© Uwe Fengler

Der Herbst und ich

Ein paar Tage lang konnten wir die Kälte des kommenden Winters schon spüren. Aber wozu die Heizung anstellen, wenn der Wetterbericht eine Fortsetzung des „goldenen Oktober“ vorhersagt? Recht hat er gehabt, und im

Moment fühlt sich der Oktober eher so an:

Tagsüber, die Nächte dagegen sind schon recht kühl … alles völlig normal für diese Jahreszeit. Wäre es im Oktober, wenn alle Blätter beginnen zu fallen, nicht ab und zu um die 20 Grad warm, hätten sich die Menschen den Begriff „Goldener Oktober“ sicherlich nicht ausgedacht … Und ich beginne den Herbst zu lieben. Eine Jahreszeit, die ich früher kaum beachtete …

Irgendwie komich ist das schon; denn in meinen jungen Jahren sehnte ich den Frühling herbei. Ein paar Jahre später war es der Sommer, den ich kaum erwarten konnte. Und jetzt der Herbst? Kann das

wirklich sein? Auch im letzten Jahr war dieses Gefühl schon einmal da. Aber nur einen kurzen Augenblick. Bin ich jetzt wirklich schon im Herbst meines Lebens angekommen, und ist es vielleicht so, dass man die Lebensjahreszeit in der man sich gerade befindet, auch in der Natur am meisten mag? Was aber, wenn es den Golfstrom nicht mehr gibt oder vielleicht sogar unsere Galaxie, die von uns Milchstraße genannt

wurde, zu flattern aufhört. Könnt dies nicht zu Veränderungen führen, die den bisher nur geahnten Klimawandel im warsten Sinne des Wortes einfach nur in den Schatten stellen?

Vielleicht gehören meine neuen Bilder ja zu den Letzten dieser schönen Jahreszeit.

Herbst zum Anfassen wird es vielleicht bald nicht mehr geben. Die Meldungen über das Abschwächen des Golfstromes,

oder sogar über sein vollständiges Erliegen, gibt es alle paar Jahre mal. Natürlich passierte es im Laufe der Geschichte unseres derzeitigen Heimatplaneten schon öfters, das der Golfstrom seine Kraft verlor und schwächer wurde. Wir nennen diesen Zustand heute Eiszeit … aber keine Sorge, auch dies kann von Menschen überlebt werden. Und da ich immer älter werde, und der Winter des Lebens anklopft, müsste ich mich jetzt einfach nur freuen.

Kann ich aber nicht, weil es dann für mich nach der großen Kälte keinen Frühling mehr geben wird.

© Uwe Fengler

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