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MfS-Akten zum Ballonflug von Greenpeace-Aktivisten 1983

MfS-Akten zum Ballonflug von Greenpeace-Aktivisten 1983

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Akten des Ministeriums für Staatssicherheit über Greenpeace und die Ballonfahrt der Aktivisten Gerd Leipold und John Sprange (1983). Mit dem Ballon "Trinity" schwebten sie über die Berliner Mauer, um gegen Atomwaffentests der Besatzungsmächte zu protestieren.
Akten des Ministeriums für Staatssicherheit über Greenpeace und die Ballonfahrt der Aktivisten Gerd Leipold und John Sprange (1983). Mit dem Ballon "Trinity" schwebten sie über die Berliner Mauer, um gegen Atomwaffentests der Besatzungsmächte zu protestieren.

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04/07/2014

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BStU ÿ,ÿ re..

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Zentralarchiv

MfS - HA XVII!
Nr. ÿ' ÿ ÿ1{ ÿ

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= ÿ 12 VP-Geÿetz

I 1.ÿ 80
802. ZufÿŒrung zu einer Sachverhaltsprüfung gemäß
___
-,'.. ÿ ,4-ÿ,«

tWo. 09.25 Uhr) OfS, Oberstleutnsnt REIBIÿIÄNN (Wo. 0B.25 Uhr) ODH, PdVP Berlin, i,lsjor WICKLEIN (Wo. 09.30 Uhr) ODH, BV 3erlin, i,lsjor KAATZ

tWo. 0ÿ.30 Uhr ff.) ODH, KD i litte, 0fw. FLEISCiÿ,iANN (Wo. 09.40 Uhr fr.) OLZ, HA VI, l,ÿajor BICK

BStU

(Wo. 0ÿ.40 ÿir ff.) HA I£, ODH, OSL HOPPE (Wo. 18.30 Uhr) BV Berlin, Abteilung IX, Major VÖLKEÿ

0000#7

7

Am 15. September 1986 um Oÿ.O5 Uhr traten die hsuptamtlichen Mitarbeiter der Organisation "GREE],q»EACE", Hamburg, Hohe Brücke

Dr. LEIPOLD, Gerhard
geb. ai:i I. Januar I b 51

t35)
/

wohnhaft: Blücherstraße 43, Haubul«o 50/BRD
ùW

Diploÿl-Plÿysiker, Dr. der 0zeanographie tätig als GeschäftsfüArelÿ ledig, keine Kinder nicht organisiert Abteilung XII: HA IX/o, gesperrte Ablage
EG ±.ÿ. -ÿ"

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nicht notiert,

t2J)

D!]«G',VORT, Silke

(31)

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BStU

000008
(32)

,ÿI.,-.', ÿk.",,

inörid

vor de:.1 £inÿazlu des " '-'ÿ" ÿ"U,.i',','elÿocl:ucù "" der DDR iÿ,ÿ . .... -" ]zsÿÿ_iul:!s .ÿuz'

"Haus der statistik" 2eÿ:'!i,n-.,ztte, }{ans-iJei,.ÿ!e'_ÿ-Stzÿaße 70 -72

)

mit einer öi'Z'ent!ic

1ÿÿ:-its,,';iz, ksa:,ÿen l[andftulö in :.']z, scheinung, ....

wobei sie von de:.ÿ Sv;.:sathiesanten dez' Oz',£an4saÿÿon "«I{sÿ,_ÿBEAC};,'"
deÿn Ständige.,] ,.'ÿ .... ; .... .... e_ ù_n,,o

von ÿerlin (",,'est)

'ÿ ' ' Peter URLÿ,

(30)

mit einer Schmalfil::ikamera sowie von deÿÿÿ in der DDR akkreditiertez [ameramann der "ARD", gefilmt wurden. Fritz KÖNIG, in Gegenwart der "ARD"-

HörfunkJournslisten Hartwig HELUR und Hartmut JENNERJAHN

Silke DINGWORT und Joschiÿl LÖHNDORF waren unter Verwendung
einer vier I,leter langen ausklappbaren Ivletalleiter auf den Vorbau vor dem Eingang des "Hauses der Statistik" gestiegen und hatten von oben ein aus weißem Nesselstoff bestehendes 3,10 x 3,08 I;ieter großes Transparent mit der Aufschrift

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000009
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"ÿÿu J.ÿ." -.»-" a ÿ :, ÿ'ÿ" .... "-ft e ü ',','e ,-'ÿ a_ _ 4- ',,'O S e l'

5ci:Zu.3 -2.q :.i 1 Gree,ÿ, i-'eace"

entfaltet. Der Text ',az' in schwarzer und gz'[[ner ÿ,'el'be :']it einer
Buchstaben,, "ö:ÿ ..... oz .. z,:ischen 22 u11d 43 c ÿ aufgetragen.

Ingrid REIUECKE und Dr,. Gerhard LEII'OLD hatten vor dem iÿinÿang
eine ','reiße kristall'ne Substanz ausgeschüttet und beabsichtigten, Flu.öblätter zu vez'zeile'ÿ]. Diese Flucblätter im Format A 5, von denen 441 sichergestellt wurden, ','ÿsren auf der einen Seite mit der allgemeine:l Zie!stel!tu]g von "G'(EE:.q"EACE" ro.';ie deI!] Zweck

der Aktio:ÿ in der Hauptstadt der DDr{ vom 15. September Ib8o
bedruc''ÿ,,ÿ. Die andere ÿeite der i,'lusb!ätter enthielt ein

Schreiben der Organisation "GREEr$PEACE" an deu i iinister für Umweltschutz und \:lasserwirtschaft der DDR, Dr. Hans REICHELT, in de:n _gegen die Zuleitung von Salzen aus dem Kalibergbau der DDR in die ','erra protestiert und ihre sofortige Einstellung gefordert wird. Das Orioinalschreiben an Dr. REICI[ELT, das von Dr. LEIPOLD und einem Dr. ÿ.lichael BRAUNGAkT unterschrieben
war, wtu"de von Dr. LEIPOLD an den Leiter der Abteilunj

Sicherheit der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik
übergeben.

Außerdem führten die genannten Personen ein aus Pisste bestehendes Plakat in der Größe 100 x 30 cm ÿÿlit sich, das in schwarzen Buchstaben die Aufschrift "Wesersalz zurück an Absender" trug. Dieses Plakat war jedoch noch nicht zur Anwendung gekommen, als die genannten Personen sowie GURLT durch Kräfte der Volkspolizei an der weiteren Ausführung ihrer ö£fentlichkeitswirksamen Handlungen gehindert und nachfolgend der Einsatzgruppe der Abteilung IX ilil Präsidium der Volkspolizei Berlin zugeführt wurden. Die anwesenden Journalisten verlieSen nach ihrer Kontrolle durch die DVP den Handlungsort unter Mitnahme der angefertigten Aufnehmen.

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000010 7
Die dtu'c:lùÿztaz'beiter ÿ" ÿ, d,a.

t3StU [

;kbteilunj i1 der 3V ÿez'lin geführten
i

Untersuchun:öen ergaben i'ÿ:ÿenden Sachverhalt:

Der geistige Urheber und (rganisabor der vorstehend beschriebenen Aktion ist Dr. L,",;IPOLD, [r.r seit 1981 ÿ,Iitglied von "GREENPEACE"
ist und bereits am 28. A.tÿust "1983 je:neinsa:?, r,]it einem Engländer

von Berlin ÿ\lest) atts ùlit einem Heißluftba!!on der Organisation
"GREENPEACIÿ" in das Tez'z'ÿ." az'ium der DDR eingedz'un5en und bei Groß-Zietheÿ] gelandet wa.'o Nach Untersuchund dieser Rechtsverletzung konilten beide l'e':r»nen a',:ÿ t']eicher] Tes nach Berlin (','lost) zur[[okkehren.

Die Seschaffung der notw.,ÿ:digen I Jaterialien bzw. die Herstellung der genannten 2!akate un [ :,ÿluIblättür für die von Dr. LEIPOLD für den }5. September l j ÿI geplante Aktion in der Hauptstadt der DDR wurde nach seine I Angaben von narlentlich nicht genannten £itsrbeitern sowie Helfe::r: der Organisation "GREENPEACE" über:«.; DINGWORT hemmen, während er die P.'Jsonen REI.WECKE, ,ÿÿ:.NDORF,

und GURLT erst ab 8. Sep ;ÿmber ID8o für eine Beteiligung gewann. Am 10. September I>8o re tÿte er von 3erlin (West) aus in die Hauptstadt der DDR ein u:i« erkundete die örtlichen Gegebenheiten am vorgesehenen Handlungÿÿcrt. Darüber hinaus trat er in Vorbereitung der Aktion mit westlichen Journalisten in Verbindung, um eine entsprechende Beriohterstattung zu sichern. Zwecks Realisierung des Vorhabens begaben sich Dr. LEIPOLD,

REINECKE, LÖHNDORF und DiI:GWORT bereits sm 14. Ssptember 1986
von Hamburg nach Berlin (West) und reisten gemeinsam mit GURLT sm 15. September 1986 gegen 08.15 Uhr über die Grenzübergangs-

stelle Bahnhof Berlin-Friedrlohstrsÿe in die Hauptstadt der DDR
ein, wo sie per S-Bahn zÿÿ Alexenderplatz gelangten.

Das für dle Aktion benötigte Msterlal, einschließlich der
Metelleiter, wurde durch einen von den Befragten namentlich

nicht genannten Helfer mit einem PKW in die Hauptstadt der DDR gebracht und von den Beteiligten auf dem Parkplatz Hsns-Beimler-

Straße entladen,

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000011 I 8
Bereits hier begann GURL'2 :it seinen Schmalfilmaufnahmen, weshalb durch den gesicher:en und entwickelten Film festgestellt werden konnte, ca » es sicil bei dem ÿhÿansportfahrzeug um einen ;"eißen PKW ".'olvo-Kombi" handelte,

Vom Parkplatz begaben sich die genannten Personen zu:,l ,",iP.gang des "Hauses der Statisti'::", wo sie wie beschrieben auftraten.

Nach der Klÿÿrung des Sachv:rhalts wurden die genannten Personen auf Entscheid des ::inisters ohne Einleitung
rechtlicher l,!aßnahmen duz ::: Funkstreifenwagen der DVP

zur Grenzübergangsstelle 3..hnhof Friedrichstraße gefahren und
\

um 15.05 Ultr ihre Ausreisÿ nach Berlin (';fest) veranlaßt.
Des weiteren wurden nacllfD_gend genannte :,[aßnahmen durchgeführt:
i

- Anfertigung von Ganzfot».ÿ jeder befragten Person; - Einziehunÿ der Plakate, :.'lugblätter, des Salzes, der Leite'_' sowie der Fÿb:e des GURLT gemäß ÿ 13 VP-Gesetz;

- Entwicklung der Filme dÿ.; GURLT sowie Einleitung der Identifizierung des darÿ f abgebildeten Transportfallrzeuges

durch die HA II/13;

I

]" - Einleitung sofortiger Sp«,rre der Einreise und des
allgemeinen" Transits fL[r alle genannten Personen.

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BStU

000O12

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GREENPEACE
Hamburg, 15. September 1986 Herrn Dr. Hans Reichelt Ministerium für -: Umweltschutz und Wasserwirtschaft

ù

DDR 1020 Berlin

Hans Beimler Str.

70 - 72

Sehr geehrter Herr Minister Dr. Reichelt,

Wir

haben

heute

rund elnen Zentner Salz,

das wir

aus

der

Werra

gewonnen haben, in die DDR zurückgebracht.

Die Kalibergwerke der DDR leiten dieses Salz in den Fluß. Aus
Liter Wez ra-Kÿsser hat Greenpeace 27 Gramm Salz eingedampft.

einem
Daù,it

hat auch

die das

ÿ;erra einen Salzgehalt, GrunJwasser,
alles

der weit hcher liegt als

der und

der ist

Ostsee und ennÿÿhernd den der Nordsee erreicht. tödlich für "Süßwasser-Leben" in Werra

Dieses Salz gefährdet und Weser. Dennoch

schädigt die Fische in den Flüssen

müssen heute noch gut 300 000 Menschen ihr Trinkwasser aus der Weser beziehen. Der Salzgehalt des Trinkwassers steigt ständig. Immer mÿhr
Trinkwasserbrunnen entlang der Weser 6ind versalzen.

Greenpeace fordert Sie auf, die Salzein]eitung in die Kerra sofort zu
stoppen.

Wenn nötig, muß verringert werden, erfolgen kann. Für

dazu die Produktion zeitweilig stillgelegt bzw bis eine umweltverträgllche Abfa]Ibeseitigung elne ÜDergangszeit können die Abfälle auch

zwÿschengelagezt ÿerden.

Die

DDR muß als HauptverursacLer endlich die Verantwortung für diese

von ihr bewirkte WÿsseÿvurschÿuiLzung {iberneLmer:.

- ÿ ÿÿÿ,ÿ--ÿÿÿ-, -ÿÿÿ ,ÿzu_:ÿÿ ÿ ...... l ù :

BStU

000013

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GREENPEACE --- Wir wollen eine Welt, leben können.

in der auch unsere Kinder noch

Greenpeace ist eine internationale Umweltschutzorganisation,

sie ist

unabhängig, überparteilich und gehört keinem politischen Lager an.
Seit 1971 arbeiten Greenpeace-Gruppen in aller Welt mit gewaltfreien Aktionen gegen die Vergiftung und Zerstörung des Lebens. Greenpeacer "kämpfen" friedlich gegen das Schlachten von Baby-

Robben, gegen die Ausrottung der vom Aussterben bedrohten Wale, gegen die Ausbeutung der Antarktis, gegen Atommüllversenkung und Atomtests. Mehrfach unternahm Greenpeace und gewaltfreie behinderte den Aktionen gegen von

Wiederaufbereitungs-Anlagen

Transport

l

abgebrannten Brennelementen.

Greenpeace kämpft weltweit für klare Flüsse und saubere Meere. Deshalb sind wir am 15. September 1986 auch in die DDR gekommen, denn durch die immens hohen Sa]zein]eitungen durch die Kalibergwerke

kommt es zum allmählichen Tod von Werra und Weser, der Flüsse und der
Meere. Dreck und Schadstoffe kennen kelne Grenzen --- das tragische Unglück

im Kernkraftwerk von Tschernobyl hat dies allen vor Augen geführt.

Menschen

drastisch

Deshalb darf auch Umweltschutz keine Grenzen kennen.

Greenpeace e.V., }ÿohe Brücke, Haus der Seefahrt, 2000 Hamburg 11

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2Zru::i:.e

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Information zur

U:.<.,'el%schu.'-..zorÿ'arisa%ion ':Grcen_eac_@'ÿÿ

Aus zuverl:dss4»-ÿr_o.ÿ it_offizieller Quelle. ÿ:-ÿrde bel[aÿÿÿ.z,"

daß es

zwischen der ,ÿquelle uÿÿd dem Leiter von "Greenpeace" .,*estbemlimÿ 0E,i-{T!:ÿOÿ z»;ischer_zeit!ieh nu_r zu einem I[ul-zen Treffen l{ao, bei dem die ÿuelle den Verans%altu=.ÿÿ:Zsplan -von "G_ÿeenpeace" erhielt, Hinsichtlich des ÿep!an@en Vorhabens %ÿon "Greeniÿ_.eaee" in der oamar_ÿeÿmÿoeinde zum Problem "An%ari¢%is" %ÿmtrde durch den OBÿT..ÿG die quelle orientier%, mit dem ReferenZen selbst zu reden ÿund die Einzelheiten zu besprechen. Als Termin des Vor%raGes ÿ,-urde der }[ove=ber/Dezember be][a_nn%.
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]/ei%ere Trÿforma%ionen lieÿen z-dl- Zei% nicht ÿor.

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Ver%eiler
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Je[!,ÿtÿ #.liÿ.tw0ch

uaL! jedÿ:ÿ le2zteÿÿ [ÿ0mmrstÿg im ÿ.ÿ0. "ÿ
Mittwoch, 31. August 1988, 19.30 Uhr
ù Atomtests-Verbrechen an der Menschheit"

Mittwoch, 7.zweite September1988, ",Es gibt kein# Arche Noahl" 19.30Uhr
Mittwoch, '1'4. September 1988, 19.30 Uhr ùDas Ozonproblem - Ursachen und Folgen"

Mittwoch, 21. September 1988, 19.50Uhr
ùMan sieht nur, was man weiß- Waldschäden in Europa"

Mittwoch, 28. September1988, 19.50 Uhr
ù,Kernenergie und Atommüll - Probleme und Risiken"

Donnerstag, 29. September 1988, 20.00 Uhr ùWir kämpfen für eine Umwelt, in der wir leben können" Mittwoch, 5. Oktober 1988, 19.30 Uhr ùEs gibt keine zweite Arche Noahl" Mittwoch, 12. Oktober 1988, 19.:50 Uhr
ùMan sieht nur, was man weiß - Waldschäden in Europa"

Donnerstag, 20. Oktober 1988,20.00Uhr ".!. ,Antarktis, der unberührte Kontinent" / Mittwoch, 26. Oktober 1988, 19.50 Uhr
ùWir kämpfen für eine Welt, in der wir leben können"

Donnerstag, 2,ÿ. Oktober 1988, 20.00 Uhr
ùWasser ist Leben"

Mittwoch, 2. November 1988, 19.50 Uhr ùEs gibt keine zweite Arche Noah!" Mittwoch, 9. November 1988, 19.30 Uhr
ùMan sieht nur, was man weiß- Waldschäden in Europa"

Mittwoch, 23. November 1988,19ÿ30 Uhr
ù Alternativenergien - der Schritt in eine andere Zukunft" Donnerstag, 24. November 1988, 20.00 Uhr ,Das Ozonproblem - Ursachen und Folgen"

Mittwoch, 50. November1988,19.50 Utlr
ùWasser ist Leben"

Mittwoch, 7. Dezember 1988, 19.50 Uhr
ùWir kämpfen für eine Welt, in der wir leben können"

Mittwoch, 14. Dezember 1988, 19.50 Uhr
ùKernenergie und Atommüll- Probleme und Risiken" Mittwoch, 21. Dezember 1988, 19.50 Uhr ùAntarktis - der unberührte Kontinent"

1000 Berlin 61 Tel. 030-785 48 28

Dudenstraße 10

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Im: tL,ÿLIS DIR l:/,]4!L!lÿ / ELfLRtÿZI:NTRUI',ÿ
J',;'rtnÿ.4.'ÿmn1114.1¢03 Berlin 61

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Ber.lin, 26. 3an. 1989
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Genossen Gener al.mäjor 'Kleine

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Die KonzePtiondels Le£ters deÿ Abt. 6 wurde geprüft. !Notwendige Kocrekturen wurden in Abstimmung mft d eÿ Abt. 6
ealisiert.
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Es wird vorges;,hi-age.n-, sie als Arbeitsgründlage für d äs.ÿ,ÿahr 198 9 zu bestätigen. Oas Naterial Wird.'aaÿüber hinaus ÿur Ur, terlegung der:,ÿ.entralen politischopeÿativen Ziel-.,u#dlAuSga benstellungen

an die Linieÿ)ÿÿJÿlÿdütch"die Abt6 in -Züsammena£beit .mit.der.AKB auf.be£eitet.
.iii:,;:'iÿ ,', ",'«i'.'.. , i Leiter der AKG .. ,

zum Umÿeltschutz..gemäß,ÿIhÿem Sch£eiben vom 16, Mai 19aß.'a.ls.Rÿckfÿußinfo£mation

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• Hauptabteilung XVIII/ÿ

Berlin, 14. Dezember 198#,

bestätigt:
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" . : • " , -:: .... '- • .: " " :ùKonzeption.' zum abgesti turnten und k.oordi ni erten. Vorgehen :bei-der .schwerpunkiÿbezoge:nen. A:ü.f-. "

k]ärung und .v0rbe'ugenden. Verhinderung subve:rsiver Handlungen :V
• ..Deutschland e,V..'! gemäßSchreibendes Genossen,Minister:vom ÿ5,. 2, 1985-GVS MfS -4/85 .. ". '..."

1-. Gründung,Struktur, Leitung. Die internationale Unÿ,eltschutzorganisation "Greenpeace" entstand 1971 in Kana-

da im Zusammenhang mit Protesten gegen USA-Atomwaffentests. Seit 1978 befindet
sich der Sitz des Zentralen Büros von "Greenpeace International" in der englischen Stadt Lewes. '-.

.'Greenpeace" ist eine straff organisierte, nach einheitlichen Festlegungen ope-

rierende Institution. Alle weltweit realisierten größeren Aktionen werden von der Zentrale stabsmäßig organisiert. Die gegenwärtig in 17 Ländern der Erde
existierenden Greenpeace-Ländersektionen sind mit modernsten Kommunikationsmit-

teln ausgerüstet, die es ermöglichen, von der Zentrale festgelegte Aktionen
ùkurzfristig vorzubereizen.

Das koordinierte Vorgehen der Ländersektionen sichert die Organisation innerhalb des "Stiching Greenpeace Council". Dieses Leitungsgremium umfaßt je einen Vertreter der anerkannten Landessektionen. Es tagt halbjährlich (Juni, Dezember). Nicht alle Landessektionen sind stimmberechtigt, däüber entscheidet die Dauer der Zugehörigkeit und der Umfang der an die Zentrale abgefdhrten Mittel. Den eigentlichen Leitungskreis stellt der sogenannte "Board"-Ausschuß dar. Ihm
gehören neben dem Vorsitzenden von "Greenpeace International",

Mc TAGGERT, David GRIEFAHN, Nonika,

- Kanada,

zwei Europäer, unter ihnen die Vorsitzende der BRD-Sektion, ein Kanadier. und ein USA-Bürger an. (Anlage 1) 2. Ziele, Mittel, Methoden Die seit der Gründung der Organisation durch diese propagierten Zielstellungen
lassen sich wie folgt zusammenfassen:

- Einstellung aller Kernwaffenversuche; - Beendigung des Wettrüstens; - Einstellung der chemischen Umweltverseuchung; - Entwicklung des ökologischen Bewu[Stseins. des Menschen; - Schutz der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten.

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2)

000018
In den letzten Jahren verlagerte die Organisation, der Entwicklung in der Welt rechnung tragend, den Schwerpunkt der Aktionen auf die Umweltprobleme der Erde. Zur Realisierung der Zielstellungen flJhrt "Greenpeace" weltweite Kampagnen und Aktionen durch, die zwar immer als gewaltfrei und unpoli.tisch deklariert werden, Aktionsländern bewußt mi t'ei nkalkulieren. Zum konzeptionellen Herangehen der

zugleich jedoch Konfrontationen mit staatlichen Einrichtungen in den jeweiligen Organisation wird dabei sichtbar:

- Geplante Aktionen werden konspirativ vorberei.tet, einschließlich der Aufklärung der Aktionsobjekte. - Spektakuläre Aktionen werden unter Nutzung des Oberraschungsmomentes im Beisein von Journalisten realisiert und pubÿlikumswirksam ausgewertet. - Im Interesse der Konspiration, vor allem aber um Sanktionen wegen begangener Rechtsverletzungen in den jeweiligen Ländern zu erschweren, ist "Greenpeace" bemUht, die Aktionsgruppen aus Vertretern möglichst vieler Sektionen Zu_sammen.zusetzen.

In diesem Zusammenhang sind enge Verbindungen von "Greenpeace" zu "Amnesty International" bedeutsam. Im Falle von Behinderung bzw. Verbot von ùGreenpeace"Aktionen durch die Behörden der jeweiligen Länder tritt "Anmesty International"
als Interessenvertreter von "Greenpeace" auf.

Zugleich sichert sich "Greenpeace" seit der Erlangung eines offiziellen Beobach-terstatuses bei der UNO 1983 ständige internationale Präsenz. "Greenpeace International" verfügt über beträchtliche materielle Werte (Schi ffe, Fahrzeuge, Computer, technische Einrichtungen). Die Gelder dafür resultieren aus umfangreichen F-drder- und Spendeneinnahmen. "Greenpeace" beziffert die Zahl seiner aktiven Fdrderer weltweit auf ca. 2 Millionen. Seit Anfang der 80er Jahre wurde deutlich, daß "Greenpeace" öffentlichkeitswirksamÿ spektakuläre Aktionen zunehmend auch in sozialistischen Ländern realisiert. 3. Operativ relevante Zentren
3.1. Greenpeace Deutschland e.V.

Gesicherte Erkenntnisse im MfS belegen, daß gegen die Unveltschutzpolitik der DDF gerichtete Aktionen/Aktivitäten durch die Zentrale der Ländersektion BRD
Greenpeace Deutschland e.V.

Hafen Hof

2000 Hamburg 11

Vorsetzen 53
M

koordi ni ert werden.

Die Ländersektion würde 1981 von ihrer heutigen Vorsitzenden, • GRIEFAHN, Monika

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I BStU
rUndet. Enger Mitarbeiter der G. ist die Person

000019

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3

ZINDLER, Harald
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Z. ist der sogenannte Aktionskoordinatör von Greenpeace Deutschland e.V. Die Planung und Vorbereitung aller durch die Ländersektionzentral realisierten Aktionen erfolgt unter seiner Leitung.
ùÿ ù

Als Leiter in der DDR durchgeführter Aktionen wurden bisher bekannt: - Dr. LEIPOLD, Gerhard geb. I. I. 1951 in Rot Physiker, Meteorologe, Ozeanograf

Abt. XII: erf. HA XVIII/6

L. ist Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland e.V. und trat am 28. 8.

dem Ministerium für Urmleltschutz und Wasseÿirtschaft in Berlin) operativ in Erscheinung.
I

1983 (Grenzverletzung mittels Heißluftballon) und am 15. 9. 1986 (Aktion vor

- JOTTING, Ingrid

I

Die J. ist Kampagnenleiterin für Chemie bei Greenpeace Deutschland e.V.

3.2. Kontaktgruppe Berl i n-West Neben-der Zentrale der BRD-Ländersektion von "Greenpeace" ist der regionalen

Kontaktgruppe Westberl i n
Dudenstr. i0

1000 Berlin 61

operative Bedeutsamkeit beizumessen. Die Kontaktgruppe Bcrlin-West ist von den gegenüber der DDR.

32 in der BRD existierenden Gruppen die zahlenmä&ig stärkste und verfügt objektiv, aufgrund territorialer Gegebenheiten über günsti ge Wi rkungsmögli chkeiten

Lei ter der Greenpeace-Kontaktgruppe Berlin-West ist

OERÿIG, Rainer
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BStU

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000020
OERTWIG ist zugleich Vorstandsmitglied von Greenpeace Deutschland e V

,

4. Aktivitäten gegenüber der DDR
4.1. Zielstellunaen Im Ergebnis der bisherigen Aufklärung von Hintergründen und Zusammenhängen zu durchgeführten Aktionen von "Greenpeace" in der DDR wurden folgende Zielstellungen erkannt: - Schaffung einer eigenständigen Struktureinheitvon Mitgliedern und Sympathisanten auf dem Territorium der DDR und Errichtungeines Büros analog des Vor-

gehens gegenüber der UDSSR und der UVR.

ùÿ

-.Erkundung der Schadstoffbelastungen (Luft, Boden, },ÿasser), insbesondere an erkannten Gef-ahrdungsschwerpunkten in der DDR. - Initiierung von Aktionen gegen die staatliche Umweltpolitik. Zur Umsetzung dieser Zielstellungen Werden solche Forderungen, wie - drastische Senkung der UmwelCbelastungen durch verstärkten Einsatz von Importen (Umwelttechnologien, Steinkohle, bleifreies Benzin) und - die Offenlegung aller Umwelt- und gesundheitsrelevanten Daten,
L

gestelit und versucht, diese über folgende Vorgehenswei,se differenziert umzusetzen:

- Herstellung von Kontakten zu nichtoffiziellen Unÿvelt-. und lJkogruppen und Unterstützung der Ziele dieser Kreise, - Durchführung spektakul ärer, öffentl i chkei tswi rksamer Aktionen,--

-Schaffung legaler Wirkungsmöglichkeiten durch Antragstellung (bereits mehrfach) auf Einrichtung eines offiziellen Büros in der DDR. Es liegen inoffizielle Hinweise vor, daß inder Kontaktgruppe WB Differenzstandpunkte bezüglich des weiteren Vorgehens gegenüber der DDR bestehen. Neben der Auffassung, auch in der DDR spektakuläre Aktionen durchzuführen, wurden Meinungen und Standpunkte bekannt, die eine Etablierung der Unÿveltorganisation "Greenpeace" in der DDR durch ein bestimmtes "{.;ohlverhalten gegenüber der DDR" erreichen möchten. •

Bei der Organisation/Durcht-dhrung spektakulärer Aktionen (Anlage 2) durch "Greenpeace" in der DDR wird folgende Entwicklung sichtbar:
'- Aktionen Anfang der 80er Jahre erfolgten ohne Einbeziehung von DDR-Bürgern. Sie wurden konspirativ von Berlin-West aus vorbereitet.
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BStU

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000021 15
- Die Aktion in Dresden vom 14, 11, 1987 wurde durch Mitacbeiter von "Greenpeace" genutzt, um Kontakt zum Arbeitskreis der 3 Dresdener Kirchenbezirke herzustellen.

Es erfolgen gezielte Unterstützungshandlungen-zur Stärkung der oppositionellen Rolle kirchlicher lJkologiekreise gegenüber dem Staat. (OV "Kreuz" und "Organisator" der BV Dresden, Abt. XX) - Erstmalig wurde am 27. 11. 1988 bei der Realisierüng einer Aktion auf dem Territorium der DDR die direkte Einbeziehung einer DDR-Person vorgenommen. Im Rahmen der Aufklärung der Hintergründe der Aktion konnten operative E-rkenntnisse erarbeitet werden, wonach

- bereits vor der Aktion vom 27. 11. 1988 längerfristiger, postalischer und persönlicher Kontakt zwischen der DDR-Person und "Greenpeace" bestand,
- "Greenpeace" selectiv an die Herstellung engerer Verbindungen zu DDR-Perso-

nen Uber Angabe von Deckadressen herangeht, - die Kontaktanbahnung durch die DDR-Person über die Westberliner Kontaktadresse

Klaus Westphal

Leonhardyweg 100 erfolgte (bisher festgestellte postalische Verbindungsaufnahmen durch DDRBürger konzentrieren sich auf diese Kontaktadresse).
I

1000 Berlin 42

Diese Vorgehensweise von "GreenpeaLce'' läßt die Schlußfolgerung zu, daß der Einsatz von DDR-Bürgern langfristig geplant und vorbereitet wird. Zum Anforderungsbild der dafür i nfrage kommenden DDR-Bürger wurden nachfolgende Erkenntnisse gesichert, die im weiteren Prozeß der Schaffung inoffizieller Quellen operatdve Beachtung finden mUssen: - Die DDR-Person identifiziert sich inhaltlich voll mit den Zielen und Methoden der Organisation.
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%

- Die Person hat ihre "Zuverlässigkeit" durch die Realisierung übertragener Aufgaben, wie • die Entnahme von Wasserproben zwecks Nachweis der Dberschreitung von Grenzwerten und Dbergabe dieser Meßwerte an Greenpeace-Mitarbeiter, aber auch • durch eigenständige Aktionen (z. B. UnterschriftensanTnlungen zu Problemen des Natur- und Unÿveltschutzes mit entsprechenden Forderungen an staatliche Ei nri.chtungen vers chiedener Länder)
nachgewiesen.

Bestehender Kontakt zur kirchlichen Unÿveltbewegung seitens der DDR-Person wird durch "Greenpeace" gleichfalls als Ausdruck der Zuverlässigkeit gewertet.

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6
Ergebnisse der durchgeführten operativen Befragungen der an der Aktion am 27. 11, 1988 beteiligten Mitarbeiter der Kontaktgruppe Berlin-West dokumentießen das enge ZusammenvArken der Greenpeace-Zentrale mit den einzelnen Ländersektionen bei deren Vorbereitung und Realisierung. - Die Aktion war mit der Zentrale von "Greenpeace International" in England
abgestinÿnt.

- Geplant und vorbereitet wurde die Aktion in der Leitung der Ländersektion
BRD.

- Träger der Aktion war die Kontaktgruppe Berlin-West. biese Vorgehensweise verdeutlicht die besondere Rölie der Kontaktgruppe BerlinWest gegenüber der DDR. Inoffiziell erarl)eitete llinv.eise, daß diese Kontaktgruppe aufgrund der gUnstigcn WirkungsmUulichkeiten eine "Betreuerfunktion" gegenüber der. DDR ÿÿhrnehmen soll, bestätigen die getro,fene Feststellung. Weiterhin v urde in diesem Zusammenhang inoffiziell bekannt, daß in der Kontaktgruppe Ber.lin-Westgeplant ist, einen verantwortlichen Mitarbeiter für die sozialistischen Länder zu schaffen, um bei Aktionen in diesen Ländern deren Wirksamkeit zu erhöhen. Eÿenfalls wird innerhalb der in der Kontaktgruppe
existierenden "Nordseegruppe" eine thematische Aufteil'ung in die Bereiche Nord- "

see und Ostsee vorgenommen. Im Rahmen der Thematik Ostsee sollen die "Berliner Flüsse", einschließlich aller in die Ostsee mündender Flüsse, erfaßt werden.
I

Durch die Sicherÿeitsorgane der CSSR wurden Hinweise bekannt, wonach "Greenpeace" über die Iÿontaktgruppe Berlin-West die Möglichkeitenvon Emigranten aus sozialistischen Ländern, hauptsächlich Obersiedlern aus der DDR, zur Herstellung von Kontakten in .diese Länder auszuschöpfen beabsichtigt. Von seiten der Kontaktgruppe Berlin-West soll es bereits Verbindungen zur
"Charta 77" geiÿrÿ.n.

BStU

I

ù.C.

000023 I 7
5. Konzeption zum weiteren operativen Vorgehen Auf derGrundlage vorliegender Einschätzung ist die koÿ,plexe Abwehr- und Aufklärungsarbeit des MfS gegenüber der internationalen Umweltschutzorganisation
"Greenpeace", insbesondere, der

Sektion Greenpeace Deutschland e.V. und seiner Kontaktgruppe Westberlin, auf die Realisierung folgender Zielstellungen zu richten: I. Aufklärung ,der Strategie und Ziele von "Greenpeace" gegenüber den sozialistischen. Ländern, insbesondere der DDR, zur Gewährleistung einer ständigen Präzisierung des taktischen Vorgehens, bezogen auf "Greenpeace'' als organisation bzw. einzelne Mitglieder. 2." Durch Ei nl ei tung pol i ti s ch-operati ver Maßnahmen sind Vorberei tungshandl ungen zu spektakulären Aktioner. in der Dÿ'R im Vorfeld aufzuklären und das Wirksamwerden von "Greenpeace" auf dem Territorium der DDR rechtzeitig zu
verhi ndern.

J

3. Unter zielgerichteter Anwendung geeigneter politisch-operativer Mittel und Methoden ist die Schaffung einer eigenen Sektion in der DDR bzw. die Herstellung stabiler Kontakte zu DDR-Bürgern zu unterbinden:. Bei bereits vorhandenen Kontakten sind geeignete Maßnahmen zur Aufweichung, Zersetzung und Verhinderung der Wirksamkeit einzuleiten. 4. Unter Beachtung der Legalisierung von "Greenpeace" in sozialistischen Ländern ist über geeignete IM Und KP in Schlüsselposition zu veranlassen, daß sich Gesellschaftswissenschaftler der DDR auf der Grundlage der marxistischleninistischen Philosophie mit den Zielstellungen und der Vorgehensweise
von "Greenpeace" auseinandersetzen. Dabei sind solche Aspekte herauszuar-

beiten, die, veröffentlicht in einem Medienbeitrag zum politisch-günstigen Zeitpunkt, zur Disziplinierung von "Greenpeace" in der DDR beitragen. 5. Verhinderung des Zuganges zu Daten auf dem Gebiet des Umweltschutzes, die

im Sinne der Diskreditierung und der Diskriminierung der DDR mißbraucht

werden können. 6. Zur rechtzeitigen Aufklärung und vorbeugenden Verhinderung von spektakulären Aktionen in sozialistischen Ländern sind abstimmungswürdige Aufgaben mit Bruderorganen - des VI. Departements des Mdi der VR Polen und des Komitees für Staats-

sicherheit der UDSSR (zum Raum Ostsee) und mit

- dem Mdl der CSSR sowie des Vl. Departements des Mdl der VR Polen (zum Raum Lausi tzer Gebi rge, Erzgebi rge, Riesengebi rge) zu koordinieren,

:

/

00002ÿ

BStU 1

ù-'I

ÿ

Entsprechend der Ubertragenen Verantwortung genÿäß ÿ- GVS 4/85 des Genossen Minister fdr die BRD-Sektion Greenpeace Deutschland e.V. werden in Wahrnahme der Federführung durch die HA XVIII/6 1989 folgende Ma£.,nahnÿn realisiert: 1. 'Anlage eines ZOV zur Kontaktgruppe WB der BRD-Sektion GreenpeacB Deutschland
e.V.

Anliegeß des ZOV ist, durch die Koordinierung aller zum Einsatz zu bringenden oIÿerati ven Kräfte und Mittel, der ei nhei tl i chen• Aus ri chtung vorl i egender Materialien sowie .der konzentrierten Aufklärung von operativ relevanten Hinweisen zu Personen und Aktivi.täten eine effektive Wahrnahme der Federf-ührung durch die IIA XVIII/6 zu gewährleisten. Schwerpunkte sind dabei: - eine Störung der weiteren Durchsetzung der ökonomischen Strateaie und damit der Umweltschutzpoiitik unserer Partei nicht zuzulasser,,
-s

- spektakuläre öffentlichkeitswirksame Aktionen rechtzeitig aufzuklären und zu verhindern, - Differenzie.rußgsprozesse innerhalb der Kontaktgruppe WB rechtzeitig aufzuklären und operativ zu nutzen sowie - die Schaffung und den Ausbau von Kontaktgruppen in oÿr DDR zu unterbinden und geeignete Maßnahmen bei bereits vorhandenen Kontakten zur Aufweichung und Zersetzung einzulei ten. Termin: 15. 4. 1989 Vorl age eines Entschei dungsvorschlages

Im Rahmen bereits hergestellter Arbeitsbeziehungen zur BV Berlin, Abt. Vl, und AG XXII erfolgen Abstimmungen zur einheitlichen Ausrichtung von operativen Materialien, die in die Bearbeitung des ZOV einbezogen werden.
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.

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000025

BStU I
9

1.6. Einsatz und Einführung vorhandener bzw. Schaffung weiterer inoffizieller ùQuellen, die in der Lage sind, direkte Beziehungen zur Kontaktgruppe WB
herzustellen und auÿzubauen.

"ÿL .m"

1.6.2. Bisher festgestellte personifizierte Kontakte von DDR-Bürgern zur Kontaktgruppe WB werden im Rahmen der Aufklärung des Charakters auf eine mögliche operative Nutzung geprüft. Termi n: 30. 5. 1989 Zwischeneinschätzung

1.7. Auf der Grundlage der Einleitung operativer Fahndungs-und Kontrollmaßnahmen, insbesondere mit den Linien VI, VIII, III, M, sind - weitere Mitarbeiter von der Kontaktgruppe WB zu identifizieren,

'iy

- Voraussetzungen zu schaffen, um Aktivitäten auf dem Territorium der DDR unter operativer Kontrolle zu halten - sowie Hinweise zur Personifizierung von Organisatoren und Hintermännern 1.8. Zur Aufklärung der Zusammenhänge und Hintergründe der Aktion vom 27. 11. 198 erfolgt auf der Grundlage der beschlagnahmten Briefsendungen im engen Zusammenwirken mit (ler HA XX die weitere Fahndun.qs- und Vergleichsarbeit. Termin: 30. 5. 1989

von Aktivitäten gegen die DDR zu erarbeiten.

Zwi s chenei ns chätzung

2. Zur BRD-Sektion Greenpeace Deutschland e.V. sind analog der genannten Zielstellungen unter Punkt I. folgende Maßnahmen zu realisieren: 2.1. Mit der BV Dresden, Abt. XX, wird der Einsatz operativer Kräfte und-Mittel

und die präzisierte Zielstellung

ù

• ..

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BStU

000026
ma

10

um'gehend abgesti nTnt. Te.ÿi n :
• 31. 1.'1989 •

Vorl age Abs timmungse rgebni s se

i.2. Abstimmung des Einsatzes vorhandener bzw. Schaffung weiterer inoffizieller" • Quellen zur Herstellung und Ausbau .direkter Beziehungen zur BRD-Sektion Greenpeace Deutschland e.V. 2.2.1. Abstimmung des Einsatzes vorhandener Quellen der Bÿ/ Dresden.° Abt. XX, zur Aufklärung der Zielstellungen/Vorgehensweisen gegen die DDR geplanter Aktionen. Termi n:

Vorlage der Aufgabenstellung für 1989

30. I. 1989

2.2.2. Bisher festgestellte personifizierte Kontakte von DDR-Bürgern zur BRD-Sektion Greenpeace Deutschland e.V. werden im Rahmen der Aufklärung des Cha6akters auf eine mögliche operative Nutzung geprüft.
l

2.3. Einleitung operativer Fahndungs- und Kontrollmaßnahmen'(analog Punkt 1.4.) 3. In Vorbereitung geplanter Absprachen mit den Druderorganen UDSSR, VRP, CSSR sind auf Grundlage einer sachbezogenen Lageeinschätzung abstimmungswürdige Aufgaben festzulegen. Te rmi n: entsprechend Plan Leiter der HA

4. Einsatz des GMS "Egon" der HA XVIII und PrUfung der Fföglichkeiten von KP
in Schlüsselstellungen zur weiteren Abklärung bzw. Realisierung einer Stand punktbi I dung zu den verfol gten Ziel stell ungen/Vorgehenswei sen der Organi sation Greenpeace zur Durchsetzung einer offensiven F'edienpolitik. Termin: 20. 4. 1989 Vorlage eines Vorschlages zur weiteren Vorgehenswei se unter Berücksi chti gÿng der Errichtung eines Messestandes von Greenpeace auf der Leipziger ÿesse Lei ter/pÿer Abtei I un2;
Erbert P" "

der staatlichen Entscheidung bezüglich'

Oberstleutnanz

Hajor

_- , ..,

F

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I BStU
Anl age 1
Hinweise zur Struktur von "Greenpeace International"

000027

Der Hauptsitz der Organisation befindet sich in
Lewes

East Sussex BN 7 2LU/England 25-26 High Street

Büros der Ländersektionen existieren gegenwärtig in-17 Ländern (BRD, Belgien, Luxemburg, Schweden, Dänemark, Usterrei ch, Schweiz; Niederlande, Frankreich, England, Spanien, Italien, Neuseeland, Australien, Kanada, USA,-Aÿgentini'en).
ù

Nach BRD-Veröffentlichungen steht die Büroeröffnung in der SU (Moskau) bevor. Leitung: Board (engerer Leitungskreis, 5Personen)ÿ...ÿ . '

Stiching council (Rat der Ländersektionen) ,ÿLeitungsebenen Vorstände der Ländersektionen

Greenpeace Deutschland e.V. In der BRD-Sektion sind derzeit 32 regionale Kontaktgruppen vorhanden. Bisher als Vorstandsmitglieder bekannt:

GRIEFAHN, Moni ka

ZINDLER, Harald J
K

J

SEHLKE, Klaus Dieter
.... ,j II

von PACZENSKY, Susanne

Prof. Dr. FETSCHER, Iring

Prof. Dr. DORR, l:ans-Peter
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ù.°

BStU

000028
OERTWIG, Rainer

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I

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Hinweise zur Themenstruktur/Ansprechpartner 1. Bereich Atom

Dr. Gerd LEIPOLD
geb. I. I. 1951

Di pl omphys i ker erf. HA XVIII/6

KerslBi h EITNER
2. Bereich Chemie

l.ngri d JOTTING

J
3. Ber.gwal d

Wolfgang LOHBECK

4. Wildli fe
I

Peter PUESCHEL

5. Antarktis 6. i,larenl i ste

i

Britta ROLLE Hei nri ch BAUER
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iÿ-,)

arbeiter beschäftigt. Die Zahl der Fördermitglieder wird in der BRD mit 380 000 beziffert. 1987 sollen allein die Einnahmen aIJs den Förderbeiträgen 32 Mio DM betragen,

Nach eigenen Angaben sind bei Greenpeace Deutschland e.V. 50 hauptaIÿtliche Mit-

Yÿontaktgruppe WB
Die Kontaktgruppe WB ist mit ca. 100 Mitgliedern die zahlenmäßig stärkste Regional gruppe der BRD.
Erkenntnisse zur Struktur/persone.l lÿn Zusammensetzur.ÿ:

Leitung: Waren/Fi nanzen

Sprecher

OERTWIG, Rainer
MELZ, Hannelore

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'° • , • . •

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BStU

000029
Pres se

STDHR, Melanie
, [II .......

I
i

ffentl i chkei tsarbei t Koordinator der Arbei tsgruppen

SCHNURPHEIL, Klaus

VEDDER, Alois
BARTSCH, ami n

AG Antarktis/FCKW
AG Gewÿsser

VEDDER, Alois

AG Luft
AG 4ÿordsee " •.

•ÿmmlÿmmÿI
SCHULZ, Manfred
ARND, Norbert Leiterz.Z. nicht bekannt

HORN, Anne

AG Wildlife
AG ATOM
Neuenbetreuung

SANDER, Si I ke
IIII" ._.IL,p, ........

Jugendgruppe

JORDAN, Mi achael

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... ° ÿ.. ù . p • • .,/ÿ '

Anlage 2

000030
|

Gegen die DDR gerichtete Aktionen der BRD-Sektion Greenpeace Deutschland.. e.V. und in diesem Zusammenhan9 bekannt.£ewordene Personen - Am 28. 8. 1983 drangen der hauptamtliche Mitarbeiter von GreenpeaceeÿV. Hamburg Dr. LEIPOLD, Gerhard geb. I. I. 1951 in Rot wh.: 2000 Hamburg, [;lücherstr, 43 Physiker, Iÿeteorologe, Ozeanograph

l BStU i

Abt. XVII: HA XVIII/6

und der hauptamtl i che "Greenpeace"-Mi tarbei ter

SPRANGE, John
ùgeb. 26. 2. 1957 wh.: London

mit einem Heißluftballon von WD aus in das Hoheitsgebiet der DDR ein und landeten auf dem Territorium der DDR. Als Zielstellung galt die "symbolische Besetzung" des Luftraumes von Berlin und das Aufmerksammacben der Siegermäch-. te des 2. !-!eltkrieges auf ihre Verantwortung für die Einstellung der Atomtestversuche.

- Damit im Zusammenhang zu sehen war ,die Aktion des Mitarbeiters von Greenpeace e.V. Hamburg/Kontaktgruppe WB geb. 15. 2. 1954 wh.: I000 Berlin 20, Eckschanze 15

HESSEL, Matthias

)

H. richtete ein briefliches Protestschreiben an den Ministerrat der DDR.

bei der Regierung der UdSSR einzusetzen. Am 6. 8. 1983 woll-t-e er diesen Brief an entsprechender Stelle übergeben und trat dabei• in spektakulärer Weise an der Berliner GOST Friedrich-Zimmer-Str. in Erscheinung. - Ebenfalls mit diesen Ereignissen in unmittelbärer Verbindung stehend, ist der Oberflug der DDR-Staats renze mit einem Leichtflugzeug von WB aus am 15. 9. 1983 einzuschätzen.

Er forderte die DDR auf, sich für einen vollständigen Kernwaffenteststop

BStU

I

000031 -! 2
Dieser Flug war von der hauptamtlichen Mitarbeiterin von GrePnpeace e.V.

Hamburg

FETSCHER, Carol i ne

vo.rher angekündigt worden. Die F. \.lar außerdem als Mitunterzeichner eines
Greenpeace-Aufrufes am 19. 8.. 1983 angefallen. In diesem Aufruf wurde von

"Greenpeace" der im Zusammenhang mit der Grenzprovokation von Leipold und Spränge sichergestellte Heißluftballon zurückgefordert.

)

- Im August 1984 versuchte das "Greenpeace"-Schiff."Sirius",trotz einer vor-

herigen Absäge des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten in den liafen von Rostock einzulaufen. Durch operative Hinweise konnte seinerzeit herau., gearbeitet werden, daß Greenpeäce e,V. Hamburg in Rostock öffentlichkeitswirk. sam und politisch-negativ auftreten wollte. Durch Boote der Volksmarine mußte die "Sirius" abgedrängt werden. An Bord der "Sirius" befanden sich eine Reihe von Journalisten sowie einflußreiche Mitarbeiter der G ,reenpeace-BRD-Filiale, so die Vorstandsmitglieder von PACZENSKYÿ, Susanne

und

Prof. FETSCHER, Iring
ù)

Entsprechend den an Bord befindlichen Personen wurde diese Aktion in provowurde diese Aktion durch wiederholte provokative Anrufe in der Ständigen

kativer Weise gegen die DDR in den Medien der BRD dargestellt. Unterstützt Vertretung der DDR in der BRD durch den hauptamtlichen Mitarbeiter der Dr. FISCHER, ÿÿolfgang

Greenpeace e.V. Hamburg

ù

3
- Im Rahmen eines Interviews am I0. 12. 1985 im "Norddeutschen Rundfunk" gab der hauptamtliche Mitarbeiter von "Greenpeace e.V." Hamburg

Dr. BRAUNGARTÿ Michael

BStU

0000.32

• Vorhaben von der BRD-Filiale vön "Greenpeace" rea'lisiert. Die Aktionen"der ù'Beluga", bei denen es am 17. 12. 1985 mit einem "Greenpeace"-Schlauchboot

bekannt, daß "Greenpeace" beabsichtigt, in der Woche vom 16. bis 22. 12. 1985 mit dem Binnenschiff von "Greenpeace" "Beluqa" in den Elbgewässern der DDR Wasserproben zu entnehmen. Entsprechend der Ankündigunq wurde dieses

auch zu einer Grenzverletzung kam, wurden durch eine. Reihe an Bord befindli• cher Journalisten von ARD, ZDF, Reuter, AP und im "Zusanÿnenwirken" mit den BRD-Grenzsicheruncskräften, die keinen Ei'nfluß aufld!e Hand_lungen ausübten, ve rfo I
]f

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Von "Greenpeace e.V." Hamburg, der "Koordinatorin für Chemie und Umwelt", JO" ri d

Seit dieser Zeit wird die Chemieabteilung von der hauptamtlichen Mitarbeiterin

geleitet. - Pÿ 15. 9. 1986 wurde durch "Greenpeace e.V." Hamburg eine weitere geplante und gut vorbereitete Provokation vor dem Ministerium für Umweltschutz und Wasserwirtschaft in der Hauptstadt der DDR durchgeführt. Unter den-Augen und Kameras einer Reihe westlicher Journalisten wurde ein Transparent "DDR-Salz vergiftet Werra und Wasser

Schluß damit !"

Greenpeace

entfaltet. Gleichzeitig wurde mitgebrachtes Salz aus der Werra vor dem Gebäude wirtschaft gerichteten Brief in Form eines Handzettels (Flugblatt) an Passanten zu verteilen. '.

ausgekippt und versucht, einen an den Minister für Umweltschutz und Wasser-

. • ," ° o

BStU

000033
Die Aktion wurde vor Ort durch den bereits o. g. hauptamtlichen Mitarbeiter von "Greenpeace e.V." Hamburg, Dr. LEIPOLD, Gerhard, •geleitet. Als weitere Teilnehmer wurden die Mitglieder von "Greenpeace e.V." Hamburg

LZIHNDORF, Joachim

DINGWORT, ' Si I ke

REINECKE, Inÿrid
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@URLT, Peter

i denti fi zi e rt. - Eine weitere auf dem Gebiet der DDR festgestellte Provokation von "Greenpeace e.V." Hamburg war ihre Aktion am 14. 11. 1987 in Dresden auf der Georgi-Dimitroff-Brücke,

ù..J

ùi'

Die Zielstellung der Aktion bestand im Aufmerksammachen auf die grenzüberschreitende Schadstoffbelastung durch die Elbe und in deren Folgen die Verunreinigung der Nordsee, damit verbunden die Aufforderung an die DDR, auch an der Nordseekonferenz der Unÿveltminister. der Nordseeanrainerländeram 24./25. 11. 1987 teilzunehmen. Zur ,Aktion wurde ein überdimensionales Transparent (30 x 2 m) mit der Aufschrift "Schadstoffe sind grenzenlos, Dresden - Hamburg - Nordsee , Wasser ist Leben" an der Dresdener Dimitroff-Brücke befestigt, l,ÿeiterhin wurde an vorbeikommende Passanten Flugblätter. verteilt, die detaillierte Werte der Elbschadstoff• bel as tungen und .daraus res ul tierende. Krankhei tsehÿi ckl unge n wi ede rgaben, zum Teil mangelhafte Maßnahmen zur Verhinderung dieser Entwicklungen den entsprechenden' staatlichen Stellen der DDR.-anlas.teten und die Organisation "Greenpeace" vor-. .stellten. Entsprechend den "Greenpÿace"-Methodenwurde auch diese Aktion in den Medien der BRD umfassend dargestÿ.llt. - Am 3. 7. 1988 erfolgte die Durchfahrt des Laborbusses von Greenpeace (Halter ist Greenpeace ZIsterreich) aus der VRP kommend im Transi.t nach WBI Durch "Greenpeace" war beabsichtigt, in der DDR Wasser-.und Bodenproben zu entnehmen (analog durchget-ührter Bepr. obungen in der UDSSR und VRP). Durch eingeleitete politisch-operati ve ünd offensive staatliche Maßnahmen wurde eine ÿßeprobung auf dem Territorium
der DDR verhindert. --- :-

l

P

o•

Die Zusammensetzu'ng der Gruppe unterlegt bereits getroffene Aussagen und ist
als "zielgerichtet zu werten.

- Am 27. 11. 1988 wurde im Ergebnis von BeobachtungsmaI3nahmen der Abt. Vlll der BV Potsdam festgestellt,, daß die im spezifischen-Transit reisenden Mitarbeiter der BRD-Sektion C-reenpeace Deutschland e.V., Kontaktgruppe WB

in der .Nähe .der Ra.ststätte Michendorf mit dem Bürger der DDR.

zum Zweck der Obergabe von Materialien mit diesem zusammentrafen. Die weitere Klärung des Sachverhaltes erga .Briefe nlit Anschriften vor Bür(!ern alis dem Raum Berlin und Dre.ÿdPn (dem Telefonbuch entnonÿen) lin der DDR verbreitet und an den Ministerrat der DDR gesendet werden l sollten.
I

ten folgende Forderungen an die Regierung der DDR:

Die durch Greenpeace Deutschland e.V. gedruckten Kaßten und Flugblättÿr enthiel1. Intensivierung von Energiesparmaßnahnmn durch ernsthafte internationale Kooperation, Abbau von Energiesubventionen. 2. Erhöhung des Anteils an Import-Stein kohle. Mit ca. 50 Mio t Steinkohle kann
eine Schadstoffreduzierung um ÿ'0-ÿ, errelcht werden.

3. Investitionen in Entschwefelungsanlagen, finanziert beispielsweise durch de uts ch- de uts che Kompe ns ati o ns ges chä fte. 4. Ausbau des Versorgungsnetzes für bleifreies Benzin, das auch tür Mark der

DDR erhältlich sein muß.

5. Offenlegung aller Unÿÿelt- und gesundheit.srelevanten Daten (Ziele, I,Iittel und Methoden. vol. Aussagen Sei te 4

-.

. .

. .

$7

BStU

0000ÿ6

Zusammenfiassung von Erkenntnissen über

GREENPEACE

INTERNATIONAL

1. Entwicklung der Orqanisation und Zielstelluna

Nach eigenen Angaben entstand die Organisation 1971 in Kanada
aus Protest gegen USA-Atomwaffentests auf den Aleuten.

1972 wurde in Vancouver/Kanada die "Greenpeace Foundation" ge-

gründet, die sich das Ziel stellte, die Aktivitäten dieser Organisation zu koordinieren, Initiator der StiFtung war der ehe-

malige Bauunternehmer und heutige Vorsitzende von "Greenpeace International"

Mc TAGGERT, David geb. 1932

1979 entstand ais Führungsgremium der "Stichting Greenpeace CounciI", der die Aktivitäten der Organisation zentral festlegt, die Anerkennung der einzelnen Ländersektionen vornimmt

und die Öffentlichkeitsarbeit organisiert.

Seit ihrer Gründung wurde die Organisation, deren Symbole Regenbogen und Wal sind, durch geschickt inszenierte, publikationswirksame Aktionen rasch bekannt und weitete sowohl ihre Aktionsgebiete als auch ihre organisatorischen Grundlagen beträchtlich
aus. Zunächst auf Nordamerika und den pazifischen Raum orien-

tiert, faßte sie später auch in Europa Fuß und ver]agerte den Schwerpunkt ihrer Aktivitäten immer stärker auf den europäischen
Raum.

BStU

I
2

000047 [
Gegenwärtig bestehen in 15 kapitalistischen Staaten Gruppen
von "Greenpeace" (u. a. Kanada, USA, Neuseeland, Australien, Großbritannien, Frankreich, Niederlande, Dänemark, Schweden, Schweiz, Spanien, BRD,.Österreieh).
i

Die Zentrale nimmt ein aufwendiges Prüfungsverfahren vor, bevor sie den jeweiligen "nationalen Büros" die Lizenz erteilt,

den Namen "Greenpeace" führen zu dürfen, den sie markenrecht-

lich geschützt hat.

Hierzu schließt sie einen Lizenzvertrag mit der jeweiligen
. 7

nationalen Gruppe ab, der deren strikte Unterordnung unter

diese Weisungen der Zentrale, das Abführen eines erheblichen
Teils der Einnahmen an einen zentralen Fond und die volle Ver-

antwortlichkeit der Gruppe im jeweiligen Land festlegt.

Inhaltlich richteten sich die Akticnen von "Greenpeace" nach
den ersten Erfolgen beim Protest gegen USA-Kernwaffentests in

der Folgezeit gegen französische Atomwaffenversuche im Stillen
Ozean, gegen die Robben- und Waljagd, gegen die Versenkung von

Atommüll und giftigen Chemikalien durch französische, britische, japanische, schwedische und BRD-Schiffe.

1983 beteiligte sich "Greenpeace" nicht an Aktionen der Friedensbewegung gegen die Stationierung von USA-Kernwaffen in Westeuropa. Eine Zusammenarbeit mit der Friedensbewegung wird von "Greenpeace" abgelehnt (obwohl sich die Organisation ver-

einzelt als "Bestandteil" der Friedensbewegung bezeichnet).
Die Teilnahme an Hassendemonstrationen erfolgt nicht, da "Green-

peace" die Kontrolle über inszenierte Aktionen behalten will.

Die von "Greenpeace" propagierten Ziele lassen sich wie folgt
zusammen fassen :

f

BStU

000048
- Einstellung aller Kernwaffenversuche

- Einste]lung des WetLrüstens
- Beendigung der chemischen Umweltverseuchung - Schutz gefährde[er Tier- und Pflanzenarten.

Seit 1983 hat die Organisation einen offiziellen Beobachterstatus bei der UNO, d. h. ein von ihr bestimmter Sprecher hat Zutritt zu allen UNO-Konferenzen.

"Greenpeace" nimmt für sich in Anspruch, mit seinen Aktionen

- direkt - gewa]tfrei und - "unpolitisch" zu handeln.

"Greenpeace"

ist eine straff organisierte,

nach einheitlichen

Fes[legungen operierende Ins[iLuLion. Alle größeren Aktionen
in den verschiedenen Teilen der Erde werden von der Zentrale "generalsLabsmäßig" und konspirativ vorbereitet, intensiv träi-

niere (bis zu 20mal unter !'Einsatzbedingungen") und unter Ausnutzung des ÜberraschungsmomenLs im Beisein von Journalisten realisiert. Ihre publikumswirksame Auswertung wird entsprechend

vorbereitet und Setzt beim Anlaufen der spektakulären AkLionen
ein.

2. Hinweise zu Struktur und Methoden

2.1. Der Sitz der Organisation befindet sich seit 1978 in

bewes/England

(in der Nähe des britischen Seebades Brigh[on, 80 km von London entfernL).

Die Verlagerung'der Zentrale nach Westeuropa wurde 1978 nach internen Auseinandersetzungen mit der USA-Gruppe festgelegt.

F,

BStU

000049
Die Po stanschrift der Organisation in Großbritannien lautet

(1984):
"Greenpeace"

36 Graham Street London N. 1 811 Tel. 0041-251 3020 -251 3022,

Die Zentrale ist mit modernen Nachrichtenmitteln ausgerüstet,
die es ermöglichen sollen, "Greenpeaee-Sektionen" in den ver-

schiedenen Teilen der Welt in kürzester Zeit zu aktivieren
(20 Minuten). Auch in anderen "Greenpeace"-Büros sind moderne technische Anlagen wie Computer, Telex, Kopiergeräte u. ä. be/
kannt'. '

Das LeiLungsgremium "SLichting Greenpeace Council" umfaßt je
einen Vertreter einer anerkannten Ländersektion und wurde wieder-

holt erweitert (z. Z. 15 Personen). Es tagt halbjährlich (Dezember, Juni) und legt zukünftige Aktionen fest. Nicht alle Ländersektionen sind stimmberechtigt; darüber entscheidet die Dauer der Zugehörigkeit und der Umfang der an die Zentrale abgeführten Mittel.

Mitglied des engeren Leitungsgremiums von 5 Personen ("Board"Ausschuß) ist neben dem Vorsitzenden Mc Taggert u. a. die BRD-

Vertreterin Monika Griefahn. Diesÿ Board gehören (außer Mc Taggert) 2 Europäer, I USA-Bürger und I Kanadier an.

Die Organisation "Greenpeace" hat trotz ihrer internationalen Aktivitäten nur einen sehr begrenzten Kreis von aktiven, profes-

sionellen "Umweltschützern",um die sich eine größere Anzahl von Förderern gruppiert (BRD = 70 000). Diese unterstützen "Green.peace" durch "beträchtliche" Spenden, den Kauf von Plaketten,

den freiwilligen Vertrieb von Werbematerial.

astu-

I

0000ÿ0 ! 5
Die "nationalen Büros" geben Pressemitteilungen heraus, organi-

sieren Aktionen auf Weisung der Zentrale und bemühen sich um die Mobilisierung international bekannter Persönlichkeiten wie
des Meeresforschers Jacques Costeau oder des Zoologen Prof.

Grzimekt Die Filialen von "Greenpeaee" in den verschiedenen Staaten haben fest angestellte Geschäftsführer, Sekretärinnen, Buchhalteÿ sowie Referenten für bestimmte Kampagnethemen.

Die Zahl der "Greenpeace"-Mitarbeiter wird weltweit auf etwa

200 - 300 und die Zahl der Förderer auf 600 000 geschätzt.

-,

Bei den aktiven "Greenpeace"-Mitarbeitern handelt es sich in der Regel um hochquaÿifizierte jüngere Kräfte, die zwei oder
mehrere Berufe haben und eine oder mehrere Hochschul-Spezial«

ausbildungen absolviert haben. (Bisher überwogen dabei Personen
mit meereskundlichen/seemännischen Voraussetzungen.)

Auch in den westlichen Massenmedien wird unterstrichen, daß
die Erfolge von "Greenpeace" "durch eine ebenso sorgfältige I: wie konspirative Planung" erreicht würden.
i

Das Ziel ist, laut Eigendarste]lung, "durch außergewöhnliche, Aufsehen erregende, aber gewaltfreie direkte Aktionen Öffentlichkeit für Umweltprobleme herzustellen" (nach David Mc laggert, in "Gewaltfrei widerstehen" von Ulfrid Kieinert, ro-ro-ro/aktuell Nr. A 4831).

Die Aktionen von "Greenpeace" sind nicht selten als "Protest-

Happenings" mit einem hohen persönlichen Risiko für die Beteiligten verbunden, das von der Organisation werbewirksam heraus-

gestellt wird, um Aufmerksamkeit zu wecken.

Bei Aktionen werden vor allem Spitz- und Vornamen verwendet, wodurch eine Verschleierung der Identität der meisten teilnehmenden Personen erreicht wird.

F_

BStU

000051
2.2. Angewandte Methoden waren u. a.

I
I

- die sorgfältige Aufklärung zur Aktion vorgesehener Objekte
und Gebiete, Informationssammlung, konspirative Beobachtung

zur Feststellung für Aktionen benötigter Daten (Renato Ruf,
ùGreenpeace" Schweiz: "Wir brauchen Leute für Recherchen und

Nachrichtenbeschaffunÿr); - die Bildung von SperrkeLten um Schiffe mit Hilfe von Tauchern, Schlauchbooten und FischkutLern;
- das Hineinfahren in die Schußbahn von Harpunen beim Walù/

fang; - das Anketten an ALommüllschiffe;

- das Verstopfen unterseeischer Abwasserrohre;

- das Besetzen hoher Schornsteine bei Chemiefirmen und Kraftwerken, z. T. Eindringen in Werkgelände unter falscher Flagge

und mit falschen Uniformen; - die Blockierung des Transportes gefährlicher MaLerialien;

-die Blockierung und VersLopfung von Abwasserrohren;
.)

- das Aufsuchen strahlungsgefährdeter Gebiete;

- Anzeigenkampagnen (einschließlich "Springer-Presse" und Fach-

zeitschriften); - Aufrufe zum Käuferboykott bei bestimmten Produkten (z. B.
Fische aus Norwegen, Pelzwaren aus Robbenfeil usw.);

- Flugblattverbreitung, öffentlichkeitswirksame Demonstration mit Symbolen (als "Ual" hergerichtete Busse und Boote, überdimension ierter Erdball usw.) bei internatiönalen Veranstal-

Fr

BStU

000052

I

I

tungen bzw. in BrennpunkLen des öffentlichen InLeresses, z. B. Tagungen internaLionaler Organisationen;

- Protestaktionen vor diplomatischen Vertretungen (wobei die Orientierung dahin geht, eine Konfrontation mit der Polizei zu vermeiden), Anketten vor diplomatischen Vertretungen;

- symbolische Gefangennahme eines (französischen) Politikers mit Handschellen als "Geisel" angesichts der zeitweiligen
Beschlagnahme eines "Greenpeace"-Schiffes vor internationaler

Öffentlichkeit;
- Publizierung von Literatur und Filmen über riskante Operationen der Vereinigung;

- VorbereiLung anderer WerbeLräger, Bekleidung, Aufkleber, SchallplatLen usw. miL "Greenpeace"-Bezugnahme (unLer kommerziellen

GesichLspunkLen);

- massenwirksame Auswertung von Prozessen, die gegen "Greenpeace"-

MiLarbeiLer geführL werden.

Geschickt wird dabei auch das abenteuerliche Moment ins Spiel gebrachL, bis hin zur Propagierung einer indianischen Legende
von den "Regenbogenkämpfern", die der Umweltverschmutzung ein Ende seLzen. Unter Anspielung darauf ist auch eines der "Greenpeace"-Hoehseeschiffe "Rainbow Warrior" benannt. (Regenbogenkrieger)

(Im Juli 1985 wurde die "Rainbow Warrior", mit der "Greenpeace"Mitglieder in das französische Testgebiet Für Kernwaffen um
das Mururoa-ALoll einlaufen wollten, im neuseeländisehen Hafen

Auckland von Angehörigen des französischen Geheimdienstes versenkt.)

Um Sanktionen in den einzelnen Staaten zu erschweren, ist "Green-

peace" bemüht, seine Aktionsgruppen aus Vertretern möglichst
vieler Länder zusammenzusetzen.

Diÿ öffentlichkeitswirksamen Aktionen verfehlen ihre Wirkung
auf das Spendenaufkommen nicht.
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BStU

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8

0000ÿ3
3. Hinweise zur Finanzierung.

"Greenpeace" verfügt über beträchtliche materielle Werte in
Form seiner Schiffe, Fahrzeuge, Computer und anderen technischen Einrichtungen.

Die Ländersektionen sind angehalten, jährlich größere Summen
an die Zentrale abzuführen. Diese Gelder resultieren insbesondere aus dem SpendenauFkommen in den einzelnen Staaten.

Von anderen Umweltschutzorganisationen wird "Greenpeace" wegen seiner Dominanz bei der Vereinnahmung des Spendenaufkommens und seiner nach werbepsychologischen Aspekten organisierten Kampagnen, aber auch wegen des kommerziell organisierten Vertriebs von werbenden Waren als "Öko-Multi" bezeichnet und zum

Teil abgelehnt.

Da das Finanzgebaren von "Greÿnpeace" sich als undurchsichtig erwies und die straffe Dirigierung von Aktionen durch die Zen-

trale örtliche Umweltschutzaktionen mißbilligte, kam es 1982/83
zu einer Spaltung der "Greenpeace"-Organisation in der BRD und

zum demonstrativen Austritt bis dahin aktiver Mitglieder, die
den "undemokratisehen Führungsstil" ablehnten.

1982/83 hatten etwa 210 "Greenpeace"-Aktivisten die Organisation der BRD verlassen und sich anderen Gruppen angeschlossen, insbesondere dem Verein "Robin Wood"

Auch international kam es zu (z. T. militanten) Abspaltungen
von "Greenpeace" aus den dargestellten Gründen. Abspaltung, en
sind u. a.

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0000ÿÿ
- "Sea-Shepherds", Schottland
»

(sprengten ein japanisches WalFangboot ohne Besatzung in die

Luft);
- "G]obal 2000" Österreich;

- "Friends of EarLh"

Österreich

4. Aktivitäten, die sich insbesondere gegen sozialistische Staaten richten

Es ist einzuschätzen, daß die von "Greenpeace" gegen die USA

\

organisierten Aktionen sowohl vom Umfang als auch von ihrer

Intensität her weit hinter den Aktivitäten zurückstehen, die
"Greenpeace" gegen die mit den USA-Chemiekonzernen konkurrierenden westeuropäischen ChemieFirmen durchführt.

Gegen die sozialistischen Staaten gerichtete Aktionen
waren u. a.:

- Demonstratives AnlauFen des Leningrader Hafens durch das "Greenpeace"-SchiFF "Sirius" als ProLest gegen sowjeLisehe KernwaFfenversuche im Juni 1982.

Behinderung sowjetischer WalFangschiFfe durch SeeFahrzeuge
von "Greenpeace".

- Grenzprovokation in sowjetischen Hoheitsgewässern vor Kamschatka
durch das "Greenpeace"-SchiFf "Rainbow Warrior" im Juli 1983.

- Im Rahmen einer "Umweltschutzwoche organisierten Mitglieder von "Greenpeace International" am 2. 4. 1984 die Besetzung

eines Kraftwerkschornsteins in der CSSR und befestigLen ein Transparent in tschechischer Sprache: "Zuerst stirbt der Wald, dann der Mensch. Haltet ein mit der Verschmutzung der Luft!"

BStU

000055
Der Vorfall wurde von Hitarbeitern des BRD-Fernsehens, die
vorher informiert worden waren, aufgezeichnet.

I0

(Analoge Schornsteinbesetzungen wurden von "Greenpeace" gleich-

zeitig in der BRD, Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden organisiert.) - Ende September 1986 appellierten ungarische "Umweltschützer" (Vertreter des "Donaukreises") am Stand der Organisation
"Greenpeace" auf der Budapester Herbstmesse vor Journalisten

an

die Regierung der UVR, die Pläne für ein gemeinsames

Donau-Großprojekt mit der CSSR (Errichtung je eines Kraftwerkes in der Nähe von Gabcikovo/CSSR und Ngymaros/UyR) aufzugeben.

- Im April 1987 wurden 5 "Greenpeace"-Hitglieder in Prag von den Sicherheitskräften der CSSR vorübergehend festgenommen,
nachdem sie an der Fassade des Huseums am Uenzelsplatz ein

Transparent mit der Aufschrift "Nie wieder Tschernobyl - für eine Zukunft ohne Atom" angebracht hatten.

Gegen die DDR gerichtete Aktivitäten von "Greenpeace"-Mitgliedern:

- Am 6.

August

1983 hatte

"Greenpeace"-Mitarbeiter ÿ

in einem Brief an den Ministerrat gefordert, die DDR möge sich für einen vollständigen Kernwaffenteststopp bei der Regierung der UDSSR einsetzen.
ù4

- Grenzverletzung mittels Heißluftballonÿ begangen vom "Greenpeace"-Hitarbeiter Gerd Leipold (Sprecher von "Greenpeace" in der BRD) und John Sprange (Großbritannien). Der Ballonflug hatte nach Eigendarstellung von "Greenpeace" durch eine "symbolische Besetzung" des Luftraumes von Berlin das Ziel, auf die Verantwortung der UDSSR, der USA, Großbritanniens und Frankreichs für die Kernwaffenversuche hinzuweisen und deren Einstellung zu fordern.
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F.

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11

sÿ

000056 l
- Im August 1984 versuchte das "Greenpeace" gehörende Schiff

"Sirius" anläßlich des Jahrestages des Atombombenabwurfs
auf Hiroshima den Rostocker Hafen anzulaufen. Die Aktion

des in Holland regisÿi erten Schilfes wurde von Hamburg aus organisiert. Da eine Weiterfahrt in ihre Hoheitsgewässer durch
die DDR nicht gestattet wurde, organisierte "Greenpeace" Protestschreiben an bzw. Aktionen vor den DDR-Vertretungen in Schweden, Dänemark, Österreich und der Schweiz, worin eine

Einreise für die "Sirius" bzw. die Rückgabe des 1983 von der DDR konfiszierten Heißluftballons gefordert wurde.

- Im Dezember 1985 versuchte "Greenpeace" mit dem Schiff "Beluga" auf der Elbe im GrenzgebieL zur DDR Wasserproben zu entnehmen.

Ziel der Aktion, die in der DDR auf der Unterelbe begann,
war, "hauptsächlich die aus der DDR kommende Wasserverschmutzung" festzustellen.

Das Meßschiff befuhr u. a. den 3,6 km langen Elbabschnitt
ùzwischen der BRD und der DDR (Gegenstand der Auseinandersetzun-

gen zwischen beiden deutschen Staaten) auf der Strommitte.
Eine Weiterfahrt wurde durch Grenzsicherungsboote und Binnen-

schiffe der DDR verhindert.
Ein Schlauchboot der "Beluga" verletzte Grenzgewässer der DDR. Die Aktion wurde unter Einbeziehung westlicher Jou'rna-

listen von ARD, ZDF, REUTERS, AP u. a. durchgeführt, die sich an Bord des Schilfes befanden.

- Im September 1986 wurde durch "Greenpeace" eine Aktion in

der DDR-Hauptstadt durchgeführt. Vor anwesendeß westlichen
Fernsehjournalisten wurde ein Transparent am Ministerium

für Umweltschutz und Wasserwirtsehaft der DDR befestigt:

"DDR-Salz vergiftet Werra + Weser

Schluß damit!
Greenpeace"

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.................

FI ........ , .ù ,

BStU

53
12'

000057
Gleichzeitig wurde mitgebrachtes Salz aus der Werra vor dem Gebäude ausgekippt und versucht, einen an den Minister für Umweltschutz und Wasserwirtschaft gerichteten Brief in Form
eines Handzettels an Passanten zu verteilen.

Diese "Aktion" wurde auf Grund des schnellen Einschreitens der

SicherungskräFte nur gering öfFentlichkeitswirksam, jedoch von
Rundfunk und Fernsehen der BRD bzw. Westberlin mehrfach gesendet.
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der Zentralstelle

MfS. Sekr. Neiber

ù

Zentraler Operativstab

24C/03.,

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Eingang der Information
. Entgegengenommen GO.c!.<ie.!.lÿ-}.8.a_B .n.ÿ..[ ÿ pIÿ "ÿ j

-, lU m"'hrT_ÿi" 8.8.83, 13. O0 Uhr ua%_ -- ÿ ...............................................................................

2

UI.UU ullr

Meldende Diensteinheit ..........................................................

BV Potsdam

HA I

Verteiler Genosse Minister

z

.....

Genera!oberst Wolf Generalleut na'nt Mittig. Generalleutnant Neiber - | ÿ. i i

Generalleutnant Geisler

I, II, III, VI, VII, VIII, IX, X, XVII, XVIII; XIX, XX, XÿII
Agi.t., BdL, F, FFG, KuSch, N, PS, Rechtsstelle,

VRD, ZAGG, ZAIG, ZKG BV

Berlin

beide Personen sind ohne Anwendung der

der Organisation

AGH ,...Ob e.r.:S..t......!.<.r e t zsc!?ÿar

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Der Start des Heißluftba].lons soll gegen 06.25 Uhr in ;,Vilmersdorf/
Berlin (WOS'L) orf-olgt sein und wurde durch die Organisat&on "Grcenpeace" me,,reren staat!iciÿen Organen der DDR angel(ündigt.
r ÿ .'. >, ÿ .../:+-'] +ÿÿÿ ,- .

Der Hcißluftballon hatte e!ne Flöhe von !5 a undÿ einen Durchmesser
von 10 m.
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Zum [4otiv der Handlung gaben beide Personen an, daß sle mlt llqrer Handlung gegen Atomwaffen in Ost und ÿ';'est protestleron v:oliton.
ù.ÿ "ÿ. + + ù..:ÿÿ +.. .- . . _ . : •

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P4aßnahmen :
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Zuführung beider Pe'rsonen zum VPKA Kön&gs Wusterhsusen Uhr; Oÿ ÿ,'ÿ nahmo durch d&e BV Potsdam, Abt. ZX.
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- Bergung und Sicherstellung de.s Ballons durch die I#.D Könlgs \';uoterhausen.

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- Auf zentralerEntscheidung wurden belde Personen nach ent sorechender Verwarnung und Belehrung gegen !2.OO Uhr über die GOSt.Bahnho. Frledorlchstraße nach Berlln (West) ausget'ÿiesen.

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