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50 Jahre Vertuschungsgeschichte - REPRINT aus regensburg-digital.de

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50 Jahre Vertuschungsgeschichte - REPRINT eines Artikels von Herrn Robert Werner aus regensburg-digital.de. Erstmalig Online erschienen am: 11. Mai 2013.
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d i e c au s a georg friedrich z i m m e r m an n

Über 50 Jahre Vertuschungsgeschichte
Autor: Robert Werner
REPRINT eines Artikels aus dem Online-Magazin

regensburg-digital

d i e c au s a g e o r g z i m m e r m an n

Über 50 Jahre Vertuschungsgeschichte
Die Diözese Regensburg ist meilenweit von einer transparenten Aufklärung sexueller Missbrauchsfälle entfernt. Beispielhaft zeigt das die über 50 Jahre andauernde Vertuschungsgeschichte des ehemaligen Domspatzen-Direktors Georg Friedrich Zimmermann. Mitte April 201 3 hat sich der neue Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer erstmals zu den Missbrauchsfällen in katholischen Einrichtungen seiner Diözese geäußert. Auf die Frage, ob er nach der Durchsicht der entsprechenden Akten weiteren Handlungsbedarf sehe, antwortete er gefällig, aber unkonkret. Es beschäme ihn, mache ihn betroffen, „was alles ans Tageslicht gekommen ist.“ Alles müsse aufgeklärt werden. Doch wer ist Adressat dieses Appells? Sein eigenes Ordinariat, das sich bislang weniger an der Aufklärung denn an der Verschleierung der Zusammenhänge beteiligte? Sein Vorgänger Gerhard Ludwig Müller, der zwischenzeitlich zum Präfekten der Glaubenskongregation aufgestiegen ist und daher seine eigene Unzulänglichkeit als vormaliger Regensburger Bischof aufklären müsste? Oder die Zunft der Missbrauchstäter über Jahrzehnte: Journalisten, die Bischof Müller 201 0 pau- Der ehemalige Domspatzen-Direktor Georg schal in die Nazi-Ecke neben Joseph Goeb- Zimmermann. bels rücken wollte? Wie weit man in der Diözese Regensburg von Wer die bisherigen Ankündigungen des Re- einer im März 201 0 über alle Medien verküngensburger Ordinariats in Sachen Aufklärung deten transparenten Aufklärung der Missder Missbrauchsfälle rekapituliert, muss bald brauchsvorfälle tatsächlich entfernt ist, lässt feststellen, dass das schöne Reden nicht mit sich vorzüglich an einer über 50 Jahre andaudem tatsächlichen Handeln übereinstimmt. ernden Vertuschungsgeschichte zeigen: An Dies ist eine der Hauptquellen für den andau- der Geschichte des ehemaligen Diözesanmuernden Glaubwürdigkeitsverlust der römisch- sik- und Domspatzen-Direktors Georg Zimkatholischen Kirche. mermann, der wiederholt wegen „Unzucht mit Abhängigen“ aufgefallen ist.

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Georg Zimmermann: ein Zögling am Knabenseminar St. Wolfgang
Der 1 91 6 in Pfrentsch bei Eslarn geborene Georg Zimmermann hatte keinen leichten Start ins Leben. Nachdem er als Dreijähriger seinen Vater verlor, wollte der zweite Ehemann seiner Mutter nichts mit ihm zu tun haben. Schon während des Besuchs der Volksschule bekannte der musikalisch begabte Georg, dass er Priester werden wolle.

Zimmermann wird Priester, Musikpräfekt und Domspatzen-Direktor

Nach seiner Rückkehr aus kurzer Kriegsgefangenschaft beendete Zimmermann das Klerikalseminar, Mitte 1 949 wurde er von Bischof Buchberger zum Priester geweiht. Ein Jahr später trat er eine Stelle als Präfekt im Bischöflichen Seminar in Straubing an und stieg dort zum Musikpräfekten auf. Von dieser Verpflichtung wurde er allerdings von Bischof Buchberger, der ihn durchgängig protegierte, Der Weg dahin lief in der damaligen Zeit für für das lang ersehnte Musikstudium freigeKnaben aus ärmlichen Verhältnissen über das stellt. Hierfür ging Zimmermann zunächst bischöfliche Knabenseminar St. Wolfgang. nach München, dann nach Köln und Wien. Dessen Hauptzweck bestand seit 1 883 in der schulischen Ausbildung von allerorten fehlen- Angeblich gab es konkrete Pläne, dass er den dem Priesternachwuchs. Finanziert wird die- seinerzeit bereits erkrankten Theobald ses bis heute unter anderem von der bi- Schrems als Domkapellmeister ablösen sollte. schöflichen Stiftungsbrauerei „Bischofshof“. Auch hier hatte Zimmermann die UnterstütDie Zöglinge wurden in den Gebäuden des zung Bischof Buchbergers. Doch die EreignisObermünsterstifts untergebracht, tagsüber be- se im Domspatzeninternat überschlugen sich suchten sie das „Alte Gymnasium“ am Ägi- und Zimmermann ersetzte nicht den Domkapellmeister, sondern ab Januar 1 959 Friedrich dienplatz. Zeitler als Direktor des Domspatzen-Internats. Nach dem Erwerb des Reifezeugnisses 1 937 Zugleich wurde er – laut einer Presseerklätrat Zimmermann ins Priesterseminar ein und rung des Ordinariats vom 5. März 201 0 – zum studierte an der Hochschule in Regensburg Direktor des Musikgymnasiums ernannt. DieTheologie. Mit dem Beginn des Zweiten Welt- se Angaben stehen allerdings in Widerspruch kriegs wurden die staatlichen philosophisch- zu den Jahresberichten des Gymnasiums. theologischen Hochschulen in Bayern geDie damals hoch angesehene Domspatzenschlossen. Karriere ging jedoch bereits nach acht MonaZimmermann wurde, wie die meisten anderen ten wieder zu Ende, da Direktor Zimmermann Priesterseminaristen auch, zum Kriegsdienst seine Internatszöglinge missbrauchte – wie eingezogen – keiner verweigerte sich. Über schon sein Vorgänger Friedrich Zeitler. Die 30 von 1 67 Seminaristen der Diözese Re- Geschichte Zeitlers ist eng mit der von gensburg starben „den Heldentod fürs Vater- Zimmermanns verknüpft. land“, wie es in einer Aufstellung heißt. Vermutlich war ihr Tod jedoch nicht süß, wie es die Gedenktafel für die „Helden des Ersten Zeitlers Weg Weltkrieges“ am „Alten Gymnasium“ beschwört: „Dulce et decorum est pro patria mo- Der 1 91 8 geborene Friedrich Zeitler war der ri”(zu Deutsch: Süß und ehrenvoll ist es, fürs einzige Sohn einer Mitterteicher SchmiedeVaterland zu sterben). Zimmermann überleb- meisterfamilie. Obgleich er den elterlichen Bete, verlor aber infolge einer schweren Verlet trieb übernehmen hätte sollen, entschied er sich, Priester zu werden. Vermutlich hat hierzung ein Bein. bei eine nicht unwesentliche Rolle gespielt,
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dass Zeitler, wie es in den Regensburger Ge- kant, da er sich der Strafverfolgung durch richtsakten heißt, als achtjähriger Junge von Flucht in die Schweiz entzog. einem Schmiede-Gesellen wiederholt „ge schlechtlich mißbraucht“ wurde. Wegen Verdachts auf „Unzucht mit Abhängigen“ wurde Zeitler zunächst monatelang interDer Weg Zeitlers zur Erfüllung seines Pries- national gesucht. Nach seiner Rückkehr aus terwunsches lief wiederum über das Bischöfli- seinem Schweizer Versteck im St. Johannesche Knabenseminar St. Wolfgang. Theobald Stift Zizers stellte er sich der Justiz. Im Mai Schrems, der ebenso aus Mitterteich stamm- 1 959 wurde er schließlich nach einem weitgete, dürfte den Knaben Friedrich ins Ober- henden Geständnis vom Regensburger Landmünsterstift vermittelt haben. Schrems be- gericht zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. suchte als Knabe übrigens ebenso das Bischöfliche Seminar, er wirkte dort später auch Bemerkenswert an Zeitlers Geständnis ist ein als Präfekt (1 920-1 924). folgenloses, also nicht strafverschärfendes, Im Knabenseminar traf Zeitler dann auf Georg Detail. Demnach habe er bereits 1 941 auf der Zimmermann. Beide absolvierten im selben NS-Propagandareise der „Domspatzen“ nach Jahr die Reifeprüfung und traten gemeinsam Spanien „Unzuchtshandlungen“ vorgenomins Priesterseminar ein, wo sie den gleichen men. Er gestand unter anderem, das GeKurs besuchten. Beide wurden im Jahre 1 949 schlechtsteil eines 1 3jährigen Domschülers „in von Bischof Buchberger zum Priester geweiht. wollüstiger Absicht“ abgetastet zu haben. InZeitler hatte noch als Student mit dem Dom- des: seine Vergewaltigungen von Sängerknaspatzen-Internat zu tun, er wohnte bereits ben in der Hauskapelle in der Orleanstraße 1 939 als Präfekt mit Domkapellmeister Theo- um 1 940, die 201 0 von Betroffenen bei der bald Schrems in der Orleanstraße unter einem sogenannten „Missbrauchsbeauftragten der Dach. Diözese“ Dr. Birgit Böhm angezeigt und im Domspatzen-Umfeld bekannt wurden, hatte Diese zum Teil lebenslangen sozialen Ver- Zeitler im damaligen Prozess verschwiegen. wicklungen und die vielfachen Überschnei- Das Ordinariat verschweigt sie heute noch. dungen bezüglich der Herkunftsorte bzw. christlicher Seminare scheinen typisch für das Nach seiner vorzeitigen Haftentlassung ging gesamte Internats-Milieu zu sein. Der Stallge- Zeitler zurück in die Schweiz und fungierte ruch eines Knabenseminars hilft, um in der Di- trotz andauernden Berufsverbots ab Oktober özese aufsteigen zu können, insbesondere 1 961 als Spiritual im Constantinaeum, einem der des Obermünsterstifts. Mädcheninternat, in Chur. Dort wurde er nach Auskunft der Diözese Chur nicht mehr übergriffig.

Zeitlers Flucht
Nach seiner Priesterweihe war Friedrich Zeitler als Kooperator in Deggendorf tätig, wo er als „geistlicher Führer“ auch die dortige Pfadfinderjugend betreute. Als im Jahr 1 953 der Neubau des Domspatzen-Internats in der Reichsstraße eröffnet wurde, übertrug man Zeitler dessen Leitung. Die Stelle des Internatsdirektors wurde jedoch im April 1 958 vadie causa georg zimmermann

Exkurs: Früher Unzucht heute Missbrauch
Zeitlers sexuelle Beziehungen zu Schülern wurden entsprechend der damaligen Rechtslage als fortgesetzte Verbrechen der „Unzucht mit Abhängigen“ bzw. einem „Kind“ und als „Unzucht zwischen Männern“ eingestuft. Bemerkenswert: Nachdem die betroffenen Schüler das Alter von 1 4 Jahren überschritten haben, hätten auch sie nach „§1 75 – Unzucht
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zwischen Männern“ belangt werden können, was aber nicht geschah.

Der unselige §1 75 wurde nach mehreren Reformanläufen im Jahr 1 994 aus dem Strafrecht gestrichen. Sexuelle Beziehungen mit Schülern oder Zöglingen (bis zum Alter von 1 6 und in besonderen Fällen 1 8 Jahren) werden jedoch gemäß § 1 74, „Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen“, nach wie vor als Die diözesane Informationspolitik in der Causchwere Straftaten geahndet. sa Zimmermann fällt eher in die Kategorie „Tarnen und Täuschen“. Die offiziellen AngaEs ging bei der Verurteilung von Zimmermann ben zu Prozessdatum und Haftdauer etwa und Zeitler trotz der Anwendung des §1 75 sind schlicht falsch. Des Weiteren gibt das Ornicht etwa um bedauerlicherweise verfolgte dinariat vor, Zimmermann sei im August 1 959 Homosexuelle, sondern um sexuelle Miss- ohne Not für ein Musikstudium vom Dienst bebrauchstäter. Es geht um unreife Geistliche, urlaubt worden. Dieses Ablenkungsmanöver die ihre Sexualpräferenz mit abhängigen wird allein schon dadurch Lügen gestraft, weil Schutzbefohlenen asozial auslebten. Diese der Geschasste nach seinem Domspatzen-Insexuelle Präferenz zielte offenbar nicht auf termezzo in seiner Heimatgemeinde im Jahre Kinder sondern auf Jugendliche – die wissen- 1 961 die „Sing-und Musikschule Eslarn“ grünschaftliche Klassifikation: Ephebophilie – glei- dete und leitete. Welch ein Abstieg! Vom chen Geschlechts. Es handelt sich also, Domspatzen-Direktor zum privaten Musiklehsoweit erkenntlich, um kein pädophiles, son- rer im „Dorf am Todesstreifen“ (so der Titel ei dern um ein ephebophiles Muster. ner BR-Sendung). Doch blieb das Ordinariat nicht etwa untätig. Dass sich die Täter dabei wenig um staatliche Nachdem man Georg Zimmermann auf der Gesetze geschert haben, findet seine Ursache unter anderem darin, dass kirchliche Stellen die übergriffigen Priester bis 201 0 fast nie von sich aus an die staatlichen Justizbehörden meldeten. Und nicht zuletzt: Es geht um geistliche Täter, die wesentliche Teile ihrer zweifelhaften Sozialisation in elitären katholischen Einrichtungen zur Schaffung von Priester nachwuchs erhalten haben.

kündigt hatte, in einer Talkshow aufzutreten. Wittenbrink berichtete seinerzeit, dass der damalige Internatsdirektor Zimmermann zusammen mit Schülern bei Rotwein onanierte und sexuelle Übergriffe auch unter Schülern stattfanden.Wittenbrinks Einlassungen wurden in der Folge weder offiziell dementiert noch bestätigt.

Schleier über dem Fall Zimmermann
Seit das Regensburger Ordinariat im März 201 0 in der Causa Georg Zimmermann mit einer Pressekonferenz die Flucht nach vorne ergriff, sind viele falsche und unstimmige Informationen in Umlauf. Ein Anlass der Pressekonferenz war, dass der ehemalige Domspatz Franz Wittenbrink angedie causa georg zimmermann

Flucht nach vorn: Bei der Pressekonferenz im Jahr 201 0 präsentierten Diözesanssprecher Clemens Neck und Missbrauchsbeauftragte Birgit Böhm alte Fälle und Falschinformationen. Foto: Archiv

Pressekonferenz im März 201 0 als verurteilten und verstorbenen Straftäter präsentierte, ermittelte der diözesane Stab „sexueller Missbrauch“ vor Ort und nahm alle verfügbaren Informationen über den Musikdirektor a.D. mit
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nach Regensburg. Im Gegenzug jedoch hat man in Eslarn irreführende Informationen hinterlassen. Nicht nur im dortigen Rathaus wartet man seither auf einen aussagekräftigen Bericht in der Causa Zimmermann.

Weise „mit Buben zu tun gehabt“. So wie „bei den alten Griechen“. Um sich aber nicht den „Bubenschänder“ nachsagen lassen zu müssen, habe er den Posten bei den Domspatzen freiwillig aufgegeben. Die näheren Umstände für die Entlassung Zimmermanns bei den „Domspatzen“ sind bislang nicht bekannt. Als gesichert kann jedoch gelten, dass er sich als Direktor, der die „Knabenliebe“ pflegte und sexuellen Missbrauch in seinem Hause nicht unterband bzw. sogar selbst beging, untragbar machte. Insbesondere deshalb, weil sein Vorgänger Zeitler just in dieser Zeit wegen eben diesen Straftaten zunächst floh und später ins Gefängnis ging. Weil die Übergriffe Zeitlers auch öffentlich beklagt wurden, drohte der Ruf des noch jungen Musikgymnasiums unter Zimmermann noch tiefer zu sinken.

Das ehemalige Gebäude der Grenzland-Musikschule Eslarn: Hier rekrutierte Zimmermann weitere Opfer. Foto: Werner

Schriftliche Anfragen beim Bischöflichen Zentralarchiv und beim Generalvikariat nach den Entlassungsgründen bzw. zur Verifizierung von Zimmermanns biografischen Daten wurden abschlägig beschieden. Falsche Informationen werden somit zementiert. Vom Archiv gab es immerhin den schöngefärbten Nachruf des Bistumsblatts „Wem Gott das Kreuz schenkt – Im Gedenken an Musikdirektor Georg Zimmermann“ anlässlich Zimmermanns Tod vom 1 7. Januar 1 984. Darin wird Zimmermann als leidgeplagte Existenz gezeichnet. Kein Wort zu seinen Übergriffen und „Verfehlungen“.

Domspatzen-Direktoren als Missbrauchstäter
Doch mit Zimmermanns Ablösung war die Reihe der sexuell übergriffigen Leiter des Domspatzen-Internats nicht beendet. Auch sein Nachfolger Siegfried Lintl, wiederum ein ehemaliger Zögling des Bischöflichen Studienseminars St. Wolfgang und Priester aus dem Regensburger Priesterseminar, steht im Verdacht, Domschüler sexuell missbraucht zu haben. Es drängen sich Fragen auf: Wie waren die sozialen Verhältnisse im bischöflichen Studienseminar Obermünster, das als Priesterschmiede bekannt ist und bis zu seiner Schließung 1 998 höchstes Ansehen genoss? Beruht es auf bloßen Zufälligkeiten, dass die drei ersten Internatsdirektoren, Friedrich Zeitler, Georg Zimmermann und Siegfried Lintl – allesamt ehemalige Geistliche und St. Wolfgang-Seminaristen, die Theobald Schrems anstellte – im Domspatzeninternat sexuell übergriffig wurden? Wohl kaum.

Zimmermann (k)ein „Bubenschänder“
Aus dem familiären Umfeld Zimmermanns waren hingegen Details zu erfahren, die mit der Schilderung Wittenbrinks in Einklang zu bringen sind. Auf die Frage nach den Gründen der Ablösung Zimmermanns als Domspatzen-Direktor 1 959 hieß es, er habe auf besondere
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Es dürfte sich vielmehr um strukturelle Missstände handeln, wie sie z.B. auch im bischöflichen Knabenseminar zu Bamberg bekannt wurden. Erzbischof Ludwig Schick hat sich daraufhin bei den Opfern entschuldigt. Die kurze Episode Zimmermanns bei den „Domspatzen“ wäre wahrscheinlich längst in Vergessenheit geraten, hätten nicht ehemalige Internatsschüler wie Wittenbrink und andere auf die Handlungen des damaligen Direktors hingewiesen. In den Festschriften und Jahrgangsberichten der Domspatzen wird Zimmermann wohlfeil unterschlagen. Diese Vertuschungen erinnern an Mitglieder einer Missbrauchsfamilie, die sich und ihre Umgebung eher belügen, als dass sie die gewalttä tigen Realitäten benennen würden.

Diözesanmusikdirektor Regensburgs ernannt. Er leitete somit das neu eingerichtete Diözesanreferat für Kirchenmusik. Zusammen mit dem Domkapellmeister, seit Anfang 1 964 Georg Ratzinger, und dem Direktor der Regensburger Kirchenmusik, Ferdinand Haberl, gehörte Diözesanmusikdirektor Zimmermann zu den drei führenden Kirchenmusikern der Diözese. Welch ein famoses Comeback. Der nächste Absturz ließ jedoch nicht allzu lange auf sich warten.

Bereits im Januar 1 968 kam das jähe Ende seiner zweiten Direktorenstelle. Dieses Mal lief die Ablösung nicht im Hintergrund, sondern mit einigem öffentlichen Aufsehen ab. Diesmal ging er nach der Anzeige einer Eslarner Mutter per Haftbefehl kurzzeitig sogar in U-Haft. Der Verdacht auf „Unzucht mit Abhängigen“ kam zur Verhandlung. Im Februar 1 969 Doch wie verhielt sich Georg Zimmermann in wurde Zimmermann deswegen zu 20 MonaEslarn, nachdem er als Direktor bei den Dom ten Gefängnis verurteilt und im Mai 1 969 vom Regensburger Ordinariat erneut entlassen. spatzen abgelöst worden war?

Vom privaten Musiklehrer zum Diözesanmusikdirektor
Offenbar als eine Art Reminiszenz an den zuvor anvisierten Posten des Domkapellmeisters begann Zimmermann in Eslarn zunächst Knaben „für den sakralen Dienst im Chorgesang“ auszubilden. So weiß es die Eslarner Gemeindechronik von 1 965 theologisch aufgebauscht zu berichten. Noch 1 961 gründete und leitete er die „Sing- und Spielschule Eslarn“, aus der sich die „Knaben-Kapelle Eslarn“ entwickelte Die Knaben-Kapelle Eslarn 1 963. und aus der Zimmermann seine nächsten Op- Foto: privat fer sozusagen rekrutierte. Ein gewisser Erfolg stellte sich bald ein und die Kapelle erreichte überregionale Wert- Die Spitze des Eisbergs schätzung. Zimmermann galt bei vielen Zeit- von Eslarn genossen als hochbegabter Musiklehrer. Doch In einem Zeitungsbericht des NEUEN TAG Eslarn war ihm nur eine Notlösung. vom 22. Februar 1 969 wird am Tag nach der Als Zimmermann die Rückkehr in eine leiten- Verhandlungunter der Überschrift „Durch Trinde Position der Diözese angeboten wurde, ken auf Abwege“ das Bild eines bemitleidensnahm er diese sogleich an. So wurde er Mitte werten Mannes gezeichnet, der unglück1 964 unter Bischof Rudolf Graber zum ersten licherweise der Unzucht anheimfiel. Demnach
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habe Zimmermann als Kriegsinvalider sein (nicht näher genanntes) hohes Berufsziel nicht verwirklichen können, trotz der „jahrelangen Versprechungen seitens ihm übergeordneter Stellen“. Daraufhin „geriet er ins Trinken“, nahm Schmerztabletten, wurde von Frauen abgewiesen und sei zu schlechter Letzt „in die Fänge eines verheirateten Homosexuellen“ geraten. So sei er dazu gekommen, „sich an seinen Musikschülern zu verfehlen.“ Die „Verfehlungen“ gingen über einige Jahre. Oft sei er bei „den Jungen auf heftige Gegenwehr“ gestoßen, „wenn er sie unzüchtig berühren wollte.“ Dann ließ er ab, bei mehreren anderen „hatte er Erfolg“.

Zimmermanns dritte Chance

Nach etwa eineinhalb Jahren als Musiklehrer in Eslarn durfte Zimmermann Anfang September 1 972 ein drittes Mal für das Regensburger Ordinariat tätig werden. Diesmal übertrug man Zimmermann die Stelle eines Musikpräfekten im Bischöflichen Studienseminar in Weiden, dem der Geistliche Heinrich Hiebl als Direktor vorstand. Hiebl, der von 1 941 bis 1 955 eine Führungsposition im Obermünster-Seminar inne hatte, dürfte von Zimmermanns sexuellen Übergriffen gewussthaben. Jedenfalls gab es die Auflage, dass Zimmermann nicht im Seminar übernachten durfte, sondern jeden Abend – wo die „Versuchung“ bekanntlich am stärksDa sich der Angeklagte geständig und reuig ten ist – ins knapp 40 Kilometer entfernte zeigte, mussten die betroffenen Jungen nicht Eslarn zurückfahren musste. aussagen. Der Regensburger Obermedizinaldirektor Sebastian Maier billigte Zimmermann Nach etwa einem Jahr als Präfekt gab es erverminderte Zurechnungsfähigkeit zu, wo- neut Streit. Zimmermann wurde daraufhin im durch von der ganzen Reihe von Straftaten, November 1 973 zum dritten Mal entlassen „nur eine kleine Spitze zur Aburteilung übrig- bzw. als 57jähriger in vorzeitigen Ruhestand bleibe“, so der im Zeitungsbericht zitierte versetzt. Dies geschah nicht etwa durch DiStaatsanwalt. Von den geforderten drei Jah- rektor Hiebl, sondern durch dessen Nachfolren blieben 20 Monate Gefängnis übrig. ger. Bemerkenswerterweise wurde bei dieser Gelegenheit auch Heinrich Hiebl als 62jähriWas der Zeitungsbericht nicht erwähnt, sind ger in vorzeitigen Ruhestand versetzt. Was Zimmermanns Priester- und Direktorenschaft genau vorgefallen war, ist bislang unbekannt. bei den „Domspatzen“. Auch dass er bereits dort „mit Jungen zu tun gehabt hatte“, blieb Wie ist diese erneute Beschäftigung Zimmerdem Gericht offenbar unbekannt, da die Vor- manns bzw. die „Vorkehrung“, nicht im Semifällen von 1 959 diskret abgewickelt worden nar übernachten zu dürfen, zu bewerten? waren. Vermutlich wollte man all das ange- Naiv, fahrlässig oder als immanent für Misssichts der Vielzahl der ohnehin nicht geahnde- brauchsstrukturen? Aus heutiger Sicht erten Übergriffe gar nicht mehr so genau scheint die Auflage am Kern des Problems wissen. Nach seiner Haftentlassung debattier- vorbei gegangen zu sein. Es wäre für Zimmerte unter anderem der Eslarner Pfarrgemeinde- mann ein leichtes gewesen, sich mit Schutzrat die Sachlage und plädierte dafür, befohlenen in der Stadt zu treffen, oder nach Zimmermann noch eine Chance zu geben. Eslarn auszuweichen. Kollege Zeitler tat derDaraufhin durfte er wieder Musikunterricht für gleichen und missbrauchte einen seiner DomJugendliche geben. spatzen-Zöglinge eine Zeitlang im heimatlichen Mitterteich. Wer nach den Gründen für Zimmermanns Ablösung fragt, stößt auf ein Schweige-Kartell oder „Unwissende“.
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Ein „Obermünsterer“ weiß von nichts
Es gäbe jedoch ehemalige Führungskräfte des Weidener Seminars, die zur Aufklärung beitragen könnten. Der letzte Weidener Direktor, Joseph König, der das Obermünsterseminar (Abi 1 964) besuchte und zunächst als Präfekt bei den Domspatzen und danach im Weidener Seminar wirkte, erinnert sich etwa auf Anfrage sofort an die Causa Zimmermann. Gefragt nach den Gründen der Entlassung Zimmermanns meinte König, er „müsse ja nicht dreckige Wäsche waschen, oder?“ Das müsse man verstehen. Nein, hinsichtlich sexueller Übergriffe sei im Seminar „nichts vorgefallen“, von Vorfällen in Eslarn wisse er nichts. Was konkret geschah, welcher Dreck noch an wessen Wäsche klebt, behielt Joseph König, derzeit „Direktor der Stiftung Pielenhofen der Regensburger Dom spatzen“, für sich. In einem Abschlussbericht über das Bischöfliche Studienseminar Weiden, verfasst zur Auflösung der Einrichtung im Jahr 1 989, sucht man vergebens nach irgendwelchen Vorfällen oder einem Musikpräfekten namens Georg Zimmermann. Für Abfassung dieser Schrift war Josef Ammer verantwortlich, seinerzeit Präfekt in Weiden. Seit 2006 ist Ammer Regensburger Domkapitular und Offizial (Gerichtsvikar). Er vertritt den Bischof im Bereich seiner Gerichtsbarkeit und ist Leiter der kirchlichen Gerichtsbehörde, die unter anderem für sogenannte Sittlichkeitsdelikte zuständig ist.

mer sogleich, dass er seinerzeit von einem Musikpräfekten Zimmermann bzw. den Hintergründen überhaupt nichts gewusst, die NichtErwähnung im Bericht also nichts zu bedeuten habe. Von einer kirchen- oder strafrechtlichen Untersuchung gegen Zimmermann wisse er ebenfalls nichts. Angesichts einer Zimmermann-Straße in Eslarn würde er sich darüber allerdings wundern: „Glauben Sie, dass man eine Straße nach einem benennt, gegen den ein weltliches Strafverfahren geführt worden wäre?“ Das, so der erstaunlich schlecht informierte Offizial Ammer, „glaube ich nicht“.

Von Eslarn nach Moosbach
Nachdem Zimmermann das Weidener Studienseminar im Herbst 1 973 verlassen musste, ging er als Pensionär abermals nach Eslarn zurück. Da es mittlerweile Vorbehalte gegen ihn gab, durfte er keinen musikalischen Einzel-, sondern nur noch Gruppenunterricht geben. Die damals noch bestehende Singund Spielschule nannte man pragmatischerweise in „Grenzlandmusikschule Eslarn e. V.“ um. Eine solche existiert ausweislich des gemeindlichen Vereinsregisters weiterhin in Eslarn.

Was genau in den folgenden Jahren geschah, darüber will oder kann niemand Auskunft geben. Jedenfalls wurde Zimmermann schließlich als untragbar beurteilt und durfte auf Drängen des Ortspfarrers keinen Musikunterricht mehr geben. Daraufhin wich er 1 978 in den nahegelegenen Markt Moosbach aus. Dort empfing man ihn mit Handkuss und überließ ihm die Leitung und Ausbildung des neuAmmer ist ein typischer, selbstgezogener Di- gegründeten „Jugendmusikcorps Moosbach“. özesannachwuchs, ein „Obermünsterer“ wie Diese Funktion nahm Zimmermann bis zu seier sagt: Als elfjähriger Regensburger kam er ner schweren Erkrankung Mitte 1 983 ein. 1 965 ins Studienseminar St. Wolfgang Obermünster (Abi 1 975), wirkte in der Nachfolge- Ein ehemaliger Moosbacher Zimmermanneinrichtung als Subpräfekt, empfing im Jahr Schüler (und Obermünster-Seminarist) kann 1 980 die Priesterweihe, um dann von 1 984 bis nichts Negatives über seinen damaligen Leh1 989 im Weidener Knabenseminar als Präfekt rer sagen: „Zu mir oder anderen war er nicht zu arbeiten. Auf die Frage nach den Gründen aufdringlich.“ Sein Musiklehrer, so sein Einfür Zimmermanns Entlassung versichert Am- druck, sei aus Eslarn weggemobbt worden.
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gressiven Empörung nicht das Regensburger Ordinariat, das im März 201 0 die Medien aus taktischen Gründen mit der Causa Zimmermann (bzw. Zeitler) anfütterte, sondern ein Neffe und Missbrauchsopfer von Zimmer mann: Gottlieb Hochwart. Diesem wurde (und wird) fast durchgängig ein finanzielles Motiv unterstellt, da er die ersten Berichte über Missbrauch bei den Domspatzen im März 201 0 zum Anlass nahm, von seiner eigenen (wiederholten) Vergewaltigung als Neunjähriger durch seinen Onkel im Jahre 1 959 zu berichten. Hochwart konnte das Schweigen aus Scham erst nach 50 Jahren überwinden. Hochwarts Bericht klingt glaubhaft und typisch für Betroffene, die den sexuellen Übergriff gegen sich verurteilt sehen und Täter als Täter bezeichnet haben wollen. Indes, keiner der Betroffenen aus der ehemaligen Knaben-Kapelle der 1 960er hat sich bislang zu Wort gemeldet. Sei es aus Scham, oder Desinteresse. Andererseits sind die tendenziell aggressiven Reaktionen von Ex-Schülern Zimmermanns gegen Hochwart, nachdem er seinen Onkel des Missbrauchs bezichtigte, nur mit fehlender Opferempathie und/oder Identifikation mit dem Täter zu erklären. Ins gruselige Bild passt, wenn man durch eine ältere Dame aus Eslarn hört, Zimmermann habe in den 1 960ern den missbrauchten Buben aus der Knaben-Kapelle regelmäßig Geld zugesteckt, wenn sie nach der Musikprobe nach Hause gingen. Unter vorgehaltener Hand wird auch von „Schweigegeld“ gesprochen. Nicht zuletzt die Identifikation mit dem Täter führte in Eslarn bereits vor 20 Jahren zu einer Initiative mehrerer Vereine und Musikgruppen, die Zimmermann mit einem Straßennamen ehren wollten. Daraufhin beschloss der Marktgemeinderat Ende 1 993 eine „Gg.-Zimmermann-Straße“. Nachdem der Neffe Gottlieb Hochwart im Sommer 201 0 von diesem Straßennamen gehört hatte, stellte er aufgebracht
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Zimmermanns Grab in Eslarn. Foto: Werner Zimmermann habe Tränen in den Augen gehabt, als er davon sprach, dass er seinen Knabenchor nicht mehr unterrichten dürfe. Zimmermanns abgesessene Straftat sollte allerdings, so der Ex-Schüler in gewisser Täteridentifikation, seine Verdienste und Lebenswerk nicht überlagern. Angeblich kommen in Eslarn, Moosbach und Umgebung nahezu alle aktiven Musiker der in Frage kom- menden Generationen aus den Schulen Zimmermanns.

Aggression gegen Betroffene und Ehrung des Täters
Mehrere Moosbacher und Eslarner – zumeist Ex-Schüler des Geistlichen – äußerten rasch ihren Unmut darüber oder sprachen von „Sauerei“, dass die 40 Jahre zurückliegenden Taten nach der Haftstrafe wieder ausgegraben würden. Allerdings ist das Objekt dieser agdie causa georg zimmermann

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im Marktgemeinderat Antrag auf Umbenennung in: „Straße der gepeinigten und missbrauchten Kinder“. Dieses Begehren wurde im Februar 2011 im Gemeinderat debattiert, je doch ohne Beschluss vertagt.

Eslarn ehrte den Missbrauchstäter Zimmermann mit einem Straßennamen. Foto: Werner Zimmermanns Wirken als Musiklehrter wird im öffentlichen Raum ungebrochen und durchgängig positiv dargestellt: im Eslarner Rathaus befindet sich seit 1 992 eine Tafel „Zum Gedenken an den Gründer der „GrenzlandMusikschule e.V.“ und in deren Vereinsvorstandschaft denkt man unverblümt über ein „Zimmermann-Museum“ nach. Im diesjährigen Kalender der örtlichen CSU präsentiert man sogar ein Bild der „Knaben-Kapelle Eslarn“ von 1 963. Freilich ohne ein Wort über das Schicksal der vom sexuellen Missbrauch betroffenen Buben zu verlieren. Offenbar soll die kriminelle Vergangenheit Zimmermanns mit Ehrungen überdeckt werden.

Beinen. Die Kinder tragen zur Ehre des Jungpriesters religiöse Festkleidung, sie werden für ihn wie Geschenke geschmückt. Dem am Ende gespendeten Erstlingssegen wird eine besonders positive Wirkung zugeschrieben, er darf keinesfalls verpasst werden. Vereine und offizielle Amtsträger empfangen Zimmermann als geweihte Respektsperson, der man sich in sittlichen Dingen unterzuordnen hat und der die eigenen unsittlichen Handlungen zu beich ten wären. Die Primiz ist ein in hohem Maße und mit vielerlei Bedeutungen aufgeladener Höhepunkt einer Pfarrgemeinde, das selten erreichte Ziel all jener, die an der Reproduktion katholischer Geistlicher aus der eigenen Gemeinschaft heraus arbeiten. Obwohl sich der Segen Zimmermanns für nicht wenige als Fluch entpuppte, hält man in Eslarn seinen Priester in Ehren.

Georg Zimmermann bei seiner Primiz in Eslarn. Foto: privat

Konkrete Aufklärung statt hohle Worte
Der Bamberger Kirchenrechtler Alfred E. Hierold trug im Jahr 2004 auf einer kirchenrechtlichen Tagung zu dem Thema „Pädophilie und Ephebophilie: Rechtsschutz für Opfer und Beschuldigte“ eine stimmige Bestandsaufnahme vor: „Opfer schweigen, weil sie sich schämen“, Verantwortliche in den Gemeinden, weil „sie negative Auswirkungen auf das Ansehen
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Zimmermann als Priester aus der Mitte der Pfarrgemeinde
Betrachtet man die Bilder von Zimmermanns Primiz von 1 949 in Eslarn, zeigt sich ein außergewöhnliches religiöses Volksfest, dessen erhöhter Hauptdarsteller der frisch geweihte Zimmermann ist. Das ganze Dorf ist auf den
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der Gemeinde fürchten“. Selbst Instanzen der weltlichen Justiz halten das Licht der Öffentlichkeit fern. Ermittlungsergebnisse und Gerichtsurteile werden nicht an die große Glocke gehängt, um „dem Image der Kirche nicht zu schaden“. Haftstrafen werden diskret abgewickelt, Informationen nur unter vorgehaltener Hand erzählt. „Geschwiegen haben auch viele Bischöfe, um die Priester nicht bloß zu stellen“. All diese Beobachtungen treffen auch auf die Causa Zimmermann zu. In einem täuschte sich Hierold jedoch. Er meinte, dass sich die Zeiten grundlegend geändert haben und die römisch-katholische Kirche sich von der Wagenburgmentalität verabschiedet und „zu einer Kultur der Transparenz und der Selbstkritik bekannt“ habe. Für die Diözese Regensburg gilt dies keinesfalls, dort ist man bislang über hohle Phrasen und die kalte Abweisung von Betroffenen nicht hinausgekommen. Es wäre eine große Überraschung, wenn Bischof Voderholzer mit dem bisherigen Umgang des Regensburger Ordinariats bezüglich sexuellem Missbrauch durch Geist-liche konkret brechen würde. ***

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eines Artikels aus dem Online-Magazin

Autor Robert Werner Erstmalig erschienen, am: 11 . Mai 201 3, 1 5:40 Uhr
Ich danke dem Autor, der Redaktion und dem Betreiber von regensburgdigital.de für die Druckerlaubnis!

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MIchael W. Zach, Ludwig-Müller-Str. 2, D92693 Eslarn. Email: michaelwzach@office.eu.org.

Coverbild:
Dom St. Peter; Regensburg WikimediaCommons, user: S. Fischer Ansicht von der Dreieinigkeitskirche aus

die causa georg zimmermann

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