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Wie Hund und Katz' men ist und der Boden geknarrt hat. Es war Claudia.

rt hat. Es war Claudia. Natürlich renne ich hinterher, doch mir fällt gleich
Als sie sieht, dass ich wach bin, kommt sie zu mir und wieder ein, was Jan gesagt hat. Deshalb renne ich
Jetzt hat sie mich geweckt, nur um mir über den streichelt mich. Sofort fange ich an zu Maunzen und wieder zu ihm zurück und setze mich neben ihn.
Kopf zu streicheln! Das gibt es doch nicht. Es ist zwar zu Schnurren. „So ist es brav.“, lobt er mich und gibt mir einen
schön, wenn sie das tut und ich genieße das auch, aber „Na, du Schlafmütze. So gut wie du möchte ich es Hundekeks. Dann ruft er: „Hol den Stock!“
deshalb muss sie mich doch nicht wecken. Das kann sie auch einmal haben. Den ganzen Tag lang schlafen Ich renne los und als ich ihn gefunden habe, beiße
doch machen, wenn ich wach bin. Naja. Dann schlafe und wenn du Hunger hast, dann gibt’s was zu essen.“ ich hinein und warte, bis Jan ruft. Erst dann bringe
ich nachher eben wieder ein – vorausgesetzt, es klappt Wieder maunze ich. Ganz so ist es ja nun auch wie- ich ihn zurück. So geht das eine Weile und irgend-
auch. Nicht immer kann ich gleich wieder einschlafen. der nicht. Nachts bin ich aktiv, wie sonst niemand in wann lässt Jan mich mit dem Stock spielen.
Jetzt genieße ich aber erst einmal die Streichelein- diesem Haus. Da gehe ich nämlich auf Beutezug. Ich
heit. Susi krault mich hinter den Ohren und meistens muss schließlich mein Revier verteidigen und diese Mittlerweile ist es dunkel und ich bin draußen.
dann auch noch in den Ohren. Ja genau. Das tut sie hinterlistigen Mäuse fangen, die sich hier herum trei- Während ich den Garten nach Mäusen absuche den-
jetzt auch wieder. Das tut gut. Am linken Ohr mag ich ben und die auch noch sehr gut schmecken. Apropos. ke ich darüber nach, was ich gestern Abend gemacht
es aber heute nicht. Da stört es mich. Deshalb drehe ich Ich bekomme Hunger. habe. Das war toll. Ich hatte gleich drei Mäuse in
es nach hinten. Sie versteht mich gleich und hört auf. Langsam stehe ich auf und strecke mich. Dann Aussicht, aber ich konnte natürlich nicht alle fangen.
Jetzt geht sie an meinen Hals. Das ist meine Lieblings- springe ich von meinem Schlafplatz – heute war es Sobald ich eine Maus gehabt hätte, wären die ande-
stelle. Ich recke meinen Hals bis es nicht mehr geht, der Sessel – und strecke mich noch einmal. ren nicht mehr aus ihren Löchern gekrochen. Des-
damit sie gut hinkommt. Dabei darf ich das Schnurren „Hunger?“, fragt Claudia. halb habe ich ihnen eine Weile zugeschaut und mir
nicht vergessen. Aber das kommt ja fast von alleine. Ich antworte ihr mit einem lauten und etwas mü- dann eine von ihnen geschnappt. Davor habe ich mir
Susi mag es, wenn ich schnurre. Ich habe mal ge- den 'Miau' und hoffe, dass sie das als ein 'Ja' versteht. genau eingeprägt, wo ihr Loch war, in das sie sich zu-
hört, wie sie gesagt hat, dass ich dabei meine Augen zu- Wir beide gehen nach oben in die Küche. Dort steht rück gezogen hatten. Und genau zu diesem Loch wür-
kneife und dann sehe es so aus, als würde ich grinsen. nämlich mein Futternapf und in diesen schüttet Clau- de ich heute Nacht zurück kehren. Es war mir egal,
dia gerade etwas Trockenfutter. Wie immer macht sie wie lange ich davor warten musste, bis sich eine
Mein Schwanz wedelt wild von einer Seite auf die noch einen kleinen Beutel auf und kippt ein wenig Maus blicken ließ. Ich hatte Zeit. Die ganze Nacht
andere. Gleich geht es wieder los. Jan ist eben nach von dessen Inhalt über das Trockenfutter. Tja. Die lang konnte ich davor sitzen und mich nicht bewe-
Hause gekommen und das bedeutet, dass es höchstens Mischung macht's. gen. Und wer weiß, vielleicht würde ich ja wieder so
noch zehn Minuten dauert, bis er mit mir nach draußen Mein Hunger ist in der Zwischenzeit immer größer eine große Maus fangen, wie gestern. Aber diese wür-
geht. geworden und ich mache mich gierig über mein Fut- de ich dann vor die Haustür von Claudia und Susi le-
Ich lege mich noch einmal hin, um mich auf den ter her. gen. Die müssen doch auch von etwas leben. Immer-
Spaziergang vorzubereiten. Innerlich gehe ich den Weg hin füttern sie mich. Da kann ich sie ja auch mal füt-
und die vielen Bäume, Büsche und Schilder durch, die Der erste Baum ist immer der schönste. Zum tern.
mir begegnen. Ich freue mich schon so darauf. einen, weil ich wirklich dringend muss und zum an-
Endlich kommt Jan um die Ecke und greift nach der deren, weil ich gleich hier mein Revier markieren Als wir wieder zu Hause sind bekomme ich von
Leine. kann. Aber das Beste wartet auf mich, wenn wir um Jan ein leckeres Mahl vorgesetzt. Es sind die Nudeln,
„Komm Sky. Wir gehen Gassi.“, sagt er zu mir. Das die nächste Ecke biegen. Ich kann es kaum noch er- die vom Essen heute Mittag übrig geblieben sind.
lasse ich mir natürlich nicht zwei Mal sagen. Kaum hat warten und ziehe wie wild an der Leine. Schade, dass keine Soße dabei ist. Die schmeckt so le-
er meinen Namen gesagt, renne ich auch schon los. „Ja, ja. Ist ja gut.“, sagt Jan und hat dabei Mühe, cker. Manchmal ist noch ein bisschen davon dabei,
Wobei ich nicht weit komme, denn Jan steht nur drei mit mir mitzuhalten. aber meistens macht er sie weg.
Meter vor mir. Mein Schwanz schlägt wie verrückt ge- Endlich haben wir die Ecke erreicht und Jan lässt Von dem Spaziergang bin ich ganz schön müde
gen alles und jeden. Es überrascht mich manchmal mich von der Leine los. Wie von einer Tarantel gesto- geworden, deshalb lege ich mich nach dem Essen erst
selbst, dass mir all diese Stöße so selten weh tun. Aber chen renne ich los. Ein wirkliches Ziel habe ich dabei einmal hin und schlafe ein wenig. Heute Abend, be-
das soll mir nur recht sein. nicht. Ich will einfach nur rennen. Zuerst quer über vor Jan ins Bett geht, lässt er mich noch einmal in
Jan hält mich am Halsband fest und ich setze mich die Wiese. Dann zurück und dann ist Jan schon ein den Garten und ich kann in Ruhe meinen Bedürfnis-
brav auf den Boden, so wie er es mir beigebracht hat. Stück vor mir, also renne ich an ihm vorbei zu einem sen nachgehen. Und anschließend lege ich mich dann
„Auf geht's!“ Baum. Dort mache ich eine kurze Pause und markiere neben sein Bett und lausche seinem Schnarchen. Ich
ihn, indem ich gekonnt ein Bein hebe. Wieder renne freue mich schon darauf.
Ich wache auf, weil jemand in das Zimmer gekom- ich zurück zu Jan und dieses Mal wirft er einen Stock.

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