STANISLAV GROF

Das Abenteuer der Selbstentdeckung
HEILUNG DURCH VERÄNDERTE BEWUSSTSEINSZUSTÄNDE EIN LEITFADEN

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Zu diesem Buch

Immer mehr Menschen beginnen zu verstehen, daß die notwen­ dige Veränderung und Heilung unserer Lebenswelt im Inneren eines jeden von uns beginnen muß. Diese Veränderung ist nicht leieht. Viele psychotherapeutische Methoden erreichen nicht die tiefen Schichten, in denen die Wurzeln des seelischen Leidens liegen. Heilung kann nur geschehen, wenn nicht oberflächliche Symptome, sondern die darunterliegenden Ursachen behandelt werden. Stanislav Grof hat auf Grund jahrelanger Forschungen eine Me­ thode entwickelt, durch die der Klient mit der Unterstützung des Therapeuten die traumatischen Erfahrungen wiedererleben und in sein Bewußtsein integrieren kann. Diese Therapie hat sich zur Heilung von tiefen seelischen Krisen bewährt und sich als hervor­ ragender Weg zur Selbsterkenntnis erwiesen. In diesem Buch erklärt Grof auf allgemeinverständliche Weise die Grundlagen seiner Therapie, beschreibt, was in einer Sitzung pas­ sieren kann, und liefert Berichte von Leuten, die dabei außer­ gewöhnliche Erfahrungen gemacht haben. Eine faszinierende Einführung in eine der revolutionärsten Psychotherapien der letz­ ten fünfzig Jahre.
Dr. med. Dr. phil. Stanislav Grof, geboren 1931 in Prag, dort zuerst Studium der Medizin, später auch der Medizin-Philosophie, sowie Facharzt- und psychoanalytische Ausbildung. Seine in Prag begonnene Erforschung außergewöhnlicher Bewußtseinszustände setzte Grof 1967 in den USA fort, wo er heute lebt. 1978-1982 war er Präsident der International Transpersonal Association. Er ist Autor mehrerer wissenschaftlicher Bücher.

Stanislav Grof

Das Abenteuer der Selbstentdeckung
Heilung durch veränderte Bewußtseinszustände Ein Leitfaden

Deutsch von Wolfgang Stifter Scan & OCR von Shiva2012

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rororo transformation Herausgcgeben von Bernd Jost
Umschlaggestalltung Walter Hellmann (Foto Sambs/Bavaria)

5. Auflage Juli 2004 Veröffentlicht im Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, April 1994 Copyright der deutschen Ausgabe © 1987 by Kösel-Verlag GmbH & Co., München Die Originalausgabe erschien unter dem Titel »The Adventure of Selfdiscovery« Copyright © 1987 by Stanislav Grof Alle Rechte Vorbehalten Gesamtherstellung Clausen & Bosse, Leck Printed in Germany ISBN 3 499 19640 9

Inhalt

Einleitung ...................................................................................................... I. Dimensionen des Bewußtseins: Eine neue Kartographie der menschlichen Psyche......................................................................... A. Die sensorische Barriere und die analytisch-biographische Ebene ............................................................................................................... B. Die Begegnung mit Geburt und Tod: Die Dynamik perinataler Matrizen ......................... ................................................................... 1. Die erste perinatale Grundmatrix: Das amniotische Univer­ sum ............................................................................................................. 2. Die zweite perinatale Grundmatrix: Kosmisches Ver­ schlungenwerden und Ausweglosigkeit........................................ 3. Die dritte perinatale Grundmatrix: Der große Kampf vor Tod und Wiedergeburt........................................................................ 4. Die vierte perinatale Grundmatrix: Tod und Wiedergeburt . C. Jenseits des Gehirns: Transpersonale Dimensionen der Psyche .............................................................................................................. 1. Erweiterung des Erlebens innerhalb der »objektiven Reali­ tät« und der Raum-Zeit............................................... ....................... a. Überschreiten der räumlichen Grenzen...................................
Erfahrungen der Zweieinigkeit 72 - Identifikation mit anderen Perso­ nen 74 - Gruppenidentifikation und Gruppenbewußtsein 77 - Identifi­ kation mit Tieren 80 - Identifikation mit Pflanzen und botanischen Prozessen 84 - Erfahrungen der Einheit mit der Gesamtheit des Lebens und der Schöpfung 87 - Identifikation mit toter Materie und anorganischen Prozessen 89 - Planetarisches Bewußtsein 93 - Außer­ irdische Erfahrungen 95 - Identifikation mit dem gesamten physikali­ schen Universum 97 - PSI-Phänomene, in denen die Grenzen des Raums überschritten werden 97

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b. Überschreiten der Grenzen der linearen Zeit
Embryonale und fötale Erfahrungen 103 - Ahnen-Erfahrungen 108Erfahrungen, die sich auf die Existenz der Rasse und des Kollektivs beziehen 111 - Erinnerungen an frühere Inkarnationen 114- Phyloge­ netische Erfahrungen 128 - Erfahrungen, die sich auf die Evolution des Planeten beziehen 130 - Kosmogenetische Erfahrungen 130 PSI-Phänomene, in denen die Grenzen der Zeit überschritten werden 132

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c. Physische Introversion und Verengung des Bewußtseins
Organ-, Gewebe- und Zellbewußtsein 136

136

2. Erweiterung des Erlebens über die Grenzen der »objektiven Realität« und der Raum-Zeit hinaus............................................... 138
Spiritistische und mediumistische Erfahrungen 139 - Energetische Phänomene des feinstofflichen Körpers 144 - Begegnungen mit tierischen Geistern 149 - Begegnungen mit geistigen Führern und übermenschlichen Wesen 153 - Besuche anderer Universen und Begegnungen mit ihren Bewohnern 155- Erfahrungen, in denen man an Handlungsabläufen aus Mythos und Märchen teilnimmt 157 Begegnungen mit einzelnen guten und bösen Gottheiten 160 - Begeg­ nungen mit universellen Archetypen 164 - Intuitives Verstehen uni­ verseller Symbole 168 - Kreative Inspiration und prometheischer Impuls 171- Begegnungen mit dem Weltenschöpfer und Einblicke in die Erschaffung des Kosmos 173 - Die Erfahrung kosmischen Be­ wußtseins 175 - Die supra- und metakosmische Leere 179

3. Transpersonale Erfahrungen psychoider Natur........................ a. Synchronistische Verbindungen zwischen Bewußtsein und Materie.............................................................................................. b. Spontane psychoide Ereignisse................................................... c. Intentionale Psychokinese............................................................. 4. Revolutionäre philosophische Aspekte transpersonaler Er­ fahrungen .................................................................................................

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II. Neue Perspektiven in der Psychotherapie und der Selbsterforschung......................................................................................... 201 A. Prinzipien der holotropen Therapie ............................................ 201 1. Therapeutische Auswirkungen des intensiven Atmens (Pneumokatharsis)................................................................................. 207 2. Das Heilpotential der Musik.............................................................. 222

3. Gezielte Körperarbeit........................................................................... 4. Das allgemeine Vorgehen bei der holotropen Therapie . . . B. Effektive Mechanismen der Heilung und Persönlichkeits­ transformation ............................................................................................ 1. Intensivierung konventioneller therapeutischer Mechanis­ men ............................................................................................................. 2. Dynamische Verlagerungen in den Steuerungssystemen der Psyche ....................................................................................................... 3. Das therapeutische Potential des Tod- und Wiedergeburts­ prozesses.................................................................................................... 4. Therapeutische Mechanismen in transpersonalen Erfahrun­ gen .............................................................................................................. 5. Heilung als Schritt auf dem Weg zur Ganzheit......................... C. Möglichkeiten und Ziele der Selbsterforschung mit Drogen oder anderen Methoden ........................................................................... 1. Emotionale und psychosomatische Gesundung....................... 2. Die Suche nach befriedigender Lebensgestaltung.................... 3. Das Streben nach Spiritualität und letzter philosophischer Erkenntnis.................................................................................................

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III. Anhang: Psychedelika in Psychotherapie und Selbst­ erforschung ................................................................................................... 1. Psychedelische Pflanzen und Substanzen..................................... 2. Die Verwendung von Psychedelika in Ritus und Therapie. . 3. Prinzipien der LSD-Psychotherapie...............................................

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Literatur........................................................................................................... Register............................................................................................................

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Tao Te King XXXIII . erfordert Stärke. Jesus. sich selbst zu erkennen. Andere zu beherrschen. Lao Tsu. bleibt ihr arm. und ihr werdet Armut sein.Wenn ihr euch selbst erkennt. werdet ihr erkannt werden. ist Erleuchtung. Wenn ihr euch aber nicht selbst erkennt. erfordert Macht. Logion 3 Andere zu erkennen. ist Weisheit. und ihr werdet wissen. sich selbst zu beherrschen. Thomas-Evangelium. daß ihr Söhne des lebendigen Gottes seid.

Die Ergebnisse der psychedelischen Forschung sind direkt übertragbar auf andere Situa­ 9 . daß Psychedelika . Sie führen nämlich nicht drogenspezifische Zustände herbei. sondern man erschließt den wohl am meisten versprechenden Zugang zum Verständnis der menschli­ chen Psyche und des menschlichen Wesens. einmal aufgrund mehrerer tiefgehender persönlicher Erfahrungen mit psychedeli­ schen Substanzen. Die systematische Erforschung der theoretischen Bedeutung und des praktischen Werts außergewöhnlicher Bewußtseinszustände bildet den Schwerpunkt meiner wissenschaftlichen Arbeit seit nunmehr über drei Jahrzehnten.wenn sie richtig und unter sach­ kundiger Anleitung eines Fachmannes verwendet werden . Wenn man also mit LSD und anderen Psychedelika klinisch arbeitet. später am Maryland Psychiatric Research Center in Balti­ more. In den ersten zwanzig Jahren war diese Arbeit fast ausschließlich verschiedenen psychedelischen Substanzen gewidmet. wie andere Pharmaka. Sie erhö­ hen das Energieniveau der menschlichen Psyche und legen auf diese Weise ihre tief verborgenen Inhalte sowie ihre dynamischen Zusam­ menhänge offen.Einleitung Schon früh in meiner beruflichen Laufbahn wurde ich auf die bemerkenswerten heilenden und transformativen Kräfte außerge­ wöhnlicher Bewußtseinszustände aufmerksam. sondern funktionieren eher wie unspezifische Katalysatoren oder Verstärker der unbewußten Prozesse. zum anderen durch die klinische Beobachtung der Wirkung solcher Substanzen bei psychiatrischen Patienten. Aufgrund meiner Forschungen gelangte ich zu der Überzeugung. anfangs im Rahmen verschiedener Forschungseinrichtungen in Prag in der CSSR. Md.außerge­ wöhnliche Hilfsmittel für Psychiatrie und Psychologie darstellen. so untersucht man nicht lediglich die Auswirkungen einer hochwirk­ samen und exotischen psychoaktiven Substanz oder einer Gruppe von chemischen Verbindungen.

Trommeln. Die außergewöhnlichen Bewußtseinszustände. der vergleichen­ den Religionswissenschaft und der Anthropologie in bezug auf die alten Tod. die außergewöhnliche Bewußtseinszustände fördern. die durch psychedelische Verbindungen herbeigeführt werden. können psychedelischen Zuständen ähneln. die man in diesen unterschiedlichen Zusammenhängen beobachtet. die von verschiedenen nicht­ pharmakologischen Techniken herrühren. hervorgerufen werden. die Überflutung mit optischen oder akustischen Reizen. lautes Singen. handele es sich dabei um Hypnose zur Aufdeckung verdrängter 10 . die Verwendung kinästhetischer Vorrichtungen wie der »Hexenwiege« oder des rotierenden Betts. soziale Isolation und Reizdeprivation. wobei man von äußeren Reizen femgehalten wird. Verblüffenderweise lassen sich die vielfältigen Erfahrungen. werden in man­ chen Fällen mit Hilfe heiliger psychedelischer Pflanzen herbeige­ führt (siehe Anhang). die Prozeduren von Schamanen aller Zeiten. Sie werfen ein völlig neues Licht auf Erkenntnisse der Geschichtswissenschaft. der Aufenthalt in einer Kabine oder einem Tank. die Heilungszeremonien bei Naturvölkern.und Wiedergeburt-Mysterien. daß das gesamte Spektrum von Erfahrungen in psychedelischen Therapiesitzungen durch verschiedene nicht-pharmakologische For­ men erlebnisorientierter Psychotherapie herbeigeführt werden kann. Fasten sowie Schlafentzug auf verschiedene Weise miteinander kombiniert werden. die spirituellen Praktiken von Religionen und mystischen Traditionen sowie auf andere Phä­ nomene von großer kultureller Bedeutung. monotones Tanzen. in anderen durch die Verwendung hochwirk­ samer nicht-pharmakologischer Maßnahmen. Dazu gehören beispielsweise verschiedene Formen von Biofeedback. die Übergangsriten ver­ schiedener Kulturen. die Reizung des Gehirns mit Licht oder mit Tönen u . Ähnliche Phänomene können auch mit modernen Labormethoden. a . Besonders interessant in Anbetracht des Hauptthemas dieses Buchs ist. praktisch von Erfahrungen.tionen. in denen das Bewußtsein mit verschiedenen nicht-pharmakologischen Maßnahmen verändert wird. die Überflu­ tung der Sinne mit Reizen. in der der Sauerstoffgehalt der Atemluft reduziert ist. bei denen Atemtech­ niken. Schlafentzug und Traumde­ privation. Auch die Erlebnisse mancher Perso­ nen in einer Kammer. nicht unterscheiden.

Erinnerungen. Ge­ stalttherapie. Die neuen Erkenntnisse haben so weitreichende Bedeutung. die manche Menschen aus unbekannten Gründen ha­ ben. Die­ ser Punkt verdient besonderes Interesse. Die Tatsache aber. mit der wir jetzt seit zehn Jahren arbeiten. daß sie unsere Auffassung von der menschlichen Psyche. die man in außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen beobachtet. Was einige der oben beschriebenen Situationen anbelangt. da die Phänomene. Ring 1980 und 1984. Da wären vor allen Dingen spontan auftretende ungewöhnliche Erlebnisse. die uns etwa 40 Prozent der Menschen. sie unter den kontrollierten Bedingungen eines klinischen oder eines Laborexperiments zu untersuchen. In diesem Zusammenhang sollte ich auch noch zwei Situationen erwähnen. so müs­ sen wir uns auf historische Rekonstruktionen stützen. Sabom 1983). eine hochwirksame Technik. die mit lebensbedrohlichen Situationen konfrontiert wurden. und wiederum andere sind zu elementar oder unvorhersagbar. in denen sich außergewöhnliche Bedingungen einstel­ len. In der traditionellen Psychiatrie gelten solche Erlebnisse ge­ genwärtig als medizinische Probleme. Primärtherapie. daß die beteiligten Phänomene in psychedelischen Zuständen ihre Parallelen finden. eröffnet die einmalige Gelegenheit. um systematisch wissenschaftlich untersucht wer­ den zu können. sondern stel­ len darüber hinaus das gegenwärtige Kartesianisch-Newtonsche 11 . In die zweite Kategorie spontan auftretender außergewöhnlicher Bewußtseinszustände fal­ len die sogenannten Nahtoderfahrungen. Methoden der Neo-Reichianer. andere erfor­ dern Felduntersuchungen in fremden Kulturen und unter schwieri­ gen Bedingungen. von den psychopathologischen Erscheinungen und vom therapeutischen Prozeß von Grund auf ändern könnten. berichten (Moody 1975. sind alle diese Erfahrungen auch charakteristisch für die holotrope Therapie.und Aquaenergetikgruppen sowie verschiedene Formen von Rebirthing. auch für viele andere Forschungsbereiche von großer Tragweite sind. Wie ich später noch im einzelnen beschreiben werde. als Manifestationen von Erkrankungen mit ungeklärter Ursache. Nacktmarathon. Manche Beobachtungen sind nicht nur für die Psychologie und die Psychiatrie relevant.

transformative und mystische Erfahrungen herbeizuführen. eine Technik zu entwickeln. Ich freute mich daher ganz besonders. daß faktisch das gesamte Spektrum psychedelischer Phänomene mit Hilfe einfacher und si­ cherer nicht-pharmakologischer Mittel hervorgerufen werden kann. gezielte Körperarbeit und Mandalazeichnen kombiniert.durch Briefe. Selbst in nur kurzen Workshops konnten wir viele dramatische Besserungen verschiede­ ner emotionaler und psychosomatischer Störungen beobachten. Musik und andere klangli­ che Mittel. wie wir sie in Baltimore bei der Erforschung der psychedelischen Therapie verwendet haben. Nun ist der unkontrollierte Genuß psychedelischer Drogen heutzu­ tage. Wie sie häufig erklärten. die sich in dieser Hinsicht als besonders effektiv erwie­ sen hat. Die theoretische Grundlage dieses Ansatzes. Unsere eigenen Erfahrungen mit dieser Technik beschränken sich bisher auf bis zu vier Wochen dauernde Workshops. Die meisten Teilnehmer unserer Workshops aber empfinden diese Technik als ein sehr effektives und faszinierendes Instrument zum Zweck der Selbsterforschung. politischen und administra­ tiven Maßnahmen ist die psychedelische Forschung zunehmend schwieriger und unpopulärer geworden. die sie früher ausprobiert hatten. Telefonanrufe und anläßlich einer späteren Begegnung bestätigt. Sie könnten unser Bild vom Wesen des Menschen. weit verbreitet. Zusammen mit meiner Frau Christina gelang es mir. Wir hatten noch nicht die Gelegenheit. bilden die Beob­ achtungen aus der psychedelischen Forschung. den wir »Holonome Integration« oder »Holotrope Therapie« nennen. In ihm sind auf bestimmte Weise kontrolliertes Atmen. daß solche Veränderungen von Dauer waren.Paradigma der westlichen Wissenschaft in Frage. von Störungen. bei weitem überlegen. die oft sehr schwer waren und seit langer Zeit bestanden hatten. als ich im Laufe der letzten zehn Jahre meiner berufli­ chen Tätigkeit die Entdeckung machte. speziell bei der jungen Generation. Aufgrund der daraufhin getroffenen gesetzlichen. ja sogar von der Wirklichkeit drastisch verändern. sie anhand solcher streng kontrollierter klini­ scher Studien zu überprüfen. Mehrere 12 . In vielen Fällen wurde uns auf informelle Weise . war sie jeder Form von verbaler Therapie. von der Kultur und der Geschichte. das ausgesprochen gut geeignet ist.

in verschiedenen Ländern Europas. Wie ich vermute. In meinen früheren Büchern lag der Schwerpunkt auf der Arbeit mit Psychedelika. Dieses Buch ist die Antwort auf die wiederholte Nachfrage nach einer einfachen und leicht verständlichen. daß sie in all diesen verschiedenen Teilen der Welt in gleichem Maße erfolgreich war . Auch von rein fachlichen Erörterungen. Obwohl es zahlreiche Bezugnah­ men auf die psychedelische Forschung und Schilderungen von Drogenzuständen enthält. die das neue Material zum allgemein akzeptierten Wissensstand in der Psychologie und in anderen wissenschaftlichen Disziplinen in Beziehung setzen. von Fachleuten und interessierten Laien glei­ chermaßen verwendbaren Darstellung der grundlegenden Informa­ tionen über Theorie und Praxis der holotropen Therapie. einge­ schränkt ist. die Experimente mit Psychedelika komplizieren. daß die Leser vielfach entweder mit den 13 . die in diesem Buch aufgestellten Behauptungen in speziel­ len Selbsterfahrungsworkshops unter fachkundiger Anleitung zu überprüfen. stehen im Mittelpunkt einfache. die mit uns die Anwendung dieser Technik geübt hatten und sie später in ihren Krankenhäusern anwen­ deten. in Australien sowie in Asien angewendet und konnten feststellen. zu denen die allgemeine Öffentlichkeit leicht Zugang hat und deren Verwendung nicht durch eine repressive Gesetzgebung oder durch andere Pro­ bleme. habe ich hier abgesehen.trotz der großen kulturellen Unterschiede. hat sich das generelle geistige Klima so gewandelt. Alle interessierten Leser sollten Gelegenheit finden können. Das vorliegende Buch unterscheidet sich von meinen früheren Büchern in vielerlei bedeutsamer Hinsicht. Dadurch war der Kreis der interessierten Leser sicher­ lich erheblich eingeschränkt. In den letzten zehn Jahren haben wir die holotrope Atemtechnik bei vielen Tausenden von Teilnehmern an unseren Workshops in Nordund Südamerika. Aufgrund des revolutionären Charak­ ters der neuen Erkenntnisse mußte ich diese im Rahmen fachlicher Diskussionen psychologischer Theorien darlegen und die Auseinan­ dersetzung zwischen dem Kartesianisch-Newtonschen Paradigma und dem aufkommenden neuen Paradigma mit einbeziehen. gelangten zu den gleichen Schlußfolgerungen.Kollegen und Kolleginnen. nicht­ pharmakologische Techniken der Selbsterforschung.

die eine solche theoretische Darlegung notwendig. Während das Modell der menschlichen Psyche. oder es noch glaubwürdiger zu machen. abgehan­ delt. werde ich entsprechende Hinweise auf sie für diejenigen geben. Ohne sie wird vermutlich vieles von dem. Von besonderer Relevanz für das vorliegende Buch ist der Abschnitt »Der strukturelle Aufbau emotionaler Störungen«. die die meisten Menschen normaler­ weise machen.Argumenten. die ich Vorbringen würde. Die Beziehung zwischen den neuen Konzepten und den Hauptrichtungen der Tiefenpsychologie ist eingehend in meinem letzten Buch. wenn sie auf ernsthafte Weise Selbsterforschung betreiben . und will es daher nicht durch lange Abschweifungen in verwandte Problem­ bereiche belasten. daß dieses Buch ein leicht verständlicher Führer für die Selbsterforschung und eine effektive Psychotherapie ist. Tod und Transzen­ denz: Neue Dimensionen in der Psychologie« (Grof 1985). Den letzten »Beweis« können die Leser nur in der eigenen Erfahrung finden. nur um manches Gesagte zu rechtfertigen. Da ich auf alle diese Fragen in meinen früheren Büchern eingegangen bin. bereits vertraut sind oder das von mir Gesagte auch ohne sie akzeptieren. Dabei vergleiche ich die Ergebnisse der modernen Bewußtseinsforschung mit den revolutionären Ent­ wicklungen in anderen wissenschaftlichen Disziplinen und mit ver­ schiedenen Aspekten des aufkommenden neuen Paradigmas. Im ersten Teil dieses Buchs befasse ich mich vor allem mit der erweiterten Kartographie der Psyche. nützlich oder interessant finden. von dem die tradi­ 14 . In »Geburt. der als wichtige Ergänzung hinzugenommen werden kann. Die grundlegenden Ergebnisse meiner klinischen Forschung mit Psychedelika sind sehr ausführlich in meinem Buch »LSD-Psychotherapie« (Grof 1983) besprochen. nicht überzeugend sein. Ich beschreibe die grundle­ genden Arten von Erfahrungen. auch wenn ich noch so sorgfältig durchdachte intellektuelle Argu­ mente zur Stützung vorbrächte. die das Ergebnis meiner klinischen Arbeit mit Psychedelika ist. »Geburt. Ich möchte gern. was in diesem Buch steht.sei es mit Psychedelika oder mit verschiedenen hoch­ wirksamen nicht-pharmakologischen Selbsterfahrungstechniken. Tod und Transzendenz« spreche ich auch ausführlich über wissenschaft­ liche Paradigmen und die Grenzen des Kartesianisch-Newtonschen Denkens in der Wissenschaft.

durch Drogen herbeigeführt werden oder im Laufe einer Behandlung mit verschiedenen nicht-pharmakologischen Formen von Psychothera­ pie auftreten. sind sie eigentlich sehr alt. in Heilritualen und Übergangsriten eine bedeut­ same Rolle gespielt. sind in der neuen Kartographie zwei zusätzliche Ebenen enthalten. d. ob diese sich spontan einstellen. h. die in außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen wirksam sind. auf die analytisch­ biographische Ebene beschränkt bleibt. Zwar können die Beschreibung und die Erörterung der holotropen Therapie in diesem Buch die eigentliche Ausbildung in dieser Therapieform nicht erset­ zen. Diese Methode kann für sich allein. Nach meiner Auffassung ist die Kenntnis dieser erweiterten Karto­ graphie der menschlichen Psyche für eine gefahrlose und effektive Selbsterforschung unerläßlich. Sie haben seit undenklichen Zeiten in Praktiken von Schamanen. die ich schon kurz erwähnt habe. Es handelt sich dabei einmal um die perinatale Ebene . als Ergänzung zu einer psychedelischen Therapie oder in Verbindung mit verschiedenen anderen Selbsterfahrungstechniken und verschiede­ nen Formen von Körperarbeit angewendet werden. Heutzutage werden sie wiederentdeckt und in die Sprache der modernen Wissenschaft übersetzt. In einem besonderen Abschnitt konzentriere ich mich auf die effekti­ ven Mechanismen der Heilung und der Persönlichkeitstransforma­ tion. auf der im Prinzip jeder Aspekt der phänomenalen Welt sowie verschiedene mythische und archetypische Bereiche unmittelbar erfahren werden können. doch werden die Informationen gegeben.unabhängig davon. die durch die beiden untrennbar miteinan­ der verbundenen Phänomene von Tod und Wiedergeburt gekenn­ zeichnet ist. die über die reine Biographie hinausgehen. die für den Klienten wie auch für den Therapeuten notwendig sind. und um die transpersonale Ebene. Im zweiten Teil gehe ich zum ersten Mal ausführlich auf die Grundprinzipien der holotropen Therapie ein. 15 . einer eklektischen psychotherapeutischen Technik ohne Anwendung von Drogen. Obwohl die meisten dieser Mechanismen neue Prinzi­ pien im Repertoire westlicher Therapiemethoden darstellen. sich ausschließlich mit nachgeburtlichen Erinnerungen aus dem eigenen Leben befaßt. zu der persönliche Erfahrung und Arbeit mit anderen unter Supervision gehören.tionelle akademische Psychotherapie ausgeht.

eines Kontinuums. Wie ich schon erwähnte. das transpersonal orientierte Interviews. der uns nach Ansicht vieler großer Philosophen und Weiser einem der edelsten Ziele der Menschheit näherbringen soll. die holotrope Therapie und möglicherweise noch andere. Der Anhang über psychedelische Therapie soll das Buch sowohl in historischer als auch in thematischer Hinsicht vervollständigen. könnten dann mit der nötigen Flexibilität und Feinfühligkeit im Rahmen einer gefahrlosen und wirklich effektiven Psychotherapie und Selbsterforschung angewendet werden.D. die einander ergänzen und in der gleichen Richtung wirksam sind. welche Möglich­ keiten und welche Ziele mit einer Selbsterforschung verknüpft sind. verschiedene Formen von Meditation. . entweder aufgrund eigener Erfahrungen mit Psychedelika oder aus rein theoretischen Gründen. mag dieser Abschnitt für manche Leser von Interesse sein. Big Sur. Meine insgeheime Hoffnung ist ja. Obwohl die psychedelische Therapie heutzu­ tage so gut wie überhaupt nicht ausgeübt wird. M. mit den genannten Vorgehens weisen vereinbare Ansätze umfaßt. Jung. daß zumindest einige Leser oder Leserinnen es als wertvollen Begleiter und Führer auf ihrem eigenen Weg zur Selbsterkenntnis empfinden werden einem Weg. daß dieses ungewöhnliche thera­ peutische Verfahren in nicht allzu ferner Zukunft in die Psychiatrie und Psychologie wieder Eingang finden wird. das Sandspiel nach C. Wenn überhaupt oder sobald dies tatsächlich der Fall sein sollte. Ich habe dieses Buch in der Hoffnung geschrieben. wie dieser Prozeß der Heilung emotionaler und psychosomati­ scher Störungen einhergeht mit der Erkenntnis einer befriedigende­ ren Lebensstrategie und der Suche nach Antworten auf die grundle­ genden ontologischen und kosmologischen Fragen der Existenz. G. 1986 16 Stanislav Grof. Körperarbeit. entwickelte sich die Technik der holotropen Therapie aus der Arbeit mit Psychedelika und läßt sich voll und ganz mit ihr vereinbaren. könnten Psychedelika Teil eines ganzen Kontinuums therapeuti­ scher Maßnahmen sein . Dabei beschreibe ich auch. Gestaltübungen. Kalifornien. die sich die therapeutische und transformative Kraft außergewöhnli­ cher Bewußtseinszustände zunutze macht.Das Buch schließt mit einer Erörterung der Frage. All diese Techniken.

braucht ein Modell oder eine Kartographie der Psyche. Psychologie und Psychotherapie be­ nutzt ein Modell der menschlichen Persönlichkeit. Wir selber betrachten die Kenntnis einer solchen »Landkarte des Innenraums« als eine notwendige Voraussetzung für jede ernsthafte Arbeit an sich selbst und stellen sie im folgenden als Vorbereitung sowohl für die psychedelische als auch für die holotrope Therapie vor. Obwohl dieses Modell ursprünglich zur Erklärung der dynami17 . Dieser Ansatz mag im Rahmen einer psy­ chotherapeutischen Selbsterforschung mit Hilfe oberflächlicher Techniken.beispiels­ weise die freie Assoziation oder das persönliche Interview . Solche Techniken aktivieren und mobilisieren tief unbewußte und überbewußte Ebenen der menschlichen Psyche und erfordern zu ihrem Verständnis einen sehr viel weiter gefaßten theoretischen Rahmen. den heilenden Trancetanz oder bestimmte Selbsterfahrungsmethoden in der modernen Psycho­ therapie. der Persönlichkeitstransformation und der Weiterentwicklung des Bewußtseins durch so hochwirksame Tech­ niken wie die psychedelische Therapie. Dimensionen des Bewußtseins: Eine neue Kartographie der menschlichen Psyche Die traditionelle Psychiatrie. das sich auf die Biographie und das von Sigmund Freud beschriebene persönliche Unbewußte beschränkt. die auf dem verbalen Austausch basieren . die Bereiche jenseits des rein Biographischen einschließt.I.ange­ messen sein. Jeder. der sie für die eigene Selbsterforschung oder als Therapeut benutzt. Jedoch versagt ein solches Modell als Erklärung für die dynamischen Vorgänge bei der Heilung emotionaler und psychoso­ matischer Störungen.

die in Beziehung zur Erfahrung von Geburt und Tod steht. Die Tatsache. Es gibt ein weites Spektrum alter sowie östlicher spiritueller Prakti­ ken. die im Lauf der Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende in verschiedenen großen mystischen Traditionen ent­ wickelt wurden. in verschiedenen Formen von Selbsterfahrung mit Hilfe von Atemtechniken. Sie lassen sich in Therapiesitzungen mit psychedelischen Drogen. Bewußtseinsverändemde Labortechniken wie Biofeedback.sehen Vorgänge in psychedelischen Sitzungen entwickelt wurde. sich ernsthaft mit dem alten und dem nicht-westlichen Wissen über das Bewußtsein zu befassen und eine echte Synthese zwischen jahrhundertealter Weisheit und moderner Wissenschaft anzustreben (Grof 1986). den Zugang zum perinatalen und zum transpersonalen Bereich zu erleichtern. Die neuere Bewußtseinsforschung schuf damit zum ersten Mal die Möglichkeit.biographische. Schlaf­ entzug. daß das neue Modell der Psyche große Ähnlichkeit mit jenen Praktiken besitzt.und WiedergeburtMysterien sowie Trancetänzen in ekstatischen Religionen. die eigens dafür gedacht sind. läßt es sich gleichermaßen auf eine intensive Selbsterfahrung ohne Einnahme von Drogen an wenden.die perinatale Ebene. hat weitreichende Folgen für die 18 . daß perinatale und transpersonale Erfahrungen sich auch in vielen spontan auftretenden außergewöhnlichen Bewußt­ seinszuständen einstellen können. und zwar im Zusammenhang mit verschiedenen Prozeduren von Schamanen. Übergangsriten und Heilungszeremonien bei Naturvölkern.können von den mei­ sten Menschen ohne weiteres gemacht werden. Reizdeprivation oder Reizüberflutung und verschiedene Vorrichtungen zur Reizung des kinästhetischen Sinns können eben­ falls viele dieser Phänomene hervorrufen. perinatale und transpersonale Erfahrungen . Das gesamte Erfahrungsspektrum ist auch von Historikern. Die neue Kartographie der menschlichen Psyche enthält die traditio­ nelle analytisch-biographische Ebene sowie zwei wichtige transbio­ graphische Ebenen . Anthropologen und vergleichenden ReligionsWissen­ schaftlern beschrieben worden. Erfahrungen auf allen diesen Ebenen . Tanz und Körperarbeit sowie regelmäßig in Träumen beobachten. Aus diesem Grund ist es kein Zufall. Tod. und den transpersonalen Bereich. Musik.

1986). die die traditionelle Psychiatrie als psychotisch und somit als Anzeichen für eine geistige Erkrankung interpretiert. tragen sie unter Umständen sogar zur Heilung in emotionaler und psychosomati­ scher Hinsicht.Erklärung und Behandlung verschiedener psychischer Zustandsbil­ der. zu einer Persönlichkeitswandlung und zu einer Erweiterung des Bewußtseins bei (Grof & Grof. Wenn sie richtig gedeutet und behandelt werden. . Im Licht der neuen Erkenntnisse lassen sich solche Erscheinungen als Ausdruck transpersonaler Krisen oder als »spirituelle Notfälle« auffassen.

die überwunden werden muß. gehen stark auseinan­ der. welche Faktoren in der Psyche wesentlich sind. All diese Sinneserfah­ rungen sind mehr oder weniger abstrakter Natur. Der nächste. Leider widersprechen sich aber verschiedene Schulen. die den Weg zu Erfahrungen des Unbewußten ebnen. aktivieren anfangs in der Regel die Sinnesorgane. mit Berührungsempfindungen in verschiedenen Teilen des Körpers. braucht man nicht viel Zeit auf ihre Beschreibung zu verwenden. und die Meinungen darüber. etwa mit elementaren Visionen von Farben und geometrischen Mustern. Der Grund dafür ist. warum psychopathologische Störungen entstehen und wie eine effektive Psychotherapie durchgeführt werden soll. daß sich die meisten traditionellen psychothera­ peutischen Ansätze auf diese Ebene der Psyche beschränken. Auf dieser Ebene der Selbster­ 20 .oder Geruchssensationen. Als Folge davon beginnt für viele Leute eine tiefgehende Selbsterforschung mit verschiedenartigen unspezifischen Sinneserfahrungen. mit Geschmacks. mit der Wahrnehmung von klingenden oder summenden Geräuschen. Die sensorische Barriere und die analytisch­ biographische Ebene Die Techniken.A. Die Erfahrungen dieser Kategorie beschränken sich auf bedeutsame Ereignisse und Umstände aus dem Leben der betreffenden Person von ihrer Geburt bis zur Gegenwart. die die psychodynamischen Zusam­ menhänge im biographischen Bereich detailliert erörtert. am leichtesten erreichbare Bereich auf diesem Weg ist gewöhnlich die analytisch-biographische Ebene und das persönliche Unbewußte. ehe die Reise in die eigene Psyche beginnen kann. Sie scheinen eine sensorische Barriere darzustellen. Es gibt eine Unmenge an Fachliteratur. Es fehlt ihnen offenbar jede tiefere symbolische Bedeutung und sie sind für die Selbsterforschung und Selbsterkenntnis von geringer Bedeutung. Obwohl die zu dieser Kategorie zählenden Phänomene von erheblicher theoretischer und praktischer Bedeutung sind.

daß die Altersregression in außerge­ wöhnlichen Bewußtseinszuständen vollständig und authentisch ist. Hierin liegt ein großer Vorteil von Selbsterfahrungstherapien gegenüber rein verba­ len Ansätzen. Dabei stellen sich nicht nur Gefühle ein. Die Techniken. die für einen Säugling und nicht für einen Erwachsenen charakteristisch sind. in der diese Ereignisse tatsächlich stattfanden. Im Großen und Ganzen läßt sich das biographische Material. sind doch gerade solche Entscheidungen zwangsläufig durch die berufliche Ausbildung. was relevant und was irrelevant ist. ein ungelöster Kon­ flikt. die das Unbewußte direkt zu aktivie­ ren vermögen. sondern auch Körperempfindungen.eine fächerförmige Strekkung der Zehen als Reaktion auf eine Reizung des seitlichen Teils der Fußsohle mit einem scharfen Gegenstand. Eine kurze neurologische Untersuchung eines Menschen. der in ein frühes Kindheitsstadium regrediert ist. Wir konnten demonstrieren. scheinen selektiv das in emotionaler Hinsicht bedeut­ samste Material zu verstärken und dessen Bewußtwerdung zu er­ leichtern. Auf diese Weise braucht der Therapeut oder die Thera­ peutin nicht erst zu entscheiden. Es gibt nur eine Bedingung. das bei der Selbsterforschung zutage kommt. visuelle und andere lebhafte Wahrnehmun­ gen. In der Regel geht all dies einher mit einer vollständigen Regression bis zu der Entwicklungsstufe.forschung kann irgendetwas aus ihrem Leben. sogenannte Axialreflexe und sogar ein positiver Babinskireflex . mit der Freudschen Theorie oder einer der von ihr abgeleiteten Schulen vereinbaren. sondern unter Umständen voll und ganz wiedererlebt. Es gibt aber auch mehrere wesentliche Unterschiede. damit dieses geschieht: der betreffende Inhalt muß genügend stark emotional besetzt sein. eine noch zu integrierende verdrängte Erinnerung oder eine unvollständige psychologische Gestalt aus dem Unbewußten auftau­ chen und zum Inhalt der Erfahrung werden. Bei der erfahrungsorien­ tierten Selbsterforschung wird das biographische Material nicht erinnert oder rekonstruiert. die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Schule oder durch persönliche Faktoren verzerrt. Wie Radarstrahlen tasten sie das gesamte System ab und entdecken das Material mit der stärksten emotionalen Ladung und Bedeutung. Zu beobachten sind der Saugreflex. 21 . führt zu Ergebnissen.

die auf allen Ebenen der Psyche wirksam sind. Perinatale Themen und ihre Elemente besitzen wiederum spezifische assozia­ tive Verknüpfungen zu ähnlichen Erfahrungen im transpersonalen Bereich. daß sie Material aus mehreren Lebensabschnitten. daß zwischen den beteilig­ ten Ereignissen Jahre oder Jahrhunderte liegen. Mehrere typische Beispiele für COEX-Systeme. sei es. daß zwischen dem menschlichen und dem tierischen Erleben gewöhnlich ein himmel­ 22 . vom Vorgang der biologischen Geburt und aus bestimmten transpersona­ len Bereichen wie etwa Erinnerungen aus früheren Inkarnationen. daß die COEX-Sy­ steme allgemeine Organisationsprinzipien darstellen. Es ist deshalb für eine dynamische Konstellation nicht untypisch. die die Dynamik des persönlichen Unbewußten regelten. daß die relevanten Erinnerungen und andere biographische Elemente nicht einzeln auftauchen. Die meisten biographischen COEX-Systeme sind mit bestimmten Aspekten des Geburtsprozesses dynamisch verbunden. eine intensive Körperempfindung der gleichen Art oder irgendein anderes wichtiges Element ist. Identifizierung mit Tieren und mythologische Handlungsabfolgen enthält. Später wurde aber deutlich. deren gemeinsamer Nenner eine starke emotionale Besetzung von der gleichen Qualität. Ich faßte die COEX-Systeme zunächst als Prinzipien auf.Ein anderer wichtiger Unterschied besteht darin. und erkannte ihre Wichtigkeit für das Verständnis der inneren Prozesse auf der biogra­ phischen Ebene. Die COEXSysteme enthalten Erinnerungen (und mit ihnen verknüpfte Phanta­ sien) aus unterschiedlichen Lebensabschnitten. Hierbei spielt die im Erleben vorhandene Ähnlichkeit zwi­ schen diesen Themen von unterschiedlichen Ebenen der Psyche eine wichtigere Rolle als irgendein konventionelles Kriterium des Kartesianisch-Newtonschen Weltbilds. sondern voneinander abgehobene dynamische Konstel­ lationen bilden. die Veranschaulichung ihrer dynamischen Zusam­ menhänge anhand von klinischen Fällen sowie eine ausführliche Diskussion ihrer Rolle bei einer erfahrungsorientierten Selbsterfor­ schung finden sich in meinem Buch »Topographie des Unbewußten: LSD im Dienst der tiefenpsychologischen Forschung« (Grof 1978). für die ich die Bezeichnung COEX-Systeme (aus »systems of Condensed experience«) geprägt habe.

Wenn überhaupt. würde sie sich auf die Tatsache konzentrieren. Der letzte Hauptunterschied zwischen rein verbalen und erfahrungs­ orientierten Psychotherapien besteht darin. und durch den 23 . in der holotropen Therapie und in anderen Selbsterfahrungstherapien ist das Wiedererleben lebens­ bedrohlicher Krankheiten. Die Emotionen und Körperempfindungen. In der traditionel­ len Psychiatrie. Die traditionelle Psychotherapie würde nun die Bedrohung des eigenen Lebens und die extremen körperlichen Qualen nicht als Traumen mit nachhaltiger Wirkung werten. Betrachten wir als Beispiel ein Kind mit einer schweren Krankheit. etwa Diphtherie. scheinen eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung verschiedener psychopathologischer Formen zu spielen.hoher Unterschied besteht oder daß Elemente der »objektiven Reali­ tät« mit archetypischen und mythologischen Elementen kombiniert werden. extrem häufig. daß das Kind während seines Krankenhausaufenthalts von der Mutter ge­ trennt war. nach denen Erinnerungen an körperliche Traumen wichtiger als alles andere zu sein scheinen. die aus Situationen. In der psychedelischen Behandlung. ein Um­ stand. übrig­ geblieben sind. Dies steht in einem schroffen Gegensatz zu den Beobachtungen bei erfahrungsorientierter Selbsterforschung. in denen man beinahe ertrunken wäre. Körperlichen Traumen wird ein direkter Einfluß auf die psychologische Entwicklung und eine Beteiligung am Entstehen emotionaler sowie psychosomati­ scher Störungen abgesprochen. und das verzweifelt nach Luft ringt. Die Eltern rufen die Ambulanz. das Kind wird sofort in ein Krankenhaus überführt. Verletzungen und Operationen oder etwa von Situationen. in denen das Überle­ ben oder die Unversehrtheit des Organismus bedroht waren. und ein Luftröhrenschnitt rettet sein Leben in letzter Minute. der bisher von der akademischen Wissenschaft nicht erkannt wurde. die sein Leben bedroht. keine emotionale Zuwendung erhielt. welche Bedeutung un­ mittelbaren körperlichen Traumen für die psychische Entwicklung des betreffenden Menschen zugeschrieben wird. Psychologie und Psychotherapie konzentriert man sich ausschließlich auf psychische Traumen. Die Bedeutung solcher Erlebnisse übersteigt zweifellos bei weitem die der gewöhnlichen psychischen Traumen.

Aus ein­ leuchtenden Gründen kommt Erinnerungen an Krankheiten und Traumen. etwa zur Entwicklung von Depressionen. perinatales oder transpersonales) Material zurückfüh­ ren. Die Erfahrungen schwerer körperlicher Traumen stellen einen natür­ lichen Übergang zwischen der biographischen Ebene und dem im folgenden beschriebenen Bereich dar. sadomasochi­ stischen Neigungen. in denen das Atmen beeinträchtigt war . daß lebensbedrohliche Traumen bleibende Spuren hinterlassen und erheblich zur Entwicklung emotionaler und psychosomatischer Störungen beitragen. . daß sie sie bis an den Rand des Todes brachten und mit extremen Beschwerden und Schmerzen verbunden waren. verknüpft sie mit dem Geburtstrauma. Umgekehrt würde man ein psychosomatisches Symptom wie Asthma. In der Tat lassen sich Probleme. Die Tatsache aber. dessen Hauptelement das Doppelphänomen von Geburt und Tod ist. immer auf unbewußtes (bio­ graphisches.in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu. Angstzuständen und Phobien. Selbstmordtendenzen. Bei erfahrungsorientierter Selbsterforschung wird aber deut­ lich. eine Diphtherie.schrillen Ton der Sirene des Ambulanzfahrzeugs. Sie beinhalten Erlebnisse aus dem Leben der betreffenden Person und sind deshalb ihrer Natur nach biographisch. in dem die körperliche Traumatisierung eine wesentliche Rolle spielt. in der man beinahe ertrunken wäre . sexuellen Problemen. die sich eindeutig psychosomatisch bemerkbar machen. einen Keuchhusten oder eine Situation.etwa Erinnerun­ gen an eine Lungenentzündung. Migränekopfschmerzen oder Asthma. die Begegnung mit fremden Personen und den Aufenthalt in einer fremden Umge­ bung verschreckt war. psychogene Schmerzen oder eine hysterische Lähmung als »Somatisierung« hauptsächlich psychischer Konflikte interpretie­ ren.

mit verfolgten Juden und frühen Christen. von beschleunigtem Puls und starkem Herzklopfen. von Schwankungen der Körpertemperatur. in denen man sich mit verwundeten oder sterbenden Soldaten identifi­ ziert. desto stärker kann das Element des emotionalen und körperlichen Schmerzes werden. Geht die Selbsterforschung nicht über die biographische Ebene hinaus. von spontan auftreten­ den Hautausschlägen oder Quetschungen. mit Gefangenen von Konzentrationslagern oder Kerkern. daß die betref­ fende Person glaubt. von Übelkeit und Erbrechen. sie habe die Grenzen des individuellen Leidens überschritten und verspüre nun den Schmerz einer ganzen Gruppe von Menschen. die ich im nächsten Abschnitt beschreibe. von Zittern. Die Begegnung mit Geburt und Tod: Die Dynamik perinataler Matrizen Je tiefer der Prozeß der Selbsterforschung dringt. die in ihrem Leben tatsächlich 25 . Typische Beispiele dafür sind Erlebnisse. mit Mutter und Kind während der Geburt oder sogar mit Tieren. Selbst ein unerfahrener Therapeut oder Zeuge solcher Erscheinungen kann diese Situation als ernsthafte Bedrohung ihres Lebens empfinden. In psychedelischen Therapiesitzungen und gelegentlich in einer Selbsterfahrungstherapie oder in spontan auftretenden Zuständen dieser Art können diese Phänomene so authentisch und überzeugend sein. von krampfhaften Zukkungen. daß die betreffende Person der Meinung ist. sie würde tatsächlich sterben.B. von Verkrümmungen des Körpers oder ande­ ren auffallenden motorischen Phänomenen. von Veränderungen der Gesichtsfarbe. Erlebnisse auf dieser Ebene sind gewöhnlich von heftigen physiolo­ gischen Reaktionen begleitet. etwa von verschieden starken Erstikkungsanfällen. Er kann einen so extremen Grad erreichen. der gesamten Menschheit oder gar allen Lebens überhaupt. Auf dieser Ebene überschneiden sich also eindeutig biographische Erfahrungen und die vielfältigen transper­ sonalen Erfahrungen. müssen sich nur diejenigen. die von einem Feind angegriffen und zerfleischt werden.

In medizinischen Lehrbüchern spricht man 26 . Entbindung kämpft. wie man um seine Geburt bzw. die der Entbindung unmittelbar vorausgehen.schon mit dem Tod in enge Berührung gekommen sind. Bei den anderen leitet das Wiedererleben schwerer körperlicher Trau­ men. mit ihr verknüpft sind oder ihr unmittelbar folgen. können die Themen von Leiden und Tod das Bild vollkommen beherrschen. können in diesen Erfahrungsbereich unmittelbar hineingeraten. mit der Frage des Überlebens und der Vergänglichkeit auseinandersetzen. Das Element des Todes kann sich in der gleichzeitigen oder abwechseln­ den Identifizierung mit kranken. Obwohl nicht das gesamte Spektrum solcher Erlebnisse auf das erneute Durchleben der biologischen Geburt zurückgeführt werden kann. verstärken und in die quälende Atemnot während der Geburt Umschlägen.Lungen­ entzündung. erlebt man gleichzeitig. Krankheiten oder Operationen in Erfahrungen dieser Art über. scheint das Geburtstrauma doch ein wesentlicher Aspekt dieses Prozesses zu sein. Peri. Sehr häufig empfinden sich die betreffenden Personen als Föten und können verschiedene Aspekte ihrer biologischen Geburt mit sehr spezifischen und nachprüfbaren Einzelheiten wiedererleben. in der man beinahe ertrunken wäre. alternden oder sterbenden Men­ schen bemerkbar machen.und einer Situation. natalis heißt: die Geburt betreffend. So kann sich das Wiedererleben von Kinderkrankheiten . Mit diesem Begriff werden in der Medizin häufig Prozesse beschrieben. Der Begriff perinatal setzt sich aus dem Griechischen peri und dem Lateinischen natalis zusammen. Wenn aber der Prozeß der Selbsterforschung den biographischen Bereich überschreitet. Die Personen. deren Leben oder körperliche Unversehrtheit noch nicht ernstlich bedroht waren. Die für solche Erfahrungen charakteristische unmittelbare Konfron­ tation mit dem Tod ist gewöhnlich eng mit verschiedenen anderen Phänomenen verknüpft. die eindeutig mit dem Vorgang der biologi­ schen Geburt in Zusammenhang stehen.bedeutet wörtlich: um etwas herum oder bei. auf natürliche Weise vom GeburtsVorgang herleiten. Aus diesem Grund bezeichne ich diesen Bereich des Unbewußten als perinatal. die mit solchen Erfahrungen einhergehen. Außerdem lassen sich viele physiologische Reaktionen und Verhaltensweisen. Diphtherie oder Keuchhusten . Während man mit dem Tod kämpft.

daß die Myelinscheiden in der Großhirnrinde des neugeborenen Kindes noch nicht voll ausgereift sind. mit Hilfe der für eine Geburt typischen Phasen ein theoretisches Modell zu konstruieren. deren Grundmerkmale auf eine erstaunlich logische Weise mit anatomischen. Aus einer umfassenderen Per­ spektive aber erscheint eine solche Denkweise zu eng und muß 27 . perinatalen Infektionen oder perinatalen Himschäden. Gewöhnlich wird als Grund dafür angegeben. Perinatale Erfahrungen treten in typischen Konstellationen auf.beispielsweise von perinataler Blutung (Hämorrhagie). Die Verbindung zwischen der biologischen Geburt und den oben beschriebenen perinatalen Erfahrungen ist sehr tiefgehender und spezifischer Natur. Die gegenwärtige Neurophysiologie leugnet die Möglichkeit von Erinnerungen an die Geburt. Wer selber in seinem Erleben ganz in dieser Sphäre des Unbewußten gefangen ist oder sich als Forscher intensiv mit den Phänomenen auf dieser Ebene befaßt. Die Existenz authentischer perinata­ ler Erfahrungen läßt sich aber nicht in Frage stellen. Im Gegensatz zu der traditionellen Verwendung dieses Begriffs in der Geburtshilfe be­ zieht er sich in diesem Buch auf Erfahrungen. physiologischen und biochemischen Aspekten der einzelnen klinischen Geburtsstadien verknüpft sind. Ihre Häufigkeit sowie ihre äußerst wichtige klinische Bedeutung sollten Gehimforschem als ein Anreiz dienen. so gewährt es neue und einzigartige Einsichten in ihren dynamischen Aufbau und eröffnet revolutionäre therapeuti­ sche Möglichkeiten (Grof 1985). ihre überholten Theorien zu überprüfen und zu revidieren. das die Dynamik der perinatalen Ebene des Unbewußten verstehen hilft und sogar spezifische Vorhersagen in bezug auf den TodWiedergeburt-Prozeß bei verschiedenen Personen zuläßt. philosophische und spirituelle Di­ mensionen. Trotz seiner engen Verbindung mit dem Geburtsvorgang geht der perinatale Prozeß über den rein biologischen Aspekt hinaus und besitzt wichtige psychologische. dem mag die biologische Geburt als allumfassendes Erklä­ rungsprinzip ausreichend erscheinen. Er sollte deshalb nicht reduktionistisch allein vom konkreten GeburtsVorgang her verstanden werden. Wendet man das Geburtsmodell auf verschiedene psychopathologische Erschei­ nungsformen an. Dies macht es möglich.

Die perinatale Ebene ist somit eine wichtige Berührungsfläche zwischen dem persönlichen und dem kollektiven Unbewußten. sind sehr vielfältig und komplex. Aus Beobachtungen im Rahmen der klinischen Arbeit mit außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen geht hervor.und Wiedergeburt-Mysterien. solange man sich auf die Phänomene einer bestimmten Ebene des Unbewußten be­ schränkt. muß man ein anderes Denkmodell heranziehen. wenn man die Verbindung zu tief im Innern wohnenden spirituellen Dimensionen der Psyche und Kräften des kollektiven Unbewußten herstellt. wie sie im Rahmen alter Tod. die die perinatale Ebene des Unbewußten widerspiegeln.erweitert werden.und Wiedergeburtserlebnisse. Er­ 28 . die mit dem traumatischen Effekt der Geburt .und Wieder­ geburt-Erlebnisse haben tiefgehende therapeutische Auswirkungen auf verschiedene emotionale und psychosomatische Probleme. Dringt der Selbsterforschungsprozeß in transpersonale Bereiche ein. daß tiefere Ursachen für viele psychopathologische Erscheinungsformen in den biologischen Aspekten der Geburt zu suchen sind. Die Begegnung mit Geburt und Tod auf dieser tiefen Erfahrungs­ ebene geht in der Regel mit einer existentiellen Krise von außeror­ dentlichem Ausmaß einher. Tod. Es gibt bestimmte wichtige Merkmale des perinatalen Prozesses. in deren Verlauf sich der einzelne ernsthaft mit dem Sinn seines Lebens und der Existenz im allgemei­ nen auseinandersetzt. oder zwischen traditioneller Psychologie und Mystik. die unmißverständlich darauf hinweisen. daß dieser ein sehr viel allge­ meineres Phänomen als das Wiedererleben der biologischen Geburt ist. Nach meiner gegenwärtigen Auffassung ist die Anlehnung an den GeburtsVorgang sehr hilfreich. Die daraus resultierende Persönlichkeitstransformation und Weiterent­ wicklung des Bewußtseins ist mit Wandlungen vergleichbar. Sie besitzen aber auch wichtige transpersonale Dimensionen und können grundlegende Veränderun­ gen im philosophischen und spirituellen Glaubenssystem. Die Tod. Diese Krise läßt sich nur lösen.Zusammenhängen.sowohl für das Kind als auch die Mutter. in der Grundhierarchie der Werte und im allgemeinen Lebensentwurf bewirken. der Einwei­ hung in geheime Gesellschaften oder verschiedener Übergangsriten bei Naturvölkern beschrieben worden sind.

was die biographische Ebene anbelangt . dem Himmel oder dem Paradies. sondern fungieren auch als Ordnungsprinzipien für Material aus anderen Ebenen des Unbewußten. anthropologi­ scher oder phylogenetischer Art gekoppelt oder verknüpft. So sind . Schmerz oder Ersticken. Die perinatalen Matrizen haben auch spezifische Beziehungen zu verschiedenen Aspekten der Aktivitäten in den Freudschen erogenen 29 . Wie im Fall der Verknüpfung mit verschiedenen COEXSystemen ist das Bindeglied zwischen diesen transpersonalen Phä­ nomenen und den perinatalen Grundmatrizen die Ähnlichkeit der beteiligten Emotionen und Körperempfindungen. mysti­ scher. Die Matrizen haben nicht nur eigene emotionale und psychosomati­ sche Inhalte.Elemente wichtiger COEX-Sy­ steme. mit speziel­ len Aspekten der perinatalen Grundmatrizen eng verknüpft. Dabei scheint es eine tiefere Entsprechung zwischen diesen Themengruppen und den klinischen Stadien des Geburtsvorgangs zu geben. die Existenz von vier hypotheti­ schen dynamischen Matrizen zu postulieren. historischer. sind häufig mit verschie­ denartigen transpersonalen Erfahrungen mythologischer. der Hölle. aber auch umgekehrt um Zustände biologischer und emotionaler Bedürfnislosigkeit geht. Bedrohung. soziopolitischer. Tren­ nung. mit der Identifikation mit Tieren und mit Erinnerungen an frühere Inkarna­ tionen. in denen es um körperliche Mißhandlung. Die Ausfaltung des perinatalen Bereichs geht auch häufig mit transpersonalen Erfahrungen einher.lebnisabfolgen. etwa mit archetypischen Visio­ nen von der Großen Mutter oder der Schrecklichen Muttergöttin. Ich bezeichne diese Matrizen als perinatale Grundmatrizen. die den Zugang zu den Bereichen des kollektiven Unbewußten öffnet. dem Fegefeuer. Sie treten meistens in vier charakteristischen Mustern oder Konstellationen auf. Für die Theorie und Praxis tiefer erlebnisorientierter Selbsterforschung hat es sich als sehr nützlich erwiesen. die die Prozesse auf der perinatalen Ebene des Unbewußten steuern. archetypischer. Das Wiederaufleben von Erfahrungen des Fötus in den verschiede­ nen Geburtsstadien hat die Funktion einer selektiven Schablone. in denen ähnliche Bewußtseinszustände eine Rolle spielen. die mit verschiedenen Stadien und Aspekten der biologischen Geburt Zusammenhängen.

apokalyptische Visionen von der Welt (Schrecken von Kriegen und Konzentra­ tionslagern. sexuelle Perversionen (Sadomasochismus. Christi Leiden und Tod auf dem Kreuz. der Rettung und Erlösung so­ wie der Identifikation mit Jesus Chri­ stus). manische Symptomatik. Verspottung und Demütigung usw. schwere gehemmte »endogene« Depressionen. Neurasthenie. wahnhaftes Sendungsbewußtsein.oder andere unange­ nehme Empfindungen Kauen und Verschlucken von Essen. die sich tremor. libidinöse Gefühle beim Wiegen und Baden. die nie enden wird.und zuckungsartig entladen. Erweiterung des Raums. Ge­ brechlichkeit und Tod usw. Organneurosen. ge­ fährliche Autofahrten. erfüllende Liebe. dem sexuellen Orgasmus oder einer Entbin­ dung Zugehörige Erinnerungen aus dem Leben nach der Geburt Situationen aus dem späteren Leben. männ­ liche Homosexualität. quälende Schuld.und Wiedergeburterlebnisse.und Kälteempfindungen. Trinken von Urin und Kotessen). Spiel mit anderen Kindern.und Drogensucht Schizophrene Psychosen (sadomasochi­ stische und skatologische Elemente. harmoni­ sches Familienleben etc. schmerzhafte Krankheiten. libidinöse Gefühle nach dem Defäkieren. Dionysos etc. Magenge­ schwüre Schizophrene Psychosen (Tod. Romanzen. Visionen vom Himmel und vom Paradies. etwa glückliche Augenblicke aus dem Säuglings. irrationale Minderwertigkeits.). Empfindung einer unerträglichen und ausweglosen Situa­ tion. leuchtende Farben.und Wiedergeburterlebnisse. Tumen. verschiedene Visionen von der Hölle. Herzbeschwerden. Genuß von Kunstwerken mit hohem äsSituationen. Tics und Stottern. Schwitzen.und/oder Urinverhaltung. strahlen­ des Licht und wunderschöne Farben (himmelblau. Visionen von Dämonen ver­ schiedener Kulturen der Welt. wilde Abenteuer und Erkundung ge­ fahrvollen Terrains. angenehme Ge­ fühle können durch eine Krise bei der Nabelschnurdurchtrenn ung unterbro­ chen werden: stechende Schmerzen am Nabel.). unangenehme Ge­ schmäcker. humanitäre und karitative Neigungen. »ozeanische« Ekstase. sexuelle Orgien etc. urethraler oder genitaler Befriedi­ gung oder einer Entbindung Orale Frustrationen (Durst. Mord und Blutopfer. Gefängnisaufenthalte. die mit Gefahr für Leib und Leben verbunden waren (Kriegserlebnis­ se. gleichzeitiges Empfinden von Lust und Schmerz. Wunsch nach einem einfachen Leben. Harems. Son­ nenaufgang etc. Explosionen und Feuerwerk. phallische Aggressionen: Entbindung eines Kindes. traumati­ sche Neurosen. teilweise Annähe­ rung an diesen Zustand nach oraler. Situationen. Abtreibungsversuche). aber kein Druck von außen. schwere psychische Traumen (emotiona­ le Deprivation.und Angsthysterie. Gefühle der mystischen Vereinigung. religiöse Blutopfermotive (Blutopfer bei den Azteken. Pfauenfedern). würgende Schlangen und Kraken. Herz­ klopfen. Gefühle der Wie­ dergeburt und Erlösung. das Gefühl.). Ablehnung. Naturszenen (Frühlingsbeginn. Si­ tuationen. hefti­ ge Hitze. Jahrmärkte und Nightclubs. Begegnungen mit meta­ physischen Kräften des Bösen): Hypo­ chondrie (fremdartige und bizarre Körperempfindungen). Gefühle der Brü­ derlichkeit. Operationen.und Kälteempfindungen. Alkohol. vergiftet zu werden). in denen man Opfer von Ver­ führung oder Vergewaltigung war. Defäkieren und Urinieren. die von Erfolg gekrönt wurden. Begeg­ nungen mit bösartigen metaphysischen Kräften. unheilvolle dunkle Farben und unangenehme körperliche Erscheinungen (Druckgefühle. weibliche Homosexualität. Übelkeit und Erbrechen. Zugehörige Entbindungsstadien . Verletzungen. Unfälle. Erlebnisse aus der Wehrdienstzeit.und Kindesalter (lie­ bevolle Zuwendung von der Mutter. heftiges körperliches und psychisches Leiden. in denen wichtige Bedürfnisse befriedigt wurden. Veränderungen der Körperlage. Ausflüge oder Ur­ laubsreisen in eine schöne Umgebung. Regenbogen. anale und urethrale Aggressionen: sexueller Orgasmus. Muskelspannun­ gen.und Kamevalsszenen. Schmerz. Frigidität und Impotenz. Aussetzen der Atmung. Erleben der Welt als etwas »Gemachtes« und ma­ schinell Künstliches. orale Aggressionen gegen einen Gegen­ stand. statoakustische Erotik (Iactatio. Gefühle der Sinnlosigkeit und Absurdität der menschlichen Existenz. Todesund Kastrationsängste. Zwillings­ situation. gefährliche Mutterspinnen. Intensivierung des Leidens bis zu kos­ mischen Dimensionen. Selbstverstümmelung. Visio­ nen von gigantischen Hallen. Intensivierung der Sinneseindrücke. unangenehme Körperemp­ findungen (»Kater«. in denen man als Kind sexuelle AktiviZufälliges Entkommen aus gefährlichen Situationen (Ende von Kriegen oder Re­ volutionen. »vul­ kanische« Ekstase. Fahrten auf stürmischem Meer. mangeln­ de Schließmuskelkontrolle) Plötzliches Nachlassen eines starken Drucks. Situationen. bei Frauen: Entbindung ihrer Kinder Zugehörige Phänomene in LSD-Sitzungen Ungestörtes intrauterines Leben: Positi­ ve Erinnerungen an das Leben im Mut­ terleib. erdrückende Familienatmo­ sphäre. Kältegefühle und ferne Spasmen. Wahrnehmung der Welt als etwas Sinnloses und »Gemach­ tes«). Hunger. Erlebnis­ se der Einheit mit dem Kosmos: Arche­ typus von Mutter Natur. drohendes Ersticken. in einer Falle oder einem Käfig (ohne Aus­ weg) gefangen zu sein. sadomaso­ chistische Orgien. das Gefühl.und Minderwertigkeitsgefühle. Atemnot). Boxkämpfe). Fallschirmspringen) Sättigung von Durst und Hunger: Genuß beim Saugen. Terror der Inquisition. Gehirnwäsche und illegale Verhöre.) täten von Erwachsenen beobachtete. hysterische Halluzinose und Verwechslung von Tagtrau­ men mit der Wirklichkeit Schizophrene Psychosen (Empfindungen von Höllentorturen. Migrä­ nekopfschmerzen: Enuresis und Enkompresis. ana­ ler. Schwitzen. intensi­ ve Körperreaktionen (Druckschmerzen. Ekel. Erlebnisse des Weltuntergangs und der Neuerstehung der Welt. golden. unruhige Flugrei­ sen. Tod. in denen man dem Ertrinken oder Er­ sticken nahe war. Über­ windung schwieriger Hindernisse durch eigenes Bemühen: Strapazen und heftige Anstrengungen. orgiastische sexuel­ le Gefühle. Überleben eines Unfalls oder einer schweren Operation). Hitze.). Verschlingender Malstrom. abnormes Sexual­ verhalten). Ende eines Sturms auf dem Meer. sexuelle Frustration: Kälte-. aktive Teilnahme an blutigen Schlach­ ten. dem Urinieren. kosmi­ sches »Verschlungenwerden«. Krankheiten und Aufregungen der Mutter. Schwimmen im Meer und in klaren Seen etc. Krankheiten. agitierte Depression. Übergang zu Elementen der ersten peri­ natalen Grundmatrix. gelegentlich manische Akti­ vität und Größenwahnvorstellungen. intensive Hobbys. Exhibitionismus Matrix IV Zugehörige Aktivitäten in den Freudschen erogenen Zonen Libidinöse Befriedigung in allen eroge­ nen Zonen. Konversions.Übersicht über die perinatalen Grundmatrizen Matrix I Matrix II Matrix III Zugehörige psychopathologische Syndrome Schizophrene Psychosen (paranoide Symptomatik. Schuppenflechte.) thetischen Wert. Störungen des intrauterinen Lebens: Ne­ gative Erinnerungen an das Leben im Mutterleib (fötale Krisen. Situationen. bedrohliche Kämpfe. ge­ fährliche Seuchen. wilde Par­ tys. Schmerzempfindungen): Kot. körperliche Mißhandlungen etc. sin­ nesberauschende Erlebnisse (Karneval. Zwangsneurose: psycho­ genes Asthma.und Schuldgefühle: Hypochondrie (schmerzhafte Körperempfindungen). Auseinandersetzungen und Abenteuer (aktive Angriffe in Schlach­ ten und Revolutionen.). parano­ ides Denken. »epiphanische« oder »er­ leuchtende« Ekstase.

Diese Reihenfolge wiederholt sich aber während einer tiefen Selbsterforschung nur selten. Ich möchte nun im folgenden die perinatalen Grundmatrizen in der Reihenfolge beschreiben. die für die entsprechenden Stadien im Verlauf der biologischen Geburt gilt. seine Bewegungsfreiheit stärker eingeschränkt und die Plazenta relativ unzureichend geworden ist. die ähnliche emotio­ nale Zustände und psychosomatische Erfahrungen zum Inhalt ha­ ben. chemische. 1. Die Identifikation mit dem Fötus in verschiedenen Stadien des Geburtsprozesses schafft offenbar den Zugang zu Themen im transpersonalen Bereich. Manche von ihnen haben die Form archetypischer Sequenzen. Im Hinblick auf die Abfolge der Themen aus den verschiedenen Matrizen gibt es zahlreiche Varia­ tionsmöglichkeiten . Auch wird in der Regel in den letzten Schwangerschaftsphasen die Situation für das Kind ungünstiger. mit ihnen verknüpften Phänomenen einstellen. und es gibt sogar solche. Verschiedene physikalische. In störungsfreien Phasen des Lebens im Mutterleib können die Bedingungen für den Fötus nahezu ideal sein. in anderen werden Situationen aus der kollektiven Erinnerung der Menschheit dargestellt. da es gewachsen ist. Perinatale Erfahrungen können sich in einer konkreten biologischen Form oder in Kombination mit einer Vielfalt von symbolischen Bildern und vielen anderen. die von einer für diese Erfahrungsebene eigentümlichen Logik geprägt ist. die dem hologra­ 32 . biologische und psychi­ sche Faktoren können aber diesen Zustand ernsthaft beeinträchtigen. 30f). Zwischen den einzelnen Geburtsstadien und den mit ihnen zusammenhängenden Themen besteht eine sehr spezifische und selektive Beziehung. Die erste perinatale Grundmatrix: Das amniotische Universum Die biologische Grundlage dieser Matrix ist die ursprüngliche sym­ biotische Einheit des Fötus mit dem mütterlichen Organismus in der intrauterinen Existenz.Zonen und zu verschiedenen psychopathologischen Erscheinungs­ formen (siehe die Übersicht S.

köstlicher Früchte. etwa in Form wunderbarer Landschaften oder als Mutter Natur. der unter den Bedingungen der Schwe­ relosigkeit im Weltall oder in einem kreisenden Raumschiff dahin­ schwebt. Weitere charakteristische und logische Begleiterscheinun­ gen des glückseligen fötalen Zustands sind Vorstellungen von der Natur. Alle beschriebenen Erfahrungen haben einen sehr starken numinosen Charakter. 33 . mit dem interstellaren Raum. Am deutlichsten aber kommt das heilige und spiritu­ elle Element der ersten perinatalen Grundmatrix in den Erfahrungen der kosmischen Einheit und der unio mystica zum Ausdruck. exoti­ scher Vögel. des Glanzes von Gold. mit Erfahrungen ab wechseln. Archetypische Themen aus dem kollektiven Unbewußten. die Sicherheit gibt und bedingungslos nährt. Auch erscheint in den für verschiedene Kulturen typischen Vorstellungen vom Paradies die Natur von ihrer schönsten Seite. die mit ihnen das Fehlen von Grenzen und Hindernissen gemeinsam haben. Solche Erfahrungen sind gekennzeichnet durch die Überwindung von Zeit und Raum. die verschiedene Kulturen vom Himmel oder vom Paradies haben.oder Mineralienreich entnommen sind. Dies erscheint auch recht zwingend. Anemone. Fisch. etwa in Form prächtiger Blumen. von strahlenden Himmelskörpern wie der Sonne oder den Sternen sowie von anderen Elementen und Merkmalen des astronomischen Kos­ mos die Rede ist. mit der Milchstraße oder mit einem Astronauten. Qualle. Silber und Edelsteinen sowie Strömen oder Quellen mit dem Wasser des Lebens. Delphin oder Wal) ebenso wie die Identifikation mit dem Kosmos.phischen Archiv der Natur in bezug auf das Tier-. So können die Elemente der ungestörten intrauterinen Existenz von Erfahrungen begleitet sein bzw. Seetang. überwältigende ekstatische Gefühle (apollinische oder ozeanische Ekstase). in denen sie sich von ihrer schönsten Seite zeigt. denen man in diesem Zusammenhang begegnen kann. sind die Vorstellun­ gen. Dazu gehört die Identifikation mit dem Ozean oder verschie­ denen Lebensformen des Wassers (Algen. da in archetypischen Beschreibungen des Himmels oft von weiten offenen Räumen. das Empfinden der Einheit alles Seienden ohne Grenzen sowie tiefe Ehrfurcht und Liebe gegenüber der ganzen Schöpfung. Pflanzen.

Positive Aspekte der ersten perinatalen Matrix sind eng mit Erinne­ rungen an die symbiotische Einheit mit der Mutter während des Saugens an ihrer Brust. Was die Freudschen erogenen Zonen angeht. bösartige meta­ physische Kräfte und unheilvolle astrale Einflüsse. verschmutzte Flüsse. werden als universelle Bedrohung in irgendeiner Form erfahren oder mit blutigen. innerem Frieden und schönen Na­ turszenerien geprägt sind. die von Entspan­ nung. wie sie in den Mythen verschiedener Kulturen der Welt eine Rolle spielen. daß die meisten intrauterinen Störungen mit toxischen Einflüssen der Plazenta oder ungenügender Ernährung verbunden sind. Die häufigsten archetypischen Begleit­ motive sind verschiedene heimtückische Dämonen. Ähnliche selektive Verbindungen gibt es auch zu verschiedenen Formen positiver transpersonaler Erfahrun­ gen mit ähnlichen Motiven. und mit Personen oder Tieren. mit Menschen. tritt die psychotische Verzerrung und Auflösung aller vertrauten und beständigen Struktu­ ren.Die Störungen des intrauterinen Lebens sind von Bildern und Erlebnissen begleitet. apoka­ lyptischen Visionen vom Ende der Welt verknüpft. die die Gefahren unter Wasser. An die Stelle der mystischen Auflösung der Grenzen. die von Furcht und paranoiden Gefühlen begleitet wird. so fallen die positiven Aspekte der ersten Grundmatrix mit dem biologischen und psychi34 . Umgekehrt sind negative Aspekte der ersten perinatalen Grundmatrix gewöhnlich mit bestimmten negati­ ven COEX-Systemen und entsprechenden negativen transpersona­ len Matrizen verknüpft. etwa eine drohende Fehlgeburt oder ein Abtreibungsversuch. Sicherheit. etwa unfruchtbare Erde und Schlamm nach Vulkanausbrüchen. die vergiftet wurden. wie sie für glückse­ lige Erfahrungen des Fötus charakteristisch ist. Seen oder Meere und eine verseuchte oder in anderer Hinsicht ungastliche Natur zum Inhalt haben. Industriedeponien und Schrottplätze. mit positiven COEX-Systemen und mit der Vergegenwärtigung von Situationen verbunden. wenn man bedenkt. Noch massivere Störungen. Befriedigung. Ebenso häufig wie die oben beschriebenen Bilder ist die Identifika­ tion mit kämpfenden Soldaten. Wüsten und Einöden. die in den Gaskammern der nationalso­ zialistischen Konzentrationslager starben. Diese Bilder sind sehr treffend. die mit chemischen Waffen angegrif­ fen werden.

Ein feines. Auch hier waren meine Erfahrungen sehr authentisch und voller erstaunlicher biologischer Einzelheiten. Anemonen und sogar Seetang hinüber. ja traumähnliche Identifikation wurde allmählich realer. schrumpfte zu einem absoluten Nichts zusammen. Ich möchte nun die dynamischen Zusammenhänge der einzelnen perinatalen Matrizen anhand von Beispielen aus den Aufzeichnun­ gen über meine eigenen psychedelischen Selbsterfahrungssitzungen veranschaulichen. daß ich eine graziöse Qualle sei. und spürte verschiedene selt­ same Prozesse. der durch die Nabel­ schnur sowie den plazentaren Kreislauf mit dem mütterlichen Organis­ mus verbunden ist. Das folgende ist ein Auszug aus einer Erfahrung mit einer hohen Dosis LSD (300 Mikrogramm). aber extrem überzeu­ gende phylogenetische Empfindungen. Ich schwamm in einer leuchtenden Flüssig­ keit. Dyspepsie und Verdauungsstörungen zu ha­ ben. aber elementares Gefühl von Glückselig­ keit und unerschütterlichem Frieden . ein im amniotischen Sack schwimmender Fötus zu sein. Dieser Zustand ließ sich leicht als eine tiefe Regression. die im Ozean durch sanfte Wasserstöße vorange­ trieben wurde. In meiner Phantasie formte sich spielerisch der Gedanke. die nichts mit der gewöhnlichen menschlichen Erfah­ rung zu tun hatten. Diese anfangs vage. Negative Aspekte dieser Matrix scheinen spezifische Verbindungen zu kör­ perlicher Übelkeit.einem Frieden jenseits allen VörstellungsVermögens . Ich hatte sehr primitive. die hauptsächlich unter dem Einfluß der ersten perinatalen Grundmatrix stand. und doch war mir. Ich hatte das Bedürfnis. um die sich ein Netz aus dünnen Fäden spannte. als wäre ich grenzenlos und dehnte mich ins Unendliche aus. Mein Zustand war eigen­ tümlich paradox: ich wurde immer kleiner und kleiner. als würde ich immer kleiner.durchdrang mich. als eine Rückkehr in die fötale Existenz erkennen. die teils biochemischer 35 . mit Seepferd­ chen. mich zusammenzurollen. Über all diese Erfahrungen spann sich aber das Empfinden. und es war mir. Dieser Zustand glitt langsam in eine ebenso überzeugende Identifikation mit verschiedenen Fischen. Ich war mir zahlreicher komplexer Austauschvorgänge zwischen mir und meiner Mutter bewußt. in dem es in keiner dieser Zonen Unlust­ spannungen gibt und alle Partialtriebe befriedigt sind.sehen Zustand zusammen. Viele Erfahrungen ähnlicher Art haben wir in Sitzungen mit holotropem Atmen beobachtet.

Seine Unermeßlichkeit und Zeitlosigkeit ließen Ereignisse jeder Art. Ich wurde zu einem Mammutbaum. Gleichzeitig fühlte ich mich von dunklen metaphysischen Kräften besessen oder überwältigt. der ungestört 36 . schienen eine deutliche chemische Kompo­ nente zu haben. die Zufuhr von Sauerstoff und Nahrung sowie die Absonderung von Stoffwechselprodukten. Ich zog den Schluß. wie ich durch die Plazenta mit meiner Mutter verbunden war. als müßte ich gleich erbrechen. mythologische Motive. Einen Augenblick lang beherrschte das Motiv des Blutes als der heiligen lebensspendenden Substanz meine gesamte Erfahrung. wurde alles um mich herum wieder freundlich. und ich versank erneut in tiefe ozeanische Glückseligkeit. nährende Substanz die Milch ist. auch wenn sie noch so wichtig waren. Sobald diese dämonischen Attacken nachließen. und spürte deutlich den Blutstrom durch die Arterien und Venen. Ich hatte einen schlechten Geschmack im Mund und es war mir. als diese Erfahrung schwächer wurde. Durch eine leichte Verschiebung des Bildes wurde mir auch ein oberflächlicherer Aspekt der gleichen Erfahrung gegenwärtig. Solche Zustände. doch das Gefühl der Zeitlosigkeit blieb bestehen. Im Laufe der Zeit. Ich kam mir vor wie ein Astronaut. nämlich die authentische Identifikation mit einem Säugling an der Mutterbrust. die wie Wellen über mich kamen. Das von Sternen erfüllte Universum mit seiner deutlich sichtba­ ren Milchstraße und seinen Millionen von Galaxien bewirkte in mir ein Gefühl von Ruhe und Gleichmut. vergiftet. wenn auch in etwas veränderter Form. der im grenzenlosen Kosmos dahinschwebt und mit seinem »Mutterschiff« durch einen Versorgungsschlauch ver­ bunden ist. in Bedeutungslosigkeit versinken. Gleichzeitig aber identifizierte ich mich weiter mit einem Fötus. undefinierbaren Bedrohung unterbrochen. für den die heilige. Gelegentlich wurden die positiven Erfahrungen durch starkes physi­ sches und emotionales Unbehagen und das Gefühl einer mysteriösen. daß ich wohl Situationen durchlebt haben mußte. übel. in denen die intrauteri­ nen Bedingungen durch irgendwelche ungünstigen Ereignisse im müt­ terlichen Organismus gestört wurden. Ich fühlte mich krank. das ich nie zuvor für möglich gehalten hatte. Gegen Ende der Sitzung konzentrierte sich die Erfahrung auf die Erde. Ich war mir bewußt.und physiologischer. teils emotionaler und sogar telepathischer Natur waren. verwandelte sich der Ozean um mich herum in weiten interstellaren Raum. in denen es um die Bedeutung des Blutes und seine numinosen Eigenschaften ging. Dazwischen eingestreut waren archetypische.

Als ich wieder zu normalem Bewußtsein zurückkehrte. immer stärker werdende Angstgefühle und die 37 . das lebensspendende Niltal und das irdische Paradies der polynesischen Inseln. Wenn sich dieses Stadium voll entfaltet.wie eine riesige Buddhastatue. Da sich zudem die Arterien. die für den Fötus vom Einsetzen der Geburt ausgeht. saftiger Weiden. wird mit jeder Kontraktion die Blut­ zufuhr und damit die Versorgung des Fötus mit Sauerstoff. ringförmige und längsgestreifte Gewebe der Ge­ bärmuttermuskulatur winden. wogender Kornfelder. In vielen Bildern zeigte sich mir »Mutter Natur«. verwandelte ich mich in eine winzige pinus aristata. die ebenfalls mehrere Tausend Jahre alt werden kann. Konkrete Erinnerungen an die Bedrohung. später durch mechanische Kontraktionen der Gebärmutter. die sich nicht durch das Treiben und das Chaos des menschlichen Lebens in immer wiederkehrenden Zyklen von Tod und Wiedergeburt bewegen läßt. zunächst durch alarmierende chemische Signale. wie sie alle ihre Kinder nährte . Dazu gehören überwältigende. durch das komplexe spirale.Zeuge der Ereignisse im Laufe von Jahrtausenden wurde . haben als symbolisches Begleitmotiv die Erfahrung des kosmischen Verschlungenwerdens. Die zweite perinatale Grundmatrix: Kosmisches Verschlungenwerden und Ausweglosigkeit Dieses Erfahrungsmuster steht in Verbindung mit dem Einsetzen der biologischen Geburt und ihrem ersten klinischen Stadium. ich Sah die Anbauterrassen in den peruani­ schen Anden. Die Cer­ vix ist nicht erweitert und der Weg nach außen ist noch nicht frei. daß die Größe in der Welt des Bewußtseins keine Rolle spielt. war ich erfüllt von Dankbarkeit für das Wunder des Lebens und die Geschenke der Natur. überquellender Obstgärten. wie sie in höherge­ legenen Regionen der kalifornischen Gebirge wächst. Nahrung und Wärme eingeschränkt. als ob mir bedeutet werden sollte.in Form grüner. Hier wird die ursprüngliche Harmonie und das Gleichgewicht der fötalen Existenz gestört. die die Plazenta versorgen. wird der Fötus in periodischen Abständen durch Gebärmutterspasmen zusammengepreßt. 2. Dann aber.

einer Pythonschlange. vergiftet zu werden. Eine weniger dramatische Version der gleichen Erfahrung ist der Abstieg in eine gefahrvolle Unterwelt. Das symbolische Gegenstück zum voll entwickelten ersten Stadium der Entbindung ist die Erfahrung der Ausweglosigkeit oder Hölle. Die Situation erscheint in der 38 . in das Reich des Todes. und so neigt die betreffende Person dazu. Sie kann zu der festen Überzeugung gelangen. in die Mitte einer dreidimensionalen Spirale. Die Ursa­ che dieser Gefahr kann aber nicht eindeutig erkannt werden. Die Situation des Verschlungenwerdens stellt den Übergang von Freiheit in lebensbedrohliche Einengung dar und läßt sich recht gut mit der Situation eines Fötus vergleichen. Eine Krake fesselt und bedroht Organis­ men. Ebenso häufig werden Angriffe von Riesenkraken oder Riesenspinnen erlebt. der in die Beckenöffnung der Mutter hineingepreßt wird. und bringt ihr Leben ernsthaft in Gefahr. der frei im Wasser treibt. Einige dieser Bilder mögen dem analytischen Verstand seltsam Vorkommen. die Welt paranoid zu deuten. einem Leviathan. von einem furchterregenden Ungeheuer. einem Kro­ kodil oder einem Wal verschlungen zu werden. in einer alptraumhaften Welt wie in einem Käfig gefangen sowie unglaublichen psychischen und physischen Qualen ausgesetzt zu sein. von einer dämonischen Kraft besessen zu sein oder von außerirdischen Lebewesen angegriffen zu werden. Die betreffende Person hat das Gefühl. Eng verwandt und gleich­ wertig mit dieser Vision von einem vernichtenden Mahlstrom ist das Erlebnis.Wahrnehmung einer unmittelbaren Gefahr für das Leben. unter dem Einfluß von Hypnose oder einer teuflischen Maschine zu stehen. eines Trichters oder eines Strudels erbarmungslos hineingezogen zu werden. Der Strudel symbolisiert eine ernst­ hafte Gefahr für einen Organismus. Sehr charakteristisch für diese Situation ist das Erlebnis. etwa einem riesi­ gen Drachen. die bisher ungehindert herumfliegen konnten. doch offenbaren sich in ihnen die Gesetzmäßigkeiten des Erlebens auf dieser Ebene. Mythologische Entsprechungen wären etwa der Beginn der Reise des Helden. der Fall der Engel und die Vertreibung aus dem Paradies. und zwingt ihm eine Bewegung in ein und dieselbe Richtung auf. die im Meer leben. in ein dunkles Grottensystem oder in ein verwirrendes Labyrinth. Eine Spinne fängt Insekten ein.

Auf der analen Ebene ist es die Kotverhaltung und auf der urethralen Ebene die 39 . Was die ordnende Funktion der zweiten perinatalen Grundmatrix anbelangt. deren Erleben unter dem Einfluß der zweiten perinatalen Grundmatrix steht. Minderwertigkeit. existentieller Verzweiflung und Schuldgefühle. Schmerzen und Frustra­ tionen in Verbindung zu stehen. ohne entfliehen zu können. Das lineare Zeitempfinden geht verloren. etwa in Wüsten und in der klirrenden Kälte Sibiriens oder des arktischen Eises. Damit verknüpft sein kann die Identifikation mit Gefangenen in Kerkern oder Konzentrationslagern. Die Person. Tantalus oder Prometheus. sondern ihn auch mit Nahrung und Wärme versorgt. als eine Farce mit lauter künstlichen Charakteren und seelenlosen Robotern oder als eine grausame Zirkus Veranstaltung.Regel als absolut unerträglich. Im Hinblick auf die Freudschen erogenen Zonen scheint diese Matrix mit unlustvoll erlebten Spannungen. Typisch sind quälende Gefühle metaphysischer Ein­ samkeit. Auf der oralen Ebene sind es Hunger. ist blind für alles Positive in der Welt oder in ihrem Leben. die ja nicht nur die Verbin­ dung zwischen ihm und der Welt sowie dem Menschen aufrechter­ hält. ohne Ende und hoffnungslos. und die betreffende Person kann kein Ende dieser Pein noch irgendeine Fluchtmöglichkeit erkennen. absurdes Theater. mit den Sündern in der Hölle oder mit archetypischen Figuren wie etwa dem wandernden Juden Ahasver. mit Sisyphus. Un­ zulänglichkeit. in denen man passiv und hilflos von einer destruktiven Kraft überwältigt wurde. so zieht sie COEX-Systeme mit Erinnerungen an Situa­ tionen an. Ixion. Übelkeit und schmerzhafte Reize. Sehr häufig sind auch Bilder und Erfahrungen von Menschen und Tieren. Hilflosigkeit. Ebenfalls hinzutreten können transpersonale Motive mit ähnlichen Merkma­ len. Hoffnungslosigkeit. daß die Gebärmutterkontraktionen den Fötus von der plazentaren Blutzufuhr abschneiden. dem Fliegenden Holländer. die einsam an Hunger oder in einer ungastlichen Umgebung in der Natur sterben. Durst. mit Insassen einer Irrenanstalt. Durch das Prisma dieser Matrix erscheint das Leben als ein absolut sinnloses. Solche Themen spiegeln offensichtlich die Tatsache wider.

Dieser Zustand wurde immer wieder von Visionen unterbrochen. sowie . die zu gigantischen Bildern von kommunistischen Führern aufblickten. Massen. Konflikte und Leid.Urinverhaltung.in der Schlußphase . Meine Körperempfin­ dungen. die die gleiche Sehnsucht verspürten. Die folgenden Aufzeichnungen von meiner psychedelischen Selbsterfahrungssitzung mit 300 Mikrogramm LSD enthalten charakteri­ stische Beispiele für eine Erfahrung. An seiner Hand trug er einen verzierten Ring mit einem großen Edelstein. Alles wurde dunkel. bedrückend und gefahr­ 40 . in diesen Zustand kindlichen Glücks zurück­ zukehren. und fühlte ganz stark. die die biographische mit der perinatalen Ebene verknüpfen. wie die treibende Kraft hinter solchen großen religiösen und sozialen Bewegungen das Bedürfnis war. die verschiedene Aspekte des hektischen und getriebenen Lebens des Erwachsenen von heute zum Inhalt hatten. den Zustand der Erfüllung und Zufrie­ denheit der frühen Kindheit wiederherzustellen. Zu Beginn finden sich auch einige Motive. Ich sah Millionen von Chinesen. eines Lebens voller Span­ nungen. Dann tauchten Bilder von anonymen Massen mit roten Bannern während einer Parade auf dem Roten Platz in Moskau auf. Gefühle und Wahrnehmungen waren äußerst primitiv und entsprachen in authentischer Weise denen eines Säuglings. Menschenmassen sahen voller Erwartung zu ihm auf. Es folgten Visionen von Abertausenden von Moslems rund um die Kaaba in Mekka. Ich spürte. Dazu gehör­ ten automatisches Saugen. Als die Droge dann stärker zu wirken begann. Die entsprechenden Empfindungen auf der genita­ len Ebene sind sexuelle Frustration und die Schmerzen. Ich sah vor mir den Papst mit einem juwelenbestückten Kreuz. reichliche Speichelab­ sonderung und gelegentliches Aufstoßen. Die Sitzung fing etwa vierzig Minuten nach Einnahme der Droge in sehr optimistischer Stimmung an. die für Frauen im ersten klinischen Stadium der Entbindung typisch sind.Elemente der vierten perinatalen Grundmatrix. Durch den Vergleich mit dem paradiesi­ schen Zustand eines Säuglings spürte ich plötzlich in mir die tiefe Sehnsucht von uns allen. wurde ich plötzlich von panischer Angst gepackt. Die für die zweite Matrix typi­ schen Erfahrungen sind im folgenden durch Klammem hervorgeho­ ben. Lippenbewegungen. die dem großen Vorsitzenden Mao huldigten. die im wesentlichen von der zweiten perinatalen Grundmatrix bestimmt wird. wie ich rasch in die sorgenlose Welt eines zufriedenen Säuglings zurückkehrte.

Wie steht es damit. enden im gleichen senilen Verfall und werden schließlich wie alle anderen Körper auch durch den Tod zerstört. die von der Geburt bis zum Tod mit Leid befrachtet ist. Das antike griechische Ideal des brillanten Geistes in einem schönen Körper hielt nicht lange stand. daß es einen Sinn im Leben gab. die für ihre intellektuellen Leistungen berühmt waren. das mit der Menschheit gespielt wird. Jedes Bild. Sie zeigten die absolute Hoffnungslosigkeit der menschlichen Existenz. Die ganze Welt schien sich um mich zu schließen. mit der es anfing. Das Wissen. die ursprünglich den Gegensatz zu der pro­ blemfreien Welt des Säuglings gebildet hatten. ein grausames Spiel. Die Visionen des alltäglichen Leids. die sich noch so enthusiastisch und hartnäckig um sie bemüht hatten. Ich habe Menschen gekannt. dessen sich Buddha so klar bewußt war? Es schien mir äußerst wichtig. wurden überwältigend und unerbittlich. Da verstand ich die Existentialphilosophen und die Autoren des absurden Theaters. wird teils vergessen. ähnlich ist. gräßlich und äußerst sinnlos. So gelangte ich zu einer entsetzlichen Erkenntnis: das menschliche Leben endet mit einer Er­ fahrung. Die durchtrainierten Körper von Menschen. Es ist eine leere Farce. irgendeinen Sinn im Leben zu finden. um mir klarzumachen. wie sie heranwuchsen.Warten auf Godot! War es das. Es mußte doch etwas geben! Doch die Erfahrung zerstörte unbarmherzig und systematisch alle meine Bemühungen. das ein Leben lang aufgebaut wurde. die aber im hohen Alter nicht mit den einfachsten und trivialsten Aufgaben des Alltags fertig wurden. zusammengetragen in Tausenden von Stunden unersättlichen Fleißes.voll. Ich spürte. in denen gezeigt wurde. Der Rest ist lediglich eine Frage der Zeit .ist dies nicht ein edles und sinnvolles Ziel? Doch an die Stelle von Bildern mit hübschen lachenden Kindern traten sofort Szenen. teils fällt es dem altersbedingten organi­ schen Gehimabbau zum Opfer. das ich herauf­ beschwören konnte. alterten und schließlich ebenfalls star41 . unser ganzes Leben lang und bei unserem Tod. um dieser vernichtenden Erkenntnis etwas entgegenzusetzen. wie ich von den Qualen der Geburt und denen des Todes gleichzeitig überwältigt wurde. Wir leiden bei unserer Geburt. Kinder zu haben . die derjenigen. Und schließlich vollendet der Tod des Körpers und des Gehirns das Werk der Vernichtung alles Wissens. Beide vereinten sich für mich zu einem untrennbaren Ganzen. wurde sofort wieder in Frage gestellt und lächerlich ge­ macht. Sie wußten darum! Das menschliche Leben ist in der Tat absurd.

Kriege. wie ich es vorher getan hatte.ben. Leid und Tod zu sein. Es gab nur unheilbare Krankheiten. Wenn dies tatsächlich der Fall war. so gab es vielleicht einen Ausweg. Das war die Hölle! Mehrere Male nahm die Erfahrung direkt die Form archetypischer Vorstellungen von infernalischen Landschaften an. so blieb nicht viel Hoffnung. Lange Zeit aber . Revolutionen.Rettung bedeuten würde. muß man eine rosarote Brille tragen und sich ständig selbst betrügen! Nun kam es mir vor. Es gab keinen Ausweg aus dieser alptraumhaften Welt. Diese Aufgabe empfand ich als eindeutig unlösbar. deren Leben ebenso sinnlos ist wie unseres! Die Vorstellungen von der Absurdität und Sinnlosigkeit des menschli­ chen Lebens wurden schließlich unerträglich. als würde mein ganzer Körper mechanisch zusammengepreßt und als wäre der Bereich um meine Stirn herum am stärksten betroffen. Gefängnisse und Konzentrationslager. Ich erkannte. daß all dies irgend etwas mit dem Wiedererleben meiner biologischen Geburt zu tun hatte. Allmählich wuchs aber in mir das Bewußtsein.ohne vorheriges Anzeichen . oder noch einfacher: es gab für mich gar keine. Ich war offensichtlich blind für alle positiven Aspekte der Existenz. mich selber so zum Narren zu halten.ob ein natürlicher Tod oder durch Selbstmord .war ich mir sehr unsicher. Plötzlich . und wenn dies eine notwendige Bedingung für die Befreiung aus dieser höllischen Situation sein sollte.es kam mir wie eine Ewigkeit vor . Wie war es möglich. von denen das Leben selber eine war. die ich vorher nicht bemerkt hatte. Ich fühlte mich in einem schier endlosen Teufelskreis aus unerträgli­ chem emotionalem und körperlichem Leid gefangen. Grausamkeiten aller Art. da es bedeutete. Ich hatte das Gefühl. Man kann nicht seinem Leben einen Sinn verleihen. wie ich auf die Welt komme. Die Welt schien voller Schmerz. indem man Nachkommen zeugt. wie sie dem betroffenen Fötus Vorkommen mußte. einen Sinn im Leben finden zu müssen. ob dieses befreiende Ende tatsächlich eintreten würde. als wäre meine rosarote Brille zerbrochen und als wäre ich nie mehr in der Lage. nur Wahnsinn. mit der qualvollen Erfahrung der Enge im Geburts­ kanal.löste sich der Druck auf magische Weise innerhalb von Sekundenbruchteilen und ich war den 42 . daß noch nicht einmal der Tod . vielleicht schien die Situation nur so hoffnungslos zu sein. Verbrechen und Gewalt. daß es in all dieser Finsternis eine Dimension zu geben schien. Auch hatte ich die Gewißheit. Vielleicht ließ sich das Wiederer­ leben der Geburt durch die Erfahrung zu Ende bringen. daß ich all dies vorher nicht gesehen hatte? Um irgend etwas Positives im Leben zu finden.

unbeschreibliche Freude ergriff mich. Hinter allen biologisch determinierten Bedürfnissen gab es auch eindeu­ tig eine echte Sehnsucht nach dem Transzendenten. Fragen nach dem Sinn des Lebens sind symptomatisch für diese Situation. glänzte und explodierte in leuchtenden Farben . doch im Gegensatz zum vorhergehenden 43 .wie in den schönsten Bildern van Goghs. läßt sich der Sinn unmöglich auf der Basis des rationalen Verstandes finden. haben den Geburtsprozeß aber psychisch noch nicht abgeschlossen und verar­ beitet. Die tiefen religiösen und utopischen Sehnsüchte des Menschen spiegeln nicht nur sein kindliches Bedürfnis nach dem einfachen Glück wider. sondern auch das Verlangen. Aber selbst dies bildete nur die Oberfläche. etwas Obst schmeckten wie Nektar und Ambrosia der olympischen Götter. wie es mir zu Beginn dieser Selbsterfahrung vorgekommen war. der mit großer Freude auf der Welle des Lebens reitet. Ich verspürte einen gesunden Appetit. Alles schien frisch. daß wir mit dem Geburtstrauma und der Angst vor dem Tod nicht fertig geworden sind. 3.Klauen des infernalischen Geburtskanals entronnen. Wir sind nur anatomisch geboren. Die dritte perinatale Grundmatrix: Der große Kampf vor Tod und Wiedergeburt Viele wesentliche Merkmale dieser komplexen Erfahrungsmatrix lassen sich von ihrer Verbindung mit der zweiten klinischen Phase der Entbindung herleiten. So kam ich mir nach dieser Erfahrung auch wie ein Surfer vor. Wie mir jetzt bewußt war. ein belegtes Brötchen. rührt der Mangel an Erfüllung im menschli­ chen Leben daher. In diesem Stadium setzen sich die Gebär­ mutterkontraktionen fort. ich sah die Welt und den Fluß des Lebens mit völlig neuen Augen. Dann wird der Sinn des Lebens unmittelbar offenkundig. Später konnte ich mich mit meiner Erfahrung geistig auseinandersetzen und klar formulieren. die sich nicht auf eine einfache naturwissenschaftliche Formel reduzieren ließ. Da das Leben zyklisch verläuft und den Tod einschließt. was ich Wichtiges über das Leben gelernt hatte. Man muß die Energie des Lebensflusses in sich verspüren und sich seines Daseins freuen. Licht überflutete mich. Ein Glas Milch. den alptraumhaften Erinnerungen an das Geburtstrauma in die Freiheit nach der Geburt und in die ozeanische Glückseligkeit des Mutterleibs zu entrinnen.

Dadurch wird die Verbindung mit dem mütterlichen Organismus unterbro­ chen und ein gefährlicher Grad an Sauerstoffmangel kann die Folge sein. kann an der Plazenta ziehen und sie von der Gebärmutterhaut lösen. wird aufgrund der anatomischen Gegebenheiten mit jeder Gebärmutterkontraktion die Blutzufuhr zum Fötus abge­ schnürt. die ohnehin schon kurz ist oder durch die Bildung von Schlingen um verschiedene Körperteile verkürzt wird. la-f: Aus einer achtteiligen Folge von Zeichnungen. Die Stadium ist die Cervix jetzt erweitert und ermöglicht dadurch eine allmähliche Fortbewegung des Fötus durch den Geburtskanal. Eine Nabel­ schnur. Das bedeutet einen gewaltigen Kampf ums Überleben. Auch können in diesem Entbindungsstadium viele weitere Komplikationen den Blutkreislauf einschränken und Atemnot be­ wirken. Wie schon erwähnt. nicht nur mit Fruchtwasser. sondern auch mit Blut. Urin und sogar Kot. die den Verlauf des perinatalen Prozesses in der holotropen Therapie veranschaulichen.Abb. massiven mecha­ nischen Druck und häufig starken Sauerstoffmangel sowie drohen­ des Ersticken. 44 . Am Höhepunkt der Entbindung kann der Fötus mit verschiede­ nen Körpersubstanzen in enge Berührung kommen. Schleim. Die Nabelschnur kann zwischen Kopf und Beckenöffnung eingequetscht oder um den Hals geschlungen sein.

in regressiver Therapie hat sie die Form des Kampfes von Tod und Wiedergeburt. wenn man bedenkt. Der Aspekt des titanischen Kampfes wird unmittelbar verständlich. Bedrohung durch Dämonen. heftige sexuelle Erre­ gung. physiologischen und emotionalen Merkmalen des entsprechenden Geburtsstadiums in Beziehung ge­ setzt werden. sadomasochistische Erlebnisse. S. All diese Aspekte und Facetten der dritten perinatalen Grundmatrix lassen sich wiederum aus dem Erleben der biologischen Geburt logisch ableiten und können zu verschiedenen anatomischen. Dazu gehören vor allen Dingen das Motiv des titanischen Kampfes. skatologische Erlebnisse und eine Begegnung mit dem Feuer. die einen Druck zwischen 50 und 45 . welche gewaltigen Kräfte in diesem Entbin­ dungsstadium wirksam werden. die in charakteristischen Gruppierungen und Abfolgen auftreten.Klientin identifiziert in übersteigerter Form ihre emotionalen und psychoso­ matischen Empfindungen während der holotropen Sitzungen (Forts. 46) Aus der Sicht des Erlebens ist die dritte perinatale Matrix sehr weitläufig und kompliziert. Neben dem realistischen Wiedererleben verschiedener Aspekte des Kampfes im Geburtska­ nal finden sich hier verschiedenartige archetypische und andere Phänomene. Der zarte Kopf des Kindes wird durch Gebärmutterkontraktionen.

als Elemente. die ihren alltäglichen Gefühlen zugrunde liegen und schwere Verzerrungen ihres Selbstbildes verursachen. 46 .

Häufige Themen in diesem Zusammenhang sind gewalttätiger Mord und Selbstmord. Atombomben. den Sadomasochismus. die diese Erfahrung annimmt. in die enge Beckenöffnung gepreßt. Laserstrahlen und Elektrokraftwerke. die sich aufstauen und in explosiver Weise entladen. Freistilringen. Verwandte archetypi­ sche und mythologische Motive sind Bilder vom Jüngsten Gericht. Verstümmelung und Selbstverstümmelung. Raketen. der mit diesem Aspekt der dritten perinatalen Grundmatrix konfron­ tiert wird. rituelle Opferung und Selbstopferung. der zwei Seiten ein. Erdbeben. Raumschiffe. warum Sadismus und Masochis­ mus eine logische Einheit bilden. Die erlebnismäßige Logik der sexuellen Komponente des Tod47 . Folter. Die aggressiven und sadomasochistischen Aspekte dieser Matrix spiegeln den Aufruhr eines Organismus wider. also die zwei Seiten ein. dessen Überleben durch den Erstickungstod bedroht ist. Boxen. Hinrichtung. Gezeitenwellen oder Wirbelstürmen. große Taten von Superhelden und Kämpfe von kosmischem Ausmaß wie etwa zwischen den Mächten des Lichts und den Mächten der Finsternis oder zwischen Göttern und Tita­ nen. nimmt als Gladiator an einem Gladiatorenkampf teil.und desselben Erfahrungsprozesses repräsentiert. elektri­ schen Stürmen. Jemand. etwa mit Vulkanausbrüchen. Andere Erfahrungsmuster wären gewalttätige Szenen aus Kriegen oder Revolutionen sowie die Identifikation mit den gewaltigen Energien. Panzerwaffen. ist die Identifikation mit entfesselten Naturelementen.etwa durch thermonukleare Reaktionen. sadomasochistische Sexual­ praktiken und Vergewaltigungen. Hinzu kommen noch die introjizierten destruktiven Kräfte des Geburtskanals.und derselben Münze darstellt. blutige Kämpfe von Mann gegen Mann. Man ist auf der Jagd nach wilden Tieren oder kämpft körperlich mit ihnen. Eine gemäßigtere Form der titanischen Erfahrung ist das Erleben verschiedener gefährlicher Abenteuer. führt aufregende Expeditionen durch oder erobert als Soldat neue Stellungen. kann mächtige Energieströme verspüren. die durch die Mittel der Technik von heute freigesetzt werden . Eine der charakteristischen Formen. das Fegefeuer.100 Pfund ausüben. Aus dieser Verknüpfung wird klar ersichtlich.

Tod und Transzendenz« (Grof 1985) beschrieben. Kot. im Leben einzelner Märtyrer. Das dämonische Element dieses Stadiums kann sowohl den Men­ schen.Wiedergeburt-Prozesses läßt sich nicht unmittelbar erkennen. in den Unterlagen von Amnesty International und in Beobachtungen an Menschen. Die Verbindung zwi­ schen dem sexuellen Orgasmus und dem Orgasmus der Geburt bereichert die dynamischen Interpretationen in der Freudschen Ana­ lyse. Gefahr. vor besondere Probleme stel­ len. die auf der Oberfläche der biographischen Ebene verbleiben und die Bedeutung frühkindlicher sexueller Erfahrungen hervorhe­ ben. der diese Erfahrung gerade macht. Welche Folgerungen aus diesen Zusammenhän­ gen für die Erklärung verschiedener pathologischer sexueller Phäno­ mene zu ziehen sind. können beide zögern. der ihm therapeutischen Beistand leistet. Variationen von Sexualpraktiken. Beispiele dafür finden sich in der Geschichte religiöser Sekten. Satansorgien und Schwarze Messen sowie die Heimsuchung durch böse Mächte. als auch denjenigen. bildet eine natürliche Basis für die Entwicklung der bedeutendsten Sexualstörungen. Schleim. selbstdestruktiven Impulsen. durch den unmenschliches Leiden und insbesondere drohendes Ersticken in eine seltsame Art von sexueller Erregung und schließlich in ekstatische Verzückung umgesetzt werden. die am Galgen hingerichtet wurden. physischen Schmerzen und verschie­ denen Körpersubstanzen (Blut. Durch das Unheimliche. Sie kann durch die Tatsache erklärt werden. höchst relevante Dimension. sexuellen Ab­ weichungen sowie sexuellen Perversionen. nämlich um die perinatale Ebene. Urin) verknüpft ist. Der gemeinsame Nen­ 48 . Die häufigsten Themen in diesem Zusammenhang sind der Hexensabbath (die Walpurgisnacht). um eine tiefere. Angst. habe ich eingehend in meinem Buch »Geburt. Die Tatsache. der mechanisch und ungerichtet ist und zugleich pornographische oder abweichende Merkmale besitzt. Die zu dieser Kategorie gehörenden Erlebnisse sind durch eine enorme Intensität des Sexualtriebs gekennzeichnet. sich mit ihnen auseinanderzusetzen. daß der menschliche Organismus von Natur aus über einen physiologischen Mechanis­ mus verfügt. in Berichten aus Konzentrationslagern. das den hier auftretenden Motiven anhaftet. daß auf dieser Ebene der Psyche die Sexualität auf das engste mit Tod. Aggressionen.

Der skatologische Aspekt des Tod.oder in einer archetypischen Form als reini­ gendes Feuer (Pyrokatharsis). Blut oder Urin trinkt oder sich in Fäulnis befindet. Fruchtbarkeitsriten. das alles Verdorbene zerstört und den Menschen auf seine spirituelle Wiedergeburt vorbereitet. Bilder von der Kreuzigung Christi oder die Identifikation mit Jesus Christus. skatologischen Elementen und verzerrten spirituellen Impulsen. die Tod und Wiedergeburt symbolisieren . daß ihre Vagina wie Feuer brenne. Orpheus. die Opfer einer Feuersbrunst werden . Sehr häufig sind Szenen aus präkolumbianischen Opferritualen. abweichenden sexuellen Gefühlen. Visionen von Gottheiten. Coatlicue. daß das Kind in den letzten Geburtsstadien in enge Berührung mit Exkrementen und anderen biologischen Stoffen kommen kann.und Wiedergeburtprozesses besitzt seine natürliche biologische Grundlage in dem Umstand. Die perinatalen Erfahrungen übertreffen aber bei weitem das. Das Feuer ist der am wenigsten verständliche Aspekt der Geburtssymbolik. Lilith oder Rangda. Es ist eine enge und erschütternde Begegnung mit den schlimmsten Aspekten der biologischen Existenz.etwa von Osiris. Perse­ phone.ner zwischen diesem Entbindungsstadium und den Motiven des Hexensabbaths oder der Schwarzen Messe ist die eigentümliche Vermengung von Tod. Das biologische Gegenstück könnte die Überreizung des Fötus und das damit verbundene wahllose »Feuern« peripherer Neuronen sein. Adonis. Wenn man unter dem Einfluß dieses Aspekts der dritten Matrix steht. was das Neugeborene eventuell wirklich erlebt hat. Tempelprostitu­ tion.sowie die Verehrung der schrecklichen Göttinnen Kali. Angst. Die religiösen und mythologischen Symbole dieser Matrix haben überwiegend das Opfer und die Selbstopferung zum Thema oder bilden eine Kombination aus spirituellem Streben und Sexualität. Aggressionen. Sexu­ elle Motive wären etwa die Anbetung des Phallus. Das Element des Feuers wird entweder in seiner gewöhnlichen Form erlebt . in Exkrementen schwimmt.man identifiziert sich mit Menschen. Interessanterweise haben Mütter in dieser Phase der Geburt häufig das Empfinden. so erlebt man Szenen. Attis. Wotan oder Balder . rituelle Vergewaltigung und verschiedene 49 . Dionysos. in denen man in Abfällen oder Kloaken herumkriecht.

Stammeszeremonien von Naturvölkern. waghalsige Unternehmungen. In der Sprache der Religion ausgedrückt ähnelt diese Situation mehr dem Fegefeuer als der Hölle. Boxen. in denen man rhythmische wollüstige Bewegungen vollführt. Kämpfe. Eroberungen. die sich aus Erinnerungen an intensive sinnes­ starke und sexuelle Erlebnisse zusammensetzen. Auch gehen in der Todund Wiedergeburtserfahrung .Qual und Ekstase ineinander über. Eine besondere Gruppe bilden Erinnerungen. die sich in ihr befindet. und an Kriegserlebnisse oder Unfälle. in der es nichts als Leid gibt . die mit der ersten perinatalen Matrix verknüpft ist. ist nicht hilflos. etwa in Verbindung mit Bettnässen oder Verschmutzung durch Kot. Prostituiertenviertel. und zwar aus solchen Erlebnissen. Ringen. in denen eine enge Berührung mit Körpersubstanzen erfolgte. an Szenen. Sie ist vielmehr Beobachter und kann sich mit Aggressor und Opfer zugleich bis zu dem Punkt identifizieren. in denen man Blut fließen sah. Spezifische Merkmale verbinden die dritte perinatale Grundmatrix mit COEX-Systemen. deren Erleben von diesem Aspekt der dritten Matrix bestimmt wird. Dazu gehören auch Erinnerungen an die Sauberkeitserziehung. Dazu gehören Fallschirmspringen. in denen man zerstückelte 50 . der im Feuer stirbt und aus der Asche neu aufersteht. nicht mehr die Rolle eines hilflosen Opfers. daß ihr Leiden einen ganz bestimmten Weg nimmt und ein Ziel hat. Ein klassisches Beispiel für den Übergang von der dritten zur vierten perinatalen Grundmatrix ist der legendäre Vogel Phönix. die es von dem zuvor beschriebenen Muster der Ausweglosigkeit unterscheiden. die mehr oder minder stark den Charakter des Gefährlichen haben. Es gibt mehrere wesentliche Merkmale dieses Erfahrungsmusters. an dem sie diese Rollen kaum mehr auseinanderhalten kann. Es erscheint daher angebracht. Autoren­ nen. Sie ist aktiv beteiligt und hat das Gefühl.im Gegensatz zur Erfahrung der Ausweglosigkeit. Vergewaltigung oder sexuelle Orgien sowie Vergnügungsparks. Schlachten. Außerdem spielt die Person. diese Art von Erfahrung als dionysische oder »vulkanische« Ekstase zu bezeich­ nen und damit von der apollinischen oder »ozeanischen« Ekstase der Einheit mit dem Kosmos abzuheben. Die Situation erscheint nicht hoffnungslos und die Person.

Die Sitzung begann mit einem unglaublichen heftigen Ausbruch trieb­ hafter Kräfte. Instinktiv verstand ich . daß sie die mystische Kraft des Blutes symbolisierten. Ich greife hier auf die Aufzeichnungen über eine meiner Selbsterfahrungssitzungen mit einer hohen Dosis LSD (300 Mikrogramm) zurück. Ich fühlte irgendwie. Alles. Erinnerungen an große Brände stellen sich in der Regel in der Phase des Übergangs von der dritten zur vierten perinatalen Grundmatrix ein. den Fängen des Geburtskanals zu entrinnen. Der weitere Verlauf derselben psychedelischen Sitzung und ihre Auflösung werden weiter unten im Abschnitt über die vierte perinatale Matrix beschrieben. der Entbindung und des Todes. der Geburt. die mich zu Tode würgte. um die Phänomenologie der dritten perinatalen Grundmatrix zu veranschaulichen. und doch war da dieser faszinierende Strom von Lebens­ energien. von Folter. Ich fühlte mich wie in einer stählernen Maschine gefangen. auf der analen und urethralen Ebene der des Defäkierens und Urinierens. Hinter all dem schien sich eine tiefe Identifikation mit einem Fötus zu verbergen. und auf der genitalen Ebene die Steigerung zum sexuel­ len Orgasmus sowie die Empfindungen einer gebärenden Frau im zweiten Entbindungsstadium. zum Teil durchsetzt mit äußerst heftigen aggressiven Impulsen. leuchtete in einem ganzen Spektrum roter Farben. die Mutter und Kind auf Leben und Tod miteinander verbindet. was ich sah. die die Menschheit seit Jahrtausenden auf eine seltsame Weise vereinigt. Im Hinblick auf die Freudschen erogenen Zonen steht diese Matrix im Zusammenhang mit physiologischen Aktivitäten. der mich fortriß. In mir öffneten sich metaphysische Dimensionen von Grausamkeiten aller Art. umgekehrt der Akt des Erbre­ chens. die die ersten Stunden dieser Erfahrung be­ stimmte. Wellen von orgiastischen sexuellen Gefühlen überrollten mich. der wahren Freundschaft und der Treue. Ich fühlte in mir die seltsame Kraft. die etwas Unheilvolles und Numinoses aus­ strahlten. aber ich empfand auch die Mysterien des Menstruationszyklus. Vergewaltigung und Mord. Auf der oralen Ebene ist es der Akt des Kauens und Hinunterschluckens von Essen bzw. der verzweifelt versucht.sozusa­ 51 .oder verweste menschliche Körper sah. die nach länge­ rer Phase der Spannung plötzliche Erleichterung und Entspannung bringen. die Blutsverbindung zu den Vorfahren und die heiligen Blutsbande der Brüderschaft.

gen mit meinem »Bauch« . sowie das Feuer der Revolution. das in seinem Herzen brannte. Und dann schufen malerische Visionen .teils figurativ. die afrikanische Stammeszermonien. so als ob es ein tiefes Geheimnis des Lebens wäre. Es schien. Nach und nach kam ein starkes spirituelles Element zu dieser höchst sinnlichen Erfahrung hinzu. die für eine große Sache kämpften . teils gewoben aus den verschlungensten Arabesken . ohne Vorwarnung. Ich war zu Tränen gerührt und fühlte mich eins mit den Freiheitskämpfern aller Zeiten und aller Länder. an Scheherazade und an Märchen aus Tausendundeiner Nacht erinnerte. die die verschiedenartigsten Rollen spielten. gefolgt von ähnlichen Szenen aus Beethovens Fidelio.das Symbiotische und Vereinigende dieser Beziehung. Einmal identifizierte ich mich ganz stark mit Lenin und fühlte unmittelbar den unersättlichen Durst der Massen nach Freiheit. Als die zweite Hälfte meiner Selbsterfahrungssitzung näher rückte. bei dem Männer ausgeschlossen sind. von obszönen Varieteshows sowie aus der Welt der Prostituierten und Zuhälter stürmten auf alle meine Sinne ein. der Unabhängigkeit und Autonomie beeinträchtigen kann. Vor diesem Hintergrund identifizierte ich mich mit unzähligen Men­ schen. Das seltsame Band der uterinen Verbindung zwischen Großmutter. Ich fühlte mich umgeben von unbeschreiblich ekelerregendem Zeug. von sadomasochistischen Praktiken aller Art. babylonische Tempelprostitution. verschob sich der Schwerpunkt vom Motiv des Todes auf die Motive von Sex und Gewalt. ertrank in einer Art archetypischer Senkgrube. Der Geruch von Fäulnis schien mein 52 . und doch betrachtete ich auch das Ganze als außenste­ hender Beobachter.eine unwiderstehlich verführerische Atmosphäre. als nahm ich an Hunder­ ten von Szenen teil. die sich gegen irgendeine Form der Unterdrükkung wehrten oder die ein anderes kollektives Ziel verfolgten. die an orientalische Ha­ rems. Farbenprächtige Bilder und Erfahrungen von Vergewaltigungen. schlug die Erfahrung um. die den biologischen Abfall aller Zeitalter zu vereinigen schien. Fratemite! Egalite! Liberte! Bilder von der Französischen Revolution und vom Sturm auf die Bastille schossen durch meinen Kopf.möglicherweise in Neuguinea oder Australien darstellten. Mutter und Toch­ ter gewann eine besondere Bedeutung.mit Revolutionären und Patrioten aller Zeitalter. den er verspürt haben mußte. obskure alte Fruchtbarkeitsriten und rituelle Orgien von Naturvölkern . Und plötzlich. aber auch ihren einengenden und erstickenden Einfluß. Ich schien mich intensiv mit allen möglichen Personen zu identifizieren.

war die typische Reaktion eines erwachsenen Menschen. Nun muß eine weitgehende physiologische Umstellung erfolgen. 53 . Auf das Vorwärtstreiben durch den Geburtskanal. folgt eine plötzliche Erleichterung und Entspannung. (Fortsetzung am Schluß des folgenden Abschnitts. mich in solche Lebewesen hineinzuversetzen und die Dinge aus ihrer Sicht zu erleben. Druck und sexueller Spannung verbunden ist. zu akzeptieren und mich auf eine seltsame Weise wohl zu fühlen. Ich hatte das Gefühl. und zweifellos gibt es viele Lebensformen . die in ihr gedeihen. Dies war eine erschütternde Begegnung mit dem Schlimmsten. Mein Mund war voller Exkremente. Abfall. Inmitten dieser horrenden Szenerie schoß mir ein interessanter Gedanke durch den Kopf. Eiter. damit der Organismus seine neue Existenz als anatomisch eigenständiges Individuum beginnen kann. in denen ich die komplexen Labyrinthe der Abwassersy­ steme dieser Welt sah. das die Natur hervorbringt . mit jedem Einstiegschacht und jedem Ab Wasserrohr. Die vierte perinatale Grundmatrix: Tod und Wiedergeburt Diese perinatale Matrix hängt mit der dritten klinischen Entbin­ dungsphase. die mir das Atmen unmöglich machten.) 4.ganzes Wesen zu durchdringen. das mit einer extremen Steigerung von Angst. seine Nahrung verdauen und sich seiner Abfallprodukte entledigen. den Ort. Mehr und mehr war ich in der Lage. Ich versuchte. Was ich erlebte. Das Kind ist geboren und sieht nach langer Dunkelheit zum ersten Mal das helle Tageslicht oder das künstliche Licht des Entbindungs­ zimmers. Er muß selber sich mit Sauerstoff versorgen.mit Ausscheidungen. Nach der Durchtrennung der Nabelschnur ist die physi­ sche Trennung vom mütterlichen Organismus abgeschlossen. mit der eigentlichen Geburt des Kindes zusammen. an dem ich mich befand.Bakte­ rien. Ein Kind oder ein Hund würden vielleicht ganz anders reagieren. als würde ich immer mehr mit dem biologischen Abfall aller Großstädte dieser Welt vertraut. Würmer oder Insektenlarven für die eine solche Umwelt höchst wünschenswert ist. Zersetzung und Fäulnis. das es gibt. Schmerzen. Die Erfahrung ging wiederholt in Szenen über.

Personen. Menschen. Das symbolische Gegenstück zu diesem letzten Entbindungsstadium ist die Tod. Im Laufe einer tiefen. in der die negativen Erfahrungen des betreffenden Menschen 54 . schonungslose Zerstö­ rung aller Bezugspunkte im früheren Leben des betreffenden Men­ schen nach sich zu ziehen. Hilfeleistungen während der Geburt mit Instrumenten oder mit Händen sowie Besonderheiten der Pflege nach der Geburt bis in letzte Einzelheiten erkennen. das Gefühl. bis der Prozeß abgeschlossen ist. Dies führt häufig zu einem verzweifelten und entschlossenen Kampf. Para­ doxerweise hat die betreffende Person. von emotionaler Auflösung. die diese stark eingeschränkte Auffassung vom Ich teilen. Ich-Tod und Wiedergeburt sind keine einmalige Erfahrung. Läßt man ihm aber freien Lauf. obwohl nur ein kleiner Schritt sie von einer großen Befreiung trennt. erfüllt die Vorstellung von einem »Ich-Tod« mit Horror. Unter dem Einfluß der Freudschen Psychoanalyse ist das Konzept des Ich verknüpft mit der Fähigkeit. Besonderheiten der Entbindung. den Prozeß an dieser Stelle zum Stillstand zu bringen. die Art der verwendeten Betäubungsmittel. der bis dahin stattgefunden hat. Was aber tatsächlich in diesem Prozeß stirbt. die Realität zu testen und im Alltagsleben richtig zu »funktionieren«.Wie schon im Fall der anderen Matrizen können die spezifischen Aspekte dieses Geburtsstadiums als Erinnerungen an die konkreten physiologischen Vorgänge und auch an die verschiedenen geburtshelferischen Maßnahmen wiedererlebt werden.und Wiedergeburtserfahrung. können durch diese Erfahrungen ihre Lage. von intellektueller und philoso­ phischer Niederlage. Diese Erfahrung des »Ich-Todes« scheint eine unmittelbare. systematischen Selbst­ erforschung wiederholt sie sich mit unterschiedlichen Schwerpunk­ ten und nimmt immer größere Dimensionen an.von physischer Zerstö­ rung. unmittel­ bar vor einer Katastrophe gewaltigen Ausmaßes zu stehen. die über­ haupt nichts über die Umstände ihrer Geburt wissen. Sie bedeutet das Ende des heftigen Überlebenskampfes. so wird der Übergang von der dritten zur vierten perinatalen Grundmatrix von einem Gefühl der totalen Vernichtung auf allen nur vorstellbaren Ebenen begleitet . von tiefster moralischer Verirrung und von absoluter Verdammnis transzendentaler Ausmaße. ist eine im Grunde von Angst geprägte Einstellung zur Welt.

sich selber und anderen etwas zu beweisen. Die Welt erscheint als ein schöner und sicherer Ort. verschlungene Muster eines Pfauengefieders oder übernatürlich schöne Landschaften empfunden werden. dann bedeutet er das unwiderrufliche Ende der philosophi­ schen Identifikation mit dem. da jede größere Kultur ihre eigenen mytho­ logischen Formen für diesen Prozeß besitzt. gegenüber anderen und gegenüber der Existenz im allgemei­ nen. das übernatürliche Schönheit ausstrahlt. dann ist das Ergebnis nicht nur größere Lebensfreude. daß diese Beschreibung nur für den Fall einer normalen und komplikationslosen Geburt zutrifft. alles unter Aufsicht und Kontrolle zu haben. sondern auch eine größere Fähigkeit. Man verspürt tiefe spirituelle Befreiung. Auf die für den Ich-Tod charakteristische Erfahrung der totalen Vernichtung und des »Aufschlagens auf dem Boden des Kosmos« folgen unmittelbar Visionen von blendend weißem oder goldenem Licht. Die speziellen archetypischen Symbole für die Erfahrung von Tod und Wiedergeburt können aus vielen Bereichen des kollektiven Unbewußten stammen. Depressionen oder Schuld. Wenn der Ich-Tod in seiner letzten und vollständigen Form erlebt wird. Ein überlanger und entkräftender Verlauf der Entbindung. des Bedürfnisses. Diese Einstellung macht sich bemerkbar in Form von Minderwertigkeitsgefühlen. Damit einher geht eine Flut von positiven Emotionen gegenüber sich selber. ist geläu­ tert und unbelastet von Angst. Sie kön­ nen als Offenbarung von göttlichen archetypischen Wesen. Der Ich-Tod kann in 55 . auf alle möglichen Gefahren vorbereitet zu sein. als Regenbogenspektren. und von ähnlichen Elementen mit problematischem Wert. Erlösung und Rettung. des Verlangens. und die Lebensfreude wird ungemein gesteigert.während seiner Entbindung und später im postnatalen Leben zum Ausdruck kommen. von Bemühungen. die Benutzung von Geburtszangen. die Anwendung von Vollnarkose oder andere Kom­ plikationen und Interventionen können spezifische Verzerrungen und Abnormitäten in der Phänomenologie dieser Matrix bewir­ ken. im Leben zu bestehen. Es sei aber betont. Wird diese Erfahrung gut verarbeitet. was Alan Watts als das »von Haut umhüllte Ich« (»skin-encapsulated ego«) bezeichnet.

Alles. Im Mittelpunkt steht zunächst der Übergang von der dritten zur vierten Matrix. Plötzlich schien ich jede Verbindung mit der Realität zu verlieren. einen Aspekt meiner biologischen Natur. das Ende von Kriegen oder Revolutionen. lebend überstandene Unfälle oder Genesungen nach schweren Krankheiten wach werden. den unsere Kultur verabscheut. Ebenso häufig sind Erlebnisse der Begegnung oder Vereinigung mit den großen Muttergöttinnen wie der Jungfrau Maria. Osiris. Im Hinblick auf die Freudschen erogenen Zonen ist die vierte perinatale Grundmatrix auf allen Stufen der libidinösen Entwicklung mit Befriedigungszuständen verknüpft. erfahren werden. Was den biographischen Bereich angeht. was ich jemals getan oder 56 . zu akzeptieren. anschließend finden sich charakteristische Erfah­ rungselemente der vierten Matrix. Das Schlimmste sollte aber noch kommen. Defäkieren oder Urinieren. Kali oder Coatlicue .oder aber in der vollkommenen Identifikation mit Christus. In einer solchen Offenbarung kann sich das Göttliche vollkommen abstrakt als eine strahlende Lichtquelle oder je nach Religion mehr oder weniger personifiziert darstellen. Die gigantische Blase meiner lächerlichen Selbsttäu­ schung war aufgeplatzt und ließ die Lüge meines Lebens zum Vorschein kommen.Verbindung mit verschiedenen zerstörerischen Gottheiten . Balder und anderen mythischen Wesen. Parvati. Ich war zufrieden mit mir. so als ob man mir einen Teppich unter den Füßen weggezogen hätte. die geopfert wurden. mit erleichtern­ dem Erbrechen. meine ganze Welt schien in Stücke zu gehen. Hera oder Kybele.mit der Sättigung des Hungers durch Essen. woran ich jemals geglaubt hatte. Huitzilopochtli. mit dem sexuellen Orgasmus und mit der erfolgreichen Entbindung eines Kindes. Moloch. welche unlustvolle Spannungen gelöst haben . Das folgende ist die Fortsetzung der im Abschnitt über die dritte perinatale Grundmatrix beschriebenen Selbsterfahrungssitzung mit LSD. die unmittel­ bar auf Aktivitäten folgen. Lakshmi. so können Erinnerungen an persönliche Erfolge. Mir war. Dionysos. Adonis.mit Shiva. Alles brach in sich zusammen. Isis. als hätte man ein monströses metaphysisches Abszeß meiner Existenz geöffnet. den glücklichen Ausgang von gefährlichen Situationen. daß ich die schwierige Aufgabe bewältigt hatte.

wurde die Erinnerung an den Augenblick meiner biologischen Geburt wach. floß in einem nicht enden wollenden Strom durch meinen Körper. Mein Gesicht wurde durch eine unwiderstehliche Kraft in ihre klaffende Vagina gedrückt. trug aber persönliche Züge und strahlte unendliche Intelligenz aus. Mit unbeschreiblichem Entsetzen erblickte ich über mir die gigantische und drohende Gestalt einer Gottheit. Sie breitete ihre Arme nach mir aus und umhüllte mich mit ihrem Wesen. Ich spürte die Wucht seines riesigen Fußes. Nach und nach verschwand die Gestalt der Göttin in einem noch strahlenderen Licht. der das letzte und unwiderrufli­ che Ende jedes Gefühls von männlicher Überlegenheit. Ihre Bruchstücke stoben nun auseinander wie die Samen von Löwenzahn im Wind. man verlangte von mir die absolute Unterwerfung unter die Kräfte der Existenz und unter das von der Göttin personifizierte weibliche Prinzip. bedeutete. mein Mund war in engem Kontakt mit der blutenden mütterlichen Vagina.dem sinnlosen Chaos der existentiellen Leere. Ich tauchte in dieses unglaubliche Energiefeld ein und fühlte mich geläutert. mich durch die unerträgliche Wirklichkeit meiner Existenz zu schlagen. wie eine archetypische Mischung aus Milch und Honig. der hier das Destruktive verkörperte. All das waren nur bemitlei­ denswerte Krücken ohne jeden wahren Wert gewesen. Mein Kopf tauchte aus dem Geburtskanal. mit deren Hilfe ich versucht hatte. geheilt und versorgt. hilflos war ich dem abgrundtiefen Schrecken der letzten Wahrheit ausgesetzt . als mit äußerster Ergebenheit und Demut ihre Vulva zu küssen und zu lecken. Instinktiv erkannte ich in ihr den Hindugott Shiva. Ich wurde nun überflutet von übernatürlich strah­ lendem und schönem Licht. Mir blieb nichts anderes übrig. schien plötzlich durch und durch falsch zu sein. was meinem Leben einen Sinn gegeben hatte.verschmierte. in der sich Liebe und Schutz aller Zeitalter zu verkörpern schienen. daß ich jetzt die Vereinigung oder Verschmelzung mit dem 57 . Dieses Licht schien von nirgendher zu kommen. In diesem Augenblick. der mich in kleine Stücke zertrat und mich wie ein lästiges Stück Hundescheiße auf dem Boden . Nun wußte ich. dessen Strahlen sich in Tausende herrliche Muster eines Pfauengefieders zerteilten. das ich jemals in mir verspürt haben mochte. Mir wurde klar. Aus diesem goldenen Glanz tauchte die Gestalt einer großen Muttergöttin auf.auf dem Grund des Kosmos . Etwas wie Ambrosia. in der ich die indische Göttin Kali erkannte. Im nächsten Augenblick erhob sich vor mir die schreckenerregende riesige Figur einer dunklen Gottheit. die voll von Menstruationsblut und widerli­ cher Nachgeburt schien.erstrebt hatte.

daß ich mir sicher war. Das Wohl­ gefühl. Später hatte ich herausgefunden. verließ mich viele Tage lang nicht. Ich fing an. Zu Beginn des Workshops stellte er sich den anderen in der Gruppe als ein überaus angespannter Mensch vor. gegen sie anzukämpfen. Plötzlich spürte ich auf meinen Füßen Berührungen. Sein Bericht ist ein gutes Beispiel für eine intensive Geburtserfahrung. zunächst nur leicht. über die ich in Büchern über indische Philosophie gelesen hatte. Die Erinnerung an diese Erfahrung blieb über Jahre hinaus lebendig und hat meine gesamte Lebenseinstellung von Grund auf verändert. das sich auf diese Weise einstellte. 58 . Seine Atemsitzung führte zu einem tiefen Gefühl der Erleichterung und Entspannung. aber sie bewegte sich außerhalb aller Zeitvorstellung und schien für mich eine Ewigkeit zu dauern. Der Strom der heilenden und Kraft spendenden Energie sowie die Visio­ nen vom goldenen Licht mit dem herrlichen Spiel der Strahlen. skeptischen und wissenschaftlich ausge­ bildeten Menschen zu überzeugen vermochte. Die Erfahrung war objektiv nach etwa zehn Minuten vorüber. die ich als lästig und einengend empfand. das an Pfauengefieder erinnerte. der vor kurzem an einem unserer fünftägigen Seminare teilnahm. selbst wenn die ganze Welt gegen mich wäre. der in seinem Leben kaum etwas anderes als die Arbeit kennt. ich würde um mein Leben kämpfen. hielten die ganze Nacht an. später mit zunehmender Kraft und Entschlossenheit. Zu Beginn identifizierte ich mich mit einem schuppigen wurmähnlichen Tier und machte eine Anzahl entsprechender Bewegungen. daß ich von fünf Personen nach unten gedrückt werden mußte. Ich wand mich wiederholt spiralenförmig von meinem Rücken zu meinem Bauch und wieder zurück. daß ich niemals aufgeben würde. weil ich den anderen Leuten im Raum bedroh­ lich nahe gekommen war. Ich möchte den Abschnitt über die perinatalen Wirkungsmechanis­ men mit dem Bericht über eine holotrope Sitzung eines klinischen Psychologen beenden. ihren sinnvol­ len Bezug zum Alltagsleben und durch ein erstaunliches richtiges Detail einen intelligenten. Dieser Kampf intensivierte sich allmählich bis zu einem solchen Ausmaß. die durch ihre elementare Gewalt. In mir formte sich der Gedanke.universellen Selbst oder Brahma erlebte. dem nur der Erfolg bei schwierigen Projekten so etwas wie Befriedigung bringt und der die Herausforderung und den Kampf liebt.

Während ich nach unten gedrückt wurde. mich aufzusetzen. An diesem Punkt entschloß ich mich. daß sie mir helfen wollten. Er erwiderte mir. Ich bin überzeugt. Ich war in der Lage. da meine Mutter kurz nach meiner Entbindung zu Hause weiter an Lederhosen nähte. niemals Resignation. Auch meine allererste Zeit nach der Geburt war eng mit dem Geruch nach frischem Leder verknüpft. etwas. was ich von meinem Alltagsleben überhaupt nicht kannte. Dieser starke und intensive Geruch nach Leder war der bemerkenswerteste Aspekt meiner Erfahrung. Ich fühlte mich glücklich und war in der Lage. ich könnte all die verlorene Zeit in der Gebärmutter wettmachen. Ich geriet in eine Phase der Entspannung. Meine Wahrnehmung müßte vielmehr mit den tatsächlichen Gegebenheiten während meiner Entbindung zu tun haben. es sei noch zu früh. Nach einiger Zeit konnte ich in meinem Kampf das Wieder­ erleben meiner Geburt erkennen. Meine heftigen Bewegungen und lauten Schreie erreichten einen Höhe­ punkt und ließen dann nach. daß die Wehen schon an diesem Tag einsetzen würden. Das war sehr schön. daß meine Mutter in einem Ledergeschäft gearbeitet hatte und am Tage meiner Entbindung bis spät in den Abend hinein Lederhosen auf ihrem Schoß genäht hatte. Ich muß dazu sagen. 59 . redete Stan ständig auf mich ein. und als Fruchtwasser abfloß. der Geruch nach Leder gehöre wohl nicht zu den symbolischen und archetypischen Aspekten der Geburt. daß ich meine Geburt wiedererlebt habe und daß auch der Geruch nach frischem Leder eine authentische Erinnerung war. Später an jenem Abend fand ich heraus. Sie hatte nicht damit gerechnet. meine Visionen richtig zu genießen. Ich befand mich in einem Zustand äußerster Entspannung. glaubte sie fälschlich. daß er und die anderen um mich herum nicht meine Feinde seien. Plötzlich verspürte ich einen sehr intensiven Geruch nach Leder. mit Kraft und mit lauten Schreien kämpfte ich gegen die Hilflosigkeit und die übermächtigen Feinde. meine Erfahrungen bis zum Ende zu durchleben. fragte ich Stan. daß das Gefühl der Hilflosigkeit unentwegt massiven Widerstand in mir hervorrief. Dieser Geruch kehrte immer wieder und ich empfand ihn als sehr. zuckte mir die Erkenntnis durch den Kopf: »Ich bin eine Frühgeburt!« Ich legte mich wieder hin. Ich war sehr erstaunt und wußte nichts damit anzufangen. Ein ähnliches Verhaltensmuster kenne ich auch aus meinem alltäglichen Leben. sehr angenehm. sie hätte es an der Blase.Mit Tricks. Als Stan mir sagte. wurde an meinem ganzen Körper zugedeckt und hatte das Gefühl. als wir uns in der Gruppe unsere Erlebnisse erzählten. was dieser Geruch sein könnte. Später. innerlich locker zu lassen.

Dieses Bild entstand. Entsetzen und elektrischer Eiseskälte mit der bei der Kaiserschnitt-Geburt angewendeten Narkose zusam­ menhing. Es enthält detaillierte Berichte über ihre Erfahrun­ gen. zum Licht hin. 2 b (unten): Die »schwan­ gere Burg«. . In der Arbeit an ihrem eigenen Prozeß nutzte Jane English ver­ schiedene Techniken. unspezifisches Gefühl von Übelkeit. aufgebrochen. English 1985). 2a-f: Die folgende Bild­ serie erlaubt einen Blick in pe­ rinatale Bereiche. Interviews mit anderen durch Kaiserschnitt zur Welt Gekommenen sowie grundsätz­ liche Hinweise für die Betrach­ tung des perinatalen Bereichs von Kaiserschnitt-Geborenen. darunter das in unseren Workshops er­ lebte holotrope Atmen. wird durch den Kaiserschnitt nach oben. nachdem die Klientin erkannt hatte. während der Nar­ kose noch wie verriegelt.Abb. Abb. Abb. daß ein allesdurchdringendes. 2a (oben): Der ÄtherDämon. wie eine mit Kaiserschnitt Geborene sie er­ lebte. Die Künstlerin ist zu­ gleich Autorin eines Buches zu diesem Thema (s.

61 .beide sind Helfer an einer Schwelle. konnte sie sich aktiv aus dem Gefühl des Opfer-Seins und der Hilflosig­ keit befreien. Indem Jane diese Dynamik erfuhr. 2 c: Erinnerungen an die Kaiserschnitt-Geburt waren vermischt mit solchen an ihren Tod als aztekisches Kultopfer. Abb. die sie bei der Geburt erfahren hatte.Abb. ging mit Rachegefüh­ len gegenüber dem Priester einher. das Gesicht des Priesters verschwamm mit dem des Arztes . 2d: Mörderischer Zorn. freigesetzt im Wiedererleben der groben Behandlung.

weil man alles Vertrauten beraubt wird. kosmischem Bewußtsein.Abb. weil das volle Gewicht des Körpers er­ lebt und das Nervensystem stark stimuliert wird. Paradoxer­ weise wird dies wie ein Fallen ins Feuer empfunden. So ist die Kaiserschnitt-Geburt eine in­ tensive. Es ist wie Sterben. 62 . 2e: Nachdem Jane ihre Äng­ ste und Aggressionen konfrontiert und losgelassen hatte. gefolgt von zellu­ larem Bewußtsein und schließlich von galaktischem. empfand sie ein starkes Gefühl von Liebe für den Geburtshelfer/Priester. von Verschmelzung. zugleich erschreckende Explosion durch eine rote Öff­ nung hindurch ins Licht hinein. Abb. 2f: Eine KaiserschnittGeburt ist ein Hinaufgehobenwerden ins Licht.

den man am besten als transpersonal bezeichnen kann.und Wiedergeburtserlebnisse öffnen in der Regel das Tor zu einem transbiographischen Bereich der menschlichen Psyche. zu verstehn. in der wir leben. und als solche können sie von niemand unbeachtet gelassen werden. ohne mit der perinatalen Ebene konfrontiert zu werden. In »normalen« oder gewöhnlichen Bewußtseinszuständen erfahren wir uns selbst als innerhalb der Grenzen unseres physischen Körpers existierend (Körperbild). Sowohl unsere Innenwahmehmung (Interozeption) als auch die Wahrnehmung un­ 63 . Jenseits des Gehirns: Transpersonale Dimensionen der Psyche Gleich der Giraffe und dem Schnabeltier sind die Wesen. die die fernen Zonen der Psyche bewohnen. Es gibt aber auch eine bedeutende Alternative. Der gemeinsame Nenner dieser sehr reichhaltigen und weitläufigen Gruppe von transpersonalen Phänomenen ist das Empfinden. Die Wahrnehmung der Umwelt wird durch die Reichweite der Sinnesorgane eingeschränkt. Dennoch gibt es sie. die Welt. Tod. Himmel und Hölle . der ehrlich versucht. Gelegentlich kann man den erlebensmäßi­ gen Zugang zu transpersonalen Elementen und Themen direkt gewinnen. In den meisten Fällen geht transpersonalen Erfahrungen eine dramati­ sche Begegnung mit Geburt und Tod voraus. sie sind Beobach­ tungstatsachen. Die perinatale Ebene des Unbewußten ist eindeutig eine Berührungsfläche zwi­ schen dem biographischen und dem transpersonalen Bereich oder zwischen dem persönlichen und dem kollektiven Unbewußten. Aldous Huxley. daß das eigene Bewußtsein über die normalen Grenzen des Ich hinausge­ gangen ist und die Beschränkungen von Raum und Zeit überwunden hat. äußerst unwahrschein­ lich.C.

was übereinstimmend als Realität aufgefaßt wird. In transpersonalen Erlebnissen hingegen. Zu diesen Erfahrungen zählen die unterschiedlichsten Phänomene. Im hylotropen Bewußtseinszustand erfahren wir lediglich einen sehr abgegrenzten und spezifischen Ausschnitt der phänomenalen Welt oder dessen. Das holotrope Be­ wußtsein oder das Bewußtsein. zukünftige Ereignisse gibt es nur in unserer Vorahnung oder Phantasie. den ich für die normale. alltägliche Erfahrung dessen an wende. was übereinstimmend als Realität aufgefaßt wird. Sie beziehen sich auf zwei einander ergänzende Formen des Be­ wußtseins. in denen wir uns selber und die Welt erfahren können. die von der gegenwärtigen Psychiatrie als psychotisch klassifiziert werden. wie sie sich in psychedeli­ schen Sitzungen. 64 . etwa meditative. charakterisiert bestimmte außergewöhnliche psy­ chische Zustände. die auf verschiedenen Realitätsebenen auftreten können. Auf der Grundlage dieser Erörterungen lassen sich transpersonale Erfahrungen definieren als die erlebensmäßige Ausdehnung oder Erweiterung des Bewußtseins über die gewöhnlichen Grenzen des Körper-Ich sowie über die Beschränkungen von Raum und Zeit. Meditationen oder spontan einstellen können. die ich später (S. mystische oder psychedelische Erfahrungen. scheinen eine oder mehrere der genann­ ten Beschränkungen nicht mehr zu existieren. In einem ge­ wissen Sinn umfaßt das gesamte Spektrum transpersonaler Erleb­ nisse die Existenz selber. Hylotropes oder materieorientiertes Bewußtsein ist der Begriff. 285f) ausführlicher erklären und besprechen werde. Vergangene Ereignisse können wir uns wieder ins Gedächtnis rufen. Bevor ich weiter auf diese Art von Erfahrungen eingehe. Unter normalen Umständen können wir in lebendiger Weise und mit allen unseren Sinnen nur die Ereignisse im gegenwärtigen Augenblick und in unserer unmittelbaren Umgebung erfahren. Es läßt sich auch in vielen spontan auftretenden Erlebnissen beobachten. in erfahrungsorientierter Selbsterforschung ohne Anwendung von Drogen.serer Außenwelt (Exterozeption) bewegen sich innerhalb der ge­ wöhnlichen räumlichen und zeitlichen Grenzen. das auf Ganzheit und Totalität der Existenz abzielt. aber wir können weder die Vergangenheit noch die Zukunft unmittelbar erfahren. möchte ich zwei neue Begriffe einführen. in Trancezuständen.

Erlebnisse göttlicher Inspira­ 65 . Psychokinese). rassische und spirituelle Vorgeschichte sowie Ver­ gangenheit. das sowohl phänomenale als auch transpersonale Aspekte der Existenz einbezieht (Wilber 1980). die kausale und die letzte oder absolute Ebene bezeichnet werden. Die niedrigere feinstoffliche oder astralpsychische Ebene umfaßt nach traditioneller Auffassung außerkörperlicher Erfahrungen. Sowohl die feinstoffliche als auch die kausale Ebene lassen sich weiter in einen höheren und niedrigeren Bereich unterteilen. die gewöhnlich als die feinstoffliche. Hellsehen. auf dem linearen Kausalitätsprinzip und auf der Newtonschen Auffassung von Zeit und Raum. Ein wissenschaftlicher Vergleich der mystischen Schriften zeigt. die von den großen mystischen Traditionen der Welt beschrieben worden sind. Viele Systeme der philosophia perennis haben aber zusätzlich mehrere transpersonale Bereiche oder Ebenen der Existenz erkannt und erforscht. sondern auch viele andere Bereiche und Ebenen der Realität. daß sich die meisten Lehren die­ ser Art in einem komplexen und hierarchischen Schichtenmodell der Realität vereinigen lassen. Astral­ reisen. okkulte und PSI-Phänomene (Präkognitionen.Diese Erfahrung schreitet von einem Augenblick zum nächsten fort. psychologi­ sche. soziale. die vom physischen Körper und der materiellen Welt stammen. Art und Umfang dieses bruchstückhaften Erlebens von Rea­ lität sind eindeutig definiert durch unsere räumlichen und zeitli­ chen Koordinaten in der phänomenalen Welt. Der grobstoffliche Erfahrungsbereich umfaßt die Welt des Be­ wußtseins im normalen Wachzustand und die Realität. Die höhere feinstoffliche Ebene umfaßt archetypische Gottheiten. Das entsprechende Weltbild und In-der-Welt-Sein beruhen ausschließlich auf Infor­ mationen. höhere Geistwesen und spirituelle Führer. Gegenwart und Zukunft der gesamten phänomenalen Welt gemeint. In einem holötropen Bewußtseinszustand kann man zusätzlich den Zugang zu allen übrigen Aspekten der Existenz gewinnen. die anatomischen und physiologischen Beschränkungen unserer Sinnesorgane so­ wie die physischen Merkmale der Umgebung. Auren und ähnliche Erfahrungen. wie sie uns durch die Sinnesorgane vermittelt wird. Damit sind nicht nur die individuelle biologische.

Das Problem wird weiter kompliziert durch die 66 . Die niedere kausale Ebene ist der Bereich des savikalpa samadhi. Der höhere kausale Bereich schließlich ist gekennzeichnet durch letzte Transzendenz und Aufgehen in gren­ zenloser Strahlung oder nirvikalpa samadhi. feinstofflicher und kausaler . zum Sein an sich. des letzten Gottes. verzweigt und verschiedenartig. die allen introspektiven Daten und objektiven Beobachtun­ gen der modernen Bewußtseinsforschung gleichermaßen gerecht wird. trans­ zendiert werden. auf denen gerade die Aspekte. sondern enthält auch verschiedene Realitätsebenen. das auch dem Sein an sich aller Phänomene grobstofflicher. die von anderen Gesetzen und Prinzipien als solchen. ist keine leichte Aufgabe. nur das formlose Bewußtsein an sich. bestimmt werden. Beobachtungen im Rahmen der modernen Bewußtseinsforschung mit und ohne Anwendung von Drogen vermögen dieses Realitäts­ bild im allgemeinen weitgehend zu bestätigen. erweitert und abgeändert werden. Auf dieser Ebene gibt es weder Subjekt noch Objekt.also des Ursprungs aller indivi­ duellen Gottheiten. gleichzeitig aber auch moderne wissenschaftliche Untersuchungser­ gebnisse berücksichtigt. weder Selbst noch Gott. Zeit.tion. In diesem Reich des Absoluten erwacht das Bewußtsein zu seinem ursprünglichen Zustand. die normalerweise als Unterteilungsprinzipien dienen könnten Raum.entspricht. Dualität und Polarität oder lineare Kausalität -. Das Spektrum solcher Erfahrungen ist nicht nur äußerst reichhaltig. Visionen von Licht und akustisch wahrnehmbare Eingebun­ gen. des Schöpfers aller Reiche. die sich in der philosophia perennis findet. Eine taxonomische Einordnung transpersonaler Erfahrungen vorzu­ nehmen. wie sie für die gewöhnliche Realität gelten. um den Ergebnissen der experimentellen Psychiatrie und der neuen Selbsterfahrungstherapien zu genügen. des akustisch wahr­ nehmbaren Lichts des bija mantra . das auf dem Schema der philosophia perennis beruht. Viele transpersonale Erfahrungen entziehen sich einer angemessenen verbalen Beschreibung und stellen sich auf Realitätsebenen ein. Im folgenden möchte ich nun ein Klassifikationssystem für transpersonale Erfahrungen ent­ werfen. In spezifischen Einzelheiten aber müßte die Kartographie des Bewußtseins.

Ich glaube aber. Man könnte dies mit einer Situation verglei­ chen. zukünftige Ereig­ nisse. daß sie auf der Grundlage ihrer eigenen Erfahrungen und Beobachtungen das hier entworfene Schema ihrerseits ergänzen.holographische Natur des Bewußtseins und durch den Umstand. mit nützlichen Informationen zu ver­ sorgen. geraten unter den Einfluß von Raum-Zeit-Schleifen und können gleichzeitig in zwei verschiedenen raumzeitlichen Umfel­ dern existieren.als echte Transzendierung von Raum und Zeit ansehen. Über die Erfahrungen in Verbindung mit Ereignissen nach und während der biologischen Geburt habe ich bereits gesprochen. und meine Hoffnung ist. um zukünftige Wissenschaftler und For­ schende. Unter solchen Bedingungen können sie sich selber 67 . Dazu gehören die individuelle Lebensgeschichte nach der Geburt. verfeinern und revidieren werden. angemessen genug. die einen Planeten mit einem starken Gravitationsfeld besu­ chen. der Augenblick der Empfängnis. daß in der folgenden Erörterung transpersonaler Phänomene die Erfahrungswirklichkeiten trotz der durch die Natur der Sache bedingten Einschränkungen angemessen wiedergegeben sind. In solchen Fällen rekonstruiert die betreffende Person die Ereignisse nicht anhand von Gedächtnisspu­ ren in ihrem Nervensystem. karmische Vorle­ ben sowie das Leben der Vorfahren. Im holotropen Bewußtseinszustand kann man Zu­ gang zu allen Aspekten der Existenz finden.im Gegensatz zum bloßen sich Erinnern . daß sich seine verschiedenen Ebenen und Bereiche gegenseitig durchdringen. der Rasse und sogar der gesamten Phylogenese. die sich in diese faszinierenden Territorien des menschli­ chen Geistes wagen wollen. die embryonale und fötale Entwicklung. möchte ich noch die Beziehung zwischen dem holotropen Bewußtsein und transpersonalen Erfah­ rungen klären. sondern wird eigentlich direkt in die räumlichen und zeitlichen Umstände des ursprünglichen Gesche­ hens zurückversetzt. wie man sie aus der Science Fiction-Literatur kennt: Astro­ nauten. die biologische Geburt selber. In einem gewissen Sinn kann man das vollständige Wiedererleben von Ereignissen aus der Kindheit und während der Geburt . Bevor ich mit dem Entwurf eines Klassifikationssystems für trans­ personale Phänomene beginne.

das außergewöhnliche Bewußt­ seinszustände umfaßt. In solchen Bewußtseinszuständen ist nicht nur die Raum-Zeit der phänomenalen Welt enthalten. die Zugang zu allen anderen Aspekten der Existenz vermitteln. Die Hauptunterscheidung ist also nicht zwischen transpersonalen und biographischen oder perinatalen Erfahrungen zu treffen. auf das Leben der Vorfahren oder der gesamten Rasse. in den transper­ sonalen Bereich einbezogen. sondern gewinnt auch Zugang zu Situationen in den verschiedensten Teilen der Welt und zu den verschiedensten Zeitpunkten der Geschichte.an verschiedenen Punkten ihrer Vergangenheit sehen. die unsere Kultur als objektiv betrachtet. ja sich sogar begegnen. In anderen spiegeln sich Realitätsebenen wider. auf karmische Vorleben und auf die Phylogenese erstrecken. Solche Verbindungen sind schon früher im Zusam­ menhang mit der Phänomenologie der perinatalen Grundmatrix erörtert worden. Das vollständige Wiedererleben von Ereignissen aus der Kindheit wird gelegentlich begleitet von einer Identifikation mit den Hauptbe­ teiligten der betreffenden Situation (etwa mit dem Aggressor).dem zeitlich linear fortschreitenden Bewußtsein des normalen Wachzustands . in denen andere Men­ schen ähnliche emotionale Zustände und körperliche Empfindungen gehabt haben. sondern auch alle transphänomenalen Realitätsebenen. die aber von vielen alten und nichtwestlichen Kulturen sowie von den großen mystischen 68 . Lediglich aus didaktischen Gründen haben wir biographische und perinatale Erfahrungen ge­ trennt von transpersonalen Erfahrungen erörtert. Im allgemeinen lassen sich transpersonale Erfahrungen aufgrund ihres Inhalts in drei große Kategorien einteilen. die sich auf die Existenz als Embryo. son­ dern zwischen dem hylotropen Bewußtsein . deren Existenz von der mechanistischen Wissenschaft des Westens geleugnet wird. Dies weist ebenfalls eindeutig auf den transpersonalen Charakter solcher Erfahrungen hin. Im folgenden Schema sind die Erfahrungen. In manchen von ihnen geht es um Phänomene aus der materiellen Welt der RaumZeit.und dem holotropen Bewußtsein. Beim Wiedererleben verschiedener Geburtssta­ dien identifiziert man sich unter Umständen nicht nur voll und ganz mit der entbindenden Mutter.

Sie scheinen sich an der Berührungsfläche zwischen der Innenwelt und der äußeren Realität. und in neuerer Zeit von Carl Gustav Jung (1964). Erweiterung des Erlebens innerhalb der »objektiven Realität« und der Raum-Zeit a.Traditionen der Welt . so von dem deutschen Biologen und Philosophen Hans Driesch (1929). Transpersonale Erfahrungen 1. von dem schweizerischen Psychiater Eugen Bleuler (1925). einem der Hauptvertreter des Vitalismus. Überschreiten der räumlichen Grenzen Erfahrungen der Zweieinigkeit Identifikation mit anderen Menschen Gruppenidentifikation und Gruppenbewußtsein Identifikation mit Tieren Identifikation mit Pflanzen und botanischen Prozessen Erfahrungen der Einheit mit der Gesamtheit des Lebens und der Schöpfung Identifikation mit toter Materie und anorganischen Prozessen Planetarisches Bewußtsein Außerirdische Erfahrungen Identifikation mit dem gesamten physikalischen Universum 69 . die über die Grenzen der linearen Zeit hinausgehen. wie Aldous Huxley sie beschrieben hat (Huxley 1970) . der in der Vergangenheit unterschiedlich gebraucht wurde. und in solche. läßt sich weiter unterteilen in Erfahrungen.erkannt und anerkannt worden sind. Das folgende Klassifika­ tionssystem beruht auf den oben erörterten Prinzipien. Ich habe mir die Freiheit genommen. die sich in der Raum-Zeit abspielen. zur Bezeich­ nung dieser Phänomene auf den Begriff »psychoid« zurückzugrei­ fen. Wir können noch eine dritte Kategorie von Erfahrungen und Phänome­ nen hinzufügen. zwischen Materie und Bewußt­ sein zu ereignen.der philosophia perennis. die seltsame Mischformen zwischen der grobstoff­ lichen und der feinstofflichen oder kausalen Bewußtseinsebene darstellen. Die erste Kategorie von transpersonalen Erfahrungen. der auch den Begriff »Schizophre­ nie« prägte. der den Begriff »psychoid« in Verbindung mit Synchronizitäten und archetypischen Phänomenen verwendete. in denen die normalen Grenzen des Raumes überschritten werden.

und Zellbewußtsein 2. in denen die Grenzen der Zeit überschritten werden c. Überschreiten der Grenzen der linearen Zeit Embryonale und fötale Erfahrungen Ahnen-Erfahrungen Erfahrungen. Erweiterung des Erlebens über die Grenzen der »objektiven Realität« und der Raum-Zeit hinaus Spiritistische und mediumistische Erfahrungen Energetische Phänomene des feinstofflichen Körpers Begegnungen mit tierischen Geistern Begegnungen mit geistigen Führern und übermenschlichen Wesen Besuche anderer Universen und Begegnungen mit ihren Bewohnern Erfahrungen. in denen die Grenzen des Raums überschritten werden b.PSI-Phänomene. die sich auf die Evolution des Planeten beziehen Kosmogenetische Erfahrungen PSI-Phänomene. die sich auf die Existenz der Rasse und des Kollektivs beziehen Erinnerungen an Ereignisse in früheren Inkarnationen Phylogenetische Erfahrungen Erfahrungen. Intentionale Psychokinese Heilen und Hexen 70 . in denen man an Handlungsabläufen aus Mythos und Märchen teilnimmt Begegnungen mit einzelnen guten und bösen Gottheiten Begegnungen mit universellen Archetypen Intuitives Verstehen universeller Symbole Kreative Inspiration und prometheischer Impuls Begegnungen mit dem Weltenschöpfer und Einblicke in die kosmi­ sche Schöpfung Die Erfahrung kosmischen Bewußtseins Die supra. Synchronistische Verbindungen zwischen Bewußtsein und Materie b. Physische Introversion und Verengung des Bewußtseins Organ-.und metakosmische Leere 3. Spontan auftretende psychoide Ereignisse Übemormale körperliche Leistungen Spiritistische Phänomene und physische Mediumschaft Wiederholte spontane Psychokinese (Poltergeist) Unidentifizierte fliegende Objekte (UFO-Phänomene) c. Gewebe. Transpersonale Erfahrungen psychoider Natur a.

die wiederholt in der mystischen Literatur und von einigen moder­ nen Forschem beschrieben worden sind. gehören zu den höheren feinstofflichen Berei­ chen. Wie schon früher erwähnt. Die meisten Erfahrungen. und biographische Erfahrun­ gen können bestimmte transpersonale Merkmale tragen. das alle Dualitäten transzendiert (nirvikalpa samadhi). häufig von spezifischen Formen transpersonaler Phänomene begleitet. auch wenn sie noch vollständiger ist und sich in manchen Einzelheiten von ihr unterscheidet. die spontan in einen außergewöhnlichen Bewußtseinszu­ stand geraten waren. die Erfahrung des formlosen Bewußtseins. die durch die Erweiterung des Erlebens über die »objektive Realität« und die Raum-Zeit hinaus gekennzeichnet sind. in denen sich das Bewußtsein innerhalb der Grenzen der »objektiven Realität« und der Raum-Zeit erweitert. Man muß sich stets vergegenwärtigen. Außerdem sind einige wenige transpersonale Phänomene der psychoiden Art aufgeführt.Zeremonienzauber Siddhis Psychokinese im Labor Diese Aufteilung enthält sämtliche Formen von transpersonalen Erfahrungen. werden beispielsweise perinatale Erfahrungen. Die Katego­ rie von Erfahrungen. Diese Kartographie stimmt im allgemeinen mit den Aussagen der philosophia perennis überein. die für die einzelnen Matrizen charakteristisch sind. Das Absolute wäre dann die Erfahrung der Existenz aller Ebenen an sich und des Bewußtseins in seiner ursprünglichen Form. hat ihr Gegenstück im astralpsychischen Bereich der niederen feinstoff­ lichen Ebene. denen ich aber in meiner eigenen Arbeit nicht begegnet bin. beobachten konnte. in Sitzungen mit holotropem Atmen und in der Arbeit mit Personen. So können embryonale Erfahrungen kombiniert sein mit phylogene­ tischen Erinnerungen. Die Begegnung mit dem letzten Gott oder dem kosmischen Schöpfer (savikalpa samadhi) scheint der niederen kausalen Ebene zu entsprechen. mit der Erfahrung des Einsseins mit dem 71 . daß transpersonale Erfahrun­ gen nicht immer in reiner Form auftreten. die ich selber im Rahmen der psychedelischen For­ schung. Auch treten verschiedene Arten transpersonalen Erlebens häufig zusammen auf. oder die Erfahrung der überkosmischen Leere (sunyata) der höheren kausalen Ebene.

Kosmos. mit archetypischen Bildern vom Himmel oder vom Para­ dies. daß die Grenzen zwischen dem Individuum und dem übrigen Universum nicht festgelegt und absolut sind. auch mit dem gesamten Kosmos. mit einer anderen Person in einen Zustand der 72 . unseres Planeten oder des ganzen materiellen Universums anzunehmen. Überschreiten der räumlichen Grenzen Transpersonale Erfahrungen. Auf ähnliche Weise kann man auch über die Grenzen des spezifisch menschlichen Bewußtseins hinausgehen und sich mit dem Bewußt­ sein von Tieren. Im Extremfall ist es möglich. das Bewußt­ sein der gesamten Biosphäre. lassen vermuten. Erfahrungen der Zweieinigkeit Diese Form der transpersonalen Erfahrung ist charakterisiert durch eine Lockerung und Auflösung der Grenzen des Körper-Ich und durch das Empfinden. Unter besonderen Umständen kann man sich in seinem Erleben mit allem identifizieren. von jeher bestehende Verbindungen zwischen verschiedenen Phänome­ nen in der Welt des Bewußtseins widerzuspiegeln. Hierzu gehören die Erfahrungen. Diese Verknüpfungen sind sehr regelmäßig und scheinen eine bemerkenswerte Logik des Erlebens sowie tiefgehende. und solche. in denen sich das eigene Bewußtsein in einer Weise erweitert. Pflanzen oder sogar anorganischen Objekten und Prozessen identifizieren. Erweiterung des Erlebens innerhalb der »objektiven Realität« und der Raum-Zeit a. in denen die Grenzen des Raumes überschritten werden. in denen man mit einer anderen Person zu einem Zustand der Zweiei­ nigkeit verschmilzt oder die Identität einer anderen Person annimmt. was im Universum existiert. daß es die ganze Menschheit zu umfassen scheint. 1. und mit Visionen von verschiedenen guten Gottheiten oder Dämonen. In den folgenden Abschnitten werde ich nun die Hauptformen transpersonaler Erfahrungen beschreiben und sie anhand typischer Beispiele veranschaulichen.

in einer Selbsterfahrungstherapie. auf Familienmitglieder oder Freunde. mit ihr 73 . Im linkshän­ digen Weg des Tantra (vama marga) ist die Erfahrung der Vereini­ gung mit dem Kosmos auf dem Weg über die sexuelle Vereinigung mit dem Partner bzw.nicht nur auf Menschen. die Schülerin hat dann das Gefühl. Trotz dieser Empfin­ dung bleibt das Bewußtsein der eigenen Identität bestehen. daß diesem Vorgang etwas Heiliges (Numinoses) anhaftet. In den spirituellen Traditionen und in der humanistischen Bewegung gibt es bestimmte Übungen. In Zuständen der mystischen Vereinigung mit dem Universum kann sich die Zweieinigkeit auf jeden Aspekt der Exi­ stenz beziehen . mit dem Guru eins zu werden. Die Erfahrung der Zweieinigkeit tritt sehr regelmäßig in Sitzungen auf. Die Erfahrungen der Zweieinigkeit sind häufig von tief empfundener Liebe begleitet und von dem Gefühl. In psychedelischen Zuständen. sondern auch auf Tiere. Ein wichtiges Beispiel für die Erfahrung der Zweieinigkeit ist das Gefühl des Verschmelzens mit dem Partner in einer sexuellen Situation (mit oder ohne das Element der genitalen Vereinigung). seinen Helfer. Sie kann aber auch Menschen betreffen.Einheit und des Einsseins zu verschmelzen. in Meditation oder in einem spontan auftretenden außergewöhnlichen Bewußtseinszustand kann sich diese Erfahrung des Einswerdens auf Personen aus der unmittelbaren Umgebung beziehen. sich auf ihren Atem konzentrieren. Unter diesen Umständen kann man sich auch abwechselnd mit Mutter und Kind identifizieren. der Partnerin (maithuna) das Ziel eines komplexen heiligen Rituals (pancha makara). Der Schüler bzw. in denen man perinatale Situationen der symbiotischen Ver­ schmelzung mit dem mütterlichen Organismus (mit dem »guten Mutterleib« oder der »guten Brust«) neu durchlebt. Pflanzen und tote Materie. die solche Erfahrungen herbeiführen können. Es kann sich spontan unter alltäglichen Bedingungen einstellen oder im Rahmen bewußt durchgeführter tantrischer Übungen. Erfahrungen der Zweieinigkeit kommen auch häufig in systematisch praktizierten spirituellen Übungen vor (insbesondere in der bhakti-Tradition). etwa einer anderen Person in die Augen sehen. die nur in der Vorstellung existieren und physisch nicht zugegen sind. etwa auf den Therapeuten.

Die Patientin wurde aufgrund einer psychotischen Störung mit psycholytischer Therapie behandelt. bis zu dem Punkt. Sie konnte ungehindert von der Erfahrung. Während man in seinem Erleben mit einer anderen Person verschmilzt. Ihre Gefühle waren von denen ihrer Mutter nicht getrennt. ihre schwangere oder stillende Mutter zu sein. Dies konnte ich. selber ein Kind im Mutterleib oder an der Mutterbrust zu sein. an dem man mehr oder weniger das 74 . Ein Überblick über den Verlauf ihrer Behand­ lung findet sich in meinem Buch »LSD-Psychotherapie« (Grof 1985). sich vollständig mit ihr zu identifizieren. An diesem Punkt nahm Milada eine fötale Position ein und wirkte stark regrediert. überwechseln in die Erfahrung. bei den wenigen Gelegenheiten. Sie hatte das Gefühl. in dem jegliche Grenzen absolut fehlten. ich hätte unbegrenzten Zugang zu ihrem Inneren und könnte darin »wie in einem Buch lesen«. Als sie ihre Augen öffnete. daß sie sich in einem wunderbaren Zustand der Einheit mit ihrer Mutter fühlte. bei denen sie ihre Wahrnehmungen verbalisierte. Sie meinte. Identifikation mit anderen Personen Diese transpersonale Erfahrung hängt eng mit der eben beschriebe­ nen zusammen. alle ihre Gedanken würden nicht nur mir übertragen. Sie schilderte mir. sondern auch anderen Menschen und der ganzen Welt. Sie konnte auch beide Rollen gleichzeitig annehmen. Alle Falten waren verschwunden und sie sah wie ein ganz kleines Kind aus. als handelte es sich um ein Erlebenskontinuum. meine Gedanken und Gefühle zu kennen. An einem bestimmten Punkt zeigte Milada auch ein Element von paranoider Angst. Im folgenden Beispiel aus einer therapeutischen LSD-Sitzung ist eine regressive Erfahrung der Zweieinigkeit mit der Mutter während der intrauterinen Existenz und des Stillens kombiniert mit einer Erfahrung des Einswerdens mit dem Therapeuten. Umgekehrt meinte sie. Dieser Aspekt ihrer Erfahrung war aber eindeutig eine Projektion und entsprach nicht meiner tatsächlichen Situation. daß es keine Grenzen zwischen uns beiden gab. hat man das Gefühl. stellte sie mit großem Erstaunen fest. In ihrem Gesicht machte sich eine auffallende Veränderung bemerkbar.gemeinsam im gleichen Rhythmus atmen oder gegenseitig dem Herzschlag zu lauschen. tat­ sächlich bestätigen.

Das Gefühl. die Gedankenprozesse. Es bezieht sich auf das Körperbild. eine andere Person zu sein. Abraham Lincoln. Religionsführer und typische Vertreter anderer beruf­ licher. John F. wie sich Personen in verschiedenen außer­ gewöhnlichen Bewußtseinszuständen mit folgenden berühmten hi­ storischen Figuren und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens identifizierten: mit Alexander dem Großen. dem römischen Kaiser Nero. an denen andere Personen beteiligt sind. Unter solchen Um­ ständen kann man sich mit seinen Eltern. Kleopatra. Künstler. dann kommt es häufig vor. die unmittel­ bar zugegen sind. Kennedy und verschiedenen bekannten Filmstars. Mohammed Ali. die Körperempfindungen. Martin Luther King. Kindern. wiedererlebt werden. die emotionalen Reaktionen und Einstellungen. ethnischer oder rassischer Gruppen aus Vergangenheit und Gegenwart zum Identifikationsobjekt werden. Wissenschaft­ ler. Sie kann Personen betreffen. der heiligen Theresa. Ich selbst wurde Zeuge. die typischen Gesten und Manierismen. Wladimir Iljitsch Lenin. die Haltung.Bewußtsein seiner eigenen Identität verliert. die Erinnerungen. ja sogar mit mythologischen und archetypischen Charakteren identifizieren. die Bewegungen und sogar den Klang der Stimme. wichtigen Freunden. Die­ ser Mechanismus kann vielen persönlichen biographischen Erfah­ rungen eine transpersonale Qualität verleihen. Man kann sich auch mit berühmten Persönlichkeiten der Gegenwart oder der Vergangenheit. betrifft jeden Aspekt und ist sehr komplex. anderen engen Verwandten. Die volle Identifikation mit Christus und 75 . die sich im Augenblick an einem anderen Ort befinden. und solche. den Gesichtsausdruck. Leonardo da Vinci. aus der Ahnen­ reihe oder aus einer früheren Inkarnation eine Rolle spielen. in denen Figuren aus der Kindheit. Bekanntschaften und Lehrern identifizieren. Wenn emotional bedeutsame Ereignisse aus der Kindheit oder sogar aus dem späteren Leben. Joseph Stalin. Michel­ angelo. Ebenso können prominente Politiker. Dschingis Khan. daß man sich mit allen Protagonisten gleichzeitig oder abwechselnd identifiziert. Sie kann sich auch im Rahmen von Erlebnis­ sen einstellen. Diese Erfahrung kann in vielen Formen auftreten und unterschied­ lich stark ausgeprägt sein. dem heiligen Franz von Assisi.

Während seines Aufenthalts wurde er mit verschiedenen alternativen Methoden behandelt und im Endeffekt blieb er . der an Lungenkrebs litt. Während eines diagnostischen Eingriffs hatten die Chirurgen einen Tumor von der Größe einer Grapefrucht in unmittelbarer Nähe seiner vena cava entdeckt. Erfahrungen der Zweieinigkeit und der Identifikation mit einer anderen Person treten häufig bei Menschen mit hochentwickelten paranormalen Fähigkeiten auf. Sie hielten ihn für inoperabel und gaben Gregory noch vier Wochen zum Leben. sondern sie können willentlich herbeige­ führt und kontrolliert werden.noch zweieinhalb Jahre am Leben. die restliche Zeit seines Lebens im Institut. Er wurde daraufhin vom Esalen-Institut eingeladen. zu verbringen. Wir waren sehr viel mit ihm und seiner Familie zusammen und wurden enge Freunde. es herrscht nicht das Gefühl vor. die letzten Jahre seines Lebens im Esalen-Institut. Auch erfahrene Schamanen arbeiten offenbar auf diese Weise. in einer Selbsterfahrungstherapie. in der wunderbaren Landschaft der Big Sur-Küste. in Meditation oder in spontan auftretenden außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen (transpersonalen Krisen). Wir selbst sind wiederholt Zeuge geworden. 76 . Ich möchte hier als Beispiel einen Vorfall aus unserem eigenen Leben berichten. Dieses Erlebnis betraf einen gemein­ samen engen Freund.mit einigen Hochs und Tiefs . diese Person tatsächlich einmal gewesen zu sein. den verstorbenen Anthropologen und Univer­ saldenker Gregory Bateson. Im Gegensatz zu Erlebnissen früherer Inkarnationen besitzt die einfache Identifikation mit einer anderen Person nicht die Qualität einer Erinnerung. Damals verbrachte Gregory. die von der dritten perinatalen Grundmatrix bestimmt werden. Es handelt sich um ein intensives Identifikationser­ lebnis. das meine Frau Christina hatte.seinem Leiden kommt typischerweise im Rahmen von Erlebnissen vor. Hier haftet ihnen aber nicht das Unvorhersagbare und Elementare an wie etwa in psychedelischen Zuständen. wenn sie eine Heilung oder eine mediale Diagnose vornehmen. als sie mit einer fiebrigen Viruserkrankung im Bett lag. h. d. wie Anne Armstrong unter anderem mit Hilfe dieser Mechanismen zu höchst zutreffenden Erkenntnissen über andere Personen gelangte.

wenn es gelänge. seine riesigen Hände. Carl und Gre­ gory hatten an jenem Morgen zusammen gearbeitet.Eines Morgens beschloß Christina. über das Sterben statt über das Heilen und Bekämpfen von Krebs zu reden. Darüber war sie erstaunt. hat der oder die Betreffende das Gefühl. natio­ nale. Christina empfand im Hinblick auf dieses Erlebnis zwiespältige Ge­ fühle. denen bestimmte rassische. Andererseits hatte sie in den wenigen Minuten dieses faszinierenden Erlebnisses mehr über Gregory erfahren als in den ganzen Jahren. Mitten in der Sitzung aber hatte Gregory gesagt: »Ich möchte nicht mehr weiterma­ chen.« Daraufhin riefen sie Gregorys Frau Lois herbei und fingen an. und wußte irgendwie mit jeder Zelle ihres Körpers.ein Umstand. so daß sie seinen Zustand lediglich für eine vorübergehende Verschlechterung hielt. zu einer ganzen Gruppe von Menschen zu werden. Der Zeitpunkt dieses Geschehens fiel genau mit dem von Christinas Identifikationserlebnis zusammen. 77 . Im weiteren Verlauf dieses Tages begegnete Christina Gregory und unserem Freund Carl Simonton. in denen wir miteinander Kontakt hatten. da es nicht ihrer bewußten Einschätzung seiner Situation entsprach. seine Gedanken und seinen unerschütterlichen britischen Hu­ mor. Es war offenkundig. Einerseits war es ungebeten in ihr Bewußtsein eingedrungen . In manchen anderen Fällen ist es die physische und emotionale Erfahrung oder die mißliche Lage und das Schicksal. sie vollständig unter die Kontrolle des Willens zu bringen. kulturelle. Es ging ihm zwar in jenen Tagen schlechter. daß Erlebnisse dieser Art für diagnostische und therapeutische Zwecke von unschätzbarem Wert wären. politische oder berufliche Merkmale gemeinsam sind. sie verwandle sich in Gregory. aber das war schon viele Male vorher so gewesen. im Bett zu bleiben. die er als Zusatzbehandlung zur Krebstherapie entwickelt hatte. daß er/sie sterben würde. die der Krebs bereitete. der sehr erschreckend war. Sie hatte seinen großen Körper. das diese Menschen miteinander verbindet. ideologische. weil sie sich nicht wohl fühlte. Plötzlich wurde sie von dem Gefühl überwältigt. Gruppenidentifikation und Gruppenbewußtsein Die Erfahrung des Gruppenbewußtseins ist charakterisiert durch eine noch stärkere Bewußtseinserweiterung und Auflösung der Grenzen. Sie spürte auch die Schmerzen. Er behandelte Gregory mit seiner Methode der Visualisierung. der damals gerade Esalen besuchte. ich will sterben. Statt sich mit einzelnen Menschen zu identifizieren.

In transpersonalen Erlebnissen dieser Art kann man von dem Emp­ finden überwältigt werden. der russischen Skopzen oder der mit Schlangen hantierenden Holy Ghost People. seinem Zorn. Umfang und Intensität solcher Erfahrungen können extreme Ausmaße annehmen. die in Verliesen oder Konzentrationslagern litten. die von den Römern gequält und geopfert wurden. die Hingabe der Hindus bei der Huldigung des Flusses Ganges oder den Fanatismus der Mitglieder extremer religiöser Sekten wie etwa der Flagellanten. daß man all das Leid spürt. ihrem Glanz und ihrer Tragödie zu identifizieren. daß transpersonale Erlebnisse dieser Art unter bestimmten Umständen jedem widerfah­ ren können. mit allen Angehörigen einer bestimmten Rasse. oder mit dem Sein des Menschen schlechthin . oder allen Menschen. die über Jahrhunderte verfolgt wurden. die sich zu einer der großen Weltreligionen bekennen. seinen Leidenschaften und seiner Traurigkeit. Die moderne Bewußtseinsforschung hat die überraschende Entdeckung gemacht. das Bewußtsein all der Juden anzuneh­ men. all der Opfer der Inquisition. Die fortschreitende Auflösung der Grenzen kann zu Erlebnissen führen. Ein besonders bewegendes Beispiel aus der heutigen Zeit ist die mystische Erfahrung des amerikanischen Astronauten Rusty Schweickart. Zärtlichkeit und Hingabe aller Mütter der Welt. der von einem starken Gefühl der Identifikation mit der ganzen Menschheit überwältigt wurde. In Extremfällen ist es möglich. mit der Bevölkerung eines ganzen Landes oder Konti­ nents. das brennende Verlangen der Revolutionäre aller Zeiten nach dem Sturz des Tyrannen oder die Liebe. all der christlichen Märtyrer. sich mit der Erfahrung der gesamten Menschheit. die für ihre Babys sorgen. Es besteht die Möglichkeit. in denen man sich mit einer sozialen oder politischen Gruppe identifiziert. Zahlreiche Beschreibungen solcher transpersonaler Erlebnisse fin­ den sich in der spirituellen Literatur. Es handelt sich dabei um Begebenheiten aus dem Leben von Propheten. In solchen Erlebnissen kann man auch die religiöse Begeisterung all der Moslems fühlen. die gefoltert und in Ketzergerichten verurteilt wurden.seiner Freude. die nach Mekka pilgern. oder der Gefangenen aller Zeitalter. Tiefe. als er sich im 78 . das sterbende Soldaten jemals auf den Schlachtfeldern empfunden haben. Heiligen und großen Religionslehrem aller Zeiten.

dieses tiefe Elend unvorstellbarer Armut. Ich bemerkte. daß ich zum Volk Indiens wurde! Man wird es sich unter normalen Umständen kaum vorstellen können. Ich erlebte noch einmal. der man in diesem Land begegnen kann. was ich wahmahm. aber auch ein nahezu unendlich kleiner Teil des gesamten Organismus. bewegt hatte . Ich möchte diese Art der transpersonalen Erfahrung anhand zweier Beispiele veranschaulichen. die Bidizigaretten oder Betelnüsse verkauften. Ich war nun nicht mehr Besucher und Beobachter. die von ihren Familien arrangiert waren. ist der menschliche Körper. mit nackten Sadhus. und mit den legendär reichen und mächtigen Maharadschas. Gleichzeitig aber identifizierte ich mich mit einzelnen Aussätzigen und verkrüppelten Bettlern in den Straßen von Bombay und Kalkutta. die auf dem Eis und dem Schnee des Himalaya in Samadhi lagen. wie sehr mich diese unglaubli­ che Vielfalt von Eindrücken. Die beste Parallele dazu. aber ich spürte. und zwar kurz nach einer fünfwöchigen Reise durch Indien.die Bevölkerung Indiens. die Krankheiten und der Tod. sondern identifizierte mich mit dem. die sich ihrem Reinigungszeremo­ niell am Ganges unterzogen oder die ihre Verwandten auf den Ufertrep­ pen in Benares verbrannten. Jede Zelle ist einerseits eine getrennte Einheit. Aller Glanz und alles Elend Indiens erschienen in meiner Erfahrung in 79 . dessen Bestandteile die zahllo­ sen Millionen Bewohner des indischen Subkontinents bildeten. und auf diese Weise ging meine Erfahrung weit über die bloßen Erinnerungen an Indien hinaus. Noch bevor es mir so recht bewußt wurde. Das erste stammt aus einer hochdosier­ ten LSD-Sitzung eines Psychiaters. nicht die einzelnen Teile. der Schmutz. mit verwirrten jugendli­ chen Bräuten. die neben der Straße verhungerten oder an Mundkrebs starben. aber auch die zeitlose Schönheit der majestätischen Tempel und Skulpturen und die höchsten Errungen­ schaften des menschlichen Geistes. wie ich ein ungeheuer großer Organismus war. mit Hausierern. An diesem Punkt wurde ich von Erinnerungen an meine letzte Indien­ reise überflutet. verlagerte sich der Schwerpunkt meines Erlebens. die mir in den Sinn kommt. Bewußtsein und Selbstwahmehmung spiegeln nur das Ganze wider.Rahmen der Apollo 9-Mission auf einem Raumspaziergang befand (Schweickart 1985). Auch ich war eine einzige bewußte Einheit immensen Ausmaßes . die Fremden angetraut wurden in Hochzeitszeremonien. mit kleinen Kindern. mit den Massen frommer Menschen.

die In­ stinkte. Cephalopoden (Kraken. einem Winnebago-Indianer. Reptilien. Tintenfischen) oder Hohltieren (Seeanemonen und Quallen). Identifikation mit Tieren Diese transpersonale Erfahrung ist gekennzeichnet durch eine voll­ ständige und realistische Identifikation mit Mitgliedern verschiede­ ner tierischer Spezies. die wir alle gemeinsam herumsaßen. Sie umfaßt das Kör­ perbild. Man kann sich aber auch mit Organismen identifizie­ ren. Die häufigsten Identifikationsobjekte sind andere Säugetiere.und Entfremdungsgefühlen zu befreien. was ich erlebte. Zumindest war es das. Er hatte seinen Stammesgenos­ sen vorgelogen. und ich war ihr Geist. etwa mit Insekten. Sein Leben wurde in dem Buch »The Autobiography of A Winnebago Indian« von Paul Radin (Radin 1920) beschrieben: Wir. Amphibien und verschiedene Fischspezies. ich wußte es sofort. Mein ganzes Wesen war von einem unvorstellbaren Reichtum an tiefen Empfindungen durchdrungen. Was immer sie dachten.Form verschiedener Elemente eines kosmischen Organismus. Diese Erfahrung der Identifikation mit verschiedenen Tieren kann extrem authentisch und überzeugend sein. hatten zusammen einen Geist. einer gewaltigen Gottheit mit Millionen von Armen. Gastropoden (Schnecken). die spezifische Wahrnehmung der Umwelt und die emotio­ nalen Reaktionen auf sie. um ihre Gedanken zu erfahren. indem er trank. Frauen nachstellte und sich sogar an einem Mord beteiligte. ihre Seele. charakteristische physiologische Empfindungen. Diesen Phänomenen sind bestimmte ungewöhnliche Merkmale eigen. Daraufhin ruinierte er sein Leben. keine Antwort von ihnen zu erhalten. Brachiopoden (Schalentieren verschiedenster Art). eine Seele. die alle möglichen Aspekte der Existenz bildeten. der am Peyotezeremoniell teilnahm. er habe eine Vision gehabt. die auf dem Stammbaum der Evolution einen niedrigeren Platz einnehmen. Vögel. Ich wurde plötzlich der Geist. um sich von seinen tiefen Schuld. Das folgende Beispiel stammt aus dem Bericht über eine Peyoteerfahrung von Crashing Thunder. Ich brauchte nicht mit ihnen zu sprechen. Ich fühlte mich auf unbeschreibliche Weise mit Indien und seinem Volk verbunden. die sie eindeutig von der gewöhnli­ 80 .

der sich erschreckt hat. Nach dieser Erfahrung hatten sie beim 81 . was eine Katze empfindet. Dieses hochinteressante Buch hat einige Ähnlichkeit mit den Büchern Carlos Castanedas. die neugierig ist. daß man die Impulse und Empfindungen einer Spinne verspürt hätte. die durch ayahuasca (Yaje) . der den Aal oder den Lachs auf seine heroische Reise flußaufwärts und gegen die Stromschnellen treibt. die sexuell erregt ist. erblickt in seinen hellsichtigen Visionen. die vom Stamm gejagt wurden. Unter der Einwirkung des psychedelischen Gebräus beschworen die Teilneh­ mer Visionen von Tieren herauf. die ihr Netz zieht. die nach Gummi suchen.einem psychedelischen Trank aus der Dschungelpflanze Banisteriopsis caapi . oder ein Hai. die einen ganz be­ stimmten jungen Mann einfangen sollen.chen menschlichen Erfahrung unterscheiden. Lambs Geschichte spielt im Dschungel des Amazonas zu Beginn dieses Jahrhunderts. eine Schildkröte. die damals noch Analphabeten waren. Ebenso wird mitgeteilt. Erfahrungen dieser Art können einhergehen mit dem Erwerb eines außerordentlichen Wissens über die beteiligten Tiere und Prozesse. Der Schamane der peruanischen Amahuaca-Indianer. eine Kobra. ein Adler. in denen er seine Lehrzeit bei dem mexikanischen Yaqui-Zauberer Don Juan beschreibt. daß sie mit ihren Instinkten und Verhaltensweisen engstens vertraut wurden. Sie konnten sich in sie hineinversetzen und sich mit ihnen so genau identifizieren. In ihrem Gesamtwe­ sen und in spezifischen Einzelheiten überschreiten sie oft die Gren­ zen des menschlichen VorstellungsVermögens. die Ankunft weißer Männer. Er sendet seine Krieger aus. In einem holotropen Bewußtseinszustand kann im Erleben unmittel­ bar nachvollzogen werden. Nach Erfahrungen solcher Art haben die Betreffen­ den häufig berichtet. Zahlreiche klinische Beobachtungen in dieser Hinsicht finden unab­ hängige Bestätigung in einem Kapitel von Bruce Lambs »Wizard of the Upper Amazon« (Lamb 1971).herbeigeführt werden. Diesen bereitet er dann auf seine Rolle als kultureller Vermittler vor. oder den rätselhaften Prozeß der Metamorphose vom Ei über die Raupe zum Schmetterling. die hungrig ist. der durch Kiemen atmet. sie hätten organismisch den Trieb empfunden. Nach diesem Buch gehörte bei den Amahuacas zur Ausbildung eines Jägers die Einnahme von Ayahuasca in der Gruppe.

hatte ich das Erlebnis. Mein Blick tastete das Gebiet weit unter mir nach Beute ab. Sie begannen während des holotropen Atmens und setzten sich in einer psychedelischen Sitzung fort.Jagen beträchtlich mehr Erfolg. Ich blickte wie durch einen Tunnel. Der Eindruck. als ich bei den Grofs an einer Sitzung mit holotropem Atmen teilnahm. in einer therapeutischen psychedelischen Sitzung. in die Bibliothek zu gehen und die Anatomie und Physiologie des Sehapparats dieser Tiere zu studieren. beschloß er. eine junge Afrikanerin zu sein. durch eine lange und enge Röhre. als ob ich auf Veränderungen im Gesichtsfeld reagierte. mir seine Aufzeichnungen über diese Sitzung zu schicken und meine Meinung darüber zu erfahren. Ich gab mich mit meinem Körper dem 82 . vom Bewußtsein des Jägers auf das Bewußtsein des gejagten Tieres umzuschalten und die Beute zu überlisten. Die Identifikation mit einem Tier ist hier auf interessante Weise mit dem Motiv eines rituellen Tanzes. das ich hier zur Veranschaulichung von Erlebnis­ sen dieser Art anführen möchte. ein Adler zu sein. indem ich geschickt ihre Strömungen und feine Veränderungen der Lage meiner Flügel nutzte. daß ich beschloß. Vor mehreren Jahren. der systematisch ernsthafte Selbsterfor­ schung betreibt. daß diese Erfahrung den Sehmechanismus bei Raubvögeln exakt wiedergab (ich hatte früher nie darüber nachgedacht oder mich dafür interessiert). nämlich eine Löwin. Etwa ein Jahr später. die sich nacheinander während der systematischen Selbsterforschung bei einer jungen Frau einstellten. den diese Erfahrung auf mich machte. Die Klauen weit ausgestreckt ging ich zu einem Angriff über. Ich war so fest überzeugt davon. Das folgende Beispiel betrifft Erfahrungen. Nachdem er meine Bücher gelesen hatte. zu einem Tiger oder einem Jaguar zu werden. war sehr stark. Es war mir. Ich schwebte durch die Luft. spürte ich wieder diese Katze in mir. Sie tanzte ein Tier. der dieses Tier verkörpern soll. Ich hatte das Erlebnis. die einen rituellen Tanz aufführte. stammt aus einer nicht überwachten LSD-Sitzung eines Mannes. Ich hatte dann das sehr realistische Gefühl. Ich sah die kleinsten Details der Landschaft unter mir wie durch ein starkes Fernrohr. weil sie immer in der Lage waren. und ich machte davon eine Zeichnung. kombiniert. Wenn ich eine Bewegung ausmachte. wurden meine Augen wie starr und stellten sich auf den Ort der Bewegung ein. Das erste Beispiel. zu einer großen Katze.

einen kleinen Hügel zu erklimmen. daß die Löwin ihr Nahrungsbedürfnis nicht über den Magen wahmimmt. ja es hatte sogar etwas Erschreckendes an sich. nämlich das sogenannte »braune Fett«. sondern die Löwin selbst. Das Land war etwas Fernes. das man nicht bei Menschen findet. Auf einmal hatte ich das starke Gefühl. uns hinzulegen. Minuten später war ich zu einem Frosch geworden und fing an. Vor zwei Wochen nun hörte ich ein Tonband zum Thema Körperge­ wicht. doch 83 . Der Sprecher. ob sie noch mehr Nahrung für den zwischen ihren Schultern gelegenen Fettspeicher braucht.Rhythmus dieses Tanzes hin. die sich im Wasser ringelte. nahm sehr spezifische Form an. die er während einer psychedelischen Sitzung mit Yaje zusammen mit seinen Freunden im Valley of Fire bei Las Vegas hatte (Aaronson und Osmond 1970): Die Oberfläche des Wassers schimmerte und hatte etwas Anziehendes an sich. daß ich nicht eine das Raubtier verkörpernde Eingeborene war. um mir von wissen­ schaftlicher Seite Bestätigung für meine Empfindungen zu holen. William Bennett. zu schwimmen. Das letzte Beispiel ist Peter Staffords Bericht über seine Identifika­ tionserlebnisse. was mich bremste. Er beschrieb eine Art von Fett. Ich fühlte.gegen den Bereich zwischen den hochgezogenen Schultern herausfindet. sondern daß sie mit diesem Reiben des Kopfes nach hinten .besonders. meinen Nacken. damit das lebensnotwendige Niveau an Energie und Gesundheit erhal­ ten bleibt. Die Bewegung. meinen Hals und meinen Kopf lief. da ich zu einer Schlange geworden war. stellte kurz die adipöse Fettspei­ cherung beim Menschen der Fettspeicherung bei Tieren gegenüber. In beiden Fällen schien das Wasser mein natürlicher Lebens­ raum zu sein. Ich war über die Funktion des großen Höckers auf dem Nacken und den Schultern von Großkatzen nicht im geringsten im Zweifel. daß ich einen Schwimmanzug tragen mußte. unternahm aber nichts. mich mit sanften Stößen vorwärts­ zutreiben. Fremdes. Wir gingen bald wieder zum Ufer hinunter und konnten es kaum erwarten. Das einzige. Braunes Fett wird in Form eines Höckers zwischen den Schulterblättern mancher Tiere gespeichert und muß in einer bestimmten Menge vorhanden sein. der sich über diese idyllische Szenerie erhob. die durch meine Schul­ tern. Ich glitt in einen Sumpf hinein und wieder heraus. Es kam mir so unnötig und unnatürlich vor . zu tauchen und herumzutol­ len. bei Tieren sehr häufig ist. Nach einer Weile verspürte ich in mir den Wunsch. war.

Unter der Einwirkung der Droge war ich mir verschiedener Arten von Erinnerungen bewußt und ich verlor meine normale Selbstwahmehmung. zu Seetang. dann das andere Wassertier. der auf diese Erfahrungsebene gelangt ist. mit keimendem 84 . war ich selber so sehr Schlange oder Frosch. fühlte ich mich unbeholfen. zu einer Wild. identifizieren. In einem holotropen Bewußtseinszustand kann man sich mit dem Wurzelsystem eines Baumes. vollständig aus meinem Element gerissen.oder Gartenpflanze. daß ich mich unter dem Einfluß von Yaje nicht lediglich »wie eine Schlange fühlte«. Jemand.mittlerweile war ich zu einem Seelöwen geworden. Als ich hinaus watete. sich mit verschiedenen Pflanzen. mich aufzurichten und auf trockenes Land zu begeben. auf der ich auf ein potentielles »Schlange sein« in uns stieß? Was bedeutet es. Wenn ich sage. Pflanzenteilen oder sogar physiologischen und biochemischen Prozessen in ihnen zu identifizieren. ich fühlte mich erst wie das eine. zu einem Baum. Statt mich in das einzufühlen. Er kann das komplexe Erlebnis haben. was ich bisher sowohl in physischer als auch in geistiger Hinsicht empfunden hatte. zu einer fleischfressen­ den Pflanze. Ebenso möglich ist eine Identifikation mit dem Kreislauf von Baumsaft im Kambium. sondern in gewisser Hinsicht dieses Tier selber war. Diese Erfahrung hatte eine andere Qualität. das am Austausch von Wasser und Mineralien beteiligt ist. daß ich spürte. zu einer Kugelalge. Was bedeutet es. dumm. ich kam mir »schlüpfrig und wie ein Reptil« vor. die das Leben von Pflanzen betreffen. wie sich meine Wahrnehmungen in neuen und andersartigen Kategorien ordneten? Identifikation mit Pflanzen und botanischen Prozessen Transpersonale Erlebnisse. wenn auch seltener als Erlebnisse der Identifikation mit Tieren. daß ich mich fragte. dann meine ich nicht lediglich. so daß ich Schwie­ rigkeiten hatte. zu Plankton im Ozean und sogar zu einer Bakterienkultur oder einem einzelnen Bakterium zu werden. mit einem Blatt während photosynthetischer Aktivität. hat die überzeu­ gende Empfindung. daß ich eine Erfahrungsebene erreicht hatte. sie war anders als alles. wie sich wohl die Menschen um mich herum empfinden mochten. sind in außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen ziemlich häufig. was mei­ ner Vorstellung nach eine Schlange oder ein Frosch empfinden könnte.

Die häufigste unter diesen Einsichten ist das Bewußtwerden der spezifischen Qualität der Existenz von Pflanzen. in denen man das Bewußtsein von Pflanzen annimmt. So erlebten sie die Aktivitäten von Mitochondrien oder biochemischer Prozesse. Gelegentlich haben Menschen berichtet. mit dem Prozeß der Bestäubung oder mit der Zellteilung während des Wachstums einer Pflanze. sondern bilden selber die Quelle von Nahrung. die sich nicht ohne weiteres in Worte fassen läßt. aromatischer Stoffe und verschiedener Alkaloide zugrundeliegen. bilden eine interessante Kategorie transpersonaler Phänomene. daß sie in direktem und unmittelbarem Kontakt mit all den übrigen Elemen­ ten Erde. wie phantastisch und absurd sie einem traditionellen Wissen­ schaftler und unserem gesunden Menschenverstand Vorkommen mögen. Ölen und Zuckern. durch die sie anderen Organismen nützt. Viele Pflanzen töten und verletzen andere Organismen nicht und beuten sie auch nicht aus.Samen und dem Austreiben des Sämlings. Ein anderer wichtiger Aspekt der Existenz von Pflanzen ist der. Mineralien und Vitaminen für andere Lebensformen. Häufig führen sie zu einem neuen Verständnis der beteiligten Prozesse und sind verknüpft mit fazinierenden philosophischen und spirituellen Einsichten. dem lebensspendenden Prinzip dieses Planeten und dem unmittelbarsten Ausdruck kreativer kosmi­ scher Energie. Wasser und Luft stehen. So sind sie in dieser Hin­ sicht für das Leben auf diesem Planeten absolut unerläßlich. die der Erzeugung von Auxinen. Sie stehen in direktem Kontakt mit der Sonne. daß sie Zeugen von botanischen Prozessen auf der subzellulären und molekularen Ebene wurden. durch die sie zu einem wichtigen Beispiel für das spirituelle Leben des Menschen werden. Sie treten unabhängig voneinander bei vielen Personen in einem bestimmten Stadium ihrer Bewußtseinsentwicklung ein und besitzen eine au­ thentische Qualität. Pflanzen wandeln diese kosmische Energie in For­ men um. daß sie andere Lebensformen mit Sauerstoff versorgen. Egal. Erlebnisse. 85 . sie lassen sich nicht als reine Hirngespinste abtun. Pflanzenpigmenten. Im Gegensatz zu Mensch und Tier töten die meisten Pflanzen nicht und ernähren sich nicht von Beute. In diesem Zusammenhang scheint von besonderer Bedeutung.

ein Dasein. zusammen mit einer Aversion gegen alles Töten. Erfahrungen. Bäume.und Mammutbäume oder die winzigen Pini aristatae werden oft als Verkörperung eines Zustands ungestörten. die in verschiedenen Kulturen und Gruppen aufgrund ihrer psychedelischen oder entheogenen Wirkung als heilig betrachtet und rituell genutzt wurden. die afrikanische Ebogapflanze (Tabemanthe iboga). Sa­ men mittelamerikanischer Windenarten oder Ololiuqui (Turbina corymbosa). in denen man sich mit Pflanzen identifiziert. Manche Personen gelangen durch die Faszination von der Reinheit des Pflanzenreichs. aus einem Pilz gewonnene Teonancatl der Mexikaner (Psilocybe mexicana). das die Wirrnisse und Unruhen des Zeitgeschehens überdauert. Das Leben von Pflanzen wird nicht durch den falschen Ehrgeiz getrübt. wieso bestimmte Pflanzen in manchen Kulturen als heilig galten etwa der Bunyonbaum in Indien. der Fliegenpilz (Amanita muscaria) und das heilige. als sie sind. der Mistelzweig bei den Druiden oder das Korn bei den Indianern Nord.und Südamerikas. verschiedene Teile des Hanf (Cannabis indica und savita). a. Unmittelbarere Einsichten in die spirituellen Aspekte von Pflanzen lassen sich bei solchen Arten gewinnen. die durch perinatale Erfahrungen hervorgerufen wird. wären u. Sie sind die Grundlage für zahlreiche Materialien und Substanzen und vermitteln durch ihr bloßes Dasein Schönheit und Freude. die im spirituellen Leben der Menschheit eine entscheidende Rolle gespielt haben.Außerdem haben sie im Leben des Menschen noch vielerlei andere Funktionen. dahin.etwa die giganti­ schen Sequoia. zu nennen der legendäre vedische Soma. das visionäre Kaktuspeyote (Lopophora williamsii) 86 . die für ihre Langlebigkeit bekannt sind . Sie scheinen reines Dasein im Hier und Jetzt zu verkör­ pern. etwas anderes zu werden. das in vollem Kontakt mit der unmittelbaren Umgebung steht . die Lotosblume in Indien und Ägypten.das Ideal vieler mystischer Schulen. zentrierten und zeitlosen Bewußtseins erlebt. Von den psychedelischen Pflanzen. vermitteln auch tiefere Erkenntnisse darüber. geraten nicht durch das Anstreben alternativer Ziele in Konflikte und machen sich nicht Sorgen um die Zukunft. vegetari­ sche Kost zu schätzen und sich für sie zu interessieren. Sie grübeln nicht über ihre Vergangenheit. dessen botanische Identität unbekannt ist.

sie bezieht sich nur auf all die Interaktionen und gegenseitigen Abhängigkeiten verschiedener Lebensformen. Ein typisches Beispiel für diese Art Erfahrung findet sich an späterer Stelle im Zusammenhang mit der Besprechung therapeutischer Mechanismen (S. auf die ich später eingehen werde (S. 128 ff). Manchmal ist die Identifikation mit der Gesamtheit des Lebens nur »horizontal«. daß Leben immer von anderem Leben abhängig ist. etwa auf die Macht des Hungers. h. Es kann auch das Gesetz zum Inhalt haben.und die im Anazonasdschungel wachsende Liane Banisteriopsis caapi. d. Einsichten in die numinose Rolle dieser Pflanzen werden sich natürlich am ehe­ sten einstellen. Pflan­ zen und Tiere. der Hauptbestandteil von Yaje oder Ayahuasca. die die Lebensprozesse auf verschiedenen Evolutionsebenen bestimmt. auf all die verschiedenen Synergismen und Antagonismen.alle Menschen sowie alle Lebensformen. 292f). seien es Viren. Erfahrungen der Einheit mit der Gesamtheit des Lebens und der Schöpfung In seltenen Fällen kann in einem holotropen Zustand das Bewußtsein so erweitert sein. des Sexualtriebs oder des Mutterinstinkts. die die planeta­ rische Ökologie ausmachen. daß die Phänomene des Lebens nicht mit Hilfe der mechanistischen Wissen­ schaft erforscht werden können. einzellige Organismen oder Vertreter hochdifferenzierter Spezies. Erfahrungen dieser Art können zu einem tiefen Verständnis der kosmischen und natürlichen Gesetze 87 . daß es die Gesamtheit des Lebens auf diesem Planeten umfaßt . In anderen Fällen ist der Gegenstand der Erfahrung die evolutionäre Dimension des Lebens. Im Gegensatz zu der gewöhnlichen Identifikation mit einem einzigen lebenden Organismus stellt diese Erfahrung eine Identifikation mit dem Leben als ein kosmisches Phänomen dar. oder die erstaunliche Intelligenz. wenn man sie selber einnimmt und ihre spezifische psychedelische Wirkung erfährt. Erfahrungen dieser Art hinterlassen in der betreffenden Person die Gewißheit. Manchmal kann sich ein solches Erlebnis auf einen bestimmten Aspekt des Lebens konzentrieren. und beweisen die Existenz einer kreativen kosmischen Intelligenz.

führen. Meine Identität breitete sich nicht nur räumlich aus und schloß alle Lebensformen ein. zu Gefangenen in Konzentrationslagern. Ist es ein dauerhaftes und konstruktives Phänomen. Die entscheidende Frage. die in der Natur und im Menschen wirksam sind. Dabei wurde ich zu all den zahllosen Opfern der militärischen Maschinerie in der modernen Kriegsführung. sich Ausdruck zu geben. Während dieses Erlebnisses erfuhr ich ein ganzes Spektrum destruktiver Kräfte. die mit Chemikalien vernichtet werden. als ursprünglich der Plan für die Evolution organischer Formen niedergelegt wurde? Können Schöpfer von Universen Fehler machen wie Menschen? Für einen Augenblick schien mir dieser Gedanke plausibel. die durch Herbizide getötet werden. der es zur Selbstzerstörung verdammt? Kann es sein. in der die Identifikation mit der Gesamtheit des Lebens auf dem Planeten im Mittelpunkt stand. zugleich aber empfand ich große Angst. ob das Leben auf diesem Planeten weiterbestehen wird. sondern auch in zeitlicher Hinsicht. die durch die rapide technologische Entwicklung und Industrialisierung geschaf­ fen werden. in denen ich 88 . zu Pflanzen. und den auf vielen verschiedenen Ebenen wirkenden Drang. Zunächst identifizierte ich mich mit einer Reihe verschiedener Spezies. war die. später aber wurde die Erfahrung umfassender. oder ist es eine bösartige Wucherung auf dem Antlitz der Erde mit einem Fehler in seiner Anlage. Im folgenden ist ein Ausschnitt aus einer LSD-Sitzung (300 Mikro­ gramm) eines Psychiaters wiedergegeben. und sah ihre gefährlichen Ausweitungen und Projektionen in der modernen Techno­ logie. die in Gas­ kammern starben. Ich hatte offenbar eine sehr tiefe Verbindung mit dem Leben auf diesem Planeten dargestellt. die für das Leben charakteristische endlose Neugier und Experimentierlust. zu einem erhöhten ökologischen Bewußtsein und zu einer gesteigerten Sensibilität gegenüber den Problemen. die unseren Planeten zu zerstören droht. daß irgendein grundlegender Irrtum unterlau­ fen ist. die mich offenbar berührte. und zu Insekten. Ich war alles Leben! Ich spürte die kosmische Qualität der Energien und Erfahrungen in der Welt lebender Formen. Dazwischen stellten sich immer wieder Erfahrungen ein. Ich wurde zum Darwinschen Stammbaum der Evolution mit all seinen Verzweigungen. Ich hatte noch nie auf diese Weise darüber nachgedacht. zu vergifteten Fischen in verschmutzten Flüssen.

sie kann auch makro. die im Sand spielten. Gelegentlich beziehen sich Erfahrungen dieser Art auf Spitzenpro­ dukte der modernen Technologie. Quecksilber. haben wiederholt berichtet. Silber oder Gold. Ich empfand tiefes Mitgefühl mit allem Leben. Gra­ nit. kluge Del­ phine und Wale. sowie herrliche Weiden und Wälder. die sich in einem solchen Zustand befan­ den. und ich war fest entschlossen. oder mit Kräften. den man im gewöhnlichen Bewußtseinszustand objek­ tiv beobachten kann. Ebenso häufig ist die Identifikation mit bestimmten Stoffen . mit verschiedenen Formen von Feuer. Eisen. Erfahrungen dieser Art legen nahe. Laserapparate oder Computer. bei Erdbeben.und mikroskopische Phänomene der anorganischen Natur einbeziehen. Bernstein. die Bindung zwischen Atomen. Tornados und Vulkanausbrüchen. die in Naturkatastrophen freigesetzt werden wie etwa in elektrischen Stür­ men. ja sogar elektromagnetische Kräfte und die subatomaren Teilchen zum Identifikationsgegenstand werden lassen. Stahl. ein starkes ökologisches Bewußtsein wurde in mir wach. Anscheinend hat jeder Prozeß im Universum. den lebenserhaltenden Kräften auf diesem Planeten meine Unterstützung zu geben. sein subjektives Gegenstück in der Welt des holotropen Bewußtseins. die Brownsche Bewegung. mit der Erde und mit den Bergen. Ich sah lächelnde Babys. Diese Erfahrungen können sich in die Mikrowelt ausweiten und die dynamische Struk­ tur von Molekülen und Atomen. Menschen. Kinder. daß sie sich mit dem Wasser in Flüssen und Meeren identifiziert haben. Identifikation mit toter Materie und anorganischen Prozessen Die Erweiterung des Erlebens in einem holotropen Bewußtseinszu­ stand beschränkt sich nicht auf die Welt der Biologie. die im kristallklaren Wasser des Ozeans schwammen. Unter solchen Bedingungen kann das Körperbild alle Eigenschaften der beteiligten Materialien und Prozesse annehmen und sie zu komplexen subjekti­ ven Erfahrungen werden lassen.den schönen Seiten des Lebens auf unserem Planeten begegnete.mit Diamanten und anderen Edelsteinen. etwa auf Düsenflugzeuge. Rake­ ten. Raumschiffe. daß Bewußtsein und kreative 89 . neugeborene Fische und frisch ausgebrütete Vögel in sorgfältig gebauten Nestern. Quarzkristall.

Das Element des Feuers wird häufig . In unserem Alltagsleben stellen sie die größte Annäherung an bestimmte Erlebnismerkmale visionärer Zustände dar.insbesondere in Form der Sonne . nicht zur Schau gestellte Kraft. der Informations. in der er sich der Frage »Warum sind Edelsteine edel?« widmet (Huxley.insbesondere Diamanten und Gold . Aldous Huxleys berühmter Vortrag »Die visionäre Erfahrung«. mit sehr tiefen spirituellen Zuständen verknüpft.als eine direkte Manifesta­ tion der kosmischen Kreativität erfahren. der Thermodynamik. sondern häufig deutliche numinose oder spirituelle Qualitäten be­ sitzt. in denen verschiedene Edelsteine und Me­ talle. daß dieses Erlebnis der Identifikation mit organischer Materie nicht auf die weltlichen Aspekte begrenzt ist. Diese Auffassung wird zunehmend bestätigt durch moderne Entwicklun­ gen in der subatomaren Physik. die durch letzte Reinheit. sondern im Gesamtgefüge der Existenz eine entscheidende Rolle spielen. daß wir Edelsteinen und Metallen enormen Wert beimessen. Fließen. ruhige. Die Identifikation mit Wasser kann beispielsweise gleichzeitig als ein Bewußtseinszustand erfahren werden. Besonders interessant ist. sind Erlebnisse. Bilder von solchen Edelsteinen und Metallen tauchen in Verbindung mit archetypischen Visionen vom Paradies. Reinigung und Läuterung charakterisiert ist.Intelligenz nicht das Ergebnis von toter Materie sind. sowie als die paradoxe Kombination von Unveränderlichkeit und dynami­ scher Veränderung. der Astrophysik. das Auflösen von Grenzen.als eine Kraft.eine Schlüsselrolle spielen. vom Himmel oder von himmlischen Stätten auf. ist aus dieser Sicht besonders relevant. 1983). als der unmittelbarste Ausdruck des Göttlichen in der uns umgebenden Welt. UnVeränderlichkeit und ein besonderes Leuchten gekennzeichnet sind. Wie uns auch von vielen mystischen Lehren aller Zeitalter bestätigt wird.und Systemtheorie sowie in anderen Wissenschaftszweigen. die erschaffen und zerstören. die zugleich läuterndes Potential besitzt. Entsprechend kann das Feuer als eine gewaltige spirituelle Kraft erfahren werden. Seine Antwort lautet. weil sie uns Ersatz für eine mystische Erfahrung sind. der Biologie. der durch Zeitlosigkeit. feste Formen in Energie um wandeln und wärmen oder bedrohen kann . 90 .

der mit diesen Materialien verknüpft ist einheitlich. warum die Sonne in so vielen Kulturen als ein göttliches Wesen angebetet wurde.und Fünfelementen-Systeme.Das Erlebnis der Identifikation mit anorganischer Materie geht oft mit faszinierenden philosophischen. unveränderlich und jenseits der Grenzen der linearen Zeit -. wurde kürzlich von Ilya Prigogine (Prigogine und Stengers 1981) und Erich Jantsch (1979) hervorgehoben. Auf der Grundlage tiefgehender Erfah­ rungen der oben beschriebenen Art läßt sich auch mühelos begrei­ fen. der die wahre Gottheit darstellt.etwa des Animismus und Pantheismus. mythologischen. religiösen und mystischen Erkenntnissen einher. philosophischer und medizinischer Anschauungen vermitteln . die sich in einem außergewöhnlichen Bewußtseinszu­ stand mit Wasser identifiziert haben. oder warum Vulkane als Gottheiten der Schöpfung und Zerstörung galten. daß die Zeit für verschie­ dene Bereiche der phänomenalen Welt unterschiedlich ist. die für die gewöhnliche menschliche Existenz und die Welt der Biologie ty­ pisch sind. turbulenten und sprunghaften Bewußtseinszuständen unterscheidet. Sie wird angebetet. Die enge Verflechtung zwi­ schen solchen Identifikationserfahrungen und spirituellen Zustän­ den kann ein völlig neues Verständnis verschiedener religiöser. Diese bemerkenswerte Art von Erfahrung möchte ich anhand einer 91 . Das Erlebnis der Identifikation mit Granit ruft unter Umständen eine tiefe Erkenntnis wach. können seitdem ohne weiteres begreifen. der Homöopathie. der chinesischen Medizin oder den tantrischen Schriften begegnet. und vieler anderer alter und östlicher Lehren. sondern die Gottheiten selber. Diejenigen. warum die Hindus das Himalayagebirge als liegenden Shiva ansehen oder warum in verschiedenen Kulturen gigantische Granitskulpturen geschaffen wurden. der Alchemie des Mittelalters. Die Bedeutung der Tatsache. unzerstörbar. Es ist eben der Bewußtseinszustand. Auf einer tieferen Ebene sind dies alles nicht Abbilder von Gotthei­ ten oder Idolen. weil sie sich so drastisch von den lebhaften. warum diesem im Taoismus eine solche überragende Bedeutung zukommt und warum es so häufig als eine spirituelle Metapher verwendet wird. denen man in der griechischen Philosophie. der Vier.

Mir wurde klar. Während ich in einem Bewußtsein lebte. das aus der Gier und dem Streben nach den astronomisch hohen Ölprofiten entsteht. Es fiel mir nicht schwer.riesige Ablagerungen von mineralisiertem Fett biologischen Ursprungs . einem Weltkrieg um die schwindenden Ressourcen einer Substanz. Ich wurde mir dessen bewußt. Es herrschte eine düstere. dem sich die Welt der lebenden Materie unterwerfen muß. Mythologie. Biologie. Der Tod ist aber nicht ganz zu umgehen. das riesige Hohlräume im Erdinneren ausfüllte. Sie schien in einem chemischen Sinn toxisch und vergiftet zu sein. ist ganz offensicht­ lich von Grund auf falsch. Sie ist absolut unvereinbar mit der kosmi­ schen Ordnung. Die lineare Politik. die für das Überleben und den Wohlstand all der Industrieländer von größter Wichtigkeit geworden ist. die die in beschränktem Maße vorhandenen Reserven an fossilen Ölen ausplündert. die Kette der Ereignisse bis hin zu einem zukünftigen Weltkrieg zu verfolgen. Das destruktive plutonische Potential des Todes besteht im Erdöl in latenter Form fort. daß ich zu Erdöl wurde. Geologie.das wirtschaftliche Leben auf Sonnenenergie und andere emeuerbare Ener­ giequellen umstellen muß. ist selbstmörderisch und kriminell. sie in Giftmüll umwandelt und damit die Umwelt belastet.dem Kreislauf von Tod und Wiedergeburt. sich zu realisieren. Psychologie. den man als gefährlich erkannt hat. Es hat den Anschein. Ich wurde Zeuge von politischen Intrigen und wirtschaftlichen Manipulationen.Sitzung mit 150 g Ketalar (Ketamin) veranschaulichen. das ich als das von Erdöl empfand.um die Zukunft des Planeten zu sichern . er ist nur aufgeschoben. daß das Erdöl . Ich er­ kannte. die zyklischen Charakter hat. daß man . wurden in mir wachgerufen. das in der Chirurgie und Veterinärmedizin als dissoziatives Anästhetikum ver­ wendet wird. erkannte ich. Ökonomie und Politik miteinander verknüpften. lastende und unheilvolle Atmosphäre. doch ein Weiterschreiten auf diesem Weg. die aus die­ sem Profitstreben herrührten. aber auch gefährlich und bösartig in einem metaphysischen Sinn. 92 . wie das mit ihm verknüpfte Element des Todes sich als das Töten manifestierte. die Chemie. Die Ausbeutung von fossilen Ölen ist zwar im historischen Rahmen der industriellen Revolu­ tion verständlich. entronnen ist. Unzählige faszinierende Einsichten. als ob nach Verabreichung dieser Substanz Erlebnisse der Identifikation mit anorganischer Materie besonders häufig auftreten. Es wartet wie eine monströse Zeitbombe auf die Gelegenheit.

psychologischen. die das Opfer von Erdölprodukten geworden waren. biologischen. Neben diesen Erfahrungen. zu jeder Ameise und Küchenschabe. Ich faßte diese Erfahrungen unter der Bezeichnung »IGFarben-Bewußtsein« (nach dem berühmt-berüchtigten deutschen Chemiekonzem) zusammen. in denen ich mich mit den verschiedenen Industriegiften an sich identifizierte. welche Richtung die wirtschaftli­ che und politische Entwicklung einschlagen muß. die in dem ekligen klebrigen Zeug der Fliegenfänger zugrundeging. Aus dieser Sicht erscheint die ganze Erde als ein komplexer Organis­ mus.erlebt werden. Integration und Selbstverwirklichung aufgefaßt werden können. Ich wurde zu jedem Juden. Dazu gehören sowohl seine geologi­ sche Substanz mit dem gesamten Mineralienreich als auch die Biosphäre mit allen Lebensformen einschließlich des Menschen. die durch die Einwirkung von Herbiziden einging. Und all dies ließ die nur zu wahrscheinliche Zukunft alles Lebens auf diesem Planeten ahnen . Zu dieser Erfahrung gehört in der Regel auch die mythologische Dimension und sie besitzt einen deutlichen numinosen Charakter. wenn das Leben auf diesem Planeten eine Chance haben soll. nahm ich auch das Bewußtsein verschiedener Formen von Leben an. Planetarisches Bewußtsein In dieser Form der transpersonalen Erfahrung erweitert sich das Bewußtsein in einem solchen Maße. und zu jeder Pflanze. der in den Gaskammern der Nazis starb. Es läßt sich 93 . die die Qualität von Anilinfarben.den Tod durch industrielle Umweltverschmutzung. in denen es um die auf Erdöl basierende chemische Industrie ging. Die Erde kann dabei als Mutter Erde oder als ein göttliches Wesen im Sinne der griechischen Göttin Gaia . die mit Insekten­ vertilgungsmittel besprüht war. Herbiziden. Diese Erfahrungen waren eine unglaubliche Lektion für mich. Es handelte sich um eine endlose Folge von Bewußtseinszuständen.die geologischen. daß es alle Aspekte dieses Planeten zu umfassen scheint. zu jeder Fliege.als Manifestationen eines unaufhörlichen Bemühens um einen höheren Grad an Evolution. organischen Lösungsmitteln. dessen verschiedene Aspekte . kulturellen und tech­ nologischen Phänomene . Pestiziden und giftigen Gasen hatten. Ich erwachte aus der Sitzung mit einem tiefen ökologischen Bewußtsein und mit klaren Vorstellungen darüber. als ein kosmisches Wesen.Danach machte ich eine Reihe gräßlicher und höchst unangenehmer Erfahrungen durch.

Salz.also auf der Ebene der Zellen. Gewebe. daß es verwickelte homöostati­ sche Mechanismen gibt. statt sie aus der beschränkten Sicht des Menschen korrigie­ ren oder stören zu wollen. Sauerstoff. Seine Untersuchungsergebnisse lassen sich mit der Annahme vereinbaren. im Meerwasser und im Erdboden . Theodore Roszak (Mensch und Erde auf dem Weg zur Einheit. Die Person. erfuhr vor kurzem durch die moderne Wissenschaft unabhängige Bestätigung. 1982) sowie Peter Russell (Global Brain.eine optimistische Ökologie« (Lovelock 1984) zahlreiche faszinierende Beweise dafür zusammengetragen. die sich bei vielen Menschen in außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen wiederholt eingestellt hat. sondern logisch geradezu zwingend sei. Weitgehend unabhängig von Bateson hat James Lovelock in seinem bemerkenswerten Buch »Unsere Erde wird überleben: Gaia . Organe. die in diesen Bewußtseinszustand gelangte.und Systemtheorie. wie Spinoza ihn beschrieb. Organis­ men. Ammoniak und Ozon . Das folgende Beispiel für planetarisches Bewußtsein stammt aus einer Sitzung mit holotropem Atmen. Diese Erkenntnis. tierischer und menschlicher Gruppen. daß es nicht nur legitim. Informations. einer Intelligenz. 94 . Evolutionstheorie. daß die Erde ein intelligenter Organismus ist. daß die Prozesse auf der Erde von einer höheren Intelligenz gesteuert werden. kam zu dem Schluß.leicht erkennen. die die Erdtemperatur sowie die Konzentra­ tion der Hauptkomponenten in der Atmosphäre.konstant halten. die die unsrige bei weitem übertrifft und der man Respekt und Vertrauen entgegenbrin­ gen soll. die Existenz von geistigen Prozessen auf allen Ebe­ nen von Naturphänomenen mit genügender Komplexität anzuneh­ men . 1983) sind zu ähnlichen Schlußfolge­ rungen gelangt. die vor mehreren Jahren an einem unserer Workshops teilnahm. Gregory Bateson. Anthropologie und Psychologie gelang (Bateson 1982). dem in seiner Arbeit eine brillante Synthese aus Kybernetik. In seinem Denkmodell hat die Wissenschaft die alte Anschauung von einem »deus sive natura« oder die Existenz eines immanenten Gottes. Ökosysteme und sogar der Erde und des Universums als Ganzes. war eine junge Deutsche. bestätigt.

die Luftströmun­ gen. ein intelligentes Wesen. aber während meiner Erfahrung war ich voll und ganz davon überzeugt. Die Kommuni­ kation zwischen Pflanzen. oder man identifiziert sich mit allen beteiligten Prozessen.ich war die große Muttergöttin.sicherten den Kreislauf dieses Blutes.ein lebender Organismus war.waren mein Fleisch. In meinem Körper fühlte ich die Verletzungen. Telephon. daß das Ausüben von Ritualen für die Erde wichtig sein soll.die Erde . Das Seltsamste an meinem Erlebnis war aber wohl. Kontraktionen von Sternen. die mir die Industrie durch Tagebau. daß man einfach Zeuge solcher Ereignisse wird. daß ich . Es stand außer Zweifel. der sich in kleinen Bächen und schließlich großen Flüssen sammelt. daß ich mir bestimmter Rituale verschiedener Urvölker bewußt wurde und sie als sehr heilsam und absolut lebens­ wichtig für mich empfand. Die Metalle und Mineralien.schlug um und ich wurde zu dem Planeten Erde selbst. da ich wieder zu meinem alltäglichen rationalen Bewußtsein zurückgekehrt bin. Verstädterung. das sich um Selbstverständnis bemühte. All dies kann in der Form auftreten. zur Sonne oder zu anderen Planeten. mit anderen kosmischen Wesen in Kommunikation zu treten.war mein Nervensystem.Die Erfahrung.Presse. Es kommt mir jetzt. die sich über den Meeren bilden und den Regen. reichlich bizarr vor.die Verdunstung. Teile des Universums und astronomische Prozesse außer­ halb des Bereichs der Erde. Rundfunk. Außerirdische Erfahrungen In solchen Erfahrungen erweitert sich das Bewußtsein auf Himmels­ körper.und Wasserverschmutzung zufügte. Tieren und Menschen. waren meine Knochen.die Wolken. die ich zuerst hatte . der Regen und der Schnee . Ich spürte in mir den Kreislauf des Wassers . Das Wassersystem war mein Blut und die meteorologischen Veränderungen . sich auf einer Reise zum Mond. Sternen und Galaxien zu befinden und Explosionen von Supemovas. Fernsehen und Computer . 95 .Pflanzen. die am Ende wieder in die Meere fließen. die Mutter Erde . toxischen und radioaktiven Müll sowie Luft. Pulsaren und Quasaren sowie die Durchquerung von »schwarzen Löchern« zu erleben. mein Skelett. die unseren Planeten bilden. den Transport von Nährstoffen und die Sauberhaltung. Man kann dabei das Gefühl haben. mein Gehirn. Tiere und Men­ schen. das um die Entwicklung zu einer höheren Bewußtseinsebene kämpfte und das versuchte. Die Biosphäre . einschließlich der Kommunikation mit Hilfe moderner Technologie .

Weit im Hintergrund türmen sich extrem hohe Berge auf. Es gibt eine Vegetation. Die Umgebung ist sehr seltsam und fremd. mit der kreativen Kraft des kosmischen Bewußtseins in unmittelbarem Kontakt zu stehen. Ich muß mich wohl auf einem anderen Planeten befinden. Außerirdische Erfahrungen scheinen besonders häufig in den außer­ gewöhnlichen Bewußtseinszuständen von John Lilly. Das alles ist sehr seltsam. Dieser Planet ähnelt der Erde. aber die Farben sind anders. ich bin noch nicht hier gewesen. doch hat sie eine eigenartige purpurne Färbung. der für seine Erforschung der nicht-menschlichen Intelligenz und der Kommunikation zwi­ schen den Spezies sowie für seine beispiellosen Marathonselbstver­ suche mit Psychedelika bekannt ist. das durch die Injektion von 75 mg des dissozia­ tiven Anästhetikums Ketalar (Ketamin) und den Aufenthalt in einem sensorischen Isolationstank begünstigt wurde (Lilly 1984): Ich habe meinen Körper verlassen. ich bin ein höchst neutrales Wesen. Zeit und dem philosophischen Glauben an die materielle Realität der phänomenalen Welt. Mein Zustand ist von einer eigenartigen starken Indifferenz geprägt.Wie schon die oben beschriebenen Erlebnisse der Identifikation mit anorganischer Materie haben auch diese Erfahrungen häufig spiritu­ elle Begleitkomponenten und Gegenstücke. Zu den Erfahrungen beim Durchqueren eines schwarzen Lochs gehört in der Regel das Gefühl des Zusammenbruchs von Raum. nicht das vertraute Gelb der Sonne unserer Erde. Sie stehen auf ihren Hinterbeinen. das beobachtet und wartet. 179) verbunden. Sie muß außerirdisch sein. Eine Sonne existiert zwar. in einer anderen Zivilisation als der. Ich befinde mich auf einer wunderschönen Wiese. Da sehe ich auf der Wiese Lebewesen auf mich zukommen. aber sie hat einen violet­ ten Schimmer. So kann beispielsweise das Erlebnis der Identifikation mit den thermonuklearen Prozessen in der Sonne mit dem Gefühl verknüpft sein. in der ich mich entwickelt habe. dem berühm­ ten Neurowissenschaftler vorzukommen. Es folgt die Beschreibung eines solchen Ereignisses. In seinen Sitzungen hat er zahlreiche Besuche in anderen Welten erlebt und ist seltsamen Wesen und Geistern begegnet. Die Erfahrung des interstellaren Raumes ist häufig mit der spirituellen Erfahrung der überkosmischen Leere (siehe S. so 96 . der in einem Tank auf dem Planeten Erde schwimmt. Ich empfinde weder Angst noch Liebe.

vollständig und vollkommen simultan erfährt . weil sie von Licht umgeben sind. die sich innerhalb dieses unfaßbar großen Wesens abspielen. was existiert. kann man transperso­ nale Erfahrungen rechnen. Sie scheinen mir Gedanken unmittelbar zu übertragen. in denen die Grenzen des Raums überschritten werden (Out-of-Body-Experiences. Zwei von ihnen kommen näher. Dabei stellt sich auch regelmäßig die Erkenntnis ein. was sie denken. Alles. reisendes Hellsehen und Hellhören. Sie sind leuchtend weiß und scheinen Licht auszustrahlen. Sie bleibt entweder Episode oder stellt sich wiederholt als Teil einer 97 . daß verschie­ dene Wesen der phänomenalen Welt nur bestimmte spezifische Aspekte der materiellen Realität erleben. kann verschiedene Formen und Abstufungen annehmen.als ob es sich um Menschen handelte. die ich verstehen kann. daß aber das kosmische oder göttliche Bewußtsein alles. Out-of-Body-Experience. das zu stark für meine Augen ist.sowohl wie es sich aus der Sicht der einzelnen getrennten Bewußtseinseinheiten darstellt als auch in Form des ungeteilten Ganzen. sich von seinem eigenen Körper zu lösen (außerkörperliche Erfahrung bzw. Es gibt keinen Schall. wird automatisch in Worte umgesetzt. Man hat dabei das Gefühl. »Raum-Reisen« und Telepathie) Zu dieser Untergruppe von ASW-Phänomenen. Ich kann ihre Gesichtszüge nicht erkennen. Alle kosmischen Prozesse werden nunmehr als intraorganismische und intrapsychische Phänomene erlebt. als das es vom Zentrum aus erlebt wird. Sie können in reiner Form oder kombiniert mit Überschreitung der Grenzen der linearen Zeit auftre­ ten. kurz OOBE). PSI-Phänomene . Identifikation mit dem gesamten physikalischen Universum Diese seltene Art von Erfahrung stellt eine logische Erweiterung des planetarischen Bewußtseins und der außerirdischen Erlebnisse dar. mit denen sich traditionsgemäß die Parapsychologie befaßt. Die Erfahrung. daß das eigene Bewußtsein das gesamte physikalische Universum umfaßt. in denen räumliche Hindernisse und Entfernungen überwunden werden.

Kenneth Ring (1980 und 1984). Zustände. Eine besonders dramatische und ergreifende Schil­ derung eines OOBEs in einer Nahtodsituation findet' sich in C. Folgende Bedingungen führen besonders häufig zu OOBEs: lebens­ bedrohliche Notfälle. Jungs Autobiographie (Jung 1962). In solchen Erlebnissen kann die betreffende Person Zeuge von Ereignissen werden. G. auf den sich das losgelöste Bewußtsein projiziert. in denen man als klinisch tot gilt. insbesondere des dissozia­ tiven Anästhetikums Ketamin (Ketalar). tatsächlich ereignen. sich von ihm zu lösen und sich selber aus unterschiedlichen Entfernungen als Objekt wahrzuneh­ men (Heautoskopie). Sitzungen mit intensiver. Nahtodsituationen. Diese Beschreibungen wurden von der traditionellen Wissenschaft erst vor kurzer Zeit ernst genommen. meine eigene Arbeit (Grof und Halifax 1980) sowie die vieler anderer haben wiederholt den Nachweis erbracht. besonders im Tibetanischen Totenbuch (dem Bardo Thötröl oder Thödöl) und in anderen Schriften. Obwohl dies nach Auffassung der Kartesianisch-Newtonschen Wissenschaft im Prinzip unmöglich ist. wurde die Authentizität dieses Phänomens wiederholt bestätigt und steht außerhalb jedes Zweifels. daß klinisch tote Menschen OOBEs haben können. Elisabeth Kübler-Ross (1984). Michael Sabom (1983). bis in tiefe psychische Bereiche vordringender Selbsterfahrungstherapie sowie die Ein­ nahme von psychedelischen Substanzen. Die Untersuchungen von Raymond Moody (1977). sich in anderen Räumen des Gebäudes oder an weit entfernten Orten zu befinden (letzteres wird auch als Astralpro­ jektion bezeichnet). In stärkeren Erlebnissen dieser Art stellt sich das Empfinden ein. In weniger extrem ausgeprägten OOBEs hat man das Gefühl. seinen Körper zu verlassen. über die Erde zu fliegen oder sich von ihr wegzubewegen.psychischen Öffnung und während anderer transpersonaler Krisen ein. in denen sie die Wiederbele­ bungsmaßnahmen an ihrem Körper von einem Ort kurz unterhalb der Zimmerdecke wahmehmen oder in denen sie Zeuge von Ereig­ 98 . als moderne Untersuchungen in der experimentellen Psychiatrie und der Thanatologie ihre Authentizität bestätigten. die sich in dem Bereich. Klassische Beschreibungen von OOBEs finden sich in der spirituellen und philosophischen Literatur aller Zeitalter.

um ihr Auftreten herbeizuführen. Eine sehr erfolgreiche Serie von Experi­ menten mit Hellsehen wurde am Stanford Research Institute in Kalifornien von den Physikern Russell Targ und Harald Puthoff durchgeführt (Targ und Puthoff 1978). ihre Umwelt farbig zu sehen. etwa in Form einer Astralreise zu diesem Ort oder als unmittel­ bare Astralprojektion. Der berühmte OOBE-Pionierforscher Robert Monroe (1972). sondern ent­ wickelte auch spezifische Übungen und sogar elektronische Hilfs­ vorrichtungen. solche Leistungen zu erbrin­ gen. Zu den bemerkenswertesten Leistungen zählten die Sitzungen mit dem Medium Ingo Swann. der die Be­ schränkungen durch Raum und Zeit überwindet und frei um die Erde reisen kann. sich am Ort des Ereignisses selber zu befin­ den. Die Authentizität von OOBEs ist in kontrollierten klinischen Experi­ menten von dem berühmten Psychologen und Parapsychologen Charles Tart an der Universität von Kalifornien in Davis nachgewie­ sen worden (Tart 1974). Hellse­ hen und Hellhören von weit entfernten Ereignissen können ohne das Empfinden auftreten. 99 . Noch interessanter aber waren die Ergebnisse dieser Wissenschaftler. der viele Jahre lang mit spontanen und elementaren OOBEs zu kämpfen hatte. die daraufhinwiesen. Beobachtungen aus der psychedelischen Forschung. Die moderne thanatologische Forschung liefert somit eine Bestätigung für die Schilderungen aus dem Tibetanischen Totenbuch. wenn man ihm den entsprechenden Längen. lernte nicht nur. der wiederholt seine Fähigkeit demonstrierte. sie zu kontrollieren. nach denen der Mensch nach seinem Tod den »Bardoleib« annimmt. wie sie durch verschiedene mystische Quel­ len und in der anthropologischen Literatur berichtet werden. in Sitzungen mit holotropem Atmen sowie in anderen Selbsterfahrungstherapien sprechen ebenfalls für die Möglichkeit authentischer OOBEs in visionären Zuständen. jeden Ort auf diesem Erdball genau zu beschreiben.und Breitengrad nannte. daß prak­ tisch jeder darin geschult werden kann.nissen an weit entfernten Orten werden. Nach Elisabeth KüblerRoss (1984) haben sogar blinde Menschen unter diesen Bedingun­ gen die Fähigkeit. In seltenen Fällen kann die betreffende Per­ son die astrale Raumreise tatsächlich aktiv kontrollieren und steu­ ern.

Die Telepathie ist der direkte Zugang zu den Gedanken eines anderen Menschen ohne die Vermittlung von Worten. Man führte dann für einige Stunden einen Tubus ein. daß es sich bei der Telepathie um ein authentisches Phänomen handelt. Kurze telepathische Erlebnisse treten gelegentlich in normalen Be­ wußtseinszuständen auf. um sicherzustellen. daß ich von 100 . wurde sie schnell reanimiert. war eine Patientin namens Maria. die damals gerade Freunde in Seattle besuchte und dabei einen schweren Herzanfall erlitt. nachdem man ihr den Tubus entfernt hatte. Ich besuchte sie noch am gleichen Tag. Zwar ist es nicht immer leicht. die als Sozialarbeiterin in Seattle im US-Bundesstaat Washington arbeitet. der eine Nahtoderfahrung hatte. Sie war eine Wanderarbeiterin. doch eingehendere Untersuchungen lassen keinen Zweifel daran bestehen. Aufgrund ihrer sozialen und finanziellen Probleme wurde auch ich in ihren Fall einge­ schaltet. in der ein abgelegener Ort vollkommen richtig wahrgenom­ men wurde. Telepathische Erfahrungen werden aber beträchtlich häufiger. transpersonaler Erfahrungen zu unterscheiden. aber nicht aus diesem Grund. Sie wollte mit mir über etwas sprechen und sagte: »Das Seltsamste ist mir passiert. daß ihr Herz zu schlagen aufgehört hatte. als sich gerade die Ärzte und die Schwestern mit mir befaßten: Ich stellte fest. daß sie sich seitdem für OOBEs interessiert (Greyson und Flynn 1984): Meine erste Begegnung mit einem Menschen. Da ihre Körperfunktionen genau überwacht wurden und sie sich sonst bei guter Gesundheit befand. Selbsterfahrungstechniken. es würde ihr Angst bereiten. die Einnahme von Psychedelika oder in lebensbedrohli­ chen Notfällen ein holotroper Bewußtseinszustand erreicht wird. Sie war in der Tat ängstlich. Die Umstände dieses Vorfalls waren so außergewöhnlich und über­ zeugend. Das folgende Beispiel ist eine bemerkenswerte »out-of-body«-Erfahrung. Man brachte sie eines Abends mit dem Sanitätswagen ins Krankenhaus und wies sie in die Intensivstation ein. Einige Tage nach ihrer Einweisung hatte sie einen Herzstill­ stand. daß sie genug Sauerstoff erhielt. nichtverbalen Hinweisen oder anderen konventionellen Kommunikationsmitteln. Im Gegensatz zu ihrer gewöhnlichen Ruhe befand sie sich in einem Zustand relativer Erregung. zwischen Telepathie und anderen Formen parapsychologischer bzw. wenn durch Meditation. Sie wird uns von Kimberly Clark berichtet. weil ich dachte.

erblickte ich den Tennisschuh! Mein Blickwinkel war ein ganz anderer als der. sie hatte vielleicht gewußt. der sich auf einem Mauervorsprung in Höhe des dritten Stockwerks am Nordende des Gebäudes befinden müßte. sie wäre durch etwas über dem Anfahrtsweg zur Intensivstation abgelenkt worden und dann wäre sie draußen gewesen. Dann hätte sie aus dem Fenster sehen können und ihre Eindrücke in ihre Konfabulation eingefügt. Schließlich. daß sich dieser Tennisschuh wirklich an dieser Stelle befand. um so ihre »out-ofbody«-Erfahrung zu bestätigen. so als ob sie sich über die Anfahrt »gedacht« hätte und in diesem Augenblick auch gleich dort gewesen sei. was im Zimmer vorgegangen war. sie würde konfabulieren. Ich dachte. damit sie bestimmte Dinge an dem Schuh bemerken konnte: etwa daß das Schuhinnere an der Stelle des kleinen Zehs verschlissen war. wie sie sich an meinem Körper zu schaffen machten. als ich wieder in einem Krankenzimmer auf diese Weise nach unten schaute. um aus deren Fenster zu sehen. da sie ja alle am Tag vor ihrem Herzstillstand gesehen hatte. hören konnte. daß der Schuhriemen unter dem Absatz steckte und andere Einzel101 . daß sie immer noch von einem Gegenstand abgelenkt worden sei. um die Mauervorsprünge unter ihnen überhaupt zu sehen. Sie bat mich. den Maria gehabt haben mußte.« Dies machte zunächst keinen Eindruck auf mich. Das beeindruckte mich schon mehr. konnte aber überhaupt nichts erkennen. dachte aber. Ich glaubte zwar nicht. was vorging. Doch dann erzählte Maria weiter. diesen Schuh für sie zu finden. der wußte. vielleicht wäre ihr Bett zu irgendeinem Zeitpunkt an das Fenster gerückt worden.oben von der Decke aus hinunterschaute. Ich ging mit gemischten Gefühlen nach draußen und sah zu den Mauervorsprüngen hoch. Sie brauchte noch einen anderen Menschen. wie es um die Intensivstation herum aussah. daß ich mein Gesicht eng gegen das Glas pressen mußte. vermutete ich. So stieg ich hoch in das dritte Stockwerk und ging in die einzelnen Krankenzimmer. Sie erzählte mir dann. Diese waren so angelegt. Ich dachte aber. was für Kleidung die Leute trugen und wer sich im Zimmer befand. Sie war also zu diesem Zeit­ punkt sicherlich mit der technischen Ausrüstung schon vertraut gewe­ sen. daß sie alles. da sie nachts in einem Sanitätswagen gekommen war und nicht wissen konnte. Sie »dachte sich nach oben« und blickte unmittelbar auf den Schuhriemen eines Tennisschuhs. daß sie mir bewußt Märchen erzählen wollte. Da der Gehörsinn in einem solchen Fall als letzter aus dem Bewußtsein schwindet.

habe ich in meinem Buch »Topogra­ phie des Unbewußten: LSD im Dienst der tiefenpsychologischen Forschung« (Grof 1978. 209-213) bereits ausführlich beschrie­ ben. Ich holte den Schuh vom Mauervorsprung und brachte ihn Maria. die für mich nicht sichtbar war. es handele sich um persönliche Erinnerungen aus der spirituellen statt der biologischen Vergangenheit. da es das Weltbild. Unter diesen Umständen ist es nicht ungewöhnlich.heiten über die Seite des Schuhs. Gelegentlich werden auch Erfahrungen berichtet. Es war der schlagende Beweis für mich. Diesen Blickwinkel konnte sie nur erlangen. so sprechen wir von karmischen Erfahrungen oder Erinnerungen an frühere Inkarna­ tionen. indem sie draußen unmittelbar neben dem Tennisschuh war. b. ihrer Ahnen wiederzuerleben. in der sich eine »out-of-body «-Erfahrung mit einer ge­ steuerten Raumreise einstellte. Die Regression kann sich auch auf Ereignisse aus dem Vorleben der Rasse oder des Kollektivs allgemein beziehen. in denen sich die Betreffenden mit spezifischen tierischen Vorfahren im Evolutionsstammbaum oder mit der gesamten Phylogenese identifi­ zieren. Einen anderen Fall mit einer Situation. Wenn solche Erlebnisse mit dem Gefühl ver­ knüpft sind. S. die sie als Erinnerun­ gen aus ihrer fötalen oder embryonalen Existenz beschreiben. Man kann sogar die Geschichte des Universums vor der Entstehung des Lebens auf der Erde erfahren und Zeuge von 102 . daß sie mit ihrer Erzählung recht gehabt hatte. Überschreiten der Grenzen der linearen Zeit In außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen erleben viele Men­ schen sehr konkrete und realistische Episoden. Ereignisse aus dem Leben seiner bzw. Das Erlebnis einer außersinnlichen Wahrnehmung kann mit tiefer metaphysischer Angst einhergehen. das die westliche Kultur vertritt und das sie mit geistiger Gesundheit gleich­ setzt. die Betreffende ist überzeugt davon. sich mit dem Embryo in sehr frühen Stadien seiner Entwicklung im Mutterleib oder gar mit Spermatozoon und Ei zum Zeitpunkt der Empfängnis zu identifizie­ ren. Manchmal geht die historische Regression noch weiter und der bzw. in seinen Grundfesten erschüttert.

Diese Erfahrungen geben sehr konkret. physiologischer oder biochemi­ scher Natur herrührt. der Entstehung des Sonnensy­ stems und der frühen geophysikalischen Prozesse auf diesem Plane­ ten. Embryonale und fötale Erfahrungen Ich bin bereits kurz auf einige Erfahrungen dieser Art im Zusammen­ hang mit der Besprechung der ersten perinatalen Grundmatrix einge­ gangen. die unmittelbar mit der biologischen Geburt verknüpft sind. Viele pränatale Erfahrungen beziehen sich auf psychische Traumati­ sierung im Mutterleib. die von verschiedenen schädlichen und störenden Einflüssen mechanischer. etwa eine unmittelbar bevorstehende Fehlgeburt und versuchte Abtrei103 . in der Regel solche. paranoide Zustände. Da sich das Konzept der perinatalen Erfahrungen und Matrizen auf Prozesse bezieht. der Bildung der Galaxien. realistisch und detailliert verschiedene pränatale Situationen wieder. mit hoch­ wirksamen psychotherapeutischen Techniken ohne Anwendung von Drogen oder mit Meditation kann sich aber jedes Stadium der embryonalen und fötalen Entwicklung dem Bewußtsein erschlie­ ßen. Im Laufe einer systematischen Selbsterforschung mit Psychedelika. die dramatischen Charakter haben und emotional stark besetzt sind. physisches Leid und Angriffe von dämoni­ schen Mächten. am häufig­ sten mit phylogenetischen.und Zellbewußtsein. Gewebe. Episoden der ungestörten intrauterinen Existenz werden als ozeani­ sche Ekstase erlebt. die verschie­ denen Krisen in der pränatalen Entwicklung dagegen als Seelenqua­ len. Diese trans­ personalen Phänomene werde ich noch erörtern. karmischen und archetypischen Erfah­ rungen und mit Organ-.gewaltigen kosmischen oder irdischen Vorgängen werden. gehören nur intrauterine Erfahrungen in den späten Stadien der Schwangerschaft zu dieser Matrix. Beobachtungen aus Sitzungen mit psychedeli­ scher und holotroper Therapie lassen vermuten. daß der Fötus nicht nur massive Störungen des intrauterinen Daseins erleben kann. die mit mystischer Verbundenheit mit dem Leben und der kosmischen kreativen Kraft einhergeht. Beide Formen pränataler Erfahrung sind gewöhn­ lich mit anderen transpersonalen Phänomenen verknüpft. dem Urknall.

depressive Ver­ stimmungen und sexuelle Erregung miterleben. die im Zusammenhang mit dem Wiedererleben von Ereignissen in der frühen Kindheit stehen. Es war ihnen. stellt das Problem. ob sie ungeliebt und abgelehnt oder. ob man von seiner Mutter gewollt war oder nicht. die eine allgemeine emotionale Instabilität und verschiedene spezifische psychopathologische Störungen bedingen. Die Authentizität von embryonalen Erinnerungen in einer Selbster­ fahrungstherapie mit und ohne Psychedelika ist eine wichtige Frage. können sogar Gedanken und Vorstellungen auf telepathische Weise übertragen werden. die ihnen die Einstellung ihrer Mutter zur Schwangerschaft. Bei Menschen. aber auch unmittelbar gegen sie gerichtete Ge­ fühle der Liebe oder der Feindseligkeit mitteilten.bung. Auch erweist sich die Frage. Während des Wiedererle­ bens von Episoden aus der intrauterinen Existenz soll den Angaben der betreffenden Person zufolge auch deutlich bewußt gewesen sein. laute Töne. als ob sie eine deutliche organismische Botschaft erhielten. Zufriedenheit. nur 104 . erwünscht und geliebt waren. die weitreichende Implikationen für Praxis und Theorie besitzt. die als Zwillinge geboren wurden. Nach den Angaben vieler Personen konnten sie in solchen Erfahrungen der intrauterinen Existenz deutlich die emotionalen Schocks ihrer Mut­ ter. umgekehrt. der man in einer jeden intensiven Selbsterfahrungstherapie viel Zeit und Aufmerksamkeit widmen muß. deren Angstanfälle. Im Falle vieler Menschen scheinen Erinnerungen an fötale Traumen zu den bedeutendsten Faktoren zu gehören. Haß. sich den Mutterleib mit einem Partner und Konkurrenten teilen zu müssen. sondern daß er auch am Gefühlsleben der Mutter teilnimmt. Sie ist vergleichbar mit den Problemen. Diese komplexe Verbundenheit und das gemeinsame Erleben be­ schränken sich nicht auf heftige und dramatische Ereignisse physi­ scher und emotionaler Natur. toxische Einflüsse und körperliche Erkrankungen der Mutter. eine besondere Belastung dar und kann auf die zukünftige psychische Entwicklung tiefgehende Auswirkungen ha­ ben. Oft können Gefühlsnuancen und -feinheiten gespürt. immer wieder als eine Frage von zentraler Wichtigkeit. ihr Glück und ihre Liebe. heftige mechanische Erschütterungen und Vibrationen.und Wutausbrüche. umgekehrt aber auch ihre Entspanntheit.

Die Authentizität pränataler Erfahrungen sowie der Reichtum an Informationen. Es ist deshalb unmöglich für mich. obwohl sie nicht an die Möglichkeit von pränatalen Erinnerungen glauben und die Existenz dieser Phäno­ mene im Gegensatz zu ihrem wissenschaftlichen Weltbild stand.für Realität hält. und vergleiche sie 105 . Während man Ereignisse nach der Geburt. den Verwandten und anderen Quellen zu erhalten. den sie im Hinblick auf die Anatomie. den Geburtshelfern. der Lage und dem Verhalten des Fötus. Ich selber bin im Laufe der Jahre .wenn sie nicht zu phantastisch und unglaubwürdig sind . die von den Patienten im Laufe einer Psychoanalyse erinnert und rekonstruiert werden. den sie vermitteln. tut man Äußerungen über die Geburt und das Leben im Mutterleib routinemäßig als Phantasien ab.unzäh­ lige Male Zeuge von embryonalen und fötalen Erfahrungen bei anderen geworden und habe selber mehrere Male pränatale Erleb­ nisse gehabt. Kluge und gebildete Personen haben oft betont. immer ernsthaft berücksichtigt und sie auch . den Aufzeichnungen über die Geburt. Wenn immer mög­ lich unternehme ich alles. Viele Fachleute aus ver­ schiedenen Bereichen haben wiederholt ihr Erstaunen über die Authentizität dieser Phänomene geäußert und auf den Reichtum an Informationen hingewiesen. sie einfach als Produkt der Einbildung abzuqualifizieren. Embryologie. Hinweise auf peri. Sandor Ferenczi (1964). Sogar Laien geben unaufgefordert Beschreibungen von solchen Einzelheiten wie bestimmten Merkmalen des Herz­ schlags von Mutter und Kind. lassen in mir keinen Zweifel über die Bedeutung dieses Phänomens aufkommen. doch abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen wie Otto Rank (1929). rele­ vanten Fakten über den fötalen Kreislauf und sogar dem Blutaus­ tausch in den villi der Plazenta.noch schwieriger und grundlegender. Geräuschen in den Blutgefäßen und im Verdauungstrakt. um unabhängige Informationen von der Mutter. Physiologie.und präna­ tale Erinnerungen finden sich in der psychoanalytischen Literatur immer wieder. Geburtshilfe und sogar Histologie mit sich bringen.in psychedelischen Therapien und in Selbsterfahrungstherapien ohne Einnahme von Drogen . daß Erfahrungen solcher Art in ihren Selbsterfahrungssitzungen aufgetreten sind. Nandor Fodor (1949) und Lietaert Peerbolte (1975) hat man sie nicht ernst genom­ men.

wobei das Blut eine 106 . Eine kurze Zusammenfas­ sung des Verlaufs seiner Behandlung findet sich in meinem früheren Buch Topographie des Unbewußten: LSD im Dienst der tiefenpsy­ chologischen Forschung (Grof 1978. In einer der LSD-Sitzungen aus der psycholytischen Behandlungsreihe beschrieb Richard ein Erlebnis. stammt aus der psychede­ lischen Therapie von Richard. und das frühe embryonale Wachstum. einem homosexuellen Patienten mit chronischen suizidalen Depressionen. in Fötusflüssigkeit einge­ taucht und durch die Nabelschnur mit der Plazenta fest verbunden zu sein. Häufig hat sich auf diese Weise eine erstaunliche Bestätigung der Erkenntnisse beim Wieder­ erleben von Vorgängen im Mutterleib ergeben. dieses Buch ent­ hält auch eine ausführliche Beschreibung des zellulären Gedächtnis­ ses der Keimzellen und der pränatalen Erfahrung der Empfängnis (S. Dazu gehören die Identifikation mit Spermatozoon und Ei auf der zellulären Ebene des Bewußtseins. Abtreibungsversuche und emotionale Erschütterungen sowie physische Erkrankungen der Mutter. das offenbar eine authentische intraute­ rine Erfahrung war. Diese Beobachtungen sind mehr als Grund genug. S. Er nahm bewußt wahr. Das Beispiel. 79-81). Erlebnisse dieser Art können verknüpft sein mit Einblicken in die Erbanlagen. um in Zukunft dieses faszinierende Phänomen ernsthaft und systematisch zu erforschen. das ich hier zur Veranschaulichung des Phänomens der fötalen Erfahrung verwenden möchte. die Einnistung des befruchteten Eis in die Schleim­ membran der Gebärmutter. der Augenblick der Empfängnis. Gelegentlich geht es in den pränatalen Erlebnissen um sehr frühe Stadien der biologischen Entwicklung des betreffenden Menschen. Sie waren durch den Kreislauf des Blutes in der Plazenta aneinander gebunden.mit dem subjektiven Bericht des Klienten. karmischen und archetypischen Kräfte. 214-216). und hatte wunderbare Gefühle der symbioti­ schen Einheit mit seiner Mutter. die Wanderung des Eis oder der Spermatozoiden durch den Fallopischen Gang. die kosmobiologischen oder astrologischen Energiefel­ der oder die spirituellen. wie Nahrung durch den Nabelbereich in seinen Körper strömte. die die Entwicklung des Embryos bestimmen. und zwar in bezug auf verschiedene Schwangerschaftskrisen. Er hatte das Empfinden.

der in seinem Heimatort jedes Jahr zwei Tage vor seinem Geburtstag gefeiert wurde. Sie hatten ein ungewöhnliches Echo. Damit einher gingen eigentümliche hohle und dröhnende Geräusche. die aufgrund der peristaltischen Bewegungen der Eingeweide unmittel­ bar neben der Gebärmutter verschoben wurden.magische lebensspendende Flüssigkeit zu sein schien. Schließlich folgerte er. Obwohl sie sich in einem späten Schwangerschaftsstadium befand. Er versuchte dann herauszufinden.wobei ich ihr nichts von seiner LSD-Erfahrung mitteilte -. Gebär­ mutterwand und Fötusflüssigkeit für diese Effekte verantwortlich waren und daß diese der Art entsprachen. in der Geräusche von der Außenwelt zum Fötus dringen. Er war klein und sein Kopf war im Vergleich zum übrigen Körper und den Extremitäten unverhältnismäßig groß. was diese Geräusche verursachte und woher sie kamen. daß diese Geräu­ sche von dem Jahrmarkt herrühren mußten. wollte sie diese Gelegenheit zum Feiern um nichts in der Welt 107 . die in ein wellenförmiges akustisches Muster miteinander ver­ schmolzen. die Richard nach einigem Zögern zu identifizieren vermochte. Nachdem er diese Informationsbruchstücke zusammengefügt hatte. Er war sich seines Körperbildes voll bewußt und erkannte. daß es sich von seinem Kör­ perbild als Erwachsener wesentlich unterschied. erzählte sie mir unter anderem die folgende Geschichte: In dem relativ langweiligen Dorfleben bildete der Jahrmarkt eine willkommene Ab­ wechslung. die von der Außenwelt auf ihn eindrangen. In diesem Zustand vernahm er plötzlich seltsame Geräusche. Aufgrund verschiedener Merkmale seines Erlebens und mit Hilfe der Urteilsfähigkeit eines Erwachsenen konnte er sich selber als reifen Fötus kurz vor der Entbindung identifizieren. Als ich Richards Mutter über die Umstände von Richards Geburt befragte . als ob sie in einer großen Halle widerhallten oder durch eine Wasserschicht kamen. die Musiktechniker mit elektronischen Hilfsmitteln in modernen Aufnah­ men erzeugen können. das durch die Arterien im Beckenraum strömte. zog er den Schluß. Richard vernahm zwei unterschiedliche Arten von Herzschlägen mit verschiedener Fre­ quenz. Plötzlich kam ihm der Gedanke. daß Bauchdecke. Nach einiger Zeit konnte er den Klang von laut lachenden menschlichen Stimmen und von Tönen wie aus einer Kamevalstrompete hören. und zum anderen durch Gase und Flüssigkeiten. daß seine Mutter in einem fortgeschrittenen Schwangerschafts­ stadium auf diesem Jahrmarkt gewesen sein mußte. Der resultierende Effekt erinnerte an die Klangqualität. Sie wurden einmal durch das Blut verursacht.

Waffen. kulturellen und religiösen Erbe entwickeln. Heilungszere­ monien und verschiedene Festlichkeiten oder aber auch um trauma­ tische Ereignisse aus der Geschichte der Sklaverei gehen mag. In ihrer extremen Form können sie aber mehrere Generationen und sogar Jahrhunderte zurückreichen. und durch eine authentische Identifika­ tion mit den eigenen Vorfahren. der aus Skandinavien stammt. Nach Angaben ihrer Verwandten beschleunigten die laute Umgebung und der Tumult auf dem Festplatz Richards Entbindung. wobei sich ihm mit großer Detailgenauigkeit Kleidung. etwa um Eltern und Großeltern. Richard bestritt. Jemand. Juwelenschmuck oder Techniken der Navigation und Schiffskriegsführung offenba­ ren. sie ihm erzählt zu haben.oder mütterlicherseits. Solche Erfahrungen sind gewöhnlich mit interessanten psychologi­ schen Erkenntnissen verknüpft. diese Geschichte jemals gehört zu haben. eine Jüdin Episoden aus dem Leben der Ahnen während des Holocaust im Zweiten Weltkrieg. Manchmal geht es in diesen Erfahrungen um relativ kurz zurückliegende Ereignisse in der Fami­ liengeschichte und um die unmittelbareren Ahnen väterlicher. Der Betreffende kann diese archai­ schen Elemente zu seiner gegenwärtigen Persönlichkeit und zu 108 . und seine Mutter konnte sich auch nicht erinnern. der Judenverfolgungen im Mittelalter oder des Stammeslebens im Israel der biblischen Vorzeit erleben und eine tiefe Verbundenheit mit seinem bzw. Im allgemeinen paßt der Inhalt solcher Erfahrungen zur Vorge­ schichte der Rasse und zur kulturellen Herkunft des betreffenden Menschen. wobei es um tägliche Aktivitäten in einem Dorf.missen. So kann ein Jude bzw. Ein Afro-Amerikaner wird vielleicht Handlungsabfolgen aus dem Leben seiner afrikanischen Vorfahren erleben. wird unter Umständen Zeuge verschiedener Szenen aus den abenteuerlichen Erkundungsfahrten und Eroberungen der Wikinger. Trotz großer Bedenken und eindringlicher Warnungen ihrer Mutter ging sie aus dem Haus. um an den Festlichkeiten teilzunehmen. Ahnen-Erfahrungen Diese Gruppe transpersonaler Erfahrungen ist charakterisiert durch das starke Empfinden des Zurückversetztwerdens in Zeiten. Übergangsriten. ihrem rassischen. die vor der eigenen Zeugung liegen.

die sie von der im folgenden besprochenen Gruppe der rassischen und kollektiven Phänomene unterscheiden. Traditio­ nen. die sehr konkret. Gestik. Dabei kann sich eine vollständige Identifikation mit diesem Vorfahren im Hinblick auf Körperbild. Der oder die Betref­ fende spürt etwa die emotionale Atmosphäre und die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen in der Familie.so identifizierte sich ein Angel­ sachse mit einem Zigeuner. Außerdem führen objektive Nachforschungen. Glaubenssysteme. Gesichtsausdruck. Das erste betrifft die Qualität der Erfahrung selbst und läßt sich mit Worten nur schwer beschrei­ ben. der eine solche Erfahrung macht. Es gibt zwei wesentliche Merkmale von Ahnen-Erfahrungen. mit völlig anderen Augen gesehen. Manchmal werden kurze Episoden oder ganze Sequen­ zen aus dem Leben eines Vorfahren wiedererlebt. so­ fern sie möglich sind. Sitten und Gebräuche. hat die feste Gewiß­ heit. daß der Protagonist ein Blutsverwandter ist. spezifisch und reich an Einzelheiten sind. in denen es scheinbar eine Diskrepanz gab . In mehreren Fällen. die ihn im Augenblick belasten. die mit der subjektiven Erfahrung übereinstimmen. und kann zu intuitiven Erkenntnissen über kulturelle Einstellungen. ein anderer mit einem Menschen 109 . Was sie bisher vergeblich als persönliche Probleme zu verstehen versuchten. im Clan oder im Stamm. erschien plötzlich als das Ergebnis introjizierter und intemalisierter Konflikte zwischen Generationen ihrer toten Vorfahren. emotionale Reaktionen und Denkvorgänge einstellen. Ahnen-Erfahrungen treten in vielen verschiedenen und komplexen Formen auf. Jemand. Manche Menschen haben aufgrund solcher Erfahrungen neue Er­ kenntnisse über ihre Persönlichkeitsstruktur erlangt und manche ihrer Probleme und Konflikte. In anderen Fällen haben Ahnen-Erfahrun­ gen mehr allgemeinen und diffusen Charakter.psychischen Problemen. und daß die entsprechende Szene irgendwie im genetischen Code der DNS gespeichert ist. Vorurteile und abergläubische Vorstellungen gelangen. Idiosynkrasien. die sie sich nicht erklären konnten. in der Regel zu Ergebnissen. in Bezie­ hung setzen. Sie konnten ihre Ursachen auf verschiedene Differenzen und Reibungspunkte zwischen der väterli­ chen und der mütterlichen Ahnenreihe zurückverfolgen.

seine Gefühle und seine Gedanken. Sie konnte auch deutlich wahmehmen. Daraufhin war er vollkommen verblüfft gewesen. was um sie herum geschah. als sie/er sich gerade hinter einem Baum ver­ steckte. 186-187). daß in ihr eine Erinerung ihres Vaters an eine tatsächliche Begebenheit wachgeworden sein mußte. die wir in unserem letzten Workshop in Stockholm. die andere mehr als drei Jahrhun­ derte (S. in denen es um Aggressionen und das Töten in verschiedenen Arten von Krieg ging. war sie sehr aufgeregt und von Ehrfurcht ergriffen. daß sie sich mit ihrem Vater identifizierte und diese Schlacht aus seiner Sicht erlebte.schwarzer Hautfarbe bestätigte eine gründliche Untersuchung des Familienstammbaums die objektive Richtigkeit dieser Erfahrun­ gen. Sie kam zu dem Schluß. erlebte in dieser Sitzung eine Reihe sehr dramatischer Szenen. Dann. sie spürte seinen Körper. Diese Schlacht hatte vierzehn Jahre vor ihrer Zeugung stattgefunden. kam eine Gewehrkugel angeflogen und streifte sie/ihn an der Wange und am Ohr.und Wiedergeburts-Prozeß und das Wiedererleben der biologischen Geburt. Sie wußte nicht. woher sie stammte. Schweden. Als sie zur Gruppe zurückkam. Sie war sich aber sicher. und beschloß. 187-189). der in einer Schlacht im Zweiten Weltkrieg kämpfte. Sie war ganz und gar er. dies anhand eines Telefonanrufs nachzuprü­ fen. authentisch und zwin­ gend. die zu dem Seminar aus Finnland gekommen war. durch­ führten. Diese Erfahrung war außerordentlich lebhaft. Ihr wurde plötzlich bewußt. Sie hatte 110 . daß er nie über dieses Erlebnis gesprochen hatte. und konnte nichts mit ihr anfangen. Die Frau erfuhr sich als einen jungen Soldaten. Die erste reicht eine Generation zurück (S. Eine dieser Szenen war ungewöhnlich und unterschied sich von den anderen. Ihr war bekannt. daß ihr Vater am Russisch-Finnischen Krieg teilgenommen hatte. Eine junge Frau. Sie hatte ihren Vater angerufen und ihm von ihrem Erlebnis erzählt. Zwei weitere Beispiele für Ahnen-Erfahrungen finden sich in meinem Buch Topographie des Unbewußten : LSD im Dienst der tiefenpsychologischen Forschung (Grof 1978). Ihre Erfahrungen hatten alle die typischen Merkmale der dritten perinatalen Matrix. Den Rahmen zu diesen Szenen bildeten der Tod. Ich möchte dieses Phänomen anhand einer interessanten Beobach­ tung in einer Sitzung mit holotropem Atmen veranschaulichen.

Szenen dieser Art können vom Standpunkt eines Beobachters erlebt werden. Indien. Er versicherte ihr auch. 111 . In kollektiven Erfahrungen geht dieser Identifikationsprozeß über die Grenzen der Rassenzugehörigkeit sogar noch hinaus und umfaßt die Menschheit als Ganzes. über dieses spezielle Ereignis weder mit ihr noch mit anderen Familienmitgliedern gesprochen zu haben. häufiger aber noch ist die Identifikation mit den Betroffenen.in der Regel kurzen. jeden histori­ schen Abschnitt. identifiziert man sich nicht mit Personen. die Kunst und die Technologie der beteiligten Kulturen und histori­ schen Perioden betreffen. die soziale Struk­ tur. sondern mit irgendwelchen anderen Mitgliedern derselben Rasse. die religiösen Praktiken. Jung das rassische und das kollektive Unbewußte genannt hat. gelegentlich aber auch ausführlichen und komple­ xen . jede rassische Gruppe oder jede Kultur beziehen. aber alte Zivilisationen mit einer hochentwickelten spirituellen. was ihm tatsächlich im Krieg widerfahren war. mit denen man blutsverwandt ist. die sich vor mehr oder weniger langer Zeit in verschiedenen Ländern und Kulturen abgespielt haben. In Erleb­ nissen. In der Regel stellen sich bei solchen Erfahrungen viele allgemeine sowohl spezifische als auch detaillierte Erkenntnisse ein. Diese Phänomene stehen in einem eindeuti­ gen Zusammenhang mit dem. nehmen an dramatischen . was C. die sich auf die Existenz der Rasse beziehen. die moralischen Regeln. Kollektive Erinnerungen können sich auf jedes Land. philosophischen und künstlerischen Tradition scheinen besonders bevorzugt zu sein. und liefern somit einen wesentli­ chen Beweis für einen der kontroversesten Aspekte seiner Theorie (Jung 1975). Menschen. die in außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen in diese Bereiche der Psyche Vordringen. die Rituale. weil er es nicht als besonders wichtig empfunden hatte. Ereignisse.Begebenheiten teil. die sich im alten Ägypten. Ihre Beschreibung des Geschehens und der Umgebung war absolut richtig gewesen. die sich auf die Existenz der Rasse und des Kollektivs beziehen Diese Erfahrungen bewegen sich noch weiter entfernt von der persönlichen Lebensgeschichte des bzw. Erfahrungen .etwas erlebt. der Betreffenden. G.

Jemand mit jüdischen Vorfahren kann in die Kulturen des Femen Ostens versetzt werden und aufgrund tiefgehender Erfahrungen erstaunliche Erkenntnisse über die Psyche des Japaners. In manchen Fällen verspürten Personen. In psychedelischen und holotropen Sitzungen haben wir wiederholt beobachtet. Ohne besondere vorherige Ausbildung. sich mit den afrikanischen Kalahari-Buschmännern während ihrer Trance­ tänze identifizieren. der von den Azteken den Göttern zum Opfer gebracht werden soll. an einer rituellen Einweihung bei australischen Ureinwohnern beteiligt sein oder das Bewußtsein eines Menschen annehmen. China und Japan oder im präkolumbianischen Mexiko und Peru zugetragen haben. von der kulturellen Tradition und sogar von der Bildung und den Interessen der betreffenden Person recht unabhängig sein. kann von der rassischen und ethnischen Zugehörigkeit. die in völ­ lig zutreffender Weise bestimmte spezielle Aspekte der beteiligten Kulturen oder Traditionen widerspiegeln. Chinesen oder Tibeters. Manchmal können mit den obengenannten Erfahrungen komplexe Gesten. über bestimmte Aspekte der taoistischen oder bud­ dhistischen Lehre. werden erstaunlich häufig wiedererlebt. ein starkes Bedürfnis zu tanzen. vom Geburtsland. über Kriegskünste oder über die Musik und das Theater des Femen Ostens gewinnen. Haltungen und Bewegungsabläufe einhergehen. die in eine bestimmte Kultur versetzt wurden. daß Perso­ nen ohne einschlägige Vorkenntnisse zur richtigen Zeit angemes­ sene symbolische Gesten (mudras) und Haltungen (asanas) aus der Yoga-Tradition einnehmen und spontan ihre Bedeutung erkennen.Tibet. Um welche Kultur und um welchen geographischen Bereich es in einer solchen Erfahrung geht. So kann jemand mit slawischer Herkunft an den Eroberungszügen der mongolischen Horden des Dschingis Khan teilnehmen. etwa den Trancetanz der Kung-Busch112 . verschiedene Tänze und Bewegungen auszuführen. ja sogar ohne jegliches theoreti­ sches Vorwissen waren sie in der Lage. Ein Angelsachse kann dramatische Begebenheiten aus der Geschichte der afro-amerikanischen Sklaverei erleben oder in die Rolle eines Indianers in den Massakern während der Eroberung des Wilden Westens schlüpfen und daraufhin zu einer neuen Einstel­ lung gegenüber den amerikanischen Rassenproblemen gelangen.

allen jüdischen Männern. daß die Scham schon bei der Geburt eingeflößt wird und wesentlich mit den Geschlechtsorganen zusammenhängt. daß ich beschnitten wurde. Es war die Lebens­ müdigkeit vor dem Tod. indonesische Tänze aus Java oder Bali. der mir danach einige Höhepunkte seiner Reise in die Innenwelt mitteilte. Ich schäme mich so. Ich schämte mich meiner Person. schämten sich ihrer unbewußt. Plötzlich verspürte ich ein Brennen und Jucken um meinen Penis und erkannte. die an der Zeremonie teilnahmen. wie mein Vater. Das folgende Beispiel für eine rassische Erfahrung stammt aus einer nicht überwachten LSD-Sitzung eines Mannes jüdischer Herkunft. Es fehlt ihnen die Verbundenheit mit der Rasse. so wie er es von seinem Vater wurde! Ich hatte das starke Empfinden. mein Großvater und mein Urgroßvater.oder Manipuri-Schule. und allen Rabbis seit tausend Jahren. Der Wein der Beschneidungszeremonie und die Gegenwart meines Vaters schienen mit dem Gefühl der Müdigkeit zusammenzuhängen. von Beispielen für die kulturelle Vielfalt des Menschen. Bei kollektiven Erinnerungen hat die betreffende Person das Gefühl. daß ich mich wegen meiner 113 .männer. flößten sie ihm Schmerz. im genetischen Code der DNS gespeichert zu sein. Diese Erfahrungen sind nicht mit dem für AhnenErfahrungen charakteristischen Gefühl verknüpft. Das also war die Quelle aller Scham! Alle Männer. die vor mir lebten. daß die Scham ein innerer Bruch ist. Ich fühlte mich tief mit meinen jüdischen Vorfahren verbunden. waren darüber verlegen. Während sie die religiöse Tradition an ihn Weitergaben. Scham und Müdigkeit ein. und diese Gefühle teilten sie dem Säugling mit. das regelmäßig mit Erinnerungen an frü­ here Inkarnationen einhergeht. der Wunsch zu sterben. Ich erkannte plötzlich. die gewöhnlich rassische Erfahrungen begleitet. unter dem alle Menschen leiden. oder von Manifestationen des kosmischen Dramas oder göttlichen Spiels (lila). »Schämst du dich nicht? Du solltest dich schämen!« Diese Worte haben mir mein Vater und meine Mutter Hunderte Male gesagt. den Derwischtanz in der Sufi-Tradition. Ich wurde von meinem Vater beschämt. und man hat nicht das Empfinden einer persönlichen Erinnerung oder karmischen Kontinuität. sie würde Zeuge von wichtigen Begebenheiten aus der Menschheits­ geschichte. Ich fühlte mich müde und alt. und die symbolischen Tänze der indischen Kathakali.

Es ist so. Dieses Vermächtnis. ist Scham ein Vermächtnis. Die beteiligten Emotionen 114 .« Adam aß den Apfel und schämte sich. Gewöhnlich sind sie aber sehr dramatisch und emotional von sehr starker Intensität. Erinnerungen an frühere Inkarnationen Dies ist wohl die faszinierendste. Der kostbarste Teil eines männlichen Kindes wird Gott zum Opfer dargebo­ ten. Eine jüdische Autorität meiner Heimatgemeinde versicherte mir. aber zugleich kontroverseste Gruppe von transpersonalen Phänomenen. Plötzlich hatte ich eine Vision. Das. Meine tiefe Identifikation mit dem Erbe der Vorfahren überzeugte mich davon. daß alle Nachkommen ihm gehören. daß diese unauslöschliche Spuren im Unbewußten der jüdischen Rasse und anderer Völker des Mittelmeers hinterlassen hat. um die Billigung meiner Mutter zu erhalten. das 4000 Jahre alt ist! Ich stellte fest. Wie schon erwähnt.Scham schäme! Ich schäme mich wegen meiner Bedürfnisse. die mir für alles eine Erklärung gab. Das Hochzeitslied aus Anatevka enthält die Worte: »God shield you from shame. Die Beschneidung war ein Ersatz für das Kindesopfer! Abraham brachte Isaak Gott zum Opfer dar. haben Erinnerungen an frühere Inkarnationen in vielerlei Hinsicht Ähnlichkeit mit Ahnen-Erfahrungen sowie mit rassischen und kol­ lektiven Erfahrungen. Er verwies mich auf die jüdische Enzyklopädie und das Fasten der Erstgeborenen. daß ich meinen Penis und meine Hoden festhielt. ihn statt dessen zu beschneiden! Die Beschneidung ist eine symbolische Kastration. Ich fand aber zahlreiche Hinweise auf die Opferung erstgeborener Kinder. es hätte in der jüdischen Tradition niemals so etwas wie die Opferung des Erstgeborenen gegeben. Die Opferung des Erstgeborenen! Jesus war der Sohn Gottes und wurde geopfert. seit Abraham von den Vätern an ihre Söhne weitergegeben.sie wurden als Opfer auserwählt! Später entschloß ich mich aufgrund meiner Erfahrung zu historischen Nachforschungen. meiner Gefühle. die 2000 Jahre lang bis zur Zeit der Richter praktiziert worden war. nur um dafür zu verlangen. erhielt aber den Befehl. ist die Scham. Das Syndrom der kastrierenden jüdischen Mutter! Mein Vater bot mich zum Opfer dar. Deswegen sind die Juden auch das »auserwählte Volk« . als ob Gott ursprünglich Abrahams Sohn am Leben gelassen hat. was alle Juden miteinander verbindet. und diesem Anspruch Gottes werden sie auch in den letzten Tagen der Menschheit unterworfen sein. Statt sein Leben wird seine Männlichkeit geopfert.

etwas wiederzuerleben. in Treib­ sand oder während eines Vulkanausbruchs verursacht wurde. 115 . Das wesentliche Merk­ mal dieser Gruppe von Phänomenen ist das überzeugende Empfin­ den. Erlebnisse solcher Art scheinen echten karmischen Szenen in ihrer dauerhaften Auswirkung auf den betref­ fenden Menschen zu gleichen. dieses Ereignis sei nicht wirklich geschehen und stelle nur ein Produkt seiner Einbildung dar. an einem anderen Ort. dersel­ ben Bewußtseinseinheit widerfuhr. das sich letzte Woche zugetragen hat. Typische Beispiele für solche Situationen wären Bitterkeit. doch fehlt ihnen das Element der Wiederholung in den nachfolgenden Inkarnationen. von einem wildgewordenen Bullen aufgespießt oder von einer Gift­ schlange gebissen wurde. Das Gefühl. im alltäglichen Leben zwischen Erinnerungen an tatsächliche Begebenheiten und unseren Träumen. bewahren ein Gefühl der Indivi­ dualität und persönlichen Identität. überzeugen wollte. das in einer früheren Inkarnation durch den zufälligen Tod aufgrund von Steinschlag. Es ist vergleichbar mit der Fähigkeit. die auf eine schmerzhafte körperli­ che Krankheit oder eine schwere Verstümmelung zurückzuführen sind. in denen unpersönliche Ursachen psychische Folgen haben. was man in einer früheren Inkarnation gesehen (dejä vu) und erfahren hat (dejä vecu). wenn man jemanden. zu einer anderen Zeit und unter anderen Bedingungen. Haß und Neid. In solchen Erfahrungen spielen gewöhnlich eine oder mehrere andere Personen eine Rolle. Erinnerungen an frühere Inkarnationen haben eine vergleichbare subjektive Authentizität und Realität. sie sei von einer Szene »karmisch geprägt« worden.können positiver oder negativer Natur sein. im Sumpf. Menschen. ist sehr elementar und läßt sich nicht weiter analysieren. Die betreffende Person hat dann das Empfinden. der sich an ein Ereignis erinnert. Man würde auf große Schwierigkei­ ten stoßen. sich an etwas zu erinnern. In seltenen Fällen können auch ver­ schiedene Tiere die Hauptfiguren in dramatischen Szenen dieser Art darstellen. erfahren sich aber in einer anderen Form. Phantasien und Tagträumen zu unterscheiden. bei denen sich solche dramatischen Erlebnisse einstellen. in der sie von einem Tiger getötet. von einem wilden Elefanten zu Tode getrampelt. oder Angst und Leid. Sie besitzen somit Ähnlichkeit mit Situationen. das einst demselben Wesen.

rasende Eifer­ sucht. in denen man gemeinsam dem Tode entronnen ist. Wenn zwei oder mehr Personen diesen universellen »Schmelztiegel« der Leidenschaften und Instinkte erreichen. unersättlichen Rachedurst. In manchen werden sehr positive Verbin­ dungen mit anderen Menschen wieder lebendig . das Wesen des destruktiven Bandes zwischen den Hauptfiguren solcher Erfahrungen zu analysieren. als ob gerade diese Verschmelzung von Emotionen das Wesentliche an der karmischen Prägung ausmacht. Bitterkeit und Haß. die gekennzeichnet sind durch unerträgliches körperliches Leid. spirituelle Partnerschaft. sobald ihre Intensität einen bestimmten Punkt überschritten hatte. verzehrende Eifersucht oder krankhafte Seelenqualen . Viele Menschen. geprägt . Schüler-LehrerBeziehungen. Häufiger aber sind die dramatischen Emotio­ nen in solchen Erfahrungen negativer Natur. In Situationen mit extremer Erlebnisintensität gehen die sadistische Erregung des Peinigers und der unmenschliche Schmerz des Opfers immer mehr ineinander über. leidenschaftliche Liebe. waren in der Lage. daß alle scheinbar unterschiedlichen Emotionen . Es gibt offenbar einen Zustand hochgradiger biologischer und emotio­ naler Erregung.einander zu gleichen begannen.selbstzerstöreri­ sche Leidenschaft. unmenschlichen Terror. die man in einer 116 .unabhängig von der Rolle. Der Haß des Mörders ist ab einem bestimmten Punkt von den Qualen und dem Leid des sterbenden Opfers nicht mehr zu unterscheiden. außergewöhnliches gegenseitiges Ver­ ständnis oder durch Wärme und gegenseitige Unterstützung ge­ prägte Beziehungen. Situationen. werden sie durch die Situation. die sie dabei spielen.tiefe Freundschaft. Sie erkannten. unendliche seelische Qualen. mörderische Aggressionen. Blutsbande. in dem alle extremen Emotionen ineinanderfließen und metaphysische Dimensionen erhalten. nicht die Rolle. unkontrollierbare Lustgefühle oder krankhafte Gier und Habsucht. unersättliches Begehren. die negative karmische Erlebnisse gehabt haben. Der oder die Betref­ fende wird in verschiedene entsetzliche Situationen in früheren Leben geworfen.Karmische Erfahrungen fallen in zwei deutlich voneinander ge­ trennte Kategorien. die sich durch die Qualität der beteiligten Emotionen unterscheiden. durch die dieser Punkt erreicht wurde. Es hat den Anschein.

der die Kraft ist. dem »Durst des Fleisches und des Blutes«. die zu diesem Zeitpunkt noch durch Amnesie verdeckt sind. entsetzliche Seelenqualen. die in den Zyklen von Tod und Wiedergeburt wirksam sind. dämonische Tendenzen. extrem starke sexuelle Erregung. die den Kreislauf von Tod und Wiederge­ burt aufrechterhält und für alles menschliche Leid verantwortlich ist. So wird der betreffende Mensch darin eingeführt. der die karmische Prägung bewirkt. das für die Auflösung karmischer Bande notwendig ist. und es können auch die Strategien gelernt werden. Die biologische Geburt scheint demnach so etwas wie eine Umwand­ lungsstation zu sein. und zwar so lange. die für alle empfindenden Wesen gilt. bis sie das Bewußtseinsniveau erreicht haben. die bewirkt. durch die ihre Emotionen den oben beschrie­ benen Zustand erreichen. Manchmal gehen der Öffnung des Bereichs der Inkamationserlebnisse detaillierte Erkenntnisse oder nicht verbal vermittelte Anwei­ sungen voraus bzw. Sobald sich auch immer zwei Menschen in einer Weise begegnen. die die letzten Stadien der biologischen Geburt (die dritte perinatale Grund­ matrix) charakterisieren. Neben diesen allgemeinen Erkennt­ nissen können auch Einblicke in Einzelheiten der Mechanismen gewonnen werden. die für die Befreiung von den karmischen Fesseln notwendig sind. skatologische Erlebnisse und inbrünstige Religiosität zu einem seltsamen. Hier vereinigen sich mörderische Aggres­ sionen. daß die immateriellen »morphogenetischen Felder« des karmischen Erbes (in der spirituellen Literatur auch als »akasha« bezeichnet) in das biopsychische Leben des betreffenden Menschen eintreten. unverwechselbaren Ganzen. haben diesen Zustand undifferenzierter emotionaler Erregung. mit dem trsnä oder tanha in der bud­ dhistischen Lehre verglichen. laufen mit ihr parallel. Menschen. Andere gelangten zu der Erkenntnis. daß das Gesetz des Karma ein wesentli­ cher Teil der kosmischen Ordnung ist. Daraufhin nimmt er auch die Verantwortung für die Taten in früheren Leben auf sich. daß dieser Zustand eine tiefe Ähnlichkeit mit den eigentümlichen Erfahrungen besitzt. werden sie in späteren Leben dieselbe Erfahrung mit wechselnden Rollen wiederholen müssen.solchen Situation spielt. die mit der spirituellen Literatur vertraut sind. Um zu einer vollständigen Auflösung eines karmischen Musters zu 117 .

Wenn dieser Augenblick eintritt. die an einer destruktiven Erfahrung in einer früheren Inkarnation beteiligt sind. dieses Ereignis in emotionaler. Weitere regelmäßige Begleiterscheinungen eines solchen Erlebnis­ ses sind ekstatisches Entzücken und ein Gefühl unendlicher Wonne. Eine solche volle Befreiung von den Fesseln eines karmischen Erlebnisses wird normalerweise von Erfüllungs. In manchen Fällen sieht der betreffende Mensch seine karmische Vergangenheit schnell vor sich ablaufen und gelangt zu klaren Erkenntnissen darüber. muß der betreffende Mensch alle schmerzlichen Emotio­ nen und Körperempfindungen. wenn sie sich spontan einstellen. einen Zustand zu erlangen. als sich von den Fesseln des Karma zu befreien. Ein Therapeut. da sie in mehreren Aspekten das mechanistische und materialistische Weltbild ernsthaft in Frage stellen. in dem man ganz und gar darüber steht und zu vergeben und Vergebung zu erlangen. der durch ihre Vergangenheit bläst und ihre karmischen Fesseln in allen Situationen sprengt. An diesem Punkt scheint es in der Welt nichts Wichtigeres zu geben. wie sich diese Muster im Laufe der Zeitalter in verschiedenen Variationen wiederholt und ein Leben nach dem anderen zerstört haben. philosophischer und spiritueller Hinsicht zu transzendieren. die auf 118 . ist man von dem Gefühl überwältigt. Außerdem ist es notwendig. daß sich bei seinen Klienten Erfahrungen dieser Art entfalten oder sie zu unterdrücken versucht. Manche Personen haben eine solche Erfahrung als einen reinigenden »karmischen Hurrikan« oder »Zyklon« beschrieben. der nicht zuläßt. ethischer. Sie haben auch eine weitreichende theoretische Be­ deutung.und Triumphge­ fühlen begleitet.nämlich die Leugnung der Existenz von Reinkamation und Karma. daß man schon seit Jahrhunderten auf ihn gewartet und auf ihn hingearbeitet hat. die alle rationale Vorstellung bei weitem überstei­ gen. Erinnerungen an frühere Inkarnationen kommen extrem häufig in tiefgehenden Selbsterfahrungstherapien vor und besitzen großes Heilpotential. in denen sie bestimmend waren. in voller Intensität wiedererleben.gelangen. verzichtet auf einen hoch wirksamen Mechanis­ mus der Heilung und Persönlichkeitstransformation. Da das Haupt­ hindernis in diesem Sinne philosophischer Natur ist .

daß die Reinkamationsphänomene. die in einer tiefgehenden Selbsterfahrungstherapie. in präkolumbianischen Kulturen. die für den weitver­ breiteten und universellen Glauben an die Reinkamation verantwort­ lich sind. in neuerer Zeit die Theosophen. den Pharisäern. die Pythagoräer. Ähnliche Gedanken finden sich in geographisch. war Origenes (186-253). die Orphiker und die Platoniker. möchte ich auf diesen Punkt etwas ausführlicher eingehen. Seine Lehren wurden vom Zweiten Konzil von Konstantinopel. Anthroposophen und bestimmte Spiritualisten. Zu den Vertretern dieser Lehre zählen auch die Neoplatoniker und Gnostiker. Nach dem hl. die sich dem Reinkamationsgedanken verschrieben. Die Reinkamationslehre wurde auch von den Essenern.ungenügender Kenntnis der Tatsachen basiert -. Hieronymus (340-420) erhielt die Reinkamation eine esoterische Deutung. verbannt und 119 . In seinen Schriften. u. den Indianern Amerikas. insbesondere in seinem Buch De Principiis (Origenes 1976) vertrat er die Ansicht. den Anhängern der brasilianischen Umbanda-Religion. Sikhismus. identisch sind mit denen. Der berühmteste christliche Denker. und sie bildete einen wesentlichen Bestandteil der kabbalisti­ schen Theologie des mittelalterlichen Judentums. daß ähnliche Lehren wie die Reinkamations. Es dürfte wohl offensichtlich sein. Jainismus. Es ist nicht sonderlich bekannt. Im antiken Griechenland gab es mehrere bedeutende philosophische Schulen. tibetischen Vajrayana-Buddhismus und Taoismus. die an eine ausgewählte Elite weitergege­ ben wurde. bei den polynesischen Kahunas. den Karaiten und anderen jüdischen sowie halbjüdischen Gruppen ver­ treten. Zoroastrianismus. das 553 stattfand und von Kaiser Justinian geleitet wurde. in Medi­ tation und in spontanen außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen beobachtet werden. a. der über die Präexi­ stenz von Seelen und Weltzyklen spekulierte. Buddhismus. daß bestimmte Stellen in der Heiligen Schrift nur mit Hilfe der Reinkamation erklärt werden könnten. historisch und kulturell so verschiedenartigen Gruppen wie bei mehreren afrikani­ schen Stämmen.und Karmalehre auch unter den frühen Christen existier­ ten. den Galliern und den Druiden. einer der größten Kirchenväter aller Zeiten. Karma und Reinkamation bilden die Eckpfeiler in den Lehren des Hinduismus.

Diese Erfahrung half ihm entscheidend. sondern gelangten auch zu komplexen und detaillierten Erkenntnissen über verschiedene spezielle Aspekte dieser Lehre.er litt unter Krebs im Endstadium mit vielen Metastasen . Neben der universellen Verbreitung des Reinkamationsgedankens spricht noch folgende wichtige Tatsache für die Authentizität der Reinkamationsphänomene: Erinnerungen an frühere Leben treten in Selbsterfahrungstherapien völlig unerwartet auf. Aus dieser Sitzung ging er mit einem festen Glauben an das Weiterleben nach dem Tode hervor.für ketzerisch erklärt. ja sogar als Anzeichen für eine psychopathologische Störung des betreffenden Menschen hielten. verschreiben sollte. häufig sogar entge­ gen den Auffassungen von Therapeut und Klient. Eine kurze Zusammenfassung der Fallge­ schichte dieses Patienten und der Bericht über seine psychedelische 120 . als ich mich noch gegen sie sperrte und sie nicht ernst nahm. Augustinus. dann trifft ihn der Bann der Kirche. Gregor und sogar des hl. Er war fast Analphabet und arbeitete als ungelernter Hilfsarbeiter. die den Glauben an die Reinkamation für einen absurden Aberglau­ ben und einen kulturellen Wahn primitiver Nationen. Schon mehrere Male hatten Personen. die mit der Reinkamationslehre nicht vertraut waren. wie man sie in verschiedenen spirituellen Systemen und in okkulten Schriften finden kann. die aus der Annahme der Präexistenz von Seelen folgt.und schließlich mit Gleichmut zu sterben.« Einige Gelehrte glauben aber. nicht nur höchst dramatische Erinnerun­ gen an frühere Leben. Trotz dieser Umstände ge­ wann er in seiner psychedelischen Sitzung komplexe Erkenntnisse über die Reinkamation und die Zyklen von Tod und Wiedergeburt. Das Konzil von Konstantinopel erließ folgen­ des: »Wenn sich jemand der ungeheuerlichen Lehre. Erfahrungen dieser Art habe ich schon früher beobachtet. In vielen Fällen haben sich solche Erfahrungen in Sitzungen von Wissenschaftlern eingestellt. Franz von Assisi entdecken zu können. des hl. Als Beispiel dafür kann ich einen völlig ungebildeten Patienten anführen. der an unserem psy­ chedelischen Therapieprogramm für Krebspatienten in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland teilnahm. der grausamen Realität ins Auge zu sehen . Spuren der Lehren von Origenes in den Schriften des hl.

Am häufigsten stellen sie die tiefste Ursache von Problemen dar. die solche Reinkamationserfahrungen haben. In manchen Fällen steht es außer jeden Zweifel. Diejenigen Personen. das die Symptome erklärt und ihre Auflösung ermöglicht. in der sich diese Erfahrungen abspielen. Ich habe in vielen Fällen beobachtet. ernsthaft in Betracht gezogen wer­ den sollten. die das Bewußtsein und die menschliche Psyche erforschen. psychosomatischen und zwischenmenschlichen Problemen des be­ treffenden Menschen haben. daß die betreffenden Personen entsprechende Informationen nur auf diesem Weg und nicht auf konventionelle Weise mit Hilfe der gewöhnlichen Sinne erworben haben können. Manchmal bilden sie die un­ mittelbare und direkte Grundlage von psychopathologischen Sym­ ptomen. gewinnen häufig erstaunliche Erkenntnisse über die Zeit und die Kultur. die zu spezifischen biographischen und perinatalen Determinanten hinzutritt. daß diese einen eindeutigen Bezug zu verschiedenen emotionalen. die mit den ande­ ren transpersonalen Phänomenen gemeinsam haben. zählt die Verbindung mit erstaunlichen Synchronizitäten im Jungschen Sinne (Jung 1976). in 121 . Zu den charakteristischen Merkmalen von Erinnerungen an frühere Leben. In diesem Sinne sind Erinnerungen an frühere Leben echte transpersonale Erfahrungen. die eine solche Erfahrung machten. die von der mechanistischen Wissenschaft nicht erklärt werden können. daß Menschen. und gelegentlich sogar auch über einzelne historische Ereignisse. Im letzteren Fall wird eine tiefgehende Selbsterfahrungstherapie diese Symptome aktivieren und die betreffende Person unmittelbar zu dem karmischen Motiv hinführen. Reinkamationserfahrungen tragen also nicht nur zum Verständnis psychopathologischer Er­ scheinungen bei. die höchst interes­ sant sind und von Wissenschaftlern. Ein anderer interessanter Aspekt karmischer Erfahrungen ist der. daß man poten­ tiell unmittelbaren und direkten außersinnlichen Zugang zu allen denkbaren Aspekten der Welt besitzt. Nach dieser allgemeinen Einführung möchte ich bestimmte spezifi­ sche Aspekte der Erinnerungen an frühere Leben. sondern bilden auch einen der effektivsten thera­ peutischen Mechanismen.Sitzung finden sich in meinem Buch Die Begegnung mit dem Tod (Grof und Halifax 1980).

die durch die Auflösung dieser Erlebnisse vorgezeichnet war. sie wußten nichts über das Reinkamationserlebnis des anderen. entdeckte ich zu meiner großen Überraschung. und die Veränderungen in ihnen wurden durch eine völlig unabhängige Kette von Ereignissen bewirkt. die davon betrof­ fen waren. daß in vielen Fällen genau die Menschen. daß wir früher tatsächlich schon einmal gelebt 122 . Capra 1984). Dieser Aspekt von Erinnerungen an frühere Leben. Sie hatten ein eigenes tiefgehendes Transformationserlebnis.Eltern.den Hauptfiguren dieser Erfahrung bestimmte Personen aus ihrer unmittelbaren Umgebung wiedererkannten . besitzt Ähnlichkeit mit den Phänomenen. Geliebte. zur gleichen Zeit eine dramatische EinstellungsVeränderung in die Richtung erfuhren. Nicht selten betrug der Zeitunterschied zwischen ihnen nur wenige Minuten. die als Hauptfiguren in den karmischen Erlebnissen erkannt wurden. Wenn sie die karmische Erfahrung bis zum Schluß durchleb­ ten und zu einem Gefühl ihrer Auflösung und des Verzeihens gelangten. An dieser Stelle möchte ich einige klärende Worte über meine Auffassung von den Reinkamationserlebnissen sagen: die bisher beschriebenen Merkmale sind meiner Meinung nach nicht unbedingt ein Beweis dafür. befanden sich oft an einem Hunderte oder Tausende von Kilometern entfernten Ort. die in der modernen Physik vom Bellschen Theorem beschrieben werden (Bell 1966. daß das subjektive Empfinden der betreffenden Personen häufig objektiv zutraf. Ich fand heraus. erhielten Informationen. meinten sie oft. aufgrund derer ihre Sicht des anderen sich völlig veränderte. Ehe­ gatten. oder wurden durch irgendeine andere unabhängige Ent­ wicklung in ihrer Umgebung beeinflußt. Diese Wandlung geschah auf eine Weise. um den Versuch zu machen. Kinder. Als ich innerlich weit genug aufgeschlossen war. Die Menschen. der betreffende Partner wäre in einem gewissen Sinn an diesem Prozeß beteiligt gewesen und müßte ähnlich empfunden haben. die nicht mit Hilfe der linearen Kausalität erklärt werden konnte. diese Angaben wissenschaftlich zu untermauern. Vorgesetzte und andere für sie bedeutsame Men­ schen. Die zeitliche Übereinstim­ mung zwischen diesen synchronistischen Ereignissen war häufig bemerkenswert. der auf nichtlokale Verbindungen im Universum hinweist.

unverwechselbare Aspekte der Persönlichkeit und des Lebens des Menschen. Beschreibungen von ungewöhnlich geformten Gegenständen und vielerlei andere Dinge handeln. Nalimov entwickelt wurde. Ich bin mir aber auch sehr sicher. daß sie objektiv über­ prüft werden können. Dazu gehörten die Bezeichnungen der Orte. Daten. Ian Stevenson hat viele solcher Fälle in verschiedenen Teilen der 123 . die behaupteten. mit dem man sich karmisch verbunden fühlt. Es kann sich um Personennamen. nämlich die höchst interessante Untersuchung an Kindern. das nicht unbedingt die Annahme einer eigenständigen Wesenheit voraussetzt. richtige intuitive Erkenntnisse über ihren historischen und kulturellen Kontext. In diesem Zusammenhang sei noch eine andere völlig unabhängige Untersuchung zum Thema Reinkamation genannt. Ortsbe­ zeichnungen. Es ist natürlich denkbar. eine detaillierte Kenntnis ihrer geographischen Lage. der Name und die Lebensgeschichte der von ihnen genannten früheren Verwandten. In seltenen Fällen können Beweise für die Reinkamationstheorie noch viel spezifischer sein. daß dieses Phänomen von der mechanistischen Wissenschaft nicht angemessen erklärt werden kann und die bestehenden Paradigmen in der Psychiatrie sowie in der westlichen Wissenschaft allgemein ernstlich in Frage stellt. weil sie diese Aspekte von Reinkamationserfahrungen bis in winzigste Details bestätigen konnten.ihre Universalität. Gelegentlich sind Material und Umstände so beschaffen. sich an verschiedene Dinge aus ihren früheren Leben erinnern zu können. in denen sie geboren wurden. Historische Nachforschungen dieser Art führ­ ten häufig zu außerordentlichen Überraschungen. die den biologischen Tod überlebt und Verantwortung für die Taten in früheren Leben trägt.haben. das von dem sowjetischen Mathematiker V. daß sich manche wesentlichen Merkmale karmischer Erlebnisse . ihr Erinnerungscharakter. kann als Beispiel in dieser Bezie­ hung angeführt werden (Nalimov 1982). ihr therapeutisches Po­ tential sowie die mit ihnen verknüpften Synchronizitäten .mit Hilfe eines modernen Paradigmas erklären ließen. Ein kleiner Teil von Erinnerungen an frühere Leben betrifft sehr eindeutige. das Empfinden der Authentizi­ tät. V. Bekannten und Freunde sowie andere Einzelheiten. Das auf der Wahrscheinlichkeitstheorie basie­ rende semantische Modell.

Um die Authentizität seiner Inkarnation zu beweisen. Die Person. die sich offenbar in einem anderen Jahrhundert und in einem fremden Land abspielten. einer ungewöhnlichen Prüfung unterzogen. Sie waren mit heftigen Emotionen und intensiven Körperempfindungen verknüpft und schienen in einem tiefen und engen Zusammenhang mit seinem Leben zu stehen. daß die obige Analyse der verfügbaren Daten beim Leser den Eindruck hinterläßt. 124 . doch gaben sie in bezug auf seine gegenwärtige Existenz überhaupt keinen Sinn. Im folgenden möchte ich nun einige bedeutsame Aspekte von Reinkamationserlebnissen anhand eines interessanten Einzelfalls veranschaulichen. doch ein unvoreingenommener und informierter Wissenschaftler wird diese Möglichkeit nicht ver­ werfen. muß es aus mehreren Serien ähnlicher Gegenstände diejenigen heraussuchen. tauchten in seinem Bewußtsein erstmals Bruchstücke von dramatischen Szenen auf. fing mit ihrer Selbsterforschung in einer primärtherapeutischen Gruppe an.Welt untersucht und seine außergewöhnlichen Ergebnisse in seinem berühmten Buch Reinkamation: Der Mensch im Wandel von Tod und Wiedergeburt (Stevenson 1983) sowie einem späteren Buch (Stevenson 1984) beschrieben. nach der die Identität des reinkamierten Lama geprüft wird. Damals. das von einer besonderen Abordnung von Priestern aufgrund verschiedener Hinweise und Vorzeichen ausfin­ dig gemacht worden ist. die sich von Janov aufgrund seiner engen theoretischen Auslegungs­ weise abgesondert hatte. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die tibetische Tradi­ tion. Zwar lassen sich die Beobachtungen nicht als eindeutige Beweise für die Kontinuität einer eigenständigen individuellen Existenz über mehrere Leben hinweg und für das Gesetz des Karma interpretieren. Später nahm sie an einem unserer vier­ wöchigen Seminare im Esalen-Institut teil. um die es dabei geht. die dem verstorbenen Lama gehörten. in denen wir mit der Technik des holotropen Atmens arbeiteten. Ich hoffe. nur weil sie nicht in das mechanistische Weltbild paßt. Hierbei wird das Kind. Erinnerungen an frühere Leben und die mit ihnen verknüpften Phänomene verdienten eine systematische und sorgfältige Erforschung. als Karl in seiner Primärtherapie verschiedene Aspekte seines Geburtstraumas wiedererlebte.

125 .Er hatte Visionen von Tunnels. beschloß er. a: Die Festung über dem Ozean. Viele handelten von wilden und blutigen Schlachten. Mit der Zeit wurden die Szenen immer dramatischer. und einige seine eigenen Erfahrungen. erfuhr sich aber als Priester und hatte an einem bestimmten Punkt auch eine sehr bewegende Vision. Aquarellen und sehr eindringlichen. unterirdischen Lagerräumen. die alle Teile einer auf einem Küstenfelsen gelegenen Festung zu sein schienen. Blut fließt über die Schutzwälle. da die Soldaten offenbar Spanier waren. S. über die Wälle der Festung geworfen wurde (Forts. Karl war zwar von Soldaten umgeben. die Klippen hinab bis ins Meer. Da er ein begabter Maler war. die dieser trug. die Karls Erfahrung verschie­ dener Aspekte eines früheren Lebens um die historische Schlacht von Dunanoir in Irland illustriert. die Landschaft aber an Schottland oder Irland erinnerte. andere Szenen aus Schlachten. Er entwarf eine Reihe von Zeichnungen. diesen seltsamen Vorgang festzuhalten. Militär­ baracken. 127 unten) Abb. in der eine Bibel und ein Kreuz vorkamen. dicken Wänden und Schutzwällen. obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch nichts mit ihm anzufangen wußte. impulsiven Fingermalereien. Abb. darunter auch. wie er von einem Schwert durch­ bohrt. Er war völlig verwirrt. Dabei erblickte er an seiner Hand einen Siegelring und konnte deutlich die Initialen erkennen. Manche stellten Teile der Festung dar. Immer wieder tauchten Bilder von Soldaten in verschiedenen Situationen auf. 3a-f: Aus einer neunteiligen Bildfolge.

126 . Abb.Abb. 3 b (oben): Verschiedene Motive des Festungsinnern. 3c (unten): Bild eines unterirdischen Tunnels zwischen der Festung und dem Strand. wie Karl sie in Selbsterfahrungssitzungen sah.

je mehr Bruchstücke dieser Geschichte sich zusammenfüg­ ten.auch zu dem mysteriösen Ereignis. zu seinem inneren Prozeß . daß viele emotionale und psychosomatische sowie zwischenmenschliche Probleme. 3e: Fingermalerei Karls. 3 d : Der Siegelring mit den Initialen des Prie- Abb.einen klaren Bezug hatten. der wiedererlebte. Er entdeckte. 127 . Karl fand immer mehr sinnvolle Verbindungen mit seinem gegenwärti­ gen Leben. die ihn in seinem Alltag belasteten.A b b . Unter diesen Zeichnungen befand sich auch eine von dem Siegelring mit den Initialen. das in der Vergangenheit spielte . wie er als Priester in der Schlacht von einem britischen Soldaten mit dem Schwert durchbohrt wurde. und am Strand starb.

Beiden ge­ mein ist das Gefühl. Die Initialen des Namens dieses Priesters waren identisch mit denen. Darin fand er. als sie erstaunliche neue Erkenntnisse über die betreffende Lebensform ermöglichen. physiologi­ scher. wo er zum Zeitpunkt der Aufnahmen gestanden und in welche Richtung er photographiert hatte. der seine Aufmerksamkeit erregt hatte.und derselben Szenerie gemacht hatte. die Karl in seiner Vision vom Siegelring erblickt und die er in einer Zeichnung festgehalten hatte. Er erkannte. Phylogenetische Erfahrungen Diese Art der transpersonalen Erfahrung ist eng verwandt mit der schon früher beschriebenen Identifikation mit Tieren. Zu seiner großen Überraschung entdeckte er.in anatomischer. daß zur Zeit Walter Raleighs die Festung von Spaniern eingenommen und dann von den Briten belagert worden war. als Karl aus einem plötzlichen inneren Impuls heraus beschloß. die nicht besonders interessant erschien. Die Spanier stimmten diesen Bedingungen zu. daß der Ort. Er forschte in den Bibliotheken weiter. die er an der Westküste Irlands aufgenommen hatte. Dabei wurde ihm bewußt. seinen Urlaub in Irland zu verbringen. wenn sie die Tore öffneten und sich den Briten ergaben. doch die Briten hielten sich nicht an ihr Versprechen. Als sie in der Festung waren. bis er ein spezielles Dokument über die Schlacht von Dunanoir ent­ deckte. Phylogenetische Erfah­ rungen ähneln auch insofern der Identifikation mit Tieren.zu einem anderen lebenden Organismus zu werden. Trotz dieser absolut erstaunlichen Bestätigung für die Geschichte. daß ein Priester die spanischen Soldaten begleitet hatte und mit ihnen gestorben war. metzelten sie erbarmungslos alle Spanier nieder und warfen sie dann über die Festungswälle hinunter auf den Strand. beschloß Karl. Er nahm die Landkarte und rekonstruierte.Ein Wendepunkt kam. psychischer und sogar biochemischer Hinsicht . die Ruine einer alten Festung war. die den Namen Dunanoir oder Forte de Oro (goldene Festung) trug. sich eingehender mit der Geschichte von Dunanoir zu befassen. ganz und gar . gab sich Karl noch nicht zufrieden. die er in seiner inneren Selbsterforschung so mühsam rekonstruiert hatte. Da er eine Verbindung mit seinen Erlebnissen in der Primärtherapie vermutete. Nach seiner Rückkehr zeigte er zum ersten Mal die Dias. Der Hauptunterschied liegt in der festen Überzeu­ 128 . daß er elf Bilder hintereinan­ der von ein. Walter Raleigh führte die Verhandlungen mit den Spaniern und versprach ihnen freien Abzug von der Festung.

auf die Trias-.die kreativen Intentionen der kosmischen Intelligenz. Ich möchte betonen. die in ei­ nem früheren Evolutionsstadium gelebt haben. der ich so etwas wie ein großer Dinosaurier war. sondern auch über die Kräfte. zeitlich zurückversetzt zu werden. die Logik der phylogenetischen Entwicklung und die Instinkte. sie würden in ihre eigene biologische Vergangenheit zurück­ versetzt und identifizierten sich mit einem ihrer tierischen Vorfah­ ren. 88). Die betreffende Person überschreitet nicht nur die Grenzen des Raumes und identifiziert sich mit gegenwärtig existierenden Tieren. Die folgenden Aufzeichnungen aus einer Sitzung mit einer hohen Dosis LSD (250 Mikrogramm). Die meisten dieser Erlebnisse bezogen sich auf das Zeitalter der großen Reptilien .und Kreidezeit . mit der man sich identifiziert. Dabei kann man in seinem Bewußtsein mit allem Leben eins werden und Fragen stellen wie: »Ist das Leben ein kosmisches Phänomen von Dauer? Trägt es in sich die Neigung. Solche Erfahrungen vermitteln nicht nur intuitive Erkenntnisse über die Lebensform. die im Rahmen eines Ausbildungs­ programms für Psychologen und Psychiater am Maryland Psychia­ tric Research Center in Baltimore durchgeführt wurde. mögen als Beispiel für eine typische phylogenetische Erfahrung dienen. Ahnen. Bei manchen dieser Erfahrungen haben die Betreffenden das Ge­ fühl. Alle ihre Elemente waren absolut 129 . die die Evolution bestimmen . In anderen Erlebnissen dieser Art identifiziert man sich mit verschiedenen Aspekten der Evolution des Lebens auf der Erde oder mit dem Stammbaum der Phylogenese als Ganzes. Es handelt sich dabei also um eine logische Erweiterung der früher beschriebenen embryonalen. daß diese Erfahrung einen un­ glaublichen Realitätscharakter besaß. stärker als die destruktiven und selbstdestrukti­ ven?« (siehe S. sich selber zu zerstören? Sind die konstruktiven Aspekte des Lebens. die archetypischen Kräfte. Ich.gung.und schienen sich auf verschiedene Formen des Überlebenskampfes zu konzentrieren. die das Überleben und die Evolution fördern. war in einen heftigen Kampf mit einem riesigen fleischfressenden Reptil aus der Familie der Tyrannosaurier verwickelt. Jura.und rassischen Erfah­ rungen. Eines von ihnen ist mir in lebhafter Erinnerung geblieben. sondern sie nimmt das Bewußtsein von Mitgliedern verschiedener Spezies an.

An meinen Empfindungen war nichts. Ich erlebte lebhaft. Ich spürte den Schmerz. wie ich den Kampf verlor. Wie die anderen transpersonalen Erfahrun­ gen können auch solche Erlebnisse tiefgehende Erkenntnisse über die beteiligten Prozesse vermitteln. Dies war das bei weitem klarste und lebhafteste Erlebnis. Die betreffende Person kann Zeuge der Entstehung und der Entwicklung des Kosmos werden bzw. Hier besteht ein klarer Zusammenhang mit der früher beschriebenen Gaia-Erfahrung. als mein Fleisch in Stücke gerissen wurde. Mein Kopf wurde durch Schläge des Angreifers in den Sumpf gedrückt und ich starb. was an die Empfindungen eines Menschen hätte erinnern können. obwohl ich mich noch mit einigen anderen Tieren identifi­ zierte.authentisch. wobei Di­ 130 .von seinem Ursprung als Teil des Sonnensystems. Ich steckte in einem riesigen. Der erstaunlichste Aspekt dieser Situation war aber ein eigentümlicher Geschmack im Mund. die eindeutig das intellektuelle Wissen des oder der Betreffenden in einzelnen Berei­ chen überschreiten und häufig auch über den allgemeinen Bildungs­ horizont hinausgehen. fauligen Wasser der Ursümpfe. Hier bezieht das Erleben der Evolution das gesamte Universum mit ein. von seinen frühen geophysikalischen Prozessen. doch kommt das dynamische evolu­ tionäre Element hinzu. Erkenntnisse. von der Situation im Urozean sowie dem Ursprung und der Entwick­ lung des Lebens. aber ebenso möglich ist eine Identifikation mit der Gesamtheit der planetarischen Evolution oder irgendeinem ihrer Aspekte. sich mit diesen Vorgängen identifizieren. sie gingen weit über das hinaus. die sich auf die Evolution des Planeten beziehen Bei Erfahrungen dieser Art kann man Visionen von der Evolution des gesamten Planeten haben . All dies kann aus der Position eines Beobachters wahrgenommen werden. Erfahrungen . eine Kombination des Geschmacks nach Blut und des Geschmacks nach dem abgestandenen. schwerfälligen Körper und empfand eine Mischung aus elementarer Angst und primitiver blinder Wut. was ich mit meiner menschlichen Vorstellungskraft hätte heraufbeschwören können. Kosmogenetische Erfahrungen Erfahrungen dieser Gruppe stellen eine logische Erweiterung der oben beschriebenen Erfahrung dar.

Es bezieht sich darauf. um ein Universum entste­ hen zu lassen. die sich zwar in mathematischen Glei­ chungen ausdrücken lassen. Gelegentlich wird auch die gesamte Geschichte des Kosmos durchlebt. ein Universum zu schaffen. Der folgende Bericht über eine psychedelische Sitzung des berühm­ ten britisch-amerikanischen Schriftstellers und Philosophen Alan Watts ist eine sehr lebhafte und klare Beschreibung einer Erfahrung. in dem Lebewe­ sen existieren können. Minkowskis Raum-Zeit. sowie andere schwierige theoreti­ sche Modelle der modernen Physik. in dem Leben möglich ist. etwa um den Urknall.mensionen und Energien von unvorstellbaren Ausmaßen beteiligt sind. daß zu viele Zufälle hätten Zusammenkommen müssen. den »Ereignishorizont«. lassen das sogenannte anthropische Prinzip in einem neuen Licht erscheinen. ZeitundNaturgesetzen in einem schwarzen Loch. Hochgebildete Menschen . Diese in außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen gewonnenen Erkenntnisse. Raum und Zeit.darunter Mathematiker und Physiker haben nach eigenen Angaben in solchen Erlebnissen bemerkenswerte Erkenntnisse über verschiedene astronomische und astrophysikalische Probleme gewonnen. Dies legt nahe. aber im gewöhnlichen Bewußtseinszu­ stand intuitiv nicht vollständig erfaßt werden können. die Geburt der Galaxien und ihre Ausweitung. die Bildung von Materie. die Explosionen von Novas und Supemovas sowie die Kontraktion großer Sonnen zu schwarzen Löchern. Einsichten solcher Art betrafen Einsteins Theorie von einem unendlichen. wobei das subjektive Zeitempfinden außerordentlich verändert ist. aber in sich eingeschlossenen Universum. daß offenbar schon seit den allerersten Anfängen des Schöpfungsprozesses die Intention bestanden hat. die auf eine enge Beteiligung von Bewußtsein und kreativer Intelligenz an der Kosmogenese hin weisen. Dieses Prinzip ist erst vor kurzem von Theoretikern der Astrophysik aufgestellt worden (Davies 1983). in der er den Evolutionsprozeß über seine persönliche Lebensge­ schichte und die Geschichte des organischen Lebens bis zum Ur­ sprung der Galaxien und des Universums zurückverfolgte (Watts 1972): 131 . den Zusammenbruch von Raum. Solche Erfahrungen können sich häufig um Ereignisse in der Entstehungsgeschichte des Kosmos drehen.

womit ich mich abgeringt und. die zeitlosen Wanderun­ gen durch Leitungen und schwammige Höhlen.und Überlebensstrategie des Erwachsenen-Lebens. Unablässig zurück und zurück durch endlose und drehende Tänze in den astronomisch proportionierten Räumen. auf die ich nun zu sprechen komme.und Stuhlbeinen. wie wir sie aus unserem Alltagsleben her kennen.all die Straßen. die Zentren der Zentren. daß im Universum die Ereignisse in einer Weise verbunden sind. die Korridore der Schulen. 132 . die auf­ wellende Fontäne durch die Röhre des Penis’.eine dünne Reihe aus Molekülen im Versuch. sondern auch verwickelte nichtoder transtemporale Verbindungen gibt. um darin den verwirrten Reisenden als mich selbst zu erkennen. Die in diese Kategorie fallenden PSI-Phänomene können nicht mit einer Ener­ gie. die die ursprüng­ lichen Nukleonen der Welt umgeben. durch die endlosen Gänge. durch ständiges Kreisen. Hinunter und endlich hinaus . sich in die richtige Ordnung zu einer Einheit organischen Lebens zu bringen. Zurück durch die Tunnel . die sich über lineare Entfernungen hinwegsetzt. PSI-Phänomene. auf dem ich diesen Wald betrat. an die wir uns in Träumen erinnern . Selbst mehr ich als ich selbst. höchste Identität. die geschlän­ gelten Pfade zwischen den Tisch. in denen die Grenzen des Raumes überschritten werden. innerstes Licht.Ich verfolge mich zurück durch das Labyrinth meines Gehirns. wo der Durchgang selber der Reisende ist . Die Gruppe von PSI-Phänomenen.hinaus aus dem kosmischen Irrgarten. die die lineare Zeit. durch die unzähligen Windungen.und Informationsübertragung im konventionellen Sinn erklärt werden. weist eindeutig darauf hin. die wir jemals bereist haben. die vergessene und doch bekannte Empfindung des Urimpulses aller Dinge.oder translokale. so weit entfernt auf der Innenseite wie die Stemnebel jenseits unserer Galaxis auf der Außenseite.durch die abwegige Standes. wo man als Kind herkrabbelte. überschreiten. daß es nicht nur nicht. letztes Zentrum. der enge und blutige Ausgang vom Mutterleib. Hinunter und zurück durch immer enger werdende Kanäle zu dem Punkt. in denen die Grenzen der Zeit überschritten wer­ den Die Existenz der schon früher beschriebenen PSI-Phänomene (und anderer transpersonaler Erfahrungen). läßt vermuten. den ursprünglichen Pfad verwischt habe.

Zu den Hauptfehlerquellen zählen eine oberflächliche Analyse der tatsächlichen Ereignisse. mit allen Sinnen erlebt werden. An diesem Phänomen können Gedanken.und Polizeiwagensirenen).beteiligt sein. Ich selber konnte wiederholt in psychedelischen Sitzungen und in der holotropen Therapie objektiv bestätigte Fälle von Präkognition.Visionen. In manchen Fällen können komplexe und detaillierte Szenen. Worte und Sätze aus dem gewöhnlichen Leben. Rettungswagen. Gefühle und ver­ schiedene Sinneserfahrungen . die sich in der Zukunft abspielen. Dazu gehören Laute. karmische oder evolutionäre Erfahrungen). die der Wirklichkeit weitgehend entsprechen. Das Hellsehen und Hellhören von Ereignissen. rassische. kollektive. wiederholt objektiv überprüfbare Leistungen auf diesem Gebiet von so hervorragenden Medien wie Anne Armstrong und 133 . Ein besonde­ res Beispiel in diesem Zusammenhang ist die Psychometrie. bei der durch das bloße Halten eines Gegenstands Erfahrungen ausgelöst werden. Wenn sie nicht zu dem Zeitpunkt ihres Auftretens festgehalten werden. in denen die Grenzen der Zeit überschritten werden (Ahnen-. aber auch in Verbin­ dung mit transpersonalen Erfahrungen beobachtet werden. Es gibt aber zweifellos echte Präkognitionen und Fälle von Hellsehen in die Zukunft. besteht die große Gefahr der Vermengung von Daten. das Heulen von Feuerwehr-. Besonders häufig sind lebhafte bildliche Vergegenwärtigungen von solchen Ereignissen mit den entspre­ chenden akustischen Eindrücken. Auch wurde mir das besondere Glück zuteil. die sich in der Vergangenheit abgespielt haben. die sich speziell auf die Geschichte dieses Objekts bezie­ hen. Wahrnehmungen von Geräuschen und Gerüchen sowie Körperempfindungen .In außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen und gelegentlich auch im Alltagsleben kann man zukünftige Ereignisse vorausahnen und kurze Visionen von diesen Ereignissen haben. kann allein. Hellsehen von vergangenen und zukünftigen Ereignissen sowie Psychometrie beobachten. das Krachen von Metall. Die objektive Bestäti­ gung dieser Phänomene muß aber besonders sorgfältig erfolgen. Gedächtnisverzerrungen und dejä vu-Phänomene. aber auch die dramatischen Geräusche in Verbindung mit einem Unfall (das Quietschen von Bremsen.

an dem die Ereignisse stattfinden. G. Die Mög­ lichkeit des unmittelbaren Zugangs zu Informationen über verschie­ dene Aspekte der Vergangenheit ohne die Vermittlung des Zentral­ nervensystems verstößt gegen das grundlegende metaphysische Dogma der mechanistischen Wissenschaft vom Primat der Materie über das Bewußtsein. im Leben der Ahnen und aus der Geschichte der Rasse oder des Kollektivs. Wells Zeitmaschine oder an ähnliche Phantasiege­ bilde anderer Science Fiction-Autoren erinnert. die in der Lage war. läßt sich als »Zeit­ reisen« bezeichnen. einen zufällig ausgewähl­ ten Ort in den Vereinigten Staaten nicht nur zum gleichen. Eine schöne künstlerische Darstellung spontaner und elementarer Zeitreisen fin­ det sich in Vonneguts Buch Schlachthof Fünf (Vonnegut 1984). sondern sogar auch zu einem zukünftigen Zeitpunkt zu beschreiben. In ihren zwei erfolgreichen Experimenten aus neue­ rer Zeit arbeiteten Russell Targ und Keith Harary mit einer Person aus der Sowjetunion. verbunden. Von besonderem Interesse in diesem Zusammenhang sind kontrollierte Experimente über das Hellsehen in die Zukunft. stellen das Kartesianisch-Newtonsche Weltbild ernsthaft in Frage. während der Geburt. Die Möglichkeit. Gewöhnlich ist damit auch die freie Wahl des Ortes. In manchen Fällen kann sich ein Mensch nach Belieben über die gewöhnlichen Beschränkungen durch die Zeit hinwegsetzen und die Zeit auswählen. Erfahrungen. Gesteuerte Zeitreisen sind auch unter dem Einfluß von Hypnose möglich. sondern auch viele Men­ schen. Sie weist darauf hin. Diese Situation. Dieses Gefühl der freien Verfügbarkeit über Zeit (und Raum) unterscheidet solche Erfahrungen vom spontanen und unfreiwilligen Wiedererleben von Ereignissen in der Kindheit. Targ und Harary 1984). daß es unter Umständen ein Gedächtnis ohne materielle Grundlage gibt. die die Grenzen der Zeit überschreiten. die nicht wegen besonderer parapsychologischer Fähigkeiten bekannt waren. in der er gern sein möchte.Jack Schwartz miterlebt zu haben. Harold Puthoff und Keith Harary durchgeführt wurden (Targ und Puthoff 1978. Die hypnotisierte Person kann durch den Hypnotiseur entweder in eine bestimmte Zeit versetzt oder zu einem bestimmten Ereignis in der Vergangenheit zurückgeführt werden. 134 . die etwas an H. Ihre Versuchsper­ sonen waren nicht nur berühmte Medien. die am Stanford Research Institute von Russell Targ.

als ich meine erste Psilocybin-Erfahrung hatte. Kennedy zu erkennen. als ich über den Mord an Präsident Kennedy trauerte. Die Stimme wiederholte: »Er ist erschossen worden. Kripp­ ner ahnte die Ermordung von US-Präsident John F.« Meine Augen öffneten sich. Das folgende Beispiel für eine präkognitive Erfahrung stammt aus einer Sitzung mit 30 mg Psilocybin des berühmten amerikanischen Parapsychologen Stanley Krippner. 135 . die mir Tränen in die Augen steigen ließ. Diese Beobachtungen aus der modernen Bewußt­ seinsforschung sind aber vereinbar mit einigen interessanten alterna­ tiven Modellvorstellungen von der Zeit und der Zukunft wie etwa mit der Chronotopologie von Charles Muses (1985) oder den proba­ bilistischen Konzepten von V. Kennedy vor­ aus . Aus dem Gewehrlauf stieg eine kleine Rauchwolke empor. Die Statue war vollkommen schwarz. Der Präsident ist erschossen worden. 1962.mehr als anderthalb Jahre vor dem tatsächlichen Ereignis (Aaronson und Osmond 1970). den ich an die Harvard-Universität sandte. Neunzehn Monate später. untergräbt vollends den tief verwurzelten Glauben der westlichen Zivilisation an die Lineari­ tät der Zeit. Sie waren voller Tränen. der Kopf war geneigt.Informationen über die Zukunft zu erhalten. wurde diese Vision wieder vor meinen Augen lebendig.« Ein feiner Rauchgeruch stieg in die Luft. Ich fand mich wieder beim Betrachten einer Statue von Abraham Lincoln. am 23. Das Gewehr befand sich immer noch am Fuße der Statue. Diese Sitzung fand im Rahmen des Harvard University Psilocybin-Forschungsprojekts statt. Am Fuß der Statue befand sich ein Gewehr und jemand flüsterte: »Er ist erschossen worden. Von Baltimore reiste ich in die Bundeshauptstadt. Da sie aber die einzige meiner Visio­ nen war. da so viele andere Eindrücke auf mich einstürmten. gab ich eine vollständige Beschreibung von ihr in dem Bericht. Lincolns Gesichtszüge wurden langsam verschwommen und an ihrer Stelle waren die von John F. Nalimov (1982). All dies spielte sich immer noch in Washington ab. V. schenkte ich dieser Vision von Kennedy wenig Beachtung. Novem­ ber 1963. Der Präsident ist erschossen worden.

Physische Introversion und Verengung des Bewußtseins Organ-. kann man an sich das Drama der entgiftenden Aktivitäten oder die Produktion. geht das Bewußtsein offenbar über das hinaus. Gewebe. den biodynamischen Blut­ strom und die Aktion des Herzschrittmachers erleben. Unter der Einwirkung von psychedelischen Substanzen oder in einer Sitzung mit holotropem Atmen identifiziert man sich häufig mit den roten oder weißen Blutkörperchen.c. die unter gewöhnlichen Bedingungen nicht bewußt gemacht werden können. In der im folgenden beschriebenen Gruppe von Erfah­ rungen bleibt das Bewußtsein im Körper. nämlich das Körper-Ich. erfaßt aber anatomische Bereiche und Prozesse. den Zellen im gastrointestinalen Epithel oder in der Gebärmutter­ schleimhaut. oder den Neuronen im Gehirn. was traditionell als das Individuum bezeichnet wird.und Zellbewußtsein In transpersonalen Erfahrungen. verschiedener Teile des Magen-Darm-Trakts oder irgendeines anderen Organs und Gewebes annehmen. Ein anderes interessantes Phänomen ist die bewußte Erfor­ schung des Zellkerns und der Chromosomen. den Spermien und den Eiern. In solchen Zuständen scheint das Bewußtsein häufig bis auf die Ebene der Zellen und sogar der subzellularen Strukturen und Pro­ zesse zu wandern. Wenn man sich mit der Leber identifiziert. Ansammlung und Ausscheidung von Gallenflüssigkeit erfahren. sondern der physische Innen­ raum. Man kann im wahrsten Sinne des Wortes zu seinem eigenen Herzen werden und die Tätigkeiten der Herzmuskulatur. In einem holotropen Zustand erhält man Zugang zu verschiedenen Teilen des eigenen Körpers und wird Zeuge der dort ablaufenden Aktivitäten oder identifiziert sich sogar mit einzelnen Organen und Geweben. die verbunden ist mit Einblicken in den physikochemischen Code der Gene und dem 136 . Phänomene dieser Art sind also mit einer räumlichen Veren­ gung des Bewußtseins und gleichzeitig mit seiner funktionalen Erweiterung verknüpft. in denen die Grenzen des Raumes überschritten sind. Dem oder der Betreffenden er­ schließt sich nicht der psychische. Auf entsprechende Weise läßt sich das Bewußtsein des eigenen Fortpflanzungsappa­ rats. das Öffnen und Schließen der Herzklappen.

Erfahrungen dieser Art haben große Ähnlichkeit mit verschiedenen Szenen aus dem Film The Fantastic Voyage von Isaac Asimov. Meine Aufmerksamkeit verlagerte sich vom Mund auf die Speiseröhre. die DNS zu »entschlüsseln«. oder die Tumoren im Geiste angriffen. 1983). Dieses Phänomen ist auch für die Forscher von besonderem Inter­ esse. Der deutliche Geruch und Geschmack des Mageninhalts füllte mein ganzes Bewußtsein. doch nach und nach gelang es mir. die unter verschiedenen bösartigen Tumoren litten. Im Rahmen unseres LSD-Therapieprogramms für Krebspatienten konnten wir wiederholt beobachten. diese Erfahrung für den Heilungsprozeß nutzbar zu machen. Am Anfang meldete sich noch mein menschliches Wertsy­ stem und ich empfand heftigen Ekel. indem sie psychisch positive Energiefelder erzeugten. Viele Aspekte des Organ-. die Abwehrmechanismen ih­ res Organismus mobilisierten. Oft unternahmen sie spontan den Versuch. mich davon zu befreien und auf der biologischen Ebene zu reagieren. Gewebe. wobei ich alle Verdauungsprozesse auf einer zellulären und sogar biochemischen Ebene bewußt miterlebte. diese in ihrer Gewebe. Dabei trat in einigen Fällen eine überraschende temporäre Remission auf. Von da aus ging es weiter zum Zwölffingerdarm.Gefühl.und Zellbewußtseins werden in dem folgenden Bericht über eine Sitzung mit 125 mg MDA (Methylendioxiamphetamin) deutlich. die ihrem Empfinden nach mit dem Krankheitsprozeß zusammenhingen. Ein Pionier auf diesem Gebiet ist der Onkologe und Radiologe Carl Simonton (Simonton u. Diese psychedelische Substanz stellt in ihrer chemischen Zusammensetzung ein Bindeglied zwischen Meskalin und Amphetamin dar. so daß diese Möglichkeit der Behandlung systema­ tisch weiter erforscht werden sollte (Grof und Halifax 1980). a. die die traditionelle medizinische Behandlung mit psychologi­ schen Heilmethoden zu kombinieren versuchen. Ich begann eine langsame Reise hinunter in meinen Magen-DarmTrakt. Leerdarm und Krummdarm. Ich wurde im wahrsten Sinne des Wortes zum Magenschleimhautepithel und nahm an der Nahrungs­ resorption sowie der unglaublichen Alchemie der Verdauung teil. Mit der allmählichen Verlagerung meines Bewußtseins 137 . daß Personen. sich mit negativen Emotionen konfrontierten.und Zellstruktur ihrem Bewußtsein zugänglich machen konnten.

Habsucht. Die Überwindung seiner Verdrängung und Leugnung schien für eine echte und bedingungslose Selbstannahme und persönli­ che Integration wesentlich zu sein. den Prozeß. Ich begann. etwa Erscheinungen von oder Verbindungen mit Verstorbenen. ihrem Gemisch kennen. Wichtig war offenbar. Ich wurde auch nicht das Gefühl los. Neid und Bosheit zu kämpfen. verdrängten und unakzeptablen Gefühlen von Gier. Auren und Meridianen sowie die Bewußtwerdung anderer feinstofflicher energetischer Manife­ stationen. Andere wichtige Erfahrungen dieser Kategorie betreffen spirituelle Führer in tierischer oder menschlicher Form und verschie­ dene übermenschliche Wesenheiten. Gelegentlich wird auch von 138 . Ich hatte nicht nur mit Ekel. staunte ich über dieses Wunder des Laboratoriums des Lebens. sondern auch mit einer ungeheuren Menge an abgelehnten.nach unten lernte ich all die Nuancen des »Buketts« aus den Darmsäf­ ten. An einem bestimmten Punkt nahmen sie personifizierte Formen von grotesken und gnomenhaften mythologischen Figuren an. Membranen und Zellen wurde. Erweiterung des Erlebens über die Grenzen der »objektiven Realität« und der Raum-Zeit hinaus In einer großen Gruppe transpersonaler Erfahrungen scheint die Erweiterung des Bewußtseins über die phänomenale Welt und das im Alltagsleben wahrgenommene Raum-Zeit-Kontinuum hinauszu­ gehen. den Enzymen und der Galle bzw. Während ich zu allen Darmzotten. Hierzu gehören bestimmte astralpsychische Phänomene. 2. den gesamten Magen-Darm-Trakt mit all seinen Produk­ ten und Inhalten als Teil meiner selbst zu akzeptieren und mich mit ihm anzufreunden. daß diese eigentümliche Folge von Erfahrung in ihrem Wesen dem Heilungsprozeß entsprach. zu begreifen. hatte ich ihre Komplexität nie so recht begriffen. den ich durchmachte. Obwohl ich mich in meinem Medizinstudium mit diesen Dingen unter den verschiedensten Gesichtspunkten befaßt hatte. Erlebnisse in Verbindung mit Chakras. In den Endstadien dieser »phantastischen Reise« wurde ich mit den komplizierten Gefühlen und Einstellungen unserer Kultur gegenüber den Darmausscheidungen konfrontiert.

oder man kann eins werden mit dem Geist des Universums. Ereignisse dieser Art haben eine verblüf­ 139 . Jung beschriebenen kollektiven Unbewußten (Jung 1975) zum Leben erwachen. die zu dieser Kategorie zählen. Raymond Moodys Beschreibung des »Reichs der verwirrten Geister« (Moody 1977) kann hier als Beispiel angeführt werden. die sich mit dem Leben nach dem Tode befassen.phantastischen Abenteuern berichtet. In einer komplexeren Form dieses Phänomens gerät der oder die Betreffende in einen Trancezustand und wird von einer fremden Wesenheit oder Energie­ form in Besitz genommen. Kontakte mit körperlosen Wesenheiten im allgemeinen und astralpsychische Erlebnisse. Sie kann die Form verschiedener mythologischer und legendärer Wesen und Ereignisse. sondern ein ganzes Astralreich mit verschiedenen geisterhaften Gestalten. In den letztmöglichen Erweiterungen des Bewußtseins kann man sich mit dem Schöpfer aller Dinge identifizieren und bis zu den Ursprüngen der kosmischen Kreativität Vordringen. Spiritistische und mediumistische Erfahrungen Erfahrungen. For­ schem. und Verfassern von okkulten Schriften. G. In außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen kann die Welt der Urbilder des von C. von Szenen aus Märchen. Erfahrungen dieser Art wur­ den schon unter der Einwirkung von Psychedelika. dem supra. In den einfachsten Formen dieser Erlebnisse sehen die Betreffenden Erscheinungen von Verstorbenen und erhalten von ihnen verschiedene Botschaften. die sich offenbar in einem ändern Universum als dem unsrigen ereignen. in Selbsterfahrungstherapien und in Nahtoderlebnissen beobachtet. dem Absoluten.und metakosmischen Nichts. Dazu gehören Begegnungen und telepathische Verbindungen mit verstorbenen Verwandten und Freunden. stehen im Mittelpunkt des Interesses von Teilnehmern an spiritistischen Seancen. Manchmal nimmt der oder die Betreffende nicht eine einzelne körperlose Wesenheit wahr. guter und böser Gottheiten aus verschiedenen Kultu­ ren oder transkultureller Archetypen und universeller Symbole an­ nehmen. Der Inhalt dieser Botschaften kann an sie persönlich gerichtet sein oder aber die Betreffenden übernehmen die Rolle des Überträgers solcher Bot­ schaften.

lediglich Visionen von diesen Personen und ein subjektives Gefühl der Kommunikation mit ihnen beinhalteten.fende Ähnlichkeit mit den mediumistischen Trancezuständen. das eine Unterscheidung von Farben praktisch unmöglich macht. Wenn Erfahrungen. unverständliche Zeichnungen zu Papier brachten. bei denen der Operateur mit bloßen Händen unter die Haut dringt. die von den Lehren Allan Kardecs (Kardec 1975. Solche Operationen auf der Grundlage übernatürlicher Fähigkeiten werden in Brasilien und auf den Philippinen durchgeführt. automatisch schrie­ ben. In einer solchen Trance ist der Gesichtsausdruck des Mediums vollkommen verwandelt. Außerdem vermochte er an zwei Ge­ mälden gleichzeitig zu arbeiten und malte gelegentlich mit seinen Füßen unter dem Tisch ohne visuelle Kontrolle. die in spiritistischen Seancen Vorkommen. Er war in der Lage. und die Stimme ist ebenfalls dramatisch verändert. Der mit der spiritistischen Kirche eng verbundene brasilianische Psychologe Luiz Antonio Gasparetto ist in leichter Trance dazu fähig. wie bemerkenswert schnell er arbeitete. Körperhaltung und Gestik wirken bizarr und fremd. Das Phänomen von chir­ urgischen Operationen. in vollkommener Dunkelheit zu arbeiten oder bei rotem Licht. im Stil verschiedener Maler aus verschiedenen Ländern der Welt zu malen. in denen die Verbindung mit körperlosen We­ senheiten und Geistern toter Freunde oder Verwandter hergestellt wird. Wir hatten ihn einmal als Gast zu einem unserer einmonatigen Seminare im Esalen-Institut eingeladen und wurden Zeuge. die in einer ihnen unbekannten Sprache oder »in Zungen« redeten. Ich habe Menschen in diesem Zustand gesehen. Die faszinierend­ sten Beispiele für diese Phänomene lassen sich in der spiritistischen Kirche auf den Philippinen und in Brasilien beobachten. Eine Auswahl seiner mediumistischen Malereien findet sich in einer speziellen Monographie (Margalo Gaetani 1986). obskure hieroglyphische Muster produzierten oder verschlun­ gene. steht ebenfalls in engem Zusammenhang mit den Lehren von Allan Kardec und der spiritistischen Kirche. die in der spiritisti­ schen und okkulten Literatur beschrieben werden. wäre die Situa­ 140 . Diese Er­ scheinungen erinnern ebenfalls sehr an solche. während er als Medium für die toten Meister fungierte (bis zu 25 Gemälde pro Stunde). 1981) inspiriert ist.

die ernst­ hafte Beachtung verdienen. Das Weiterleben nach dem physischen Tod ist nicht unbedingt die einzige Erklärung für diese Ergebnisse. Wie aus den folgenden zwei Beispielen hervorgeht. was es nach unserem Glauben oder unserem Intellekt sein soll. Wir müssen das Universum akzep­ tieren so wie es ist. Eines aber ist sicher: keiner der alternativen Erklärungsansätze wird mit der traditionellen Kartesianisch-Newtonschen Denkweise vereinbar sein. Auf jeden Fall haben wir es hier mit faszinierenden Phänomenen zu tun. nicht ihm das aufzwingen wollen. die erst einmal an sich gründlich erforscht werden sollten. Ehe wir diese Phänomene als absurd verwerfen und meinen. gelegentlich zu ihrer großen Überraschung fest. nur weil sie nicht in das gegenwärtige Wissenschaftsparadigma passen. nicht mit einer bequemen Auswahl. die sich nicht leicht erklären lassen. möchte ich einige Beobachtungen erwähnen. Auch stellen Personen. die Botschaften von »verstorbenen Fremden« erhalten. die sich in unser Weltbild 141 . Dann könnte man diese Phänomene leicht als Produkte der Einbildung abtun. Ich selber habe schon mehrere Male beobachtet. die kurz zuvor gestorben ist. in denen Erinnerungen. Die Situation ist aber sehr viel komplexer. die mensch­ liche Phantasie und Wunschdenken Zusammenwirken. wie geistige Begegnungen mit körperlosen Verwandten und Freunden zu ungewöhnlich und objektiv nachprüfbaren Infor­ mationen führten. haben Erfahrun­ gen dieser Art manchmal bestimmte außergewöhnliche Aspekte. und es lassen sich durchaus andere Interpretationen denken als die. Es ist sicherlich nicht das beste Beispiel für wissenschaftliches Vorgehen. sie wären das Interesse reputabler Forscher nicht wert. daß sie durch diese Erscheinungen zu einer tatsächlich existierenden Adresse und zu den richtigen Namen der Verwandten einer Person gelangt sind. daß eine tatsächliche Kom­ munikation mit objektiv existierenden Astralreichen körperloser Wesen stattfindet. zu denen die Betreffenden auf gewöhnlichem Wege unmöglich gelangen konnten. Unsere Theorien müssen sich mit den Tatsachen in ihrer Gesamtheit auseinanderset­ zen. wenn man die außergewöhnlichen Merkmale dieser Erfahrungen und die mit ihnen verbundenen theoretischen Heraus­ forderungen achtlos übergeht.tion relativ einfach.

plausible Erklärungen für all die Beobachtungen zu geben. ob ich mit Ladislav sprechen könnte. solange sind die Erklärungen für diese Phänomene. Diese Erfahrung war höchst rätsel­ haft. das zu tun. die genaue Adresse und die Telefonnummer. spürte aber ihre nahezu greifbare Gegenwart und erhielt von ihnen telepathische Botschaften. die man in Verbindung mit solchen Phänomenen wie spiritistischen Erfahrungen und Erinnerungen an frühere Inkarnationen machen kann. wenn sie es herausgefunden hätten. 79-81) kurz Umris­ sen habe. Zu meinem Erstaunen fing die Frau am 142 . Sie nahm sich wie ein Fremdkörper in Richards sonstigem Erleben aus und hatte keinerlei Bezug zu seinen Problemen und der übrigen Behandlung. mit Richard in Kommunikation zu treten. um sie später objektiv überprüfen zu können. die die Tatsachen entweder nicht kennen oder sie ignorieren. dessen Krankheitsgeschichte ich unter dem Namen Richard in meinem Buch Topographie des Unbewußten: LSD im Dienst der tiefenpsychologischen Forschung (S. Die Botschaft enthielt den Namen des Ehepaars. Nach einigem Zögern und mit gemischten Gefühlen beschloß ich. In einer seiner LSD-Sitzungen hatte Richard eine sehr ungewöhnliche Erfahrung. Solange die moderne westliche Wissenschaft nicht in der Lage ist. Alle diese Daten waren mir und dem Patienten nicht bekannt gewesen. Dieses Reich hatte eine unheimliche Ausstrahlung und war von körperlosen Wesen bevölkert. in der er mit einem seltsamen Astralreich konfrontiert wurde. dem gegenwärtigen Vorgehen der meisten westli­ chen Wissenschaftler. sich mit einem Ehepaar in der Stadt Kromenz in Mähren in Verbindung zu setzen und sie darüber zu informieren. nieder. Ich ging zum Telefon. die sich äußerst intensiv darum bemüh­ ten. Er konnte sie weder hören noch sehen.und unser Glaubenssystem einfügt. die sehr konkret war. die sich in den mystischen und okkulten Schriften finden. Das erste Beispiel zur Veranschaulichung stammt aus der psycholytischen Behandlung eines jungen homosexuellen Patienten mit De­ pressionen. was mich zur Zielscheibe des Spotts meiner Kollegen hätte werden lassen. Es handelte sich um die Bitte an Richard. eindeutig vorzuziehen. wählte die Nummer in Kromenz und fragte. Ich schrieb eine dieser Botschaften. daß es ihrem Sohn Ladislav gut ginge und daß man gut für ihn sorge.

In der zweiten Hälfte der Sitzung hatte sie eine sehr lebhafte Vision von Walter und führte ein langes telepathisches Gespräch mit ihm. ein neues eigenes Leben zu beginnen. Eines Tages schwamm er allein zum Tauchen aufs Meer hinaus und kehrte von da nicht mehr zurück. mit seiner Bekannten Eileen Garrett. das nicht durch die Erinnerung an ihn belastet und eingeschränkt war.anderen Ende der Leitung zu weinen an. Trotz intensiver und wohlorganisierter Suche konnten weder sein Körper noch irgendein Teil seiner Taucher­ ausrüstung gefunden werden. daß er nicht mehr Teil ihres Lebens war. Unter diesen Umständen fiel es Eva schwer. erschien ihr Walter kurz noch einmal. sich zu fragen. Er war auch der Initiator des LSD-Programms für Patienten. die unter Krebs im Endstadium litten. und arbeitete mit vielen berühmten Medien. und bat mich.« Das zweite Beispiel betrifft einen engen Freund und früheren Kolle­ gen von mir. die unmittelbar am Meer gelegen war. insbesondere an dem Problem des Bewußtseins nach dem Tod. der Präsidentin der American Parapsychological Association. mehr Erkenntnisse zu gewinnen. Da sie Psychologin war. Pahnke. ob die ganze Episode nicht lediglich eine Wunschphantasie war. Im Sommer 1971 fuhr Walter mit seiner Frau Eva und seinen Kindern in Urlaub zu einer Hütte in Maine. Es war eine sehr tiefgehende und befreiende Erfahrung. Gerade als Eva anfing. Er starb vor drei Wochen. Als sie sich beruhigt hatte. teilnehmen. Er gab ihr spezielle Instruktionen in bezug auf jedes ihrer drei Kinder und forderte sie auf. seinen Tod zu akzeptieren und zu verarbeiten. als er voller Energie und bei bester Gesundheit die Hütte verließ. sich dazu aufzuraffen. Sie konnte einfach nicht glauben. sagte sie mit gebrochener Stimme: »Unser Sohn ist nicht mehr bei uns. und zwar mit der folgenden Bitte: »Ich habe noch etwas 143 . Walter N. einen neuen Abschnitt in ihrem Leben zu beginnen. Ihre letzte Erinnerung an Walter war die. das im Rahmen eines speziellen Programms an unserem Institut angeboten wurde. der Mitglied unseres psychedeli­ schen Forschungsteams am Maryland Psychiatric Research Center in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland war. Er zeigte tiefes Interesse an der Parapsychologie. u. und war nicht in der Lage. ihr dabei Beistand zu leisten. Sie entschloß sich zu einer psychedelischen Erfahrung in der Hoffnung.a. konnte sie an einem LSD-Training für Angehö­ rige sozialer Berufe.

vergessen. Würdest du mir einen Gefallen tun und ein Buch zurückge­ ben. daß sie versuchen würde. die mit den esoterischen Lehren überhaupt nicht vertraut waren . die in den mystischen Traditionen der alten und nichtwestlichen Kulturen beschrieben werden. daß Menschen westlicher Kulturen .nach eigenen Angaben in außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen Erfahrun­ gen machten. wenn er in seiner Begegnung mit Eva ihr bewußt eine konkrete und objektiv überprüfbare Information gegeben hätte. Gelegentlich sind damit spontane und sehr genaue Erkenntnisse über den Gesundheitszustand der betreffenden Personen verknüpft. Energetische Phänomene des feinstofflichen Körpers In außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen vermag man auch Energiefelder und -ströme zu sehen und zu erleben. da sie keinen bekannten anatomischen Strukturen und physiologischen Prozessen entsprechen. als ich beobach­ tete. Es hätte nun sehr gut zu Walters lebenslanger Suche nach einem wissenschaftlichen Beweis für paranormale Phänomene gepaßt. das ich von einem Freund geliehen habe. Ich selber habe Phänomene dieser Art beobachtet. Sie haben sie immer auf den feinstofflichen Körper bezo­ gen. um ihre Zweifel zu zerstreuen. ihm nach ihrem Tod einen unerschütterlichen Beweis für die Existenz des Jenseits zu geben. die andere Personen umgeben und die den traditionellen Beschreibungen der Auren entsprechen. Schon früher hatte Eileen Garrett mit ihm die Abmachung getroffen.« Er nannte ihr noch den Namen des Freundes sowie den Titel des Buchs und beschrieb ihr. daß es sich hierbei um Phänomene im grobstofflichen Bereich handelt. Diese Beschreibungen ergeben aus der Sicht des westlichen medizinischen Modells keinerlei Sinn. Sehr häufig sieht man in einem holotropen Bewußtseinszustand verschiedenfarbige Energiefelder. Mit Hilfe seiner Anweisungen war Eva tatsächlich in der Lage. Die esoterischen Traditionen haben aber nie behauptet. das Buch zu finden und es zurückzugeben. Es ist in meinem Arbeitszimmer in der Mansarde. die mit diesen Lehren voll und ganz übereinstimm­ ten. So war es eine große Überraschung für mich. auf welchem Bücherbrett an welcher Stelle es zu finden war. nicht nur bei Men144 . Sie hatte von der Existenz dieses Buchs vorher nichts gewußt.auch solche.

sondern auch bei Medien. Diese im ostkirchlichen Mönchstum verbreitete Praxis und Lebensführung legt besonderen Wert auf eine Form des Betens.und bei vielen anderen. steigt sie als aktive Energie (Shakti) über die Leitungsbahnen des feinstofflichen Körpers (Nadis) empor.im taoistischen Yoga. doch existieren bedeutsame Parallelen in vielen Kulturen und religiösen Gruppen . daß über ähnliche Phänomene wiederholt in der mystischen Tradition des Christentums berichtet wurde. im Sufis­ mus . Wenn sie durch spirituelle Übung. Die tantrischen Schulen haben ausführliche Landkarten von den 145 . Die außer­ gewöhnlichen Leistungen eines solchen Mediums. im tibetanischen Vajrayana. Nach den tantrischen Schulen des Hinduismus und Buddhismus gilt diese Energie als die ihrer Natur nach weibliche kreative Energie des Universums (Muktananda 1982. bei den Buschmännern der afrikani­ schen Kalahari-Wüste. Dabei öffnet und erleuchtet sie die psychischen Zentren oder Chakras. die ihre Fähigkeit zur Wahr­ nehmung von Auren im Alltagsleben einsetzen können. In ihrem inneren Aspekt schlummert sie an der Basis des menschlichen Rückgrats. im kore­ anischen Zen-Buddhismus.Seele. Das Ziel dieses sogenannten »Jesusgebets« ist die Erlangung von göttlicher Ruhe oder Hesychia (Matus 1984). bei nordamerikanischen Indianerstämmen insbesondere den Hopi-Indianem . in der Freimaurertradition. die in der spirituellen Tradition Indiens eine wichtige Rolle spielt. die sich in einem außergewöhnlichen Bewußtseinszustand befanden.einbezieht. Zwar findet sich die differenzierteste Vorstellung von einer solchen Energie in Indien. Von besonderem Interesse ist. Jack Schwartz. In ihrem äußeren Aspekt manife­ stiert sie sich in der phänomenalen Welt. Geist und Körper . Eine andere interessante Gruppe von Phänomenen bezieht sich auf die Schlangenkraft oder Kundalini-Energie. die den ganzen Menschen . im Kontakt mit einem Guru oder spontan aktiviert wird. In dieser Form wird sie traditionsgemäß als eine zusammengerollte Schlange symbolisiert. insbesondere im Hesychasmus. sind von angesehenen medizinischen Forschem wieder­ holt überprüft und bestätigt worden.sehen. Mookerjee 1984). der aus den Auren seiner Klienten ihre Krankheitsgeschichte heraus­ lesen und ihren augenblicklichen Gesundheitszustand diagnostizie­ ren kann.

das Singen von Mantras oder Liedern. doch hielt man sie bis vor kurzem für etwas. Die Beschreibungen der Kundalini-Energie waren im Westen schon seit langem bekannt. was untrennbar mit dem Osten verbunden ist. Wegen der gewaltigen Kräfte. Krämpfe. die Führung durch einen erfahrenen Lehrer. Obwohl die Kundalini-Aktivierung mit Gefahren und Tükken verbunden sein kann. Zittern. auch tierischer Laute sowie das Einnehmen spontaner Yogahaltungen (asanas) oder die Ausführung von Yogagesten (mu­ dras). die Persönlich­ keit in positiver Weise umgestaltet und das Bewußtsein weiterent­ wickelt wird. G. bei denen dieser Prozeß stattfindet. Das Aufsteigen der Kundalini-Shakti kann nach den Ausführungen in der indischen Literatur von dramatischen physischen und psychi­ schen Veränderungen begleitet sein. es würde nur selten .a. daß es tausend Jahre dauern könne. geht man davon aus. das Ausstößen seltsamer.Chakras erstellt. Welchem Umstand auch immer es zuzuschreiben ist . setzt man sich mit ihr in den Schriften einge­ hend auseinander und empfiehlt Menschen. das Reden »in Zungen«. emotio­ nalen und spirituellen Manifestationen beim Emporsteigen der Schlangenkraft und bewahren komplexe Mythologien über diesen Prozeß. wie Hitze und Energie das Rückgrat emporströmen. starke Empfindungen. Die weitere Entwicklung zeigte aber. Am eindrucksvollsten sind u. der Popularität und raschen Verbreitung verschiedener Formen spiritueller Praxis. Sehr häufig sind auch unfreiwilliges Lachen oder Weinen. Sie beschreiben detailliert die physischen. die Kriyas genannt werden. Er und seine Kollegen vertraten die Ansicht. bevor die Kundalini-Energie in unserer Kultur durch den Einfluß der Tiefenpsychologie in Bewegung gesetzt würde. dachte. heftiges Schütteln sowie eigentümliche Verkrümmungen des Körpers.ob der Entwicklungsakzeleration. Jung. der gefährlichen globalen Krise oder der fördernden Wirkung psychedelischer Drogen -. in denen man spürt. die die KundaliniAktivierung besitzt. Sogar C. daß diese Einschät­ zung falsch war. der großes Interesse am Kundalini-Phänomen zeigte (Jung 1975b).im Westen Vorkom­ men.wenn überhaupt . es ist 146 . Damit einher gehen Gefühle verschiedener Art. daß dabei zumindest potentiell die psychosomatische Heilung gefördert.

kundaliniähnliche Phänomene. Kronenchakra (sahasrära). der weltbekannte Pandit aus Kashmir. professionelle Kreise auf diese Tatsache aufmerksam gemacht zu haben. daß dieser Tage bei Tausenden von Menschen im Westen unverkennbare Anzeichen für das Erwachen der KundaliniEnergie zu beobachten sind. In den meisten Systemen wird zwischen sieben Chakras unterschieden: 1. * Chakras (das Sanskritwort für »Räder«) sind hypothetische Zentren der Ausstrah­ lung von Urenergie (präna). Der Fluß der präna-Energie erfolgt durch einen Hauptleitungsweg (susumna) sowie durch zwei Seitenwege (Ida und Pingala). Letzteres ist ein verwickelter Prozeß mit tiefer Bedeutung und transformativer Kraft. also durch die feinen und verzweigten Kanäle für die prana-Energie. 5. Erscheinungen beobachtet. hat in vielen Aufsätzen und Büchern die Aufmerksamkeit westlicher Leser auf die enorme Bedeutung des Kundalini-Phänomens zu lenken versucht.offensichtlich. die man in der traditionellen indischen Litera­ tur als pranisch bezeichnen würde . Nabelchakra (manipüra). gebührt dem kalifornischen Psychiater und Ophthalmologen Lee Sannella (1986). 2. 6. der selbst während seiner stürmischen spirituellen Eröffnung eine tiefe Krise erfahren hat.vom echten Erwachen der Kundalini-Energie zu trennen sind. daß Erfahrungen dieser Art . Im Vergleich zu einzelnen pranischen Erfahrungen erfolgt ein solches Erwachen von Kunda­ lini-Energie. Der Ver­ dienst dafür. wie sie in den tantrischen Schriften beschrieben und abgebildet sind. Wurzelchakra (mulädhära). der häufig erst nach Jahren abgeschlossen ist. Gopi Krishna. Die schriftlichen Darstellungen in der tantrischen Literatur darüber. des Öffnens der Chakras* und des Fließens dieser Energie durch die Hauptbahnen Ida und Pingala sowie durch das verwickelte Netzwerk des Nadis. Herzchakra (anähata). die weitgehende Übereinstimmung zeigten mit Beschreibungen der Aktivierung der Kundalini-Energie. Man muß aber betonen. die grob bestimmten Ebenen des Rückgrats entsprechen und mit bestimmten Körperorganen verbunden sind. Kehlenchakra (visuddha). Es scheint vielmehr ein eigenständiges Phänomen zu sein. Augenbrauenchakra (ajnä) und 7. das auf psychedelische Erlebnisse oder eine Selbsterfahrungstherapie zurückzuführen ist. Genitalchakra (svädhisthäna). 4. 3. Ich selber habe wiederholt in psychedelischen Sitzungen und in verschiedenen außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen. 147 . die nicht durch Drogen herbeigeführt wurden. nur sehr selten.

daß ich am liebsten aufgestanden wäre und jeden in der Gruppe auf das Innigste umarmt hätte. In Sitzungen mit holotropem Atmen sind verschiedene energetische Phänomene des feinstofflichen Körpers extrem häufig. Eines der intensivsten Erlebnisse dieser Sitzung stellte sich ein. spürte ich eine unglaublich heftige Aufwallung von Energie in meinem Becken. einen Energiefluß. Als sie das obere Ende meines Kopfes erreicht hatte. deutlich unterscheidet. die aufgrund ihrer Erfahrungen zu einem tiefen Verständnis der besonderen Rolle des Unterbauchzentrums (hara) sowie der den japanischen Kriegs­ künsten zugrunde liegenden ki-Energie gelangten. Die Energie strömte weiter nach oben. und erkannten unmittelbar die besondere Bedeutung der Akupunkturpunkte. Ich empfand so tiefe Liebe zur Welt und zu anderen Menschen. als diese Energie den Bereich um mein Herz erreichte. daß ich mich Menschen so nahe fühlte. scheinen nicht universelle und absolute Gültigkeit zu besitzen. was in der europäischen Tradition zu finden ist. In mehreren Fällen erlebten Personen. die mit ihrem Bewußtsein in die Welt chinesischer Archetypen gelangten. Wasser. Während dies geschah. das sich von dem. Feuer. Die Energie­ felder und -ströme können sehr greifbar erlebt und bei geschlossenen Augen sogar visuell wahrgenommen werden. Ich habe auch Personen beobachtet. Als ich weiteratmete. der genau den in der chinesischen Medizin verwende­ ten Karten über die Meridiane entsprach. denen ich erst am Abend zuvor begegnet war und die ich nicht richtig kannte! Ich unterbrach aber die Erfahrung nicht. Erde und Metall). an denen nach den esoterischen Karten die verschiedenen Chakras liegen. und zwar auf einem klar vorgezeichneten Weg. Von meinem Sakralbereich strahlten Licht und Hitze in alle Richtungen aus. Dann begann diese Energie durch mein Rückgrat nach oben zu strömen. Darauf folgten philosophische Erkenntnisse über das chinesische System der fünf Elemente (Holz. Dabei erleuchtete sie weitere Energiequellen an den Stellen. Wie seltsam. Die im folgenden wiedergegebene holotrope Erfahrung eines Teilnehmers an einem unserer fünftätigen Workshops entsprach weitgehend den Darstel­ lungen in den tantrischen Schriften.welche Wege die Kundalini-Energie durch den feinstofflichen Kör­ per nimmt. verspürte ich höchst wonnige orgiastische Gefühle. explodierte sie in einer herrlichen Aureole mit einem rosa-orangefarbe­ 148 .

etwa der Kuh in Indien. um sich dann wiederum dem Energiefluß nach oben anzuschlie­ ßen. Mein Energiefeld reichte nun weit über die Grenzen meines physischen Körpers hinaus. Damit einhergehen kann auch ein tiefes Verständnis der heiligen Funktion verschiedener Tiere in bestimmten Kulturen. meine Beine anzuziehen und um die Fußsohlen zu fassen. warum in den esoterischen Karten der feinstoffliche Energiekörper so viel größer ist als der materielle Körper. Besonders häufig aber sind Bezüge zum Schamanismus und das unmittelbare Verstehen der Rolle verschiedener Tiere als spirituelle Helfer des Schamanen. Häufiger aber stellen sie sich unabhängig von solchen Umweltbedingungen ein. der Katze. Begegnungen mit tierischen Geistern In dieser Art von Erfahrung empfinden die Betreffenden eine tiefe Verbundenheit mit verschiedenen Tieren . strömte über das obere Ende meines Kopfes hinaus und kehrte dann wieder zu den unteren Teilen meines Körpers zurück. die Helfer und spirituelle Führer sind. Ich verstand plötzlich. berichtet. die Psychedelika in der Wildnis oder in der Gegenwart verschiedener Haustiere eingenommen haben.nen Schimmer. daß man sich in die psychische Welt totemistischer Kulturen hineinversetzt und die Funktion der Totemtiere begreift. oder des Geiers bei den Parsen.nicht mit ihren konkreten physischen Formen. In vielen Fällen werden in außergewöhnlichen Bewußtseinszustän­ den tierische Geister nicht nur als göttliche Wesen wahrgenommen. um einen geschlossenen Energiekreislauf zu schaffen. Ich hatte das Bedürfnis. Erfahrungen dieser Art ermöglichen auch. sondern mit ihrem archetypischen Wesen. Gelegentlich kann der innere Prozeß eines Menschen des Westens 149 . Dies kann gelegentlich durch eine tatsächliche Begegnung mit dem Vertreter einer bestimmten Spezies ausgelöst werden. Man kann es in einem solchen Zustand unmittelbar erfahren. Die Energie floß nach oben. Ich verharrte lange Zeit in diesem Zustand. Von solchen Erlebnissen haben wiederholt Personen . sondern auch als Lehrer und Freunde. des Krokodils und des Falken in Ägypten. der in einem außergewöhnlichen Bewußtseinszustand als Gottheit wahrgenom­ men wird. wie man sie auf den Bildern vom tausendblättrigen Lotos sieht. Die Energie verlieh mir viel innere Kraft und emotionale Stärke.

Sie alle haben be­ stimmte Merkmale. Man findet ihn in verschie­ denen Formen in Sibirien und anderen Teilen Asiens. die seit Zehntausenden von Jahren besteht. die sich in einer Selbsterfahrungstherapie mit verschie­ denen biographischen Problemen auseinandersetzen. Eine autosymbolische Identifika­ tion mit einem Raubtier . Bevor ich diesen Abschnitt beende. Ein anderes wesentliches Merkmal dieses Prozesses ist das starke Gefühle einer besonderen Verbundenheit mit der Natur. die man von Schamanenkulturen kennt. haben häufig Visionen von verschiedenen Tieren oder identifizieren sich sogar mit ihnen. Afrika und Europa (Eliade 1975.etwa mit einem Tiger. möchte ich gern die Begegnung mit tierischen Geistern mit anderen transpersonalen Phänomenen.und zu jenseitigen Gefilden emporsteigt. Schamanistische und totemistische Erfahrungen konfrontieren also den Betreffenden mit sehr tiefen und ursprünglichen Aspekten der Psyche.und Wiedergeburtserlebnisse. die Ähnlichkeit mit den Freudschen Traumbildern haben. Dazu gehören intensive Tod. Australien. Aus der Analyse dieser Phänomene geht klar hervor. Campbell 1984). dynamisch strukturierte Produkte der Psyche sind. aufgrund derer erfahrene Personen sie vonein­ ander unterscheiden können. symbolischen Repräsentatio­ nen des individuellen Unbewußten und archetypischen Bildern der Psyche. Menschen. daß sie komplexe.und Südamerika. Ein starker Sexualtrieb kann als 150 . in denen Tiere eine Rolle spielen. vergleichen. Der Schamanismus ist die älteste Religion der Menschheit. einem Löwen oder einem schwarzen Panther . die Teil der phänomenalen Welt sind.die Form annehmen. Auf dieser Ebene enthalten autosymbolische Visionen oder Transformationen eine mehr oder weniger verborgene Botschaft über die Persönlich­ keit oder die Lebenssituation des oder der Betreffenden und können leicht als solche erkannt werden. Hamer 1983.kann als Ausdruck intensiver aggressi­ ver Neigungen interpretiert werden. Diese Erlebnisse sind von Anthropologen als »Schamanenkrank­ heit« bezeichnet worden. Auch treten zahlreiche Erlebnisse der Identifikation mit Tieren und der Begegnung mit geistigen Führern in tierischer Form auf. in denen man in die Unterwelt hinab. Ozeanien. Im allgemeinen muß man trennen zwischen Erlebnissen der Identifikation mit verschiedenen Tieren. in Nord.

Ich wußte. so etwas wie die »Tierseele« einer Spezies erfahren. Intraspezies-Kommunikationsmuster. Gewohnheiten usw. ein Affe für poly­ morph perverse Neigungen und das Streben nach genitaler und prägenitaler Lust. wenn Wasser in seinen Rüssel gelangt. würden sich nun weigern. Hier gibt es nichts zu analysieren. Männliche Eitelkeit und sexueller Exhibitionismus kann durch die autosymbolische Identifikation mit einem laut krähenden Hahn auf einem Misthaufen lächerlich ge­ macht werden. ein Maultier für Eigensinn und Halsstarrigkeit. und ein Esel für Dummheit. zu sein. ein Elefant ist ein Elefant. kann er als Eber oder Sau dargestellt sein. wenn er wütend oder sexuell erregt ist. das den Übergang zwischen den auto­ symbolischen Transformationen und authentischen Identifikations­ erlebnissen darzustellen scheint. Die selben Personen. Diese Tierseele scheint die Quintessenz aller Lernpro­ zesse. Im Vergleich zur autosymbolischen Transformation ist eine echte Identifikation mit einem Tier ein unzweifelhaftes transpersonales Phänomen. zu den Berichten über Lykanthropie und zu deren malaysischen Parallele Tigeranthropie. was ein Elefant empfindet. Ein Schwein kann auch für Selbstvemachlässigung. das verstehen Sie nicht. Ein Elefant steht nicht für etwas anderes.ein Hengst oder ein Bulle symbolisiert sein.oder Vampir­ erfahrung. echte Identifikationserlebnisse auf diese Weise anzugehen. die alle Mitglieder einer Spezies 151 . Ich habe in diesem Zusammenhang wiederholt Äuße­ rungen gehört wie: »Nein. Schlüpfrigkeit und moralische Mängel stehen. oder wie es sich anfühlt.« Phylogenetische Erfahrungen haben die Merkmale einer echten Identifikation mit einem Tier. ist die Werwolf. Hier gibt es einen klaren Bezug zum transsylvanischen Volksglauben. die zuvor noch bereitwillig an der Entschlüsselung symbolischer Erlebnisse. ich war wirklich ein Elefant. Man kann auch. Instinktverhaltensweisen. statt sich mit einem bestimmten Mitglied einer Spezies zu identifizieren. Ein interessantes Phänomen. doch es kommt noch das Empfinden einer zeitlichen Regression auf dem Evolutionsstammbaum hinzu. mitgearbeitet haben. Wenn er die anstößige Form reiner Lust und elementarer Begierde annimmt. die einen Bezug zu Tieren besitzen. das sich nicht von anderen unbewußten Inhalten ableiten oder symbolisch interpretieren läßt.

etwa beim ibisköpfigen Thoth und schakalköp­ figen Anubis des alten Ägypten. Der Elefanten­ gott Ganesha des Hindupantheon hat beispielsweise mit dem tat­ sächlich existierenden indischen Elefanten weit weniger gemein als etwa der Rehgott der mexikanischen Huicholindianer mit dem Waldreh. gehören zwar eindeutig bestimmten Spezies an bzw. Eine eigene interessante Gruppe von Tieren erscheint in der Rolle von göttlichen Helfern und Begleitern. Ihre unmittelbare Verbin­ dung zur Natur unterscheidet sie aber von verschiedenen theriomorphen Gottheiten. der Merkmale sowohl eines Menschen als auch eines Löwen besitzt. Dies wird sogar noch deutlicher. die zwar die Gestalt eines Tieres haben. der Löwe oder der Tiger. bei denen tierische und menschliche Elemente kombiniert sind. oder beim indischen Gott Narasimha. Die symbolische Bedeutung. und von Gottheiten. aber nicht eng mit der Natur verknüpft sind. 1982). auf der der Hindugott Ganesha reitet. Diese Gottheiten haben noch nicht einmal die ganze physi­ sche Form des Tieres. mit dem sie verbunden sind. geht weit über seine Verbindungen mit der Elefantenspe­ zies hinaus. denen man in verschiedenen außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen begegnen kann. sind ihnen übergeordnet. die Hengste vor dem Sonnenstreitwagen des griechischen Gottes Helios. Hierzu gehören beispielsweise die Maus. der Brahmas Gattin Sarasvati und den tibetischen lamaistischen Gottheiten bei­ steht. Ein hervorragendes Beispiel für die Begegnung mit tierischen Gei­ stern findet sich in dem Bericht über einen visionären Zustand des 152 . der Pfau. die der Göttin Durga dienen. daß dieses Phänomen im Rahmen der Naturwissenschaften erörtert werden kann. stammen aber aus der Welt der mythischen und archetypischen Formen. sowie die Widder der nordischen Göttin Frigga. wenn in der Gottheit Tier und Mensch vereint sind. die Ganesha als Gottheit zukommt. Erfahrungen dieser Art stehen offenbar in einem engen Zusammen­ hang mit Rupert Sheldrakes Theorie von der morphischen Resonanz (Sheldrake 1983) und Gregory Batesons Auffassung von der Rolle des Geistes in der Natur (Bateson 1981. Shiwas Bulle Nandi.im Laufe ihrer Entwicklung jemals an den Tag gelegt haben. Daraus geht hervor. Die tierischen Geister und spirituellen Führer in Tiergestalt.

um die Nacht nach Feinden abzusuchen. die Anakonda. 153 . andere Male wiederum greifen sie plötzlich in einer schwierigen inneren Situation ein. in der man dringende Hilfe benötigte. der riesige Schmetterling. daß er die Macht von Tsungi besaß. In vielen Fällen erscheinen sie dem oder der Betreffenden auch weiterhin. Nach und nach tauchten vor ihm in der Dunkelheit Umrisse von Linien und Formen auf und die kreischende Musik der Tsentsak. Er rief sie. sondern lediglich ihre Gegenwart spürten. Erklärungen und Anleitungen durch Telepathie oder mit anderen außersinnlichen Mitteln übertragen. Als erstes rollte sich Pangi. entweder von sich aus oder auf Verlangen ihres Schützlings. wußte er. Schlangen. Das Geräusch von tosendem Wasser hallte in seinen Ohren. und sie kamen. Manchmal erscheinen sie ganz spontan in einem bestimmten Stadium der spirituellen Entwicklung. dem ersten Schamanen. Die Betreffenden nehmen sie als über­ menschliche Wesen war. Andere Male wiederum erscheinen sie als strahlende Lichtquelle oder als starkes Energiefeld. daß sie eigentlich keinerlei Sinnes Wahrnehmung von ihnen hatten. Er verfügte nun über die Gabe des Sehens. Dann schwebte Wampang. der geistigen Helfer. und während er ihm lauschte. Manchmal haben die spirituellen Führer menschliche Gestalt mit einer deutlichen numinosen Qualität. Nur in Ausnahmefällen standen sie mit ihnen in verbaler Kommunikation. Die Kraft des Trankes war ihre Nahrung. über seiner Schulter und sang zu ihm mit seinen Flügeln. erhob sich um ihn. Viele Personen sagen nach ihrer Begegnung mit solchen Wesen.« Begegnungen mit geistigen Führern und übermenschlichen Wesen Begegnungen mit Führern. eines Kopfjägerstammes aus Ecuador. um seinen Kopf und verwandelte sich in eine goldene Krone. Vögel und Fledermäuse tanzten über ihm in der Luft. Die­ ser Zustand wurde durch die Einnahme von Ayahuasca herbeige­ führt (Hamer 1973). als seine dämonischen Helfer auftauchten. Er hatte von dem Trank genommen und begann nun leise zu singen.Schamanen der Jivaro. Lehrern und Beschützern aus der spiritu­ ellen Welt gehören zu den wertvollsten und beglückendsten trans­ personalen Erfahrungen. die auf höheren Bewußtseinsebenen und Energieniveaus existieren. Spinnen. Auf seinen Armen erschienen tausend Augen. In den meisten Fällen werden Botschaften.

Ein gutes Beispiel ist die berühmte Parapsychologin Thelma Moss. Der interessanteste Aspekt von Erfahrungen.Spirituelle Führer können auf vielerlei Art helfen. Die Quelle gibt sich selber häufig als ein Wesen aus einer nichtphysischen Realität zu erkennen. die kritisch sind. Andere Male begleiten sie ihn in innerlichen Situationen. Sie selber zieht es vor. helfen beim Kampf gegen böse und zerstörerische Mächte. durch den eine Person durch automatisches Schreiben. der Dante durch die Göttliche Komödie führte. in ihm den Archetyp des alten Weisen zu sehen. Ein Beispiel dafür wäre Vergil. die sie brauchte. moralischen und geistigen Beistand. ist der. in denen sich geistige Führer aus anderen Sphären zu erkennen geben. als sie in ihren Forschungen über Bioenergien nicht weiterkam. gab ihr »Benjamin Franklin« die Anweisung. das sich als »Benjamin Franklin« vor­ stellte. sich ein ganz bestimmtes Buch des Forschers Becker vorzunehmen. seine Gegenwart in einem meditativen Zustand zu erwirken. Gelegentlich kön­ nen sie auch einzelne Anleitungen und Anregungen im Hinblick auf spezielle Probleme oder auf die allgemeine Lebensführung geben. in dem sie dann die entscheidenden Informationen. Manchmal greifen sie in schwierigen und gefährlichen Erfahrungen auf Bitten des betreffenden Menschen ein. Sprechen in Trance oder geistiges Diktat Botschaften von einer Quelle außerhalb ihres Bewußtseins überträgt. Etwa ein Jahr nach dieser Sitzung war sie in der Lage. über die der oder die Betreffende im konventionellen Sinn nicht verfügt hat. daß sie gelegentlich den Zugang zu Informationen vermitteln. Manche spirituellen Führer bleiben anonym und unerkannt. Einmal. ein Phäno­ men zu erwähnen. Dabei geht es um den Prozeß. oder bilden einen Schutzschild aus positiver Energie. die in einer ihrer psychedelischen Sitzungen Verbindung mit einem Wesen aufgenommen hat. das in letzter Zeit zunehmend bekannt geworden und mit der modernen Bezeichnung Channeling belegt ist. Spirituelle Führer leisten intellektuellen. In diesem Zusammenhang sollte man nicht versäumen. fand. mit ihm Gespräche zu führen und ihn nach Informationen und Ratschlägen zu fragen. andere stellen sich mit Namen vor oder können anhand einzelner Merkmale identifiziert werden. Es kann sowohl den Rang eines Gottes oder 154 .

Zu den am weitesten verbreiteten modernen Texten zählen Gespräche mit Seth (Roberts). 155 . Im allgemeinen haben Persön­ lichkeiten dieses Ranges nicht die Rolle eines spirituellen Führers für einen einzelnen Menschen. Ein Wesen. Viele von ihnen sind offenkundig intelligente Kreaturen. die sich vollkommen von den unsrigen unterscheiden. Urantia Book (Anonym). Course in Miracles (Schucman). haben physiologische und metabolische Prozesse. aber ihr Denken und Fühlen hat nichts mit dem Denken und Fühlen des Menschen gemein. Die Wesen. Sri Ramana Maharshi oder Moses. die sie bewohnen. sich aber nicht innerhalb unseres Kosmos befinden. das sich der Tibeter nannte. Das Phänomen des Channeling und seine speziel­ len Manifestationen in der Religion. die ihre eigene Realität besitzen.eines Engels als auch den eines übermenschlichen fortgeschrittenen Wesens oder eines körperlosen Individuums haben. Diese Universen scheinen auf anderen Realitätsebenen oder in anderen Dimensionen zu existieren. besitzen bizarre Kör­ per. Starseed Transmissions (Rafael). Roberto Assagioli hat das­ selbe Wesen als Quelle seines psychologischen Systems der Psychosynthese genannt. New Age: Die Geburt eines neuen Zeitalters (Spangier). wären der Koran (Mohammed) und das Buch der Mormonen (Smith). den Künsten und den Wissenschaften wird den Gegenstand eines demnächst erscheinenden umfassenden Buches von Arthur Hastings bilden. Emanuels Book (Rodegast) und Ramtha (Knight). Gelegentlich haben Menschen in außergewöhnlichen Bewußt­ seinszuständen eine unmittelbare Begegnung mit großen Religionsstiftem wie Jesus Christus. Mohammed. wurde von Alice Bailey als der wahre Autor einer umfangreichen Folge ihrer spirituellen Schriften angeführt. Zoroaster. Buddha. der Philosophie. Solche Begegnungen treten aber in der Regel nur ein einziges Mal auf. und leben nach ir­ gendwelchen unverständlichen Gesetzen. die auf diese Weise entstanden. Historische Beispiele für spirituelle Lehren. es sei denn in einem metaphorischen Sinn. Besuche anderer Universen und Begegnungen mit ihren Bewohnern In solchen Erlebnissen wird man in wilde Abenteuer in seltsamen fremden Welten verwickelt. Messages from Mi­ chael (Yarbro).

Nach der Beschreibung von Personen. haben Erlebnisse dieser Art etwas Seltsames an sich. die je­ mals geschrieben wurden. In einigen Fällen neigten die Betreffenden mehr dazu. sie als Besucher aus einer anderen Dimension zu sehen. vergleichen sie oft mit den erfindungsreichsten Science Fiction-Geschichten. neutral oder feind­ selig verhalten. Dies liegt manchmal an der unver­ hohlenen Feindseligkeit ihrer Bewohner. In einigen Fällen scheint die Gefahr daher zu rühren. über Unterrichts­ stunden im Denken in höheren Dimensionen usw. Menschen. und ihre Bewohner können sich zu Besuchern aus anderen Dimensionen freundlich. 190f). manchmal aber auch an der Unsicherheit bei der Begegnung mit dem Unbekannten. Dies ist selbstverständlich kein Beweis dafür. Ich werde auf dieses Thema in Verbindung mit der Besprechung transpersona­ ler Erfahrungen psychoider Natur zurückkommen (S. daß diese Phänomene lediglich Phantasien auf der Grundlage von 156 . daß der Besucher oder die Besucherin in der fremden Welt absolut unbedeutend erscheint und so aus Nachlässigkeit oder durch einen unglücklichen Zufall vernichtet werden kann. sie als intrapsychische Phänomene zu werten. Berichte über solche Erfahrungen enthalten oft Beschreibungen über körperliche Untersuchungen und Operationen mit Hilfe verschiede­ ner mysteriöser Vorrichtungen. Die systematische Analyse des Inhalts von Erlebnissen der Entführung durch Insassen eines UFOs. und in wiederum anderen. Ich sollte in diesem Zusammenhang auch die Erlebnisse mit fremden Flugkörpern. Raumschiffen und fliegenden Untertassen erwähnen. die solche außergewöhn­ lichen kosmischen Erfahrungen gemacht haben. in anderen Fällen. das sie in die Grauzone zwischen physischer Realität und archetypi­ scher Welt verlegt. offenbart eine überraschende Fülle von perinatalen Elemen­ ten und Motiven.Die fremden Universen können sehr viel kleiner oder unendlich viel größer als unser Universum sein. die solche Objekte gesehen haben. über geistige Kommunikation mit den Fremden und ihren intelligenten Maschinen. sie als tatsächliche außerirdische Flugkörper von einem ande­ ren Teil des Universums zu betrachten. ihr Inneres betraten oder mitflie­ gen durften. ihren Insassen begegneten. Erlebnisse in fremden Universen werden in der Regel als gefährlich empfunden. die von Alvin Lawson durchgeführt wurde (Lawson 1984).

Sie veränderten ständig ihre Form. Auf einem anderen Planeten gab es grüne. so als ob man sie durch ein Kaleidoskop betrachten würde. daß sie mir helfen wollten. Nachdem ich mich etwa anderhalb Stunden auf dem Trip befunden hatte. Schließlich tauchte eine Dimension auf. Das folgende Beispiel ist die Erfahrung eines 35 Jahre alten Schrift­ stellers. der im Rahmen eines Gruppenversuchs zwei Amphetamin­ derivate zur Intensivierung des Einfühlungsvermögens einnahm. die weise waren. Legenden und Märchen im wahrsten Sinne des Wortes zum Leben. Besonders gute Beispiele für Kontakte mit außerirdischen Lebewe­ sen und Besuche fremder Universen finden sich in den Büchern des berühmten Forschers John Lilly (1976. in denen man an Handlungsabläufen aus Mythos und Märchen teilnimmt In diesen transpersonalen Erfahrungen erwacht die Welt der My­ then. Es handelte sich um unglaublich schöne Energiewe­ sen. In Lillys außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen scheinen solche Erfah­ rungen besonders vielgestaltig zu sein und ungewöhnlich häufig vorzukommen. der konsequent Selbsterforschung mit Hilfe von Psychedelika betreibt. und ließen mich schnell auf lautlose Weise verstehen.Erinnerungen an das Geburtstrauma sind. teils megaskopisch groß waren. In jedem Reich wurde gerade eine religiöse Zeremonie abgehalten. Erfahrungen . 1984). Ich befand mich auf der Reise zu anderen Planeten und zu anderen Dimensionen. die teils mikroskopisch klein. Unter Umstän­ den identifiziert er oder sie sich mit legendären und mythischen 157 . Der oder die Betreffende wird Zeuge von zahlreichen Szenen aus der Mythologie und den Volkssagen der verschiedensten Kultu­ ren der Welt und dringt in mythische Bereiche vor. tiefernste Würde aus­ strahlten und mich mit ihrem Ritual empfingen. in der nur kristallene Lebens­ formen existierten. und zwar zunächst 150 mg MDMA (Adam oder Ekstase) und vier Stunden später 20 mg 2 CB (Adamson 1986). doch verdient dieser Umstand weitere Beachtung. blaue. konnte ich meine Visionen sowohl mit geschlossenen als auch mit geöffneten Augen sehen. die wie kleine kristallhelle Insekten aussahen. gold. Auf einem Planeten lebten riesige heuschreckenartige Wesen.und purpurfarbene Wesen.

Prometheus. die Liebe zum Vater und der Haß gegen die Mutter (Elektra). Schneewittchen. die zweite Matrix mit solchen Visionen von der Hölle. zählen Uroboros. Außerdem kommen im Rahmen der zweiten Matrix häufig das Motiv von der ewigen Verdammnis sowie die Figuren der tragischen Helden vor. Zu den archetypischen Geschöpfen. Tantalus. Dornröschen. Typhon. der Konflikt zwischen Liebe und Macht (Alberich). Solche Erfahrungen können sich völlig spontan einstellen oder einen sinnvollen Bezug zu den persönlichen Problemen des oder der Betreffenden haben. die Liebe zur Mutter und der Haß gegen den Vater (Ödipus). Feen. die Leiden ohne Erlösung über sich ergehen lassen müssen . die häufig an solche biogra­ phischen Elemente anknüpfen. Die dritte perinatale Matrix hat Bezug zu Fegefeuererfahrun­ gen. der wandeme Jude Ahasver. der gute und der böse Bruder (Kain und Abel). Centaurus. Ixion. Meerjungfrauen. verschiedene europäische. gehören die böse Stiefmutter und die geschlagene Stieftochter (Aschenbrödel). die einander liebenden Zwillinge. skandinavische Trolle und andere. All diese Motive können in spezifischer kulturgebundener oder in mehr abstrakter. Zu den Motiven. die für die dritte und vierte Matrix charakteristisch sind. Mythologische Elemente. Gnome. 158 . Ich habe bereits früher auf einige besondere Verbindungen zwischen bestimmten mythologischen Themen und den perinatalen Grundma­ trizen hingewiesen. Man wird zum legendären polynesischen Helden Maui oder geht durch die Prüfungen. archetypischer Form auftreten. asiatische und präkolumbiani­ sche Drachen. die die göttlichen Zwillinge im Popul Vuh der Mayas zu bestehen haben. Elfen. Cerberus. mit denen sich Personen in psyche­ delischen Sitzungen oder während des holotropen Atmens identifi­ ziert haben. legendäre Ritter. sowie die große Liebe unter gefährlichen Umständen (Tristan und Isolde). Sphinx. der Fliegende Holländer und andere. die von den Erwachse­ nen in Gefahr gebracht werden (Hänsel und Gretel). Sisyphus. Die erste perinatale Grundmatrix ist mit den von Kultur zu Kultur unterschiedlichen Visionen vom Himmel oder vom Paradies verknüpft. Man erfährt die Leiden des Herkules oder erlebt die Abenteuer von Theseus und Jason.Helden oder Heldinnen und mit phantastischen mythologischen Geschöpfen.

doch es war tot. als ich Zusehen mußte. Um diese Kategorie von transpersonalen Erfahrungen zu veran­ schaulichen. 159 . spürte ich heftige Wut in mir hochsteigen. woher diese Trauer rühren könnte. die sich über den Boden verteilte. Mesopotamiens. Japans und anderer Länder. an dem die Asche zu Boden gefallen war. Ich wurde zu einer sehr ruhigen. die darauf ba­ siert. wo die Asche lag. In vielen Fällen haben nicht einschlägig vorgebildete Personen komplizierte Geschehnisse und sogar bildliche Szenen aus den Mythen Zentral. möchte ich die Beschreibung einer Sitzung mit holotropem Atmen wiedergeben. Meine Tränen bildeten die Nahrung für Keime. Ich kämpfte gegen die Dunkelheit und holte mir mein Baby wieder. Ich fühlte mich mächtig und stark. etwa Ungeheuer töten. Eine Pflanze wuchs heran und eine Blume erblühte. Prüfungen und Kämpfe von Helden. die um den Ort herumwandelte.wären die Leiden. Als ich mich an die Ursache für meine Trauer erinnerte. Trauer ergriff mich. die im Rahmen eines unserer fünftägigen Selbsterfahrungsseminare abgehalten wurde. einer Göttin gleichenden Figur. die meinem Körper entsprangen. in allen Einzelheiten beschrieben. um die es hier ging. wie der Körper meines eigenen Kindes durch meine flammen­ den Hände verbrannt wurde. die mich so überwäl­ tigte. über das Böse triumphieren. den Tod überwinden. zu Freiheit und Erlösung gelan­ gen oder eine heilige Ehe eingehen.sowie in den manifesten Symptomen neurotischer und psychotischer Patienten häufig ungewöhnliche und unbekannte mythologische Motive auftauchen (Jung 1976).und Südameri­ kas. die dort hervorsprossen. daß in Träumen . die sie definitiv nicht kannten. und die Wut nahm die Gestalt von Flammen an. Zu Beginn der Sitzung empfand ich tiefe Trauer. Die Teilnehmerin. Ich dachte darüber nach. Ägyptens. war eine Frau japanischer Herkunft.G. Dann erinnerte ich mich an eine formlose Dunkelheit. Diese Beobachtungen sprechen eindeutig für C. Im Prinzip scheint jeder Mensch Zugang zu mythologischen The­ men aller Zeiten und aller Kulturen zu haben.sogar in Träumen von Kindern und ungebil­ deten Personen . Er zerfiel zu Asche. Gegen diese Dunkelheit hatte ich mich machtlos gefühlt. die mir mein Baby aus den Händen genommen hatte. Jungs Theorie vom kollektiven Unbewußten. Indiens. die am Ende als Sieger hervorgehen. Polynesiens. daß ich nicht weinen konnte.

endlos war. Ich spürte. ihre Funktionen detailliert beschreiben und die kulturelle Zugehörigkeit grob bestimmen. Zu dem Zeitpunkt spürte ich. auf dem ich den Kreislauf durchbrechen konnte. Begegnungen mit einzelnen guten und bösen Gottheiten Diese Kategorie von Erfahrungen hängt mit der vorhergehenden Kategorie zusammen und könnte als eine spezielle Untergruppe von ihr aufgefaßt werden. zu dem sie gehören. die man in außergewöhnlichen Bewußt­ seinszuständen unmittelbar erfahren kann. Meine linke Körperseite verwandelte sich in Berge und ich spürte den geologischen Kreislauf der Gebirgsbildung und Gebirgserosion. einen Weg. fallen in zwei klar von160 . Es gibt aber auch Situationen. der sie erfährt. der sich in ein kostbares Baby verwandelte. weit hinausgehen. daß der Kreislauf. denen sie begegnen.In der Mitte der Blüte erschien ein leuchtender Kreis. denen man begegnet. Wenn ich in ihm gefangen war. die ihnen den Rang von göttlichen Visionen verleihen. 1. Zwischen meinen Beinen fühlte ich den Ozean mit den Gezeiten wellen. In manchen Fällen sind die Perso­ nen mit den Gottheiten. In anderen Fällen sind die Gottheiten den Betreffenden völlig unbe­ kannt. an deren Reihenfolge ich mich nicht mehr genau erinnere. daß ich meine Arbeit getan hatte. trotz gemeinsamer Nachforschungen von Klient und Therapeut im Dunkeln oder unbestimmt bleibt. vertraut. 3. Die meisten Gottheiten. daß sich der Kreislauf geschlossen hatte. ob sie tatsächlich zutreffen. die über das bisherige Wissen desjenigen. 2. wissen ihren Namen und kennen den Kulturbereich. Ich fand aber einen direkten Weg von jedem dieser Stadien zur Mitte. sie können sie aber zeichnen. Oft aber vermitteln solche Erfahrungen neue Informationen. würde er ewig fortdauem. den ich empfunden hatte. Ich war mir dessen bewußt. Die zugehörigen mythologischen Bilder sind mit einer besonderen Gewalt und Numinosität ausgestattet. Meine rechte Körperseite verwandelte sich in einen Wald. Sie sind auch sehr konkret und die Gottheiten lassen sich eindeutig den Pantheons verschiedener Kulturen zuordnen. Diese Informationen ermöglichen dann. den entsprechenden Quel­ len nachzugehen und so zu überprüfen. daß er sich ständig wiederholen würde und fühlte. in denen die Identität der Gottheiten. Dann spürte ich meinen Körper und hatte drei weitere Erfahrungen.

Kali. und in die schrecklichen und unheilvollen Gottheiten. Luzifer. Viele Personen.Abb. Hades. die dem sterbenden Menschen zunächst in ihrer strahlenden Form und später in ihren dämonischen Aspekten erscheinen. die die Mächte der Finsternis und des Bösen repräsentieren. Coatlicue oder Moloch tauchen charakteristischerweise in 161 . Ahriman. Lilith. die den spirituellen Weg eingeschlagen haben. die mit der Kraft des Lichts und des Guten in Verbin­ dung stehen. begegnen archetypischen Gottheiten zunächst im Rahmen von Todund Wiedergeburtserlebnissen. Huitzilopochtli. Rangda. einander getrennte Gruppen: in die wohlwollenden und mildtätigen Gottheiten. die eine Zwischenstellung einzunehmen scheinen. Ein typisches Beispiel dafür wären die Dhyani-Buddhas des Tibetanischen Toten­ buchs (Bardo Thötröl oder Tödöl). Es gibt Gottheiten. Diese Unterscheidung ist keineswegs absolut. 4: Die archetypische Figur der Erdmutter-Göttin. und andere. Die schrecklichen Gottheiten wie Satan. die sowohl Erhebendes als auch Grauenerregendes vereinen.

mit dem Höchsten aller Wesen oder der letzten Kraft im Universum konfron­ tiert zu werden. Balder. näm­ lich im Rahmen psychedelischer oder holotroper Erfahrungen. die Schlacht zwischen den Mächten des Ahriman und des Ahura Mazda. das ich zur Veranschaulichung dieser Erfahrungskate­ gorie ausgewählt habe. Quetzalcoatl.und Wiedergeburtserlebnissen auftauchen. das Aufwühlen des Ozeans durch die Hindugötter und -dämonen. Verschiedentlich erscheinen sie auch nicht einzeln. die ich später beschreiben werde. a. Christus). Pluto und Persephone. um an den Nektar Amrita zu gelangen. der Krieg zwischen den Göttern des Olymp und den Titanen. Gottheiten. sind typisch für die dritte Matrix und den Übergang zur vierten Matrix. Wenn man verschiedenen erhebenden oder schrecklichen Gottheiten begegnet. Apollo. der Fall von Luzifer und den ihm ergebenen Engeln. In ihm wird eine Begegnung sowie die Identifikation mit Christ und Antichrist beschrieben. Dieses Empfinden bleibt Erfahrungen höherer Ordnung Vorbehalten. die von ekstatischen Ausbrüchen und höchster Wonne zu metaphysischem Entsetzen. oder die Götterdämmerung in der nordischen Mythologie (Ragnarök). So gewaltig diese Visionen aber auch sein mögen. Die erhebenden Gottheiten Jungfrau Maria. die reinen transpersonalen Charakter haben. 162 . stammt aus einer psychedelischen Sitzung mit hoher LSD-Dosis. die zur vierten oder zur ersten perinatalen Matrix gehö­ ren. abgrundtiefem Leid und dem Gefühl. Dazu zäh­ len u. Ahura Mazda. reichen können. wahnsinnig zu sein. Diony­ sos.erscheinen in der Regel in ekstatischen Episoden. die man als Zeuge miterlebt.Verbindung mit der zweiten perinatalen Grundmatrix oder mit dem Ich-Tod auf. die Tod und Wiedergeburt symbolisieren (Osiris. treten gewöhnlich sehr heftige emotionale Reaktionen auf. Isis. man hat nicht das Empfinden. Adonis. Archetypische Bilder von bestimmten Gottheiten können auch au­ ßerhalb von Tod. Aphrodite. wie sie im zoroastrischen Pantheon beschrieben wird. sondern im Rahmen kosmischer Dramen. Lakshmi oder Kwan Yin (Kanon) . Das Beispiel. Dies geschieht in der Regel in der Form von gewaltigen Visionen. Wotan. Attis. Die andere häufige Alternative ist aber die vollständige Identifika­ tion mit diesen Gottheiten.

Ich verstand nun. Der Haß erschien mir als etwas Greifbares . mit dem satanischen Prinzip im Universum. wie dicht Christus und der Antichrist beieinander waren. Er war eine riesige dunkle Kreatur. Er wurde vor meinen Augen von den Flammen des 163 . Ich spürte die Gegenwart einer dämonischen Existenz unmittelbar neben Christus. wollte nichts anderes als töten. alle despotischen Herrscher und Tyrannen waren Manifestationen oder Personifizierungen dieses bösen Prinzips. Als ich ihn aus größerer Entfernung betrachtete. daß so viel Haß in mir steckte. den richtigen spirituellen Lehrer zu finden. Wie konnte man wissen. etwa den Aufstieg der Nazis in Deutschland oder die problematischen Entwicklungen in bestimmten religiösen Kulten. daß aus seinem Kopf Flammen schlugen. wieso Luzifer im wörtlichen Sinn »Lichtträger« heißt. Schmerz bereiten und den Menschen Leid bringen. aber ich mußte es tun.Der schwierigste Teil der Erfahrung war die Identifikation mit dem Teufel. Ich empfand reinen Haß.und derselben Münze. Der Teufel. einem General des Todes. dichte Energie. Ich wurde zu Hitler. ob ein bestimmter spiritu­ eller Führer aus Christus oder dem Antichristen hervorging? Spirituelle Güte und Bösartigkeit waren einfach nur die beiden Seiten ein. Alle Hitler der Welt. wie schwierig es auf Erden sein würde.als eine schwarze böse Substanz oder eine dunkle. großen Klauen und Drachenflügeln. Ich mußte zu dieser Kreatur werden. wurde durch das Licht in Licht umgewandelt. (Diese Begegnung mit dem archetypischen Bösen setzte sich in der nächsten LSD-Sitzung derselben Versuchsperson fort:) Zu einem ande­ ren Zeitpunkt hatte ich ein kurzes. wer der eine war und wer der andere?! Mir wurde klar. mich mit diesem höchst verabscheuungswürdigen Wesen iden­ tifizieren. halb Mensch und halb Tier. Ich konnte es einfach nicht glauben. stellte ich zu meinem Erstaunen fest. Luzifer selbst. aber äußerst intensives Erlebnis. Es war der Antichrist! Auch er war Teil der kosmischen Reise. Er kam gerade aus einer dunklen Höhle und flog dann durch den pechschwarzen Himmel mitten in der Nacht wie eine giganti­ sche Fledermaus. enge Verknüpfung von zwei entgegengesetzten kosmischen Energien schein­ bar verwirrende Phänomene der Menschheit. mit einem behaarten Körper. dem man folgen konnte. Es war sehr verwirrend. Wie konnte man wissen. In gewisser Hinsicht erklärte diese paradoxe. Es war sehr schmerzlich. Ich spürte die Gegenwart von Luzifer und konnte ihn dann deutlich sehen. das ich niemals vergessen werde. Mir fiel es schwer zu begreifen. Irgendwo vor mir ließ sich eine äußerst niederträchtige und abscheuliche Kreatur nieder und überschaute den ganzen Bereich.

Beispiele für Archetypen. der Mann. der Revolutionär oder der Kapitalist. Dies trifft zu für die Bilder der großen und schrecklichen Muttergöttin. der erleuchtete Herrscher. Im weitesten Sinn kann man unter einem Archetypen jedes statische Muster und Gebilde sowie jedes dynamische Geschehen in der Psyche bezeichnen. den weisen alten Mann oder die weise alte Frau. Ich wußte. Einige solcher universellen Archetypen stehen für verallgemeinerte biologische. den Märtyrer. G. Biolo­ gisch definierte Archetypen wären beispielsweise die Frau. der Vater.läuternden Feuers verzehrt. im folgenden nur dann von einem Archetypus zu sprechen. Zusätzliche psychische Merkmale würden dann Archetypen hervorbringen wie die gute oder schreckli­ che Mutter. 5). Er verwendete diese Bezeichnung abwechselnd mit den Begriffen »Urbild« und »Hauptmerkmal des kollektiven Unbewuß­ ten«. den Despoten. den Geiz­ hals. psychologische. Diese Erfahrungen stehen in enger Beziehung 164 . den Gelieb­ ten. den Ausgestoßenen. soziale und berufliche Rollen. den Asketen. wären der Wissenschaftler. den Einsiedler und viele andere. das transindividuell ist und universelle Eigenschaften hat (Jung 1976). wenn er echte universelle Muster und nicht ihre spezifischen kulturellen Manifestationen. In den Werken Jungs und seiner Schüler kann man hierarchische Darstel­ lungen verschiedener Ordnungen von Archetypen finden (siehe Abb. Variationen und Modulationen repräsentiert. die bestimmte berufliche und soziale Rollen repräsentieren. den Gauner. der Jude und der Angehörige der schwarzen oder gelben Rasse. der Arbeiter. die Mutter. Manche dieser Archetypen erreichen mythologische Dimensionen und haben eine besondere numinose Ausstrahlung. den tyrannischen Vater. der Heiler. das Kind. daß ich nie wieder Angst vor dem Bösen oder vor dem Teufel haben würde. Jung in die Psychologie eingeführt. Begegnungen mit universellen Archetypen Der Ausdruck »Archetyp« wurde von C. Ich möchte mir die Freiheit nehmen. die Geliebte bzw. den Flüchtling. des großen Hermaphroditen oder des kosmischen Menschen. der Diktator. Eine solche Definition ist extrem allgemein gehalten und würde sich auf viele in diesem Abschnitt beschriebene transpersonale Phänomene anwenden lassen.

Clans und Stämme (C) und noch tiefer der große Bereich des allgemeinen Unbewußten nationaler Einheiten. B. Gruppen. des Trickster oder von Mana. 5: Diagramm./I Abb. Schließ­ lich der zentrale Bereich. des Helden. des hilfreichen Tieres. die in allen Mythologien und religiösen Systemen zu finden sind. die von der Menschheit geteilt werden (E). von Freud entdeckten. Darunter liegt das Gruppen-Unbewußte der Familien. zu dieser letzten Gruppe gehören archetypische Vorstellungen wie die des kosmi­ schen Gott-Menschen. der Mutter Erde. die australischen Aborigines oder südamerikanische Indianer (D). Bereiche des persönlichen Unbewußten. die wichtige mythologische Motive gemeinsam haben wie z. 165 . an dem Marie-Louise von Franz die hierarchische Struktur des Unbewußten veranschaulicht: Die äußersten kleinen Kreise (A) stellen das Ich-Bewußtsein dar. Die tieferen Schichten (B) sind die. der den universellen Fundus archetypischer Strukturen bildet.

Eine andere Simulation dieser Art von Erfahrung. ist ein Ausschnitt aus meiner eigenen Sitzung mit 200 mg MDMA (Adam. Dazu gehören C. Dieses Hologramm veranschau­ licht auf äußerst treffende Weise die Erfahrung. das ich für die oben beschriebene Erfahrung anführen möchte. sind aber nicht mit ihnen identisch. Einmal wurde ich von diesem Energie­ 166 .und derselben Kategorie ohne Veränderung des Lasereinfallwinkels entstehen würden.mit den früher beschriebenen Erfahrungen. Ar­ chetypische Bilder dieser Art lassen sich sehr treffend mit hologra­ phischen Bildern vergleichen. die ich als Begeg­ nung mit einem Archetypus bezeichne. Im letzteren Fall fühlt man sich eins mit allen individuellen Mitglie­ dern einer bestimmten Gruppe. G. Ekstase). Anima und Schatten. Diese beiden verschiedenartigen Phänomene lassen sich veran­ schaulichen. Die archetypischen Erfahrungen hingegen betreffen personifizierte Vorstellungen von den einzelnen Rollen. um seine Theorie von der morphischen Resonanz zu veranschaulichen (Sheldrake 1983). die ihrem Wesen nicht ganz so verblüf­ fend nahe kommt. die einund denselben Raum einnahmen. Jungs be­ rühmte Archetypen Animus. Zu Beginn spürte ich eine starke Aktivierung im unteren Körperbereich. das Bewußtsein aller Revolu­ tionäre der Welt anzunehmen (Gruppenbewußtsein). Mein Becken vibrierte. etwa im Sinne der Platonschen Ideen. Eine weitere spezielle Katego­ rie von Archetypen repräsentiert bestimmte personifizierte Aspekte der menschlichen Persönlichkeit. Bei einer Holographie-Ausstellung vor mehreren Jahren in Honolulu bestand eines der Hologramme mit dem Titel »Das Kind aus Hawaii« aus einer großen Anzahl von dreidimensionalen Kinderbildem. in denen man das Be­ wußtsein einer Gruppe annimmt. Ein Beispiel dafür wären die zusam­ mengesetzten Bilder von Francis Galton. die durch die aufeinanderfolgenden Aufnahmen mehrerer Menschen ein. Das Beispiel. wenn man die Erfahrung. In diesem Erlebnis ist der Archetyp der Apokalypse mit personifizierten Archetypen universeller Prinzipien vereint. zum archetypischen Revolutionär zu werden. die Rupert Sheldrake dazu benutzte. wäre die kumulative Aufnahmetechnik in der konventionellen Fotografie. während große Energiemengen in ekstatischen Stoßbewegungen frei wurden. der Erfahrung gegenüberstellt.

die mit langen geflochtenen Pferdeschwänzen geschmückt waren. ist sie vor allen Dingen ein Archetyp. Dem war aber nicht so. die wie Sensen oder L-förmige Krummsäbel aussahen. wie es in den konkretistischen Interpretationen des Christentums geschieht. die so etwas wie den letzten kosmischen Säbeltanz aufzuführen schienen. Die ständigen Vibrationen und Stoßbewegungen meines Beckens gingen in Reitbewegungen über und ich wurde einer der vier. Dann verwandelte sich die Erfahrung. Sie trugen stark mongoloide Züge mit hervortretenden Backenknochen. die das Ende der Welt symbolisierten. Massensterben und Kriegsgreuel. Waldbrände und Flutwellen mit den Bildern von brennenden Städten. daß diese Erfahrung unangenehm und furchterregend war. Im Zentrum dieses gewaltigen Wirbelsturms aus Urkräften begegnete ich vier gigantischen Figuren mit herkulischer Gestalt. Ich schloß mich ihrem Tanz an und wurde . Als solcher scheint sie das Stadium der Bewußtseinsentwicklung widerzuspiegeln.meine Identität weit hinter mir lassend . daß die materielle Welt nur Illusion ist.ström in einen kosmischen Strudel aus Schöpfung und Zerstörung gerissen. Über dieser Welle totaler Vernichtung erschien das archetypische Bild von vier schrecklichen Reitern. Die bisherige Schilderung mag den Eindruck erwecken. seitlich ansteigenden Augenlidern und glatt rasierten Köpfen. das den ganzen Planeten betrifft.einer von ihnen oder möglicherweise auch alle vier zu­ gleich. zusammenbrechenden Wolkenkratzerreihen. Alle vier bildeten zusammen ein sich rasch drehendes Hakenkreuz. in dem der oder die Betreffende erkennt. und ich erblickte ein unvorstell­ bares Panorama der Zerstörung. daß sich die Apokalypse eines Tages als historisches Ereignis manifestieren wird. Obwohl es möglich ist. Sie wirbelten wie besessen in einem rasenden Tanz umher und schwangen dabei große Waffen. Es waren die vier Reiter der Apokalypse. Erdbeben. In dieser Vision vereinten sich Natur­ katastrophen wie Vulkanausbrüche. Was dominierte. die sich in dieser Sitzung einstellten. Ich erkannte. was möglicherweise auf die generell angenehme Wirkungsweise der Empathogene aus der Amphetamin-Reihe zurückzuführen ist. Meteoreinschläge. Sobald das Universum sein wahres Wesen als kosmisches Spiel des Bewußt­ 167 . war ein ekstatisches Verschmelzen mit den entfesselten Energien und eine Faszination von den unglaublichen philosophischen und spirituellen Einsichten. daß die Vorstellung von der Apokalypse nicht wörtlich aufgefaßt werden darf.

Während für Sigmund Freud Symbole für etwas bereits Bekanntes. wird die Welt der Materie in der Psyche des Individu­ ums vernichtet. die Liebenden.ständig ihre Formen veränderten und sich wie in einem Hologramm auf äußerst verwickelte Weise gegenseitig durchdrangen. G. Die Situation hier ähnelt einem früheren Stadium. Sie waren vielgestaltige Personen. der Gauner. das göttliche Spiel betreiben. die . reich an Facetten und Bedeutungsdi­ mensionen. Solche Visionen sind gewöhnlich von tiefgehenden Einsichten in die esoterische Bedeutung dieser Sym­ bole begleitet. die das ewig Weibliche verkörpert. aber Anstößi­ ges standen. Während sie über die Bühne schritten. die königliche Gestalt des Herrschers. die durch ihr komplexes Zusammenwirken die Illusion von der phäno­ menalen Welt erzeugen. Intuitives Verstehen universeller Symbole Zu den interessantesten archetypischen Erfahrungen zählen Visio­ nen universeller Symbole. In die apokalyptischen Visionen waren archetypische Bilder aus vielen Kulturen eingestreut. Anima. so als erwarteten sie Beifall für ihre Leistung im Spiel des Unversums. ein mysteriöses ätheri­ sches Prinzip. sah Jung in Symbolen die bestmögliche Repräsentation von etwas. verneigten sie sich in meine Richtung. das die Hindus lila nennen. die die Nichtrealität der phänomenalen Welt symbolisierten.seins offenbart. in dem die Identifikation mit der Kreuzigung und Wiederauferstehung Christi die philosophische Identifikation mit dem eigenen Körper been­ det. Jede von ihnen schien gleichzeitig das Wesen ihrer Funktion sowie alle konkreten Manifestationen in der Welt der Materie zu repräsentieren. Universelle Symbole sind also alles andere als versteckte Aussagen über einfache biologische 168 . die die sexuellen Dramen und Romanzen aller Zeitalter darzustellen schienen. das die Illusion von der Welt symbolisiert. Da war Maya. Erlebnisse dieser Art sprechen für die Auffassung von Symbolen.während ich sie beobachtete . Jung (1981b) vertreten hat. die C. was zu einer anderen Bewußtseinsebene gehört und sich im Prinzip nicht anders ausdrücken läßt. von Archetypen. Das letzte große Erlebnis dieser Sitzung war eine herrliche Parade von personifizierten universellen Prinzipien. der immer entkommt. und viele andere. Am eindrucksvollsten war wohl das Platonsche Höh­ lengleichnis. eine marsähnliche Personifizierung von Krieg und Aggression. der zurückgezogene Einsiedler.

die ich im Rahmen meiner Forschungen beobachtet habe. die Alchemie und die alten Formen der Weissagung wie IGing und Tarot belächelt hatten. der heilige Phallus (Shiva Un­ garn) und die heilige Vulva (yoni) der Hindureligion. Personen. Als Folge von Erfahrungen dieser Art kann sich bei den Betref­ fenden ein richtiges Begreifen verschiedener komplexer esoteri­ scher Lehren entwickeln. Was Freud als Symbole auffaßte . entdeckten plötzlich deren tieferen Sinn und vermochten ihre metaphysische Relevanz zu erkennen. das taoistische Yin und Yang-Symbol. das indoiranische Hakenkreuz sowohl im Sinne der Ver­ kündigung von Unheil als auch als Friedenssymbol. das altägyp­ tische ankh (Nilkreuz oder crux ansata). gehören das Kreuz. Erlebnisse. In außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen können Visionen verschiedener universeller Symbole eine bedeutsame Rolle spie­ len. wie sie im Sohar und Sepher Yetzirah beschrieben sind. kann bestenfalls als Zeichen klassifiziert werden. die Lotosblume. sowohl in seiner hebräischen Form als Davidsstem als auch in seiner tantrischen Form als Symbol für die Vereinigung von männlicher und weiblicher Energie oder als symbolische Darstellung einer Synthese der vier Grundele­ mente. Zu den häufigsten Symbolen. wie sie im tibetischen Vajrayana und in anderen tantrischen Systemen benutzt werden. die zuvor kein Interesse an Mystik hatten oder gegen alles Esoterische voreingenommen waren. das buddhistische Rad und der sechszackige Stern.Funktionen. Ebenso können solche erhellenden Ein­ 169 .als Anspielungen auf Elemente der gleichen Bewußtseinsebene -. An­ dere waren in der Lage. die mit der Kaballah nicht vertraut waren. die zuvor die Astrologie. sie beziehen sich auf komplexe transzendente Wirk­ lichkeiten. der Dia­ mant und andere Edelsteine. der quadrierte Kreis. die Bedeutung und Funktion verwickel­ ter Mandalas zu beschreiben. und gelangten zu überraschenden Erkenntnissen über kabbalistische Symbole. sogar in Erfahrungen von Personen. In einigen Fällen hatten Personen. Solche Visionen vermitteln in der Regel ein unmittelbares intuitives Verständnis der verschiedenen Bedeutungsebenen die­ ser Symbole und wecken ein tiefes Interesse am spirituellen Weg.

klumpiges Kreuz. Ich sah.sichten skeptische Personen für die gnostischen Lehren sowie die Theorien des Pythagoras über geometrische Körper und die Zahlen­ ordnung im Universum öffnen. das Kreuz flackerte und der Ablauf der Geschichte geriet durcheinander. Meine physische.war ich vollkommen in das Kreuz eingetaucht. wie Bauern in einem obszönen Waldritus das Kreuz mit ihren Füßen zertrampelten. daß noch weitere hunderttausend kommen würden. rief einer lächelnden Johanna von Orleans auf dem brennenden Scheiterhaufen »Sei guten Muts!« zu. Ich beobachtete. S. Ein gewaltiger Strom von Blut ergoß sich und gerann in ein riesiges. wie die frühen Christen in der Arena starben. und ich wußte. Martin Luther spazierte Arm in Arm mit Billy Graham. erlebte den Beginn des frühen Mittelalters und beobachtete. während andere durch abgelegene Straßen Roms eilten. Bomber folgten in Kreuzformation. Inquisitor-Gestalten richteten ihre knochigen Finger auf wahnsin­ nige Hexen. Doch dann . Meine Hand zitterte. Hunderttausend Episoden brachen aus den leuchtenden Rändern des Kreuzes hervor.ich wußte nicht. das ihm von den Versuchsleitem gezeigt wurde. der dramatische Visionen von der ewigen Verdammnis herauf­ beschwor. 222). daß er auf ein verziertes Kreuz schaute. wann und wie es geschah . während Franz von Assisi den Vögeln predigte. Ein interessantes Beispiel für eine ganze Reihe von Visionen und Erkenntnissen in bezug auf das universelle Symbol des Kreuzes findet sich in dem Buch Varieties of Psychedelic Experience von Robert Masters und Jean Houston (Masters und Houston 1966. wie in zehntausend herunterge­ kommenen Hütten kleine gekreuzte Zweige als Symbol der einzigen Hoffnung angebracht wurden. wie Jesus gekreuzigt und wie Petrus gemartert wurde. Papst Johannes XXIII. der das Studium aufgrund religiöser Zweifel abgebrochen hatte. Ich sah den Fall Roms. um die Lehre Christi zu verbreiten. als Konstantin auf die Erscheinung des Kreuzes am Himmel starrte. gefolgt von Thomas von Aquin und den Heeren der Kreuzrit­ ter. während es am anderen Ufer des Meeres mit juwelenbesetzten Mosaiken und Kathedralen mit riesigen Kuppeln verherrlicht wurde. Ich wurde Zeuge. geistige und spirituelle Substanz wurde völlig von der 170 . Ich war dabei. Seine Er­ lebnisse wurden dadurch ausgelöst. und Savonarola grüßte einen rotnackigen Prediger aus Texas. Es stammt aus einer psychedelischen Sitzung (mit 100 mcg LSD-25) eines Anwalts und früheren Theologiestudenten.

lebte ich und starb.Substanz des Kreuzes absorbiert.in einem Traum. Teil dieser Vorbereitungsphase sind in der Regel zahlreiche Beobachtungen.die Entdeckung der chemischen Übertragung neuronaler Impulse während des 171 . Mein war die Schmach und mein war der Sieg. nur um erneut zu leben. ohne eine Lösung zu finden. und die noch verbleibenden hunderttausend Ereignisse waren die der Geschichte meines Lebens. Die Problemlösung kommt dann in einem außergewöhnlichen Bewußtseinszustand . philosophische und religiöse Inspiration durch außergewöhnliche Bewußtseinszustände vermittelt wird und transpersonalen Ur­ sprungs ist. Schmach und Sieg des Kreuzes wiederholten sich endlos in den Einzelheiten meines Lebens. lassen sich in drei große Kategorien eintei­ len. Aber ich wußte nun (und weiß es auch jetzt noch). daß die Erlösung etwas Beständiges. hatte wieder gelebt. in denen die betreffende Person jahrelang mit einem Problem gekämpft hat. hatte falsch verurteilt und mit Bedacht abgewogen. in dem er den Benzolring als eine kleine Uroborosschlange sah. Der Chemiker Friedrich August von Kekule gelangte zu der endgül­ tigen Formel für Benzol . die an der Dynamik des kreativen Prozesses beteiligt sind. daß die wahre künstlerische.der Grundlage für die organische Che­ mie . Dem Physiolo­ gen Otto Loewi kam der Versuchsplan für das entscheidende Experi­ ment. Und wie das Kreuz war auch ich gestorben. Ich war Inquisitor und Heiliger gewesen. Die Mechanismen. Und vielleicht würde ich noch einmal sterben. die Schuld hingegen nur etwas Vorüberge­ hendes ist. war wieder gestorben . in einer Phase der Erschöpfung. das Studium der einschlägigen Literatur und wiederholte erfolglose Versuche. die sich in den Schwanz biß. funkelnden Episoden der Geschichte des Kreuzes. wissenschaftliche. das ihm den Nobelpreis einbrachte . dem Problem mit gewöhnli­ cher Logik beizukommen. Die erste bezieht sich auf Situationen. Mein Leben wurde zu den leuchten­ den. als Halluzination in einer fiebrigen Erkran­ kung oder in der Meditation.in einem Traum. Kreative Inspiration und prometheischer Impuls Ein auch nur oberflächliches Studium der Literatur über Kreativität macht deutlich. Dieser Mechanismus läßt sich anhand vieler berühmter Beispiele belegen.

das anderen mitgeteilt werden kann. vor kurzem unerwartete. daß sich das Leben aus den Ozeanen entwickelt hat. In der dritten Kategorie finden sich Beispiele für einen echten prometheischen Impuls. Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte. die den Inhalt der Inspira­ tion bestätigen. In der zweiten Kategorie kommt die allgemeine Form eines Gedan­ kens oder eines Gedankensystems als plötzliche Inspiration aus transpersonalen Sphären. nämlich durch die Entdeckung der Sonderrolle des Photons. bis sich genügend Daten angesammelt haben. und so eine neue kreative Synthese zu ermöglichen. die für die Industrie von revolutionärer Bedeutung war -. Werner Heisenberg fand die mathematische Lösung für die Probleme in der Quantenphysik während eines Aufenthalts auf Helgoland.eine Erfindung. Vor der Entdeckung der schwingenden Natur des Universums und der holonomen Prinzipien mutete diese Theorie aber die westlichen Wissenschaftler bizarr und absurd an. häufig noch lange bevor die Entwicklung in dem entsprechenden Bereich es rechtfertigen würde. Die Vorstellung. daß Informationen über das Universum in jedem seiner Teile enthalten sind. sowie im Rahmen von Arthur Youngs Prozeß-Theorie (Young 1987). Ebenso haben die alten kosmogenetischen Systeme. als sein Bewußtsein durch schweren Heuschnupfen getrübt war. aufzuheben. Beispiele für diesen Mechanismus aus der Antike wären die atomistische Theorie von Leukippos und Demokrit oder der von dem ionischen Philosophen Anaxagoras formulierte Ge­ danke. der die Grundlage des AvatamsakaBuddhismus (des chinesischen Hwa Yen und des japanischen Kegon) bildet. nachdem ihm der vollständige Entwurf und ein Prototyp in voller Funktion in einer 172 .Schlafs. unabhängige Bestätigung durch die Wissenschaft erfahren. die dieses unter den subatomaren Teilchen einnimmt. Nikola Tesla konstruierte den Elektrogenerator . in denen das Licht als das kreative Prinzip des Universums gilt. in dem die Inspiration in Form eines ferti­ gen Produkts erfolgt. Unter Um­ ständen dauert es noch Jahre. In allen diesen Fällen scheint der außergewöhnliche Bewußtseinszustand die traditionellen Denkweisen. die eine Lösung verhindern. findet sich schon in der alten jainistischen Theorie von den jivas oder in dem Gedanken von der gegenseitigen Durchdringung aller Dinge.

Begegnungen mit dem Weltenschöpfer und Einblicke in die Erschaf­ fung des Kosmos In solchen Erfahrungen. daß sie sich mit dem Schöpfer identifizieren können. Erfahrungen dieser Art können die Betreffenden zu ernsthaften Überlegungen über ihre eigene Rolle im Universum bewegen. die zum Ausdruck gebracht werden möchte. sondern sich auch vollständig mit ihm identifizieren kann. in denen man dem Schöpfer des Univer­ sums nicht nur begegnen. und Wolfgang Ama­ deus Mozart behauptete. Richard Wagner soll einen großen Teil seiner Musik halluziniert haben. von endloser Neugier. Auf dieser Erfahrungsebene hat der Schöpfer gewöhnlich viele persönliche Merkmale. weit über den Dingen zu stehen. die solche Erfahrungen hatten. Bei manchen stellt sich durch die Entdeckung. Die Artikel des Moslemglaubens wurden Mohammed in einer Vision verkündet.Vision erschienen waren. das Gefühl ein. er habe seine Symphonien in ihrer endgülti­ gen Form in seinem Kopf bereits vorgefunden. und sie sehen ihre alltäglichen Probleme aus einer völlig neuen metaphysischen Perspektive. sprechen in diesem Zusammenhang von einem Übermaß an Zeugungsenergie. der in ihm das Gefühl der Selbstvemichtung auslöste. Man kann die Kräfte spüren. bevor er sie nieder­ schrieb. aber nicht unbedingt eine menschenähnliche Gestalt. ihre Ziele und Probleme. von unermeßlicher Liebe. die dem Schöpfungsprozeß zugrunde­ liegen und ihn in Gang setzen. gewinnt man in der Regel außerordentliche Einblicke in den Prozeß der Schöpfung. von Wissensdurst oder Hunger nach Selbsterkenntnis. einem unwiderstehlichen künstlerischen Impuls. als er die Gegenwart Allahs spürte und sich in einem Zustand der Ekstase befand. in ihre Antriebskräfte. oder gar von Flucht aus Monotonie und Lange­ weile. ihre spezifischen Mechanismen. 173 . von leidenschaftlicher Experimentierfreude. Personen. Es fällt ihnen schwer. von Erlebnis­ hunger. Albert Einstein entdeckte die Grundprin­ zipien seiner Relativitätstheorie in einem außergewöhnlichen Be­ wußtseinszustand: seiner Beschreibung nach stellten sich bei ihm die meisten Einsichten in Form kinästhetischer Empfindungen in den Muskeln ein. während er komponierte.

die unerwünschte. den ich hier als Beispiel verwenden möchte. in denen sie einem aus einem männlichen und einem weiblichen Wesen bestehenden Schöpferpaar begegneten. aus dem alles im Universum hervorzugehen schien. kann erhebend oder entmutigend sein. Ich befand mich draußen im interstellaren Raum. Ich näherte mich dem Zentrum einer Energieexplosion. Es folgte eine gewaltige Erweiterung des Bewußtseins. Der Weltenschöpfer oder Demiurg kann als die höchste Existenz­ form angesehen werden. daß Menschen die Darsteller in einem vorbestimmten kosmischen Drama sind. Verschiedene Menschen haben in dieser Hinsicht unterschiedliche Erlebnisse und finden ihre eigenen Antworten. In manchen Fällen ist er aber nur einer von Schöpfern vieler Universen. Es war der Ursprung all dessen. In anderen Erlebnissen spielen Menschen die Rolle intelligenter Vermittler. daß ich mich schneller als das Licht bewegte. um so 174 . Der Gedanke. ähnlich wie man es Kosmo­ logien mancher nicht westlicher Kulturen finden kann. aber unvermeidliche Nebenprodukte der Schöp­ fung sind. Je mehr ich mich diesem Zentrum näherte. Andere wie­ derum erlebten eine Situation. oder er ist der alleinige Schöpfer vieler Universen. zu erwachen und diese Tatsache zu erkennen. In einigen Erlebnissen erscheint die phänomenale Welt als Illusion. identisch sind. an dem mehrere höhere Wesen beteiligt waren. und das höchste Ziel besteht darin. Unmittelbar vor meinen Augen wurde Galaxie nach Galaxie erschaffen. Ich fühlte. Andere identifizieren sich nach wie vor mit ihrer Persönlichkeit im Alltag und haben das Bedürfnis. Er ist vergleichbar mit dem Gott verschie­ dener Religionen. was erschaffen wurde.sich als Opfer widriger Umstände im Universum zu fühlen. die dieses Universum geschaffen hat. Manche Personen berichten sogar von Erfahrungen. nachdem ihnen bewußt geworden ist. die dabei helfen. Der Erlebnisbericht. die Evolution voranzutrei­ ben oder aus dem universellen Schema jene Elemente zu entfernen. Eine Galaxie nach der anderen zog an mir vorbei. in der dieses Universum im Laufe eines Spiels erschaffen wurde. stammt aus einer psychedelischen Sitzung mit einer hohen Dosis LSD-25. ein Ziel für ihre Existenz in dieser Form zu finden. daß sie auf einer anderen Ebene mit der Kraft.

wie wir sie von der Bühne oder vom Film her kennen. jen­ seits alles Negativen und aller Dualitäten. muß es die Illusion von Raum. Um die Reise zu machen. Die Erfahrung war ekstatisch und verlieh mir das Gefühl grenzenloser Macht. in eine einzige Licht­ quelle. das Leid und die Zerstörung. daß ich den verschiedenen Bildern auf der Kinoleinwand den Rücken kehrte und direkt in das Licht des Projektors schaute. Seine wahre Identität ist unteilbare Einheit. Dort ist auch die Leere. Leid und Dunkelheit. die die Art der Erfahrungen bestimmen. um so mehr spürte ich. den Zugang zum höchsten und letzten 175 . nur um die unendliche Freude erleben zu können. Je näher ich kam. das dem Aufbau des Weltalls zugrundeliegt. Ich erkannte. Ich war nicht mehr Ausdruck dieser Energie.das Böse. daß das Brennen. die das kosmische Bewußtsein erlangen. der Hochofen des Universums. Materie und Zeit schaffen und . Sie schien mir als Metapher mit dem Schöpfungsprozeß besonders geeignet. Meine Erlebnisse in psychedelischen Sitzungen waren damit vergleichbar.mit diesen zusammen . die Dunkelheit. über die Analogie zum Film nachzudenken. Die schöpferische Quelle und Kraft des Universums war das kosmische Bewußtsein. haben das Emp­ finden. das eine endlose Reihe von Dramen spielte. die Gesamtheit der Existenz zu umfassen und bis zur Wirklichkeit hinter allen Wirklichkeiten vorgedrungen zu sein. dem Strahl des Lichts bis in das Innere des Projektors zu folgen. Es war ein gigantischer Hochofen. Sie sind fest davon überzeugt. als ob ich augenblicklich in das Innerste dieses universellen Hochofens der kosmischen Schöpfung eindringen würde. das Böse. um sich wiederzufin­ den. das ich verspürte. Dramen. sich zu verlieren. Es schien mir. wie sich meine Identität wandelte. Die Erfahrung kosmischen Bewußtseins Personen. Ich fuhr fort. ebenso die Intensität des Lichts. In diesem Drama ist es das Spiel. die es ausstrahlte. Der Filmstrei­ fen selber wäre dann das Gegenstück zu den Archetypen. Schmerz. die eine unendliche Anzahl von Bildern und Szenen schuf! Auch ist es möglich. sondern die Energie selber.mehr fühlte ich die weißglühende Hitze. Ableh­ nung. seinen sicheren und wonnnigen Urzustand wiederzuentdecken. Die Hitzeempfindung nahm unglaubliche Ausmaße an. das Brennen des läuternden Feuers war. aus der das Licht kommt. die ihrerseits durch Projektion als vierdimen­ sionales Raum-Zeit-Kontinuum geschaffen werden. Plötzlich verstand ich das Prinzip. Dieses Bewußtsein des Universums inszeniert Trennung.

die man jemals gestellt hat. oder aber es besteht keine Notwendigkeit mehr. Dieses Prinzip ist das einzig wirkliche Rätsel. das Wesen dieses transzendentalen Prinzips zu vermitteln. Dieses Prinzip entzieht sich allen Versuchen. es mit rationalen Mitteln zu begreifen. läßt sich alles andere von ihm ableiten und verstehen. chit wird gewöhnlich mit Bewußtsein oder Wissen übersetzt. erschei­ nen im Licht dieses höchsten Bewußtseins als äußerst begrenzte. dimensionslose und ungreifbare kosmische Bewußtsein läßt sich also am besten als unendliche Existenz. Das formenlose. und änanda steht für Entzücken. Unsere phänomenale Welt und alle Dinge. Sie sind also nur klägliche Versuche. scheinen beantwortet. sie zu erfassen und ihre Eigenschaften anderen mitzuteilen. Jedes dieser Wörter bezieht sich aber in erster Linie auf Phänomene und Prozesse der materiellen Wirklichkeit.Prinzip des Seins gefunden zu haben. und doch reicht schon ein kurzes Erleben dieses Prinzips aus. illusorische und subjektive Aspekte dieser einen Wirklichkeit. Die Trugbilder von Materie. noch irgendwelche Fragen zu stellen. die sich verzweifelt bemühen. um dies beispielsweise auf Englisch auszudrücken. um alle intellektuellen und philosophischen Bedürfnisse voll zu befriedigen. Ein Mittel. die wir bei gewöhnlichem Bewußtsein erleben. Worte und gerade die symbolische Struktur unserer Sprache erweisen sich als geradezu lächerlich unzureichende Mittel. Alle Fragen. die in psychedelischen oder anderen 176 . Man kennt dies von den schriftlichen Produktionen psychotischer Patienten. Wenn man die Existenz dieses Prinzips einmal akzeptiert hat. ihre unbeschreibbare Welt anderen verständ­ lich zu machen. Personen. wenn man sie mit dem Begriff Saccidänanda umschreibt. Dieses Sanskrit­ wort setzt sich aus drei verschiedenen Wörtern zusammen: sat heißt Existenz oder Sein. der sich in den religiösen und spirituellen Schriften Indiens findet. wäre Großschreibung der dafür verwendeten Wörter. unfaßbar und unbeschreibbar. unendliches Bewußtsein und Wissen sowie unendliches Entzücken charakterisieren. Der Natur dieser Erfahrung wird man am ehesten gerecht. Raum und Zeit sowie eine unendliche Anzahl anderer Wirklichkeitsformen und -ebenen sind durchschaut und auf dieses eine rätselhafte Prinzip reduziert worden. Diese Erfahrung ist grenzenlos. aus dem sie alle hervorgehen und das ihr gemeinsamer Nenner ist.

Kahlil Gibran. Rumi. In diesem kosmischen Versteckspiel ist alles in gewisser Weise bekannt und ist bereits geschehen. In meinen früheren psychedelischen Sitzungen hatte ich die Hindu Vor­ stellung vom Universum als lila . Und dann verwandelte sich dieser Organismus in etwas. aber weitaus angemesseneres Mittel zu seiner Beschreibung. Diese Weiterentwicklung würde in Dimensionen führen. sind Elemente des kosmischen Bewußtseins. als ob wir uns alle geeinigt hätten und zu einem vollständig einheitlichen Netzwerk wur­ den.aus der Welt zu schaffen. Die Bewegung wurde immer schneller. Wir setzten uns in eine Art Bewegung. als ob eine echte Evolution tatsächlich möglich sei und als ob jeder von uns dabei eine wichtige Rolle spielen könnte. Kabir. zu einem Wesen mit einem klaren Ziel und ohne innere Widersprü­ che. Omar Khayyam. Rabindranath Thakur oder Sri Aurobindo verdient in diesem Zusammenhang besondere Erwäh­ nung. Die unsterbliche Kunst von Hildegard von Bingen.erlebt und sie auch philosophisch akzeptiert. Man hat lediglich die Aufgabe. war völlig neu und erregend. Wertvorstellungen und eine be­ stimmte Grundauffassung von der Lebensgestaltung teile. Mirabai. bis sie so etwas wie eine 177 . Was ich jetzt erlebte. Ich sah sie nicht. An einem bestimmten Punkt hatte es den Anschein. in dem wir Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen uns klärten. Es schien. den Schleier der Unwissenheit zu lüften und zu begreifen. indem wir versuchten. was ich für mich als ein »Raumschiff im Bewußtsein« bezeichnete. die Sprache der Dichter sei zwar immer noch ein unvollkom­ menes. äußerten häufig. Wir machten einen komplizierten Prozeß durch. aber ich nahm sie in ihrer Gesamtheit auf irgendeine außersinnliche Weise wahr.durch Neutralisierung . die ich aus meinem Alltagsleben nicht kannte und die ich auch in früheren außergewöhnlichen Bewußtseinszu­ ständen noch nicht entdeckt hatte.Erlebnissen das kosmische Bewußtsein erlangt haben. in der Elemente des Raumflugs mit einer höchst abstrakten Darstellung der Bewußtseinsentwicklung kombiniert wa­ ren. mit denen ich Interessen. Im folgenden Beispiel. mich in Gegenwart vieler meiner Freunde zu befinden. der Identifikation mit anderen Menschen sowie der archetypischen Erfahrung des Himmels vereint: Ich hatte das Gefühl. das aus einer Sitzung mit 150 mg Ketalar (Ketamin) stammt.als göttliches Spiel . Reibungspunkte mit Hilfe eines nahezu alchemistischen Verfahrens .

über diese Grenze hinauszugehen. Es schien sehr wichtig.Harz . warum der tibetische Buddhismus Vajrayana genannt wird. aus weißem Licht ein reiches Spektrum an Farben hervorzubringen. seine Beständigkeit.absolute Obergrenze erreicht hatte. All die anderen physischen Eigenschaften des Diamanten schienen auf seine metaphysische Bedeutung hinzuweisen .alle Informationen über das Leben und die Natur in absolut reiner und verdichteter Form. und wir gerieten in einen Zustand. Ich glaubte nun zu verstehen. waren aber eindeutig in meiner Nähe.ist. in der Weise dar. also aus einem Element. der unsere Gruppe kennzeichnete. war »Diamantenbewußtsein«. Als die Grenze überschritten war. in dem ich mich befand. Ich trieb in dieser Energie als dimensionsloser Bewußtseinspunkt dahin. der eines Diamanten war. daß es möglich war. Es war. daß der Bewußt­ seinszustand. Es war vollkommen abstrakt. Wir alle fühlten. die die Reise mit mir machten. verrückte die Erfahrung die Dimen­ sionen in einer schwer beschreibbaren Weise. daß aber das Ergebnis absolut unvorhersagbar und potentiell gefährlich sein würde. aber doch mit einem Gefühl eigener Identität.wie der letztmögliche denkbare Computer . Ich erkannte. in dem jeder Bezug zu organischem Leben aus der Erfahrungssphäre eliminiert wurde. daß ein Diamant aus reinem Kohlenstoff besteht. Das einzige Wort. Nach außen hin stellt sich dieser Zustand. weiterzumachen und uns dem Unbekannten zu stellen. auf dem alles Leben basiert. daß Lebensformen wie Pflanzen und Insekten in Bernstein Millionen von Jahre unverändert erhalten bleiben und der Bernstein selber mineralisierte organische Substanz . und daß er unter extremen Temperaturen und unter extremem Druck entsteht. den ich als das Bewußtsein von Bernstein erkannte.seine Schönheit. in dem die Zeit eingefroren ist. Wir alle spürten. daß wir den Zustand letztmöglicher Erfüllung erreicht 178 . das mir zur Beschreibung der letzten kosmischen Ekstase einfiel. Wir machten einen Prozeß der Läuterung durch. Die Zeit blieb stehen. seine Transparenz. seinen Glanz. enthielt aber sämtliche Formen und Geheimnisse der Schöpfung. beschlos­ sen wir. Mit dem Mut zum äußersten Risiko. vollkommen aufgelöst. Statt der Bewegung im Raum schien es eine immense Erweiterung des Bewußtseins zu geben. als enthielte der Diamant . Ich bemerkte die Gegenwart meiner Freunde. In ihm schien all die kreative Energie und Intelligenz des Universums als reines Bewußtsein jenseits von Raum und Zeit verkörpert zu sein. die mit der Lichtgeschwindigkeit im Einsteinschen Universum vergleichbar ist. Sie hatten keine Form. seine Un Veränderlich­ keit sowie seine Fähigkeit.

ohne daß etwas Erkennbares voraus­ gegangen ist. Die Leere. aber es gibt auch keinen Bestandteil der Existenz. Wir waren am Ursprung und Ziel aller Dinge angelangt. ist jenseits von Raum und Zeit. daß etwas geschieht. sowie jenseits aller Ekstase und aller Todesqualen. befinden sich aber offenkundig auf einer höheren metaphysi­ schen Ebene als diese. da sie alles in potentieller Form enthält. sie kann von nichts anderem hergeleitet werden. eine ausreichende Ursache gegeben ist oder es durch einen Impuls in Gang gebracht wurde. Es gibt in diesem Zustand nichts Konkretes. um ihre Erfahrung zu beschreiben. wie ich es mir nur vorstellen konnte. Die supra. Gut und Böse. daß aus dieser Leere verschiedene Formen phänomenaler Welten ohne jeden erkennbaren Grund ent­ springen können. In ihr identifiziert man sich mit der uranfänglichen Leere. jenseits aller Polaritäten wie Licht und Dunkelheit.sowohl übergeordnet ist als auch zugrundeliegt.und Relativitätstheo­ rie. erscheint nicht so absurd. Erfahrungen der Leere oder des Nichts übersteigen auch unsere normalen Vorstellungen von der Kausalität.und metakosmische Leere Die Erfahrung der Leere ist wohl die rätselhafteste und paradoxeste unter den transpersonalen Erfahrungen. Man nimmt in ihnen als selbstverständlich gegeben hin. Ruhe und Bewegung. beziehen sich auf den Umstand.hatten. Der Gedanke. wird auf dieser Ebene des Erlebens nicht mehr in Frage gestellt. jenseits aller denkbaren Formen. Diese Leere ist der Ursprung aller Dinge. Die Möglichkeit. der hier zu fehlen scheint. Paradoxe und rätselhafte 179 . wie man sie bei normalem Alltagsbewußtsein ansieht. dem Nichts und der großen Ruhe. waren dem Himmel so nahe. von der hier die Rede ist. daß etwas aus dem Nichts entsteht oder sich spurenlos in Nichts auflöst. Sie ist das »ungeschaffene und unbeschreibbare Höchste«.wie wir ihn kennen . die von intellektuellen Personen gewählt wurden. daß diese Leere dem phänomenalen Kosmos . Erfahrungen dieser Leere haben eine bestimmte Ähnlichkeit mit Erfahrungen des interstellaren Raums und dem Begriff der dynamischen Leere in der Quanten. Die Begriffe suprakosmisch und metakos­ misch. Die Leere ist also in einem gewissen Sinn mit der gesamten Existenz schwanger.

die mit ver­ schiedenen Mitteln herbeigeführt wurden. Der erste Grund ist der. 180 . Dies gilt allerdings nicht für die Synchronizitäten. Und schließlich zeigt sich unter Wissenschaftlern eine allmählich größere Bereitschaft. Sie werden gewöhnlich in Verbindung mit vielen anderen Formen transpersonaler Erlebnisse erwähnt. diesen Bereich unvoreingenommen zu erforschen. Es gibt mehrere Gründe dafür. und die vielen Formen auf verschiedenen Seinsebenen sind ihrem Wesen nach leer. mit holotropem Atmen arbeitete. die eine ernsthafte Beach­ tung dieser Phänomene rechtfertigt. daß psychoide Phänomene in diesem Zusammenhang zumindest kurz erwähnt werden sollten. in der experi­ mentellen Psychiatrie und in der gegenwärtigen Parapsychologie. 3. erhalten plötzlich kristall­ klaren Sinn. beobachten kön­ nen. Ich habe sie wiederholt in psychedelischen Sitzungen meiner Klienten und in Workshops. Verglichen damit habe ich nur sehr wenig Erfahrungen mit den in diesem Abschnitt beschriebenen psychoiden Phänomenen gehabt. daß psychoide Phänomene in der mystischen Literatur verschiedener Kulturen zu allen Zeiten beschrieben worden sind. und zwar mit einer Regelmäßigkeit. Zudem habe ich die meisten von ihnen persönlich in meinen eigenen außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen. in denen Form mit Leere und Leere mit Form gleichgesetzt wird. sie in einer umfassenden Darstellung transpersonaler Phänomene nicht auszuklammem.Stellen in den buddhistischen Schriften. Außerdem gibt es direkte Beweise für einige der psychoiden Phänomene in der Jungschen Psychologie. in denen ich u.a. denen jeder Erforscher von außerge­ wöhnlichen Bewußtseinszuständen auf Schritt und Tritt begegnet. Das Nichts ist Leere. erlebt. Ich bin aber der festen Meinung. Transpersonale Erfahrungen psychoider Natur Die Beschreibungen aller oben erörterten transpersonalen Phäno­ mene stammen sozusagen aus erster Hand. auch wenn sie sehr kontrovers sind. die die Form im Keim enthält. deren Existenz von der modernen Bewußtseinsforschung bestätigt wurde.

die ich in diesem Abschnitt besprechen werde. die meist verein­ zelten Berichte über das Auftreten solcher Phänomene unvoreinge­ nommen mit wissenschaftlicher Sogfalt zu überprüfen und die zugrundeliegenden Theorien in moderner Weise umzuformulie­ ren. weist darauf hin. die sowohl die Psyche als auch Elemente der materiellen Welt betreffen (Jung 1981 a). um bestimmte Eigenschaften von Archetypen und von synchronistischen Ereignissen zu bezeich­ nen. das sich bisher einer ernsthaften Untersuchung psychoider Phänomene in den Weg stellt. auf der anderen Seite haben sie sinnhaf­ ten Bezug zu spezifischen Veränderungen in der materiellen Wirk­ lichkeit.in der quantenrelativistischen Physik. der Neurophysiologie und der psychedelischen Forschung .weisen aber darauf hin. Den zuletzt genannten Aspekt können andere beobachten.und Systemtheo­ rie. C. sie können daran teilnehmen und ihn manchmal sogar objektiv messen. der Informations. Transpersonale Phänomene psychoider Natur haben sehr charakteri­ stische Merkmale. daß das Bewußtsein ein zufälliges Nebenprodukt der Materie und eine Begleiterscheinung physiologi­ scher Gehimprozesse ist. G. Den zukünftigen ernsthaften For­ schem auf diesem Gebiet stellt sich die Aufgabe. war die für die Kartesianisch-Newtonsche Wissenschaft charakteristische mechanistische Auffassung vom Bewußtsein und dessen Beziehung zur Materie. Jung verwendete diesen Begriff.Das Haupthindernis. der Biologie. daß der Geist und möglicherweise das Bewußtsein von jeher bestehende Eigen­ schaften der Natur und des Kosmos sind. 181 . diesen Begriff auch auf andere Arten von Phänomenen zu erweitern. Der Begriff psychoid. rückt die Existenz psychoider Phänomene in den Bereich des Absurden und Lächerlichen. Im Rahmen des aufkom­ menden neuen Wissenschaftsparadigmas erscheint die Existenz ver­ schiedener psychoider Phänomene durchaus möglich und in einem gewissen Sinn auch plausibel. Moderne Entwick­ lungen in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen . Auf der einen Seite sind sie eindeutig subjektive innerpsychische Ereignisse. daß diese Phänomene eigentümliche Mischformen im Übergangsbereich zwischen Bewußtsein und Materie darstellen. so wie ich ihn hier benutze. der Thanatologie. Ich habe mir die Freiheit genommen. Die dominierende Annahme.

ja sogar innerhalb ein. sowie die Vieldeutigkeit verschiedener Informationsbruch­ stücke in der Untersuchung von UFO-Phänomenen können hier als Beispiele genannt werden. daß dieses Element des nicht Faßbaren eher ein Grundmerkmal psychoider Ereignisse ist statt ein Grund dafür. daß das Bewußtsein aktiv in die materielle Realität eingreift und physikalische Veränderungen hervorruft.und dasselbe Ereignis kann es oft von den Umständen und dem Stand­ punkt der beteiligten Personen beeinflußt werden. Das verblüffend häufige Versagen elektronischer Meßvor­ richtungen gerade in kritischen Augenblicken parapsychologischer Experimente. Sie gehorchen dem Ursache-Wirkung-Prinzip und ste­ hen nicht im Widerspruch zu den allgemein anerkannten Naturgeset­ zen. Zur zweiten Kategorie gehören spontane psychoide Ereignisse. ihre Existenz in Frage zu stellen. andere vom rein physikalischen Standpunkt aus erörtern.und derselben Kategorie. Solche Ge­ schehnisse sind aber elementarer Natur und nicht das Ergebnis einer gezielten bewußten Intention. die den Vorgang der Aufzeichnung stören und auf diese Weise die überzeugendsten Beweismittel ver­ hindern. Die beteiligten Personen mögen viel­ 182 . Psychoide Phänomene lassen sich in drei große Kategorien eintei­ len. Selbst im Hinblick auf ein. daß sie je nach Untersu­ chungsansatz psychologisch oder physikalisch interpretiert werden können. Es gibt sehr deutliche Anzeichen dafür. die die mechanistische Wissen­ schaft zu unanfechtbaren Grundgesetzen erklärt hat. Hier wirken Bewußtsein und die Welt der Materie auf eigentümliche Weise bei der Bildung einer sinnhaften Gestalt zusammen. seltsame Zufälle. die ver­ schiedene Formen transpersonalen Erlebens mit physikalischen Vorgängen in der phänomenalen Welt verbinden. Man muß aber nicht die Annahme vertreten. In vielen Fällen sind psychoide Ereignisse so vielgestaltig. Die materiellen Ereignisse an sich sind fest in der Newtonschen Welt eingebettet. Das Verhältnis dieser beiden Komponenten variiert von Kategorie zu Kategorie psychoider Erfahrungen. in denen psychische Prozesse die Realität zu beeinflussen und die Gesetze zu verändern scheinen. In die erste fallen ungewöhnliche Synchronizitäten.Manche Aspekte psychoider Ereignisse lassen sich vom psychologi­ schen Standpunkt.

das Herumbewe­ gen von Gegenständen mit Hilfe bloßer Willenskraft. Weitere Beispiele für psychoide Erfahrungen dieser Art wären Stigmata. Synchronizität kann viele verschiedene Formen annehmen. a.leicht Rahmenbedingungen schaffen. übernatürliche Kräfte (siddhis) von Yogis. die speziellen Ereignisse eintreten zu lassen. die Regen herbeiführen sollen oder anderen praktischen Zwecken dienen. oder an solche in spiritistischen Seancen (physische Me­ diumschaft) sie haben aber nicht die bewußte Absicht. in anderen Fällen zu unterschiedlichen Zeitpunkten miteinander verbunden. Jung beschrieben worden. Die dritte Kategorie schließlich enthält Fälle von intentionaler Psychokinese.man denke etwa an psychoide Ereignisse im Rahmen ver­ schiedener sportlicher Aktivitäten. spontane Visionen. die ihr Auftreten begünsti­ gen . In manchen Fällen sind Personen und Ereignisse an unterschiedlichen Orten. die willent­ liche Kontrolle autonomer Körperfunktionen. das eine bedeutsame Alternative zu dem in der Kartesianisch-Newtonschen Wissenschaft dominieren­ den Prinzip der linearen Kausalität darstellt. Trancephänomene. von gezieltem oder bewußtem Eingreifen in die physische Welt mit psychischen Mitteln. Rituale von Natur­ völkern. verschiedene Formen von Zauberei. bei der innerpsychische Vorgänge in einem Menschen . das sich auf sinnvolles Zusammentreffen von zeitlich und/oder räumlich ge­ trennten Ereignissen bezieht (Jung 1967). ist erstmalig von C. nämlich auf die. PoltergeistPhänomene. die auf ein Ziel ausgerichtet sind. d. »UFO«-Erlebnisse und das Leuchten der Körper von Heiligen oder spirituellen Lehrern. In diesem Rahmen möchte ich mich auf die interessanteste Spielart der Syn­ chronizität konzentrieren.Träume. Synchronistische Verbindungen zwischen Bewußtsein und Materie Das Prinzip der Synchronizität.h. medi­ 183 . Laborexperimente mit Psychokinese und anderes mehr. G. Hypnose über Entfernungen hinweg. Nach seiner Auffassung ist die Synchronizität ein akausales Verknüpfungsprinzip. Hierzu gehören die vielen Formen von Geistheilung und Hexerei.

tative Zustände, psychedelische Phänomene oder Nahtoderlebnissemit physisch realen Ereignissen in seinem Leben verknüpft sind. Synchronistische Ereignisse dieser Art können mit verschiedenen Formen transpersonalen Erlebens und gelegentlich mit bestimmten Aspekten des perinatalen Erfahrungsprozesses in Verbindung ste­ hen. Eines von Jungs eigenen Beispielen ist die berühmte Ge­ schichte, in der ein Exemplar des seltenen Goldlaufkäfers gegen das Fenster seines Arbeitszimmers gerade dann stieß, als er mit einer Patientin, die sich besonders heftig gegen jede Vorstellung von der Existenz eines transpersonalen Bereichs wehrte, über die symboli­ sche Bedeutung des ägyptischen Skarabäuskäfers sprach, der in deren Traum vorgekommen war (Jung 1971). Ich habe bereits die besonders wichtigen Fälle von Synchronizität beschrieben, die sich häufig im Zusammenhang mit Erinnerungen an frühere Inkarnatio­ nen einstellen. Ein anderes typisches Beispiel wäre die oft anzutref­ fende Anhäufung gefährlicher Situationen und Vorfälle - sogar solcher, die durch andere Leute oder durch unabhängige äußere Faktoren herbeigeführt werden - im Leben von Personen, die sich in ihrem Selbsterforschungsprozeß der Erfahrung des Ich-Todes nä­ hern. Wenn sie sich in ihrem Inneren mit dieser Erfahrung konfron­ tieren und die Wiedergeburt erleben, dann lösen sich solche Situatio­ nen häufig auf ebenso magische Weise auf, wie sie sich entwickelt haben. Ein weiteres Beispiel: wenn jemand ein intensives, für Schamanen charakteristisches Erlebnis hat, in dem er einem spirituellen Führer in Gestalt eines Tieres begegnet, dann kann dieses Tier plötzlich in verschiedenen Formen im Leben dieses Menschen auftreten, und zwar mit einer Häufigkeit, die nach menschlichem Ermessen als äußerst unwahrscheinlich gilt. Zum Zeitpunkt der inneren Konfron­ tation mit den archetypischen Bildern des Animus, der Anima, des alten Weisen oder der schrecklichen Muttergöttin können höchst charakteristische reale Verkörperungen dieser Figuren im Alltag des oder der Betreffenden auftreten. Viele Menschen haben außerdem schon die Erfahrung gemacht, daß sie dann, wenn sie sich uneigen­ nützig in ein transpersonal inspiriertes Projekt vertiefen, in der Regel unglaubliche Synchronizitäten erleben, die ihnen die Arbeit erstaun­ lich einfach machen.
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Wichtig ist, daß außergewöhnliche Synchronizitäten im Leben sol­ cher Menschen eintreten können, die in ihrer Selbsterforschung in transpersonale Bereiche vorgedrungen sind. Die traditionelle Psych­ iatrie trifft keine Unterscheidung zwischen echten Synchronizitäten und psychotischen Fehlinterpretationen der Welt. Jede Andeutung über »außergewöhnliche Zusammentreffen« in der Erzählung eines Patienten wird automatisch als Beziehungswahn bezeichnet und als Symptom für eine geistige Erkrankung gewertet. Wie aber ein aufgeschlossener Forscher feststellen wird, muß im Falle echter Synchronizitäten jeder, der Zugang zu den Fakten hat, zugeben, daß die statistischen Wahrscheinlichkeiten für solche Zusammentreffen unvorstellbar gering sind. Jung war sich der Tatsache wohl bewußt, daß das Phänomen der Synchronizität mit dem traditionellen wissenschaftlichen Denken unvereinbar war. Er zeigte großes Interesse an den Entwicklungen in der von der Quanten- und Relativitätstheorie geprägten Physik und dem von ihr nahegelegten alternativen Weltbild. Es war kein Ge­ ringerer als Albert Einstein, der Jung während eines persönlichen Besuchs dazu ermunterte, den Gedanken von der Synchronizität weiterzuverfolgen, da er sich voll und ganz mit dem neuen Denken in der Physik vereinbaren lasse (Jung 1972/73). Jung freundete sich auch mit Wolfgang Pauli an, einem Mitbegründer der Quantenphy­ sik. Jungs Aufsatz über Synchronizität wurde schon vor Jahren gemeinsam mit Paulis Arbeit über die Rolle der Archetypen im Denken des Astronomen Johannes Kepler veröffentlicht (Pauli 1955). Die synchronistischen Phänomene in der transpersonalen Psychologie besitzen zudem eine gewisse Ähnlichkeit mit den Problemen in der modernen Physik, die mit dem Bellschen Theorem Zusammenhängen (Bell 1966; Capra 1983). Ich selber bin Zeuge vieler bemerkenswerter Fälle von Synchronizi­ tät geworden, und zwar im Rahmen meiner Tätigkeit als psychedeli­ scher und holotroper Therapeut sowie auch in der Umgebung des verstorbenen Swami Muktananda, dem Kopf der Siddha YogaLinie. Zur Veranschaulichung möchte ich auf eine ungewöhnliche Geschichte zurückgreifen, die der weltberühmte Mythologe Joseph Campbell in einem Seminar am Esalen-Institut, an dem auch meine Frau Christina und ich teilnahmen, erzählt hat. Er kam auf diese
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Begebenheit zu sprechen, während er eine Frage eines Teilnehmers zu Jung und den akausalen Verbindungen im Universum beantwor­ tete. Ich möchte Ihnen ein Beispiel für Synchronizität aus meinem eigenen Leben erzählen. Wir wohnen in New York in einem Apartment im vierzehnten Stockwerk eines Hauses auf der Sixth Avenue in Höhe des Waverly Place. Das letzte, womit man in New York rechnet, ist der Anblick einer Gottesanbeterin. Die Gottesanbeterin spielt die Rolle des Helden in den Mythen der Buschmänner. Ich arbeitete damals gerade an meinem Buch über die Mythologie der Buschmänner (The Way of the Animal Powers ), in der die Gottesanbeterin im Mittelpunkt steht. Das Zimmer, in dem ich mich befand, hat zwei Fenster. Durch das eine sieht man die Sixth Avenue hoch, durch das andere auf den Hudson-Fluß. Das ist das Fenster, aus dem ich immer hinaussehe. Was das andere Fenster anbelangt, so glaube ich nicht, daß ich es in den mehr als vierzig Jahren, die wir dort leben, mehr als zweimal geöffnet habe. Ich las also gerade über die Gottesanbeterin - den Helden -, als ich plötzlich den Impuls verspürte, das Fenster zur Sixth Avenue zu öffnen. Ich tat es und blickte hinaus nach rechts. Da sah ich eine Gottesanbeterin das Gebäude hochspazieren! Sie hatte den Fensterrand erreicht und befand sich nun unmittelbar vor mir. Sie war so groß (er deutete mit der Hand ihre Größe an). Sie schaute mich an und ihr Gesicht ähnelte dem eines Buschmannes. Ich schauderte. Jetzt werden Sie vielleicht sagen, das war aber ein komischer Zufall, aber ich frage Sie: wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß so etwas zufällig geschieht? b. Spontane psychoide Ereignisse In der spirituellen und mystischen Literatur aller Zeitalter finden sich zahlreiche Beschreibungen von spektakulären physiologischen Ver­ änderungen im Körper oder von scheinbar unmöglichen Leistungen bei Menschen in verschiedenen außergewöhnlichen Bewußtseinszu­ ständen. Bei den Körperveränderungen kann es sich um Stigmata handeln, die während ekstatischer Ausbrüche auftreten und die man noch irgendwie traditionell erklären könnte, aber auch um so ex­ treme Phänomene wie etwa dem Leuchten des Körpers eines Heili­ gen. Es gibt sogar Berichte, wonach der ganze Körper ohne äußere Einwirkung in Flammen aufgegangen sein soll.
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Auch können viele Leistungen, die beim Ausüben von Kampf- und Kriegskünsten vollbracht werden, übernatürlich wirken. Manche von ihnen haben den Charakter eines spontanen und elementaren Geschehens, bei anderen sind Konzentration und Absicht im Spiel. Letztere würden somit zu der nächsten Kategorie zählen. In ihrem Buch PSI im Sport. Der Einfluß übernatürlicher Wahrnehmung auf sportliche Spitzenleistungen haben Michael Murphy und Rhea White (1983) Berichte über faszinierende sportliche Leistungen gesammelt, die an das Unmögliche grenzen und die Mitwirkung von psychoiden Mechanismen nahelegen. Murphy und seine Mitarbeiter führen derzeit auch - in Verbindung mit dem Esalen-Institut in Big Sur, Kalifornien - das sogenannte Body Transformation Project durch, eine umfassende historische Untersuchung aller außerge­ wöhnlichen, Geist und Körper betreffenden Erscheinungen, über die zu allen Zeiten berichtet worden ist. Es gibt eine weitere Gruppe von Phänomenen, die in diese Kategorie gehören und die traditionsgemäß von Parapsychologen untersucht worden sind. In zahlreichen Schlössern und Häusern sowie an anderen Orten, an denen es »spukt«, haben viele Menschen seltsame Erlebnisse gehabt. Sie hatten oft auffallende Ähnlichkeiten mitein­ ander oder waren sogar bei Menschen identisch, die einander nicht kannten und die von den betreffenden Phänomenen nichts wußten. In manchen Fällen konnten diese Phänomene von mehreren Perso­ nen gleichzeitig wahrgenommen werden, in anderen gingen sie mit bestimmten, objektiv nachweisbaren Veränderungen einher. Ein modernes Beispiel dafür ist die Episode, die C. G. Jung in seiner Autobiographie beschreibt (Jung 1962). In einer bestimmten Zeit seines Lebens spürte er in seinem Haus die Anwesenheit von Geistern und hörte ihre Stimmen. Andere Familienmitglieder hatten die gleichen Erlebnisse. Er stimmte zu, ihre Mitteilungen schriftlich festzuhalten und schuf so seine berühmten Septem Sermones Ad Mortuos (Sieben Predigten an die Toten), einen gnostischen Text, der mit dem Namen Basilides unterzeichnet ist (in: Jung 1971). Ebenso wurden Teilnehmer an spiritistischen Sitzungen mit der von J. B.Rhine so genannten physischen Mediumschaft Zeuge von bestimmten Vorkommnissen. Auf Fußböden und Wänden ertönten klopfende und krachende Geräusche, man spürte Berührungen
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durch unsichtbare Hände, Stimmen sprachen aus dem Nichts, Mu­ sikinstrumente spielten und kalte Luft wehte durch den Raum. In manchen Fällen kamen noch andere Phänomene hinzu, etwa die Erscheinung eines oder einer Verstorbenen, die manchmal durch das Medium, in anderen Fällen aus dem Nichts zu sprechen schien. In Extremfällen stellten sich angeblich Telekinese- und Materialisa­ tionsphänomene ein, etwa das Schweben von Gegenständen oder Personen in der Luft, das Herumfliegen von Gegenständen, teleplastische Manifestationen und das Erscheinen von Schriften oder Gegenständen ohne Erklärung (sogenannte »Apporte«). Zu der wiederkehrenden spontanen Psychokinese, die die Parapsy­ chologen aller Welt mit dem deutschen Begriff »Poltergeist« be­ zeichnen, zählt eine bemerkenswerte Vielfalt von Geschehnissen. Häusliche Gegenstände bewegen sich oder werden zerstört, Dreck und Steine werden durch die Luft geschleudert, verschiedene Geräu­ sche ertönen (Klopfen, Knallen, Kratzen, Pfeifen, Singen oder Sprechen) und verschiedene Gegenstände werden auf mysteriöse Weise aus geschlossenen Räumen, Schubladen und Schränken hin­ aus- bzw. in sie hineinbefördert (Teleportation). Während die physi­ sche Mediumschaft in ihrer Extremform heute nahezu vollkommen verschwunden ist, gibt es viele Poltergeist-Phänomene, die gegen­ wärtig von Forschem untersucht werden. Die ausgedehntesten Untersuchungen von Poltergeist-Phänomenen in neuerer Zeit sind in Westdeutschland durchgeführt worden, und zwar unter der äußerst gründlichen wissenschaftlichen Leitung des weltberühmten parapsychologischen Forschers Hans Bender. In den letzten 35 Jahren hat das Team des Freiburger Instituts für Grenzge­ biete der Psychologie und Psychohygiene 65 Fälle überpüft und eine Menge bemerkenswerter Beweise für die Existenz dieses Phäno­ mens zusammengetragen. Manche dieser Fälle sind in den Büchern von Hans Bender beschrieben, in denen sich auch faszinierende Beobachtungen von Telepathie, präkognitiven Träumen, psychokinetischem Biegen von Metall, okkultem Material in bezug auf den Krieg sowie UFO-Erlebnissen finden (Bender 1984a, b; 1985). Der berühmteste Fall von wiederkehrender spontaner Psychokinese aus neuester Zeit in Kalifornien war der sogenannte Oakland-Poltergeist, der von Arthur Hastings untersucht wurde (Hastings 1978).
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Man scheint sich allgemein darüber einig zu sein, daß Poltergeister­ scheinungen mit verdrängten heftigen Emotionen einer bestimmten Person (meist eines heranwachsenden oder retardierten Menschen) in Verbindung stehen. Zur Veranschaulichung der wiederkehrenden spontanen Psychoki­ nese möchte ich einen Fall heranziehen, den Hans Bender beschreibt (Bender 1984b). Dieser Fall ist von besonderem Interesse, da mindestens 40 Personen unmittelbare Zeugen der beteiligten Phäno­ mene oder ihrer Konsequenzen waren. Zu ihnen zählten hochqualifi­ zierte Techniker, Physiker, Ärzte, Psychologen und Polizisten. Über diesen Fall wurde auch viel im Fernsehen und in den Zeitungen berichtet. Gegen Ende November 1967 kam es zu einer Reihe seltsamer Ereignisse im Büro des Rechtsanwalts Adam in Rosenheim in Bayern. An einer 214 Meter hohen Decke befestigte Leuchtstoffröhren erloschen immer wie­ der. Die Elektriker stellten fest, daß sie um 90 Grad aus ihren Halterun­ gen gedreht waren. Man berichtete von Knallerscheinungen, Siche­ rungsautomaten lösten selbständig ohne jeden Grund aus, und die Entwicklerflüssigkeit eines Photokopiergeräts wurde immer verspritzt. Die vier Siemens-Telefone klingelten oft gleichzeitig, Telefongesprä­ che wurden unterbrochen und die Verbindung ging verloren. Das Fernmeldeamt registrierte nichtexistente Telefongespräche und die Te­ lefonrechnung stieg auf nie zuvor erreichte Summen an. Zu all diesen Ereignissen kamen später noch spontane Bewegungen von Bildern an der Wand hinzu, die sich manchmal um 360 Grad drehten. Mehrere Leuchtstoffröhren fielen von der Decke herab und gefährdeten Personen. Die Techniker, die zu Hilfe gerufen wurden, ersetzten die Leuchtstoffröhren durch reguläre Glühbirnen. Als dies geschah, fingen die Lampen zu schwingen an und die Glühbirnen explodierten. Speziell installierte Meß- und Aufzeichnungsvorrichtungen registrierten Entla­ dungen bis zu 50 Ampere. Während dieser Entladungen unterbrachen aber die Sicherungsautomaten nicht den Stromkreislauf. Hans Bender rief zwei Experten vom Institut für Plasmaphysik in München herbei, die komplexe oszillografische Messungen durchführten. Die elektri­ schen Störungen stellten sich weiterhin ein, obwohl die beiden Fach­ leute alle erdenklichen physischen Ursachen beseitigt hatten. Die Stö­ rungen waren so ernsthafter Natur, daß die Rechtsanwaltfirma Adam Klage gegen »Unbekannt« einreichte. Hans Bender gelang es, diese Phänomene mit einem 19jährigen Mäd­
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chen, Annemarie Sch., in Verbindung zu bringen. Er zog den Schluß, daß das erforderliche »affektive Feld« durch dreierlei Dinge geschaffen worden war: durch Annemaries heftige emotionale Beziehung zu ihrem Chef, durch die spezifische Situation im Anwaltsbüro und durch das außerordentliche Interesse der Öffentlichkeit an diesem Fall. Alle Phänomene hörten sofort auf, als Annemarie eine neue Stelle vermittelt bekam. Eins von den Ergebnissen in der Analyse der Physiker ist besonderer Erwähnung wert: um ohne Bewegung der Nummernscheibe wählen zu können, bedürfte es einer Intelligenz, die über genaues technisches Wissen verfügt und imstande ist, Zeitintervalle im Bereich von Millisekunden abzuschätzen. Sogar berühmte Medien wie Eusapia Palladino wurden gelegentlich beim Betrügen erwischt. Schwindelei und seriöse Wissenschaftlich­ keit sind in der Geschichte der Parapsychologie eine seltsame Verbindung eingegangen. Man kann sich aber kaum vorstellen, daß man einem Bereich so viel Beachtung schenken würde, wenn es keine realen Phänomene zu beobachten gäbe. Eines läßt sich jeden­ falls sagen: es gibt kein anderes Gebiet wissenschaftlicher For­ schung, in dem die eindeutige Aussage so vieler Zeugen von Rang und Namen als Dummheit hingestellt und achtlos übergangen wurde. Zu den Forschem, die sich dieses Schicksal teilten, zählten solche mit höchstem Ansehen in der Fachwelt, etwa der Nobelpreis­ träger, Arzt und Physiologe Charles Richet und Sir Oliver Lodge, ein Mitglied der Royal Society in England. Das letzte Phänomen dieser Kategorie, auf das ich hier eingehen möchte, sind die UFOs (unidentifizierten Flugobjekte), weithin als »fliegende Untertassen« bekannt. Wie ich schon früher erwähnte, sind Erlebnisse, in denen man physischen und metaphysischen Raumschiffen begegnet, mit den Insassen des Raumschiffs oder seinen Vorrichtungen Kontakt hat und sogar den fremden Wesen persönlich begegnet, in außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen nicht selten. Ich möchte mich hier auf die Fälle beschränken, in denen solche Berichte über subjektive Erfahrungen mit objektiven Hinweisen auf real existierende UFOs gepaart sind. Es gibt Grund zu der Annahme, daß die Schlußfolgerungen auf der Grundlage der USLuftwaffenprojekte Grudge und Blue Book politisch motiviert wa­ ren. Dasselbe scheint für ein Sonderkomitee der Universität von
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In der historischen und anthro­ pologischen Literatur wimmelt es von Berichten über verschiedene Formen der Geistheilung und der Hexerei. und zwar. die am Himmel gesehen werden . indem man sich die betreffenden Dinge einfach wünscht oder indem man Handlungen ausführt. in denen Physisches und Psychisches zu verschiedenen Anteilen miteinander kombiniert sind. Man kann mit gutem Grund vermuten. das praktisch alle realen UFO-Beobachtungen auf natürliche Ursachen zurückführte . die zu diesem Zweck ausgeführt werden. der viele Jahre seines Lebens der intensiven und systematischen Erforschung des UFO-Phänomens gewidmet hat.Colorado zu gelten. die in der alten Bon-Tradition wurzelten. die Regen. a.auf Ballone. c. daß UFOPhänomene psychoide Ereignisse sind. Intentionale Psychokinese Intentionale Psychokinese kann als die Fähigkeit definiert werden. Jung 1981a) sowie auf die Arbeit von Jacques Vallee (1965) verwiesen. die zu dem Ergebnis in keinem gewöhnlichen Ursache-Wirkung-Verhältnis stehen. Interessierte Leser und Leserinnen seien auf C . G . die materielle Umgebung ohne Zuhilfenahme des Körpers (der Muskeln und der Drüsen) zu beeinflussen. gebildeten und geschulten. Vö­ gel. das Wetter beeinflussen zu können. eine erfolgreiche Jagd oder irgendwelche anderen praktischen Vorteile bringen sollen. Die vier Orakel im buddhistischen Tibet. eine gute Ernte. würde eindeu­ tig den Rahmen sprengen. Lichtreflexionen u. intelligenten und sich deutlich ausdrükkenden Menschen. Aufgrund dieses Merkmals lassen sich solche Phänomene nur sehr schwer im Rahmen der mechanistischen Wissenschaft erfor­ schen. Wie im Fall der parapsychologischen Phänomene stammen auch viele Berichte über UFO-Erscheinungen von emotional stabilen. das mit viel Kontroversen befrachtet ist. Meteore. Eine eingehende Erörterung des historischen und modernen Materials über UFOs. Viele alte und nichtwestli­ che Kulturen kannten und kennen komplizierte Zeremonien. genossen den Ruf. die von einzelnen Perso­ nen oder ganzen Gruppen praktiziert sowie über komplexe Rituale. Von Dingen. Beispiele für 191 . die klar zwischen materiell und psychisch trennt. Jungs faszinierenden Aufsatz über Fliegende Untertassen {Ein moderner Mythos.

Wir selber wurden Zeuge eines mehrstündigen heftigen Regengus­ ses . Andrija Puharich oder Stanley Krippner zeigten sich zutiefst von den Phänomenen beeindruckt. Die tibetische Kultur ist bekannt für ihre hohen Errungenschaften im Studium der mensch­ lichen Psyche und des Bewußtseins. Studien von medizinischen Anthropologen haben gezeigt. die sich im Zusam­ menhang mit der Arbeit spiritistischer Chirurgen mit paranormalen Fähigkeiten wie Arrigo in Brasilien oder Tony Agpaoa und anderen auf den Philippinen einstellten. Namhafte hervorragende Forscher wie Walter Pahnke. Der Ruf der tibetischen Orakel muß zumindest auf einer Serie bemerkenswerter Synchronizitäten basieren und läßt sich nicht einfach dem Aberglauben und der Selbsttäuschung eines primitiven Volkes zuschreiben. Oder sollten tatsächlich jahrhundertelang wiederholt Heilrituale und Regenzeremonien ohne erkennbaren Erfolg prakti­ ziert worden sein? Ein Schamane hätte es nicht leicht. die weitaus effektiver sind als die verbalen Techni­ ken westlicher Psychotherapien. So bizarr all diese Phänomene einem Menschen von heute Vorkommen mögen. Die Literatur über indische Yogis enthält zahllose Berichte über ihre 192 . Es gibt gute Gründe für die Annahme. so sehr verdie­ nen sie das ernsthafte Interesse aufgeschlossener Wissenschaftler. sein Image und seinen Ruf gegen eine ganze Serie von Fehlschlägen zu verteidigen. der auf eine Zeremonie des hundertjährigen Schamanen Don Jose Matsuwa der mexikanischen Huichol-Indianer mitten in einer zwei­ jährigen Dürrekatastrophe in Kalifornien folgte. daß die therapeutischen Resultate der Heilprozeduren und -Zeremonien von Systemen wie Santeria. muß erst noch festgestellt werden.viele andere Formen von Magie finden sich in den mystischen und okkulten Schriften aller Zeitalter. Ob dies nur für emotionale und psychosomatische Störungen gilt oder auch auf manche Kategorien rein medizinischer Probleme übertragen werden kann. Die Erforschung psychedelischer Substanzen hat bewiesen. der in der Tradition der materialistischen Wissenschaft aufgewachsen ist. Palerismo oder Umbanda in Gruppen latein­ amerikanischer Einwanderer in die USA den Heilerfolgen der west­ lichen Psychiatrie und Medizin in vielen Fällen überlegen sind. daß viele Schamanen über Mittel verfügen. daß diese Aktivitäten psychoider Natur sind und häufig mit Ereignissen in der physischen Welt einhergehen.

die Fähigkeit. bestätigt worden (Benson und Epstein 1982). die von den Fachleuten als märchenhafter Unsinn abgetan wurden. die angeblich durch spirituelle Yoga-Übungen erreicht werden können. Die systematische Erfor­ schung dieser Phänomene führte zu der Entwicklung der Biofeedbacktechniken. Die Berichte über die tibetische Methode des »tummo«.zu materialisieren und zu dematerialisieren. Ein anderes Phänomen psychoider Natur ist die bemerkenswerte Fähigkeit von Personen. sind durch die moderne Wissenschaft objektiv bestätigt worden. wie die mechanistische Wissenschaft be­ hauptet. lassen sich einige übernatürliche Fähigkeiten oder Siddhis. Es bleibt zukünftigen Forschungen Vorbehalten. verschiedene autonome Körperfunktio­ nen zu kontrollieren. sind in einer medizinischen Untersuchung von Benson und Epstein. den Herzschlag anhalten sowie lange Zeit ohne Nahrung und sogar ohne Sauerstoff leben. die statt Sprossen Schwerter aufweisen. eindeutig nicht mit dem Weltbild der westlichen Wissenschaft vereinbaren. Im Licht des neuen Wissenschaftsparadigmas erscheinen sie aber nicht so absurd und prinzipiell unmöglich. Viele erstaunliche Trancefähigkeiten dieser Art werden nach wie vor von verschiedenen Gruppen in verschiedenen Teilen der Welt de­ 193 . ihre Körpertemperatur und andere autonome Funktionen zu erlangen. Sie können Blutungen zum Stillstand bringen. Viele dieser Berichte. die Mehrzahl der oben beschriebenen Yoga-Praktiken im Rahmen des westlichen medizinischen Modells zu erklären. die physisch unmöglich sein müßten. Während es möglich ist. die auch gewöhnliche Menschen dazu befähigen. Hierzu gehören die Berichte über Levita­ tion des Körpers. verschiedene Gegenstände . die Existenz dieser Phänomene zu bestätigen oder zu widerlegen.erstaunlichen Fähigkeiten. in Trance Dinge zu tun. willentliche Kontrolle über ihren Herzschlag. die Bilokation oder physische Existenz an zwei Orten zugleich sowie die Fähigkeit.sogar den eigenen Körper . sich an einen entfernten Ort zu projizieren. etwa sich in Glassplittem zu wälzen oder auf Leitern emporzusteigen. mit der man innerhalb kurzer Zeit einen erstaunlichen Anstieg der Körpertempe­ ratur um mehrere Grade erreichen kann. die mit Genehmigung und Unterstützung des Dalai Lama stattfand. ihren Blutdruck.

1977). die von speziellen Maschinen geworfen werden. die sich sehr wohl tatsächlich ereignen können. mit elektroni­ schen Geräten und mit modernen Computern gearbeitet wird. ohne weitere Schlußfolgerun­ gen zu ziehen. ohne sich Verbrennungen zuzuziehen . andere Menschen über größere Entfernungen hinweg zu hypnotisieren. Sie haben sich mit psychokinetischen Auswirkungen auf Ziele in Bewe­ gung befaßt . ebenso wie komplizierte Versuchsanordnungen. die in der Lage waren.etwa auf Würfel. Einige weitere Untersuchungen in den USA. Ich erwähne diese Experimente hier. wobei sie zu bemerkenswerten Ergebnissen gelangt sind. Stanley Krippner 194 .auf natürliche Weise erklären kann oder nicht. auf das Fließen von Flüssigkeiten und auf die Emanation von Elektronen. Bedeutsame Fortschritte wurden in der Erforschung psychokinetischer Effekte auf die schwierigeren Ziele in Ruhe gemacht. es ist offenkundig. in denen beispielsweise Würfel geworfen werden. Ob man nun dieses Phänomen .hat vor kurzem auch den Weg nach Kalifornien gefunden und ist rasch zu einer Marotte von Zehntausen­ den geworden. Zu ihren Methoden gehören einfache Experimente. Interessierte Leser finden mehr Informationen in den Arbeiten von Charles Tart (1975a. geistige Bilder auf einen Photofilm zu projizieren. Dies bleibt Forschem und Experten auf diesem Gebiet überlassen. Eine dieser scheinbar unmöglichen Leistungen . In parapsychologi­ schen Experimenten mit lebenden Zielen wurden kontrollierte Stu­ dien der Heilung von Tieren. auf elektrische Uhren. in denen mit Randomisierung auf der Basis der Elektronenemissionen beim radioaktiven Zerfall. des Pflanzenwachstums und der Enzymaktivität durchgeführt. ohne sie zu berühren. der Sowjetunion und in anderen Ländern konzentrierten sich auf die systematische Beobach­ tung von Personen.das Gehen über glühende Holzkohle (mit einer Temperatur von etwa 750 Grad Celsius). Moderne Parapsychologen haben viele bedeutsame Beobachtungen im Zusammenhang mit verschiedenen psychokinetischen Aktivitä­ ten gemacht und Phänomene dieser Art systematisch im Labor untersucht. Gegenstände zu bewe­ gen.monstriert. daß in unserer Kultur viele Dinge voreilig als unmöglich hingestellt worden sind.das indonesische Feuerlaufen . und Metalle auf psychokinetische Weise zu biegen.

Berichte von Personen. erkennen. Targ und Harary (1984) sowie Hans Bender (1984a. Revolutionäre philosophische Aspekte transpersonaler Erfahrungen Transpersonale Erfahrungen haben viele eigentümliche Merkmale. oberflächlich und dem wahren Sachverhalt nicht angemessen sind. den Augenblick der Empfängnis und Elemente des Zell-. Jedes unvoreinge­ nommene Studium des transpersonalen Bereichs in der Psyche muß zu der Schlußfolgerung führen. b. die diese faszinierenden Phänomene ernsthaft untersucht bzw. Russell Targ und Harold Puthoff (1978). daß die Versuche der traditionellen Psychiatrie. 1985).oder Organbewußtseins erlebt haben. Zum einen bilden sie im Erle­ ben ein durchgehendes Kontinuum mit biographischen und perinata­ len Erfahrungen. sie als irrelevante Phantasiegebilde oder Produkte pathologischer Gehimprozesse abzutun. Gewebe. Transpersonale Erfahrungen stellen sich zwar beim einzelnen Men­ schen im Laufe einer tiefgehenden Selbsterforschung ein.ohne Vermittlung der Sinnesorgane . 4. Ebenso vermitteln Ahnen-Erfahrungen. enthalten eine Fülle richtiger Erkenntnisse über die anatomischen. die Episoden aus ihrer embryonalen Exi­ stenz. was man herkömm­ licherweise zum Individuum rechnet.Informationsquellen zu erschlie­ ßen.(1977. die die fundamentalsten Annahmen der materialistischen Wissen­ schaft und des mechanistischen Weltbildes ins Wanken bringen. sie selber erlebt haben. Forscher. Zum anderen scheinen sie unmittelbar . 1980) Jules Eisenbud (1975). die eindeutig außerhalb dessen liegen. rassische und kollektive Erinnerungen im Jungschen Sinn sowie Erinnerungen an frühere Inkarnationen sehr 195 . doch lassen sie sich nicht einfach als innerpsychische Phänomene im konventionellen Sinn interpretieren. daß die dabei gemachten Beobach­ tungen eine Herausforderung des Kartesianisch-Newtonschen Para­ digmas der westlichen Wissenschaft darstellen. physiologischen und biochemischen Aspekte der beteiligten Prozesse.

In diese Kategorie fallen Telepathie. Hellsehen. den Wasser. einem Tornado. ja sogar konkrete historische Ereignisse. Von besonderem theoretischen Interesse sind natürlich die Probleme in Verbindung mit den transpersonalen Phänomenen psy­ choider Natur.und Mineralienaustausch in den Wurzeln oder die Bestäubung. die Waffen. die sich mit Pflanzen oder Teilen von Pflanzen identifiziert haben. mediale Dia­ gnose. Psychometrie (im pa­ rapsychologischen Sinn). zu Feuer. zu Granit oder sogar zu Sternen. zu einem Blitz. für Menschen nicht charakteristische Muskelinnervationen oder sogar komplexere Verhaltensweisen wie etwa ein Werbungstanz parallel. Diese Gruppe transpersonaler Phänomene ist die einzige. die Existenz lebloser Materie oder anorganischer Prozesse angenommen zu haben. In manchen Fällen liefen mit solchen Erlebnissen archaische. die Rolle der Auxine im Wachstum einer Pflanze. also zum Wasser des Ozeans. zu Gold. stellen sich gelegentlich bemerkenswerte Er­ kenntnisse über botanische Prozesse ein. Bei denjenigen. sondern erwarben dabei auch außergewöhnliche Erkenntnisse über die Psyche der betreffenden Tiere. leider aber mit stark negativer Voreingenommen­ heit. empfanden ihre Erlebnisse nicht nur als ungewöhnlich überzeugend und authen­ tisch.spezifische Details über die Architektur. die Photosynthese in Blättern. Ebenso häufig ist die feste Überzeugung. »out-of-body»-Erfahrungen. zu einem Diamanten. die Kleidung. ihre besonderen Verhaltens­ weisen oder ihre spezifischen Fortpflanzungszyklen. die phylogenetische Erfahrungen gehabt oder sich mit existierenden anderen Lebensformen identifiziert haben. Personen. Galaxien. die Kunst. etwa über die Samenkei­ mung. Astralpro­ jektionen und andere Beispiele für außersinnliche Wahrnehmungen. Präkognition. Es gibt eine interessante Subkategorie transpersonaler Phänomene. die Sozialstruktur und die religiöse Praxis der betreffen­ den Kultur und Zeitepoche. 196 . die häufig objektiv bestätigt und sogar experimentell erforscht werden können. die in der Vergangenheit auch schon einmal in akademischen Kreisen disku­ tiert worden ist. Auch diese Erfahrungen können manchmal neue und wichtige Informationen über verschie­ dene Aspekte der Natur vermitteln. Atomen und Molekülen geworden zu sein. Hellhören. einem Vulkan.

Selbst diese Erfahrungen können richtige neue Erkenntnisse über religiöse Symbole. die als völlig absurd gelten: die Relativität und Willkürlichkeit aller physischen Grenzen. Die philosophische Herausforderung. Da viele andere Formen transpersonalen Erlebens recht häufig den Zugang zu neuen Informationen über das Univer­ sum über außersinnliche Kanäle schaffen. der Bildung des Plane­ ten Erde. offenbar auf dem selben Kontinuum wie solche Erfahrungen liegen bzw. Kommunikation mit unbe­ kannten Mitteln über unbekannte Kanäle. ist an sich schon gewaltig. die sogenannten paranormalen Erscheinungen einer speziellen Kate­ gorie zuzuordnen. wird die klare Trennung zwischen Psychologie und Parapsychologie hinfällig oder erscheint recht willkürlich. die dem oder der Betreffenden zuvor nicht bekannt waren. daß transpersonale Erfahrun­ gen. die Welt der Gottheiten. In diesem Zusammen­ hang könnten wir die Jungschen Archetypen anführen. Dämonen. die mit den menschlichen Sinnen nicht direkt erfaßt werden können . den Volksglauben und die mythischen Struktu­ ren verschiedener Kulturen vermitteln . die die materielle Welt korrekt widerspiegeln. die in den oben beschriebenen Beobachtungen steckt. Einzellern und Viren) und sogar in anorgani­ scher Materie. mit Erfah­ rungen engstens verknüpft sind. Erinnerungen ohne ein materielles Substrat. Nichtlinearität der Zeit oder die Existenz von Bewußtsein in allen lebenden Organismen (einschließlich niedrige­ ren Tieren. dem ersten Auftreten lebender Organismen. Pflanzen. der Entste­ 197 . Viele transpersonale Erfahrungen enthalten Ereignisse im Mikro­ kosmos und Makrokosmos . deren Inhalt gemäß dem westlichen Weltbild nicht Teil der objektiven Realität ist.über Dinge. Sie implizieren allerlei Dinge. Halbgötter und Überhelden sowie die kom­ plexen Handlungsabläufe aus Mythos.oder in Epochen. Legende und Märchen. die zeitlich der Entstehung des Sonnensystems. nicht­ lokale Verbindungen im Universum.in Bereichen.Von höherer Warte aus betrachtet gibt es eigentlich keine Gründe. sobald die Existenz der transpersonalen Ebene erkannt und anerkannt wird. Die Existenz und die Natur transpersonaler Erfahrungen verstoßen gegen die fundamentalsten Grundsätze der mechanistischen Wissen­ schaft. Sie wird aber noch weiter durch die Tatsache verstärkt.

Die analyti­ sche Ebene sowie das individuelle Unbewußte sind ihrem Wesen nach eindeutig biographisch. und in einem gewissen Sinn das ganze kosmische Netzwerk selber ist . Transpersonale Erfahrungen nehmen in der Kartographie der menschlichen Psyche eine sehr spezielle Position ein. die Astrophysik (Davies 1983). durch den sich die tiefe Erforschung des eigenen Unbe­ wußten zu einem Prozeß der abenteuerlichen Reise durch das gesamte Universum verwandelt. doch können sie in die revolutionären Entwicklungen in verschiedenen wissenschaftli­ chen Disziplinen. Alles. Dies weist eindeutig darauf hin.ebenso wie er auch einen unendlich kleinen Teil dieses Netzwerks.und Relativitätstheorie aufbauende Physik (Capra 1983. zu einem Prozeß. was wir sagen können. Die perinatalen Matrizen scheinen die Berührungsfläche oder die Grenze zwischen dem Persönlichen und dem Überpersönlichen (Transpersonalen) darzustellen. möbiusartiger Sprung zu vollziehen. die zu den drastischen Veränderungen im wissen­ schaftlichen Weltbild wesentlich beigetragen haben. Zu den Disziplinen und theoreti­ schen Konzepten. 1984). ein einzelnes und unbedeutendes biologi­ sches Wesen darstellt. über das unmittelbare Erleben potentiellen Zugang zu allen Aspekten des Seins besitzt. integriert werden. die wir gegenwärtig mit unserem Verstand nicht begreifen können. Informations. gehören die auf der Quanten. 1982. Kybernetik. ist dies: irgendwann im Prozeß der Ausfaltung der perinatalen Matrizen scheint sich ein seltsamer qualitativer. daß jeder Mensch in einer noch unerklärlichen Weise die Informationen über das ganze Universum oder die Gesamtheit der Existenz enthält. mit dem Anfang und dem Ende der individuellen menschlichen Existenz.hung des Zentralnervensystems und dem ersten Auftreten des Men­ schen vorausgehen. die die Basis für das aufkommende neue Para­ digma bilden. in dem sich etwas manifestiert. Dies drückt sich in ihrer engen Verflechtung mit Geburt und Tod aus.und Systemtheorie (Bateson 1981. Transpersonale Erfahrungen sind zwar eindeutig mit der mechanisti­ schen Wissenschaft von Grund auf unvereinbar. Die transpersonalen Phänomene decken Verbindungen zwischen Indivi­ duum und Kosmos auf. was man am besten als kosmisches Bewußtsein oder überbewußten Geist bezeichnen kann. Maturana und Va198 .

der Religion. der Über­ gangsriten. Karl Pribrams holographisches Modell des Gehirns (Pribram 1971.rela 1980. David Bohms Theorie des »holovement« (Bohm 1985). sondern hat auch tiefe und revolutionäre Auswirkungen auf das Verständnis psychopathologischer Erschei­ nungen und eröffnet neue therapeutische Möglichkeiten. Prigogines Untersuchungen an dissipativen Strukturen und sein Konzept der Ordnung durch Fluktuation (Prigogine und Stengers 1981). die für die traditionelle Psychiatrie unvorstellbar sind (Grof 1985). der Mystik. des Schamanismus. . Sheldrakes Theorie der morphischen Reso­ nanz (Sheldrake 1983). der Mythologie. Sie ist nicht nur von akademischem Interesse. 1977) sowie Arthur Youngs Prozeß-Theorie (Young 1987). der parapsychologischen Phänomene. Die oben beschriebene Kartographie der Psyche hat wesentliche Bedeutung für jede ernsthafte Erforschung des psychedelischen Zustands. der Nahtoderfahrungen und der Psychosen. Varela 1979).

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Cheyenne-Arapahoe-Indianer. einen gemeinsamen Atem. daß der Durch­ schnittsmensch in unserer Kultur sein wahres Potential und seine wahren Fähigkeiten bei weitem nicht nutzt. John Redtail Freesoul. A. die sich in erster Linie auf den verbalen Austausch zwischen Therapeut und Klient stützen. Erdmutter Natur ist der sichtbar gewordene Atem des Schöpfers. Diese Fehlidentifika­ tion führt zu einer unauthentischen. Felsen und Men­ schen atmen. Diese Verarmung seines Wesens läßt sich auf die Tatsache zurückführen.II. hat ein gemeinsames Ziel. 201 . Diese Strategie beruht auf der grundlegenden philosophischen Annahme. Holotrop heißt wörtlich auf Ganzheit abzielend oder sich auf Ganzheit hin bewegend (von den griechischen Wörtern holos = ganz und trepein = sich in der Richtung von etwas bewegen). ist verbunden. Pflanzen. Tiere. Neue Perspektiven in der Psycho­ therapie und der Selbsterforschung Alles. ungesunden und unerfüllenden Lebensweise und zur Entwicklung emotionaler und psychosomati­ scher Störungen. was existiert. Prinzipien der holotropen Therapie Die holotrope Strategie der psychotherapeutischen Behandlung ist eine bedeutsame und effektive Alternative zu den traditionellen Ansätzen der Tiefenpsychologie. daß sich der einzelne nur mit einem Aspekt seiner Existenz identifizierf. Die Erde atmet. nämlich mit seinem physischen Körper und seinem Ich.

in der Ehe und im Sexualleben. Diese Auffassung von der Natur psychopathologischer Phänomene ist das grundlegende Glaubensbekenntnis der holotropen Thera­ pie. Die resultie­ rende Situation ist zwar eine Krise oder gar ein akuter Notfall. Diese Entwicklung ist zugleich ein Prozeß der Entdeckung seiner wahren Identität und der Dimensionen seines Seins. Dieses Prinzip ist in der westlichen Psychotherapie relativ neu. kann als Anzeichen dafür gewertet werden. Ein solcher Zusammenbruch kann in einem bestimmten Lebensbe­ reich eintreten . und in der Umwandlung des stationären Gleichgewichts dieser Energie in einen Strom von Erfah­ rungen. sich von alten Streßbelastungen und traumatischen Prägun­ gen zu befreien und auf einem einfacheren Niveau zu funktionieren. die in emotionalen und psycho­ somatischen Symptomen gebunden ist. die den einzel­ nen Menschen mit dem gesamten Kosmos verbinden und die Ge­ samtheit der Existenz betreffen. Die holotrope Therapie fördert die Aktivierung des Unbe­ wußten in einem so starken Maße. Ausmaß und Tiefe dieses Zusammenbruchs laufen mehr oder weniger mit der Entwicklung neurotischer und psychotischer Erscheinungen parallel. die im Rahmen von Selbsterfahrungstherapien angewendet werden. Unter günstigen Umständen und mit erfolgreicher Hilfe kann dieser Prozeß zur radikalen Lösung von Problemen.und gleichzeitig das gesamte Leben eines Menschen beeinträchtigen. daß der Mensch in seinem unauthentischen In-der-Welt-Sein einen Punkt erreicht hat. Es ist aber schon seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden in Gebrauch. die keine organische Grund­ lage haben.Die Entwicklung quälender Symptome. besteht in der Aktivierung des Unbe­ wußten. an dem dieses offenkundig und somit unhaltbar wird. den es zu unterstützen. Er sollte deshalb als eine spontane Aktivität mit potentiell äußerst heilender Wirkung verstan­ den werden. nämlich in den Prozeduren von 202 . Die auftretenden Symptome spiegeln das Bemühen des Organismus wider. im Beruf oder in den Dingen. Das Hauptziel der Techniken. die man ehrgeizig anstrebt . daß sich ein außergewöhnlicher Bewußtseinszustand einstellt. nicht zu unterdrücken gilt. zu psychosomatischer Gesundung und zu einer Weiter­ entwicklung des Bewußtseins führen. im Freisetzen der Energie. doch bietet sie auch eine große Chance.

das den Symptomen zugrundeliegt. daß die Wurzeln psychopathologischer Erscheinungen weit über Erlebnisse in der frühen Kindheit und über das individuelle Unbewußte hinausreichen. Das wesentliche Element in ihrem Grundkonzept ist die Erkenntnis des heilenden.und Wiedergeburtsmysterien. Das Modell der Psyche für therapeuti­ sche Ansätze. Die Aufgabe desjenigen.Schamanen. bei Treffen verschiedener ekstatischer Sekten und in den alten Tod. Eine wirklich effektive Behandlung kann sich nicht auf das Aufarbeiten biographi­ scher Probleme beschränken. transformativen und evolutionären Poten­ tials außergewöhnlicher Bewußtseinzustände. Psychotherapien. verwendet die holotrope Therapie Techniken. Ein entsprechendes therapeutisches Vorgehen wird .tiefe Verbindungen mit eindeutig transbio­ graphischen Bereichen der Psyche aufdecken. Wir können nun die Prinzipien der holotropen Therapie zusammen­ fassen. In solchen Selbsterfahrungstherapien wird häufig schon in der ersten Sitzung offenkundig. die die Psy­ che aktivieren und diese außergewöhnlichen Bewußtseinszustände herbeiführen. die auf holotropen Prinzipien basieren. der in diesem heilsamen Prozeß Beistand leistet (der Therapeut im ursprünglichen griechischen Sinn des 203 . Geht man deshalb bei der Arbeit mit Selbsterfahrungstechniken von einem engen biographischen Modell aus. in Über­ gangsriten.hinter den biographischen Ursa­ chen für die Symptome . wandeln sie in einen Strom von ungewöhnlichen Erlebnissen um und lösen sie dabei auf. mit den für die perinatale Ebene charakteristischen Elementen der Konfrontation mit Geburt und Tod sowie mit einem ganzen Spektrum an Faktoren transpersonaler Natur. so wird man zwangsläufig in seiner therapeutischen Produktivität gehemmt. in den Heilungszeremonien von Naturvölkern. muß deshalb über die Ebene des individuellen Unbewußten hinausgehen und den perinatalen sowie den transpersonalen Bereich miteinbeziehen. in denen man mit bewußtseinsverändernden Tech­ niken von solcher Wirkung arbeitet. Diese verändern in der Regel das dynamische Gleich­ gewicht. Da die menschliche Psyche in solchen Zuständen spontane Heilungsaktivität zu zeigen scheint. lassen sich mit dem personalistischen und biographisch orientierten Modell der gegenwärtigen akademischen Psychiatrie nur unzureichend und unangemessen er­ klären.

daß der Therapeut oder die Therapeutin den oben beschriebenen Ausfaltungsprozeß unterstützt. auflösen.Wortes). Gelegentlich ist eine dramatische Heilung emotionaler und psychosomatischer Erkrankungen sowie eine tiefgehende und dau­ erhafte PersönlichkeitsWandlung mit Erfahrungen verknüpft. litt bis zu diesem Zeitpunkt seit vielen Jahren unter schweren Anfällen von Depression. In der Sitzung mit holotropem Atmen reagierte sie mit einer enormen Mobilisierung ihrer physischen Energie. auch wenn er bzw. Gladys. Häufig stellen sich die Erkenntnisse und spezifischen Inhalte erst später im Erfahrungsprozeß oder gar erst in den folgen­ den Sitzungen ein. um die Verarbeitung der Sitzung zu erleichtern. die wir in unserem Selbsterfahrungsseminar im EsalenInstitut miterlebten. Diese Anfälle fingen gewöhnlich jeden Morgen nach vier Uhr an und dauerten mehrere Stunden. Es fiel Gladys extrem schwer. wenn man systematische Anstrengungen unternimmt. in anderen in Verbindung mit perinatalen Elementen oder verschiedenen transpersonalen Mo­ tiven. sie ihn im Augenblick überhaupt nicht versteht. Manche hochwirksa­ men transformativen Erfahrungen haben keinerlei spezifischen In­ halt. doch trotz intensiver Körperar­ beit zum Abschluß der Sitzung gelangte sie nicht zu einer befriedigen­ den Lösung. 283ff). besteht also darin. den Prozeß der Selbsterfahrung mit vollem Vertrauen in seine heilende Wirkung zu unterstützen. die sehr ungewöhnlich ist. die sich dem rationalen Verstehen vollständig entziehen. also nicht den Versuch zu unternehmen. Weitere Beispiele für ungewöhnliche therapeutische Wirkungsmechanismen finden sich in einem späteren Abschnitt (siehe S. Es war eine Situation. die an einem unserer fünf Tage dauernden Workshops teil­ nahm. diesmal aber noch viel heftiger als jemals zuvor. ist im folgenden beschrieben. die von heftiger Angst begleitet waren. In manchen Fällen ergibt sich die Lösung der Symptome auf der biographischen Ebene. 204 . ihre Kräfte für den neuen Tag zu sammeln. das Pro­ gramm für die Morgensitzung zu ändern und bei ihr unverzüglich Techniken zur direkten Aktivierung des Unbewußten anzuwenden. die sich hinterher entladen bzw. In Anbetracht ihres Zustands beschlossen wir. Wichtig ist. Sie bestehen aus dem Aufbau gewaltiger Emotionen oder starker physischer Spannungen. ihn zu ändern. Am Morgen darauf stellten sich die Depres­ sionen wie gewöhnlich wieder ein. Eine solche Situation.

Wir forderten sie auf. Die wörtliche Übersetzung des Gesangs. das er zufällig verstand. Nach und nach wurden ihre Bewegungen extrem stilisiert und ausdrucksstark und sie stimmte einen Gesang an. der auf die Gruppe eine so gewaltige Wirkung ausgeübt hatte. ohne sie intellektuell zu beurteilen . beruhigte sie sich und verfiel in einen Zustand glückseliger Ekstase. Das wirksamste Mittel zur Herbeiführung außergewöhnlicher Be­ wußtseinszustände und zur Aktivierung der Psyche ist zweifellos die Anwendung psychedelischer Substanzen. Dies ist aber ein sehr 205 . den es auf Gladys ausgeübt hatte. und hatte überhaupt keine Ahnung. waren die meisten Gruppenmitglieder tiefbewegt und fingen zu weinen an. einige tiefe Atemzüge zu tun. so wie sie kamen. aus sich herauszulassen. sich der Musik.ist eine Mischung aus mittelalterlichem Spanisch und Hebräisch. der sich wie ein inbrünstiges Gebet anhörte. sagte sie. daß es existierte. Ich bete und werde immer beten. den dieses Ereignis auf die Gruppe machte. hatte sie in diesem Teil ihrer Erfahrung ihre Geburt wiedererlebt. Später in der Sitzung wurde ihr Schreien artikulierter und nahm immer mehr Ähnlichkeit mit Worten einer unbekannten Sprache an. in dem sie völlig regungslos länger als eine Stunde verharrte. lautete: »Ich leide und werde immer leiden.und auch uns . Diese Sprache . Wie sie dann rückblickend erzählte. der an der Gruppe teilnahm.ein Rätsel.auch Ladino genannt . Sie verstand nicht. daß Gladys in perfektem Sephardisch gesungen hatte. in welcher Sprache sie gesun­ gen hatte. und jede Erfahrung zu akzeptieren. Der Eindruck. blieb Gladys . Als sie rückblickend über ihre Erfahrung berichtete.auch wenn sie für sie keinen Sinn ergeben würden.« Dieses Ereignis und der tiefgehende Einfluß. sie hätte einen unwiderstehli­ chen Drang zu ihrem Tun verspürt. sich in der Mitte der Gruppe hinzulegen. Sie schrie laut und schien gegen unsichtbare Feinde zu kämpfen. war extrem stark. was innerlich in Gladys vorging. Ohne die Worte zu verstehen und ohne zu wissen. was geschehen war. erkannte. Als Gladys ihren Gesang beendet hatte. Wir ermutigten sie. Gladys war weder Jüdin noch sprach sie modernes Spanisch. die wir spielten. die unter diesen Umständen in ihr hochkommen würde. Ich weine und werde immer weinen. die Laute. Sie hatte noch nie etwas über Ladino gehört und wußte nicht. Ein argentinischer Psychoanalytiker aber. Etwa fünfzig Minuten lang waren bei Gladys heftiges Zittern und andere Anzeichen starker psychomotorischer Erre­ gung zu erkennen. hinzugeben.

Es dürfte von größe­ rem Nutzen und angemessener sein. und beschwören keine komplizierten politischen. das mit potentiell schweren Gefahren verbun­ den ist. Musik und andere Formen der Klangtechnologie sowie gezielte Körperarbeit kombiniert sind. für die psychedelische Therapie.radikales Vorgehen. In den letzten zehn Jahren haben meine Frau Christina und ich eine hochwirksame Methode entwickelt. Ich möchte aber gern den Begriff holotrope Therapie für unsere Behandlungsmethode reser­ vieren. für bestimmte Formen von Hypnose und andere Selbsterfahrungstherapien sowie für verschiedene spirituelle Praktiken. Wie schon oben erörtert. für die die Parallelen zur psychedelischen Therapie von besonderer Wichtigkeit sind. für Heilungszeremonien von Naturvölkern. für den heilen­ den Trancetanz der !Kung-Buschmänner und anderer Gruppen. Im folgenden werde ich dieses Vorgehen beschreiben. Diejenigen. in der kontrolliertes Atmen. Wir nennen sie holonome Integration oder holotrope Therapie. die mit ihnen experimentieren wollen. für bestimmte Prozeduren von Scha­ manen. Ich möchte in diesem Rahmen die Prinzipien der psychedelischen Therapie nicht erörtern und verweise interes­ sierte Leser auf meine früheren. 1985). 1983. die ohne Pharmaka auskommt. 206 . administrativen und juristischen Probleme herauf. ist die holotrope Strategie der therapeutischen Behandlung in ihrem weitesten Sinn charakteristisch für viele ver­ schiedene Vorgehens weisen. indem ich genau auf seine verschiedenen Elemente eingehe. finden im Anhang dieses Buches einen kurzen Überblick über'die wichtig­ sten psychedelischen Pflanzen und Substanzen sowie über ihre Anwendung im rituellen und therapeutischen Rahmen. das Augenmerk auf nichtphar­ makologische Techniken zu richten. Diese sind all denen ohne weiteres zugänglich. Es bedarf deshalb besonderer Vorsichtsmaßregeln. be­ stimmter Kenntnisse und Fähigkeiten sowie der Einhaltung einer Reihe strenger Regeln. speziell diesem Thema gewidmeten Veröffentlichungen (Grof 1978. für Übergangsriten.

1. 207 . ein gewaltsames Eintauchen des Täuf­ lings in Wasser. Strangulation oder Zusammendrücken der Halsschlagadern bis an den Rand des Erstickens gebracht. Sehr komplizierte und fortgeschrittene Methoden dieser Art finden sich in der alten indischen Wissenschaft vom Atmen. Wie weit ist doch die heutige Form der Taufe davon entfernt. die zu diesem Zweck von verschiedenen alten und nichtwestlichen Kulturen angewendet wor­ den sind. haben sehr unterschiedlichen Charakter. längeres Anhal­ ten des Atems oder durch eine Kombination aus beidem bewirkt werden. Drastische Störun­ gen des Atemvorgangs finden sich ebenso wie . in denen der Schwerpunkt auf der Bewußtwerdung des Atmens statt auf Atemveränderungen ruht. wie sie von den Essenern praktiziert wurde. das diesen gewöhnlich bis an den Rand des Todes durch Ertrinken brachte. im Siddha-Yoga. Verfeinerte Techniken. Der Atemrhythmus kann auch auf indirekte Weise stark beeinflußt werden. Bhajans oder Sufi-Gesängen. Spezielle Techniken. Die Prozeduren. bei der Kehlenmusik der Inuit-Eskimos sowie beim Singen von Kirtans. bei denen der Atem intensiviert oder angehalten wird. die das Atmen beeinflussen. Diese drastische Prozedur rief also eine sehr überzeugende Tod. In anderen Gruppen wurden die Neugetauften durch Rauch.in den verschiedenen spirituellen Traditionen . So gehörte zu der ursprünglichen Form der Taufe. Tiefgreifende Bewußt­ seinsveränderungen können durch Hyperventilation. spielen eine bedeutende Rolle im Soto-Zen sowie in bestimmten taoistischen und christlichen Praktiken. sind auch Teil verschiedener Übungen im Kundalini-Yoga. dem pranayama.und Wiedergeburtserfahrung hervor. in der Sufi-Praxis. bei der der Täufling lediglich mit etwas Wasser bespritzt und dabei eine Formel gespro­ chen wird.feine und sorgfältig durchdachte Übungen. nämlich bei der Ausführung bestimmter Riten wie dem balinesischen Affengesang oder Ketjak. in der burmesisch-buddhistischen und taoistischen Meditation und vielen anderen. im tibetischen Vajrayana. Therapeutische Auswirkungen des intensiven Atmens (Pneumokatharsis) Seit Jahrhunderten ist bekannt. daß man tiefgreifende Bewußt­ seinsveränderungen mit Hilfe von Techniken herbeiführen kann.

zu einem Gefühl der Ausbreitung und des Wohlbefindens und zu Visionen von Licht. mit dem gesamten Kosmos und mit Gott durchdrungen werden. Die Beschleunigung des Atemrhythmus und die Erhöhung der Wirksamkeit des Atmens baut in der Regel die psychischen Abwehrmechanismen ab und bewirkt eine Freisetzung und Bewußtwerdung unbewußten (und überbewußten) Materials. Erfahrungen dieser Art haben eine extrem heilsame Wir­ kung. In manchen Fällen führt längeres Hyperventilieren zu zunehmender Entspannung. Die Klienten sollten deshalb ermutigt werden. an die Wirksamkeit dieser Technik zu glauben. Kalifornien .Wir selber haben .mit verschie­ denen Atemtechniken experimentiert. der im Körper wohnenden Weisheit zu vertrauen. kann aber leicht durch den Willen beeinflußt werden. denn aufgrund theoretischer Kenntnisse allein fällt es schwer. daß psychische Widerstände und Abwehrmechanismen über die Blockierung des Atems wirken. ist von Person zu Person sehr unterschiedlich. die sowohl aus den spirituel­ len Traditionen als auch aus den Selbsterfahrungstherapien der humanistischen Psychologie stammen. sie sich entwickeln zu lassen. 208 . Dabei sind wir zu folgendem Schluß gelangt: eine spezielle Atemtechnik ist weniger bedeutend als die Tatsache. Man sollte deshalb den Klienten oder die Klientin dazu ermutigen.insbesondere im Rahmen unserer monatelangen Seminare im Esalen-Institut in Big Sur. mit der Natur. Wir konnten wiederholt die Beobachtung von Wilhelm Reich bestä­ tigen. Sie ist eine autonome Funktion. Diesen Vorgang muß man schon bei anderen oder an sich selber erlebt haben. Zu den allgemeinen Strategien in der holotropen Therapie gehört nämlich. auf die inneren Signale aus dem Organismus zu achten statt ihr Handeln nach irgendeinem theoretisch zurechtgelegten Schema auszurichten. Es lassen sich deshalb nur allgemeine Aussagen darüber machen. Der oder die Betreffende kann von Gefühlen der Liebe und der mystischen Vereinigung mit anderen Menschen. Darüber sollte in der Vorbereitungsphase gesprochen werden. Was im Verlauf einer Sitzung mit Hyperventilation geschieht. Die Atmung nimmt unter den physiologischen Körperfunktionen eine deutliche Sonderstellung ein. daß der Klient schneller und effektiver als gewöhn­ lich atmet und dabei das Bewußtsein voll auf die innerpsychischen Vorgänge richtet.

um die Entleerung von Lungenkohlendioxyd zu verhin­ dern. Die Symptome des Hyperventilationssyndroms werden gewöhnlich als pathologisch gewertet und mit biochemischen Veränderungen in der Blutzusammensetzung . In solchen Fällen ist es üblich. ein paar Worte über gewisse falsche Vorstellungen von der Hyperventilation zu sagen. Die Wahrschein­ lichkeit eines solchen glatten Verlaufs nimmt mit zunehmender Anzahl holotroper Sitzungen zu. durch den Protestantismus eingegebener ethischer Bedenken oder aus anderen Gründen eminente Schwierigkeiten haben. dann kann die Sitzung von Anfang bis Ende ohne das geringste Eingreifen des Therapeuten ablaufen und extrem nützlich und produktiv sein. Wenn dies geklärt wird und der oder die Betref­ fende die Erfahrung akzeptiert hat. daß bestimmte psychiatrische Patienten gelegentlich spontan hyperventilieren und dabei dramatische emotionale und psychosomatische Erscheinungen zeigen. eine angeblich automatische physiologische Reaktion auf schnelles Atmen. wenn sie nicht auf Leid oder harte Arbeit folgen . Sie meinen vielleicht. Die Lehrbücher der Physiologie beschreiben das soge­ nannte Hyperventilationssyndrom. Dies kommt besonders häufig bei hysterischen Patienten vor.einem höheren alkalischen Gehalt und einer herabgesetzten Ionisierung von Kalzium .tetanische Verkrampfungen der Hände und Füße. und reagieren auf sie mit Schuldgefühlen.speziell im Hinblick auf Leser mit medizinischen Vorkenntnissen.erklärt. Tranquilizer.Es ist erstaunlich. wie viele Menschen in den westlichen Kulturen aufgrund starker. 209 . die man über das Gesicht des oder der Betreffen­ den stülpt. Hierzu gehören vor allen Dingen die berühmten karpopedalen Spasmen . In den meisten Fällen aber bewirkt das Hyperventilieren zunächst mehr oder weniger dramatische Erscheinungen in Form von heftigen Emotionen und psychosomatischen Beschwerden. sie hätten sie nicht verdient. intravenöse Injektionen mit Kalzium und eine Papier­ tüte zu verwenden. Ehe ich auf die Verwendung des Atmens für therapeutische Zwecke eingehe. ekstatische Erfahrungen zu akzeptieren. die tief im westlichen medizinischen Modell verwurzelt zu sein scheinen.angebracht und notwendig. Es ist auch wohlbekannt.und selbst dann noch. scheint es .

etwa von den Neo-Reichianem. auf den tiefe Entspannung folgt. Dieser therapeutische Mechanismus der Katharsis ist in der traditionellen Psychiatrie wohlbekannt. sondern ihm gestattet. bei denen selbst massives Hyperventilieren über längere Zeit nicht zum klassischen »Hyperventilationssyndrom« führt. Außerdem ist nach mehreren holotropen Sitzungen eine allgemeine Tendenz in Richtung auf zunehmenden Abbau von Muskelspannun­ gen und von problematischen Emotionen zu beobachten. Wenn man diesen Mechanismus nicht auf die biographische Ebene beschränkt. daß er verschiedene tiefsitzende Spannungen in Form von mehr oder weniger stereotypisierten Mu­ stern an die Oberfläche bringt und sich von ihnen durch periphere Entladung befreit. Würgen. sondern zu zunehmender Entspanntheit. die sich von den »karpopedalen Spasmen« sehr unterscheiden. dramatische Körperbewegungen. Bei anderen bauen sich Spannungen in verschiedenen Teilen ihres Körpers auf. zu dem Zittern. intensiven sexuellen Empfindungen oder gar zu mystischen Erlebnissen. aber in Mustern. Er ist im herkömmlichen Rahmen vor allen Dingen bei der Behandlung traumatischer Neurosen eingesetzt worden und wird sehr häufig auch in den neuen Selbsterfahrungstherapien angewendet. Erbrechen. Dieser Verlauf hat in der Regel Ähnlichkeit mit einem sexuellen Orgas­ mus. den Gestalttherapeuten und den Primärthera­ peuten. sondern zu einem Punkt maximaler Spannung. Schreien und andere stimmliche Äußerungen oder eine gesteigerte Aktivität des autonomen Nervensystems gehö­ ren. Zuckungen. daß die Vorstellungen von den Auswirkungen der Hyperventilation nicht zutreffen. auch auf die perinatale und 210 . Husten. Die erste ist die Form der Katharsis und des Abreagierens. Dieses Eliminieren oder Reduzieren aufgestauter Energien in holotropen Sitzungen kann sich auf zweierlei Weise vollziehen. Dabei geschieht offenbar folgendes: der Organismus reagiert auf die verän­ derte biochemische Situation damit. Außerdem führt weiteres Hyperventilieren nicht zu einer allmählichen Zunahme dieser Spannungen. Es gibt viele Personen. seitdem Sigmund Freud und Joseph Breuer ihre Studien über Hysterie veröffentlichten.Wir haben nun das holotrope Atmen mit vielen Tausenden von Menschen praktiziert und dabei festgestellt.

Der zweite Mechanismus verkörpert ein Prinzip.Abb. Durch die Aufrechterhaltung eines solchen Grades muskulärer Anspannung über längere Zeiträume verbraucht der Organismus enorme Mengen an aufgestauter Energie und ver­ einfacht seine Funktionsweise. darunter die Große Muttergöttin sowie (hier) Shiva-Nataraja. dann erweist er sich als ein sehr effektives Mittel für den Abbau emotionaler und psychisch beding­ ter körperlicher Spannungen. das aber in vielerlei Hinsicht noch effektiver und interessanter erscheint. Diese zwei Mechanismen haben Parallelen in der Sportphysiologie. in der man weiß. transpersonale Ebene überzugreifen. nämlich auf die isotonische und die isometrische Weise. indem er sie los wird. daß man Muskeln auf zwei verschiedene Weisen betätigen und trainieren kann. das in der Psychia­ trie und Psychotherapie neu ist. bleibt 211 . der »Herr des Tanzes«. Wie schon die Bezeichnungen andeuten. Die tiefsitzenden Spannungen gelangen in Form von länger anhaltenden Kontraktionen und Spas­ men an die Oberfläche. 6: Aus einer vierteiligen Bildfolge über eine starke Tod-WiedergeburtErfahrung während einer Sitzung mit holotropem Atmen: Identifikation mit archetypischen Figuren und Motiven.

sind von Person zu Person sehr verschieden. Viele Per­ sonen berichten. wohingegen isometrische Übungen dadurch charakterisiert sind. Über kurz oder lang setzen heftige emotionale Reaktionen ein und entwickeln sich ste­ reotype Muster der muskulären Panzerung. während ihre Länge schwankt. während das Gewichtheben eindeutig eine isometrische Aktivität darstellt. die sich im Verlauf holotroper Sitzungen einstel­ len. die zu emotionaler und psychosomatischer Gesun­ dung führt. Trotz ihrer äußerlichen Unterschiede haben diese beiden Mechanis­ men viel gemeinsam. Diese Auffassung findet sich auch in der spirituellen Literatur. daß sie sich in einer solchen Sitzung entspannter gefühlt haben als jemals zuvor in ihrem Leben. ihre Länge aber die ganze Zeit konstant bleibt. Ein gutes Beispiel für isotonische Aktivität ist das Boxen. Die Erfahrungen. daß man spontan auftretendes rasches Atmen bei psychiatrischen Patienten unterstützen sollte statt es mit allen möglichen Mitteln zu unterdrükken. Im Siddha. Wie schon früher erwähnt. In der holotropen Therapie ergänzen sie einander in sehr effektiver Weise. Die unter diesen Umständen auftretenden Emotionen können ver­ 212 . Diese Beobachtungen legen nahe. die man als Kriyas bezeichnet. Das spontane Hyperventilieren psychiatrischer Patienten kann also als ein Versuch zur Selbstheilung verstanden werden. Rasches Atmen tritt häufig auch spontan als eine der Manifestatio­ nen von Shakti (der aktivierten Kundalini-Energie) auf.und Kundalini-Yoga wird das bewußte Hyperventilieren (bastrika) als eine Meditationstechnik von mehreren eingesetzt. Auch die Sitzungen ein.und derselben Person unterscheiden sich erheblich voneinander. Ein typisches Ergebnis einer guten holotropen Sitzung ist tiefe emotionale Erleichterung und körperliche Entspannung. daß sich die Spannung der Muskeln verändert. Das längere Hyper­ ventilieren ist somit letztlich eine äußerst effektive Methode der Streßreduktion. In den meisten Fällen aber kommt es aufgrund der Hyperventilation zunächst einmal zu mehr oder weniger dramatischen Erscheinungen.bei isotonischen Übungen der Spannungsgrad der Muskeln kon­ stant. können sie manchmal von Anfang bis Ende frei von irgendwelchen heftigen emotionalen Reaktionen und psychosomatischen Beschwerden sein.

Gelegentlich nehmen die Klienten spontan Yogahaltungen (Asanas) ein und führen Yogagesten (Mu­ dras) aus. Körperlich können zu den Muskelspannungen noch andere Erscheinungen hinzukommen: Kopfschmerzen und Schmerzen in anderen Körperregionen. Fluchen und die unterschiedlichsten Tier­ laute. der balinesische Affengesang. Weinen. Manchmal können die Bewegungen und Gesten extrem verfeinert. javanesische Tänze. rollen sich auf dem Boden herum oder schlagen um sich.schiedenartigster Natur sein. machen aber auf den Beobachter den Eindruck.und Minder­ wertigkeitsgefühle. sexuelle Empfindungen und verschiedene motorische Bewegungen. Sie schütteln sich heftig und machen komplizierte Verrenkungen. spontanes Sin­ gen. Jammern. komplex. oder die Stimm-Modulation des japanischen Kabukitheaters. die Keh­ lenmusik der Inuit-Eskimos. Beispiele dafür wären Heilriten von Schamanen. Manche Menschen bleiben ruhig. nahezu bewegungslos. Hierzu gehören bei­ spielsweise seltsame tierische Bewegungen. Schreien. Dabei können die verschiedenartigsten Laute produziert werden: Seufzen. Übelkeit und Erbrechen. Recht häufig sind auch Kraul-. In anderen Fällen können solche automatischen Bewegungen und/oder Laute die Form von rituellen Tänzen oder anderen Verhaltensweisen fremder Kulturen annehmen. Am häufigsten sind Wut und Agressionen. Schnattern. Vögeln oder Raubkatzen erinnern und von den entspre­ chenden Lauten begleitet sind.oder Kletterbewegungen. Schwitzen.oder Manipuri-Tanzschule. Sie können sehr intensive Erlebnisse haben. Andere sind erregt und zeigen eine gesteigerte motorische Aktivität. das multivokale und Obertonsingen der Tibeter und Mongolen. Angst. symbolische Bewegun­ gen der indischen Kathakali. als würden sie während der Geburt durch den Geburtskanal gedrückt oder sehen wie Neugebo­ rene aus oder verhalten sich so. Reden in Zungen. die an solche von Schlangen. Schuldgefühle und Ekel. nehmen fötale Positionen ein. benehmen sich. erhöhte Speichelabsonderung. Kleinkindgebrabbel. 213 . Traurigkeit und Depressionen. Schaufel. Wür­ gen. Versagens. die sie bewußt nicht kennen. Schwimm-. differenziert und spezifisch sein. daß nichts in ihnen vorgeht oder daß sie schlafen.

Sie sind keineswegs einfache physiologische Reaktionen auf das Hyperventilieren. daß diese Aussagen auf Beobachtungen an einer Vielzahl von Personen in einer großen Anzahl von Sitzungen beruhen. die sich unter be­ stimmten Bedingungen einstellen. Sie sind von Person zu Person sehr verschieden und haben gewöhnlich für den einzelnen eine bestimmte psychische Bedeutung. Es ist somit ein dynamisches Gleichgewicht vorhanden. Wenn sich die Spasmen in den Händen und den Füßen entwickeln (es sich also um die »karpopedalen Spasmen« im Sinne der her­ kömmlichen Medizin handelt). die der oder die Betreffende aus dem Alltagsleben kennt .entweder als chronische Beschwerden oder als Symptome. Viele Personen. Manchmal erkennt man in diesen Span­ nungen und Schmerzen solche wieder. das durch gleichzeitige Aktivierung der Streck. bei extremer Müdigkeit. dann kommt darin in der Regel ein tiefer Konflikt zwischen starken Impulsen zu bestimmten Handlun­ gen und etwa gleich starken hemmenden Tendenzen zum Ausdruck. perinatalen oder transpersonalen Ursachen der verschiedenen psy­ chosomatischen Beschwerden während des holotropen Atmens auf­ decken oder zumindest den allgemeinen psychologischen Sinn die­ ser Beschwerden erkennen. In einer einzelnen Sitzung wird der Klient nur einen Teil der beschriebenen Erscheinungen zeigen. haben nach eigenen Angaben das Gefühl. manchmal sogar nur einen sehr geringen. in der Kindheit. sondern besit­ zen eine komplexe psychosomatische Struktur. in der Pubertät oder bei starkem emotionalem Streß litt. Es sei betont. schon ein Leben lang (oder sogar 214 . Manchmal handelt es sich um intensivere Formen von Spannungen und Schmerzen. etwa unter heftigem emotionalen oder physischen Streß. In den meisten Fällen kann man die spezifischen biographischen.und Beugemuskeln entsteht. unter denen man früher im Säuglingsalter. bei Schwächung durch eine Krankheit oder nach dem Genuß von Alkohol oder Marihuana. Im folgenden möchte ich beschreiben.Während des Atmens bauen sich in der Regel auch Spannungen in bestimmten Teilen des Körpers auf. bei denen sich diese Spasmen einstellen. in welchen Körperregionen sich in holotropen Sitzungen physische Spannungen bevorzugt entwickeln und welche typische psychologi­ sche Bedeutung sie haben. bei Schlafmangel.

der den Spannungen zugrundeliegt. Wenn dies geschieht. Tanzen. Menschen. dann hat der oder die Betreffende das Empfinden. auf den tiefe Erleichterung folgt. Eine andere wichtige Ursache für muskuläre Spannungen sind Erinnerungen an frühere Körperverletzungen. Manchmal können schmerzliche Spannungen dieser Art blockierte kreative Impulse repräsentieren. der den Spasmen zugrundelag.noch länger) Aggressionen zu verdrängen. Das Lösen der energetischen Blockierung kann zu einer dramatischen und dauerhaften Verbesserung der Durchblutung führen. bei denen sich während des holotropen Atmens starke Spannungen in den Extremitäten entwickeln. ein Musikinstrument zu spielen. Als man damals unter den entsprechen­ 215 . etwa den Impuls zu malen. Die Betreffenden entdecken häufig bei sich kreative Ausdrucksmöglichkeiten und zeigen bemerkenswerte Lei­ stungen im Malen. leiden gewöhn­ lich auch im alltäglichen Leben unter schlechter Durchblutung und beklagen sich häufig über kalte Füße oder kalte Hände. die durch Operatio­ nen oder Unfälle entstanden. zu schreiben. Schreiben. die an extremen Durchblutungsstörungen mit der Diagnose Raynaudsche Krankheit litten. daß ein energetisch blockierter Körperbereich ungenügend durchblutet ist. Wie wir im Laufe der Jahre wiederholt beobachten konnten. zu tanzen. und seine biographischen. etwas Künstlerisches mit den Händen zu formen oder mit ihnen zu heilen. Man kann die Regel aufstellen. Wir haben schon bei mehreren Gelegenheiten solche Fälle von Besserung bei Menschen beobachtet. Impulse zum Zugehen auf andere Menschen zurückzuhalten oder sexuelle Neigungen zu unterdrücken. in der Handarbeit und in heilenden Aktivitäten. Im weiteren Verlauf des holotropen Atmens erreichen die Spannungen in der Regel einen Kulminationspunkt. In diesem Zusammenhang kann man gewöhnlich tiefe Einblicke in die Art des Konflikts gewinnen. Die Aufhebung der energetischen Blockierung in den Händen hat bestimmte medizinische Folgen. die energetische Blockierung sei aufge­ hoben worden und die Energie könne nun frei durch die Hände fließen. folgte auf das subjektive Empfinden des Lösens der Blockierung eine außerordentliche Befreiung des verdrängten Impulses. perinatalen oder transpersonalen Wurzeln erkennen.

daß die Beine und die Füße weit weniger spezialisiert sind als die Arme und die Hände und im menschlichen Leben eine sehr viel einfachere Rolle spielen. mit den dramatischen Umständen während der biologi­ schen Geburt im Zusammenhang.die emotionalen und physischen Reaktionen auf diese Schmerzen unter­ drücken. Ein veralteter anatomischer Begriff für einen der Adduktoren der Oberschenkel war tatsächlich »Hüter der Jungfräulichkeit« musculus custos virginitatis. Erinnerungen an solche Situationen stellen bedeutsame unvollständige Gestalten im psychologischen Sinn dar. die die Spannungen in Armen. betrifft gleichermaßen die Streck.häufig über lange Zeit . mußte man . für die es keine Möglichkeit der Abfuhr nach außen gibt. ihre emotionalen Komponenten aber nicht durchgearbeitet und angemessen integriert. Dies spiegelt die Tatsache wider. Ängste und Hemmungen hin. Auf einer tieferen Ebene stehen die dynamischen Konflikte. Spannungen und Spas­ men in den Oberschenkeln und im Gesäß weisen speziell bei Frauen häufig auf sexuelle Abwehrmechanismen. die so im Organismus gespeichert worden ist. nicht schreien. Spannungen in den Beinen und Füßen haben eine ähnliche dynami­ sche Struktur wie die in den Armen und Händen. Beinen und vielen anderen Körperteilen hervorrufen. Hier ist der Organismus des Kindes häufig über mehrere Stunden einer Situation hilflos ausge­ setzt. die mit massiver Todesangst.den Schmerzen litt. Umgekehrt aber kann die Konfrontation mit ihnen im Rahmen einer Selbsterfahrungstherapie zu emotionaler und psychosomatischer Gesundung führen. extremen Schmerzen und großer Atemnot verbunden ist. Viele Spannungen in den Beinen lassen sich auf physische Traumen zurückführen. Die blokkierte Energie. da das Kind nicht richtig atmen. Sie können entscheidend an der Entste­ hung zukünftiger psychischer Probleme mitwirken. Wenn sich dieser 216 .und Beugemuskeln. Auf diese Weise wird eine gewaltige Erre­ gung des Organismus bewirkt. daß sie insbesondere in den frühen Lebensjahren als Aggressionsinstrumente gebraucht wurden. Viele Spannungen in den Beinen und Füßen stehen in Zusammen­ hang damit. sich nicht bewegen oder nicht entfliehen kann. Während des Heilungsprozesses wurden diese Körpertrau­ men anatomisch korrigiert. nur eine weniger komplexe.

die sogenannten Chakras. zurückgeführt werden. die im normalen Leben unter Sehschwierigkeiten leiden. die man im Laufe seines Lebens oder in einer früheren Inkarnation erlitten hat. die manchmal mit einem Flattern der Augenlider einhergehen. dann kann eine weitgehende Besserung dieser Beschwer­ 217 . Kopfdruck oder Migräne leiden. manifestiert er sich in Form heftiger und oft schmerzlicher Spasmen. Gelegentlich kann es auch Ver­ bindungen zu Erinnerungen an Kopfverletzungen geben. sitzen (eine ausführ­ lichere Beschreibung dieser Zentren siehe S.etwa bestimmte Formen von Kurzsichtigkeit können durch eine chronische Verspannung der Augenmuskeln hervorgerufen werden. Diese Beschwerden treten besonders häufig in Sitzungen von Personen auf. Die häufigste und recht offensichtliche Verbindung dieser Beschwerden mit der Geburt besteht darin. 147). wo nach Auffassung der tantrischen Systeme die Zentren der psychischen Energie im fein­ stofflichen Körper. die immer wieder unter Spannungskopfschmerzen. Eine energetische Blockierung im Bereich des Kopfes (dort. Die Blockierung im Bereich des Augenbrauenzentrums. Die Betreffenden haben häufig das Empfinden. Manche dieser Schwierigkeiten . Gelegentlich können Spannungen in den Armen und Beinen auch auf noch tiefere Ursachen transpersonaler Natur. Interessanterweise treten viele Spannungen. des AjnaChakras. Dies überrascht nicht besonders. Dieses Empfinden stellt sich besonders oft bei Personen ein.dynamische Konflikt verspätet nach außen entlädt. die die übrigen Kör­ perteile betreffen. in den Bereichen auf. da ja eine Ähnlichkeit zwischen der Technik der holotropen Therapie und den Übungen in der tantrischen Tradition besteht. insofern nämlich. Lösen sich diese Spannungen im Laufe der Therapie. insbesondere auf Erlebnisse in früheren Inkarnationen. äußert sich beim holotropen Atem in Form heftiger Span­ nungsgefühle oder sogar Schmerzen um die Augen. ihr Kopf würde von einem festen Stahlband zusammengeschnürt. daß der zarte Kopf des Kindes durch den enormen Druck der Gebärmutterkontraktionen in die Beckenöffnung gepreßt wurde. der tausendblättrige Lotos oder das SahasräraChakra befindet) äußert sich im Regelfall in Form eines heftigen Druckgefühls. als in diesen dem Atem sorgfältige Beachtung geschenkt wird. wo sich das Kronenzentrum.

in denen diese den Betreffenden im wahrsten Sinne des Wortes »an die Gurgel gin­ gen«. daß das Kind in einer Familie aufgewachsen ist. in denen das Kind den Geschlechtsakt von Erwachsenen miterlebte. Eine klassische Situation dieser Art wäre die. von älteren Geschwistern. in der ein Eltemteil Alkoholiker war und sich dadurch täglich erschütternde Szenen abspielten. Diphtherie. 218 . die dann sehr oft den Charakter von Erinnerungen an frühere Inkarnationen haben. in denen man beinahe ertrunken wäre. Hinzutre­ ten können noch Kinnbackenkrämpfe. sowie das subjektive Empfinden. Weniger häufig finden sich Verbindungen mit Erinnerungen an Augenverlet­ zungen.den eintreten. und das Einatmen eines Fremdkörpers. die später erörtert werden sollen. insbesondere der Kaumuskeln. Der Bereich um das Kehlzentrum oder Visuddha-Chakra ist der Sitz von starken Blockierungen bei vielen Menschen. von Gleichaltrigen oder von anderen Personen. Häufig finden sich auch Erinnerungen an Aggressionen von seiten der Eltern oder ihrer Stellvertreter. Solche Besserungen sind aber nur zu erwarten. wenn die betreffende Person nicht viel älter als dreißig Jahre ist und die Veränderungen noch nicht organisch und damit irreversibel gewor­ den sind. dem Ersticken nahe zu sein. noch nicht verarbeiten konnte oder als extrem beängstigend empfand. in denen die betreffende Person gezwungen war. Ebenso wären an dieser Stelle die berühmten »Urszenen« im Sinne Freuds zu erwähnen. die sie nicht sehen wollte. das Gefühl. Dinge zu sehen. Mit diesen Blockierungen sind sehr häufig Erinnerun­ gen an traumatische Situationen verknüpft. Während des holotropen Atmens äußern sich diese Blockierungen in Form von Verspannungen der Muskeln im Mundbereich. Bei den biographischen Ursachen für Beschwerden dieser Art han­ delt es sich in der Regel um Situationen in den ersten Lebensjahren. Keuchhusten. Situationen. Dazu gehören eine Lungenentzündung im Kindesalter. Die therapeutische Arbeit an diesen Blockierungen bringt besondere Probleme mit sich. in denen die Versorgung mit Sauerstoff bedroht war. daß die Kehle zugeschnürt sei. Wie schon bei den Beschwerden in anderen Körperregionen ist auch hier eine wesentli­ che Ursache für aufgestaute Energien das Geburtstrauma.

in denen man gewürgt. Es besteht auch die Möglichkeit. Als nächstes kommt das Herzzentrum oder Anähata-Chakra. Eine andere häufige Ursache für Beschwerden im Kehlenbereich sind Erinnerungen an frühere Inkarnationen. daß weniger auffällige. die manchmal von Herzbeschwerden begleitet sind. dann hat die betreffende Person das Gefühl. aber dennoch bedeutsame Konflikte in bezug auf die Äußerung verbaler Aggressionen bestehen. das nach traditioneller Auffassung der Sitz der Liebe. In Extremfällen kann verdrängte orale Wut zu Stottern führen. des Mitgefühls und der spirituellen Wiedergeburt ist. Als charakteristische Beispiele wären hier zu nennen die Schmerzen beim Zahnen. die Anwen­ dung sehr starker Desinfektionslösungen und die berüchtigte Man­ deloperation (Tonsillektomie). ein Stahlband würde sich fest um den Brustkorb spannen. Am häufigsten aber lassen sich orale Aggressionen. von Liebe und Licht überflutet zu werden und eine große emotionale Befreiung zu erleben. zu »geben« oder Gefühle auszudrücken. Jemand mit einer starken Blockierung in diesem Bereich wird während des holotropen At­ mens starke Beklemmungen im Brustbereich spüren. Sie wird von Wärme und einem tiefen Mitgefühl mit 219 .Konflikte im Zusammenhang mit extremen oralen Aggressionen können ebenfalls im wesentlichen Maße zu Beschwerden in dieser Körperregion beitragen. Bei manchen kann dies in erster Linie zu Schwierigkeiten führen. Am häufigsten sind damit Erinnerungen an Situationen verbunden. bei anderen zu einer Unfähig­ keit zu »nehmen«. In schweren Fällen können sowohl Geben als auch Nehmen beeinträchtigt sein. stranguliert oder erhängt wurde. die den freien emotionalen Austausch zwischen der betreffenden Person und anderen Menschen behindert haben. Wird diese Blockierung nach vorübergehender Intensivierung ge­ löst. Kinnbacken­ krämpfe und Atemnot zur biologischen Geburt und ihre verschiede­ nen Komplikationen oder auf eine Intubation und andere Eingriffe unmittelbar nach der Geburt zurückverfolgen. gefühllose Eingriffe eines Zahnarztes. des Rachens und des Kehlkopfs stehen. Der oder die Betreffende hat dann das Gefühl. Dahinter können emotionale Vernachlässi­ gung und orale Frustrationen durch unbefriedigende Eingriffe im Bereich des Mundes.

daß die Emotionen und die Energie frei fließen. Konkurrenzhaltung und zu speziellen Problemen in Verbindung mit dem Selbstbild und der Selbstachtung. Blockierungen in dieser Region rufen während des holotro220 . Das Sexualzentrum oder Svadisthana-Chakra liegt unterhalb des Nabels. Diese Kombination aus Minder­ wertigkeitsgefühl und Machtwille steht im Zentrum der Individu­ alpsychologie von Alfred Adler. 148). Manchen Menschen kommt es dann rückblickend so vor. zu Selbstbehauptung. insbesondere die Situationen. Es kann bedeutsame Verbindungen zu Erlebnissen in früheren Lebensjahren geben. Dieselbe tiefe Verbundenheit kann auch in bezug auf Tiere. Sehr oft finden sich auch Verbindungen zu Erinnerun­ gen an frühere Inkarnationen. sogar mit Fremden. un­ realistischen Ambitionen und autokratischen oder machoartigen Tendenzen auf der anderen Seite. in denen Sicherheit. Die Blockierung des Nabelzentrums oder Manipüra-Chakra äußert sich beim holotropen Atmen in Form von Spannungen. in der die Nabelschnur zusammengepreßt. Bedürfnisbefriedigung und Überleben der betreffenden Person ernsthaft gefährdet waren. In der Regel findet sich ein Bezug zum Ehrgeiz. daß man zu den anderen gehört. als hätten sie bisher wie hinter einem Glaszylinder oder einem unsichtbaren Film gelebt.anderen Menschen. Spasmen und Schmerzen in der Nabelgegend. zum Willen zur Macht. Charakteristisch für diese Probleme sind Schwankungen zwischen einem Gefühl der Minder­ wertigkeit. übermäßig gedehnt oder zum Zeitpunkt der Separation von der Mutter durch­ trennt wurde. und es erwacht das Bewußtsein. Damit einher geht das Empfinden. durchströmt (siehe den Bericht über eine holotrope Atemsitzung S. der Unzulänglichkeit und der kindlichen Hilflosigkeit auf der einen Seite und kompensatorischen Größenphantasien. auf die Natur als Ganzes und auf den gesamten Kosmos erlebt werden. der sie von der übrigen Welt getrennt hat. Eine solche Erfahrung der Öffnung des Herzchakras kann extrem heilsam sein und einen gewaltigen Einfluß auf das weitere Leben des betreffen­ den Menschen ausüben. Gewöhnlich ist ihr eine bedeutende numinose Dimension eigen. Die häufigste Ursache für diese Probleme ist aber das Trauma der biologischen Geburt. und sie wird als spirituelle oder mystische Erfahrung beschrieben.

sadomasochistische Neigungen und . Satyriasis. Blockierun­ gen im Bereich des Wurzelchakra trifft man außerdem bei Menschen an. Wie schon die Bezeichnung dieses Chakras vermuten läßt. die Kontrolle über den Anal­ schließmuskel zu verlieren (zu flatulieren oder gar zu defäkieren). die solche Blockierungen bedingen.pen Atmens intensive sexuelle Erregung sowie verschiedene Spas­ men und Schmerzen in den Genitalien und im Becken hervor. im Kreuz oder im Gesäß auftreten. Es handelt sich dabei um frühere Erlebnisse. sind die Hauptprobleme. die Frigidität. den Händen. die unter spastischem Durchfall oder spastischer Verstopfung. Das Wurzelzentrum oder Muladhära-Chakra schließlich hat vor allem Bezug zu analen Elementen. Diese Spasmen und Blockierungen stellen sich unabhän­ gig oder in Kombination mit Spasmen und Blockierungen in den Regionen der einzelnen Chakras ein.bei Frauen schmerzhafte Krämpfe während der Menstruation hervorriefen. sexueller Na­ tur. unter Dickdarmreizungen und unter geschwüriger Kolitis leiden und auch bei solchen. Das biographische Material. das dabei in der Regel zu Bewußtsein kommt. Solche Erfahrun­ gen finden sich besonders häufig bei Menschen. den Beinen und den Füßen sowie in den Bereichen der oben beschriebenen Chakras können auch Spasmen und Blockierungen im Nacken. über ein starres System von Abwehrmechanismen verfü­ gen und übermäßige Angst vor Kontrollverlust haben. die zur Unfähigkeit führten. die unter Zwangs­ neurose leiden. Die Arbeit an Blockierungen im Bereich dieses Zentrums ist verknüpft mit analen Spasmen und Schmerzen oder mit Befürchtungen. im Magen. Nymphomanie. eine Erektion zu entwickeln oder zu halten und einen befriedigenden Orgasmus zu erleben. umfaßt Darmkoliken in der Kindheit. die große Schwierigkeiten im Umgang mit Geld haben. Neben den Spannungen in den Armen. schmerzhafte Kli­ stiere und eine überstrenge Sauberkeitserziehung. Es gibt aber tiefere Zusammenhänge mit der biologischen Geburt (mit dem sexuellen Aspekt der dritten perinatalen Grundmatrix) und häufig auch mit archetypischen Motiven sowie mit Erinnerungen an frühere Inkarnationen. in den Muskeln entlang der Wirbelsäule. Sie haben Bezug zu verschie­ 221 . latente oder manifeste homosexuelle Neigungen besitzen.

welcher Art die Beschwerden sind und wo sie sitzen. Das Heilpotential der Musik In der holotropen Therapie wird das Hyperventilieren. Wie das Atmen werden auch die Musik und andere Formen der Klangtechnologie seit Jahrtausenden als äußerst effektive Mittel zur Bewußtseinsverände­ rung eingesetzt. Das Weiteratmen führt gewöhnlich dazu. Die Grundregeln für das therapeutische Eingreifen in der Schlußphase einer Sitzung werden später beschrieben (S.Ausstößen von Lauten. und zwar so lange. Dann nimmt er oder sie die Hauptmethode des Hyperventilierens wieder auf.denen Problemen und Elementen biographischer. Es kann Vorkommen. mit anregender Musik kombiniert. die ähnlichen Prinzi­ pien wie denen für die Arbeit an Atemblockierungen gehorcht. das. daß sie einen Kulminationspunkt erreichen und sich dann lösen. Husten. 235ff). In diesem Fall wird der Klient dazu ermuntert. die die Kehle befreit und die Fortsetzung der Sitzung ermöglicht. Wenn das Atmen allein nicht zu einem vollständigen Abbau der Blockierungen führt. Viele nichtwestliche Kulturen haben weitge­ 222 . perinataler und transpersonaler Natur. Im Prinzip besteht diese Technik darin. was ohne­ hin schon geschieht . Auf das Kehl-chakra trifft dies aber unter Umständen nicht zu. Würgen. das außerge­ wöhnliche Bewußtseinszustände zu heilenden Zwecken herbeifüh­ ren soll. daß die Intensivierung der Beschwerden in dieser Region zu einer Veren­ gung der Kehle führt. 2. die das weitere Atmen verhindern.zu unterstützen und bewußt zu übertreiben. dann sollte der Thera­ peut eine Technik des Abreagierens anwenden. Schütteln oder Grimassieren . bis der Betreffende wieder frei atmen kann. was sehr befrei­ end empfunden wird. Schon immer zählte das monotone Trommeln und Singen zu den Hauptmethoden der Schamanen in vielen verschiede­ nen Teilen der Welt. zu einer Technik des Abreagierens zu greifen. Dies gilt unabhängig davon. In einer Sitzung mit holotropem Atmen werden die Spannungen und Blockierungen im Regelfall intensiver und somit manchmal erst offenkundig.

Wer über systematisches Wissen dieser Art verfügt. Die Archive der kulturellen Anthropologie enthalten zahllose Beispiele für Instru­ mentalmusik. wird von vielen Fachleuten dieser Länder mit westlicher Universitätsausbildung anerkannt. etwa in der kubanischen Santeria. In den indischen Lehren wird eine spezifische Verbindung zwischen Klän­ gen mit bestimmter Frequenz und den einzelnen Chakras angenom­ men. 1962). die wie im Labor anhand von EEG-Veränderungen demonstriert wurde . die von geübten Sängern ausgeführt werden.hend unabhängig voneinander Trommelrhythmen entwickelt. den Bewußtseinszustand in vorhersagbarer und gewünschter 223 . In vielen Kulturen ist der Klang für heilende Zwecke im Rahmen verwickelter Zeremonien eingesetzt worden. für Gesänge und für Tänze. die Pfingstbewegung sowie die Virginian Snake Händlers oder die Holy Ghost People. die eine außergewöhn­ liche Trance herbeiführen. Die Heilrituale der Navajos. die Erweckungsprediger. Katz 1976) dokumentiert ist . die mit der der Partituren von Wagneropern verglichen wurde. die nicht lediglich einen allgemeinen Trancezustand herbeifüh­ ren. bei denen Trancetanz praktiziert. die heiligen Gesänge verschiedener SufiOrden.eine bemerkenswerte Wirkung auf die physiologische Aktivität des Gehirns ausüben (Neher 1961. Dazu gehören vor allen Dingen das multivokale Singen in der tibetischen Tradition.wie in mehreren anthropologischen Studien und Filmen (Lee und DeVore 1976. die Bhajans und Kirtans der Hindus sowie die alte Kunst des Nada-Yoga oder des Weges zur Vereinigung über den Klang. gesungen und musiziert wird. Das thera­ peutische Potential der Rituale in den synkretistischen Religionen der Karibik und Südamerikas. In unserer eigenen Tradition kommt es zu bemerkenswerten Fällen von emotionaler und psychosomatischer Gesundung während der Tref­ fen von christlichen ekstatischen Sekten. ist in der Lage. Hierbei wären für die USA zu nennen die schwarzen Baptisten im Süden des Landes. sind von einer erstaunlichen musikalischen Komplexität. sondern einen systematischen Effekt auf das Bewußtsein aus­ üben.enorme Heilkraft. Der Trancetanz der !KungBuschmänner in der afrikanischen Kalahari-Wüste besitzt . Viele großen spirituellen Traditionen haben Klangtechniken entwikkelt.und in der brasilianischen Umbandareligion.

nämlich Laute. von ekstatischen Ausbrüchen oder der ozeanischen Atmosphäre des Mutterleibs. von sexuellen und sinnlichen Empfin­ dungen. Helen Bonny. psychische Ab­ wehrmechanismen zu durchbrechen und sich dem Erfahrungsprozeß hinzugeben. angewendet und dabei viel über ihr außergewöhnliches psychotherapeutisches Potential gelernt. die die Gruppen­ mitglieder in verschiedenen Stadien des Erfahrungsprozesses her­ vorbringen. Musiktherapeutin und Mitglied unseres Teams im Maryland Psychiatric Research Center. Durch geschickten Einsatz ausgewählter Musikstücke kann das Auftreten bestimmter Emotionen. von Drogen unabhängige Behandlungstechnik entwickelt. Gute Musik scheint in außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen von besonderem Wert zu sein und übernimmt in ihnen mehrere Funktionen. sie auszudrücken. 224 . Empfindungen und Erfahrungs­ motive erleichtert werden. Sie intensiviert und vertieft den Erfahrungsprozeß und gibt einen sinnvollen Rahmen für ihn ab. Wir haben Musik systematisch im psychedelischen Therapiepro­ gramm im Maryland Psychiatric Research Center in Baltimore. Hamei 1976. also als gelenkte Imagination mit Hilfe von Musik (Bonny und Savary 1973). Sie hilft. etwa von Aggressionen. Dies sind nur einige wenige Beispiele für die überragende Bedeutung der Musik in Ritus. Beh­ rendt 1985). hat schon früh das therapeutische Potential der Musik erkannt und auf der Grundlage ihrer Erfahrungen in der psychedelischen Forschung eine eigene. die sie als Guided Imagery with Music (GIM) bezeichnet. vom Motiv des qualvollen Kampfes während der Geburt. von emotionalen oder physischen Schmerzen. über schwierige Erfahrungen oder festgefahrene Situationen hinwegzukommen.Weise zu beeinflussen. alte Emotionen zu mobilisieren und versetzt den betreffenden Menschen in die Lage. Der kontinuierliche Fluß der Musik trägt die betreffende Person wie auf einer Welle mit sich fort und hilft ihr. weitergehend interessierte Leser seien auf die spezielle Literatur verwiesen (Bonny und Savary 1973. zu überdecken und sie in eine einheitliche künstlerische Form einzubetten. Heilkunst und spirituel­ ler Lehre. Maryland. In der Gruppenarbeit besitzt laute und dynamische Musik eine zusätzliche Funktion.

und Selbsterfahrungsprozeß zu nutzen. In der holotropen und psychedelischen Therapie nun ist es wesent­ lich. sich dem Fluß der Musik vollständig hinzugeben. für den mehr gebildeten Musikhörer typische Möglichkeit ist das disziplinierte und intellektuelle Aufnehmen von Musik. ist es erforderlich.handele es sich nun um Weinen. Wird sie in dieser Form 225 . Man denke bei­ spielsweise an den dezenten Klanghintergrund bei Cocktailpartys oder an die Klangberieselung in Kaufhäusern oder an Arbeitsplät­ zen. sinnliche Beckenbewegungen oder andere emotionale. sie ähnlich ist. stimm­ liche und motorische Reaktionen. nämlich die introspektive Konzentration über längere Zeit. wie man ihn etwa von Rockkonzerten kennt. Besonders wichtig ist.Um die Musik als Katalysator für einen bis in tiefe Schichten der Psyche vordringenden Selbsterforschungs. Vollkommen spontan und elementar muß man die Musik auf Psyche und Körper einwirken lassen. Sie zielt aber hier zu sehr auf äußere Wirkung ab. Lachen. verschiedene Körperverrenkun­ gen. Es fehlt ein bedeutendes Element. Eine andere. die in unse­ rer Kultur fremd ist. das man kennt. die gerade gespielt wird. auch soll man nicht die künstlerische Qualität des Orchesters beurteilen. sich jeder intellektuellen Auseinandersetzung mit der Musik. Der dynamische und elementare Einsatz von Musik. zu enthalten. die die Musik in einem auslöst . Grimassieren. In der holotro­ pen Therapie muß man voll und ganz den Impulsen nachgeben. nicht die Tonart erraten oder die technische Qualität der Aufnahme oder der Wiedergabe im Raum kritisieren wollen. Schütteln. das die Atmosphäre von traditionellen Konzerthäusem be­ stimmt. in dem sogar lautloses Weinen oder Husten als störend empfunden werden. welchem anderen Musikstück. Im Westen benutzen wir Musik oft nur als akustischen Hintergrund ohne weitere Bedeutung. kommt der Anwendung von Musik in der holotropen Therapie schon näher. sich eine neue Form des Musikhörens und des Musikverständnisses anzueignen. wer sie komponiert haben oder aus welcher Kultur sie stammen mag. sie im ganzen Körper schwingen zu lassen und auf sie in spontaner und elementarer Weise zu reagieren. Man darf also nicht überlegen. die in einem Konzert undenkbar wären. Es kann dabei durchaus zu Reaktionen kom­ men.

Nach etwa drei bis vier Stunden sollte der Therapeut zu einer Musik greifen. In der Mitte einer LSDSitzung sollte sie mächtig. Besonders geeignet wären dann Stücke wie Rimski-Korssakows symphonische Dichtung Scheherazade. Wird Musik in der psychedelischen Therapie verwendet. Wenn die Erfahrung in ihrer Intensität nachläßt. dann lautet die Grundre­ gel. sowie die Liebesszene aus Prokofiews Ballettmusik zu Romeo und Julia. Aggressiv getönte Erlebnisse des Klienten legen die Wahl einer dramatischen Musik nahe. dann sollte auch die Musik sinnlich und erotisch sein.aufgenommen. Musikstücke. die zu diesem Zweck benutzt werden. ruhiger und meditativ werden. in denen die Elemente des Kulminationspunkts und der nachfolgenden plötzlichen Auflö­ sung. die zu diesem Zeitpunkt das Erleben der meisten LSDKlienten bestimmen. klanglich optimal realisiert sind. daß sein Erleben stark sexuell geprägt ist. daß sie das Erleben unterstützen und mit ihm so weit wie möglich übereinstimmen. sollten von hoher technischer Qualität sein und genügend Lautstärke besit­ zen. Wenn also der Therapeut beispielsweise mit LSD arbeitet. dann kann er sie durch die richtige Auswahl von Musikern noch unterstützen. in der die Droge den Erfahrungsprozeß in Gang setzt. Kombiniert man diese bewußtseinsverändemde klangliche Beeinflussung mit der zuvor beschriebenen Technik des intensiven Atmens. dann sollte er anfangs Musik nehmen. dann erweist sie sich als effektives Mittel zur Herbei­ führung und Unterstützung außergewöhnlicher Bewußtseinszu­ stände. 226 . Weisen etwa die Bemerkungen oder die Körperbewegungen des Klienten oder der Klientin darauf hin. etwa die klangliche Untermalung von Naturvölkerritualen oder Schamanen­ prozeduren durch mächtiges Trommeln oder anfeuemdes Singen. dann poten­ zieren sie sich gegenseitig in ihrer Wirkung und eröffnen gewaltige therapeutische Möglichkeiten. dann sollte auch die Musik fließender. Wenn der Therapeut den spezifischen Inhalt einer Erfahrung des Klienten erkennt. um auf das Erleben ein wirken zu können. vorantreibend und in ihrer Intensität möglichst gleichbleibend sein. Musikstücke so auszusuchen. die Venusbergmusik aus Wagners Tannhäuser oder Isoldes Liebestod aus Tristan und Isolde. die fließenden Charakter hat und sich langsam mit zunehmender Wirkung der Droge steigert.

Wenn das Erleben des Klienten durch eine bestimmte Kultur geprägt ist. die die Pulsare im Weltall »senden«. MMDA. 2CB oder Adam) erfordern eine Musik. vom Zeitpunkt des Einsetzens und der Dauer ihrer Wirkung sowie vom dynamischen Verlauf der Drogen­ erfahrung bestimmt werden. das Erfahrungen von sehr kurzer Dauer (von etwa einer Stunde) hervorruft. die singenden Laute der Buckel­ wale. Spatzenlaute. Die Prinzipien für die Verwendung von Musik beim holotropen Atmen sind denen für die psychedelische Behandlung sehr ähnlich. Beim dissoziativen Anästhetikum Ketamin. etwa wenn sich eine Erinnerung an eine frühe Inkarnation in Rußland. Gelegentlich können auch Aufnahmen von natürlichen Geräuschen sehr effektiv sein. die sehr sanft und fließend ist. das Plät­ schern von Bächen oder das Rauschen von Flüssen. die inhaliert oder injiziert werden müssen . Als Beispiel wären zu nennen: die Geräusche im Unterleib einer schwangeren Frau. Die amphetaminverwand­ ten Empathogene (MDA. die sich am Meeresstrand überschlagen. Insektengeräusche wie das Zirpen von Grillen oder das Summen von Bienen. Gefühle der Verbundenheit mit dem Kosmos oder das Empfinden überströmender Liebe erfordern eine Musik. Indien oder Japan einstellt. benötigt man eine besonders langsame und expansive Musik. Wenn man anstelle von LSD andere Psychedelika benutzt. Manchmal kann man Musik nach noch detaillier­ teren Gesichtspunkten aussuchen.das Stück Mars aus der Orchestersuite »Die Planeten« von Gustav Holst oder dramatische Orchesterstücke aus Wagneropern. das Geräusch von Wellen. Der Hauptunterschied ist der. sowie Aufnah­ men von den »Signalen«. So wirken die Tryptaminderivate. die für diese Kultur charakteristisch ist oder einer solchen Musik zumindest ähnlich klingt. die Stimmen von Wölfen. die die entsprechenden Emotionen und Bewußtseinszu­ stände vermittelt. daß der außergewöhnliche Bewußt­ seinszustand das Ergebnis einer bewußten Anstrengung des Klienten oder der Klientin ist und nicht durch die chemische Wirkung der 227 . dann müssen Auswahl und Timing der Musik natürlich von der spezifi­ schen Wirkung der Droge.etwa DMT oder DPT nahezu sofort und nur relativ kurze Zeit. Erlebnisse der ozeanischen Ekstase. dann sollte der Therapeut Musik wählen.

ihr für die verschiedenen Stadien der therapeutischen Sitzung und für bestimmte spezifische Situationen besonders geeig­ net erscheinen. die der Klient nicht kennt. die beim Klienten bestimmte intellektuelle Assoziationen wachrufen. ihr ein bestimmtes Muster aufzu­ zwingen. Verzichten sollte man auf Lieder und andere Vokal werke. die Intensität und den Inhalt der Erfahrung der betreffenden Person zu reagieren statt zu versuchen. ob die betreffende Person unablässig hyperventiliert und welche Wirkung die Musik auf sie ausübt. Die Musik sollte auch während der meisten Zeit wirkungsvoller und den Erfahrungen der betreffenden Person stärker angepaßt sein als in der psychedeli­ schen Therapie. Jeder Therapeut und jedes Therapeutenteam wird über kurz oder lang die Musikstücke zusammengestellt haben. Die Ouvertüre zur Oper Carmen von Georges Bizet weckt in der Regel Vorstellun­ gen von einer Arena. Wie lange er andauert. besonders mit dem tiefen Respekt gegen­ über der Weisheit des kollektiven Unbewußten und der Autonomie und Spontaneität des Heilungsprozesses. die ihm bzw. Im allgemeinen ist Musik von hoher künstlerischer Qualität. von Anfang an Musik einzuset­ zen. Dies steht im Einklang mit der allgemeinen Philosophie der holotropen Therapie.Droge hervorgerufen wird. Aus dem gleichen Grund sollte man auch Stücke meiden. Wenn Vokalkompositionen benutzt werden. Nach unseren Erfahrun­ gen hat es sich als nützlich erwiesen. den Vorrang zu geben. in denen der Text eine ganz bestimmte Botschaft vermittelt oder ein Erfahrungsmotiv suggeriert. dann in einer Sprache. die anregenden Charakter hat und dabei hilft. hängt einzig davon ab. die nicht allzu bekannt ist und wenig konkreten Inhalt hat. Zur speziellen Auswahl der Musik möchte ich nur die allgemeinen Prinzipien umreißen und einige Ratschläge aufgrund unserer Erfah­ rungen hinzufügen. Die Grundregel lautet. Be­ rühmte Messen oder Oratorien werden Erinnerungen an die christli­ 228 . den außerge­ wöhnlichen Bewußtseinszustand herbeizuführen. damit die menschliche Stimme nur als unspezifischer Reiz wirkt. So lassen der Hochzeitsmarsch aus Wagners Lohengrin und der aus Mendelssohn-Bartholdys Sommemachtstraum die meisten Men­ schen im Westen unmittelbar an Hochzeit denken. einem Torero und einem Stierkampf. einfühlsam auf das Stadium.

hatten wir völlig unwissend das Musikstück ausgewählt. wie es scheint. daß damit manchen Gruppenteilnehmem nicht optimal ge­ dient ist. Dieser Einwand ist besonders dann gerechtfertigt. Die Gefahr der Vorprogrammierung des Erfahrungsprozesses durch Musik ist aber nicht so groß. daß die Auswahl der Musikstücke die Erfahrungen in stark strukturierender Weise beein­ flußt. sehr nützlich sein. Unvermeidbar ist aller­ dings. was hier ein Therapeut tun kann. was durch bestimmte Musikstücke suggeriert wird. weil es täglich von den Nazipropagandisten über Straßenlautsprecher in allen größeren. das mehrere Tage lang nach Gandhis Ermordung ununterbrochen in ganz Indien gesendet wor­ den war. Das Beste. das dazu paßt. So wird beispielsweise Liszts Orchesterwerk »Les Preludes« bei vielen Europäern und Europäerinnen mittleren und fortgeschrittenen Alters Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg wachrufen. die Situation im Raum zu beobachten und seine Auswahl nach der vorherrschenden Atmosphäre zu treffen. bewußt unterstützen will. nicht nur von Person zu Person. kann das. Der Haupteinwand gegen die Verwendung von Musik in der holotro­ pen und psychedelischen Therapie ist der.che Kirche und an die religiöse Erziehung wachrufen. wenn die holotrope Therapie im Rahmen einer großen Gruppe praktiziert wird. sind klare Grenzen 229 . die Musik den Erfahrungen anzupassen. sondern auch von Kultur zu Kultur und von Nation zu Nation. In unserem Selbsterforschungsworkshop in Bombay beob­ achteten wir bei einer großen Anzahl von Teilnehmern eine heftige emotionale Reaktion auf das indische Lied »Ragupati Raja Ram«. Die Assoziationen zu verschiedenen Musikstücken werden natürlich verschieden sein. auch wenn man ein grobes Vorprogrammieren in dieser Hinsicht vermeiden will und versucht. besteht darin. das Erleben eines Menschen in einem außergewöhnlichen Bewußtseinstzustand zu manipulieren und zu steuern. wenn der Therapeut ein spontan auftau­ chendes Erfahrungsmotiv. Obwohl das Programmieren des Erfahrungsprozesses im allgemeinen vermieden werden soll. Wie wir im Gespräch nach der Sitzung erfuhren. Der Möglichkeit. von den Deutschen besetzten Städten vor den Nachrichten gespielt wurde.

Wie sehr die Musik die Erfahrungen des einzelnen auch zu strukturieren vermag. Nur bei mäßig stark ausgeprägten Erfahrungen wird die Musik tatsächlich einen formenden Einfluß ausüben. Dies wird deutlich. wenn man die sehr unterschiedlichen Reaktionen innerhalb einer großen Gruppe auf ein. tibetischen oder einem Sufi-Atemband). Als Anfangsmusik zu diesen Bändern wählten wir Michael Hamers Schamanentrommeln. Wir haben auch mit spezialisierten Tonbändern experimentiert. Wenn der oder die Betreffende eine emotional extrem schwierige Situation durchlebt. »Shakti« von John McLaughlin und »Die Toteninsel« von Sergej Rachmaninow als besonders nützlich erwiesen. Aber auch in solchen Fällen wird die Musik nur eine allgemeine Atmosphäre oder emotionale Tönung suggerieren. Wie der Klient sie im Endeffekt verarbeitet. wird jede Musik . Die Situa­ tion hier ähnelt dem. jedes Musikstück begei­ stert akzeptieren. auf denen die Musik für eine ganze holotrope Sitzung unter einem Thema steht (beispielsweise mit einem schamanischen. ihr wie ein Trauergesang Vorkommen. Als Musikstücke für die Anfangs­ phase holotroper Sitzungen haben sich »Zeitwind« und einzelne Stücke aus dem »X«-Album des deutschen Komponisten Klaus Schultze. Umgekehrt wird jemand. Besonders effektive Musikstücke für das mittlere Stadium einer 230 . Im Laufe der Jahre haben wir uns eine eigene Sammlung von Tonbändern zusammengestellt.und dieselbe Musik miteinander vergleicht. wird immer noch von ihren bisherigen Erfahrungen und ihren unbewußten Mechanismen beein­ flußt.egal. es als passend und in irgendeiner Hinsicht interes­ sant empfinden. die Therapiesitzung durch Vorbereitung und verbale Instruktionen zu strukturieren. ist vollkommen individuell. sie können nach wie vor heilende und transformative Kraft besitzen und für jeden einzelnen einen tiefen Sinn haben.verzerrt empfunden und ihm bzw. der eine tiefgehende ekstatische Erfahrung hat. was ich später im Hinblick auf die Möglichkeit erörtern werde. Was die betreffende Person mit den gegebenen Informationen anfängt. eine Aufnahme von pakistanischen Sufis oder ein Sufiband mit dem Titel »Islamic Mystical Brotherhood«. die offenbar bei den meisten Perso­ nen sehr gute Wirkung zeigen. wie inspi­ riert und erhebend sie sein mag . tantrische Gesänge aus Ti­ bet.gesetzt.

holotropen Sitzung wären bestimmte Kompositionen von Alan Hovhanness, eines amerikanischen Komponisten schottisch-armenischer Abstammung (All Men Are Brothers, The Mysterious Moun­ tain, And God Created the Great Whales), Mars aus der Suite »Die Planeten« von Gustav Holst, Alexander Skrijabins »Poeme de l’Extase«, ausgesuchte Stücke aus Sergej Prokofiews Musik zum Ballett Romeo und Julia (die Montagues und die Capulets, das Grab von Romeo und Julia), die Erste Symphonie von Samuel Barber sowie sein berühmtes Adagio für Streicher, und Stücke der zeitge­ nössischen Komponisten Vangelis Papathanassiou und Georg Deu­ ter. Zu den hervorragenden Beispielen für ethnische Musik, die in dieser Phase einer holotropen Sitzung verwendet werden können, zählen der balinesische Affengesang oder Ketjak, Teile des Dhikr aus den Halveti-Jerrahi-Derwischgesängen, sowie authentische Aufnahmen von afrikanischer Trommelmusik (Trommel der Lei­ denschaft). In den späteren Stadien einer holotropen Sitzung, wenn die Klienten wieder ruhiger werden, sollte man nach und nach weniger dramati­ sche und langsamere, am Ende schließlich zeitlose und meditative Musik benutzen. Zu den von uns bevorzugten Stücken für die Schlußphase gehören Hector Berlioz’ »Harold in Italien«, Pachelbels Kanon in D-Dur, Alan Stivells »Renaissance of the Celtic Harp«, Paul Horns Alben »Inside the Taj Mahal« und »Inside the Great Pyramid«, Charles Lloyds »Big Sur Tapestry«, die amerikanische Sufimusik Habibbiyya, Flötenmusik aus den Anden (Urubamba), das japanische Shakuhachi, Tony Scotts Musik für Zen-Meditation und Musik für Yoga-Meditation, Aufnahmen vom tibetischen Mul­ tivokalgesang, verschiedene indische Ragas, Bhajans und Kirtans (insbesondere der Om Namah Shivaya-Gesang und andere Aufnah­ men mit der Ganeshpuri-Gruppe), sowie die Musik von Steven Halpem, Georgia Kelly, Paul Winter und Brian Eno. Wenn man die holotrope Therapie systematisch praktiziert, dann ist zu empfehlen, mit mehr konservativen Musikstücken anzufangen und später zu massiven klanglichen Beeinflussungsmitteln zu grei­ fen, insbesondere zu Musik, die in verschiedenen Kulturen und spirituellen Traditionen zum Zweck der Bewußtseinsveränderung und der Heilung entwickelt worden ist. Das therapeutische Potential
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von Musik ist gewaltig und verdient gründlich erforscht zu werden. Marilyn Ferguson widmete eine ganze Ausgabe ihres Brain/MindBulletins der von ihr so genannten »Musikmedizin« - der systemati­ schen wissenschaftlichen Erforschung und der ästhetischen, emotio­ nalen, psychologischen, physiologischen und biochemischen Aus­ wirkungen von Musik (Ferguson 1985). Etwas, was man im Rahmen der holotropen Therapie systematisch ausprobieren kann, ist das »weiße Rauschen«, die zufällige akusti­ sche Stimulation, die durch einen Klanggenerator erzeugt wird. Vor Jahren experimentierte ich damit in psychedelischen Sitzungen und fand die Ergebnisse sehr interessant. Die Anwendung des »weißen Rauschens« schaltet die Gefahr des Programmierens der Erfahrung durch Musik aus, da es aus rasch aufeinanderfolgenden akustischen Reizen besteht, die in keinerlei Weise strukturiert sind. In psychede­ lischen Sitzungen werden die meisten Klienten diese monotonen Geräusche als Musik erleben. Diese Geräusche werden also als vollkommen passend empfunden, da sie den gleichen Ursprung haben wie die übrige Erfahrung, nämlich die eigene Psyche. Ob dies auch für holotrope Sitzungen zutrifft, bleibt abzuwarten. Ein anderer interessanter Gegenstand für zukünftige Forschungen sind die Auswirkungen von Klängen mit bestimmter Frequenz auf Psyche und Körper. Hierbei geht es um eine moderne Neuauflage des Systems, das in Indien als Nada-Yoga oder Yoga des Klangs bekannt ist. Dahinter steht die Auffassung, daß es einen tiefen Zusammenhang zwischen Schwingungen mit bestimmter Frequenz und der Aktivität in den psychischen Energiezentren, den Chakras, gibt. Es ist durchaus denkbar, daß einige der Ergebnisse solcher Untersuchungen auch in der holotropen Therapie verwertet werden können. Die verheißungsvollsten Perspektiven für die Zukunft der holotropen Therapie finden sich aber auf dem sich rasch erweitern­ den Gebiet des holophonen Klangs. Die Möglichkeiten in diesem Bereich sind so faszinierend und haben so weitreichende Bedeutung, daß ich hier genauer auf dieses Thema eingehen möchte. Der Erfinder der holophonen Klangtechnologie ist der argentinisch­ italienische Forscher Hugo Zucarelli. Aus Gründen, die mit der Patentierung seiner Erfindung zu tun haben, hat er noch nicht alle Informationen veröffentlicht, die für ihr vollständiges Verstehen
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notwendig sind. Im folgenden greife ich auf das zurück, was er in von mir besuchten Vorlesungen vortrug oder was er mir in persönli­ chen Gesprächen mitteilte. Außerdem beziehe ich mich auf meine eigenen Erfahrungen mit dem holophonen Klang im Rahmen eines dreitägigen Seminars in Millbrae, Kalifornien, das meine Frau Christina und ich besuchten. Als Zucarelli noch jung war, wurde er beinahe von einem Auto überfahren. Dieses Erlebnis hinterließ einen tiefen Eindruck auf ihn, denn was damals sein Leben rettete, war die Tatsache, daß er das ankommende Fahrzeug genau nach Gehör lokalisieren konnte, ohne es zu sehen. Später faszinierten ihn die Probleme im Zusammenhang mit den Fähigkeiten verschiedener Tiere, Geräusche durch akusti­ sche Wahrnehmung zu lokalisieren. Durch sorgfältige Erforschung und Analyse der Mechanismen, mit denen verschiedene Spezies im Evolutionsstammbaum den Ort von Geräuschen genau identifizieren können, kam er zu dem Schluß, daß die existierenden Modell Vor­ stellungen vom Hören wichtige Merkmale der akustischen Wahr­ nehmung beim Menschen nicht erklären können. Die traditionelle Erklärung für die Fähigkeit zur Geräuschlokalisie­ rung geht davon aus, daß die Intensität der Schallwellen, die das rechte Ohr treffen, mit der Intensität derer, die das linke Ohr treffen, verglichen wird. Als Zucarelli die Evolution dieses Mechanismus studierte, stellte er fest, daß Organismen, deren Kopf fest mit dem Körper verbunden ist - etwa Krokodile - häufig den ganzen Körper bewegen, wenn sie Geräusche lokalisieren. Spezies hingegen, bei denen die Bewegungen des Kopfs unabhängig von denen des übri­ gen Körpers sind - beispielsweise Vögel - benutzen nur diese, um die Schallquelle zu lokalisieren. Bei den meisten Säugetieren tritt dann an die Stelle der Kopfbewegungen das Verstellen der Ohrmu­ scheln. Die Tatsache nun, daß Menschen Schallquellen ohne Kopfbewegun­ gen oder Verstellen der Ohren lokalisieren können, weist eindeutig darauf hin, daß der Vergleich zwischen den Intensitäten des akusti­ schen Inputs im linken und rechten Ohr nicht der einzige Mechanis­ mus ist, der für diese Fähigkeit des Menschen verantwortlich ist. Außerdem sind Personen, die auf einem Ohr nicht mehr hören können, immer noch in der Lage, Geräusche zu lokalisieren. Auf­
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grund all dieser Erkenntnisse zog Zucarelli den Schluß, daß man zur angemessenen Erklärung aller Merkmale des räumlichen Hörens beim Menschen holographische Prinzipien heranziehen muß. Das würde bedeuten, daß das menschliche Ohr - im Gegensatz zum Modell der traditionellen Medizin - nicht nur als Empfänger, sondern auch als Sender fungiert. Zucarelli ahmte diesen Mechanismus mit elektronischen Mitteln nach und entwickelte auf diese Weise die holophone Technologie. Holophone Aufnahmen vermögen nahezu unheimlich genau die akustische Realität mit all ihren räumlichen Merkmalen wiederzuge­ ben, und zwar bis zu einem solchen Grad, daß es ohne ständige visuelle Kontrolle nahezu unmöglich ist, die Aufnahme von tatsäch­ lichen Geräuschen in der dreidimensionalen Welt zu unterscheiden. Außerdem führt das Hören von holophonen Aufnahmen von Ereig­ nissen, die andere Sinne stimulieren, häufig zu Synästhesien, d. h. zu den entsprechenden Wahrnehmungen in anderen Sinnesberei­ chen. Im folgenden seien einige Beispiele für solche Synästhesien aufge­ zählt, die man beim Hören von Zucarellis experimentellem Band erleben kann. So vermittelt das Geräusch einer Schere, die dicht neben der Kopfhaut geöffnet und geschlossen wird, das Gefühl, die Haare würden einem tatsächlich geschnitten. Das Summen eines elektrischen Haartrockners kann den Eindruck hervorrufen, daß ein heißer Luftstrom durch die Haare bläst. Hört man jemand ein Streichholz anzünden, so glaubt man deutlich die Flamme zu sehen oder verbrannten Schwefel zu riechen. Das Rascheln einer Papier­ tüte dicht neben dem Ohr kann die Empfindung wachrufen, jemand würde einem eine Einkaufstüte über den Kopf ziehen. Und die Stimme einer Frau, die einem was ins Ohr flüstert, läßt auch ihren Atem spüren. Die Entdeckung der holophonen Prinzipien und Entwicklung der holophonen Technologie ist für viele Bereiche der Wissenschaft und des täglichen Lebens von großer Bedeutung. Diese Prinzipien kön­ nen zu einer vollkommen neuen Auffassung von der Physiologie und Pathologie des Hörens führen und haben ungeahnte Implikationen für die Psychiatrie, die Psychologie und die Psychotherapie. Was die weitere theoretische Bedeutung für Religion und Philosophie sowie
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die praktische Anwendung in den Massenmedien, auf dem Unterhal­ tungssektor, in der Kunst und auf vielen anderen Gebieten anbe­ langt, so kann man nur Spekulationen anstellen. Die Möglichkeiten, die der holophone Klang der holotropen Therapie eröffnet, sind äußerst faszinierend und vielversprechend. Von besonderem Inter­ esse wären holophone Aufnahmen von Musik, die speziell für die Herbeiführung außergewöhnlicher Bewußtseinszustände gedacht ist, etwa holophone Aufnahmen von der balinesischen TrancetanzMusik, von Schamanenritualen, von Sufimusik und Sufigesängen, von der Musik und der Trommelbegleitung für eine Peyotezeremonie der Huicholindianer oder amerikanischer Indianer, von Gesän­ gen der peruanischen Ayahuasqueros u. a.

3. Gezielte Körperarbeit Die letzte Komponente der holotropen Therapie, die gezielte Kör­ perarbeit, wird nur dann eingesetzt, wenn es angezeigt ist. Es gibt viele Sitzungen, die glatt verlaufen und keine Interventionen erfor­ dern. In einigen löst das Hyperventilieren keine schwierigen Emo­ tionen und unangenehmen Körperempfindungen aus und führt zu fortschreitender Entspannung und zu ekstatischen Gefühlen. In anderen treten zwar schwierige Emotionen und psychosomatische Beschwerden auf, wobei aber fortgesetztes Atmen ganz automatisch zu befriedigender Lösung und zu guter Integration der Sitzung führt. Es gibt nur einige wenige Situationen, in denen gezielte Körperar­ beit in den Anfangsstadien holotroper Sitzungen notwendig ist. Die wichtigste habe ich schon früher erwähnt: das Konzentrieren der Blockierungen auf den Bereich der Kehle in einem solchen Ausmaß, daß das weitere Atmen beeinträchtigt erscheint. Gelegentlich muß auch abreagierende Körperarbeit eingesetzt werden, wenn die Inten­ sität der Reaktion - der Spasmen, der physischen Schmerzen oder der Angst - einen solchen Grad erreicht, daß der oder die Betref­ fende nicht willens oder fähig ist, die Sitzung fortzusetzen, ehe nicht diese Beschwerden gemildert werden. In den seltenen Fällen, in
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denen durch die betreffende Person schwierige Probleme für die Therapeuten oder für andere Gruppenteilnehmer entstehen - etwa, wenn sie zu erregt ist oder ihre Erfahrung zu sehr auslebt -, erweist sich gezielte Körperarbeit als besonders nützlich. Die Hauptindikation für den Einsatz gezielter Körperarbeit ist aber die Situation in der Schlußphase einer Sitzung (gewöhnlich nach anderthalb bis zwei Stunden), in der jemand den Erfahrungsprozeß allein durch das Atmen und die Beeinflussung durch Musik nicht zu einem vollen Abschluß bringen kann. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Therapeut bei dem oder der Betreffenden nachprüfen, ob noch restliche Beschwerden bestehen und welcher Art sie sind. Die Arbeit an solchen Beschwerden ist zwar wünschenswert, weil sie die Sitzung zu einem sauberen Abschluß bringt und sie besser integriert, doch ist sie keinesfalls unbedingt notwendig. Wir fragen die Klien­ ten immer erst, ob sie die Körperarbeit machen oder die Situation so belassen wollen, wie sie ist. In der Regel werden die noch verblei­ benden Symptome mit der Zeit von selber verschwinden. Das Grundprinzip gezielter Körperarbeit in der Schlußphase holotroper Sitzungen besteht darin, die verschiedenen, mit dem emotio­ nalen Leid verknüpften somatischen Beschwerden nach außen zu bringen, wobei der Körper des Klienten entsprechende Anhalts­ punkte gibt. Unabhängig davon, welcher Art diese Symptome sind und wo sie auftreten, wird die betreffende Person gebeten, sie bewußt zu verstärken. Wenn sie beispielsweise unter Kopfweh oder Schmerzen im Nacken leidet, so fordert man sie auf, Dinge zu tun, die die Intensität dieser Beschwerden steigern - etwa eine gewisse forcierte Kopfhaltung einzunehmen, Grimassen zu schnei­ den oder die Nackenmuskeln bewußt anzuspannen. Beschwerden in der Beckengegend können verstärkt werden, indem man das Becken hebt und die Unterbauchmuskeln anspannt (die Brücken­ haltung des Hatha-Yoga einnimmt) oder indem man versucht, die Beine zusammenzuhalten, während man die Knie auseinander­ drückt. Wenn zuviel Energie oder eine Verkrampfung in den Hän­ den sitzt, so kann sie akzentuiert werden, indem der Therapeut fest an den Händen der betreffenden Person zieht (»mexikanisches Ringen«). Das gleiche allgemeine Prinzip gilt für jeden anderen Bereich des Körpers.
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Abb. 7: Alternierende Identifikation mit einer giftigen Spinne (a) und einer
Eingeborenen-Maske (b) während abreagierender Arbeit in der Schlußphase einer holotropen Sitzung. Diese Erfahrungen führten zu dramatischem Loslassen allgemeiner und spezifischer Verspannungen des Gesichts.

Während man die spezifischen Beschwerden verstärkt und die Spannungen in diesen Bereichen aufrechterhält, läßt man den übri­ gen Körper alles tun, was er spontan tun möchte. Wichtig ist, daß der Klient (und auch der Therapeut) nicht versucht, das, was geschieht, zu beurteilen oder gar zu ändern. Hingegen sind bestimmte Maßnah­ men sehr hilfreich, die mit dem Erfahrungsprozeß kooperieren, ihn vertiefen und ihn intensivieren. Dazu gehört beispielsweise, daß man die Bereiche des Körpers, die angespannt sind oder schmerzen, massiert oder auf sie Druck ausübt. Eine andere Möglichkeit wäre die, körperlichen Widerstand in einer Weise zu geben, die die bestehenden Spannungen noch verstärkt, etwa in der Art, wie ich es oben im Zusammenhang mit Becken- und Handverkrampfungen beschrieben habe. Reaktionen, die unter diesen Umständen spontan auftreten können, sind heftiges Schütteln, Grimassieren, Husten, Würgen, Erbrechen und verschiedene Körperbewegungen. Der oder die Betreffende kann auch schreien, wie ein Baby vor sich hin brabbeln, Tierlaute
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in Zungen reden oder in einer Sprache sprechen. sexueller Mißbrauch 238 . Um die therapeutische Funktion des Körperkontakts zu verstehen. Dieser stellt natürlich aus der Sicht der akademischen Psychiatrie. Bei den Traumen der einen Gruppe ist. schmerz­ hafte Verletzungen oder medizinische Eingriffe. Die Trau­ men. besonders bei Menschen. die ihre Folgen beseitigen können. die dem betreffenden Menschen starke körperliche Schmer­ zen bereiteten oder heftige negative Emotionen wie Angst.umge­ kehrt . etwas geschehen. Schamgefühle. Verzweiflung. usw. Verwir­ rung. was nicht geschehen sollte. Der Therapeut sollte zu solchen Aktivitäten so lange ermuntern. bewirkten. grob gesagt. die im Säug­ lings. In der ersten Kategorie haben wir es mit Erinnerungen an Situationen zu tun. die verschiedene Formen von Selbsterfahrungstherapie prakti­ zieren. Diese Form des therapeutischen Vorgehens ist aber in vielen Grup­ pen. Ein anderer bedeutender Aspekt der Körperarbeit in der holotropen Therapie ist die systematische Anwendung unterstützenden Kör­ perkontakts. die ihn mit einem strengen Tabu belegt haben. handelt es sich bei ihm doch um ein sehr effektives therapeutisches Instrument. was geschehen sollte. bis die emotionalen und psychosomatischen Beschwerden verschwunden sind und die betreffende Person sich entspannt und wohl fühlt. Ekel usw. Hierzu gehören Erinnerungen an körperliche Mißhandlungen. heftige Beschwer­ den in Verbindung mit Kinderkrankheiten. nicht geschehen. ihr nicht bekannt ist. die in der Persönlichkeitsentwicklung des einzelnen Menschen und in der Dynamik psychopathologischer Erscheinungen eine wichtige Rolle spielen. Auch wenn der Körperkontakt einem traditionellen Therapeuten mit psychoanalytischer Ausbildung fragwürdig und unakzeptabel er­ scheinen mag.etwas. die ihm bzw.ausstoßen. näher vor Augen führen. Psychologie und Psychoanalyse.und Kindesalter emotional stark vernachlässigt worden sind. Diese zwei Gruppen sind voneinander grundverschieden und erfordern unter­ schiedliche therapeutische Schritte. muß man sich die traumatischen Erlebnisse und die Maßnahmen. zu etwas ganz Natürlichem und Routinemäßigem geworden. fallen in zwei große Kategorien. bei denen der anderen Gruppe ist . einen sehr kontroversen Punkt dar. nach Art der Schamanen singen.

So knuddelten sie die Klienten zu Zeitpunkten.oder das Verlangen danach . Von besonderer Bedeutung sind hier die anaklitischen Bedürfnisse (vom griechischen anaklinein = sich anlehnen). Zu ihnen zählen das Bedürfnis nach liebevollem Körperkontakt mit der Mutter. daß der physische Kontakt . mit denen sie therapeutisch arbeiteten. aber damit wird das Vakuum nicht aufgefüllt. Wurden diese Bedürfnisse nicht erfüllt. Der oder die Betreffende können zwar Wut und Frustration darüber zum Ausdruck bringen. die diese an den Personen. Traumatische Erinnerungen dieser Art können mit »Fremdkörpern« in der Psyche verglichen werden. Zur zweiten Kategorie von Traumen gehören Situationen. in denen diese gerade völlig gegensätz­ liche Erlebnisse hatten. Es muß klar sein. in dem der oder die Betreffende auf das Entwicklungsstadium des ursprünglichen Trau­ mas regrediert ist. die Bedürfnisse in einem Zustand zu erfüllen. in denen die legitimen Bedürfnisse des Säuglings oder des Kindes von seinen Eltern oder deren Stellvertretern nicht befriedigt wurden.oder bedrohliche Ereignisse. ein Wikingerkrieger auf einer Eroberungsfahrt oder ein römischer Sol­ dat auf einem militärischen Feldzug waren. Sie lassen sich durch das Ausleben von Emotionen und durch Abreagie­ ren entfernen. in unsensibler und unangemessener Weise auszuleben versuchten. Damit sind nicht unbe­ dingt nur sexuelle Bedürfnisse von Erwachsenen gemeint. Im Laufe der Jahre hatten wir in unseren Workshops mit mehreren Frauen mit starken unerfüllten Mutterbedürfnissen zu tun. etwa eine Erinnerung an eine frühere Inkar­ nation. Die Frage des Körperkontakts sollte mit dem Klienten bzw. Wiegen und Zärt­ lichkeit. Die Anwendung von Körperkontakt in der Therapie erfordert die strikte Beachtung ethischer Grundregeln. so hinterlassen sie in der Psyche ein Vakuum.eine Reaktion auf die Erfordernisse der therapeutischen Situation ist und nicht irgend­ welchen anderen Motiven entspringen darf. Man muß sich vor allen Dingen bewußt machen. die natür­ lich in erster Linie in Betracht gezogen werden müssen. in der sie ein großer afrikanischer Stammeshäuptling. daß es in diesem Punkt die 239 . Hier gibt es nur die Möglichkeit. nach Kuscheln. der Klientin vor der Sitzung erörtert und geklärt werden. nach befriedigendem Gestilltwerden.

eventuell bis zu inniger Umarmung. In unserer eigenen Arbeit wird das Problem des Körperkontakts wesentlich durch die Tatsache vereinfacht. In unseren Workshops haben wir die Klienten und diejenigen. Typische Situatio­ nen dieser Art wären das Wiedererleben von Episoden. wenn der Klient eindeutig stark regrediert ist und hilflos und verletzbar erscheint. dann kann man weiter gehen. der Klientin ab. Außerdem erfolgt jeder Körperkontakt vor den Augen aller anderen. ist weitgehend eine Sache der Intuition. daß man zunächst vorsichtig begrenzten Kör­ perkontakt aufnimmt. Wir haben festgestellt. Wird dies bereitwillig angenommen. die die Rolle des Therapeu­ ten übernehmen. immer wieder ermuntert. daß wir fast immer im Rahmen von Gruppen arbeiten. hängt vom Erfahrungsprozeß des Klienten bzw. Diese Situation unterscheidet sich somit wesentlich von der Einzelarbeit im Rahmen einer Privatpraxis. Es lassen sich aber einige allgemeine Richtlinien anführen. Am besten geht man so vor. Welche Form von Körperkontakt man wählt und zu welchem Zeitpunkt. nicht von der Entscheidung des Therapeuten. in denen man als Kind emotional vernachlässigt wurde. Es ist schwierig. für andere ist er mit ernsthaf­ ten Konflikten und Problemen verknüpft. dafür strikte objektive Regeln aufzustellen. muß von Fall zu Fall überprüft werden. Mit dem Beistand zweier geübter Therapeuten können. wie man in diesem Punkt vorgehen will. Der Therapeut sollte Kör­ perkontakt in Erwägung ziehen. der Klientin berührt. daß die holotrope Therapie im Rahmen einer Gruppe dem therapeutischen Prozeß völlig neue Dimensionen hin­ zufügt. Der offenkundigste Vorteil ist natürlich der ökonomische Faktor. etwa die Hand oder die Stirn des Klienten bzw.verschiedensten Einstellungen gibt. Die Gründe und die Regeln für diese Art der therapeutischen Hilfe werden ausführlich dargelegt und von der Gruppe als Bestandteil des therapeutischen Vorgehens akzep­ tiert. Welcher Körperteil berührt wird. sich die problematischen Aspekte vor Augen zu führen und am Ende einen »Vertrag« darüber abzuschließen. Für manche Menschen ist Kör­ perkontakt etwas absolut Natürliches. diese Frage vor ihrer gemeinsamen Arbeit zu diskutieren. in 240 . Wie weit Körperkontakt in einer Einzeltherapie eingesetzt werden soll. oder die Phase im An­ schluß an das Wiedererleben der biologischen Geburt.

jede Gruppenteilnehmerin sich einen Partner oder eine Partne­ rin unter den Teilnehmern aussucht. Außerdem sind die Gruppensitzungen mit holotroper Therapie sehr viel effektiver als die Einzelsitzungen. Werden die holotropen Sitzungen auf systemati­ scher Basis fortgesetzt. die diesen in seinem Innersten bewegt. daß sich die Erfahrungsprozesse der beiden Partner in ungewöhnlicher Weise ergänzen oder in einem ebenso ungewöhnlichen antagonistischen Verhältnis zueinander stehen. die man nicht unterschätzen sollte. und da ist es nicht ungewöhnlich. G. Welche Partner sich gegenseitig aussuchen. was man am besten als ein starkes katalytisches Energiefeld bezeichnen kann. Nicht selten kommt es vor. Einem anderen Menschen bei einer Erfahrung beizustehen. Während der Sitzung wechseln die Teilnehmer die Rollen des Klienten und des Therapeuten (im ursprünglichen Sinne desjeni­ gen. übt auf einen selber eine Wirkung aus. den Klienten untereinander sowie zwi­ schen allen Gruppenteilnehmem und verschiedenen Aspekten der äußeren Realität. daß die Erfahrung. die Rolle des Therapeuten zu spielen. Dies kann von besonderer Bedeutung sein und die Gelegenheit zu außergewöhnlichen emotionalen Lern­ prozessen bieten. Wir benutzen gewöhnlich die Anordnung. Ein sehr interessanter Aspekt kollektiver holotroper Arbeit ist das Auftreten von Synchronizitäten im Sinne von C. Sie erzeugen in der Regel etwas. 241 .einem Zeitraum. Jung (1967) zwischen den Klienten und Therapeuten. das den therapeutischen Prozeß fördert. die gern miteinander arbeiten möchten. daß jeder Gruppenteilnehmer bzw. der Beistand leistet). einen tiefgehenden und bedeutenden Einfluß auf die betreffende Person ausübt. der dem von nur drei Sitzungen klassischer Psycho­ analyse entspricht. ist in psychologischer Hinsicht häufig interessant und kann auch durch synchronistische Faktoren bedingt sein. können die Partner tauschen. wenn sie ihre Zusammenarbeit nicht als fruchtbar empfinden oder wenn sie sich zu einem anderen Gruppenteilnehmer besonders hingezogen fühlen. bis zu zwanzig Personen tiefe heilende und transformative Erfahrungen haben. Es gibt aber noch einen weiteren Vorteil der Gruppenarbeit.

Aus diesem Grund gehört zur geistigen Vorbereitung auf eine holotrope Therapiesitzung unbedingt eine Einführung in die neue umfassende Kartographie der Psyche. In der Vorbereitungsphase einer Sitzung werden die Klienten und Klientinnen mit der erweiterten Kartographie der Psyche vertraut gemacht. für die unsere Kultur keinen passenden theoretischen Rahmen besitzt.und Wiedergeburtsprozesses sowie das Spektrum der transpersonalen Erfahrungen umfaßt. Trotz des Umstands. Letzteres hat Wilhelm Reich anhand des von ihm so genannten Charakterpanzers demonstriert (Reich 1983). Nun haben in manchen unserer bisherigen Workshops Teilnehmer mit einer traditionellen wissen­ schaftlichen Ausbildung den Ein wand erhoben. oder ihm als Anzeichen für eine schwere psychopathologische Störung erscheinen. daß gerade perinatale und transpersonale Erfahrungen äußerst heilsam und transformativ sein können.Hyperventi­ lieren. In verbalen Formen der Psychotherapie kann der Widerstand die Form emotionaler und sogar psychosomatischer Abwehrmechanis­ men annehmen. die die biographische Ebene. daß alle diese Erfahrungen absolut natürlich sind und unter den Bedin­ gungen einer holotropen Sitzung bei einer jeden Gruppe mit zufällig ausgewählten »normalen« Personen auftreten können. die die Erfahrungen in den Sitzungen 242 . zu sprechen kommen. Die neuen Techniken können den Zugang zu Erlebensberei­ chen öffnen. so wie wir es praktizieren. sich gegen sie zu wehren und sie zu blockieren. Musik und Körperarbeit . die Elemente des Tod. Die Prinzipien der holotropen Therapie sind sehr einfach. ihn bizarr anmuten. Überraschenderweise ist nach unseren eigenen Erfahrungen das Haupthindernis in der Arbeit mit den modernen Therapien intellektueller oder philosophischer Natur. Mit Hilfe der neuen Selbsterfahrungstechniken lassen sich diese emotionalen und psychosomatischen Blockierungen erfolgreich überwinden. Es wird deutlich gemacht.beschrieben und möchte nun auf das allgemeine therapeutische Vorgehen. Das allgemeine Vorgehen bei der holotropen Therapie Ich habe die Grundelemente der holotropen Therapie . diese Vorbereitung sei eine Art »Indoktrination«. weil sie ihm fremd sind. so daß diese kein Problem mehr darstellen.4. neigt der nicht informierte Mensch des Westens dazu.

daß solche Erfahrungen echte Erscheinungen der Psyche sind. Man muß sich auch bewußt machen. die gesamte Sitzung liegend mit geschlosse­ nen Augen zu verbringen. Es besteht deshalb kein Zweifel. Während die Gefahr einer »Indoktrination« also minimal erscheint. müssen sie wesentlich von persönlichen Faktoren bestimmt sein. kann angesichts der star­ ken Voreingenommenheit in unserer Kultur gegen solche Erfahrun­ gen ein schwerwiegender Nachteil und ein gewaltiges Hindernis darin bestehen. und zwar lange bevor ich die erweiterte Kartographie des Unbewußten entwickelt hatte. In den ersten Jahren meiner psyche­ delischen Forschungstätigkeit habe ich wiederholt beobachtet. Die allgemeine Einstellung sollte der in bestimmten buddhistischen Meditationstechniken entsprechen. Nach meiner Erfahrung ist die Gefahr einer solchen Indoktrination minimal. Dabei wird empfohlen. Wir haben auch viele Fälle erlebt. die von anderen durch­ geführt wurden und in denen die Patienten nur unzulänglich oder gar nicht vorbereitet waren. holotropen Sitzungen. daß in der Vorbereitung des Klienten praktisch das gesamte Spek­ trum möglicher Erfahrungen zur Sprache kommt. sich auf die durch das Atmen und die Musik in ihr eingeleiteten emotionalen und psychosomatischen Vorgänge zu konzentrieren und sich diesen mit vollem Vertrauen und urteilslos hinzugeben. nichts zu unter­ nehmen. Da die eigenen Erfahrungen in der holotropen Sitzung nur einen stark selektiven Bruchteil dieses Spektrums darstellen. die keine Vor­ programmierung benötigen. nämlich alle aufkommenden Erfahrungen zu beobachten. über die wir nun vor psychedelischen oder holotropen Sitzungen sprechen. in denen perinatale und transper­ sonale Erfahrungen in nicht überwachten Sitzungen auftraten oder in psychedelischen bzw. Zur Vorbereitung gehört auf alle Fälle auch das Eingehen auf die technischen Aspekte des Erfahrungsprozesses. Der Klient oder die Klientin wird gebeten. um die inneren Erlebnisse nach außen abzureagieren oder um sie zu beeinflussen.suggerieren würde. sie zu registrieren und sie ihrem Lauf zu überlassen. 243 . daß meine Patienten und Patientinnen spontan und ohne entsprechende »Vorprogrammierung« perinatale und transpersonale Erlebnisse hatten. an einer holotropen Sitzung ohne die nötigen Vorin­ formationen und die entsprechende Vorwarnung teilzunehmen.

Eine wichtige und notwendige Vorbedingung für die erfolgreiche Durchführung einer holotropen Behandlung ist die richtige Wahl und Gestaltung des Therapieraums. wenn nötig. Auch sind andere Punkte zu berücksichtigen. ehe man jemanden an einer solchen Sitzung teilnehmen läßt. Am besten ist es. alles zu entfernen. die nicht direkte Kontraindikationen darstellen. Dazu gehört. was das Atmen und den inneren Erfahrungsprozeß stören könnte. Er muß sich an einem Ort befinden. die Sitzung in einem halb abgedunkelten Raum abzuhalten. Dazu gehören Brillen und Kontaktlinsen. künstliche Zähne.und Halsbänder. sich mit ihrer Stimme. daß man im Bedarfsfall die Musik sehr laut stellen kann und den Gruppenteilnehmem die Freiheit gibt.Im Rahmen der Vorbereitung sollte auch über bestimmte wichtige Regeln der holotropen Therapie sowie über die Prinzipien der Körperarbeit. ungehindert auszudrücken. Viele Leute empfinden helles Licht im Therapieraum als störend. ist ebenfalls unerläßlicher Bestand­ teil der Ausrüstung eines holotropen Therapieraumes. die man in Betracht ziehen muß. Arm. Der Fußboden muß gepolstert oder mit Matratzen ausgelegt sein. Gürtel und Arm­ banduhren. Erst wenn alle bisher genannten Punkte ange­ messen berücksichtigt sind. Büstenhalter. der gegen jegliche äußere Einflüsse störender Art relativ abgeschirmt ist. und an dem andererseits keine Lärmbeschränkungen eingehal­ ten werden müssen. auf die ich weiter oben ausführlicher eingegangen bin. Über all dies muß 244 . damit die Hälfte der Gruppenteilnehmer mit genügend Platz um sich auf dem Boden liegen kann. Die Klienten und Klientinnen sollten zur Sitzung in strapazierfähiger und bequemer Kleidung kommen. Außerdem muß eine genügende Anzahl von Kissen und sonstigen Gegenständen aus weichem Material zur Verfügung stehen. Es gibt auch wichtige Kontraindikationen gegen eine holotrope Therapie. aber besondere Vorsichtsmaßregeln erfordern. Wichtig ist. Eine ausreichende Menge an Cleanextüchem und Eimern oder Plastiktüten für diejenigen. denen unter Umständen übel wird und die sich übergeben müssen. schwere Ohrringe. Er muß groß genug sein. kann der Therapeut einen Termin für die Sitzung festlegen. gesprochen werden.

einen Anfall auslösen. ehe man mit dieser Form der Selbsterfor­ schung beginnt. Wir haben in unseren Workshops wiederholt beob­ achtet. die schon Herz. In der holotropen Therapie können sich sehr dramatische Erlebnisse einstellen. Man muß daher unbedingt alle Personen mit schweren Herz. daß sie einerseits wie ein Fötus ihren Kopf fest nach vorne drücken. Zudem empfinden viele Frauen.und Kreislaufproblemen aussondem. Dies führt zu einer reduzierten Versorgung des Fötus mit Blut. andererseits aber wie eine entbindende Mutter in einer gynäkologischen Position ihre Beine fest gegen den Unter­ bauch pressen. die unter Epilep­ 245 . Die vermin­ derte Versorgung des Fötus mit Blut in Kombination mit heftigen Gebärmutterkontraktionen kann die Schwangerschaft gefährden und zu einer Fehlgeburt führen. ist die Epilepsie. In der Medizin wird das Hyperventilieren eingesetzt. die kurz zuvor operiert worden sind oder Verletzungen erlitten haben und deren Wunden noch nicht angemessen verheilt sind. die in einer psychedelischen oder holotro­ pen Sitzung ihre Geburt wiedererleben. Aus demselben Grund könnte es kritisch werden. in denen das Hyperventilieren eine Gefäßverengung hervorruft. wie bei Frauen nach intensiven holotropen Sitzungen dieser Art die Periode inmitten ihres Monatszyklus einsetzte. Damit sind Personen gemeint. starke Gebärmutterkontrak­ tionen und sind fest davon überzeugt zu entbinden. fortgeschrittener Arteriosklerose oder arteriellem Aneu­ rysma. die von starkem emotionalen und physischen Streß be­ gleitet sind.oder Schlaganfälle hatten oder die am Herzen operiert worden sind. Die Placenta ist nämlich einer der Bereiche des Körpers. Eine Krankheit. Eine andere wichtige Kontraindikation ist eine Schwangerschaft. Sitzungen mit Personen durchzuführen. Als Folge davon kann es Vorkommen.vorher gesprochen werden. Theoretisch könnte also schnelles Atmen bei jemandem. der als Epileptiker gilt. Ferner gehören dazu Personen mit bösartigem Blut­ hochdruck. um die epileptischen Gehimströme für diagnostische Zwecke zu verstär­ ken. die zu den relativen Kontraindikationen zählt. insbesondere eine Schwangerschaft in einem fortgeschrittenen Sta­ dium. Im Laufe der Jahre haben an unseren Workshops sechs Personen teilgenommen. da die Therapiesituation für sie gefährlich werden könnte.

wenn auch unwahrscheinlichen . wenn die Zunge durch ein Handtuch geschützt wird. die durch schwere Erkran­ kungen irgendwelcher Art geschwächt und erschöpft sind. Dennoch ist bei Epileptikern Vorsicht geboten. der auf einer weichen Matratze liegt. Sie alle hatten sich zum Hyperventilieren entschlossen. hauptsächlich wegen einer ande­ ren . Hier braucht man nur seinen gesunden Menschenverstand einzusetzen. Viele Menschen machen während des holotropen Atmens heftige 246 . In den meisten Fällen sind die Folgen des Anfalls gefährlicher als der Anfall selber. Bei jemandem. Personen. die die Spannung des Organismus unterhalb des für eine explosive epilepti­ sche Entladung notwendigen Spannungsniveaus hält. da die Gefahren bei einem Anfall in liegender Position minimal sind. Tatsächlich aber stellte sich bei keiner der sechs epileptischen Personen in unseren Seminaren ein Anfall während des holotropen Atmens ein. wenn der Anfall beim Schwimmen. So belastet die Teilnahme an holotropen Sitzungen den Organismus in emotionaler und physischer Hinsicht stark. Besonderes Augen­ merk ist in diesem Zusammenhang auf infektiöse Erkrankungen zu richten. da durch das in solchen Selbsterfahrungstherapien sehr häufige Husten. Mehrere von ihnen meinten sogar. sollten deshalb an solchen Sitzungen nicht teilnehmen. Schleimausspucken und Erbrechen natürlich Bakte­ rien übertragen werden können und so die Therapeuten oder Partner unter Umständen ernstlich gefährdet sind. die ernsthafte Gefahr bedeuten und ohne die Intervention eines fachkundigen Arztes und ohne die nötigen Pharmaka unter Umständen nicht unter Kontrolle gebracht werden können. Die größten Gefahren bestehen für einen Epileptiker dann. die als status epilepticus bezeichnet wird.sie litten. beim Autofahren oder an einem unge­ schützten hochgelegenen Ort auftritt.Komplikation. Es handelt sich dabei um eine ununter­ brochene Folge von Anfällen. ist auch ohne genauere medizinische Vorkenntnisse offenkundig. daß dieser Prozeß eigentlich eine Präventivmaßnahme sein könne. Welche Bedingungen sonst noch Kontraindikationen darstellen oder spezielle Vorsichtsmaßregeln erfordern. wären die Risiken minimal. Sie zogen die Möglichkeit in Betracht. das holotrope Erleben hätte im Endeffekt zu einer wesentlichen Verringerung ihrer organismischen Spannung geführt.

bei denen mit einigen wenigen Sitzungen bemerkenswerte Resultate erzielt werden konnten.Körperbewegungen. deren Bezug zur Alltags Wirklich­ keit gestört ist. die manchmal sehr ausladend sind. weil es da­ durch zu Verletzungen und Komplikationen kommen kann. Wichtiger für eine Prognose ist aber der Faktor der Ichstärke. Was Kontraindikationen aufgrund emotionaler Faktoren angeht. Wenn solche Risikofaktoren nicht stark genug ausgeprägt sind. bei denen sich Knie oder Schultern leicht auskugeln oder die unter einer pathologischen Zerbrechlichkeit ihrer Knochen leiden. wenn bei der betreffenden Person bereits schwere psychopathologische Störungen diagnostiziert wor­ den sind und sie in einer psychiatrischen Klinik untergebracht war. Dramatische emotionale und psychosomati­ sche Symptome weisen darauf hin. Die Arbeit mit Selbsterfahrungstechniken ist im allgemeinen schwieri­ ger und langwieriger bei Klienten. um die betreffende Person von der Teilnahme an einer holotropen Sitzung auszuschließen. dann sollte sich der Therapeut oder der Partner dieses Risikos bewußt sein und den Klienten vor gefährlichen Bewegungen oder Positionen schützen. die in ihrer Persönlichkeitsstruktur nicht gefestigt sind und die Schwierigkeiten haben. In solchen Situationen spiegelt sich gewöhnlich ein Mangel an liebevollem symbiotischen Kontakt in den frühen Lebensjahren wider. ja sogar bei bestimmten psychotischen Zuständen sehr effektiv sein. Hier müssen aufdeckende Arbeit und Abreagieren der emo­ 247 . Die holotrope Therapie kann bei Menschen mit schweren emotiona­ len Problemen. Im Gegenteil. so bedarf es spezieller Erwägungen. Dieser Umstand allein bereitet einer holotropen Behandlung keine Schwierigkeiten. wir haben viele Fälle beob­ achtet. Aus praktischer Sicht muß man sein Augenmerk auf zwei wichtige Elemente richten: auf die Intensität der Symptome und auf die Ichstärke. innerpsychische Vorgänge und Vorgänge in der Außenwelt klar auseinanderzuhalten. daß bedeutsames unbewußtes Material mit starker emotionaler Besetzung sehr bewußtseinsnahe ist. Man muß daher bei solchen Personen besondere Vorsicht walten lassen. Es fehlen also die Erfahrungen der »guten Brust« oder des »guten Mutter­ leibs«. Es handelte sich dabei um Perso­ nen mit schweren isolierten Psychotraumen und einer relativ stabilen Persönlichkeit.

durch systematische Körperarbeit in der Schlußphase einer Sitzung die bestmögliche Integration der inneren Erfahrungen zu erreichen. Bei der holotropen Therapie geht es um das Ausleben von Emotio­ nen. Aufnahmebereitschaft und Akzeptanz. Das Kreuzen der Beine und Arme weist in der Regel auf Widerstand oder eine reservierte Haltung hin.und Gruppensitzungen mit holotroper Therapie teilnehmen. mit der man an den holotropen Erfahrungsprozeß herangehen sollte. Hier ist besonders darauf zu achten. Es wäre also nicht sinnvoll.tionalen Traumen durch systematischen liebevollen Körperkontakt in einem regredierten Zustand ergänzt werden. Am besten ist es. Wir bitten gewöhnlich die Klienten. Menschen mit weniger extremen emotionalen Schwierigkeiten . holotrope Sitzungen mit Personen durchzuführen. Nach und nach werden liebevolle Erfahrungen dieser Art intemalisiert und sie entwickeln sich dann zu einer Quelle für innere Stärke und Stabilität. die von geschulten Therapeuten und Therapeutenhelfem geleitet wer­ den.können an regelmäßigen Ein­ zel. in der kontinuierliche Unterstützung vierundzwanzig Stunden am Tag ge­ währleistet ist.etwa mit Psychoneurosen und psychosomatischen Störungen . Das plötzliche Absetzen dämpfender Pharmaka kann einen dramatischen Ausbruch des unterdrückten unbewußten Materials bewirken. Diese Position ist der körperliche Ausdruck der Grundeinstellung. Sie ist deshalb unvereinbar mit dämpfenden Pharmaka. wie man das durch Deprivation im frühen Kindesalter entstandene emotionale Vakuum füllen kann. nämlich mit Offenheit. Therapeutische Bemühungen dieser Art sollten nicht in einem ambulanten Rahmen erfolgen. Versuche in dieser Richtung dür­ fen nur in einem stationären Rahmen erfolgen.und Entspannungsübung zu beginnen. Eine solche Selbsterfahrungsarbeit mit schwer gestörten Menschen erfordert eine spezielle Einrichtung mit geschultem Personal. bei der Arme und Beine etwas ausgebreitet sind und die Handinnenflächen nach oben zeigen. eine Position einzunehmen. die holotrope Sitzung mit einer kurzen Meditations. die beispielsweise mit Neu­ roleptika behandelt werden. In manchen Fällen ist liebevoller physischer Kontakt ebenfalls sehr zu empfehlen. Dies scheint die einzige Möglichkeit zu sein. die Emotionen unterdrücken. Hat der Klient oder die Klientin früher 248 .

daß er von den Füßen angefangen bis nach oben zur Kopfhaut der Reihe nach verschiedene Körperteile nennt und diese entspannen läßt. die Schultern. Wellen oder Lebensformen im Wasser wie eine Qualle oder Seetang Vorkommen. stellen für diese Methode kein Problem dar und können direkt beeinflußt werden. mit denen er die Klienten in den holotropen Prozeß einführt und die er je nach der Persönlichkeit des Klienten modifiziert und variiert. die Stirn und schließlich die Kopfhaut. wird dieses Vorgehen unter Umständen nicht ausreichen. die Bauchmuskeln. die Gesäßmuskeln. In den Bereichen. ihr Bewußtsein und ihre Aufmerksamkeit soweit wie möglich auf den gegenwärtigen Augenblick und den gegenwärtigen Ort . der mit der holotro­ pen Therapie arbeitet. die Kieferund Gesichtsmuskeln. Hier dürfte es sich lohnen. die Kehle und den Hals. sie eine Weile aufrechtzuerhalten und schließ­ lich locker zu lassen. In diesem Stadium der Vorbereitung fordern wir die Klienten auf. den Geist zu beruhigen und eine Einstellung zu vermitteln. die untere Rückenpartie. Die Teilnehmer kon­ zentrieren sich dabei zunächst auf die Füße. die für den holotropen Erfahrungsprozeß optimal ist. in denen Elemente des Meeres. in denen der oder die Betreffende starke Muskelverspannungen spürt. zunächst die Anspannung noch zu verstärken. den Entspannungs­ prozeß in Gang zu bringen. sie anzuwenden. oder solche von schönen Landschaften. Bei manchen Personen kann es sehr hilfreich sein. Die Bereiche. die langen Rückenmuskeln. den Brustkorb. dann kann man ihm oder ihr gestatten. seine eigenen Lieblingsinstruktionen. die angenehme und glückliche Erinnerungen wachru­ fen. besteht darin. die Arme und Hände. die schon einigermaßen entspannt sind. die Oberschenkel. für die Entspan­ nung Imaginationen zu Hilfe zu nehmen. Nach unseren Erfahrungen entwickelt jeder. wie es unter den gegebenen Bedingungen möglich ist. und zwar solche.schon mit einer bestimmten Entspannungstechnik erfolgreich gearbeitet. Wer­ den die Sitzungen wiederholt. da der Klient schon erfahrener ist. dann besteht die nächste Aufgabe darin.auf das 249 . Eine andere Möglichkeit für den Therapeuten. Wenn der Körper sich so weit entspannt hat. so kann diese Einführungsphase verkürzt werden. dann auf die Waden.

und sogar. dem Klienten tiefe Achtung entgegenzubringen. was sie in der Vorbereitung gehört haben. überhaupt keine Erwartungen oder Pläne im Hinblick auf die Sitzung zu haben. das zu diesem Zeitpunkt emotional relevant ist.und auch der psychedelischen . an welchen Problemen sie arbeiten wollen. was sie am liebsten nicht erfahren möchten. Dasselbe wie beim Klienten sollte auch parallel dazu beim Thera­ peuten (bzw. die zu uns kommen. Gleichzeitig sollte aber auch eine gewisse Distanz zum Klienten gewahrt werden. den Therapeutenpartnem in einer Gruppe) ablaufen. das analysierende Denken aufzu­ geben (»den Kopf abzuschalten«) und sich mit vollem Vertrauen der Weisheit des Körpers sowie der unbewußten und überbewußten Prozesse zu überlassen. ausgenommen die speziellen Instruktio­ nen für die Sitzung. Sie sollen versuchen. Wichtig ist.zu richten. insbesondere über solche. von selbst herausfiltert. mit konkreten Vorstellungen darüber zu erscheinen. über zukünftige Dinge nachzudenken. was sie am liebsten erfahren möchten und auch. Dies soll eine Sicherheit dafür sein. wie die Erfahrung beschaf­ fen sein soll. die für den Heilungsprozeß optimal ist. an seinem Erfahrungs­ prozeß Interesse zu zeigen und der Weisheit sowie dem spontanen Heilpotential der Psyche zu vertrauen. was ihnen an diesem Tag oder zu einem früheren Zeitpunkt widerfahren ist. die die Sitzung selber betreffen. daß sich in jeder Sitzung das Material. entweder in­ dem er sich mit zu starkem emotionalen Engagement auf ein 250 . alles Vergan­ gene hinter sich zu lassen . Das Wesentliche der holotropen . Wir raten den Leuten. ganz beson­ ders ab. In einer Reihe aufeinanderfol­ gender Sitzungen bestimmt sich auch automatisch die Abfolge von Themen und Problemen. Wie der Klient sollte auch er seinen Geist nicht mit Erinnerungen an Vergangenes oder Phantasien über Zukünftiges belasten. Die beste Einstellung scheint die zu sein.was in einer früheren Selbsterforschung mit anderen Techniken oder in vorhergehenden Sitzungen mit holonomer Integration geschehen ist.»Hier und Jetzt« . Die bei weitem beste Strategie ist die. daß der Therapeut nicht zu sehr in den Erfahrungsprozeß des Klienten hineingezogen wird.Therapie besteht ja darin. Entsprechend sollen sie auch aufhören. was sie von anderen über diese Methode gehört haben.

sich auf den Atem zu konzentrieren und seinen natürlichen Rhythmus zu erspüren. Am besten stellt man sie sich als ein laufendes Forschungsprojekt oder ein psychologisches Experiment vor.weiterzuarbeiten. wie man auf verschiedene Aspekte des Erlebens der Klienten emo­ tional reagiert. sondern auch eine ständige Bewußtheit um seinen eigenen Erfahrungsprozeß und die Bereitschaft. die der Thera­ peut noch nicht bei anderen oder sich selber erlebt oder über die er noch nichts gelesen hat. an wenden kann. zu den Füßen und wieder zurück wandert und deren Weg man mit dem geistigen Auge verfolgt. mit denen man arbeitet. Dabei kann man sich 251 . daß man sich eine umfassende Kenntnis psychischer Prozesse aneignen und diese auf alle Patienten. gibt am besten Aufschluß darüber. Die systematische Tätigkeit als holotroper Therapeut erfordert nicht nur ausreichende Schulung. Die Art und Weise. die absolut neu sind und die noch niemand zuvor erlebt und beschrie­ ben hat. Holotropes Arbeiten ist ein Prozeß kontinuierlichen Lernens und nicht das mechanische Anwenden eines geschlossenen Systems von Konzepten und Re­ geln. Die Theorie der holotropen Therapie. Die Ausbildung des Therapeuten sollte somit nie als abge­ schlossene Sache betrachtet werden. ohne den Versuch zu machen. ja es können sogar Dinge eintreten.wann immer nötig . die zum Becken. In der täglichen therapeutischen Arbeit können sich neue Phänomene und Probleme ergeben. Eine nützliche Vorstel­ lung vom Atmen ist die von einer Lichtwolke. Die Klienten werden zunächst aufgefordert. Nach der körperlichen Entspannung und der geistigen Einstimmung folgen nun spezifische Anweisungen für den Selbsterforschungsprozeß. zu den Beinen.bestimmtes Ergebnis fixiert oder indem er auf den Inhalt der Sitzung in idiosynkratischer Weise reagiert. daß die holotrope Selbsterfor­ schung niemals wirklich abgeschlossen ist. Das in der akademischen Psychotherapie benutzte Modell der Psyche beruht auf der Annahme. welche Bereiche der eigenen Psyche noch mehr Beachtung und weitere Erforschung erfordern. die auch die transpersonale Domäne und damit die Totalität der Existenz beinhaltet. Man muß sich dessen bewußt werden. kalkuliert Überraschun­ gen grundsätzlich mit ein. an sich selber . ihn zu ändern.

Wie stark der Klient seinen Atem beschleunigen und wie tief er atmen soll. selber das Tempo bestimmen. mit dem sie ihre Möglichkeiten erkunden. und sich den Zugang zu ihrem Unbewußten erleichtern. Andere möchten erst einmal sich mit der Technik anfreunden.weiter vorstellen. Wenn der Atemrhythmus genügend beschleunigt worden ist. Manche neuen Klienten möchten die Möglichkeiten der holotropen Technik so tief wie möglich ausloten. die Partner in einer Gruppensitzung) sollten eine Abmachung über Art und Grad des Eingreifens getroffen haben. Wiederum andere möchten überhaupt nicht berührt werden oder bitten den Therapeuten bzw. ob er mit den oberen Teilen seiner Lungen oder mit dem Zwerchfell und dem Bauch atmen soll. sie zu analysieren oder zu ändern und mit vollem Vertrauen in die Weisheit des Körpers und der Psyche. und auch sonst nichts bei ihnen durchgehen zu lassen. daß die Klienten weiterhin schneller und effektiver als gewöhnlich atmen. wenn sie im Sinne der Technik nicht richtig atmen. den Gruppenpartner. ob er durch die Nase oder durch den Mund atmen soll. all das überläßt der Therapeut der organismischen Intuition des Klienten. dem Atemrhyth­ mus und allen auftauchenden Erlebnissen voll hinzugeben. Seine Hauptaufgabe besteht darin. sie sofort darauf hinzu weisen. das Geschehen zu beobachten und sicherzustellen. 252 . Atemtiefe und Atemstil variieren von Sitzung zu Sitzung und von Individuum zu Individuum. Im Idealfall erfordert eine holotrope Sitzung nur ein minimales Eingreifen von Seiten des Therapeuten. genau auf ihren Atem zu achten. den Atemrhythmus zu beschleunigen und tiefer und effektiver als gewöhnlich zu atmen.ohne den Versuch. Dann gibt man die Anweisung. Therapeut und Klient (bzw. dann bereitet der Therapeut die Klienten auf das Einsetzen der Musik vor. ehe der Klient mit dem Geschehen in ihm vertraut wird und seine eigene Form des Zugangs zu seinem Unbewußten entwickelt. Atemfrequenz. ihren Gruppenpartner auf. Sie fordern den Therapeuten bzw. Solche und ähnliche Bitten sollten respektiert werden. sich ihrem Fluß. überhaupt nicht einzugreifen. daß sie während des Wandems durch den Körper ein Gefühl von offenem Raum vermittelt und jede Körperzelle mit Licht erfüllt. wobei er sie ermuntert. Dies ist vor allen Dingen in den ersten Sitzungen wichtig.

effektiver zu atmen. Das Sprechen sollte sich auf die Vorbereitung vor der ersten Sitzung und auf den Erlebensbericht des Klienten nach den einzelnen Sitzungen be­ schränken. Zu diesem Zeitpunkt kann der Atem in der Tat extrem verlangsamt sein. daß der Klient das Hyperventilieren vergißt oder so von seinem Erleben absorbiert wird. in dem die entsprechenden Erfahrungen mit forciertem oder schnellerem Atmen nicht vereinbar sind.Manchmal kann es Vorkommen. In solchen Situationen sollte man nicht auf Hyperventilieren bestehen. Gruppenpartner den Klienten daran erinnern möchte. etwa durch eine sanfte Berührung der Schulter. daß die Botschaft beim Klienten angekommen ist. dann sollte dies auf nichtverbale Weise geschehen. Verschiedene Emotionen und Körperempfindungen bauen sich auf. Sobald klar ist. Auf jeden Fall sollte das Eingreifen den Charakter einer freundlichen Erinnerung und nicht einer rigiden Forderung haben. sollte man ihm überlassen. bis auf zwei oder drei Atemzüge pro Minute zurückgehen. Sobald der Klient den Wendepunkt erreicht.unterlassen werden. Wenn der Therapeut bzw. Jedwede intel­ lektuelle Aktivität oder ein Gespräch verhindern. was er mit ihr anfängt. daß er den Atem anhält. Dazu gehören Atemblockierungen. in denen ein Eingreifen notwendig erscheint. etwa wenn er sich mit einem Embryo oder einem Fisch identifiziert. In der holotro­ pen Therapie ruht der Schwerpunkt auf tiefem emotionalen Erleben und intensiven psychosomatischen Empfindungen. bin ich schon eingegangen. erreichen einen Höhepunkt und lösen sich dann mehr oder weniger plötzlich auf. Auf die anderen Situationen im pneumokathartischen Teil der Sit­ zung (während des holotropen Atmens). der Brust oder des Bauches. h. die bewußtes Abreagieren erfordern. sollte man überhaupt nicht eingreifen und ihn den eigenen Rhythmus bestimmen lassen. Gelegent­ lich kann der Klient schon früher in der Sitzung in einen Bereich seiner Psyche Vordringen. daß der Erfah­ rungsprozeß tief genug geht und weiterfließt. In den meisten Fällen nehmen die Erfahrungen während des Atmens einen orgasmusähnlichen Verlauf. Das Sprechen während der Sitzungen sollte im allgemeinen . die Redu­ zierung von überaus intensiven Emotionen oder Körperempfindun­ 253 .abgesehen von gelegentlichen Worten oder einzelnen Sätzen . d.

einer Psycholo­ gin und Maltherapeutin. wenn dem Klienten übel wird oder er sich erbrechen muß. Gruppenpart­ ners gehört auch. So holt er Kissen. die am psychedelischen Therapieprojekt im Maryland Psychiatric Research Center teilnahm. wenn man es mit verschiedenen Selbsterfahrungstechniken kombiniert. Ansonsten verhält sich der Therapeut bzw. weil hier der Schwerpunkt auf dem spontanen Heilpotential der Psyche ruht. Zu den wichtigen Funktionen des Therapeuten bzw. 235ff). entwickelt worden ist (Kellogg 1977). weil er bestimmte Techniken zur Beein­ flussung der Psyche in einer von der Schule vorgegebenen Richtung einsetzt. Als eigenständige therapeutische Methode mag das Mandalazeichnen vielleicht von nur begrenztem Wert sein. die in solch herkömmlicher Weise ausgebildet worden sind. den Klienten emotional und physisch zu stützen und ihm die Gelegenheit zu geben. werden unter Umständen ihre Schwierigkeiten haben. sowie Fälle. In der Schlußphase der Sitzung übernimmt der Therapeut bzw. wie sie von Joan Kellogg. Die zu diesem Zeitpunkt anzuwendende Technik der gezielten Körperarbeit habe ich schon früher besprochen (S. Gruppenpartner die meiste Zeit über in liebevoll unterstützender und beschützender Weise. Das therapeutische Ergebnis einer Sitzung verhält sich häufig umge­ kehrt proportional zu der Häufigkeit. seine Erfahrungen mitzutei­ len.gen. sofern noch irgendwelche Probleme übrigbleiben. Das Vorgehen ist sehr einfach: der Klient oder die Klientin erhält einen Satz verschiedener Zeichen­ 254 . mit der eingegriffen wird. Grup­ penpartner eine aktivere Rolle. um Tritte oder Schläge des Klienten während seines Erfahrungsprozesses abzudämpfen. die Rolle eines holotropen Therapeuten einzunehmen. Manche der produktivsten Erfahrungen sind die. bei denen der Klient oder die Klientin alles selber gemacht hat. er ver­ hindert. in denen das Verhalten des Klienten ernsthafte Probleme aufwirft. Viele traditionelle psychotherapeutische Schulen betrachten den Therapeuten als die wesentliche aktive Kraft. Wir selber kombinieren gern die holotrope Arbeit mit der Technik des »Mandalazeichnens«. Personen. aber er ist äußerst nützlich. daß sich die Klienten gegenseitig stören oder sich gar gefährden. er stellt Plastiktüten oder Eimer zur Verfügung. und er bringt dem Klienten im Bedarfsfall Cleanextücher oder ein Glas Wasser.

ein »Mandalatagebuch« zu führen. auf dem sich die Umrisse eines Kreises befinden. mich 255 . die wir gewöhnlich im Rahmen dieser fünftätigen Seminare anbieten. des Ausdruckstanzes oder anderer Techniken. und zwar mit den Kriterien. Es kann aber auch in hervorragender Weise zur Dokumentierung ungewöhnlicher Erfahrungen dienen und bei ihrer Integration behilflich sein. Wird das Mandalazeichnen in Gruppen eingesetzt. Nach der allgemeinen Erörterung der Prinzipien und Techniken der holotropen Therapie möchte ich diese Methode anhand des Berichts einer 45jährigen Klientin in einem unserer Fünftageworkshops im Esalen-Institut veranschaulichen. Der gesamte Erfahrungsprozeß. so trägt es eine wich­ tige Dimension zum Verständnis ungewöhnlicher Erfahrungen an­ derer bei und erleichtert die gegenseitige Kommunikation. und wird dann gebeten. Ich hatte über diese Methode nichts anderes gelesen als das. den sie hier schildert. spielte sich also in weniger als einer Woche ab. Sie nahm nicht nur an den beiden Sitzungen mit holotropem Atmen teil. In unseren vierwöchigen Workshops im Esalen-Institut ist es sehr beliebt geworden. hatte ich kaum Vorstellungen darüber. Ich habe nie psychedelische Drogen genommen und habe mich auch noch nie betrunken. um eine abstrakte Zeichnung mit geometrischen Mustern oder um eine mehr oder weniger komplexe figürliche Darstellung. die Joan Kellogg auf der Grundlage ihrer Arbeit mit großen Gruppen psychiatrischer Patienten und LSD-Versuchspersonen entwickelte. die mit uns gearbeitet haben. was in ihm wohl gemacht würde. was in einem kurzen Abschnitt im Esalen-Katalog stand. in dem der Selbsterforschungsprozeß auf kontinuierlicher Basis in täglichen Mandalazeichnungen festgehalten wird. die für die EsalenGemeinde von Leuten. abgehalten wurde. Es kann sich um ein bloßes Kombinieren von Farben handeln.stifte sowie ein großes Stück Papier. sondern auch an einer dritten (im folgenden Bericht die zweite Sitzung). Zudem eignen sich bestimmte Madalas für weitere Selbsterfahrungsarbeit mit Hilfe der Gestalttherapie. Eines der Hauptprobleme in meinem Leben war immer das intensive Bedürfnis gewesen. diesen Kreis in jeder ihm oder ihr beliebigen Weise auszufüllen. Als ich zum Workshop der Grofs kam. Das resultierende »Mandala« kann dann einer formalen Analyse unterzogen werden.

Erste Atemsitzung Als ich an der Reihe war. Innerhalb von vielleicht zehn Minuten verkrampften sich meine Füße und Hände. Ich dachte lediglich. machten wir zunächst Entspannungsübungen und fingen dann an. doch als sie sich am Ende der Sitzung aufrichtete. andere. so daß ich viel Zeit damit verbrachte. die Dinge einfach laufen zu lassen. Situationen. Ich hielt mich an das Bild. Als ich sie beobachtete. tiefer zu tauchen. Ruth. was sie wesentlich verändert hatte. Tief in ihrem Inneren mußte etwas abgelaufen sein. als ob sie nie mehr wieder zu Verstand kommen würde. von Ängsten. Gegen Ende dieser Anfangs­ phase rief ich leise aus: »Mutter. Am Tag zuvor hatte ich einen kleinen schwarzen Wasservogel gesehen. der dort unten 256 . wie ich mein Leben leben sollte. Ihr Körper krümmte sich. war sehr erschreckend für mich. und jedesmal. sondern den großen Ozean. sich an der Wand zu stoßen. daß ich wie ein Wasservogel war. sie stieß jam­ mernde Laute aus und zappelte mit ihren Armen und Beinen. löste mich von Denkweisen. Meine erste Erfahrung mit der Grofschen Atemtechnik machte ich als Therapeutenpartnerin für Peter. Das gab mir den Mut. war ich sehr verschrocken. ja eigentlich alles unter Kontrolle zu haben. Ein Bild tauchte vor mir auf. es war mir.selber. als ob ich »unterginge«. Eine Teilnehmerin. von Mitgliedern meiner Familie. angespannt und im unklaren darüber. von Verlustängsten und von einem Gefühl der Einsamkeit überwältigt. Mehrere Leute hielten sie fest. schnellte er wieder aus ihr heraus. machte einen besonders starken Eindruck auf mich. wenn sie vorüber war. mich am nächsten Tag gehen zu lassen. wenn eine große Welle kam. Der Gedanke. Es trieb mich fort. von der Hilfe anderer. ich komme!« Damit meinte ich nicht meine leibliche Mutter. wirkte sie um zehn Jahre jünger. In den nächsten zehn oder fünfzehn Minuten kämpfte mein Geist um die Aufrechterhaltung der Kontrolle. Ich wurde von Panik. die »Technik« wäre eine Möglichkeit. Um uns herum erklang Musik. um sie davor zu bewahren. Ich klammerte mich nicht mehr an meine gewöhnliche Identität. Ich kam zum Workshop verdrossen. schneller und tiefer zu atmen. aber auch irgendwie fasziniert. tauchte er tief in sie ein. Er hatte eine ziemlich ruhige Sitzung. Es hatte den Anschein. das Geschehen im übrigen Raum zu beobachten. Jedesmal. der entlang des Strandes unterhalb der Themen von Esalen nach Futter suchte. mit meiner Anspannung besser umgehen zu lernen. daß die einzige Sicherheit für mich darin bestand.

wie bei einem Marsch oder einem Tanz eines Eingeborenenstamms. Meine Beine zogen sich so weit hoch. die das Gebiet um das jetzige Esalen-Institut bewohnten. alles aus mir herauszulassen. was ich spürte. das entlang der Küste nach Süden verläuft. ob ich in meinem Körper noch irgendwelche Verspannungen verspürte. kam Stan zu mir und fragte mich. was ich dann auch mehrere Minuten lang tat. Das Heulen wurde immer höher. einen Laut von mir zu geben. die ein Stammeslied sang. Ich verspürte den Impuls. Ein Bild tauchte in mir auf. daß die Fersen mein Gesäß berührten. in dem ich eine Tänzerin in einer Zeremonie in einem afrikanischen Dorf war. 257 . Ich kam mir vor wie eine Opemsängerin. war ich sofort in der Lage. Ich spürte. Ein Arm fing an. Was immer mein Körper tun wollte. Ich erwiderte ihm. ich überließ mich ihm.gegen den Strand toste. Dazwischen waren nur wenige kurze Ruhepausen eingestreut. wobei meine Faust gegen die Matratze schlug. einer nach dem anderen. diese rhythmische Bewegung auszuführen. Danach fühlte ich mich frei von überschüssigen Energien und war so entspannt wie schon seit Jahren nicht mehr. Dann fiel meine Stimme mit größter Lautstärke in den Rhythmus meines Körpers ein. Bald hoben sich meine Füße und schlugen nach unten. die auf einem langen hohen Ton verweilt.ich verspürte nur das tiefe Bedürfnis. wieder zu singen und zu tanzen. ich fühlte keine Emotionen. Nun schlossen sich meine Arme und Fäuste den Bewegungen meiner Beine an. Nach etwa 20 bis 25 Minuten (wie ich später schätzte) war ich voll im Prozeß drin. an dem man Heilung suchte. Vor meinem Auge tauchten wiederholt Bilder vom Esalen/Big Sur-Vorge­ birge auf. nach denen ich wieder zu hyperventilieren anfing. Obwohl ich einige Zeit nicht mehr hyperventiliert hatte und mich wieder »normal« fühlte. sich zu heben und sich fallenzulas­ sen. (Esalen ist der Name einer Gruppe amerikanischer Indianer. Ich warf den Kopf zurück und stieß so etwas wie ein Heulen aus. mein Nacken würde sich noch immer verspannt anfühlen. als ich etwa zwanzig Minuten lang mich ausgeruht hatte. ich war eine amerikanische Indianerin.) Das Singen und Tanzen hielt in voller Intensität etwa eine Stunde lang an. Mein Kopf auf der Matratze drehte sich rhythmisch von einer Seite auf die andere. Am Ende. ich sah keine psychedelischen Farben . Ich hatte keine Visionen. Auf dem heutigen Grundstück dieses Instituts befanden sich ihre heiligen Gräberstätten und die heißen Quellen waren ein Ort. Er drückte seine Hand gegen meinen Nacken und forderte mich auf.

eine ganze Weltanschauung hinunterzuschlucken. Ich spürte. und ruhig und entspannt wurde. Ich begann ein ritualisiertes »Aufstoßen«. Mit meinen Händen unterstützte ich die krampfartigen Bewegungen. James. bis ich kein Bedürfnis mehr verspürte. mit denen ich schließlich die Bitternis aus meinem ganzen Körper durch die Kehle nach draußen holte . daß ich schlecht war. während dies geschah. meine Sexualität. mich selber leugnete. Beinen und Schultern mit eisernem Griff fest. 258 . nahezu zwei Stunden lang ihre Erfahrungen auszuleben und wütend um sich zu schlagen.Zweite Atemsitzung In meiner zweiten Atemsitzung war ich schon nach etwa zehn Minuten voll im Erfahrungsprozeß drin. Ich nahm das tiefe Atmen wieder auf und meine Beine zogen sich hoch. so daß ich mit ihnen gegen ihre Hände pressen konnte. Diese steigerten sich schnell zu einem regelrechten Tobsuchtsanfall. mein Mund wäre mit Christian Science-Literatur vollgestopft. Ich hatte das Gefühl. Sie hatte den Mut. Nach kurzer Zeit nahm ich das tiefe Atmen wieder auf. aus der Kinderkrippe. Tara hielt mich an den Füßen fest. sie sollten meinen Erfahrungsprozeß abbre­ chen . die an der Sitzung teilgenommen hatte. Dann hatte ich das Empfinden. Bilder tauchten vor mir auf. Ich blieb also bei meiner Angst und meinem Tobsuchtsanfall. Ich schlug um mich herum. Plötzlich erinnerte ich mich an Pia.mit all den gutturalen Lauten des Erbrechens. Nach etwa zwanzig Minuten war ich wieder ruhig. in der ich Therapeutenpartnerin war. Ich fing damit an. in denen ein Kind an einem zu engen Ort gefangen war. die meinen Körper. Ich spannte mich mit aller Kraft an und schrie.die Angst war unerträglich. diesmal kämpfte ich darum. aus einem Käfig. wie ich gleichzeitig von meinem Vater. und verfiel in die gleichen rhythmischen Bewegungen wie am Vortag. meinen Kopf von einer Seite auf die andere zu werfen. Paul und Tara hielten mich an den Armen. aus dem Mutterleib. Dieses Mal lag ich auf meinem Magen und preßte mich mit meinen Händen so fest ich konnte gegen das Kissen und gegen die Wand. um mich zu schlagen. Ein fremdes Universum erfüllte mich. hämmerte mit meinen Fäusten in größter Wut auf die Matratze ein und schrie aus Leibeskräften. meinem Ehemann und dem Kirchturm von der Christian Science-Kirche in Boston verge­ waltigt wurde! Ich schrie und protestierte mehrere Minuten. ich müßte den anderen sagen. wobei vier Leute sie festhalten mußten. aus meiner beengenden Lebenssituation hinauszu­ kommen. Wieder tauchten Bilder von mir auf. Ich war von panischem Entsetzen erfüllt. das mir zu verstehen gab. Ich wurde gezwungen.

Immer mehr geriet ich in Raserei, schnappte nach Luft und war fest entschlossen, alles aus mir herauszubrechen. Ich hatte das Gefühl, wenn ich mich nicht auf diese Weise von all der Bitternis befreite, dann würde ich sie und das fremde Universum bis an das Ende meiner Tage mit mir herumschleppen! Ich dachte an meine Tochter. Wenn ich nicht all das Zeug los würde, dann säße auch sie in der Falle, gefangen von dem fremden Universum, das meine Großmutter, meinen Vater, meinen Mann und mich vergiftete. Die »Sünden der Väter« würden ihr aufgebürdet. Ich sagte ihr unaufhörlich, ich würde es für sie tun und ich würde es immer und ewig tun, wenn es notwendig wäre. Und dann hatte ich nicht mehr das starke Bedürfnis, meiner Tochter zuliebe all das Zeug in mir herauszukotzen. Ich beruhigte mich und überließ sie der Obhut des Universums. Als ich so dalag, wurde ich von einer Vision erfüllt. Ich tanzte und rannte fröhlich zusammen mit Mary Baker Eddy um die leere Mother Church in Boston herum. Im Mother’s Room hatte ich sie eingeholt. Wir streichelten und küßten uns. Dann liefen wir auf die zweite Empore auf der linken Seite der Kirche. Nach und nach gesellten sich dort alle wichtigen Personen in meinem Leben zu uns. Ich erkannte meine Christian Science Lehrerin, meine Eltern, meinen Mann, meine Toch­ ter, meine engste Freundin, meine Schwester, meine Therapeutin, Ram Dass, Muktananda, Jesus... Sie schauten mich alle strahlend an und sagten zu mir: »Es ist alles okay, wir haben ja nur Spaß gemacht, wir haben Theater gespielt, es ist alles okay«. Als ich mich aufrichtete, hielt ich mit meiner rechten Hand Pauls Hand, mit meiner linken Taras Hand fest. James strich mir sanft über das Gesicht. Ich sagte ihnen, was für ein Spaß das alles war, und dankte ihnen dafür, daß sie mir geholfen hatten, Gott wiederzufinden. Ich sagte ihnen, ich hätte mich noch nie mit anderen Menschen und der Welt so verbunden gefühlt. Wie allein war ich mir doch in meinem Leben vorgekommen! Dritte Atemsitzung Zu Beginn der dritten Atemsitzung verspürte ich immer noch so etwas wie Angst vor dem, was bevorstand, obwohl ich es schon zweimal erlebt hatte. Ich kam mir vor wie eine Astronaution, die auf den Start ins Weltall wartet und sich fragt, ob die Raketen zünden werden und wo es hingeht. Innerhalb von Minuten aber war ich »mitten drin«. Ein sehr klares Bild tauchte vor mir auf. Es war das Gesicht meiner Tochter wenige Minuten nach ihrer Geburt. Sie schaute mich aus dem gläsernen Kinderwagen an, den sie neben mich gestellt hatten, als ich auf dem
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Entbindungstisch lag. Ich empfand unendliche Liebe für sie. Alle blockierten Gefühle brachen aus mir heraus und ich begann heftig zu weinen. Mir wurde zum ersten Mal in meinem Leben bewußt, wie sehr ich meine Tochter liebte. Und dann veränderte sich das Bild. Ich sah ihr Skelett im Kinderwagen liegen, unmittelbar danach aber wieder ihren Körper, doch diesmal mit dem Gesicht meiner Mutter, die mich anschaute. Ich weinte noch heftiger. Alle Liebe zu ihr, die ich mir nie eingestanden hatte, durch­ strömte mich. Ich schlang die Arme um mich, rollte mich wie ein Fötus zusammen und jammerte. Tiefe Traurigkeit erfüllte mich. Ich weinte um all die Liebe, die ich ihr gegenüber nicht empfinden konnte. Ihre Gesichtszüge verschwammen und ich sah das Gesicht ihrer Mutter. Ich weinte um meine Großmutter, um die Sorgen in ihrem Leben. Da erblickte ich uns alle in einer unterirdischen Höhle. Auf dem Boden lag das Skelett meiner Großmutter, das das Skelett meiner Mutter schau­ kelte. Diese wiederum schaukelte mein Skelett, während ich das Skelett meiner Tochter in den Händen hielt. Ich jammerte noch lauter. Etwa die ganze nächste Stunde lang empfand ich tiefe Traurigkeit und schaukelte in meinen Armen all die wichtigen Frauen in meinem Leben. Ich beweinte ihren Verlust, die vertane Gelegenheit, sie zu lieben, den Abschied von ihnen, die Bestürzung, die Trennung von ihnen. Schließ­ lich nahm ich meinen Mann (im Alter von drei Jahren) in die Arme und beweinte ihn - weil er seine Mutter verloren hatte, weil er seine Kindheit verloren hatte und weil er zu wenig Zärtlichkeit in seinem Leben bekommen hatte. Dann veränderte sich die Szenerie, und ich sah, wie in einem Konzentrationslager Kinder von ihren Müttern gerissen wurden. Ich weinte und jammerte und schaukelte sie in meinen Armen. Dann hielt ich den vollkommen abgemagerten und aufgedunsenen Körper eines verhungernden äthiopischen Kindes in meinen Armen und be­ weinte die Trauer seiner Mutter. Danach fand ich mich im Süden der USA wieder, wo ich eine schwarze Mutter hielt, deren Sohn von der Polizei erschossen worden war und der sterbend in der Gasse lag, während die Polizei sie daran hinderte, ihn in den Arm zu nehmen. Mir war, als würde ich die ganze Welt beweinen. Nachdem ich mich eine Zeit lang beruhigt hatte, tauchte ich wieder in meinen Erfahrungsprozeß ein. Ich stellte fest, daß ich jetzt alle Ausge­ stoßenen tröstete und streichelte - den Mann aus Atlanta, der an elf Knaben Sexualmord verübt haben sollte, andere Männer, die wegen Vergewaltigung und Mord vor Gericht saßen, und jeden Menschen, der mir und anderen wehgetan hatte. Ich sang leise ein Kirchenlied aus
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meiner Kindheit: »Shepherd, Show Me How to Go«. Die anderen in der Gruppe schrien und schlugen um sich, ich aber summte unentwegt mein Wiegenlied vor mich hin. Nachdem ich erneut mehrere Male tief geatmet hatte, befand ich mich draußen im Universum und schaute auf die Welt zurück. Ich hörte die Klänge des balinesischen Affengesangs. Er kam mir so laut und gewalttätig vor, wie das Feuern eines Flakge­ schützes. Peng, peng! Vor mir toste der amerikanische Bürgerkrieg, kämpfte die spanische Armada, bekämpften sich Menschen in Südame­ rika und Afrika; ich sah das Inferno des Ersten Weltkrieges, des Zweiten Weltkrieges, des Vietnamkrieges . .. alles auf einmal. Auf dem ganzen Globus wurde gekämpft, während die Zeit fortschritt - und durch all dies tönte leise ein kleines und tröstendes Lied - mein Wiegenlied für die Welt. Als ich hinterher ruhig dalag, wurde ich mir der anderen im Raum bewußt, die immer noch stöhnten und sich wanden. Ich empfand tiefes Mitgefühl für sie, so als ob ich ganz und gar von den Energien der Großen Mutter durchströmt wäre. Zum ersten Mal war meine Fraulich­ keit aus ihrer Blockierung gelöst worden. Ich hatte die Kraft des weiblichen Wesens gespürt! Die Tränen flössen mir über das Gesicht. Ich verharrte in einem meditativen Zustand und hatte noch einige intensive Visionen, darunter eine sehr eindrucksvolle, in der sich weiße Wolken am Himmel teilten und den Blick auf einen riesigen Adler freigaben. Sein Gefieder war blendend weiß, weich und kräftig. Er erfaßte mich und drückte mich liebevoll gegen seine Brust. Zwei Stunden nach dieser Sitzung versammelten sich die Gruppenteil­ nehmer wieder, um über ihre Erfahrungen zu berichten. Als ich umher­ blickte, wurde ich wieder von Zärtlichkeit und Mitgefühl überwältigt. Ich fühlte mich mit allen Anwesenden zutiefst verbunden. Mir war so, als wäre ich Tausende von Kilometern geflogen, um bei mir selbst zu sein, daß alle meine »Ichs«, die ich bereitwillig sein wollte, sich versammelt hätten, um bei mir zu sein. Ich hatte das starke Gefühl, daß ich niemals wieder einsam sein würde, ich war umgeben von mir selbst. Ich möchte diesen Bericht mit einer Passage aus einem Brief abschließen, den wir ein Jahr nach dem Esalenseminar erhielten, und zwar als Antwort auf unsere Bitte, uns zwecks Überprüfung des Behandlungserfolges etwas über die Auswirkungen der oben be­ schriebenen Erfahrungen zu sagen.

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Stan und Christina, Ihr fragt mich nach irgendwelchen dauerhaften Auswirkungen des Atemworkshops. Da dieser nun schon ein Jahr zurückliegt, glaube ich schon, mein jetziges Befinden als dauerhaften Effekt bezeichnen zu können. Das befriedigendste und erstaunlichste Ergebnis ist wohl, daß ich ehrlich und vollkommen den Ort akzeptiert habe, der mein Zuhause ist - nachdem ich ungefähr sechzehn Jahre mit mir gekämpft habe, von hier fortzugehen! Ich habe schon früher über den Workshop gesagt, daß ich die plötzliche Erkenntnis hatte, ich wäre Tausende von Kilometern geflogen, um bei mir selbst zu sein. In diesem Augenblick, hoch über den Klippen von Esalen, fing ich an, zuhause zu leben. Dieses Bewußt­ sein hat seitdem in unverminderter Stärke angehalten. Alle, die mich kennen, kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Außerdem hat es einige weitere bedeutende Veränderungen in meinem Leben gegeben, die ich unmittelbar auf den Workshop zurückführe. Nach vielen Jahren des Redens, Denkens und Lesens über Spiritualität habe ich im Workshop etwas erlebt, was ich als spirituellen Zustand empfand. Dieses Erlebnis bestimmt auch heute noch mein Leben. Probleme gibt es auch nach wie vor - mit der Arbeit, der Familie, der Ehe usw. -, aber ich neige immer mehr dazu, tief in mich selber zu gehen und die inneren Heilkräfte zu wecken, statt zu versuchen, die äußeren Umstände zu kontrollieren und zu manipulieren. Seit einigen Monaten meditiere ich jeden Tag. Dies scheint ein guter Weg für mich zu sein. Ich bin bei keinem bestimmten Lehrer und halte mich auch an keine bestimmte Disziplin. Wenn ich meditiere, konzen­ triere ich mich einfach auf den gegenwärtigen Augenblick. Als Folge davon bin ich sehr viel ruhiger und innerlich glücklicher geworden. Ich bemerke, daß mehr Liebe aus mir strömt, und in dieser Beziehung war ich ja eindeutig ein Leben lang blockiert. Ich wollte schon immer geben, aber dieses Geben artete zu häufig in Dominanz und Kontrolle aus. Das Ich stellte sich dem Selbst in den Weg! Ich fühle mich nun freier, und die Liebe strömt ungehindert aus mir heraus. Mehrere Leute sind gekom­ men und haben von mir in verschiedener Hinsicht Rat und Hilfe erbeten, was ich als spontanes Erkennen meines inneren Fortschritts werte.

B. Effektive Mechanismen der Heilung und Persönlichkeitstransformation

Die außergewöhnlichen und oft dramatischen Auswirkungen der psychedelischen und holotropen Therapie auf verschiedene emotio­ nale und psychosomatische Störungen werfen natürlich die Frage auf, durch welche Mechanismen sie Zustandekommen. Im Rahmen traditioneller, auf der Psychoanalyse basierender Behandlungsme­ thoden erfordern dauerhafte Veränderungen der den psychopathologischen Symptomen zugrundeliegenden tieferen psychodynami­ schen Strukturen jahrelange systematische Arbeit. Daher glauben Psychiater und Psychotherapeuten in der Regel nicht daran, daß tiefgreifende und dauerhafte Persönlichkeitsveränderungen inner­ halb von Tagen oder sogar Stunden bewirkt werden können. Die gegenwärtigen Theorien haben für solche Phänomene keine Erklä­ rung. Beschreibungen von dramatischen Heilungen im Rahmen schamanischer Prozeduren, Heilungszeremonien von Naturvölkern, Treffen ekstatischer Sekten oder Trancetänze sind von den meisten westli­ chen Gelehrten nicht emstgenommen worden. Man meinte, hier sei Suggestion bei abergläubischen Eingeborenen im Spiel. Gelegentli­ che dramatische Veränderungen in der Persönlichkeitsstruktur, die man als »Bekehrung« oder »Konversion« bezeichnet, gelten als zu unberechenbar und unvorhersagbar und werden deshalb nicht als therapeutisch relevant erachtet. Es ist aber eine unleugbare Tatsache, daß religiöse, ethische, sexuelle, politische oder sonstige Bekehrun­ gen tiefgreifende und oft dauerhafte Auswirkungen auf den betreffen­ den Menschen haben können. Ihre Wirkung schließt nicht nur grundlegende Änderungen der Überzeugungen, Einstellungen, Wertsysteme und des allgemeinen Lebensentwurfs ein, sondern häufig auch emotionale und psychosomatische Gesundung, ein neues Verhältnis zu den Mitmenschen und das Ablegen so stark verfestigter Verhaltensmuster wie Alkohol- oder Drogenmißbrauch.
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In diesem Zusammenhang möchte ich das wohl eindrucksvollste und extremste Beispiel für das Heilpotential außergewöhnlicher Be­ wußtseinszustände erwähnen, nämlich die Veränderungen in Men­ schen, die mit dem Tod in enge Berührung gekommen sind. David Rosen, der in der Nähe der San Francisco-Bucht lebt, hat elf Menschen interviewt, die sich in selbstmörderischer Absicht von der Golden Gate-Brücke oder von der Brücke zwischen San Francisco und Oakland gestürzt hatten (Rosen 1973). Er rekonstruierte ihre Lebenssituation und ihren psychosomatischen Zustand vor dem Selbstmordversuch, erkundete die Beweggründe für ihr Handeln, sprach mit ihnen über ihre Erlebnisse während des Falls und der Rettungsmaßnahmen und untersuchte gründlich die Veränderungen in ihrer Persönlichkeit und ihrem Lebensstil nach dem Selbstmord­ versuch. Bei allen Überlebenden stellte Rosen tiefgreifende Veränderungen fest. Dazu gehörten eine grundlegende Wandlung in emotionaler Hinsicht, eine verblüffende Besserung psychosomatischer Be­ schwerden, gesteigerte Lebensbejahung und die Entdeckung der spirituellen Dimensionen der Existenz oder die Bestätigung und Verfeinerung früherer religiöser Überzeugungen. Dies alles war Folge der Erfahrungen während des Falles und des Aufenthalts im kalten Wasser, der bis zu zehn Minuten gedauert hatte. In dieser Zeit müssen nämlich die Rettungsmaßnahmen Erfolg haben, weil sonst die Strömung den Körper in das offene Meer treibt, und dies bedeutet den sicheren Tod. Da die wenigen Minuten im kalten Wasser keine derart tiefgreifenden Veränderungen hervorrufen (dies ist mehr als genug in einer Zeit getestet und bewiesen worden, als die institutioneile Psychiatrie noch nicht über Tranquilizer verfügte), muß das Ergebnis eindeutig auf die Erfahrungen während des Fallens zurückgeführt werden. Wenn man einfache Formeln aus der Elementarphysik an wendet, dann kann man berechnen, wie lange der Fall vom Brückengeländer bis zur Wasseroberfläche dauert, nämlich etwas mehr als drei Sekunden nach objektiver Zeitrechnung. Die Ergebnisse lassen sich auch nicht einfach einem physischen Schock zuschreiben. Trotz der Tatsache, daß 99 Prozent der Menschen, die von der Brücke fallen, sterben, hatten die meisten Interviewpartner von Rosen die Situation
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praktisch unversehrt überlebt. Eine zwingende innere Erfahrung von nur drei Sekunden muß also Ergebnisse bewirkt haben, die auch mit einer jahrelangen Freudschen Analyse nicht zu erreichen sind. Man muß sich aber vergegenwärtigen, daß das subjektive Zeitempfinden in außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen grundlegend verän­ dert ist. Innerhalb von wenigen Sekunden nach objektiver Zeitrech­ nung kann man sehr viele komplexe Erlebnisse haben, die subjektiv sehr lange, ja sogar eine Ewigkeit zu dauern scheinen. In seinem neuesten Buch Den Tod erfahren - das Leben gewinnen gelangt der Thanatologe Kenneth Ring zu ähnlichen Schlußfolge­ rungen. Er widmet einen speziellen Abschnitt dieses Buchs den langfristigen Auswirkungen von Nahtoderfahrungen (Ring 1985). Dazu gehören gesteigerte Selbstachtung und erhöhtes Selbstver­ trauen, Lebensfreude und Naturverbundenheit, Liebe zu den Mit­ menschen, ein deutlich verringertes Streben nach persönlichem Status und materiellem Besitz sowie die Entwicklung einer univer­ sellen Spiritualität, die sich nicht in Sektierertum erschöpft. Diese Veränderungen haben bemerkenswerte Ähnlichkeit mit jenen, die Maslow als Folge spontaner »Gipfelerlebnisse« beschrieb (Maslow 1964, 1978). Die Geschichte der Psychiatrie im Altertum bietet viele Beispiele für den Versuch, intensive Erlebnisse für Heilzwecke zu nutzen. Eine der Techniken im alten Indien bestand darin, den Patienten von einem speziell dressierten Elephanten angreifen zu lassen, der im letzten Augenblick vor ihm stehenblieb. In manchen Fällen wurde die geistesgestörte Person in eine Schlangengrube gebracht zusam­ men mit Kobras, denen man die Giftzähne gezogen hatte, in anderen arrangierte man einen überraschenden Fall ins Wasser, wenn der Patient eine Brücke mit besonderen Fallklappen überquerte. Bei wichtigen Personen wurde ein ganzes Gerichtsverfahren insze­ niert, zu dem die Verurteilung zum Tode und HinrichtungsVorberei­ tungen gehörten, die in allerletzter Minute durch einen vorgetäusch­ ten Gnadenerlaß des Königs gestoppt wurden (Hanzlfcek). Ich möchte nun nicht dafür plädieren, Menschen real oder scheinbar lebensbedrohlichen Situationen auszusetzen, um sie zu heilen. Diese Beispiele sollen aber veranschaulichen, daß es sehr wohl Mechanismen in der Psyche gibt, deren therapeutische und transfor265

mative Kraft bei weitem alles übertrifft, was in gegenwärtigen psychotherapeutischen Theorien für möglich gehalten wird. Die psychedelische und holotrope Therapie ermöglicht die Nutzung des heilenden und transformativen Potentials gewaltiger Erlebnisse ohne die Risiken, die mit tatsächlichen biologischen Krisen verbun­ den sind, und ohne die komplizierten Täuschungsmanöver, die oben beschrieben wurden. Die dynamischen Kräfte des Unbewußten, die durch geeignete unspezifische Techniken stimuliert werden, produ­ zieren spontan Erfahrungen, in denen es um die Konfrontation mit dem Tod geht. Solche Erfahrungen haben ebenfalls heilende Kraft, die mit der der oben beschriebenen, durch äußere Umstände beding­ ten Erfahrung vergleichbar ist. Ehe aber Methoden dieser Art von der akademischen Psychiatrie akzeptiert werden, müssen erst die an solchen dramatischen Veränderungen beteiligten Mechanismen ge­ klärt, und in eine umfassende Persönlichkeitstheorie integriert wer­ den. Nur die mehr oberflächlichen Erfahrungen und ihre Folgen lassen sich mit den herkömmlichen psychiatrischen Denkmodellen interpretieren. Die meisten von ihnen bedürfen aber nicht nur einer drastischen Revidierung der psychiatrischen und psychologischen Theorien, sondern auch eines neuen wissenschaftlichen Weltbilds, eines neuen Paradigmas.

1. Intensivierung konventioneller therapeutischer Mechanismen Manche der therapeutischen Veränderungen, die in psychedelischen und holotropen Sitzungen auftreten, können mit Hilfe solcher Me­ chanismen erklärt werden, die die traditionelle Psychotherapie be­ schreibt. Aber selbst in relativ schwach ausgeprägten außergewöhn­ lichen Bewußtseinszuständen sind diese Mechanismen in ihrer Wir­ kung im Verhältnis zu den herkömmlichen verbalen Techniken um ein Vielfaches intensiviert. In tieferen holotropen Zuständen begeg­ net man in der Regel vielen therapeutischen Mechanismen, die vollkommen neu sind und die von der traditionellen Psychiatrie bisher weder entdeckt noch anerkannt worden sind.
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Fest steht, daß außergewöhnliche Bewußtseinszustände die Bezie­ hung zwischen dem Bewußten und dem Unbewußten einschneidend beeinflussen. Sie bewirken in der Regel eine Schwächung der Abwehrmechanismen und eine Verringerung der psychischen Wi­ derstände. Unter diesen Umständen tauchen nicht nur verdrängte Erinnerungen vermehrt im Bewußtsein auf, sondern es werden auch emotional bedeutsame Ereignisse aus der Vergangenheit mit allen möglichen Einzelheiten wiedererlebt, wobei eine vollständige Al­ tersregression stattfindet. Unbewußtes Material kann auch die Form verschiedener symbolischer Erfahrungen annehmen, die eine ähnli­ che Struktur wie Träume besitzen und auch mit Hilfe der Freudschen Traumanalyse entschlüsselt werden können. Das Bewußtwerden dieser sonst schwer zugänglichen Inhalte aus dem persönlichen Unbewußten geht oft einher mit zahlreichen emotionalen und intel­ lektuellen Einsichten in das Wesen der eigenen psychopathologischen Symptome und der Probleme in seinen zwischenmenschlichen Beziehungen. Das therapeutische Potential des Wiedererlebens emotional relevan­ ter Ereignisse in der frühen Kindheit enthält mehrere wichtige Elemente. Die psychopathologischen Symptome scheinen ihre dy­ namische Wirkung aus tief in der Psyche aufgestauten emotionalen und physischen Energien zu beziehen. Diese Tatsache wurde zuerst von Freud und Breuer in ihren Studien über Hysterie beschrieben (Freud und Breuer, Fischer-Taschenbuch Nr. 6001). Freud selber spielte die Bedeutung dieses Faktors später herunter, und es war der berühmte Renegat der psychoanalytischen Bewegung Wilhelm Reich, der die theoretische und praktische Bedeutung der bioenerge­ tischen Mechanismen des Organismus entdeckte (Reich 1983, a, b). In der psychedelischen und holotropen Therapie spielte die Freiset­ zung dieser Energien und ihre periphere Entladung eine ganz we­ sentliche Rolle. Nach traditioneller Anschauung gilt ein solches Freisetzen als Abreagieren, wenn es mit spezifischen biographi­ schen Inhalten verbunden ist. Die Entladung mehr generalisierter emotionaler und physischer Spannungen wird gewöhnlich als Ka­ tharsis bezeichnet. Auf Abreagieren und Katharsis möchte ich in diesem Zusammen­ hang etwas näher eingehen, weil ihre Rolle in der Psychotherapie
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aufgrund der Beobachtungen in der psychedelischen und holotropen Therapie völlig neu aufgefaßt werden muß. Die Heilkraft der emo­ tionalen Katharsis ist schon im antiken Griechenland erkannt wor­ den. Platon gibt in seinem Dialog werk Phaidros eine lebhafte Beschreibung der emotionalen Katharsis, während er die rituelle Besessenheit in den Mysterien der Korybanten erörtert. Im wilden Tanzen zu Flöten- und Trommelspiel sieht er eine bemerkenswerte therapeutische Kraft. Dieses Tanzen kulminiert in einem explosiven Anfall und endet in einem Zustand tiefer Entspannung und Ruhe (Platon 1982). Da er selber angeblich in die eleusinischen Mysterien eingeweiht worden war, scheint er aus persönlicher Erfahrung gesprochen zu haben. Ein anderer griechischer Philosoph, Platons Schüler Aristoteles, hat als erster ausdrücklich festgestellt, daß das vollständige Ausleben und Freisetzen unterdrückter Emotionen eine sehr effektive Behand­ lung geistiger Erkrankungen ist. In Übereinstimmung mit der Grundthese der Anhänger des orphischen Kults glaubte Aristoteles, daß das Chaos und die Raserei in den Mysterien letztlich der Ordnung dienten. Wie er schreibt, wurden bei der Einweihung die Leidenschaften mit Hilfe von Wein, Aphrodisiaka und Musik außer­ ordentlich hochgepeitscht, und daraufhin erfolgte die heilende Ka­ tharsis (Croissant 1932). Der Mechanismus des Abreagierens wurde von Freud und Breuer beschrieben. Er spielte in Freuds frühen Spekulationen über den Ursprung und die Therapie der Psychoneurosen, insbesondere der Hysterie, eine äußerst wichtige Rolle. In seinem ursprünglichen Denkmodell hatte der neurotische Mensch traumatische Situationen in seiner Kindheit unter Bedingungen erlebt, die die angemessene Abfuhr der durch dieses Trauma erzeugten emotionalen Erregung nicht gestatteten. Dies führte zur Speicherung aufgestauter Emotio­ nen oder zu »eingeklemmten Affekten«. Das Ziel der Therapie bestand demnach darin, die verdrängte Erinnerung in das Bewußt­ sein zurückzuholen, und zwar in einer sicheren Situation, die die verspätete Abfuhr dieses Affekts begünstigte. Freud verwarf später diese Ansicht und postulierte andere Mechanis­ men, insbesondere den der Übertragung. Durch seinen Einfluß betrachtet auch heute noch die traditionelle Psychiatrie das Abrea­
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gieren nicht als einen Mechanismus, der dauerhafte therapeutische Veränderungen zu erzeugen vermag. Man ist sich aber allgemein darüber einig, daß Techniken zum Abreagieren die Methode der Wahl darstellen, wenn es um die Behandlung emotionaler Probleme geht, die auf ein einziges massives Psychotrauma zurückzuführen sind, wie etwa im Fall von Kriegsneurosen oder anderen traumatischen Neuro­ sen. Aus der Sicht der psychedelischen und holotropen Therapie machte Freud einen Fehler, als er das Abreagieren aus der psychoanalyti­ schen Behandlung eliminierte und seine Aufmerksamkeit subtileren und oberflächlicheren Mechanismen und Techniken widmete. Rein verbale Behandlungsmethoden sind eindeutig nicht geeignet, an der bionergetischen Situation, die psychopathologischen Symptomen zugrundeliegt, viel zu ändern. Der Grund, warum das Abreagieren keine dauerhaften therapeutischen Veränderungen bewirkte, war die Tatsache, daß es in den meisten Fällen nicht tief und radikal genug war. Damit das Abreagieren volle Wirkung zeigt, muß der Therapeut darauf achten, daß es voll und ganz geschieht. Dabei wird der Klient oder die Klientin häufig mit Dingen konfrontiert, die zum Teil weit über rein psychische Traumen (Lebenserinnerungen) hinausgehen, nämlich mit physisch bedrohlichen Ereignissen (Lungenentzündung im Kindesalter, Diphtherie, Operationen, Verletzungen oder Situa­ tionen, in denen man beinahe ertrunken wäre), mit verschiedenen Aspekten der biologischen Geburt und sogar mit Erinnerungen an frühere Inkarnationen oder anderen transpersonalen Phänomenen. Das Abreagieren kann sehr massive Formen annehmen und zu vorübergehendem KontrollVerlust, heftigem Erbrechen, starkem Würgen, momentanem Bewußtseinsausfall (»black-out«) und ande­ ren dramatischen Erscheinungen führen. Dieser Umstand scheint eine Erklärung dafür zu sein, warum das Abreagieren bei traumatischenNeurosen sehr effektiv gewesen ist. Der Therapeut war nämlich darauf vorbereitet, daß der Patient eine lebensbedrohliche Situation wiedererlebt. Ein Therapeut, der emotional oder intellektuell nicht bereit ist, das vollständige Spektrum der oben beschriebenen Phäno­ mene beim Abreagieren zuzulassen, wird diese Methode weitgehend ihrer Wirkung berauben.
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Nun spielt das Abreagieren in der holotropen Therapie zwar eine wichtige Rolle, doch ist es nur einer von vielen effektiven Mechanis­ men, die zu den therapeutischen Veränderungen beitragen. Schon wenn es um Erinnerungen an Ereignisse im früheren Leben geht, kommen wesentliche Faktoren hinzu. Jemand, der zu dem Zeitpunkt in der Kindheit regrediert, an dem ein bestimmtes Trauma erfolgte, wird im buchstäblichen Sinn wieder ein Säugling oder ein Kind. Dazu gehören ein entsprechendes Körperbild, primitive Emotionen und ein naives Wahmehmen und Verstehen der Umwelt. Gleichzei­ tig aber hat die betreffende Person Zugang zum reiferen Weltbild des Erwachsenen. In dieser Situation können traumatische Erlebnisse integriert werden, indem ihre energetische Ladung freigesetzt wird, man sich ihrer vollständig bewußt wird und sie aus der Sicht eines Erwachsenen einordnet. Dies ist besonders in solchen Fällen von Bedeutung, in denen fehlende geistige Reife oder Verwirrung ein wesentliches Element des Traumas war. Faktoren dieser Art werden sehr klar in Gregory Batesons »double-bind«-Theorie (Bateson 1981) und in neuester Zeit in den Arbeiten von Alice Miller (Miller 1983) beschrieben. Eine interessante Frage in bezug auf das »Wiedererleben« von Kindheitstraumen ist die, warum das Wiedererleben einer schmerz­ lichen Situation im früheren Leben denn eigentlich therapeutisch ist und warum nicht ebenfalls traumatisch. Die übliche Antwort auf diese Frage lautet, daß der erwachsene Mensch Erfahrungen, die er als Kind nicht bewältigen konnte, ins Auge zu blicken und sie zu integrieren vermag. Außerdem unterscheidet sich die stützende und Vertrauen schenkende therapeutische Situation erheblich von den ursprünglichen traumatischen Umständen. Dies mag als Erklärung für relativ subtile psychische Traumen angehen. Im Fall heftiger Traumen aber, insbesondere im Fall von Situationen, die eine Gefahr für Leib und Leben darstellten, kommt offensichtlich ein wesentlicher Mechanismus noch hinzu. Höchstwahrscheinlich ist in Situationen dieser Art das ursprüngliche traumatische Ereignis zum Zeitpunkt des Geschehens nicht wirklich vollständig erfahren worden. Ein massiver psychischer Schock kann bei bestimmten Menschen zu Bewußtseinsverlust und Ohnmacht führen. Es ist denkbar, daß etwas weniger dramatische Umstände
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der in diesem Zusammenhang erörtert werden soll. nicht als eine notwendige Voraussetzung für eine erfolg­ reiche Behandlung. Sze­ nen aus ihrer biologischen Geburt wiedererleben oder gar bis in transpersonale Sphären vorstoßen. Der letzte therapeutische Mechanismus aus traditioneller Sicht. Unter solchen Umständen muß die Entwicklung einer Übertragung als ein Zeichen für Widerstand 271 . das eine endgültige Verarbeitung und Inte­ gration ermöglicht. die in der Kindheit oder schon im Säuglingsalter in bezug auf die Eltern oder ihre Ersatzfiguren entstanden. Sie wird aber als eine Komplikation des therapeutischen Prozesses gewertet.eine Situation bedingen. Es kommt nicht selten vor. Der entscheidende therapeuti­ sche Mechanismus ist also die Analyse dieser Übertragung. . so handelt es sich nicht so sehr um ein »Wiedererleben« des Ereignisses. In der psychedelischen und holotropen Therapie ist die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer Übertragung prinzipiell gewaltig erhöht. daß die Klienten schon in der ersten psychedelischen oder holotropen Sit­ zung bis zum frühen oralen Entwicklungsstadium regredieren. Taucht es dann in der psychedelischen oder holotropen Therapie aus dem Unbewußten auf. in denen das Geschehen nur teilweise aus dem Bewußtsein ausgeschlossen wird und nicht vollständig. Der Vergleich zwischen dem »Wiedererleben« eines traumatischen Ereignisses und seinem ersten vollständigen bewußten Erleben ist auch das Thema einer Arbeit. sondern um sein erstes vollständiges Erleben. ist die Übertragung. 1984). Diese besteht darin. die von dem irischen Psychiater Ivor Browne und seinem Team stammt (McGee u . In der psychoanalytisch orientierten Therapie wird als wesentlich erachtet. daß sich beim Patienten oder bei der Patientin im Laufe der Analyse eine Übertragungsneurose entwickelt. Als Folge davon kann dieses Ereignis psychisch nicht »verdaut« und integriert werden und bleibt in der Psyche als fremdes Element bestehen. Im Gegensatz zu den verbalen Methoden kann eine tiefgehende Selbsterfahrungstherapie den Klienten in sehr kurzer Zeit zu der ursprünglichen traumatischen Situation und damit bis an die Wur­ zeln des Problems führen. daß auf den Therapeuten oder die Therapeutin ein ganzes Spektrum an emotionalen Reaktionen und Einstellungen projiziert wird. a .

sich mit dem ursprünglichen Trauma zu konfrontieren. Im folgen­ den möchte ich nun die wichtigsten dieser neuen therapeutischen Möglichkeiten und Perspektiven erörtern. daß sie den Zugang zu vielen zusätzlichen hochwirksamen und radikalen Heilungs. werden dadurch die Übertra­ gungsprobleme eher verringert als vergrößert und die therapeuti­ schen Effekte bemerkenswert erhöht. 238f). Der faszinierendste Aspekt dieser Methoden ist der. daß die Übertragung ein Abwehrversuch ist. 272 . Auf die Frage des Körperkon­ takts in holotropen Sitzungen bin ich bereits ausführlicher eingegan­ gen (S. die ihm oder ihr als Kind versagt geblieben ist. Eine andere mögliche Ursache für eine Übertragung scheint eine starke emotionale Vernachlässigung in der Kindheit zu sein. die Klientin dazu. Die Wirksamkeit der psychedelischen und holotropen Therapie beruht nicht ausschließlich auf der Intensivierung konventioneller therapeutischer Mechanismen.dagegen. die von der akademischen Psychiatrie des Westens noch nicht entdeckt und anerkannt worden sind. In dieser Situation neigt der Klient bzw. der allein eine effektive Lösung verspricht.indem auf diese Beziehung Elemente des ursprünglichen Traumas projiziert werden als dem wahren Pro­ blem ins Auge zu sehen. Wird die therapeutische Arbeit in diesem Geist gestaltet. was viel schwerer zu verkraften ist.und Transformationsme­ chanismen erschließen. dann wird mehr als offenkundig. Obwohl ein solches Vorgehen eindeutig gegen das Freudsche Berührungstabu verstößt. In vielen Fällen ist es für den Klienten oder die Klientin weniger schmerzlich. Die Aufgabe des Therapeuten oder der Therapeutin besteht also darin. Die beste Lösung dieses Problems ist der therapeutische Einsatz von Kör­ perkontakt. die Aufmerksamkeit des Klienten wieder auf den introspektiven Prozeß zu lenken. im thera­ peutischen Prozeß die Befriedigung der anaklitischen Bedürfnisse zu suchen. aufgefaßt werden. ein künstliches Problem in der therapeutischen Bezie­ hung herzustellen . mit dem ein als unüberwindbar empfundenes Problem aus der Vergan­ genheit durch die Schaffung eines weniger bedrohlichen und besser zu bewältigenden Pseudoproblems in der Gegenwart umgangen werden soll.

das das Erleben in der Schlußphase einer Sitzung steuert. seine Wahrneh­ mung der Umwelt. Die COEX-Systeme ordnen emotional bedeutsames Material auf der biographischen Ebene. Die peri­ natalen Grundmatrizen haben eine ähnliche Funktion in bezug auf die im Unbewußten gespeicherten perinatalen Erlebnisse. die vierte perinatale Grundmatrix und positive transperso­ nale Matrizen). die aus dem Unbewußten auftauchen. Je nach der Art der emotionalen Ladung können wir unterscheiden zwischen negativen Steuerungssystemen (negative COEX-Systeme. in der bewußten Integration der schmerzlichen Erfahrun­ gen. anläßlich der Einführung der neuen Kartographie der Psyche. erklärt werden. Wertvorstellun­ gen und Einstellungen. die mit verschiedenen transpersonalen Erfahrungen ver­ knüpft sind. und sogar verschiedene psychosomatische Funktionen. die die Funktion von Steuerungssystemen haben. Das System. negative Aspekte der ersten perinatalen Grundmatrix und negative transpersonale Matrizen) und positiven Steuerungssystemen (posi­ tive COEX-Systeme. das Ende einer jeden Einzelsitzung 273 . die zweite und dritte perinatale Grundmatrix. beeinflußt in der Regel auch in Zukunft auf weniger auffäl­ lige Weise die Selbstwahmehmung des Klienten. Es gibt außerdem ein reichhaltiges Spektrum an dynamischen Ma­ trizen. Dynamische Verlagerungen in den Steuerungssystemen der Psyche Viele dramatische Veränderungen in Selbsterfahrungstherapien können mit dem dynamischen Zusammenspiel unbewußter Kon­ stellationen. Die generelle Strategie in psychedelischen und holotropen Sitzun­ gen besteht in der Reduktion der emotionalen Ladung der negativen Systeme. und in einer Erleichte­ rung des Zugangs zu positiven dynamischen Konstellationen. beschrieben. Eine spezielle taktische Regel lautet. seine emotionalen Reaktionen.2. Die wichtigsten Systeme dieser Art habe ich schon früher. In außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen bestimmen die dyna­ mischen Steuerungssysteme den Inhalt der Erfahrungen des einzel­ nen. positive Aspekte der ersten perinatalen Grund­ matrix.

Die manifesten klinischen Symptome eines Klienten oder einer Klientin geben keinen allgemeinen Aufschluß über die Menge und die Art des unbewußten Materials. anderen Autoritätsfiguren.so zu strukturieren. Die jeweiligen Qualitäten der resultierenden Bewußtseinszustände hängen in beiden Fällen davon ab. und welches unbewußte Material betei­ ligt ist. welche Ebene der Psyche aktiviert wird. welches dynamische System das Erleben beeinflußt. In emotionaler und psychosomatischer Hinsicht fühlen sie sich in unterschiedlicher Art und unterschiedlichem Ausmaß beeinträch­ tigt. Diejenigen. und in seinem Verhalten neigt er dazu. Altersgenossen und Sexualpartnem oder um Re­ aktionen auf verschiedene spezielle Situationen und Bedingungen handeln.und Fremdwahr­ nehmung das Hauptmotiv dieses Systems. dominiert in der Selbst. Je nach dem unbewußten Material kann es sich dabei um die Beziehung zu den Eltern. und ihr psychosomatisches Befinden ist optimal. Sie hängen vielmehr davon ab. Dieses System akzentu­ iert einen bestimmten Aspekt der Psyche und macht ihn bewußter Erfahrung zugänglich. die von positiven dynamischen Systemen beein­ flußt werden. daß die psychische Gestalt. der unter dem Einfluß eines bestimmten COEXSystems und spezifischer unter dem Einfluß einer der Schichten seines Unbewußten steht. Personen. nehmen sich selber und die Welt pessimistisch wahr. deren Erleben unter dem Einfluß verschiedener negativer Matrizen steht. die ursprünglichen traumatischen Elemente in der gegenwärtigen Situation zu reproduzieren. Der dynamische Einfluß eines COEX-Systems führt in das Leben des betreffenden Menschen archaische und anachronistische Elemente ein. fühlen sich in emotionaler Beziehung wohl. geschlossen und erfolgreich integriert wird. welche dynami­ sche Matrix Einfluß ausübt. Bei jemandem. Die Rolle von COEX-Systemen im menschlichen Leben und die mit ihnen verknüpften Mechanismen sind in meinem Buch Topographie des Unbewußten. die an diesem Tag in Erscheinung trat. LSD im Dienst der tiefenpsy­ chologischen Forschung (Grof 1978) erörtert und anhand charakte­ ristischer klinischer Beispiele veranschaulicht. Unter dem Einfluß des positiven Aspekts der ersten perinatalen Grundmatrix (des »amniotischen Universums«) nimmt der Klient 274 .

Die negativen Aspekte der ersten perinatalen Grundmatrix führen ein Element der psychotischen WahmehmungsVerzerrung ein. das mit klaustrophobischen Ängsten einhergeht. der Panikgefühle und paranoide Ängste auslöst. Dieses Empfinden geht einher mit einem tiefen Bewußtwerden der spirituellen und mystischen Dimension im »Weltenplan« und mit einem Gefühl der Einheit und Verbundenheit mit dem Kosmos. dann wird die Welt als eine Stätte der Hoffnungslosigkeit erlebt. da ja das Einsetzen der Geburt eine grundlegende und nicht mehr rückgängig zu machende Störung des Daseins im Mutterleib dar­ stellt. die als Situation der Ausweglosigkeit oder Hölle charakterisiert ist). die sie ihm als unfaßbar schön. dessen Fügungen man sich mit vollem Vertrauen überlassen kann. Jemand. oder als eine Art »Potemkinsches Dorf«. Die betreffende Person fühlt sich in Ge­ fahr. sicher und nährend erscheinen läßt. Der einzige größere Unterschied ist das in der ersten Matrix fehlende Empfinden. verängstigt und häufig auch vergiftet. seine gegen sich selber und gegen andere bzw. die voll ist mit absur­ dem und sinnlosem Leiden. In dieser psychischen Verfassung erscheint die Welt als ein unsicherer Ort. in einer Falle zu sitzen. sondern verwirrenden und bedrohlichen Charakter. Die Anfangsphase der zweiten perinatalen Grundmatrix (kosmi­ sches Verschlungenwerden) besitzt große Ähnlichkeit mit den nega­ tiven Aspekten der ersten perinatalen Matrix.die Welt in einer Weise wahr. empfindet starke emotionale und physische Anspannung und hat in der Regel Probleme. von dämonischen Kräften attackiert. Wenn sich die zweite perinatale Matrix voll entfaltet hat (in die Phase gekommen ist. Der oder die Betreffende hat tiefe Schuldgefühle und identifiziert sich mit der Rolle des hilflosen Opfers. dessen Erleben von der dritten perinatalen Grundmatrix bestimmt wird (vom großen Kampf vor Tod und Wiedergeburt). das von seelenlosen Robotern bevölkert ist. Das Leben erscheint hier als göttliches Spiel. strahlend. Gleichzeitig können sich ausgeprägte sadistische und/oder masochi­ stische Phantasien und Verhaltenstendenzen sowie sexuelle Störun­ 275 . Die Auflösung der Grenzen hat nicht ekstatischen und mystischen. anderes gerichteten zerstörerischen Impulse im Zaum zu halten. Dies ist auch logisch.

einen Überblick über den Einfluß der transpersona­ len Matrizen zu geben. Viele Beispiele für eine plötzliche klinische Besserung lassen sich damit erklären. Die Welt wird unter dem Einfluß der dritten perinatalen Matrix als ein gefährlicher Ort wahrgenommen .und Wiedergeburtserfahrung) äußert sich in Gefühlen der physischen und spirituellen Wiedergeburt. Sex. Die betreffende Person spürt große innerliche Erregung und ist voller Energie. ruht aber gleichzei­ tig in sich selbst und nimmt die Welt wie mit gereinigten Sinnen wahr. Arbeit und menschliche Beziehungen . Essen. Veränderungen im steuernden Einfluß dynamischer Matrizen kön­ nen sich ergeben infolge verschiedener biochemischer und physiolo­ gischer Prozesse im Inneren des Organismus oder als Reaktion auf eine Reihe äußerer Einflüsse psychologischer bzw.als ein existentielles Schlacht­ feld.um überleben und seine Bedürfnisse befriedigen zu können . auf dem der Geist des Dschungels regiert.werden sehr viel mehr genos­ sen. das Empfinden einer schamanischen Verbundenheit mit der Natur. Außerdem kann das Denken von dämonischen. eine außersinnliche Wahrnehmung. auf dem man . pervertierten und skatologischen Inhalten beherrscht sein. Es ist schwierig. daß jetzt nicht mehr ein negatives dynamisches System.gen einstellen. Die unterschiedlichsten Motive können im Erleben domi­ nieren: eine intensive Erinnerung an eine frühere Inkarnation. das den psychopathologischen Symptomen zugrundeliegt. sondern ein positives das Erleben bestimmt. usw. physischer Na­ tur. die normalen Dinge des Lebens . durchgearbeitet worden ist.vorausgesetzt die biologische Ge­ burt wurde nicht durch starke Anästhesie oder sonstige massive widrige Umstände kompliziert. eine rassische oder phylogenetische Erfahrung. da es hier eine reiche Vielfalt an Möglichkei­ ten gibt. ein positiver oder dämonischer Archetyp. der Verjüngung und der emotionalen Erneuerung . Musik. daß alles unbewußte Mate­ rial. Sie zeigt lediglich eine innere dynami276 . Eine solche Veränderung bedeutet nicht unbedingt.die umgebende Natur. Die Lebensfreude ist gesteigert. eine Ahnen-Erfahrung.Stärke zeigen muß. Der dynamische Einfluß der vierten perinatalen Grundmatrix (der Tod.

Ein klinisches Syndrom wird durch ein anderes ersetzt. Vollzieht sich dieser Vorgang bei Systemen transindividueller Natur.sehe Verlagerung von einem Steuerungssystem auf ein anderes an. Wenn die dominierende Funktion einer perinatalen Grundmatrix auf eine andere überwechselt. Diese Situation. Gelegentlich kann diese Umwandlung so massiv sein. dann kann es eine psychedelische oder holotrope Sitzung von Anfang an bestimmen. Eine typisch positive Transmodulation hat einen zweiphasigen Verlauf. Wenn ein starkes positives System aber schon sehr bewußtseinsnahe ist. daß alle seine 277 . Eine Verlagerung von einer dynamischen Konstellation auf eine andere muß nicht unbedingt eine klinische Besserung nach sich ziehen. für die ich den Begriff »Transmodulation« geprägt habe. negative und substitutive Transmodulationen. Eine Verla­ gerung von einer biographischen Konstellation auf eine andere kann als eine COEX-Transmodulation bezeichnet werden. Zunächst intensiviert sich der Einfluß eines dominierenden negativen Sy­ stems. aber eine sorgfältige Analyse bringt doch zutage. die man an der betreffenden Person bisher noch nicht beob­ achtet hat. Bei einer negativen Transmodulation folgt auf eine neutrale oder positive Situation eine negative. Nach außen hin macht sich dieser innerpsychische Vorgang in einer ziemlich starken qualitativen Umwandlung der psychopathologischen Symptome bemerkbar. In diesem Fall tritt das negative System in den Hintergrund. Je nach dem emotionalen Charakter der beteiligten Steuerungssy­ steme und der resultierenden klinischen Veränderungen gibt es positive. dann erfolgt plötzliche eine dynamische Verschiebung auf ein positives System. daß der Klient oder die Klientin ein völlig anderes diagnostisches Bild zeigt. dann würde man von einer perinatalen Trans­ modulation sprechen. Nun mag der resultierende Zustand zwar vollkommen andersartig erscheinen. Eine besonders interessante dynamische Veränderung ist die substi­ tutive Transmodulation. so wäre dies eine transpersonale Transmo­ dulation. bei der ein negatives Steuerungssystem an die Stelle eines anderen tritt. kann auf vielen verschiedenen Ebenen eintreten. Dies führt zum Auftreten von klinischen Sympto­ men.

die sich auf die Biographie der betreffenden Person konzentrierten. die sich zuvor allen psychotherapeutischen Versuchen. Dies läßt sich darauf zurückführen. können zu einer massiven Besserung verschiedener emotionaler. hartnäckig widersetzt haben.dynamischen Elemente schon vorher . Die negativen perinatalen Grundmatrizen spielen eine wichtige Rolle als Speicher für Emotionen und Körperempfin­ dungen von außergewöhnlicher Intensität. daß gründliche therapeutische Arbeit auf der perinatalen Ebene der Psyche sich auf die verschiedenartigsten 278 . daß das Spektrum negativer Erfahrungen erheblich vielfältiger und reichhaltiger ist als das Spektrum positiver Erfahrun­ gen. sind sie die potentielle Quelle vieler psychopathologischer Syndrome. Das therapeutische Potential des Tod. Die Differenzie­ rung ist aber in solchen Fällen schwieriger. in denen man stirbt und wiedergeboren wird. psychosomatischer und zwischenmenschlicher Probleme führen.und Wiedergeburtsprozesses Intensive Erfahrungen. Wie ich schon in einem anderen Zusammenhang ausgeführt habe (Grof 1985).noch ehe die dynamische Verlagerung erfolgte . sollte mit den oben beschriebenen Mechanismen vertraut sein. Ein eindrucksvol­ les Beispiel für eine substitutive Transmodulation ist der Wechsel von einer tiefen Depression zu einer hysterischen Lähmung. 3. den ich in meinem Buch LSD-Psychotherapie (Grof 1983) beschrieben habe. die den Stellenwert solchen Materials im Erleben ändern. sondern daß es auch dramatische dynamische Verlage­ rungen gibt. daß in diesen Behandlungsformen nicht nur dauerhafte Veränderungen aufgrund des Durcharbeitens unbewußten Materials erzielt werden können. Ein Therapeut. Substitutive Verlagerungen von einem positiven Steuerungs­ system auf ein anderes können ebenfalls auftreten. der mit der psychedelischen oder holotropen Thera­ pie arbeitet. Er oder sie sollte sich auch bewußt machen. Es über­ rascht daher nicht.in der Psyche existierten.

In der Regel muß man in einer Selbsterfahrungstherapie bis zur perinatalen Ebene Vordringen.psychiatrischen Probleme aus wirken kann. Todes­ furcht. allgemei­ ner emotionaler und physischer Anspannung oder Minderwertig­ keitsgefühlen scheinen in der perinatalen Ebene des Unbewußten zu wurzeln. Weitere körperliche Sym­ ptome. Schuldgefühlen. um eine gehemmte oder agitierte Depression. Dazu gehören beispiels­ weise gewöhnliche Kopfschmerzen oder Migräneanfälle. Hierbei wären besonders intensive Erfahrungen des ungestörten Daseins im Mutterleib und der Einheit mit dem Kosmos zu nennen (also Erfahrungen. die durch Alkohol und Narkotika herbeigeführt werden. psychogenes Asthma sowie Krämpfe während der Menstrua­ tion. William James war sich dessen wohl bewußt. daß eine tiefe religiöse Bekehrung das beste Mittel gegen die Alkoholsucht sei. Personen. die universelles Heilpo­ tential von außergewöhnlicher Kraft besitzen. Selbsthaß und selbstzerstörerische Neigungen mit Aus­ sicht auf Erfolg zu beeinflussen. die zur ersten perinatalen Grundmatrix gehören). wären Herzbeschwerden. Auch lassen sich die pathologische Beschäftigung mit verschiedenen physiologischen Funktionen und Körperausschei­ dungen. Die Bedeutung tiefer religiöser Erlebnisse bei der Bewältigung der Alkoholsucht war 279 . Aggressionen. neurotische Empfindungen des Sauerstoffmangels und des drohenden Erstikkens. verschiedene psychosomatische Symptome und seltsame hypochondrische Klagen häufig auf verschiedene Aspekte des Todund Wiedergeburtsprozesses zurückführen. Dies hat sich in der Behandlung der Alkoholund Drogensucht als extrem nützlich erwiesen. Muskel­ spasmen und -schmerzen in verschiedenen Körperregionen sowie verschiedene Tremoren und Dyskinesien. entwickeln in der Regel auch eine negative Einstel­ lung gegenüber den Zuständen. die Tod und Wiedergeburt erleben und/oder sich eins mit dem Kosmos fühlen. Klinische Formen von Angst. die eindeutig durch perinatale Faktoren verursacht sind. Depressionen. »Religiomanie ist das beste Mittel gegen Dipsomanie« (James 1979). sadomasochistischen Neigungen. Eine intensive Erfahrung von IchTod und Wiedergeburt scheint Selbstmordgedanken und -tendenzen vollkommen oder zumindest weitgehend zu eliminieren. Übelkeit und Erbrechen.

Das Ergebnis ist eine dramatische Reduzierung aggressiver Gefühle und Neigungen. Selbstver­ stümmelungsdrang und sadomasochistische Neigungen werden ebenfalls wesentlich durch perinatale Faktoren verursacht. Mitgefühl und Ehrfurcht vor dem Leben geweckt werden. Sein berühmtes Rezept »spiritus contra spiritum« wurde zur philosophischen Basis der Anonymen Alkoho­ liker (AA). Sexuelle Abweichungen wie Koprophagie (das Essen von Kot). Die Akti­ vierung der dritten perinatalen Grundmatrix führt gewöhnlich zu Erlebnissen. Dies wird am deutlichsten im Falle von Impotenz. krampf­ artigen Beschwerden während der Menstruation und schmerzhaften vaginalen Spasmen während des Geschlechtsverkehrs (Dyspareu­ nie). des erfolgreichsten Programms zur Bekämpfung dieser Sucht (Jung 1972/73). zwanghafte Verhaltensweisen. Eine tiefe und effektive Selbsterfahrungstherapie bei diesen Problemen führt immer bis mindestens zur biologischen Geburt zurück. Jung bekannt. Szenen der Massenver­ nichtung.auch C. Perinatale Elemente spielen auch eine wichtige Rolle bei der psycho­ dynamischen Entstehung verschiedener Angstzustände und Pho­ bien. Das gleiche gilt für hysterische Konversionssymptome und bestimmte Aspekte von Zwangsneurosen.G. Die Tatsache. in denen Gewalttätigkeiten. von Frigidität. Viele sexuelle Stö­ rungen und Abweichungen sind ebenfalls im perinatalen Bereich der Psyche verankert und lassen sich logisch von der starken sexuellen Komponente der dritten perinatalen Grundmatrix herleiten. stellt einen der wichtigsten Aspekte des großen Kampfes vor Tod und Wiedergeburt dar. kriegerische Auseinandersetzungen und sadomasochisti­ sche Orgien Vorkommen. insbesondere der Klaustrophobie. In diesem Zusammenhang werden gewaltige Mengen an destruktiver Energie mobilisiert und freige­ setzt. daß tiefsitzende zerstöreri­ sche und selbstzerstörerische Neigungen nach außen gekehrt wer­ den. Bösartige Aggressionen. 280 . daß Liebe. Urolagnie (das Trinken von Urin) und sadomasochistische Neigungen sind ebenfalls wesentlich durch perinatale Faktoren bestimmt. der Thanatophobie und der Nosophobie. Die Erfahrung der psychischen und spiritu­ ellen Wiedergeburt (vierte perinatale Grundmatrix) geht in der Regel damit einher.

Krankheiten oder emotionale Krisen der Mutter während der Schwangerschaft. die in der traditionellen Psychiatrie als Psychosen und damit als geistige Erkrankungen unbekannter Herkunft gelten. In einem solchen Fall kann der therapeu­ tische Einsatz von Körperkontakt (»Vereinigungstherapie«) von besonderem Wert sein (McCririck. unerwünscht zu sein (der »schlechte« oder »ablehnende« Mutterleib). wenn verschiedene Traumen während des Daseins im Mutterleib wiedererlebt werden. die bei weitem das übertreffen. Gelegentlich lassen sich verschiedene Probleme auf spezifische 281 .und Wiedergeburtserfahrung bis zum Ende durchlebt und damit erfolgreich zum Abschluß gebracht. die sich auf die Heilkraft transpersonaler Erleb­ nisse beziehen. daß viele außergewöhnliche Bewußtseinszu­ stände. damit Aussicht auf Heilung besteht. Manuskript). durch die Aktivierung der perinatalen Matrizen bedingt sein dürften. Unter solchen Voraussetzungen bedarf es der Konfrontation mit transpersonalen Erfahrungen. 4. was mit der gegenwärtig wahllos gehandhabten Me­ thode der Dämpfung mit Pharmaka oder anderen Mitteln erreicht werden kann (Grof und Grof 1986). unveröff. Therapeutische Mechanismen in transpersonalen Erfahrungen Die interessantesten Beobachtungen in einer Selbsterfahrungstherapie sind wohl die. so kann es zu dramati­ schen therapeutischen Veränderungen kommen. toxische Beeinträchtigun­ gen oder das Gefühl.Erwähnt sei auch. Sie verschwinden völlig oder werden erheblich abge­ schwächt. Wird die Tod. etwa eine drohende Fehlgeburt oder ein Abtreibungsversuch. In vielen Fällen haben spezifische emotionale und psychosomatische Symptome sowie gestörte Beziehungen zu ande­ ren Menschen ihre Wurzeln in dynamischen Matrizen transpersona­ ler Natur und lassen sich nicht auf der biographischen oder perinata­ len Ebene allein lösen. Manchmal lassen sich emotionale Störungen oder psychosomatische Beschwerden auf verschiedene embryonale und fötale Erfahrungen zurückführen.

die von dem oder der Betreffenden selber und häufig auch von den Personen. indem sie wiedererlebt und integriert wer­ den. Um ein Problem dieser Art aus der Welt zu schaffen. Es kommt aber auch ziemlich häufig vor.292f). dann lösen sie sich. Werden emotionale und psycho­ somatische Probleme in ihrem karmischen Charakter erkannt. die solche Erfahrungen miter­ 282 . Manche Personen erkennen bestimmte Probleme als verinner­ lichte Konflikte zwischen den Familien ihrer persönlichen Vorfah­ ren und lösen sie auf dieser Ebene. die verschiedene andere Lebensfor­ men betreffen. 292 und S. Besonders dramatische Beispiele für therapeutische Veränderun­ gen. Manchmal werden die sich ausfaltenden Erfahrun­ gen von Energie gesteuert. die das emotionale und psychosomatische Wohlergehen sowie viele andere Dimensionen einer Person betreffen. andere Male allein als eigen­ ständige psychologische Gestalten. können in Verbin­ dung mit Erinnerungen an frühere Inkarnationen beobachtet werden. Manchmal treten solche Erinnerungen zusammen mit verschiedenen Aspekten perinataler Erfahrungen auf. er würde verzeihen können und ihm würde verziehen (siehe z. Anderen emotionalen und psychosomatischen Symptomen liegen holotrope Gestalten zugrunde. oder daß sie sogar evolutionär und phylogenetisch weit zurückliegende Ursachen ihrer psychischen Störung entdecken. und sie können dann aufgelöst werden. 290f). die als Hauptfiguren der karmischen Erfahrungen identifiziert wurden.Ereignisse aus dem Leben der Ahnen zurückführen. Parallel damit laufen häufig .überraschende Veränderungen im Leben und in den Einstellungen von Personen. G. Einstellungen und Verhaltensweisen Manifestationen eines verborgenen archetypi­ schen Musters. den Fall von DennysKelsey und JoanGrant S.unabhängig und in synchronistischer Koppelung . daß sie Verbindungen zu Ereignissen in der Geschichte der Rasse oder des Kollektivs im Sinne von C. Jung finden. B. sobald die beteiligten traumatischen Erfahrungen vollständig wiedererlebt werden und der betreffende Mensch das Gefühl hat. muß sich der oder die Betreffende voll und ganz mit dem entsprechenden Organismus identifizieren (siehe die Fälle von Marion und Martha S. Sehr häufig auch sind Symptome. etwa Tiere auf unterschiedlichen Ebenen des Dar­ winschen Evolutionsstammbaums oder sogar Pflanzen.

leben. der aufgrund philosophischer Voreinge­ nommenheit nicht willens ist. Heilung als Schritt auf dem Weg zur Ganzheit Wie ich schon früher ausgeführt habe. Die Therapiesitzung kann dann viele Merkmale einer Teufelsaustreibung bekommen. die im Verhältnis zu den anderen Metafunktion besitzen und sich nicht angemessen in Worte fassen lassen.und metakosmischen Leere. daß Phänomene. legt ein hocheffek­ tives therapeutisches Instrument aus der Hand. deren heilende Kräfte das meiste übertref­ fen. können sich bedeutsame therapeutische Veränderungen durch das Wiedererle­ 283 . im großen und ganzen als pathologisch abqualifiziert und wahllos mit Pharmaka oder anderen Mitteln gedämpft bzw. unterdrückt werden. Beide haben ein außerordentliches therapeutisches Potential. 294ff). Es ist eine große Ironie und eine der Paradoxien der modernen Wissen­ schaft. wie sie von der katholischen Kirche praktiziert wurde. Sie können zu spirituellen und philosophischen Erkenntnis­ sen auf einer so hohen Ebene führen. Sobald die Psyche aktiviert wird und die Symptome in einen Fluß von Erfahrungen umgewandelt werden. Solche Zustände haben verblüffende Ähnlichkeit mit dem. oder der Vertreibung böser Geister bei Naturvölkern (siehe beispielsweise die Geschichte von Flora S. 5. Zwei transpersonale Erfahrungen von höchst abstraktem Charakter verdienen in diesem Zusammenhang besondere Beachtung. Ein Therapeut. werden in der psychedeli­ schen und holotropen Therapie höchst unterschiedliche Mechanis­ men wirksam. was die westliche Psychiatrie in dieser Hinsicht zu bieten hat. Bedeutung und Wert transpersonaler Erlebnisse sind gewaltig. Die zweite ist die Identifikation mit der über. was als »teuflische Beses­ senheit« beschrieben worden ist. als »böse Kräfte« charakterisiert werden. Die erste kann als Identifikation mit dem Geist des Universums. In ihnen wirken Mechanismen. dem kosmischen Bewußtsein oder dem Absoluten beschrieben werden. sie anzuerkennen. daß alles neu definiert wird und in einem neuen Licht erscheint.

Zeit und linearer Kausalität überschreitet. der Anthropologie. Die moderne Forschung weist eindeutig daraufhin. Die neuen Entdeckungen bestätigen aber die Behauptung der philosophia perennis und der großen mystischen Traditionen. der Informations. etwa in der auf der Quanten. Die Konzeption eines so allgemeinen Heilungsmechanismus erfor­ dert ein völlig neues Verständnis vom Wesen des Menschen und eine radikale Umgestaltung des im Westen dominierenden wissenschaft­ lichen Weltbildes. der Astrophy­ sik. der Thermodynamik. daß der Mechanismus. der für so vielfältige Phänomene und für Vor­ gänge auf so vielen verschiedenen Ebenen verantwortlich ist. Diese Vorstellung vom Menschen hat eine Parallele in der subatomaren Physik. das die Grenzen von Raum. der Thanatologie und der modernen Bewußtseinsforschung (Grof 1985). Aufgrund der Aspekte. die traditionsgemäß von der mechanistischen Wissenschaft erforscht werden. daß der Mensch eine eigentümliche paradoxe Natur hat. Es steht wohl außer Zweifel. als eine komplexe biologische Maschine. die aus Zellen. daß der Mensch auch als ein unendliches Bewußt­ seinsfeld fungieren kann. In einem anderen Zusammenhang habe ich ausführlich diese neue Auffassung von der Realität erörtert. Geweben und Organen aufgebaut ist. In die­ sem Rahmen möchte ich nur die Folgerungen dieser neuen Wirklich­ keitssicht für das Verständnis psychotherapeutischer Prozesse kurz zusammenfassen und die interessierten Leser auf die Originalquelle verweisen. durch verschiedene perinatale Erleb­ nisse und durch viele unterschiedliche transpersonale Phänomene einstellen. der Kybernetik. nämlich ob diese so breit gestreuten Erfahrungsmuster auf einen gemeinsamen Nen­ ner zurückgeführt werden können.und Systemtheorie. daß das Bewußtsein ein von jeher bestehendes Merkmal der Existenz ist.ben von Kindheitstraumen. Der grundlegende Aspekt dieses neuen Paradig­ mas für die Psychologie und für die Wissenschaft im allgemeinen ist die Erkenntnis. nicht eine Begleiterscheinung der Mate­ rie.und Relativitätstheorie basierenden Physik. Dies wirft eine interessante Frage auf. der Biologie. die in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen aufkommt. erscheint er als ein eigenständiges Newtonsches Objekt. ja universellen Charakter haben muß. außer­ ordentlich allgemeinen. nämlich im berühmten 284 .

Holotrope Erfahrungen stützen systematisch eine Reihe von Grund­ annahmen. wie seine Sinne reichen. wie die Newtonsche Physik sie beschreibt: die Zeit ist linear. der Raum ist dreidimensional und alle Ereignisse folgen dem Gesetz von Ursache und Wirkung. Es ist der Bewußt­ seinszustand. Die Welt scheint aus einzelnen materiellen Objekten zu bestehen und besitzt die typischen Eigenschaften. die denen. etwas kann nicht gleichzeitig wahr und falsch sein. zwei Objekte können nicht ein und denselben Raum einnehmen.Teilchen-Wellen-Paradox des Lichts. Im Gegensatz zu der engen und eingeschränkten hylotropen Be­ wußtseinsform erfährt man sich in einem holotropen Zustand als potentiell unbegrenztes Bewußtseinsfeld. wir können nicht in die Zukunft schauen. der die »objektive Realität« der Welt korrekt widerspie­ gelt. Er kann die Welt nur so weit wahmehmen. Im hylotropen Bewußtseinszustand erfährt sich der Mensch als physische Einheit mit klar definierten Grenzen. Hylotrop leitet sich aus den griechischen Wörtern hyle = Materie und trepein = sich auf etwas zubewegen ab. ein Ganzes ist größer als sein Teil. usw. Erfahrungen in diesem Bewußtseinszustand stützen systematisch eine Reihe von Grundan­ nahmen über die Beschaffenheit der Welt wie: die Materie ist fest. vergangene Ereignisse sind unwiderbringlich verloren. Die erste kann als hylotropes Bewußtsein bezeich­ net werden. Holotrop heißt wörtlich übersetzt auf Ganzheit abzielend oder sich auf Ganzheit zubewegend (von den griechischen Wörtern holos = ganz und trepein = sich zubewegen auf).64f) kurz eingegangen bin. das Zugang zu allen Aspekten der Existenz ohne die Vermittlung der Sinne besitzt. auf die ich bereits früher (S. In Erlebnissen dieser Art werden viele interessante Alternativen zur Newtonschen Welt der Materie mit der linearen Zeit und dem dreidimensionalen Raum offenkundig. den wir vom Alltagsleben her kennen und den die westliche Psychiatrie für den einzig normalen und legitimen hält für den. Diese beiden einander ergän­ zenden Aspekte der menschlichen Natur sind mit zwei Bewußt­ seinsformen verknüpft. was übersetzt materieorientiertes Bewußtsein bedeutet. das Niels Bohr mit seinem Komplementaritätsprinzip beschreibt. die für das hylotrope Bewußtsein charakteri­ 285 .

Dies ist alles. die Existenz als Teil muß nicht mit der Existenz als Ganzes unvereinbar sein. wenn das Abwehrsystem ge­ schwächt oder die holotrope Gestalt besonders stark ist. Das hylotrope Bewußtsein scheint von holotropen Elementen angezogen zu werden. was wir jemals in diesem Bewußt­ seinszustand erleben können. ein und derselbe Raum kann gleichzeitig von vielen Objekten eingenommen werden. Dies ist der Fall. diametral gegenüberstehen. daß im hylotropen Bewußt­ seinszustand nur der gegenwärtige Augenblick und der gegenwär­ tige Ort (das »Hier und Jetzt«) in der phänomenalen Welt erfahren werden können. Welchen Ausschnitt aus der materiel­ len Welt wir wahmehmen. In diesen Symptomen spiegelt sich also eine Situation wider. man kann sich selber gleich­ zeitig an mehreren Orten und zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfahren. nämlich: die Festigkeit und Diskontinuität der Materie ist eine Illusion. Man muß sich vergegenwärtigen. In der menschlichen Psyche scheinen diese beiden Bewußtseinsfor­ men in dynamischer Wechselbeziehung zueinander zu stehen. Zeit und Raum sind letztlich willkürlich. Im Gegensatz dazu hat ein Mensch in einem holotropen Bewußtseinszustand potentiell Zugang zu allen noch verbleibenden Aspekten der phänomenalen Welt in der Ver­ 286 . die auch der Realität des »gesunden Menschenverstandes« entspricht. um sich gegen das Eindringen holotroper Elemente zu schützen. und umgekehrt zeigen holotrope Formen eine Tendenz. Vergangen­ heit und Zukunft sind stets verfügbar und können im gegenwärtigen Augenblick unmittelbar erlebt werden. Psychisch bedingte psychopathologische Symptome lassen sich als Mischformen von Elementen aus beiden Bewußtseinsbereichen auffassen. usw. hängt außerdem entscheidend von den physischen Merkmalen der Newtonschen Welt und den Eigenschaf­ ten der Sinnesorgane ab. Ein durchschnittliches »gesundes« Individuum verfügt über ein ausreichend entwickeltes System von psychischen Abwehrmechanismen. Form und Leere oder Existenz und Nichtexistenz sind austauschbar. sich im Alltagsbewußtsein zu manifestieren.stisch sind. die durch ein bestimmtes Zusammenspiel von Ereignissen im Bewußtsein erzeugt wird. in der hylotrope und holotrope Elemente um die Vorherrschaft im Bewußt­ sein kämpfen. Sie werden interpretiert als Verzerrung der Realität im Newtonschen Sinn.

Jung. wenn ihr Bewußtsein voll und ganz von ihnen beherrscht wird. das eindeutig etwas anderes ist als das eigene Körper-Ich oder dessen Erweiterung. Manche der holotropen Erfahrungen werden von der betreffenden Person. einer Erinne­ rung aus dem Leben »meiner« menschlichen oder tierischen Vor­ fahren. die Welt der Jungschen Archetypen oder verschiedene my­ thologische und legendäre Bereiche. die von wohlgesonnenen Gottheiten und Dämonen bewohnt sind. »meiner« embryonalen Entwicklung. Hierzu gehören beispielsweise die mediumistischen Erfahrungen. daß diese Symptome von Elementen gesteuert werden. usw. Sie spricht dann von »meiner« Kindheitserinnerung. Die Reichweite des holotropen Bewußtseins beschränkt sich nicht auf die materielle Welt und die Raum-Zeit. die Sphären mit übermenschlichen Wesen. zu den feinstoffli­ chen und kausalen Bereichen und zum Absoluten. Erlebnisse der Identifikation mit Tieren. und in der Begeg­ nung mit außerirdischen Lebewesen oder außerirdischer Intelli­ genz. oder einem Ereignis aus »meiner« Zukunft. die zu außerordentlichen Realitäten 287 . in der jeder Bezug zum alltäg­ lichen Körper-Ich fehlt. Hierzu gehören beispielsweise die Astralregionen mit körperlosen Wesen. G. »meiner« Empfängnis. die Himmel und Höl­ len. die psychopathologischen Sym­ ptomen zugrundeliegen. Andere holotrope Erfahrungen nehmen die Form einer Begegnung mit etwas an. leblosen Gegenständen und anorganischen Prozessen. kollektive und rassische Erinnerungen im Sinne von C. der Gegenwart und der Zukunft. Es ist schon erstaunlich ge­ nug. Dies wird deutlich in Erfahrungen des telepathischen Kontakts mit einem anderen Menschen oder einem Tier. »meiner« Geburt. Die dritte Möglichkeit ist die vollständige Identifikation mit verschiedenen Aspekten der Welt. In vielen Fällen aber verhält es sich sogar so. aus der Sicht des Körper-Ichs interpretiert.gangenheit. Pflanzen. Es kann sich bis jenseits der Grenzen der Newtonschen Realität ausdehnen und außergewöhnliche Dimensionen der Existenz erschließen. »meiner« früheren Inkarnation. daß die dynamischen Kräfte. holotrope Gestalten sind. die verschie­ dene Bereiche der phänomenalen Welt repräsentieren. der animistischen Kommuni­ kation mit Pflanzen oder sogar toter Materie.

die Pro­ gramme mit unterschiedlichen Merkmalen für den gleichen Fernseh­ apparat übertragen. kein Reich fester Formen. das unbewußte Material von ihrem Bewußtsein femzuhalten. noch läßt sie es zu. Nur an der Linie. egal wie groß sie auch sein mögen. Oft stellt man fest. Ebenso macht eine erkenntnis­ theoretische Analyse hylotroper Wahmehmungsprozesse die Welt der festen Newtonschen Objekte zu einem System subjektiver Erfah­ rungen. Die Auffassung psychopathologischer Symptome als Kollision zwi288 . Ein psychogenes Symptom ist eine Mischform aus dem hylotropen Erleben und einem holotropen Motiv. der weitab vom Strand im Meer schwimmt. an der sich die Wellen überschlagen . Eine bessere Metapher wäre also der Wettstreit zweier Femsehkanäle. wies er mich auf eine interessante Parallele hin. also festen Boden unter den Füßen hat. Wie die Forschung auf dem Gebiet der subatomaren Physik eindeutig nachgewiesen hat. Wenn dieselbe Person an der Küste hoch über dem Wasser steht. ist sie potentiell in Gefahr. Dieser interessante Vergleich bedarf aber noch weiterer Spezifizie­ rung und Verfeinerung. in dem sich die betreffen­ de Person nicht mit der äußeren Realität auseinandersetzen muß. befindet sich in der Welt der Wellen und gerät in keine Schwierigkeiten. gibt es ebenfalls keine Probleme.gehören. Das Universum ist seiner Natur nach ein schwingendes dynamisches System. Das hylotrope Erleben in seiner reinen Form ist mit keinerlei Problemen verbunden. daß Faktoren beider Art an der dynami­ schen Struktur eines bestimmten Problems beteiligt sind. daß dieses Material vollständig bewußt und integriert wird. Ge­ rade das verwirrende und unverständliche Amalgam aus beiden Er­ fahrungsformen macht das Element des Psychopathologischen aus. die sich im hylotropen Bewußtsein widerspiegelt. Jemand. vorausgesetzt sie stellt sich in einem sicheren Rahmen ein. Ebenso ist eine reine holotrope Erfahrung durchaus akzeptabel und sogar erwünscht. Als ich diese Anschauung und ihre Bedeutung für das holographische Modell vom Universum und vom Gehirn mit Karl Pribram disku­ tierte. ist selbst die materielle Welt. Die betreffende Person ist weder in der Lage. das sich den Zugang in das Bewußtsein verschaffen will.wo also Festland und Wasser Zusammentreffen und keines vom anderen getrennt werden kann -. die zu verschiedenen Sinnen Bezug haben.

2-CB und das als Adam oder Ekstase bekannte MDMA). erhalten plötzlich einen klaren Sinn. die bislang bizarr und unver­ ständlich erschienen. die Tryptaminderivate (Dimethyl-. Was die psychoaktiven Substanzen anbelangt. Sie erwei­ sen sich als Abkömmlinge der verborgenen holotropen Gestalt. Ähnliche delirante Zustände finden sich auch in Verbindung mit sehr unterschiedlichen körperlichen Erkrankungen und Störungen.sehen dem hylotropen und dem holotropen Bewußtsein legt dem­ nach eine neue therapeutische Strategie nahe. verschiedene Selbsterfahrungsmethoden und der Trancetanz gehö­ ren ebenso zu ihnen wie die Einnahme von Psychedelika. Dem Klienten oder der Klientin wird eine Technik angeboten. die den Zugang zur holotropen Erfahrungswelt für therapeutische Zwecke erschließen. Die vollständige bewußte Er­ fahrung des ursprünglich unbewußten Materials und seine Integra­ tion bringen das Symptom zum Verschwinden. Die Meditation. kann es sich dabei um ein Ereignis aus dem früheren Leben. MMDA. sind höchst vielfältiger Natur. um Aspekte der biologischen Geburt oder um ein transpersonales Phänomen handeln. Es sei aber hervorgehoben. Dipropyl. Viele andere bewußtseinsverändemde Substanzen bewirken lediglich triviale Delirien. und die betreffende Person kehrt in ihr hylotropes Alltagsbewußtsein zurück. Desorientiertheit und Amnesie und nicht durch einen holotropen Bewußtseinswandel gekennzeichnet sind. Harmalin.und Methoxydimethyltryptamin) und die den Ampheta­ minen verwandten Empathogene (MDA. Ein we­ sentliches Merkmal der holotropen Therapie besteht darin. Unter diesen Bedingungen wird das den Symptomen zugrundeliegende holotrope Motiv voll bewußt. so bleibt dieser Effekt echten Psychedelika Vorbehalten. Verschiedene Aspekte der Symptome. und zu diesen zählen LSD. die einen außergewöhnlichen Bewußtseinszustand herbeiführt und den Zugang zur holotropen Bewußtseinsform vermittelt. Ibogain. daß jeder therapeutische Vorgang dieser Art die Lebensphilosophie der betref­ fenden Person in Richtung einer mystischen Weltauffassung umge­ staltet. die durch Verwirrung. Die Techniken. Psilocybin. Meskalin. daß nicht alle veränderten Bewußtseinszustände das Tor zur holotropen Erfahrungswelt öffnen. Wie schon früher erwähnt. das Biofeedback. die exploratorische Hypnose. Diäthyl-. 289 .

Joan scheint zu den früheren Inkarnationen anderer Personen ebenso leichten Zugang zu haben wie zu ihren eigenen. die sich offenbar in ihren früheren Leben zugetragen haben. Da ich selber mit ihnen gearbeitet habe. der bei der Behandlung verschiedener emotionaler und psychosomatischer Pro­ bleme mit regressiver Hypnose arbeitet. fordert er ihn auf. The Eyes of Horus. in Selbsthypnose Dinge zu rekonstru­ ieren. Dennys hypnoti­ 290 . spreche ich aus eigener Erfahrung. wie sie von Joan Grant und Dennys Kelsey praktiziert wird. So Moses Was Born u. Life as Carola . zeitlich so weit zurückzugehen.v. war sie in der Lage. Das erste stammt aus der regressiven Hypnotherapie.a. Mit dieser Gabe vermag sie den therapeutischen Prozeß bei ihren Klienten voranzutreiben. die historischen Zeitabschnitte ihrer karmischen Vorleben mit verblüf­ fender Genauigkeit zu beschreiben. um bis zum Ursprung des Problems zu gelangen. möglicherweise nicht leicht zu folgen sein wird. Joans Ehemann Dennys ist ein englischer Psychiater.und Fedemphobie behandelt worden war. Die Kelseys arbeiten als therapeutisches Team zusammen. die wir selber in einer psychedelischen oder holotropen Therapie miterlebt haben. wie es erforderlich erscheint. Sie haben ihre Behandlungstechniken und -ergebnisse in dem Buch Wiedergeburt und Heilung (Kelsey und Grant 1975) beschrieben. Obwohl sie ganz bewußt keine historischen Studien betreibt. die das holotrope Bewußtsein einbeziehen. darunter The WingedPharao. die viele Jahre lang erfolglos wegen einer schweren Vogel. Auf der Grundlage dieser karmischen Selbsterforschung hat sie viele Bücher veröffentlicht. möchte ich gern zur Veranschauli­ chung mehrere klinische Beispiele anführen. Eine Patientin. Es erinnert aber stark an viele Situationen. In diesem Zeitraum führten sie Selbsterfahrungssitzungen mit allen Mitgliedern des therapeutischen Teams dieses Instituts durch. konsultierte Joan Grant und Dennys Kelsey mit der Absicht.Da der obigen abstrakten Beschreibung der therapeutischen Mecha­ nismen. Joan Grant ist Französin und verfügt über die außerordentliche Fähigkeit. Nachdem er den Klienten in hypnotische Trance versetzt hat. mit Hilfe regressiver Hypnose zu den Wurzeln ihres Problems zu gelangen. Ende der sechziger Jahre waren Joan und Dennys drei Wochen am Maryland Psychiatric Research Center als fachliche Berater tätig.

was diese Ängste bedeuteten und wann sie anfingen. in dem sie aber unterlag. Plötzlich verspürte sie einen stechenden Schmerz in ihrer Brust. muskulös und eindeutig männlich an. die sich ihr in großen Kreisen näherten. ein Soldat in einer Armee in früheren Zeiten zu sein. vollständig erlebt und verarbeitet wer­ den. Wir haben hier eine Situation.sierte sie und forderte sie auf. die von einem Pfeil durchbohrt war. daß sie sterben würde. In Verbindung mit der Situation. näherten sich einige Geier und fingen an. Schließlich gab sie auf und starb. ihr Körper fühle sich stark. Die Patientin ging nun völlig in ihrem Erleben auf und schilderte. sie focht einen verzweifelten Kampf mit den Aasvögeln. Sie fürchtete sich vor Vögeln und sogar vor einzelnen Federn. Nacken und Schultern gelitten. daß sie/er an einer heftigen Schlacht im alten Persien teilnahm. Es war ein heißer Tag. Sie ließen sich um sie herum am Boden nieder und warteten darauf. in der es um eine Schlacht im mittelalterlichen Persien geht. Sie schrie und schlug um sich. was sie 291 . in denen wir mit holotroper Therapie arbeiten. Sie glaubte. die sie lange Zeit gequält hatte. Im weiteren Verlauf der Sitzung entwickelte sich bei ihr ein sehr dramatisches Erlebnis. Im blauen Himmel über ihr erblickte sie Geier. Nach einiger Zeit sagte die Patientin. Als sie wieder zu ihrem normalen Bewußtsein zurückkehrte. Noch während sie am Leben war. Das zweite Beispiel ist die Geschichte einer jungen Frau. bis sie heraus­ fand. Stücke aus ihrem Körper zu reißen. Alles. Sterbend sank sie auf den staubigen Boden. die im Laufe dieses Erfahrungsprozesses auftaucht ein zu Tode verwundeter Soldat liegt sterbend auf dem Boden und wird von hungrigen Geiern umringt -. die an einem unserer Fünftageworkshops im Esalen-Institut teilnahm. ist die Angst vor Vögeln sicherlich mehr als gerechtfertigt. Vor diesem Workshop hatte sie viele Monate lang unter heftigen Muskelkrämpfen und -schmerzen in Hals. Um die Phobie loszuwerden. so weit zurückzugehen. mußte das zugrundeliegende holotrope Motiv vom Unbewußten in das Bewußtsein gebracht. Im hypnotisierten Zustand (im holotropen Bewußtsein) erhielt sie Zu­ gang zu der zugrundeliegenden transpersonalen Gestalt. war sie frei von der Phobie. in der eine erwachsene und intelli­ gente Frau in ihrem Alltagserleben (in ihrem hylotropen Bewußt­ sein) eine fremdartige und unverständliche »Enklave« hatte.

und schleppte uns beide viermal von Wand zu Wand (der Raum war etwa zehn Meter lang). wobei sie sich ohne im geringsten zu überlegen seitwärts . Ich habe das Gefühl. verschaffte ihr nur teil­ weise und vorübergehend Erleichterung. befand sich in psychedelischer Therapie. um ihre Beschwerden loszuwerden . Dabei gewann sie interessante zoologische Erkenntnisse über das Leben dieses Tiers. Als wir sie fragten. weil sie unter verschiedenen psychopathologischen Symptomen litt. a.) an wendend forderten wir sie auf. 235 ff.u.« Nachdem wir sie mehrmals ermuntert hatten weiterzuatmen. ich ver­ wandle mich in eine Krabbe. Ihre Tra­ pezmuskeln wurden hart und empfindlich. hatte Marion eine Erfahrung. eine 32jährige Frau. in der sie sich voll und ganz mit einer Krabbe identifizierte. wiederholte Massagen und heiße Bäder -. gab sie nach. Das auffallendste waren Klagen über seltsame Empfindungen in den Beinen. sie weigere sich weiterzuatmen. Vor mehreren Jahren wurde ich Zeuge eines ähnlichen. »Ich möchte das nicht mehr machen. Marion hatte wieder das überzeugende Empfinden. die sie kaum mit Worten beschreiben konnte. Diese Empfin­ dungen waren schon als bizarre hypochondrische Beschwerden klassifi­ 292 . Während ihre oberen Rumpfmuskeln über sehr lange Zeit völlig steif waren. Martha. es ist absolut verrückt. und massierten dann die betroffenen Muskeln. In dieser Sitzung lösten sich sämtliche Spannungen und Schmerzen.bis dahin getan hatte. Als sie das Hyperventilieren beendet hatte. was geschehen war. eine Krabbe zu sein.bewegte.ganz genau wie eine Krabbe . weil sie jetzt an die Wurzeln ihres Problems gelangen könne. Die zugrundeliegende holotrope Ge­ stalt betraf in diesem Fall eine Kombination aus Pflanzenbewußtsein und einigen archetypischen Elementen. Plötzlich öffnete sie ihre Augen und richtete sich auf. spürte sie immer noch heftige Verspannungen in Nacken und Schultern. diese Ver­ spannungen noch zu intensivieren. Nach etwa einer halben Stunde intensiven Atmens verstärkten sich die Spannungen in Marions Nacken und Schultern beträchtlich. Die schon früher beschriebene Technik der gezielten Körperarbeit (S. erwiderte sie. aber noch ungewöhnlicheren therapeutischen Mechanismus im Rahmen einer psychedelischen Behandlung. die sich bis zu diesem Zeitpunkt der Behandlung mit allen anderen Selbsterfahrungstechniken und Methoden der Körperarbeit widersetzt hatten.

Diese Erfahrung blieb aber nicht auf die botanische Ebene beschränkt. Sie stand auf und blieb lange Zeit mit ausgestreckten Armen. Nach einem kurzen Gespräch war sie aber bereit. in der sich die Patientin mit einem Baum identifizierte. die auf eine Borderlinepsychose mit Verzerrung der Körperwahmehmung hinweisen sollten. wurde nun zur kosmischen Sonne . Dieses Identifikationserlebnis war sehr authentisch und überzeugend und ging mit vielen interessanten Erkennt­ nissen über verschiedene botanische Prozesse einher. Der Baum selber nahm eine tiefe archetypi­ sche Bedeutung an und wurde zum Baum des Lebens. die Sitzung fortzuführen und zu versu­ chen. Die hier beschriebene Situation ergab sich im Rahmen eines psychedelischen Therapieprogramms mit LSD während meines Aufenthalts in Baltimore. Als sie sich voll auf ihre Beine konzentrierte. die sie als Zweige mit viel Blattwerk empfand. Die Erfahrung. stehen. was ich in diesem Zusammenhang in den drei Jahrzehnten meiner Erforschung außergewöhnlicher Bewußt­ seinszustände erlebt habe.zu der Quelle der kreativen Kraft im Universum. erlebte sie sich plötzlich als einen wunderschönen großen Baum. Die Erde wurde zu Mutter Erde. Was als seltsame Verzerrung der menschlichen Körperwahmehmung erschien. Eine Art Zellbewußtsein stellte sich bei ihr ein. Das abschließende Beispiel ist wohl das Ungewöhnlichste und Dramatischste. erwies sich als eine absolut normale und faszinierende Erfah­ rung. der die Grundlage alles Lebens auf diesem Planeten bildet. Sie spürte.ziert worden. waren die Verzerrungen ihrer Körperwahr­ nehmung verschwunden und sie empfand tiefe Ehrfurcht vor dem pflanzlichen Leben auf der Erde. Sie erfuhr den Prozeß der Photosynthese in den Blättern. die zunächst so erschreckend war. wie der Baumsaft in ihrem Körper durch die Leitungsbahnen im Kambium zirkulierte und wie sich im Wurzelsystem der Austausch zwischen Mineralien und Wasser vollzog. jenen rätselhaften Prozeß. hinter die Ursachen ihrer Beschwerden zu kommen. Was zunächst die Sonne in unserem Sonnensystem war. In einer ihrer psychedelischen Sitzungen nahmen diese Empfindungen solche Ausmaße an. Als Martha nach der Sitzung wieder zu ihrem normalen Bewußtsein zurückkehrte. einer phantastischen mythischen Figur der großen Muttergöttin. daß sie für Martha unerträglich wurden und sie den Abbruch der Sitzung mit Thorazin verlangte. erhielt ekstatischen und mystischen Charakter. Im Gegensatz zu den vorher beschriebenen Beispielen enthielt die hier zugrundelie­ 293 .

Flora war auch Lesbierin und litt deswegen unter schweren Konflikten und vielen Schuldgefühlen. wurde Flora alkohol. Vier Jahre davon mußte sie absitzen. Sie hatte noch nie in ihrem Leben eine heterosexuelle Beziehung gehabt. Außerdem litt sie unter hysterischem Erbrechen in Situationen.Behandlung mit Tranquilizern und Antidepressiva. Oft ver­ spürte sie den Impuls. unter Heroineinfluß ein Gewehr zu reinigen. die einen bewaffneten Raubüberfall verübte und dabei einen Nachtwächter erschoß. Einer der Psychiater präsentierte dort den Fall Flora. Psy­ chotherapie und Beschäftigungstherapie . besonders in Anbetracht der damaligen landesweiten Hysterie wegen LSD. Sie litt unter schweren Depressionen und hatte gewalttätige Selbstmordphantasien. weil sie bei dem Versuch. nahm aber häufig auch hohe Dosen von Psychostimulantien und Barbituraten. sondern nur solche aus der Welt der Archetypen. daß sie vom Gericht in psychia­ trische Behandlung überwiesen worden war. In den wilden Jahren.gende holotrope Gestalt keine Elemente aus der phänomenalen Welt. Als Fahrerin des Fluchtautos wurde sie zu einer mehljährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Dies stellte mich vor eine äußerst schwierige Entscheidung. die nun folgten. Als ich am Maryland Psychiatric Research Center arbeitete.ausprobiert. ein »tic douloureux«. ob ich in ihrem Fall eine LSDBehandlung als letzte Möglichkeit erwägen würde. Flora zeigte die schwierigste und komplizierteste Kombination von Symptomen und Beschwerden. ihre Freundin und Zimmer­ genossin schwer verwundet hatte. der Rest wurde ihr auf Bewährung erlassen. Mit 16 Jahren war sie Mitglied einer Bande gewesen. Am Ende der Mitarbeiterkonferenz in Spring Grove wurde ich von Floras behandelndem Psychiater gefragt. Am meisten aber dürfte sie ein schmerzlicher Gesichtskrampf gequält haben. Flora war schon straffäl­ 294 . Ein Neurochirurg hatte aus diesem Grund schon eine Gehimoperation empfohlen. Sie war heroinabhängig. hatte aber mit keiner Erfolg gehabt und erwog nun. Die Situation wurde noch weiter dadurch kompliziert. in denen sie emotional erregt war. sie in die Abteilung für chronisch Geisteskranke zu verlegen. bei der der betreffende Nerv durchtrennt werden sollte. die mehr als acht Monate in einer geschlossenen Abteilung verbracht hatte. sich mit dem Auto über ein Kliff zu stürzen oder gegen ein anderes Auto zu fahren. eine 28jährige alleinstehende Frau.und drogensüchtig. der ich jemals in meiner psychiatrischen Praxis begegnet bin. Man hatte alle verfügbaren therapeutischen Maßnahmen . wurde ich zu einer Mitarbeiterkonferenz am Spring Grove State Hospital eingela­ den.

die ich zuvor durchgeführt hatte. wie sich die Spasmen auf groteske Weise verstärkten und ihr Gesicht zu etwas einfror. Sie fing an. sein Gebiet zu betreten. Was dann folgte. Sie gehöre ihm. Nach langen Dis­ kussionen beschloß das therapeutische Team des Maryland Psychiatric Research Center. Die fremde Energie. Ich konnte selber sehen. was mit mir. In den ersten zwei Stunden ihrer dritten LSD-Sitzung geschah ebenfalls nichts Außergewöhnliches. ihr zu helfen. meinen Kollegen und Kolleginnen sowie dem Forschungsprogramm passieren würde. Plötzlich begann sie zu jammern. stellte sich als der Teufel vor. und er würde jeden bestrafen. Sie vermochte ihre gewalttätigen Selbstmordtendenzen und ihren schmerzhaften Gesichtskrampf mit be­ stimmten Aspekten ihres Geburtstraumas in Verbindung zu bringen und reagierte enorme Mengen an emotionalen und physischen Spannungen ab.lig geworden. Eines stand unter diesen Umständen fest: im Falle einer Behandlung mit LSD würde alles. der es wagte. was in Zukunft geschehen würde. ohne Berücksichtigung von Floras bisheri­ gem Leben. automatisch auf die Droge geschoben werden. Ihre Augen hatten einen unbeschreiblich bösartigen Ausdruck. Flora in Ruhe zu lassen und alle Versuche aufzugeben. wenn ich nicht ge­ horchte. Andererseits war schon alles andere ohne Erfolg auspro­ biert worden und Flora drohte lebenslange Verwahrung in einer ge­ schlossenen Abteilung für chronisch Geisteskranke. war ausgesprochene Erpressung. die Floras Körper und Stimme in Besitz genommen hatte. sie in das LSD-Behandlungsprogramm aufzunehmen. ihre Hände waren zu Krallen verkrampft. Alles an ihr wurde so anders. »Er« wandte sich direkt an mich und befahl mir. daß ihre verzweifelte Situation das Risiko rechtfertigte. daß ich kaum mehr Beziehun­ gen zwischen ihrer jetzigen Erscheinung und ihrer früheren Person erkennen konnte. Wir waren der Auffassung. Ihre Erfahrungen glichen denen ihrer frühe­ ren beiden Sitzungen. sie hatte Zugang zu Waffen und sie zeigte massive Selbstmordtendenzen. Floras erste beiden Sitzungen mit einer hohen Dosis LSD unterschieden sich nicht sonderlich von vielen anderen. mit einer tiefen männlichen Stimme zu sprechen. das man am besten als eine Maske des Bösen bezeichnen konnte. 295 . Trotzdem schien der therapeutische Gewinn nur minimal zu sein. Sie wurde mit einer Reihe traumatischer Ereignisse aus ihrer bewegten Kindheit konfrontiert und erlebte wiederholt Szenen aus ihrem Kampf im Geburtskanal. Er schilderte mir. daß der Krampf schmerz in ihrem Gesicht unerträglich würde.

am besten mit dem archetypischen Symbol des Kreuzes zur Wehr setzen könnte. Diese Situation hielt nach objektiver Zeitrechnung zwei Stunden an. Dabei hielt ich Floras verkrampfte Hand und versuchte. meine Angst in Schach zu halten. daß die Patientin in ihrem Alltagsle­ ben unmöglich Zugang zu manchen Dingen haben konnte. mich in eine meditative Stimmung zu versetzen. daß ich ruhig und zentriert bleiben mußte. hier würde etwas Übernatürliches geschehen. die beste Strategie für diese Situation zu ersinnen. Die Gegenwart von etwas Fremdem im Raum ließ sich beinahe greifen.im Vertrauen auf die archetypische Polarität des Bösen und des Lichts. Bald wurde mir aber klar. die heraufbeschwo­ ren wurde. im Behandlungszimmer ein Kruzifix als therapeutisches Instrument zur Verfügung zu haben. in Worte fassen.die Situation und das fremde Wesen nur noch realer wurden. wie ich unter enormen emotionalen Streß geriet. das bösartige Wesen als real anzusehen und in einen aktiven psychologischen und spirituellen Kampf mit ihm einzutreten. wurden noch weiter durch die Tatsache verstärkt. sie mir so vorzustellen. Diese Veränderung vollzog sich ebenso abrupt wie die vorher beschriebene Wandlung. wie sich meine Gedanken überstürzten. Die Gewalt der Erpressung und das Gefühl. daß durch meine Emotionen . An einem Punkt ertappte ich mich bei der ernsthaften Überlegung. im Geiste eine Lichtkap­ sel heraufzubeschwören. Später . Ich konnte nicht umhin. Ich merkte. die ich jemals außerhalb meiner eigenen psychedelischen Sitzungen erlebt hatte. die uns beide umhüllte . Bald entdeckte ich. daß sie sich an überhaupt nichts während der beiden vorhergehen­ den Stunden erinnern konnte. wie ich versuchte. hat­ ten sie noch nie einen so realistischen und überzeugenden Charakter gehabt. das von menschlichen Emotionen lebte. Es fiel mir schwer. die mir jetzt ihre Stimme sagte. mit der ich konfrontiert wurde.ob durch die Angst oder die Aggression . wie ich sie vorher kannte. der metaphyische Dimensionen bekam. an eine Folge aus der Science Fiction-Femsehserie »Star Trek« zu denken. Gleichzeitig bemühte ich mich.in ihrem schriftlichen Erfah­ 296 .Man kann nur schwer die unheimliche Atmosphäre. Mein Verstand sagte mir. Mir wurde klar. Nach diesem Zeitraum entspannte sich Floras Hand und ihr Gesicht nahm wieder die gewohnten Züge an. ob es nicht sinnvoll wäre. in der es um ein fremdes Wesen ging. Obwohl ich schon in früheren LSDSitzungen mit ähnlichen Erscheinungen konfrontiert worden war. nicht dazu zu neigen. Ich beschloß. aber es waren für mich die längsten zwei Stunden. Ich merkte. daß man sich gegen diese Art Archetyp.

Das National Institute of Mental Health hatte aber die Anweisung gegeben. Es schien keinen Grund zu geben. empfand ihn aber als unerfreulich und schmerz­ haft. Die Ehe endete drei Monate später und Flora nahm wieder ihre lesbische Beziehung auf.beschrieb sie zunächst die ersten beiden Stunden und ging dann unmittelbar zur Phase nach ihrer »Besessenheit vom Teufel« über. Flora hätte wahrschein­ lich noch mehr Fortschritte gemacht. erschöpft zu haben. Die meiste Zeit hatte sie keine Gesichtskrämpfe mehr. wenn wir die LSD-Therapie hätten fortsetzen können. Ihre sexuelle Anpassung war aber nicht problemlos. Sie konnte zwar den Ge­ schlechtsakt ausüben. daß man sie als Taxifahrerin einstellte. Gelegentlich kamen Schmerzen wieder. ihr Bewußtsein mit einem solchen makabren Thema zu belasten. aber sie waren kaum spürbar und bedurften keiner Behandlung. Sie wagte dann sogar. aber sie mußte nicht mehr in die psychiatrische Klinik zurück. Zu meiner großen Überraschung hatte diese Sitzung einen gewaltigen therapeutischen Durchbruch bewirkt. in der sie beinahe ein Leben lang geblieben wäre. Flora verlor ihre Selbstmordnei­ gungen und gewann eine neue Lebenseinstellung. Ihr Zustand besserte sich so sehr. diesmal aber mit sehr viel weniger Schuldge­ fühlen. . Ich fragte mich ernsthaft. zum ersten Mal in ihrem Leben eine hetero­ sexuelle Beziehung einzugehen und heiratete schließlich. beschloß aber dann. Die ihnen zugrundeliegende Energie schien sich in der »Maske des Bösen«. ob ich mit ihr über das Geschehen in der Zeit während ihrer Amnesie sprechen sollte. Heroin und Barbiturate auf und fing an. die sie zwei Stunden lang gezeigt hatte. Sie gab Alkohol. In den darauffolgenden Jahren gab es zwar Höhen und Tiefen. diese Behandlung auf drei Sitzungen zu begrenzen.rungsprotokoll dieser Sitzung . es zu unterlassen. eifrig an den Treffen einer kleinen religiösen Gemeinschaft in Catonsville im Bundesstaat Mary­ land teilzunehmen.

die durch gewaltiges emotionales Leid und heftige psychosomatische Be­ schwerden gekennzeichnet sind. Möglichkeiten und Ziele der Selbsterforschung mit Drogen oder anderen Methoden Du wirst die Welt nicht richtig genießen. Unter diesen Umständen ist es nur natürlich. jeder wie du alleiniger Erbe. Der erste und wohl naheliegendste Grund für die Selbster­ forschung mit solchen Mitteln ist also der.C. Er kann bestimmte extreme Zustände beinhalten. weil auch andere da sind. Außerdem ist er für emotional nicht stabile Menschen nicht ohne potentielle Risiken. Centauries. daß es bei der Selbsterforschung mit psychedelischen Drogen oder anderen. bis das Meer in deinen Adern fließt. bis du mit den Himmeln bekleidet und mit den Sternen gekrönt bist und dich selbst wahmimmst als den Alleinerben der ganzen Welt. der nicht leicht ist und auch nicht leicht genommen werden sollte. um so mehr. Wege zu finden. und um bestimmte psychopathologische Erscheinungsformen zu behandeln. Die psychedelische und holotrope Selbsterforschung hat aber auch 298 . um ihnen besser helfen zu können. die auf die her­ kömmlichen Maßnahmen nicht ansprechen. Thomas Traheme. wenn man fragt: »Was kann man bei einem solchen Unterfangen gewinnen?« und »Warum sollte man sich überhaupt auf so etwas einlassen?« Sowohl die psychedelische als auch die holotrope Selbsterforschung erwuchsen aus der klinischen Arbeit mit psychiatrischen Patienten und aus Bemühungen. eine effektivere Alterna­ tive zu konventionellen verbalen Psychotherapien anzubieten. die extrem zeitaufwendig und teuer sind. Aus den vorhergehenden Erörterungen dürfte klar geworden sein. nicht-pharmakologischen Techniken um einen Prozeß geht.

Dieses Bedürfnis ähnelt sei­ ner natürlichen Sexualität. in dem sie sich etwas vormachen oder gar sich selber zerstören. Die psychedelische oder holotrope Selbsterfor­ schung ist also ein wichtiges Hilfsmittel für die Erfüllung seines spirituellen und philosophischen Strebens. Emotionale und psychosomatische Gesundung Die Selbsterfahrungstherapien vermögen psychische Widerstände viel besser zu lösen und Abwehrmechanismen viel effektiver zu lockern als rein verbale Behandlungsformen. die nach den üblichen Standards der westlichen Psychiatrie als normal gelten. Sie kann den transperso­ nalen Bereich des eigenen Wesens und der Existenz als Ganzes erschließen. die transzendenter und transphänomenaler Natur sind. 1. Der zweite Hauptgrund für eine psychedelische oder holotrope Selbsterforschung wäre also die Suche nach einer befriedigenderen Lebensgestaltung und einem neuen In-der-WeltSein. Im folgenden möchte ich kurz die Möglichkeiten der psychedelischen oder holotropen Selbsterforschung im Hinblick auf diese drei Punkte darlegen und die im einzelnen auftauchenden Probleme erörtern. Es gibt bedeutsame Wirklichkeiten. ist aber noch viel grundlegender und zwingender. Das Leugnen oder Verdrängen dieses transzendenten Impulses führt ein schwerwiegendes Element der Verzerrung so­ wohl in das individuelle als auch in das kollektive Leben des Menschen ein. wonach sich in der alltäg­ lichen Wirklichkeit nur ein Aspekt oder ein Fragment der Existenz offenbart. mit diesen spirituellen Bereichen Verbindung aufzunehmen.gezeigt. oft ein Leben führen. daß schon in der ersten psychedelischen oder holotropen Sitzung Ereignisse aus früher Kindheit oder Vorgänge während der 299 . Schließlich hat die moderne Bewußtseinsforschung die Grundan­ nahme der philosophia perennis bestätigt. Der Mensch hat ein extrem starkes und emstzunehmendes Bedürfnis. das sie nicht befriedigt. Sie schöpfen nicht alle im Menschen angelegten Möglichkeiten aus. Es kommt nicht selten vor. daß sogar Menschen.

Im allgemeinen gibt es nur minimale Probleme. ja sogar die Ebene der transpersonalen Erfahrungen erreicht wird. die das Heilpotential außergewöhnlicher Bewußtseinszustände nutzen. psychosomatisches Problem beseitigen. auch ihre Schattenseiten haben und mit bestimmten Risiken behaftet sind. es sei etwas Wichtiges erreicht worden und man fühle sich eindeutig besser als zuvor.biologischen Geburt wiedererlebt werden. Unter solchen Umstän­ den läßt sich viel mit überhaupt keinen oder nur minimalen Risiken erreichen. Gelegentlich können dramatische therapeutische Durchbrüche mit dauerhafter Wirkung schon nach Stunden oder wenigen Tagen erfolgen. In anderen Fällen kann eine solche Sitzung einen wichti­ gen Wendepunkt im Leben bedeuten. daß die hochwirksamen Selbsterfahrungsthera­ pien mit oder ohne Drogen. Es ist aber keineswegs hoch gegriffen. Es ist zwar nicht als Norm aufzufassen. Eine psychedelische oder holotrope Therapie sollte mit Personen. die schon früher in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden 300 . die emotional einigermaßen ausgeglichen sind. neurotischen Symptomen und Übertragungsphä­ nomenen an Erlebnisse in der frühen Kindheit heranzukommen. und wenn sie von einem erfahrenen Therapeuten überwacht werden. daß sich nach einer wirklich guten Selbsterforschungssitzung das deutliche Empfinden einstellt. Die therapeutischen Veränderungen . psychopathologischen Erscheinungen des Alltagslebens. sie mit Menschen durchgeführt werden. Es überrascht nicht. bedarf es doch in letzteren häufig Monate oder gar Jahre. Je schwerer der klinische Fall ist.wenn sie sich überhaupt einstellen .entwickeln sich nur langsam nach und nach über einen sehr langen Zeitraum. wenn der Rahmen für solche Sitzungen sorgfäl­ tig gestaltet worden ist. In dieser Hinsicht schneidet eine psychedelische oder holotrope Therapie gegenüber den rein biographisch orientierten verbalen Behandlungsformen gut ab. mit dem man es zu tun hat. um mit Hilfe von freien Assoziationen sowie der Analyse von Träumen. wenn man sagt. desto mehr Vorsicht ist angebracht und desto mehr Unterstüt­ zung muß geleistet werden. aber eine psychedelische oder holotrope Sitzung kann einen bedeutenden Persönlichkeitswandel bewirken oder ein chronisches emotionales bzw.

wann eine bestimmte Sitzung eine Konfrontation mit unbewußten Inhalten bringt. Es gibt mehrere gewichtige Gründe. ohne sich nach außen abgesichert zu haben. die nach einiger anfängli­ cher Erfahrung unter Überwachung eines Fachmanns das Empfin­ den haben. daß bestimmte Aspekte des Selbsterforschungsprozesses gefährlich sind und von der betreffenden Person nicht allein bewältigt werden können. sondern als normale und gesetzmäßige Begleiterschei­ nung des therapeutischen Prozesses. der sachkundige Anleitung gibt oder zumin­ dest anwesend ist. Selbst wenn es Personen gibt. nur durchgeführt werden. ändert sich durch ein solches Vorgehen das Verhältnis zwischen potentiellen Risiken und potentiellem Gewinn ungünstig. kann er spezielle Maßnahmen erfordern. in denen die Gegenwart einer Person des Vertrauens wesentlich ist für den therapeutischen Prozeß und für den vollen 301 . die keine besonderen Probleme aufgeworfen haben. ob man eine Selbsterforschung mit oder ohne Drogen ohne jemanden. durchführen soll.als Komplikation oder Hindernis. Im Rahmen einer holotropen Selbst­ erforschung gilt die heftige Aktivierung unbewußter Mechanismen nicht . Im allgemeinen ist dies nicht zu empfehlen. die schwierig zu meistern ist und desorganisierend wirkt. so scheinen massive und belastende Erleb­ nisse eher die Regel als die Ausnahme zu sein. Sehr oft wird gefragt.sind. der dem Vorgehen die Risiken nimmt und den Erfolg einer einzelnen Sitzung bestimmt. Dies tritt gelegentlich sogar bei einem gut angepaßten Menschen nach einer Reihe von Sitzungen auf. Im Prinzip kann man nie sagen. wenn im Bedarfsfall ständige Unter­ stützung gewährt werden kann. Hier kann die Gegenwart einer Person des Vertrauens ein kritischer Faktor sein. warum jemand anders anwesend sein sollte. Werden hohe Dosen von psychedelischen Substanzen benutzt und arbeitet der oder die Betreffende an schweren emotionalen oder psychoso­ matischen Problemen. ist nicht der einzige Grund dafür. warum man die Reise in die Tiefen seiner eigenen Psyche nicht antreten sollte. Es gibt andere Situationen. Doch die Möglichkeit.wie in der traditionellen Psychiatrie . sie könnten solche Sitzungen ziemlich gut alleine wagen. Wird aber dieser Prozeß zu stark aktiviert und geht er über den Rahmen der Sitzungen hinaus.

Außerdem sollte die Gelegenheit. der mit der Aufgabe betraut ist. Im Prinzip ist dies eine äußerst heilsame und transformative Erfahrung. mitteilen zu können.Gewinn aus der Sitzung. während des Selbsterforschungsprozesses für die Sicherheit zu sor­ gen. In solchen Fällen ist die Gegenwart eines menschlichen Wesens. ist die Arbeit an kritischen Problemen. die mensch­ liche Beziehungen betreffen. der einen unabhängig von seinen Erfahrungen bedingungslos akzeptiert. Nur die Gegenwart eines Menschen. so können ihre Auswirkungen eher verstärkt als abgeschwächt werden. Bestimmte wichtige Stadien des Selbsterforschungsprozesses erfordern totalen KontrollVerlust. Ich habe schon früher auf die Bedeu­ tung von liebevollem Körperkontakt und der Befriedigung anaklitischer Bedürfnisse beim Auftauchen von Traumen hingewiesen. Dies 302 . die inneren Vorgänge einem anderen Menschen. Der letzte Grund für die Anwesenheit eines erfahrenen Therapeuten oder Helfers ist die Tatsache. Auch die schädlichen Folgen von Situationen. Ein anderer wichtiger Grund dafür. Unter solchen Bedingungen müßte man auf alle Fälle einen wichtigen Teil seiner Persönlichkeit vom Selbsterforschungsprozeß abspalten. gestattet ein totales und bedingungsloses Aufgeben der Kon­ trolle. Der Betreffende kann sich aber kaum oder gar nicht einer solchen Erfahrung hingeben. warum ein Therapeut oder ein anderer Helfer bei einer Selbsterforschung mit oder ohne Drogen dabei sein sollte. das Wärme und Verständnis zeigt. wenn man nicht eine entgegen­ gesetzte Erfahrung mit einem anderen Menschen gemacht hat. die durch emotionale Vernachlässigung entstanden sind (S. Ein nicht überwachter totaler Kontrollverlust könnte für die betreffende Per­ son selber oder für andere ernste Gefahren heraufbeschwören. vollständi­ ges Sich-Gehen-Lassen. in ihrer therapeuti­ schen Wirkung nicht unterschätzt werden. wichtig. wenn er nicht von einer Person des Vertrauens Unterstützung bekommt. lassen sich nicht beseitigen.238f). daß die gezielte Körperarbeit einen sehr wichtigen Bestandteil der holotropen Therapie ausmacht. Wird die alte Erinnerung reaktiviert und findet man sich dabei wieder allein in der ursprüngli­ chen traumatischen Situation. um die notwendige Verbindung mit der Realität aufrechtzuerhalten. in denen grundlegendes Vertrauen gebrochen wurde.

dann muß man auf dieses Vorge­ hen vollends verzichten oder sich mit einer mehr oder weniger unbefriedigenden Ersatzlösung begnügen. politischer. daß mit ihnen bei einer großen Zahl verschiedener Probleme klinischer Art gün­ stige Ergebnisse erzielt werden konnten. im gesamten Setting und in den spezifischen Techniken vor. psychosomatischen Erkran­ kungen. Bei der Diskussion der therapeutischen Möglichkeiten außerge­ wöhnlicher Bewußtseinszustände möchte ich auf diejenigen. den charakteristischen Dosierungen. Das erste betrifft 303 . die auf der Hand liegen. Techniken. Narkotikaabhängigkeit und sogar Psychosen. während und nach der Sitzung beträchtlich unterscheiden. wenn man die bereits beschriebenen Prinzipien (S. Wenn eine solche nicht zur Verfügung steht. dann ist ihre erfolgreiche Integration möglich. die durch psychedelische Substanzen erzeugt werden. Dies ist ein sehr umfassendes und komplexes Thema. nicht ausführlich eingehen. Charakteranomalien. Komplikationen. die sich in ihrer theoretischen Aus­ gangsbasis. In diesem Rahmen möchte ich nur einen ganz kurzen und groben Überblick über diese Probleme geben und die interessierten Leser auf den Anhang verweisen. nämlich bei Depressionen. Zwei positive Resultate. dessen Erörterung viel Raum einnehmen würde. Möglichkeiten und Ergebnis­ sen einer psychedelischen Behandlung widmet. kriminel­ len Verhaltensweisen. über die außerdem noch berichtet wird. Alkoholsucht. Bleiben ungelöste emotionale oder psychosomatische Probleme zurück. Phobien und anderen Psychoneurosen. verdienen besondere Beachtung. Verschiedene Forscher auf diesem Gebiet haben mehrere Behandlungsformen entwickelt. bedarf es dazu einer anderen Person. sexuellen Abweichungen. Außerdem wird der Gebrauch psychedelischer Substanzen durch viele Faktoren emotionaler. Eine Durchsicht der Literatur über Psychedelika zeigt. das sich speziell den klinischen Anwendungen. juristischer und administra­ tiver Natur weiter kompliziert. Indikationen und Kontraindikationen. ferner auf mein früheres Buch LSD-Psychotherapie (Grof 1983). Aus Gründen. Es gibt mehrere Hauptgruppen von Psychedelika mit jeweils etwas unterschiedli­ chen Effekten und unterschiedlicher Problematik bei der Anwen­ dung. 235f) anwendet.gilt besonders für die Schlußphase mancher Sitzungen.

daß sie kaum noch der Bestäti­ gung durch kontrollierte Studien bedürfen. Das zweite bezieht sich auf psychedelische Sitzungen mit ehemaligen KZ-Insassen mit dem Ziel. die mit LSD. In der Tat waren einige dieser Veränderun­ gen so dramatisch und überzeugend. Im Vergleich damit stehen systematische klinische Untersuchungen und kontrollierte Studien über den Erfolg der holotropen Therapie noch aus. führte solche kontrollierten klinischen Studien in großem Umfang an Alkoholikern. die schon jahrelang aufgetreten sind. daß die Situation in dieser Behand­ lungsform in einigen wichtigen Aspekten eine völlig andere ist als die in einer verbalen Psychotherapie. Viele Erfolgsangaben psychedelischer Therapeuten basierten zwar auf klinischen Eindrücken. Narkotikaabhängigen und Krebs­ patienten durch. Wir haben aber im Laufe der Jahre viele therapeutische Veränderungen beobachtet. DPT (Dipropyltryptamin) oder MDA (Methylendioxyamphetamin) behandelt wurden. doch gibt es auch kontrollierte Untersu­ chungen. Sie wurde von vielen einzelnen For­ schem und von Therapeutenteams in verschiedenen Ländern der Welt praktiziert. die diese bestätigen. gelegentlich sogar bei Menschen mit emotionalen und psychosomatischen Störungen. Wenn man die Ergebnisse der holotropen Therapie auswertet. Das aus Psychiatern und Psychologen zusammengesetzte Team am Maryland Psychiatric Research Center in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland. zu helfen (Bastians. dann muß man sich vergegenwärtigen. die eine systemati­ sche Erforschung dieser vielversprechenden Behandlungsform zweifellos rechtfertigen. Dramatische Veränderungen können in ersterer innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen eintreten. Da diese Veränderungen so eindeutig mit der therapeutischen Sitzung und den Ereignissen in ihr in Zusammenhang gebracht 304 . und gelangte zu signifikant positiven Resultaten (Grof 1983). Die therapeutische Arbeit mit Psychedelika hat nun schon eine über 25 Jahre lange Geschichte.die psychedelische Therapie zum Zweck der Linderung körperlichen und emotionalen Leidens bei Patienten mit Krebs im Endstadium (Grof und Halifax 1980). dem ich sieben Jahre lang angehörte. ihnen bei der Überwindung des sogenannten »KZ-Syndroms«. einer späten trau­ matischen Reaktion auf die KZ-Inhaftierung. unveröff. Manuskript).

in der Gebärmutter und im Rektum. Im Vergleich damit ist die Besserung von Symptomen in den meisten der typischen verbalen Therapien eine Sache von vielen Monaten oder gar Jahren. sie also auch ohne jede Behandlung erfolgt wären. im Magen. Außerdem ist es fraglich. der dramatische Rückgang von Angstzuständen und Phobien sowie das Verschwinden von Kopfschmerzen. Sehr häufig sind auch die Lösung allgemeiner muskulärer Verspannung und die Öffnung bioenergetischer Blockierungen in den Nebenhöhlen. die zeitlich mit ihr zusammenfallen. Diese Ansichten sind von einigen der Hauptkriti­ ker der Psychoanalyse vertreten worden (Eysenck und Rachman 1965). Krämpfen während der Menstruation und verschie­ denen anderen psychosomatischen Beschwerden. In manchen Fällen folgt auf die Lösung solcher energetischer Blockierungen der Rückgang von chronischen Infektionen in diesen Bereichen. Migräne­ kopfschmerzen. Bei so langen Zeiträumen erfolgen die Veränderungen so langsam. Es erscheint recht plausibel. daß sich in diesen Veränderungen die spontane Dynamik der Symptome offenbart. dann 305 . in der Kehle. daß sie sich kaum erfassen lassen. im Becken. Wird die Blockierung gelöst. in der sich das Gewebe oder Organ nicht gegen die gemei­ nen Bakterien wehren kann. etwa einer Sinusitis. einer Bron­ chitis oder einer Cystitis.werden können. Es hat den Anschein. wären zu nennen: die Aufhellung chronischer Depressionen. die wir im Rahmen unserer Workshops beobachten konnten. die beim Schutz des Organismus gegen eine Infektion eine wesentliche Rolle spielen . Die reduzierte Zufuhr von Blut und seinen Bestandteilen. steht die Wirksamkeit dieser Methode außerhalb jeden Zweifels. Ebenso könnten sie durch viele Ereignisse im Leben des betreffenden Menschen außerhalb der Therapie bedingt sein. ob es überhaupt eine kausale Verbindung zwischen diesen Veränderungen und den Ereignissen in der psycho­ therapeutischen Sitzung gibt. in den Eingeweiden. als ob energetische Blockierungen regelmäßig mit einer Verengung der Gefäße im betroffenen Bereich verknüpft sind. in der Brust.etwa die weißen Blutkörperchen und verschiedene Antikörper -. Unter den Veränderungen. bedingen eine Si­ tuation. eines Rachenkatarrhs.

werden in der Regel früher oder später asthmatische Symptome auslösen. Wird dadurch das Weiteratmen unmöglich gemacht. da die Sitzungen mit beträchtlichem emotionalen und physischen Streß verbunden sein können.fühlen die Betreffenden Wärme und Energie in diesem Bereich fließen. Die mangelnde Blutzirkulation in den Händen verschwand. verschiedene motorische Bewe­ gungen. ist ein intaktes Herz. Ich hatte bereits früher erwähnt. daß die holotrope Therapie in Zukunft eine bedeutende Rolle als Zusatzbehandlung bei der Therapie vieler Krankheitsbilder spielen könnte. Ein wichtiger Faktor. Dies wird so lange wiederholt. die gegenwärtig als rein medizini­ sche Probleme gewertet werden. Sobald sich die Atemwege wieder öffnen. In einigen Fällen waren Personen. wobei sie ihre Stimme. dann muß der Therapeut oder Therapeutenpartner zu gezielter Körperar­ beit übergehen und die betreffende Person zum vollen Abreagieren ermuntern. wird sie aufgefordert. wieder schnell zu atmen. Dies weist darauf hin. über Monate oder gar Jahre praktisch beschwerdefrei. die zuvor unter täglichen Asthmaanfällen gelitten hatten. daß wir in unseren Workshops mehrere Male eine dramatische Besserung des Befindens von Personen mit Raynaudscher Krankheit beobachten konnten.und Kreislaufsystem. sei für Asthmatiker nicht geeignet. doch haben wir bei sechs von ihnen schon nach wenigen Sitzungen eine weitgehende Besserung ihrer Beschwerden beobach­ ten können. der bei der holotropen Therapie von Asthmatikern besonders berücksichtigt werden muß. Man könnte leicht meinen. Sobald dies geschieht. sobald eine energetische Blockierung in diesem Be­ reich aufgelöst wurde. eine Technik. Holotrope Sitzungen mit einem Menschen. Zwar kommen Asthmatiker in der Regel voller Ängste und Befürchtungen zur ersten holotropen Sit­ zung. Unsere Beobachtungen im Hinblick auf psychogenes Asthma ver­ dienen in diesem Zusammenhang besondere Erwähnung. der unter Asthma leidet. gehen die chronischen Infektionen häufig innerhalb von Tagen zurück. bis das erneute Hyperventilieren keine Verkrampfung 306 . bewußtes Husten und andere verfügbare Möglichkeiten zu Hilfe nehmen soll. bei der das intensive Atmen eine Hauptrolle spielt. Dies muß aber nicht unbedingt zutreffen.

Ein extremes Beispiel dafür wäre jemand. Erlebnisse der geistigen Verwirrung. die den Betreffenden wie Anfälle von Wahnsinn Vorkommen. Um solchen Erfolgsmel­ dungen wirklich Glauben schenken zu können. heftiges Würgen und lange Phasen. die mit einem chronischen Mangel an Befriedigung ihrer Bedürfnisse aufge­ wachsen sind. Obwohl die positiven Ergebnisse einer psychedelischen oder holo­ tropen Therapie gelegentlich nahezu unglaublich sein können. das in jedem einzelnen Fall rasche und eindrucksvolle Wirkung zeigt. entzieht sich jeder verbalen Beschreibung. mag jenen Therapeuten unglaubwürdig erscheinen. Manche Menschen wer­ den tiefe heilende und lebensverändernde Erfahrungen haben. Dazu gehören häufig eine Begegnung mit dem Tod. die in diesen und ähnlichen Therapieformen auftreten. systematisch liebevollen Körperkontakt zu gewähren. muß man sich eine Vorstellung von der Tiefe und der Intensität der Erfahrungen ma­ chen. dann können die Atemwege auf Dauer frei bleiben. danach eine lange und komplizierte Geburt hatte und dazu noch als Kind emotional vernachlässigt wurde. Hat man in dieser Beziehung genü­ gend Arbeit geleistet. Dies gilt besonders für solche Menschen. an­ dere machen nur langsame Fortschritte oder zeigen kaum eine Veränderung. daß sich in einer psychedelischen und holotropen Therapie innerhalb von wenigen Tagen oder gar Stunden höchst eindrucksvolle Ergebnisse erzielen lassen. ein totaler KontrollVerlust. die solche Erfahrungen erreichen können. sollte man sie nicht als Allheilmittel auffassen. der schon als Fötus einen vorwiegend »schlechten Mutterleib« erfuhr. der einige Minuten dauern kann. in denen man von Tremoren geschüttelt wird und wild um sich schlägt. Sie muß selbst erfahren oder zumindest beobachtet werden. Hier konfrontiert eine psychedeli­ sche oder holotrope Therapie den Menschen mit einer langen Reihe von Traumen und bietet ihm nur sehr wenige beglückende Erleb­ nisse. Damit wird man allerdings 307 . Die Tatsache. In einer Situation wie dieser ist es wichtig. Die Intensität. die sich von einer tatsächlichen Bedrohung der biologischen Existenz nicht unterschei­ den läßt.der Atemwege mehr bewirkt. die ausschließlich mit verbalen Metho­ den arbeiten und deren theoretische Ausgangsbasis nicht die perina­ tale und transpersonale Ebene beinhaltet.

sich mit dem psychischen Tod (dem »Ich-Tod«) zu konfrontieren.nur langsam »das Ich aufbauen« können. können sehr lohnende Ergebnisse erzielt wer­ den. die sich in einer transpersonalen Krise befinden (in einer »spirituellen Notsituation« sind). Ich habe schon früher dargelegt. diese aber eine extreme Erfahrung irgendeiner Art erfordert. so heilsam diese Erfahrungen vom Therapeuten auch hingestellt sein mögen. »Der Gedanke. Solche Krisen würden von der traditionellen Psychiatrie als Anzeichen für eine Psychose ge­ 308 . Es sind also keine soforti­ gen therapeutischen Erfolge zu erwarten. Sie tritt in Situationen auf. die Art des Hindernisses zu erkennen und der betreffenden Person zu helfen. »Das Wichtigste für mich ist. daß man einen Widerwillen gegen Erfahrungen hat. wenn man Menschen behandelt. (»Ich würde mich um nichts in der Welt übergeben wollen«. daß spezielle Vorsichtsmaßregeln getroffen werden müssen. Schmerzen empfinden zu müssen. ihre psychischen Widerstände gegen eine Kon­ frontation mit ihnen zu überwinden. auf die sich der Klient oder die Klientin nicht einlassen will oder kann. macht mich verrückt«. Solche psychischen Hinder­ nisse sind von Person zu Person sehr unterschiedlich. In anderen Fällen besteht das Hindernis darin. Sehr häufig sind es Blockierungen. die schwere psychopathologische Störungen zeigen und früher schon einmal in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurden. die von extremen körperlichen Schmerzen. in denen eine erfolgreiche Lösung des Problems im Prinzip möglich ist. von drohendem Ersticken oder von anderen massiven körperlichen Beschwerden geprägt sind. die die betreffenden Klienten oder Klientinnen schon von ihrem Alltagsleben kennen. alles immer unter Kontrolle zu haben«. wahnsinnig zu werden.) In Situationen wie diesen hat der Therapeut die wichtige Aufgabe. die Angst vor Kontrollverlust oder die Angst davor. Die in diesem Buch beschriebenen therapeutischen Techniken und Prinzipien lassen sich besonders erfolgreich bei vielen Men­ schen an wenden. Wenn aber diese Bedin­ gungen erfüllt sind. Hier bedarf es erfahrener therapeutischer Führung und im Bedarfsfall zusätzlicher unterstützender Maßnahmen. Es kann die Angst sein. Ein anderes Problem in einer psychedelischen oder holotropen Therapie kann eine bestimmte Blockierung des therapeutischen Prozesses sein.

Beide Therapiemethoden unterscheiden sich von letzteren erheblich. ist der thera­ 309 . Solche Techniken wären beispielsweise das freie Assoziieren oder therapeutische Gespräche. und müssen daher im Rahmen ihres eigenen theoretischen Bezugssystems beurteilt werden. daß die wirklichen Wurzeln der wichtigsten Lebensprobleme und auch der meisten emotionalen und psychosomatischen Beschwerden nicht nur im biographischen. h . Da sich aber das theoretische Be­ zugssystem der traditionellen Psychotherapie auf die Biographie des Klienten beschränkt. nämlich die Symptome zu mildem oder zu beseitigen. d . um in das Unbewußte vorzudrin­ gen. Wenn dies geschieht. ihrem früheren Lebensstil und ihren alten Wertvorstellungen zu überlassen. Die therapeutischen Möglichkeiten und Versprechungen der psy­ chedelischen und holotropen Therapie lassen sich nicht ohne weite­ res mit denen der traditionellen verbalen Behandlungsformen ver­ gleichen. um Zugang zum Unbewußten zu erlangen. die rela­ tiv schwach und ungeeignet sind. Die psychedelische und die holotrope Therapie bieten unvergleich­ bar effektivere Möglichkeiten. den Klienten oder die Klientin symptomfrei ihrem ursprünglichen Weltbild. Ab einem gewissen Punkt nimmt die Therapie automatisch die Form einer ernsthaften spirituellen und philosophischen Suche an. Deshalb verfolgt man mit ihnen nicht lediglich das Ziel.wertet werden. nämlich postnatale traumatische Erlebnisse im Leben des einzelnen zu erfor­ schen. die sich mit den grundlegendsten Fragen der Existenz auseinandersetzt. ist auch ihre Aufgabe sehr eng. Die Arbeit mit diesen Therapieformen hat aber gezeigt. biographisch bedingte Persönlichkeitselemente zu beeinflussen und dem betreffenden Menschen dabei zu helfen. Auch ist ihre Zielsetzung sehr bescheiden. bei der die meisten Aspekte des Lebens der betreffenden Person voll­ kommen umdefiniert werden. was die wissenschaftlichen und philosophischen Grund­ annahmen anbelangt. Die traditionelle Psychotherapie setzt Techniken zur Selbsterforschung ein. sondern auch im perinatalen und transpersonalen Bereich liegen. für eine geistige Erkrankung unbekannter Herkunft (Grof und Grof 1986). sich an die bestehenden Lebensbedin­ gungen anzupassen. Der therapeutische Prozeß besteht hier in einer tiefgehenden Wandlung der Persönlichkeit.

die nach traditionellen psychiatrischen Standards als »normal« gel­ ten würden. 2. Viele Menschen. wichtigen Dimension des eigenen Daseins. die aber in bestimmten Bereichen ihres Lebens ver­ schiedene Formen und Grade einer Beeinträchtigung und Verzer­ rung ihrer Wahrnehmungen. die in der traditionellen psychodynamisch orientierten Psychotherapie wohlbekannt sind. Gefühle. geht über bloße Linderung oder Beseitigung klinischer Probleme hinaus. die diesen Störungen zugrundeliegen.peutische Prozeß nie abgeschlossen. Und dann gibt es andere. und bietet die Möglichkeit. die Qualität unserer Lebenserfahrung zu steigern. Die Suche nach befriedigender Lebensgestaltung Die Möglichkeit. finden in ihrem Leben keine Freude und Erfüllung. Auf der biographischen Ebene können diese Faktoren traumatische Kindheitserlebnisse sein. die die An­ passung in bestimmten Lebensbereichen behindern und bestimmte Aspekte der zwischenmenschlichen Beziehungen beeinträchtigen. Die Auseinandersetzung mit spirituellen und philosophischen Grundfragen wird zu einer neuen. So kann eine trauma­ tische Erfahrung mit den Eltern oder deren Stellvertretern alle 310 . Gedanken und Verhaltens­ weisen zeigen. Sie findet sich bei Menschen. Dies sind Tatsachen. was der österreichische Psychia­ ter und Begründer der Existenzanalyse Viktor Frankl (1956) die »noogene Depression« genannt hat. die nicht offenkundig emotional gestört sind und häufig sogar im Beruf und Privatleben hervorragend funktionieren. korrigierend einzugreifen. sich an ihren Erfolgen zu freuen. doch sie selber sehen in ihrem Dasein keinen Sinn und sind nicht im­ stande. In solchen Situationen deckt eine Selbsterforschung und Therapie mit Psychedelika oder holotropen Atemtechniken die Faktoren auf. Ein gutes Beispiel für diese Situation ist das. Von ihren Freunden und Nachbarn werden sie bewundert und beneidet. die nicht an erkennbaren emotionalen oder psychosomatischen Störungen leiden und deren äußere Lebensbe­ dingungen alle Voraussetzungen für Glück und Zufriedenheit erfül­ len.

in denen spezifische Kindheitstraumen einen negativen Einfluß aus­ üben. die mehr Freude und Erfüllung bringen würde. Das Fehlen von Geschwistern. deren Selbsterforschung über die biographische Ebene hinausgeht und die die perinatale Sphäre des Unbewußten erreichen. Freunde und Freundinnen. Die Dynamik der dritten perinatalen Grundmatrix zwingt dem Leben 311 . sondern unter Umständen auf längere Sicht auch ein zerstörerisches und selbstzer­ störerisches Leben führt. die sinnlos oder schädlich sind und die Möglichkeit zu einer Lebens­ gestaltung nehmen. Sie erkennen. daß ein Mensch. dann wird der oder die Betreffende eine generell passive. resignierte und schicksalserge­ bene Haltung zum Leben haben. machen in der Regel eine erstaunliche. Zahlreiche Beobachtungen lassen vermuten. Diese totale Verzerrung des »Lebensentwurfs« beruht auf der Tatsa­ che. Wenn sich die Psyche unter dem Einfluß der zweiten perinatalen Matrix befindet. Unter den Auswirkungen der dritten perinatalen Matrix kann Arbeitssucht entstehen oder das Leben erscheint als sinnlose Schufterei und Plackerei. zugleich aber erschütternde Entdeckung. Das Wiedererleben und Integrieren der Grundtraumen kann sich auf den betroffenen Lebens­ bereich in sehr günstiger Weise aus wirken. nicht nur ein unbefriedigendes. nämlich von einem unver­ arbeiteten Geburtstrauma und von der mit diesem Trauma verknüpf­ ten Angst vor dem Tod. Dies führt zu bestimmten Verhaltensweisen. Menschen. des­ sen Bewußtsein von einer der negativen perinatalen Grundmatrizen beherrscht wird. Komplikationen in den emotionalen Bezie­ hungen zur Mutter oder zum Vater können ständig wiederkehrende Probleme mit den späteren Sexualpartnem verursachen. daß die mangelnde Authentizität ihres Daseins nicht auf bestimmte Lebensbereiche beschränkt ist. daß die eigenen Handlungen von Faktoren auf einer tieferen Ebene des Unbewußten gesteuert werden. sondern daß ihre gesamte Lebenseinstellung und Lebensge­ staltung in fundamentaler Weise inauthentisch und irregeleitet ist.zukünftigen Beziehungen zu Vorgesetzten und anderen Autoritätsfi­ guren negativ prägen. Mitsoldaten oder Mitarbeiter. Geschwisterrivalität oder bestimmte andere Pro­ bleme mit Brüdern und Schwestern können zu Schwierigkeiten mit den Altersgenossen führen. seien es Schulkameraden.

Hat man ein bestimmtes Ziel nicht erreicht. von dem man Befriedi­ gung erwartete. ob die Ziele erreicht worden sind oder nicht. Zufriedenheit einstellen. Immer macht sie Wunscherfüllung und Befriedigung von etwas Zukünftigem abhän­ gig­ in einem solchen Fall lassen sich in den Zielen.der Geburt herrschende Zufriedenheit und Sicherheit erkennen. und auf dieses Etwas konzentriert man seine Aufmerksamkeit. kann er nie den gegenwärtigen Augenblick und die gegenwärtigen Umstände als voll zufriedenstellend empfinden. Hervorzuheben ist. der sich im gewaltsamen Zugriff des Geburtskanals befindet und diesem zu entrinnen versucht. Da diese Ziele nicht wirklich authentisch sind. 312 . wird und kann sich. unabhängig davon. wird auch die Person. Es gibt immer etwas. was fehlt. mühelos Surrogate für die psychische Vollendung des Geburtsvorgangs sowie für die nach oder vor . was nicht befriedigt oder was falsch ist. Die auf der dritten perina­ talen Grundmatrix basierende Strategie ist also immer die Strategie des Verlierers. daß dieses Einstel­ lungsmuster außerdem noch von den äußeren Umständen unabhän­ gig ist und sich nicht durch Leistungen irgendeiner Form und irgendeines Umfangs voll oder zumindest teilweise ändern läßt. was die gegenwärtige Situation nicht bietet. seinem Ruf bei den Mitmenschen und seiner Machtstellung. Der Mensch mit einer solchen Grundeinstellung ist unzufrieden mit seinem Aussehen. seinem Besitz. seinen Leistun­ gen. die die Phantasie als Quellen wahren Glücks vorgaukelt. egal wie die Situation beschaffen ist und oft in auffallendem Gegensatz zur Meinung anderer. was zur Verfügung steht. und das Beste daraus zu machen. die psychisch im Bann der dritten perinatalen Grundmatrix steht. Gleichzeitig ist man nicht oder nur beschränkt in der Lage. dann gibt dies der Selbsttäuschung neue Nahrung. Da in dieser Situation die Psyche eines Men­ schen von der Erinnerung an die schmerzliche Enge im Geburtskanal beherrscht wird. da sie auf falschen Voraussetzungen beruht und nicht die eigentlich erhofften Ergebnisse bringt. Wie der Fötus. das zu schätzen und sich an dem zu freuen. wenn sie erreicht sind.eine bestimmte Form auf und schafft ein unablässiges Streben nach zukünftigen Zielen. seinen Gaben und Fähigkeiten. immer nach etwas stre­ ben. also nur eine Ersatzbefriedigung ermöglichen.

Hat man aber Erfolg. daß die eigentli­ che Gegenwart übergangen wird und alle Hoffnungen auf zukünftige Erfolge gesetzt werden. ihre Geheimnisse den Wissenschaftlern preiszugeben. Bei dieser Einstellung werden andere Menschen als Konkurrenten wahrgenommen und die Natur gilt als etwas. daß neue Pläne oder ehrgeizigere Pläne von der alten Sorte geschmiedet werden. der die Grundstrategien für die neue empirische Methode in der westlichen Wissenschaft definierte. Im Hinblick auf die Natur verwendete er Ausdrücke wie: man muß der Natur auf ihren Wegen nachjagen. dann bringt er in der Regel nicht das. daß man sich ein Ziel gesetzt hat. bis man erkannte. Historisch wurde diese Einstellung erstmals explizit von Francis Bacon formu­ liert. führt lediglich dazu. Mehrere Jahrhunderte hat es gedauert. was man sich davon für sich persönlich versprochen hat. daß die Strategie. sie zwingen. die unweigerlich folgt. ein Erfolg hätte etwas geändert.daß das Glück von äußeren Umständen abhängt. Es wird vielmehr dem Umstand zuge­ schrieben. versagt hat. sie quälen. Dies wird aber normalerweise nicht als Anzeichen dafür gewertet. Sie glorifiziert den linearen Fortschritt und das »unbegrenzte Wachs­ tum«. was im Grunde feindlich ist und erobert und kontrolliert werden muß. Kollektiv und global betrachtet schafft diese perinatale Grundein­ stellung eine Lebensphilosophie und -Strategie. wird das Ziel erreicht. das nicht ehrgeizig genug oder einfach falsch war. die das Glück an den Erfolg koppelt. Dabei werden der materielle Gewinn und die Steigerung des Bruttosozialprodukts als Hauptkriterien für den Wohlstand und den Lebensstandard gewertet. Das wichtigste Merkmal dieser selbstzerstörerischen Strategie besteht darin. in der der Schwer­ punkt auf Stärke. man muß ihr Gewalt antun. Diese Ideologie sowie die aus ihr resultie­ renden wirtschaftlichen und politischen Strategien bringen die Men313 . sie in Gewahrsam nehmen. sie zum Sklaven machen und sie kontrollieren (Bacon 1870). In einem solchen Fall nimmt die betreffende Person gewöhnlich an. Die Frustration. h . d . Wettbewerb und einseitiger Kontrolle liegt. daß Bacons Vorschlag gefährlich war und letztlich die eigene Existenz und die anderer zerstörte. Zusammen mit der Entwicklung der modernen Technologie erwies sich dieser Vorschlag als sicheres Rezept für den Selbstmord der gesamten Menschheit.

Der Typus und die Qualität der perinatalen Matrizen. dann steigert sich die Fähig­ keit. Da alle biologischen Organismen und Systeme entscheidend von Optimalwerten abhängen.sehen in einen ernsthaften Konflikt mit ihrer Natur als lebende Systeme und mit grundlegenden Gesetzen des Universums. Erstere ist ein Prototyp. In einem Universum. das dringende Bedürfnis nach harmonischem Zusammenwirken zu erkennen. sich von der Herrschaft der negativen perinata­ len Matrizen zu befreien und Zugang zu Erlebnissen des positiven symbiotischen Austauschs mit dem mütterlichen Organismus im Mutterleib oder während des Gestilltwerdens zu gewinnen. Außerdem werden der Wettbewerb und das darwinistische Prinzip des »Überlebens des Stärkeren« glorifiziert. ist das Streben nach Maximierung des Gewinns ein unnatürliches und gefährliches Unterfangen. erheblich. Wasser und Erde. die mit diesen Matrizen einhergeht. Die ursprüngliche Erfahrung der ungestörten Symbiose mit der Mutter im fötalen Stadium oder während des Gestilltwerdens. zur Natur und zur Existenz im allgemeinen. das Leben zu genießen. propagiert diese Strategie einen starren Vorwärtstrend und das unbegrenzte Wachs­ tum. das seiner Natur nach zyklisch ist. Wenn ein Mensch in einer bis in tiefe psychische Schichten vordrin­ genden Selbsterforschung eine Verlagerung von negativen auf posi­ tive perinatale Grundmatrizen erfährt. die auf die Psyche eines Menschen ein wirkt. insbesondere des Erdöls sowie die Anhäufung von giftigem Abfall und die immer stärker werdende Verschmutzung von Luft. übt demnach nicht nur tiefen Einfluß auf sein inneres subjektives Erleben aus. Ist der Mensch fähig. eine Urschablone für letztere. Sie werden als natürliche und gesunde Prinzipien der Existenz hinge­ stellt und man ist nicht in der Lage. sondern auch auf die Einstellung und die Beziehung zu anderen Menschen. Die Erfahrung des Zusammenseins mit der Mutter im Mutterleib oder in der ersten Zeit nach der Geburt ist auf Erwachsenenebene gleichwertig mit der Beziehung zur ge­ samten Menschheit und zur ganzen Welt. die alle für die Erhaltung des Lebens von entscheidender Wichtigkeit sind. dann ändert sich die Situation radikal. vermittelt ein Gefühl der Zufriedenheit und der Zeitlosigkeit des 314 . Von einer höheren Warte aus gesehen bedeutet dies langfristig die Erschöpfung der nicht emeuerbaren natürlichen Ressourcen.

politischer. der Sex. erheblich reduziert. Spielen oder Spazierengehen. Die für diese Situationen charakteristischen Elemente des Zusammenwirkens.gegenwärtigen Augenblicks. In den neuen Werten und Einstellungen spiegelt sich die symbiotische Einheit zwischen Mutter und Kind in der vorgeburtlichen Existenz und nach der Geburt während des Stillens wider. Diese neue Weitsicht führt häufig zu »bewußter Einfachheit« (»voluntary simplicity«) im Sinne von Duane Eigin (1981). die nun als Ausdruck 315 . dann wird es möglich. zu denen man nur auf komplizierten Wegen gelangt und von deren Erreichung allein man sich Befriedigung erhofft. Wenn diese tiefen Erfahrungselemente dem alltäglichen Erleben zugrundeliegen. in dem jeder das Leben des anderen bedroht. sondern als interessante und wünschenswerte Variatio­ nen des einen ungeteilten kosmischen Gewebes betrachtet. des körperlichen und emotionalen Austauschs sowie der gegenseitigen Ergänzung werden in der Regel automatisch die im alten Wertsystem dominierenden Elemente des Konkurrierens und Ausbeutens verdrängen. Gleichzeitig wird das irrationale Streben nach Zielen. Diese Veränderungen werden vom spontanen Erwachen eines tiefen ökologischen Bewußtseins begleitet. kultureller und rassischer Toleranz. In diesem Bewußt­ sein wird deutlich. das Hören von Musik. Die vorher beschriebene Baconsche Einstellung zur Natur (»Mutter Natur«) leitet sich von der gefahrvollen Erfahrung des Fötus mit dem mütterlichen Organismus während des Entbindungsprozesses ab. die berufliche Tätigkeit. weicht zugun­ sten einer Auffassung vom Leben. Der Aggressionspegel sinkt merklich und das Gefühl der Verbun­ denheit und der tiefen Einheit mit der Welt führt zu sexueller. alltägliche menschliche Kontakte. tiefe Befriedigung aus jedem Augenblick und aus vielen gewöhnli­ chen Situationen und Funktionen zu beziehen. nach der die menschliche Existenz ein einziger Kampf ums Überleben in einer von den Gesetzen des Dschungels regierten Welt ist. nationaler. Die Vorstellung. daß das letzte Kriterium für den Lebensstandard die Qualität des Lebensgefühls ist und nicht die Quantität der Leistungen oder der materiellen Güter. in der es als Ausdruck eines kosmischen Tanzes oder eines göttlichen Spiels erscheint. seien es Essen. Im neuen Bewußtsein werden Unterschiede nicht mehr als bedrohlich empfunden.

sondern statt dessen vorwiegend traumatische Erfahrungen (»schlechter Mutterleib« und »schlechte Brust«) gemacht haben. bestimmte Tätigkeiten aufzugeben. weil sie nun unangemessen erscheinen oder weil ihnen eine Motivation zugrundelag. kann die Arbeit sehr produktiv werden und mühelos fließen. soziale und wirtschaftliche Lösung der gegenwärtigen globalen Krise eine transpersonale Betrachtungs­ weise der Dinge voraussetzt. Sobald mehr Energie verfügbar wird. daß die Entwicklung der oben beschriebenen Bewußtseinsveränderungen nicht automatisch einen Verlust an In­ teresse für kreative Aktivitäten bedeutet. die im Gegensatz zu der emotio­ nalen Vernachlässigung und Ablehnung in der frühen Kindheit stehen. Bei solchen Menschen vollziehen sich die Veränderungen in der beschriebenen Richtung nur sehr langsam. Diese Veränderungen treten nicht auf oder sind sehr gefährdet. Sie unterstützen die neueren Bemühungen. Die Beobachtungen in Selbsterfahrungstherapien geben aber auch wertvolle Aufschlüsse über Maßnahmen zur Vorbeugung gegen solche negativen Folgen. Sie erfordern u. denn diese Menschen müssen erst Erfahrungen machen. die man jetzt als falsch erkannt hat. Es wird auch offenkundig. Der Schlüssel zu all diesen Veränderungen ist eine radikale Verlage­ rung der psychischen Dynamik von den negativen perinatalen Matri­ zen zu den positiven Elementen der vierten und ersten perinatalen Grundmatrix. transzendiert. wenn es sich um Menschen handelt. um die negativen psychischen Folgen des Geburtstraumas zu beseitigen. Es sei hervorgehoben. die in ihrer Kindheit nicht genügend emotional befriedigende und biologisch positive. daß die einzige Hoffnung für eine politische. a. wäh­ rend der therapeutischen Arbeit unmittelbare Befriedigung anaklitischer Bedürfnisse in Phasen der Regression. das bestenfalls die Rollen von Unterdrückern und Unter­ drückten zeitweilig umkehrt. Bis zu diesem Punkt habe ich die Möglichkeiten der psychedelischen und holotropen Therapie besprochen. wenn sie von der betreffenden Person mit ihrer neuen Lebensphilosophie für verein­ bar gehalten wird. die Geburtshilfe nicht als 316 .tiefer Weisheit gilt. In den meisten Fällen trifft das Gegenteil zu. Gelegentlich beobachtet man die Tendenz. die das perspektivlose »Wir gegen die anderen«.

die die Bedeutung biologischer.all dies sind Faktoren von wesentli­ cher Bedeutung. ehe man solche Techniken in großem Umfang einsetzt. Man sollte noch viel mehr Forschung auf diesem Gebiet betreiben. psychologischer und spiritueller Dimensionen der Schwangerschaft und Geburt für die Zukunft des Neugeborenen und der Gesellschaft anerkennt. daß die menschliche Psyche auf einer tieferen Ebene numinosen Charakter hat und daß die Spiritualität im »Weltenplan« eine entscheidende Dimension darstellt. eine gute emotionale und körperliche Vorbereitung auf die Geburt. Diese Veränderungen werden noch markanter. FrederickLeboyers »Geburt ohne Gewalt« (Leboyer 1981). Igor Charkowskys Unterwassergeburt (Sidenbladh 1983). genügend Zeit für den symbiotischen Kontakt zwischen Mutter und Kind sowie die Praxis des Stillens . Wir können zwar heute Babys in Reagenzgläsern zeugen und wachsen lassen. Eine psychische und physische Hygiene während der Schwanger­ schaft. Die Bedeu­ tung des Strebens nach Spiritualität und nach letzter philosophischer Erkenntnis im menschlichen Leben bildet den Gegenstand des folgenden Abschnitts. die sich in Verbindung mit perinatalen Erfahrungen einstellen. lassen transpersonale Erlebnisse auf viele verschiedene Weisen offenkundig werden. die nicht nur die Zukunft eines einzelnen Men­ schen. In den obigen Ausführungen habe ich mich auf die Veränderungen in der grundlegenden Werthierarchie und in der Lebensgestaltung. sondern eine Disziplin aus ihr zu machen. tiefgefrorene Föten in die Gebärmutter ein­ pflanzen und Fehlgeburten mit künstlichen Mitteln am Leben erhal­ ten. daß damit die minimalen Kriterien für eine gesunde psychische Entwicklung erfüllt sind.Schauplatz dehumanisierter Technologie entarten zu lassen. dauerhafter und verfeinerter. aber dies bedeutet nicht automatisch. sondern womöglich auch die unseres ganzen Planeten beein­ flussen. konzen­ triert. wenn jemand den Zugang zum transpersonalen Bereich seiner Psyche gewinnt.und Wiederge­ burtserfahrung im wesentlichen ein Prozeß der spirituellen Eröff­ nung ist. 317 . Während die Tod.

aber nicht verfügbar waren.wird wahrschein­ lich nur denjenigen etwas sagen. Wenn sich das Bewußtsein in einer bestimmten Weise verändert. in dem wir leben. das wir bisher nur in Schwarz-Weiß empfangen konnten. dann wird er die entscheidende Bedeutung der grundlegenden ontologi­ schen und kosmologischen Fragen erkennen. der farbenblind ist.und die Entschlossenheit derer. Das Streben nach Spiritualität und letzter philosophischer Erkenntnis Wenn die Selbsterforschung die Ebene der perinatalen und transper­ sonalen Erfahrungen erreicht.3. sich von emotionalen und physischen Proble­ men zu befreien und Erfolg in dieser Welt zu haben. andere Kanäle und Programme zu empfangen. in Farbe zu sehen. Ohne diese frühere Erfahrung mag dieser Begriff ebensowenig Sinn haben wie der der Farbe für jemanden. daß wir im ersteren Fall die Gelegenheit haben. die sich unter gewöhnlichen Bedingungen der Sinneswahmehmung nicht erschließen. die vorher zwar schon existierten. Wenn ein Mensch. die sich von dem Universum. der in der Vergangenheit nur darum bemüht war. wie es in spontanen mystischen Zuständen oder in psy­ chedelischen und holotropen Sitzungen geschieht. die Verbindung mit ihr hersteilen wollen . radikal unterscheiden. wo komme ich her und wohin gehe ich?« »Was ist Sinn und Zweck meines Lebens oder des Lebens 318 . ein Programm. dann offenbaren sich einige dieser verborgenen Aspekte der Wirklichkeit als imma­ nente göttliche Dimensionen der phänomenalen Welt. andere als transzendente Bereiche. plötzlich mit perinatalen und transpersonalen Erlebnissen konfrontiert wird. Der Begriff der spirituellen Dimension . Wenn wir eine moderne Analogie aus dem Bereich der Technik ziehen wollen. Der oder die Betreffende hat den Zugang zu wichtigen Aspekten der Realität gewonnen. verwandelt sie sich automatisch in die Suche nach den Antworten auf die grundlegenden spirituellen und philosophischen Fragen der Existenz. die aus eigener früherer Erfahrung Bezug zu ihr haben. »Wer oder was erschuf dieses Universum?« »Wie wurde es erschaf­ fen und in welcher Beziehung stehe ich zum Schöpfer oder zum kreativen Prinzip?« »Wer bin ich. dann können wir sagen. Die zuletzt genannte Situation wäre mit der Möglichkeit zu vergleichen.

der Sufismus oder bestimmte Formen von Gnostizismus gehören. die Kabbalah. Die traditionalistisch orientierten Wissenschaftler des Westens neh­ men gern eine allwissende Haltung ein und werten jede Vorstellung von Spiritualität als primitiven Aberglauben. Mangel an Bildung oder psychopathologische Wesensveränderung ab. die christliche Mystik. sondern er vermittelt auch den Zugang zu Informa­ tionen. Viele traditionell orientierte Wissenschaftler verwechseln das gegenwärtig vorherrschende Kartesianisch-Newtonsche Weltbild mit einer definitiven Beschreibung der Realität. die so real sind wie unser Universum?« »Ist es möglich. der Kaschmir-Shaivismus. zu denen beispielsweise die verschiedenen Yogasysteme. pubertierende Jugendliche und psychiatrische Patienten als typisch galt. Die westliche Wissenschaft ist blind gegenüber der Tatsache. daß diese Fragen extrem realistisch und wichtig sind. der Zen. die zur Befreiung führen?« Fragen dieser Art. in der das systematische Beobachten. Die vom mechanistischen Weltbild bestimmte Psych­ iatrie und Psychologie ist unfähig. die der modernen wissenschaftli­ chen Methode ähnelt. daß die archetypischen Wesen und mythologischen Bereiche eine eigene Existenz besitzen und unsere Realität wesentlich beeinflussen?« »Schreiten wir durch eine ganze Kette von Existenzformen und haben diese Existenzformen eine gesetzmäßige Verbindung?« »Wenn das ständige Wiedergeborenwerden eine Quelle des Leidens ist. regressives magisches Denken. das Tibetische Vajrayana. das Experimentieren und das Aufstellen von Theorien in einer Weise kombiniert wurden. die eine Lösung dieser Grundrätsel des Seins ermöglichen.überhaupt?« »Gibt es andere Ebenen und Bereiche der Existenz. die früher als Ausdruck von Pseudophilosophieren abgetan wurden. gibt es ein höheres Wissen und bestimmte Handlungen. 319 . erscheinen plötzlich in einem völlig neuen Licht. wie es für primitive Kultu­ ren. Der Prozeß der Selbsterforschung mit Psychedelika oder holotropen Atemtechniken zeigt nicht nur. daß die genannten Traditionen das Ergebnis jahrhundertelanger Erfor­ schung des menschlichen Geistes sind. einen Unterschied zu machen zwischen den engstirnigen und dogmatischen religiösen Überzeu­ gungen der großen institutionalisierten Religionen und der tiefen Weisheit der großen spirituellen Philosophien und mystischen Tra­ ditionen.

die religiösen Einstellungen gläubiger Menschen als Anzeichen für emotionale Unreife und kindliche Abhängigkeit. die sich aus Zellen. Es würde auch die Erkenntnis erfordern. Tod.vergleichbar den Mechanismen. Aus dieser Betrachtungsweise erscheint unser Bewußtsein als ein physiologisches Produkt des Gehirns und unsere Psyche als von unbewußten biologischen und instinktiven Kräften gesteuert. daß der Mensch nichts anderes als ein hochentwickeltes Tier und eine biologische Maschine ist. zumindest nicht als relevanten und sinnvollen Aspekt der Existenz.besonders in solchen mit mangelhaften Bildungssystemen . Begeg­ nungen mit archetypischen Gottheiten. Wenn in nichtwestlichen Kulturen . dann würde das aufge­ klärte Weltbild der Wissenschaft implizieren. Gewe­ ben und Organen zusammensetzt. und das Ausführen von Riten als Ergebnis eines Kampfes gegen frühe psychosexuelle Impulse . Hier beruft sich die institutiona­ lisierte Psychiatrie auf die Ergebnisse der Psychoanalyse. daß man seine Bedeu­ tungslosigkeit als einer von vier Milliarden Bewohnern auf einem der zahllosen Himmelskörper in einem Universum mit Millionen von Galaxien akzeptieren müßte. Wenn das mechanistische Paradigma tatsächlich eine richtige und vollständige Beschreibung der Realität wäre. Unmittelbare spirituelle Erfahrungen wie etwa das Gefühl der Ein­ heit mit dem Kosmos. In unserer eigenen Kultur ist eine solche Interpretation offensichtlich fehl am Platz. insbesondere bei hochgebildeten Men­ schen mit überragender Intelligenz. In einem Universum. in dem die Materie das Primäre ist und Leben. Götter werden als infantile Abbilder der Eltemfiguren interpretiert.tiefe spirituelle Überzeugungen vorgefunden werden. wonach die Wurzeln religiöser Überzeugungen in ungelösten Konflikten im Säuglingsalter und in der frühen Kindheit zu suchen sind. dann werden diese in der Regel auf Unwissen­ heit. Bewußtsein und Intelligenz nur ihre zufälligen Produkte darstellen.und Wiedergeburtserlebnisse.deren Richtigkeit und Wahrheit bewiesen und über jeden vernünfti­ gen Zweifel erhaben ist. die sich auch in einer Zwangsneurose finden. gibt es keinen Platz für irgendeine Form der Spiritualität. kindliche Leichtgläubigkeit und primitiven Aberglauben zu­ rückgeführt. Visionen von übernatürlich 320 .

Sogar die Meditation wurde in einen klinischen Kontext gestellt. Das Kartesianisch-Newtonsche Modell der Realität mit der Realität selber zu verwechseln heißt die moderne Wissenschaftsphi­ losophie mit ihren Erkenntnissen über die Natur wissenschaftlicher Theorien und die Dynamik von Paradigmen zu ignorieren. Roberto Assagioli und Abraham Maslow hat man in der westlichen Psychiatrie die Spiritualität nicht als emstzunehmendes Phänomen eines psychisch vollkommen gesunden Menschen aner­ kannt und mystische Erfahrungen mit psychotischen Erlebnissen in einen Topf geworfen. die auf eine schwere geistige Erkrankung hinweisen. Vor allem aber überträgt ein solcher Ansatz Ergebnisse von Forschungen in den Grundwissen­ schaften auf die Psychologie und ignoriert zahlreiche Beobachtun­ gen aus der Bewußtseinsforschung. In einem anderen Rahmen (Grof 1985) habe ich die Irrtümer. narzißtische Wendung des Wissensdrangs nach innen darstellt. die in dieser Vorstellung von Spiritualität liegen. Die Anthropologen haben die Persönlichkeit und die Verhaltensweisen von Schamanen gewöhnlich als Schizophrenie. insbesondere solche in bezug auf transpersonale Erlebnisse. G . zu demonstrieren ver­ sucht.schönem Licht oder Erinnerungen an frühere Inkarnationen werden als grobe Verzerrungen der »objektiven Realität« gesehen. Von einigen Ausnahmen wie C .ein Lieblingsthema des verstorbenen Wissen­ schaftlers Gregory Bateson (1982). und alle großen Propheten und Weisen wurden mit Etiketten aus der Psychopathologie versehen. Hysterie oder Epilepsie abqualifi­ ziert. eine Art künstliche Schizo­ phrenie mit vollständigem Abzug des libidinösen Interesses von der Außenwelt« (Alexander 1931). Jede ernsthafte wissenschaftliche Theorie muß ein Versuch sein. Das folgende Zitat aus einem Artikel des berühmten Psychoanalytikers Franz Alexander. die existierenden Tatsachen zu 321 . Jung. der die buddhistische Meditation mit künstlicher Katatonie vergleicht. daß die Selbstversunkenheit in der buddhistischen Meditation eine libidinöse. wird gegen das Prinzip der logischen Typen verstoßen . mag hier als Beispiel dienen: »Nach unseren gegenwärtigen psychoana­ lytischen Erkenntnissen ist klar. Außer­ dem liegt hier ein schwerwiegender logischer Irrtum vor: da im Korzybskischem Sinn die Landkarte mit dem Territorium verwech­ selt wird (Korzybski 1933).

Ich habe viele hochgebil­ dete Menschen beobachtet. Hervorzuheben ist aber. Keiner habe. aufgeben. Übereinstimmung scheint die Spiritualität oder Numinosität als ein von jeher bestehen­ des Merkmal tieferer psychischer Schichten. Konflikte häufig über empfand Sie zwischen seinen Erlebnissen Kenntnissen physikali­ unzulässige Annahmen.weder einen Marxisten Skepsis positivistischen gegenüber Wissenschaftler dessen Zynismus der Spiritualität eine solche Erfahrung überdauert hätte. aus denen hervorgeht. Sie muß auf Beobachtungen des Universums beruhen. nach mystischer Vereinigung zu streben. unbegründete dieser Tage metaphysische zahlreiche die sich während ihrer akademischen Ausbildung in ihnen verfestigt Aufsätze und Bücher. Die tät moderne und der Bewußtseinsforschung Religion Psyche ein mit völlig ihren der und neues die Licht Selbsterfahrungstherageworfen Status von C. Sobald der Prozeß der Selbsterforschung die perinatale oder transpersonale Ebene erreicht. mußten bestimmte Verallgemeinerungen hatten. von der ich spreche. wie es beschaffen sein sollte. Wirklichkeit. damit es zu ihren Theorien paßt. Obwohl wir von einer umfassenden Synthese all dieser neuen Erkenntnisse noch weit entfernt sind. die diesen Prozeß in unserem psychedeli­ schen einen Trainingsprogramm Atheisten. zeigen wesentliche Elemente des aufkommenden Paradigmas eine weitgehende Übereinstimmung mit dem Weltbild der großen mystischen Traditionen (Grof 1986). der jedem Bildungsgrad und jedem mit die Wissens­ denen ich stand in Disziplinen wie der Physik.G. daß dies nicht notwendigerweise eine 322 . noch erlebt. der Medizin und der Psychologie. nicht das Ergebnis spekulativen Extrapolierens. führt er zu spirituellem Erwachen und die betreffende Person beginnt. der Biologie. und in unseren noch und holotropen einen Workshops durchgemacht haben und noch keinen einzigen Menschen . und Jung der In er­ pien mit oder ohne Psychedelika haben auf das Problem der Spirituali­ menschlichen völliger wieder kosmischen Auffassung verliehen. ist voll vereinbar mit jedem Intelligenzniveau. nicht auf dem Glauben von Wissenschaftlern.ordnen. daß viele revolutionäre Fortschritte in der modernen Wissenschaft auf ein völlig neues Weltbild hinauslau­ fen. Die Form von Spiritualität. gearbeitet spirituellen sche hochintelligenten irgendwelche seinen aber und und Es gibt Menschen. wie es beschaffen ist oder ihrem Wunsch.

der regelmäßige Kirchgang an Sonn. der jüdischen oder der mohammedanischen Religion an. Die Spiritualität. tiefe mystische Erfahrungen. Macht. hindert sie daran. Spirituelle erschließen. Erfahrungen. das Sprechen von Gebeten und das Anhören der Predigt reiche aus. die sich durch eine tiefe Selbsterforschung bewirken bei dem betreffenden Menschen keine Annä­ herung an die etablierte Kirche und inspirieren ihn nicht zur häufige­ ren Teilnahme am formalisierten Gottesdienst. Man gehe in die Kirche und »erhalte etwas. die sich in einem bestimmten Stadium der Selbsterfor­ schung spontan einstellt. C. Er meinte. ja sich sogar dem Streben nach wahrer spiritueller Erkenntnis widersetzt. So glauben viele Leute. Dieses falsche Gefühl. Dogmen und Ritualen ver­ wechselt werden. Die meisten dieser Religionen haben die Verbin­ dung mit ihrem Ursprung. in denen er Theologie an einer Universität lehrte. den Menschen vor einer unmittelbaren Erfah­ rung Gottes zu schützen. einer Religion anzugehören.und Feiertagen. sich auf eine spirituelle Entdeckungsreise zu begeben. Walter Houston Clark. die Hauptfunktion der formalisierten Reli­ gionen bestehe darin. schon am Ziel angelangt zu sein. verloren. ein ehemaliger Professor für Theologie und Verfasser eines sehr bekannten Buches über die Psychologie der Religion. Glaubenssätzen. daß vieles an den institutionalisierten Religionen ihn an eine Impfung erinnerte. gehöre er nun der christlichen.G. was gegen die wahre Sache schützt«. Jung brachte eine ähnliche Ansicht zum Ausdruck (Jung 1983). politische und soziale Kontrolle. hatte nach vielen Jahren. um als wirklich religiös zu gelten.Konvergenz zwischen Wissenschaft und Religion bedeutet. die sehr wenige oder gar keine spiritu­ ellen Elemente enthält. Ihnen um Hierarchien sowie ethische. an welchem 323 . Aufgrund dieser Erfahrungen gelangte er zu Erkennt­ nissen über die Beziehung zwischen wahrer Spiritualität und Reli­ gion. sollte nicht mit den großen Religionen und ihren Überzeugungen. Er sagte. Es ist durchaus möglich. Für diese Beziehung verwandte er ein sehr interessantes Bild. Häufiger vermitteln sie ein klares Verständnis der Probleme und Begrenzungen etablierter Kirchen und lassen erkennen. vollkommen Geld. der die unmittelbare visionäre Erfahrung transpersonaler geht es in Wirklichkeiten erster Linie um ist. Ein enger Freund von mir.

Bewegung. Sobald sich die verschiedenen Ebenen von Mißverständnissen. nämlich zwischen ihren jeweiligen mystischen Schulen. Ein bevorzug­ ter Ort für einen solchen Vorgang ist das Gotteshaus.Punkt und warum sie in die Irre gegangen sind und den Kontakt zur wahren Erlebnisse großen christlichen chassidischen Spiritualität passen verloren und etwa Die haben. Diese Auffassung und von Spiritualität und Reli­ gion steht nicht im Widerspruch dazu. deckt man seine eigene Göttlichkeit. Die wichtigsten sollen eines die Aspekte anhand dieser des Beziehung folgenden zwischen werden. ent­ Mit Hilfe verschiedener Techniken. ihnen und Vorstellung von Gott. die sich im Prozeß einer tiefgehenden Selbsterforschung mäßigen Zugang offenbart. ganz zu Sufismus zu den oder Die den unmittelbaren mystischen zur spirituellen Schulen Formen und Welt der der zur der voll Weltreligionen. zu Gott als das Göttliche im Menschen. Es war. anderer Religion über in und der und eine einer 2CB aus Spiritualität Sitzung Gruppe Selbstberichts MDMA und mystische Erfahrungen vermit­ Schriftstellers hatte veranschaulicht 1986). über einer gewaltigen brausenden Lichtquelle. Ein amphetaminverwandten (Adamson Empathogene eingenommen Ausschnitt seinem Erlebnisbericht findet sich auf S. die die Funktion des Gottes­ hauses übernehmen. die den unmittelbaren erlebens­ transpersonalen Wirklichkeiten vermitteln. daß religiöse Strukturen von außerordentlicher wie die Schönheit architektonischer große islamische Vollkommenheit Moscheen oder gotischen Eindruck Kathedralen. durch mehrere Schichten trübender Realität getrennt. Bei spirituellen Übungen dieser Art sind es der Körper und die Natur. verschiedenen in der zum Kabbalah Haupttrennlinie Spiritualität verläuft nicht zwischen den etablierten sondern innerhalb jeder von ihnen. Illusio­ nen und gängigen Meinungen aufzulösen begannen und sich schließlich 324 . Die etablierten Religionen vertreten in der Regel eine Religionen. wonach das Göttliche eine Kraft ist. ausüben buddhistische und hinduistische Tempel an und für sich einen tiefen spirituellen teln können. die sich außerhalb des Menschen befindet und zu der man nur durch die Vermittlung der Kirche und der Priesterschaft Zugang gewinnen kann. Im Gegensatz dazu erkennt die Spiritualität. Mystik. 157. als schwebte ich. Verdrehungen.

der zu Entfremdung. Spiritualität und innerer Friede folgen aus dieser Erfahrung ebenso wie ein Atemzug aus dem vorhergehenden. das für die moder­ nen westlichen Gesellschaften so charakteristisch ist. was in unserem sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitenden oder . Würde diese Energiequelle. Das systemati­ sche Leugnen und Verdrängen der Spiritualität. daß diese tosende Explosion das Leben selber war. das sie ausstrahlte.wie Nebel verflüchtigten. Ich gelangte zu der Erkenntnis . Liebe. Wir alle sind schlicht Teil des Lebensfeuers. Mit der Zeit zeigte sich immer deutlicher eine riesige Lichtkugel. Sie donnerte und pulsierte durch alles. Natürlich sind wir alle vereint. Es war nicht schrecklich. Es war das Geräusch eines Bogenlichts von Milliarden von Volt. Existenzangst. würde nur eine blasse Vorstellung von seiner Leuchtkraft vermitteln. Ich vereinte mich mit ihr .über­ flüssig. es war der Schrecken selber. an die man glaubt . weder richtig.das reine Absolute. Es gibt zahlreiche Hinweise darauf. sie war der Ursprung der kristallinen Bewegung des Lebens. Dies war eine vorreligiöse Erfahrung. das Donnern Tausender von Sonnen. die man nur als absolut bezeichnen kann. Die Religion schien mir nun angesichts meiner unmittelbaren Nähe zur Quelle allen Lebens . sondern tief in meinem Innern durch Intuition -. Natürlich spürt man. die uns durchströmt. Und sie durchschoß auch mich. kann sich als ein kritischer Faktor erweisen. sondern machte zum Gott. Das alles ist selbst­ verständlich . Es war nicht göttlich. Es hatte eine Intensität. was lebte. zu psychopathologischen Erscheinungen und der Gesellschaft. daß die Schöpfung etwas Großartiges ist.es ist schlicht unsere Natur.pulsierenden Universum existierte. weißes Licht zu nennen. Die Spiritualität war zu einem fahlen Abbild des Sturms und der Gewalt des Lebens geworden. zu Kriminalität. noch gütig.ich war eine zitternde Faser nicht nur reinen Lichts. Es war nicht prächtig. sondern auch reiner Energie. sondern es war.je nach der Kosmologie. Das Licht. die ich umkreiste. wurde das Brausen lauter und lauter. die explodierte und alles schuf. beim einzelnen Menschen Gewalttätigkeit und selbst­ 325 . nicht existieren.nicht über Worte. der Klang des Universums in Flammen. Sie war noch vor der Kugel uranfänglicher Stemenmaterie. Natürlich liebt man alle Lebewesen. so würden auch wir nicht existieren. daß der transzendente Impuls die wichtigste und mächtigste Kraft im Menschen ist. noch liebevoll. wie es war . sondern einfach das lebende Leben.

Die kann Wesen wichtige mit des Funktion des dieses oben in (S. gerecht Die zwei wird . einer Strebens 284f) nach bereits zu spiritueller Erleuchtung Modells die den Hilfe beschriebenen beschreiben. Dies ist in der Tat nichts anderes als eine Neuformulierung des Gedankens von C. Das kann mit verschiede­ geschehen und -u. Auf diese Weise wird das eigene Leben zu einem aktiven Dialog zwischen dem hylotropen und dem holotropen Bewußtsein. sind das hylotrope oder mate­ holotrope. So wird es möglich. mit wir anerkennen. G. kultivieren und Alltagsaktivitäten nen Mitteln an mit ihnen vertraut Innenleben einer mit werden.um das Menschen in der in die das der den Weise Beobachtungen modernen Bewußtseinsforschung Physik besitzt. In der Praxis bedeutet bleiben unsere Un­ der Teil­ Erforschung mit mit unserem konzentrierten mit und bewußten und Überbewußten zu ergänzen. aus den immensen Schätzen und der jahrtausen­ dealten Weisheit. erklärt werden. Tranceriten. Wie ich vorgeschlagen habe. mit der Einnahme von Psyche­ delika unter Überwachung. Schamanenritualen Aufenthalt in einem sensorischen Isolationstank. seine Jung. und unseres Techniken mit dem der und subatomaren beiden auf einander Ganzheit ergänzenden abzielende Aspekten Bewußt­ der menschlichen Natur entsprechen. rieorientierte sein. Meditation. daß zu das innere wichtigste menschliche durch in Bedürfnis Kultivierung darin des besteht.ein Modell benutzen.a. sie müssen das.zerstörerischen Tendenzen der heutigen Menschheit beiträgt. das bestimmte Ähnlichkeit zum Wellen-Teilchen-Paradox Bewußtseinsformen. eigene Lebens Wirklichkeit und symbolischen entdecken aktivem dynamischem Kontakt mit dem kollektiven Unbewußten und dem Selbst zu leben. humanistischen nahme transpersonalen Psychotherapie. Aus diesem Grund ist das in letzter Zeit gestiegene Interesse an verschie­ denen Formen der Selbsterforschung. muß man . die unmittelbare spirituelle Erfahrungen vermitteln können. 326 . die in der kollektiven Psyche ruhen. zu schöp­ fen. Um alle in uns diese schlummernden beiden Aspekte in Möglichkeiten unseres Fühlung Wesens zu zu verwirklichen. ein sehr ermutigender Trend und eine Entwicklung von potentiell großer Bedeutung.

Lebensfreude und Optimismus und steigern das Selbstwertgefühl. werden. und daß sie die Grundeinstellung Menschen seine Auffassung 327 . tiefen Selbsterforschung ein­ schwierigen besitzen gut heilende integriert zu würden. mit der übrigen die Schöpfung wesentlich eins zu sein.Ein Mensch. holotropen schmerzli­ Störungen Dasein ein holotrope Erfahrungen. Einige der Erfahrungen. die lassen Sie den ihn überspannten. besitzen des eine so zum große Leben Intensität. sehr tiefe sonalen Sphäre üben auf den betreffenden Menschen in der Regel Wirkung und beschränkten Perspektive. beseitigen. dessen Existenz wird. den Die Erfahrung. chronischen Gefühl im Laufe Kräfte. der Existenz. Durchschnittsmenschen Probleme kennzeichnet. erzeugen Bewußtsein der Verbundenheit mit allen Lebewesen und dem gan­ zen Kosmos. Alltagslebens von einem kosmischen Standpunkt betrachten. lebt und geprägt als einer klinischen Symptome zeigt und deshalb aus der Sicht der traditionel­ Psychiatrie führt und zu zu die »geistig gesund« diesen Hilfsquellen abgeschnitten und vermag sie nicht für sich zu nutzen. Begegnungen lösen die ihn ehrgeizigen mit von der der des bungen aufgebraucht wurden. wenn sie vollständig durch­ und Quellen emotionaler sonst und das vereinigende Spannungen nehmen alltägliche beeinträchtigen Erlebnisse Ekstatische Entfremdung. ist - ausschließlich selbst wenn gilt - durch er von das keine hylotrope manifesten inneren Bedürf­ Bewußtsein len Dies nisse stellen. verleihen innere Kraft. chen Erfahrungen unter ihnen scheinen. und leiten sie um auf das Abenteuer Selbstentdeckung. Sie läutern die Sinne und öffnen sie für die Wahrnehmung der außerordentlichen Fülle. Sie fügen der das Existenz eigene neue Leben Bestre­ transper­ engen des und We­ faszinierende frei. der Schönheit und des Rätsels anderen. mit denen man auf seiner inneren Suche konfrontiert wird. Sie machen einige der Energien bislang verschiedenen Wiederholte aus. erhöht die Toleranz und Geduld gegenüber senkt Aggressionspegel und intensiviert Fähigkeit zu Synergie und Kooperation. der eine stens die gestalten um vieles reicher und interessanter. Die Entdeckung der verborgenen Aspekte der Wirklichkeit und der mit ihnen verbundenen Dimensionen in Herausforderungen hinzu. das Gefühl Frustration einer Die die die der transzendenter Die und einem sich mangelnder Erfüllung.

dann könnte die innere Wandlung in den Menschen eine der Hauptkräfte werden. noch zwischen der ab wenden neuen können. Wenn sich dieser Trend fortsetzt. auf die die Welt in einem erschreckenden Tempo zuzustre­ ben scheint. auftreten. Angesichts dieser Fakten stellt das gesteigerte Interesse an Spiritua­ lität und an innerer Suche eine der wenigen hoffnungsvollen Ent­ wicklungen in unserer bedrohten Welt dar. ein wissenschaftlichen dem spirituellen der allumfassendes Katalysator wohl eine der Paradigma Weiterentwicklung Bewußtseins erweisen. und eine faszinierende zwischen Streben eines wird. verän­ dern. der kann und die im für Laufe eines Beein­ Erfahrungsprozesses Perspektive diese drastische die Ausgangsbasis Bewertung seiner Lebenserfahrungen eine große Stütze sein und die Qualität des Alltagsdaseins verwandeln. die die von uns selbst verschuldete Kata­ strophe.davon. bietet das Die rasch und Kluft fortschreitende den mystischen Per­ der über­ könnte des Konvergenz Traditionen spektive brücken sich als der Wissenschaft die neues philosophia zukünftigen Forschung solches die bedeutender Ein perennis Weltbildes. was man ertragen. wesentlichen Bedingungen für das Weiterbestehen des Lebens auf diesem Planeten ist. . solchen flussung Zusätzlich der zu den HeilungsVorgängen. bewältigen und verarbeiten kann.

und sie erlangten Gewißheit ihrer Unsterblichkeit. sowohl bei Naturvöl­ kern als auch in hochentwickelten Kulturen in verschiedenen Teilen der Welt für rituelle und magische Zwecke verwendet. Eine andere übliche und weitverbreitete Pflanze mit psychedelischen Eigenschaften. Im Rigveda sind dem Soma 120 Verse gewidmet. der im altpersischen Zend-Awesta als Haoma.und unterirdischen Mächten läßt sich bis zu den Anfängen der Menschheits­ geschichte zurückverfolgen. die ihn zu sich nahmen. zur anderen Hälfte in den Himmeln« waren. Blätter. Ihre Körper wurden gestärkt. sie preisen die außerordentliche Wirkung dieses göttlichen Getränks auf die Anbetenden. Blüten und Harz seiner Abarten . Seit undenklichen Zeiten wurden Pflan­ zen. gerieten in ekstatische Verzückung. ist der Hanf. in seltenen Fällen auch tierische Substanzen. Psychedelische Pflanzen und Substanzen Der Gebrauch von psychedelischen Substanzen zum Zweck der Hei­ lung. die zum Zweck der Heilung und Erfrischung verwendet wurde. ihre Herzen füllten sich mit Mut.etwa der 329 . Er wurde von nomadisierenden arischen Invasoren eingeführt und übte einen tiefgreifenden Einfluß auf die Entwicklung der Religion und des philosophischen Denkens bei den Hindus aus. der legendäre göttliche Getränk. Von besonde­ rem historischen Interesse ist die legendäre göttliche Pflanze bzw. Freude und Begeisterung. bei denen sie »zur Hälfte auf der Erde. der Weissagung und der Kommunikation mit den über. Anhang: Psychedelika in Psychotherapie und Selbsterforschung 1. ihr Geist wurde erleuchtet. Diejenigen. die stark bewußtseinsverändemd wirkende Alkaloide enthielten. in der alten indischen Literatur als Soma bezeichnet wird. In der Geschichte der chinesischen Medizin finden sich Berichte über psychedelische Substanzen schon vor über 3500 Jahren.III.

in Afrika. Mayas) und heute lebende Indianergruppen (Huichols. Das berühmteste südamerikanische Psychedelikum ist Ayahuasca oder Yage. Kif. einigen Sufi-Orden. Wein der Seele oder Weinranke des Todes (soga de muerte). Peru. Cora. etwa als Wein des Todes. zu denen auch eine intensive Geißelung gehört. das aus der Rinde der Dschungelliane Banisteriopsis caapi zubereitet wird und in Brasilien. Tolteken. Psychedelische Arzneien wurden in besonderer Vielfalt in Zentralame­ rika verwendet. Mazateken) benutzten bzw. Yaquis.und Südamerika sowie in der Karibik unter verschiedenen Bezeichnungen wie Haschisch. Bhang.Cannabis sativa und der Cannabis indica . den alten Skythen und den Rastafarianen Jamaikas. die den Peyotekult mit Elementen des Christentums vereinigt. Cha­ ras. Die berühmtesten unter ihnen sind der Peyotekaktus (Lophophora williamsii). die heiligen Teonanakatl-Pilze (Psilocybe mexicana und cubensis). visionären und telepathischen Wirkungen. Der zeremonielle Gebrauch von Peyote findet sich auch heute noch insbesondere bei den Huichol-. Die südamerikanischen psy­ 330 .wurden im Mittleren Osten. einer synkretistischen Religion. Der Hanf diente als wichtiges Sakrament bei den verschiedensten Gruppen. Der zeremo­ nielle Gebrauch von Psilocybe-Pilzen bei den Mazateken Mexikos wurde weltweit bekannt. eingenommen. Nord. den tantrischen Bud­ dhisten Tibets. Yaqui-. Ganja oder Marihuana zum Vergnügen. und ist bekannt für seine massiven läuternden. etwa bei den afrikani­ schen Naturstämmen. heilenden.und Tarahumaraindianem Mexikos. Es wird in dramati­ schen Pubertätsriten benutzt. den indischen Brahminen. zur Heilung und bei Riten geraucht bzw. benutzen mindestens sechzehn ver­ schiedene Pflanzen mit deutlich bewußtseinsverändemden Eigenschaf­ ten. und die Samen der Windenart Turbina corymbosa. die in der Landessprache Ololiuqui heißen. Manchen Schätzungen zufolge gehört mehr als die Hälfte der amerikanischen Indianer (250000) gegenwärtig der Native American Church an. Indien. Verschiedene präkolumbianische Kulturen (Azteken. Tibet. China. Nach dem Bürgerkrieg verlagerte sich die Peyotereligion nach Norden vom Gebiet um den Rio Grande nach den Vereinigten Staaten und wurde dort von mehr als fünfzig nordamerikanischen Indianerstämmen assimiliert. Ecuador und Kolumbien unter vielen Bezeichnungen bekannt ist. die auch als das »Fleisch der Götter« bezeichnet werden. nachdem die berühmte Curandera Maria Sabina ihr Geheimnis dem amerikanischen Bankier und Pilzforscher Gordon Wasson und dessen Frau an vertraut hatte.

Stammeskrieger auf dem Kriegspfad und Löwenjäger nehmen es ein. Er wird von den Schamanen der ecuadorianischen Anden seit mehr als drei Jahrtausenden für Weissagung und Heilung verwendet. Samoyed-. Ostyak. der Diagnose und Behandlung von Krankheiten. die ich erwähnen möchte. an denen Männer (Bwiti) und Frauen (Mbiri) teilnehmen. werden große Dosen in Zeremonien eingenommen. Die letzte bedeutende psychedelische Pflanze. Die Virolaschnupfstoffe werden bei vielen Indianergruppen im Amazonasgebiet von Venezuela. der Prophezeiung. das aus dem Harz der Virola theiodora oder Virola cuspidata gewonnen wird sowie das aus der Virola calophylla und Virola theio­ dora hergestellte Epenä. der Weissagung und anderer magisch-religiöser Handlungen benutzt. Äquatorialafrika trägt zur Welt der psychedelischen Pflanzen den Ebogastrauch (Tabemanthe iboga) bei. Manche Forscher haben versucht. Kolumbien und Brasilien zum Zweck der Kommunikation mit der Welt der Geister.und Stachelschweinen gesucht.insbesondere den Ojibway -. die in den nordischen Sagen beschrieben wird -. Nun hat es in bezug auf die psychedelische Wirkung des Fliegenpilzes einige 331 . Der San Pedro-Kaktus (Trichocerus pachanoi) ähnelt in seiner Wirkung dem Peyote. Seine Wurzeln werden von Goril­ las. der in Lewis Carrolls »Alice im Wunderland« und in vielen anderen Märchen des Westens vorkommt. Späne der Wurzelrinde werden von den Eingeborenen unter der Bezeichnung Eboga oder Iboga benutzt. die die ganze Nacht über andauem und bei denen zur Herstellung der Verbindung mit Geistern der Vorfahren getanzt und getrommelt wird. Er wurde und wird häufig von sibirischen Schamanen der Koryak-. deren Verhalten durch ihren Genuß massiv beeinflußt wird. Am bekanntesten sind das Cohoba.die tobsüchtige Raserei einer Gruppe mit Bärenfellen bekleideter Krieger. In kleinen Dosen ist es ein Aphrodisiakum und Psychostimulantium. Bei Ibogakulten.und Chukcheestämme. Gordon Wasson (1967) hat Hinweise aus verschiedenen Disziplinen darauf gesammelt. daß der Riegenpilz mit dem legendären Soma der Veden identisch ist. um bei Nachtwachen nicht einzuschlafen. jener rote. weil er ebenfalls das aktive Alkaloid Meskalin enthält. die alten Wikingerberichte über den sogenannten Berserkergang . von nordamerikanischen Indianergruppen im Gebiet der Großen Seen . Wild. und von bestimmten Völkern Skandinaviens benutzt. auf die Einnahme von Fliegenpilzen zurückzuführen (Fabing 1956). ist der Fliegenpilz (Amanita muscaria). weiß ge­ sprenkelte Pilz.chedelischen Schnupfstoffe sind vor kurzem durch den Film »The Emerald Forest« populärer geworden.

der häufig als der Vater der modernen Psychopharmakologie bezeichnet wird. Das goldene Zeitalter in der Geschichte der Psychedelika begann im April 1942. als der schweizeri­ 332 . wurde sehr wenig psychedelische Forschung betrieben. Havelock Ellis und Heinrich Klüver durchgeführt. bis Anfang der vierziger Jahre. Diese Forschungstätigkeit gipfelte 1927 in der Veröffentlichung des Buches Der Meskalinrausch von Kurt Beringer. der Stech­ apfel (Datura Stramonium). In der darauf folgenden Zeit. die für den Hexensabbath oder die Walpurgisnacht zubereitet wurden. die chemische Zusammensetzung des psychoaktiven Wirkstoffs des Peyote zu identifizieren. Die psychoaktiven Eigen­ schaften der Krötenhaut und ihrer Sekretionen erklären ihre Beliebtheit als Zutat zu den Hexengebräuen und -salben des Mittelalters. der vor der Küste der Norfolkinsel im Südpazifik vorkommt. brachte sie nach Deutschland und gewann aus ihnen die darin enthaltenen Alkaloide. heftige alptraumartige Visionen zu erzeugen. hat nicht allgemeine Anerkennung gefunden. der Alraun (Mandragora officinarum) und das Bilsenkraut (Hyoscyamus niger). so interessant und populär sie auch ist.Unklarheiten und Kontroversen gegeben und Wassons Theorie. die viele Science Fiction-Elemente enthielten (Roberts 1960). Die Pionierexperimente mit Peyote wurden von Weir Mitchell. 1897 gelang es seinem Kollegen und Rivalen Arthur Heffter. Er nannte ihn Mezcalin (Meskalin). Louis Lewin. ein Fotograf für das National Geographie Magazine. Er geriet in einen intensiven halluzinatorischen Zustand und hatte Erlebnisse. hat bei den Eingeborenen den Ruf. Die Besprechung der berühmtesten psychedelischen Stoffe möchte ich mit einem kurzen Hinweis auf bewußtseinsverändemde Substanzen tierischen Ursprungs abschließen. Der »Traumfisch« (Kyphosus fuscus). Joe Roberts. Die bewußtseinsverändemden Effekte dieser tierischen Produkte lassen sich auf ihren hohen Gehalt an psychedelischen Tryptaminderivaten wie Dimethyltryptamin (DMT). Bei den Vorbereitungen für den Hexensabbath wurden hauptsächlich auch Pflanzen aus der Familie der Nachtschatten­ gewächse verwendet: die Tollkirsche (Atropa Belladonna). sam­ melte Proben von Peyote. N-methoxy-DMT und Bufotenin (Dimethylserotonin) zurückführen. Die lange Geschichte der rituellen Anwendung psychedelischer Sub­ stanzen steht in einem auffallenden Gegensatz zu einem relativ kurzzei­ tigen wissenschaftlichen Interesse an diesen Stoffen und ihrer systema­ tischen Erforschung in Labor und Klinik. hat 1960 einige Fische dieser Art gebraten und gegessen und konnte diese Behauptungen bestätigen.

nach einer anfänglichen zufälligen Vergiftung durch LSD-25 und dem darauf folgenden geplanten Selbstversuch mit dieser Substanztiefes Interesse an den chemischen Zusammenhängen bei psychedeli­ schen Pflanzen. wurde über Nacht zu einer wissenschaftlichen Sensation. Dieses neue halbsyntheti­ sche Mutterkomderivat. Bevor seine wissenschaftliche Arbeit auf diesem Gebiet beendet wurde . Sie führte zu einer Wiedergeburt des Interesses an den schon früher bekannten psychedelischen Pflanzen und Substanzen sowie zu einer Lawine an neuen Erkenntnissen über sie. das Rätsel der heiligen mexikanischen Pilze zu lösen. Die durch Hofmanns Entdeckung angeregte Forschung beschränkte sich nicht auf LSD. Der Hauptwirkstoff im Ayahuasca oder Yage ist das Alkaloid Harmalin. Nach und nach vermochten Wissenschaftlerteams in systematischer Forschungsarbeit den Geheimnissen der Psychedelika auf den Grund zu kommen. Yagein oder Telepathin genannt. etwa mit 10-Methoxyharmalin.und Epenäschnupfstoffen sowie im syrischen Rue (Peganum harmala) nachgewiesen worden. doch gelangte man in neuen chemischen und pharmakologischen Untersuchungen zu weiteren wichtigen Erkenntnissen.sehe Chemiker Albert Hofmann die epochemachende Entdeckung der außergewöhnlichen psychoaktiven Eigenschaften winziger Dosen von Lysergsäurediäthylamid (LSD-25) machte. Besonders interessant ist die Tatsache. die aus der Zirbel­ drüse gewonnen werden können. die Wirkung der Ololiuquisamen auf ihre Bestandteile d-Lysergsäureamid und seine verwandten Mutterkomderivate zurückzuführen. Harmalaalkaloide sind auch in den Kohoba. Man ermittelte die chemische Zusammensetzung der Haupt­ wirkstoffe der meisten berühmten psychedelischen Pflanzen und konnte sie im Labor in reiner Form hersteilen. Albert Hofmann selber entwikkelte . das schon in der unglaublich winzigen Dosis von einem Millionstel eines Gramms (eines Mikrogramms oder Gammas) wirkt. da nämlich die mystischen Traditionen der Zirbeldrüse in bezug auf die »Öffnung des dritten Auges«. war er noch in der Lage. die aufgrund der Existenz eines schwarzen Psychedelika-Markts und der unüberwachten Massenselbstversuche der jungen Generation ergriffen wurden -. indem er aus ihnen die alkaloiden Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin isolierte. Es gelang ihm. Damit war die Grundlage für so manche interessanten Spekulationen geschaf­ fen. 333 . auch Banisterin.durch die bedauerlichen politischen und admini­ strativen Maßnahmen. auf visionäre Zustände und auf paranormale Fähigkeiten große Bedeutung beimaßen. daß Harmalin große Ähnlichkeit mit Substanzen besitzt. Seine chemische Zusammensetzung ist zwar seit 1919 bekannt.

doch sein chemi­ scher Aufbau wurde erst gegen Ende der sechziger Jahre vollständig erkannt. die in Budapest von Böszörmönyi und Szara begonnen wurde. Nach vielen Schwierigkeiten entschlüsselte man im modernen Laboratorium die chemischen Geheimnisse des Haschischs und des Marihuanas. Bota­ nikern. Nur der Soma der Veden ist sowohl in botanischer als auch in chemischer Hinsicht ein Rätsel geblieben. die eventuell durch Stoffwechsel Vorgänge im Körper erzeugt werden und häufig im Rahmen biologischer Psychosetheorien diskutiert wurden. Derivate des wichtigen Aminosäurentryptophan und mit den Neurotransmittern chemisch verwandt sind. Die theoretische Bedeutung der Tryptaminderivate beruht auf dem Umstand. Dipropyltryptamin (DPT) und andere verwandte Verbindungen zählen zu den einfachsten Molekülen mit psychedelischer Wirkung. Es ist bedauer­ lich. Deren typische Wirkungen konnten auf eine Gruppe von Tetrahydrocannabinolen (THC) zurückgeführt werden. daß die enthusiastischen Bemühungen von Anthropologen. Auch sind sie. Psychiatern und Psychologen. Pharmakologen. Neben Wassons Theorie. Diäthyltryptamin (DÄT). wie ich bereits er­ wähnte. das Psilocybin und das Psilocin. wurde 1901 isoliert.Ibogain. Zu den natürlich vorkommenden Tryptaminderivaten zählen auch die bereits erwähnten wirksamen Alkaloide der mexikanischen heiligen Pilze. Dime- thyltryptamin (DMT). die in der Menschheitsgeschichte eine wichtige Rolle gespielt haben. Ein theoretisch bedeutsamer Beitrag zur Enträtselung der Geheimnisse verschiedener psychedelischer Substanzen pflanzlichen und tierischen Ursprungs war die Erforschung der psychoaktiven Tryptaminderivate. in der der Soma mit dem Fliegenpilz in Verbindung gebracht wird. mit der chinesischen Ephedra (Ephedra sinica) oder mit anderen Pflanzen vermuten. Sie sind verantwortlich für die bewußtseinsverändemden Eigenschaften der südamerikanischen Schnupfstoffe Kohoba. das wichtigste psychoaktive Alkaloid der afrikanischen Ebogapflanze (Tabemanthe iboga). Die moderne chemische Forschung hat somit das Problem der meisten psychedelischen Substanzen gelöst. die eine Verbindung mit dem syrischen Rue (Peganum harmala). die Hauptwirkstoffe in der Krötenhaut und ihren Sekretionen sowie im Fleisch des pazifischen »Traumfischs« (Kyphosus fuscus). Epenä und Paricä und tragen auch zur Wirksam­ keit von Ayahuascamixturen bei. Aus diesen Gründen sind sie zwangsläufig Kandidaten für endogene psychotomimetische Sub­ stanzen. die die psychedelische Forschung der fünfziger und sechziger Jahre charak­ 334 . daß sie von Natur aus im menschlichen Organismus Vorkom­ men. Chemikern. gibt es andere.

Sie kommen als solche in der Natur nicht vor. die dieses Phänomen untersuchten. dem Dopa­ min und dem Amphetamin ähneln. die in ihrer Molekular Struktur dem Meskalin. wenn in einem Notfall eine sofortige Operation erforderlich war. Ketanest. die für die Psychiatrie Relevanz haben. MDMA (3. daß das Ketamin eine hochwirksame psychedelische Substanz ist.4-Methylendioxyamphetamin). Die vor kurzem weit bekannt gewordene Kontroverse um das Methylendioxymethamphetamin (MDMA) -allgemein auch als XTC. entdeckten.hat die Aufmerksamkeit von Vertretern der Heilberufe wie auch von Laien auf eine große Gruppe von psychoaktiven Substan­ zen gelenkt. Ketajet) ist eine vollkommen synthetische Verbindung.4Methylendioxymethamphetamin). Zu den am meisten bekannten dieser amphetaminverwandten Psychedelika oder »Empathogene« gehörenMDA (3. die bei chirurgischen Eingriffen zur Erzeugung einer generellen Anästhesie verwendet wird. die in sehr viel geringeren Mengen als solchen.5-Trimethoxymethylamphetamin) und 2-CB (4-Brom-2. DOM oder STP (2.5-Dimethoxyphenetylamin). Ketaminhydrochlorid (Ketalar. In den ersten Jahren ihrer Existenz wurde sie Hundert­ tausenden von Patienten mit ungewisser medizinischer Vorgeschichte verabreicht. Es ist ein Anästhetikum.terisierten. im Sassafras sowie in anderen Pflanzen und botanischen Produkten finden. die in chemischer Hinsicht dem berüchtigten Phenzyklidin (PCP oder »Engelstaub«) ähnelt. und gilt als gefährliche Straßendroge. die sich in der Muskatnuß. Psychiater.5-Methylendioxyamphetamin).5-Dimethoxy-4Methylamphetamin). MMDA (3-Methoxy-4. das in der Veterinärmedizin verwendet wird. im Safran. Die meisten dieser Substanzen. TMA (3.4. doch ihre chemischen Vorläufer sind ätherische Öle. so massiv lahmgelegt wurden. sind halbsynthetisch. Trotz ihrer biologischen Gefahrlosigkeit fiel sie bei den Chirurgen allmählich in Ungnade. Trotz seiner Verwandtschaft mit dem Phenzyklidin un­ terscheidet sich das Ketamin erheblich in seiner psychischen Wirkung. Es wird von Parke-Davis als dissoziatives Anästhetikum produziert und vertrieben und gilt allgemein als eine der gefahrlosesten Substanzen. wie sie von den Chirurgen verwen­ det wurden (etwa ein Zehntel bis ein Sechsei der anästhetisch wirkenden Dosis). noch ehe die Neugier der Wissenschaftler der Welt der Psychedelika die noch verbleibenden Geheimnisse entlocken konnte. für die 335 . für außergewöhnliche psychiatrische Explorationen. Ekstase oder Adam bekannt . weil sie häufig zu sehr ungewöhnlichen und heftigen Veränderungen in den Wahrnehmungen und Emotionen der Patienten während ihrer Rückkehr zu normalem Bewußtsein führte.

außersinnliche Wahmehmungskanäle zu öffnen (Telepathie. zu seinen Ursprüngen zurückzukehren. In Anbetracht der enormen Vielfalt dieser Phänomene. die den rituellen Gebrauch von Psychedelika bei verschiedenen Naturvölkern erforscht haben. die meistenteils den theoretischen Rahmen der traditionellen Psychologie und der west­ lichen Wissenschaftsphilosophie sprengen.Schulung von werden kann. Mit ihrer Hilfe soll es gelingen. die Kommunikation mit der Welt der Geister. Die Verwendung von Psychedelika in Ritus und Therapie Nach der Beschreibung von Anthropologen. daß das in der »Tiefen« psychologie Freuds zum Ausdruck kommende biographische Modell gerade eben an der Oberfläche der geistigen Mechanismen kratzt. verwundert es nicht. werden über die Möglichkeiten dieser Substanzen die verschiedensten Dinge behauptet. schwarze Magie und Hexerei zu betreiben. den Zusammenhalt in der Gemeinschaft zu stärken. Psychometrie. Gottheiten und Dämonen herzustellen. usw. sondern unspezifische Verstär­ ker geistiger Prozesse sind. Der erste Schritt in dieser Richtung war die Erkenntnis. erfuhren diese in alten Kulturen und bei Naturvöl­ kern gehegten Überzeugungen über die Wirkung von Psychedelika unerwartete Bestätigung. Tieren und dem Leben der Pflanzen herzustellen. wenn westliche Wissenschaftler und gebildete Laien diese Behauptungen mit Zurückhaltung aufnehmen. Astralprojektion). eine grundlegende PersönlichkeitsWandlung und Verjüngung zu bewirken. den Tod zu transzendieren und dadurch die Angst vor dem Sterben zu verlieren. Gleichzeitig wurde an vielen grundlegenden Annahmen und Vorurteilen der Kartesianisch-Newtonschen Wissen­ schaft gerüttelt. Vorfahren. daß die bedeutendsten Psychedelika nicht spezifische pharmakologische Zu­ stände (toxische Psychosen) erzeugen. In der Blütezeit der experimentellen und klinischen Untersuchungen mit Psychedelika aber. Fachleuten sowie für therapeutische Zwecke benutzt 2. Die Erforschung der menschlichen Psyche mit diesen intensiv wirksamen Katalysatoren ließ keinen Zweifel übrig. Hellsehen. also in den fünfziger und sechziger Jahren. Krankheiten zu diagnostizieren sowie emotionale und psychosomatische Heilung her­ beizuführen. Um all die außergewöhnlichen Erlebnisse und 336 . die Verbindung mit Naturkräften.

So scheinen sich beispielsweise die alten Tod. Hofmann und Ruck (1984) haben in ihrem Buch Der Weg nach Eleusis. die bei ver­ schiedenen Naturvölkern zum Zeitpunkt der Übernahme neuer biologi­ scher und sozialer Rollen abgehalten werden . läßt sich als übergeordneter theoretischer Bezugsrahmen verwenden. Verschiedene Kulturen und Epochen haben aber auch bestimmte Erfahrungsbereiche und ihre Verknüpfungen betont und kultiviert. auf die grundlegenden TransformationsVorgänge in Ver­ bindung mit den perinatalen Mechanismen konzentriert zu haben . die eingeweiht werden. war es notwendig.auf die Konfrontation mit dem Tod. Sexualität und Tod und enthalten Erlebnisse. der ein neues Licht auf die überaus zahlrei­ chen psychedelischen Phänomene wirft und sie auf einen gemeinsamen Nenner bringt.kreisen um die Trias Geburt. Die sogenannten Übergangsriten . die ich im ersten Teil dieses Buches beschrieben habe und die durch viele klinische Beispiele veran­ schaulicht werden kann.machtvolle Rituale. die ungefähr zwei Jahrtausende lang in Griechenland prakti­ ziert wurden. daß der in Eleusis verwendete heilige Trank Kykeon Mutterkomderivate enthielt. So läßt man beispielsweise bei Pubertätsriten Knaben und Mädchen in ihrer Rolle als Kinder »sterben« und als Erwachsene »geboren werden«. Das neue Modell ist so umfassend. die in verschiedenen historischen Epochen und in verschiedenen Ländern der Welt im Zusammenhang mit Situationen beschrieben wurden und werden. Die Geheimnisse der Mysterien eindrucksvolle Belege dafür gesammelt. in denen Psychedelika eine Rolle spielen. Die Kartographie. die für die dritte perinatale Grundmatrix charakteristisch sind. Hierbei machen diejeni­ gen. die in der Regel als Tod der alten biologischen oder sozialen Rolle und als Geburt in die neue Rolle aufgefaßt werden.und Wiedergeburtsmysterien wie etwa die Eleusinischen Mysterien. die Transzendenz und die daraus resultierenden Veränderungen im Lebensgefühl. die in ihrer chemischen Zusammensetzung dem LSD sehr ähnlich waren. starke psychische Todund Wiedergeburtserfahrungen durch. in der Werthierarchie und in der Beziehung zum Kosmos.Beobachtungen in psychedelischen Zuständen zu erklären. Außerdem können bei verschiedenen Kulturen unterschiedliche transpersonale Erfahrungsbereiche als Teil des symbo­ lischen Kontexts der Riten dominieren. daß es auf alle oder zumindest die meisten Phänomene angewendet werden kann. beispielsweise kosmologische 337 . Wasson. eine erheblich erweiterte Kartographie der menschlichen Psyche zu entwickeln.

etwa durch Atemtechniken. daß die oben geschilderten Erlebnisse. usw. -. Dämonen oder anderen archetypischen Wesenhei­ ten. Nach intensiven perinatalen Erfahrungen sowie in Verbindung mit verschiedenen trans­ personalen Phänomenen lassen sich häufig Empfindungen tiefen Mitge­ fühls oder der Verbundenheit mit anderen sowie ein Gefühl der Grup­ penzugehörigkeit beobachten. kein grundlegender Unterschied besteht. zu öffnen. die am Anfang der Tätigkeit vieler Schamanen steht. Tieren und tierischen Geistern. bestimmen normalerweise massive perinatale Ele­ mente das Erleben. Zerstückelung und Vernichtung durch Dämonen und des nachfolgenden Aufstiegs in die Oberwelt an. rassische oder kollektive Erfahrungen. Betont sei.mythologische Motive. Singen und Tanzen. son­ dern auch bei Anwendung hochwirksamer nichtpharmakologischer Mittel auftreten. Heilung mit der Vermittlung geistiger Führer oder tierischer Helfer. die Rückführung zum Erbe der Vorfahren. der Folter. kreativer Inspiration sowie der Fähigkeit zur Diagnose und Heilung von Krankheiten. hat die psychedelische Forschung im allgemeinen 338 .und Wiedergeburtsmysterien. die Teilnahme verschiedener Götter oder Dämonen an den Ritualen. Meditation. Pflanzen und sogar leblosen Objekten. etwa die Kommunikation mit oder gar Beses­ senheit von Göttern.und Wiedergeburtserfahrungen nehmen die Form des Abstiegs in die Unterwelt. Dies stützt die Hauptthese dieses Buches. Wie schon erwähnt.um die tiefe Verbunden­ heit mit kosmischen Kräften. usw. die Verbundenheit mit dem Totentier. verschiedene parapsychologische Phänomene. die »Schamanenkrank­ heit« und andere rituelle Situationen charakteristisch sind. Außerdem gehören zu den typischen transpersonalen Begleiterscheinungen tiefgehender und gut integrierter Schamanenerfahrungen die Entwicklung paranormaler Fähigkeiten. nicht nur im Zusammenhang mit der Einnahme psychedelischer Substanzen. die Übergangsriten. Je nach den kulturellen und sozialen Gegebenheiten sowie den benutzten Techniken scheinen sich unterschiedliche Zugänge zu verschiedenen Ebenen und Bereichen der Psyche. usw. Die damit verknüpften transpersonalen Erfahrungen krei­ sen in der Regel um Elemente aus der Natur . die für die Tod. nämlich daß zwischen psychedelischen Erlebnissen und außergewöhnlichen Be­ wußtseinszuständen. wie sie im oben erwähnten Modell beschrieben werden. Trancetanz. Die Tod. In der »Schamanenkrankheit«. die durch andere Techniken herbeigeführt wer­ den. In anderen Ritualen spielen andere Formen transpersonaler Erfahrungen eine dominierende Rolle.

Psych­ iater und Anthropologen sehen sich nun mit der Herausforderung konfrontiert. die innerhalb von etwa zwanzig Jahren veröffentlicht wurden. dieser Möglichkeit nicht weiter nachgegangen. bestätigten die ursprünglichen Behauptungen. ihre eigenen therapeutischen Experi­ mente mit LSD und anderen Psychedelika durchzuführen. Die modernen Psychologen. Sandison. wie die Behauptungen über die heilen­ den Kräfte psychedelischer Drogen der Überprüfung durch moderne Untersuchungstechniken standhielten. Zu den Pionieren in dieser Hinsicht zählen Busch und Johnson (1950) sowie Abramson (1955) in den Vereinigten Staaten.die Behauptungen in verschiedenen nichtwestlichen Kulturen über psychedelische Zustände bestätigt. nur zwei Jahre nachdem Stoll in der Schweiz die erste wissenschaftliche Untersuchung über LSD veröffentlicht hatte (Condrau 1949). Vom Meskalin glaubte man damals im allgemei­ nen. diese Behauptungen so zu interpretieren. die darauf hinwiesen. Anfang der fünfziger Jahre emp­ fahlen mehrere Forscher unabhängig voneinander LSD als einen Zusatz zur Psychotherapie. daß es eine toxische Psychose bewirke. daß Psychedelika den therapeutischen Prozeß fördern und den für die Behandlung verschiede­ ner emotionaler und psychosomatischer Störungen erforderlichen Zeit­ raum verkürzen können. Viele der Berichte. In Anbetracht des Hauptthemas dieses Buches interessiert besonders die Frage. Außerdem erschienen zahlreiche Berichte über Untersuchungen. also einen Zustand. daß eine mit LSD unterstützte Psychotherapie auch 339 . Die häufigen dramatischen und tiefgreifenden Auswirkungen von Psy­ chedelika bei Versuchspersonen im Labor und unter klinischen Bedin­ gungen lassen natürlich vermuten. Die frühen Berichte dieser Forschung zogen beträchtliche Aufmerksam­ keit auf sich und stimulierten Psychiater sowie Psychologen in verschie­ denen Ländern der Welt dazu. daß sie mit der gegenwärtigen westlichen Psychologie und Wissenschaftsphilosophie im Einklang stehen. Die Möglichkeit der therapeutischen Verwendung von LSD wurde erstmals 1949 von Condrau ins Auge gefaßt. der nicht von therapeutischem Interesse war. der den therapeutischen Prozeß vertiefen und intensivieren kann. daß sie sich besonders gut für therapeutische Zwecke eignen. Spencer und Whitelaw (1954) in England und Frederking (1953) in Westdeutschland. Aus irgendwelchen Gründen ist man aber in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts. als man sich erstmals für diese Substanzen interessierte und die Forschung sich in erster Linie auf das Meskalin konzentrierte.

Seit dem Erscheinen der ersten klini­ schen Berichte wurde viel Zeit und Energie auf die Erforschung des therapeutischen Potentials von Psychedelika verwendet und wurden viele Hunderte von Fachartikeln über dieses Thema veröffentlicht. Soziopathen. daß man mit Hilfe einer solchen Therapie nicht nur eine Linderung des emotionalen Leidens und eine Abschwächung der für Krebs charakteristischen starken körperlichen Schmerzen erreichen könne. Viele verschiedene Techniken der therapeutischen Verwendung von LSD und anderer Psychedelika wurden in den vergangenen dreißig Jahren vorgeschlagen und überprüft. Personen mit sexuellen Perversionen sowie solchen mit schweren Charakteranomalien. von denen man allgemein annahm. weil sie der Komplexität 340 . Manche von ihnen hielten sich nicht und wurden fallengelassen. modifiziert und von anderen Therapeuten in kompliziertere Behandlungsverfahren integriert. gibt es auch in der Geschichte der psychedelischen Therapie Ansätze. wollte ich versuchen. Die Bemühungen. umfassen nunmehr eine Zeitspanne von mehr als drei Jahrzehnten. Ich beschränke mich dabei auf die wichtigsten Behandlungsansätze. Aus Untersuchungen an sterbenden Perso­ nen ging hervor. Zu den Ansätzen. Wie bei jedem neuen Gebiet von solch enormer Komplexität und revolutio­ närer Bedeutung zu erwarten ist.für bestimmte psychiatrische Patienten geeignet sein könne. andere wurden verfeinert. die sich als irrig erwiesen. Es würde den Rahmen dieses Textes sprengen. LSD und andere Psychedelika in der Behandlung emotionaler Störungen einzusetzen. Hier möchte ich lediglich einen kurzen kritischen Überblick über die klinische Anwendung von Psychedelika geben. Viele einzelne Forscher sowie Therapeutenteams meldeten mehr oder weniger Erfolg bei chronischen Alkoholikern. Interessierte Leser finden eine umfassendere Erörterung dieses Themas in meinem Buch LSD-Psychotherapie (Grof 1983). sondern sich auch eine tiefgreifende Wandlung der Auffassung vom Tod und der Einstellung zum Sterben bewirken läßt (Grof und Halifax 1980). daß sie auf eine Psychoanalyse oder andere Formen von Psychotherapie kaum ansprechen würden. Anfang der sechziger Jahre entdeckte man ein neues und vielverspre­ chendes Anwendungsgebiet für die psychedelische Psychotherapie: die Behandlung von Patienten mit Krebs im Endstadium oder mit anderen unheilbaren Erkrankungen. kriminellen Psychopathen. die fallengelassen wurden. die aus der Sicht des gegenwärtigen Erkenntnisstands Beachtung verdienen. diesen komplexen Prozeß durch all seine verschiedenen Stadien zu verfolgen. Arzneimittelabhängigen.

gelegentliche psychedelische Sitzungen im Laufe einer reinen Psychotherapie zur Überwindung von Abwehrmechanismen und Wi­ derständen. die ihr Vertrauen in die psychedelische Therapie trotz der verschiedenen widersprüchlichen Berichte in der Anfangsphase nicht verloren. gelangten zu dem Schluß.der Wirkungsweise von Psychedelika nicht gerecht wurden. die nichts mit dem pharmakologischen Effekt dieser chemischen Verbindungen zu tun haben. LSD als ein Antidepressivum zu gebrauchen. Hierzu zählen Versu­ che. deren pharma­ kologische Eigenschaften man ausbeuten wollte. der äußere Behandlungsrahmen sowie das allgemeine zwischenmenschliche Klima während der Sitzung. die sogenannte hypnodelische Therapie (Levine und Ludwig 1967). Selbst wenn man Psychedelika nur als Zusatz in einer Psychotherapie verwendet. was psychedelische Drogen von sich aus tun können. Alles. das chronische und stationäre klinische Zustände aktivieren und so einer traditionellen psychiatrischen Behand­ lung besser zugänglich machen kann. die therapeutische Be­ ziehung. Die 341 . darf man keine Wunder erwarten. Da der äußere Behand­ lungsrahmen sowie der allgemeine therapeutische Hintergrund eine so grundlegende Rolle spielen. Zu den wichtigsten Faktoren dieser Art zählen die Persönlichkeitsstruktur des Patienten. die Psyche zu aktivieren und unbewußtes sowie überbewußtes Material bewußt werden zu lassen. besteht darin. als Mittel zum Abreagieren oder als ein Medikament. die Persönlichkeit des Therapeuten. gibt es mehrere verschiedene Kombinationsmöglichkeiten. bei denen diese Substanzen lediglich als eine weitere Gruppe von chemischen Wirkstoffen aufgefaßt wurden. gehören diejenigen. die unterschiedlich effektiv sind. Sie sollten immer im Rahmen eines komplexen psychotherapeutischen Programms eingesetzt werden. Art und Grad spezifischer therapeutischer Hilfe. Weniger interessant sind die Anwen­ dung kleiner Dosen zur Unterstützung des psychotherapeutischen Pro­ zesses. die Anwendung kleiner Dosen in einer Gruppenpsychothe­ rapie sowie eine Kombination aus Hypnose und Psychedelika. wenn man Psychedelika wie ein normales Medikament verabreicht. hängt von einer ganzen Reihe anderer Faktoren ab. Ob dieser Prozeß therapeutisch oder destruktiv und desorganisierend wirkt. Die Forscher. daß psychedelische Substanzen eine mehr oder weniger unspezifische Verstärkungsfunktion haben und daß der Therapieerfolg entscheidend von einer Reihe nichtpharmakolo­ gischer Faktoren (extrapharmakologischer Variablen) abhängt. als eine chemische Substanz zur Herbeiführung von Schocks.

Der Begriff psycholytisch wurde von dem britischen Forscher und Pionier der LSD-Therapie. die in den Sitzungen mit der psychedelischen Droge oder in den drogenfreien Intervallen zwischen ihnen auftreten. Er greift . eine high fidelity stereophone Musik. die die meiste Aufmerksamkeit auf sich lenkten und das größte Interesse verdienen.unterstützend ein und gibt spezifische Interpreta­ tionen.vorgeschlagen. Psychedelische Therapie. die Anwendung höherer Dosen von Psychede­ lika. die Klientin herzu­ stellen. die eine solche Erfahrung begünstigen. auf die sich dann Gefühle der Einheit mit dem Kosmos und andere transperso­ nale Phänomene einstellen. Die psycholytische Therapie ist eine Erforschung zunehmend tieferer Schichten des Unbewußten. optimale Bedingungen für den Klienten bzw. werden mit den therapeutischen Grundprinzipien nach Freud angegan­ gen. Er heißt wörtlich übersetzt: Psyche. sowie die Betonung des Spirituellen. Der Therapeut ist gewöhnlich mehrere Stunden lang in den Kulminationsphasen der Sitzungen anwesend. die Verinnerlichung des Prozesses durch die Verwendung von Augenbinden. Bei den meisten Personen nimmt diese die Form des Ich-Todes und der Wiedergeburt an.angeregt durch seine Korrespondenz mit Aldous Huxley . den Geist manifestierend (abgeleitet von den griechischen Wörternpsyche und delein = manifest machen). Der Begriff psychedelisch wurde erstmalig von dem Psychiater und LSD-Forscher Humphrey Osmond . damit dieser bzw.beiden Formen einer mit psychedelischen Drogen unterstützten Psycho­ therapie. Ronald A. Diese Behandlungsform ist sowohl in theoretischer als auch in praktischer Hinsicht eine Modifika­ tion und Erweiterung der Freudschen Analyse.wenn nötig . Die psychedelische Therapie unterscheidet sich vom psycholytischen Ansatz in mehreren wichtigen Aspekten. Die Silbe lytisch (aus dem griechischen lysis = Auflö­ sung) weist auf einen Prozeß des Abbaus von Spannungen oder der Lösung von Konflikten in der Psyche hin. sind die psycholytische und die psychedelische Therapie. Zu den Faktoren. gehören eine spezielle Vorbereitung. Psycholytische Therapie. geprägt. diese eine tiefgreifende transformative Erfah­ rung transzendentaler Natur machen kann. Alle Phänomene. Sandison. des 342 . die während der ganzen Sitzung gespielt wird. Hierbei wird eine ganze Serie (15 bis 100) von mittleren Dosen an Psychedelika in Abständen von ein bis zwei Wochen verabreicht. Ihr Hauptanliegen besteht darin.

die unter Krebs im Endstadium leiden. Arzneimittelsüchtigen. die ich in meiner eigenen klinischen Arbeit als die effektivste empfand. die Klientin. ist in der Regel ein systematisches Durcharbeiten in einer ganzen Reihe von psychedelischen Sitzungen erforderlich. die ich in einem früheren Kapitel ausfürhlich beschrieben habe. die unter verschiedenen Psychoneurosen. die üblichen Abwehrhaltungen einfach abzulegen und sich den spontanen Heilkräften der tieferen psychischen Mechanis­ men anzuvertrauen. psychosomatischen Störungen und Charakteranomalien leiden. Im Gegensatz dazu schenkt man in einer psychedelischen Therapie dem in den Sitzungen auftauchenden biographischen Material nicht genü­ gend Beachtung und erwartet man zuviel von einer einzigen transformativen Erfahrung. Sie ermuntern den Klien­ ten bzw. sehr effektiv sein. depressiven Per­ sonen und Patienten. in die Tiefe zu gehen. Die meisten der Psychiater und Psychologen. in denen sich die Überzeugun­ gen einer bestimmten Schule widerspiegeln. Bei der psycholytischen Therapie sind es die theoretische Beschränkung auf das biographische Modell der Freudschen Psychoanalyse. Meiner Ansicht nach haben beide Ansätze. Während der psychedeli­ schen Erfahrung selber ist das Sprechen tunlichst zu unterlassen. die klinische Forschungen mit Psychedelika betrieben haben. die fehlende Berücksichtigung der perinatalen und transpersonalen Dimensionen der Psyche sowie die Extemalisierung des Prozesses durch die übermäßige Anwendung rein verbaler Techniken. die für die psychedelische Therapie charakteristisch ist. ihre entschiedenen Nachteile. Bei Menschen aber. Im folgenden Abschnitt möchte ich die Form einer mit psychedelischen Drogen unterstützten Psychotherapie beschreiben. Dieser Ansatz vereinigt die Vorteile der psycholytischen und psychedelischert Thera­ pie und meidet ihre Nachteile. Die verbale Kommunikation beschränkt sich auf die Zeiträume vor und nach der Drogensitzung. Seine Grundprinzipien besitzen weitge­ hende Ähnlichkeit mit denen der holotropen Therapie. Dies überrascht auch 343 . mag zwar im allgemeinen bei Alkoholikern. schwören entweder auf die psycholy­ tische oder die psychedelische BehandlungsVariante.Künstlerischen und der natürlichen Schönheit in den äußeren Rahmen­ bedingungen. da es die emotionale und psychosomatische Selbsterforschung daran hindert. Die psychedelischen Therapeuten glauben nicht an brillante und zum richtigen Zeitpunkt vorgenommene verbale Inter­ pretationen oder andere Interventionen. wenn sie in reiner Form praktiziert werden. Die Anwendung der »einen überwältigenden Dosis«.

da die Technik* des holotropen Atmens sowohl im Hinblick auf ihre Konzeption als auch auf ihren philosophischen Hintergrund unmit­ telbar aus der klinischen Arbeit mit Psychedelika hervorgeht. von der benutzten Droge und von einigen anderen Umständen. um dieses Ziel zu erreichen. eine Vertrauensbeziehung zwischen Therapeut und Klient herzustellen.nicht. da die Rückkehr zur Natur ein wichtiger Aspekt der psychedelischen Erfahrung ist. daß er über die Behandlung informiert worden und mit ihr einverstanden ist. Der Be­ handlungsort sollte anheimelnd. Noch wichtiger ist es. Zu diesem Zeitpunkt sollten dem Klienten auch die Behandlungsphilosophie. Prinzipien der LSD-Psychotherapie Dieses Behandlungsverfahren besteht aus drei miteinander zusammen­ hängenden Phasen. in denen der Klient auf die psychedelische Erfahrung vorbereitet wird. Die erste ist die Vorbereitungsphase. welche Wirkung die zu verabrei­ chende Droge hat. Sie sollte in einer geschützten Umgebung stattfinden. In ihr wird (ohne die Benutzung von Drogen) eine Reihe von Interviews durchge­ führt. dann sollte ein besonderes Treffen vereinbart werden. und welche Erfahrungen sie unter Umständen herbei­ führen wird. um die verschiedenen speziellen Fragen im Zusam­ menhang mit der Drogensitzung zu erörtern. 3. Sind diese Ziele erreicht worden. der den Verlauf und das Ergebnis der Sitzung bestimmt. In dieser Phase geht es darum. Wieviel Zeit nötig ist. Hier sollten detaillierte Informationen darüber erteilt werden. die allgemeine Behandlungsstrategie und die Regeln für die Durchführung psychedelischer Sitzungen erklärt werden. Wenn möglich sollte er in einer landschaftlich schö­ nen Gegend liegen. Bad und Toilette sollten leicht erreich­ 344 . Am Ende dieses Treffens sollte der Klient schriftlich bestätigen. denn diese ist der bedeutsamste Einzelfaktor.falls notwendig unbegrenzte Freiheit zum Ausleben seiner Erfahrung besitzt. welche potentiellen Gewinne und Risiken mit ihr verbunden sind. genügend Informationen über die Natur der emotionalen Schwierigkeiten und der persönlichen Vorgeschichte des Betreffenden zu sammeln. Die zweite Phase ist die psychedelische Sitzung selber. umgekehrt aber . von der Persönlichkeit des Klienten oder der Klientin. in der der Klient von äußeren Einflüssen femgehalten wird. hängt von den zu behandelnden Problemen ab. bequem möbliert und geschmackvoll eingerichtet sein.

so lange die Droge wirkt. Diese Bedingung wird in extemalisierten Sitzungen nicht erfüllt. Dies gilt besonders für die amphetaminverwandten Psychedelika MDA und MDMA. Wenn aber höhere Dosen angewendet werden. sind intemalisierte Sitzungen im allgemeinen tiefgehender und weniger verwirrend. Das Fasten begünstigt außerge­ wöhnliche Bewußtseinszustände und verringert die Auftretenswahr­ scheinlichkeit von Komplikationen. in liegender Position verblei­ ben und Augenbinden sowie Kopfhörer tragen.bar sein. in der psychedelische Therapie prakti­ ziert wird. kann man auch lohnende extemalisierte Sitzungen durchfüh­ ren. die mit einem zu vollen Magen Zusammenhängen (etwa vorschnelles Erbrechen usw. Unmittelbar vor der Sitzung sollte sich der Klient nicht in streßgeladene und chaotische Aktivitäten stürzen. ihm falls notwendig . sich mit allem Material. zu konfron­ tieren. gehören eine gute Anlage sowie eine reichhaltige Samm­ lung von Bändern oder Platten zur absolut unerläßlichen Standardausrü­ stung einer jeden Räumlichkeit. Unmittelbar während intensiver psychedelischer Erfahrungen sollte die verbale Kommunikation auf ein Minimum beschränkt sein. Die oberste Regel für psychedelische Sitzungen lautet. es voll und ganz zu erfahren und es zu integrieren. sondern eine ruhige und entspannte Phase der Besinnung einlegen. Der Klient sollte die meiste Zeit der Sitzung über die Augen geschlossen halten (ausgenommen dann natürlich. auf die Bedürfnisse des Klienten zu achten. was aus dem Unbewußten freigesetzt wird. Die ständige Anwesenheit der Therapeuten ist eine wesentliche Voraus­ 345 .). Wenn die Dosierung niedrig ist. in denen der Patient seine Augen offen hält. die zwischenmenschlichen Beziehungen vertiefen und zu einer Spiritualisierung des alltäglichen Lebens führen. da hier verschiedene Ablenkungen durch die Sinne die Konzentration auf den inneren Prozeß stören. Sie kön­ nen die Sinnes Wahrnehmung intensivieren. Mindestens einer von ihnen sollte immer gegenwärtig sein.Unterstützung anzubieten und für den reibungslosen äußeren Ablauf zu sorgen. Im Idealfall sollte ein aus Mann und Frau bestehendes Therapeutenpaar den Klienten während der ganzen Sitzung ununterbrochen im Auge behal­ ten. Sie ermöglichen auch eine bessere Integration der Erfah­ rung. Da die Musik ein wichtiger Bestandteil der psychedelischen Therapie ist. um die Musik zu wechseln. Nach Verabreichung der Droge sollte der Klient die meiste Zeit. Vor einer psychedelischen Sitzung sollte der Klient fasten oder nur eine sehr leichte Mahlzeit zu sich nehmen. wenn er die Toilette aufsuchen muß).

Auch das Schreiben eines Erlebnisberichts. in denen die Droge ihre stärkste Wirkung zeigt. die Augenbinde oder die Kopfhörer zu tragen. die zur Natur der Erfahrung des Klienten passen. Gruppengespräche oder verschiedene künstlerische Ausdrucksformen 346 . an denen sich energetische Blockierungen befinden. bringen ihm . Ist die psychedelische Erfahrung zu einem Zeitpunkt. wenn er Beistand braucht.falls erforderlich . Sobald die pharmakologische Wirkung der psychedelischen Substanz nachläßt. In den Stunden. Ein ausführliches Gespräch über die Erlebnisse gegen Ende der Sitzung oder am folgenden Tag kann ihre Integration erleichtern.setzung für eine gute und gefahrlose psychedelische Erfahrung. in denen der Klient mit dem (den) Therapeuten seine Erfahrungen bespricht und sich überlegt. In den meisten Fällen gelangt die Sitzung zu einem natürlichen Ab­ schluß mit einer Lösung aller Probleme. und helfen ihm zur Toilette. Sie wählen die Musikstücke aus. Die dritte Phase. sein inneres Erleben nach außen zu projizieren und abzureagieren. bedarf es spezifischer Interventionen nur. um einen Eindruck von der Art seiner Erfahrung zu gewinnen. die zeichnerische oder malerische Darstellung der Erfahrung sowie Meditieren können in dieser Hinsicht nützliche Dienste leisten. überprüfen jede halbe Stunde kurz seinen Zustand. Wenn erforderlich kann die aufdeckende Arbeit am folgenden Tag fortgesetzt werden. oder eine Tendenz zeigt. sollten sich die Therapeuten mit dem Klienten eingehender befassen. In solchen Fällen können sich die Therapeuten der bereits früher beschriebenen Techni­ ken der holotropen Therapie bedienen. das nachträgliche Verarbeiten. Kleenextücher oder eine Plastiktüte. wenn der Klient sich gegen seine Erfahrung wehrt. führt in der Regel zu einer raschen Auflösung jeglicher noch verbleibender emotionaler oder psy­ chosomatischer Spannungen. sich weigert. bis eine gute Integration der Erlebnisse unter der Einwirkung der Droge erreicht ist.Wasser. wie er sie am besten in sein Alltagsleben integrieren kann. bedarf es eventuell aktiven Eingreifens. besteht normalerweise aus mehreren Interviews (ohne Einnahme der Droge). wenn die pharma­ kologischen Effekte nachlassen. Schnelleres Atmen über kurze Zeit kombiniert mit gezielter Körperarbeit an den Stellen. nicht zu einem positiven Abschluß gekommen. die an diesem Sitzungstag die psychedelische Erfahrung bestimmten. auch wenn eine unkomplizierte Sitzung nur ein minimales Eingreifen von ihrer Seite erfordert. Die Beschreibung solcher Situationen und die Erörterung der geeigneten Interventionen finden sich in meinem Buch LSD-Psychotherapie (Grof 1983).

Therapeut und Klient sollten sich ihr eigenes Urteil bilden und eine weitere Sitzung anberaumen. nimmt diesem Vorgehen viele Gefahren und macht es auch auf breiter Basis leicht anwendbar. Sie besitzen große Heilkraft. Selbsterfahrungssitzungen ohne Einnahme der Droge oder gezielte Körperarbeit durchzuführen. um die unvollständige psychische Gestalt zu schließen. Wie schon früher erwähnt. d. Wie die Geschichte der psychedeli­ schen Bewegung zeigt. Da beide mit verschiedenen heftigen emotionalen und psychosomatischen Erschei­ nungen bereits vertraut wären. dann nur im Rahmen von Teamar­ beit unter gegenseitiger Kontrolle und Supervision. dürften sie die Einführung eines psyche­ delischen Katalysators in die Behandlungssituation als einen logischen und nützlichen Schritt empfinden. Sollten Psychedelika jemals wieder in der klinischen Praxis eingesetzt werden. ist es gelegentlich notwendig. Im allgemei­ nen ist die aufdeckende Arbeit immer einer Medikation mit Tranquili­ zern vorzuziehen. Dies wäre eine Situation. kann die Forschung auf diesem Gebiet nicht nur die Versuchspersonen. Die Tatsache.der psychedelischen Erfahrung bieten sich hier ebenfalls als Möglich­ keit an. Psychedelische Substanzen sind extrem wirksame Mittel für die Öff­ nung der Tiefen des Unbewußten und der Höhen des Überbewußten. da damals die meisten Fachleute auf 347 . falls und sobald notwendig. die sich von der in den fünfziger Jahren wesentlich unterscheiden würde. Im Idealfall sollte der Abschluß einer psychedelischen Therapie offen bleiben. die Anzahl der Sitzungen sollte nicht von vornherein durch den Behandlungsplan oder andere Faktoren limitiert sein. dann könnte die holotrope Therapie eine sehr nützliche Vorbereitung sowohl für den psychedeli­ schen Therapeuten als auch für den Klienten sein. doch öffnet sie den Zugang zu ähnlichen Erfahrungsbereichen und besitzt ebenfalls bemerkenswerte Heilkraft. h. daß sich die Erfahrungen allmählich entwikkeln und durch ständige Anstrengung von seiten des Klienten hervorge­ bracht werden. da letztere unter diesen Umständen den Erfahrungs­ prozeß in seinen schwierigen Stadien eher einfrieren und einen positiven Abschluß verhindern. können aber je nach den Umständen auch mit schweren Risiken verbunden sein. Wenn in Zukunft die Arbeit mit Psychedelika wieder möglich werden sollte. Mit diesen Stoffen sollte man sehr ernsthaft und respektvoll umgehen. sondern auch erfahrene Forscher selber in ge­ fährliche Situationen bringen. Im Vergleich mit der psychedelischen Therapie geht die holotrope Therapie im allgemeinen nicht so sehr in die Tiefe wie Sitzungen mit hohen Dosen von LSD oder Psilocybin.

daß es in höherer Dosierung gelegentlich zu massiven desorganisierenden Erfah­ rungen führt. Was immer auch in Zukunft mit der psychedelischen Therapie als solcher geschehen mag.LSD völlig unvorbereitet waren. Das LSD-25 (Lysergsäurediäthylamid) bleibt auch nach mehreren Jahr­ zehnten klinischer Forschung das bemerkenswerteste und interessante­ ste von allen Psychedelika. die in der psychotherapeutischen Arbeit ausprobiert wor­ den sind. Obwohl diese Substanzen in relativ unspezifischer Weise den biographischen. Der Hauptnachteil von LSD besteht darin. die sechs bis acht Stunden anhalten. Das Psilocybin. die unter unglücklichen Umständen und ohne fachmänni­ sche Hilfe zu einem gefährlichen Abreagieren kulminieren können. Schon eine Dosis von nur 25 Mikrogramm (Gammas oder Millionstel von Gramm) kann deutliche psychische Veränderungen herbeiführen. an Gespräche unter vier Augen oder an das verhaltenstherapeutische Dekonditionieren gewöhnt und in der Zwangsjacke des Kartesianisch-Newtonschen Paradigmas gefangen. unterscheiden sie sich untereinander in bestimmten Aspekten der pharmakologischen Wirkung sowie in der Hinsicht. die Doppelblindversuche ausführten. als auch erfahrenen Pro­ banden fiel es schwer. Psychologie sowie Psychotherapie revolutionieren wird. um zu ähnlichen herausfordernden Beobachtungen zu gelangen. Bisher habe ich mich auf sehr allgemeine Prinzipien der therapeutischen Arbeit mit Psychedelika beschränkt. nicht merk­ würdiger und exotischer Drogen bedarf. man kann nur schwerlich die Tatsache leugnen. das reine Alkaloid aus den mexikanischen heiligen Pilzen. Seine unglaubliche Wirksamkeit und biolo­ gische Gefahrlosigkeit wird von keiner anderen psychoaktiven Substanz erreicht. perinatalen und transperso­ nalen Bereich der menschlichen Psyche aktivieren. daß sie bestimmte Elemente der psychedelischen Erfahrung selektiv hervorheben. Im folgenden möchte ich nun ein paar genauere Anmerkungen über die wichtigsten Substan­ zen machen. Sowohl For­ schem. die beiden Substanzen auseinanderzuhalten. so vermochten sie die fremdartige Welt der LSDPhänomene in ihre Theorie und Praxis nicht zu integrieren. daß es. bis dies endlich erkannt und Psychiatrie. Eigentlich sollte es nur eine Frage der Zeit sein. sondern daß zu diesem Zweck einfache Mittel wie Atmen oder Einsetzen von Klängen genügen. Der 348 . ähnelt in seiner Wirkung weitgehend dem LSD. Sie waren an die zahme Atmosphäre des freien Assoziierens in der Freudschen Psychoanalyse. Die optimale Dosie­ rung für das oben beschriebene therapeutische Vorgehen beträgt 250 bis 500 Mikrogramm.

Der bittere Geschmack des Peyote sowie seine Eigenschaft. Übelkeit hervorzurufen. Von den kurzzeitig wirkenden Tryptaminderivaten verdienen zwei besondere Beachtung.. schränken von sich aus die eingenommene Menge ein. der reine Wirkstoff. ähnelt in seiner Wirkung den beiden oben erwähnten Substanzen. ein gleichwertiger Ersatz für die heiligen Pilze zu sein. ziehen viele erfahrene Probanden das Naturprodukt vor. der für die psychedelischen Effekte des Peyote verantwortlich ist. die sich seinem Gebrauch in religiösen Riten widersetzen. die für therapeutische Zwecke optimal ist. Das Meskalinsulfat. wenn sich die Dosis der lOOOmg-Grenze nähert. Die alternative Möglich­ keit. Die Dosierung. Frische oder getrock­ nete Psilocybepilze genießen in psychedelischen Kreisen den Ruf. insbesondere von Übelkeit und Erbre­ chen. 1979). Die optimale 349 . Sie werden oft als das ideale Mittel dafür angesehen. Trotz der Tatsache. Schon Dosen. Das Meskalin ist als therapeutisches Mittel nie populär geworden. es zu inhalieren. Einer seiner großen Nachteile neben den gastrointestinalen Nebenwirkungen besteht in seiner Giftigkeit und eingeschränkten Ge­ fahrlosigkeit. wie sie in der klinischen Praxis verabreicht werden (150-500 mg) wirken sich auf die Leber aus und verursachen deutliche in Labortests nachweisbare Veränderungen. Seine bemerkenswerte Heil­ kraft wird sogar von solchen Indianern anerkannt.a. DasDipropyltryptamin (DPT) ist systematisch in seiner Funktion als Zusatz zur Psychotherapie von Alkoholikern und Krebspatienten erforscht worden und erwies sich in seiner Wirkung als vergleichbar mit LSD (Grof u. Die Toxizität von Meskalin nimmt gefährliche Ausmaße an. 1973. daß die Mazatekenindianerin und Curandera Maria Sabina einer Laborprobe von Psilocybin beschei­ nigte. liegen. um es in wissenschaftlichen Experimenten zu erproben. die am sanftesten wirkenden bewußtseinsverändernden Substanzen zu sein. Unerfahrene in die Welt der psychedelischen Erlebnisse einzuführen. Es wird bei so vielen körperlichen Beschwerden verwendet. daß es schon fast als ein Allheilmittel bezeichnet werden kann. Im Gegensatz dazu genießt das natürliche Peyote bei den Indianern einen sehr guten Ruf als Medikament. Richards u. schwankt zwi­ schen 25 und 35 mg. Der bedeutsamste Unterschied dürfte in der ungewöhnlichen Reichhaltigkeit von Farben in Meskalin­ visionen sowie in einer hohen Wahrscheinlichkeit des Auftretens von gastrointestinalen Beschwerden. die zur Verfügung stehen. Wie alle Tryptaminderivate muß es injiziert werden.einzige Unterschied ist die kürzere Wirkungszeit des Psilocybin.a. gilt in ihrer Wirkung als nicht zuverlässig genug.

oral eingenommen . Ein faszinierender Aspekt der Harma­ laalkaloide ist der.therapeutische Dosierung beträgt 75-150 mg. die die Probanden oft mit dem im Tibetanischen Toten­ buch beschriebenen klarem Urlicht vergleichen. aber tiefe erschütternde Erlebnisse auslösen kann. die Harmalin nahmen. der auf vierzig Sitzungen mit dreißig Patienten basiert. Sie halten es für heilsam. um diese Behauptungen in der klini­ schen Medizin des Westens zu prüfen. egal ob der Patient oder der Heiler es einnimmt. Man hat aber nur sehr wenig Anstrengungen unternommen. eine tiefgehende transformative Erfahrung völlig abstrakter. Im Gegensatz zum LSD.300-400 mg. Die optimale Dosierung für Ibogain scheint bei 3 bis 5 mg pro Kilogramm Körperge­ wicht zu liegen. a. Bei den Ayahuasqueros im nordwestlichen Südamerika ist das Yage als die »große Medizin« bekannt. das biologisch weitgehend gefahrlos ist. Je nach Dosierung kann es für die Erforschung des biographischen. sind aber physiologisch nicht unproblema­ 350 . mit kosmischen Bildern u. da es eine intensive und zwingende Erfah­ rung im Verlauf einer einzigen Stunde ermöglicht. etwa Bilder von Großkatzen. Die therapeutischen Erfahrungen mit dem Ibogain sind ebensosehr beschränkt wie die mit der Gruppe der Harmalaalkaloide. Die Wirkung läßt nach vier Stunden abrupt nach. mit Visionen von Geschlechtsorga­ nen. bei entsprechender Dosierung. daß sie ungewöhnlich häufig bestimmte Bilder aus dem kollektiven Unbewußten wachrufen. aber dennoch alles beinhaltender Natur herbeiführen. mit dem Tod. etwas mit dem Herausgedrücktwerden aus der Gebärmutter. Er beobachtete bei zehn von seinen dreißig Versuchspersonen. Die Haupt­ quelle von Daten ist wiederum der Bericht von Claudia Naranjo. Das 5-Methoxy-DMT gilt als eine therapeu­ tisch interessante Substanz. Nach Shulgin beträgt die wirksame Dosis von Harmalin . Es kann aber auch. die entweder Ibogain oder einen vollständigen Ibogaextrakt einnahmen (Naranjo 1979). wirken die psychedeli­ schen Amphetamine (mit Ausnahme von DOM oder STP) in psychi­ scher Hinsicht sehr »milde«. Diese treten zusammen mit den üblichen Erlebnissen auf. perinatalen oder transpersonalen Bereichs verwendet werden. Nach seinen Beschreibungen bringt das Ibogain mehr die triebhafte Seite der Psyche zum Vorschein. inhaltsloser. dramatische therapeutische Veränderungen. Die wichtigste Untersuchung über die therapeutischen Effekte des Yage und der Harmalaalkaloide stammt von Claudio Naranjo (1979). Es dominieren aggressive und sexuelle Motive sowie Bilder von Tieren und primitiven Eingeborenen. Schlangen und nackten schwarzen Frauen.

insbesondere mit einer Herzerkran­ kung oder mit Bluthochdruck. Sie öffnen Kanäle für das Einfühlungsver­ mögen und steigern das Gefühl der Verbundenheit mit anderen Men­ schen oder mit der natürlichen Umwelt. weil es die allgemeinen. die das Herzchakra öffnet. die anästhesierende und psychedelische Eigenschaften vereinigt. Während des vor kurzer Zeit herrschenden öffentlichen und fachlichen Interesses an MDMA (Adam. Eine süßliche. Die therapeutische Arbeit mit Empathogenen erfordert die Auswahl einer anderen Musik als die mit LSD oder Psilocybin. das Einfühlungs­ vermögen fördernden Effekte mit reichhaltigen Veränderungen der visuellen Wahrnehmung kombiniert. eine Substanz. so daß es sich irgendwo zwischen MDMA und LSD plazieren läßt. daß sich der Proband stark betäubt fühlt. Da die benebelnden und die psychedelischen Wirkungen selektiv mit der links-rechts-Drehkomponente der razemö- 351 . wurde sie von vielen Fachleuten mit großem Erfolg in der Eheberatung und Familientherapie sowie als Mittel zur Wiederherstellung des Vertrauens in menschliche Beziehungen (etwa bei Opfern von körperlichem Miß­ brauch oder Vergewaltigung) eingesetzt. Ekstase) gewann diese Substanz große Anerkennung als Liebesdroge. und seine Fähigkeit zur verbalen Kommunikation sowie zur nachträglichen Erinnerung deutlich beeinträchtigt ist. Zwei Empathogene verdienen besondere Aufmerksamkeit: DOM oder STP wegen seiner starken Wirkung. Es öffnet den Zugang zu höchst außergewöhnlichen Erfahrungsbereichen. Ehe der weitverbreitete Gebrauch die Gesetzgeber alarmierte und sie diese Droge auf die Liste der gefährlichsten Rauschmittel setzten. durch die die Realität selber geschaffen wird. ist aus heuristischer Sicht extrem interessant. vermittelt bemerkenswerte philosophische und spirituelle Offenbarungen und gewährt faszinierende Einblicke in die kosmischen Prozesse. Das Ketaminhydrochlorid. Sie lassen sich auch vorteilhaft in Gruppen in völlig oder teilweise extemalisierter Weise einsetzen. steigern aber erheblich die emotionalen Reaktio­ nen. sanfte und fließende Musik scheint der Wirkungsweise dieser Substanzen am besten zu entsprechen. und 2-CB. Die meisten psychedelischen Ampheta­ mine (Empathogene) bewirken nur minimale Veränderungen in der Sinneswahmehmung. stimulieren das philosophische Denken und führen zu tiefen spirituellen Empfindungen. die sehr lange andauem kann (bis zu mehreren Tagen). über mangelnde Koordinationsfähigkeit verfügt. Ihr Sicherheitsspielraum ist ziemlich eng und ihre sympathomimetischen Effekte machen sie zu einer potentiellen Gefahr für Personen mit kardiovaskulären Störungen. Sein Nachteil besteht darin.tisch.

Die optimale Dosierung entspricht etwa einem Zehntel bis einem Sechstel der anästhetischen Dosis. um der Art der Ketamin­ erfahrung zu entsprechen. da die Ketaminerfahrung sehr wenig emotionale und psychosomatische Transformation von Dauer bewirkt.sen Ketamine einherzugehen scheinen. dürften die Trennung der zwei Fraktionen und getrenntes Experimentieren mit beiden lohnend sein. Die Musik für Ketaminsitzungen muß ihrer Natur nach langsam. Aus therapeutischer Sicht scheint Ketamin allerdings die am wenigsten interessante Substanz zu sein. . Sein größter Wert liegt in einer tiefgehenden und dauerhaften Verände­ rung des Weltbildes und einem völlig neuen Verständnis des Todespro­ zesses. das sind intramuskulär ge­ spritzt 100-150 mg. expansiv und »kosmisch« sein.

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72. 284 Anthroposophen 119 Antichrist 163 Anubis 152 Apokalypse. 164.Register Abreagieren 211. Anne 76. 146 Aschenbrödel 158 Asimov. Franz 120 Assoziationen 228 . 69 . 36. Abwehrmechanismen 267. chinesische 148 archetypisch(e) ... Isaac 137 Assagioli.Bedürfnisse 239 .Sequenzen 32 . Alberich 158 Alchemie 91 Alexander. 150.Instrumente der 216 .Figuren 39 . Assisi. 299. 267ff. 306 . 221 . 305 Animismus 91 Anonyme Alkoholiker (AA) 280 antagonistisches Verhältnis 241 Anthropologen (medizinische) 192 Anthropologie 223.Gottheiten 161. 20 ff. 113. 324 anaklitische .Befriedigung 302 analysierendes Denken 250 analytisch-biographische Ebene 18. 158. Roberto 321 v. 185 . 148 akustische Wahrnehmung 233 ff.Muster 282 .) 227. Alfred 220 Adonis 56.Visionen 29 .orale 219 Agpaoa.Begleitmotive 34 .Integration von 282 akausale Verbindungen 186 Akupunkturpunkte. 161 Aggression 216.Phänomene 45. apokalyptische Visionen 34 Archetypen. 280 .Bilder 34. 272.Derivate 157 amphetaminverwandte Empathogene (MDA etc. 320 . 289. Tony 192 Ahasver 158 Ahnen-Erfahrungen 108 ff. 306 Astralprojektion 98 361 . 133 Arrigo 192 asanas 112. 308 Adamson 157.Wesen 55 Aristoteles 268 Armstrong. 161.freie 300 Asthma 306 . 47. Franz 321 Alkoholismus 263.Techniken des 243 f.psychogenes 279. 324 Adler. Anaxagoras 172 Angstzustände 280. 133 . Hl. Archetyp der 166f. 279 Amahuaca-Indianer 81 Amazonasdschungel 81 American Parapsychological Associa­ tion 143 Amphetamine 137 .und mythologische Motive 23.Welt 294 .Elemente 292 .

119. 222. Niels 285 Bonny. 171. 195. 203. Eugen 69 Blockierungen 219ff. 289. 139 Astralreich 139. 152. Francis 313 Barber.. 190. 29. 211. 320 . 251. 284 Bizet. 289 biographische . 138 Bewußtseinsforschung 66. 75. 310 .76.außergewöhnliche 9. Hans 188.nach dem Tod 143 . Georges 228 Bleuler. 72f. Joseph 211 Browne. 315 . 243f. 242.holotropes 210.Blockierungen 305 . 284. 219. 326 bewußtseinsverändemde Labortechni­ ken 18 Bewußtseinszustände . 235. 222. 94. 186. 71. 75.Ursachen 218 Biologie 89. 306 . 160. 144. 236. 84. Muster der 50 automatische Bewegungen 213 Avatamsaka-Buddhismus 172 ayahuasca (Yaje) 81 Azteken 112 Bacon. 89. 73.Verengung des 136 .»double-bind«-Theorie 270 Beethoven 52 Bellsches Theorem 122. 203.. 289. 265. 173.gewöhnliche 89 . 195 Bennett. 177..ohne Drogen 147 bija mantra (akustisch wahrnehmbares Licht) 66 bioenergetische . 139. 267. 180.Rad 169 Bunyonbaum 86 362 . 185 Bender.von Pflanzen 85. 223.Meditationstechnik 243 . Helen 224 Boxen 212 Brahma 58 Breuer. 202. 292 siehe auch holotropes Bewußtsein Bewußtseinsausfall 269 Bewußtseinsentwicklung 85 Bewußtseinserweiterung 71. 255 Augustinus. 144 außerirdische Lebewesen 287 außersinnliche . Ivor 271 Buddha 155 Buddhismus 119 buddhistische(s) . David 199 Bohr. 102. 299. 141 Astralreisen 65 Astronomie 131 Astrophysik 90. 224. 71. 21. 180.ökologisches 89. 169. 321. 303 .Ebenen 25. 293. 149. 68. 131. 253 Atmen 217.Erfahrungen 25.astralpsychische Erlebnisse 65. 155. 64. 205. 305 Body Transformation Project 187 Bohm. 133.94. 131. 198.Probleme 158 . 281 . 77. Samuel 231 Basilides 187 Bastians 304 bastrika 212 Bateson. 214. 281. 274. 138. 120 Auren 65.Wahrnehmung 102 australische Ureinwohner 112 Ausweglosigkeit.. 300. Hl. Hector 231 Bewußtsein 66f. 111.Mechanismen 267 Biofeedback 193.Kanäle 197 . 321 . 152. 264. 284 Atemblockierungen 222. William 83 Berlioz. 229.mechanistische Auffassung vom 181 . Gregory 76. 198.

29ff. F. 279 Druiden 86. Crashing Thunder 80 Croissant.Konstellation siehe COEX-Systeme . Carlos 81 Centaurus 158 Cerberus 158 Chakras 138.Existenz 68. Mircea 150 embryonale . 310 . 263. 173. 122. 263.Erfahrungen 103 f. 273 f. 290. 227 .Probleme 282.Erleichterung 212 . 161 dissipative Strukturen 199 DMT (DPT) 227 DNS 109. 321 Erde 93 Erektion 221 Erinnerung 195. 300 . 300.und psychosomatische Störungen 24. 185 Capra. 239. 278. 230 . J. Duane 315 Eliade..Unterwassergeburt 317 Chinesische Medizin 91.christliche Sekten 223 . 148 chinesisches System der fünf Elemente 148 Christen 119 Christus 56. 232 Charakterpanzer 242 Charkowsky. 161 COEX-Systeme 22. Georg 231 Dhyani-Buddhas 161 Dionysos 56. 217ff. 305 . 119 Dschingis Khan 112 »eingeklemmte Affekte« 268 Einstein. 185 Castaneda. Kimberley 100 Clark. Brian 231 Entfremdung 325..Manifestationen 138. 273 Dalai Lama 193 Darwinscher Evolutionsstammbaum 282 Davidstem 169 Davies 198 dejä vecu 115 dejä vu 115. Igor . 268 Cybele 56 Durchfall 221 Durga 152 dynamische . 161. Joseph 150. . 133 Delirium 289 Demokrit 172 Depression 279. Jules 195 Ekstase .und psychosomatische Gesundung 204.Matrizen 29. 250. 75. 147f. 282.dionysische oder vulkanische 50 ekstatische . 185 Eisenbud. 163 Chronotopologie 135 Clark.Campbell.Blockierung 215. 39.Gefühle 33 Elektra 158 Eigin. 301 . 327 Epilepsie 245f. 113 Dornröschen 158 DPT 227.apollinische oder ozeanische 33. Walter Houston 323 Coatlicue 56.Erfahrungen 209. 282 . 305 Deuter. 304 Driesch.. 148 Eno.Leere 179 . Hans 69 Drogenmißbrauch 263. 202. 201. 195 emotionale . 50.Episoden 161 .Reaktionen 80 empirische Methode 313 energetische . Albert 131. 50.verdrängte 267 Erweckungsprediger 223 363 ..

Tod und Transzendenz: Neue Dimensionen in der Psycholo­ gie (1985) 14.Topographie des Unbewußten: LSD im Dienst der tiefenpsychologischen Forschung (1978) 22. 89..Geburt. 221 .des Planeten 129 Exhibitionismus 151 Existenzangst 325 Exterozeption 64 Fehlgeburt 245. 269. Nandor 105 fötale Traumen 104 Frankl.unverarbeitetes 311 Geier (bei den Parsen) 149 Geist. 255. 206.255. 142. 271 . 168. 219. überbewußter 198 Geistheilung 183. 187.LSD-Psychotherapie (1983) 14. 117. 267.erogene Zonen 29. 106. Joan 282 Gregor.Traumbilder 150 . 208. Hl. 278. 125. Sandor 105 Ferguson. Marilyn 232 Feuer laufen (indonesisch) 194 Fodor. 304. Steven 231 Harary. 130 Gallier 119 Galton. Keith 134 364 .»Urszenen« 218 Frigga 152 Frigidität 221 Fruchtbarkeitsriten 49 Gaia 93. 207 Evolution . 102. 103. 250 »gute Brust« 73 »guter Mutterleib« 73 Hänsel und Gretel 158 Hakenkreuz (indoiranisch) 169 Halpem. Eileen 143 Geburt .Berührungstabu 272 . 39. 74. 91. 220. Stanislav 199.Erweiterung des Erlebens 72ff. 56 . 217. 34. 191 genetischer Code (DNS) 109.. 28 Geburtstrauma 26.Ebenen 87 . Francis 166 Gandhi 229 Ganesha 152 Garrett. 322 . 93. 208.-identifikation und -bewußtsein 77 ff. 240. 138 ff. Victor 310 Freiburger Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene 188 Freimaurertradition 145 Freud. 120 Griechische Philosophie 91 Grof.psychische 274 . 166 —Sitzung 248.291 Essener 119.Vorbereitung auf die 317 Geburtsmodell 27 Geburtsprozeß 22 . 97. 242 .-arbeit 241. 30. 324 Grant. 303 .biologische 22. 268 Freudsche Psychologie . 284. 113 Gestalt . 110.biologischer 26. 281 Ferenczi. 274 Große Mutter oder Schreckliche Mut­ tergöttin 29 Grudge und Blue Book 190 Gruppen . Sigmund 17.Therapie 255 GIM (Guided Imagery with Music) 224 Gnostiker 119 Gnostizismus 319 Gottheit (göttliches Wesen) 56. 211.und Breuer 211. 185. Esalen-Institut 76. 204.261. 48 . 110. 268 .

. 181.. 148. 215. 161. 304. 286. 267.Elemente 282. 240ff. 289. Arthur 188 Heautoskopie 98 Heilrituale 192 Heilung und Persönlichkeitstransfor­ mation 15 Heisenberg. 210ff. 289. 235. 133. 206 . 100... 307. 246.Archiv 32 f. 195. Hl. 252.Atemsitzung 71. 278. 15. 142. 74ff. 253.. 279. 112. 209. 290.Selbsthypnose 290 Hysterie 211.und Systemtheorie 90..Therapie(sitzungen) 11. 84. 310. Alan 231 Huichol-Indianer 152. 87f. 110..228.. 198. 202ff. Erinnerung an frühere 22. 287 I Ging 169 Imaginationen 249 Indianer 81. 68.Harner.. 308 Ida und Pingala 147 Identifikation 68. 288 »holomovement«-Theorie 199 holonome . 86. 256ff. 94. 196 . 156. 111. Gustav 227. 133. 89. 136. 294 .Atmen 35.. 291. 235 Huitzilopochtli 56. 13. 290 ..Prinzipien 172 holophone.212. 227 . 195 introjizierte und intemalisierte Kon­ flikte 109 Intuition 109. Paul 231 Hovhannes. 230 Hastings.. . 273. 240 Isis 56 Isometrie 212 Isotonie 212 Ixion 158 365 . 219. 125. 217. 115.»Die visionäre Erfahrung« 90 hylotropes Bewußtsein 64f.. 194. 206. 82. 91. 321 hysterische Konversionssymptome 280 Ich-Tod 54. Technologie 234 f. 285. 133. 289. 292. 145 Individualpsychologie 220 »Indoktrination« 242 infektiöse Krankheit 246 Informations. 55.. 196 Hellsehen 97. 119. holotrope(s) . 222. 184.Himmel und Hölle 63 . 114ff. 161. 236. Michael 150. 286. 242. 68. 218.Experimente mit 99 Hera 56 Herkules 158 Herz.Integration 12. 144. 136. 287 Hyperventilation 207ff. 245. 228. 231 Homöopathie 91 homöostatische Mechanismen 94 homosexuelle Neigungen 221 Hopi-Indianer 145 Horn. 254. 316 Holst. 284 Inkarnationen. 291 . 266. 276 Interozeption 63 intrapsychische Phänomene 97. 285f. 119 Hinduismus 119 Hören (Physiologie und Pathologie) 234 Holocaust 108 Hologramme 166 holographische(s) .Bilder 166 .Modell 199. 283. 181. 81. 229. 271.Bewußtsein 65f. 102ff. 225. 246. 161 Huxley. 184. 158f. 109. 185.. 191 Hieronymus. 306 Hypnose 134. 192. 255 . 232. 268. Werner 172 Helios 152 Hellhören 97.und Kreislaufprobleme 245 Herzzentrum 219 Hexerei 183. 300f. 251. 269. Aldous 69 .214.

184. 141. 177. 33. C. 197.Kontinuität 113 Karpopedale Spasmen 210 Kartesianisch-Newtonsches Weltbild 11.Gesetz des 117. 267 f. 321..98. .. 69. Johannes 185 Ketamin 92. Anima und Schatten 166. 181.Verschlungenwerden 37ff. 168.Grenzen unseres physischen 63. . 14. 302. 96. 306 Körper-Ich 136. 146.Jainismus 119. 98.holotrope Arbeit 241 . die am Himmel gesehen werden 191 Jungfrau Maria 56. 172 James. 310 Klangtechnologie 222.Erlebnisse 102. 270 Körperarbeit.Symbole 169 . Arthur 125 Jantsch. 80. 22. Friedrich August von 171 Kellogg. 300. 139.Erinnerung der Menschheit 32. Katz.Ordnung 117 . 287 Körperkontakt 238ff. 223. 275 .mit Mutter 239 kollektive . 283 . 321 Kartographie der Psyche 242. William 279f. 225f.traumatische Erlebnisse 270. 114f. 135 Kepler. 326 Komplementaritätsprinzip (Niels Bohr) 285 Konversion 263 Kopfschmerzen 217. lineare 122. 139. 284 .. 164. 159. 272. 236. 279. 183. 307 .»Vereinigungstherapie« 281 .Fliegende Untertassen: Ein moder­ ner Mythos. 32. 292. 321 kosmische(s) .Erbe (»akasha«) 117 . 89.Erfahrungen lllf. gezielte 235ff..und natürliche Gesetze 87 . Georgia 231 Kelsey. 232 ff. 186. 322. 213 Katharsis 211.. 307 . 102. 273 Katatonie 321 Kathakali 113.Animus.feinstofflicher 148 . 305 Korzybski. 185. 280. 164. 183 Kehl-Chakra 222 Kehl-Zentrum 218 Kekule. Eric 91 japanische Kriegskünste 148 Jason 158 Jesus Christus 155 »Jesusgebet« 145 Jivaro-Indianer 153 Jung. G. 111. 161 Karaiten 119 Kardec.Bewußtsein 96f. 181. Richard 223 Kausalität. Von Dingen. 159. 177.Theologie 119 Kabukitheater 213 Kahunas 119 Kain und Abel 158 Kalahari-Buschmänner 112 Kali 56. 183. 134. 227 ki-Energie 148 kinästhetische Empfindungen 173 Kindheit 270. Allan 140 Karma 119f. 241. 254. 57. A. 125 karmische(s) . J. 195 Kollektives Unbewußtes 29.autonome Funktionen des 193 .. F. 290 Kennedy. 319 kabbalistische . 228. 243. 323 . 161 Justinian 119 Kabbalah 169. Joan 254 Kelly. Janov.. 195. 111.Energie 85 . Klaustrophobie 275 Körper . 116 ff.98. 168 . Dennys 282. 244. 198.

James . 35. 290.Angst 102 . genital und prägenital 151 Lykanthropie 151 Lakshmi 56. 224. 255. 254 f. Charles 231 Lodge. 198 Matus. 129. 304 Maslow. Stanley 135. 324 Meditation 73. Otto 171 Logische Typen. 194 Kriyas 146. Prinzip der 321 Lotosblume 86. 305 Meridiane 138 Meskalin 137 metakosmisches Nichts 139 metaphysische . 226. Abraham 321 . 294. 304 Lust. Lawson. 213 Mantras. 100. 254. Kreuz 169 Krippner. 157 Liszt 229 Lloyd. John 96. 304 LSD-Therapie für Krebspatienten 137. 143.Unsere Erde wird überleben: Gaia eine optimistische Ökologie (1984) 94 Machtwille 220 maithuna 73 Makrokosmos 197 Mandala 169. 207. 287 medizinisches Modell 144 Mendelssohn-Bartholdy 228 Menstruationskrämpfe 221. 174. Sir Oliver 190 Loewi.Geburt ohne Gewalt 317 Leere 179 f. 284 KZ-Syndrom 304 LSD 9. 220 . 131. Kundalini-Energie (Schlangenkraft) 145ff. 173 kreative . 208. 169. Father Thomas 145 Maui 158 Maya 168 McCririck 281 McGee 271 McLaughlin. 217 Lovelock. 40.Entstehungsgeschichte des 130.Perspektive 173 Migräne 279. 294. Manipuri 113. . 305 Mikrokosmos 197 Mikrowelt 89 367 .. Singen von 146 Maryland Psychiatric Research Center 9. 297. 321 mediumistische Erfahrung 139. 206 Kybernetik 198.kosmogenetische . 289. John 230 MDA (Methylendioxiamphetamin) 137 MDMA und 2-CB 157. 202. Frederick .»Gipfelerlebnisse« 265 Masochismus 47 Massage 237 Materialisationsphänomene 188 Matsuwa. 192. 103. Don Jose 192 Maturana.Impulse 215 .Erfahrungen 130 ff. 76. 227. 212 IKung-Buschmänner 112. Lenin 52 Leukippos 172 Levitation 193 libidinöse Entwicklung 56 lila (göttliches Spiel) 113. Alvin 156 Lebensgestaltung 310 ff.Systeme 172 Kosmos 198. Bruce 81 Laute bei holotropen Sitzungen 213.Inspiration 171 ff. 168 Lilly. 161 Lamb. 279. 143. Humberto R. Elisabeth 98 f. 102. Leboyer. 212 Kronenzentrum 217 Kübler-Ross. 237 f.

316 . Wolfgang 185 Peerbolte. Swami 145. 282. 198 . Wolfgang Amadeus 173 mudras 112.279... 242. 185 Muses. Alice 270 Minderwertigkeitsgefühl 220. 32.Ebene 15. 324 ..Miller. 18. 158. 27. 71.. 144. 199 Nalimov.Traditionen 65. 321 Ödipus 158 okkulte . 192 Palerismo 192 Palladino.Positive und negative Aspekte 34f. 123.Literatur 180. Vangelis 231 Paranoia 275 paranormale Erscheinungen 197 Parapsychologie 97.Erfahrungen 18. 273. 161 Monroe.Lehren 90 . 199 Moses 155 Mozart. 139 nichtpharmakologische Techniken 206 nirvikalpa samadhi 66. Lietaert 105 perinatal(e) 26. Robert 99 Moody.Schulen 86. 161 Ozeanische Glückseligkeit 36 Nabelzentrum 220 Nadis 145 Nahtoderfahrung 98. 293 Mutter Natur 33. 314 Muttergöttin 184. 279 Minkowski 131 Mistelzweig 86 Mohammed 155. 139 Mookerjee 145 morphische Resonanz 152. 210. Eusapia 190 pancha makara 73 Pantheismus 91 Pantheon 161 Papathanassiou. 161. 73. 56. 328 Mythologie 157 ff. 180. 50. 293 Mysterien .. 63. 197ff. 268 Muskelinnervationen 196 Mutter Erde 93. 243... V. 146 Muktananda.Objekte 288 Pachelbel 231 Pahnke.. 100. 319. 236.De Principiis 119 Orphiker 119 Osiris 49. mythologische Bereiche 22. 173 Moloch 56. V. 221 Origenes . 324 mystische . 103. 187.Schriften 120. 196 orale Frustration 219 Orgasmus 51. 192 . 319. 139.Erfahrung 90. 203. 197 Parvati 56 Pauli. Raymond 98. 166. 318 Perinatale Grundmatrizen 29f. 192 OOBE (außerkörperliche Erfahrungen) 65. 71.eleusinischen 268 . 86. 71 Novas 131 Nymphomanie 221 »Objektive Realität« 23. 220 . 273 Perinatale Grundmatrix I 32ff. 195. 97ff.Auffassung von Zeit und Raum 65 . Walter 143. Charles 135 Musik 222ff..der Korybanten 268 Mystik. 68f. 252. 23. 274 368 .Phänomene 65 . 72. 190f. periphere 49 Newtonsche . 280 . 68. 192 ff. 135 Nandi 152 Narasimha 152 Naturkatastrophen 89 Naturphänomene 94 Neoplatoniker 119 Neuronen. 243. christliche 199.

13ff. Perinatale Grundmatrix III u. 202.Energie 217 . 318 . 128 f. 76. 232. 71. 196 Psychoneurose 268 Psychopathologie 199.301..Therapie 106.akademische 266. IV. 177.Mittel 183 Psychoanalyse (Freud) 54. 103. 97. Übergang 50.268. 195. 328 Phobien 280. 307.Forschung 71.. 280.Pflanzen 81. 273. 292.. Ilya 91. 181. Andrija 192 Puthoff. 53ff. 66.intentionale 183. 278. 199 PSI-Phänomene 65. 231 Prometheus 158 Prozeß-Theorie 172. 289. 275.traditionelle 23. 250. 137. 131. Harold 99.. 263. 274f. 161 Perinatale Grundmatrix IV 40. 120.. 56. 309 Puharich. 166. 149..Perinatale Grundmatrix II 37ff. 161. 264. 110. . 71. 185. Karl 199. 151. 135. 316. 206. 195 Pyrokatharsis 49 Pythagoräer 119 Pythagoras. 289. 327 psychische .experimentelle 98. 293. 192. 188. 102 ff. Theorien des 170 369 . 25. 282.276. 326 . 266.heiliger (Shiva Lingam) 169 Pharisäer 119 philosophia perennis 65. pranayama 207 pranische Energie 147 Pribram. 221. 266. 147. 273. 255. 243f. 266. 300 Psychosen 199. 193 Psychokinese . 185. 199 Primärtherapie 125 ff..spontane 188 psycholytische Therapie 74. 105. . 142 Psychometrie 133. 99. 280. 304.Substanzen 9. 280. 288... 136. 98. 281. . 321 psychopathologische Symptome 267. 133. Sergej 226.311 Perinatale Grundmatrix III 43ff. 298 ff. 64. 321 psychosexuelle Impulse 320 psychosomatische Beschwerden 243. 180ff. 235 Pfingstbewegung 223 Phallus .Therapiesitzungen 23. 272 . 69. 158. 243 . 158. 311 f. 226. 304. 191 ff. 225. 224. 180. 269. 288 Prigogine. 161. 199 Psychiatrie . probabilistische Konzepte 135 Prokofiew.. 51 ff.281. 310. 100. 157. 158.Bewußtsein 97 .. 269 psychogenes Symptom 288 psychoide Phänomene 69. . 206.. 253 Poltergeist 188 polymorph pervers 151 Popul Vuh 158 Präexistenz von Seelen 119 Präkognition 133.316 Persönlichkeitswandlung 204 Peyotezeremonie 80. 196 präkolumbianische Kulturen 119 pränatal 103 ff. 134. 308. 263. 299. 291 Photon 172 phylogenetische Erfahrungen 35.Zustände 73. 226.Ökologie 87 Platon 268 Platoniker 119 Platonsche Ideen 166 Pneumokatharsis 207 ff. 293f. 161..Anbetung des 49 . 86 f.310. 199. 104. 180 f. 197 physiologische Empfindungen 80. 54. 117. 132 psychedelische . 82. 283. 214 physischer Innenraum 136 planetarische(s) . 174f.

Paul 80 »Ragupati Raja Ram« 229 Rank. 156 Scott. 79.21.das Leben ge­ winnen 265 Rituale (in synkretistischen Religionen) 223 Rockkonzerte 225 Rosen.319. 201. 106ff.324. 99.historische 102. 221.. 129f. Klaus 230 Schwangerschaft 245 »schwarze Löcher« 95. 206. 143. 18. 255. 187 Richet. 238. 150. 306 Reden »in Zungen« 146 Regression 21. 267 . 323 Selbsterforschung 13.Den Tod erfahren . 203.Isolationstank 96 Sepher Yetzirah 169 Sexualtrieb 150 f. . 113f. 102 Raynaudsche Krankheit 215. 280 Samadhi 179 Sanella 147 santeria 192 Sarasvati 152 Satyriasis 221 Sauerstoff 85 savikalpa samadhi 66. Michael 98 Saccidänanda 176 Sadismus 47 Sadomasochismus 47. 192.Barriere 20 . 74.16. 88.17. Sergej 230 Radin.198.54. 199.Therapie 10. 120. . Theodore Russell. David 264 Roszak. 76. 21. 108. Tony 231 Scrijabin. 32.Quanten.und Relativitätstheorie 181 f. 284 Rachmaninow. 279. 304. 198. 185...225.. 235. 267 Reinkamation 119 ff. 149. 13. 184 Scheherazade 52 Schichtenmodell der Realität 65 Schizophrenie 69. 145 Science Fiction 67. 82.. Kenneth 98 .. 151 . 246. 81. 298ff. 162ff.Sitzungen 25.327 Selbsthypnose 290 Selbstmord 264 selbstzerstörerische Impulse 275.195. 118.. 208.314. J.Sitzungen mit LSD 51 ff. 300 .96..tiefe 35. Wilhelm 211. 273. 222.Techniken 100 . 291 Schneewittchen 158 Schöpfer 139. 238f. 131 Schwartz. 321 Schmerzen 221. 73. 128f. 293ff. 251. 321 »Schamanenkrankheit« 150 Schamanismus 150. semantisches Modell 123 Sensorische(r) .125. 326 schamanistische und totemistische Er­ fahrungen 150.245. 173 f. 104. Jack 134. 281. B. 236. 298. 71 Schamanen 76.250. Schöpferpaar (männlich/weiblich) 174 Schultze. 98. 325 f. Otto 105 »Raum-Reisen« 97. 242.Theorie 123 Relativitätstheorie 173 Religiomanie 279 Religion 322 f. Alexander 231 Selbst 326 Selbstbehauptung 220 Selbsterfahrung . Rhine. Sexualzentrum 220 370 ..310. 82. 270 regressive Hypnotherapie 290 Reich. Peter 94 Sabom. 241.20. Charles 190 Rimski-Korssakow 226 Ring.

230. 301 f. 188 teieplastische Manifestationen 188 Teleportation 188 Tempelprostitution 49 Tesla. 69 Synchronizitäten (Jung) 121.Schriften 73. 319 sunyata 71 Supemovas 131 suprakosmisches Nichts 139. 284 Theosophen 119 Therapeut . 184 ff. 231. 283 Swann. religiöse 197 Synästhesien 234 synchronistische .Helfer des (Partner) 247. 252. 187 Spiritualisten 19 Spiritualität 320.Seancen 183. 267.Praktiken (alte und östliche) 18 .Tradition 113 Sufismus 145. 256. 246.Chirurgen 192 . 194 Taufe 207 Telekinese 188 Telepathie 97. Nikola 172 Thanatologie 98. zurückgehaltene 215 Shaivismus 187. 153.Philosophien 319 . 250. 281 ff. 90.Aufgabe des 203 . 195 Tarot 169 Tart.sexuelle . Rupert 152.. 237.Systeme 169.Kirche 140 . körperliche 214. 154 . Peter 83 Stammeszeremonien 50 Status epilepticus 246 Stivell. 212 Sikhismus 119 Simonton. 236.Koppelung 282 Synchronizität 18ff. 235 . 321. 57.Schulen 145 . Russell 99. 91.Systeme 120 . thsrimorphe Gottheiten 152 Tiermodynamik 90.Führer 149. 291 spastische Verstopfung 220 Sphinx 158 Spinoza 94 spiritistische . Ingo 99 Symbole. 139.Motive 49 . 284 Tkeseus 158 Tkot 152 371 . 245 subatomare Physik 90. 166. 231 . 223.267. 207. 181. 324 spirituelle . 134. 95 Soto-Zen 207 Spannungen. Carl 137 Sisyphus 158 Sohar169 »Somatisierung« 24 Sonne 85. 212 Sheldrake. 214.Übungen 73 Sri Ramana Maharshi 155 Stafford. 199 Shiva 56. Charles 99. 147 .Dimension 318 .Übungen 73 Targ. 224. . 100. " 241 Taoismus 91.Traditionen 73. 119 Tantalus 158 tantrische . 217 .Neigungen. 326 Sufi .Musik 207.. 104. 308 therapeutisches Potential 223. 248. 288. 319 Shakti 145. 91 Siddha 185. 322.»Notfälle« 19 .Ereignisse 122. 327 Spannungsabbau 215 Spasmen (Verkrampfungen) 216f.. Alan 231 Streß 212.

114. 271.Ursprung des 131 Unterbauchzentrum (hara) 148 »Urbild« 164 Urknall 103.Erlebnisse 28. 198. 197.Wirkung .285 Ursprung aller Dinge 179 Vajrayana 119. 117 Totemismus 149 Trance 193 Trancetanzmusik 235 transbiographische Bereiche 203 Transmodulation .. 29. 164. 197.lamaistische Gottheiten 152 . 102. 132 . 196.Kampf 43ff. letzte 66 Transzendierung . 54ff.der Zeit 67. 243. 269.Prinzip 182.Phänomene 63. 192. 70.Matrizen 34. 300 Übertragungsneurose 271 UFOs 183.Erinnerungen 220.Ereignisse 269 ff. . 187. 276 . 150. 184. 191. 284 .psychologische 23. 308 . 195.Krisen 19. 22. 242. 301 Unbewußtes 63. 188. 276 . 278 ff. 181. 110. 49. 281 .Konfrontation mit 26 Tod . 69 f. 311 . 132 traumatische .Wiedergeburt . 156. Jacques 191 vama marga 73 372 . 96. 318 . 70.Angst vor dem 311 . 150. 169.. 97f.Ursprung 171 transsylvanischer Volksglauben 151 transzendenter Impuls 325 Transzendenz. 191 Umbanda 119. 54. 238. 269 Traumen .. 63. 145.Elemente 63 . 63.Prozeß 27.. transpersonale(r) .Bereich 18.Identifikation mit 22 . 266. 67.Tibetanisches Totenbuch 98f. 161. 223 unbewußte Mechanismen 230. . 288. 215 .biologischer 122 .Tierseele 151 Tigeranthropie 151 Tod . 281.Kultur 192 . 34. 97f. 184.positive 277 f. 207. 153. 319 Vallee. 203 . 85. 178. 161 . 267. 275.Neurosen 211.autosymbolische Visionen oder Transformationen 150 . 279. 242.Geist des 139. 284 . 203 siehe auch kollektives Unbewußte universelles Selbst 58 Universum . 121. 190.Psyche der 196 . . 131 Uroboros 156 Ursache . 71.des Raums 67. 195.körperliche 23.Götter als Symbol für 161 . 269 Trieb 81 Tristan und Isolde 158 trsnä und tanha 117 Tryptaminderivate 227 Typhon 158 Übertragung 271.»tummo« 193 Tiere .klinischer 98 . 103.»Bardoleib« 99 tibetische(s) . 150. 207. 25.. 295 ..individuelles Unbewußtes 20.Zyklen 37. 283. 66.Erfahrungen 18.substitutive 277 f.

182. 75. 87. Paul 231 . Francisco J. Vergewaltigung. 120. 232 .und Fünfelementensysteme 91 Vitalismus 69 Vonnegut. 279 Wilber. 282. Arthur 172. 198 . 223. rituelle 49 Verstopfung 221 »verstorbene Fremde« 141 Vier. 213 . Kurt 134 »Vorprogrammierung« 243 Wissenschaft . 185 Yogis 192 Young. Ken 65 Winter. 227 Wahrscheinlichkeitstheorie 123 Watts. 320 Zwillinge 104 Wagner. Zen-Buddhismus 145 Zoroaster 155 Zoroastrianismus 119 Zucarelli. 134 Weltbild westlicher Wissenschaft 193. 240. Hugo 232 ff. 326 Wells.Meditation 231 . 146. 213 . 275. 193. 226.mechanistische 68. 198 f. 270.Nada-Yoga 232 . H. Richard 173. G.Varela. 193 Wurzelzentrum 221 Yin und Yang-Symbol 169 Yoga 145.Paradigma 141. 311 Wiedergeburt 54. 267. 146. Zwangsneurosen 280.Tradition 112. 283f. 191. 199 zeitüberschreitende Reisen 131.Haltungen (asanas) 112. 197. 193. 184. 134..Gesten (mudras) 112. körperlose 141 Wiedererleben 67. 284 Werbungstanz 196 Wesen. 223. 207.materialistische 192 . 132 ff. Alan 55. 131 »weißes Rauschen« 232 Wellen-Teilchen-Paradox 285. 212. 121.

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