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Vermessungstrupp der verm.Abrci l. 608. Keine Verluste. Vennes-
sangsgerät in Feindeshand gefallen.
27. 10.43: Vormittags Bandenüberfall auf Wachstreife I./A.R.
670 bei lsari während der Besei tigung einer von Banden auf dem
Gleis errichteten Barrikade.
29. 10.43: Ein verstärkter Zug der 1./Pi. 117 bei Erkundung der
Straße Nemea -Kandyla-Tripohs mittags bei Saraka (40 km SW
Karinth) durch Banden (etwa 50 Mann) mit Fe uer überfallen.
Nach Feuerkampf kehrte der Zug 30.10. in den Standort zurück. I
Uffz. und I Mann mit Beikrad noch vermißt. Feindverluste nicht
festgestellt. ,
2. 11.43: Zwischen 9 und 10 Uhr Lkw.-Kolonne des Seekom-
mandanten Pel oponnes auf der Fahrt von Kalamata nach Tripolis
(8-9 Lkw.. I Kübel mit Zwillings-MG.) südlich Skala ( 5km SO
Meli gala) von Banden überfall en. Einzelheiten fehlen noch. I
Lkw. und MG.-Fahrzeug geplündert . 3 Tote, 3 Verletzte.
4. 11.43: 16.05 Uhr I Feldwebel und 4 Mann von 3./Jg. Rgt. 749
bei Zevgalation (5 km SO Ägion) auf Straße Ägion-Korinth von
Banditen überfallen. Einer entkommen. 4 Mann verwundet von
Bandi ren verschleppt . Auf gleicher Stelle vor etwa einer Woche 2
Radmel der vermißt.
5.11.43: Brückenpersonal b -i Kavasila ( 11 km NW Amalias)
beschossen. Banditen entkommen.
Gegen 20 Uhr Überfall von etwa 70 Part isanen mi t 2 leiehren
MG. auf Wehrm achtgüterzug (1 7 km westl ich Ägion). Eigene
Verluste: 2 Tote. I Schwerverwundeter. Zugbegleitpersonal ver-
mißt. •
23. 11.43: 14.45 Uhr Part isanenübcrfall auf Straße Patras-Ko-
rinth zwischen Ni koluika-Trypia auf Kfz.-Baur.Chcf 10./A.R.
670. Batterie-Chef Oberleutnant Röver tot, Leutnant von Bothmcr
schwer verwundet. Kraftfahrer vermißt. Peindverluste: Keine.
Gegen Uhr auf Marine-Kfz- Kolormc auf St raße
Spa. ta-Jhhic n (etwa 12 km S Sparta) von etwa 50 Puni snncn aus
Stctlunge» bcidcrscir s der Siraue. Bei Annäherung Eruvatz- Kolon-
uc fl üchteten die Partisanen in die Berge. Eigene Ver luste: 4 Tot e.
JO Schwerverwundete. 12 Lei chtverwundete. Keine fc stgcstclhcn
r l'i udvertest e.
J. 12.43: Bandenüberfall von 80-100 Banditen zwischen 20 lind


• • • •
UBERFALLE
Kal avryta war ein Fal l. Im Laufe der let zten vier Monate des Jahres
1943 belegte die Wehnnacht auf dem Pel oponncs weitere Überfäl-
le und vergehungsmaßnahmcn. Das Klima war feindseliger ge-
worden.
Bei spiele:
14.9A3: Am Abend wird ein Hol zfäll erkommando mit 2 Lkw,
au f der Rückfahrt nach Kal amatu bei Tscmitsa von Banditen über-
fallen. Kommandoführer kommt mit I Lkw. durch und mel det.
worauf VOll Jg.Rgt. 749 aus Kalamata eine verstärkte Kompanie
(mot verlastet) zur Aufklärung dorthin entsandt wi rd. Der 2. Lkw.
wi:d abgestürzt in einer Schl ucht gefunden, I Mann ist vermißt.
Pz.Gren.Rgt. 113 mel det. daß gegen Abend eine aus 10 Lkw.
bestehende Kolonne des Pz.Pi.Btls. auf de r Rückfahrt von Mol ai
zwischen Molai und Lewetsowa von Banditen mit MG. und Hand-
granaten angegriffen worden sei. I Lkw. ist durchgekommen.
Schicksal der anderen 9 ist ungewiß. I Zug ist durch Pz.Gren.Rgt.
113 zur Aufkl ärung sofort angesetzt worden.
15.9.43: Aufklärung Pz.Gren.Rgt. 11 3 hat nach kurzem Feuer-
gofecht mit Bandcn Verbindung mit der überfallenen Nachschub-
kolon ne hergestellt. Es wurden 3 Tote. 4 Leichtverwundete gebot-
gen. 8 Mann sind vermißt. Die 9 Lkw. der Nachschubkolonne der
l .Pz.Div. sind durch beschädigt. Aufkl ärungszug halte
einen Le ichtverwundeten.
16.9.43: Spähtrupp 6.IP:l.Gren.Rgt. 11 3 wurde 15 km nördlich
Mazoika an einer Straßensperre von Bandi ten beschossen. Auf der
St raße Mnzeika-Kalamata wurden zahllese Sperren testgestellt.
Spähtrupp h2.1 I Lcicluvcrwundct cn. Geschätzte Stärke der Bandi-
tc n: 50 Mann - I schweres MG. , 3 leichte MG.• 3 Granat werfer,
R.IOA3: Haudenüberfall auf Lkw. bei Vlachior i auf St:-; rie .K1 0
lai- Lcwctsowa: t Uffz. ge fallen, 6 Mann vermi ßt. 100 Geiseln
fest genommen; Dürrer im Umkrei s von 5 km vom Tatort werden
niedergebrannt.
23.10.43: 13 kill NW Arges Bandenüberfall (50 -80 Mann) auf
80
81
"
22 Uhr auf den Stützpunkt Andritsa (6 km S Achladokarnpcs).
Eigene Verluste: 10 Tote. -l Verwundete. Feindvcrluste: 2 Tote
gezählt.
2. 12.-13: Br ückenwache 15 km NW Molai \ ' 0 0 Partisanen ange-
griffen und aufgerieben. ) Zerstörerflugzeuge bekämpften fliehen -
den Feind mit Bordwaffen. Eigene Verluste: 11 Tote. 5 Verwunde -
tc. ~ vermi ßte. Feindverl uste. Eini ge To te und Verwundet e.
15.30 Uhr Ü t x ' r r ~ l I auf Lkw., 10 km ostwärts Agion. LI. Jürgs
und 1 Mann der Heeresflakgruppe Parras tot.
3. 12.43: Bandenüberfall uuf eine n Lk w. des Fest.Pi .Stabes 6 auf
der SIralk Jirhion-Arcopolis. südl . Aj . Jiorios. Lt. Burgcr mcister.v
Mann und I griechischer Zivilfahrer rot. 25./Fesl.l nf. Btl . 999 zum
Entsatz angetreten. be i An näherung beschossen. Feindverlusre: 9
Tote.

2 Bandenüberfalle auf Lkw- Kolonne 15 km S Sparta. Angriffe
ohne Verluste abgeschlagen.
20. 12.43: Überfall auf stärkere Lkw-Kolonne des I./Jg.Rgt. 737
auf Straße Sparta-Tripolis. 6 km N Vrulia. Eigene Verl uste: 9 TOIe.
9 Verwundete.
2 1.12.43: Brückenstützpunkt der ... .lFesl.lnf.Btl. 1008 bei Alu-
pochori von Banden mit MG. beschossen. Überfa ll ohne Verluste
abgewehrt.
23. 12.43: Bei Al upochort (9 NW Pirgos) Feuerüberfall auf I
OHz. und I Mann der 7.lEinsatzstab Falkenstein. letzterer durch
Gewehrschüsse verwundet.
27. 12.43: In den Abendstunden des 26. 12. Bandenüberfall auf
Brückenwache der J./Jg. Rgt. 737. 3,5 km N Sparta abgewehrt.

,
Wer die fast allt äglichen Greuel. di e Berichte über graus ame Ab-
schlachturig von Landsern und Ein heimischen verfolgte. der mußte
sich nach Ende des Krieges wundem. daß Fehlmeldungen kursier-
ten. Hagen Fleischer. dem Lei chtfertigkeit bei der ß ehandlung der
Besat zungszeit nicht nachzusagen ist. glaubte. da ß Grausamkeit
der Andartico Fremd gewesen sei. Prompt beruft sich Mark Mazo-
wer in »lnside Hitler ' s Grccce« darauf. Aber. immerhin. gelötet
habe man die Deutschen schon.
82
-
Im Prozeß gegen di e Südost-Genera le haben di ese darauf hinge -
wiesen. daß in griechischen Zeitungen jeden zweiten. dritten Tag
Bilder mi r verstümmelten Deutschen und Griechen erschienen
seien. Fotos dieser Schandtaten wollte die Wehrmacht in einer
Ausstel lung zeigen. unt erlief es dann. Si e übcr mut clre die Bilder
dem Il{ K in Genf. Dort sind sie. wie mir rnugercilr wurde. ni cht
auffi ndbar. Stavros Balacurus bilanziert e: Ich kann nichI behaup-
-tcn. t la ß die in Gcfungenschatt gerateneu Deutschen VOll de n Par-
tisanen liebkost und gestrei chel t wurdcn« (Schreiben VOIll 26.X.94
an mich).
83
EINSATZ
Es war Janua r und Netzmann schob Wache: er hatte seinen Mantel
an und fror doch. Hauchdünn breitete sich Schnee vor der Unter-
kunft '!U". Eini ge Einheimische stapften barfuß über den kalten
Belag, als wären sie gcnau das gewöhnt. Die Berge nahe Parras
tr ugen weiße Hauben: sie würden auch noch im Mai die Gipfel
zieren. Vur den sich hoch aufreckenden Felswänden verschmolzen
grolle Hügel bizarr ineinander. Netzmann bat Ptacnik. diese Sze-
neri e zu zeichnen.
»Tue ich das«, wehne der Glasmaler ab - ....glaubt mir doch kein
Mensch in Deutschland eine solche Gebirgskulisse.«
»Natur als Kitsch?«
»Ncnn es wie du willst... Ptacnik war leicht gereizt. ..Ich stelle
nunmal keinen Abklatsch her, dazu reicht ein Fotoapparat.«
..Tut mir leid«. bedauerte Netzmann - »den haben sie mir bei m
RAD geklaut.«
»Wie das?«
»lch mußte schwerkrank ins Lazarett und irgendwem stach er
ins Auge.«
..Der Dieb blieb unemdeckr?«
..Jede gute Statistik über Kriminalit ät lebt vom Verschweigen.«
Erncut Wache. zwei Stunden Stehen. Gehen. vier Stunden Ru-
hen auf hölzernen Pritschen. Der Landser warf seine Decke über
das rohe Holz, pennte. was ihm nicht schwerfiel. Oberjäger Hiel-
scher, von der Malaria genesen, war Wachhabender, er brauehre
den Karabi ner nicht über die Schulter zu werfen, sondern nahm
nur die stereotype Mel dung entgegen: »Ge trei rer Netzmann. von
der Wache zurück, kei ne besonderen vorkommnisse. « Auf Vor-
kommnisse wartete kein Landser, wie träge sich auch die 24 Stun-
den dehnten.
»Bald müssen wir wieder hinaus«, entfuhr es Welscher.
»In die Berge?« fragte Netzmann.
» Es ist uruhig geworden auf dem Peloponnes«, sagte Hiel scher.
ȆberflilIe auf deut sche Soldaten, auf Pol izeistationen und wohl-
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habende Griechen häu fen sich. Wir müssen uns Respekt verschaf-
fen.«
»Wic in Kalavryta?«
»Kalavryta darf sich nicht mehr wiederholen-
-
»lch woll te. Sie hätt en reclu«. bekräftigte Netzmann.
20. Januar 1944.
Einheiten der 1l7. Jäger-Di vision. darunter div 15I149. mar-
- .
schicrten. Troß mit Wagen lind Tragtieren am Schluß einer jeden
Kompanie. durch Pat ra.. in Richtung Vasiti ko. vincm unbck.moten
Ziel entgegen. Ptacnik quälte sich mit ei nem Muli ab. dessen
Auffassungen über Weg und Last nicht mit den sei nen-.überein-
st immten. Kalavryta blieb li nks liegen. niemanden zog es noch
einmal dorthin. und Nerzmann ahnte nicht. daß er die niederge-
brannte Stadt im Apri l wiedersehen sollte. Jetzt freute er sich, nicht
mit Ptacnik tauschen zu müssen, der sein Mi ßgeschick lauthals
verfluchte. Aus den Augenwinkeln heraus beobachtete erden Wie-
ner. wie er erst beschwörend. fast zärtlich auf sein Muli einredete,
wie sich sein Tonfall jäh änderte und in maßlosem Zorn endete.
Ein Muli reagiert nicht auf Liebe und überhaupt nicht auf Hiebe,
BeimJanuar-Einsatz 1944: Kübelwagen der A.A. 116 in Sparta
(Wilhelm Lünich)
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