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Wer kämpft gegen wen in Syrien.doc

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Wer kämpft gegen wen in Syrien? — voltairenet.

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By admin – 27. July 2012Veröffentlicht in: Balkanisierung, Kriege, Kriegsverbrechen, Syrien, Wichtiges

Logo der "Freien Syrischen Armee" nach einem Artikel von Thierry Meyssan Hervorhebungen, zusätzliche Links und sprachliche Umstellungen/Änderungen durch politaia.org Während die westliche Presse die Freie Syrische Armee [FSA] als revolutionäre Armee darstellt, behauptet Thierry Meyssan im Gegensatz dazu seit mehr als einem Jahr, dass es sich um eine konterrevolutionäre Gruppe handelt. Ihm zufolge wäre sie allmählich aus den Händen der reaktionären Golfmonarchien in die Hände der Türkei übergegangen, die für die NATO handelt. Solch eine ungewöhnliche Behauptung benötigt eine begründete Erklärung … Seit 18 Monaten ist Syrien das Opfer von zunehmenden Unruhen, die in einem großen bewaffneten Konflikt ausarteten, der bereits den Tod von etwa 20.000 Menschen verursachte. Wenn es auch Konsens über diese Feststellung gibt, divergieren jedoch die Berichte und Interpretationen. Für die westlichen Staaten und ihre Presse streben die Syrer eine westliche Lebensart in einer marktwirtschaftlichen Demokratie an. Den tunesischen, ägyptischen und libyschen Modellen des “arabischen Frühlings” folgend hätten sie sich aufgelehnt, um ihren Diktator Baschar Al-Assad zu stürzen. Dieser hätte die Demonstrationen im Blut unterdrückt. Während der Westen intervenieren wollte, um das Massaker zu stoppen, hätten sich die Russen und Chinesen aus Berechnung oder aus Menschenverachtung der Intervention widersetzt.

Auf der anderen Seite heißt es im Lager der Staaten, die noch keine Vasallen der USA sind, die Vereinigten Staaten hätten eine Operation gegen Syrien gestartet, die von langer Hand geplant war. Zuerst hätten sie nach dem Vorbild der Contras von Nicaragua über ihre regionalen Verbündeten bewaffnete Banden infiltriert und dann direkt eingegriffen, um das Land zu destabilisierten. Jedoch hätten sie dort nur eine sehr geringe interne Unterstützung gefunden und eine Niederlage erlitten, während die Russland und China die NATO gehindert hätten, die syrische Armee zu zerstören und das regionale Gleichgewicht zu zerstören. Wer hat Recht? Wer täuscht sich?

Die bewaffneten Gruppen in Syrien verteidigen nicht Demokratie, sie bekämpfen sie
Zunächst ist die Interpretation der syrischen Ereignisse als eine Episode des “arabischen Frühlings” eine Illusion, denn dieser “Frühling” ist keine Realität. Es ist ein Werbeslogan um unterschiedliche Fakten positiv darzustellen. Wenn es auch in der Tat eine populäre Revolte in Tunesien, Jemen und Bahrain gab, war das in Ägypten oder Libyen nicht der Fall. In Ägypten beschränkten sich die Straßenproteste auf die Hauptstadt und eine bestimmte Mittelschicht, niemals, absolut niemals aber spürte sich das ägyptische Volk von dem auf dem Tahrir Platz sich abspieldenden Fernsehspektakel betroffenen [1]. In Libyen gab es keine politische Revolte sondern eine separatistische Bewegung von der Kyrenaika gegen die Macht von Tripolis und dann das militärische Eingreifen der NATO, das ca. 160.000 Menschen das Leben kostete. Das libanesische Fernsehen NourTV war bei der Verbreitung einer Fernsehserie von Hassan Hamade und Georges Rahme mit dem Titel “Arabischer Frühling, von Lawrence von Arabien bis zu Bernard-Henri Lévy” sehr erfolgreich. Die Autoren entwickeln die Idee, dass der “Arabische Frühling” ein Remake der “arabischen Revolte” von 1916-1918 sei, welche von den Briten gegen die Osmanen orchestriert wurde. Diesmal hat der Westen jedoch die Situationen manipuliert, um eine Generation von Führungskräften zu stürzen und die Muslimbruderschaft an die Macht zu bringen. In der Tat ist der “Arabische Frühling” eine lügnerische Propaganda. Von nun an werden Marokko, Tunesien, Libyen, Ägypten und der Gaza-Streifen von einer Bruderschaft regiert, die einerseits eine moralische Ordnung auferlegt, und andererseits den Zionismus und den pseudoliberalen Kapitalismus unterstützt, d.h. die Interessen Israels und der Angelsachsen. Die Illusion hat sich in Luft aufgelöst. Einige Autoren, wie etwa der syrische Said Hilal Alcharifi, verspotten jetzt schon den “NATO Frühling.” Zweitens sind die Führer von dem Syrischen Nationalrats (SNR) sowie die der Freien Syrischen Armee (ASL) keine Demokraten in dem Sinne, dass sie für “eine Regierung des Volkes durch das Volk, für das Volk” wären, nach der Formel von Abraham Lincoln, die in der französischen Verfassung aufgegriffen wurde. So war der erste Präsident des SNR der Pariser Akademiker Burhan Ghalioun. Er war in keiner Weise “ein syrischer durch das Regime verfolgter Gegner “, da er in seinem Land frei unterwegs war. Er war kein “säkularer Intellektueller”, wie er behauptete, er war der politische Berater des Algeriers Abbassi Madani, Präsident der Islamischen WohlfahrtsFront (IWF), der jetzt im Katar Zuflucht gefunden hat. Sein Nachfolger, Abdel Basset Syda [2] ist erst in den letzten Monaten in die Politik eingestiegen und hat sich sofort als einfaches Werkzeug des US-Willens erwiesen. Nach seiner Wahl an die Spitze des SNR, hat er sich dafür eingesetzt, nicht den Willen seines

Volkes zu verteidigen, sondern die “Roadmap” zu implementieren, die Washington für Syrien vorbereitet hatte: The Day after. Die Kämpfer der FSA sind auch keine Demokratie-Aktivisten. Sie anerkennen die spirituelle Autorität des Scheich Adnan al-Arour, eines takfiristischen Prediger-Ideologen, der zum Sturz und zum Tod von Bashar al-Assad aufruft, und zwar nicht aus politischen Gründen, sondern nur weil er Alawit ist, d.h. in seinen Augen ein Häretiker. Alle identifizierten Offiziere der FSA sind Sunniten und alle Brigaden der FSA tragen Namen von sunnitischen historischen Persönlichkeiten. “Revolutionäre Gerichte” der FSA verurteilen ihre politischen Gegner zum Tod (und nicht nur Anhänger von Baschar Al-Assad) und vergreifen sich an Ungläubigen, denen sie in aller Öffentlichkeit den Hals abschneiden. Das FSA-Programm soll dem säkularen, von der Baath-Partei, dem SSNP und den Kommunisten installierten Regime ein Ende setzen, zugunsten eines rein sunnitischen sektiererischen Regimes.

Der syrische Konflikt wurde vom Westen vorsätzlich geplant
Die westliche Bereitschaft, Syrienzu zerstören, ist bekannt, und sie reicht aus, um die aktuellen Ereignisse zu erklären. Wir rufen ein paar Fakten in Erinnerung, die keinen Zweifel über den Vorsatz der Ereignisse erlauben [3]. Der Krieg gegen Syrien wurde von Präsident George w. Bush bei einem Treffen in Camp David am 15. September 2001, kurz nach den spektakulären Anschlägen in New York und Washington beschlossen. Es wurde geplant, gleichzeitig in Libyen und Syrien einzugreifen, um die Handlungsfähigkeit auf doppeltem Einsatzgebiet zu zeigen. Diese Entscheidung wurde durch ein Interview des General Wesley Clark, Ex-Oberbefehlshaber der NATO, bezeugt. Im Zuge des Sturzes des Regimes in Bagdad im Jahr 2003 verabschiedete der Kongress zwei Gesetze, die dem Präsidenten der Vereinigten Staaten Anweisung zur Vorbereitung eines Krieges gegen Libyen und gegen Syrien (Syria Accountability Act) gaben. Im Jahr 2004 hat Washington die Regierung in Syrien beschuldigt, Massenvernichtungswaffen zu verstecken, die man nicht im Irak finden konnte. Diese Anklage ist im Sande verlaufen, als es klar wurde, dass es diese Waffen nie gegeben hatte und sie nur als Vorwand diente, in den Irak einzumarschieren. Im Jahr 2005, nach der Ermordung von Rafik Hariri, versuchte Washington einen Krieg gegen Syrien zu provozieren; dies gelang nicht, da Syrien seine Armee aus dem Libanon zurückzog. Die Vereinigten Staaten schufen dann falsche Zeugenaussagen, um Präsident Al – Assad als Drahtzieher des Angriffs zu beschuldigen und haben ein internationales Sondertribunal geschaffen, um ihn zu verurteilen. Aber sie wurden schließlich gezwungen, ihre falsche Anklage zurückzuziehen, nachdem ihre Manipulationen ans Licht kamen. Im Jahr 2006 begannen die Vereinigten Staaten die “syrische Revolution” vorzubereiten, indem sie das Syria-Democracy-Program erstellten. Es ging darum, prowestliche Widerstandsgruppen aufzustellen und zu finanzieren (wie bei der Bewegung für Gerechtigkeit und Entwicklung). Zur offiziellen Finanzierung vom State-Departement kam eine geheime Finanzierung von der CIA über einen kalifornischen Verein namens Democracy Council. Noch im Jahre 2006 haben die Vereinigten Staaten mit Israel als Subunternehmen einen Krieg gegen den Libanon ausgelöst, in der Hoffnung, Syrien darin zu verwickeln und

anschließend eingreifen zu können. Aber der rasche Sieg der Hisbollah brachte diesen Plan zum Scheitern. Im Jahr 2007 bombardierte Israel eine militärische Einrichtung in Syrien (Operation Orchard). Aber auch da behielt Damaskus seine Beherrschung und ließ sich nicht in einen Krieg ein. Nachfolgende Audits von der Internationalen Atomenergie-Organisation [IAEA] zeigten, dass es sich nicht um einen Kernkraftwerk handelte, im Gegensatz zu dem, was von den Israelis geltend gemacht wurde. Auf der Bilderberger-Konferenz von 2008, welche die NATO jährlich organisiert, erklärten die Direktorin der Arabischen Reforminitiative [Arab Reform Initiative], Bassma Kodmani, und der Direktor der Stiftung Wissenschaft Und Politik, Volker Perthes, dem euro-amerikanischen Gotha die wirtschaftlichen, politischen und militärischen Vorteile einer möglichen Intervention der Allianz in Syrien. Im Jahr 2009 hat die CIA die für Syrien bestimmten Propagandawerkzeuge aufgebaut, wie den Sender BaradaTV mit Sitz in London und OrientTV mit Sitz in Dubai. Zu diesen historischen Elementen kommt, dass in der zweiten Februarwoche von 2011 in Kairo ein Treffen stattfand, an dem John McCain, Joe Lieberman und Bernard-Henry Levy, libysche Persönlichkeiten wie Mahmoud Jibril (damals Nummer 2 der libyschen Regierung) und syrische Persönlichkeiten wie Malik al-Abdeh und Ammar Qurabi teilnahmen. Es war dieses Treffen, welches das Signal zu den geheimen Operationen gab, die zugleich in Libyen und Syrien (15. Februar in Bengasi und am17. in Damaskus) begannen. Im Januar 2012 bildeten die US-Außen- und Verteidigungsministerien die Arbeitsgruppe The Day After. Supporting a democratic transition in Syria [Am Tag danach. Unterstützung von einen demokratischen Übergang in Syrien], die sowohl eine neue Verfassung für Syrien als auch ein Regierungsprogramm schrieb [4]. Im Mai 2012 erstellten die NATO und der Golfrat (GCC) die Working Group on Economic Recovery and Development of the Friends of the Syrian People [Arbeitsgruppe für wirtschaftliche Erholung und Entwicklung der Freunde des syrischen Volkes ], unter dem Co-Vorsitz Deutschlands und der Vereinigten Arabischen Emirate. Der syrisch-britische Ökonom Ossama el-Kadi bereitete eine Aufteilung der syrischen Ressourcen zwischen den Mitgliedstaaten der Koalition vor, die am “Tag danach” angewendet werden sollte (d. h. nach dem Sturz des Regimes durch die NATO und die CGC) [5].

Revolutionäre oder Konterrevolutionäre?
Die bewaffneten Gruppen stammen nicht aus den friedlichen Protesten von Februar 2011. Diese Proteste prangerten tatsächlich Korruption an und forderten größere Freiheiten, während die bewaffneten Gruppen, die wir oben gesehen haben, vom Islamismus kommen. In den letzten Jahren trat eine schreckliche Wirtschaftskrise im Land ein. Es waren Missernten, die zu Unrecht als vorübergehend betrachtet wurden, während sie die Folgen von langfristigen Klimaveränderungen waren. Dazu kamen Fehler bei der Umsetzung der Wirtschaftsreformen, die den primären Sektor gestört haben. Es folgte eine starke Landflucht, der die Regierung standzuhalten wusste, und eine sektiererische Bewegung von einigen Bauern, die von der Regierung vernachlässigt wurden. In vielen Regionen waren die ländlichen Häuser nicht in Dörfern konzentriert, sondern verstreut als isolierte Bauernhöfe,

und niemand hatte das Ausmaß des Phänomens erkannt, bis sich seine Anhänger versammelten. Während die syrische Gesellschaft das Paradigma der religiösen Toleranz verkörpert, entwickelte sich letztlich in ihrem Inneren eine Takfiristen-Ideologie. Sie war die Grundlage für die Bildung von bewaffneten Gruppen. Sie wurden von den Wahhabiten-Monarchien (Saudi-Arabien, Katar, Sharjjah [6]) großzügig finanziert. Diese Manna wurde der Sammelpunkt neuer Kämpfer, unter denen man die Verwandten der Opfer der massiven Unterdrückung des blutigen, misslungenen Staatsstreichs der Muslimbruderschaft von 1982 findet. Ihr Motiv ist oft weniger ideologisch als persönlich. Es ähnelt der Vendetta. Durch das leicht gewonnene Geld angezogen, kamen viele Schläger und gewöhnliche Kriminelle hinzu: Der Sold eines “Revolutionären” ist 7-mal höher als das durchschnittliche Gehalt. Schließlich sind Berufssöldner dazu gekommen, die in Afghanistan, Bosnien, Tschetschenien oder Irak gekämpft haben. In erster Linie sind es die der Al-Qaida aus Libyen unter der Führung von Abdelhakim Belhaj persönlich [7]]. Die Medien präsentieren sie als Dschihadisten, was unangebracht ist, weil der Islam keinen Heiligen Krieg gegen gleichgesinnte Mohammedaner unternimmt. Es sind vor allem Söldner. Die westliche Presse und die Presse der Golfstaaten bestand auf das Vorhandensein von Deserteuren in der FSA. Dies ist richtig, aber es ist falsch, dass sie nach der Weigerung, politische Demonstrationen zu unterdrücken, übergetreten wären. Die Deserteure gehören fast immer zu dem Fall, den wir bereits erwähnt haben. Darüber hinaus hat ein Heer von 300.000 Mann notwendigerweise immer religiöse Fanatiker und seine Handlanger unter sich. Die bewaffneten Gruppen verwenden eine syrische Flagge mit einem grünen Streifen (statt dem roten Band) und mit drei Sternen (statt zwei). Die westliche Presse nennt es “die Fahne der Unabhängigkeit”, weil sie zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit des Landes im Jahre 1946 in Kraft war. In Wirklichkeit ist es die Flagge des französischen Mandates, die während der formalen Unabhängigkeit des Landes (1932 – 1958) in Kraft blieb. Die drei Sterne repräsentieren die drei Glaubens-Kreise des Kolonialismus (Alawiten, Drusen und Christen). Diese Flagge zu verwenden ist sicherlich kein revolutionäres Symbol. Vielmehr bedeutet es, ein koloniales Projekt zu verlängern, nämlich das des Sykes-Picot-Abkommens von 1916 und des Umbaus des “Nahen und Mittleren Ostens“. Das Sykes-Picot-Abkommen vom 16. Mai 1916 war eine geheime Übereinkunft zwischen den Regierungen Großbritanniens und Frankreichs, durch die deren koloniale Interessen im Nahen Osten nach der Zerschlagung des Osmanischen Reiches im Ersten Weltkrieg festgelegt wurden.

Das Sykes-Picot-Abkommen zur Zerfledderung des Osmanischen Reiches In den 18 Monaten der bewaffneten Aktion haben sich diese bewaffneten Gruppen strukturiert und mehr oder weniger koordiniert. Im aktuellen Zustand haben sich die allermeisten unter das türkische Kommando,mit der Etikett der Freien Syrischen Armee [FSA] gestellt. In der Tat sind sie Proxys der NATO geworden, das Hauptquartier der FSA befindet sich sogar im Luftwaffenstützpunkt der NATO in Incirlik. Die härtesten Islamisten bildeten ihre eigenen Organisationen oder sind der Al-Qaida beigetreten. Sie stehen unter der Kontrolle von Katar oder der Zweigniederlassung Sudeiri der saudischen Königsfamilie [8]. De facto sind sie an die CIA angefügt. Dieser progressive Aufbau, der mit armen Bauern begann und mit einem Zustrom von Söldnern endet, ist identisch mit dem, was man in Nicaragua schon erlebte , als die CIA die Contras gegen die Sandinisten organisierte, oder was man in Kuba erlebt hatte, als die CIA die Schweinebuchtinvasion organisierte, um die Castro-Anhänger zu stürzen. Es ist genau dieses Modell, das die syrischen bewaffneten Gruppen heute beanspruchen: im Mai 2012 haben die kubanischen Contras in Miami Trainingsseminare der konterrevolutionären Guerilla für ihre syrischen Kollegen organisiert [9]. Die Methoden der CIA sind überall die gleichen. So haben die syrischen Contras ihre militärische Aktion einerseits auf die Schaffung von festen Basen konzentriert (aber keine hatte Bestand, nicht einmal das islamische Emirat von Baba Amr) und dann auf die Sabotage der Wirtschaft (Zerstörung von Infrastruktur und Brandstiftung in Großanlagen), und zuletzt auf Terrorismus (Entgleisung von Personenzügen, Autobombenanschläge in stark besuchten Orten, Mord von religiösen, politischen und militärischen Führern). Daher sind die Teile der syrischen Bevölkerung, die zu Beginn der Ereignisse Sympathie für die bewaffneten Gruppen haben konnten, weil sie dachten, dass sie eine Alternative zu der derzeitigen Regierung darstellten, allmählich davon abgekommen.

Es war also keine Überraschung, dass das Ziel der Schlacht von Damaskus darin bestand, die 7.000 in dem Land verstreuten Kämpfer und die Armeen von Söldnern, die in den Nachbarländern auf ihren Einsatz warteten, in der Hauptstadt zu vereinen. Zehntausende von Contras versuchten in das Land einzudringen. Sie zogen gleichzeitig in langen Kolonnen von Pick-ups ein und überquerten eher die Wüsten als Autobahnen zu benützen. Ein Teil davon wurde durch Luftangriffe gestoppt und musste sich zurückziehen. Andere konnten nach Einnahme von Grenzposten bis in die Hauptstadt vordringen. Sie fanden dort nicht die erwartete Unterstützung. Stattdessen waren es die Einwohner, welche die Soldaten der Armee führten, um die Eindringlinge zu identifizieren und dann zu entfernen. Am Ende wurden sie zum Rückzug gezwungen und kündigten an, dass sie mangels eines Erfolges in Damaskus nun Aleppo einnehmen würden. Darüber hinaus zeigt dies, dass sie weder aufständische Damaszener noch Alepper sind, sondern mobile Kämpfer.

Infiltration der Contras durch die Wüste nahe von Dera Die Unbeliebtheit der bewaffneten Gruppen sollte mit der Popularität der regulären Armee und der Selbstverteidigungs-Milizen verglichen werden. Die syrische Armee ist eine Armee mit Wehrpflicht, sie ist eine Volksarmee und es ist unvorstellbar, dass sie für politische Repression verwendet werden könnte. Vor kurzem hat die Regierung die Errichtung von Nachbarschafts-Milizen autorisiert. Sie verteilte Waffen an die Bürger, die sich verpflichteten, 2 Stunden ihrer Zeit jeden Tag zu verbringen, um ihre Nachbarschaft unter militärischer Aufsicht zu verteidigen.

Ein X für ein U vormachen
Präsident Reagan hatte zu seiner Zeit einige Schwierigkeiten, die Contras als “Revolutionäre” zu präsentieren. Er schuf dafür eine Propaganda Struktur, das Amt für öffentliche Diplomatie, deren Führung er Otto Reich übertrug [10]. Dieser korrumpierte die Journalisten in den meisten großen US- und europäischen Medien, um die Öffentlichkeit irrezuführen. Unter anderem erfand er ein Gerücht, dass die Sandinisten chemische Waffen besäßen und sie gegen ihr eigenes Volk verwenden würden. Heute wird Propaganda direkt vom Weißen Haus aus von dem stellvertretenden Nationalen Sicherheitsberater für strategische

Kommunikation, Ben Rhodes, geleitet. Er benützt die guten alten Methoden und hat gegen Präsident Al – Assad das Gerücht über die chemischen Waffen in Umlauf gebracht. In Zusammenarbeit mit dem britischen MI6 war es Rhodes gelungen, als Hauptquelle der Informationen für die westlichen Presse Agenturen eine virtuelle Struktur zu platzieren: die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (OSDH). Die Medien haben die Glaubwürdigkeit dieser Signatur nie bezweifelt, obwohl ihre Behauptungen durch Beobachter der Arabischen Liga und der Vereinten Nationen widerlegt wurden. Besser noch, diese virtuelle Struktur, die über keine Räumlichkeiten, Personal oder Fachwissen verfügt, ist auch die Quelle der Informationen der europäischen Außenministerien geworden, seit dem das Weiße Haus sie überzeugt hatte, ihr diplomatisches Personal aus Syrien abzuziehen.

Auf die Direktsendung wartend telefoniert der Korrespondent von Al-Dschasira Khaled Abu Saleh mit seiner Redaktion. Er behauptete, dass Baba Amr bombardiert werde und organisiert die Gerüchte. Herr Abu Saleh war Ehrengast von François Hollande auf der 3. Konferenz der Freunde von Syrien. Ben Rhodes organisierte ebenfalls Spektakel für Journalisten, die Emotionen brauchten. Zwei Reise-Operatoren wurden aufgebaut, der eine von dem Büro von Premierminister Erdogan und der zweite im Kabinett vom ehemaligen Premierminister des Libanon, Fouad Siniora. Journalisten, die in Syrien illegal einzureisen wollten, wurden eingeladen. Monatelang wurde eine Reise angeboten, die von der türkischen Grenze bis zu einem Bergdorf führte. Man konnte dort Fotos mit “Revolutionären” machen und das „tägliche Leben der Veteranen” teilen. Dann, für die Sportlichsten, konnte man von der libanesischen Grenze aus dem islamischen Emirat von Baba Amr einen Besuch abstatten. Es ist schon seltsam, viele Journalisten entdeckten selbst riesige Fälschungen, aber zogen daraus keinen Schluss. So hat ein berühmter Fotograf und Reporter “Revolutionäre” von Baba Amr beim Verbrennen von Reifen gefilmt, um schwarzen Rauch zu erzeugen und den Glauben an eine Bombardierung der Gegend zu stärken. Er veröffentlichte diese Bilder auf Channel4 [11], aber behauptete weiterhin, dass er Zeuge der Bombardierung von Baba Amr

gewesen wäre, eine Geschichte, die von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Umlauf gebracht wurde. Oder: die New York Times stellte fest, dass die von dem Pressedienst der Freien Syrischen Armee gesendeten Fotos und Videos zwar tapfere Kämpfer zeigten, aber alles nur eine Inszenierung war [12]. Kriegswaffen waren tatsächlich Repliken, Spielzeug für Kinder. Die Zeitung glaubte jedoch weiterhin an die Existenz von einer Armee von Deserteuren von fast 100.000 Mann. Lesen einer Deklaration der freien syrischen Armee. Die stolzen “Deserteure” sind Statisten, die Attrappe-Waffen tragen. In einem klassischen Verhaltensmuster bevorzugen Journalisten eher zu lügen, als zuzugeben , dass sie manipuliert wurden. Sobald sie hinters Licht geführt worden sind, nehmen sie also bewusst an der Entwicklung der Lüge teil, die sie entdeckt haben. Die Frage ist, ob Sie als Leser dieses Artikels auch lieber ein Auge zuzudrücken, oder ob Sie das syrische Volk gegen die Aggression der Contras unterstützen wollen. Thierry Meyssan Übersetzung Horst Frohlich & politaia.org [1] Der Tahrir-Platz ist nicht der größte in Kairo. Er wurde aus Marketing-Gründen gewählt, da das Wort Tahrir in europäischen Sprachen Freiheit bedeutet. Natürlich wurde dieses Symbol nicht von den Ägyptern gewählt, da es mehrere Worte auf Arabisch für die Freiheit gibt. Tahrir ist jedoch die Freiheit, die empfangen wird, nicht die, die man erwirbt. [2] Die westliche Presse ist gewohnt, den Namen des Herrn Syda zu buchstabieren, indem sie ein “a” an “Sayda” hinzufügt, um Verwechslungen mit der Krankheit mit dem gleichen Namen zu verhindern. Anmerkung des Herausgebers. [3] Normalerweise ist der Begriff “Vorsatz” aus dem Strafrecht. In politischen Angelegenheiten ist der richtige Ausdruck “Komplott”, aber der Autor hat darauf verzichtet, ihn zu benützen, da er eine hysterische Reaktion seitens derer hervorruft, die sich bemühen glauben zu machen, dass westliche Politik transparenter und demokratischer ist. Anmerkung des Herausgebers [4] « Washington a rédigé une nouvelle constitution pour la Syrie », Réseau Voltaire, 21 juillet 2012. [5] « Les « Amis de la Syrie » se partagent l’économie syrienne avant de l’avoir conquise », par German Foreign Policy, traduction Horizons et débats, Réseau Voltaire, 14 juin 2012. [6] Sharjjah gehört zu den sieben Emiraten, aus denen sich die Vereinigten Arabischen Emirate zusammensetzen. [7] [„Die Syrische Freie Armee wird von dem Militärgouverneur von Tripolis kommandiert“, von Thierry Meyssan, Traduction Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 19. Dezember 2011.

[8] Für mehr Einzelheiten, hier „Konterrevolution im Nahen-Osten “, von Thierry Meyssan, Traduction Horst Frohlich, Komsomolskaïa Pravda , Voltaire Netzwerk, 9. Juni 2011. [9] « L’opposition syrienne prend ses quartiers d’été à Miami », par Agence Cubaine de Nouvelles, Jean Guy Allard, Réseau Voltaire, 25 mai 2012. [10] « Otto Reich et la contre-révolution », par Arthur Lepic, Paul Labarique, Réseau Voltaire, 14 mai 2004. [11] « Syria’s video journalists battle to tell the ’truth’ », Channel4, 27 mars 2011. [12] “Syrian Liberators, Bearing Toy Guns”, par C. J. Chivers, The New York Times, 14 juin 2012. Quelle: http://www.voltairenet.org/Who-is-fighting-in-Syria

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