Antwort, von wegen unglücklich ausgerutscht und mit dem Gesicht gegen den Treppenpfosten geknallt.

Selbst in meinen Ohren klang die Erklärung lahm und unglaubwürdig, aber nachgehakt hat niemand. Klar, warum auch? Dann hätte man sich ja eventuell mit Problemen befassen müssen. Ich möchte eigentlich gar nicht wissen, wie vielen Kindern in dieser beschissenen Gesellschaft nicht geholfen wird, weil niemand nachhakt, weil niemand sich die Mühe macht tiefer zu bohren, zu hinterfragen. Wegschauen ist echt alles. Hauptsache das eigene Leben wird nicht gestört durch die Probleme anderer. Das macht mich so wütend. Es ist doch einfach nur zum Kotzen. Alles. Als ich nach der Schule nach Hause gekommen bin, hing meine Mutter mit ihrem neuen Freund im Wohnzimmer, mehrere leere Flaschen auf dem Tisch, beide mächtig betrunken. Sie beachteten mich nicht weiter. Das war übrigens der Typ, mit dem wir nach Dortmund gezogen sind. Ich grüßte die beiden nicht einmal, ich stiefelte direkt in die Küche, belud mich mit so vielen Fressalien, dass ich sie kaum noch tragen konnte und verzog mich in mein Zimmer. Mampfend hockte ich vor der Glotze, zog mir Serien und DokutainmentQuatsch rein. Das war mein 15. Geburtstag

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