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Fallstudien-GutesGewissen

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07/17/2013

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Rechts- und Wirtschaftsethik

Gutes Gewissen – Gutes Geschäft: Fallstudien

Ethik als Frage nach den Maximen des Handelns.

Fallstudien in Anlehnung an: „Abenteuer Wirtschaft“, Dorsch, Oldenburg 2003

Rechts - und Wirtschaftsethik 08

M. Bödow

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Tchibo – Fairer Handel
Weltweit existieren ca. 20 Organisationen, die sich der Förderung des fairen Handels widmen. Eine davon ist TransFair Deutschland. Dieser 1992 ins Lenen gerufene gemeinnützige Verein, getragen von ca. 40 Organisationen hat es sich zur Aufgabe gemacht, „benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und durch den fairen Handel ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern.“ TransFair vergibt Gütesiegel, wenn:
– ein direkter Handel mit den Produzenten (ohne Zwischenhandel) – die Zahlung von festgesetzten, über dem Weltmarktpreis liegenden Mindestpreisen – teilweise Vorauszahlungen der bezogenen Waren sowie – die Etablierung langfristiger Lieferbeziehungen
Rechts - und Wirtschaftsethik 08

vorliegt

M. Bödow

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Tchibo – Fairer Handel
Tchibo: „Jede zehnte Filiale vor dem Aus“ • Der Handelskonzern Tchibo plant wegen der harten Konkurrenz von Discountern wie Lidl oder Aldi offenbar die Schließung von Filialen.
Focus-Online 04.03.08 http://www.focus.de/finanzen/news/tchibo_aid_263956.html

Rechts - und Wirtschaftsethik 08

• Um sich besser von den Discountern abzusetzen, und die ein zusätzliches Argument für die hochpreisige Strategie zu besitzen, schlägt der Assistent der Geschäftsführung W. Recht die Zertifizierung mit TransFair vor. • Die Geschäftsleitung präferiert hingegen eine Kostensenkung durch technologische Aufrüstung. Mehr Selbstbedienung an Automaten, Stände in Supermärkten u.ä. M. Bödow

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Tchibo – Fairer Handel
Der Vorstand der maxingvest ag, Hamburg hält den „fairen“ Ansatz jedoch für interessant und bittet Sie, als Teil eines Projektteams die beiden Strategien auch unter unternehmensethischen Gesichtspunkten zu prüfen. 1. Stellen Sie in einer MindMap die wesentlichen Aspekte der Problematik dar. 2. Welche ethischen Grundkonzepte könnten hinter den verschiedenen Vorschlägen stehen? 3. Diskutieren Sie die Chancen und Risiken beider Alternativen und entwickeln Sie eine am Unternehmensleitbild ausgerichtete Strategie! „Langfristige Entwicklung auf der Basis national und international fest etablierter Premium-Marken.“
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KIK – Saubere Kleidung?
• Zu Maximierung der Produktionskosten haben viele große Konzerne – darunter viele der bekanntesten Markenfirmen – ihre Produktion in sogenannte Billiglohnländer verlegt. Neben dem Wegfall der Arbeitsplätze in den Stammländern wurden auch die Arbeitsbedingungen in den sogenannten „Sweatshops“ immer wieder kritisiert. Eine der zahlreichen Kampagnen, die sich gegen Mißstände engagiert, ist die Clean-Clothes-Kampagne: http://www.cleanclothes.org

• Aufgrund der lauter werdender Kritik überlegt nun die Unternehmensführung von KIK sich dieser Kampagne anzuschließen.
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KIK – Saubere Kleidung?
Zentraler Bestandteil der Clean-Clothes Idee ist der „Codes of Conducts“. Allerdings werden auch diese Verhaltenskodizes, vor allem wegen des Selbstverpflichtungsgedankens kritisiert. 1. 2. Welchen Inhalt und Sinn könnten solche Kodizes haben? Welche unterschiedlichen Auffassungen zur Selbstverpflichtung bestehen in Europa und den USA. Nennen Sie ein weiteres Beispiel. Erläutern Sie anhand einer graphischen Problemanalyse die Anwendbarkeit eines „Codes of Conducts“ für KIK und treffen Sie eine begründete Entscheidung.
M. Bödow 6

3.

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Deutsche Bank: Profithunger
Webseite Mit diesem Aufdruck auf Brötchentüten wirbt die Deutsche Bank in Frankfurt für einen Fond, der von den steigenden Preisen im Agrarmarkt profitiert.

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M. Bödow

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Deutsche Bank – Leistung die Leiden schafft?
Auf der Webseite zum Fond finden sie hierzu folgende Wachstumsbejahende Aussagen: • Signifikant steigende Bevölkerung • Veränderung der Ernährungsgewohnheiten durch steigenden Lebensstandard in den Schwellenländern • Erhöhte Nachfrage nach Agrarrohstoffen bei der Produktion von erneuerbaren Energien • Historisch weltweit niedrige Lagerbestände an Agrarrohstoffen

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M. Bödow

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Deutsche Bank – Verspekuliert?
Die „Brötchentüten“-Aktion der Deutschen Bank hat zu öffentlichen Protesten geführt. Der Deutschen Bank wird vorgeworfen mit der Not der Menschen Geschäfte zu machen. Geschäfte will die Deutsche Bank, die wegen diverser Geschäftsgebaren in den letzten Jahren bereits in der Kritik stand und zuletzt 245 Mill. Quartalsverlust vor Steuern ausgewiesen hat jedoch eher mit ihren Kunden machen und ist somit auf lukrative Angebote angewiesen! Neben den reinen Zahlen ist jedoch gerade bei einer Bank der Vertauensschutz und die öffentliche Position von besonderer Bedeutung.

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M. Bödow

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Deutsche Bank – Strategie?
Im Zwiespalt zwischen Profit und Ansehen tauchen viele sensible Bereiche bei einer strategischen Ausrichtung auf. 1. Stellen Sie zum einen die Anspruchsgruppen der D-Bank und zum anderen die aktuellen Bezüge zu Nahrungsmittefonds dar (ggf. 2 Graphiken) 2. Nennen Sie (unternehmens)ethische Aspekte im Rahmen der Unternehmenstätigkeit der Deutschen Bank. 3. Profitieren Sie von den Marktergebnissen oder sollte die Spekulation mit Nahrungsmitteln gesetzlich reglementiert werden? Argumentieren Sie an Hand ihnen bekannter Theorien von z.B.:Hobbes, Rawls, A. Smith, Hayek.
M. Bödow

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Nahrungsmittelkrise - Links
Zum selber suchen! • NahrungsmittelSicherheit • Außenpolitik • Hungerrevolten • Biosprit • Ökologische Katastrophen • Genfood • Agrarpolitik • Wachstum • UNO-Engagement

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M. Bödow

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Kaufland – Oh du Fröhliche
Das Einkaufszentrum „Kaufland“ hatte nach anfänglichen Bürgerprotesten in der Innenstadt eines traditionsreichen Städtchen Fuß gefasst. Optisch anspruchslos aber mit bemühten Aktionen bewegte man sich auf die anderen Händler zu. Mitte November kam der wohlgemeinte Vorstoß: „ wir werden den Einwohnern mal zeigen wie ein richtiger Weihnachtsmarkt aussieht!“ Die traditionsbewußten Einwohner reagierten skeptisch, u.a. durch Leserbriefe in der regionalen Presse. Man steuerte gegen und versprach viel Neues ohne das alte zu verunglimpfen.
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Kaufland – Du Überladene
Pünktlich zwischen Volkstrauertag und Totensonntag wurde der Weihnachtsmarkt in der Shopping-Mall eröffnet. Zahllose uniforme Weihnachtsbäume, Girlanden, Imbiss- und Glühweinstände zierten die gut beheizte Mall. Es wurden massig bunte Präsente Marke „Irgendwas von irgendwo“ in der sonst durch hochwertige Holzhandarbeit bekannten Stadt angeboten und jeden Tag kam ein Weihnachtsmann zu Besuch.

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Kaufland – Du Überladene
Wie schätzen Sie das Image des Einkaufszentrums in der Bevölkerung ein? Welche Fehler wurden Ihrer Meinung nach gemacht? Handelt es sich um Verstöße im rechtlichen Bereich? Wer im Unternehmen könnte für das Aufgreifen dieser Missstände am ehesten zuständig sein? Gibt das Controlling später Aufschluss über eventl. Gründe von Umsatzeinbußen? Was hätte man anders machen können?

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