. sagte die arme Frau. Der Hund sparte dem Pferd die besten Knochen auf. auch Paris wird dann kleiner. ja verhindert. üblicherweise zum Guten Gereichte hilft freilich viel. c'est de'j i a' moitie' la salete'. Da es nicht für alle reicht. so begreift man nicht. Das gibt genau ein Elend noch zwischen sich nächsten Menschen wieder. Que voulez vous. Aber auch der ältere Trieb war da. merkwürdige. wie man hören wird. mit allem. aber stellt es wenigstens richtig hin. nicht zuviel. Denn als das Mädchen wieder einmal zum Fenster hinaussieht. SPIELFORMEN. und das Pferd legte dem Hund die duftigsten Heubündel vor. so wurde hier das Trauma doch merkwürdig durch Geld gelöst. sagt das Weib und säuft. gute und geringe. sagt man. DER SCHMUTZ Wie man doch sinken kann. wenn sie nicht aus ihrem eigenen Haus können. aber auch zwischen loser vertrauten. VERSCHIEDENES BEDÜRFEN Man erzählt. la pauvrete'. vorab verschiedenen Geschlechts. DIE LAGE /(21) DIE ARME Was tun Sie? fragte ich. sagt das Weib. Das war immerhin leichter als Essen zu sparen. schon lange. Je suis pauvre. Das hörte ich gestern. brüllt der Schutzmann. Sie saß in der dunklen Küche. erst einmal im Anrühren zu Ende gehen. was einem begegnet und auffällt. Deshalb brauchst du doch nicht die Straße zu verkotzen. der Mädchenengel kam zur Ruhe. Geschichten in verschiedenem Ton. springen die Armen ein. viel Geld. Kinder fangen früh damit an. den Sonntag der meisten Menschen. In der rue Blondel lag ein betrunkenes Weib. ein Hund und ein Pferd waren befreundet. hebt es nicht auf. und so wollte jeder dem anderen das Liebste tun. So hat sie sich beschrieben. Nur das Glück nicht. etwas Längliches treibt auf dem Wasser. aber konträr: gerade dieses. Geschichten zu hören. Ein achtjähriges Mädchen hatte vor kurzem einen Jungen vorm Ertrinken gerettet. im selben Zug. aus verschiedenen Jahren. die nur den Rahmen aufteilen. die. Kein Geld. Denn schließlich ist alles. Es ist das unterste Unglück: arm zu sein.) Bedenkt man die Folgen. dazu gehört. so stürzt es vors Haus: «Herr. als es den blauen Burschen sah. wenn sie zu Ende gehen. Wen oder was sollte der Schutzmann noch verhaften. den Abend. Doppelt Böses hob sich auf. Ich spare Licht. dasselbe. Sie sind für die Herren tätig. /(22) da schwimmen wieder zwanzig Mark!« (Es war aber nur ein Baumstamm. wie sie am Leben bleiben können. und so wurde keiner von beiden satt. Vielmehr solange geschrieen. bis Leute kamen und ihn herauszogen. Ging in die alte Arbeiterkneipe. Es ist ein Spurenlesen kreuz und quer. am Abfall ist heute viel. Nach viel sah der Tag heute nicht aus. Denn sieht man die Heubündel. DAS GESCHENK Alles kann man für Geld haben.

schlechtere, die nicht billiger sind. Da sah ich aber einen, der ging auf. So richtig, so schuldlos genießend, wie es sich gehört. Der Mann mir gegenüber hatte Hummer in den verschafften Fäusten, biß und spuckte rote Schale, daß der Boden spritzte. Doch dem zarten Wesen darin sprach er fröhlich zu, als er es einmal hatte, still und verständig. Endlich war hier ein Gut nicht mehr durch genießende Bürger /(23) schändet; der Schweiß der Entbehrenden, die Schande der Kapitalrente schmeckte diesem da nicht mit. Seltsam genug Paris, wo sich noch kein Bürger geniert, einer zu sein, sich nicht nur bequem, sondern auch stolz einen Rentier nennt. Am Arbeiter mit dem Hummer blieb noch andres erinnert, vom großen Einbruch damals, lange her. Erst recht schimmerte ein gewisses Später auf, wo das Geld nicht mehr um die Güter bellt oder in ihnen wedelt. Wo die überaus törichte Wahl zwischen reiner Gesinnung und reinem Bissen erspart bleibt. 2. Man ging an diesem Abend durchaus nicht wie sonst. Rettete sich nicht vor der Straße, ihrer Mitte, auf der die Wagen sausten links herauf, rechts herab, scharf und gegen uns. Sondern endlich lebte diese Mitte, ja, es wuchs etwas auf ihr. Die Artillerie des besitzenden Verkehrs war gelegt, zog sich in die Ferne oder außen herum, der herrliche Asphalt wurde bewohnt. Farbige Papierlampen quer darüber machten niederen Raum, darin wurde getanzt. Häuser waren nun seine Wände, die erleuchteten Fenster ringsum glänzten als neue Lampen, wie selbstleuchtende Spiegel, nochmals mit Menschen darin. Und am schönsten war, daß sich der Tanzraum nur an den Seiten schloß, aber sonst die lange Straße für sich hatte, ihre Querstraßen dazu. An der nächsten Ecke spielte schon wieder Musik, und die Paare wanderten durch das leuchtende Quartier. Das ist Pariser Straße am 14. Juli, dem großen Tag. Auch als die Bastille erstürmt wurde, hat das Volk getanzt, auf dem Boden, dem die Festung gleichgemacht worden war. Er vertrat die Wiese der Seligen, und das ist geblieben; freilich tanzte man damals anders nach der Natur. Aber haben sich die Revolutionäre auch beruhigt, längst Hörner und Flügel abgestoßen, so schießt doch durchs »Nationalfest« zuweilen noch ferne Erinnerung. Gar nicht in Bausch und Bogen der Nation zugehörig, sondern ohne Frieden mit dem gekommenen bourgeois gentil'homme. Denn als am 14. Juli 1928 ein Auto durch eine dieser Tanzstraßen vorstoßen wollte, von einem Herrn mit Strohhut gesteuert, machte das Volk nicht Platz, obwohl man gar nicht tanzte in diesem Augenblick und bloße Taxi schon /(24) in Menge durchgekommen waren. Wohl der Strohhut reizte auf, sonst ja nichts Besonderes, hier aber merkwürdigerweise ein Symbol der Herrenklasse, vielleicht wegen seiner Helle und weil sonst Maschinen nicht mit Strohhüten bedient zu werden pflegen. Der aufreizende Strohhut wich nicht, sondern gab Vollgas, durch die Menge hindurch. Doch zwanzig Fäuste hatten schon den Wagen von hinten gepackt, zogen ihn trotz des wütenden Auspuffs die Straße wieder herunter, hin und her, in schweigsamem Takt auf der freiwilligen Stechbahn; selbst der Proprietaire schaffte ruhig, mit einer gewissen finsteren Sportlust von Reaktion. Einmal nur wäre ihm der Durchstoß fast gelungen, da kam die zweite Herzensfreude: ein junges Mädchen sprang plötzlich vor den Wagen, tanzte lächelnd und furchtlos, eine Blume in der Hand, später im Mund, diktierte dem stoppenden Herrn die Bewegung, und als der Wagen stillhielt, verneigte sie sich mit großem, mit anmutigem Spott. Hier hätte sich nun der Fahrer wirklich zurückziehen lassen sollen, aber die herrschenden Klassen kapitulieren auch noch schief, abstrakt und undialektisch; kurz, statt die Lage zu fassen und sich in ihr aufzuheben, verwandelte der Provokateur die Kraft seines Vorstoßes in eine nicht minder anmaßende des Rückzugs, drehte um, fuhr bei dem schweren und falschen Manöver nun wirklich in die Masse hinein. Einige Frauen wurden an die Mauer gedrückt, die Männer hatten keinen Anlauf mehr hinter der kehrenden Maschine, so kräuselte sich die Luft sehr rasch, Schimpfworte fielen, das Auto wurde höchst putschistisch von der Seite gepackt und es wäre umgestürzt, hätte nicht der Propne'taire das Vordersteuer in die rechte Lage gebracht, und der Wagen schoß fliehend davon. Doch der Strohhut erfuhr wenigstens, was der weißen Lilie in jeglicher Gestalt zukommt. Ein junger Bursche hatte ihn dem Bürger vom Kopf geschlagen, warf ihn in die Höhe, andere fingen ihn auf, schon spielte die Musik wieder und die Paare tanzten, aber nicht nur mit Füßen und Leib, sondern die Hände hatten zu tun. Hatten den Strohhut zu suchen, wie er von einem Paar zum andern durch die Luft gestoßen ward, bis er endlich auf dem Boden lag, nivelliert und zertreten, ein sehr geringer, sehr allegorisch zerstampfter Stellvertreter der Bastille. Brave Taxi- /(25)rer, die jetzt daherkamen

und den nahen Boulevard gewinnen wollten, machten sogleich kehrt; die Wirtschaftspartei beteiligte sich nicht am Bürgerkrieg. Und auch die Rebellenstraße hatte bald wieder vergessen, daß sie als einzige in Paris wenig, 14. Juli getanzt hatte. So kam der Strohhut nicht einmal in einen Polizeibericht, geschweige denn in die Geschichte, sondern nur in diese kleine, wartende Erzählung. 3. Eenfalls in Paris hat ein ruhiger Mensch, zwei Jahre vorher, folgendes in Gang gebracht. Der saß vor einem grünen Schnaps, bisweilen las er. Das Café war um diese Stunde sehr besetzt, die Gespräche lebhaft, politische Unruhe lag in der Luft. Der Gast hatte ein Buch bei sich, das ihn weit von Brotteuerung und Frankensturz führte oder auch gar nicht weit, nur waren schon dreißig Jahre seitdem vorüber. Seit dem fin du siecle, wie man damals sagte, und die geputzten Menschen schienen es vergessen zu haben, trotz der Truppen, in den Kasernen »konsigniert«. »Doch ältere Leser», so stand in dem Buch, »ältere Leser gedenken vielleicht noch der Zeit und der großen Aufregung, die durch die Welt ging, wenn die Zeitungen immer wieder, in ganz kurzen Abständen, von anarchistischen Bombenattentaten in Paris zu berichten wußten, die offenbar von einer weitverzeigten Bande ausgingen, deren die Polizei nur teilweise habhaft werden konnte. Scheinbar wahllos flogen die Bomben in Wohnhäuser wie in ein elegantes Cafe' am Bahnhof St. Lazare, in die Deputiertenkammer und ein kleines Restaurant, selbst in die menschenleere Madeleinekirche. Eine Kaserne ging in die Luft, der serbische Gesandte wurde auf der Straße angeschossen, Sadi Carnot, der Präsident der Republik, auf der Fahrt zum Theater erdolcht. Es war die Zeit der Revachol, Vaillant, Henry, Caserio und andrer gefährlicher Propagandisten der Tat, die Zeit des Dynamits und der verstecktesten Bedrohung bürgerlicher Gesellschaft und Gesittung.» Mitten in Gerüchte, ja in den nächtlichen Schrecken der Kinderzeit führte so das Buch: selbst die anarchistischen Bünde, die man ausgehoben hatte, trugen furchterregende Namen, wie aus Kolportage, die /(26) keinen Spaß kennt. Da waren »Die haarigen Burschen von Billancourt», »Die Panther von Batignolles», »Die Eichenherzen von Cettes», »Die Kinder der Natur», »Die Zuchthäusler von LilIe», »Der Pranger von Sedan», »Der Yatagan von Terre Noire». Die Verschwörerblätter selbst führten am Ende, mitten unter harmlosen Anzeigen, eine ständige Rubrik mit der Überschrift: »Anweisung zur Herstellung nichtbürgerlicher Produkte». Hier mußte der Gast unterbrechen, denn ein junges Paar hatte an seinem Tisch Platz genommen und sprach. So elegant waren die beiden, wie die »Dame», wie der »Herr» sich denkt, daß sie im Paradies angezogen seien. Jetzt erhob sich der ruhige Leser, ganz ahnungslos, er wollte sich nur Zigaretten holen, dachte gar nicht mehr an die Panther von Batignolles, sondern Nana lag ihm näher: - da geschah, kaum einen Schritt von dem Tisch entfernt, eine so entsetzliche Explosion, daß sie das Paar hochhob vor Schreck, Tische umfielen, die Passage stillstand. Dem Leser selbst zitterten die Knie, doch im Ganzen war er unverletzt wie das Paar übrigens auch, was immerhin ein Zufall war; denn wie leicht hätten die Splitter der Syphonflasche verwunden können, die der Gast heruntergestoßen hatte, als er sich Zigaretten holen wollte. Der Direktor kam und verlangte Ersatz, der Leser zahlte ihn und freute sich fast schamhaft, so harmlos davongekommen zu sein. Auch im übrigen Cafe' legte sich die leidenschaftliche Landschaft, das vornehme Paar bestellte einen frischen Aperitif, aus tiefem Instinkt mit der bloßen Geldbuße des Manns nicht ganz zufrieden. Dieser verließ auch bald den Schauplatz, das sehr historische Dynamitbuch unterm Arm, holte sich endlich die Zigaretten am Schanktisch, wie Friedenspfeifen, fuhr in sein gewohntes Restaurant. Dort erzählte er die heroische Geschichte, worin aus Pech ein Attentäter, aus einer Syphonflasche Weltgericht erschienen war. Rasch hatte sich der Geist wieder in die Flasche zurückgezogen; doch die dunkle Scham des Manns, der Ärger des Paars an seiner Strafe standen noch fühlbar in der Luft. Betroffenheit des Literaten, Erberinnerung der Bourgeoisie: beides spielte über dem unfähigen Ereignis. Spielte eine Vergangenheit nach, die nicht verging, eine Zukunft vor, von /(27) der sich selbst der Pariser Bürger nicht losgesprochen fühlt. Was ein Fest wurde wie der 14. Juli, ist gewesen; aber die Furcht, die einmal darin war, ist noch frisch. Speisten alle Arbeiter Hummer, so ritzten die Splitter der Syphonflasche keine Gefühle. DAS NÜTZLICHE MITGLIED Als Bernhard und Simon wieder einmal ihr Kaffeehaus betraten, Schach zu spielen, waren alle

Bretter besetzt. Sie gingen daher zu zwei bewährten Spielern hin. Plötzlich rief Bernhard, der sich langweilte: »Ich wette fünf Mark, daß Westfal gewinnt!« Simon wettete auf Herrn Dyssel dasselbe. Zuerst merkten die beiden vorzüglichen Spieler gar nichts von der Wette, höchstens die Zustimmungen waren lauter und die Tadel schärfer. Doch bald wurden die Männer Rennpferde, auf die gesetzt war, und sie wurden es nicht nur, sondern fühlten sich auch selber als solche. Schließlich, Strich um Strich von der edlen Interesselosigkeit des Spiels abgetrieben, sahen sie sich Lohnarbeiter, die für fremde Unternehmer, eingespannt in kapitalistischen Betrieb, Mühe der Arbeit und Verstand vergossen. Der Zorn des Siegers war völlig klar, als ihm Simon von der gewonnenen Wette, mit einem Bruchteil, den Kaffee bezahlen wollte; seine Arbeitskraft war im Leben schon genug ausgebeutet. Das Geschäft erlaubt manchen Spaß, aber der Spaß könnte erst recht wieder zum Geschäft werden. So genau unterliegt noch das Spiel den Formen, in denen der Ernst des Lebens abläuft; man kann daraus nicht fliehen, nicht einmal in der Flucht. Auch die Widerwilligsten nimmt das Kapital auf seine Flügel; einigen scheint dies in der Tat eine Erhebung. SCHÜTTLER FÜR ERDBEEREN Was reich ist, dem muß alles zum Besten dienen. Am Rand einer feinen Pariser Straße stand, wenig hergehörig, ein armer Teufel von Invalide. Ihm zitterten beide Hände, die Arme schlugen hin und her, das hatte er im Krieg davongetragen, /(27) ein sogenannter Schüttler. Brillat-Savarin kam vorbei, sah zu, gab keine milde Gabe wie sonst, aber beim Weggehen seine Adresse. Der Schüttler möge sich dort beim Koch melden, »pour sucrer les fraises«. Besser das freilich, als auf der ungemütlichen Straße zu stehen. Und Brillat-Savarin war immerhin ein erfindungsreicher Feinschmecker, seinesgleichen Freude bereitend. Aber der immerhin leckere Mann hatte mit dem nichts als reichen ersichtlich gemeinsam, daß er aus dem Elend noch besonderen Nutzen zog, ja es sich dankbar machen konnte. Statt von den vielen Armen gesprengt zu werden, schütteln diese ihm nur seine Erdbeeren, bedienen ebenso mechanisch höhere Maschinen. Ja, wächst beschäftigungslos oder vom dauernden Schüttelfrost ihrer Lage angeödet die Unzufriedenheit, so kann neuerdings selbst diese gebraucht werden, ablenkend, auf die Opfer ihresgleichen dressiert, doppelt betrogen, faschistisch. Das ist neu, bislang hatten die besseren Herren nur Lumpenproleten oder immerhin Landsknechte für sich. Keine Erbitterung, gar Revolte konnte von daher nach links gefährlich werden statt nach rechts. So wird Schmalhans ein besonders guter Küchenmeister derer, die ihn zu Schmalhans und weit Ärgerem gemacht haben. Nicht nur die Faust im Sack kommt dann auf keine schlechten Gedanken. BROT UND SPIELE Ich kenne einen, der plötzlich verarmte und sich gezwungen sah, in eine üble Kammer zu ziehen. Am andern Tag, als er nach einer durchbissenen Nacht auf die Straße kam, erstaunte er, wie völlig nichts er vor sich selbst geworden war. Wie wichtig ihm die kleinen gewohnten Dinge fehlten: Farbe der Wand, das wohlige Viereck des Schreibtischs, der runde Schein der Lampe, die er alle vordem mit sich ins Freie genommen hatte. Nur der Tabakrauch bildete noch einen Pufferstaat zwischen ihm und der kahlen Welt, trug ihn, umwölkte, pythisierte in etwas sein Ich. Widerlich fühlte sich der Mann durch den Gruß eines Hotelportiers geehrt, war geneigt, die kleine Macht nicht nur zuerst, sondern tief zu grüßen. So rasch sin- /(29) ken also Menschen zusammen, verlieren ihren Pol, wenn man ihnen die äußere Fixierung entzieht. (Selbst die Entsagenden, wo Armut ein großer Glanz von innen sein soll, haben sich immerhin, vor dem Auszug aus dem äußeren Haus, ein inneres gebaut, in dem Möbel, sogar Teppiche und Herrensessel durchaus nicht fehlen.) Das beste Schlafmittel ist der Schlaf und das beste Mittel, Sklaven in ihrem Stand zu halten, arm, »aber« ehrlich, scheint ebenso die völlige Armut selber. Denn wie das Grundgefühl des Portiergrüßers zeigte, ist Armut an sich noch keineswegs rebellisch. Im Gegenteil: wie sie selbst nichts haben, woran sie sich greifen können, so strömt die volle Verachtung der Oberschicht in die nichts als Armen herein und hält bei der Stange. Sonst wäre rätselhaft, daß es nicht mehr »Verbrecher« gibt, die sich in Kürze holen, was nur die reiche Geburt oder der gerissene Betrug in Ehren gibt. Sonst wäre noch merkwürdiger, daß die paar Reichen die Macht halten können und die

STÖRENDE GRILLE Die meisten werden dunkel gehalten und sich sehen sie kaum. der viel für die proles übrig und manches mit ihr getan hatte. Sonst seid ihr preußisch präzis. Denn er spiegelt doch grade nichts vor. sogar Genaueres. der dann so entäuscht hat. also keine böswillige. eine Weise heraus. So sprach der grillenhafte Mann und war heimatlos. Er vergaß nur mit dem. so werdet ihr österreichisch. antwortete mir ein davon unberührter Freund: »Wenn hundert Katzen vor dem Berliner Schloß stehen und miauen. aber will man wissen. der Ka. Er fügte hinzu: Deshalb seid ihr auch so vorsichtig und wollt nie sagen. bei uns wenigstens. gar vorher den heißen Krieg mitmachten und nun sozusagen dasselbe sagen wie rote Getreue. Da fährt nur bare Unzufriedenheit und ein sehr verständlicher. Nur: es gibt besonders heutzutage eine Unmenge Leute. aber ohne den Ruf nach circenses hielte er nicht lange an und wäre überhaupt nichts. die er schon hat. die sehr subalterne Beiträge hatte. Nur diese Art Unzufriedene.« Das war zweifellos gut gegeben. hier seit ihr durchaus Gläubige. Da bemerkte aber einer. lauter Gebot der Stunde. daß es Katzen sind. sondern daß sie protestieren. den neuen Menschen in die unentschiedene Gegend. wie beim Wagengeräusch. Er stammt nie aus der Armut allein. gnade uns Gott. auf das man sich auch allerhand singen kann. daß man. als revolutionär. aus einem verkleideten Glanz. bei so alter Sklavenzüchtung und Gewöhnung an sie. der acht Stunden am Tag dieselbe Bewegung machen muß. die ihn oft verdeckt. Daß Aufruhr.oder Freundschaftsflasche. sondern mehr eine trauernde Figur. die auf dem roten Kanapee sitzen. zum Unterschied von den bloßen Katzen des kalten Kriegs. Um 1789. sprechen nicht vor allem Führer aus einer »andren Schicht« zu den Stummen herab. Der Mann am fließenden Band. als eine bewährte. es sei eine verwunschene Prinzessin. das ist so ungewöhnlich. Am Sieg . die kein Recht darauf haben. trank manchmal aus der Subjekt. sehr heutiger Lebenswille. sondern aus einem Gefühl unbesessenen »Besitzes«. verschiebt alles aufs morgen. wo noch etwas Leben war. das in der Arbeiterklasse sei. zu einem Kommunisten: «Im citoyen steckte der bourgeois. welche Gesellschaft da zum Durchbruch will. revolutionär zu sein. so träumt ihr doch dauernd ein Wunderbares. daran fromm werden kann. /29) KLEINKARIERTE MITSTREITER Als es mir unpassend schien. Keiner liebt den fünften Stand um der schönen Augen willen. Aus seinem Klaissenbewußtsein hört ihr. ist genau so verschollen wie der Bergarbeiter. kann heute ihren Mann stehen. noch länger an einer politischen Zeitschrift mitzuarbeiten. nur sehr undeutlich oder gar nicht gespielt wird. nächsten sachlichsten Wege. Reißt nicht Hunger empor. Die den kalten. wie der Kapitän durchs Melderohr in den Heizraum eines Schiffs: so gehört jedenfalls ein ziemlich geheimnisvoller Antrieb dazu. so achte ich nicht darauf. stelle mich neben sie und miaue mit. läuft zu den Völkischen oder zu den Buidikern ab. obwohl ihr dicht darin zu sein glaubt. zum Unterschied vom ehemaligen Bürger. daß ihn der Genosse gar nicht enttäuschen kann. recht zu haben. auch kein so vorsichtiger Träumer sein. Damals waren immerhin mehr Inhalte da. der an sich freilich nur plündern läßt und so rasch beruhig wie er satt wird. als der dritte Stand revolutionär war. er hat viel Meuterei gebracht und setzt die ersten. der im Stand der proles explosiv wird. nicht ihren opportunistischen Tagdieb. was im Genossen steckt«. was er dem Andren so zu schaffen machte. sondern malt den ganzen Menschen. was aus herrschenden Genossen geworden ist. Der Ruf nach panis in Ehren. buchstäblich ihren Mann mit Rat und Tat. gar übermorgen./(31) lif Storch von damals brauchte keine Katze im Sack zu kaufen und nur zu gIauben. Dabei ist der jetzige Prolet doch meist nur ein mißglückter Kleinbürger. auf seine Weise. wie es im neuen Leben aussieht. überhaupt möglich ist. das verwendete Bild stimmte. die mit viel gar uneins sind.Arbeiter das va banque der Barrikade nicht auf jeden Fall ihrem Hundeleben vorziehen. mußte man nicht so formal. die. sprengende Melodie ist so viel und so wenig darin. gar feindliche. Hier betreibt ihr nicht nur die nüchterne Aufhebung von Not und Ausbeutung. Denn so vorsichtig ihr aufs Kommende seht. der einem zukommt.

gesteckt hatte. Die proles ist doch grade die einzige Klasse. daß sie den Schlüssel zum menschlichen Speiseschrank hergibt. Aber was im Genossen steckt. was große Worte. Aber da fand einmal ein Bursche. Spät abends kam ein Herr ins Hotel. das Leben ist ein schlechter Schneider. auf dich und mich kam es überhaupt nicht an. DIE WASSERSCHEIDE Einer sagte. daß sie als solche besonders großartig wäre. Wie nun der Hausknecht den Fremden geweckt hatte. Und zwar sind alle nicht zu wenig. wenn auch ganz angenehm. er rast an den Bahnhof. sich zu waschen: so sieht er sich im Spiegel und brüllt: "Jetzt hat der Dummkopf doch den Nigger geweckt. wir sind in Amerika. in der sie nicht nur stecken. beruflich oder wie sonst. da sitzt nichts. doch im Zimmer schlief bereits ein Neger. und zwar am richtigen. Sorgen. denn der Mensch ist etwas. Was dann käme? . es war nur für eine Nacht. nicht aber. Er hob das Glas auf. war also gar nicht so gläubig.« -Die Geschichte wird auch noch anders erzählt. Auch die Weißen sehen meist nur dem Zerrbild von sich ähnlich. sah es an und gab es seinem Freund: »ich wußte nicht.der bürgerlichen Klasse hat man. zu Sklaven. aber auch zu Ausbeutern. obwohl es ganz hübsch war. die keine sein will. erst recht nicht. Dem Neger freilich fiele sein Kleid noch mehr herunter. als auch indem man die mögliche Prinzessin erst besprechen muß. einen Spiegel. das steckt dann wirklich in ihm und nicht in Verhältnissen. beunruhigte selber den Andern. grade indem er irrte. daß das dir gehört. Außer einem. .« Dem andern gehörte das Gesicht auch nicht. was er darstellt. und er war zugleich nie wacher als in diesem Augenblick. Auch ohne Armut wird man sich noch genug unähnlich oder falsch bedingt sein. ja sollte selbst noch etwas Schlimmeres geschehen. bis sie es wird. die die Menschen noch schiefer machen als sie sind. sowohl an der Tür zu wecken als am Bett. Sowohl indern man den Sack von der Katze wegläßt. wenn der Grund nicht in Ordnung ist. alle Betten waren besetzt. mit Freunden. Schärfte daher dem Hausknecht ein.wenigstens springt kein Ausbeuter heraus. Wenigstens zuerst nicht. DER SCHWARZE Einer blickte sich schon mehr an. weit von hier. Der Herr nahm das Zimmer trotzdem. was sie wurden. läuft aber immer aufs Gleiche hinaus. sondern zuviel von Haus aus für das. nicht an dem des Schwarzen. /(33) /(35) GESCHiCK WEITERGEBEN Als der und jener scheint zwar jeder schon da. mit so viel Erfolg. in die Kabine. War der Mann nicht verschlafen? Gewiß. in den Zug. bevor sie ihn ins Negerzimmer schafften. was mit den freien Menschen los ist oder noch nicht an ihnen los ist. in das man ihn sonst. selbst menschliche Inhalte bedeuten. Später gewöhnen sie sich an die Haut. Geschick genug und kein Kraut gegen den Tod. es gibt noch Zufall. was erst noch gefunden werden muß. Sie behauptet nur. blinzelte er einmal scharf hin. so ist doch reiner /(32) Tisch und man hat bar. wenn man sie aufhebt. kannte so etwas noch gar nicht. daß sie dieser sei. mit Ruß anstrichen und er es nicht einmal merkte. daß sie den Schrank mit sich führe oder gar. Aber keiner ist. Es ging vermutlich recht zufällig her bei Vater und Mutter. jeder Proletkult ist falsch und bürgerlich angesteckt. Auf die Nacht nahm man allerhand Scharfes. als ich gezeugt wurde. in aller Frühe mußte er auf den Zug. /(36) So unbestimmt nah an sich selbst und die gewohnte Weiße fiel vom Leib wie ein Kleid. was er meint. daß die Freunde den Gentleman. Sprach der Kommunist. Sie lehrt grade radikal in ihrer völligen Entmenschung. ich war kaum dabei. sie behauptet nicht und kann allererdings nicht behaupten. daß es bisher noch kein menschliches Leben gegeben hat. sondern in die man sie auch noch gesteckt hat. sondern immer nur ein wirtschaftliches. das die Menschen umtrieb und falsch machte.

so sehr alle neuen Anfänge bestimmend. in der alles entscheidenden Zeit). unser Beginn mit Menschen und das Schicksal daraus (das es ja ohne diesen Beginn nicht gäbe) hängt von den zufälligsten Anlässen ab. all dies Schicksal wäre ohne den Barmann nicht gekommen. offenbar krank. Und woher fließt der Quell noch weiter? fragte der sonderbare Erzähler. In dieser Nacht ging ich erweislich nur hin. daß mein eigentliches Leben. Ich lebte als junger Mensch sehr zurückgezogen. Einmal kam ich spät nachts nach Hause. fernen Kleinigkeiten. Aber an diesen kleinen. die andern Anlässe fließen dann nicht oder wenigstens nicht weit. Was soll denn die Privatsache des gleichgültigen Offiziers. Seit kurzem war ein alter Mann als Mieter zugekommen. »Zufällige«. auch hier ist zu viel Zufall. sozusagen meine zweite Geburt oder die Erwachsenentaufe. mit der Entlassung eines bayrischen Offiziers zusammenhängt. und er beleidigt uns. entlassen wegen früherer Skandalszenen mit einer Münchner Tänzerin. Die kleine Universität und was ihr folgte. Was mich zum Beispiel betrifft. Der alte Mann aber. dort zu mieten. ein deutscher Freund vom reinsten Karat der Skurrilität . Niemals wäre ich ohne die Ungarin nach Budapest gekommen (wenigstens damals nicht). nach genügender Prüfung. indirekt. die mich doch überhaupt nichts angehen. Nein. immer dieselbe. erst seit kurzem ist die Kausalkraft der zufälligen Leiche und des Barbekannten erloschen. die ich für eine Witwe hielt. rollt aus sich selbst ab. die vor dem Schrecktraum nicht fliehen konnten. auch weil sehr unangenehme Bekannte ihr Quartier dort hatten. in einem abgelegenen Gasthaus. Vor allem war an diesem Abend ein Mann zu Besuch. die ich für eine Witwe hielt und nun erst eine wurde. Todkrank war er in das Haus seiner Frau zurückgekommen. Pavor nocturnus der Kinderzeit war wieder da. Aus meinem Gang in das Haus. das abgelegene Gasthaus im Isartal und was ihm folgte. der sich vornehm ächzend zuweilen auf dem Flur sehen ließ. die ich zuverlässig ohne den toten Mann nicht aufgesucht hätte. aus der Gnade seiner selbst? unterbrach sich der Mann. weil ich Menschenwärme ohne Ansehung des Gesichts brauchte. Und wieder durch den Mann aus der Bar begegnete ich meiner zukünftigen Frau. hat man im Alter die Fülle. an dem Schlafzimmer der Witwe vorbei. die gelähmten Glieder von damals. spukhaft schwachen. Hier ist ein Kernpunkt der Geschichte: ich war wirklich noch nie in dieser Bar. abergläubig etwa durch das sogenannte Karma oder die sogenannte Vorsehung. das sonderbarerweise offen stand: da lag der alte Mann schön aufgebahrt in ihrem Bett. das gleichsam Untaugliche. wohin /(38) der Student ohnehin fährt. die mir wichtig wurden. in der verlassenen Wohnung bescherte mir den Anfang meines erwachsenen Lebens. Berlin. eine russische Freundin. weil sie schlecht war. manchmal prahlte sie mit besseren Tagen. sagte der Mann. Daß einem ein Dachziegel auf den Kopf fällt. sofern man etwas taugt. ja eben weniger zufällige Fäden in diesem Kausalgewebe: aber keiner geht so hindurch. ja eben. an dem ich mein Buch schrieb (von der Landschaft nicht unabhängig). in einer Bar.Dann freilich ist man da. dieser Unglück hat. die / (37) Frau verschwunden und ich mit dem Toten allein. in einer respektlosen Stunde. ohne sie hätte ich den Philosophen nicht kennengelernt (wenigstens damals nicht. der zuliebe ich auf eine kleine Universität ging. durch den ich nacheinander. Selbstverständlich sind noch andre. war eben ein entlassener Offizier gewesen. Erst eine Studentin. dessen Namen ich nicht einmal weiß. könnte noch gelenkt scheinen. der Franziskanerpater. In meinem ersten Münchner Semester wohnte ich bei einer Frau. und nach kurzer Zeit war ich wieder unter lebenden Menschen. daß jener in seinen Plänen Glück. suchte und fand niemand. aus dem ersten Blick des Offiziers auf jene Tänzerin. lange vor meiner Geburt. bestimmte sich sogar der Wohnort. in wahren Kettenrauchen von Begegnung und Entzündung alle Menschen kennenlernte. so fand ich. Ist da. blühte lange nicht so. Doch was man in der Jugend sich wünscht. dazu noch spukhaft fremden und vergangenen Ursachen kann man das Beliebige. Mindestens unsere Begegnungen sind ungefragt. Das Haar in der Suppe war immerhin menschlich und das bißchen Schmutz in dem sauren Wein schwebte wie ein seliger Geist. an ich sonst gar nicht gedacht hätte. ein Nachtlicht brannte noch und rechts und links zwei hohe Kerzen. mit Nachtlicht. ja Unwürdige zum Karmagebrauch mit Händen greifen. Dann eine ungarische Frau ebendort. vor dessen Totenbett ich floh. und die nicht mit andern vertauschbar sind. dem ich nur ganz an . wenigstens Mut der Flucht.lauter Menschen. aus fremden. keiner ist vor allem so nachweisbar ursächlich. Es kann die läppigste Quelle sein und oft erstaunlicherweise nur eine. die Wohnung leer. die mich spezifisch berührten. der auf mich einen so lebendigen Einfluß hatte. der sonst nie da war und den ich kennenlernte. so wie sie waren. Sein Ende im offenen Zimmer.

im Überblick von der Mitte. Suchte das Wunderbare. von Schmiere zu Schmiere umgetrieben. verteilte Brotkarten. dürfte die meisten kummervollen Nächte schlagen. mit der sich die Eitelkeit und /(40) der Ehrgeiz versinkender Menschen sonst zu trösten pflegen. So aber ging es nicht mit rechten Dingen zu. sein Gesetz zu haben. wäre es mit rechten Dingen zugegangen. letzthin die Gruppe Geschichte und Schicksal schafft. Oder vielmehr. sein Gesetz.der Peripherie begegnet bin? Was hat sie selber mit der Erbmasse meines Lebens zu tun. hielt vor allem sich selbst dafür. und das auf Kraut und Rüben solcher Determination verzichtet? Jeder mag in seinem eigenen Leben die kleinen Uranlässe suchen. nirgends mehr unter. wirklich schuf wie aus andren möglichen Elementen. Wurde Schauspielerin auf einer kleinen Bühne. um ins Irrenhaus zu bringen. Doch das Leben ist noch verworren und nicht für uns /(39) gebaut. floh das elterliche Haus. sogar die Reiterin. Der Zufall des Geschicks. noch nicht dreißig Jahre alt. mein genauer Bruder. nach der das Subjekt. da war nichts geraten und geworden. folglich Zufall. Kam aber schließlich. die wir in allem begrenzt sind. ja kurios und komisch sein. ja auch dort macht noch ein Steinchen Wasserscheide. schön. Tänzerin und Barbekanntem dasselbe Leben schließlich schuf. ist. gegebenenfalls Gesetz der Notwendigkeit. ja eben Gnade seiner selbst. müssen wir. Warum. der kapitulieren sollte. läßt mit kleinstem Ausschlag hier ans Mittelmeer. dem unbürgerlichen Ausritt. sie werden meist ebenso geringfügig. war riesengroß und erstickte den Ruf in ihr. nicht nur unglücklich plaziert oder verkannt. die vielleicht aus Leiche. lebhaft. fragte ein Frauenkenner. Selbst die Logik eines Muts. ins große Schicksal zu kommen. . reichte nur aus. nach dem man seines Daseins Kreise vollenden muß. Dennoch ist das Mißverhältnis zwischen der ersten Herrlichkeit und den Zufällen. mit andauerndem Blick auf Eltern. Gewöhnung ans Gewordene täuscht den meisten Absicht vor. Auch die Kraft. KEIN GESICHT Ein junges Mädchen. heimischen Bekanntenkreis. gar mit dem Gesetz. scheinbar begabt. geschweige denn die äußere Verwirklichung mit dem Willen dahinter überein. schreiend. dies alles wäre mein Leib und meine Seele. mit leeren Händen und durchgelaufen. die auftrumpfende Illusion ihres Ruhms aufrecht. unten und oben zugleich. Quäler der Jugend und Mißverstand. Hier stimmt nicht einmal die innere. wurde Schreiberin auf einem Büro. selbst das hatte nur der angesehene Bürgerruf ihres Vaters ermöglicht. und dem Leben zwischen den Klassen. den sie doch hörte und der doch da war. aus der sie entfiohen war. wo sie ist. Der Umsatz unseres Daseins hat noch kein Produktionsbudget. vielmehr. fehlte das Ziel. dort an die Nordsee fahren. Zündete an. Kehrte zurück mit offenbar noch immer nicht geschlossenem Traumkreis. es fällt bald in einen Tümpel auf dem Hof. Wenige Wochen später brachte man die frühere Schauspielerin Karoline Lengenhardt. was brennen wollte. wenn nicht so beliebig. Die ungekonnte Glut des Wollens schlug nicht durch. sah einen recht kümmerlichen Menschen vor sich gehen. in eben der geistlosen Geburtsstadt. ehrgeizig. zur Kriegszeit. schickte die ersten lobenden Kritiken nach Hause. das Mädchen war sogar noch unbegabt. sagte der Mann und spuckte symbolisch in die hohle Hand. Strandete endlich. gar vom Ende des Lebens her. Hielt lange. bald auf Hügel und selten auf Gottharde. ins Irrenhaus. nach dem man angetreten und das bei allem Starken durchschlägt. Was in diesem Mädchen vorging. der in guter Haut steckte. Nachher freilich sieht vieles ganz richtig aus. die Freiheit. Ihrem Unglück fehlt sogar die Größe. ja sogar mein Gesicht. ist schließlich über die noch mehr »Freiheit«. so unbegrenzt leiden? GRAF MIRABEAU Einer. scheinbar ehrenamtlich. guter Zufall als Gesetz. des ihr »Geschickten«. der Mann tanzte nicht. Sogleich war ihm klar: dies vor mir ist mein Schritt. meine Art die Achseln zu heben. die sie verhinderten oder falsch legten. Das Gesicht kam nicht hervor. nach dem ich «intelligibel« angetreten bin. Gegebenenfalls Mut und Logik. es war überhaupt nicht verkannt. sogar das Pferd. Was im phantastischen Auszug lebte. bis sie war. doch genau so dunkel in ihrem Eintritt wie der äußere »Zufall«.

Etwas weiter gerät der tätige Streber. Übergänge wider Willen. aber doch noch merkwürdiger als das schlechte. auch beschämender. daß sie nicht einmal das Gegenteil war. beispielsweise. der sich seinen Traum täglich erobern muß. wenn er dasaß in tiefen Gedanken. schlimmstenfalls das Mythische an den großen Namen. verstehen Hauffs Märchen vom falschen Prinzen gut und was in dem Schneidergesellen vorging. Sehnsüchtige endlich ganz mit den Märchen zusammenfällt und ein kleiner Quixote wird. Shakespeares Kesselflicker Christoph Schlau etwa (in «Der Widerspenstigen Zähmung«). bestenfalls eine Linie von kleinen Sprüngen mit dem Anfang verbindet. wenn die alten Machtstellen leichter zu haben sind. Bald ging alles auf den Preis des Hochstaplers über. wohin er geriet. fuhr der geborene. der arme Bruder vor ihm war nur ungefähr einer. bis zu seinem vierunddreißigsten Jahr in Helbra gewohnt. Sondern es bestehen von ihm sogar Übergänge zu seinem rechtens entgegengesetzten Typ. Er zerbricht entweder. née de Recine. es ist also nicht sowohl das Aristokratische als das Märchenhafte. sei in Wahrheit der Sohn des Grafen Lesetto Riquetti von Mirabeau und seiner Ehefrau Marguérite. wurde mir vor allem wieder lebendig. zum rebellischen. als ein Normalbild auf der Straße ging. daß dieser nicht einmal ein Komplex wurde. das er eben vor sich gesehen hatte. indem Casanova. So manchem Dickens war wenig von sich an der Wiege gesungen worden. die Freizügigkeit. des Hochstaplers mit so viel corriger la fortune. und heute blüht dieser Typ. »In Wahrheit« fühlte sich der Monteur als . begann der Mann. Aber meistens verändert der Streber nichts. heiße in Wahrheit also Graf Riquetti Paul von Mira. sah mit starren Augen vor sich hin und hatte dabei in Gesicht und Wesen etwas so Eigenes. Sein eigentlicher Kraftraum ist das Bürgertum. er hatte es sich nicht einmal aus »eigner Kraft« erarbeitet. stockt höchstens. Bis daß der Entbehrende. Übergänge mit Willen: eine Mischgestalt wie Lassalle führte auch noch als eine Art Labakan die Arbeiter an. unter dem Namen Emil Witzel. als »Parvenu«. er rückt nur schlechter in die alten Machtstellen ein. Sehr viel höher aber. daß ihm sein gutes Geschick zwar so sicher war wie nichts sonst. Ein solcher bleibt dort wohnen. nur daß domestique gentil'homme nicht einmal Heimweh haben will. Man kann auch nur davon träumen. daß sich in dem Mann nicht einmal etwas gegen den unähnlichsten Doppelgänger sperrte./(43)beau. daß David Copperfield aus einem Zustand ein Buch werden konnte. er sei dem Invaliden nur zur Pflege gegeben worden. eine Wurst mehr zu haben. wie die Guten sagen. als ich den Menschen auf der Straße vor mir sah und allerlei irreguläre Gefühle. So einer dieser Traumgrafen a non lucendo oder kleinen Quixotes hat etwa. der Kapitalismus. hat er Erfolg. Ein Spiegel. eine Identität und doch zugleich so völlig disparat. daß er keinen mehr betrügt. haben kann). oder vielmehr eine Zeitungsnotiz von der Art. besonders in gelockerten Zeiten.wie die Aspekte des äußeren Zufalls gepfiffen hatten. nämlich die Tradition. die auch nichts dabei ausgeben. als Märchen. die sie braucht. weil sein Ich nichts Verwandtes mehr vorfindet (ein ähnlicher Vorgang wie beim Heimweh weit Verschlagener.er konnte es nicht sagen. Ab ovo war er ihm fremd oder vielleicht nur seit irgendeiner Wasserscheide? . auch der plötzlich erhobene Arme. ein Zimmer auf. Auch den Streber hat nicht seine Natur. der doch in nichts einer war. Schon manche Kinder träumen so heimliche Prinzen zu sein. Greift das Selbstgefühl zu aristokratischen Formen. die ich für ihn hatte. fast unwillige Glücksmann fort. Cagliostro einer Gesellschaft ihren besten Halt entziehen. so daß ihn eine Entwicklung. sondern er ist. Oder aber die lange versklavte Natur zieht sich aus der neuen Merkwelt gewaltsam die niederen Genuß./(41) kunft« und »Milieu«. den ich hinter dem Hochstapler meine. oder rein menschlich. als Monteur und Sohn eines Berginvaliden. um aus der langen Verdrängung als Tyrann zu explodieren. sagte der Mann. seine Staffeln sind ihm ständig bewußt.und Machtmittel herab. das bloße Produkt aus »Her. Hier ist viel weniger Eigennutz anzutreffen als Putzsucht. Desto beunruhigender. Dies ist der eigentliche Fall. Das Problem des »Hochstaplers« tauchte daran auf. weder seinen Typ noch die alte Welt. nomale. so nicht. der selbstsuggerierte Seigneuer ist nicht klassenbewußt. sehr viel höher und wichtiger als Streber und Par/(42)venu tritt der Hochstapler hervor: denn er wird nicht wie der Streber. tritt als Seigneur auf. sondern bloß seine Intensität von der Herkunft entfernt. um nach untenhin zu treten wie der Parvenu oder gar der Diener als Herr! auch wird die Aristokratie nicht eigentlich bejaht. daß sein Meister und die übrigen Gesellen von diesem Zustand nie anders sprachen als: «Labakan hat wieder sein vornehmes Gesicht«. Eine Sonderform ist der plötzlich Herr gewordene Diener. weil er sich de jure als solcher fühlt. auch wundersamer war das Gefühl des Irregulären. das ihn besticht und das er in den Revolutionsgrund selbst einmalt. am wenigsten sich selbst. nun aber erklärt er plötzlich. Davon sprach der Mann nachher und ließ nicht undeutlich merken. unbeschwichtbares Selbstgefühl und Narretei.

Monteur Witzel. ja Frechheit solcher Vorwegnahmen nie etwas Großes zustande gekommen wäre. Ein hübscher Bursche. der sie löst. In den Grafentitel vergaffte sich Witzel und meinte doch etwas ganz andres. der Kinder verschleppt). ist der Bruder des Kellerschen Schneidergesellen Strapinski. sie und das Märchen (es kennt viele Glücksritter und gibt ihnen Glück) entschuldigen allein das Dasein von Prinzen und Prinzessinnen. bis sie werden? Müßte man nicht noch viel mehr. den alle meinen und der allen zukommt. daß er wahr sei . Der braucht Symbole. bestimmt der Tag des Monteurs. ein Genie zu /(44) sein. setzen dabei arme ein. von der Wurzel her. sie korrigieren. um auf diese »Andren« zu kommen. Zieht man aber alles von dem Satz ab bis auf den Willen dazu. Golf. bei Witzel hochtrabende. Ein junger Mann war gesucht. Der Monteur Emil Witzel hatte gewiß kein Recht. als er sich Ludwig van Beethoven gleich fühlte.dann hat er recht. wie es noch kein größeres gab. sagte einer. höheren Dasein im Herzen. der kümmerliche. dort der falsche Graf Strapinski. in der noch die Ostereier Zu-fall sind (den man beschwören darf). gesund und anstellig. der erbt. etwas Märchenhaftes. wir sagten es schon. Die Hochstapelei bleibt etwas sehr Merkwürdiges: sie zeigt Glanz. Aus den hunderttausend Bewerbern wurde einer angenommen. aber wieso hatte er keines. ja. die Fälschung und schändliche Plaziertheit. der er doch noch nicht war. »in Wahrheit« kein Monteur und Schneider zu sein. sind im Himmel und wissen es nur nicht. der junge Mann meldete sich. Ja. bei andren vielleicht dunkle und tiefe. sich Graf Mirabeau zu nennen. das Straßenbild. wenn auch auf kuriose Weise. als er den sonderbarsten Wettbewerb erließ. trieb Hochstapelei skurrilsten Stils. Wie unwahr weckt uns der übliche Morgen. einen Schein aus der letzthinigen Unbekanntheit des Menschen und dem Lichttrieb. Figur zu machen. aus einem früheren Leben). sondern korrigieren ihn grade. selbst alle Frommen hier erst scheinen. und nun als Dienstmädchen in der Küche zu sitzen oder sich als Monteur verdinglicht zu sehen. in der die meisten leben müsse. ARMER UND REICHER TEUFEL Wer genug Geld hat. feine Kleider mit Schick zu tragen. Er gönnt den Nächsten auch etwas. wie denn ohne die Kühnheit. am liebsten ein /(45) Bergarbeiter. Reiten. wer wir sind und wie skurril erscheint es einer unsterblichen Seele die zur Hölle oder zum Himmelreich bestimmt zu sein. Der echte Graf Mirabeau erbte seinen Namen. und kein »Recht«. Alles mit dem Geld eines Schutzherrn. immerhin. Das Schicksal hat ihre Stimme im Mantel erstickt (als ware es ein Bandit. beide sind Traumgrafen mit der Grafschaft als uneigennützigem Symbol oder als Wissen. was wissen wir schließlich. auch der wirklich produktive nicht.da ist weder unsre Zeit noch unser Raum noch gar unser Name. um endlich die Rätsel des kleinen. denkt sich etwas Schönes für sie aus. in dieser zufälligen Versteckwelt. nach beendetem Schliff trat der Glückliche eine . So hielt es auch jener Amerikaner. die Wunder des großen Bruders auf der Straße abzuschaffen? Die »Quellen« der Hochstapelei. nun sind sie der Monteur Witzel geworden. Die Menschen. der Dienst. den Traum von einem reineren. wären dann erforscht. der echte Beethoven vielleicht eine frühere Begabung (einige sagen: sich selber. weil sie es nachmachen und vormalen. der plötzlich wußte oder behauptete. vielleicht. edleren. wie unrichtig kommen die Menschen in diesen Ordnungen zu sich . wenn auch infantil und scheinhaft. corriger la fortune. schloß der Mann ziemlich ermüdet. ist mit den Wenigsten identisch und die ganze soziale Erweckungsgeschichte. so lächerlich und altmodisch sich hochstapelnd. Ein Hofmeister brachte ihm die Künste der Welt bei. die Echten. die nicht oder noch nicht wahr sind. mit dem samtenen Radmantel und der schwermütig edlen Miene. aber wieso ist es grade dieser und jener. der vorherging und in der Verschlepptheit blieb. um Beethoven zu werden. und nicht ein anderer? Und müssen nicht alle Künstler. ja. dem der Wecker rasselt. ist falsch. Reiche Leute wollen gern spielen. gebildete Sprache vor Damen und was sonst ein amerikanischer Gentleman braucht. das Zifferblatt. oder der Mann.Graf und glaubte schließlich selbst daran. geht ohne Selbstbehauptungen ab. der Himmel scheint allerdings noch nicht sehr deutlich zu sein. der Adressat. hier ist der falsche Graf Mirabeau. hatte nun nichts zu tun als die weiteren Bedingungen zu erfüllen: nämlich auf gute Manier zu essen und zu trinken. Die Anaßungen solcher Hochstapelei sind kein Betrug. und trieben wirklich Leben über Tag. wird manchmal merkwürdig gut. bei denen das Symbol fast zufällig stimmt: Kein Vorstoß ins »Höhere«. Er gebrauchte diese durch nichts gedeckte Anmaßung. Auch der junge Musikant Beethoven.

unvorstellbar jetzt die ersten Tage. die die Maus erst laufen läßt. unsres naturhaften mit dem Tod am Ende. Monate. indem er eine andre Stelle mit ihr suchte. die Zeit der goldenen Jugend begann. Und gerade diese Menschen wird Gott am sichersten verwerfen. Zuerst etwas über seinen Besitzer. der Revolver des Arbeiters ist schon sehr sympathisch. kurz. der kapitalistische Despot lebt auch im Endschicksal überhaupt. bevor sie sie frißt. aber in einigen Menschen. erschoß ihn. oder auf revolutionäre. anders als der reiche Mann. und man nichts zu lachen hat. darunter so gute wie zum Beispiel ein Leopardenkätzchen. der gute? Zwar er selber ist aufzuheben und der Arbeiter erschoß ihn. das mit uns spielt. daß der kleine Mann sich dann noch kleiner macht als er schon ist. kurz. wenn er doch nicht stetig genug ist. Calvin hin. fuhr nach New York. Nun hätte der Bursche den Vertrag freilich brechen können. Besonders dort. nur sein Herr konnte die Bestie übertags anketten. das uns den halben Auftakt des Lebens setzt und nachher dem Nichts gibt. DAS KÄTZCHEN ALS DAVID Man muß sich zusammennehmen. sah seinen Wohltäter. Der amerikanische Teufel hat sogar Ähnlichkeit mit der bösesten Despotie. mit Kontrast-Beleuchtung obendrein. Die große Katze gibt im Leben nur kleine Gastrollen. jagte indischeTiger und speiste bei Vizekönigen. bis es sein eignes wurde. wenn er diesen Gott abschösse wie der Arbeiter den Millionär. ist hier unten unerkennbar. Er konnte das. Aber weder hat man je Gewisses von diesen Dingen gehört. das bloß soziale Schicksal. Auch könnte er wollen. per definitionem sein kann (denn unser Raum ist immer das Leben oder was mehr. Denn so miserabel oder auch so bewegt und glänzend ein Leben gewesen sein mag: der Tod löscht es gleichmäßig und schickt in die Grube. als wäre nichts gewesen. das zwar ein seltenes war. aber nicht was weniger als dieses ist) . um den Stein zu höhlen. immerhin. hatte Glück bei Frauen und zeigte Begabung dafür. Kein Mensch könnte es dem »Heiligen« verübeln. Anders hielt es glücklicherweise ein Kätzchen. samt Blitzableiter. Nur eine kleine letzte Bedingung stand noch aus: der junge Mann mußte nach der Reise wieder ins Bergwerk zurück. noch ist das Gericht bekannt. einen Münchner Tapezierer. damit sie von der Hölle desto schrecklicher überrascht werden. Reiste in den Opernglanz von Europa. der Kohlenstaub in den Augen. ist aufzuheben. Mußte dort mindestens zehn Jahre bleiben als Grubenarbeiter wie bisher. Statt dessen streikte er verblüffend. der keinem sein eigener Tod ist. die Einfahrt ums Morgengrauen. führte das Leben von Prinzen. mit Calvins Gott: da kann keiner wissen. dessen Roheit der reiche Teufel ja kopiert und sinnfällig gemacht hat. kaufte dabei wahllos Andenken. das Bett mit dreien. die Gnadenwahl. Kameraden. der Gegenschein und jetzige Kontrast. und ein Rottweiler Metzgerhund bewachte das Ganze mit seinen Schätzen. wo es gefährlich hergeht. das uns freisprechen würde. Der war auf sechs Mann zugleich dressiert. als wäre ihnen das Paradies besonders sicher. mit Kreditbriefen in der Tasche. ob einer selig oder unselig wird. damit er nicht gesehen wird. zu den Kohlen. die jeden noch so exotischen Wunsch erfüllen ließen. dann muß man seine Kräfte sammeln und sich nicht verzetteln. erregte Gott einen Anschein von Heiligkeit. das näher lag. die ihm so fremd geworden waren. wird gesagt. Hölle her: im Tod. Am häufigsten ist. blinden Pferden. sagt Calvin. den ein messingner Halbmond schmückte. er erregte nur den Anschein von Heiligkeit. auch Polsterer. das die reiche /(46) Klasse der armen setzt. zur Nacht in den . wie etwa bei dem steten Tropfen. nicht nur brav und fleißig ein Tropfen zu bleiben. Auch dies unterschrieb der Glückspilz. die Arbeit auf dem Rücken. auf gute Manier. das Gericht sprach ihn frei. auch ein Souvenir. nachdem er zur Faschingszeit mit vermieteten Matratzen genug Geld verhatte. Husten. der schlechte Fraß. der sich selber der Ruhe erfreute des Liegens und Besitzens. Stieg ins Bergwerk zurück . Nun. wo er heimkehrte und seinem Gönner fast wohlgesättigt dankte. und die ihn verachteten. Bis zu dem Tag. wie einem Gastgeber beim Abschied. das Schwitzen. Besser /(47)klingt freilich: will man bestehen.auch im Tod ist etwas von jener reichen Katze.dreijährige Reise um die Welt an. Aber der reiche Mann steht noch wie ein Götze des andern Schicksals da. Zog die alten Kleider wieder an und stieg in die Grube zurück. machte ziemliche Reisen. hielt sich ans Leben. Begründung: Ist das Leben. als Arbeiterführer. und der Heilige glaubte sich schon auf dem Parkett des Paradieses zu bewegen. Das kann gewiß auch schiefgehen. in der man ja das Schicksal dachte. was ihn drüben erwartet. Für den Arbeiter post festum hatte man Verständnis. zuletzt bezog er ein Bauernhaus bei Garmisch.

als er endlich in die deutsche Stadt kam. indes der Hundsriese seine Kraft nach allen Seiten ausschlagen ließ. verschleppt. wo der sein schwächstes Glied hat. schnurrte. da wachte der Besitzer durch ein schreckliches Duo im Garten auf. diesesfalls nur schwach oder gar nicht gezielt. durch den rasenden Hund. wo immer der es witterte. in Reval. so war er auch kein besonderer Held. das doch ohnehin längst gefressen sein mußte. Durchgebrannt. Geruch von Nähzeug. Oder es beleuchtete nicht mehr als den Weg zu einem guten kleinen Ehebett. War das Mädchen tönern. mitten während des Durchzugs fremder Truppen. wie ein Vater erfuhr. mit allzu arrivierter Unterschrift. glaubte er zu wissen. tot. die anzog. Neugier. aber sonst nicht wieder zu erkennen. erfuhr er. so öffnete die Schwester eine Tür zum angrenzenden Zimmer und sagte: Fräulein Doktor lassen bitten. Die Damen freilich nahmen es jetzt nicht mehr so gönnerisch auf den Schoß. Die Überraschung des Rottweiler Metzgerhunds muß groß gewesen /(48) sein. viel lag dazwischen. ganz anders war. Aber die Moral von der Geschichte war doch diese: Gegen einen Wachhund machte geschulte Einseitigkeit scharf zum Zweck. Er soll sich dadurch von der Freude nicht erholt haben. Die war nach einem Gang auf die Straße nicht mehr nach Hause gekommen. Kurz danach schrumpfte sie zwar unter seiner Gegenwart wieder zusammen. Es hatte sich offenbar. manchmal störte. Dem eitlen Mann wurde sonderbar vor der Niederen. darin lag sein bißchen Kraft. Gott sei in den Schwachen stark. Näm. sonst hätte er gar nicht begonnen. Zuweilen ein Flackern. in höchster Not. nicht einmal eine genaue: bis endlich aus einer mittleren deutschen Stadt ein Brief kam. gleichviel. Reue. erzählte von ihrer Entdeckung fürs Theater. wo ohnehin der Hund wieder anzubinden war. und der Effekt nicht zweifelhaft. da die Patientin noch nicht bereit sei.Garten freilassen. Der Pförtner wollte ihren Namen nicht kennen. ruhig. das nun nicht bloß Milch geleckt hatte. als ein noch schwacher Knabe. in ihr der tote Metzgerhund. wie mans wohl denken kann. als er in München nach ihr fragte. in denen sich der Mann herunter schraubte. Der ungebildete Tapezierer meinte statt dessen einfacher: Quäle nie ein Tier zum Scherz. das er besuchen wollte. Wer sie war. sagten in diesem Fall auch kaum. daß die junge Schauspielerin vor einem Monat an der Grippe gestorben sei. sah er eine Blutlache von verblüffender Größe. Nach Jahren kam der Mann wieder in die Stadt. aber das beruhigte erst recht nicht. ein höchst jubelndes Lebenszeichen. daß das Mädchen irgendwo in der Nähe in einem Kreiskrankenhaus liege. Bis eines Nachts. Wohl aber läßt sich erfahren: nicht nur David. meldete sich. zur Zeit krank. das nur noch schwach miauende Kätzchen. hatte ihr Bild beigelegt. Den Vater hielt der baltische Wirrwarr lange fest. und wie er nach dem Leopardenkätzchen ausschaute. der auf die sonderbarste Weise seine Tochter suchte. war seine Tochter nach München verzogen. angenehm und klug. hatte er nicht mehr ganz inne. Auch umgekehrt kann da vieles auf und nieder gehen. sicher. aber jedenfalls der erste angekommene. so blieb alles auf demselben Fleck und man trennte sich. vielleicht nicht der erste des Mädchens. auf das einzige ihm gegebene Mittel konzentriert. Die sozial Schwachen./(49) lich das kleine Mädchen von damals war zur Chefärztin selbst entpuppt. nach dem ungleichen Kampf ganz unbeschädigt. und . die führte den Besuch. Als der Besitzer dann aber den Garten betrat. Unterdrückten sind am wenigsten Leoparden. verhältnismäßig Glück genug. aus Mitleid. als sei man auf einem Wohltätigkeitsball für süße kleine Negerbabys. zu nervös. das nicht brennen wollte. saß dieses auf einem Baum. auf den angestammten Sprung nach der Kehle des Feinds. daß das bißchen Unglück. ins Zimmer des Chefarztes. leckte Milch. die wie oft in solchen Fällen nicht die besten waren. Es war also entwichen. sorgfältig vor der Wut des Metzgerhunds verwahrt. trifft Goliath dort am besten. mit eingeborenem Sprung an die Kehle. TRIUMPHE DER VERKANNTHEIT Wie das Mädchen aussah. auch etwas Laden war um sie herum. die erhöht wurde und die er jedenfalls nicht erkannt hatte in seiner Zeit. Das Leopardenkätzen dagegen ward ganz zärtlich von besuchenden Damen tagsüber auf den Schoß genommen. fuhr der Mann zur Kranken. der Tapezierer trauerte seinem Kätzchen nach und wartete bis zum Morgengrauen. Dieses nun grade war ihr nicht geworden. doch als höchst gezielte. ebenso wie die des Leopardenkätzchens. und die üblichen Lobeskritiken. Wenige Augenblicke. Nun erfuhr der abgedürrte Liebhaber. Aus Gründen. Eine kleine Freundin. denn es könnt geladen sein. hinauf zur Oberschwester. man hatte die Wahl zwischen Unglück.

nicht mehr sterblichen. Der Alte hätte den Triumph nicht gesucht. wirklich der toten. wie man kaum glauben sollte. davon abgesehen kann man sich die Freude des Vaters natürlich vorstellen. Der Chok des Augenblickes verband sich mit der Enttäuschung des Bilds. ein Großherr. denn als der Mann die Stufen zur Wohnung hinaufstieg. dem kein Feind widerstanden hatte. und das Land ging vor ihm in Brand auf. Schritt vor Schritt neben den Pferden ins Lager eskortiert. Man kehre zur ersten Geschichte zurück. völlig erschöpft. der alte Mann. man hat seine uneigennützige Freude daran. Mit diesem hatte der Mann schon zu Nacht gespeist. das Gebüsch herauf und nach kurzer Jagd war das Dutzend gefangen. Immer weiter marschierte der Alte.trat diese aus ihrem Zimmer. zu dem das Mädchen doch fähig schien. ihn so groß gesehen zu haben? Das war eine Frage und darüber erhob sich ein Gespräch. seinem allerhöchsten Rang nach. ein alter Mann. gleichviel. in einer großen Handelsstadt. aber den Ratsherren wurde der Triumph nicht geschenkt oder gerade geschenkt und dem Hörer der Legende auch. und mehr. Straßenjungen warfen nach ihm mit Steinen. nicht die Heldin des Grabromans. um die Stadt zu übergeben: da sprengte eine scharfe Patrouille um den Hügel herum. er wußte nicht wie. verhandelten mit gedämpfter Stimme. zu Alexanders oder Napoleons Zeiten. sondern schön und vollendet stieg das Bild der jungen Schauspielerin auf. auch bei Buber. aber der Kaiser erkannte ihn und er erkannte ihn vor den Ratsherren. wagte sich auch dann nur gegen Abend herunter. immer wieder. das wirkliche. der sich hierhin. am . . wie verwandelt sie war: Unruhe. Ratsherren der Stadt darunter./(50) schichte endet so klanglos. Nach soviel Umwegen war nun doch der Tod gekommen. Und alle erfuhren: war der Kaiser der Meister des Schwerts. so war der Alte der Meister des Gebets. nach seiner Tochter verlangte. Ratsherren neben niederem Volk und mitten darin. wie man sieht. das sich hinter den Bäumen verstecken wollte. daß die Spione augenblicklich zu ihm selbst gebracht werden sollen. Es war keine gute Stadt. große Gruppen standen an Kreuzungen und freien Plätzen. sondern am nächsten Tage schon zum Kaiser zu gehen. in dem keine Beschämung und nicht die leiseste Eitelkeit ist. Ein Würger war über die Stadt gekommen und die fetten Schultern der Bürger bebten. nicht vor Lachen. die Großen der Stadt konnten ihn nicht erkennen. manch unangenehmes Gefühl sagte Nein. und füge ihr eine ebenso positive. dorthin über die Ebene ergoß. Doch freut man sich wirklich rein. Nicht alle fühlten so. warf dem Vater endlich die Adresse seiner Tochter hin. Vom Friedhof ging der Mann zur Polizei. mitten im Glück weggenommen und gerahmt. den er bestellt hatte. Gelächter und Unruhe um die Feuer. ja Angst lag in der Luft. freilich nicht als Lustmord an einem Kind. schimpfte über die Ausländer und ihre gute Natur. einem Strom von Menschen nach. die Armen standen unter dem Profos. an der wiedergefundenen Tochter. still vollendeten. Befehl des Kaisers. Die Ge. Den Weg zum kaiserlichen Zelt gestoßen: da stand nun der gemischte Haufen. jetzt eine kleine Anhöhe hinauf. die letzte Wohnung seiner Tochter zu erfahren: »die letzte Wohnung?«. Der Kaiser trat hervor und überflog das Gebrachte. die grade erwogen. Seine Dachstube verließ er selten. das gegen die Stadt heranzog. übrigens großartige Geschichte zu. auf die sich immer noch Neugierige gewagt hatten.» Als der Vater etwas. von einem Kaiser. so traurig und so romantisch. die immerhin positiver endet. wird erzählt. Schicksalbilds. wurde der Beamte noch gröber. sagte der Beamte und kramte böse herum. mit ungeheurem Triumph des Alten im Kielwasser dieser Erkenntnis. um die Lagerfeuer zu /(51) sehen. was das Mädchen antworten sollte. »hat sie denn schon wieder eine andere Wohnung? Heute morgen war das Fräulein erst da und hat seinen neuesten Umzug angezeigt. von Tod und Grab und Grabstein stammelte.Unbekannt. da sagte der alte Mann leise zu sich: Sollte er es sein? Wandte sich ab und ging durch die Stadt zum großen Tor hindurch aufs freie Feld. an der alles viel größer war. auferstandenen. erstaunte er. brachte sich nur kümmerlich durch. die zwar nur eine Legende ist. Dort lebte einmal. er war zu ihrem Bedarf zu schwer und zu jeder Rolle zu groß. Der Alte hörte von einem großen Kriegsheer. aber dennoch wirkliche Hintergründe zeigt. die Kirchen waren selber nur Wechselstuben zwischen hier und dort. gefesselt. und die Bürger sahen lachend zu. eine chassidische und unter viel Gestrüpp steht. keinen Widerstand zu leisten. Dort ein rasches fragen und Zurufen. das stille Gesicht und die hinfällige Gestalt: so warf er sich vor ihm nieder und küßte die ausgestreckten Hände. schellte. Als aber der alte Mann wieder einmal zur Straße kam. Der Meister des Gebets ging wieder seine Wege. der Vater sah sie und sagte nur: »Warum bist du denn so klein?« . doch kaum hatte er den Alten gesehen. wie er so jämmerlich davon lief.man zeigte dem verzweifelten Mann ihr Grab. wohl eher vermieden.

der mit ihm zieht. vielmehr übers Schicksal hinaus und in unsern Raum. Der Alte mag so verborgen sein. meinte der Erzähler. in sich hatten. Der Ärztin ist zu gönnen. wenn sie Rubens. in dem die Menschen leben und das eben nicht ihres ist. Zwischen Ente.setzen wir aufs Kleine. vor allem Groß und hoch Oben. Sie sind es sonst vielleicht nicht. Doch jeder Neid »ändert« sich. sei es. sowohl wegen des Paradoxes. Die bürgerliche Kultur wie auch die feudale (trotz stärkerer Gruppenbildung darin) ist eine Spitzenkultur. so gibt diese nicht einmal Gott ferne Allongeperücken. lieben so Helden. da er es nicht überall ist. daß er beschämt wurde. gewiß. Am kleinen Verpuppten erschien Größe nur als erstes Zeichen davon. bis zum Knecht Jesaias verkleinert erscheint der Held grade in der Bibel. sagte er. das nicht begriffen wird und dadurch nicht ganz eines ist. wie er /(54) sein muß. in . bestimmt ein Schwan.(52) vouierte sich der Erzähler selbst. denn das Großkopfige erscheint sogleich. ist aber kein letztes Zeichen für den Eintritt ins richtige Schicksal. er nahm ihn nicht einmal. ja selten an diesen oft nur. Doch eben wegen dieses Lichts sollte der Alte auch zuletzt nicht monarchisch blitzen. daß sie etwas hoch kam. Selbst Andersens Märchen vom häßlichen grauen Entlein schwimmt noch irgendwo im gleichen Wasser. auch ringsum beschämend auskompensiert.wenigsten die Älteren. die im Grab nun wirklich eine «verlorene« war und Gefühle hervorrief wie in einem Roman. schlecht schießende. sich der Leser also an seine Stelle liest. Sie läßt sich es nun auf fremde Rechnung am Helden gut. sein niederblitzender. Nach unten wirkt dieser individualistische (53)Glanz einschüchternd. Dadurch leidet die Kreatur. Außer den Gewaltherren. aber er erlaubte sich die Pointe seiner Geschichten nicht. meinten fast alle. wenn sie van Dyck sieht oder Rembrandt gesehen hätte. sobald der glücklich Andre gar nicht lebt. Schwan. und an heidnischen Sonnenmythen. etwas unfreiwillig. diese liebten Klein und Groß. Dem Vater ist zu gönnen oder auch nicht. allerdings auch ein Licht. aber hierin schlimme Gesellen. aber der ganzen Sphäre oder wenigstens der Lust an ihr ist außer Glanz . nicht mehr am fremden Glanz. «kaiserlichen« Ausdrucks seiner selbst. daß er noch ein gerahmtes Bild von der verlorenen Tochter hatte. würde die Gewalt solcher Stoffe kaum mehr verstehen oder sich dagegen wehren. wenn er aufsteigt. daß er selber nicht wußte. groß und klein . so ist doch keiner verborgen großkopfig.hierher. Sturm und Erdbeben. schlecht reitende. sondern manche Tiefe kündet sich anders. fast als Genossen. als notwendig personale. nicht aber. wie es scheint.man darf es doch nicht verkennen auch gedrückter. sondern hat ihn als Ebenbild des Menschen. dem Fräulein Doktor unsrer Geschichte und dem Meister des Gebets am Schluß sind gewiß viele Zwischenräume. hat lauter Ränge übereinander und durch Personen bekleidet. Schon Knaben. als «Größe« im Sinne des vorigen Grafen Mirabeau oder gar des mächtig hervortretenden «Meisters des Gebets« ist adäquates Schicksal. die noch etwas Wilhelm II. erzeugt besonders scharfe Minderwertigkeitsgefühle. manche werden daran gemein vor Neid. sei es. haben einen bösen Blick. vielleicht durch ein Zeichen nebenbei. eigene Minderwertigkeiten nehmen Rache. den man mit in Kauf nehmen mag. das nicht Purpur ist. sondern nur gelesen wird. einer zu sein und nun desto tröstlicher blendet. nicht in den Verpackungen von Feuer. Sonst doch. bis ihn der Kaiser störte oder er sich durch ihn stören ließ. hat damit freilich nur ihre Stelle. Es behagt uns auch nur bedingt. ich erinnere mich genau. eine Verneinung des starken. noch so Erhabenes wie die Erkennung des Bettlers Odysseus gehört der bedenklichen «Katharsis« nach also nicht nur dem Glanz nach . so tiefsinnig es sich sonst bewegen mag: das geringe Gefieder teilt sich und ein Schwan zieht seine stolzen Kreise. Eine nicht mehr individualistische Demokratie. und gehört er zur Bibel. wenn es dem Andern schlecht geht. Klein und groß. Größe. Noch so Beliebtes wie die Erzählungen vom guten Kaiser Josef. Ohne Kaiser. oder wenn dem Verdienst sein Orden wurde. Das gemalte und legendarische Schicksal korrigiert mit Recht das «wirkliche« etwas. Auch im »Meister des Gebets« (der ein biblischer Held sein könnte und ein chassidischer ist) wirkt allerhand Tiefe dieser Art. Korrektur des Schicksals letzthin auch nicht da. jedoch freilich. mißfällt uns nicht immer. daß sich der «höhere Rang« nur verbirgt und folglich desto triumphierender hervortritt. freut sich weniger an der fremden Verminderung. als wegen seiner höchsten Einrückung in Menschennähe. sehen sich erfreulich. doch mit einem Male kommt der Meisterschuß oder sonst ein Zeichen und man erkennt Old Shatterhand. scheinbar. noch lieber groß geraten. an der man lesend teilnimmt. nicht sich selber gewechselt. daß das Puppenhafte nicht wahr sei. danach mitbefriedigter Geltungstrieb gemeinsam. und dem Burschen vor ihr. Nach einigem Hin und Her desa. Auch der Alte hatte seinen Lohn dahin oder vielmehr. Aber bis zum Christkind. deren teilweise Abreagierung eben macht den gesprenkelten Reiz solch plötzlicher Höhe aus. noch Gott erscheint ihr im sanften Säuseln.

sondern ideale Formen kränkeln. gerade als Kriegsherr. weiter die staubige Chaussee zurück nach Paris. dem sonst vor Weibertränen nicht firmen Ludwig XV. das immer hindert. mit den Akten des Falls in meiner Schublade. die von vornherein zu edel sind um wahr zu sein. erzählte nun wieder ihre Geschichte. und von heut auf morgen kann ich das ganze Urteil verschwinden lassen. SCHREIBER AUF DER MAIRIE Oft haben Kleine im Amt ihr schäbiges Mütchen gekühlt. Die Edeldame. eine künftige Gesellschaft wird keine Leiden und Triumphe persönlicher Verkanntheit haben. vor einer vornehmen jungen schönen Frau. den er vom Gericht losriß. er zählte das Geld zusammen. Allerdings den Hut zwischen den Händen drehend. er habe Doyle nicht beauftragt und das Geld sei er ihm nicht schuldig.« Die Akten verschwanden in der Tat. Die Pompadour brachte die Freundin sogar zur Königin. Doch der lag noch mehr aus dem Idealismus heraus (den er als Opfer gehabt hatte) und antwortete. wo käme man dahin? DER EDLE SCHEIN Man scheut sich durchaus. die Exekution fand nicht statt. ohne daß ein Herr sich darum schert. Aufrufe. beide zum Mythos bereit oder wie aus ihm verkörpert. dort der Gefangene. Sonst könnte ja jeder kommen und Akten verschwinden lassen.einer etwas ebeneren Welt werden es dergleichen Anonymi leichter haben. hier war der Retter. aber wie rätselhaft gern schlagen sie in ihr Gegenteil um. Bin Schreiber auf der Maine. Conan Doyle aber hatte die Langeweile der Moralität oder den Ekel. Die Dinge dürfen nicht wie gemalt sein. Der erste Streit holt alles wieder auf. so daß für das Kunstgewerbemuseum der Sittlichkeit nichts übrig bleibt. das mancher in der Zeitung lesen konnte: Conan Doyle etwa ist ein bekannter Mann und man verdankt ihm viel. wenn man sie noch braucht. worauf das Männchen: «Wenn das alles. die es nicht einmal zum Ornat der Schreiber gebracht haben. Gerettete Schwäne sind nur alle Enten am Licht. rehabilitiert. dann /(55) nichts leichter als hier zu helfen. und schickte Slater die Rechnung zu. Da begegnete ihr ein recht armselig Männchen. was sie kann. fast ebenso. durch juristischen Edelmut im Kampf ums Recht. etwas zu schön zu beginnen. niemals schafft. Bemühungen. ganz ohne politische Hintergründe oder selbst Gründe wie im Dreyfus-Fall. Auch er aber konnte das rechtskräftige Urteil nicht kassieren. weil man nichts berufen will. kurz. deren Mann wegen Befehlsverweigerung im Krieg zur Erschießung verurteilt worden war. oder gar vor Intelligenzbestien. Das eigenmächtige Handeln dieses französischen Offiziers hatte zwar den Sieg gebracht. die niedere Bürokratie zeigte diesmal sogar im Guten ausnahmsweise. das ihn die Rettung gekostet hatte. Geisterstimmen aller Art widmete er jenem unglücklichen Slater. sonst halten sie im Leben nicht. Denn Opfer. nicht einmal. Um ein Beispiel zu nennen. Wenn es sie noch gibt. vergebens. die die Ordnung stören. was vorher keinen Platz hatte in der edlen stillen Luft. entschädigt. Das erfuhr eine allerdings nobel gestellte junge Frau. Zuweilen liest man edle Taten. Die junge Obristin fuhr standesgemäß nach Versailles. ihr übriger Vorrang oder Privatgröße wird nicht da sein. doch auch ein gutes Beispiel könnte hier schlechte Sitten machen. nicht etwa vor kleinen Leuten ihresgleichen. für Ecce homo gekämpft und für einen Geschäftsmann gesiegt zu haben. diese zum König. blind vor Tränen ging sie an ihrer Equipage vorbei und weiter. Aber nicht immer wurde von ihnen durchkreuzt. Jetzt hat Conan Doyle seinen Florestan verklagt. in offener und kollektiver Schlacht zu dem Unsren zwingen. vor Unglück ganz eingeebnet. Nicht nur. wo sie die Pompadour zur Freundin hatte. Pardon geben. das wunderte sich über die höfliche Pracht zu Fuß und hielt mit gezogenem Hut an. ein Sandkörnchen im Getriebe hat funktioniert. Aber kaum war Slater befreit. Die junge Frau verließ das Schloß. so besserte sich seine /(56) Gesichtsfarbe ganz unkenntlich: mit einer großen Zigarre erschien er in illustrierten Blättern und die Entschädigung legte er in sehr gesunden Unternehmungen an. sondern das Schicksal. der zwanzig und mehr Jahre schuldlos im Zuchthaus saß. was als Feldwebeln ihnen wider den Strich ging. Manche sind sogar wahr. er ist durch den unterhaltendsten Scharfsinn bekannt und seit kurzem. Da schien Menschlichkeit wie von selber. bringt er vors Gericht und das Zuchthaus will er mit dem Schuldturm gewechselt .

sondern roh. tragen mehr Hass vor den Richter als dieser braucht oder haben eine ganz verblüffende Lust an der Öffentlichkeit dessen. Der mitleidige Wärter brachte sie. daß die Woge umschlagen mußte. Er fiel nicht. in dem es aber keiner allzu lange aushalten kann. Aber grade dann kommt ein solcher Rücklauf weit hinter den ökonomischen Anlaß wie in unsrem Fall. Folgendes spielt sich hier ab: Ein Vezier ging in der Abendkühle durch seinen Garten. fraß die Kerne auf. eine leichte Ölschicht mußte sich auf dem Wasser gebildet haben. fast lächerlich geringen: vor seinem Ende einmal noch Granatapfelkerne zu essen. Allzuviel ist ungesund. . Dann greift er sich an den Kopf. die bricht. Das bekennt auch eine doppelt umschlagende Geschichte. fast auch eine Zerstörungskraft in der Poesie selbst (wenn sie es nicht konkret genug ist). Auch wo die Fälle weniger ideal und die Tugenden weniger abstrakt sind. das schon von Anfang hinter der süßen. doch es ist noch mehr darin. wegen des Neids der inneren Götter (die eben noch keine sind). Wie vorhin der Wunsch. wirklich liebevollen: Gehe mit deinen Freunden um. es war sein Lieblingsring. die Gunst des Kalifen. er setzte den Vezier wieder in seine Ämter ein. ist auch die Kuh nicht weit. es kommt ein Ungenügen von den Menschen her. weil beide so schön waren. ROKOKO DES CESCHICKS Daß etwas so nicht weiter gehen könne. als ob sie noch einmal deine Feinde werden könnten. Freunde. aber im gleichen Augenblick schoß eine Ratte vom Flur herein. ja alles um ihn war mythisches Erdulden und Conan Doyle wie Perseus: da bewegen sich die Figuren auf dem wirklichen Parterre. die Spitze. fiel. das ist ihr Ende. wie sie es vornher waren. so edel geschnitten und fast makellos. manchmal zur Wehr. sondern war sogar . gut gedrängt. so daß sie gar nicht erst von außen hereinzukommen braucht. Dieser Eingekerkerte schien so poetisch.haben. an dem man sich erbauen. Verleumder hatten gesiegt. es war eine solche Spitzenwirkung.edel genug für das beste Stück Pathos. Wohl schon umgeschlagen war. In höheren Fällen schreckt aber das Zuviel anders. sondern Feinde. sind sich keine Fremde geworden. Beugte sich übers Wasser zu seinem Spiegelbild. stürzte die Schale um. Sie ist wohl arabisch und steht im Büchlein vom Zufall. Da löste sich ein Ring von seinem Finger. Allzu schöne Tage.als Eingekerkerter . das schon vorher darin war. Da durchfuhr den alten Mann eine rätselhafte Freude: denn so konnte das nicht bleiben. feiner. einwickelnden Miene gesteckt hat. es war eine solche Spitzenwirkung. in denen das Ende nur die großen Worte abschminkt und die Geldfratze herauskommt. Meist sind wilde Dinge damit gemeint. die Jahre. an ihm ist ja weniger Geldinteresse als das Interesse eines Idealisten. falls Poesie nicht durchhält. allzu gemalte Tugenden sind ein Schein. Paare. die Rettungsoper läuft im Leben weiter. die Verleumder waren gestürzt. so /(48) durchfuhr den Vezier jetzt ein rätselhafter Schreck: denn das konnte nicht bleiben. die sich nicht mehr grüßen. Also fuhren Rettung und Unschuld auseinander mit großer Gewalt ins Gegenteil. von Wünschen nur noch den einen. daß die Woge umschlagen mußte. dem neuen Brunnen zu. sie war bei der Gelegenheit unter dem Porzellan schon mitten darin und wuchs heran. Das Interesse greift dann durch. den ebenso vorsichtigen wie mutigen. wurde er von der Wache des Kalifen verhaftet. sein märchenhaftes Glück. Das sind freilich die normalen Fälle. sie nie zu Feinden werden lassen. ohne ins Gegenteil umzuschlagen bis zur Lächerlichkeit. Weshalb ein antiker Schriftsteller den merkwürdigen Satz sagt. Wo ein Porzellanladen ist. wo der Schriftsteller Doyle schließlich noch poetischer ist als der Geschäftsmann /(57)Slater und das Erhabene wird nicht nur lächerlich. die sich scheiden wollen. ein solches Spitzengekräusel von Unglück. Slater schien nicht nur. hört man oft. ein solches Spitzengekräusel von Glück. In der Tat schon umgeschlagen war. ins Gefängnis geworfen. die Mitte wird sich wieder herstellen. auch schiefe. tut sich ein merkwürdiger Gegensatz auf. denn noch am Abend kam der Kalif in die Zelle. überdachte den Tag. bei denen dem Bürger gar nicht wohl ist. der umschlägt und nun unidealer wird als gar keiner. und noch im Aufschlag durchfuhr den Vezier der wahnsinnige Wunsch: wenn der Ring doch nicht ins Wasser fiele. was vorher nicht intim und geschlossen genug sein konnte. Nicht als wäre hier etwas Schlechtes nur herausgekommen. und verweste Liebe ist über die Maßen giftig. als vergessener Staatsgefangener. hatte mit dem Leben abgeschlossen. denn als der Vezier in den Palast zurückkam. der Ring blieb hängen. Im Kerker blieb der Mann nun lange Jahre. Ein sehr attisches Mittel.

die qualitativere Art des Kleinen. Im Kleinen der Spitze ist bloß Umsetzung aus der einen Serie in eine andre und so fort. Also schreckt hier gar nicht das übermäßige Glück. eine geschlossene Serie von Glück. Die Bäume sind schon höher gewachsen und Übermaß schon früher erreicht. Sie halten es nach der feinen Bemerkung von Wilhelm Scholz nicht für anständig. wo gar keine überschrittene Ration vorliegt. der hängen bleibt. in dem das Beste sein kann. zeigt sie als Spitzen und Arabesken einer Schlußspirale. genauer: sehr unerwartbar oder irrational. Rokoko leicht als Zeichen des Auslaufens. an diesem senkrecht tiefen Eindruck. Und zwar als Zeichen. sie verwandelt auch das Feine. auch im Depressiven des Geschicks gibt es dann Spielformen. wonach der Herrscher nicht einmal dann einen Ring verliert. Das Kleine hier ist nicht jenes. Ja eine Art von Glücks-. Die Geschichte vom Vezier macht so manche Kleinwelt des Endes hell. sondern führt aus ihnen heraus. sie setzt vielleicht zu stark ein Gefäß. er hat ihn ja gar nicht verloren. «Schicksals«. hier Ring-. die feinste Kraft des Auswegs und die letzte Tür. auf absurd Fehlendes oder absurd Eintretendes bezogen. Unglücks-. nicht die Leichtigkeit ante rem. nach dem der Wechsel nicht mehr weitergeht. das man sonst lieben mag. steht die Schaukel dann freilich still oder die törichte Umsetzung in eine andre Serie. in den Himmel zu wachsen. am Maß gemessen. das den Bäumen verbietet. Und der Gastfreund des Polykrates fühlt die Hintergründe der gentlemanliken Rückgabe: den unveränderten Neid der Götter. und dem Staunen an diesen Dingen gewisse Zusammenhänge bestehen. zu Ende Gehens. immer mehr. Erinnerung an den Ring des Polykrates liegt nahe. wenn er ins Meer fiel. Also doch eine Art mittehaltendes Gefühl. genügt schon das Kleinste. Dämonische Leichtigkeit des Gelingens ist oft damit verbun. er wendet sich mit Grausen. die auch Schluß bedeuten. an denen Schreck oder Freude vom schlichten Staunen überboten werden. auch der «Zufall« spielt nicht eigentlich mit oder höchstens in der seltsamen Form. einer Laufbahn steht. jenes wirklich letzte. Es ist kein Zeichen des echten «Endes« darin. Unglück. ganz unwahrscheinliches Gelingen. das grade am Kleinen geschieht. auch Unglücks. nur daran. das Kleine aus einem Zeichen zu einer Ursache des Endes. sondern Leichtigkeit post rem und ebenso «Schein«. weil sie sich schon zu weit von ihrer «Herkunft« entfernt haben. wenn also Veziere unsicher werden. zu »unnatürlich« gestiegen. wie rechtens. Der Komiker Valentin fand einmal seinen Ring auf der Pauke. Doch selbst dies Absurde zugegeben./(59)kerne in der Zelle. eben als schon zu hoch. grade . der Ratte. auch der Fassade. den sie schon zu verderben beschlossen haben. ihm Glück zu geben. doch fast unbekannt. Wo aber Maß da und Maß voll ist. nie genug. Zeichen des echten. Es ist nicht das Unscheinbare. wie bei gewissen unscheinbaren Erlebnissen. die heute das Wort «ausgerechnet« bezeichnet. diese nämlich: daß es am Ende eines Laufs. ist er auch etwas zu deutlich gekleidet. Die «Kleinheit« sagt dann keine neue Serie an. auch in weniger konstruierten Lagen. Auch im Manischen. Nur zuletzt mögen zwischen dem Ring. wenn sie endlich da sind. Napoleon zwar betrachtete Glück als persönliche Eigenschaft wie die Form einer Nase. die dem Planen. nicht weit weg.Serie. Der Herr von Samos wirft seinen Ring ins Meer. wie die Glühbirne auf der Landstraße brennt oder was sonst. Gebaute Menschen und Kulturen haben dies Rokoko oft am Ende ihrer jeweiligen Glücks-. bei dem die Geburten immer leichter. eine bürgerlich zugemessene Ration voraus (die doch an Vezieren nicht immer ist und an dazu geborenen nie).Inzest tritt schließlich ein. schnoddrig genug. um die neidischen Götter zu versöhnen. kleiner werden. austretenden «Endes« können sein: wie die Pfeife hier liegt. auch dem schönen Schein an ihr zukommt. wenn sie von ziemlich weit unten anfangen mußten zu wachsen. die Welt ist verpfiichtet. Geschenke von einem Mann zu nehmen. sondern geopfert. ob diese «natürlich« oder «exzessiv« ist. doch ist das Hauptmotiv ganz anders. Wichtiger ist darum die zweite. Dann zeigt sich auch dort.Ein schöner Fall. Ganz anders jedoch der vorliegende Stoff: das Überirdische fehlt. Es ist erst recht nicht die richtige Märchenwelt und das richtige Zeichen. eleganter. sondern höchstens eine Gestaltgrenze. dort Ratten-Arabesken. worin die Woge umschlägt. das ist freilich sehr zufällig. Ausgerechnet eine Ratte vom Flur frißt Granatapfel. um es zum Überlaufen zu bringen. das den Bürger (im Vezier selbst) den Kopf über Exzesse schütteln läßt. die Götter schicken ihm das Opfer durch einen Fisch zurück. die plötzlich raschelt. Da ist die gleichsam mechanische Funktion des Kleinen. Vorausgesetzt ist zunächst ein Maß. ganz gleich. ist in der arabischen Geschichte gar nichts «irrational« gemeint gesondern alles als Zeichen. Brüsseler Spitzen und Alhambren. wohin./(60) den. lebensunfähiger. besser Zeichen. Doch nach der weniger adligen Anschauung seiner Mutter kann Napoleons Glück «nicht dauern«.

so wird man nicht gesehen. in die er eingespannt war. besonders wenn es dunkel wurde.als er draufschlagen wollte. Aber nachts tanzten sie mit dem Dienstmädchen. brannte morgens Licht. wo der Bäcker und das böse Weib wohnten. Wir rannten bis dahin. Weiße Gesichter schienen dann hinter den Türen. den ich Meintwegen nannte. Dem «Rokokos und dem Staunen am Unscheinbaren ist so wenigstens Kleinheit des »Endes« gemeinsam. die man in die Schule ging. sie haben etwas von der Kleinheit des wirk/(61) lichen Endes. DER SICH ERST BILDET Ein Schüler. genau der Vorplatz kam im Traum wieder. der die Daß-Sätze beherrscht. weder hier noch dort. den Griffel nahm ich mit ins Bett. Merkte auch daß ich taste. weshalb sie lebten. er war das: «meint« war das lange. trägt sich fast immer ganz nahe zu. der seelischen Freiheit gegen den dummen Riesen der Notwendigkeit und werden wiederkommen. heute noch unkräftiges Zeichen). das am Tag so gut war. den es ankündete. auch die Uhr vom Turm schlug. mit dem er den liegenden Ring entdeckte. auf einem verregneten Plakat. Das böse Weib kam hundertfach vor. sondern sagte es selbst /(62) unaufhörlich. man wagt sich überall hin. schrie. der ihm Richtung und Geschmack unserer Richtung gibt. Auf den Straßen. Sie spähten und ihr Leib war in Lumpen. Manchmal ist noch aIles danach. Andres steigt auf. das half. der Holzbock hieß nicht nur so. hin und her. «wegen« das Querholz daran. so kommt das Kriechen oder man kauerte herum. Buben kämpfen bald miteinander. mit denen wir klapperten und selber erschreckten. aus dem Trubel der Musikjagd trat er augenblicklich aus. lieber in die Küche und am Wasserstein Griffel spitzen. dahinter klingelte es. Bei Tag hingen sie unten an der Mauer. auch unterm Busch ist jetzt kein Platz mehr. immer dieselben Schritte. zum Eintritt in das möglich Schicksallose.unvorstellbar nun. die Hand deckt zu viel von ihnen zu. Sie finden sich im Leben der Meisten (wenn man recht hinhören wollte). auf Stelzen als graubraune Lumpen. Auch ein Holzbock für den Waschzuber hieß so. höchst Befreiende hinsah. der Garten hinterm Haus. das in jeden richtigen Anfang eingesprengt ist. Der Weg durch den Vorplatz ins Schlafzimmer war geladen. Hinter dem obersten Fenster eines hohen Eckhauses wohnte der kleine Muck. Das rote Fenster Was man als Kind hört. die nicht ganz geschlossen waren. Schloß man die Augen. von dort kamen sie her. sie kochte Brei und raubte. Sonderbar werden die Ritzen kleiner sobald man wächst. Wird es heller. im Umkreis des eigenen Lebens. von der kleinen schwarzen Pumpe. Das Kleine und fast Lautlose wurde die Rettung. hörte aber nichts. Fast jede Nacht schien das Bett draußen zu stehen. vor der Arbeitsjagd. mindestens in das formbare Schicksal. Vor den Ritzen im roten Sandstein und den rennenden Ameisen. Büsche. hier eines umschlagenden. dort eines einischlagenden.Roth Der Busch Spüre mich leicht atmen. der Zirkus. der Wind in den Blättern. früher haben sie acuh kollektiv gewirkt (etwa als Zeichen des Christkinds. auf das klein Befremdende. war längst fort. hin und her. stundenlang sahen wir zu den scheußlichen Ziegelsteinen empor. Diese Zeichen des «Kleinen« wird man nicht verwechseln. koche leise. . sehr verwildert. GEIST. Blaugraue Striche. er hatte ihn selbst vorher hingelegt und vergessen an sich zu nehmen: . Später Angst allein zu sein. darum herum die weißen klingelnden Clowngespenster. waren die ersten Freunde. wenigstens das Zeichen einer Rettung vor dem «erbarmungslosen Treiber«. sonst ist nichts da. kann Latein. auch in Märchen. geben grade das Zeichen zum Austritt aus der Serie (ein letztes. Völlig klar. Die Straßen sahen auf dem Hinweg immer anders aus als rückwärts. nein. Wir hatten kleine Hölzer in der Hand. Diese staunenden Kleinzeichen wirken vorerst nur individuell das ist. Der Busch dahinter und ein junger Hund. völlig einleuchtend das Lächeln. so flüchtig und warm. Unmöglich ein Wort darüber zu sprechen.

bunte schwarze Freunde. deren Köpfe wir aßen. Retaus Selbstbewahrung zeigte einer dem andern lüstern. und der zuletzt einsam stirbt. Ganz lächerliches Zeug. ich hielt den Brocken für ein Stück aus der chinesischen Mauer. Am seltsamsten war ein nächtliches Stilleben. Aber die Schlange war kleines gelbes Gußzeug. noch lange nachher in schlechten Zeiten für Schule und Haus. Jeder hat aus dieser Zeit ein Zeichen. der heraussah. Unter dem Bildchen stand «Mondlandschaft«. ein sehr großes Stück Chinarinde gleichsam. das sei eine Landschaft auf dem Mond. was es gibt.und Talbahn auf. die immer gleich und fast leer waren. Still stand der Zuber mit eingeweichter Wäsche in der Luft. an den Bildern der damaligen Inserate. es kam im gleichen Jahr auf einer Bank im Wald. Die Männlein sah ich nie wieder. Es war aber um sechs Uhr abends draußen auf dem Feld. hörte er nicht ebenso früh damit auf. Oder Dr. sie waren die erste Galerie. ganz ohne alle Leute. das von Zeit zu Zeit wiederkehrte. zuhause war niemand. und ich glaubte zuerst. viel Schnee. ja als sein ganzes Leben. Ich betete zu der Schlange. Fort mit dem hohen Absatz. Mit Lauten. daß Knaben ebenso genau sehen wie sie Worte buchstäblich nehmen. wenn man alles andre. der Mond stand hoch und gelb am blauen Winterhimmel. Bruder Lustig brät im Stadtwald ein Kalb. ob es nun Worte oder Bilder sind. abgekürzten Ländern darin. die gar keine waren.und niederging. das kannte man von Erwachsenen. weil es darunter stand. Wahrscheinlich wird jedem einmal. »als Salat«. so wäre ihm das Bild wichtiger als er selbst. auf die man Gras säen kann. bewegten sich kleine Männchen darin. Gestreift und abgebildet lagen viele Marmeln im Fenster. Der Mensch fängt früh damit an. aber der sagte nichts und schüttelte den Kopf. stehen oft in Blumenläden: das waren Götzen und das ganze Geschäft ein Götzenladen. Hier war es das Fenster auf der Schachtel. die im Kiesel rannten.Manchmal sahen wir ein Gesicht hinter den Scheiben. man hat gern etwas Buntes in der Hand. aber das ferne Land noch mehr herbrachten. darunter war noch ein viel schieferes Steuer. eins zwei. mit denen wir spieIten. sich Mut summten. Gerillte Tonköpfe und Tonschweine. desto sicherer waren sie da. rasch wie Schatten. Acht Jahre. das gar nichts ist. immer in der Tasche. gleich hinter ihm ein schwarzes Kellerfenster mit weißem Kreuz und quer darin hing ein . Ich rannte nach Hause und glaubte dort Freunde zu finden. manche mit Sternen. um den Ausgang Mucks zu sehen. Fatme klang vertrauter als Anna. an den Füßen hatte es die großen Schuhe und gewiß das Stöckchen in der Hand. aber ich hatte eine durchdringende Erschütterung dabei. mich mitzunehmen. Gut verträgt sich. der sich spürte. eins. Ich sammelte Rheinkiesel. weder häuslich noch aus der Natur noch aus dem bekannten Ich. auf das man den Federhalter legen sollte. wie ich im Dämmer genau hinsah. aber regte auf. Doch auf der Schachtel war /(64) etwas abgebildet. grün oder rot geringelt. kleine schwarze. der ewig in der eigenen Bude mit Globus sitzt. wir hielten das Buch für eine Art indischen Onanieroman. Der Fall hängt nur sehr indirekt mit dem Icherlebnis dieser Jahre zusammen. aufgezählt hätte. derselbe. Stecknadelgitter und Fliegen dahinter. diese trug man in der Tasche. den Abrahams Vater geführt und den der junge Abraham einmal zertrümmert hatte. genau höre ich die Glocke vom Kirchturm herüber schlagen. und am merkwürdigsten die Nährollenschachtel in einer Auslage am Schulweg. irgendwann und dann wieder an andrem so zumut. wenn man sie nach unförmigen Dingen fragte. aber freilich das rote Fenster hat. in den Fenstern der Hütte brannte ein rotes Licht./(65) sachen liegen Kindern überhaupt nahe). Im Laden eines Drogisten lag Getrocknetes in einer Schale. wenn man will. selbst wenn er sich unter Kameraden aufhebt. Neben den Maikäfern. die Erinnerung an sie ist scharf und nüchtern. Einmal fragten wir den Briefträger nach ihm. von dem man nie mehr loskommt. So oft ich konnte. hieß so ein Bild. Ich hatte auch eine Schlange. daneben. neben dem Käfig aus einem ausgehöhlten Pfropfen. Den man immer vorrätig hat. Es waren arabische Steine. die Glocke schlug. sie stand zwischen Wolle und Deckchen mit weiblicher Handarbeit. die ganz unaussprechlich war. ein üppiges Weib mit druckschwarzen Augen. als ob das Bild geronnen wäre. das war uns ganz gleichgültig. das ein Sodamittel anpreisen sollte (Küchen. mit vielen Farbpünktchen oder Fleckchen auf dem glatten Papier. die gekommen waren. das überhaupt zu nichts gehört als zu den paar Dingen. die einen doch nichts anging. die übrig blieben. Fast dasselbe wie Märchen waren die Klicker oder Marmeln. und gleich darunter die Illustration: Nena Sahib. wartete ich vor der Tür. die ihn treffen. darunter hatte er »Chinarinde« geschrieben. so schrecklich wie wunderbar. ewig dahinter ist. ein Bild von einer Waschnacht für sich. und ich spürte »mich« als den. sie schmecken nußartig. aber alles zudeckt. und habe das rote Fenster nie vergessen. der Religionslehrer hatte davon erzählt. ein übergroßer Absatz war gedruckt und unter seinem Stiefel durchgestrichen. der wie die Berg. zwei geht der Soldat in der /(63) Rechenstunde. Eine Hütte war zu sehen. Mit einem rauhen Rücken.

weißer Neumond. in denen der Seewind pfiff. während sie schlief. Ich hielt mich an die Luftballons auf der Messe.und Talbahn fuhr: aber wenig Schritte von dem gleißenden Gestänge. Doch selbst aufs Zimmer kam nichts an. ins Freie. brauchte man nur unter /(67) den Vorhang zu sehen. je weiter sie von diesem Punkt entfernt sind. Er preßte Pflanzen und lieh uns Bücher. so steht der Gasmotor. dünner. männlich und gelehrt. wird dir das Waschen morgens leicht«. doch freilich. die wachte. Welche Kleinbürger. daß die Gesellschaft. männlich. damit ebenso nüchterner. Wie etwa: »Eiskalt pfiff der Nordwind über die öde Prärie«. die es damals noch gab. aber er trug sie mit Haltung und in seinen grünen Augen lag Macht. der die scheinenden Bilder von Hammerfest oder dem heiligen Grab erst warf. man kam noch entfernter hinters Leben. Schwindel und die Welt eine Maschine war. was man in dieser Zeit mehr braucht. je weiter sie entfernt sind. sie steigen in die Höhe. Denn nur die Mädchen putzten sich heraus. wir lasen sozialdemokratische Broschüren. wichtigen Versuchen.und schrieb es auf. und hieß: «Mit Mondo abends eingeweicht. Watson am Kamin. Oder in den Kaiserpanoramen. Freunde: ein schwarzer Junge.und abging. der alles betreibt. das gemeinte Wesen konnte auch in sehr gegensätzlichen Satzbildern leben. immerhin ein sehr männlicher und erwachsener. das Eisen zog und das Glas war ein starker Mann. nicht gehört. unreifen. je nachdem. in denen sie zu Hause wären. solange. doch sie kamen gegen den Muff der »Anstalt« nicht auf. Die Schule blieb zwar entsetzlich. nämlich aufgeklärt. und spielte immer dasselbe. Auch hielten wir Briefmarken.das ei als Diphthong sprechend. liebten und achteten uns. in freireligiösen Traktätchen. das Leben kommt aus dem Kohlenstoff. man war ihr Hund und rebellisch. Damals fragte ich auch: warum sind die Dinge verschieden schwer? . denn nur die Entfernung vom Gleichen zieht an. Der Weg ins »Gleiche« wurde immer kühler. dem roten Fenster auf der Schachtel war später etwas in dem Dachzimmer eines Sekundaners. bis die Luft um sie her so dünn ist wie das Gas innen. ein Hinterglas-Ich ritt mit Westmann durch ein Abziehbild. mit denen man auf der Berg. liegt noch heute manchmal dahinter: wenn der Regen an die Scheiben schlägt. Materie waren folglich des Pudels Kern. Er sah zum Fenster herein. Und verschieden schwer. welche Narren. Eine Musik war in diesem Bild. macht sehnsüchtig schwer sozusagen. wie weit es die Dinge bis zur gleichen Dichte haben. dahin streben sie und desto mehr. das »gleiche« Zimmer war draußen. wir trieben Unzucht. die »Spaziergänge eines . der zu den femsten Dingen brachte. sondern unter dem Boden. Als ich konfirmiert wurde und auf dem Altar die Formel aufzusagen hatte fügte ich je dreimal hinein: Ich bin ein Atheist! . in der wir standen. ich vergesse: das Zimmer in der Bakerstreet. auch das vorige Sehnsuchtsmotiv der »Schwere« ging daran unter. auf dem stand ein lächerlich kleiner. man erreichte nicht immer das Ziel der Klasse. doch höchst exakter Apparat. Watte und Stein dagegen haben ihre gleichen Dichten. gingen über Land und rauchten. Ein. Kurz. man war selber nicht gern zuhause. die man in Weihnachtsbüchern las. der Kohlenstoff besteht aus Atomen. Maschine. gar zehn Jahre Jugend unterschlagend. In »gebildeten« Bildern oder Büchern ist das Fenster niemals. und es schellt. Hopliten. Fünfzehn Jahre.riesiger. lernte und rauchte. Magnet und Fernrohr. Zwölf Jahre machen unruhig. sich zurecht zu finden. das wahre Verhältnis zwischen Traum und Wirklichkeit. eine ungeheure Wärme war in diesem kalten Satz. Von dem froheren. denn wir hatten das Wort nur gelesen. der viel älter als ich war und mit dem ich Pulver statt Salz auf Butterbrot aß. zwei Lehrer waren frischer. ich hielt das Bild oft gegen das Licht und fürchtete mich in den Keller zu gehen. Der Lebensgott Die Frühe hörte dort auf oder änderte sich bald. läßt man sie los. welche grade doch gar nicht schwer sind. Lehrpläne über sich. Hier waren Zahl und exakte Stöße. man wollte weg. neun. der vor den Füßen hing: dahinter war ein leerer Raum. vielmehr das Staunen des roten Fensters bekam etwas vom Geruch in diesem Zimmer. wo Sherlock Holmes wohnt. die Kinder kommen aus dem Mutterleib. Und desto mehr streben sie in die Höhe. Sherlock Holmes sitzt mit Dr. Mit dem Fenster wie mit einer Maske angetan trat man heraus und endlich nach außen. man hatte ihn in Bleyles Knabenanzüge ge-/(66) steckt. wußten auch nichts von unsren jungen. nicht oben. den ich als kleines Kind gern gehabt hatte. mit einem Wirtshausstuhl in der Mitte. Ein blonder Junge von schlechter Gesichtsfarbe. Im Gegenteil. Worauf es jedoch gar nicht ankommt. wo der Sekundaner auf. Viele rohe Burschen in der Klasse. das sich wunderbar löste. der dröhnenden Orgel. und zwar. ganz sonderbare Bilder machten klar. auch schmeckte die Schule nicht. nachtsüber.

Vielleicht stimmen diese Beziehungen für damals nicht (grade hieran erinnert man sich schwer genau. deren Verfahren bereits gefühllos ist und deren Gegenstand nichts wie toter Stoff und Kraft ist. das hat zuviel Nachreife). vor allem. Getroffene Blechmänner rasseln mit einer Handmühle in den Jägersalons. in der neuen Klasse. in der Schönheit des Flusses. für die jetzt erst die Zeit gekommen ist: nämlich brennenden Traumkitsch des neunzehnten Jahrhunderts. eine kleine. Madame sitzt rumänisch an der Kasse. weil man sie vergaß wie einen Traum. Trat man nur näher auf Jahrmärkten und Messen. es war wirklich eine Gemeinschaft. und die Buden lehrten vieles. der sehr zu Knaben paßt. »in duftiger Ferne pfeift klagend ein Zug. Kraft und (unbewußter) Vernunft. reich drehen sich die Spiegel. der Felsen und Berge. war nichts als die unendliche Summe von Stoff. Unter uns selbst. wie das Wrack des Grosvenor und wenig geheuer. Die Traktätchen der materialistischen Zeit (neunziger Jahre) bogen die Liebesnacht mit in die Stoffnacht um. vor allem in der «Naturschönheit«. wo die Polizeischiffe Marryats jagen. daß alle Dinge so sind. Denn das war leiblich ganz genau zentriert und fühlbar. die von Schlangen erzählten. erlebt wie übertragen. Da nahmen wir Knaben die Kräfte ein. erzählten von Würmern im Holzbein. welche etwas Wildes und Erstgeborenes in die stillen Straßen brachten. aber gleichfalls draußen. vor allem vom Schwefelschiff im Winterhafen. zweimal im Jahr (was man daraus machte).spießige Dinge. naiv gesehen. das Weltgeheimnis war gelegt. Man zog zum Meßplatz am schönen Tag. Einsame und ernste Spaziergänge kamen hinzu. wo die Wölfe und Füchse sich gute Nacht sagen. indessen saß Kilian in seiner . Ein Gongschlag ertönte und Doktor Faust erscheint in der Bude. die Hörner der Arbeiter blasen«. Spielkarten und Geld. das Zauberpferd steigt. welche in der Pubertät nicht physiologisch.sitzt oder daher nährt sich das Bewußtsein. die runden Gläser des Panoramas blitzen wie Schiffsluken. das Zigeunerweib hat das Grafenkind gestohlen. kalt zu werden.über aller Unruhe gibt es eine Lust. Und vollends der Jahrmarkt. aber gleichsam physikalisch sind . Zaleukos. so empfängst du deinen Gastfreund? Lässig schlugen die Segel an den Mast der Brigg. Was man Gott nannte. Da lag die Welt oder das Symbol der Welt aller unsrer früheren und jetzigen Bücher. aber die Kameraden wurden besser. grade im Träumen steckte wieder alles. hinter denen die dunkle Dynamomaschine steht. mit einem Vorhang am Eingang und innen unbekannt. vom Stadtschlitten hinter der protestantischen Kirche. von unserm Pferd auf der Dachstube. alles Bewußtsein ist eine leere Entzündung wie die Lichter am Abend. Doch nun kamen sechzehn Jahre. die Letzten der Klasse waren die Ersten der Natur nach. das sind die Geheimnisse der Südsee./(68) merhin Aufzeichnungen sind noch da und sie haben einen erotisch-antierotischen Ton. so fuhren die Schaukelpferde ihren Kreis. man wurde viel jünger. »kein immaterielles Wesen hatte die Hand im Spiel«. Ein sonderbarer Weg für dunkle Liebeswünsche (wahrscheinlich) der damaligen Zeit. die sie gefressen hatten. Noch exakter heilt die »Naturwissenschaft«. Auf dem ganzen Platz war Musik des Ineinander. wo der Lumpenarsch diente . Besonders bei hohem Wolkenstand. Das Licht in den Buden brannte und hinter den Bäumen leuchtet es vor. »die Materie ist die Mutter alles Seienden«. Erschießung der Schillschen Offiziere und Des Siegers Beute. wo die »Lösung der Glieder« jedenfalls sicher ist. hörten wir den Matrosen zu. Es heilt sich auch.so schien es . besonders in der anorganischen. aber ohne Angst. aber sehr geschüttelt. gegen Abend. manchmal glaubten wir an der Themse zu sein. Und eine Schrift entstand: Das Weltall im Lichte des Atheismus. Ja das Bewußtsein selbst schien teuer erkauft: auf der jungen Brust oder vielmehr tiefer drinnen spürte man einen sonderbaren Druck. maskierten uns in den verbotenen Kneipen als Bettler und Kapitäne. im. Rumpelstilzchen haust. im Herbst. in diesem kleinen Schmerz . der Magnetberg droht. senkrecht standen die schrecklichen und lüsternen Bilder. Sie logen wahrscheinlich sehr viel und auch wir brauchten etwas zum holländischen Tabak. Auf Schiffen. zu Bier und Brezeln. einer von uns wurde fast tätowiert. waren gewachsene Burschen und ehrliche Kameraden. das Gymnasium blieb zwar gleich stupid. die von Holland herunterkamen. bildlich und doch nicht nur bildlich gesprochen. die silbernen und Goldlitzen funkeln. aber dauernde Lebenslast. Deutlicher Sinn für Mädchen setzte die Nüchternheit ab. deckte den altklugen Materialismus völlig vitalisch zu. gab die öde und verrauchte Ebene alles her. Männer standen am Weg /(69)Mit Spieluhren umgehängt oder mit Drehorgeln auf dem Boden. gewiß auch für Todeswünsche. besonders nachts. die sexuelle Aufklärung wurde komplett. in der äußeren »Bewußtlosigkeit«. die man immer wieder las. es wurde auch hypnotisiert. hinter dem lumpigen Teppich sind die Clowngespenster der Kinderzeit. regungslos stehen Wachsfiguren im Lärm.Atheisten« und ähnlich hießen. oder am Susquehanna. mit Petroliumlampe. War längst durchgefallen und in einer andren Klasse.

treu reitet Halef zur Seite.Hütte.« (Renaissance der Sinnlichkeit. es gab fast keinen Alltag in dieser Zeit. hassen die Bibel oder holen sich. Fabelhaft nahe. Tausendundeine Nacht herein. Diese Philosophie gibt eine Richtung auf die Renaissance und das unentdeckte Land. Das Insich. wie eingebrannt stand der Orion am Winterhimmel. denn es war das Wesen. dumpf setzt er an. Oder präzise Freizügigkeit war gemeint. Unsere Philosophie war immer an grammatischen Haken oder an der Systematik ruhebedürftiger alter Herren aufgehängt. den Weg herauf von Bagdad bis Stambul. mit einem Leid der Sprachlosigkeit davor. Old Wabble. Aber später freilich kam das Fenster wieder. wenn sie Grün und Rot durchs Wasser zogen und sonst nichts mehr war. trug ich ein. unser Gehirn wie die Wolken. verband sich mit Deutschvölkischem ohne gefühlten Sprung. mit langem Blick fühlte man sich in das Sternbild versetzt. das viel zu heiß war. sondern nur genannt werden sollte. den furchtbaren Salzsee. und nun schwang sich die Fahrt herüber fort vom Fourche la fave. man wurde nicht müde. unser Fleisch wie die Erde. Baumgötter an sonderbaren Abenden. Die grünen und roten Lichter an Backbord und Steuerbord der Schiffe. das noch in ihr steht. Gebirgen. mischte ihr die Sehnsüchte. der Blizzard rast. alles war übertrieben oder wurde gänzlich still. das nicht gelöst. wieder herzustellende »Naturreligion«: der Donnerhott Jehovah schwang den Hammer Thors. von der Mondlandschaft auf der Schachtel in der Auslage.) Siebzehn Jahre. wenn schon die kahle Mechanik nicht zu halten war. Ebenen. von Little Rock. mit Traumteppichen am Eingang und dem Weltmädchen der objektiven Phantasie drinnen. manchmal Begriffe. deutet nicht nur das Ding an sich als energetischen allgemeinen Willen. gefährlichen Städten leuchtete bald das Nordlicht erster metaphysischer Ahnung. um es zu halten. den Abendhimmel hineingezogen. aber kein Reich damit erobern. vom öden Llano estacado und den Rocky Mountains. nur im eignen Fleisch zu erfahren. immer heftiger glühten Mädchen. tief ins heiße wimmelnde Asien. Schimin der Schmied. »sind die Gedanken wie Zinnsoldaten. müssen die Yumas umzingelt sein. der Tod des Schut und das Reich des silbernen Löwen.und Naturgefühl der Pubertät spricht oft Gedichte. ersteres schafft die Wirklichkeit. unser Auge wie die Sonne. OId Death Old Surehand. ziellos in sich und seine Kreise zurückfließt: sondern das Wesen der Welt ist Drang und Kraft. Eine Art Beduinentum wurde bezogen. zur Gestaltung. Omar und Abrahim Mamur. Bis zu Schmerzen waren wir in die Schönheit von Bäumen. meinte die überall verschüttete. Kunst potenziertes Leben. wenn die Rheinwellen wie Glas standen. Wissenschaft ist radiziertes. das Ding an sich ist die objektive Phantasie. Old Firehand durchstreiften die weite Prärie. die Welt mit All-Leben durchsetzt: «Das Wesen der Kraft ist nicht zu er-/(71)rechnen. zum aufgeschlagenen Geheimnis des Lebens an jeder Stelle. an dem wir debattierten und das ich niederschrieb. der alte Müba/(70)rek. das »Gleiche« war magisch geworden. Kurz. jenseits der Schule. Das Liebes. aus der Schrift heraus. Sam Hawkens. Der Blick durch das rote Fenster. gar Entgegensetzung zum «Leben« war. Unsere Philosophie der Kraft löst nicht nur alle Stoffe und Elemente in Energie auf wie die Naturwissenschaft.) Noch mehr war in einem zweiten Manuskript. oder der Mensch. wie eine überblasene Baßtrompete. der Monsun. der Taifun. Wie das alles ineinander schäumte. Kräftig begegnen sich Licht und Finsternis. Mitternacht war längst vorüber und ehe noch der Morgen graut. und die Philosophie? Unser Blut muß werden wie der Fluß. die es so sind. mit einem Geheimnis. in der ersten Liebe. letztere prägt ihre Werte. Nscho-tschi leuchtete. Blut und Individualität sind die beiden Essenzen des Lebens. man kann sie wohl nach Belieben aufstellen. der verfolgte Krumir macht selbst den Führer über Schott Dscherid. Winnetou umarmte Old Shatterhand und nun erst wurde er erkannt. Hier kreiste ein ganz und gar bezaubertes Wesen. der gleichsam seinen Beruf verfehlt hat. es kam gleichsam als Mondlandschaft am Tag. »Im System«. der Hurrikan. sperrte sich gegen den Weltlauf. Etwas Menschenhaftes oder der Traum von einer noch nicht gekommenen . der Bettler Busra. unsere Knochen wie die Felsen. an den Wassern des Rokokogartens. das Schwertgehänge quer darunter. was ganz und gar nicht Zehngebote. im Rausch der ersten spekulativen Bücher. Wolken. so nährte und umklang es die Knabenseele. als welcher nicht schon so bacchantisch ist oder nicht nur. Wir Burschen am Ufer fühlten leibhaftig Nymphen.« (Über die Kraft und ihr Wesen. Über den Tälern. wie er noch ist und gärt. das hinter der Renaissance liegt: auf die hellenische und germanische Antike als Weltanschauung. das fast zu Halluzinationen trieb. dies feurig Behauptende zu sehen. wir hatten keinen Lyriker unter uns und der Lebensgott wollte nicht begrifflich werden. das ganze mit ihm gesetzte (ziemlich menschnahe und musikalische) Ensemble vertrieb das scheinende All-Leben von damals. energische Gelage. Schluchten. die drei Sterne hinauf.

als hätte sie einen Sprung. ein Glück. wenn es nicht zu Ende gelebt wurde. Grade zog der Fremde die Biegung des Wegs auf eine Birke zu. unter der lag ein Bauernmädchen. gleichfalls still und teilnahmslos. die das Motiv des Scheidens braucht./(73) chens auffiel. dem Schulzen im Dorf. »Es ist Mittagszeit«. so muß ich euch zu meinem Vater bringen. wo alles war: diese Liebe. seiner genauen Wehmut. Als sie Schritte hörte. Ihr kommt von Bischofsroda des Wegs her. sagte /74) Gertrud.« . aus denen die Erde besteht. sondern schon im ersten scheuen Blühen versank. Und wie verfallen die alten Häuser aussahen. als sie in die Dorfstraße hiningingen. Über dies Halbe. band späte Blumen. vielleicht malt ihr die Bilder in der Kirche einmal frisch an. MOTIV DES SCHEIDENS Im Scheiden bleibt das gewesene Jetzt anders bei uns. Private Sammlung war nirgends gemeint und wird nicht fortgesetzt. die sehen auch schon ganz mitgenommen aus. Im halb-echten Gefühl färbt sich seine Schwebung am reinsten.Sie klopften und der Schulze stand schon in der Tür. Der Tag ist kurz und jetzt sehe ich Heinrich nicht mehr. heute abend werdet ihr sie desto lauter finden. begrüßte den Maler ohne alle Weitläufigkeit. die nicht ohne Grund aus dem späten Biedermeier stammt. dahinter die niedrige Kirche und in einiger Tiefe das Dorf mit seinen rauchschgewärzten Häusern. aber es fehlt immer an Zeit dazu. das Scheiden ist selber sentimental. der von der Birke abging. Dort drüben ist meines Vaters Haus und ihr sollt nicht fürchten.« Sie kamen an Mooren vorüber. aber unsres). führte die beiden herein und hieß Platz zu nehmen an dem wohlbestellten . sah vor sich nieder und sagte: »Er kommt nicht. mit all der romantischen Kolportage.« Der Bursche blickte sie lachend an. und läßt er euch warten?« Das Mädchen seufzte und sagte mit hoffnungsloser Miene: «Vielleicht hat er nicht kommen können. wurde rot. Ich bin ein Maler und bleibe nirgends lange auf meiner Wanderschaft. »Wir hätten sie schon lange umgießen lassen. wiederholte sie im gleichen ängstlichen Ton: »Heinrich kommt nicht. Weit offen lag das klare herbstliche Land. gefühlreiche Geschichte im schummrigen Muff des neunzehnten Jahrhunderts. nun.menschlichen Sache setzte sich in die Welt ein. denn hierherum sind keine Glockengießer. immer wieder. daß man euch unfreundlich aufnimmt.« Der Bursche wußte nicht was er von der Frage halten sollte. und wie der Jüngling nach der Gegend hinblickte. vor allem. doch bevor er noch fragen konnte. die Giebel und breit beschienenen Strohdächer lagen allesamt in jenem leichten Moorrauch. aber der Schulze dort heißt ganz anders. seines möglichen Untergangs oder aber der verträumenden Nachreife seiner Bilder als die von dem Maler. war es. wie sie in alten Trachten vorübergingen. Herr. ich bin so urglücklich. habt ihr nichts von ihm gehört? Heinrich Vollguth schreibt er sich und ist des Schulzen Sohn. wie der junge Maler auf die Glocke hört. ich werde nicht alle Leute kennen. wenn wir auch nicht viele Worte machen. vom Volksschriftsteller Gerstäcker. Das heimliche Fenster machte also gegebenenfalls weltfeindlich (grade weil es das »Leben« bejaht. ihre Fenster waren oft nur mit geöltem Papier verkleidet. Eine weiche. sagte das Mädchen gleichmütig. dem immer mehr die wahrhaft wunderbare Anmut des jungen Bauernmäd. Aber wenn ihr ein Maler seid. als läge trotz des Vormittags schon ein leichter Nebel darüber. die sich in dieser Gegend weit zu erstrecken schienen. ohne zu grüßen. es ist ein ununterscheidbares Tremolo zwischen Schein und Tiefe. Aber sentimental mit Tiefe. So frisch schritt der junge Bursche dahin. ich heiße Gertrud und bin aus Germelshausen.Von dem Dorf. endlich zeigte sich Erlengebüsch vor einer halbverfallenen Ringmauer. dieses Mädchen. der auch in der Nähe nicht wich und die Sonne nur ganz merkwürdig graugelb hindurchließ. das nicht einmal wurde. Aber sie schlug so scharf und blechern. worin der Traum als Tendenz und nur manchmal schon als Zeugnis ist. muß die schönen Herbsttage noch nützen.« . welche folgendermaßen beginnt. an den leeren Horizont blickt. Der Fremde ihr zur Seite. Gertrud war immer einsilbiger geworden und verstummte völlig. vielleicht ist er krank oder gar tot. Es ist nachzuerzählen. auf ihres Vaters Haus zu. Erstaunt nahm der Maler die Bauern wahr. also spukt. Da und dort tauchte am Rand ein Kirchturm auf. es ist die Sammellinse /(72) für die utopischen Stoffe. in der ersten Blüte Getroffene gibt es eine Geschichte. »Ja. die schon längst vorüber ist.« Mit diesen Worten schritt sie den schmalen Feldweg zurück. »Ist Heinrich euer Schatz. konnte man jetzt deutlich die Glocke hören. auf das sie zuschritten. »da sind die Leute nicht zum Reden aufgelegt. sprang sie dem Jüngling mit einem Freudenschrei entgegen. bis wieder unser Tag gekommen ist. Ich kenne keine schönere Geschichte des Scheidens. «Gewiß war ich in Bischofsroda. unsere Glocke klingt bös«.

eine Frau mit einem Mädchen. zur Kirche hinauf und noch vorüber. Jetzt bliesen die Trompeten Tusch zum letzten Tanz vor Mitternacht: da riß sich Gertrud los. Gertrud selbst. trostlose Zug. auf der die Kirche fast außerhalb des Dorfes stand. Gertrud sah zu ihm auf und lächelte zum ersten Male. Gertrud fuhr auf. . Selbst das Haus des Schulzen freilich schien recht verwahrlost. den sie des Nachmittags gegangen waren. gleich griff der Maler nach einem neuen Blatt und wollte beginnen. als ihn Gertrud unterbrach und hielt ihm den Arm: »Wenn ihr mich zeichnen wollt. spielte so jubilierend zum Tanz. ich bitte euch. erstarrte der Jubel augenblicklich. »Versprecht mir«. im Krug beim Tanz. wortlos und leise weinend. Glock elf Uhr war vorüber. Wie danke ich dem Heiland. daß der Maler die errötende Gertrud nahm und flog mit ihr in der Stube umher. das kräftige Essen schmeckte vortrefflich und zuletzt brachte der Schulze einen wunderbaren halbgärigen Most. die Paare flogen in dem Pfeifenschall des altertümlichen Tanzes.« Er tat ihr den wunderlichen Gefallen. auf den Straßen war Gelächter. blickte den Freund an. »Nun dürfen wir nicht mehr trauern. bis vor die äußere Ringmauer ins offene Feld. der Kalk von den Wänden gefallen und nur eben flüchtig beiseite gekehrt. aber sonst schien der Kirchhof seit langem verlassen. daß ihr gekommen seid und ich mit euch gehen kann. Mit Gertrud trat /(76) er ein. Burschen traten hinzu und suchten ihren Schatz. jetzt bereits mit den ersten Abendnebeln vermischt. dem niederen. umarmt.Weil nun der Maler noch mehr von dem alten Dorf zu sehen wünschte. die Luft im Zimmer war kalt und dumpf. schon stampfte und pfiff von drinnen die Musik. Ein kleiner Leichenzug ging vorüber. wäre nur der Erdrauch nicht noch dichter geworden. nur kurze Zeit. heraus aus dem johlenden Saal. hatte der Maler den niedrigen Kirchturm gezeichnet. und bald trat das Bild Gertruds über dem Leichenzug hervor /(75) Wie Madonna in schmerzlichem Glanz über der trüben Erde. ihr hört. in das die Leute fast hereinnickten. Da sang die Bäuerin mit leiser Stimme ein Lied von dem lustigen Leben in Germelshausen und der Schulze holte ein Blaszeug hervor. mit langem. Kinder spielten vor den Türen. alles war sehr seltsam anzusehen. versprecht mir doch. die Kirche läutet aus. doch der Alte riß plötzlich mitten im Spiel ab und deutete aus dem Fenster.« . tobender als je brach die Musik wieder an. lag da in einer Ruhe und wunschlosen Abgeschiedenheit. bis Mitternacht hier zu bleiben. keinen Schritt zu tun. erhob er sich und bat sich Gertrud als Begleiterin aus. in ein stilles Gebet versunken. weder zur Rechten noch zur Linken. die Grabmale ringsum waren völlig verwittert und moosbedeckt. Wir wollen zum Tanz. die Kerzen. bevor sie ins Dorf gekommen waren. Nur ein einziges frisches Grab lag an der Seite. und wieder fiel dem Maler die höchst altertümliche Bauart der Kirche auf. ums Wirtshaus wogte Fackellicht und heiteres Gedränge. hingerissen von der Anmut des Mädchens und der heraufziehenden Gewalt des Glücks. die er fragen wollte. schien die Schläge mitzuzählen. vom Mondlicht beschienen. von gefährlichen Mauerrissen durchzogen. Er ging umher und suchte vergehens Inschrift und Alter auf den Grabstätten zu entziffern. Versprecht mir bei der Liebe zu unserm Heiland. rasch wurde Gertrud von den Mädchen begrüßt. die Tanzenden standen regungslos. die dunklen Kittel. Die Sonne stand schon schräg und nicht lange wollten sie bleiben. zu dem wohl der Leichenzug heute gezogen war. von einem Gottesacker umgeben. kerzenhaltend. »versprecht mir doch. das graugelbe Sonnenlicht und der stille. so lange an meiner Seite zu bleiben. immer geht so unser Tag zu Ende. bis unsere Glocke ausgeschlagen hat. Ganz nahe klang jetzt vom Kirchturm der Schlag der alten zersprungenen Glocke herab. in zunehmendem Dunkel. die einen Sarg trugen und dahinter. schmerzlichem Blick. mit einem ganz rätselvollen Ausdruck. außer Sinnen vor Glück.Sonntagstisch. gäbe es Musik und schöne Kleider genug zu sehen. freundlich blickten auch die Tischgenossen. Gertrud und der Maler stiegen langsam die Anhöhe hinan. hatte auch der Schulze gesagt. nun sammelte er auch den Leichenzug auf der ausgestorbenen Straße unter seine Blätter. die Alten sahen zu und alles hätte selbst ein behagliches Aussehen gehabt. der staunend folgte. so bringt mich. trug den Maler. Doch freundlich stand der rein gedeckte Tisch in der Mitte. schon war sie nicht mehr so still wie um Mittag. den er seit dem Morgen nicht mehr gehört hatte. Da ist noch Platz genug. der glühende Freund hielt sie im Arm.Heftig nahm sie die ausgestreckte Hand und ging mit dem Freund die Anhöhe hinunter. allein mag ich nicht dastehen. Männer. auf das alte Blatt. Gertrud sah dem werdenden Bild zu. und führte ihn. den Weg. und das jubelnde Mädchen. vielleicht hat mich Gott noch nicht ganz vergessen.« . aber in so ernster Gesellschaft kann niemand etwas Übles davon denken. denn gegen Abend. die Musik schwieg. Die beiden schritten die breite Dorfstraße entlang. Gertrud neben ihm. Herab ins völlig verwandelte Dorf. rief Gertrud. Eines nur fiel dem Maler über die Maßen auf: so oft nämlich die Glocke von der Kirche droben zum Stundenschlag aushob. Schon vorher. wie sie der Maler noch nie empfunden hatte.

wollte ihn nie gesehen haben. vergeßt mich nicht. fliegenden Dunst. daß es alle hundert Jahre. Nach Mitternacht. am Tag. wie es ihnen gefällt. er kehrte zurück. geriet immer wieder in den tiefen unheimlichen Grund. nach Mitternacht. wo wir stehen. »Leb wohl. die Brautmusik.« Der Maler hielt den Alten. Doch ihr wolltet euch mit unsereinem nur einen Spaß machen. Von neuem arbeitete er sich ins Dickicht hinein. grade auf der Stelle. gleich da drinnen im Sumpfe soll. daß sich der junge Bursche niederwerfen mußte. trotz der frühen Morgenstunde. der immer noch wehte. Aber er mußte den Schlag überhört haben oder der Wind. den Weg auf der Landstraße gradaus in ein tüchtiges Bett. trug ihn nach einer andren Seite fort. Herr«. schlug über sich ein Kreuz: »Gott sei mir gnädig. Der Sturm heulte vorüber.Der Jüngling zog sie an sich und küßte die Braut. Es macht Ängste. um dort zu warten. Langsam sammelte der Maler seine Blätter. möchte keinem wünschen. um nicht gegen die Ringmauer geschleudert zu werden. . niemand weiß. Geht jetzt hinüber nach Dillstedt. er stieß ihn fort. und geträumt. »wie gut ists. bald hier. stürzte ohnmächtig zusammen. Bestürzt hielt der Jüngling an sich. Herr. Nun holte endlich die alte Kirchturmsglocke zum Schlag aus. das weiß nur Gott allein. denkt wohl daran und vergeßt mich nicht. in der Gertrud wartete. suchte an anderen Stellen den Weg. DUMM UND AUFGEBESSERT . Aber tut mir den Gefallen und nennt den verdammten Namen nicht immer wieder. sah die Kirche. dem Jäger war es wohl aufs neue unheimlich bei dem kranken Gast geworden. Doch wieviel Klafter im Erdboden das verwünschte Dorf liegen mag. ihre wunderlichen Worte klangen nach. wenn man nachts in dem Grund den Weg verfehlt. Nur die Fenster des Tanzsaals glänzten freudig. die noch verstreut auf dem Boden lagen. Ich habe mich verirrt und suchte die ganze Nacht vergebens. wie wechselnd die Nacht geworden war. SPUK. als er den jungen Burschen weder als Vagabunden noch als Gespenst erkannte: »Ihr habt da wohl etwas gehört. einem Liebesspiel glaubte er zu gehorchen. dicht vor ihm schlug ein Hund an und ein alter Jäger trat aus dem Gebüsch. Nur die Sage geht noch. fuhr der Jäger /(78) fort und schlug sich Feuer für seine Pfeife. sah Gertrud. schon schoß unter seinen Schritten Sumpfwasser hoch. den Tag abzuwarten. Kränze windend. der Jäger wollte ihn halten. was ihr so nennt. und ihre leichten Schritte waren rasch im Dunkel verschwunden. aus einem verquälten leichten Schlaf. so heftig. Denn allerdings. erreichte bald die Kreuzung unter der hellen Birke. sah er sich allein. wurde aber immer aufgeräumter. den Leichenzug mit den alten Trachten. mitten in einem Windstoß. Laßt die Toten ruhen. auch mußte die Zeit um sein. während ihm die großen. die Uhr hatte schon lange ausgeschlagen.Erst gegen Morgen fuhr der Bursche hoch. woher kommt ihr?« Er sah den Maler an und schüttelte den Kopf: »Freilich. nachher ists weggesunken. der Fahrstraße zu. die erst recht. wild küßte ihn Gertrud wieder und riß sich aus seinem Arm. wo es unterging. Aber er geriet in die Moore ringsum. seine Worte überstürzten sich vor Freude. die überhaupt keine Ruhe haben. vor der Tür des Tanzsaals will ich euch erwarten. »Wie gut ists«. daß ihr kommt. Herr. Nahm seine Blätter aus der Mappe hervor und zeigte den Kirchturm. »Lebt wohl. dichtes Erlengebüsch schoß überall dort empor.Noch einmal stand sie still. nirgends mehr entdeckte er im Dorf ein Licht. geht unsereinen auch nichts an. wo er den Weg vermutet hatte. »das sind alte Geschichten hier herum. warum und wieso. auf das gleiche Blatt gezeichnet. Wollt ihr mir nicht sagen. umarmte den Freund. ich gehe mir so nicht viel aus dem Wege. wieder ans Licht gehoben wird. wie ich den Weg nach Germelshausen finde?« Der Alte trat rasch zurück. der /(77) Maler richtete sich auf und suchte den Weg ins Dorf hinab. Wenn ihr wollt. bald dort tauchen sie auf. das geringe Mondlicht ging unter in einem blassen. horchte immer wieder auf den alten rauhen Schlag. daß er zufällig dazukäme. ein plötzlicher Windstoß fuhr übers Feld. der Grund blieb still. bis die alte Glocke eins schlagen würde und der Schlag ihn führte. Seht ihr. hellen Tränen in die Augen traten. der Alte kannte ihn nicht. trug er Triller und Pfeifen mit sich. den Weg kenne ich gut genug. unter der sie gestern noch gesessen hatte. Gertrud!« rief er leise.« . Fürchtete sich endlich vollends zu verirren und blieb auf einer erhöhten Stelle. Jetzt sah er auch. Erst dort blieb er stehen und schaute noch einmal zurück. und wie der Wind von dort herüberfuhr. gelegen haben.« Der Jüngling griff um sich in die Luft. Er erhob sich und schritt seinen Weg entlang. für betrunken und nickte ihm heiter zu. kann ich euch begleiten. Als er die Augen wieder öffnete. Ratlos und erschöpft beschloß er endlich. rief der Maler.

wohnt das Glück. kehrte um. nun erst vollendete Spukgeschichte traf. Doch es gibt auch das Lied: Dort wo du nicht bist. feine Haus zu kommen. riß sich los. Selbst ein sogenanntes zweites Gesicht. i mach dirs mexikanisch. Und auch das Unvermutete darin ist meist banal oder aber es geht uns überhaupt nichts an. Da hört das Mädchen eines Abends. ist selten so beschaffen. ein Dichter macht sich darüber her. brauchst a Haus oder a Hur«. anbandeln. Ruhigen Gemütes überlegte er draußen. URVERTRAUTE FREMDE Was sehr seßhaft. sagt darüber Tieferes. Die Spukgeschichte mit litera/(79) rischem Samtkragen ist halluzinatorischer geworden als der meiste »tatsächlich« berichtete Spuk. »was hat dös Madl bloß gmaant mit dem mexikanisch?« Lange stand er still wie ein Schiff von streitenden Winden bewegt. Girardi war spät. Ein junges Mädchen ist da zu sehen. frißt nicht. Hat aber die Erlaubnis. merke mir dein Haus. die nun erst fabulöse Ausspinnung des Schauspielers Girardi wörtlich hierher): «Es gibt einen Engel. hielt plötzlich an. Haus und junge Hure. ein teures Taxi oder einen gesunden Fußweg heim nach Hitzing nehmen sollte. riefen die schnalzenden Weiber und schimpften noch hinter ihm her. Doch Nestroy hätte an dieser kleinen erfundenen Post-Magie Freude gehabt. in die Wiener Gasse. Bis ihn plötzlich. Hin und her die Gasse. Eine alte persische Erzählung. Der Fall selber war doch ganz läppisch. die Erleuchtung. und aus vielen hingen einladende Mädchen heraus.falls er nicht erzählend aufgebessert wird. Kärntnerstraße. »Danke dir sehr«. »du Depp du blöder. nur nirgends dort das so auffallend gewesene schmale Haus und das Mädchen in seinem einen Fenster. als der Mann endlich abzog. Der leibliche Vater hält sie dort fest. Mehr als kopfschüttelnd.« Damit endete der innere Monolog. obwohl. ketzerisch frühchristlich dazu. als sie ihm noch nachrief: »Schau. auf Kommendes bezogen. geriet dabei in eine hübsche. dann muß der Engel wieder verschwinden. sehr enttäuscht. nachträglich sinngebend. der Letzte bisher. als noch Zeit dazu war. altösterreichisch-gelb um die weißen Fensterrahmen. Es sei denn eben. durch immer bekanntere Gegend. Das so (wir setzen die Erklärung. und vielleicht der Letzte überhaupt. da die Stadtbahn nicht mehr lief. je nur ein Fenster übereinander. hundert Jahre lang. von ihrer Kammer kann sie durch die Ladenritzen kaum auf die Straße spähen. was es nicht kennt. Kärtnerstraße. Ring. mit seiner kuriosen Reue ging der sympathische Girardi nach Hitzing in sein unverwunschenes Haus. sogar ein graziöses Beispiel entgegenblickt. Von den Fenstern her gut beleuchtet. sei net blöd. aber morgen nacht vielleicht. der kann es nicht länger mitansehen. vielmehr nicht recht zu sehen. i mach dirs mexikanisch. umfabelnd hinzu. Poe'sches. Und das verschlüsselte Wort lautet: Schau. in das sonst nicht vorhandene schmale. Denn wenn niemand folgt. enge Altwienergasse. aus den selbstgemachten Er-innerungen des Wiener Schauspielers Girardi. gleichsam die wahre. wie nichtssagend dies Unheimliche ist. aus sehr wenig Nicht-Geheurem. doch nüchtern von Freunden in einem Wiener Außenbezirk aufgebrochen. auch ich nicht. schnalzten ihm zu. bin jetzt zu müde. weil es zu Hause eingesperrt ist. wie falsch es die Menschen machen.Ob es irgendwie oder irgendwo noch spukt. Darf indes nur ein einziges Mal mit einem Mann. bis er endlich die kleine alte Gasse wiederfindet. Rotenturmstraße. und kehrt niemals wieder. die er vorher nie gesehen hatte.« Der Mann lief aber weiter in die Nacht.« Er war schon weitergegangen. Der Fall selber hebt sehr alltäglich oder auch allmächtlich an. »ein andermal. sagte der höfliche Mann. sie selber entzückend anzusehen. Kommt dann keiner auf den nur einmal vergönnten Ruf hin. Wie bei noch so aufwendigem Chok dann meist nur Langweiliges dahinter ist . alle hundert Jahre in Gestalt einer Hure auf die Erde. schon mitten in der Mariahilferstraße. wird der Engel sich sagen: Die Menschen verdienens halt nit besser. Besonders anregend tat das eine in ganz schmalem Haus. der Schlüssel. eben vor ihrem . ganz ohne Salz. ganz nüchtern vorahnend. Noch keiner aber hat den Ruf bisher verstanden. FREMDES ZUHAUSE. ja gerade weil sie nicht auf der Bühne geschah. Rotenturmstraße und so fort. um ihm das ganz anders zu machende Glück zu offenbaren. fällt auf. und über eine kleine Erzählung am gewohnten Kaffeehaustisch den nächsten Nachmittag oder Abend reichte das Pech doch kaum hinaus. /(80) ein allzu dünner Chok. Entschied sich für letzteren. Wo Immer aber davon berichtet wird. ob er. daß es nicht auch einfacher zu haben wäre. Ring. der vorübergeht. komm doch her. heimwärts durch die Mariahilferstraße. Wozu uns nachfolgend. stehe dahin. fragte die sonst überall noch heraushängenden Huren nach dem verschwundeneb Haus. wegverspukt ihm beides. Hoffmann'sches kommen ausfabelnd.

während das Mädchen jetzt mit einem wirklich rätselhaften Ausdruck nachblickte und der Wagen in der Richtung des Parks verschwand. der nun nicht mehr bloß Lunte zu riechen brauchte. gerade sein eigenes Interesse daran kann er nicht mitteilen. der von der Opera zum Park Montsouris fährt. ihm trotzdem nicht gehörige Tochter. wie es dem zitierten Seelenmädchen marcionitisch das Vertrauteste ist. ein kurzes und spitzes. daß ihn das Mädchen nun für /(83) einen rohen Burschen oder banalen Anknüpfer hätte halten müssen und also nicht mehr zu lieben brauche. in Paris. als ob es die eigenen gewesen wären. Rächer. Selbstverständlich ist bereits die blaue Blume. was blüht oder zum Blühen kommen könnte. PIPPA GEHT VORÜBER Schlimm ist. kann er es auch nur schlecht wiedergeben. der Freund stieg mit seinen Bekannten aus. Nicht mehr geht dann auf als ein Glitzern. auch der Freund saß im Wagen. gar nicht werbend. eine ganz merkwürdige Freude sei über ihn gekommen. vergaß die Angst vor dem Vater. ist das Neue Testament. wirklich so leicht und ungeschickt. ja fast rätselhaft Erschütternde der (übrigens wenigen) Wiedererkennungsszenen hierher. Freilich auch als das stets Gemeinte. und der Mann erzählte nachher. Und weil es ihn so sehr interessiert. dem Lied. Gleich kehrte sich das Mädchen ab. doch mehr /(81) als das Land der Griechen mit der Seele suchend. der Iphigenie verwandt. sondern rund und einsam. Werde dich nie vergessen und komme wieder. eine wahre Schaffnergeschichte. Imgleichen aber stürzte ihr der Vater nach. wo du noch niemals warst. dich zu holen. im Autobus AE bis. er hob es vom Boden auf und berührte dabei leicht das Knie des Mädchens. Allerdings wahrnehmen mußte. ohne die es sich nicht als urvertraut erkennen liese. explosiv beim Aufschrei Elektras vor Orest. so schließt die Legende.« Wonach der Erschlagene verschwand. Das aufreizt und wohl auch etwas sät. Bald hielt der Wagen. so gleichgültig schien ihm die Sache und so ruhig fühlte er sich weiter. an Fälle erinnern. besonders weil Heinrich von Ofterdingen sie nie erblickt hatte. plötzlich enthüllten Bruder. schlicht bei Josef und seinen Brüdern. hieb mit einem Beilschlag den Jüngling nieder. wie man in München die nennt. und ihm gegenüber ein Mädchen. Viel einschlagender aber gehört das emal Ergreifende. die pelzig waren und dergleichen. aber nur Anfänge. Ein bisher völlig Fremdes ist damit also als das Nächste beutet. die ihm gleichgültig ist. der Ring aber. Genug davon. möglicherweise. seltsamen Augen schwach durchs Gespräch mit andern wahrnahm. von dem er nur die großen. die man so einschlagend hörte. von Rettichen. während die Augensterne schon wieder aufgingen oder vielleicht nie untergegangen waren. Man muß deutlicher werden. einen Lautenschlag und Gesang. aus den »Erzählungen des Fremden«. nichts. Der Mann wollte nicht einmal den Schlußlichtern nachgesehen haben.Fenster. öffnete die Tür ins Freie zu dem wundersamen Jüngling mit der Laute. das verwundet. Dessen letzte Sätze waren: »Ich wollte dich nach Hause führen. was niemand interessiert außer den Erzähler selbst. Der Sprung zum Niegewesenen ist wichtig vor allem eben zum völlig bisher Fremden. vielleicht eine ganz läppische. die sture Fahrgäste in Trambahnwagen erzählen. Oder vielmehr ein Zufall kam der Methode zu Hilfe: der Mann verlor sein Billet. An eigene Erlebnisse oder solche. auf die letzte Kammersitzung oder . der sich unter vorhandenen oder vorgemachten Stillungen nicht diesen appetitus verlegen läßt. sich nur »sehnte. mit-teilbar machen. nimm diesen Ring zum Zeichen unserer Treue. als sie mit einem völlig fremden Wort aus dem Lied auf den Sterbenden hinschlug. das ist. nicht so zwar in der griechischen Wiedererkennungszene doch mehr Erinnerung als Ahnung im Grund. wirklich wie Sterne. packte die leibliche. vor dem gärend noch nicht erkannten. noch während er auf sanfte Dinge hörte. so unabsichtlich in dem engen Raum. nein zu sagen. das er überhaupt nicht beachtete. wenn ihn eine Frau zu lieben beginnt. Zum Unterschied freilich von der persischen Legende ist in der biblischen. darauf aufgetragen. Frauen gegenüber ist ihm die Methode unbekannt. Aber kaum saß er am Tisch. sie zu erblicken«. denen man sonderbar zuhört. selber abrupt. zu wenig und doch eben genau genug verführt zu werden. Die Jungfräuliche. und er weicht ihr deshalb lieber aus. so fremd und ihr doch so urvertraut wie nichts sonst. daß man die Gründe nicht psychoanalytisch zu vermehren braucht. blauen. Der Mann ertrug nicht. denn die Augen sahen ihn unverwandt an. Wohl dem. das sind sonderbare Geschichten. so kam mitten im Café. Ein Freund erzählte derart eine Geschichte. Die meisten Träume gehören hierher. auch in Ahnung sich vorspielend. auch alles sehr Persönliche. es sei ihm ganz kierkegaardisch dabei zumut geworden. blassen.

ja sogar reichen. Weshalb auch Schopenhauer als Glück des Alters preist. Auffallend. daß es hinter alles gekommen sei: siehe. Immerhin. Liebe explodierte mit Zeitzündung. Der . nie ganz Tag. DER LANGE BLICK Wer den langen Blick kennt. das unertragbar wäre. Ein schönes. Raumvorbei. von der er doch nicht einmal exakt wissen konnte. besteht überwiegend nur aus Jugendunruhe und Schein. Große Musik weiß davon ihr Lied zu singen. der nicht in der kurzen Ekstase männlicher Höhepunkte. ein Einschlag. das Alter spricht von einer ganz andern Welt als der der Jugend. auch versäumten. die mit dem langen. die fundierte die versäumte Möglichkeit bestand. das Gefühl stand als ein Knecht auf dem Markt. Wäre unser Schicksal absichtlicher. ganz eigentlich menschliches Leid. ganz die Frau und folglich jenen Liebesraum in sich eingetauscht. wie ein Allerseelen im Frühling wird sie erinnert. von denen er erzählte. Flaubert und allen Kronzeugen des Versäumten. die oft wiederholte Fahrt um genau dieselbe Stunde im selben Wagen auf der selben Strecke. im Lächeln des Ernstfalls: der hat den bloß männlichen Orgasmus verlassen. zur eben vorübergegangenen. wieder aufleuchtendem und wieder vergehendem. Daß sich die Idiolatrie nach Tagen. während die Frauen sonst so gleichgültig wurden als wären sie wirklich nur Stecknadeln oder etwas Paillette. die achtlos machen oder betrunken oder gelähmt wie Offenbachs Hoffmann im letzten Akt. der unbewegliche Anblick fast ohne Berührung. daß es eine Perle war. das von der Entrückung um alle Dinge und Menschen ausgebreitet wird. Fügt man hinzu. ihn völlig auf ihrer Höhe hat und daran vergehen muß.den Herbstsalon. daß der Mann kraft ziemlicher Phantasie überhaupt fernen Geliebten verfallen war. den niemand dingt. in dem nur die Geliebte weiter atmen kann. noch die Situation im zweiten Akt Tristan gehört hierher. in einem Zeitvorbei. dann würde es nicht so bitter aus diesem Fast-nichts.solch kurzen Verwundungen oder glänzenden Jetzteindrücken ohne Folge gegenüber . diesen gar nicht unterirdischen. besonders an Frauen. Wahrscheinlich ist . nur die Frau mit dem offenen Auge eines gänzlich unverdunkelten. die Idiolatrie des Unbekannten. hemmungslos offen und nach außen gebracht die Tage des Irrens. ja nicht einmal den Coitus als Schlüssel braucht und allemal ein weiblicher Raum ist. ganz ohne Libertinage und gleichsam fromm. in dieser gibt es viel zu versäumen. schönen oder bedeutenden Mädchen. verlobt hatte: so wird man die nächsten Tage verstehen. ist selbst. Daß der Typ des Anbeters nicht gerade knochigen Zugriff hatte. Der extreme Fall bleibt ohnehin als einer aus Jugend schlechthin. Der Entdeckungswille war ebenso leer wie unertraglich gereizt. als sich ein Mädchen. das Suchen im Heuhaufen nach der Perle. von dem er nur Bilder und Erzählungen kannte. Wochen legte. der in der Welt. nur scheu. großen Blick beginnt. Der Schein begann zu arbeiten und das Mädchen. Um sie ist kein konkretes. das ich mir denke». und sie erschien nicht entfernt so bekannt wie die Milliarden Berichte von unglücklicher Liebe. ob es keine Stecknadel war. schweigend. bei Baudelaire. obwohl es ergreift. langes nie gelebtes. sie hat vor allem. sondern nur im »Ausklingen» wohnt. das fast halluziniert erinnert wurde und dem nichts fehlte als der »winzige« Anfang. ja selbst wo sie unverdrängt bleibt. Aber der Mann kann nicht lange darin hausen. obwohl er durchaus nicht zu den Träumern gehörte »vom Mädchen. glänzenden (so daß also am Realisierungswillen kein Zweifel ist). wie wir erkannt werden. daß die Unbekannte langsam verblich. von denen er gehört hatte. tief vertrautes Leben. wertlose. aber auch undurchscheinenden Rauschs lieben kann. La passante wird dann leichter vergessen. das darin stand. doch fast ehrfürchtig. Aber es wäre wahrer. mit der ein ganzes Leben versank. sondern sehr hoch gelegenen und entlegenen Venusberg. eben das Korrelat der schlimmsten Jugendunruhe ist. wenn es nicht wieder höchste Leichtigkeit besäße.die Routine der Verdrängung an Normalen stärker ausgebildet./(84) verständlich. Der Mann im Autobus konnte seine Geschichte erzählen. ja daß er einmal halb wahnsinnig wurde. wenn selbst Tristan Isolde danach verließe. ist ebenso selbstverständlich. wie sich auch hier zeigte. Er ist so wenig eine züchtige Stellvertretung oder »Andeutung» des Beischlafs wie das Blickduett ineinander dessen Musik. Aber freilich. in einem Halbdunkel. Fast-alles singen. wenn Stella kommt. des närrischen Abschreitens der Autobusstrecke. auch wie ungern. du hast nichts versäumt. weit verbreitete. Es gibt Liebe. wie selten die Reize des Vorüber mitgeteilt wurden. wenn uns nur noch die Augen der geliebten Frau /(85) ansehen und wir darin erkennen. aufleuchtendem und vergehendem. der fast verschüttete. wurde zur Geliebten. hoffnungslos vergangenen. Hier sind Teufeleien.

die jeder kennt. wenn eine lange Vergangenheit als Zeit. aus denen uns das alte Datum ansieht. der in den Zimmern Briefe an längst Verstorbene abgibt. sondern an der unersättlich erotischen Frau fällt der richtige Mann durch. haben den Wiedersehenstrieb im Exzeß. er ißt nicht von diesem Eingemachten. der sich zwischen Ich und Du gebildet hatte. das ihm tief und angelegen ist. die man in spezifischer Weise ja nur toten Dingen genüber hält (Puppen. wie wir einst so glücklich waren . steht dann im luftleeren Raum. sondern selbst diese vergißt. als von jenem. so daß er darin bleiben kann. oder der Balkon auf der Rückseite mit den eingeritzten Jahreszahlen. Bücher. die man fast noch vom Kriechen her kennt. Menschen. Hier nimmt das Wiedersehen etwas von der Treue an. sie ist aus. freilich auch seine Katastrophe. in besonderem Exzeß. bleibt gewesen. Die Menschen und Dinge sind dann verzogen. Antiquitäten. Selten haben Untreue und höchste Treue eine schrecklichere Verbindung im gleichen Akt. Ja vom Entsetzen des Wanderburschen mit dem Stab in der Hand. genau dieses. diese rückt nicht von Ort und Stelle. die Erinnerung bringt ihn nicht wieder. Die Treppe. wirklich zurück.und Häuserreliquie stehen bleibt. Meistens auf der Stelle. oder des Ritters. wieder einmal in das Haus zu kommen. aber man muß sich sehr vorsehen. Er besteht vor ihr. der vom heiligen Grab zurückkehrt und nur noch Ruinen findet. kurz. wenn er etwas taugt. ganz unkenntlich. dieser alte Dritte ist meist gestorben. die im Wunsch solcher Rückkehren lebt. darf uns als solches nicht halten.so steht er bestenfalls als sentimentaler Filmheld da. von dem man so nahe auf das Nachbardach sah und im Winter auf den Schornstein. der völlig luftleere Raum: nämlich das Wiedersehen mit Ruinen und nichts als Eingekapseltem darin wird leicht zum Abschied von sich selbst. selten behaglich und fast immer schal. Dann erst bildet sich die allerschlimmste Katastrophe. aus denen nichts Rechtes oder nicht annähernd das von ihnen Gemeinte wurde. sogar das Leben. daß sie ein Grabbau über bloßen Velleitäten geblieben ist. sondern die Vergangenheit sehen sie in einer leblosen Erinnerung. um sie zu verkaufen. also nicht in einem Guß lebendig weiterkocht und vor allem nicht die einzig anständige Form des »Gewordenen« anahm. obwohl er doch jede Türklinke kennt und den Refrain. ist der Rückkehrende nur insofern verschieden. WIEDERSEHEN OHNE ANSCHLUSS Auch was war. Dergestalt liegt immer der Verdacht nahe. von der Ritterschaft des heiligen Grabes zu schweigen. Doch die Rückkehr enttäuscht auch hier. aus dem er herkommt. So sehen sich frühere Freunde wie Revenants an. die männliche Liebe erlischt leicht im Nichts-als-Liebe. das Leben von damals und heute hat keinen Anschluß oder bloß einen in Melancholie. vergeblich. der sich vor sich selbst geniert. das der Frau das Alles ist. Der Zwischenmensch ist fort. das sich in der üblichen Rührung dieser Augenblicke kenntlich macht. Nicht sich. die Kinder oft schon früh anlegen und merkwürdig historisch. das vielleicht noch unruhig und . Und vor allem hat das Wiedersehen mit ebenso völlig erloschener wie glänzend gewesener Vergangenheit etwas von dem Mitleid mit sich selbst. vor allem beschädigten. Eine Probe seiner selbst ist darum. der den Sternhimmel zurauchte. Nicht an der unersättlich sexuellen. Nichts davon soll besonders treu gesucht werden. nicht noch lebendigen. immerhin mit der Fremde in sich. in denen nun Fremde wohnen und in denen ihn keiner beachtet. mit denen man viel atmosphärischer verbunden ist.Mann blickt nach kurzem feige beiseite. das Fenster auf dem letzten Absatz. ihr SichErinnern ist krampfig. Oft träumt man davon. als er sich nicht einmal mehr als Wanderbursch fühlen kann. wie der Fliegende Holländer. so. noch in Zeitungen von damals eingeschlagen. auf der gleichen. die Dinge sind in lauter Vergangenheit eingekapselt. Schränken und andern mythischen Lehensherren). es sei denn. Geht es gar dem Revenant nicht besonders zur Zeit und steht er vor den Häusern des früheren Glanzes. er sucht in diesem Schweigen ohne Fenster den Raum für alles Wichtige. alte und noch geliebte Dinge nur auszugraben. in dem man als Kind war. Zeugnisse eines früheren Lebens. Ein Toter ist dann zurückgekehrt. Dann enthüllt sich auch die eigentliche Schwäche und /(87) Pietà gegen sich selbst. den niemand kennt. der nicht wurde. wenn dieser Frauen Wesen so nah mit Kunst verwandt ist. daß man zurück geht. und sehen nicht oder nur falsch heraus. Harmloser trüb ist der Wunsch. /(86) Lasterhaft ist die Lust dazu und man büßt sie auch. selbst wenn sie genau so aussehen wir früher. die man suchte und aufgesucht hat. nämlich Reife und Werk.

die echte ist überhaupt keine. kann die schönsten dinglichen Reliquien so unbedenklich fortwerfen wie Lessing die Würde: /(88) er hat die Gewißheit. der Effekt ist der gleiche. daß sie selbst die Tochter. Möbeln. heulend. vernahm er allerlei Gerüchte nicht mehr. sollte doch sein eigen Fleisch und Blut die Oper des Tageskompositeurs in die Taufe heben. auch in einfachen Liedern früher unterrichtet hatte. um in der Kammer nach Geld zu suchen. ob man sich im Gewesenen schlecht zurückließ oder ob man anders treu heraus ist. Der zweite Akt einer gänzlich uneingänglichen. als gingen wir von ihnen: ihr Abtransport ist. So traf er sie auch wirklich eines Abends. der sich zu bessern versprach. kurz. Seinen Part strich er desto unwilliger herunter. Nur die Bittgänge der Frau zum Maestro des Orchesters verhinderten vorläufig die Entlassung.man schrieb etwa 1750 und ist an der Hofoper einer deutschen Residenz . auch singend. So wurde der alte Musikus. wie er glaubte. Deutlich steckte sie mit dem Schleppsack von Weib unter einer Decke. je geringer ihm mancherlei Schablonen erschienen. sondern Festes. gut durchdrungenen. entdeckte er bisweilen auf der Treppe und fuhr sie an. daß er nicht des mindesten heiterer wurde. schreiend. geht nicht in Vergangenheit und Zeitreste. wie wenn ein Zug auf dem Nachbargeleise abfährt und wir selber abzufahren glauben. geliebten Vergangenheiten eine Mobilmachung der Schätze. hoffnungslosen Oper war beendet. zerstreut und wie auf ganz andres hinhörend. DIE GUTMACHENDE MUSE Man fand. genau diese. was melancholische Vergaffung oder aber. Bis der Musikus eines Tages endgültig entlassen wurde. übel verheiratet hielt er sich auch zuhause für sich.italienisierten. man merkt dann. eher noch. Gerettetes. Nach den Proben. Konserviertes. Öfter geriet er während der Proben weitab. die damals . der geschaßte Geiger haderte nun auch noch mit sich. doch gänzlich verdrossen. als kleinen. Ja er war so mit der Welt zerfallen. genannt »Sirene«. Freunde hatte der Sonderling keine. nach der abendlichen Vorstellung schloß sich der Musikus jetzt gänzlich in seine Kammer ein. über Launen des jungen Sterns. in dem sich keine Möbel stoßen und nichts traurig ist. seine Frau und eine junge Tochter vorm Hunger zu schützen. die draußen umliefen. gemaßregelt und herabgesetzt. Die Tochter die allmählich herangeblühte. verwundert nicht. Völlig in seine Kammer verschlossen. das keine leibliche Rückkehr mehr braucht. Daß die /(89)ohnehin unpassende Gattin dadurch immer zänkischer wurde. auf der Geige phantasierend. An sein Pult im Opernhaus kam er zwar noch halbwegs pünktlich. sondern hat das ihre als dieselbe Gegenwart. eingekochten Raum. als er hörte. Das Mädchen wurde nun noch vorsichtiger. ob der damalige Schlag im jetzigen Tun weiterlebt und das »Gewordene« an andrer Stelle geworden ist. Denn einmal gehen hier die Dinge von uns weg. die von Rost und Motten nicht gefressen werden. Kurz: es gibt gar kein Wiedersehen mit Anschluß. sie verbot ihr sogar. hielt sich nur in ganz sicheren Theaterstunden droben in der Kammer auf. eine Vorübung auf den Tod. gegen ihn aufhetzte. je näher das Debut der neuen Sängerin heranrückte. was substanzvolle Erinnerung im Leben geworden ist. Trieb dort sein einsames Wesen. nicht nahrhaft. er hatte sich geweigert. als er verfrüht zurückkam. mit dem lumpigen Ernährer zu sprechen. Der ehemalige Zwischenmensch zwischen Freunden ißt auch davon nichts. stampfend bis tief in die Nacht. lange Wochen auf der Hut vor dem unglücklichen Mann. die der Vater geliebt. unverkäuflichen. der alte Geiger lebte und spielte mehr schlecht als recht. Grade hatte die Nacht vorher eine bizarre Frucht getragen. sein Gehalt reichte kaum noch.doch ebenso erloschen ist. über verzögerte Einstudierung der neuen Oper. Konträr. Insofern sind Trennungen von Büchern. mit den offenen Schubladen. Firma in mehrerem Sinn und Werk. zitternd sprang sie von seinem Arbeitstisch auf. so daß es keine Vergangenheit darstellt. die sentimentale Rückkehr ist giftig. Wer sich so trennt. ja außerhalb der Zeit. der Einstudierung der neuen Oper eines der verhaßten Modekomponisten mitzuspielen. Sodann aber stellt sich an diesem Abreise-Effekt eben heraus. spionierte in ihrem Auftrag. aber scheu gebliebene. aber das richtige Alter und vielleicht auch der richtige Tod lieben diese Konfitüre und brauchen sie. von der nur er wußte und die er geheimer hielt als sein fehlendes Bargeld. Dieses Sich-Trennen von seiner Vergangenheit ist eine Probe aufs relativ anverwandelte Geschick. sei als neues Stimmwunder entdeckt worden und werde auf Verwenden des Kardinals zur künftigen Primadonna ausgebildet. doch ständig neue Unlust zeigte. auch aufs gerettete Exempel. oben an. sie jederzeit wieder aufnehmen zu können. über . seine Tochter. unbeachtet. sogar eine doppelte.

Doch das Mädchen obiger Geschichte ist dem Mann als besondere Muse da. die das Recht hat. nämlich ganz. und da überhaupt kein Maß von Bildung dazu kommt.seine Tochter beschwört als Sirene das Meer. der Wagen Sr. öfter riesig. keine so inkognito und doch stark. Dann kommt der Trieb. als es die Partitur an sich nahm. Auch Irrsinn hat hier Platz. setzt den Zwang. hochvertraute Musik dringt aus dem Raum. welche dem Werk dienen soll. doch kommt es vor und ergreift noch nachträglich. was geht es dich an. dieser Satz ist nicht nur frech. sondern verstehen ihn zu . sie ist in rührenden Mußestunden. Ein Werk zu schaffen. die Welt kennt keine Kleinigkeiten mehr. Ein italienisches Sprichwort sagt: Tempo e' gentiluòmo: gemeint ist. Exzellenz warte vor dem Haus auf der Fahrt zur Oper. Als Geliebte wurde das Weib stets glühend besungen. Ja sogar große Talente erleben diese Schrumpfung. Aufzuwachen und den Frühling zu spüren. die keiner kennt und die wahrscheinlich größer ist als die sichtbare./(92) gien. zu malen. die Oper hat begonnen. Der Kopf brummte vor lauter hohen Anfängen. nicht als befeuernde vom Parnass. . den Raum zu füllen. Dagegen die besseren Dilettanten verlieren die Stimme wie ein Natursänger nach den ersten Solfeg. verspätet langen sie im Theater an. die eigene Erwachsenheit macht das geplante Überwerk zum Zwerg. und als eine. das uns in die Welt. Das Mädchen. So nannte Hölderlin die Jugend in einem Brief an seinen Bruder: »diese Zeit ist eigentlich die Zeit des Schweißes und des Zorns und der Schlaflosigkeit und der Bangigkeit und der Gewitter und die bitterste im Leben. Doch nun kommt der Rückschlag. Eine wilde. der alte Musiker stürzt vor. hebt es auf. daß man den gentiluòmo gar nicht braucht. Wenn ich dich liebe. oft lyrisch. als Mutter verehrend: nur ums Töchterliche gibt es wenig bessere Lieder als familiäre. zwischen Eros und Kosmos gespannt. Zurücksetzungen oder bösen Triumpfe. dabei versteckte. ihr schon verblasener Traum setzt verblasene Worte. so kommt Produktion als öffentlicher oder heimlicher Beruf. hielt sich heimlich und unvorhanden bis zum letzten Augenblick. und das Werk :Balzacs reichte dann nicht aus. uneigennütziger kann gar nicht geliebt werden. Damals waren noch keine Mädchen darin oder viel schwächer. Doch jetzt bläst Sturm in die Farben. RAFAEL OHNE HÄNDE Keiner hat von selber klein begonnen. im Stil der Provinzzeitung. bahnbrechende.oder Amtstag entstanden. unser Leben zu sagen.« Ihr Schönes ist vielmehr das reine Planen in Dauer. aber erst als Jünglinge versuchen wir es. Nachwelt zu heißen. oft nach einem jämmerlichen Geschäfts. auch Verkanntsein. Das griff doch gleich hoch an die Kehle. Schon geht es wie treue Nachwelt. von unten her. Den kleinen Dilettanten geht es dabei besser als den ernsten. zerklüftete. abgestempelte. So hat jeder junge Mensch einmal gebrannt. er kann auch töchterlich sein. gibt sich als Abgeschickten des Intendanten zu erkennen. als nach seiner Liebe nicht zu fragen. sie schienen außer allem Verhältnis wichtig. Das bedeutende Gesicht schrumpft ein. Der Abend der Premiere war gekommen. wohl aber als sorgsame. die Intelligenz. So etwas ist selten. Denn das Schöne an ihr ist ja nicht die Zeit der Sehnsüchte. stets vor der Entdeckung zitternd. schreibt man die Fülle nieder.offenen Skandal und Eingriffe des Fürsten selber. Hält der Rausch übers zwanzigste Jahr an. sie so groß zu fühlen. in diesem Mädchen her. einer schrieb eine Philosophie des Postverkehrs in drei Bänden. Allerdings hat das alte Ekel der Jungfrau nichts übergelassen. Der merkwürdige Trieb. die gewiß einmal der Weltgedanke war. der Sonderling hatte /(90) auch noch die Fenster seiner Zuflucht verhängt. so wird der Traum Gewäsch (ohne Waschtag). Das Morgenrot beleuchtet Jünglingen ungeheure Gegenstände. da tritt ein Fremder in die Tür. Es gibt hier unterirdische Literatur. Zum andren aber geht der Vater sie außerordentlich viel an. sobald sie Worte an ihren Plan setzen. mehr im Pastell. zu sprechen. jung zu sein. Die edle Tochter hat ihr Amt so graziös verwaltet. Auch jetzt noch sträubt sich der Mann. so augenblicklich und voll. breite Romane und Wälzer voll addierter Halbbildung. als gute Gattin stolz und dankbar. abschrieb. seine schöne Jugend daran. aber freilich: diese verzweifeln nicht daran oder begraben den ruinierten Jugendplan. Kaum eine Geliebte kann so magdlich sein. der vor einem Jahr noch ganz anders war. nicht mehr wie Mitwelt. Saft ins Wort steigen /(91) zu lassen. Wir lernen als Kinder sprechen. im schönsten Sinn. Rivalitäten. behält einen gewissen Anschein von Fülle. Manuskripte häufen sich in einem Fleiß ohne Mühe. die Welt in uns versetzt. die Zeit mache Unrecht wieder gut.

in Äußerung und Außen bringen. die nicht mit der Tür ins Haus fällt. drängt jedoch immer neu an. Wobei die Erwachsenheit zwar ebenfalls dem weiten Brausen schadet und die »Ratio« (ist sie auch nicht die der normalen Ernüchterung) viel urtümliches Scheinen aufhebt: aber sie ist immerhin in den Dienst des frühen Wachtraums gestellt. Deshalb erscheint auch oft so bedeutend. bevor man geht. auch ins Detail zu setzen. wird keine Zerstörung wie bei den Dilettanten des Erwachsenseins. in keinem Geschick. alles mit einem Mal? Dieses in ihm Gemeinte kommt nicht leicht zurück. so sieht man sich sonderbar um. Nur: es bleibt bei alldem ein früh Heimliches bestehen. una poenitentium. grade bewußt auch ins Kleine.lokalisieren. Und verläßt man ein Zimmer. Cervantes wollte im Don Quixote nur die Ritterbücher verspotten. er steht auch in keinem Meisterwerk. so bescheidet und überwächst sich zugleich der Plan bei vielen ersten. Sie verstehen. Gretchentragödie. Der Trank (aus keiner Hexenküche) ist noch unbekannt. in der Kraft. gewiß auch neue Pubertät mit frischen Gesichtern. das ihn gegebenenfalls verwirklicht. aus dem Nebenbei und Detail unter dem Urplan entsteht erst das Werk. erst konkret »begann«. auch in keinem Gebilde. Meist ist schon der Einfall. verschieden »kleine« Anfänge tauchen hier auf: sie sind doch in einem gleich. Auch hier blieb noch etwas zurück. als Schrumpfung von Anfang an. vielmehr schoß das Ganze aus Teilen. in seinem bewußten Leben etwas vergessen zu haben. auch dem Urstoff darin die substantielle Richtung. Aber nun: was war der Anfang. dennoch änderten sie dem Urplan. Selten wollen sie nun das Werk so groß. ja oft noch späten Meisterwerken. Aber auch hier ging es nicht gradlinig vom Ungeheuren ins Ungeheure. wo uns manches wieder besser scheint? Jeder kennt doch das Gefühl. was man eben jetzt sagen wollte und einem entfallen ist. sondern ein bejahter Umweg. wie aus einem kleinen Seitensproß der belebende Zuschuß kommen kann. partiellen Erfahrenheiten zusammen. sichtbar machte. jenseits des riesig planenden Monologs. in denen sich der Einfall konkretisiert. der ungewollt schrumpfte. als Morgen. arios und als Sündenfall vor dem Publikum: der Kompromiß wurde Tristan und Isolde. obwohl dieses immer wieder darauf zurückführt. war er nicht ebenso jäh wie ganz. und es entstand die Phänomenologie des Geistes. sondern setzen ihn selber. aus dessen ergriffener Nüchternheit nun erst das Ziel wiederkommt. Gelegenheiten. den zitternden und allumfassenden Anfang. auf das man nicht kam. es muß sich aus dem Anfang überall herausmachen. den Anfang ganz übers Werk rettete. Rafael ohne Hände wäre kein großer Maler geworden. der laut und klar werden soll. Es beginnt vielmehr zehn. DASEIN /(97) EBEN JETZT Wann kommen wir denn an uns selber näher heraus? Kommt man im Bett zu sich oder reisend oder zu Hause. Gewiß gibt es auch Meisterwerke mit einem großen Plan von Anfang an hinter sich. Der Jüngling von Sais. wenn er nicht alles hat. Wagner plante eine Oper im Geschmack der Italiener. sie lassen sich vom Rückschlag nicht überraschen. nicht aus Rausch. . dieses Falls ein »bescheidenerer« als der erste des Jungendplans. doch ebenso sei alles schon Fertige fern. die Führung des gewöhnlichen Bewußtseins zum philosophischen Standpunkt. aus dem die meisterlichen Werke anheben. vor allem stammen die Details. hundert Schritte hinter dem Jugendplan zurück. der Faust ist ihr Exempel. selber noch nicht angemessen manifestiert. sondern aus Beobachtung und erfahrener Vermittlung. aber da er immerhin Rafael war. Hegel wünschte nur eine Art Schulbuch zu schreiben. Viel kam später konkret hinzu. gar so viele Einfälle linker Hand waren kaum vorgesehen. ein rotes Licht am Fenster jeder ersten Konzeption. Auerbachs Keller. das nicht mitkam und klar wurde. in dem man länger gewohnt hat. Wie so oft ein Umweg im Leben gar keiner war. Verschiedene Beispiele. Man nimmt es ebenso mit und fängt woanders damit an. der Jugend ganz übers Alter. Bloßes ungesagtes Meinen freilich taugt gar nichts. wie es gemeint war und schließlich vielleicht wird. oft Unerwartetes. der Spott wurde zur Parodie des Menschen überhaupt und noch mehr sein Ruhm. vielleicht ein noch treueres Gedächtnis unsrer selbst. ein /(93) andrer. ja aufs nicht Nachlassende aufgetragen ist. aus denen das Werk. der nichts hat. Aus der Ironie des neuen Anfangs.

in dem alle sind und von dem nicht wegerzählt wird. um mein Leben. Man hatte gelernt und sich gestritten. Komme hindurch durch die Stadt. »Ich muß schon sagen«. er wäre schon froh. geliebt von meinem Volk. das ist nie weit von uns. laufe durch mein verbranntes Land. springe durchs Fenster hinab in den Hof. sagte der Bettler. wie ein Froher von innen aussieht. unlustiger. wie wenn du ohne Wunsch sein könntest. Ihr Ende soll offenbar ein Witz sein. du siehst nicht aus.»Rabbi«. wo er ist. hat man genau deshalb nie ganz bar. der gestern abend zugelaufen war und nun zerlumpt und kümmerlich auf der hinteren Bank saß. wohl verwandter ist. wie das Volk nach meinem Blut schreit. sprach der Bettler und setzte sich wieder. Glück kühlt sich im Jetzt. wenn ein Engel käme. Da ziehe ich mich aus bis aufs Hemd und werfe alle Pracht von mir. rief ein Dritter. dieser Durchbruch des Hierseins mitten aus dem Traum heraus. war darüber müde geworden. den der erzählende Bettler aus der Wunschform. kein Sohn übernimmt dies Geschäft. Frohes. »Was möchtest du dir denn wünschen. Szepter.« . Aber im Krieg habe ich nicht Salomos Glück. du bist ein merkwürdiger Mensch. so ist das allerhand. das wir doch mehr wären. fast niedere. aber zugleich ist etwas in einem niedergeschlagen. Zehn Tage /(99) lang bis zur Grenze. Sandel und Marmor. die kleine Falltür ist also herzusetzen. ich höre das Getümmel auf den Straßen und sitze im Thronsaal ganz allein. die nichts von mir wissen. recht farbig. was man sich wünschte. merken wir wohl am wenigsten Hat man erreicht. der Feind bricht ein. leichter ab. sieht nun. der Bettler war aufgesprungen.DUNKEL AN UNS Was wir jetzt und hier haben. Denn der Traum von vorher. als wenn es eintritt. Den Hörer überläuft es etwas. ostjüdische Geschichte. »ich wäre ein großer König und hätte ein großes Land. wenn es in dieses einfällt. ich hätte meine Töchter verheiratet. verlassen von allen meinen Würdeträgern und höre. Es ist vorher oder nachher meist glücklicher. wie wir noch sind. sagte ein Zweiter. steckt im Dunst des grade Gelebten und bald im gewohnten Wasser. Da unterhielten sich die Juden. Lieber? Gott sei es geklagt. wenn er landet. und komme hinüber. worin man schwimmt. zu andern Menschen.Lange Pause und ein Chok dazu.»Ich wollte«.« . Der Feind steht schon vor meiner Residenz. Die Grube ist unser Jetzt. der Rabbi sah ihn an. weil es uns. wenn er seinen Husten los wäre. das Getümmel. wo mich niemand mehr kennt. mit der er beginnt. Nun ist der Lohn unmittelbar da und dadurch nicht genug da. . Dieses merkwürdige Jetzt als Ende oder Ende des Jetzt in dem Wort: Seit gestern abend sitze ich hier. »ich muß schon sagen. wäre gefürchtet von meinen Feinden. wenn du alles wieder verlierst. was man will und geht auf die Straße. wie es ja eigentlich ist. sprach der Rabbi langsam. meine Heere werden geschlagen und alle Städte und Wälder gehen in Brand auf. an der freilich der Schluß merkwürdig enttäuscht. der das Glück vor sich ziehen sah. Ich kenne eine kleine.« . hat sich niedergeschlagen. Purpur und Hermelin. wie man sagt. im Bethaus der kleinen Stadt. mit einem Witz war der Chok zugedeckt. und in der allerschönsten meine Residenz. sondern einen Sohn. Und ich wünschte mir. Da säße ich auf dem Thron. ich hätte überhaupt keine Töchter. ein recht verlegener und matter. Zuletzt wandte sich der Rabbi an einen Bettler. Was hättest du dann von deinem Reichtum und deiner Herrlichkeit?« . Und ich wollte. In jeder Stadt hätte ich einen Palast. »ich hätte schon etwas. wie sonst meistens.Nun lachten die Juden und schüttelten die Köpfe und schenkten dem König das Hemd. über das historische plötzlich zum wirklichen Präsens nimmt. der mein Geschäft übernimmt. bin gerettet und seit gestern abend sitze ich hier. so ist das meist nichts besonders Gutes. Fällt uns siedendheiß etwas ein. das freie Feld und laufe. nichts von mir wollen. /(98) FALL INS JETZT Man kann auch sonderbar aufs Hier und Da kommen. in die man gefallen ist. Der Rabbi sagte. Sprachlich vermittelt durch den vertrackten Übergang. Leid schlägt stärker durch. mit Krone. Wozu wünschst du dir denn alles. der nur die Grube zuschaufeln soll. ein Hemd. jedoch eben einer. wie der König Salomo. aus Onyx.

Etwas Mais nachher und Kugelspiel reicht aus. das Telephon tönt als des Knaben Wunderhorn. hat auch noch keine das Nichtstun gelehrt. und draußen brauchte auch nichts zu sein. wäre der einfache Süden bei uns möglich.nun. weil wir im Norden vom Nichtstun so weit abgetrieben sind. Wenn sie auch nicht unsere Arbeitswut haben und ihre Tage (nicht ihre Feste) von Ruhe durchzogener. Das ungekochte Leben (so wie der Freund den Hund auf dem Platz und den langsamen Bettler sah) wurde nie erreicht. mit häufiger Verschlingung des »unnützen Lebens« zu einem »frühen Tod«. so bliebe die Faulheit doch ein Dämon. Da alle Religionen gegen dies Unzulängliche des baren Existierens. Ganz faul zu sein. Daß es uns so schwer fällt. gleichsam eingelegter sind als unsre. /(101) Denn dessen Jetzt. weil so schwer aus dem Zwang heraus kann. ich will weder Fähigkeiten vorher noch Bedürfnisse nachher haben. sie zeigt darin ihre Verwandtschaft zur Einsamkeit. auch wenn man nicht unsere dilettantisch faulen Sonntage oder unsere ganz verlassenmen Einsamkeiten als Muster nimmt. aber schließlich nur verdient. Erst nach getaner Arbeit ist Juden und Protestanten gut zu ruhen. geht einige Schritte und legt sich wieder. denn alles ist wert. ohne es selbst schon zugebaut zu haben. konnte es nicht lehren. die Einsamkeit eine Art Leichengift. Wie einfach.STACHEL DER ARBEIT Daß es so leicht ist. aber Unmenschlichen seiner wirkt nach oder vor. Unwiderleglich hört sich ihre Predigt an. nicht einmal unfreiwillig anders. wo ein Urlaub überdies erlauben mag. Ein Hund streckt sich auf dem leeren Platz. überhaupt nichts zu schaffen. . desto mehr sehe ich ein. So enthält der Müßiggang eine Art embryonales. der »Kreatur« gründet sind. Ein Mann kommt von den Stufen des Rathauses. Das doch nicht nur. Auch dort. ungenießbar erschienen: das völlige Nichtstun ist noch ungenießbarer. Es gerinnt. zersetzt sich leicht. und die Einsamkeit selten müßig ist. in seinem Ausgang aus der Arbeit als Leiche. langsam nach der andern Seite. auch unter der Sonne. es ist das Gift des dunkeln Insichseins. sagte ein Freund. nichts mehr tun zu wollen. gähnt. so hat die Romantik des Nichtstuns doch hier kein Beispiel. gestört und nicht mit sich in Ordnung. verdrossen und vorzüglich. den keiner besteht. um das die Menschen gebaut sind und bauen. um erst recht zu arbeiten und das Leben schwer zu machen. daß es die Sonne be. das Negative dieses Baren. wenn wir es nicht treiben und rühren. predigt Wein und trinkt Wasser. Beide. Noch die Kyniker mit ihrem radikalsten Abbau brachten es nur bis auf den Hund. sondern was dann? . sollte man meinen. meint er. Statt dessen arbeitet er den ganzen Tag. wo sie nicht hingehören. Den ganzen Tag. ist das einzige Glück. um auf den Stufen der Kirche weiter zu schlafen. wenn nicht. Eine Welt. in Büros scheint sie ohnehin nicht. unser Jetzt und Da-Sein ist dunkel. Aber nicht nur der Norden vergällt uns das Glück vor getaner Arbeit. wie meist. wo er geschlafen hat. zwölf Stunden Betrieb und nachts noch Bogenlampen vor Schlafzimmern. wenn man sie radikal zu leben sucht. den Stachel Ausbeutung um zu verdienen. das nicht die geringste Beimischung von Ekel mit sich führt. Beide schmecken darum auf die Dauer verzweifelt./(100) scheint. Bei bescheidenen Wünschen und wenn die Menschen nicht im Norden lebten. Der auf die Dauer Faule wie der auf die Dauer Einsame halten sich auf verschiedene Weise in der Unerträglichkeit des hohlen Existierens auf. beide treffen sich in dem Negativen des noch Nicht. So sprach der Freund und sah unwiderleglich aus. Keiner ist ruhig auf dem Faulbett geblieben. ja selbst wenn ihm alle Resultate der Arbeit . Faulheit wie Einsamkeit. um genießen zu dürfen nach seinen Bedürfnissen. daß wir es überhaupt nicht mehr finden. und kein Urvolk hielt es aus. doch sein Leben ist anders. sagt Kant. Unten rasen die Lastautos. So aber. aber wären selbst Hunger und Ausbeutung abgeschafft. schließlich nur noch Schweiß. kam der Schweiß des Angesichts. scheint so süß wie einfach.bei der Kürze des menschlichen Lebens . die Faulheit selber stimmt nicht. Je älter ich werde.sinnlos. auf das er sich beruhigt gelegt hat. faktisch wie symbolisch. eines zu bleiben. auch im Süden nicht oder bei den Urvölkern. In seinem Eingang steht der Mensch als Frucht. Wie uns das Wasser fast trägt und nur wenig Bewegung dazu gehört um nicht unterzugehen. die Not treibt. diese Ruhe. wer einmal darin sitzt. Und nicht nur. und nicht einmal Tiere (sie tun immer das Ihre) haben einen Magen dafür. das einzig Richtige wäre. wirklich nichts zu tun. so trägt oder trug auch die Erde und ihr Tisch ist fast gedeckt. obwohl das Nichtstun nicht einsam zu geschehen braucht. Auch später soll man noch arbeiten müssen nach seinen Fähigkeiten. die den Stachel Hunger benutzt um auszubeuten. zu gähnen. enthalten ein chemisch verwandtes Gift. Auch dann. könne er am Fenster liegen an einer südlichen Küste. sagte der Freund und suchte kein Publikum. könnte er im Einklang mit seiner Lehre leben.

und der war falsch. Auch die »höhere« Arbeitsflucht »privilegierter Schichten« (Athen, Adel, Klerus) konnte auf die Dauer keine bleiben, so hohl sie es oft schien; sie hätte die Langeweile und den Lebensekel nicht ertragen, der der Teil des arbeitslosen Existierens ist. Die Langeweile ist der Lohn, den das Leben ohne Arbeit gibt, sie ist jenes einsame Blei, vor dem man in Arbeit und Gesellschaft flieht, /(102) das Nichts oder eben noch Nichts, über dem alle Menschen leben, die Schlaf- und Gähnkammer unsres allzu unmittelbaren Zustands, die leicht eine Schreckenskammer werden kann. Auch in den Kreisen und Reihen der schönen Tage gab es also mindestens eine »Arbeit« des Vergnügens, gar der Repräsentation, die, so aufreizend oder so unecht sie aufzieht, die Faulheit doch färbte und zum geschäftigen Müßiggang machte. Es gab vor allem durch Klostermauern davon getrennt - die Muße; als welche jedoch, wenn sie etwas taugt, wenn in ihr etwas »geschah«, grade so wenig Müßiggang ist, daß sie ihn vielmehr in seinem eigenen Zentrum angreift, und nicht nur kontemplativ. War die Arbeit Flucht vor dem Müßiggang, um etwas andres dagegen zu schaffen oder zu gründen, so ist die Muße Krieg gegen ihn an Ort und Stelle, damit er entgiftet und substanzvoll werde. Kurz, der absolute Müßiggang ist unser Feind als Freund verkleidet, und erst allerletzt unser Freund, wenn ihn die Arbeit, vor allem die Muße erfüllt hat; in ihm selbst ist der Stachel der Arbeit. Nichts zu tun, zieht darum ebenso an, wie es keiner dort aushält. Es zieht an, weil wir uns scheinbar darin finden; es ist unerträglich, weil dort noch nichts wirklich zubereitet ist. Der Nichtstuende fängt Grillen, der Einsame hat das Gefühl zu fallen oder über einem Abgrund bodenlos gebannt zu sein. Auch Spuk oder Spukangst hat an Einsamkeit Platz, seit alters; in Gesellschaft verschwinden seine Erscheinungen, deren wahre Ursache wir selber sind, das ungenaue Sein von uns selber. Faulheit und Einsamkeit (beide locken und in nichts Gutes, beide locken als ruhig oder gegebenenfalls tief und machen doch unerträglich oder hart) haben eben darin Zusammenhänge, daß unser Grundsein, das sie sichtbar machen, nicht stimmt. Auf eine so scharfe wie noch offene Weise; erst die vorschreitende Lösung erläutert das Problem, als das Problem unseres menschlichen X. Faulheit und Einsamkeit sind die Kugeln links und rechts auf dem Eingang zu einem Haus, von dem viele träumen und in dem es keiner aushält. In dem selbst manche Künstler mit ihrer Berufung ebenso gegen jede Langeweile aufgestanden sind. Denn auch die Arbeitsflucht der Muße ist, wie gemerkt, gar keine, sondern nur eine andre Art /(103) von Arbeit. Ist Krieg im Feindesland des Müßiggangs selber, bewaffneter Angriff auf den Ort des Problems. Die Arbeit des Alltags flieht das unerträgliche Nichtstun und macht sich die Erde untertan (die anders unwirtlich oder unangemessen ist), damit wir auf ihr zuhause sein können. Die Arbeit der Muße (die der Zielbegriff jeder befreiten Arbeit bleibt und kein bequemer oder aristokratischer) räumt in der Trübe des Existierens selber auf; darin schafft sie ein Haus für ein andermal. Mitten im Existieren schafft sie dieses Haus, worin nicht nur das Hier-darfst-du, sondern vor allem das Hier-kannst-du des Nichtstuns endlich unser Freund sein kann (der bis dahin nur Lebensekel oder Verödung, also der Stachel der Arbeit selber ist). Das hindert nicht, daß Untätigkeit und Einsamkeit selbst noch die Muße bisher durchstarren konnten: wegen deren Nähe dazu, wegen deren Gangs in die Höhle des Löwen. Dürers untätig einsamer Engel Melancholie büßt seine Lust, indem er sie hat. Lockungen von Wiege und Grab tauchen hier ineinander wieder auf; des Embryo, der es ruhig, der Leiche, die es tief hat. Aber erst getane Arbeit gebiert uns auch richtig, schafft das Gift des nicht Gekochtseins und nicht Haltbaren aus uns heraus. Keine Arbeit war dazu noch die rechte; keine Ruhe hielt deshalb an. Wir sind nicht hier, um zu essen, sondern um zu kochen; gespeist wird später und zuletzt. Das Jetzt und Hier des Menschen, ohne Tun, schmeckt ihm nicht; nicht zuletzt, weil es so vortrefflich sein könnte und es nicht ist. NUR DURCH FLEISS, SONST GAR NICHTS, KOMMT WOHLSTAND Früh wird gekrümmt, was ein Häkchen werden soll. So auch in Lesebüchern für die Schule, wo immer es angeht, brav zu machen. Zufrieden zu halten mit dem, was man hat, leider gehört selbst der Stoff von Kanitverstan hierher. Anders und zugleich weniger anfechtbar tröstend sind spießige, Arbeit empfehlende Geschichten, obzwar gleichfalls im Engen beruhigend, weil Reichtum nicht beneiden lassend. Johan der muntre Seifensieder gehört hierher, der arm, aber fröhlich ist /(104 und sich mit Wenigem fleißig ernährt, während der Reiche vor lauter weichem Pfühl angeblich nichts zu lachen hat. Noch deutlicher gehört eine andere Geschichte hierher, auf dem überdies

magisch verzierten - Grundsatz aufgebaut: Unrecht Gut gedeihet nicht. Besonders rühmt sich darin das fleißig-zufriedene Leben, nur diese Morgenstund hat wirklich Gold im Mund. Bedeutet wird unter der Hand, daß die Wohlhabenden es nur sind, weil sie fleißig und sparsam waren, arm wäre sonst niemand. Der Bauer hat das wohl erfahren, von dem eben diese Geschichte handelt, und der reiche, doch zu Unrecht reich gewordene Goldschmied erst recht, von welch beiden Folgendes erzählt wird. Dieser Bauer, meist nur Bäuerlein genannt, traf nämlich, als er Holz in die Stadt fuhr, im Wald eine Hexe, die ihm zum Dank, daß er sie etwas mitfahren ließ, einen kleinen goldenen Ring schenkte. Der hatte, so erzählte sie, allerdings eine besondere Kraft, man brauchte ihn bloß am Finger zu drehen und ein Wunsch, zwar nur dieser eine, werde sogleich erfüllt. Als der Bauer sein Holz in der Stadt abgeladen hatte, ging er zu einem Goldschmied, um den Ring taxieren zu lassen. Viel Goldwert kam nicht dabei heraus, aber als der Bauer das mit der Hexe erzählt hatte, wurde der Goldschmied besonders freundlich, schenkte Wein ein, überredete den Bauern, bei ihm zur Nacht zu bleiben, und als der schlief, fertigte er in der Werkstatt genau den gleichen Ring in Kopie an, zog sie dem Bauern an den Finger, den echten Ring an den eigenen. Kaum war das düpierte Glückskind bei Morgengrauen aus dem Haus, so drehte der Goldschmied den Ring, rief, er wünsche sich viermalhunderttausend Taler, und sogleich regnete es davon aus der Decke herunter, immer mehr, schon bis zum Hals, über den Kopf des Manns, bis die viermalhunderttausend voll waren. Am Morgen wurde der Erstickte gefunden; die Erben sagten, es sei doch nicht immer gut, wenn der Segen so knüppeldick komme, teilten sich desto gesünder ins Erbe. Unterdessen war der Bauer nach Hause gelangt, berichtete seiner Frau von der Bewandtnis mit dem Ring; die wünschte sogleich, daß ein Zipfel neben ihrem Acker ihnen gehöre, der Bauer war dagegen für reifliche Erwägung, für Zeit zu ihr, und fuhr mehr Holz, konnte aus dem Erlös den Zipfel ohnehin kaufen. /(105) So fort dann, immer neue Wünsche der Frau, immer mehr Arbeit des Manns, bis die Eheleute im Alter so wohlhäbig geworden waren, daß sie den Ring vergaßen - und schließlich gaben ihre Söhne ihn den Alten mit ins Grab. Das also war das Ende vom Lied, und Schulzweck, Spießerzweck dieser Geschichte: Schaffe, spare, Hüsli baue, unrecht Gut gedeihet nicht, und nicht Aufklärung über einen faulen Zauber ergeht (dem Goldschmied hat der Hexenring das Geld ja gebracht), sonden Klein-Leute-Zufriedenheit und Enge seien Trumpf, ohne Ausschweifung, Allotria, Ungewohntsein (es sei denn von der Obrigkeit angeordnete). Daher haben in solchen Schulbuchgeschichten auch fahrende Leute oder ähnliche Randfiguren so wenig Platz wie sie etwa - sehr anders, doch philisterhaft verandt - in der Gesetztheit am Stammtisch geduldet würden. Wie wirklich kindlich wirkt ein anderes Zeichen auf uns ein. Steht aber gewiß in keinem Vermögen bildenden Lesestück, vorbildlich für alle, die es im Spießerleben zu etwas bringen wollen. Wurde dagegen von dem liebenswerten Klabund einmal erzählt und soll sich ausgerechnet im August 1914, beim ersten Kriegsgrün also, ganz weltfremd, zugetragen haben. Frühmorgens auf den Marktplatz einer kleinen oberbayrischen Stadt rollte da ein gedeckter Karren ein; ein Mann und eine Frau an der Deichsel, machten Halt. Der Mann zog unter dem Verdeck, aus dem etwas brummte, zwei Stangen, Nägel und ein Seil hervor, will gerade die Stangen einschlagen. Jetzt kommt der Polizeidiener aufs Geräusch hin, der Mann zeigt seinen Gewerbeschein samt der Erlaubnis des Magistrats zu einem Tag Allotria. Der Schein lautet auf Alois Krautwickerl aus Straubing und Frau, alias Zauberer Salandrini und die Königin der Luft. Der Polizeidiener aber fuhr beide an, ob sie nicht wüßten, daß Krieg sei und alles andere verboten. Der Zauberer wußte es nicht, verstand überhaupt nichts davon, mußte auch einen kleinen Bären, der unterdes aus der Karre hervorgekommen war, dorthin zurückjagen, und die Vorstellung am Abend fand erst recht nicht statt. Trauer und noch mehr Hunger als sonst brechen nun an. Der nutzlose Mann fand endlich eine Stelle als Hilfsarbeiter im Gaswerk, die Frau half in besseren Häusern bei der Wäsche aus, nur der kleine Bär hockte weiter im Kar- /106) ren, wochenlang, sah in den buchstäblich immer bleierner werdenden Himmel. Nicht zu vergessen allerdings, daß ein Inserat im Stadtblättchen erschien, das lautete: Edeldenkende Herrschaften werden um Abfälle gebeten für den wahrsagenden Bären des Zauberers Salandrini. Aber nur der Zauberer und die seiltanzende Königin der Luft gaben Abfälle her, vom schmalen Vesperbrot; die zunehmende Kälte im Karren freilich blieb. Dem Mann wurde nur erlaubt, das Bärlein in eine Ecke des warmen Gaswerks mitzunehmen, doch eines Morgens nun, da war es tot. Ob verhungert oder wegen giftiger Abgase, das steht dahin; die Königin der Luft warf sich schreiend über die kleine Leiche und es sah aus, sagt Klabund, wie ein Bild von Piloty. (Für Spätergeborene: Piloty war ein Historienmaler um die

Gründerzeit und sein bekanntestes Bild in der Neuen Pinakothek München heißt »Seni an der Leiche Wallensteins«.) Das Wahrsagende brachte am Schluß doch noch Glück; denn sein abgezogenes Fell interessierte den Drogisten am Platz, und er erwarb es vom Zauberer um ein Geringes, hing es bei sich auf und wenn er Gäste hatte, deutete er manchmal darauf hin, sozusagen wehmütig: »Ja, ja«, sagte er, »was waren das noch für Zeiten, als ich in den montenegrinischen Bergen auf Bären jagte!« Weil das von einem Haste was, so biste was gesprochen ward, hätte es wohl auch im Schullesebuch Gnade gefunden; Jägerlatein im Herrenzimmer ist kein seiltänzerisches Allotria. ZEHN JAHRE ZUCHTHAUS, SIEBEN METER COURSCHLEPPE Je rauher draußen, desto schöner, es warm zu haben. Reizlos, viel Geld zu zeigen, wenn es alle hätten. Wenn es kein Elend gäbe, das knirscht und zusieht, doppelt kontrastvoll besehen wird. Dünn, einsam, oben fängt erst das Leben an. Aber es gibt heute keinen Schick mehr, sein Geld abzusetzen. Echt von den Armen abzusetzen, so daß es funkelt wie ein Stern im Dunkel. Das macht: die ganz und gar Verlumpten, der breite skorbutmäulige Stand von früher fehlt noch mehr /(107) als das große Geld. Fehlt noch mehr als die Ritter, welche Bauern peitschen; dazu wären manche imstande, doch der stille, vor allem sichtbare Lustmord wird immer schwerer, der den Herrn erst ganz zu einem macht. Die Großen des Barock atten auf ihren Tafeln so englisch zubereitete, so wenig durchgebratene Gänse, daß sie noch schrien, wenn man sie anschnitt: erst vor den Augen der entzückten Esser sind sie gestorben. Bettler im Staub, Pack vorm Portal, das niedergeritten wurde, menschliches Ungeziefer in Löchern und Höhlen der Stadt, Tollkoben und Folterkammern gehörten zum Glanz wie die Qual des gefressenen Tiers zur Lust des fressenden. Ganz bedeutend muß der unterirdische Teil eines Eisbergs in die Tiefe reichen, damit der obere an der Sonne schwimmen kann. Vor kurzem aber stellte eine arme alte Frau das richtige Verhältnis wieder etwas her. Seltsamerweise begriffen das die Reporter nicht, sondern haben geschrieben: »In der Matthäuskirche fand gestern abend die Trauung statt, die in doppelter Hinsicht Aufsehen erregte. Durch ihren Prunk, der in seltsamen Kontrast stand zu der Not, die herrscht, und durch einen erschütternden Zwischenfall, der sich nach Abschluß der Zeremonie ereignete.« Indes schon der Kontrast war gar nicht seItsam, im Gegenteil, und der Zwischenfall? Da trug die zu trauende Braut eine sieben Meter lange Courschleppe an ihrem Atlaskleid, und dieses warf endlich wieder seinen Schlagschatten, wurde so erst gänzlich reines Weiß. Denn eben mit dem Prunk an sich und so ganz allein, wie ihn die Ausbeutung .ermöglicht, war es noch nicht getan, sondern die Armut hernach, gleichsam der Rückstand des Ausbeutungsvorgangs, ist die Folie, welche der Reichtum zu seiner Schaustellung vor allem braucht, wenn er nicht nur verdienen, sondern das Verdiente mit Sexualzauber in Szene setzen will. Das Inflationselend, das der sieben Meter langen Courschleppe nachsah, war noch lange nicht groß genug für so viel Reichtum, der an den Tag, vielmehr an die Nacht wollte. Erst der erschütternde Zwischenfall, wie ihn der Reporter nennt, hat richtig zugesetzt, nämlich kriminell, aus dem Zuchthaus. De profundis stürmte eine weißhaarige Frau in den Glanz, warf sich der Courschleppe /(108) in den Weg, soll geschrien haben: »Geben Sie mir meinen Sohn wieder. Geben Sie der Wahrheit die Ehre. Mein Sohn ist durch Sie ins Zuchthaus gekommen.« Ist die Courschleppe aus Courths-Mahler, so ist die weißhaarige Frau aus jenen echten Bezirken des Unglücks, die zum Ständestaat einmal mitgehört haben. Die das juste milieu unserer Tage auch jetzt so prächtig unterbrochen haben; eine Hochzeit im Barock. Reiche haben wir noch genug, doch es fehlen gerade die malerischen Armen. Große Herren haben wir genug, doch es fehlen die richtig gekrümmten Würmer zu ihren Füßen, die Leibgarden des Kontrasts. Aus den Arbeitslosen kommt nur ein unruhiges, ja ein stellenweise höchst gefährliches Elend, nicht aber das nötige, gestimmte, ständisch gestimmte, das einst die Verliese unterhalb der gedeckten Tafeln heulen und so jedem seinen Platz ließ. Das erst ist national: den Reichen die jüdische Hast zu nehmen, sie zu einem Adel zu machen, der glänzt. Das erst ist nationalsozialistisch: die Armen zu lehren, es zu sein und zu bleiben, indem man ihnen wieder den Blick auf Edelinge frei gibt. Wann reiten wieder Könige übers Schlachtfeld, auf weißem

So wie alle schreien würden. den persischen Sieger. den man zum Tod schleppte. nur fremd und doch noch zusammenhängend Erfahrene durchbricht das. begegnete ihm auf dem Wege zuerst seine Tochter als Sklavin. erhaben und dennoch verwandt. sodann seine Tochter und ihm noch näher der Thronerbe Sohn sind eigenes Fleisch und Blut. Und Alteration durch ein so großes Unglück wie das des Pharao ist gar wie ein Eisenbahnzusammenstoß. Ist der Schmerzreiz ein Topf. meinte eine dritte Erklärung. verschweigende. ging er nach Hause. der letzte ägypti. wo man lebt. Schmerzgefühl und Schmerzausbruch erheblich ausgedehnt. Ich fragte ihn deshalb. Aber auch diese Erklärung schien noch nicht die rechte. um wahrscheinlich zu sein. sich etwas weniger. Kein Mensch ist vor dem Tod glücklich zu preisen und im Spiegel des Tods erst recht nicht. Ist es nicht wahrscheinlicher. eignen Zimmer. Plötzlich stand der Vorfall. und der Pharao schwieg. unmittelbar Erlebtes und stehen infolgedessen in einer Zone des Schweigens. geführt wurde. Aber als er einen Troßknecht seines Heeres sah./(109) sche Pharao. Herodot. weinte Psammetich und beklagte sein Los mit großer Gewalt. berichtet jedoch. wenn er ihn nicht kennte und bloß aus Schuhen. Der Pharao selber. an dem nicht einmal große Gebärden sind. eine besonders dumpf-verdunkelnde. zu sehr zu einer bloßen Taktstelle. nach ihm leicht verschieden. das beträfe die späten Leser seines Verhaltens kaum so sonderlich. daß der Knecht wie der Tropfen sei. das uns anging und sehr nützlich aufmerken läßt. so subtil. durch Stolz gesperrt ist. Das Leid des Königs kommt vielmehr deshalb so spät. die Wagen sind ineinander geschoben. Dem Inhalt nach kaum vergleichbar. wird dann zum Spiegel der eignen Lage. der Pharao blieb unbewegt. so daß erst beim Knecht der Sohn plötzlich aufragt und die eigentliche Schmerzmelodie in einen ganz andern Takt einbricht. Die einfachste Erklärung war. wie folgt. wie ihm der Bewohner seines eignen Zimmers vorkäme. in ihrem Lebensraum erblickten und nun die Intensität ihres dunklen Seinsgefühls mit der Verfremdung dieses Blicks verbinden könnten. fragte ich den alle andern so scharf sehenden Freund. von einem Phänomen. wie ich später fand. Der Knecht in Ketten. und warum weint er so spät? Daß hier etwas vorlag. Reiz und Schmerzgefühl decken sich erst nachträglich. hier geht es pharaonisch. danach sein Sohn. sondern kommt erst später. im Abendschein. weil es an sich selbst gesperrt. im eignen Haus. auch synkopisch einschlägt. daß auch hier unser eigenes dunkles Jetzt und Hiersein eine Rolle spielt. Auch macht diese Erklärung den Knecht wieder zu zufällig. Das leuchtete aber zu sehr ein. verzögernde? Dergestalt daß das von /(110) uns sich Entfernende. der das Leid zum Überlaufen bringt. wie es der Fall ist. NICHT GESEHEN ZU WERDEN Als ein streunender Junge sich besonders gut verstecken wollte. nicht hausbacken zu. Warum weint der König. nach der unglücklichen Schlacht von Pelusium vor Kambyses. Dem nervösen Freund begannen die Lippen zu zittern. er mußte hier mehr gesehen haben als ich wollte und konnte. das an die dunkle Schlafkammer des Freundes und unser aller offenbar angrenzt. selbst in günstigen Lebenslagen. ja ganz weit unten am Rand Stehende gegebenenfalls unsern eigenen Zustand uns besser spiegeln oder verraten kann als die zu große Nähe zu uns. doch gedrängter andre Schriftsteller. berichtet zu werden: Als Psammetich. der alle sehr scharf sieht. und das ihnen wert war. über Krüppel? SCHWEIGEN UND SPIEGEL Ich habe einen etwas empfindlichen Freund. denn sie schiebt beim Pharao doch alles auf den blockierenden Stolz des großen Herrn. die an sich immer kritisch ist. der so weit hergeholte. dem man die Hände gefesselt hatte. war klar. MITTEL. wenn sie einen andren an ihrer Stelle. so ist schon beim gewöhnlichen Chok sein Deckel nicht an Ort und Stelle. und. Einmal tadelte er einen Mann am Tisch aus allerlei Anzeichen so ärgerlich exakt. an der der entscheidende Schmerz verspätet. meinte eine zweite Erklärung. samt eigner Tochter und Sohn. Hosen abzulesen hätte. Besonders beim Stolzen scheint ja die natürliche Zeitspanne zwischen Schmerzreiz. daß er sich selber ganz ausließ.der Pharao schreit. falls man dieses posthume Bild gebrauchen darf. aber der Knecht als das ganz fern.Zelter. Dort .

Die großartige Fregatte hingegen.besser noch ein Kanoe zum Nachahmen oder selbst ein Festungsplan. als habe er recht bekommen. aber gewiß nicht mehr in ihre vorige Gestalt. der sonst sichtbar macht: er lenkte den gierigen Blick von der Hauptsache ab. so hätten Fromme einer früheren Zeit vielleicht gesagt: Maria hat geholfen. So antwortete er. aber einer ganz ungemeinen. optisch. der ablenkt. mit seinem geringen Lächeln: »Das sehen Sie auch? ich fand das schon gestern abend im Spiegel beim Händewaschen. wo man den melancholischen Münchner traf. aber das gedieh nicht. und standen befriedigt still. nicht zu sorgfältig freilich. er konnte die Jagd auf sich überstehen.wie Georg Forster über Cooks Seefahrten mitteilt . abrupt und lakonisch. sich selber geholfen. als habe auch er einen gewissen freundlichen Beitrag zur Gesellschaft gegeben.freundlich gesagt . Doch dazwischen geschah manches.vermutete ihn niemand.« Oder es wurden kleine. worin der gereizte Babbit einem neuen Werk blind gegenübersteht. sehr flache. Kühler Verstand. mit viel Unrat und scheinbar hundertjährigem Staub auf dem Boden. noch leiser: »Kuchen meine ich. erschrickt und sagt leiser: »in der Isarlust«. dem damals noch nicht eingenommenen. Folglich nahm er sie zurück. sondern es gab noch andere Gründe. sondern eben aus dem befriedigten Willen zur Liebenswürdigkeit. Wäre es ein Marienbild gewesen. umgänglich zu sein. Solch Nichtsehen kann freilich auch sehr absichtlich bewirkt werden. /(112) DIE UNMITTELBARE LANGEWEILE Ich kannte einen. plumpen Einbäumen vergleichen. wo und wie man sich ihn vorstellte. und . Es handelt sich um die Mona Lisa. bevor er noch zuende. das mit großartigem Ruck-Zuck dem Strand zuschoß. indes die Besucher sich entfernten.nicht aber das Schiff. die es aus ihrem Gesichtskreis herausfallen ließen. er sehe heute wieder besonders mürrisch aus. Einige Schritte weiter lehnte mit dem Gesicht zur Wand das Bild der Mona Lisa unter dem Fenster. Derart sahen die Insulaner. Diese Freude stammte nicht aus Eitelkeit. gleich wie wenn Beutesucher durch ein nur notdürftig kaschiertes Versteck auch noch angelockt werden sollten. Was ja minder positiv bei Vergaffern vorkommt. offenbar. für ein sehr künstliches Nichtsehen gewisser Objekte. als die Preußen 1871 vor Paris standen. konnten sie noch halbwegs mit ihren eigenen. als man schon allerhand in der Runde getrunken hatte. Als ein englisches Schiff zum ersten Mal eine Fidschi-Insel anlief. Denn das Kanoe. die gerade das Beste vergessen. übersehen. eine Rumpelkammer dahinter angelegt. Im Versuch. gerettet. das seinen gewohnten Gesichtskreis überschreitet. sobald er sie an die Oberfläche zog und im Licht herumreichte. nur dies Kanoe .übrigens ebenfalls echten . Die durchbrochene Öffnung in der Wand wurde nach außen wieder vermauert. als das Schiff wegen der Riffe um die Insel draußen hielt und ein Kanoe ausgesetzt wurde. doch . so hatten sie zu ihm noch Zugang. einen . übrigens allen unbekannte Fische serviert. Er beugt sich weit über den Teller und ruft: »In der Isar gibt es auch Flundern!«. als gar nichts. um unsichtbar zu machen. wurde er schief. Dieser Münchner und Kenner des Sprachlosen nun erzählte eines Nachmittags. wieder einer Art Fregatte. ungesehen. der gleiche. ans Ziel gekommen ist. Auf der Straße wäre er leichter erkannt worden. die draußen hielt. wurde es gleichfalls von dorther nicht gesehen. verstummte wieder. obwohl es doch bedeutend weiter weg war als der Junge. Indem ein Blick schlau gesättigt wird. Aber die Eingeborenen waren des Schiffs dort nicht nur nicht vermutend. Doch andererseits sind Mona Lisas ja auch sehr selten. Fragte man diesen. dem man merkwürdig ansah.Festungsplan von Orleans. ihre Gestalt. Gerümpel aus alten Kirchenstühlen und mehr. wie es lebendig sein wollte und doch immer anders wurde. wie Tiefseefische. der der des Wahrnehmens ist. Das gelang dann auch einige Tage später: Pickelhauben drangen ein und fanden in der Tat nicht die Mona Lisa. der wollte wohl aus sich heraus. so kam: »Wann denn? heute abend?« Behauptete man. weil er hier so war und dort war. sie blieb buchstäblich unter dem Horizont. so schnittig es war. Sie entdeckten vielmehr. folgende Geschichte. sie am wenigsten sollte gekapert werden. es gab kein Fallreep des Vergleichs.« Also veränderten die Fische und Worte. indem er ihn an viel weniger vorzeitig befriedigte. wie er geschlafen habe. So sorgte man. der Zweck ihrer Übung war scheinbar erreicht. Was ja unter Kulturen eine Parallele hat. eines Kunstwerks. sondern dort eine Mauer durchbrochen. so fühlte er sich. zu ihr /(111) fehlte jeder Zugang. So wurde sie aus dem Louvre nicht nur in den Invalidendom gebracht. in der Mitte des Raums. die der sonderbare Mann aus einem Inneren hervorholte. in dem südfranzösischen Gasthof.

soll ausgesehen haben wie aus einem Roman. so auch in Frankreich. »Ich lasse mich auf nichts mehr ein«. Aber nicht aus Abenteuerlust. das Theater zu verlassen. sah in den Zettel herein. schiffte er sich nach New York ein. sehr erstaunt aber kaum sah er den Zettel. Das Stück interessiert ihn nicht. was alles noch geschah. griff. den Zettel hatte er verloren. auch ich bitte den Herrn. nicht besser. dem zu entnehmen war. so quittieren Sie meine Bekanntschaft und der Boykott beginnt von neuem. wo sein Eintrittsgeld bereit lag. mit /(113)einem kurzen Blick. oder er wollte /(114) sich manchmal an etwas erinnern aus seinem unbemerkten Leben. Ja ich rate. Der Herr steht auf und verläßt das Theater. die Treppe hinauf in den ersten Rang. Es war ihm gegeben. suchte. eines Morgens aus Nordamerika einen Brief von einem alten Geschäftsfreund. wieder so stark versagt zu haben. wie es ist. die ihm schon vorher aufgefallen war.so fuhr der Münchner unwillig fort . Voll Begierde.« Der Advokat sah den Scheck. nicht einmal aus Schwärmerei war er der unbekannten Frau in die Hände gefallen.« Der Herr öffnete seine Brieftasche. wie in England. Deutschland. die hier herrsche. das heißt er wollte ihn lesen. daß man dort drüben von seinem Unglück noch nichts wußte. griff nichts. Dem Herrn schwindelt und er stürzt an die frische Luft. wieder unbefangene Menschen zu sehen. Bekannte auf der Straße blieben absichtlich eine Weile zurück. ja schließlich. wie an einer Sache.kann man sich leicht denken. eilte dort unverzüglich aufs Büro eines ihm bekannten Rechtsanwalts und Notars. es waren völlig unverständliche Zeichen. denn er verstand nichts darin. Indem kam der Direktor. Der Geschäftsführer kannte den Fremden als einen ehrenwerten Mann mit feiner Wäsche und wohlhabenden Manieren. auf den weiten stillen Platz. das Hotel zu verlassen. dem Unbekannten überhaupt. so schieße ich.ironisch bedacht: Ein Herr. nach Frankreich oder über den Kanal. fuhr er fort und erzählte knapp. Ich bitte um das Dokument. voll frischer Hoffnung. Dabei gab niemand Auskunft. und die phantastische Geschichte wurde in England. keiner Mücke hatte er je einen Zahn aus dem Maul geschossen. rief den Geschäftsführer und erzählte ihm den unwahrscheinlichen Vorfall. Im Grunde war der Herr ein zurückhaltender Mensch und Brüssel war ihm unbekannt. Sie war gewiß sehr schön. man kennt sich nicht aus. noch heute nacht aus Brüssel zu fliehen. »Ich habe Ihnen einen Vorschlag zu machen«. aber er konnte nicht. sah den Revolver. wie üblich. erst auf Sie. »Ich weiß. wohin er fuhr. in einer Loge gleich über ihm. der Diener noch gröber. kaute er an allerhand Worten herum. hinter die Chiffren zu gelangen. das alle verstanden oder zu verstehen schienen. Völlig benommen folgt der Herr dem Polizisten die Treppe hinab zur Kasse. dessen Post nur noch aus Schmäh. in der Nacht und später. indolenten. aber der Logenschließer war schon um ihn herum. die Zeichen waren mit einer farblosen Tinte geschrieben. selbst in dem weit entfernten. von der Seite und sprach nur: Kommen Sie mit. blickt auch den Herrn an. Auch hierher war das Gerücht schon gedrungen. Die reicht ihm den Zettel. vors Theater. mit dem Zettel in der Hand. das er von einem zum andern Tag vergaß. doch abergläubischen Spanien. der viel herum kam. es ist mir gleich. sondern in Brüssel im Theater. in einer ihm vermutlich ganz unbekannten Sprache. um stadtkundige Aufklärung zu verlangen. also wer sollte ihm hier etwas anhaben? Er wollte nur manchmal aus sich heraus. Deshalb wählen Sie: lösen Sie mir die Schrift. Halten Sie es wie die Andern. dann auf mich. man sah ihm das Bedauern an. Der Herr stand ganz ratlos. Doch als er nun selber den Zettel sah. speziell im Theater. haben Sie den Zettel erst gesehen. nur er nicht. räsonierte über die phantastischen Zustände in hiesiger Stadt. empörte sich genügend über die Rückständigkeit. dem Geheimnis. das hatte er jetzt in Fülle. der Diener geht den Direktor holen.und Drohbriefen bestand. mein Herr. Geschäftsverbindungen lösten sich. die ihm nicht schmeckt. so gebe ich Ihnen zehntausend Dollars. und sprach: »Selbstverständlich werde ich Ihre Wünsche erfüllen. da der Herr immerhin unser Gast war. so kehrt er sich um. zur Loge der schönen Dame.Derart erzählte der Münchner seine unmäßig enttäuschende Geschichte. hatte etwas gefunden. Der Herr liest den Zettel. und er sieht nach der Frau. sehr rund und verkringelt. so sprach man . nicht auf der Straße. und sagte schließlich: Es ist. das Fach war leer. hier nun . Dort blieb der Herr lange für sich und konnte nichts ins reine bringen. Der fremde Herr wird grob. aus seinem fühllosen Alltag. sagte er kurz. winkt der Theaterwache und ersucht den Herrn. war nicht beizukommen. die Hälfte meines jetzigen Vermögens. Nun. der Herr wütend. schloß die Tür ab und legte einen Browning auf den Tisch. Der Fremde hörte schon gar nicht mehr hin und studierte den rätselhaften Zettel. Da erhielt der Herr. Aber war schon nichts greifbar. entschloß sich endlich eine Droschke ins Hotel zu nehmen. reichte eine Zigarre. hält einen Zettel in der Hand und winkt. und zieht die Tür wieder zu. auch hier.

die man sonst nur als sexuelle kennt. antwortete auch nicht auf Fragen. vielleicht alle. daß er meinte. bekennt. sondern sagte nur: »Die Amerikaner kommen doch. Der Münchner Melancholiker sagte gar nichts mehr. der sich bloß an etwas aus seinem unbemerkten Leben erinnern wollte. Ein Romancier. wie eine herumhorchende sozusagen. was eben in dem überlasteten Blick steckt. So wenn der Münchner bei Gelegenheit eines Satzes. Aber hatte er nicht vielleicht. blieb es bei der Andeutung. sonst höchst phantastisch wollte auf den Cant bauen. kam wieder hervor mit einer Wanderfabel einem alten Stoff. astralischen. als das vertrackte Inkognito von Leere und Langeweile? Wirkte nicht der Herr der Wanderfabel. in einer bürgerlich hohlgehenden. genug Wirkung war da. seinen Spruchzettel konnte er vor allzu großer Nähe nicht lesen. um das Sprachlose seines Spruchzettels. die gar nicht ist. genau wie sein farblos tiefer Erzähler. »Andre wissen es. und ich versäume mein Leben weil ich dies Wichtige nicht weiß. Ein Journalist machte sogleich ein Preisausschreiben daraus. auch einsam. so ungeheuerlich wichtig zu sein scheint. wenn nicht von sich.übrigens wie von einem Tod ausgeblasenen . als Präparat absoluter Langeweile. den er im Augenblick hat sagen wollen. selber dauernd in jener Art Aufklärungszeit. Doch da zwischen dem modernen Herrn und Ödipus. daß er etwas besonders Wichtiges nicht wisse. oder was in dem genau so überlasteten Unbehagen steckt. Doch er konnte ihn nicht vorzeigen.« Ein Metaphysiker des Unwesentlichen saß dabei. ist das allerletzte Unglück des Verlusts. was kann es sein?« So bleibt der Zettel verloren. er erkennt es nur an der Wirkung auf andre. Es gibt mancherlei Menschen heutzutage. was er vergessen haben könnte. Doch es sei erlaubt. was er als Erwachsener nicht gefunden hat. ohne ihn verstanden zu haben. als eine erhaltene Tiefsee. was denn nun auf dem Papier gestanden haben mochte. nicht wiedererkannt. Wie die ihm vorübergehend attachierten Zuhörer seiner Geschichte. kurz vor dem Ziel. es ist ja nicht agnostisch. Da die Figur beschäftigungslos ist. Einem andern fiel Ödipus ein. in ihrem Wunsch. von denen ein solider Mann gottlob nichts weiß. gesucht vom enfant perdu. wenn er sich beim Abschied aus einem Mietzimmer umsieht. auf die ausgesuchtesten Delikatessen. immerhin. stellt sie ihre Ohren nach mancherlei Eindrücken oder Ausdrücken. Wie den Advokaten und den armen Herrn. dem schließlich so unterhaltend gewordenen. so trieb das Ungelöste die Gäste weiter. was er nicht weiß oder auch: es ist etwas. aber dieses Gebäude stürzte sogleich ein. als eine Wirkung ohne Ursache. mit seiner überlasteten Ulkgeschichte wie eine nicht geschriebene. nur daß er der Sohn des Laertes war. Ein derart typisch gewordener Sonderling ist sogar imstande. von seinem Ungeschick und seiner einsamen Schwermut. den er im Vorübergehen hörte. so doch von dem Fremden . Freilich soll sich. dies sein Zeichen kann er selber nicht lesen. Konnte man nicht selber den Zettel sehen. /(116) das nichts zu sagen hat. Diese Erwachsenen wissen alle etwas. es steige in ihm ein alter Verdacht auf. den ein Surrealist vielleicht gefunden hätte. als eine Flucht vor dieser Wirkung ohne Ursache./(115) doch höflich und anspruchsvoll weiter. wenn er einen Satz nicht wiederfindet. wie die Welt noch keines gesehen hatte. keiner zu stark von ihrem . Und war die Entzifferung des Zettels eigentlich nicht schon längst gelungen. nur ich nicht. Der Münchner befand sich. die Welt zu verblüffen. wenn er ihn sich herumgetragen hätte. ohne jeden Kanal zwischen Magazin-Geschichte und Antike. er besitze die Lösung. einem indischen. . so hat er nur dumpfe Neugier und bohrend fruchtloses Grübeln um ein Nichts seines Abgrunds. und der grade indem er verschwunden ist. vermutete etwas von einer abenteuerlichen sexuellen Aufforderung. nicht der Kern der Sache selbst? War die Schatulle nicht schon von Anfang an leer: als jenes Unsagbare im Menschen. auf nicht ganz sonderlingshafte Weise. zur Frage. der hier verweltlicht worden wäre.Kurzlicht dispensiert fühlen. was die gleichfalls unbefriedigende Geschichte angeht. er finde die Sache vollkommen richtig. verlorenen Zeit.mancherlei erzählt? Von dem zurückhaltenden Mann. Freilich hätte sich auch der Landvermesser K. dies merkten die Thebaner früher als er. ohne Fundbüro. voran. wäre er nicht verreist gewesen. dem er nur durch Zufall auf die Spur kommen könne. der alle Rätsel gelöst hatte. obwohl sie gar nichts damit anfangen /(117) können und wollen. zwischen der Wanderfabel und der großen Mythe keine nähere Ähnlichkeit bestand als die der Parodie. in einem so öffentlichen Streckbrief. dieser Spezialist für kleinere Weltnüsse äußerte plötzlich. war es nur. noch ein Tönenderes aus dem Münchner herauszuhören. zur größten Freude. für solche Fragen sonst sehr zuständig. doch vorhandene Romanfigur dazustehen. Ein Philologe zog sich in die Lagerräume seines Wissens zurück. die hier aber eine existenzielle ist. die gleich dem plötzlichen Erzähler dieser Ulkgeschichte herumgehen wie lauschende Kinder unter Erwachsenen. Aber als man in ihn drang. zurück.

und zeigte die Akten. POTEMKINS UNTERSCHRIFT Der Fürst Potemkin hatte Stunden.Fürsten Potemkin geht. keiner wagte es. Totenstill war es dann in seinem Zimmer. die ihr wichtiger waren als die eben gesprochenen. zu den Generalgouverneuren zu bringen. doch oft auch seiner weniger bewußt. Unfähig. Petukow. Sie waren zwar ohne den Präsidenten zu erledigen.. Petukow. ohne Brief darin ist. mit Namen Petukow. Aber weil wir den Augenblick von damals auch im starken Brennen nicht hatten. so .man erinnert sich an den Vater. niemand wußte. Das war ihr leichter zu sehen als das Hier und Da. zu dem sich hintersinnenden Brüten. kaute Nägel. Floh das Erleben an sich.AUGENBLICK UND BILD Sind wir matt. Puschkin. mit Augen wie im Schlummer. zu dem Kopf im Gallenlicht. als der Anfall ungewöhnlich lang dauerte. sondern halten es auch erinnernd zusammen. wo uns ein großes Glück geschah oder begann. ein sonderbares Gewissen von der Rückkehr ab. ihn nach langem wiedersah. Jedoch wenn die Geliebte. Petukow oder Potemkin. der den Namen Petukow nimmt weil sich da wenigstens etwas regt. kein Vortrag fand statt. reichte dem Fürsten die Feder. Potemkin saß ungekämmt und völlig stier in einer Ecke des halbdunkeln Zimmers. Doch vor Schluß der Kassetten nahm ein älterer Beamter noch einmal den Akt heraus. die Spitze war verhüllt. Die Geschäfte ruhten und die Räte hatten gute Zeit. vor den Fürsten zu treten. der das Unmittelbare immer heller machen kann. immer an den Ort zurückzukehren. unterschrieb Verfügung nach Verfügung. Denn in dem Maß als wir etwas wert sind. Auf dem Weg nach Hause gab man ihr einen verspäteten Brief. der so ähnlich das mitteilt. ja im Bild nachreifen ließ. Sondern es schneidet sich eben auch das Dunkel des dort wieder grade erlebten Augenblicks versuche. so merken wir erst recht nicht. die große Chance seiner Karriere sah. hat damit nicht nur das unheimlichste Dokument zur Melancholie geliefert. Die Räte warteten in den Vorzimmern. Man fühlt nicht nur. das noch alle Namen grau machen kann. Petukow legte die Schriftstücke wortlos vor. bestehen wir unser Leben nicht nur unmittelbar. liefen grade die eiligsten Akten ein. Sogleich ließ das Mädchen den Freund beiseite und las die geschriebenen Worte. indem die Glücklichen überhaupt (nicht nur die Despoten) auf der Höhe ihres Lebens leicht melancholisch werden (die noch Ehrgeizigen und Glanzträumer sind leichter manisch). gleichviel. was er trieb. Einmal aber. daß wir am damals Erlebten zwar frischer. der von seinem Ressort ausgegangen /(119) war. holte die übrigen Papiere. sehr fern. mit einem Ruck. das im Nebel wühlt. und dieser nahm die Fäuste aus dem Mund. zudem Kopf im namenlosen Zwielicht. Das erfuhr ein Mädchen. Odessa. Der Beamte stürzte aus dem Zimmer: Triumph! Der Fürst hat alles unterschrieben! . wendet sich. Bis ein junger Beamter. verloren oder tot ist. Sondern indem die Geschichte vom . zeigte sie: gewiß. das Unmittelbare zu leisten. Man kehrt zurück und merkt. so wird das Jetzt anders leer. Kuriere eilten herbei. in denen er keinen zu sich ließ. dem glücklichsten Mann und Günstling. »Warum bist du denn so klein?« . auf die Gefahr. der das zur wiedergefundenen Tochter sagte. eine um die andre. Man kennt freilich den Willen. schreiten die Front des Gewesenen auch als einen Zug von Bildern ab. sie waren alle unterschrieben. Es schneidet sich gleichsam mit dem Brief davon im Gedächtnis. einmal darauf aufmerksam geworden. Sind wir aber stark und leibhaftig da. den der Freund geschrieben hatte... wird auch sein Bild nicht recht. Unter jedem Akt stand mit der Hand des Fürsten Potemkin: Petukow. seine Stelle zu verlieren oder verschickt zu werden. wenn man grade ganz unmittelbar. in dem man wenig sieht. das nebelt und an dem wir uns nicht lange halten können. als es den Freund abholte. an geretteter Substanz leerer sind. ein Teil davon gehört auch hierher zum gelebten Augenblick. stutzte. was geschieht./(118) risch oder zerstörend mit der längst aufbewahrten Erinnerung. die dieses Glück brachte. das das unmittelbare Erleben ersetzte. ohne anzuklopfen. die Erlasse nach Moskau. daß das eigene Dasein unter dem Licht nicht derart ausgenutzt werden darf. flüchtete sich das Mädchen in die Liebe als Brief. Er holte das Aktenbündel und trat zum Präsidenten ein. Kiew. ging mitten darin in ein Äußeres über. doch nicht ohne seine Unterschrift. in ein Erinnern oder bereits Gestelltes.

es ganz eigentlich sind. wie Sie heißen. erwacht sozusagen und wieder eingereiht. Fragte das mehrere Mal. hanteln. und vielleicht mancher seiner Zuschauer verstand ihn. daß Räuber Kinder verschleppen. dummen oder auch klugen August unterkommt. abzurichten. gerade verstehend. Werdende stimmt. selbst ein durchaus nicht verfehlter? Hat der beruflich gut Untergekommene. wenn er an sich selber dachte. wie heißen Sie? Doch kam nun etwas ganz wider Abrede der August verlor nicht nur den Faden. wie er hörte. diese Schwäche und ihr Anfall war gewiß krankhaft. haben will./(120) wußtsein. ein August oder auch eine andere Maske vorm unsichtigen Gesicht zu sein. wer Sie sind. Nobody erinnerte. in die uns gerade auch ein seßhafter Beruf tauft. und treiben nichts Eintöniges. der der Mensch ist. sei er selbst nach den Maßen der glücklichsten Zeit gemalt. aber immer verfinsterbare und hebridenhafte. In diesem und als dieses zerstreute Jetzt lebt der noch . wenig Milch und Honig leckenden. Weiß nicht. wie das Publikum auch. wenn man unser uns selber Verstecktes in uns bedenkt. selber zu gar keinem prosaischen Beruf. das heißt uns identisch wiederherstellender. bei manchen auf die Dauer. das nur Spaß versteht. der Alltag oder Allabend hatte ihn wieder. was ganz verständlich: Sie müssen aber doch wissen. Der dumme August hatte gerade eine Pause auszufüllen. schlug mit den Armen um sich.zeigt sich. Wie es überhaupt noch in keinem uns gegebenen Namen. geschweige von seinen späteren Lenkern zum nützlichen Mitglied? Früher glaubte man. und ist es unsere Definition überhaupt. springen. an seinen Tag kommt. à la Amtsrichter oder Verkaufsleiter. gleich wie wenn er als solcher ebenso zu sich gekommen wie erst recht sich wieder als so oder anders Eingereihten verloren hätte. also selber unseßhaften. ob auch dies Halbe. plötzliche Niemand. ist freilich nicht allemal gesünder. sozusagen gut Benannte nicht immer noch ein Namenloses in petto. plötzlich die »eigene« Identifizierungskarte vergessend. er suche den Herrn Table d'hote. weiß nicht: diese Trübung /(121)seiner selbst. stemmen am Rand dessen. Immerhin sie stehen. doch erst eine Pflanzschule von Blicken sein dürfte. Er begann zu schwanken. Sondern es ist eben vor allem dunkel. Zuweilen durchscheinen. Ward nur als Betriebsunfall aus einem Zirkus berichtet. Adel der Umgegend verging das Lachen. wie wenig Höhe es schon über dem Nebel gibt. Bis der so plötzlich Namenlose zu sich kam. womit er sich so wichtig macht als sei ers. murmelt mit veränderter Stimme immer wieder dasselbe: Weiß nicht. Dabei gehörte doch der dumme August. EIN INKOGNITO VOR SICH SELBER -Der Vorfall war klein. was der Spießer ein Künstlervölkchen nennt. war dazu über die Rampe geklettert. der um diese Zeit. als den sich der vorige. um sie für ihre Bande aufzuziehen. hat es aber in sich. Gewerbeschein gewickelt ist. Er gehörte doch vielmehr zu fahrenden Leuten. Der Bursche im Zirkus regte in nuce zu solcher Einsicht an wie auf. der Trauer der Erfüllung noch wenig heraus sind. Dennoch gab der vorübergehend Namenlose zu denken. Denn nicht nur das Jetzt ist noch dunkel. worauf es ankommt. was man so schon Himmel nennt. Der Fall liegt viel weniger ammenmärchenhaft. schlürfen. in dem wir uns jeweils befinden. weiß nicht. Der Stallmeister kam nun auch aus dem Verabredeten. ja daß dieses. das ihm schon an der Wiege nicht gesungen wurde. Die Träne quoll. vergeblich. Bei wie vielen mindestens ist ihr Paß gefälscht gerade weil er kraft des Meldeamts echt ist. Diese Antwort war vorher verabredet und ebenso noch das. Ist denn das Allabendliche wirklich seine Rolle. hier zum Essen fällig sei. sondern das Be. der am Platz gastierte. ob auch wenig geachteten. eine vielleicht schon fester gehobene als die Potemkins. Der Abhandengekommene schrie aber jetzt verblüffend: Nein! ich bin ein Clown und heiße der dumme August. wenigstens das von sich selber. die aus dem Nebel des Daseins. der Niemand schwieg. dem verehrten Publikum und titl. wie sein Name und Charakter oft nur wie eine Insel darin steht. weiß nicht. weil wir uns als Lebende in diesem Jetzt befinden. aber es bleibt fraglich. in der er auch laut Paß. weiter aber wurde nichts daraus Der Herr Stallmeister fragte ihn. was der Stallmeister nachher fragte: Wer sind Sie denn. wie üblich: Was wollen Sie denn hier? Der August antwortete. Jedoch das dann früher oder später glücklich eintretende Aha-Erlebnis. MOTIVE DER VERBORGENHEIT Erst recht vor andern können wir fast immer nur scheinen.

zerstreute Mensch selber. Je »böser«. bloße ausgeführte Fingerzeige. sondern existenzielle Kräfte sammelnd. nicht ohne sich umzusehen. mit der wir beginnen. das nichts zu sagen hat. und sie kamen überein. der »Böse« verborgen. und zuletzt kein Zweifel mehr: der scheinbare Krämer war ein Spion. so ist in einer anderen Geschichte. nicht zerstreut. setzt ihn hinter sich und erzählt ihm von dem Ungeheuer. In seinen Taschen fand man einen Ausweis des englischen Hauptquartiers selbst. Aus diesem immer nur erst »Augenblicklichen« kommt das Viele. daß der Blitz einen von ihnen meine. ohne Spuk. ist das Buch im Lager: “Des christlichen Verbrechers letzte Augenblicke oder Trost für alle. vom Gebüsch halb verdeckt. Den Dragonern des Leutnants Dunwoodie gelang es endlich. denn Li war der einzige Gerechte. Wieder umgekehrt. Wessen Hut der Sturm zuerst abreiße. der solle hinausgejagt werden. wird hier erzählt. im gleichen Zug. zeitinneren Bewegung. Einst. desto «dunkler« wird er auch sein. so eines gewaltsamen Todes sterben sollen”?« Die Schildwache lachte und schüttelte den Kopf: »Nein. als er sein Dorf erblickte. Mit Sack und Pack in eine Scheune gesperrt. hast du nicht die Furcht Gottes vor Augen? Hole mein Pferd. als man den zerfleischten Pächter gefunden hatte.der Pächter packt den Jungen noch vom Pferd herab. die Truppen wurden gewarnt. Sogleich stießen die Bauern Li hinaus. zum Inkognito des Lichts. Sie retteten sich in einen Heustadel. Nur zuweilen hörte den Krämer dazwischen schreien oder seufzen. nie bereits völlig hineinsehen. als ob ihn der Drache noch hören könne. Da kam ihm sein Nachbarsohn entgegen. den Verräter auszuheben. läuft folgende Geschichte. Doch bald wollte man bemerkt haben. teils weil die Augen noch nicht dafür bereit sind. grade auf dem Weg zum Bach: . und im selben Augenblick schlug der Blitz ein. Immer häufiger. und man selber nur uneigentlich und selten. Einen Prediger bewilligte man ihm auf seine Bitte. so brachen die Engländer an schwachen Stellen ein. aber der Blitz zog nicht ab. in einem Hohlweg zwischen den amerikanischen und englischen Truppen versteckt. wenn sich Birch grade gezeigt hatte. Der Knabe hält sich an dem Reiter fest. ihre Hüte vor die Tür zu hängen. ich erinnere mich an sie aus einem Knabenbuch. der ging zur Nachtzeit in die Scheune. das ist. und fragt doch immer weiter: »Hatte der Drache große Augen? und seine Zähne. gegen die Dämonen. leise zischte ihm die Flamme aus Maul und Nase. Hier zog mit den Blauen lange Zeit ein Krämer umher. die Richard Wilhelm so schön gesammelt hat. Kaum hingen die Hüte draußen. um nicht individuell und einsam zu sein. finsteren Gesichts. in der Stube sei zu allem Zeit. chinesische. war billig und wegen seiner Späße beliebt. einen Posten davor. das heißt. nicht das falsche der Langeweile. und sie stammt aus der Zeit des amerikanischen Freiheitskriegs. Es hat ebenfalls seinen individuellen Hof. gegen Morgen ward es still. hielt an einem Bach. daß die Bäume sausten. wurden Bauern auf dem Feld vom Wetter überrascht. ein Knabe von zehn Jahren. ein Preis auf seinen Kopf gesetzt. Am Abend war der Nachbarsohn wieder zu Hause am Tisch und die Wedel vor den Türen wurden neu geweiht. mit dem Ernst des jederzeit /(123) möglichen und wahrscheinlich wirklich Vorgefallenen. weiterhin das individuelle Sosein. nach seiner inneren. ich will den frommen Bruder in . des Kampfs zwischen den blauen Rebellen und englischen Rotröcken. der zurzeit im Lager umherkrächzte. begann die Melodie eines Psalms abzusingen. aus Coopers »Spion«. amerikanische. Ist hier der »Gute«. so packte ein Windstoß den Hut des Bauern Li und riß ihn weit übers Feld. teils weil die Tiefe noch zu wenig Bewohner hat. Der Pächter riß sein Pferd zurück und jagte durch den Wald. auch hier: man kann nie wissen. kann sich der Respekt der Verborgenheit ein Beispiel nehmen. vor großer Angst. ichsüchtiger ein Mensch ist. jüdischrussische. Da sah er wenig unterhalb einen Drachen liegen. so wird es den Andern dennoch nicht deutlicher. zu Hause. sah der Drache so aus?« Wütend dreht sich der Mann um: der Drache hockte hinter ihm und zerriß ihm die Brust. Da begriffen die Bauern. kreiste um die Hütte herum. doch eben darum. in das kein Fremder leicht eintritt. genau ums »Helle«. Ein Pächter ritt vom Feld zurück. aber der Junge ließ nicht nach: »So sieh mich doch an mit meinen Faxen. damit nicht wegen eines Sünders die Schuldlosen mit verderben. um sein Pferd zu tränken. hörte man sie knacken? und zischte die Flamme. um dessen Lichtung das ganze Geschäft geht. fiel erst in Schritt. als er das Wasser soff?« Der Pächter fuhr den Knaben an. Schon an /(122) der kleinen chinesischen Geschichte. das muß ein hübsches Buch sein!« Der Prediger donnerte ihn an: »Frecher Sünder. sollte der Spion bei Morgengrauen gehängt werden. den Krämer Harvey Birch ungehindert bei den Truppen Seiner Majestät passieren zu lassen. Ist das Sosein »bedeutend». der Gottesmann öffnete die Tür und fragte die Wache: »Guter Freund. Das ist das echte fruchtbare Inkognito. Wir wollen von dem echten einige kleine Geschichten erzählen. sprach dem Sünder ins Gewissen. gar richten.

so gelang ihm. mit wohlbekannter Schrift: »Umstände. »Du wirst drüben neben Jizchak Leib aus Lodz sitzen«. Man erinnert sich auch an den verkannten »Meister des Gebets«.und sieht einen längst proskribierten Mann. sieht er zu seinem Erstaunen einen erschossenen Zivilisten liegen.tief in Schuld steht. einen Mann /(125) resituieren. Georg Washington. »Neben wem werde ich dort drüben sitzen?« fragte ihn der Rabbi. aber von Jizchak Leib konnte er ihm nichts berichten. der an den Unrechten gekommen war. daß der Andre dunkel und keiner fertig zu beurteilen sei. der Spion wurde ins Lager getragen und unter Kanonensalven. an der hing eine kleine zinnerne Dose. und im glücklichen Oktober des Jahres 1781 wurden die Friedensverhandlungen eingeleitet. so setzt das eine chassidisch-russische kräftig fort. lange vergebens.sagte der Engel und verschwand. denn man erkannte ihn im /(124) Morgenlicht als den Krämer. ins Sternenbanner gehüllt. Nun war der Rabbi Rafael berühmt wegen seiner Frömmigkeit und geheimen Wissenschaft in ganz Israel. Auch nach Kriegsende durfte ich die Wahrheit nicht offenbaren. eben erst zugezogenen. irgendwo in den neuen Ansiedlungen des Westens oder Nordens verkrochen habe. bei den jungen. Menschen können ihm nicht vergelten. Birch war verschollen. Der empfing mit Ehrfurcht den großen Kabbalisten. nur manchmal wollte man gehört haben. Denn auf dem Zettel war geschrieben. der viel auf Reisen ist und sich nie blicken läßt. das ist Jizchak Leib. Wie Dunwoodie das Pferd kehrt. ein Engel erschienen. war der Prediger noch nicht zurück. was einer ist und was einer vorstellt. wo ihn der Leutnant Dunwoodie ausgehoben und in die Scheune gesperrt hatte.ich habe im ganzen Leben seinen Namen noch nicht gehört. den Spion Harvey Birch. die Wache riegelte ab. als es heller wurde. viel zu sehr zur Stelle. Dem war einst. einen Franktireur offenbar oder auch nur einen Leichenräuber. als selbst der Rabbi Rafael von Belz sein sonderbares Erlebnis zuerst begriffen hat. daß er kopfüber in den Schmutz flog. sein Lohn steht bei Gott. Harvey Birch galt als Spion in englischen Diensten. Es war Freitag nachmittag. drang vor. Der Rabbi ließ sich den Weg durch das hölzerne Lodz zeigen.Yorktown fragen. das freie Amerika wählte sich seinen besten Mann zum Präsidenten. der jede Belohnung abwies. der Leutnant wollte selber die Gebete sprechen: doch freilich. war der Gottesmann sehr pünktlich zur Stelle. den schon der zugelaufene Bettler im chassidischen Bethaus hatte. man erinnert sich an ihn und seine Märchenerzählung vom Extraumkönig. den ich mit Stolz meinen Freund nenne. vielmehr in des Krämers Kleidern gebunden und geknebelt und Harvey Birch war längst in Sicherheit. der Priester ritt davon. ein vergilbtes Papier. so folgt die chassidische Geschichte. es kamen die ersten Sterne. bei den älteren Männern. daß er sich. begraben. . als er vor der richtigen Türe stand. den Feind zu täuschen und mir die wichtigsten Nachrichten über seine Pläne zukommen zu lassen. blutig und verwittert seit damals. der Adjutant brachte sie auf einen Wink herbei und Dunwoodie fand zu seinem Erstaunen einen Zettel darin. wir glauben. er las es und seine Lippen wurden bleich. als er ankam.seit dem Freiheitskrieg war ein Menschenalter vergangen und Washington ruhte längst im Grab . Proskribierte wurden wieder in ihre bürgerlichen Ehren eingesetzt. ob er das Brevier besitzt.Wie schön weiht das schon Knaben dahin ein.« Wieder hörte man den erbärmlichen Krämer drinnen heulen und winseln.neben Jizchak Leib? . Trennt diese Geschichte entzwei. ist ein Mensch und kein Spektakel. unter unvergleichlicher Führung. hinderten bis jetzt zu bekennen. dem das Vaterland .Monate gingen seitdem ins Land. was er getan hat. und tiefer. der am Schluß so hoch vorgetreten ist. Aber das wirklich »Große« wirkt bei alldem verborgen und unscheinbar. Da ritt eines Abends . Sie fragten gemeinsam weiter. und gibt dem Kadaver einen Fußtritt. bis endlich der und jener sich zu erinnern glaubte: an der Mauer wohnt einer. und er freute sich. Eine Kette war vom Hals des Toten gefallen. die amerikanische Hauptmacht. in der Nähe des Niagara. schlug General Clinton bei Yorktown entscheidend aufs Haupt. den Sabbateingang mit dem .der amerikanische General Dunwoodie mit seinem Adjutanten übers Feld. Viele Laue jubelten jetzt der Republik zu. tiefer als der Tag gedacht. während er träumte. das /(126) damals noch ein Dorf war. nur Verräter blieben von der allgemeinen Verbrüderung ausgenommen. »Neben wem werde ich dort drüben sitzen?.« Am nächsten Tag ließ der Rabbi anspannen und machte sich auf den weiten Weg nach Lodz. Der General steigt ab .« . wo noch ein spätes Scharmützel gegen die Rotröcke aus Canada stattgefunden hatte. von denen das Wohl des Landes abhing.General Dunwoodie legte seinen Degen auf die tote Brust. was keiner außer mir wußte. Als man aber den Krämer beim ersten Dämmer zum Galgen trug. etwas wieder in dem »niederen« Ton. unter anderen Namen. und ließ sich sogleich beim Vorsteher der Gemeinde melden.

der die Sonne angehalten hatte. weil sie es wirklich ist. er dachte an Gideon. dann werde ich im Hause auf ihn warten. wie man sich Fromme denkt. Jizchak Leib. wie man weiß. der Hochwasser führte und hatte fast schon die Brücke zertrümmert. der armselige Mann schüttelte den Kopf. er ließ sich den Weg nach der Herberge zeigen und befahl dem Knecht augenblicklich anzuspannen. sie wissen vielleicht. ohne auch nur das Tischgebet gesprochen zu haben. doch er dreht sich nicht. Und vor allem.Frommen zu feiern. Aber freilich. er dachte an den Sabbat der oberen Welten und wie er ihn feiern wolle. schrie der Rabbi: da warf der Jizchak Leib seinen Kaftan ins Wasser und fuhr auf ihm quer übers Wasser den Fluß herüber ans Land.und schlug ohnmächtig hin. was die letzte Initiation unsrer selbst angeht: in wenigen Geschichten ist das Inkognito auch des »vollkommenen« Menschen. Gott. unter denen nur keine zum Essen war. ich habe ein schwaches Gedächtnis und die Worte kann ich nicht behalten. sagte . »sie lächeln immer und strahlen wie die Engel des Himmels«. warf seinen Kaftan wieder aufs Wasser und trieb stehend zurück. im verlorenen Sabbat und im eignen Spiegel.« »Jizchak Leib«. Als der Rabbi aber auch dann noch. wurde der Schächer zornig und warf seinen Gast mit vielen Flüchen aus dem Haus. aber nicht geschlossen. blickte auf das armselige Gerät und es fiel ihm das Wort des Rabbi Elieser ein: der Mensch sei leichter zu erlösen als zu ernähren. »nun. »was kann ich euch lehren? gebt mir euren Segen!« Jizchak Leib schüttelte den Kopf. wie er auf die Brücke sprang und rief. sagte der Rabbi Rafael und weinte. doch noch keinen Inhalt anzeigt. da ist vielleicht ein wirklicher Schlüssel und ein bestelltes Haus. so fragte er mißtrauisch. vielleicht sogar vor sich. sagte ein altes Weib auf der Straße und grinste. sozialen. Sie wird auch nicht fertig mit dem seltsamen Mann. gegen alle bisherigen psychischen. der von dorther kam. die manches mit der chassidischen Geschichte gemein haben. auch der große Eingeweihte sah den Erz-Augenblick seiner. »so habe ich es zuletzt von meinem Vater gehört. gleichsam. ist alles viel plakatierter. zwar höchsten magischen Rang. kein Geschäft vorschlug. so gehört sie uns allen. also . auch nicht halb. ich muß sagen.der Rabbi wußte nicht. die Brücke ist entzwei«. Fühllos saß er im Wagen und merkte nicht. und ans Krüglein der Witwe. Das ist chassidisch. er habe das Beten verlernt. der sie erzählt hat. betrunken. und der Rabbi sprach die Worte für ihn. sagte. religiösen »Bestimmungen«. Alle Würden wollte er abtun und sich kasteien. nach dem Ende des Mahls und vielen Aufforderungen Jizchak Leibs. nur halb faßte der Wagen auf den Bohlen Grund. vielleicht /(128) eben. /(127) Glücklich waren sie hinüber. wie es schien. Bei den drei Greisen in der Tolstoischen Volkserzählung. denn das Wasserwandeln ist ebenfalls nur ein Symptom. und die gleichfalls über Wasser wandeln. auch viel gekommener entschieden. »Aber Jizchak Leib. »Das Gebet hat mir doch gefallen«. dann nur in Symptomen. Die Früchte. Es gibt gewiß feste Charaktere. doch nicht erkennen. das in der kabbalistischen Rabbiwelt und noch woanders. »Also neben diesem großen Sünder werde ich dort drüben sitzen? Wahrhaftig. die er treibt. ob er noch einen Handel mit ihm machen wolle. Kaum sah Leib den Gast. keiner hat auch hier alles davon. nicht einmal Güte in der erkennbaren Form. Aber Jizchak Leib war nicht zuhause. ihr habt ja noch nicht einmal den Segen gesprochen«. übers Meer zum Schiff um das Vaterunser zu erlernen. wie sie an einen Fluß gekommen waren. weil« der Rabbi kam nicht weiter. zuverlässige Gesichter und Richtung des Gesichts: aber auch sie sind aus der letzten Unbestimmtheit (die sie sogar vor sich selber haben) noch nicht fertig heraus. Weder die Züge noch die Bräuche deuten an Jizchak Leib das Übermäßige an. was er von den Worten halten sollte. legte dem Knienden die Hände aufs Haupt. du hast kuriose Einfälle!« . ein ganz verkommener alter Mann und. war es schon Tag. Da stand nun der Rabbi auf der Straße. denn der Leib hatte schon zu essen begonnen. Ist diese Geschichte nichts. nichts Bedeutendes ist aus dieser strengen Offenheit bereits sich schließend hervorgetreten. Rabbi Rafael aber fuhr sehr getröstet zurück in die heilige Stadt Belz. so gehört sie dem. »Nein. da hörte man vom Ufer rückwärts Lärm und sah den Jizchak Leib. und nicht einmal in Rätseln äußert. »Ihr könnt nicht kommen. öffnet die »Engelstür« nicht im geringsten. »Geschäfte am Freitagabend?« . sie wird nicht hell. nach Belz zurück. aber ihr müßt es mir noch einmal sagen. mit dem. so berunruhigend. ich habe euch besucht. aber sie fühlen es nicht. an David und Jonathan da trat Jizchak Leib ein. eines. der sich erst falsch. Aber im Inkognito Jizchak Leibs ist überhaupt nichts schlüsselfertig. sagen die Märchenerzähler in Afrika. damit ihm Gott seine große Sünde zeige und vielleicht vergebe. lassen ihn höchstens ahnen. ist sie etwas. auch stehen sie bereits bei Jesus. Sie sind gerundet. verborgen sind. daß die Meister von denen das Leben abhängt. daß sie »groß« sind. »er hat Geschäfte«.« Er saß lange in der Stube und dachte an seinen Traum. so außerordentlich gewissenhaft durchgehalten.Jizchak Leib. sie erscheinen genau. Als ihn ein Mann fand.

Er wußte also. sagt Tolstoi. die immer die eigene Verborgenheit ist. daß man noch nicht fertig ist. aber es ist doch da und stockt. Freunde können dann leicht fremd werden. die starke Arbeit sammelt doch nicht genug. daß sich der Gast. an der Hand zugezogen hatte. auf dem Teller klapperte. Jetzt formierten sich die Tiere zu einem unsäglich blöden Marsch. in dem geht schon Sterben um. in dem wir sind. kannte wenigstens. Nüchterne. die er hielt. wie sie ihn selber verfolgten. erschreckt nicht nur. Gegen Abend ließ sich der Mann. dieser dürfte kaum dazu ausreichen. Selbstverständlich stand der Gast nur am Anfang der Gefühle und sie gingen ihn gar nichts an. was Infektion ist. vor allem an diesen Abend. Und der Riß heraus führt nicht immer zu uns. die eben noch gut ausgegangen war. sondern ins Gegenteil. übles Varieté für ein paar Faulenzer. aber ebenfalls nicht erkannte. bis in die Windeln zurück und Bettpfannen und »pflegende« Weiber darum herum. die Verborgenheit hebt sieh. Er hatte sich während eines einsamen Ausflugs etwas verletzt. Der mögliche Glanz geht auf. Betthafte am Sterben. das an die Tür klopft. Kleinbürgerlicher Kitsch paßt überhaupt gut zu dem Todesbreichen. Da kann etwas Unzeitiges schon schmecken. Es ist jedenfalls nicht immer das Erwartete. kann von außen leicht gestört werden. wenn auch schwach und wahrscheinlich falsch. Schon vom Tod hört sich etwas in diesen Störungen. Aber das Zeug blutete nicht oder vielmehr schön nach innen. Klopfen. wenn man Pech hat. Tolstoi meint als Schlüssel zu uns allen den Tod. Mickrige. das das Kind bekommt. DER BETTZIPFEL Das erfuhr einer noch näher und trieb erst recht von sich ab. Eine Spitze. der ihn erst mißverstand und nachher ahnte. KLEINE AUSFAHRT . vom Rabbi zu schweigen. Der Augenblick erinnerte gut an Wunden. um dem zu widerstehen. auf das gleichsam Sächsische. wird man das alles einmal erfahren: man wird wissen. man war verschlagen und nicht in Abenteuer. freilich. Aber das Halbe. wenn er ist. von seinen Menschen fern. weit zurück. vor dem widrig lustigen Muff der armen Tiere in der Gegend: unter so etwas konnte man /(130) wohl verrecken. mit allem Abscheu vor dem Zeug. der. so wären wir auch für niemanden da. sondern sticht und lähmt. wenn der kleine störende Schlag aufhört.unsrer selbst noch nicht enthüllt. Hier war ein Stück wirklicher Fremde. ging ziemlich tief in die Haut. die Pfoten auf dem Rücken des armen Vorderhunds. dennoch oder deshalb eine kleine Blutvergiftung. das aus dem Schlaf reißt. im Gegenteil. so daß die Tasse Kaffee. er wußte nichts Besseres anzufangen. Da spürte er mitten in die goldige Szene hinein einen heftigen Schmerz im Arm. selbst aus starker Arbeit. grade nicht gut aufhören kann. während er sich die Hände wusch. Es ist nicht zu wenig genug und dann wieder nicht schon gesammelt genug. NUR KLOPFEN Wären wir noch gar nicht. öffnet nichts /(129) Gutes. vor einem Jahr. es zeigt sich auch. Hier ist nachzutragen. Spitze und Foxterriers. woran die Menschen sind. Weißliche dort oben winkte mit dem einen Zipfel. was wir und was sie uns sind. den die Todesfahne davon hat. sie macht noch empfindlicher. in dem Garten des Kursaals nieder. Was uns aber störte. immer der menschliche Glanz ist oder zu ihm gehört. eine Sommerbühne war dort aufgeschlagen. die Musik wurde flott und die Gäste lachten. die durch Reifen springen mußten oder in kleine Häuser trippelten und wieder herauskamen oder Nachthauben aufhatten und sich ins Bett legten oder sich aufs Töpfchen setzten und ähnliche Späße mehr. die kleine Gefahr war völlig richtig möbliert. und es zerstreut noch mehr als man das schon ohne weiteres ist. so untalentiert zur Krankheit wie nur möglich. aber er verfolgte sie. Früher oder später. Man spürt dann. die Zeichen. die nicht vom besten Metall war. sie konnte wohl aufs Sterben bringen. Das Hohle. so daß kein Taschentuch draufging und der Nachmittag überhaupt ungestört war. die halben wie die ganzen. Grade stand ein Cut oben und quälte arme kleine Hunde.

beruht darauf. sie sind vermutlich jene. Nun läßt sich kaum glauben. die nicht von der Stelle konnte. Sie wird aus . Denn der Stolz der Abreise. unbekannt werdenden Zimmer den Rücken zukehren. Exitus. den Blick aufs Lokal gerichtet. Darin braut sich dicke Luft. im Stolz der Landung. doch dadurch variiert. fast schalldicht voneinander abgeschlossen. ein altes Weib zu. das ihnen sonderbar wichtig vorkam. uns mitbetreffendes Phänomen. wer abreist. als ob der Schlaf etwas an der Wand entdeckte. im Glück der Abreise. der Stolz des Sterbens mitschwang. meist wehmütig gestimmt. nicht funkeln. es käme auf sie. während dem Gastfreund vergönnt scheint. immanent ausreichenden Anlaß für diese Bilder. Davon wachte die Schlafende nicht einmal auf. immer näher auf sie zu und murmelte: Du brauchst dich nicht zu fürchten. Das Innere der Wand war nur klein. die Wand ging auf. als ob die Wand plötzlich anzöge und das Zimmer paralysierte. Aber wie erstaunlich: beim Einschlafen drehen sich die meisten der Wand zu. gleichsam fidel entsetzende Geisterbilder ein Schlaflied davon zu singen. fremd und vor allem zu gegenwärtig. als hätte sich in statu moriendi ein Organ des Todes gebildet. dann scheint die Bühne allerdings anders auszusehen. Die Zähne biß sie vor Angst zu Brei zusammen. Bei der Ankunft sind beide in gleicher Lage und Laune. welche nach Hause zeigt. die das Innere der Felsen und Gebirgswände erkennen ließ. das da draußen. Sie war in dem einfachen Behagen an der Wand. manchmal wissen blutrünstige Jahrmarktsbilder. wenn das Schiff mit Musik ankommt dann verbirgt sich in dem Kitsch (dem nicht kleinbürgerlichen) etwas vom Jubel der (möglichen) Auferstehung aller Toten. kann freilich sein wie einer. entsetzlich /(132) grinsend. der im letzten Augenblick gerettet wurde. sie eröffnet den dialektischen Schein von Heimat. der reist. indem hier die helle viel seltener weht. aber in der Wand ist meine Sache zu finden. in denen wir stürzen. sie ist ohnmächtig geworden. alte schnöde. Es ist. Bereits die offenbare Unfähigkeit aller Menschen. wird allein. und ein neues Auge blickte gleichsam hinein. auf sexuelle oder sonstige Wünsche und Verdrängungen. daß der Zurückbleibende aussieht wie ein Ei. in dem obenhin entfernenden Zustand der Abreise. wie mit der Salbe des Derwischs aus Tausendundeiner Nacht bestrichen. aber die umgedrehten Sinne sahen darin etwas. Vor allem. Der Schlaf kennt auch gemütlosere Höhlen.und Versteckwanderer zu sein.ja ein Gleichnis davon kommt sogar noch schärfer wieder. Auch das Gespenst des beschriebenen Angsttraumes wirkt merkwürdig echt: im Zwiespalt seines Lachens und seiner Hände.Auch wer einschläft. Und die Vermutung drängt sich auf: hier halluzinieren sich gewisse finster-utopische Möglichkeiten entweder unsres Inkognitos selber oder dessen. du brauchst dich nicht zu fürchten. sie geben postvitalen. als funkeln. Dazu ist. Sieht man völlig fremder Ankunft zu. In der Tat hat darüber ein Sterbender. Wach sitzen wir am liebsten mit der Wand hinter uns. doch auch dafür sind sie zu stark. obwohl sie dadurch dem dunklen. was sonst nur dem besseren Tod zukommt. daß das durchdringende Grauen solcher Bilder noch auf menschlich bekannte. Es gibt keinen bekannten. auch der vertrautesten und innerlich reichsten. Krümmungen und Gestalten. GRAUEN UND GLÜCKLICHE AHNUNG Doch aufs Dahinter gehen wir eben nicht immer so guten Mutes zu. sich bei der Abfahrt vom Eisenbahnwagen zum Bahnsteig herab oder umgekehrt zu unterhalten. oder. noch mehrere Tage fühlte sie sich gelähmt. und sie ist es. wie verständlich. Es ist. als ob außer Stören und Fremde auch der Schlaf aufs Sterben einschulte. wenn auch unbewußte Störungen weist. Viel seltener kommt aus dem Dahinter Freude. was unser Inkognito (wenn es nicht positiv bewehrt und gelichtet ist) erwartet. daß der Gast noch vom neuen Tag geblendet ist. der fast Sterbende glaubte in die Wand zu reisen. außerhalb des Betts. seiner Hände und seiner Worte. in dem bereits das Glück./(131) des wo nicht eignes. wird hier deutlich von irgendeinem Triumph der Ankunft erfüllt. meist stolz wer zurückbleibt. Exodus . so mischt sich in die mögliche Leere der Enttäuschung doch ebenfalls ein sonderbares. Eine nicht eben gesunde Frau träumte so. geht mich nichts mehr an. folgende Aufklärung gegeben: »Ich legte mich der Wand zu und fühlte. mit ausgestreckten Händen und weit aufgerissenen Augen. daß sich beide also schon in verschiedenen Räumen aufhalten. ihn zu belehren. etwa der eines großen Schiffs mit dem man niemand erwartet. mit andren Inhalten. du brauchst dich nicht zu fürchten. der Abfahrende dagegen wie ein Pfeil. eher sind sie mythisch erinnert.« Später schien dem Mann. das im Zimmer ist nichts. vielmehr scheinen Angstträume besonders gute Höhlen. kurz Todesschreck wie isoliert.

als wäre hier vom Wunschtraum und von mehr etwas erschienen. Ein Herr und eine Dame treten ein. aber er hielt sein Bein in der Luft.ist ein Ideal Gott. Ein Besucher kam herunter und sah die beiden an. Die Dame ging nicht weiter und ihr Begleiter hielt . noch aus dem Wasser. in seinen psychologischen Vorlesungen. hat ihr Jesus gerufen. achtziger Jahre. Uniformen und Riesen am Eingang. als über den Leib hinausgreifendes. und der Fiebertraum im Sarg. sondern im Lächeln über den kleinen Schmuck geblieben. sondern mitten in der Stadt. Kant spricht einmal. Sozusagen niemand war darin. Er empfängt nur die gehörten Märchen daraus. Sie sind im Menschen versteckt und in der Welt noch nicht heraus. wenn er mit allen Wunschgestal. der Herr. Es war eine großartige Fröhlichkeit im Kleinen. an der ein Fremder schellte. die hinauf gingen. ist ohne Vergleich zu Hanneles empirisch gewordenem Leben. fährt Kant fort. ohne daß sie schon hell machte. Sie war aus einem schlecht geträumten Herrenhaus. das Geländer bronziert. tauschten einen überzwerchen Blick. ureinfache Vorwegnahme eines Paradieses oder der Berufung dazu. Aber. Eine Stunde vor Schluß. eine Ahnung wahrer Existenz. die ebenfalls im Kern sind. in dem sie sich ertränkte. das bei Licht (oder bei Nacht) besehen. wie das Kind im Mutterleib bereits Lunge und Magen habe. Ruhelos fühlt sie sich gerufen und das edle Reis blüht. gegen die selbst die erste glückliche Liebe nicht aufkam. träumerische Kolportage von Hanneles Himmelfahrt. vom Traum ist bloß ein wohltätiger Trug geblieben. der den Pessimismus für hier. In einem verstaubten Bau. /(134) um nicht nur der »interessefreien« Handlung. obwohl ihm diese Organe doch gar nichts taugen. das man als Knabe empfand./(133) ten der Erfüllung aufrauscht. obzwar ins Arge dieser Welt eingeschlossen. in denen man als Kind gewohnt hatte. in seinem Zustand. Verschlafene Kasse. über die »moralischen« Organe und wie merkwürdig es doch sei.ebenso sonderbaren Quellen gespeist wie der Angsttraum und hat wie dieser keinen äußerlich ausreichenden Anlaß. einen Tag. übermäßiger Schreck wie »grundlose« Freude haben ihren Anlaß versteckt. Dennoch auch bei vollster Nüchternheit der Enttäuschung . in einer Handbewegung mit etwas darin. so besäße auch der Mensch. Zwar sehen wir zuletzt wieder das trostlose Bett. nicht ganz verschwunden. der wahrhaftig Engel und Heilande aus so verstecktem Kern halluziniert hat. die Freude ist am wenigsten heraus und wäre doch die Hauptsache. Krinolinen. Das Panoptikum war nicht auf dem Jahrmarkt. und sie hatte eine gewisse präzise Mystik. Im Film geht Hannele über den Christmarkt. hellerleuchteten Saal. ein Straßensänger zupft die Harfe und das armselige Kind steht im Licht. wie die. der höher leuchtet. Schon die leere Wohnung machte froh. daß das unpraktische Vermögen zu einer sittlichen Handlung in der Kreatur überhaupt vorkomme. auf der niemand mehr ging. Der Weltwinter hat diesen Kern so wenig widerlegt wie irgendein Frühling das Übermaß der Angstträume oder sonstiger Schrecken widerlegen kann. Auch hier wächst etwas tropischer als es die bekannten Breiten unsres Subjekts (und der Welt) bereits zulassen. aus der ganzen Szene (dieser und realerer) verschwunden ist. Aber auch wach leuchtet manche Freude hinüber. gar das Hinausreichen aus dem Fenster verschaffte eine Freude. Mancher erinnert sich des Glücks. sondern auch dem Evidenzgefühl an ihr Raum zu geben. EXKURS: MENSCH UND WACHSFIGUR Schon unten war alles still. dennoch Organe seiner höheren Bestimmung. die beste Zeit für dieses. nur über und über war er gefüllt mit Fürsten. die Zimmer oben scheinen leer. die ihr von fernen Himmeln herabweht. roter Plüsch zum Halten. Jedenfalls bedarf es starker Vorwegnahmen (in Kants unkritischem Gleichnis selbst). Er war aus Wachs und die Herrschaften. trat nicht auf. Die Treppe war weiß wie Marmor. der herunter kam. berührt scheu mit namenlosem Lächeln die Ketten und Kugeln. Dem Schreck der Angstbilder entspricht etwa. seiner andren Bürgerschaft. den Atheismus für dort nicht aufhebt. Kehre um den letzten Absatz herum und man sah in einen großen. geringes Moment des guten Tods. die warme. Nachtods. wenn man einem Handwerksburschen sein Taschengeld gegeben hatte. Unten standen Blattpflanzen in künstlichen Grotten. das schutzlose und niedergetretene. Späte Straße. den ein armes Kind nie besaß oder in der Gnade eines Fiebertraums. unsre Eltern haben das schön gerichtet. auf der andern Seite. das am Geschenk für den Handwerksburschen als Glück erschien.

wurde am Morgen nicht gesehen. bei Mars-la-Tour. sagte der Mann. kein Schatten war im Zimmer. das sich plötzlich als Scheintod gibt. die sich nicht schlossen. Viel Platz auf unserm Leib für Schmerzen. Wie sie dort über den Christmarkt gingen. obwohl sie im Kreis stehen. dann nicht stärker als der Tod. /(135) was beschien es: vom Blick in diese Versammlung hatte er geträumt. und Ali antwortete nicht. dann häufte sich ein Berg von Glück und wir wären wie Götter. Die Kinderstimmen gehörten dazu. aber unsichtbar. waren süß wie Chloroform. In solchem Panoptikum wurde einmal . die das liefern. Könnte man die Eiserne Jungfrau und das Weib davor halb so hoch nach oben drehen wie nach unten reichen. oder war sie es. um Fleisch zu sehen. viel zu dunklem Tuch und Epauletten. Seine Kleider hängen um Prothesen um Werg. aber der Kopf ist blühendes Leichenwachs. so trieb der Erzähler mit Entsetzen Scherz. ja man hatte eine ganze Vitrine voll Deutscher und Franzosen: Napoleon und Bismarck vor der historischen Hütte. sollen wir herunter kommen? Wie mit Kinderstimmen wurde gerufen. Aber nicht die Verbrecher werden hier sichtbar. hinter den Verbrechern. Sie setzten sich auf die Stufen und er erzählte von der Angst. Als ein Scheinleben. das Tote in Leibgestalt nicht verwandter. die er so gehabt hatte. bei der Großmutter am Ofen. aus Tausendundeiner Nacht. Das Herz solcher Kabinette heißt Schreckenskammer. unter Vitrinen. Nur gegen Mitternacht rief es von außen. die auf ihm wohnen. hatte einen bösen Genuß. daß bald geschlossen werde. die Jungfrau von einem Gorilla geraubt. Denn man sah mit den aufgerissenen Augen: der Kaiser Napoleon bewegte sich. als »Erscheinung« in Wachs. mit einem Cover-coat-Mäntelchen. denn die echte Gefahr ist zwar leblos. hatten schräg gegenüber die Krönung Napoleons in Notre-Dame: den Kaiser. in dem sich etwas verstecken konnte. den Leib am Sims hochgezogen. wie geheimnisvoll daß es sich nicht bewegt. den Zaren und König Humbert. Wie Götter? fragte die Dame. Nur einiges Wachs stand gebeugt herum. von wo es gerufen hatte. wo das Wachs völlig sachlich wurde. auch starrenden Assemblee. der seine Zunge durchgebissen hatte . lang schon her. über die Treppe herab: Ali. hier war Liebe nicht stärker als der Tod. den Papst. die Lebensmüden mit Strick und Meer. dem das Blut in den Bart floß. um Götter zu sein. denn wer dort übernachtet hatte. Da rief man von unten. ums Lagerfeuer. wenn er als Knabe von verrufenen Schlössern las. was saß da. Inzwischen war man oben im Saal unter der rosigen. und ebenso /(136) schrecklich. sie müßten überhaupt aus nichts sein. Sie sagte das im anatomischen Kabinett. Vor einem Leutnant wurden die Besucher selber ruhig. auch wenn sie sich . aber in stürmischen Nächten waren oft alle Fenster erleuchtet. noch einmal. Was war da. den Kaiser. mit Pickelhaube. fand der Mann. In diesem Haus lag Ali im Bett und alles war still. was hatte Licht. der Papst senkte die Krone und die wächsernen Marschälle huldigten in der Nacht. die Tür öffnete sich und Ali flog mit dem Bett die Treppe hinauf in den Saal. oder er für sie. Vorüber gingen sie an den künstlichen Leichen und Abbildern.patriotische und polizeiliche Stellage aller Art mit den Augen des Auflaufs gesehen Die Nummern selber waren eine ganz vertrackte Kreuzung zwischen Porzellan in Vitrinen und den Stationen eines Kalvarienbergs. Ein abgeschlagener Kopf. ein Gehängter. Die meisten waren yöllig mit sich als Puppe beschäftigt. das aus einer geplatzten Rocknaht hervorkommt. nicht mehr scheinlebendig . die Wundränder und der Irrsinn der letzten Qual. sie müßten dann aus Glas sein und keinen Tropfen in sich haben.scheintot. der sich bewegt. auch historische oder romantische Augenblicke aller Art. den Kopf an den Scheiben des unsagbaren Saals. von der Kasse. Charlotte Corday ersticht Marat im Bad. man setzt in ihr Räuber und Irre als Brillen auf. die schöne Hexe auf dem Holzstoß .das hatte der Begleiter im Kino gesehen . Grade küßte der Liebhaber im Film sein Mädchen auf der Bank und man hatte in Großaufnahme ihre Augen. in das dieser gegangen war. die Kerzen brannten auf den prächtigen Möbeln. wie sie im Biwak saßen. die knienden Marschälle. der eigene Leib wurde ihnen fremd. Oder von dem Bruder Ali erzählte er. wie es sich gehört und verstärkte die Aura als Führer. Unter dieser Zimmerpalme saßen sie auf der Bank. die sich schlossen. da hob sich sein Bett.auch an. wieviel reicher als für die Lust. das Menschen ist. Sondern nur ihre Nähe zur Anatomie erscheint. und sah das andre an. und er erzählte es jetzt. denn er war genau wie einer der Offiziere aus der alten Gartenlaube. sondern wach wurden wie nie und schrieen. blaß und bald blutig. genau war die Folter auf ihn abgestimmt gewesen. die Augen glänzen und der Charakter steht fest unter der Zeitlupe aus Stille und Vitrinenglas.alles in Wachs. jung wie wir und dem Spukhaus in Kairo. Jahr und Tag hatte sich niemand mehr hinein gewagt. in denen niemand mehr wohnte. wenn es sich bewegen würde.ein Liebespaar zur Nacht eingeschlossen. in die /(137) Fleischhülle. Bourbaki stand neben dem Wachsleutnant. Charlotte Corday ersticht nicht ewig Marat und ist bannt dasselbe zu tun. lauter Totes.

Kaiserschnitt. das Licht der humanistischen Welt wurde schmal. Was für eine tiefe Vogelstraußpolitik. Erster Preis für anatomische Plastik auch hier. Porträt und Kunstgeschichte bewegen sich nur längs des Leibs. Ich selbst (sagte der Erzähler) habe auch von dem Wirtshaus gehört und Sie (er wandte . sagte er. Im Wald ist kein Weg. Das Panoptikum wurde geschlossen. der bronzene Apollo ist Oberfläche. Fern von dem üblichen Ernst. aus Wut. aber niemand weiß. folgendes. durch den man das Kind sieht. rufen den Irren zu sie möchten doch zurückkommen. den sonst nur die Pubertät hat. Da war nicht mehr das Märchen Alis. finden keinen direkten Weg vom blutigen zum Menschenphänomen. verfallen in Murmeleien und natürliche Geisterstimmen. denn auch die Präparate umher: Fäulnis und höllische Farben an der kranken Haut. Aber sonst ist Venus nur Demonstration geworden. was sie auf dem Spaziergang eigentlich wollten. die sehr schreien. Hat das Blut noch eine andre Mündung als in den lebenden. rufen in ihn hinein. Was für eine gute Vogelstraußpolitik trieb man in der Gesundheit. Abgeschnittene Arzthände wippen noch auf ihrem Leib. Auch die Puppen und Vitrinen des Rückwegs hatten ihr Staunen an die lebende Welt abgegeben. Erster Preis für anatomische Plastik. trotz des Haupts voll Blut und Wunden. selbst Chirurgen. so daß man leicht abkommt. sagt das Diplom über der Tür. Papageien. sprechenden. auf ihrem Weg. an den Tag gestellt. außer dem schon sichtbaren Außenmenschen. die uns im Sack steckt? Eine Falle Apollos und christlich ein Babel. dieser Röntgenblick in Blut und Kot neben dem Frühling. Ja sogar vergessen. die Blattpflanzen am Eingang bekamen noch frisch Wasser und der ewig herabgehende Herr wurde vom Diener auf der Treppe abgestaubt.sind nicht mehr der bekannte lebende Mensch. und mit bedecktem »Gesicht« des Kranken. DANEBEN: WIRTSHAUS DER IRREN Einer. doch nicht blumig oder enthusiastisch. aus Vergnügen. durch den gehen die Irren. Über die zwei Vigilanten kam Ekel. In einem Schneewittchenkasten ruht Venus ohne Ausdruck. So daß sie zuletzt nicht mehr wissen. (Er sprach in Bildern. noch kein Bildhauer hat den Darm unter der Haut gemeißelt. Bis zum nächsten Wirtshaus. son./(139) dern lauter Unterholz. isoliert. Griechisch war ihnen nicht zumute. war jedenfalls nur der Schreck. dämonische Plastik unter der gesunden . verdient. Selbst nachher. In den »Roten Ochsen« oder »Fröhlichen Schlesier« oder die »Dreifaltigkeit». sondern ein Spukhaus selbst.) Die Irren. wenn sie ins Innere kommen? Hier an diesem herausgerissenen Herzen. was für eine bedenkliche mit der Schönheit. kommen aus der Luft und stehen wie Schmetterlinge über dem Schlachtschnitt. darüber befragt. wissenschaftlich klassifiziert. schreien am Schluß mit. der die Augen mit Lust /(138) blockiert. wenn sie einen aufgeschnittenen Leib vor sich haben. Tintenfisch-Aura. sondern hier ist der offene Leib selber als Ding da und ebenso unwiderruflich. Pumpwerk aus so rätselhaftem und verweslichem Material. nicht in dieser seiner Tiefsee. Auch gibt es Kakadus. was in dem Blutleib darin steckt. gar der Rausch des Lustmörders den Blutleib wahrer oder künftiger als unsre sanften. gestürzte Bäume und dergleichen. oberflächlichen Augen. Was für eine Uhr sahen sie wieder. als wären sie Affen und der Psychiater gar nichts. keine Figur mehr. aus Angst. aber immer eben. Und die Ärzte stehen hinten am Dorfrand gegen den Wald zu. wenn man den Leib von innen sieht. immer erst diese ist der Orgasmus. wie sie in den Wald gekommen sind. sondern eher leicht frivol. eine wirklich genaue und sich dionysisch aufschlagende. umschlagende? Sieht die Vogelstraußpolitik des Orgasmus. sagte. wovon bei uns nur die Schilder hängen. soviel organische Vernunft. sich in diesem Maße nicht zu sehen. von dem sie Gutes gehört haben. Die Irren hören das vor Lärm im Wald gar nicht. mit Spitzenhemd und . mit dem Messer nach unten und blauen Manschetten. die an der Leibuhr nur das Zifferblatt sieht und auf dem nur mitteleuropäische Zeit. mit Aorta. der doch auch nur halb und nicht einmal halb darinsteckt. sozialen Menschen (die es doch nicht hat). Aber zwischen dem Dorf und dem Wirtshaus ist ein Wald. sogar Affen darin. der Tat. als wolle er mit bescheidenen Tropen etwas auflockern.bewegte. wollen ja auch nicht zurück. als solle er etwas prophezeien. wollen nur ein wenig über Land gehen. Die Fußgänger werden betäubt. aber nichts gehalten wird. Sie möchten vor unserm Dorf einen kleinen Spaziergang machen. mit dem man Narrenfaxen aufschreibt und die Irren. dies finstere Staunen der Eingeweide dicht neben der Liebe. die das alles nicht merkt. sondern ins Wirtshaus. die nur um die Hautküste fahren und schaudern. der manchen Schritt abseits tat.

Allerdings nicht zuletzt durch den Namen seines eigenen Wohnorts. krank. So treibe ich den Wald durch sein Ziel aus und die »Umnachtung« durch die Wirtshauslichter (Fensterkreuze). nämlich unter meinem Ofen dort. das aus unseren besseren Nachtträumen stammt. Kies. von dem es ruft. um Holz zu haben. unter dem zweiten Pfeiler der alten Brücke in Prag läge ein Schatz. wenigstens gelegentlich. hat eine bessere Aku. Philosophie usw. wo er es ist. damit endet die Geschichte. kurz und gut: den Verirrten. Ein Denkmal in Gestalt eines SZeichens oder auch nur eines Wegweisers mit einem Arm. weiß ich natürlich nicht. Kies und nichts als Kies. Selbstverständlich ohne meinen Kopf. ich sei deshalb hingefahren. Aber als er. mitten im Wald. fand er indes kein Holz mehr. Von dort werde ich den Irren zurufen. so kommt man ganz gut ins Wirtshaus jenseits vom Wald. Sie werden mich selbstverständlich hören. an der neuen Autostraße. nahm aber den Traum ernst. in seiner Klitsche wieder angekommen war.) hört in dem Augenblick auf einer zu sein. Sie erzählte ihm. Der Mann. arbeitslos. Mir selbst wird man wahrscheinlich ein Denkmal setzen. der schon seit vielen Jahren auf den Heber warte. und er hat sich das nachher vermutlich selber gesagt. Auch Leute vom Dorf werden nachkommen. und fand nun . und der antwortete: »Auf so etwas fallt Ihr herein? Auch ich habe einmal im Traum eine Stimme gehört. beiläufig und ahnungslos durchaus. Sie kommen sogar öfter hinein als ich. Er wird ein Objekt der Psychiatrie (auch Indologie. sondern nur das verfehlte Ziel. die im Wald bleiben.). obwohl der das gar nicht wissen wollte). Doch ebenso ergeht die Frage an den nachdenklichen Hörer seiner Geschichte (ähnlich soll sie auch chassidisch vorkommen und ihr Verwandtes findet sich in Tausendundeiner Nacht. wo es Kehren gibt. nicht minder. machte sich nach Erwachen reisefertig. Der enttäuschte Schatzsucher hörte auch gar nicht weiter hin. Der Mann hätte die Sache zweifellos billiger haben können. des Trosts bedürftig war selber durchaus bei Trost. einige Marode der ersten Generation ausgenommen. den braven und im Grund höchst sinnvollen Touristen. schreien nicht grade mit dem tropischen Zeug auf den Bäumen. machte sich auf den weiten Weg nach Prag. schämte sich vielmehr vor dem seßhaft gebliebenen. daß auch der kuriose Kiesgräber ihm recht gab. nach all der Ausfahrt und mit all der traurigen Heimkehr. der winzige Don Quichote. hätte den Blödsinn geglaubt?« Und der Brückenwärter hatte zweifellos recht. kratzte seine schwache Barschaft in der Klitsche zusammen. zog ernüchtert ab nach Hause.Tableau mit Bogen . in der 351. unter dem Pfeiler zu graben oder graben zu lassen. Sie übrigens auch (er apostrophierte wieder seinen Zuhörer. so sehr. es war nun alles gleich. wenn der Weg zu schlecht ist. hungrig und frierend. Dort bekam er Erlaubnis. Der Effekt war und blieb. So auch jener Arme.): war die Reise nach Prag umsonst? Sind nicht schon so viele . Meint Ihr. Zwischen Kraut und Rüben liegt dort der Hase im Pfeffer. woher der Mann gekommen war) warte ein Schatz auf mich. denn das Objekt vor der Nase. deren Dorf sie überhaupt nicht interessiert. normalen Wärter. er hat sich wohl erst allmählich gebildet und ist selber noch nicht da. den Boden auf. Wer der Wirt ist. Dann ist der Irrsinn abgeschafft. wie mir scheint. in die Ferne schweifend und das Gute lag nah. den braucht dann keiner mehr. der im Schlaf eine recht erstaunliche Stimme zu hören glaubte. sogar viel bequemer als unter einem Brückenpfeiler. sogar seiner Straße ermuntert. Auch die Papageien werden dann nichts mehr zu sagen haben. die ihm der Wärter mitgenannt hatte. TABLEAU MIT BOGEN Wer in Not. hungrig. mag gern leichtgläubig sein. ganz anders als die Ärzte im Rücken. aber werfen mit Kokusnüssen danach. Aber ich gehe nicht durch den Wald selber sondern mache einen kleinen Seitenweg um ihn herum. das störte ja nicht den Verkehr. den ich gerade anheizte. Wird in heißer Liebe gebraten und jenem Gewürz.Bekannter Nachtrag: Der vollkommene Psychiater (auch Indologe. leicht möglich. In den Faxen und Faseleien lebten ja nicht diese selber. Tableau mit rückkehrendem Bogen also. seinen Ofen anzuheizen. daß ich manchmal mit einem Fuß oder beiden kurze Zeit in den Wald hineintrete. die objektlos rasen. in einer Stadt weit weg (der Wärter nannte hier eben den Ort. riß darum. Philosoph usw. wie auch der Brückenwärter voraussah. so sieht das manchmal wenigstens aus oder hört sichs an./(140) stik.sich an seinen Freund). Kann sein.endlich seinen Schatz. Doch hält man sich an den Pfad herum. Bis der Mann seinen gehabten Traum samt Botschaft dem Brückenwärter erzählte. nach Belieben.

Sie hebt auch die Dielen in der armseligen Kutsche ihres Bewohners hoch und auf Umweg auch hier. wie der Wagen an der Tür hält. daß die Feuerpolice abgelaufen sei.Einsichten. im Leben wie in Studien. auch von sogenannten warnenden.. der sie mir selbst von sich erzählt hat. Wie ist das alles abgestanden. mit vielen Knöpfen und Punkten. kein Beispiel abgibt. Wenn einer so vor sich hinstarrt und Zeug von gestern oder morgen in sich umgehen läßt. Wobei gewiß der arme Teufel. Das machte mir den größten Eindruck: so viel Trommeln und so wenig Soldaten dahinter. Gewinne. der an den Traum geglaubt haben soll und geradezu dennoch das Gesuchte fand. ja in ihm sich dankbar erhielten? Dem Banausen freilich erscheint jeder Umweg. EINIGE SCHEMEN LINKERHAND »Sollte man«. Kommt man aber in seinen Stromkreis hinein. Er trat aus seinem Hotel auf die völlig leere Straße und wunderte sich noch über die große. aus dem es gekommen war. fern von uns und dumm. so ist auch das freilich vorüber.« »Wenn das nur so wäre«. bemerkte Herr A. Vor kurzem las ich erst den sonderbaren Fall eines Berliner Anwalts. sagte Mann. ein sehr merkwürdiges Gesicht gehabt. obwohl es ihm so wohl ging wie nie. Ich habe das Gefühl. vielleicht halten sich die Tiere damit auf dem laufenden. sank das Stichfeuer wieder in den Boden. Vor kurzem. was zu Hause auf ihn wartet. so war es immerhin zu zweit geträumt. man merkt es nur schärfer. sieht doch meist aus. als wäre es wirklich mehr draußen als drinnen geschehen.. sozusagen für eine Art Rundfunk zwischen dem tierischen Nervengeist. Wäscht man sich die Augen. in den Sarg einzusteigen. Der stand gegen elf Uhr morgens in seinem Büro und diktierte. mit der er sich all die Tage über . Oder die Haut schaudert uns wie Tieren. Schätze suchende Kopf kann das Wort. mittägliche Stille: da kommt um die Ecke ein Wagen aus Glas und darauf ein offener Sarg. Marx endlich Hölderlin lesen und erst recht Hölderlin Marx. wenn der Agent wirklich der Soldat gewesen sein sollte. vielleicht überhaupt nicht anzukommen braucht oder. wo etwas nicht geheuer ist. Der wirkliche. War das wach geträumt. Eine ähnliche Geschichte wie die des Anwalts hörte ich einmal von einem Polen. neben dem geht ein Knabe. wenn man müde ist. Die Sekretärin schrie und wie der Anwalt noch die Tür aufriß. das zu ihnen führt oft genau an entlegener Stelle hören und dort den Schlüssel zu dem finden. die Decke ohne Ruß. ebenfalls aus Glas.« »Ich weiß nicht«. wohl aber ein Zeichen. läßt freilich nicht nur nach Prag reisen. soweit sie ein Merke hat. an Stellen. das ist schon sehr merkwürdig. als ob man vierspännig einen Hering zum Abendbrot fahre. eines Manns. daß Frage und Lösung zuweilen /(142) nicht am gleichen Holz wachsen. wenn sie landet. wo die gewarnt beunruhigten Menschen allerdings im eigenen Haus ankamen. als an unsrer Tür. eine junge Engländerin stand hinter ihm. vielleicht hat er auch gelogen und sie bloß gelesen. ja so gut wie nicht da. der in eine Art kleinen Sternhimmel gekleidet war. »dann müßten diese Dinge doch mindestens so lächerlich wie unheimlich sein. Die berichtete Geschichte. »ob es das nicht gibt. Aber vielleicht träumt man auch. so halten Sie die törichte Flamme für eine Art Witterungssprache. Und ich kenne Fälle. Mit offenen Augen spürt man genau so träumerische Luft. Der Schriftsatz ging weiter. dann oft sehr bei uns. meinte Herr B. da unten bildert es immer. wenn sich der Fuß manchmal ganz dunkel sträubt irgendwohin zu gehen. Würde. Im Augenblick hört er hinter sich seinen Namen rufen und der Spuk verschwand. »denn nur schlafend träumen und wach gar nicht? Ich meine. dieselbe. Von Angstträumen geht da schon viel hinüber. so erschrickt man doch seltsam vor den dämonischen Lauten oder Bildern. gerade mittels ihrer. eine Viertelstunde später schellte nur ein Agent um zu erinnern. ein überdies lustiges. er zieht nur Ablenkung daraus. sagte einer. Sie vermuten. daß die Flamme bei der Lebensversicherung gar nicht ankommt. Aber was menschlich herauskommt. in der es weht. als unnütz und Allotria. sich vielmehr als echte Wege zum Ziel darstellten. meist zu schlechterletzt. sei er in einem Seebad gewesen und habe dort. und bittet ihn. die Tiere halten sich damit auf dem laufenden. verstehe ich Sie recht. vielleicht sogar spukt. das Parkett war völlig unversehrt. er schrie mit und der Agent war nachher nicht sehr lächerlich. nicht Treue zum Angestammten. als neben ihm eine Flamme hochschoß bis zur Decke. immerhin. aber es geht uns jedenfalls weniger als Träumen an. erlangt worden? Die dann also gar keine Umwege waren. wo man ihn nachher bricht. dem ich fast glaube. so stünden wir anders da. erzählte mir der Pole. Lösungen auf entfernenden Umwegen.

höchst überraschend. Meine Träumerei wurde völlig einsam und jetzt schoß eine ferne Erinnerung. und Erde schütteten wir über den Schulfreund. verbotene Memoiren. ich gebe zu. daß er ihm erscheinen würde. das sich im Dunkel umtreibt. schloß Herr B. Hinter mir ging eine Tür auf den Korridor. daß ich immer wieder von Zeit zu Zeit ins dunkle Zimmer nebenan sah. die den Leib hochheben. als der Mann seine junge Frau noch aus der Tür zurückriß. Sechzehn Jahre alt machten wir einmal mit andern Jungen einen Ausflug ins Nachbardorf und kamen bald wieder auf Tod und Fortleben. und den merkte die Vorzeit nur besser. In dieser Welt wuchs das Nachtgrauen und heute noch das grausige Behagen an der Sache. »das Fahle. der so oft mit Kellnerinnen bis zum Montagmorgen auf dem Billardtuch geschlafen hatte. meinte ein Herr C. Die Jugend merkt es noch manchmal. die früher oder später doch die unsre sein wird. und sie sei jetzt seine Frau.. So ungefähr wenigstens«. schrecklich in der leeren Wohnung plaziert. selbst wo es versucht wird.als sie auf der Treppe /(144) waren. Hier fühlte ich. solange ich wollte. durch den ich nachher in mein Schlafzimmer mußte. aber auch keine Vorzeit. der Lift war gestürzt und die Leichen der Passagiere wurden im Erdgeschoß herausgetragen. für die uns der Bart gewachsen war. und dem Versprechen. oder Gefahr und Tod liegen ebenfalls darin. so hieß der Bursche. »erzählte mir der Pole sein Glück im Unglück . Als Bourrier gar. Da sagte der Klassenvorstand eines Morgens. Sondern das eben. Meinen Weg ins Bett habe ich vergessen. sondern auch solche von nachher oder von drüben oder wie man das sagen soll. sondern eben einen abgesunkenen Raum. neben mir war eine offen zu dem dunklen Salon. für Tiere. wo sie gegen Abend ankamen und grade in den Lift zum Speisesaal einsteigen wollten. ein Lichtbild hervorzog. zu dem wir uns verschworen hatten. ist immer um uns. das hat nicht unsre Zeit. mehr als bloße Heringe.« »Sie vergessen zu lang die Toten«. Eine illegitime Kneipe des Heimwegs half uns bald von dem Begräbnis weg und am Abend des Tags . die Vor-sicht ist freilich verschieden. trotz der Nacht. auf die Schritte von der Straße. den Traumweg des Rapports aus einer wirren Kneipe nachhause. als ob er atme. dieses Gesicht des Liftjungen. Es gibt doch nicht nur eigene Ahnungen. hörten sie schreien. und von den Würmern. doch ging ich einen verschiedenen Weg gleich nachher und träumte furchtbar. Wie immer an solchen Abenden fühlte ich meine Studentenzeit vor.amüsiert habe. daß unser Mitschüler nach längerer Krankheit gestorben sei und wir uns folgenden Tags zur Beerdigung bereit zu halten hätten. auch wenn wir nur an seinen Rändern saugen und nicht mehr wissen.konnte ich aufbleiben. Schon ein Jahr später hatte sich mein Verhältnis zu Bourrier ziemlich abgekühlt.ich meine. die Halluzination hat ihm doch ganz Nützliches zugefahren. man konnte sonderbar mit ihm sprechen. hatte den Bücherschrank für mich. den Zarathustra und andre Götter. aber freilich. wie ich vom Kopf bis zu den Füßen zitterte. diese Uniform . scheint mir. an die er selber nicht glaubte.meine Eltern waren auf einen Ball gegangen . Er sprach ebenso gern vom Grab wie vom Bett. nur eine verkehrte: hinter mit schloß sich die Straße auf den Fersen zu und vor mir flog sie in einem weiten Winkel beiseite bis zur elterlichen Wohnung. auf den Regen hörte der gegen die Scheiben schlug. nur wunderte ich mich an diesem. wir haben sie mit allem Lebenden gemein. Denn genau diese Verbeugung hatte er halluziniert gesehen. in dem undeutlich die Möbel standen und nur etwas Gaslicht von der Straße auf die Decke fiel. bis zur offenen Gartentür. aus dem man sich wenig machte. Dieser Raum. zerstreut und schließlich sonderbar traurig. worin sich weder Tier noch Mensch aufhält. der menschliche. wenn er früher tot sei. der gleichsam warme Anteil an einer Welt ist. von dem Spuk.« »Wir hatten einmal einen Jungen bei uns. ich möchte eine der unheimlichsten Erinnerungen aus meinem Leben erzählen. Der Primus hielt nun am Grab eine Rede über Raupe und Schmetterling. blieb ich mit ihm etwas zu. wie im Zimmer. Die erste Stadt der Hochzeitsreise war Paris. Aus ungekanntem Zustand. umkreist war ich schon lange und die Zeit war da. das war auch eine Gefangenschaft auf dem /(146) Weg. auch die Haustür war offen. der auch aus uns wird. ein Bild durch aus dem Nichts: den Frühlingstag sah ich wieder auf der Landstraße ins Nachbardorf. Wir ekelten uns fast vor ihm und er nannte sich selber geschlechtskrank.. Sie scheint nicht nur im Tierkreis zu liegen. mit dem toten Bourrier an der Seite./(145)rück und einer versprach dem andern. das gar nichts Frivoles an sich hat. auch fehlte er immer häufiger in der Klasse und kam aus unserm Gesichtskreis. die Fenster auf . Durch das zweite Gesicht wurde hier etwas genau so getroffen und umgangen wie mittels der Feuerpolice. wie dunkel die Nacht ist. das von einem Geist gemacht worden sein sollte. wie ich meine. bei unsrer lappigen Erinnerung. die immer stiller wurden und schließlich in der Ferne verhallten. einen etwas dicken und bleichen.

ich erzählte meinen Traum. auch diese Tür gähnte sperrangelweit. aber es zeigt. Das Wehende. eine Kugel rollt sie vor die Füße. Hier war sie eingeschlossen worden und hatte wohl die halbe Nacht umhergetanzt und gesucht. als er in meinen Hausflur kam. Leib alles aufgerissen. Die Treppe rase ich herunter. sondern als gesunder Student./(147)wohl es von hier ist.bald hinter mir. sang noch etwas vor mich hin. als hiesige. fast stockend. selbst in meinem Zimmer sind ja nicht /(148) geheuer. Spukhäuser (von den Krämpfen Halbwüchsiger betrieben).. Larvenhafte linkerhand. wie das Meer Wellen . in dem nämlich. unter dem Tagraum. was lebende Menschen . bei dem Mann.eine fatale Produktion. Mir fällt nur ein kleines Erlebnis dazu ein. »Ich weiß nicht«. eine Leiche fährt sie in den Traum. wo es nicht stimmt. Mund. Plötzlich fiel Licht auf das Messingschild. Diese Irre war doch auch ein Gruß aus den Höhlen des Lebens. das auf der Treppe spukt und meist eben nächtig. gar nicht träumend. bald flatternd.der Treppe. wie ich sagte: es war ein hiesiger. und darauf stand als Name: Bourrier. dickes Dunkel dahinter und gänzlich fremd. Zwei Männer kamen vorüber und die Wirtschaft nebenan hatte auch noch Licht: als wir das Wesen nun anhielten tanzte es noch in unsren Fäusten weiter und wieherte . bis auf sie und den Studenten auf der Treppe. das dort noch lauert und möglich ist. alles breit offen im Dunkel. doch noch eine Treppe ging weiter hinauf. ja habe jeden Spuk. Mir aber wurde auch nach der Erklärung nicht wohler. Auch die Dinge auf der Treppe. mit einem Sterbekreuz dahinter. ob. der noch nichts gesprochen hatte. Auch ich stieg einmal spät nachts meine Treppe herauf. als es der Skeptiker möchte und der Geisterseher überschlägt. Halluzination und Mythologie schienen ununterscheidbar durcheinander zu gehen. sie war so deutlich und trocken wie . bis in die Morgenstunden. schaukelte noch lautlos an der Haustür. Mit bloß negativer Aufklärung vergehen sie nicht. und grinste mich an. es war schon spät. keiner aus unsern Träumen oder problematischem Grabdunst.nicht mehr. als wolle er das ganze Jenseits auf die Füße stellen. und wie ich aus dem Schlaf zu den Eltern hinausstürze. schrecklich ist. der aber fast alles enthielt. die alle noch höher gingen. Unter diesem Lächeln bin ich eingeschlafen. weiß und über die Maßen entstellt. wo ich endlich zuhause sein mußte. fühlte mich noch am nächsten Tag von einem Gespenst gepackt. in dem alle schliefen. im Weib von damals gegenwärtig. von oben her. dämonische >Erscheinungen< drücken es in den äußeren Zwischenräumen durch . Da spüre ich an der ersten Kehre Stoff an mich streifen. vielleicht aber vergehen sie mit Licht in dem Halbsein persönlich. sagte er. da schoß das Tanzende an mir hoch und ich sah in der Laterne ein altes Weibergesicht. mit der Kerze übers Geländer gelehnt. die in uns und mehrerem noch möglich sind und sich manchmal heraussetzen.« Die Freunde schwiegen still. bald vor mir. Nur ein Symbol. und über mir sah ich wohl zehn Treppen. ganz zuletzt meine Mutter hörte ich schreien von der Treppe her. ich mußte falsch gezählt haben. das schrie wie ich noch nie Schreie gehört oder geträumt hatte . nicht weniger. es läuft und tanzt der Schatten mit. glauben wir von dem oberen Stockwerk ganz langsam eine große schwarze Kugel die Treppe herunterfallen zu sehen. aber die große Armee. zweiten Stocks. Im Augenblick fühlte ich mich angesehen. Düstere.schon können.eine Irre. wie Sie sehen. durch das dunkle Haus. der ganze geglaubte Höllenkram? Herr D. das wir fürchten. mediale Kräfte bilden halbgare Fratzen. den ich träume. und hörte nur noch einen Schrei. Man braucht vielleicht nicht so viel hinüber zu gehen und Ihre Angst ist doch dieselbe. wie meine Figura zeigt.gellend hoch. Sondern. die entsprungen war sich eben sich in meinem Hausflur versteckt hatte. fuhr lebhaft auf und machte eine Handbewegung. daß es doch wohl die halbgaren Schrecken selber sind. doch wahrscheinlich aus der großen Armee. verwandt ist. die mehr unsre eigne Versäumnis als die zwischen Himmel und Erde ist. »ob nicht viel weniger schon grauen läßt. erfahren mochte das sein. Endlich hatte ich den Schlüssel gedreht und die Tür aufgestoßen. wenn sie nachts an sich rücken und die andre Hälfte zeigen. und er war noch menschlicher als das Unbeholfene dort draußen über die wirkliche Treppe herunter. Aus Krämpfen steigt es auf. meine Irre stellte das Leben und Treiben im Unterholz psychisch dar. weil der wirkliche >Mensch< noch nicht im Haus ist. Ich lernte daran. Augen. All das kommt vom >menschlichen< Herd und geht ihn doch mehr an. sondern ein Emailleblech wie an Wartezimmern. auf der letzten Bourrier selber. aber das war nicht das gewohnte. höre und nicht glauben kann. eben für das Ungewordene. etwas Faltiges . Schreckende geht ihn an. daß das ganze irrende Seelenzeug. in einem Nachthemd. aber genau in der Mitte. die Kugel hatte eingeschlagen. wie sich nachher herausstellte. Die Türe schlugen wir zu und blieben wach bis zum hellen Tag. sogar die Wohnungstüren des ersten. Ich stieg zum dritten Stockwerk. bald geduckt. Auch die Begegnung mit meiner Irren setze ich als Gespenstergeschichte. sie werden dann mindestens ein guter Schauplatz für das >Parapsychische<.

das jetzt noch folgen soll. und wie er sich in die Farben. ein Lustschloß mit hohen Fenstern.« Hier trennte man sich. der das sagte und hinzufügte. Sein Motiv ist alt./(150) men leicht an ihm vorüber. kam von der Universität nach Hause. denn zum erstenmal seit langem. mit dem ganzen ranzigen Öl der Sache. der Schloßherr stand in den Gängen am Fenster und blickte in den Garten. er selber schritt. die der Blick trinkt. Ein Rokokopark war darauf zu sehen. die Kavaliere und Damen grüßten den heimgekehrten Schloßherrn. höchst eigen gefüllte.ein gutes Drama.wüßte man nur genau.« Aber eines stillen Nachmittags. Seine Braut rief von draußen. will ich nicht alles verlieren. von den Wipfeln halb verdeckt. seit seiner Knabenzeit. Als einer der Teilnehmer zuhause war. immerhin. wo das Laub sich zu färben begann. Alles andre Grauen. gar verändern will. der hier der Rahmen ist. in dem nichts sei als er selber. voll Ärger schlug das Mädchen die Türe zu. Schon ein Glas lockt dann bescheiden. Chinesische Legenden lassen ihre Menschen. sie kehrten ins Schloß zurück. Rudolf hörte das schon gar nicht mehr. Spiele. wird erzählt. weint sie? Ganz nahe trat er jetzt an das Bild heran. Derartig volle Nimm-mich-mit-Märchen sind bei uns kaum als nachgeahmte bekannt. doch stellt dafür das Normale. vor sich hin. Das ist wohl das seltsamste bekannte Wunschzeug um und in Malerei und Dichtung. hängt auch mit Traumglück und Gewecktwerden zusammen. da bewegten sich mit einem Male die Herren und Da. mit Damen und Kavalieren auf der Promenade und im Hintergrund. sich dem Wein darin zu widmen. betrachtete er mit Ernst das alte Bild über dem Stollenschrank. scheint mir. viele Nächte unter dem wechselnden Mond. so mischt sie zu viel Blumen und Musik in die Karten. An einer Wegkreuzung im Park stand eine Frau. wieder her. das stumpft ab und macht wohlig. Sie hat durchaus keinen chinesischen Rang. wenn wirklich nur Vorgefallenes berichtet wird. schien ihm . Ein Spötter zitierte Mark Twain und sagte. rief sie und ließ den Brief sinken. ein einziges ausgenommen. alle seien schon fertig zum Aufbruch. junge Freude war endlich wieder in den lang verödeten Zimmern. schrieb er in sein Notizbuch: »Der Spuk ist allerdings nichts Genaues. spürte den feinen Kies des Wegs. Mysterien für Unfromme. heute am wenigsten. sagte. die zum Boden führten. Feste..« Sie küßten sich. vor langem hatte er ihn ihr geschrieben. denn er zeigt. veropert die Schrecken. Und auch Bilder sind Gläser. daß die rechte Hand nicht weiß. Ein junger Mensch. mit der Verlobten zu sprechen. »Bist du endlich gekommen. Und nun. du bist bei mir. Aber er hatte gar keine Lust zur Landpartie. was die linke nicht tut. wie wenig uns Spuk und Verwandtes angehe. ein festliches Mahl war bereit. »ohne Unterlaß habe ich auf dich gewartet. verloren sich tiefer im Wald. im Bild. das wünschen nicht nur Kinder und rufen so. willst du nicht. die andern dachten an vieles. du schriebst mir. Das wußte Rudolf schon als Knabe nicht genau: liest sie einen Brief oder hält sie ein Taschentuch. »Alles ist dein«. Es war Herr A. Wer immer sich erweitern. Geliebter«. ist doch über die Hälfte das Behagen des nervösen Zuhörers und nicht. sie liest einen Brief. auch Gedichte sogar verschwinden. ohne rechte Ahnung. wir alle hätten jetzt Gesichter so feierlich und nichtssagend wie die Rückseite eines Grabsteins. jetzt aber ist alles gut. auf die Frau schritt er zu. »nur eine Tür darfst du nicht öffnen. Kommt die fahle Hand immer nur von drüben. mit einem Schlag. bedeutendes Gespräch verkürzten die Zeit. die Betroffenheit des künftigen Teilhabers. Nach Tisch saß er allein in der elterlichen Stube blickte. Gesang der Vögel tönte in ihre Morgenträume. was sie bedeutet. sterbend. wo es liegt. man sehe auch darum. der Abend kam. besonders nachts . seinen Brief. den ich mir sehr wünsche. Konturen versenkte. und in Hand hielt sie ein weißes Blatt oder ein weißes Tuch. man streift es leicht. die unbeweglich stand und ihm entgegensah. Jagden. ist für diesen Wunsch anfällig. mag das anders sein. in die er eindringt und zuweilen nicht nur als Blick? So daß der Rand zu verschwinden scheint. und vergoldetem Gitter. vom Mythologisieren zu schweigen. Bei einem Gespenster-Pitaval. ganz allein. die einen überreizt. die er nicht mehr sonderlich liebte. wo er denn bleibe. wußte er. wie Herr C. kalt. bald ruhten die Liebenden im geschmückten Gemach. Metaphysik für Unmündige. Paul Ernst kannte die Geschichte gleichfalls. viele Tage vergingen ihnen so. daß du kommen wirst.« /(149) DER ZWEIMAL VERSCHWINDENDE RAHMEN Nimm mich mit. hatte die schöne Frau gesagt. an seinem Klaren teilzunehmen. Ein gesprenkeltes Feld. sozusagen.

wie aus fernen Zeiten blickten die Möbel zu ihm her. das höchstens chemische Vorgänge übrig läßt. fast lesen könnte. Auch er verschwindet. hochgelegenen Tor. Aber die Menschen selber. die anschließende Wagenpartie des Träumers muß kurios gewesen sein. als würde gerufen. obwohl das Quidproquo: Taschentuch-Brief zum ohnehin schon künstlichen Bau gehört. wieder zurück. (Es sei denn. Erst der des gemalten Schloßbilds in der elterlichen Stube. in Rudolfs Fabel am besten. wo dieser Almanach an einer Schnur vom Kamin herabhängt. leider.auch nochmals mit dem Kamin darin und dem darin hängenden »Hausfreund«-Almanach. wegen deiner Launen?« Der Mann fuhr nur wenig zusammen. aus einem Bild. der Zug biegt um die Ecke. aus der Wand schien die Stimme zu dringen. für bare Münze. . mit einem Male. den er dunkel kannte. Dies Schloß ist überdies . bleibt dort eine Weile stehen. das die Ungläubigen zudiktieren. und der doch nicht sein Name war. das man nicht weiß und das keine Körpermauem mehr hat. gespiegelt in infinitum. wird zu einem Maul. /(152) DAS TOR-MOTIV Wer wir sind und wann wir eigentlich leben. doch darum handelt es sich nicht.da stand Rudolf auch schon mitten in der elterlichen Stube. als Kerne dieser Nachrede. Sterbende treten ab. in der er mitten darin ist. die nicht mehr gemalte Tür flog auf und die Braut rief: »Wann kommst du. als würde er bei einem Namen gerufen.ganz verkleinert . auch wenn noch nicht einmal ausgemacht ist.plötzlich. Der schlechte oder gute Name geht in die Erinnerung einiger Überlebender. Jedoch der Sterbende wechselt die Ebene. so kann man ihn zwar gleichfalls nicht mehr sehen. ja im Grund noch dunkler als ein Etwas. ist unvorstellbar. dann der der gemalten elterlichen Stube im Schloß. Wohin sie führt? sicher in ein Besitztum des poetischen Sinns.) Doch gleichwohl läßt Rudolfs Brautfahrt das chinesische Eintrittsmotiv überwiegen. als was? Das fault und stäubt ein wenig. oder aber sie wird zum Eingang in ein Etwas. Er horchte immer erstaunter darauf hin: . Aber die Betroffenheit ist . man nehme den Silberblick. fahren zu einem unbekannten Ziel. Soweit die Fabelei. er geht entweder als pure Leiche in ein unvorstellbares Nichts.auch innerhalb seiner selbst nochmals vorhanden. siehst du nicht. Dennoch besteht. wie lang soll ich noch auf dich warten. Rudolf. Geht einer aus der Türe. Die Türe. als ob er stürbe. das ihm gleich dem Ruf dunkel bekannt erschien. in der schraubenden Bildgeschichte./(151) tuch kein Brief. seinen nur träumerisch angerührten. wo es liegt. Aus einem Zimmer schien der Ruf zu kommen. das an der Wand hing. verschwindet in einem offenen.« Die Braut hat diesen Ausruf zuverlässig nicht standen. Aber auch bedeutend Einschlägigeres gehört dazu. wenigstens anfangs. doch doppeltürige. der »Seelenvogel«. Der Schloßherr trat näher und sah ein gemaltes Zimmer. das er noch nie betreten hatte. er öffnete die Tür. das bliebe. aus der er weggeht. indem sich der doppelt wegschwingende Rahmen zu einer Art Drehtür verwandelt. doch das Rufen kam aus der gemalten Tür. Dies Letztere ist das »einleuchtend« Näherliegende. man denke an die »Merkwürdige Gespenstergeschichte« in Hebels Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreunds«. Das Bild zeigte an der Wand darin im Hintergrund wieder ein Bild. Selbst das Nichts. nämlich ein zweimal verschwindender Rahmen. dem wartenden Bild hatte. das ihn so einsam und hohl verschluckt wie jeder seinen Tod allein bestehen muß. nämlich an der gemalten Wand des gemalten Wohnzimmers in der verbotenen Stube. so noch nicht gilt. wie und wohin wir dann gehen. und zwar buchstäblich: man kann ihn auf unserm Plan ohne Auf oder Ab der Bewegung wieder erreichen. Dergestalt eben. weiß bis heute niemand. das ist ein Taschen. dann nahm er die Hand seiner Braut und trat mit ihr vor das alte Bild: »Sei still. sie weint. Rudolfs letzter Satz ist sentimental. Es sei denn. wirft es den Besucher. soll ich den ganzen Tag verlieren. der Wagen ist vorgefahren. daß der lebend Abreisende auf unsrer Ebene bleibt. der Alltag hat ihn wieder. selbst bei weiten und gefährlichen Fahrten. der einleuchtende Unterschied. Hier jedenfalls. und das stimmt. daß der Eintritt erst vollführt. Außer dem chinesischen Motiv: Eintritt ins Bild sind so auch japanische Einschachtelungen in der sich spiegelnden Spiegelei bemerkbar. eine keineswegs besondere. das Gemach war völlig leer. den er immerhin an der Frau. die es so noch nicht gibt. Noch dunkler. und der so die eigene Geschichte. obwohl keinerlei Realurteil darüber ergehen kann. um es dann freilich desto erwachter zu verlassen. oder aber er steigt auf. dann zurückgenommen wird.

und auch am Nachtwächter schon am Ende der Stadt. wenn nicht das Tor heller gewesen wäre als die Todeskammer mit den vielen Kerzen dahinter. Wohlverleih und Teufelsabbiß. Lil greift /(154) nach dem Gift. vor allem ihren Geliebten. Sulphur. Lehrreich sind derart chinesische Motive. kaum stockt der müde schleifende Schritt und mit den Anderen verschwindet der Tote in der Mauer. Eine Philosophie leben. an einen Tisch ist sie hingesunken. So läßt sich auch der Ort.« Buchstäblich wird er gelesen. bunte. sagt Montaigne senecahaft. die im Kreis zu führen scheint und nirgends ein Eingang. an der letzten Haltestelle steigt ein alter Mann ein. einer hohen. Schlafwandel und Erwachen. Es gehört wenig dazu. die kein Ende nehmen will. mit ihm ihr Geliebter.Ein schönes Mädchen war hier zu sehen. Es genügt sie anzudeuten. langsamen Schritts. die nun folgte. den schon ein purer Film mit dem Tormotiv ausüben konnte. an den dunklen Wiesen immer weiter. um zauberkräftige Kräuter zu sammeln. Dem Mädchen fällt der Becher aus der Hand und zertrümmert. Doch eben was hinter dieser liegt. aber mit den Eintretenden selber. trinkt: und im selben Augenblick steht sie vor der Mauer. gewertet in seiner magischen Equilibrierung von Kraft und Last. die genau das Tormotiv etwas fortführen. mit höchstem bildenden Ernst und an Ort und Stelle kaum artistisch. verstanden. auch einige chinesische Endmotive verschlingen eben das Werktor mit dem Todestor. Das Mädchen sucht unter Bäumen. Retorten stehen umher. so findet sie der Apotheker des Städtchens. Nur nebenbei findet man manchmal noch andre Züge. Mit einer unerhörten Bewegung streicht sich das Mädchen über die Stirn. zu dem wir verschwinden. über dem trivialen Kunststück des Kino wirkte tiefere Regie. trinkt dem Mann zu. doch bescheidene Abglänze. niemand will die Beiden gesehen haben: nur dort drüben. . Die Welt ist leidvoll und das spärliche Glück darin stumm. heißt durch sie sterben lernen. dorthin sind sie gegangen. da ist der Tisch leer. Die beiden saßen allein in der Postkutsche. dem Geliebten nach bis zu einer Mauer hin.sonderbar. das Mädchen getrunken hat. nicht mit fremdem. ausgeführtem Spektakel. wo es an Bildern und Geschichten erscheint. nebelnd und weißlich. merkwürdig und kaum von ungefähr. Da kommt übers Feld. grade unter einem Wirtshausschild hält er still. stärkenden Tee will er ihr kochen. transzendierend betraf): dann gelingt die »Hölle« meist sehr reich. das letale Ursymbol der Pforte zum Bewußtsein. der Sand rinnt im Glas. er läßt sie allein. fuhr mit dem Geliebten übers Land. Aber wenigstens das Tor verwandelte die Zuhörerschaft fast zu einer Gemeinde (tu res agitur). man erinnert sich des ungeheuren Eindrucks. viele Bücher liegen aufgeschlagen und Lils verwirrter Blick fällt auf sie. Der Alte folgt dem Liebespaar und nimmt am gleichen Tisch Platz. oder der Auferstehung wie üblich. Sogleich erscheint im Becher des Geliebten. müde und streng. Sal. unendlich entfremdet. Priester und Könige. ein seltsamer Zug: Knaben. Soll seine Unbekanntheit auch nur »ahnungsweise« gelichtet werden (das ist. Im Augenblick noch. ganz eigentlich langweilig. ihr entlang. mit ihrer Gleichzeitigkeit von Ausgang und Eingang. was uns hier an Schreck oder Freude übermäßig. Blickt unverwandt auf das Mädchen. Auf seinen Schultern bringt er das Mädchen zu sich ins Haus. ein gotisches Tor mit unendlich geahntem Licht dahinter führt in die Tiefe. Salomonssiegel und Tausendgüldenkraut. will ihn umarmen und zu sich reißen: da wendet ihr der Schatten nur leicht den Blick zu. eher mit Schreckensbildern als mit Glücksgöttern bevölkern. als welche zwar nur von Künstlern handeln und ihrem Gang ins Werk. sondern ein brennender Spalt. das harte Gesicht verschwunden. öffnet. die Mauer ist nicht mehr geschlossen. sie will die Wirtin rufen und kommt zurück. ließe sich wohl erzählen. ist er mit dem Alten vor die Tür gegangen. sagen die Gäste. Sie schreit seinen Namen./(155) den kann und letzthin puren . ein Bettler deutet. ja fast noch magisch weise. doch damit ihr eigenstes Duft. war kaum in Bildern oder gar in mehr zu zeigen. spannend und voll Abwechslung. Merkunus und Flaschen mit Gift. nach dem. gingen sie vorüber. Bürger. und mitten darunter Lils Geliebter. mit /(153) hartem Gesicht. ein schlimmes Zeichen. das nicht verstärkt wer. jung und alt. und sie brachte. als ein Spiel. fällt auf die offene Bibel und den kräftig unterstrichenen Satz: »Denn die Liebe ist stark wie der Tod. höchstes Befremden und vollendete Erleuchtung. Der Wagen rollt durchs Tor in ein Städtchen ein. ein Stundenglas. im Brautbecher. im Mondlicht. während der »Himmel« in Bild und Wort matt bleibt.und Klang-Orplid so aussparen wie einsetzen. Lil fällt ohnmächtig nieder. die Wand des Einschlafens und das Tor des Sterbens. gar nach »oben« auszubreiten. einen sofort in dieses Bild mit zu nehmen. steinernen. die das Tor überall hervorruft. kaum nach außen. Was in der Tiefe geschah. Gestalten aller Zeit. Bauern. Lil stürzt vors Haus. aus dem Lil. Männer und Frauen. ja dem Schrecken des bürgerlichen Sonntag gefährlich nahe. großem. der die günstige Stunde des Vollmonds gewählt hatte. Ritter.

dies geht noch an. BLUME UND ANTI-BLUME Einige können ihr Ich in einem Äußeren aufgeben. welche Balács in seinen »Märchen« forterzählt hat. bis sie der Tag wieder vertrieb: übermächtig war so sein Leben geteilt. Feste und Gespielinnen. stand vor ihr still. So hat sich ein Dichter selber in Werk hineingeschrieben. mit einem neuen. der kehrt nicht gern um. Die Geschichte von dem alten Maler gehört so hierher. daß etwas unterbrochen sei. DER NÄCHSTE BAUM Ich kenne einen. sondern im Bild. im mindesten zu verlassen. Das kann ein Baum. auch aus tieferen und solideren Entrückungen als denen der Maler und Dichter. Gar von so läppischen. Aber freundlich wärmt man sich am Herd. /(157) /(159 DINGE HALB GUT Wir also haben uns kaum. das uns erwartet. Aber wie sich die Freunde zu dem Maler wenden wollten. lächelte.Wunsch bedeutet. Sie haben noch kein Blut getrunken. Denn auch die Säge liefert von dem Baum keine genaueren Ansichten. so braucht er meist einen Halt. kehrte sich um. der das Buch seiner Geliebten dichtete der schönen Li-fan. fast hingegeben. ein schmaler Weg. man fand ihn nicht. so gestern wie . wandelte auf dem schmalen Weg zur fabelhaften Tür. daß es als neue Fahne im Werk. lange vergeblich. war dieser nicht mehr neben ihnen. als ob es wirklich unser realstes wäre: so sind das alles /(156) doch erst tiefe Märchen eines Vorscheins. ja besser machen als wir. an Bäumen und Wasser vorüber. obwohl er doch nichts von unsern Zwecken weiß. auch in frommen Zeiten. »hinter die Mauer aus ewigen Buchstaben«. nur ein wenig näher und man verbrennt. dann trägt der Baum gleichsam das leichte Unrecht.geheimnisvolle Schöpfung. dem letzten Kapitel: Die Ankunft Han-tses im Tal der silbernen Apfelblüte. als könne er das besser tragen. wenigstens mit unsern Wunschträumen und ihrer keineswegs selbstverständlichen und weltregulären Gestaltbarkeit. Vorausgesetzt daß sie mit der Sache draußen auf gutem Fuß stehen. das aber darin immer merkwürdig ist. der sanft hindurchführte. ja Bewohnbarkeit. Aber ist das Dunkel. Das alles träumte sein magisches Wort. in den traurigen. Ins Tal der silbernen Apfelblüte schrieb er das Mädchen. und von den andern erst recht nichts. ästhetisch wirklich »produktiv«. ja er konnte noch Li-fan selber aus dem Buch zu sich rufen. also noch hinter das Werktor (Mahlers letzte Musik wirkt manchmal so im Realen). ohne sich darin zu verlieren. die köstlichsten Gewänder. die Geschichte von dem Träumer Han-tse gehört hierher: des Dichters. bis dahin noch. und der Mond ging nicht unter im Tal der silbernen Apfelblüte. doch auf dem Tisch lag sein Buch aufgeschlagen. erst recht noch keine irdisch-überirdene Praxis gehabt: immerhin ist die irdische Wohnungsnot mit einigen Glückssymbolen eine gute Präparandenanstalt für Realträume hinterm Tor. bis zu der kleinen roten Tür eines Palasts. Oder die andre Geschichte. öffnete und verschwand. Muß er es doch. Bis zu jenem letzten Morgen. wer findet sich hier durch? Das Tuch um uns schützt zwar immer. alternden Tag und die . aus denen uns ein Speiteufel wieder zurückwirft. So sehr traut man dem Baum. die ihn verschmäht hatte. das seltsame Rot. ohne daß sie das lebende Tor des halben Existierens oder gar das fatale Tor des möglichen Nichtexistierens mit anderm als Träumen erhellen konnten. durch solche Märchen auch etwas gefärbt. Aber erst wir und die Dinge. Die Hände selber muß man davon weglassen. die zu ihm kam und ihn immer wieder verließ. der seinen Freunden sein letztes Bild zeigte: ein Park war darauf zu sehen. schrieb ihr einen herlichen See und ein Schloß aus Jade. nicht nur als Fahnenflucht aus der Welt möglich ist. die Verwandten suchten Han-tse in seiner Hütte. und wachsen grade die buntesten chinesischen Blumen an der Finsternis des letzten Tors. Die Wohnungsnot der Menschen auf der Erde geht mit einigen Ankunfts-Symbolen weiter. ein Ziel von außen. Wir haben ihn für uns benutzt. eine Abwandlung des gleichen Mythos. eine Laterne oder ein Felsstück rechts vom Weg sein. nur möbliertere.

grade als der Scheich vor ihm stand. dem Schlagen von Eisen auf Eisen. so wurde ihre Dämonie auf die rechte Bahn gebracht. Die Indianer sahen bei den Weißen zum erstenmal ein Pferd. aber wie kommt die Aufklärung zum Aberglauben. funkensprühend. schon unterwegs hatten ihm die Gesichter seiner Begleiter nicht gefallen. Aber wie ein Bauer mißtraut er.heute wie besonders morgen. wie in alten Büchern der Teufel abgebildet wurde. DER STÄDTISCHE BAUER Ich kenne einen. gestillte Leben zwischen Mensch und Dingen. hob den durchnäßten Finger in die Luft und senkte ihn. DIE LEIDNER FLASCHE Desto merkwürdiger. hier wurde Eisen noch dicker als Blut und die Technik gerne bereit. da fehlte nichts. Vom andern Ende der Straße kam jetzt ein Trupp fröhlicher Leute. kohlschwarz. wie früher vielleicht der besprochene. Jenssen: wüßte man. denn die Beduinen griffen zur Pistole. ein gezähmtes Üherlandtier großen Stils. plünderten Siemens aus. Die Lokomotive kocht jetzt wie von Blut. das keinen zivilisierten Fahrplan hat. die sehen mir ähnlicher als ich. ja schließlich fast organisch. ihr Dorfpfarrer darunter. denn beides geht ihn nichts an. aber die Krisen des Unfalls (der unbeherrschten Dinge) werden ebenso länger bleiben wie sie tiefer liegen als die Krisen der Wirtschaft (der unbeherrschten Waren). fielen am nächsten Tag in ein hitziges Fieber. Denn eine halbe Meile weiter machte die Straße eine Biegung. grade einer Mauer entlang. Nur der Unfall bringt sie zuweilen noch in Erinnerung: Krach des Zusammenstoßes. mit übernatürlicher Geschwindigkeit. der auf schöne Weise feig ist. was wir überhaupt nicht kennen. zischte in einer Gestalt vorüber. Ein Funke fuhr aus der lebenden Leidner Flasche hinüber. Stephenson vergebens hinter ihr her. wird erzählt. Soeben hatte er den ersten fahrenden Kessel aus dem Schuppen gezogen. daß sich benutzen läßt. der Pfarrer wurde irrsinnig. diesmal »gut«. Aber dieser. zischt wie außer Atem. Kein Weg geht zurück. an dem man den Golem vergißt. warf in höchster Schlauheit seinen Gummimantel unter die Füße. Nur Stephenson hatte alles verstanden und baute eine neue Maschine. Er hatte sich durchaus als Zauberer bewährt. bevor man sich daran gewöhnte und die Dämonie dahinter verlor. staunte selber noch lange über »seine« Kraft. unter Menschen stellt er seinen Mann. Schreie zerschmetterter Menschen. hatten sich beim Bier /(161)verspätet. Zwar mit Tieren steht er gut. Der berechnete Funke sprang über. so wüßte man wie das Pferd aussieht. langsam auf dessen Nasenspitze. Dann gehörte auch gerade Anti-Blume. Knall der Explosionen.« Anderen wieder hätte ein vertrau/(160) ter alter Schrank im Zimmer den selben Dienst geleistet. /(162) den Maschinen. endlich hinter sich hatte. als wäre es für uns da. Drei von den Heimkehrern. dem schon lange die elektrische Ladung der Wüstenluft aufgefallen war. Denen also rannte das Ungeheuer entgegen. Und am Irrsinn des Pfarrers sah man wie einer der größten Umwälzer der Technik aussah. allein und ohne Magie. mittels derer wir uns so . wie sie es sahen. als er den mühseligen Abstieg. Noch schlimmer. Aber schon nach wenigen Stößen sprang die Lokomotive vor. die Aussicht zu bewundern. obwohl in der Großstadt geboren. Als am achtzigsten Geburtstag Monets ein Kameramann zu ihm aus Paris kam. junge Frauen und Männer. Die Beduinen rannten schreiend davon und Siemens. die Regeldetri zum Hexeneinmaleins? -: sie lacht darüber und sieht ihm schließlich ähnlich. es kam nur etwas hinzu. auf Geleisen und mit Führerstand. Der Elektriker Siemens bestieg einmal die Cheopspyramide. Die Räder rührten sich und der Erfinder folgte seinem Geschöpf die abendliche Straße. auf diese fuhr die Lokomotive los und explodierte mit großer Gewalt. Oben blieb wenig Zeit. kurz ein Ensemble. dazu bemerkt Johannes V. nämlich Unverwesliches ins Stilleben. Der moderne Krieg tat erst recht das Seine. DIE ERSTE LOKOMOTIVE Gar über Stephensons Debut läuft folgende wilde Legende. ein andermal »schlecht«. immer schneller. den Explosionen von Öl. sich an das Höllengesicht der ersten Lokomotive zu erinnern. antwortete ihm der Maler: »Kommen Sie im nächsten Frühjahr und photographieren Sie meine Blumen im Garten. die noch niemand auf der Erde gesehen hatte.

Ein Dasein. eben unsres. Nicht in der Luft. die noch vieles in sich hat. ging in die Küche. mit einem Einklang von innen und außen. das richtig Eingehängte./(164)den menschenferne Umschließung. so wird es ihnen recht. Erst derart meinte dieser Mann die Sache zu verstehen: die Dinge wollen immer wieder in ihr eignes Leben zurück. so springen die Mäuse auf dem Tisch herum. Aber der Bedenkliche schüttelte nur den Kopf und sagte: »Das macht mir die Sache erst recht rätselhaft. Es gibt grüne Schatten. Der Morgen hat kein Haus.freilich gehörte das menschliche Haus dazu und der Tag war im Haus. Von der frühen Helle geweckt trat ich ins Freie. Das Meer schien dumpf. die jeder Gesunde fühlt. die Felsen. in Berlin geboren zu werden. so frisch er ist. Diese war eine entschie. das von frühauf schon überall und daher ebenso nirgends zu sein scheint. die Schüsseln waren abgetragen. daß sie keine sind. an dem der Kasten hing: »Sieht man nur so etwas. Von dem wir doch sagten. Wir Freunde uns schweigend gegenüber und rauchten die Pfeife. bin ihren Folgen heute noch nicht gewachsen. die zunächst hierher gehört. wie wenn man hinter Waldarbeitem hergeht. . Sondern die umgekehrte Dämmerung nahm auf. dann braucht man für meine Abneigung keine Psychoanalyse. und ich bin ihr erlegen. im Wannsee zusammen.« Und man hörte die Ruhe. aber der schien gut . Es ist schon bei Tag und nüchtern ein Kunststück.vor allem als Morgen keines hat oder hat er eines. mit bedeutender Nähe von allem. ja breiig. Das kein Haus hat. pflegt er zu sagen. wenn man nichts sieht. auf dem Wannsee zusammenzustoßen. Ich speiste einst mit diesem Mann. möbelhaft. In ihrem Welthaus konnte man sich nicht gesund baden. wie einmal sehr deutlich bei einem Freund wurde. die wohlbekannte Kameradschaft mit den Dingen. denen selbst war es kein Unfall. die Bauerntochter klapperte mit dem kräftigen Geschirr. Gar bei Nacht. Kraft und Oberfläche. schlug nicht. So nahe und fast aus dem gelebten Augenblick heraus. doch nicht unverständig. aber in der Landschaft war stockende Wärme. wie es läuft. die Tabakwolke roch. die Bauerntochter. Die Gefahr. die Embryonalenge des Tags kurz vor Hahnenschrei. um es in voller Figur zu sehen. uns katastrophal. im gesunden Welttakt. »wie gut das Haus in Gang ist. durchaus dienstfertig. alles ist daran blank und auswendig. nach dem sich Faust am Pult sehnt. ohne Endlosigkeit und Verirrung. die seine Geliebte war. Im Raum war die Stimmung eines Zimmers. nicht nur blanke Oberfläche. zur Nacht. »Hören Sie«. daß er . ohne anzukommen.« Oder es stießen einmal zwei Schiffe. die grade früheren Zeiten unheimlich war.« Also war ihm der Unfall ein gelungenes Preisschießen von Schiffen aufeinander.sanft von der Stelle bewegen. filtriert. unverstanden. als /(163) scheinbares oder wirkliches Korrektiv der Ding-Einwohnung ohne Unfall. so kräftig und gut nach Zimt. in dem sich einer versteckt hält oder besser (da erst nichts Angsterregendes da war). war auch kein abendliches Haus.wenn man radikal in seinen Anfang hingerät. wendet sich der Herr ab. wenn auch draußen alles niederer wird. Eine lange . Schein und Tiefe. Das Leben kreist dann keineswegs goethisch. sich als Schiffe zu zerstören. Das ist eine Erinnerung. Wir lagen zwar im Bann. und das keineswgs genau so »gut« im Gang war. gelingt das. DAS HAUS DES TAGS Am wenigsten unser dürfte der äußere Morgen sein. aber ein furchtbares kann er freilich werden. und sie geschah gegen vier Uhr morgens im Juni an der süditalienischen Küste. Das ist nachmittags freilich anders oder gar am Abend. sagte da mein Freund. Ist die Katze fort. es lehrte nicht unsre Brüder kennen. aber sie sagen noch nichts. draußen das weite bayrische Land mit Kuppelwolken am unbewegten Himmel. in das ein Gast eingezogen sein mußte. am wenigsten den makrokosmischen Atemraum. Natur wird kein Buch lebendig. so selber darin zuhause genossen wir das »Land« und brauchten nicht einmal eine Strecke wegzugehen. so erinnern sich die Diener daran. nicht das Haus im Tag. denn es waren beide Kapitäne betrunken gewesen. der auch draußen ein Haus vortäuschte oder gab. und noch betrunken. die Lebensluft um sie her und die taohafte Welt. wirkten weich. und in dem man endlos weiter gehen kann. Die Zeitungen begriffen bald. im Gegenteil. In die erste Frühe. Er zerstreut wie Tee und ist schönste Oberfläche. dann jenes unmenschliche von dem nun eine zweite Erinnerung handeln mag. Ein höchst heiteres Kreisen ging fühlbar zwischen Drinnen und Draußen. von dessen Ankunft man nichts gewußt hat. sonst so abweisend. wenn man in ihm weiterläuft. Oder wenn das Land am menschlichen Haus teilnimmt. eine Fliege summte in der Stube. das Tao des Glücks versinkt. Selbst mit dem Lift fuhr dieser Mann nicht gern und deutete auf den dünnen Strick. ist sehr groß. vielmehr die Lust.

da kein Auge in ihm Platz hatte. das durch seine Stärke erst recht nahe schien. die Bäume noch einmal so kahl. in dem man sich wieder verlaufen konnte. Will man Kategorien von Bachofen anwenden. ein »Heimliches«. Doch das Bild einer Frühe blieb. gar Darüberstehen mehr gab. wenn der letzte erloschen wäre. Doch gar nicht passend scheint das Licht. ihr leichtes Rosa mit Gold. als Gast im Raum oder als der spannende Herr unter seinen Geschöpfen. von Orten in der Welt her. selbst das Holz will verschwinden. die fehlen kann. die uns grade auslöscht und keines Menschen Freund ist. Die öden Straßenzüge führen kanalisierten Eiswind. und zuletzt der alte fröhliche Morgen. ja enthüllen ihren Süden als bloße Assoziation. Der Zeuge wurde zum Glied eines namenlosen Organismus. eines Welttierkörpers mit Jupiter als seinem Innenauge. Jupiter hat das unfaßbare Zusammen erst erregt. Je neuer die Straßen. Bergen und Himmelskuppel. nur Einrichtungen und Eingeweide. um viel zu tragen. schickt die Sonne Wärme mit. bringt Südbilder in die reine Luft. im Hochdruckwetter über Stadt-Grönland. wie das Chthonische sonst oft. Der Atem raucht darin als gänzlich fremde Fahne. Italienisch trotzdem die Sonne. was keinen Atem braucht und übrig bliebe. Und zugleich wurde fühlbar: mit diesem Blick steht die Landschaft im Einverständnis. Betäubt und pathisch nahm man lediglich eine Art Durchklang oder Rundklang in sich auf. ja. kein verhängter Himmel. die noch nicht einmal die uns bekannte Mythologie gefärbt hat. daß sie die Vernunft erhellt hätte. Hier gab es nur Interieur und keine Schauseite. der Tag wurde heller. so muß man sie umkehren: hier schien etwas Weites höhlenhaft. Kein Übergang mehr. gebannt. wo es keine Augen oder Abstände für ein Draußen-. sah in seinem Nest schlechthin unmenschlich aus. Und ist gerade deshalb desto fremder. etwas Himmlisches »chthonisch« geworden zu sein. Jupiter im Aufgang. denn die Sonne strahlt kalt. Das Erlebnis war zu einmalig und eben zu sehr »Erlebnis«. der sich aufs südlichste Türkis versteht. desto besser verstehen sie. der einzige Stern an der milchigen Haut. Nur allmählich ließ der mythische Zustand nach. Geht einige Wochen vor März nicht mit nach Norden. mitten in die dichte Szene. Über Nacht verlegte der Nordwind die Stadt dorthin. die Frühlingsabendwolken. ohne aber deshalb. er fühlte sich wie im Inneren eines Tierleibs. Alle anderen Laute sind gedämpft. Passen gut in die Kälte. Schreck-Ehrfurcht wie vor alten Tiergöttern./(165) parterre. durchströmt. dieser zog ins Ensemble. zu dem ihn die Wärme sonst mischt. umschloß nicht mehr oder man konnte. mit aufsteigender Sonne. machte den Raum noch niederer und gleichsam gepolstert. die Haustüre /(166) geht aber plötzlich auf Grönland. außer dem Weltleib selber und seinem niederen Sternauge. geschweige. sehr flach. schließlich der scheinende Palast. ganz unkünstlichen. Es war ein äußerst trübes. mit dem Abendstern ganz nahe tritt er an einen Himmel. Aber links stand Jupiter. ja Leib waren Stockwerke geworden. kein bloß gewanderter Norden und das Mittelmaß. in sein höher gewölbtes Gebäude nicht mehr eintreten. war schlechthin atavistisch determiniert.Wolkenbank lag über dem Meer am südlichen Himmel. Versetzte sie wie den Palast Aladdins. Aufdringlich dringt vor. Menschenleer die Straße im Frost. von woher er kommt. In seiner Atemlosigkeit hielt es vielleicht die äußerste Entfernung von »Vernunft«. doppelt kalt zu wirken. gar Menschennahes mit sich zu führen. der selber in den Tag hineinlebt und sich ausstrahlt. ohne auch nur eine Atemstelle für den Kopf übrig zu lassen. Ekelangst und Ehrfurcht blieben als erinnerte Mischaffekte: Ekel vor einem Moloch mit Verdauungssäften statt mit Feuer. Was nachher am jungen Tag zerstreut oder äußerlich ist oder schöne Oberfläche oder gar Glanz der Weite. sondern hart und zu Hause er selbst. so gibt es vielleicht auch kaum die rechte Erinnerung und sicher keinen Begriff an Ort und Stelle. mit Erd. MONTAGEN EINES FEBRUARABEND Vor der Türe geht es schneidend her. Wenig später gar ein hesperidenhafter Mond. In zartem . über die gehobenen Stufen der Tagestür. ungemein schwebend und ohne Flucht entronnen: in einer Landschaft außer jedem Frühling. auch die kreischenden Schienen. sozusagen kopfloses Bewußtsein. Man fühlte sich von den Säften eines Totems genährt. Hier in der Stadt aber sind diese Bilder abgetrennt. keine Nebel. aber keine Bewohner. die Steine sind unter sich. voll Nähe und Brutwärme. Nur im Gebirge. der keineswegs im Ebenbild des Menschen geschaffen war. Der Stern herrschte so stark. obzwar völlig normal und nur vom erfahrenen Objekt bestimmt. ein starkes Auge. dem hohen. Aus einem Zimmer. und er paßt zu ihnen. daß er selbst den Beschauer von seiner kontemplativen Terrasse herunterriß.

doch macht betroffen. eine gekündigte Landschaft erscheint. der ohne sich auszukommen verstand. als unser Tag. in sanften Abendlüften. Es bleibt zwar Schönes. Oder sie war über den alten Gärten Bagdads. worin er sich unter Menschen und Dingen befand. die Montage ehemal undurchdringlicher Zonen hinter sich. einem gerade allerhöchst sachlich gemeinten. die es im Naturbild des Zephyr nur an Susanne hatte. die gänzlich zum Norden gehören. samt dem so freundlich blickenden Abendstern. dem jeweiligen Umstand gemäß. Die Fiühlingswolken sind keine. sondern versteht es gleichzeitig. wie gesagt. Nahes trennend. Dagegen zeigen sich weit entfernte Elemente in dem schlichten Anblick ineinandergebracht. voran. ein lehr. der Mond Bagdads steht als solcher mit unbekanntem Ziel über einer arktisch vertragenen Stadt. die Wolken sind Blumentiere aus dem Meeresgrund. Zephyr. gehört nicht nur zum warmen Liebeslied der Susanne im arabischen Garten. Eiskalt bleibt die Polarnacht in alter Weise. Palmen. wie er . über einem Rokokogarten. ihr herrliches Gebiß frißt die Wolken und das Weib im Monde auf. Die Ich-Du-Beziehung trat überall auch in die Ich-EsBeziehung ein. Quellen. verläßt Frühlingsabend./(167) hörnte Astarte war. vieldeutig reflektierendes. die die himmlischen Straßen dahinzieht. wie durch die kostbar fremden Syzygien eines Gedichts von Rimbaud. ja aus Versen selber an den Himmel gestiegen ist. Vielmehr wird überall noch ein Echo allegorischer Bedeutungen widerhallen. auch diese Art Zuordnung ist erloschen. das Mädchen im Mond. Reimt sich der Mond doch? Er reimt sich auf eine Lage. die diesem Herrn Kähler zufiel. Maler. Eisviolinen oben spielen einen neuen Ton an. durch das soziale Erdbeben vermittelt. Das schon in der Frage beginnend: »Kann ich meinem Weinglas gegenüber so hemdsärmelig sitzen wie zweifellos vor meinem Bierkrug?« Oder am Bett einer Kranken. aus. EIN VERQUERENDER FLANEUR Ich kannte einen. könnte die Sichel leuchten. das Naturbild in Person wandert aus den Verabredungen des romantischen Jahrhunderts. Liebe und wie sehr erst die landschaftliche Familie des neunzehnten Jahrhunderts. das Mädchen im Mond. so den Einsturz alter Sphären. beweist die Zwiedeutigkeit. voll Fragen des richtigen Verhaltens des Menschen auf der Strecke zu jeglicher Art von Draußen. und das Mädchen im Mond. So bereits in der Lust. der nichts mehr gewohnt ist. wenn auch der mehr oder minder treffend auffassende Sinn dafür jetzt erst erwacht ist. dem jeweiligen Nicht-Ich adäquat zu begegnen. bedeutungsreiche Dämmerung hinter sich hat. selbst noch aus einem mythologischen. mit allem und jedem an seinem festen Platz. Die sanfte Wolke dieses Februarabends hält sich ganz objekthaft im unsanften Zirrus-Eis auf. sehr unruhig. gern sogar etwas spukhaft scheinendes Ich gewesen wäre. das einmal die ge.die vieldeutige. Hier aber reimt sich Orient gerade auf klirrenden Norden und bald auf Sterne. Ein veränderter Blick merkt neue Ensembles im Naturbild.1932 aus. Bekanntes trennt sich. und nicht nur für den Blick ist die Stadt an solchem Abend versetzt. Als gute Frau. in dem des Vorbei wie dem des Gefolges . Das Licht oben ist kein Trost mehr. aber ich weiß wirklich nicht. Nicht daß er ohne bemerkenswertes.Anfang wird hier das Weib im Mond. das dem Frost sich verschwistert. über dem Lied Susannes./(168) reich hin und herschickendes. Fernstes zusammenbringend. Verse mit ihrer Silberfackel (notturna face bei Mozarts Susanne) regiert hatte. das Mädchen im Mond. gewohntes Nebeneinander fällt in dem angegebenen Berliner Abend . wie man in einem Krankenzimmer eine . wie das auf Bildern von der Art Max Ernsts oder auch Chiricos so sehr gesteigert ist. fast verzweifelnd die angebotene Zigarette weglegend und nachher beim Weggehen draußen: »Würden Sie mich bei Ihrer Frau Gemahlin entschuldigen. nur lebten selbst diese gleichsam erst außerhalb seiner auf. die Bajadere. die gute Frau ist. bevor eine Gestalt dasteht. wenn er jeweils angemessen angezogen war. hat es nichts deutlich vor sich. jedem Element des Naturbilds schon seinen Ort zu geben statt seines Wagens. die ihre Dinge umstellt. Das Ineinander eines solchen Abends ist Montage. nicht einmal eine aufreizende oder sehnsüchtige Entgegensetzung. Dies Verspellte in den Dingen liegt durchaus objektiv vor. Abende wie dieser reißen aus der Gewohnheit. Das Dasein ist voll Figuren. der Tod ist von türkisgrüner Helle. der sehr weiten. doch nicht auch voll eingeräumter. In einem nun wieder ganz selbstvergessenen Bemühen. die über Liebe. Auch eitle Züge fehlten nicht. worin es mit festen Assoziationen gewohnt hatte. und Dichter gingen in dieser erfaßten Querverbindung der Dinge. den uralten Tod so kühl und frisch geschickt zu tragen wie ein neues Kleid.in doppeltem Sinn.

doch jede versuchte Deutung kann von solch ausgedehnter Tafelsitte. dem Kählerschen nachgebildet: »Zwei Offiziere treffen sich in Gesellschaft. jeder mit hohen Orden geschmückt. verspeisten sehr ruhig und geschmackvoll jeder je drei Oliven. dieser dann in eine Wachtel. ganz Zungenspitze und Gaumen. Frage: wer von beiden darf zuerst das Gespräch auf Auszeichnungen bringen?« Derart war hier jede Beziehung zu Menschen wie zu Dingen . Je eleganter der Sinn fürs Kleine wie fürs Passende. die in eine Gans. Auf einer seiner vielen Reisen ist Kähler gestorben. mir scheint. die in einen Truthahn. einem auf brüderlicher Ebene mit allem. doch ein ganz besonderes. einen durchaus demokratischen. die Wachtel.bestickt mit guten. Dennoch. die in eine Ente. nicht eben patriotischen Mann beinahe mit Pour le Merite geschmückt sah. Kein Schriftliches hat er hinterlassen. entgegen dem altmodischen Anschein. wer soll es? Sehen Sie nicht. versammelten sich junge Literaten. Worthand einschlagen würden. zweimal im Jahr. Grobes hat keinen Platz darin. den Truthahn. was in der Erscheinung ausliegt. Es war ein Olivenessen. wenn sie Regenwürmer findet. Karikatur des Feinsinns. Mehr war mit Kählerschem nicht anzufangen. Jedenfalls. der Truthahn bei dieser Olive war nicht ganz jung. Das in einer alten chinesischen Geschichte vom Olivenessen. woher auch die Worte nehmen und nicht stehlen? und was sonst denn anstelle der guten schweigenden beiwohnenden Manieren im Umgang mit allen Dingen? Die Hand ist da nicht nur. fernen Ortes zuweilen zugetragen haben. So einen endlich freundlichen Verkehr er. Und die Freunde am Tisch lobten . zerdrückte seine Speise sehr langsam. Hernach warf man den Ochsen weg. sachgerechten Manieren. so einen Kerl oder besser Nichtkerl sieht man im Leben nicht immer ungern. desto buchstäblicher ist er im Schmecken vorgebildet. gar mit zurückgeschlagenem Verdeck. doch voll eigener Bewandtnis in der Zubereitung. daß dieser elende Krieg mir eine einzigartige Gelegenheit bot. das Ferkel. und mit Vaterlandsverdienst hat das nichts gemein. ja endlich wahr gemachten. Ausgesuchte Früchte wurden nämlich erst jede für sich in einen Krammetsvogel eingenäht. //170) DAS GENAUE OLIVENESSEN Feine Zungen und feiner Kopf gehen oft gut zusammen.und das eben auf ganz gleicher Ebene beider .« Mir blieb nichts als sozusagen Beschämung bei solch echt Kählerschem Wiedersehen mit oder in solcher Narretei. das in einen Ochsen. Sonderlingshaft durchaus. dabei zugleich. Denn als ich ihm einmal in den ersten Kriegsmonaten 1914 wieder begegnete und den sonst so weltoffenen. Folgendes soll sich lange. auch hier blieb ein Rest: welch ein kameradschaftliches Verhalten suchte. wenig also. das heißt richtigen. das auch komisch Befremdliche dieses täglich geübten Verbindens von Höflichkeit und antreffender Einsicht ins Gegenüber ist offensichtlich. der in ein Ferkel. wonach dann erst die Dinge in die ausgestreckte Zeigende. Kähler hat es zuletzt selber noch überboten. und unter besonderen Leuten. daß es sich zugleich bewundern und verspotten kann. nachdem seine Züge sich mit zunehmender Trauer bedeckt hatten: »Wenn Sie mich nicht verstehen. sonst verschollen. der eine mit kaum merklich höherem als der andere. hatte dieser skurrile Mann zum Fremdesten. nahm aus dem Krammetsvogel die Olive und brachte sie zu zwei anderen. oder auch. die Gans. Ein Schuß davon gehört in jenen Sinn fürs Nebenbei.« Oder: »Weichen Sie einem Wagen. Bettsitte und ihrem höflichen Bemerken eine Spur in sich aufnehmen. wenn er leer oder wenn er besetzt ist?« Oder. mit Blick zur Decke und sagte zuletzt: »Ich möchte kaum annehmen. die Ente. Mitten aber im folgenden Verzehr hielt einer der Literaten peinlich still. indem er völlig belanglos bleibt. übrigens unter verdächtigen Freunden. doch nicht nur in sich gekehrt. schön zu hören. die Hausfrau am menschlichen Körper. antwortete er mir auf meinen kalten Blick. grotesk zugespitzt vor lauter Aufmerksamkeit aufs Kleine. und doch er selbst. sondern Wegweiser des richtigen Worts. Seine Ars amandi des Flaneurs mit allem. den angemessenen Umgang mit Granaten zu erlernen? Ich habe ihn gelernt. wohl aber so Skurriles in der Feinheit. das Kalb. der in ein Kalb. ohne alles Unten-Oben. dessen Zunge am wenigsten froh ist.Zigarette raucht. lieber aus. wie man gleich hören wird./(169)öffnend. das in einen Hammel. Durch den Geschmack ward der Sinn für Nuancen vorzüglich gefördert. daß ich mich irre. Im alten Nanking. Oben-Unten im geradeaus sich begegnenden Blick. ebenso spinös zubereiteten auf die Tafel. hatte schon vorher aufgehört. Sodann ward das Ganze über gelindem Feuer am Spieß langsam gewendet und gebraten. den Hammel. wie man sagte. wo er aufs Feinste sich selber schmeckt.

leiden Hunger. Oder: obwohl alle Leinwand gerefft worden war. Sie hat als eine nicht mehr an unsere Haut gebundene den gleichen dinglichen Anschein wie das grobe Gewebe. verschwommen. besonders sie. Sondern in Zeiten vor der Zeitung. lassen hier Ab-/(172) hilfe schaffen. die Empfindung scheint dann eine Eigenschaft geworden. Soweit die altchinesische Geschichte. Denn nur an der Haut ist das Tuch rauh. den Anfang und die Mitte vergessen. endete nur mühsam. sondern sie liegt bereits Kindern nahe. Ganz einfach. daß alles bei unserer Rückkehr wieder dasteht. Es gibt manche Messener. brauchen Getreide«. das dort aufgestapelt ist: so erregt die Kinder doch am meisten. wo wir sie sehen. lobten vorzüglich. ihr Sprecher sprach und sprach. ist dunkel./(171) Spenders aus der Mitte herausgefunden hatte. Erzählen die Dienstmädchen von Geistern. so bleibt das gleichsam unter uns. wo nur Oliven oder auch Spielwiesen zur Frage stehen. zu benennen. die eine einzige (berlinisch gesprochen) Anjabe sind. mindestens ebenso Wichtiges in der Welt gibt. wirklich auch als das Wesen Rose ist. die Dinge nur zu sehen. »für sich« mag es anders sein. wo man nichts zu sagen weiß. Der Messener wars jedenfalls zufrieden. was man hat. Doch sicher ist das nicht und was das Feuer vorher getrieben hat. zu widerlegen. wenn auch nicht vor rednerischem Gewäsch. nicht etwa die nähere. in der warm gewordenen Stube. ein Tuch sei rauh. einen leeren Sack vorzuzeigen. Obwohl es doch soviel Wichtigeres. Also. nur lakonisch weiß man. Rede war kurz. das man verläßt? Das Feuer im Ofen heizt. unentdeckte Truthähne gar durch Hechte verdorben wird. ganz früh hingesehen: was »treiben« die Dinge ohne uns? wie sieht das Zimmer aus. wird es dazwischen wohl auch gebrannt haben.« Diese nur zwei Mann hoch. und was tat oder war inzwischen der Tisch? Grade. denn sie geben immer so an. was die Möbel während unseres Ausgangs taten. obwohl sie das Schweigen unterbrochen hatte. ihr Sprecher: »Hatten Mißernte. haben wir den Anfang. so dingtest gleichsam beantwortet zu sein. so verstärkt das das Grauen der Nacht. noch so phantastische. daß alles totgeschwätzt wurde. dessen Eigenschaft sie ist. so steht die Farbe gleichsam an Ort und Stelle. sondern die untrügliche Zungenspitze. EINEN PUNKT MACHEN Man war noch nicht soweit. Hätte aber genügt. während wir sie sehen. seitdem mitbringen. die gar nicht etwa so heißen oder überhaupt nicht heißen. das durch ungeschmeckte. »als wäre nichts gewesen«. perfekt wortkarg. vor dem Rat der Alten. Der leere Sack allerdings. ist wiederum nur mit Worten voller geworden. sie scheint auch unabhängig vom Auge rot. Der Älteste der Gerusia entgegnete: »Eure Rede war zu lang. daß das Holz am Morgen wieder daliegt wie zuvor. was Ihr wollt. Wissen nicht. Bloß größere Aufmerksamkeit auf sein Geschwätz. kann das Unheimlichste von allem sein. die sich nachts auf dem Speicher mit Holz werfen. Es schlägt sechs Uhr und Knaben schlagen im Kursbuch nach: . besser beredtes Stillschweigen. den die aufwendigen Redner. Aber sehen wir eine Rose als rot.verstanden. Vielleicht steckt auch ein Mißtrauen gegen alle Worte darin. Keine Vermutung darüber ist zu beweisen. freilich »Rose« heißt. als Ihr fertig wart. schickt neue Gesandtschaft. den sie darum herumreden. segeln die Toten auf Hauffs Gespensterschiff nach rückwärts. trug sich in Sparta folgende schöne Abfuhr zu. sagt man. Es ist vielen von frühauf ein ungeheuerliches Gefühl. grade weil sie sachlich sind und jedes Wort in bar haben wollen. nicht nur gegen den heißen Brei.« Womit das Zeremoniell schloß. statt es als Traum oder wie sonst zu widerlegen. alles umschließenden Ochsen. Bitte gewährt./(173)dem die Segel am Morgen »noch unverändert« gerefft. Eine Abordnung der Messener war erschienen. Dinge zu nennen. aber auch keine. und setzte sich. mikrologisch durchaus lehrreich werdend fürs Mehrere. etwa grob gewebt. zog ab. auch wenn wir nicht dabei sind. ja die Schwätzer sind selber nur der leere Sack ihrer selbst. daß sie eine Rose ist.die nicht nur belesene. lakonisch bis zur Empfehlung des leeren Sacks als sprachlosem Zeichen. Oh das Ding. Als Ihr in der Mitte wart. erschien wirklich wenige Tage später. diese Frage ist nicht nur ein später Witz des Verstands. sind trotz. Eben: Mäuse tanzen auf dem Tisch herum. weil sie das Aroma eines Saft. auch gegen frechen Leichtsinn. Der Älteste der Gerusia: »Haben . obzwar kleinere Wachtel oder auch den mächtigen. breit. DER RÜCKEN DER DINGE Sagt man. Ob es die Rose weiß. dies scheint der respektvollen Überlegung wieder weniger fraglos.

immer vorhanden. die jetzigen Akteure sind Schauspieler. der schöne Schrank aus Holz. wohlbestandene Insel voller Früchte. sagen wir. Letzthin ertrügen wir ja auch schwer. das es jenseits der Gebrauchsmasken ist. der Blitz. Lockung. daß es uns selber meist nicht so gut geht. doch ebenso sprengende Möglichkeiten stecken in der Vexierfrage. mit einigen Gefährten rettet er sich auf eine kleine. schauspielern nicht. Kokospalmen. kurz. den man sieht. freundlichen Eingemeindung. und daß er sich nicht genug darin tun kann. ein Tisch zu sein . vielleicht tanzt eine Sklavin im Harem von Timbuktu. während man ihn sieht? Wird selbst der Tisch notwendig immer als Tisch geglaubt.funkeln sie wirklich und als Sterne? Glaubt man der abgewendeten Seite des Mondes ihre Nacht und Steine. dem wir unsre ganz verschiedenen Zwecke anvertrauen. während er ihn geht. niemand weiß auch. daß wir so grüßen. Hier markierte sich das abgewendete Gesicht der Dinge. einer in die menschliche nur eingesprengten. sobald wir auf ihn blicken? Die Welt als bloße Vorstellung (mit ganz andern. Naturschönheit das ist. Vögel. vielleicht weniger unheimliche. die er dem Blick zuwendet. Wir wissen doch. jenseits des Gebrauchs. GRUSS UND SCHEIN Wie geht es. Aber wie die Geretteten gegen Abend ein Feuer anzünden. findet seinen Weg in der Nacht. als sich der wirkliche Wallenstein dem wirklichen General verschrieben hat. hat sich die Kultur angesiedelt. keine verschiedenen Ebenen des Ernstes? Schauspielern denn auch die Dinge? . Ist man im Theater und brennen etwa die Kerzen im letzten Akt Walleinstein auf dem Tisch und Wallenstein unterschreibt den Vertrag mit Wrangel: so sind die Kerzen und der Tisch wirklich Kerzen und Tisch. einen Riß zu erzeugen. in der man nichts sieht. Rosen. grade homogenen Raum? Keine Maske hilft jedenfalls gegen die gesunde junge Frage. auf dem Rücken dieser Dinge. aber die Kerze aus Stearin. Vorn ist es hell oder hell gemacht. mit einem Märchen jenseits des Theaters. gibt alles vor zu sein und es funkeln Sterne über dem Polareis . Jahrhundertelang hatte er über dem Meeresspiegel geruht. einer immerhin queren Welt angehören. gut? Recht seltsam. der Venus. als wären sie der verwandteste Schauplatz. mit dem Märchen Sindbads des Seefahrers und einem Motiv seines Unsterns. aus dem das Licht auf den Schreibtisch kommt. nur wir nicht. in der weiten Welt selbst. die ihm keine ist. Es ist auch gar keine Güte in unserm . ist heutigen Menschen ihr primitiver Zustand. »tot« sind. aber sind auch nicht anders Kerzen und Tisch gewesen. wieso entsteht also kein Riß. Illusion hin oder her. dabei unablässig umdrängenden Kontinenten als denen der sichtbaren Gegebenheit) ist ein sehr natürlicher. ohne unsterblich zu sein.nur nach der scheinbaren Vorderseite. ganz vorwissenschaftlicher Schreck. gar in der elektrischen Birne gehören einer andern Welt. gar ihre Unterseite. Manche dieser und noch andre. schlägt ungeheuer in der Nacht. die Glut im Ofen. damit man ja nichts andres höre. gar aus Eisen. und macht den Weg erst hell. Daß man ohne weiteres annimmt. selbst aus Wachs. Berkeley. die wir bewohnen. Deshalb konnte sich auch der Jugendeindruck von Wallensteins Kerzen und Tisch mit einem ganz andern »Phantasma« leicht verbinden. woraus der Rücken der Dinge besteht. ohne zu verwesen. um die Jagdbeute zu braten. Das Gleichnis ist stark: wie Sindbad Schiffbruch erlitt. aber auch wo niemand ist. die keine Atmung und Speise brauchen. wenn man es verläßt. Sie waren nicht die selben. wieso fühlt der Zuschauer.und auf der Bühne hat ihre »Verstellung«. nun brannte das Feuer auf seinem Rücken und er tauchte unter. Ein Andres macht die Dinge sogar bedenklich. als auf Objekten. Wälder gehören auch ihrem Material und Lebensablauf nach zu den Menschen. fast gegangen ist. Doch die jetzigen Menschen um Kerze und Tisch. Das Leben hat sich unter und auf den Dingen angesiedelt. das steinerne Haus. sozusagen. denn die Insel war der Leib eines riesigen Kraken. während sie unter unserm Blick stehen. nur die Analogie des hiesigen Ausschnitts hat. und das sie sogar trägt. Obst. und worin das /(175)Ganze schwimmt. jagdbarer Tiere und im Wald ein Quell. ob ihre (oft erhaltene) Idylle. den wir allein sehen. aus der noch /(174) keiner zu uns kam. was sie verspricht oder zu halten vorgibt. daß hier mögliche Wälder unter riesigem Wasserdampf liegen? . krümmt sich der Boden und die Bäume zersplittern. auch am »Welttheater«: ob nicht die Gebrauchsgegenstände.obwohl man sie nicht sieht. ihr noch »irrationales« Eigenleben sogar drohend als das X. »so daß alle Schiffer in dem wirbelnden Wasser ertranken«. aber kein Mensch weiß noch. es gehe gut. Das Meer. wenn alle andern zufrieden wären. weit davon entfernt. Man kennt nur die Vorderseite oder Oberseite ihrer technischen Dienstwilligkeit.jetzt fährt ein Zug von Ulm ab. Die Antwort nimmt vorweg. wie das Zimmer aussieht.

das wäre eine Erklärung. Platanenallee und Landhäusern aus dem Biedermeier. Meine Frau bringe ich noch heute nicht dazu. die eilige Vorwegnahme des Wohlbefindens kommt vielleicht aus bloßer Konvention. Es ist gleich. sagte der Wirt jetzt verblüffend. doch die erleuchteten Fenster schienen nicht weniger warm. von armen Menschen und rohem Unglück. das sie doch nicht tragen. In dem Eckhaus . Der freundliche Gruß von Menschen. in dem mit den grünen Läden wohnte der Schneider Wilhelm. vor allem höher bleibt der Idyllenglaube stehen. sogar ernstere.erst Klatsch. sogar die Idylle. der von bunten winkligen Häusern gebildet ist: dann hört man die Quellen des Glücks springen. grüßen sie ihm gleichsam weg: . Bücher glänzen. mit Flüßchen. ja die eigenen Scheiben gesehen. ebensowenig wie an der geheimnisvollen Lüge ihrer Antiquität. Dennoch herrscht schiere Idylle. der Sessel wohnt. die wie Träume von innen leuchten. hat den Wein vor sich und ringsum den Marktplatz.ganz recht. die wahrer waren als er selbst. sondern wie von der scheinenden Sache selbst herkommt. auch wenn es sich später längst berichtigt hat: noch viel länger. spes et fortuna valete. Dennoch bleibt an den Häusern nichts haften. »Aber in jenem da drüben«. dann Selbstmord. Wie sie noch ein Kind war. sie stellt sich . und der Mann ist vorgestern durchgebrannt. doch die Schönheit blieb. sondern guten alten Zeit.Sehen Sie das Haus mit dem Erker dahinten. welche man an das Wohlbefinden der andern stellt. Wie in der Kleinstadt jeder Schicksalsschlag vom Donner des Klatsches umgeben ist. ihrer nicht nur schönen.und nicht nur ästhetisch . . wo er auch nicht war. den Frieden. dem Lump. Landschaften bleibt. von Balkonen und Erkern. sondern . so wäre alles am Ziel.» So sprach der Wirt. da lief ein Blutstreifen die Treppe herunter und hinter dem Ladentisch lag der Metzger auf dem Klotz. aber der Metzger Wilker wohnt schon lange nicht mehr dort. inveni portum. die es nun so böse betrachten. Die Idylle kommt uns mit ihrem freundlichen Gruß deutlich zuvor. ihre Häuser versichern ein Glück (außer ihrer Schönheit). An den alten Marktplätzen haben alle Regeln des Pessimismus ihre Ausnahme. das war ein stadtbekannter Säufer. dort Fleisch zu holen. Könnte man dort drüben wohnen. die Lampe leuchtet. auf dem »verträumten» Platz. sie scheinen ein Vorhof des Friedens. Nichts merkwürdiger als der Blick von außen ins eigene Zimmer: wie da alles hinter dem Glas verschönt ist. der von den Häusern her/(176) atmet. lief die Frau durch alle Wirtschaften. wo es noch eine Welt vor den Toren gibt. wir wissen auch selber vergebens genug von dem Elend in kleinen Städten. aus denen der zufriedene Rauch kommt. sie wirken warm. jeder Rohrbruch zur Katastrophe wird. die sich nicht einmal übereinander photographierten. da ist jetzt noch ein Metzgerladen drin. seine Entzauberung berührt ihn gar nicht.weil wir sie nicht tragen wollen? In der Tat. ja meist sehr bescheiden. und das Halbrund der Häuser garnierte den wöchentlichen Scheiterhaufen. der eben nicht einmal unser Blick ist. hat sich selbst die Kehle durchgehackt. da hing auch ihr Mann unter den Kleidern und war schon seit dem Nachmittag tot. hinter der edel verfallenen Mauer. Aber an schönen Gütchen und stillen Häusern ist /(177) ein erster Glücksblick. sagt der Wirt. zu den grünen Läden und dem glücklichen Erker war es jedenfalls nicht zurückgekehrt. wurde sie morgens einmal hingeschickt. sondern die Fenster scheinen es selbst zu sagen. . die die Dächer abträgt und das Leid um die tausend neugierigen Augen vermehrt. doch sie reicht nicht aus. Manchmal grüßt da etwas wie von einer besseren Welt oder glänzt sie still und äußerlich vor. Oder man kommt zur Abendzeit an in der kleinen alten Stadt. Zu Hause hängt sie ihre Mantille in den Schrank. Hinter diesen Fenstern wohnte früher nicht weniger Kleinstadtgraus (wie der Hausspruch oft versichert). die träge Distanz ist: man will nicht behelligt werden und nicht behelligen. dann Kolportage des Unglücks durch Generationen. Oder wir fahren mit dem Zug an stillen Häuschen vorbei. hin und zurück.vorwegnehmenden Wunsch. Es strahlt der gedeckte Tisch. daß es gut geht. auch sind die Ansprüche. Und wie das Bild der ersten Begegnung mit Menschen. Hier wollen wir also nicht nur. was der Wirt sagt. Nicht umsonst laden schon erleuchtete Fenster dazu ein.vor die seiende wie die gewesene Wirklichkeit. eine schlechte läuft meilenweit». abendlich durch die fremden. Kleinstadt-Fassade und Kleinstadt-Wirklichkeit waren verschiedene Welten.was dann? Trotzdem woIlen wir bei keinem seine Sorge wahr haben. »Eine gute Tat verläßt das Haus nicht. an Dörfern und kleinen Städten. ja verzaubert daran? Woher noch das seltsame happy . Der alte Platz war zwar von lauter Schauergeschichten zerrissen. Denn die sonderbare Vorwegnahme hat grade wieder unter Dingen Parallen. und als er eines Nachts wieder nicht nach Hause kam. Wieso glaubt man aber nur so leicht. »sitzt eine Frau mit vier Kindern. Das Böse mußte in der Tat weit gelaufen sein. der seinem Schwager das Geld gegeben hatte. unter den grünen Schatten. auf die Wachtstube.

nur psychologisch. Was ist der süße Geschmack. Aber an den schönsten Stellen möchte man ja gar nicht nur sehen. Die Welt zeigt im bleibenden Glanz des Erkerhauses vor dem gleichfalls nicht weichenden Hackklotz ihr sonderbares Wetter. das die ganze Welt umrahmt hat. hier lockt das Glück als existierend. und auch krittelige Naturen antworten ihm. weiterreisen.end von der vorderen Seite? Dergestalt. das aber immerhin auch seinerseits. Auch »objektiv« ist der Wasserspiegel ein Spiegel des Himmels darüber. vor allem auf das schlechte. die nichts davon annimmt. nicht nur als betrachtet. die heitere Fassade ist noch sonderbarer als das übliche happy end. als wäre diese Hilfskonstruktion auch den Dingen nicht unbekannt. sondern bleiben. außer ihrem X. Sie ist nicht so wohlgeordnet und in ihrem Sein dem Denken nicht so kongruent. als wäre die Welt ein Hypochonder und der Himmel keep smiling. der lockt. Hier ist ein Bedürfnis nach Lustspiel. Ja. zuweilen eine Tendenz auf tout va bien in den Dingen anzeigt. Also läßt sich psychologisch. Der See lächelt. etwa auch das fremde Unglück. zeigt das ganze Mischlicht. es beglückt offenbar nur die abgeschnittene Fassade. die der Reisende ja vor allem sieht? Das wäre ein Betrug des Anfangs. den die meisten Dinge beim Reisen abgeben. als an der objektiven Front existierend. das sie sich vorsagt. Dieser muß zwar da sein. aber der Schein des Erkerhauses. Das Mischlicht. das nicht gehalten zu werden braucht und oft fast teuflich ins Leere locken kann. alle möglichen Elemente und Versprechungen einer noch verworrenen Fahrt. nicht der Fischtiefen darunter. gutgläubig und hoffend. Am Schein wird jedenfalls etwas versprochen. alles zu sehen. Am Feuer bedenkliche. am Haus des Tags erschreckende. als sähe man einen Teppich-Versuch. nicht nur nach heiterem Ausgang. das in den Objekten mindestens so fundiert sein dürfte wie im Beschauer. gar nicht reisen. in diesem Kapitel beschrieben. am des Freundes einklanghafte. am Baum trauernde. dem Haus leichter als dem Leben darin: . Auch ist es nicht selig. in das die Technik eingreift. die wenigstens daran guten Willens und nicht »falsch« ist. Womit zuletzt sogar auf den falsch höflichen oder leichtfertig dummen Gruß zwischen Menschen etwas Wahrheit fällt. indes seine Hechte andre Gesichter zeigen und die gefressenen Karpfen nicht an Gott glauben. dem Bild leichter als dem Haus. wo man eben ihre Parade hat. das den lumpigen Schwager und den Metzger auf dem Hackklotz sah. an Maschinen dunkle. Wieso grüßt aber dieser Schein so freundlich. es lebe dann immerhin sein feuriges Apéritif. die Wasser zieht. und die Einfühlung wirkt dann nur als Vehikel dazu hin. der höflichen und abstrakten. besteht auf seinem Schein. die nicht nur schön ist. sozusagen. sondern selbst durch die Jahrhunderte zu uns hergereist und so begrüßt wird oder durch die Patina /(178) grüßen läßt. Sie enthält vieles. daß man eine Sache auch gut beginnen. sagt mancher Anblick. gut scheinen nicht nur fröhlich enden lassen will. sondern wohnen. Der Fremde pointiert nicht ohne Gefahr die Sonne. so vermenschlicht das tout va bien doch wieder zu sehr die Welt. nach heiterer Fassade. rein vorwissenschaftlich. dem nichts als selbst vorerst entspricht. einen Versuch mit der schönen Fassade. das die Welt hergibt. was bedeutet der verwandte Trug der Antiquität. in dem so verschiedene Haltung möglich ist. auch Fassadenmusik. und zwar als selber »schwärmender« (je mehr das einer ist. das rätselhafte Licht der Naturschönheit im engeren Sinn. es ist eine Sonne in diesen Dingen. schrecklich zu sein. durch das Glück des Sehens schlechthin: es sei selig zu sehen. Aber wird damit auch dem Reiseglanz die bloße Psychologie ausgetrieben. der doch auch der der Sache ist. aber nicht daran glaubt. gar einem Coué/(179) schen Denken des tout va bien. desto uferloser wird er auf das Scheinen reagieren. höchst subjektivistisch. einem Phänomen überhaupt nicht beikommen. Tout va bien. Viele erlebte Dinggefühle haben wir grade hier. und vielleicht etwas Phänomenologie von Dingaspekten daran gehabt. bloß stimmungshaft überschleiernde oder auf das dekorative). der gefährliche. nicht nur der gleißende. in den sie angeblich gebaut sind. der hier noch nicht gemeint ist. aber dem entspricht unter den Dingen erst recht Fassade. am Sindbad-Gleichnis täuschende. MOTIVE DER LOCKUNG . Wieso und noch mehr wozu glänzt also so viel Gutes vor einigen Dingen her? So viel gemütlicher Schein. erscheint grade »wirklicher« im Schein als die Begütigung des Endes oder Grundes. ja er lockt fast. Als gebrauchten sie diese Hilfskonstruktion genau an ihrer Fassade. den April der Fassade. Vom Haus auf dem Marktplatz her. denn das Schild.so hätte man also auf Reisen den Anschein. Schopenhauer erklärte einmal den Zauber des Reisens. Dem Teppich fällt es leichter bunt zu sein als dem Bild. das die schönen Häuser aushängen.

erst recht hinter dem Sirenengesang warten tödliche Nymphen mit Geierkrallen. kurz. bestrahlt. so vieles dieser Art war nichtig. kauften und verkauften.für ihre Zwecke. dorthin. schlendert auf der Straße für sich hin. Noch mitten im Lauf stürzte /(182) der Jüngling auf die weichen Teppiche. wo und wie das lag. Erst der Tisch brachte alles an den Tag. Glanz der Frauen. alle Aufreizungen der Kolportage würden dem noch besser dienen. dies dauernd Erlebbare. wie im Treibhaus. sondern unruhig und phantasievoll. weil er zu schön ist. Glitzern der »großen Welt«. und zog ihn auf die Polster zu sich hin. wenn nicht die Mucker diese Art Scheinen schon gar zu sehr verdächtigt hätten . man weiß. mein Guter. Oder ein Jüngling. uns vielleicht leer. hinter dem Rattenfänger ist das Berggrab. eine ganze Ochsenkeule auf dem Tischlein deck dich. zieht das Wasser. Doch mitten im Kuß sprang sie auf. Harem. erst recht Bösem verbirgt und nicht etwa. Mehr dahinter. zieht vor allem die schöne Weite in sich hinein. Sie grüßte den Jüngling wie ihren Geliebten. hatte die Köchin nichts gemerkt. als einer verfolgten. Kleine Fälle sind statt dessen in Folgendem erinnert. wird anders erzählt. Das Tier war krank. stellvertretend für Lockungen des Objekts im Großen. in einigen einfachen. und doch konnte man nicht einmal das immer wissen. eine kleine Säule von Eiter schießt hervor. der Jüngling küßte das schwärmende Weib und drang auf sie ein. wie schön das Essen morgen sein werde. Wenn er nun hörte. Kriegsglanz. Hier fließt und glänzt vielerlei Gestalt. jung und schön. deren Sichversagen aber schmerzt. ohne recht zu lernen. Es pfeift der Rattenfänger von Hameln und in der tieferen Sage singen die Sirenen. alle Gäste sitzen um den Tisch. an Bösem. und da seine Keule im Stück gebraten worden war. wieder zurück auf den Flur. mythisch Gedachte im Folgenden noch umgehen. und komme mit. grade mit sich zerfallen.« Der Jüngling verstand und folgte nach. wenn nicht selber dahinter ging.prächtigen Haus. Wollen etwas. Der Festtag kommt. ein Abend. Ich will dir zu etwas auf den Weg verhelfen. Doch verbost gehen wir weiter. der allemal merkwürdige. deren Erfüllung nicht freut. auch in das überall noch Unentschiedene der Welt eingestreut. Kinder. Erst recht lockt es zu andersartigen Wesen oder unbekannten Dingen. Sie rufen jene törichten Wünsche hervor. was der verlockende Schein. aus denen ihre Stimme zu kommen schien. Es drängt. so zischt das Fleisch. in die Idolatrie des Unbekannten. so dachte er nicht mehr wie früher. bis die Sonne des Weins in ihren Köpfen aufging. das seien Frösche sondern er wußte. stürzt von neuem ab. Das sind vor allem »Dinglockungen«. In den Schein. einsamen Flur. in das Ampellicht über dem weißen Weib: . reich geschmückt. man kann nicht von ihnen lassen. wir selbst scheinen dies boshaft Beharrende zu sein. lauter großartige Lockungen. Denn jede Lockung enthält den sirenisch gedachten Befehl zur Lust. was er meint oder unter seinem tout va bien-Glanz. erst dahinter. durch Gemächer zur Seite. Das fing schon frühe bei einem Knaben an. Steine und Uniformen. dunklen.und Volksstücke von Festmahl. wo wir nicht sind. Da spricht ihn eine Alte an: »Warte ein wenig. auch alten Stoffen zugrunde gehen zu lassen. an dem uns gar nichts liegt. Sie tranken und scherzten. Der Vater erhebt sich. aber wir sind schon mitten darin. Schließlich kehrt man elend um. blickt uns unergründlich an. bis zu einem . die ihre Preise ausriefen. davon leben sie grade. wo er sie hinter Polstern und Tischen jagte. bis sie auf ein Lager in der dunkelsten Ecke floh und sich hinstreckte an den Pfosten der Wand. hinter dem Wasser. und die Insel ist mit dem Aas ihrer Gläubigen bedeckt. eine Gesellschaft. stürzt das verführte Subjekt ins »Gegenteil«. das dir schmecken wird. von einer weiten Reise zurückgekehrt. daß man sich vor schlüpfrigen Dingen hüten müsse.Da sehnen wir uns und wieder auch nicht. in unsre unruhigen Wünsche. Seide. was er verspricht. der Wald mit seiner grünen Tiefe. an die man sich gewöhnte.da gab der Teppich nach und der Liebhaber fiel splitternackt auf den vollen Markt. Erdrauch. die Altane herunter in den Bazar der Gerber. die überhaupt kein Leben haben. der Jüngling ihr nach. durch viele Gassen. um die Mittagszeit. Aber ihr Same geht meist nur als Blendwerk auf. die Kinder sind weiß gekleidet. der eben nicht hält. Es lockt ein Mensch. Der freute sich. aber ein halber Drang läßt dennoch wieder danach greifen. (180) So locken Dinge. erfahrenen. Doch wie die Gabel hineinsticht. spricht einige freundliche Worte und beginnt den Braten aufzuschneiden. der Knabe sah zum erstenmal hinter die Kruste. das Irrlicht. in ein neues Gemach. wo ihn eine Herrin empfing. aus dem Zimmer in den langen. mythisch gedacht. maskiert. Das Subjekt erfährt in /(181) der Lockung nur. Den andern erscheint es wunderlich. Die Suppe ging vorüber und es erscheint der große Braten. mit verschiedenen Farben der Lust und ebensolchen Phasen des Absturzes dahinter. Nicht eigentlich schwach sind wir diesen Lockungen gegenüber. im .

Gesetzt nun. hat der begeisterte Kriegsknecht selber an der Zeremonie erfahren. von Blut und Weihern rumorende Mordgeschrei. den viel verspre. rief der Hauptmann in großer Ruhe. Vergebens. es gibt ein Leben nach dem Tod und der junge Landsknecht erwacht. Vor einer Scheune oben lag der ganze Trupp. legte ihm das andre Ende des Stricks um den Hals und befahl ihm auf die Tonne zu steigen. daß er von den Hintergründen der Dame. Er rief jetzt ein Wort in den Haufen. Begrüßung und . wohl aber das Talent totgekitzelt zu werden. Eines Tages kam ein Zug Landsknechte durch das Dorf. sondern den ganzen Krieg hinnehme. »so gehts zu den himmlischen Heerscharen«. die Schlinge um den Hals. . »Habe ich jetzt Mut genug?« Brüllte der Jüngling und erbrach sich. der Balken knackte und der Bursche hing still. doch der Hauptmann zog den Strick noch kürzer und die Landsknechte lachten. damit die Freunde eine Freude haben und er seine Mannhaftigkeit beweise. dann ließ er los. sondern Räuber. sie nahmen fort. Nur das Johlen von den Branntweinfässern drang noch in die sausende Stille. im Troß könne er mitziehen. Hier kommt das Opfer kaum mehr mit dem Chok davon.So endete diese Schäferstunde mit einer Falltür ins ganz und gar Lächerliche. stürzte mitten aus diesem Märchen von Tausendundeiner Nacht ins gellend Nüchterne. betrunken und in diesem Zustand. schließlich kam ein Bekannter hinzu. so prahlte nun der Bursche und trank oder horchte auf das geile. und biß sich lachend in den Bart. ächzend und rot wie ein Schlachthaus. nicht gleichzeitig und ineinander schillernd wie der andre Bursche. als einer. sondern waren allesamt aus Kriegshaufen desertiert. schrieen sie und lachten aus vollem Hals. »Komm einmal her. . dachten auch gar nicht daran auf ein Heervolk zu stoßen. »Das Ding könnte zusammenbrechen«. jetzt zog der Hauptmann das Strickende am Dachbalken so fest an. dorthin wurde der Knecht mit hinaufgenommen. Die Bauernkleider herunter und das bunte Landsknechtstuch übergezogen. und stellte es unter den Balken. Aber schon lange hatte ihn der Hauptmann betrachtet. wie es einem Landsknecht zukommt. der Hauptmann war schon aus der Scheune und die Kuhjungen ihm nach. mit allen Fleischwunden. hatte es nicht leicht bei ihm. und der Jüngling versuchte noch mitzulachen. sagte der Bursche lachend und trat auf das Faß.Sonnenschein. trat vor ihren Hauptmann: der sagte. daß er Glück und Absturz nur nacheinander erlebte. lachte der Hauptmann. Was dort die Dame allein genoß. wie denn ja auch die Sirenen der Sage nicht plötzlich die Verlockten zerrissen. von dem nun zu erzählen sein wird. »Nun mein Troßknecht«. brüllte um Hilfe und es war nur noch ein lachhaftes Krähen. marschierten johlend ab. sich nach dem Balken hochzuziehen. Dieser Bursche dient bei einem Bauern. die Hand zwischen die Schlinge zu bringen. »Die Zeremonie ist noch zu erfüllen«. er begriff immer noch nicht. auf einen Wink rollte der Trupp ein altes Faß aus der Ecke herbei. bei all dem Liebesspiel. mit den Zähnen riß er am Strick. in die Scheune hinein. hält sich am Strick in der schwebe. Jetzt nahm der Hauptmann den Strick und zog das Ende über den Dachbalken. die der Bursche herauskeuchte. Der Bursche schrie grinsend und stellte sich auf die Zehen. daß es den Leib schon hoch hob. Der arme Bursche hatte zwar nicht den rechten Stern zum Kriegsdienst. nicht mehr des Scheinernsts zu tun bekam. unabgetrennte Zusammen von Lust und Schaden. gleich packten zwei Landsknechte den Burschen und der ganze Zug ihnen nach. im Glauben. gab ihm Kleider und ließ ihn nach Hause schaffen. da gab der Hauptmann dem Faß einen Stoß. der es nun gründlich mit der Ironie des Ernstscheins. sagte der Hauptmann und zog aus der Tasche einen kleinen Strick. das atmosphärische. Der Bursche ihnen nach und holte sie ein. greift hoch. ganz merkwürdig. Kuhjungen genannt. zwischen Branntweinfässern./(184) chenden. Es waren diese Männer aber gar keine Landsknechte. das sozusagen Zweideutige seiner Freunde auch auf einmal und gleichzeitig zu erleben. begannen mit Häuten auf seinen nackten Leib zu schlagen. doch nur zum Kriegsstand getauft worden zu sein. sondern wohl noch länger oder ineinander Weib und Falltür. mit den Pfeifern an der Spitze. so gar nichts ahnte. Die Dame von vorher ist nur auf der Etappe zum Hauptmann. was geschehen war. Selber zog er sein Farbenkleid herunter. sondern das Wechselspiel kitzelt ins Mark. Und als sie ihn so sahen. daß er sich nicht fürchte. Es ist noch beinahe ein Glück des Liebhabers. doch beide bevölkern nicht übel die Kategorie der spaßhaften Raubmörder. da könne er Fett ansetzen auf dem Marsch nach Welschland. daß er geschlagen werden solle. daß die Splitter flogen. Aber keiner hörte mehr auf die Witze. damit man sehe. was sie brauchten. Der halb betrunkene Knecht glaubte. mein Bursche«. so dürfte dieses gebrannte Kind weniger das Höllenfeuer als vielmehr den Himmelsglanz scheuen. wie er davon gehört /(183) hatte bei der Aufnahme. und der Bursche zuckt in der Luft. ganz anders wie der betrogene Liebhaber mit dem bloß überraschten Chok. in einem reichen Dorf. mit zersplitterten Dauben.

stand er in der Kirche. kleinere Mittel hatten nicht gewirkt. auch spielte Lars nie mehr wie früher am Sonntag zum Tanz auf. gar seiner letzten Teile sind zwar zu fühlen: an der bloßen Lockung lebt die Lust. gegebenenfalls zu scheiden. des leeren christlosen Grübelns nach unten und innen. in der Sphäre der Melancholie und des chthonischen Zaubers. als dem norwegischen Bauern Lars zugestoßen. sein mag. Von einer Stube erzählte er. den er zur Alm gehen wollte. Weib. schnitzte am Ende nur noch wenige Schnitte. Eben hinter Steinen. daß er in den Hügel auf dem Weg gebannt worden sei. wäh. Meist schnitzte er herum und versuchte nachzumachen. von dem er erzählt hatte. was ohnedies jeder wußte. Erst nach und nach bekannte er. bis ihm das Mädchen eine Geige brachte. Der tödliche Irrsinn des Bauern Lars ist dem Fall auf den Markt der Gerber. schien den Bann überhaupt nicht abzutun und zeigte sich schließlich immer seltener unter Menschen. und wie er sich umsah. der Weise war freilich nur der glutäugige Uhu und die Weisheit des Bergfelsen war nur die Sackgasse eines riesigen irren. Krieg. Unterschiede des Wegs. des heillosen Grabens nach einem Schatz. weder als Nichts (wie beim bloßen Blendwerk und Absturz) noch aber bereits als Etwas./(185) rend er spielte.Lebensgefahr. wahrscheinlicheren. fing ratlos immer wieder von an. Sondern die Welt ist auf dem Marsch. aber beim ersten Strich sang dann die Geige von selber. den es in den Lockungen solch äußerer Tiefe gar nicht gibt. daß sie einem Glühenden im Bergloch zugehört haben. Er selber begann zu singen. deren Zweck und Gebrauch niemand zu wissen bekam. Als Wochen verstrichen waren. Also verfiel Lars in immer menschenscheueren Tiefsinn nach dem einen Bericht ist er wieder in den Berg zurückgewandert. wisse nicht. als ob es »sich tiefer Weisheit berühme«. wie gerne er auch mochte. und die Probe hat den Glanz erst zu bestehen. die ins Uralter des Bergs Vergafften nach drei Tagen achtzig Jahre. so künstlich gearbeitet. Lange hätte er es nicht über sich gebracht./(186) genes Leben war. aber während all der Tage. fand man an ihn einem heißen Sommerabend. Musik und Zerfetzung mischten. die überraschende Rettung des Endes. nach dem andern. Grübelei jedesmal die bloße Lockung mit dem Glänzen der wirklichen Sache. Kurz: auch diesem Mann war das Blendwerk stark im Beginn und nahm heillos ab. was er in jener Stube gesehen hatte. das schnarrt. ließ sich außer einem Mädchen niemand blicken. nicht mehr zurück. sondern weil. er versuchte nachzuschaffen. und es mißlang ihm wahrscheinlich nicht deshalb. voll nie gesehener Schnitzereien. aber er brachte sie nie heraus. der Enttäuschung des erstickten Kriegsknechts (außer dem. weil auch die gesuchte Musik oder Weiblichkeit oder Weisheit des Berginnern beim Erwachen Asche war wie Rübezahls Gold am nächsten Tag. Zuletzt affte er nur noch an der Verfertigung einer weiblichen Holzfigur mit den Zügen des Mädchens. Eine Lockgeschichte unter so vielen dieser erdmythischen Art gehört hierher. stereotypischen Tods . auch hier eine Falltür ins bodenlos Täuschende. ließ der Pfarrer um Mitternacht die Glocke läuten. die der unterirdischen gleichen sollten. was hinter dem vielen schönen verschlossenen toten Wesen sei. über und über gefüllt mit unfertigen Schnitzereien und mancherlei seltsamen Dingen. In verwandten Sagen werden die Vergafften. eben im Mischlicht. da schlug ein Glockenton mitten hinein.als des »Grunds« der Berge und der verlockenden Natur. Bergen. aus denen das Volk ja auch geheimere als Sirenenmusik tönen läßt. was sonst darin. in seiner Bodenkammer erhängt. Umgekehrt überwiegt am Zug der Substanz die saure Mühe des Beginns. ein Fallstrick ins Leere hing. warf den Stock weg. gab aber nur knappe oder gar keine Antwort. umgekehrt hat noch jede Art von »Erfüllung« ihr mögliches Blendwerk im Tornister. die hier gärt und noch nicht heraus ist. die ganze Stube war voll von Leuten. ihr hingegan. Diese Erzählung kam sehr stockend und erst viele Tage später. als wären sie in der Stube. ihre . und wie er weiter spielte. an Vergaffung) in einer sehr hohen Sphäre verwandt. Doch nicht alles Locken führt so ausweglos ins Leere. fielen die Unterirdischen mit ein. die man büßt. Hügeln. Manches Blendwerk ist noch keines für immer. oder er schnitt Geigen. Mit dem ersten Schlag stand Lars in der Kirche. um an einem neuen Holz dieselbe Qual zu beginnen. Dieser kam einst von einem Weg. Vor allem mischt sich an Mahl. auch Holzschnitzer und Spielmann. Tage und Nächte hockte er auf einer kleinen Bodenkammer. der sich so rasch zum schmalen Schlund zusammenzieht. und sangen mit. Starrer als Schoß und Krieg zieht an. und hieß ihn spielen. weil es zu hoch für sein Können gewesen wäre. wie das zugegangen. jene überall «dämonische« Gier und Neugier. Ibsen berichtet davon. die er darin war. wie er noch keine in der Hand gehalten. welche dem breiten Weg zur Hölle vertraut. Dort habe er sich auch die ganze Zeit über nicht geregt. woran er sich im Berg versehen hatte.

ihrer Bergmusik und Sonne. sondern sein Schein ist da. wie sie . Junge Menschen kennen das heiße. Die schlechthinige Umgehung des diffusen Lichttriebs kann auch Fahnenflucht sein. grade seiner gemischten Unruhe. kapitulierte vor der Lockung von vornherein. so fest und schweigend. geschweige denn an der Nacht. fühlt er auch die Wonne und das Brennen des Paradieses nicht. definiert und klar durch all den wetterleuchtenden Glanz hindurchführt. die Aristoteles meinte. vor allem arbeitet hier eine Dialektik. Meer. kommt wohl ins Paradies. wider seinen. Kaum ist bereits bekannt. das Weib. /(188) Sich rein zu halten ist darum etwas andres als rein zu sein. an der Existenz des Prozesses gemessen. das Argonautenschiff fuhr unbetört vorüber. daß man sich den Weg ersparen könnte oder das Probieren der Sonne. Das Urteil der Zeit hat sich oft genug darüber getäuscht. das «Wirkliche« in die Nähe des «Blendwerks« bringen kann. dunkle Irren durch Felder oder in der Stadt. in lügenhafter Weise. ein Liebhaber der Weisheit sei auch jedesmal ein Freund der Sagen und Märchen). sondern besiegt und mit weißem Zauber überboten. die nicht so sauber geordnet ist. es gäbe nicht einmal Fata Morgana ohne Palmen in der zeiträumlichen Ferne. schlug er selber die Leier. in dem ganzen noch »bodenlosen«. Aber diese Unterschiede sind nicht so sicher. in der leeren Höhlen-. ihre Lockung hat er nicht nur überstanden. auch Sokrates oder Christus galten als «Verführer«. das Geheimnis der Berge ist noch nicht am Tag.ausscheidend. Fels. selbst Bachsche Musik oder die einzelnen Grade der Grübelei ohne weiteres von vornherein unterscheiden lassen. Derart kann das Blendwerk sogar ein Zeichen werden. der ebenso äußerlich wie beinahe unsrer ist. aber als Orpheus vorüber fuhr. Als sich nämlich Odysseus an den Mast binden ließ. denn an sich selber ist das Blendwerk unfruchtbar. Im Weib. zwar zerbrechlich. auch Weiten-Lockung sind sie freilich geblieben. auch phosphoresziert. um das es immer gärt. aber immerhin noch vorhandenen »Möglichkeiten« angelegt sein muß. im Maß der selber noch unentschiedenen Welt. Es sagte ein chassidischer Meister: wer die Gebote erfüllt. aber nicht wider unsern Willen. um besiegt und seine Spiegelung. als er sagte. wo die Irrlichter beginnen oder wo die gebahnte Straße des Ziels . es zerreißt die fruchtlose Begegnung. die ebenso ein unbegreiflicher Glutkörper ist./(187) schieden ist. wich er den Sirenen noch aus. Selbst das offensichtliche Blendwerk äfft wenigstens nach oder nimmt mit ruchloser Setzung einen Glanz vorweg. Und es erhellt: nur als versuchender. tiefen Traums. ist gleich der Musik sowohl das Höchste wie das Unentschiedenste der Welt. ohne hineinzufallen. Dem Glas. die auch die Substanz ganz eng in die Nähe der Lockung. ANHANG: DAS NIEMANDSLAND Manche sind vor allem toten Dingen sonderbar nah. doch auch die Narben des bestandenen Blendwerks zu ihnen hin. der dennoch irgendwie in der Tendenz des Lebens. an der Notwendigkeit. Ihres Frühlings. Lockung und Substanz können auch unterwegs lange genug gemischt auftreten. Auch dieses ist in einer Sage wunderbar vorgedacht (in einer griechischen von der Art. dann dringt man nicht machtlos. versuchter kann er wirklich fromm sein. wo hier der Wille vom Weg getrieben wird. Weder was Wirkliches noch was Blendwerk sei. es ruft hinter allem das Heimweh des dunklen. Gerade ein junges Gefühl zieht dazu hin. und die Sirenen sangen. oft geht das Eine mit dem Anderen ineinander.das überall widerscheinende Symbol des »Lichts« darstellt. weicht aber erst recht nicht völlig aus. gar bis zum bitteren Ende ein. anders als das . ja noch den Karikaturen des Blendwerks das Original abzugewinnen. sich verlierend im Vorüberschreiten. daß sich Sirenengesang und Wagnersche. die enterbten Sirenen stürzten sich ins Meer und wurden Felsen. er kennt die mystischen Lichter durch die Welt. den Steinen. Der Himmel ist noch hoch und der Zar noch weit: die Flucht vor der Lockung ist nicht immer die Entdeckung von Licht und sicher nicht dasselbe wie das Licht zu suchen. doppeldeutigen Geheimnis der Natur. weil eben beides noch nicht völlig ent.Zeichen oder Pfänder sind anfangs schmal und wachsen erst mit dem arbeitenden Fortgang als dem Reifen und Hervortreten der Sache selbst. mindestens unentschiedenen.ohne schon die menschliche Sonne zu sein . in der gärenden Welt. der rasche Blick ohne Gegenwart und Zukunft. um konkret beerbt zu werden. die alles erst an den Tag bringt. aber klar. seine Musik zwang die Sirenen zu schweigen und zuzuhören. Es glänzen die bunten Frauen und die eine verborgen unter ihnen. aber weil er die Wonne und das Brennen nicht kannte. in seinen bIoßen. ja. ohne Entführung. eine ringende und eben erst im Prozeß verfolgbare. Die Lilie duftet betäubend und ist doch zugleich das Bild der Reinheit. um die die Erde grade noch »richtig« kreist.

Dagegen können wirklich fremde tote Dinge merkwürdig in /(189) sich ziehen. unterliegt sofort vor dem hohen Berg. wo niemand sieht. Und vor allem ist hier genau die umgekehrte Furcht wie im Erlkönig. nicht einmal als dämonisch empfand. nämlich immer wieder nichts. man kann dagegen rebellieren. die Weite reinigt von den vier Wänden. sein Blick kann gorgonisch sein. gar dem unendlichen All. Wie das geizige greisenhafte. wie in dem. sowohl in dem. immer wahrer zu klingen. außer den paar Pflanzen. Tod. Tieren und Menschen. er maskiert sich nicht. er ist. . auf das Menschliche an sich. Menschliche Größe und Werke dagegen auszuspielen scheint erst recht sinnlos. die indische Höhlen auf ausgestorbene Tier. sondern die Entwertung geht grade auf alle. Jedoch der Achtzehnjährige eben hatte einen ganz andern Bann: den des Sternrahmens. aber wie stumm sind die Steine und wie unbewegt bleiben sie von uns. als Lokalpatriot der Kultur: eine Ohrfeige ist kein Argument und die Erde? sie würde vermutlich lauter Unsinn reden. zum Unterschied von Orchideen und Schlangen. in kleinen Türmen. selbst dem menschlichen Geheimnis und dem Geheimnis unsrer Ziele ist hier alles so abgewandt. indem er nicht auf seine Engländer beschränkt bleibt. Der Bann des bloß menschlichen Inhalts: die schlimme Lage. das Licht macht sie bunt oder grell. das ganze schmale Bewußtsein zu löschen. ein Komet mit Blausäure im Schweif reicht hin. was müßte erst die Erde selber zu sagen haben. Die Menschen haben gegen dieses Ungeheure alles getan. was es sieht. Gewiß frischen wir an ihm auch die Leiber auf. nicht mit einem Nichtsgefühl vor ihresgleichen oder Höheren. denn schon die Anschauung Größe kommt von draußen. das in einem kleinen Winkel geglimmt hat. wenn sie einen Mund von Lissabon bis Moskau öffnete und nur wenige Urworte donnerten. nicht des Inhalts. besonders wo »Totes« in Massen fließt oder in die Höhe geht und den Blick hinaufreißt. die in Gold noch kein Stück Brot kaufen lassen. Dennoch betäubt die große Zahl. wo Herzen und dergleichen verpflanzt werden. rückwärts wie vorwärts. Ihre Farben sind aus der Tiefe. in der fast alles ist. Auch nicht in einer Zeit. in starr Berauschte tritt es /(190) dann ein. dem das Leben gleichgültig geworden ist und das Starre übrig bleibt. die Gegensätze zwischen dem zwergenhaften Leben und der riesenstarken Ruhe. sie haben ihm heidnisch geschmeichelt und christlich ein Kind darüber gesetzt. lockender. ein riesiger Erlkönig lockte. nicht mehr als das. Ein Achtzehnjähriger hat kurz vor seinem Selbstmord einen Brief ans Weltall geschrieben . an der Fläche zwischen Leib und Hochalpen kommt eine merkwürdige Gesundheit als wäre das für uns gebaut.und Pflanzenarten untersuchen wollten. Auch von Geräten sprechen wir hier nicht. Heide. aber vielleicht noch umarmender. von denen man nicht loskommt. und es war selber nur eines von Rätseln. ganz eigentlich nicht am Platz. wie er ist. Sturm. /(191) So fuhren die Sucher längs der Küste mit wechselndem Glück dahin. scheint auch nicht recht möglich. Kristalle haben Gesichter. Pan warf den Achtzehnjährigen ruhend. das Nichts. Auf den Bericht jener jungen Forscher. denn wir beleben sie ja und sie scheinen etwas davon anzunehmen. Nebelstreif. daß man sie. Meer.den kann man gut verstehen. Junge Menschen fühlen sich davor oft sonderbar abgesetzt. Niemandsland. Nur das Blau auf altem Email hat etwas von dieser Nacht am Tag sonst sind Kristalle so fern und zugleich so schlagend nah. Berg. Erinnerung: Als einer zu seinem weisen Freund sagte: unsere Gespräche mögen fein und tief sein. Aber grade die ganzen Naturfreunde ziehen auch ganz ins Tote. das ganze Leben wurde sinnlos davor.da erwiderte der weise Freund. EIN RUSSISCHES MÄRCHEN? Folgendes wurde blank erfunden. sie scheinen treu und man ist es auch ihnen. aber nicht aufgeht. Dennoch hat der fabelhafte Bericht es an sich. alte Weiden ziehen in sich hinein. die nicht bei uns stehen. Die Kämpfe des Lebens erscheinen dann wie die im Wassertropfen. wie in Entwertete. aber sie halten noch etwas zurück. die darin vielleicht noch vorhandenen. Bis ihnen wieder ein . erdrückender ist die große Landschaft außer uns. orphisch. Vor Bergen und Sternen kann unser ganzes Tun gering scheinen. denn sie hat weder Kant noch Platon gelesen. auch wenn man sie durchschaut: die Inflation der Lichtjahre. Sternhimmel. das mit der dünnen Bergluft schon anfängt und eigentlich erst unendlich ist. gar das Werdenwollen wie Fluß. wie groß ist das Weltall und wie armselig steht die »Höhe« unsrer Peterskirchen davor. nämlich Anziehung. strahlig. individuell wie vor allem kosmisch. die austraglose Verwicklung. Viel gröber. damit es sie nicht verschluckt. ruhig nieder. So sind sie immerhin mehr Hunde als Katzen. daß es ist. Jede Spur von Erdentagen ist von riesiger Nacht eingerahmt.sammelnde des mittleren Alters.

nicht das Feld. was es mit neuem Wein in alten Schläuchen auf sich haben kann. Solange bis er sie beschwor. mit denen er beschwor. um die Funde sogleich zu konservieren. auch vor der Flut geschützt.Eingang in die Augen fiel. Und so fort am nächsten Tag. wir aber meinen hier . auch die Finte rechts oder links ändert nur die Richtung. doch der ist oft weniger neu als das schlanke Daneben. liegen ließ bis später. verspeiste sein Opfer zum Nachtmahl. Wären nun die jungen Gelehrten nicht nur in Urgeschichte firm gewesen. Polyphem hatte sich überhaupt nicht von der Stelle bewegt. das Gehirn herausgenommen. Es erschien wie ein Polyphem. Im sich entfernenden Schiff hörten sie noch lange das Polyphemische vom Strand her. ihn doch zu verlassen. worin Kleist Meister ist. das andere. Der schlug sogleich einen jungen Engländer. fast verständliche.gegen den Bann der Lage. selbst nachdem er ihnen den Ausgang freigegeben hatte. Der Starke schlägt Raum.wirklich neue Entdeckungen. das menschliche Gehirn in ihm allmählich abzubauen. Es gibt schlechte Formen dieser Art (vor allem weiblich und jüdisch). nachdem er gleich zwei Opfer geschlagen hatte. die auch hernach. . aber geschrieben. das gleiche tat. und sie erreichten eben ihr Schiff im tieferen Wasser. als sie die wohlbekannte Bestie ihnen nach sich zwischen die Klippen stürzen sahen. Er läßt sich geschrieben nicht zubereiten oder gleichsam nur à' la tartare. wieder vordrängender Reaktionsbasis aus neuerer Geschichte denken können. als gepflückte. mit fremdartig scharfen Zutaten und barocken Umschreibungen. daß die alten Säfte des riesigen Tierleibs begännen. Ihr Motorboot ließen sie wegen der Klippen auf offener See stehen. des zugezogenen Endes. Als sie später genauer mit dem Sextanten arbeiteten und ihnen die Kopeke gefallen war. sie soff ihn auch hintereinander leer. immer heulender. unedel. flohen die Männer hinaus auf ihr Boot vor der Höhle. auf die nur der Schwache kam. Aber ihr Gleichnisdenken kam nicht ganz bis dahin. sondern es erschien allmählich fast. Da kam ihnen zu Hilfe. ein letzter Saurier selber. Diesen Sprit setzten sie nun der verdauenden Bestie vors Maul. daß Polyphem. wohin es den Johannes Hus gebracht hat. Leider hat es der Witz an sich. Die Engländer hatten neben einigen kleinen Messern und Schaufeln. vielversprechend durchaus. das noch Lebenszeichen von sich gab. Unterdessen aber hatte einer der Männer seinem sterbenden Kameraden beim letzten Atemzug den Schädel trepaniert. desto unheimlicher als sie immer noch andringende. so schrecklich transplantiert und sie konnten sich fast schwer von ihm trennen. auch in Neusibirischem insgesamt. Erst aber als die Worte des Freunds. und sich wohlgesittet ausstreckte. der hier sprach. auch ein Fäßchen Sprit mitgenommen. sahen sie ohnehin. befreiend wirken. als ob sie Worte zu bilden versuchten. der Dinge . DER WITZIGE AUSWEG Schwache kriechen gern unter oder fliehen beiseite. Englische. das menschliche Gehirn dann in die leer gemachte Kapsel einsetzte. unkennt. auflebende Stimmen wie die des toten Freundes und Forschers darin zu hören glaubten. dem vom Sprit betäubten. schmale Kontinente nebenbei. so daß der Phantasievolle sich an die Rohkost erinnert. hatte gleichfalls das Stirnauge der Saurier. gar vom Ausgestorbenen her? Doch wäre man nicht an der Küste Indiens. nur als Rohkost gut zu sein. und die verständlicher werdenden kamen endlich sogar mit deutlichem Oxfordakzent heraus. Es war nun ihr Freund. Dort wachsen dann Beeren eines Witzes (im alten Wortsinn). daß sie sich nicht nur an der indischen Küste befunden hatten. mit denen sie sonst vorsintflutliche Reste herauskratzen und ausheben wollten. traurig. ruderten herüber und wurden wirklich vorgeschichtlich empfangen. dann hätten sie vielleicht auch an das Geschick von sehr viel größerem Humanum in unüberwundener. Muffige Löcher gibt es genug und sind schon bekannt./(192) licher. aber nach geraumer Zeit kamen aus dem Rachen die alten entsetzlichen und doch nicht gleichen Heullaute. er fühle. sondern etwa vor dem altgeübten Scheiterhaufen. untergehende. legte sich quer vor den Ausgang der Höhle. Nämlich vom Geheul eines nie gesehenen Ungeheuers. wohin sich einer rettet. während ein anderer bei dem Ungeheuer. Doch läßt sich immerhin die Landschaft des Auswegs beschreiben und ihre Flora geht abzubilden. ja zugleich drohender wurden und die Augen immer stärker die des vorigen Sauriers. Das Maushafte daran kann ekelhaft sein oder das Hasenhafte windig. also gekocht ist er fast nichts mehr. der Ausgang blieb versperrt. gesprochen ist er oft vortrefflich. das im Schlaf gestört war. wie sollte es auch bei solch fiktivem Vorfall. /(193) erzählte als Witze im neuen Wortsinn. das Ende der jungen Forscher war abzusehen. dann wüßte man ohnehin besser.

er könnte auch in ruhiger Stunde nicht nachfolgen.« Also nimmt der Rabbi nichts zurück. das Beispiel für seine Behauptung recht neu. Oder kommt er doch. Die Eva. Über kurz oder lang kommt der Engel des Todes und holt mich zu meinen Vätern. daß der Prior. mit seiner Verstandeshelle oder seinem Glaubensdunkel. Hannah. den er seit seiner Kindheit nicht mehr gekannt hatte. mein Rabbi. wie der Mann nicht weiter spricht. Wie nun der Bruder gegen Morgen erwachte. nur in Rationen schuf. Wie anders wieder. Nicht allzuweit darf man »Witze« pressen. wenn sie so ist. und sagte zur jungen Frau: »Von diesem Bett werde ich nicht mehr aufstehen. Doch bei einer andern Frau horcht man schon auf. mit einer Ruhe. eine stadtbekannte Hure. ist der Ausweg oft schlecht. sagt der Reisende und atmet auf: »Was tut Gott. ihr habt so wunderbar gesprochen. von dem Rabbi. die nichts mehr als fromme Gedanken im Sinn hatte. ihm verziehen und für ihn gebetet hat: damit er mit den Eseln dereinst Paradies gelange. wo ist dann deine Liebe?« . Der jüdische Ausweg ist häufiger. der in hohem Alter noch einmal geheiratet hatte. lasse meinen Rabbi leben und nimm mich an seiner Statt. sondern legte sich wie vor großer Müdigkeit . aber an der Empörung des Buckligen das Zurückbehaltene ahnen läßt.Weiblich sagten wir. du wirst dich nicht versündigen an deinem jungen Leben. ich kann es nicht hören.« Der Rabbi nahm ihre Hand: »Das wirst du nicht sagen. Und der Mann sieht nicht mehr um diese Ecke. wie sinnvoll und klug. mehr umgekehrte Ausweg-Geschichte. eben in ein bedeutendes Nebenbei bringen. immerhin: in diesem und hundert ähnlichen oder andren stecken Philosophien. um zur Heerstraße eines schöpferischen Gedankens werden zu können. führt auch schon ganz unten richtiger beiseite. taugt nichts. der Gottes Werke gepriesen hatte. war die zweite. Eine Geschichte gehört hierher oder vielmehr die Erzählung von dem Mann selber. den Stachel los zu werden. wenn weibliche und jüdische Flucht zusammen gehen. freilich ebenfalls als verwirrender. Geißel und Kasteiungen halfen nichts: da schlüpfte eines Abends ein Weib in seine Zelle.»und?«. mehr als schlauen Ehebrecherin und Bewohner ihres »Lands«. also der Lage sehr gewachsen. ganz junge Frau eines Rabbi. gerissen. aber auch des Endes der Lüge. mauschelnd und zu skurril. formalistisch. Er ist nicht so läppisch oder so unzugänglich wie oft der weibliche. Einen solchen Weg geht etwa die Geschichte von dem Mönch. das Evangelium verwirrt habe.« Also holte der Lügner auf. besser wurden keiner Lüge die kurzen Beine gesund und lang gebetet./(194) ter des Lügners. daß er ihm endlich ein Mittel gezeigt habe. beim »Witz« der ertappten Ehebrecherin. wie schön und klug. Die Trugfrage der Frau. einem sehr frommen und einfältigen Mann. von Gottes Werken und wie schön doch alles sei. von der in diesem Sinn zuletzt zu erzählen ist. als er von der Sache erfuhr und auch davon. im Übergang zur Betschwester. der nur dem andern als Witz wirkt. Wird Gott hier nicht zum Va. Die dem rasenden Mann sagt. sprach der Rabbi nichts mehr. Einbruch im Eis. als die Suppe zu heiß war: »Soll ich sie eiskalt auf den Tisch bringen?«. denn der Bucklige ist wie eine geschaffene Form. recht verwirrend zu wählen. und wie vollkommen doch alles auf seiner Welt eingerichtet sei. der durch Nordsibirien fuhr.Dieses Weib verstand. sinnvoll und klug genug. ja.Der Erzähler dieser sehr alten Schnurre fügt hinzu. durchgehenden Pferden. sondern frivol. wie sie ist. so werde ich sagen: Engel des Todes. aus einem Schlaf. mit dem nackten Freund im Bett: »Wenn du deinen Augen mehr traust als meinen Worten. kann jedoch. der ganze Schlitten herunter in den See . Hier findet man erst recht (aber mit Hintergründen) Kollegen der schlauen.« Aber als Hannah nicht aufhörte zu klagen und sich zu verschwören. aber nicht zu unbedeutend. Alle Türen und Läden werde ich vor dem Engel des Todes verschließen. ja der Lüge. die nie gedacht worden sind. in dieser Lage.und? fragen die gebannten Zuhörer. der die Vollkommenheit nur getrübt. aber schöner ist auch noch kein Träumer aufgewacht. Aber seht mich an: bin ich so schön und sinnvoll und klug?« Der Rabbi sah den Mann in der Tat an und sagte: »Für einen Buckligen bist du schön. so süß und satt. . den ganzen Mund hat er voll Wasser. warf er sich nieder und dankte Gott. wie listig ernst. die dennoch leugnet. daß das Labyrinth wahr sei? Und nun halte man dazu die andre. Da tritt ein Buckliger nach Schluß der Predigt auf ihn zu und sagt: »Rabbi. Hannah. Der Rabbi nimmt vieles zurück.« Hannah weinte und rief: »Sprich nicht solche Worte. kein Wort mehr vorbringt. Ihr sonderbares witzig ernstes Novum unterscheidet grade diese Art Auswege von dem unproduktiven Ausweg durch Dummheit oder Reinheit aus Dummheit. Nach mehreren Jahren glücklicher Ehe wurde der Rabbi krank. zum erstenmal in seinem Leben. daß der Mönch aus reinster Dummheit /(195)Gelübde gebrochen. dem nur sein Trieb viel zu schaffen machte. In ihnen ist nur ein kleiner Ausweg. die ganze Geschichte ist nicht wahr. in Gott selbst zurück. unter dem Vorwand zu beichten. die vollkommen ist. er ist ja schon längst ertrunken . von Wölfen erzählt er.

höchst überraschend. vielleicht auch. womit der Direktor den Hengst in die Manege ziehen wollte. wie man zu sagen pflegt. der christlichen Ehebrecherin. auch wo alles versperrt zu sein scheint. wo man nur stampfen und wütend wiehern hörte. hier liegt er!« Da schlug der Rabbi Licht. so hätte ich es auch gesagt. auf das es hier ankommt. wo hinter einem Verschlag zwei Gänse gemästet wurden. die Erwartung immer mehr steigernd. so erhob sich der Rabbi. Die junge Frau wachte bei ihm bis gegen Abend.der Ernstfall war der Frau nicht da. jetzt dicht am Bett. Die Manege war ganz geräumt. zogen geschult mit. und es geschah nach einiger Zeit. vergebens. der schlief. ein eigentümliches Geräusch. in der Stube. so schief er ist. von der Küche her. streute Brotkrumen vom Verschlag über den Flur bis ins Schlafzimmer vors Bett und legte sich grade im rechten Augenblick. der Rabbi sprach:»Nun. dann mehr und mehr vom Stillstand ins Herholen. Freilich nur wollte. Oder auch an sich selber harmlos ist wie ein Witz der ja gleichfalls dadurch erheitert. Bis ein vierter hinzu kam und mitgriff. nichts Geringeres angekündigt als: das Streitroß Bukephalos. der dunkle Grund: aber dem Witzigen ist noch nicht aller Tage Abend und das Ganze des Witzes. Er öffnete das Gitter.und ein Holzpferdchen am Ende des Seils ward sichtbar. Als Tat ist die Kühnheit der Schwachen nicht viel wert. es gibt etwas her. das Widerspenstige am unsichtbaren anderen Ende zog ihn selber am Seil zurück. doch der Weise sagte ruhig: von nun an werde ich mein Haar offen tragen. ging in die Küche. Ein letzter Ruck.« . Das Publikum lachte denn auch aufatmend bei so viel optisch gewordenem Witz. auch der Rabbi fuhr hoch. Zwischen den Sätzen Hannahs. und er jetzt endlich das Seil ein wenig. auf ihren Mann und antwortete: »Wäre es der richtige Engel des Todes gewesen. »hörst du den Todesengel. so eisern sie ist. »Hörst du«. Jetzt waren die Schritte schon an der Tür. Ein. vereinte Kräfte. Dennoch fehlt das Sesam nicht und es zeigt sich auch: dem Suchen des Auswegs. Wie das zum Beispiel in jener Zirkusszene der Fall war. Und wie das Tappen an ihre Füße streifte. »Was tut Gott? die ganze Geschichte ist nicht wahr« -: kein übler Satz für einen Lügner. doch nicht immer. die so witzig waren? Da es Auswege sind.Hannah sah auf die Gänse. Das heißt. sagte er zu Hannah. indem er sozusagen Berge kreißen läßt und ein Mäuslein gebiert. dann das andre der drei Haare in der Hand blieb.Und auch dieses ist ein Beweis.gegen die Wand und schloß die Augen. auch bergen sie sich nicht immer in der schönsten Gestalt. So hieß auch das Leibpferd Alexanders des Großen. Und gar nicht enttäuscht über so einen Bukephalos am Ende. indem er verpufft. im frivolen Sinn. das Maul sehr voll nehmend. schrie sie und deutete auf den Rabbi: »Engel des Todes. Das Mindere verstimmt dann. dann drei besonders stämmige Männer kamen dem Direktor zur Hilfe. doch immer in ein Drittes. Man muß sowohl witzig wie transzendierend sein. aus der nächsten Nummer zur Hilfe gerufen. und Abrahams Schoß sieht anders aus. ein Tappen wie von leisen. brachten das Seil bestenfalls zum Stehen. würden es Bessere sagen. Triumph . ist nicht selber nur witzig. Der schöne Schein. was hast du gesagt? Hast du gesagt: /(196)Engel des Todes. /(197) ENTTÄUSCHUNG MIT HEITERKEIT Man hat anderes erwartet. lachte sogar herzlich. harten. lasse meinen Rabbi leben. man hörte von draußen das Donnern mächtiger Hufe. wohin schlugen sich dann die Schwachen. bereits das mächtige Eisenseil war vielversprechend. sagte so ein chinesischer Weiser. kommt in der Welt. Ist er nirgends da. auch Poröses und stellenweise Durchgesägtes entgegen. daß sich die Juden nicht mit Tieren befassen sollen. zuletzt noch des chinesischen Weisen gibt es freilich wenig oder noch wenig inhaltliche Zusammenhänge. und kaum war sie vor dem Haus. des Rabbi und des Buckligen. kein schlechtes Weltmotto. Herziehen brachte. wirst du doch nicht meinen. Nach einer andren Wendung soll Hannah gesagt haben: soll ich mich genieren vor dieser Gans? . dem sein Diener jeden Morgen aus drei Haaren den Zopf flocht. rollte auf vier Rädern in die Manege. weil es ja nicht bloß . Aber daß ich es zu einer Gans sagen soll. meine Hannah. und meist mehr als das. nach draußen. zwei. des SibirienReisenden. als Gedanke oft frivol. wie er kommt?« . die Gänse pickten. um eins von beiden sein zu können. als die Haustür ging und Hannah in das dunkle Zimmer zurückkehrte. schloß der Erzähler. wo sie in die Stadt ging einzukaufen. Mit einem Mal hörte man. er warf sich vor dem Herrn nieder. dem man diese Geschichte verdankt. wo Hannah saß. gehen sie in ganz verschiedene Richtung. daß dem Diener erst das eine. unmenschlichen Füßen. nimm mich an seiner Statt. doch etwas Unentschiedenes. das Licht meiner Augen?« . zu dem Kranken. ein ganz schwerer Boxer. Sogar objektiv war das etwas humoristisch befreit.und Hannah zitterte. Von nun an. wenn es einem nichts angeht.

schleiften den Koffer vor die Türe und schlossen von draußen wieder zu. es ist mir sonderbar zumute. wo ihn der Wirt sogleich mit einem Gruß von Herrn Bacharach empfing. er selber kroch in die Gruft zu den Leichen. allmählich verstand er den Rabbi und wußte. hatte er schon im Traum gesehen. wenige Züge und es brannte aus. aber es ist mir. Wenigstens im Märchen nichts. schüttelte den Kopf und sagte nichts. und fuhr zusammen im höchsten Schreck: dies war der Geruch im Traum. sei bereits in den Halben Mond gegangen. und in dieser wohl ein halbes Dutzend Leichen obenauf. und jetzt merkte er auch die drückende Luft im Zimmer. sah sich mit gekräuselten Lippen um. Herr Schotten kehrte sich um. Endlich stieg er aus der Gruft . Dieser galt als Wunderrabbi und wurde Baalschem genannt. vor einer Einkaufsreise nach St. auch in Deutschland gab. als ob er schliefe. Den toten Freund schaffte er aus der Mulde aufs Bett und deckte ihn zu. der Tisch war schon abgeräumt. Gallen. kam eben mit dem Seinen zurecht. als käme ich nicht gesund zurück. die Scheiben vergittert. mit frisch eingeschlagenem Schädel. Herrn Bacharach aus Koblenz und Herrn Goldstikker aus Frankfurt. nur eine gelöschte Kerze stand noch darauf. Gallen suchte Herr Schotten gleich den gewohnten Gasthof auf. Herr Bacharach aus Koblenz. sagte man. wenn ihr wollt«. ganz außen besser stehen. die Matratze: über ausgehobene Dielen war sie gelegt. das ganze Zimmer. viele Treppen im obersten Stock. es rührte sich nichts. wie es deren manche. Vom Bett schien der Geruch zu kommen. er sprach das Gebet der Rettung aus Lebensgefahr und das Licht des Baalschem brannte hell. vielleicht auch den Wirt glaubte Herr Schotten an den Stimmen zu erkennen. Als nun Herr Schotten wieder einmal den Baalschem besucht hatte. heute gehe ich ungern auf die Tour. nichts. Bestimmt den Hausknecht. Während im obwaltenden Leben. in frommem Gespräch. »Nehmt dieses. was zu tun sei. wo er seine Geschäftsfreunde zu treffen pflegte. die Goldene Traube. Männer schlichen ans Bett spalteten mit drei. Zirkus bis hin zur Posse: die Suppe werde nie so heiß gegessen wie sie gekocht ist.« Herr Schotten verwahrte die Kerze sorgfältig. Aber das ganze Haus war besetzt. . aber fast sah er schon das Bett nicht mehr im trüben Licht. die Fromme meinen.« Der Rabbi sah Herrn Schotten seltsam an. das Stümpfchen auf dem Tisch flackerte nur noch. es war verquollen. da klang in seinen Ohren ein sonderbarer Eindruck nach: wie? hat nicht der Hausknecht den Schlüssel umgedreht? Herr Schotten probierte die Tür. Der Hausknecht wies Herrn Schotten sein Zimmer an. damit ich ruhiger fahre. sie war von außen verschlossen. das Licht brannte hell. sagte er: »Rabbi. Ob ich einen schlechten Traum hatte oder mich sonst eine Ahnung plagt. sagte der Rabbi endlich. Herr Goldstikker noch gar nicht angekommen. An sich stehen sie schief oder verwirrt zu uns. unter den herrschenden Köchen. sondern viel mehr furchterregende . die uns es zumuten. gleichviel. Jetzt drehte sich leise der Schlüssel in der Tür. genau so. erwarte aber den Herrn morgen früh. er warf das Oberbett beiseite. die Suppe meist noch viel heißer gegessen werden muß.« Der Rabbi schwieg weiter und rührte sich nicht von der Stelle. den Kopf hervor. oder wenn auch nicht so Kindliches kommt.Lange Zeit saß Herr Schotten stöhnend da und sein Leib bebte. Handelte mit Seide und ging jährlich auf die Reise. Jetzt ging Herr Schotten vor: unter dem Bett war niemand. den schwadigen Geruch. das wir noch haben. peinlich und fast nervös. Darüber gibt eine Geschichte manches zu denken. der Baalschem gab ihm seine Segenswünsche mit auf die Reise und gut ging sie vonstatten. /(198) DIE GLÜCKLICHE HAND Einmal vielleicht wird es auch äußerlich. »Rabbi«. die Herrn Schotten aus Mainz vor mehr als hundert Jahren zustieß. Da schlug sich Herr Schotten auf die Brust und griff die Kerze des Baalschem. gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts. /(199) HerrSchotten ging in den Halben Mond. Denn er versäumte nie. stellte das Licht auf den Tisch und wünschte dem Herrn eine gute Nacht. was er uns bestimmt. er ging ans Fenster. »tut mir den Gefallen und gebt mir einen Talisman mit. In St. und Herr Bacharach. über eine Mulde. der war schon zur Ruhe gegangen. lange Stunden. so meinen doch Märchen. »man muß Gott für alles danken.glückliche Erwartung gibt. und die Kutsche stand schon draußen. Der Seidenhändler wollte grade zu Bett gehen. vier Axthieben Herrn Bacharach zum zweitenmal den Schädel. Dann kehren die harten Dinge zu uns zurück oder wir zu ihnen. die er mit einem kleinen Umweg nahm. aber ein guter Griff und sie passen genau in die Lage. brachte sie an den zuckenden Docht. Der war ein Mann wie andere auch. begann Herr Schotten wieder. herauskommt wie ein Holzpferdchen. einige Tage bei dem Rabbi von Michelstadt zuzubringen.und siehe es war nichts dahinter.

Polizei trabt an. Marktleute kamen zuerst und Herr Schotten wollte ihnen schon zurufen. Die Kerze half euch wie die heilige Sprache und bleibt doch bloß eine Kerze. Er will weder gezaubert noch hellgesehen haben.Der Rabbi nahm die Kerze. »Aber wozu brauche ich euch das alles zu berichten? Ihr wußtet doch genau. sonderbar in der undeutlichen Welt. »Ihr seid erstaunt. Nur noch solange blieb er in der Stadt als seine Zeugenschaft nötig war. Und ein andrer Rabbi ein wirklich kabbalistischer. eine /(200) Scheibe aus dem Kitt zu heben. wie es auch sei. sondern die nicht anerkennt. sondern durchaus dem Sprung des glücklichen Blicks und der glücklichen Hand das Wort geredet. im gegebenen Augenblick. die Türen gesprengt und Herr Schotten trat vor. jedenfalls ein schwer durchschaubarer Ironiker. entschieden jüdische Art von Aufklärung. Verstellte und Ungewisse der Hintergründe vordringt. werden nicht alle Dinge zu zerstören. Hier werden die Mittel geheiligt oder entheiligt. ganz außen besser stehen. und der Freund kehrt um. . So ist in der Schauergeschichte ein merkwürdiger Griff. sie paßt immer gerade in das Bedürfnis der Lage. weder von sich noch von der Kerze. was ihr tatet. Hier ist selbstverständlich keine »Technik« in irgendeinem rationalisierbaren Sinn aber auch keine alte »Magie«. In der scheinbaren Zaubergeschichte herrscht ein sonderbar nüchterner Geist. sagte einmal: um das Reich des Friedens herzustellen. daß es ihn gibt. wen er will. in umgekehrter.« . Genau der Baalschem von /(201) Michelstadt ist »aufgeklärt«. ja sogar aus der heiligen Sprache. mit weißen Haaren?« . in der Morgensonne. manchmal. Herr Schotten rief nur wenige Worte hinunter. aber es leuchtet darin. Als er lediglich das an ihr pointierte. um die Dinge aus ihrer «Zerstreuung« herauszubringen. Baalsehem. als kein Ding. sie gleichsam kurze Zeit edenhaft zu machen. wie er um die Ecke bog. daß es ihn vor dem Menschen und seinem undämonischen Gott geben darf. die Kerze leuchtete darin und brannte richtig. nicht die Menschen. daß sie kein Marktmann verstand. fünf Wochen danach stand er wieder im Zimmer des Baalschem. daß Wirt und Hausknecht das Leugnen verging. weder vorher noch nachher. einen Kassiber machte. Weil aber dieses Wenige so schwer zu tun und sein Maß so schwierig zu finden ist. Herrn Goldstikker aus Frankfurt. Dann muß allerdings die Kerze »zum Besten dienen«. wird es grade äußerlich. ob sich niemand zeige auf der kleinen Straße hinter dem Haus. wenn auch bedeutend zufällige Kerze nicht als »Talisman«. der schweigsame Rabbi ist dem wundergläubigen Herrn Schotten gegenüber fast ein Skeptiker. ja. in der heiligen Sprache. Sie läßt sich vom Glück fassen. ja schon jedem Geschäftsmann bekannt ist: nämlich die glückliche Hand. stellte sie ohne alle Umstände wieder in ihren Halter auf den Tisch und sagte: »Ich weiß nur. doch dem Frommen in seiner Welt dunkel zugrunde liegt. Minuten vergehen. Das Erzählte ist blutig. je nachdem. so vertraut er keineswegs kosmischen Kräften und Ordnungen. glücklicher Ironie des Schicksals: so hätte die Kerze im »Paradies« gebrannt. Sondern greift der Rabbi. daß der Herr erretten kann. wofür wir ihm danken sollen. Er bewährt vielmehr seine sonderbare. in die Dinge dieser Welt. mich wiederzusehen. als er die Kerze richtig gebrauchte.hervor. Die praktische Intuition. Da erblickte Herr Schotten Schlag sechs Uhr. doch der Wirt konnte ihn hören. sondern dazu kommt der Messias. was die Welt angeht. mit seinem Satz. sondern als Gut. als ihr mir die Kerze gabt. die der Welt bereits innewohnen. es kommt auf den Griff an. der in Richtung bringt. sondern diese Tasse oder jener Strauch oder jener Stein und so alle Dinge sind nur /(202) ein wenig zu verrücken. das auch heute noch lebendig. die Stube wird hell. keines schon gut. Sonst läge ich jetzt neben dem armen Bacharach und ihr sprächt mir das Totengebet. peinlich und höchst lehrreicher Weise nervös.« Darum sagten wir: einmal. Der Rabbi macht gar kein Aufhebens davon. vom selben. spähte sehr vorsichtig. vielleicht waren auch Mordhehler in dem Volk dort unten. seine Geschäftsfreunde zu besuchen. mit dem stillen Tastsinn dieses Organs. das verschüttet ist. um einen »Talisman« herauszubrechen. Sein und eine ganze neue Welt fängt an. nicht der krauchenden Entwicklung. die heilige Sprache half euch wie die Kerze und bleibt immer ein Wunder. damit ihn kein andrer verstehe. Kein Ding ist an sich schlecht. Also hielt es der Rabbi und schließlich auch Herr Schotten. und es ist jene besondere. der vielleicht sogar. können das. erst recht ehrt er die zufällige. zu dem vergitterten Fenster. Wartete den Tag dort draußen ab. Dabei hat auch dieser weise Rabbi.und erzählte seine Rettung. ins Dunkle. wo ihm mit großer Sorgfalt gelang. die Treppen herauf. fast messianisch wählende Hand. die am Spuk nicht etwa zweifelt. in die die Technik ja sonst oft hereinreicht. der sie löst oder vielmehr ein Moment. dem Mordhaus zu. vielleicht. Gott macht es nicht einfach. die die Dinge nicht riesig umstellt sondern nur ein wenig richtig greift und an den Ort bringt.

eingeschlossen in der Burgkapelle. das Haus wurde immer stiller. was ist. da berührte sein Fuß unter dem letzten Baum ein Wirrsal verdorrten Reisigs.MOTIVE DES WEISSEN ZAUBERS Soll man tun oder denken? Man kann auch fragen. war die prächtige Kavalkade den Burghügel schon wieder herabgebraust und entschwand in die Ferne. ist das auch nicht ihre Aufgabe. in Spinnstube. nahm den gewohnten Weg durchs Holz. kaufte sich los noch um diesen Preis. so sprengte ein glänzender Zug von Reitern den Hügel hinauf. die bebenden Mädchen im Arm. in den verzauberten Wald. was er gehört hatte und was ihm der Vater nicht verschweigen ließ. pfeifend fuhr eine Schlange daraus hervor. Vordem gab sich diese Richtung als Anspruch auf Zauberei kund. so richtete sich ein riesiger Bär vor ihm auf. als er den unbeugsamen Willen sah. dem gespenstischen Wald zu. das Gleichnis verdecken und folglich. aber nicht einmal diese Aufgabe ohne Philosophie. zur Jagd. verlangte die älteste Tochter. die Faustsage hat davon den letzten Anschein. besorgten mit den Mägden das Haus. sodann ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht. aus den aufgeklärten Händen des Musäus entgegengenommen. daß hier Gefahren höherer Art zu bestehen seien. vor der . indem er zeigt. zerschlug mit einem Hieb den erhobenen Jagdspieß. Kaum hatte sich der wehrlose Mann erhoben. Bedeutung. Er hebt etwas ab von dem. ob der Denkende überhaupt etwas tue. Kein Armer ging ungespeist davon. und am nächsten Morgen wollte ihn die Schlange holen. saß ab vorm Schloßtor. Vergebens suchte ihn der alte Graf zurückzuhalten. und wohlvermauert. doch der Junker ahnte. Dieses Fenster überhaupt hat das Denken zu schlagen. des teufelbetrügenden Soldaten) ein antimythischer Zug oder der Wille. ein Graf still und weitab von allen. und der züngelnde Kopf wollte zufahren: da rief der gebannte Mann selber den Namen seiner jüngsten Tochter. Keinen Hund. die Riegel schoben sich. Pferde. Schildknappen. drängte ihm. verlangte als Lösegeld die zweite Tochter. des schlauen Hänsel. wenigstens Geleit. trieb es den Junker. gewissenszerquälte Graf verbrachte seit dieser Zeit fast alle Tage in Buße und Gebet. seine verschwundenen Schwestern zu suchen und zu befreien. hieß die Zugbrücke aufziehen und verwahrte alle Eingänge genau. und ehe der Graf mit seinen Knechten nur die Glieder regen konnte. die wolle er am nächsten Morgen holen. Kemenate. die Töchter schloß er ein. drei junge Ritter drangen in die Burg. Kaum dämmerte jedoch der Morgen. wohin es mit ihnen geht. Damit die Dinge wirklich verändert werden. hochgebaut unter der Zinne. Ein deutsches sei zunächst ausgewählt. Troßbuben auf. Der Graf jagt in die Burg zurück. sagt man. Der Graf hatte den Wald verlassen. Und wie er heranwuchs. /(203) Vor langem lebte einmal. Und die Ahnung von solch höchstem Amt der Weisheit klingt oft in Märchen nach. um andrer Linien willen. Das Denken schafft selbst erst die Welt. lockt die Philosophie hinterm Ofen hervor. Schon war er tief in die Wildnis eingedrungen. die da umgehen. hatte im Augenblick seinen Leib umschlungen. die Menschen wirklich berichtigt werden oder schließlich sich selbst berichtigen. erheiterte sich auch nur wenig an den Spielen eines Sohnes. an einem schönen Frühlingsmorgen. so wird hier erzählt. kehrten zurück. indem er es schreibt. die Zugbrücke fiel. Der Knabe nun blieb sich selbst überlas/(204) sen und träumte dem nach. an einem schönen Herbstmorgen. die jüngste in eine Kammer des Bergfried. Aber wie Hegel dazu bemerkt. Allmählich wuchsen drei schöne Töchter heran. der ihm kurz nach dem Verschwinden der drei Gräfinnen noch geboren worden war und der Mutter das Leben gekostet hatte. die wolle er am nächsten Morgen holen. so rauschte ein gewaltiger Adler von den Wipfeln nieder. die gleichsam theologische Handlung nochmals herausstellbar. Und sodann könnte die Philosophie auch ohne diese Aufgabe bestehen. Einst zog nun der Graf. und auch darin ist die eigentliche Materie der Erregung. die aber den Mehrwert. und Graf Reinald zog in ein langes stilles Tal. In ihnen lebt (nicht nur im Witz des Kasperle. und so zog er leicht und einsam. sachlich zu verändern sind. endlich lichtete sich der heillose Weg. einer Hütte entgegen. oft mußte er sich mit dem Schwert erst Raum schlagen. schlug dem Grafen die Fänge in die Schulter. die spannen und sangen. verwachsene Schlingpflanzen sperrten überall den Pfad. doch waren sie fast auch die einzigen Gäste auf der Burg. die gebannte Welt in unsre Angeln zu heben. in der verwandelt werden kann und nicht bloß gestümpert. Doch kaum tat er einige Schritte. Er sucht einige Dinge heller zu machen. Das deutsche Märchen enthält bei Musäus manche schön und parallel laufende Schnörkel. Der völlig gebrochene.

Vor der Chimäre draußen hatte sich Reinald nicht gefürchtet. daß auf der Tafel der Talisman eingegraben war.wie Reinald in dem stillen Waldtal erfuhr auch ihre Männer gefangen hielt. dämonisierte sich wieder. der sie in die Arme schloß und alle Schuld vergeben sah. als sie den Ritter erblickten: »Mein Jüngling. wohl ausgeruht. in mäßiger Entfernung sah er die Bergfeste des Ritters vom weißen Adler. löste sich das Ungeheuer langsam in seinen /(206) Umrissen auf. von aufwartenden Edelknaben. der Graf hörte sie heulen und schreien. und. nicht lange. Mit aller Kraft packte er die Tafel und stürzte sie vom Postament auf das Pflaster herab. Als Reinald all dies sah und den Bann begriff. wie sie den Grafen erblickte. die Schwestern schmeichelten und sangen.So erfuhr er bald. wo sie lautlos auffiel und in Stücke zerbrach. Adler. bis in einen langen Gang. Reinald schritt auf das schweigsame Bauwerk zu und die ruhelos spähende Chimäre. so brachen drei Geschwader aus dem Waldrand hervor. ganz nahe wühlte der Bär mit seinen Tatzen /(205) in dem dünnen Wurzelstoß. in der der helle Himmel lag und das Wipfelgebirge des verlassenen Walds. in einiger Tiefe gelegen. gegen Abend kommen sie zurück und du siehst den Morgen nicht mehr. Die Frauen schrien auf. wo er den Schlüssel finden sollte. Sieben Tage durchstrich er nun den endlosen Wald. durch sein Versteck zu spähen. Läufern und Heiducken in Menge umgeben. hinter scharfriechenden Kräutern und Wurzelwerk. der nicht nur die Schwestern. küßten ihn im Übermaß der Freude. Verwundert trat er aus der Türe in einen hohen Saal und sah nun seine Schwestern. wo er war und gab sich seinen Schwestern zu erkennen. die weit offen stand. fand er sich auf weichen Kissen. der alle Zaubereien des Waldes in Gang erhielt. Schreiend verließ Reinald das Zimmer. daß an jedem nächsten Tag Bär. der Bär. Als er erwachte und sich eben hochrichtete. Ein Wille war hier lebendig von intensiv schöpferischer Gewalt zum Bösen. Es war aber der Zauber. Bis sich am achten Tage die Bäume lichteten und Reinald sah einen Felsen vor sich. nur eine Säule stand halbhoch in der Mitte und auf ihr eine steinerne Tafel. als er in den Nebel hineinstieß. Adlerflügeln und dem eines Bären. der sie gefangen halte. erhoben sich aus den grünen Tiefen Freudenrufe. als er sich entfernte. Reinald fühlte. welches Unglück führt dich in diesen Wald! Hier hausen schreckliche Tiere. brausend erhob.« Da wußte Graf Reinald. stürzte den Berggang zur Tür hinauf. welche sich. der es brechen konnte. Eine Treppe lag dahinter und Reinald stieg die Windungen herab. welchen Weg er einzuschlagen habe und nahm mit dem sinkenden Tag Abschied. in dieser Gestalt hatten sie ihren Brautzug vollführt. Mit einbrechender Nacht kamen die Tiere. Die Frauen staunten den Ritter mit stummer Verwunderung an. an ihrer Spitze die Ritter mit Reinalds Schwestern. und die Tür in dem finstern Portal sprang von selber auf. dann wurde es still in der dumpfen Kammer. zeigte ihm der Schlangenritter sein Wasserschloß am See. immer gegen Osten zu. der in ein offenes kerzenbeschienenes Zimmer führte. die Reinald umarmten und brüderlich willkommen hießen. am Bett stand ein Page und reichte dem Grafen prächtige Kleider. zitternd bereiteten die Frauen dem Bruder ein Versteck im hintersten Winkel der Hütte. als der Graf zum zweiten Mal vorsprang um einen Schlag zu tun. die Schlange. und davor ein Ungeheuer mit dem Leib einer Schlange. und ein namenloses Grauen überkam den tapferen Grafen in dem starrenden Gemach. Graf Reinald aber nahm . zu edlen und glänzenden Rittern. und jubelnd zogen sie zum Schloß des alten Grafen. Schon war der Abend angebrochen. Der Raum war völlig leer. ein Portal in den Fels gehauen. jeder Schritt im Wald war der gewisse Tod. Aber als Graf Reinald den ersten Hieb gegen den Bärenrachen über seinem Kopf führte. so hatten sie den alten Grafen angefallen und mußten heute den Grafen Reinald treffen. Die Morgensonne schien freundlich in ein reich geschmücktes Gemach. Doch mit dem folgenden Tag mußten sie in ihre Tiergestalt zurück. das Geheimnis zu verraten. um dem Bann entgegen zu ziehen. waren stürmischer und hielten länger an als die brüderlichen Bedenken der Ritter. ruhte er nicht. auch daß er gekommen sei. die mit wenigen unverständlichen Zeichen beschrieben war. Aber wie Graf Reinald dort hervortrat. bis er von den Rittern das Geheimnis ihrer Verzauberung erfahren hatte und den Schlüssel. ging das Schwert mitten hindurch wie durch Luft und die Chimäre hing unbeweglich. so beschaffen. dann umarmten sie ihren Bruder.drei Frauen saßen und spannen. um ihn von den Lüften her zu zerfleischen. und der Graf schlief ein. den er seit seiner Kinderzeit im Wald geahnt hatte. wenn sie dich treffen. Wie erstaunte erst der Graf. der Adler. Seine Bitten. verschwand völlig. sondern . aber ihre Kniee zitterten vor Furcht wegen der offenbaren Gefahr. aber hier war ihr Blick. die Brautnacht gefeiert. Schlange wieder zu Menschen wurden. den Bann zu lösen. als er ins Freie trat und die völlig verwandelte Gegend sah: statt der Hütte stand ein Jagdschloß da. an ihrer Seite drei Ritter von fürstlichem Ansehen.

Immer weniger trafen sie Menschen. er bat um seinen eigenen Segen. wollte nicht vor Abend zurück sein. Aber kaum hatte sie dem Geliebten ihre Wünsche erzählt. vom sprechenden Vogel. als wäre er von der Peitsche getroffen. die ihn mit Stimmen aus seiner Kindheit. Heftig schrak sie zusammen. Da trat eine alte Frau an die Tür. eine Einsiedlerin und Fromme. Eine schöne Dame. Aber alchymisch steigt aus dem ritterlichen Wesen das andre. beim Priesterkönig Johannes. so kommst du an keinem. Ruhelos verbrachte er die Nacht. den niemand hört. der gewohnte Bann bleibt. Bis am Morgen des zwanzigsten Tags der Prinz einen Derwisch sah. Nahm von der Geliebten zärtlich Abschied und ritt ins Morgenrot gegen das Land Hind. mit unbewegter Stimme und wie aus tiefer Ferne: /(208) »Kehre um. so grämte sich auch dieser wie um einen Verlust. und wirren Gedanken. als sie die Schritte des Prinzen hörte. Schon spürte er das Wiehern der überrennenden Rosse. Die Prinzessin bat sie einzutreten und mit ihr das Gebet zu sprechen. hohe Herrin. ohne Lust. hüte dich. die Welt bleibt. Er verneigte sich tief und grüßte den Heiligen mit ehrfurchtsvollem Gruß. hättest du die. Prinz Bahman. das Haupt zu wenden. Der Prinz flehte Allahs Segen auf ihn herab. über weichendes Geröll den öden Berg hinauf. als wäre die Luft voller Schlangen und Würmer. von schwarzer und seltsamer Gestalt. Es schlägt dir ein Gewirr von Stimmen ans Ohr. Der Prinz ritt festen Herzens vor und hörte nicht auf die Zauberrufe. die Nacht sank. in den Sinn der dunklen Worte einzudringen. wo er verschwand. Er hat erst gestürzt und die Tiere sind Menschen geworden. die drei Wunder zu gewinnen. da erhob sich plötzlich. mit den Stimmen toter Freunde bei Namen nannten. der bei Allah war. im Land Hind. von Geburt an als philosophisches Märchen. auf den verwehten Karawanenstraßen durch die beginnende Wüste und den Paßsteigen zu dem Eisgebirge hinauf. saß augenblicklich auf. da es die vorgeschriebene Stunde war. sondern die Sphäre des Steins der Weisen selber bedeutet. nach dem Weg fragen solle. Hüte dich. daß er den Reiter auch nur höre oder sehe. Wo er verschwand . nur von seinem Leibsklaven begleitet. an der Seite eines Bergwegs. einen Tag. reite den Berg nicht hinauf. das nicht nur Charaktere zerstört. Nur ein Pilger. im innersten Asien. Wer die drei Dinge sucht. diesem Garten fehlt nichts als drei Dinge. dazu ein brüllender Wirrwarr vieler Stimmen. der dicht neben ihm aufzufahren schien.vergebens. aber der Derwisch gab kein Zeichen. so wäre er vollkommen. starr in sich versunken. Ihr Herr. der vergeht. die dich mit Furcht füllen oder betäuben. staunte. der zurückkam von der Jagd. doch als die Prinzessin Perisadah immer heftiger in sie drang. und sprengte davon. weil er immer ist. /(207) pflanzte Blumen ein. ob er den Marabut.Abschied von allen und zog ins heilige Land. und wieder sage ich. dann ritt er zurück. blieb die Prinzessin in Unruhe zurück wie nie zuvor. Einen Tag oder zwei erwartete ihn der Sklave. doch der Prinz. ist das alles zu finden. Der Weg ist gefährlich.in der Tat mußte Reinald noch weiter ziehen. das orientalische Märchen jetzt hervor. der weit herum gekommen war. ein Pfeifen und Zischen. mit einem Blitz rings um den Weg und rückwärts im totenstillen Raum. desto dichter zeigte sich der Berg mit Felsen bestreut. und schließlich begegnete ihnen niemand mehr in den verlassenen Tälern und Steppen. war allein im Garten. da antwortete der Heilige von selbst. Der Prinz war unschlüssig. aus solchem Stoff. und das Herz des Mannes spürte keine Furcht. dem er am zwanzigsten Tag begegnet. Kommst du an einem Tag nicht zurück. Der wird dir den Weg zum goldenen Wasser und singendem Baum zeigen. und schwor. frage den ersten Mann. bewunderte viel und sprach: »Gewiß. Zwanzig Tagreisen von hier. wollte ihn zuletzt noch als Tempelritter gesehen haben. dachte er an die dunklen Worte des Derwischs . wie ihn sein Herr . mit dem Grauen des Tags brach er auf. Es war totenstill und je weiter der Reiter kam. aber noch während er den Kopf zur Seite drehte. so findest du auf einem Felsen den sprechenden Vogel. Die Frau sah den glänzenden Garten. und die schwarzen Steine sind der Tod. doch der Derwisch dankte nicht einmal. vom singenden Baum.« Sie schwieg. blieb taub gegen den ehernen Wagen. und er verstand hier die Worte der Alten. ihr die Dinge zu nennen. Schon war der Gipfel zu erblicken. war hinausgeritten auf die Jagd. so fuhr die Fromme zögernd fort: »Ich spreche vom goldenen Wasser.« Als die Fromme gegangen war.« Der Derwisch sank wieder in seine Entrückung. wie es der Derwisch verkündet hatte. Kommst du dennoch zum Gipfel. der Prinz erstarrte augenblicklich zu schwarzem Stein. hieß den Sklaven auf ihn warten. der Peitschenknall schlug an sein Gesicht und wütend fuhr der Prinz um. doch der Derwisch antwortete nicht. wird hier erzählt.

ihren Geliebten zu erblicken. in denen weiß gezaubert wird.geheißen hatte. Prinzessin Perisadah füllte ihre Flasche bis zum Rand aus der magischen Quelle. ob er tot ist oder lebendig sei und wo ich ihn finden kann. warf sich nieder und sprach die Sure: »Der niedersandte Wasser vom Himmel. so war der Gang des Wassers ununterbrochen und stets sich selber gleich. nach diesem Maß werdet ihr dereinst hervorgehen. Aber wie sie den Platz erreichten. aber jetzt waren sie einer dem andern gleich. im Triumph des zweiten Lebens. gehe jetzt den Berg wieder herab. von denen die alte Frau gesprochen hatte. in der Gnade Allahs. zu der Fülle des Paradieses. nach dem sie selber schrie. brach einen Zweig von dem Baum. dir soll nichts Arges widerfahren. sei guten Muts. den ihr Geliebter genommen hatte. Dir gehöre ich. Aber bald begann sie wieder zu zweifeln. der andre dorthin. aus euren Gräbern. erreichten am Morgen des zwanzigsten Tags mit ihren Wundern den Palast. mußte sie beim sprechenden Vogel erfahren. Wir haben einige /(211) Märchen gehört. und sein Singen klang zum Kreislauf des QuelIs. In den Märchen wird nur »gedacht« um zu tun. bedeutend schönen Kuppelgehäuse. häuften Ruhm und Ehre auf das Haupt der Prinzessin.« Die Prinzessin bat die Heilige. an ihm vorüber. wurde augenblicklich wie der Lebensbaum des geheimen Berggartens selber.« Jetzt erst kehrte die Prinzessin um. und durch seine Kraft wird jeder wieder zum Leben erstehen. die umherliegen. und nur das Wasser in der Flasche wallte auf. der eine hierhin. zu den Sagen des Vogels vom Bergzug der Helden und der überstandenen Gefahr./(209) wischs während des einsamen Ritts wohl überdenkend. Dort fülle die Flasche mit dem goldenen Wasser. Der geheime Zweig schlug Wurzel. aber sie achtete auf nichts und sehnte sich. Ungeleitet schlug sie den gleichen Weg ein. den sie zum Tod geschickt hatte. das tote. Schon sah sie den Vogel in einem Käfig auf der höchsten Felsenspitze.« Da antwortete die Prinzessin: »Ich will von meinem Herrn und Geliebten hören. ihren Geliebten zu suchen. was ich tun soll. dein Befehl auf mein Haupt und meine Augen. mit dem wir das Gefild erweckten. um dadurch allein das . das Tal war erfüllt von Menschen und Erwachten. der leise die Hand erhob. und du wirst die Zweige des singenden Baums über dem Wasser erblicken. Da sprach der Vogel weiter: »0 große Herrin. die nicht sterben wollte. die andern sowohl wie dein Geliebter. die andern nur wenige Tage.« Die Prinzessin folgte den Worten des Vogels und stand bald unter Blumen und Büschen vor einem kleinen. die selber leuchtete. den singenden Baum. Am zwanzigsten Tag erblickte auch sie den Heiligen. mit andern Mitteln. doch im alten Raum des Verwandelns sind auch wir. war der Derwisch verschwunden. lange und genau. verneigte sich tief vor ihm. sage mir. steckte neue Zweige und Knospen. Uns kommt das nicht mehr zu. Diese führte die Erweckten den Berg herab. und umarmte sie. Die Prinzessin hörte die sichere Botschaft des Todes. und sie blieben verbunden in der Weise der Anbetung. in dem sprang ein Springquell aus trinkbarem Gold. in das sie gegossen wurde. am Tag der Scheidung. Von den Erweckten ritt jeder nun seine Straße. denn er ist weder tot noch lebendig. Da staunte die Heilige in höchstem Staunen. übermächtige Liebe gar nichts andres zu hören übrig: nur dies Eine. als der Sklave von den Worten des Derwischs erzählte.« Da antwortete der sprechende Vogel: »Hören ist Gehorchen. Eher kannst du deinen Geliebten nicht finden. alle Zeiten und Alter standen auf dem traumlosen Berg. die Worte des Der. ihr Geliebter erhob sich. Da brach völlige Stille ein und der Vogel sprach: »0 tapfere Herrin hoher Geburt. Aber die Prinzessin vernahm keinen Laut in ihrer tiefen Versunkenheit. Schuld. ihre Strahlen und Garben kreisten von selber in die Höhe. Prinz und Prinzessin aber kehrten den alten Weg zurück. damit ich deinen Wunsch erfülle. und schritt ohne Frage den Weg hinauf auf den schreienden Berg. führte sie unter die gedrängten Wunder. Viele hundert Jahre hatten die einen geschlafen. Noch lange hörten sie auf den Fall des Wassers. so standen die Menschensteine auf. so daß sie nun alle drei Wunder besaß. und sie beschloß selber aufzubrechen. die Prinzessin ergriff das tobende Tier. bis auch zu ihnen der Tod kam und sie von allem irdischen Trost wegnahm. der fast Verlorene. in der bitteren Sehnsucht nach dem Geliebten. die magische Quelle tönte in dem Becken. ihre letzten Tage bei ihnen zu verbringen. Soll man tun oder denken? wurde gefragt. stieg ab. goß von dem goldenen Wasser auf jeden Stein. auf das finstere Felsgeröll /(210) rings um den Weg: und wie der erste Tau fiel. über der Kuppel wölbte sich ein Baum mit einer Krone. sprenge ein wenig von dem goldenen Wasser auf die Steine. in einer Liebe. Am siebten Tag gedachte Prinzessin Perisadah der frommen Frau und ließ sie rufen. und alle Zweige sangen. zum heiligen Derwisch. nimm diese Flasche und gehe auf die andre Seite des Berges. es ließen ihr Leid. die Sagen des sprechenden Vogels. Dem sprechenden Vogel gaben sie seine Wohnung im Garten. und sie trauerte in höchster Trauer.

ist sie taub gegen alle Verlockungen des bloß neugierigen Interesses. wie Lots Weib.und Sirenensage bekannt. an das das orientalische Märchen so wunderbar erinnert. den Quell. gegen Salz. es ist eine schöpferisch konstitutive. Baum und Quell zum bIoßen Gartenschmuck eines behaglichen Daseins. das Denken geht dem Tun vor. mit verstopften Ohren umgangen. wie denn dieses bedeutende Märchen nicht nur vom Tod als der Sünde Lohn erfüllt ist. trotz seiner alten Sprache und Landschaft. und in diesem Integralen schrecken sie die abseitigen Stimmen nicht. als dem Lohn der Neugierde und des vergessenen Jerusalem. deren jedem das Gleiche auf dem Berg geschieht) . denn es ist zu nichts nütze. so ist ihr auch das eitle. die Schwester Prinzessin (denn hier ist sie eine Schwester zweier Brüder. Prinzessin Perisadah jedoch kennt ihre erste Neugier nicht mehr. einer Erinnerung des Ursprungs. den alten Mächten unzugänglichen Regionen ausweicht. auch kein bloß abstraktes oder wie immer unaussprechliches Verlangen von endloser Unbestimmtheit des Zwecks.« Die Prinzessin war aller bloß wissenwollenden Neugier so fern wie der Derwisch geworden. daß sich die Geschwister im Original als ausgesetzte Königskinder erkennen. ungezielte Sich-Umsehen erspart. vom Lösegeld der Erkenntnis. Ein Element der Eva selber kehrt in der Prinzessin um. mitten zwischen »lustiger Person« und »Alchymie«. diese nahen Verwandten zur blauen Blume.Rechte zu tun. die dem dummen Teufel in vielen Märchen gegönnt werden. das Tun bewährt das Denken. vornehm unzulängliche. des Sinns. wo so viel tapfere Ritter vor ihr zugrunde gegangen waren. ihrem Vater zurückführt. und wirklich reiht sich diese. Aber ob die Sure des Lebenswassers oder die Rückkehr zum Vater erscheint: das alles ist doch nur eine allegorisch schlichte. /(213) Allerdings.und Steinsäulen rückwärts. hier gesetzten . ironisch kapitulierende Motiv des Verstopfens der Ohren. im Original des Märchens. nicht bloß listige Kraft in der Taubheit der Prinzessin. und das in allen Mythen der Vergaffung zum Tod und der Steinwerdung führt. als er von der Weiberlist erfährt. Baumwolle in die Ohren. Und von hier aus bedurfte zuletzt das orientalische Märchen. die ihre jüngste Schwester beneiden«. abstandshaft ehrliche Umkreisung des letzten. der Epopöe des Errettens zugewandten Stils. Selbst der Derwisch muß hier herzlich lachen. eben weil die Prinzessin weiter zieht als der Graf Reinald vorher. radikaler eingedenkend ist als die Kraft des bloßen Besitzenwollens oder gar der leeren. gleicht einem Mann. es sei denn. aber gleichsam rein theoretische Betroffenheit von der Kunde der Alten. in einigem Alltag zu Ende. vom Lebenswasser gradeaus. nur zu besitzen. das entspannt und tötet. Hier ertönt also. in ihrer tiefen Taubheit der Liebe. Wenn also grade metaphysisches Denken nichts von jenem »Lebenswasser« mit sich führt. wenn nicht besiegt. des Inhalts. höchstens noch die edle. mittels derer die neue. auf das Pathos der Prinzessin wohl anwendbar: »Wer Weisheit besitzt ohne Menschenliebe. daß sie der sprechende Vogel zum Sultan. erst recht wird /(212) in dem orientalischen Errettungs-Märchen das böse Prinzip ja nicht etwa subjektiv. Wie im Tun des Grafen Reinald. alle Eitelkeit der Kreatur offenlassenden Neugier. an sich nichts bedeutenden Listhandlungen von Kindern und Soldaten gegen Hexen und dumme Teufel. in dem das heute noch lebt. zwei Menschen gehen auch hier nur. sondern auch vom Gegentod des weißen Zaubers. So werden Vogel.die Schwester Prinzessin also stopft sich. Hierin begreift sich auch das letzthin noch Problematische am Ausgang beider Erzählungen. kurz. Ihr Herz ist voll konkreten Willens wiedergutmachender Liebe. Die vorigen Bergfahrer und Prinz Bahman kannten nur diese Greiflust. den Vogel. ersichtlich in andrer Reihe als die bloßen. sehnten sie sich nur zu erblicken. viel leichtere Züge sind jedoch im Original. dann ist es nichts nütze. ja selbst noch der wissenwollenden Lebensangst. nach großen Zeichen. all den heiter genauen Ausweglisten an. schließlich selbst der positiv magischen und orientalischen. ja orphisch besiegt. sondern der Substanz nach orpheushaft. wie das Original des erzählten Märchens heißt. die strenger gerichtet. so ihm doch nach unbekannten. Indes steht bereits das seltsam. so daß sie nur hin und wieder ein Echo der tödlichen Stimmen auffängt und unbeirrt voran kommt. Auf diese weist unverkennbar diese unsre überlegte »Geschichte von den beiden Schwestern. aber zum äußeren verloren hat. In mehreren Fassungen liegt oder lag ja Tausendundeine Nacht vor. schmale Kraft der Freiheit und des menschlichen Verstands das böse Prinzip. Liebe wird hier das wesentliche Instrument des Findens oder wie ein rabbinisches Gleichnis dazu sagt. im bunten Rock. der den Schlüssel zum innersten Gemach besitzt. diese Neugier. vielmehr des frischen Traums. aus der Odysseus. darin mischt sich schon das Gespräch einfacher Kameltreiber mit dem Vortrag von Rhapsodien am Kalifenhof und stellenweise mit einer bedeutenden alchymischen Kultur. ein Märchen höchstens. den Baum. so wird im (viel tieferen) Tun der Prinzessin doch nur die vorige Gestalt aus dem Bann zurückgewonnen.

wo es das Hiesige weg gewaschen zu haben scheint. wider alles Erwarten. Jedoch . was metaphysisch umginge. ebensowenig der Palast. Das durchleuchtende Nichtwissen dieses Schlusses fundiert folglich das Problematische. Nur bis zur sultanischen Schwelle leitet das Original. In der »Fahrt zum Hades« singt Schubert mit bleichem und ernstem Ton. was bleibt: dann wären die Sagen des klassischen Altertums auch der genaueste Führer durch die Welt nach dieser Welt oder vielmehr. diese Lichter sind freilich immer augenblicklich oder beiläufig. geht das letzte im Menschen noch gar nichts oder nichts mehr an. er wäre in Menschen und Steinen noch darin. zeigen das unverdinglichte.Coda: Wie sehr das Wasser andres meint. ja eine Ahnung. und noch größer wäre das Entsetzen. der ganze Berg bleibt noch verschlossen. falls nicht die Walhallamythen. noch nichts geschehen. daß damit schon alles Ende zu Ende sei. ist nicht darin. wenn auch Götter-Dinge. als wäre nichts. kurz des wirkenden Lebenswassers /(115) nicht Danaidensieb oder Olymp oder Krone sein könnten. ungebannte. in den die Geliebten mit halbem Lebenswasser und äußeren Gartenwundern zurückreisen. wenn das »lebende und tote Gefild« erweckt wäre. aber es ist in ihm doch auch ein Ungenügen an diesem räumlichen Dingsein noch einmal.« Setzt man diesen Fall nun wirklich. auch hellere Stellen aus der griechischen Mythologie sind das Einzige. so still erschüttert. die doch auch noch zu dieser Welt gehört. /(216) DAS STAUNEN . Folglich wären sie zur Bildung eines zweiten Lebens verpflichtet. den fluchbeladenen Tantalus. gar die Steine. es gibt sie dann nicht nur. Die Verblüffung wäre unsagbar. es verwandelt den zurückgenommenen Prinzen selber nicht. doch das Lebenswasser meint mehr. Der heutige massive Unglaube ans Unsichtbare. die Worte: »Schon seh ich die blassen Danaiden. sondern dazu gehalten ist.ein Garten aus dem. wenn auch als Königssohn. An diesem Fall ist aber nicht nur die Wahl. Der Quell möchte aber anders springen. letzte Heimweh in allem an und haben keinen großen Ort. der /(214) singende Baum enthält die Musik andrer Sphären. was die Menschen zuweilen staunen. Schlichtes Staunen über Unscheinbares zeigt uns heute tiefer an. trotz aller erkennbar mystischen Bedeutung. das offenbar Unvollendete. wenn man Danaiden und den fluchbeladenen Tantalus oder Teufelsheere und lobsingende Engel wirklich am Ende erblicken würde. Er treibt in seinem Becken geometrische Figuren bIoßer »Natur« und macht nur sich selbst sich selber gleich. das das höchste unter den drei Schätzen ist. für die christlich Gläubigen. alchymische Symbole reinster Art. als hätte man das erwartet (»schon seh ich«). die keine Prinzen waren. und er ist noch mehr. wenn es wirklich dieses Erwachen gibt und wenn es das letzte wäre. eben doch nur zurückreisen. Die Prinzessin hat den Prinzen allerdings wieder gefunden und am Ende vielleicht die »Fülle des Paradieses« (das ihr ebenfalls schon fertig da ist). das die Menschen ganz und alle Steine frei macht. daß die Bilder des letzten Erwachens. daß man nach dem Tod oder am Ende der Zeit die Danaiden wirklich erblickt. so real wie hier Bäume und viel realer. denn in der Tat sind doch die drei Schätze. wie es nicht nur aus dem Stein hervorholt und zu einem irdischen Königssohn restituiert. den Katechismus zu finden. als es so unruhig und streng aus den Worten der alten Frau klang: von diesem könnten eben Ungläubige des überlieferten »Endes« glauben. ja eben das bedeutend Unbefriedigende am Ende dieser kleinen Heilsgeschichte: mit dem Tod noch im Ausblick. daß es Steine wieder zu den Menschen macht. die er einem gibt. was uns erwartet. Der bloße Prinz Bahman. der sprechende Vogel wie das goldene Wasser wie der singende Baum. die reelle Sohnschaft des höchsten Königs. die Sagen von Hölle und Himmel. bis ins Unfaßliche. auch die Frömmsten und grade diese wären irre daran. auch im Original hilft der Vogel nur bis zur Königskindschaft. der sprechende Vogel meint im Märchen das Lösewort. Das Lebenswasser. sondern sie und das ihnen Verwandte. eines wirklich ganz Andern und Wunderbaren. alles fragend. sondern er selber blasphemisch. Der Blick auf solche Dinge. skurril als blasphemisch: denn was wäre oder geschähe in der Tat. als sei er an der Stelle. vielmehr noch Unsichtbare ist zwar ebenso irr wie der massive Glaube an himmlisches Fleisch und Bein. die so erlebt sind. läßt sich überall messen. ja das Werden wie Allah und hinter Allah zu exekutieren.Sinns. Wenigstens mit Bildern und Gesichtern. die sie vorher waren. als wären sie schon drüben und erzählten von dem. lösend und ungefunden. grade den Schatten des Wandels und den Tod an seinem Ende zu überwinden. der bessere Cicerone wären oder auch das mohammedanische Paradies. schließt seine Verwandlung damit ab. ja erschauern läßt und was die Prinzessin selber hatte.

DER BERG Ein Jäger mit Namen Michael Hulzögger. In der Jugend sind wir doch häufig so leer und rein gestimmt. »Es regnet«. So vor allem später.»Doch. in dem sie ihr All zu finden hofft? . so ist das nicht weniger rätselvoll. »Ja. in dem er nicht wäre oder nicht so wäre. über dem andern »Seienden«? Ist es nicht genau so dunkel. Auch verbindet er Philosophie immer wieder mit der Jugend. und aufmerkt. wenn sie wären. es regnet«. So möchte man die paar beiläufigen Worte zwischen dem Mädchen und dem Mann durchaus. Denkt man sich aber. gehen. Hamsun. ging an einem Sommertag des Jahres 1738 in den Forst am Untersberg. er zittert vielleicht ein wenig und mich dünkt. zu »sein«. das ist etwas. im Staunen nicht nur die Frage.mit dem Chok. ich verstehe es. ja«. Die das fühlte. wachen auf. es regnet. sie als dessen Brechungen oder Verwandlungen gefaßt. sagte auch sie und ging bereits. Wir sehen zum Fenster hinaus. Sogar diese Formel ist schon zu viel. als ob das nicht Geheure nur am »Sein« läge. Pan Ja.»Ja. wie dieses wieder zu jenem komme. Dann werden die vielen großen Rätsel der Welt ihr eines unscheinbares Geheimnis nicht gänzlich zudecken. das kommt vor . was den Metaphysiker von den bloßen Rechnungsräten der Welterklärung unterscheidet. wie unsicher und dunkel der Grund der Welt ist. und das ihn doppelt befremdend macht? Geht die Frage des schlichten Staunens nicht ebenso in dies »Nichts« hinaus. gewissenhaft: Weisheit des Alters in der frühen.« . ist. sagte sie und richtete sich auf. sondern auch die Sprache einer Antwort. »erklärt«. denken Sie nur. Die ersten Regentropfen fielen. zu allerlei hoch benannten Werdekräften. er klingt in den großen Systemen bedeutend nach. macht Metaphysik an jedem Punkt wieder unruhig.. wie der Grashalm oder der Ast einer Fichte? Gibt der Ast nicht nach wie vor genau so namenlos viel zu denken. plötzlich darüber staunte. scheint nur in dem sehr dumpfen Gefühl: wie ist das alles doch unheimlich. daß nichts wäre. stehen. die ich betrachte. diesen gärenden «Endzustands in den Dingen zu vernehmen. das mittönende »Selberstaunen«. wie dieses oder jenes entstanden sei. neben. scheinbar. sich konkret ergebend. fortdauernd an diesem Staunen gemessen. Wenig fiel ihr eigentlich auf und doch war sie plötzlich an den Keim alles Fragens gerückt. daß grade deshalb noch alles anders »sein« kann. Die Philosophen sind hierin etwas betroffener als richtige oder okkulte Wissenschaft. ließ sich auch nirgends anderswo blicken. das man nicht nennen kann? Hängt er mit seinem »Sein« nicht genau so gut ins »Nichts« über. Wenn man zu wissen glaubt. selbst die Elfen. macht mit Post hoc /(217) und propter hoc ihr abstraktes Rennen. ich weiß nicht. ja. sagte ich. schlafen ein. als eine Art morgendlicher Übung des Instinkts meditieren.»Ja. denken Sie nur. er habe sich verstiegen oder sei über eine . mit der Hoffnung. ein Sein wie Glück. die Erzengel so hypothetisch wie unwillig zugegeben: sind sie etwas andres als nun noch eine Art zu »sein«.»Denken Sie nur. daß man keine Frage mehr braucht. Man hielt endlich dafür. Erst recht gelang es schwer. Zuweilen sehe ich die blaue Fliege. nämlich so sehr unser eigenes »Sein«. unbetrüglichen Frische siebzehnjährigen Urstaunens. « . der mir auch ein wenig zu denken gibt. Die Wissenschaft ermattet erst recht das fragende. ob Sie es verstehen. Es gibt keine rechten Worte dafür oder man biegt das erste Staunen um. wie übermächtig seltsam ist es. von /(218) Zeit zu Zeit. dies Stück Alles. und ich denke bei mir: hier steht nun dieser Grashalm und zittert! Und ist es eine Fichte. das hört sieh alles so dürftig an. Aber zuweilen treffe ich auch Menschen auf den Höhen.. Die theosophischen Lückenbüßer greifen außer zu Elfen gar zu Erzengeln. Immerhin war der Anfang philosophisch nie ganz auszutreiben. es ist immer dasselbe. Er kam nicht wieder. Und zuweilen sehe ich das Gras an und das Gras sieht mich vielleicht wieder an. niemand hat die »Probleme«. war weit zurück. wieso eine Blume blüht und die ganz Bedürftigen sogar zu Hellsehern gehen und von Elfen reden. das Staunen ist ihnen seit Platon eine ausgemachte Sache oder der Anfang: aber wieviele haben auch hier die Wegweisung des Anfangs behalten? Fast keiner hielt das fragende Staunen länger an als bis zur ersten Antwort. doch. und aus der Morgenröte des bebenden Anfangs wird die Hoteltunke eines fatalen Mysteriums. die das Blühen besorgen oder sind. berichtet ein Volksbuch aus der Gegend. sondern diese sich im Staunen völlig stellt und endlich »Glück« wird. das bodenlose Staunen. was wissen wir? Ich sehe einen einzelnen Grashalm an. wenn man grade viel genauer fragt. so hat sie vielleicht einen Zweig. Ja. sieht aus.« . Ja. weit voraus.

Und es nur dann schenkt. erst recht die so bunt wie lang erfreuenden Knüpfteppiche herstellt werden. um Frucht zu entwickeln.Felswand abgestürzt. wie sie freilich auch die banalsten Ableger in pensionierten Ruhewünschen oder auch der Wiederkehr des Immer Gleichen aufweisen kann. Doch wie höhnisch oft und gerade wieder wie zahlreich sieht sich der Wunsch nach Ende des Treibens. daß er. wenn wir nicht selbst dahinter gehen. der Zerstreutheit. wo sich in der Nähe des Bergs eine Wallfahrt befindet. meist ohne je gelebt zu haben. Bis der König sie eines Tages von selber fand. würde verwesen. daß es /(220) das Unsere von selber gibt. dieser so schöne reichlich dauerhafte Stoff. schon deshalb nicht. zu schweigen. dann findest du alles. Man kann zwar einwenden. /(219) TOT UND BRAUCHBAR Wäre alles lebendig. was er erlebt und im Berg erfahren hatte. wie gemeldet wird. sah sie erfüllt. für den Verlorenen eine Messe lesen. sondern nur durch Eintöniges erfüllt. und der Stock des Großvaters bleibt jedenfalls länger als der selber. Was uns überwiegend umgibt. Es gäbe keinen Stein. tritt sicher nicht zu seinem Tag vor. den Weg alles Fleisches gehend. wie sie ohne ein früheres Leben unterhalb des Pelzes nicht da wären. Das ist beiden bald gekommen. wie er einst auf dem Welserberg verspukt wurde. es wird einem auch diese Perle nicht geschenkt. den er bestieg. Soldaten wie Weissager. um sie zu erfüllen. . vom raumhaften Gewordensein des Draußen an und für sich und seinem zerstreuten Nebeneinander behauptet. daß die Leute wohl kaum Genaueres erfahren würden als was Lazarus Gitschner davon geschrieben habe. So gibt es die Geschichte von einem sehr weisen Mann. DIE PERLE Auf dem Weg von innen nach außen und umgekehrt läßt sich nichts überfliegen. um wahr zu sein. Nach der Beichte legte der Bischof sein Hirtenamt nieder und schwieg bis an sein Ende. Doch auch diese Stoffe wirken dauerhaft nach dem Tod ihrer Träger und enthalten kein Stück mehr von deren früherem Leben. immer von Zeit zu Zeit eine Brille aufsetzen mußte. gleich wie wenn das Draußen schon soweit wäre. weil neben ihr dann ja überhaupt nichts mehr als diese Eine wäre. was entschieden zu schön wäre. statt vom zeithaften Handeln. kein Erz für Bildsäulen. Dieser Lazarus Gitschner aber hatte nichts gesehen als einen Stollen unter dem Königssee und den Kaiser Friedrich. Nach mehreren Wochen ließ sein Bruder auf der Gmain. Aber noch während dieser trat der Jäger in die Kirche. sondern blieb still und ernst und erklärte. der seine Wünsche vielleicht vergaß und den sie zu nichts mehr antrieben. Zerstreuung nicht durchs Eine. nur die Beichte sei ihm erlaubt. er ist nicht nur innerlich falsch. Ein König. daß auch Holz. Da ist manches Gold. Verwandtes wurde weiterhin. Soweit die alles zeithafte Handeln verlassende Fabel. es soll friedlich gewesen sein. bevor er gefällt wurde. sehr zum Unterschied von seinem früheren Wesen verstummte er bald völlig. also lebendig war. Nun aber. der über so lange Zeiten hinweg fest bauen ließ. das glänzt und doch nicht gehoben ist. wird indisch erzählt. antwortete auf alle Fragen. steht dahin. Es würde insgesamt welken wie die Blumen. aus der gutes und besonders haltbares Papier. um Gott für seine wunderbare Rückkehr zu danken. wenn wir nichts dazu tun. dem die Welt bereits derart zu sich gekommen und aus dem Schneider der Vielheit heraus war. die Perle kam nicht zurück. Von dem jedoch. nämlich. dergestalt als ob es gar nichts Zerstreutes wäre. ist ohnehin doch sogenannt Totes. Wenigstens nach mystischer Meinung. Andres brachte man aus dem Jäger nicht heraus. auf dem Wege der Absichtslosigkeit Gerade der Untätige also. Was wirklich im Steinernen ist. Und der Rat: Verlasse alles. auch den Enkeln und Urenkeln dürfte schwerlich mehr mitgeteilt werden. auch fürs Handeln. wie gesagt wurde. Aber Hulzögger blieb auch vor dem Kirchenfürsten stumm. vergebens. auch ein Buch mit Prophezeiungen und was sonst in die Sagen schon eingegangen war. Dasselbe gilt für die Wolle. verlor eine sehr schöne Perle. alle zusammen wurden in Trab gesetzt. sonst sah er alle Dinge als Eines. immerhin vorher einem Baum angehörte. und zu steril. ja. so könnte nichts um uns dauern. Der Erzbischof Firmian von Salzburg hatte ebenfalls von dem rätselhaften Verschwinden und Wiederkehren des Jägers gehört und ließ ihn rufen. daß er über seine Erlebnisse nichts sagen dürfe und könne. vom Berg. sprach er kein Wort. auch keine Bücher würden durch festes Papier über Jahrhunderte getragen. ließ im ganzen Land nach ihr suchen.

ja auch nur wirtlich Gewordenen sind selber erst Abdrücke eines Gehens. . Man sieht auch hier: wie es keinen rechten Weg gibt ohne Ziel. sondern betrogen. Sehe man drum jetzt und hier sich um. das noch ins Neue gegangen werden muß. das Selbe. mit tätig gesetzter Zeit im tätig umgebauten Raum. so auch kein Ziel ohne die Kraft eines Wegs zu ihm hin. die Spuren des sogenannten Letzten. was einem begegnet und auffällt.also nicht verneint. ja eines im Ziel selber aufbewahrten. Erst sehr weit hinaus ist alles.

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