Auf dem Weg zu tiefgehender persönlichlicher Transformatlon werden viele Menschen mit so außerge­ wöhnlichen Erfahrungen konfron­ tiert, daß sie in eine ernste Krise ge­ raten. Sic kommen oft in Beruf, Partnerschaft und Familie nicht mehr zurecht, haben Probleme im Umgang mit anderen und Angst, verrückt zu werden. Von der klassi­ schen Psychiatrie werden solche Zustände in der Regel als Ausdruck psychischer Krankheit betrachtet und mit dämpfenden Methoden be­ handelt. Christina und Stanislav Grof- beide verfügen über persönliche und lang­ jährige berufliche Erfahrungen mit diesem Thema - vermitteln in die­ sem hochaktuellen Buch ein neues Verständnis: solche spirituellen Kri­ sen können in umfassende emotio­ nale Heilung, eine radikal andere Sicht der Welt und ein vertieftes Bewußtsein einmünden, wenn der Prozeß ungehindert und fachkundig unterstützt seinen Lauf nehmen kann. Nach einer Definition von spirituel­ Ien Krisen, einer Beschreibung ih­ rer verschiedenen Formen (z.B. Vi­ sionen, ungewöhnliche körperliche Wahrnehmungen, Tod- und Wie­ dergeburtserlebnisse, Erfahrungen aus früheren Leben) und einer ge­ nauen Abgrenzung zu psychischen Krankheiten, gibt dieses Buch vor allem viele praktische Ratschläge: Strategien zur Bewältigung des All­ tags in einer akuten Krise, Empfeh­ lungen für Freunde und Familie, Leitlinien für Therapeuten, Ärzte und Selbsthilfegruppen. Der An­ hang enthält u.a. einen Bericht über

die Arbeit des Spiritual Emergence Network (SEN) und beantwortet die von Psychiatern am häufigsten gestellten Fragen. Dieses faszinierende Buch enthält gesicherte Informationen über au­ ßergewöhnliche Bewußtseinszu­ stände und praktische Hilfe in ei­ nem. Eine hochinteressante Lek­ türe auch für die, deren Suche ge­ mäßigter und weniger dramatisch verläuft.

Christina Grof, Hatha Yoga-Lehrerin, entwickelte zusammen mit Stan Grof die Holotrope Therapie®, Mitbegrün­ derin des »Spiritual Emergence Net­ work«, einer internationalen Organisa­ tion, die Menschen in spirituellen Kri­ sen unterstützt. Dr. med. Dr. phil. Stanislav Grof, Psy­ chiater und Psychoanalytiker erforscht seit über 30 Jahren außergewöhnliche Bewußtseinszustände, Mitarbeit an Zeitschriften, bekannter Autor Bei Kösel: S. u. C. Grof (Hrsg.): Spiritu­ elle Krisen; S. u. C. Grof: Jenseits des Todes; S. Grof: Das Abenteuer der Selbstentdeckung; S. Grof (Hrsg.): Die Chance der Menschheit; u.a. Kösel-Verlag München

Christina und Stanislav Grof

Die stürmische Suche nach dem Selbst
Praktische Hilfe für spirituelle Krisen

Kösel-Verlag

Übersetzung aus dem Amerikanischen: Angela Roethe, Utting. Die Originalausgabe erschien unter dem Titel »The Stormy Search for the Seif. A Guide to Personal Growth through Transformational Crisis« bei Jeremy Tarcher Inc., Los Angeles. Scan & OCR von Shiva2012

ISBN 3-466-34265-1 Copyright © 1990 by Christina Grof and Stanislav Grof © 1991 für die deutsche Ausgabe by Kösel-Verlag GmbH & Co., München. Printed in Gennany. Alle Rechte Vorbehalten. Druck und Bindung: Kösel, Kempten. Umschlag: Elisabeth Petersen, Glonn. Umschlagphoto: Noaa/Science Photo Library - Focus Hamburg.

12 3 4 5 • 95 94 93 92 91

Inhalt

Anmerkung der Autoren 7 Einführung 9 Vorworte Der ungebetene Gast - Christinas Geschichte 19 Gott im Labor - Stanislavs Geschichte 34

Erster Teil: Die stürmische Suche nach dem Selbst 49 1. Was ist eine spirituelle Krise? 51 2. Die dunkle Nacht der Seele 72 3. Dem Göttlichen begegnen 97 4. Die Vielfalt von spirituellen Krisen 109 5. Sucht als spirituelle Krise 146

Zweiter Teil: Landkarten für die innere Reise 165 6. Spirituelle Lehren aus anderen Zeiten und Kulturen 167 7. Moderne Landkarten des Bewußtseins 205

Dritter Teil: In zwei Welten leben 223 8. 9. 10. 11. Strategien für das Alltagsleben 225 Richtlinien für Familie und Freunde 243 Wer kann helfen und wie? 274 Die Heimkehr 304

Nachwort: Spirituelle Entwicklung und die globale Krise der Gegenwart 335

Anhang 341 Anhang I: Das Spiritual Emergence-Netzwerk 343 Anhang II: Vision eines Sanktuariums 347 Anhang III: Spirituelle Krisen und Fachleute für geistige Gesundheit 352

Dank 371 Anmerkungen 373 Literatur 375 Adressen 384

Anmerkung der Autoren

Wir widmen dieses Buch mit Liebe und Hochachtung dem An­ denken an Richard Price, dem Mitbegründer des Esalen Instituts in Big Sur, Kalifornien, einem sanften, mitfühlenden Gestaltthe­ rapeuten und Lehrer, liebevollen Ehemann und Vater und bemer­ kenswerten Menschen. Als wir begannen, uns für spirituelle Krisen zu interessieren, bot er uns seine Tatkraft und Begeiste­ rungsfähigkeit, wertvolle Unterstützung, seinen scharfen Verstand und loyale Freundschaft auf unserem zuweilen einsamen und manchmal unpopulären Pfad. Dick kannte die Wechselfälle der spirituellen Reise aus eigener Erfahrung, da er persönlich zwei transformative Krisen durchlebt hatte. Während der ersten, die eintrat, als er noch ein junger Mann war, verbrachte er viele Monate im Krankenhaus, wo er starke Beruhigungsmittel, Elektroschock-Therapie und mehr als sieben­ undsechzig Insulin-Behandlungen bekam. Die zweite Episode trat einige Jahre später auf und wurde auf ganz andere Weise von Menschen behandelt, die ein gewisses Verständnis des Prozesses aufwiesen und bereit waren, ihn zu unterstützen. Er hat lange Jahre der Vorstellung gewidmet, daß Erfahrungen wie die seinen in Wirklichkeit Gelegenheiten für Wachstum, Heilung und Persönlichkeitserweiterung sind. Dick hat die gewalt­ samen Eingriffe, die oft mit ärztlichen Interventionen einhergehen, gesehen und gespürt. Bis zu seinem tragischen Unfalltod beim Wandern im Jahr 1985 hat er daran gearbeitet, Alternativen zu den traditionellen Behandlungsmethoden bereitzustellen. Sein Einsatz für diese Idee war uns Inspiration, und seine Unterstützung beim Aufbau des »Spiritual Emergence-Netzwerks« entscheidend für dessen Zustandekommen. Wir hoffen, durch das Schreiben dieses Buches nützliche Ideen, Informationen und Vorschläge zu
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die uns mit unserem lieben Freund Dick Price verbunden haben. Christina und Stanislav Grof Mill Valley.liefern. Kalifornien Februar 1990 . die zur Verwirklichung einiger der Träume beitragen können.

Viele Jahrhunderte lang haben ganze Kulturkreise die innere Transformation als einen notwendigen und wünschenswerten Aspekt des Lebens betrachtet. Die Menschheit hat den Schatz der Gefühle. in der Alltagsrealität zurechtzukommen. Heutzutage werden diese Menschen selten so behandelt.Einführung Spirituelle Entwicklung ist eine angeborene evolutionäre Fähig­ keit jedes Menschen. Für manche Menschen jedoch wird die transformative Reise der spirituellen Entwicklung zu einem »spirituellen Notfall«. Statt dessen betrachtet man sie meist unter dem Blickwinkel von Krankheit und wendet Techniken an. das Entdecken des wahren eigenen Potentials. die die potentiellen Vorteile überdecken. Visionen und Einsichten. in Bildern. daß es ihnen vorübergehend schwerfällt. physisches Wachstum und Tod . Einige der schönsten und meistgeschätzten Beiträge im Bereich von Kunst und Architektur huldigen den mystischen Reichen. die mit dem Prozeß des Erwachens einhergehen. Romanen. Viele Gesellschaften haben an­ spruchsvolle Rituale und meditative Praktiken für die Förderung und Unterstützung spirituellen Wachstums entwickelt. die diese Erfahrungen zu bieten haben. In einer unterstützenden Umgebung und richtig verstanden können diese schwierigen Geisteszustände extrem zuträglich sein. Gedichten.ein integraler Bestandteil unserer Existenz. sie ist eine Bewegung in Richtung auf Ganzheit. zu einer Krise. Und sie ist ebenso gewöhnlich und natürlich wie Geburt. Musik und den Beschreibungen von Mysti­ kern und Propheten bewahrt. profunden 9 . Oft führen sie zu physischer und emotionaler Heilung. bei der die Veränderungen so schnell und die inneren Zustände so beanspruchend werden. als ob sie am Rande inneren Wachstums stünden.

Obwohl wir uns auf diesen Seiten ganz spezifisch den schwierigen Aspekten der spirituellen Krise widmen. D i e s t ü r m i s c h e S u c h e n a c h d e m S e l b s t ist für Menschen geschrie­ ben. deren Entwicklung. Wir haben dafür den Begriff s p i r i t u a l e m e r g e n c y geprägt. mysti­ schen Impulses zu ehren. deren Leben von spirituellen Krisen berührt wird. schöpferischen Aktivitäten und anhaltenden Verände­ rungen der Persönlichkeit zum Guten. die diesem ungewöhnlichen. dennoch verwirrend und zuweilen unangenehm ist. die die Erfahrung des Auftauchens (e m e r g e n c e ) von bisher unbewußtem Material für das persönliche Wachstum und die Entwicklung neuer Ebenen von Bewußtheit bedeuten. die tatsächlich eine solche Krise erfahren oder erfahren haben. auch wenn sie eher sanft verläuft. aber vollkommen natürlichen Prozeß begegnen könnten.Einsichten. Zu allen Zeiten gab es Kulturen. der von persönlicher Transformation betroffen ist. daß diese Menschen schließlich zur Gemeinschaft zurückkehren und größe­ re Weisheit und eine gewachsene Fähigkeit. Psychologen. das sowohl die Krise bezeichnet. Die oft farbenprächtigen und dramati­ schen Erfahrungen wurden von dem Vertrauen genährt. sie stünden in direkter Kommunikation mit den heiligen Reichen und göttli­ chen Wesen. für diejeni­ gen. man meinte. in denen Menschen in intensiven spirituellen Krisen als gesegnet galten. wie man mit diesem wichtigen Prozeß besser kooperieren und durch ihn wachsen kann. für Berater. die mit der Transformation einhergehen kann (e m e r g e n c y ). Pfarrer. sind doch die darin enthaltenen Lektionen auch für diejenigen anwendbar. Daher waren sie in der Lage. den Ausdruck des schöpferischen. Ihre Gesellschaften unterstützten sie während dieser entscheidenden Episoden. kann vielleicht von den Vorschlägen profitieren. wie die Möglichkeit. Angesehene Mitglieder dieser Gemeinschaften hatten selbst Krisen durchlebt und konnten einen ähnlichen Prozeß bei anderen erkennen und verstehen. für ihre Familien und Freunde. boten ihnen Schutz und befreiten sie von den üblichen Anforderungen. Im Englischen steckt darin ein Wort­ spiel. Psychiater und Therapeuten. Das Buch ist zudem ein Begleiter für jeden. sich in der Welt zu 10 . Wer diese Art von Erfahrung gemacht hat.

Spiritualität in jeder Form wurde aus der modernen wissenschaftlichen Weitsicht verbannt. was an den Erfahrungen und im Verhalten des Menschen »normal« sei. obwohl klinische und Labortests keinerlei unterstützende Beweise für diesen Ansatz liefern können. Die westli­ chen Kulturen bedienten sich einer begrenzten und starren Inter­ pretation dessen. und akzeptierten nur selten diejenigen. Tumore. was annehmbare Realität sei.bewegen. die nicht mit biologischen Ursachen in Ver­ bindung gebracht werden konnten. faßbar und meßbar waren. chemisches Ungleichge­ wicht und andere Beeinträchtigungen von Gehirn oder Körper. die Symptome verschiedener Zustände zu kontrollieren. bei denen es sich genaugenommen um natürliche Ver­ fassungen handelte. Folglich werden viele Leute mit emotionalen oder psychosomati­ schen Symptomen automatisch so eingestuft. Diese Erfolge führten zu einer festen Etablierung der Psychiatrie als medizinischer Disziplin. Die Vorstellungen davon. und der Begriff G e i ­ s t e s k r a n k h e i t wurde so erweitert. die ihnen selbst wie der Gesellschaft zugutekommen könnten. wurden dahingehend geschmälert. daß er auch viele Zustände umfaßte. und die Menschen. die sich über diese Grenzen hinauszubewegen trachteten. mitbringen würden. Dazu gehörten auch die Manifestationen von spi­ rituellen Krisen. sie entdeckte zudem wirkungsvolle Möglichkeiten. Die meisten außergewöhnlichen Bewußtseinszu­ 11 . was früher als innere Transforma­ tion und Wachstum angesehen wurde. Der Prozeß des spirituellen Erwachens im allgemeinen wurde samt seinen dramatischeren Manifestationen nun als Krankheit betrachtet. die Anzeichen dessen zeigten. deren Ursachen unbe­ kannt blieben. die materiell. Ihre Schwierigkeiten werden als Krank­ heiten unbekannten Ursprungs bezeichnet. Der Beginn der modernen Wissenschaft und des Industrie-Zeitalters führte zu einer drastischen Änderung dieser toleranten und sogar unterstützenden Haltung. daß sie nur noch die Aspekte der Existenz einschlossen. als hätten sie ein medizinisches Problem. galten damit in den meisten Fällen als krank. Die Psychiatrie fand biologische Erklärungen für bestimmte gei­ stige Störungen: Infektionen.

Als Ergebnis dieser Voreingenom­ menheit werden viele Menschen. scheinen dem. ungewöhnliche spirituelle Erfahrungen gemacht zu ha­ ben. wieder zu einem wichtigen Bestandteil der Kultur geworden. Viele Menschen machen ihre Erfahrungen mit Meditation und anderen spirituellen Praktiken. Die spirituellen Elemente. Die Spiritualität ist durch ein neues Interesse an heiligen Systemen. daß 43 Prozent der Befragten Zugaben. Aber in den letzten Jahrzehnten hat sich an dieser Situation einiges geändert. wie sie sich in den östlichen Religionen. Mit dem erneuerten Interesse an Mystik geht ein weiteres Phä­ nomen einher: Immer mehr Menschen machen spirituelle oder paranormale Erfahrungen und sind auch bereit. der mystischen Literatur des Westens und den indianischen Traditionen finden. wenn ihre Erfahrung eine Krise in ihrem Leben auslöst oder zu Schwierigkeiten für ihre Familie führt. der nicht mit ihnen vertraut ist. und 95 Prozent sagten. daß ein Großteil unserer Kultur die Bedeutung und den Wert der mystischen Bereiche im Menschen nicht erkennt. sie würden an Gott oder einen 12 . Diese Interpretation erhält weiteren Zündstoff durch die Tatsache. die den Beschrei­ bungen der Mystiker ähnelt. und moderne Physiker und Forscher auf anderen Gebieten nähern sich einer Weitsicht an. Zugleich schließen revolutionäre Entwicklungen in vielen wissenschaftli­ chen Disziplinen immer schneller die Lücke zwischen Wissen­ schaft und Spiritualität.besonders. die sich in dem natürlichen Heilungsprozeß des spirituellen Erwachens befinden. die ein inhärenter Teil der persönlichen Transformation sind. offener darüber zu sprechen.stände werden als pathologisch betrachtet und mit traditionellen psychiatrischen Methoden wie unterdrückender Medikation und Hospitalisierung behandelt. automatisch in dieselbe Kategorie gesteckt wie die mit einer wirklichen Gei­ steskrankheit . andere begegnen durch Beschäftigung mit verschiedenen neuen Therapien der Selbst-Erforschung neuen Dimensionen und Möglichkeiten in ihrem Inneren. Eine Untersuchung des Gallup-Meinungsforschungsinstituts in den USA zeigt. fremdartig und bedrohlich.

mitfühlende und innovative Fach­ leute auf dem Gebiet der geistigen Gesundheit getroffen: Psychia­ ter. Viele haben ihrer Fru­ stration darüber Ausdruck verliehen. unnötigen Tranquilizern und stigmatisierenden psychiatrischen Etikettierungen. Viele andere hatten ähnliche Erfahrungen gemacht. Wir haben Workshops geleitet und Vorträge gehalten. die bisher automa­ tisch als psychotisch bezeichnet wurden. erzählten uns aber tragische Geschichten von ihren Familien und Ärzten. Psychologen und andere. von KlinikEinweisungen. Je mehr Menschen mit spirituellen Krisen konfrontiert werden. Diese offensichtliche Zunahme von spirituellen Krisen wurde uns bei unseren weltweiten Reisen in den letzten zehn Jahren deutlich. Wir haben aber auch kreative.universalen Geist glauben. desto größer wird die Zahl derer. Oft wurde ein Prozeß. Dabei hat uns überrascht. die sie falsch verstanden hatten. die mit traditioneller psychiatri­ scher Behandlung während solcher Ereignisse unzufrieden sind. daß sie ihre Vorstellungen und Zugangsweisen nicht innerhalb ihrer Kliniken und Kranken­ häuser durchsetzen können. Unsere eigenen Beobachtungen lassen darauf schließen. 13 . daß sich viele Menschen durch unterschiedliche Elemente in unseren Geschichten angesprochen zeigten. Verbindung mit Gleichgesinnten aufzu­ nehmen. sie haben uns von ihrer Einsamkeit im Berufsleben und ihrem Wunsch berichtet. bei denen wir über unsere persönlichen Erfahrungen und unser alternatives Verständnis von Zuständen gesprochen haben. der ur­ sprünglich heilend und transformativ begonnen hatte. die mit dem Prozeß der Transforma­ tion zu tun haben. durch psy­ chiatrische Interventionen unterbrochen oder sogar schwieriger gemacht. Das liegt im wesentlichen daran. daß ihre Institutionen stur am medizinischen Modell festhalten. an traditioneller Verwaltungspolitik und bürokratischen Beschrän­ kungen. Manch einer hatte transformative Erfahrungen durchlaufen und fühlte sich als Er­ gebnis dessen erfüllter. daß mit diesem erweiterten Interesse auch die Schwierigkeiten Zunahmen. die nach Alternativen für ihre Patienten suchen oder sie bereits bieten.

so beginnen nun Leute. die Menschen helfen.So wie werdende Eltern in den letzten Jahren Druck auf die Ärzte ausgeübt haben. Stans Neugier in bezug auf alternative Ansätze bei der Behandlung von Psychosen resul­ tiert aus drei Jahrzehnten. viele der Lektionen zu lernen. zwang uns. in der Christina beinahe täglich von dem transformativen Prozeß in Mitleiden­ schaft gezogen wurde. die psychiatrisch automatisch in die Kategorie der Geisteskrank­ heiten eingeordnet werden. das Verständnis für die verschiedenen damit einhergehenden Stadien zu vertiefen und neue Behand­ lungsstrategien zu formulieren. diese zu durchleben und Gewinn aus ihnen zu ziehen. daß das derzeitige Verständnis von der menschlichen Psyche zu begrenzt ist und daß viele der Zustände. wie wir beide persönlich diesem Thema verbunden sind. sie entdeckte. weil wir ihr persönlich stark ausgesetzt waren. Folglich ist es von entscheidender Bedeutung. von den Ärzten zu verlangen. Unser gemeinsames Leben in der Zeit. Als er mit den traditionellen Modellen arbeitete. daß sie ihre Schwierigkeiten als das sehen. daß diese Manifestationen sehr stark dem ähnelten. Wir haben vornehm­ lich deswegen ein tiefes Interesse an der Schnittstelle zwischen spiritueller Entwicklung und psychologischer Gesundheit. die mit einer transformativen Krise zu tun haben. die den Kern dieses Buches bilden. zur alten von Ehrfurcht geprägten Haltung für die Geburt und ihre Dynamik zurückzufinden. die mit dem spirituellen Erwachen und spirituellen Krisen Zusammenhängen. was in der Yoga-Literatur als »Kundalini-Erwachen« beschrieben wird. Christinas Begegnung mit spirituellen Krisen begann mit einem kraftvollen spirituellen Erwachen während der Geburt ihres ersten Kindes. in Wirklichkeit wichtige und notwen­ dige Bestandteile eines tiefen Heilungsprozesses sind. in denen er als Psychiater das therapeu­ tische Potential von außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen erforscht hat. Auf diese Erfahrung folgten jahrelang schwierige und fordernde geistige. die Fragen anzu­ sprechen. Um vollständiger zu beschrei­ ben. 14 . was sie sind: schwierige Stadien in einem potentiell lebensverändernden Prozeß. begann er zu erkennen. emotionale und körperliche Zustände.

Der dritte Teil bietet praktische Vorschläge für diejenigen. werden die Elemente erörtert. Im zweiten Teil werden viele alte und moderne Landkarten der spirituellen Reise umrissen. die eine transformative Krise kennzeichnen. Im siebten Kapitel. die große Achtung vor spirituellen Erfahrungen hatten und deren heilende Kraft und transformativen Wert anerkannten. »Spirituelle Lehren aus anderen Zeiten und Kulturen«. ihre Eigenschaften. daß Alkoholismus. »Sucht als spirituelle Krise«. Im ersten Kapitel. die eine spirituelle Krise durchlaufen. Im ersten Teil definieren wir die Vorstellung von der spirituellen Krise. betrachten wir Kultu­ ren. »Die Vielfalt von spirituellen Krisen«. Dieses Buch setzt sich aus drei größeren Teilen zusammen. bespre­ chen wir einige der Entwicklungen in der modernen Bewußtseins­ forschung und das aus ihnen entstehende neue Verständnis der menschlichen Psyche. wie sich eine solche Krise anfühlt und welche Formen sie annehmen kann. die dasselbe Potential für zuträgliche innere Entwicklung liefern wie andere Formen von transformativen Krisen. sowie die ihnen nahestehenden 15 . »Dem Göttlichen begegnen« die »positiven« Geisteszustände. Im vierten Kapitel. Kapitel fünf. »Moderne Landkarten des Bewußtseins«. Charakteristika und spezifischen Herausforderun­ gen besprochen.haben wir in zwei Vorworten jeweils unsere eigene Geschichte erzählt. Wie unterscheidet sich dieses Phänomen einerseits von Geisteskrankheit und andererseits von spirituellem Erwachen? In den folgenden beiden Kapiteln erforschen wir die innere Welt eines Menschen in einer spirituellen Krise: »Die dunkle Nacht der Seele« beschreibt die »negativen« Erfahrungen. von denen jeder einen anderen Aspekt des Themas anspricht. Im sechsten Kapitel. werden zehn wichtige Arten von transformativen Krisen definiert. klären einige der zugrundeliegenden Konzepte und be­ schreiben. Drogenabhängigkeit und andere Arten von Sucht auch als spirituelle Krisen gesehen werden können. »Was ist eine spirituelle Krise?«. wid­ met sich dem Gedanken.

ein ausgewogenes und verständliches Bild der spirituellen Krisen zu präsentieren: einige Teile bieten prak­ 16 . Im neunten Kapitel. denen wir als globale Ge­ meinschaft gegenüberstehen. »Wer kann helfen und wie?«. die einen trans­ formativen Prozeß durchlaufen. ökologische Bewußtheit und Achtung vor dem Leben. ein Gleichgewicht zwischen den Erfordernissen eines intensiven. spricht die Bedeutung der spirituellen Krise für die gegenwärtige Situation der Welt an. eine Beschreibung des Lebens nach einer spirituellen Krise. wie sie am besten auf den Menschen in der Krise eingehen und was sie für sich selbst tun können. bieten wir Vorschläge für besorgte Freunde und Verwandte. »Spirituelle Entwicklung und die globale Krise der Gegenwart«. »Strategien für das Alltagsleben«. geht es um die Schwierigkeiten. Von den drei Anhängen ist der erste auf die Geschichte und die Dienstleistungen des Spiritual Emergence-Netzwerks ausgerich­ tet. Der zweite umreißt eine Vision von stationären Einrichtungen für Menschen in spirituellen Krisen. »Richt­ linien für Familie und Freunde«. Dieses Buch versucht. die mit innerem Wachstum einhergehen. Das Nachwort. größere Fähigkeit zu Synergie. Ärzte. nutzen kann. bietet Richtli­ nien für die Suche nach Unterstützung durch mitfühlende Thera­ peuten. Den Abschluß dieses Teils bildet »Die Heim­ kehr«. entwickeln oft wachsende Tole­ ranz für andere. Die weltweit offensicht­ lich steigende Zahl der spirituellen Krisen gibt zu der Hoffnung Anlaß. dramatischen inneren Prozesses und den täglichen Anforderun­ gen der äußeren Welt herzustellen. Das zehnte Kapitel. spirituelle Lehrer und Gemeinschaften sowie Selbsthilfegruppen. dieses dynamische Erwachen könne bei rechtem Verständ­ nis und mit der geeigneten Unterstützung zur Linderung einiger der vielfältigen Probleme beitragen. um das eigene Leben zu bereichern. Menschen. Im achten Kapitel. und der dritte enthält beson­ dere Hinweise für Fachleute auf dem Gebiet der geistigen Gesund­ heit.Menschen. Das schließt Empfehlungen ein. die bei dem Versuch entstehen. zeigen auf. wie man die Belohnungen.

dann wollen wir in keiner Weise die herabsetzen. Wir erörtern sowohl im ersten Kapitel wie in dem Anhang für Fach­ leute. liebevolle und umfassende Fürsorge zuteil werden lassen. die die Grenzen und Erwartungen konventioneller Routine überschrit­ 17 . Hier ist es uns jedoch wichtig. die mit der Transformation Zusam­ menhängen. die als psychotisch abgestempelt werden. in Wirklich­ keit schwierige Stadien der spirituellen Öffnung durchlaufen. wie man zwischen spirituellen Krisen und Zuständen unter­ scheiden kann. über alternative Ansätze sprechen. die ihren Patienten menschliche. eine so verallgemeinernde Haltung anzunehmen. die in diesem Buch beschrieben werden. medizinische oder psychiatrische Überlegungen zu ersetzen. sind herausfordernder und schwieriger als diejenigen. Es geht sogar im Gegenteil meist ohne sie ab. Spirituelle Praktiken oder andere Formen von tiefer innerer Erforschung auszuüben. daß es wirkliche Geisteskrank­ heiten gibt und daß sie psychiatrische Betreuung und Behandlung erfordern. die traditioneller psychiatrischer oder medizini­ scher Behandlung bedürfen. die in Zusammenhang mit einem inneren Trans­ formationsprozeß stehen. es handele sich bei allen Psychosen um transformative Krisen. daß dieser Prozeß bei vielen Menschen relativ sanft und einfach verläuft. dann nicht mit dem Vorschlag. Die Arten von intensiven transformativen Geisteszuständen. daß e i n i g e von den Menschen. auf die kritischen Aspekte der Transformation zu blicken. Wer unter Problemen leidet. den prakti­ schen Abschnitt (Dritter Teil) zuerst zu lesen. wollen damit aber keinesfalls sagen. Unsere Leser seien davor gewarnt. Wenn wir allgemein über traditionelle psychiatrische An­ sätze und das Bedürfnis nach Veränderungen auf diesem Gebiet sprechen. Es gibt in der Psychiatrie viele Fachleute. die man normalerweise beim Prozeß des Wachsens und der Transformation findet. Wir glauben zwar fest daran. Wir möchten betonen. Wenn wir bei den Zuständen. Wir sind uns wohl bewußt. führt nicht notwendigerweise zu einer zerrüttenden spirituellen Krise.tische Richtlinien. andere theoretisches Verständnis. wird es vielleicht ebenso wie die Men­ schen in seiner Umgebung als hilfreich empfinden.

Dieses Buch stellt ein gemeinsames Projekt dar. das Kapitel über Sucht und die Anhänge über das Spiritual Emergence-Netzwerk und die stationären Be­ treuungszentren konzentriert. Das liegt jedoch oft an einzelnen außergewöhn­ lichen Betreuern. diese kreativen Fachleute zu ermutigen und ihre Zahl zu vergrößern. als wir selbst vor und in einer spirituellen Krise standen. sondern auch die Erfahrung geschätzt. . Von Stan kommen die Beschäfti­ gung mit den historischen und anthropologischen Gedanken und den klinischen Fragen. das wir gerne gehabt hätten. die von dem Prozeß der Transformation betroffen sind. das ganz anders ist als unsere bisherigen. daß es diejenigen. deren Einsatz und Einfluß nicht ignoriert werden können. Und wir hoffen. D i e s t ü r m i s c h e S u c h e n a c h d e m S e i h s t ist von der Hoffnung begleitet. die wissenschaftlichen Überlegungen des mittleren Teils sowie das Nachwort über die globale Krise und der Anhang für Fachleute. und ihnen helfen kann. beruhigen. informieren und inspi­ rieren wird. Wir haben versucht. diese Krisen in Möglichkeiten für Heilung zu verwandeln. Wir haben nicht nur den Prozeß des Schreibens sehr genossen. In vielen Krankenhäusern und Kliniken findet wertvolles persön­ liches Heilen statt. Das Schreiben haben wir uns so aufgeteilt. daß wir beide aus unseren jeweils größten Stärken schöpfen konnten.ten haben. das Buch zu schreiben. Christina hat sich auf die beschreibenden und praktischen Kapitel im ersten und letzten Teil. gemeinsam an der Erforschung eines bedeutungsvollen Gebiets unseres persönlichen und beruflichen Lebens zu arbeiten. um ihre Klienten wirkungsvoller behandeln zu können. dazu beizutragen. Wir sind zwei sehr verschiedene Menschen von ganz unterschiedlicher Herkunft.

daß das Erzählen meiner eigenen Geschichte bei vielen Menschen auf Widerhall stößt. die wir am besten kennen. verbleicht. Du weißt doch. aber die allgemeine Dynamik scheint sich bei vielen von uns zu gleichen. der Keim ist im Samen verborgen. es sei ungebe­ ten in mein Leben getreten. Die Details wechseln viel­ leicht. von dem ich fand. Dieser Prozeß nahm seinen Lauf. daß ich meine 19 .Christinas Geschichte Der Gast ist in deinem Innern und auch in meinem. Kabir. Im täglichen Umgang mit den Facetten meines Abenteuers haben wir beide viele Lektionen gelernt. Es hilft ihnen zu wissen. Der blaue Himmel öffnet sich weit und weiter. veränderte mein Leben und hatte tiefgreifende Auswirkungen auf Stan und mich. Der Schaden. Wir alle ringen. Einige der von mir beschriebenen Themen werden Ihnen beim Lesen vielleicht vertraut Vorkommen. die zu diesem Buch sowie unserem ersten Titel zu diesem Thema ( S p i ­ r i t u e l l e K r i s e n . The Kabir Book Meine eigene transformative Reise ist der Hauptgrund für mein intensives Interesse und meine Beschäftigung mit spirituellen Krisen. daß sie nicht allein sind. die schon für andere hilfreich waren und den Kern der Arbeit bilden. entwe­ der aus Ihrem eigenen Leben oder durch jemanden. Millionen Sonnen bringen ihr Licht. Wenn ich fest in jener Welt sitze. keiner von uns ist weit gekommen. C h a n c e n d e r S e l b s t f i n d u n g ) geführt hat. Seien sie sich der Tatsache bewußt. der Ihnen nahesteht. Ich habe festgestellt. Das alltägliche Gefühl des Versagens weicht. den ich mir selbst zugefügt. und schau dich in dir um. Ich war viele Jahre lang in ein dramatisches und heraus­ forderndes Erwachen verstrickt.Vorwort: Der ungebetene Gast . Dies ist die Fallgeschichte der spirituellen Krise. Laß deinen Hochmut fahren.

Wenn ich nicht in der Schule war. die vor zweitau­ send Jahren gelebt hatte. daß ich mich glücklicher und friedvoller fühle denn je zuvor. Er war für mich hier und jetzt wirklich. die mich früher behin­ dert haben. die in den Vierzigern und Fünfzigern aufwuchsen. ließ meine Verbindung zur formalen Religion nach. und hatte mich immer gut unter Kontrolle. an denen ich teilnehmen konnte. Allem Anschein nach unterschied ich mich nicht von anderen jungen Mädchen. ein »braves Mädchen« zu sein. die ich in der Kirche hatte. Ein paar Jahre später wurde ich in der Kirche gefirmt. So läuft es nicht bei jedem ab. mit Schwimmen. glitzernde Feier der Geburt zu Weihnachten. und das Chaos der vergangenen Jahre ist in Kreativität transformiert worden. integrierteren Sein gelangt. Ehemals mißtönige Energien wurden glatt und fließend. nun für Literatur. gegenwärtig und verfügbar. Wie viele in meiner Generation konzen­ trierte ich mich darauf. verbrachte ich viel Zeit im Freien. Aber die Kraft der Ereignisse um die Osterzeit fesselte mich am meisten. Obwohl meine Reise viele Jahre lang turbulent und chaotisch war. Ich habe den größeren Teil meiner Kindheit in einem Vorort von Honolulu verbracht. Im Alter von zehn Jahren entdeckte ich die Episkopalkirche in unserer Nachbarschaft und entwickelte eine Leidenschaft für Jesus. Ich liebte die sanfte. Sein Tod und seine Auferstehung waren lebhafte Erfahrungen. Kunst und Mytho­ logie. An der Universität studierte ich bei dem großen Mythologen 20 . bin ich auf dem Weg durch die überwältigend schwierigen Stadien zu einem klareren. und daß die vermutlich greller und dramatischer war als die meisten. tat. Es war eine Zeit der Magie und Würze. als ich es je kannte. sind verschwunden und viele meiner alten Ängste weggefegt worden. was man von mir erwartete. Als ich älter war. und ich entwickelte dieselben leidenschaftlichen Gefühle.eigene spirituelle Krise beschreibe. Zahlreiche emotionale Probleme. verließ mich auf konventionelle Werte. Für mich war Jesus nicht einfach eine historische Gestalt. Das Durchleben dieser Herausforderungen hat zu dem Ergebnis geführt. Surfen und Reiten.

bevor der Tod uns einholt. die ich in einem Lamaze-Kurs zur Geburtsvorbereitung lernte. ich müsse mein gut im Zaum gehal­ tenes Unglücklichsein einfach als Teil des Lebens akzeptieren. 1968 Ich lag auf dem Entbindungstisch und schaute zu der riesigen Operationslampe hinauf und in die netten. eine Familie zu gründen. September. Während der neun Monate der Schwangerschaft kombinierte ich die HathaYoga-Übungen mit den Techniken. Ich fand es herrlich. Nach nur ein paar Stunden Wehen machte sich mein Sohn überraschend 21 . Wir lebten in Honolulu. Juni 1964 Wenige Tage nach dem Abschluß meines Studiums heiratete ich einen Lehrer. hatte das Gefühl. und er­ wartete freudig die Ankunft unseres Babys. tun so viel wir können. und ich wurde sofort mit unserem ersten Kind schwanger. Nach vier Jahren beschlossen wir. an einem Wunder teilzunehmen. den ich auf Hawaii kennengelernt hatte. daß das Thema Tod und Wiedergeburt in den Mythen vieler Kulturen auftaucht. 28. also trieb ich Gymnastik und nahm an einer wöchentlichen Hatha-Yoga-Gruppe teil. Ich hatte vor vielem im Leben Angst und fürchtete mich vor dem Tode. meines Mannes. der Assistenten und Schwestern. Ich glaubte. wo ich Kunst und kreatives Schreiben unterrichtete. daß wir nur einmal über diese Erde wandeln. Ich behielt eine recht traditionelle Le­ benshaltung bei und dachte. neugierigen Gesichter des Arztes. schwanger zu sein. und dann sterben wir. Wir werden geboren.Joseph Campbell und stellte überrascht fest. Körperliche Bewegung hatte mir immer schon Spaß gemacht. Trotz meiner horizont-erweitemden Studien war meine persönliche Weitsicht jedoch begrenzt und furchtsam. Und doch fühlte ich tief innen ein unspezifisches Sehnen.

Ich fing an. was da ablief. und ich war zugleich auf­ geregt und entsetzt. und man gab mir Beruhigungsmittel in hoher Dosis. wohlerzogene Frau. was ich nach all den Monaten der Vorbereitung erwartet hatte.. und verbrachte fast meine gesamte Zeit mit meinen Kindern. ein Zeichen von Krankheit war.. Diesmal war sie noch stärker als beim ersten Mal. Es war. was den ganzen Prozeß been­ dete. der es sehr wichtig war. schön fest. Nachher tat ich alles Mögliche. daß das Unverständliche. um das zu unterdrücken und zu vergessen. Mutter zu sein. Dort ex­ plodierten leuchtende Mosaike weißen Lichts. 1970 Zwei Jahre nach Nathaniels Geburt machte ich während der letzten Stadien der Entbindung meiner Tochter Sarah eine ähnliche Er­ fahrung... die Visionen und das spontane Atmen waren gewiß nicht das. 22 . merkte ich. Ganz unerwartet wurden starke und unvertraute Energien freigesetzt und begannen. Ich riß mich sehr schnell zusammen. Ich war eine beherrschte.und schnell auf den Weg in die Welt. Als die Menschen um mich herum mir Mut machten. »pressen . wie sich fremde. gab man mir zwei Spritzen Morphium. ich schämte mich und hatte Angst. 2. und statt mit der Lamaze-Atmung weiterzumachen. was mein Gefühl bestätigte. als sei ich gerade von einer wunderbaren. fühlte ich in mir irgendwo ein Schnappen. Enor­ me elektrische Beben liefen von meinen Zehen die Beine und die Wirbelsäule hinauf zum Scheitelpunkt meines Kopfes. unfreiwillige Atemrhythmen durchsetzten. durch meinen Körper zu strömen. Ich genoß es. Das Wunder begann bald zu verblassen. Um in Form zu bleiben. was ich für einen unpassenden und erniedrigenden Vorfall hielt. aber er­ schreckenden Kraft getroffen worden. pressen . und ich arbeitete enthusia­ stisch mit. weiteratmen«. unkontrollierbar zu zittern. Das Zittern. Sobald mein Sohn geboren war. ihr Leben in des Gewalt zu haben. und nun hatte ich vollkommen die Kontrolle verloren. November.

Yoga. meldete ich mich für den Kurs an. Als Folge der Jahre voller Verschiedenheiten und Unglück war meine Ehe dabei zu zerbre­ chen. Ich hatte keine Ahnung. und obwohl ich nicht sonderlich interessiert war. Bhagwan Nityananda. Er wurde zu einem anerkannten Shaktipat. erhielt ich völlig unerwartet am zweiten Tage des Kurses S h a k t i p a t . Nach Jahren intensiver Medita­ tionspraxis unter Anleitung seines Lehrers gelangte er zu Selbst­ verwirklichung. Obgleich ich nicht viel über Muktananda oder seine Welt wußte. seine Anhänger nannten ihn »Baba«. Ich wollte ein Wochenende lang rauskommen. wo er Tausende von Menschen durch Shaktipat in seine Tradition des Siddha-Yoga einführte. jemandem. die Seele und andere spirituelle Themen schrieb. der durch einen Blick. daß es so war. Er bot einen dreitägigen Kurs mit Meditation und rhythmischen Gesängen sowie spirituellen Unterweisungen an. Eines Tages erwähnte jemand in meiner Yoga-Klasse aufgeregt. Der Kontakt zu ihm änderte den Lauf meines Lebens vollkommen. Vorträge hielt und umfassend über Meditation. komplizierte Körperübungen auszuführen. Juli 1974 Der Guru war als Swami Muktananda bekannt. Während einer Medita­ tionszeit sah er mich erst an und schlug mir dann mit der Hand 23 . als ob ich mich verliebt oder einen Seelengefährten gefunden hätte.Mei­ ster. es käme ein Guru aus Indien nach Honolulu.lernte ich weiter Hatha-Yoga und wurde ziemlich gut darin. Das führte ihn schließlich zu seinem Meister. auf was ich mich da einließ. Er stammte ursprünglich aus dem südlichen Indien und begann seine emphatische spirituelle Suche bereits im Alter von fünfzehn Jahren. In seinem späteren Leben unternahm Muktananda viele Reisen in den Westen. Mein Treffen mit Muktananda läßt sich am besten mit den Worten beschreiben. eine Berührung oder ein Wort spirituelle Impulse und Energien in Menschen wecken und so den Prozeß der spirituellen Entwicklung einleiten konnte.

schnellen Rhythmus an. unter dem ich all die Erfahrungen. sie waren durch meine neuen Interessen verwirrt und durch das Scheitern meiner Ehe verunsichert. Emotionen und Energien seit Sarahs Geburt verstaut hatte. ich erfuhr den Tod. der jenseits meiner Kontrolle zu liegen schien. Doch zugleich war ich mir einer sanften. und ich begann. wegflog. Zugleich verflüchtigte sich in schneller Folge all das. nun plötzlich beschleunigt würden. Mein Beschäftigt­ sein mit neuen spirituellen Bestrebungen ließ meine berufliche Arbeit zunehmend wirkungslos werden. Ich hatte das Gefühl. Geld und sogar meine Kreditkarten. was ich zu sein oder haben glaubte: Meine Ehe zerbrach endgültig. und damit verschwanden Status. Viele meiner Freunde und Teile meiner Familie zogen sich von mir zurück. daß der Deckel. In den nächsten Monaten änderte sich mein gesamtes Leben. Eine innere Kraft trieb mich immer stärker dazu. was ich als Anfälle von Ängstlichkeit bezeichnete . Höhen und Tiefen. Ich weinte aus dem Gefühl heraus. Plötzlich fühlte ich mich. Stärke und Sanftheit. Der Geist war aus der Flasche entwichen. Mein Atem nahm einen automatischen. mich auf die täglichen Aufgaben zu konzentrie­ ren. zu meditieren und Yoga zu machen. Der Effekt dieses scheinbar einfa­ chen Ereignisses war der. Ich begann etwas zu haben. In mir brannte eine Mischung aus Panik.mehrmals kräftig auf die Stirn. und eine Vielfalt von Visionen überflutete mein Bewußt­ sein. Liebe und Angst. und ich konnte nicht mehr bremsen. begann ich neue Möglichkeiten in mir selbst zu entdecken. und ich erkannte Muktananda als meinen spirituellen Lehrer an. ich stürzte in Schmerz und Ekstase. tiefen Verbindung mit 24 . Ich war auf einer Achterbahn der Erfahrungen. die es mir manchmal schwermachten. als sei ich an eine Steckdose mit Hochspannungsstrom gestöpselt worden. geboren zu werden. und ich gab bald meinen Job auf.Stöße von treibender Energie. und während meine Meditations-Erfahrungen weiterliefen. die im Laufe der Zeit geschehen wären. Furcht und Wut. als ob viele Dinge. begrenzte sieht der Welt fiel in Scherben. unkon­ trollierbar zu zittern. Meine geordnete. als ob mein Leben auf Hochgeschwindigkeit geschaltet worden wäre.

wer ich war. das Tod. daß ich starb. 25 . Ge­ burt. einer unbekannten Quelle in mir.einer neuen Spiritualität bewußt. Mein Glaube an die Endgültigkeit des Todes wurde von einem Ereignis untergraben. oder wo ich hinging. das zu wirklich war. Mitten in dem Wirbel der Geschehnisse und dem Klirren von Glas und Metall sah ich mein Leben wie einen Film vor mir ablaufen. Ich spürte. konnte ich meinen plötzlichen Abschied von der Normalität nur mit der Annahme erklären. Ich wußte nicht mehr. daß ich den Rest meines Lebens in einer staatlichen Irrenanstalt verbringen würde. Wiedergeburt. daß der Tod das Ende von allem bedeutete. daß ich Teil eines verzweigten allumfassenden und ewigen Netzwerks war und daß ich an diesem Ort auf immer in irgendeiner Form weiterbe­ stehen würde. und ich hatte kein Gefühl von Kontrolle über mein Leben mehr. die weit. wurde durch eine Zunahme drängender physischer Energien und kraftvoller Emo­ tionen aus meiner neuen Bewußtheit gerissen . Ich fühlte mich verrückt und begann mir auszumalen. die Angst und die Furcht. Spiritualität und viele neue körperliche und emotionale Gefühle einschloß. meine Identität in der Welt war ver­ schwunden.durch die Strom­ stöße. ich würde geisteskrank. Ich war sicher. Mai 1975 Diese Ereignisse wurden durch einen Autounfall verstärkt. um es leugnen zu können. bekannten Wirklichkeit in etwas hineingeschleudert worden. Plötzlich schien ich durch einen undurch­ sichtigen Vorhang des Todes in ein tiefes Gefühl von Verbunden­ heit mit allem im Universum zu gelangen. Da ich nie davon gehört hatte. kam ich krachend wieder auf die Erde zurück. Ich war schnell aus meiner sicheren. freudig und friedvoll war. Nach einer Zeit großer Begeisterung über meine Entdeckungen. daß andere solche Erfahrungen gemacht hätten. Ich war verschreckt und einsam. und ich konnte nicht mehr glauben. die Teil meines täglichen Lebens geworden waren. bei dem ich wieder einmal dem Tod ins Auge sah.

Er heißt Stan Grof. Als er meine Geschich­ te gehört hatte. um Freunde zu besuchen und eine neue Orientierung zu finden. plötzlich Orientierungslinien zu haben. Wiedergeburt und Spiritualität sowie der weiten Spanne von Emotionen und körperlichen Empfindungen. Traurig und ängstlich wagte ich mich in ein unbekanntes Leben allein. genau zu vielen meiner spontanen Erfahrungen von Geburt. Wie wäre es. und riet: »Lies die Abschnit­ te über den Prozeß von Tod und Wiedergeburt und transpersonale Erfahrungen und schau. der in den Jahren seit der Universität ein Freund geblieben war. las und war völlig verblüfft. das sich aus den detaillierten Berichten ergab. Es beruhte auf Stans zwanzigjähriger Forschung mit LSD und beschrieb das Modell des menschlichen Geistes. gab Stan mir sein gerade veröffentlichtes erstes Buch. wenn Du zu ihm fahren würdest?« Ich folgte dem Rat meines Mentors. Joe hörte genau und mitfühlend zu und meinte nach einer Weile des Nachdenkens: »Ich habe einen Freund in Esalen in Kalifornien. zu verstehen. der sich mit diesen Dingen auskennt. diese Erfahrungen könnten zwar oft dramatisch. paßten die Beschreibungen. Ebenso wichtig wie Stans Einsichten war seine Strategie. Es war eine Offenbarung. Ich beschloß. die er über die Erfahrungen von Menschen bei mehr als viertausend Sitzungen erstellt hatte. die mir halfen. was mir widerfahren war.Sommer 1975 Im Juni wurde unsere Scheidung ausgesprochen. Dort kam mir plötzlich die Idee. und ich schilderte ihm meine ganze Verwirrung. die ich da las. die immer noch besteht. und dieses Treffen im kalifornischen Big Sur war der Beginn einer privaten und beruf­ lichen Beziehung. anstren­ 26 .« Ich nahm das Buch. Auch wenn ich nur wenig Ahnung von Drogen und gewiß noch nie LSD genommen hatte. Joseph Campbell anzurufen. an die Ostküste der USA zu fahren. Wir trafen uns in einem kleinen italienischen Restaurant in New York. Er sagte. ob von dem Material etwas für Dich Sinn macht. T o p o g r a p h i e d e s U n b e w u ß t e n . Tod.

Ich sprach über jemanden aus meiner Vergangenheit und erhielt am selben Nachmittag einen wichtigen Brief oder Anruf von diesem Menschen. Konfrontation und Integration transformativ. in Hals und Schultern aus­ drückte. daß es aber den­ noch wichtig sei. isolierten Individuum zu einem erfüllten. In meinem Leben traten regelmäßig erstaunliche Zufälle auf.gend.vielleicht sogar evolu­ tionär. von denen einige scheinbar aus anderen historischen Zeiten und Orten zu kommen schienen. Ich wurde ständig von den mir mittlerweile vertrauten Energien geschüttelt. meine Realität zu dominieren. unwiderruflich verloren fühlte und um meine gei­ stige Gesundheit bangte. therapeutisch und heilend sein könnten . daß ich verrückt war. Oktober 1975 Stan und ich begannen unser gemeinsames Leben in Kalifornien. die zunehmend heftigeres Zittern und unfreiwilliges schnelleres Atmen auslösten. desorganisierend und erschreckend sein. Dazu plagten mich mörderische Kopfschmerzen. was ich hören mußte. Oder ich malte etwas. Ich begann spontane Visionen aller Art zu haben. beson­ ders hinter den Augen. Körperlicher Schmerz wurde zu einer täglichen Realität. heiteren menschlichen Wesen wandeln würde. unglücklichen. wuchs das innere Chaos doch weiter. Das war genau das. Ich war nicht mehr davon überzeugt. die sich durch Verspannungen in den Beinen. bei dein Prozeß zu bleiben und sich durch ihn hindurchzubewegen. Und daß diese Erfahrungen mit der richti­ gen Unterstützung. änderte sich plötzlich meine Einstellung. schöpferischen. Zu einer Zeit. im unteren Rücken. Vielleicht war dies wirklich nur ein schwieriges Stadium in einem Prozeß. und wenn mich auch das Glühen einer neuen und nährenden Beziehung wärmte und erregte. in der ich mich absolut. Ein neues Phänomen fing an. der mich letztlich von einem begrenzten. das ich in einer Vision gesehen 27 . Durch meinen Körper sausten immer noch intensive elektrische Stöße.

1976 Als ich an diesem Morgen erwachte. Aber bald traten sie dauernd auf. Hilflos sank ich in den inneren Aufruhr und dachte verzweifelt: »Dies ist der letzte Schritt. und ihr Inhalt bedrückte mich: viele hatten mit schwierigen Familienproblemen. sagte Stan. daß alte. Durch seine Arbeit mit LSD war er mit den zuweilen dramatischen Manifestationen im Prozeß der persönlichen Transformation vertraut und erkannte meine Episode als genau das. und ich glitt in fünf Tage und Nächte dunkler und beängstigender Erfahrungen. merkte ich. Dies sei keine Krankheit. daß ich nicht mehr an meinem vertrauten Alltag festhalten konnte. Mai. Wieder hatte ich das Gefühl. 11. würde ich schließlich wieder mit einem neuen 28 . Tod und Kummer zu tun. seiner Meinung nach handele es sich nicht um eine irreversible Psychose. sondern vielmehr um einen sehr wichtigen Schritt auf meiner spirituellen Reise. sondern ein Schritt in Richtung Heilung. und stieß am nächsten Tag beim Blättern in einem Kunst­ buch ganz überraschend auf dasselbe Bild. wie es von etwas anderem geleitet wurde. Wenn es auch in diesem Moment schmerz­ haft sei. ohne chemischen Katalysator.hatte. und der Schmerz über ihren Verlust war unerträglich. und mußte zusehen. die in meinem Leben Probleme verursacht hatten. Anfangs fand ich diese ungewöhnlichen Vorkommnisse faszinierend. Mein früherer Mann hatte sich das Sorgerecht für unsere Kinder er­ kämpft. Mit sanftem Enthusiasmus meinte Stan. Es geschah spontan. keine Kontrolle über mein Leben zu haben. Er versicherte mir.« Stan sah das deutlich anders. eingesperrte Gefühle. und nun verliere ich auch den Verstand. Wir nannten es eine »spirituelle Krise«. daß ich mit einem Reinigungsprozeß beschäf­ tigt sei. Ich habe alles andere im Leben verloren. Meine zuverlässige Welt von Ursache und Wirkung war mir abhandengekommen. und doch war das Erfahrungsspektrum ähnlich. Erinnerungen und Erfah­ rungen. nun freigesetzt würden.

ich könne mich glücklich schätzen. eine geheiligte Zeit der plötzlichen Expansion. so erschreckend und bestürzend es auch schien. dies sei ein günstiger Moment. als ob man den Strom stärker gestellt hätte: Energiestöße überrollten meinen Körper und eine Vielzahl von unkontrollierbaren Bildern und Abfolgen kamen an die Oberfläche. ist. Dich gegen das zu sperren. erfährst es voll und gehst dann hindurch. die Erfahrungen und Emotionen einigermaßen unbehin­ dert durch mich hindurch zu lassen. daß die Menschen schon seit Anbeginn der Zeit Rituale sowie Meditationsformen. und bei anderer Gelegenheit wurde ich zu den Leuten. und ich durchlebte Sequenzen von Wahnsinn und Hexerei. was Du tun kannst. mich radikal zu entwickeln. zerstörerische Ungeheuer rissen mich in Stücke. Und das war noch längst nicht alles. Zu meinem Entsetzen identifizierte ich mich mit dem gequälten gekreuzigten Christus ebenso wie mit seinen Mördern. solche Erfahrungen herbeizuführen. wußte ich intuitiv. was kommt.Gefühl von Klarheit. redete mir sanft zu und nahm sich meiner täglichen Bedürfnisse an. Irgendwie spürte ich 29 . die wie Erinnerungen aus anderen Zeiten schienen. Er erinnerte mich daran. Freiheit und Frieden auftauchen. Ich schrie vor Angst und Schmerz und rollte voller Pein auf dem Boden herum. und gefräßige. was ich jetzt durchmachte. Am besten gehst Du vollkommen in alles hinein. Trommeln und andere Praktiken erschaffen haben. Stan war während dieser Episode meist bei mir. Gesang. was kam: »Das Schlimm­ ste. daß Stan recht hatte. durch Verfolgung oder Folter gestorben waren. suchenden Augen. es sei mein eigener. Obwohl ich noch nie so etwas erlebt hatte wie das. was geschieht. Dieses Ereignis war. mich allem zu stellen. die wie böswillige Planeten in einem schwarzen Himmel schwebten. die darauf angelegt sind.« Mit einer Menge Unterstützung von Stan war ich schließlich in der Lage. Er meinte. Ich hatte Visionen von losgelösten. die im Krieg. Es war. Tanz. und er ermutigte mich. daß sie mir so leicht zugänglich wären. Manchmal meinte ich. Ich wurde von gräßlichen Dämonen angegrif­ fen. Ich starb viele Tode. Gebete. Das wird es nur noch schwieriger machen. Er meinte.

Das machte mir angst. Es war schwierig. die mich daran hinderten. der sich in merkwürdi­ gen Energiemustern manifestierte. Gegen Ende der fünf Tage begann wieder die mir vertraute Realität zu erscheinen. was ich als die dunkle Nacht meiner Seele beschrieb. die ich hatte. wie ich es gewohnt war. Ich erkannte an. daß meine Aufgabe im Leben darin bestand. Ich sah. Da ich das Gefühl hatte. Aber ich machte mir noch immer große Sorgen über die Form. Tod und Spiritualität aussagte. die dieser Prozeß annahm. viel­ schichtigen und herausfordernden Welt meines Unbewußten. über ein schier unbegrenztes Potential zu verfügen. Ich spürte die Vorteile der Einsichten. emotionalen und spirituellen Natur betraf. aber ich war wenigstens einigermaßen in der Lage. die ich während meiner Krise gewonnen hatte. extreme körperliche Verspannungen. daß Stans Modell eine Menge über die Aspekte von Geburt. die meine Beine hinauf liefen. Noch Monate danach begleiteten energetisches Schütteln. das die ganze Zeit dagewesen war und auf seine Ent­ deckung gewartet hatte. wieder so zu funktionieren. ein »normales« All­ tagsleben zu führen. Ich war nicht länger Opfer der Visionen und Erfahrungen der letzten Tage und ent­ wickelte unsicher wieder Interesse an den bekannten alltäglichen Aktivitäten: Ich nahm ein Bad und wühlte auf der Suche nach Eßbarem im Kühlschrank herum. meine Wirbelsäule entlang in meinen Kopf strömten und dann 30 . in zwei Welten zu stehen: der Welt der Alltagsrealität und der komplexen. Die Episode war keineswegs abgeschlossen. diese Möglichkeiten umzusetzen. die persönlichen Hemmnisse zu beseitigen. erkannte ich. daß ich mehr war als mein physischer Körper: Ich hatte auch ein riesiges spirituelles Selbst. da ich oft das Gefühl hatte. Was war das für ein Prozeß.durch die Verwirrung und den Schmerz das positive Potential der Erfahrung. intensive emotionale Aufs und Abs und visionäre Sequenzen mein Leben. der jeden Aspekt meiner körperlichen. des merkwürdigen Musters von körperlichen Sensationen oder den ganz spezifischen Visionen. aber es gab darin keine Beschreibung des allgemeinen Prozeßverlaufs. und ich tauchte aus dem auf.

mir immer meine neue Bewußtheit davon zu bewahren. eine schwierige Form der spirituellen Transformation. fand ich mich damit ab. überspülte mich eine Welle des Wiedererkennens und der Bestä­ tigung. daß manche Nahrungsmittel und Aktivitäten hilfreich waren und ich andere besser vermied. daß selbst die schmerzhaften Zeiten Möglichkeiten für Veränderung darstellten. Ich war durch eine aufrüttelnde Initiation gegangen und jetzt. sie enthielten sehr viele Schilderungen. Plötzlich hatte ich eine neue Landkarte der inneren Reise. mich an den Rand der Verzweiflung zu treiben. Und ich achtete darauf. Ich war in Hochstimmung. (Eine Beschreibung des Kundalini-Erwachens findet sich im vierten Kapitel. wo ich wußte. als ich auf zwei Bücher über das Kundalini-Erwachen stieß. womit ich es zu tun hatte. meine Geschichte in den von Stan und mir geleiteten Workshops 31 . an die ich mich halten konnte. Frühling 1980 Nachdem ich begonnen hatte. begann ich. die genau meine Erfahrungen beschrieben.weiter vom Kopf über die Vorderseite des Körpers hinab? Warum diese unnachgiebige Stärke der inneren Aktivitäten. die schon seit vielen Jahrhunderten von den indischen Yogis doku­ mentiert worden ist. mit den Erfahrungen und Energien in Einklang zu gehen. Ich begann zu entdecken. die täglich meine Bewußtheit beanspruchten und zu den unpassendsten Zei­ ten auftauchten? Irgendwann 1977 Diese Fragen waren dabei. und versuchte. Damit trat ich eine neue Phase meiner Odyssee an. meinen eigenen Prozeß der spiritu­ ellen Entwicklung zu verstehen und zu handhaben. wenn sie auftraten. mit dem Prozeß leben zu lernen.) Als ich die Bücher las.

und wie viele andere noch damit rangen oder in ihren inneren Abenteuern steckenblieben. die von einer echten transformativen Krise in An­ spruch genommen sind. Der Weg. mir die schwieri­ gen Manifestationen des Kundalini-Prozesses durch Alkohol leichter zu machen. Ich hatte begonnen. die zwölf Jahre lang mein tägliches Leben be­ herrscht hatten. August 1989 Vor dreieinhalb Jahren veränderten und klärten sich die schwie­ rigsten und chaotischsten Manifestationen meiner spirituellen Entwicklung. will ich sagen. Das heißt nicht. und war über die Jahre zur Alkoholikerin geworden. routinemäßig mißverstanden werden. die das wollen.zu erzählen und mit anderen zu sprechen. war komplex und schmerzhaft. habe ich einen Zustand der Ausgegli­ chenheit. daß 32 . Ich war verblüfft. das auf internationaler Basis Infor­ mationen liefert und sowohl den Menschen in einer Krise wie denen in ihrer Umgebung Unterstützung anbietet. Heiterkeit und Verbundenheit gefunden. Ich war zutiefst dankbar. wie viele Men­ schen eine ähnliche Reise wie ich durchlebt hatten. Mit dieser Zielsetzung vor Augen gründete ich das Spiritual Emergence-Netzwerk (SEN). Zu dieser Zeit begann ich zu erkennen. daß viele Menschen. was ich bisher erfahren habe. falsche Diagnosen erhalten und in der traditionellen Psychiatrie und Psychologie häufig unangemessen behandelt werden. der mit nichts vergleichbar ist. und hatte das Gefühl. die vergleichbare Erfahrungen gemacht hatten. daß ich mich seit einiger Zeit auf dem Weg der Erholung befinde.) Ohne hier ins Detail zu gehen. Wäh­ rend ich das hier schreibe. der mich an diesen Punkt brachte. Eine umfassen­ dere Beschreibung von SEN finden sie im Anhang I. es sollte irgendeine Art von alternativem Verständnis und angemessener Fürsorge für die geben. (Ich werde im fünften Kapitel über meinen Alkoholis­ mus und dessen Einfluß auf meinen Prozeß der Transformation sprechen. daß mir dieses Schicksal erspart geblieben war.

In meinem Leben herrscht ein neuer Frieden sowie Wertschätzung für die Schönheit des Daseins. Trotz der Erkennt­ nis. . Ich habe mich ein Leben lang nach Kontakt mit der Kraft gesehnt. und nun merke ich. daß meine innere Arbeit noch lange nicht abgeschlossen ist.mein Leben immer leicht und einfach ist. aber die natürlichen Hochs und Tiefs überwältigen mich nicht mehr. die ich für Gott halte. wenn ich mir ein bißchen Mühe gebe. verspüre ich ein allgemeines Wohlbefinden und habe tiefes Ver­ trauen in die Weisheit des spirituellen Prozesses entwickelt. daß ich diesen Kontakt täglich spüren kann.

die in der Kindheit eine sehr stark religiös geprägte Erziehung hatten. In meinen frühen Jahren spiegelten meine Interessen und Hobbys immer meine große Neugier in bezug auf die menschliche Psyche und Kultur wider. Ein guter Freund lieh mir. daß sie keine spirituelle Weitsicht mehr aufrechterhalten können. da es auch andere Wissenschaftler gegeben hat. wenn sie Zugang zu den Informationen über die Welt finden. Das ist nicht völlig einzigartig. Sigmund Freuds Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Sie ist die Säerin aller wahren Kunst und Wissenschaft. Die Lektüre dieses Buches stellte sich als eine der tiefsten und einflußreichsten Erfahrungen meines Lebens heraus. die die westliche Wissenschaft zusammenträgt.Vorwort Gott im Labor . stellen oft fest. Schließlich waren es meine wissenschaftliche Forschung und die alltäglichen Beobachtungen bei der klinischen und Laborar­ beit. Meine eigentliche Beschäftigung mit Psychiatrie und Psychologie begann gegen Ende der Schulzeit. ist die mystische.Stanislavs Geschichte Die schönste Emotion. Ich war von Freuds durchdringender Denkweise. seiner unerbittlichen Logik 34 . Albert Einstein Meine persönliche und berufliche Geschichte ist eher ungewöhn­ lich. mit wärmsten Empfehlungen. Ich wurde 1931 in Prag geboren und verbrachte meine Kindheit teils dort. der ist so gut wie tot. Aber viel häufiger läuft es gewiß genau andersherum: Menschen. die meine ursprünglich atheistische Weitsicht untergruben und meine Aufmerksamkeit auf den spirituellen Bereich lenkten. Wem diese Emotion fremd ist. die wir erfahren können. teils in einer kleinen tschechischen Stadt. deren Forschungen sie zu einem mystischen Ver­ ständnis des Universums und einer kosmischen Art von Spiritua­ lität geführt haben.

Sechs Studienjahre an der medizinischen Fakultät der Karls-Universität in Prag verstärkten meine atheistische Welt­ sicht noch. sie wollten uns die Möglichkeit geben. die Dynamik von neurotischen Symptomen. solch obskure Gebiete wie die Symbolik und Sprache der Träume. wurden entweder sorgfältig aus dem Lehrplan verbannt oder der Lächerlichkeit preisgegeben. Meine Kindheit verlief ohne jede religiöse Unterweisung. nach der die direkten spirituellen und mystischen Erfahrungen im Leben der großen Propheten. Alle Konzepte. meinen jüngeren Bruder und mich mit keiner bestimmten Kirche in Verbindung zu bringen. entschloß ich mich. mich an der medizinischen Fakultät zu bewerben. Außerdem war das Ausbildungssystem zu der Zeit in Prag und auch in den anderen osteuropäischen Ländern von der marxistischen Ideologie beherrscht. uns später selbst entscheiden zu können. Außerdem las ich die gängige psychiatrische Literatur. stand ich vor einigen recht ernsthaf­ ten Entscheidungen meine Zukunft betreffend. so war ich doch im Grunde Atheist. die wissenschaftliche Namen trugen. Da mein Abitur näherrückte. die jeder Abweichung von einer rein materialistischen Doktrin besonders feindlich ge­ genüberstand. Meine Eltern hatten sich entschieden. die Psychopathologie des Alltagslebens und die Psychologie der Kunst einem rationalen Verständnis zuzuführen. jede Form von religiösem Glauben oder Spiritualität sei absurd und mit wissenschaftlichem Denken un­ vereinbar. was nur meine Überzeugung verstärkte. Ich studierte unter diesen besonderen Umständen ein breites Spektrum von wissenschaftlichen Disziplinen. 35 . Psychoanalytiker zu wer­ den.und seiner Fähigkeit beeindruckt. Heiligen und Religionsgründer in Wirklichkeit Manifestationen von Geisteskrankheiten waren. die in Richtung Idealismus und Mystik weisen könnten. Wenige Tage nach­ dem ich das Buch ausgelesen hatte. Wenn ich auch ein intellektuelles Interesse an Reli­ gionen und orientalischer Philosophie hatte. Eine materialistische Orientierung und mechanisti­ sches Denken sind weltweit Kennzeichen der westlichen medizi­ nischen Ausbildung. da diese Ausbildung eine notwendige Vorbedingung dafür war.

Außerdem wurde ich stu­ dentische Versuchsperson an der psychiatrischen Abteilung der Karls-Universität in Prag. Als ich die Psychoanalyse besser kennenlernte. was von der tschecho­ slowakischen Freud-Bewegung nach den nationalsozialistischen »Säuberungsaktionen« des Zweiten Weltkriegs übrig geblieben war. Später unterzog ich mich einer Lehranalyse bei dem früheren Vorsitzenden der Tschechoslowaki­ schen Psychoanalytischen Gesellschaft. die ich von Freud und seinen Anhängern gelesen hatte. die von drei Analytikern geleitet wurde. bis die Medizin die genaue Natur dieses Problems erklären und wirkungsvolle thera­ peutische Maßnahmen entdecken würde. Während meines Medizinstudiums schloß ich mich einer kleinen psychoanalytischen Gruppe in Prag an. Es schien nur eine Frage der Zeit. schienen brillante und faszinierende Interpretationen vieler verschiedener Aspekte des geistigen Lebens zu bieten. bei denen wir verschie­ dene wichtige Werke aus der psychoanalytischen Literatur und Fallgeschichten besprachen. um mich möglichst früh der klinischen Psychiatrie auszusetzen. mein Vertrauen in die traditionelle Psychiatrie zu untergraben. Aber dieser Zweifel war nicht stark genug. wieso sich im Laufe der Geschichte Millionen von Menschen so tief von visionären Erfahrungen haben beeinflussen lassen. die Mitglieder der Internationalen Psychoanalyti­ schen Gesellschaft waren. Das war alles.Obwohl die Ursachen dieser Geisteskrankheiten oder Psychosen bisher den entschlossenen Bemühungen zahlloser Teams von Wissenschaftlern verborgen geblieben waren. soweit es die praktische Anwendung der Freud­ 36 . herrschte doch die allgemeine Ansicht. Aber die Situation sah ganz anders aus. so extremen Erfahrungen und Verhaltenswei­ sen müsse ein irgendwie gearteter pathologischer Prozeß zugrun­ deliegen. Ich hatte wenig Grund. Die Studien. Wir hielten regelmäßig Seminare ab. erlebte ich ein tiefes Dilemma und Schisma in meinem Denken. die Ansichten so vieler prominenter Wissenschaftler und akade­ mischer Autoritäten auf diesem Gebiet anzuzweifeln. Dennoch habe ich mich oft gefragt. wenn es sich dabei um nichts anderes als bedeutungslose Produkte der Gehirnpathologie handeln sollte.

Albert Hofmann. Das Opfer an Zeit. fand ich eine mysteriöse Kombination von drei Buchstaben und zwei Zahlen: LSD-25. Ich erkannte. Zu den denkbaren An­ wendungsgebieten zählten die Erforschung von Natur und Ursa­ 37 . Energie und Geld war im Vergleich zu den Resultaten riesig. mit denen wir arbeiteten. das ich wirklich verstanden hatte. um es behandelbar zu machen. und wissen. Als ich mich mit diesem Dilemma herumschlug. Als ich es öffnete. Mir leuchtete nicht ein. daß sie sehr exklusiv. Es handelte sich um eine Mustersendung einer neuen experimentellen Substanz mit bemerkenswerten psy­ choaktiven Eigenschaften. stellte die Firma diese Droge nun Forschern in der ganzen Welt zur Verfügung und bat um Rückmeldungen über Wirkungsweise und Möglichkeiten. die der leitende Chemiker bei Sandoz. mußte man besondere Kri­ terien erfüllen. und viele psychiatrische Patienten schieden als potentielle Kandidaten automatisch aus. andererseits aber über einen extrem langen Zeitraum relativ wenig an ihnen ändern konnten. Nachdem in der Schweiz einige psychiatrische Vorarbeit geleistet worden war.) Aber im Falle der Psychoanalyse nun sollte ich glauben.sehen Analyse in der klinischen Arbeit betraf. eine kostenlose Warensendung aus dem Labor der Sandoz-Pharmawerke in Basel. Um für die Psychoanalyse in Frage zu kommen. zeitraubend und unwirksam war. das über all die theoretischen Antworten zu verfügen schien. in der Anwen­ dung auf reale klinische Probleme nicht zu beeindruckenderen Ergebnissen führte. auch in dramatischer Weise einwirken konnte. in der ich arbeitete. die als dafür geeignete Personen ausge­ wählt wurden. erhielt die Abteilung. daß wir zwar ein vollkommenes Verständnis der Probleme hätten. sozusagen aus heiterem Himmel entdeckt hatte. (Bei den unheilba­ ren Krankheiten haben wir zumindest eine Ahnung. daß ich auf ein Problem. Dr. Meine medizinische Ausbildung hatte mich gelehrt. warum sich ein Problem therapeutischen Bemühungen widersetzt. Schlimmer noch war der Zeitfaktor: die wenigen. was sich ändern müßte. warum ein Begriffssystem. mußten sich auf mehrere Jahre für wöchentlich drei bis fünf fünfzig Minuten lange therapeutische Sitzungen verpflich­ ten.

Mir wurde eine phantastische Darbietung von farbenprächtigen Visionen zuteil. dessen Auswirkungen mein berufliches und persönliches Leben tiefgreifend verändert haben. Die frühen Experimente in der Schweiz zeigten. und die Ausbil­ dung von Psychiatern und Psychologen. wieviel ich in den paar Stunden über meine Psyche gelernt hatte.chen von Psychosen. da seine Bedeutung weit über die Ebene der psychologi­ schen Einsichten hinausreicht. Die Möglichkeit. Meine erste LSD-Sitzung war ein Ereignis. die mein bisheriges Inter­ esse an der Freudschen Psychoanalyse sofort in den Schatten stellte. Die Chance einer so einmaligen Ausbildung sprach mich sehr stark an. bot allen Ärz­ ten. Ich konnte kaum glauben. Mein Lehrer an der Fakultät war sehr an der Erforschung der elektrischen Aktivität des Gehirns interessiert. Ich erlebte eine ungewöhnliche Begegnung und Konfron­ tation mit meiner unbewußten Psyche. Zudem spürte ich in einer Intensität. Ein Aspekt meiner ersten Sitzung verdient besondere Aufmerk­ samkeit. Das Studium sol­ cher »experimenteller Psychosen« schien daher aufschlußreiche Einblicke in die Ursachen dieser rätselhaftesten Gruppe psychi­ atrischer Störungen liefern zu können. besonders Schizophrenie. einen reversiblen »psychotischen« Zustand zu erfahren. ein verblüffendes Aufgebot von Emotionen. sich aufs genaueste mit deren innerer Welt bekannt zu machen. Dieser Tag kennzeichnete den Beginn meiner radikalen Abkehr vom traditionellen Denken in der Psychiatrie. andere figürlich und voll symbolischer Bedeutung. einige abstrakt und geometrisch. die ich nicht für möglich gehalten hätte. und ich wurde 1956 eine der ersten Versuchspersonen. die mit psychotischen Patienten arbeiteten. Die Forscher stießen auf einige inter­ essante Ähnlichkeiten zwischen diesen Zuständen und den Sym­ ptomen von natürlich auftretenden Psychosen. sie besser zu verstehen und daher wirksamer behan­ deln zu können. eine einzigartige Gelegenheit. und sein Lieblingsthema war der Einfluß von in 38 . daß winzige Dosierungen dieser erstaunlichen Substanz das Bewußtsein der Versuchspersonen für eine Spanne von sechs bis zehn Stunden zutiefst verändern konnten.

daß meine Erfahrung den Be­ schreibungen sehr nahe kam. Zur geplan­ ten Zeit kam eine Forschungsassistentin und brachte mich in ein kleines Zimmer. Das Göttliche manife­ stierte sich und bemächtigte sich meiner in einem modernen Labor inmitten eines ernsthaften wissenschaftlichen Experiments. Dieser Blitzschlag katapultierte mich aus meinem Körper hinaus. Ich stimmte einem EEG meiner Gehirnwellen als Teil des Experiments zu. das uns gemäß orientalischer Schriften im Moment des Todes er­ scheint. der psychiatrischen Klinik. Obwohl mein Ver­ stand stark von der Droge beeinflußt war. und das verstärkte den Effekt des Lichts enorm. bei denen es sich um Pulsare. Ich wurde von einem Strahlen getroffen. Ich war mir nicht länger der Anwe­ senheit der Assistentin. flog durch schwarze und weiße Löcher im Universum. das dem Epizentrum einer Atomexplosion oder vielleicht dem übernatürlich hellen Licht. Mein Bewußtsein dehnte sich mit unvorstellbarer Geschwindigkeit aus und erreichte kosmische Dimensionen. Dann baute sie ein riesiges Stroboskop-Licht über meinem Kopf auf und schaltete es ein. des Labors. Prags und schließlich unseres Planeten bewußt. Quasare und andere erstaunliche kos­ mische Ereignisse zu handeln schien. mich hinzulegen und die Augen zu schließen.verschiedenen Frequenzen aufblitzenden Lichtern auf die Gehirn­ wellen. die ich aus der Lektüre der großen mystischen Schriften der Weltliteratur kannte. Vorsichtig befestigte sie an meinem ganzen Schädel Elektroden und bat mich. Zu diesem Zeitpunkt waren die Wirkungen der Droge auf dem Höhepunkt. befand ich mich inmitten eines kosmischen Dramas von unvorstellbaren Ausmaßen. das in 39 . Zwischen der dritten und vierten Stunde meiner Erfahrung wurde ich einem starken stroboskopischen Licht ausgesetzt. konnte ich die Ironie und das Paradoxe an der Situation sehen. vergleichbar schien. Als die junge Assistentin die Frequenz des Lichts langsam die Skala hinauf und hinunter wandern ließ. Es gab keinerlei Zweifel daran. identifizierte mich mit explodierenden Supernovas und wurde Zeuge vieler anderer merkwürdiger Phänomene. Ich erlebte den Urknall.

Dessen aufgeschlossener Direktor ernannte mich zum Leiter eines klini­ schen Forschungsprojekts über das therapeutische Potential von LSD-Psychotherapie. die die Effekte verschiedener psyche­ delischer Substanzen mit natürlich auftretenden Psychosen ver­ glich. Ich erkannte. »der Königsweg zum Unbewußten« sind. in Freuds Worten. bei der eine 40 . dies zu meinem Spezial­ gebiet zu machen. intensivieren. Dieser starke Katalysator könnte dazu beitragen. Mein Traum wurde wahr. die in der Psychoanalyse eine so entscheidende Rolle spielen. als ich eine Stelle an dem neugegrün­ deten Institut für Psychiatrische Forschung in Prag bekam.einem kommunistischen Land mit einer Substanz durchgeführt wurde. Diese Erfahrung berührte mich im tiefsten Innern. und ich ging von ihrer Kraft immens beeindruckt daraus hervor. In meiner Arbeit mit den Versuchspersonen konnte ich mir den Gedanken nicht aus dem Kopf schlagen. und beschloß. ein Projekt zu starten. daß LSD-unterstützte Analyse den thera­ peutischen Prozeß vertiefen. und schrieb alles der Wirkung der Droge zu. bei dem psychoaktive Drogen als Katalysator für Psychoanalyse eingesetzt würden. so wie ich es heute tue. Ich initiierte eine Untersuchung. Wenige Wochen nach meiner Sitzung schloß ich mich einer Gruppe von Forschem an. die der Genialität der theoretischen Spekulationen Freuds vergleichbar wären. Ich hatte das starke Gefühl. die Lücke zwischen der großen erklärenden Kraft der Psychoanalyse und ihrer mangeln­ den Wirksamkeit als therapeutisches Werkzeug zu schließen. das Studium der außergewöhnlichen Be­ wußtseinszustände im allgemeinen und der durch Psychedelika induzierten im besonderen sei der bei weitem interessanteste Bereich der Psychiatrie. daß psychedelische Erfahrungen unter den richtigen Voraussetzungen in einem viel größeren Ausmaß als Träume. daß das Potential für eine mystische Erfahrung das angeborene Recht eines jeden Menschen ist. Ich hatte das klare Gefühl. beschleunigen und praktische Ergebnisse hervorbringen könnte. Zu der Zeit glaubte ich noch nicht. die im Reagenzglas eines Chemikers des zwanzigsten Jahrhunderts entstanden war.

ist durch sorgfältige tägliche Arbeit an den Forschungsdaten voll zum Erblühen gekommen. Solange wir mitt­ 41 . Als ich in mehreren Sitzungen mit Patienten arbeitete. wurde bald deutlich. wie etwa ein tieferes Verständnis der menschlichen Psyche zu erlangen. In dieser Zeit ist meine Weitsicht mehrfach durch die tägliche Konfrontation mit außergewöhnlichen Beobachtungen und Erfahrungen unterminiert und zerstört worden. erwies sich aber in Situationen. die verschiedenen Kategorien von psychiatrischen Erkrankungen zugeordnet wurden. Er mag zwar für manche Formen von verbaler Psychotherapie angemessen sein. als eindeutig unzulänglich. Kreativität zu fördern oder Problemlösungen zu erleichtern. Wissenschaftler und Philosophen ein. Was sich durch meine erste Erfahrung von kosmischem Bewußtsein auf umwälzende Weise angekündigt hat­ te. die eine ernsthafte Motivation für eine solche Erfahrung mitbrachten. das nun schon mehr als drei Jahrzehnte fortdauert. das auf die Lebensge­ schichte nach der Geburt und das individuelle Unbewußte ausge­ richtet ist. Ich trat ein phantastisches intellektuelles. philosophisches und spirituelles Abenteuer an.Reihe von Sitzungen mit mittleren Dosierungen bei Patienten mit verschiedenen Formen von psychiatrischen Störungen stattfanden. in dem psychologische Konflikte und Spannungen aufgelöst werden. Anfangs war mein Zugang zur LSD-Psychotherapie stark von dem Freudschen Modell der Psyche beeinflußt. Gelegentlich luden wir dazu auch Fachleute auf dem Gebiet der geistigen Gesundheit. Die wiederholte Nutzung solcher Sitzungen wurde unter europäischen Therapeuten unter dem Namen »psycholytische Therapie« populär. die griechischen Wurzeln dieser Bezeich­ nung stehen für einen Prozeß. in denen die Psyche durch einen mächtigen Kataly­ sator aktiviert war. Künstler. Als Ergebnis meiner systematischen Studien der psychedelischen Erfahrungen von anderen und mir selbst hat eine äußerst bemerkenswerte Trans­ formation stattgefunden: der unnachgiebige Einfluß von unum­ stößlichen Beweisen hat mein Verständnis von der Welt allmählich von einem atheistischen Standpunkt hin zu einem grundlegend mystischen gewandelt. daß ein solcher Begriffs­ rahmen schmerzhaft eng war.

wurde mir klar. die jenseits dieses Rahmens lagen. Viele Klienten berichteten auch von Visionen von Gottheiten und Dämonen aus anderen Kulturen und Besuchen in den vielfältigen mythologischen Reichen. Zu den erstaunlichen Erlebnissen gehörten dramatische und lebhafte Sequenzen. so wie Freud es beschrieben hat. bewegte sich jeder der Klienten früher oder später in Erfahrungsbereiche. und viele ihrer Aspekte drohten meine sichere und zuverlässige sieht der Welt zu untergraben. nicht als therapeutisch. Ihr Auftauchen aus dem Un­ bewußten folgte dem Erscheinen von biographischem Material 42 . die in den uralten mystischen Traditionen und spirituellen Philosophien des Ostens beschrieben wurden. sie als psychotisch zu betrachten. daß es sich um normale und natürliche Manifestationen der tieferen Bereiche der menschlichen Psyche handelte. Anfänglich konnte ich diese unerwartete Ent­ wicklung in meinem therapeutischen Unterfangen kaum willkom­ men heißen. Wenn die Dosierungen erhöht wurden. Wenn die Sitzungen jedoch weiterliefen. Authentizität und ihr transformatives Potential. Als jedoch meine Erfahrung und Vertrautheit mit diesen außerge­ wöhnlichen Phänomenen wuchsen. die subjektiv als Erinnerungen an frühere Inkarnationen erlebt wur­ den. daß es sie gab. aber meine psychiatrische Ausbildung hatte mich gelehrt. Ich war auf das Beobachten solcher Phänomene in psychothera­ peutischen Sitzungen nicht vorbereitet. die nicht von denen zu unterscheiden waren. Einige waren kraftvolle Sequen­ zen von psychologischem Tod und Wiedergeburt.und Kleinkindzeit der Teilnehmer. aber viel früher. Die Intensität der emotionalen und physiologischen Manifestationen dieser Zustände war erschreckend. passierte das gleiche.lere Dosierungen benutzten. der Natur und dem Kosmos ein. wurde ich Zeuge von Erfahrungen. enthielten viele der ersten Erfahrun­ gen in der Serie biographisches Material aus der Säuglings. Hatten die Sitzungen diesen Punkt erreicht. andere schlos­ sen Gefühle von Einssein mit der Menschheit. Ich war ver­ blüfft über ihre emotionale Kraft. Aus meinen Studien der vergleichenden Religionswissenschaft wußte ich.

Kindheitserinnerungen als normal und annehmbar zu betrachten und die Erfahrungen. Wenn Wesen und Inhalt dieser Nischen in der Psyche ganz enthüllt wurden.aus Kindheit und Säuglingszeit. zu kartographieren. Schwierige Symptome. die Erfahrungsgebiete. einem pathologischen Prozeß zuzuschreiben. daß es nicht unsere Aufgabe ist. was ich je kennengelernt hatte. um zu unseren wissenschaftlichen Glaubenssätzen und der entsprechen­ den Weitsicht zu passen. Und ihr Auftauchen ins Bewußtsein. Ich erkannte. könnte in Wirklichkeit das radikale Bemühen des Organismus sein. seine Wirkungsweisen zu vereinfachen und sich selbst zu heilen. verschwanden oft nach Erfahrungen wie psychi­ schem Tod und Wiedergeburt. wie sie sein sollte. Es wäre daher in höchstem Maße künstlich und beliebig gewesen. das in der traditionellen Psycho­ therapie als legitimes und wünschenswertes Forschungsfeld gilt. wie wir am besten mit ihr kooperieren können. die die Klienten als Erinnerungen an frühere Leben beschrieben. das traditionell als Zeichen von Geisteskrankheit gilt. zu akzeptieren und herauszufinden. stellten sie zweifellos eine wesentliche Quelle von schwierigen emotionalen und physischen Gefühlen dar. die die allgemeine Psychiatrie als bizarr und unverständlich einstuft. Gefühlen von kosmischer Einheit und Sequenzen. sich von den Auswirkungen verschiedener Traumata zu befreien. Au­ ßerdem transzendierten die therapeutischen Resultate dieser Se­ quenzen. die sich Monaten und sogar Jahren konventioneller Behandlung wider­ setzt hatten. wenn man sie ihrem natürlichen Lauf überließ. alles. sind natürliche Manifestationen der tiefen Dynamik der menschlichen Psyche. Es ist vielmehr wichtig. die ihnen folgten. Ich versuchte. Meine Beobachtungen bei anderen stimmten vollkommen mit denen aus meinen eigenen psychedelischen Sitzungen überein: Viele Zustände. die durch die katalysierende Wirkung von LSD verfügbar wurden. die wahre Natur der Psyche zu entdecken. der menschlichen Psyche vorzuschreiben. Meh­ rere Jahre lang widmete ich der psychedelischen Arbeit mit Patienten mit verschiedenen klinischen Diagnosen meine gesamte 43 .

Der Prozeß. Ich erstellte detaillierte Berichte über meine eigenen Beob­ achtungen und sammelte auch ihre Beschreibungen der Sitzungen. ein Verständnis des Univer­ sums und des Seins. sie erfolgreich durch rationale und wissenschaftlich solide Ansätze ersetzt zu haben. neuen Beobachtungen und versuch­ te. die buddhistischen Lehren. das tibeti­ sche Vajrayana. Während des ersten Jahrzehnts dieser Arbeit betrieb ich meine Forschung daher recht isoliert und mußte meine Kommunikation mit anderen Fachleuten 44 . die Kabbalah und die christliche Mystik sind nur einige Beispiele dafür. Als ich jedoch eine Landkarte des Bewußtseins vollendet hatte. In den frühen Jahren meiner Forschungen war ich sehr enthusia­ stisch über diese aufregenden. was Aldous Huxley die »Philosophia perennis« nannte. daß sie nur aus dem Blickwin­ kel der akademischen Psychiatrie des Westens neu war. Sufismus. daß ich das wiederentdeckt hatte. wenn ich das weiterhin tat. Ich merkte bald. Westliche Wissenschaftler hatten diese anspruchsvollen Prozeduren in dem Glauben. ich würde eine neue Kartographie der menschlichen Psyche erstellen. Es wurde deutlich. Ähnliche Landkarten hat es in diversen Kulturen seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden gegeben. Meine Beobachtungen überzeugten mich davon. der Shivaismus in Kashmir. dessen Zeuge ich bei anderen wurde und den ich selbst erlebte. die die verschiedenen Arten und Ebenen von Erfahrungen einschloß. dämmerte mir. die ich bei den psychedelischen Sitzungen beobachten konnte. den Übergangsriten vieler Kulturen und den uralten Mysterien von Tod und Wiedergeburt. das mit geringen Abweichungen immer wieder in verschiedenen Ländern und historischen Zeiten auf­ taucht. sie mit meinen tschechischen Kollegen zu besprechen. hatte außerdem eine tiefe Ähnlichkeit zu schamanischen Initiationen. abgelehnt und sich über sie lustig gemacht. Taoismus. Die unterschied­ lichen Systeme des Yoga. daß so moderne Felder wie Psychoanalyse und Behaviorismus nur die Oberfläche der menschlichen Psyche angekratzt hatten und keinem Vergleich mit der Tiefe und Weite so uralten Wissens standhielten.Zeit. daß mein wissenschaftliches Ansehen auf dem Spiel stehen würde. Ich dachte.

mit denen ich offen über meine Ergebnisse diskutieren konnte. Ich fand nur eine Handvoll Freunde. Anthropologen. Abe hatte ausgiebige Forschungen über spontane mystische Zustände oder »Grenzerfahrungen« durchgeführt und war zu ähnlichen Schlüssen gelangt wie ich. hoffnungslos von den wissenschaftlichen Hauptströ­ mungen isoliert zu sein. als ich 1967 ein Stipendium von einer Stiftung für psychiatrische Forschung in New Haven. obwohl sie in sich verständlich und bindend war. Parapsychologen. Ein weiteres Jahrzehnt verging. Die neue Bewegung. und ich hatte zum ersten Mal ein Gefühl von beruflicher Identität und Zugehörigkeit. Aus unseren gemeinsamen Treffen entstand die Idee. Connecticut erhielt. Thanatologen und an­ deren -. Den radikalen Veränderungen. folgten nun ebenso profunde Revisionen in vielen ande­ ren Disziplinen. deren Arbeit sie zu einer wissenschaftlichen Perspektive geführt hatte. in die Verei­ nigten Staaten zu fahren und meine psychedelische Forschung am Maryland Psychiatric Research Center in Baltimore weiterzufüh­ ren. Dadurch wurde es mir möglich.zügeln. Ein Problem blieb jedoch bestehen: Die transper­ sonale Psychologie schien. die durch Einsteins Relativitätstheorien und die Quantentheorie in die wissenschaftliche Weitsicht eingedrungen waren. Bei meinen Vorträgen in diversen amerikanischen Städten nahm ich Kontakt mit vielen Kollegen auf .Bewußtseinsforschem. die wir »transpersonale Psychologie« nann­ ten. die meiner eigenen ähnelte oder sie ergänzte. zog viele enthusiastische Anhänger an. bevor offensichtlich wurde. die Wissenschaft und Spiritualität kombinieren und die ewige Weisheit in bezug auf verschiedene Ebenen und Zustände von Bewußtsein einschließen würde. Ein wichtiges Ereignis in dieser Zeit war die Freundschaft mit Abraham Maslow und Anthony Sutich. daß die traditionelle Wissenschaft selbst einer begrifflichen Revolu­ tion von ungeahntem Ausmaß ausgesetzt war. eine neue Diszi­ plin zu begründen. den Begründern der humanistischen Psychologie. Diese Situation begann sich zu ändern. Ihre Zahl wuchs. Es wurden neue Verbindungen zwischen der transpersonalen Psychologie und der wissenschaftlichen Welt­ 45 .

Das beeindruckende Mosaik von bereits verfügbaren neuen Beobachtungen und Theorien legt jedoch nahe. die Jahre ihres spirituellen Erwachens waren für uns beide extrem anstren­ gend. Ich war zwar aus meinen eigenen Erfahrungen und meiner Arbeit mit vielen anderen Menschen mit außergewöhnlichen Be­ wußtseinszuständen vertraut. ist eine wünschenswerte Entwicklung im menschlichen Leben. daß Bewußtsein und die menschliche Psyche viel mehr sind als zufällige Produkte von physiologischen Prozessen im Gehirn. Christina hat im ersten Vorwort ihre eigene Geschichte mit bemerkenswerter Ehrlichkeit und Offenheit beschrieben. hat mir jedoch vollkommen neue Aspekte und Dimensionen enthüllt. für die Christina und ich den Begriff s p i r i t u e l l e K r i s e n geprägt haben. die zuweilen verwirrend und dramatisch sein können. daß in Zukunft die alten/neuen Entdeckungen über das Bewußt­ sein und die menschliche Psyche integrale Bestandteile einer umfassenden wissenschaftlichen Weitsicht sein könnten. die unsere alte Art und Weise. es sind Reflexionen der kosmischen Intelligenz. Rund um die Uhr an diesem Prozeß bei einem Menschen teilzunehmen. die Raum und Zeit transzendieren. Derzeit fehlt uns noch eine befriedigende Synthese dieser Ent­ wicklungen. Rückblickend schätzt 46 . die die ganze Schöpfung durchdringt. die als das »neue Paradigma« bekannt gewor­ den ist. ersetzen würde. der mir emotional so nahe stand. Das sind die Krisen der Transformation. die bei der beruflichen Arbeit mit außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen verborgen bleiben. Wir sind nicht einfach biologische Ma­ schinen und hochentwickelte Tiere. über die Welt zu denken. Drei Jahrzehnte detaillierter und systematischer Studien des menschlichen Geistes durch das Beobachten von außergewöhnli­ chen Bewußtseinszuständen bei anderen und mir selbst haben mich zu einigen radikalen Schlußfolgerungen gebracht. Bei manchen nimmt dieser Prozeß die Form von ungewöhnlichen Erfahrungen an.sieht hergestellt. sondern auch Bewußtseins­ felder ohne Grenzen. In diesem Zusammenhang ist Spiritualität eine wichtige Dimen­ sion unserer Existenz. und sich dieser Tatsache bewußt zu werden. Ich glaube jetzt.

der beschleunigte Atmung. eine weltweite Gemeinschaft. wie es nur das wirkliche Leben bieten kann. was sie durchmachen mußte. diese extrem schwierige Periode war eine Zeit unschätzbaren Lernens. einer wirkungs­ vollen Methode. Dieser einfache Ansatz. obwohl es sie gelegentlich bis an ihre äußersten Grenzen geführt hat. die den aus spontanen transformativen Episoden bekannten ver­ gleichbar sind. Meine Glaubenssätze wurden weiter durch die Beobachtungen der Wirkung der »Holotropen Atemarbeit« verstärkt. die auf den neuen Prinzipien beruht. . hoch ein.Christina das. Das Konzept der spirituellen Krise und die Richtlinien für den Umgang mit den in diesem Buch beschriebenen Krisen der Trans­ formation sind Ergebnisse einer vierzehnjährigen stürmischen persönlichen und beruflichen gemeinsamen Reise. die Christina und ich entwickelt haben. die Menschen in trans­ formativen Krisen in einer Weise unterstützt. kann in einem sicheren und unterstützenden Rah­ men das ganze Spektrum der heilenden Erfahrungen induzieren. Ich kann für mich dasselbe sagen. Aus dieser Reise entstand Christinas Idee. Anders als letztere bleiben die Erfahrungen jedoch auf die Zeitspanne der holotropen Sitzungen beschränkt. Musik und Körperar­ beit kombiniert. das Spiritual Emergence-Netzwerk zu gründen.

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ERSTER TEIL Die stürmische Suche nach dem Selbst .

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Da weiß sie nur zu genießen. dazu gehören Sequenzen von psychologischem Tod und 51 . die ihr Bräutigam ihr reicht und wodurch er sie fördert. wie von inniger Freude und Wonne hingerissen in seine göttlichen Arme.. sind immer wieder in den heiligen Texten aller Zeiten als harte Abschnitte auf dem mystischen Weg be­ schrieben worden.1 Was ist eine spirituelle Krise? sie scheint. Mystische Zustände können zutiefst heilend sein und wichtige positive Auswirkungen auf das Leben dessen haben. so ist sie wie starr vor Erstaunen und von heiliger Torheit ergriffen. die wir als »spirituelle Kri­ sen« bezeichnen. Darüber hinaus können viele schwierige Episo­ den von außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen als Krisen der spirituellen Transformation und Öffnung gesehen werden. Stürmische Erfahrungen dieser Art.. Visionen und andere Veränderun­ gen der Sinne sowie verschiedene physische Manifestationen mit sich. die einen ganz und gar beanspruchen. Nun wird immer offensichtlicher. der sie erfährt. Teresa von Avila. Bei diesen Episoden dreht es sich häufig um spirituelle Themen. daß die Sehnsucht nach Transzendenz und das Bedürfnis nach inne­ rer Entwicklung grundlegende Aspekte der Natur des Menschen sind. Erwacht sie aber von dieser himmlischen Trunkenheit. sie nehmen die Form von außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen an und bringen intensive Emotionen. verzückt zu sein. S p i r i t u e l l e K r i s e n können als kritische und im Erleben schwierige Stadien einer tiefgreifenden psychologischen Transformation de­ finiert werden. erhalten von jener göttlichen Nahrung. damit er sie noch mehr mit Wonnegenuß erfüllen könne. sich anklam­ mernd an seine heilige und göttliche Brust. Gedanken über die Liebe Gottes Spirituelle Werte sind in unserer modernen Gesellschaft im all­ gemeinen durch materialistische Erwägungen ersetzt und weit­ gehend ignoriert worden.

Da eine Entbindung eine potentiell lebensbedrohende Situation ist. die die transformative Krise anscheinend ausgelöst hat. daß es zu neuem Leben führt. ein Unfall. die mit einer ernsthaften biologischen Krise einherging. Bei Frauen kann eine transformative Krise durch die Kombination von körperlichem und emotionalem Streß bei einer Geburt ausge­ löst werden. Gefühle von Einssein mit dem Universum. das die biologische Sterb­ lichkeit des Individuums dadurch transzendiert. Was löst spirituelle Krisen aus? In den meisten Fällen läßt sich die Situation festmachen. extreme körperliche Erschöpfung oder langandauemder Schlafmangel. Begegnungen mit allerlei mythologischen Wesen und andere ähnliche Motive. Gelegentlich beginnt eine psychospirituelle Transformation wäh­ rend eines intensiven und emotional überwältigenden Akts der körperlichen Liebe. Dies ist zugleich die Schnittstelle zwischen dem Personalen und dem Transperso­ nalen. Sex hat auch wichtige transpersonale Dimen­ sionen: einerseits ist er ein Vehikel. Das dramatischste Beispiel in dieser Kategorie ist eine spirituelle Krise nach einer Nah-Tod-Erfahrung. Zu­ sätzlich fungieren sie als starke Mahnungen an den Tod und die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens. trägt jede Geburt ein Element des Todes in sich. Umstände dieser Art können die physische Widerstandskraft senken.an ihren Anfang und ihr Ende. Es kann ein primär physischer Faktor sein wie etwa eine Krankheit. eine Operation. indem sie den Körper schwächen. diese Erfahrung bringt daher jede Mutter an die Grenzen der individu­ ellen Existenz . Erfahrungen. die Erinnerungen an frühere Leben zu sein scheinen. Bei den Franzosen heißt der sexuelle Orgasmus wirklich auch . andererseits hat er eine tiefe Verbindung zum Tod.Wiedergeburt. wodurch der Zugang zu sehr profunden transzenden­ talen Erfahrungen ermöglicht wird. Manchmal kann auch eine Fehlgeburt oder eine Abtreibung eine ähnliche Rolle spielen.

Das kann das Ende einer wichtigen Liebesgeschichte. häufiges Ver­ sagen oder den Verlust einer wichtigen beruflichen Position. Die Ära des wilden. Sexuelle Vereinigung im Rahmen einer starken emotionalen Verbindung kann die Form einer tief­ gehenden mystischen Erfahrung annehmen. eines Elternteils oder engen Verwandten sein. Seltener handelt es sich bei dem auslösenden Ereignis um unerwartete finanzielle Katastrophen. sondern kann auch als spirituelle Verbindung des männlichen und des weiblichen Prinzips erfahren werden. bei denen eine aus medizinischen Gründen verschriebene Sub­ stanz die Erfahrung ausgelöst hat. Diese starke Verbindung zwischen Sexualität und Spiritua­ lität wird in den spirituellen Traditionen des Tantra anerkannt und kultiviert. daß eine transformative Krise auf dem Zahnarztstuhl beim Zahnziehen unter Lachgas ihren Anfang nahm. Es ist schon vor­ gekommen.»der kleine Tod« ( p e t i t e m o r t ) . unbeaufsichtigten Experimentierens mit Psychedelika hat viele Menschen in eine spirituelle Öffnung und manche in eine spirituelle Krise katapultiert. kann unerwartet zur Erfahrung von Tod und Wiedergeburt. die möglicherweise schwer einzuordnen sind. durch die quälende Migräneschmerzen ge­ lindert werden sollen. eine Schei­ dung oder der Tod eines Kindes. und die Partner fühlen sich wieder mit ihrer göttlichen Quelle verbunden. Bei entsprechend veranlagten Menschen kann eine Erfahrung mit bewußtseinsverändernden Drogen oder eine intensive psychothe­ rapeutische Sitzung den letzten Anstoß geben. Alle individuellen Grenzen lösen sich auf. mit göttlichen Dimensio­ nen. beson­ ders wenn es sich dabei um einen schwierigen Verlust handelt. Wir haben auch schon Fälle gesehen. die nicht zu einem erfolgreichen Abschluß gebracht wurden. 53 . Das gleiche gilt für Erfahrungen aus Psychotherapie-Sitzungen. »Erinnerungen an frühere Leben« und in andere spirituelle Reiche der Psyche führen. Eine Hypnosesitzung. Eine solche Situation ist nicht nur eine biologische Vereinigung von zwei Menschen. In anderen Fällen läßt sich der Beginn einer spirituellen Krise bis zu einer starken emotionalen Erfahrung zurückverfolgen.

Gospel-Gesänge oder anhaltendes rhyth­ misches Singen spirituelle Impulse hervorrufen können. ein ande­ res Mal stört ein psychologisches Trauma die nach außen orien­ tierten Bemühungen eines Menschen und lenkt ihn oder sie wieder in die innere Welt. z. Aber transformative Krisen können auch durch weniger dramatische Vorgänge ausgelöst werden. etwa durch Sitz. Kontemplation oder andächtiges Gebet. wie aktive Formen der Anbetung. Der wichtigste Katalysator für spirituelle Krisen ist eine intensive Beschäftigung mit diversen spirituellen Praktiken. daß sie stärker werden als die gewöhnliche Bewußtheit. Wir sind wiederholt von Menschen angesprochen worden. Je populärer die östlichen und westlichen spirituellen Disziplinen werden. Man kann sich gut vorstellen. das die unbewußten Dynamiken so weit unterstützt. Trance-Tanz. daß sie alle mit einer radikalen Veränderung des Gleichgewichts zwischen den unbewußten und den bewußten Prozessen zu tun haben. desto mehr Menschen scheinen spirituelle Krisen zu erfahren. kraftvolles Trommeln. daß sie die Suchenden von äußeren Einflüssen isolieren und ihnen eine Orientierung in Rich­ tung innere Welt bieten. SufiÜbungen und christlichem Gebet oder klösterlicher Kontempla­ tion aufgetreten waren. das Wirbeln der Sufis. Es geschieht etwas. Manchmal können die Ich-Verteidigungen durch einen biologischen Angriff geschwächt sein.oder Bewegungs­ meditation. daß die Bereitschaft des Menschen zur inneren Transformation wesentlich wichtiger ist als äußere Stimu­ li. stellen wir fest. mystische Erfahrungen dadurch zugänglicher zu machen. Viele von ihnen sind sogar besonders darauf ausgerichtet. die direkt mit ihren spirituellen Praktiken zu tun haben. deren außergewöhnliche Erfahrungen während des Ausübens von Zen. buddhistischer Vipassana-Meditation.Die weite Spanne der möglichen Auslöser für spirituelle Krisen läßt eindeutig vermuten. Aber wenn wir dennoch nach einem gemeinsamen Nenner oder einem letztendlichen Weg in die auslösenden Situationen suchen. Kundalini-Yoga. 54 .B.

Sexualität. daß das ausschließliche Streben nach materiellen Zielen und Werten kei­ neswegs das volle Potential des Menschen zum Ausdruck bringt. geradezu unvergleichlich überlegen ist. muß man es in dem größeren Zusammenhang der »spirituellen Entwicklung« sehen. und wie die Beziehungen zu ihr aussehen. die das Verhalten des Menschen vor dem spirituellen Erwachen bestimmen: Überlebensinstinkt. mit ihr identisch und ihr angemessen. Das Entdecken der eigenen göttlichen Natur kann sowohl auf der individuellen wie auf der kollektiven Skala zu einer Lebensweise führen. Unter den Systemen. in dem die individuellen Chakras geöffnet oder verstopft sind. weniger Be­ schränktheit. Dies hat am treffendsten der neoplatonische Philosoph Plotinos in die Worte gefaßt: »Die Menschheit befindet sich auf halbem Wege zwischen den Göttern und den Tieren«. Das Ausmaß. Die Chakras liegen auf verschiedenen Ebenen der zentralen Achse des menschlichen Organismus im sogenannten energetischen oder »feinstofflichen Körper«. Aggression. die die weitreichenden Möglichkeiten von Bewußtseinsentwicklung reflektieren. in der man die Welt erfährt. umfassendere Bewußtheit und größere Teilnahme an der kosmischen Intelligenz gekennzeichnet. 55 . in gewis­ sem Sinne.Was ist eine spirituelle Krise? Um das Problem der spirituellen Krise zu verstehen. Die drei unteren Chakras regieren die Kräfte. als Komplikation eines evolutionären Prozesses. Dieses Spektrum des Seins ist durch beständig wachsende Zartheit und Verfeinerung. die zur Verwirklichung der eigenen göttlichen Natur und zu Gottes-Bewußtsein führen. Manche spirituellen Systeme haben höhere Ebenen und Geisteszustände beschrieben. ist das bekannteste die in­ dische Vorstellung von den sieben C h a k r a s oder Zentren psychi­ scher Energie. Die mysti­ schen Lehren aller Zeiten kreisen um die Vorstellung. der zu einer reiferen und erfüllenderen Lebensweise führt. Aus dieser Sichtweise ist die Menschheit ein integraler Bestandteil der kreativen kosmischen Energie und Intelligenz und. die dem. bestimmt die Art und Weise. was gewöhnlich als die Norm betrachtet wird.

Die Erfahrungen. eine größere Freiheit der persönlichen Wahl und ein tieferes Gefühl von Verbundenheit mit anderen Men­ schen. daß es eine tiefgreifende Veränderung im Verständnis von der Welt. und spirituelle Wiedergeburt ist ein so normaler Teil des Lebens wie die biologische Geburt. die zunehmend von kosmischem Bewußtsein und spiritueller Bewußt­ heit durchtränkt sind. daß man 56 .Konkurrenzdenken und Erwerbstrieb. Und wie die Geburt ist sie in der modernen Gesellschaft pathologisiert worden. Nach einer Zeit von einigen Monaten oder Jahren schaut man zurück und stellt fest. von großer Sanftheit bis hin zum Überwältigenden und Beun­ ruhigenden. dessen Botschaft so klar und überzeugend ist. von Werten. decken ein breites Spektrum von Tiefe und Intensität ab. die während dieses Prozesses auftreten. daß er fast nicht wahrnehmbar ist. Das Potential für spirituelle Entwicklung ist ein angeborenes Charakteristikum menschlicher Geschöpfe. Von der spirituellen Entwicklung zur spirituellen Krise Manchmal schreitet der Prozeß des spirituellen Erwachens so subtil und langsam voran. Die Kapazität für spi­ rituelles Wachstum ist so natürlich wie die Disposition unseres Körpers zu physischer Entwicklung. Ein wichtiger Teil dieser Entwicklung ist die zunehmende Bewußtheit der spiritu­ ellen Dimension im eigenen Leben und in dem universalen Entwurf der Dinge. Dieser Wechsel kann seinen Anfang durch ein Buch nehmen. zu der bessere emotionale und psychosomati­ sche Gesundheit. So hat man in vielen Kulturen seit Hunderten von Jahren auch die spirituelle Entwicklung als intrinsischen Teil des Lebens gesehen. ethischen Standards und Lebensstrategien ge­ geben hat. Ganz allgemein kann man s p i r i t u e l l e E n t w i c k l u n g als die Bewe­ gung eines Individuums in Richtung auf eine erweiterte Art des Seins definieren. der Natur und dem Kosmos gehören. Die oberen Chakras reprä­ sentieren das Potential für Erfahrungen und Seinszustände.

Ähnliche Transformationen der Wahrnehmung sind schon bei Leuten vor­ gekommen. die abrupt ihre alten Glaubenssätze und Seinsweisen herausfordern und ihre Beziehung zur Wirklichkeit sehr rasch verändern. Physisch 57 . mehr zu wissen und zu erfahren. mit den Anforde­ rungen des täglichen Lebens umzugehen. das größer ist als man selbst. Da geht jemand vielleicht mit einer Gruppe und im Rahmen einer Führung durch die Kathedrale von Chartres und fühlt sich vollkommen unerwartet von dem Chor und der Orgelmusik. Menschen in einer solchen Krise werden mit inneren Erfah­ rungen bombardiert. Die Erinne­ rung an diese Verzückung und das Gefühl. die eine Floßfahrt durch die majestätische Schönheit des Grand Canyon gemacht oder sich in eine andere faszinierende Landschaft begeben haben. Keiner von diesen Menschen wird sich je wieder als vollkommen isoliertes Individuum sehen. Die spirituelle Reise hat begonnen! In anderen Fällen tritt spirituelle Bewußtheit in Form von tieferer und veränderter Wahrnehmung von gewissen Situationen im Alltag ins Leben ein. Bei vielen hat die Kunst als Zugang zum transzendentalen Bereich gedient. zur Entdeckung anderer Bücher. kann dieser natürliche Prozeß zu einer Krise wer­ den. die sie über die Begrenzungen ihrer physischen Körper und ihre eingeschränkten Selbst-Konzepte hinaus in eine Verbindung mit etwas außerhalb ihrer selbst gehoben haben. zu weiteren Vorträgen und der Teilnahme an Workshops. Wenn die spirituelle Entwicklung jedoch sehr schnell und drama­ tisch verläuft. dem Spiel des Lichts in den bunten Glasfenstern und der Großartigkeit der gotischen Bögen überwältigt. Das führt zu Verbindungen mit anderen Leuten. Sie alle haben lebhafte und überzeu­ gende Erfahrungen gemacht. bleibt erhalten. mit etwas verbunden zu sein. und dann kommt zufällig der Autor zu einem Vortrag in die Stadt. die diese Begeisterung teilen. Plötzlich fühlen sie sich in der bis dahin gewohnten Welt unwohl und finden es schwer. zwischen ihrer inneren visionären und der äußeren Welt der Alltagswirklichkeit zu unterscheiden.sie unmöglich ignorieren kann. Sie können große Pro­ bleme damit haben. Nach der Lektüre sehnt man sich danach.

völlig aus den Fugen geraten wären oder messianische Reden führten. daß spirituelle Entwicklung und spirituelle Krisen ein Kontinuum bilden. daß kraftvolle Energie durch ihren Körper strömt und unkontrollierbares Zittern auslöst. jemanden zu haben. Dieser Prozeß ist von seinem ganzen Wesen her potentiell heilend und transformativ. gehört eine radikale Freilegung von verschiedenen alten traumatischen Erin­ nerungen und Prägungen. Voller Angst und Widerstand verwenden sie vielleicht viel Zeit und Mühe darauf. die eine solche Krise kennzeichnet. die bei einigen Menschen und unter gewissen Bedin­ gungen besser in die Kategorie der spirituellen Entwicklung passen würden. was sich wie ein überwältigendes inneres Ereignis anfühlt und sie können sich getrieben sehen. mit dem sie ihre Reise teilen können. das zu kontrollieren. als ob sie den Bezug zur Realität verloren hätten. Das heilende Potential von spirituellen Krisen Es ist wichtig zu erkennen. Wir werden in diesem ganzen Buch der Einfachheit halber von s p i r i t u e l l e n K r i s e n sprechen. genau zwischen beiden zu unterscheiden. über ihre Erfahrungen und Einsichten mit jedem zu reden. und daß es nicht immer einfach ist. obwohl wir manchmal vielleicht über Situatio­ nen reden. Die grundlegenden Kriterien für die Einschätzung. Dabei klingt es dann so.erleben sie möglicherweise. Bietet man ihnen aber Verständnis und Führung an. Man muß darauf hinweisen. sind in Tabelle 1 zusammengefaßt. Es taucht aber dabei so viel psychologisches Material aus verschiedenen Schich58 . der greifbar ist. sind sie im allgemeinen kooperativ und dankbar. Zu der Aktivierung der Psyche. wann die spirituelle Entwicklung zu einer Krise geworden ist. daß selbst die dramatischsten und schwierigsten Episoden von spirituellen Krisen natürliche Stadien in dem Prozeß des spirituellen Öffnens darstellen und unter günstigen Umständen zuträglich sein können.

allmähliche Veränderung in der Bewußtheit von einem selbst und der Welt. Notwendigkeit. über über Erfahrungen Gfenaue Unterscheidung. Leichte Unterscheidungsmöglichkeiten zwischen inneren und äußeren Erfahrun­ gen und Übergang von einem zum ande­ ren. mit wem man über den Prozeß spricht. Bereitschaft und Fähigkeit. Energie stört das tägliche Es fällt manchmal schwer. will­ Krise Innere Erfahrungen sind dynamisch. können schmerzhaft sein. Außergewöhnliche Bewußtseinszustän­ de sind leicht ins tägliche Leben zu inte­ grieren. zwischen in­ neren und äußeren Erfahrungen zu unter­ scheiden. Ablehnung. Freude über innere Erfahrungen. Häufiger Drang. Vertrauen in den Prozeß. sind fließend. mit ihnen zu kooperieren. Akzeptierende änderung. die Leben. Es fällt leicht. Neue spirituelle Einsichten können phi­ losophisch herausfordernd und bedroh­ lich sein. schnelle Veränderung in der Wahrnehmung von einem selbst und der Welt. scheinen unverdient. Selten das zu reden. überwälti­ Positive Erfahrungen sind schwer zu ak­ zeptieren. leicht zu integrieren. Positive Erfahrungen schenk angenommen. Kontrolle zu behalten. Allmähliches Eindringen von lungen und Einsichten ins Leben. Langsame. wie. erweiternd. erwünscht. werden als Ge­ Schwierige Erfahrungen gend. Bedürfnis. über die Erfahrungen zu sprechen. Prozeß. er­ schütternd. mit wem). Widerstand gegen Veränderung. Haltung gegenüber Ver­ von starken Zuckungen. oft unwillkommen. oder beide treten zugleich auf. Überwältigendes Einströmen rungen und Einsichten. Erfahrungen Zittern. Die inneren Erfahrungen stören und un­ terbrechen das tägliche Leben. 59 .Tabelle 1: Unterschiede zwischen spiritueller Entwicklung und spirituellen Krisen Entwicklung Die inneren Erfahrungen sanft. Unterschiedslose Kommunikation den Prozeß (wann. wie. schwer zu integrieren. Abrupte. wann. von Erfah­ Neue spirituelle Einsichten sind kommen. Mißtrauen gegenüber sind dem Kontrolle aufzugeben. wenn sie kommen. Vorstel­ Die Erfahrungen von Energie sind ver­ halten und gut zu handhaben. Ambivalenz gegenüber inneren Erfah­ rungen. aber Bereitschaft und Fähigkeit zur Kooperation. wenn es Unterstützung gibt. Schwierige Erfahrungen werden als Möglichkeiten für Veränderung behan­ delt.

oder sogar wochenlang anhalten bedürfen sie besonderer Maßnahmen. Dazu gehören in erster Linie die Rolle des Unbewußten in der Psychotherapie. müssen wir einige der grund­ legenden Annahmen klären. Bevor wir uns weiter der Erforschung der spirituellen Krise und ihrer Implikationen widmen können. daß die spirituelle Krise eine duale Natur hat Gefahr und Chance .hat wichtige theoretische und praktische Konsequenzen. tiefen. Psychotherapie und Heilung Das Leben des Menschen birgt viele biologische und psychologi­ sche Herausforderungen und traumatische Erfahrungen. In der 60 .ten des Unbewußten auf. Ähnliche Zustände wären im Rahmen einer Selbsterfahrungstherapie mit fachkundiger Füh­ rung nicht nur annehmbar. Dieser Name deutet auf eine gefährliche Situation hin. positiven Veränderungen der Persönlichkeit und der Lösung von vielen Problemen im Leben führen. Diese Überlegungen haben uns bei der Entscheidung für den Begriff s p i r i t u e l l e K r i s e geleitet. Es besteht aus zwei Grundzeichen. Daher sind es nicht die Natur und der Inhalt dieser Erfahrungen. sondern sogar erwünscht. Das chinesische Pikto­ gramm für K r i s e ist eine perfekte Repräsentation dieser Vorstel­ lung. daß es die notwendigen alltäglichen Handlungen der Betroffenen beeinträchtigt. Spiritualität in ihrer Beziehung zur Religion und vor allem die Natur einer Gruppe von Erfahrungen. Das Unbewußte. die sie pathologisch erscheinen lassen. sondern ihr Kontext. von denen eines »Ge­ fahr« und das andere »Chance« bedeutet. Da sie aber lange andauern . aber auch auf das Potential. Anzuerkennen. die die moderne Psychologie als »transpersonal« bezeichnet. können spirituelle Krisen zu emotionaler und psychosomati­ scher Heilung. Wenn sie richtig verstanden und als schwierige Stadien in einem natürlichen Entwicklungsprozeß behandelt wer­ den.anders als therapeutische Sitzungen können diese Erfahrungen tage. von denen wir im folgenden ausge­ hen. zu einem höheren Zustand des Seins zu gelangen.

Im Rahmen des therapeutischen Prozesses. tragen freie Assoziationen des Klienten und Interpretationen des Psychiaters dazu bei. Bereits der Prozeß des Erscheinens in dieser Welt. war der erste. drohender Fehlge­ burt oder sogar versuchter Abtreibung ausgesetzt. Sein theoretisches Modell blieb jedoch auf die postnatale Biographie beschränkt: Er versuchte die Erklä­ rung aller psychischen Vorgänge auf der Lebensgeschichte nach der Geburt aufzubauen. dieses unbewußte Material ins Bewußtsein zu heben und seinen störenden Einfluß auf den Alltag zu reduzieren. Außerdem bilden sie eine wesentliche Quelle von diversen emotionalen und psychosomatischen Störungen. Und einige von uns waren sogar schon in unserer pränatalen Existenz schweren Krisen wie einer Krankheit oder starkem emotionalen Streß der Mutter. die meistens unter der Schwelle der Bewußtheit bleiben. können verschiedene Formen von irrationalem Verhalten verursachen und uns daran hindern. aber sie verlieren dadurch nicht ihre psychische Bedeutung. daß unsere Psyche nicht auf Vorgänge beschränkt ist. der Kindheit und späteren Lebensabschnitten in Form von beunruhigenden Alpträumen an die Oberfläche kom­ men können. Freud nannte diese Dimension der Psyche »das Unbewußte«. stellt ein größeres physisches und psychisches Trauma dar. Freuds Beiträge zur Psychologie und Psychotherapie waren revo­ lutionär und bahnbrechend.Säuglingszeit und Kindheit gibt es häufige Krankheiten. Operationen und eine Vielzahl von emotionalen »Stür­ men«. sondern über riesige Bereiche verfügt. Verlet­ zungen. der überzeugende Beweise dafür geliefert hat. deren wir uns bewußt sind. Tief in unserem Innern sind sie aufgezeichnet und können gewaltigen Einfluß auf unser Leben nehmen. Er entdeckte. den Freud mit dem Namen Psychoanalyse bezeichnete. daß unterdrückte und vergessene Erinnerungen aus der Säuglingszeit. Die meisten dieser schmerzhaften Erinnerungen werden vergessen oder unterdrückt. unser Leben in einer befriedigenden Weise leben zu können. die Geburt. der österreichische Psychiater Sigmund Freud. Der Begründer der Psychoanalyse. das viele Stunden oder sogar Tage andauert. Zudem war seine therapeutische Technik 61 . verschiedenen toxischen Einflüssen.

und eine zeitraubende und langsame Methode der Heilung und Transformation. das die Erinnerungen und das kulturelle Erbe der ganzen Menschheit enthält.des verbalen Austauschs ein relativ schwaches Werkzeug. die viele Jahre lang unbeachtet blieben. um damit ins Unbewußte einzudringen. Wenn emotional stark geladene Inhalte aus dem Unbewußten an die Oberfläche kommen dürfen. voll erfahren und ins Bewußtsein aufgenommen werden. die Archetypen. wie Jung es nannte.oder. Nach Jung sind die universalen und uranfänglichen Muster im kollektiven Unbe­ wußten. bei den neueren Formen gibt es Ansätze. die das direkte emotionale und physische Erfahren des bislang unbewußten Materials möglich machen. die so erstaunlich und revolu­ tionär sind. Jung kam zu dem Schluß. 62 . ihrem Wesen nach mythologisch. Ranks Beobachtungen. Numinosität. verlieren sie die Macht. der der Psychoanalyse abtrünnig gewordene Otto Rank. die die archetypischen Dimensionen der Psyche einschlie­ ßen. Einige der älteren Schulen versuchen dieses Ziel auf dem Weg des therapeutischen Dialogs zu erreichen. daß das Unbewußte des Menschen nicht auf Inhalte begrenzt ist. haben durch verschiedene Selbsterfahrungstherapien in den letz­ ten drei Jahrzehnten lebhafte Bestätigung gefunden. In jüngster Zeit gab es besondere Konferenzen. daß sie bis heute in akademischen Kreisen nicht vollständig anerkannt und aufgenommen wurden. Zusätzlich zu dem Freudschen »individuellen Unbewußten« gibt es auch ein »kollektives Unbewußtes«. die sich mit Fragen der präund perinatalen Psychologie beschäftigten. Erfah­ rungen. daß er die Aufmerksamkeit der Fachwelt auf die psychologische Bedeutung des Traumas der Geburt lenkte. Einer von Freuds früheren Anhängern. die sich aus der persönlichen Geschichte ableiten. einer Disziplin. vermitteln ein Gefühl von Heiligkeit . hat dieses Modell dadurch er­ heblich erweitert. die die Einflüsse untersucht. die Erfahrungen vor und während der Geburt auf die Psyche haben. Die Forschungen des Schweizer Freud-Schülers Carl Gustav Jung haben zu Beobachtungen geführt. Dieser Vorgang ist das Hauptziel vieler Psychothe­ rapien. uns negativ zu beeinflussen.

der kann mit dem Prozeß in Einklang gehen und daraus Nutzen ziehen.Etwas ähnliches geschieht bei spirituellen Krisen. um eine Erfahrung zu beschreiben. C. daß der Betroffene Schwierigkeiten haben kann. je nachdem. G. im Alltagsleben zurechtzukommen. Religion und die Erfahrung des Göttlichen Um Mißverständnissen vorzubeugen. seine Funktionen zu vereinfachen. alte negative Prägungen und Programmierungen abzuwerfen und sich zu heilen. aber in vielen Fällen verliert eine Reli­ gion im Laufe der Zeit die Verbindung zu diesem Kern. eines kollektiven Rituals oder der Vermittlung eines Priesters bedarf. die der wahren Spiritualität zuträglich sein kann oder auch nicht. die sich heilig oder wie außerhalb des Gewöhnlichen liegend anfühlt. Jung hat das Wort n u m i n o s benutzt. das die Beziehung des Individuums zum Universum charakterisiert und nicht notwendigerweise einer for­ malen Struktur. Wer das versteht und ein gutes. Trotz der gelegentlich dramatischen Manifestationen ist dieses stürmische Ereignis jedoch im wesentlichen ein Versuch des Organismus. Gelegentlich ist die Menge des unbewußten Materials. dort aber spon­ tan und oft aus unbekannten Gründen. in welchem Sinne wir ihn benutzen werden. bei denen das persönliche Erfahren gewisser Dimensionen von Realität dem Leben und der ganzen Existenz eine numinose Qualität verleiht. so groß. 63 . das aus den tiefen Schichten der Psyche aufsteigt. Zwar stehen an der Wiege aller großen Religionen die direkten visionären Offenbarungen ihrer Gründer. unterstützendes Netz hat. Spiritualität ist etwas. in welchem Umfang sie einen Kontext für das persönliche Entdecken der numinosen Dimensio­ nen der Realität bietet. möchten wir unser Ver­ ständnis des Begriffs S p i r i t u a l i t ä t beschreiben und sagen. R e l i g i o n ist im Gegensatz dazu eine Form von organisierter Gruppenaktivität. Propheten und Heiligen. Der Begriff S p i r i t u a l i t ä t sollte Situationen Vorbehalten bleiben. Spiritualität.

Tiere. Höllen und Fegefeuer oder diverse Szenerien und Landschaf­ ten. Sie kann man als Erfahrungen des »transzendent Göttlichen« bezeich­ nen. sondern ganze mythologische Reiche ein. Die ganze Schöpfung . 64 . lassen sich in zwei große Kategorien einteilen. Es gibt eine ganz neue Disziplin. Er besagt. die sich in der Welt der Alltagsrealität zum Ausdruck bringt. die transpersonale Psychologie.scheint von derselben kosmischen Essenz und göttlichem Licht durchdrungen.Menschen. Erfahrungen der zweiten Kategorie repräsentieren nicht eine an­ dere Wahrnehmung dessen. die Welt aus der Position eines separaten Individuums oder Körper-Ichs wahrzunehmen und zu interpretieren. In der ersten stehen die Erfahrungen des »immanent Göttlichen« oder Wahrnehmungen von göttlicher In­ telligenz. transzendiert. In diesem Zustand sieht man plötzlich. Andere Erfahrungen schließen nicht nur individuelle übermenschliche Wesen. was schon bekannt ist. legendären Helden und geistigen Führern gehören ebenfalls in diese Kategorie. Ein typisches Beispiel dafür wäre eine Vision von Gott als einer strahlenden Quelle übernatürlich schönen Lichts oder ein Gefühl von persönlicher Verschmelzung und Identität mit dem so wahrgenommenen Gott. die persönliche Begegnungen mit den numinosen Dimensionen der Existenz beinhalten. wie etwa Him­ mel. die gewöhnlich der Bewußtheit des Menschen verschlossen und im Zustand des Alltagsbewußtseins nicht zugänglich sind. daß alles im Universum Manifestation und Ausdruck derselben schöpferischen kosmischen Energie ist und daß Grenzen und Abtrennungen illusorisch sind. Pflanzen und unbelebte Objekte . daß man die übliche Art. Visionen von verschiedenen archetypi­ schen Wesen wie Gottheiten. die anders aussehen als irgend etwas auf der Erde.Der moderne Begriff für das direkte Erfahren von spirituellen Realitäten ist t r a n s p e r s o n a l . sondern ent­ hüllen ein reiches Spektrum von Dimensionen der Wirklichkeit. Die Zustände. die sich auf Erfahrungen dieser Art und ihre Implikationen spe­ zialisiert. Einsichten aus dem Studium der transpersonalen Zustän­ de von Bewußtsein sind für das Konzept der spirituellen Krise von entscheidender Bedeutung. Dämonen.

Zudem können sie aggressive Ten­ denzen reduzieren. Ihm fehlt die Gültigkeit der direkten Erfahrung. Solche transpersonalen Zustände können einen sehr zuträglichen transformativen Einfluß auf die Empfänger und ihr Leben haben. Diese Art von Spiritualität. man nimmt sie freiwil­ lig an und auf. ist die Existenz des immanent und transzendent Göttlichen nicht eine Frage von unbegründetem Glauben. ohne Druck durch äußere Gebote. sie können verschiedene Arten von emotionalen und psychoso­ matischen Störungen sowie Schwierigkeiten in zwischenmensch­ lichen Beziehungen lindem.in der gleichen Weise wie unsere Einstellung zur materiellen Realität unseres Alltagslebens auf Sinneswahrnehmungen aus erster Hand beruht. die auf direkter persönlicher Offenba­ rung beruht. sondern eine auf direkter Erfahrung beruhende Tatsache . wenn sie in einem verständnisvollen und unterstützenden Rahmen aul'treten. Zu den positiven Nachwirkungen gehört oft ein tiefes Gefühl der Verbundenheit mit anderen Menschen und der Natur. daß sponta­ ne Erfahrungen während spiritueller Krisen über ein ähnliches Potential verfügen. Wir haben verschiedentlich gesehen. gibt es in den mystischen Zweigen der großen Religionen und in ihren klösterlichen Ordensgemeinschaften. um solche transpersonalen Geistesverfassungen herbeizuführen. Für die Menschen. das Selbstbild verbessern. Befehle. 65 . die Toleranz gegen­ über anderen vergrößern und die allgemeine Lebensqualität erhö­ hen. sich wiederholende Gebete und Gesänge und andere Praktiken nutzen. sind die praktischen Auswirkungen der persönlichen Begegnungen mit spirituellen Realitäten. Ein Glaube ist dagegen eine Meinung über die Natur der Wirklichkeit. Indoktrination oder der Lektüre religiöser Schriften beruht. die auf einer bestimmten Form der Erzie­ hung. Vor­ schriften oder Strafandrohungen. die sie erlebt haben.Was uns hier interessiert. die Meditation. Diese Änderungen in Einstellung und Verhalten sind natürliche Konse­ quenzen der transpersonalen Erfahrungen.

das Meß. werden sie emotionaler Unreife und ungelösten kindlichen Kon­ flikten mit elterlichen Autoritäten zugeschrieben. Es gibt keine offizielle Anerkennung der Tatsache. wird als weiterer Beweis für das Konzept der Krankheit gewertet. Die Tatsache. Sie werden als »Psychosen« bezeichnet. die unsere traditionelle westliche Wissenschaft geschaffen hat und die unsere Kultur be­ herrscht. Es gibt zwar viele individuelle Ausnahmen. scheinen alle Formen mystischer und religiöser Phänomene Ergebnisse von Aberglauben zu sein.Spirituelle Krisen und die westliche Psychiatrie Von einem traditionellen Blickwinkel aus mag es unmöglich erscheinen. der auf einen Mangel an Ausbildung. daß ein biologischer Vorgang.und Greifbare wirklich ist. daß die großen spirituellen Traditionen. Man nimmt an. aber im allgemeinen machen die etablierte Psychiatrie und Psychologie keinen Unter­ schied zwischen Mystik und Psychopathologie. In einem Universum. Teil eines natürlichen. in dem nur das Materielle. ist in ihrer strengsten Form mit jeder Vorstellung von Spiritualität inkompatibel. dessen Natur und Ursache noch nicht bekannt sind. daß so dramatische und desorganisierende Erfahrun­ gen wie es die extremeren Formen von spirituellen Krisen sind. Im medizinischen Modell werden die psychischen und physischen Manifestationen solcher Zustände als Hinweis auf einen ernsten Krankheitsverlauf ange­ sehen. geschweige denn eines heilsamen und evolutionären Prozesses sein können. nicht nur für das Auftreten der abnormalen Erfahrung. sondern auch für ihren Inhalt verant­ wortlich ist. Irratio­ nalität und eine Tendenz zu primitiv magischem Denken schließen läßt. daß der Inhalt von transformativen Bewußtseinszu­ ständen oft mystisch ist. irgend et­ 66 . die sich seit Jahrhunderten mit dem systematischen Studium des menschlichen Bewußtseins beschäftigen. gebildeten Menschen auftreten. Wenn sie bei intelligenten. was in der eta­ blierten Psychiatrie »Krankheiten ungeklärten Ursprungs« impli­ ziert. als Manifestationen einer psychischen Krankheit. Die Weitsicht. Persönliche Er­ fahrungen von Spiritualität werden als psychotisch interpretiert.

Hinzu kommen Schwierigkeiten bei der klinischen Diagnose der Psychose und ihrer verschiedenen Formen. die in transformativen Krisen stecken. Im Rahmen einer tiefen Selbsterfahrungstherapie und verschiede­ ner Heilungsrituale holen beispielsweise bekannte Auslöser wie schnelleres Atmen. hinduistischen.nicht aber die Inhalte. und Anthropologen haben die kulturelle Relativität dessen aufzeigen können. würde das höchstens erklären. schließt das nicht notwendigerweise die Möglichkeit aus. Selbst wenn man biologische Veränderungen entdecken könnte. die sich in den buddhistischen. Menschen. ist jedoch unbegründet. was als akzeptable und normale Form von Verhalten und Erfahrung angesehen wird.was zu unserem Verständnis der Psyche und der Natur des Menschen beizutragen hätten. Und auch wenn ein spezieller Auslöser für solche Episo­ den gefunden würde. ebenso unterschiedslos ignoriert und verworfen wie diverse abergläubische und naive Vorstellungen aus Volksreligionen. daß der Prozeß als solcher heilsam sein kann. Diese Haltung gegenüber Spiritualität im allgemeinen und spiri­ tuellen Krisen im besonderen hat ernsthafte praktische Konse­ quenzen. Wenn wir uns den spirituellen Krisen im Geiste des medizinischen 67 . islamischen und anderen mystischen Traditionen finden und auf Jahrhunderten profunder psychologischer Forschungen und Versuchen beruhen. Daher werden die Konzepte und Praktiken. daß wir es im medizinischen Sinne mit einer Krankheit zu tun hätten. und die verschiedenen psy­ chiatrischen Schulen widersprechen sich. Musik oder psychoaktive Substanzen unbe­ wußtes Material an die Oberfläche. da es dafür derzeit keine klinischen oder Laborbe­ weise gibt. Der Glaube. Zudem wechselt die offizielle Klassifikation der psychiatrischen Störungen von Land zu Land. warum diverse Elemente zu einer bestimmten Zeit aus dem Unbewußten auftauchen . wer­ den als geisteskrank betrachtet und routinemäßig mit unterdrükkenden Medikamenten behandelt. christ­ lichen. Einzelne Kliniker und Forscher haben zu einigen der ganz grundlegenden Fragen voll­ kommen unterschiedliche Ansichten.

Modells nähern. die Existenz von spirituellen Krisen anzuerkennen und sie aus dem Rahmen des medizinischen Modells herauszulösen. den wir hier vorschlagen. und ihre Intensität wäre ein Hinweis darauf. das Konzept der spirituellen Krise zu klären und verständliche und wirksame Ansätze zu ihrer Behandlung sowie angemessene un­ terstützende Systeme zu entwickeln. Nach dem alternativen Zugang. . Es ist daher extrem wichtig. in der Symptome n i c h t a u f t r e t e n m ü s s e n . Die daraus folgende langjährige Abhän­ gigkeit von Tranquilizern (mit all ihren bekannten Nebenwirkun-. bei denen die transformative Krise eines Menschen bis zu ihrem Ende unterstützt und geachtet wurde. kann sich der gefühllose Gebrauch pathologischer Bezeichnungen und verschiedener repressiver Maßnahmen einschließlich der undifferenzierten Kontrolle von Symptomen durch Medikamente störend auf das positive Potential des Prozesses auswirken. Bei Menschen. gen). aber sie bestehen in latenter Form. sind die Probleme vor den Symptomen da. Wir würden auch nichts von einem Auto­ mechaniker halten. 68. der Verlust an Vitalität und ein Leben voller Kompromisse bilden einen traurigen Gegensatz zu den wenigen Situationen. wenn eine spezifischere und wirk­ samere Intervention bekannt und verfügbar wäre. Die wichtige Aufgabe einer Therapie liegt darin. eine Situation herzustellen. der das Problem eines roten Warnlämpchens am Armaturenbrett dadurch löst. Es gibt daher gewichtige Gründe. und ihre Intensität zeigt die Geschwindigkeit der Transformation an. die eine solche transfor­ mative Krise durchlaufen. in der sie n i c h t a u f t r e t e n k ö n n e n . Selbst im Rahmen des medizinischen Modells würde eine auf das Unterdrücken von Symptomen beschränkte Strategie nicht als befriedigend betrachtet werden. daß er den Verbindungsdraht herauszieht. wäre das Auftreten der Symptome der Beginn der Krankheit. Das erste Auftreten der Symptome ist der Anfang eines Heilungsprozesses. wie ernst die Situation ist. und nicht eine.

eine exakte Beschreibung der beiden zu liefern. daß der Betroffene sich der Beziehung des Prozesses zu entschei­ denden spirituellen Fragen des Lebens sowie des transpersonalen Gehalts der Erfahrungen bewußt ist. die in die Kategorie der spirituellen Notfälle gehören. Tumore oder degenerative Krankheiten sind. Das schließt die Zustände aus. Vergiftungen. sind sich üblicherweise der Tatsache bewußt. daß kein mit den vorhandenen diagnostischen Werkzeugen zu ermittelnder medizi­ nischer Befund vorliegt.Psychose versus spirituelle Krise Bei den Diskussionen über spirituelle Krisen lautet eine der häufigsten Fragen: Wie unterscheidet man zwischen spirituellen Krisen und Psychosen? Wie wir bereits sagten. die auf dem medizinischen Modell beruhen. daß man mit alternativen Strategien bessere Ergebnisse erzie­ len könnte als mit Behandlungen. qualitativ anders als diejenigen. Schon die Bezeichnung s p i r i t u e l l e K r i s e weist darauf hin. die in eine spirituelle Krise geraten. in b e a c h t l i c h e m Maße zwischen inneren Erfahrungen und der Welt der mit anderen geteilten Realität zu unterscheiden. Mit aus­ reichender Erfahrung kann man sie relativ leicht erkennen (weitere Details finden sie in Tabelle 2. Menschen.ist 69 .oder Kreislaufstörungen. deren primäre Ursache Entzündungen. welche Charakteristika außergewöhnlicher Bewußtseinszustände nahele­ gen. ist der Begriff P s y c h o s e in der gegenwärtigen Psychiatrie noch nicht genau und objektiv definiert worden. daß es ein wichtiges Merkmal einer solchen transformativen Phase ist.). Bis das geschieht. Der Mechanismus der Projektion die eigenen inneren Erfahrungen zu leugnen und sie Einflüssen durch andere Leute und äußeren Bedingungen zuzuordnen . daß die Veränderungen in ihrer Erfahrungswelt ihren eigenen inneren Prozessen zuzuschreiben und nicht von den Ereignissen in der äußeren Welt verursacht sind. Unter diesen Umständen macht es viel mehr Sinn zu fragen. S. Die Veränderungen des Bewußtseins sind bei Menschen. Ein weiteres bedeutendes Kennzeichen ist die Fähigkeit. 362 f. die mit organischen Psychosen einhergehen. Das erste wichtige Kriterium ist. Stoffwechsel. wird es unmöglich sein.

bei dem psychologischen Ansatz, den wir hier beschreiben, ein schweres Hindernis. Menschen, die unter ernsten paranoiden Zuständen, feindlichen akustischen Halluzinationen (»Stimmen«) und Verfolgungswahn leiden, beschäftigen sich ständig mit der Projektion solcher unbe­ wußten Inhalte und handeln unter ihrem Einfluß. Sie kann man mit den neuen Strategien nicht erreichen, auch wenn einige andere Aspekte ihrer Erfahrungen in die Kategorie der spirituellen Krisen zu gehören scheinen. Wenn es nicht möglich ist, durch systema­ tische psychotherapeutische Arbeit eine Situation zu schaffen, in der sie ausreichend Einblick in die Natur des Prozesses und genügend Vertrauen haben, brauchen diese Menschen vielleicht unterdrückende Medikation. Die wichtigen Unterschiede sowohl in der Einstellung zu dem inneren Prozeß wie in der Art, in der er erfahren wird, lassen sich durch die Beschreibung zweier hypothetischer Klienten schildern, die dem Psychiater von ihren Problemen erzählen. Sie repräsen­ tieren die entgegengesetzten Pole eines Kontinuums von Möglich­ keiten. Der erste kommt zur Beratung und präsentiert den folgen­ den Bericht:
Ich habe in den letzten drei Wochen alle möglichen merkwürdigen Erfah­ rungen gemacht. Mein Körper ist ganz stark mit unglaublicher Energie geladen. Sie strömt dauernd meine Wirbelsäule hinauf und verbohrt sich unten in meinen Rücken, zwischen den Schulterblättern und am unteren Schädelrand. Manchmal ist es sehr schmerzhaft. Ich habe Schlafprobleme und wache oft schwitzend und sehr ängstlich mitten in der Nacht auf. Ich hab so ein komisches Gefühl, als ob ich gerade von irgendwo weither gekommen wäre, aber ich weiß nicht, von wo. Ich habe Visionen von Situationen, die aus anderen Jahrhunderten und Kulturen zu kommen scheinen. Ich glaube nicht an Reinkarnation, aber manchmal fühlt es sich so an, als ob ich mich an Dinge aus früheren Leben erinnern würde, als ob ich schon mal gelebt hätte. Oder ich sehe helle Lichter oder Bilder von Gottheiten und Dämonen und anderes Märchenzeug. Haben sie schon mal von sowas gehört? Was geht mit mir vor? Werde ich verrückt?

Dieser Mensch ist sehr durcheinander und von einer Vielfalt von merkwürdigen Erfahrungen verwirrt, ist sich aber klar bewußt, daß
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es ein innerer Prozeß ist, und er zeigt Bereitschaft, Rat und Hilfe anzunehmen. Dies würde den Prozeß als mögliche spirituelle Krise kennzeichnen und einen guten Ausgang vermuten lassen. Der zweite Klient kommt mit einer ganz anderen Einstellung. Er will weniger um Rat bitten, sondern eher eine klar umrissene Geschichte erzählen, sich beschweren und Schuld zuweisen:
Mein Nachbar ist hinter mir her. Er hat heimlich ein Rohr in meinen Keller gelegt und pumpt giftige Gase hinein. Er vergiftet mein Essen und meinen Wasservorrat. Ich hab keine Privatsphäre in meinem Haus; er hat überall Abhörwanzen installiert. Meine Gesundheit ist gefährdet; mein Leben ist bedroht. All das ist Teil eines komplizierten Komplotts, das von der Mafia unterstützt wird. Sie zahlen schon ziemlich hohe Summen, um mich loszu­ werden. Ich komme ihnen ungelegen, weil meine hohen moralischen Prin­ zipien ihren Plänen im Wege stehen.

Was auch immer die Ursachen für einen solchen Zustand sein mögen, diesem Klienten mangelt es an der grundlegenden Ein­ sieht, daß diese Situation etwas mit seiner eigenen Psyche zu tun hat. Daher hat er auch kein Interesse an Hilfe, es sei denn in Form möglicher Unterstützung in dem Kampf gegen seine angeblichen Verfolger, etwa Beistand bei rechtlichen Aktionen oder dem Entfernen der Wanzen. Zusätzlich würde er vermutlich den The­ rapeuten eher als potentiellen Feind denn als Helfer sehen. Aus diesen Gründen wäre er ein schlechter Kandidat für jede Form von Arbeit, die auf den in diesem Buch beschriebenen Prinzipien beruht.

2 Die dunkle Nacht der Seele
Was aber die betrübte Seele hier am schmerzlichsten empfin­ det, ist der Gedanke, Gott habe sie allem Anscheine nach verstoßen und als verabscheuungswürdiges Geschöpf in die Finsternis gestürzt, und dieser Glaube, Gott habe sie verlas­ sen, ist für sie eine überaus schwere und mitleiderregende Pein... und noch dazu die furchtbare Angst, daß es allem An­ scheine nach immer so bleiben werde... (Die Seele) sieht sich mitten in jene... entgegengesetzte Übel hineinversetzt, ins Elend ihrer Unvollkommenheit, in Trockenheit, in völlige Ohnmacht, sich mit ihren Seelenkräften etwas vorzustellen, und in finstere Verlassenheit des Geistes. Johannes vom Kreuz, Die dunkle Nacht
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Auf den nächsten Seiten werden wir einige recht schwierige und mühsame Räume beschreiben, die bei transformativen Krisen sehr häufig aus der komplexen und aktiven inneren Welt eines Men­ schen an die Oberfläche kommen. Wir werden uns bei ihrer Be­ schreibung auf unsere eigenen Erfahrungen und die Berichte von anderen stützen und hoffen, unsere Leser damit nicht zu entmuti­ gen. Die dunkle Nacht der Seele ist nur ein Aspekt der spirituellen Reise, und es gibt viele andere weitaus angenehmere. Der Grund dafür, daß wir mit diesem Thema anfangen, liegt darin, daß wir die übliche Abfolge der Zustände in einem Transforma­ tionsprozeß betrachten wollen. Es gibt zwar viele Ausnahmen, aber die meisten Menschen müssen in die dunklen Gebiete hinein und durch sie hindurch, bevor sie einen Zustand von Freiheit, Licht und Gelassenheit erreichen. All denen, die diesen Weg gehen müssen, scheinen die positiven Gefühle oft im Kontrast zu den schwierigeren, denen sie zuvor begegnet sind, um so bedeutender und intensiver. Wie ein Sonnenaufgang nach einer langen Winternacht, der besonders hoffnungsvoll und strahlend wirkt, so kann Freude nach Schmerz besonders gewaltig erscheinen. Wenn man das im Kopf behält, erheben sich die folgenden Fragen:
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Welches sind die dunklen inneren Territorien, die man vielleicht durchqueren muß? Wie fühlen sie sich an? Und welche Arten von Konflikten muß man erwarten? Für jemanden in einer spirituellen Krise, sei sie nun eher subtil oder recht dramatisch, kann die Aufgabe, über den Tag zu kom­ men, die normalen Funktionen aufrechtzuerhalten, schon zu einer beachtlichen Herausforderung werden. Die normalen, scheinbar so einfachen Handlungen, die Teil des täglichen Lebens sind, werden plötzlich als mühselig oder überwältigend empfunden. Menschen in der Krise werden oft von inneren Erfahrungen überflutet, die so voller Gefühl, visueller Kraft und energetischer Macht sind, daß es schwierig wird, diese lebhafte innere Welt von Vorfällen in der äußeren Welt zu trennen. Dann sind die Betrof­ fenen vielleicht frustriert, weil es ihnen schwerfällt, den Bogen ihrer Aufmerksamkeit gespannt zu halten. Oder die schnellen und häufigen Wechsel ihrer Geistesverfassung versetzen sie in Panik. Da sie unfähig sind, in der gewohnten Weise zu handeln, fühlen sie sich vielleicht machtlos, ineffektiv und schuldig. Eine Frau beschreibt ihre Frustration so:
Ich konnte sehen, was im Haus alles zu tun war, und es war, als wäre da eine Mauer zwischen mir und den Aufgaben, die ich sonst so mühelos bewältigt hatte. Ich erinnere mich daran, daß ich raus ging, um etwas im Garten zu arbeiten, weil ich meinte, so eine einfache Tätigkeit würde mir guttun. Statt dessen hatte ich nur das Gefühl, ich würde explodieren, wenn ich mich zu schnell bewegte. Für künstlerische und kreative Tätigkeiten, die mir so viel Freude gemacht hatten, konnte ich nicht mehr genügend Aufmerksamkeit aufbringen. Selbst mit meinen Kindern zu spielen, schien mir eine Weile eine zu komplexe Beschäftigung zu sein. In der Zeit konnte ich mich ausschließlich um mich selbst kümmern.

Zu den alarmierendsten und beunruhigendsten Dingen, mit denen Menschen in spirituellen Krisen häufig konfrontiert werden, zäh­ len das Gefühl von Einsamkeit, Erfahrungen von Wahnsinn und die Gedanken an den Tod. Solche Geisteszustände sind zwar intrinsische, notwendige und zentrale Teile des Heilungsprozes­ ses, aber sie können erschreckend und übermächtig werden, besonders wenn es an menschlicher Unterstützung mangelt.
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Wenn sich die Tore zum Unbewußten öffnen, kann eine große Bandbreite von unterdrückten Emotionen und Erinnerungen ins bewußte Gewahrsein dringen. Wenn man spezifischen Erinnerun­ gen oder Erfahrungen aus personalen oder transpersonalen Rei­ chen begegnet, können Elemente von Angst, Einsamkeit, Wahn­ sinn oder Tod erscheinen, manchmal auch gleichzeitig. Man kann noch einmal schwere Krankheiten oder lebensbedrohliche Unfälle sowie andere beunruhigende Ereignisse aus der früheren oder späteren Kindheit durchleben oder die biologische Geburt mit ihren komplexen, chaotischen und dynamischen Manifestationen wiedererfahren. Viele Erinnerungen beinhalten Angst. Menschen aus mißhandeln­ den Familien können sich plötzlich von dem Entsetzen gepackt fühlen, das durch die Gewalttätigkeit einer betrunkenen Mutter ausgelöst wurde. Andere erleben vielleicht die Angst wieder, die sie gespürt haben, als sie von einem Baum fielen oder mit Keuchhusten rangen. Es kann einen ein kindliches Gefühl von Einsamkeit überkommen, das in der gegenwärtigen Situation überhaupt nicht angemessen scheint. Diese irrationalen Wahrnehmungen können ihren Ur­ sprung darin haben, daß man sehr früh einmal von einem Elternteil verlassen wurde oder daß es nach der Geburt keine ausreichende Bindung zwischen Mutter und Kind gab. Ähnliche Gefühle kön­ nen aus Vorkommnissen resultieren, die mit der Isolation von Gleichaltrigen in der Schule oder einer schmerzhaften Trennung während einer Scheidung zu tun haben. Besonders wenn ein lebensbedrohliches Ereignis erinnert wird, können sich manche Menschen dem Wahnsinn ausgesetzt fühlen. Völlig unerwartet spüren sie vielleicht wieder etwas aus ihrer Geschichte, einen beinahe tödlich endenden Autounfall, ein Miß­ geschick beim Schwimmen, durch das sie fast ertrunken wären, oder extreme körperliche oder sexuelle Mißhandlungen. Wer die­ ses Ereignis erneut erlebt, kann sich so überwältigt und bedroht fühlen, daß er meint, den Halt in der Realität zu verlieren. Diese Situationen können einen auch in Kontakt mit der Erfahrung des Todes bringen. Zusätzliche Erinnerungen zum Thema Tod
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hängen mit den Geburtsbedingungen zusammen. Man hat immer eine Form von essentiellem Kontakt mit dem Tod, wenn man die Geburt samt ihrer Erstickungsgefühle und vitalen Bedrohungen wiedererlebt. Wer in der pränatalen Existenz der Gefahr einer bevorstehenden Abtreibung oder Fehlgeburt ausgesetzt war, kann eine sehr überzeugende fötale Überlebenskrise ertragen haben, die er dann später wiedererlebt. Man kann auch in transpersonalen Sequenzen, die aus den kollek­ tiven oder universalen Reichen kommen, auf Erfahrungen von Angst, Einsamkeit, Wahnsinn oder Tod treffen. Die transpersona­ len Reiche enthalten sowohl lichte wie dunkle Elemente, und das »Positive« kann ebenso angst machen wie das »Negative«. Man kann einem monströsen mythologischen Dämon gegenüberstehen oder eine Schlacht aus einer anderen Zeit miterleben; daß man in diesen Situationen recht alarmiert ist, ist unvermeidbar. Verwir­ render ist die Tatsache, daß manchmal Angst aufkommt, wenn sich der Mensch in die »positiven« Reiche des Lichtes und der Schönheit begibt. Wir werden im dritten Kapitel noch darauf zu sprechen kommen. Eine überzeugende Identifikation mit einem Soldaten, der wäh­ rend des Krieges von seiner Familie getrennt ist, oder mit einer afrikanischen Mutter, die um ihr durch Hungertod verlorenes Kind trauert, kann das Gefühl von Einsamkeit auslösen. Eine Teilneh­ merin an einem unserer Workshops meinte wirklich wahnsinnig zu sein, als sie sich während einer Sitzung intensiver Selbsterfah­ rung zu einer Verrückten in einer mittelalterlichen Irrenanstalt werden sah. Nach einer Stunde war die Erfahrung vorbei, und sie kehrte in ihren üblichen rationalen Zustand zurück. Die Begegnung mit dem Tod kann auf der transpersonalen Ebene in vielen Formen auftreten. Bei etwas, was einem wie eine Erinnerung an eine frühere Inkarnation vorkommt, kann man lebhaft wiedererleben, wie es sich anfühlt, als Soldat, Sklave, Märtyrer oder Kriegsmutter getötet zu werden. Man kann mit dem Tod in der mythologischen Welt konfrontiert werden, vielleicht durch die Identifikation mit der Figur des Christus am Kreuze oder des zerstückelten Osiris.
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Ein anderer Mensch identifiziert sich möglicherweise mit der gesamt-menschlichen Erfahrung des Sterbens und wird zu allen Frauen, die je im Kindbett gestorben, oder zu allen Männern, die je im Kampf gefallen sind. Wieder jemand anderes könnte der Archetyp des Todes selbst werden und ihn in all seiner Ungeheu­ erlichkeit als universale Kraft erfahren. Das folgende lebhafte Beispiel stammt von einer Frau, deren spirituelle Krise viele realistische Erfahrungen von Tod enthielt:
Überall um mich hemm konnte ich wirbelnde Bilder des Todes sehen: Grabsteine, Kreuze, einen grinsenden Schädel und gekreuzte Knochen. Ich sah Hunderte von blutigen Schlachtfeldern, Konzentrationslager und Kran­ kenstationen; Todesszenerien, wo ich auch hinschaute. Ich hatte das Gefühl, allen Tod in der Geschichte sowohl zu betrachten wie daran teilzunehmen. Und dann änderte sich das Erlebnis, und ich hatte plötzlich das Gefühl, ich, wer auch immer das war, sei für das Ganze verantwortlich; ich war zum Tod selbst geworden, zum Schnitter, zum apokalyptischen Reiter, und ich war es, die die Menschheit vom Leben abrief.

Emotionen und Sinneswahrnehmungen, die mit plötzlich verfüg­ baren Erinnerungen einhergehen, können leicht versehentlich zu der eigenen direkten Lebenssituation in Verbindung gesetzt wer­ den. Ein Beispiel: Ein Mann, der die bevorstehende Bedrohung, bei der Geburt zu sterben, wiedererlebt, kann sich große Sorgen um seine Gesundheit machen oder eine ungewöhnlich starke Reaktion auf Filme entwickeln, in denen der Tod gezeigt wird. Er könnte sich andauernd von potentiellen Gefahren in seiner Um­ gebung bedroht fühlen und vielleicht sogar Angst um seine physische sicherheit haben. Ohne zu verstehen warum, kann er an geschlossenen Orten in Panik verfallen, sich vor Aufzügen und vollen U-Bahnen fürchten. Jemand wie er kann Thanatophobie entwickeln, eine exzessive Angst vor dem Tod, bei der man von der quälenden Furcht getrieben wird, ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall stünden unmittelbar bevor. Wenn die volle Erfahrung der Geburt mit ihrer weiten Spanne von Emotionen und Sinneswahrnehmungen ins bewußte Gewahrsein aufsteigt, entwickelt der Mensch die Einsicht, daß dies die Quelle seiner Ängste ist, und dann lösen sie sich auf.
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Wenn unser Leben uns in eine unbekannte Richtung führt. Trotz der vielen Ängste kommen die meisten Leute ganz gut mit dem Alltag zurecht. daß wir zunächst besorgt und dann widerspenstig werden. von den groben. Im Leben der meisten Menschen gibt es allerlei Arten von Ängsten. Sie können die Form von diffuser Ängstlichkeit annehmen oder sich zu verschiedenen allgemeinen Arten von Angst ver­ dichten. sei es als schwache Sorge bei dem Gedanken an die kommenden Ereignisse des Tages oder als riesige. reagieren wir oft automatisch so. ohne von ihnen überwältigt zu werden. wie der Furcht vor körperlichen Schäden oder dem Tod. Die Angst vor dem Unbekannten. ein andermal scheint dieses Gefühl sich zu schier unkontrollierbarer Panik auszuwachsen. so daß sie nicht mehr zu bewältigen sind. Ein wenig Ängst­ lichkeit scheint in dieser Situation angemessen: Nicht nur brechen viele der vertrauten Glaubenssysteme zusammen.Sich der Angst stellen Das Element der Angst ist ein natürliches Teilchen in dem Mosaik der Veränderung. als hätte sie gar nichts mit einem zu tun. als würde er auseinanderfallen. die keine Verbindung zu vertrauten Aspekten des eigenen Lebens zu haben scheint. wie der Scheu. offensichtlichen Formen. Einige wenige können sich mit scheinbar beneidenswertem Mut ziemlich furchtlos ins Unbekannte stürzen. es gibt neuen physischen Streß und lästige Schmerzen. Aber bei vielen Menschen 77 . Angst geht in irgendeiner Form mit fast jeder spirituellen Krise einher. Ein Großteil der Angst scheint jedoch voll­ kommen unlogisch. einen Fremden nach dem Weg zu fragen. der Mensch ist auch äußerst emotional geworden. bis zu subtileren. In gewissem Umfang kennen alle Menschen diese Form von Angst. Der Körper fühlt sich an. Bei manchen Gelegenheiten kann der Mensch in der Krise relativ einfach mit verschiedenen Ängsten umgehen. unbezogene Furcht. Während der spirituellen Krisen werden die Alltagsängste jedoch häufig intensiviert und konzentriert. gerade so.

nach der ruhigen und weniger herausfordernden. wo es langgeht und wie sie sich fühlen werden. auf ein glückliches Leben hinzuarbeiten. geht sein Leben in eine ganz andere Rich­ tung. Wenn sie entdecken. Ein Mann durchlebt plötzlich eine komplexe visuelle und emotionale Sequenz. daß er keine Macht über die Kräfte von Leben und Tod hat. Eine Frau. Vielleicht sehnen sie sich sogar nach der Vertrautheit der sicheren. als er geplant hatte. was wohl als Nächstes kommen könnte. Diese Erfahrung lenkt seine Gedanken auf Reinkarnation. mit neuen Bewußtheiten und unentdeckten Möglichkeiten. aus der sie kommen. Für Menschen in spirituellen Krisen kann die Angst vor dem Unbekannten entsetzlich groß werden. seine Existenz genau im Griff zu haben. Mühsam erkennt er.erfolgt der Schritt in unerforschte Gegenden. der daraus entsteht. Manche Leute sind jahrelang der Ansicht. daß sie sich sorgen. Ihre inneren Zustände ändern sich häufig so schnell. sie würden die Kontrolle über ihr Leben verlieren. wenn überhaupt. Sie werden dauernd mit unergründeten Reichen im Inneren konfrontiert. wenn auch irgendwie unglücklichen Existenz. die bisher sehr materia­ listisch war. ein ihm völlig fremdes Konzept. kann einen Transforma­ tionsprozeß in ihm auslösen. hat viel­ leicht genaue Pläne für seine Zukunft und das Gefühl. hat vielleicht eine spontane außerkörperliche Erfah­ rung und lernt. und so viel schneller Wandel führt zu der Angst. Wenn seine Frau eine tödliche Krankheit entwickelt. Solche Leute sind sich unsicher. und der emotionale Streß. daß er Kräften jenseits seines Einflusses unterworfen ist. Die Angst vor Kontrollverlust. Diese Art von abrupten Ereignissen kann unvorbereiteten Men­ schen sehr viel Angst machen. gegen ihren Willen oder zumindest sehr vorsichtig. daß sie nicht die absolute Kontrolle über den Verlauf ihres Lebens 78 . alten Seinsweisen. daß sie mehr ist als ihre physische Identität. Seine Träume sind geplatzt. der viele Jahre darauf verwendet hat. die aus einer anderen Zeit und einem anderen Ort zu kommen scheint. ihre Welt sei geordnet und sie hätten ihr Leben völlig in der Gewalt. Ein Mann.

besonders wenn sie sich sehr stark damit identifiziert haben. sie müßten sich keinen Veränderungen unterziehen. wie noch nie zuvor. es ginge ihnen gerade so. treffen einen vielleicht riesengroße Furcht und Widerstand gegen die Macht der damit einhergehenden Gefühle. um sie wegzuerklären. die Kontrolle zu verlieren. sie überhaupt ganz zu vermeiden. aber bevor es eintritt. Es gibt noch eine Form. einfach Einbildung seien. Sie fragen sich dann vermutlich: Wer ist denn die Autorität. Während einer spirituellen Krise kann man von kraftvollen Episoden überrollt werden. Manchmal wird die Befürchtung selbst zu einer Ver­ teidigung. oder daß die Veränderungen. zu schnell zu wachsen. Oder sie versuchen. verschafft ihnen das manchmal große Erleichterung. wie kraftvoll er war. bei denen man vollkommen die Kontrolle über das eigene Verhalten verliert. kann einen erfolg­ reich davon abhalten. ganz wunderbar. Bei einigen Formen von spirituellen Krisen lassen sich körperliche Empfindungen oder Reaktionen als Angst interpretieren. Menschen in dieser Situation können ein komplexes System der Verleugnung erschaffen. wenn nicht ich? Ist er. sie oder es vertrauenswürdig? Kann ich mich einer unbekannten Kraft überlassen und wissen. Zu­ weilen bekommen sie aber auch entsetzliche Angst. Man kann sich von merkwürdigen und zuweilen überwältigenden Ausbrüchen von Energie verzehrt fühlen oder 79 . der explodiert vielleicht vor Wut und Tränen. intellektualisieren und ausgefeilte Theorien erfinden. sich selbst erzählen. wie sie seien. und die verläuft sehr viel sprunghafter und viel dramatischer. Andere Ängste. die sie spüren. daß ich versorgt sein werde? Wenn sie vor der Angst stehen. das Sagen zu haben. Wem es so ergeht. in die sie geraten. Wenn man nach einem solchen Aus­ bruch erkennt. die Kontrolle zu verlieren. Sie können die Geisteszustände. zittert heftig und schreit. an den Angstgefühlen festzuhalten. werden der Verstand und das Ich unglaublich erfinderisch. Dieses hemmungslose Freisetzen von Emotionen kann enorm befreiend sein.haben. erschreckt und beschämt einen das vielleicht auch.

schrieb: Meine Augen füllen sich mit Tränen. und es war mir ein großer Trost. vor dem Tod oder der universalen Vernichtung begegnen. wenn sie plötzlich Teil ihres Alltags werden. die auf diese Phänomene nicht vorbereitet oder mit ihnen nicht vertraut sind.« Ich habe seitdem oft daran gedacht. Gefühle von Einsamkeit Mirabai. ein indischer Dichter aus dem fünfzehnten Jahrhundert. ist das nicht Angst. und ich schwitzte heftig. Herz­ schlag und Körpertemperatur können steigen. Man kann auch der Angst vor Wahnsinn. unkontrollierbares Zittern oder eine unbekannte Kraft durch die inneren Systeme strömen. erinnert sich an ihre Reaktionen: Ich ging zu meinem spirituellen Lehrer und erzählte ihm von den merkwür­ digen Angstgefühlen. mein Körper zitterte. Es kann sich dabei auch um spezifische Merkmale einer bestimm­ ten Form der spirituellen Krise handeln. wenn Du diese Empfindungen spürst. Es ist Gott.spüren. Warum geschieht das? Diese Manifestationen sind häufig eine natürliche physiolo­ gische Begleitung der abrupten Veränderungen im Bewußtsein. die intensiv medi­ tierte. Darauf werden wir später in diesem Kapitel eingehen. wie elektrische Ladungen. neuen Gefühle Unruhe und halten sie irrtümlich selbst schon für Angst. die Dich angreift. Menschen. oder wenn ich zu meditieren versuchte: Mein Herz raste. das sei das Werk von Kundalini Shakti. spüren sie beim Eintreten dieser fremden. wie um das Erwachen der Kundalini. Eine Frau. der sich durch Dich hindurchbewegt. lachte er und erklärte. Was soll ich tun? Wo soll ich hin? Wer kann meinen Schmerz zum Schweigen bringen? 80 . können sehr bestürzt sein. Als er das hörte. Ich spürte sie besonders nachts. Er sagte: »Denk daran. die jetzt Teil meines Lebens waren. Da sie bei den Körpersensa­ tionen an eine gewisse Norm gewöhnt sind.

Mein Körper wurde von der Schlange Des »Fehlens« gebissen. Wenn die innere Welt aktiver wird. 81 . was mir half. beschäftigt sich mehr mit intensiven Gedanken. Sie hatte mir während meiner Krise viel Hilfe und Trost gegeben. die sie vielleicht noch nie geschildert bekommen haben und die anders sind als die alltäglichen Erfah­ rungen ihrer Freunde und Familien. Einige der Gefühle der inneren Isolation haben mit der Tatsache zu tun. Ein junger Lehrer berichtet von der Einsamkeit. wer sie sind. kann man ein umfassendes Gefühl der Trennung von sich selbst. Aber während dieses Zeitabschnitts konnte sie nichts tun. spürt man vielleicht die Notwendigkeit. die er bei einer spirituellen Krise erlebte: Ich lag nachts neben meiner Frau im Bett und fühlte mich vollkommen. unleugbar allein. abgeschnitten fühlen. Beziehungen zu anderen Leuten können an Wichtigkeit verlieren. Und mein Leben versiegt mit jedem Pochen meines Herzens. ist man nicht einmal mehr für vertraute menschliche Wärme und Zuspruch zugänglich. Viele Menschen im Transformationsprozeß fühlen sich durch die Natur ihrer Erfahrungen von anderen isoliert. Wenn man in diesen Zustand kommt.3 Einsamkeit ist ein weiterer Bestandteil der spirituellen Krise. und die Betroffenen können sich sogar von dem vertrauten Bild dessen. sich vorübergehend von den täglichen Aktivitäten zurückzuziehen. auch wenn sie mich noch so viel knuddelte oder mir immer wieder Mut zusprach. daß sich Menschen in spirituellen Krisen ungewöhnlichen Bewußtseinszu­ ständen stellen müssen. von anderen Menschen und von der Umgebung spüren. sie kann von einer verschwommenen Wahrnehmung der Getrenntheit von anderen Menschen und der Welt bis zu einem umfassenden Absturz in existentielle Entfremdung reichen. Existentielle Einsamkeit scheint jedoch sehr wenig mit persönlichen oder äußeren Einflüs­ sen zu tun zu haben. Gefühlen und inneren Prozessen. Wenn das geschieht.

je nach­ dem. Ihre eigenen transformativen Zustände waren so plötzlich und umfas­ send gewesen. konnte sie zunächst keine Verbindung zwischen ihren Studien und ihren Erfahrungen herstellen. Sie haben das Gefühl. die das 82 . Selbst wenn sich Leute in diesem Stadium der Vielfalt der theo­ retischen Landkarten und spirituellen Systeme bewußt sind. Ich bin der einzige. einer Anthropologiestudentin. Als sie später während ihrer spirituellen Krise auf lebhafte und realistische Elemente traf. eine totale und vollständige Entfremdung. von der höheren Kraft oder Gott abgeschnitten. Ihre Notizen aus den Vorlesungen waren voller Beschreibungen des schamanischen Lebens und der Rituale der Indianer im Inne­ ren Mexikos. daß nie zuvor in der Geschichte jemand das erfahren hat. sie sind vielleicht auch noch überzeugt. Das Ergebnis ist eine vernichtende Art von Einsamkeit. die selbst darüber verwirrt sind.Wir haben viele Menschen in spirituellen Krisen sagen hören: »So was hat noch nie jemand durchgemacht. der ihnen Hilfe und Anteilnahme geben könne. sie war davon ausgegangen. der sich je so gefühlt hat!« Solche Leute haben nicht nur das Gefühl. An der Uni war ihre Beziehung zum Thema rein intellek­ tuell. Wenn sie Therapeuten haben. dieser Prozeß sei für sie einzigartig. die ähnliche Zustände beschreiben. daß sie leicht meinen. Außerdem glauben sie. was einem neben den persönlichen Ressourcen Stärke und Inspiration verleiht. Ihre starken Emotionen und unvertrau­ ten Wahrnehmungen tragen sie so weit von ihrer früheren Existenz weg. sie seien abnorm. daß das Verhalten und die Wahrnehmungen der Indianer für sie keine Bedeutung hatten. darüber zu lesen oder mitten drin zu sein. nehmen ihre Gefühle von intensiver Isola­ tion noch zu. werden sie feststellen. was sie jetzt fühlen. Während der existentiellen Krise fühlt man sich vom tieferen Selbst. vielleicht weil sie sich so besonders Vorkommen. daß es etwas anderes ist. mit ihnen sei etwas überhaupt nicht in Ordnung und keiner könne sie verstehen. Das zeigt sich am Beispiel von Sarah. ein bestimmter Therapeut oder Lehrer ihres Vertrauens sei der einzige. daß sie sie aus ihrem ausschließlich wissenschaft­ lichen Blickwinkel heraus nicht erkennen konnte.

wie ein unnützes Staubkorn in einem riesigen Kosmos.. berufen sich oft in dem Versuch. Irina Tweedie. mein Gott. kann man von tiefer und bitterer Einsamkeit erfüllt sein. eine Russin. sie kann nicht mit der verglichen werden. Wenn jemand in den Abgrund der existen­ tiellen Entfremdung hinabsteigt. Alles schien dunkel und leblos. Wer sich einer solchen existentiellen Krise gegenübersieht. schreibt in Phönix aus der Asche: Dann fühlte ich plötzlich die Große Trennung. das Ausmaß dieses monumen­ talen Gefühls zu beschreiben. kann noch so viel menschliche Wärme nichts daran ändern. Nichts mehr. beharrlichen Alleinsein umfangen. die an diesem Ort verloren sind. Ich hatte Träume. Ich fühlte mich.. und alle menschlichen Aktivitäten 83 . Schülerin eines Sufi-Meisters in Indien.. Nirgendwo war noch ein Sinn. Das hat eine Frau nach ihrer spirituellen Krise so beschrieben: Ich war von einem riesigen. die jeder von uns dann und wann im Leben erfährt. Dieses Gefühl extremer Isolation spiegelt sich in dem verzweifel­ ten Gebet Jesu am Kreuze: »Mein Gott. auf das Beispiel von Christi dun­ kelster Stunde. warum hast du mich verlassen?« Menschen. Das war mehr als menschliche Verlassenheit. fühlt sich nicht nur isoliert. daß ich auf einer windigen Klippe stand. Das Universum selbst scheint absurd und sinnlos. von Gott verlassen zu sein. Ich traf nur auf noch mehr Dunkelheit. Sie können keine Verbindung zum Göttlichen finden. Und auch kein Gott. Selbst wenn man von Liebe und Unterstützung umgeben ist. zu dem man beten konnte. schmerzendes Gefühl. als ob sich jede meiner Zellen in einem Zustand extremer Einsamkeit befände. Statt dessen haben sie ein anhaltendes. ein ganz spezifisches Gefühl tiefer Einsamkeit.ganze Wesen durchdringt. in den dunklen Himmel schaute und mich nach Kontakt mit Gott sehnte. Dies tiefe Gefühl von Isolation scheint vielen menschlichen We­ sen unabhängig von ihrer Geschichte zugänglich zu sein und stellt häufig einen zentralen Bestandteil der spirituellen Transformation dar. das war total. sondern auch unbedeutend.. Keine Hoffnung.

trivial. Aus diesem Blickwinkel können sie keine kosmische Ordnung ent­ decken und keinen Kontakt mit einer spirituellen Kraft halten. die ihnen nahe sind. Jemand. Solche Leute sehen die Menschheit häufig so. während der Rest der Welt stillsteht. paßt vielleicht nicht in eine Kultur der etablier­ ten Normen und starren Erwartungen. es scheint keinen Ausweg aus ihrem Elend zu geben. an gewissen Aktivitäten teilzunehmen. sie seien die einzigen. Ein abendlicher Kneipenbum­ mel mit den Kumpeln hat seine Attraktivität verloren. Er oder sie kann eines Tages bei der Arbeit oder am Familientisch aufkreuzen und über neue Einsichten oder Gedanken sprechen wollen: Gefühle über den Tod. als sei sie in eine unergiebige Existenz ohne nützliches Ziel verwickelt. die die Menschen. Sie können sich zu Handlungen hingezogen fühlen. mit der sie vorgetragen werden. »anders« zu sein. Sie gelangen häufig zu der Einsicht. Ihr plötzli­ ches Interesse an Gebet. sich zurückzuziehen. Fragen nach der Geburt. Vielleicht meinen sie. Sie werden extrem deprimiert und verzweifelt und denken sogar an Selbstmord. stößt einen vielleicht sogar ab. Leute in dieser Lage können sich aufgrund der Natur ihrer Erfahrungen sehr anders fühlen. ungewöhnliche Sichtweisen über die Proble­ me der Welt oder die grundlegende Natur des Universums. können Kollegen. Isolierendes Verhalten Das Individuum in der spirituellen Krise mag eine Weile den Eindruck machen. und man ist vielleicht nicht mehr bereit. so daß ihnen niemand folgen kann. Erinnerungen an lang verdeckte Familiengeschichte. weder verstehen noch unterstützen. der sich innerlich zu verändern beginnt. Meditation oder einem esoterischen 84 . die wachsen und sich verändern. daß Selbstmord auch keine Lösung ist. Die Interessen und Werte ändern sich. Freunde und Familienmit­ glieder veranlassen. Die Fremdartigkeit dieser Konzepte und die Intensität. was das ohnehin bereits vorhandene Gefühl von Einsamkeit vergrößert.

Beispiele dafür finden sich in der psychedelischen Kultur der Sechziger und Siebziger. Du bist anders. Bei vielen Menschen in spirituellen Krisen verläuft die Transfor­ mation ohne diese Art von entfremdenden äußeren Manifestatio­ nen. wenn die verbale oder nonverbale Botschaft heißt: »Du bist krank. fühlten sie sich bewogen. in der viele Leute spirituelle Einsichten hatten. plötzlich solch offensichtlicher Ausdrucksweisen bedient. Andere Beispiele finden sich bei verschiedenen spirituellen Grup­ pen. eine eigene oder »Gegen«-Kultur zu schaffen. Wenn jemand in diesem Stadium als Fall für die Psychiatrie eingestuft wird. Eine Gemeinschaft von spirituell Praktizierenden wird diese Art von Verhalten tolerieren oder sogar unterstützen. Die Anhänger des Guru Rajneesh trugen nicht nur Kleidung in einer bestimmten Farbe. die durch aus­ drucksvolle Kleidung. Im Zen-Buddhismus rasieren sich die Initianden den Schädel und führen ein Leben der äußerlichen Einfachheit. die das Bild des Lehrers enthielt.« Menschen in einem Transformationsprozeß können auch ihr Er­ scheinungsbild ändern. die ihm oder ihr dann zuteil werden. Bei anderen kommen jedoch deutlicher erkennbare Änderun­ 85 . die Isolation noch mehr. Statt diese in einer für die etablierte Gesellschaft annehm­ baren Weise zum Ausdruck zu bringen. unterstützen die Etiketten und Behandlungen. daß sie ihre Abkehr von der Norm demonstrieren.System wie Astrologie oder Alchemie kann der Familie und den Freunden »unheimlich« scheinen und ihr Bedürfnis nach Rückzug verstärken. Sie lassen sich die Haare wachsen oder kleiden sich so. Im orthodoxen Judentum tragen die Männer als Teil ihres Glaubens oft Jarmulkes (traditionelle Kopfbedeckung) und Bärte und folgen zu Hause einem streng religiösen Lebensstil. Haartracht und bunt bemalte Autos charakterisiert war. sondern legten auch eine m a l a um. Wenn sich jedoch jemand. der außerhalb einer solchen tragenden Situation lebt. kann das zu weiterer Isolation führen. Schmuck. und tauschten ihre Geburtsnamen gegen von ihm verlie­ hene ein. Die Gefühle von Getrenntheit werden jedesmal verstärkt.

»Wahnsinn« erfahren Während einer spirituellen Krise wird das logische Denken oft durch die bunte. Da sie diese Geistes­ zustände jedoch nicht als normal betrachten. Der Verstand wird einem zu restriktiv. und die einst vertraute Rationalität dient nicht mehr dazu. Tatsächlich verschwinden aber nicht die Verstandesfähigkeiten. damit ein neues. In Phönix aus der Asche beschreibt Irina Tweedie ihre Gefühle von Wahnsinn: 86 . nun würden sie verrückt. Während dies geschieht. sondern die kognitiven Begrenzungen. Wenn der bewußte Verstand mit freigesetztem Material aus dem Unbewußten bombardiert wird. Für manche sind diese neuen Verhaltens­ weisen nur temporäre Stadien im Laufe der spirituellen Entwick­ lung.gen im Verhalten vor. Inspiration und Vor­ stellungskraft beiseitegeschoben. und wahre Einsicht führt einen über den Intellekt hinaus. bringt sie häufig den Tod alter geistiger Beschränkungen oder Engstirnigkeit mit sich. erweitertes Verständnis und mehr Inspiration ihren Platz finden können. ist er nur vorüber­ gehend und kann ein sehr wichtiges Stadium der Transformation sein. solche Vorkommnisse zu erklären. spontan und kreativ sein. ist lineares Denken manchmal unmög­ lich. während sie für andere zu einem beständigen Teil eines neuen Lebensstils werden können. fühlt man sich geistig aufge­ wühlt. Dies kann ein sehr bedrohlicher Moment in der spirituellen Entwicklung sein. reiche Welt von Intuition. gehen viele davon aus. Wenn aber jemand wahrhaftig in diesem Prozeß steht. Mit einem Mal sind merkwürdige und beunruhigende Emotionen da. Für manche Menschen kann dieser Ausflug in die visionären Reiche aufregend. auch wenn es eine Weile so scheinen mag. Dieser ist manch­ mal notwendig. Wenn die Auflösung der Rationalität als Teil der spirituellen Entwicklung eintritt. die einen unverändert und beengt halten.

tollten um mein Bett herum . in ihnen kennt man den »heiligen« oder »göttlichen Wahn«. daß ich im Begriff war.. Vielleicht fühlen sie sich so.. mein Verstand würde in Millionen Stücke zerspringen... Wahnsinn. Halluzinationen . obszöne Wesen. Ich war mir sicher. Lüsterne. die wilde sexuelle Orgien aufführten. daß es jetzt für immer so bleiben würde. aber ich konnte seine Worte nicht aufnehmen. mit mir zu reden. animalische Kreaturen.. rationale Weise funktionieren. und sie bleiben mit einem verwirrten und desorgani­ sierten Mangel an Beständigkeit zurück. die mir vertraut waren. alle im Beischlaf verschlungen. das war das Ende .Irrsinn . Sie sind ganz und gar einer dynamischen inneren Welt voll lebhaften Dramas und packender Emotionen ausgesetzt und können nicht mehr auf objektive. konnte ich nicht festhalten. Die obszönen Wesen rückten noch näher an mich heran. bestimmt! Ich sah jedenfalls keinen Ausweg. Ein andermal können Menschen das totale innere Chaos erfahren.. Nichts machte Sinn. Mein Mann versuchte. Ich halte Visionen von mir selbst als lebenslanger Patientin in der geschlossenen Abteilung irgendeiner staatlichen Psychiatrie. Kaltes Entsetzen packte mich. scheinbar handhabbare Ordnung zu ersetzen. bricht zusammen...." Manchmal scheinen unvertraute Muster von ungewöhnlich bedeu­ tungsvollen Zufällen das Wirken der Welt zu regieren und die vorhersagbare. in Unterscheidung zu normaler Verrückt­ 87 . ihre logische Art und Weise. Manche spirituellen Traditionen haben eine andere Sichtweise dieser Art von »Wahnsinn«.. Gedan­ ken. daß sie auf den totalen.. und haben Angst. nicht mehr rückgängig zu machenden Irrsinn zusteuern. hilf mir! Ich würde in einem indischen Irrenhaus landen. und kurz darauf erkannte ich in dem Gewirr die häßlichsten. An diese Erfahrung des Wahnsinns erinnert sich eine Frau nach ihrer spirituellen Krise so: Ich meinte. All diese Dämonen müssen in mir gewesen sein! Gnädiger Gott. niedrige. verrückt zu werden. Ich war mir sicher. als sei dies die endgültige Zerstörung jedes letzten Fetzens von geistiger Gesundheit. Alles war völlig durcheinander und verworren. in der Gummizelle .Halb ohnmächtig bemerkte ich in der Dunkelheit des Zimmers um mich herum einen wirbelnden grauen Nebel . es würde keine Hoffnung mehr für mich geben . Da waren nur Fragmente. ihre Wirklichkeit zu strukturieren.. abscheulichsten Dinge.

Der (Wahn ist) etwas Schönes. Die Konfrontation mit dem symbolischen Tod Die Konfrontation mit der Frage des Todes ist ein entscheidender Punkt im Transformationsprozeß und integraler Bestandteil der meisten spirituellen Krisen.. eine Zeit.heit. In Traditionen wie dem Sufismus und der Kultur der nordamerikanischen Indianer verkörpern heilige Figuren wie der Narr oder der Possenreißer diesen Zustand. Denn die Prophetin in Delphi und die Priesterinnen in Dodona haben in der Besessenheit viel Schönes für Haus und Stadt in Hellas getan. vielleicht die eines Heilers oder Lehrers. in der er oder sie nicht rational handeln kann.. sind alte Seinsweisen. Danach wird ein solcher Mensch als jemand betrachtet. sie seien vom Wahnsinn inspiriert. Von angesehenen Mystikern. der eine göttliche Mission hat. daß er oder sie Gott nahe ist.6 In der Kultur der Okinawa heißt ein solcher Zustand k a m i d a r i . wenn er durch göttliche Schickung entsteht. Sie ist oft Teil eines kraftvollen Zyklus von Tod und Wiedergeburt. Es ist eine Zeit. wenn er als göttliches Geschenk verliehen wird. in der der Geist eines Menschen leidet. die das Wachstum des Individuums behin­ dern. Von diesem Blickwinkel aus stirbt jeder im Laufe des Lebens viele Male in irgendeiner Form. In vielen Traditionen ist diese Vorstellung vom »Sterben vor dem Sterben« entscheidend 88 . Was dabei tatsächlich stirbt. der ungewöhnliche Fähigkeiten und spirituelle Unter­ weisungen mit sich bringt. Propheten und Sehern heißt es oft. Der griechische Philosoph Platon beschreibt den göttlichen Wahn als Geschenk der Götter: Nun aber werden die größten aller Güter uns durch den (Wahn) zuteil. Ersteres wird als eine Form des Rausches durch das Göttliche angesehen. Dann unterstützt ihn die Gemeinschaft und erkennt diese zerrüttete Verfassung als Zeichen dafür. bei klarer Besinnung aber Kümmerliches oder nichts .

Mir wurde klar. Ungefähr eine Stunde oder anderthalb Stunden lag ich in diesem unbekann­ ten Bewußtseinszustand. Sie glauben. mein Geist arbeitete nicht. Wenn sie vor den Tragödien stehen. Ich fühlte. seine Arme ausbreitet und einen seltsamen Laut von sich gibt.« Swami Muktanandas Beschreibung seiner eigenen Begegnung mit dem Tod in S p i e l d e s B e w u ß t s e i n s schildert lebhaft nicht nur die Erfahrung des Sterbens. Mein Prana (Atem.. so fiel ich nieder und machte dieses Geräusch. lachte und sagte zu mir: »Ich bin gerade gestorben. die endgültige Vergeltung. Eine ist die Konfrontation mit der eigenen Sterb­ lichkeit. so wie ein Mensch vom Schlaf aufsteht.7 Viele Menschen haben überwiegend negative Assoziationen zum Thema Tod. daß mein Prana meinen Körper verließ. da es die Angst vor dem Tod nimmt und für die Erfahrung der Unsterblichkeit öffnet. Ich hatte Angst zu sterben. daß das Leben vergänglich und der Tod gewiß sind. Lebenskraft) bewegte sich nicht mehr. Wie der christ­ liche Mönch Abraham a Sancta Clara im siebzehnten Jahrhundert schrieb: »Ein Mensch. Viele Leute bewahren unbewußt die Kindheits-Vorstellung der Unsterb­ lichkeit. stirbt nicht. Sie betrachten den Tod als etwas angstmachend Unbekanntes.« Ich stand auf. sich mit der Tatsache des Todes als Teil der Kontinuität des Lebens abzufinden. Seitdem ist der Ort der Furcht in mir zerstört worden. wird als enorm befreiend betrachtet. Dann verlor ich jede Beherrschung über meinen Körper.. Schwierigkeiten haben. So wie ein sterbender Mensch seinen Mund öffnet. Ich habe völlige Furchtlosigkeit erlangt. sehr glücklich und ganz voller Liebe. aber jetzt bin ich wieder lebendig. die letztend­ liche Enteignung. der stirbt. daß ich den Tod erfahren hatte. Wer dem Thema Sterben ausgewichen ist.. und wenn er als Teil ihrer inneren Erfahrung auftritt. die ihm zeigt.für das spirituelle Weiterkommen. wird vermut­ lich mit einer tiefen Erfahrung. er sei das Ende von allem. Ich hatte völlig das Bewußtsein verloren. und dann erhob ich mich. sind sie entsetzt. fühlte mich sehr friedvoll. bevor er stirbt. die das Leben zu 89 . sondern auch seinen Weg in die Wieder­ geburt.. Die Begegnung mit dem Tod kann sich in verschiedenen Formen manifestieren. wenn er stirbt.

Mir wird das nicht passieren. einige der Begrenzungen fallenzu­ 90 . Als ich dieses entsetzliche Drama beobachtete. Eine andere häufige Erfahrung ist der Tod von beschränkenden Denk. erschütternd sein. Keine Vergangenheit. die Tatsache ihrer Sterblich­ keit zu akzeptieren. ist der gegenwärtige Moment. was wir wirklich haben. Diese Art von Einsicht kann für Leute. Gewiß sein konnten sie sich nur dieses Augenblicks voller Vitalität. das mit mir zu tun hatte. sich ihrer Angst vor dem Tod zu stellen. Aber für diejenigen. Manche Leute gelangen ganz unerwartet zu einer neuen Form von Bewußtheit. flüchtige Beziehungen eingehen oder Beruhigungsmittel oder Alkohol zu sich nehmen. Ich kannte einige der christlichen und buddhistischen Vorstellungen von Vergänglichkeit. jeden Moment so zu genießen. um das Thema zu vermeiden. Ein Lehrer beschreibt das so: Ich hatte schon seit einiger Zeit mit dem Konzept meiner eigenen Sterblich­ keit herumgespielt. an dem die Challenger -Raumfähre in die Luft flog. Nur das Jetzt. und der würde bald vorüber sein.oder Seinsweisen. wie er ist. daß sie hektisch arbeiten. die bereit sind. wurde mir plötzlich etwas klar! Was die Philosophen beschrieben haben. sondern auch bei den Menschen. Andere werden sich vielleicht ganz plötzlich des Alterungsprozesses bewußt. stimmt: Unser Leben ist vergänglich. Sie tun alles. das zu ihrer Todes­ fälle werden sollte. da das volle Annehmen des Todes ihnen die Möglichkeit gibt. die ihnen nahestehen.« Wenn solche Menschen durch eine spirituelle Krise zu einem grundlegenden Verständnis ihrer eigenen Sterblichkeit gelangen. Wenn jemand sich zu verändern beginnt. daß dies die letzten Minuten ihres Lebens waren. Im Gespräch versuchen sie. erweist es sich als notwendig. Ich schaute fern und sah die sieben Astronauten fröhlich winkend das Fahrzeug besteigen. keine Zukunft. versuchen den Prozeß vielleicht aktiv dadurch zum Stillstand zu bringen. und alles. kann sie befreiend wirken.bieten hat. werden sie extrem widerstrebend. verwerfen sie sie mit der allgemeinen Aussage: »Das geschieht nur anderen. nicht nur bei sich selbst. hatte sie aber nicht wirklich als etwas angenommen. Dann kam der Tag. die nicht willens oder fähig sind. exzessiv reden. Sie konnten nicht wissen. dem Thema Tod auszuweichen oder darüber zu lachen und zu relativ sicheren Themen zurückzukehren.

was du nicht bist. Meditation und Formen der Selbsterforschung erlauben Suchenden. die von einem verlangen. in vollen Zügen genießen können. und fürchtet. Ein Individuum. und der Prozeß an sich sei unwiderruflich. was sie im Leben haben. Um das zu werden. sich an irgendwelchen bekannten Bezugspunkten im Leben festzuhalten. das in diesem Wandel gefangen ist. mußt du den Weg gehen. daß wir unsere materiellen Besitztümer. bewußt alte Einschränkungen loszulassen. zu der jeder Mensch vollkommen versteht. zu alten Verhaltensweisen und Interessen zurückzukehren. Eliot schreibt: Um das zu besitzen. Sie fühlen sich plötzlich. die das Wachstum behindert haben. ist unfähig. ganz langsam und fast willentlich.'s 91 . zu der Zeit also. Dann verzehrt man sich vielleicht vor Schmerz über den Tod des alten Selbst. was du nicht besitzest. als würden ihnen Sicherheit und Geborgenheit entrissen und sie in eine unbekannte Richtung geschleudert. Manchmal geschieht dies im sehr strukturierten Rahmen einer Therapie oder spiritueller Praktiken. so daß sie das. Der Zustand der Losgelöstheit von Rollen. würde sterben. irdischen Rollen und Beziehun­ gen nicht in die jenseitige Welt mitnehmen können. Vertraute Seinsweisen sind nicht mehr angemessen. Oder es tritt automatisch als Teil der Entwicklung ein. sich dieser Erfahrung bereits vor dem physischen Tod zu stellen. Beziehungen. S. es werde unmöglich sein. Man kann das Gefühl haben. müssen aber erst noch durch neue ersetzt werden. Diese Losgelöstheit ist ein notwendiges Ereignis im Leben. kommt dieser Prozeß jedoch jäh und unerwartet. alles. Für viele Menschen. der Welt und sich selbst ist eine andere Form des symbolischen Todes. Er gilt in vielen spirituellen Systemen als primäres Ziel der inneren Entwicklung. die eine spirituelle Krise erleben. mußt du den Weg der Entäußerung gehen. Der Dichter T. was man je gewesen sei oder was einem je etwas bedeutet hat. das ganz natürlich im Moment des Todes stattfindet.lassen. auf dem du nicht bist.

wird widerstrebend zugeben. Daß sie so viel Zeit und Energie investiert. Geld zu machen und Besitztümer anzusammeln. denen sie verhaftet sind und die so ihr Leiden fortschreiben. der davon ausgegangen war. mag erkennen. Er mag sogar zu der Einsicht gelangen. ihm großen Schmerz zu bereiten. Eine Frau. Diese Art von Einsichten können zu der Erkenntnis führen. Während des Übergangs zu dieser Erfahrung müssen die Men­ schen sich einer schmerzhaften Prozedur des Loslassens weltli­ cher Belange unterziehen. Ein Industrieller. der sein Leben damit verbracht hat. daß sie Angst bekommen. Dieser Gedanke kommt auch in anderen Traditionen vor und klingt in den Yoga-Sutras von Patanjali wieder: »Wenn es an diesem Punkt. keine Nachsieht mit sich selbst gibt. sie 92 . daß er all das nicht mit sich nehmen kann und es irgendwann verlieren wird. Wenn ein Mensch sich zu wandeln be­ ginnt. die Realität zu akzeptieren. die sich sehr stark mit ihrer Rolle als Aerobic-Lehrerin identifiziert. Der Prozeß des Loslösens ist in sich selbst eine Form des Todes. was er zu haben meint. mag entdecken. die ihn im Leben leugnen. seinen Tribut fordern wird. daß sie ihre physische Leistungsfä­ higkeit nicht ewig aufrechterhalten wird und daß auch die ganzen Monate des intensiven Trainings daran nichts ändern werden.Im Buddhismus gilt das Festhalten an der materiellen Welt. wird es eher noch schwie­ riger machen. seine Familie gehöre zu ihm. was sehr verwirrend und bedrückend sein kann. an dem die Samen der Fesseln an den Kummer zerstört werden. Ein Mann. daß der Tod der letztendliche Gleichmacher ist und irgendwann auch von denen.« Während des Entwicklungsprozesses tritt regelmäßig mehr oder weniger radikales Losgelöstsein auf. als die Wurzel des Leidens und das Freisetzen als Schlüssel zur spirituellen Befreiung. daß das einzig Konstante in seinem Leben die Verän­ derung ist und daß er irgendwann all das verlieren wird. Bei einigen ist der Impuls des Loslösens so stark. wird sich seine Beziehung zu geliebten Menschen. daß seine Bindung an Frau und Kinder nur dazu dient. die Anhaftung. des Todes der Anhaftung. Akti­ vitäten und Rollen im Leben ändern. erreicht man reines Sein.

und ich bin bei dem. Aber alles in mir sagt. einem guten und produktiven Lebensstil zu entsagen. daß der Prozeß des Lossagens innerlich vollendet werden kann. Vielleicht spüren sie einen beständigen inneren Drang. Er war viel­ mehr in ein bekanntes und natürliches Stadium des Loslösens gekommen. In diesem Stadium der spirituellen Krise entsteht bei manchen Menschen die Fehleinschätzung. klammernde Beziehung zu seinen vertrauten Rollen sterben würde und daß dieses innere Loslassen ihm schließlich die Freiheit geben würde. was ich da tue. sich von bedeutungsvollen Verbindungen im Alltag zu entfernen. 93 . daß ich alles werde aufgeben müssen. Er konnte sehen. daß ich das werde zurücklassen müssen. die das neugefundene Verständnis zu repräsentieren versuchte. Sie verwechseln ihr neues Bedürfnis nach innerem Lösen mit äußerer Zurückgezogenheit. daß an diesem Punkt nur seine restriktive. agieren sie ihn versehentlich in ihrem Alltag aus. wirklich gut. wirksamer zu handeln. daß sie ihre Familie und ihre sozialen Rollen aufgaben und eine Gegenkultur schufen. hatte diesen Punkt auf seiner spirituellen Reise erreicht und kam voller Besorgnis zu uns: Heißt das. und daß sein Ent­ wicklungsprozeß nicht zum physischen Tod führte.würden sich buchstäblich auf den bevorstehenden physischen Tod vorbereiten. der an einem unserer Workshops teilnahm. die durch das Experimentieren mit bewußtseinsverändernden Techniken und Drogen an diesen Punkt gekommen waren. in dem er seine emotionalen Anhaftungen an wichtige Elemente in seinem Leben aufgeben mußte. diesen inneren Wechsel zu voll­ enden hieße. Ich bin seit zwanzig Jahren verheiratet. und meine Frau bedeutet mir sehr viel. Werde ich bald sterben? Was soll ich machen? Im Gespräch erkannte er dann. sich von einschränkenden Bedingun­ gen zu befreien. ihn äußerlich so ausgelebt. In den Sechzigern und frühen Siebzigern haben viele. Meine Praxis blüht. daß es nicht notwendig war. und wenn es ihnen an der Einsicht mangelt. Lin Rechtsanwalt. wofür ich so lange gearbeitet habe? Ich liebe meine Familie und meine Arbeit.

das man braucht. gelöscht. Das nennt man den Ich-Tod. Obwohl er eines der förderlichsten und heilendsten Ereignisse bei der spirituellen Evolution ist. es ist der Tod alter Persönlichkeitsstrukturen und Seinsweisen.Der Tod des Ich ist eine wesentliche Möglichkeit. Der Prozeß der spirituellen Entwicklung führt von einer relativ beschränkten Art des Seins zu einem neuen. Einige Zeilen aus P h o e n i x von D. ein erweitertes. Meist kann man nicht sehen. so als ob alles. H. Ananda K. Das Ich muß zerstört werden. kann er wie eine Katastrophe er­ scheinen. und er ist notwendig. daß auf der anderen Seite dessen. weggewischt. ausradiert. erweiterten Zustand hin. so als wäre er nicht mehr symboli­ sche Erfahrung. Coomaraswamy schreibt: »Kein Ge­ schöpf kann eine höhere Wesensebene erreichen. in Vergessenheit getaucht zu werden? Wenn nicht. um einem neuen Selbst Platz zu machen. Lawrence schildern diesen verheerenden. ohne Hoffnung auf Erneuerung zusammenbrechen 94 . wenn eine glücklichere und freiere Existenz entstehen soll. was sie waren oder sind. Das ist nicht der Tod desjenigen Ich. aber transformativen Prozeß: Bist du bereit. wirst du dich nie wirklich ändern. ohne aufzuhören zu existieren. bevor eine größere Selbst-Definition verfügbar wird. um mit der Alltagsrealität umzugehen. was einem wie die totale Zerstörung des Ich vorkommt. sondern vielmehr ein echtes biologisches Unheil. fühlen sie sich oft überwältigt und ausgelaugt. zu Nichts gemacht. umfassenderes Gefühl von Selbst wartet. muß oft ein alter Existenzmodus »sterben«.9 Wenn Menschen in dem Prozeß des Ich-Todes stecken. zu Nichts gemacht zu werden? Bist du bereit. während der Transformation den symbolischen Tod zu erfahren. Wenn sich dieser Wechsel vollziehen soll.« Der Ich-Tod kann sich allmählich über einen längeren Zeitraum hinziehen oder ganz plötzlich und mit großer Kraft eintreten. In diesem Stadium kann sich der Prozeß des Sterbens manchmal sehr real anfühlen.

und damit Freunden und Verwandten große Sorgen bereiten. sich tatsächlich umzubringen. ist die Verwechslung des Wunsches nach Ich-Tod mit dem Impuls. meine Stücke wieder zusammenzusetzen. was ich zu sein glaubte. Eine Frau in mittleren Jahren erinnert sich nach einer Ich-TodErfahrung an ihre Gefühle der vollkommenen Zerstörung: Nachher hat mich jemand zu meinem Mut beglückwünscht. Menschen in diesem Stadium stehen oft unter einem starken inneren Druck. Äußerlich werden alte Interessen bedeutungslos. ethische Systeme und Freunde werden ersetzt. Da ihre Identität auseinanderzufallen scheint. Alles. daß sie zuverlässig mit dem Alltagsleben umgehen können. ohne den Körper mitzunehmen. Angestellte oder effektive menschliche Wesen nicht mehr sicher. Man kann innen sterben und doch lebendig und gesund bleiben. daß sie wirklich sterben. nicht einmal Fetzen. wie wir es nennen können. Sie spüren. die symbolische Erfahrung des inner­ lichen Sterbens zu vollenden. spirituelle Praxis und andere Formen der Selbsterfor­ schung machen es möglich. Ein sehr tragisches Mißverständnis. daß ihr physisches. Es ist nicht leicht. und die Betroffenen verlieren das Ver­ trauen. emotionales und spiritu­ elles Selbst unerwartet und gewaltsam zerschlagen werden. kann man diese Gefühle falsch lesen und sie in Form selbstzerstörerischen Ver­ haltens ausleben. Therapie.würde. Die Konfron­ tation mit der Tatsache der eigenen Sterblichkeit und der Ich-Tod 95 . Aber da waren keine Stücke übrig. das an dieser Stelle auftreten kann. etwas in ihnen müsse sterben. daß man sich umbringen wolle. Eine der umfassendsten Begegnungen mit dem Tod ist die Erfah­ rung der Zerstörung der Welt oder des Universums. zwischen dem Wunsch nach »Egozid«. da sie sich plötzlich ihren tiefsten Ängsten stellen müssen. Wenn dieser Druck stark genug ist und kein Verständnis der Dynamik des Ich-Todes vorliegt. und dem Drang nach Suizid zu unterscheiden. Viel­ leicht haben sie das Gefühl. Innerlich erleben sie vielleicht einen allmählichen Verlust der Identität. war vernichtet worden. sind sie sich ihres Platzes in der Welt oder ihres Wertes als Eltern. Oder ununterbrochen darüber reden.

. Man kann Visionen von explodierenden Sternen sehen und sich physisch damit identifizieren.10 In letzter Zeit leben wir mit der Realität. Ich setzte mich und nahm sofort die Lotosstellung ein. Ich war von Schrecken umgeben. persönlichen Reichen statt. .. reintegriert und strah­ lend. und die Angst. Dieses innere Ereignis kann man mit der äußeren Wirklichkeit verwechseln und die Angst entwickeln. die in diesem Stadium aufkommt. daß sie die Zerstörung des Sonnensystems oder des gesamten Kosmos einschließt. Die Welt war zerstört worden. und ein Großteil der Angst über diese Situation ist durchaus angemessen. daß unser ganzer Planet von nuklearer Zerstörung bedroht ist. Ich sah. Dann betritt man eine neue Welt. die Existenz der Welt sei bedroht. Ein brennendes Meer war aufgebrochen und verschlang die ganze Erde. sind vergeblich. Manchmal erstreckt sich dasselbe Gefühl von bevorstehender Auslöschung auch auf eine transpersonale Ebene. Jemand in einer spirituellen Krise kann eine sehr lebhafte innere Erfahrung einer nuklearen Katastrophe machen.finden in individuellen. kann jenseits persönlicher Befürchtungen liegen.. Dieselbe Erfahrung kann sich sogar so weit ausdehnen. daß alle Materie sich in ein schwarzes Loch verwandelt. Das ganze All stand in Flammen. man kann lebhafte Sequenzen der Zerstörung allen Lebens auf der Erde oder sogar des Planeten selbst erfahren. wie sich überall um mich herum Feuer ausbreitete. und die Bemühungen.. Man fühlt sich vollkommen machtlos. Einem solchen apokalyptischen inneren Ereignis folgt häufig eine Sequenz des planetaren oder universalen Neustrukturierens. Swami Muktananda beschreibt in Spiel des Bewußtseins seine eigene dramatische Meditationserfahrung. dieses enorme Desaster aufzu­ halten. und im Kosmos herrscht wieder eine liebende und wohlwol­ lende Ordnung. Jetzt sah ich die ganze Erde bedeckt von den Wassern der kosmischen Auflösung.

eines sei von mehr oder weniger Wert als das andere. und wenn wir die Begriffe p o s i t i v und n e g a t i v benutzen. 6 .. sahen das Licht und erschraken. durch die man in der dunklen Nacht kommen kann. ekstatischen oder göttlichen Bereichen in ihrem Inneren. und kam gen Damaskus. ward ich bei der Hand geleitet von denen. Apostelgeschichte 22. Beides sind notwendige und einander ergänzende Bestandteile des Heilungsprozesses. die mit mir waren. Das kann auch bei einfachen Aktivitäten oder in der freien Natur geschehen. Wie zu erwarten. Sie können still daraus lernen und ihre Lektionen bewußt im täglichen Leben anwenden.. In Eugene O’Neills Stück E i n e s l a n g e n 97 . Sowohl die dunklen wie die lichten Reiche sind verbreitete und wichtige Aspekte der spirituellen Entwicklung. Aber diese »positiven« mystischen Zustände sind nicht notwendigerweise ohne Probleme. Manche Leute fühlen sich von diesen Erfahrungen einfach gesegnet. die mit ihnen zu kämpfen haben.1 1 Bisher haben wir nur auf die mühsamen oder negativen inneren Räume geschaut. Als ich aber vor Klarheit dieses Lichtes nicht se­ hen konnte. was dir zu tun ver­ ordnet ist. machen diese Zustände im allgemeinen weniger Probleme als die anderen. Paulus auf dem Weg nach Damaskus. Die aber mit mir waren. dann wollen wir damit nicht unterstellen. Ich sprach aber: Herr. Aber Menschen in spirituellen Krisen begegnen häufig auch lichten. da wird man dir sagen von allem. was soll ich tun? Der Herr aber sprach zu mir: Stehe auf und gehe gen Damas­ kus.. und sie können sogar zu einem Teil der transformativen Krise werden. Es gibt auch Menschen..3 Dem Göttlichen begegnen Um den Mittag umleuchtete mich schnell ein großes Licht vom Himmel. Manche Menschen können relativ leicht und als Teil ihres norma­ len Lebens Kontakt zu den positiven oder mystischen Reichen aufnehmen.

ich verlor mein Leben.und wenn man das Geheimnis erkennt. schau achtern aus. mit hinein in den Frieden und die Einheit und in eine wilde Freude. Dieselben Elemente sind Teil der in vielen meditativen Prak­ tiken entwickelten Techniken. ohne Gegenwart und ohne Zukunft. ich gehörte zum Leben selbst! Zu Gott. das größer war als mein eigenes Leben. Ich gehörte.wirklich. Sie berührt ein Stück Himmel und wird zur Empfängerin von Kraft aus einer unbekannten Quelle. wenn du willst. Wie wenn eine unsichtbare Hand den Schleier weggezogen hätte von den Dingen.. Für eine Sekunde sieht man . Es ist da. über die gewöhnliche logische Welt hinauszugehen. oder eine Handlung Gottes. Ich war befreit. sie transzendiert das Natürliche.Tages Reise in die Nacht erzählt Edmund beseelt von einer Erfahrung. Für einen kurzen Augenblick verlor ich mich selbst . Diese Zustände sind 98 . Für einen Moment ist Sinn! Man kann die transzendenten Reiche auch ganz unerwartet bei körperlicher Bewegung wie Tanz oder Sport entdecken. Mondlicht und das Schiff und der hohe mit Sternen übersäte. verschwimmende Himmel. Nenn es den Zustand der Gnade oder einen Akt des Vertrauens. wurde Schönheit und Rhythmus. die die menschlichen Erwartungen. und die Maste über mir türmen sich hoch auf mit ihren weißen Segeln im Mondlicht. in etwas.. die körperliche Anstrengung oder die schnellere Atmung ausrich­ tet. die physischen und emotionalen Fähigkeiten des einzelnen übertreffen. Die Sportlerin wächst über sich selbst hinaus.. größer als das Menschenleben überhaupt... die er auf einem Segelschiff hatte: Ich liege vorne am Bugsprit.. Irgend etwas Unerklär­ bares schaltet sich zu und atmet dem bekannten Leben neues Leben ein. überwältigenden trans­ formativen Prozesses der spirituellen Krise.12 Manche Menschen haben mystische Erfahrungen bei der Medita­ tion und andere als Teil des dramatischen. Die Basketball-Spielerin Patsy Neal schreibt in Sports and Identity: Es gibt Glanzpunkte. Das liegt vielleicht daran. daß man die Konzentration ganz auf die Aktivität. ist man selbst das Geheimnis.. Ich war wie trunken von all der Schönheit und dem singenden Rhythmus des Ganzen. wurde weißes Segel und fliegende Gischt.. und das Unmögliche wird möglich. die es einem erlauben. das Wasser schäumt unter mir. war frei! Ich löste mich auf im Meer.

13 99 . Frieden und einem tiefen Gefühl der Unterstützung durch den kosmischen Prozeß durchdrungen. Wie auch immer die göttlichen Reiche in das Leben eines Men­ schen gelangen. Der Dichter William Blake fängt dieses Wissen um das Göttliche so ein: Um die Welt in einem Sandkorn zu sehen und einen Himmel in einer Wildblume. Es liegt zum Teil an ihrer unbeschreibbaren und grenzenlosen Natur. Sie ändern die Wahrneh­ mung eines Menschen von sich selbst und der Welt vollständig. all-verzehrend und radikal. sind gewöhnlich das Gegenteil dessen. voller Mysterien. daß man der Körper ist und auch alles andere. Man trifft nicht auf »Wahnsinn« und Verwirrung. Halte die Endlosigkeit in deiner Handfläche Und die Ewigkeit in einer Stunde. die mit den himmli­ schen inneren Reichen einhergehen. um sich ihnen anzunähern. kann man Verbindung zu einem Zustand aufnehmen. was existiert. Und statt sich andauernd mit dem Tod zu beschäftigen. sondern auf geistige Klarheit und Ruhe. daß die göttlichen Reiche schwieriger zu schildern sind als die dunklen Gebiete. sie haben bestimmte gemeinsame Merkmale. Statt schmerzhafter Entfremdung kann man ein allumfassendes Gefühl von Einssein und Verbundenheit mit der gesamten Schöpfung entdecken.plötzlich. worauf man in den dunklen Gebieten treffen kann. obwohl Dichter und Mystiker aller Zeiten wunderschöne Metaphern geschaffen haben. und verstehen. der sich ewiglich anfühlt. Die Natur der transzendentalen oder mystischen Erfahrung Die Emotionen und Sinneswahmehmungen. Statt von Angst ist man von Ekstase. Alles in ihr scheint Teil eines aufs Feinste miteinander verknüpften Netzes zu sein. In manchen spirituellen Zuständen sieht man die gewöhn­ liche Umgebung als eine herrliche Schöpfung göttlicher Energie.

außerirdischem Strahlen. ist es schon da. die einem im täglichen Leben nicht bewußt sind: sie transzendie­ ren Raum und Zeit und sind von himmlischen und mythologischen Wesen bevölkert. und sieht häufig Visio­ nen von kostbarem Gold. daß sie jenseits der gewöhnlichen Sinne liegen. und in meinen Tagen verblaßt der Sonne Licht. die mystischen Reiche seien von einer heiligen oder numinosen Essenz und unergründbarer Schönheit durchdrungen. Diese Erfahrungen gehen oft mit intensiven Wahrnehmungen einer mächtigen spirituellen Kraft einher. so wie es der chinesische Philosoph Laotse im Tao te King schildert: Es gibt ein Ding. die ich kannte. Man hat den Eindruck. In Leaves of Grass schreibt der mystische Dichter Walt Whitman: Wie in einem Rausch. die den Körper überflutet. Neue Erden. unbekannte. Himmel und Meere um mich. ein Augenblick des zukünftigen Landes. ein Augenblick bin ich von einer anderen.Andere Erfahrungen beinhalten das Enthüllen von Dimensionen. unveränderlich und zeitlos. so still. unbeschreibbaren Sonne voll geblendet. Leuchten und glitzerndem Licht. des Himmelslandes.14 In den Beschreibungen der transzendentalen Reiche ist nicht nur von glänzendem göttlichen Licht die Rede. Allein steht es und ändert sich nicht. sondern auch davon. Im Kreis läuft es und gefährdet sich nicht. Man kann es nennen die Mutter der Welt. funkelnden Juwelen. und all die Weltalle. so einsam. Bevor der Himmel und die Erde waren. das ist unterschiedslos vollendet. 100 . und hellere. Man erfährt das Göttliche oft als ewig. Der amerikanische Dichter Henry David Thoreau schreibt: Ich höre weiter als die Töne reichen. Ich sehe weiter als die sieht.

Tiere oder der anorganischen Natur verschmilzt. Manche gelangen durch innere Quellen. wie man in göttlichen Reichen aufgeht. Und verschwand ins Namenlose. bei der man das Gefühl hat. wie man in der äußeren Welt oder im Kosmos aufgeht. wie eine Wolke Mit dem Himmel verschmilzt. wenn ich Ganz allein saß. 101 . Bäume. wie es sich in der Welt um einen herum zeigt. expansiven Essenz eines jeden Menschen. und man kann spüren. Lockerte sich das Wort. Die Individualität verschwindet. Alfred Lord Tennyson schreibt in Ancient Stage über diesen Zustand: Mehr als einmal. die normalerweise nicht zur Verfügung stehen. Mühsam einen Namen ihm gebend. zu neuen Einsichten und verfeinertem Wissen um den Lebensprozeß. Die Entdeckung dieser Reiche wird häufig mit dem Erwachen aus einem Traum. So wie man in der dunklen Nacht der Seele dem trostlosen Ich-Tod begegnen kann. die die alltägliche Wirklichkeit transzendieren. man verlöre sich selbst im immanent Göttlichen. das mein Symbol ist.15 Viele Menschen. Ich bezeichne es als SINN.Ich weiß nicht seinen Namen. so kann man auch in den transzendenten Reichen auf eine Art positiven Ich-Tod stoßen. nenne ich es: groß. Transzendente Zustände fühlen sich wegen ihrer Klarheit und Lebendigkeit oft wirklicher an als die »gewöhnliche« Realität. Die sterbliche Begrenzung des Selbst. Bei einer anderen Form dieser Erfahrung spürt man. wenn man mit der vertrauten Welt der Menschen. Eine der häufigsten Arten der positiven Desintegration ist die. die aber im allgemeinen von den Problemen und Belangen des Alltags verdeckt ist. dem Entfernen von milchigen Schleiern oder dem Öffnen der Pforten der Wahrneh­ mung verglichen. um mich selbst kreiste. erken­ nen sie als Teil der grenzenlosen. die diese inneren Dimensionen erfahren. Hier lösen sich persönliche Grenzen vorübergehend auf.

Der indische Philosoph und Heilige Sri Ramana Maharishi hat diesen Prozeß mit dem einer Zuckerpuppe gleichgesetzt. schätzt sich gewöhnlich glücklich. Es ist so. Viele Leute stellen fest. Selbst wenn man dann ganz ins Tal zurück muß.Diese Erfahrung nimmt oft die Form eines sanften Ich-Verlustes an. daß die ganze Angelegenheit schwierig werden kann. Das Gefühl. gibt jemandem mit SelbstwertProblemen ein frisches. daß einen am Ende der Reise eine Belohnung erwartet. Das ist bei weitem der Situation desjenigen vorzuziehen. Diese positiven Erfahrungen treten nicht unbedingt als logisches Stadium in einer linearen Entwicklung auf. kann man meinen. erweitertes Selbstbild. Begegnungen mit den göttlichen Regionen sind im Laufe des Prozesses der spirituellen Entwicklung extrem heilsam. die in die göttliche Flamme fliegt und sofort verbrennt. wo er hingeht. was das Ziel ist. die notwendig ist. das sei der harten Arbeit davor zu verdanken. Eine dramatischere Form des positiven Ich-Todes ist die plötzliche Konfrontation mit dem Licht. um eine erweiterte Definition des Selbst zu erreichen. die schwimmen geht und sich in dem Meer des Bewußtseins auflöst. die negative Zustände wie Depression oder Wut schnell abschwächen oder auflösen können. Bei vielen spirituellen Kri­ 102 . Er weiß zwar. als ob man einen Blick auf den Gipfel des Berges hätte werfen können. Liebe und Verzückung. daß sie persönliche Probleme oder emotionale Blockaden beseitigen müssen. einer Auflösung von Ich-Strukturen. selbst Teil eines allumfassenden kosmischen Netzwerks zu sein. als Preis am Ende einer schwierigen Suche. hat man die Perspektive. erlebt man oft positive Emotionen wie Ekstase. Entzücken. Wer solche Erfahrungen schon zu Beginn des Prozesses macht. Die Mystiker haben dafür das Bild einer Motte. hat aber zumindest eine Vorstellung davon. Werden sie dann zugänglich. um den Aufstieg anzugehen. Dankbarkeit. ohne auch nur zu ahnen. auch wenn sie noch gar nicht an schwierigen Fragen gearbeitet haben. Aber andere nehmen spontan Kontakt zu den transzen­ denten Orten in sich selbst auf. Wenn man sie erreicht. der sich monatelang durch schwierige Emotionen und Empfindun­ gen wühlen muß. bevor sich diese Gebiete in ihnen öffnen können.

Diese riesige physische. ihre Augen seien zu schwach oder zu verschleiert. die transzendentalen Reiche anzunehmen und mit ihnen umzuge­ hen. Probleme durch mystische oder transzendentale Erfahrungen Trotz der im allgemeinen wohltuenden Eigenschaften der positi­ ven Zustände können zwei Arten von Schwierigkeiten auftauchen. Außerdem gibt es bei diesen beiden Bereichen oft auch noch Überschneidungen. daß sie im Laufe der Zeit immer leichter zugänglich werden. Eine kraftvolle Erfahrung von hellem Glanz kann ähnliche Ergeb­ nisse hervorrufen. aufzugeben. um mit ihrer Macht zurechtzukom­ men. Man kann auch das Gefühl haben. Probleme in der eigenen Person Viele Menschen fühlen sich für die Spannweite der heiligen Reiche unvorbereitet. daß man »den Stecker in 220 statt in 110 Volt steckt und alles verkohlt«. wenn Menschen mystische Erfahrungen haben: innere Konflikte. und sie ins eigene Bewußt­ sein hineinzulassen. Der amerikanische spirituelle Lehrer Ram Dass vergleicht jemanden in dieser Situation mit einem Toaster und seine Reaktion damit. um der Intensität des 103 . geistige. und davor zurück­ zuschrecken kann eine natürliche Reaktion sein.sen erhalten die Menschen gelegentlich einen kurzen Vorge­ schmack auf diese Reiche und stellen fest. was real ist. heißt im allgemeinen. Es handelt sich dabei um unbekannte Wirk­ lichkeiten und Geistesverfassungen. vertraute Konzepte davon. emotionale und spirituelle Ladung kann überwältigend wirken. man sei für den profunden Eindruck der sinnlichen und physischen Manifestationen der mystischen Erfahrungen nicht stark genug oder nicht ausreichend offen. und Probleme mit der Schnittstelle zwischen Erfahrung und Umgebung. Manchmal haben Leute das Gefühl.

es war schmerzhaft und entsetzlich und wunderbar zugleich. Es war erschreckend. Es ist ein Austausch von Höflichkeiten zwischen der Seele und Gott. aber das Entzücken. wie es die heilige Teresa von Avila tat: Der Schmerz war so stechend. Diese Art von Zustand hatte ich mir schon lange gewünscht und viele Formen innerer Arbeit ausprobiert. um dorthin zu gelangen. erkennt man mit der Zeit doch häufig. Einige werden die Gelegenheit zwar als befreiend und erweiternd begrüßen. wenn sie die Erfahrung in sich hineinlassen. Wenn das Leiden. daß sie auf Dauer geblendet sein werden. war ich voller Angst. Eine Meditierende erinnert sich an das Entsetzen. Ich fühlte mich unvorbereitet. es in mich aufzuneh­ men. obwohl der Körper daran einen Teil hat. und dort wurden sie nur als Verzückung beschrieben. aber für diejenigen. er möge einen verlassen. es sei zu viel. Ich hatte das Gefühl. Ich hatte in Büchern über Spiritualität über die Erfahrungen von Licht gelesen. daß er sich abwenden mußte. das sich ihrer in einem »positiven« transpersonalen Zustand bemächtigte: Es war so merkwürdig.. die sehr stark ihren individuellen Identitäten verbun­ den sind. und die Seele ist auch mit nichts anderem mehr zufrieden als mit Gott. ich könne es nicht alles fassen. der so hell war. Man kommt viel­ leicht sogar so weit. Ich dachte an Moses und den brennenden Busch.strahlenden Lichtes standzuhalten. Während das geschieht. Sie haben richtig Angst. zunächst auch destruktiv und gewalttätig scheinen mag. ihn als Zeichen der Verbindung mit dem Göttlichen willkommenzuheißen. nicht ein körperlicher Schmerz. daß man sich nicht wünschen kann. Aber als er tatsächlich eintrat. das während einer mystischen Begegnung auftritt. daß der Schmerz vom spirituellen Öffnen und Wachstum herrührt. nicht ausreichend weit oder klar. Es ist ein spiritueller. ist so überwältigend.. daß ich stöhnte. kann dieser Punkt ziemlich erschreckend sein und sie 104 . das in diesem fruchtbaren Schmerz liegt.16 Auch die zuvor beschriebene Erfahrung der positiven Ich-Desintegration kann Probleme mit sich bringen. sogar einen beachtlichen Teil. können sie großen physischen Schmerz in und um ihre Augen spüren.

erweitertes Selbst wieder in eine begrenzte Form zurückgeleitet wurde: in mein physisches Alltags-Selbst. unabhängig davon wie schön und heiter diese sind. Ich spürte. die sie dort geschmeckt haben. spürte ich. je wohltätiger dieser spirituelle Zustand ausfällt. er sei sehr dauerhaft. weil sie sich. Sie meinen viel­ leicht. haben die Menschen. Vielleicht fürchten sie sogar. die sich darin befinden. daß mein neues. mögen sie sich fragen: »Wer bin ich? Wo führt mich das hin? Wie kann ich Vertrauen in das haben. von strahlendem Licht erfüllt und umgeben und von einem starken Gefühl von Frieden umflutet. die sie erfahren. daß sie sich nach der Berührung des Göttlichen so sehr verändert haben werden. die all meine Möglich­ keiten einklemmte und festhielt. sich ihm zu widersetzen oder dagegen anzukämpfen. was sie nun werden. und sie entweder für etwas Besonderes oder für verrückt halten werden. daß die Menschen um sie herum sofort sehen. die sehr angenehm oder glücksverkündend ist. und dem. daß die Zustände. Ein Therapeut schreibt über die Rückkehr zu den Be­ grenzungen des physischen Körpers nach einer mystischen Erfah­ rung: In diesem erleuchteten Zustand fühlte ich mich vollkommen grenzenlos und frei. da der Alltag im Vergleich zu dem Strahlen und der Befreiung. was geschieht?« Manche Leute trauen der Wirklichkeit ihrer neugefundenen Mög­ lichkeiten nicht oder haben Angst. daß sie »anders« sind. einer solchen Erfahrung nicht würdig fühlen. für was sie sich einmal hielten. In dem ganzen Durcheinander von all dem. öde und uninteressant aussieht. Wieder andere kämpfen deswegen mit den transzendentalen Rei­ chen. eine Erfahrung zu machen. Wir haben schon mehrere Menschen kennengelernt. wie der Schmerz und das Drama 105 . sie würden zu weit vom Normalen abdriften. Auch wenn dieser Zustand des Ich-Verlusts nur vorübergehend ist. Manch einer wird nach dem Besuch der transzendenten Reiche depressiv. Als ich in die Welt des Alltags zurückzukehren begann. Oft ist ihr Widerstand um so größer. Anzeichen für Geisteskrankheit sind. das Gefühl. Mein Körper fühlte sich an wie eine stählerne Falle. sie seien es nicht wert. die ein Leben lang Probleme mit ihrem Selbstbild hatten und meinen.zu dem Versuch verleiten.

wenn transzendente Begeg­ nungen in Situationen auftreten. Das führt dazu. angenehmen Zustand zu bleiben und ihre täglichen Verpflichtungen außen vor zu lassen. über diesen kraftvollen mystischen Zustand. mit ihrer weiteren Entwicklung in Einklang zu gehen. weil ich wieder zu der Freiheit zurückkehren wollte. Oder sie möchten die Erfahrung so dringend wiederholen. daß sie sich der Möglich­ keit verschließen. aber ebenso wichtig sind. Wenn ihre Familie. indem sie Widerstand leisten und alles für geringer erachten als einen positiven mystischen Zustand. in einem erweiterten. können die anderen diese Zweifel verstärken und den Reichtum der ursprünglichen Gefühle und Empfindungen ver­ schleiern oder verhüllen. daß andere Stadien auf ihrer spirituellen Reise zwar vielleicht weniger schön oder außergewöhnlich. in denen sie mißverstanden werden können. Manche Leute sehnen sich in dieser Situation tatsächlich danach. erkennen sie sie vielleicht nicht als gültig an oder machen sich ganz automatisch Sorgen um die geistige Gesundheit des geliebten Menschen oder Klienten. Wenn derjenige. Probleme mit den Schnittflächen zum Alltag Es kommt oft vor. daß Leute aus ihrer Begegnung mit dem Göttlichen Nutzen ziehen. Freunde oder Therapeuten das heilende Po­ tential dieser Dimensionen nicht sehen. der die Erfahrung hatte. daß sie sich selbst daran hindern.des täglichen Lebens mich festzupressen begannen. irgendwelche Zweifel an ihrer Gültigkeit hat oder sich um seine geistige Verfassung sorgt. In manchen Fällen sprechen sie mit den Menschen. Schwierigkeiten entstehen auch dann. und ich weinte. die ihnen nahestehen. Im allgemeinen wird es als weniger problematisch empfunden. wenn man sich in dem sicheren Rahmen eines Meditationsraumes oder im eigenen Schlafzimmer befindet und 106 . die ich entdeckt hatte. aber Probleme mit ihrer Umgebung haben. von einem verzückten mystischen Zustand überwäl­ tigt zu werden.

So tauchen sie aus der Erfahrung nicht mit dem 107 . Das kann sehr eng mit der Art und Weise verwandt sein. zusätzliche ungewollte Aufgaben oder Verantwortlichkeiten für die Menschen um sie herum oder die Welt im allgemeinen besche­ ren könnte. oder zu himmlischen Wesen wie Jesus oder Buddha. daß ihre Existenz Teil einer feinverwobenen kosmischen Ordnung ist. in der Leute solche höheren Einsichten ausleben. daß ihre neue Bewußtheit ihnen. in der äußeren Welt zurechtzukommen. das sie für Gott oder eine höhere Macht halten. wenn sie solche erweiterten Erfahrungen in ihr Leben hineinlassen. daß Gott sich um alles kümmern wird und sie daher von größeren Verantwortungen im Leben befreit werden. daß sie von der göttlichen Vorsehung auserwählt worden sind und daher besondere Anerkennung und einen gehobenen Status verdienen.nicht mitten in einem Einkaufszentrum oder auf dem Flughafen. dasselbe zu sehen. Das führt sie zu der Annahme. könnte sein Verhalten leicht mißverstanden werden. die potentiell jedem zur Verfügung steht. So jemand kann beispielsweise in seiner phy­ sischen Koordination oder seinen Bewegungen unsicher sein und einen schwerfälligen oder desorientierten Eindruck machen. der sie über gewöhnliche Belange stellt. Wenn ein Mensch sich während der Auflösung der persönlichen Grenzen nicht in einer unterstützenden Situation befindet. daß ich damit etwas anfangen muß? Soll ich anderen Leuten helfen. Statt zu verstehen. lassen sie vielleicht zu. Sie fragen sich dann beispielsweise: »Bedeutet diese Enthüllung. Wenn er sich gleichzeitig mit einem Kellner oder einem Flugha­ fenpolizisten auseinandersetzen muß. Sie könnten die ganz reale Einsicht gehabt haben. daß dieser Zustand ihr Ich oder ihr Gefühl von persönlicher Identität verzerrt. das ausschließlich ihnen widerfährt. Andere wieder mögen befürchten. halten sie es für etwas. Wenn sie Kontakt zu etwas aufgenommen haben. was ich gesehen habe? Gibt mir das eine besondere Rolle in der Welt?« Oder sie kommen zu einer genau entgegengesetzten Reaktion: sie haben vielleicht das Gefühl. wird er vorübergehend eher Schwierigkeiten haben. daß sie eine universale Wirklichkeit angezapft haben.

daß sie göttlich sind und alle anderen und alles andere auch. von anderen entfremden. Solche Leute können messianische Tendenzen ent­ wickeln.Verständnis auf. . die sie. sondern daß sie Gott sind und eine Botschaft für die Welt haben. wenn sie nach außen getragen werden.

4 Die Vielfalt von spirituellen Krisen
Vom Unwirklichen führe mich zum Wirklichen. Von der Dunkelheit führe mich zum Licht. Vom Tod führe mich zur Unsterblichkeit. Brihad-Aranyaka Upanishad17

Der gemeinsame Nenner aller transformativen Krisen ist die Manifestation verschiedener Aspekte der Psyche, die bis dahin unbewußt waren. Aber jede spirituelle Krise stellt eine einzigartige Auswahl und Kombination von unbewußten Elementen dar, von denen einige biographisch, andere perinatal und wieder andere transpersonal sind. Diese drei Kategorien von Erfahrungen haben wir schon vorgestellt, und wir werden im siebten Kapitel noch ausführlicher darauf eingehen. Innerhalb der Psyche gibt es keine Grenzen. All ihre Inhalte bilden ein Kontinuum mit vielen Ebenen und Dimensionen. Man sollte daher nicht erwarten, daß spirituelle Krisen in klar bestimmbaren Formen oder Arten auftreten, die es leicht machen, sie zu erkennen. Es ist jedoch möglich und nützlich, zwischen bestimmten Arten von spirituellen Krisen zu unterscheiden, die dafür ausreichend spezifische und charakteristische Eigenschaften aufweisen. Die folgende Liste von Erscheinungsformen beruht auf unserer lang­ jährigen Erfahrung mit Menschen in solchen Situationen, Infor­ mationen von Kollegen und dem Studium der entsprechenden Literatur. Auch wenn wir sie einzeln definieren, beschreiben und erörtern, sollte man nicht vergessen, daß ihre Grenzen eher flie­ ßend sind und sich in vielen Fällen überschneiden. • • • • • Episoden von Einheitsbewußtsein (Gipfelerfahrungen) Das Erwachen von Kundalini Nah-Tod-Erfahrungen Das Auftauchen von »Erinnerungen an frühere Leben« Psychische Erneuerung durch Rückkehr zur Mitte
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• • • • •

Die schamanische Krise Das Erwachen von außersinnlicher Wahrnehmung Kommunikation mit geistigen Führern und Channeling Begegnungen mit UFOs Zustände von Besessenheit

Episoden von Einheitsbewußtsein (Gipfelerfahrungen)

In diesem Lichte durchschaute meine Seele mit einem Mal alles und durch und mit allen Geschöpfen, selbst Kraut und Gras, sie erkannte Gott, wer er ist, wie er ist und welches sein Wille; und in diesem Lichte war es wie durch einen mächtigen Antrieb meine Absieht, das Wesen Gottes zu beschreiben. Aber da ich damals die tiefsten Gebur­ ten Gottes nicht in ihrem Wesen verstehen und in meinem Verstand begreifen konnte, vergingen annähernd zwölf Jahre, bis ich ein genaues Verständnis von ihnen erlangte. Jakob Böhme, Die Morgenröte18

Der amerikanische Psychologe Abraham Maslow hat eine Kate­ gorie von mystischen Erfahrungen beschrieben, die sich durch die Auflösung der persönlichen Grenzen und das Gefühl auszeichnen, mit anderen Menschen, der Natur, dem gesamten Universum und Gott eins zu werden. Er prägte dafür den Begriff der Gipfelerfah­ rungen {peak experiences). In seinen Schriften äußert er scharfe Kritik an der traditionellen Haltung der westlichen Psychiatrie, die in solchen Erfahrungen Anzeichen für Geisteskrankheit sieht. Maslow hat ganz zweifelsfrei bewiesen, daß Gipfelerfahrungen oft bei völlig normalen, wohlangepaßten Leuten Vorkommen. Außerdem hat er beobachtet, daß sie, wenn man sie ihr natürliches Ende erreichen läßt, normalerweise zu besseren Wirkungsmög­ lichkeiten in der Welt führen und dem zuträglich sind, was er »Selbstverwirklichung« nannte - eine größere Fähigkeit, das eigene schöpferische Potential zum Ausdruck zu bringen.
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Der Psychiater und Bewußtseinsforscher Walter Pahnke hat auf der Arbeit von Abraham Maslow und W. T. Stace aufbauend eine Liste der grundlegenden Eigenschaften einer typischen Gipfeler­ fahrung erstellt. Er benutzte die folgenden Kriterien, um diesen Geisteszustand zu beschreiben:|y • • • • • • • • Einheit (innere und äußere) Starke positive Emotion Transzendenz von Zeit und Raum Gefühl von Heiligkeit (des Numinosen) Paradox Natur Objektivität und Wirklichkeit der Einsichten Unbeschreibbarkeit Positive Nachwirkungen

Wie diese Liste zeigt, hat jemand, der eine Gipfelerfahrung macht, das Gefühl, die üblichen Trennungen und Teilungen von Körper und Geist zu überwinden und einen Zustand vollkommener inne­ rer Einheit und Ganzheit zu erreichen. Das wirkt meist sehr heilend und wohltuend. Außerdem transzendiert man die normalen Un­ terscheidungen zwischen Subjekt und Objekt und erfährt einen Zustand von ekstatischer Verbundenheit mit der Menschheit, der Natur, dem Kosmos und Gott. Dies geht mit starken Gefühlen von Freude, Wonne, Heiterkeit und Frieden einher. Menschen, die diese Art von mystischem Bewußtsein erfahren, meinen, die gewohnte Realität, in der Raum dreidimensional und Zeit linear ist, zu verlassen und in ein zeitloses mystisches Reich einzutreten, in der diese Kategorien keine Gültigkeit mehr haben. In diesem Zustand kann man Ewigkeit und Unendlichkeit in einer Zeitspanne erleben, die auf der Uhr nur Sekunden beträgt. Eine weitere wichtige Erfahrungsqualität von Einheitsbewußtsein ist das Empfinden des Numinosen. Diesen Begriff hat C. G. Jung verwendet, um ein profundes Gefühl von Heiligkeit zu beschrei­ ben, das mit bestimmten tiefen Prozessen in der Psyche einher­ geht. Die Erfahrung des Numinosen hat nichts mit früheren religiösen Glaubenssätzen oder Programmen zu tun; es ist die direkte und unmittelbare Bewußtheit, daß wir es mit etwas zu tun
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haben, das göttlicher Natur und radikal anders ist als unsere gewöhnliche Wahrnehmung der Alltagswelt. Beschreibungen solcher Erfahrungen strotzen meist von parado­ xen Aussagen, die den Grundgesetzen der Logik zuwiderlaufen. So wird der my Inhalt, aber alles beinhaltend geschildert. Er bietet zwar nichts Konkretes, aber es scheint nichts zu fehlen, da er in potentieller Form die gesamte Existenz beinhaltet. Jemand, der das beschreibt, kann über den vollkommenen Verlust des Ich sprechen und zugleich behaupten, sein Identitätsempfinden sei so endlos erwei­ tert worden, daß es das ganze Universum umfaßt habe. Andere wieder meinen, die Erfahrung habe sie sich völlig unbedeutend fühlen lassen, sie seien dadurch ehrfürchtig und demütig geworden und hätten doch das Gefühl, etwas von kosmischen Ausmaß geleistet zu haben. Sie meinen einerseits, nichts zu sein, und andererseits Gott angemessen. Während mystischer Erfahrungen kann man das Gefühl haben, Zugang zu elementarem Wissen und Weisheit in Fragen von kosmischer Relevanz zu haben. Das schließt gewöhnlich keine speziellen Aussagen über die materielle Welt ein, obwohl sich mystische Zustände als Quellen gültiger Informationen erwiesen haben, die praktisch angewandt werden konnten. Typischer ist jedoch eine verständige Einsicht in die Essenz der Existenz, die in den Upanishaden als das »Wissen um ES, welches das Wissen um alles gibt« beschrieben wird. Dieses Wissen um die wahre Natur der Existenz wird gewöhnlich als letztendlich wirklicher und relevanter wahrgenommen als all die wissenschaftlichen Theorien, Vorstellungen oder Konzepte unseres Alltags. Die Unbeschreibbarkeit ist ein sehr charakteristisches Merkmal der mystischen Zustände. Es ist schlechterdings unmöglich, ande­ ren, und schon gar denen, die sie noch nie gemacht haben, die Natur dieser Erfahrungen, ihren profunden Sinn und ihre Bedeu­ tung zu schildern. Fast alle Berichte von mystischen Zuständen enthalten Klagen über den Mangel an Worten für eine solche Aufgabe. Menschen, die diese Art von Erfahrung gemacht haben, bestehen oft darauf, die Sprache der Poesie sei, wenn auch noch

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nicht vollkommen, so doch das am besten geeignete Werkzeug zur Beschreibung dieser Zustände. Die unsterblichen Verse der großen transzendentalen Dichter des Ostens wie Omar Khayyam, Rumi, Kabir, Mirabai und Kahlil Gibran sowie von Hildegard von Bingen, William Blake, Rainer Maria Rilke und anderen aus unserer eigenen Tradition bezeugen diese Tatsache. Wenn man Erfahrungen dieser Art ihren Lauf läßt, können sie einen tiefgreifenden und anhaltenden Einfluß auf das allgemeine Wohl­ befinden, die Lebenswerte und die allgemeinen Existenzstrategien haben. Sie führen oft zu mehr emotionaler und physischer Gesund­ heit, einer größeren Wertschätzung des Lebens und einer lieben­ deren, annehmenderen und ehrlicheren Haltung gegenüber den Mitmenschen. Zudem können sie Intoleranz, Aggression, irratio­ nale Triebe und unrealistische Ambitionen drastisch reduzieren. Es gibt gewisse Situationen im Leben, die Gipfelerfahrungen besonders wahrscheinlich werden lassen. Die Ich-Auflösung tritt häufig dann ein, wenn einen die Wahrnehmung von etwas außer­ gewöhnlich Schönem überwältigt, besonders in der freien Natur - beim Tauchen in Korallengärten, beim Segeln auf dem Meer oder bei Wildwasserfahrten auf ungebändigten Flüssen, beim Zelten in der Wüste, beim Bergwandern, im Fesselballon oder beim Drachenfliegen. Mehrere Astronauten haben bei ihren Flü­ gen zum Mond und beim Umkreisen der Erde diese Art von Erfahrungen gemacht. Eine weitere wichtige Quelle von Gipfelerfahrungen ist die inspi­ rierte Kunst. Hier fühlt sowohl der schöpferische oder darstellende Künstler wie der empfindsame Bewunderer ekstatisches Entzükken. Viele Erfahrungen des Einheitsbewußtseins sind durch die Pracht der ägyptischen Pyramiden, der Hindu-Tempel, der goti­ schen Kathedralen und moslemischen Moscheen, des Taj Mahal oder durch beseelte Musik, Malerei oder Skulpturen ausgelöst worden. Auch Liebe, Verliebtheit und erotisches Entzücken füh­ ren oft zu starken Erfahrungen von Einheit. Überraschender mag die Tatsache sein, daß Gipfelerfahrungen häufig auch bei strengem körperlichem Training und Wettbewerben in verschiedenen Sport­ arten Vorkommen. Michael Murphy und Rhea White haben in
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ihrem Buch The Psychic Side of Sports viele erstaunliche Beispiele für diese Zustände geliefert. Wenn man die positive Natur und das Potential von Gipfelerfah­ rungen betrachtet, könnte man sich darüber wundem, daß sie zu einer Quelle für spirituelle Krisen werden können. Diese Schwie­ rigkeiten entstehen im wesentlichen dadurch, daß es in der Kultur des Westens an wahrem Verständnis für außergewöhnliche Be­ wußtseinszustände mangelt. Das führt dazu, daß wir den Weit solcher Erfahrungen nicht erkennen, sie nicht annehmen und unterstützen können. Die vorherrschende Haltung in der traditio­ nellen Psychiatrie und der Öffentlichkeit ist die, daß jede Abwei­ chung von der gewöhnlichen Wahrnehmung und dem üblichen Verständnis von Realität pathologisch ist. Unter diesen Umstän­ den kann ein durchschnittlicher Mensch des Westens, wenn er in einen mystischen Zustand gerät, leicht seine geistige Gesundheit in Frage stellen und sich der Erfahrung widersetzen. Verwandte und Freunde werden diese Haltung vermutlich unterstützen und psychiatrische Hilfe anraten. Viele Menschen sind schon mitten in einer Gipfelerfahrung zu Psychiatern geschickt worden, die ihnen ein pathologisches Etikett verpaßt, ihre Erfahrung mit beruhigenden Medikamenten unterbrochen und ihnen die Rolle eines lebenslangen Psychiatrie-Patienten zugewiesen haben.

Das Erwachen von Kundalini
Manchmal bewegt sich der spirituelle Strom in der Wirbelsäule wie eine kriechende Ameise. Manchmal schwimmt die Seele im Samadhi wie ein Fisch im Ozean göttlicher Ekstase. Manchmal, wenn ich mich auf die Seite lege, stößt mich der spirituelle Strom wie ein Affe und spielt freudig mit mir. Ich bleibe still, und plötzlich - wie ein Affe - erreicht der Strom mit einem Sprung den Sahasrara (das Scheitelzentrum). Deshalb seht ihr mich plötzlich aufspringen. Manchmal wiederum steigt der spirituelle Strom auf wie ein Vogel, der von Zweig zu Zweig hüpft. Wo er ausruht, fühlt es sich an wie Feuer. Er hüpft von Zentrum zu Zentrum langsam bis in den Kopf.

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Manchmal bewegt sich der spirituelle Strom wie eine Schlange. Im Zickzack steigt er auf, erreicht den Kopf, und ich gehe in Samadhi. Das spirituelle Bewußtsein eines Menschen wird erst wach, wenn seine Kundalini aufsteigt. Der indische Heilige Ramakrishna, Das Vermächtnis

Beschreibungen dieser Form von spiritueller Krise finden sich in der alten indischen Literatur; ihre Manifestationen werden der Aktivierung oder dem Erwachen einer Form von subtiler Energie zugeschrieben, die Schlangenkraft oder Kundalini genannt wird. Nach den Yogis ist Kundalini (wörtlich: die Zusammengerollte) die Energie, die den Kosmos schöpft und nährt. Im menschlichen Körper ruht sie am unteren Ende der Wirbelsäule. Sie hat das Potential, Geist und Körper zu reinigen und zu heilen, das spiri­ tuelle Öffnen zu ermöglichen und den Menschen auf eine höhere Ebene von Bewußtsein zu heben. Schlafende Kundalini-Energie wird traditionell als Schlange dar­ gestellt, die dreieinhalbmal um den Lingam gewickelt ist, das phallische Symbol der männlichen generativen Kraft. Zu den Situationen, die zum Erwachen von Kundalini führen, gehören intensive Meditation, die Interventionen eines fortgeschrittenen spirituellen Lehrers oder Gurus und bestimmte Übungen im Kundalini-Yoga. Gelegentlich können auch die Geburt eines Kindes oder leidenschaftliche Liebesspiele den entscheidenden Anstoß geben. In manchen Fällen erfahren Menschen ein spontanes Er­ wachen von Kundalini; das kann vollkommen unerwartet ohne offensichtlichen Auslöser mitten im Alltag geschehen. Aktivierte Kundalini verwandelt sich in ihre feurige Form oder Shakti, steigt eine Linie entlang der Wirbelsäule hinauf und fließt durch die Leitungen des feinstofflichen Körpers, eines nicht-ma­ teriellen Energiefeldes, von dem die Yogis sagen, es umgebe den physischen Körper und ströme in ihn ein. Sie räumt die Auswir­ kungen von alten Traumata weg und öffnet die sieben spirituellen Zentren, die sogenannten C h a k r a s , die im feinstofflichen Körper entlang einer der Wirbelsäule entsprechenden Achse liegen. Ne­ ben verschiedenen schwierigen Erfahrungen, die mit dem Prozeß
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das Singen bisher nicht bekannter Lieder. Dieser Prozeß ist. die mit dem Erreichen höherer Bewußtseinsebenen in Verbindung stehen. die dann eintritt. Unter ihnen verdient S a m a d h i oder die Vereinigung mit dem Göttlichen. perinatale Sequenzen und diverse archetypische Bilder. sein Verhalten zu kontrollieren. das Anneh­ men von Yoga-Haltungen und -Gebärden und das Imitieren ver­ schiedenster Tiergeräusche und -bewegungen. Krämpfen und windenden Bewegungen überwältigt. Zu den häufigsten Manifestationen dieser Art gehören unmotivier­ tes und unnatürliches Lachen oder Weinen. Auch die überwältigende Angst vor Tod. Im Idealfall sollte jemand. Die Körper dieser Menschen werden oft von heftigem Schütteln. die die Wirbelsäule hinauf strömen. Trauer oder Freude und ekstati­ schem Entzücken überflutet werden. Wut. der ein intensives Erwachen von Kundalini erlebt. Die sich durch den Körper bewegende Shakti-Energie bringt ein breites Spektrum von bisher unbewußten Elementen ins Bewußt­ sein: Erinnerungen an psychische und körperliche Traumata. wenn der Prozeß das siebte oder Scheitelchakra (Sahasrara) erreicht. Ihre Psyche kann unerwartet von Emotionen wie Angst. Die Manifestationen auf der Ebene der Sinne können beim Kun­ dalini-Erwachen sehr reich und vielfältig sein. Wer in diesem Prozeß steckt. erleben Menschen beim Erwachen von Kundalini oft ekstatische Zustände. während mächtiger Stöße von Kundalini-Energie gibt man verschiedene unfrei willige Töne von sich und bewegt den Körper in merkwürdigen und unerwarteten Mustern. wenn auch von den Yogis erwünscht und als förderlich betrachtet. das Sprechen in frem­ den Zungen. kann Schwierigkeiten haben. nicht frei von Gefahren. Wenn das geschieht. Kontrollverlust und drohendem Irrsinn treten bei extremen Formen von Kundalini-Erwachen häufig auf. erfahren Menschen in dieser Art von spiritueller Krise vielfältige emotionale und körperliche Manifestationen. die K r i y a s genannt werden. besondere Beachtung. die Führung eines erfahrenen spirituellen Lehrers haben. Das sind intensive Empfindungen von Energie und Hitze.der Reinigung zu tun haben. Menschen in die­ sem Prozeß beschreiben oft farbenfrohe Visionen von wunderba­ 116 .

und manchmal werden sie auch falsch als solche diagnostiziert. daß dieser Prozeß. Die Teilnehmer geraten einer nach dem anderen in einen tiefen Zu­ stand außergewöhnlichen Bewußtseins. Diese tiefe Verbindung zwischen Kundalini und sexueller Energie ist die Grundlage einer Yoga-Praxis. Im Verlauf des Kundalini-Erwachens können jedoch auch verschiedene alte Symptome vor­ übergehend verstärkt und bisher schlafende manifest werden.ren geometrischen Mustern. Sie erleben innere Töne. Migräne und Asthma beobachtet. aber es gibt in vielen Kulturen und Religionen auf der ganzen Welt wichtige Parallelen. Manchmal kann man exquisite Parfüms und Balsam riechen. Angst und Furcht einhergeht. Eines der interessantesten Beispiele ist der Trance-Tanz der afrikanischen !Kung-Buschleute in der Wü­ ste Kalahari. der mit dem Freisetzen kraftvoller Gefühle wie Wut. im wesentlichen heilsam ist. Sie 117 . Gelegentlich können sie diversen psychiatrischen und medizini­ schen Problemen gleichen. Besonders häufig sind intensive sexuelle Erregung und orgastische Gefühle. strahlenden Lichtern von übernatür­ licher Schönheit und komplexen Szenen mit Gottheiten. Eine sorgfältige Untersuchung der Manifestationen des Kundalini-Erwachens bestätigt. bei denen die Frauen trommelnd auf der Erde sitzen und die Männer sich in monotonen Bewegungen rhythmisch im Kreis drehen. Zwar findet man die Kundalini-Vorstellung in ihrer anspruchs­ vollsten und ausdrucksreichsten Form in den indischen Schriften. In Verbindung mit Erfahrungen dieser Art haben wir über die Jahre wiederholt die dramatische Linderung oder völlige Klärung eines breiten Spektrums von emotionalen und körperlichen Problemen einschließlich Depressionen. die vom einfachen Sum­ men. Sie führen regelmäßig nächtelange Rituale durch. Dämonen und Heiligen. die entweder ekstatisch oder schmerzhaft sein können. dem Tantra. Surren und dem Zirpen der Grillen bis zu himmlischer Musik und menschlichen Chören reichen. verschiedener Formen von Phobien. wenn auch manchmal sehr intensiv und erschütternd. bei der die sexuelle Vereinigung als Vehikel für spirituelle Erfahrungen dient. einige sprechen von dem unbe­ schreiblich süßen Duft eines göttlichen Nektars.

Nach diesen dramatischen Erfahrungen gelangen sie normalerweise in einen Zustand des ekstatischen Entzückens. gebührt dem kali­ fornischen Psychiater und Augenarzt Lee Sannella. der persönlich eine tiefgreifende und dramatische Kundalini-Krise durchlebte. Joseph Campbell hat oft auf parallele Elemente in den Sandmalereien der Navajo hingewiesen. welche Form das Erwachen von Kundalini in unserer Kultur annimmt. die Aufmerksamkeit von Fachkreisen auf das Konzept von Kundalini gelenkt zu haben. Tao-Yoga. die sehr starke Ähnlichkeit mit den Chakras haben. In seiner Pionierarbeit The Kundalini Experience: Psychosis or Transcendence beschreibt er aus der sieht der westlichen Medizin. Die Anerkennung dafür. Herzanfällen. den Westen auf die Existenz und die Bedeutung dieses Phänomens hinzuweisen. Diese wird dann durch Körperkontakt von einem Menschen an den nächsten weitergegeben. eine aufrechte Haltung zu bewahren und werden von heftigen Zuckungen überwältigt. In der christlichen Tradition sind ähnliche Manifestationen bei der Ausübung des sogenannten Jesus-Gebets oder Hesychasmus beschrieben worden. die Kundalini und dem System der Chakras ähneln. ein weltbekannter spiritueller Lehrer aus Kaschmir. koreanischen Zen und Sufismus. Sehstörungen. Und neuer­ dings sind unverkennbare Anzeichen des Kundalini-Erwachens bei Tausenden von modernen Menschen im Westen beobachtet worden. Die Tradition der Buschleu­ te sagt. hat viele Jahre darauf verwendet. Die Aktivierung von Kundalini ist jedoch kein auf nicht-westliche Kulturen beschränktes Phänomen. Magen-Darm118 . Gopi Krishna. Die Hopi kennen Zentren übersinnlicher Energie. Hysterie. Er betont. Verwandte Ideen finden sich auch im tibetischen Buddhismus. Auch bei den nordamerikanischen Indianerstämmen gibt es Vor­ stellungen. der Tanz befreie eine kosmische Heilkraft mit dem Namen n t u m oder »Medizin« in der Gegend der unteren Wirbelsäule.sind oft nicht in der Lage. Sannella weist besonders auf die medizinische Bedeutung des Kundalini-Syndroms hin. daß es vielen psychiatrischen und selbst medizinischen Problemen gleichen kann. darunter Psychosen.

und mein Sturz war vorbei. Nichts in unserem Leben ist zugleich so vorher­ sagbar und so rätselhaft. Epilepsie und selbst Multipler Sklerose. Sie 119 i . ohne Angst und ohne Schmerz.Krankheiten. Ich fühlte keinen Widerspruch und keinen Hader. aber nicht bedrückend. Die Erinnerung an sehr tragische Erfahrungen war klar. Aus diesen Gründen hält Sannella eine medi­ zinische Untersuchung durch einen gut informierten Arzt bei dieser Art von spiritueller Krise für besonders wichtig. Mythologie und spiritueller Literaturaller Zeiten und Kulturen auf. was sie als »Beerdigungs-Mythologie« bezeichneten. Immer stärker umgab mich ein herrlich blauer Himmel mit zarten rosaroten und violetten Wölkchen. Westliche Wissenschaftler haben in der Vergangenheit das miß­ achtet. die mit Tod und Sterben zu tun haben. Die Vorstellung vom Überleben des Bewußtseins nach dem Tode und der Nach-Todes-Reise der Seele taucht in Folklore. ohne Kummer. Ich sah mich selbst als den Haupt­ darsteller in der Aufführung. Nah-Tod-Erfahrungen Dann sah ich mein ganzes bisheriges Leben in vielen Bildern ablau­ fen. Dann hörte ich einen dumpfen Schlag. Albert Heim beschreibt seinen beinahe tödlichen Absturz in den 21 Schweizer Alpen Der Tod ist eine der wenigen universalen Erfahrungen der mensch­ lichen Existenz. Besondere heilige Schriften sind der Beschrei­ bung und Erörterung der Erfahrungen gewidmet. und eine göttliche Ruhe fegte wie wunderbare Musik durch meine Seele. Erha­ bene und harmonische Gedanken dominierten und vereinten die einzelnen Bilder. Alles war wie durch ein himmlisches Licht verwandelt und schön. Ich trieb schmerzfrei und sanft in ihn hinein und sah. Infektionen im Beckenbereich. wie auf einer fernen Bühne. der Widerspruch war in Liebe umgewandelt worden. Seit undenklichen Zeiten stellt das Faktum unserer Sterblichkeit eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration für Künstler und Mystiker dar. daß ich nun frei fiel und unter mir wartend ein Schneefeld lag.

daß der Prozeß des Sterbens mit einer ungewöhnlichen inneren Reise in die transpersonalen Reiche der Psyche assoziiert werden kann. Deutlich wurde dabei. innerhalb dessen man die eigene Vergangenheit betrachten und sie nach diesen kosmischen Standards bewerten kann. um die Natur dieser Erfahrung zu beschreiben. Im wesentlichen verifizierte er die Beschreibungen. deren Glanz und Leuchtkraft jenseits der menschlichen Vorstellungskraft liegt. Dies liefert einen Kontext. Moody benutzt den Begriff des L i c h t . Innerhalb von Sekunden kann das ganze bisherige Leben in Form einer bunten. Diese Situation begann sich dramatisch zu ändern. unglaublich verdichteten Wiederholung vor einem ablaufen. scheinen einem allgemei­ nen Muster zu folgen. Vergebung und Annehmen aus. Es gibt zwar individuelle Unterschiede.W e s e n s . Das Bewußtsein kann sich vom Körper lösen und mit großer Unabhängigkeit und Freiheit bewe­ gen. allumfassende Liebe. Diese Begegnung hat oft die Form eines intimen persönlichen Austausches. übernatürlicher Schönheit und mit deutlich personalen Merkmalen ausgestattet. Viele Leute sprechen davon ganz explizit als von Gott. sich der Tatsache ihrer Sterblichkeit zu stellen und sie zu akzeptieren. Viele Leute erleben einen Weg durch einen dunklen Tunnel oder Trichter zu einer Lichtquelle. Es strahlt endlose. die sich im Tibetanischen und im Ägyptischen Totenbuch. die unfähig waren. die dem Tod nahekommen. Dieses Licht ist von feiner. im europäischen A r s m o r i e n d i und anderen ähnlichen Sterbeführern aus anderen Zeiten und Kulturen finden. als Elisabeth Kübler-Ross die Aufmerksamkeit der Fachwelt auf das Thema von Tod und Sterben lenkte und Raymond Moody seinen Bestseller L e b e n n a c h d e m T o d veröffentlichte. Manchmal schwebt es über der Unfallstelle und beobachtet die Szene mit Neugier und gelöster Heiterkeit. ein andermal wieder reist es an weit entfernte Orte. Moodys Arbeit beruhte auf den Berichten von 150 Menschen mit Nah-Tod-Erfahrungen. aber die Erfahrungen von Menschen. Im Lichte dieser Information trifft man 120 .galt als ein Produkt der Phantasie und der Vorstellungskraft von primitiven Völkern. der profunde Lehren über das Leben und die universalen Gesetze einschließt.

Sie transzendiert die trennenden Interessen des religiösen Sektierertums und ähnelt den besten mystischen Traditionen und den großen spirituellen Philosophien des Ostens darin. liegt darin. Intelligenz. ob man tatsächlich biologischen Schaden nimmt. daß sie allumfassend ist und gewöhnliche Grenzen überschreitet. oft nicht bewußt. nach den dabei gelernten Prinzipien zu leben. tiefer ökologischer Betroffenheit und Liebe für die Mitmenschen einher. mit einer abrupten und tiefgreifenden Verschiebung in der Wahrnehmung der Wirklichkeit einhergehen. religiösen Glaubensvorstellungen. daß sie gewöhnlich bei Menschen. Menschen. die Hilfe bieten. Außerdem scheint es keinen Unterschied zu machen. daß Nah-Tod-Erfahrungen oft zu einer spiritu­ ellen Krise führen. Alter. daß solche Notfälle über eine wichtige psycho­ 121 . Sie sind unabhängig von Geschlecht. oft reicht es schon. die kurz davor stehen. bringen gewöhnlich eine tiefe Ent­ schlossenheit mit. ihr Leben zu verlieren. ob man in die gewöhnliche Wirklichkeit zurück­ kehren will. Macht und materiellen Zielen. Anbindungen an eine Kirche oder ähnlichen Merkmalen. die stark den Nachwirkungen der von Maslow beschriebenen Gipfel­ erfahrungen ähneln: ein Anwachsen der Selbst-Achtung und des Selbst-Vertrauens und ein geringer werdendes Interesse an Status. Die auffäl­ ligste Folge ist aber das Erwachen einer Spiritualität universaler Prägung. Bildungs­ stand. Ein Autounfall mitten im Berufs­ verkehr oder ein Herzanfall beim Joggen können einen innerhalb von Sekunden in ein phantastisches visionäres Abenteuer katapul­ tieren. Unglückseligerweise sind sich die Leute. Eine Begegnung mit der transpersonalen Quelle in der Form des LichtWesens fühlt zu profunden Persönlichkeitsveränderungen. die diese Erfahrung gemacht haben und ins Leben zurückgekehrt sind. Das geht mit einer wachsenden Wertschätzung für die Natur und das Leben. Nah-Tod-Erfahrungen dieser Art treten bei mehr als einem Drittel aller Menschen auf.die Entscheidung. in der man zu Tode kommen könnte. Der Grund dafür. die für dieses Ereignis vollkommen unvorbereitet sind. Nah-Tod-Erfahrungen können daher kraftvolle Katalysatoren für spirituelles Erwachen und die Evolution des Bewußtseins sein. einfach einer Situation ausgesetzt zu sein.

logische und spirituelle Dimension verfügen. Stücke aus ihrem Körper zu reißen. Moody hat beispiels­ weise berichtet. Das Auftauchen von »Erinnerungen an frühere Leben« Die Patientin ging nun völlig in ihrem Erleben auf und schilderte.und Federphobie. sie focht einen verzweifelten Kampf mit den Aasvögeln. Diese Situation hat sich in der Zeit seit der Veröffentlichung von Moodys Buch geändert. daß bei den 150 von ihm untersuchten Fällen nur einmal ein Arzt zugegen war. näherten sich einige Geier und fingen an. Beschreibung einer hypnotischen Regression aus Stanislav Grof: Das Abenteuer der Selbstentdeckung22 122 . wenn man bedenkt. daß sie an einer heftigen Schlacht im alten Persien teilnahm. über intellektuelles Wissen um die Phänomene in Nah-Tod-Situationen. Das ist recht überraschend. ebenso wie die meisten ihrer Klienten. Schließlich gab sie auf und starb. Die neuen Resultate wurden in populären Büchern veröffentlicht und fanden wiederholt Verbreitung in den Massenmedien. die von einem Pfeil durchbohrt war. daß die Medizin eine Disziplin ist. Viele weitere wissenschaftliche Studien haben seine ursprünglichen Ergebnisse bestätigt und verdeutlicht. Als sie wieder zu ihrem normalen Bewußtsein zurückkehrte. war sie frei von der Vogel. Diese Informationen müssen jedoch erst noch ausreichende Anwendung in der alltäglichen klinischen Arbeit mit Menschen in Notfällen finden. die tagtäglich mit Tod und Sterben umgeht. Sterbend sank sie auf den staubigen Boden. Im blauen Himmel über ihr erblickte sie Geier. sie schrie und schlug um sich. Medi­ ziner und andere Fachleute verfügen jetzt. Es war ein heißer Tag. Sie ließen sich um sie herum am Boden nieder und warteten darauf. die sie lange Zeit gequält hatte. daß sie sterben würde. Noch während sie am Leben war. in dem sie aber unterlag. der überhaupt eine Ahnung von Nah-Tod-Erfahrungen hatte. die sich ihr in großen Kreisen näherten. Plötzlich verspürte sie einen stechenden Schmerz in ihrer Brust.

Wir erinnern uns nicht grundsätzlich an Ereignisse aus früheren Inkarnationen. besondere Beachtung: sogenannte Erinnerungen an frühere Leben oder karmische Erfahrungen. die in anderen histo­ rischen Zeiten und/oder anderen Ländern stattfinden. müssen wir bedenken. Und es waren ganz klar Er­ fahrungen dieser Art.Eine Kategorie der transpersonalen Phänomene spiritueller Krisen verdient wegen ihrer großen praktischen Bedeutung und der Schlüsselrolle. Um richtig einschätzen zu können. das auf ihnen beruht. die über ein großes heilendes und transformatives Potential verfügen. bei denen isolierte Erinnerungen an wichtige Ereignisse in unser Bewußtsein auftauchen. sondern nur bei besonderen Gelegenhei­ ten. die sie in den Religionen vieler Kulturen gespielt hat. in den alten und vorindustriellen Kulturen nahezu universell war. Nach diesen Lehren ist unsere Existenz nicht auf eine Lebenszeit beschränkt. Jainismus. Sie beschrei­ ben meist emotional aufgeladene Ereignisse und porträtieren mit erstaunlicher Genauigkeit die Hauptdarsteller. wie wichtig Erfahrungen aus früheren Leben psychologisch sind. Ob wir in diesen Erfahrungen nun Beweise für einen Glauben an Reinkarnation sehen oder nicht. bei den Sikhs und im tibetischen 123 . Es ist der Eckpfeiler der großen spirituellen Systeme Indiens . es handele sich bei diesen Er­ eignissen um persönliche Erinnerungen an ein früheres Leben.im Hinduis­ mus. und unsere jetzigen Handlungen beeinflussen ihrerseits unser künftiges Schicksal. die physische Um­ gebung und historische Details. daß das Konzept der Reinkarnation. die die indischen Konzepte der Wiederge­ burt und der Gesetze des Karma inspirierten. Sie gehören zu den schillernd­ sten und dramatischsten Manifestationen von außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen und sind Sequenzen. Wegen der unerbittlichen Auswirkungen der Gesetze des Karma ist unser gegenwärtiges Leben von den Verdiensten und Schulden der vorangegangenen neu geprägt. sondern besteht aus einer langen Kette von aufeinanderfolgenden Reinkarnationen. es handelt sich dabei um wichtige psychologische Phänomene. Buddhismus. Und doch sind wir auch für unsere Handlungen in diesen früheren Leben verantwortlich. Ein wichtiges Merkmal karmischer Erfahrungen ist die Überzeugung.

die amerikanischen Indianer. daß es ähnliche Konzepte vor dem Jahre 553 auch im Christentum gegeben hat. das verschiedentlich von Psychotherapeuten und Bewußt­ seinsforschem. Beim Konzil von Konstantinopel unter Kaiser Justinian wurden sie dann in Verbindung mit den Lehren des Kirchenvaters Origenes verboten. die keinerlei Grundlage in der All­ tagsrealität haben. Erinnerungen an frühere Leben können auch eine Quelle für beträchtliche Probleme sein. die bis dahin jeder konven­ tionellen Behandlung widerstanden hatten. die sich mit außergewöhnlichen Zuständen be­ schäftigen.Vajrayana. können sie stark auf die Psyche einwirken und ernsthaftes emotionales und körperliches Leid verursachen. um ganz manifest zu werden. Phobien. Merkwürdige Schwierigkeiten in Beziehungen zu manchen Men­ schen. aber nicht nah genug sind. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Erinnerungen an frühere Leben ist ihr ungewöhnliches therapeutisches und transformatives Poten­ tial. bestätigt wurde. Wenn sie schon beinahe ins Bewußt­ sein gedrungen. Migräne und an­ deren Problemen beobachten können. oder eine 124 . Die davon Be­ troffenen erleben merkwürdige Gefühle und Empfindungen in verschiedenen Körperteilen. unbegründete Ängste. seltsame Abneigungen und Anzie­ hungen sowie obskure emotionale und psychosomatische Proble­ me scheinen dann als karmische Mitbringsel aus einem früheren Leben Sinn zu machen. Sie spüren unterschiedliche unbegründete Äng­ ste vor gewissen Menschen. psychogenem Asthma. Und es gibt eine Fülle weiterer Kulturen und Grup­ pen. kann er plötzlich viele ansonsten unverständliche Aspekte des täglichen Lebens erklären. Nach starken Erinnerungen an frühere Leben haben wir wiederholt die Linderung oder voll­ kommene Heilung von schweren psychosomatischen Schmerzen. Wenn der Inhalt einer karmischen Erfahrung voll ins Bewußtsein aufsteigt. Situationen und Orten. Die Probleme verschwinden sehr oft. die polynesischen Kul­ turen und die Anhänger des Orpheus-Kults im alten Griechen­ land. Nicht allgemein bekannt ist die Tatsache. Depressionen. die an Reinkarnation glaubten. darunter die alten Ägypter. die Parsen. wenn die Erfahrung vollendet wird.

bevor es richtig bewußt und verstanden oder »be­ endet« worden ist. Erlebt man sie außerhalb ihres Kontexts. einer Landschaft oder eines Gegenstands im Bewußtsein auf. Manchmal taucht immer wieder das Bild eines unbekannten Gesiehts. Wir haben Situationen erlebt. die nicht sehr an einer durchdachten und 125 . Das brachte sie dazu.entweder als Feinde oder als Seelenverwandte. Solche Situationen können reichlich Ver­ wirrung und Verlegenheit hervorrufen. in denen Men­ schen. diese Tatsache mit der traditionellen Weitsicht der westlichen Zivilisation in Einklang zu bringen. voll wiedererleben und auflösen. die unter dem Einfluß einer auftauchenden Erinnerung an ein früheres Leben standen. Sie haben nun auf profunde und bedeutungsvolle Weise gewisse Realitäten erfahren. die unserer Kultur fremd sind. wenn eine starke kar­ mische Erfahrung inmitten des Alltagslebens ins Bewußtsein aufzutauchen beginnt und die normalen Tätigkeiten stark beein­ trächtigt. gewisse Elemente des zugrundeliegenden karmischen Themas auszuagieren. und stehen vor der Aufgabe.unwiderstehliche Anziehungskraft. Selbst wenn der innere Prozeß aufhört und man seinen tieferen Sinn angenom­ men hat. das noch nicht ganz an die Oberfläche gelangt ist. sind sie unverständlich und scheinen völlig irrational. gewisse Leute aus ihrem derzeitigen Leben als ihre karmischen Partner identifizierten . Das kann für Menschen. In unseren Selbsterfahrungs-Workshops mit Holotroper Atemarbeit® konnten viele Menschen Erinnerun­ gen an frühere Inkarnationen. Weitere Probleme können dann auftreten. die über Monate oder Jahre eine Quelle ernsthafter emotionaler Probleme gebildet hatten. All diese Elemente sind bedeutungsvolle Teile eines karmischen Musters. Der oder die Betroffene könnte sich veranlaßt fühlen. diese Menschen zu belästigen und entweder die Konfrontation oder eine Verbindung zu suchen. Die Erinnerung aus einem früheren Leben zu »vollenden« bedeu­ tet nicht notwendigerweise das Ende des Problems. Sie können stechende Schmer­ zen im Körper haben oder unter Erstickungsgefühlen leiden. identifi­ zieren. für die es keine medizinischen Gründe gibt. können manche Leute auf eine weitere Herausforderung treffen.

der den Kampf gegen den Teufe! anführte. John Perry. Eine überzeugende und bedeutungsvolle Erfahrung. Sie finden die Erfahrung vielleicht schlicht interessant. Wer aber eine stark intellektuelle Orientierung hat und sehr auf rationales Verstehen setzt. Der Garten Eden spielte eine herausragende Rolle: Er war einst von Vater. ihm sei der Teppich unter den Füßen weggezogen worden und er stünde nicht mehr auf festem Boden. wie Christus sollte er geopfert werden und wiederauferstehen. recht einfach sein. sie akzeptieren die neue Information und haben kein dringendes Bedürfnis. sie zu analysieren. Als mythischer Held vollführte der Patient große Wunder. die sein Glaubenssystem zu untermi­ nieren und wertlos zu machen droht. zurück­ zuschlagen«. The Far Side of Madness2 ' Diese wichtige Art von transformativer Krise hat der kalifornische Psychiater und Jungsche Analytiker John Perry beschrieben und ihr den Namen E r n e u e r u n g s p r o z e ß verliehen.ausdifferenzierten philosophischen oder wissenschaftlichen Weltsicht hängen. der kann das Gefühl bekommen. Psychische Erneuerung durch Rückkehr zur Mitte Die religiösen Bilder ließen den Patienten wie einen zweiten Christus aussehen. Sohn und Heiligem Geist bewohnt. die eine für den Kampf geklei­ dete japanische Mutter war. Als Richard Löwenherz tötete er gleich nach seiner Geburt einen Tiger und erwürgte eine giftige Schlange. und besiegte mehrere Ungeheuer. kann ihn in eine Zeit unangenehmer Verwirrung stürzen. er tötete eine Tarantel. wurde dann aber vom Teufel besetzt. Perrys Erfahrungen mit diesem Typ Krise entstammen seiner langjährigen Arbeit mit 126 . Damit verwoben waren Geschichten von vier Königen der vier Himmels­ richtungen und einem wesentlichen Konflikt zwischen den Königen des Nordens und des Südens. Als japanischer Held nahm er die Form einer Schlange an und erwarb »eine teuflische Kraft. enthüllend und wohltuend.

Zudem hat Perry eine besondere Einrich­ tung gegründet. Diese visionären Zustände scheinen Geschichte rückwärts abzu­ spulen und führen die Menschen immer weiter zurück . hat au­ ßerdem ein besonderes Interesse an Gegensätzen. Homosexualität und der Transzendenz der sexuellen Po­ larität fasziniert. Sie lag in San Francisco und hieß Diabasis. Opfer und Märtyrertum scheinen besonders bedeut­ sam und ansprechend. Die Vorstellungen von Ritualmord. Ihre Psyche wird zu einem phantastischen Schlachtfeld. Sie spüren vielleicht eine Verbindung zum Leben nach dem Tode und kommunizieren mit ihren Ahnen. die Natur des Sterbens und des Todes und deren Funktionen in der universalen Ordnung zu verstehen. auf dem die Kräfte des Guten und des Bösen in einem universalen Kampf liegen. Men­ schen in dieser Art von Krise können das Gefühl haben. die beachtliche Energien bergen und deren Ausmaß den Betroffenen das Gefühl gibt. 127 . die diesen Ansatz möglich machte. sie seien der Mittelpunkt von Ereignissen globaler oder sogar kosmischer Be­ deutung. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Erneuerungsprozesses ist die ausgiebige Beschäftigung mit dem Tod in vielerlei Formen. der für die Zukunft der Welt anscheinend aus­ schlaggebend ist. Wer diese radikale psychische Erneuerung durchmacht.zu ihren eigenen Wurzeln. daß es für sie entscheidend sei. sexuellen Verände­ rungen. zur Erschaf­ fung der Welt und dem Idealzustand des Paradieses. daß dieser Prozeß eine Gelegenheit bietet.jungen Menschen während akuter Episoden von außergewöhnli­ chen Bewußtseinszuständen. Das geht oft mit der Überzeugung einher. einige ernsthafte individuelle und kollektive Fehler und Unfälle aus der Vergangenheit auszubügeln und eine bessere Welt zu erschaffen. Menschen. die einen solchen Erneuerungsprozeß durchmachen. zu den Ursprüngen der Menschheit. erleben dramatische Sequenzen. Diese Leute wurden dazu ermutigt und dabei unterstützt. Er ist von den Unterschieden zwischen den Geschlechtern. den Prozeß ohne unterdrückende Medika­ mente zu durchlaufen.

Sonne und Mond. bringen die Visionen Bilder einer idealen neuen 128 .Wenn sich die Episode über die ursprüngliche Unruhe und Ver­ wirrung hinaus entwickeln darf. Wenn der Prozeß der Erneuerung seiner Vollendung und Integra­ tion entgegengeht. einer glückseligen Vereinigung mit einem idealen Partner. exquisiten Juwelen und anderen symbolischen Variationen. Die Protagonisten der heiligen Ehe können so archetypische Figuren wie Adam und Eva. Dieses transpersonale Zentrum repräsentiert unsere tiefste und wahrste Natur und ist vermutlich eng dem hinduistischen Konzept von Atman-Brahman verwandt. daß sie ein göttliches Kind mit irgend­ einer außergewöhnlichen Mission gebären. Bei Frauen gibt es auch die Form einer heiligen Ehe mit Christus. die C. als kosmisches Ereignis. G. glänzenden Perlen. Shiva und Shakti oder ähnliche Paare sein. Der Prozeß gipfelt oft in dem Erlebnis einer »heiligen Hochzeit«. werden die Erfahrungen zuneh­ mend angenehmer und bewegen sich allmählich auf eine Auflö­ sung zu. kostbaren Steinen und Metallen. Zu diesem Zeitpunkt scheint der Prozeß das Zentrum oder das organisierende Prinzip der Psyche zu erreichen. Weltenretter oder gar zum Herrn des Universums. sie hätten den Tod überwunden. während Männer eher ihre eigene Wiedergeburt in diese neue Rolle erleben. In visionären Zuständen erscheint das Selbst in der Form einer strahlenden Lichtquelle von übernatürlicher Schönheit. Jung das Selbst nennt. Sie können meinen. Das kann entweder eine imaginäre archetypische Figur oder eine idealisierte Person aus dem eigenen Leben sein. das ihnen als Mensch eine herausragende Rolle zuschreibt oder sie gänzlich über den Zustand des Menschen hinaus befördert . die die Verbindung mit diesem glorreichen inneren Bereich erleben. daß die männlichen und die weiblichen Aspekte der Persönlichkeit ein neues psychisches Gleichgewicht erlangen. Das bedeutet gewöhnlich. Menschen.zu einem großen Führer. und ein profundes Gefühl von spiritueller Wiedergeburt haben. interpretieren diese Leistung im allgemeinen als persönliche Apotheose. dem Göttlichen in uns. Frauen erleben in diesem Zusammenhang oft. König und Königin. auf die diese Rolle projiziert wird.

die von Liebe und Gerechtigkeit regiert wird und alles Üble und Böse überwunden hat. Wenn die Intensität der Erfahrungen nachläßt. vier Länder oder vier politische Parteien gehen. daß der Prozeß sich einem erfolgreichen Ende nähert. Einem uniformierten Beobachter scheinen die Erfahrungen der Menschen in einem Erneuerungsprozeß so merkwürdig und au­ ßergewöhnlich zu sein. daß die Sequenzen. die die Funktionsweisen des Gehirns beeinträchtigt. Das ist zumeist irgendeine Form von harmonischer Gesell­ schaft. Dann wird er bereit. Er ließ den Erfahrungen ihren eigenen Lauf und erkannte bald. erkennt der Betrof­ fene. Aber Perry ließ sich nicht von der ungewöhnlichen Natur dieser Erfahrungen täuschen. die in der Zeit. wieder in die Alltagsrealität zurückzukehren.Welt. Auf die mythologischen Wurzeln dieser Erfahrungen und ihre Verbindung mit der Ge­ 129 . in allen größeren Kulturen der Welt bei Neujahrsfesten gespielt wurden. daß der Emeuerungsprozeß eine profunde Bedeutung und Ordnung hat und mit wichtigen Aspekten der menschlichen Geschichte gekop­ pelt ist. Zu Perrys wichtigsten Beiträgen gehörte die Einsicht. die seine Klienten in ihren akuten Episoden erlebten. Das Auftauchen von in Quadrate gestellten Kreisen scheint ein besonders wichtiger Hinweis darauf zu sein. Er arbeitete mit soliden Kenntnissen der Jungschen Psychologie und einem nahezu enzyklopädischen kul­ turellen Wissen. daß dieser Prozeß an sich heilend und wiederbele­ bend ist. Er erkannte. in der die Könige als Inkarnatio­ nen von Göttern gesehen wurden. daß es logisch scheinen könnte. vier Quadrate. Oft spiegelt sich das in spontanen Zeichnungen. vier Kardinalpunkte oder vier Flüsse darstellen. In diesem letzten Arrangement spielt oft die Zahl Vier eine wichtige Rolle. die vier Äxte. In dem letzten Drama kann es um vier Könige. sie irgend­ einem exotischen Vorgang oder einer ernsthaften Krankheit zu­ zuschreiben. mit den Themen der rituellen Dramen identisch waren. daß das gesamte Drama eine im großen und ganzen auf die innere Welt begrenzte psychische Transformation war. in der Jungschen Psycho­ logie gilt sie als archetypisches Symbol des Selbst und der Ganzheit.

Ein Eskimo-Schamane. als die »Schama­ nenkrankheit«. sie als ein Phänomen zu betrachten. Das heilende und transformative Potential des Erneuerungsprozesses sowie seine Verbindung mit einem wichtigen Stadium der menschlichen Kulturgeschichte machen es recht unwahrschein­ lich. aber es wäre ein Fehler.einen volleren Ausdruck des eigenen tieferen Potentials. daß er zur Menschheit nicht durch Worte spricht.. die bei vielen Schamanen den Beginn einer Karriere als Heiler kennzeichnen. Die schamanische Krise Es gibt eine Kraft. die sich radikal von der Haltung der allgemeinen Psychiatrie unterscheidet. Aber er hat auch andere Mittel. ein Geist. Niemand hat Sila je gesehen. als er zugleich unter uns ist und unaussprechlich weit weg.. sondern durch Sturm und Schnee und Regen und das Tosen des Meeres . die der Mensch fürchtet. Die Anthro­ pologen bezeichnen die dramatischen Episoden von außerge­ wöhnlichen Bewußtseinszuständen. die Stille des Meeres und kleine Kinder im unschuldigen Spiel. Perry bietet eine Erklärung. Ein großer Geist. aus den Aufzeichnungen des Forschers Knut Rasmussen Diese Form der psychospirituellen Transformation weist große Ähnlichkeit mit den initiatorischen Krisen der Schamanen. dieser Prozeß zeige einen wesentlichen Schritt in Rich­ tung dessen auf. daß wir es hier mit unberechenbaren Produkten von Geistes­ krankheit zu tun haben. Dies ist zwar die älteste Form der transformativen Krise. sich auszudrücken: das Sonnenlicht. der die Welt und das Wetter und alles Leben auf der Erde trägt. Er meint. die selbst nichts verstehen.schichte der Menschheit werden wir im sechsten Kapitel ausführ­ licher eingehen. 130 . der so groß ist. was Jung »Individuation« nennt . Heiler und spirituellen Führer bei vielen Naturvölkern auf.alle die Kräfte der Natur. sein Aufenthaltsort ist insofern ein Rätsel. die heißt Sila und läßt sich nicht mit einfachen Worten erklären.

in Stücke gerissen oder von bestimmten Tieren. und kurze. 131 . daß man umgebracht. Ebenfalls charakteristisch ist ein reiches Spektrum von transper­ sonalen Erfahrungen. Einige vermitteln eine tiefe Verbundenheit mit den schöpferischen Ener­ gien des Universums und Einstimmung in die Kräfte der Natur und die Welt der Tiere und Pflanzen. vorübergehende Sequenzen während psychedeli­ scher Sitzungen und bei der Holotropen Atemarbeit®. An dieser Stelle werden wir das Wesen der schamanischen Krise als wich­ tige Form der spirituellen Krisen beschreiben. Visionäre Abenteuer dieser Art schließen charakteristischerweise eine Reise in die Unterwelt ein . Im sechsten Kapitel folgt dann eine Untersuchung des Schamanismus als historisches und kulturelles Phänomen. die profunde Einsichten in Reiche und Dimensionen von Realität liefern. Zerfall und Auslöschung gipfeln. die in Erfahrungen von Tod. Dieser Prozeß des psychischen Todes und der Wiedergeburt scheint eng mit dem Wiedererleben des Traumas der physischen Geburt verwandt.in das Reich der Toten. Dieselben Tiere können später wieder in der Rolle eines geistigen Führers.das auf die ferne Vergangenheit und exotische oder sogenannte primitive Kulturen beschränkt wäre. die als Initiatoren fungieren. Auf die Erfahrung der totalen Auslöschung folgen üblicherweise Wiederauferstehung. die viele Tage anhalten. verschlungen wird. Wieder­ geburt und der Aufstieg in himmlische Reiche. wenn diese Verbindung auch keineswegs eine umfassende Erklä­ rung der schamanischen Krise bietet. Amerikanern. Wir haben sehr ähnliche Erfahrungen wiederholt auch bei heuti­ gen Europäern. Australiern und Asiaten gesehen. Dabei gibt es spontan auftretende Episoden. Be­ schützers oder Lehrers auftauchen. die gewöhnlich der Wahrneh­ mung und dem Intellekt des Menschen verschlossen sind. Wie bei den schamanischen Krisen kann man die endgültige Zerstörung so erleben. geistigen Führern und besonderen Kraft­ tieren . Andere handeln von ver­ schiedenen Gottheiten.Helfern und Beschützern in Tierform. Dort wird man von boshaften dämonischen Wesen angegriffen und unvorstellbaren Qualen ausgesetzt.

zu Flüssen. Der Mann mit den zwei Leben"4 Viele spirituelle Traditionen und mystische Schulen beschreiben das Auftauchen diverser paranormaler Fähigkeiten als ein natür­ liches. Der jemand in dem Bett war ich! Robert Monroe. fühlen oft eine besondere Verbindung zur Natur . Ich war neugierig. Die Identifikation kam sofort. Die Wand hatte keine Fenster.Menschen. Ich schwebte vor der Decke.zum Meer. Viele werden von einer plötzlichen künstlerischen Eingebung erfaßt. schwang mit jeder Bewegung. Das Erwachen von außersinnlicher Wahrnehmung Dann sah ich nochmal hin. Es standen keine Möbel davor. Einige dieser Rituale können mit denen identisch sein. aber potentiell gefährliches Stadium der Entwicklung des Bewußtseins. Aber irgendwie war sie vertraut. keine Türen. und es war ein intensiver Schock. Da stand in dem schwachen Licht unter mir mein Bett. diese zu entdecken und zu heilen. Lieder oder Ideen für Rituale bringt. Rechts war meine Frau. Von wem würde ich wohl träumen. die ich machte. Irgend etwas stimmte nicht. überrascht. er sei mit meiner Frau im Bett? Ich schaute genauer hin. Es war keine Wand in meinem Schlafzimmer. Dies war ein merkwürdiger Traum. die tatsächlich von den Schamanen verschiedener Kulturen durchgeführt werden. Darauf lagen zwei Gestalten. Ich rollte mich in der Luft herum und blickte. Himmelskörpern und verschiedenen Formen des Lebens. Neben ihr lag jemand anders. es war die Decke. gilt das gewöhnlich als gefähr132 . Bergen. Es war keine Wand. Und wie die Schamanen entwickeln manche Menschen ungewöhnliche Einsichten in die Natur verschiedener emotionaler und psychoso­ matischer Störungen und Möglichkeiten. Beide schienen zu schlafen. leicht umher. die Sequenzen dieser Art erleben. dachte ich. die ihnen Gedichte. nach unten. Wenn übersinnliche Phänomene jemanden sehr stark beschäftigen und faszinieren.

In den fortgeschritte­ neren Stadien. die solche entkörper­ lichten Erfahrungen machen. die der Betroffene nicht auf konventionelle Weise erhalten haben kann und die paranor­ malen Quellen zu entstammen scheint. können sich selbst von der Decke aus beobachten. Dann werden sie in die neue mystische Weitsicht integriert und schaffen keine Probleme. was dort vor sich geht.liche Falle für das Ich des Suchenden und unzuträgliche Ablen­ kung von echten spirituellen Bestrebungen. Vorgänge in anderen Teilen des Hauses sehen oder zu verschiedenen fernen Orten »reisen« und genau wahrneh­ men. Gelegentlich wird jedoch der Informationsfluß aus außergewöhnlichen Quellen so überwälti­ gend und verwirrend. können stärkere Intuition und übersinnliche Fähig­ keiten zu integralen Bestandteilen des Lebens werden. Dabei scheint sich das Bewußtsein vom Körper zu lösen. wo ihre Authentizität durch systematische klinische Studien belegt worden ist. die auf das Überwinden dieses kritischen Hinder­ nisses folgen. Unter gewissen Umständen kann sozusagen jede Art von transpersonaler Erfah­ rung überraschende Informationen liefern. daß verschiedene Formen von spiritu­ ellen Krisen ausgesprochen häufig mit einer beträchtlichen Stei­ gerung der intuitiven Fähigkeiten und dem Auftreten übersinnli­ cher oder paranormaler Phänomene einhergehen. daß er die Szene beherrscht und sich zu einem beachtlichen Problem entwickelt. die Umgebung ohne die Vermitt­ lung der Sinne wahrzunehmen. Menschen. ist die Fähig­ keit. einen unter­ schiedlichen Grad von Unabhängigkeit und Freiheit anzunehmen und die Fähigkeit zu erwerben. sich so stark auf die inneren Prozesse eines anderen einzu­ 133 . die eine dramatische Öffnung für das Übersinnliche erleben. Ein weiteres Phänomen. Zusätzlich berichten viele Menschen in der transformativen Krise von spezifischen außer­ sinnlichen Ereignissen wie Fernwahrnehmung. Es überrascht daher nicht. Solche Zustände kommen besonders häufig in Nah-Tod-Situationen vor. Die dramatischsten und extremsten Manifestationen der Öffnung für das Übersinnliche sind Außer-Körper-Erfahrungen. Präkognition. das oft bei Menschen auftritt. Te­ lepathie und anderen Phänomenen.

stimmen, daß dies in Telepathie mündet. Ihre Einsichten können bemerkenswert genau sein und Gebiete betreffen, die andere gewöhnlich gern verstecken. Viele Leute in der Krise neigen dazu, ihre telepathischen Einsichten unbedingt verbalisieren zu wollen, was die davon Betroffenen verletzt und irritiert und eine ohnehin angespannte Situation verschärft. Gelegentlich kann das einer der Faktoren sein, die zu einem unnötigen Krankenhausaufenthalt führen. In manchen Fällen haben Menschen in einer spirituellen Krise eine in Form und Stärke variierende Bewußtheit für die Zukunft. Das hat manchmal mit Ereignissen zu tun, die unmittelbar bevorstehen, und ein andermal mit solchen, die in der fernen Zukunft liegen. Sie können auch als Wahrnehmung von Situationen in anderen Teilen der Welt auftreten, besonders wenn es dabei um Menschen geht, die ihnen emotional nahestehen. Es kann sehr beängstigend und verwirrend sein, wenn solche übersinnlichen Vorkommnisse sich häufig ereignen, da sie die in den Industriegesellschaften vorherrschende Vorstellung von Realität unterminieren. Eine weitere Erfahrung, die im Rahmen einer dramatischen Öff­ nung für das Übersinnliche oft ein ernsthaftes Problem darstellt, ist der gelegentliche Verlust der eigenen Identität und mediale Identifikation mit anderen Personen. Dabei nehmen Menschen das Körperbild, die Haltung, Gesten und Gefühle, den Gesichtsaus­ druck und sogar die Gedankenprozesse eines anderen an. Geübte Schamanen, übersinnliche Menschen und spirituelle Heiler sind häufig in der Lage, willentlich in solche Zustände einzutreten und sie dazu zu nutzen, Einsichten in die Probleme anderer Leute zu gewinnen, zu diagnostizieren und verschiedene Störungen zu heilen. Aber unerfahrene Menschen in der Krise der Öffnung für das Übersinnliche werden oft von dem plötzlichen und ungebete­ nen Auftreten solcher Phänomene überrascht und finden den damit einhergehenden Verlust von Kontrolle und persönlicher Identität sehr beunruhigend. Leute in spirituellen Krisen berichten oft, ihr Leben sei voller verschiedener außergewöhnlicher Koinzidenzen, die die Elemente ihrer inneren Realität wie Träume und visionäre Zustände mit
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Ereignissen in der Alltagswelt verbinden. Dieses Phänomen hat als erster C. G. Jung erkannt und beschrieben. Er nannte es Synchronizität. Jung definierte Synchronizität als akausales Ver­ knüpfungsprinzip, das sich auf das sinnvolle Zusammentreffen zeitlich und/oder räumlich getrennter Ereignisse bezieht. Viele Formen der spirituellen Krise bringen außergewöhnliche Synchro­ nizitäten mit sich, aber bei der Öffnung für das Übersinnliche scheinen sie besonders häufig zu sein. Die traditionelle Psychiatrie besteht auf strikt kausalen Erklärun­ gen und hat das Phänomen der Synchronizität noch nicht akzep­ tiert. Psychiater verwerfen gewöhnlich alle Anspielungen auf bedeutungsvolle Koinzidenzen als durch einen pathologischen Prozeß verursachte verzerrte Wahrnehmung und Mißinterpreta­ tion von Fakten. Der in diesem Zusammenhang verwendete Be­ griff lautet Beziehungswahn, was bedeutet, daß jemand Verbin­ dungen sieht, wo es in Wirklichkeit gar keine gibt. In dem Kartesianisch-Newtonschen Bild des Universums gibt es keinen Platz für bedeutungsvolle Koinzidenzen; jede unwahrscheinliche Koinzidenz ist entweder Zufallsgeschehen oder existiert nur in der Vorstellung des Wahrnehmenden. Die transpersonale Forschung hat gezeigt, daß Menschen bei dem Prozeß der spirituellen Öffnung oft echte Synchronizitäten im Sinne von Jung erleben. All diejenigen, die Zugang zu diesem Sachverhalt haben - sowohl zu den inneren Erfahrungen wie zu den korrespondierenden Ereignissen in der Außenwelt-, erkennen die außergewöhnliche Natur solcher Situationen. Die Verbindun­ gen sind sehr spezifisch, zutiefst bedeutsam und enthalten häufig ein Element kosmischen Humors. Wenn man alles zusammen­ nimmt, ist es sehr unglaubwürdig, daß solche Koinzidenzen in kausalen Begriffen verstanden werden können oder ausschließlich dem Zufall entspringen. Derzeit ist das Konzept der Synchronizität nicht nur auf die Psychologie beschränkt. Viele Avantgarde-Wis­ senschaftler, einschließlich der durch die Quanten- und Relativi­ tätstheorie geprägten Physiker, haben das Prinzip der Synchroni­ zität als wichtige Alternative zu streng kausalen Erklärungen aufgenommen.
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Die Häufung von übersinnlichen Geschehnissen verschiedener Art kann sehr beunruhigend sein. Wenn solche Episoden so überwäl­ tigend und überzeugend werden, daß man sie schlecht abtun kann, wird die Situation ziemlich bedrohlich, da die alten Grundfesten der Sicherheit zusammengekracht sind und man sich wie ein vollkommen naiver und uninformierter Neuling in einer unbe­ kannten und mysteriösen Welt fühlt. Wenn man mit übersinnlichen Ereignissen und Fähigkeiten ver­ traut ist, kann man auf noch eine andere Art von Problemen stoßen. Es passiert leicht, daß man von dem sich öffnenden Reich der übersinnlichen Phänomene fasziniert ist und ihr Vorkommen als Hinweis auf die eigene Überlegenheit und besondere Berufung interpretiert. Da das Ziel des spirituellen Pfades die Transzendierung des Ich ist, stellt eine solche Haltung eine große Gefahr von Ich-Inflation und Erhöhung dar.

Kommunikation mit geistigen Führern und Channeiing

Ich glaube nicht, daß ich das Äquivalent von Seths Buch auch alleine schaffen könnte. Dieses Buch ist Seths Art zu demonstrieren, daß die Persönlichkeit des Menschen multidimensional ist, daß wir gleichzei­ tig in vielen Wirklichkeiten existieren, daß die Seele oder das innere Selbst nicht etwas von uns Getrenntes ist. Sondern genau das Medium, durch das wir existieren... Seth mag ebensosehr eine Schöpfung sein, wie es dieses Buch ist. Wenn ja, ist das ein vorbildliches Beispiel für multidimensionale Kunst, die auf einer so reichen Ebene von Unbe­ wußtsein geschieht, daß die »Künstlerin« sich ihrer eigenen Arbeit nicht bewußt und davon ebenso angetan ist wie irgendjemand ande­ res. Jane Roberts, Seth Speaks

In außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen kann man in der Beziehung zu den verschiedenen Wesen und Situationen, denen man in der inneren Welt begegnet, unterschiedliche Rollen anneh­
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men. Man kann unbeteiligter Beobachter sein, aktiv an den Se­ quenzen teilnehmen oder sich tatsächlich mit verschiedenen Ele­ menten des Szenariums identifizieren. Gelegentlich kann man jedoch auch Kontakt mit einem Wesen haben, das von dem eigenen inneren Prozeß vollkommen getrennt und unabhängig zu sein scheint. Er oder sie bietet eine persönliche Beziehung an und spielt weiterhin die Rolle des Führers, Beschützers, Lehrers oder der überlegenen Informationsquelle. In der Literatur zu übersinn­ lichen Phänomenen werden solche Figuren gewöhnlich als geisti­ ge Führer bezeichnet. In manchen Fällen können die Angesprochenen die Natur dieser Wesen erkennen; in anderen stellen die geistigen Führer sich vor und erklären, woher sie kommen und welches ihre Mission ist. Sie scheinen gewöhnlich körperlose Menschen, übermenschliche Wesen oder Gottheiten zu sein, die sich in höheren Bewußtseins­ ebenen aufhalten und mit außergewöhnlicher Weisheit ausgestat­ tet sind. Manchmal ähneln sie menschlichen Geschöpfen, ein andermal sehen sie aus wie strahlende Quellen von Licht. Es kommt auch vor, daß sie in gar keiner erkennbaren Form erschei­ nen, man aber ihre Gegenwart spüren kann. Sie kommunizieren mit ihren Schützlingen durch direkte Gedankenübertragung oder auf anderen außersinnlichen Wegen. Gelegentlich haben sie menschliche Stimmen und schicken verbale Botschaften. Ein besonderes Beispiel für die Erfahrungen dieser Kategorie ist das Channeling, ein Phänomen, das in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit sehr bekannt geworden ist und über das in den Medien ausführlich berichtet wurde: Ein Individuum wird ein Mediator oder Kanal ( c h a n n e l ) für Botschaften, die von einer Quelle kommen, die vorgeblich außerhalb des eigenen individu­ ellen Bewußtseins liegt. Diese Botschaften werden durch Spre­ chen in Trance, automatisches Schreiben oder telepathische Über­ tragung vermittelt. Die Qualität des so empfangenen Materials ist unterschiedlich, und die Frage nach der letztendlichen Quelle der Informationen hat zu vielen Spekulationen und Mutmaßungen geführt. Channeling kann jedoch für den Empfänger eine heilende und transformative Erfahrung sein, und die so vermittelte Infor­
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mation war oft als Führer für persönliches Wachstum und Be­ wußtseinsevolution bedeutsam. Channeling hat in der Geschichte der Menschheit eine wichtige Rolle gespielt. Zu den auf diese Weise übermittelten spirituellen Lehren gehören viele Schriften mit beachtlichem kulturellen Ein­ fluß wie die altindischen Veden, der Koran und das Buch Mormon. Viele Passagen in dem heiligen zoroastrischen Text Zend-Awesta und auch in der Bibel haben ihren Ursprung in Erfahrungen dieser Art. Zu den wichtigen Quellen für Channeling in diesem Jahrhundert gehört eine Wesenheit, die sich selbst »der Tibeter« nannte. Sowohl Alice Bailey wie Madame Blavatsky bezeichneten ihn als die Quelle ihrer spirituellen Schriften. Der italienische Psychiater Ro­ berto Assagioli würdigte dieselbe Wesenheit als den wirklichen Autor seines psychologischen Systems namens Psychosynthese. C. G. Jung hatte im Laufe seines Lebens viele transpersonale Erfahrungen. Herausragend ist darunter eine dramatische Episode, während derer er als Channel seinen berühmten Text S e p t e m S e r m o n e s a d M o r t u o s empfing. Die Wesenheit, die das auslöste, stellte sich selbst als der Gnostiker Basilides vor. Jung hatte außerdem beeindruckende Erfahrungen mit dem Geistführer Philemon, von dem er ein Portrait hinterlassen hat. Seine Erfahrungen mit dieser Wesenheit waren es, die ihn davon überzeugt haben, daß verschiedene Aspekte der Psyche vollkommen autonome Funktionen annehmen können. Einer der beliebtesten Channel-Texte der Gegenwart ist das Buch A C o u r s e i n M i r a c l e s . Es findet sehr viel Beifall bei Laien wie Fachleuten, die es als Grundlage für Vorträge, Seminare und Kurse verwenden. Der Channel und die Herausgeberin dieses Buches ist Helen Schucman, diktiert wurde es von einer Wesen­ heit, die sich Christus nannte. Schucman war eine auf traditionelle Weise ausgebildete Psychologin, Atheistin und ohne Glauben an das Paranormale. Sie hatte eine sichere Stelle an einer Universität und einen guten Ruf in der Fachwelt. Als sie begann, eine innere Stimme Informationen vermitteln zu hören, die ihr vollkommen neu waren, geriet sie in einen Zustand tiefgreifender Begriffsver­ 138

wirrung und entwickelte Zweifel an ihrer eigenen geistigen Ge­ sundheit. Daß solche Erfahrungen eine ernste Krise auslösen, liegt haupt­ sächlich daran, daß die Gesellschaften des Westens traditionell nur über Hohn und pathologische Etiketten für Phänomene dieser Art verfügen. Für die Channels ist es jedoch in Anbetracht der Qualität und der Außergewöhnlichkeit der empfangenen Informa­ tionen nicht leicht, ihre Erfahrungen völlig zu ignorieren oder abzutun. Channeling kann beispielsweise gelegentlich zu absolut korrekten Angaben aus Wissensgebieten führen, mit denen sich der Empfänger noch nie beschäftigt hat. Dieser scheinbare Beweis für die Existenz von spirituellen Wirklichkeiten kann bei denje­ nigen, die zuvor einem ganz anderen Glaubenssystem anhingen, ernsthafte philosophische Verwirrung hervorrufen. In manchen Fällen ist die Erfahrung des Channeling sehr intensiv und eindringlich und kann dadurch zu schweren Beeinträchtigun­ gen des Alltags führen. Ein weiteres Problem ist die Gefahr der Ich-Inflation beim Channeling. Die geistigen Führer werden nor­ malerweise als sehr fortgeschrittene und hochentwickelte Wesen wahrgenommen; sie scheinen auf einer hohen Bewußtseinsebene zu stehen, überlegene Intelligenz und außergewöhnliche morali­ sche Integrität aufzuweisen. Die Channel könnten das als Beweis für ihre eigene Überlegenheit werten.

Begegnungen mit UFOs
Und ich komme vor ein helles Licht - Kristalle, helles, helles Licht und klare Kristalle voller Regenbogen. Es ist alles Kristall rings um mich herum - alle Formen von Kristall. Ich weiß nicht, was es ist. Ich habe Angst! Ich will zurück! Und das helle Licht da vorne! Ich will zurück. Sie bringen mich durch diese Kristalle durch. Das helle Licht ist da vorne... Oh, dieses helle Licht. Wir halten an, und die beiden steigen aus dem Ding aus. Und ich bin genau da, vor dem Licht. Betty Andreasson beschreibt ihre Begegnung in: The Andreasson Affair25

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Seit der amerikanische Zivilpilot Keneth Arnold im Jahr 1947 in den Bergen nahe Mount Rainier unidentifizierte fliegende Objekte sah und ihnen den Namen »Fliegende Untertassen« gab, hat das Thema UFOs einschließlich der Besuche von und Begegnungen mit Außerirdischen erhebliche Kontroversen ausgelöst. Manche Berichte beschreiben Visionen von ungewöhnlichen Objekten bei Tag und merkwürdigen Lichtem bei Nacht. Andere sprechen von gelandeten Raumschiffen und Besatzungen und sogar von Inter­ aktionen mit ihnen. Zu den extremen Formen solcher Erfahrungen gehören auch Entführungen oder Besuche im Inneren dieser Raumschiffe und die Teilnahme an Flügen zu mehr oder weniger weit entfernten außerirdischen Orten. Laut einer anonymen Mei­ nungsumfrage des Gallup-Instituts haben etwa fünf Millionen Amerikaner Dinge am Himmel beobachtet, die sie sich nicht erklären konnten und die in diese Kategorie gehören. Diskussionen über UFOs werden meist als Versuche verstanden, herauszufinden, ob die Erde nun von außerirdischen Wesen und Raumschiffen aufgesucht worden ist oder nicht. Aber die Erfah­ rungen mit Begegnungen dieser Art haben eine wichtige psycho­ logische und spirituelle Dimension. Sie treten oft im Vorfeld ernsthafter emotionaler und intellektueller Krisen auf, die viel mit den spirituellen Krisen gemeinsam haben. C. G. Jung hat dieses Phänomen für so wichtig gehalten, daß er ihm einen besonderen Aufsatz mit dem Titel Ein moderner Mythus. Von Dingen, die am Himmel gesehen werden gewidmet hat. Er beruht auf einer sorg­ fältigen historischen Analyse von Legenden über fliegende Schei­ ben und tatsächliche Erscheinungen, die gelegentlich Massen­ hysterie ausgelöst hatten. Jung kam zu dem Ergebnis, es könne sich bei den UFO-Phänomenen um archetypische Visionen han­ deln, die dem kollektiven Unbewußten entspringen, und nicht um außerirdische Raumschiffe. Andere Forscher haben auf die Ähn­ lichkeit dieser Erfahrungen mit anderen transpersonalen Zustän­ den hingewiesen und ihr transformatives Potential betont. Ob diese Erfahrungen nun tatsächlich Kontakten mit Außerirdi­ schem entstammen oder in der Psyche entstehen, sie haben viele Gemeinsamkeiten mit transpersonalen Zuständen im allgemeinen
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141 . Der UFO-Forscher Alwin Lawson hat außerdem darauf hingewie­ sen. die stark an die Visionen von Licht erinnern. Die Be­ richte über Entführungen enthalten oft Hinweise auf physische Prozeduren wie wissenschaftliche Untersuchungen und Experi­ mente. Keith Thompson. die der menschlichen Wahrnehmung gewöhnlich verborgen bleiben. In den Berichten über gesichtete UFOs ist gewöhnlich von Lich­ tern die Rede. übernatürliche Qualität haben und nichts auf der Erde Bekanntem ähneln . Die Erfahrungen der Begegnung mit und Entführung durch etwas. Menschen. himmlischen Reichen und Lichtstädten in der spirituellen Literatur mehrerer Kulturen. Thompson weist darauf hin.Beschreibun­ gen. das ein außerirdisches Raumschiff zu sein scheint. wie die Initianden Ebenen und Dimensionen der Realität ausgesetzt worden sind. daß diejenigen. daß die »außerirdischen Besucher« in mehrere wesentliche Kategorien fallen. Das legt die Vermutung nahe. beschreiben die fremden Raumschiffe und ihre kosmi­ schen Flüge in einer Weise. hat ganz explizit die Erfahrun­ gen von Leuten in diesen Situationen mit denen von Initianden bei Übergangsriten verglichen. die man in den Mythologien und Religionen der Welt findet. wie sie in mystischen und anderen außergewöhnlichen Bewußtseinszustän­ den Vorkommen. in dieselben.und bestimmten Formen von spirituellen Krisen im besonderen. die an Hesekiels biblische Vision des Flammenwagens oder den des vedischen Gottes Indra erinnern. die extrem schmerzhaft sind. intellektuellen und spirituellen Krisen vorausgehen. Die bei diesen Reisen besuchten Städte mit fortgeschrittener Zivilisation und die fabelhaften Landschaften der fremden Plane­ ten haben eine starke Ähnlichkeit mit den visionären Erfahrungen von Paradiesen. ein Psychologe und engagierter Erforscher des UFO-Phänomens. die UFO-Phänomene erfahren. ihre Ursprünge könnten im kollektiven Unbewußten liegen. die angeblich entführt oder zu einer Fahrt eingeladen wurden. kann oft schwierigen emotionalen. die eine außergewöhnliche. Darin ähneln sie den Erfah­ rungen in schamanischen Krisen oder den verschiedenen Schmer­ zen der Initianden bei den Übergangsriten der Naturvölker.

halb hier. die bei ihrer Rückkehr von einer Gesellschaft herzlich begrüßt werden. Sie haben die Verbindung zu ihrer Gesellschaft verloren und sind in einem Grenzzustand. umfassendere zu erschaffen. die ihr neues Glaubenssy­ stem achtet und sogar mit der expliziten Absieht Rituale ausübt. Anders als die Initianden jedoch. 142 . leben die Men­ schen mit UFO-Erfahrungen weiterhin in einer Kultur. deren Weitsicht sie nicht mehr teilen können. Unter diesen Umständen können sich die Empfänger solcher besonderen Aufmerksamkeit als etwas Außergewöhnliches zu fühlen beginnen. bestimmte verborgene Realitäten zu enthüllen. die denen ähnelt. halb dort. sondern auch moralisch und spirituell. daß die Erfahrung einer Begegnung mit einem UFO einer psychospirituellen Krise vorangehen kann. über die wir bereits bei geistigen Führern und Channeling gesprochen haben. Die außer­ irdischen Zivilisationen werden meist als fortgeschrittener wahr­ genommen als die Bevölkerung unseres Planeten. Die Kommunikation und der Kontakt mit ihnen weisen üblicherweise stark mystische Eigenschaften auf und ha­ ben mit einem Gefühl einer höheren Lehre zu tun. Wesen aus einer höher entwickelten Zivilisation hätten sie aufgrund herausragen­ der persönlicher Qualitäten für eine ungewöhnliche Aufgabe aus­ gewählt. nicht nur in bezug auf Wissenschaft und Technologie. Dieser Mangel an Akzep­ tanz durch die Gesellschaft kann zu einer Krise führen. die durch Nah-Tod-Erfahrungen und andere Formen von spirituellen Krisen ausgelöst werden. eine neue. die zu univer­ salen Einsichten führt. Sie könnten daraus schließen. und es ist noch nicht gelungen. Es gibt weitere Gründe dafür. da diese durch ihre Erfahrung zerstört worden ist. Dabei geht es um dieselben Themen.und sich durch diese Erfahrungen tiefgreifend verändert haben. Sie können nicht zu der bisherigen kulturellen Illusion der Realität zurückkehren.

Sie fing an. Dieses Gefühl kann nur gelegentlich und in Abständen auftauchen oder über längere Zeitabschnitte anhalten. Wenn sie identifizierbar wird. Was dann folgte. Stanislav Grof. kommt von außen und gehört nicht zur eigenen Persönlichkeit. Sie ist »Ich-fremd«. Menschen. Sie gehöre ihm. ihre Hände waren zu Krallen verkrampft. In vielen Fällen bleibt 143 I .Zustände von Besessenheit Plötzlich begann Flora zu jammern. stellte sich als der Teufel vor. Das Abenteuer der Selbstentdeckung26 Diese Form von psychospiritueller Krise ist durch das unheimliche Gefühl gekennzeichnet. und er würde jeden bestrafen. das man am besten als eine Maske des Bösen bezeichnen konnte. wie sich die Spasmen auf groteske Weise verstärkten und ihr Gesicht zu etwas einfror. was mit mir. war ausgesprochene Erpressung. meinen Kollegen und Kolleginnen sowie dem Forschungsprogramm passieren würde. Ihre Augen hatten einen unbeschreiblich bösartigen Ausdruck. feindlich und störend wahr. wenn ich nicht gehorchte. »Er« wandte sich direkt an mich und befahl mir. Er schilderte mir. die Floras Körper und Stimme in Besitz genom­ men hatte. ihr zu helfen. eine dämo­ nische Erscheinung oder das Bewußtsein einer bösen Person zu handeln. scheint es sich um eine körperlose Wesenheit. nehmen diese Wesenheit als übelwollend. die unter einem solchen Zu­ stand leiden. sein Gebiet zu betreten. der es wagte. Ich konnte selber sehen. mit einer tiefen männlichen Stimme zu sprechen. die einen durch Hexenrituale oder schwarze Magie zu erobern sucht. Flora in Ruhe zu lassen und alle Versuche aufzugeben. Die fremde Energie. Dieser Zustand kann sich in verschiedenen Formen und mit unterschiedlicher Intensität manifestieren. daß eine fremde Wesenheit oder Energie mit persönlichen Charakteristika in die eigene Psyche und den Körper eingedrungen ist und sie kontrolliert. Alles an ihr wurde so anders. daß der Krampfschmerz in ihrem Gesieht unerträglich würde. daß ich kaum mehr Beziehungen zwischen ihrer jetzigen Erscheinung und ihrer früheren Person er­ kennen konnte.

Diese dämonische Besessenheit gehört eindeutig zur Gruppe der spirituellen Krisen. würgt und verliert möglicherweise sogar vorübergehend die Kontrolle und das Bewußtsein. wenn sich der Patient in Selbsterfahrungstherapie begibt und Methoden ausgesetzt wird. Die Augen und das Gesieht nehmen einen wilden und furchterregenden Ausdruck an. während ihre wahre Natur verborgen bleibt. promiskuitiven und abweichenden sexuellen Impulsen oder dem exzessiven Gebrauch von Alkohol und anderen Drogen sein. die das Unbewußte aktivieren. In anderen Fällen ist die fremde Energie so nah an der Oberfläche. die im richtigen therapeutischen Rahmen heilend und transformativ sein könnten. führen unter diesen Umständen zu höchst destrukti­ ven und selbstzerstörerischen Formen des Ausagierens. Der »Besessene« entwickelt dann mitten in einer Sitzung ernsthafte Krämpfe und Spasmen. auch wenn sie bei oberflächlicher Betrachtung anders zu sein scheint und oft mit den unangenehmsten Formen 144 . Er oder sie schlägt dann vielleicht um sich. und das Problem manifestiert sich un­ kontrollierbar mitten im Alltagsleben. mörderischer Aggression oder selbst­ zerstörerischen Tendenzen. Leib und Gliedmaßen krümmen sich. erbricht. Sie kann die treibende Kraft hinter ernsthafter Psychopathologie wie ver­ schiedenen Formen antisozialen oder sogar kriminellen Verhal­ tens. Bei der extremsten und gefährlichsten Form versagen die Abwehrmechanismen. daß der oder die »Besessene« sich ihrer meist bewußt ist und eine Menge Mühe darauf verwenden muß. und die Stimme wird tief und klingt außerweltlich. Sitzungen dieser Art können Exorzismen in der christlichen Kirche oder den entsprechenden Ritualen ver­ schiedener Urvölker ähneln. zu verhindern. daß sie ma­ nifest wird. Wenn die Betreuer die volle Manifesta­ tion und den Ausdruck dieses Zustandes befürworten und unter­ stützen. Manchmal wird der diesen Problemen zugrundeliegende »Zustand von Besessenheit« erst dann identifi­ ziert.die fremde Energie latent und verursacht ein breites Spektrum von Problemen. kann das Verhalten der Betroffenen recht extrem werden. In der Selbsterfahrungstherapie kann das Problem plötzlich ma­ nifest werden. Seine Manifestationen. suizidaler Depression. schreit.

teils wegen profunder meta­ physischer Angst. ist im Wesen transpersonal und repräsentiert ein wichtiges Gegenstück zum Göttlichen. Freunde und sogar Therapeuten neigen dazu.der Psychopathologie assoziiert wird. abscheulich und von dem Strom des Lebens und dem Göttlichen abgeschnitten. kommt es oft zu einer profun­ den positiven spirituellen Erfahrung. Das trägt noch weiter zu den Gefühlen von verzweifelter Einsamkeit und Angst bei. teils aufgrund moralischer Urteile. Verwandte. Menschen in einer solchen mißlichen Lage erleben wahrhaftig die dunkle Nacht der Seele. der ihn verursacht. den Zustand der Besessenheit als spirituelle Krise zu betrachten. die den Zugang zum Göttlichen verdeckt. den »Besessenen« zu ächten. Er wirkt auch oft wie eine Wand. Er ist dessen polarer Ge­ gensatz oder sein negatives Spiegelbild. sich dieser störenden Energie in einem unterstützenden und ver­ ständnisvollen Rahmen zu stellen. die mit dem Zustand selbst einhergehen. . so wie die angsteinflößenden Wächterfiguren an den Eingangstoren der orientalischen Tempel. Wenn der Mensch eine Gelegenheit erhält. Es gibt jedoch wichtigere Gründe. Der dämonische Archetyp. die ein außergewöhnlich heilsames und transformatives Potential hat. Sie fühlen sich oft böse.

Da viele spirituelle Krisen denselben Verlauf haben. als wir uns Gottes Gegenwart bewußt wurden.5 Sucht als spirituelle Krise Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser. Psalm 42. Anonyme Alkoholiker Es ist gut möglich. Alkohol oder ungezählten anderen Dingen in vielen Fällen um Formen von spirituellen Krisen handeln. daß wir uns eifolgreich dem Leben stellen konnten. dem Morgen oder dem Danach zu verlieren. Sucht unterscheidet sich insofern von anderen Formen von transformativen Krisen. zu Dir. Wir wurden wiedergeboren. Bei anderen Arten von spirituellen Krisen treffen Menschen wegen spiritueller oder mystischer Gei­ steszustände auf Probleme. bieten die erfolgreichen Behandlungsprogramme gegen Alkohol.2 Als wir die neue Kraft hineinfließen spürten. weil die Suche nach den tieferen Dimensionen im Inneren nicht angetreten wird. als wir geistigen Frieden genossen. begannen wir unsere Angst vor dem Heute. Gott.und Dro­ 146 . Alkoholiker und andere Süchtige beschreiben ihren Abstieg in die Tiefen der Sucht als »spirituellen Bankrott« oder »Seelenkrank­ heit« und die Heilung ihrer verarmten Seele als »Wiedergeburt«. als wir ent­ deckten. daß bei vielen Menschen hinter dem Verlangen nach Drogen oder Alkohol die Sehnsucht nach Transzendenz oder Ganzheit steht. so schreit meine Seele. Bei Sucht können dagegen viele Schwierigkeiten deswegen auftreten. dann könnte es sich bei der Abhängigkeit von Drogen. als die spirituelle Dimension oft durch die scheinbar destruktive und selbstzerstörerische Natur der Krankheit verdeckt wird. Wenn das so ist.

obwohl ich mir früher nie hätte vorstellen können. Es ist mir sehr klar geworden. Wir werden den Gedanken.genmißbrauch wertvolle Lektionen über den Beistand bei spiritu­ ellen Krisen. Auf den folgenden Seiten wird Christina ihre im Vorwort begonnene Geschichte weitererzählen. und doch war der Prozeß. war der ursprüngliche Auslöser für ihre Erwägung. um in irgendeiner Form das entsetzlich würdelose. produktiveren Leben in der Genesung voranschreiten. tun es doch Tausende nicht. die in den Jahren des Kundalini-Erwachens aufgetreten waren. Sucht sei eine Form der spirituellen Krise. mit dieser Krankheit ganz unten anzukommen und dann die Genesung zu suchen. erleuchteteren. die beiden könnten verwandt sein. Nie würde ich diese 147 . daß eine Sucht eine so profunde positive Auswirkung auf mein Leben haben könnte. dann nicht. Wenn auch manche Menschen durch ihre Sucht hindurch zu einem freieren. Von beiden betroffen zu sein. selbstzerstörerische und poten­ tiell tödliche Leben eines Alkoholikers zu glorifizieren. haben wir ihr ein besonderes Kapitel gewidmet. Aber zunächst möchten wir auf die Wurzeln unseres Inter­ esses an dem Thema eingehen. daß sowohl meine spirituellen Krisen wie mein Alko­ holismus wesentliche Elemente in meinem Transformationspro­ zeß gewesen sind. ergründen und ein paar Hinweise geben. Wenn ich diese Geschichte erzähle. Christina hat persönlich die Tiefen und das Drama sowohl der spirituellen Krise wie der chemischen Abhängigkeit erfahren. Christinas Geschichte (Fortsetzung) Meine spirituelle Krise ging meiner Alkoholabhängigkeit voraus. was die beiden Felder voneinander lernen kön­ nen. Da die Drogen. der Schlüssel zur Lösung vieler der dramatischen Probleme.und Alkoholsucht in der Welt immer weiter wächst und großes Interesse an diesem Thema besteht.

aber ich hatte es gut unter Kontrolle. fühlte ich mich doch ständig von der anhaltenden Aufmerksamkeit. und wandte mich auf der Suche nach Erleichterung immer öfter dem Alkohol zu. hatte ich davon nie viel Gebrauch gemacht. daß ich ein Problem hatte. daß es eine erbliche Veranlagung zu Alkoholismus gibt und daß mehrere Mitglieder meiner Familie dieser Krankheit anheimgefallen waren. Die daraus entstehende Verwirrung bildete zusammen mit meinem unerbitt­ lichen Leugnen der Tatsache. Visionen und merkwürdigen physischen Energien in ein Gleichgewicht mit einer ebenso kom­ plexen äußeren Welt zu bringen. und es wurde schwierig. Stan und ich reisten um die ganze Welt. Ich hing ganz schnell an der Angel. eine tödliche Kombination. um Vorträge und Seminare zu geben. war. Aus diesen wie anderen Gründen war ich eine ideale Kandidatin. von denen ich nie wußte. In meiner Zeit in Honolulu hatte ich zwar auf Gesellschaften gelegentlich etwas getrunken. ln unseren Workshops hatte ich es mit sehr vielen Menschen zu tun. daß ein paar Drinks aus dem rollenden Getränkewagen der Sache die Spitze nahmen. die ich anderen geben mußte.extrem gefährliche Form der spirituellen Krise als Weg zur Transformation empfehlen wollen. Ich befand mich in einem verzweifelten Ringen darum. die intensiv ihre Emotionen erforschten. Das änderte sich jedoch mit dem Beginn der chaotischen Kundalini-Aktivität. die Manifestationen des Kundalini-Prozesses (die Zuckungen. aus­ gelaugt. und wenn ich unsere Arbeit auch aufregend fand. Mein Alkoholismus nahm rasch zu. 148 . Was ich nicht wußte. Ich entdeckte im Flugzeug. wann sie mich treffen und was sie mit sich bringen würden. und unser Terminplan war eng. meine komplexe innere Welt von scheinbar endlosen Erfahrungen. Zusätzlich mußte ich mit meinen eigenen anspruchsvollen inneren Zuständen umgehen. und nach meiner ersten Begegnung mit Yoga trank ich nur noch sehr wenig. Bevor ich Alkohol als Tranquilizer entdeckte. die Launenhaftigkeit und die Magen-Darm-Probleme) von denen der Suchtkrankheit zu unterscheiden.

obwohl ich wußte. als mein Unterstützer und Lehrer nicht mehr zur Verfügung stand. Selbst dort hielt ich krampfhaft an der mir vertrauten Art des Seins fest. Die sorgfältig zurecht gelegte Geschichte. daß ich nicht wirklich mit einer echten spirituellen Reise beschäftigt war.Außerdem befand ich mich in einem entsetzlichen Dilemma: Ich erlebte ein spirituelles Erwachen und war »auf dem Weg«. an exotischen Plätzen gewesen war. Ich besuchte Swami Muktananda. akzeptiert und verbunden. daß mein Leben nicht richtig lief. ich sei anders als die Alkoholiker und Süchtigen um mich herum. ging ich im Januar 1986 in ein Zentrum zur Behandlung von Alkoholismus und chemischer Abhängigkeit. Am zehnten Tag schließlich gab ich unter der liebevollen. Ich wußte. Aber ich hielt an der Illusion fest. daß ich körperlich sehr krank und selbstmordgefährdet war. hielt mich davon ab. Oft stellte ich mir selbst die Frage: »Wie kann eine Sucherin immer weiter so etwas Böses tun?« Und ich begann zu glauben. weil ich »wichtige« Leute kannte. ungesund und unehrlich war. des natürlichen Voranschreitens meiner Krankheit und der Nachricht. hatte die Hilfe eines liebevollen Lehrers und konnte dennoch nicht mit dem Alkohol aufhören. stürzte mich ganz nach unten. »folgenreiche Arbeit« geleistet und »hohe« spirituelle Erfahrungen gemacht hatte. ein junger Freund sei an einer Überdosis Alkohol und Drogen gestorben. Die Kombination der Arbeit. Ich hatte ihm sehr nahegestanden und war völlig erschüttert. und dann ging ich nach Hause und trank. der Realität der offenkundigen Wahrheit ins Auge zu sehen: Ich war unleugbar Alkoholikerin. daß sie extrem destruktiv. die sich jedem Trinker stellen. 149 . fühlte mich geliebt. die wir bei der Behandlung machten. aber entschlossenen Führung durch die Mitarbeiter des Zentrums all meine Verteidigungsmechanismen auf und gestand meine Nieder­ lage ein. Meine Sucht fegte wie ein Flächenbrand durch mein Leben und wurde nach dem Tode von Muktananda 1982 besonders destruk­ tiv. die ich mir selbst und anderen erzähl­ te. mit all den Problemen. Nachdem ich zweimal wegen schwerer Austrocknung und Leber­ problemen ins Krankenhaus eingeliefert worden war.

selbstzerstörerische Drama des Alkoholismus ausagiert. Die beinahe täglich auf­ tretenden merkwürdigen und plötzlichen Erfahrungen hörten auf. Ich hatte bereits zwei Episoden von spirituellen Krisen durchlaufen. Sie trat einfach ein. Statt die Erfahrung des Ich-Todes innerlich zu vollenden. ist recht schwierig. daß ich durch die Verwendung von Alkohol als Beruhigungsmittel steckengeblieben bin. An dem Punkt mußte ich nicht mehr nach der Gnade suchen. Unmittelbar nach dem letzten Absturz begann automatisch eine tiefgreifende und ehrfurchteinfiößende Periode der Heilung. mein ganzes Leben würde entgleiten. sie zu einem Ende zu bringen. Intellektuell wußte ich. emotiona­ len und spirituellen Bankrotts die innere Todeserfahrung. zerstört hatte. nach der ich gesucht hatte. Ich hatte das Gefühl. Irgendwie war dieser Zustand des totalen körperlichen. Offenbar hatte eine größere Macht das Sagen. Obwohl ich in diesen Zeiten große Tiefen erreicht hatte. wer ich gewesen war. als ob ich von einem riesigen Laster angefahren worden wäre. in vielen transformativen Krisen ein notwendiges Vorspiel zu Heilung und Wiedergeburt. Heute weiß ich. gehörte die vollständige Auflösung der dramatischen Kundalini-Manifestationen. Während der zweiten Episode kreisten die Inhalte meiner Erfah­ rungen fast ausschließlich um die Frage des Todes. Zu den vielen Wundem. woran ich mich festhalten konnte. Mich ließen die Tage der Aktivität dagegen körperlich und psychisch schwach zurück. daß der Prozeß nach der Auflösung einer mächtigen Konfrontation mit dem Tod fast immer zu einer Periode der spirituellen Wiedergeburt führt. war ich nie in der Lage.Diese Erfahrung genau zu beschreiben. der jeden Aspekt dessen. einschließlich meiner selbst. hatte ich den Prozeß des »Ich-Todes«. die sie mit sich brachte. 150 . Es war. und selbst wenn da etwas gewesen wäre. hätte ich nicht mehr die Kraft gehabt. Auch wenn die Zustände während dieser Krise kraftvoll und unnachgiebig waren. hatte ich ihn äußerlich durch das entsetzliche. nie vollständig zu Ende gebracht. Ich hatte keine andere Wahl. als aufzugeben. Da war nichts mehr. die in mein Leben kam. danach zu greifen.

diese Erfahrung zum Nutzen anderer ein­ zusetzen. daß ich meinen Ausflug in den Alkoholismus überlebt habe. Ein genauerer Blick auf Sucht Lassen sie uns nun vor dem Hintergrund dieser Geschichte einen genaueren Blick auf die drei Aussagen werfen. Nahrungsmitteln. in dem individuelle Grenzen schmelzen und der alltägliche Schmerz 151 . die Antworten lägen außerhalb ihrer selbst. Sie beschreiben ihr vergebliches Streben nach einer Vielfalt von Substanzen. Alkohol oder anderen Suchtmitteln die Sehnsucht nach dem Höheren Selbst oder Gott. dem Entwicklungsprozeß in seinem Verlauf zu trauen. Ich bin jeden Tag dafür dankbar. Und ich begann. und habe einen starken Drang ent­ wickelt zu versuchen. durch die sie meinten. einen Zustand. daß Muktanandas Lehren sich in meinem spirituellen Erholungsprogramm spiegeln. Die innere Arbeit ist noch lange nicht vollendet. aber das birgt für mich jetzt mehr wundersame Erregung als Schrecken. Manche beschreiben sogar ihre erste Droge oder ihren ersten Drink als erste spirituelle Erfahrung.das ließ mir einen Freiraum für neue schöpferische Projekte. die mir Führung bietet. Ich spürte eine neue Verbindung zu mir selbst und zu der Welt um mich herum und wurde mir zutiefst einer höheren Quelle bewußt. ihr unerfülltes Sehnen zu erfüllen. eine falsche Wahrnehmung. den ich so viele Jahre lang bekämpft und abgelehnt hatte. Besitz­ tümern oder Machtpositionen als Versuch. Beziehungen. Viele genesende Menschen sprechen über ihre rastlose Suche nach irgendeinem unbekannten fehlenden Teil in ihrem Leben. Zu meinem großen Entzücken stelle ich nun fest. und ich weiß. Rückblickend erkennen sie. die am Anfang dieses Kapitels standen: Bei vielen Menschen ist das Verlangen nach Drogen. demselben Prozeß. daß ich noch viele Male innerlich sterben werde. daß dies eine tragische Verwechslung war.

« Der große Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung glaubte dasselbe.. Dieses Gedankenbild des »spiritus contra spiritum«. das Einsetzen des Himmlischen Geistes gegen das Wüten der Alkoholgeister. Nüchternheit verkleinert. lohnt es sich. was ich gesucht habe!« Ihre neugefundene Klarheit und ihre Verbundenheit mit einer höheren Macht und anderen Menschen bietet ihnen den Zustand der Einheit. und das unerfüllbare Verlangen verschwindet. das die meiste Aufmerksamkeit und fachliche Erfah­ 152 . ist zur Grundlage vieler Behandlungsprogramme geworden.. Wir werden uns besonders der chemischen Abhängigkeit zuwenden. oder. warum das so ist. den Mitbegründer der Anonymen Alkoholiker: Das Verlangen nach Alkohol ist auf einer niedrigen Ebene das Äquivalent des spirituellen Durstes unseres Wesens nach Ganzheit.verschwindet. die gewöhnlich von den kalten Fakten und dem trockenen Kritizismus der nüchternen Stunden zu Boden getreten werden. da dies das Gebiet ist. in der Sprache des Mittelalters. Wenn ihre Krankheit sie erstmal nach »ganz unten« geführt hat. und sie an einem spirituellen Genesungs-Programm teilnehmen. Er führt sie in einen Zustand der Pseudo-Einheit. Im Januar 1961 schrieb Jung an Bill Wilson. erklären die ehemals Süchtigen: »Das war es. und Ihr benutzt für die höchste religiöse Erfahrung und für ein verderbendes Gift ein und dasselbe Wort. nach der Vereinigung mit Gott. den William James in Die Vielfalt religiöser Erfahrung so be­ schreibt: Die Macht des Alkohols über die Menschheit ist ohne Frage in seiner Kraft begründet. unterscheidet und sagt Nein. den sie gesucht haben. einen Blick auf die neuere Geschichte der Sucht zu werfen. Um bes­ ser zu verstehen. Die hilfreiche Formel lautet 28 daher: »spiritus contra spiritum«. schafft Einheit und sagt r 27 Ja. Alkohol ist im Lateini­ schen »spiritus«. William James hat die Rolle der Spiritualität bei der Genesung anerkannt: »Das einzige Heilmittel für Dipsomanie (eine alte Bezeichnung für Alkoholismus) ist Religiomanie. die mystischen Fähigkeiten der menschlichen Natur zu stimulie­ ren. Trunkenheit erweitert.

wir sind Kranke. In den fünfziger Jahren erkannte die American Medical Association Alkoholismus als Krankheit an. die genetischen und chemischen Variablen zu isolieren. Forscher versuchten. diese tödliche Krankheit lasse sich durch Abstinenz erfolgreich behandeln. Beziehungen.« 153 I . Eine große Zahl von Menschen ist in dem Glauben aufgewachsen. Crack. Spielen) einsetzen. selbst die Kontrolle über seine Situation und seine Droge auszuüben. emotionale und spirituelle Verfassung des Opfers. Bei den Gruppen der Genesenden wurde ein Satz sehr beliebt: »Wir sind keine bösen Leute. weil das die Droge ist. die voranschreitet und letzten Endes tödlich verläuft. ohne über die richtige moralische Integrität zu verfügen. es wurden Genesungs-Programme entwickelt. das in harte Zeiten geraten ist. Sex. Das vorherrschende Bild eines Süchtigen oder Alkoholikers ist das eines Penners mit Dreitagebart. Man wußte nun. die gut zu werden versuchen. Wir nehmen außerdem Alkohol als Beispiel. Die Selbsthilfe-Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker wuchs. daß es eine vorhersagbare Krankheit ist. Alkoholismus und Drogensucht seien Ausdruck ethischer Unzu­ länglichkeiten und Menschen mit einer solchen Störung böse. Er gilt als unethisches Wesen. wenn sie Frank Sinatra in Der Mann mit dem goldenen Arm Heroin spritzen und Jack Lemmon in The Days of Wine and Roses in die moralische Desintegration sinken sahen. Diese Sichtweise hat sich erst seit kurzem geändert. Diese Krankheit beeinflußt die physische. Außerdem wurde bekannt. die wir am besten kennen. der sich in betrunkenem Stumpf­ sinn und unerträglicher Armut unbewußt durch die ihm verblei­ benden Tage wälzt. Den unter der Sucht Leidenden wurde die Hoffnung geboten. Heroin oder Marihuana zu. Die Zuschauer stöhnten vor Entsetzen. daß es sich um die Kombination einer körperlichen Allergie auf Alkohol und eines Zwangs zu trinken handelt. die gesund zu werden versuchen. aber die meisten der hier diskutierten Ideen treffen auch auf andere Drogen wie Kokain. wenn sie unbehandelt bleibt. An manchen Stellen kann man jedoch auch andere Formen von Sucht (etwa nach Essen. dessen Ursprung unbekannt ist. und der Markt war voller Literatur.rung auf sich vereint.

Erleichtert. Ärzte. Die Fachleute begannen bald. daß sie nicht schlecht. Die Zwölf-Schritte-Gemeinschaften wie die Anonymen Alkoho­ liker und die Anonymen Narkotiker konnten Süchtigen und Al­ koholikern erfolgreicher als die meisten anderen Therapieformen helfen. um anderen Mut zu machen. das in der äußeren Welt 154 . traten bald Menschen aus allen Bereichen des Lebens mit ihren Ge­ schichten an die Öffentlichkeit. ehrlich mit sich selbst und anderen zu werden und. Sie betonten die Notwendigkeit. ein Gefühl von Kontrolle über das eigene Leben aufzugeben. einem Gefühl von Selbst oder Gott. Alkohol. Sie motivierten die Menschen. so gut es ging. sondern krank waren. eines mit hochgradiger Nüchternheit und spiritueller Reife. Sex oder anderen Sucht­ objekten in Wirklichkeit eine fehlgeleitete Sehnsucht nach Ganz­ heit. die auch das Konzept einer höheren Macht einschließen. Politiker. Rechtsanwälte und selbst die Frau eines amerikanischen Präsiden­ ten. nicht nur die vergessenen Wracks. Filmstars.anzuvertrauen. zu beten und zu meditieren. daß dieses Problem jede Facette der Gesellschaft betrifft. die enorme Wirksamkeit solcher Programme zu erkennen und sie in Rehabilitationspläne einzubauen. Designer. Damen der Gesellschaft. und es statt dessen einer höheren Macht oder Gott »wie wir Gott verstehen« . den Schrott der Vergan­ genheit aufzuräumen. boten die Möglichkeit eines »spirituellen Erwachens« und die eigene Be­ troffenheit von Schmerz und den Problemen der Sucht in den Dienst an anderen zu transformieren. von Drogen und Alkohol wegzubleiben. sie alle gestanden ihr Ringen mit der chemischen Abhängig­ keit ein. Solche Systeme arbeiteten nicht nur auf tägliche Enthaltsamkeit hin. die den Menschen halfen. Diese Programme ermutigten Leute. nicht persönlich neue Schwierigkeiten zu schaffen. sich ein besseres Leben zu schaffen. Essen. Der allgemeinen Öffentlichkeit wurde immer deutlicher. aber auch auf die Möglichkeiten und Seg­ nungen des gegenwärtigen Moments zu achten und den Willen zu haben. In vielen Fällen ist das intensive und zuweilen überwältigende Verlangen nach Drogen. sie entwikkelten auch detaillierte und sehr ausgearbeitete Pläne.

egal. wenn sie erscheinen.nicht befriedigt werden kann. so kommt nach der vollen Erfahrung der Zerstörung des alten Lebens automatisch die Entwicklung eines neuen. bei der die Praxis des Dienens zu einem wesentlichen Impuls wird. Der Mensch bleibt ganz nackt zurück mit nichts als dem eigentlichen Kern seines Seins. Während des Ich-Todes bricht alles zu­ sammen. seinen Verlauf zu bestimmen. und man entwickelt eine neue Einstellung im Umgang mit den Höhen und Tiefen des Lebens. an seinen »persönlichen Tiefpunkt« zu kommen. In beiden Fällen kommt man an den Punkt. Aus diesem Zustand der absoluten. angsterregenden Kapitulation. Diese Erfahrung hat eine direkte Parallele zu der Erfahrung des Süchtigen oder Alkoholikers. geht es nirgendwo mehr hin als nach oben. was man war oder ist. Der Zyklus von Tod und Wiedergeburt ist über die Jahrtausende in vielen Kulturen als natürliches und gesetzmäßiges Muster erkannt worden. dann läßt die Begierde nach. an dem das Leben nicht mehr erfolg­ reich funktioniert und man vollkommen machtlos ist. ob er nun in einer Episode von spontanem spirituellen Erwachen oder am unteren Ende einer Trinkerkarriere kommt. Wie bei vielen anderen spirituellen Krisen ist die Reise des Süchtigen oder Alkoholikers nach »ganz unten« und in die Genesung oft ein Prozeß von Ich-Tod und Wiedergeburt. daß man sich leicht einer spirituell orientierten Existenz öffnet. Das Leben wird durch die Hilfe einer höheren Macht handhabbar. Die wichtige Rolle des Ich-Todes während einer transformativen Krise haben wir bereits erörtert. Was hat das mit spirituellen Krisen zu tun? Bei vielen Menschen sind die Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen und andere Arten von Sucht Formen spiritueller Krisen. Manche Leute sind 155 . Teil der auf diesen vernichtenden Tod folgenden Wiedergeburt ist es. Wenn das wahre Objekt dieses Verlangens verfügbar wird und diesen brennenden Wunsch sogar teilweise erfüllt. Dieses Prinzip gilt für die Dynamik vieler Formen von spirituellen Krisen einschließlich Sucht. So wie der Frühling alljährlich zuverlässig auf den Winter folgt.

daß das Leben ohne Spiritualität trivial und unerfüllt ist. die auch in einem neuen Leben nach einer spirituellen Krise üblich sind. Flexibilität. Aber diejenigen. das Tor zu einer neuen Art des Seins: Es ist die Gelegenheit für den »Ich-Suizid«. und sie bleiben äußerlich mittellos zurück. durch Drogen oder Alkohol ganz nach unten zu gelangen. das Wahnsinns und des Todes. versteht nicht. spirituelles Leben. wie auch immer seine persönlichen Umstände aussehen mögen. Familie. endlose wohlwollende Quelle in sich zu entdecken. Arbeit und Geld entgleiten ihnen als direktes Ergebnis ihrer Krankheit. Manchen gelingt es zwar. aber alle Alkoholiker und anderen Süchtigen erfahren einen inneren Verlust. All das sind Elemente. Zuhause. Der Schlüssel zur Erlö­ 156 . Jeder Süchtige oder Alkoholiker bewegt sich. Unglückseligerweise agieren viele die Todesphase dieses elemen­ taren Prozesses von Tod und Wiedergeburt allzu wörtlich aus und werden zu einem Teil der ohnehin furchtbaren Statistik von drogen. Sie treten in die dunkle Nacht der Seele ein und ringen mit den Dämonen der Angst und Einsamkeit. unaufhaltsam auf die totale emotionale. die bei anderen Formen von spirituellen Krisen so häufig auftreten. einen »spirituellen Bankrott« oder eine »Seelenkrankheit«. die ihnen Kraft und Führung bietet. Offen­ heit.und alkoholbedingten Todesfällen. Im Laufe dieses Prozesses. die sie von ihren inneren Ressourcen und der Welt um sie herum abschneidet. die es bis zur Genesung bringen. entdecken regelmäßig ein neues. scheint Selbstmord oft der einzige Ausweg aus einem so verzweifelten Dilemma zu sein. eine beständige. zu dem eine neugefundene Ehrlichkeit. die dunkle Nacht vor der Morgen­ dämmerung der Heilung. Sie entwickeln die Einsicht. der so oft mit Selbstmord verwechselt wird. daß dieser Prozeß des inneren Sterbens und der vollständigen Kapitulation der Wendepunkt ist. verlieren manche Menschen alles: Gesundheit.überrascht. körperliche und spirituelle Auslöschung zu. Wenn diese Erfahrung näherrückt. Liebe und Vertrauen in Gott und sich selbst gehören. ihre äußere Welt einigermaßen intakt zu halten. Wer hilflos in dieser Spirale der Zerstörung gefangen ist.

Bei vielen Leuten beginnt ihre Bewegung in Richtung auf ein Leben in Nüchternheit durch ein tiefes. Wir faßten den Entschluß. Der Ausbruch aus der daraus folgenden Misere ist ein riesiges und totales Loslassen einer manipulativen. daß chemische Abhängigkeit eine extreme Form der Anhaftung ist. im Krankenhaus. in der Gosse. Wir kamen zu dem Glauben. und dann kooperiert. entwickelt man eine Haltung der Zusammenarbeit mit seiner Dynamik. und den asiatischen Kampfkünsten. bei denen man wartet und schaut. daß eine Macht.anzuvertrauen. Wenn man körperlich und psychisch von einer Substanz abhängig wird. ruinösen Art von Existenz. ist man an sie und auch an das mit ihrem Gebrauch einhergehende zerstörerische und selbstzer­ störerische Verhalten gefesselt. in welche Richtung die Bewegung und die Energie gehen. größer als wir selbst. man selbst habe die Kontrolle über das eigene Leben. lebensverändernden Ereignisse tre­ ten oft an den unwahrscheinlichsten Orten auf: in Gefängniszellen. daß man dann automatisch frei von allen Problemen wäre. unseren Willen und unser Leben der Sorge Gottes . zuhause auf dem Fußboden oder 157 . Das beschreiben die ersten drei Schritte des Programms der Anonymen Alkoholiker: 1. 2. in dem ein Mensch mit den existierenden Kräften zusammenknallt. spontanes spirituelles Erwachen. daß wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind .sung liegt darin. Wie bei anderen For­ men von spirituellen Krisen bewegt man sich danach ganz natür­ lich auf eine neue Freiheit zu. Nach den buddhistischen Lehren ist die Wurzel allen Leidens die Anhaftung. die Illusion aufzugeben. Wenn man das bedenkt.und unser Leben nicht mehr meistern konnten. Wir gaben zu. Es ist wie der Unterschied zwischen einem Boxkampf. kann man leicht sehen. 3. Statt jedoch verzwei­ felt zu versuchen. Das impliziert nicht. Diese erhebenden. uns unsere geistige Gesundheit wiedergeben kann.wie wir Gott verstanden . das eigene Leben zu kontrollieren und auszu­ beuten. eine Art forciertes Leiden. und Hilfe von einer höheren Macht anzunehmen.

Ich stand oben (auf dem Gipfel eines Berges)... Ein Wind. dem inneren Selbst. dann soll er sich zeigen!« (Es folgen Wilsons Worte:) »Plötzlich glänzte mein Zimmer in einem unbeschreibbaren weißen Licht. Wie auch immer der Weg aussehen mag. daß solche Menschen ihr eigenes Leben nicht effektiv meistern könnten. alles!« Er hatte den Zustand der vollkommenen. Dann kam der auflodemde Gedanke: >Du bist ein freier Mann<.. hat in überzeugender Weise über Alkoholismus und die Notwendigkeit der spirituellen Dimension für die Genesung geschrieben. der schöpferischen Kraft oder Gott. der Mitbegründer der Anonymen Alkoholiker. Es wird auf dramatische Weise deutlich... Für viele ist die Tatsache. Mit großer. Großer Friede kam über mich hernieder und. sondern aus Geist war. Bill Wilson. als er nach einer seiner Sauftouren schwerkrank in einer Klinik lag und medizinisch behandelt wurde. Ganzheit zu suchen. das nur dank der Hilfe einer größeren Quelle und der natürlichen Tendenz des Organismus. William James nennt das die »erzieherische« Variante der religiösen Erfahrung.auf der Toilette in einer Bar. ich wurde mir ganz genau eines geisterhaften Wesens bewußt. viele Menschen... möglich war. die die Tiefen einer Alkohol. das wie ein wahres Meer lebendigen Geistes 158 . Dies war das Ende. In seiner Hilflosigkeit und Verzweiflung schrie er: »Ich tue alles. Er rief: »Wenn es einen Gott gibt. Sein Biograph schreibt: Nun lagen nur noch Tod oder Wahnsinn vor ihm. entwickeln irgendeine Art von Beziehung zu einer höheren Macht eigener Definition: einer Gemeinschaft von Menschen. Ich wurde von einer Ekstase erfaßt. ganz unten angekommen und zu einem neuen Leben aufgetaucht sind. der nicht aus Luft. die langsam mit der Zeit wächst. der Absprungplatz.. sagte Bill.. körperliche und spirituelle Vernichtung überlebt ha­ ben. Wilsons Transformation begann. daß sie die völlige emotionale. wo ein heftiger Wind blies. wenn sie sich selbst überlassen wären.oder Drogensucht kennengelernt haben.. eine. ein Wunder. die sich nicht in Worten wiedergeben läßt. Bei anderen Menschen verlaufen solche transformativen Bewegungen ganz langsam während der Genesung über einen längeren Zeitraum hinweg. sauberer Kraft blies er glatt durch mich hindurch. »Die erschreckende Dunkelheit war vollständig geworden«. absoluten Kapitulation erreicht.

William Duncan Silkworth von sol­ chen Erfahrungen gelesen. Einige mögen wie Wilson feststel­ len. ist das wirklich? Bin ich noch ganz normal?« Glücklicherweise hatte Dr. Verständnis und Liebe für den lebensverän159 .und Drogenmißbrauchs kann Modelle liefern. Andere mögen das Gefühl haben. daß dadurch ein starker atheistischer Glaube erschüttert wird.« Bill Wilson trank nie wieder und wurde zum Mitbegründer der Anonymen Alkoholiker. Als sein Verstand bald danach Zeit gehabt hatte. Da ein solcher mystischer Zustand so weit von der gewöhnlichen Wahrnehmung entfernt ist. sind noch nicht viele Daten gesammelt oder Behandlungsmodalitäten erforscht worden. ist in der Arbeit mit spirituellen Krisen ein vertrautes Thema. Selbsthilfe-Ge­ meinschaften wie die Anonymen Alkoholiker sowie gute Behand­ lungszentren und Programme gegen chemische Abhängigkeit bie­ ten in dieser Kultur einige der wenigen Zufluchtsstätten. Aber er konnte Wilson seiner geistigen Gesundheit versichern und ihn ermutigen. die sich im Prozeß der spirituellen Entwicklung befinden. die von denen. Die Welt des Alkohol. Ich lag an den Ufern einer neuen Welt. der sie gemacht hatte. daß ich geliebt wurde und ebenfalls lieben konnte. und versuchen. Die automatische Neigung. die Erfahrung abzuschütteln. Da das Feld der spirituellen Krisen in unserer Kultur relativ neu ist. eine transformative Erfahrung zu negieren oder in Frage zu stellen. die ihnen dabei helfen. und denjenigen. sein Erwachen anzuzweifeln.. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl. Aber selbst nach einem so echten offen­ barenden Ereignis hatte Wilson Zweifel an der Gültigkeit seiner Erfahrung. seine neuge­ fundene Bewußtheit und Identität weiterzuentwickeln. wirklich dazuzu|ehören. Aus erfolgreichen Behandlungsprogrammen lassen sich viele Lektionen lernen.war.. wenn er auch noch nie auf jemanden getroffen war. in denen man Unterstützung. Aber viele Program­ me zur Behandlung von chemischer Abhängigkeit verfügen auch über eine spirituelle Dimension. angepaßt werden können. erzählte er zögernd seinem Arzt davon und fragte: »Doktor. Ich wußte. wird er leicht als verrückt interpretiert. sie hätten solche Gnade nicht verdient.

Wir wünschen uns.dernden Übergang finden kann. die mit Men­ schen in transformativen Krisen arbeiten. stellt ihr häufiger Ge­ brauch zum Unterdrücken des Prozesses gerade das Gegenteil des vollen Ausdrucks dar. Wenn auch die vorsiehtige Anwendung solcher Mittel in gewissen Situationen angezeigt sein mag. Wir treffen auf immer mehr Menschen in einem transformativen Prozeß. Und solche Medikamente lassen sich von vielen Leuten. besonders denen mit Suchtneigungen. Besonders in hocherregten Zuständen kommt ein Großteil dieser Energie durch körperliche Bewegung und emotionale Ausbrüche zum Ausdruck. süchtigmachenden Substanzen zuge­ wandt haben. Alkohol oder Drogen können eine vorübergehende Flucht aus dem Druck. leicht mißbrauchen. Noch komplizierter kann es werden. wenn jemand in einem Zustand der Unruhe zu einem mitfühlenden. dem Chaos der inneren Welt und der Entfremdung. Drogenabhängigkeit oder andere Formen von Sucht. bieten. der ihm süchtigmachende Beruhigungsmittel ver­ schreibt. die sich in dem Versuch. damit zu einem besseren Verständnis sowohl der Suchtproblematik wie spiritueller Krisen beizutragen. »Offene Häuser«. dem Schmerz. was die physischen Res­ 160 . die man von der äußeren fühlen kann. aber uniformierten Psychiater geht. der während einer spirituellen Krise nötig ist. daß es für Menschen in spontanen spirituellen Krisen ebensolche Möglich­ keiten gäbe. Wir hoffen. Sucht und spirituelle Krisen Unsere informellen Beobachtungen weisen auf zwei Verbindun­ gen zwischen spiritueller Entwicklung und chemischer Abhängig­ keit hin. Außerdem äußern sich Erfahrungen wie das Kundalini-Erwachen in enormer Energie. die Alkoholikern und Süchtigen auf ihrem Weg zurück in die Gesellschaft Schutz und Hilfe bieten. Manche Menschen entwickeln während einer spirituellen Kri­ se Alkoholismus. können auch für diejenigen eine Inspiration sein. den Streß dieser intensiven Zeit zu mildem.

verfeinern sie ihre Sin161 . Das scheint auf viele Menschen zuzutreffen. Da sie nicht damit durchkommen. Viele Süchtige und Alkoholiker verfügen über eine hochent­ wickelte Sensitivität. daß sie Familienmitglieder direkt ansprechen. wie ein Außenseiter. ließ der Schmerz der Trennung plötzlich nach. ihnen aber in der modernen Welt Probleme machen und zu ihrem Suchtverhal­ ten beitragen. die in anderen Kulturen zwar geachtet werden. die sie bedrohten. um mit ihrer Lage umgehen zu können. der auch mit dem angeborenen Drang des Menschen nach spiritueller Entwick­ lung gekoppelt ist. Ein großer Teil derjenigen. Und es ist nur ein kleiner Schritt von Bonbons zu alkoholischen Getränken wie Portwein. der einen hohen Zuckeranteil hat. die Pseudoerfüllung eines intensi­ ven Sehnens nach einem größeren Gefühl von Selbst. körperlichem oder sexuellem Mißbrauch und chemisch abhängigen Eltern. die verbrauchten Kohlehydrate zu ersetzen. Den Betroffenen überfällt dann aus der Not­ wendigkeit. kann dieses Gefühl von Verbin­ dung bei vielen Leuten eine traurige Karikatur des Zustandes der mystischen Vereinigung sein. Aber als ich meinen ersten Drink oder meine erste Droge genommen hatte. wurde sie durch ihre immer stärker werdende Intuition fähig. Das wurde deutlich. die in einer solchen Atmosphäre aufwachsen. sind in problematischen Familienverhältnissen aufgewachsen. daß einer der häufigsten Sätzen von Genesenden lautet: »Ich habe mich immer anders gefühlt.sourcen erschöpft. zu durchschauen und auszutricksen. Als die normalen Mechanismen nicht ausreichten. aufgrund derer sie ihre geschärfte Intuition als Mittel zum Überleben entwickelt und sich darauf verlassen hat. und ich fühlte mich dazu­ gehörig. Die Sensitive Anne Armstrong hat in ihren Vorträgen die emotionale Gewalt in ihrer Familie beschrieben. als wir erkannten. Intuition oder mystische Züge. Aber es könnte noch einen Grund für dieses Verhalten geben.« Wie bereits erwähnt. diejenigen. ein Ver­ langen nach Süßigkeiten. häufig mit emotionalem. die Alkoholiker oder Süchtige werden.

Wenn sie. für sich selbst zu sorgen.neswahrnehmungen und ihre natürlichen übersinnlichen Neigun­ gen. machen ihre Ausbildung. Ausgelöst wird sie. sich selbst in eine Welt einzupassen. um Schutz und Trost und ein Gefühl von Verbindung zu finden. Hier sind sie gezwungen. erschaffen sich imaginäre Freunde und Abenteuer und lesen stundenlang. Bei dem Versuch. Sicherheit und eine Beziehung zu etwas jenseits ihres individuel­ len Leidens gegeben haben. bauen Beziehungen auf und suchen später einen Arbeitsplatz. Sie können eine starke Beziehung zu ihrer schöp­ ferischen oder mystischen Natur entwickeln und unterwegs echte spirituelle Erfahrungen machen. Tag für Tag in einer Gesellschaft zu leben. Ihr Kum­ mer verschwindet. da sie an einer von der Gesellschaft akzeptier­ ten Aktivität teilnehmen. Wenn der erste Schluck oder die erste Droge daherkommen. wütenden Eltern lernen schnell. Das Anderssein wird weniger deutlich. Nach Jahren. die um Logik und Vernunft herum aufgebaut ist. Vielleicht bringen sie sich bei. scheinen all ihre Probleme gelöst. wie viele andere transformative Prozesse. Sie entfliehen in Tagträume. durch extremen physischen oder emotionalen Streß. Diese Kinder ziehen sich oft in ihre inneren Welten zurück. treten diese Kinder dann in unsere Kultur ein. in der Rationalität als das Maß aller Dinge gilt und Intuition als schwach und unsicher. wenn ihre individuellen Grenzen zu schmelzen scheinen und sie sich auf den Zustand der Pseudo-Einheit zubewegen. Sie können einen Großteil ihrer Zeit draußen im Freien verbringen. die Launen und Gesten ihrer Eltern zu lesen oder ihre Handlungen durch präkognitive Eindrücke vorherzusagen. Bei solchen Menschen kann die spirituelle Entwicklung in der Kindheit beginnen. an sportlichen Aktivitäten teilnehmen oder vielleicht ihren Weg zur örtlichen Kirchenge­ meinde finden. wie vielleicht bereits ihre 162 . die ihnen Trost. Sie werden sozial immer entspannter. in die inneren Reiche zurückzukehren. erleben sie entsetzlichen Schmerz und dau­ ernde Ablehnung. Kinder von betrunkenen. in denen sie ihre Intuition und Kreativität geschärft haben. Zudem spüren sie vielleicht eine unidentifizierte Sehnsucht da­ nach.

Wenn jemand Probleme mit chemischer Abhängigkeit hat.Eltern.oder Drogenabhängigkeit haben. die auch zum Thema ernsthafter Forschung werden können. anderen Abhängigkeiten und spiri­ tuellen Krisen stellen nur einen Anfang dar. die auf dem Gebiet der Sucht arbeiten. Wir haben das Gefühl. Die Tatsache. hat weitreichende Implikationen. nach anderen Hinweisen auf eine spirituelle Entwicklung zu suchen. die an der Schwelle zur Wiedergeburt stehen. Für Ärzte. muß man nach dem Mißbrauch von Alkohol oder Drogen aus­ schauen. können sie innerhalb kürzester Zeit süchtig werden. die unter den Verwüstungen leiden. daß jeder dieser zahllosen Süchtigen und Alkoholiker. Drogensucht. Diese Beobachtungen über die komplexe Beziehung zwischen Alkoholismus. sich der Verbindung zwischen den beiden bewußt zu sein. die intuitiven. Einer unse­ rer Träume ist der. kreativen und spirituellen Dimensionen ihrer Klienten zu erkennen und ihnen Genesungsprogramme anzubieten. . kann es sich als hilfreich erweisen. Wenn jemand in einer spirituellen Krise steckt. können sie vielleicht positiven Einfluß auf die globale Gemeinschaft in ihrem Ringen um Frieden haben. daß Alkoholismus und Drogenabhängigkeit so wie andere Arten von Sucht in vielen Fällen eine Form von spirituellen Krisen darstellen. Es gibt bei­ spielsweise in Europa. Japan und Austra­ lien Millionen von Menschen. eine Veranlagung zu Alkohol. USA. durch liebevolle Führung und Verständnis den Schritt zu einer spiritu­ ellen Lebensweise tun kann. der Sowjetunion. ist es wichtig. Wenn diese Menschen innerlich ein gewisses Maß an Ruhe und Gelassenheit finden. in denen sich diese Aspekte entfalten können. daß es bei der Behandlung von chemischer Abhängigkeit oder spiri­ tuellen Krisen für den Betroffenen und die Menschen in seiner Umgebung wichtig ist. die Alkoholismus und Drogenabhängigkeit anrichten. Mit der Zeit werden vermutlich noch viele andere auftauchen.

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ZWEITER TEIL Landkarten für die innere Reise .

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die älteste Religion und Heilkunst der Menschheit. Fasten. In diesem Kapitel betrachten wir verschiedene Bereiche der menschlichen Kultur. Dem nahe verwandt sind die sogenannten »Übergangsriten«. Man muß ihn nicht in fernen Gegenden suchen. die die dem Konzept der spirituellen Krise zugrundeliegenden Annahmen erhärten. Aber es gibt die merk­ würdige und beständige Tatsache. rhythmisches Singen. die unsere Suche leiten soll. finden wir überzeugende Beweise. der unser Elend und unsere Prü­ fungen zu einem Ende bringen kann. da sie das positive Poten­ tial dieser Zustände hoch einschätzten. Sie verfügten oft über erstaunliche Kenntnisse der Kartographie der inneren Reise und entwickelten eine Vielfalt von Methoden. nie weit weg. Atmen. Die meisten Kulturen weisen über die Jahrtausende eine große Wert­ schätzung von außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen auf.6 Spirituelle Lehren aus anderen Zeiten und Kulturen Nun ist der wahre Schatz. die für spirituelle Krisen von besonderer Bedeutung sind. das heißt. 167 . ein fer­ nes Land oder ein fremdes Gebiet enthüllt werden kann.. Heinrich Zimmer Wenn wir andere Kulturen und geschichtliche Epochen betrach­ ten. Er liegt in der innersten Nische unseres eigenen Heims begraben. physischer Schmerz. die in vielen Kulturen zu Zeiten wichtiger biologischer und sozialer Umstel­ lungen durchgeführt werden. Der erste ist der Schamanismus. kraftvolle Riten. uns erst nach einer vertrauensvollen Reise in entlegene Gebiete.. soziale Isolation und selbst der Verzehr von Pflanzen mit psychedelischen Eigenschaften mitein­ ander kombiniert. spirituelle Erfahrungen herbeizuführen. Tanzen. in unserem eigenen Wesen. daß die Bedeutung der inneren Stimme. Dabei wurden verschiede­ ne Formen des Trommeins.

Ägypten. Mittelamerika und anderen Teilen der Welt exi­ stierten. daß ich sie nicht zurückhalten konnte. unerklärbare Freude. daß man während ungewöhnlicher Bewußtseinszustände zuträgliche visio­ näre Reisen in andere Reiche und Dimensionen der Realität unternehmen kann. Kanäle der außersinnlichen Wahrnehmung zu öffnen und mit den Tieren. Der Weg des Schamanen Ich fühlte eine riesige. um sich selbst oder andere zu heilen. Sie war so stark. die außergewöhnliche Bewußtseinszustände einsetzen. und mitten in einem solchen Anfall von mysteriöser und überwälti­ gender Freude wurde ich zum Schamanen. 168 . Ich habe meine Erleuchtung erlangt. zitiert in: Ecstatic Religions30 S c h a m a n e ist ein Begriff. ohne selbst zu wissen. ein mächtiges Lied mit Raum für nur ein Won: Freude. Freude!. Zentral für den Schamanismus ist die Vorstellung. Sie wurden sowohl als Anleitungen für das Sterben benutzt wie als Führer für Meditation und Initiation. Hexen oder Heilem verwenden. in die Zukunft zu schauen. das schamanische Licht von Gehirn und Körper.. Eskimo-Schamane. wie sie in Griechenland. Rom. Darunter nehmen die Totenbücher eine ganz besondere Stellung ein. Die frühen Schamanen waren die ersten Er­ forscher und Kartographen dieser inneren Landschaften. wie das geschehen war. den Elementen der Natur und den Wesen in jenseitigen Welten zu kommunizieren. Die wichtigsten Informationsquellen über spirituelle Kri­ sen sind die Schriften der großen Religionen der Welt und ihrer mystischen Zweige.. sondern ein Lied anstimmen mußte.Ein weiteres faszinierendes Phänomen ist die Initiation in die alten Mysterien von Tod und Wiedergeburt. den Anthropologen für eine bestimmte Art von (männlichen und weiblichen) Medizinleuten.

zeitlos und uni­ versal sind. Diese Tatsachen legen nahe. Viele Schama­ nen beginnen ihre Laufbahn als Heiler mit einer dramatischen Episode emotionalen und psychosomatischen Aufruhrs. daß die grundlegenden Züge des Schamanismus und seiner Praktiken sich über Zehntausende von Jahren relativ unverändert erhalten haben. die mit den Krisen der Trans­ formation verbunden sind. denen sie geholfen haben. historische und anthropologische Forschungen deuten daraufhin. willentlich in außergewöhnliche Bewußtseinszu­ 169 . Zweitens hat ein geübter praktizierender Schamane die Fähigkeit und die Mittel. der oft ein Ausmaß annimmt.Schamanismus ist ein universales Phänomen. Sie haben Wanderungen um den halben Globus überlebt. bestätigt wurde. daß der Schamanismus Ebenen der menschlichen Psyche anspricht. Und doch kommt ein zukünftiger Schamane aus dieser Krise mit besserer Gesundheit und als voll funktions­ fähiger Mensch hervor. Viele Felsengemälde und Schnitzereien an den Wänden der großen Höhlen von Altamira. Eine wörtliche Übersetzung des Tungusen-Wortes s a m a n ist dann »der Mensch. Font de Gaume. Mehrere wichtige Aspekte des Schamanismus sind für das Kon­ zept der spirituellen Krisen von großer Bedeutung. das die westliche Psychiatrie als psychotisch bezeichnen würde. seine Anfänge lassen sich bis zu den Cro-Magnon-Menschen des Paläolithikums zurückverfolgen. während viele andere Aspekte der betrof­ fenen Kulturen dramatischen Veränderungen unterworfen waren. Die Schamanen haben über die Jahrtausende enormes Wissen gesammelt und an ihre Lehrlinge weitergereicht. Er ist außerdem sehr alt. der weiß«. Als Wächter des alten Wissens über außergewöhnliche Bewußtseinszustände sind die Schamanen extrem wertvolle Infor­ mationsquellen über die Prozesse. das »wissen« bedeutet. Les Trois Freres und anderen weisen schamanische Motive auf. Archäologische. das wieder und wieder durch die profunden persönlichen Erfahrungen dieser Heiler und all derer. die primordial. Der Begriff S c h a m a n e stammt vermutlich von dem mandschutungusischen Verb s a ab.

Das ist eine tiefgreifende emotionale und psychosomatische Krise. Es gibt Geschichten von Schamanen in Sibirien oder bei den Eskimos. sie für vielfältige Zwecke nutzen und ohne negative Nachwirkungen aus ihnen zurückkehren. Er kann aber während dieser Erfahrun­ gen schamanisch wirken. In anderen Fällen sind keine offensichtlichen Auslöser fest­ zumachen. als stürbe er oder würde verrückt. während derer er den Kontakt zur Alltagsrealität verliert und es für Beobachter von außen so aussehen mag. Manchmal sind die Leute anscheinend erregt.stände einzutreten. deren Initiation erfolgte. In manchen Fällen wird die »Schamanenkrankheit« durch eine körperliche Krise ausgelöst. Diese Veränderungen können viele verschiedene Erscheinungs­ formen annehmen. Und drit­ tens gehört zu den Möglichkeiten des Schamanen die Fähigkeit. Dieser Begriff spiegelt die Vorurteile unserer Kultur gegenüber außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen so­ wie die stark an Krankheit orientierte Ausrichtung der heutigen Psychiatrie. Der angehende Schamane entwickelt innerhalb weniger Stunden oder Tage eine tiefe Veränderung des Bewußtseins. die von vielen westli­ chen Anthropologen und Psychiatern als S c h a m a n e n k r a n k h e i t bezeichnet wird. und die ganze Episode scheint dort rein psychischer und spiritueller Natur zu sein. 170 . der für das Konzept der spirituellen Krise am bedeutsamsten ist: den stürmischen Beginn der Laufbahn vieler Schamanen auf der ganzen Welt. als sie von Pocken oder einer anderen schweren Infektionskrankheit befallen waren oder sich von einer ernsthaften Verletzung erhol­ ten. Zustände. daß eine Heilung eintritt oder es ihnen auf andere Weise guttut. Die schamanische Krise Wir wollen nun einen genaueren Blick auf den Aspekt des Schamanismus werfen. die heute wiederum als psychotisch definiert werden würden. auch bei anderen außergewöhnliche Bewußtseinszustände einzu­ leiten und diese Menschen dann so zu führen.

sie bewegen sich hektisch und machen merkwürdige Grimassen und Gesten. bleiben stundenlang in einer ruhenden Lage. Gottheiten. sie scheinen aber einen grundlegen­ den Kern zu haben. reißenden Flüssen und blutigen Bächen trotzen. Die Erfahrungen der schamanischen Krise unterscheiden sich im Detail von Kultur zu Kultur. 171 . Unter ihnen spielen die »Krafttiere« eine besonders bedeutsame Rolle. Dämonen und anderen Wesen. Ein andermal passiert vielleicht genau das Gegenteil. Das Spektrum der visionären Erfahrungen während einer schama­ nischen Krise ist sehr breit. von denen viele phantastischer und mythologischer Natur sind. Das letzte Stadium ist die Rückkehr und die Integration des außergewöhnli­ chen Abenteuers in das Alltagsleben. Der Scha­ manenlehrling kann unzusammenhängend und unverständlich sprechen. die zu Helfern und Führern des Schamanen werden können. geistigen Führern. sind völlig mit sich selbst beschäftigt oder sogar in einer Verfassung.gefährliche und angsterregende Regionen der Unterwelt. er sei von bösen Geistern besessen oder rede mit Verstorbenen. Er kann den Eindruck machen. Bei diesen Abenteuern lernt der Initiand die Regeln und Tabus des inneren Lebens und die Gesetze einer höheren natürlichen Ordnung. Das visionäre Abenteuer beginnt mit einer grauenhaften Reise in die Unterwelt. Während dieser Besuche begegnet der unfreiwillig Reisende Ahnen. Dem folgen eine ekstatische Erfahrung des Aufstiegs in himmlische Regionen und der Erwerb von überirdischem Wissen. Im Verlauf dieser inneren Reise erlebt der Schamanen-Novize Besuche in anderen Reichen der Wirklich­ keit. brennenden Wäldern. Er muß eisigen Winden. Sie ziehen sich zurück. der durch drei verschiedene Phasen zu charakterisieren ist. die den Einzuweihenden während seiner Initiation un­ terrichten und führen wollen. in das Reich der Toten. Dies sind die Geister oder außergewöhnlichen Aspekte von verschiedenen Tier­ arten. Zu unterschiedlichen Zeiten tauchen Schutzgeister in tierischer oder menschlicher Gestalt auf und bieten sich als Führer durch Todeslandschaften an . die Ohnmacht und Erstarrung nahekommt. die er für frühere Schama­ nen hält.

kann das ein Bär. Auf diese Erfahrung folgt eine Sequenz von Wiedergeburt oder Auferstehung. ein Regenbogen oder eine Leiter eine ähnliche Rolle. Je nachdem. ein Jaguar. Man kann die Erfahrung machen. die der russische Anthropologe A. die ihn unvorstellbaren Qualen und grausamen Plagen aussetzen.Während der visionären Reise in die Unterwelt wird der angehen­ de Schamane von bösen Dämonen und Geistern angegriffen. reißen ihnen die Augäpfel aus. In man­ chen Kulturen wird diese letzte Zerstörung von einem Tier aus­ geführt. Die Torturen gipfeln in der Erfah­ rung der Zerstückelung und vollkommenen Auslöschung. Blut und Augen zu bekommen. Die übelwollenden Wesen kratzen ihren Opfern das Fleisch von den Knochen. von einem Adler oder einem anderen traditionell mit der Sonne assoziierten Vogel entführt oder tatsächlich in ein solches Geschöpf transformiert zu werden. neues Fleisch. das Reich der Sonne erreicht zu haben und sich mit ihrer Energie zu verbinden und zu verschmelzen. Diese Phase gipfelt oft in dem Gefühl. um was für eine ethnische Gruppe es sich handelt. eine Riesen­ schlange oder vieles andere sein. das den Schamanen-Novizen in Stücke reißt oder ver­ schlingt.eine archetypische Struktur. Der Aufstieg kann auch die Form annehmen. Die wesentlichen Aspekte der schamanischen Krise lassen sich anhand der klassischen Beschreibung einer extremen Form von Initiation bei einem Schamanen der Avam-Samoyed in Sibirien illustrieren. mittleren und oberen Welten des visionären Reiches miteinander verbindet. Popov aufge­ zeichnet hat: 172 . ein Wolf. So neugeboren oder verjüngt erlebt er einen Aufstieg in die oberen Welten. Der Schamanen-Novize hat das Gefühl. In manchen Kulturen spielen ein Berg. A. saugen ihr Blut aus oder kochen sie in heißen Kesseln. Auch der Symbolismus dieser Phase wechselt von Kultur zu Kultur und einer historischen Periode zur nächsten. mit übernatürlicher Ener­ gie aufgeladen und mit den Elementen der Natur verbunden zu werden. die die niederen. den Weltenbaum zu ersteigen .

den Blasebalg trat. Er machte so sehr den Eindruck. war er initiiert und konnte seine Arbeit als Schamane aufnehmen. Er sah sich selbst in die Hölle hinabsteigen und wurde dann nach vielen Abenteuern zu einer Insel getragen. Es war der Baum des Herrn der Erde. der kosmischen Ordnung und der schöpferischen Energie des Universums. sondern auch eine deutlich gestiegene soziale Anpassung. aber ihr gemeinsamer Nenner ist immer die Zerstörung des alten Identitätsgefühls und eine Erfahrung der Verbundenheit mit der Natur. Als er inmitten seiner Verwandten in seiner Jurte erwachte. daß man ihn am dritten Tage fast beerdigt hätte. Der Mann fing ihn mit einem Haken ein. Dazu gehört nicht nur ein gesteigertes Gefühl von Wohlbefinden. Wenn dieser Prozeß erfolgreich zu einem Ende gebracht ist und die außergewöhnlichen Erfahrungen gut in das Alltagsbewußtsein integriert sind. Schließlich angelte er die Knochen hinaus. um sich daraus eine Trommel zu bauen. auf deren Mitte eine junge Birke stand.Der zukünftige Schamane lag mit Pocken darnieder und blieb drei Tage bewußtlos. Sie erlangen üblicherweise ein Verständnis vom Ursprung vieler Störungen und lernen. 173 . als angesehener Führer seiner Gemeinschaft zu fungieren. zerstückelte seinen Körper und warf alles in den Kessel. und bedeckte sie mit Reisch. In diesem Prozeß von Tod und Wiedergeburt erleben Schamanen ihre eigene Göttlichkeit und erhalten tiefrei­ chende Einsichten in die Natur der Wirklichkeit. schnitt seinen Kopf ab. diese zu diagnostizieren und zu heilen. Der Betroffene kann nach dieser Krise in einem unvergleich­ lich besseren Zustand als früher sein. die in einem Fluß schwammen. Als nächstes kam er an einen Berg. Die Schamanenreise mag viele spezifische Formen annehmen. Er schritt durch eine Öffnung und traf auf einen nackten Mann. der an einem riesigen Feuer. und der Herr gab ihm einen seiner Zweige. über dem ein Kessel hing. tot zu sein. die bis in den Himmel hinaufreichte. Während seiner Abenteuer in der Anderwelt traf der angehende Schamane auf mehrere halbgöttliche Wesen in tierischer oder menschlicher Gestalt. und ein jedes von ihnen enthüllte ihm eine Lehre oder brachte ihm die Geheimnisse der Heilkunst bei. die es ihm möglich macht. führt das zu einer dramatischen emotionalen und psychosomatischen Heilung und Transformation der Persönlich­ keit. Dort kochte er den Körper drei Jahre lang und schmiedete ihm dann auf dem Amboß einen Kopf.

der das Lösen einer Vielfalt von Lebensproblemen erleichtert. Sie behaupten. nennt diese Haltung ethnozentrisch. In Anbetracht der oft dramatischen positiven Ergebnisse der schamanischen Krise ist es sicher eher gerechtfertigt. dieser klinische Ansatz spiegele die Präferenz der westlichen Kultur für eine Realität wider. weigern sich. Sein therapeutisches Potential hält leicht dem Ver­ gleich mit den besten Behandlungsmethoden der westlichen Psy­ chiatrie stand. daß die schamanische Krise eine schwere Form von Patho­ logie darstellt. solche Zustände unterschiedslos zu pathologisieren.Unterschiedliche Ansichten über die schamanische Krise Die Experten des Westens sind sich mit wenigen Ausnahmen einig. als einen erstaunlichen Prozeß der Heilung und tiefgreifenden Neustrukturierung der Persönlichkeit zu sehen. ferner einen Mangel an echtem Verständnis veränderter Bewußtseinszustände und eine starke Tendenz. diesen Zustand. wenn auch die Meinungen über die passende klinische Etikettierung auseinandergehen. die dem gewöhnlichen Bewußtseinszustand entstammen. der sowohl Anthropologe wie initiierter Schamane ist. zumindest potentiell. Die solchen Zuständen am häufigsten verliehenen Diagnosen lauten auf Schizophrenie oder andere Formen von Psychosen. haben wir schon in ganz unterschiedlichen Umgebungen Sequenzen beobachtet. die auf Übereinstimmung aller beruht. Wie bereits erwähnt. Hysterie und Epilepsie. da sie ein starkes kulturelles Vorurteil zum Ausdruck bringt. die nicht von schamanischen Krisen zu unterscheiden sind: bei psychede­ lischen Sitzungen. in unserer Erfahrungsarbeit mit Musik und Atem und im Verlauf von spirituellen Krisen bei modernen Menschen des Westens. Aber Anthropologen und Psychiater. Michael Harner. diese Krise als Geisteskrankheit einzuordnen. womit er meint. Traditionell orientierte Wissenschaftler schreiben die Achtung der 174 . die über gute Kenntnisse des Schamanismus einschließlich eigener Erlebnisse des schamani­ schen Bewußtseinszustands verfügen. daß sie ausschließlich Informationsquellen verwertet. Er bezeichnet sie außerdem als »kognizentrisch«.

und transformativen Zu­ ständen. daß bizarre Erfahrungen und Verhaltenswei­ sen allein nicht ausreichen. ökono­ mischen und sogar politischen Angelegenheiten des Stammes. Schamanen sind meist aktive Teilnehmer an den sozialen. Wenn jemand nach der initiatorischen Krise als Schamane anerkannt werden soll. Handwerker. Die Beobachtungen in der Welt des Schamanismus machen auf plastische Weise die Notwendigkeit deutlich. all diese Tatsachen mit der Idee in Einklang zu bringen. Sie sind Jäger. gelten andere als krank oder verrückt. Künstler und oft verantwortungsbewußte Familienmitglieder. die engen Kontakt zu Schamanen und scha­ manischen Kulturen gehabt haben. Bauern. daß diese Gesellschaften durch ihren Mangel an Aus­ bildung und wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht in der Lage sind. obwohl der Anfang ihrer Tätigkeit als Schamane durch extremen emotionalen und psycho­ somatischen Aufruhr gekennzeichnet war. die medizinisch behandelt werden müssen. In vielen Fällen ist die soziale Anpassung der Schamanen deutlich besser als die der anderen Mitglieder der Gruppe. zwischen dem Anormalen und dem Übernormalen zu unter­ scheiden. muß er mindestens ausreichend in der Alltagsrealität funktionieren. zwischen pathologischen Zuständen. Diese Erklärung bildet einen scharfen Gegensatz zu den Erfahrungen derer. Solche Leute haben ein klares Verständnis davon. Gärtner. Dies wird als Beweis für echte schamanische Kraft betrachtet. Während in schamanischen Gesellschaften einige Menschen als große Schamanen betrachtet werden.nicht-westlichen Gesellschaften für ihre Schamanen oft der Tat­ sache zu. 175 . Es ist schwer. Fischer. Der Stamm sieht in ihnen wichtige Wächter über das psychische. zu unterscheiden. spirituelle und ökologische Gleichgewicht und Vermittler zwischen den sichtba­ ren und den unsichtbaren Welten. daß Schamanen ambulante Psychotiker oder auf andere Weise schwer gestörte Individuen seien. die ein positives Potential beinhalten und unterstützt werden sollten. Ein Schamanen-Meister muß in der außergewöhnlichen Wirklichkeit ebenso zuhause sein wie in der gewöhnlichen und in beiden erfolgreich wirken können. um jemanden als Schamanen zu qualifizieren.

Ehe. eigens dafür entwickelte Techni­ ken. Zeremonien dieser Art hat es in vielen Kulturen des Altertums gegeben. Gruppen und selbst ganze Kulturen neu zu definieren. um solche Episoden herbeizuführen. und in den präindustriellen Gesellschaften finden sie auch heute noch statt. Ähnliche Riten gehen mit der Initiation in den Stand des Kriegers. In 176 . Übergangsriten werden zu Zeiten kritischer Ver­ änderungen im Leben eines einzelnen oder einer Kultur durchge­ führt. Individuen. verwenden sie bei den Über­ gangsriten sogar verschiedene. dem Klan und dem Rest des Stammes. Menopause und Tod zusammen. zu transformieren und zu weihen. Im ersten Stadium. wird der einzelne aus seinem sozialen Gewebe entfernt . Während bei den schamanischen Krisen soziale Gruppen spontan auftretende Episoden von verändertem Bewußtsein akzeptieren und ehren.Übergangsriten Eine weitere wichtige Informationsquelle über kulturell sanktio­ nierte transformative Krisen bilden die rituellen Ereignisse. Der Begriff selbst wurde ursprünglich von Arnold van Gennep geprägt. Dieser Übergang ist gewöhn­ lich dramatisch und geht mit oft erschreckenden und psychisch desorganisierenden ungewöhnlichen Erfahrungen einher. Beschneidung. Hier gehen das kulturelle Verständnis und die Anerkennung des posi­ tiven Werts von außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen noch einen Schritt weiter. Zeitlich fallen sie häufig mit größeren physiologischen und sozialen Übergängen wie der Geburt eines Kindes. daß Riten dieser Art in allen von ihm untersuchten Kulturen einem Standardmuster mit drei deutlich unterscheidbaren Stadien folgen. dem Verfasser der ersten wissenschaftlichen Abhandlung zu dem Thema. der Trennung. In all diesen Situationen lassen das Individuum oder die Gruppe eine Seinsweise zurück und begeben sich in vollkommen neue Lebensumstände.der Familie. die von den Anthropologen Übergangsriten genannt werden. Van Gennep erkannte. Ihr Hauptzweck ist der. Pubertät. Heilungszeremonien und geographischen Auf­ brüchen einher. kalendarischen Festen der Erneuerung. der Aufnahme in eine Geheimgesellschaft.

dem Unerwarteten und Unbe­ kannten spüren. in das Gefühl. Die Initianden lernen. Eine solche Vorbereitung ist für den Ausgang des transfonnativen Prozesses sehr wichtig. daß die Initianden untereinander ein tiefes Gefühl von Verbundenheit und Gemeinschaft entwickeln. wie sie bei den Übergangsriten von Stammesgesellschaften durchgeführt werden. Während dieser Periode der Trennung kann man intensiven Kummer über den Verlust der alten Seins­ weise spüren. decken ein breites Spektrum ab. Während dieser Zeit lehren die Initiatoren die Neulinge die Kos­ mologie und Mythologie ihrer Kultur und bereiten sie auf das nächste Stadium des Übergangs vor. Bei den Gruppeninitiationen. Diese Situation weist tiefe Ähnlichkeit zur spiri­ tuellen Krise auf. Furcht vor dem Entwurzeltsein. Manche 177 . sich den schwierigen Aspekten des transformativen Prozesses zu stellen. Dies geschieht indirekt durch mythische Geschichten. Im nächsten Stadium . so fremd und erschreckend sie auch scheinen mag.dieser Zeit kann der Initiand entweder vollkommen allein sein oder dieses beunruhigende Erlebnis gemeinsam mit seinesglei­ chen oder Altersgenossen antreten. Der Verlust des vertrauten Netzwerks und das Fehlen eines neuen Ersatzes führt ihn in einen Grenzzustand. weder Fisch noch Fleisch zu sein. die sie durchqueren werden. daß die Reise. die Neulinge zu beruhigen und ihnen zu helfen. Außerdem kann man besorgt und ängstlich werden. Sie ist schon von vielen gemacht worden und wird noch von vielen weiteren gemacht werden . Die Praktiken. die in den verschiedenen Kulturen eingesetzt werden. eine zeitlose und universale Dimension hat.dem Übergang . hat diese erschrekkende Periode der Trennung jedoch auch eine positive Seite: sie führt dazu. Das Wissen um diesen größeren Zusammenhang hat das Potential. bei der die vertraute Wirklichkeit gewaltsam durch die Herausforderungen der inneren Welt ersetzt wird. um solche Zustände herbeizuführen.schreiten die Initianden vom intellektuellen Lernen zu kraftvollen direkten Erfahrungen von außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen.heiligen Vorfahren sowie früheren und zukünftigen Initianden. Lieder und Tänze oder direkt durch Be­ schreibungen der Erfahrungsgebiete.

monotones Singen und Tanzen. Gemeinsam betraten sie eine große. die mit verschiedenen Tonfarben bedeckt waren. Gruppendruck. Das Kernstück des Okipa-Festes war zwar die Initiation junger Männer ins Erwachsenenleben und den Stand des Kriegers. mit weißem Ton angemalte Gestalt in einem prächtigen Gewand die Gruppe der jungen männlichen Initianden. Andere sind drasti­ scher und schließen quälende Schmerzen und Verstümmelungen des Körpers. um das Absinken der mythologischen Flut zu feiern. den Ursprünglichen Ahnen. Am Anfang des Ritus führte eine zeremonielle.sehr ungewöhnlich und ausgefallen sein. Diese Gestalt repräsen­ tierte den Ersten Mann. Wir haben dabei absichtlich einen Ritus ausgewählt. eines Stammes von Prärie-Indianern. runde Hütte und setzten sich dort entlang 178 . Natürlich sind viele ähnliche Riten nicht annähernd so radikal. Einige der mächtigsten Werkzeuge der rituellen Transformation waren über die Jahrhunderte verschiede­ ne Pflanzen mit psychedelischen Eigenschaften. welch hohe Achtung manche Kulturen transformativen Erfahrungen entgegenbringen und wieviel sie dafür zu opfern bereit sind. aber es umfaßte auch zeremonielle Tänze zur Sicherung erfolgreicher Büffeljagden und zur Befriedung böser Geister sowie ein Fest. Er zeigt. Ebenso wie bei der schamanischen Krise würde ein westlicher Beobachter mit tradi­ tioneller psychiatrischer Ausbildung sie wahrscheinlich als psy­ chotisch bezeichnen.und häufig auch der Initiatoren . Ersticken und Erwürgen oder extreme physische Erschöpfung und die Konfrontation mit lebensbedrohlichen Ge­ fahren ein. Im Laufe eines typischen Übergangsritus können die Erfahrungen und das Verhalten der Initianden . der extremen körperlichen Schmerz und Verstümmelungen miteinschließt. Zu den gebräuchlichen bewußtseinsverändernden Techniken gehören auch soziale oder sogar sensorische Depriva­ tion und ihr Gegenstück. die an den Ufern des Missouri lebten. Reizüberflutung durch starke akustische und optische Stimuli. wie etwa Suggestion. zu der Zeremonienstätte.sind relativ sanft. Wir wählen als Beispiel einen sehr komplexen Übergangsritus: das Okipa-Fest der Mandan. Fasten und Schlafentzug.

mit den dunklen Aspek­ ten der Existenz zurechtzukommen. in das Dorf. Während dieser Vorberei­ tungszeit unterzogen sich die Teilnehmer einer Reihe von Ritualen und führten außerhalb der Hütte rund um das Große Kanu. ist für die Übergangsriten und Heilungszeremonien in vielen Kulturen charakteristisch. O-Kee-hee-dee. in denen sie um be­ ständige Büffelvorräte und Mut für die jungen Initianden baten. die ihnen ins Fleisch stachen. Die siegreiche Rückkehr der Frauen mit seinem giganti­ schen Penis als Trophäe war das Signal für den Beginn der Prüfung in der Hütte. der einen schwarzen Schaft und einen roten Kopf hatte.) Am vierten Tag erschien schließlich eine maskierte Gestalt. Dort wurden die jungen Initianden an Seilen von der Erde hoch­ gezogen. eine Erinnerung an die Flut. daß keiner der jungen Männer aus der Hütte floh oder während der viertägigen Vorbereitung auf die Prüfung aß. Außerdem hielt er durch Gebete die Verbindung zum Großen Geist aufrecht und bat um Erfolg für das Unternehmen. trank oder schlief. Sie sangen Gebete an den Großen Geist. war fast nackt und überwiegend schwarz mit gelegentlichem Weiß dazwischen angemalt. (Das Bemühen. 179 . Sie stellte O-Kee-hee-dee dar. verschiedene unterhaltende Darbietungen auf. Seiner magischen Kräfte beraubt. Zu dessen Aufgaben gehörte es. bis sie einen plötzlichen Wendepunkt erreichten. jagte die Frauen und richtete Verwüstungen an. geschmückt mit einem kolossalen hölzernen Penis. erniedrigt und zum Dorf hinaus­ gejagt. Der Zere­ monienmeister stellte sich dem Bösen Geist und machte ihn durch den Zauber seiner magischen Pfeife bewegungsunfähig. Er rannte wild herum. An den Spießen hingen schwere Gewichte wie Schilde. hielt der Erste Mann den Initianden eine ermutigende Rede und ernannte einen alten Medizinmann zum Zeremonienmeister. an denen Spieße befestigt waren. sicherzustellen. Nachdem er seine heilige Medizinpfeife geraucht hatte. Die allgemeine Panik und das Chaos bauten sich immer weiter auf. Ein Großteil ihrer Energie war auf die Anrufung des Bösen Geistes gerichtet. wurde O-Kee-hee-dee besonders von den Frauen gequält. Dieser böse Geist stürmte.der Wände. verspottet.

ohne zusammenzubrechen oder zu »sterben«. einem Anwachsen der persönlichen Stärke und Unabhängigkeit. und so brachte man sie nach draußen zum Zeremonienplatz. die ihnen zu ihrer großen Leistung gratulierten. Zeremonien dieser Art führen meist zu einer beachtlichen Steigerung des emotionalen und physischen Wohlbefindens. seien bei dieser Prüfung gestorben und als Erwachsene und tapfere Krieger wie­ dergeboren worden. und sich bei der Rückkehr doch wie neugeboren. bis die Initian­ den wieder zu Bewußtsein kamen und durch die Menge zu ihren Hütten torkelten. Die jungen Männer mußten in großen Kreisen rennen und dabei die Gewichte mit sich schleppen. und die Initianden wurden mit einer Stange im Kreis gedreht. Dort wurden sie von ihren Verwandten empfan­ gen. die Kerneinsicht aller menschli­ chen Transformationsprozesse einschließlich spiritueller Krisen: Man kann das Chaos der Grenzbereiche und des Sterbens durch­ leiden. Man meinte.Bogen. die unreifen Jünglinge. Die Gewichte ließ man an ihren Körpern hängen. bis sie bewußtlos wurden. länger durchzuhalten als seine Genossen. verjüngt und stärker als zuvor fühlen. Das abschließende Stadium des Okipa-Festes war das »Letzte Rennen«. sich dessen bewußt zu sein. schlug man ihnen mit einem Beil die kleinen Finger ab und opferte diese dem Großen Geist. Was auch immer Menschen des Westens von solchen extremen Erfahrungen und Verhaltensweisen denken mögen. wie das genannt wurde. und wenn sie ihr Bewußtsein wiedererlangt hatten. Gefühlen von tiefer Verbundenheit mit der Natur und dem Kosmos. vermindert die Angst 180 . bis alle Gewichte herausgerissen waren. Ihre geschundenen Körper lagen solange auf der Erde. Dann ließ man sie zur Erde hinuntergleiten. Die inneren Erfahrungen und die äußeren Ereignisse des Übergangsritus vermitteln dem Initi­ anden eine profunde Botschaft. die sie gewesen waren. Köcher und Büffelschädel. wurden sie weiter herumgezogen. Jeder versuchte. die Erfahrung der totalen Auslöschung machen. Selbst wenn sie durch die körperliche Anstrengung und wahnsinnige Schmerzen vollkom­ men erschöpft waren und ohnmächtig wurden. von sozialer Zugehörigkeit und Zusammenhalt.

Krieger und so weiter. in der vorübergehende Desintegration und Aufruhr zu größerer geistiger Gesundheit führen. Eine rein symbolische Erfahrung dieser Art hat genau die gleichen Auswirkungen auf den Menschen. In Kulturen. Tod und Wiedergeburt auslösen. das Leben zu genießen. der sie macht. Die schamanische Krise überfällt die Psyche des zukünftigen Schamanen unerwartet und ohne Vorbereitung. haben viel gemeinsam. Die Erfahrungen der Initianden sind das Ergebnis spezifischer bewußtseinsverändernder Methoden. Sie ist per se spontan und autonom. indem sie die eigenen inneren Quellen der Psyche aktivieren. Die Übergangsriten dagegen sind ein Pro­ dukt der Kultur und folgen einem vorhersagbaren Zeitplan. der in den Initiationsprozeß eintrat. 181 . unterscheiden sich aber auch in wichtigen Punk­ ten. aber er ist nicht die einzige mögliche Form. wie sie von der Art des Zeremoniells vorgegeben ist: als Erwachsener. Bei spirituellen Krisen treten Episoden dieser Art oft spontan auf. Verschie­ dene. Das dritte Stadium in van Genneps Triade ist die Inkorporation. sehr viel sanftere bewußtseinsverändernde Techniken kön­ nen ähnliche Sequenzen von Leiden. die den Wesenskern des Initianden erreicht und zuweilen erschreckend. ist jedoch nicht derselbe wie der. der zurückkommt. Mutter oder Vater. All das ist das Ergebnis einer absichtlich eingeleiteten Krise. Die Übergangsriten sind daher ein weiteres Beispiel für eine Situation. Der Mensch. die von früheren Generationen ent­ wickelt und immer wieder vervollkommnet wurden.vor dem Tod erheblich und vergrößert die Fähigkeit. Dazu gehört die Wiedereingliederung des Individuums in seine Gemeinschaft in einer neuen sozialen Rolle. Zwar wurde bei dem Okipa-Übergangsritus ein wichtiger Teil der transformativen Prüfung in realistischer und konkreter Weise umgesetzt. die schamanische Krise und die Übergangsriten. Die beiden bisher besprochenen Beispiele für »positive Desinte­ gration«. die sowohl Schamanen achten wie Übergangsriten durchführen. chaotisch und desorganisierend ist. ein besseres Selbstbild und ein anderes Wertesystem. Als Ergebnis einer tiefen psychischen Transformation hat er nun eine sehr viel offenere sieht der Welt.

Durch sie haben wir nicht nur die Unterweisung erhalten. wie man mit Freude lebt.. Mythologie. die Heldenreise und ritueller Wahnsinn Nichts ist vortrefflicher als jene Mysterien. De Legibus 32 Die uralten Mysterien von Tod und Wiedergeburt lieferten einen weiteren wichtigen sozialen Kontext für transformative Erfahrun­ gen. Die Arbeit dieser beiden bahnbrechenden Denker führte zu einer begrifflichen Re­ volution im Verständnis der Mythologie. die uns aus einer unge­ bildeten und rohen Lebensweise zu wahrer menschlicher Bildung erzogen und zu kultivierten Menschen gemacht haben. die gestorben und wieder ins Leben zurückgeführt worden waren. Jung und besonders die langjährige enge Freundschaft mit dem Mythologen Joseph Campbell beeinflußt. Die Funktion der Mythologie in Psyche und Gesellschaft Man geht gewöhnlich davon aus. sondern auch wie man mit einer Hoffnung auf Besseres stirbt.. Neben unseren persönlichen Erfahrungen auf dem Gebiet hat uns sehr stark die Arbeit von C. Nach Jung und Campbell sind Mythen keine fiktiven Geschichten über die Abenteuer von imaginären Charakteren in nichtexistenten Ländern und daher 182 . Mythen seien ein Produkt des menschlichen Intellekts und seiner Vorstellungskraft. G.gilt die schamanische Krise als eine den Übergangsriten weit überlegene Form der Initiation. Sie tritt als Ergebnis einer höheren Macht bei einzelnen Menschen auf und wird daher als Hinweis auf eine göttliche Wahl und eine besondere Berufung betrachtet. Unsere ei­ genen Annahmen sind radikal anders. Cicero. Dabei identifizierten sich die Initianden mit verschiedenen mythologischen Gestalten.

In verschiedenen Kulturen nimmt diese Gestalt die Form einer spezifischen lokalen Muttergöttin an wie etwa Isis. ein Meisterwerk. Der Heros in tausend Gestalten Nachdem er viele Jahre lang systematisch die Mythologien unter­ schiedlicher Kulturen dieser Welt studiert hatte. Sie entstammen dem kollektiven Unbewußten der Menschheit und sind Manifestationen der uranfänglichen organisierenden Prinzi­ pien der Psyche und des Kosmos. Archetypen bringen sich durch die individuelle Psyche und ihre tieferen Prozesse zum Ausdruck. Campbell analysierte ein breites Spektrum von Mythen aus verschiedenen Teilen der Welt 183 . das in den Jahrzehnten da­ nach profunden Einfluß auf eine beachtliche Zahl von Denkern der verschiedensten Richtungen hatte. Nach Jung können gewisse mächtige Archetypen sogar historische Ereignisse und das Verhalten einer Kultur beeinflussen. aber weder entspringen sie dem menschlichen Geiste noch handelt es sich um dessen Produkte. Das »kollektive Unbewußte«. stellt das gemeinsame kulturelle Erbe der ganzen Menschheit über die Jahrtausende dar. Sie sind ihm quasi übergeordnet und fungieren als seine Leit­ prinzipien. Ein mächtiger universaler Archetyp ist etwa der der Großen Muttergöttin. Ähnlich läßt sich das Konzept von Himmel. Paradies und Hölle in vielen Kulturen der Welt finden. Die grundlegenden archetypischen Themen in ihrer allgemeinsten und abstraktesten Form treten weltweit in der gesamten Mytholo­ gie auf. die Jung Archetypen nannte.zufällige Produkte der individuellen menschlichen Phantasie. aber die spezifische Form dieser archetypischen Reiche wechselt. In verschiedenen Kulturen und unterschiedlichen Epochen der Geschichte kann man spezifische Variationen dieser grundle­ genden mythologischen Motive finden. Kybele oder Kali. die Jungfrau Maria. so Jungs Name für den Ort. an dem die Archetypen angesiedelt sind. veröffentlichte Joseph Campbell 1948 sein bahnbrechendes Buch Der Heros in tausend Gestalten.

was denn diesen Mythos universal macht. Die Grundformel für die Heldenreise läßt sich in Campbells eigenen Worten so zusammenfassen: Der Held verläßt die Welt des gemeinen Tages und sucht einen Bereich übernatürlicher Wunder auf. Warum spricht das Thema der Heldenreise alle Kulturen und Länder zu allen Zeiten an. mal weiblich. Das war die Geschichte eines Helden. besteht dort fabelartige Mächte und erringt einen entscheidenden Sieg. Der Held verläßt den vertrauten Boden oder wird durch eine äußere Kraft gewaltsam von ihm entfernt. die Universalität dieses Mythos über Raum und Zeit hinaus zu erkennen. auch wenn sie sich in jeder anderen Hinsieht unterscheiden? Und seine Antwort hat die Einfachheit und unnachgiebige Logik aller bril­ lanten Einsichten: Der Monomythos der Heldenreise ist eine Metapher für die inneren Erfahrungen während einer transforma­ tiven Krise und beschreibt ihre Erfahrungsgebiete. die wir schon als charakteristische Sequenzen bei traditionellen Übergangsriten beschrieben haben: Trennung. er wird durch eine Reihe von außergewöhnlichen Prüfungen und Aben­ teuern transformiert und schließlich in einer neuen Rolle wieder in die ursprüngliche Gesellschaft eingegliedert. daß der Archetyp der Heldenreise gewöhnlich drei Stadien aufweist. der die Heimat verläßt und nach phantastischen Abenteuern als vergöttlichtes Wesen zurückkehrt. Seine Neugier trieb ihn zu der Frage. mal männlich. die er den Monomythos nannte.und erkannte dabei.' ‘ Campbells forschender und klarer Intellekt war nicht damit zu­ frieden. So wie die transformative Krise universal relevant ist. daß sie alle Variationen einer universalen archetypischen Formel enthielten. seine Mitmenschen mit Segnungen zu versehen. 184 . von seiner geheimniserfüllten Fahrt zurück. so ist es auch der Mythos. die denen ähneln. In­ itiation und Rückkehr. dann kehrt er mit der Kraft. Campbell stellte fest.

die traditionell als psychotisch bezeichnet würden. In der Sprache der Psycho­ logie können wir sie als das Auftauchen von Elementen aus dem tiefen Unbewußten. und er erweiterte seine Definition des Monomythos. daß die Abenteuer der Schamanen während der initiatorischen Krise und die der Initianden bei den Übergangsriten besondere Beispiele für die Heldenreise waren. begibt er sich in ein Abenteuer. in das Alltagsbewußtsein bezeichnen. Im Laufe dieser Arbeit hatte Perry auf alle unterdrückenden Medikamente verzichtet. so daß sie bestimmte Formen von Psychosen einschloß. Heiler. Campbell nennt diese Einladung zum Abenteuer einen Ruf. Als Folge seines Kontaktes zu Perry und dessen Material erkannte Campbell die großen Ähnlichkeiten zwischen dem Symbolismus der Hel­ denreise und den Bildern. wenn das normale Leben des Protagonisten plötzlich durch das Eindringen von Ele­ menten unterbrochen wird. der unser Alltags­ leben von der erstaunlichen Welt unseres Unbewußten trennt. der viele Jahre lang mit jungen Klienten extensiv psychotherapeutisch gearbeitet hatte. Begegnun­ gen mit phantastischen Tieren und übermenschlichen Wesen und zahllose Prüfungen gehören. Im Jahr 1968 lernte er den Jungschen Analy­ tiker John Perry kennen. Nach erfolgreicher Beendigung der Reise kehrt der Held wieder nach Hause zurück und führt ein vollkommenes und lohnendes Leben als vergöttlichtes Geschöpf weltlicher Führer. wird durchsichtig und bricht schließlich ganz zusammen. die bei vielen spontan auftretenden außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen Vorkommen. Wie der Heros des Monomythos erhält auch der Mensch in einer spirituellen Krise einen Ruf. Wenn der Held auf die Einla­ dung reagiert und die Herausforderung annimmt. Die tiefen Inhalte der Psyche. Der subtile Film. Ein typischer Mythos der Heldenreise beginnt. Seher oder spiritueller Lehrer. 185 . die magischer Natur sind und zu einer anderen Ordnung von Realität gehören. derer wir uns gewöhnlich nicht bewußt sind. zu dem Besuche in fremden Territorien. besonders seinen archetypischen Ebenen.Spirituelle Krisen als Heldenreisen Campbell selbst war sich der Tatsache bewußt.

All dies kann zu einem starken Bedürfnis führen. nicht zu einem erfolgreichen Ende. Die Intuition ist oft deutlich gestärkt und die Fähigkeit. Viele emotionale und psychosomatische Schwierigkeiten sind in dem transformativen Prozeß ausgebrannt und eliminiert worden. Eine drama­ tische visionäre Odyssee in die Tiefen der Psyche hat ihren Anfang genommen. Erfahrungen einer Begegnung mit der Großen Muttergöttin oder dem Göttli­ chen Vater können dazu beitragen. wie ein erfüllenderes und pro­ duktives Leben in Zukunft aussehen könnte. so sind sie doch ähnlich und die Metapher recht passend. Wie bei den Heldengeschichten. gehören dazu dunkle Mächte und erschrekkende Monster. das Selbstbild und die Selbstakzeptanz sind deutlich besser geworden und die Fähigkeit. In manchen Fällen kann man 186 . mächtigen Emotionen und merkwürdigen Körpergefühlen ins Bewußtsein ein. ihre Gültigkeit bestätigt wird und angemessene Unterstützung vorhanden ist. ist verbessert worden. und man spürt. Gefahren aller Art und Begegnungen mit überna­ türlichen Wesen sowie magische Interventionen. daß man ein besseres Gleich­ gewicht zwischen den männlichen und den weiblichen (Yang.und Yin-) Aspekten der eigenen Persönlichkeit aufbauen kann. das Element des Dienens zu einem wichtigen Bestandteil des eigenen Lebens zu machen. Wenn man die Erfahrung zu einem natürlichen Ende gelangen läßt. Wenn die Herausforderungen dieser inneren Reise angenommen und die Schwierigkeiten erfolgreich überwunden wurden. die wir aus der Mythologie kennen. das als visionäres Abenteuer begann. hat zugenommen. kann man radikal transformiert in das gewöhnliche Leben zurückkehren. Oft kann man die eigene göttliche Natur erkennen und Einsichten in die universale Ordnung erlangen. Die falschen Vorstellungen und irrigen Strategien der Vergangenheit werden siehtbar. werden die Erfahrungen zunehmend lohnender und streben einem positi­ ven Ausgang zu. Häufig kommt jedoch etwas. Wenn die Ergebnisse auch vielleicht nicht so glorreich sind wie der Ausgang der mythologischen Heldenreise. als Berater oder Führer für andere Menschen in emotionalen Krisen zu arbeiten.brechen in der Form von Bildern. das Leben zu genie­ ßen.

an der gewöhn­ lichen Realität mit all ihren alten Problemen und Begrenzungen festzuhalten. die sich einer spirituellen Krise ohne richtige Unterstützung und grundle­ gendes Verständnis stellen müssen. Halbgötter und Helden. die Zwillinge aus dem Maya-Epos Popul Vuh und die griechischen Helden Odysseus und Herkules sind hervorste­ chende Beispiele für solche mythischen Gestalten. Eine weitere Möglichkeit ist die Unfähigkeit. Ebenso häufig sind Geschichten über Götter. ist da nur ein Beispiel. die in das Reich der Toten hinabgestiegen und nach der Überwindung von unvor­ stellbaren Hindernissen mit besonderen Kräften versehen auf die Erde zurückgekehrt sind. Die legendären Schamanen verschiede­ ner Kulturen. Das zentrale Thema der jüdisch-christlichen Religion in diesem Zusammenhang. die Reise zu vollenden. Die Mythologien aller Zeiten und Länder kennen drama­ tische Geschichten von Helden und Heldinnen. Tod und Wiedergeburt von Göttern und Heiden Ein besonders kraftvolles Thema. zurückzukehren und die gewöhnliche Realität zu bewältigen. das mit bemerkenswerter Häu­ figkeit in der Mythologie der Heldenreise auftaucht. In weniger offensieht­ licher.durch die Erfah­ rung des Todes und der Wiedergeburt erhöht und unsterblich geworden. symbolischer Form wird dasselbe Motiv manchmal als Erfahrung beschrieben. Die Beispiele hierfür reichen von dem griechischen Helden Jason und dem biblischen 187 . In dem Fall taucht man tief in die Abgründe des Unbewußten und ist nicht in der Lage. ist die Be­ gegnung mit dem Tod und die sich daran anschließende Wieder­ geburt. und es gelingt einem. Dies ist unglückseliger­ weise das Schicksal vieler Menschen in unserer Kultur. die gestorben sind oder umgebracht wurden und daraufhin in einer neuen Rolle ins Leben zurückkehren . von einem gräßlichen Ungeheuer ver­ schlungen und dann wieder hinausgewürgt zu werden oder auf wundersame Weise fliehen zu können. die Kreuzigung und Wiederauferste­ hung Jesu Christi.sich dem Ruf widersetzen.

Wenn man bedenkt. Veränderung des Atem­ rhythmus. Zu den für diesen Zweck wirksamsten Mitteln gehörten verschiedene Pflanzen mit psychoaktiven Eigenschaften. Viele alte Kulturen waren sich dieser Tatsache wohl bewußt und entwickelten Initiations­ verfahren. ist es auch interessant zu sehen. daß Sequenzen von psychologischem Tod und Wiedergeburt zu den am häufigsten beobachteten Erfahrungen während außergewöhn­ licher Bewußtseinszustände gehören. Es deutet sogar einiges daraufhin. Kontakt zu den Gottheiten und den göttlichen Reichen herzustellen. ähnelten denen. oder die Information ging mit der Zeit verloren. daß die Ansicht 188 . Die Mittel. wie universal und wichtig diese Themen in der Weltmythologie sind.Jona bis zur Heiligen Margarete. Sie spielen in dem Prozeß der psychischen Transformation und spirituellen Öffnung eine extrem wichtige Rolle. bei denen Einzuweihende den psychi­ schen Tod und Wiedergeburt erfuhren. wünschenswert und letzten Endes heilend. seien sie durch verschiede­ ne Mittel herbeigeführt oder spontan aufgetreten. die angeblich von einem Drachen gefressen und durch ein Wunder gerettet wurde. Begegnung mit körperlichem Streß und Schmerz und scheinbar oder tatsächlich lebensbedrohende Situationen. Singen. die bei schamanischen Vorgängen und Übergangsriten eingesetzt wurden: Trommeln. kraft­ volle rituelle Ereignisse. Die bei den Initianden ausgelösten kräftigen und oft erschrecken­ den und verwirrenden Erfahrungen wurden als Gelegenheit be­ trachtet. Sie galten als notwendig. diese verän­ derten Bewußtseinszustände herbeizuführen. Entweder wurde er geheimgehalten. die eng an die Mythen von Tod und Wiedergeburt gekoppelt waren. Die Mysterien von Tod und Wiedergeburt In vielen Teilen der Welt dienten die Mythen von Tod und Wiedergeburt als ideologische Basis für heilige Mysterien. In manchen Fällen ist der bewußtseinsverändernde Prozeß dieser Riten nicht bekannt. Tanzen.

daß dieses Ereignis sie an Orte bringen würde. daß dieses Zeugnis aus Griechenland. denen die Initianden bei den Mysterien von Tod und Wiedergeburt begegneten. Er versprach ihnen. der die Bürger von Theben einlud. wenn man sich freiwillig diesen extremen Geisteszu­ ständen aussetzte. mit ihm den Taumel der Bacchanalien. Die kraftvollen psychischen Ereignisse. ist dabei von besonderer Be­ deutung. in dem sie ihren Prinzen für ein wildes Tier hielten und töteten. die andere göttlicher Intervention oder.Aphrodite und Eros. einem Anfall gefährlichen Wahnsinns.Dionysos. waren sich die alten Griechen der Tatsache bewußt. den der rituellen Ekstase . Platon lieferte eine 189 .den Musen. archetypischen Einflüssen. wie wir es in der Sprache der modernen Psychologie sagen würden. die sie nicht einmal im Traum für möglich hielten. Hier können wir uns auf das Zeugnis zweier großer Köpfe der griechischen Philosophie berufen. zu feiern. einen orgiastischen Ritus mit wilden Tänzen und dem Freisetzen verschiedener Emotionen und instinkthafter Trie­ be.herrschte. die wir in unserer Psyche bergen. im richtigen Rahmen zum Ausdruck zu kommen.) In seinem Dialog mit dem Titel »Phaedrus« unterscheidet Platon zwischen zwei Arten von Wahnsinn. der Wiege der westlichen Zivilisation stammt. Die eine entspringt mensch­ licher Krankheit. eine Gelegenheit erhalten müssen. Das läßt sich an dem griechischen Mythos von Dionysos illustrie­ ren. Bei der zweiten Art unterscheidet er weiter vier ver­ schiedene Typen. man könne sich vor echtem Wahnsinn schützen und ihn verhindern. Wie dieser populäre Mythos andeutet. Als sie ablehnten. den der künstlerischen Inspiration . die aus dem kollektiven Unbewußten stammen. zwang er sie zu dem Größeren Tanz des Dionysos.Apollo. hatten zweifellos ein bemerkenswertes Potential für Heilung und Trans­ formation. Platon und Aristote­ les. die unserer eigenen Tradition fremd sind. den der prophetischen Verzückung . da es Westlern allzu leicht fällt. die er spezifischen Göttern zuordnet: den Wahn des Liebenden . die Beweise aus dem Schamanismus oder Übergangsriten zu ignorieren. daß die gefährlichen Kräfte. da sie Kulturen entstammen. (Die Tatsache.

auf die eine heilende Katharsis folgte.lebhafte Beschreibung des therapeutischen Potentials von rituel­ lem Wahn. Nach Aristoteles erlebten die Initianden durch Wein. das volle Erfahren und Freisetzen von unterdrückten Emotio­ nen. die früher in verschiedenen Teilen der 190 . Dieses Verständnis von der Beziehung zwischen intensiven emo­ tionalen Zuständen und Heilung kommt dem Konzept der spiritu­ ellen Krise und entsprechender Behandlungsstrategien sehr nahe. Aphrodisiaka und Musik eine außergewöhnliche Erregung der Leidenschaften. war Aristoteles davon überzeugt. was er K a t h a r s i s (wörtlich »Reinigung« oder »Ausbrennen«) nannte. daß das Chaos und die Raserei der Mysterien einer späteren Ordnung zuträglich seien. daß die Teilnehmer sie als psychisch relevant und förderlich empfanden. Er verlieh außerdem seiner Meinung Ausdruck. wobei er als Beispiel eine weniger bekannte Variante der griechischen Mysterien. In manchen Zusammenhängen sind sie eher als Manifestationen diverser beunruhigender Inhalte und Kräfte zu sehen. Nach seiner Darstellung führte wildes Tanzen zu Flötenklängen und Trommelrhythmen. Von diesem Standpunkt aus ist es wünschenswert und heilend. Die berühmten Mysterien zu Eleusis in der Nähe von Athen wurden fast zweitausend Jahre lang ohne Unter­ brechung alle fünf Jahre durchgeführt. verwende­ te. einer der wichtigsten Mysterienschulen seiner Zeit. Die Beliebtheit und die weite Verbreitung der Mysterien in der Welt des Altertums deuten darauf hin. die griechischen Mysterien böten einen starken Rahmen für diesen Prozeß. die Korybantischen Riten. Dramatische Symptome sind nicht notwendigerweise ein Hinweis auf Pathologisches. zu einem Zustand tiefer Entspannung und Gelassenheit. stelle eine wirksame Behandlungsmethode für geistige Störungen dar. Wir möchten kurz auf die wichtigsten Mysterien von Tod und Wiedergeburt hinweisen. das in einem explosiven emotionalen Freisetzen gipfelte. die zuvor schon im Unbewußten existierten. In Überein­ stimmung mit der Grundannahme der Mitglieder des OrpheusKultes. Platons großer Schüler Aristoteles hat als erster ausdrücklich ge­ sagt. sie ins Bewußt­ sein zu bringen und sich ihnen zu stellen.

Welt stattfanden. Persephone wurde von Pluto. Für sie. hinabsteigt. sich einer Prüfung zu unterziehen. Nach dem Mythos. die sich in tiefe Selbsterfah­ rungstherapie begeben oder in eine spirituelle Krise geraten. wieder zum Leben erwecken könnte. wurde er von seinem bösen Bruder Seth getötet und zerstückelt und dann von seinen Schwestern Isis und Nephtys wieder zum Leben erweckt. können Kenntnisse der Mythologie. das ihren toten Sohn und Mann. und für diejenigen. Wenn sie sich entschieden. aber auf Intervention von Zeus unter der Bedingung freigelassen. die in die Unterwelt. um ein Elixir zu suchen. das von der furchtbaren Göttin Ereshkigal regierte Reich des Todes. die ihnen bei ihrem Prozeß zur Seite stehen. entführt. der man auf diesen inneren Reisen begegnet. daß sie ein Drittel jedes Jahres wieder in 191 . konnten die Initianden die spirituelle Befreiung erreichen. Sie fußten auf dem Mythos von der Muttergöttin Ishtar. die der von Ishtar ähnelte. dem Gott der Unterwelt. um die Angst vor dem Tod zu überwinden und Zugang zu esoterischem Wissen über das Universum und die Natur des Menschen zu erlangen. wichtige Richtlinien sein. Die Eleusinischen Mysterien beruhten auf einer esoterischen Interpretation des Mythos von der Göttin Demeter und ihrer Tochter Persephone. Gemäß esoterischer Interpretation symbolisierte der My­ thos von Ishtars Reise in die Unterwelt und ihrer erfolgreichen Rückkehr die Gefangenheit von Bewußtsein in Materie und seine Befreiung durch die Wirkung von geheimen spirituellen Lehren und Vorgängen. Die bei diesen Riten dargestellten archetypi­ schen Themen tauchen regelmäßig in den Erfahrungen von mo­ dernen Menschen des Westens auf. der diesen Mysterien zugrundeliegt. Während dieses Vorgangs erlebten die Initianden die Identifikation mit dem Gott Osiris. Tammuz. Im alten Griechenland und den angrenzenden Ländern gab es viele heilige Riten. Zu den ältesten Mysterien von Tod und Wiedergeburt gehören die babylonischen und assyrischen Riten von Ishtar und Tammuz. Im alten Ägypten wurden die Initianden in den Tempeln von Isis und Osiris unter Anleitung der Hohepriester schwierigen Prüfun­ gen ausgesetzt.

Bei den Dionysischen Riten erlebten die Initianden die Identifikation mit dem ermordeten und wiedergeborenen Gott durch berauschende Getränke. um seine geliebte Eurydike von den Fesseln des Todes zu befreien. Die Dionysischen Riten oder Bacchanalien beruhten auf der mythologischen Geschichte vom jungen Dionysos.das Königreich Plutos zurückkehre. Ein weiteres Beispiel für die griechischen Mysterien ist der Orphische Kult. Diese Beispiele sind keineswegs eine umfassende Aufzählung der alten Mysterien und Mysterien-Religionen. einer Gottheit. der meist als Gleichnis für das zyklische Wachstum der Pflanzen in den Jahres Zeiten galt. der von den Titanen zerstückelt wurde und wiederauferstand. Dieser Mythos. 192 . Seine Mutter Smyrna war von den Göttern in einen Myrrhebaum verwandelt worden. Die eng verwandten Phrygischen Mysterien wurden im Namen von Attis abgehalten. Phönizien und Byblos von diesem Mythos inspirierte Mysterienspiele inszeniert. Ein anderer berühmter Mythos über einen sterbenden Gott ist die Geschichte des Adonis. bei den Druiden und in der präkolumbianischen Maya-Kultur. wurde für die Initianden von Eleusis zu einem Symbol für das spirituelle Ringen der Seele. Ähnliche Vorgänge rund um Tod und Wiedergeburt finden sich in der Mithra-Religion. orgiastische Tänze. den unvergleichlichen Musiker und Sän­ ger. wilde Läufe durch die Landschaft und den Verzehr rohen Tierfleisches. Sie treten außerdem als Ele­ mente der Initiation in verschiedene Geheimorden und -gemeinschaften und in vielen anderen Zusammenhängen auf. der die Unterwelt aufsuchte. Nachdem ein wilder Eber seine Geburt aus dem Baum möglich gemacht hatte. in der nordischen Tradition. Alljährlich wurden in vielen Teilen von Ägypten. die periodischem Wechsel von Gefangenschaft in Materie und Freiheit unterliegt. als Pallas Athene sein Herz rettete. wurde ihm aufgetragen. ein Drittel jedes Jahres mit Persephone und den Rest mit Aphrodite zu verbringen. die sich entmannte und später von der Großen Mutter­ göttin Kybele wiedererweckt wurde. der sich um die Legende des vergöttlichten Barden Orpheus dreht.

In der Evolution der großen Kulturen dieser Welt. Die symbolische Aufführung endete mit einer Schilderung einer erneuerten Welt und einer revitalisierten Gesellschaft. wurde der König kultu­ rell als eine buchstäbliche Inkarnation Gottes gesehen. Diesen Riten sprach man entscheidende Bedeutung für das Fortbestehen 193 . Griechenlands. das von der Person des Königs handelte und bestimmte Standardthemen hatte. die unseres Wissens keinen Kontakt untereinander hatten. Roms. schilderten dramatische Sequenzen den Tod des Königs und seine Rückkehr zu den Anfängen von Zeit und Schöpfung. die sich als die Ära des sakralen Königtums oder. Chinas und Mittelamerikas (bei den Tolteken und Azteken). in Perrys Worten. Indiens. der nordischen Länder.Sakrales Königstum Wiedergeburt und das königliche Drama von Tod und Bevor wir das Reich von Mythos und Ritus verlassen. die heilige Hochzeit und die Apotheose als messianischer Held. zu dem ein dramatisches Aufeinanderprallen von Gegensätzen gehörte der Kampf zwischen den Kräften von Licht und Dunkelheit und die Konfrontation zwischen Gut und Böse. die durch die Arbeit von John Perry besondere Bedeutung für die Erforschung spiritueller Krisen gewonnen hat. Völlig unabhängig voneinander feierten alle diese Kulturen aus­ gedehnte Neujahrsfeste. die durch die Teilnahme von Transvestiten zum Ausdruck kam. möchten wir einen kurzen Hinweis auf eine Phase der kulturellen Entwick­ lung geben. als »die archaische Ära des inkarnierten Mythos« bezeichnen läßt. All dies geschah im Kontext eines kosmischen Konflikts. Ein wichtiger Teil des königlichen Dramas war die Umkehrung der sexuellen Polaritäten. Meso­ potamiens. Während dieser Zeit. Darauf folgten seine Neuge­ burt. bei denen ein rituelles Drama aufgeführt wurde. des Iran. Nachdem der Ort des Ritus zum Mittel­ punkt der Erde ernannt worden war. Diese Art von Gesellschaft finden wir in der Geschichte Ägyptens. in der auch die ersten städtischen Siedlungen entstanden. einschließlich derer. gibt es eine Periode. Israels.

Dionysos. sind sowohl bei den Selbsterfahrungstherapien wie bei Episoden von spirituellen Krisen sehr häufig. Dieses mythologische Material taucht in außergewöhnli­ chen Bewußtseinszuständen spontan ohne jedes Programmieren und häufig zur Überraschung aller Beteiligten aus der Tiefe der Psyche auf. Osiris und Wotan sowie Jesus Christus scheinen in der Psyche der modernen Menschen des Westens zu wohnen und in außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen lebendig zu werden. denen sie begegnen. Die Tatsache. daß die Erfahrungen. 194 . es handele sich bei diesen Zuständen um Hinweise auf Geisteskrankheit. aus denen er sich zusammensetzt. Bei seiner systematischen therapeutischen Arbeit mit Klienten. daß ihr reicher und komplexer Inhalt das Produkt einer Verzerrung von mentalen Prozessen durch eine pathologische Schädigung des Gehirns sein können.und die Stabilität von Kosmos und Natur und das Wohlergehen der Gesellschaft zu. die spontane Episoden von außergewöhnlichen Bewußtseinszustän­ den erlebten. Dramatische mythologische Sequenzen. kam Perry zu einer erstaunlichen Schlußfolgerung: Viele dieser Zustände kreisten um dieselben Themen wie die oben beschriebenen Neujahrsdramen. die kein intellektuelles Wissen über die mythischen Gestal­ ten und Themen haben. die Tod und Wiederge­ burt und andere Themen aufzeichnen. Ihre archetypischen Themen sind offensichtlich sinnvoll mit der Evolution des Be­ wußtseins auf der kollektiven und vielleicht auch auf der indivi­ duellen Ebene verbunden. hat weitreichende Bedeutung. Archetypische Bilder und ganze Szenen aus der Mythologie verschiedener Kulturen findet man oft auch bei Men­ schen. nannte er diese wichtige Form von transformativer Krise Erneuerungsprozeß. und es ist sehr unwahrscheinlich. Wie bereits im vierten Kapitel erwähnt. so erstaunliche historische Parallelen haben. Sie stellt eine entscheidende Herausforderung der Ansicht dar.

etwa den Hinduismus. die für ein bestimmtes religiöses System spezifisch sind. Selbst ein flüchtiger Blick auf dieses Material enthüllt. und andere Dämonen die Köpfe von Ochsen. In vielen Fällen haben die Erfahrungen tatsächlich mit archetypi­ schen Formen zu tun. Lalitavistara Sutra' 34 Das Stadium der Geschichte der großen Weltreligionen und ihrer heiligen Schriften ist für das Verständnis der spirituellen Krisen von großer Bedeutung. die mit einer spirituellen Krise zu tun haben. manche werfen entwurzelte Bäume und Stangen aus Eisen oder Kupfer. Schlangen und entsetzliche Reptilien mit giftigen Blicken.einschließlich der verschiedenen Hindernisse und Härten. Daher stellen diese Karten wichtige Führer für den Menschen in der Krise und alle. die ihm dabei helfen wollen. von den visionären Erfah­ rungen transpersonaler Realitäten inspiriert und wiederholt neu­ belebt wurden. manche werfen Berggipfel in flammenden Farben. die die menschliche Geschichte geprägt haben. daß all die religiösen Bewegungen.Das spirituelle Erbe der großen Religionen Die Dämonen greifen an. und ihr Prozeß folgt oft denselben Stadien. manche werfen Kamele und Elefanten mit furchterregenden Augen. den Buddhismus oder die christliche Mystik. Auf den folgenden Seiten werden wir daher einen Blick auf einige der Kartographien werfen. Die mystischen Traditionen und klösterlichen Orden vieler Reli­ gionen haben Kartographien der Geistesverfassungen hinterlas­ sen. in die man an wichtigen Schnittstellen der spirituellen Praxis geraten kann . Buddhas Begegnung mit Kama Mara. dar. die denjenigen besonders nützlich sein können. 195 . Menschen in spirituellen Krisen treffen auf viele der gleichen Schwierigkeiten.

durch die der einzelne die Verbindung mit seiner göttlichen Essenz oder Atman-Brahman zu erreichen sucht. ist die indische Vorstellung der sieben Zentren psychischer Energie. aber man weiß. die für Leute in einer spirituellen Krise von besonderem Interesse ist. zusam­ mengefaßt. sind sie nicht nur für Indien und den Femen Osten. die die Philosophie der Veden und ihre spirituelle Botschaft weiterentwickelten und verfeinerten. die auf vielen Jahrhunderten profunder transpersonaler Erfahrungen zahlloser vorzüglicher spiritueller Meister aufbauen. dem legendären indischen Philosophen und Sprachgelehrten. Obwohl sie funktionale Verbindungen zu wichtigen Organen haben. den Chakras. Gemeinsam mit den Upanishaden. die als Kundalini bezeich­ net wird. Wir haben bereits darauf hingewiesen. werden zwar keiner bestimm­ ten Person zugeschrieben. Die mystische Literatur Indiens ist eine wahre Goldgrube an Informationen. späteren Texten. Die Essenz der Yoga-Lehren ist in den Yoga-Sutras von Patanjali. daß sie auf den göttli­ chen Enthüllungen alter Seher beruhen. sondern auch für spirituell Suchende auf der ganzen Welt eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration gewesen. sind sie nicht-materieller Natur und gehören zum energetischen oder »feinstofflichen« Körper. Für Menschen in dieser Form von transformativer Krise können die Lehren über die Chakras unschätzbares Verständnis und Führung bedeuten. Jedes Chakra ist mit einer bestimmten Art. Nach der Lehre des Kundalini-Yoga liegen die Chakras an einer Linie entlang der Wirbelsäule zwischen dem Kreuzbein und dem Scheitelpunkt des Kopfes. 196 . und charakteristischen Einstellungen und Verhaltensweisen assoziiert.Hinduismus Die Veden. die Welt zu sehen. daß eine der häufigsten Formen von psychospirituellen Krisen eine deutliche Ähnlichkeit zu den Beschreibungen des Kundalini-Erwachens aufweist. die heiligen Schriften der ältesten Religion Indiens und die Grundlage des Hinduismus. Die verschiedenen Yoga-Schulen bieten hochentwickelte Prakti­ ken an. und der kosmischen Energie. Eine Landkarte für innere Erfahrungen.

Stür­ men. Auf allen Bäumen wuchsen Lotusblüten. schickte er eine Armee von Dämonen. bis an die Küsten des Meeres. der wirbelnd durch die Luft fliegt. charakteristische Formen aufweisen. Während seiner Meditation erlebte er das Erscheinen von Kama Mara. »Als er die Erleuchtung erreichte. hat der Betroffene oft reiche und dramatische Erlebnisse. aber die Arbeit mit Leuten in außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen zeigt. Als er damit keinen Erfolg hatte. Gautama Buddha Shakyamuni.Außerdem ist jedes Chakra mit spezifischen mythologischen Rea­ litäten und archetypischen Wesen verwandt. Und das System der zehntausend Welten war wie ein Blumenstrauß. kochendem Schlamm und heißer Asche umzubringen drohten. Wäh­ rend dies geschieht. reinigt und erleuchtet die Chakras. der ihn vom spirituellen Pfad ablenken wollte. die ihn mit diversen unheilvollen Waffen. sintflutartigen Regenfällen. auf welches Chakra der Prozeß gerade abzielt. daß die Psyche eines normalen Menschen kraftvolle und überzeugende Sequenzen ähnlicher Art hervorbringen kann. aktiviert und fließt nach oben. Als er in derselben Nacht unter dem Bodhi-Baum saß. gewann der Buddha tiefe Einsichten in seine früheren Inkarnationen und erlangte das »göttliche Auge«. Nach den Schrif­ ten war seine eifrige Suche nach Erleuchtung voll visionärer Abenteuer. flammenden Felsen. Buddhismus Wie viele andere große religiöse Systeme nahm auch der Buddhis­ mus mit einer dramatischen »spirituellen Krise« seines Gründers. Kama Mara führte den Buddha mit seinen drei üppigen und verführerischen Töchtern in Versu­ chung: Unzufriedenheit. Beim spirituellen Erwachen wird Kundalini oder die Schlangenkraft. seinen Anfang. die sonst schlafend am unteren Ende der Wirbelsäule liegt. bebten die zehntausend Welten zwölfmal. Entzücken und Durst. das Geschenk des inneren Sehens. öffnet. 197 . die je nachdem.« Diese Erzählung mag wie ein naives Märchen klingen. dem Meister der Welt der Illusion.

diese Phänomene zu katalogisieren. Diese Bilder repräsentieren die zehn Stadien oder »Jahreszeiten der Erleuchtung« von dem Moment an. Statt ganz spezifisch verschiedene Arten und Ebenen von Erfahrungen zu beschreiben. die in der spirituellen Praxis Vorkommen. Aber die Zen-Schüler bleiben nicht ganz ohne Landkarten für ihre Praxis. verweisen die Karten des Zen auf größere Transformationen des Bewußtseins und die Stadien der inneren Entwicklung. zu der er der persönlichen Befreiung entsagt hat. Doktrinen und Schriften zu folgen. und in Anspruch nimmt. Die Zen-Meister haben jedoch wenig Interesse daran gezeigt. bietet sorg­ fältige und hochentwickelte Karten des spirituellen Pfades wie die Sechs Yogas von Naropa. die es ablehnt. in dem der Suchende sich der Möglichkeit der Erleuchtung bewußt wird. 198 . sie zu beobachten und in der Erfahrung durch sie hindurch und über sie hinaus zu wandern. Diese reichen von biographischem Material zu mythologischen Visionen und Erinnerungen an frühere Inkarnationen.Zusätzlich zu den Berichten von den visionären Erfahrungen des Buddha enthält die buddhistische Literatur zahlreiche Beschrei­ bungen der Bewußtseinszustände. der tibetischen Version des Buddhismus. Am bekanntesten sind darunter die soge­ nannten »Ochsenbilder«. Am umfassendsten und ausführlichsten ist vielleicht der enzyklopädische Text Abhidhanna. daß in der Zen-Praxis eine Vielfalt von beunruhigenden wie auch ekstatischen und verführe­ rischen Erfahrungen bei der Meditation auftreten können. ihnen keine besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Die Schüler werden ermutigt. und bezeichnen sie mit dem allgemeinen Begriff m a k y o . Die jahrhundertealte Tradition des Vajrayana. der auf Gautama Buddhas Abhandlungen aus vierzig Jahren beruht und von seinen Jüngern aufgezeichnet wurde. die verschiedene Situationen mit einem Mann und einem Ochsen darstellen. Zen ist eine Schule des Buddhismus. bis zu der Zeit. sondern einfach zu sitzen. Es ist wohlbekannt. auf denen die Stadien des spirituellen Pfades in einer Serie von einfachen Zeichnungen dargestellt werden. die direkte Vermittlung des Geistes oder der Essenz von Buddhas Lehren zu ermöglichen.

Dieselbe Situation wird in einem Zen-Spruch noch prägnanter zusammengefaßt: »Wenn Du Dich auf die Reise begibst. ein einfaches Diagramm.« Dieses Prinzip illustriert die Grundthese. in denen es merkwürdige und desorganisierende Geistes199 . auf dem die Veränderungen des Bewußtseins während der spirituellen Praxis durch eine Bewegung entlang eines Kreises symbolisiert werden. Der Ausgangspunkt bei null Grad steht für die Geistesverfassung. der auch null Grad ist. daß die gesamte Kartographie nur ein Lehrmittel war. daß dieser Zustand in gewisser Weise derselbe ist wie zu Beginn der Reise. auf der das Konzept der spirituellen Krise beruht: Auf dem Weg zu größerer Klarheit und Gesundheit muß man oft Stadien durch­ queren. in der man sich mit der Welt der Namen und Formen identifiziert und sie als Polaritäten wahrnimmt. in dem die ganze Welt der Form illusorisch scheint und nichts wirklich existiert. Wenn Du die Reise zu Ende gemacht hast. aber zugleich deutlich anders. daß alles aus dem Nichts kommt und in das Nichts verschwindet. sind Berge nicht länger Berge und Flüsse keine Flüsse mehr. wie als angenehm/unangenehm oder gut/böse. wie sie ist. Man kehrt in die gewöhnliche Welt zurück. An diesem Punkt werden Form und Leere austauschbar.um anderen zu helfen. sind Berge wieder Berge und Flüsse wieder Flüsse. und als Weiser in die Welt des Alltagsle­ bens zurückkehrt. Die 90-Grad-Stellung auf dem Kreis repräsentiert die Ebene von Bewußtseinsentwick­ lung. ähnliche Karte ist der Zen-Kreis. Die 180-Grad-Position steht für den Zustand von Bewußtsein. Der 270-GradPunkt repräsentiert ein Reich von Magie und Wundem. Diese Situation hat eine psychologische Entsprechung zu der Tatsache. aber man sieht sie ohne Anhaftung und Werturteile. Der Geist scheint alle Begrenzungen überschritten zu haben und alles Vor­ stellbare ist möglich. An diesem Punkt verschwinden selbst die Unterscheidungen zwi­ schen den durch die verschiedenen Positionen auf dem Kreis repräsentierten Zuständen. und man erkennt. einfach so. Eine weitere. Das Ende der Reise wird von dem 360-Grad-Punkt symbolisiert. auf der man wahrnimmt.

Der römische Bürger und strikte Pharisäer Saulus von Tarsus hatte auf dem Weg nach Damaskus eine erschütternde Begegnung mit blendendem Licht. die Menschen Israels aus Ägypten nach Kanaan zu führen. Die Linie. auf daß sie sich dort niederlassen. bei denen seine Jünger und Anhänger Erfahrungen mit dem Himmel. übernatürlichen Tönen und dem Erscheinen Jesu Christi. Die jüdisch-christliche Tradition Direkte visionäre Erfahrungen haben auch bei den jüdisch-christ­ lichen Religionen eine große Rolle gespielt. Das verwandelte ihn von einem eingeschworenen Feind der Nazarener-Sekte zu einem leidenschaftlichen Anhänger Jesu und machte ihn zu der wichtigsten Gestalt in der Geschichte der christlichen Kirche. Er stellt sich selbst als Gott von Moses Vätern vor und enthüllt seine Absieht. Ist die Krise erfolgreich beendet. sowie mehrere Vorfälle. bot ihm weltliche Macht an und versuchte. Ein klassisches Beispiel für spirituelle Krisen bildet in der Ge­ 200 . Jesaja. kehrt man zur Alltagsrealität zurück. in denen Christus mit Gott kommuniziert. körperlosen Wesen. Buch Moses erscheint Jahwe dem verblüfften Moses in einem brennenden Dornbusch. Jeremia. Mächtige visionäre Erfahrungen waren auch in der frühchristlichen Geschichte von entscheidender Bedeutung. Elias. Hesekiel. die aber doch auf ebenso subtile wie tiefgreifende Weise radikal transformiert wurde. ihm Zweifel an seinem göttlichen Ursprung einzugeben.Verfassungen gibt. Daniel. Engeln und dem heiligen Geist machen. Samuel. setzt sich mit Salomo. In der berühmten Episode aus dem 2. die mit Moses begann. die zwar genau die gleiche ist wie zuvor. Während Christi Aufenthalt in der Wüste erschien ihm der Teufel und unterwarf ihn schmerzhafter Versuchungen. Johannes dem Täufer und anderen fort. Das Neue Testament kennt viele Situationen. in denen Visionen von Gott oder seiner Stimme beschrieben werden. Im Alten Testament gibt es buchstäblich Hunderte von Episoden.

des Johannes vom Kreuz und vieler anderer christlicher Heiliger. Darin werden die Lehren der Wüstenväter über die spirituelle Entwicklung zusam­ mengefaßt und dreißig unterscheidbare Schritte definiert. die alle unter extremen physischen Bedingungen eine strenge Praxis aus­ übten. beschreibt die Evolution der menschlichen Seele als vielfältige mühsame Abenteuer durch viele spezifische Gefahren und Hindernisse auf dem Weg zur himmlischen Stadt. von dem Verzicht auf das weltliche Leben auf der ersten Sprosse bis zu Glaube. Manchmal schlug der Prinz der Dunkelheit Antonius brutal und ließ ihn wie tot liegen. die berühmte Allegorie des puritanischen Pfarrers und Schriftstellers John Bunyan. der während seiner Einsamkeit in der Wüste viele visionäre Versu­ chungen und Kämpfe mit dem Teufel erlitt.schichte des Christentums das Leben des Heiligen Antonius. auf die der Suchende treffen kann. einem Einsiedler und Abt des Klosters der heiligen Katharina auf dem Berg Sinai. die Stadien des Pfades und die Schwierigkeiten. 201 . als sinnliche Frau und in der Form verschiedener angst­ erregender Ungeheuer und wilder Tiere. als ergebener Mönch. In diesen Visionen erschien ihm der Teufel in der Gestalt eines unschuldigen Knaben. vernünftiger und anerkannter Kirchenvater zurück. Zu den berühmtesten christlichen Landkarten dieser Art gehört die »Himmelsleiter«. geschrieben im siebten Jahrhundert vom heili­ gen Johannes Climacus. Manche christlichen Schreiber haben versucht. Visionäre Erfahrungen sowohl ekstatischer wie quälender Natur finden sich im Leben der Hildegard von Bingen. ist eine reiche Quelle von Informationen über die Schwie­ rigkeiten auf dem spirituellen Pfad. Die Pilgerreise zur seligen Ewigkeit. Die Literatur der Wüstenväter wie Evagrius. der Teresa von Avila. auf systematische und verständliche Weise darzustellen. Hoffnung und Mildtätigkeit auf der obersten. Der Autor schöpft aus seiner eigenen erschütternden spirituellen Krise. die die Form eines profunden psychischen Todes und einer Wiedergeburt annahm und sein Leben vollkommen transformierte. Antonius kehrte von diesen psychischen Anstrengungen als ge­ sunder. der ihm während seiner Fastenzeiten Brot brachte.

Islam Die prophetische Vision des Mohammed begann. Träume und das Hören des gesprochenen Wortes. Er hatte noch weitere Begegnungen mit den göttlichen Reichen durch visionäre Zustände. die in den Tiefen der Seele residiert. gehören wir­ belnde oder rhythmische Bewegungen des Körpers. daß die Sufis Wert auf die persönliche Begegnung mit dem Göttlichen und die Vereini­ gung mit Gott legen. Der Weg des Mystikers wird als Abkehr von der äußeren Realität und Eintritt in die innere Welt. die Gärten des Paradieses und die infernalischen Regionen von Gehenna. beschrieben. Einige Jahre später trat er die »wundersame Reise des Mohammed« an. Unter der Führung von Gabriel besuchte er die sieben Himmel. Die Burg ist ein Symbol für den Fortschritt der Seele von ihrem frühesten unvoll­ kommenen Zustand bis zu der Zeit. Dieses Wissen wurde dadurch möglich. wo sie schließlich die mystische Hochzeit erfährt. Der übergab ihm eine Schriftrolle. um sich in der Umarmung Gottes zu finden. um diesen Zustand zu erreichen. Sie wird als fabelhaft reiches Gebäude geschil­ dert. die ihm enthüllte. geschrieben im sechzehnten Jahrhundert von der Heiligen Teresa von Avila. 202 .Das vermutlich berühmteste der christlichen Bücher für die spiri­ tuelle Suche ist D i e i n n e r e B u r g . Zu den einfachen Methoden. haben über die Jahrhunderte profunde Kenntnisse des Bewußt­ seins und der menschlichen Psyche einschließlich der Hindernisse und Schwierigkeiten auf dem spirituellen Pfad angesammelt. als er in einer Grotte auf dem Berg Hira in der Nähe von Mekka meditierte. von denen das siebte und mittlere der Wohnort der Heiligen Dreieinigkeit ist. das aus sieben Häusern oder Wohnungen besteht. was sie mit den Mystikern aller Zeiten und Länder verbindet. Die verschiedenen Sufi-Orden. Dort hatte er eine Vision des Erzengels Gabriel. Allah habe ihn zu seinem Propheten erwählt. die die Sufis entwickelt haben. die mystischen Zweige des Islam. Singen und Atemtechniken.

Bei der Rückkehr durchläuft man dieselben Stadien in umgekehrter Reihenfolge und steigt durch sieben feinstoffliche. Ein tiefes Bewußtsein der Tatsache. Ihm zu­ folge schreitet die Schöpfung des Kosmos in sieben Stadien von der göttlichen Essenz zu der Welt des Menschen und der Natur voran. daß sie uns allen zugänglich sind und die authentischen Dimensionen der Existenz enthüllen. Sie sind wertvolle Infor­ mationsquellen für ein besseres Verständnis der modernen spiri­ tuellen Krisen. dem legendären König der Vögel. Heiligen und wichtigen Jünger standen. daß an der Wiege aller großen reli­ giösen Systeme die mystischen Enthüllungen ihrer Gründer. kraftvolle Methoden zu ihrer Herbeiführung entwickelt und der Nachwelt genaue Kartographien der inneren Reise hinterlassen haben.Eine der berühmtesten unter den Sufi-Landkarten des Bewußtseins ist al-Harawis Abhandlung The Steiges of Pilgrims toward God. in der die spirituelle Reise als die Suche einer Schar von Vögeln nach Simurgh. welch kritische Rolle visionäre Erfahrungen im spirituellen Leben der Menschheit spielen. Pro­ pheten. einschließlich der Tugenden. daß die mystischen Zweige der Religionen und ihre klösterlichen Orden solche Erfahrungen in Ehren gehalten. nicht-körperliche Aspekte des Selbst auf. Aber diese Auswahl sollte genügen. geschildert wird. Sie zeigen zudem. S ie beschreibt den spirituellen Pfad von seinem Beginn bis zur Verei­ nigung mit dem Absoluten in Form von zehn Stadien oder Häusern. die illustrieren. Eine weitere berühmte spirituelle Kartographie stammt von Simnani. und der Schwierigkeiten. ist vermutlich die treibende Kraft hinter allen religiösen Systemen. um die Tatsache zu demonstrieren. daß solche profunden trans­ personalen Zustände möglich. Die aus der Vergangenheit ererbten Beschreibungen der Stadien des spirituellen Weges und seiner Wechselfälle sind heute noch genauso relevant wie vor Jahrhunderten. auf die man treffen könnte. In der Geschichte der verschiedenen Religionen und ihren heiligen Schriften gibt es viele weitere Beispiele. die ein jedes von ihnen erfordert. 203 . Eine besonders schöne Parabel der Suche ist Attars Konferenz der Vögel.

Vielleicht werden Menschen in psycho­ spirituellen Krisen schon in der nahen Zukunft Verständnis.Der gemeinsame Nenner der hier betrachteten Bereiche ist eine tiefe transkulturelle Überzeugung. die spontane Episoden dieser Art erfahren. Die Beobachtungen aus anderen Zeiten und Kulturen weisen sogar genau auf die Notwendigkeit hin. daß es außergewöhnliche Zu­ stände von Bewußtsein gibt. so können sie doch sehr zuträglich sein. Mit­ gefühl und intelligente Unterstützung erhalten. soziale Systeme zur Unterstüt­ zung zu schaffen . informierte Familien und Freundes­ kreise. daß Menschen. Wenn sie auch manchmal eine große Herausforde­ rung darstellen. die solche transformativen Erfahrungen in einem sozial sanktionierten und unterstützenden rituellen Rahmen herbeiführen können. die heilend. transformativ und ent­ hüllend sind. Außerdem ist es wich­ tig. wenn sie im richtigen Kontext auftreten und wenn diejenigen. An diesen Elementen fehlt es meist aufs Schmerzhafteste. Dazu kommen dann noch die Komplikationen. die auf einer Philosophie aufbauen. Menschen in spirituellen Krisen einen nicht-pathologischen Kontext für ihre Erfahrungen und allgemeine Karten der von ihnen durchquerten inneren Welten zu geben. Und es scheint lohnend. die von einem echten Verständnis außergewöhnlicher Bewußtseinszustände getragen wird.therapeutische Teams. Sie müssen sich völlig unvorbe­ reitet den diffizilen Reichen der Psyche stellen. beschützt und unterstützt werden. . wenn Menschen des Westens mit transformati­ ven Krisen konfrontiert werden. Gemeinschaften und Gruppen. Die westliche Kultur beginnt jetzt. die durch die stigmatisierenden Etikettierungen der Psychiatrie entstehen. Metho­ den zu entwickeln. eine höhere Ebene von Informiertheit in bezug auf diese Zustände zu erreichen. Behandlungszentren und Rückzugsmöglichkeiten. Vom praktischen Gesichtspunkt aus zeigen die historischen und anthropologischen Daten deutlich die Notwendigkeit. die damit zu tun haben. ausreichende Kenntnisse über den Prozeß und die damit verbundenen Erscheinungsformen haben.

als die westliche Wissenschaft noch in den Kinderschuhen steckte. 205 . In der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts stand die akademische Psychiatrie unter dem Einfluß dreier wesentlicher Orientierungen: der biologischen Denkweise. Jede lieferte ihre eigene Interpretation der menschlichen Psyche und Kultur und reduzierte die Komplexität des mentalen Lebens entweder auf organische Prozesse im Gehirn. in der wir leben. äußerst unvorstellbar.7 Moderne Landkarten des Bewußtseins Gleich der Giraffe und dem Schnabeltier sind die Wesen. Zu Beginn der Moderne. sie sind wahrnehmba­ re Realitäten. wobei es im Laufe dieses Prozesses immer verfeinerter und vollkommener wurde. die Welt. Himmel und Hölle 35 Wir haben in dem vorhergehenden Kapitel gesehen. die auf einer streng materialistischen Philosophie der Natur aufbauten. Sie haben wirksame Mittel entwickelt. Keines dieser Systeme ließ Raum für Spiritualität und ihre Rolle im Leben des Menschen. und als solche können sie von niemandem unbeachtet gelassen werden. der ehrlich versucht. wurden mystische Zustände und große religiöse Persönlichkeiten in das Reich der Psychopathologie verwiesen. auf einfache physiologische Reflexe oder auf primitive instinkthafte Impulse. Dennoch gibt es sie. Als die neue Disziplin der Psychiatrie ihre Prinzipien und Kriterien an die spirituelle Geschichte der Menschheit anlegte. wurden diese uralten Weisheiten verwor­ fen und durch Modelle der Psyche ersetzt. Jahrhunderte oder vielleicht sogar Jahrtausende lang wurde dieses Wissen von einer Generation an die nächste weitergegeben. die die entlegenen Zonen der Psyche bewohnen. zu verstehen. diese herbeizuführen und die unterschiedlichen Stadien der spirituellen Reise beschrieben. daß die Kulturen aller Zeiten ein profundes Interesse an außergewöhnli­ chen Bewußtseinszuständen gezeigt haben. Aldous Huxley. des Behaviorismus und der Psycho­ analyse.

Dies führte zu der Erkenntnis. die diese Interessengebiete systematisch untersuchten. daß viele Fachleute und Laien selbst Erfahrungen mit kraftvollen Technologien des Heiligen aus ver­ schiedenen Kulturen und ihren modernen Analogien machten. daß wir im Laufe unserer entschlos­ senen Suche nach Logik und nüchterner Rationalität die vielen mächtigen Werkzeuge und das unschätzbare empirische Wissen unserer Ahnen übersehen hatten. die von den verschiedenen alten Karten des Bewußtseins her bekannt waren.Dramatische Entwicklungen in den fünfziger und besonders in den sechziger Jahren brachten ernsthafte Herausforderungen für ein so begrenztes Verständnis von Psychologie mit sich. Den Schlüssel zu dieser Erkenntnis lieferten mehrere Einflüsse: das Masseninteresse an den meditativen Praktiken der mystischen Traditionen aus Ost und West. die ewige Weis­ heit verdiene eine neuerliche Prüfung. gelangten zu der Schlußfolgerung. Ehrliche persönliche Berichte einer neuen Generation von Anthropologen über ihre Erfahrungen in schamanischen Kulturen und wissen­ schaftliche Studien von Nah-Tod-Erfahrungen stellten die tradi­ tionelle Psychiatrie und Psychologie vor neue Herausforderungen. Manche der Forscher. das Experimentieren mit schamanischen Techniken. daß die Territorien der menschlichen Psyche nicht auf das Freudsche Unbewußte und Erinnerungen an das postnatale Leben begrenzt sind. Psychedeli­ sche Sitzungen führten Menschen wiederholt in Erfahrungsberei­ che. hat ihn seine klinische Forschung mit Psychedelika davon überzeugt. und die wissenschaftlichen Konzepte und Glaubenssätze zu diesem Thema müßten überar­ beitet und erweitert werden. Psychedelische Therapie und Holotrope Atemarbeit® Wie Stan in seinem Vorwort erwähnte. die psychedelische Forschung und die Ent­ wicklung von bewußtseinsverändemden Methoden wie Biofeed­ back und sensorischer Deprivation in Forschungslabors. Das entschei­ dende Element dabei war. die aber in den Modellen der traditionellen west­ 206 .

daß die Erfahrungen doch von den psychedelischen Substanzen produziert wurden. sondern für alle außergewöhnlichen Bewußtseinszustände und die Psyche des Menschen im allgemeinen. bei der einfache Mittel wie schnelleres Atmen. daß die pharmakologische Wirkung von LSD und ähnlichen Substanzen keine psychologischen Inhalte erzeugte. der die Psyche energetisieren und die Manifestation von bislang unbewußten Inhalten möglich machen konnte. Man konnte sie am besten als unspezifischen Katalysator sehen einen Mittler. die Möglichkeit. die wir früher bei psychedelischen Sitzungen gesehen haben. daß sich solche Erfahrungen auch in den Bewußtseins-Landkarten von Kulturen finden ließen. Jahrhunderts erweiterte. die nicht nur die biographische Ebene. als wir Mitte der Siebziger eine Methode der tiefen erfahrenden Selbsterforschung und Therapie. moderne Version der immerwährenden Landkarte war. sondern auch zwei weitere Bereiche umfaßte . Später zeigte sich. sondern starke nicht-phar­ makologische Methoden einsetzten. und der Betroffene hat mehr Kontrolle über sie. die keine Psychedelika. Dies fand weitere Bestätigung durch die Tatsache. die wir jetzt Holotrope Atemarbeit® nennen. um das Bewußtsein zu ver­ ändern. kann das gesamte Spektrum von Erfahrungen induzieren. Musik und Töne und eine bestimmte Alt von Körperarbeit kom­ biniert werden. Es war jedoch schwierig.den perinatalen und den transpersonalen. Diese frühen Beobachtungen zeigten die Notwendigkeit. ganz auszuschließen. entwickelten und systematisch in unseren Workshops einzusetzen begannen. Es wurde immer offensichtlicher. eine ausführliche Kartographie des Unbewußten zu entwickeln. Unsere letzten Schatten des Zweifels lösten sich radikal auf. aber ihre Inhalte sind im 207 . Obwohl die neue Karte der Psyche auf Beobachtungen aus der psychedelischen Arbeit beruhte. daß diese Kartogra­ phie in Wirklichkeit eine um die Daten aus der Bewußtseinsfor­ schung des 20.lichen Psychiatrie nicht vorkamen. gab es deutliche Hinweise darauf. daß sie nicht nur für psychedelische Sitzungen von Bedeutung war. Diese Erfahrungen sind im allgemeinen sanfter. Diese Methode.

seien sie nun geplant und mit bekannten Mitteln herbeigeführt oder unerwartet und spontan. daß man sich eines Problems dadurch entledigt. sich von ihrem störenden Einfluß zu befreien. haben die Beobachtungen aus den holotropen Sitzungen große theoretische und praktische Bedeutung für das Konzept der spiri­ tuelIen Krisen. die denen bei psychedelischen Sitzungen wie auch bei spirituellen Krisen sehr ähnlich. sich selbst zu heilen und seine Funktionsweisen zu vereinfachen. daß solche Krisen echte Ausdrucks­ formen der menschlichen Psyche sind und nicht künstliche Pro­ dukte eines pathologischen Prozesses und daß es sich um spontane Versuche des Organismus handelt. Da bei verschiedenen Formen von spontanen psychospirituellen Kri­ sen grundsätzlich gleiche Arten von Erfahrungen Vorkommen. Die durch die Holotrope Atemarbeit® ausgelösten Erfahrungen haben eine sehr stark heilende und transformierende Wirkung.die Atmung. Der Hauptkatalysator ist hierbei nicht eine mächtige und myste­ riöse psychoaktive Substanz. wenn nicht gar mit ihnen identisch sind. Es ist bemerkenswert. 208 . eine große Hilfe sein. die zwischen diesen drei Zuständen besteht. daß so elementare Mittel wie schnelleres Atmen und Musik ein ganzes Spektrum von kraftvollen Erfahrun­ gen auslösen können. ist eine neue Kartogra­ phie der Psyche für sie alle ein nützlicher Führer. obwohl keine Drogen eingenommen werden. Sie legen nahe. Aufgrund der tiefen Übereinstimmung.wesentlichen gleich. sondern der denkbar natürlichste und grundlegendste physiologische Prozeß . Die allgemeine Regel bei der holotropen Arbeit lautet. Intellektuelle Kenntnisse der inneren Territorien und ein Verständnis der Sta­ dien des transformativen Prozesses können für Menschen. die außergewöhnliche Bewußtseinszustände erfahren. Viele holotrope Sitzungen lassen schwierige Emotionen oder diverse unangenehme Körpergefühle an die Oberfläche kommen. daß man sich ihm frontal stellt und es durcharbeitet. Das ist ein Prozeß des Ausräumens und Vernichtens alter Traumata. Ihr volles Auftauchen macht es einem möglich. Er öffnet häufig den Weg zu sehr angenehmen oder sogar eksta­ tischen und transzendentalen Erfahrungen und Gefühlen.

daß unerledigte biographische Themen nicht notwendigerweise auf psychische Traumata beschränkt sind. tauchen diverse unerledigte Themen aus der Vergangenheit im Bewußtsein auf und werden zum Inhalt der Erfahrung. die als transpersonal bezeichnet werden können und weit über die Grenzen der gewöhnlichen menschlichen Erfahrung hinausreichen. Operationen oder Beinahe-Ertrinken wiederer­ lebt. Solange der Prozeß auf dieser Ebene bleibt. bei denen man extremen Emotionen und Körperempfindun­ gen begegnet. Dieser Bereich ist von den biographisch orientierten Therapeuten gründlich erforscht und kartographiert worden. Einige sind biographischer Natur und stehen in Beziehung zu verschiedenen postnatalen traumatischen Ereignissen im Leben. daß der Zugang zu dieser Ebene des Unbewußten wichtig für die therapeutische Arbeit ist. Sie scheinen tief mit dem Trauma der biologischen Geburt verbunden. Man muß hier jedoch unbedingt darauf hinweisen. Erinnerungen an körperliche Traumata bilden oft die Quelle ernster emotionaler und psychosomatischer Probleme 209 . sind die ersten leicht verfügbaren Erfahrungen Erinnerungen an Ereignisse. All diese Erfahrungen scheinen jedoch in drei Kategorien zu fallen. Biographische Erfahrungen: Postnatale Erinnerungen wiedererleben Wenn die unbewußte Psyche aktiviert wird. Bei einer zweiten Gruppe dreht es sich hauptsächlich um zwei Themen: Sterben und Gebo­ renwerden. die sich im Leben des Menschen nach der Geburt abgespielt haben. Häufig werden körperliche Gefahren wie Krankheiten. Die dritte große Kategorie schließt Erfahrun­ gen ein. Man weiß aus der traditionellen Psy­ chotherapie. Sie sind eng mit dem Jungschen kollektiven Un­ bewußten verbunden.Eine Landkarte der inneren Reise Das Spektrum der Erfahrungen in außergewöhnlichen Bewußt­ seinszuständen ist extrem breit.

haben die meisten Fachleute und auch Laien Schwierigkeiten zu glauben. sie könnten psychisch signifikant sein. unsere Exi­ stenz auf dieser Welt beginnen zu können. bewegen sich die Erfahrungen meist über die postnatale Biographie hinaus auf zwei entscheidende Aspekte des mensch­ lichen Lebens zu . setzt eine starke Beschäftigung mit dem Tod ein. Viele von uns haben einen Vorgeschmack des Todes bekommen. Wenn die außergewöhnlichen Bewußtseinszustände tiefer wer­ den. Kontrollverlust oder Wahnsinn ausgeliefert. bestätigt und verfeinert. sieht er sich oft extremen Formen von Angst vor dem Tod. verschiedene Phobien.wie Depressionen. Wenn das Material aus der perinatalen Ebene des Unbewußten ins Bewußtsein auftaucht. was die Tatsache wiederzuspiegeln scheint. Wenn jemand die Erinnerungen an die Geburt durchlebt. Asthma. Perinatale Erfahrungen: Der Prozeß des psychischen Todes und der Wiedergeburt Da wir uns unter gewöhnlichen Umständen nicht an die Details unserer Geburt erinnern können. als wir im Geburtskanal darum rangen. Diese Ergebnisse haben ein ganz neues Feld hervorgebracht: die pränatale und perinatale Psychologie. Migräne und schwere Muskelschmerzen. wenn man die ihnen zugrundeliegenden Erinnerungen ins Bewußtsein bringt.seinen Anfang und sein Ende. daß die Geburt des Menschen ein schwieriges und potentiell lebensbedrohendes Ereignis ist. Diese Symptome können sich drama­ tisch verringern oder sogar ganz verschwinden. die das Geburtstrauma und sogar pränatale Einflüsse im Leben des Menschen spielen. Auf der perinatalen Ebene sind Geburt und Tod fein miteinander verfloch­ ten. Die Betroffenen können von einer intensiven Angst vor 210 . daß er sich sehr ungewöhnlich verhält und sein Zustand einen psychoseähnlichen Charakter aufweisen kann. Das führt dazu. Aber die neuere Forschung hat wiederholt die ursprünglichen Gedanken von Freuds Schüler Otto Rank über die herausragende Rolle.

In dieser Situation kann man das Trauma der eigenen biologischen Geburt wiederer­ leben. Es würde den Rahmen dieses Buches sprengen. 211 . Körpergefühlen und symbolischen Bildern charakterisiert werden. Einige können Figuren von Gottheiten sein. die von spezi­ fischen Emotionen. G. Diese Erfahrungen wechseln sich mit einem dramati­ schen Ringen darum ab. da sie für das Verständnis vieler Aspekte von spirituellen Krisen wichtig sind. daß diese Muster mit den Stadien der biologischen Geburt verwandt sind . kann aus jeder Kultur der Welt bezogen werden und ist in keiner Weise auf vorhandene intellektuelle Kenntnisse der betreffenden Gebiete beschränkt. Der Prozeß kann sich aber auch wie eine spirituelle Geburt anfühlen . Jung als Archety­ pen beschrieben hat. Dazu gehören bestimmte klar unterscheidbare Erfahrungsmuster. Eine ausführlichere Beschreibung findet sich in Stanislav Grofs Buch Das Abenteuer der Selbstent­ deckung. Wir werden sie hier aber kurz umreißen. beginnt ein komple­ xer psychischer Prozeß von Tod und Wiedergeburt. Eine genauere Untersuchung enthüllt.eine kräftige mystische Öffnung und Wiederverbin­ dung mit dem Göttlichen. der mit diesen archetypischen Themen einhergeht. ihr Leben sei tatsächlich biologisch bedroht. andere porträtieren die Unterwelt und die Hölle oder umgekehrt das Paradies und die himmlischen Reiche. Der konkrete Symbolismus.von dem Zustand vor dem Beginn der Entbindung bis zu dem Moment. all die Eigenarten dieser Verbindungen im Detail zu erörtern. Manchmal fallen sie sogar damit zusammen. Die perinatale Ebene des Unbewußten stellt daher die Schnitt­ stelle zwischen dem individuellen und dem kollektiven Unbe­ wußten dar. Diese Erfahrungen sind oft mit mythologischen Motiven aus dem kollektiven Unbewußten durchsetzt. an dem man auf die Welt kommt. Ist die perinatale Ebene erst einmal aktiviert.■ dem Tod überwältigt werden. die für Tod und Wiedergeburt stehen. geboren zu werden oder sich aus einer sehr ungemütlichen Form von Eingeschlossensein zu befreien. todesverwandte Bilder sehen und zu der Überzeugung gelangen. die C.

212 . Man identifiziert sich mit Galaxien. Dies spiegelt sich in der Natur der Erfahrungen. Die Bilder aus den mythologischen Reichen des kollektiven Unbewußten. Wer noch gewalttätigere Störungen der pränatalen Existenz wiedererlebt.sicher. die oft in diesem Zusammenhang erscheinen. porträtieren verschiede­ ne himmlische Reiche und Paradiese. der erfährt gewöhnlich irgendeine Form von universaler Bedrohung oder blutige apokalyptische Bilder vom Ende der Welt. Sie sehen vielleicht Bilder von verseuchtem Wasser und Giftmüllhalden. Das pränatale intrauterine Leben kann man als das »amniotische Universum« bezeichnen. sogenannte »schlechte Gebärmutter-Erfahrungen«. landwirtschaftlich genutzte Terrassen in den Anden oder unverdorbene polynesische Inseln. spüren eine dunkle und ominöse Bedrohung und haben oft das Gefühl. der ganze Ozean zu sein. Manche haben auch Visionen von Mutter Natur . Der Fötus scheint sich keiner Grenzen bewußt zu sein und nicht zwischen dem Inneren und dem Äußeren differenzieren zu kön­ nen.Das amniotische Universum. die Episoden von intrauterinen Störungen wiedererle­ ben. Menschen. Delphinen oder Walen zu identifizieren. im Meer zu schweben oder sich mit verschiedenen Meerestieren wie Fischen. sie würden vergiftet. die vermutlich die Tatsache reflek­ tieren. wie etwa eine drohende Fehlge­ burt oder versuchte Abtreibung. interstellaren Räumen oder dem gesamten Kosmos. wunderschön und so bedingungslos nährend wie eine gute Gebärmutter: üppige Obst­ haine. reife Getreidefelder. Dies spiegelt wiederum die engen Verbindungen zwischen Ereignissen in der eigenen biologischen Geschichte und den Jungschen Archetypen. daß der Fötus im wesentlichen ein Wassergeschöpf ist. die mit dem Wiedererleben der Erinnerung an den pränatalen Zustand Zusam­ menhängen. Dies scheint die Tatsache zu reflektieren. Oder man macht die Erfahrung. Sequen­ zen dieser Art können mit Visionen von erschreckenden dämoni­ schen Wesen einhergehen. daß viele pränatale Störungen durch toxische Veränderun­ gen im Körper der schwangeren Mutter ausgelöst werden. Bei Episoden ungestörter pränataler Existenz kann man Gefühle von riesigen Gebieten ohne Grenzen oder Schranken haben.

Andere haben das Gefühl. gelangt oft zu der Überzeugung. Sie sehen dann tatsächlich Bilder von reißenden archetypischen Mon­ stern wie Seeungeheuem. ist quälendem physischen und emo­ tionalen Schmerz ausgesetzt und spürt äußerste Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit. die den eigent­ lichen Beginn der Geburt wiedererleben. die Wehen. ist eine der schlimmsten Erfahrungen. die Agonie von Christus am Kreuz oder 213 . daß die ganze Welt irgendwie verschlungen wird. Sie können auch die Erfahrung machen. Kein Ausgang. Taranteln und Tintenfischen. die von Menschen. in das Reich des Todes oder die Hölle. Das erste Stadium der Geburt ist dadurch gekenn­ zeichnet. daß die Gebärmutterkontraktionen. die an Paranoia grenzen. den Fötus immer wieder einengen und die Cervix (Gebärmutterhals) noch nicht geöffnet ist. Menschen. Jede Kontraktion verursacht neuen Druck. sie würden in einen riesigen Strudel gesaugt oder von einem mythischen Tier gefressen werden. Diese Erfahrung einer überwältigenden Bedro­ hung des Lebens kann zu intensiver Angst und allgemeinem Mißtrauen führen. die ein Mensch machen kann. von der Absurdität des Lebens und existentieller Verzweiflung erreichen metaphysische Ausmaße. haben meist das Gefühl. Wer in diese mißliche Lage gerät. Man identifiziert sich mit Gefangenen in unterirdischen Verliesen und den Insassen von Konzentrationsla­ gern oder Irrenanstalten und spürt den Schmerz des gefangenen Wildes in der Falle. Dieses Stadium wiederzuerleben. und der Fötus wird von Sauerstoffmangel bedroht. Drachen. sie stiegen in die Tiefen der Unterwelt hinab.Das kosmische Verschlungenwerden. Man fühlt sich wie in einem klaustrophobischen Alptraum gefangen. Riesenschlangen. Tieren und sogar mytholo­ gischen Wesen in einer ähnlich schmerzhaften und hoffnungslo­ sen Lage handeln. Schuld. daß diese Situation nie enden wird und daß es keinen Ausweg gibt. Man kann sogar die unerträglichen Torturen der Sünder in der Hölle. Gefühle von Einsamkeit. Das Wiedererleben dieses Stadiums der Geburt geht meist mit Sequenzen einher.

214 . Diese Erfahrungen gehen oft mit spezifischen archetypischen Elementen aus dem kollektiven Unbewußten einher. die mit heroischen Figuren und Gottheiten verwandt sind. Es scheint im menschlichen Organismus einen Mechanismus zu geben. dem Weg durch den Geburtskanal. warum es beim Wiedererleben der Geburt oft zu einer großen Vielfalt an sexuellen Erlebnissen und Visionen kommt. das eine unglaublich reinigende und befreiende Wirkung haben kann. sich damit zu konfrontieren. daß auch diese Elemente bei den Sequenzen von Tod und Wiedergeburt eine Rolle spielen. daß jemand. Tiefer in diese Erfah­ rung hineinzugehen. Urin und selbst Fäkalien . gibt es andere. daß dieser Zustand der Dunkelheit und abgrundtiefen Verzweiflung ein Stadium der spirituellen Öffnung ist. Man kann eine Kombination von sexueller Erregung und Schmerz. besonders solchen. Aggression oder Angst spüren oder verschiedene sado­ masochistische Sequenzen. wenn sich die Cervix geöffnet hat. in eine merkwürdige Form von sexueller Erregung verwandelt. Schleim. Das erklärt. Aus der spirituellen Literatur weiß man aber. die als natürliche Ableitungen der Geburtssituation leicht zu verstehen sind. wie etwa Sequenzen von titanischen Kämpfen mit starkem Druck und Energien oder Szenen von blutiger Gewalt und Torturen. Das Ringen zwischen Tod und Wiedergeburt. der extremes Leiden. Neben den Elementen. als nähme man die ewige Verdammnis an.scheint die Erklärung dafür zu sein.von Sisyphus spüren. der in den Tiefen des Hades seinen Stein den Berg hinaufrollen mußte. der vor diesem Aspekt der Psyche steht. daß der Fötus in den letzten Stadien der Geburt ver­ schiedenen Arten von biologischem Material begegnen kann Blut. Viele Aspekte dieser reichen und prächtigen Erfahrung lassen sich aus ihrer Verbindung mit dem zweiten klinischen Stadium der Geburt verstehen. Es ist nur natürlich. Die Tatsache. zögert. besonders wenn dies mit Ersticken zu tun hat. Vergewaltigung und Situationen sexu­ ellen Mißbrauchs erfahren oder pornographische Bilder sehen. scheint so zu sein. die einer besonderen Erklärung bedürfen.

erlebt man oft Tod und Wiederge­ burt.und all das geht mit einem eigenar­ tigen Gefühl von Heiligkeit oder Numinosität einher. Seine Verbindung mit der biologischen Geburt ist nicht so direkt und offensichtlich wie viele der anderen symbolischen Elemente. Wenn die Erinne­ rung. Opfer und Begegnungen mit normalerweise abstoßen­ dem biologischen Material . den Moment der eigenen biologischen Geburt betrifft. dem griechischen Gott Diony­ sos oder der sumerischen Göttin Inanna und ihrem Abstieg in die Unterwelt auf. Aggression. was korrupt ist. daß das Wiedererleben dieses Stadiums der Geburt dieselbe merkwürdige Kombination von Emotionen. der Körper stünde in Flammen. In der archetypischen Version scheint das Brennen eine reinigende Wirkung zu haben. Das häufige Auftauchen von Motiven. scheint mit der Tatsache zusammenzuhängen. und das Individuum für die spirituelle Wiedergeburt vorzubereiten. Sinneswahrnehmungen und Elementen aufweist. die mit verschiedenen satanischen Ritualen und dem Hexensabbat verwandt sind. alles zu zerstören. die auch die archetypischen Szenen der Schwarzen Messe und der Walpurgisnacht kennzeichnen: sexuelle Erregung. Das ist ein etwas rätselhaftes Symbol. Andere nehmen Verbindung zu solchen mythologischen Themen und Gestalten wie dem ägyp­ tischen Götterpaar Isis und Osiris. Man kann das Feuer entweder in seiner gewöhnlichen Form oder in der archetypischen Variante der reinigenden Flam­ men erleben. Die Erfahrung von Tod und Wiedergeburt. vom Kreuzweg und von der Kreuzigung oder identifizieren sich tatsächlich in vollem Maße mit dem Leiden Christi. Viele Menschen begegnen kurz vor der Erfahrung der (Wieder-) Geburt dem Motiv des Feuers. können Visionen von brennenden Städten und Wäldern oder die Identifikation mit Verbrennungsopfern Vorkommen. Hier vollendet man den vorangegangenen schwierigen Pro­ 215 . die in das Bewußtsein aufsteigt. In diesem Stadium des Prozesses kann das Gefühl entstehen. Schmerz.die Tod und Wiedergeburt repräsentieren. In diesem Stadium haben viele Leute Visionen von Jesus Christus.

in Wirklichkeit ist er doch sehr heilend und transformierend. die mit den diversen geburtshilflichen Eingriffen oder postnatalen Maßnahmen zu tun haben. Auf den Moment des Ich-Todes zuzugehen. muß man erkennen. aber 216 . mehr ist als einfach eine Wiederaufführung des ursprünglichen Ereignisses. und in gewissem Sinne sterben sie. Dazu können die Erfahrungen der Anästhesie. Um zu verstehen. warum das Wiedererleben der biologischen Geburt in der Form von Tod und Wiedergeburt stattfindet. Da der Fötus während des Geburtsvorgangs vollkommen eingeschlossen ist und keine Möglichkeit hat. In gewissem Sinne sind wir zwar anatomisch geboren. Unzulänglichkeit und Schwäche infiziert. So erschreckend wie dieser Prozeß sein mag. wie sie durch die traumatische Prägung der Geburt geschmiedet wurden. was geschieht. daß das. der Druck der Zange und die Sinneswahrnehmungen gehören. daß wir sie ins Bewußtsein aufsteigen lassen. Paradoxerweise trennt uns zwar nur ein kleiner Schritt von der Erfahrung der radikalen Befreiung. Dabei erlebt man oft verschiedene spezifische Aspekte dieses Stadiums der Geburt als konkrete und realistische Erinnerungen wieder.zeß der Austreibung durch den Geburtskanal und erlangt eine explosive Befreiung. ist der Tod unserer alten Konzepte davon. die damit verbundenen extremen Emotio­ nen und Sinneswahrnehmungen auszudrücken. wer wir sind und wie die Welt ist. kann sich wie das Ende der Welt anfühlen. Wenn wir diese alten Programmierungen dadurch lö­ schen. bleibt die Erinne­ rung an dieses Ereignis psychisch unverdaut und wird nicht assimiliert. wenn man das Licht erreicht. Das »Sterben« und die Agonie während des Kampfes um die Wiedergeburt reflektieren den wirklichen Schmerz und die lebens­ bedrohliche Situation des biologischen Geburtsprozesses. haben diese Tatsache aber emotional noch nicht eingeholt. werden sie irrelevant. Aber der Ich-Tod. der unserer Wiedergeburt vorausgeht. Ein Großteil unserer späteren Selbst-Definition und unserer Einstellungen zur Welt ist stark von der beständigen Mahnung an die Verletzbarkeit. die wir bei der Geburt erlebt haben.

Es kommt uns so vor.alles. Er fühlt sich gerettet. was im Leben des Individuums wichtig und bedeutungsvoll ist .physische Zerstörung. als würden wir alles verlieren. intellektu­ elle und philosophische Vernichtung. Unmittelbar nach dieser totalen Auslöschung . was auf der anderen Seite ist oder ob da überhaupt etwas ist. In diesem Moment wird er oft von einer Welle positiver Emotionen für sich selbst. muß der Betreffende auf dem Gebiet der damit zusam­ menhängenden Traumata psychologisch arbeiten.wird man häufig von Visionen von Licht überwältigt.gnadenlos zerstört zu werden. das eine übernatürliche Leuchtkraft und Schönheit aufweist und meist als göttlich wahrgenommen wird. 217 .wir haben ein Gefühl von alles durchdringender Angst und einer bevorstehenden Katastrophe riesigen Ausmaßes. Wer das überlebt. Pfauenfeder-Mustern und himmli­ schen Szenen. daß sie in diesem problematischen Gelände steckenbleiben.der Landung auf kosmischem Grund . Überwindet man die metaphysische Angst. letztendliches moralisches Versagen und sogar die spirituelle Verdammnis. was die ultimativen apokalyptischen Erfahrungen zu sein schienen. erlebt nur wenige Sekunden später phantastische Dar­ bietungen von Regenbögen. Bei dieser Erfah­ rung scheinen alle Bezugspunkte . Diese Art von heilender und lebensverändernder Erfahrung tritt auf. erlöst und gesegnet und findet seine göttliche Natur und kosmischen Status wieder. Zugleich haben wir keine Ahnung. emotionales Desaster. was wir sind. die Natur und die Existenz im allgemei­ nen überflutet. andere Menschen. Wenn letzteres der Fall war. den Dingen ihren Lauf zu lassen. erfährt man die totale Auslöschung auf allen Ebenen . wenn die Geburt nicht zu schwächend oder durch starke Anästhesie beeinträchtigt war. der man an dieser wichtigen Kreuzung begegnet. und entscheidet sich. sich dem Prozeß in diesem Stadium zu widersetzen. Diese Furcht bringt viele Leute dazu. was dazu führt.

wenn wir sie mit unserer Alltagswahmehmung der Welt und den Begrenzungen. was nicht in unserem Mund ist. Menschen an fernen Orten zu beobachten oder zu hören. Die bemerkenswerte Natur der transpersonalen Phänomene wird deutlich. 218 . Wir sind in unserer Wahrnehmung der Welt üblicherweise durch die Reichweite unserer Sinne und die Struktur der Umwelt be­ grenzt. mystisch. Dieses gesamte Ge­ biet war in der Vergangenheit vielen Fehlinterpretationen und wilden Verzerrungen ausgesetzt. magisch. nicht die Beschaffenheit eines Gegenstands spüren. Im gewöhnlichen oder »normalen« Bewußt­ seinszustand nehmen wir uns selbst als feste materielle Körper und unsere Haut als Grenze und Verbindungsglied zur äußeren Welt wahr.an dem Ort. parapsycho­ logisch oder paranormal bezeichnet werden. vergleichen. wenn der Wind von uns wegbläst. Ein von den üblichen Mißver­ ständnissen freies Wissen um die Natur und die grundlegenden Charakteristika der transpersonalen Phänomene ist für das Ver­ ständnis und die Behandlung von spirituellen Krisen von großer Bedeutung. von denen wir durch eine feste Mauer getrennt sind. führt uns das zu dem Glauben. keine Blume riechen. der die spirituellen Lehren des Ostens für die Menschen des Westens interpretiert und zugänglich ge­ macht hat. die wir für zwingend und unvermeidbar halten. wo wir uns momentan befinden. Wir können keine Schiffe jenseits des Horizonts und keine Gegenstände sehen. und im gegenwärtigen Moment. Es ist uns unmöglich. In den Worten des berühmten Schriftstellers und Philosophen Alan Watts. ohne ihn anzufassen.Transpersonale Erfahrungen Jenseits der biographischen und der perinatalen Bereiche in der Psyche liegt das transpersonale Reich. Dies ist ein moderner Begriff für eine Vielfalt von Erfahrungen. Mit unseren gewöhnlichen Sinnen können wir nur das erfahren. religiös. was hier und jetzt geschieht . die in anderen Zusam­ menhängen als spirituell. wir seien ein »hautver­ kapseltes Ich«. Wir können nichts schmecken.

und der mythologischen Welt der archetypischen Formen. eine Frage zu stellen. die vermutlich so manchem skeptischen Leser und Vertreter der 219 . Wir können uns selbst als ein Spiel von Energien oder ein Feld von Bewußtsein erleben. die uns aus unserem Alltagsleben vertraut sind. tierische Vorfahren und Menschen in verschiedenen Kulturen und Zeiten der Vergangenheit betreffen. Die Welt der transpersonalen Phänomene bietet eine weitere intellektuelle und philosophische Herausforderung. ganzer Gruppen oder sogar der gesamten Menschheit entwickeln. wie Gottheiten. An dieser Stelle scheint es angemessen. Tiere. an Sequenzen teilzunehmen. als ob alles. In manchen Fällen ist das mit einem Gefühl des persönlichen Erinnerns verbunden. Dämonen und andere mythologische Persönlichkeiten aus ver­ schiedenen Kulturen oder auch Himmel. was sich im Alltagsleben als Objekt erfahren läßt. Diese Erfahrungen sind so überzeugend und wirklich wie dieje­ nigen mit Elementen. die die eigenen Ahnen. Das kann sich weiter zu einer Identifikation mit dem Bewußtsein anderer Menschen. Fegefeuer und Höllen. die wir mit anderen teilen. das nicht auf ein physisches Gefäß beschränkt ist. in außergewöhnlichen Bewußtseinszustän­ den ein entsprechendes Gegenstück in einer subjektiven Erfahrung hat. Pflanzen und selbst anorganisches Material und Ereignisse einschließen. Es scheint. als fänden sie hier und jetzt statt. die überhaupt nicht genetisch mit uns verwandt sind. man kann diverse historisch und geographisch weit entfernte Ereignisse so lebhaft erfahren.In transpersonalen Zuständen scheinen all diese Begrenzungen transzendiert. Zeit und Raum hören auf. Es ist möglich. Dieser Prozeß kann über die Grenzen des Menschen hinausführen und verschiedene Tiere. Bäume und kostbare Steine. was wir gewöhnlich als von uns getrennte Elemente wahrnehmen . Häufig gehö­ ren dazu Wesenheiten und Reiche. Die transpersonalen Zustände unterscheiden daher nicht zwischen der realen Welt. Im transpersonalen Zustand können wir tatsächlich zu dem werden und uns mit dem identifizieren.wie etwa Personen. die in der westlichen Weitsicht nicht als Teil der objektiven Wirklichkeit gelten. Begrenzungen zu sein.

daß es sich um außergewöhnliche Phänomene handelt. Diese sind bedeutungslos. die eine beachtliche Herausforderung für die wissenschaftliche Weitsicht des Westens darstellen. Schulbildung und die Bücher. ohne jede Rele­ vanz. Alles. die sie machen. Ohne die Vermittlung der Sinne können sie oft direkten Zugang zu Informationen über das Universum liefern. Das mag denen. auf die transper­ sonalen Phänomene zu achten. Radio. eine brauchbare Erklärung zu sein scheinen. Nach dieser siehtweise entspringen die reichen Inhalte unseren Erinnerungen. Eine sorgfältige und systematische Untersuchung von transpersonalen Erfahrungen zeigt jedoch. lassen sie sich nicht aus­ schließlich als Prozesse im menschlichen Gehirn erklären. ausgesetzt sind. Zeitschriften. die sich weigern. dies seien zufällige und bedeutungslose Produkte eines von einem unbekannten Krankheitsprozeß betroffenen Gehirns. Unter gewissen Umständen erschafft unberechenbare zerebrale Aktivität aus diesem reichen Material zahllose Bildfolgen. ist die Aussage. die wir lesen. daß die menschliche Psyche solche Erfah­ rungen produziert. und welche Relevanz hat diese Diskussion für das Problem der spirituellen Krise? Schließ­ lich heißt die Tatsache. nicht.traditionellen siehtweise der westlichen Wissenschaft auf der Zunge liegt: Warum sollte den transpersonalen Phänomenen so viel Bedeutung beigemessen werden. häufig nach Erinnerungen an Ereignisse aus der Kindheit. Wir leben in einer Kultur. sie als subjektiv wirklich und überzeugend empfinden. daß man sie als authentische Verbindungen mit verschiedenen Aspekten des Universums ernst nehmen müßte. Filme. was wir erleben. die unmöglich durch konventionelle Kanäle erworben sein können. 220 . in der wir großen Mengen von Informationsein­ gaben durch Zeitungen. an die Geburt oder das intrauterine Leben. und dienen in keinster Weise dem Verständnis des mensch­ lichen Geistes. die nur oberflächlich mit den Daten und Fakten vertraut sind. Vorkommen. wird mit photographischer Genauigkeit in unse­ rem Gehirn gespeichert. Auch wenn sie in dem Prozeß der tiefen Selbsterforschung. Fernsehen. und daß die Menschen. Das häufigste Argument derer.

Rituale. Wenn dennoch Zweifel an der Authentizität der in transpersonalen Zuständen erworbenen Erfahrungen bestehen sollten. Thanatologen haben das in sorgfältig kontrollierten Studien bestätigt. der das Krankheitsmodell in Frage stellt. wie Leute. Noch erstaunlicher ist. Dies kommt bei spirituellen Krisen vor. Wir haben oft beobachtet. Architektur und soziale Strukturen der jeweiligen Kultur und historischen Zeit. Beobachtungen dieser Art waren es. Waffen. jedes Individuum könne unter bestimmten Voraussetzungen Zugang zu dem gesamten kulturellen Erbe der Menschheit erlangen. Diese Information ging oft weit über ihre Kenntnisse in den entsprechenden Wissensge­ bieten hinaus.In Sequenzen aus dem Leben von Vorfahren und der Geschichte der eigenen Rasse. ihr bemerkenswertes heilendes und transformatives Poten­ tial. erstaunliche Einsichten in deren Psychologie. die in veränderten Be­ wußtseinszuständen verschiedene archetypische Reiche besuchen und dort wohnenden mythologischen Wesen begegnen. was dort geschieht. aus anderen Kulturen und »früheren Leben« lernt man häufig neue und genaue Details über Kleidung. an entfernte Orte »reist« und genau beobachtet. oft mit Informationen zurückkommen. instinkthaftes Verhalten und spezi­ fische Gewohnheiten gewonnen oder sogar in spontanen Bewe­ gungen deren Balztänze aufgeführt haben. daß Menschen. bei Sitzungen in der Selbsterfahrungstherapie und besonders häufig in Nah-Tod-Situationen. die sich durch eine Untersuchung der Mythologie der entsprechenden Kulturen verifizieren lassen. die Carl Gustav Jung vor vielen Jahren zum Konzept des kollektiven Unbewußten und der Annahme führten. Gelegentlich tauchen auch durch Erfahrungen der Identifikation mit Pflanzen oder anorganischen Prozessen in der Natur neue Informationen auf. der Zeuge einer unter günstigen Bedingungen verlau­ 221 . Neben der Authentizität ist ein weiterer wichtiger Aspekt der transpersonalen Zustände. bei denen sich das Bewußtsein vom Köxper löst. lassen sich diese leicht durch die Ergebnisse der Untersuchungen der AußerKörper-Erfahrungen widerlegen. Jeder. die sich mit verschiedenen Tieren identifizierten.

Wenn solche unbewußten Inhalte während einer transformativen Krise oder bei der Selbsterfahrungstherapie voll ins Bewußtsein aufsteigen. und war es auch schon häufig.fenen spirituellen Krise geworden ist. die biographischen. Sie kann. dies sei ein intelligenter Schachzug seitens der Psyche. die die früher beschrie­ benen unterschiedlichen Formen oder Arten von transformativen Krisen bilden. die dicht an der Oberfläche liegen. Transpersonale Erfahrungen. die mit positiven Emotionen . die perinatalen und die transpersonalen. Die eben untersuchte Kartographie kann daher als allgemeine Matrix für spirituelle Krisen gesehen werden. Begegnungen mit glückseli­ gen Gottheiten und der Vereinigung mit Gott assoziiert sind. wird es schwierig finden. Das kann zu einer drama­ tischen Heilung vieler emotionaler und sogar körperlicher Proble­ me führen. Bei spirituellen Krisen treten die hier beschriebenen Erfahrungen. in diversen spezifischen Kombinationen auf. Während die verschiedenen schmerzhaften und schwierigen Erfahrungen die Psyche reinigen und den Weg zu den angenehmeren öffnen. repräsentieren die ekstatischen und verei­ nenden Zustände die Essenz des wahren Heilens. Identifikationen mit verschiedenen Tieren und dämoni­ schen Archetypen annehmen. eine große Hilfe für Menschen sein.wie Gefühle von Einssein mit der Menschheit und der Natur -. verlieren sie ihren störenden Einfluß auf das Alltagsleben. Viele emotionale und psychoso­ matische Störungen scheinen neben biographischen Erinnerungen und perinatalem Material ihre Quelle in transpersonalen Konstel­ lationen zu haben. . spielen in dem heilenden und transformativen Prozeß eine beson­ dere Rolle. Zuständen von kosmischer Einheit. nicht zu der Überzeugung zu gelangen. die diesen fordernden und beanspruchenden Prozeß durchlaufen. Diese können unter anderem die Form von Erinnerungen an frühere Leben.

DRITTER TEIL zwei Welten leben .

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Es schien alles ganz wirklich zu sein. Der Inhalt des Traumes wechselt zwar. was sie konnten. Der Bereich der Götter ist eine ver­ gessene Dimension der Welt. Manchmal sehen sie kurze Visionen von Szenen aus anderen Zeiten und Orten oder von mythologischen Gestalten.. wenn Ihr Wi­ derstand nachläßt. die göttliche und die menschliche. die beiden auseinanderzuhalten. wie wir sie kennen. in denen sie im Sterben lagen. wenn sie ruhig sind. die unerwartet über sie kamen. Sie sind ein paar Mal atemlos erwacht und waren erleichtert. aber sie fühlen sich schon seit einiger Zeit von den nächtlichen Abenteuern Ihres Geistes heimgesucht. und sie beginnen. schüttelt sich Ihr Körper manchmal ganz automa­ 225 . An diesem strahlenden Frühlingstag werden sie auf Ihrer Fahrt weiter von den körperlichen Leiden und den schmerzlichen Emo­ tionen aus dem Traum verfolgt. wurden von lebhaften Träumen unter Beschuß genommen. Die Gesichter der Menschen um sie herum waren lebendig und bedrohlich. um die Wellen von Wut und Angst zu unterdrücken.8 Strategien für das Alltagsleben Die beiden Welten. Der Heros in tausend Gestalten36 Stellen sie sich vor. depressiv zu werden. daß die Erfahrungen stärker werden. Und sie haben getan. Ihr Wachzustand scheint einfach eine Fortsetzung der nächtlichen Aktivität zu sein . Sie haben eine unruhige Nacht hinter sich. Joseph Campbell. es fällt Ihnen schwer. und sie seien auf dem Weg zur Arbeit. Außerdem haben merkwürdige Körpergefühle sie irritiert. in Sicherheit zu sein. nur um dann wieder in den quälenden Schlaf hinüberzugleiten. sie merken. Sie haben stechenden Schmerz und überwältigende Angst gespürt. So war es bei der Grippe letzte Woche und nach ein paar schlaflosen Nächten. als sie das Blut aus Ihren Wunden strömen sahen. so als geschähe es tatsächlich. Sind in Wahrheit eins.. es sei ein ganz normaler Tag. Gegen Abend sind sie erschöpft.

in der man gewisse Erwartungen zu erfüllen. wenn man in zwei Welten zu leben versucht. der unbekannte Möglichkeiten enthält. Die andere ist der Bereich unter der Alltagsschicht. werden sie vielleicht entdecken. und sie sind sich nicht sicher. als hätten sie alles gut im Griff. Dauernd tauchen blitzartige Fetzen aus Ihrem Traum auf. im gewöhnlichen Leben normal weiterzu­ machen. alltägliche Wirklichkeit. auch wenn es von außen so aussieht. Diese Grauzone ist es. und sie spüren irgendeine Art von Strom durch Ihre Glieder fließen. die sie der Welt zeigen. Sie haben Mühe. Sie sind gelegentlich gehetzt und ängstlich. und sie fühlen sich ausgesprochen furchtsam. Rollen zu spielen und Verpflichtungen nachzukommen hat. der riesige Teich des Unbewußten. Sie fühlen sich so. Sie beginnen. Heute haben sie vor dem Vorstand Ihrer Firma einen wichtigen Vortrag zu halten. weder in der äußeren Realität noch in den inneren Reichen wirklich präsent. die dem Individuum in einer transformati­ ven Krise Schwierigkeiten macht. und sie haben neuerdings häufig lähmende Kopfschmerzen . als ob es bei diesem Treffen um Leben oder Tod ginge. Zuweilen liegt ein Druck auf der Brust. und die scheinen genauso wirklich. Wenn das innere Reich immer zugänglicher wird. verwirrte Realität. So fühlt es sich an. sich zu konzentrieren. da sie nie wissen. Eine Welt ist die gewohnte. So sieht es aus. und die daraus entstehende Spannung kann großes Unbehagen auslösen. dringt es in die gewöhnliche Bewußtheit ein. wie Ihre Aktivitäten im Büro. ob sie sich soweit zusammenreißen können. wann diese merkwürdigen Erfahrungen wieder Zuschlä­ gen werden. sich von sozialen Aktivitäten zurückzuziehen.tisch. Sie sind weder hier noch dort. und eine geheime. über die sie schwer sprechen können. und die Trennung zwischen den beiden Gebieten beginnt sich aufzulösen. Wenn sie sich mit dem Menschen in obigem Beispiel identifizieren. wenn man mitten in einer spirituellen Krise steckt und dennoch versucht. als ob sie ein Doppelleben führen würden: die trügerische Fassade von Norma­ lität und Fröhlichkeit. Ihre Kopfschmerzen sind wieder da. 226 .

das während Christinas täglichem Bemühen. die irgendeine Form von spiritueller Krise erlebt haben. Wir haben mit vielen Leuten gesprochen. und Stans Erfahrungen daraus. Vieles von dem. diese beiden Wirk­ lichkeiten ins Lot zu bringen. Freunden und aufgeschlossenen Fachleuten. die auftauchen. die Stan als experimenteller Psychiater durchgeführt hat. etwas zu t u n . und als wir ihre Lebensstrategien mit unseren eigenen verglichen. Andere entstammen der langjährigen klinischen Forschung über außergewöhnliche Bewußtseins-zustände. die möglicherweise hinzugezogen wer­ den könnten. mit ihr zu leben und ihr zu helfen. Wenn Ihr Erwachen relativ sanft verläuft. mit den vorübergehenden Ungelegenheiten zu Rande zu kommen. wenn sie versuchen. kann zuhause im Rahmen des Alltagslebens getan werden. stellten wir fest. (Wir haben im Anhang III einige Vorschläge für Ärzte. Im folgenden wird es um praktische Wege gehen. Therapeuten und Berater zusammengestellt. Viele der Ansätze bauen auf dem persönlichen Wissen auf. um die Situation leichter zu machen. in einer spirituellen Krise zu leben und sie durchzuarbeiten. entstanden ist. was wir beschreiben. oft mit der Unterstützung von Familie.daß Ihr intensiver innerer Prozeß desorganisierende Auswirkun­ gen auf Ihr Funktionieren im Alltag hat und daß Ihre Sorge um Ihre Effektivität in der Welt die Angst verstärkt. die Manifestationen des Kundalini-Erwachens zu ertragen. die als Teil des spirituellen Prozesses ohnehin bereits sehr stark im Vordergrund steht. daß ihre Lösungen den unseren sehr ähnlich oder sogar identisch waren. Außerdem haben wir durch unsere gemeinsame Arbeit mit Tausenden von Menschen bei unseren Workshops und Trainingsgruppen und den regelmäßigen Kontakt mit dem Spiri­ tual Emergence-Netzwerk eine Menge gelernt.) 227 . kann es Ihnen genügen. Vielleicht lassen sie sich aber aktiver darauf ein und fühlen sich getrieben.

die im Laufe Ihrer spirituellen Krise auftreten . Unglauben oder Verleugnung einschrän­ ken lassen. kann eine Gelegenheit. manchmal ein paar Monate. Ängstlich auf ihn zuzugehen oder zu versuchen. Ihnen Ratschläge oder Lösungen für diese Schwierigkeiten als solche anzubieten. die so viel Unbehagen bereitet. Statt dessen können wir Ihnen versichern. Es ist uns nicht möglich. die Ihr Leben verändern könnte.und nicht nur durch Ihre eigenen zwanghaften Bemühungen. mit Zuhause. Die intensive Periode des Erwachens kann einige Zeit dauern.Ihre Einstellung zu Ihrer spirituellen Krise Es ist für sie wichtig zu wissen. bis er sein Ende erreicht. ob das zeitlich oder sonstwie paßt. wenn die innere Welt. sich als Teil des transformativen Prozesses auflösen werden . in denen der transformative Prozeß offensichtlicher oder belastender ist. voll zum Ausdruck kommen kann. daß viele der Probleme. träte ungebeten in Ihr Leben ein und schritte in ihrem eigenen Tempo voran. die viel Zeit und Energie beansprucht. Widerstand. wenn er erst einmal in Bewegung gekommen ist. ist 228 . Trotz der Tatsache. Es mag Zeiten geben. ohne Rücksieht darauf zu nehmen. Zusätzlich werden sie höchstwahrscheinlich besser mit Ihrem Leben umgehen können und Einsicht in die Frage gewin­ nen. stark gehemmt oder sogar verhindert werden. Nach unserer Erfahrung wird ein solcher Prozeß. aber im allgemeinen ist er beständig. nicht aufhören. bis er sein natürliches Ende erreicht hat. dem Beruf und der Gesundheit -. manchmal einige Jahre. daß sie wieder mit der Alltagswelt verbunden sein werden. warum die augenscheinlichen Probleme für Ihre Entwicklung nötig waren. wenn sie mit dem Heilungsprozeß kooperieren und aktiv mitarbeiten. Ihre Einstellung zu einem solchen Ereignis ist von kritischer Bedeutung: Solange sie sich von Angst. Ihre spirituelle Krise hätte ein Eigenleben. sie mögen das Gefühl haben. daß die schiere Existenz während dieser Zeit eine beachtliche Herausforderung sein kann. können sie im Alltag angenehmer leben. ihn vorzeitig zu unterbinden.mit Ihren Beziehungen. wenn sie den Entwicklungsprozeß voranschreiten lassen.

Sich der eigenen spirituellen Krise stellen Wenn unbewußte Emotionen und Erfahrungen zugänglich wer­ den. an diesem wichtigen Prozeß mitzuarbeiten? Menschen in spirituellen Krisen wissen oft intuitiv. Die zweite ist die. die an die Oberfläche wollen. der ein Leben lang Angst vor geschlossenen Räumen hatte. daß er dann viel länger dauert. gereinigt oder von Körper und Geist freigesetzt zu werden. Das führt dazu. Indem er sich dieser Erinnerung mit all ihren 229 . Und sie haben eine gute Chance. daß es seine Erinne­ rung an die Geburt war. Wir werden uns nun beide genauer anschauen. Die erste und wichtigste ist die. statt voller Scham und Unbehagen. Danach kann seine Klaustrophobie verschwinden. Für uns hat es sich als sinnvoll erwiesen. So kann beispielsweise ein Mann. haben aber Schwierigkeiten. etwas geleistet und gesiegt zu haben. was für sie richtig ist. einschließlich der intensiven Gefühle des Erstickens und farbiger Visionen von engen Tunneln. Sie werden vermutlich feststellen. daß eine wi­ derstrebende Einstellung diesen natürlichen Prozeß schwieriger macht. zwei allgemeine Strategien anzuwenden. die jahrelang knapp unter der Oberfläche seiner Bewußtheit lag und ihn von Flugzeugen oder Fahrstühlen ferngehalten hatte. und er hat vielleicht die Einsicht gewonnen. eine Situation zu schaffen. Wenn es Ihnen möglich ist. Wie können sie also lernen. sind sie auf dem Wege. ganz stellen und somit durch sie hindurch gehen und aus ihnen lernen können.kontraproduktiv. von dieser Reise mit dem Gefühl zurückzukehren. die den Prozeß behindern und seine Auswirkungen auf das Alltagsleben vorübergehend ein­ schränken. Maßnahmen anzuwenden. wenn die Umstände das erfordern. bei einer spirituellen Krise seine Geburt wiedererleben. in der sie sich den inneren Erfahrungen. diese Einsichten in die Tat umzusetzen. wird der gesamte Prozeß leichter und vermut­ lich auch kürzer sein. ein grundsätzliches Gefühl von Kooperation mit und sogar Enthusiasmus für Ihre spirituelle Krise aufrechtzuerhalten.

die die Erfahrungen. Sie können sich von ihnen völlig verzehrt und unfähig fühlen. Zu einigen dieser Ansätze gehört. Wenn der Prozeß nicht besonders überwältigend ist. sich statt dessen einen mit­ fühlenden Menschen zu suchen. was sie für sich selbst tun können. sich einer unterstützenden Gruppe anzuschließen. und wir werden im zehnten Kapitel Ratschläge geben. wenn sie auftauchen. Die folgenden Vorschläge sind besonders dann nützlich. ist es vielleicht hilfreich. die sie machen. als sich ihnen so zu stellen. Es gibt viele Arten. der sie dabei unterstützen kann. diese Schwankungen unter Kontrolle zu bringen.Komplexitäten voll stellt. mit einem kundigen Lehrer regelmäßig spirituelle Übungen zu machen oder mit einem geübten Körpertherapeuten zu arbeiten. wird sie nie zurückkeh­ ren. Diese Art von Hilfe ist extrem wichtig und oft sehr notwendig. raten wir Ihnen. die bei einer spirituellen Krise an die Oberfläche kommen können. sie werden vermutlich feststellen. die die Emotionen und Erfahrungen her­ vorruft. wie sie auftauchen. Vorläufig schauen wir zunächst einmal. Wenn sie sich sehr starken Emotionen und Erfahrungen ausgeliefert fühlen. löscht er sie aus seinem Unbewußten. die Ihnen hilft. daß es notwendig und ange­ messen ist. Erfahrun­ gen und Energien zu arbeiten. wie sie solche Unterstützung finden und auswählen können. daß sie sich nicht selbst helfen könnten. verstärkt. aktiv mit den Elementen Ihrer spirituellen Krise umzugehen. Viel230 . Legen sie sich aufs Bett oder auf den Fußbo­ den. und lassen sie diese Gefühle zum Ausdruck kommen. Wenn sie einmal ganz ausgeschieden ist. nicht so beeinträchtigende Methode zu finden. eine wirksame Therapie oder Beratung anzufangen. Spielen sie Musik. irgendeine. Wählen sie Musik. mit dem breiten Spektrum von Emotionen. Manchmal haben sie keine andere Wahl. wenn der Prozeß nicht so überwältigend ist. und bringen sie diese durch Töne und Bewegung zum Ausdruck. sich den Erfahrungen zu stellen und die mit ihnen einhergehenden Energien und Emotionen auszudrücken.

Zeichnen. und was darin enthalten ist. Versuchen sie. zittern. oder führen sie einen Dialog mit den Traumgestalten. wenn sie nachts davon aufwachen. starke körperliche wird Ihnen verarbeiten. wie sie arbeitet. Das geht am besten mit jemandem.leicht müssen sie weinen oder schreien. Vielleicht finden sie einen anderen Menschen. darunter K r e a t i v t r ä u m e n von Patricia Garfield. der Vater der Psychoanalyse. Vielleicht stellen sie fest. Das helfen. so daß sie die inneren Erfahrungen nicht mit der äußeren Umgebung durcheinanderbringen. Sigmund Freud. Während einer spirituellen Krise sind Ihre Träume oft Fortsetzungen oder Vollendungen von Erfahrungen. Das bringt vorübergehend oft deutli­ che Erleichterung. Papier und Stift neben dem Bett liegen zu haben. und schauen sie sich die Antworten an. Stellen sie sich Fragen zu den Bildern. im Schlaf auf. Halten sie sich dann eine ruhige Zeit am Tag frei. die Ihnen dazu kommen. Träume können oft lehrreich oder vorhersagend sein. Fragen sie sich selbst nach den Bedeutungen und Ursprüngen der dazugehörigen Gefühle. die Anleitungen für die Arbeit mit Träumen bieten. Es gibt mehrere gute Bücher. mit dem sie regelmäßig Ihre Träume teilen können. Es ist dabei wichtig. und schreiben sie Ihre Träume immer auf: gleich morgens oder. um mit den Traumbildern zu spielen. sofort. sie vielleicht sogar zu malen. Das kann Ihnen Einsichten in Ihre eigene innere Welt geben. Malen und und emo­ 231 . Verwenden sie künstlerische Ausdrucksmittel. daß sie die gleiche Wirkung durch Tanz oder Yoga erreichen können. nannte Träume den »Königsweg zum Unbewußten«. singen oder sich auf andere Weise bewegen. Bildhauerei erlauben Ihnen zudem. Arbeiten sie aktiv mit Ihren Träumen. Manchmal tauchen Antworten. die sie in Ihrer Wachzeit machen. Ihre Erfahrungen dadurch zu verstehen und zu daß sie ihnen eine äußere Form geben. die sie sich schon zu finden bemüht haben. der zwar Mitgefühl hat. aber eine objektive Perspek­ tive wahren kann. daß sie Ihre Aufmerksamkeit auf die innere Bewegung gerichtet halten.

wie er sein dramati­ sches inneres Leben immer besser dadurch meisterte. kann eine sehr befriedigende Art sein. ist es für sie vielleicht besonders wertvoll. und dabei könnten sie sehr wohl einige neue Aspekte von sich selbst entdecken. Die Verwendung von künstlerischen Ausdrucksmitteln bedarf in diesem Zusammenhang keinerlei persönlichen Talents. sich ganz auf den Prozeß des Arbeitens mit diesem Material und die durch diese Aktivität aufkommenden Einsichten zu konzentrieren. abstrakte Formen oder Farbspiele sind. sollten sie. Es handelt sich dabei einfach um ein kraftvolles Werkzeug. statt sich Sorgen um das fertige Produkt zu machen. Markie­ rungsstiften (einschließlich Gold und Silber. einen Vorrat an Tempera-Farben. Es kommt nicht darauf an. Wenn sie während einer spirituellen Krise mit Ton arbeiten. Dieses leicht formbare. 232 . Es lohnt sich. daß er die inneren Bilder auf die Leinwand bannte. Papier und Ton zur Hand zu haben. ob die dabei entstehenden Bilder figürliche Darstellungen. Manche führen statt eines geschriebenen Tagebuchs ein »BilderBuch«. die oft benutzt wer­ den. Mit Ton zu arbeiten. um das Leuchten der mystischen Zustände zu vermitteln). Pinseln. diese Visionen durch Zeichnungen oder Malerei nach außen zu bringen. Manchmal machen Ihre Produkte Ihnen in dem Moment gar keinen Sinn. das Einsicht in einen sehr dynamischen und oft verwirrenden Prozeß gewinnen hilft. versuchen. Der große spani­ sche Maler Francisco Goya hat beschrieben. griffige Mate­ rial ist ein wunderbares Ventil für intensive Gefühle und Energien. Wachsmalkreiden. einen Teil der emotionalen und physischen Bewegung des Prozesses zum Ausdruck zu bringen. in das sie am Anfang oder Ende eines jeden Tages eine Zeichnung oder ein kleines Gemälde machen. und seine dreidimensionalen Eigenschaften können Ihnen zu ei­ nem weiteren Blickwinkel auf Ihre inneren Bilder verhelfen.tionale Energien zu kanalisieren. Da lebhafte Bilderwelten bei spirituellen Krisen oft eine wichtige Rolle spielen. aber nach einiger Zeit werden sie oft zu einer wichtigen Unterstützung für das Verständnis Ihrer Erfahrung. wie bei jeder anderen Form von künstlerischer Aus­ drucksweise.

das. Viele Meditie­ rende konzentrieren sich auf den Atem. Jung entwickelten Zugang zur 233 . eines Bildes. führen sie sich selbst in die Wirklichkeit des Alltags zurück und lassen sich dabei reichlich Zeit. um den Geist zu beruhigen und sich den tieferen Reichen im Inneren zu öffnen. die denen der »aktiven Ima­ gination« ähneln. Es könnte Ihnen auch helfen. Diese Praxis beruht auf Prinzipien. sie zu durchschreiten und zu fragen: »Was sehe ich um mich herum? Wie reagiere ich körperlich und emotional darauf? Was sagt es mir?« Lassen sie sich von der sichtbar werdenden Information zu neuen Einsichten und zusätzlichem Verständnis Ihrer selbst führen. Einsicht in bestimmte Bereiche Ihres Prozesses zu gewinnen. Ihre Meditation zu beenden. Wenn es Zeit wird. wird Ihnen helfen. körperlichen Empfindungen. aber doch etwas anders. emotionalen Zu­ ständen und Erinnerungen. einem von C. können sie sich selbst sanft zu diesem Teil der Erfahrung führen und sich Anweisung geben. entspannen sie sich und wandern sie im Geiste zu einigen der visuellen Bilder. die sie nicht ganz abschließen konnten. was sie gerade gefühlt oder gesehen haben. das als Teil Ihrer spirituellen Krise aufgetaucht ist. aufzuschreiben oder zu malen. Wenn sie den Raum um sich herum zu spüren beginnen. könnten sie versuchen. zu vertiefen. um Ihr Verständnis einer bestimmten Angelegenheit. G. oder sich von einem Ort wegzubegeben.Üben sie gerichtete Meditation. an dem sie steckengeblieben sind. Ihre Erfahrung zu Ende zu bringen. Wenn sie irgendeinen Aspekt oder ein Thema Ihrer Reise klären wollen. eine Erfahrung zu vollenden. Wenn sie die Augen wieder geöffnet haben. die sie machen. sich auf die Erfahrungen zu konzentrieren. bewegen sie sanft Ihren Körper und strecken sich. sie können diese Art von Meditation noch morgens im Bett oder auch auf dem Fußboden machen. Hier können sie körperliche oder geistige Entspannung nutzen. die bei Ihrem inneren Prozeß eine bedeutende Rolle gespielt haben. Legen sie ruhige Musik auf. einer Emotion oder eines Problems. Dieser Zugang ist dem zwar verwandt. eine Kerzenflamme oder einen heiligen Spruch oder ein Mantra. erweitern oder verfeinern.

und stellen sie sich vor. in dem all Ihr Schmerz und Ihre Beschwerden verschnürt sind. ursprünglichen Landschaften wie der Wüste. daß sie Ihre Probleme riesigen. Dazu benutzen sie häufig Ansätze. 234 . sie stünden auf einer Klippe hoch über dem weiten Meer. Vielleicht finden sie es hilfreich. darüber zu meditieren.« Oder man kann üben. Der Inhalt dieses Prozesses wird dann mit der Hilfe eines guten Therapeuten analysiert. und sagen sie dazu ausdrücklich: »Bitte. das als Schild gegen jedes Eindringen von unwillkommenen Elementen schützt. Entwickeln sie einfache persönliche Rituale.Traumarbeit. der Erde oder dem unendlichen Raum des Universums übergeben. Bei der Arbeit mit der aktiven Imagination wird man aufgefordert. wie sie diese Last mit kraftvollem Schwung dem Meer überantworten. sich mit imaginärem weißen oder blauen Licht zu umgeben. Die sind oft sehr persönlich und wirken nicht unbedingt für jeden gleich. Eine gute Beschreibung dieser Methode findet sich in dem Buch Begegnungen mit der Seele von Barbara Hannah. daß die Hitze und die Kraft des Feuers um sie herum und durch sie hindurch strömen und die lästigen Hindernisse im Inneren verzehren. Während sie unter dem Wasserstrahl stehen. In der Hand halten sie ein großes Bündel. Beobachten sie die Flammen im Kamin. um sich selbst in den schwierigen Stadien eines Transformationsprozesses zu helfen. dem Meer. indem sie sie einer höheren Form von Macht übertragen oder eine größere Kraft um Hilfe bitten. Schauen sie zu. Das kann auch mit dem Bild des Feuers funktionieren. Das tun viele Menschen. daß sie sich dadurch von den Schwierigkeiten befreien. stellen sie sich vor. Stellen sie sich vor. Ausprobieren könnten sie beispielsweise diese einfache Reinigungsmeditation: sie nehmen eine lange Dusche. nimm mir das ab. in einen Traum zurückzugehen und ihn als Erfahrung fortzusetzen. die in verschiedenen spirituellen Traditionen praktiziert werden. Sie könnten zum Beispiel Visualisieren. daß das Wasser den ganzen Weg durch Ihren Geist und Körper fließt. allen negativen emotionalen Schutt wegspült und in den Abfluß laufen läßt.

aber sie werden den bereits aktiven Impuls zur Transformation nicht völlig aufhalten. 235 . Stellen sie vorübergehend die aktive innere Erforschung ein. daß es wichtige Beziehungen gibt. Es kommt nicht so sehr darauf an. die man treffen und Flugzeuge. daß sie ein Gefühl von Meisterschaft oder Kooperation entwickeln. Emotionen und Empfindungen einer spirituellen Krise auf bestimmte Zeiten begrenzt werden. wenn sie sich aktiv an einem Prozeß beteiligen. Daraus ergibt sich die Frage: Wie kann ich meine inneren Aktivitäten so verlangsamen. in der sie sich beständig ganz auf Ihre spirituelle Krise einlassen könnten und nichts anderes zu tun hätten. die erledigt werden wollen. der zuweilen überwältigend oder nicht handhabbar erscheint. Dies sind vorübergehende Maßnahmen. Die Realität sieht für die meisten Menschen aber so aus. daß es helfen wird. dann tut es das gewöhnlich auch. wenn sie fest daran glauben. daß eine Verlangsamung des Prozesses nicht die ideale Strategie und ganz gewiß nicht die endgültige Lösung ist. Wir müssen noch einmal betonen. Leute.wie etwa die dauernde Verwendung von Beruhigungsmitteln . um die man sich kümmern muß. Eine spirituelle Krise vorübergehend zügeln Ideal wäre eine Situation. kreativ.vermeidet. die bei uns selbst und anderen funktioniert haben. Wenn sie das Gefühl haben. es sei ohnehin schon zu viel los. die man erwischen muß. daß ich sie irgendwie in Einklang mit meinen täglichen Aufgaben bringe? Auf den folgenden Seiten werden wir ein paar Vorschläge machen. tägliche Aufgaben. Das liegt vielleicht daran. Dann muß die Arbeit mit den Fragen. zwischendurch etwas Erleichterung und Zeiten der Ausgewogen­ heit zu schaffen. Sie können die Dauer einer Krisen­ periode verlängern. scha­ den diese Maßnahmen nicht. die dazu dienen.Seien sie bei der Suche nach Mitteln. die Situation leichter zu machen. was Ihnen dazu einfällt. Solange man extreme Eingriffe .

die auf die sieht nach innen ausgerichtet ist. damit sie auch weiterhin seine Unterstüt­ zung haben. warum sie mit dieser tiefen Arbeit aufhören wollen. und wir wollen mit keiner von ihnen konkurrieren. Verschiedene geistige Ansätze sind darauf ausge­ richtet. Hören sie mit Yoga. Vermutlich werden sie es auf der Basis. Meditation oder rhythmi­ schem Singen teilzunehmen. und legen sie eine Weile alle inspirierenden Bücher bei­ seite. Ändern sie Ihre Ernährung. Nahrung kann bei einer spirituellen Krise ein sehr wichtiger Punkt sein. spirituelle Energien und Erfahrungen im Menschen zu wecken. will möglicherweise sein Unbewußtes nicht noch weiter aufrütteln. werden sie intuitiv wissen. Wir bieten hier einfach einige unserer Erfahrungen und Beobachtun­ gen an. zu den Praktiken zurückzukehren. Hören sie vorübergehend mit jeder Form von spirituellen Übungen auf. Wenn sie soweit sind. daß weitere aktive Exploration im Moment nicht angesagt ist. 236 . die sich für uns als nützlich erwiesen und auch bei anderen Leuten Anklang gefunden haben. ist es wichtig.werden sie vielleicht eine Zeitlang mit der therapeutischen Selbst­ erfahrung oder der Traumarbeit pausieren wollen. können sie wieder auf Ansätze zurückgreifen. die für sie wichtig sind. Wenn Ihr innerer Prozeß sanfter wird. Auch dies ist eine vorübergehende Maßnahme. Gehen sie nicht mehr zu spirituellen Work­ shops. wann es wieder Zeit ist. mit denen sie weiter an Ihrem Prozeß arbeiten können. Statt also an intensivem Gebet. und so muß jeder herausfinden. Vermeiden sie jede Aktivität. Falls sie sich zu dieser Zeit in einer fortlaufenden Psychotherapie befinden. daß sie mit dem Therapeuten darüber sprechen. Ihren Therapeuten weiterhin zu sehen. um mit ihm Ihre täglichen Probleme zu erörtern. sollten sie das alles ganz weglassen. was für ihn gut ist und was nicht. als hilfreich empfinden. Wer sich ohne­ hin schon wacklig fühlt. T’ai Chi und jeder anderen Art von Bewe­ gungsmeditation auf. Es gibt verschiedene gängige Theorien über Ernährung und Diät. Schließlich ist jeder Mensch anders.

um die Funktionsweisen sowohl des Körpers wie des Geistes so zu verfeinern. daß ihn sein spirituelles Erwachen schließlich zu McDo­ nalds geführt hat. wo er zum ersten Mal nach vielen Jahren wieder einen Hamburger aß. 237 . die plötzlich von der Sehnsucht nach Fleisch übermannt werden. daß man leichter Zugang zu den meditativen Reichen findet. Wir kennen überzeugte Vegetarier. daß das schwerere Essen sie scheinbar »wieder auf den Boden« gebracht habe. wie das Leuchten der vertrauten goldenen Bögen im Firmen-Signet für ihn zu einem mystischen Symbol für diesen Schritt auf seiner Reise wurde. fühlte ich mich viel besser. Wenn sie also einen intensiven spirituellen Prozeß verlangsamen wollen. in der sie tierisches Eiweiß gebraucht haben. Kekse. um diesem plötzlichen Begehren nachzugeben. Zusätzlich werden sie vielleicht feststellen. Während Ihrer Krise entwickeln sie vielleicht ein Verlangen nach schwererem Essen und nehmen möglicherweise auch zu.« Nach einer Zeit. Einer unserer Freunde hat er­ zählt. daß in den spirituellen Disziplinen Fasten und andere Manipulationen der Ernährung eingesetzt wer­ den. Mehrere Leute haben uns erzählt. und das auch nicht zu gut gebraten. sich selbst dabei zu beobachten. Jemand anderes beschreibt eine ähnliche Situation: »Ich fuhr zum Delikatessen-Laden und bestellte impulsiv ein halbes Pfund fast rohes Roastbeef. Als ich das erst mal runtergeschlungen hatte. wie sie extra in die Konditorei laufen. Eis und andere Süßigkeiten denken. daß gehaltvolles Getreide und Käse die gleiche Wirkung haben.Es ist hinlänglich bekannt. zumal sie das Ergebnis dieser neuen Gelüste auch noch auf der Waage ablesen. sich wieder den Aktivitäten des Alltags zuzuwenden. Es kann sie schockieren. Aber die Zufuhr von Süßigkeiten oder Glukose kann einem wirklich helfen.es mußte rotes Fleisch sein. Er konnte humorvoll schildern. werden sie feststellen. wodurch sie sich physisch solider und weniger von ihren inneren Dramen beansprucht gefühlt hätten. daß sie andauernd an Schokolade. Huhn oder Fisch war nicht genug . sollten sie solche Ansätze vermeiden. obwohl sie bisher eigentlich nicht so darauf aus waren.

Dadurch entsteht für jemanden. Wenn sie bis zu Ihrer spirituellen Krise erfolgreich nach einer bestimmten Diät gelebt haben und nun davon abkommen. Käse oder andere Milch­ produkte. sollten sie wissen. Emotionen oder Erfahrungen. Schließen sie nahrhafte Getreide und herzhaftes Voll­ kornbrot in Ihre Diät ein. Medizinische Tests und Auswertungen werden dazu beitragen. wo­ durch der Blutzucker sinkt. mit dem dieser Kreis schnell und wirksam unterbrochen werden kann. Eiweiß und Fett müssen in Glukose verwandelt werden. Wenn sie die intensiven Zustände während Ihrer spirituellen Krise verlangsamen wollen. daß diese neuen Verlangen vermutlich vergehen und sie nicht zu einem neuen Ernährungsstil verpflichten werden. daß sie während einer Zeit inten­ siver innerer Aktivität plötzlich Lust auf Alkohol oder Tabak 238 . die nun an die Ober­ fläche gelangen. Versuchen sie schwerere Nahrung wie rotes Fleisch oder andere Eiweißquellen: Geflügel. Die unzureichende Zufuhr von Zucker im Gehirn löst wiederum oft ungewöhnliche Erfahrungen aus. Und sorgen sie dafür. Andererseits simulieren gewisse vorübergehende körper­ liche Manifestationen bei einer spirituellen Krise echte medizini­ sche Probleme. daß etwas Zucker oder Honig da sind. Viele Leute haben uns erzählt. der ohnehin bereits empfänglich für außergewöhnliche Bewußtseinszustände ist. Wir raten zu einer gründlichen medizinischen Untersuchung bei einem mitfühlenden Arzt. ein Teufelskreis. welcher Kategorie die Sympto­ me angehören. Außerdem kann das Verlangen nach bestimmten Nahrungsmitteln ein Hinweis auf einen echten Man­ gel sein. bevor das Gehirn sie verwerten kann. In dieser Situation ist Glukose ein Mittel. Tiefe Erfahrungen mit starken Emotionen und intensive körperliche Aktivität erfordern eine Menge Energie und erschöpfen die Nährstoffe des Körpers. was bei Ihnen wirkt.Glukose ist der Hauptnährstoff des Gehirns. In Wirklichkeit entstammen sie jedoch alten Erinnerungen. zu unterscheiden. wenn sie sich Sorgen um Diabetes oder Hypoglykämie machen. Andere Kohlehydra­ te. Fisch. um herauszufinden. Bohnen. sollten sie mit verschiedenen Nahrungsmit­ teln experimentieren.

unmöglich. eine Weile Abstand nehmen. sollten sie davon. und besonders bei denen. Es fällt Ihnen vielleicht schwer zu lesen. Es kann sich als schwierig erweisen. daß das Bedürfnis bald wieder nachließ. Widmen sie sich sehr einfachen. Dasselbe kann für Fernsehen. Ein Drink oder eine Zigarette schien irgendwie zu helfen. die mit einer spirituellen Krise einhergehen. in einer spirituellen Krise potentiell abhän­ gig machende Substanzen nur mit g r ö ß t e r V o r s i e h t anzuwenden. Wir haben ähnliche Berichte über starken Kaffee gehört. die große Konzentration verlan­ gen. Bestimmte Lieblingsbeschäftigungen wie Lesen oder 239 . wenn möglich.hatten. Auto zu fahren oder dem Verlauf einer Konversation zu folgen. bei anderen aber. zu nähen. kann es in einem Desaster enden. daß sie mit solchen Aktivitäten Probleme haben. Die Ver­ wendung solcher Chemikalien kann zu langfristigem Mißbrauch führen. Komplizierte Projekte und solche. Für einen Süchtigen ist es leicht. Im Gegensatz zu seiner üblicherweise stimulierenden Wirkung kann er auf manche Menschen einen entspannenden Effekt haben. ohne die Symptome aufwallen zu spüren. sie wieder zu erden. der nur dazu dient. Filme und Videos gelten. V o r s i e h t : Dieses Verlangen nach Tabak oder Alkohol ist zwar bei manchen nur ein Stadium in einem Prozeß mit vielen Facetten und geht ohne offensiehtliche Auswirkungen vorbei. eine ohnehin komplexe Situation weiter zu erschweren. Die für solche Aktivitäten erforder­ liche Aufmerksamkeit ist der für die spirituelle Praxis erforderli­ chen Introspektion verwandt und kann den Prozeß beschleunigen. und sie stellten fest. wenn ihre spirituelle Entwicklung weiter voran­ gegangen war. die eine Veranlagung zu chemischer Abhängigkeit haben. werden oft zu schwierig. beruhigenden Aktivitäten.« Aus diesem Grund empfehlen wir. längere Zeit stillzusitzen. ein bereits bestehendes ausgefeiltes System der Verleugnung um eine weitere Rationalisierung zu ergänzen: »Ich trinke diese Flasche Wein. weil mein spiritueller Prozeß das im Moment erfordert. Wenn sie feststellen. zu malen oder Briefe zu schreiben. Manchmal machen es die Gefühle von unbezähmbarer Energie.

Dampf abzulassen. In vielen Ashrams oder Klöstern kehrt Tag für Tag derselbe Mensch die Böden. 240 .kreative Arbeit vorübergehend zu unterlassen. sich zu erden. und das oft mit großem Erfolg. Nutzen sie die Bewegung. Treiben sie regelmäßig Sport. sie für immer aus Ihrem Leben zu verbannen. welche Umgebungen und Menschen Ihren Prozeß anregen. kompliziertere Tätigkeiten durch einfachere zu ersetzen. die dazu dient. tanzen oder Ihre Bahnen schwimmen. sie wieder zu erden. heißt nicht. Hier gilt dasselbe: Nehmen sie sich regelmäßig die Zeit für eine Sport­ oder Bewegungsart. und Kanäle bieten. die Spannung zwischen den beiden Welten auszugleichen. Das ist nicht einfach eine mühselige Aufgabe. Dienlich sind auch einfache Aufgaben wie Geschirrspülen. den Prozeß zu beschleunigen oder zu verstärken. Laufen. Gehen. Haus­ putz. durch die komplexe aufgestaute Energien freige­ setzt werden. Manche Ärzte verschreiben bei Depressionen Joggen als wirksa­ mes Gegenmittel. daß sie es notwendig und hilfreich finden. und gehen sie diesen eine Weile aus dem Weg. und was sich dabei in Ihren Muskeln tut. Das kann besonders dann hilfreich sein. Ihr körperliches Wohlergehen ganz zu vergessen. daß sie dazu neigen. Diese Art von Aktivitäten ist anders als die Bewe­ gungsmeditationen wie Yoga oder aktive Selbstexploration. die den Blick nach innen erfordern und darauf angelegt sind. Ihre Umgebung eine Weile etwas zu vereinfa­ chen. einfach dazu. Finden sie heraus. Ihren Körper zu spüren. Gartenarbeit ist ein wunderbarer Weg. Ihre Verbindung mit der Erde oder dem Wasser. die Fußböden zu wachsen oder Holz zu hacken und aufzu­ schichten. wenn sie mit Ihren inneren Erfahrungen so be­ schäftigt sind. wenn sie laufen. statt die Energien. Tanzen und Schwimmen können dazu beitragen. Emotionen und Empfindungen wieder auf sich selbst zurückzulenken. Versuchen sie. Es bedeutet einfach. daß Ihre innere Welt derzeit so komplex ist. es ist ein sehr direkter Weg.

mag seine Gegenwart beruhigend und näh­ rend wirken. stellen sie vielleicht fest. unabhängig davon.sie haben sich jahrelang ziemlich einfach in der Welt bewegen können und entdecken nun. starke Emotionen und unerwartete Erfahrun­ gen aktivieren. körperlich oder mental zu stark stimuliert werden oder in denen sie sich für die Welt um sie herum auf unangenehme Weise empfänglich fühlen. In Ihrem sehr empfänglichen Zustand kann sich diese Negativität für sie extrem gewalttätig und sogar schädlich anfühlen. kann selbst der positivste Kontakt eine Zeitlang zu viel sein. Außerdem kann die Gegenwart von Menschen mit einer besonders starken Persönlichkeit überwältigend auf sie wirken. Seien sie sich Ihrer Reaktionen auf verschiedene Leute und Umgebungen bewußt. Wenn sie auf dem Land leben. welche Situationen eine solche Wirkung haben. ob sie die als positiv oder negativ empfinden. 241 . Es ist wichtig. aber regelmäßigen Bewegungen von Bahn oder Flugzeug sein. daß sie herausfinden. daß es gewisse Situationen gibt. Auslöser können dabei der anhaltende Krach schwerer Maschinen oder sogar die subtilen. Wenn jemand Liebe und Mitgefühl ausstrahlt. leicht die emotionalen Haltungen anderer Leute aufzunehmen. Dasselbe kann für die Anwesenheit einer Person gelten. und sie könnten sehr sensibel für die Welt um sie herum werden. Priesters oder Schamanen zu sein. da ihr Prozeß durch deren Gegenwart stimuliert zu werden schien. Wir haben Geschichten von Leuten gehört. die wütend. und diese eine Weile meiden. müssen sie vorläufig Situationen meiden. daß der Lärm und die mechanischen Vibrationen einer großen Stadt ungewöhnliche physische Energien. Vermutlich werden sie. Wenn sie den Verlauf Ihrer spirituellen Krise dämpfen wollen. in denen sie emotional. Während einer spirituellen Krise scheinen die persönlichen Grenzen oft sehr dünn. die es vorübergehend schwierig fanden. Wenn derselbe Mensch aber auch tatkräftig und dynamisch ist. in der Nähe eines hoch entwickelten spirituellen Lehrers. die Ihre spirituelle Krise anzuheizen scheinen. Das kann Ihnen das Gefühl geben. gehässig oder bestimmend ist.

. willentlich zwischen den Welten hin. und bemühen sie sich um einen unkomplizierten Lebensstil. Es ist sehr beruhigend zu wissen. ist eine Herausforderung. die sie früher anregend fanden. die sie beunruhigen.und herzureisen. und daß wir Hilfe bekommen können. Aber die meisten von uns sind nicht so geübt. Das heißt nicht. Lassen sie all die Situationen und Aktivitäten weg. und wir können an der verwirrenden Schnittfläche zwischen der Alltagsrealität und den außergewöhnlichen Tiefen unseres Unbewußten klebenbleiben. In zwei Welten zu leben. daß die komplexe Welt und die Beschäftigung mit Aktivitäten. wenn wir sie brauchen.wenn Ihre transformative Krise vorüber ist. leichter mit dieser Phase unserer Transformation zu leben. daß diese Erfahrung vorübergeht. die ihren Entwicklungs­ prozeß verlangsamen wollen: Achten sie auf Einfachheit. auf ewig unerreichbar bleiben werden. Viele Scha­ manen und Heiler haben sich darauf trainiert. Wenn die intensive Periode der Veränderung beendet ist. daß es Wege gibt. Ein allgemeiner Vorschlag für diejenigen. nicht mehr so leicht davon betroffen sein. können sie sie wieder aufnehmen.

Daß das Licht auch hier ist. der diese Ver­ änderungen herbeiführte. der eine spirituelle Krise durchmacht. und begleitet ihn ganz natürlich in neue und interessante Gebiete. Erst im Rückblick erkennt er. und daß der Wachstumsprozeß. die oft eine unwillkomme­ ne Anpassung auf seiten der anderen erfordern. Alle Nahestehenden verwenden. Wird sie eines Tages sehen. Wer einem Menschen nahesteht. Scheinbar normale und stabile Beziehungen werden durch einseitige abrupte Veränderungen der Interessen und des Verhaltens bedroht. ebenso wie der Betroffene selbst. Freunde und Lieben. seine Werte und die Art und Weise. sich entwickelt haben. Bis ihre Form zersprang. Ihre Kinder. und Freunde und Angehörige werden regelmäßig mit ihren eigenen Emotionen und Begrenzungen konfrontiert. sie überschwenglich freisetzte. ist für die Beteiligten oft sehr anstrengend. Bemühte sie sich um mehr. einen verständlichen Verlauf hatte. der eine sanfte Metamorphose erlebt. 243 . Nun schwebt sie in den Höhen. welche subtilen Veränderungen auftreten. Die Erde erleuchtet. bemerkt vielleicht nicht einmal. so verschieden können auch die Auswirkungen auf die Leute in der Umgebung sein. viel Zeit und Ener­ gie auf die Veränderungen. So unterschiedlich wie die Intensität des Transformationsprozes­ ses sein kann.9 Richtlinien für Familie und Freunde Ermutigt von dem dünnen Licht. Das Hier und Jetzt? Die Mutter einer jungen Frau in einer spirituellen Krise Mit jemandem zu leben. wie er zu sich selbst und der Welt steht. Glitzert in der Sonne Und verschmäht die Erde. die in ihr Leben kommen. daß sein Verständnis.

damit umzugehen. mit welcher Art von Verhalten man bei Menschen in einer transformativen Krise rechnen kann. Es kann jedoch hilfreich sein. sondern neigen dazu. Auf den folgen­ den Seiten wenden wir uns speziell an die Freunde und Angehö­ rigen von Menschen. 244 . da jede Situation und Art von Beziehung anders ist. annehmende Haltung bei. die eine spirituelle Krise durchmachen. Hoffnungslosigkeit und Verwir­ rung bis zu Verleugnung und Ablehnung reichen. hat alle ihr gestellten Aufgaben leicht bewältigt und war immer sehr zuverlässig und rücksichts­ voll gegenüber den Menschen in ihrer Umgebung. welche Themen vermutlich auftauchen werden.Wenn die Entwicklung jedoch offensichtlicher verläuft oder gar jedermanns ganze tägliche Aufmerksamkeit beansprucht. kann es für die Familienmitglieder und Freunde ziemlich fordernd sein. zu wissen. Einfach im voraus zu wissen. Sie ist ruhig durch ihr Leben gegangen. wirklich riesengroß werden. und gemeinsam schenkten sie Ihnen Ihre ersten Enkelkinder. das mitzuerleben und daran teilzuhaben. und welche problematischen Reaktionen bei den Nahestehenden aufzukommen neigen. Sie ist sehr gesellig. sich mit folgender Geschichte zu beschäftigen: Diana ist Ihre Tochter. Und wenn die spirituelle Entwicklung zu einer spirituellen Krise wird. möchten wir sie bitten. Nach dem College heiratete sie ihre Jugendliebe. Wir werden keine spezifischen Ratschläge für den Umgang mit den zwischenmenschlichen Problemen geben. Sie hatte nie etwas mit Drogen zu tun oder Sachen gemacht. an denen die meisten jungen Leute Spaß haben. kann es für Freunde und die Familie leichter machen. wie der Prozeß das Verhalten und damit auch die engen Beziehungen beeinflussen kann. behalten die meisten Leute keine posi­ tive. die von Angst. die emotional mit dem Betreffenden verbunden sind. über die sie nicht mit ihrer Familie hätte sprechen können. die auftauchen kön­ nen. Sie war gut in der Schule und hat als Jugendliche an all den Aktivitäten teilgenommen. mit Emotio­ nen zu reagieren. kann der Streß für diejenigen. Bevor wir uns einigen konkreten Beispielen zuwenden. hübsch und geht gern aus sich heraus. Sie stehen sich noch immer sehr nahe und sehen sich regelmäßig an Wochenenden. Da diese Situation und die dazugehörigen Interaktionen häufig sehr beanspruchend sind.

Plötzlich beginnt etwas sehr Merkwürdiges zu geschehen. Nachdem ihre beste Freundin bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, fängt Diana an, sich zu verändern. Sie spricht über alles mögliche, das sie früher nie interessiert hat und Ihnen vollkommen fremd ist. Sie hat Ihnen sogar einige der Bücher gebracht, die sie gelesen hat und von denen sie sagt, sie würden ihr Leben verändern. Eines ist über die Todes-Erfahrung, ein anderes handelt vom Leben nach dem Tod und in einem dritten ist von Reinkarnation die Rede. Dianas Sätze sind nun mit Worten wie Karma, Energie, Einheit, Gott und Bewußtsein gespickt, und sie wird ungeduldig, wenn sie ihr sagen, daß sie wirklich keine Ahnung haben, wovon sie spricht. Es ist Ihnen aufgefal­ len, daß sie launischer ist als früher, an einem Tag himmelhochjauchzend und am nächsten zu Tode betrübt. Diana hat Ihnen aufgeregt erzählt, daß sie Hatha-Yoga macht, und sie zeigt Ihnen, wie sie in einer Ecke ihres Nähzimmers eine Art Altar eingerichtet hat. Nahebei liegt ein Kissen, auf dem sie sitzt, wenn sie meditiert. Außerdem hat sie aufgehört, sich groß zu schminken und Schmuck zu tragen, und verbringt viel Zeit mit neuen Freunden aus der Yoga-Gruppe. Die scheinen sehr offen und soweit in Ordnung zu sein, aber sie besprechen Themen, die Ihnen fremd sind. Seit sie sie kennengelernt hat, scheint sich Diana irgendwie innerlich von der Familie fernzuhalten. Sie sagt, sie habe Angst, sie würden nicht verstehen. Neulich hat Diana bei einem Telefongespräch ihre Unzufriedenheit mit ihrer Ehe, mit ihrem Ehemann, mit ihrer Rolle als Mutter geäußert. Das sieht ihr gar nicht ähnlich. Sie hat ihre Familie immer geliebt und sich in der Mutterrolle wohlgefühlt. Sie meint, ihr Mann sei unwillig, sich an ihren neuen Aktivitäten zu beteiligen, und es widerstrebe ihm sogar, über ihre derzeitigen Gedanken und Einsichten zu sprechen. Statt dessen verstecke er sich hinter der Zeitung oder ginge mit seinen Freunden zum Tennisspielen. Sie hat sich in letzter Zeit in ihrer Beziehung einsam gefühlt. Dazu kamen Schuldgefühle darüber, daß sie nichts an den auseinanderlaufenden Pfaden ändern kann, auf denen ihr Mann und sie zu wandeln scheinen. Sie macht sich Sorgen, daß sie sich nicht mehr so viel den Kindern widmet wie früher, weil sie mehr Zeit außer Haus verbringt. Dianas Mann hat Ihnen anvertraut, daß er sehr beunruhigt ist, daß er nicht mehr weiß, was er mit Diana machen oder wie er mit ihr kommunizieren kann. Sie scheint sich mit ihren neuen Interessen, Aktivitäten und Freunden auf einen Alleingang zu begeben, ihr Leben hat keinen Platz mehr für ihn. Sie machen sich Sorgen, daß irgend etwas mit Ihrer Tochter nicht stimmt, und in den schlimmsten Momenten befürchten sie, sie würde vielleicht verrückt werden. Sie fühlen sich nicht in der Lage, mit ihr umzugehen, und meinen, sie solle einen Psychiater aufsuchen.

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Dies ist ein Szenarium, das in unterschiedlichen Formen in vielen Familien gespielt worden ist. Ein Familienmitglied oder Freund ändert abrupt sein Verhalten und seine Interessen und beginnt, ganz fremd zu agieren. Wenn er neue individuelle Bedürfnisse zum Ausdruck bringt und nicht mehr die üblichen Erwartungen erfüllt, können die ihm Nahestehenden Gefühle von Hilflosigkeit, Sorge, Frustration, Verurteilung oder Ablehnung entwickeln. Wir werden einige der spezifischen Verhaltensweisen beschreiben, mit denen die Umgebung eines Menschen in einer spirituellen Krise konfrontiert werden kann.

Verhaltensweisen und Einstellungen, die sich auf Freun­ de und Familie auswirken Neue Einsichten und Bewußtheiten führen bei jemandem in einem transformativen Prozeß oft dazu, daß er die täglichen Gewohnhei­ ten und das äußere Erscheinungsbild verändert. Ein notorischer Langschläfer stellt sich beispielsweise plötzlich den Wecker ganz früh, um zu meditieren oder zu beten. Oder jemand, der sich immer ziemlich konservativ gekleidet hat, verändert seine Gewohnheiten. Als Ausdruck seiner neuen inneren Freiheit tauscht er seine klassischen Hemden und Leinenanzüge gegen Jeans und legere Kleidung ein. Wenn es ganz extrem kommt, fängt er vielleicht an, spirituelle Gewänder anzulegen, sich eine ungewöhnliche Haar­ tracht zu verpassen oder den Kopf kahl zu scheren. Wer zu der Einsicht kommt, daß im Leben alles mit allem verbunden ist, kann eine neue ökologische Bewußtheit entwickeln. Dann wird plötzlich der große Familienkombi gegen ein ökono­ mischeres Fahrzeug eingewechselt oder ein plötzliches Interesse an der Wiederverwertung des Hausmülls entwickelt. Langjährige Liebhaber von Braten mit viel Soße werden zu Vegetariern und versuchen auch noch, andere zu ihren neuen Ernährungsregeln zu bekehren und die abzukanzeln, die ihre alte Art beibehalten. Viele andere neue Verhaltensformen sind subtiler, aber für die, auf die sie sich auswirken, dennoch spürbar.
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Ein Mensch, der immer extrem nach außen gerichtet und gesellig war, wird abrupt introspektiv, vermeidet gesellige Aktivitäten oder benimmt sich asozial. Er kann Tage damit verbringen, allein zu sein, zu lesen, zu meditieren oder lange Spaziergänge zu unter­ nehmen. Seine emotionalen Reaktionen schwanken ohne ersicht­ lichen Grund von einem Extrem ins andere. Der eigene Ehemann kommt einem heute sehr friedlich und annehmend vor, und am nächsten Tag ist er äußerst erregt und wütend. Entweder spricht er sehr viel über seine Ängste, oder er isoliert sich und wird vollkommen unkommunikativ oder deprimiert. Manchmal finden Leute ihre neuen Erfahrungen und Einsichten so fesselnd, daß sie die gewöhnliche Welt als trivial und irdisch ablehnen. S ie verbringen ihre Zeit vielleicht lieber mit dem Engagement für Aktivitäten, die es ihnen erlauben, sich von ihrer täglichen Wirklichkeit zu entfernen. Ihre farbenprächtigen Visio­ nen und kosmischen Einsichten können im Vergleich zu den weltlichen Bestrebungen verlockend und exotisch erscheinen und ihnen das Gefühl geben, sie verdienten ihre ausschließliche Auf­ merksamkeit. Dies ist gewöhnlich nur eine vorübergehende Phase, eine wohlbekannte Ablenkung auf dem spirituellen Pfad, die entweder von allein verschwindet oder mit der Hilfe eines ver­ ständnisvollen Führers aufgelöst werden kann. Wenn Menschen in einen transformativen Prozeß eintreten, wech­ seln häufig ihre Interessen, und sie möchten über diese neuen Einsichten und Vorstellungen mit jedem diskutieren, der in Reich­ weite ist; sie werden urteilend und ungeduldig, wenn man ihre Anliegen nicht teilt. Es handelt sich gewöhnlich um Konzepte oder Glaubenssätze, die einen Widerhall zu ihren Erfahrungen bilden und manchmal das zu erklären oder gültig zu machen scheinen, was zunächst wie ein mysteriöses Ereignis aussah. Da diese Gedanken dem Menschen in der spirituellen Entwicklung so bedeutsam erscheinen, geht er natürlich davon aus, auch alle ihm Nahestehenden würden sie nützlich finden. Solche Leute entdecken oft Bücher, die sie so wichtig finden, daß sie sich getrieben fühlen, ihren Inhalt zu verbreiten, wobei sie leicht etwas messianisch wirken. Als ungebetene Geschenke lan­
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den diese Werke mit der dringenden Aufforderung, sie zu lesen und die in ihnen enthaltene Weisheit zu verdauen, bei verwirrten Verwandten und Freunden. Dieselben Leute werden plötzlich zu Vorträgen eines Lehrers oder Gurus über Themen eingeladen, die ihnen merkwürdig oder manchmal sogar bedrohlich für ihr wohl­ etabliertes Glaubenssystem erscheinen. Unterhaltungen werden plötzlich ungemütlich, da das enthusiastische Familienmitglied das Gespräch regelmäßig von den vertrauten Themen wie den Nachrichten des Tages weglenkt und Fragen von kosmischer und universaler Bedeutung ansteuert. Wer um so jemanden herum ist, hat vielleicht schon eine eigene sieht der Welt, die für ihn auch gut funktioniert, und ist mögli­ cherweise ganz zufrieden damit, da zu bleiben, wo er ist, oder fühlt sich von etwas Neuem eher bedroht. Er widersetzt sich dem begeisterten Drängen. Möglicherweise kann der von ihm geliebte Mensch leicht akzeptieren, daß das, was für ihn richtig ist, nicht zwingend auch für andere paßt, und sich ruhig weiter auf seinen Pfad begeben. Wenn er sich aber ohnehin in seinen Erfahrungen einsam fühlt oder Probleme mit Ablehnung hat, dann kann er das fehlende Interesse der Familie für eine Aussage über sich selbst halten. Das führt dazu, daß er über die urteilt, die nicht willens oder in der Lage sind, ihn auf seiner neuen Reise zu begleiten. Schließlich hat er das Gefühl, er habe das Licht der Wahrheit gesehen und die anderen stünden noch im Dunkel. Menschen in einem transformativen Prozeß können ihre Schwie­ rigkeiten auf andere oder die sie umgebenden Umstände projizie­ ren und die Schuld abwälzen. Projektion liegt vor, wenn man nicht zu den eigenen Gefühlen und Einstellungen steht und sie anderen Leuten oder Situationen zuschreibt. Wer mit starken aggressiven Gefühlen zu kämpfen hat, kann andere als bedrohlich wahrnehmen oder seine Ängste als berechtigte Antwort auf äußere Umstände oder die angeblichen Aktivitäten anderer sehen. Ähnlich könnte er Emotionen wie Schuld nach außen tragen, um sich gegen die wahren Fragen zu verteidigen, die von innen kommen. Projektion ist nicht auf negative Emotionen beschränkt; man kann auch positive Gefühle verleugnen und sie anderen zuschreiben.
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Wenn jemand beispielsweise von einem starken Gefühl von Liebe überschwemmt wird, kann er das auf einen Menschen in der Nähe projizieren und zu der Überzeugung gelangen, dies sei ein Zeichen für eine besondere Bindung zwischen ihnen, statt zu erkennen, daß er eine Quelle des Mitfühlens im eigenen Inneren entdeckt hat. Diese Verwechslung des inneren psychischen Prozesses mit der äußeren Wirklichkeit kann den Betreffenden andere Menschen oder seine Umgebung in einer Weise wahrnehmen lassen, die das reflektiert, was innen geschieht. Manchmal handelt er dann sogar diesen Wahrnehmungen entsprechend. Dieser Prozeß wird »Aus­ agieren« genannt. Wer die Liebe entdeckt hat, kann das Gefühl haben, er müsse auf den Menschen, der das Objekt der Projektion ist, zugehen und mit ihm eine feste Beziehung aufbauen. Die inneren und die äußeren Welten so durcheinander zu bringen, kann zu problematischen Situationen führen. Eine weit verbreitete negative Projektion ist Schuld. Besonders wenn schwieriges emotionales Material von innen hochsteigt, fällt es leicht, die Leute um einen herum oder die Umstände für diese unangenehmen Gefühle verantwortlich zu machen. Wenn zum Beispiel jemand klaustrophobisch wird, kann er den anderen die Schuld zuweisen, weil sie ihn bitten, in einem Zimmer zu bleiben, statt sich selbst der Erfahrung zu stellen, im Geburtskanal stekkenzubleiben. Oder er schiebt dem Zimmer die Schuld zu und beschwert sich, es sei zu klein und erstickend. Manche Leute in einem transformativen Prozeß benutzen ihre Familien oder Freunde als Symbole für die Beschränkungen, die sie abwerfen. S ie verwechseln ihre eigene Befreiung von inneren Begrenzungen mit einem tatsächlichen Entfernen von der Familie. Sie sind mit Lebensweisen unzufrieden, die nicht mehr zu ihrer neuen Weitsicht passen, und schieben die Schuld daran Menschen zu, die ihnen liebevoll nahestehen. Diese Art von Verhalten trifft man besonders häufig in der Phase der spirituellen Krise an, in der es um Fragen der Loslösung geht. Hier erlangt man die Einsicht, daß der Schmerz und die Beschrän­ kungen im Leben etwas mit dem Grad zu tun haben, mit dem man
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emotional an Rollen, Beziehungen und materiellem Besitz fest­ hält. Um sich vom Leiden zu befreien, muß man diese Bindungen lösen. Es ist wichtig zu wissen, daß dies nicht notwendigerweise bedeutet, sich auch physisch von den Anhaftungen trennen zu müssen. Der Prozeß der Loslösung kann durch Meditation oder andere erfahrungsorientierte Methoden innerlich vollzogen wer­ den, ohne die eigene äußere Welt in Gefahr zu bringen. Es kommt jedoch häufig vor, daß diese Erkenntnis als Hinweis darauf verstanden wird, wie man sich im Leben verhalten solle. Jemandem, der dauernd Impulse verspürt, alte Anhaftungen los­ zulassen, mag es an der Einsicht mangeln, daß dies innerlich geschehen kann. Es kann ihm so Vorkommen, als sei die Trennung von den Eltern, den Kindern, dem Partner, den Freunden, dem Job oder seinem Haus die einzig mögliche Art, diesem starken inneren Drang nachzugeben. Menschen in diesem Stadium können ihr Geld oder ihre Besitztümer weggeben und versuchen, einen spar­ tanischen Lebensstil einzuführen. Während einer spirituellen Krise können Leute völlig von der Frage des Todes in Anspruch genommen sein. Ob man nun Erinnerungen an Nah-Tod-Situationen begegnet, sich der eigenen Sterblichkeit stellt oder den Tod als einen Teil des Zyklus von Tod und Wiedergeburt erfährt, diese Frage kann oft profund und erschütternd sein. Durch die Echtheit der Gefühle und die über­ zeugenden physischen Manifestationen kann derjenige, der die Erfahrung macht, davon überzeugt sein, daß er wirklich stirbt oder sterben muß. Dieses Stadium kann manchmal verwirrend und erschreckend sein, wenn die Beteiligten diese Begegnung mit dem Tod in einer spirituellen Krise nicht richtig verstehen. (Wir haben dieses Phänomen im zweiten Kapitel ausführlich erörtert.) Bei Menschen in einem transformativen Prozeß kann es zu einer Veränderung ihrer sexuellen Reaktionen kommen. Neue Erfahrun­ gen und Einsichten können dramatischen Einfluß auf das haben, was bis dahin eine vorhersagbare und »normale« sexuelle Bezie­ hung war. Diese Veränderungen können für den Partner sehr schmerzlich und verwirrend sein. Vielleicht hat jemand das Ge­ fühl, seine wahre Bestimmung sei die Vereinigung mit Gott, nicht

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mit einem sterblichen Wesen wie Ehemann, Ehefrau, Geliebtem oder Geliebter, und die einzige Möglichkeit sei die, zölibatär zu leben. Wer leichten Zugang zu mystischen Erfahrungen hat oder gern in diese Reiche entflieht, versucht vielleicht, diese über die Sexualität zu erreichen. Die Emotion und die Kraft einer starken sexuellen Begegnung können solche Leute in transpersonale Erfahrungen befördern, die sie von der üblichen personalen Interaktion entfer­ nen. Wenn beide Partner auf einer ähnlichen spirituellen Reise sind, kann das sehr aufregend und einsichtsfördernd sein. Bewegt sich aber nur einer in diese Richtung, kann die Veränderung auf Kosten des anderen Partners gehen. Er oder sie fühlt sich verloren, außen vor, zurückgelassen oder vielleicht nur als Werkzeug für die transzendentalen Zustände des anderen benutzt. Bei Formen der spirituellen Entwicklung wie dem KundaliniErwachen spürt man enorme körperliche und spirituelle Energien, die jeden Kanal nutzen, um sich auszudrücken. Da ist das sexuelle Ventil eine offensichtliche und starke Möglichkeit. Die Energien fühlen sich so stark an, daß man meint, es würde etwas geradezu Katastrophenartiges geschehen, wenn man sich in den Orgasmus fallen läßt: Man selbst oder der Partner werden sterben, die Welt wird explodieren oder das Universum einstürzen. Wenn jemand mit diesen Gefühlen den Orgasmus doch zuläßt, kann sein Körper von einer kraftvollen Energie erfüllt werden, die die Wirbelsäule hinaufsteigt und in die Glieder fließt. Sie führt oft zu gewaltigen Zuckungen und unfreiwilligen Atemrhythmen. Frauen erleben oft multiple Orgasmen als Mittel zur Freisetzung dieser intensiven Kundalini-Kraft. Das schafft natürlich keine vertraute, romantische sexuelle Situation. Die merkwürdigen Be­ wegungen, das Zittern und die automatische Atmung sowie die oft merkwürdigen Gefühle können für den nichtsahnenden Partner ziemlich erschreckend sein. Eine weitere Schwierigkeit taucht auf, wenn jemand in einer spirituellen Krise ungelöste sexuelle Probleme auf den Partner projiziert. Der Prozeß rüttelt oft viele alte Erinnerungen wach, und wie bei anderen Themen ist es leicht, dem Partner die Schuld für
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Wer intuitiv besonders offen ist. Angehörige oder Freun­ de. was man gerade fühlt. ihre wohlgeordnete Welt von Ursache und Wirkung sei in Gefahr. kann es sehr verwirren. der sie belästigt hat. daß einige davon sich mit dem Leben der Menschen um sie herum über­ schneiden. Da die meisten Beziehungen ohnehin schon ihnen innewohnende Probleme haben. fällt es ihr in dem sehr offenen und verletzlichen Rahmen des Liebesspiels leicht. Wenn eine Frau zum Beispiel gerade am Thema Inzucht arbeitet.das zuzuschieben. die bisher nicht mit solchen Phänomenen vertraut sind. auf ihren Geliebten zu übertragen. Menschen in einem transformativen Prozeß können sich von bedeutungsvollen Gleichzeitigkeiten (Synchronizitäten) geleitet fühlen. Dann berichten sie plötzlich von hellseherischen Träumen und Einsichten oder weisen beunruhigende intuitive Kenntnisse über Themen im Leben anderer Menschen auf. Anderen machen sie angst. kann ein klares Verständnis der Gefühle. Wenn eine Beziehung schon ernsthaft gefährdet ist. Plötzlich entdecken sie überall Verbindungen und stellen fest. 252 . wie es ihnen ergehen wird. Charakterzüge und Interaktionsmuster zeigen. können häufige Projektionen und unvertraute sexuelle Ausdrucks­ weisen bestehende Schwierigkeiten noch vergrößern. weil sie fürchten. Manche Leute finden Synchronizitäten besonders spannend. In einer Zeit des medialen Erwachens können Menschen extrem intuitiv und sensitiv im Umgang mit ihnen Nahestehenden werden. spüren die Paare zusätzlichen Streß. wenn jemand plötzlich gewisse Geheimnisse zur Diskussion stellt oder ihnen genau voraussagt. schreiben ihnen enorme Bedeutung zu und profitie­ ren von deren Führung. wenn sie mit den merkwürdigen sexuellen Entwicklungen fertigwerden müssen. die Eigenschaften dessen. die Teil einer spirituellen Öffnung sein können. die die Familie und Freunde an den Tag legen. die mit den ihnen Nahestehenden zu tun haben.

Freund. »Ich bin von Karen so berührt und so dankbar für die Möglichkeit. wie wichtig es ist. Alkoholismus und Drogenabhängigkeit. Vater oder Mutter geschieht.Wie Familie und Freunde reagieren Familie und Freunde können ein breites Spektrum an Reaktionen auf jemanden zeigen. die ein solches Ereignis bietet.. daß sie aus dieser Erfahrung etwas Bedeutendes dazugewinnen. Von Leuten. Sie leugnen vielleicht. So jemand kann sich selbst über das belügen.« Unglückseligerweise sind die Reaktionen auf einen solchen Pro­ zeß oft nicht so positiv. was los ist. bei ihr zu sein. bereit zu kooperieren. wie etwa zwischen­ menschlichen Konflikten. Lassen sie uns einige der mögli­ chen Reaktionen genauer betrachten. Ihre Gefühle können von sehr positiv bis zu extrem negativ reichen. die einer jungen Frau durch eine dramatische Episode einer spirituellen Krise hindurchhalfen. Wenn Leute eine Situation und die damit einhergehenden Gefühle nicht erkennen wollen. antworten sie vielleicht mit Verleugnung. es sei alles unter Kontrolle. Dankbarkeit und Ehrfurcht«. den zu bezeugen und zu unter­ stützen ich hier bin. sexuellem und physi­ schem Mißbrauch. was mit Ihrem Kind. daß irgendwas nicht in Ordnung ist. Sie spüren. schützen sie sich oft auf diese Weise. Schuldgefühlen oder Urteilen. und daß ich dem Prozeß vertrauen kann. stammen Bemerkungen wie: »Ich spüre für das. der einen dramatischen Transformationspro­ zeß durchmacht.« »Danke. daß ich sie gern habe. daß Du mich daran erinnert hast.. ohne unbedingt zu wissen warum. und sind. emotionalem. was sie mir gegeben hat. Manche fühlen sich von der Aufregung gefangen. Man­ 253 . Verwirrung. sie würde sich geben. Angst. Verleugnung erscheint gewöhnlich in vielen Beziehungen in Ver­ bindung mit einer Vielfalt von Problemen. Partner. um sich zu versichern. Karen. Wenn sie auf eine solche Erschütterung Ihres Lebens nicht vorbereitet sind oder keine Ahnung haben. Oder er ignoriert die Situation und hofft. daß ich den Menschen zeige. Es fällt mir schwer zu gehen.

Er trug sich mit Gedanken an Selbstmord und schluckte schließlich eine Überdosis der Schlaftabletten. daß ich sie nicht länger ignorieren konnte. bis es so offensichtlich wird. versicherten sie ihm immer. und hatte keinerlei Vorstellung. Oder sie glauben nicht an die spirituellen Erfah­ rungen. es würde schon alles gut werden. Wenn er mit seinen Eltern über seine Angst und Verzweiflung zu sprechen versuchte. die von niemandem in der Familie anerkannt wurde. Kurt ist ein junger Mann. Das kann auch Vorkommen. als sei gar nichts los. Also tun sie so. oder sagen sich. zuzugeben. die Ihnen unvertraut und fremd sind. Sie fühlen sich vielleicht verwirrt. die Kurt hatte. kann es sie sehr beunruhigen. von denen Ihnen Ihr Freund erzählt. Er wurde von Gefühlen und Erfahrungen übermannt. Glücklicherweise überlebte er. Viel­ leicht stellen sie sogar fest. ändern oder sich mit 254 . Meine Liebe für ihn hat sie weggewünscht. daß man es nicht mehr ignorieren kann. Ihre Mutter mit den emotionalen Wechselbädern ringen zu sehen. Vielleicht ist es zu schmerzhaft. sie sei einfach überarbeitet oder prämenstruell. daß irgend etwas in ihm sterben mußte. veränderten Glaubenssätzen und einer anderen sieht der Welt konfrontiert werden. bis er sie so offensichtlich machte. sich ihnen zu stellen. Wenn sie eine bestimmte Art von Beziehung mit jemandem gewohnt waren. wenn sie mit einem neuen Verhalten und Lebensstil. daß es ein wichtiger Wendepunkt sein könnte. daß irgend jemand in der Familie irgendein Problem hat. die seine Mutter im Hause hatte.che Leute weigern sich so lange. daß sie Ihre althergebrachten Mei­ nungen darüber. also ignorieren sie sie und hoffen. und nach einigen Familienberatungen gab sein Vater zu: »Ich habe mir einfach nicht erlaubt. der in eine spirituelle Krise geriet. bis es fast schon zu spät war. Er wußte nur. wenn jemand in der Familie eine spirituelle Krise hat.« Diese Art von Verleugnung kann ernste oder sogar tödliche Folgen haben. wie die Dinge sein sollten. die mit einem Transformationsprozeß einhergehen. und daß er vermutlich einfach nicht ausreichend schlafen würde. die mit dem Tod zu tun hatten. daß sie vorübergehen. die Probleme zu sehen.

der von allein. Angst. daß sie versuchen. die Dinge einfacher zu machen. Wenn ein Ihnen nahe­ stehender Mensch dauernd über Tod und Loslösung spricht oder sich mit unbekannten spirituellen Praktiken beschäftigt. bei denen die äußeren Manifestationen relativ mild sind. könnte sie das beunruhigen. Schreien. Seine Emotionen. Toben. kann man nicht sehr viel tun. Wenn man sich dieser Tatsache bewußt wird. Da der Prozeß aber. daß sie nichts tun können. vielleicht sogar Ihre eigene geistige Gesundheit in Frage stellen. Manche Leute reagieren darauf so.Emotionen auseinandersetzen. Sie spüren vermutlich. daß sie sehr wenig 255 . um zu helfen. Der von Ihnen geliebte Mensch steckt in einem Prozeß. seinen eigenen Lauf nehmen muß. die Situation zu kontrollieren. Außerdem können für einen unvorbereiteten Beobachter unge­ wöhnliche Erfahrungen wie ein dramatisches Wiedererleben der Geburt. die lange Zeit gut verborgen waren. und der Mensch. wenn man so etwas noch nie gesehen oder bei sich selbst zugelassen hat. daß sie sich vorübergehend desorientiert fühlen. können erschreckend wirken. Das führt dazu. Und die Tatsache. der sie erlebt. Erfahrungen und Enthüllungen kommen oft unerwartet. Lachen) und die physischen Manife­ stationen (Zittern. auf vorgegebenen Bahnen und mit einem eigenen Zeitplan abläuft. Wut. Sie haben vielleicht Angst. können einen erschrecken. können nachlassen. Ekstase). Ihre übliche Klarheit im Denken und Ihre Fähigkeit. Die intensiven Emotionen (Depres­ sion. rasende Tänze). entsteht daraus oft ein natürliches Gefühl von Hilflosigkeit. die bei einer spi­ rituellen Krise auftreten. kann sich der Situation vollkommen ausgeliefert fühlen. Die normale Reaktion eines liebenden Freundes oder Familien­ mitgliedes ist die. eine realistische Sterbesequenz oder die Identifikation mit einem Ungeheuer recht alarmierend sein. Sie fühlen sich vielleicht hilflos. die Schwierig­ keiten zu einem Ende bringen zu wollen. die emotionalen Ausdrucksformen (Weinen. so ähnlich wie eine Grippe. Zuckungen. Selbst Situationen. einfache Entscheidungen zu treffen.

Leute. Für jemanden. kann angst machen. sie zu besprechen und an ihnen zu arbeiten. daß diese Person schwach und labil ist. den Verlauf des Prozesses zu ändern. wenn er sieht. daß ein von ihnen geliebter Mensch eine Richtung eingeschlagen hat. Die intensiven Erfahrungen des anderen können auch bei Ihnen unerwünschte Emotionen und Reaktionen auslösen. Angehörige können zudem befürchten. der mit seiner eigenen Angst vor dem Tod ringt. wenn sie es gewohnt sind. Sie werden dann immer defensiver. Sie bleiben mit der Frage zurück: Wenn er sich weiter verändert. die Dinge unter Kon­ trolle zu haben. daß sich sein Sohn in einer Weise verhält. daß vielleicht auch mit ihnen selbst etwas nicht stimmt. Wenn ein Mann tiefes Mißtrauen gegen­ über seiner eigenen geistigen Gesundheit hat. Anderen kann es an der Einsicht mangeln.Möglichkeiten haben. viel Zeit mit einem geliebten Menschen zu ver­ bringen. um ihre eigenen schmerzhaften Gefühle nicht anschauen zu müssen. Sie mögen sich insgeheim fragen: »Wenn sie krank ist. erkennen vielleicht ihre Reak­ tionen. die eine Therapie gemacht haben oder in spirituellen Praktiken geübt sind. daß dieser Zustand durch die Familiengeschichte oder latente geneti­ sche Anormalitäten hervorgerufen sein könnte. die ihm verrückt erscheint. heißt das. Wenn sie den Betreffen­ den als krank wahrnehmen. der häufig über das Sterben und das Leben nach dem Tod spricht. kann es seine Gefühle ziemlich aufwühlen. machen sie sich vielleicht Sorgen. um selbst dagegen recht »normal« zu erscheinen. daß ich es auch sein könnte?« Und dann versuchen sie manchmal zu beweisen. 256 . Diese Art von Sorgen kommen auf ganz unterschiedliche Weise zum Ausdruck. Manchmal finden Freunde oder Familienmitglieder es bedrohlich. sind bereit. wenn mit einem anderen Fami­ lienmitglied etwas nicht in Ordnung ist. Sie fühlen sich vielleicht bedroht. ist es extrem beunruhigend. vor der sie Angst haben oder in die sie nicht folgen können. daß eben diese Reak­ tionen auch etwas über sie selbst enthüllen.

wenn er dann hört. Wenn sie das Gefühl haben. eine Hilfe sein könnten. Die Beschäftigung mit jemandem in einer spirituellen Krise kann Eltern zu der Meinung bringen. Sie entwickeln vielleicht Schuldgefühle. daß ihr Sohn oder ihre Tochter solche Erfahrungen macht. in der sie emotionale Unterstützung brauchen. habe etwas mit Unzulänglichkeiten ihrer Erziehung zu tun. ob die neuen Interessen. dann meinen sie vielleicht auch. Erfahrungen und emotionalen Schwan­ kungen ihres Mannes durch die von ihr verursachten Probleme ausgelöst wurden. Ein Vorgesetzter. der gerade einen seiner Verkäufer zur Rede gestellt hat. daß andere sie kritisieren und ablehnen werden. Sie empfinden vielleicht Scham. die spirituelle Krise des von Ihnen geliebten Menschen sei das Ergebnis von etwas.was sagt das dann über mich? Und die Beziehung? Werde ich Zurückbleiben? Vielleicht fühlen sie sich auch außen vor oder sind sogar neidisch auf den Prozeß des anderen. kann sich verantwortlich fühlen. die es in der Beziehung gab. Eine Ehefrau kann Schuldgefühle wegen der Uneinigkeit und Spannungen haben. Und vielleicht sind sie unnötig hart mit sich selbst. Ein Vater. um mit einer spirituellen Krise fertigzuwerden. Da war zwar etwas dran. Sie machen sich vielleicht Sorgen. wenn sie es herausfinden. auf Ihren Charakter oder Ihre Familie. die in Wirklichkeit für sie in einer Zeit. Das hängt oft mit Schuldgefüh­ len zusammen. der einen Teil der Krise seiner Tochter miterlebt hat. die Tatsache. 257 . daß sie Kontakt zu Menschen meiden. Das kann dazu führen. daß diese Situation ein schlechtes Licht auf sie wirft. aber später konnte er erkennen. dieser Angestellte habe sich eine Weile freigenommen. daß er in ihrer Kindheit nicht ausreichend oft für sie erreichbar war. daß seine gelegentliche Abwesenheit nicht der eigentliche Grund für ihre Episode war. fühlte sich dafür teilweise verantwortlich und hat sich später bei ihr dafür entschuldigt. das sie getan oder nicht getan haben. und sich fragen.

als sie am Wasser stand. die auch dann noch bei dieser verurteilenden Einstellung bleiben. Angst und Scham und erlauben sich selbst. nicht akzeptabel. die mit ihrer Familie in Kalifornien in einer Stadt am Meer lebte. es mit ihren Lieben zu teilen. die über sie gekommen war. daß etwas nicht stimmen könnte. Ihre spirituelle Bewußtheit war für diese Menschen. wenn jemand erfolgreich durch eine spirituelle Krise hindurch ist und wieder vollkommen zufriedenstellend in der äußeren Welt agiert. beschäftigst Du Dich immer noch mit diesen verrückten übersinnlichen Sachen?« Außerdem haben sie ein waches Gespür für jeden Hinweis darauf. die Sicherheit und Stabilität ihrer eigenen Weitsicht dadurch zu festi­ gen. und bereit. eine Position der relativen Stärke und Festigkeit einzunehmen. sie finden vielleicht jemanden oder etwas. Auf diese Weise machen sie es sich sehr einfach und verleugnen ihren eigenen Beitrag zu der Situation. Damit können sie der Möglichkeit ausweichen. dem sie die Schuld geben können. krank oder verrückt erklären. was ihr widerfahren war. Manche Leute versuchen. Marsha habe offensichtlich den Verstand verloren und gehöre in ein Krankenhaus. daß sie den geliebten Menschen für schwach. da er eine solche Episode hatte. Wir haben schon Familien gesehen. Nach einer kurzen Beratung beschloß die Familie. Eines Tages kam sie von einem Spaziergang am Strand zurück und erzählte ihren Eltern von einer wunderbaren mysti­ schen Enthüllung. daß das Leben des Betreffenden nie wieder »normal« sein wird. der Junge sei schließlich »krank« gewesen. die sich der Verteidigung ihrer eigenen Definition von Wirklichkeit widmeten. Wenn ihr Sohn beispielsweise Schwierigkeiten hat. schreiben die Eltern solche Probleme sofort der Tatsache zu. sich selbst als Reaktion auf die Krise ändern zu müssen. Marsha war eine medial begabte Frau. mit dem Vater auszukommen. labil. Gelegentlich stellen sie Fragen wie: »Tommy. Sie war ekstatisch.sie werden vielleicht urteilend. So verteidigen sie sich gegen die Gefühle von Schuld. Sie bleiben bei der Meinung. sehr tief von dem bewegt. Sie war von weißem Licht überflutet worden und hatte die Einheit der gesamten Existenz erlebt. Freunde oder Familienmitglieder geben die 258 .

die wir über unsere Fähigkeiten hatten. Wir verstehen bald. Sie ziehen es vor. Manche Leute wollen nichts mit etwas zu tun haben. Diese Haltung treibt Freunde und Familien oft dazu. Wir sind gezwungen. Da der Prozeß der spirituellen Entwicklung sich unserer Kontrolle entzieht. daß jemand anderes sich damit beschäftigt. Was Familie und Freunde tun können. dessen Freunden oder Partner (»Das wäre nie passiert. werden alle Illusionen. Sie lehnen vielleicht sowohl den Menschen wie den Prozeß ab. das so fremdartig und so erschreckend ist. uns mit dem Gefühl zufriedenzugeben. den Menschen in der Krise zu unterstützen. daß wir gemein­ sam mit dem Menschen.Schuld vielleicht dem. sie perfekt zu erfüllen. wie er selbst mit der Erfahrung umgeht. denjenigen in der Krise sofort ins Krankenhaus einzuliefem. die für uns und andere. und daß wir unmöglich die volle Kontrolle erlangen können. den wir unterstützen wollen. wachsen und uns verändern müssen. den Verlauf eines solchen Vorfalls lenken zu können. schnell zerschlagen. womit er das verdient hat«). 259 . ohne Rücksieht darauf zu nehmen. Es folgen einige Richtlinien. der die transformative Krise durchmacht (»Er muß irgend etwas getan haben. um zu helfen Viele von uns übernehmen Verantwortungen in der Absieht. Oder sie beschuldigen sich selbst oder sogar Gott. Es ist sowohl erleichternd wie spannend zu erkennen. wenn wir Hilfe anbieten. daß sie die Situation für alle Betei­ ligten leichter machen können. wir täten unser Bestes. ihn auszutricksen oder festzunageln. hilfreich waren. aber wir hoffen. Diese Vor­ schläge sind zwar darauf angelegt. daß die Beschaf­ fenheit des Transformationsprozesses es unmöglich macht. die mit spirituellen Krisen gearbeitet haben. den er macht«). wenn sie nicht in der Kirche diesen Mann kennengelernt hätte«) oder bestimmten Aktivitäten (»Es muß an diesem Kurs liegen.

Lassen sie zu. zu kontrollieren oder zu manipulieren. Vergewissern sie sich. sie wollen ihre Effek­ tivität als Leute mit Fachwissen oder einer Ausbildung beweisen. wie Ihr Vertrauen sich entwickelt. Behal­ ten sie im Hinterkopf. sie definieren sich selbst dadurch. die ihn durchlebt haben. dem Menschen zu helfen. 260 . ihn mit Vertrauen und Geduld zu unter­ stützen. sie sind neugierig und möchten das Phänomen studieren. daß Ihre eigenen Motive klar sind und daß sie zwar vermutlich im Gegenzug Befriedigung und Liebe erhal­ ten werden. sie haben Angst vor ihrem eigenen Wahnsinn und möchten die außergewöhnlichen Erfahrun­ gen eines anderen Menschen kontrollieren. Es dauert oft eine ganze Weile. sondern einfühlsam die Entwicklung zu unterstützen. Das mag einfach erscheinen. wenn sie die großen und kleinen Veränderungen eintreten sehen. darf nie den natürlichen Verlauf der Erfahrung beeinträchtigen. Manche Leute bieten aus eigennützigen Gründen Hilfe an: sie haben einen Hang zum Dramatischen. Hilfe anzubieten. sie haben ein unbefriedigtes Bedürfnis. daß der Transformationsprozeß sich entfaltet. wenn er steckenbleibt. Wenn Ihnen wirklich der Glaube an den positiven Ausgang des Prozesses fehlt. geben sie Ihre emotionale Hilfe. das Vertrauen zu entwickeln. Stehen sie für Gespräche und häufige Umarmungen zur Verfügung. den sie bieten. weil sie echte Zuneigung für den anderen empfinden und ihm auf seiner Reise beistehen wollen. und schauen sie zu. daß schon viele Menschen spirituelle Krisen durchlebt haben und daß die Ergebnisse meist sehr produktiv waren. Ihre Aufgabe ist nicht die. massieren sie ihm den Rücken und lassen sie ihn Ihre Fürsorglichkeit spüren. ein Hin­ dernis zu überwinden. daß dies aber für sie nicht der eigentliche Grund ist. diese Haltung ganz in die Praxis umzusetzen. Da hilft es.Werden sie sich Ihrer eigenen Motivationen bewußt. jemanden zu bemuttern. können sie an die vielen anderen Menschen denken. ist es aber oft nicht. daß sie »hilfreich« sind. sich klarzu­ machen. weshalb Sie Unterstützung geben. Seien sie dort. und seien sie bereit. und eine liebevolle Umgebung zu schaffen. daß das Ende vermutlich nicht über Nacht kommen wird. Der Beistand.

Solange wir urteilen. Oder wir urteilen über uns selbst negativ.Versuchen sie. die wir tun können. was um ihn herum geschieht. bis sie genug Beweise gesammelt haben. lernt demütig. ist. Antworten Sie nur ehrlich auf Fragen und halten sie. der von uns geliebte 261 . sehr bei der Wahrheit bleiben. Wir sind Experten. der Teil einer transformativen Krise ist. den geliebten Menschen über die Situation informiert. unsere Welt ist in Ordnung. Jeder. und seine fällt offensichtlich auseinander. Dieser zielorientierte Ansatz hat bei vielen Menschen des Westens Frustrationen ausgelöst. zusätzlich zu unserem Vertrauen auch Geduld zu haben. sagen sie ihm. wir sind gesund. und wer noch dabei ist. was wir wollen und wann wir es wollen. und diese Haltung bringen wir auch dem Reich des Spirituellen entgegen. sagen uns. Unterlassen sie das Urteilen. daß sich ein solchcs Vertrauen ent­ wickeln kann. Dazu gehört. wenn sie sich spirituellen Bestrebungen widmeten. und daß eines der besten Dinge. und das heißt meistens eher früher als später. daß der Transformationsprozeß von einer tieferen Weisheit geleitet wird. daß der Prozeß seine Zeit braucht. stellen wir Barrieren zwischen uns und den Menschen in der Krise. sei es über die andere Person oder uns selbst. Seien sie mit dem anderen Menschen und sich selbst ehrlich. Um eine Beziehung des Vertrauens aufrechterhalten zu können. Ein paar Worte zum Thema Geduld: Viele von uns sind an sofortige Befriedigung gewohnt. sich damit näher bekannt zu machen. um zu einem guten Ende zu kommen. anzuerkennen. die bei ihnen sind. und er ist verrückt. müs­ sen diejenigen. daß sie brutal offen sein oder jede Wahrnehmung oder jedes Gefühl aussprechen müssen. Wir erwarten das Erlangen be­ stimmter Ziele und das Erreichen gewisser Stadien nach unseren eigenen Zeitplänen. was sie tun. Das heißt nicht. wenn das möglich ist. Wir bekommen. Menschen in spirituellen Krisen nehmen oft sehr genau wahr und durchschauen jede Unehrlichkeit der Leute um sie herum. und der in der spirituellen Krise ist krank.

daß sie viele Stadien hat. daß es aber möglich ist. der je eine solche Erfahrung gemacht hätte. das uns abgeht. Beschreiben sie. Erinnern sie daran. Es ist jedoch entscheidend. dem sie helfen. von denen einige unangenehm und fordernd sind. er sei der einzige. zu erklären. diese Art von Urteilen aufzugeben und die Einstellung zu entwickeln. Er fühlt sich isoliert und ängstlich. sich ihr direkt zu stellen. wird die Barrieren zwischen Ihnen schmelzen lassen und die Reise viel leichter machen. und daß das oft Mut erfordert. Das wird während der schwierigsten Passagen vielleicht gar nicht möglich sein.Mensch habe etwas Besonderes. auch wenn sie sich in dem Moment nicht so anfühlen mag. daß sie beide gemeinsam ein aufregendes Aben­ teuer erleben. hat oft das Gefühl. daß die damit einhergehenden Geistesverfassungen vorübergehender Na­ tur sind und oft als Stadien der Reinigung der Psyche verstanden werden können. Wer in einer spirituellen Krise steckt. Dann kann er Einsicht in ihre Ursprünge gewinnen. daß dies eine transformative Reise ist. dessen Bedeutung ersichtlich sein wird. Bieten sie Rückenstärkung. wenn es vollendet ist. die zu einer neuen. daß sie alles. Der andere ist der Abenteurer. daß sich die Gefühle und Empfindungen auflösen werden. eine Heldenreise machen. daß sie die Einstellung bewahren. gesünderen Seinsweise führen. Es ist sehr wichtig. Wenn zum Beispiel der. Ein Zugang. Es ist generell hilfreich. Lassen sie Ihren Reise-Partner wissen. der ein solches Annehmen des anderen Menschen und seiner Erfahrungen einschließt. wenn er sich ihnen voll und mit Unterstützung stellt. Die hat ihre mühsamen Seiten und ihre Gipfelerlebnisse. oder vielleicht auch erhöht und grandios. die letzten Endes evolutionär und heilend wirkt. mutlos ist und das Gefühl 262 . Dies ist eine Reise. was geschieht. begeistert aufnehmen müssen. Erinnern sie ihn daran. die sie ein andermal vielleicht selbst unternehmen werden. Das heißt nicht. daß jeder Schritt Teil eines größeren Entfaltens ist. und sie sind sein Partner. daß der schnellste Weg aus einer schwierigen Erfahrung der ist. sie zu durchschreiten.

daß er sich den er­ schreckenden Gefühlen und Erinnerungen stellt. Sie müssen sich sicher sein. sie können einen ähnlichen Ansatz verwenden. ohne sich allzusehr zu widersetzen. die sich entfremdet fühlen. Wenn dieser Mensch vor einer Erfahrung des Wahnsinns steht. ein neues Selbst. Nach solchen Bestätigungen können sie dann sagen: »Mach nur weiter und stirb innerlich. daß sie Menschen. Auf der anderen Seite dieses Gefühls von Abge­ trenntheit ist ein Gefühl von Einheit. wenn jemand vor der Erfahrung des Todes steht. das Ringen fände nie ein Ende. hoch angesehen und gesucht war. sagen. daß diese Art von Geistesverfassung in der Geschichte wohlbekannt und von all denen. daß sie nicht allein sind. Es ist wichtig. In einem Zustand der Desorganisation werden oft Be­ grenzungen und Engstirnigkeiten zerstört. und daß er dann sein natürliches Ende erreichen wird. Erinnern sie sie daran. können sie ihm versichern. daß schon viele Leute ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Auf der anderen Seite einer vollständigen Erfahrung des Todes steht ein neues Leben. Viel­ leicht können sie ihn sanft dahin führen. Sagen sie ihm. daß er dem Prozeß seinen Lauf lassen soll. dann erinnern sie ihn daran. hinter Ablösung steht ein Gefühl von stärkerer Verbundenheit. 263 . daß sich diese psychische Erfahrung sehr wirklich anfühlen kann. wird der Betroffene eine neue Ordnung finden. daß solche Reaktionen üblich und erlaubt sind.hat. und erwähnen sie dabei viel­ leicht den so klar kartographierten Zyklus von Tod und Wieder­ geburt. können sie ihn wissen lassen. die ihn letzten Endes zu einem höheren Grad geistiger Gesundheit führen werden. daß diese Gefühle vertraute und natürliche Aspekte der persönlichen Transformation sind. daß das symbolische Sterben einer der wesentlichen Wendepunkte im Prozeß der Transformation ist. daß der Mensch wirklich gesund ist und im Falle irgendwelcher Zweifel eine medizinische Untersuchung fordern. Wenn Ihr Freund oder Verwandter Angst hat. eine neue Art der Existenz.« Erinnern sie dabei den anderen daran. Wenn er da durch ist. die sich um Spiritualität bemühten.

Hinweise von denen aufzugreifen. Menschen oder Gegenstände im Umfeld können an einem Tag passend und am nächsten unangemessen sein. Eigene Zweifel oder Ängste in bezug auf das. da die Erfahrung eines jeden Menschen einzigartig ist. Das ist der Teil von Ihnen. was sie durchmachen. Mit jemandem zusammenzusein. von einer Episode statt von Krankheit. Vermeiden sie es. Selbst diejenigen. empfangen sie ganz leicht sowohl die verbale wie die nichtverbale Kommunikation der Menschen in ihrer Umge­ bung. von Möglichkeiten und Abenteuern statt von Krise. k r a n k . Manche Nahrungsmittel sind richtig. p s y c h o t i s c h oder m a n i s c h verwenden. wird der von Ihnen Betreute sie vermutlich als Urteile verstehen. 264 . die die Hoffnungslosigkeit seiner Situation unterstreichen. ln ihrem eigenen intuitiven Zustand wissen sie oft. die schon viele spirituelle Krisen erlebt haben. sondern von Manifestationen. Vermeiden sie offensichtliche Etikettierungen. verleihen ihnen ein gutes Gespür für die Bestäti­ gung solcher Gefühle durch die anderen von ihnen geachteten Anwesenden. die sich in der Krise befinden. der mit einer nichtrationalen Erfahrung wie einer spirituellen Krise beschäftigt ist. der Ahnungen hat und ohne rationales Denken direktes Wissen und Verständnis erlangen kann. Da Menschen in einer spirituellen Krise häufig sehr offen und intuitiv sind. damit zu experimentieren. und bereit zu sein. was sie brauchen. Sprechen sie beispielsweise nicht von Symptomen. unangemessene Botschaften zu schicken. auf solche Vorschläge zu hören und sie zu befolgen. Körperkontakt kann auf manchen Streckenabschnitten hilfreich sein und auf anderen stören. man­ che falsch.Setzen sie Ihre Intuition ein. Wenn sie Ausdrücke wie v e r r ü c k t . Gehen sie mit Worten sorgfältig um. müssen für alle Möglichkeiten offen bleiben. verlangt eine Menge Intuition: Da es keine fixen Lösungen gibt. Seien sie bereit. von Aufregung statt von Angst. Klassifikationen oder negative Bewertungen. Es ist ein guter Ausgangspunkt. sind oft spontane Antworten gefordert.

tun sie vermutlich Dinge. Augenkon­ takt mit Ihnen herzustellen. sich zu einem Zeitpunkt zusammenzurei­ ßen. Werden sie offen. viele Reaktionen enthalten versteckte Botschaften. was sich in ihm abspielt. was zu tun wäre. Wenn das. oder bitten ihn.Achten sie auf die Sprache Ihrer Handlungen. wird sich der andere dieses Gefühls bewußt sein. jemanden. den anderen zu früh wieder in die Aktivitäten des Alltags zurückzu­ führen. was sie erleben. Lieder oder Gedichte Luft verschaffen muß. bitten sie ihn vielleicht. an dem er sich gerade auf eine wichtige Erfahrung der Desintegration zubewegt. was zum Ausdruck kommt. Wer eine intensive spirituelle Krise durchmacht. mit dem sie ihre neuen Einsichten teilen können. Ihr Freund oder Verwandter könnte diesen Bot­ schaften glauben oder auch wissen. daß er diesen Erfahrun­ gen und Emotionen durch Worte. wenn es angemessen ist oder man darum bittet. bei Ihnen einen mitfühlenden Widerklang auslöst. Halten sie sich zur Verfügung und lauschen sie still von einem meditativen und geduldigen Punkt in Ihrem Inneren aus. Wenn sie Angst vor dem Prozeß haben und ihn zu einem Ende bringen wollen. empfänglich und bereit zuzuhören. Bei den extremeren Formen von spirituellen Krisen haben die Leute oft Probleme im Umgang mit allzuvielen verbalen Mittei­ lungen. statt ihn bei dem zu lassen. Men­ schen in einem Transformationsprozeß brauchen oft einen Reso­ nanzboden. 265 . die genau das vermitteln: sie versuchen vielleicht. Töne. Sollte der andere gerade sehr auf die innere Welt eingestimmt sein. Dann wird er sich von Ihnen zurückziehen oder aufgeregt und schwer erreichbar werden. unsere Analysen andienen und Vorschläge machen. Wir müssen lernen. Wenn wir ihnen zuviel darüber erzählen. ohne daß sie dazu viel sagen oder tun müßten. unsere Urteile und Gefühle von Kontrolle aufzugeben und statt dessen zuzuhören und unsere Vorstellungen nur dann einzubringen. machen wir damit die Situation eher noch komplizierter. erlebt häufig einen solchen Ausbruch des Unbewußten. daß sie nicht wahr sind.

Menschen in spirituellen Krisen werden Ihnen oft sagen. die wenig mit Ihnen zu tun haben. um die innere Leere auszugleichen. kommen sie sich oft wie Säuglinge vor. der die Fähigkeit hat. Deswegen ist es notwendig. wann sie berührt. beleidigend oder bedrohlich. Körperkontakt zu bieten. vielleicht sehr zärtlich und voll des Bedürfnisses. ist das schwieriger. Wenn sie die Geburt wiedererlebt haben. auch körperlich Trost zu spenden. versuchen sie. ohne negative Wirkungen zu spüren. Oder stellen sie sich vor. wenn es geäußert wird. Es könnte Ihnen helfen. leeren Raum sehen. möchte vielleicht zum Ausgleich viel gehalten werden. bis die spirituelle Krise zu einem befreienden Ende gekommen ist. wenn sie darum gebeten werden. aber es könnte sich als notwendig erweisen. Viele von uns haben Hemmungen und Vorbehalte. werden sie dann ganz ruhig. ihrer Liebe durch Berührung Ausdruck zu verleihen. alles aufzunehmen. diese schwierigen Stellen zu meistern. kann das Angebot eines warmen Kör­ 266 . was sie zu hören bekommen. die genährt werden wollen. sie seien unsichtbar und die Worte des anderen gingen glatt durch sie hindurch. diese persönlichen Überlegungen eine Weile zurückzustellen und auf das Bedürfnis zu reagieren. Dies ist offensichtlich nicht die richtige Zeit. er hätte keine Verbindung mehr zu dieser Welt und sucht deswegen den Kontakt zu einem geerdeten Freund. wenn es um Berührungen geht. die Situation als Zeuge hinzunehmen. Vielleicht hat er auch das Gefühl.Manchmal ist das. ohne sich in das emotionale Drama hineinziehen zu lassen. daß die Betreuer bereit sind. daß die Behauptungen dieses geliebten Menschen vermut­ lich von Emotionen und Erinnerungen gefärbt sind. Wenn sie selbst gelassen sind. Seien sie bereit. umarmt oder gehalten werden wollen. Wenn sie selbst das Ziel dieser Äußerungen sind. wenn sie sich selbst als riesigen. Vielleicht fühlen sie sich sehr verletzbar und suchen Schutz. Denken sie in dem Fall daran. Wer in seiner Kindheit wenig emotionale Wärme erlebt hat. sich auf eine Auseinandersetzung einzulassen. Beziehungsfragen sollten so lange aufgeschoben werden.

nachts zur Ruhe zu kommen. der sie dann ablösen kann. seiner Erfahrung in jede Richtung zu folgen. Vorzugsweise sollte das jemand sein. Um sich selbst wohlzufühlen. Bieten sie Ihrem Freund oder Ver­ wandten nicht gleich eine Schlaftablette an. Sexuelle Kontakte sind nicht angemessen. Wenn sie zu starr oder sehr um die Kontrolle in Ihrem eigenen Leben besorgt scheinen. regrediert oder gerade an einer schwierigen Erinnerung arbeitet. der nicht so viel sexuelle Anziehungskraft für den Menschen in der Krise hat. müssen sie Ihre eigenen Grenzen setzen. sich mehr der inneren Erfahrung zuzuwenden als Ihnen. Erinnern sie Ihren Partner dann daran. versucht er vielleicht. für den Menschen in der Krise sehr heilsam sein. ist es nützlich. wenn sie liebevoll. Schlagen sie statt dessen einen 267 . Wenn sie statt dessen eine flexible Haltung und die Bereitschaft entwickeln können. sich den Gefühlen und Emotio­ nen innerlich zu stellen. aber klar Ihre eigenen Grenzen setzen. wenn sie Ihre eigenen sexuellen Belange einbringen. Schließlich ist dieser Prozeß unglaublich kreativer Natur. Sollten seine Erlebnisse mit starken sexuellen Impulsen zu tun haben. jemanden in seinem Umfeld erotisch anzumachen. daß sie Schwie­ rigkeiten haben. wenn er Probleme hat. Erlauben sie sich zu experimentieren. könnte sich der Mensch. spielerisch und flexibel zu sein.pers. Wenn jemand verletzbar ist. wird Ihnen wahrscheinlich ein stärkeres Gefühl von Kooperation und Willigkeit entgegenkommen. kann es für ihn sehr verwirrend und schmerzhaft sein. wenn sie nicht schon vorher eine intime Beziehung hatten. der tröstet und nährt. und in manchen Stadien sollte man sie vorübergehend selbst als Ehe. der sich gerade verändert. Für den Fall. und helfen sie ihm. um sich auf die äußere Welt konzentrieren zu können und der Tiefe der eigenen inneren Erfahrung auszuweichen. daß es wichtig und zuträglich ist. und die Situation ungemütlich wird.oder Liebespartner vermeiden. einen weiteren Helfer im Hin­ tergrund zu haben. davon bedroht oder irritiert fühlen. Gestatten sie sich. ihn zur Kooperation zu bringen. Es ist vollkommen in Ordnung.

daß er ihn annimmt. die ihn sanft nach innen bringt. auf einen Helfer zurückgreifen zu können. in denen es für den Menschen in dem Prozeß belanglos ist. Aus diesen Gründen ist es immer günstig. Sorgen sie. Helfer beiderlei Geschlechts zur Verfügung zu haben. Bei anderen Gelegenheiten. findet er es vielleicht schön. Auch wenn der Transformationsprozeß sehr wichtig und ernsthaft ist. die der Mensch wiedererlebt. Kontakt zu einem Mann zu haben. eine Mutter. besonders bei den anstrengenderen Formen einer spirituellen Krise.oder eine Rückenmas­ sage guttun. kann es wichtig sein. kann es ein bestimmtes Bedürfnis nach einem Mann oder einer Frau geben. Wenn etwa eine Frau eine Inzesterfahrung mit ihrem Vater wiedererlebt. da der am ehesten mit den Emotionen umgehen kann.Spaziergang oder ein heißes Bad vor. Wenn es bei der Erfahrung um den Vater oder eine andere männliche Figur geht. In solchen Fällen ist es wichtig. solange derjenige aufmerksam und fürsorglich ist. wenn möglich. die da zum Ausdruck kommen. als der Protagonist einer Erinne­ rung anwesend zu sein. Es gibt Zeiten. wenn das angemessen ist. Probieren sie aus. zu dem keine intime Beziehung besteht. Geschwister oder enge Freunde kann es schwierig sein. muß man Humor haben und spielerisch sein. die die Rolle der Mutter spielt. wer bei ihm weilt. 268 . Wenn jemand gerade seine Geburt oder eine frühe Kindheitserin­ nerung wiedererlebt hat. ob ihm eine Fuß. Wenn jemand in der Krise beispielsweise viel singt und tanzt. Wenn ihr Ehemann dabei ist. Für einen Vater. wäre natürlich die Anwesenheit des Vaters in diesem Moment für beide schmerzhaft und verwirrend. Vielleicht können sie ihm mit einer geführten Meditation helfen. möchte er vielleicht von einer Frau gehalten werden. Der Helfer kann durch das Eintreten in die Welt des anderen zeigen. wenn sie dabei mitmachen. für männliche und weibliche Hel­ fer. könnte er schlicht deswegen zum Ziel ihrer Wut und Angst werden. weil er eben in der Nähe ist. Ehepartner. Dieser Ausbruch der Ehefrau könnte die weitere Beziehung vergiften.

was man zu erwarten hat. ein solches Ereignis für sie selbst leichter zu machen? Hier sind ein paar praktische Vorschläge: Informieren sie sich. da immer mehr Bücher und Artikel zu diesem Thema erscheinen. dienen aber doch dem Begreifen dieses komplexen Phänomens. gibt es nicht sehr viel allgemein zugängliche Literatur über die genauen Phänomene. Holen sie sich Unterstützung bei anderen. Diese Situation wird sich zweifellos ändern. der Urteile und Schuldgefühle im Umfeld einer transformativen Krise entspringt einem Mangel an Wissen. ein Verständnis dafür zu entwickeln. Die wichtigste Strategie für Freunde und Angehörige ist die. Mytho­ logie und Anthropologie sprechen zwar die Frage der spirituellen Krise nicht direkt an. Was können Freunde und Angehörige tun. wie sie sich von Geisteskrankheit unterschei­ det.Was Familie und Freunde für sich selbst tun können Da sie für den Menschen in der Krise echte Liebe empfinden und sich um ihn sorgen. was eine spirituelle Krise ist. und sprechen sie mit Leuten. Viele Veröffentlichungen über transpersonale Psychologie. Ein Großteil der Angst und Verwirrung. und wie damit umzugehen ist. passiert es leicht. weil sie zuviel Zeit und Energie abgeben. daß sie Ihre eigenen Bedürfnisse vergessen oder müde werden. um solche Probleme zu vermeiden und dazu beizutragen. was sie zum Thema finden. die persönliche Erfahrungen damit gemacht haben. 269 . Lesen sie alles. mit sachkundigen Freunden. der etwas davon versteht. findet am Schluß dieses Buches eine entsprechende Literaturliste. Da das Feld der spirituellen Krisen ein relativ neues Thema ist. Wer mehr Informationen sucht. Dies wird vermutlich die Antwort auf einige Ihrer Fragen über spirituelle Krisen bringen und Gefühle von Isoliertheit ver­ treiben. Besprechen sie die auftretenden Gefühle und Sorgen mit jemandem. Mystik. daß sie die Anforderungen einer spirituellen Krise bei einem anderen meistern und sogar davon profitieren? Gibt es Mittel. Nehmen sie sich die Zeit. spirituelle Praktiken.

Lehrreich sind in dem Zusam­ menhang das Zwölf-Schritte-Programm der Anonymen Alkoho­ liker. Setzen sie fest. Ihre Belohnung dafür sind. die sich ihren Emotionen und tiefen persönlichen Fragen stellen. Vielleicht finden sie es nützlich und wichtig. wie weit er an dem Prozeß teilnehmen will. Jeder Angehörige und Freund hat sein eigenes Bündel von Gefühlen über die spirituelle Krise dieses Menschen. Suchen sie einen einsichtigen Therapeuten oder spirituellen Lehrer. Wir wünschen uns. Es könnte eine gute Vorbereitung für den Umgang mit den Dingen sein. wie durch Ihre eigenen Erfahrungen eine Menge lernen. die sie als Antwort darauf bekommen.Mitgliedern von spirituellen Gemeinschaften oder Leuten zu re­ den. Wir sind davon überzeugt. Sie können sowohl durch das Zusammen­ sein mit anderen. das von AL-ANON (Angehörigengruppen von Alkoholi­ kern). zu denen sie etwa durch das Spiritual Emergence-Netzwerk Kontakt bekommen. daß sie da sind. sich selbst im Rahmen von Therapie oder Workshops der erfahrenden Selbster­ forschung auszusetzen. die bei einer spirituellen Krise auftauchen. die von Menschen geschaffen wurden. Dort könnten Leute mit ähnlichen Erfahrungen ihre Sorgen aussprechen und einander zu Trost. Informationen und wirksamen Strategien verhelfen. bei den intensiven Strecken der Erfahrung dabeizusein: sie entdecken. dessen theoretischer Rahmen auch die Erfahrungen bei einer spirituellen Krise einschließt. und nutzen sie diese Quelle. daß sie wirk­ lich helfen können und daß das Mitgefühl und die Liebe. in welchem Umfang sie bereit und in der Lage sind. und daß er sich danach richten soll. 270 . an der Transformation des geliebten Menschen teilzunehmen. die in direkten Beziehungen zu Leuten mit Suchtverhalten stehen. daß jeder erkennen muß. das der Gruppen von erwachsenen Kindern von Alkoholi­ kern und das der EA-Gruppen (Emotions Anonymous). daß unterstützende Gruppen für Angehörige und Freunde von Menschen in spirituellen Krisen gegründet werden.

die zu den bereits beste­ henden Spannungen beitragen könnten. Sie müssen vielleicht erken­ nen. eine Situation in Ordnung bringen zu wollen. Es ist vielmehr eine offene Anerkennung Ihrer eigenen Bedürfnisse. Sowohl der Süchtige wie seine Angehörigen kapitulieren vor der Tatsache. Der Versuch. wenn alle ihre Machtlosigkeit eingestehen (der Süchtige über die Droge. sanft und liebevoll zurück. daß sie mit den Geschehnissen einfach nicht umgehen können. eine Gruppe. aber es gelten doch viele der gleichen Überlegungen. die Angehörigen über den Süchtigen und seine Krank­ heit).auf einen anderen Menschen. daß das nichts über den Grad Ihrer Zuneigung aussagt. einen Prozeß vorherzuse­ hen. und die anderen verwenden viel Zeit und Energie darauf. und kommen sie erst dann wieder. Das führt zu Frustration. und dann wird er darüber erleichtert sein. Dieses Problem ist aus den Zwölf-Schritte-Programmen für Familien mit Alkoho­ likern oder anderen Süchtigen wohlbekannt: Einer in der Familie hat ein Drogenproblem. da ein Mensch in einer spirituellen Krise nicht krank ist.Es hat jedoch keinen Sinn. und ihm sagen. die eine ohnehin angespannte Umgebung weiter aufheizen. der größer und weiser ist 271 . Die Lage ändert sich erst. Wut und Ablehnung. daß sie sich zurückziehen. wenn sie sich mit der Situation wohler fühlen. Geben sie die Vorstellung auf. Ziehen sie sich. die ihrem eigenen Lauf folgt und eine selbständige Dynamik aufweist. sie könnten die Situation in Ordnung oder unter Ihre Kontrolle bringen. Der andere hat vielleicht schon Ihr Unbehagen verspürt. wenn sie unausgespro­ chen blieben. zu kontrollieren oder auszubügeln. sich zu der Teilnahme zu zwingen. wenn Ihnen das zuviel Streß macht. wenn es andere Unterstützung für den­ jenigen in der Krise gibt. daß ihr Ich die Situation nicht unter Kontrolle hat. Die Analogie stimmt zwar nicht genau. auf die eigene tiefere Weisheit oder auf Gott. warum sie gehen. und beginnen sich statt dessen auf die Hilfe einer Höheren Kraft ihrer eigenen Definition zu verlassen . Sie können dem geliebten Menschen ruhig und ehrlich erklären.

Liebe und Beistand zu geben . Die Emotionen und Erfahrungen eines anderen Men­ schen können Parallelen bei Ihnen selbst aufwerfen. Das braucht sie gar nicht von dem Entwicklungsprozeß des anderen abzulen­ ken. daß auch sie ängstlich sind. bestärken sie ihn vielleicht noch und erreichen durch eine gemein­ same Erfahrung eine intensivere Bindung an den anderen Men­ schen. können sie plötzlich spüren. Wenn sie Zeuge davon werden. daß ein tieferer Einfluß die Kontrolle hat. was für sie richtig ist. Stellen sie fest. ist eine wunderbare Gelegenheit. In Situationen wie diesen können sie Gefühlen begegnen. besser mit den Belastungen der spirituellen Krise Ihres Freundes oder Angehöri­ gen fertigzuwerden. Das wird Ihnen helfen. daß unser rationales Ich dabei nicht die Rolle des Experten spielt. Im Gegenteil: Dadurch. an sich selbst zu arbeiten. und nehmen sie 272 . Andere verbringen Zeit draußen im Freien oder widmen sich einer Form spiritueller Praxis wie Meditation oder Gebet. sich ihnen zu stellen. Andererseits ist niemand in dieser Situation vollkommen hilflos. nehmen an einer erfüllenden kreativen Veranstaltung wie einem Malkurs teil oder treiben einen Sport wie Laufen. ist absurd und frustrierend. Die Tatsache. Manche Leute schließen sich einer Gruppe an. Wenn solche Entwicklungen eintreten. Inspiration und Er­ leichterung bringen. Gehen sie Aktivitäten nach. daß sie jetzt zugänglich sind. die lange versteckt waren. entdecken sie vielleicht in sich selbst eine Sehnsucht nach innerer Gelassenheit. was auf sie zukommt. Solange wir wissen. Wenn sie sich auf einen Zustand der Erweiterung und des Friedens zubewegt. wie Ihre Tochter mit Angst und Furcht kämpft. die Kraft. daß sie klarer empfinden können. suchen sie sich vielleicht irgendeine Art von Therapie oder spiritueller Praxis. mit dem umzugehen. der ihnen die notwendige Vitalität verleiht. Nutzen sie die Situation als Möglichkeit.wie eine Hebamme einer werden­ den Mutter.als jedes Individuum. ist es uns möglich.

der Frieden und die Aner­ kennung. Kümmern sie sich weiter um die täglichen Aufgaben und häuslichen Verantwortlichkeiten. . Die Kraft. um den Preis unserer eigenen Bedürfnisse für andere zu sorgen. ein entspannendes Bad oder eine Massage wunderbar therapeutisch wirken. der Besuch eines komischen Films. Schließlich können lange Spaziergänge oder Sport. ausreichend zu schlafen. wenn sie der Intensität einer spirituellen Krise ausgesetzt waren. die sie darin finden. Viele von uns sind es gewohnt. regelmäßig nahrhafte Mahlzeiten einzunehmen und sich Bewegung zu ver­ schaffen. Seien sie gut zu sich selbst. werden sie nicht nur im Zusam­ menleben mit dem Menschen in der Krise unterstützen.sich dafür regelmäßig Zeit. Eintragungen ins Tagebuch. sondern auch in jedem anderen Aspekt Ihres Lebens. Vergessen sie daher nicht.

Alice im Wunderland37 Bei einer spirituellen Krise. Es wirkt beruhigend.. der die Drachenschnüre festhält. braucht ein Rettungstau. Aber bevor wir praktische Vor­ schläge machen. denen jemand in einer solchen Situation und auch diejenigen. wer wird euch nun Schuhe und Strümpfe anziehn? Ich wenigstens werde dazu nicht mehr in der Lage sein.» Lewis Carroll. 274 . die helfen wollen.. ehrfurchteinflößend und des­ orientierend.. Sie liefert lebhafte Beispiele für die Art von Fragen. denn ich bin viel zu weit weg und kann nicht mehr für euch sorgen. erdgebundenen Stimme hört: »Es ist in Ordnung. die Welt ist noch hier. Diese Erfahrungen und Gedanken sind merkwürdig. das es je gegeben hat!. »Ich zieh’ mich auseinander wie das längste Fernrohr. Geh ruhig wieder zurück zu Deinem Abenteuer. Du bist sicher. wer die Drachenschnüre halten kann. braucht einen anderen.. stark. der in der Alltagsrealität geerdet ist und von seinem Stand­ punkt aus versichern kann. und ich bin es auch. ausgesetzt sind. und von einer vertrauenswürdigen.10 Wer kann helfen und wie? »Das wird ja immer merkwürderlicher!« schrie Alice. wenn man Hilfe braucht. Wer jenseits der üblichen Wirklichkeit schwebt und neue Territorien erkundet. Ach. wonach man ausschauen und was man vermeiden sollte. ob man auf dem richtigen Weg sei. wer in die Tiefen taucht. sei sie nun sanft oder allumfassend. wollen wir die Geschichte der spirituellen Krise einer jungen Frau erzählen.oder Stützpunkt. wenn man fragen kann. ihr armen Füßchen.. daß alles in Ordnung ist. jeman­ den..« In diesem Kapitel werden wir erörtern. braucht der Betroffene oft einen Bezugs.

Aber dennoch werden viele der Fragen. Sie heirateten zwar nicht. für jeden gelten. die dem Beginn der Episode vorausgegangen wa­ ren. Dieses Elternhaus verließ sie ungefähr im Alter von achtzehn Jahren. daß es in seltenen Fällen zu einer Nebenwirkung kommen könne. konnten wir selbst beobachten. Sie strahlt eine weiche. daß solche Nebenwirkungen relativ selten auftreten. und sie wuchs mit einem alkoholsüchtigen Vater und dessen zweiter Frau auf. läßt doch die Tatsache.Die Geschichte von Karen Karen ist eine anmutige junge Frau Ende Zwanzig. die als »psychotische Reaktionen« bezeichnet wurde. Ihre Mutter beging Selbstmord. an dem die Erfahrung begann. Sie sang gerne und erwarb als geschickte Masseuse fachliche Kompetenz. genau zu bestimmen. Er ist ein sanfter und fürsorglicher Mann. Ihre Kindheit war schwierig. das sie an dem Tag wieder absetzte. was wir beschreiben werden. wo sie Peter kennenlernte und mit ihm zusammenzog. Karen ließ sich auf dem Land nieder. die sie beide sehr lieben. Der Beipackzettel enthielt den Hinweis. die ihre Erfahrung betreffen. bekamen aber ge­ meinsam eine Tochter. erlebte danach immer wieder depressive Phasen und hatte wiederholt mit zwanghaften Eßanfällen zu kämpfen. langsamen spirituellen Entwicklung bis zu der extremen spirituellen Krise reicht. sie reiste viel. Karens Geschichte beschreibt das dramatische Ende des Kontinu­ ums. Was auch immer der Ursprung war. der einen transformativen Prozeß durchmacht. welche Rolle das Medikament zu Beginn des Ereignisses gespielt haben mag. Wenn es auch möglicherweise als Auslöser gedient hat. als Karen drei Jahre alt war. ihr Zustand enthielt alle 275 . Vieles von dem. verträumte Schönheit aus. blond und geschmeidig. Äußerlich wirkt sie eher schüchtern und still. daß es sich dabei nur um einen von vielen Faktoren gehandelt hat. aber sie ist sehr aufgeweckt und körperlich aktiv. Fünf Tage vor dem Beginn ihrer Episode begann Karen ein Mittel gegen Eingeweideparasiten zu nehmen. den Schluß zu. studierte und entdeckte ihre Liebe zum Jazz-Tanz. Erin. das von einer sanften. Es ist schwierig. wurde eine vorzügliche Tänzerin und gab gelegentlich auch Unter­ richt.

auf sie aufmerksam und baten uns. machten uns einige ihrer Freunde. was funktioniert und was nicht. Die meisten der Betreuer waren nicht primär darauf ausgerichtet. die von unserem Interesse an diesem Gebiet wußten. Karen wurde so von ihren Erfahrungen gefesselt und absorbiert.Elemente einer echten spirituellen Krise. uns um sie zu kümmern. daß sie weder sich selbst noch ihre dreijährige Tochter versorgen konnte. In den letzten zweieinhalb Wochen dieser Episode sahen wir sie dann fast täglich. beschlos­ sen einige ihrer Freunde. aber alle waren sich einig. da sie rund um die Uhr Aufmerksamkeit erforderte. was wir sahen und erlebten. wie das ablaufen sollte. Unter der Aufsieht eines mitfühlenden Arztes wechselten ihre Freunde einander Tag und Nacht in der Betreuung ab. sie auf dieser Reise zu unterstützen. durchgeprüftes professionelles Bemühen. Als Karen ein paar Tage lang in dieser Krise gesteckt hatte. und die Menschen um sie herum zögerten. Die dauerte dreieinhalb Wochen an und machte ihr normales Leben unmöglich. gab uns viel Mut. wenn sich Ärzte und andere mit besonderer Ausbildung in spirituellen Krisen primär darauf ausrichten. sie traditionellen psychiatrischen Behandlungsmethoden auszusetzen. Karens Helfer Wie viele spirituelle Krisen begann auch Karens schnell und unerwartet. mit spirituellen Krisen zu arbeiten. Es gab zwar unterschiedliche Vorstellungen davon. wurde weitgehend improvisiert. daß sie es möglichst vermeiden 276 . Die sich daraus ergebende Situation war eine Geste der Liebe und Sorge seitens der teilnehmenden Menschen und kein hochent­ wickeltes. welches Potential diese Art von Arbeit hat. Als Karen unmöglich ohne Hilfe weitermachen konnte. Es ist ein faszinierendes Beispiel dafür. Da Karen offensichtlich Hilfe brauchte. und das. In der Zeit von Karens Episode haben wir eine Menge darüber gelernt. die bei ihrem Vater blieb.

wollten. Die Fürsorge war daher nicht immer gleichbleibend. ohne daß die Helfer innerlich ausbrannten. gegessen und getrunken hatte. sondern auch anstrengend für ihre Betreuer. mit Ausnahme eines Bettes. um sicherzustellen. aber im wesentlichen wirksam. jemandem bei einem so langen und schwierigen Prozeß zu helfen. in dem einige ihrer Freunde wohnten. Wasser und Vitamine erhielt. Viele der Helfer hatten eine Ausbildung in verschie­ denen therapeutischen Richtungen und brachten Erfahrung in der Arbeit mit anderen Menschen mit. so daß Karen gute Unterstützung bekom­ men konnte. Vor der Zimmertür lag ein Notizbuch. was sie gesagt oder getan. untersuchte Karen zu Beginn der Krise. Zu ihren engen Freun­ den gehörte ein erfahrener Therapeut. herausgeräumt worden. Ihre Freunde richteten dann einen »Betreuungsdienst« ein: je zwei trugen sich rund um die Uhr für Schichten von zwei bis drei Stunden ein. waren nur sehr wenige je in die Lage gekommen. die in Hinsieht auf Karens Pflege getroffen wurden. in dem die Helfer ihr Kommen und Gehen und ihre Eindrücke von Karens Zustand vermerkten. Obwohl die meisten von ihnen mit tiefgehenden emotionalen Zuständen vertraut waren. Ihr Engagement entstand aus Freundschaft zu Karen und echtem Interesse an dem Prozeß einer spirituellen Krise. und mit welchen Verhaltensweisen die nächsten 277 . daß Karens Prozeß nicht nur für sie selbst physisch und emotional beanspruchend sein würde. aufschrieben. an denen sie sich verletzen konnte. Während der ganzen Episode überwachte er weiter ihren Zustand und sorgte dafür. Jeder. Karen wurde von ihrem eigenen Haus in eines gebracht. der die Organisation der Helfer und die Verantwortung für viele der Entscheidungen über­ nahm. Dort hatte man sorgfältig ein Zimmer vorbereitet: das gesamte Mobiliar war. Der Boden und die Wände waren mit Matratzen und großen Kissen bedeckt. daß sie ausreichend Nahrung. Der Arzt. Von dem Zimmer gingen ein Bad und eine winzige Küche ab. wußte. Die Schichten wurden daher relativ kurz angesetzt. Karen ins Krankenhaus zu bringen. der mitmachte. der in der Nähe wohnte. so daß es keine scharfen Kanten oder harten Flächen gab. daß sie physisch gesund war.

Als sie in die Welt ihres Unbewußten zu gleiten begann. Sie schien durch die Episode von einer enormen Energie hindurchgetragen zu werden. die ihr sagten. nicht so »weich und verschwommen« wie sonst. wenn ihr Unbewußtes sie überflutete. die auf einem überfüllten Sklavenschiff ausgepeitscht wür­ de. Die erkannte bald darauf die Tiefe und das Ausmaß von Karens Zustand und organisierte und mobilisierte den Betreuungsdienst. von Flammen verschlungen zu werden. und als andere von der Situation hörten. Manchmal hatte sie das Gefühl. Manche arbeiteten aktiv mit ihr und setzten verschiedene therapeutische Methoden ein. sie würde nun eine heilsame und wichtige Erfahrung machen. zu dem Gefühl. sie sei eine leidende Afrika­ nerin. Jeder Betreuer hatte seine eigene Art. Karens Körper wurde tagelang von großer Hitze durchströmt. die ihr halfen. und sie hatte Visionen von Feuer und roten Feldern. sich den auftauchen­ den Emotionen und Erfahrungen zu stellen. Karen wurde ganz kindhaft und erlebte biographische Ereignisse wie den Selbstmord ihrer Mutter und die darauf folgenden physischen Mißhandlungen ihrer Stiefmutter wieder. in sicherheit zu sein. Sie setzte sich mit einigen ersten Helfern in Verbindung. Sie hörte Frauenstimmen.rechnen könnten. Karens Erfahrungen Am ersten Tag ihrer Episode bemerkte Karen. Einmal veränderte sich plötzlich eine Kindheitserinnerung daran. bei ihr zu sein. Emotionen und anderen Gefühlen und Empfindungen führte. die sich in sie ergoß und zu vielen Ebenen ihres Unbewußten und den dort lagernden Erinnerungen. boten ihr Wärme und Kraft und die Gewißheit. er rühre von diesem inneren Brennen her. daß sie mit einem Gürtel geschlagen wurde. 278 . bat sie eine Freundin um Hilfe. trank sie sehr viel Wasser. Um den extremen Durst zu löschen. daß ihre sieht plötzlich klarer war. boten auch sie ihre Unterstützung an. Andere saßen einfach bei ihr. von dem sie meinte.

diese Sterbe Sequenzen innerlich ganz zu erfahren und den damit verbundenen schwierigen Emotionen Ausdruck zu verleihen. den Tod symbolisch zu erfahren. immer war jemand bei ihr und ermutigte sie. sich zu ihnen zu gesellen. Manchmal kreisten ihre Erfahrungen um Sexualität. Bei anderen Gelegenheiten meinte sie. Ihre Helfer sagten ihr. eine alte Hexe zu sein und an magischen Opferritualen teilzunehmen. die Augen geschlossen zu halten. wilde Grimassen schneidend. stieß Karen zornige Rufe aus und rollte sich. daß dieser Ausbruch nicht gegen sie gerichtet war. spürte sie eine starke Energiequelle 279 . die ein Jahr zuvor bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. in Verbindung mit ihrer toten Mutter und einer Freundin zu stehen. Ihre Helfer erkannten. beschützten sie und redeten ihr zu. die Erfahrun­ gen im Inneren zu halten. Als dieses diabolische Biest seine dämonischen Energien zum Ausdruck brachte. zu denen Elemente des Bösen gehörten. sie könne suizidgefährdet sein. und ihr Beschäftigtsein mit dem Sterben löste bei den Betreuern die Sorge aus. und bald ließ sie die intensive Konfrontation mit dem Tod hinter sich und machte andere Erfahrungen. auf dem Boden herum. Sie begegnete dem Tod häufig und in vielen Erscheinungsformen. Bei anderen Gelegenheiten spürte sie ein furchtbares Ungeheuer in ihrem Inneren. und ermutigten sie. Sie sagte. Sie baten sie. Sie machte mit. Ein paar Tage lang wurde Karen von Sequenzen überrollt. wie sie selbst ihre Tochter zur Welt gebracht hatte. weiterzuma­ chen. Manchmal meinte sie. statt sie auszuagieren. ohne tatsächlich physisch zu sterben. Aber die Sicherheit ihrer Umgebung und die wache Beobachtung der Helfer machten einen solchen Vorfall unwahrscheinlich. Alle beobachteten sie genau. sie würde andere Leute sterben sehen oder selbst sterben. daß es möglich ist. sie würde sie beide vermissen und sehne sich danach.sie kämpfte sich durch den physischen und den emotionalen Schmerz ihrer eigenen biologischen Geburt und erlebte wieder­ holt. Nachdem sie einige traumatische Erinnerungen aus ihrer eigenen sexuellen Geschichte wiedererlebt hatte. Zeitweilig hatte sie das Gefühl.

Als er das Zimmer betrat. wobei sie befürchtete. was die Men­ schen sagen oder tun würden. und brachte eine neue Achtung für ihre mystische Rolle als lebensspendende Mutter zum Ausdruck. Sie konnte jeden in ihrem Umfeld »durchschauen« und wußte oft im voraus. instinkthaf­ ten Impuls betrachtet. und nun hatte sie eine profunde spirituelle Erfahrung. spirituelle Kraft. die zu derselben Einsicht führte wie einige esoterische Traditionen sie vertreten: Der sexuelle Impuls ist nicht einfach ein biologischer Trieb. und äußerte klare und detaillierte Einsichten über die Lage der Welt. hochgradig sensitiv und sehr genau auf die Welt um sie herum eingestimmt. mit diesem Menschen zu kooperie­ ren. der zu kontrollierend oder rigide war. Bis dahin hatte sie Sexualität als niederen. die sie wahrnahm. Karen hatte zunehmend 280 . um sie zu sehen. und weigerte sich. Nach etwa zwei Wochen begannen einige der schmerzhaften. war er überrascht. und sie trat sofort jedem mit Ablehnung gegenüber. Karen war extrem medial. Sie sah. Ein Helfer hatte über Karen gespro­ chen. die erste Frau zu sein. sondern auch eine göttliche. Einige Tage lang zapfte Karen direkt einen kraftvollen Strom von Kreativität an und drückte viele ihrer Erfahrungen in Form von Liedern aus. dachte sie sich ein Lied aus oder erinnerte sich an eines und sang sich dann durch diese Phase des Prozesses hindurch. Es war erstaunlich zu beobachten: Wenn ein inneres Thema ins Bewußtsein aufgestiegen war. Während eines anderen Zeitabschnitts fühlte sich Karen eins mit der Erde und ihren Bewohnern. Sehr zur Verlegenheit der Betroffenen mach­ te sie ganz offene Bemerkungen über die persönlichen oder zwischenmenschlichen Spiele. der diese Bewußtheit zuteil wurde. schwierigen Zustände nachzulassen. Sie hatte das Gefühl.im Becken. Sie hatte Bilder von amerikanischen und sowjetischen Politikern »mit den Fingern am Abdruckknopf« und gab genaue und oft humorvolle Kommen­ tare zur internationalen Politik ab. wie genau Karen seine Unterhaltung wiedergeben konnte. beide würden bald zerstört werden. daß der Planet und seine Bewohner auf die Vernichtung zusteuerten. bevor er hineinging.

noch etwas Zeit mit ihr zu verbringen und mit ihr zu reden. von der sie das Gefühl hatte. und es wurde ihr klar. Sie sah ein heiliges Juwel in ihrem Inneren. lichterfüllte Erfahrungen und fühlte sich immer mehr mit einer göttlichen Quelle verbunden.wohltuende. die Episode abzuschließen. wie die emotio­ nalen Wunden in Herz und Körper geheilt wurden. Mit der wachsenden Verbindung zur Alltagsrealität begann Karen ihre Erfahrungen gedanklich zu analysieren. daß sie versuchen würde. und so waren sie zwar willens. Vielleicht hatte sie wirklich den Verstand verloren. und sie beginnen. daß etwas schiefgegangen sein mußte. wie sie sich selbst lieben und gut zu sich sein solle. eine leuchtende Perle. und sie verbrachte viel Zeit damit. Sie erhielt aus einer inneren Quelle Anweisungen. wurde sie immer weniger von ihrer inneren Welt beansprucht und entwickelte wieder mehr Interesse an ihrer Tochter und den anderen Menschen in ihrer Umgebung. sich selbst diese Ereignisse logisch zu erklären. sie symbolisiere ihre wahre Mitte. und meinte: »Ich öffne mich dem Leben. Sie begann. aber sie mußten auch zu ihrem eigenen Leben zurückkehren. zärtlich mit ihr zu sprechen und sie zu nähren. war die. Karen und ihre Helfer trafen die Vereinbarung. und war zunehmend besser in der Lage. sich selbst um einige ihrer täglichen Bedürfnisse zu kümmern. Das Stadium der Selbst­ zweifel ist bei spirituellen Krisen weit verbreitet. über ihr unge281 . die Verantwortung der täglichen Pflichten für ihre Tochter und sich wieder selbst zu übernehmen. und sie spürte. Es ist ihnen peinlich. daß auch die Leute um sie herum bereit waren. regelmäßiger zu essen und zu schlafen. Sie wollte ihre Erfahrung zu einem Ende bringen und nach Hause zurückkehren. Die einzige Art. Es tritt ein. Sie sagte. sie habe das Gefühl. Lange Stunden und andauernde Aufmerksamkeit hatten an ihren Kräften gezehrt. »neugeboren«. eine zweite Geburt durchlaufen zu haben. in einen negativen Prozeß verwickelt gewesen zu sein. Zum ersten Mal hatte sie das Gefühl. etwas Besonderes zu sein.« Als Karen sich allmählich dem Ende dieser Erfahrung näherte. dem Licht und dem Selbst. der Liebe. wenn die Menschen wieder aus den dramatischen Manifestationen auf­ tauchen.

wie sie auftauchten. Sie ver­ brachte sporadisch Zeit mit mitfühlenden Freunden. wieder zu den Belangen des Alltags zurückzukehren. Wieder gesund werden. hatte aber keinen weiteren beständigen Kontakt mit anderen. Karen war noch immer sehr klapprig und oft starken Emotionen und Erfahrungen ausgesetzt. und sie nahm wieder ihre alten vertrauten Funktionsweisen auf. Für Erde. konnte sie glücklicherweise viel Zeit im Freien verbringen. Manche haben dieses Gefühl mit dem verglichen. Der Versuch des Freundeskreises. zeigte die mit einer improvisierten und eingeschränkten Situation einhergehen­ 282 . Liebe. Pflanzen. wenn man nach einer heftig und ausgelassen durchfeierten Nacht mit einem mächtigen Kater auf­ wacht. Fliegen usw. Hunde.wohnliches Verhalten zu urteilen. Karen zu helfen. Allmählich trat ihre innere Welt zurück. Karen ging nach Hause zu Erin und Peter. Aufräumen. in der Welt des Alltags zu funktionieren. Leben. die Karen von den Menschen in ihrem Umfeld erhielt: Es war nun an der Zeit. Da sie in einer ländlichen Umgebung lebte. Erinnerungsfetzen und anderen Erfahrungen stellen und sie so zum Ausdruck bringen konnte. wo sie schnell wieder lernen mußte. das man hat. Dann fragt man sich bedrückt: »Was habe ich getan?« »Wer hat das alles gesehen?« »War das denn in Ordnung?« Viele dieser Sorgen vermischten sich mit den Botschaften. wo sie sich weiterhin den noch immer starken physischen Ener­ gien. Langsamer werden. die ihr hätten helfen können. Und Offen bleiben. Und Raum für meine Bedürfnisse lassen. Offen für Herz und Himmel. Sie schrieb in ihr Tagebuch: Meine Hausaufgaben könnten jetzt heißen: Verbindung zu Freundinnen aufnehmen.

Dazu gehörte beispielsweise. daß sie drei Wochen lang 283 . Sie erzählte uns. von deren Existenz sie keinen Schimmer hatte. daß die Kräfte der Helfer irgendwann erschöpft waren. was mit ihr geschehen ist. in ihrem Tanz ein breiteres Spektrum von Bewegung und ein ernsthaftes Inter­ esse an Malerei entwickelt. Geburt und Wahnsinn überlebt. Wenn sie traditionell behandelt worden und zu der Überzeugung gelangt wäre. sie sei auf die damit verbundene harte. schmerzhafte Arbeit nicht vorbereitet gewesen. hat enorme Kreativität durch sich hindurchfließen gespürt und die zuvor erschreckenden Erfahrungen von Tod. da Karen so viele schwierige Aspekte ihrer Vergangenheit durcharbeiten konnte. und sei sehr bereit. Trotz der Tatsache. Sie sagt. Gleich nach dem Auf­ tauchen beschrieb sie ihre Erfahrung so: »Ich habe meinen Spiegel zerbrochen« und »Ich habe meine Schale durchbrochen«. kann sie durchaus schätzen. volleren Ausdruck. sie fühle sich ener­ giegeladen und erregt. die sie jederzeit anzapfen könne. und Karen hat in ihrem Singen einen entspannten. sie stehe der Episode mit gemischten Gefühlen gegenüber. Den machtvollen Zuständen während ihrer Epi­ sode konnte sie zwar nicht ausweichen. sie sei krank. hätte sie diese Einstellung. die das Zerbrechen alter Begrenzungen und das Freisetzen von etwas Neuem spiegelt. Dennoch war das eine viel gesündere Alternative als es ein Krankenhausaufenthalt und un­ terdrückende Medikation gewesen wären. Außerdem ließ man sie einen Großteil ihrer Episode ohne die Vorstellung durchmachen. wenn sie über die Episode spräche. sie sei krank. sie habe eine Menge Wertvolles über sich selbst und ihre Fähigkeiten gelernt und durch ihre Krise Weisheit gewonnen. Schwierige Emotionen sind seltener geworden.den Mängel. Ihre Depressionen sind ebenso verschwunden wie ihre Tendenz zu übermäßigem Essen. Zwei Jahre später sagte Karen in einem Gespräch über ihre Erfahrungen. Karen hat innere Reiche besucht. Andererseits steht Karen einigen Aspekten ihrer Krise auch kri­ tisch gegenüber. vielleicht gar nicht entwickeln können. was mit ihr geschah. aber sie hat das Gefühl. Viele Aspekte dessen. das ihr helfen würde zu verstehen. mehr zu lernen.

Eine gut vorbereitete Familie oder Gruppe von Freunden kann sich in der Lage fühlen. der ihn durchmacht. ist unbe­ dingt notwendig. daß es ausgebildete Fachleute sind.viel Unterstützung bekommen hat. Wer kann helfen? Lassen sie uns mit der Geschichte von Karen im Hinterkopf einen Blick darauf werfen. sich in den Alltag hinauszutrauen. die jemandem bei einer transformativen Krise helfen. und sie hat ihre Erfahrung gern dadurch abgewertet.und über einen längeren Zeitraum weiter Hilfe in Form einer laufenden Therapie. wenn Karen sofort nach ihrer Krise beständige und fachkundige Unterstützung gehabt hätte . Sie betrachtet sich selbst auf Grund dieser Episode als irgendwie »anders« (was indirekt auch ihre Familie und ihre Freunde so zum Ausdruck bringen). Echte Zuneigung oder Liebe von seiten derjenigen. mit denen sie ihre Erfahrungen weiter hätte verarbeiten können. mit dem Transformationsprozeß des geliebten Menschen umzugehen.etwa in einem offenen Zentrum . Ohne das wird man leicht in Manipulationen und kontrollierende Spiele verwickelt. Seit dieser Zeit fehlt es ihr an Kontakten zu Leuten. sie sei noch nicht so weit gewesen. Viele dieser Probleme wären vermeidbar gewesen. als die Erschöp­ fung der Helfer dies erforderlich gemacht hätte. die den Prozeß behindern und den verletzen. einer Unterstützungsgruppe oder spiritueller Praxis. seinem positiven Potential und heilenden Eigenschaften haben. Im Idealfall sollten die Helfer durch Lektüre oder Beratung einige Vorstellungen von der Dyna­ mik des Prozesses. meint sie. Es ist nicht immer zwingend. die mit einem Menschen in einer spirituellen Krise zu tun bekommen. be­ sonders wenn er eher mild verläuft. Manchmal kann ein intuitiver Mensch ohne 284 . welche Mittel für jemanden wie sie und auch für Leute mit milderen Verlaufsformen von spirituellen Krisen zur Verfügung stehen oder stehen könnten. daß sie sich auf die negativen Aspekte konzentrierte.

Da das Gebiet der spirituellen Krisen relativ neu ist. emotionale und physische Zustän­ de einschließt und lange fortdauert. Es macht uns Mut.fachliche Kenntnisse hilfreich sein. Andererseits gibt es Zeiten. Wir haben Geschichten von Ehepartnern. die sie bieten können. Wir sind uns aber auch bewußt. Pfar­ rers. ist es schier unmöglich. Arztes. Psychiaters. de­ 285 . wird es notwendig sein. daß es vermutlich noch eine Weile dauern wird. bis das Verständnis von transformativen Krisen weiter verbreitet ist und die notwendige Versorgung wirklich zur Verfügung steht. die tiefe emotio­ nale und spirituelle Zustände anerkennen und mit ihnen arbeiten. Der daraus entstehende Streß und die Verwirrung machen diese Art von einsamem Ansatz alles andere als ideal. aber das ist deutlich die zweitbeste Lösung. und jemanden zu suchen. die einem geliebten Menschen ohne jede fach­ liche Ausbildung oder auch nur Verständnis der mächtigen Erfah­ rungen intuitiv durch eine spirituelle Krise geholfen haben. Da jede Situation andere Erfahrungen mit wechselnden Intensitätsgraden. der außerge­ wöhnliche Wirklichkeiten kennt und versteht. und einige der allgemeineren und spezifischeren Vorstellun­ gen umreißen. In der Zwischenzeit können wir auf das hinweisen. um medizinische Komplika­ tionen auszuschließen. was es schon gibt. daß sich immer mehr Leute persönlich und beruflich für transpersonale Psycho­ logie interessieren und Ausbildungen erhalten. unterschiedlichen Persönlichkeiten und ver­ schiedenen Umgebungen beinhaltet. und wir würden nie zu so etwas raten. Angehörigen oder Freunden gehört. die in der nächsten Zukunft verwirklicht werden könnten. gibt es in dieser Zeit des Übergangs mehr Bedürfnis nach Hilfe als Men­ schen. die Hilfe eines Arztes zu beanspruchen. zu denen das Wissen und die Erfah­ rung eines mitfühlenden Psychologen. Sozialarbeiters oder transpersonalen Psychotherapeuten we­ sentlich sind. Wenn die Situation extreme mentale. Angehörige und Freunde könnten bis zu einem gewissen Punkt klarkommen und dann die Hilfe eines Menschen mit Kenntnissen und Ausbildung auf dem Gebiet brauchen.

ein immer gültiges und definitives Patent­ rezept zu liefern. Ein Betreuer-Dienst. daß manche Krankenhäuser ihren Patienten erlauben. Durch unsere Beschäftigung mit dem Ge­ biet der spirituellen Krisen haben wir mehrfach Situationen ken­ nengelernt. der darauf vollkom­ 286 . gibt es doch offensichtliche Unzulänglichkeiten: einen Mangel an Verständnis von und Wissen um außergewöhnliche Wirklichkeiten und die Beurteilung des Prozesses durch jemanden.nen. der sich dorthin begibt. Wir wissen. Wenn auch die Betreu­ ung durch Laien gelegentlich schon gutgegangen ist. daß es nicht sehr viele gibt. Eine Tag. Bitte passen sie unsere Vorschläge Ihrer eigenen Situation an. an dem Menschen eine spirituelle Krise in Sicherheit und mit der Unterstützung von Personal durchleben können. immer wieder zuge­ ben zu müssen. Im Anhang II umreißen wir unseren Traum von solchen Einrichtungen. ist die Frage aufgetaucht: Wo können wir eine gute Einrichtung finden. Das grundlegende Konzept ist das eines Ortes. Wo auch immer wir auf unseren weltweiten Reisen über spirituelle Krisen gesprochen haben. das in transpersonalen Ansätzen ausgebildet ist und als Teil der Vorbereitung seine eigenen Erfahrungen auf diesem Gebiet gemacht hat. ohne sie durch Medikamente oder andere Interventionen zu behindern. die helfen wollen. Das sind jedoch Ausnahmen. wenn Hilfe rund um die Uhr erforderlich war und keine entspre­ chende Einrichtung zur Verfügung stand. die oft von dem Einfluß des Betreuenden abhängen. immer ein Hinweis darauf. Und es geschieht vermutlich ohne ein Verständnis der transpersonalen Natur des Prozesses und seines heilenden Potentials. bei denen Freunde und Angehörige die notwendige Anleitung und Unterstützung arrangiert und einen Betreuungs­ dienst wie bei Karen auf die Beine gestellt haben.und Nacht-Einrichtung. ihre Erfahrungen auszuleben. Das kam vor. daß er krank ist. Außerdem ist eine Klinik für den. die nach den von Ihnen angesprochenen Vorstellungen arbeitet? Es war entmutigend.

Wenn sich auch ihre spezifischen Ansätze unterscheiden mögen. Unterstützungsgrup­ pen und regelmäßigen Kontakt mit anderen Leuten. Diese Fachleute sind für die Arbeit mit spirituellen Krisen ausgebildet. Außerdem kommen sie nach der Episode wieder zusammen. einschließlich des Betroffenen selbst. die Erfahrungen anzunehmen und zu integrieren und die Selbsterfor­ schung. zu Hause oder in einer ähnlichen Umgebung. wird diese Entscheidung von allen Beteiligten. spirituelle Praxis oder ihre eigenen Krisen außer­ gewöhnliche Realitäten erlebt. ins Alltagsleben zurückzukehren. um die Situation auszuwerten. ist ihnen eine zentrale theoretische und therapeutische Strategie gemeinsam.wie etwa offene Kliniken. die auch spirituelle Krisen durchgemacht haben. daß man zu Hause oder in einer vertrauten Umge­ bung bleiben kann. Der Betreuer-Dienst wird daher nicht an einem bestimmten Ort eingerichtet. Wenn es für den Menschen in der Krise wieder Zeit wird. nach Bedarf zur Verfügung. in einer Situation. die das heilende Poten­ tial von spirituellen Krisen und die tiefe Weisheit des Prozesses anerkennt und ihnen vertraut. wie Karen. Zu den Vorteilen eines Betreuer-Dienstes gehört neben der offen­ sichtlichen Tatsache. Statt dessen halten sich dieje­ nigen. weiterzubetreiben. Der Dienst wird von einem oder mehreren Fachleuten in Zusammen­ arbeit mit einem einfühlsamen Arzt organisiert.men unvorbereitet ist. die man kennt und denen man vertraut. daß die durch psychiatrische Etikettierungen und Medikationen entstehenden Komplikationen vermieden wer­ den. 287 . Die Betreuer arrangieren für die kritischen Tage oder Wochen danach ein wirksames Hilfssystem für ihn . mit Menschen. die daran beteiligt sind. um die aufkommenden Fragen zu besprechen. Die Betreuer wissen um die tiefen emotionalen und spirituellen Zustände und haben vorzugsweise selbst schon durch transperso­ nale Therapie. auch der. professionelle Hilfe. Das wird ihm helfen. falls notwendig. Wir stellen uns einen Betreuungsdienst idealerweise so vor: Der Mensch in der Krise bleibt. in der man sich wohl fühlt. Im Verlauf der Krise treffen sich die Betreuer regelmäßig mit den Koordinatoren. gefällt.

Ringt er beispielsweise mit Kindheitserinnerungen. auf die der Therapeut antwortet. mythologische oder archetypische Reiche an. weiß er vielleicht nicht. Es kann sich während eines transformativen Prozesses als angemessen erweisen.Fachleute. die das leichter macht. Der ideale Therapeut dient dem. die Vergangenheit zu entwirren. der auf einer tiefen und ausgedehnten Reise ist. daß der Klient. sie zu unterdrücken. Wählt man einen Experten aus. je­ manden. Der beste Helfer bei einer spirituellen Krise ist derje­ 288 . Sein konzeptio­ neller Rahmen sollte das breite Spektrum von Erfahrungen ab­ decken. der gerade die Göttliche Mutter erlebt. hängen von der Ebene der Erfahrung ab. Ein solcher Helfer erkennt die förderliche Natur des transformativen Prozes­ ses. die mit spirituellen Krisen vertraut sind. wann er den Klienten ohne jedes Eingreifen weitergehen lassen kann und wann er Führung anbieten muß. deren Antworten und Einsichten sich oft der gewöhnlichen Logik widersetzen. und spürt. Er weiß. der sich auf nur eines dieser Gebiete spezialisiert hat. zu seinen Kind­ heitserinnerungen zurückzuführen und die bestehende Situation ignorieren. Psy­ chiaters. wenn der Prozeß sich auf eine andere Ebene zubewegt. die schwierigen Stadien der spirituellen Krise hinter sich bringen und dadurch neue Kraft und größere Einsicht in den Prozeß gewinnen kann. die bei einer spirituellen Krise möglich sind. was er tun soll. nicht als Hinweise auf Krankheit. Beraters oder Therapeuten heranzuziehen. ihm zu helfen. Er versucht nicht. Ein Therapeut. wie man einen sicheren und unterstützenden Rahmen für tiefe persönliche Transformation schafft. Die Bedürfnisse. Spricht die Erfahrung primär spirituelle. nutzt der Experte seine Kenntnisse der Biographie dazu. sondern arbeitet mit ihnen. bietet der Therapeut eine Technik an. Wenn jemand seine Geburt wiedererlebt. muß er mit diesen Ebenen arbeiten. wenn er unterstützt und ermutigt wird. Er nimmt die Symptome als Möglichkeiten für Heilung. wird möglicherweise versuchen. die Kenntnisse eines Sozialarbeiters. Er vertraut darauf. dessen konzeptioneller Rahmen auf die postnatale Biographie beschränkt ist. mit der der Klient zu tun hat. Psychologen. als mitreisender Abenteurer.

über die man nicht einfach sprechen kann. und selbst Lösungen zu finden. prozeß­ orientierte Psychotherapie und Neo-Reichianische Körpertherapie sehr wirksam sein. Da steht Arbeit mit intensiven Energien. und unterstützt eine mögliche therapie-ergänzende Beschäftigung mit spirituellen Praktiken. Führung und Sicherheit zu erlangen. Menschen. kann es helfen.nige. bieten diese Art von Situation. die im eigenen Leben auftauchen. der ein solches Ver­ ständnis hat. Wenn man jedoch eine aktivere und beanspruchendere Form der spirituellen Krise erlebt. sie später ins Leben zu integrieren. Da eine spirituelle Krise emotionale. können Ansätze wie Gestalt. Bioenergetik. kann es Zeiten 289 . Über­ wältigende Wut oder Angst lassen sich nicht einfach wegdisku­ tieren. Unter der Anleitung eines Helfers. Im Idealfall bieten der einzelne Therapeut oder das Team sowohl Gesprächs. Viele Erfahrungstherapien. spirituelle und körperliche Aspekte aufweist. Aufgeschlossene Ärzte. wie etwa die Holotrope Atem­ arbeit®. reicht die Gesprächstherapie allein nicht aus. Sie müssen als Teil des reinigenden Prozesses in einer sicheren und unterstützenden Atmosphäre zum Ausdruck gebracht werden. Ein solcher Therapeut ist bereit. Emotionen und Erfahrungen an. neue Strategien auszuprobieren. und das in jeder Richtung. müssen sie auf einem theoretischen Modell beruhen. um die persönlichen und zwischenmenschlichen Angelegenheiten zu besprechen. das das gesamte Spektrum der menschlichen Erfahrung einschließlich der biographischen. Die Gesprächstherapie ermöglicht ein regelmäßiges Treffen mit einem aufgeschlossenen Therapeuten. wenn sie angezeigt sind. Um ganz wirksam sein zu können. deren spirituelle Krise sehr intensiv ist. perinatalen und transpersonalen Ebenen ein­ schließt. auf dieser Reise Einsicht.wie Selbsterfahrungstherapie und sprechen die unter­ schiedlichen Erfahrungsebenen eines Klienten während seiner spirituellen Entwicklung an. Das kann ein besonders effektiver Weg sein. der alle Möglichkeiten der menschlichen Erfahrung akzep­ tiert und dem Klienten leicht von einer Ebene zur anderen folgen kann.

Manchmal wird ein transformativer Prozeß sie in eine Richtung führen. sie versteht und in anderen zu unterstützen weiß. was einer schamanischen Initiation ähnelt. von der sie mit der Zeit entdecken. daß die Schmerzen. gibt es nicht sehr viele Ärzte mit einer solchen Ausbildung. oder etwas erlebt hat. Ein Arzt mit einer holistischen Orientierung könnte. In einem solchen Fall könnten sie es als hilfreich und sogar notwendig empfinden. könnte erkennen. auch wenn er sich nicht genau der mit einer spirituellen Krise einhergehenden Phänomene bewußt ist. die Erörterung aller metaphysischen Angelegenheiten zu vermeiden. Ideal wären die Dienste eines Arztes. mit ihm zu arbeiten und ihn in die tägliche Praxis zu integrieren. um sicherzustellen. da die Erfahrungen mißverstanden werden könnten. um Ihren eigenen Prozeß weiterzuführen. Wenn man mit Ärzten ohne einen solchen Hintergrund spricht. daß man eine spirituelle Richtung findet. daß sie zu einer bestimmten spirituellen Lehre gehört. empfiehlt es sich. das Herzklopfen oder die Zuckungen nicht medizini­ schen Ursprungs sind. einen guten Lehrer aus dieser Tradition zu suchen. einen Arzt zu konsultieren. die biologischen Problemen ähneln. ihre Manifestationen und ihre Prognose gut kennt. in denen sie deutliche physische Manifestationen erleben. Da es sich dabei jedoch um ein relativ neues Gebiet handelt. Beschränken sie das Gespräch auf die Beschreibung der Symptome und die Tests. Es ist wichtig.geben. was die Zen-Buddhisten k e n s h o oder den Zustand der Erleuchtung nennen. eine offene Haltung haben und einen solchen Prozeß zu unterstützen bereit sein. die deren Ursprung und Bedeutung ermitteln sollen. Er könnte dann zwischen den bei einem transformativen Prozeß üblichen Symptomen und denen biologi­ schen Ursprungs unterscheiden und sie entsprechend behandeln. Ein spiritueller Lehrer. der die Dynamik der spirituellen Krisen. der diese Erfahrungen gemacht hat. daß er in einem Kundalini-Prozeß steckt. in der der 290 . Außerdem kann er Mittel anbieten. das erfahren hat. Wer eine bestimmte Konstellation von physischen und emotiona­ len Manifestationen und Erfahrungen macht. Dann ist es unbedingt not­ wendig.

Worauf man genau achten muß. Mit solchen Lehrern Zeit zu verbringen. Führung und Gegenwart eines fortgeschrittenen Lehrers kann sehr hilfreich sein. daß er nicht Anspruch darauf erheben sollte. Aber nicht jeder. dramatische körperliche Bewegungen auszuführen. ein spiritueller Lehrer zu sein. werden wir später erörtern. wenn man einen spirituellen Lehrer oder einen Therapeuten sucht. sondern vielmehr jemand ist. Die Weisheit. kann schon in sich heilend. unterwei­ send und inspirierend sein. An dieser Stelle soll nur als allgemeiner Hinweis genügen. ihren Geist zur Ruhe zu bringen. sind die Ergebnisse seiner eigenen Transformation daran siehtbar geworden. Wenn er viel innere Arbeit geleistet hat. der in einer reichen inneren Welt voller vielschichtiger Bilder schwimmt und sich getrieben fühlt. Die Lehrer raten stark vom emotionalen Ausdruck ab und ermutigen die Schüler.Prozeß unterstützt und anerkannt und nicht als etwas behandelt wird. Manche Tra­ ditionen. 291 . aufstergende Bilder und Empfindungen zu beob­ achten und vorüberziehen zu lassen. erkennen. Manche charismatisch orientierten Kirchen sprechen sich aktiv für solche Zustände aus und betrachten sie als echte Ausdrucksformen von Hingabe und Manifestationen des Göttlichen. wie er sein eigenes Leben führt und in welcher Beziehung er zu sich selbst und anderen steht. über eine exklusive Antwort auf die Fragen des Lebens zu verfügen. etwa das von Swami Muktananda und seinem Nachfol­ ger gelehrte Siddha-Yoga. der sie darin unterstützen und sie dabei anleiten wird. unan­ gemessen sein. der von sich behauptet. physischen und spirituellen Erfahrungen von Medi­ tierenden beim Sitzen. erörtern und akzeptieren die emotionalen. Ihre eigenen Antworten zu finden. Diese wirksamen subtileren Ansätze könn­ ten vorübergehend für jemanden. ist von solchem Format. das es zu unterdrücken oder abzulehnen gilt. Bei anderen Arten von Gebet und meditativer Praxis gibt es die Anweisung. statt sich von dem inneren Drama verführen zu lassen.

Dann konnte er zu seiner medita­ tiven Praxis zurückkehren. die eine Vielfalt von unterschiedli­ chen Richtungen anbieten. oft vom einzelnen Lehrer ab. einige Zeit mit dieser Gruppe zu verbringen. an denen man sich Gebet. der zum Lernen in ein s a n g h a gekommen war. die sie machen. schamanische Praktiken und therapeutische Methoden aneignen kann. und mit Ihnen zu arbeiten und sie zu unterstützen bereit ist. Unabhängig von der Struktur einer spirituellen Disziplin hängt das Ausmaß der Freiheit.« Dieser junge Mann hatte das Glück. daß die Gruppe Kenntnisse über die Erfahrungen hat. Ashrams und in den USA etwa auch die Bruderschaf­ ten der Indianer. christlich-kontemplative. bis er damit fertig war. die Unterstützung einer 292 . sich einer spirituellen oder therapeutischen Gemeinschaft anzuschließen. Als auch das Gärtnern eine zu anspruchsvolle Tätigkeit wurde. daß sie ihr Ihr ganzes Leben widmen müssen. er solle aufhören zu meditieren. Meditation. Wir steckten ihn in die Küche. die die gleichen Erfahrungen gemacht haben wie sie und Ihnen Anleitung geben können. wo er Gemüse schnei­ den sollte. ließen wir ihn einfach auf die Weide hinaus. im Garten zu arbeiten. baten wir ihn.Eine spirituelle oder therapeutische Gemeinschaft. Ihre Erfah­ rungen zugänglicher zu machen und zu integrieren. In einem solchen Umfeld gibt es wahrscheinlich Leute. was er tun mußte. Als seine Erfahrungen sich zu einer Krise entwickelten. und größere Zentren. Zu den traditionellen spirituellen Gruppierungen gehören buddhistische (. um herumzurennen und zu tun. die jemandem in einer spirituellen Krise gewährt wird. Chanting. »sagten wir ihm. daß er mit einer solchen Gemeinschaft zu tun hat.s a n g h a s ). die sich um eine bestimmte Technik herum gebildet haben. Außerdem gibt es Orte. Entscheidend ist wieder. sich darauf zu konzen­ trieren. falls das notwendig sein sollte. heißt nicht notwendigerweise. Als er es nicht mehr schaffte. Ein Meister des Zen-Buddhismus hat uns von einem jungen Mann erzählt. könnten sie erwägen. Falls sie aber einen effektiven spirituellen Lehrer oder Therapeuten gefunden haben und entdecken. Außerdem gibt es verschiedene therapeutische Gruppen. die Ihnen helfen werden.

Vermutlich wird es sie enorm erleichtern. Er findet dort Mitgefühl und Verständnis. Menschen. Obwohl ihre strukturierte Zen-Praxis diese Art von Manifestationen nicht unterstützt. kann sich für jemanden.und Alkoholmißbrauch. die sie sozusagen aus dem Bauch heraus verstehen und bereit sind. könnten die Gruppe als fortlaufende. Eine Gruppe von Leuten. der mitten in einer kritischen Periode steckt.mitfühlenden Gemeinschaft zu haben. die er machte. unseres Wissens aber bisher nicht für Menschen. Selbsthilfe-Gruppen. ein Gespür dafür zu entwickeln. sie seien der einzige. bei denen der Entwicklungsprozeß weniger dramatisch verläuft. Ihnen zuzuhören. als sehr hilfreich erweisen. regelmäßige Unterstützung nutzen. die ebenfalls spirituelle Krisen erlebt haben. könnte man leicht mit dem Aufbau 293 . seine Probleme und Gefühle zu be­ sprechen. Allerdings gibt es diese Art von Gruppen zwar für allerhand andere Bedürfnisse. um ihn seine Episode zu einem Ende bringen zu lassen. Jemand wie Karen könnte in den Monaten und vielleicht Jahren nach einer extremen Krise in einer solchen Gruppe enorme Be­ stätigung erfahren. ohne zu urteilen. Vergewaltigungstraumata und ähnliches setzen sich aus Laien in unterschiedlichen Stadien der Reise zusammen. die für das Spektrum der Erfahrungen. Eßstörungen. Die bestehenden Selbsthilfe-Gruppen für Probleme wie Drogen. der je solche Erfahrungen gemacht hätte. waren sie ausreichend tolerant und abenteuerlustig. die in einer spirituellen Krise sind oder waren. Zudem kön­ nen die Gruppen Ihnen helfen. Bei ihnen können sie ein Gefühl von Gemeinschaft empfinden und einige der Eindrücke von Einsamkeit und Isolation verlieren. Einem Menschen in der Krise bieten solche Gruppen eine Möglichkeit. die sie zu der Meinung verleiten könnten. Diese Haltung ist jedoch unglückseligerweise keineswegs bei allen spirituellen Gruppen verbreitet. Wenn man die Erfahrungen anderer Gemeinschaften nutzen würde. die gemeinsame Erfahrungen und ähnliche Vorstellungen haben. in der Gesellschaft von Menschen zu sein. wie und mit wem sie über Ihre Erfahrungen sprechen können. offen war.

solcher Gruppen beginnen. seine Klienten zu ermutigen. Die Körperarbeit. sondern daß er einfach zuhören und über seine eigene Reise sprechen kann. Jemand mit einer Aus­ bildung in Massage oder einer anderen Form von Körperarbeit kann uns helfen. Einsichten oder Enthüllungen aufdrückt. Erinnerungen und Empfindungen zugänglich werden. Erinnerungen oder Emotionen freisetzen. das eine wertvolle Hilfe für andere sein kann. Die eigene Erfahrung gibt ihm zudem die Möglichkeit. meint dann oft. wie er es auch war. der bereit ist. während derer ohnehin Gefühle. daß wir unsere Emotionen und Erfahrungen irgendwie in unseren Muskeln speichern. Ideal ist ein Körpertherapeut. diese freizusetzen. überwältigt. anderen zu helfen. Schließlich kennt er diese Gebiete in. ohne zu erwarten. Ein guter Körpertherapeut. Wenn er die Höhen und Tiefen des eigenen Entwicklungsprozesses erfahren hat. kann Bilder. daß er dem anderen auf messianische Weise seine Ideologie. Jemand. daß der andere in irgendeiner spezifischen Weise reagiert. den Prozeß eines anderen in all seiner Komplexität und Dramatik zu unter­ stützen. die einer beachtlichen Zahl von Leuten wertvolle Dienste leisten würden. Wer selbst eine solche Transformation durchgemacht hat. der selbst eine solche Krise erlebt hat. sie zu befreien. kann jemand mit der entsprechenden Ausbil­ dung den Prozeß vorantreiben. Bei einer spirituellen Krise. hat er ein einzigar­ tiges Training aufzuweisen. urteilt er nicht und fühlt sich nicht 294 . Viele Richtungen der Körperthera­ pie gehen davon aus. die vielleicht genauso durcheinander. Da er selbst dort gewesen ist. die die muskulären Verspannungen löst. einem möglicherweise bei der Sitzung auftretenden Bedürfnis nach Aus­ druck nachzugeben. sein nächster Schritt müsse der sein. daß sie physisch unterdrückte Erinnerungen an schmerzhafte Situationen sowie ihre eigenen Reaktionen darauf haben und daß die Körperarbeit hilft. Das heißt nicht. Viele Menschen erkennen. ängstlich.und auswendig. erregt oder ver­ wirrt sind.

die Ihre Erfahrungen und Ihr Verständnis vertiefen. wie sie die Einsichten aus der Therapie mit den Lehren aus der spirituellen Praxis verbinden können. Zusätzlich können sie an einer wöchentlichen Gruppe teilnehmen. Ihre tiefe Bindung kann entweder hilfreich oder hinderlich sein. Ihr Vertrauen und ihre Liebe können eine emotional heilsame Umgebung schaffen. die sich oft schon auf Grund ihrer bereits bestehenden Beziehung zu dem Menschen in der spirituellen Krise in der Rolle des Helfers wiederfinden. die selbst das erlebt haben.überlegen. Eine Kombination all dessen. Enge Freunde und Familienmitglieder. Wenn sie in der Nähe wohnen. die weiter an ihrem eigenen Wachstum mitarbeiten. Sie können regelmäßig mit einem guten Therapeuten arbeiten. So wie rekonvaleszierende Drogenabhängige und Alkoholiker. ob sie das nun wollen oder nicht. sehr wirksam mit anderen auf der gleichen Reise arbeiten. Das ist eine ganz andere Art von Wissen als das durch Lektüre erworbene. es ist eine im Durchleben dieser Zustände gewachsene Weisheit. Ideal wäre es für jemanden in einer spirituellen Krise. was sie durchmachen. Wenn sie zu Ihrem Arzt gehen. die spirituelle Krisen erlebt und erfolgreich integriert haben. können sie dem Menschen in der Krise vielleicht einen vertrauten und angenehmen Zufluchtsort bieten. können sie offen über die anderen Elemente in Ihrem Leben sprechen. all diese Ressourcen zur Verfügung zu haben und daraus ein maßgeschneidertes Programm für die eigenen spezifischen Bedürfnisse zusammenstellen zu können. die Auswirkungen auf Ihre physische Kondition haben 295 . Sie können von Zeit zu Zeit von Ihrem Lehrer angebotene Meditationsgruppen besuchen. der Ihren spirituellen Lehrer kennt und versteht und Ihnen Wege zeigt. zu den effektivsten Helfern bei der Behandlung anderer Menschen mit denselben Problemen gehören. so können diejenigen. Er hat seine eigene Heilung erlebt und daher Vertrauen in das positive Potential der Situation. Das sind Menschen. durch die sich Ihr Freun­ deskreis um Menschen erweitert.

Wenn sie jemand wie Karen sind. die oben genannten Möglichkeiten für weitere Heilung zu nutzen. Wenn jemand eine echte spirituelle Krise durchmacht.könnten. die nicht nur verstehen. der Empfänger sei krank. Die regelmäßige Verabreichung von Medikamenten ist eine Übermittlung der Botschaft. die sie der Liste zufügen wollen. Und wenn sie in die Welt zurückkehren. werden Sedativa den Verlauf des Heilungsprozesses beeinträchtigen. Und wenn sie nach Hause kommen. was los ist. daß er sich auf dem Weg zur Ganzheit befindet. Sie tragen oft zur Verwirrung und Desorientierung bei und bergen die Problematik möglicher Nebenwirkungen und chemischer Abhän­ gigkeit. sind da Angehörige. unterbrechen oder verlangsamen ihn. Wen und was man vermeiden sollte Manche Situationen und Menschen stehen dem transformativen Prozeß im Wege. Hier können sie Ihre Krise in einer Atmosphäre von Verständnis und Liebe ausleben. Da jeder Fall anders liegt und jeder individuelle Bedürfnisse hat. Gewisse Routinemaßnahmen sind kontraproduktiv. kann Ihnen eine Tag. die eine Weile nicht mit den Anforderungen des Alltags fertigwerden konnte. lassen ihn wie etwas anderes aussehen oder komplizieren ihn sonstwie. Aus diesem Grund ist bei der Verwendung von Medikamenten und anderen unterdrückenden Maßnahmen große Vorsieht geboten. Tranquilizer und andere Medikamente können im Umgang mit bestimmten psychischen Störungen nützlich sein. werden sie in der Lage sein. an dem sie sich vorübergehend aus der Welt zurückziehen können. 296 .und Nacht-Einrichtung einen sicheren Platz bieten. sondern selbst aktiv mit ihrer spirituellen Entwicklung beschäftigt sind. statt einer Anerkenntnis der Möglichkeit. aber wir halten ihre weitver­ breitete Anwendung bei unbestimmten Ursachen für unangemes­ sen. finden sie vielleicht spezifische Dinge.

« Es ist von entschei­ dender Bedeutung. werden oft falsche Etiketten verteilt oder unzutreffende Diagnosen gestellt. einen Menschen so wieder »in Ordnung zu bringen«. Dabei werden wir nur allzu bereit. Auch wenn in manchen Fällen solche Definitionen dazu beitragen können. da er die Verantwortung für den Prozeß von der tiefen heilenden Weisheit in unserem Inneren auf den begrenzten Wirkungskreis eines Außenstehenden verlagert. Man darf nicht vergessen. Wenn wir dennoch hinein­ geraten. Pa­ tienten zu kategorisieren und zu behandeln. auf das Gesundungspotential zu achten und den Vorgang als Impuls zur Ganzheit zu sehen . sie hätten die Ausbildung. Diese Art von Ansatz wird für jemanden in einer spirituellen Krise nicht funktionieren. Mitten in einer spirituellen Krise fühlen wir uns hilflos und begrüßen jede Form von Unterstützung. daß die meisten von uns Produkte einer Kultur sind. die den Transformationsprozeß als etwas betrachtet. Das gilt besonders für Menschen in spirituellen Krisen. Viele Therapeuten meinen. die Techniken und das nötige Verständnis. die von wohlmei­ nenden Ärzten geradezu routinemäßig in falsche Schubladen gesteckt werden. Bei mir läuft etwas furchtbar schief. Wenn uns die Experten dann etikettieren und mit Medika­ menten versehen. der sich selbst als Experte andient.als Chance. unser Leben in die Hände eines anderen zu legen. unsere Möglichkeiten zu erwei­ tern. einem Therapeu­ ten oder Führer aus dem Wege zu gehen. 297 . er sei schlecht oder wir seien krank. der die Antwort auf all Ihre Probleme hat. als jemand. dem man aus dem Wege gehen sollte. daß sowohl die Menschen im Prozeß wie die Heilenden um sie herum die Betonung darauf verlagern. antwortet unsere ängstliche Seite: »Ich hatte recht.Das gleiche gilt für psychiatrische Etikettierungen. Es ist daher wichtig. er könne uns wieder in unsere ursprüngliche Verfas­ sung zurückversetzen. wie es ein Mecha­ niker mit einem Auto macht. der behauptet. denken wir automatisch.

Eine weitere wichtige Qualifikation ist ein Sinn für Humor . Hier einige unserer Vor­ schläge: Er sollte über ausreichend Training in seiner Technik oder Diszi­ plin verfügen. statt sich die persönliche oder spirituelle Entwicklung selbst zugutezuhalten oder zum Objekt der Verehrung zu werden. hat Mitge­ fühl und ist dem Dienen verpflichtet. So hat beispielsweise ein Gestalt-Therapeut oder jemand. denen der Klient begegnet. über sich selbst zu lachen. die Situation sei für Ihre sonstigen Beziehungen zu belastend. stehen doch viele qualifizier­ te Führer zur Verfügung. Hilfe von außen zu suchen. seinem Klienten in jede sich als notwendig erweisende Richtung zu folgen. Im Idealfall hat der Betreuende persönliche Erfah­ rungen mit den Territorien.Einen Therapeuten. nicht nur eine gute Ausbildung in theore­ tischen Fragen. spirituellen Lehrers oder Transformations-Führers entwickelt. Ein wirksamer Lehrer oder Therapeut ist bescheiden. sondern auch eine Menge persönliche innere Arbeit mit seinem Ansatz geleistet. die die Manipulation anderer zugunsten persön­ lichen Gewinns verbietet. Auch wenn das Gebiet der spirituellen Krisen relativ neu ist und es noch nicht viele Leute gibt. Er verweist seine Klienten immer auf ihre eigenen Ressourcen als den Schlüssel zu Kraft und Wachs­ tum. wird es Zeit.die Fähigkeit. Er ist bereit. der Holotrope Atemarbeit® anbietet. an dem Ihre eigenen Mittel nicht mehr ausreichen oder sie das Gefühl haben. auch 298 . Er erhält eine ethische Haltung aufrecht. Sein konzeptioneller Rahmen ist sehr breit und schließt alle möglichen Erfahrungsgebiete ein. Ein Lehrer oder Führer mit dieser Eigenschaft nimmt sich selbst nicht allzu ernst. die eine spezielle Ausbildung für die Arbeit mit Menschen in transformativen Prozessen haben. wodurch er sowohl dessen Macht wie auch sein therapeutisches Potential erfahren hat. über jede gegebene Situa­ tion oder das gesamte kosmische Spiel. Im Laufe der Jahre haben wir unsere eigenen Richtlinien für die Auswahl eines guten Therapeuten. Lehrer oder Führer auswählen Wenn der Entwicklungsprozeß einen Punkt erreicht.

« Solch eine verzweifelte Selbstaufgabe kann zu großer Verwirrung führen und unter dem Einfluß einer unethischen. manipulativen und selbstsüchtigen Autorität sogar Schaden anrichten. aber die zusätzliche Zeit und der Aufwand werden sich lohnen. oder mit dem. Die scheinbar einfachen Techniken. Aus diesem Grund empfiehlt es sich. und es mag sich als notwendig erweisen. andere anleiten zu können. Schamanen oder Gurus zählen. die diese Eingeweihten verwenden. was Ihr Verstand Ihnen als angemessen eingibt. Da jemand in einer spirituellen Krise oft emotional verletzbar ist. auf eine Art. sind in Wirklich­ 299 . bevor er soweit ist.wenn die Arbeit und die Beziehung zu ihr sehr wohl ernsthaft sind. unsere Existenz einfach in fremde Hände zu legen und zu bitten: »Ich komme mit meinem Leben nicht klar. Die hat nichts mit dem zu tun. Zu viele von uns sind bereit. sie entsteht aus einem Gefühl von Vertrauen und Zuversieht sowie einer tiefen Anziehung. sie durch die Vermittlung von transpersonal orientierten Gruppen oder Instituten ausfindig zu machen. beruhen seine Entscheidungen manchmal auf unerfüllten Wünschen statt auf gegenwärtigen Bedürfnissen. Es mag einige Mühe kosten. daß es zwischen Schüler und Lehrer oder The­ rapeut eine Art Resonanz gibt. die nicht zu den wohlbekannten Ärzten. Praxis und vorzugsweise auch persönliche Erfahrungen hinter sich. und sie fragen sich: »Kann ich denn so jemanden finden?« Wir haben den i d e a l e n Therapeuten oder Lehrer beschrieben. Kümmere Du Dich darum. Entscheidend ist. die über viele Jahre entwickelt. einige Kompromisse einzugehen. Vielleicht klingen Ihnen diese Qualifikationen zu streng. In allen spirituellen Disziplinen hat der Lehrer Unterweisungen. In manchen Traditionen wird das Wissen von einem Lehrer nur in direkter Linie übertragen. die dieser Mensch und seine Arbeit auf sie haben. und ohne viel Aufhebens in einem recht kleinen Kreis wirken. Es gibt jedoch viele qualifizierte Leute. sie s o l l t e n es tun. die Wahl Ihres Therapeuten mit einem objektiven Dritten Ihres Vertrauens zu besprechen. verfeinert und respektiert worden ist. wovon sie meinen.

Sie zeigen wenig Humor und nehmen sich selbst und ihre Arbeit sehr ernst. welche Qualifikationen sie wirklich suchen. daß sie die falsche Wahl getroffen haben. begrenzt und dogmatisch sind. die zu meistern viele Jahre der Übung erfordert. Stellen sie dem Lehrer und den Menschen in seiner Umgebung die gleichen Fragen. Zögern sie nicht. oder daß jemand Besserer auftaucht. In den esoterisch orientierten Zeitschrif­ ten finden sich Anzeigen für ein breites Spektrum von Lehrern und Disziplinen. Solche Leute sind arrogant und ausschließend. Vielleicht lesen sie ein Buch und möchten dann bei dem Autor oder jemandem aus derselben Disziplin lernen. daß sie Ihre Meinung ändern können.keit komplexe Praktiken. die sie an einen Therapeuten richten würden. wenn es Hinweise darauf gibt. Hören sie auf Ihre innere Stimme und seien sie sich gewiß. außergewöhnlichen Zuständen und transpersonalen Ansätzen sowie eigenen spezifischen Anliegen zu stellen. Fangen sie dann in dem Bewußtsein an. die sich Therapeuten nennen. daß Ihre Entscheidung sich richtig a n f ü h l t . aber diese Arbeit schon nach einer sehr kurzen Beschäf­ tigung mit einer der vielen verfügbaren Techniken aufgenommen haben. die rigide. Bei der Wahl eines Therapeuten können sie ein ähnliches Inter­ view führen wie bei einem Einstellungsgespräch. Gehen sie Therapeuten. Sie beanspruchen. Er hat den Ansatz bis in die Tiefe durchdrungen. und auch ein guter Therapeut verfügt über ausreichend persönliche und berufliche Erfahrung in seiner The­ rapieform. kennt seine Potentiale und Sackgassen genau. Definition der ei­ genen Rolle und Ausmaß der persönlichen und beruflichen Be­ schäftigung mit Spiritualität. Sie haben oft sehr wenig folgenreiche persönliche Arbeit geleistet und waren mög­ 300 . Fragen nach Ausbildung und Qualifikationen. Die gleichen allgemeinen Richtlinien gelten für die Suche nach einem spirituellen Lehrer. spirituellen Lehrern und Führern aus dem Weg. d i e Antwor­ ten oder d e n Weg zu kennen. Ein spiritueller Lehrer hat viel Zeit darauf verwendet. seine Praxis zu entwickeln. Ebenso vorsichtig gilt es Leute zu betrachten. und behalten sie dabei im Auge.

384). das auch eine spiritu301 . Tranquilizer und andere Medikamente zu verschreiben. die die Probleme ihrer Klienten lösen sollen. Solche Men­ schen können auch von Klienten oder Studenten abhängig werden. die reich oder auf andere Weise prominent sind. (Adres­ se siehe S. Sie haben daher den Hang. die stattgefunden haben. mit starken emotionalen und körperlichen Gefühlen zu arbei­ ten. wenn die Bedeutung der spirituellen Krisen bekannter wird. 384). Die Psychiater in dieser Kategorie fühlen sich weder mit den Emotionen anderer Menschen noch mit ihren eigenen wohl. Sie sprechen damit sich selbst die Verantwortung für die Veränderungen zu. Der Jungianische Ansatz ist im allgemeinen eher etwas intellektuell. Halten sie sich von Führern fern. verfügt über die für dieses Gebiet notwendige Erfahrung und den entsprechenden konzeptionellen Rahmen (Adresse siehe S. um eigene Bedürfnisse zu erfüllen. Wer in Holotroper Atemarbeit® ausgebildet ist. Dann erhalten sie die Beziehung länger als nötig aufrecht. der es gewohnt ist.licherweise der Art. wie sie mit anderen arbeiten wollen. Hilfreich kann auch ein Jungscher Analytiker sein. Nehmen sie sich vor Therapeuten oder Lehrern in acht. wo man mit der Suche nach einem guten Therapeuten oder spirituellen Lehrer beginnen soll. aber das könnte sich ändern. Man weiß nicht immer. die häufig von ihren Leistungen sprechen und Klienten oder Schüler erwäh­ nen. ihre Klienten oder Schüler wieder auf die Reihe gebracht zu haben. die sich damit rühmen. besonders wenn sie dabei Sätze benutzen wie »Ich hab ihre Höhenangst aus der Welt geschafft«. Selbst wenn sie eine Ausbildung hatten. selbst nicht ausreichend ausgesetzt. Das Spiritual Emergence-Netzwerk (SEN) dient als Quelle von Informationen und Auskünften für Menschen in der Krise. da sie so ihre eigene Identität bestimmen. war die oft auf konzeptionelle Analysen und Theorie beschränkt und hatte sehr wenig mit der wirklichen menschlichen Erfahrung zu tun. Das Bran­ chenverzeichnis oder die örtliche Zeitung helfen da nicht viel weiter. aber er geht von einem breiten Verständnis der möglichen Erfahrungen des Menschen aus.

elle Dimension beinhaltet. während ein anderer Rebirther seine Klienten vielleicht bereitwillig in jeder Richtung unterstützt. So kann jemand. an das heilende Potential des Prozesses glauben und helfen wollen. zwar die Wirklichkeit der Erinnerungen an die Geburt akzeptieren. aber ich bin bereit. ob sie jemanden kennen. und ich weiß auch nicht. Eine gute Möglichkeit. ob Fachleute. Wenn sie in einer Selbsthilfe-Gruppe sind. daß Hilfe oft aus unerwarteten Ecken kommt. die sich vielleicht als Helfer andienen . Sie brauchen sich daher nicht auf bestimmte psychologische Schulen zu beschränken oder sich dem zu verschließen. In jeder Therapie-Schule gibt es außergewöhnliche Therapeuten. die nicht dahingehören. des­ wegen dort sein. Wie bereits gesagt sollten alle. nur als Hebammen oder Geburtshelfer bei einem Prozeß mit seiner eigenen Dynamik dabeizusein. Kontrolle auszuüben oder anzugeben. die sich wirklich beteiligen. die wirklich dabeisein wollen. und erklären sie. der ihr sagte: »Ich habe keine Ahnung. aus dem Bedürf­ nis.« Dank seiner Bereitschaft. ein Risiko einzugehen. weil sie den Menschen in der spirituellen Krise wirklich mögen. was sie suchen. aber dennoch der Möglichkeit von spirituellen Erfahrungen ver­ schlossen gegenüberstehen. was mit Ihnen geschieht. Ein paar weise Worte noch über all diejenigen. diejenigen. wo es sie hinführt. Eine Frau. von denen zu unter­ scheiden. ist ein Blick auf ihre jeweiligen Motivationen. in die ihr Prozeß sie führt. der in Rebirthing ausgebildet ist. können sie die anderen fragen. fand einen Freudschen Therapeuten. damit zu arbeiten. was später als KundaliniErwachen erkannt wurde. die nicht bereit sind. was sie tun müssen. Sie bei allem zu unterstützen. oder aus ihrem eigenen 302 . Die Therapie ist oft so gut wie der Therapeut. Nehmen sie Kontakt zum nächsten Jung-Institut auf. Wenn Leute nur aus Neugier. und mit seiner Ermutigung konnte sie eine schwierige Periode der Transformation abschlie­ ßen und zu einer gesünderen Beziehung zu sich selbst und der Welt gelangen. Freunde oder Familienmitglieder.Angehörige oder Freunde. die etwas durchmachte. der den Anforderungen einer transformati­ ven Reise gegenüber offen und bereit ist.

die Urteile. die kontraproduktiv sind. religiösen Organisationen und Ge­ meinschaften tun. gebraucht zu werden. Vermeiden sie. die aus einer unflexiblen und dogmatischen Position heraus operieren. ebenso wie solche. Es gibt auch bestimmte Umgebungen.Sehnen danach. Wenn Ihnen keine andere Umgebung zur Verfügung steht. die die Betonung auf Krankheit legen. Schulen. können sie unter den dort Tätigen nach einzelnen Menschen suchen. . deren Arbeitsweise von dem traditionellen Ansatz abweicht und die Ihren Bedürfnissen vielleicht aufge­ schlossener gegenüberstehen. Zorn und Arroganz statt Liebe. wenn möglich. wird ihre Anwe­ senheit vermutlich restriktiv und störend sein. Unterstützung und Auf­ merksamkeit bietet. wie es manche Familien. Gehen sie jeder Umgebung aus dem Weg. sterile institutionelle Formen. dabeisind.

vor so langer Zeit. und doch ist es alles gleich. was bei einem Trans­ formationsprozeß zu tun ist. Menschen in diesem Stadium erleben häufig. Mit welchen Gefühlen muß man in einer solchen Zeit des Übergangs rechnen? Was kann man in dieser Zeit gewinnen und was sind die Herausforderungen? Wie können sie sich an der weiteren Integration Ihrer lebensverändernden Erfah­ rungen beteiligen? Und welchen dauerhaften Veränderungen kön­ nen sie entgegensehen? Dies ist die Periode der Rückkehr nach Hause. und ihren Begleitern. Außerdem entdecken oder wiederentdecken sie oft bedeu­ tungsvolle und tröstliche Elemente in der Welt um sie herum. Nun kommt die Zeit. zu der man ins tägliche Leben zurückkehrt. daß sie ein neues Zuhause in sich selbst gefunden haben. die die Erfahrung machen. Geschrieben nach einer spirituellen Krise Die bisherigen Kapitel haben beschrieben. Alles hier ist nun anders. sei es nach einem relativ subtilen Erwachen oder einer alles verzeh­ renden Krise.11 Die Heimkehr Die Welt um mich herum strahlt und funkelt. Ich danke für die Rückkehr in mein wunderbares Heim! Seine gütige Gegenwart heißt mich willkommen. ln diesem vertrauten Haus habe ich angefangen. etwa tragfähige Beziehungen zu ihnen Nahestehenden oder ver­ traute Umgebungen und Beschäftigungen. umfängt mich wie die großzügigen Arme liebender Eltern. Da sich jedoch auf­ 304 . eine innere Quelle von Trost und Nah­ rung. wärmt mich. Unsere Vorschläge galten den Men­ schen.

die Welt hier zu ihren Gunsten zu verlassen. 305 . Werte wechseln und die spirituelle Dimension stärkere Bedeutung erlangt. In diese Kategorie gehören die ernsthaften Kandidaten für Ashrams und Klöster. effektiven Art des Seins. Manche Leute erleben eine plötzliche Beendigung ihrer Krise und einen schnellen und leichten Übergang zu einer neuen. irgendei­ nen Wert. ist auch diese Zeit nicht frei von Herausforderungen. in eine gesündere Beziehung zu sich selbst und der Welt hineingeboren. Und wir können die Einsicht gewinnen. wiedergebo­ ren und verjüngt zu sein. Das Gefühl von Erneuerung kann auf einen Schlag kommen oder auch nicht. Zu den allgemeinen Veränderungen gehört es. daß jeder nennenswerte spirituelle Beitrag bei dem Menschen neben uns beginnt. daß viele schwie­ rige persönliche Probleme entfallen. die wir beschrieben haben. Durch unsere eigene Transformation können wir in den Aktivitäten unserer alltäglichen Existenz eine tiefe mystische Bedeutung entdecken. positive Elemente im Leben dazukommen. Arbeit in der Welt und Beziehungen zu anderen Menschen.grund der Ergebnisse einer spirituellen Krise so viel im Leben eines Menschen ändern kann. Sie können die Empfindung haben. die sich Menschen auf ihrer Reise durch den transformativen Prozeß erarbeitet haben. Vielleicht ist es für manche Menschen angemessen. Die meisten von uns finden jedoch ihre wahre Berufung in alltäglichen Beschäftigungen. Im allgemeinen hat keine der unterschiedlichen und manchmal dramatischen Erfahrungen. daß die transzendentalen Reiche verführerisch und wir versucht sein können. Die meisten Menschen machen jedoch eine Zeit des Wiedereintritts durch. wenn sie nicht in die gewöhnliche Wirklichkeit zu­ rückgebracht und auf das Verhalten und die Aktivitäten des Alltags angewandt wird. Viele spirituelle Traditionen sprechen die Warnung aus. Sie fühlen sich ganz anders als zu Beginn der Reise. während derer sie sich ihrer selbst und ihres Platzes in der Welt unsicher sind. sich in der ausschließlichen Hingabe an das Geistige von der Welt abzuwen­ den. Das sind die Belohnungen.

in dem wir 24 Stunden am Tag leben.In das Alltagsleben zurückzukehren heißt nicht. Die Umgebung und die Rollenverteilungen dort mögen gleich geblieben sein. hat er jetzt die Gaben von Weisheit und Verständnis entwickelt. Wir lernen. Banalitäten und lärmvollen Gemeinheiten des Lebens wieder als real betrachten soll.38 So kann beispielsweise jemand. Der Held hat sein Zuhause. die er unterwegs gemacht hat. aber der Held ist ganz anders. Warum wieder in eine solche Welt eintreten? . auf eine Kultur und in ihr lebende Menschen treffen. Campbeils Beschreibung des zurück­ kehrenden Helden enthält auch einige der Erfahrungen. Hier trifft er auf viele Herausforderungen und Initiationen. kehrt der Held an seinen Ausgangsort zurück. reflektieren die Elemente der Heldenreise die inneren Erfahrungen eines Menschen auf dem Weg der Transfor­ mation. daß wir das. Aber so voller neuer Einsichten fällt es dem Helden schwer. der in eine vertraute Situation zurückkehrt. die für seine neuen Fähigkeiten unempfänglich sind.. in jedem Menschen. Um sein Abenteuer zur Vollendung zu bringen. ihn zu suchen und in allem um uns herum zu sehen. In Der Heros in tausend Gestalten beschreibt Joseph Campbell meisterhaft die Probleme des Wiedereintritts. sich wieder in die alte Welt einzufügen.. was wir bei unseren Abenteuern in den unbewußten Reichen gewonnen haben. daß der göttliche Impuls überall ist. daß er nach der Erfahrung der seelenstillenden Vision der Erfüllung die vergänglichen Freuden und Leiden. muß der zurückkehrende Held den Ansturm der Welt überstehen. können wir die beiden Welten verschmelzen und ent­ decken. dem wir begegnen. Der wieder­ geborene Held muß sich 306 . in jeder unserer Handlungen. Es bedeutet vielmehr. einen Ort der Sicherheit und bekannten Realität. verlassen und sich auf eine Expedition bege­ ben. Wenn die letzte Prüfung überstanden ist. die ge­ wöhnliche Menschen machen. alles aufzugeben. Wie im sechsten Kapitel erörtert. wenn sie nach einer spirituellen Krise wieder in den Alltag eintreten: Das erste Problem des heimkehrenden Heros ist es. die ihn in Länder voller Geheimnisse und Abenteuer führt. Durch die vielen Erfahrungen. Wenn wir das tun. in den Bereich zurückbringen.

Wir werden nun diese Übergangszeit zwischen einer spirituellen Krise und einer stabilisierten Existenz näher betrachten und einige praktische Ratschläge geben. Er muß noch den Zusammenprall der Gesellschaft mit seinem das Ich erschütternden. daß ihre Alltagswelt nicht gerade empfänglich für ihre neugefundenen Entdeckungen ist. das Leben erlösenden Elixier bestehen und die Rückschläge auf sich nehmen. noch bevorstehen. boshaftem Widerstand und auch von guten Menschen. wie mit ihnen umzugehen ist. Und sie stehen möglicherweise vor dem sehr realen Problem. Nach einer spirituellen Krise können sie das Gefühl haben. die nur Fragmente des Menschen sind. In der Zeit des Übergangs und auch danach sollte Ihre erste Priorität die sein. wo Ihre Grenze ist und wo die äußere Welt anfängt. die ihm in Form von vernünftigen Bedenken. die scheinbar trivialen Aspekte der gewöhnli­ chen Wirklichkeit zu akzeptieren und willkommenzuheißen. Be­ vor sie Ihre Aufmerksamkeit nach außen richten. die die Rückkehr erleichtern können. Außerdem machen wir ein paar Vorschläge für das Leben nach dieser Übergangszeit. Von der spirituellen Krise zum täglichen Leben Viele von uns können uns ganz gut um andere Leute kümmern und ihnen helfen. Die Großartigkeit der transformativen Erfahrungen macht es vie­ len Leuten schwer. wie sie 307 . daß sie auf Grund Ihrer Konfron­ tation mit diversen inneren Zuständen nicht mehr wissen. auf Ihre eigenen gesundheitsfördernden Bedürfnisse einzugehen. sich vollkommen glauben. und allgemeine Vorschläge. deren Begreifen versagt.wieder in die längst vergessene Atmosphäre finden. Es fällt Ihnen vielleicht schwer zu wissen. wo Menschen. Es folgen einige der Prüfsteine. denen sie vermut­ lich begegnen werden. müssen sie sich selbst nähren. werden sie diese Ratschläge vermutlich variieren oder ihnen das für sie genau Passende hinzufügen wollen. Da Ihre Erfahrungen und Bedürfnisse einzigartig sind. oft auf unsere eigenen Kosten.

Wie sollte man sich nach der Erfahrung des Ich-Todes. von denen sie meinen. und haken sie dann alles ab. die Ihren Bedürfnissen gerecht wird. nicht fragen. Bitten sie Ihre höhere Quelle der Weisheit um Führung und Klarheit. In Ihren Erfahrungen haben sie sich vielleicht in Tiere. bei dem man seine alte Selbst-Definition verloren hat. Sie könnten übersinnliche Erlebnisse ge­ habt haben. daß Ihr Ich ausgelöscht wurde. Nach einem solchen inneren Ansturm ist es vollkommen natürlich. Sprechen sie mit Ihrem Therapeuten. Geben sie acht. haben sich mit einem Priester im alten Mexiko oder einem Soldaten im Ersten Weltkrieg identifiziert. sich selbst einige Grenzen zu setzen. und lassen sie sich am nächsten Tag Raum für das. um Einsicht und Ausrichtung zu gewinnen. und die beste Strategie ist die der Kooperation. wenn man ihn zuläßt. und gestalten sie Ihre äußere Welt möglichst unkompliziert. sich bei der Rückkehr in den Alltag der eigenen Grenzen unsicher zu sein. desorientierenden Zustände auf­ gehört. bei denen sie im Kosmos aufgegangen sind und sich selbst als Teil eines vernetzten Gewebes von Bewußtsein gefühlt haben. sind durch Raum und Zeit gereist. sich nicht mit Dingen zu überfrachten. Unterwegs könnten sie der Erfahrung unterworfen gewesen sein. sie s o l l t e n sie tun. Oder Einheitszustände erlebt haben. Nutzen sie auf sanfte Weise Ihre spiri­ tuelle Praxis. Dämonen oder andere Menschen verwandelt. die sie an dem Tag tun müssen. Ihr neues Selbst taucht automatisch auf. was sie nicht fertig bekommen haben. des Geschehenlassens. Gewisse Beschäftigungen wie intensive Meditations­ übungen oder schwierige Erfahrungs-Psychotherapie könnten in 308 .sich als Individuum definieren sollen. bei denen sie aus Ihrem Körper hinausgeflogen oder mit jemand anderem verschmolzen sind. während sie in Ihr neues Selbst hineinwachsen. was erledigt ist. Machen sie sich jeden Morgen eine kurze Liste der Dinge. und entwerfen sie gemeinsam eine therapeu­ tische Strategie. sie könnten es als wichtig empfinden. Und nun haben diese spontanen. was nun kommt? Wer sind sie jetzt? Wie bei vielen Elementen der spirituellen Krise geschieht auch hier der nächste Schritt gewöhnlich von allein. Gönnen sie sich Zeiten der Ruhe.

sie müssen vielleicht auch in Ihren Beziehungen Grenzen ziehen. Sie tauchen aus einem anstrengenden Aben­ teuer auf. sich reichlich Zeit zu nehmen. bevor sie stärkere innere Zustände erfahren. was Ihnen guttut: heiße. Sie waren einem breiten Spektrum ungewohnter Erfahrungen ausgesetzt. Sie fühlen sich vielleicht zerbrechlich. Gestalten sie Ihr Leben so einfach wie möglich. was sie von den Menschen in Ihrer Umgebung und aus verschiedenen Situationen brauchen. daß zuviel von außen kommt.diesem Stadium unpassend sein. ohne Rücksicht auf sich selbst für andere verfügbar zu sein. Setzen sie sich selbst Grenzen. Eine Frau meinte in diesem Stadium: »Ich hatte das Bild. und vermutlich fühlen sie sich körperlich erschöpft. wenn sie es gewohnt sind. besser definiertes Individuum zu werden. Machen sie sich keine Sorgen darüber. Wenn sie sich dann kraftvoller und sicherer fühlen. ein festeres.« Wir raten Ihnen wieder. die sich als zu anstrengend und komplex erweisen. Vielleicht helfen Ihnen auch unkomplizierte. Die Lebhaftigkeit Ihrer Erfahrung wird verblassen. Lernen sie. und widmen sie sich Beschäfti­ gungen und Beziehungen. aber weder die Erinnerung noch die Auswirkungen werden sie je verlassen. daß all meine winzigen Nervenendungen nach so viel innerer Aktivität ausgefranst waren und abschlafften. sich um sich selbst zu kümmern. verletzlich oder zau­ dernd und müssen sich eine Weile davor schützen. zu fühlen und auszudrücken. Gönnen sie sich das. Das kann sich. die Ihr zuweilen wackliges Selbstgefühl unterstützen. wie ein überladenes Stromkabel. als schwierig erweisen. Sie brauchen vielleicht Zeit. bei dem Ihr früheres Selbstbild und Ihre Weitsicht in Stücke gegangen sein können. kann die weitere Erforschung des Inneren sehr hilfreich und aufregend sein. daß sie durch die Rück­ kehr zu einer mehr Ich-zentrierten Psychologie die Einsicht ver­ lieren könnten. entspannende Bäder. beruhigen­ de Körperarbeit oder lange Spaziergänge. Ko­ 309 . erdende Tätigkeiten wie Gartenarbeit. daß sie mehr sind als Ihr körperliches Wesen. und geben sie vorübergehend alle Beschäftigungen auf.

Sie könnten Ihre Außenkontakte auf eine kleine Gruppe von unterstützenden Freunden und Angehörigen beschränken.chen oder Fensterputzen. So einfache Sachen wie eine andere Frisur oder etwas Neues zum Anziehen können Ihr neugefundenes Selbst ausdrücken und bestärken. den Straßen der Innenstadt. der gerade aus einer spirituellen Krise kommt und sich weit offen und empfänglich fühlt. sich mal eine Weile mit Ihrer äußeren Erscheinung zu beschäftigen. vollen Flughäfen oder einem anstrengenden Job auszusetzen. sich selbst im Umgang mit anderen Menschen und vor der Welt im allgemeinen schützen zu müssen. brauchen sie vielleicht mehr Schlaf als üblich. noch um ein Vielfaches gesteigert sein. wenn sie es brauchen. schlafen sie morgens aus und leisten sie sich untertags ein Nickerchen. Sexuelle Beziehungen verdienen an diesem Punkt besondere Sorg­ falt. Experimentieren sie beim Wie­ deraufbau Ihrer Kräfte mit verschiedenen gesunden Lebensmit­ teln. können sie jemanden suchen. Diese Empfindlichkeit kann bei jemandem. und wenn sie in einem helfenden Beruf tätig sind. wird die vorübergehenden Grenzen respektieren. Wenn sie Kinder haben. Viel­ leicht stecken sie voll neugefundener Liebe und Verbundenheit und wollen diese Ihrem Partner physisch mitteilen. Vielleicht finden sie frisches Obst und Gemüse besonders attraktiv. könnten sie es hilfreich und unterhaltsam finden. Während einer spirituellen Krise vergißt man leicht alles über die normalen Eßgewohnheiten. sich stimu­ lierenden Umgebungen wie großen. Vorübergehend könnten sie das Gefühl haben. Nachdem sie so ausschließlich mit Ihrer inneren Welt befaßt waren. Jeder. Vermeiden sie solche Situationen dann eine Weile. Wenn sie dann aber in die Intensität einer sexuellen Begegnung geraten. Die meisten Menschen sind in intimen Situationen ohnehin verletzlich. dem sie wirklich wichtig sind. Das gleiche gilt für fordernde Beziehungen. Da Ihr Körper sich von dem Streß erholen muß. der Ihnen bei der Betreuung hilft. Gehen sie früh ins Bett. weniger Klienten annehmen. lauten Festen. können 310 . die sie errichten müssen. so gut es eben geht. Es fällt Ihnen vielleicht schwer.

sie sich zerbrechlich und überwältigt Vorkommen. aber weniger stark. Der dramatische. oder daß Ihr Partner Nutzen aus Ihrer Zerbrechlichkeit zieht. Das geschieht sehr häufig. Dadurch geraten Sie möglicherweise unabsichtlich in eine Intimsituation. könnten sie Ihren Partner bitten. 311 . Visionen. die während dieser Zeit eine neue sexuelle Beziehung eingehen: Da sie oft sehr empfindsam und verletzlich sind. Manchmal fühlen sie eine scheinbar unangemessene Woge von Wut oder Angst . bevor sie sich einer so starken Interaktion mit einem anderen Menschen zuwenden. Vielleicht stellen sie fest. sie richten Ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Alltagswelt und sind sich zutiefst der Überbleibsel der Erfahrung bewußt. indem er sie zu ungesundem Verhal­ ten treibt oder in peinliche Situationen bringt. Wieder gilt. die mit der Zeit unangenehm oder sogar schädlich wird. Wenn sie sich weniger sexuell fühlen als üblich. daß sie sehr fordernd werden.den Emotionen in der Krise ähnlich. Knuddeln kann zu dieser Zeit sehr beruhigend und nährend sein. könnten sie von dem Menschen sehr abhängig werden und damit Ihre eigene Entwicklung und ihr eigenes Gefühl von Kraft ausbremsen. Dies ist auch nur ein Stadium. sie oft zu umarmen und festzuhalten. Einsichten oder anderen Erfahrungen. Sie haben vielleicht weiterhin kurzzeitige und vorübergehende Wellen von Emotionen. beanspruchende Teil des Transformationsprozesses ist vorüber. daß sie vielleicht erst ein stärkeres Gefühl für die eigenen Grenzen aufbauen müssen. daß Ihr Intimleben auf ein Ende zugeht. und wahrscheinlich werden Ihre sich entwickelnde Kraft und das neue Selbstgefühl im Laufe der Zeit die zukünftigen Interaktionen noch schöner machen. Wenn sie schon eine angenehme und vertrauensvolle Beziehung haben. die von Ihrer spirituellen Krise übriggeblieben sind. brauchen sie sich keine Gedanken darüber zu machen. könnten Ihre emo­ tionalen Bedürfnisse intensiver sein als sonst. Ein paar Worte der Vorsieht möchten wir an die richten. Wenn Ihnen bei­ spielsweise jemand in einem Moment der Bedürftigkeit körperli­ che Wärme und Nähe anbietet.

was sie Leuten sagen oder wie Sie reagieren sollen. daß sie etwas an Ihrer Ehe oder Ihrem Job auszu­ setzen haben. Erfahrungsthe­ rapie. ein spiritueller Lehrer oder eine Unterstützungsgruppe können Ihnen in einem solchen Fall den Weg weisen. Diese Wellen von Emotionen und Erfahrungen bedeuten nicht notwendigerweise. körperliche Bewegung und kreative Ausdrucksformen sind alles gute Mittel. um Ihrer Beziehungen wie um Ihrer eigenen Gesund­ heit willen. Eine profunde Einsicht kann sie in einem voll­ kommen unerwarteten Moment überraschen. Sie könnten zum Beispiel versucht sein. Hitzewellen oder ver­ schiedene Schmerzen können in milderer Form wiederkehren. nach diesen Überbleibseln auszuschauen. die wegge­ schwemmt werden. Meditationspraxis. Es sind vermutlich übriggebliebene Fragmente aus Ihrem transformativen Prozeß. von Ihrer alltägli­ chen Beschäftigung wegführen und Ihnen wieder Ihre Tiefen bewußt werden lassen. daß sie wieder dabei sind. in die Tiefen Ihres Unbewußten zu tauchen. Oder sie sehen vielleicht im Laufe des Tages irgend etwas. bis sie diese Frage befriedigend beantworten können. Wenn sie auftreten. mit diesen Restbeständen umzugehen. daß sie diese Emotionen nicht auf andere Leute projizieren oder Ihren Lebensumständen die Schuld an Ihren ungelösten inneren Erfah­ rungen geben. eine Welle übriggebliebener Wut auf Ihren schuldlosen Partner oder ahnungs­ lose Kollegen zu projizieren und Ihre Emotionen dadurch zu rechtfertigen. Sie sind sich vielleicht unsicher. und halten sie sie von Ihrem äußeren Leben getrennt. Die Erfahrungen treten sehr häufig vor dem 312 . Und es kann eine Weile dauern. wenn sie sich weiter heilen. Ein guter Therapeut. was denn eigentlich los war.Körperliche Empfindungen wie Zittern. Wenn sie aus Ihrer Krise herauskommen. die sich während Ihrer Krise als wirksam erwiesen haben. Achten sie darauf. fragen sie sich wahrscheinlich. können sie dafür dieselben Strategien verwenden. das sie an ein Stück Ihrer Erfahrung erinnert oder sogar eine kurze Vision auslöst. Lernen sie.

In D e r H e r o s i n t a u s e n d G e s t a l t e n beschreibt Joseph Campbell ganz wunderbar genau dieses Gefühl: 313 . die denselben Weg ge­ gangen sind. daß sie verkünden. der bereit ist zuzu­ hören.intellektuellen Verstehen auf. daß Ihre Weisheit anderen helfen könnte. daß sie aus Ihrer spirituellen Krise mit weiteren Einsichten oder kreativen Gaben aufgetaucht sind. daß die dramatische Phase der Entwicklung vorüber ist. Manche Freunde oder Angehörige sind so erleichtert darüber. nun könne alles »wieder normal werden«. Vielleicht meinen sie. Sie wissen nicht genau. anderen zu helfen. Wenn sie einer materialistischen Weitsicht anhängen. die Ihre Transformation beobachtet und Ihnen dabei geholfen haben. Und sie haben das Problem. Dazu kommt. Sie andererseits spüren. Sie könnten daher eine Weile das Gefühl haben. man betrachte Ihre merkwürdigen Erfahrungen kritisch und befürchte. Vielleicht machen sie sich sogar die Hoffnung. Im allgemeinen haben andere relativ wenig Ahnung von der Bedeutung Ihrer Erfahrung. etwas kommunizieren zu müssen. das sie vielleicht selbst noch gar nicht verstanden haben. wie sie sich benehmen sollen. und fühlen sich in Gegen­ wart anderer irgendwie verwirrt und unsicher. Oder sie sind sehr aufgeregt über Ihre neuen Einsichten und verspüren den Drang. nicht einmal zu wissen. Die wollen Ihnen vermutlich eigene Fragen stellen. sich verletzbar und Ihrer Grenzen unsicher fühlen. sie würden sich weiterhin so ungewöhnlich aufführen. können sie sich von dieser neuen Perspektive sogar bedroht fühlen. Sie dagegen haben das Gefühl. was vorgefallen ist. die dazu dienen können. Lehrern oder anderen Menschen. Und wahrscheinlich gibt es in Ihrem Umfeld neugierige Menschen. daß sie erst in Ihr neues Selbst hineinwachsen. Die logische Erklärung entwickelt sich oft erst allmählich durch die Auseinandersetzung mit Bü­ chern. sie jedem mitzuteilen. daß sie gerade eben erst eine lebenslange spirituelle Reise angetreten haben. wie sie mit sich selbst über das sprechen sollen.

die sich wirklich für Ihre Transformation interessieren. Arbeit­ geber. kann auf taube Ohren treffen. geht von Ihnen eine neue Erregung oder ein innerer Friede aus. und denen. die negativ reagieren könnten. strahlt Ihr Gesicht. Fachleute mit einem nur begrenzten Ver­ ständnis des Prozesses könnten sie mit pathologischen Etikettie­ rungen versehen und Ihnen Behandlungsweisen empfehlen. Wie den Menschen. über ihre Erfahrungen und Einsichten mit anderen zu sprechen. Oder sie könnten in einer Weise reagieren. »Was hast Du denn gemacht?« Statt sofort all Ihre tiefsten Erfahrungen zu enthüllen. Freunde und Familienmitglieder können sich von Ihren Berichten bedroht fühlen und sich zurückziehen oder aktiv dagegen ankämpfen. ob der andere Lust und Zeit hat. Das führt zu dem Ausruf.. sollten sie lieber fragen. Wenn jemand zwar mit einem schnellen Ja 314 . die versucht haben. Sie wollen oder können einfach nicht zuhören. Das Problem der Kommunikation ist einer der heikelsten Aspekte der Heimkehr. die wirklich interessiert sind.. die durch ihre eigenen Vorstellungen vom Leben beschränkt bleiben? S e h r v o r s i c h t i g . die Ihnen schadet. zwischen denen zu unterscheiden. Es gibt eine gute Art. Wir haben schon viel zu viele Leute kennengelernt.Wie aber kann man wieder das lehren. die Ihrer weiteren Entwicklung entgegenstehen. was tausend. die zu finden. werden die meisten vermutlich irgendeine äußerliche Verände­ rung an Ihnen wahrnehmen. die überhaupt nicht darauf vorbereitet waren.und abertausendmal richtig gelehrt und falsch gelernt wurde in all den Jahrtausenden der Gescheitheit der Menschen? Das eben ist die letzte. »Du siehst toll aus!« Und zu der Frage. die Botschaft der allzeugenden Leere übermitteln?40 Wie sollen sie denn Ihre neue Sichtweise mit Leuten erörtern.die nie einen Schimmer dieser Reiche erhascht haben und vermutlich ihrem eigenen Ver­ ständnis von sich und der Welt anhängen und es beschützen. die sich auf die Evidenz der Sinneswahr­ nehmungen versteifen. Diese einfache Frage trägt dazu bei. Vielleicht sehen Ihre Augen klar und leuchtend aus. Ohne daß sie viel sagen müßten. Kollegen. abschließende Aufgabe des Helden . darüber ausführlicher zu sprechen. Was auch immer sie solchen Leuten erzählen. solche Dinge zu hören .

Sie könnten zunächst eine Weile still bleiben wollen. daß es unmöglich ist. Sie werden vermutlich feststellen. etwas so Unfaßbares und Vorübergehendes wie eine überwältigende Todes-Erfahrung oder die Auflösung in den Kosmos in angemessenen Sätzen zu artikulieren. diesen Erfahrungen Ausdruck zu verleihen. sie im Laufe der Zeit zu ändern. Manche Schulen glauben. werden sie selbst besser begreifen. daß sie es eilig haben. Die spirituellen Disziplinen haben unterschiedliche Haltungen zu der Frage. sie in Worte zu fassen. Wenn Ihr Freund andererseits antwortet: »Oh ja.antwortet. ob man über die innere Reise sprechen sollte. Viele Zustände sind ohnehin unbeschreibbar. Wenn sie mit Menschen darüber sprechen. Außerdem lernen sie. daß Ihre Gesprächspartner wirklich dafür empfänglich sind. und solche Diskussionen führten zu unerwünschten Eigenschaften wie Stolz und Selbstzufriedenheit. lenke von der Kraft der Erfahrung ab. Aber selbst dann sollten sie lernen. Ihrem Zuhörer nur so viele Details und Einsichten zu geben. daß er wahrscheinlich nur oberflächliches Interesse hat. Genauso könnte es sein. Stellen sie sicher. wissen sie. Ihre Erfahrungen zu erörtern. Ihre neuen Einsichten und Lehren auf die Welt des Alltags anzuwenden. und selbst den sprachgewaltigsten Mystikern fällt es schwer. was Ihnen gesche­ hen ist. darüber zu sprechen. In Frage kommt jemand. die inneren Zustände ins tägliche Leben zu integrieren. um sie so noch besser zu verstehen. da dies eine Möglich­ keit sei. der auch einen solchen Prozeß durchlaufen hat. Sie können dann in späteren Gesprächen immer noch mehr enthüllen. aber dann gleich auf ein anderes Thema kommt. daß er es ernst meint. sie werden Ihre eigene Strategie wählen und sich die Entschei­ dung Vorbehalten müssen. Andere Traditionen sprechen sich dagegen für den Versuch aus. dann gibt es eine gute Chance. die etwas davon verstehen. Wann können wir uns zusammensetzen? Ich möchte alles darüber wissen«. bevor sie mit anderen über Ihre Reise sprechen. 315 . Ihre Geschichte sehr einfühlsam zu erzählen. wie er auch sucht. ein informierter The­ rapeut oder spiritueller Lehrer oder eine Unterstützungsgruppe.

machen sie nie den Fehler. Sonst entwickeln sie womöglich ein Gefühl von spirituellem Stolz und Großartigkeit. daß wir meinen. Schrei­ ben. die in den spirituellen Traditionen wohlbekannt sind. Sie verurteilen vielleicht Ihr Verhalten während der spiritu­ ellen Krise. Ihre Erfahrungen durch Malerei. die für sie wichtig sind. die wir an uns selbst sehen. Das gilt besonders für Menschen. Antworten. wenn sie merken. Manche von uns sind so enthusiastisch über die Veränderungen. können für jemand anderen vollkommen unangemessen sein. die eine extreme Form der spirituellen Krise mit lebhaften Erfahrungen. Demut ist eine der wichtigsten Eigenschaften von wahrhaft spiri­ tuell entwickelten Menschen. und die Streckenführungen können ganz unterschiedlich sein. heißt Ihre Erfahrung nicht. daß sie etwas Besonderes oder anderen überlegen sind. Wir alle ver­ dienen Respekt für das. Was auch immer sie tun. Wir könnten sogar so weit gehen. aber potentiell schädlichen Ablenkungen. andere kon­ vertieren zu wollen. diesen sehr verführerischen. die sie gar nicht hören wollen. daß diese Erfahrung eigentlich jedem zugänglich ist. Das wird zu Unbehagen und zwischen­ menschlichen Problemen führen. der Welt Ihre Botschaft zu vermitteln. Tanzen oder Singen auszudrücken. Auch wenn es sich zunächst so anfühlen mag. wer und wo wir an jedem beliebigen Punkt sind. d i e Antworten und eine besondere Mission zu haben. dramatischen Bewe­ 316 . sollten sie daran denken. daß sie glauben. Gedichte. Seien sie vorsiehtig. Wir alle befinden uns in unter­ schiedlichen Stadien unserer eigenen Entwicklung. Leute mit Ihren Einsichten zu konfrontieren. Jeder von uns muß seine eigene Reise machen. Insgesamt gibt es in unserer Kultur mehr Toleranz für künstlerisch zum Ausdruck gebrachte Einsichten als für direkte verbale Übermittlung.sie könnten versuchen. Wenn sie eine Enthüllung der transzendentalen Reiche oder Einsichten in das kosmische Wirken erlebt haben. schämen sich oder fühlen sich deshalb schuldig. Die Metaphern dieser kreativen Formen sind der symbolischen Sprache Ihrer inneren Welt ähnlich. wir sollten alle daran teilhaben lassen.

317 . Immer wieder versuchen Menschen in diesem Stadium. wollen wieder für sich selbst und die sie umgebende Kultur annehmbar sein. daß sie sie wegerklären: »Ich stand mächtig unter Streß und war einfach nicht ich selbst. daß sie verrückt waren. Während einer starken Erfahrung war Ihre logische Welt vermutlich den irratio­ nalen Reichen Ihres Unbewußten untergeordnet.« Wenn sie noch nicht verstanden haben. ihre Auswirkungen dadurch zu mindern. die für sie extrem wichtig waren. die im Rahmen Ihrer Entwicklung zum damaligen Zeitpunkt anscheinend vollkommen passend waren. Oder sie bemühen sich. Ihr Verstand übernimmt und versucht. die Bandbreite und die Bedeutung ihrer Erfahrung zu leugnen. fragen sie sich plötzlich: »Oh je. Vielleicht ver­ suchen sie sich sogar Erfahrungen und Sichtweisen auszureden. Sie haben da­ mals vermutlich Dinge gesagt und getan. Sie haben so sehr die Kontrolle verloren. Wenn sie aber nun zu Ihrer rationalen Existenz zurückkehren. verblaßt die Lebhaftigkeit des Ganzen nun zu Erinnerun­ gen. Sie sind von der Erfahrung so erschüttert. Sie klammem sich an Ihr Konzept von Normalität. Ihr ungewöhnliches und scheinbar unlogisches Verhalten zu rechtfertigen. Und wenn sie dann aus der Krise herauskommen. Da die Spannung und das brennende Engagement nachgelassen haben.gungen und emotionalem Ausdruck erlebt haben. Das rationale Denken ist im Laufe eines trans­ formativen Prozesses unser schlimmster Feind. und sie stört die weitere Heilung. daß sie verzweifelt zum »normalen« Leben zurückkehren wollen. was habe ich getan? Wer war dabei? Und was haben die sich gedacht?« Diese Art von Einstellung ist weit verbreitet. was mit Ihnen geschehen ist. Vielleicht erin­ nern sie sich nicht an alles. und sich isoliert fühlen. Sie fühlen sich schuldig und werden selbst zu Ihrem strengsten Richter. könnten sie sich sogar selbst davon zu überzeugen versuchen. scheint eben dieses Verhalten unangemessen und sogar unannehmbar zu sein. daß sie wieder eine sorgfältig überwachte Existenz anstreben. was sie gesagt oder getan haben.

seine Denksporttätigkeit zu beobachten. ohne sich davon beeinflussen zu lassen. emotionale Musik der charismatischen Kirchen. Vor Ihnen liegen noch viele aufregende Schritte. da ist eine extra Portion Schuld und Selbstverurteilung das Letzte. elementare spirituelle Kraft. Und sie können sie weiterhin für das in Ehren halten. Lernen sie etwas über Transfor­ mationsrituale in anderen Kulturen. ein spiritueller Lehrer oder die Gruppe und Reisege­ nossen können Ihnen helfen. wie Ihre Weitsicht aufgebaut 318 . Es fällt Ihnen vielleicht schwer. Sie werden feststellen. daß viele transfonnativen Ereig­ nisse dramatisch verlaufen. die bei einer welterschütternden Erfahrung des Erwachens aktiv ist. Sie waren voll explosiver Herausforderungen. Das ist eine weitere recht häufige Herausforderung. Denken sie daran. leidenschaftlich und kraft­ voll. an dem eine gute Gemeinschaft von verständnisvollen Leuten sie unterstützen kann. Wenn sie erst einmal akzeptiert haben. was gewesen ist. Ein wissender Therapeut. die die meisten sozialen Interaktionen glättet. Aber gehen sie weiter. Verweilen sie nicht ewig bei dem. die profunde Natur Ihrer lebensverändernden Erfahrung zu erkennen und zu achten.Das ist ein weiterer Punkt. Hören sie die evokative. was sie in Ihrem Leben bewirkt haben. Seien sie nicht so hart mit sich selbst. daß Ihre Erfahrungen ein notwendiger Teil Ihrer spirituellen Entwicklung waren. Informieren sie sich weiter über die Dynamik von spirituellen Krisen. Diese andächtigen Auffüh­ rungen sind fast alle ausdrucksstark. um Ihren Verstand zur Ruhe zu bringen und Ihre Fähigkeit zu ent­ wickeln. Nutzen sie eine Meditationsart. und haben nichts von der höflichen. Ihnen widerfährt soviel anderes. werden sie ihrem gewalttätigen Eindringen in Ihr Leben dankbar gegen­ überstehen. Lesen sie die Beschreibungen der spirituellen Erfahrungen der Heiligen und Propheten und über die vierzig Tage Christi in der Wüste. was sie brauchen. kontrollierten Politur. Ihre Erfahrung intellektuell und philosophisch zu verarbeiten oder mit Ihrer alten Weltsicht in Einklang zu bringen. Sie zeigen die riesige.

daß Ihr Leben bei der Geburt begann und mit dem Tod enden wird. hieß damals. Stellen sie sich. Wie kann man auch nur anfangen. daß das Leben mehr ist. über die Möglichkeit von Reinkarnation nachzudenken. daß Ihr Potential unbegrenzt zu sein scheint.war. bevor Ihre Transformation begann. Nach vielen hellseherischen Träumen und intuitiven Wahrnehmungen erkennen sie. Sie haben verschiedene Außer-KörperErfahrungen und lernen. und Ihre wichtigsten mystischen Visionen würden sich im Rahmen der arabischen Sufi-Tradition abspielen. daß sie mehr sind als ein physisches Wesen. daß sie Ihre vertraute Identität sowie die darauf beruhenden Beziehungen aufgeben müssen? Diese Art von Fragen beantworten sich bei vielen Menschen 319 . schmecken. Ihre Wahrnehmung hing mit dem zusammen. Oder sie seien überzeugter Katholik und Ihre signifikanten transformativen Zustände hinduistisch. Oder sie seien ein Buddhist mit lebhaften christlichen Erfahrungen. was sie sehen. daß sie über mehr verfügen als nur Ihre fünf Sinne. widmen sie sich dem Bemühen um ein wahrhaft spirituelles Leben. Liebe beruhte auf Sex und sicherheit. berühren. Ihren Verstand und Ihre mechanischen Fertigkeiten zu entwickeln und in der Welt voranzukommen. Vielleicht haben sie geglaubt. sind plötzlich voll schöpferischer Ideen und neuer Einsichten und stellen fest. vor. Sie besuchen neue Reiche in sich selbst. Vielleicht werden sie in einer lebhaften Szene aus dem alten Japan zu einem Samurai-Krieger und beginnen. sie seien jüdisch. und sie erkennen. Und wenn sie das alles gesehen haben. über diese radikalen Abwen­ dungen von der alten Weitsicht nachzudenken? Machen sie Sinn? Wie können sie sie für sich selbst in ein Konzept bringen? Heißt das. Während Ihrer spirituellen Krise erleben sie dann Ihre Geburt wieder und stellen sich dem Tod. hören und riechen konnten. als würde das allein nicht schon reichen. als sie dachten. Ihr Potential zu erweitern. Und Ihre Sehnsüchte hatten mit materiel­ lem Erfolg zu tun. Sie seien nichts anderes als Ihr Körper. Sie erfahren das mystische Einssein der gesamten Schöpfung und entdecken eine neue Bedeutung von Liebe.

etwa ein Schwan oder ein Kreis auftau­ chen. die Ihre alte Weitsicht reprä­ sentieren. ihre neue Richtung einzuschlagen und dabei in der alten Umgebung zu bleiben. das sich bei Ihnen entwickelt. daß sie automatisch gezwungen wären. Lesen sie Bücher und sprechen sie mit anderen Menschen. kann Ihnen weitere Hinweise auf Ihre eigene innere Richtung liefern. die sich in einer anderen Kultur abspielten. daß sie sofort alles akzeptieren müßten. Eine hilfreiche Art. Manchen Menschen fällt es leicht. die ein ähnliches Verständnis haben wie das. Es könnte jedoch geschehen. welchen Sinn sie in Ihrem Leben haben. die Praktiken aus der Tradition anbietet. können sie deren interkultureller Bedeutung nachgehen. anderen nicht. Das könnte . Falls immer wieder ein bestimmtes Symbol. die sie nicht gern aufgeben wollen. Sie stel­ len einfach eine neue Art von Verbindung zu ihnen her. Sie haben um ihre alten Seinsweisen herum einen ganzen Lebensstil und ein Wertesystem aufgebaut. Sie wollen in 320 . Wenn sie Erfahrungen hatten. daß sie sich vorübergehend oder auf Dauer von Freunden oder Organisationen lösen müßten. ob sich dort eine Resonanz zu Ihrem neuen Bewußtsein findet. Ihre alten Lebensweisen aufzugeben. Auch wenn sich innerlich viel verändert hat. fühlen sie sich annehmend und vollständig und haben kein großes Bedürfnis zu fragen. was dort gelehrt wird. der sie innerlich begegnet sind. Umgeben sie sich mit Menschen.oder Meditationsgruppe an. Andere Menschen ringen mit diesen Fragen. Wenn sie wieder aus ihrer Erfahrung auftauchen. Aber einfach dort zu sein. was los war.muß es aber nicht heißen. diese neuen Einsichten zu verdauen. Die Erfahrung macht oft »aus dem Bauch raus« Sinn und spricht für sich. ist Weiterbildung. daß sie Ihre Lebensumstände für unvereinbar mit Ihren neuen siehtweisen und Werten halten. können sie immer noch dieselben Aktivitäten und Beziehungen aufrechterhalten. können sie sich besonders deren Geschichte.automatisch. Eine spirituelle Krise zu haben heißt nicht. Kunst und Literatur anschauen und herausfinden. Das heißt nicht. Vielleicht finden sie dabei Hinweise darauf. Schließen sie sich einer Gebets.

umfassenden. Manche Leute entscheiden sich jedoch dafür. 321 . der sie dabeigehalten hat. Glaubenssätze. die mit einem anderen Glauben zusammenhingen. In ihren mystischen Zuständen hatte sie den Wert eines Lebens kennengelernt. vereinenden Sichtweise beruhte. Andere entfernen sich nur vorübergehend von ihrer eigenen Tra­ dition und kehren später mit einer neuen Einstellung zu ihr zurück. Sie erkannte. ökumenische Haltung. ein sehr schwie­ riges Dilemma sein. die sie bisher noch nie so erlebt haben. Vielleicht sehen sie jeden Glauben als einen anderen Pfad zu demselben Ziel und entwickeln eine universale. Sie haben viellei Frage zu stellen und zu überlegen. Aber die Sehnsucht nach ihrer eigenen Tradition blieb. Sie wechseln vielleicht zu einer anderen Tradition und finden dort eine tiefe Resonanz. Als Ihre Transformation begann. Das gleiche gilt für religiöse Traditionen. wie sie sich im Chassidismus und der Kabbalah finden. Sie verbrachte einige Jahre mit einem ostindischen Lehrer. die für ihre Entwicklung wertvoll waren. was sie werden. die sich mehr mit dem decken. und sie kehrte schließlich zur jüdischen Religion zurück. eine Art planetarer Spiritualität. besonders wenn die Menschen um sie herum Ihnen Druck machen zu bleiben. die verstehen. Das kann. Viele entwickeln Interesse an den mystischen Dimensionen aller Religionen und erkennen. erlebte ihr Erwachen in einem hinduisti­ schen Kontext. müssen sie nicht unbedingt wegwerfen. Sie sind vielleicht in einer gläubigen Familie oder Gemeinschaft aufgewachsen. das auf ihrer neuen.Umgebungen sein. die Ihnen wichtig gewesen sind. die in einem orthodoxen jüdischen Haus­ halt aufgewachsen war. wo sie waren. Eine Freundin von uns. ob sie das jetzt aufgeben müssen. Dabei erwarb sie Wissen und lernte Praktiken. Und sie müssen mit Menschen Zusammensein. daß ihre Probleme mit ihrer eigenen Tradition mit dem dogmatischen und ausschließen­ den Ansatz ihrer Familie zu tun hatten. Diesmal aber wandte sie sich deren mystischen Seiten zu. hatten sie plötzlich bedeutsame Erfahrungen. daß es der mystische Kern ihrer eigenen Religion war.

Nun kommen wir zu einigen der angenehmsten Herausforderun­ gen. Ein funkelndes Fenster in einem Hochhaus erregt Ihre Aufmerksamkeit. Sie verbringen einen ruhigen Moment mit Ihrem Kind und fühlen sich darin von Gnade überflutet. die sie über die rauheren Wegstrecken geleitet hat. Dankbarkeit und Staunen. Ehrfurcht. und sie fühlen sich entspannter und ausgeglichener. Oder sie waren voll Demut angesichts eines profunden inneren Strahlens. Das hat dazu geführt. Vielleicht haben sie sich einige Ihrer elementarsten Aspekte angeschaut. Sie hören beein­ druckende Choralmusik und werden von Gefühlen der Ehrfurcht und Verehrung für die unermeßlichen Dimensionen des kreativen Geistes bewegt. Demut. In Ihrem Inneren ist ein neuer. Bei einem Waldspaziergang bemerken sie ein Nest mit Jungvögeln und spüren eine starke Woge der Verbundenheit mit der schöpferischen Kraft des Universums. positiver Platz geschaffen worden.Sie spüren vielleicht nacheinander starke Wellen von Erleich­ terung. Bei der Rückkehr von Ihrer Reise können sie voller Staunen über die Unermeßlichkeit Ihrer Erfahrung und die neuen entdeckten Reichtümer Ihres täglichen Lebens sein. Sie sind nicht nur dankbar dafür. und sie machen noch einmal die Erfahrung völliger Klarheit. daß sie viele der Schwierigkeiten hinter sich haben. Ganz gewöhnliche Momente wecken ganz außergewöhnliche Ge­ fühle. und sie nun eine neue Bescheidenheit spüren. Ebensogut wie die Wogen übriggebliebener Emotionen wie Wut oder Angst können sie Wellen von positiven Emotionen oder Erfahrungen zu spüren beginnen. daß Ihr falscher Stolz nachgelassen hat. wie Ihre Angst vor dem Tod oder Ihre destruktiven Impulse. Gnade. 322 . sondern auch dafür. kann Ihr ganzes Sein in Erleichterung sin­ ken. Der Druck der intensiven inneren Zustände ist weg. Wenn viele der aufrüttelnden Zustände verblassen. sie spüren vielleicht Ehrfurcht vor dem Ausmaß und der Qualität Ihrer Erfahrungen und fühlen sich von einer größeren Macht gesegnet. daß sie für neue Dimen­ sionen und Potentiale in Ihrem Innern erwacht sind. Viele Barrieren zwischen Ihnen und dem Rest der Menschheit sind entfernt worden.

Selbsterfahrungstherapie wird Ihnen helfen. die alten restriktiven Programmierungen (»Ich habe es nicht verdient. anzunehmen. Viele von uns sind es so gewohnt. die diese Gefühle stimu­ lieren: Hören sie beispielsweise erhebende Musik. Plötzlich einen recht beständigen Fluß von positiven Emotionen zu spüren. Meist reagieren wir darauf so. friedvoll und erfüllt zu sein. »Ich bin zu glücklich. weil sie uns eben vertraut sind. wie sie mit dieser neuen Kraftquelle umgehen sollen. glücklich. mich gut zu fühlen«. Sie finden es vielleicht schwierig. die ungewohnten positiven Erfahrungen. ich arbeite nicht hart genug«) zu entdecken und auszuschalten. Sie werden feststellen. Gehen sie in der freien Natur spazieren. Sie können lernen. was wir tun sollen. uns unzureichend zu fühlen und unsere Ängste und Phantasien zu bekämpfen. Wenn sie soweit sind. daß wir wenig anderes kennen. Lassen sie sich Zeit für Reflexion und schöpferische Beschäftigungen wie Malen oder Schreiben. aber sie gehen meist vorbei. Wir könnten uns sogar Beschäftigungen wie militante politische Anliegen oder schwierige Beziehungen suchen . daß wir an den noch bestehenden Schmerzen und Problemen festhalten. wenn wir uns besser zu fühlen beginnen. sie zu entwickeln und auszudehnen. Zweifel zu beseitigen und die Wurzeln Ihres Zögerns auszumachen.Die von ihm ausstrahlenden Zustände sind zwar nährend und heilend. und ich lebe. mit ihnen zu arbeiten. daß wir gar nicht wissen. daß das Wegräumen dieser alten Gefühle Ihre neue Kraftquelle zuneh­ mend stärker werden läßt. und daß das für jeden ein ganz natürliches Ziel 323 . und sie wissen vielleicht nicht. uns abzumü­ hen. oder arbeiten sie im Garten. daß sie es doch verdienen. »Leben ist Leiden. Wir haben so viel Zeit damit verbracht. wird weitere innere Exploration dazu beitragen. um so unser fortdauerndes Ringen und unser Unglücklichsein zu sichern.und sie auch finden -. Setzen sie sich Situationen und Aktivitäten aus. Dieses lebenslange Muster ist oft nur schwer zu durchbrechen. die in Ihr Leben kommen. kann ein ziemlicher Schock sein. sie werden lernen. um zu leiden«.

« 324 . Folglich sind die emotionalen Höhen und Tiefen nicht mehr so extrem. daß ich nicht erleuchtet bin. Ein Bekann­ ter in diesem Stadium sagte: »Ich weiß. nun end­ lich das Glück gefunden zu haben. aber immer ist dann irgend etwas passiert. Aber durch Ihren neuen inneren Frieden und Ihre Klarheit hat sich Ihre Sichtweise dieser Nahtstellen verändert. als ob der Damm gebrochen wäre und das dahinterliegende Meer hineinströmen würde. aber das hielt nie lange an und war von Ihren Problemen überschattet. Das bedeutet nicht.ist. aber es ist jetzt sehr viel mehr Licht in meinem Leben. daß sie auf ganz leisen Sohlen durch den Tag geschritten sind und auf die abrupte Umkehr gewartet haben. Sie waren nun über Monate und Jahre extreme emotionale Höhen und Tiefen gewohnt.und Talfahrt sei bei allen üblich. An dieses Muster haben sie sich so gewöhnt. die nicht eingetreten ist. Es ist. Sie werden weiterhin als Teil des Lebens auf alle möglichen Herausforderungen treffen. nun sind sie Hürden auf meinem spirituellen Pfad. Dann vergeht etwas Zeit. wenn erst einmal ausreichend viele Barrie­ ren zu ihrem positiven Potential entfernt worden sind. und Ihre Welt schien wieder auseinanderzufallen.« Sie sind Ihren Emotionen nicht mehr ausgeliefert. und sie erkennen. Sie haben gelegentlich einen Blick auf Heiterkeit und Weite erhascht. daß Ihnen der Boden unter Ihrem neugefundenen Zustand wegbricht. und ich bin durchs Leben gestolpert. Sie waren mehrfach überzeugt. daß die positiven Veränderungen in Ihrem Leben nicht verschwinden werden. Bei den meisten Menschen ist es so. Mit der Zeit werden sie diesen neuen Kern in sich akzeptieren und in Ihrem täglichen Leben nutzen. Bald nach Ihrer spirituellen Krise könnten sie zu bemerken beginnen. Sie ertappen sich vielleicht bei der Erwartung. daß sie davon ausgingen. daß diese starke und vitale Quelle nicht versiegt. diese unzuverlässige Berg. daß Ihr Dasein nun immerzu glatt und glück­ lich sein wird. und Ihre Reaktionen darauf sind sanfter und ausgewogener. Jemand hat uns das so beschrieben: »Früher waren Probleme Hindernisse.

Viele Menschen. diesen Beschäftigungen nachzugehen. Sie müssen sich aus­ reichend Zeit lassen. bei der es sich vermutlich um eine der wichtigsten Phasen in Ihrem Leben handelt. zu beobachten und sich an Ihren neuen Gaben zu erfreuen. bevor sie sich in die nächsten Anstren­ gungen stürzen. Sie haben vielleicht das Gefühl. und gewähren Sie sich eine Zeit der Ruhe und Erholung. sie sich aber erst mal eine Weile auf aufbauende Beschäftigungen konzentrieren müssen. Aber werden sie sich bewußt. sie als Teil Ihres erneu­ erten Selbst zu akzeptieren und Wege finden. Aber sie haben so lange so viel getan. reich­ lich Zeit. über sie nachzudenken und sich wieder aufzuladen. Angst und Ablehnung. ist weitere therapeutische Arbeit an diesem Punkt nicht unbedingt zu empfehlen. daß sie einfach erschöpft sind. was Ihnen guttut. daß es zwar noch mehr Arbeit zu tun gibt. entwickeln die Einsicht. es warte noch ein riesiger innerer Bereich darauf. Ihrem Partner oder Freunden beschäftigen. Bewahren sie das Wissen. und reservieren sie sich jeden Tag Zeit. um noch klarer zu werden. Vielleicht müssen sie sich mit einem ungesunden Muster in der Beziehung zu Ihren Eltern. Finden sie heraus. die noch der Heilung bedürfen. Vielleicht 325 . die sich auf eine Reise der Selbsterforschung begeben. Sie wissen. erforscht zu werden. Vielleicht erwartet sie der in den my­ stischen Texten beschriebene Zustand der endgültigen Befreiung. daß es vorher viel zu tun gibt. daß sie irgendwann weitermachen müssen. wie bei anderen Aspekten der Heimkehr. Da gibt es Überbleibsel von Gefühlen wie Wut.Lassen sie sich. Nach Ihrer spirituellen Krise könnten sie meinen. Sie haben gerade eine wesentliche transformative Erfahrung hinter sich. daß sie noch mehr an sich arbeiten müssen. Wenn Ihre Emotionen und Erfahrungen Ihren Alltag nicht allzusehr beeinträchtigen. sie in der Welt einzusetzen. die Lehren aus Ihren Erfahrungen aufzusau­ gen. Unsere fortgesetzte spirituelle Reise wird uns zu immer tieferen und weiteren Aspekten von uns selbst und dem uns umge­ benden Geheimnis führen. daß unsere inneren Dimensionen zahlreich und endlos sind. Allmählich werden sie lernen.

werden sie es als hilfreich empfinden. Schaffen sie sich einen Lebensstil. daß sie Ihrer Kleidung besondere Aufmerksamkeit widmen und einige Lieblingsstücke finden wollen. das ihm wichtig ist. Eine ruhige Meditation oder ein langer Lauf in den frühen Morgenstunden könnten die gleiche Wirkung haben. Vielleicht spüren sie die Neigung. wenn sie jemanden brauchen. Vermutlich werden sie selbst wis­ sen. verblassen Ihre eigenen Sorgen oft von ganz allein. jeder möglichen Tendenz entgegenzuwirken. als Ihren Kindern wirklich zuzuhören. Was auch immer es sein möge. Das könnte auch beinhalten. in denen sie sich innerlich und äußerlich wohlfühlen. Zeit für Reflexion und wohltuende Beschäftigungen gehören. zu dem Einfachheit. die besagt. Das Dienen ist jedenfalls in jeder Form dem Gebenden ebenso zuträglich wie dem Nehmenden. anderen zu helfen. zu lange bei den eigenen täglichen Problemen und Frustrationen zu verweilen. Es ist eine wunderbare Weise. wenn das angemessen ist. weiterhin einige der von uns vorgeschlagenen Strategien zu verfolgen. Schließen sie Leute in Ihr Leben ein. Dienst an anderen muß nicht mehr heißen. bei dem sie die heilenden Eigenschaften des Wassers auskosten. für andere zur Verfügung zu stehen. mit der aktiveren Arbeit an sich selbst weiterzumachen. wie sie brauchen. daß man erst das 326 . die gerade eine Krise erleben. Machen sie in Ihrer spirituellen Praxis und/oder irgendeiner Form von transpersonaler Therapie weiter. Und nutzen sie Ihre Erfahrung dazu. oder Ihrem Partner bei etwas zu helfen. Vorträge über die Lektionen zu halten. nehmen sie sich so viel Zeit. Es kann sein.gehen sie schwimmen oder gönnen sich ein luxuriöses Bad. mit dem sie reden können. wann sie wieder bereit sind. die sie gelernt haben. Wenn sie nun immer mehr am Alltagsleben teilnehmen. Wenn sie sich eine Weile völlig auf jemand anderen konzentrie­ ren. um den Heilungsprozeß fortzusetzen. die Ihre Weitsicht und Werte teilen. Halten sie sich an die Volksweisheit. oder einen Artikel darüber zu schreiben. oder sich zur Mitarbeit bei einer helfenden Organisation wie dem Spiritual Emergence-Netzwerk zu melden.

wirklich besitze. Schenken sie Ihre neue Weisheit und die Vorteile Ihrer Heilung weiter. je weiter sie gehen.41 Im Laufe der spirituellen Entwicklung werden viele der Schleier entfernt. wer man wirklich ist. Je mehr sie wissen. sie seien »angekommen«. die verdecken. Die Belohnungen des neuen Selbst In Lalleshwari: Spiritual Poems by a Great Siddha Yogini finden sich folgende Zeilen: Wenn deine Unreinheiten durch Leiden ausgebrannt sind. und Ihr Leben wird an Bedeutung gewinnen. Viele Leute. reiner als die vollkommenste aller Perlen. Mit der Auflösung oder Auslöschung dieser Blockaden brechen neue Dimensionen von einem selbst durch und werden stärker. daß Selbster­ forschung und Transformation ein fortlaufender Prozeß ist. freuen sie sich über den Tanz des Lebens. und erkennen. Man kann eine positive persönliche Essenz zu spüren beginnen. Sie sehen. die dieses Stadium erreichen. desto mehr gibt es zu wissen. Wenn sie sich erst einmal wiedergeboren fühlen. daß es viel mehr Gelegenheiten für Tod und Wiedergeburt gibt. was man weggeben könne. daß sie sich schon wieder bewegen. Aber statt von dieser Einsicht entmutigt zu sein. ver­ fügbarer und im Leben des Menschen vorrangiger. daß es um so mehr zu tun gibt. merken sie. psychischen und physischen Erlebnisse verdeckt war. über seine Geheimnisse und Herausforderungen und 327 . denken vorüberge­ hend. Durch weitere Entwicklung und Pflege wird der essentielle spirituelle Kern zunehmend mächtiger. Aber oft stellen sie schnell fest. die durch die im Inneren aufgestauten emotionalen. wirst du strahlender werden als ein Spiegel in der Sonne.

Sie wissen jetzt. was sie haben. mußten dauernd ihren Wert 328 . Manche Leute genießen dramati­ sche Auflösungen und plötzlichen Zugang zu einigen dieser Belohnungen. Früher haben sie vielleicht viel Zeit damit zugebracht.oder zielorientiert. positive Elemente in ihrer All­ tagswelt. Behalten sie das im Hinterkopf. Durch ihre inneren Kämpfe haben sie eine neue Gelassenheit.ihre eigene Rolle als Teilnehmer. Nachdem sie während ihrer Krisen auf verschiedene schwierige Gebiete in sich selbst gestoßen sind. entspannter und mehr mit dem zufrieden. waren Wettbewerbs. und entwickeln sich mit fortgesetzter Selbsterforschung langsam wei­ ter. daß es diese Versprechungen gibt. tauchen diese Menschen häufig mit einer tieferen Wertschätzung des Lebens im allgemeinen wieder auf. und sie können in ihm Aspekte erkennen und genießen. die einen auf der anderen Seite der persönlichen Transformation erwarten. kehren diese harmonischen Gefühle und Einstellungen gewöhn­ lich wieder. Kraft und ein Gefühl von Meisterschaft erworben. Viele Leute entdecken neue. Viele Menschen können nach einer transformativen Krise zen­ trierter im gegenwärtigen Augenblick sein. wird das Leben im Vergleich oft wertvoller. viele andere erhalten nur einen Vorgeschmack davon. die sie vorher übersehen hatten. Sie sind ruhiger. Sie entwickeln das Gefühl. An einem gewissen Punkt werden sie konstant und verfügbar. Sie haben sich getrieben gefühlt. Die Lebensumstände jedes Menschen sind anders. Obwohl wir während mancher Zeiten eine bessere Verbindung zu ihnen haben als zu anderen. und jeder spirituelle Pfad ist einzigartig. das wir in der spirituellen Praxis beständig anstreben. daß der Prozeß des Lebens etwas ist. dem man sich nicht widersetzen muß. Viele entdecken diese Elemente als ein Ziel. in der Vergangenheit zu leben oder sich mit der Zukunft zu befassen. die sie nun auf den weiteren Abenteuern des Lebens begleiten. und lassen sie uns nun die Möglichkeiten betrachten. dem man vertrauen kann. den man nicht bekämpfen. Sie haben sich oft sehr ernst genommen. Wenn sie den Tod genau betrachtet haben.

Nun verspüren sie nicht mehr so stark den Impuls. da sie sich mit sich selbst wohler fühlen. Sie machen sich weniger Sorgen darum. Sie können andere besser akzeptieren und deren positive Eigenschaften an­ sprechen. Heiterkeit und friedvolle Bestrebungen im Leben zu kultivieren. als ob ihre Sinne geschärft wären und sie Details besser würdigen könnten. und dadurch ist ihre besessene Zielorientierung verschwunden. Sie könnten feststellen. Man kann ein neues Interesse daran entwickeln. was ihnen zur Verfügung steht. unkomplizierten Aspekten ihres Lebens hingezogen. es gäbe immer noch mehr zu tun. Jemand. Nun schätzt er die ruhige Zeit der Meditation. da ihre eigenen inneren Bedürfnisse befrie­ digter sind. der früher bei Aufregung und Dramatik aufblühte. Reflexion oder Kreativität. die er früher vielleicht verspürt hat. zu einer Gelegenheit. Die Welt scheint 329 . entdeckt jetzt. Viele Leute können den Kontakt mit anderen nun besser genie­ ßen. Vielleicht spüren sie auch. wie er den kultivieren und steigern kann. sind viele nun mit dem glückli­ cher. Diese allein verbrachte Zeit kann zu einem notwendigen und wichtigen Element werden.beweisen oder vorankommen. Von ihren zügellosen Energien und störenden Emotionen befreit. Sie sind frei geworden. Verbindung zu sich selbst und den eigenen positiven Eigenschaften aufzunehmen. wie sie sich präsentieren sollen oder ob sie erfolgreich sein werden. Statt dessen operieren sie oft aus einem grundlegenden Gefühl der Zufriedenheit und einem positiven Selbstbild heraus. daß ihre Wahrnehmung gereinigt wurde. Er kann das Alleinsein besser genie­ ßen und zugleich andere menschliche Wesen besser würdigen. blie­ ben sie meist unzufrieden und meinten. Die Zeit allein hat eine andere Qualität als die schmerzhafte Isolation und Einsamkeit. daß sie ihre Umgebung klarer erfahren können. Wenn sie erfolgreich waren. ob andere sie billigen werden. und schaut. und sie eine größere sinnliche Empfänglichkeit für die Welt um sich herum haben. und fühlen sich zu den einfachen. wie sich richtiger innerer Frieden anfühlt. den gegenwärtigen Augenblick und seine Geschenke zu genießen. der Welt etwas beweisen zu müssen.

spüren sie nun bisher unbekannte Gefühle von Einheit und Verbundenheit mit allem und jedem. Sie fühlen sich vielleicht zu neuen Beschäftigungen wie Schreiben. für andere. Konzepte zu entwerfen und Ideen zu vermitteln. konnte man nur Dürre und Tod spüren. Die persönlichen Werte können sich ändern und neue zu wesent­ lichen Bestandteilen des Lebens werden. und ohne sie zu leben. oder fühlen sich von einem Strom neuer künstlerischer Inspiration erfüllt. Toleranz gegenüber anderen und eine höhere Wertschätzung von Unter­ schiedlichkeiten. Manche Menschen stellen fest. Dann erweitern die Menschen ihren Blickwinkel ganz natürlich so. So waren sie immer mit ihrem persönlichen Prozeß und ihren eigenen Problemen beschäftigt.lebendig und voller Reichtümer zu sein. Diese Werte sind im Laufe der Entwicklung eines Menschen immer offensichtlicher geworden. ihre Welt drehe sich um sie selbst. Nachdem sie während einer spirituellen Krise tief in die Erfahrung extremer Einsamkeit und Trennung getaucht sind. und das Essen schmeckt besonders gut. daß er auch andere einschließt. da sie die Krise hinter sich haben. Musik weist plötzlich zusätzliche Dimensionen auf. würde seinen gegenwärtigen Einsichten und seinem Verständnis zuwiderlaufen. Manche Leute entdecken ein Bedürfnis nach Ehrlichkeit sowie Liebe und Mitgefühl für sich selbst. Viele Leute entdecken beispielsweise eine neue Selbstakzeptanz. etwas Besonderes und voller Gnade zu sein. Früher meinten sie vielleicht. daß sie klarer denken können und plötzlich Zugang zu unangezapften Quellen von Kreativität in ihrem Inneren erlangen. des exquisiten Spektrums von Tönen. Sie finden neue und schöpferische Wege. Sie können das Gefühl haben. Wenn man früher in die Wüste ging. für die Welt. Tanzen oder Singen hingezogen oder finden neue kreative Ausdrucksmöglichkeiten in ihrem Beruf. daß andere ebenso einzigartig und gesegnet sind. und zugleich erkennen. Nun. des ewigen Charakters der Felsen und der Unendlichkeit des Raums bewußt sein. Malen. nun kann sich derselbe Mensch selektiv einer Vielfalt von Lebensformen. empfinden sie oft einen heftigen 330 . Diese Ich-zentrierte Tendenz läßt häufig mit dem Ende der Krise nach.

Sie interessieren sich vielleicht dafür. Vielleicht hatte ihr Konzept von Gott mit etwas zu tun. Viele Leute bekommen ihre erste Kostprobe einer direkten per­ 331 . Diese extensiven. aus ihren intellektuellen Analysen von Philosophie und Literatur oder aus ihren eigenen Spekulatio­ nen darüber. Vor ihrem Erwachen hatten sie wahr­ scheinlich ihre eigenen Vorstellungen von Gott. Sie erkennen. Ihre eigene Mühsal läßt viele Menschen eine tiefere Verbundenheit mit dem Leiden anderer spüren. das mutig darum gekämpft hat. Das Göttliche war jenseits von ihnen und ihnen überlegen. daß sie anderen nicht wehtun können. anderen zu helfen. daß das spirituelle Element in ihrem Leben gefehlt hat. daß das auch ihrem eigenen dient. die meisten wollen in Kontakt mit diesen inspirativen und nährenden Dimensionen bleiben. neuen spirituel­ len Impulse in ihrem Inneren kommen in ihrem Leben auf viel­ fältige Weise zum Ausdruck: Viele entdecken eine tiefe Verbindung zu einer inneren Quelle. was unerreichbar oder externalisiert war und sich dem Wissen entzog. Wie auch immer es läuft. sein zu dürfen. ohne sich selbst zu verletzen. Sie können eine tiefe Verpflichtung fühlen. Für viele Menschen wird Spiritualität zu einem wünschens­ werten und notwendigen Teil des Lebens. das jahrelang ein schweres Bündel von Problemen zu tragen hatte. wenn sie sie erst einmal entdeckt haben. wie das Universum arbeitet. durch die ihnen bislang verborgene Gebiete der Existenz bewußt wurden. jemand anderem das Leben leichter zu machen. einem höheren Selbst oder Gott und können die Welt als Ausdruck des Göttlichen erleben. Außerdem haben sie vielleicht eine mystische Erfahrung von der Einheit allen Lebens gehabt und erkennen.Respekt und liebevolle Fürsorge für das »alte Ich«. wie für das »neue Selbst«. und entdecken dabei. Andere finden diese weitere Dimension erst nach der Konfrontation mit ihren eigenen schwierigen Aspek­ ten. Sie könnten im Laufe ihres Entwicklungsprozesses transzendentale Erfahrun­ gen gehabt haben. ihre neu gefundene Kraft und Einsicht dafür einzusetzen. Die stammten aus ihren Familien oder Religionen.

was sie früher gesagt oder gedacht haben. das stärker ist als ich selbst. Ein Reporter der amerikani­ schen Zeitschrift T i m e hat mit dem berühmten Schweizer Psychia­ ter C. entwickeln viele Leute ein Vertrauen in den sich entfaltenden Prozeß des Lebens. sich gegen den Lauf des Lebens zu stellen. und merken. das größer ist als das. Ihr Gott ist unmittelbar und in ihnen selbst zugänglich geworden. Da machen sie selbst Erfahrungen. das sorgfältig von einer schöpferischen göttlichen Kraft inszeniert wird. daß ich glaube. von etwas ergriffen zu werden. Oft hören sie auf. Sie können auch das Gefühl haben. Darin fragt der Journalist. was sie mit eigenen Mitteln erreichen könnten. Sie erfahren zunehmend den Glauben. wie sie es eben soll. daß ihr Widerstand gegen dessen Dynamik gewöhnlich unnütze Schmerzen verursacht. und oft spüren die Menschen. Diese Quelle liefert Antworten und Inspiration. und das wird zu einem wichtigen und notwendigen Bestandteil ihrer täglichen Existenz. G. daß ihre Existenz sich so entwickelt. daß alles in der sie umgebenden Welt ein exquisiter Schaukasten für Gottes Kunsthandwerk ist. den ge­ samten Lebensprozeß als wundersames kosmisches Drama zu sehen. Sie stellen fest.« Durch die Entdeckung einer weisen Kraft. Er antwortete: »Ich könnte nicht sagen. Jung kurz vor dessen Tod ein Interview geführt. wie wichtig eine wahre Erfahrung des Göttlichen ist. und sich von der tieferen Weisheit führen lassen. Wenn die Krise vorbei ist. Vielleicht beginnen sie sogar. Eine unserer Lieblingsgeschichten unterstreicht. Schutz und Beistand. bleibt diese Verbindung mehr oder weniger kontinuierlich bestehen. daß diese höhere Macht sie ohne ihr Wissen durch die Herausforderungen und Probleme ihrer Krise geführt hat.sönlichen Verbindung mit dieser Quelle während ihrer spirituellen Krise. Führung und Kraft. Sie nehmen Kontakt zu einem Potential auf. die sie führt. 332 . vielleicht als Teil eines größeren Plans. das die Menschen Gott nennen. die sie über das hinaus­ führen. etwas. Kon­ trolle über die Situation zu bewahren. wenn sie ihr Bedürfnis aufgeben. Ich weiß! Ich habe die Erfahrung gemacht. daß die Dinge besser laufen. ob Jung an Gott glaube.

ein Notfall. das ihr Leben bereichert und ihr Wohlbefinden steigert. durch Gebet. Lohnt es sich. die nun ihre Existenz so viel wertvoller machen. was sie im Laufe des Tages tun. Zuvor mögen sie einigermaßen. da wir uns dem Ende dieses Buches nähern. Sie entdecken. die den Nutzen dieses Abenteuers kennengelernt haben. tägliche spirituelle Praxis aufzu­ nehmen. diese Höhen und Tiefen zu durchleben? Wir meinen ja. dieses Drama und diese Zerrüttung. Und was bedeutet eine solche Transformation für unser Leben? Eine Antwort gibt die berühmte Geschichte von einem Zen-Schü­ 333 . Für einige von uns ist die Natur dieser Krise recht dramatisch und zerrüttend. und das tun mit uns auch viele andere. daß ihr Dasein ohne sie ärmlich und nichtig war. da sie sich der scheinbar endlosen Reiche nicht bewußt waren. Solche Menschen wollen dann oft ihre spirituelle Natur aktiv weiterentwickeln.Wenn die Menschen erst einmal erlebt haben. eine Opfergabe an Gott oder eine Höhere Macht. Diese Menschen lernen. die dazu dient. daß sie Interesse daran entwickeln. ihren Kontakt mit ihrem tieferen Wesen zu verstärken und es in die Aktivitäten des Alltags einzubringen. daß Spiritualität ein notwendiges Element ist. Wir haben das Potential der spirituellen Entwicklung untersucht und dabei im wesentlichen die Zeiten beleuchtet. eine regelmäßige. In ihren besten Momenten können sie spüren. diese Probleme und Herausforderungen. Manche haben das Bedürfnis. diese Dimension in ihrem Leben zu kultivieren. einen Blick zurück auf unsere Reise werfen. daß sie bei Wanderungen. Es geht ihnen seit der Entdeckung dieses Hö­ heren Selbst so viel besser. daß alles. wie die spirituelle Dimension in ihrem Leben wächst. wenn auch unglücklich. lernen sie oft auch. in denen dieses ganz natürli­ che Entfalten zu einer Krise wird. Bei anderen ist das nicht so. zu Rande gekommen sein. Meditation oder andere Formen von Andacht Verbindung zu ihrer spirituellen Quelle herstellen und sich auf deren Weisheit und Wohlwollen verlassen können. Lassen sie uns nun. eine Form von Meditation ist.

aber sie tun es auf vollkommen neue Weise. vielleicht alles. hacken sie vielleicht immer noch Ihr Holz und holen Ihr Wasser. können sie doch unterwegs zunehmend mehr Licht finden.« »Und was hast Du nach Deiner Erleuchtung gemacht?« Darauf erwiderte der Mei­ ster: »Ich habe Holz gehackt und Wasser geholt.« Während einer spirituellen Krise verändert sich vieles. Und auch wenn sie sich bewußt sind. .ler und seinem Lehrer. Der Schüler fragt den Meister: »Was hast Du vor Deiner Erleuchtung gemacht?« Der Lehrer antwortete: »Ich habe Holz gehackt und Wasser geholt. daß die Erleuchtung noch auf sich warten läßt. Wenn sie nach Hause kommen. Der Pfad ist oft holprig und schwer zu begehen. aber er führt letztendlich zu Frieden und innerer Freiheit.

Wenn es Ordnung im Staate gibt. wird es Frieden in der Welt geben. Die moderne Wissenschaft hat die Nuklearenergie entdeckt. Konfuzius Das zwanzigste Jahrhundert ist eine Periode noch nie dagewesener Triumphe für die menschliche Rasse gewesen. Aber die dunkle Seite des zwanzigsten Jahrhunderts ist ebenso überwältigend. In den Wahnsinn des Wettrüstens sind unvorstell­ bare Summen geflossen. wird es Harmonie im Heim geben. Raketen entwikkelt. und ein winziger Bruchteil des verfüg­ baren Arsenals an Atomwaffen könnte alles Leben auf der Erde zerstören. die in unseren eigenen Herzen herumflitzen. Mahatma Gandhi Wenn es Rechtschaffenheit im Herzen gibt. den DNA-Code geknackt und mit der Gentech­ nologie begonnen. Fernsehen. Ungezählte Millionen von Menschen sind im Holo­ caust. Tele­ phon. in den »Säuberungswellen« und Gulags des stalinistischen 335 . den Kampf zu führen. Dort gilt es. Satelliten und Computern verwandelt derzeit das bruchstückhafte Mosaik von isolierten menschlichen Gemein­ schaften in ein globales Dorf.Nachwort: Spirituelle Entwicklung und die globale Krise der Gegenwart Die einzigen Teufel auf der Welt sind die. Wenn es Schönheit im Charakter gibt. Ein elektronisches Netzwerk aus Radio. die Astronauten zum Mond tragen und unser Sonnensystem verlassen können. Wenn es Harmonie im Heim gibt. wird es Ordnung im Staate gehen. wird es Schönheit im Charakter geben.

Die Ursachen dieser Situation richtig zu identifizieren und wirksame Heilmittel zu finden.wenn wir unter diesen Umständen den Namen überhaupt noch verdienen sondern auch alle anderen Lebens­ formen. Es gibt keine echte Notwendigkeit. der zu einem radikalen Auslöschen des Lebens auf diesem Plane­ ten führen würde. Selbstmord und Kriminalität einher. der Treibhaus-Effekt. Während die technologisch entwickelten Länder ihren Traum vom unbegrenzten Wachstum verwirklichen. Statistiken belegen auch. In den Industrienationen geht mit dem steigenden Reichtum eine rapide Zunahme von emotionalen Störungen. wenn man diese Situation als globale Krise bezeichnet. Kriege sind nicht nur eine psychologische Absurdität. und die Gefahr von giftigen Zusatzstoffen in unserer Nahrung. für die es effektive Behandlungsmethoden gibt. Und es entfalten sich schon zahlreiche andere Szenarien des Jüngsten Tages: die industrielle Verschmutzung von Wasser. Die Menschheit lebt in beständiger Angst vor einem Atomkrieg. Armut und den meisten krankheitsbedingten Todesfällen in dieser Welt unnötig. Luft und Erde. ist eine Frage von Leben oder Tod. sterben durch Unterernährung oder Krankheiten. der durch die rücksiehtslose Abholzung der Regenwälder und die Vergiftung des Planktons entstehende Verlust an Sauerstoff. In Anbetracht der verfügbaren Ressourcen und der Fortschritte der Wissenschaft wären die Probleme von Hunger. leben viele hundert Mil­ lionen Menschen im Elend.Rußland und in den Gefängnissen anderer totalitärer Regime bestialisch gequält und ermordet worden. die Bedrohung durch Nuklear-Unfalle. Man übertreibt nicht. daß kein modernes Land je durch einen Krieg reicher geworden wäre. Viele weitere Millionen sind in den beiden Weltkriegen und zahllosen anderen gewalttä­ tigen Auseinandersetzungen gestorben. nicht-erneuerbare Reserven zu plündern und lebensnotwendige Ressourcen zu ver­ 336 . die Zerstörung der Ozonschicht. Militärische Auseinandersetzungen bedeuten im­ mer eine sinnlose Zerstörung von ökonomischen Werten und Men­ schenleben. Diese gefährliche Entwicklung bedroht nicht nur den homo sapiens .

mag zu unrealistisch und utopisch sein. die zu friedlicher Koexistenz mit anderen Männern und Frauen unabhängig von deren Hautfarbe. die Industrie auf erneuerbare Energie umzustellen und Verschmutzung zu verhindern. morali­ schen und spirituellen Zustands der modernen Menschheit. nicht wirklich politischer. aber sie alle sind nicht mehr als Symptome des einen zugrundeliegenden Faktors: des emotionalen. 337 . vollkommen neue Werte und Ziele für die Mensch­ heit zu erschaffen. militärischer. vor denen wir stehen. einen erträglichen Lebensstandard für alle zu garantieren. technologischer oder wirtschaftlicher Natur sind. Solche Ansätze sind nichts als Erweiterungen dersel­ ben Einstellungen und Strategien. Die Menschheit verfügt über die Mittel und das tech­ nologische Know-how. um viel Hoffnung damit zu verbinden. und es wird immer deutlicher. um die heutigen Menschen in eine Spezies von Individuen zu verwandeln. Die einzige wirksame und dauerhafte Lösung für diese Probleme liegt daher in einer radikalen inneren Transformation größerer Teile der Menschheit und der daraus folgenden höheren Bewußtheitsebene und Reife. ökonomische und soziale Interventionen und ähnliche Bemühun­ gen haben bisher sehr wenig Wirkung gezeigt. Die Aufgabe. Sie stellen letzten Endes das kollektive Ergebnis der gegenwärtigen Bewußtseinsebene der individuellen Menschen dar. die meisten Krankheiten zu bekämpfen. daß die Probleme. warum sie versagt haben. Sprache oder politischer Über­ zeugung . Was wäre erforderlich. Heutzutage erkennen viele Leute.und zudem mit allen anderen Lebewesen fähig wären? Wie könnte die Menschheit mit profunden ethischen Werten.schmutzen. die die globale Krise überhaupt erst bewirkt haben. Diplomatische Verhandlungen. einem Gespür für die Bedürfnisse anderer und einer Bewußtheit der ökologischen Gebote ausgestattet werden? Eine solches Vor­ haben klingt selbst für einen Science Fiction-Roman reichlich hochgegriffen. gesetzgeberische Maßnahmen. die Bevölkerung dieses Planeten zu ernäh­ ren. Die Probleme in der Welt haben zwar viele unterschiedliche Erscheinungsformen.

die durch verschiedene Erfahrungstherapien oder spontan in transformativen Krisen Zugang zu ihrem Unbewußten finden. neigen dazu. Das Studium der spirituellen Entwicklung und Krise sowie die moder­ ne Bewußtseinsforschung und neue Formen der Psychotherapie liefern die entsprechenden Informationen und Hinweise. die auf der Erfahrungsebene Verbindung zum transperso­ nalen Bereich ihrer Psyche haben. daß sie voll ins Bewußtsein gehoben werden. die Wurzeln solcher letztlich destruktiven Aspekte der menschlichen Natur zu finden und sie dadurch zu überwinden. das für das fortdauernde Überleben notwendig ist. Wir haben in diesem Buch beschrieben. daß sich ähnliche Veränderungen im Laufe systema­ tischer spiritueller Praxis und tiefer Selbsterforschung beobachten lassen. Zu den psychischen Kräften. welche Veränderungen bei Menschen auftreten. ökologischen 338 . die den gegenwärtigen Zustand der Menschheit charakterisieren und zu der globalen Krise beitragen. die kraftvolle mystische Erfahrungen mach­ ten und eine transformative Krise überwunden haben.Glücklicherweise scheint die Natur die notwendigen Mittel bereit­ gestellt und sogar schon Pilotstudien durchgeführt zu haben. Betrachten wir nun diese Transformation und ihre mögli­ che Bedeutung für die planetare Krise. Leute. Menschen. die grenzenlo­ sen Ehrgeiz und das Streben nach irrationalen Zielen erzeugt. gehören eine starke Bereitschaft zu Gewalt. daß wir aufs engste mit der Natur verbunden sind. Ihnen fehlt das ökonomische Gespür. unersättliche Gier und Erwerbssucht und eine ständige Unzufriedenheit. eine neue Wert­ schätzung für ihre Existenz und Respekt für alle Lebensformen zu zeigen. Außerdem werden sie sich oft der transpersonalen Di­ mensionen ihres Wesens und ihres spirituellen Kerns oder Selbst bewußt. Wir haben auch gesagt. haben die Gelegenheit. Zusätzlich leiden die meisten Menschen unter einem ernsthaften Mangel an Bewußtheit dafür. Das spontane Auftauchen einer tiefen. Letztendlich scheinen all diese Charakteristika symptomatisch für eine ernsthafte Entfrem­ dung vom inneren Leben und einen Verlust von spirituellen Werten zu sein.

in der Rasse. Diese Möglichkeit wirft neues Licht auf die Notwendigkeit. Hautfarbe. wäre allein schon mehr als genug. immer weniger verlockend. daß das wachsende Interes­ se an Spiritualität und das häufigere Auftreten von spontanen mystischen Erfahrungen einen evolutionären Trend zu einer voll­ kommen neuen menschlichen Bewußtseinsebene repräsentieren. Unter­ schiede zwischen Menschen. Nach tiefen mystischen Erfahrungen erhalten die Interessen der Menschheit als ganzer. Die Selbstakzeptanz nimmt zu. un­ terstützende Netzwerke für die Menschen zu schaffen. daß die neuen Behandlungsangebote. daß diese beschleunigte spirituelle Entwicklung eine Bemühung der evolutionären Kräfte spiegelt. diese Arbeit 339 . Die spirituelle Entwicklung könnte auf Grund der von ihr herbei­ geführten positiven Transformation eine bedeutende Rolle in der Welt spielen. daß das Leben immer weniger Kampf und immer mehr zu einem faszinie­ renden Spiel oder Abenteuer wird. zunimmt. Was uns verbindet und was uns gemeinsam ist. Nationen und Glaubensbekenntnissen. Sprache. Manche gehen noch weiter und erwägen ernsthaft die Möglichkeit. scheinen nun interessant und bereichernd statt bedrohlich zu sein. den Betroffenen. den gegenwärtigen Augenblick zu genießen. den derzeitigen selbstzerstöre­ rischen Kurs der menschlichen Rasse zu ändern. Wenn die Fähigkeit. wird wichtiger als die Unterschiedlichkeiten. die das transformative Potential von spirituellen Krisen ehren. wenn sie bei einer ausreichend großen Zahl von Menschen einsetzen würde. Viele Forscher auf dem Gebiet der transpersonalen Psychologie glauben. und mit ihr wächst die Toleranz gegenüber anderen. politischen Parteien.Betroffenheit ist eine der beeindruckendsten Nachwirkungen von profunden mystischen Erfahrungen. Klassen. seien sie im Geschlecht. Das führt dazu. wird das unerfüllende Streben nach grandiosen Projekten und Zielen als Mittel. Zufriedenheit zu erreichen. politischen Überzeugung oder Religion zu finden. die eine Krise des spirituellen Erwachens erleben. den Freunden und Familien helfen. Familien. Die Tatsache. alles Leben und der gesamte Planet Prio­ rität über die engen Interessen von einzelnen.

zu rechtfertigen. . daß solche Bemühungen einen wichtigen Beitrag zur Linderung der globalen Krise sein könnten. So hoffen wir. Aber die Möglichkeit. das Interesse an der spirituellen Dimension unserer Existenz zu steigern und das Leben derer zu erleichtern. daß dieses Buch dazu beitragen wird. fügt dem eine weitere aufregende Dimension und starke Motivation hinzu. die auf ihrer Reise zu den nächsten Stadien der persönlichen Evolution auf Schwie­ rigkeiten treffen.

Anhang .

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die er in den Jahren seiner Arbeit mit veränderten Bewußtseinszuständen entwickelt hatte. die einen Auskunftsdienst. in unseren Workshops und Seminaren zu besprechen. und widmet sich der Aufgabe. Sie waren daran interessiert. Ärzte und Pfarrer berichteten uns wiederholt von ihrer Unzufriedenheit mit den beruflichen Begrenzungen und ihrer eigenen. Immer wieder antworteten die Zuhörer mit ihren eigenen evokativen Ge­ schichten und stellten Fragen dazu. Wir begannen zu erkennen. ein alternatives Verständnis und eine andere Behandlung von veränderten Zuständen. Unsere Vorstellungen und die Hoffnung. um sich gegenseitig zu unterstützen und Informationen auszutauschen. daß es eine beachtliche Zahl von Menschen gab. sprachen sich schnell herum. weil sie befürchteten. die automatisch als psychotisch betrachtet wurden. die sich von den traditionellen Ansätzen entfernte. einen Prozeß zu durchleben. ihre eigenen Erfahrungen. was wir daraus gelernt hatten. Familien und betreuende Fachleute bietet. der in unserer Kultur oft mißverstanden und falsch behandelt wird. eher zögernd.Anhang I: Das Spiritual Emergence-Netzwerk Christina hat das Spiritual Emergence-Netzwerk (SEN) im Frühjahr 1980 gegründet. für verrückt gehalten zu werden. Nachdem wir persönlich einer spirituellen Krise ausgesetzt waren. SEN beruht auf einem erweiterten Ver­ ständnis der menschlichen Erfahrung. daß sie nicht in einen pathologischen Prozeß verwickelt waren. obwohl sie tief in ihrem Inneren spürten. Weiterbildung und Informationen für Menschen in transformativen Prozessen und für deren Freunde. über die sie noch nie mit irgend jemandem gesprochen hatten. ähnlich denkende Kollegen kennenzulemen. Fachleute auf dem Gebiet der geistigen Gesundheit. sie hätten den Fehler gemacht. hatten Medikamente und psychiatrische Etiketten bekommen. bieten zu können. und Stan umriß die theoretischen Einsichten. die transformative Erfahrungen gehabt hatten. In dieser Zeit wurden wir plötzlich von Briefen und Anrufen von 343 . Im Laufe der Jahre ist es zu einer internationalen Organisation angewachsen. Viele andere sagten. den falschen Leuten von ihren Erfahrungen zu erzählen: sie waren ins Kranken­ haus eingewiesen worden. Christina beschrieb. wie es die transpersonale Psychologie bietet. Menschen dabei zu helfen. oft einsamen Arbeit. begannen wir 1978 das.

ein allererstes Trainingsprogramm für Helfer und ein internationales Hinweis. Informationsblätter und anderes Lehrma­ 344 . um die Aufmerksamkeit mehr auf die positiven Aspekte des Phänomens zu lenken.Leuten überschwemmt. die Hilfe anboten. Spiritual Emergency-Netzwerk. Als wunderbare. Wir sprachen mit unserem Freund Dick Price am Esalen Institute im kalifornischen Big Sur. die als Organisatoren des Netzwerks in ihrer Gegend arbeiteten und den Kontakt zu den Helfern in unserer Kartei hielten. und umgekehrt. lebensfähigen Alternative beizutragen. Der Begriff emergency bezeichnet sowohl die Krise als auch das Auftauchen. auf die Helfer in ihrer Nähe hinzuwei­ sen. Dick bot uns in Esalen sowohl einen Arbeitsplatz wie ein kleines Stipendium für unseren Netzwerk-Koordinator. Unsere erste Koordinatorin war Rita Rohen.und Infor­ mationssystem. International wurden regionale Koordinatoren ausgewählt. Sein eigener unglücklicher Ausflug in die Welt der psychiatrischen Kliniken hatte bei ihm schon seit einiger Zeit den Wunsch geweckt. Aber wie konnte das vor sich gehen? Das Spiritual Emergence-Netzwerk war die Antwort darauf. die Unterstützung brauchten. brauchten den Kontakt zu denen. die sowohl um Hilfe baten wie ihre eigene Unter­ stützung anboten. sollte mit denen Zusammenkommen. wurde sehr be­ wußt als Wortspiel gewählt. Später erfolgte die Umbenennung in Spiritual Emergence-Netzwerk. zum Aufbau einer realen. Anschriften und anderen relevanten Daten von Menschen. Gemeinsam richteten wir in einem gemieteten Haus in nächster Nähe von Esalen ein Zentrum für spirituelle Krisen ein. die ein besonderes Interesse an spirituellen Krisen hatten. die dieselbe Weitsicht hatten. Leute systematisch miteinander in Verbindung zu bringen. die sie anboten. Diese wunderbare Erfahrung gab ihr das Gefühl. großherzige Frau. Ohne seine enthusiastische Unterstützung wäre SEN nie Realität geworden. Als wir uns irgendwann von diesen Unmengen von Reaktionen recht überwältigt fühlten. brachte Rita ihre Lebenserfahrung und ihre beruflichen Fähigkeiten als Beraterin für Organisationsentwicklung und Familientherapeutin in diese Aufgabe ein. die Hilfe suchten. An jeder Verbindungsstelle funkelte ein Lichtpunkt. wir sollten damit beginnen. Die. Außerdem begannen wir Artikel. und begannen Leute. die mit dem neuen Verständnis von spiritueller Entwicklung kompatibel waren. Wir erstellten eine Kartei mit den Namen. Der ursprüngliche Name. die sechs Kinder großgezogen hatte. Wer schon mit Ansätzen arbeitete. sah Christina beim Meditieren ein Bild: Die Erdkugel war von einem großen Netz umhüllt. Dort entwickelten wir mit der Unterstützung von zwei oder drei Studenten.

nahmen wir gern an. Menschen. Bibliographien und Tonbändern. Wir druckten und verschickten regelmäßig Rundbriefe mit den wichtigsten Neuigkeiten. ein Zufluchtshaus für Menschen in der Krise einzurichten. Sozial­ arbeiter. Das Ausbildungsprogramm von SEN umfaßt regelmäßige Workshops und Vorträge über Themen aus dem Umfeld von spirituellen Krisen sowie die Verbreitung von relevanten Artikeln. Psychotherapeuten. oft durch die Freiexemplare von wohlwollenden Autoren. 384). gestorben. und unser Reiseprogramm bedingte. unsere Stütze und unser Fürsprecher bei Esalen. unzählige Anrufe zu 345 . Heute stehen fast zweitausend Helfer aus vielen Bereichen des Lebens zur Verfügung. Rita hatte sich entschieden weiterzuziehen. Semi­ naren und Vorträgen und gelegentlich auch im Radio oder Fernsehen über unsere Gedanken und Träume. Kalifornien. Sie haben die in Esalen begonnenen Aktivitäten fortgesetzt und dem viele neue Dienstleistungen hinzugefügt. Langsam erweiterten sich die Vorstellungen und die Dienste des Netzwerks. darunter Psychologen. Trainingsseminaren. daß wir uns zunehmend weniger für SEN engagieren konnten. Wir boten fünftägige und einmonatige Programme über spirituelle Krisen an und erörterten die Möglichkeit. Psychiater. einige wenige Freiwillige und unser winziges Budget zu groß geworden. Tagungen und Forschungsprojekten bemüht. die selbst spirituelle Krisen durchgemacht haben. Dazu war Dick Price. Sie haben die Kartei und die Telefonberatung weiter ausgebaut. Als das Institute for Transpersonal Psychology SEN eine neue Heimat anbot. CA (Adresse siehe S. Unsere kleine Bibliothek wuchs zusehends. Im September 1984 zog SEN in das Institute of Transpersonal Psychology in Menlo Park. Von diesem Institut stieß Susanna Davila zu uns und als Koordinatoren des Netzwerks zunächst Charles Lonsdale und später Megan Nolan.terial zusammenzutragen und zu schreiben. Nicola Kester und Jeneane Prevatt. sein Sitz ist derzeit Soquel in der Nähe von Santa Cruz. Dank der gelegentlichen Spenden und der Mitgliedsbeiträge schaf­ fen die engagierten Mitarbeiter es so gerade eben. Das Projekt war für unseren uralten Computer. sprachen bei ungezählten Workshops. weitere Fachleute anzuspre­ chen. All diese Aktivitäten spielen sich in einem kleinen Büro ab. Inzwischen arbeiten viel mehr Leute dort mit. bei niedrigen Gehältern für die Angestellten und einer beeindruckenden Zahl von Frei­ willigen. Zu dem bestehenden Nachrichten-Rundbrief ist noch eine Zeitschrift gekommen. Vor kurzem hat sich die Adresse des SEN geändert. Ärzte und Pfarrer. Seit dieser Zeit sind wir SEN lose als Berater verbunden und tragen zu dessen geschriebenen Materialien bei. Man hat Konferenzen für die auf dem Gebiet Tätigen organisiert und sich auf dem Wege der Förderung von Diskussionsgruppen. Wir reisten viel.

die ohne viel Unterstützung spirituelle Über­ gangsriten durchmachen. SEN strebt außerdem an. Es hat Fachleuten und anderen durch Weiterbildung geholfen. als Berater zur Seite stehen zu können. . genau wie wir. da Forschungsprojekte meist zunächst ihre Relia­ bilität unter Beweis stellen müssen. Semi-Professionelle und Laien durchführen können. einen kraftvollen transformativen Prozeß durchzumachen. Außerdem haben sie Pläne. daß es Menschen möglich ist. diese Men­ schen von denen zu unterscheiden. die sie um die Angaben von Helfern bitten. und alle. Gemeinschaften. bevor die Gelder fließen. die so wie das in Santa Cruz arbeiten würden. Teams auszubilden. die mit der Aufrechterhaltung eines internationalen Netzwerks einhergehen. Auch daraus werden sich viele Forschungsan­ sätze ergeben. glauben. Und es hat ein noch ständig wachsendes unterstützendes Netzwerk geschaffen. ist außerdem geplant. damit zu internationalen Zentren beitragen zu können. Es ist in der Etablierung des Konzepts von der spirituellen Entwicklung und Krise einen großen Schritt weitergekommen. In diesen ersten Jahren seiner Existenz hat das SEN eine Menge erreicht. Um der Öffentlichkeit noch mehr zur Verfügung zu stehen. Es gibt noch viel mehr zu tun. mehr Mitarbeiter einzustellen. in denen man rund um die Uhr Hilfe findet. die an Zen­ tren mitarbeiten wollen. die transformativen Erfahrungen ins Alltagsleben zu integrieren. Da das Feld der spirituellen Krisen so neu ist.beantworten und bei der Vielfalt der Aufgaben mitzuhelfen. aber nicht pathologisch ist. Die Mitarbeiter von SEN sammeln derzeit die klinischen Daten und Fallge­ schichten derer. war es für SEN schwierig. zuzuwen­ den. offizielle Beihilfen zu bekommen. die zu SEN gehören. Daneben soll noch ein Programm für die wachsende Zahl junger Erwachsener erstellt werden. die lernen möchten. daß ihre Arbeit eben erst beginnt. sich dem Einsatz der Künste als einem Mittel. Es hat den Gedanken verbrei­ tet. die Trainings für Fachleute. Pläne für die Zukunft werden dieses Problem hoffentlich lösen. die Menschen in spirituellen Krisen und ihre Familien zu Hause betreuen können. und sie hoffen. wie man mit spirituellen Krisen umgeht. die einer medikamentösen Behandlung bedürfen. Die Mitarbeiter von SEN hoffen. Trotz ihres zunehmend reicheren Informations­ und Datenmaterials haben sie bisher wegen finanzieller Beschränkungen noch keine aktive Forschung anregen können. der zwar dramatisch sein kann.

Seit dieser Zeit hat sich eine Menge geändert. das Wiedererwachen des Interesses an Spiritualität und die derzeitige Häufung von transformati­ ven Krisen haben uns an den Punkt gebracht. Sie könnten sich leicht auf die gleiche Weise entwickeln. aber letzten Endes mußten sie alle auf Grund finanzieller Probleme wieder schließen. daß sie vom medizinischen Establishment und den Krankenkassen als effektive Alternativen zur traditionellen Psychiatrie anerkannt würden. Die Versorgung bei Diabasis hat nur einen Bruchteil dessen gekostet. was die Psychiatrie-Kli­ niken berechnen. die Rechnungen zu erstatten. daß Zentren für spirituelle Krisen so organisiert werden könnten. Es folgt unsere Vision eines rund um die Uhr zur Verfügung stehenden 347 . die steigenden Kosten für psychiatrische Behandlungen. Tod und spirituelle Transfor­ mation sind so wichtige Aspekte unseres Lebens. Da die Verbraucher immer stärker nach einem anderen Verständnis und einer neuen Art von Pflege für Menschen in spirituellen Krisen rufen. aber die Krankenkassen weigerten sich. Wir glauben. die genau das möglich machen sollten. wo die Klienten die Erfahrung ohne traditionelle psychiatrische Interventionen und unter der Aufsieht eines Menschen machen können. da einer solchen alternativen Behandlung der Segen der Legitimation durch die zuständigen Fachleute fehlte. ihnen die jeweils passenden unterstützenden Umgebungen zu schaf­ fen. Die globale Krise. wie es die Entbindungszentren und Sterbekliniken als Antwort auf die Forderung der Öffentlichkeit nach einer menschlicheren und natürlicheren Behandlung von Geburt und Tod getan haben. so etwa John Perrys Diabasis-Haus in San Francisco.Anhang II: Vision eines Sanktuariums Über die Jahre haben wir auf unseren Reisen und bei den Vorträgen über transformative Krisen immer wieder die eine Frage gehört: Gibt es Orte. Diese Schwierigkeit spiegelt das mangelnde kulturelle Verständ­ nis von der Bedeutung der transformativen Reise. wo solche geschützten Plätze lebensfähig sein könnten. werden sicher auch neue Möglichkeiten für Be­ handlungszentren auftauchen. Denn Geburt. der den Prozeß versteht? Zwar hat es bereits einige Einrichtungen gegeben. daß es dringend notwendig scheint.

Das Konzept einer stationären Einrichtung für spirituelle Krisen beruht auf dem Verständnis. irgendwie Zugang zu Rasen. Die gesamte Umgebung ist ästhetisch befriedigend und sieht nicht nach Klinik aus. Das oder die Gebäude sind wohnlich und bequem. verändert und ergänzt werden müssen. Die Mitarbeiter verpflichten sich der Aufgabe. Das gleiche ließe sich vielleicht durch Joggen in einem nahegelegenen Park erreichen. 348 . um einen Ausgleich für ihre komple­ xen inneren Erfahrungen zu schaffen. Die Philosophie. Außerdem steht immer frisches Obst bereit. Es gibt Badewannen oder Whirlpools für alle. Erfahrung und Fertigkeiten als andere. Wenn das nicht möglich ist. und es gibt immer viele Pflanzen und frische Blumen auf den Tischen. und sie werden ebenso sorgfältig angerichtet wie zubereitet. Sonnenschein. Der äußere Rahmen. die noch getestet. Schlafzimmer und eine Küche. statt ihn zu unterdrücken und unter Kontrolle zu bringen. in dem sich der Prozeß natürlich entfalten kann. Ein oder zwei Zimmer mit wenig oder gar keinen Möbeln und abgepolsterten Wänden stehen denen zur Verfügung. in dem sie die während des Prozesses hochkommenden Energien aktiv ausdrücken und ablassen können. Der Ort liegt in ausreichender Entfernung von anderen Gebäuden. enthält dieses Modell Aspekte. in dem die Klienten graben und pflanzen können. Im Idealfall gibt es ein Schwimmbad. es gibt Raum für gemeinsame Aktivitäten und Gruppentreffen. so daß der bei Krisen häufige emotionale Ausdruck niemand anderen stören kann.Sanktuariums. Da dies ein relativ neues Feld ist. muß für Klienten und Mitarbeiter die Möglichkeit bestehen. Draußen ist ein wunderbar gepflegter Obst. Die Klienten gelten nicht als Patienten und die Mitarbeiter nicht als Experten. Jeder wird vielmehr als Teilnehmer an einem bestimmten Stadium einer evolutionären Reise gesehen. aber das kann sich mit der Zeit ändern. die im Wasser Heilung und Beruhigung finden. einen Rahmen zu schaffen. Stränden. da Menschen in spirituellen Krisen oft sehr empfindsam und stark auf die sie umgebende Welt eingestimmt sind. Manche haben mehr Wissen.und Gemüsegarten. In Idealfall liegt das Sanktuarium in einer natürlichen Umgebung. die während kritischer Stadien in ihrem Prozeß einen sicheren Ort brauchen. Der Ausstattung des Gebäudes widmen wir ebensoviel Aufmerk­ samkeit wie unseren eigenen vier Wänden. Gärten oder anderen Formen von Natur zu finden. Bäumen. Bergen. Unsere Beschreibung ist recht allgemein. Die Details der Ausführung müßten der spezifischen Situation entsprechend entwickelt werden. daß man dem transformativen Prozeß vertrauen und ihn unterstützen soll. Die Mahlzeiten sind gesund und nahrhaft.

Probleme wie Dehydration und Nahrungsmangel erfordern die Aufsieht eines wohlwollen­ den Arztes. die auf dem Gebiet der chemischen Abhängigkeiten arbeiten. Semi-Professionellen und Laien zusammen. Die genaue Aufgabenverteilung der Mitarbeiter hängt von der Struktur des Zentrums ab. von innen heraus den Prozeß. den sie bei anderen sehen. wenn die Mitarbeiter immer nur eine begrenzte Zeit mit Klienten verbringen. Eine Bedingung ist für alle Beteiligten . kann es sich empfehlen. Für­ sorglichkeit und Abenteuerbereitschaft. Es stehen zwar viele Dienstleistun­ gen zur Verfügung. Gelegentlich werden auch schwache Tranquilizer verschrieben. sondern auch über eigene Erfahrungen verfügen. die zu ähnlichen Zuständen führen wie die. da spirituelle Krisen oft physische Symptome mit sich bringen. einsiehtig und unterstützend umgehen. kein permanentes stationäres Team zu haben. als Assistenten hinzugezogen werden.gleich: sie müssen nicht nur über theore­ tische Ausbildung. Dazu könnten zeitweilig Menschen. Da der Prozeß der spirituellen Krise sehr intensiv sein kann. Das allgemeine Programm beruht auf Flexibilität. Weitere Hilfe und zusätzliches Wissen gibt es viel­ leicht bei Leuten. Die können aus ihren eigenen spirituellen Krisen. ist es besser und gesünder. die bereit sind. Alle sind persön­ lich der allgemeinen Philosophie verpflichtet. aber kein Klient bekommt einen vorgeschriebenen 349 . Hausmeister. zu erkennen und zu verstehen. nicht als unterdrückende Behandlung. aus einer Methode wie der Holotropen Atemarbeit® oder verschiedenen spirituellen Praktiken stam­ men. Um zu vermeiden. Daher können sie mit den Klienten entspannt. sich nach langen und intensiven Perioden von Aktivität auszuruhen. Ausdruck und nicht Unter­ drückung zu fördern. Ärzte und Helfer . Ein informierter und unterstützender medizinischer Stab ist ein weiteres wesentliches Kriterium. andere in ihren Krisen zu unterstützen und sie hindurchzubegleiten. Ihre eigenen Erfahrungen geben ihnen zusammen mit einer guten theoretischen Grundlage die Fähigkeit. Statt dessen könnten sich die Mitarbeiter schichtweise abwechseln. Es ist jedoch wichtig. Dienstleistungen. daß sie innerlich ausbrennen. Verwaltungsleute.Die Mitarbeiter. die für die Arbeit mit spirituellen Krisen ausgebildet werden.Köche. Die Mitarbeiter setzen sich aus Fachleuten für geistige Gesundheit. Die genaue Zusammensetzung des Stabs hängt von den Erfordernissen jeder Situation ab. Berater. die von Experten beurteilt werden müssen. gut ausgebildete Helfer zu haben. wenn sie sich selbst täglich irgendeiner spirituellen Praxis widmen würden. sondern um Leuten dabei zu helfen. Ideal wäre es. denen man bei einer transformativen Krise begegnet.

Wenn sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Welt zurückzulenken begin­ nen. ist es unmöglich. Da der Transformationsprozeß seine eigene Weisheit. Den Klienten und Mitarbeitern steht eine umfassende Bibliothek mit Kunstbänden und Büchern über Mythologie. Ein allgemeines Verständnis seiner Natur und Möglichkeiten liefert jedoch einen weiten Bezugsrahmen. Das Zentrum für spirituelle Krisen bietet den Klienten außerdem ein 350 . die Klienten bei ihrer Rückkehr in Beziehungen. die den gleichen Prozeß durchmachen. Körperarbeit. sich körperlich auszuarbeiten. Sandspiel nach Kalff (siehe Anhang III). Schließlich leben dort Leute zusammen. wieder in die gewöhnliche Welt einzutreten und mit den Menschen in ihrem Alltag umzugehen. einfachen alltäglichen Beschäftigungen oder körperlich anstrengender Bewegung widmen können. fragen sie nach Erklärungen und Bestätigung. Erfolgreiche offene Zentren für chemisch Abhängige könn­ ten hier einige Richtlinien liefern. wieder nach Hause zu gehen. Religion und Symbolismus sowie eine große Sammlung von Photos und Bildern zur Verfügung. daß es rund um die Uhr ausgebildete Helfer gibt. Malerei und Töpfern gehören. Dazu kommen Gärtnern und die Mög­ lichkeit. Akupunk­ tur. wenn sie vor schwierigen Erfahrungen stehen. Die Mitarbeiter des Sanktuariums bieten dem Klienten nicht nur während seines Aufenthalts dort Unterstützung an. Und wenn die Zeit kommt. seinen Verlauf vorherzu­ sagen. wenn er in die Welt zurückkehrt. die Hinweise auf den Inhalt der Erfahrungen liefern könnten. Und dann gibt es auch eine gute Auswahl von Videobändern über verwandte Themen. sondern auch dann. mit jemandem reden zu können. und diese Anregungen lassen sich beim Erstellen eines Behand­ lungsprogramms erweitern. Ein andermal müssen sie eine Weile allein und still sein oder sich kreativen Ausdrucksweisen. Einzelsitzungen bei den Mitarbeitern. innerhalb dessen man kreativ sein kann. ihnen beizustehen und Mut zu machen. der aktiv mit ihnen arbeitet. Zusätzlich dazu. könnten zu den besonderen Dienstleistungen eines Zentrums für spirituelle Krisen regelmäßige Beratungen. Die angemessene Unterstüt­ zung kann von tiefer Erfahrungstherapie zu einfachem persönlichem Kontakt und der Möglichkeit reichen. und jeder kann aus den Erfahrungen der anderen Gewinn ziehen. Sie kennen mehrere offene Zentren. Viele der einzelnen Stadien haben wir in diesem Buch beschrieben. In manchen Stadien des Prozesses machen die Klienten vielleicht sehr harte Zeiten durch. Dort arbeiten Leute. brauchen sie Unterstützung dabei. die bereit sind. die mehr Zeit in einer geschützten Umgebung brauchen. in denen sie jemanden brauchen.Behandlungsplan. Erfahrungstherapie. Dynamik und Zeitvorgaben hat. die für alle da sind. der versteht. Beruf und eine sozial beanspruchende Welt zu unterstützen.

Leute kennenzulernen.Nachsorgeprogramm in Form von fortlaufenden wöchentlichen Gruppen. der vielleicht ganz plötzlich in ihr Leben eingebrochen ist. der sich noch unsicher und wacklig fühlt. um als Laienhelfer in Garten und Küche mitzuwirken. Eine wirklich umfassende Vision wird es vielleicht erst bei der tatsächlichen Planung und dem Aufbau eines Zentrums für spirituelle Krisen. die vor ihnen da waren und nun freiwillig zurückkommen. Das gibt ihnen die Gelegenheit. in der der Klient stationär da ist. So können sie dann den geliebten Menschen bei seiner Rückkehr in die Welt besser unterstützen und verstehen. Au­ ßerdem haben die Klienten Kontakt zu denen. das sich so viele Menschen wünschen. Diese Art von Kontakt kann jemandem. individueller Beratung. Erfahrungstherapien und spiritueller Praxis an. geben. Und wir hoffen. die als Modell für andere dienen könnte. die einen ähnlichen Weg gegangen sind und viele ihrer Erfahrungen erfolgreich in ihr Leben integriert haben. daß es dann gar nicht lange dauern wird. und sie können auch besser auf sich selbst achten. einer Einrichtung. bis ein ganzes Netzwerk solcher Sanktuarien. Dieser Traum ist alles andere als vollständig. . wie danach Beratung und Informa­ tionen über die Dynamik des transformativen Prozesses. offener Zentren und unterstützender Gruppen das dringend gebrauchte Verständnis bieten können. Sie erhalten sowohl in der Zeit. Der Mitarbeiterstab bietet auch regelmäßige Programme für Familien und Freunde von Menschen in spirituellen Krisen an. viel Hoffnung machen.

Es scheint daher wichtig. die oft als das neue Paradigma bezeichnet werden. und darunter selbst die. daß die von uns dargestellten Konzepte weder »unwissenschaftlich« noch »irrational« sind. sondern auch mit strengem Denken grundsätzlich unvereinbar ist. die der transpersonalen Psychologie und dem Konzept der spirituellen Krise grundsätzlich wohlwollend gegen­ überstehen. Spirituelle Krisen und die heutige Wissenschaft Viele Fachleute.Anhang III: Spirituelle Krisen und Fachleute für geistige Gesundheit Wir haben beim Schreiben dieses Buches versucht. daß die von Fachleuten bei unseren Vorträgen und Workshops am häufigsten gestellten Fragen beantwortet werden. Sie sind zwar deutlich unvereinbar mit dem KartesianischNewtonschen Denken. 352 . Psychologie und verwandten Gebieten von Interesse sind. birgt keinerlei Öffnung für das Erkennen von kreativer kosmischer Intelligenz und spirituellen Realitäten oder so etwas wie transpersonalen Erfahrungen und dem kollektiven Unbewußten. einen Blick auf die jüngeren revolutionären Entwicklungen in der westlichen Wissenschaft zu werfen und zu zeigen. uns einem breiten Publikum verständlich zu machen. das nicht nur wissenschaft­ lich unbelegt. die vielleicht für Menschen mit einer Ausbildung in Psychiatrie. stimmen aber im Grundton mit den revolutionären Entwicklungen in verschiedenen Disziplinen der modernen Wissenschaft überein. das absichtlich alles verwirft. Lassen sie uns zunächst das auf der Newtonschen Physik beruhende traditionelle Paradigma in der Wissenschaft des Westens und seine grund­ legenden Annahmen über die Natur der Wirklichkeit und der Menschen betrachten. diese Konzepte in Einklang mit ihrer traditionellen wissenschaftlichen Ausbildung zu bringen. finden es schwierig. was sich nicht wiegen und messen läßt. An dieser Stelle möchten wir einige Informationen hinzufügen. Die Themen haben wir so gewählt. Ein Denksystem. In Wissenschaftskreisen wird die trans­ personale Sichtweise häufig als etwas betrachtet.

wie dieses Organ selbst. Sie wurde zum Modell für wissenschaftliche Bemühungen auf anderen Gebieten. Die Atome bewegten sich nach bestimmten festen Gesetzen im dreidimensionalen Raum und in der Zeit. die fest und unzerstörbar seien. im Schädel enthalten. Wenn wir all die Faktoren. In der von der Newtonschen Wissenschaft geschaf­ fenen Weitsicht werden das Leben. und ihre Beschreibung der materiellen Welt wurde die bestimmende Grundlage für die Diskussion aller natürlichen Phänomene einschließlich des Bewußt­ seins und des Menschen. Der Erwerb von Information und Kommunikation kann nur in materiellen Systemen wie dem Gehirn oder den physiochemischen Strukturen der Gene Vorkommen und erfordert den Austausch von derzeit bekannten und meß­ baren Energien. Im traditionellen Denken sind das Bewußtsein und die menschliche Psyche Produkte von neurophysiologischen Prozessen im Gehirn und. spezifischer als hochentwickelte Tiere und denkende biologische Maschinen. identifizieren und messen könnten. von der man meinte. Die Grenzen des menschlichen Organismus sind absolut und mit der Hautoberfläche identisch. Außersinnliche Kommunikation und der Zugang zu neuer Information ohne die Vermittlung der Sinne gelten als unmöglich. Die Newtonsche Physik war als die intellektuelle Kraft hinter den wissen­ schaftlichen und industriellen Revolutionen extrem erfolgreich. Menschliche Wesen werden als materielle Objekte mit Newtonschen Eigen­ schaften beschrieben. Die Newtonsche Wis­ senschaft betrachtete die Existenz des Universums als die Geschichte der sich entwickelnden Materie und den Kosmos als eine gigantische Superma­ schine. Zusätzlich ist die obige Beschreibung von der Natur der Wirklichkeit und der Menschen in der Vergangenheit im allgemeinen nicht als das gesehen worden. deren Operationen vollkommen deterministisch waren. Das war in der Praxis nicht zu machen. sie fließe gleichmäßig von der Vergangenheit durch die Gegenwart in die Zukunft. Bewußtsein und schöpferische Intelli­ genz als zufällige Nebenprodukte von Materie betrachtet. um alle beteiligten Faktoren identifizieren und messen zu können.Die Weitsicht der Kartesianisch-Newtonschen Wissenschaft Die traditionelle Physik vor Einstein fußte auf der festen Überzeugung. da die Welt zu komplex war. die in diesem Moment in der Welt wirken. die von den Sinnesor­ ganen angesammelt wurde und im zentralen Nervensystem verstaut ist. Geistige Aktivität beruht auf Information. jede Situation in der Vergangenheit genau zu rekonstruieren und alles in der Zukunft präzise vorherzusagen. sollten wir im Prinzip in der Lage sein. nämlich ein brauchbares Modell für die Organisation 353 . das Universum sei materieller Natur und setze sich aus fundamentalen Baustei­ nen oder Atomen zusammen. was sie ist.

Jede grundlegende Ände­ rung in der wissenschaftlichen Weitsicht muß weitreichende Konsequenzen für die Definition von Psychosen haben. Und da die traditionelle Wissenschaft meint. zwischen subjektiven Erfahrungen und der Welt der Konsens-Realität. ob jemand geistig gesund ist. ist das wissenschaftliche Verständnis von der Natur der Realität hier absolut entscheidend. daß irgendein pathologischer Prozeß das korrekte Funktionieren des Gehirns gestört haben muß. Ein normal funktionierendes menschliches Gehirn sollte das Universum richtig und genau reflektieren. sie in diesen Kategorien wahrnehmen. Mit Einsteins Relativitätstheorie und der Quantenphysik wurden die traditionellen Konzepte von Materie. Aus seiner sieht reflektiert das zentrale Nervensystem einfach die objektiv bestehende Welt. die vollkommen anders ist als das Newtonsche Bild des Universums. Zwar hat es im Laufe dieses Jahrhunderts einige dramatische Veränderungen im wissenschaftlichen Ver­ ständnis der Realität gegeben. Das physische Universum wird nun als vereintes Netz von paradoxen. Der gegenwärtige Zugang zu geistiger Gesundheit und Krankheit ist ein direktes Ergebnis der verallgemeinerten Anwendung des Newtonschen Denkens auf psychiatrische Probleme. statistisch 354 . zu unterscheiden. Das neue Paradigma in der westlichen Wissenschaft Radikale Entwicklungen in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen haben nun zu einer Weitsicht geführt.der Beobachtungen und des zu einer bestimmten Zeit in der Geschichte der Wissenschaft verfügbaren Wissens. dem Eckstein der mechanistischen Wissen­ schaft. muß der. die oft als objektive Wirklichkeit bezeichnet wird. Aus logischer sieht wäre dies als eine schwerwiegende Verwechslung von »Landkarte« und »Gebiet« zu bezeichnen. die Welt habe tatsächlich Newtonsche Eigenschaften. Vielmehr wurde sie als definitive und akkurate Beschreibung der Wirklichkeit selbst betrachtet. Einige der radikalsten Veränderungen hat es in der Physik gegeben. Ein solcher Mensch leidet dann eben an »Geisteskrankheit«. aber die traditionell arbeitenden Psychologen und Psychiater haben die für ihre Disziplin unvermeidlichen Konsequenzen bisher nicht akzeptiert. der gesund sein soll. Da die Konzepte der objektiven Wirklichkeit und das genaue Überprüfen der Realitätswahrnehmung Schlüsselfaktoren bei der Bestimmung der Frage sind. Alle Defini­ tionen von Psychose betonen die Unfähigkeit des Individuums. Eine ernsthafte Abkehr von der Erfahrung der »objektiven Wirklichkeit« läßt vermuten. Raum und Zeit transzendiert.

in denen Bewußtsein und schöpferische Intelligenz eine entscheidende Rolle spielen. die außerhalb der konventionell definierten Grenzen des Individu­ ums liegen. die durch ihre Beiträ­ ge zu dieser aufregenden neuen Sichtweise der Realität bekannt geworden sind. sind der Physiker David Bohm und der Gehirnforscher Karl Pribram. Information wird in einem holographischen System so verteilt. Er hat darauf hingewiesen. Eine umfassende Erörterung des holographischen Verständnisses des Uni­ versums und des Gehirns würde den Rahmen dieses Buches sprengen. daß sie direkten und unmittelbaren Zugang zu Informationen außerhalb ihrer selbst haben. das auf vollkommen neuen Prinzipien beruht. Dieser Ansatz ist als der holographische bekannt geworden.determinierten Ereignissen gesehen. Zwei Wissenschaftler. daß man ein optisches Hologramm in viele Teile zerschneidet und zeigt.wenn sie in irgendeiner Weise Mikrokosmen eines viel größeren Systems sind dann ist es vorstellbar. und wir müssen die interessierten Leser auf diese Quellen verweisen. sondern ein komplexes Zusammenspiel von unterschiedlichen Arten und Frequenzen von Schwingungsphänomenen ist. sondern integrale Teile eines Universums mit holographischen Eigen­ schaften . wie transpersonale Erfahrungen direkten Zugang zu Informationen über verschiedene Aspekte des Universums vermitteln können. Das Thema ist ausführlich in meinem Buch Geburt. Unter den bedeutenden Kritikern des konventionellen Denkens sollten wir auch Gregory Bateson erwähnen. daß das Universum kein mechanisches System. hat den Boden für ein Verständnis von Realität bereitet. das gesamte Bild zu reproduzieren. Die Erkenntnis. Tod und Transzendenz und anderen Veröffentlichungen abgehandelt. daß alle Grenzen in der Welt illusionär und Geist und Natur untrennbar verbunden sind. Das Konzept der »verbreiteten Information« öffnet völlig neue Perspektiven für das Verständnis davon. daß Formen in der Natur und verschiedene Arten 355 . Ein für unsere Diskussion besonders relevanter Aspekt des holographischen Denkens ist die Möglichkeit einer ganz neuen Beziehung zwischen den Teilen und dem Ganzen. daß die herkömmliche Wissenschaft in ihrem einseitigen Bemühen um »energetische Verursachung« vollkommen das Problem des Ursprungs von Formen in der Natur vernachlässigt hat. Wenn das Individuum und das Gehirn keine isolierten Einheiten sind. Sein Konzept der morphischen Resonanz verweist darauf. der gezeigt hat. Das läßt sich sehr gut dadurch demonstrieren. Eine weitere grundlegende Herausforderung für das traditionelle Denken stellt die Arbeit des britischen Biologen Rupert Sheldrake dar. da einige seiner bemerkens­ werten Eigenschaften sich mit dem konzeptionellen Werkzeug des optischen Hologramms darstellen lassen. daß sie in jedem seiner Einzelteile enthalten und verfügbar ist. daß jedes Fragment in der Lage ist.

Auch Jungs Aussagen über das kollektive Unbewußte. Raum und lineare Kausalität transzendieren. die die moderne Bewußtseinsforschung entdeckt hat. Das neue Bild des Menschen ist paradoxer Natur und beinhaltet zwei komplementäre Aspekte. weisen Eigenschaften auf. Und die transpersonalen Erfahrungen. Anthropologie. das die mystischen Traditionen seit Tausenden von Jahren beschreiben. Neuerdings hat es unerwartet Unterstützung aus den Bereichen der Thanatologie. Dies ist das Bild. daß sie auf allen Ebenen unentwirrbar mit dem Gewebe des Universums verflochten ist. Die neuen Ergebnisse legen nahe. daß menschliche Geschöpfe mit allem. Aber in veränderten Geistesverfassungen können sie auch die Eigenschaften unendlicher Bewußtseinsfelder aufweisen . vielleicht sogar ihr übergeordnet. Menschen als biologische Maschinen zu sehen. daß Bewußtsein ein gleichrangiger Partner von Materie sein könnte. Es wird immer deutlicher. daß die Psyche nicht auf die postnatale Biographie und das Freudsche individu­ elle Unbewußte beschränkt ist. In Alltagssituationen und gewöhnlichen Bewußt­ seinszuständen mag es angemessen erscheinen. die Archetypen und Syn­ chronizität untergraben die Position der mechanistischen Wissenschaft und rütteln zudem an den Grenzen des eher prosaischen sogenannten »gesunden Menschenverstands«. stammt aber nicht von dort. Es wird vom Gehirn zwar vermittelt. was ist. Ein neues Bild des Menschen Die Entdeckungen der letzten Jahrzehnte weisen deutlich darauf hin. sowie aus der Arbeit mit spirituellen Krisen. in Einklang stehen. den Selbsterfahrungstherapien und der psyche­ delischen Forschung bekommen. Sie beschreiben die Psyche als universales Prinzip. das alle Existenz informiert und von der materiellen Well der Konsens-Rea­ lität untrennbar ist. Transpersonale Erfahrungen und ihr außergewöhnliches Potential machen diese Tatsache ganz deutlich. daß Bewußtsein kein Produkt des mensch­ lichen Gehirns ist. die die Grundfesten der traditionellen Glaubenssätze über die Beziehung zwischen Bewußtsein und Materie ins Wanken bringen. Para­ psychologie. 356 .Zeit.des Lernens von Feldern beherrscht werden. daß ein wesentliches Merkmal von Existenz das ist. und bestätigen die in vielen mystischen Traditionen vorkommende ewige Wahrheit. Die moderne Forschung hat verblüffendes Beweismaterial dafür erbracht. die von der derzeitigen Wis­ senschaft weder entdeckt noch gemessen werden können. Die modernen Entdeckungen in der Psychologie und Psychiatrie waren ebenso überraschend und radikal wie die in den Naturwissenschaften.

das sogenannte Wellen-Partikel-Paradoxon. die klare und logische Antworten fordert. psychedeli­ schen Sitzungen und zuweilen auch spontan auftreten. Diese Art. Die bezeichnen wir als »holotrope« Bewußtseinszustände (aus den griechischen Wörtern holos = »ganz« und trepein = »sich auf etwas zubewegen«). die Paradoxe beinhaltet. Hypnose. uns selbst und die Well zu erfahren. Die traditionelle Psychiatrie hat alle Erfahrungen von holotropem Bewußt­ sein als pathologische Phänomene abgetan. etwas anderes erfahren als den gegenwärtigen Augenblick und Ort. Diese Situation steht in scharfem Kontrast zu der Art. aus den griechischen Wörtern hyle = »Materie« und trepein .All die Erfahrungen. der Raum ist dreidimensional. daß das alte Paradigma über keine ausreichende Erklärung für diese Erfahrungen ver­ fügte und sie anders nicht deuten konnte. Es gibt jedoch einen bedeutsamen Präzedenz­ fall: In den dreißiger Jahren stießen die Wissenschaftler auf einen Wider­ spruch in der subatomaren Physik. die wir in unseren gewöhnlichen Bewußtseinszustän­ den haben. wir seien Newtonsche Objekte in einer Welt mit Newtonschen Eigenschaften. mag der Wis­ senschaft. In diesem Zustand können wir ein breites Spektrum von Phänomenen erfahren. Materie ist fest. zunächst merkwürdig und unannehmbar erscheinen. obwohl der angebliche Krank­ heitsprozeß nie identifiziert wurde. Sie liefern uns starke Erfahrungsbeweise dafür. Eine Beschreibung des Menschen. wieder andere verschiedene Aspekte des transpersonalen Reiches. 357 . Selbsterfahrungstherapie. können wir als »hylotrope« Bewußtseinsform bezeichnen (wörtlich »materie-oricntiert«. einige davon sind lebhafte Wiederaufführungen von vergangenen Ereignissen. Sie enthüllen vielmehr außergewöhnliche Möglichkeiten der menschlichen Psyche und wichtige Aspekte einer nor­ malerweise unserer Bewußtheit verborgenen Realität. die Zeit linear und alles durch Ketten von Ursache und Wirkung miteinander verbunden. und legen die Existenz von Wirklich­ keiten und Wesen nicht-materieller Natur nahe. sondern endlose Bewußtseinsfelder sind. daß all ihre Grenzen beliebig und wir selbst nicht materielle Köiper. bestätigen die Vorstellung. die Tatsache also. daß Newtons Zeit und Raum transzendiert werden können. Sie zeigen auch. mit all unseren Sinnen. Dies spiegelt die Tatsache. daß Licht und subatomare Materie sich in manchen Situationen als Partikel und in anderen als Wellen manifestieren können. Das sorgfältige Studium der holotropen Erfahrungen zeigt jedoch. in der wir uns selbst und die Welt in gewissen veränderten Bewußtseinszuständen erfahren. die bei der tiefen Meditation. daß die Welt der Materie nicht fest ist. andere Sequenzen von Tod und Wiedergeburt. daß es sich nicht um pathologische Produkte des Gehirns handelt. Im hylotropen Bewußtseinszustand können wir nie ganz.»sich auf etwas zubewegen«).

Die wesentlichen Kriterien zur Unterscheidung zwischen spirituellen Krisen. Und nun begegnen wir in den Wissenschaften vom Menschen einem ähnlichen Paradoxon. Die Diagnose der spirituellen Krise Zwei wichtige und häufig gestellte Fragen sind die. obwohl scheinbar unver­ einbar miteinander. mit welchen Leuten man über die Erfahrungen sprechen will. Gehirn-Arteriosklerose. Die erste diagnostische Aufgabe ist die. Da es zwischen diesen beiden Zuständen keine scharfen Grenzen gibt. tatsächlich zwei komplementäre Aspekte desselben Phänomens darstellen.ob der Prozeß als aufregend und wertvoll oder als erschreckend und überwältigend erlebt wird. Meningitis oder andere Infektionskrankheiten. daß Spiritualität eine legitime Dimension der Existenz ist und ihr Erwachen und ihre Entwicklung erwünscht sind.). daß jemand die Grenzen einer spirituellen Entwicklung überschritten hat und vor einer Krise steht. und welche Sprache man dabei benutzt. die Art. in dem der Betreffende den Alltag meistern kann. von großer Bedeutung. folgen als nächstes die diagnostischen Überlegungen. Wenn die Entscheidung getroffen wurde. daß sie das Bewußtsein verändern können. Die Unterscheidungskriterien für spirituelle Entwicklung und spirituelle Krisen finden sich in Tabelle 1 auf Seite 59. Das erste wichtige Kriterium ist die Intensität und Tiefe des Prozesses. von denen man weiß. ob man in eine Klinik eingewiesen werden wird. Schläfentumore. daß diese beiden Aspekte. das besagt. müssen diese Kriterien einfach als nützliche Richtlinien betrachtet werden. bestimmend sein. streng medizinischen Krankheiten und sogenannten Geisteskrankheiten haben wir wieder in Form einer Tabelle zusammengestellt (Tabelle 2 auf Seite 362 f. Urämie und andere. die Begegnung mit dem Rest der Gesellschaft aufrecht erhalten zu können.Dies kommt formal im Komplementaritätsprinzip von Niels Bohr zum Ausdruck. und wie es möglich ist. zwischen transformati­ ven Krisen. Ebenso wichtig ist die Einstellung zu dem. Und schließlich ist auch die Fähigkeit. alle durch klinische und Labortech­ niken feststellbaren medizinischen Zustände zu entdecken. wie man eine spirituelle Krise diagnostizieren kann. müssen die Fachleute die Tatsache akzeptieren. emotionalen und anderen auftretenden Manifestationen verantwortlich sein könnten . Wie gut man differenzieren kann.etwa Enzephalitis. was geschieht . kann für die Frage. die für die wahrnehmenden. in der er fließt. Um diese Fragen ernsthaft stellen zu können. und das Ausmaß. 358 . spiritueller Entwicklung und Geisteskrankheit zu unterscheiden.

Man darf Kategorisierungen dieser Art nicht mit so präzise definierten Erscheinungen wie Diabetes mellitus oder perni­ ziöser Anämie vergleichen. Außerdem zeigen inhaltlich verwirrte und schlecht geordnete Erfahrungen. Die Kriterien für eine Entscheidung dieser Art sind in der zweiten Spalte von Tabelle 2 zusammengefaßt. um zu kooperieren. die Grundregeln der Behandlung anzuerkennen. ausreichend Vertrauen. das Auftreten der Bleulerschen Primärsymplome von Schi­ zophrenie. in Betracht zu ziehen. ob wir es in einem bestimmten Fall mit einer spirituellen Krise zu tun haben. Dagegen kön­ nen eine lange Geschichte von ernsthaften psychologischen Schwierigkeiten und geringer sexueller und sozialer Anpassung im allgemeinen Vorsieht gebieten. zu unterscheiden. daß das Problem organischer Natur ist. daß der Prozeß der eigenen Psyche entstammen könnte. sexueller und sozialer Angepaßtheit vor der Episode. da es diesen Begriffen selbst an objektiver wissen­ schaftlicher Validität mangelt. und sie können nicht so genau identifiziert werden. die Fähigkeit. Zu den günstigen Zeichen gehören eine Biographie mit angemessener psychischer. perinatalen und biographischen Erfahrungen.Die psychologischen Symptome dieser organischen Psychosen lassen sich durch psychiatrische Untersuchungen und psychologische Tests deutlich von funktionalen Psychosen unterscheiden. Funktionale Psychosen sind streng genommen keine Krankheit. Wenn die angemessenen Untersuchungen und Tests die Möglichkeit ausge­ schlossen haben. daß wir einschätzen müssen. die in die Kategorie der spirituellen Krise passen. Die Kriterien dafür finden sich in der ersten Spalte der Tabelle 2. eine Häufung von manischen Elementen.das heißt seinen Zustand von funktionalen Psychosen zu unterscheiden. ob der Klient von den in diesem Buch beschriebenen Strategien profitieren könnte oder ob er auf traditionelle Weise behandelt werden sollte. Der Inhalt einer typischen spirituellen Krise ist eine Kombination von transpersonalen. Wei­ tere negative Indikatoren sind starke destruktive und selbstzerstörerische Tendenzen und Verletzungen der Grundregeln der Behandlung. daß traditionelle Ansätze vorzuziehen sein könnten. der systematische Einsatz von Projektion und das Vorkommen von verfolgenden Stimmen und Einbildungen an. absolut klare Kriterien für die Unterscheidung zwischen spirituellen Krisen und Psychose oder Geistes­ krankheit aufzustellen. ob der Klient in die Kategorie der spirituellen Krisen fällt . wie es in der Medizin zur Erstellung einer differenzierten Diagnose nötig ist. Es gibt keine Möglichkeit. bedeutet praktisch. Er weist einen gewissen Grad von Kohärenz auf und dreht sich wahrscheinlich um eines der im vierten Kapitel beschriebenen Themen oder eine Kombination von diesen. Die Aufgabe. muß als nächstes herausgefunden werden. macht 359 . und die Bereitschaft. Bei den Klienten.

Diese Situation ist zu Recht von transpersonal orientierten Therapeuten und Forschern kritisiert worden. und er sollte unterstützt werden. traditionelle psychiatrische Etikettierungen zu verwenden. Unter den gegenwärtigen Umständen verdunkelt die Verwendung von diagnostischen Etikettierungen die Fragen und behindert das heilende Po­ tential des Prozesses. Unter solchen Umständen sind emotionale und 360 . Zusätzlich zu den sozial stigmatisierenden und psy­ chisch schädigenden Auswirkungen schafft dies zu Unrecht den Eindruck. Er hat die Notwendigkeit betont. die Psychiatrie sollte zwei zusätz­ liche Kategorien für die Fälle haben. manisch-depressive und paranoide Reaktionen. Die Möglichkeiten. Er meint. Eine sorgfältige Analyse der Manifestationen der wesentlichen Arten von spirituellen Krisen zeigt. sehr wenig Sinn. in denen das Mystische und das Psychotische einander überschneiden: mystische Zustände mit psychoti­ schen Zügen und psychotische Zustände mit mystischen Qualitäten. ins Bewußtsein aufzutauchen. erhalten nicht nur die Krisen der spirituellen Öffnung. Da jedoch Ärzte mit traditioneller Ausbildung gewohnt sind. Der deutlichste und schärfste Kritiker der derzeitigen diagnostischen Praktiken auf diesem Gebiet ist David Lukoff. ein Psychiater an der Universität von Kalifornien in Los Angeles. und dient der Recht­ fertigung von unterdrückender Medikation als einer wissenschaftlich ange­ zeigten Behandlung. spontanen Heilungspotentials. Sie gelten im großen und ganzen für schizophrene.der Versuch. zwischen mystischen Zuständen und psychotischen Reaktionen zu unterscheiden. die die offiziellen diagnostischen Untersuchungsmetho­ den den Fachleuten zur Beschreibung von Menschen anbieten. die Störung sei eine präzise identifizierte Krankheit. in solchen Begriffen zu denken und oft auch im Kontext des etablierten medizinischen Systems arbeiten müssen. daß sie in keine der offiziellen Katego­ rien passen. werden wir hier kurz auf die Etikettierungen eingehen. Die­ ser Prozeß ist Ausdruck eines starken. Da die traditionelle Psychiatrie keine Unterscheidung zwischen psychotischen Reaktionen und mystischen Zuständen macht. Therapeutische Techniken und Strategien für spirituelle Krisen Veränderte Bewußtseinszustände machen es unbewußtem Material mit starker emotionaler Aufladung möglich. die eine spirituelle Krise durchleben. sind eindeutig unbefriedigend. sondern auch unkomplizierte transpersonale Erfahrungen oft ein pathologisches Etikett.

psychosomatische Symptome nicht Probleme. daß andere an lauten Geräuschen Anstoß nehmen könnten. aber finden ihn auch in Situationen. ist daher auch ein sehr effektives Training für Thera­ peuten. sehr hilfreich. da sie für das Problem der spirituellen Entwicklung von großer Bedeutung ist. Und schließlich läßt sich diese Methode auch bei einigen Leuten in transformativen Krisen als gute Möglichkeit einsetzen. ist es oft notwendig und angemessen. die bei Menschen in psychospirituellen Krisen am besten zu wirken scheinen. Wer genauere Angaben sucht. brauchen wir dann. Wir verwenden die Bezeichnung holotrop auf zweierlei Weise . und wir uns keine Gedanken darum machen müssen. mit dem wir arbeiten. Außerdem sind die grundlegenden therapeuti­ schen Strategien dieser Arbeit mit denen identisch. die im Kontext der humanistischen und transpersonalen Psychologie für emotionales Freisetzen entwickelt worden sind. sondern Hinweise auf heilende Bemühungen des Organismus. die es zu bekämpfen gilt. die mit Menschen in spirituellen Krisen arbeiten. in denen es um spirituelle Entwicklung und Krisen geht. Über die Holotrope Atemarbeit® werden wir etwas ausführlicher sprechen. Der Gebrauch des Wortes holotrop in bezug auf Therapie 361 . Als nächster Schritt muß für eine sichere Umgebung gesorgt werden. Dabei kann es sich um verschiedene Kombinationen von Erfah­ rungstherapien. den Klienten nur noch zu ermutigen. er solle ihn sich entfalten lassen und mit dem in Einklang gehen. Als Therapeuten müssen wir unseren Klienten diese grundlegende Philoso­ phie erklären und uns sicher sein. wenn der Prozeß sehr aktiv ist. wo es mehr um Entwicklung als um Krise geht oder bei denen die Transformation in eine Sackgasse geraten ist. die schon in diesem Prozeß stehen. dem sei Stanislav Grofs Buch Das Abenteuer der Selbstentdeckung empfohlen. daß sie sie verstanden haben. Diesen Ansatz haben wir ursprünglich für erfahrende Selbsterforschung und Heilung entwickelt. was geschieht. Nachdem gewisse Regeln in bezug auf destruktives oder selbstzerstörerisches Verhalten festgesetzt worden sind. die aktivierend auf das Unbewußte wirken. In Fällen. bevor wir weitergehen. die unter­ stützt. beschleunigen und vertiefen. Wir setzen zu diesem Zweck die Methode der Holotropen Atemarbeit® ein. Diese Methode kann starke transfonnative Erfahrungen auslösen und die spirituelle Entwicklung von Menschen. Die Ausbildung in Holotroper Atemarbeit®. nicht gestört wird. ermutigt und einer Vollendung zugeführt werden müssen. Stillstand zu überwinden oder den Prozeß zu vertiefen und zu beschleunigen. Ansätze zu verwenden. die die persönliche Atemerfahrung mit der Hilfe für andere verbindet. in der der Mensch. und um Körperarbeit handeln.für die von uns entwickelte therapeutische Technik und für die von ihr induzierte Bewußtseinsform.

Koordination nicht ernsthaft gestört Fähigkeit zu kommunizieren und zu ko­ operieren (gelegentlich könnte tiefes In­ volviertsein in den inneren Prozeß ein Problem sein) Psychologische Kriterien Die persönliche Geschichte weist seit der Kindheit ernsthafte Schwierigkeiten mit zwischenmenschlichen Beziehungen auf. keine ernsthafte psychi­ atrische Vorgeschichte 362 . Bewußtsein meist klar. die psychische Veränderungen be­ wirkt Klinische Untersuchungen und Labor­ tests decken einen Krankheitsprozeß im Gehirn auf. umnebeltes Bewußtsein. Zeit. die nahelegen. die auf die Notwendigkeit eines medizinischen Herangehens an das Problem hinweisen Charakteristika des Prozesses. daß Strategien für spirituelle Ent­ wicklung funktionieren könnten Medizinische Kriterien Klinische Untersuchungen und Labor­ tests decken eine physische Krankheit auf.Tabelle 2: Unterscheidung zwischen spiritueller Entwicklung und psychiatrischen Störungen Charakteristika des Prozesses. Ort). schlechte soziale Anpas­ sung. Freundschaften zu schließen und intime sexuelle Beziehun­ gen zu haben. aber intakt. Desorganisation und ge­ störte intellektuelle Funktionen behin­ dern die Kommunikation und Koopera­ tion Negative Ergebnisse von klinischen Un­ tersuchungen und Labortests für eine physische Krankheit Negative Ergebnisse bei den klinischen Untersuchungen und Labortests für ei­ nen pathologischen Prozeß.) Spezifische psychologische Tests wei­ sen auf eine organische Schädigung des Gehirns hin Schädigung von Intellekt und Gedächt­ nis. der das Ge­ hirn beeinflußt Negative Ergebnisse bei den psycholo­ gischen Tests für organische Schädigun­ gen Intellekt und Gedächtnis qualitativ ver­ ändert. einiger Er­ folg in Schule und Beruf: Netzw'erk von Freunden und die Fähigkeit zu sexuellen Beziehungen. Röntgen usw. der psychologische Verän­ derungen bewirkt (neurologische Refle­ xe. die durch zwischenmenschli­ che Fertigkeiten belegt sind. Rückenmarksflüssigkeit. gute grundlegende Orientierung. schlechte Koordina­ tion Verwirrung. Probleme mit der grundlegenden Orientierung (Name. Unfähigkeit. meist eine lange Vorgeschichte von psychiatrischen Problemen Angemessene Funktionsweisen vor der Episode.

akustische Halluzinationen von Feinden (»Stim­ men«) mit sehr unerfreulichem Inhalt Durchbrechen der Grundregeln der The­ rapie (sich selbst und andere nicht zu verletzen. kein Ver­ folgungswahn oder »Stimmen« Autistischer Rückzug. Ver­ nachlässigung der grundlegenden hygie­ nischen Bedürfnisse) Die Fähigkeit. auch während Episoden mit dramatischen Erfahrungen. Fähigkeit. den Prozeß als inner­ psychische Angelegenheit zu sehen. »Ausagieren« Grundlegendes Mißtrauen. Inkohärenz Sequenzen von biographischen Erinne­ rungen. die Einrichtung nicht zu zer­ stören): destruktive und selbstzerstöreri­ sche (suizidale oder selbstverstümmelnde) Impulse und eine Tendenz. die spon­ tan oder im Laufe der therapeutischen Arbeit auftreten. ihn internalisiert zu halten Ausreichend Vertrauen. transpersonale Erfahrungen. möglicher­ weise die Einsicht. über längere Zeiträume hinweg zu essen oder zu trinken. Mangel an jedwe­ der Bedeutung. ausreichende Fähigkeit. die Welt und alle Menschen werden als feindlich emp­ funden. um Hilfe anzu­ nehmen und zu kooperieren. Vorfälle von echter Synchronizität (für andere offensichtlich) Die Fähigkeit. sie ohne Vorwarnung auszuleben Das Verhalten gefährdet die Gesundheit und gibt Anlaß zu ernsthaften Sorgen (Weigerung. unqualifizierte Verände­ rungen von Emotionen und Verhalten. Themen von Geburt und Tod. Wech­ sel und Entwicklung von Themen.Schlecht organisierter und definierter Prozeßinhalt. Entgleiten der Asso­ ziationen. sich den Prozeß zu eigen zu machen. zwischen Innen und Außen zu unter­ scheiden. oft bestimmbares Fortschreiten. in Verbindung zu ste­ hen und zu kooperieren Bewußtheit der innerpsychischen Natur des Prozesses. über sie zu sprechen und Vorsichtsmaß­ nahmen zu akzeptieren Gute Kooperation in Belangen der phy­ sischen Gesundheit. Aggressivität oder kontrollierendes und manipulatives Verhalten behindert eine gute Arbeitsbe­ ziehung und macht die Kooperation un­ möglich Die Unfähigkeit. daß der Prozeß hei­ lender oder spiritueller Natur ist. unspezifische Desorganisation der psy­ chischen Funktionen. extensive Projektion und Schuldzuweisungen. keine destruktiven oder selbstzerstörerischen Gedanken und Tendenzen oder aber die Fähigkeit. der grundlegenden Versorgung und der Hygieneregeln 363 . die Grundregeln der The­ rapie zu respektieren. Verfolgungswahn. kein Hinweis auf Ent­ wicklungsrichtung. Verwechslung von inneren Erfahrungen und Außenwelt.

Gewöhnlich betonen wir. Wenn die Arbeit in einer Gruppe gemacht wird. die bei diesem Prozeß auftauchen können. schlagen wir ihnen vor. die während der ganzen Sitzung gespielt wird. daß Phänomene wie Sequenzen von Tod und Wiedergeburt. archetypische Visionen. Wir versuchen. das analytische Urteilen einzustellen und Bilder. wenn sie sich stabilisiert haben. während die andere als Begleiter fungiert. Musik und nach innen gerichteter Aufmerksamkeit ist von Mensch zu Mensch 364 . die eine sichere Umgebung schaffen und Unterstützung geben. In diesem Fall erhält auch die helfende Gruppe einige Richtlinien. Diejenigen. die innere Fragmentierung sowie das Gefühl der Trennung zwischen dem Individuum und der Umgebung zu überwinden. mit seinem Heilungspotential zu kooperieren. die Einzelheiten der Körperarbeit und die Grundregeln des Vorgehens. die potentiell am heilendsten sind. wer von beiden anfängt. Wir sagen ihnen. Dieser Teil der Vorbereitung soll dem Teilnehmer die Erlaubnis vermitteln. Wenn wir jemanden auf das holotrope Atmen vorbereiten. das Ziel sei. weil der Durchschnittsmensch des Westens veränderten Bewußtseinszuständen völlig unwissend gegenüber­ steht und viele falsche Auffassungen und Vorurteile über genau die Erfah­ rungen hat. anzunehmen und ihnen zu vertrauen. Viele der Schwierigkeiten in diesen Zuständen ent­ stehen durch Widerstand gegen den Prozeß und den Unwillen oder die Unfähigkeit. atmet die eine Hälfte der Teilnehmer. sich auf Matratzen zu legen. und keine Rede von irgend etwas Pathologischem sein kann. Emotionen und Körpergefühle völlig unzensiert und unbehindert auftauchen zu lassen. sprechen wir zunächst über die Arten von Erfahrungen. was wir bevorzugen. die sich für die Atemarbeit entschieden haben. die aus der Tiefe der Psyche aufsteigen. Außerdem ist diese Botschaft besonders für Men­ schen in einer transpersonalen Krise wichtig. Nach dieser Einführung beginnt die holotrope Sitzung.meint. Außerdem besprechen wir die Technik der Holotropen Atemarbeit®. daß solche Erfahrungen regelmäßig bei dieser Form von Selbsterforschung auftauchen und daß schon viele andere sie erlebt haben. daß es entscheidend darauf ankommt. die ihre Aufmerksamkeit auf den Körper. Die Teilnehmer wählen dann einen Partner und entscheiden. Sie werden durch eine kurze Entspannungsübung geleitet. alle Inhalte. den Geist und den Atem richtet. Erfahrungen aus früheren Inkarna­ tionen und Zustände von kosmischem Einssein absolut normal sind. Die Reaktion auf diese Kombination von beschleunigter Atmung. Wenn sie entspannt sind. Das ist deswegen wichtig. Natürlich können Leute in einer intensiven Form von transformativer Krise erst dann als Begleiter arbeiten. schneller zu atmen und sich dem Ruß der Musik zu öffnen. ganz klar die Botschaft zu vermitteln. werden gebeten. deren Psyche von unbekannten Faktoren aktiviert ist.

einem höheren alkalischen Gehalt und einer herabgesetzten Ionisierung von Kalzium .verschieden. Bei manchen bauen sich intensive Emotionen wie Trauer. Sie verschwinden meist.erklärt. die mit einem Minimum an äußerem Ausdruck von Gefühlen oder Körper­ bewegungen einhergingen. daß sie immer entspannter werden. Wir haben viele kraftvolle und lebensverändernde Transformationen gesehen. aber friedliche Erfahrung steht in direktem Gegensatz zu den in den medizinischen Standardwerken beschriebenen Auswirkungen von beschleunigter Atmung. Die bei manchen Menschen durch das schnellere Atmen auflretenden physischen Spannungen und Schmerzen sind Teil des an die Oberfläche gelangenden Materials. die Quelle dieser Gefühle und Empfindungen zu identifizieren. Das heißt nicht notwendigerweise. Der durch die holotrope Atmung induzierte außergewöhnliche Bewußtseinszustand scheint mit biochemischen Veränderungen im Gehirn assoziiert zu sein. die wir noch nicht vollkommen verdaut und psy­ chologisch assimiliert haben. Wut oder sexuelle Erregung auf. daß er nicht reagiert. das aus dem Unbe­ wußten aufsteigt. sich von Licht durchdrungen fühlen und ihre Grenzen zur äußeren Welt verlieren. nicht einfach eine Reaktion auf das Atmen. Nach einer viertel bis halben Stunde zeigen die meisten Teilnehmer starke aktive Reaktionen. Gelegentlich verinnerlicht jemand die Erfahrung völlig und zeigt nach außen hin sehr wenig. Sehr häutig tragen begleitende Visionen oder Erinnerungen dazu bei. Unsere Beobachtungen führen zu einer ganz anderen Erklärung. wenn nötig. so daß wir sie ganz erfahren und die mit ihnen assoziierten Emotionen freisetzen können. wenn die alten Traumata bereinigt werden. physisch zum Ausdruck ge­ bracht werden. Die Reaktionen von verschie- 365 . daß die Inhalte des Unbewußten an die Oberfläche kommen. Holotrope Atmung macht sie zugänglich. bewußt erfahren und. Die spezifische Reaktionsform hängt von dem Material ab. Es gibt in jeder Gruppe ein paar Leute. Spasmen. Sie können ganz ohne vorhergehende Spannungen oder Anstrengungen direkt in eine profunde mystische Einheitserfahrung hineingleiten. die es möglich machen. Freude. Die Symptome dieses sogenannten Hyperventilations-Syndroms werden als zwingende phy­ siologische Reaktion auf intensive Atmung gewertet und mit biochemischen Veränderungen in der Blutzusammensetzung . Aus traditioneller sieht führt schnelles Atmen immer zu dramatischen Spasmen in Händen und Füßen. die so reagieren. Wir tragen in Körper und Psyche Prägungen durch diverse traumatische Ereignisse. Die Holotrope Atemarbeit® stellt daher ein extrem wirksames Vorgehen zur Minderung von Spannung und Streß dar. Andere spüren eine starke Zunahme an Körperspannung und bringen sie durch Zittern. Diese starke. Beckenbewegungen oder dramati­ sche Gesten von Armen oder Händen zum Ausdruck.

366 . an einer bestimmten Sache zu arbeiten und sie in die gewünschte Richtung zu lenken. Spannungen werden aufgehoben. Diese Haltung des Nachgebens und Zulassens ist eher für die orientalischen spirituellen Disziplinen charakteristisch als für die westlichen Therapien. Wie auch immer die spezifischen Inhalte und Formen der holotropen Sitzung aussehen mögen. was auch immer ins Bewußtsein auftaucht. das Gefühl bekommen. Eine Aktivierung der Psyche durch beschleunigte Atmung scheint spontane Heilungsprozesse in Gang zu setzen. In dieser Hinsieht ähneln holotrope Sit­ zungen spirituellen Krisen. obwohl im letzteren Fall die Psyche natürlich nicht absichtlich. Die Intensität der Erfahrungen nimmt langsam zu. an dem die meisten Menschen. Solche Erfahrungen von kosmischer Einheit sind extrem heilsam und können eine anhaltende Wirkung haben. und sich der Erfahrung hinzugeben. die sich mit schmerzhaften Fragen auseinandergesetzt haben. Ihre Erfahrung öffnet sich vom Dunkel zum Licht. Den Rest der Sitzung verbringen die Teilnehmer in stiller Meditation und erleben so den Übergang zum Alltagsbewußtsein. sondern durch unbekannte Faktoren stimuliert wird. die von tiefer organismischer Weisheit regiert werden. eine perinatale Sequenz von psychischem Tod und Wiedergeburt oder ein transpersonales Thema wie Erinnerungen an eine frühere Inkarnation. haben Visionen von sanftem. der Prozeß scheint einen charakteristischen Verlauf aufzu­ weisen. der Natur und dem Universum eng verbunden. die auftauchen. Aus diesem Grund ist die beste mentale Einstellung bei dem holotropen Prozeß die der Empfänglichkeit. Sie beinhalten die unterschiedlichsten physischen Manifestationen und natürlich ein noch breiteres Spektrum von psychologischen Inhalten. ganz da zu sein. Wir hören oft Bemerkungen wie: »So entspannt war ich in meinem ganzen Leben noch nicht«. was aus dem Unbewußten oder Überbewußten kommt. die Erfahrungen. Dazu gehören unabge­ schlossene biographische Angelegenheiten. und schwierige Emotionen werden durch ein Gefühl von Frieden und Freude ersetzt. die darauf abzielen. vertrauensvoll alles zu erfahren. Am Ende der Sitzung sind die Leute gewöhnlich vollkommen entspannt und friedvoll. leuchtendem Licht und fühlen sich anderen Menschen. bis sie einen Kulminationspunkt erreichen. In der holotropen Therapie (und während einer spirituellen Krise) ist die sinnvollste Strategie die. Offenheit und Bereitschaft. oder »Ich habe mich noch nie so gut gefühlt«. Ob wir das in dem Moment so verstehen oder nicht.denen Menschen auf dieselbe Situation sind unterschiedlich. eine Lösung oder sogar einen Durchbruch zu erreichen. Bei manchen geht dieses Gefühl von Wohlbefinden noch tiefer: sie erleben Gelassenheit und innere Ruhe. ein mythologisches Motiv oder Gefühle von kosmischer Einheit. voll zu erleben. sind Ausdruck dieses Heilungspotentials. Schmerzen ver­ schwinden.

zum richtigen Zeitpunkt korrekte Interpretationen liefert und mit Übertragung arbeitet . bis eine befriedigende Vollendung erreicht ist. Der Prozeß wird automatisch die wirksamsten Mittel zur Befreiung finden. den Rest des Körpers seine eigene Art finden zu lassen. Die Technik der Holotropen Atemarbeit® ist ausgesprochen einfach. Das läßt sich durch die kombinierten Bemühungen von Klient und Helfer bewerkstelligen. Grimassen. verstärken wir es weiter durch äußere Interventionen wie Druck oder Massage. weinen und sich wie ein Baby äußern. Traurigkeit (Schwere im Brustkorb) oder überschüssige Energie in Annen und Händen.in dem Versuch. daß der Therapeut den Prozeß versteht. tierische Laute hervorstoßen oder schamanische Lieder singen. Schwimmen oder Festkrallen. Rolfing und Bioenergetik. Körperbewegungen. Und es kommt darauf an. Wir sehen oft intensives Zittern. diese Arbeit so lange weiterzumachen. die wir »fokussierte Körper­ arbeit« nennen. können auch die äußerlichen Manifestationen außerordentlich vielfältig sein. Die wesentliche Strategie ist in diesem Stadium die. Deren Hauptanliegen ist es. Manch einer hat jedoch noch Reste von physischem oder emotionalem Unbehagen wie Wut (Schmerz und Spannung in Nacken und Schultern). Wir nutzen einfach die spontanen Heilkräfte. wenn man sie etwa mit traditionellen Formen von Gesprächstherapie vergleicht. die Verzerrungen in der Beziehung zwischen Klient und Therapeut zu entwirren. Es ist wichtig. in Zungen reden oder eine fremde Sprache sprechen. ln diesen Fällen wenden wir eine Technik an. das dem Symptom zugrunde­ liegende Problem voll ins Bewußtsein zu bringen. komplexe Gesten oder sogar tierische Verhaltensmuster wie Kriechen. Da die zugrundeliegenden Probleme jedoch biographische Geschichten. daß der Betreffende die Erfahrung noch nicht richtig vollendet hat. Während der Atmende absichtlich das Unbehagen betont. da solche merkwür­ digen Manifestationen oft zu einer unerwarteten Auflösung von schwierigen emotionalen und psychosomatischen Problemen führen. die auftauchenden Angelegenheiten allein mit dem Atmen zu klären und die Sitzung ohne äußere Eingriffe durch ihren Begleiter oder uns zu vollenden. Aspek­ te der biologischen Geburt oder irgend etwas aus dem transpersonalen Reich sein können. Diese Probleme zeigen. dem Prozeß zu vertrauen. 367 . die durch das auftauchende unbewußte Material entstehen. und ihre intrinsische Weisheit. deren Betonung darauf liegt. voll auf die Situation zu reagieren. Der Klient kann eine Vielfalt von Tönen produzieren schreien. die in außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen verfügbar werden. Außerdem hat sie eine viel weniger starke technische Komponente als viele der neuen Erfahrungsmethoden wie Gestalttherapie.Vielen Leuten gelingt es in den holotropen Sitzungen.

ist der Schlüssel zu wirksa­ mer holotroper Arbeit. Bei den traditionellen Therapien bleibt der Klient meist in einer passiven Rolle und verläßt sich ganz auf die Ausbildung und Fertigkeiten des Therapeuten. egal welche Form der Prozeß annimmt.Das Geschick des holotropen Therapeuten liegt nicht in seinem tiefgreifen­ den intellektuellen Verständnis des therapeutischen Prozesses. für einen anderen da zu sein. In diesem Prozeß verlieren sie ihre bisherige Macht. Dieselbe Strategie ist in Situationen besonders nützlich. Da Heilung unter diesen Umständen spontan und natürlich erfolgt. der intelligent mit den natürlichen Heilungskräften kooperieren kann. gelassen zu bleiben. der inneren Weisheit der Heilungskräfte des Organismus zu vertrauen und ohne Beurteilung oder intellektuelles Verstehen alles zu unterstützen. unbewußte Inhalte auszuwählen und ins Bewußtsein zu bringen. was geschieht. ungewöhnliche körperliche Symptome und nicht leicht verständliche Erfahrungen gehören. die stark emotional aufgeladen und daher psychologisch wichtig sind. der den Prozeß der Heilung unterstützt«. Diese Fähigkeit. Dessen Verständnis der anstehenden Probleme und des thera­ peutischen Prozesses wird sehr viel höher eingeschätzt als das des Klienten. ist der Therapeut für den therapeutischen Prozeß nicht unbedingt notwendig. Dem 368 . welcher Schule ein bestimmter Therapeut angehört. Die Stärke eines holotropen Therapeuten liegt in seiner Fähigkeit. Die fokussierte Körperarbeit folgt der Energie und trägt zur Freisetzung überall dort bei. Darum beinhaltet die Aus­ bildung von holotropen Therapeuten und Helfern für spirituelle Krisen immer eine Kombination von Einzelarbeit mit anderen Kollegen. Der Begriff Therapeut wird bei der holotropen Arbeit in seiner ursprünglichen griechischen Bedeutung verwendet: »Jemand. das emotionale und psy­ chische Wohlbefinden des Betreffenden weiter zu stören. Er ist vielmehr ein kon­ genialer Mitreisender. auch wenn dazu extreme Emotionen. Supervi­ sion in der Gruppe und systematischer Selbsterforschung in den eigenen holotropen Sitzungen. in denen es um spirituelle Krisen geht. Er kann nur aus extensiven persönlichen Erfahrungen von veränderten Bewußtseinszuständen und der wiederholten Konfrontation mit solchen Zuständen bei anderen erwachsen. Die Betonung liegt bei der Holotropen Atemarbeit® nicht auf brillanten Einsichten und Interpreta­ tionen oder standardisierten physischen Interventionen oder Manipulationen. bedingungslos einen dramatischen Erfahrungsprozeß in einem anderen Menschen zu unterstützen. Der veränderte Bewußtseinszustand hat die bemerkenswerte Fähigkeit. da die theoretischen Konstrukte von einer Schule zur anderen stark voneinander abweichen. wo sie spontan ansteht. Diese Frage ist ohnehin in hohem Maße problematisch. Die allgemeine Natur der Schwierigkeiten ist mehr oder weniger klar und richtet sich danach.

normale Bestandteile der menschlichen Psyche sind und nicht künstliche Produkte eines exotischen pathologischen Prozesses. Bei verschiedenen Formen und Stadien von spiritueller Entwicklung und Krisen können viele zusätzliche therapeutische Methoden von großem Wert sein. Unter diesen Methoden kann die Gestaltarbeit von Fritz Perls besonders nützlich sein. da nur er direkten Zugang zu dem Erfahrungsprozeß hat. Beim holotropen Modell wird der Klient als die wahre Quelle der Heilung betrachtet und ermutigt. auf die Symptome zu fokussieren. sich dem dahinterliegenden unbewußten Material stellt.Klienten bleibt es überlassen. wie relativ dieses Verständnis ist. eine Synthese von Gestalt. seine besondere Ausbildung. Im Hinblick auf das allgemeine Verständ­ nis des Prozesses stellen das theoretische Wissen des Therapeuten. der die tiefen Wurzeln von Sym­ ptomen entdeckt. daß dies auch bei den meisten spirituellen Krisen vorhanden ist. daß die Phänomene. Sie trägt dazu bei. Musik und Ritual kann sehr hilfreich dabei sein. daß sie durch etwas so Einfaches wie beschleunigte Atmung ausgelöst werden können. die spontan während transformativer Krisen auftreten. Psychodrama. Die Tatsache. Therapeuten sind sich oft sehr wenig bewußt. Sie haben gezeigt. In gewissem Sinne ist er letzten Endes der wirkliche Experte. Und indirekt zeigt das therapeutische und transformative Potential der Holotropen Atemarbeit®. Sie haben alle dasselbe allgemeine Ziel: sich selbst besser verstehen zu lernen und den emotionalen und psychosomati­ schen Problemen an die Wurzeln zu gehen. das zu erkennen und ein Gefühl von Meisterschaft und Unabhängigkeit zu entwickeln. Die Interpretationen wechseln je nach Schule und von einem Therapeuten zum nächsten. der alle die Schlüssel liefert. Aber in dem Verständnis der spezifischen Probleme des Klienten ist dieser dem Therapeu­ ten oft weit voraus. seine persönlichen holotropen Sitzungen und die Arbeit mit vielen anderen Klienten einen deutlichen Vorteil dar. es durcharbeitet und dem Therapeuten von seinen Einsichten berichtet. sich dieses Verständnis im Laufe der Therapie emotional und intellektuell anzueignen. befreit sie gewiß von dem Verdacht des Pathologischen. und der Mangel an Übereinstimmung auf diesem Gebiet ist wirklich erstaunlich. Der Klient ist derjenige. die zugrundeliegenden unbewußten Angelegenheiten zu erforschen und die Vollendung zu erleichtern. sich verschiedenen schwierigen Gebieten der Psyche 369 . Sie alle gehören zu den sogenannten aufdeckenden Therapien Ansätzen. Das Spek­ trum der holotropen Erfahrungen ist sozusagen identisch mit dem der spirituellen Krisen. Paul Rebillots einzigartiger Prozeß »Die Helden­ reise«. die Zugang zu unbewußtem Material vermitteln und dessen Integration möglich machen. Unsere Erfahrungen mit der Holotropen Atemarbeit® haben das Konzept der spirituellen Krise sowohl theoretisch wie praktisch bestätigt.

Wie das Jungsche Sandspiel kann auch Malerei eine wichtige Rolle dabei spielen.auf spielerische und unbedrohliche Weise zu stellen. dem jeweiligen Stadium und der momentanen Intensität anpassen. Manche Leute finden die Arbeit mit Ton oder ähnlichen Materialien noch bedeutungs. Zudem sollten verschiedene Arten von künstlerischen Ausdrucksweisen integraler Bestandteil jedes umfassenden Behandlungsprogramms bei psy­ chospirituellen Krisen sein. über Nacht dableiben lassen. Das gilt ebenso für verschiedene Übungen aus Roberto Assagiolis Psychosynthese. blockierte emotionale und physische Energien zu befreien. Da können auch Bioenergetik und andere Formen von Reichianischen und Neo-Reichianischen Techniken sehr nützlich sein. Je nach den Umständen könnte man sie ambulant anbieten oder den Klienten auch. unbewußte Inhalte zu konkretisieren und ihre bewußte Integration zu erleichtern. ist sie per se ein starkes therapeutisches Werkzeug. bietet eine ungewöhn­ liche Möglichkeit. besonders spontane und kreative Bewegungen. wenn die Therapeuten den Ausdruck der bei der Behandlung aufsteigenden Emotionen zulassen. da sie den freien Fluß von bisher blockierten Emotionen und physischen Energien fördert. die Inhalte des Unbewußten dadurch zu konkretisieren. die die Methode der geführten Imagination verwenden. Hier stünden alle diese Techniken zur Verfügung und ließen sich differenziert und einfühlsam der Form des Prozesses. Rolfing und verschiedene Formen von Massage können wichtige Ergänzungen zur Therapie sein. verschie­ dene dynamische Kräfte in der Psyche zum Ausdruck zu bringen. die darauf ausgerichtet ist. wie wir es beschrieben haben. da fachmännische Hilfe rund um die Uhr zur Verfügung stünde. Auch Akupunktur durch einen erfahre­ nen Heiler kann wertvoll sein. das auf den Prinzipien der Jungschen Psychologie beruht. die den Zwölf-Schritte-Programmen ähnlich wären. Körperarbeit spielt bei der Behandlung von transformativen Krisen eine wichtige und integrale Rolle. Wir haben bereits Körperarbeit beschrieben. Ein solches Zentrum würde auch unterstützende Gruppen anbieten. wenn nötig. Tanz kann ein wichtiger Kanal sein. Im Idealfall sollte die Therapie von Menschen in spirituellen Krisen in einem solchen Sanktuarium stattfinden. daß man in einem Sandkasten komplexe Szenen schafft und sie der bewußten Analyse zugänglich macht. Wenn sie in einer freien.und wirkungsvoller. Dora Kalffs Sandspiel. ausdrucks­ reichen Weise stattfindet. die es ermöglichen. . Dieses bemerkenswerte Werkzeug sollte in keiner Einrichtung zur Behandlung psychospiritueller Krisen fehlen.

die sich mit der Holotropen Atemarbeit® befassen. und an Jacquelyn Small und Gregory Zelonka für ihre Unterstützung unserer Arbeit. Wir schätzen und respektieren Jeremy Tarcher dafür. dem verstorbenen Joseph Campbell. als wir auf einige der gesellschaftlichen und beruflichen Hindernisse stießen. die zur Entstehung dieses Buches führten. John Perry und Julian Silverman für ihre Pionierarbeit und ihre Unterstützung. mehreren Lehrern und anderen Quellen der Inspiration zu begegnen. für ihren andauernden Enthusiasmus und den Mut. Anne und Jim Armstrong. die in unserem Leben eine so bedeutende Rolle spielen und uns beständig neue Hoffnung. Wir möchten ihnen unsere Dankbarkeit für all das bezeugen. herrlichen Humor und großes Glück bescheren. Pater Thomas Matus. Nette Whitmore und den anderen Mitgliedern des liebevollen Teams am früheren Brightside-Zentrum für chemische 371 . unserem geliebten Freund. Bruder David Steindl-Rast. Zunächst Dank an unsere Familien dafür. die sie nur allzugut kannten. ihre eigene personale Transformation anzugehen. Mickey Reny. Beziehungsstifter und Führer. und besonders an unsere geliebten Kinder. Sandra und Michael Harner. die durch ihre persönlichen Erkundungen. ihre Lehren und ihre Art zu sein dazu beigetragen haben. Nathaniel und Sarah Healy. uns unsere eigenen Möglichkeiten zu zeigen. für seinen weitrei­ chenden Einfluß auf unser Leben. Noelle Nichols. Dora Kalff. Frances Vaughan und Roger Walsh. Dank an die vielen begabten Menschen. ehemals Kopf der Siddha-Yoga-Familie. und danken unserem Lektor Dan Joy. Betty Monaghan. Wir hatten das Glück. daß er uns so hinge sanft gedrängt hat.Dank Die persönlichen und beruflichen Schritte. Unsere tiefe Dankbarkeit gilt Rod Allison. unseren Kollegen und lieben Freunden in der Welt der transpersonalen Philosophie und Psychologie. Jack und Liana Komfield. waren stark von einigen besonderen und bedeutenden Menschen beeinflußt. Sam Freeman. bis wir dieses Buch geschrieben haben. das sie uns gegeben haben. daß sie uns während unserer vielen Umwege und Abschweifungen Liebe und Zuwendung gegeben haben. die uns Freundschaft geschenkt und die Richtung gewiesen haben: unsere tiefe Dankbarkeit gilt dem verstorbenen Swami Muktananda Paramahansa. Angeles Arrien.

bereitwillige und einfühlsame Unterstützung bei der Formulierung dieses Projekts. Besonderer Dank an Margaret Stevens für ihre ehrliche. Ohne sie hätten wir dieses Buch nicht schreiben können. Nicola Kester und Jeneane Prevatt. Durch ihre wertvollen Beiträge und ihren persönlicher Einsatz über viele Hürden hinweg konnten zahllose Menschen dringend notwendige Hilfe bekommen. ihr Verständnis und ihr Humor umgaben uns in unserer dunkelsten Stunde. Megan Nolan. die dort als Koordinatoren gedient haben: Rita Rohen. und sie halfen uns. . Ihre Geduld. Und schließlich ein Wort des Dankes an die vielen Menschen. die uns über die Jahre die sehr persönlichen Geschichten ihrer eigenen spirituellen Krisen erzählt haben. Charles Lonsdale. Dank an die Mitarbeiter und Freiwilligen des Spiritual Emergence-Netzwerks und besonders an die. unsere Krise in eine wunderbare Möglichkeit für Heilung und Erweiterung zu transformieren.Abhängigkeiten in Cartnel. Kalifornien. ihr Mitgefühl.

Platon: Phaidros. Reading. Aufl.a. da diese Stelle sich so nicht in der deutschen Fassung von Böhmes Werk befindet. Irina Tweedie: Wie Phönix aus der Asche. Eugene O’Neill: Eines langen Tages Reise in die Nacht. S.: Addison Wesley 1978. 95. Düsseldorf: Diederichs 1972. Übersetzt nach der amerikanischen Ausgabe. 373 . 64. Swami Muktananda: Spiel des Bewußtseins.O. S. 166..Anmerkungen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 Teresa von Avila: Die Seelenburg der heiligen Theresia von Jesu. S. London: Oxford University Press 1971. München: Kösel. 8. Mirabai: The Devotional Poems of Mirabai. New York: Penguin Books 1986. in der deutschen Übersetzung (Grashalme ) findet sich diese Stelle nicht. Stuttgart: Reclam 1979. Hrsg.. S. Eliot: »Vier Quartette«. 273.H. Patsy Neal in: Murphy. S. S.: Suhrkamp 1988. in: The Complete Poems. Jakob Böhme: Die Morgenröte. Swami Muktananda. S. Übersetzt nach der amerikanischen Ausgabe. Johannes vom Kreuz: Dunkle Nacht. Übersetzt nach der amerikanischen Ausgabe. Freiburg: Aurum 1975. 111. »Brihad Aranyaka Upanishad« in: The Thirteen Principle Upanishads. a. 1984. Delhi. 40. in: Gesammelte Gedichte . D. 83 f. Rhea: The Psychic Side of Sports. a. S. A. T. Indien: Motilal Banarsidass 1980. S. München: Kösel. William Blake: »Auguries of Innocence«. New York: Penguin Books 1986. S. 30. Stuttgart: Reclam 1967. Lawrence: The Complete Poems. S. 217. Frankfurt a.W. Mass. Teresa von Avila. München: O. Laotse: Tao te king. Walt Whitman: Leaves of Grass. Michael. und White. 728. Aufl. S. 65.S.O. 7.a. 118.O. S.a. S. 506. von Vivian de Sola Pinto und Warren Roberts. 299. 1987. da diese Stelle in der deutschen Fassung so nicht vorkommt. Barth 1972.M.

M.A. 36 Joseph Campbell. Richards: »Implications of LSD and Experi­ mental Mysticism«. S. 36. a. 37 Lewis Carroll: Alice im Wunderland. 28 Gib es weiter . 1966. 23 John Perry: The Far Side of Madness. Barth 1981. 365. Lewis: Ecstatic Religions. 29. Düsseldorf: Econ 1972.. 1988. 13. München: O. 1827. a.19 Walter N. S. Harmondsworth. München: Kösel 1987. München: Piper. 210 und 217.D.A. S. 506. 35 Aldous Huxley: Himmel und Hölle. 209 f. 22 Stanislav Grof: Das Abenteuer der Selbstentdeckung.a. Frankfurt a. 32 Cicero: Über die Gesetze. 26 Stanislav Grof. München: Deutscher Taschenbuch Verlag..Y. 7. 266. Popov: Tavgijoy: Moscow a Leningrad. 31 A.O. N. 1936. The Beauty of Compassion. von Swami Muktananda. 27 William James: Die Vielfalt religiöser Erfahrung. 24 Robert Monroe: Der Mann mit den zwei Leben.O. G. 208 f. 33 Joseph Campbell: Der Heros in tausend Gestalten. 30 I.: Suhrkamp 1978. 208. Foundation. South Fallsburg. Pahnke und W. 38 Joseph Campbell.E. S.O. Englewood Cliffs... 40 Joseph Campbell. S.J. Fowler: The Andreasson Affair.: Dharma Publishers 1983. 295. a. S. 67. 21 Albert Heim: »Notizen über den Tod durch Absturz«. N.B.O. Reinbek: Rowohlt 1969.: Penguin 1971. Aufl. S.a.Y. 41 Lalleshwari: Spiritual Poems by a Great Siddha Yogini.a.O. Hrsg. N.: PrenticeHall 1974. a. S. S.M. 20 Ramakrishna: Das Vermächtnis. S. 29 A. 1. Ca. Trudy Instituta antropologii i etnografii.: S. S. 25 R. 30. a.a.W. S. 1981. .. 5. 5: 175.: PrenticeHall 1979. München: Gemeinsames Dienstbüro der Anonymen Alkoholiker. Berkeley.O. S. Englewood Cliffs. in: Jahrbuch des Schweizer Alpenklubs 27: 327.J. Bd. Aufl. in: The Voice of the Buddha. 83. in: Journal of Religion and Health. S. 39 Joseph Campbell. 1989. 2. Olten: Walter 1976. 34 »Lalitavistara Sutra«.a. 291.a.

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S. Ingo Jahrsetz Im Maierbrühl 41 D-7800 Freiburg-Tiengen (07664) 59 850 Spiritual Emergence Network Schweiz lic. # A 314 Mill Valley. Brigitte Ashauer Sandbachstr. Myrtha Pfisterer-Rechsteiner Tannerstr. Psych.S. 66 CH-5000 Aarau (064) 24 3707 Information über Training in Holotroper Atemarbeit®: Grof Transpersonal Training 20 Sunnyside.phil. 001 (415) 383-8779 Information über Holotropes Atmen nach Grof Dipl.Adressen Spiritual Emergence Network Spiritual Emergence Network (SEN) 5905 Soquel Drive.A. Suite 650 Soquel.A. CA 95 073 U. 12 6200 Wiesbaden . CA 94 941 U. 001 (415) 327-2776 Spiritual Emergence Network Deutschland Dr.

Persönliches Wachstum und spirituelles Erwachen läßt Menschen oft in so stürmische Phasen geraten. Solche Zu­ stände wurden von der klassischen Psychiatrie bislang als Ausdruck psychischer Krankheit betrachtet und behandelt. damit sie in emotionale Heilung einmünden können. Dieses Buch des weltbekannten Therapeutenpaares Chri­ stina und Stanislav Grof vermittelt ein neues Verständnis von »spirituellen Krisen«: es zeigt das ihnen innewohnende positive Potential auf und gibt konkrete und praktische Hilfe. Die neuen Ebenen mystischer Erfahrungen oder außergewöhnlicher Bewußt­ seinszustände werden als verwirrend und beängstigend er­ lebt und sind oft von Identitätsverlust begleitet. daß sie in ih­ rem Alltag nicht mehr zurechtkommen. ISBN 3-466-34265-1 .

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