Götz George spielt seinen Vater

,
den großen Schauspieler Heinrich George,
der in so vieles verstrickt war –
und der nach dem Krieg in
sowjetischer Gefangenschaft starb.
Eine deutsche Geschichte
R Die Seite Drei
Meist heiter bis wolkig und trocken. Im
Norden zum Teil bewölkt. An den Alpen,
imSüdostensowie über denöstlichenMit-
telgebirgen sind am Abend Schauer oder
Gewitter möglich. Temperaturen 22 bis
27 Grad. R Seite 23
Washington–Die US-Regierung hat beim
Besuch von Bundesinnenminister Hans-
Peter Friedrich(CSU) inWashingtonoffen-
bar Verständnis für die deutschen Sorgen
vor den Ausspähungen des amerikani-
schen Geheimdienstes National-Security
Agency (NSA) gezeigt. Bei dem Gespräch
am Freitag sei zeitweilig auch Vizepräsi-
dent JoeBidendabei gewesen, hießes. Bei-
de Seiten hätten die „Balance zwischen Si-
cherheit und Freiheit“ betont. Es sollten
Schritteeingeleitet werden, damit NSA-Ex-
perten ihren deutschen Kollegen zeigen
könnten, was und wie gesammelt werde.
Außerdem habe die US-Seite betont, dass
es gar keine flächendeckenden Daten-
sammlungen gebe. SZ R Seiten 2 und 4
Sommertheater Einmal imJahr wirdganz
Salzburg ein einziges Drama. Sogar der
Intendant spielt mit. CHRISTIAN MAYER
Laferfeuer Er war schon früh einer der
Großen: Drei Tage mit dem Koch-Unter-
nehmer Johann Lafer. BERND DÖRRIES
Kopfgefühl „Ein Arzt kann demPatienten
nicht immerdasBesteraten“: GerdGigeren-
zer imInterview. KRISTIN RÜBESAMEN
Die SZ ist auch als App für das
iPad und Windows 8 erhältlich.
27ö/ 9ö
n
NACHTS
b
TAGS
DAS WETTER
Mit Stellenmarkt
Biden zeigt
Verständnis
US-Vizepräsident empfängt
Innenminister Friedrich
Berlin – Der Bundesgerichtshof hat eine
Vertragsklausel bei Schönheitsreparatu-
ren für ungültig erklärt – zahllose Mieter
müssen künftig beim Auszug aus ihrer
Wohnung keine anteiligen Kosten für die
Renovierung zahlen. Ein „Kostenvoran-
schlag eines vomVermieter auszuwählen-
den Malerfachgeschäfts“ dürfe nicht zur
Berechnungsgrundlage solcher Arbeiten
gemacht werden. SZ R Panorama
Bundesgerichtshof
stärkt Mieterrechte
Dublin – Als letztes EU-Land lässt nun
auch Irland Abtreibungen zu – allerdings
unter sehr restriktiven Bedingungen. Das
irische Parlament stimmte in der Nacht
zumFreitagmit 127zu31 Stimmenfür eine
Gesetzesvorlage, die einen Schwanger-
schaftsabbruch möglich macht, soferndas
Leben der Frau gefährdet ist oder sie
droht, sich umzubringen, wenn sie das
Kind austragen muss. SZ R Seite 4
Irland erlaubt Abtreibung
in Ausnahmefällen
München – Erstmals seit fast einem Jahr
ist die FDP im Politbarometer der For-
schungsgruppe wieder über die Fünf-Pro-
zent-Hürde geklettert. Die Union kommt
auf 41 Prozent. Damit käme die schwarz-
gelbe Koalition auf 46 Prozent – ebenso
viel, wie SPD, Grüne und Linke zusammen
bekommen würden. Die Befragten bevor-
zugen eine große Koalition. SZ R Seite 5
Umfrage: FDP jetzt
bei fünf Prozent
Meinung
Bei aller Sympathie für Amerika:
Merkel müsste auch Verständnis
für deutsche Ängste zeigen 4
Panorama
ImProzess umeinen toten schwarzen
Schüler warten die USA
gespannt auf das Urteil 14
Feuilleton
Nach was suchen die
Geheimdienste, wenn sie
das Internet durchforsten? 16
Wirtschaft
Der mächtige Konzern Monsanto
ist führender Hersteller von
genmanipuliertemSaatgut 28
Sport
Robin Dutt war Sportdirektor des
DFB – und würde gerne Trainer
bei Werder Bremen werden 39
Medien, TV-/ Radioprogramm 46-48
Forum&Leserbriefe 23
München · Bayern 44-45
Rätsel &Schach 21
Familienanzeigen 34-35
HEUTE
Kinderbetreuung: Was sich vom 1. August an ändert R Seiten 6 und 7
- 0,0057
18 Uhr
1,3048 US-$
Euro n
- 0,05%
N.Y. 18 Uhr
15453 Punkte
Dow c
+ 0,66%
Xetra Schluss
8213 Punkte
Dax b
Die Rolle
seines Lebens
VON VARINIA BERNAU
UND FREDERIK OBERMAIER
München – Der ehemalige US-Geheim-
dienstmitarbeiter Edward Snowden hat
Russland umvorübergehendes Asyl gebe-
ten. Der von den Vereinigten Staaten per
Haftbefehl gesuchte 30-Jährige unter-
schrieb nach Angaben der Agentur Inter-
faxamFreitageinenAntragauf politisches
Asyl. Zu einem späteren Zeitpunkt wolle
Snowden nach Lateinamerika weiterrei-
sen und dort Asyl beantragen, erklärte
eine Sprecherin der Menschenrechtsorga-
nisation Human Rights Watch. Sie hatte
sichzuvor mit SnowdenimMoskauer Flug-
hafen Scheremetjewo getroffen. Der
Kreml erklärte, der 30-Jährige könne in
Russland bleiben, wenn er den USA nicht
durch erneute Enthüllungen schade.
Unter dieser Bedingung hatte der russi-
sche Präsident Wladimir Putin Snowden
bereits am 1. Juli ein Bleiberecht angebo-
ten–damals lehnteder Ex-Geheimdienst-
mitarbeiter ab. Sein Ziel ist Südamerika;
dort haben ihm Venezuela, Nicaragua und
Bolivien Asyl angeboten. Unklar ist aller-
dings, wie er dorthin gelangen kann, da es
keine Direktflüge gibt.
DieUS-Regierunghat Snowdens ameri-
kanischen Reisepass für ungültig erklärt,
nachdem der Computerspezialist massive
Spähprogramme von Geheimdiensten in
denUSAundGroßbritannienöffentlichge-
macht hatte. Snowdenwar über Hongkong
nach Russland geflüchtet, wo er seit dem
23. Juni im Transitbereich des Moskauer
Flughafens festsitzt.
Wie aus Unterlagen hervorgehen soll,
die Snowden der britischen Zeitung Guar-
dian zugespielt hat, arbeitet der Software-
konzern Microsoft eng mit dem US-Ge-
heimdienst National Security Agency
(NSA) zusammen. Das Unternehmen habe
den Behörden die Möglichkeiten gegeben,
die Verschlüsselung vonE-Mails zu umge-
hen und Gespräche des Internettelefon-
diensts Skype mitzuschneiden. Microsoft
betonte in einer Stellungnahme, dass das
Unternehmen keiner Regierung unbe-
schränkten oder direkten Zugriff auf sei-
nen E-Mail-Dienst Outlook.com, Skype
oder andereProduktegewähre. Datenwür-
dennur auf richterlicheAnweisungheraus-
gegeben werden. „Wir kommen nur sol-
chenAnordnungennach, diesichauf spezi-
elle Konten beziehen“, verteidigt sich das
Unternehmen.
Brisant andemBericht des Guardianist
vor allem, dass die NSA über eine Schnitt-
stelle zu dem E-Mail-Dienst Outlook.com
verfügensoll, sodass der Geheimdienst die
Nachrichten bereits auswerten kann, ehe
diese verschlüsselt werden. Außerdemha-
be Microsoft dem Geheimdienst dabei ge-
holfen, die Verschlüsselung von Chat-
Nachrichten zu umgehen.
Die Dokumente von Snowden zeigen
auch, dass die NSA nicht nur in der Lage
ist, E-Mails mitzulesen, sondern auch
nachzuvollziehen, welcheOrteeineZielper-
son jemals auf dem Online-Kartendienst
Google Maps gesucht hat. Aus internen
und als „streng geheim“ eingestuften Prä-
sentationender NSA, die die brasilianische
Zeitung O Globo veröffentlicht hat, geht
hervor, dass die NSA dafür ein Programm
namens „X-Keyscore“ nutzt, das Daten
sammelt, sortiert und durchsuchbar
macht. R Seiten 2 und 4
Snowden stellt Asylantrag in Moskau
Später will der flüchtige Computerspezialist aber nach Lateinamerika ausreisen.
Der US-Geheimdienst NSA soll auch Outlook, Skype und Google Maps angezapft haben
München – Der Fall Mollath bewegt die
deutscheRechtspolitik. Das Bundesminis-
terium der Justiz hat Vorschläge zur Re-
formdes Rechts der „Unterbringung in ei-
nempsychiatrischenKrankenhaus“vorge-
legt. Das Ministerium reagiert damit ers-
tens auf denFall des Gustl Mollath, der von
der bayerischenJustiz vor siebenJahrenin
die Psychiatrie eingewiesen und trotz
wachsender Zweifel an der Sorgfalt dieser
Einweisung bisher nicht entlassen wurde.
Es reagiert zweitens darauf, dass die Zahl
der in der Psychiatrie untergebrachten
Straftäter „ständig“ steige. Angesichts
„der Tiefe des Eingriffs in die Freiheit“ sei
die Reformdringend erforderlich, heißt es
in einem Reformpapier, das der Süddeut-
schen Zeitung vorliegt.
Im psychiatrischen Krankenhaus kön-
nenStraftäter schonwegeneiner geringfü-
gigenStraftat –der sogenanntenAnlasstat
– untergebracht werden, wenn sie die Tat
in einem länger dauernden, krankhaften
psychischen Zustand begangen haben –
undwenninfolgedessenerheblicheStrafta-
ten zu erwarten sind. Anlasstat kann auch
eineBagatellesein, etwaeinHausfriedens-
bruch; diezuerwartendenStraftatenmüs-
sen massiver sein. Eine zeitliche Begren-
zung für die Unterbringung gibt es bisher
nicht.
Die vonMinisterinSabine Leutheusser-
Schnarrenberger (FDP) angeregte Reform
will die Unterbringung in der Psychiatrie
künftig auf gravierende Fälle beschrän-
ken, wobei es allerdings dabei bleiben soll,
dass die Anlasstat auch eine Geringfügig-
keit sein kann. Es sollen die Dauer der Un-
terbringung begrenzt, die Überprüfungs-
fristenverkürzt unddie Anforderungenan
die Gutachten der Experten erhöht wer-
den. Zum ersten Mal soll die Unterbrin-
gung künftig nachvier Monatenüberprüft
werden – statt wie derzeit erst nach einem
Jahr. Danach sollen weitere Prüfungen
nachacht Monaten undeinemJahr folgen.
Mit diesen gestaffelten Fristen soll dem
UmstandRechnunggetragenwerden, dass
man schon wegen einer Bagatelltat in die
Psychiatrie eingewiesen werden kann. Je
länger dieUnterbringungdauert, destoen-
ger sollen künftig die Voraussetzungen
sein, unter denen sie fortgeführt werden
darf. In der Regel soll die Unterbringung
nachAblauf vonvier Jahrenfür erledigt er-
klärt werden, außer es besteht die Gefahr
erheblicher Straftaten, durch die „Opfer
seelisch oder körperlich geschädigt wer-
den oder schwerer wirtschaftlicher Scha-
denangerichtet wird“. WenndieUnterbrin-
gung deswegen die Dauer von sechs Jah-
ren erreicht hat, müssen Gutachten von
zwei externen Sachverständigeneingeholt
werden – um dem Richter für seine Ent-
scheidung eine möglichst umfassende
Grundlage zu geben.
Die Reform will der Gefahr begegnen,
dass alte Gutachten nur fortgeschrieben
werden. Deshalb wird der Einsatz von ex-
ternen Sachverständigen (von solchen al-
so, die bisher mit der Behandlungdes Pati-
enten nicht befasst waren) schon nach je-
weils zwei (bisher fünf) Jahren Pflicht. Das
Problem: Es gibt viel zuwenige qualifizier-
te Gutachter. Das Justizministerium for-
dert daher dieLänder auf, für derenAusbil-
dung „Sorge zu tragen“. Der Satz „in der
Praxis stehen keine geeigneten Gutachter
zur Verfügung“ sei imRechtsstaat nicht to-
lerabel. HERIBERT PRANTL R Seite 5
Die jüngste Zeit muss hart gewesen sein
für Nicolas Sarkozy. Nachseiner Wahlnie-
derlage 2012 hatte er den Rückzug aus
der Politik verkündet. Doch der französi-
sche Ex-Präsident ist nicht der Mann, der
stillvergnügt aus dem Hintergrund zu-
schaut, wie andere auf der Bühne der
Macht agieren. Vertraute beschriebenihn
als „Löwen im Käfig“. Jetzt ist der Löwe
ausgebrochen. Den anderen großen Tie-
ren im rechtsliberalen Lager droht Ge-
fahr. Dies gilt besonders für François Fil-
lon, der Sarkozy fünf Jahre lang treu als
Premier diente und sich heute Hoffnun-
genmacht, bei der Wahl 2017selbst Präsi-
dent zuwerden. Der sosanftmütigwirken-
de Fillon fuhr daher bei einer Veranstal-
tung am Donnerstagabend die Krallen
aus, um Sarkozy einige Hiebe zu verpas-
sen. Die Zeitschrift L’Express schreibt:
„Der Krieg der Chefs hat begonnen.“
Eigentlich wollte Sarkozy die Feindse-
ligkeiten später eröffnen. Sein Plan war
es wohl, sich noch lange bedeckt zu hal-
ten, um die Sehnsucht der Franzosen
wachsenzulassen. Jeschlechter die Wirt-
schaft laufen würde und je glückloser der
sozialistische Präsident François Hollan-
de regieren würde, desto lauter sollte der
Ruf nach Sarkozy ertönen. Dieser hätte
schließlich verkünden können, er fühle
sich verpflichtet, das Vaterland zu retten.
Zwei Entwicklungen brachten den
58-jährigen Politrentner dazu, schon
jetzt aus der Reserve zukommen. Zumei-
nenbaute sich Fillonzielstrebig zumPrä-
sidentschaftskandidaten auf. Zum ande-
ren strich der Verfassungsrat der konser-
vativenUMP-Partei elf Millionen Euro an
staatlicher Unterstützung, weil Sarkozy
im Wahlkampf 2012 unerlaubt viel Geld
ausgegeben hatte. Der Partei drohte der
Ruin. Sarkozy musste reagieren. Der Ex-
Präsident startete eine Spendenkampa-
gnefür dieUMP, diebinnenTagenmehre-
reMillionenEuroeinbrachte. Zugleichbe-
gann er, nach gut einjährigemSchweigen
wieder zu sprechen. Er erklärte sich auf
Facebook und Twitter und trat diese Wo-
che bei einem Vorstandstreffen der UMP
auf. Dabei sollte es eigentlich umdie Par-
teifinanzen gehen. Doch Sarkozy hielt ei-
neGrundsatzredeüberEuropaunddieSa-
nierung Frankreichs. Die Kommentato-
ren riefen: Er ist zurück!
Damit geht ein Herzenswunsch seiner
immer noch zahlreichen Fans in Erfül-
lung. „Nicolas komm zurück!“, steht auf
unzähligenTassen, T-Shirts undDuftker-
zen, die in Frankreich verkauft werden.
Von „Sarkonostalgie“ ist die Rede.
Sarkozy spickte seine Rede bei der
UMPmit giftigenSätzengegenFillonund
andere Rivalen. „Die Politik ist nobel“,
mahnte er. „Setzt sie nicht herab. Und
sagt nie Böses über die anderen.“ Das
klang putzig aus dem Mund eines Man-
nes, der für seine verbalen Wutattacken
auf Feinde und Parteifreunde bekannt
ist. Für Fillonwar das Maßjedenfalls voll.
Der früherePremier erklärtejetzt, diePar-
tei werde nicht in Habachtstellung auf ei-
nen„MannderVorsehung“warten. Sarko-
zy solle nicht so tun, als sei er der einzige
Ausweg. Zugleichbetonte Fillon, die UMP
werde ihren Präsidentschaftskandidaten
für 2017 per Urwahlen küren. Auch ein
Sarkozy müsse sich diesen stellen. Die
Zeit der „Selbstproklamierung“ sei vor-
bei. Nun wartet Frankreich auf Sarkozys
Antwort. Die politische Sommerpause
dürfte heiß werden. STEFAN ULRICH
Fall Mollath – Justizministerin plant Strafrechtsreform
Leutheusser-Schnarrenberger will die Einweisung in die Psychiatrie einschränken und stärker kontrollieren
Er ist zurück
Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy drängt auf die große Bühne
NEUESTE NACHRICHTEN AUS POLITIK, KULTUR, WIRTSCHAFT UND SPORT
WWW. SÜDDEUTSCHE. DE 69. JAHRGANG / 28. WOCHE / NR. 160 / 2, 50 EURO MÜNCHEN, SAMSTAG/SONNTAG, 13. /14. JULI 2013
F
O
T
O
:
T
H
O
M
A
S
K
O
S
T
/
S
W
R
Süddeutsche Zeitung GmbH,
Hultschiner Straße 8, 81677 München; Telefon 089/2183-0,
Telefax -9777; redaktion@sueddeutsche.de
Anzeigen: Telefon 089/2183-1010 (Immobilien- und
Mietmarkt), 089/2183-1020 (Motormarkt),
089/2183-1030 (Stellenmarkt, weitere Märkte).
Abo-Service: Telefon 089/21 83-80 80, www.sz.de/abo
A, B, E, F, GR, I, L, NL, SLO, SK: €3,30;
dkr. 26; £ 3,30; kn 30; sfr. 5,00; czk 101; Ft 880
(SZ) Kühl undschattiglagder Quell da. Nar-
ziss begab sich zumhellen Wasser und er-
blickte, als er hineinsah, einen herrlichen
Knaben. Da griff er nachdemZauberbilde.
Er versuchte es zu umarmen und zu küs-
sen, und der Jüngling im Wasser tat des-
gleichen – minimum est quod amantibus
obstat, schreibt Ovid, sehr wenigist es, was
denLiebendenimWege steht; unddochzu
viel: Es ist Narziss, der sich dort spiegelt
und der nicht den anderen liebt, sondern
nur sich selbst.
Geputzt und glänzend standdas Auto in
der Sonne Vorpommerns. Der Kampf-
storch von Bergholz begab sich zu den
schimmernden Türen und erblickte, als er
hineinsah, in ihrem Lacke einen großen
Stelzvogel. Da hackte er nachdemZauber-
bilde, und der Vogel in der Tür tat desglei-
chen. Doch schon verschwamm er hinter
Schrammen und Kratzern. Die Geschichte
diesesStorches lässt sichunter verschiede-
nen Aspekten betrachten, keiner davon
stimmt froh. Versicherungsrechtlich gese-
hen ist es so: Niemand bezahlt den Scha-
denamWagen. Dieser würde nur erstattet,
heißt es kaltherzig aus den Zentralen der
Assekuranzen, wenn das Auto den Storch
angefahren hätte, nicht aber, wenn der
Storchdas Autoangefallenhat. WelcheGe-
danken diese Nachricht unter Bergholz’
Kraftfahrernweckenmag, soll hier unerör-
tert bleibenzugunstender bedeutsameren
philosophischen Frage nach dem Warum.
Warum pickt der Storch so hart nach sei-
nem Ebenbilde, statt wie der Narziss da-
nach zu trachten, ein wenig mit ihm zu
schnäbeln?
Berücksichtigt maneine andere Version
der TragödievomNarziss, soverschieddie-
ser vor Kummer, als ein Blatt aufs Wasser
fiel undwinzigeKreisewarf, dieseinEben-
bild verzerrten. Es ist nicht ausgeschlos-
sen, dass der Bergholzer Storch eine ganz
ähnliche Erfahrung machte. Dass er sich,
durch die Rundung der Fahrzeugtür be-
dingt, inderselbenalsaufgedunsenesZerr-
bildseiner selbst erblickte, nochdazuinje-
nenAutofarben, diemanindenWeitenVor-
pommerns als Ausweis sportlicher Fahr-
weise schätzt. „Die Welt ist einSpiegel, aus
demjedemseineigenes Gesicht entgegen-
blickt“, schrieb einst der Dichter William
Makepeace Thackeray, aber dieser Welt
gibt der Storch von Bergholz nun ganz or-
dentlich was auf den Schnabel. Denn er ist
noch lange nicht fertig. Verängstigte Zeu-
gen berichten, dass er durch die Straßen
des Dorfes patrouilliere, in Fenstern und
Türen seine Spiegelbilder aufspüre und
zerhacke, während die Gemahlin oben im
Nest die Kleinen betreut. Scherben und
Splitter pflasternseinenWeg. Die Vermitt-
lungsbemühungen des Kreisstorchenbe-
auftragten interessieren ihn kein Frosch-
bein lang. Armer Narziss. Er lebte davon,
dass er an den anderen glaubte; er starb,
weil es doch nur ihn selbst gab. Der Storch
lebt, denn er geht mit unserer Zeit. Für ihn
kann es nur einen geben. Sich selbst.
VON JULIAN HANS
E
dward Snowden ist doch kein Phan-
tom. Drei Wochen lang hatte nie-
mand ihn gesehen, da bat Snowden
überraschendzur Audienz. Ineiner E-Mail
lud der ehemalige Mitarbeiter des US-Ge-
heimdienstes amDonnerstag gut ein Dut-
zend prominenter Anwälte, Abgeordneter
und Vertreter von Menschenrechtsorgani-
sationen aus Moskauzu einemTreffen am
nächsten Tag in den Transitbereich des
Flughafens Scheremetjewo: „Bitte finden
Sie sich um 16.30 Uhr in der Mitte der An-
kunftshalle in Terminal F ein“, hieß es in
dem Schreiben, das Tanja Lokschina, die
stellvertretendeLeiterindesMoskauer Bü-
ros von Human Rights Watch, auf Face-
book veröffentlichte. „Ein Mitarbeiter des
Flughafens wird Sie dort mit einem Schild
mit der Aufschrift ,G9‘ erwarten.“
Journalisten waren zu dieser Begeg-
nungnicht eingeladen. Gleichwohl belager-
ten am Freitagnachmittag Hunderte Re-
porter die Halle F von Moskaus größtem
Flughafen in der Hoffnung, endlich mit
eigenenAugenzusehen, dassder 30-Jähri-
ge tatsächlich dort ist. Um kurz vor 17 Uhr
Moskauer Zeit hatte das Versteckspiel
dannein Ende. Der angekündigte Bote mit
dem G9-Schild führte die eingeladenen
Juristen und Menschenrechtsvertreter in
einen Besprechungsraum des Flughafens.
Hinter verschlossenen Türen gab Edward
Snowden dann bekannt, dass er Asyl in
Russland beantragen werde. „Vorüberge-
hend“, wie er betonte. Sein Ziel bleibe La-
teinamerika.
Auf einemFoto, das die Human-Rights-
Watch-VertreterinLokschina währenddes
Gesprächs machte, sitzt Snowden in grau-
emHemdaneinemKonferenztisch. Neben
ihmSarahHarrison, eineWikileaks-Anwäl-
tin. Die Enthüllungsplattform hat in den
vergangenen Wochen die Öffentlichkeit
über die Entwicklungen bei der Suche
Snowdens nach Asyl informiert. Im An-
schluss an das Treffen veröffentlicht sie
auch ein Protokoll von Snowdens Erklä-
rung. „Hallo, mein Name ist Ed Snowden“,
beginnt es. „Vor etwas mehr als einemMo-
nat hatteicheineFamilie, einHausimPara-
dies und lebte in großem Wohlstand. Und
ich hatte die Möglichkeit, ohne jede Er-
mächtigung Ihre Kommunikation zu
durchsuchen und zu lesen.“ Letzteres aber
sei eine Verletzung elementarer Grund-
rechte. Und die könne auchdurch geheime
Gesetze nicht legitimiert werden.
Snowden warf den USA vor, an ihm ein
Exempel zustatuieren, als„Warnunganal-
le anderen, die ihreStimme erhebenkönn-
ten, wie ich es getan habe“. Die US-Regie-
rung habe Staaten, die für Menschenrech-
te undAsylrecht eintraten, mit Sanktionen
gedroht und Verbündete angewiesen, das
Flugzeug des bolivianischen Präsidenten
Evo Morales zur Landung zu zwingen, um
einen Flüchtling zu suchen. Einige Regie-
rungen in Westeuropa und Nordamerika
hätten ihre Bereitschaft unter Beweis ge-
stellt, Recht zubrechen. „Dieseungesetzli-
che Bedrohung macht es mir unmöglich,
nach Lateinamerika zu reisen und dort
Asyl zu genießen, wie es mir angeboten
wurde“, sagte Snowden. „Daher bitte ich
umIhre Unterstützung dabei, von den be-
troffenenNationenfreies Geleit zubekom-
men. Ebenso bitte ich Russland um Asyl
für die Dauer, bis diese Staaten mir eine
freie Reise ermöglichen.“
Russlands Präsident Wladimir Putin
hatte demehemaligenMitarbeiter des US-
Geheimdienstes NSAeine Woche nachsei-
ner Landung in Moskau Asyl angeboten,
aber eine Bedingung gestellt: Snowden
müsse aufhören, mit seinen Enthüllungen
„unserem Partner Amerika“ zu schaden.
Daraufhin hatte Snowden sein Asylgesuch
zurückgezogen. Nun, da er offenbar keine
Möglichkeit sieht, Scheremetjewo baldper
Flugzeug verlassenzu können, hat er seine
Entscheidung überdacht. Gleichwohl be-
tonte Snowden, keine seiner Aktivitäten
habe darauf gezielt oder werde darauf zie-
len, den Vereinigten Staaten zu schaden:
„Ich will, dass die USA Erfolg haben.“
Seitdemer am23. Juni anBordvonFlug
Nummer SU213 aus Hongkong in Moskau
gelandet war, hatte sich seine Spur verlo-
ren. Als amnächsten Tag eine mit Journa-
listen voll besetzte Aeroflot-Maschine mit
Ziel Havanna abhob, blieb der für Snow-
denreservierteSitz17Aleer. Vondenvielen
Reportern, die in den vergangenen Wo-
chenFlügebuchten, nur umindenTransit-
bereich von Scheremetjewo zu gelangen,
bekamihn niemand zu Gesicht.
Obwohl ihm Venezuela, Nicaragua und
Bolivien Asyl angeboten haben, saß Snow-
den in Moskau fest. Die USA haben seine
Papiere für ungültig erklärt. Zudem ist
nicht klar, wie SnowdenseinZiel erreichen
kann, ohne das Hoheitsgebiet von Staaten
zuüberfliegen, dieseineMaschineauf Auf-
forderung der USA zur Landung zwingen
könnten.
Wladimir Putin reagierte sofort auf
Snowdens Vorstoß. Sein Sprecher Dmitri
Peskow wiederholte die Forderung, dass
Snowden den USA nicht weiter schaden
dürfe, wenner inRussland Asyl wolle. Und
der Kreml-Mann fügte sibyllinisch hinzu:
Ihmliege imÜbrigennochgar keinförmli-
cher Asylantrag Snowdens vor.
Es war ein griffiger Slogan. Einer, der Ver-
trauen schaffen sollte. Einer, der nun
klingt wie blanker Hohn. „Ihre Privatsphä-
re ist unsere Priorität.“ Mit diesem Satz
wirbt Microsoft seit wenigen Wochen.
Doch wenn es stimmt, was der ehemalige
Geheimdienstmitarbeiter Edward Snow-
den behauptet, dann setzt der Software-
konzern ganz andere Prioritäten. Dann ist
es ihm in den vergangenen drei Jahren
wohl dochwichtiger gewesen, sichals willi-
ger Gehilfe des amerikanischen Geheim-
dienstes NSA zu erweisen als seine Kund-
schaft vor allzu neugierigen Blicken abzu-
schirmen.
Wie die britische Zeitung Guardian un-
ter Berufung auf Snowden berichtet, hat
Microsoft dem Militärgeheimdienst NSA
sowie der Bundespolizei FBI geholfen, die
Verschlüsselung von Daten durch Nutzer
seiner Dienste zu umschiffen. Die NSA ha-
be demnach den Zugriff auf E-Mails be-
kommen und durfte auch über Skype ge-
führte Videotelefonate mitschneiden. Und
dieBehördensollenvondiesenMöglichkei-
ten recht regen Gebrauch gemacht haben,
heißt es. Microsoft hingegen hält dagegen:
Der Konzern bestreitet, den Behörden di-
rekten Zugang zu seinen Großrechnern zu
gewähren – man rücke nur Daten heraus,
wenndiesgesetzlichvorgeschriebengewe-
sen sei. Und auch dann handele es sich
nicht um einen flächendeckenden Zugriff,
sondern stets nur umEinzelfälle.
Microsoft ist vor allemfür seineCompu-
terprogramme bekannt. Für Windows,
Wordoder Excel. Dochder US-Konzernbie-
tet auch einige Internetdienste an: die
E-Mail-Adressen mit der Endung outlook.
com beispielsweise, bis vor Kurzem noch
unter dem Namen hotmail.com; den kos-
tenlosen Internettelefondienst Skype, den
der Konzern im Mai 2011 für acht Milliar-
den Dollar gekauft hat; und schließlich
auch den Speicherdienst Sky Drive, bei
dem man Fotos und andere Dokumente
hinterlegen und dann von überall aus zu-
greifen kann. Damit ist Microsoft für die
Geheimdienste von ähnlichem Interesse
wie Apple, Facebook oder Google. Denn
wann immer man einen dieser Anbieter
nutzt, um eine E-Mail zu senden oder mit
den Freunden zu chatten, läuft dies über
die Server der Unternehmen in den USA.
Und dort können die Behörden sich dann,
eine entsprechende Anordnung vorausge-
setzt, nach Einzelheiten erkundigen.
Meist wollen die Unternehmen nicht so
genau erklären, wemsie welche Einblicke
gewährt haben. Und manchmal dürfen sie
es auchgar nicht. Inder zweitenHälfte des
vergangenen Jahres erhielt Microsoft von
US-Behördenzwischen6000und7000sol-
che Anordnungen. Dabei waren bis zu
32 000 Nutzerkonten betroffen. Vieles
deutet darauf hin, dass auch Deutsche da-
bei waren. Denn die meisten nutzen
hierzulande, wennsieeine E-Mail verschi-
cken oder etwas im Internet hinterlegen,
einen amerikanischen Anbieter. Der Spie-
gel berichtete kürzlich, dass monatlich
einehalbeMilliardeKommunikationsver-
bindungen aus Deutschland abgefangen
werden.
Das Problem ist nur: Diese Zahlen um-
fassen alle Anordnungen, die eines She-
riffs aus Kentucky ebenso wie die des Mili-
tärgeheimdienstes. ImZugeder Enthüllun-
gen über das amerikanische Spähpro-
gramm Prism haben verschiedene Inter-
netkonzerne wie Google, Facebook und
ebenauchMicrosoft mehr Transparenz ge-
fordert. Ihnen wurde nach Verhandlungen
zwar zugestanden, die Anzahl sogenannter
Fisa-Anfragen, alsojener umstrittenenge-
heimen Gerichtsanordnungen, zu veröf-
fentlichen – allerdings nur vermengt mit
allen anderen Anfragen von Behörden.
Nach Auffassung der Unternehmen ist das
einfauler Kompromiss. Dennaus denZah-
len, diealleAnfragenvermengen, kannder
Verbraucher ebennicht erkennen, wieneu-
gierig die NSA tatsächlich ist – oder ob an-
dere Behördennicht womöglich nochneu-
gieriger sind. „Es gibt Aspekte dieser De-
batte, die wir gerne offener besprechen
würden“, heißt es bei Microsoft. „Deshalb
haben wir uns massiv für zusätzliche
Transparenz eingesetzt, die jedem helfen
würde, diese wichtigen Fragen zu verste-
hen und zu diskutieren.“ Bislang vergeb-
lich. Die Internetkonzerne stoßen bei den
amerikanischen Behörden auf Wider-
stand. Undsogilt weiterhin: Es gibt dieVer-
siondesEdwardSnowden. Esgibt dieVersi-
on von Microsoft. Und es gibt viele andere,
die sich derzeit bemühen, etwas mehr
Licht ins Dickicht zu bringen.
Laut den Dokumenten, die Snowden
dem Guardian zugespielt hat, sei die NSA
im vergangenen Sommer besorgt gewe-
sen, dass Microsoft plane, seinen Chat-
dienst imInternet zuverschlüsseln. Inner-
halb von fünf Monaten hätten Microsoft
und das FBI aber eine Lösung gefunden,
die es der NSA erlaube, diese Verschlüsse-
lung zu umgehen.
ImVisier der NSAstandauchSkype. Der
Dienst, den mehr als 660 Millionen Men-
schen weltweit nutzen, verschlüsselt die
Sprach- und Videoanrufe. Die nun veröf-
fentlichten Dokumente zeigen allerdings,
dassder Einzelnedavonwenighat: Sohabe
dieNSAseit Juli 2012einenkomplettenZu-
gang zu dem Dienst gehabt. Davor konnte
der Geheimdienst lediglich den Ton mit-
schneiden, danach „bekamen sie ein kom-
plettes Bild“, wie es in dem Bericht heißt.
Allerdings war Skype laut Snowdenbereits
vor der Übernahme durch Microsoft Teil
des Spähprogramms Prism. Seit Novem-
ber 2010 sei die Zusammenarbeit mit dem
Geheimdienst vorbereitet worden.
Für Microsoft steht ebenso wie für alle
anderen Internetkonzerne, deren Namen
nun rund um das Spähprogramm fallen,
viel auf demSpiel. Ihr Geschäft beruht auf
Vertrauen – auch wenn letztlich niemand,
der es sich im Leben nicht unnötig schwer
machenwill, andengroßenAnbieternvor-
beikommt. Nur einBeispiel: Google, vor al-
lemfür seine Suchmaschine bekannt, bie-
tet Handyherstellern auch das mobile Be-
triebssystem Android an. Das läuft inzwi-
schen auf sieben von zehn deutschen
Smartphones. Wer dort eine Telefonnum-
mer und eine E-Mail-Adresse im Telefon-
buch abspeichert, verknüpft diese Daten
oft auchmit der Kontaktlisteeines G-Mail-
Kontos. So bleibt einem die Liste auch
dann erhalten, wenn das Handy geklaut
wird. Dasist praktisch. Einerseits. Anderer-
seits liegen so aber eben auch äußerst pri-
vate Daten auf Googles Großrechnern.
Weil sie aber so mächtig sind, war der Da-
tenschutz für die US-Unternehmen bis-
lang eher ein Lippenbekenntnis. ImLichte
der neuen Enthüllungen wächst nun bei
vielen Verbrauchern das Unbehagen: Je
mehr Googleoder ebenauchMicrosoft von
einemweiß, destomehr könntendieameri-
kanischen Konzerne eben auch anderen
verraten. VARINIA BERNAU
Undplötzlichtut sicheine Tür auf. Eine Tür
hin zu einer endlich mal guten Botschaft.
Denn herein kommt Joe Biden, seines Zei-
chens Vizepräsident der Vereinigten Staa-
ten. Vielleicht hatten sie das heimlich ge-
hofft im Tross des Bundesinnenministers.
Sicher aber konnten sie sich nicht sein im
Umfeld von Hans-Peter Friedrich. Umso
mehr sind sie bestrebt, die Botschaft nach
außen zu tragen. Seht her, bei der Visite im
Weißen Haus hat auch Biden ihn empfan-
gen. Das ist doch mal ein gutes Zeichen.
Nun kann man zunächst einmal sagen,
dass solche kleinen Überraschungsgesten
natürlich wichtig sind in schwierigen Zei-
ten. Deshalb kann man schon Verständnis
haben, dass sich der Bundesinnenminister
freut, wennseineüberausdiffizileKurzvisi-
te in der US-Hauptstadt auch solche Bot-
schaften für ihn bereithält. Überbewerten
allerdingssolltemanderlei nicht. EinHand-
schlag alleinschafft die Probleme nicht aus
der Welt, die sich da vor Friedrich aufge-
türmt haben. Denn auch wenn Friedrich
mit der Washington-Reisedastut, waseige-
ne Parteifreunde seit Langem von ihm er-
wartet haben, amEnde wird die Kurzvisite
ihmundder Bundesregierungallenfalls ein
bisschen Erleichterung verschaffen.
Sicher, er traf im Laufe des Tages Oba-
mas für die Terrorabwehr zuständige Bera-
terin Lisa Monaco und US-Justizminister
Eric Holder. Doch trotz aller freundschaftli-
chen Gesten, die vor allem die Atmosphäre
verbessern sollten – umfassende Aufklä-
rung, soist anschließendzuhören, hat eszu-
nächst nicht gegeben. Immerhin aber ist
Friedrichwohl zugesagt worden, dass es für
manche Akten und Unterlagen sogenannte
Deklassifizierungen durch die US-Regie-
runggebensolle. Erstdannnämlichist esRe-
gierungsmitarbeiternundNSA-Expertener-
laubt, konkreterzuzeigen, wassietun–und
was sie nicht machen.
Das sind kleine Fortschritte, von einem
Durchbruch kann man gleichwohl kaum
sprechen. Und deshalb dürfte für Friedrich
die Gefahr auchbleiben, dass er zwar Enga-
gement gezeigt hat, aber –noch –nicht mit
echter Aufklärung heimkehrt. Er wird we-
nig aus Washington mitbringen, das es ihm
ermöglichenwürde, die Affäre umdie mas-
senhafte Ausspähung der Deutschen durch
amerikanische Geheimdienste glaubhaft
für beendet zu erklären.
Was dabei besonders unangenehm sein
dürfte: Dass er das schonvorher geahnt ha-
benmuss. Es musste ihmklar sein, dass die
US-GeheimdiensteundihrepolitischenVor-
gesetzten nicht einfach Relevantes preisge-
ben würden, schon gar nicht öffentlich.
ÜberAndeutungenwürdedeshalbniemand
hinausgehen. Das ist bis auf Weiteres wenig
befriedigend. Nicht für die Opposition, die
versuchenwird, weiter Honigaus der Affäre
zu saugen. Und erst recht nicht für eine Re-
gierung, die Aufklärung braucht, um sich
der Angriffe der Oppositionzu erwehren.
Wie heikel die Sache ist, zeigt amFreitag
ein Blick auf das jüngste Politbarometer.
DieUmfrageoffenbart nämlich, dassdiegro-
ße Mehrheit der Deutschen der Bundesre-
gierung und den deutschen Geheimdiens-
teninder NSA-Ausspähaffärewenigglaubt.
87 Prozent der Befragten gehen davon aus,
dass die deutschen Geheimdienste eben
dochvondengigantischenDatensammlun-
genwussten. Undnochmehr als drei Viertel
derBefragten(79Prozent) sindderÜberzeu-
gung, dass das auch für die Bundesregie-
rung gilt.
Vielleicht erklärt die Sorge vor diesem
Misstrauen, warum die FDP, die durch das
Thema punkten konnte und dabei mit Kri-
tik an Friedrich nicht gespart hat, zu seiner
Reise in die USA vorsichtigere Töne an-
schlug. Fraktionschef Rainer Brüderle
schraubte die Erwartungen herunter und
verwies im Tagesspiegel darauf, dass Ge-
heimdienste solche Fragennunmal nicht in
der Öffentlichkeit austragen würden. Und
BundesjustizministerinSabineLeutheusser-
Schnarrenberger, die sich mithilfe der Ent-
hüllungen in besonderem Maße als Daten-
schützerin in Erinnerung rufen konnte, er-
klärte, Friedrichhabedaschoneine„schwie-
rige Aufgabe“. Deshalb erwarte sie nicht,
dassmit dieser Reiseallesbeendet seinwer-
de. Der kleine Partner inder Koalitionspürt
offenbar, dass jetzt mehr Solidarität gefragt
ist als Profilierung. STEFAN BRAUN
Die Internetkonzerne würden
gern mehr sagen, als es
die US-Behörden erlauben
Schon vor der Reise war klar,
dass die US-Behörden nichts
Relevantes preisgeben werden
Nach seiner Landung in
Moskau am23. Juni hatte
sich seine Spur verloren
Schlüsseldienst fürs Internet
Microsoft hat den US-Geheimdiensten offenbar bereitwillig erklärt, wie sie sich bei Skypern und Chattern einklinken können
Edward Snowdens Offenbarungen Der 30-jährige amerikanische Whistleblower hält die Welt weiterhin in Atem. Zuletzt hat er enthüllt,
dass der IT-Gigant Microsoft schon seit Jahren mit den US-Geheimdiensten kooperiert und ihnen Zugang zu persönlichen Daten von Kunden
verschafft. Jetzt hat Snowden Russland überraschend um Asyl gebeten. Entscheiden muss nun Präsident Wladimir Putin
Ein Handschlag,
der alles rausreißt
Wie Bundesinnenminister Friedrich
in den USA überrascht wird
THEMA DES TAGES 2 HF2 Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160 DEFGH
Der Coup des Gejagten
Flughafen Moskau: Der frühere Mitarbeiter des US-Geheimdienstes zeigt sich im Terminal F
und bittet Russland vorübergehend um Asyl. Damit tritt ein, was Wladimir Putin wohl verhindern wollte
Überraschender Termin: Am Freitag hat der Whistleblower Edward Snowden auf dem Moskauer Flughafen Menschenrechtler wie Tanja Lokschina von Human Rights
Watch in Russland (links unten) und Juristen wie den Rechtsanwalt Genri Resnik (unten rechts) getroffen. FOTOS: HUMAN RIGHTS WATCH/DPA; EPA; REUTERS
Zugang zu 32 000 Benutzerkonten soll der Internetkonzern Microsoft den US-Behör-
den allein im zweiten Halbjahr 2012 gewährt haben. FOTO: LUCAS JACKSON/REUTERS
Rubrikenanzeigen
In dieser Ausgabe auf folgenden Seiten:
Heiraten/Bekanntschaften Seite 22
Reisemarkt Seite 12-13
Bildungsmarkt/Seminare Seite 21
Kunst und Antiquitäten Seite 19
Verschiedenes/Tiermarkt Seite 24
Bekanntmachungen, Beteiligungen,
Geschäftsanzeigen Seite 31
Verkäufe Seite 20
Stellenteil V2/11-V2/18
Der Immobilien Kauf- und Mietmarkt
erscheint in der Freitag-Ausgabe,
Anzeigenschluss: Mittwoch, 15 Uhr
Anzeigenschluss für Samstag:
Stellenanzeigen: Donnerstag, 11 Uhr
Übrige Rubriken: Donnerstag, 16 Uhr

F
VON HOLGER GERTZ
D
ie Frau vomEmpfang des Hotels
inKölnhat einenTischvorberei-
tet, hintenlinks ineinemNeben-
zimmer. Sie klingt, als wolle sie
ein Apartment vermieten. „Da haben Sie
schön Licht, und ruhig ist es auch.“ Der
Tisch ist schon eingedeckt, sie wird auch
die Musik etwas runterdimmen, ihr Lä-
cheln allerdings ist eher verzagt. Zeit für
eineRegieanweisung, vorgebracht imFlüs-
terton: „Wenn Götz George kommt, werde
ich kurz fragen, ob einGetränk gewünscht
ist, dannbinichschonwieder weg.“Bis da-
hinverteilt sieerst mal „Reserviert“-Schil-
der auf allen Tischen in der Nähe.
Vereinbart war 10.30Uhr als Beginndes
Gesprächs. Götz George kommt um
10.29 Uhr. Ein Händedruck. Ein Blick zum
Tisch. Ach, sagt er, er möchtelieber umzie-
hen von hinten links nach hinten rechts,
da ist es dunkler und noch ruhiger. Er geht
voraus, ein drahtiger, athletischer Mann,
die Archive lügen wohl bei ihren Altersan-
gaben. Götz George, 74, setzt sich und
schaut einenerst mal schweigendan. Inter-
essanter Kontrast zumstarkenKörper, die-
seMelancholieinseinenAugen. Manwüss-
te gern, was George in einem sieht; man
fängt gleich an herumzudeuten. Jeden-
falls: Er hat einen Schimanski-Schnauz-
bart, sie drehen gerade einen neuen „Tat-
ort“, in Duisburg und Rotterdam.
Wie angekündigt, schleicht die Frau
vomEmpfang herbei. „Etwas zu trinken?“
Er möchte nichts, danke, zauberhaft. Die
Frau geht aus demRaum, rückwärts.
Wenn Götz George erscheint, trifft er
auf Befangenheit in verschiedenen Aggre-
gatzuständen. Die Schauspieler, die mit
ihm arbeiteten, haben Höllenrespekt,
Ehrfurcht. Die mit ihm als Schauspieler
nichts anfangen können, weil sie lieber
RTL 2 sehen, haben seinen Schimanski als
Macho-Arschloch missverstanden, aber
dafür inden buntenBlättern mal was über
ihngelesen. Götz George gilt als schwierig,
und wer als schwierig gilt, erzeugt in
Deutschland Argwohn, bei bestimmten
Medienundinder Öffentlichkeit. DieMedi-
en suchen nach Belegen für den schwieri-
gen Charakter und berichten etwa, dass er
bei der Vorpremiere seines neuen Films
Kaugummi gekaut habe undwieder maul-
faul gewesensei. Dasist danndas, washän-
genbleibt, von einemmutigen Projekt.
Der Sohn spielt seinen Vater.
Götz Georgeist HeinrichGeorge. DieBe-
ziehungder beidenist soeng, dasssogar ih-
re Körper noch immer im Dialog stehen.
Götz George sagt, im stillen Winkel dieses
Kölner Hotels: „Mein Vater hat sich ja
schon körperlich breitgemacht, ich bin
eher schmaler geworden. Ich habe gleich
zu Beginn meiner Karriere gemerkt, dass
die Presse sagt: Was will denn der Kleene
jetzt, der will dochnicht seinemVater nach-
eifernundSchauspieler werden. Dagehört
dann ja doppelte Kraft dazu.“
„George“ heißt der Film, er läuft bei Ar-
teunddannam24. Juli imErsten, umVier-
tel vor zehn imHochsommer, Götz George
wird am Tag davor 75. Ein Meisterstück
programmplanerischer Sensibilität, mit-
ten in der Urlaubszeit so ein Zweistunden-
Brocken. Götz George hat dafür gestritten,
dassder Filmspäter imJahr kommt, imOk-
tober hat sein Vater Geburtstag, und die
Leute sind aus den Ferien zurück. Vergeb-
lich. Er hat dannresigniert, nicht nur indie-
ser Angelegenheit. Er mag sich nicht mehr
verkämpfen. „Ich komm aus ’nem ande-
ren Jahrhundert, aus ’ner anderen Zeit.
Und ich versuche, die zu übertragen: Wo
kann ich noch einen Anker setzen? Aber
das geht nicht. Deswegen fliehe ich und
bin angreifbar und durchlässig.“
Der Film ist ein Dokudrama. Spielsze-
nen, Archivbilder, Interviews, Filmaus-
schnitte. Götz George undseinälterer Bru-
der Jangehendahin, wo der Vater gewesen
ist, woer mit ihnengelebt hat, woer –ohne
sie – starb. Regisseur Joachim Lang hat
zehnJahrerecherchiert undArchivedurch-
kämmt, er hat Götz George jahrelang be-
quatscht und ihn schließlich überzeugt,
die Rolle zuübernehmen. Heinrich George
war vor demZweitenWeltkriegder bedeu-
tendste Schauspieler Deutschlands, Thea-
termann und Filmstar, verheiratet mit der
Schauspielerin Berta Drews. Als die Nazis
andieMacht kamen, war er nicht der größ-
te Widerstandskämpfer. Er hat in Propa-
gandafilmen mitgespielt, in Interviews
und Reden den „Führer“ gelobt. Er sagte
zu, als Goebbels ihn bat, Intendant des
Schiller-Theaters zuwerden. Er hat sichar-
rangiert, er hat weggesehen, einerseits.
Andererseits beschäftigte er in diesem
Theater dannjüdische Schauspieler, Kom-
munisten; andererseits setzte er bei den
Behörden durch, dass sein Freund, der
Schauspieler Bobby Müller, den Juden-
stern nicht mehr tragen musste. Er ließ
ihm einen Stuhl ins Parkett stellen, noch
vor die erste Reihe. Sie spielten den „Prin-
zen von Homburg“. Und Müller – ein
schneehaariger, geisterhafter Mann, man
sieht ihnineiner altenInterviewsequenz –
sagt: „Sie spielten für mich Theater, ich
werde diesen Abend nie vergessen.“
Nach dem Krieg wurde George vom so-
wjetischen Geheimdienst verhaftet und
verurteilt. Im Herbst 1946, gut ein Jahr
nach seiner Inhaftierung, starb er im Ge-
fangenenlazarett. Blinddarmentzündung.
Herzschwäche. Götz George hatte ihn ein
paar Monate vorher einmal noch gesehen,
amTor des Speziallagers Hohenschönhau-
sen. Da war er sieben.
Der Film spricht Heinrich George nicht
frei. „Ich mag nicht diese Filme, die alles
wissen“, hat der Regisseur Joachim Lang
gesagt, als man sich sein Dokudrama ge-
meinsam mit ihm angesehen hatte. Der
Film ist ein Beitrag zur Debatte über
Schuld und Unschuld, leise stellt er auch
die Frage, wie berechtigt oder fahrlässig
die Urteile sind, die die Öffentlichkeit sich
macht. Eine schwebende Philosophie über
Gerechtigkeit. Der Filmversucht zuerzäh-
len, wie der Alte war. Undgibt zugleichden
Blick darauf frei, warumder Junge ist, wie
er ist. Mankannnicht seinenVater spielen,
ohne etwas von sich selbst preiszugeben.
Götz George kritisiert nicht seinen Va-
ter, er stellt ihn dar, als bullerigen Lebe-
menschen, Feierbiest sagt man heute. Ei-
ner, der denBierkrug auchhinter der Büh-
ne nicht aus der Hand nimmt. Die Ran-
schmeißereien von Goebbels lacht er im-
mer so weg, in diesem Stimmklang, den
man aus Schimanski kennt, wenn Krimi-
nalrat Königsberg ihmwieder eine Dienst-
aufsichtsbeschwerde anhängen wollte.
Er nennt seinenVater wahlweise„der Al-
te“ oder „George“; manchmal „Vater“, sel-
tener „mein Vater“. Er versichert ihm sei-
ne Liebe, sie ist tief und prägend. Aber es
bleibt Liebe auf Distanz, die auch zulässt,
dass Vermutungen zu Fakten werden.
Götz George sagt: „ImNachhinein, auch
unter demEindruckdes Films, habichmir
gedacht: Der muss doch – wenn Hitler
oder Goebbelsgeredet haben–zusammen-
gebrochen sein, weil das so schlecht ge-
spielt und so grotesk ausgestellt war. Der
muss doch als Schauspieler gedacht ha-
ben: ,Kinder, dasist jafürchterlich!’ “ Er er-
zählt von Begegnungen zu Hause, nach-
demder Vater längt tot war, dieMutter hat-
te immer viele Kolleginnen zum Kaffee-
klatsch eingeladen, die Bergner, die Du-
rieux, und er saß dabei und durfte zuhö-
ren. „Da gab es keine Schelte, die wussten
ja, wie er denkt, wie er handelt. Wie er sich
immer lustig gemacht hat über den gro-
ßen ,Führer‘ und den kleenen Goebbels.“
Der Schauspielersohn Götz George war
nocheinKind, als er seineersteRollespiel-
te, 1950 am Hebbeltheater. Ein Regisseur,
Freund der Familie, wollte ihn unbedingt
alsHirtenjungenin„MeinHerzist imHoch-
land“. Am Schluss der Premierenvorstel-
lung durfte er sich an der Seite von O. E.
Hasse verbeugen. Seine Mutter Berta
Drews schreibt in ihren Memoiren, dass
sie hinter der Bühne auf ihn wartete, und
als er angerannt kam, nahmsie ihn in den
Arm und hörte ihn fragen: „War ich so gut
wie Heinrich?“
Vergleichen und verglichen werden.
Messenundsichvermessenlassen. DieAn-
erkennung ihrer Väter ist für Söhne oft das
einzige Gütesiegel von belastbarem Wert.
Väter haben sich lange schwergetan mit
dem Loben, das war über Generationen
das Schicksal vieler Söhne. ImFall George
ist der Vater seit 67 Jahrentot. So sehr man
ruft, als Sohn, hört man ein Echo? Und
kommt eine Antwort, so ausdauernd man
fragt und nachhakt?
Die Rezensenten haben den Jungen am
Alten gemessen, er selbst hat sich an ihm
gemessen und auch immer wieder dar-
über gesprochen–damals, als er nocharg-
loser zu Interviews bereit war. Aus der
Abendzeitung, späte Sechziger: „Er ist das
große Vorbild für mich, obwohl ich genau
weiß, dass seine Leistung unwiederholbar
ist.“ Aus dem Stern, frühe Achtziger: „Vor
Jahren habe ich über Filme meines Vaters
geheult, weil er mich so wahnsinnig über-
zeugt hat.“ Die über ihn schrieben, haben
es so gedeutet: Da hängt das Damokles-
schwert. Ein Vater, der ihn erdrückt.
Aber Götz George ist oft nicht einver-
standen mit dem, was über ihn geschrie-
benwird, er sträubt sichdagegen, interpre-
tiert zu werden. Der Vater, ein Feind? „Ich
habeversucht, ihnzuinhalierenundzuka-
pieren. Ichhabe seine Filme gesehen, habe
mir aus den mannigfaltigen Erzählungen
–auchder Mutter –einBildzusammenge-
backenunddannangefangen, ihnzuideali-
sieren. Er ist mir ein Freund geworden.“
Man muss an dieser Stelle kurz ein paar
Ereignisse erwähnen, die Götz George ver-
letzt haben, knapp 15 Jahre her, aber wirk-
sambis heute. Einmal saßer auf dem„Wet-
ten dass . .?“-Sofa bei Thomas Gottschalk,
sie wollten über den Film „Solo für Klari-
nette“ sprechen, aber Gottschalk hatte
denFilmnicht gesehenundredete irgend-
was eher Blechernes.
George wollte über den Film sprechen.
Es war ihmernst, auch in Europas größter
Unterhaltungsshow. Sie stritten sich, am
Ende saß George auf dem Sofa wie ein
Spaßverderber, er war der einzige Gast,
der bei „Wetten dass . .?“ je ausgepfiffen
wurde. Seitdem gilt er als schwierig. Spä-
ter wurden die Umstände der Trennung
von seiner damaligen Lebensgefährtin in
den bunten Blättern aufgeregt debattiert,
viel Geraune, Halbwahrheiten, viel
Schmutz. Zurück blieb ein verwundeter
Mensch. Georgewar zweimal inetwas gera-
ten, das manheuteShitstormnennenwür-
de. Er zieht sichseitdem, wennes geht, zu-
rück ins Haus nach Sardinien, auch vor
dem „George“-Film sitzt er nicht in den
Talkshows. Die Leute da draußen kriegen
nur George, denSchauspieler. Der Mensch
George verweigert sich den Ritualen und
Reflexen der Szene, er will sich den bösen
Affen imShowbusiness nicht ausliefern.
Ausgeliefertsein, dieses Ohnmachtsge-
fühl, kann einen auf verschiedenen Ebe-
nen anfallen. Mag sein, dass der Schmerz
des Sohnes verstärkt wirddurchdennach-
gefühlten Schmerz des Vaters. Heinrich
George stand ziemlich alleine amEnde, er
hatte keine Fürsprecher, oder sie wurden
nicht gehört, auch nach dem Krieg nicht.
„Wir lieben unsere Schauspieler nicht in
Deutschland, das habe ich später sogar an
mir gemerkt“, sagt GötzGeorge. „Jebesser
man ist, desto mehr Neider hat man. Und
die Denunziation ist sowieso das
Schlimmste. Ich bin ja weggegangen nach
Sardinien, weil ich denunziert wurde. Und
die Presse nimmt es dankbar auf, wenn
Krethi und Plethi über einen prominenten
Menschen sagen: ‚Ich hab was über XY zu
erzählen.‘“
ImHotel sind inzwischen einige der Ti-
sche nebenan besetzt, obwohl die „Reser-
viert“-Schilder da stehen, das Publikum
ist spärlich, aber umso aufmerksamer. Die
Kölner sind ja in mancher Hinsicht hem-
mungslos. Sie schauen zu ihmrüber.
Er schaut auf seinen Vater: „Du merkst
einfach, wenneine Figur wie der George in
einen Raum reinkommt, und die Strahl-
kraft ist so gewaltig, dass alle Leute in die-
semRaumauf einmal still werden.“
Was passiert, wenn Sie in einen Raum
kommen?
„Gar nix, dann guckensie weg. Die den-
ken: Schimanski, ohGott. Aber ich komme
sowiesonicht soviel inRäume rein, ichgeh
lieber außen rum.“ Er hat, als er das sagt,
diese Lachfalten umdie Augen, bei drahti-
genMenschenwie ihmspricht das Gesicht
immer mit.
Der Vater war rund, er war wie ein
schwerer Stempel für die Propagandafil-
me. Er segnete, durch seine Teilhabe, die
Lügen dieser Filme ab. Er ließzu, dass sei-
ne Autorität sich auf die Autorität der Fil-
me übertrug. Wer in einem Propaganda-
filmmitspielt, klärt nicht auf. Er tut dasGe-
genteil: er verklärt.
Götz George spricht die Versäumnisse
unddas moralischeVersagenseines Vaters
kauman, imFilmsowenig wie jetzt imGe-
spräch. Aber er hat sich längst darange-
macht, vieles abzuarbeiten. Wenn die Ver-
hältnisse sich ändern, muss der Sohn sich
umdenVater kümmern. Woder Vater weg-
gespielt und weichgezeichnet hat, hat der
Sohn geradegerückt und dargestellt, seine
Filmografie ist auch ein Kontrollgang
durch deutsche Geschichte, eine Vermes-
sungvonAbgründen. Götz George war Ro-
bert Mertens, ein junger Deserteur, der
sich das Leben nahm. Er war der Ausch-
witz-Kommandant Rudolf Höß, einakribi-
scher Bürokrat, einExekutor. Er war Men-
gele. Viele seiner großen Filme handeln
von Feigheit und dem Preis der Feigheit,
vonSchuldundder Last der Schuld. Politi-
scher und aufklärerischer kann die Arbeit
eines Schauspielers nicht sein. Er hat diese
Männer sogespielt, dass sieeinennochbe-
gleiteten, nachdem man ihnen im Kino
oder Fernsehen begegnet war. Ein guter
Film macht etwas mit dem, der ihn sieht.
Wenn man gleich alles vergisst, hatte der
Filmkeine Kraft.
Im „Totmacher“ von Romuald Karma-
kar ist George der Hilfsarbeiter Fritz Haar-
mann, ein Knabenschlächter, zugleich ein
schwitzender Mann, unsicher, hilflos. Er
will, dassseinPsychiater liebzuihmist. Un-
vergessen, wie George seinen Kopf auf die
Tischplatte legt und seiner Faust dabei zu-
sieht, wie sie auf den Tisch einhämmert.
Sein rasselndes, verzweifeltes Atmen, das
noch unter den Abspann gelegt wurde.
Bubi Scholz sieht inder Erinnerungaus wie
Götz George, seitdem der ihn gespielt hat.
Ein deutscher Boxerheld, bleierne Achtzi-
gerjahre in West-Berlin, weiße Anzüge und
Koteletten. DasVerhängniszwischenParty-
keller und Herrengedeck. Irgendwann hat
Scholz im Rausch seine Frau erschossen,
landet imGefängnis. Es kommt zur Prüge-
lei mit anderen Insassen. George – als
Scholz –haut einenum, schaut auf ihnrun-
ter. Seine Stimme kennt man aus tausen-
den raus, brüchig, ernüchtert und irgend-
wie warm. Er spricht aus demletzten Loch,
als er zu demanderen sagt: „Steh auf.“
Er ist seit mehr alssechzigJahrenSchau-
spieler, einer der größtenunserer Zeit. The-
ater und Film. Karl May und jetzt
„George“. UndSchtonk! Rossini. Der König
und sein Narr. Der Sandmann. Und: Ab-
wärts. Zivilcourage. Mein Vater. Tod einer
Polizistin. Zwischendurch auch „Derrick“
und „Der Alte“, in einer Folge, die „Der
schöne Alex“ hieß, spielte er: den schönen
Alex. Und, ja, Schimanski. DieprägendeFi-
gur der deutschen Fernsehgeschichte. Ein
Gegengift zu Helmut Kohl, das die Politik
nie hervorgebracht hat. Kurz reingeschaut
ineine Episode aus denfrühenAchtzigern:
„Das Mädchen auf der Treppe“, mit Anja
Jaenicke. Wie sie zu ihrer toten Mutter rü-
berrennen will, und Schimanski hält sie
fest und brummt, he he he, und dann bläst
er den Oberkörper auf, sie schlägt mit den
Fäusten drauf, bis sie müde ist. Schiman-
ski murmelt: „Ist besser jetzt?“ Dann hält
er sie fest. So viel Härte, so viel Wärme in
einemeinzigen Mann.
Bambi, Bundesfilmband, Darsteller-
preis der Biennale, Emmy. Grimmepreise,
Verdienstorden, das meiste doppelt, drei-
fach. Den ersten Bundesfilmpreis bekam
er mit 22, vor Kurzemist ihmder Deutsche
Schauspielerpreis verliehen worden.
Die Laudatio hielt der Regisseur Matti
Geschonneck, der die Wirkungen väterli-
cher Wucht am eigenen Leib erfahren hat,
alsSohndesSchauspielers ErwinGeschon-
neck, eine Legende wie Heinrich George.
Immerhinhatteer das Glück, langeimDia-
log mit seinem Vater leben zu können: Er-
win Geschonneck war 101, als er starb.
Götz George im Publikum hatte sich,
wie üblich, mit Kurzbart undgetönter Bril-
le gegen die Außenwelt abgeschirmt, aber
da waren fast Tränen, als Geschonneck
etwas sagte und zugleich ungesagt ließ:
„Ein zerrissener Kraftmensch, für den der
bärenstarke übermächtige Vater Segen
undFluch zugleichwar. Aber letztlichwird
das sein Geheimnis bleiben.“
Heinrich George ist 1998 von den Rus-
sen rehabilitiert worden, er liegt in Berlin
jetzt, Friedhof Zehlendorf, die Post hat sei-
nen Kopf auf eine Briefmarke gedruckt.
Etwas ist abgeschlossen. Etwas wirkt nach.
Götz George sagt: „Mein Vater kannte
seinen Wert als Schauspieler, ich kenne
meinen nicht.“
Die Kritiker glauben, ihn zu kennen . . .
„Wer will denn heutzutage den Wert
einer schauspielerischen Leistung ein-
schätzen? Es gibt so irrwitzig viele Schau-
spieler, undsowahnsinnigvieleHalbbega-
bungen, und durch dieses Fernsehen wird
alles aufgeweicht und ist am Ende eine
amorphe Masse.“
Sie haben sich selbst mittelmäßig ge-
nannt. Das klingt wie Koketterie.
„Alles ist mittelmäßig, das Zeitalter ist
mittelmäßig, die Aufgaben, die gestellt
werden, sind mittelmäßig. Dann ist dem-
entsprechend die Gestaltung auch mittel-
mäßig. Das hat mit Koketterie nichts zu
tun, das ist eher einVerzweifelnander heu-
tigen Zeit.“
Trotzdemist da viel Lob für Ihre Arbeit.
„Die Zuwendung, die ich bekomme, die
hat mit meinemAlter zutun. Dawerdensie
immer sentimental, die Deutschen, spen-
denfreudig, weinen oft. Sind schnell bereit
zu sagen: Ach, der ist jetzt auch schon so
alt. Gebenwir ihmnoch einpaar Streichel-
einheiten.“
Sich von Kritik nicht berühren zu las-
sen, ist schwierig, Lob kann man leichter
überhören. Götz Georgehat sichimmunge-
macht gegen Lob. Es erreicht ihn nicht.
Könnte sein, dass am Ende jemand den
Wettbewerb für beendet erklärt und sagt:
Du bist besser als Heinrich. Wahrschein-
lich wäre das für ihn das Schlimmste.
Ein Hotel in Köln, ein Mann an einem
Tisch. Letzte Frage: Wo werden Sie den
Filmeigentlich sehen?
„Ich werde auf Sardinien sein, aber da
habeichkeinenFernsehapparat. Ichwerde
indenHimmel schauenundanmeinenVa-
ter denken und an meine geliebte Mutter.
Ichkrieg denFilmunddas Ganze drumhe-
rumnicht mit.“
Seine Stimme: heiser, brüchig. Das Er-
schöpfteste an ihmist seine Stimme.
Götz George sagt: „Ich bin ja weg.“
Nach demersten Auftritt als Kind
läuft er zur Mutter und fragt sie:
„War ich so gut wie Heinrich?“
„Ich werde in den Himmel schauen
und an meinen Vater denken
und an meine geliebte Mutter.“
Lebenswerk
Es ist keine Rolle, es ist ein Wagnis: Götz George spielt seinen Vater –
den großen deutschen Schauspieler Heinrich George, der in so vieles verstrickt war
Götz George ist zweimal in etwas
geraten, das man heute Shitstorm
nennt. Er zieht sich seither zurück
Der UFA-Schauspieler und seine Söhne: Heinrich George beim Rollenstudium mit
Götz (M.) und Jan (r.) George in den 40er-Jahren. FOTO: SWR/ JAN GEORGE PRIVATARCHIV
DIE SEITE DREI DEFGH Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 HF2 3
Man kann nicht seinen Vater spielen, ohne etwas von sich selbst preiszugeben.
Götz George in dem Film „George“. Hier spielt er seinen Vater Heinrich in der Rolle des Götz von Berlichingen.
FOTO: SWR/THOMAS KOST
„Auf Teufel kommraus hat die Baumarkt-
branche in Osteuropa expandiert und sich
kräfteraubende Wettläufe geliefert. Dann
brach die Kaufkraft ein und riesige Ver-
kaufsflächen blieben. In Deutschland
stolperte Praktiker über die Politik der
Dumpingpreise. Rabatte sind eben wie
eine Droge, bei der die Dosis laufend er-
höht werden muss. Der schwache Markt
hat den Fall noch beschleunigt.“
VON HUBERT WETZEL
E
dward Snowdens Flucht ist zu En-
de. Zumindest vorerst. Läuft alles
wie geplant, dann wird der junge
amerikanischeGeheimnisverräter auf ab-
sehbare Zeit als Asylant in Russland le-
ben, bis er einen Weg findet, unbehelligt
nach Südamerika zu gelangen.
Snowden in Russland – das heißt: Asyl
von Wladimir Putins Gnaden. Der Herr-
scher im Kreml findet Gefallen daran,
Amerika zu demütigen. Snowden kommt
ihm da zupass. Dass er einem Mann, den
die US-Regierung so wütend und hartnä-
ckig verfolgt, Unterschlupf bieten kann –
unter der scheinheiligenBedingung, dass
dieser dann aber aufhören müsse, „unse-
renamerikanischenPartnernSchadenzu-
zufügen“ – ist ein Triumph für Putin.
Aber Snowden muss wissen, dass die Zei-
ten sich ändern können. Vielleicht ist ein
Flüchtling wie er dann plötzlich lästig für
die Beziehungen unter Großmächten.
Der Zar gibt, aber er kann auch nehmen.
Dass der Whistleblower zudem bei einer
autoritärenRegierung Zuflucht sucht, die
sich umBürger- und Menschenrechte ei-
nen Dreck schert, ist bittere Ironie.
SnowdeninRussland–das heißt auch:
DieWiederannäherung, dieUS-Präsident
Barack Obama an Russland versucht hat
– der oft beschworene „Neustart“ – ist
endgültig gescheitert. Man kann Snow-
dens Enthüllungen politisch bewerten,
wie manwill. Mankannaber nicht erwar-
ten, dassWashingtoneinesolcheProvoka-
tion einfach hinnimmt.
VON CASPAR BUSSE
W
er kennt nicht den nervenden
Werbespruch der Baumarktkette
Praktiker: „20 Prozent auf alles,
außer Tiernahrung“ – und dann die alber-
ne Ankündigung „Hier spricht der Preis“?
Dasist nunvorbei: Praktiker hat sichzuTo-
de rabattiert. Das Unternehmen mit dem
blau-gelben Logo, mit zuletzt insgesamt
rund18 000Mitarbeiternunddrei Milliar-
den Euro Umsatz, hat Insolvenz angemel-
det. Dass es noch schnell gerettet wird, ist
ziemlich unwahrscheinlich. Wie Praktiker
sind zuletzt gleich mehrere Einzelhändler
pleitegegangen. Darunter sind bekannte
Namen wie die Drogeriefirma Schlecker,
Neckermann, die Warenhäuser von Hertie
und Woolworth und einige andere.
Daraus eine grundsätzliche Krise des
deutschen Einzelhandels abzuleiten, ist
aber grundfalsch. Die Deutschen sind in
Kauflaune, stellte vor kurzem die Gesell-
schaft für Konsumforschungfest. DieStim-
mung sei so gut wie seit sechs Jahrennicht
mehr. Voll sinddie Fußgängerzoneninden
Innenstädten, in den Apple-Shops oder
den Luxusboutiquen, etwa von Louis Vuit-
ton, drängelnsichdie Kunden. Das hat vie-
le Gründe: Die deutsche Wirtschaft läuft,
die Arbeitslosigkeit ist vergleichsweise ge-
ring, die Inflation auch, die Tarifabschlüs-
se waren nicht schlecht. Auf der Bank gibt
es sowieso so gut wie keine Zinsen, sparen
ist also wenig attraktiv. All das spricht für
Konsum– und die Menschen kaufen.
Warum geht es dann gleich mehreren
Firmen im Einzelhandel so schlecht? Ob
Praktiker, Schlecker oder Hertie – sie alle
setztenauf Billig und verfolgtengenauda-
mit eine völlig falsche Strategie. So schön
Sonderangebote für die Kunden sein mö-
gen, weil sie damit sparen können – Billig
alleine reicht zum Überleben im Handel
schonlange nicht mehr. Selbst bei Lebens-
mitteln zählt oft nicht mehr nur der Preis.
DasgünstigsteAngebot findendieVerbrau-
cher zuverlässiger im Internet. Preisver-
gleichsportaleundSchnäppchen-Suchma-
schinen sorgen dort für Transparenz. Wer
weiß, was er braucht, kann online schnell
die beste Offerte finden–bequemauf dem
Sofa zu Hause.
Wer sichdagegenindieStadt unddieGe-
schäfte aufmacht, will Qualität, eine gute
Beratung, großeAuswahl, einangenehmes
Ambiente, Exklusivität – kurz: Der Kunde
sucht dasviel beschworeneEinkaufserleb-
nis. Das hat er zum Beispiel in den Heim-
werkermärkten von Praktiker ganz sicher
nicht gefunden. Hier ging es nur um den
Preis, die Auswahl war dürftig, die Bera-
tungnicht die beste. Das hat so auchAnton
Schlecker erfahren müssen: Seine puris-
tisch ausgestatteten Drogerieläden waren
am Ende einfach nicht mehr attraktiv ge-
nug. Die Kunden wandten sich ab, der
Preiswettbewerb war ruinös.
Inakute Gefahr gerät da auch das Kauf-
hausunternehmen Karstadt. Vor drei Jah-
ren hat der Investor Nicolas Berggruen die
Firma übernommen. Seitdem entwickelt
sich Karstadt vor allem nach unten, nicht
nach oben. Auch hier ist vieles oft billig:
Die „Wow-Sale“-Schilder sindinvielenIn-
nenstädtenplakatiert. Bisher wurde kaum
indieKaufhäuser investiert, umsieattrak-
tiver zu machen. Stattdessen wird das An-
gebot zusammengestrichen, die Mitarbei-
ter müssen immer neue Lohnzugeständ-
nissemachenundsinddemotiviert. Das ist
ganz sicher nicht der Ausweg.
Kurzfristig führt eine Niedrigpreisstra-
tegie vielleicht zu steigenden Umsätzen,
langfristig geht sie zu Lasten des Gewinns
und schädigt das Image. Die Konzentrati-
onauf denPreis führt ineineAbwärtsspira-
le. Karl-Erivan Haub, der Chef der Tengel-
mann-Gruppe, zu der auch die erfolgrei-
che Baumarktkette Obi gehört, hat dafür
einschönes Bildgefunden. Niedrige Preise
seienwieDrogen: UmeinenKickzubekom-
men, muss mandieDosis immer weiter er-
höhen–biszumbitterenEnde. DieAlterna-
tive ist nur ein harter Entzug.
Esist dieStandardfrage, wenn
eine Frau von ihrer Schwan-
gerschaft erzählt: Wann ist
der Termin? Gemeint ist das
Datum, an dem das Baby
wahrscheinlich auf die Welt kommen wird
–wenn es sich an die Statistik hält. Der er-
rechneteGeburtsterminbasiert auf Durch-
schnittswerten, die nicht für jede Schwan-
gerschaft zutreffen. Von der Empfängnis
bis zur Geburt dauert eine Schwanger-
schaft im Mittel 38 Wochen. Der Tag der
Empfängnis ist aber meist nicht eindeutig
bekannt. Häufiger kanneine Fraudeners-
ten Tag ihrer letzten Regelblutung ange-
ben. Davonausgehendergibt sichreinrech-
nerisch eine Schwangerschaftsdauer von
40Wochen–vondenendie Fraudieersten
zwei Wochen jedoch nicht schwanger war.
Umtrotz der Unsicherheiten den Geburts-
termin zu ermitteln, zieht man vomersten
Tag der letzten Regelblutung drei Monate
abundaddiert danneinJahr undnochein-
mal sieben Tage. Dabei geht man von ei-
nemZyklus von 28 Tagen aus. Der errech-
nete Geburtstermin kann sich mit der ers-
ten Ultraschalluntersuchung geringfügig
ändern, wenn das Ungeborene vermessen
wird. Der errechnete Geburtstermin des
Nachwuchses von Prinz William und sei-
ner Frau Kate soll auf diesen Samstag fal-
len. Dass das britische„Royal Baby“andie-
semTag auf die Welt kommt, ist aber eher
unwahrscheinlich: Nur für etwa fünf Pro-
zent aller Kinder ist der errechnete Ge-
burtstermin auch ihr tatsächlicher. KABL
„Dummist nur, dass der Rechtsanspruch
auf einen Betreuungsplatz auch in Zu-
kunft mit demEintritt in die Schule er-
lischt. Die Politik ist einen guten Schritt
vorangekommen bei der Ausgestaltung
einer Gesellschaft, in der sich ein erfülltes
Berufsleben und der Wunsch nach einer
eigenen Familie nicht mehr zwangsläufig
ausschließen. AmZiel ist sie erst, wenn
junge Menschen bei der Entscheidung für
oder gegen ein Kind zuletzt an die Betreu-
ung denken.“
„Der Nahe Osten befindet sich in einem
langwierigen und problembehafteten
Umbruchsprozess, der nur mit der wirt-
schaftlichen und politischen Hilfe des
Westens gelingen kann. Erst wenn die
westlichen Länder sich einig sind, was sie
machen können und werden, kann es
Stabilität imNahen Osten geben.“
Eigentlich sind die Voraussetzungen für
die Überwindung der portugiesischen Kri-
senicht schlecht, denndiewichtigstenPoli-
tiker stammen aus derselben politischen
Ecke: Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva
und Premierminister Pedro Passos Coelho
kommenebenso wie ihre wichtigste Stütze
in Brüssel, EU-Kommissionspräsident Jo-
séManuel Barroso, aus der Sozialdemokra-
tischen Partei (PSD), die trotz ihres Na-
mens konservativ ist und liberale Wirt-
schaftskonzepte vertritt. Dasselbe gilt für
ihrenkleinenKoalitionspartner, dasDemo-
kratische und Soziale Zentrum/Volkspar-
tei (CDS-PP), geführt vonPaulode Sacadu-
ra Cabral Portas. Einträchtig gehören bei-
deGruppierungender EuropäischenVolks-
partei an, dem Zusammenschluss der
Christdemokraten in der EU.
Doch im realen politischen Leben
scheint Hassliebe sie alle miteinander zu
verbinden. So kam es in der vergangenen
Woche zumKoalitionskrach, der nicht nur
Brüssel, sondern auch die Börsen aufge-
schreckt hat. Auf einmal schienwieder der
AbsturzPortugalszudrohen, nachdemLis-
sabonbislangstoischdasvondeninternati-
onalen Kreditgebern verlangte Sparpro-
gramm durchgezogen hatte. Paulo Portas,
der Auslöser desKrachs, hat wieder einmal
seinen Ruf bestätigt, der erste Radau- und
Skandalbruder des Landes zusein. Anstatt
hinter den Kulissen seine Bedenken gegen
eine Personalentscheidung des Premiers
geltend zu machen, hatte er theatralisch
seinen „unwiderruflichen“ Rücktritt als
Außenminister verkündet. Erst als der Prä-
sident mit vorgezogenen Wahlen drohte,
nachdenensichPortas wohl inder Opposi-
tionfindendürfte, lenkteer ein. Dafür wur-
de er mit demPostendes stellvertretenden
Regierungschefs und des Verhandlungs-
führers mit Brüssel belohnt. Präsident Ca-
vaco Silva machte keinen Hehl daraus,
dass ihm diese Personalentscheidung
nicht gefällt.
ImpolitischenLissabonhat Portas erst-
mals als 16-Jähriger Aufmerksamkeit er-
regt. 1978 veröffentlichte ein konservati-
ves Blatt seinen flammenden Kommentar,
in dem er der damaligen sozialistischen
Führungunter der Überschrift „Drei Verrä-
ter“ vorwarf, die Kolonien in Afrika ohne
Not aufgegeben zu haben. Schnell machte
er sich als Heißsporn einen Namen. Nicht
zuletzt dank der lauten Auftritte von Por-
tas im Fernsehen wurde seine CSD so
stark, dass 2002 der damalige Wahlsieger
Barrosonicht umhinkam, mit ihmeineKo-
alition zu schließen und Portas das Vertei-
digungsressort zu übertragen. Aus dieser
Zeit stammenAffären umdie Beschaffung
zweier deutscher U-Boote und gepanzer-
ter Radfahrzeuge sowie Parteikonten bei
der Banco Espirito Santo. Portas setzte
sichfür eineBeteiligungPortugals amIrak-
Krieg ein, er ließdie Marine auslaufen, um
ein niederländisches Abtreibungsschiff zu
blockieren. Der Premier wäre den unbere-
chenbaren Junggesellen wohl gern losge-
worden, aber er braucht ihnals Mehrheits-
beschaffer. Und nun hat er mehr Einfluss
denn je. THOMAS URBAN
VON ALEXANDER MENDEN
N
ach einer hitzigen Debatte hat das
irischeParlament einGesetz verab-
schiedet, das in demLand erstmals
Schwangerschaftsabbrüche in bestimm-
ten Notfällen erlaubt. Innenpolitisch ist
das zunächst einmal eine Niederlage für
diekatholischeKirche. DerenPrimas, Kar-
dinal Seán Brady, hatte vor der Entschei-
dungangedeutet, denverantwortlichenPo-
litikern könne die Exkommunikation dro-
hen, solltensieirgendeineFormvonAbtrei-
bung legalisieren. Der mögliche Aus-
schluss von allen Sakramenten war bisher
das denkbar schwerste Geschütz, das ein
Bischof in einem Land auffahren konnte,
dessenführendePolitiker alle bekennende
Katholiken sind. Gegen die Kirche ging in
Irland bis vor Kurzemnichts.
Dass dennoch nicht etwa eine linke Re-
gierung, sondern der konservative Premi-
er Enda Kenny die Drohung Kardinal Bra-
dys ignoriert hat, beweist, wie sehr der
kirchliche Einfluss in Irland geschwunden
ist. Der sexuelle Missbrauch Minderjähri-
ger durch Priester (und die Vertuschung
derVerbrechendurchBischöfe) hat einetie-
fe undbleibendeEmpörungausgelöst. Der
Missbrauchsskandal entfremdete viele
Irenvoneiner Institution, derenWerteund
Weisungentraditionell soengmit dempoli-
tischen Leben der Republik verflochten
sind, wie in keinem anderen westeuropäi-
schen Land. Ohne diese selbstverschulde-
teSchwächungder KirchewärejedeAbtrei-
bungsreform auch weiterhin völlig un-
denkbar gewesen.
Das muss manbedenken, wennmandie
neue Gesetzeslage bewertet. Diese lautet:
Der Abbruch einer Schwangerschaft ist
rechtens, wenndas Lebender Mutter inGe-
fahr ist. Das schließt auch den – bis zuletzt
höchst kontrovers diskutierten – Fall ein,
dass die werdende Mutter aufgrund der
Schwangerschaft akut selbstmordgefähr-
det ist. Andere Indikationenwie Vergewal-
tigungoder Inzest geltenhingegenweiter-
hin nicht als hinreichender Grund für ei-
nenlegalenAbbruch. Gemessenamkonti-
nentaleuropäischen Standard ist die iri-
sche Regelung also noch immer höchst re-
striktiv. Sie stellt keineswegs die grundle-
gende Neuordnung des Abtreibungsrechts
dar, die der Europäische Gerichtshof für
Menschenrechte bereits vor drei Jahren
von Irland gefordert hatte.
Undes wäre unrealistischanzunehmen,
dass die nun erfolgte Änderung ein erster
Schritt hin zu einem liberaleren irischen
Abtreibungsrecht ist. Viele Iren stehen
Schwangerschaftsabbrüchen noch immer
ablehnend gegenüber. Laut Umfragen
stimmen zwar 80 Prozent der Bürger der
neuen Regelung zu. Aber nur 39 Prozent
wollen allein der Schwangeren die Ent-
scheidungüber einenAbbruchüberlassen.
Zudem hat sich das Land mit dem Phä-
nomendes „Abtreibungstourismus“arran-
giert: Jährlich reisen an die 4000 Frauen
ins europäische Ausland, umdort jene Ab-
treibungenvorzunehmen, die inihrer Hei-
mat illegal sind. Solange Irland alle ethi-
schen Widersprüche auf diese Weise löst,
wird die jetzige Neuregelung das einzige
Zugeständnis an jene bleiben, die auf um-
fassendere Reformen drängen.
VON MARKUS BALSER
H
in zum Ökostrom, weg von der
Atomkraft: Die Kosten dieses
Kurswechsels inDeutschlandsoll-
tenauf allenSchulterngleichverteilt wer-
den. Dieses Ziel der Bundesregierung
steckt hinter der Ökostromumlage, dieei-
gentlich alle Verbraucher im Land glei-
chermaßen zahlen müssen. Doch die
jüngsten Daten der Regierung machen
klar: Ziel verfehlt! Längst nicht alle sind
gleich. Bei der Energiewendedroht dasSo-
lidaritätsprinzip Makulatur zu werden.
So viele Unternehmen wie nie versu-
chen, ihremBeitrag zu entgehen und be-
antragendieBefreiungvonder EEG-Um-
lage. Seit Jahren steigt die Zahl der Fir-
men, die höhere Kosten der Wende nicht
mittragen wollen. Was als Hilfe für weni-
ge begann, ist zumMassenphänomenge-
worden. DieFolge: PrivateHaushaltezah-
lendrauf, weil dieÖkostromkostenauf im-
mer weniger Kunden verteilt werden.
Die Regierung darf dem Treiben nicht
länger tatenloszusehen. DenndieTrickse-
reien der Industrie nehmen dreiste Züge
an. Straßenbahnbetriebe, Hühnerfarmen
oder Käsereien –längst nicht alle, die Ra-
batte bekommen, gehören zum förde-
rungswürdigen Kreis. Privilegien ver-
dient nur, wer iminternationalenWettbe-
werb Nachteile zu fürchten hat. Massen-
hafte Volten der Wirtschaft sind ein erns-
ter Verstoß gegen das Gerechtigkeitsge-
fühl der Bürger. Wer den nicht bekämpft,
bedroht denKernder deutschenEnergie-
wende: ihre breite Akzeptanz.
S
eit einigen Tagen ist die Kanzle-
rin auf der Suche nach Balance.
Das klingt gut, weil Balance –zu
Deutsch: Gleichgewicht – eine
messbare Klarheit suggeriert,
gewissermaßen eine naturwissenschaft-
lich verbürgte Glaubwürdigkeit. Es ver-
strömt folglich eine gewisse politische
Lauterkeit, wenn Merkel nun allenthal-
ben für Ausgewogenheit plädiert: zwi-
schen Sicherheitsbedürfnissen und Da-
tenschutz, zwischen dem Kampf gegen
den Terrorismus und den Bürgerrechten,
zwischentraditioneller Verbundenheit zu
den USAund der wachsenden Skepsis, ob
Amerika dieser Zuneigung noch würdig
ist. Kurz: Zwischen Kritik und Nettigkeit.
In der Politik freilich ist Balance eher
das Gegenteil von eindeutig. Denn in der
Politik kann Balance zwischen zwei Ge-
gensätzen ja gerade nicht gemessen wer-
den. Gleichgewicht entsteht vielmehr
durch Interpretation undDiskussion. Am
Endeist Balance schlicht undeinfachdas,
was eine Mehrheit dafür hält.
Geht es Merkel also in Wahrheit dar-
um?Sucht dieBundeskanzlerininder De-
batte um die Spionageaktivitäten der
amerikanischen NSA gar nicht die poli-
tisch richtige Balance, sondern tarnt da-
mit lediglich, dass sie abwartet, in welche
Richtung sich die Stimmung der Deut-
schen verschiebt? Der Verdacht liegt na-
he, zumeinennatürlich, weil er sichweni-
ge Wochen vor einer Bundestagswahl wie
von alleine aufdrängt. Zumanderen aber,
weil AngelaMerkel bislangschlicht zuwe-
nigEhrgeizerkennenlässt, umdiesenVer-
dacht auszuräumen.
Das Verhältnis zu den USA kann den
Ausgang von Bundestagswahlen in
Deutschland mit beeinflussen. So war es
Anfangder Achtzigerjahre, alsunter ande-
rem die Auseinandersetzung um die nu-
kleare Nachrüstung den Sozialdemokra-
tenHelmut Schmidt das Amt kostete, Hel-
mut Kohl ins Kanzleramt brachte, unddie
Grünen erstmals in den Bundestag. So
war es 2002, als GerhardSchröder mit sei-
nem Nein zum bevorstehenden Irak-
Krieg der Bush-Regierung eine Mehrheit
der Wähler hinter sich bekam, mit dem
Duktus dieser Kritik allerdings auch wei-
tergehendeanti-amerikanischeRessenti-
ments bediente.
Einen Wahlkampf wie Schröder könn-
te und wollte Merkel gar nicht führen. Er
widerspräche ihrem Temperament und
ihren außenpolitischen Überzeugungen.
Für eine CDU-Kanzlerin, zumal mit ei-
nemgroßen Vorsprung in den Umfragen,
kann es auch gar nicht darumgehen, mit
kalkulierten Vorwürfen an die Adresse
derUS-RegierungentscheidendeProzent-
punkte zu gewinnen. Aus Merkels Sicht
besteht eher die Gefahr, durch die Un-
wucht zur einenoder anderenSeitehin, ei-
nige entscheidende Wählerstimmen zu
verlieren. Die Balance zu suchen, ist mit-
hin nur ein anderes Wort dafür, keinen
Fehler zu machen.
Wohl deshalbhat sichdieKanzlerinbis-
lang um ein gepflegtes Sowohl-als-auch
bemüht: Sie hat den Kalten Krieg histo-
risch korrekt für beendet erklärt und das
Abhören diplomatischer Einrichtungen
unter Freunden als nicht statthaft be-
zeichnet. Für dieAufklärungder NSA-Ak-
tivitätenalsGanzes aber mahnt siedas Be-
wusstsein an, dass es sich bei den Ameri-
kanernumdenseit Jahrzehntenwichtigs-
ten und treuesten Verbündeten handele.
Sie hat mit Barack Obama bei dessen Be-
such in Berlin gesprochen und dann noch
mal amTelefon. Sie hat einen Prozess der
Aufklärung in Gang gesetzt, aber damit
zunächst nur den Weg zum Ziel erklärt.
Durch die Geste, dass ein Vize-Präsident
dem deutschen Innenminister – wie am
Freitag in Washington geschehen – einen
guten Tag wünscht, beantwortet sich ja
noch keine der vielen Fragen.
Merkels Vorsicht hat auchbiografische
Gründe. Den 11. September 2001 und sei-
neFolgenerlebtesiealsOppositionspoliti-
kerin. Nicht nur die neue Dimension des
Terrors war gewaltig, sondern auch der
Druckauf Berlin, nachdemdeutschenGe-
heimdiensten die Hamburger Terrorzelle
nicht aufgefallen war, in der das Attentat
vorbereitet wurde. Die rot-grüne Regie-
rung verschärfte nicht nur die Gesetze im
Antiterrorkampf, sie setzte auch neue,
nicht selten fragwürdige Akzente in der
Geheimdienstarbeit.
Der politische Widerstand gegen den
Irak-KriegrehabilitierteSchröders Regie-
rung bei vielen Kritikern. Für Merkel und
ihrePartei aber wurdedieseDebattezuei-
nemFiasko. DenEindruckder Willfährig-
keit gegenüber einer in Deutschland zu-
nehmend verhassten Bush-Regierung
wurde Merkel lange Zeit nicht los. Damals
scheiterte ihr Versuch, die Beziehungen
zu den USA in einer Balance nach ihrer
Vorstellung zu halten. Die Mehrheit war
ganz woanders.
Erst alsKanzlerinerhielt Merkel dieGe-
legenheit, ihr Imagezukorrigieren. Vor ih-
remAntrittsbesuchinWashingtonforder-
te sie die Schließung des Gefangenenla-
gers Guantanamo. Und sie wirkte mit an
der Rückkehr des Deutsch-TürkenMurat
Kurnaz – ganz nebenbei eine Art Revan-
cheander SPD: Der Vorwurf, Kurnaz’ vor-
zeitige Freilassung verhindert zu haben,
hätte den früheren Kanzleramtschef
Frank-Walter Steinmeier damals beinahe
die Karriere gekostet.
Heute blickt Merkel in Sicherheitsfra-
gen nicht ohne Skepsis auf die USA. Aber
sie hat zweifellos mehr Verständnis für
dieAmerikaner alsdieMehrheit der Deut-
schen. Weil sie das weiß, hält sie sich öf-
fentlich zurück und macht diese Haltung
lieber nicht erkennbar. Ihr umstrittener
Satz imMai 2011, sie „freue“ sich, dass es
gelungen sei, Osama bin Laden zu töten,
war eine seltene, womöglich sogar verse-
hentliche Ausnahme.
Manches, was in Deutschland mehr-
heitlich verdammt wird, wie die gezielten
Tötungen mit Kampfdrohnen, sieht auch
Merkel distanziert. Zugleich aber findet
sie offenkundig, dass ein Land sich nicht
als moralische Instanz aufspielen sollte,
solange es auf die Hilfe von Partnern wie
denUSAangewiesenist. Das gilt zumBei-
spiel für den Schutz deutscher Soldaten
in Afghanistan. Der Verweis auf geplante
Anschläge inDeutschland, die dankame-
rikanischer Informationen verhindert
wurden, zeugt davon, dass Merkel auchin
der NSA-Affäre diese Haltung hat.
Solche Bedenken sind nicht von der
Handzuweisen. Dochauchmit zuviel Zu-
rückhaltung kann man aus der Balance
geraten. Bei allem Verständnis für die
Amerikaner wirkt Merkel gegenüber
Ängstenihrer Bürger vergleichsweisever-
ständnislos. Mancher Vorwurf wird igno-
riert, manche Frage beschwiegen. Beson-
ders deutlichzeigt sichdas ander Diskus-
sion, ob deutsche Dienste Informationen
der USA annehmen, die sie selbst nicht
hättengewinnendürfen. Bei aller notwen-
digen Aufklärung der Fakten fehlt bis-
lang von der Kanzlerin auch Aufklärung
über die eigenen Maßstäbe. Ausgewogen
und ausgewichen ist eben nicht dasselbe.
Die Zeitung fordert einen
weiteren Ausbau der Kinderbetreuung:
Das Blatt aus Wien schreibt zum
Insolvenzantrag der Baumarktkette Praktiker:
Die dänische Tageszeitung aus Aarhus äußert
sich zum Nahost-Friedensprozess:
PROFIL
SNOWDEN
Asyl von Putins Gnaden
HERAUSGEGEBEN VOM SÜDDEUTSCHEN VERLAG
VERTRETEN DURCH DEN HERAUSGEBERRAT
CHEFREDAKTEUR:
Kurt Kister
STELLVERTRETENDER CHEFREDAKTEUR:
Wolfgang Krach
MITGLIED DER CHEFREDAKTION, INNENPOLITIK:
Dr. Heribert Prantl
AUSSENPOLITIK: Stefan Kornelius;
INNENPOLITIK (STELLV.): Detlef Esslinger, Jan Heidtmann;
SEITE DREI: Alexander Gorkow;
INVESTIGATIVE RECHERCHE: Hans Leyendecker;
KULTUR: Andrian Kreye, Dr. Thomas Steinfeld;
WIRTSCHAFT: Dr. Marc Beise, Ulrich Schäfer;
SPORT: Klaus Hoeltzenbein; WISSEN: Dr. Patrick Illinger;
GESELLSCHAFT UND WOCHENENDE: Tanja Rest;
MEDIEN: Claudia Fromme; MOBILES LEBEN: Jörg Reichle;
BEILAGEN: Werner Schmidt; MÜNCHEN, REGION UND
BAYERN: Nina Bovensiepen, Christian Krügel; Sebastian Beck,
Peter Fahrenholz, Christian Mayer
ARTDIRECTOR: Christian Tönsmann; Stefan Dimitrov;
BILD: Jörg Buschmann
GESCHÄFTSFÜHRENDE REDAKTEURE:
Marc Hoch, Dr. Hendrik Munsberg, Stefan Plöchinger (Online)
CHEFS VOM DIENST: Dr. Alexandra Borchardt,
Carsten Matthäus
CHEFKORRESPONDENT: Stefan Klein
LEITENDE REDAKTEURE:
Prof. Dr. JoachimKaiser, Nikolaus Piper, Evelyn Roll
Die für das jeweilige Ressort an erster Stelle Genannten
sind verantwortliche Redakteure imSinne des Gesetzes
über die Presse vom3. Oktober 1949.
ANSCHRIFT DER REDAKTION:
Hultschiner Straße 8, 81677 München, Tel. (089) 21 83-0;
Nachtruf: 21 83-7708; Nachrichtenaufnahme: 21 83-481;
Fax 21 83-97 77; E-Mail: redaktion@sueddeutsche.de.
BERLIN: Nico Fried; Robert Roßmann, Claus Hulverscheidt
(Wirtschaft), Französische Str. 48, 10117 Berlin,
Tel. (0 30) 26 36 66-0; DÜSSELDORF: BerndDörries, Bäckerstr. 2,
40213Düsseldorf, Tel. (02 11) 5405 55-0;
FRANKFURT: Andrea Rexer, Kleiner Hirschgraben8,
60311 Frankfurt, Tel. (0 69) 2 99 92 70;
HAMBURG: Charlotte Frank, Poststr. 25, 20354 Hamburg,
Tel. (0 40) 46 88 31-0; KARLSRUHE: Dr. Wolfgang Janisch,
Sophienstr. 99, 76135 Karlsruhe, Tel. (07 21) 84 41 28;
STUTTGART: Dr. Roman Deininger, Rotebühlplatz 33, 70178
Stuttgart, Tel. (07 11) 24 75 93/94
HERAUSGEBERRAT:
Dr. Johannes Friedmann (Vorsitz);
Albert Esslinger-Kiefer, Dr. Thomas Schaub,
Dr. Christoph Schwingenstein
GESCHÄFTSFÜHRER:
Dr. Detlef Haaks, Dr. Karl Ulrich
ANZEIGEN: Jürgen Maukner (verantwortlich),
Anzeigenaufnahme: Tel. (0 89) 21 83-10 10
ANSCHRIFT DES VERLAGES: Süddeutsche Zeitung GmbH,
Hultschiner Straße 8, 81677 München, Tel. (0 89) 21 83-0,
DRUCK:
Süddeutscher Verlag Zeitungsdruck GmbH,
Zamdorfer Straße 40, 81677 München
I RLAND
Kleine Revolte gegen die Kirche
EI NZELHANDEL
Das Gift der niedrigen Preise
Praktiker, Schlecker, Hertie –
sie haben die falsche Strategie
MERKEL UND AMERI KA
Mein lieber Freund
VON NICO FRIED
Geburtstermin
Paulo Portas
Konservativer Radaubruder
mit Einfluss in Portugals Politik
Das Abtreibungsrecht bleibt viel
restriktiver als imRest Europas
Der gute alte Spion gilt wieder was SZ-ZEICHNUNG: LUIS MURSCHETZ
STROMPREI SE
Tricks an der Steckdose
Die Kanzlerin sucht die Balance
zwischen Kritik und Nettigkeit
MEINUNG 4 HF2 Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160 DEFGH
F
O
T
O
:
A
F
P
AKTUELLES LEXIKON
BLICK IN DIE PRESSE
Berlin – Der Streik der Beschäftigten
der Wasser- und Schifffahrtsverwal-
tung, der in den vergangenen Tagen zu
großen Staus an den Schleusen deut-
scher Flüsse geführt hat, soll vorerst
beendet werden. Bis alle Schiffe wieder
unterwegs sind, dürfte es aber mehrere
Tage dauern. In Nordrhein-Westfalen
sowie an Lahn, Mosel und Saar soll der
Ausstand nach Verdi-Angaben amMon-
tag enden. Hintergrund des Streiks:
Wegen einer Umstrukturierung der
Schifffahrtsverwaltung befürchtet Ver-
di, dass ein Viertel der etwa 12 000 Ar-
beitsplätze wegfällt. Das Bundesver-
kehrsministeriumkritisierte die Strei-
kenden stark. Staatssekretär Michael
Odenwald sagte amFreitag: „ImGegen-
satz zu unseren Mitarbeitern müssen
die Binnenschiffer durch die Streiks
erhebliche finanzielle Einbußen hinneh-
men.“ SZ
Magdeburg – Die Staatsanwaltschaft
Magdeburg ermittelt gegen Sachsen-An-
halts Ministerpräsidenten Reiner Hase-
loff (CDU) wegen des Verdachts der
Falschaussage. Dies sagte Regierungs-
sprecher Matthias Schuppe der Nach-
richtenagentur dpa. Hintergrund sei
eine Anzeige eines Abgeordneten der
Linken. Haseloff soll in seiner Zeit als
Wirtschaftsminister in einemUntersu-
chungsausschuss des Landtags, der
2008 bis 2010 einen Müllskandal aufklä-
ren wollte, uneidlich falsch ausgesagt
haben. Es ging damals darum, wann er
von den Vorwürfen der illegalen Müll-
entsorgung erfuhr. Die Staatsanwalt-
schaft wollte sich nicht äußern. DPA
VON HERIBERT PRANTL
München – „Ich werde hier, falls meine
Verwahrungnicht aufgrundder Unverhält-
nismäßigkeit für erledigt erklärt wird, nur
mit den Füßen voran entlassen.“ Mit die-
semSatzendet einBrief, dender Insasseei-
nes psychiatrischen Krankenhaus an die
Süddeutsche Zeitung geschrieben hat. Der
Schreiber dieses Briefs hat Angst davor,
dassdie„Maßregel der SicherungundBes-
serung“ erst mit seinem Tode endet. Eine
zeitliche Begrenzung für diese vom Ge-
richt angeordnete Unterbringung gibt es
nicht. Sie kann ewig dauern – die Ewigkeit
wird derzeit nur begrenzt vom Grundsatz
der Verhältnismäßigkeit, der zwar Verfas-
sungsrang hat, aber wenig konkret ist.
Der Schreiber ist einer wie Gustl Mol-
lath, alsoeiner von6750Menschen, dieper
Strafurteil nacheiner oft nur kleinenStraf-
tat in der Psychiatrie untergebracht wur-
den. 6750 Menschen: Diese Zahl stammt
aus demJahr 2012undbezieht sichnur auf
die alten Bundesländer. Eine gesamtdeut-
sche Zahl gibt es nur für 2010. Damals hat-
te die Arbeitsgemeinschaft Psychiatrie der
Gesundheitsministerkonferenz die Zahlen
der einzelnenBundesländer zusammenge-
tragen: 7752 Menschen wurden 2010 in
Deutschland auf Anordnung von Gerich-
ten in der Psychiatrie verwahrt.
Gesamtdeutsche Statistikenfindensich
darüber hinaus nicht. Es gibt nämlich kein
Gesetz, dasdiezentraleErfassungder Zah-
lenanordnet. DiealtenBundesländer sam-
meln sie aufgrund einer uralten Verwal-
tungsvereinbarung, die inden neuenBun-
desländern nicht gilt. Die normalen Straf-
verfolgungsstatistiken, die Auskunft über
Haft und Häftlinge in deutschen Gefäng-
nissen geben, sind akkurat; für die Zahlen
über dieUnterbringunginpsychiatrischen
Krankenhäusern lässt sich das nicht sa-
gen: Sie sind nicht nur nicht akkurat, sie
existieren auf Bundesebene gar nicht. Das
ist bezeichnend für die minimale Beach-
tung, welche die „Maßregel“ der „Unter-
bringung im psychiatrischen Kranken-
haus“ bisher gefundenhat. Das ändert sich
erst, seitdem der Fall Mollath die Men-
schen erregt.
Die sogenannte Verweildauer der Men-
schenindenpsychiatrischenKrankenhäu-
sernsteigt. InwelchemAusmaßkann man
nur ahnen, es gibt keine ordentlichen Sta-
tistiken. Die Zahl der Strafurteile, mit de-
nen die Unterbringung in der Psychiatrie
angeordnet wird, sinkt – von 1101 Anord-
nungenimJahr 1996auf 871 Anordnungen
im Jahr 2011. Zugleich aber sind immer
mehr Menschenzwangsweiseindenpsych-
iatrischen Krankenhäusern unterge-
bracht– knapp dreitausend waren es im
Jahr 1996, 6750 waren es, wie gesagt, im
März 2012. Die Zahlen beziehen sich auf
die alten Bundesländer. Das bedeutet: Es
werdenzwar weniger Menscheneingewie-
sen, sie müssen aber immer länger blei-
ben, Entlassungen werden seltener.
Schon die Statistiken sind nicht beson-
ders gepflegt, wenn es umdie „Unterbrin-
gung im psychiatrischen Krankenhaus“
geht. Das gilt auch für die Paragrafen, mit-
tels derer kranke Straftäter dorthin ver-
bracht werden. Die Paragrafen 63 bis 67h,
die imStrafgesetzbuch Arten und Ausmaß
freiheitsentziehender Maßregeln festset-
zen, genießen keine große Beachtung –
nicht in der juristischen Ausbildung, nicht
inder juristischenPraxis, nicht inder juris-
tischen Literatur. Das soll sich jetzt än-
dern: Ein Papier des Bundesjustizministe-
riums stellt „Reformüberlegungenzur Un-
terbringung nach Paragraf 63 StGB“ an.
In den psychiatrischen Krankenhäu-
sern werden Menschen untergebracht, die
im Zustand der Schuldunfähigkeit oder
der vermindertenSchuldfähigkeit Strafta-
tenbegangenhaben. NebendenAbschiebe-
gefängnissen, in denen Flüchtlinge darauf
warten, aus dem Land geschafft zu wer-
den, sind das die Orte mit der niedrigsten
Rechtsdichte in Deutschland. Sie sind die
Dunkelkammerndes Rechts. Die einschlä-
gigen Paragrafen sind oberflächlich, sie
werden der „Tragweite der Entscheidung“
nicht gerecht. Dieser Begriff stammt aus
demaktuellenPapier des Bundesjustizmi-
nisteriums zur Reformder Unterbringung,
das der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Es
enthält VorschlägefürMaßnahmen, dieda-
für sorgensollen, dass eine Unterbringung
von Straftätern in der Psychiatrie durch
den Strafrichter künftig auf wirklich gra-
vierende Fälle beschränkt und die weitere
Unterbringung dort dann in viel kürzeren
Abständen als bisher und viel genauer als
bisher geprüft wird.
DieVorschlägedesBundesjustizministe-
riums ändern und konkretisieren die ge-
setzlichenRegelnfür dieEinweisungindie
Psychiatrie und für die Entlassung aus der
Psychiatrie. Über dieArt undWeiseder Un-
terbringungdort sagensieaber nichts. Wie
muss mit einem Menschen umgegangen
werden, der in die psychiatrische Klinik
verbracht wurde? Welche Rechte hat er
dort? Welche Einschränkungen muss er
sich gefallen lassen? Wie sieht sein Leben
hinter Gittern aus? Wo und wie kann er
sich beschweren, wenn er sich und seine
Rechte verletzt fühlt?
Für Straftäter, die im normalen Straf-
vollzug, alsoimGefängnis, sitzen, ist das al-
les haarklein gesetzlich geregelt, für Häft-
linge in Sicherungsverwahrung auch. Für
die Menschen, die indie Psychiatrie einge-
wiesen werden, gibt es solche Gesetze
nicht. Selbst die kleinen Annehmlichkei-
ten, die den Haftalltag erträglicher ma-
chen sollen, etwa der Einkauf von Tabak,
Süßigkeiten, Kosmetika und Zeitschriften
aus dem eigenen Geld des Insassen, wer-
deninvielenpsychiatrischenKrankenhäu-
sernnicht gewährt. Dafreut sichder Insas-
se in der Psychiatrie, dass er „wenigstens
die Zeitung lesen“ darf, auch wenn sie Lö-
cher hat. Oft nämlich, soklagt jener Schrei-
ber, der fürchtet, dass er einst nur „mit den
Füßenvoran“ entlassenwird, fehleninder
Zeitung ganze Seiten, „oder einzelne Arti-
kel sind rausgeschnitten“. Und er fragt, ob
die Anstalt sie vielleicht wegen „Gesund-
heitsschädlichkeit“ entfernt hat.
Stuttgart – Zwei ehemalige Funktionä-
re der verbotenen Kurdischen Arbeiter-
partei PKKmüssen für mehrere Jahre
ins Gefängnis. Das Stuttgarter Oberlan-
desgericht verurteilte die beiden Män-
ner amFreitag zu jeweils drei Jahren
und sechs Monaten Haft. Die 30-Jähri-
gen waren nach Überzeugung des Se-
nats hochrangige Kader der PKK-Ju-
gendorganisation „Komalen Ciwan“
(KC). Sie sollen Jugendliche für den
Guerillakampf gegen türkische Einrich-
tungen angeworben haben. Festgenom-
men wurden sie am17. Juli 2011. Die
Bundesanwaltschaft hatte Haftstrafen
von 5 Jahren sowie 5 Jahren und 3 Mo-
naten gefordert. DPA
München – Die FDP kann sich nach einer
aktuellen Umfrage wieder größere Hoff-
nung auf einen Wiedereinzug in den Bun-
destag machen. Im ZDF-„Politbarometer“
legen die Liberalen einenPunkt zu und er-
reichen in dieser Befragung erstmals nach
fast einem Jahr wieder fünf Prozent, wie
die Forschungsgruppe Wahlen am Freitag
mitteilte. Damit liegen zehn Wochen vor
der Bundestagswahl die politischen Lager
Kopf an Kopf. Union und FDP kommen
nun zusammen auf 46 Prozent – ebenso
wie die Oppositionsparteien SPD, Grüne
und Linke. Die schwarz-gelbe Koalition
kann mit dem Erstarken der FDP nun so-
gar wieder stärker mit einer Fortsetzungih-
rer Zusammenarbeit rechnen.
Trotz der relativ guten Werte für Union
undFDPkannsichnur eine Minderheit für
die Fortsetzung der schwarz-gelbenKoali-
tionerwärmen. Nur 32Prozent der Befrag-
ten fänden eine Neuauflage des Bündnis-
ses gut. Eine KoalitionzwischenUnionund
Grünen fände mit 35 Prozent etwas mehr
Zustimmung. Rot-Grün käme auf 39 Pro-
zent Zustimmung. Eine große Koalition
aus Union und SPD fänden 52 Prozent der
Befragten gut. Damit ist Schwarz-Rot die
einzige Konstellation, die mehr Befürwor-
ter als Gegner hat. Allerdingsist eineMehr-
heit von 51 Prozent der Meinung, dass eine
große Koalition eher negative Auswirkun-
genfür dieSozialdemokratenhätte, 37Pro-
zent meinen, dies brächte der SPD sogar
Vorteile.
Befragt nachder Schwächeder SPDzeig-
ten sich die meisten Bürger überzeugt,
dies liege vornehmlichampolitischenPer-
sonal (72 Prozent) und gar nicht so sehr an
den politischen Inhalten (21 Prozent). Bei
SPD-Anhängern geben sogar 76 Prozent
der Parteiführung die Schuld am bisher
eher mäßigen Auftreten. Das zeigt sich
auch daran, dass nur 69 Prozent der SPD-
Anhänger voll undganz hinter ihremKanz-
lerkandidaten Peer Steinbrück stehen,
während Unions-Anhänger nahezu ge-
schlossen Angela Merkel (96 Prozent) un-
terstützen. SPD-Fans wiederum finden,
dass zuletzt in den Medien viel zu negativ
über Steinbrück berichtet wurde (60 Pro-
zent), bei der gesamten Gruppe sind es je-
doch nur 36 Prozent.
Allerdings soll der Wahlkampf ja erst
nochrichtigbeginnen, undimmerhinglau-
ben bislang erst 38 Prozent der Befragten,
dass die Wahl schon entschieden ist. SZ
Berlin – In der Euro Hawk-Affäre gibt es
weitereIndiziendafür, dassVerteidigungs-
minister Thomas de Maizière (CDU) früher
als vonihmnahegelegt Kenntnis vomAus-
maß der Probleme hatte. Diesen Schluss
lässt ein internes Dokument aus demVer-
teidigungsministerium zu, das der Süd-
deutschenZeitung vorliegt. Gut eineWoche
vor Beginnder ZeugenbefragungenimUn-
tersuchungsausschuss zum Euro Hawk
wächst damit der Druck auf den Minister.
De Maizière hatte zur Frage seiner Ein-
bindung erklärt, er habe erstmals bei einer
Besprechung am 1. März 2012 von Proble-
men mit der Zulassung der Aufklärungs-
drohne gehört, die man ihm aber als „lös-
bar“ dargestellt habe. Dies sei „der einzige
Zusammenhang gewesen“, in demer „mit
dem Thema Euro Hawk befasst worden
sei“, bevor er am13. Mai 2013dieEntschei-
dungseiner Staatssekretäregebilligt habe,
aus demProjekt auszusteigen.
Ein Dokument aus dem Januar 2013
legt jedoch einen anderen Hergang nahe.
In der Vorlage an den zuständigen Abtei-
lungsleiter Detlef Selhausen schildert ein
Beamter, dass das Bundesamt für Ausrüs-
tung, Informationstechnik und Nutzung
der Bundeswehr (BAAINBw) empfehle, die
Bewertung eines alternativen Zulassungs-
wegsfür dieDrohne„mit demZiel einesab-
schließenden Ergebnisses bis I. Quartal
2014 fortzuführen“. Die Entscheidung
über einen möglichen Ausstieg sollte also
weiter in die Zukunft verschoben werden.
DiesbrachteSelhausen, Leiter der Abtei-
lung Ausrüstung, Informationstechnik
und Nutzung, offenbar in Rage. Am16. Ja-
nuar vermerkte er auf der Vorlage: „Jetzt
wird Terminverlängerung bis I. Quartal
2014gefordert! Dann–in2014–wirdgebe-
ten, bis Mitte 2015 zu verlängern! Dies
Spiel kennen wir.“ Es folgt der Satz: „Der
Minister erwartet bekanntermaßen zum
31. März 2013 (Eingang bei ihm) eine Ent-
scheidungsvorlage mit klarer Aussage zur
Zulassungsfähigkeit.“ Das Wort „erwar-
tet“ist unterstrichen. Das BAAINBw, soSel-
hausen, habe „bis 15. Februar 2013 diesen
Weg verbindlich aufzuzeigen“.
Dies widerspricht dem bisher vom Mi-
nister erweckten Eindruck, er habe mit
dem Ausstieg nur eine Entscheidung sei-
ner Staatssekretäre gebilligt. Stattdessen
sieht esaus, als habeer einedeutlichaktive-
re Rolle gespielt – schließlich legt Selhau-
sennahe, dassdeMaizièredieVorlagegera-
dezu angefordert haben muss.
Das Ministerium wollte auf SZ-Anfrage
mit Verweis auf die bevorstehenden Zeu-
genbefragungen keine Stellung nehmen.
In Kreisen des Ministeriums wurde aller-
dings eine für den Minister entlastende
Deutungdes Dokumentspräsentiert: Dem-
nach sei es imHaus ein durchaus gängiges
Mittel, auf eine vermeintliche Anordnung
des Ministers zu verweisen, um intern
Druckaufzubauen–auchwennder Minis-
ter selbst sich nie in diesemSinn geäußert
habe. In den Kreisen wurde bezweifelt,
dass Selhausen sich auf ein echtes Verlan-
gen des Ministers gestützt haben könnte.
Allerdings musste de Maizière seit De-
zember 2012 klar sein, dass es bis zum
31. März 2013 eine Entscheidungsvorlage
geben sollte. Dieses Datumfand sich in ei-
ner Mappe zur Vorbereitung auf einen Un-
ternehmensbesuch, deren Erhalt er am10.
Dezember 2012 quittiert hatte. In diesem
Dokument wirddas Ausmaßder Probleme
detailliert geschildert. Die SZ hat darüber
bereits berichtet. In der Gesprächsvorlage
heißt es unter anderem, „aufgrundder Zu-
lassungsproblematik und weiterer Unsi-
cherheiten“ sei „derzeit keine Grundlage
gegeben, um eine Entscheidung für eine
Serienbeschaffung zu befürworten oder
gar zu treffen“. CHRISTOPH HICKMANN
Patt der politischen Lager
Die FDP schafft es erstmals seit fast einem Jahr wieder über die Fünf-Prozent-Hürde
Menschen,
die nichts zählen
Tausende Straftäter sind in der Psychiatrie untergebracht
– und dort rechtloser als Häftlinge in Gefängnissen
Die Regeln für die Einweisung
in eine psychiatrische Klinik
sollen nun verbessert werden
Sogar der Einkauf von Tabak
und Süßigkeiten wird
den Eingesperrten oft verwehrt
PKK-Funktionäre verurteilt
Ermittlungen gegen Haseloff
Schleusen-Streik endet
„Der Minister erwartet . . .“
Eine Akte legt nahe, dass de Maizière früh das Ausmaß des Drohnen-Fiaskos kannte
POLITIK DEFGH Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 HF2 5
Dunkelkammern des Rechts: 6750 Menschen lebten 2012 allein in den alten Bundesländer im Maßregelvollzug – wie etwa
hier in einer Klinik für psychisch kranke Straftäter in Dortmund. FOTO: BERND THISSEN/DPA
In der Affäre um den „Euro-Hawk“ steht
Verteidigungsminister Thomas de Maiziè-
re weiter unter Druck. FOTO: GETTY
CDU/CSU
43%(+1)
FDP
4%(±0)
Sonstige
5%(+1)
Linke
6%(±0)
AFD
3%(±0)
Grüne
13%(±0)
SPD
26%(-2)
(in Klammern: Veränderung imVergleich
zu Ende Juni in Prozentpunkten)
SZ-Grafik; Quelle: Forschungsgruppe Wahlen
Wenn amnächsten Sonntag
Bundestagswahl wäre...
INLAND
Bernd Becker und Katrin Koziol
entwickeln unsere Rezepturen.
Warum sie an den Frikadellen fast
gescheitert wären – einfach den
QR-Code scannen.
Dr. Boris Preuss und Nicole Riechelmann
überwachen die Produktqualität.
Warum bei unseren Kontrollen Vetternwirt-
schaft ausgeschlossen ist – einfach den
QR-Code scannen.
www.ruegenwalder.de
„Moin, wir sind die Rügenwalder.“
Die Rügenwalder Mühle zeigt Gesicht – jetzt auf jeder Packung,
in QR-Videos und TV-Spots, auf Facebook und
www.ruegenwalder.de
Falls Ihr Smartphone die
QR-Codes nicht lesen kann,
einfach die folgende
Internetadresse eingeben:
www.ruegenwalder.de
INTERVIEW: ULRIKE HEIDENREICH
SZ: Die Debatte um die richtige Kinder-
betreuungwurdemit sehrhartenBanda-
gengeführt. Frauenwerdenals Glucken
oder als Rabenmütter geschmäht.
JuttaAllmendinger: Rabensindsehr intel-
ligente und soziale Tiere. Wir können stolz
sein, wenn Mütter und Väter Raben sind.
Im Ernst: Die Kinder von den geschmäh-
ten Rabenmüttern sind keine emotional
oder sozial vernachlässigten Kinder. Es
geht ihnen gut. Und oft besser als den Kin-
dern von Glucken. Frauen dürfen sich da
nicht verunsichern lassen.
Ministerin Kristina Schröder erklärt die
Debatte nun für beendet und feiert ihre
Familienpolitik: Elternkönnten von Au-
gust an frei wählen, wie sie ihr Kind be-
treuen lassen. Hat sie recht?
Das sehe ich anders. Früher verstand man
unter Wahlfreiheit, dass Frauen neben der
Erziehung der Kinder und der Hausarbeit
aucherwerbstätigseinkönnen. Heutegeht
esdarum, dass sienebender Erwerbstätig-
keit auch Zeit für Kinder und Familie ha-
ben. Die Erwerbsarbeit wird als gegeben
gesetzt. Deutlich wird das an der Reform
desUnterhaltsrechts oder bei Hartz IV. Die-
se Änderungen sind machtvoll, da die Zahl
der Scheidungenzugenommenhat undim-
mer mehr Frauen allein erziehen.
Wiehat sichdieDiskussionüberdierich-
tige Betreuung auf die Gesellschaft aus-
gewirkt?
Es hat dieMenschenverunsichert. Einegu-
te, kindergerechte Erziehung in Kitas un-
terstützt die Entwicklung der Kinder, er-
möglicht die Erwerbstätigkeit der Eltern
undschützt damit auchvor Armut. DasBe-
treuungsgeld gibt Anreize, die Kinder da-
heimzubetreuenunddieErwerbstätigkeit
lange zuunterbrechen. Es gefährdet damit
insbesondere die eigenständige Absiche-
rungvonFrauen. DiePolitikunterstützt da-
mit zwei gegensätzliche Richtungen. Zu-
dem wird der Schnitt zwischen bezahlter
undunbezahlter Zeit immer unklarer. Kin-
dererziehungist bis zum1. August eine un-
bezahlte Tätigkeit. Danach erhält man ein
Betreuungsgeld. Erziehungwirddamit der
Erwerbsarbeit gleichgestellt – auf einem
ganz, ganz niedrigen Niveau.
Mit demElterngeldwirddochbereits ei-
ne Auszeit für die Kinder unterstützt.
Das ist richtig. Das Elterngeld bezieht ein
Elternteil allerdings für maximal ein Jahr.
Und es ist deutlich höher als das Betreu-
ungsgeld. Je nach bisherigemEinkommen
reicht es von 300 bis 1800 Euro im Monat.
Das Betreuungsgeldliegt bei 100Euro, das
sind etwas mehr als drei Euro amTag.
Das Betreuungsgeld ist ja eher als sym-
bolische Anerkennung gedacht.
Eine fatale und zynische Symbolik. Wenn
mandasBetreuungsgeldsodeutet, zeigt es
doch nur, dass die Betreuung von Kindern
nicht anerkannt wird und nichts wert ist.
Was erstaunt: In der gesamten Debatte
spielt dasWohl desKindes sogut wiekei-
ne Rolle.
Das sehe ich auch so. Familienpolitik ist
ein großes und zentrales Politikfeld. Es
geht um das Wohl von Kindern, um deren
Bildung, umdie Arbeitsmarktchancen der
Eltern, um eine präventive Sozialpolitik.
Gerade deshalb sind qualitativ gute Kitas
so notwendig.
Und nun geschieht das Gegenteil: Um
denRechtsanspruchauf einenPlatzmög-
lichzumachen, wurdenjedeMengeVor-
schriften für den Bau der Kitas gelo-
ckert. Welchen Sinn ergibt das?
Der Rechtsanspruch ist ein wichtiger
Schritt, und es ist gut, dass mehr Krippen
gebaut worden sind. Nicht nachvollzieh-
bar sinddieLockerungvonQualitätsanfor-
derungen sowie die nach wie vor niedrige
Bezahlung und oft fehlende soziale Aner-
kennung der Erzieherinnen und Erzieher.
Wir brauchen eine bessere Bezahlung von
Erziehung und deutschlandweit einheitli-
che Qualitätsstandards für Kindertages-
stätten.
Mehr Geldundbessere Qualität sindim-
mergut. Aberwarumist dashiersowich-
tig?
Wir wissen, wie entscheidend die ersten
Jahre sind: für die kognitiven, sozialen,
emotionalen Kompetenzen eines Kindes,
für das Selbstwertgefühl und die Achtung
anderer. Die frühe Förderung fällt mehr
ins Gewicht als eine gute Schule, als eine
gute Ausbildung–inder frühenErziehung
werden die Grundlagen für das ganze Le-
bengelegt. Wir müssenja auchsehen, dass
die meisten Kinder heute nur noch wenige
Geschwister habenundihreElternmeist äl-
ter als früher sind.
Der deutsche Staat gibt pro Jahr etwa
200MilliardenEurofürFamilienaus. Ein
RekordimVergleichzudeneuropäischen
Nachbarländern. TrotzdemsagenSie, die
Politikfunktioniert nicht. Warum?
Für eine gute Familienpolitik ist entschei-
dend, dass die Anreize in die gleiche Rich-
tunggehen. Das ist hier nicht so. Wir haben
keinegeschlosseneKinder-, Bildungs-, Fa-
milien-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.
Es fehlt eine Systematik, wie es sie in den
meisten anderen Länder gibt; dass ein An-
reiz auf demanderenaufbaut. In Deutsch-
land ist es eher wie bei Buridans Esel. Der
steht zwischen zwei gleich großen und
gleich weit entfernten Heuhaufen. Er ver-
hungert, weil er sich nicht entscheiden
kann, von welchemer fressen soll.
Esgibt hierzulandemit demBetreuungs-
geldbald157familienpolitischeLeistun-
gen. Also 157 Heuhaufen?
Ganz so schlimmist es nicht. Wir habenei-
nen Heuhaufen für Maßnahmen, die Müt-
ter zuHauseundspäter inknapper Teilzeit
halten. Und wir haben einen Heuhaufen,
der Mütter relativ früh zurück in die Er-
werbstätigkeit bringt und eine niedrige
Vollzeiterwerbstätigkeit erlaubt. Jeder
Heuhaufen bietet Anreize. Aber bei jedem
müsste ich als junge Frau in eine andere
Richtung gehen. Es ist schon absurd: Wie
kann die Politik das Betreuungsgeld ein-
führen, wennes Kitas fördert? Gleichzeitig
werden Betriebe ermuntert, mehr für die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu
tun.
Ein großer Haufen wäre besser?
Eingroßer Heuhaufenist wichtiger als vie-
le kleine. Wenndie Politikdie eigenständi-
geSicherungvonFrauenundMännernfor-
dert, so muss sie in die gute Infrastruktur
für Kinder investieren. In gute vorschuli-
sche Einrichtungen und in gute Schulen,
die bis in den Nachmittag reichen. Die
Schule stresst zunehmend ElternundKin-
der und verdirbt oft die freie Familienzeit.
TatsächlichbedeutenKindundKarriere
in Deutschland bis heute meist: Kind
oder Karriere. Sie selber haben einen
Sohn. Wie haben Sie beides zusammen-
gebracht?
Ichhabe inHarvardstudiert undhatte vie-
le Professorinnen, die ihre Säuglinge mit
an die Universität brachten. Überhaupt
war die Familie am Arbeitsplatz sehr prä-
sent. Bei uns dagegenist hauptsächlichdie
Arbeit in der Familie allgegenwärtig. Ich
hatte damals auchviele Kommilitonen, die
bereits Kinder hatten. Zwischen Bachelor
und Master hatten die Mütter eine Auszeit
genommen. In Deutschland ist das kaum
denkbar, hier musses Schlagauf Schlagge-
hen: Man macht den Bachelor, dann sofort
denMaster, später vielleicht ist eine Fami-
lie drin. Dabei ist ein Studiummit Kind ei-
gentlichoptimal undwirdheutedurchvie-
le Maßnahmen vonden Hochschulenauch
unterstützt.
Das, wasSiebeschreiben, klingt sehride-
alistisch. Jedenfalls ist es kaum denk-
bar, dass eine Mutter oder ein Vater das
Kind mit ins Amt oder an die Super-
marktkassenimmt. WelcheRelevanzha-
benIhre Erfahrungen dennfür das Gros
der Gesellschaft?
Fassen wir meine Erfahrungen in zwei
Stichworte: Entschleunigung und ein
gleichberechtigtes Miteinander der Le-
bensräume. Hieraus kannmanlernen: An-
gesichts der gestiegenen Lebenserwar-
tung sollten wir die Schulzeit nicht weiter
verkürzen, auf das Auslandsjahr nicht ver-
zichten, das soziale Jahr nicht streichen,
die Studienzeitennicht komprimierenund
nicht bisindiePuppenarbeiten. DieVerein-
barkeit von Familie und Beruf bekommen
wir nur dannhin, wennwir beides imBlick
haben und beides schützen.
Ihr Institut hat mehr als 300 Mitarbei-
ter. WiegehenSiedort mit der Fragevon
Kind und Karriere um?
Uns allen ist das Thema sehr wichtig. Wir
gehen Wege, die viele andere Unterneh-
men auch gehen: Wir sprechen bereits bei
denVorstellungsgesprächendieVereinbar-
keit von Familie und Beruf offen an, und
machen deutlich, dass Kinder willkom-
mensind. Das gilt auchfür Zeitender Pfle-
gevonElternundGroßelternoder ganzan-
deren Unterbrechungen, etwa für Weiter-
bildung. Man sollte über diese wichtigen
Themen nicht schweigen. Intransparenz
verunsichert junge Menschen.
Abseits Ihres Instituts: Wie kannberufs-
tätigen Müttern und Vätern am besten
geholfen werden?
Es ist imAllgemeinen hilfreich, wenn jun-
ge Mütter und Väter auch in der Elternzeit
in Kontakt zu ihren Arbeitgebern bleiben,
einmal imMonat mit ihrenKindernvorbei-
schauen, erfahren, wie sich die Dinge ent-
wickeln. Später hilft es, Eltern-Kind-Zim-
mer zu haben, damit sich die jungen Väter
undMütter mit ihrenKindernauchmal zu-
rückziehen können. Eine Notfallbetreu-
ung ist ebenfalls wichtig, etwa inFormvon
Belegplätzen in nahegelegenen Kinderta-
gesstätten. AuchBesprechungszeitenmüs-
sen familiengerecht gelegt werden. Wo
möglich, sollte man Arbeitszeiten flexibel
schneidenundkeinesfalls auf lange Anwe-
sendheit setzen. Diese sind oft allemal un-
produktiv.
Die Vereinbarkeit vonFamilie undBeruf
wird immer noch vor allem den Frauen
aufgebürdet. Um das zu ändern, schla-
genSievor, dieArbeitszeit inder Familie
umzuverteilen. Wie soll das funktionie-
ren?
Das Problem besteht darin, dass die kur-
zen Erwerbsarbeitszeiten von Frauen ein
ganzes Leben lang weitergeführt werden
müssen. Einmal Teilzeit, immer Teilzeit,
das zeigt die Forschung. Und wir sehen
auch, dassFrauenhäufiglängereundMän-
ner häufig kürzere Arbeitszeiten wün-
schen. Ein Ansatzpunkt besteht folglich
darin, dieArbeitszeit zwischenFrauenund
Männern umzuverteilen. Dies umfasst die
bezahlte Erwerbsarbeit wie die unbezahlte
Familienarbeit. Viele nachgelagerte Dis-
kussionen hätten wir dann weitgehend
vom Tisch: die ungleiche Bezahlung von
Männernund Frauen, die Altersarmut von
Frauen, Frühverrentung und Burn-out-
Symptome.
Warum sollten die Arbeitgeber da mit-
machen?
Mit einer neuen Normalarbeitszeit von 32
bis 34 Stunden würde das Arbeitsvolumen
insgesamt nicht zurückgehen, es würde
nur umverteilt. Die Wirtschaft würde die
Qualifikationen und die Innovationskraft
der Frauen stärker nutzen. Auch die Pro-
duktivität vonMännernwürde zunehmen.
Sie sagen ja jetzt schon: Wir wollen arbei-
ten, wir wollen Karriere machen, aber
nicht mehr zu den Bedingungen unserer
Väter.
DaswürdevermutlichauchvielenBezie-
hungen helfen.
Bevor das Kind da ist, wird oft noch viel
von Gleichberechtigung gesprochen. Ist es
dann da, ist das oft vorbei. Auch das Risiko
der Altersarmut von Frauen würde gerin-
ger. Dennmit Teilzeit kannmanjakeinaus-
reichendes Renteneinkommen erreichen.
Inden Familien würde es friedlicher zuge-
hen.
Eine wunderbare Welt, die Sie da zeich-
nen. Warumwird sie nicht Realität?
Wir lassen uns zu viel Zeit. Die Betriebe
müssen Führung in Teilzeit ermöglichen,
mehr Teamarbeit zulassen. Wir brauchen
Lebenszeitkonten, da ich die 32- bis 34-
Stunden-Woche ja auf einen ganzen Le-
bensverlauf ausgelegt habe, mit Zeitenoh-
ne oder einer geringen Erwerbsarbeit und
Phasen mit eine hohen Erwerbsarbeits-
zeit. Undwir müssenunsvonall demverab-
schieden, was heute als Schablone eines
Normallebensverlaufs gilt: 45JahreinVoll-
zeit, ohne Unterbrechung.
„Eine gute, kindgerechte
Erziehung in Kitas unterstützt
die Entwicklung der Kinder.“
„Die Schule
stresst zunehmend
Eltern und Kinder.“
„Die frühe Förderung fällt
mehr ins Gewicht
als eine gute Schule.“
„Eine fatale,
zynische Symbolik“
Die Soziologin Jutta Allmendinger über die Nachteile des Betreuungsgelds,
Rabenmütter und sinnvolle Instrumente der Familienpolitik
Platz da! Der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz
POLITIK 6 HF2 Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160 DEFGH
F
O
T
O
:
A
L
E
S
S
A
N
D
R
A
S
C
H
E
L
L
N
E
G
G
E
R
Geschafft? Rein rechnerisch gibt es nun ausreichend Kindertagesstätten
in Deutschland. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU)
hat die Zahl von 813 000 Plätzen in dieser Woche verkündet –
als frohe Botschaft verpackt. Doch die oft emotionale Debatte
um den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz und das Betreuungsgeld
hat ganz andere geschafft: Väter und Mütter. Ihre Lebens- und
Arbeitsbedingungen ändern sich stetig, die Familienpolitik gibt kaum
Orientierung. Zurück bleiben Zweifel, welches Familienmodell
das richtige ist. Die Berliner Soziologin Jutta Allmendinger sagt,
die Gesellschaft sei verunsichert. Und in den großen Städten im
Westen Deutschlands bereiten sich Eltern auf den Gang zum Gericht vor.
Geschafft? Ein Ausblick
Jutta Allmendinger, 56, gilt als eine der führenden Soziologinnen
Deutschlands. Seit 2007 ist sie Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin
für Sozialforschung. Zudem ist sie Professorin für Bildungssoziologie und
Arbeitsmarktforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie für
Soziologie an der Freien Universität Berlin. FOTO: ANDREAS PEIN/LAIF
Vom 1. August an haben Eltern einen
Rechtsanspruch auf eine Betreuung ihrer
ein- undzweijährigenKinder. Dies kannin
einer Kindertagesstätte oder bei einer öf-
fentlich geförderten Tagesmutter gesche-
hen. Ebenfalls am 1. August wird das Be-
treuungsgeld eingeführt. Eltern, die kei-
nen Krippenplatz in Anspruch nehmen,
sondern das Kind zu Hause selbst hüten
oder dort betreuenlassen, erhaltenmonat-
lich zunächst 100 Euro.
Wie kann man den Rechtsanspruch
auf einen Platz durchsetzen?
Alle Eltern von Kindern in Deutschland,
die das erste Lebensjahr vollendet haben,
könnenkünftigeinenPlatzbei einer Tages-
mutter oder ineiner Kindertagesstätte(Ki-
ta) einfordern. Bislang galt der Rechtsan-
spruch nur für Kinder abdrei Jahren. Min-
destens drei Monate, bevor das Kind in die
Kitagehensoll, müssensichdieElterndort
umeinen Platz beworben haben.
Wer nach einer angemessenen Warte-
zeit (daskönnenzwei, drei Monatesein) kei-
nen Platz zugeteilt bekommt, kann gegen
die Kommune, in der er wohnt, vor dem
Verwaltungsgericht vorgehen. Gegen den
Ablehnungsbescheidauf ihrenAntragsoll-
tenElternzunächst Widersprucheinlegen.
Adressat ist dieStelle, diedenBescheidaus-
gestellt hat. Anders verhält es sich in Bay-
ern, Niedersachsen und Baden-Württem-
berg – hier gilt die Widerspruchsregelung
nicht und die Elternmüssen sofort rechtli-
che Mittel gegen die Kommune einlegen.
Weil eine Klage viel zulange dauernwürde
(und die Kinder bis dahin vielleicht schon
in die Schule gehen), empfiehlt der Deut-
scheAnwaltsverein, beimzuständigenVer-
waltungsgericht einenAntragauf einstwei-
ligen Rechtsschutz zu stellen. Mit diesem
Antrag geht es schneller, Juristen rechnen
mit etwavier bis sechs Wochenbis zur Ent-
scheidung. In ihremAntrag müssen Eltern
begründen, warumsie einenAnspruchha-
ben: Etwa, weil sie berufstätig sind oder
weil sie keinenPlatz bei einer Tagesmutter
bekommen haben. Einen Anwalt muss
mansichnicht nehmen, mankannauchal-
leine den Rechtsweg beschreiten. Wichtig
ist es, die Bemühungen um einen Platz
nachweisen zu können. Es ist also ratsam,
sämtliche Unterlagen und den Briefver-
kehr aufzubewahren.
Die Kommune ist dann in der Bring-
schuldundmuss einenPlatz suchen. Maxi-
mal 30 Minuten Geh- oder Fahrzeit von
der Kita zur Wohnung sind zumutbar. Der
Rechtsanspruch bezieht sich auf mindes-
tens vier StundenBetreuung der Kleinkin-
der an fünf Tagen pro Woche. Wollen und
können Eltern das juristische Prozedere
nicht abwarten und finden einen teureren
Platz in einem Privatkindergarten, muss
dieStadt dieMehrkostenübernehmen. Ein
Rechtsgutachten des Deutschen Städte-
tags deutet an, dass auch Ansprüche gel-
tend gemacht werden können, wenn die
Großeltern gegen Bezahlung aushelfen.
Maximal 20EuroproStundedürfensieab-
rechnen, einArbeitsvertragwäreindiesem
Fall nötig. Er ist jener Stellevorzulegen, die
den Ablehnungsbescheid ausgestellt hat.
Was passiert, wenn die Kommune kei-
nen Platz in der Wunsch-Kindertagesstät-
te findet unddenElterneine unzumutbare
Alternativeanbietet? EtwaeineKinderkrip-
pe amanderen Ende der Stadt? Einen Kin-
dergarten, in dem Personalmangel
herrscht und sich eine Erzieherin alleine
um 17 Kinder kümmern muss? Eine Krip-
pe, in die die Eltern ihr Kind nicht mit gu-
temGewissengebenkönnen? RolandRich-
ter, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft
Sozialrecht im Deutschen Anwaltverein,
sagt, dass die Eltern begründen müssten,
warumdas Angebot nicht angemessensei:
„Zum Beispiel, weil es keinen funktionie-
renden Nahverkehr gibt und die Eltern ihr
Auto benötigen, umzur Arbeit zu fahren.“
WennEltern finden, dass das Verhältnis
Betreuer undKinderzahl inder ihnenange-
botenen Kita nicht stimmt, hätten sie gute
Karten, soRichter, wennsieauf dieSituati-
on in ihrer Wunsch-Kinderkrippe verwei-
sen. Ambestenist es, andereElternzukon-
taktieren, die dort ihre Kleinen umsorgen
lassen. Wenn dadurch nachweisbar ist,
dass sich hier ein Erzieher bisher nur um
sieben oder acht Kinder kümmerte, reicht
das als Belegaus. Väter undMütter können
danneinenanderenPlatz verlangen. Kom-
pliziert wirdes, wennElternzuHause blei-
ben, weil das Kindsonst nicht betreut wür-
de. Um einen Verdienstausfall geltend zu
machen, müssten sie vor ein Zivilgericht
ziehen. Das ist aufwendig. „Denn hier geht
es nicht mehr um einen Rechtsanspruch
desKindes, sondernumdender Eltern“, er-
klärt Richter. Die tröstliche Prognose:
Meist genüge die Drohung zu klagen, um
doch noch einen Platz zu erhalten.
Auch Städtetags-Hauptgeschäftsführer
Stephan Articus rechnet trotz fehlender
Plätze nicht mit einer großen Klagewelle:
„In Einzelfällen werden die Jugendämter
versuchen, sich mit den Eltern zu verstän-
digenundandereAngebote zumachen, et-
wa für ganz kleine Kinder die früher sehr
beliebten Krabbelgruppen.“
Wer kann das Betreuungsgeld
wie beantragen?
Gezahlt wird das Betreuungsgeld für Kin-
der vom15. Lebensmonat an–wenndasEl-
terngeld endet – maximal 22 Monate lang.
Voraussetzungist, dass dieElternkeine öf-
fentlich geförderte Kinderbetreuung (Kita
oder Tagespflege) inAnspruchnehmen. Es
beträgt zunächst monatlich 100 Euro für
Einjährige, vom 1. August 2014 an werden
es150Euromonatlichfür Ein-undZweijäh-
rige sein. Betreuungsgeldkannfür Kinder,
dieabdem1. August 2012geborenwurden,
beantragt werden. Es kann rückwirkend
nur für drei Lebensmonate vor Beginn des
Monats gezahlt werden, in demder Antrag
eingegangen ist.
Keinen Anspruch haben Eltern, die vor
Geburt des Kindes ein Einkommen von
mehr als 500 000 Euro erzielt haben. Das
Betreuungsgeld wird beim Arbeitslosen-
geld II (Hartz IV), bei der Sozialhilfe und
beimKinderzuschlagalsEinkommenange-
rechnet. Eltern können die Leistung auch
zum Bildungssparen oder zur privaten Al-
tersvorsorge nutzen, Voraussetzung ist ein
Vertrag mit einer Bank oder Versicherung.
Die 100 Euro sind nicht zweckgebunden,
Elternkönnendas Geldverwenden, wie sie
möchten – für Windeln, für Kleidung, für
die Bezahlung eines Au-Pairs, der Kinder-
frau, der Großeltern. Auch die von Kriti-
kernder „Herdprämie“befürchteteInvesti-
tionsvariante, Familien mit problemati-
schemUmfeldkönntendas Geldumsetzen
in Flachbildschirme oder Heckspoiler, ist
theoretisch möglich.
Beantragt werden kann die Leistung bei
den Elterngeldkassen der Kommunen, die
Adressen finden sich im Internet:
www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/themen-
lotse,did=88966. Einen besonderen Ser-
vicegibt esinBayern: AllenFamilien, dieEl-
terngeldbeziehen, wirddas Antragsformu-
lar automatisch zugesandt, sogar schon
ausgefüllt. ULRIKE HEIDENREICH
Es war ein Freitag im Februar, da kamen
ausdemBundespräsidialamt einpaar dür-
re Zeilen. „Im Ergebnis waren die verfas-
sungsrechtlichenBedenkennicht sodurch-
greifend, dass sie einer Ausfertigung im
Wege gestanden hätten“, hieß es da. Um-
gangssprachlich gesagt: Joachim Gauck
hatte das Betreuungsgeld abgesegnet.
Die Bedenken, die er dabei formulieren
ließ, sie waren ein diplomatischer Hinweis
darauf, mit welcher Rücksichtslosigkeit
Horst Seehofer seinen Willen durch den
politischen Betrieb getrieben hatte. Zum
1. August, nur wenigeWochenvor der Land-
tagswahl in Bayern, wird das Betreuungs-
geld ausgezahlt.
Damit es dazu kommen konnte, hatte
die CSU den einstigen Koalitionspartner
imBund, dieSozialdemokraten, ausmanö-
vriert, zwei Familienministerinnen der
Schwesterpartei CDUvorgeführt, eineBun-
deskanzlerin düpiert und die amtierende
schwarz-gelbe Koalition an den Rand des
Bruchs getrieben. Sechs Jahre lang währte
dieDebatteumdasBetreuungsgeld, dieim-
mer wieder mit großer Härte aufflammte.
„Herdprämie“, „Schnapsgeld“und„Gebär-
maschinen“ warennur einige der dabei er-
fundenen Begriffe. Die Geschichte des Be-
treuungsgelds ist ein Beispiel dafür, wie
sich Unvernunft in einem eigentlich ver-
nünftigen politischen Systemdurchsetzen
lässt. Um das Wohl des Kindes ging es da-
bei amwenigsten, mehr umIdeologie und
irgendwannnur nochumMacht undPres-
tige. So wurde das Betreuungsgeld zu ei-
nem finanzpolitischen, pädagogischen
und gesellschaftspolitischen Popanz. Ein
Symbol, an demsich Politiker aller Partei-
enabarbeiteten. AmEndewirddas Betreu-
ungsgeld eine von dann 157 Leistungen
sein, drei Milliarden Euro im Jahr zusätz-
lich zu den mehr als 200 Milliarden für die
gesamte Familienpolitik.
Doch es war nicht nur brachiale Macht-
politik der CSU. Ohne die Unachtsamkeit
der Sozial- undder Christdemokratenhät-
te aus einer eher zufällig geborenen Idee
nicht Politikwerdenkönnen. „Mandachte,
die CSU wird das Betreuungsgeld schon
vergessen“, rekapitulierteihr früherer Vor-
sitzender Erwin Huber. „Aber da hat man
die Partei falsch eingeschätzt.“
Getriebenvonder Angst umdieStamm-
wähler der CSU, war es noch Edmund
Stoiber, der imMai 2007, beimTreffender
Koalition aus Union und SPD, das Betreu-
ungsgeld erstmals zu Papier bringen ließ.
„Ab2013soll für diejenigenEltern, die ihre
Kinder zuHausebetreuenlassenoder kön-
nen, eine monatliche Zahlung (zum Bei-
spiel Betreuungsgeld) eingeführt werden“,
standimProtokoll. Nochwar dieFormulie-
rungvage, dochStückfür Stück, Monat für
Monat, Jahr für Jahr wurde aus dem klei-
nen Wörtchen „soll“ ein kategorisches
„muss“.
Das Betreuungsgeld überstand den be-
herzten Widerstand der Familienministe-
rinUrsulavonder Leyen, esüberstandDro-
hungen der FDP, die Regierung platzen zu
lassen, und imvergangenen Sommer auch
den Aufstand der Frauen in der CDU. Im-
mer wennmanglaubte, dieIdeesei nunbe-
graben, erstandsie kurz darauf wieder auf.
Dass sie letztlich nicht starb, lag an einer
für Angela Merkel ungewöhnlichenStand-
festigkeit. Zwar wurdesievonSeehofer im-
mer wieder vor den Kopf gestoßen. Aber
sie hielt leidenschaftslos an dem Verspre-
chen fest, das sie der CSU gegeben hatte.
Für Angela Merkel war das Betreuungs-
geld „eine Art Gegenleistung“ für die Zu-
stimmung der CSU zum Elterngeld. Am
5. November 2012, nachmehrerenverscho-
benenAbstimmungenundzahlreichenKri-
sengesprächen, traten um zwei Uhr in der
FrühdieGeneralsekretäreder Regierungs-
parteien vor die Kameras. Wieder einmal
verkündeten sie den Durchbruch: das Be-
treuungsgeld, es wird kommen. Sie sahen
dabei sehr müde aus. JAN HEIDTMANN
und das Betreuungsgeld kommen
Sechs Jahre währte die Debatte.
Es entstand ein pädagogischer
und gesellschaftlicher Popanz
So kommen Eltern zu ihrem Recht
Im Notfall lässt sich sogar die Bezahlung der Großeltern abrechnen: Wie man einen Platz in der Kindertagesstätte einklagt und wo es Betreuungsgeld gibt
Die gespaltene Republik
Mehr als 800 000 Krippenplätze
wurden neu geschaffen – genügt das?
Eine Übersicht
SZ-Grafik: Hanna Eiden; Illustration: Ilona Burgarth;
Recherche: Julian Rabe, Benedikt Warmbrunn;
Quellen: Statistisches Bundesamt, Länder, Städte

1
2012;

2
In Rheinland-Pfalz besteht seit
2010 ein Rechtsanspruch auf einen
Betreuungsplatz für Zweijährige.
Daher keine Bedarfserhebung;

3
2009;

4
Schätzung;

5
0- bis 3-Jährige
BETREUUNG IN DEN
BUNDESLÄNDERN 2013
Zahl der unter Dreijährigen
in Betreuung im Verhältnis
zu den Geburtsjahrgängen
2010 und 2011
70%und mehr
55 bis 69%
40 bis 54%
39%und weniger
BETREUUNG IN
DEN STÄDTEN 2013
Betreuungsbedarf
Anteil der Kinder
(1 bis 3 Jahre),
die einen Platz
brauchen
Betreuungsquote
Anteil der Kinder
(1 bis 3 Jahre),
für die ein Platz
vorhanden ist
München
5
4
,0
%
6
0
,
0
%
1
Stuttgart
43,0%
6
0
,
0
%
Erfurt
7
1
,
5
%
6
7
,
4
%
Dresden
7
8
,4
%
8
6
,0%
1
Rostock
7
5
,2
%
6
7
,
4
%
5
Kiel
5
3
,6
%
6
0
,
0
%
6
3
,
0
%
6
3
,
0
%
HAMBURG
6
8
,
0
%
6
8
,
0
%
BREMEN
Hannover
5
3
,6
% 5
5
,2
%
Köln
34,0
%
40,0%
3
Frankfurt
5
38,0%
5
0
,0%
Magdeburg
5
5
,1
%
5
1
,0%
Saar-
brücken
2
6
,
3
%
37,0
%
4
6
6
,
0
%
6
6
,
0
%
BERLI N
Mainz
2
9
7
,4
%
1
Potsdam
5
9
,
0
%
5
9
,
0
% NORDRHEI N-
WESTFALEN
30%
63%
63%
66%
SCHLESWIG-
HOLSTEI N
39%
MECKLENBURG-
VORPOMMERN
81%
BRANDENBURG
81%
SACHSEN
70%
SACHSEN-
ANHALT
87%
NIEDERSACHSEN
37%
BADEN-
WÜRTTEMBERG
38%
BAYERN
38%
THÜRI NGEN
77%
SAARLAND
37%
RHEI NLAND-
PFALZ
43%
HESSEN
39% Dresden
7
8
,4
%
8
6
,0%%%
111
6
6
,
0
%
6
6
,
0
%
BERLI N
Pot Potsdam Pots
5
9
,
0
%
5
9
,
0
%%%
66% 666
MECKLENBURG-
VORPOMMERN
81%
BRANDENBURG
1% 81%
ACHSEN
70%
%
POLITIK DEFGH Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 HF2 7
Vom Wollen, Sollen
und Müssen
Wie die CSU das Betreuungsgeld
durch den Politikbetrieb brachte
Ein Rechtsanspruch, sechzehn Wirklichkeiten: Die Betreuungs-
und Bedarfsquoten in den Bundesländern sind ganz unterschied-
lich. Der Osten hat dabei, wenig überraschend, die Nase vorn. In
Sachsen-Anhalt sind für 87 Prozent der Ein- bis Dreijährigen
Plätze vorhanden. Der Geburtenrückgang führt bei einigen Kom-
munen in den neuen Bundesländern sogar zur Überversorgung.
Saarbrücken kann dagegen bislang nur einemViertel seiner jüngs-
ten Einwohner eine Betreuung anbieten. In Mainz aber herrscht
fast Vollversorgung, da Rheinland-Pfalz schon 2010 einen Rechts-
anspruch auf Betreuung für Zweijährige geschaffen hat. Andern-
orts legt man sich ebenso ins Zeug: Hamburg erwartet, dass es den
Rechtsanspruch vollständig erfüllen kann. Einen Erziehermangel
gebe es hier nicht, der Senat habe durch Ausbildungsprogramme
vorgesorgt. Auch in Berlin soll von August an der Bedarf erfüllt
sein. Im Roten Rathaus rechnet man in den folgenden Jahren mit
steigendem Bedarf und will das Angebot weiter ausbauen. Ein be-
sonderes Phänomen ist in Frankfurt am Main zu beobachten:
Hier werden besonders viele unter Einjährige betreut. Denn in der
Finanzmetropole ist ein hoher Anteil der Frauen berufstätig, auch
in Vollzeit. Durch das Betreuungsangebot fördere man erfolgreich
den Zuzug von Familien, sagt die Stadtverwaltung. Auch Bremen
ist offenbar gut versorgt: Hier haben manche Eltern den zugewie-
senen Platz sogar abgelehnt, um sich auf die Warteliste einer Kita
mit deutsch-chinesischem Schwerpunkt zu setzen. JULIAN RABE
SZ-Grafik: Hanna Eiden;
Recherche: Julian Rabe, DIZ;
Quellen: Amnesty International, DPIC,
Statistisches Bundesamt (USA)
*seit Februar 2013 nur
noch mit der Giftspritze
Der Staat als Henker
In China wurde ein Minister zumTode auf Bewährung verurteilt,
in Arizona droht der gebürtigen Berlinerin Debra Milke die Todesstrafe
Bereits erschienene Grafiken unter:
www.sz.de/grafikderwoche

ZumBeispiel USA
Zahlen seit 1976
Todesstrafe;
wird nicht mehr verhängt
Todesstrafe
Todesstrafe nur in Ausnahme-
fällen (z. B. Militärgesetz)
Todesstrafe kann nur
von US-Regierung
und Militär verhängt
werden Keine Todesstrafe
Wo Menschen hingerichtet werden
1980 1985 1990 1995 2000 2005 2010
0
100
200
300
Todesurteile
Vollstreckungen
Urteil und Vollstreckung in den USAseit 1977
86,7%
11,9%
0,8%
0,2%
0,2%
Giftspritze
Elektrischer Stuhl
Gaskammer
Strick
Erschießen
Hinrichtungsarten*
56%
35%
7%
2%
63%
13%
17%
7%
Weiß
Schwarz
Latino
Andere
Hingerichtete seit 1976 und
Bevölkerungsanteil (2012) nach Ethnien
BlumengesteckeundGrußkarten, paradieren-
de Soldaten und wartende Fernsehteams:
Das Krankenhaus in der südafrikanischen
Hauptstadt Pretoria gleicht schon seit Wo-
chen einer fürsorglich belagerten Festung.
Drinnenliegt der Nationalheld, Friedensnobel-
preisträger und Ex-Präsident Nelson Mandela
– 94 Jahre alt und schwer lungenkrank. Zu sei-
nem Gesundheitszustand erklärt die Regie-
rung immer wieder, dieser sei „kritisch, aber
stabil“. Skeptiker werten diese Worte als Be-
stätigung jener Berichte, dass Nelson Mande-
las Leben inzwischen an Maschinen hänge
und es dem Familienrat obliege zu entschei-
den, wie lang diese noch eingeschaltet blei-
ben.
Keine einfache Frage für jene Großfamilie,
dieimUmgangmit demmateriellenundideel-
len Erbe des Friedensnobelpreisträgers aufs
Blut zerstritten ist. Kürzlich etwa hat Mande-
las Enkel Mandla ein Gerichtsverfahren gegen
16 seiner erzürnten Angehörigen verloren:
Vor zwei Jahren hatte er die sterblichen Über-
restedreier Kinder Mandelas heimlichvomFa-
milienfriedhof imDorf Qunu nach Mvezo um-
betten lassen. Er wollte so die Voraussetzun-
gen schaffen, dass auch Nelson Mandela
selbst dort bestattet und Mvezo zu einer Art
Wallfahrtsort touristisch aufgewertet würde.
Nun musste er die Knochen zurück nach Qunu
bringen, während viele Südafrikaner den Fa-
milien-Zank immer angewiderter verfolgen
und ihrem Nationalhelden nichts sehnlicher
wünschen als einen Abgang in Frieden und
Würde.
Nicht nur Mandelas Verwandtschaft, auch
die politische Führung des Landes bangt aus
ganz persönlichem Antrieb um Mandelas Ge-
sundheit: Präsident JacobZuma, vonKorrupti-
onsvorwürfen schwer belastet, befindet sich
längst im Wahlkampf-Modus. Bei den für
April 2014 geplanten Wahlen wird für Mande-
las politische Nachlassverwalter im African
National Congress (ANC) ein glatter Sieg im-
mer weniger selbstverständlich. Gerade etwa
hat der Zuma-Rivale, Populist und ehemalige
Anführer der ANC-Jugendliga, Julius Malema,
eine eigene Partei gegründet, die auf den
wachsendenVolkszornangesichts grassieren-
der Armut und Arbeitslosigkeit baut – ihr Na-
me: „Economic FreedomFighters“. Eine Reihe
weiterer parteiinterner Widersacher, unter ih-
nen den Minister für Siedlungswesen Tokyo
Sexwale, hat Zuma gerade per Kabinettsum-
bildung entmachtet.
Solange Nelson Mandela noch klinisch le-
bendig ist, kann Jacob Zuma sich mit demons-
trativenBesuchenamKrankenbett undGene-
sungs-Parolen zumindest einen Hauch von
dessen Reputation abzweigen. Nach einer Kli-
nikvisite am Mittwochabend verkündete er,
Mandela reagiere inzwischen auf die Behand-
lung – er sei „immer noch so sehr Kämpfer
wie vor 50 Jahren“. TOBI AS ZI CK
Katja Petrowskaja ist am 7. Juli mit dem
Ingeborg-Bachmann-Preis 2013 ausge-
zeichnet worden. Die 1970 geborene Auto-
rin mit ukrainischen Wurzeln bekam den
mit 25 000Euro dotiertenPreis inKlagen-
furt für ihre Erzählung „Vielleicht Esther“.
Daringeht es umPetrowskajasjüdischeUr-
großmutter, die im Zweiten Weltkrieg in
Kiewvon den Nazis erschossen wurde.
Nach dem Sturz von Präsident Moham-
medMursi durchdas Militär ist es inÄgyp-
ten am8. Juli zu blutigen Auseinanderset-
zungen zwischen Armee und Muslimbrü-
dern gekommen. Dabei starben mindes-
tens 50 Anhänger Mursis. Die Muslimbrü-
der lehnen die vom Militär eingesetzte
Übergangsregierung unter dem Vorsitz
des Verfassungsrichters Adli Mansur ge-
nauso ab wie dessen Pläne zu Neuwahlen.
Sie fordern, dass Mursi wieder in sein Amt
zurückkehrt. Als geschäftsführender Mi-
nisterpräsident wurde der ehemalige Fi-
nanzminister Hazem al-Beblawi einge-
setzt.
Das irische Parlament hat am 11. Juli ein
umstrittenes Abtreibungsgesetz geneh-
migt. Ein Schwangerschaftsabbruch ist
nununter bestimmtenBedingungenmög-
lich. So dürfen Frauen von nun an abtrei-
ben, wenn ihr Leben gefährdet ist. Dazu
zählt auch die Suizidgefahr. Die in Irland
mächtige katholische Kirche hatte sich ge-
gen das Gesetz gestemmt.
Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Clau-
de Juncker hat am10. Juli seinen Rücktritt
angekündigt. Er reagierte damit auf eine
Geheimdienstaffäre. Ihmwurdevorgewor-
fen, dass ihm die Kontrolle über den Ge-
heimdienst entglitten sei. Eine parlamen-
tarische Untersuchung hatte unter ande-
rem herausgefunden, dass die Agenten
13 000 Akten über Personen und Unter-
nehmen angelegt hatten. Da die Sozialde-
mokraten das Regierungsbündnis aufge-
kündigt haben, gibt esam20. OktoberNeu-
wahlen. Für diese wurde Juncker von sei-
ner Christlich-Sozialen Volkspartei erneut
als Spitzenkandidat bestätigt.
INTERVIEW: TOBIAS ZICK
Südafrikas Idol Nelson Mandela, 94, liegt
seit mehr als einem Monat im Kranken-
haus. Berichten zufolge wird er längst
durch künstliche Beatmung amLeben ge-
halten. Während viele Südafrikaner for-
dern, man solle den früheren Präsidenten
undFriedensnobelpreisträger inWürdege-
hen lassen, ruft Staatschef Jacob Zuma
nacheinemweiteren Besuch amKranken-
bett das Land dazu auf, Mandela weiter
„mit Liebezuüberschütten“ undam18. Ju-
li dessen95. Geburtstagzufeiern. Der pro-
minente südafrikanische Politologe Wil-
liam Gumede sieht hinter dem Spektakel
um den Todkranken wahltaktisches Kal-
kül einer Führungselite inMandelas Partei
African National Congress (ANC), die sich
von dessen Werten weit entfernt hat.
SZ: Warum hält Südafrikas Präsident
Jacob Zuma so krampfhaft amtodkran-
ken Mandela fest?
Gumede: ImLandundinsbesondere inder
Regierungspartei ANC ist ein Streit umdie
MarkeMandelaimGange. MandelasNach-
folger sind im Vergleich zu ihm politische
Zwerge, sie versuchen, sein Image für sich
zu nutzen. Sehr vielen der ANC-Anhänger
auf demLandundindenTownships ist of-
fenbar gar nicht bewusst, dass Mandela
sich seit 1999 aus der Politik zurückgezo-
gen hat. Viele denken, er sei immer noch
sehr einflussreich. Präsident Zumahat im-
mer wieder öffentlich behauptet, Mandela
unterstützeihn, undsodenkensichauchje-
ne, die enttäuscht sind von der Politik: na
schön, wenn Zuma von Mandela unter-
stützt wird, dann wird schon irgendetwas
Gutes an ihmsein.
Wie konnte es passieren, dass im ANC
nachMandelainzwischeneinesoschwa-
che, korrupte Führung das Ruder über-
nommen hat?
Mandela hatte offenbar zu viel Vertrauen
indie folgende Generation. Inden Neunzi-
gerjahren gab es eine große Kontroverse
darüber, wer ihmnachfolgensoll. Seineige-
ner Favorit war Cyril Ramaphosa, ein frü-
herer Gewerkschaftsführer und Architekt
der südafrikanischen Verfassung. Er war
seinerzeit derjenigeinder jungenGenerati-
on, der Mandela am nächsten stand. Aber
die Älteren imANChielten Ramaphosa für
zu jung, und Mandela beugte sich ihnen.
Undals dann1997ThaboMbeki denPartei-
vorsitz übernahm und Jacob Zuma zu sei-
nemStellvertreter ernannte, sagteMande-
la: nein, nicht JacobZuma, der ist nicht gut
genug. Doch Mbeki setzte sich durch.
Dasheißt, Mandelasfriedvolle, versöhn-
liche Art hat auch Nachteile gehabt?
Natürlich, Mandela hat auch Fehler ge-
macht, er war nicht perfekt. Er hat sich
zum Beispiel zu wenig um die Wirtschaft
gekümmert. Das Perfide an der Apartheid
war ja, dass sie schwarze Südafrikaner von
der Marktwirtschaft ausschloss. Das Ers-
te, was die neue schwarze Regierung 1994
also hätte tun sollen, wäre gewesen,
Schwarze ins Wirtschaftslebenzubringen.
Das hat Mandela nicht getan. Wobei er of-
fen sagte, dass er von Wirtschaft nicht viel
verstehe, und sich um Dinge kümmern
werde, die er beherrscht.
Er ist studierter Jurist.
Ja, und als solcher steckte er seine ganze
Energie in die südafrikanische Verfassung
und in die Versöhnung zwischen schwar-
zen und weißen Südafrikanern, um einen
Bürgerkrieg zu verhindern. Als Präsident
war er einzigartig, auch im Vergleich mit
anderen afrikanischen Anführern nach
der Unabhängigkeit. Schon in den Sechzi-
gerjahren sagte er: Ich werde nicht nur die
weiße Diktatur, sondern auch die schwar-
zen Diktaturen bekämpfen. Mandela hat
sich nie von der Macht korrumpieren las-
sen.
Was manvonder heutigenFührungsrie-
ge des ANC nicht behaupten kann.
Ja, unddas Traurige daranist: Was sichbei
uns abspielt, hat sich zuvor in vielenande-
ren afrikanischen Ländern abgespielt; wir
hätten von denen lernen können. Haben
wiraber nicht. Wir habeneinegewaltigeAr-
beitslosenquote, und die meisten der Ar-
beitslosen sind schwarze Südafrikaner.
Das Apartheid-System verhinderte, dass
Schwarze an Bildung kommen, um sie ge-
zielt vomWirtschaftsleben fernzuhalten –
und bis heute hat sich an dem Bildungs-
rückstand fast nichts geändert. Hinzu
kommt die Korruption: Ich glaube, wenn
wir in Südafrika nur die Korruption besei-
tigten und ansonsten nichts weiter täten,
dannkönntenwir sodasWirtschaftswachs-
tumverdoppeln.
ImApril 2014stehen Wahlen an. Wie se-
henSieZumasChancen, seineMacht wei-
ter zu zementieren?
NächstesJahr feiernwir 20JahreUnabhän-
gigkeit undDemokratie. Interessanterwei-
sebegannenalleafrikanischenBefreiungs-
bewegungen, als sieinszwanzigsteJahr ka-
men, auseinanderzubrechen. Uns stehen
hier eine Reihe interessanter Neuerungen
bevor: DieersteGenerationvonSüdafrika-
nern, die unter der Demokratie geboren
ist, die Born Free Generation, wird erst-
malswählendürfen. DiesejungenLeuteha-
benkeine emotionale Bindung andenANC
und dessen Befreiungskampf. Zudem
gründenimmer mehr ANC-Mitglieder ihre
eigenen Parteien. Der ANC ist so gespalten
wie seit 1994nicht mehr, under hatte noch
nie einen Anführer, der so viele Mitglieder
gegensichhat. DiePartei wirdbei der Wahl
2014 erstmals echte Schwierigkeiten be-
kommen.
Es gibt Pessimisten, die meinen, wenn
Mandelastirbt, sei der vonihmerrunge-
ne gesellschaftliche Frieden in Gefahr.
Das ist eine sehr engstirnige Sichtweise,
vor allem von weißen Südafrikanern, die
den ANC nicht verstehen. Ich glaube das
nicht, zumal ja Mandela schon seit Lan-
gem keinen wirklichen Einfluss mehr auf
die aktive Politik hat. Und der Wille zu
mehr Demokratiewächst inSüdafrika, an-
ders als in vielen anderen afrikanischen
Ländern, eher noch weiter. WennMandela
geht, wird das Land trauern; in den ersten
Wochenoder Monatenwirddas Gefühl vor-
herrschen, dass der Vater der Nation nicht
mehr bei uns ist. Dann wird das Land in
sich gehen: Wo stehen wir heute wirklich?
Ist dies der ANC, für den Mandela stand?
Auch viele Mitglieder und Unterstützer
werdensehr kritischmit demANCundsei-
nen Anführern ins Gericht gehen. Ich den-
ke, uns steht ein eher positiver Prozess be-
vor: Es wirdkünftignicht mehr eineeinzel-
ne Partei die Oberhand haben, es wirdeine
Reihe starker Oppositionsparteien geben,
man wird Koalitionen bilden müssen. In
unserem so vielfältigen Land halte ich das
für die bestmögliche politische Konfigura-
tion.
Familienministerin Kristina Schröder
(CDU) hat am11. Juli mitgeteilt, dassbis En-
de Juni 712 000 Plätze in Kindertagesstät-
tenangeboten worden sind. In den folgen-
den Monaten sollen knapp 90 000 Plätze
hinzukommen. Damit hätte die Regierung
ihr Ziel von 780 000 Plätzen übertroffen.
Der Präsident des Deutschen Städtetags,
Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Ma-
ly(SPD), hält denvonder Bundesregierung
berechneten Bedarf allerdings für nicht
ausreichend und fordert gerade in den
Großstädten weitere Anstrengungen. Vom
1. August angilt einRechtsanspruchauf Ki-
ta-Plätze für alle Kinder unter drei Jahren.
Blutige Kämpfe in Ägypten Irland erlaubt Abtreibungen Neuwahlen in Luxemburg
Der ehemaligeUS-Geheimdienstmitarbei-
ter und Whistleblower Edward Snowden,
der von den USA per Haftbefehl gesucht
wird, hat am12. Juli inRusslandumvorläu-
figes Asyl gebeten. Er unterschrieb einen
entsprechendenAntrag. Zuvor hatteSnow-
densichmit Menschenrechtlerngetroffen.
Diese berichteten, dass er später nach La-
teinamerika weiterreisen wolle. Am9. Juli
hatte der venezolanische Staatschef Nico-
lás Maduro bestätigt, dass Snowden dort
Asyl beantragt habe. Snowden, dessen
Pass die USA annulliert haben, hielt sich
seit dem 23. Juni im Transitbereich des
Moskauer Flughafens auf.
Wahlkampf der Nachlassverwalter
Bachmann-Preis verliehen
Erstmals seit 77 Jahren hat ein britischer
Tennisspieler das traditionelle Grand-
Slam-Turnier in Wimbledon gewonnen.
Andy Murray besiegte am 7. Juli im Finale
den serbischen Weltranglisten-Ersten
Novak Djokovic 6:4, 7:5, 6:4. Der schotti-
sche Weltranglisten-Zweite ist der erste
britische Sieger des Turniers seit FredPer-
ry, der 1936 gewann. BWA
London – Die britische Regierung hat
eine öffentliche Untersuchung der To-
desumstände des russischen Ex-Ge-
heimdienstmitarbeiters Alexander
Litwinenko abgelehnt. Damit kann bei
demVersuch, den Fall aufzuklären,
nicht auf geheime Unterlagen zur Rolle
Russlands zurückgegriffen werden. Das
gab der zuständige Richter amFreitag
in London bekannt. Auch der Frage, ob
Großbritannien mehr zumSchutz von
Litwinenko hätte tun können, kann so
nicht nachgegangen werden. Außenmi-
nister WilliamHague hatte zuvor er-
klärt, die Offenlegung von Teilen des
Material könne die nationale Sicherheit
gefährden. Die Ermittlungen führen
seit Jahren zu Spannungen zwischen
Russland und Großbritannien. Litwinen-
ko war 2006 in London mit Polonium
vergiftet worden. DPA
Washington – Die US-Heimatschutzmi-
nisterin Janet Napolitano hat überra-
schend ihren Rücktritt eingereicht und
verabschiedet sich aus der Politik. Napo-
litano teilte amFreitag mit, an die Spit-
ze der Universität von Kalifornien wech-
seln zu wollen. „Ich danke Präsident
(Barack) Obama für die Möglichkeit,
unserer Nation in diesemwichtigen
Kapitel unserer Geschichte zu dienen“,
erklärte sie. Mit Napolitanos Rückzug
muss Obama in seiner zweiten Amtszeit
auf ein weiteres langgedientes Kabi-
nettsmitglied verzichten. Die frühere
Gouverneurin des Bundesstaats Arizo-
na gehörte seit 2009 als Heimatschutz-
ministerin seiner Regierung an. Obama
dankte Napolitano für ihre „herausra-
gende Arbeit“. Dank der Führungsstär-
ke der Heimatschutzministerin im
Kampf gegen den Terror seien die USA
heute ein sichereres Land. DPA
Ankara – Eine der einflussreichsten
Gewerkschaften in der Türkei sieht sich
als Opfer einer von Ministerpräsident
Recep Tayyip Erdogan initiierten „He-
xenjagd“. Die Türkische Gewerkschaft
der Architekten und Ingenieure
(TMMOB) zürnte amDonnerstag über
ein in dieser Woche verabschiedetes
Gesetz, mit demihr bisheriges Mitspra-
cherecht bei der Stadtentwicklung fak-
tisch abgeschafft wurde. Das von Erdo-
gans islamisch-konservativer AKP-Par-
tei entworfene Gesetz solle die Gewerk-
schaft schwächen und als illegale Orga-
nisation brandmarken; es sei „ohne
Zweifel imZusammenhang mit der
Gezi-Park-Bewegung zu sehen“, sagte
TMMOB-Führer Mehmet Soganci. Die
Massenproteste in der Türkei hatten
sich an einemProjekt für den Gezi-Park
imZentrumIstanbuls entzündet, dem
600 Bäume zumOpfer fallen sollten. Es
war von der Architektengewerkschaft
kritisch beurteilt worden. AFP
Beirut – Extremisten in Syrien haben
einen ranghohen Befehlshaber der Frei-
en Syrischen Armee (FSA) getötet. Wie
ein Sprecher der Rebellenarmee mitteil-
te, handelt es sich bei demOpfer um
das Mitglied des Obersten Militärrats
der FSA, Kamal Hamami. Dieser sei bei
einemTreffen mit Angehörigen der
Gruppe „Islamischer Staat“ in der Ha-
fenstadt Latakia getötet worden. Die
Gruppe habe angekündigt, alle Mitglie-
der des Militärrats umbringen zu wol-
len. Die Erschießung Hamamis komme
einer Kriegserklärung gleich, sagte ein
FSA-Kommandeur amFreitag. FSA-Ein-
heiten kämpfen zwar bisweilen Seite an
Seite mit militanten Islamistengruppen
gegen Präsident Baschar al-Assad. Die
Spannungen zwischen ihnen wachsen
jedoch. Mehrere al-Qaida-nahe Organi-
sationen werden für die Tötung von
Kommandeuren gemäßigterer Einhei-
ten verantwortlich gemacht. REUTERS
Madrid – Wegen der politischen Krise in
Portugal haben die Kreditgeber aus Inter-
nationalem Währungsfonds (IWF), Euro-
päischer Zentralbank (EZB) und Europäi-
scher Unioneiner Verschiebungder nächs-
tenÜberprüfung der Reformbemühungen
des hoch verschuldeten Landes zuge-
stimmt. Die Troika aus Experten der drei
Institutionen soll die Bilanzen Lissabons
erst im Spätsommer unter die Lupe neh-
men, zwei Monate später als geplant. Die
Verschiebung wurde mit der soeben erst
überwundenen Koalitionskrise begrün-
det, durch die wichtige Entscheidungen
für das Sparpaket nicht rechtzeitig getrof-
fenwordenseien. Portugal ist vor zwei Jah-
ren dank der Kreditzusagen mit einer Ge-
samtsumme von 78 Milliarden Euro vor
demStaatsbankrott gerettet worden. Seit-
dem muss die sogenannte Troika den
Staatshaushalt genehmigen.
Der IWF bescheinigte ebenso wie die
Bundesregierung in Berlin der Mitte-
Rechts-Regierung unter Premierminister
PedroPassosCoelho, auf demrichtigenWe-
ge zu sein. Eine Sprecherin von Bundesfi-
nanzminister Wolfgang Schäuble erklärte
amFreitag, erstesichtbareErfolgeinPortu-
gal seien „sehr ermutigend“. Das Sparpro-
gramm ist seit anderthalb Jahren in Kraft.
Portugiesische Experten weisen im Blick
auf die Erfahrungender Transformations-
länder im früheren Ostblock darauf hin,
dass tief greifende Umstrukturierungen
undSparprogramme mindestens drei Jah-
re brauchen, um spürbar auf die Wirt-
schaft durchzuschlagen.
Premier Passos Coelho, der an der Spit-
ze der Sozialdemokratischen Partei (PSD)
steht –einer trotz ihres Namens konserva-
tiven Gruppierung – erklärte, er werde die
sozialistische Opposition mehr als bisher
in die Entscheidungen einbeziehen. Deren
Vorsitzender António José Seguro erklärte
seine Bereitschaft, an konstruktiven Lö-
sungen mitzuwirken. Seguro verlangte je-
dochneueVerhandlungenmit denGeldge-
bern und ein öffentliches Eingeständnis
des Premiers, dass dessen Sparpolitik ge-
scheitert sei.
Das Gesprächsangebot vonPassosCoel-
ho an die Sozialisten wurde als Reaktion
auf die Koalitionskrise der vergangenen
Woche begriffen, als Außenminister Paulo
Portas überraschend seinen Rücktritt er-
klärt hatte. Zur Begründung hatte er ange-
führt, er sei mit der Neubesetzungder Spit-
ze des Finanzressorts nicht einverstanden.
CoelhohattenachdemRücktritt des bishe-
rigenparteilosen Amtsinhabers Vitor Gas-
par, der als Architekt des Spar- und Um-
strukturierungsprogramms gilt, dessen
Staatssekretärin Maria Luis Albuquerque
als neue Ministerin durchgesetzt. Portas
führt das Demokratische und Soziale Zen-
trum(CDS), das ebenfalls für konservative
und wirtschaftsliberale Positionen steht.
Überdies gehört die CDS wie die PSD der
Europäischen Volkspartei (EVP) an, dem
Zusammenschluss der Christdemokraten.
Der befürchtete Bruch der Koalition
durchPortas hat die Kurse portugiesischer
Aktienabstürzenlassenunddie Zinsenfür
die von der Regierung zu garantierenden
Staatsanleihenhochgetrieben. Portaslenk-
te schließlich ein, offenbar nachdemmas-
siv Druck von verbündeten Parteien, wohl
auch aus CDU und CSU, auf ihn ausgeübt
wordenwar, undbliebinder Regierung. Er
bekamalsErgebnisdes Konflikts diedirek-
te Zuständigkeit für die Troika.
Zwar hattePortaszunächst seinenRück-
tritt auchmit KritikandemstrengenSpar-
kurs begründet, der nicht durchzuhalten
sei. Doch widersprach er nicht, als sowohl
Präsident Cavaco Silva, als auch Premier
Passos Coelho nach dem offiziellen Ende
der Koalitionskrise erklärten, zur Konsoli-
dierung der Staatsfinanzen gebe es keine
Alternative. THOMAS URBAN R Seite 4
800 000 neue Kita-Plätze
„Als Präsident war er einzigartig“:
Seit Wochen liegt der 94 Jahre alte Nelson Mandela, Südafrikas erster schwarzer
Staatschef, im Krankenhaus. FOTO: SIPHIWE SIBEKO / REUTERS
Snowden bittet um Asyl
Murray gewinnt in Wimbledon
London mauert
US-Ministerin tritt zurück
Knebel für Architekten
Al-Qaida gegen Rebellen
Der Johannesburger
Politologe und Autor
William Gumede stritt
als Studentenführer
Anfang der Neunzigerjah-
re mit Nelson Mandela
über das richtige Maß an
Härte und Versöhnung im
Umgang mit der Apart-
heid-Regierung.
Streit
um die Marke Mandela
Südafrikas Regierungspartei ANC versucht, das Image
ihres Idols für sich zu nutzen, kritisiert Politologe Gumede
Der befürchtete Bruch der
Regierungskoalition hat die
Aktienkurse abstürzen lassen
POLITIK 10 HF2 Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160 DEFGH
AUSLAND Kontrolle
nach der Krise
Kreditgeber verschieben Prüfung
der Reformen in Portugal
SZ-WOCHENCHRONIK VOM 6. bis 12. JULI
VON PETER MÜNCH
Amona – Am höchsten Punkt der Hügel-
kuppesteht Eli Grünbergauf einemhölzer-
nen Plateau und blickt zufrieden auf die
ganze biblische Pracht. Im Süden leuchtet
Jerusalem, im Dunst des Osten liegt das
Jordantal, „undwennichmorgensaus mei-
nem Container komme“, so schwärmt er,
„dann sehe ich den Berg Nebo, wo schon
Moses gebetet hat“. Der stürmische Som-
merwind fährt ihm durch den blonden
Bart, er zeigt hierhin und dorthin, auf die
roten Dächer der jüdischen Siedlung Ofra,
auf dieMinaretteder umliegendenpalästi-
nensischenDörfer, auf dieFelder voller Fel-
sen. Doch dass die Aussicht womöglich
weit besser ist als die Aussichten, zeigt der
Blick auf ein paar betonierte Quadrate
gleich unterhalb seines Standorts, auf de-
nen einst die einzigen Steingebäude von
Amona standen. „Hier sieht man, wie das
sogenannteRechtssysteminIsrael funktio-
niert“, sagt Grünberg verächtlich und
stapft davon.
UmeineHandvoll Häuser geht es, umei-
ne Ansammlung schäbiger Wohncontai-
ner im hügeligen Nirgendwo des Westjor-
danlands. Amona ist ein jüdischer Sied-
lungsaußenpostennördlichvonRamallah,
ein Fliegenschiss auf der Landkarte und
höchstenseineFußnoteindenGeschichts-
büchernüber denNahostkonflikt. Dochim
Kampf um Amona zeigt sich wie unter ei-
nem Brennglas ganz deutlich allzu vieles
von dem, was eine Lösung im Streit zwi-
schen Israelis und Palästinensern so un-
glaublich schwer macht – all die Ansprü-
chebeider Seiten, all dieTricksunddieDro-
hungen, die Arroganz und die Aggression,
der ganze zähle Stellungskrieg samt Wut
und Zermürbung. Amona ist ein Symbol.
Angefangen hat alles 1995, als die Stim-
mungnochgeprägt war vondenOsloer Ver-
trägen, die zwei Völkern in zwei Staaten
den Frieden bringen sollten.
Doch für manche war diese Vision
schlicht ein Schreckensbild, und so zogen
ein paar Söhne der Siedler von Ofra hoch
auf den Hügel und nahmen ihn in Besitz.
Anders als dienachdemVölkerrecht illega-
len, aber vomStaat Israel gefördertenSied-
lungen, in denen mittlerweile mehr als
300 000 Juden leben, sind solche Außen-
posten nach israelischem Recht illegal.
Dennoch gibt es mehr als hundert davon
verteilt über das Westjordanland. Der
Grund und Boden von Amona ist oben-
drein im Privatbesitz palästinensischer
Bauern, die vehement ihr Land zurückfor-
dern. Jahrelang tobt schon der Rechts-
streit darüber vor israelischen Gerichten.
ImApril schließlich setzte der Oberste Ge-
richtshof der Regierung in Jerusalem eine
letzte viermonatige Frist zur Räumungdes
illegalen Außenpostens. Am 15. Juli, am
Montag also, läuft die Frist ab.
„Wir wissen nicht, was dann passiert“,
sagt Eli Grünberg. Sonderlich beunruhigt
wirkt er nicht. Der 40-Jährige kennt das
Prozedere mit Ultimaten und immer wie-
der letzten Fristen, er hat sich daran ge-
wöhnt, seit er vor fast zehnJahrenvonHai-
fa hierher zog. Gehet hinund mehret euch,
heißt es schließlich schon in der Bibel, das
hält die Sorgen klein. „Fast acht Kinder“
nennt er mit Stolz sein eigen, „also sieben-
einhalb, eins ist noch im Ofen“. Fruchtbar
ist das Land nicht unbedingt, doch zu den
40 Familien von Amona gehört eine Schar
von 170 Kindern. Wer so für die Zukunft
vorbaut, der geht nicht einfach, nur weil es
einen Räumungsbefehl gibt oder weil zwei
Völker vomFrieden träumen.
Der Frist zum Trotz haben die Siedler
nämlich immer noch ein paar Trümpfe in
der Hand. Zumeinenhoffensie, dass es Ar-
mee und Polizei nicht wagen werden, sie
mit Gewalt zu vertreiben. Schließlich weiß
jeder, was dann passieren könnte: Im Fe-
bruar 2006war dieStaatsmacht schonein-
mal angerückt in Amona und hatte die
neun Häuser eingerissen, deren Funda-
mente heute wie ein Mahnmal wirken. Die
Siedler hatten damals die Sicherheitskräf-
te mit Steinen und Stöcken, mit Eiern und
mit Farbbeuteln erwartet. Es gab eine
Schlacht, an deren Ende mehr als 300 Ver-
letzte gezählt wurden. Juden gegen Juden
– für Israel war das ein Schock, und von
Siedlerseite wird seither bei jeder Unbill
mit einem„Amona II“ gedroht.
Anders als 2006 können sich Eli Grün-
berg und seine Mitstreiter nun überdies
auf die wohl siedlerfreundlichste Regie-
rung in Israels Geschichte stützen. Nicht
umsonst hat Dani Dayan, der frühere Vor-
sitzendeundheutige Sprecher des Siedler-
rats namens Jescha, imletztenWahlkampf
Premierminister BenjaminNetanjahukräf-
tig unterstützt. Der Schulterschluss wurde
von Netanjahus Likud begeistert gefeiert,
obwohl Dayan keine Gelegenheit ver-
säumt, die Gründung eines Palästinenser-
staats im Gegensatz zur offiziellen Regie-
rungslinie als „Fata Morgana“ abzutun
undeinIsrael vomMittelmeer bis zumJor-
danzupropagieren. SeinZiel: „EineMillio-
nen Siedler im Westjordanland schon in
zwei Dekaden.“
Dayan sagt das bei einemTreffen in der
Siedlung Migron mit einemselbstsicheren
Lächeln, und lächelnd fordert er auch die
Regierungauf, „alleAußenpostenzulegali-
sieren“. Eine Ausnahme allerdings macht
er, nämlichbei Außenposten, dieauf priva-
tem palästinensischen Land gebaut wur-
den“. Migron selbst war so ein Fall – und
tatsächlichwarenhier vor einemJahr inei-
ner bühnenreifen Haupt- und Staatsakti-
on50Siedlerhäuser abgerissenundmit öf-
fentlichen Geldern knapp zwei Kilometer
entfernt wieder aufgebaut worden.
Dayans eigenerDefinitionzufolgemüss-
tenalso auchinAmona nundie Bagger an-
rollen. „Neindas müssensienicht“, erklärt
er jedoch triumphierend, „denn es gibt
neue Fakten. Wir haben inden letzten Mo-
nateneinengroßenTeil des Landes erwor-
ben.“ Wie er das geschafft hat? „Ganz ein-
fach, mit Geld“, sagt er. Ganz so einfach
kann es allerdings allein deshalb nicht ge-
wesen sein, weil im Palästinensergebiet
auf denVerkauf vonLandanJudendie To-
desstrafe steht. Mit diesem „rassistischen
Gesetz“ begründet Dayan es auch, dass er
keine Details nennen und keine Verträge
vorzeigen kann. Von Strohmännern ist die
Rede und von Hunderttausenden Dollar.
In jedem Fall besäßen die Sieder nun „ge-
nug Land, umdie Räumung des gesamten
Außenpostens zu verhindern“.
Ein paar Kilometer entfernt im palästi-
nensischenStädtchenSilwadschlägt Mari-
am Hammad bei solchen Nachrichten die
Hände vors Gesicht. „Das ist nicht wahr“,
ruft sie, „wir lieben unser Land und wür-
denes nicht mal für ein Vermögenverkau-
fen.“ Sie ist eine der Klägerinnen, die vor
demOberstenGerichtshof das Räumungs-
urteil erkämpft hat, sie will ihr Land zu-
rückundwirddabei unterstützt vonder is-
raelischen Menschenrechtsorganisation
Jesch Din („Es gibt einRecht“). Auch deren
Sprecherin Reut Mor will nicht an den
plötzlichenLandkauf glauben, sieverweist
auf frühereFälle, indenensichvermeintli-
cheKaufurkundenalsFälschungherausge-
stellt hätten und spricht von „Spielchen
des Staates, umZeit zugewinnen“. Aber an
eine schnelle Räumung von Amona glaubt
auch sie nicht mehr. „In Israel“, sagt sie,
„bedeutet selbst eine Entscheidung des
Obersten Gerichts nicht viel.“
Eli Grünberg hat in Amona zum Ab-
schluss zu einem Glas Wein eingeladen,
„eingroßartiger Merlot“, preist er, „wir pro-
duzieren ihn hier selbst“. Beim nächsten
Mal, das verspricht er, will er einen Char-
donnay kredenzen. Der Ausschank ist auf
der Terrasse von Tamar Nisri, die mit ih-
rem Mann vor 15 Jahren zu den ersten Be-
wohnern zählte. Heute ist sie 35, hat acht
Kinder und demonstrativ wenig Sorgen.
Zum Ablauf der letzten Räumungsfrist
meint sie, „ich ziehe es vor, nicht darüber
nachzudenken“. Und nachgedacht, so be-
kennt sie, habe sie noch nie darüber, dass
ihr Haus auf palästinensischem Privat-
grund gebaut wurde. „Wir wollen hier le-
ben, also leben wir hier“, erklärt sie. „Es ist
unser Land.“
Kairo–Spötter bringendieDebatte inzwi-
schen auf diesen Nenner: In Ägypten herr-
sche die vomVolk gewünschte Staatsform
der Coupokratie. Hat die Armee geputscht
gegen den gewählten Islamisten-Staats-
chef MohammedMursi oder warendieSol-
daten nur Handlanger des demokrati-
schenVolkswillens, der sichinMassenpro-
testen gegen den Muslimbruder zeigte?
DieFragestellt sichauchinternational: Ver-
treter der US-Regierung üben sich imrhe-
torischen Spagat, um die Machtübernah-
me der Armee nicht als Putsch bezeichnen
unddamit dieMilitärhilfefür dennahöstli-
chen Partner streichen zu müssen. Der
deutscheAußenminister GuidoWesterwel-
le hingegen ruft zur Freilassung des ge-
stürztenStaatschefs auf, der dieEntmach-
tung des Präsidenten so in die Nähe eines
Militärcoups rückt. Zudem fordert er die
Einbeziehung der Muslimbrüder: „Eine
Rückkehr zur Demokratie kann nur gelin-
gen, wenn alle politischen Kräfte den de-
mokratischen Transformationsprozess
mitgestalten können.“
Im Land selbst schien sich die Lage mit
dem Beginn des Fastenmonats Ramadan
zuberuhigen. MursisAnhänger riefenden-
noch zu weiteren Großdemonstrationen
für Freitag und die kommenden Tage auf.
Sollten die Islamisten in großer Zahl auf
dieStraßegehen, wäreder Versuchder neu-
en Machthaber und ihres Interimspräsi-
denten Adli Mansur gefährdet, die Wirt-
schaft zu stabilisieren und ihren Fahrplan
für eine Verfassungsänderung und Wah-
len umzusetzen. Offen war, ob das gewalt-
sameVorgehender StreitkräftegegenMur-
si-Anhänger am Montag mit mehr als
50 Totendie Islamistenabgeschreckt oder
motiviert hat. Die Muslimbrüder sprachen
von einem geplanten „Massaker“, wäh-
renddieArmeebehauptet, dieTruppensei-
en von bewaffneten Provokateuren ange-
griffenworden. GegendieFührer der Mus-
limbruderschaft ist Haftbefehl erlassen
worden. SiewarenamFreitagnochinFrei-
heit und gaben Interviews, in denen sie zu
Demonstrationen aufriefen.
Die Frage, ob die Machtübernahme des
Militärs eine Reaktion auf die Massenpro-
testegegenMursisHerrschaft oder vonlan-
ger Hand vorbereitet war, ist keineswegs
akademisch. Beobachter sehendas plötzli-
che Auftreten von Versorgungsengpässen
bei Strom, Benzin und Gas während Mur-
sis letzter Amtstage als Hinweis darauf,
dass Anhänger des alten Regimes alles ge-
tan hätten, das Volk gegen den Islamisten
aufzubringen. Jetzt, nach der Machtüber-
nahme des Militärs, sind die Schlangen an
den Tankstellen verschwunden und die
Stromausfälleauch. DieVersorgungfunkti-
oniert wieder. Ein ehemaliger Sprecher
des zuständigen Ministeriums sagte der
New York Times: „Es war die Vorbereitung
eines Coups. Kräfte in der Verwaltung, die
die Infrastruktur von den Lagerhäusern
bis hin zu den Benzinlaster kontrollieren,
haben die Krise geschaffen.“
Selbst die Polizei, die Präsident Mursi
ein Jahr lang offen boykottiert und so den
rapiden Anstieg der Straßenkriminalität
befördert hatte, macht wieder ihre Arbeit.
Obwohl der Staatschef auf eine Polizeire-
formverzichtet, den Beamtendie Gehälter
erhöht und die dem Volk eigentlich ver-
hasste Polizei öffentlich gelobt hatte, wa-
ren viele der Beamte Monate lange nicht
mehr zum Dienst erschienen. Skeptiker
stellen auch die Frage, ob die Unterschrif-
tenaktion gegen Mursi wirklich von einem
NetzwerkvonJugendaktivistenalleinorga-
nisiert worden sein kann. Die Organisato-
ren von „Tamerod“ (Rebellion) wollen in
weniger als drei Monaten 22 Millionen
Ägypter dazu gebracht haben, den soforti-
gen Rücktritt des Staatschef zu fordern.
Die Unterschriften der Aktion, welche die
entscheidendenMassenprotesteausgelöst
hatte, sind bisher von keiner unabhängi-
gen Kraft gezählt worden.
Stattdessentrat der reichsteMannÄgyp-
tens, der Unternehmer Naguib Sawiris, in
seinemFernsehsender ONTV auf und sag-
te: Er habe „Tamerod“ die Infrastruktur
seiner Mursi-kritischenPartei Freie Ägyp-
ter für die Organisation ihrer Aktion zur
Verfügung gestellt. Auch die Verfassungs-
richterin Tahani al-Gebali, eine Juristin
aus der Mubarak-Zeit, hatte sich der New
York Times zufolge in die Dienste von „Ta-
merod“ gestellt: Siehabebei der Formulie-
rung der Forderungen geholfen. Beobach-
ter wollen zudembemerkt haben, dass der
Inlandsgeheimdienst zuletzt ungewöhn-
lich aktiv geworden sei. Auch dies ein Hin-
weis darauf, dass Mursis Entmachtung ei-
nen Beigeschmack hat: den der Rückkehr
des alten Systems. TOMAS AVENARIUS
Manmuss nur mal ineineKleintierhand-
lunggehen, daerfährt manalles über die
Psychologie des Gefangenhaltens. Da
gibt es Laufräder für Hamster, Kletterge-
rüstefür Mäuse, Nagerwippenfür Meer-
schweinchen– jede Menge Zubehör, da-
mit die pelzigen Häftlinge daheimin ih-
ren Käfigen etwas zu tun haben und
nicht verrückt werden.
Bei der CIA geht es zuweilen offenbar
ähnlich tierlieb zu. Anders jedenfalls ist
es nicht zu erklären, warum der Aus-
landsgeheimdienst den notorischen Al-
Qaida-Terroristen Khalid Scheich Mo-
hammedzuerst monatelanginverschie-
denen Geheimgefängnissen nach Strich
und Faden gefoltert hat, nur um ihm
dann zu erlauben, zur Entspannung und
geistigen Regeneration einen Staubsau-
er zu konstruieren. „Wir wollten nicht,
dass sie irre werden“, sagte ein CIA-
Agent über Khalid Scheich Mohammed
undandere gefolterte Häftlinge –einbi-
zarrer Satz in einer bizarren Geschichte.
AnsLicht gebracht hat dieseGeschich-
teAdamGoldman, Reporter der amerika-
nischen Nachrichtenagentur Associated
Press (AP). Zusammengefasst ist Folgen-
des passiert: Khalid Scheich Moham-
medwar einhochrangigesAl-Qaida-Mit-
glied und gilt als Drahtzieher der An-
schlägevon11. September 2001. ImMärz
2003wurde er inPakistanverhaftet, da-
nachverschwander indengeheimenGe-
fängnissen der CIA, zuerst in Polen,
dann in Rumänien. In der Haft wurde
KSM, wie er auch genannt wird, schwer
gefoltert. Unter anderemmusste er Dut-
zende Male das Waterboardingüber sich
ergehen lassen, eine Art simuliertes Er-
trinken. Bei anderer Gelegenheit, berich-
tet Goldman, sei Mohammed 180 Stun-
den lang wach gehalten worden. Insge-
samt gab KSM 31 Anschläge und An-
schlagspläne zu. Derzeit steht er im Ge-
fangenenlager Guantanamo vor einem
Militärgericht.
Die Folter hatte nach Angaben der
CIAzwar ausdrücklich den Zweck, Häft-
linge „psychisch aus der Spur zu wer-
fen“, damit sie Geheimnisse preisgeben.
Allerdings durften die Gefangenennicht
völlig durchdrehen; schließlich sollten
sie über längere Zeit hin zu Aussagen fä-
hig sein oder später einmal vor einem
Richter erscheinen. Als KSMin demGe-
fängnis in Rumänien darum bat, einen
Staubsauger konstruieren zu dürfen,
sagte die CIAin Washington ja. Offenbar
waren ihm alle akuten Geheimnisse ab-
gepresst worden, es war Zeit für einbiss-
chenRuhe. Zur Begründungzitiert Gold-
mandenSatzeines ehemaligenCIA-Mit-
arbeiters: „Wir wollten nicht, dass sie ir-
re werden.“
DieIdeemit demStaubsauger ist viel-
leicht weniger seltsam, wenn man be-
denkt, das KSM1986ander Agricultural
and Technical State University des US-
BundesstaatesNorthCarolinaeinIngeni-
eursdiplomerworben hat. Und so zeich-
nete der Al-Qaida-Mann in einem CIA-
Knast in Bukarest Baupläne für eines
der wohl gebräuchlichstenHaushaltsge-
räte der Welt. Zudemsoll er mit Interes-
se die Harry-Potter-Bücher gelesen ha-
ben, welche die Häftlinge in Rumänien
ausleihen konnten. Ob die Staubsauger-
Pläne tatsächlich noch in irgendeiner
Schublade liegen, wollte die CIA auf
Nachfrageder AssociatedPress nicht be-
stätigen. „Sollten sie existieren“, dann
wären sie jedoch strengstens geheim, so
der Geheimdienst.
Kennernder angelsächsischenLitera-
tur fällt bei den Stichworten Staubsau-
ger und Geheimdienst stets der 1958 er-
schienene Spionageroman„Unser Mann
inHavanna“vonGrahamGreeneein. Da-
rinwirdder Staubsaugervertreter James
Wormold in Kuba vom britischen Ge-
heimdienst angeworben. Doch statt der
gefordertenPläne militärischer Einrich-
tungen reicht er technische Zeichnun-
gen seiner Staubsauger ein. Es gibt viele
Verwicklungen, am Ende sind mehrere
Menschen tot, und die ganze Sache wird
vertuscht. Goldman schreibt dazu: „Die
AP war nicht in der Lage festzustellen,
ob Mohammed den berühmten Roman
jemals gelesen hat.“
Immerhin scheint KSM sich seine
geistigeGesundheit trotz der Folter eini-
germaßen erhalten zu haben. Bei eini-
gen seiner Mithäftlingen sei das nicht
der Fall, schreibt Goldman. Sie littenseit
der CIA-Haft an Depression und Schizo-
phrenie. HUBERT WETZEL
Warschau – Mit einer Schweigeminute
und einem Gebet hat das polnische Parla-
ment amFreitageineshistorischenMassa-
kers gedacht, das die Beziehungen zur
Ukraine bis heute belastet. In den Regio-
nen Wolhynien und Galizien, die früher zu
Polen gehörten, waren im Zweiten Welt-
krieg unter deutscher Besatzung
100 000 Polen von ukrainischen Nationa-
listen umgebracht worden. Einen Höhe-
punkt erlebte die Verfolgung vor 70 Jah-
ren, am11. Juli 1943. Bei polnischenVergel-
tungsschlägenundweiterenKämpfenver-
loren auch 20 000 Ukrainer ihr Leben.
Aus Anlass des Jahrestages verabschie-
detedasParlament inWarschaueineErklä-
rung, in der die Gewaltexzesse als „ethni-
sche Säuberungen mit allen Anzeichen ei-
nes Völkermordes“ verurteilt wurden. We-
gen dieser Formulierung gab es lange De-
batten. Das national-katholischeLager um
Oppositionschef Jaroslaw Kaczynski ver-
langte, die Taten schlicht als Völkermord
zugeißeln, wasjedochmit 222zu212 Stim-
men abgelehnt wurde. Hingegen plädierte
Außenminister Radoslaw Sikorski dafür,
die Ukrainer nicht zu demütigen, sondern
ihnenbei der Aufarbeitung der Geschichte
zu helfen. Im Hintergrund stehen die lau-
fenden Bemühungen, die Ukraine aus der
Abhängigkeit von Russland zu lösen und
im Herbst durch einen Assoziationsver-
trag an die EUheranzuführen.
Hauptakteure des Massakers warenna-
tionalistische ukrainische Partisanen, die
für die Unabhängigkeit kämpften und in
Teilenmit der deutschenWehrmacht kolla-
borierten. Polnische Dorfbewohner wur-
den aber auch von ukrainischen Nachbarn
mit Äxtenumgebracht oder inKirchenver-
brannt. Polens Präsident BronislawKomo-
rowski reist amSonntag zu einer Gedenk-
feier in die Ukraine. KLAUS BRILL
POLITIK DEFGH Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 HF2 11
Das alte System lässt grüßen
Plötzlich gibt es Benzin, und die Polizei arbeitet wieder: In Ägypten mehren sich Hinweise, dass der Putsch lange geplant war
Von der CIA gefoltert: Khalid Scheich
Mohammed. FOTO: AFP
Beobachter bemerkten,
dass der Geheimdienst zuletzt
ungewöhnlich aktiv war
Vorposten der Wut
Am Montag droht der jüdischen Siedlung Amona im Westjordanland die Räumung. Doch die Bewohner bleiben gelassen. Noch nie war eine
israelische Regierung ihnen so gewogen wie diese. Der Konflikt zeigt, warum eine Einigung im Nahostkonflikt weiter entfernt ist denn je
Sinnsuche
Staubsauger-Affäre der CIA
Polen gedenkt der Opfer
ethnischer Säuberungen
Angeblich haben die Siedler
den Grund erworben - doch
das wäre für Palästinenser tödlich
Juden gegen Juden: Die erste Räumung von Amona 2006 war für Israel ein Schock. Doch von der derzeitigen Regierung ist kein so hartes Durchgreifen gegen die Nachfolgesiedlung zu erwarten. FOTO: PEDRO UGARTE/AFP
Kurz vor dem Sturz von Präsident Mohammed Mursi gab es an den Tankstellen in
Kairo kaum Treibstoff. FOTO: MOHAMED ABD EL GHANY / REUTERS
Jo
r
d
a
n
10 km
SZ-Karte
ISRAEL
Tel Aviv
Mittel-
meer
WESTJORDANLAND
J
O
R
D
A
N
I
E
N Amona
Ramallah
Jerusalem
Nablus
TOSCANA - stilv. FeWo & Zim. bei dt.-ital.
Fam., Pool. www.carolines-toscana.com
INSEL ELBA! Privatvermittlung unter
www.elba-privat.de, 804122/8013
TOSKANA FERIENWOHNUNGEN
www.traumtoskana.de 807053-6356
FeWos am südl. Gardasee für 2-6 Pers. mit
Pool, ab 250,-/Woche. 8089/6114020, 8-20h
SARDINIEN
am Sandstrand
www.casarei.de
TOSCANA, Massa M.ma 8+393315004435
2 Zimm.-Whg. Langzeitmiete € 400.-p/Mt.
Soia d. Lago, super FeWo., Terr., kl. Gar-
ten, 8089/3134946 od. 01522/9474535
Gardasee, Berghs., Natur pur, Seebl., off. Ka-
min, Hund ok, ab 7.9. frei 8089/980912
SARDINIEN Haus am Meer 806195/2199
FeHs.: www.cilento.de 80170/4805172
Gardasee Gaino, Atelierhaus 8089/176915
Wandern, Wellness, Wohlfühlen in Kärnten
Sommerurlaub in den Harmony’s ****
in Bad Kleinkirchheimauf der sonnigen Südseite der
Alpen in Kärnten im allergiefreien Klima auf
1.000mSeehöhe! 7 Nächte, erweiterte Halbpension,
Frei- und Hallenbad, Saunen, großzügiger SPA,
Kärnten Card, 1 Paar hochwertige Mc-Kinley-
Wanderschuhe uvm. p. P. ab C 620,–
Telefon +43 42 40 87 11
info@hhbkk.at www.harmonys.at
3 * Hotel Magdalenenhof
Zwiesel am Großen Arber 7 Tg. mit ÜF und
HP Nachmittags Kaffee und Kuchen frei
incl, Hallenbad u. Sauna Preis p.P. 266,- €
www.Hotel-Magdalenenhof.de
8 09922/8560
** Sensationelle Sommer-Schnupper-Woche vom 28.07.–04.08.13 **
am weltbekannten Tegernsee, Herzstück Oberbayerns & Heimat der Prominenz
7 Übernachtungen inkl. HP nur € 595,– p.P.
Exklusive Zimmer mit absolutem Höchstkomfort, Hallenbad, Sauna und Dampfbad.
Anton-von-Rieppel-Straße 26 · 83707 Bad Wiessee
Telefon 0 80 22 / 86 01 - 0 · Fax 0 80 22 / 86 01 - 40
www.alpenhof-tegernsee.de · info@alpenhof-tegernsee.de
Laut Aral-Schlummeratlas 2013 bestes 4-Sterne Hotel in Bad Wiessee!
Reiterurlaub
Ausritte im Westernsattel für Einsteiger
und Freizeitreiter. 90 Min. v. München:
Tagesritte, Wochenenden, Kurzurlaub
8 08572/968997, www.gensleiten.de
Schöne Ferien! Viele Reiseziele/preisg. Pauschal/Wellnessangebote-Hotel-
Pens-Fewo-FH und vieles mehr! Bitte schauen Sie mal rein! www.zur-reise.de
Föhr - Last Minute, Reetdachhaus, bis 6
Pers., ab 05. Aug. 2013 frei, 135,- €/Tag,
80174/1690299, www.foehr-kaeptnshof.de
Keitum/Sylt, Traumwhgen. dir. am Meer,
herrl. Blick, exkl. Ausst., ruh., Hunde erl.
80173/3118787 www.sylt-watthaus.de
Norddeich FeWos, Häuser, Bungal., abs. strandnah,
ab 32,- 804931/81564 www.fischer-norddeich.de
Sylt, FeWo, 2 P., k. Tiere, NR, 804123/1888
www.inselraum.de
Weitere attraktive Arrange-
ments unter:
Tel. 038393 - 150
www.grandhotelbinz.de
reservierung@grandhotelbinz.com
-----------------------------------------
Wellness
Zertifikat
Inklusive: W-LAN und SKY TV,
Pool + Saunen, Sport + Gymnastik
Thai Bali Beauty Farm + medizinische
Programme individuell buchbar
Kinderhit: ab 40 € Ü/HP im Elternzi.
-----------------------------------------
Baumwipfelpfad: Eröffnung 15.6. !
-----------------------------------------
Störtebeker Festspielkarten +
Bustransfer, buchbar im Hotel
-----------------------------------------
5x Übern. /HP ab 514 p.P./DZ
Spätsommer 16. 9. դ 10.10.
-----------------------------------------
5x Übern. /HP ab 589 p.P./DZ
Strand und Meer 12. 7. դ 16. 9.
2x Übern. / Gourmet-Frühstück
2x 4-Gang-Schlemmermenü
ab 343 p.P./DZ
-----------------------------------------
Kurztripp Binz auf Rügen
Direkt am feinsten Sandstrand
Himmelpfort
direkt am See, mecklbg./brdbg. Seenpl., traumhaft
schöne FEWO, eig. Boots- und Badesteg, Segeln,
Schwimmen + Paddeln direkt v. d. Tür, Wandern +
Radeln in unverfälschter Natur, Kultur: Schloss
Rheinsberg u. Thermalbd. Templin in d. Nähe, Ber-
lin/Potsdam gut erreichbar, v. Priv. 805242/94490
www.Ferien-in-Himmelpfort.de
Mehr Angebote auf: www.korsika.net
Wir beraten Sie gerne:
T 0800 589 3027 (gratis)
und in Ihrem Reisebüro
Reisebüro Rhomberg GmbH, Eisengasse 12, A-6850 Dornbirn
Abflüge: Juli/August
z.B. Ferienwohnung A Punta
inkl. Flug ab Memmingen
oder Salzburg und Mietwagen.
1 Woche ab € 798,- p.P.
Ein Kind fliegt GRATIS!
Preis bei 2 erw. Personen
Korsika
Familienaktion
Halbinsel St. Tropez, sehr schönes, komf.
Ferienhs. m. Pool, Meerblick, 5 SZ, 4 Bäder
frei ab 1.9., 802242/912397
1 Woche Wandern
und Genießen inkl.
HP, Wellness und
Gourmetmenü
####
www.hohenfels.at
L a n d h o t e l
für Genießer
2 Hauben Gourmetküche
ab 805,- €p.P.
Mit der hocheffektiven LNB-Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht
können über 90 % der häufigsten Schmerzen auf einen Restschmerz
reduziert oder sogar fast vollständig beseitigt werden - auf natürliche
Weise, ohne Medikamente und Operationen. LNB kann selbst bei
austherapierten Fällen helfen.
J OVI TALI S
LNB SCHMERZFREI EXKLUSIV
3 Tage Einzeltherapie Bad Füssing, 21. & 24.07.2013
LNB SCHMERZFREIWOCHE
6 Tage Gruppendynamik Bad Füssing, 21.07.2013
Information, Buchung & weitere Termine: Tel. +49(0) 85 31 23 - 21 01
www.jovitalis.de/LNB
Johannesbad Rehakliniken AG&Co. KG| Johannesstraße 2 | 94072 Bad Füssing
LNB ist ein Programm der
Johannesbad JOVITALIS Gesundheitswelt.
Therapie der Schmerzzonen: Wirbelsäule, Rumpf, Kopf, Nacken,
Schulter, Arm, Hüfte, Knie und weitere Schmerzarten
Wir haben
die Lösung.
IMMER NOCH
RÜCKENSCHMERZEN?
Elba, FeWo, Aug. undab21.09. 806222/62351
Für Kurzentschlossene:
Segelschiff Thor Heyerdahl
Montag, 26. 8. bis Freitag, 6. 9. 2013
Jugendreise (ab 14 Jahren)
Preis: 575,- C
Montag, 9. 9. bis Freitag, 13. 9. 2013
Wochentörn Sonderpreis:
Erwachsene Preis: 290,- C
Jugendliche Preis: 180,- C
Freitag, 13. 9. bis Sonntag, 15. 9. 2013
Schnuppertörn Sonderpreis:
Erwachsene Preis: 160,- C
Jugendliche Preis: 90,- C
Anmeldung und nähere Informationen
unter Telefon 04 31-67 77 57
www.thor-heyerdahl.de
(Alle Reisen zzgl. einmaligen
Mitgliedsbeitrag für STH e.V.
22,- C pro Jugendliche
44,- C pro Erwachsene)
Z
u einem Urlaub mit fünf Sternen gehört auch ein Garten mit
achtzehn Löchern.“ Wahrscheinlich stammt der unbekann-
te Urheber dieses Zitats aus dem Wallis. Imposant ist in dem
Schweizer Kanton allein das Alpendekor: 47 Viertausender
ragen, aufgereiht zwischen Rhônegletscher und Genfer See, in
den Himmel. Dazwischen liegen mal im Tal zwischen Obst und
Weingärten, mal in der Hochebene acht nicht minder abwechs-
lungsreiche Golfplätze. Sie machen das Wallis zu einem echten
Geheimtipp für eine Golf-Safari. Als wahres Golfer-Paradies gilt
Crans-Montana, wo die Golf-Tradition schon mehr als 100 Jah-
re alt ist und auf dessen berühmtestem Platz „Severiano Bal-
lesteros“ jährlich das „Omega European Masters“ ausgetragen
wird (2013: 5. bis 8. September). Es ist nach den British Open
das wichtigste Turnier im europäischen Spielkalender.
Der Golfclub Matterhorn ist nach seinem berühmten Nach-
barn benannt und gilt als einer der schönsten Plätze der Süd-
schweiz. Entworfen wurde der 9-Loch-Kurs von John Chilver
Stainer, der hier sein Können unter Beweis stellte. Harmonisch
fügt sich die Infrastruktur des Platzes in Talebene auf 1.400 Me-
ter Höhe ein. Abwechslung bietet auch „Les Esserts“ in Verbier,
bei dem die Löcher originell auf Terrassen angelegt sind, die
bis ins Dorf hinunterführen. Ein technisch anspruchsvoller Par-
cours, bei dem die Anstrengungen mit einem Blick auf Grand
Combin und Mont Blanc belohnt werden. Mitten im UNESCO-
Welterbe um den Aletschgletscher schwingt es sich auf dem
Golfplatz Riederalp ebenso gut. Um zu dem Platz auf 2.000
Meter Höhe zu gelangen, muss man in die Seilbahn steigen.
Unter dem Motto „Golf für jedermann“ sollen auf dem auto-
freien Hochplateau speziell Anfänger und verbesserungswillige
Spieler für den Sport motiviert werden.
Weitere Informationen zu den Golfclubs im Wallis unter
www.golf-wallis.ch.
Wallis: Paradies für Golfer
Abschlag vor Matterhorn und Aletsch
Schon lange endet eine Golfpartie nicht mehr mit dem letz-
ten Schlag auf dem Putting-Green, sondern bei einem leckeren
Essen. Da herrscht im Wallis das Credo: Nichts geht über ein
Raclette mit echtem Walliser Raclette-Käse AOP. Als Beilagen
werden Cornichons, Silberzwiebeln und Pellkartoffeln serviert.
Selbstverständlich darf ein Glas Fendant auch nicht fehlen.
Als Nachkommen von Hotelpionier Cäsar Ritz sind die Walli-
ser natürlich offen für Küchentrends aus aller Welt. Einige der
weltbesten Gourmetköche – etwa Didier De Courten in Sierre,
Markus Neff in Saas-Fee oder Pierre Crepaud in Crans-Montana
– bereichern die Gastronomielandschaft.
Weitere Informationen unter: www.wallis.ch.
Perfekt ondulierte Greens und typische Schweizer Gaumengenüsse machen das Wallis zur ersten Adresse für Golfer.
Raclette gehört zum Wallis wie die Berge zur Schweiz.
Zum Dahinschmelzen
In jedem Golfer steckt ein Gourmet
F
o
to
s
: C
h
ris
tia
n
P
e
rre
t &
V
a
la
is
/W
a
llis
P
ro
m
o
tio
n
F
o
to
s
: O
liv
ie
r M
a
ire
&
V
a
la
is
/W
a
llis
P
ro
m
o
tio
n
F
o
to
s
: C
h
ris
tia
n
P
e
rre
t &
V
a
la
is
/W
a
llis
P
ro
m
o
tio
n
In idyllischer Einzellage, Nähe Heide Park
Soltau, Gasthaus-Pension Im Rehwinkel
805197/203 www.im-rehwinkel.de
BERGWANDERSOMMER ANGEBOT
VOM 13.07.13 BIS 24.08.13
7 Übernachtungen |n der Su|te Enz|an, 38 m² º
Alpenhof-3/4-Verwohnpens|on und lnk|us|v|e|stungen º
5 – 10 geführte Wanderungen (Mo. – Fr.) º
30 € We||nessgutsche|n º
Berg|ause auí der hote|e|genen A|m º
1 x wöchentlich GALA Dinner, Kuchenparty º

köstliches Dessertbuffet u.v.m.
º Begrüßungsabend mit Bildern: „Wie es früher einmal war...“
º Alpenhof-Rucksack im Zimmer u. Kostenlose Leih-Wanderstöcke
º 1.000m² Alpengarten u. 1.600 m² VITALIS SPA
841,- € p. P.
896,- € p. P. inkl. Zillertal Activcard
Weitere Kategorien auf Anfrage, www.alpenhof.at
... umden Sommer zu spüren – auf saftigen Wiesen,
an frischer Luft – im Naturparadies Tuxertal-Tirol.
Lassen Sie sich glücklich machen. Von Menschen,
die Gastfreundschaft vomHerzen aus leben.
Das einzige Superior Hotel Alpenhof in Hintertux
gehört mit seinen insgesamt 63 Zimmern und
Suiten längst zu Europas Top-Adressen. Paradie-
sische Ruhe, der 1000 m² große Alpengarten mit
Gletscherblick, der Wellnessbereich VITALIS SPA
auf 1.600 Quadratmetern mit Bergseehallenbad
(128 m
2
), verschiedenen Saunen, Dampfbäder
Ruheräume, beste Auswahl an Massagen und
Beautyanwendungen bilden die Eckpfeiler des Er-
folgs genauso wie das MEHR an Service und das
erstklassige kulinarische Genussangebot in den
schönen Alpenhofstuben.
Im Sommer ist das Tuxertal ein Naturparadies
mit einem fantastischen Sportangebot: 350 km
Wanderwege, 30 bewirtschaftete Almen, 90
Gipfeltouren, 70 km Mountainbike-Touren, Fes-
te und Feiern und zahlreiche Ausflugsziele. Und
nach dem Motto „Mehr Service“ versteht es sich
von selbst, dass der Alpenhof von Juni bis Ok-
tober einen Wander- und Bergführer für seine
Gäste „griffbereit im Haus“ zur Verfügung stellt.
Zwischen 25.05.2013 und 13.10.2013 ist die Zillertal
Activcard der ideale Begleiter für alle, die das Zillertal
von vorne bis hinten genießen möchten: Täglich eine
Berg- und Talfahrt, freier Eintritt in 6 Freischwimmbäder,
spezielle Angebote für Familien u. v. m. Das Superior-
Hotel Alpenhof überzeugte bei den diesjährigen
Travellers‘ Choice Hotel Awards von TripAdvisor.
Der Alpenhof hat gleich in drei Kategorien eine Aus-
zeichnung erhalten: bestes Hotel in der Kategorie
„Top-Hotels“, bestes Hotel in der Kategorie „Ser-
vice“ und Platz sechs in der europäischen Liste der
„Top-Hotels“.
Die Auszeichnung als Holiday Check Top Hotel
wurde schon zum 4. Mail in Folge verliehen:
2010, 2011, 2012, 2013.
LASSEN SIE SICH ZEIT ...
Toskanisch. Idyll, Panoramalage zw. Öl- u.
Weinbergen, Lucca 15 km, Florenz 60 km,
Meer 1/2 Std.; Eine Villa, 3 Häuser, 4 App.,
Pool, Komfort-Ausstattung, 8+39-
0583978011 www.fattoriadifubbiano.it
Marken Ferienhaus + Pool, sehr schönes
charmantes FeHs (Rustico), Alleinlage, Pa-
norama,gr. Garten,Hunde willk.,bis 8 Pers.
ట0171 5533317 www.Villa-Bucchiano.eu
COMERSEE.de Sommerferien
Kleine &große UrlaubsParadiese in Toplagen,
tw. Pool/Bikes 808178/997 87 87
Toscana, stilv. Rustico, Hzg., Terr., Meerbl.,
f. 2-4 P., 80172/8370253 www.casesi.de
Gardasee FeWo., Pool, Hund willk.
www.tignale.de 809127/95609
Altes Steinhaus Panoramalage 2 Whg.
www.TOSCANAprivat.de 80172/8815007
Toscana, kl.Natursteinhaus, Alleinl., Meerbl.
90,-/Tg.+50,- Endr., v.Priv.80172/6240527
Toskana, 3 kmMeer, 100m², 2 Etagen, 2 Bä-
der, von privat. 80176/42062790
Gardasee/Lazise, Bungalow, Gem.-Pool, f.
4 Pers., Hund OK, Aug. frei 8 069/527570
Unesco-Welterbe Cilento/Südit. Fh’ser am
Meer T. 0941/5676460, www.cilento-ferien.de
Marken,FeHa,20Min.z.Meer,komf.Ausst.,
frei Ende 08 und 09, T: 089 64209309
Umbrien/Trasimenosee: FeWo, Pool, Alleinlg.
v. privat 808131-3799666 www.cerreto.de
INSEL
RÜGEN
w
w
w
.b
in
z
-
b
e
lle
v
u
e
.d
e
Neu ausgestattete FeWos direkt am Strand, Balkone
mit traumh. Meerblick, Sauna, Lift, Brötchenservice,
W-LAN, Super Preisangebote.
18609 Ostseebad Binz, Strandpromenade 29
Fon 03 83 93/3 21 43, Fax 3 27 45
E-Mail: ferien@binz-bellevue.de
Frühstück unter Palmen-First-Class
Wellness, Sauna, Schwimmbad 30º,
Lange gesucht - das Beste gefunden
Timmendorfer Strand, Hausprospekt!
www.hotel-duenenhaus.de
804503/8000
Ferien auf Rügen? Hübsches, komf. Fehs.,
6 Erw. (3 SZ) + Kinder, im Aug. u. Sept.
noch Termine frei, € 600-880/Woche inkl. NK
Reitmögl. in d. Nähe. inselerlebnis@web.de
Ostseebad Laboe, DZ, Übernacht + FS, dir.
Strandlg., ab 30,- pro Pers. 80170/4615360
Usedom, komf. FeWo, 150m v.Strand, TG,
frei: 24.08.-31.08.13 80395/4513894
T +41 81 836 80 00 · www.kulm.com
“ALPEN-SPA,
GAUMENKITZEL &
GIPFELTREFFEN”
Wellbeing seit 1856
Erleben Sie unseren Bergsommer
www.kulm.com/sommer
St. Moritz
3333
Hotel Europa
Sommerpreise! CHF 99,- ÜF / p.P. / DZ
8 +41(0)81 839 55 55 www.hotel-europa.ch
Urgemütliches bretonisches Bauernhaus
ruhig, auf 7000m2 -Terrain, bis 8 Pers.,
deutscher Standard, dt. SAT-TV, 2 km
zum Strand. Noch Hochsaisontermine frei.
Info: www.villabettina.de
BRETAGNE : Ferienhäuser.
LAST MINUTE Angebote.
Katalog. Tel.: 0033/298-532215
www.atlanticabretagne.com
Golf von St. Tropez / Golf von Cannes
Lastminuteangebote. FeWo‘s+Häuser mit
Meerblick und Poolbenutzung. Infos + Bu-
chung: 0 86 41/6 30 81 www.rb-tours.de
Südfrankreich, Narbonne/Mittelmeer, Komf.-
Ferienhaus, 2-4 P., Meerblick, Strandnähe,
21.9.-5.10. noch frei, 809141/6100
Cote d´Ázur, St. Maxime, Hs., Meerbl., max.
6 Pers., 500 m z. Strand, 80172/7465500
www.croatia-krk.eu
Sie sehnen sich nach Meer, Sonne und Entspannung? Dann machen
Sie Urlaub auf der malerischen kroatischen Insel Krk und wohnen
in den schönen Appartements und Studios der Familie G.
Porec App., 2/4 Pers., ab sofort frei
80171-2630307 sorglos-urlaub-porec.de
HURTIGRUTEN
Katalog 2014 Kostenloser Versand
unter www.seereisen-berlin.de oder
8030-44 67 83 64
Hotel in Berlin-Mitte
zentral +ruhig, geschl. P
EZ und DZ ab 49,- €* DU/WC
Info: 9-20 Uhr, 8030/4931074
www.hotel-am-luisenbad.de
*außer Messe +Großveranst.
Berlin, FeWo bis 4 Personen, Komfort, gute
Verkehrsanbindung, 8030/6623311
Hotelp. MARGRIT, 400 mv. Kudamm, Zi. m.
DU o. DU/WC 8030/88918859 Fx 8823228
2Zi FeWo/www.ekolbow.de8030/8031530
Ferienhaus amHahnenbach, 2-8 P., ab € 39,-
www.heideurlaub24.de
Für Individualurlauber: Natursteinhaus zw. Toskana
und Marken, sehr gut einger., gr. Garten, gerne Haus-
tiere, wunders. Aussicht, DSL, ab € 290,-/Wo.
Tel. 0173/3752851 www.casa-kuraj.de
TTSardinien Ostküste
Private Villa mit gr. Garten am Sandstrand
Kleinere Häuser auf Anfrage (2-8 Personen)
www. sardain.de TT 80 89/ 812 05 00
GARDASEE BARDOLINO:
TOP Fewos/Hs, Pool, Garten, direkt
am See oder am Hügel, Woch., monatl.,
Saison, jährl. zu vermieten.
(0039) 045 7211420 www.immobiliarerighetto.com
Kurzfristig frei: Toscana - Weingut
große landestypische FeWos + Zimmer
f. 2-4 Personen Nähe Cecina, 8 km z. Meer
80039/0586650083 deutschsprechend
www.anticafattoriasangiovanni.it
Die Ferienhaus-Spezialisten für Italien
030.30820408· Manteuffelstr.5a·12203Berlin
Deutschland allgemein
Berlin
Lüneburger Heide
Nordsee
Oberbayern
Ostbayern/Bayerischer Wald
Ostsee
Frankreich
Italien
Kroatien
Erlebnis- und
Abenteuerreisen
Österreich
Schweiz
Skandinavien
Anzeigenannahme
Telefon 0 89 / 21 83-10 30 · Telefax 0 89 / 21 83-7 95
www.sz.de/anzeigen
Reisemarkt
Die schönsten Reiseziele
Jeden Donnerstag in Ihrer SZ
Städtereisen
von Aachen bis Zürich
Die schönsten Reiseziele – jeden
Donnerstag in Ihrer Süddeutschen
Zeitung
12 Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160
Berlin – Hunderttausende Mieter werden
dankeines neuenUrteils beimAuszug ihre
Wohnung weder renovierennoch anteilige
Kosten dafür übernehmen müssen. Grund
ist, dass der Bundesgerichtshof (BGH) eine
weitereVertragsklausel zuSchönheitsrepa-
raturen gekippt hat. Die höchsten deut-
schen Zivilrichter entschieden, dass soge-
nannte Quotenklauseln, die den „Kosten-
voranschlag eines vom Vermieter auszu-
wählenden Malerfachgeschäfts“ zur Be-
rechnungsgrundlagevonRenovierungsar-
beiten machen, ungültig sind (Aktenzei-
chen: VIII ZR 285/12). Solche Quotenklau-
seln sind nach Angaben des Deutschen
Mieterbunds (DMB) sehr verbreitet. „Nach
unserer EinschätzungsindHunderttausen-
devonMietverhältnissenbetroffen“, sagte
DMB-Direktor Lukas Siebenkotten am
Freitag in Berlin. „Folge ist, dass in diesen
Fällen Mieter beimAuszug keine Renovie-
rungskosten zahlen müssen.“
IndemkonkretenFall hattesicheinMie-
ter dagegen gewehrt, nach seinemAuszug
anteilige Kosten für Schönheitsreparatu-
ren zu übernehmen. Er hatte die Wohnung
lediglich von März 2009 bis Dezember
2010 bewohnt, also 22 Monate. Laut Miet-
vertrag wäre er eigentlich erst nach fünf
Jahren(alsonach60Monaten) zur Renovie-
rung verpflichtet gewesen. Nach seinem
Auszug präsentierte die Vermieterin ihm
den Kostenvoranschlag eines Malers, wo-
nach das Streichenlassen der Wohnung
undweitere Schönheitsreparatureninsge-
samt 3055 Euro kosten würden. Sie erwar-
tete, dass der Mieter 22/60 davon über-
nimmt. ImMietvertragbefandsicheineRe-
gelung, wonach der Mieter die Kosten an-
teiligen zu übernehmen habe, wenn er zu
einemZeitpunkt auszieht, andemnochkei-
ne Schönheitsreparaturen fällig sind. Und
weiter der entscheidende Satz: „Berech-
nungsgrundlage ist der Kostenvoran-
schlag eines vomVermieter auszuwählen-
den Malerfachgeschäfts.“
Der Mieterbund wies darauf hin, dass
mittlerweileinnahezuallenMietverträgen
Schönheitsreparaturklauseln enthalten
seien. Üblicherweise werde ein sogenann-
ter Fristenplan vereinbart, wonach etwa
nach fünf oder sieben Jahren die Räume
der Wohnungzurenovierenseien. Falls ein
Mieter früher auszieht und der Vermieter
keine Endrenovierung verlangen kann,
soll eine Quotenklausel dafür sorgen, dass
der Mieter wenigstens einen prozentualen
Anteil der Renovierungskosten für seine
Mietzeit zahlt. Der Bundesgerichtshof hat
bereits in mehreren Urteilen entschieden,
dass eine solche Klausel nur wirksam ist,
wennsienachvollziehbar undverständlich
ist –undwennsie nicht auf starrenFristen
fußt. Das heißt: Der Vermieter kann vom
Mieter nicht allein deshalb eine Renovie-
rung verlangen, weil fünf Jahre vergangen
sind, die Wohnung muss zudem auch tat-
sächlich renovierungsbedürftig sein.
In dem neuen Urteil greifen die Richter
nunnocheinenweiterenPunkt auf: Siehal-
ten entsprechende Quotenklauseln für
missverständlich, weil sie nahelegen wür-
den, dass der Kostenvoranschlag des vom
Vermieter ausgewählten Malerfachge-
schäftsbindendfür dieBemessungdes Ab-
geltungsbetrages sei, und der Mieter nicht
selbst einen günstigeren Kostenvoran-
schlag einholen könne. DANIELA KUHR
Schönheitsfehler im Mietvertrag
Der BGH kippt die sogenannte Quotenklausel – und entbindet damit Hunderttausende Mieter von der Renovierungspflicht
VON PETER BURGHARDT
B
is vor dreieinhalb Monaten spazier-
teundfuhr einälterer Herr regelmä-
ßig weitgehend unbehelligt durch
Buenos Aires, der hier heute keinenSchritt
mehr machenkönnte, ohne Menschenauf-
läufe zu verursachen. Jorge Mario Bergo-
glio wohnte damals neben der Kathedrale
imHerzen der argentinischen Hauptstadt,
er war der Kardinal. Dann flog Bergoglio
nach Rom und wurde am 13. März zum
Papst gewählt. Jetzt nennt er sich Franzis-
kus, auf Spanisch Francisco. Den Argenti-
niern verschlug es kurz die Sprache, aber
schnell wurde umso mehr geredet. Längst
gibt es Scharen von Einheimischen, die
den Pontifex vor seinem Amtswechsel in
der U- Bahn getroffen haben wollen oder
beim Haareschneiden. Er gilt – anders als
sein deutscher Vorgänger Benedikt XVI. –
als ausgesprochen leutselig. Schon bald
entdeckte die Metropole ihre neue Attrak-
tion. Deshalb gibt es diese Tour.
Der weiße Bus wartet an einem feucht-
kalten Samstagnachmittag vor der Basíli-
ca San José de Flores. „Circuíto papal“
steht auf einemgelbenAufkleber, „päpstli-
che Rundfahrt“. Bis vor kurzemkutschier-
te das Fremdenverkehrsamt Touristennur
gegen Gebühr in Doppeldeckern an Ziele
wie das TeatroColón, das StadionvonBoca
Juniors mit der Maradona-Statue oder den
Friedhof Recoleta, woEvita Perónruht. In-
zwischengeht es anWochenendenundFei-
ertagenaußerdemzweimal täglichkosten-
los durchdas Lebendes nunberühmtesten
Sohnes vomRio de la Plata.
Indie50Sitze sinkenallerdings weniger
Touristen, sondern hauptsächlich „porte-
ños“, Bewohner von Buenos Aires – die
meistenvonihnengläubig, weiblichundin
etwa so alt wie der 76-jährige Franziskus.
Ein paar jüngere Pilger sind auch an Bord
undaußer einemDeutschenzwei Brasilia-
ner, bald wird der katholische Oberhirte
Rio de Janeiro besuchen. Erst wirkt dies
wie eine Kaffeefahrt, bei der Heizdecken
verkauft werden. Doch die Route sieht 24
Stationen eines himmlischen Aufstiegs
vor, es geht dreieinhalb Stunden lang
durchneunStadtteile. „Dies ist eine offene
Geschichte“, spricht Reiseleiter Daniel Ve-
ga ins Mikro, „sie geht ja gerade erst los.“
Es beginnt alsoimViertel Flores, da ver-
irren sich Fremde sonst selten hin. Flache,
meist einfache Häuser, untere Mittelklas-
se. Bergoglio kamhier 1936zur Welt, seine
Familie war aus dem Piemont eingewan-
dert. Vega erzählt, dass der Dampfer, den
die Bergoglios ursprünglich hatten neh-
menwollen, vor Brasilien sank. Sie stiegen
zum Glück erst auf das nächste Schiff,
sonst gäbe es keinen argentinischen Fran-
ziskus. Seine Großmutter betrat den Ha-
fen von Buenos Aires trotz Sommerhitze
imWintermantel, unter dem sie den Erlös
ausdemVerkauf ihrer Konditorei versteck-
te. Die Basilika San José de Flores war für
denEnkel dannentscheidend, indemTem-
pel soll der 17-jährige Jorgeseine Berufung
gespürt haben.
Der Ort seiner Erweckung erhebt sich
an der Avenida Rivadavia, die sich 35 Kilo-
meterlangdurchdenGroßraumBuenos Ai-
res zieht. Die Straße ist eine Achse inBerg-
oglios Karriere. Zunächst erreicht man in
einer Seitenstraße seinen Kindergarten
der Barmherzigen Jungfrau und zwei
Ecken weiter die aktuelle Version seines
schlichten Elternhauses, Adresse: Mem-
brillar 531. Das Haus hat zwei Stockwerke,
dieJalousiensindheruntergelassen. ImIn-
nenhof: Grill, Zitronenbaum und Grape-
fruitbaum, aber das sieht man im Vorbei-
fahren hinter der Holztür nicht. Es zeigt
sich nur eine Frau, die froh seinkann, dass
die Kamerateams inzwischen verschwun-
den sind. Und an der Fassade aus marmo-
riertemSteinversichert eine Tafel: „Indie-
semHaus hat Papst Franziskus gelebt.“
Fast alleAnwohner habenReporternwo-
chenlang berichtet, dass ihr Papst aus Flo-
res ein außerordentlich netter, normaler,
humorvoller, gebildeter und kluger Mann
sei. AlsKindFußballer ander PlazoletaHer-
minia Brumana, nachher Kettenraucher,
späterVerlust einesLungenflügels. Vier Ge-
schwister, von denen nur noch seine
Schwester María Elena lebt und sagt, sie
sei nun nicht mehr María Elena, sondern
die Schwester des Papstes. Mittlerweile
wird es abgesehen von diesen Reisegrup-
pen an seinemUrsprung ruhiger, während
der bescheidene Franziskus den Heiligen
Stuhl aufräumt. Dafür klagen die Nach-
barn daheimüber Diebstähle.
Man passiert nun das Vikariat von Flo-
res, wo Bergoglio 1992 Bischof wurde. Die
Mauern schmückt sein Bild und das der
Präsidentin Cristina Fernández de Kirch-
ner. Dort wollte er sich demnächst zur Ru-
hesetzen, „aber gut, die Umstände wurden
andere“, sagt Conferéncier Vega und lacht.
„El hombre propone y dios dispone“, ruft
eine Dame –der Menschdenkt, Gott lenkt.
Der Bus und der Vortrag schaukeln die
Reisegruppe in kontemplative Gemütlich-
keit. Draußen ziehen Pizzerien vorbei,
Fruchtläden, Stundenhotels. Da ist die in
die Jahre gekommen Schule, die Bergoglio
zum Chemie-Techniker ausbildete. Sprü-
cheauf Wändengedenkenden„desapareci-
dos“, denVerschwundenender Militärdik-
tatur. 30 000 Andersdenkende wurden
zwischen 1976 und 1983 verschleppt und
umgebracht. Bergoglios Rolleinjener Hor-
rorzeit ist umstritten, dochbei diesemAus-
flug kein Thema, seine konservative Ader
auch nicht. Ausgelassen werden außer-
dem die Armenviertel, wo er bis vor kur-
zem Bedürftige betreute. Diese Villas sind
zu eng für Busse. Und zu gefährlich.
Dafür werfen die Passagiere einen Blick
auf das Gefängnis Devoto, Bergoglio be-
suchte dort Häftlinge. ImWohnviertel Vil-
la Devoto, mit 39 Meter Höhe der Gipfel
von Buenos Aires, liegt auch das Seminar
der Jesuiten, in das er mit 22 eintrat. Über
demEingang hängen zerfledderte Fahnen
Argentiniens und des Vatikans, himmel-
blau-weiß und gelb-weiß. Der erste Zwi-
schenstopp mit Aussteigen ereignet sich
dann im Viertel Agronomía am Kloster de
la Virgen desatanudos, von Maria Knoten-
löserin. Eine Kopie des Ölgemäldes brach-
te Bergoglio vom Studium aus Augsburg
mit, seitdem heißt es, Wallfahrer hätten
drei Wünsche frei. „Daran glaubst du doch
nicht“, sagt eine Frau zu ihremGatten. Ve-
ga verteilt vor der Weiterfahrt Postkarten
mit Franziskus und der Jungfrau.
Weitere Wunder ereigneten sich an den
EtappenzielenBasílica de SanCarlos yMa-
ría Auxiliadora im Tango-Quartier Alma-
gro, wo sich Vater und Mutter Bergoglio
kennen lernten. Und nebenan, wo 1907 ein
Salesianer den Fußballklub San Lorenzo
gründete. Der heilige Erstligist vermied
den Abstieg, als Vereinsmitglied Bergoglio
Papst wurde, undbekamkürzlichsogar ei-
nen Titel aus Bergoglios Geburtsjahr 1936
zugesprochen. Ins Fegefeuer zweite Liga
muss Independiente, genannt „die Teu-
fel“. „Que grande!“, schreit einer – wie
großartig!
Vorbei geht es an Uni und dem Obelis-
ken (wie Bergoglio Jahrgang 1936) zumFi-
nalevor der Kathedraleander PlazadeMa-
yo. Gegenüber leuchtet der pink ange-
strahltePräsidentschaftspalast CasaRosa-
da. Auf demProgrammstündennochBerg-
oglios Kiosk und sein Friseur, aber beide
haben schon geschlossen. Wenn sie geöff-
net sind, dann schwärmt der Zeitungs-
mann, wieFranziskus11 160Kilometer ent-
fernt aus dem Vatikan das Blatt La Nación
abbestellte. „Im Ernst, ich bin Jorge Berg-
oglio, ich rufe dich aus Rom an.“ Und der
Friseur erläutert, wie sie beim Frisieren
über Gott und die Welt sprachen.
„Erster Lateinamerikaner als Papst, ers-
ter Argentinier, erster „porteño“, erster Je-
suit, erster Chemiker, erster Fan von San
Lorenzo“, schließt Daniel Vega mit heise-
rer Stimme. „Ich bewundere alles an ihm“,
raunt eine Mitreisende. „Ich habe Hun-
ger“, sagt eine andere, „ich könnte jetzt
Pasta essen.“
Franziskus’
Weg
Der Papst ist längst die größte Attraktion von Buenos Aires.
Mit dem Bus kann man die Stationen seines Lebens abfahren
Nur noch ein Aufkleber und fertig ist das Papamobil. Der Bus fährt zweimal täglich kostenlos. Einziger Programmpunkt: das frühere Leben des Papstes. FOTO: AFP
Giglio–DieBergungdes Wracks der hava-
rierten „Costa Concordia“ soll nach neuen
Schätzung der Reederei 500Millionen Eu-
ro kosten undwird damit mehr als doppelt
so teuer wie veranschlagt. Das der italieni-
schen Insel Giglio havarierte Kreuzfahrt-
schiff soll im September aufgerichtet und
weggeschleppt werden. „Man kann dieses
Jahr nicht ausschließen, aber das nächste
Jahr ist wahrscheinlicher“, sagte der Pro-
jektleiter FrancoPorcellacchiavonderitali-
enischenReederei CostaCrocierezumvor-
aussichtlichen Abschluss der Arbeiten.
Rund 500 Spezialisten arbeiten derzeit
rund um die Uhr in Schichten an der Ber-
gung. Zu Beginn des Projekts im Mai 2012
warenfür dieAktionKosteninHöhevonet-
wa 236 Millionen Euro und eine erwartete
Dauer von einem Jahr angegeben worden.
Die „Costa Concordia“ war imJanuar 2012
vor der Toskana-Insel gekentert. 32 Men-
schen starben bei dem Unglück, unter ih-
nen zwölf Deutsche. Der Prozess gegen
den Kapitän Francesco Schettino beginnt
inder kommendenWoche. Ihmwerdenun-
ter anderem fahrlässige Tötung und Kör-
perverletzung vorgeworfen. DPA
Tokio – Gut zwei Jahre nach der Reaktor-
katastrophe in Fukushima haben japani-
sche Fischer unweit der Anlage einenstark
verseuchtenBarschgefangen. Wiedieörtli-
chenBehörden amFreitag mitteilten, wies
das nahe der Stadt Hitachi inder Präfektur
Ibaraki gefangene Tier einen Cäsium-An-
teil von mehr als 1000 Becquerel pro Kilo-
grammauf undüberschritt diefür Lebens-
mittel zulässige Höchstgrenze damit um
dasZehnfache. Der Fundort liegt nur weni-
geDutzendKilometer vonFukushimaent-
fernt. Das Tier wurde bereits am4. Juli ge-
fangen. Eine derart hohe Belastung mit
demhochradioaktivenElement war bei ei-
nemFischdieser Art bislangnochnicht ge-
messen worden. Barsche aus der betroffe-
nen Region dürfen aber ohnehin nicht auf
dem Markt gehandelt werden. Im März
2011 waren 18 000 Menschen ums Leben
gekommen, als ein schweres Erdbeben
undeinTsunami dieGegendumdieAtom-
anlageFukushimaverwüsteten. DieNatur-
katastrophe führte in einigen Reaktoren
zur Kernschmelze, der folgenschwersten
Atomkatastrophe seit dem Unglück im
ukrainischen Tschernobyl 1986. AFP
Ob Malerarbeiten nach Auszug Pflicht
sind, hängt vom Mietvertrag ab. FOTO: DPA
Wohnt in Rom, ist aber trotzdem der mit
Abstand beliebteste Einwohner von Bue-
nos Aires: Papst Franziskus I. FOTO: DPA
Costa Concordia: Bergung
kostet 500 Millionen Euro
„Ich bewundere alles an ihm“,
schwärmt eine Touristin. „Ich hab’
Hunger“, antwortet eine zweite
Fisch vor Fukushima
offenbar stark belastet
Die Route endet nach dreieinhalb
Stunden beimfrüheren Friseur
von Franziskus. Der hat schon zu
PANORAMA DEFGH Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 HF2 13
Urlaub mit DERTOUR
und Sie bestimmen,
wo’s langgeht
DERTOUR Amadeus

Flusskreuzfahrt ab/bis Passau, 14Nächte in einer 2-Bett-Kabine inkl. Vollpension,
Willkommens-Dinner, großer Gala-Abend des Kapitäns, DERTOUR-Bordreiseleitung,
Reisetermine: 26.7.-9.8. und 30.8.-13.9.2013
Pro Person ab € 1.998
*nur gültig für Neubuchungen
DERTOUR Mozart

Flusskreuzfahrt ab/bis Passau, 14Nächte in einer 2-Bett-Innenkabine inkl.
Vollpension, Willkommens-/Abschieds-Dinner, DERTOUR-Bordreiseleitung,
Reisetermin: 8.-22.8.2013
Pro Person ab € 2.198
*nur gültig für Neubuchungen
Informationen und Buchung in IhremReisebüro oder unter:
www.dertour.de/flusskreuzfahrten, Tel.: 0699588-5454(Mo-So: 8-20Uhr)
DERTouristik Frankfurt GmbH &Co. KG, Emil-von-Behring-Str. 6, 60424 Frankfurt
Faszinierende Donau
Auf den DERTOUR-Schiffen
bis zum Donaudelta
€ 1.398*
Sparpreis
€ 1.198*
Sparpreis
JETZT BUCHEN:
www.lindner.de/sommer
SPEYER
ab € 59,75 p. P. im DZ
HAMBURG
ab € 45,15 p. P. im DZ
BRATISLAVA/SK
ab € 32,25 p. P. im DZ
WIR TEILEN GERNE.
AUCH UNSERE PREISE!
BIS ZU 50 %
SOMMER-RABATT
Kur in Kolberg in Polen - 14 Tage ab 359€!
Haustürabholung 70€, Kuranwendungen,
VP, dt. Betreuung vor Ort, Hotelprospekte
und DVD-Film gratis! 80048/943555126
www.kurhotelawangardia.de
www.florida-villa.de
Villa incl. Boot 8 08661/8211
Ab Aug. 2013 Finca kurzfr. zu verm.,
7800m², 4 SZ, 30 Min. zur Sandbucht von
Comporta, E 580,-/Wo., 8089/36102363
Mallorca • Ibiza
Über 200 exkl. Fincas und Villen
Meeresnähe und Privatpools, Gratiskatalog
MC-Fincaservice · Tel. 089/487421
Fax 487356 · www.fincaservice.com
Mallorca Finca - Last Minute
super Meerblick, 4 SZ, 4 Bäder, Pool,
Wlan u.A., ab 10.08. frei, Tag € 370,- minus
10%, www.finca-golf.de, 80176/26787957
Mallorca, C’an Picafort, komf. Fewo m.
Pkw, 100m², WZ, 3 SZ, 2 Bäder, Küche, Blk.
frei 8.8.-9.9., 804933/330, 0177/4491555
Finca Teneriffa Nord, Meeresnh., tolle Natur,
Golf, www.fincacarpediem.wordpress.com
Prag, Juli/Aug. noch Termine, App., f. 2 P.
kompl. einger., SAT/TV zentrumsnah., inkl.
Wäsche, Tier OK, 40,-/Tag inkl. Endreini-
gung 80042/02/61218875, 0172/2885008
Mittel-/Osteuropa
Portugal
Spanien
Kulturreisen
Weitere europäische Reiseziele
USA
DiealteResidenz-Stadt derProvencehat si-
cherlich viel Flair, doch bei 35 Grad im
Schatten und gefühlten 150 Prozent Luft-
feuchtigkeit erlahmt der Besichtigungsei-
fer. Am liebsten würde ich mich jetzt auf
die legendäre Terrasse des Café Les Deux
Garçons unter die Platanen setzen und ein
frisch gezapftes Leffe-Bier trinken. Nur ist
es dafür um zwei Uhr nachmittags eher
noch zu früh. Also flüchte ich mich in die
Église Saint-Esprit, weniger auf der Suche
nach Kunst als nach Kühle. Drinnen ist es
fast genauso heiß wie draußen, nur noch
stickiger. Vielleicht ist es doch schon Zeit
für ein Leffe? Gerade will ich mich zum
Caféaufmachen, als meinBlickauf einPla-
kat inder Kirchefällt. Es zeigt einengefüll-
tenBierkrugmit prächtiger Schaumkrone.
Darunter steht geschrieben: „Dieu seul
comblera ta soif“ – „Nur Gott wird deinen
Durst stillen.“ STEFAN ULRICH
Die Sonne neigt sich bereits, die Mücken
stechen in Hochform, und trotzdem
herrscht eine beschauliche Idylle imNord-
teil des Englischen Gartens. Stadtschäfer
Johannes Rosenhuber ist mit seiner Herde
unterwegs. Die Schafe stehen großzügig
eingezäunt auf der Wiese. Einvernehmli-
ches Grasrupfen, vereinzeltes Geblöke. Ei-
ne Horde Lämmer übt sichinübermütigen
Bocksprüngen. Ein paar abendliche Spa-
ziergänger haben sich am Weidezaun ver-
teilt und beobachten mit verträumten Bli-
cken das Treiben. Zwei Damen mit einem
unruhigen Vierbeiner an der Leine nähern
sich. „Ach, er würde ja so gerne die Schafe
jagen. Hütehund wäre wohl sein Traum“,
säuselt die eine zur anderen. Zu ihren Fü-
ßen steht ein schwarz-weißer Zwergpudel
mit blau gefärbtem Schwanz und blauen
Strähnchen auf dem Kopf. Aber man darf
ja mal träumen. GABI KLEIN
Ein tiefes Schlagloch auf einer Landstraße
in Ostungarn, Luftlinie 50 Kilometer von
der rumänische Grenze entfernt. Ein Knall
–undzwei kaputteReifen, aber nur einEr-
satzreifen. Einsamkeit, Stille, ab und zu
rast ein Laster vorbei. Kurze Telefonkette,
nachfünfzehnMinutenist einRetter da. Al-
ter Reifen ab, neuer drauf. Weitere 30 Mi-
nuten später ist ein zweiter Reifen be-
schafft, alter Reifen ab, neuer drauf. Über
den Maisfeldernfärbt sich der Himmel ro-
sa, große Freude: Der Abend ist gerettet.
Oder doch nicht? Das Schlagloch hat auch
die Hydraulik beerdigt, der Wagen liegt
fast auf der Straße. Also auf zur Werkstatt
nachDebrecen. 200 000Einwohner, sozia-
listischer Spätbarock–undeine hypermo-
derne Werkstatt. Einen Tag lang wird ge-
schraubt, gefräst, gemessen und gewer-
kelt. Für 250 Euro. Wenn also eine Panne,
dann in Ostungarn. CATHRIN KAHLWEIT
Prinzessin Stéphanie von Monaco, 48,
hat zwei Elefanten Asyl gewährt, denen
die Einschläferung gedroht hatte. Die
bislang in einemZoo in Lyon lebenden
Tiere kamen amFreitag in klimatisier-
ten Transportcontainern auf einem
Grundstück der Grimaldi-Familie an
der Côte d’Azur an. Dort werden sie
künftig in einem3500 Quadratmeter
großen Park mit Wasserbecken und
Schutzhütte leben. Die mehr als 40 Jah-
re alten Elefanten Népal und Baby soll-
ten eingeschläfert werden, weil sich bei
Untersuchungen Hinweise auf Tuberku-
lose ergeben hatten. Nach demProtest
von Tierschützern stoppte allerdings
Frankreichs oberstes Verwaltungsge-
richt die Pläne. Prinzessin Stéphanie
bot daraufhin die Aufnahme der Tiere
an. Der frühere Filmstar Brigitte Bar-
dot, 78, hatte sogar angekündigt, nach
Russland auszuwandern, sollten die
Elefanten getötet werden.
Scottie Pippen, 47, ehemaliger US-Bas-
ketballer, ist von einemAutogrammjä-
ger auf vier Millionen Dollar verklagt
worden. Pippen habe den Fan imJuni
„brutal und grundlos“ angegriffen,
teilten die Anwälte des Klägers mit. Der
Vorfall hatte sich vor einemRestaurant
in Malibu ereignet, der Mann soll um
ein Autogrammfür den Sohn seiner
Freundin gebeten haben. Laut Polizei
hatte der Fan den ehemaligen Sportler
schon imRestaurants fotografiert und
umein Autogrammgebeten. Auf dem
Parkplatz sei es dann zu der Auseinan-
dersetzung gekommen. Der Mann wur-
de mit einer Kopfverletzung in ein Kran-
kenhaus gebracht.
Helen Mirren, 67, Schauspielerin, ist
ihre Tätowierung peinlich. „Ich war
sehr betrunken“, sagte sie in der US-
Talkshowvon Jay Leno. „Damals hatten
nur Seeleute und Hells Angels ein Tat-
too – und Frauen auf der wilden Seite
des Hollywood Boulevards“, sagte die
Oscar-Preisträgerin. Das Mini-Tattoo,
das nach zwei aneinandergefügten „X“
aussieht, ziert die Daumenwurzel der
Britin. Gestochen wurde es vor langer
Zeit in einemIndianer-Reservat in Min-
nesota, wie Mirren verriet.
Steve Stricker, 46, US-Golfprofi, ver-
zichtet wegen seines Hochzeitstages auf
den Start bei der British Open vom
18. bis 21. Juli imschottischen Muir-
field. Er wolle die Tage lieber mit seiner
Frau Nicki verbringen, teilte er mit. Er
bleibt damit demältesten noch ausge-
spielten Turnier der Welt fern. Stricker
war 2010 die Nummer zwei der Welt-
rangliste, derzeit ist er auf Platz elf.
Nicki war bis zur Geburt ihrer gemeinsa-
men Tochter 1998 als sein Caddie tätig.
Die Bierbar „Gleis 8“ im Leipziger Haupt-
bahnhof ist ein Ort für alle, die den An-
schluss verpasst haben – sei es nur jenen
zum ICE nach Dresden, oder sei es den an
dieGesellschaft. EinMittwochabendimJu-
li: Eilig rauscht ein junger Mann herein,
schmal geschnittener Anzug, ölig-schwar-
ze Haare, Lackschuhe. Er geht zu dem di-
cken Mann, der an der Theke sitzt: Ist hier
nochfrei? Der Manndreht seinenKopf wie
eine Schildkröte, dann zieht er wortlos die
tresenfarbene Lederjacke vomHocker ne-
ben sich. Der junge Mann setzt sich, be-
stellt ein Bier, wischt auf seinem Telefon
herum. Der dickeMannschaut immer wie-
der rüber, sein Blick sagt: Ich mag dich
nicht. Der junge Mann vergisst die Zeit,
plötzlich muss er zum Zug. Er steht auf
und trinkt das große Bier in einemRutsch.
Der dicke Mann strahlt jetzt. „Bist in Ord-
nung“, sagt er. CORNELIUS POLLMER
Augsburg–EinunbekanntesVirus soll Ur-
sache des jährlichen Bachforellensterbens
imVoralpenlandinBayern, Österreichund
der Schweiz sein. Das teilte das Landesamt
für Umwelt in Augsburg (LfU) am Freitag
mit. Experten des LfU und des Landesfi-
schereiverbandes (LFV) haben zehn Jahre
lang erforscht, warum jedes Jahr im Au-
gust und September viele Bachforellen in
Fließgewässern verenden. Umweltschad-
stoffe und Pflanzenschutzmittel als Ursa-
che schließen die Experten aus. Maßnah-
men gegen das Fischsterben seien aber
erst möglich, wenn der unbekannte Erre-
ger isoliert sei. DPA
Aix-en-Provence
Managua – Das gefährliche Dengue-Fie-
ber breitet sich in Mittelamerika sehr
schnell aus. Vor allemHonduras und Nica-
raguasindmit mehr als 11 000Erkrankun-
genbetroffen. Nicaraguas Gesundheitsmi-
nisterium meldete vier Todesfälle bei
mehrals 1500Ansteckungen. Hondurasbe-
zifferte die Zahl der Erkrankungen auf
9600bei elf Todesfällen. Das Internationa-
le Komitee des Roten Kreuzes hat der hon-
duranischen Regierung etwa 130000 Euro
zurBekämpfungder Virus-Erkrankungge-
spendet. Das Fieber wird vor allem durch
die Mücke Stegomyia aegypti übertragen
und ist in den Tropen verbreitet. DPA
München Debrecen Leipzig
New York – Die von radikal-islamischen
Taliban schwer verletzte pakistanische
SchülerinMalalaYousafzai hat inihrer ers-
ten öffentlichen Rede eine qualifizierte
Schulbildung für alle Kinder auf der Welt
gefordert. „Ich stehe hier, ummeine Stim-
me zu erheben für das Recht jedes einzel-
nen Kindes auf Bildung“, sagte Malala am
Freitag – ihrem 16. Geburtstag – bei den
Vereinten Nationen in New York. „Unsere
Bücher und Stifte sind unsere kraftvollste
Waffe. Bildung ist die einzige Lösung. Ein
Kind, ein Lehrer und ein Buch können die
Welt verändern.“ Taliban-Kämpfer hatten
Malala, die sich in ihrer Heimat für die
SchulbildungvonMädcheneingesetzt hat-
te, im vergangenen Oktober im pakistani-
schen Swat-Tal in den Kopf geschossen.
„Sie haben auch auf meine Freunde ge-
schossen. Sie dachten, dass die Kugelnuns
verstummen lassen würden, aber da lagen
siefalsch“, sagtedieSchülerinbei ihrer auf
Englisch gehaltenen Ansprache vor einer
Versammlung von Jugendlichen, ihrer Fa-
milie und zahlreichen hochrangigen UN-
Vertretern. Sie sei nach demAttentat noch
immer dieselbeMalalawievorher, mit den-
selben Wünschen und Zielen. „Nichts hat
sich verändert, außer das: Schwäche,
Angst und Hoffnungslosigkeit sind weg.
Stärke, Kraft und Mut sind geboren wor-
den.“ Sie spreche auch für all diejenigen,
derenStimmensonst nicht gehört würden,
sagtedieineinrosa-weiß-gemustertes Ge-
wandsamt KopftuchgehüllteMalala. „Nie-
mand kann uns jetzt mehr stoppen.“ DPA
VON NICOLAS RICHTER
Washington– Zwischenzeitlich kniete der
Staatsanwalt auf dem Boden vor den Ge-
schworenen und würgte eine Puppe aus
Schaumstoff. „Kannichihre Puppe auslei-
hen?“, bat der Verteidiger, bevor er selbst
den Dummy misshandelte. Es waren die
letzten Versuche, das nachzustellen, was
sich amverregneten Abend des 26. Febru-
ar 2012 in Sanford, Florida ereignet hatte.
Sie versuchten es mit allen Mitteln, mit
Grafiken, Zeitleisten, Telefonmitschnit-
ten, aber dieser Strafprozess, den Amerika
wochenlang am Rande der Besessenheit
verfolgt hat, er endet ohne Gewissheiten.
Der Angeklagte George Zimmerman,
Mitgliedeiner Bürgerwehr, hatteinder Tat-
nacht in seinem umzäunten Wohnviertel
einen unbekannten, verdächtigen Jungen
bemerkt, der aus seiner Sicht Ärger ma-
chen wollte. Er folgte dem 17 Jahre alten
schwarzen Gymnasiasten TrayvonMartin,
der ihm bald entgegentrat. Es kam zu
Handgreiflichkeiten, und am Ende schoss
Zimmerman, damals 28 Jahre alt, seinem
Gegner in die Brust. Trayvon Martin starb
noch am Tatort. Er war nach Sanford ge-
kommen, umdie Freundin seines geschie-
denen Vaters zu besuchen.
Wochenlang haben sie nun vor Gericht
die Abläufe, die Motive und das Vorleben
der Beteiligten zerlegt, ohne zu einemein-
deutigen Ergebnis zu gelangen. Nun muss
die Jury entscheiden: Ist Zimmerman im
Sinne der Anklage eines Mordes schuldig,
sind seine Motive also besonders verwerf-
lich gewesen, oder handelte er bloßinNot-
wehr, um sich vor einem halbstarken Ra-
bauken zu retten, der ihm während der
Schlägerei dieNasegebrochenundmehre-
re WundenamHinterkopf zugefügt hatte?
Der Prozess bietet alles, was so viele
Amerikaner leidenschaftlich interessiert:
Der Kampf der Gutengegendie Bösen, Se-
gen und Fluch von Schusswaffen, das – in
Florida besonders weitreichende – Recht
auf Selbstverteidigung und dessen Gren-
zen. Vor allemaber das Thema, über das im
Prozess kaumgeredet wurde unddas doch
allgegenwärtig ist: Rasse. Zimmerman,
Sohn eines deutschstämmigen, weißen
Amerikaners und einer Latina. Und Tray-
von Martin, der schwarze Junge mit dem
Kapuzenpulli, von dem sich Zimmerman
angeblich bedroht fühlte, obwohl Martin
zunächst nur friedlich seines Weges ging,
unbewaffnet, in der Tasche nur ein Päck-
chen der Süßigkeit „Skittles“.
DieJurywirdversuchenmüssen, schein-
bar sachfremde Erwägungen wie Hautfar-
bezuignorieren. Aber letztlichwirddas Ur-
teil allein davon abhängen, welche Ge-
schichte die Geschworenen mehr über-
zeugt hat: Die des Opfers Zimmerman,
oder die des Täters Zimmerman. Es ist
kaum auszuschließen, dass die Rasse der
Beteiligten dabei eine Rolle spielt, und sei
es nur imUnterbewussten.
Die Geschworenen wissen, dass ihr Ur-
teil – egal wie es lautet – draußen imLand
enorme Wirkung entfalten wird. Viele
schwarzeAmerikaner hoffenauf eindeutli-
ches Signal, dass die Justiz einschreitet,
wenn ein friedlicher, minderjähriger
schwarzer Junge erschossen wird. Falls
Zimmermanfreigesprochenwird, rechnen
zumindest die AlarmistenimKabelfernse-
henmit Unruheninder schwarzenBevölke-
rung. Der Fall hat Amerikas Schwarze von
Anfang an bewegt; Präsident Barack Oba-
masagte: „HätteicheinenSohn, dannsähe
er aus wie Trayvon Martin.“
GegenZimmermanspricht amEndeder
Beweisaufnahme eine ganze Reihe vonbe-
lastendenIndizien. Zunächst die Tatsache,
dass er Martin überhaupt in einer regneri-
schenNacht verfolgte, obwohl ihndie Poli-
zei amTelefonausdrücklichdazuaufgefor-
dert hatte, dies nicht zu tun. In der Hitze
des Gefechts dann soll er gesagt haben:
„Fucking punks. Diese Arschlöcher kom-
men immer davon.“
In seinem Schlussplädoyer beschrieb
Staatsanwalt BerniedelaRiondadenAnge-
klagten Zimmerman als Möchtegern-She-
riff. Er hätte liebend gern eine Polizeimar-
ke gehabt, und er habe sich nichts sehnli-
cher gewünscht, als von Polizisten respek-
tiert zuwerden. Er sei mit einer 9-Millime-
ter-Waffe und falschen Verdächtigungen
durch sein Viertel gezogen. Schon zu Pro-
zessbeginnbetontedieAnklage: „Zimmer-
man hat Martin nicht erschossen, weil er
musste. Sondern aus dem schlimmsten
Grund, den es gibt: Weil er wollte.“
Aber aus der Sicht etlicher Beobachter
ist es der Staatsanwaltschaft nicht gelun-
gen, zweifelsfrei zu beweisen, dass Zim-
merman der Aggressor war. Umstritten ist
zumBeispiel nochimmer, wer beimFaust-
kampf über dem anderen kniete, wer die
Oberhand hatte. AmSchluss ließ sogar die
Staatsanwaltschaft die Möglichkeit zu,
dass es Martin war, der über Zimmerman
gebeugt war. Wenn aber auch nur ein ver-
nünftiger Zweifel bleibt an Zimmermans
Mordabsicht, muss die Jury ihn freispre-
chen. Das Gericht brachte am Ende noch
die Möglichkeit ins Spiel, Zimmerman we-
gen Totschlags schuldig zu sprechen.
Kritiker merken an, dass die Staatsan-
waltschaft von Anfang an auf Totschlag
hätte plädieren sollen. Stattdessen habe
sie sich aus politischen Gründen auf eine
überehrgeizige Mord-Anklage eingelas-
sen. Eine mildere Anklage wiederumhätte
der Staatsanwaltschaft seitens der schwar-
zen Gemeinde den Vorwurf eingetragen,
Zimmerman bloß deswegen zu schonen,
weil seinOpfer schwarzwar. DiePolizei hat-
tedenFall zunächst eher zurückhaltendbe-
handelt, auch Wochen nach der Tat hatte
sie Zimmerman nicht festgenommen. Als
Proteste aus der schwarzen Bevölkerung
zunahmen und Verschwörungstheorien
wucherten, wurde der verantwortliche Er-
mittler abgesetzt. Er hat im Prozess den
Vorwurf erhoben, dass Härte gegen Zim-
merman politisch gewünscht war.
Die Jury wollte amFreitag mit ihrenBe-
ratungen beginnen, nach demSchlussplä-
doyer der Verteidigung. Wie auch immer
der Prozess ausgeht: Zimmermans Vertei-
diger sieht seinen Mandanten schon jetzt
als ewigen Gefangenen, der auch außer-
halbdesGefängnissesdemdauerhaftenRi-
siko der Vergeltung ausgesetzt sei. „Er
wird nie wieder in Sicherheit sein.“
Dengue-Fieber breitet
sich in Mittelamerika aus
LEUTE
Taliban-Opfer Malala
hält Rede vor UN
Mord oder Notwehr?
Der schwarze Gymnasiast Trayvon Martin war unbewaffnet, als er in einer Februarnacht 2012 von George Zimmerman erschossen wurde.
Nun wartet Amerika gespannt auf das Urteil gegen den hellhäutigen Angeklagten – bei einem Freispruch werden bereits Unruhen befürchtet
Unbekanntes Virus führt
zu Bachforellen-Sterben
Präsident Barack Obama sagte:
„Hätte ich einen Sohn, dann sähe
er aus wie Trayvon Martin.“
PANORAMA 14 HF2 Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160 DEFGH
FOTO: OH FOTO: GABI KLEIN FOTO: GETTY FOTO: AFP
Der Angeklagte George Zimmerman, zur Tatzeit Mitglied einer Bürgerwehr, am Donnerstag vor Gericht in Sanford, Florida. FOTO: REUTERS
MITTEN IN . . .
Deutsche Asset
& Wealth Management
Keine Garantie: Die Anlage ist dem Risiko eines Wertverlusts bis hin zum Totalverlust ausgesetzt. Der Wert der Anlage kann sowohl fallen als auch steigen.
Dies ist ein Teilfonds von DB PlatinumIV. ©Deutsche Bank AG 2013, Stand: 11.07.2013. Bei der vorliegenden Anzeige handelt es sich umeine reine Werbemitteilung. Die in dieser Anzeige enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar, sondern geben lediglich eine Zusammenfassung wesentlicher Merkmale des Teilfonds wieder. Die vollständigen Angaben sind
demvollständigen Prospekt, demjeweiligen letzten geprüften Jahresbericht und demjeweiligen letzten Halbjahresbericht zu entnehmen. Der vollständige Prospekt stellt die allein verbindliche Grundlage des Kaufs der Teilfonds dar. Prospekt, wesentliche Anlegerinformationen, Satzung sowie der Jahres- und Halbjahresbericht können kostenlos bei der Deutsche Bank
AG, TSS/Global Equity Services, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt amMain (Deutschland), bezogen werden. Der eingetragene Geschäftssitz von DB PlatinumIV, einer in Luxemburg registrierten Gesellschaft, beɦndet sich in 69, route d’Esch, L-1470 Luxemburg (RCS Nr.: B-85.828). Die in der Anzeige genannten Teilfonds dürfen weder innerhalb der USA noch an oder für
Rechnung von US-Personen oder in den USA ansässigen Personen zumKauf angeboten oder an diese verkauft werden.
1 © 2013 Morningstar, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Die hierin enthaltenen Informationen: (1) sind für Morningstar und/oder ihre Inhalte-Anbieter urheberrechtlich geschützt; (2) dürfen nicht vervielfältigt oder verbreitet werden; und (3) deren Richtigkeit,
Vollständigkeit oder Aktualität wird nicht garantiert. Weder Morningstar noch deren Inhalte-Anbieter sind verantwortlich für etwaige Schäden oder Verluste, die aus der Verwendung dieser Informationen entstehen.
Sehen, was anderen entgeht
DB Platinum IV CROCI US Fonds
Renditechancen nicht dem Zufall überlassen: Der DB Platinum CROCI US
Fonds bietet Zugang zum CROCI-Analyseverfahren der Deutschen Bank.
Dieses ɦltert monatlich die 40 Unternehmen des S&P 500 Index
(ohne Finanzunternehmen) heraus, die am attraktivsten bewertet sind.
Anleger haben die Möglichkeit in diese Aktien mit dem DB Platinum
CROCI US Fonds sowohl in US-Dollar wie auch währungsgesichert in
Euro zu investieren.
1
1
Das Rating gilt nur für den CROCI US R1C.
Erfahren Sie mehr unter:
Internet: www.crocifonds.de
E-Mail: systematic.funds@db.com
Tel.: +49 (69) 910 388 07
DB Platinum IV CROCI US Fonds
DB Platinum IV
CROCI US (USD)
WKN: A0B54A Anteilsklasse: R1C
DB Platinum IV
CROCI US (EUR Hedged)
WKN: A1JTP4 Anteilsklasse: R1C-E
Sitz. Fass. Scheiß Köter! . . . – Überall, wo
die Menschen enger zusammenwohnen,
kommt es zunehmend zu Unduldsamkei-
ten zwischen Hunden, Herrchen und Bür-
gern ohne Hund. Jogger und Eltern haben
Angst. Hundekot wirdnicht entsorgt. Hun-
dehalter fühlen sich wie eine politische
Minderheit verfolgt und mit den schwar-
zen Schafen unter ihnen gleichgesetzt.
Paranoia, Schwachsinn, Egoismus, Igno-
ranz, Krankheit –das sind noch die milde-
ren Ausdrücke, die sich die Gegner auf der
Straße und in Kommentarforen im Inter-
net an den Kopf werfen.
In Deutschlands Großstädten reagiert
man darauf: In Hamburg gilt seit 2006
eine allgemeine Leinenpflicht, auch wenn
es immer wieder Klagen über deren man-
gelhafte Beachtung gibt.
In München ist soeben eine Leinen-
pflicht in Kraft getreten – sie gilt für große
Hundeinder Innenstadt undanempfindli-
chen Stellen außerhalb derselben. Die
neueMünchner Verordnungist abereinbü-
rokratischer Flickenteppich–vonAusnah-
men derart durchlöchert, dass die Bereit-
schaft der Bürger zur Kenntnis der neuen
Regeln und ihrer Auslegung, wie sich jetzt
schon abzeichnet, auf eine harte Probe ge-
stellt werdenwird. Wer imNordendesLan-
des meint, im wohlhabenden und konser-
vativenSüdengeheesinsolchenFragenbe-
sonders ordentlich undstreng zu –also et-
wa so, wie früher CSU und Polizei mit lin-
ken Demonstranten umgegangen sind –,
sitzt einemfalschen Vorurteil auf.
In Berlin wiederum hat der Justizsena-
tor einen „Bello-Dialog“ organisiert. Das
ist kein Forschungsprojekt zur Kommuni-
kationsfähigkeit desHundes, sondern„Bel-
lo“ ist eine behördeninterne Abkürzung
für „Berliner Landesleinenordnung“. Mit
bürgernahen Sondierungsgesprächen, die
im Herbst in ein neues Berliner Hundege-
setz münden sollen, will man „ein friedli-
cheres Miteinander von Menschen mit
und ohne Hund“ schaffen.
Zwar ist auch da abzusehen, dass so
manchem gemeinen Berliner die Bemü-
hung um öffentliche Ordnung wie üblich
ziemlichschnuppe seinwird. Wer dort ein-
mal beim ersten Tauwetter im Frühjahr
über die flächendeckende Rutschbahnvon
weich gewordenen, zusammenfließenden
Exkrementen geschliddert ist, weiß, wo-
vondie Rede ist. Aber überall zeichnet sich
jetzt eine Tendenz ab: Einerseits geht man
– nicht zuletzt anlässlich schlimmer An-
griffe von Hunden auf Kleinkinder – re-
striktiver vor; andererseits aber versucht
man, die Hundehalter durch mehr Auf-
merksamkeit für Erziehungsfragen(„Hun-
deführerschein“) stärker einzubinden.
Zunächst sind Konflikte um den Hund
in der Großstadt ja einfach eine Frage des
zivilen Umgangs und Ausgleichs. Dort, wo
auch nur die geringste Gefahr der Verlet-
zungvonMenschenbestehenkönnte, soll-
te es selbstverständlich sein, dass die un-
teilbare Verantwortung beimHundehalter
liegt, denHundzurückzuhalten. Woes also
um die körperliche Unversehrtheit geht,
aber auch auf der geringeren Alarmstufe
– in Fragen der Belästigung, des Lärms,
des Verhältnisses von Hundegröße zur
Wohnungsgröße und der öffentlichen Hy-
giene –, hofft man auf Einsicht und Rück-
sichtnahme; sonst aber eben auf Gesetze
und Sanktionen.
Aber da ist noch viel mehr. Und dieses
Mehr macht das Verhältnis von Mensch
und Hund in den Städten deutlich kompli-
zierter als irgendwelche Verkehrs- oder
Müllregeln oder auch Rauchverbote. Es
mag für den kleinen Fiffi, der da gerade
um die Ecke kommt, etwas hochgegriffen
klingen, aber es ist so: Der Hund berührt
die Ambivalenz des Menscheninder urba-
nen Zivilisation. Zumeinen nämlich sehen
die Stadtbürger, die keine Hunde haben
oder kennen, in ihnen –weit über die reale
Gefahr hinaus – ein Animalisches und Un-
heimliches in den Stadtraum eindringen,
welches dort seit der Trennung von Arbeit,
Wohnen und Versorgung eigentlich nichts
mehr zu suchen hat, also seit dem Ver-
schwinden von Nutztieren aus den Gassen
und Hinterhöfen.
Inder modernenStadt ist der Hund, von
ganz wenigen Ausnahmen abgesehen,
vom Arbeiten für den Menschen befreit –
also von seinen uralten Aufgaben als
Wach-, Lasten- oder Jagdtier. Daher er-
schließt sich der Sinn des Hundes in der
Großstadt für denjenigen nicht, der nicht
an ihm hängt. Zudem ergeben sich aus
Wohlstand, Verdichtung und gleichzeitig
geringerer Kopfgröße pro Haushalt, also
schrumpfenden Familien und Vereinze-
lung, auch kulturelle Veränderungen:
Immer stärker wird heute das Bedürfnis
nach Sicherheit, Hygiene und Ruhe. Man
möchte nachMöglichkeit auchimöffentli-
chen Raum wie im eigenen Wohnzimmer
von jeglichen Störungen verschont blei-
ben. Zu diesen unerwünschten Störungen
gehörender LärmvonKindernoder Fabri-
ken, Zigarettenrauch, Körpergerüche,
Dreck, Funklöcher, Verspätungen imNah-
verkehr und eben auch die Hunde, die frü-
her einmal – ebenso wie die Kinder – viel
freier in den Städten herumliefen.
Das ist das eine. Zumanderen aber wis-
sen oder wittern auch die Hundelosen,
dass es mit dem Hund etwas Besonderes
auf sichhat. Schließlichist der Hundder äl-
teste tierische Gefährte des Menschen
überhaupt. Die Domestizierung des Wolfs
liegt mindestens 10 000 bis 14 000 Jahre
zurück. In Gemeinschaft mit dem Hund
wurde der Mensch, was der Mensch ist;
undder Hundist Hundnur durchdenMen-
schen. Die Forschung vermutet, dass Hun-
de schon sehr früh sowohl zum Wachen
und Jagen wie auch als Knuddeltier und
Spielzeugfür dieKinder dienten. Dieser al-
ten Bindung zwischen Mensch und Hund
wurde schon zu Beginn der europäischen
Literatur ein Denkmal gesetzt, in dem
Hund namens Argos in der „Odyssee“, der
nach zwanzig Jahren als einziger seinen
verkleidetenHerrnOdysseus erkennt –ei-
ne Szene, der auchder härtesteHundehas-
ser seine Rührung nicht versagen kann.
Der Biologe John Bradshaw, der an der
Universität von Bristol lehrt, hat ein wun-
derbares Buch mit dem Titel „In Defence
of Dogs“ geschrieben. Im vorigen Herbst
ist es auch auf Deutsch erschienen –leider
nur in einem Special-Interest-Verlag (Ky-
nos), denn ihm ist eine breite Leserschaft
zu wünschen. Bradshaw erklärt dort: „Die
Geschichte des Hundes ist eng verbunden
mit unserer Entwicklung von Jägern und
SammlernhinzummodernenStadtbewoh-
ner.“ Man könnte also sagen: Im Unbeha-
gen gegenüber dem Hund scheint auch
etwasvoneinemkollektivenschlechtenGe-
wissen durch, darüber nämlich, dass sich
das Verhältnis von Mensch, Haus und Tier
besonders seit der Industrialisierung ins-
gesamt verändert hat – hin zu mehr Dis-
tanz und mehr Angst. Von John Bradshaw
lässt sich übrigens auch lernen, dass viel
vonder Aggressivität vonHundenaus dem
Verhalten der Menschen resultiert, insbe-
sondere aus der überholten Vorstellung
vomdominanzfixierten „Alphatier“.
Virginia Woolf hat in ihrem sonderba-
ren Roman „Flush“ (1933) diese zwei-
schneidige Haltung vorgeführt: Der Hund
wird, wie es sehr üblich ist, als Hauptfigur
des Buches vermenschlicht, fasziniert von
der Buntheit des menschlichenLebens; zu-
gleich aber wird seine Zurichtung durch
die Großstadt London beklagt und das
Landleben als passender beschworen. Der
Hund ist in seiner herbeigezüchteten Viel-
falt und persönlichen Inbesitznahme ein
Produkt der fortschreitenden Individuali-
sierung. Er ist aber aucheine Herausforde-
rung an den städtischen Individualismus,
weil der Hund in der Evolution in der Ge-
meinschaft vonmenschlichenGruppenso-
zialisiert wurde. EineErinnerungandieses
Erbe schwingt gewiss mit, wenn der Hund
in der Großstadt als arbeitsloser Kamerad
oder alsgefährlicher Fremdkörper wahrge-
nommen wird. JOHAN SCHLOEMANN
DEFGH Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 HBG 15
In Gemeinschaft mit
demHund wurde der Mensch,
was der Mensch ist
VON GUSTAV SEIBT
D
er deutschen Haltung in der Euro-
Krise –„Rettung“ nur gegenRefor-
men und ausgeglichenen Haushalt
– begegnet im Süden Europas neuerdings
nicht nur ökonomischer und politischer
Widerstand, sondern auch kultureller. Es
heißt nicht nur: Wir schaffen das nicht, es
ist wirtschaftlich unsinnig, was ihr ver-
langt. Oder auch: Ihr maßt euch eine Vor-
herrschaft an, die euch nicht zusteht. Es
heißt jetzt auch: So wollen wir nicht leben.
Wir wollen nicht protestantisch-rechen-
haft, gnadenlos wirtschaftlich sein wie ihr,
korrekt, freudlos und nur arbeitsam.
Wenn ein Philosoph wie Giorgio Agam-
ben die überkommene lateinische „Süße
des Daseins“ ins Feldführt, rüttelt er anei-
ner Hierarchieder Werte, diedas Lebenan-
geblichdenImperativender Arbeitsaskese
unterwirft. Man könnte diesen kulturellen
Einspruch übergehen, indem man sagt:
Lebt, wie ihr wollt, solange ihr es selbst be-
zahlen könnt.
Abermit Agambens gekränktenEinsprü-
chenundderenormenResonanz, diesiege-
fundenhaben, verbindet sichauchdieradi-
kalste intellektuelleAbsage ans gemeinsa-
me europäische Projekt der letzten Jahre.
Siekannsichzudemauf einlängst stereoty-
pes populäres Deutschland-Bashing stüt-
zen, das die Öffentlichkeit vieler europäi-
scher Länder zwischenParis, Lissabonund
Athen durchzieht. Die Aufforderung, ein
„lateinisches Reich“ der Mittelmeerländer
zu bilden, mit einem eigenen ökonomi-
schen Weg, hat, so wolkig sie anmutet, das
Zeug, das gestörteKlimazwischendenVöl-
kern weiter zu vergiften, diesmal unter ih-
renIntellektuellen, alsodenberufenenTrä-
gern eines europäischen Bürgersinns.
Vielleicht ist das ja wirklich nur kultu-
ralistisches Literatengeschwätz, wie Max-
Weber-Leser einwenden, die die miss-
bräuchliche Verwendung ihres Heros und
seiner Protestantismus-Kapitalismus-
These durch Agamben monieren. Real
folgt aus der Idee vom lateinischen Reich
erst einmal wenig. Allerdings markiert sie
eine Leerstelle: Es gibt außer der Regel-
treue und der mühseligen Rückkehr zur
ökonomischen Vernunft – was immer das
ist, wenn eine halbe Jugendgeneration oh-
ne Arbeit lebt –und Beschwörungen, doch
bitteEuropanicht scheiternzulassen, der-
zeit keine verheißungsvolle Zielvorstel-
lungfür eine gemeinsameeuropäischeZu-
kunft. Vor allemDeutschlandleidet anaku-
ter Sprachlosigkeit. Wofür sollen die
furchtbaren Opfer, die die Rosskuren im
Süden verlangen, denn gut sein? Nur um
Schulden zu bezahlen? Das wäre bitter.
Wie sich diese Leerstelle ausfüllen ließe,
zeigt jetzt ein anderer Beitrag aus Italien,
der sich wie eine Antwort auf Agamben
liest, obwohl er vor seinem Einspruch fer-
tig war: Angelo Bolaffis im Juni herausge-
kommenes Buch„Cuore tedesco. Il model-
lo Germania, l’Italia e la crisi europea“
(„Deutsches Herz. Das Modell Deutsch-
land, Italien und die europäische Krise“,
im Verlag Donzelli, Rom). Der Philosoph
Bolaffi, erprobter Deutschlandkenner seit
einem Vierteljahrhundert, von 2007 bis
2011 auchLeiter des ItalienischenKulturin-
stituts in Berlin, hat ein Werk vorgelegt,
dasalleinEuropaangeht, nicht nur dievor-
rangig adressierten Italiener und Deut-
schen.
DenItalienernhält er einpaar Dinge vor,
die mutatis mutandis auch für Griechen
oder Spanier gelten: Mit dem Eintritt in
denEurohabensieModernisierungschan-
cen und -pflichten erhalten, die sie nicht
ausgefüllt haben. Es hätte, so Bolaffi, nach
demRisorgimento (der italienischen Eini-
gungim19. Jahrhundert) undder Resisten-
za (demantifaschistischen Widerstand als
UrsprungdesdemokratischenParteiensys-
tems in Italien) der dritte große Moderni-
sierungsschub des Landes werden kön-
nen: Weg von einer politisch-ökonomi-
schen Kultur der dauerhaften Inflationie-
rung und des permanenten Regierungs-
wechsels hin zu einer neuen Verlässlich-
keit aller sozialen Beziehungen. Der Euro
als Goldstandard der gesellschaftlichen
Verhältnisse, nicht nur des Geldes.
Denn das nunmehr gemeinsame harte
Geld zwingt zu erbarmungslosen Verglei-
chen: Wo herrscht mehr Rechtssicherheit,
effiziente Verwaltung, Korruptionsfrei-
heit, Chancengleichheit, Transparenz –
nicht nur ökonomische, sondernzivileVor-
teile für alle? Es gibt einen Wettbewerb
nicht bloßder Profite, sondernauchder ge-
sellschaftlichenStandards. Stattdessenha-
be Italienunter Berlusconi die Chance ver-
spielt und das vorübergehend billige, aber
dauerhaft stabile Geld verfrühstückt. Den
Deutschen dafür die Schuld zu geben, sei
lächerlich.
Hat je ein europäischer Politiker so kon-
kret über die sozialen Potenziale des Euro
gesprochen? Manspricht immer nochvom
Friedensprojekt Europa. Aber für Bolaffi
reicht das nicht mehr. Mit dem Ende des
Kalten Kriegs (Mauerfall und deutsche Ei-
nigung sind ihm die archimedischen Epo-
chendaten) undder damit entfesseltenGlo-
balisierung sei für Europa längst einneues
Ziel vorrangig geworden: nicht Frieden im
Inneren allein (pace), sondern Selbstbe-
hauptung in der Welt (potenza). Denn nur
vereint könneEuropaseinezivilenundöko-
nomischen Errungenschaften, nicht zu-
letzt seine weltweit einzigartigen Sozial-
standards, behaupten. Sozialstaat, nicht
Markt, ist das Ziel, aber einer, der sich auf
Dauer finanzieren lässt.
Und hier kommt Deutschland ins Spiel.
Die von vielen beklagte deutsche Stärke
stört Bolaffi nicht imGeringsten. Die„deut-
sche Frage“ der Vergangenheit, das Un-
gleichgewicht, das die zu große deutsche
Nation ins europäische Staatensystem ge-
bracht hat, habesichinderneuengeopoliti-
schenLageseit 1990erledigt. AuchimInne-
ren hat Deutschland, das Hauptschlacht-
feld der antidemokratischen Weltbürger-
kriegsparteien, seineUmkehr längst vollzo-
gen. Die Sonderwege sind vorbei.
EinedeutscheHegemonieinEuropahält
Bolaffi nicht nur für unvermeidlich, er fin-
det sie wünschenswert. Deutschland ist
nicht nur stark und deshalb zwangsläufig
Hauptakteur Europas, sondern es ist auch
gut, dass es so ist. Mit leidenschaftlicher
Beredsamkeit und aus intimer Kenntnis
entfaltet Bolaffi für seine Landsleute (und
vielleicht für die gesamte europäische Öf-
fentlichkeit) die Vorzüge des „deutschen
Modells“, das ebennicht nur inwirtschaft-
lichemErfolgbesteht, sondernauchinbei-
spielhaften sozialen, rechtsstaatlichen
und kulturellen Leistungen.
Dazu gehören die moralische Umkehr
des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg,
seine„Entdeutschung“, ebensowiediebe-
trieblicheMitbestimmung, diekonsensua-
lenKonfliktlösungsformender Sozialpart-
ner – Voraussetzung der Reformen unter
Schröder –, und eine Integrationspolitik,
diedieMittezwischendemabstraktenUni-
versalismus der Franzosen („Nation“) und
der Parallelweltentoleranz der Briten
(„Londonistan“) hält undauf „aktiveAner-
kennung“ zwischen Migranten und Mehr-
heitsgesellschaft zielt. Berlin, in glühen-
denFarbengemalt, ist für Bolaffi die„Welt-
hauptstadt der zweiten Moderne“, einer
postindustriellen Zivilgesellschaft, die für
1000 Einwohner nur 300 Autos braucht
(MünchenundRom: 700) undinder Innen-
stadt 25 Prozent des Verkehrs per Fahrrad
abwickelt.
All das entwickelt Bolaffi in engem Be-
zugauf einebreitepublizistische, soziologi-
scheundphilosophischeLiteratur: DenOr-
doliberalismus des „rheinischenKapitalis-
mus“ beschreibt er mit Michel Foucaults
Vorlesungen über die Freiburger Schule
von 1979 als attraktivste Formdes Kapita-
lismus zwischen angelsächsischem Lais-
sez-faire und etatistisch-gewerkschaftli-
cher Blockade in Südeuropa; eine von
Grund auf andere Kulturgeografie, als
Agamben sie zeichnet.
Dieses beispielhaft moderne, zivile,
selbstreflexive, kreative, ökonomisch be-
sonnene, durchund durchdemokratische,
inBerlinsogar wilde undjungeLandist die
derzeit einzig denkbare Führungsmacht
Europas. Bolaffi will diedeutscheHegemo-
nie; dieser Begriff habe selbst seinen Cha-
rakter gewandelt, denn er steckt im Ver-
gleichzufrüher voller „soft power“, der un-
widerstehlichen Kraft eines überlegenen
Gesellschaftsmodells.
Als Deutscher könnte man erröten,
wenn man dieses enthusiastische Porträt
liest. Man darf es gewiss als Reflex auf die
aktuelle Misere Italiens verstehen, aber
auch als positiven Appell. Wenn die euro-
päischeSolidarität, wiebeispielsweiseJür-
gen Habermas mit all seiner Autorität for-
dert, künftig noch mehr und massivere
deutsche Leistungen nötig macht, dann
wird man die jüngeren Bürger dieses Lan-
des dafür wohl kaummit denüberkomme-
nen vergangenheitspolitischen Bestra-
fungsimperativengewinnen. Die deutsche
Politik gewinnt in diesem Essay ein uner-
wartetes Arsenal an Argumenten: Wir ha-
benEuropamehr anzubietenalsschmallip-
pigeRegeltreueundbittereHaushaltskon-
solidierung, sondern einen attraktiven Le-
bensstil, zusammengesetzt aus postnatio-
naler Lässigkeit und sozialer Verlässlich-
keit. Wer als Ausländer einmal Erfahrun-
gen in der vermachteten italienischen Ge-
sellschaft sammeln konnte, weiß, wovon
Bolaffi redet.
Wenn man ihn liest, könnte man glau-
ben, es gebe so etwas wie eine neue deut-
sche Süße des Daseins. Und wird sie nicht
mindestensinBerlinJahr für Jahr vonHun-
derttausendenJugendlichenaus aller Welt
erprobt? Angelo Bolaffi hat in der letzthin
traurig erkalteten deutsch-italienischen
Kulturfreundschaft ein neues Kapitel auf-
geschlagen. Wir sollten es dankbar zur
Kenntnis nehmen.
Der Dirigent undBach-Kenner Sir JohnEli-
ot Gardiner wird Stiftungspräsident des
Leipziger Bach-Archivs. Der 70-Jährige
soll die neugeschaffene Stelle am1. Januar
2014 übernehmen und neben den Aufga-
benimHaus auchdieRolle eines internati-
onal beachtetenBotschafters für die Bach-
Forschung ausfüllen. Außerdem soll Peter
Wollny den Posten des Direktors der Stif-
tung vom 73-jährigen Christoph Wolff
übernehmen, der sich aus persönlichen
Gründen zurückzieht. DPA
FEUILLETON
Der Begriff Hegemonie hat heute
eine unwiderstehliche
Kraft: Er steckt voller „soft power“
Angelo Bolaffi,
Jahrgang 1946, zählt
seit 25 Jahren zu den
besten Deutschland-
kennern Italiens.
Er leitete von 2007
bis 2011 das Italieni-
sche Kulturinstitut
in Berlin. FOTO: ICI
Das Ziel ist ein europäischer
Sozialstaat, der sich
auf Dauer finanzieren lässt
Die neue Süße des
deutschen Daseins
Cuore tedesco – Angelo Bolaffis fulminante
Streitschrift für eine deutsche Hegemonie in Europa
Feuilleton
Wonach suchen Geheimdienste,
wenn sie das Internet
durchforsten? 16/17
Literatur
Andreas Altmann will den prüden
Deutschen erzählen, was echte
Lust ist. Das wird peinsam 18
Kunstmarkt
Wie Bilder zu ihren
Rahmen kommen, und was die
über ihre Bilder sagen 20
Wissen
Wenn Hitze heilen hilft:
Neuer Therapieansatz
gegen Tumoren 24
R www.sz.de/kultur
Kurze Leine
Mensch und Hund: Die Konflikte in den Städten werden schärfer
Jay-Z, der Rapper, hatte also amMittwoch
einen handverlesenen Haufen von Fans,
Prominenten, vor allem aber Kunstbe-
triebs-Adel in die Räume der Pace Gallery
in Chelsea geladen, umdort . . . ab hier ge-
hen nun die Meinungen auseinander: eine
Performance aufzuführen? Ein Video zu
drehen? Die Kunstwelt hochzunehmen?
Dem Kollegen Kanye West eins mitzuge-
ben? Oder alles zusammen?
Unstrittig ist nur, dass Jay-Z inder Gale-
rie sechs Stunden lang das Stück „Picasso
Baby“ von seiner vorige Woche veröffent-
lichten Platte „Magna Carta Holy Grail“
vortrug, immer wieder aufs Neue. Es wur-
de für ein Video gedreht. Pro Durchgang
wurde je einer der Gäste mit dem Rapper
in eine Eins-zu-eins-Situation gebeten
(Tanz? Nahkampf? Die Grenzen sind flie-
ßendbeimHip-Hop). DieKünstlerinMari-
na Abramovic, deren Performance „The
Artist is present“ aus demMuseumof Mo-
dernArt von2010hier nachgeahmt wurde,
war ebenfalls unter den Gästen und legte
Schuhe und Gürtel ab, sodass Jerry Saltz,
der Kunstkritiker des New York Magazine,
Angst bekam, dass sie sich jetzt wieder
ganz nackt auszieht. Aber dann legte sie
nur ihre Stirnandie des Rappers, als obsie
auf diesem Wege ihr geistiges Eigentum
zurückbeordern wollte. Am Ende fand
Saltz durch die Aktion zumersten Mal Ab-
ramovic gut, und das geschafft zu haben,
verdiene tatsächlich den Namen Kunst.
OhnesolcheUmwegeüber Ironieoder of-
fenen Sarkasmus fällt die Einordnung des
Erlebnisses offensichtlich schwer. Die Re-
aktionen sind überwiegend leicht bis
schwer beleidigt, und es sieht ganz so aus,
als ob NewYorks Kunstwelt wieder einmal
dabei ist, sich für ihren ewigen Flirt mit
der Pop- und Celebrity-Kultur reuevoll
auf dieeigenenFinger zuklopfen. Das pas-
siert immer dann, wenndie Kunstwelt von
der Pop- und Celebrity-Kultur zu hem-
mungslos zurückbeflirtet wird. Graffiti-
Sprayer, die, wie der ebenfalls anwesende
Fab 5 Freddy, eine Zeit lang von den Gale-
rien umworben wurden, um dann wie ein
peinlicher Fehltritt wieder fallengelassen
zuwerden, könneneinLiedchendavonrap-
pen. Heuteist esder Willezur Kunstweltzu-
gehörigkeit von Leuten wie der Sängerin
Björkoder denSchauspielernJamesFran-
coundTildaSwinton, dieimmer öfter rol-
lende Augen verursachen.
Für Jay-Z ist der Schritt konsequent.
Konkurrent Kanye West hat angeblich
eben die bessere Platte herausgebracht
und sie bei der Art Basel vorgestellt. Jay-Z
hat dafür die durch einen Vermarktungs-
Deal mit Samsung schon vor Veröffentli-
chung auf Platinstatus gewuchtete Platte,
und die Coverfotos stammen von Ari Mar-
copoulos, der immerhin aus Warhols Fac-
tory hervorgegangen ist.
InJay-ZsLiedkommenvieleKünstlerna-
menvor, vonKoons über Basquiat bis Con-
do (George), der sich dann auf Condo (Ei-
gentumswohnung) reimt. Außerdem ist
die Rede vom Auktionshaus Christie, vom
Modehaus Givenchy, von Champagner so-
wie vor der Kunstmesse Art Basel gepark-
ten Bugattis. Der Luxusgut-Charakter (im
Rapper-Jargon „Bling“) ist etwas, was sich
bildendeKunst umsoweniger gernnachsa-
gen lässt, je mehr es zutrifft. Insofern legt
der Künstler Jay-ZseinenFinger genauda-
hin, wo es wehtut. Sechs Stunden dasselbe
Lied sind außerdem für einen Videodreh
eher normal, im Kontext der – vgl.: Les-
sing, „Laokoon“ – weniger an Langwierig-
keit gewöhnten Kunst kann man es als
Performance durchkriegen. Und als unbe-
zahlte Statisten für Videoproduktionen
hergeben müssen sich die Leute bei der
Mitmachkunst von Marina Abramovic
auch. PETER RICHTER
Neue Leitung des
Bach-Archivs Leipzig
Den manchmal wahren Witz, dass Hunde ihren Besitzern ähneln,
hat der Fotograf Sebastian Magnani zum Thema gemacht – zugleich eine Erinnerung an die uralte
gemeinsame Geschichte von Hund und Mensch. FOTO: SEBASTIAN MAGNANI/REX FEATURES/ACTION PRESS
HEUTE
NACHRICHTEN
AUS NEW YORK
Untersucht manseineigenes digitales Trei-
ben mit ähnlichen Methoden, mit denen
Geheimdienste und Onlinekonzerne das
Netz durchforsten, hat man in der Regel
erst einmal einunangenehmes Aha-Erleb-
nis. Dem Grünen-Abgeordneten Malte
Spitz ging das so, als er von der Telekom
dieVorratsdatenseiner Handynutzungein-
klagte, ebenso Journalisten, die ihre Nut-
zerdaten von Facebook einforderten. Die
schiere Datenflut ist beeindruckend, die
sture Methodik, mit der Algorithmen ein
Persönlichkeitsprofil erstellen, erwartbar
beunruhigend.
ImInternet findet man einige Program-
me, dieNSA-Methodenanwenden. DasIm-
mersion-Programmdes MassachusettsIn-
stitute of Technology kann auf Basis eines
Google-Mail-Kontos Verhaltenundsoziale
Struktur eines Menschen skizzieren. Noch
präziser verfährt das Programm Wolfram
Alpha. Das ist eine Weiterentwicklung der
Mathematica-Software, einem der ersten
Computer-Algebrasysteme des Mathema-
tikers StephenWolfram. Gibt mandort das
Passwort seines Facebook-Kontos frei, er-
rechnet dieWebseiteeinumfassendesPer-
sönlichkeitsprofil. Facebookeignet sichda-
für besonders, weil es schonfrüh so konzi-
piert wurde, dass es digitale Profile er-
stellt, die Werbekunden auswerten kön-
nen. Facebook-Investor Peter Thiel hat ja
2004auch gemeinsammit der CIAdie Fir-
maPalantir gegründet, dieÜberwachungs-
software für die NSA herstellt.
Der erste Durchlauf von Wolfram Alpha
zeigt im Selbstversuch: Die Wohnorte der
Facebook-Freunde (113 Städte in 22 Län-
dern), dieAltersspanne (19bis 84Jahremit
einemSchwerpunkt bei den40-bis50-Jäh-
rigen), die am häufigsten verwendeten
Worte („für“, „selber“, „mich“ –spricht für
den Narzissmus der sozialen Netze).
DieersteUnschärfeentsteht beimBezie-
hungsstatus. 61,5Prozent meines Netzwer-
kes sind verheiratet. Allerdings resultiert
dieser Datensatz lediglichaus 252der 1052
direkten Verbindungen. Weil sich Singles
schämen?Weil esdanndochniemandenet-
was angeht? Die nächste Unschärfe – nur
383 der 1052 Facebook-Freunde sind mir
schon einmal im richtigen Leben begeg-
net. Dabei wirdes bei densozialenFunktio-
nenaller 1052 richtig interessant. Das sind
nämlich die Daten, die Geheimdienste in-
teressieren. Wer agiert wieinmeinemNetz-
werk? Fünf Kriterien liefert Wolfram.
DiestärksteGruppesinddie„sozialenIn-
sider“, die haben die meisten gemeinsa-
men Verbindungen. Allesamt Kollegen,
auch wenn ich einigen von ihnen nur sel-
tenbegegne. Die „sozialenVerbinder“ ver-
knüpfen imSchema Linien zwischen mei-
nen und ihren Freunden. Die „sozialen
Drehscheiben“ verbinden gleich mehrere
Netze mit meinen Freunden. Aus solchen
Mustern lässt sich oft mehr ableiten als
aus den Texten eines E-Mail-Wechsels.
WürdemanmeinNetzwerknungenauer
durchleuchten, fände man da aus vergan-
genen Reporterjahren den Sohn eines Ha-
mas-Scheichs aus dem Gazastreifen und
einEx-Mitgliedder RAF. Das wärenbei der
NSA zwei Auslöser, um mein gesamtes
Netzwerk in ein anderes Gefahrenmuster
einzustufen. Dagegenlässt sichwenig ma-
chen. Da gleichensichdas Internet unddie
Religion. Mit Gott diskutiert man nicht –
und auch nicht mit Algorithmen.
ANDRIAN KREYE
VON BERND GRAFF
A
ls das amerikanische „Department of
HomelandSecurity“ (DHS) imFebruar 2012
juristischgezwungenwordenwar, seine in-
terne Anleitung zur Überwachung von Sozialen
Netzen mit den entsprechenden Richtlinien für
„Reportings“durchseineAnalystenzuveröffentli-
chen, erregtenicht dieTatsacheAufsehen, dassSo-
ziale Medien von der Behörde gescannt werden.
Dies war seit der Winter-Olympiade 2010 be-
kannt, die zwar im kanadischen Vancouver statt-
fand, aber wegen der Nähe zur amerikanischen
Grenze augenscheinlich verstärkte Wachsamkeit
vonUS-BehördenwieFBI, CustomsBorder Protec-
tion (CBP), Coast Guard und DHS erforderte.
DasDHS, sodieBegründungdamals, wollewäh-
rend der Spiele über mögliche „Naturkatastro-
phen, Akte des Terrorismus und andere men-
schengemachte Desaster“ informiert sein. Dazu
observiere man die Sozialen Netze, aber nur, um
sich nach einemVorfall eingenaueres Bildder La-
ge machen zu können. Die Überwachung sei dar-
um eine Maßnahme der Schadeneinschätzung
und daher so etwas wie „der Kanarienvogel in der
Kohlemine“, so ein DHS-Sprecher damals gegen-
über ABC News. Man verstehe die Sozialen Netze
lediglich als eine Quelle für Echtzeit-Information
imEreignisfall.
Dieses DHS-Programm wurde nach dem Ende
der Vancouver-Spiele nicht ausgesetzt, sondern
um- und ausgebaut. Denn, wie die New York
Times im Januar 2012 berichtete, hatte das DHS
schon seit 2009 ein Unternehmen damit beschäf-
tigt, die Sozialen Netze gezielt danach abzusu-
chen, wieRegierungsentscheidungendarinaufge-
nommen und diskutiert wurden – und dazu dann
auch entsprechende Berichte zu verfassen.
Manreagierte imDHSalsonicht mehr lediglich
auf Vorkommnisse im Sozialen Web, sondern
mansuchtegezielt nachReaktionenausder Bevöl-
kerung. Als dann einen Monat später, imFebruar
2012, der „Analyst’s Desktop Binder“, das interne
RegulariumdesDHSaus demJahr 2011 veröffent-
licht war, die auf juristisches Betreiben der unab-
hängigen Datenschutzorganisation „Electronic
PrivacyInformationCenter“(Epic) zugänglichge-
macht werden musste, bestätigte sich nicht nur
die Tatsache, dass die DHS Vorgänge im Netz im
Anschluss an Regierungsentscheidungen proto-
kolliert. Man sah nun auch, dass darin ein ganzer
Katalog von „Items of Interest (IOI)“ aufgestellt
worden war.
Damit waren Bereiche definiert, die klassifi-
ziert sind als von besonderer nationaler Bedeu-
tung, und die als wesentlich für den Erhalt der Si-
cherheit, für die Aufrechterhaltung von Infra-
strukturen und der Gesundheit der Bevölkerung
erachtet werden. Darum ist in dem DHS-Manual
eine Vielzahl von Themen aufgeführt, deren Er-
wähnung in den Sozialen Netzen als relevant für
das Aufspürenunddie Bekämpfung vonTerroris-
mus und Naturkatastrophen eingestuft wird. Ge-
meint sindetwaUnfällebei der chemischenIndus-
trie, Flugzeugabstürze, Erdbeben, Amokläufe
und – an erster Stelle – „Akte des Terrorismus
(auch auf ausländischemTerrain)“.
UmdenMitarbeiterndes DHSnunMittel andie
Hand zu geben, Hinweise auf diese identifizier-
ten, gravierenden Vorkommnisse und Bedrohun-
genin den SozialenMedien zu finden, ist demPa-
pier eineListemit 377Schlüsselbegriffenmitgege-
ben, bei derenVerwendungdie Agententätigwer-
denundberichtensollen. Es wirddarauf hingewie-
sen, derartige Informationen nur in Sonderfällen
auch personenbezogen zu erheben. Man ordnet
daher an, „Personally Identifiable Information“
(PII) aus den Reportings zu tilgen, fügt aber mit
Nachtrag vomJanuar 2011 eine Liste mit Ausnah-
menan. Diese enthält denHinweis, dass einschlä-
gig bekannte Terroristen, Drogenhändler, Regie-
rungssprecher und Journalisten namentlich in
den DHS-Reportings geführt werden dürfen. Alle
Schlüsselbegriffesindeingestuft als vonbesonde-
rer Bedeutung. Ihr AuftauchenindenSozialenMe-
dien verlangt nach Speicherung, weiterer Beob-
achtung und Reportings.
Diese Liste lässt sich auf den ersten Blick nur
als Ausdruck paranoider Angst verstehen. Denn
die mutmaßliche Sprache und Schlüsselreize des
Terrors und der Gefährdung beinhaltet vor allem
Allerweltsvokabeln. Erwartbar ist vielleicht noch,
dass DHS-Agenten bei „Cyberattacke“, „Hacker“,
„Selbstmordattentäter“, „Terror“, „Bombe“, „Tali-
ban“, „Nuklear“ und„Chemische Waffe" hellhörig
werden sollen.
Dass aber Begriffe wie „U-Bahn“, „krank“,
„elektrisch“, „Schwein“, „Schnee“, „Blitz“, „Hei-
lung“, „Grenze“, „Welle“, „Wolke“, „Symptome“,
„Grippe“, „Antwort“, „Telekommunikation“, „Ro-
tes Kreuz“, die Nennung Mexikos, der Stadt Tu-
scon in Arizona und jede Erwähnung der DHS
schon als Anzeichen von (menschengemachter)
Katastrophe und/oder Terrorismus hindeuten
soll, vermag nicht einzuleuchten.
Das, was hier als AusdruckvonGefährdung ge-
führt wird, ist normale Sprachverwendung, der
nur dann Verdächtigkeit zuzuschreiben wäre,
wenn man schlichtweg alles für verdächtig hielte.
Dann aber wäre nahezu jeder sprachliche Aus-
druck Indiz für Terror, und jedes Soziale Netz
müsste wie ein Trainingscamp der Taliban be-
trachtet werden.
DennauchwennTerroristendenBegriff „Grip-
pe“ ab und an gebrauchen könnten, sagt die Ver-
wendung von „Grippe“ zunächst einmal nichts
über Terrorismus aus. Wenn aber jede „Grip-
pe“-Nennung von Bedeutung für das DHS ist und
nachseiner internenLogikeine Observierung nö-
tigmacht, wiewill das Department danndieAber-
millionen Postings auch nur sichten, in denen ei-
nes seiner verdächtigen Wörter verwandt wird?
Dieser Begriffsfuror des DHS erinnert darum
aneineEpisodevonJorgeLuisBorges. Inder Kurz-
geschichte„Vonder Strengeder Wissenschaft“be-
schreibt er das Reich mit der einzig vollkomme-
nenKarte. Sie hatte nämlich„genaudieGröße des
Reiches und deckte sich mit ihminjedemPunkt.“
Eine Karte also imMaßstab 1:1. So mutet die Wör-
terliste aus dem Giftschrank der DHS an, welche
die Verwendung von Sprache generell unter Ver-
dacht zu stellen scheint und entsprechend obser-
vieren will. Wie könnte das möglich sein?
Die Liste des DHS deutet daraufhin, dass nicht
ein einzelnes Instrument zur Aufzeichnung von
Verdachtsmomenten imKampf gegen Terror und
Katastropheneingesetzt wird, sonderneingestaf-
feltes, ineinander greifendes Instrumentarium
zur Erhebung und Auslese von Big Data Verwen-
dungfindenmuss, ähnlichwiedas auchbeimPro-
jekt „Reality Monitoring“ des Fraunhofer-Insti-
tuts geschieht (siehe rechte Seite).
Erst die Profilierung der Daten unter Einsatz
smarter Algorithmen macht es möglich, aus vie-
len Datensätzen unterschiedlicher Provenienz
Muster zu erkennen. So scheint die Veröffentli-
chung der Schlüsselbegriffe des DHS nunzubele-
gen, dass US-Sicherheitsbehörden unterschiedli-
che Daten-Pools errichten, deren kluge Verknüp-
fung erst konkretere Hinweise möglich macht.
Dennanders alsHinweisverstärker zur Verdachts-
findungmachendie Suchbegriffe des DHS keinen
Sinn.
Die Wörter sind so unspezifisch, dass
sie nur einen Schluss
erlauben: Der Staat will alles lesen
Die Analyse von Funktionen innerhalb eines sozialen Netzwerkes, wie Facebook, oder
eines Handynetzes ist für Geheimdienste extrem aufschlussreich. SCREENSHOT: SZ
Nach den Freunden von Freunden
Einfache Versionen der analytischen Programme, wie sie die NSA und andere Geheimdienste benutzen, gibt es auch gratis im Internet – ein Selbstversuch
Nach gefährlichen Wörtern
Mit den 377 Begriffen in den Wortwolken auf dieser Seite durchsuchen US-Behörden das
Netz. Natürlich nach „Terror“ und „Angriff“, aber warum nach „Schwein“ und „Schnee“?
FEUILLETON 16 HF2 Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160 DEFGH
Big Data Wonach suchen die Geheimdienste, wenn
Speichernbritische undUS-Geheimdiens-
te tatsächlich den gesamten Datenver-
kehr? Wie es aussieht, ist tatsächlich alles
Gegenstandder Überwachung: jede Email,
jedes Telefongespräch, jede Suche, jeder
Login, jeder Tweet und Status-Update, so-
wie alle verschickten und in der Cloud ge-
speicherten Dateien. Dazu vielleicht noch
Parktickets und Buchrechnungen, sofern
diese eine digitale Spur hinterlassen. Die
überall gezeigten Bilder des neuen NSA-
Datenzentrums in Utah liefern dafür die
perfekte visuelle Evidenz: Das Gebäude
sieht aus wie eine riesige, in der Wüste ab-
geworfeneFestplatte. UndFestplatten, das
weiß jeder, der in den vergangenen Jahren
mal eine Sicherheitskopie gemacht hat,
kosten so gut wie nichts und brauchen
kaumPlatz.
Tatsächlich haben in Utah auf rund
100 000 Quadratmetern bis zu 5 Zettabyte
InformationPlatz. Sogabes zumindest der
Whistleblower William Binney zu Proto-
koll, ein früherer Karrierebeamter bei der
NSA, wobei ananderer Stelle auchvonYot-
tabyte die Rede war. Laut einer Infografik
des Datenkonzerns Cisco kann man sich
diese Masse so vorstellen: „WennIhre Kaf-
feetasse einGigabyte enthielte, dannhätte
einZettabyte etwadas Volumender Chine-
sischen Mauer.“ Ein Yottabyte würde 1000
Chinesischen Mauern entsprechen.
Big Data also. Das Problem scheint zu
sein, dass Speicherplatz nicht nur für
Geheimdienste billiggewordenist. So wird
zwar immer mehr abgehört, aber auch im-
mer mehr Datenverkehr produziert: Ein
Wettrennen, bei dem der Sieger noch lang
nicht feststeht.
WiediebritischeWiredherausfand, wer-
den diese Inhalte zur Zeit von 300 engli-
schen und etwa 250 NSA-Agenten analy-
siert. Um der Datenflut Herr zu werden,
nutzen sie eine Technik namens „Massive
Volume Reduction“, die z. B. Peer-to-Peer-
Downloads herausfiltert und das Gesamt-
volumen damit um 30 Prozent senkt. Den
Rest durchsuchen die Briten mit 40 000,
die NSA mit 30 000 Triggern: Signalwör-
ter, Email-Adressen, Personen oder Tele-
fonnummern. Die interessanteste Nach-
richt kommt erst dann: Aufbewahrt
werden können Inhalte nur drei, Meta-In-
halte30Tagelang. Dannist sogar diegröß-
te Festplatte der Welt – voll. Vielleicht
lautet also die beste Antwort auf Big Data:
Bigger Data. Spammen wir los.
JAN FÜCHTJOHANN
„Hypotheses non fingo“, ich stelle keine
Hypothesen auf, sagte Francis Bacon.
Nicht der Maler ungesund aussehender
Londoner, sondern der Mann, der vor 400
Jahren die Methode der Induktion erfun-
den hat. Michael May wirkt erheblich un-
scheinbarer als Bacon, undauchdas Motto
seines Instituts ist bescheidener: „Domore
withdata“, lautet es. DochMayhat diePeta-
bytes, vondenenBaconnur träumenkonn-
te. Er kann sie sich durch die Finger laufen
lassen, sie filtern, verknüpfenundfür spä-
ter lagern, wenn die Daten auf noch mehr
Fragen noch viel mehr Antworten haben
werden. „Wenn Sie hier drei Daten haben
und dort drei Daten, und diese verknüp-
fen, dann haben sie ja nicht sechs Daten.
Das explodiert.“
May leitet seit 15 Jahren die Abteilung
„Knowledge Discovery“ beimFraunhofer-
Institut für IntelligenteAnalyse- undInfor-
mationssysteme in St. Augustin bei Bonn.
In Deutschland gibt es keinen Ort, an dem
so avanciert in Sachen Big Data geforscht
wird. Während weltweit die Debatte um
den Datensammelwahn der Geheimdien-
ste tobt, sitzen hier die Menschen, die den
„gigantischen Intelligenzverstärker“, so
Mayüber BigData, nochstärker, intelligen-
ter und gigantischer machen.
Die vage Erwartung, aus der rheini-
schen Nachkriegsidylle zwischen Konrad-
Adenauer-Straße, Sportflughafen und
Golfhotel nun in wahrgewordene Science-
Fiction zu treten, wird enttäuscht. In den
Konferenzräumen und Büros ist nichts zu
entdecken, was auch nur von ferne an das
Department of Pre-Crime in Steven Spiel-
bergs „Minority Report“ erinnert. Einige
der Projekte, von denen May erzählt, sind
davonaber nur einenSchritt entfernt. Tom
Cruise weiß, wer wann ein Verbrechen be-
gehen wird, und nimmt den zukünftigen
Täter fest, bevor er dieTat ausführt. Micha-
el May weiß immerhin, wann mutmaßlich
gerade ein Verbrechen geschieht, bei dem
Maschinen die einzigen Zeugen sind.
Aus zehntausenden von Betrugsfällen
hat er das typische Verhaltensmuster von
Kreditkartendieben herausgefiltert. Die
Karte, die eben noch in Deutschland ver-
wendet wurde, taucht plötzlichimAusland
auf; erst versucht es der Dieb zum Testen
mit einemkleinen Betrag, kurz darauf mit
einemsehr großen. Undschonidentifiziert
der Algorithmusaus denMillionenvontäg-
lichen Transaktionen ein Muster und
sperrt die Karte.
Kein ganz reales Beispiel – in Wirklich-
keit sind die Kriterien erheblich raffinier-
ter. May will die Details des Projekts, das
imAuftrag der deutschen Kreditkartenin-
dustrie entstand, nicht verraten. Letztlich
ist dieMethodeaber immer ähnlich. Imer-
sten Schritt sammelt man so viele Daten
wie möglich. Imzweiten sucht man in die-
senDatennachRegelnundMustern: Viele,
die A, B und C gemacht haben, haben spä-
ter D gemacht. Im dritten Schritt wendet
man die Regel auf den individuellen Fall
an: Mansucht dennächsten, der A, BundC
macht, denn Dist nur eine Frage der Zeit.
Es würdealsogenügen, dieVorgeschich-
teschongeschehener Verbrechenzuanaly-
sieren, um – sofern der aktuelle Daten-
fluss komplex genug ist – vorherzusagen,
wennneue Verbrechen eintreten? „Ja. Und
ingewisser Weise wäre das natürlich wün-
schenswert. Nicht wünschenswert wäreal-
lerdings die totale Überwachung.“
Sehr viel weiter will sich May aber nicht
auf die Ethikdebatte einlassen: „Das ist ei-
ne fundamental schwierige Frage. Es geht
darum, wie wir leben wollen, ob wir in Zu-
kunft die Freiheit nochhaben, die wir heu-
te haben. Doch diese Diskussion sollen Ju-
risten und Ethiker zusammen mit den
Technikern führen. Wir diskutieren in in-
ternationalen Forschungsnetzwerken ge-
naudarüber.“ Er versuche immer, den Da-
tenschutz einzuschalten, lange bevor ein
neues Projekt angewandt wird. Und da
Fraunhofer zum Teil staatlich gefördert
werde, meide er die Grauzonen, die sich
dort ergeben, wo die Rechtssprechung mit
der technischen Entwicklung nicht Schritt
hält. Private Firmen erlaubten sich mehr.
„Wir sollten Dürrenmatts ,Die Physiker‘
neu lesen. Die Disziplinen lassen sich aus-
tauschen, die Fragen sind dieselben.“
Nunplatzt HendrikStange herein, Mays
junger Mitarbeiter. Er strahlt undplaudert
wie ein Privatfunk-Moderator, dabei sind
Katastrophen seine Spezialität. Genauer:
Wie man sie anhand der Daten aus sozia-
len Netzwerken in Echtzeit erkennen
kann, wie man sie kartografiert und be-
rechnet, um Helfern, Betroffenen und
„denBehörden“ zu helfen. Wie am12. Sep-
tember 2011, als ein Angestellter der
Wiederaufarbeitungsanlage Marcoule bei
Avignonauf Twitter schrieb: „Explosionin
Marcoule“. Viele Minuten lang war sein
Tweet die einzige Nachricht, die es von
demUnfall gab.
Im Auftrag der EU arbeitet er nun an
dem Programm „Reality Monitoring“, das
solche Tweets in Zukunft als Künder von
Katastrophen erkennen soll. „Explosion in
Marcoule: das ist ja noch nicht viel. Man
muss erst einmal wissen, was Marcouleist.
Eine WAA? Aha, da läutenalle Glocken. Wo
ist dasgenau? Ist der Tweet georeferenzier-
bar, wie die meisten? Jetzt nimmt man an-
dere Quellen hinzu: Wie ist das Wetter
dort? Gabes einErdbeben? Wie geht es auf
denStraßenzu, staut essichschon? Undna-
türlichdenHandyverkehr.“ Jede Anomalie
gibt demEreignis schärfere Konturen.
Doch das ist nur der Anfang. Stange will
auch wissen, wie amOrt die Stimmung ist.
Freude, Ärger, Paniklassensichüber sozia-
le Netze zur „Stimmungslandkarte“ hoch-
rechnen: „Das ist wichtig für Krisenmana-
ger. Wenn die Bevölkerung gegen mich ar-
beitet, muss ich reagieren“, meint er mun-
ter. Das geht bis zum Punkt „Radikalisie-
rung“. Dochwas, wennwir jetzt inKairo, Is-
tanbul oder Peking wären, und die Polizei
könnte auf diese Weise Wutherde identifi-
zierennochbevor sichdieBürger organisi-
ren? Macht Ihnen das keine Sorge? „Tja“,
meint Stange fröhlich, „andererseits ma-
chen Twitter und Facebook viele der Pro-
teste erst möglich. Das ist ein Katz-und-
Maus-Spiel.“
Bislang verzweifeln die Big-Data-For-
scher allerdings ohnehin daran, ihren Sys-
temendas VerstehenvonTextdatenbeizu-
bringen. „Wie ein Baby“ muss die Maschi-
nelernen, bissieweiß, dass„nervt michtie-
risch“ ein Indikator für Frust in der Bevöl-
kerungist. UndumIronie, Sarkasmus oder
auch nur Metaphern zu verstehen, also zu
wissen, dass der Tweet „Ich ertrinke in
Arbeit“, auchwenner aus einemHochwas-
sergebiet stammt, auf keine dramatische
Verschlimmerung der Lage hindeutet,
braucht es komplexe „conditional random
fields“, die Redewendungen und gängige
Wortkombinationen kennen.
Meistens gehe man beim Textmining
aber noch viel primitiver vor: „Mannimmt
alle Worte, reduziert sie um Beugungen
und alles andere, was uns als Grammatik
heilig ist, zählt ihre Häufigkeit und ver-
sucht, daraus Themen zu kriegen“, erklärt
May. „Bag of words“ nennt man diese Me-
thode. „Stellen Sie sich vor, Sie nehmen
statt Shakespeare einen Sack Worte von
Shakespeare. Was können Sie daraus noch
schließen? Nicht viel, verglichen mit dem,
was Sie oder ich aus der Lektüre ziehen.“
Das ist das BeruhigendsteandiesemBe-
such. Dass der Mensch, auch wenn er täg-
lichmehr Datenproduziert, auchwennsei-
neWegeundseineFreundeundseineSuch-
begriffe bekannt sind, inder Sprache noch
immer weitgehend allein zu Hause ist. Die
maschinellen Filter des Department of
Homeland Security mögen noch so inten-
siv nach den 377 Trigger-Worten suchen –
zum wirklichen Verstehen werden weiter-
hin Menschen gebraucht. Ansonsten aber,
soMay, wirdder für Maschinenunergründ-
liche tote Winkel, wo der freie Willen, Lau-
nen, InspirationundanderenVerrückthei-
ten wohnen, immer kleiner.
Aber rechnet die Maschine denn nicht
immer mit den Daten von gestern? Verän-
dert sich der Mensch nicht? Wird er nach
drei Hollywood-Blockbusternwirklichim-
mer einen vierten sehen, und nicht aus
Überdruss etwas ganz anderes? „Das ist
kein Problem“, meint May unbeeindruckt.
„Auch das lässt sich vorhersagen, und
selbst wenn sich alles verändert, hilft sich
das System. Concept drift heißt das. Dieal-
ten Annahmen gelten nicht mehr, ich
schmeiße die Daten weg und lerne neu.“
Anfangs hoffteman, BigDatawürdehel-
fen, die Funktion des menschlichen Ge-
hirns besser zu verstehen. Das hat sich
nicht bewahrheitet. Als man aber die Ma-
schinen Maschinen sein ließ, begann der
große Boom. Doch in einem Punkt ähneln
die Maschinen noch immer dem Men-
schen. Der Heuhaufen, den man braucht,
umdie Nadel zu finden, kannauch zu groß
werden. „Wenn wir nichts vergessen wür-
den, würde unser Gehirn nach einem Tag
überlaufen.“ Weil die Datenmenge schnel-
ler wächst als die Speicherkapazitäten,
geht es den Maschinen ähnlich. „Ihre Fä-
higkeit zuvergessenwirdimmer wichtiger
werden.“ JÖRG HÄNTZSCHEL
DieWelt hättesoschönwerdenkönnen: ge-
teilte Autos, Wohnungen und Urlaube,
neue, passende Freunde auf Knopfdruck,
transparenteRegierungenundVerwaltun-
gen, die mit öffentlichen Daten dem Bür-
ger dienen, weltweit bessere medizinische
Versorgung durch global geteilte For-
schungsergebnisse, globale simple Kom-
munikationfür jedenundjede, dieAnalyse
globaler Phänomene wie Seuchen, Klima
und Migration – die Liste muss kein Ende
nehmen, die Versprechungen des Inter-
nets für die kommenden Jahre und vor al-
lemdes Big-Data-Trends warenschier un-
endlich. Mit Recht, denn je mehr Daten
weltweit erhoben werden, ganz gleich auf
welchem Gebiet, umso mehr können mit-
einander kombiniert werden, zum Bei-
spiel, umherauszufinden, ob die Entwick-
lung von Krebs in einer bestimmten Regi-
on mit einer neuen, global verwendeten
TechnikimZusammenhangsteht. Undvie-
le der Daten lassen sich längst automati-
siert erheben, mit Sensoren aller Art, mit
Mikrofonen und Kameras. Dabei entste-
hen immer mehr und immer größere Da-
tensammlungen, die imbesten Fall statis-
tisch relevant verarbeitet werden können,
aber in ihnen stecken natürlich die Hand-
lungen vieler einzelner Menschen. Die alle
miteinander von Geheimdiensten über-
wacht werden.
Und diese Dienste sind dabei dem zivi-
len Netz offenbar ein paar Schritte voraus.
Kein Wunder, sie hatten lange Zeit, sich an
die Verarbeitung wirklich großer Daten-
mengen zu gewöhnen, zumal wenn sie wie
im Fall von Facebook, E-Mail-Verkehr
oder Skype-Gesprächen in Netzen auftre-
ten. DieAnalysevonNetzenist für Geheim-
dienste schon immer von Interesse,
schließlich sind Terrorzellen auch in Netz-
werken organisiert, und die Überwachung
vonTelefon- undHandynetz, dieschonvor
Jahren dazukam, musste sich der gleichen
Strukturen annehmen.
Dennochnehmenjetzt vieledas, wasEd-
ward Snowden der Welt in einer gestohle-
nen Powerpoint-Präsentation gezeigt hat,
als Erschütterung der Big-Data-Idee oder
gar des Internets wahr. Und tatsächlich
wandelt sich das Verhältnis der Nutzer zu
den riesigen Datensätzen; die Technik
wird hinterfragt, Radikale schaffen sie so-
gar ab. Im Kreml zum Beispiel hat man
jetzt Schreibmaschinen angeschafft, das
meldet die Neue Zürcher Zeitung. Schreib-
maschinen könne man nun einmal nicht
abhören, lassen die Russen verlauten,
nicht ohne zu betonen, dass man sie, die
Russen, natürlich so oder so ohnehin nicht
abhörenkönnte. Beides klingt einbisschen
verzweifelt.
ZumerstenMal verweisendieNachrich-
ten flächendeckend auf die Gefahren, die
beim Datenmissbrauch im Netz drohen.
Die Nutzer erkennen, dass die Software-
Oberfläche, mit der sieihreE-Mails schrei-
benundihreBestellungenbei Amazonauf-
geben, nur die alleroberste Ebene einer
vielschichtigenTechnikist, diebis zuihren
physikalischenGrundlagen, denKabelnin
der Erde, Ziel vonAngriffenundAbhörakti-
onen sein kann. Jetzt findet wenigstens
zumTeil die Auseinandersetzung mit dem
Netz öffentlich statt, die bislang den Nerds
auf ihren Konferenzen vorbehalten war.
Das Verständnis für die komplexe Infra-
struktur wächst, bislang hatte sie der Nut-
zer schlicht als gegeben akzeptiert. Und je
mehr es wächst, umso größer wirddas Un-
behagen: sokompliziert ist das alles, soan-
fällig, so unsicher. Nebenbei bemerkt, gä-
be es eine funktionsfähige Piratenpartei in
Deutschland, dies wäre ihre Stunde.
So begrüßenswert und notwendig das
wachsende Interesse der Nutzer auch ist,
es beruht auf einer falschen Annahme.
Nicht der Big-Data-Trend ist in einer Kri-
se, auch nicht das Internet und die Tech-
nik, die ihmzuGrunde liegt. Attackiert ha-
bendieGeheimdienstevielmehr dieDemo-
kratie. Dabei haben sie Hürden genom-
men, die Geheimdienste typischerweise
nehmen, egal ob mit oder ohne Internet:
Sie haben die Gewaltenteilung ignoriert,
dieSouveränität befreundeter Staatenund
die Gepflogenheiten der Diplomatie. Das
ist bedauerlich, aber nichts Neues.
Neu wird die Abhöraktion allein durch
das Terrain, auf demsie stattfand. Und im
Big-Data-Netz von 2013 kann man eben
mit demselben finanziellen und organisa-
torischen Aufwand, mit dem vor ein paar
Jahren noch eine einzelne Personengrup-
pe abgehört worden wäre, Millionen Men-
schenüberwachen. Demliegt eine Umkehr
des Abhörprinzips zu Grunde, wie man sie
bereits inDeutschlandvonder Rasterfahn-
dung aus den Siebzigerjahren kennt. An-
statt zunächst nach dem verdächtigen
Menschen zu suchen, der überwacht wer-
den soll, um dann mit Abhörarbeit zu be-
ginnen, hören die Dienste lieber gleich al-
les ab, um dann innerhalb der Datensätze
nach Verdächtigen zu suchen.
Dabei suchen sie nicht nur nach Stich-
worten. Genau wie bei der zivilen Analyse
von Big-Data-Datensätzen ist die erfolg-
versprechendste Methode wohl auch für
Geheimdienste die Kombinationaus meh-
reren Datensätzen.
EinBeispiel: ImMai fandinBerlindieIn-
ternetkonferenz Re:Publica statt. Auf die-
ser Konferenz konnten die 5000 Besucher
das Internet über eine drahtlose Verbin-
dung nutzen. Zu diesem Zweck hatten die
Veranstalter zahlreiche Wlan-Router auf
dem Gelände der Konferenz aufgestellt.
Nach der Konferenz präsentierten Pro-
grammierer eine interessante Auswertung
der dabei angefallenen Daten. Sie hatten
überprüft, wannsich welches der 6700auf
der Konferenz verwendeten Geräte in wel-
ches Wlan eingewählt hatte. So ergab sich
ein Bewegungsprofil für jeden Konferenz-
besucher. Die Programmierer betonten,
die Daten seien nur anonymisiert vorhan-
den. Aber zuRecht kritisiertenandereKon-
ferenzteilnehmer, dass mandiesenDaten-
satz der Bewegungen nur mit einemande-
ren Datensatz kombinieren müsse, zum
Beispiel mit den Twitter-Meldungen der
Konferenzbesucher, in denen viele ihre
Aufenthaltsorte erwähnten, umdas Bewe-
gungsprofil vonPersonenzuerhalten. Was
im Falle der Internetkonferenz zu leiser
Kritikführte, ist nur eine verkleinerte Auf-
nahme dessen, was für Geheimdienste
durch die Kombination verschiedener Da-
tensets möglich ist, und selbst die Erstel-
lung von Bewegungsprofilen für einzelne
Personen zählt längst nicht mehr zu den
mächtigsten Verwendungsmöglichkeiten.
Die Kombination aller Daten, die eine
PersonimNetzhinterlässt, dürftelängst ei-
nen Blick in die Zukunft ermöglichen.
Wenn Facebook und Google wissen, wel-
cheWerbungeinenNutzer besondersinter-
essiert, welche Reise er plant und welche
Freundeer sucht, dannwissendieGeheim-
dienstedas auch–undmehr. Dennsiekön-
nenall die Datenanalysenmachen, die Un-
ternehmen wie Facebook durch Daten-
schutzbestimmungen verboten sind, und
da sie sich bei der Beschaffung der Daten
kaumanGesetze halten, kannmananneh-
men, dass sie dies bei der Auswertung
auch nicht tun. Sie wissen also im Zweifel,
was ein Mensch plant, bevor er es selber
weiß. Der steigende Automatisierungs-
grad dieser Analysen nimmt den Geheim-
dienstenundihrenprivatenSubunterneh-
men, die wohl zur Datenverarbeitung her-
angezogenwerden, immer mehr Arbeit ab.
Bei all demist der gläserne Bürger in ei-
nem intransparenten Staat entstanden.
Die Schreckensvision aller Datenschützer,
die viele bei Google, Facebookund Co. ver-
mutet haben. Dort nahmsie lediglichihren
Anfang. Ihre Vollendung fand sie bei den
Geheimdiensten, dort, woder Staat amwe-
nigsten demokratisch ist. JOHANNES BOIE
Wenn überhaupt, dann müssen sich die
CIA, das US–Ministerium für Innere Si-
cherheit unddie Geschäftsstelle des Präsi-
dentenüber die Essgewohnheiten von Ha-
sanElahi Sorgenmachen. Dennes gibt Ta-
ge, da ernährt sich der amerikanische
Künstler nur vonTacos, gerne mager auch
Burger mit viel Pommes und im Super-
markt greift er am liebsten zu schwerer
Kost. Besorgniserregend.
Warum die Geheimdienste überhaupt
der Speiseplan von Elahi interessieren
könnte? Falsche Frage. Wer einmal auf die
Watchlist des FBI geraten ist, von dem ist
offenbar alles von Interesse und zwar für
immer. Jedenfalls lässt das Elahis Projekt
mit den Daten seines Lebens vermuten.
Begonnen hatte das am 19. Juni 2002.
Elahi, der an der University of Maryland
lehrt und ansonsten viel durch die Welt
fliegt, kamaus den Niederlanden und lan-
dete in Detroit. Dort wurde er vomFBI ab-
gefangen und einem Verhör unterzogen:
Woher er komme? Wer ihm die Reise be-
zahlt habe? Und: Wo er am 12. September
gewesen sei? Elahi wurde verdächtig, in
FloridaeinenSprengstoff-Anschlagzupla-
nen. DiedetailliertenAuskünftedesKünst-
lers befriedigten den Geheimdienst nicht.
Insgesamt sechs Monate befragte man ihn
in einer Dienststelle des FBI in Tampa, wo
Elahi einenAbstellraumbesaß, der denVer-
dacht offenbar ausgelöst hatte. Erst dann
gab es Entwarnung. Doch was passieren
würde, wennder Künstler das nächste Mal
irgendwolandenwürde, war nicht klar. Ha-
san Elahi gab demFBI lieber gleich telefo-
nisch seine Reiseziele durch. Dann schrieb
er Emails, die immer länger wurden, mit
Bildern, Reisetipps. Schließlichdigitalisier-
te er jeden Schritt, den er machte. Seit
2003 kann man ihm auf seiner Website
trackingtranscience.net folgen. ZuFlughä-
fen, Parkplätzen und Bahnhöfen, zu Mo-
tels und Supermärkten. Selbst zu Toilet-
ten. Hasan Elahi hat sich eigenhändig zum
gläsernen Menschen gemacht.
46 000 Bilder befanden sich 2011 auf
Elahis Seite. Täglich kommen neue hinzu.
AußerdemKonto- undFlugdaten. „Umsei-
ne Privatsphäre zu schützen, muss man
nicht Informationen vernichten. Durch
das Informationsbombardement, das ich
veranstalte, lebeichtatsächlicheinsehr an-
onymes, privates Leben“, so Elahi als er
2011 sein Projekt auf der Ted-Konferenz
vorstellte. Und: Wenn alle Amerikaner das
somachenwürden, müsstedasSystemdes
Geheimdienstes von Grund auf überholt
werden. Ob das stimmt? Schließlich weiß
die Welt zwei Jahre später, dass nicht nur
Watchlist-Kandidaten digital durchleuch-
tet werden. Da wundert es dannauchnicht
mehr, dass CIA, NSA und FBI auf der Seite
von Hasan Elahi immer noch regelmäßig
zu Gast sind. LAURA WEISSMÜLLER
Nach allem
Dass so gut wie alles an Daten von den Internetriesen und den Geheimdiensten gesammelt wird, hat man schon vor
Edward Snowden gewusst. Aber nun werden die Nutzer selbst sich allmählich der Komplexität des Netzes bewusst
Nach dem Alltag
Der Künstler Hassan Elahi hat das FBI nach eine Kontrolle mit persönlichen Daten überflutet – das interessierte dann auch CIA und NSA
Nach unserer Zukunft
Ein Besuch bei den Fraunhofer-Forschern für „Intelligente Analyse- und Informationssysteme“, Deutschlands avanciertesten Big-Data-Propheten
Das Verständnis für die komplexe
Infrastruktur wächst, der Nutzer
akzeptierte sie bislang als gegeben
Die Dienste wissen also im
Zweifel, was ein Mensch plant,
bevor er es selber weiß
Nach mehr
Festplatten
Wann ist sogar der größte aller
Datenspeicher voll? Übermorgen
FEUILLETON DEFGH Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 HF2 17
sie das Internet durchforsten?
Bevor es der Geheimdienst tut, macht Hasan Elahi es lieber selber. Der 1972 in Bangladesh geborene
Medienkünstler, der in New York aufwuchs, wurde 2002 fälschlicherweise verdächtigt, ein Sprengstoff-Attentat zu
planen. Seitdem liefert er dem FBI alle seine persönlichen Daten. Alle. Wirklich alle. FOTO: TED
Der Reiseschriftsteller Andreas Altmann
hat sich in letzter Zeit darauf verlegt, der
Welt von sich und seinen Erfahrungen mit
der Kindheit, den Frauen und der deut-
schen Sprache zu erzählen. Seine Kindheit
in Altötting war, um im von Altmann lie-
bevoll gepflegtenFäkaldeutschzubleiben,
weitgehend „beschissen“. Die Frauen, mit
denen er zu tun hatte, besaßen „Begabung
zur erotischen Hemmungslosigkeit“ oder
sie waren wahlweise „Haut und Natur“,
„sinnlich und unschuldig“ oder vermittel-
ten, wem auch immer, „das unglaubliche
Gefühl von Nacktheit und Nähe“. Und was
die deutsche Sprache angeht, da ist Alt-
mann der Ansicht, dass er hier – neben
Henry Miller und Norman Mailer – als ei-
ner der wenigen zugriffsberechtigt ist:
„Denn nur wer lodert, hat das Recht zu
schreiben.“
Altmannwirddeshalbmanchmal unge-
halten, wennZeitungsredakteure inseiner
„Geliebten, der ungeheuer schönen deut-
schenSpracheherumstochern“. EineSpra-
che, der Altmannselbst soklangreineWen-
dungen wie „der schwerwiegendste Ab-
satz“ oder „Celeste panikte“ abringt re-
spektive den loderndenSatz: „Eine schwer
zu stillende Sucht nach Kommunikation
brach aus.“
Diese und andere Liebesleistungen an
der deutschen Sprache finden sich in Alt-
manns neuem Buch. Er hat es „Dies be-
schissen schöne Leben“ genannt und da-
mit seine sprachliche Diarrhöe ein wenig
eindämmen können. Zur Erinnerung: Sein
viel gekauftes Werk über seine Jugend in
Altötting führte immerhin dreimal das
Wort Scheiße im Titel. Diese neue Samm-
lungzumTeil bereits publizierter undüber-
arbeiteter Texte wendet sich ausdrücklich
an solche Leser, die frei von moralischen
Bedenken sind. Der „genitalzonenfreie“
Moralbürger werde indiesenungeheuerli-
chen Geschichten über Kleinkriminalität,
Impotenzund–hui! –Homosexeinehoch-
gradige Zumutung sehen. Andreas Alt-
mann ist besessen von der kitzligen Idee,
dass er beim Schreiben von sehr militan-
ten Bürgern umgeben ist, die ihn unabläs-
sig rügen und verdammen. In Wahrheit ist
Altmannselbst sokleinbürgerlichhingeris-
senvonseinemvermeintlichenNonkonfor-
mismus, dass er an allen Eckenund Enden
vor der Wucht, vor dem „Fortissimo der
Storys“ warnen muss.
Ach, unddannliest mandieseGeschicht-
chen über Frauen, die sich in den Händen
linkischer Liebhaber befinden und vom
Fachmann Altmann ins Reich der hem-
mungslosen Leidenschaften zurückgeholt
werdenmüssen. Frauen, denender mit der
deutschen Sprache in immerwährendem
Kamasutra befindliche Altmann „dieses
Nicht-Loslassen-Wollen, dieses Nicht-Be-
greifen-Können“ konzediert, bevor er, nun
endgültig auf der Höhe seiner sprach-
lichen Möglichkeiten angekommen, zu-
sammenfasst: „Sexwar nochimmer diein-
nigste, unbegreiflichste Privatheit, die
zwei sich antun konnten.“
Dass jemand nicht so besonders gut
schreibt, wäre für sich genommen halb so
schlimm, wenn er nicht behaupten würde,
er könne es besser als diemeistenanderen.
Undsoquält mansichdurchdiesealsDirty-
Little-Boy-Storys verkleidetenAnders-Rei-
sen-Episödchen, in denen Altmann mal
auf KorsikaseinAutoaufbrechenlässt, um
einenEinbruchvorzutäuschenunddieVer-
sicherungssumme zu kassieren und mal
von einer läppischen LSD-Erfahrung er-
zählt –wobei dieGeschichte„Der Trip“ zu-
mindest einenbemerkenswertenSatz ent-
hält: „Ich war allein, Mittelpunkt einer von
Sprache und Denken unfassbaren Leere.“
Eigentlich das Leitmotiv des ganzen
Buchs, indemimmer derselbemittelschar-
fe Senf bis zum Würgereiz aufgetragen
wird: Hier ist ein todesmutiger Reporter
unterwegs, der eine so unfassbare Lust am
Erlebenhat, dass ihr moralinsaurenKnall-
tüten zu Hause euch keinen Begriff davon
machen könnt.
Und die Frauen, die diesem von allen
bürgerlichenZwängenBeurlaubtenschick-
salhaft begegnen, habennichts anderes im
Sinn, als sich vom virtuosen Sprachpeit-
scher Altmann „von einem Taumel in den
anderen“ treiben zu lassen. Zumal dieser
interessante Mann schon viele kleine Ver-
brechen begangen hat, Diebstahl, Urkun-
denfälschung, solche Sachen. Man könnte
über all dieseStilblüten, strengriechenden
Männerphantasien und aufgeblasenen
Nichtigkeiten lachen, wenn man nicht
wüsste, dass Altmann das alles richtig
ernst meint. Die detaillierte Beschreibung
einer technisch aufwendigen Liebesnacht
des Autors mit einemMannunddieunver-
stellte Schilderung des Beischlafs einer
Frau mit einemDobermann –Kunden, die
„Die Mädchenakademie“ gekauft haben,
werden auch dieses Buch mögen.
Und dann kommt die Story „Die Ver-
gewaltigung“, dieimBuchgewissermaßen
unterm Ladentisch verkauft wird: Der Er-
zählung wird ein geheimniskrämerischer
Kursivtext vorangestellt, der von versuch-
tem Mord raunt und natürlich wieder da-
von faselt, dass nur die „weniger auf-
rechten, dafür genaueren Leser“ zu einem
gerechten Urteil kommen werden. Worum
geht es?
Altmannhat mal wieder eineFrauabge-
schleppt und mit ihr eine Liaison ge-
knüpft, „die unbefleckt von der Erbsünde
der Heuchelei“ ist. Unter dem Niveau sol-
cherart alttestamentarischer Blutsuppen
lässt er ja nichts anbrennen. Die Frau wird
schwanger, und Altmann fälscht ein Attest
dergestalt, dass es ihmbescheinigt, Träger
einer familiären Erbkrankheit zu sein, die
ihn als Vater ungeeignet macht. Die Frau
lässt das Kind schließlich abtreiben. Denn:
„Weit und breit bot ihre Existenz nicht die
kleinste Chance, die seelischen(undmate-
riellen) Reserven für die Erziehung eines
Kindes zu organisieren.“ Ins Deutsche
übersetzt dürftedieses Kauderwelschinet-
wa bedeuten: Das Flittchen hat gar nicht
das moralische und finanzielle Rüstzeug,
umanständig für ihr Kind zu sorgen.
Natürlich will Altmann etwas ganz an-
deres sagen, als er schreibt. Das ist fast
immer so in diesem Buch. Aber weil seine
vermeintliche Geliebte, die Sprache, ihren
glücklosen Verehrer in Wahrheit nach
Strich und Faden betrügt, lässt sie den
Autor am Ende so dastehen, wie er ist:
selbstgerecht, dabei aufs Peinlichste ent-
blößt und jetzt zudemmit einemBuch auf
dem Markt, das nichts mit Henry Miller
und Norman Mailer zu tun hat, sondern
bestenfalls als eine Art „Fifty Shades of
Grey“ für ältere männliche Alleinreisende
durchgeht.
„Nur ein Mann, der in vielen Nächten
den hundsföttischen Schmerz erotischer
Leblosigkeit erfahren hat, kann die Dank-
barkeit einer Frau gegenüber ahnen, die
ihm auf schwerelose Art all das Seine zu-
rückgab.“ Man muss schon eine Menge im
Leben und in der Literatur nicht verstan-
den haben, wennman so etwas allen Erns-
tes veröffentlicht. Die weniger aufrechten,
dafür genaueren Leser dürften das ziem-
lich schnell merken. HILMAR KLUTE
Andreas Altmann: Dies beschissen schöne Leben.
Geschichten eines Davongekommenen. Piper Ver-
lag, München 2013. 256 Seiten, 19,99 Euro, E-Book
15,99.
VON THORSTEN GLOTZMANN
A
ktuellen Zahlen zufolge entschei-
den sich Leser immer häufiger für
E-Books. DieelektronischeVariante
hat bekanntlich den Vorteil, dass sie den
Reisenden davon befreit, dicke Wälzer mit
sichherumschleppenzumüssen. So lassen
sich unbestimmte Textmassen schnell er-
werben und an jedem Ort der Welt ver-
schlingen. Wer von diesen Vorteilen über-
zeugt ist, drückt gerneeinAugezu, wennes
umdie Gestaltung des Textes geht.
Doch ein E-Book kann das Lesevergnü-
gen rasch zunichte machen, schon wenn
man die Schrift etwas vergrößert. Plötzlich
finden sich Löcher im Text, Zeilen und
Überschriften verrutschen, Umbruch und
Silbentrennung lassen die Haare des Le-
sers zu Berge stehen. Und wenn man Pech
hat, lädt jede Seite des E-Books beim Um-
blättern so lange, bis man den Reader ent-
nervt zur Seite legt. Dass Typografie die
Lektüre beeinflusst, scheint sich bei
E-Book-Produzentennochnicht herumge-
sprochenzuhaben. Für siewirddieSchrift-
gestalt zueinerFragedesGeldes: „DieUrhe-
ber wollen bezahlt werden, und dazu fehlt
es den Verlegern an Motivation und Geld“,
schreibt Jan Middendorp in einem Artikel
fürbuchreport. Außerdemsei esbei Textbü-
chernwie Romanen bequemer, einfach die
Standardfonts, das heißt die Standard-
schriftarten des Gerätes zu benutzen und
auf Textgestaltung zu verzichten. „Silben-
trennung? Ha! Purer Luxus, findet der Rot-
stift des Controllers“, so Middendorp.
Es sieht ganz so aus, als seien die Errun-
genschaften des Buchdrucks seit Guten-
berg bei aller Freude über den technologi-
schen Fortschritt ein wenig in Vergessen-
heit geraten. Tatsächlich erfreut sich das
E-Book immer größerer Popularität. Der
Anteil von E-Books amGesamtumsatz der
Verlage lag imJahr 2012 schon bei 9,5 Pro-
zent und damit höher als erwartet, wie aus
dem aktuellen Bericht des Börsenvereins
des Deutschen Buchhandels hervorgeht.
54 Prozent aller Novitäten werden bereits
als E-Book angeboten. Und bei den meis-
tenVerlagengehört dasE-Bookmittlerwei-
le fest zumVerlagsprogramm.
Umso erschreckender, wie die Texte in
E-Bookspräsentiert werden. Der Art Direc-
tor Benjamin Göck hat E-Books getestet
und sie mit gedruckten Büchern vergli-
chen. In seinem Blog typolution.de, einem
Portal für Typografie, dokumentiert er das
Ergebnis, indem er Screenshots aus den
E-Books der jeweiligen Printvariante ge-
genüberstellt. Dabei stellt sichheraus, dass
der Segen des verstellbaren Schriftgrades
schnell zum Fluch werden kann, wenn der
Umbruch entsprechend neu aufgebaut
wird. Plötzlich finden sich Löcher im
Schriftbild, außerdem tummeln sich Hu-
renkinder und Schusterjungen im Text,
Todsünden imBuchdruck. Ein Hurenkind,
kurz Huki oder auchWitwe genannt, ist die
Ausgangszeile eines Absatzes, die sich in
die nächste Spalte oder auf die nächste
Buchseite verirrt hat. Ein Schusterjunge
oder Waisenkind steht für den umgekehr-
tenFall, wennalsonur dieEingangszeileei-
nes Absatzes amSpalten- oder Seitenende
hängen bleibt. Hukis und Schusterjungen
sind nicht nur dengeschulten Ästheten ein
Dorn im Auge, sie verwirren jeden Leser
und stören die flüssige Lektüre.
Göckstößt inseinerE-Book-Analyseauf
unschöneTrennungenwie„Tas-te“, auf Bil-
der, die sich vonihremText verabschiedet,
auf Überschriften, die sich an den vorheri-
gen Abschnitt gehängt haben oder aber
mutterseelenalleinauf der Seiteherumste-
hen. Buchcover wie das knallig pinkfarbe-
nevonCharlotteRochesRoman„Feuchtge-
biete“ füllen nicht etwa den ganzen Bild-
schirmaus, sondernbefindensichals„plat-
ziertes Bild“ auf der rechten Seite, wie eine
lieblos hineinkopierte Bilddatei. „Man hat
eben keine komplett gestaltete Doppelsei-
te vor sich, die Bild-Text-Integration fehlt
völlig“, erklärt BenjaminGöck. „Auchschö-
ne Initialen und Ligaturen sind nicht mög-
lich.“ Sobald man die Schrift vergrößert
oder verkleinert, verschiebt und verändert
sich der Inhalt.
Der einfache Weg, dieses Problemzulö-
sen, besteht darin, die Printversionals PDF
anzubieten. So bleiben Layout und Um-
bruch wie sie sind, dafür aber ist der Text
geschlossen, ingewisser Weise „tot“, er be-
wegt sich nicht mehr. Als Leser muss man
insbesondere bei kleineren Ausgabegerä-
ten näher heranzoomen und häufiger hin-
undherscrollen. „Das erfüllt nicht denSinn
eines E-Readers“, sagt Benjamin Göck.
SeinFazit: Wennder Text flexibel unddyna-
misch bleiben soll, muss man Abstriche in
der Gestaltung hinnehmen.
Aktuell gibt eszwei Standards, dieimGe-
gensatz zur PDF-Version einen dynami-
schen Umbruch, also einen „lebenden“
Text ermöglichen: Epub und Amazon KF8.
Beide lassen das Einbetten von Schriften
grundsätzlich zu, „aber nicht jeder E-Rea-
der ist inder Lage, diese auchwirklichdar-
zustellen“, erklärt Michael Hofner, E-Medi-
enberater und Referent der Akademie des
Deutschen Buchhandels. „Auch Kosten für
dieLizenzierungder Schriftartenspielenei-
ne Rolle, da deren Einbettung in elektroni-
sche Produkte eine Ausweitung der Nut-
zungsrechte nach sich ziehen.“
Das Erscheinungsbild des Textes hängt
letztlich von den Fähigkeiten des E-Book-
Endgeräts und dem Anwender ab, der die
Voreinstellung des Verlags überschreiben
kann. Der Weg des digitalen Textes vom
Verlag zumLeser führt also über drei Ebe-
nen: über das E-Book-Format, das Gerät
und den Leser. „Jede der Ebenen hat Ein-
fluss auf die Darstellung. Im Einzelfall ist
daher nicht ganz einfach zusagen, wer sei-
ne Hausaufgaben nicht gemacht hat“, so
Michael Hofner.
Eine Herausforderung für die Qualitäts-
kontrolleindenVerlagshäusernist dieViel-
zahl unterschiedlicher E-Reader. „In
Deutschland werden heute etwa 40 bis 50
verschiedene Modelle angeboten“, berich-
tet Michael Hofner. „Es gibt zwar Tests der
E-Reader, dieuntersuchenjedochnicht de-
ren Standardkonformität. Zertifikate oder
Prüfsiegel gibt es für diesen speziellen Be-
reich nicht.“
UmgegenAmazonundseinenKindlePa-
perwhite bestehen zu können, haben sich
Weltbild, Hugendubel, Thalia, Bertels-
mann und die Deutsche Telekom zusam-
mengeschlossen und gemeinsamdenRea-
der Tolino Shine auf den Markt gebracht.
„Im Jahr 2013 rechnet die Geschäftsfüh-
rungvonWeltbildmit einemAbsatz von1,4
MillionenLesegeräteninDeutschland. Da-
von sollen mindestens 36 Prozent von der
Tolino-Allianz kommen“, erklärt Hofner.
Jan Middendorp kritisiert die „großen,
oft globalen Unternehmen, die möglichst
schnell möglichst viele E-Books anbieten
undverkaufenwollen“. Middendorpist Au-
tor von Typografie-Fachbüchern, Gastdo-
zent an der Kunsthochschule Berlin-Wei-
ßensee und als Redakteur und Berater für
MyFonts, das weltweit größte Portal für
Webschriftarten, tätig. „WährendWebsites
schonwieBücher oder Zeitschriftenausse-
hen, weil die Webgestaltung oft in der Ver-
antwortung kleiner, individueller Gestal-
tungsbüros liegt“, so Middendorp, „arbei-
ten große Unternehmen nicht eng genug
mit Designern zusammen.“
DieTolino-Allianz habedenVorteil, dass
Verlag, Buchhändler und Hardware-Ent-
wickler in einem Boot sind, sagt Michael
Hofner. „Da ist es relativ leicht, Ingenieure
und Designer an einen Tisch zu bekom-
men.“ Verlagen empfiehlt Michael Hofner,
ihreGestaltunginsbesondereauf denGerä-
tenzutesten, dieeinehoheVerbreitungha-
ben, undmit wenigenausgewähltenGestal-
tungsvarianten zu arbeiten, das heißt,
nicht hundert, sondern nur zwei oder drei
Schriften lizenzieren zu lassen, die dann
aber umfangreich getestet sind.
EinenbedeutendenUnterschiedgebe es
zwischen Belletristik, Sach- und Fachbuch
auf der einenSeiteundRatgebern, Bildbän-
den und Kinderbüchern auf der anderen.
Letzterebeinhalteneinwesentlichkomple-
xeres Layout und weniger Fließtext, bei ih-
nen steht die Text-Bild-Komposition im
Vordergrund. Deswegen kommt es gerade
bei diesenE-Booksimmerwieder zugravie-
renden Mängeln in der Darstellung.
Aber Besserung ist in Sicht: „Der neue
Epub3-Standard holt das E-Book von 1995
in das Jahr 2015“, erklärt Michael Hofner.
„FixgestalteteSeitensinddannauchimdi-
gitalen Umfeld möglich, die Zahl an zuläs-
sigen Formatierungsfunktionen ist deut-
lich höher.“ Außerdem könne man
E-Books multimedial undinteraktivanrei-
chern. Bisher unterstützen allerdings die
wenigsten Geräte Epub3.
Je besser die Gestaltungsmöglichkeiten
des Verlags werden, desto größer wird der
Druck auf die E-Reader-Hersteller. Wer
sämtlicheInhaltenachdemneuestenStan-
darddarstellenkann, dessenAnsehenwird
steigen. Vorausgesetzt, der Leser weiß die
Qualität auchzuschätzen. JanMiddendorp
beharrt auf einem hohen Qualitätsan-
spruch: „In den Sechziger- und Siebziger-
jahren versuchten die Verkäufer der neuen
Fotosatztechnik ihre Kunden zu überzeu-
gen, dass unscharfe Texte und deformierte
Schrifteneinfachzur neuenZeit gehörten.“
Eine schöne, leserliche und kräftige Typo-
grafie sei auch mit elektronischen Mitteln
möglich. „Man muss es nur wollen!“
Eine schöne und leserliche
Typografie ist durchaus auch mit
elektronischen Mitteln möglich
In Zeiten der bilateralen Verstimmung
sind Wörterbücher so etwas wie der Fußin
der Tür. Dank ihnen weiß man, was man
hat. Dochindendeutsch-französischenBe-
ziehungen weiß man manchmal etwas
mehr, als man hat. Zu den hohen Worten
vonder Freundschaft sindalsodiealphabe-
tisch aufgereihten Stichworte dieses Lexi-
kons eine nützliche Hilfe.
Diegut 300EinträgezuEigennamen, In-
stitutionen, SachbegriffenentfalteneinPa-
norama über siebzig Jahre Kulturaus-
tausch, das manalsLeser flanierenddurch-
streifen oder für konkrete Auskünfte ziel-
strebig nutzen kann. Der Reiz beim Lesen
kommt eher von dem, was man irgendwie
schonwusste, nunaber klarer versteht, als
vonunerwartet neuenEntdeckungen. Ori-
ginalität oder Ausgefallenheit waren nicht
die Absicht der Artikelauswahl.
So bekommt man auf einer halben bis
maximal zweieinhalb Seiten erklärt, dass
der deutsch-französische Abiturabschluss
„AbiBac“ auf eine Außenministerinitiative
von 1972, eine Erklärung von 1986 und ein
Abkommen von 1994 zurückgeht; dass die
Krimiserie „Derrick“ auf ihrem Triumph-
zug durch 108 Länder 1986 erstmals auch
nach Frankreich kamund dort mit beson-
derem Erfolg die über Sechzigjährigen
nach dem Essen in den Mittagsschlaf be-
gleitete; dass die klassischen französi-
schenDeutschland-StereotypevomBarba-
ren-, Dichter-, Denker- und Spießbürger-
volk nach dem Ende der Bonner Republik
ins Gesamtbild der „incertitudes alleman-
des“ übergingen: ins Bildvoneiner Nation,
dienicht recht wusste, obsieindieosteuro-
päischen Raumtiefen, in die eigenen Ab-
gründe oder doch eher zum westlichen
Nachbarn schauen sollte.
Am besten sind die Einträge dieses
Buchs dort, wosiekonkret über dieEntste-
hung des Fernsehkanals Arte, über den
Paul-Celan-Preis, über das „Weimarer
Dreieck“, über die Berliner Schaubühne
oder dasStraßburger Nationaltheater Aus-
kunft geben. Einige allgemeiner gehaltene
Artikel über Mode, FilmundFernsehen, Ta-
gespresse, Romanistik, österreichische
oder DDR-Literatur in Frankreich runden
dasBildab. DieBeiträgeder rund150Fach-
leute zielenauf sachliche Informationsfül-
le, weniger auf elegante Kurz-Essayistik.
Ernsthafte faktische Fehler sind auf An-
hieb nicht zu erkennen.
Verlockendist bei einemWerkmit Kurz-
biografien–rund 140Einträge –, das Blät-
ternnachNamen, diefehlenoder nicht hin-
gehören. Das Ergebnis ist Ermessenssa-
che. Die Herausgeber berufen sich auf den
„Mut zur Lücke“. Zur Rechtfertigung, dass
Jean Genet, nicht aber Julien Gracq, Fou-
cault, nicht aber Althusser, Alice Schwar-
zer, nicht aber Karl Heinz Bohrer Eingang
fanden, dürfteder Mut allemal ausreichen.
Thematische Querverweise zwischen den
Artikeln zeugen von einer ernsthaften re-
daktionellen Betreuung, und sieben brei-
ter ausholendeEinleitungsbeiträgevermit-
telneinenallgemeinenÜberblick. Über die
schon existierenden, spezifisch deutschen
undfranzösischenNachschlagewerke hin-
aus setzt dieses Buch einen neuen Stan-
dard für Profis, Liebhaber, Enttäuschte,
schonAbgefallene und neu zu Bekehrende
in Sachen gegenseitige Kulturbeziehun-
gen. JOSEPH HANIMANN
Nicole Colin, Corine Defrance, Ulrich Pfeil, Joa-
chimUmlauf (Hrsg.): Lexikon der deutsch-französi-
schen Kulturbeziehungen nach 1945. Narr Verlag,
Tübingen 2013. 512 Seiten, 49 Euro.
Der Segen des verstellbaren
Schriftgrades kann schnell mal
zu einemFluch werden
Erotikon mit Fensterplatz – und viel Raum für Stilblüten und streng riechende Män-
nerphantasien: Autor Andreas Altmann und sein Triebwagen. FOTO: WOLFGANG SCHMIDT
Die Nackten und die Zoten
Der Reiseschriftsteller Andreas Altmann will den prüden Deutschen erzählen, was echte Lust ist – doch sein Kamasutra ist eine Kriegserklärung an die Sprache
Auch Juno hat vier Buchstaben: Ein gut lesbares Schriftbild verhilft jedem Inhalt gleich zu viel mehr Lesern. FOTO: SCHERL
„Ich war allein, Mittelpunkt
einer von Sprache und Denken
unfassbaren Leere“ – in der Tat
Hurenkind trifft Schusterjungen
Dass Typografie die Lektüre beeinflusst, scheint sich bei E-Book-Produzenten noch nicht herumgesprochen zu haben:
Schriftbild und Textgestaltung von elektronischen Büchern schmälern oft das Lesevergnügen – unnötigerweise
Mit Derrick in
den Mittagsschlaf
Deutsch-französischer
Kulturaustausch in Stichworten
Nach 1989 wussten die Deutschen
nicht recht, wer sie waren
LITERATUR 18 HF2 Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160 DEFGH
VON REINHARD J. BREMBECK
W
enn Kent Nagano an diesem
Samstag imMünchner National-
theater den „Ring des Nibelun-
gen“ dirigiert, dann wird er Richard Wag-
ners Vierteiler letztmals in seiner Eigen-
schaft als Musikchef, also als General-
musikdirektor der bayerischen Staatsoper
leiten. Nach sieben Jahrenverlässt Nagano
München, von 2015 an wird er fest an der
an Hamburger Oper arbeiten. Dieser Ab-
schied ist Grund genug, um nicht nur ein
Resümeeder Nagano-Jahrezuziehen, son-
dern auch, um darüber nachzudenken,
was sich an diesemOpernhaus, demgröß-
tenDeutschlands, verändert hat undwo es
heute steht.
Umdaszuerkennen, mussNaganosKar-
riere kurz rekapituliert werden, da nur sie
begreiflich macht, warum seine Berufung
nach München ein ziemlich ungewöhnli-
cher Akt war. Als Nagano imJahr 2006 das
Haus übernahm, war er den Münchnern
kaumvertraut. Einpaar Konzerte, auchbei
den Philharmonikern, hatte er absolviert
unddie Premiere der Seemannsoper „Billy
Budd“ von Benjamin Britten im National-
theater geleitet. Nagano galt zudem als
Exot. Geboren1951 inKalifornienunddort
auch aufgewachsen, war er früh ent-
flammt für die Klangwelten Olivier Messi-
aens. Er machte dannvorwiegendinEuro-
pa Karriere: als Opernchef inLyon undLos
Angeles, als Orchesterleiter in Manchester
und Berlin.
DiesemWerdegangentsprachenvor sei-
nem Münchner Engagement auch Naga-
nos Vorlieben und Stärken. Da war einmal
die französische Musik, davon zeugt seine
hinreißende Einspielung der „Contes
d’Hoffmann“ (Jacques Offenbach), aber
auchseinEngagement fürMessiaens eben-
falls auf CD verewigte Mega-Oper „Saint
François d’Assise“, bei deren Urauffüh-
rung er schon als Assistent dabei war und
die er bei den Salzburger Festspielen ge-
nausodirigiertewieinMünchen. Dannwa-
ren da die Russen und Amerikaner, so sein
Lehrer Leonard Bernstein oder John
Adams Version der Weihnachtsgeschichte
in „El niño“, die Nagano in Paris erstauf-
führte. Überhaupt die Musik des 20. Jahr-
hunderts, vor allemdie gemäßigte Moder-
nelagihmamHerzen: immer wieder Wolf-
gangRihm, KaijaSaariaho, UnsukChin, Ar-
nold Schönberg, Peter Eötvös.
Dass einsolcherart sozialisierter Künst-
ler einenRuf indaskonservativeundinMo-
zart, Wagner und Verdi verliebte München
erhalten sollte, schien Anfang des neuen
Jahrtausendsnochsehr viel unwahrschein-
licher zu sein, als es das heute wäre. Aber
das bayerische Kunstministerium ver-
pflichtete in einer seiner rätselhaften An-
wandlungen Nagano als Nachfolger von
Zubin Mehta. Ihm zur Seite sollte Chris-
tophAlbrecht alsIntendant stehen, einsoli-
der Opernmanager, der allerdings seinen
Postengar nicht erst antrat. Was genauder
Grund dafür war, wurde nie bekannt. Aber
dieses Debakel zählt zu den größten des
bayerischen Kunstministeriums.
In der Folge berief man Nikolaus Bach-
ler als Intendanten, einen machtbewuss-
ten, in Musikfragen konservativen, in
Belangen der Regie aufgeschlossenen
Mann. Bachler, der Favorit des vorherge-
henden Intendanten Peter Jonas, hätte
sich einen wie Nagano wohl nie als Musik-
chef ausgesucht. Insgesamt wirkte diese
Partnerschaft dann auch problematisch
undwar vongegenseitigemUnverständnis
geprägt. Aber es ist müßig darüber zu spe-
kulieren, ob das Team Albrecht/Nagano
besser gepasst hätte als das Duo Bach-
ler/Nagano.
Ein Dirigent, der von Herkommen und
Interessen so wenig mit demlauten, prag-
matischenundauf NamenfixiertenOpern-
betrieb großer Häuser wie in New York,
London, Paris, Wien, Mailand und auch
München gemeinhat, der wird sich immer
reiben mit diesemBetrieb. Dass solch eine
Reibung durchaus produktiv sein kann,
das bewiesen vor allem die beiden ersten,
intendantenlosen Spielzeiten Naganos,
wennauchunter Bachler große undbeglü-
ckende Aufführungengelangen. So diePo-
litdramen „Boris Godunow“ und „Cho-
wanschtschina“ von Modest Mussorgsky,
die Uraufführungen von Jörg Widmanns
„Babylon“ und von Unsuk Chins „Alice in
Wonderland“, der alleMaßstäbesprengen-
de Ravel-Ballettabend, der „Saint Fran-
çois“, LeonardBernsteins „TroubleinTahi-
ti“, AlbanBergs „Wozzeck“: Das warenTri-
umphe für Nagano, oft auch szenische
Highlights. Zum absoluten Höhepunkt
aber wurde ausgerechnet eine Rarität,
Francis Poulencs Nonnendrama „Die Kar-
meliterinnen“.
Doch mit Stücken und Kompositionen,
von denen bekannt war, dass sie ihm lie-
gen, gab sich dieser Dirigent nicht zufrie-
den. Er wurde in Interviews nicht müde,
die große und altehrwürdige Münchner
Musiktradition geradezu in den Himmel
zuheben. Schonbei seiner Berufungnahm
er deshalb Kontakt zu seinem verehrten
Vor-Vorgänger Wolfgang Sawallisch auf.
Nagano nennt die Beziehung zu ihm „very
special“. Es muss dem Alten geschmei-
chelt haben, dass der „zuagroaßte“ Junge,
der sich den Münchner Klang aneignen
wollte, auf seine Meinung Wert legte: Bei
wemging das besser als bei Sawallisch?
Doch die musikalische Integration ge-
lang nicht ohne Weiteres. Schließlich war
Nagano längst ein gestandener Musiker
und kein Newcomer. Nagano ist ein trotz
seiner smarten Erscheinung besessener
Musikfacharbeiter mit ganzeigener Ästhe-
tik: ein sehr bewusst agierender Musiker,
der dem Bauchgefühl misstraut und die
Partitur sehr akkurat umsetzt. Er ziseliert
die Klänge, verordnet ihnen eine Schlank-
heitskur und arbeitet nie mit Druck. Seine
Handschrift gab Nagano natürlich nie auf,
und sie wirkte nach Wolfgang Sawallisch
und Zubin Mehta, zwei Bewahrern der al-
ten mitteleuropäischen Schule und ihres
eher saftig musikantischen Stils, erfri-
schend und befreiend für München.
Nun werden neue künstlerische Ent-
wicklungen in München ja immer erst
dann rezipiert, wenn sie an anderen Orten
etabliert oder sogar bereits überholt sind.
In dieses Muster passte auch die Berufung
Naganos. Denn die Klassikwelt außerhalb
Münchens erfuhr lange vor der Jahrtau-
sendwende eine entscheidende Verände-
rung. So hatte die Alte-Musik-Bewegung
den Marsch durch die Institutionen schon
längst angetreten, als Peter Jonas etwas
halbherzig ihr auchinMüncheneinForum
verschaffte – das unter Nagano und Bach-
ler dann gleich wieder abgewickelt wurde.
Auch die neue Musik, in München lange
Zeit fein säuberlich in der Reihe „musica
viva“ kaserniert, hatte in der großen wei-
ten Welt zunehmend Anhänger gefunden.
Jüngere Dirigenten wie Simon Rattle oder
Esa-Pekka Salonen konnten einige ihrer
großen Erfolge gerade in diesem Reper-
toire erzielen.
Mit diesen Veränderungen war aber
auch ein ästhetischer Umbruch verbun-
den. Nicht mehr das große Pathos und die
noch größeren Klangbäder wie noch zu
den Spätzeiten Herbert von Karajans wa-
ren angesagt, sondern Eleganz und
Schwung, ein schlankeres Klangbild und
eineAbkehr vondenmit Wucht ausgestell-
ten Emotionen. Diesem Ideal fühlten sich
fast alle jüngeren Dirigenten verpflichtet,
auchNagano. Dieser Ansatz bedeutet, dass
das Publikum nicht mehr von der Gewalt
der Musik überwältigt wird, sondern dass
der Dirigent die Hörer als Partner durch
die Partituren führt, dass er dabei die
Schönheiten wie Schwächen zeigt und so
die Stücke zur Diskussion stellt.
Dieser Stil war neufür München, under
spaltete schon bald das Publikum. Da wa-
ren Naganos Anhänger, die erfreut diesen
distanzierten Umgang mit Musik aufnah-
men. Auf der anderenSeite gabundgibt es
die Schar seiner unversöhnlichen Gegner,
die weiterhin von der Musik im Sturm ge-
nommen werden will und die sich deshalb
bei ChristianThielemannoder Mariss Jan-
sons weit besser aufgehoben fühlt.
Für München erstaunlich, machte sich
Nagano mit seinem progressiven Stil viele
Freunde. Als vor zwei Jahren durchsicker-
te, dass das Kunstministerium und Niko-
laus Bachler nicht darandachten, Naganos
Vertragzuverlängern, wurdendessenAuf-
tritte gleichsam zu Plebisziten. Das Naga-
no-Publikum erhob Einspruch gegen die-
se Entscheidung.
Zugleich aber tat Nagano sich hörbar
schwer damit, seine Musikauffassung mit
der österreichisch-deutschen Klassik und
Romantik zu amalgamieren. Während er
aus dem „Idomeneo“ eine wild aufge-
peitschte Jugendrevolte machte, missriet
ihmder „DonGiovanni“, einStück, dessen
Sinnlichkeit viele Dirigenten vor geradezu
unlösbare Probleme stellt, völlig – Naga-
nos größtes Fiasko.
Bei Wagner dagegen tastete sich Naga-
no schließlich in der „Götterdämmerung“
zu einer stimmigen Verbindung zwischen
seinem Stil und der Münchner Tradition
vor. Wie schon bei Mehta klang jetzt auch
Naganos „Ring“ leichter, nüchterner und
dezidiert nicht mehrvomabsolutenWelter-
klärungspathos Furtwänglers beseelt.
Nochbesser glückteNaganodieSynthe-
se bei Richard Strauss, dessen impressio-
nistische Qualitäten fern der deutschen
Tradition derzeit von sehr vielen jüngeren
Dirigenten entdeckt werden, was zu einer
Neubewertung dieses Komponisten führt.
Am stärksten aber war Nagano bei Anton
Bruckner. Dessen, dieGrenzendesBekann-
tenweit hinter sichlassende, Visionensind
diesemumSpiritualität bemühtenDirigen-
ten eben näher als die in Vergleich dazu
docheher diesseitigenWeltenvonWagner,
Mozart und Strauss.
Zu einem Zeitpunkt, da diese Annähe-
rung immer besser gelingt, verlässt Naga-
no München. Die Gewinner werden die
Hamburger sein. Aber auch München hat
gewonnen, da das Publikum durch Naga-
nos Wirken deutlich aufgeschlossener ge-
worden ist. Keine schlechte Ausgangslage
für alle Musiker, die jetzt nach ihm kom-
men.
Er wollte ein Münchner werden,
doch die Sozialisation dauerte
Feingefühl und Aufgeschlossenheit
sind seine Hinterlassenschaften
Nach ihm
die Klangflut
Kent Nagano verlässt München – er hat dieser Stadt
beigebracht, Musik anders zu hören: ein Resümee
FEUILLETON DEFGH Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 19
Kent Nagano hat in den sieben Jahren seines Wirkens den allzu opulenten Münchner Klang zeitgemäß entsaftet. FOTO: WILFRIED HÖSL/BAYERISCHE STAATSOPER
Auktionen - An- und Verkauf
von Kunst, Bildern, Schmuck,
Uhren, Münzen, Porzellan, altem
Spielzeug, Militaria usw.
Fa. Buymuc
8089/23269607, hojko@live.de
Unsere Experten freuen sich,
Ihre Kunstobjekte zu begutachten.
´
Jetzt
einliefern
für unsere
kommende Auktion
am 18.9.2013
Alexander Koester,
„Herbststimmung (Entenidyll)“
(Detail). Erlös €39.370
Terminvereinbarung: Susanne Richter M. A. . +49 (0) 89 23 17 10- 46
susanne.richter@neumeister.com . www.neumeister.com
München O89-55 24 40 | Berlin 030-886 753 63 | Düsseldorf 0211-367 794 60
Hamburg 040-37 496 10 | Heidelberg 06221-58 800 38
Ernst Ludwig Kirchner. Zwei mit Katzen spielende Mädchen
1907, 56 x 57 cm, Öl auf Lwd. (beidseitig bemalt)
Aufruf: € 500.000, Erlös: € 1.740.000
Moderne | Zeitgenössische Kunst | Alte Meister
Einlieferungen erbeten
Wir bieten Auktion, Ankauf sowie kostenfreie Schätzung
T 0800-538 83 737 oder www.kettererkunst.de/verkaufen
Nordendstraße 46-48 · 80801 München
Tel. 089 2782510 · info@nusser-auktionen.de
Auktion 320
Kunst · Antiquitäten · Varia
Dienstag, 23. Juli 2013 | 15 Uhr
Zum Aufruf kommen ausgewählte
Objekte u.a. aus deutschem Adelsbesitz
und dem„Seerichterhaus“ in Dießen am
Ammersee
Graphik L. Corinth, F. Frank, A. Hrdlicka,
E. W. Nay · Gemälde H. Bennekenstein,
H. Pellar, F. v. Uhde · Skulpturen H. Kirchner,
F. X. Lalanne · Varia Louis Vuitton-Koffer
Volkskunst/Sakrales Hinterglasbilder u.a.
aus dem Staffelseegebiet · Glas Eisch
(Kopfskulptur u.a.), Theresienthaler Krystall-
glasfabrik (Stängelgläser) · Keramik ·
Porzellan Herend, Meissen, Nymphenburg
Silber Kaviarschale von Cartier · Tischuhren
Schmuck und Uhren Bulgari, Hemmerle,
Tiffany · Möbel Barock, Biedermeier, dän.
Design der 60er Jahre · Wandteppich wohl
Aubusson 18. Jh. · Einrichtungsgegenstände
Paar Karyatiden um 1700, Soldtruhe 18. Jh.
Vorbesichtigung Donnerstag, 18. bis Sonntag, 21. Juli 2013
Katalog www.nusser-auktionen.de

Jetzt einliefern für unsere Auktion am 17.9.13
Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne.
Nach über 200 Jahren wieder erhältlich:
NEUESTER HIMMELSͲATLAS VON 1799
Der legendäre Atlas in „Schwarzerkunst“ von C.F. Goldbach und F.X. von Zach.
56 Himmelskarten, davon 52 doppelt. Mit über 10000 Sternen, Nebeln und den
figürlichen Sternbildern der Zeit, gestochen weiß auf schwarzem Grund.
Originalgetreues Faksimile in limitierter handnummerierter Aufl. von 300 Ex.,
ca. 164 S. Subskriptionspreis bis Sept. 2013: 98,Ͳ EURO incl. MwSt u. Versand.
ISBN: 978Ͳ3Ͳ9816040Ͳ0Ͳ9 www.albireoͲverlag.de 50968 Köln, Tiberiusstr.14
VERKAUFE
Albin Egger-Lienz : StudieBleistift
Franz v. Defregger :Aquarell
Gerhild Diesner : Aquarell
Kontakt: mjh.hoetting@gmail.com
orig Lithografien nummeriert und
handsigniert von Hundertwasser, Dali
und Wunderlich von privat zu verkau-
fen Nr. 0162-9771175
Diverse Chillida, Giacometti, Tapies, Arp,
Chagall, Miro u.v.a. 80176/20749168
Klaus Fussmann
suche schöne Blumenaquarelle, bit-
te mit Foto unter ?ZS1911322 SZ
Franz Radziwill
Privat sucht Gemälde.
Zuschriften unter ?ZS1911321 SZ
„de Paolis“ - Wer kann über diesen italieni-
schen Maler etwas aussagen? Kontakt per
E-mail an: on-pack-in-pack@ad-on-pack.de
Decken- u. Wandgestaltung, Info: paxian.de
Kostenlosen Farbkatalog
anfordern!
An der Fohlenweide · 67112 Mutterstadt
Telefon 06234-80110 · www.henrys.de
Freitag, 26.07.2013
Schmuck
Samstag, 27.07.2013
Antiquitäten Kunst · Möbel
Freitag, 02.08.2013
Varia
Samstag, 03.08.2013
Orientteppiche
AUKTIONEN
A U K T I O N S H A U S
Ankauf von Möbel und Bilder, Uhren, Sa-
krales, Briefmarken, Münzen, Krüge und
Liebenswertes uvm. 80173/1050631
BRIEFMARKEN & MÜNZEN
Einlieferungen zur nä. Auktion jederzeit mögl.
Barankauf – Nachlassabwicklung – Schätzungen
KIRSTEIN-LARISCH · seit 1879 im Dienste der Philatelie
80333 München, Schleißheimer Straße 6, Telefon 0 89/53 80 140
Pechstein, Schmidt-Rotthuff u. Kirchner
Privat sucht schöne Aquarelle, bitte
mit Foto unter ?ZS1911323 SZ
auktionshaus-ruetten.de
Ihre KUNSTOBJEKTE
jetzt einliefern
für unsere Herbstauktion
Begutachtung – Bewertung – Beratung
Parkmöglichkeiten im Hof
Gabelsbergerstraße 28 |
Tel. +49 (0) 89 . 54 27 97- 0 |
info@ruef-auktion.de |
D-80333 München
Fax +49 (0) 89 . 52 36 93 6
www.ruef-auktion.de
SCHMUCK
DIAMANTEN
Auktion 16. Juli 2013
Einlieferungen stets erwünscht
Pacellistraße 5, 80333 München
8089/222702
info@juwelenhahn.de
Asiatika (Antiquitäten) Ankauf: China, Japan,
Tibet, Südostasien 80172/8313553 ab 13 h
Bücher, Grafik und Autographen kauft
Antiquariat Völkel 8089/52304439
Die AUKTION DES JAHRES
255. KUNSTAUKTION
www.auktionshaus-rehm.de
AUKTIONSHAUS GEORG REHM GMBH
Provinostraße 50 ½ - 86153 Augsburg
Tel. 0821/55 10 01 Fax 0821/55 67 58
Ankauf / Gutachten / Versteigerungen
Besichtigung:
ab 11. Juli täglich,
alle Infos auf der
Homepage ab 5. Juli
1.500 Objekte, Silber
Schmuck, Porzellane,
Gemälde, Uhren, Varia
am 18. / 19. Juli 2013
Anzeigenannahme
Telefon 0 89 / 21 83-10 30 · Telefax 0 89 / 21 83-7 95
www.sz.de/anzeigen
Kunst und Antiquitäten
Ihr Aboservice –
erreichbar unter:
www.sz.de/abo
Tel. 0 89/21 83 80 80
Der Galerist Martin Klosterfelde
schließt überraschend seine Galerie.
Mit demEnde der derzeit laufenden
Ausstellung „In Search of the Miracu-
lous“ von Bas Jan Ader Anfang August
wird er seine Tätigkeit als Galerist ein-
stellen, hieß es in einer Pressemittei-
lung. Auch seine Ämter beimGallery
Weekend und bei der art berlin contem-
porary (abc) werde er aufgeben, heißt es
aus Galerien-Kreisen. Sowohl die ge-
meinsamen Frühlingspremieren wie
auch die kuratierte Messe abc hatte er
als Mitbegründer und Gesellschafter
begleitet. Zudemengagierte sich Martin
Klosterfelde auch bei Messen wie der
Art Basel imeinflussreichen Beirat, der
über die Vergabe der Messekojen ent-
scheidet. Die in den Neunzigerjahren in
Berlin gegründete Galerie gehörte zu
den wichtigsten Adressen der deut-
schen Kunstmetropole. NachdemMar-
tin Klosterfelde viele Jahre direkt am
Checkpoint Charlie in einer großen
Industriehalle residierte, zog er 2009 in
eine Etage der Potsdamer Straße, als
einer der ersten, der von der Mitte Ber-
lins in den Westen wechselte und das
Umfeld der Nationalgalerie und des
ehemaligen Tagesspiegel-Areals für die
Kunst erschloss. Mit Künstlern wie
Christian Jankowski, John Bock, Matt
Mullican, Dan Peterman und Vibeke
Tandberg imProgrammprägte Martin
Klosterfelde entscheidend das Profil
der aktuellen deutschen Szene. Zur
Aufgabe der Galerie nach 18 Jahren
habe er sich „aus persönlichen Grün-
den“ entschieden. LORC
Auktionshäuser bekommen mögli-
cherweise bald neue Vorgaben zur Haf-
tung für gefälschte Kunstwerke. Der
Bundesgerichtshof (BGH) ließ in seiner
mündlichen Verhandlung amMittwoch
durchblicken, er wolle die Haftungsklau-
seln eines Münchner Auktionshauses
für unwirksamerklären. Sein Urteil will
das Gericht am9. Oktober verkünden.
Das Münchner Auktionshaus haftet
seinen Versteigerungsbedingungen
zufolge nur für Vorsatz und grobe Fahr-
lässigkeit und nicht, wenn durch die
Folgewirkungen einer Versteigerung
Menschen verletzt worden seien. Der
BGHhatte 1980 entschieden, dass Aukti-
onshäuser nicht für Fälschungen gera-
de stehen müssen, wenn sie die eingelie-
ferte Ware sorgfältig geprüft haben.
Zuletzt war die Haftung von Auktions-
häusern in der Affäre umden verurteil-
ten Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi
diskutiert worden. DPA
VON ULRICH CLEWING
D
er deutschePavillonauf der Bienna-
le von Venedig ist dieses Mal in
Wahrheit der französische – und
umgekehrt. In dem einen, der also eigent-
lich der andere ist, hängen Werke des süd-
afrikanischen Fotografen Santu Mofo-
keng, eine Serie heißt „Chasing Landsca-
pes“, die zweite „Black Photoalbum“. Bis
Ende November werden Hunderttausende
daran vorbeidefiliert sein, an den Gesich-
ternder Menschenaus denTownships und
den kargen, wilden, schönen Landschaf-
ten in Schwarz-Weiß, die aufblitzen wie
TraumsequenzenundderenharteKontras-
te nichts Gutes erahnen lassen. Die Bilder
haben eine solche suggestive Kraft, dass
wahrscheinlich kaum jemand die schlan-
ken, schwarzen Holzleisten bemerkt, mit
denen sie gerahmt sind.
Berlin, Wilhelmstraße118, einegeräumi-
ge Fabriketage im vierten Stock. Malte
Seibt sitzt vor seinemComputer und wirkt
zufrieden. Der 44-Jährige ist einer der bei-
denInhaber der FirmaFASArt, unddieele-
ganten, aber eben leider fast unsichtbaren
Rahmen wurden an Tischen gefertigt, die
keine zehn Meter vonhier stehen. „Eingu-
ter Rahmen fällt nicht auf. Es sind die
schlechten, an die man sich erinnert, weil
irgendetwas gestört hat“, sagt Seibt und
lehnt sich in seinem Sessel zurück. Vor
zehnJahrenhabener undseinPartner Tho-
mas SkribaFASArt gegründet, mittlerwei-
le gehören sie in der Kunststadt Berlin zu
den Marktführern – nicht unbedingt, was
die Menge der produzierten Rahmen be-
trifft. Aber bei der Qualität macht den bei-
den so schnell keiner was vor.
Kennengelernt haben sich Seibt und
Skribawährenddes Studiumsander Hoch-
schuleder Künste. Dochwiedas Lebenbis-
weilen spielt, standen die angehenden
Künstler bald vor ernsthaften finanziellen
Problemen. Kinder wurdengeboren, plötz-
lich musste Geld verdient werden. Eine
Weile arbeiteten sie für andere, dann wag-
ten sie den Schritt in die Selbständigkeit.
DieAnfängewarenbescheiden, ihreers-
te Werkstatt befand sich in ihremgemein-
samen alten Atelier auf einem Kreuzber-
ger Hinterhof. Aber irgendwann nahmdas
kleine Unternehmen Fahrt auf. Es hatte
sich herumgesprochen, dass man bei ih-
nen nicht nur Standardware, ausgewählt
in Standardverfahren, erwarten durfte.
Das große Plus von FAS Art ist die ästheti-
sche Schulung ihrer Gründer, nirgendwo
sonst erhält man im Zweifelsfall eine der-
art intensive Beratung.
Aus ganz Deutschland reisen Sammler
nach Berlin, um sich dort ihre Neuerwer-
bungen rahmen zu lassen. Vor Kunstmes-
sen ordern Galeristen Rahmen en gros,
und auch Maler und Fotografen nehmen
die Expertise von Seibt und Skira gern in
Anspruch. Wobei gilt: Je bedeutender das
bevorstehende Ereignis, desto größer die
Unentschiedenheit. „MeinRekordliegt bei
zehn Stunden am Stück“, sagt Seibt und
kannsicheinGrinsennicht verkneifen. Ei-
nejungeBerliner Künstlerinwar zur Docu-
menta in Kassel eingeladen worden, ihre
Spezialität waren kleine Formate, Colla-
gen und sinnhaft kombinierte Abbildun-
gen aus alten Büchern. „Wir haben mor-
gens um zehn angefangen und waren
abends um acht fertig.“ Wie viele Varian-
ten mit verschiedenem Holz, verschiede-
nen Farben, Längen und Breiten sie da-
mals ausprobierten, weißSeibt nicht mehr
genau. Hundert? Zweihundert?
Seit MenschenBilder schaffen, empfan-
den sie auch die Notwendigkeit, diese
durch einen Rahmen zu begrenzen. Schon
ägyptische Hieroglyphen waren in recht-
eckigen Feldern angeordnet. Die römi-
schen Wandmalereien der Villa dei Misteri
in Pompeji sind durch illusionistische Ar-
chitekturelemente von einander getrennt,
auch um Mosaiken liegen geometrische
Schmuckbänder. In der christlichenKunst
des15. Jahrhunderts bildeteder geschnitz-
te Flügelaltar das Gerüst für die bemalten
Holztafeln. Mit der Renaissance kamdann
der vergoldete Prachtrahmen auf.
Schon immer war die Umrandung des
Bildes ein Spiegel des Geschmacks ihrer
Entstehungszeit. Einmit Stuck-Applikatio-
nen aufwendig verzierter Barockrahmen
unterscheidet sich grundlegend von den
einfachen, einen einzelnen, eleganten
Schwung vollführenden Profilen des Vor-
märz. Die Maler der britischen Arts and
Crafts-Bewegung entwarfen Rahmen, die
oft schöner waren als ihre Gemälde, wäh-
rend die Abstrakten Expressionisten wie
Mark Rothko oder Jackson Pollock am
liebsten ganz darauf verzichtet hätten.
Es sind aber nicht nur Anschauung und
Zeitgeschmack, diedasAussehenvonRah-
men bestimmen. Diese sind Träger von
weit mehr Informationen: über die sich
wandelndenFunktioneneines Bildes, über
das Auftauchen von neuen Medien, sogar
allgemeine gesellschaftliche Veränderun-
gen lassen sich daran ablesen. Für ein Ge-
mälde, das in einemhellen privaten Raum
hängt, bietet sich ein anderer, weniger
prunkvoller Rahmenanals bei einem, wel-
ches für spärlichbeleuchtete, auf dieÜber-
wältigung des Betrachters angelegte Kir-
chenräume bestimmt ist, indemdas Blatt-
goldjedenLichtreflexzumspirituellenEr-
lebnis macht. Mit demSiegeszug der Foto-
grafieändertesichdieLageerneut: Forma-
te wurden kleiner und die Rahmen damit
auch zwangsläufig schlichter.
Sie sind es bis heute geblieben, aber das
heißt nicht, dass die Sache dadurch an Be-
deutung verloren hätte. Im Gegenteil. In
der zeitgenössischen Kunst geht es häufig
inerster Linie nicht umdas einzelne Werk,
sondern um Projekte im umfassenderen
Sinn. Ihr Gehalt erschließt sich erst, wenn
man eine Serie von Bildern betrachtet hat,
die Geschichte dahinter kennt, das Ganze
als Teil eines größeren, manchmal kom-
pletteWerkphaseneinschließendenkünst-
lerischen Panoramas versteht. So spielen
Fragen des Kontexts seit geraumer Zeit ei-
ne entscheidende Rolle. Für Künstler wie
die gebürtige Zypriotin Haris Epaminon-
da, mit der Malte Seibt seinen persönli-
chen Beratungsrekord aufgestellt hat, be-
steht eine Ausstellungnicht nur inder Prä-
sentation einzelner Arbeiten. Sie nimmt
alsMeta-Kompositionselber Werkcharak-
ter an.
Manchmal, sagt Malte Seibt, entschei-
den wenige Millimeter darüber, ob das
menschliche Auge das Verhältnis vonRah-
mung undBildals befriedigendempfindet
oder nicht. Auch bei der Wahl der Farben
gibt es unzählige Möglichkeiten–und kei-
ne festen Regeln. Hat ein Kunstwerk einen
bestimmten dominanten Farbklang, mag
es sein, dass man mit einemRahmenin ei-
nem ähnlichen Ton entweder direkt ins
Schwarze trifft oder völlig daneben liegt.
Im Grunde verlangt jedes einzelne Ge-
mälde, jedes Foto und jede Grafik nach ei-
ner individuellenLösung. Einzumbräunli-
chen Fladen geschmolzenes, vierzig Jahre
altes „Selbstporträt“ aus Schokolade von
Dieter Roth braucht einen Plexiglaskas-
ten, durch den man es von allen Seiten be-
trachten kann. Eine kaum postkartengro-
ße fotorealistische Zeichnung wird ohne
Passepartout in den Rahmen gehängt, wo
bei einer anderen der Verzicht darauf fast
unfreiwillig komisch aussähe.
Und hin undwieder passiert es, dass ein
Kunde bei FAS Art mit leeren Händen von
dannenzieht. Einmal, erzählt Seibt, sei ein
junger Maler mit einer Leinwand unterm
Arm zu ihm gekommen, die er unbedingt
rahmen lassen wollte. „Wir haben probiert
und probiert und einfach nichts gefunden.
AmEndewarenwir uns einig, dass das Bild
ohneRahmenambestenwirkt.“Der Künst-
ler hatte ein paar Hundert Euro gespart –
und Seibt mal wieder was für den Ruf ge-
tan. Als Maler hat er gelernt, dass man das
beste Resultat erzielt, wenn man den letz-
tenüberflüssigenPinselstrichweglässt. In-
zwischen weiß er, dass er damit als Ge-
schäftsmann auch ganz gut fährt.
Im Kontext
Wie Bilder zu ihren Rahmen kommen, und was diese über ihre Bilder sagen.
Ein Besuch in der renommierten Berliner Werkstatt FAS Art
RADAR
ImGrunde verlangt jedes
Gemälde, jedes Foto, jede Grafik
nach einer individuellen Lösung
KUNSTMARKT 20 HF2 Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160 DEFGH
Ein guter Rahmen fällt nicht auf: Malte Seibt in seiner Werkstatt in Berlin-Kreuzberg. FOTO: REGINA SCHMEKEN
New Yorker Perspektiven
„Die Stadt, die niemals schläft“ – rund um die Uhr, in jeder Straße und an jeder Ecke, so
scheint es, schreibt das Leben imBig Apple täglich neue Geschichten. Oft schwingen in
ihnen Weltoffenheit, Extravaganz und Kreativität mit – Dinge, die genauso zum Selbst-
verständnis New Yorks gehören wie der unerschütterliche Optimismus und Stolz seiner
Bewohner. Sinnbild dessen ist der Stadtteil Manhattan, auf dem der Fokus dieser Reise
liegt, die einen bunten Mix aus Kultur-, Kunst- und Shoppingerlebnis verspricht.
Reisehöhepunkte
Manhattan: Nur einen Steinwurf von Ihrem Hotel entfernt befinden sich die Fifth Avenue,
das Rockefeller Center, der Times Square und der Kopfbahnhof Grand Central Terminal.
Chelsea: Gallerien wie die von Barbara Gladstone, Matthew Marks, David Zwirner oder
Larry Gagosian sind in dem beliebten Künstlerviertel längst zu Institutionen geworden.
Metropolitan Museum of Art: Hier sind unter anderem Arbeiten des amerikanischen
Fotografen William Klein und des deutschen Malers Gerhard Richter zu sehen.
The Museum of Modern Art (MoMA): Der Surrealist Salvador Dalí, der Kubist Pablo
Picasso oder der Expressionist Jackson Pollock: Sie alle sind im MoMA vertreten.
Eingeschlossene Leistungen:
- Flug von Frankfurt nach New York (JFK) und zurück
- 4 Übernachtungen im 4-Sterne-Hotel Mela inklusive 4 x kontinentales Frühstück
- Stadtrundfahrt in New York
- Besuch und Führung im Metropolitan Museum of Art; Besuch im MoMA
- Alle Transfers, Ausflüge, Eintrittsgelder und Mahlzeiten laut Programm
- Reisebegleitung ab/bis Frankfurt mit versierter Kulturwissenschaftlerin
im Doppelzimmer 1.985 €
im Doppelzimmer zur Alleinbenutzung 2.569 €
Reisetermin: 24. bis 29. Oktober 2013
Veranstalter: TUI Leisure Travel Special Tours GmbH, Wachtstraße 17–24, 28195 Bremen
In Kooperation mit:
F
o
t
o
l
i
a
/
r
a
b
b
i
t
7
5
Reisepreis pro Person
Beratung und Prospekt:
Telefon: 0421/322 68 87, Mo.–Fr. 8–20 Uhr, Sa. 8–14 Uhr
Fax: 0421/322 68 89, E-Mail: sz-leserreisen@tui-lt.de, Internet: www.sz.de/leserreisen
Persönlicher Kontakt: Hapag-Lloyd Reisebüro, Theatinerstraße 32, 80333 München
www.ammann-treppen.de
.
MAP Bau GmbH Hochbau, Gewerbe-
bau, Gebäudetrockenlegung,
8089/46147860
www.map-bausanierung.de
Neu:www.GEBRAUCHTKOPIERER.de
BREITLING CHRONOMAT Stahl/Gold, Pilot-
band Stahl/Gold, Ref. B13356, 7 Monate
alt, mit Box, Papiere, Garantie, NP 7850€,
von privat 5200€, Tel. 01577-9687757
CORUM Bubble Dive Automatik, Stahl m.
Kautschukband (schwarz), 2 Monate alt, wie
neu, mit Box, Papiere, Garantie, NP € 2950,-
von privat, € 1650,-. 801577-9687757
Bechstein-Flügel
Schwarzer Bechstein-Flügel Modell L, Baujahr 1937, komplett überholt 2007,
incl. Neulackierung, Standort München-Schwabing, VB € 8000,-. 802206-5077
Flügel Yamaha C3
Bj.85, 186 cm schwarz, 13.000€
80160 884 2172
Blüthner-Flügel, 190 cm, schwarz poliert,
Bj. 1907, technisch generalüberh., 14000,-
Standort Nähe Chiemsee, 80173/9085447
Schimmel Piano Mod. 124 TC,
schwarz pol., Bj. 2003, gepflegt, selten ge-
spielt, VB € 7000,- 808141/524906
ZZZ VWHL QJUDHEHU GH
Franz. Geige, Manufaktur Nicolas, Aine,
Brandstempel Grandjon, ca. 1830, sehr
schön. Instrument,VB 5500,- ?ZS1911359
FEUERVERGOLDETE TÜRMCHENUHR; DT,
18.JHDT, SCHLAGWERK 2 GLOCKEN;
FUNKTIONSF. 0043/699/81180709 TIROL
DER STÜRMER, 87 Exemplare aus Jahrg.
1926, 1927, 1943, 1944, gegen Gebot.
eMail: k.brandmann@t-online.de
Auflösung Jugendstil-Glas, Gallé, Lötz,
WMF etc., v. privat 80176/960 68 278
Karls Ansichten bei Google. Hier finden
Sie alles was Sie nicht interessiert.
Su. DEUTSCHE WEINE
Su. Auslesen, Eisweine, Beerenaus-
lesen, Trockenbeerenauslesen von
1920-1976, auch von Egon Müller,
J.J.Prüm etc 80179-5295420 oder
weinsammler@gmx.de
Su.
FRANZÖSISCHE WEINE
Kaufe franz.Spitzenweine gegen bar
801795295420 oder
weinsammler@gmx.de
Rennräder gesucht
ital. Klassiker, 10 J. und älter z.B.:
Masi, Colnago, Cinelli, Eddy Merckx,
Gios etc. Von Sammler deutschland-
weit gesucht, 80152/107 807 04
Suche Münzen und Medallien, Sammlung
oder einzeln, Zinngeschirr, versilberte Be-
stecke, zahle fair, bar bei Abholung;
0173/4042299 a. WE, dietmar.starke@odn.de
Suche v. Privat: Ält. Römergl. u. Bleikrist.,
Porzellan, Pelze, Markentaschen, Näh-u.
Schreibmasch., mech.Uhren, Tafelsilber,
Ant.Modeschm., Münzen, 0151/51631066
Privat sucht Münzen, Trachtenbekleidung-
u. -schmuck, Schreibmaschinen, Pelzjacke
oder -mantel, 801577/9079675
Liebhaberpreis für K.-Kruse-Puppe, Märklin-
Eisenbahn, altes Spielzeug, 8089/1413844
Sammler f. Militärsachen (bis 1945)
(Helme, Unif., Orden) Priv. 8089/42018419
Füller Pelikan-Montblanc-Soennecken
von Sammler ges. 80170/525 11 62
Kaufe Pelzmäntel, -jacken, -mützen u. jegl.
Art v. Uhren (auch defekt) 0157/89402908
Kaufe Da.- u. He.-Bleidung, Abendgarderobe,
Lederbekl., Trachtenbekl. 80178-5001354
Kaufe Schallplatten u. Bücher, auch gr.
Mengen, 8089/89809383; 0170/5310113
Su. Bang & Oluf. kpl. Stereoanl. 089/576596
Rennrad Specialized Tarmac SL 3, Voll Car-
bon, 6,7 kg, Bj.2011, Gr.58, el. Schalt., Du-
ra-Ace Di 2, 1000 km, sturzfrei, NP 9000,-
FP 4500,- w. Krankh. zu verk. 80162/4137321
Fahrrad mit Motor (Elektro 2-Takt) und
Kinderfahrradanhänger, 808157/8214
Ausstellungsstücke
Bis zu 50% reduziert, Chefzimmer,
Bildschirmarbeitsplätze, Empfangstheke,
Besprechungstisch mit Bestuhlung.
Firma büro + raum 8089/35612132
EA 119, Aluchair
Leder schwarz, Gestell Chrom, mit Rollen.
ట0172 - 8531594
Alter Original Chiemgauer Bauernschrank,
bemalt, VB 1500,- 80171/3758026
www.betten-baehren.de Schlafspezialist Fotogeräte-Ankauf. 8089/69388678
Montblanc-Pelikan, auch älter, gesucht.
80157-79473603
Bordeaux-Weine
von Privat gegen bar zu Höchst-
preisen gesucht, 80171/5154440,
Fax 089/91049785 a-h@gmx.info
Alle hochwertigen
suche Kameras
Hasselblad, Leica, Nikon, Zeiss,
usw. Föhst 0911944680
HÖCHSTPREISE FÜR LP, CD, DVD
Theresienstr. 114 8089/523 895 61
Verkäufe
Wohnungseinrichtungen
Verkäufe Laden-
einrichtungen/Büromöbel
Verkäufe Uhren
Verkäufe Musikinstrumente Verkäufe
Sportartikel/Fahrräder
Verkäufe
Telefone/Fax/Kopierer
Verkäufe Sonstiges
Kaufgesuche Baumarkt
Anzeigenannahme
Telefon 0 89 / 21 83-10 30 · Telefax 0 89 / 21 83-7 95
www.sz.de/anzeigen
Verkäufe / Kaufgesuche
US lady gives English lessons. 089/488444
www.kunst-unterricht.de
Münchner Schulstiftung
– Ernst v. Borries –
www.muenchner-schulstiftung.de
Obermenzinger Gymnasium
(staatl. anerkannt) (WSG-W) (SG-E)
Tel. 089 891244-0 – Obermenzing
GanztagsgymnasiumimZwei-Pädagogen-
Prinzip (Lehrer und Pädagogischer Assistent)
ABIplus® – Berufsausbildung parallel zum Abitur
Neu: zusätzlich neue bilinguale 5. Klasse für Schüler
mit fließenden Englischkenntnissen
Privatgymnasium Dr. Überreiter
(staatl. genehmigt) (NTG) (WSG-W) (SG)
Tel. 089 4524456-0 – Haidhausen
Ganztagsgymnasium
imZwei-Pädagogen-Prinzip
(Lehrer und Pädagogischer Assistent)
Neu: Brückenklasse (Vorbereitungsklasse auf Q11/12)
Intensive Aufgabenbetreuung, Repetitorien, Wahlkurse
Bilinguale Unterrichtsmodule (deutsch – englisch)
Kleine 5. Klassen, Latein ab der 5. Klasse möglich
Keine Aufnahmeprüfung
Kein Probeunterricht
!
!
Neu: zusätzlich bilingual ab 2013!
„Die Hausaufgabenbetreuung
fand ich am Anfang echt lästig.
Jetzt geh’ ich gern hin. Weil ich
danach mit allem fertig bin.“
Gymnasium | Realschule | Fachoberschule
kleine Klassen | individuelles Fachtraining
Förderunterricht | Hausaufgabenbetreuung
Weitere Informationen unter 089. 7 1 6 7 7 1 8-52
oder www.neuhof-schulen.de/sz
Professur, Promotion, Habilitation,
Medizin-Studienplätze.
www.promotion-d.de 80681/7097689 Fax
0681/7097691 West Promotionshilfe GmbH

SCHULVERBUND MÜNCHEN
Kohlstraße 5, 80469 München beim Isartor, Tel. 089/297029 – 293333
Für jeden Schüler die richtige Schule
Wir beurteilen die Eignung beim
für die Mittlere Reife, das Abitur/Fachabitur
Telefon 089/23 1718 30
www.schulverbund.de „6. Klasse“
Jedes Kind hat seine Chance
Eintritt in die 6. Klasse
80331 München, Frauenplatz 11, Telefon 089/21 66 84 52
www.eam-muenchen.de studium@eam-muenchen.de
KOMPAKTAUSBI LDUNG STUDI ENPROGRAMME
3 Jahre / Diploma (EAM) + B.A. (Univ. UK)
Vorteil:
2 A
bschlüsse
Diplom
a
+B.A. (staatl. anerkannt)
15 Monate / Abschluss Diploma (EAM) 10 Monate / Abschluss Diploma (EAM)
Internationales Management & Marketing
„. . .später im Management arbeiten mit stark internationalen Akzenten. . .“
Internationales Management & Sportmarketing
„. . .für Interessenten, die Sportleidenschaft und Management kombinieren wollen. . .“
Tourismus- & Event-Management
„. . .für Weltoffene und Kreative, die eine solide Ausbildung suchen. . .“
Tourismus- & Event-Assistent/in
mit Fremdsprachenschwerpunkt
„. . .für Organisationstalente mit Ideen.
Eine kompakte Ausbildung, die schnell zum Ziel führt. . .“
International-Assistant
mit integriertemAusbildungsteil in London (AHK) Certificate
„. . .für Anspruchsvolle, die international
arbeiten wollen . . .“
Wirtschaftsschule
• Individuell zur Mittleren Reife –
staatl. anerkannt
• Übertritt von Haupt-, Realschule
und Gymnasium, 6. –10. Klasse
• Ganztagsbetreuung
mit Mittagessen möglich
Mehr über uns
am 24.07.2013
um 19:00 Uhr
3-jährige Berufsfach-
schule für Hotel- &
Tourismusmanagement
• In 3 Jahren zum Berufsabschluss
und zur Fachhochschulreife
(allgemein)
• Staatlich genehmigt
Tel. 089 / 82 92 95 500
In
fo
-A
b
e
n
d
!
www.kermess.de
VIELE ZIELE. EIN WEG.
PARACELSUS.
Erleben Sie die Vielfalt
der Naturheilkunde:
Werden Sie Heilpraktiker!
14 Berufsausbildungen mit und ohne
Abitur, nebenberuflich oder Vollzeit:
· Heilpraktiker
· Psychologischer Berater und
Heilpraktiker für Psychotherapie
· Tierheilpraktiker
· Wellnesstrainer
· u.v.m.
Tausende Fachseminare und Workshops
an 54 Schulen in Deutschland und der
Schweiz machen Paracelsus zu Europas
Nr. 1. Informieren Sie sich.
In München: Bayerstraße 16a (im Bayerforum, 2. OG) · Tel.: 089 / 59 78 04
www.paracelsus.de · E-Mail: muenchen@paracelsus.de
p
i f ) l
· Sportheilpraktiker
· Kinderheilpraktiker
· Alternative Frauenheilkunde
· Kinder- und Familienpsychologie
· Suchtberater
· Burnout-Berater
SEMINARE & WORKSHOPS, z.B.
TRAUMBERUF
DESIGN:
JETZT STUDIEREN!
. DIE ALTERNATIVE
ZUR HOCHSCHULE
. SEIT 1983 ETABLIERT
UND RENOMMIERT
. KLEINE UND PRAXISNAHE
SEMESTER
JETZT BEWERBEN FÜR DAS
WINTERSEMESTER 2013
IFOG AKADEMIE
AKADEMIE FÜR DESIGN
UND KOMMUNIKATION
BRECHERSPITZSTRASSE 8
81541 MÜNCHEN
089 2158987-10
WWW.IFOG.DE
15-monatige Kompakt-Ausbildung in München • Voraussetzung Abi oder mittlere Reife
International-Assistant
mit integriertem Ausbildungsaufenthalt in London (AHK)
Für Berufe mit abwechslungsreichen Tätigkeiten: Ihre persönlichen Eigenschaften:
Projektorganisation, Vor- und Nachbereitung Recherche, Betreuung von Geschäftsgästen, weltoffen und entgegenkommend? gutes Vorstellungsvermögen? zielbewusst und ausdauernd?
von Geschäftsterminen, Meetings, Veranstaltungen. internationale Kommunikation und Kontaktpflege, stark beim Improvisieren? bewahren auch bei Hektik einen kühlen Kopf? interessiert an vielfältigen Tätigkeiten?
Projektkoordination, Dokumentationen, Präsentationen, Vorbereitung von Entscheidungen, kreativ beim Finden offen für internationales Arbeiten? sorgfältig und präszise?
Geschäftsreise-Management Koordination von Trainings von Lösungen? interessiert an anderen Ländern und Kulturen? engagiert beim Planen?
www.eam-muenchen.de, Tel. 089-21668452











„Werde das Gesicht der IHK Akademie
und gewinne eine Weiterbildung im Wert
von bis zu 10.000 Euro“, lautet die Bot-
schaft der neuen Kampagne der IHK Aka-
demie München und Oberbayern. Das
Gewinnspiel richtet sich an alle, die be-
ruflich weiterkommen wollen. Für jeden
Gewinner gibt es eine fundierte Weiter-
bildung, abgestimmt auf sein Karriere-
ziel.
So funktioniert das Gewinnspiel: Auf
der Website www.ihk-aufgehts.de gibt es
einen Link, der zum Gewinnspiel auf fa-
cebook führt. Jeder Teilnehmer muss ein
Bild von sich mit einem handgeschriebe-
nen Traumberuf-Schild hochladen und
die gewünschte Weiterbildung auswäh-
len. Da die zehn Teilnehmer mit den
meisten Stimmen ins Finale kommen,
müssen möglichst viele Freunde der Teil-
nehmer mitstimmen. Eine IHK-Jury er-
mittelt dann die drei Gewinner.
„Die aktuelle Kampagne macht unsere
Kunden mit ihren Weiterbildungszielen
sichtbar. Diese stehen nicht nur hier, son-
dern bei allen IHK-Weiterbildungen im
Fokus“, betont Stefan Loibl, Leiter der
IHK Akademie München und Oberbay-
ern. Das Gewinnspiel läuft noch bis zum
31. Juli 2013. www.ihk-aufgehts.de.
Die IHK Akademie wurde 1977 ge-
gründet und zählt zu den führenden
Weiterbildungsanbietern in Oberbayern.
Über 300 Studiengänge und Praxistrai-
nings finden jährlich an den Standorten
München, Westerham, Ingolstadt, Ro-
senheim, Mühldorf und Weilheim statt.
Die Veranstaltungen finden überwiegend
berufsbegleitend abends und samstags
statt, einige werden auch in Vollzeit an-
geboten.
Informationen zur IHK Akademie gibt es
unter www.ihk-akademie-muenchen.de
Die IHK Akademie erfüllt Karriereträume
Bildungsmarkt
Anzeigenannahme
Telefon 0 89 / 21 83-10 30 · Telefax 0 89 / 21 83-7 95
www.sz.de/anzeigen
Heiglhofstr. 63/II, 81377 München
Spendenkonto: Münchner Bank,
Kto. 88 88 9, BLZ 701 900 00
www.theodor-hellbruegge-stiftung.de
Mütterliche Zuwendung
schafft Sprache!
Internationale Aktion
Sonnenschein /
Theodor Hellbrügge Stiftung
SZ-RÄTSEL
Lösungen vom Freitag
vom vergangenen Wochenende
6
3 2 7 5
4 6
8 9
2
7 5
7
2
8
1
4
3
DieZiffern1 bis 9dürfenproSpalteundZeilenur einmal vorkommen. Zusammenhängen-
de weiße Felder sind so auszufüllen, dass sie nur aufeinanderfolgende Zahlen enthalten
(Straße), deren Reihenfolge ist aber beliebig. Weiße Ziffern in schwarzen Feldern gehö-
ren zu keiner Straße, sie blockieren die betreffenden Zahlen aber in der Spalte und in der
Zeile. (www.sz-shop.de/str8ts) © 2010 Syndicated Puzzles Inc. 13.7.2013
Kreuzworträtsel
Waagerecht – 1 Abkürzung: Bayerischer
Rundfunk 3 männliches Kind 7 an dieser
Stelle9Augendeckel 11 SpitznamevonMi-
chael Jordan12frühererussischeRaumsta-
tion13Laubbaum15opiumhaltiges Arznei-
mittel 17 Feinschmecker 19deutscher Bak-
teriologe(† 1910) 20Spitzenkünstler 21 Na-
meeines vorderasiatischenGebietes imAl-
tertum 24 Sinnesorgan (Mehrzahl) 26
Furchtgefühl 28 unmodern (englisch) 29
Mulde an vergletscherten Hängen 31
Schneeschuh 32 Abkürzung: Dezitonne 33
Verhältniswort 34 sächliches Fürwort
Senkrecht – 1 Stadt im südlichen Wales
2 Araberhengst bei Karl May 4 Ausruf der
Verwunderung 5 Dreifingerfaultier 6 che-
misches Element aus der Serie der Halo-
gene 7 Durchscheinbild (Kurzwort) 8
schmerzhaftes Gelenkleiden 10 offener,
zweirädriger Einspänner 12 mitten am
Tag 14 Wasserleitungen 16 umgangs-
sprachlich: schnell laufen, eilen 18 eine
Hauptstadt in Europa 22 Vorname der En-
gelke 23 Stadt auf Jütland 25 Kopfbede-
ckung 27 Abkürzung: Steinkohleneinheit
30 fort, weg
3 7 5 8 2 4 6 9 1
6 9 8 5 7 1 4 3 2
2 1 4 3 6 9 5 7 8
8 2 6 4 3 7 1 5 9
4 3 9 1 5 8 7 2 6
7 5 1 2 9 6 3 8 4
5 6 3 9 4 2 8 1 7
9 8 7 6 1 5 2 4 3
1 4 2 7 8 3 9 6 5
Morosewitsch- Gelfand (Grünfeldverteidigung)
Weiter zieht der Tross der Spitzenspieler um die
Welt-diejüngsteEtappestellt das fünftevonins-
gesamt sechs Turnieren des FIDE-Grandprix dar,
das in Peking ausgetragen wird. Neben lukrati-
venGeldpreisengeht es vor allemumdieQualifi-
kation für das Kandidatenturnier zur Weltmeis-
terschaft, für das sich die ersten beiden der Ge-
samtwertungdirekt qualifizieren. Innachfolgen-
der Partie aus der vierten Runde sehen wir das
großartigeKönnendes Moskauers Alexander Mo-
rosewitschaufblitzen, der sichindenletztenMo-
naten in einem Formtief befunden hatte:
1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5 4.Sf3 Lg7 5.Db3 dxc4
6.Dxc4 0-0 7.e4 (die Russische Variante stellt eine
prinzipielleBekämpfungsart der Grünfeldverteidi-
gung dar. Weiß errichtet ein mächtiges Zentrum,
verliert aber Zeit mit der Dame) 7...Sa6 8.Le2 c5
9.d5 e6 10.Lg5 exd5 11.Sxd5 Le6 12.Td1 Da5+
13.Td2 Lxd5 14.exd5 Tfe8 (die schwarze Stellung
macht einen aktiven Eindruck, konkret droht
15...Se4. Doch Morosewitsch findet eine einfache
Lösung und zeigt in der Folge seine Fähigkeit,
überraschendeIdeenzuproduzieren) 15.Lxf6Lxf6
16.0-0 Tad8 17.d6 Sb4 18.Df4 Kg7 19.h4 h5 20.Lc4
Sc6 (wirkt natürlich, auf 20...Td7 wäre 21.g4 hxg4
22.Dxg4 Dd8 23.h5 zu beachten) 21.Lxf7 (ein ers-
ter, völlig überraschender Blitzstrahl aus heite-
rem Himmel!) 21...Tf8 Diagramm (erliegt dem
Schock, zwar verliert Schwarz nach21...Kxf7 22.d7
Te7 23.Td6 Te6 24.Sg5+, doch mittels 22... Tf8
23.Sg5+Kg8konnteSchwarzinetwadasGleichge-
wicht halten) 22.Lxg6 (der zweite Blitzschlag ist
absolut verheerend und gewinnt die Partie)
22...Le5 ( nach 22...Kxg6 23.Td5 Db4 24.Df5+ Kg7
25.Sg5 gibt es keine Verteidigung) 23.Dg5 Lf4
24.Dxh5 Lxd2 (24...Th8 25.Dg4) 25.Dh7+ Kf6
26.Lh5(damit beginnt einemuntereKönigs-Hatz)
26...Ke6 27.Dg6+ Kd5 (27...Kd7 28.Lg4+) 28.Sxd2
Dxd2 29.Td1 Dd4 30.Txd4+ cxd4 31.b4 Txd6
32.Dg7 Tdf6 33.Dxb7 Kc4 34.b5 (Schwarz gab auf,
z.B. 34... Se5 35.Le2+ d3 36.De4+ Kxb5 37.Dxe5+)
STEFAN KINDERMANN
Sudoku schwer
5 2 3 6 1 8 9 4 7
1 9 6 7 2 4 5 3 8
8 4 7 3 5 9 2 1 6
2 8 9 1 6 7 4 5 3
7 5 4 9 8 3 6 2 1
3 6 1 5 4 2 8 7 9
9 1 2 8 3 5 7 6 4
4 3 8 2 7 6 1 9 5
6 7 5 4 9 1 3 8 2
6 5 4 1
4 9 7
1
5 4
8 6 1
8 2
1 3 7
5 7 8 9
9 2
Doppel-Blitz
a b c d e f g h
8
7
6
5
4
3
2
1
Position nach 21...Tf8
6 5 8 7 4 3 2
7 3 2 9 8 5 6 4
2 1 6 4 5
2 1 3 4 7 8 9
3 4 7 2 5 6 9 8
6 5 7
8 9 1 2 3 5 4
9 7 8 4 3 2 1 6 5
8 9 1 3 2
1
7
5
9 3
Str8ts: So geht’s
Str8ts mittelschwer
3 2 6 7 5
4 2 1 5 3 7 8 6 9
3 4 2 1 6 7 8
5 4 3 2 1 8 7
5 6 3 2
7 8 4 6 5 3 2
8 7 6 5 4 2 1
9 6 7 8 4 2 5 1 3
9 8 7 4 3
4
9
1 7
6
21 Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013
Symp. niv. Mann, 63/170, westl. MCH,
sucht sinnl. fem. Partnerin für Reisen, Kul-
tur, evtl. Golf und Erotik mit Niveau und die
pure Lust am Leben. Aussagekräftige Zu-
schrift BMB unter Herbi911@gmx.de oder
Chiffre Zuschriften unter ?AS7081708
Welche gebildete Dame, Seniorin, möchte
in ihrem Haus u. Garten ihr Leben froher
gestalten, m. einem adäquaten Herrn - Se-
nior, stud., aufgeweckt, herzlich, musisch.
Bitte schreiben Sie mir aus M. od. Nähe
(Bild wäre nett) ?ZS1911437. Keine PV
Willst Du mich mitnehmen in Dein Leben?
Gepflegte, männl. Erscheinung m. lieben
Schwächen, 62/1,87/97, wünscht vorerst
adäquate Bekanntschaft für Gespräche
über Kunst und Kultur, gerne auch älter.
Zuschriften unter ?ZS1911402
MUC. Welche symp. Frau mit Humor, hat
Lust, ebensolchen M, 55, schlank, attr., für
eine fesselnde, phantasievolle, erot. Dau-
erfreundsch. ohne Stress kennenzulernen.
Freue mich auf Deine Bildzuschr. unter
?ZS1911443 an die Süddeutsche Zeitung.
Witwer, 79, 1,68, möchte nicht allein blei-
ben, wünsche mir eine liebe passende
Frau. Sie sollte tierlieb, etwas sportlich
und Freude amGarten haben. Lust zu leben
im Voralpenland im Chiemgau.
Zuschr. u. ?ZS1911324 an die SZ
Herzdame gesucht (>33 J.) von Mann in
München (190, sportlich, NR, Akad., dun-
kelh.), umzusammen ein schönes +erfüll-
tes Leben zu gestalten, Familienwunsch.
BmB. Zuschriften unter ?AS7081845
Eine liebe Partnerin an meiner Seite, das ist
es, was mir noch fehlt. Akad. (46, 174)
vielseitig interessiert, bodenständig, ledig
ohne Anhang sucht NRin mit Familiensinn
bis 40 für GroßraumM. BmB, ?ZS1911421
Netter, attraktiver Ingenieur, 54/180/80,
mit vielen Interessen sucht eine hübsche
und feminine Frau für eine langfristige
Beziehung: love@muenchen-mail.de
oder Zuschriften unter ?ZS7081853
Akad., 51/193; kultiviert, unabhängig, kin-
derlos, natürlich, einfühlsam, sucht warm-
herzige Partnerin bis 55 im Raum MUC,
bmB an rkrei1611@gmx.net. Auf bald. Bit-
te keine Zuschriften unter ?AS7081832
Welche unkonventionelle Frau (40-50) hat
Lust... auf Nomaden-Urlaub mit Bahn +
Bus in U.K. oder sonst wo... mal Hotel, mal
Camping, nur wenn Beziehung nicht ausge-
schlossen! Zuschriften unter ?AS1911453
Netter, bodenständiger und außergewöh-
licher Mann, groß, schlank, in gutem Alter,
selbständig, sucht lebensfrohe, sinnliche
und wohlgeformte Partnerin ?ZS1911274
Humorvoll. NR (50/192) su. Dich für Wald-
spaziergänge, Wanderungen u. ein zärtl.
Miteinander (PLZ 80-82). ?ZS1911371
Er, 69/178, schlank, Witwer, sucht lebens-
frohe, auch noch sportlich aktive, kulturin-
teressierte Sie. Zuschr. u.?AS1911352
Akademiker (38, 2, bl, dkbl) sucht Anwältin
Kultur. Zuschriften unter ?ZS1911406
Weibl., 47, 174, wohnhaft LA. Wünsche mir einen
Mann zwischen 45 und 58, mind. 185 groß, gut-
aussehend, seriös für eine langfristige regelmäßi-
ge erotische Dauerbeziehung.
Zuschriften unter ?ZS7081710
Begehrenswerte Frau sucht klasse Mann
Die Zeit vergeht, wenn man viel arbeitet. Das soll nun anders werden: Neugierige
Frau, studiert, schlank, 54/165, mit Witz und Charme und der gewissen Ausstrah-
lung, möchte ihre Prioritäten ändern. Suche einen Mann, anders als andere, der
annehmen kann und viel zu geben hat. Auch Lebensart. Ich freue mich schon sehr
auf Ihre Nachricht - am liebsten mit Foto. Zuschriften unter ?ZS7081701
Das Herz muss dabei sein und entscheidet - ohne den Kopf zu verlieren.
Ich möchte mich zugehörig fühlen, liebevoll und fürsorglich geben - ohne die individuel-
len Freiräume eines jeden aufzuheben. Verständnis, Vertrauen, Toleranz sowie der ver-
tiefende Austausch übereinander und die Welt, in der wir leben, sind mir wichtig.
„Bin vorzeigbar“, humorvoll und stilsicher, praktisch veranlagt und gut im Organisie-
ren, koche und verwöhne gern; weiß zu genießen.
Mit den Höhen und Tiefen des Lebens vertraut, suche ich (60) einen Gleichgesinnten, in
guten Verhältnissen lebend. Zuschriften unter ?ZS1911427 an die SZ.
Ich habe einen Traum
Wir gehen Hand in Hand und spüren uns- Vertrautheit und liebevolle Zärtlichkeit zuein-
ander ... Du bist ein kluger, niveauvoller Mann, verantwortungsbewusst, Ehrlichkeit,
Respekt u. Treue sind dir wichtig; du hast Freude an sportl. Bewegung (Ski) und reisen,
bist ca. 55 J. u. groß, lachst gerne u. träumst auch -manchmal- von ...
Ich freue mich sehr dir zu begegnen- eine jugendl.Akad. 49 / 1,71, sportlich schank /
attrakt. (sagt man) Falls du Kinder hast, fände ich das schön- Foto?
Zuschriften unter ?ZS1911447 an die Süddeutsche Zeitung.
Attraktive Witwe (62/1.69/59) in mediterranem Ambiente
lebend... mit Niveau, Herz und Verstand wünscht sich zuverlässigen, gebildeten
(z.B. Akademiker) und etwas sportlichen Partner (gerne Witwer) mit Sinn für Natur,
Kultur, Reisen aber auch Häuslichkeit und gehobenen Lebensstandard (aus Pari-
tätsgründen finanziell unabhängig). Träumen Sie auch von einer harmonischen
Zweisamkeit? Ernstgemeinte, seriöse Zuschriften bitte mit Bild unter ?ZS1911345
Du bist gelassen, wenn ich mutig bin, zärtlich, wenn ich leidenschaftlich bin, nachsich-
tig, wenn ich ungeduldig bin und bewundernd, wenn ich aufrichtig bin, dann haben wir
Schopenhauer überlebt.Wir lachen über Richling und Gruberin. Wir denken global und
handeln lokal und reden ueber Rechtes und Faires .
Jetzt will vitale kluge Frau (61) den vitalen humorvollen Mann mit geistigem und räum-
lichem Freisinn treffen. Zuschriften unter ?ZS7081790 an SZ.
Höre nicht auf zu träumen.
Attraktive Frau, 68, schlank, südländlischer Typ, gerne feminin. Ich wünsche mir
in liebevollem Miteinander, Reisen in uns. schönen Bayern, ins Tessin, Südtirol/Trenti-
no, Rom, Sizilien - mit kultiviert. Mann, NR/NT, den Sommer zu genießen, gerne auch
mehr. Bitte Bildzuschrift aus München u. naher Umgebung unter ?ZS1911465
Mann? Groß + klug? (Frei) denken, (mit)fühlen, leben +lieben? Magst das mit mir?
Unabhängige Frau, 1,75m, 58 kg, 50 J., mit geliebtem Anhang, viel Arbeit, nie Lange-
weile +im Chiemgau daheim - ud50@gmx.de oder Zuschriften unter ?ZS7081684
Bildhübsches Mädel, Anf. 30, intelligent u. gebildet, gesundheitl. jedoch im Moment et-
was eingeschränkt, sucht lieben, verständnisvollen, verlässlichen Mann bis Anf. 50 zum
Aufbau einer glücklichen, gemeinsamen Zukunft. BmB. Zuschriften unter ?ZS7081843
Bist Du: m, zw.40-44J.alt, über 1,80 groß, reisefreudig und flexibel!! Melde Dich. BmB.
Zuschriften unter ?ZS7081735
Für´s Herz
Sie, 49 J., schlank, sportlich, ju-
gendlich sucht Ihn zum Verwöhnen
und gemeinsame Unternehmungen.
Akad. NR, naturverbunden, liebe
Haus, Garten und die Berge. Habe
Spaß am Leben und der Liebe und
möchte das mit einem niveavollen,
intellig. Mann (vielleicht für immer)
teilen. Zuschriften u. ?ZS7081711
Attraktive, lebensbejahende, romantische,
humorvolle Frau, 45 Jahre, 160 cm, NR
sucht liebevollen, lebensfrohen Partner mit
Herz und Verstand, der mit beiden Beinen
im Leben steht. Ich wünsche mir in der Part-
nerschaft Treue, Ehrlichkeit, Vertrauen, Ver-
ständnis, Harmonie, Geborgenheit,
körperliche Nähe und gegenseitigen Res-
pekt. Ich erhoffe mir auf diesem Weg den
Partner für den Rest meines Lebens zu fin-
den, der mich mit meinen Stärken und
Schwächen akzeptiert.
Bildzuschriften bitte aus dem Raum Mün-
chen unter ?ZS7081849
Attr., sportl., hübsche Sie, 35 J.
175cm, 56kg, su. DICH f. gute Ge-
spräche, Tanz, Sport u. Kultur.
Wenn Du zw. 34 -42 J. alt bist und
vielseitig Interessiert und Dir mittel-
fristig eine Familie wünscht, freue
ich mich über Deine Zuschrift an
gluecksstern2013@yahoo.de oder
Zuschriften unter ?ZS7081859
Getrennt wohnen -
gemeinsam genießen !
Welcher unternehmungslustige, gepflegte
Mann mit Sinn für Humor u. ungebremster
Lebensfreude zw. 60 - 70 J. hat auch er-
kannt, daß zu zweit einfach alles viel schö-
ner ist (Ausflüge, wandern, schwimmen,
tanzen, Kultur, gute Gespräche). Bin 64 J.,
blond, 1,70 groß mit fraul. Figur, verwit-
wet, mit netten Freunden - trotzdem fehlt
mit einfach eine Schulter zum “Ranku-
scheln”. Wichtig: Harmonie, Vertrauen, Of-
fenheit.
Zuschriften bmB unter ZS7081739
XXL- Mann gesucht…
… mit großem Herz, großem Geist
und großer Erscheinung für die gro-
ße Liebe. Er ist in den „besten“ Jah-
ren, gepflegt, aufgeschlossen, sym-
pathisch und sucht sein weibliches
Gegenstück mit ähnlichen Attributen
+ Weiblichkeit und Sinnlichkeit für
eine Partnerschaft auf Augenhöhe -
mit Perspektive. Raum M. BmB an:
Sternenschnee1@gmx.de
Zuschriften unter ?ZS7081798
Das kann es doch nicht gewesen sein!
Marlies,73/166,verw.,Frisörini.R.mitgt.Figur,
natürl., warmherzig, zärtlich u. motorisiert.
Finanziell bin ich gut versorgt, doch was
nutzt das alles, wenn mein Herz einsam
ist. WennichandielangenAbendedenke
die ich alleine in meiner Whg. verbringen
muss, werdeichganz traurig. Daichvöllig
alleinstehend bin, wäre ich umzugsbereit.
Bittelassmichnicht länger warten+melde
Dich über: ( 089 - 716 801 810 tgl.
10-20 h auch sa./so. · Partnerglückservice
Prien a. Chiemsee,
Unternehmungen,
hier und an vielen
anderen Orten der Welt
Mitte 40 junge, schlanke, sportliche,
attraktive, unabhängige, gebildete,
natürliche Frau, 173cm, NR sucht
männliches Pendant.
Zuschriften unter ?ZS7081731
Gertrud 66/170, hüb. Witwe
e. natürl., warmherzige u. zärtl. Frau mit
schöner Figur + strahl. Augen, finanz.
unabhg., völlig alleinstehend - daher nicht
ortsgeb.. Ich liebe e. schönes Zuhause,
kenne schöne Gerichte für zwei, genieße
schöne Musik + die Natur. Gerne würde
iche. liebenMannwieder glücklichmachen
+mit ihme. zweitesGlückaufbauen. Wenn
ichmit meineAutozuIhnenkommendarf,
rufenSieanüber: ( 089- 716801810
tgl. 10-20hauchsa./so. · Partnerglückservice
SEHNSUCHT! Ingrid, 76J., attrakt., hüb-
scheWitwe, Altenpflegerini.R. mit Frohsinn
+ sonnigemWesen, sehr lieb, unkompli-
ziert, anpassungsfähig und gepflegt,
leidenschaftlicheHausfrauu. Köchin, völlig
alleinstehend, ersehnt diespäteLiebeeines
gefühlvollen, sympathischen Mannes mit
Herzensbildung und Sinn für Romantik.
Genekommeichmit meinemkleinenAuto
zuBesuch, wennSiegleichanrufenüber:
( 089 - 716 801 810 tgl. 10-20hauch
sa./so. · Partnerglückservice
BALD SIEBZIG
Silbern die einst dunklen Haare
Im älter gewordenen Körper
das Herz noch warm
Die Traumata geortet
Altlasten betrauert
Die Enkel in fernen Land
Das Buch fast fertig geschrieben
Noch nicht alle Bilder gemalt
Manchmal sehnen sich
Körper und Geist
nach zärtlicher Berührung
Zuschriften unter ?ZS1911332 an SZ
Das Leben genießen...
Das möchte ich jetzt! War zu sehr mit mei-
nem Job beschäftigt und habe darüber ver-
gessen zu genießen. Möchte wieder mal in
Discos und Bars, zum Wandern und Skifah-
ren in die Berge, gemütlich im Biergarten
sitzen und die Seele vom Alltag befreien.
Ich, 51, schlank, blond, suche den richtigen
Mann (+/- 5 Jahre), der mich wachküßt.
kleeblatt6@gmx.de oder
Zuschriften unter ?ZS7081732
Der Urlaub ist vorbei und das gab mit Anlaß
auf diese Weise einen Partner zu suchen.
Bin Anf. 60, jung geblieb., attr., niveauv.,
gebild., mit vielen Interessen wie klass.
Musik, Konzerte, Kultur, Literatur, Wan-
dern uvm. Gerne bin ich zuhause m. einem
lb. Menschen bis 68/70 J. dem Ehrlichk./
Zuverlässigk. sowie Stil kein Fremdwort
ist. Ihre Zuschriften m. Bild v. R. MUC u.
Obb., Tel.-Nr. ?ZS1911338 SZ
„Liebe ist nur ein Wort, bis jemand
kommt, der es mit Sinn erfüllt“.
Sehr attraktive, schlanke u. sportliche
Genußfrau (44 J., blond), die beruf-
lichen Erfolg und Weiblichkeit verein-
bart, sucht Mann, der die Schönheiten
der Zweisamkeit schätzt. Bildzuschr.
u. accra@email.de oder ?ZS1911318
Nicht Anzeigenüblich...
Gutaussehende, charm., blonde Ärztin,
warmherzig und liebevoll, 50 J., sucht
Mann, der bereit ist, emotionalen
Reichtum zu schenken, u. zuverlässig,
verantwortlich, klug u. humorvoll ist.
BmB Zuschriften u. ?ZS1911420
Welcher Musik interessierter Hobby-
spieler (Instrument egal),ca.40-45 J.
hat Zeit u. Lust am gemeinsamen
Musizieren u. evtl. mehr? Ich selbst
(w., 41 J.) spiele leidlich Piano, bin
naturverbunden u. tierlieb. Freue
mich auf Ihre Bildzuschrift unter
?ZS1911235 an SZ
Zwingen kann man das Glück nicht
aber wenigstens einladen!
Eine attr., junggebl., humorvolle Sie 60+
1,62/69, NR, sucht Ihn ab 60, schlank,
auch NR, m. beiden Beinen fest im Leben
stehend, gefühl- u. liebevoll, etwas sportl.
u. tanzfreudig. Freue mich auf ein Echo,
vielleicht m. Bild unter ?ZS1911336
oder hawaii33344@gmx.de Wer berührt mein Herz?
Frau, 50 +will Mann für Leben
zu zweit, Akad, schl., Freude an
Bewegung, Berge, Wandern, Ski, Rad,
Reiselust, Natur, BmB.
Zuschriften unter ?ZS7081746
Hübsche Ärztin (43J./Muc)
mit Kinderwunsch
sucht
wohlhabenden, niveauvollen, attraktiven
Partner!
BmB Zuschriften unter ?ZS7081838
Suche: Mann,
gerne 56, schlank, klug, heiter, zu-
verlässig, achtsam und mutig, denn
das bin ich auch. Zuschriften unter
?ZS7081674
Münchner Traummann
bis 52, schl., humorv., ehrl., intell.
gut.sit. Ich Unternehmerin, 47, 1,70,
lustig, unkompl. für feste Bez.
Zuschriften unter ?ZS7081673
Mann auf Augenhöhe gesucht!
Ich bin selbstständig, unabhängig mit
Herz und Verstand ausgestattet, attrak-
tiv und vielseitig interessiert. Welcher
Mann zwischen 50 und 60 möchte mich
kennen lernen! Zuschriften unter
?ZS7081851
Fesche Münchnerin-Klassefrau, vw.,
jugendl. 60+, zierl.-fem. 1,62, ist
auf der Suche nach dem ebenfalls
gut sit. Pendant ±70. Foto-ZS er-
beten unter ?ZS1911454
Männer aufgepasst
Hübsche, liebenswerte Frauen aus
OSTEUROPA
Seit 19 Jahren erfolgreiche Vermittlung
089/8110745 Auch SA+SO BAYERN-INSTITUT
Hübsche, schlanke Sie, 49, mit Niveau,
1,73, langhaarig, unabh., sucht Dich,
ab 1,80, bis ca. 55 J., m. ähnl. Attri-
buten für alle schönen Dinge des Le-
bens. Zus. u. ?ZS1911076 an SZ
Münchener Süden
Hundedame sucht Hundeherrchen, gern
WW -70, flott, gebildet, lukull. interessiert,
Musikl., finaz. Unabh. von WWE 60+, 164
gr. blond mit denselb. Attributen, keine PV.
Zuschriften unter ?ZS1911385 an SZ
Musiker - ich suche Dich !
„Ich weiß was ich will“ (Udo Jürgens)
Schlanke, romantische, lebendige,
charakterstarke 60+möchte gerne dein
Engel sein, gerne auch deine Prinzessin.
Zuschriften unter ?ZS1911374 an SZ
Gibt´s Dich?
Attrakt., sportl., humor- und liebev. Sie,
53 J., 168/75 su. niveauv. Partner mit Herz
undVerstand„denFels in meiner Brandung“.
Freue mich auf Bildzuschriften unter
?ZS1911456 an SZ
Wir sind nicht mehr ganz jung, haben Herz
u. Niveau, sind naturverb., kulturinteress.,
u. sehnen uns nach einer liebevollen Bezie-
hung. Ich bin 65 J., NR, jugendl., schlank,
attraktiv, einfühlsam, humorvoll u. freue
mich nun auf Ihre Zuschr. u. ?AS1911461
Ammersee: Den gepflegten Partner möchte
ich, weiblich, sympath., lebensfroh, 69 J.,
schl., gerne kennenlernen; für Gespräche,
genussvoll essen, Unternehmungen und die
Liebe nochmal leben. ?ZS1911399 an SZ
Attraktive Ukrainerin (dt. Staatsbür-
gersch.), Ende 30, 176 cm, dkl.blond, ro-
mantisch, liebt Reisen und Kochen, sucht
netten humorvollen, großzügigen Mann für
ernsth. Beziehung. Zuschr. u. ?ZS1911417
Ausländerin aus Südamerika, sucht einen
Partner für feste Beziehung. Ich bin 43 Jah-
re alt, hübsch, humorvoll und sehr lieb. Ich
habe einen Sohn. Kinderlieb sollte der
Partner sein. Zuschr. unt. ?ZS1911337 SZ
Mädchenhafte Mittdreißigerin, belesen,
kreativ und sportlich, Cineastin, sucht den
interessanten Mann, für den “Geiz” in je-
der Beziehung ein Fremdwort ist. Zuschrif-
ten unter ?ZS7081664
Attr. Wirtschaftsjuristin, 32, NR, sportl.,
romantisch sucht eine starke Persönlich-
keit aus München u. Umgebung für lang-
fristige Beziehung u. mehr. Zuschr. u.
?AS1911376 od. aboutyou555@gmail.com
Aparte, charmante Münchnerin, 59/170,
mittelschlank, NR, freut sich auf die Begeg-
nung mit einer humanen Persönlichkeit bis
ca. 75 mit Geist und Lebensstil. Zuschriften
m. Festnetz-Nr. bitte u. ?ZS1911174 an SZ
bayernschatzi@t-online.de
Sie, 64, sehr feminine.............
Leider sind alle Mails verloren gegangen.
Bitte nochmals senden.
Zuschriften unter ?ZS7081723
♥ Kinderwunsch ♥
suche Mann ±40 mit Herz und Verstand für
gemeins. Kinderwunsch uUin Co-elternschaft.
BmB ki.wu@gmx.net oder ?ZS1911466
Schöne Meerfrau (m40)
sucht in München Mann mit Boot.
Zuschriften unter ?ZS7081734
Landquax; W50+, schlank-sportlich, reise-
+ lebenslustig, mit Witz, Geist + Humor,
möchte ebensolchen, gleichaltrigen Mann
kennenlernen unter ?ZS1911334 an SZ
Warmherzige, friedliche, sportliche,
schlanke SIE (65/1,72/60, attraktiv),
sucht IHN,
Zuschriften unter ?AS1911394
Su.Mann NR m. Platz im Herzen u.im Haus
südl.Mc. Gutauss., humor-u.liebev. Sie, 61
170 mit Händch.f.Garten u. Zärtl. mö.weg
von OFR Zuschriften unter ?ZS7081829
Pädagogin (Musik + Kunst) sucht liebevol-
len interessanten Weggefährten, ±60, Mei-
ne Vorlieben Natur, Tanzen, der Italiener
um die Ecke... Zuschr. unter ?ZS1911377
Genußfreudige Sie (47), neugierig und hu-
morvoll, möchte Ihn, musikalisch-interes-
siert (BBJ) eigenständig und beziehungsof-
fen kennenlernen. Zuschr. u. ?ZS1911333
Vergnügte, außergewöhnliche Frau, 50/173/
58, sucht großen, klugen, unkomplizierten
Mann mit Charakter, Humor +Bauernhaus
in Obb. Zuschr. unter ?ZS1911383 an SZ
Reiselustige 40igerin sucht Ihn für gemein-
same Unternehmungen. Bin bodenständig
und flexibel. Melde Dich!!
Zuschriften unter ?ZS7081705
Ehem. Krankenschwester mit einem Hund,
sucht einen niveauvollen Herrn, mit Haus
u. Garten, bis ca 75 J., für eine gemeinsame
Zukunft. Zuschr. u. ?ZS1911330 an SZ
Nette Frau (47), sucht netten Mann bis Mitte
50. Lebe gerne in Süddeutschland, Öster-
reich oder Schweiz. Bitte mit Foto und Grö-
ße unter ?ZS1911314 an SZ
Apothekenangestellte, ledig, 43 J. wünscht
sich sehnlich ihren Partner und eine Fami-
lie. Wer fühlt sich angesprochen?
Zuschriften unter ?ZS7081717 an SZ
Für gemeins. Unternehmungen wünsche
ich mir liebev., gebildeten Herrn m. Humor,
Liebe zu Natur, Tieren, Musik, 65-75 J., Rm.
München. Zuschr. (m. Bild) ?ZS1911221
SCHÖNE FRAUEN AUS Böhmen
individuelle Bildvorschläge kostenlos
www.pvinstitutarendas.de 80841/77844
Seit 23 J. erfolgr.: Frauen aus Polen suchen
Lebenspartner. Katalog bei PV VHZH
80173/3962453 oder 0355/791792
Suche neuen Bekanntenkreis für gemein-
same Unternehmungen. Bin 60 J, männl.,
schlank, Witwer. ..für Wandern, Radeln, Es-
sen gehen, Bummeln, und und und. Habe
sehr vielseitige Interessen. Gerne auch Sin-
gles und Paare. Kontakt auch gerne per
Mail an: neuanf2013@web.de
Zuschriften unter ?ZS7081704
Land - Stadt - Lust
Ex-Münchner mit Chiemgauer Ruhestands-Domizil (Zeitschriften-würdig) hat öf-
ters Lust auf Stadtluft. Welche patente Frau mit Haus in München hat öfters
“Land-Lust”? Bei ggs. Sympathie könnten wir je nach Wetter, Kulturkalender etc.
ein zweihäusiges Leben fühern - auch mit Pausen.
Bin souverän-gelassener Dr.-Ing., 71, in Bayernseligkeit sowie imglobal business
erfahren und sportlich. Goggolore@t-online.de; Zuschriften unter ?ZS7081821
SANTANA Tollwood 2013 - Du: Jeans und blaukariertes Hemd. Ich: helle Jeans, schwar-
zes T-Shirt, türkiser Schmuck. Du hast so herzlich gelächelt und zum Abschied gewun-
ken. Magst du mir schreiben? santana4713@gmx.net Zuschriften unter ?ZS7081767
Ich bin 47 J./w. und suche nette und unkomplizierte Leute für Freizeitgestaltung.
Freu mich auf Zuschriften unter ?ZS7081765
Allein reisen?
Keine Lust mehr!
Daher suche ich (Akad. i.R. 60 plus,
NR,171/70) erlebnis- und genussfreudige,
unabhängige und flexible Begleiterin
(±50,Raum IN u.Mittelbay.) für Reisen
u.a. BmB an hola2013@t-online.de
Zuschriften unter ?ZS7081712
Aparte Italienisch-Lehrerin in Mün-
chen, kunst- u. kulturinteressiert,
vielsprachig, spirituell, geschieden,
freut sich auf neue Kontakte von
italo-frankophilen, musikliebenden
Menschen ab ca. 60 Jahren.
Zuschriften unter ?AS1911389
Individualist 60+
dringend gesucht.
Klug, links, geistreich.
martaroth@web.de
Alleine in der Oper?
Gestandene Frau, 48, 168, intelligent und
vorzeigbar, sucht souveränen und weltoffe-
nen Begleiter für Oper, Konzert, Restaurant
und Freizeit. fun-in-muc@gmx.de oder Zu-
schriften unter ?ZS7081785
70-j. Witwe möchte mit interessanten,
niveauvollen Witwen u. Witwern gerne ein
Treffen arrangieren, bei einem gemeinsa-
men Frühstück um einen runden Tisch?
Also ein Roundtable-Frühstücksgesprächs-
kreis in München-Südost. ?ZS1911416
Suche nette Gesellschaft (kein Sex) für ge-
legentliche Unternehmungen gemütlicher
Art, z. B. essen gehen, spazieren, Biergar-
ten. Sie (48) aus München, natürlich, hu-
morvoll, vorzeigbar. Bitte E-Mail-Adresse
angeben. Zuschriften unter ?ZS7081713
Tanzen! Tanzen! Tanzen! Attraktive, starke
Frau (Akad., 1,69 m, 53 kg) sucht starken,
attraktiven Mann (Akad., 55 bis 77 J.) zum
„Tanzvergnügen“. Schwabing?
Zuschriften unter ?ZS1911422 an SZ.
Freizeit gemeinsam genießen. Akad.,
w., 41J. möchte mit Dir m./w. zusammen-
erleben: leichte Bergwanderungen, Radl-
touren, Kino, Essen, uvm. Zuschrift. m.
Tel.Nr.: Freizeit_zu_zweit@gmx.de
Paar 50j. su. Geschäftsmann für Dau-
erfreundschaft/WG gerne WE-Heim-
fahrer an hallertau1@t-online.de
Zuschriften unter ?ZS7081722
Sie, 49, schlk., sportl., attrakt. sucht
Begleiter mit Niveau für Sport, Kunst und
Kultur (Tagesfreizeit erwünscht).
Nur Raum München 80173/90 57 889
Wo ist der große, ökologisch orientierte,
humorvolle Mann um die 50, der nie auf
Anzeigen antwortet, radelt, segelt und sein
altes Cabrio pflegt? ammer_see@web.de
Sie, 67, sportlich sucht eine gute Freundin
niveauvoll für gemeinsame Unternehmung.
(Wandern, Berge, Reisen, Kultur). Wohne
Mü./West. Zuschriften unter ?ZS1911467
Noch 10 Jahre bis zur Pension! Wer beglei-
tet mich, weibl., bei gelegentlichen Fluch-
ten aus dem Alltag? weibeslust@gmx.de
Zuschriften unter ?ZS7081665
Australien im Dezember!
Sympath. u. attr. Begleiterin, 25-45 J., von
Akad., sportl., 48 J. ges. BmB ?AS1911401
oder per Mail: sd.rrhb@yahoo.de
Sie, geht nicht gerne alleine in ein Konzert,
Event etc., ich begleite Sie gerne.
8089/81 88 88 99
Hallo Ingrid,
Mü.-Südost (Reise). Ist deine Rufnummer
falsch? Ruf bitte an: 80171/5203378
Wer besucht mit mir die Salzburger Fest-
spiele o.a.? Ich bin 54 J., w., symphatisch,
gut aussehend. Zuschr. unter ?ZS1911451
INDIVIDUALISTEN ! SULTANAT OMAN !
ERLEBNISTOUR IN PRIVATER 8ER GRUPPE
MITFAHRER GES. 3.-13.11. 8089/936995
Dem Winter entfliehen. Langzeiturlaub in
Thailand Krabi, f. 1, 2 od. 3 Mon., v. privat
nette Mitreisende gesucht. 80421/513909
Segeltörn Triest Dubrovnik 04.08-17.08.,
€ 600,- + BK, 80170-2435588
Akad. (50/1.82/NR/NT) sucht Frau für Cap
d’Agde und nacktives Leben. ?ZS1911341
Schafkopfer im Raum Wolfratshausen
gesucht. 808171-16516
Symp. attr. stud. Sie su.gr.stud. Ihn m. Stil +
Humor ±60 BmB +8NR: freizeit8@arcor.de
● ●
● ●
●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●
●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●














Mann (mit Haus am Meer) gesucht
von gutaussehender, gestandener, sportlich aktiver Frau (60) mit eigenemAnwe-
sen. Nach einenm erfolgreichen Leben hast Du Deinen Humor, positives Denken
und die Offenheit für Neues nicht verloren. Also schreibe mir einfach.
Zuschriften unter ?ZS7081719 an SZ
Mutiger Mann gesucht,
der eine gutaussehende noch berufstätige Frau (61) sportlich, unkompliziert,
lebenserprobt aber immer noch neugierig auf Augenhöhe begegnen möchte.
Wenn Du bei allem Erfolg im Leben Deine Warmherzigkeit und Dich selber
nicht verloren hast, würde ich mich über eine Antwort freuen.
Zuschriften unter ?ZS7081718 an SZ
www.sz.de/heiraten
Auftraggeber: (bitte in Blockschrift ausfüllen)
Name ______________________________________________________________________
Vorname ____________________________________________________________________
Straße, Nr. __________________________________________________________________
PLZ, Ort ____________________________________________________________________
Telefon _________________________________
Datum______________________ Unterschrift _____________________________________
Preise: An:
Süddeutsche Zeitung GmbH
Anzeigenannahme
80289 München
Fax: (089) 21 83 - 795
Schaltung:
‡ Zumnächstmöglichen Samstag
‡ AmSamstag, den ________________________________________________________
Chiffre:
Benötigen Sie eine Chiffre-Nummer,
rechnen Sie bitte imTextfeld ca. eine halbe
Zeile mit ein. Die Kosten für die Chiffre-
Nummer betragen (inkl. MwSt.):
‡bei Abholung pauschal 5,12€
‡bei Zusendung Inland und EU-Länder
mind. 11,78€
‡bei Zusendung restliches Ausland
mind. 18,92€.
Höhere Gebühren für Übersendung der Offerten
werden in effektiver Höhe berechnet.
Weitere Buchungsmöglichkeiten:
· Online: www.sz.de/
heiraten
· Tel.: (089) 21 83 - 10 30
Mo – Do 7.30 – 19.00 Uhr, Fr 7.30 – 16.00 Uhr
· Persönlich: ImSZ-Service Zentrum
Fürstenfelder Str. 7, 80331 München
Mo – Do 09.30 – 18.00 Uhr, Fr –Sa 9.30 – 16.00 Uhr
Zahlungsart:
Gesamtbetrag: ______________________________________________________ _________
‡Bankeinzug ‡Barzahlung
Geldinstitut _______________________________________________________________
Konto-Nr. _________________________________________________________________
BLZ ______________________________________________________ ________________
‡Kreditkarte
‡ Euro/Mastercard ‡Visa ‡American Express
Karten-Nr. (16-stellig) ____________________________________________________________
gültig bis ____________________________________________________________________
Ihr Vertragspartner ist die Süddeutsche Zeitung GmbH,
vertreten durch die Geschäftsführer Dr. D. Haaks und
Dr. K. Ulrich, Hultschiner Str. 8, 81677 München.
Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und
die Datenschutzerklärung auf www.sz.de. Alle Preise
inkl. MwSt. gültig ab 01. Oktober 2012.
Verbreitung:
Samstag: Gesamtausgabe
Anzeigenschluss:
Samstagsausgabe: Donnerstag, 16.00 Uhr
1 Zeile/3mm, 2 Zeilen/5mm, 3 Zeilen/7mm, 4 Zeilen/9mm, 5 Zeilen/12mm, 6 Zeilen/14mm. Bitte beachten Sie, dass Ihnen pro Zeile 35 Zeichen inkl. Punkt, Komma und Wortzwischenräume zur Verfügung stehen. Das Angebot gilt nur für die Grund-
schriftart (6pt) ohne Gestaltung. Übliche Kürzungen werden ausgeführt.
Coupon für private Bekanntschaftsanzeigen. Jetzt ausfüllen, einschicken und in Deutschlands größter Qualitätstageszeitung inserieren.
8,39€
13,98€
19,58€
25,17€
33,56€
39,15€
HInweis:
Für gestaltete Anzeigen wenden Sie sich bitte an unseren telefonischen
Anzeigenservice.
Rubriken:
‡Heiraten Herren
‡Heiraten Damen
‡Bekanntschaften allgemein
‡Bekanntschaften Herren
‡Bekanntschaften Damen
‡Sie sucht Sie/Er sucht Ihn
‡ Urlaubs- /
Freizeitbekanntschaften
Meine Anzeige soll unter nachfolgender Rubrik zum
angegebenen Termin in der Süddeutschen Zeitung erscheinen.

Klicken Sie Ihren Wunschpartner an
www.helga.de
Sympath. Arzt, 52, sucht nette Frau
f. gemeinsame Zukunft, gerne Aus-
länderin. Zuschr. m. Bild wäre
schön unter ?ZS1911411 an SZ
8089/89867100 – 80911/2528080
80711/2535150 – 808382/944144
Anspruchsvolle Partnerwahl
Ernestine GmbH
www.pvernestine.de
www.laphilia.de
DERLIEBEWEGEN
Seit fast 20Jahrenverlieben
wir Menschen mit hohem
Ans pr uch & Ni veau
MünchenGrünwaldTel.: 089/18956084
bundesweit &international
www.royalexclusiv.eu
Institut
Gerty Mayerhofer

Unabhängige und seriöse Verbraucherstelle bittet um Ihre Erfahrungen mit
Partnervermittlungen! Alle Zusendungen werden anonymisiert bewertet.
Wir bitten um Emails an info.pv-vergleich@web.de
www.Akademiker-KREIS.com
Hier finden Sie unter dem Link
„Anzeigen“ zahlr. Biographien
unserer aktuellsten Klientel
Tel.: 0800- 5208501
Familienwunsch! Akad., 57, 170, 72,
nicht unvermögend, in Nordbayern
lebend, sucht Partnerin (gerne akad.
gebildet) mit Kinderwunsch.
hans_noris@gmx.de oder
Zuschriften unter ?ZS7081668
Seriöser Akademiker, 1,76, gesch. ohne
Anhang, humorvoll, reisefreudig, sucht
Partnerin zwischen 35-45 Jahren, mit Fa-
miliensinn. Zuschriften mit Bild unter
?ZS1911357 oder liguoridial@alice.it
Attrakt. Ärztin, Anf. 40, 170 cm, schlank, blond, sportl. (Golfen, Segeln), warm-
herzig, gebildet, internat. geprägt sucht weltoffenen, reiselustigen, charmanten,
erfolgr. Herrn bis Anf. 50 mit gutem gesellschaflichen Umfeld für ein wunder-
volles, harmonisches, gemeinsames Leben. Zuschriften unter ?ZS1911463
IN ALPENNÄHE SUCHT…
PHARMAZEUTIN, 56/161, mit abgeschlossenen
Erziehungspflichten u. in gutsituierten wirtschaftli-
chen Verhältnissen (Freiberuflerin) lebend, möchte
hiermit einen gescheiten, ernsth. partnersuchenden
Herrn aus Bayern od. Salzburger Land ansprechen.
Vorstellen darf sich der interessierte Leser mit ihr
eine authentische, fröhliche u. unkomplizierte Dame
mit umwerfend sympath. Wirkung auf ihre Mitmen-
schen. Näheres zu ihrem Background, Hobbys etc.
auf nachstehender Website. Gebührenfrei
0800/5208501 auch Sa./So., Original
Akademiker-KREIS seit 31 J., Dipl.-Psych.
Swart, Elisabethstr. 91, 80797 München
kontakt@akademiker-kreis.com
www.Akademiker-KREIS.com
ER/65, sucht Sexualbegleiterin im Alter/
Behind. Zuschr. unter ?ZS1911438 an SZ
● ●
● ●
●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●
●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●












Humorvoller, jung gebliebener Münchner (60+),
1,95/95, gel. Raucher, möchte bodenständige, hübsche, schlanke, junggebliebene
Frau (±50) aus München oder Umgebung kennenlernen. (Bitte mit Bild)!
Zuschriften unter ?ZS7081659 an SZ.
Attraktiver, charmanter Mann, vielseitig interessiert, humorvoll, nicht ungebildet,
sensibel, zärtlich, sportlich, beziehungserfahren, Dr.med., 52/179/80 sucht Pendant.
Du bist ±39-46 Jahre, natürlich, naturverbunden, gebildet, hübsch anzusehen mit
innerer und äußerer Schönheit und finanziell möglichst unabhängig. Wir suchen
beide eine Beziehung auf Augenhöhe mit Lebensfreude und Geborgenheit in einem
sehr schönen Heim. Zuschriften mit Bild unter ?ZS1911375 an SZ.
Christian, ein Mann zum Verlieben (46/78/1,78)
erfolgreich, sympahtisch, gut aussehend. Ein Mann mit Charisma, der jedoch sein
Spitzbubenlächeln nie verlernt hat, sucht schlanke, deutlich jüngere Frau,
für die zärtliche Romantik und kn isterente Erotik kein Widerspruch ist,
um noch einmal im Leben durchzustarten, Zuschr. unter ?ZS1911315 an SZ
Mediziner (61/180/74), nahe Starnberg sesshaft, mit Freude an Tier und Mensch, Natur,
Outdoor, Sport, Kultur und artgerechter Tierhaltung, sucht wirklich gutaussehende,
schlanke und sportliche Partnerin zwischen ca. 40 und 50 Jahren, für jetzt und vielleicht
für immer. Zuschriften bitte mit Bild und Telefonnummer unter ?ZS1911436 an SZ
Charm. Schütze, Akad. 47/180/87 wünscht sich lebenslust. devote Gefährtin mit Stil und
Geist zum Verwöhnen und Lieben. Vertrauen, Gefühle u. Treue als Basis unserer Bezie-
hung. dwt.noris@web.de für erste Annäherung. Zuschriften unter ?ZS7081847
75 j. Jurist, attrakt. Wwer
ZufälliglesenSiedieseZeilen, zufälligsind
Sie allein u. zufällig gibt es mich, ebenfalls
allein, der SIEansprechen möchte. Mein
Nameist Herbert, bineinniveauv. Kavalier
mit stattl. Figur, graumeliertemHaaru. leuch-
tenden Augen. Ich bin ein begeisterter
Handwerker u. bei schönemWetter auch
gern in meinemGarten. Da meine Frau
bereitsvoreinigerZeit verstorbenist, möchte
ichnicht mehr länger traurigsein. Ichhoffe,
dass diese Zeilen eine vitale u. aufgeschl.
ältere Dame erreichen, die bei getr. Woh-
nen, Theater-, Opern-, Restaurantbesuche,
guteGesprächeod. schöneSpaziergänge
gemeinsammit mir erleben möchte. Bitte
rufenSiemutiganu. fragennachmir über:
( 089 - 716 801 810 tgl. 10-20hauch
sa./so. · Partnerglückservice
Wir passen gut zusammen, denn
Du hast eine zierliche Modelfigur
(Gr. 34/36), bist auffallend schön,
sehr jugendlich und feminin (Gr.B),
bist ca. 45 J./166/55, ein südländi-
scher, dunkel- und langhaariger Typ,
kannst Dich in Ballerinas anmutig
bewegen, hast Charme, Witz und Na-
türlichkeit, bist tiefgründig, lächelst
gern, bist sanft, hast Intellekt und
ein liebevolles, großes Herz
Selbständiger attrakt. Akademiker
(57 J./183/73), emotional, liebes-
und beziehungsfähig mit Empathie
und Niveau vermisst Dich für ein Le-
ben zu zweit. Bitte mit Bild aus M.
Zuschriften unter ?AS7081800
Suche natürli-
che herzliche
Sie !
Mein Name ist Robert. Mit meinen 50
Jahren weiss ich was ich will. Mit
meinemLeben bin ich zufrieden. Nur
die Frau zw. 40-46 Jahre, NR, ab 170-
180 cm groß, zum Verlieben und Be-
ziehung fehlt mir sehr. Mit der ich
meine Freizeit als auch sinnlich und
leidenschaftlich die Zweisamkeit ge-
niessen kann. BmB Raum München.
Zuschriften unter ?ZS7081707
Richard Gere sucht Cindy Crawford
Profifotograf (Sport/Mode/Lifestyle), sport-
lich (Kanufahren, Rennradfahren, Wald-
lauf), 52, 177, 76, grünbraune Augen, brü-
nette Haare, mit hoher emotionaler Intelli-
genz, modebewusst, kunstinteressiert, kre-
ativ, vielseitig, Cabrio-Fahrer mit Stil +Ni-
veau, sucht adäquate, subtile, abgehobene,
humorvolle Partnerin mit Herzensbildung
zum Aufbau einer lebendigen, aufregenden
+ spannenden Partnerschaft n. Möglich-
keit für immer! Habe keine Kinder + war
nie verheiratet. Biete viel + erwarte zu-
mindest Ehrlichkeit+Treue. Bis hoffentlich
bald im Schloss Montfort, Langenargen/
Bodensee. Zuschriftenbittemit Foto+Handy-
Nr. unter ?ZS1911398
● ●
● ●
●●●●●●●●●●●●●●●●●●●
●●●●●●●●●●●●●●●●●●●
































FROSCHKÖNIG
mit vierbeinigem, schmuseanfälligem An-
hang, sucht den ultimativen Kuss für neue,
dauerhafte, supertolle Existenz. Du - Kuss-
frau - bist so wie ich: Weltoffen, tolerant,
diskussionsfreudig, schmusebedürftig
(wichtig!), neugierig, etwas outdoororien-
tiert, tierlieb, naturverbunden, bindungsof-
fen ... Na ja - und ich (60+, 178, 85) reprä-
sentiere halt alles Vorstehend, damit es pa-
ritätisch ist.
Kontaktaufnahme:
der.froschkoenig.muc@gmx.de
Zuschriften unter ?ZS7081730 an SZ
Attrakt. Witwer - Ende 60/184
Charism., gut situierter Dipl. Physiker, mit
graumel. Haar + strahl. Augen. Günther
besitzt ein starkes Wesen, e. freundl. Art
+ ist e. Kavalier der alten Schule. `Meine
Frauist schonvor einiger Zeit gestorben+
ichwar langetraurig- dochnunschaueich
nachvorne, meinLebengeht weiter. Ichwür-
demichdaher sehr freuen, wennsichhier
e. liebe, natürl. +herzensguteDamemeldet
über:` ( 089 - 716 801 810 tgl. 10-20
h auch sa./so. · Partnerglückservice
Akademiker 76 / 167
schlank, viels. interessiert, jung im
Geist u. Aussehen, zuverlässig u.
verantwortungsbew., humorv., NR,
ohne Altlasten, sucht eine selbst-
bew., schlanke u. liebev. Frau für ei-
ne gemeins. Zukunft, mit Liebe zur
Natur u. Kultur, mit Neugierde und
Unternehmungslust. Ich freue mich
auf eine Antwort, möglichst mit Bild.
Zuschriften unter ?ZS7081820
Seriös aussehender Bengel
mit entspanntem Wesen, Humor und
Niveau, akad. Ausb. und in Füh-
rungspos. 55/184/95 su. hübschen,
anschmiegs., weibl.Engel bis 1,75m,
bis KF-Gr. 36, für Urlaub auf Mallorca
(10.-19.08). Keine Kosten. Bei Har-
monie und Gleichklang gerne für im-
mer.
Bitte mit Bild und netten Worten an
morgen.prinz@freenet.de oder
Zuschriften unter ?ZS7081827
Gemeinsam den richtigen Weg finden
Welche humorvolle, charmante, liebenswerte,
unabhängige Frau (+/- 60 J.) schreibt mir,
einem junggebliebenen Mittsiebziger, 1,78m,
Witwer, Akad., NR, mit vielseitigenInteressen,
in München zuhause, ein paar Zeilen?
Biergarten und Bregenzer Festspiele, Theater
und Tegernsee, Reisen und Radeln, Musik
und Museen - das wär doch was. Und viel-
leicht werden wir bald feststellen, schön
dass es uns gibt. Ich freue mich auf Post
(gerne mit Foto) unter ?ZS1911393
Skipper, promoviert, ohne Schiff dafür mit
Garten in Freising sucht nach familiärem
Schiffbruch sportliche, niveauvolle, nicht
rauchende Steuerfrau bis ca. 50/164 für die
überlebende Teilzeitcrew. Gerne auch mit
eigener Mannschaft, denn es warten Segel-
abenteuer, Reisen und andere Freizeit-ver-
gnügen, wie Skifahren, Tennis, Fußball,
Golf, Wandern, Klettern, Tanzen, Essen
und Genießen in einem liebevollen,
fürsorglichen Umfeld. tomisdr@web.de
Zuschriften unter ?ZS7081781
Mit 60 reif für die Alters-WG?
Facharzt, 186, aus Oberbayern sucht seine
große Liebe für eine gemeinsame Zukunft
in München oder bei mir. Die Praxis läuft
weiter, das Intreresse an Italien oder Süd-
frankreich wird größer, Kultur und Sport
(Ski) und Musik und Tanz, Reisen, leben
und lieben ... Suche attraktive Sie mit Pep
und Charme. Zuschriften mit Foto erbeten
unter ?ZS1911414 an SZ
Der Herbst hat für uns begonnen.
Die Früchte, Lust und Liebe, wollen wir ge-
meinsam ernten; mit einer attraktiven
Frau, die unabhängig, selbstbewußt, kör-
perlich und geistig beweglich, mit Lust zur
emotionalen und körperlichen Nähe; ein
wacher, drahtiger, studierter 60er aus dem
Allgäu, der sich auf das Abenteuer Leben
einlassen will. Zuschr. unter ?ZS1911444
Welche sportliche fesche Lady, 60-/+, aus
dem Raum Mü. ohne Anhang möchte das
Leben mit mir teilen. Ich bin 70+, 179 gr.,
78 schwer, sehr sportlich, Witwer, Unter-
nehmer im Ruhestand. Meine Hobby sind
Ski, Golf, Bergwandern, Natur u. Reisen.
Wenn Sie auch die Natur lieben mit ähn-
lichen Hobbys, freue ich mich auf Ihre
Zuschrift u. ?ZS1911445 bitte mit Bild.
Im Wind der Gefühle innehalten, sich
begegnen, leicht und sinnlich mit Le-
benslust u. Wärme. Bin 63 J., 180,
Akad., gut i. Leben stehend, sensi-
bel, m. vielen Interessen und wün-
sche mir die Begegnung und Liebe
mit einer Frau bis 60 J. ?ZS1911468
WANTED!
Mit demMountainbike auf die Alm, zu Bryan
Adams nach Salzburg, zur Brotzeit in den
Biergarten, zum Sonnenuntergang an den
Chiemsee und die Liebe mit Dir. Wer macht
mit? 60 J. gepflegter, gutaussehender selbst.
Geschäftsmann sucht gepfl. Partnerin bis
50 Jahre! Zuschr. unt. ?ZS1911405 an SZ 51-jähriger Unternehmer,
196, 75 kg, sucht feste Lebenspart-
nerin. Du solltest ehrlich und voral-
lem treu sein, Alter 40-46 Jahre.
Zuschriften bmB unter ?ZS1911367
an Süddeutsche Zeitung, 81677 Mü.
ARZT, selbständig, ledig, jugendl., sportl.,
schlank, 1,80, mit Herz, Humor u.v. Inte-
ressen: Reisen, Natur, Sport (Auto-Motor-
sport), Musik. Sucht keine Affäre, möchte
sein Glück mit einer attr., romant. Sie, ca.
30-45 J., teilen, damit es sich verdoppelt.
Nur Mut! Fotozuschr. bitte ?ZS1911390
Partnerinstitute
Heiraten
Er sucht Sie
Heiraten
Sie sucht Ihn
Bekanntschaften
allgemein
Bekanntschaften
Er sucht Sie
Bekanntschaften
Sie sucht Ihn
Urlaubs-/Freizeitbekanntschaften
Heiraten und Bekanntschaften
Anzeigenannahme
Telefon 0 89 / 21 83-10 30 · Telefax 0 89 / 21 83-7 95
www.sz.de/anzeigen
Stiften mit Herz
| www.lebenshilfe-stiften.de
22 Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160
Leserbriefe sind in keinemFall Meinungsäuße-
rungender Redaktion. Wir behaltenuns vor, die
Texte zu kürzen.
Außerdem behalten wir uns vor, Leserbriefe
auch in der digitalen Ausgabe der Süddeut-
schenZeitungundbei Süddeutsche.dezuveröf-
fentlichen.
forum@sueddeutsche.de
VON AKTHAM SULIMAN
War der Sturz des ägyptischenPräsiden-
tenMohammedMursi nunein„Volksauf-
stand“ oder ein „Militärputsch“? Argu-
mente für die eine wie für die andere
Sichtweise gibt es genug. Für viele in
Deutschland und in der arabischen Welt
war es ein Volksaufstand, weil Millionen
Ägypter auf die Straße gingen und laut-
starkdenSturzMursisforderten. Für vie-
le andere bleibt es ein Putsch, weil letzt-
lich das Militär den „demokratisch ge-
wählten“ Präsidenten entmachtete.
Die sich ähnelnde Debatte hier und dort
bleibt allerdings nicht das einzige Ver-
dienst desabgesetztenPräsidenteninSa-
chen deutsch-arabischer Beziehungen.
Mursi wird in die Geschichte als die tra-
gisch-komische Gestalt eingehen, die es
geschafft hat, Araber und Deutsche zum
ersten Mal über Gleiches zumLachen zu
bringen. Anlass war der Deutschlandbe-
such Mursis Anfang dieses Jahres. Für
die ZDF-Satiresendung „Heute-Show“
war der erste Besuch eines „Islamisten“
bei der „berufstätigenFrau“AngelaMer-
kel ein gefundenes Fressen. Ebenso der
Versuch Mursis, bei der gemeinsamen
Pressekonferenz seine despektierlichen
Äußerungen über Juden mit der Aussa-
ge herunterzuspielen, diese seien „aus
demZusammenhang“ gerissen worden.
Nur wenige Tage später waren die witzi-
gen Dialoge über Mursi zwischen Oliver
WelkeundChristianEhringvonder Heu-
te-Show bei der bekanntesten ägypti-
schen Satiresendung „Al-Barnameg“
(„Das Programm“) mit arabischem Un-
tertitel zusehen–der erste Komiktrans-
fer der deutsch-arabischen Beziehungs-
geschichte. DemModerator von Al-Bar-
nameg, BasemYousef, ist zudemeineko-
misch-tragische Formulierung Mursis
in Deutschland nicht entgangen, die
dann zum Markenzeichen des „unfähi-
gen Präsidenten“ wurde. Ein mögliches
Alkoholverbot in Ägypten verteidigte
Mursi bei einer DiskussionsrundeinBer-
lindamit, dass es dochmit demAlkohol-
verbot amSteuer etwas Ähnliches inEu-
ropa gebe – formulierte es aber mit ge-
brochenem Englisch so: „Gas and alco-
hol . . . donte mix!“ Es dürften sehr viele
Ägypter dieSendungAl-Barnameggese-
hen haben. Denn auf dem Tahrir-Platz
trugen einige Anti-Mursi-Demonstran-
ten Schilder mit einer Warnung darauf,
die Moderator Yousef an Mursi und die
Muslimbrüder richtete: „Religion und
Politik . . . don’t mix!“.
AkthamSuliman ist freier Journalist. Er
lebt in Berlin.
„Zurück nach Amerika“ vom 4. Juli und
„Auf der dunklen Seite“ vom2. Juli:
Tiefste Nacht über Amerika
Es ist schon seltsam: Da schreibt Stefan
Kornelius einen brillanten Leitartikel über
dengegenwärtigenZustandder USA. Er zi-
tiert „We the People“ aus der amerikani-
schen Verfassung. Und dann rät derselbe
Autor zwei Tage später blauäugig Edward
Snowden, zurück nach Amerika zu gehen
in Erwartung eines fairen Prozesses. Ge-
treuder Maxime vonInnenminister Hans-
Peter Friedrich: Wennwir ihmZuflucht bö-
ten, dann sähe es ja so aus, als hätten wir
Zweifel amlupenreinen Rechtsstaat USA.
Snowden sollte sich allerdings lieber an
den kleinen Obergefreiten Bradley Man-
ning erinnern, dessen restliches Leben
sichwahrscheinlichhinter Gefängnismau-
ern abspielt, weil er es gewagt hat, Kriegs-
verbrechen der US-Army publik zu ma-
chen. Und natürlich sollte er täglich an
Guantanamo denken, wo es tiefste Nacht
ist über Amerika. Ulrich Hartter, Eppstein
AmUS-Rechtstaat ist zu zweifeln
Wie kann sich der Autor sicher sein, dass
diemilderndenUmstände, dieer denMoti-
ven Edward Snowdens zuerkennt, auch
vor einemUS-Gericht Bestandhätten?Wie-
so soll es für Snowden „das Klügste“ sein,
sicheiner Staatsmacht auszuliefern, inde-
ren Augen er ein „Geheimnisverräter“ ist
unddie nationale Sicherheit gefährdet? Ist
es nicht naiv zu meinen, in einem Verfah-
renindenUSAwürde SnowdenGerechtig-
keit widerfahren? Wirddort nicht Geheim-
nisverrat stärker gewichtet als das unge-
setzlicheVerhaltenzumSchutz der Grund-
rechte? Es ist befremdlich, an die Rechts-
staatlichkeit der USA zu erinnern. Diese
wird ja gerade durch die Enthüllungen
Snowdens massiv infrage gestellt. Es wäre
einfatales Signal für jedeZivilcourage, soll-
te er keine Hilfe von jenen Staaten erhal-
ten, die auf den Werten ruhen, die er zu
schützensucht. Was, wennnicht seine Tat,
ist ein legitimer Grund für politisches
Asyl? Volker Drell und Dr. Marie Kajewski
Hannover
„Es darf keine verlorene Generation ge-
ben“ vom 3. Juli und „Pflaster für große
Wunden“ vom29./30. Juni:
Nicht vomHimmel gefallen
Die Aktion in Berlin zur Bekämpfung der
Jugendarbeitslosigkeit in Europa erinnert
mich anden zündelndenFeuerwehrmann,
der den Brand gelegt hat und jetzt als Ret-
ter in der Not als Erster zum Löschen am
Brandherderscheint. DieMillionenarbeits-
losen Jugendlichen in Europa sind nicht
vomHimmel gefallen. Sie sind das Ergeb-
nis einseitiger und ignoranter Strukturre-
formender Politikzur Bekämpfungder eu-
ropäischen Banken- und Verschuldungs-
krise. Es ist respekt- und würdelos, wie
man auf demRücken der Jugend, der man
einen Teil ihrer Zukunftsperspektiven ge-
raubt hat („verloreneGeneration“), eineöf-
fentlichkeitswirksame Politshow abzieht,
umvomeigenen Versagen abzulenken.
Karl-Heinz Theis, Olching
Verlorenes Geld
Cerstin Gammelin und Javier Cáceres be-
richten, dass die EU in den Jahren 2014
und2015 mit sechs MilliardenEuro einJu-
gendbeschäftigungsprogramm finanzie-
renwill unddass dieEuropäischeInvestiti-
onsbank verstärkt Kredite an kleine und
mittelständische Unternehmen vergeben
soll. Es stellt sich die Frage, ob diese Be-
schlüsse geeignet sind, in den betroffenen
BereicheneineWendezumBesserenzube-
wirken. Die hohe Jugend-Arbeitslosigkeit
wirddurchdie kritische Wirtschaftslage in
den überschuldeten Euro-Staaten verur-
sacht. Die Wirtschaft dort muss mit einer
schrumpfenden Wirtschaftstätigkeit fer-
tigwerden, umüberleben zukönnen. Inei-
ner solchenSituationvermeidet manalles,
was zusätzliche Kosten verursachen kann,
auch die Neueinstellung von Arbeitskräf-
ten, insbesondere, wenn sie keine ausrei-
chende Ausbildung haben und ihre Einar-
beitung neben der Lohnzahlung weitere
Kosten verursacht. Ein Grund hierfür ist,
dass es in Spanien wie auch in anderen
überschuldeten Euro-Staaten kein duales
Ausbildungssystemgibt undBerufsanfän-
ger mit zusätzlichemAufwandauf ihre Tä-
tigkeit vorbereitet werden müssen. Diese
Situation kann nicht kurzfristig mit neu-
em Geld geändert werden, sondern erfor-
dert eine dauerhafte Strukturänderung.
DieLiquiditäts- undFinanzierungseng-
pässevonkleinenundmittlerenUnterneh-
men in den überschuldeten Euro-Staaten
werden auch nicht durch fehlende Kredit-
mittel bei den Banken verursacht. Durch
die Niedrigzinspolitik der EZB und die un-
begrenzte Vergabe von Notenbankgeld an
die Banken im Euro-Raum herrscht kein
Mangel an billigen Mitteln für die Kredit-
vergabe. DieBankensindjedochvorsichtig
bei der VergabevonKreditenanUnterneh-
men, umnicht selbst inSchwierigkeitenzu
geraten. Hauptursache für die Probleme
ist dasmangelndeVertrauender Unterneh-
men in ihre Überlebensfähigkeit in einer
schrumpfendenWirtschaft. Umdas zu än-
dern, sind Maßnahmen erforderlich, die
den Rückgang der Wirtschaftstätigkeit in
diesen Ländernstoppen undeine Basis für
neues Wirtschaftswachstum wiederher-
stellen können. Das ist jedoch nicht mög-
lich, solange die überschuldeten Euro-
Staatenindas Prokrustesbett des Euro ge-
zwängt sind.
DievomEU-Gipfel beschlossenenMaß-
nahmen zur Bekämpfung der Jugendar-
beitslosigkeit und der den kleinen und
mittleren Unternehmen fehlenden Kredi-
te, sind deshalb nicht geeignet, die Proble-
mezulösen. Dasfür dieseMaßnahmenvor-
gesehene Geld wird wahrscheinlich verlo-
ren sein. Nur wenn die Probleme an der
Wurzel beseitigt werden, besteht Aussicht
auf eine Umkehr der Entwicklung.
JoachimKoch, Höhenkirchen
MEIN DEUTSCHLAND
EDWARD SNOWDEN
Asyl? Selbstverständlich!
Abonnement: www.sz.de/abo
Die Süddeutsche Zeitung wird als gedruckte Zeitung auf Papier
und über die SZ-App digital vertrieben. Sie erscheint werktäglich,
freitags mit SZ Magazin.
Monatsbezugspreise inkl. Umsatzsteuer:
Zeitungbei Zustellungfrei Haus: inBayern48,90Euro, außerhalbBay-
erns 51,90 Euro, für Studierende 24,90 Euro (nach Vorlage einer Be-
scheinigung). Weitere Preise (z.B. imAusland) undBestellung online.
SZ Digital (inkl. SZ E-Paper): 29,99 Euro, Vorzugspreis für tägliche
Abonnenten 7,50 Euro.
Bankverbindung: Deutsche Bank 20 39 39 400, BLZ: 700 700 10.
Das Abonnement kann schriftlich mit einer Frist von vier Wochen
zum Monatsende bzw. zum Ende eines vorausberechneten Be-
zugszeitraumes gekündigt werden.
Abonnenten- und Leserservice:
Telefon (089) 21 83-80 80, Fax (089) 21 83-82 07, www.sz.de/abo
und www.sz.de/digital (Bestellung, Information, Service)
SUEDDEUTSCHE ZEITUNG (USPS No. 0541550) is published daily
except Sunday and holidays by Sueddeutsche Zeitung GmbH. Sub-
scriptionprice for USAis $590per annum. K.O.P.: GermanLanguage
Pub., 153 SDeanSt, Englewood, NJ 07631. Periodicals postage is paid
at Englewood, NJ 07631 and additional mailing offices.
Postmaster: Send address changes to: SUEDDEUTSCHE ZEITUNG,
GLP, POBox 9868, Englewood, NJ 07631.
J UGENDARBEI TSLOSI GKEI T
Ablenkung vom eigenen Versagen
„Religion und Politik
– don’t mix!“
p In „Willkommen im Frei-
lichtmuseum“ vom 10. Juli
auf Seite 27 hieß es, der letzte
Deutsche beimAC Florenz sei
von 1998 bis 2000 Jörg Heinrich gewesen.
Das ist falsch. Der ehemalige Hoffenhei-
mer MarvinCompper ist seit dem25. Janu-
ar 2013 in Florenz unter Vertrag. Außer-
demhießes, Nationalspieler Miroslav Klo-
sesei mit LazioRom„raus aus denEuropa-
cup-Wettbewerben“. Als nationaler Pokal-
sieger ist der italienische Erstligist jedoch
für die Europa League qualifiziert.
pIn „Pfeifen im Walde“ vom 11. Juli auf
Seite 31 hieß es, der geplante Nationalpark
im Schwarzwald solle 10 000 Quadratme-
ter umfassen. Es sind 10 000 Hektar.
pIn „München leuchtete“ vom11. Juli auf
der SeiteDrei war dieRedevoneinemMusi-
ker namens BudPowells. Der Namedes be-
rühmten Jazzpianisten, von dem die Rede
war, lautet aber korrekt Bud Powell.
DEN GRÖSSTEN SCHRECK seit Bestehen
des „Labors“ jagte uns Leser B. ein, als er
einpaar statistischeAufschlüssebeibrach-
te, darunter diesen: „17 350Suchergebnis-
se für der reihe nach am 30.06.2013 in der
SZ.“ Das konnte nur soverstandenwerden,
als sei inder SZvom30. Juni mehr als sieb-
zehntausendmal die Floskel „der Reihe
nach“ vorgekommen – eine Dichte, die an
sich schon schwer vorstellbar ist, noch
schwereraber aneinemTagwiedem30. Ju-
ni, an dem, weil es ein Sonntag war, über-
haupt keineSZerschien. Wir habendarauf-
hineineGegenstatistikerarbeitet. Ihr zufol-
ge ist „der Reihe nach“ bei uns in den letz-
ten zehn Jahren 635-mal vorgekommen
und da vielleicht nur 150-mal in demSinn,
der unserem Leser entsetzlich auf den
Geist geht. Herr B. bezieht sichauf einenAr-
tikel, in dem eine 52 Jahre alte Geschichte
noch einmal aufgerollt wurde, wobei der
Autor diese Rekapitulation mit „Der Reihe
nach“ begann. Wendungen dieser Sorte
kennt man aus Reden. Sie haben etwas
Selbstreferenzielles, weil der Text über
sich selbst etwas aussagt, nämlich wie er
weiterzugehen gedenkt: chronologisch. In
der gesprochenenRedekönnensolcheFlos-
keln viel Charme entfalten. In geschriebe-
nenTextenlaufensieGefahr, zuwichtigtu-
erischen Manierismen zu verkommen.
MANSTÜRZT SCHONimDeutschen oft in
Fallgruben, umwieviel öfter inFremdspra-
chen. Das muss gar nicht so krass zugehen
wie bei jenem Menschen, der auf Franzö-
sisch„Was für einHeini!“ sagenwollte und
„Quel Henri!“ sagte. Meistens reicht schon
ein „Falscher Freund“, umeinen der Pein-
lichkeit preiszugeben, etwa wenn man ein
Baiser als baiser (Kuss) statt als meringue
bestellt. „Quelle blamage!“, möchte man
da zu sich selber sagen, doch das sollte
manbleibenlassen, weil „Was für eine Bla-
mage!“ auf Französisch „Quelle honte!“
heißt. Blamage gibt es im Französischen
nicht, ein Faktum, auf das uns Leser S. aus
blamablemAnlass hinweist. Faktumheißt
bei unseren Nachbarn übrigens fait, deren
factumbei unshingegenStreitschrift. „Sel-
lerie“ beziehungsweise „C’est la vie“.
„FRANZÖSISCH MÜSSTE man können!“,
meint auch Leser L., der tadelt, dass wir in
der Berichterstattung über Belgiens König
Albert II. den Terminus règne mit Regent-
schaft wiedergegeben haben. Der Titel Re-
gent ist insofern doppeldeutig, als er den
Herrscher oder dessen Stellvertreter mei-
nen kann. Mit Regentschaft hingegen be-
zeichnet manheuteausschließlichdiestell-
vertretende Herrschaft für einen, der sein
Amt –aus welchenGründenimmer –nicht
ausüben kann. Bei Albert II. war das nicht
nötig. HERMANN UNTERSTÖGER
ANZEI GE
SZ-ZEICHNUNG: KARIN MIHM
FORUM & LESERBRIEFE DEFGH Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 23
KORREKTUREN
SPRACHLABOR
Mailand
Hin + Zurück
ab
119

*
Zagreb
Hin + Zurück
ab
139

*
lufthansa.com
Vom Alltagstrott.
Zum Urlaubstrip.
)¾U DXVJHZ¦KOWH 'LUHNWɧ¾JH DXV 'HXWVFKODQG EHL %XFKXQJ XQWHU OXIWKDQVDFRRP %HJUHQ]WHV 6LW]SODW]DQJHERW
DAS WETTER
22°
13°
Europa
Wetterhistorie München
Sonne und Mond
Berlin
Bremen
Brocken
Dortmund
Dresden
Düsseldorf
Erfurt
Essen
Feldberg
Feldberg/Ts.
Frankfurt
Freiburg
Freudenstadt
Garmisch
Hamburg
Hannover
Ingolstadt
Karlsruhe
Kassel
Kiel
Koblenz
Köln
Konstanz
Leipzig
Lindau
List/Sylt
Lübeck
Magdeburg
Mannheim
München
Nürnberg
Oberstdorf
Osnabrück
Passau
Rostock
Saarbrücken
Schleswig
Schwerin
Stuttgart
Trier
Wiesbaden
Zugspitze
wolkig 25°
wolkig 23°
wolkig 14°
wolkig 22°
wolkig 23°
wolkig 23°
wolkig 23°
wolkig 22°
heiter 17°
wolkig 16°
wolkig 26°
heiter 26°
wolkig 21°
wolkig 23°
wolkig 23°
wolkig 24°
wolkig 25°
wolkig 26°
wolkig 23°
wolkig 22°
wolkig 24°
wolkig 23°
wolkig 26°
wolkig 24°
wolkig 25°
st. bew. 19°
wolkig 22°
wolkig 24°
wolkig 26°
wolkig 24°
wolkig 25°
wolkig 23°
wolkig 23°
wolkig 25°
wolkig 21°
wolkig 23°
wolkig 22°
wolkig 24°
heiter 25°
wolkig 24°
wolkig 25°
wolkig 4°
Amsterdam
Athen
Barcelona
Belgrad
Brüssel
Bukarest
Dublin
Dubrovnik
Helsinki
Innsbruck
Istanbul
Kiew
Lissabon
London
Madrid
Mailand
Moskau
Nizza
Paris
Prag
Rom
Salzburg
Sofia
Stockholm
Venedig
Warschau
Wien
Zürich
wolkig 22°
wolkig 31°
heiter 30°
heiter 28°
wolkig 23°
sonnig 29°
wolkig 23°
heiter 26°
wolkig 25°
wolkig 26°
sonnig 26°
wolkig 28°
Schauer 26°
Schauer 30°
heiter 34°
Schauer 31°
wolkig 26°
sonnig 28°
sonnig 25°
Schauer 22°
wolkig 29°
wolkig 23°
sonnig 28°
sonnig 23°
Schauer 30°
Schauer 19°
heiter 26°
heiter 26°
heiter 39°
Gewitter 36°
Schauer 17°
wolkig 27°
wolkig 16°
heiter 26°
wolkig 31°
wolkig 33°
Schauer 32°
Schauer 33°
Schauer 38°
Gewitter 30°
sonnig 27°
sonnig 16°
sonnig 33°
sonnig 37°
heiter 44°
wolkig 13°
bedeckt 18°
sonnig 27°
wolkig 31°
wolkig 32°
wolkig 42°
Gewitter 20°
Gewitter 32°
wolkig 27°
Gewitter 27°
wolkig 40°
Schauer 28°
Schauer 32°
wolkig 35°
heiter 19°
heiter 44°
sonnig 24°
heiter 17°
wolkig 33°
wolkig 18°
sonnig 40°
sonnig 34°
bedeckt 28°
sonnig 19°
wolkig 31°
Maximum1941: 32,5°C / Minimum1890: 6,8°C
23°
12°
19°
13°
24°
12°
26°
13°
23°
12°
25°
10°
24°
26° 10°
16°
23°
10°
26°
11°
26°

26°
12°
23°
11°
26°
11°
23°

Weltwetter 12.00 Uhr UTC
Madrid
London
Stockholm
Berlin
Wien
Berlin
Genf
Hamburg
Münster
Köln
Rostock
Kiel
München
Zürich
Innsbruck
Salzburg
Wien
Stuttgart
Dresden
Frankfurt
Paris
Warschau
Kiew
Belgrad
Moskau
Istanbul
Athen
Tunis
Rom
Urlaubsorte Luft Wasser
Helgoland
Rügen
Sylt
Agadir
Antalya
Heraklion
Malaga
Palermo
Rimini
Tunis
Las Palmas
Cypern
Mallorca
18°
23°
19°
41°
32°
30°
30°
31°
30°
35°
33°
32°
32°
14°
17°
17°
20°
27°
25°
19°
24°
24°
21°
21°
27°
22°
Helsinki
München
24°
12°
Sonne und Wolken, meist trocken
Hoher Luftdrucküber Mitteleuropabringt verbreitet freund-
liches undtrockenesWetter. Nur imäußerstenOstenmacht
sich ein Tief von Weißrussland aus mit ein paar Regengüs-
sen oder Gewittern bemerkbar.
Es ist heiter bis wolkig und meist trocken. ImNordwesten
undnahe der Nordseeküste haltensichdieWolkenzumTeil
auch längere Zeit. An den Alpen, im äußersten Südosten
Bayerns sowie über den östlichen Mittelgebirgen besteht
in denAbendstunden eine leicht erhöhte Schauer- und Ge-
witterwahrscheinlichkeit. DieTemperaturensteigenauf 22
bis 27 Grad. Ander KüsteundimNordwestenbleibt es kühler.
Sonntag Montag Dienstag
unter -10°
-10° bis -5°
-5° bis 0°
0° bis 5°
5° bis 10°
10° bis 15°
15° bis 20°
20° bis 25°
25° bis 30°
über 30°
Kanaren
05:27
21:11
10:54
23:13
16.07. 29.07. 22.07. 06.08.
3500 m Nullgradgrenze:
Aussichten
Wetterlage
Denver
Houston
Havanna
Singapur
Hanoi
Bangkok Manila
Hongkong
Shanghai
Tokio
Peking
Chengdu
Miami
Washington
Chicago
Toronto
NewYork
Los Angeles
Vancouver
Nordamerika
Europa Deutschland
Asien
Warmfront
Kaltfront
Mischfront
Kaltluft
Warmluft
H
T
Hoch
Tief
Schauer 22°
(Angaben für München)
Nordwind 20 km/h
Nordwestwind 25 km/h
Quelle: www.wetterkontor.de
Abu Dhabi
Bangkok
Bogota
Boston
Buenos Aires
Chicago
Darwin
Denver
Dom. Republik
Hongkong
Houston
Jakarta
Jerusalem
Johannesburg
Kabul
Kairo
Kuwait
La Paz/Bol.
Lima
Los Angeles
Malediven
Manila
Mekka
Mexico City
Miami
Montreal
Mumbai
Nairobi
NewDelhi
NewYork
Panama
Peking
Perth
Riad
Rio de Janeiro
San Francisco
Singapur
Sydney
Teheran
Tel Aviv
Tokio
Vancouver
Washington
Noch vor einigenJahrenschwammen Feu-
erfische vor allemimtropischenIndopazi-
fik, imRotenMeer sowieinAquarienpriva-
ter Liebhaber. Diese erfreuten sich an dem
farbenprächtigen Fisch mit seinen bizar-
ren, giftigen Flossen und Stacheln. Doch
dann müssen einige Aquarianer ein paar
der Fische im Atlantik ausgesetzt haben,
und das hat dramatische Folgen, wie jetzt
ein Team von Meeresbiologen um Serena
Hackerott undJohnBruno vonder Univer-
sity of North Carolina in Chapel Hill im
Fachmagazin Plos one (online) berichtet:
Die gefräßigen und räuberischen Feuerfi-
sche sind zur Plage der Korallenriffe der
Karibikgeworden. „Als ichvor zehnJahren
zu tauchen anfing, waren die Feuerfische
eine seltene und mysteriöse Spezies, die
man in verborgenen Korallenwinkeln im
pazifischen Ozean sah“, sagt Hackerott.
„Mittlerweile kann man sie überall in der
Karibikfinden, wosiedenganzenTagüber
den Korallen schweben, manchmal in
Gruppen von zehn Exemplaren auf ein-
mal.“ Sogar in Tiefen von bis zu hundert
Meternfandensichdie Fische. Zudemsind
sie mit bis zu 40 Zentimetern Länge er-
staunlich groß – und damit eine wachsen-
de Bedrohung für die marinen Ökosyste-
me, denn Feuerfische fressen fast alle Fi-
sche, die kleiner sindals sie selbst, natürli-
che Feinde haben sie in der Karibik nicht.
Höchste Zeit, dass der Mensch eingreift,
fordern nun die Biologen. CWB
Eswar dieZeit, als dieNSAnochdenfast lie-
bevollen Spitznamen „No Such Agency“
trug, weil die amerikanische Regierung
leugnete, dass es ihre riesige Abhör-
behörde, die National Security Agency,
überhaupt gab. Und es war die Zeit zwi-
schendemKaltenKriegunddemKriegge-
gen den Terror. Die Datenschnüffler und
Codeknacker der NSAjedenfallswarenwo-
möglichnicht ganzausgelastet undreagier-
ten euphorisch, als ihr Chef sie im Jahr
1992mit einemsportlichenAnliegenbeauf-
tragte. Ein Code war zu knacken, und das
möglichst vor denKollegenvonder CIA. Es
handelte sich um einen besonderen, noch
heute inInternetforenundMathematiker-
kreisen heiß diskutierten Code: die In-
schrift auf einer Skulptur namens Kryp-
tos, die das Gelände der CIA-Zentrale in
Langley schmückt.
1990war das vondemKünstler JimSan-
born geschaffene Werk eingeweiht wor-
den. DominierendesMerkmal sind865ein-
gestanzte Großbuchstaben sowie vier Fra-
gezeichen – offenbar eine codierte Bot-
schaft. Selbstverständlich machte sich die
CIA sofort daran, den Buchstabensalat vor
der eigenen Haustür zu entwirren. Doch
die Sache erwies sich als derart vertrackt,
dass 1992 der stellvertretende CIA-Direk-
tor, ehemals ein NSA-Mann, seine Ex-Kol-
legen zu einemkleinen Entschlüsselungs-
wettkampf herausforderte. Die nahmen
anund–das hat soebendie Zeitschrift Wi-
red mit Originaldokumenten belegt – lös-
tendengrößtenTeil des Rätsels inweniger
alseinemMonat. DieCIA-Kollegenbrauch-
ten dafür weitere sechs Jahre.
1999verkündeteeinunabhängiger kali-
fornischer Computerwissenschaftler öf-
fentlich, drei der vier Abschnitte des Codes
entschlüsselt zu haben. Erst danach be-
kannte die CIA, bereits ein Jahr zuvor die
gleichenAbschnitte decodiert zu haben. In
Schweigen hüllten sich hingegen weiter-
hin jene, die den Code bereits 1992 in Re-
kordzeit übersetzt hatten: die NSA-Exper-
ten. NoSuchAgency eben, da schreibt man
nicht einfachPressemitteilungenoder aka-
demische Publikationen. Die Fähigkeiten
der Kryptologen der zurzeit gescholtenen
Überwachungsbehörde scheinen indes
enormzusein. DieOriginaldokumentezei-
gen: Drei NSA-Experten lösten das Pro-
blem im Alleingang (http://elon-
ka.com/kryptos/foia.html).
Doch auch der Klartext der bekannten
Teile der Kryptos-Botschaft liefert Rätsel.
Soist dieRede vonetwas, das auf demCIA-
Geländebegrabensei. Undnochimmer ver-
schlüsselt ist der vierte und letzte Teil der
Botschaft vonKryptos. Er besteht ausledig-
lich 97 Zeichen, zu wenige offenbar, um
darin mit modernsten Entschlüsselungs-
methoden eine Systematik zu entdecken
(siehe Grafik). Die NSAwar allerdings auch
an dieser Stelle effektiv: Nach der Lösung
der ersten drei Teile erging eine Anwei-
sung an die Kryptologen, ihre Arbeitszeit
wieder für das übliche operative Geschäft
aufzuwenden. Im Jahr 2010 enthüllte der
Künstler JimSanborneine Buchstabenfol-
ge, die BERLIN bedeute. Doch auch dieser
Tipp half Codeknackern, die auch im Web
heftig wetteifern (tech.groups.ya-
hoo.com/group/kryptos/), bislang nicht
auf die Sprünge. PATRICK ILLINGER
Wie im Kino warb der Pharmakonzern für
sein neues Medikament: „Coming soon“,
lasen Ärzte in US-Fachzeitschriften. Sie
stimmten ihre Patienten darauf ein, dass
auch hierzulande bald das neue Mittel
DMF (Handelsname: Tecfidera) gegen die
Multiple Sklerose (MS) zur Verfügung ste-
hen würde – das erste, das nicht gespritzt
werden muss. Seit Langemwünschen sich
Betroffene Tabletten gegen die schwere
Nervenkrankheit, die manche Patienten
imLaufe der Jahre indenRollstuhl zwingt.
Doch mit demneuen Medikament wird
es erst mal nichts. Die Markteinführung in
Europa verzögere sich etwa um ein halbes
Jahr auf Ende 2013, teilte der Hersteller
BiogenIdec vor Kurzemlapidar mit. Dabei
stünde einer baldigen Markteinführung
nichts entgegen. Der Ausschuss für Hu-
manarzneimittel (CHMP) der Europäi-
schen Arzneimittelagentur hat bereits ein
positives Votum für die Zulassung erteilt.
Auch hat das Mittel Patentschutz bis 2028
– und der sei „stark“, so der Hersteller.
Die Firma will aber mehr. „Wir möchten
mit dem größtmöglichen Schutz in den
Markt gehen“, sagt eine Sprecherin. Das
sei die Grundlage dafür, dass Biogen Idec
auchkünftiginnovativeTherapienfürPati-
enten mit schweren Erkrankungen entwi-
ckelnkönne. Derzeit hapert es nochamso-
genanntenUnterlagenschutz. Dieser „klei-
ne Bruder des Patentrechts“ gilt zwar
höchstens zehnJahre. Vorteil für die Firma
aber ist: WennandereUnternehmengegen
den Unterlagenschutz verstoßen, wird die
Arzneimittelbehörde aktiv. „Beim Patent-
schutz sind wir dagegen selbst in der Ver-
antwortung“, so die Biogen-Idec-Spreche-
rin.
Patienten haben das Nachsehen. „Die
Markteinführung ist von vielen herbeige-
sehnt worden“, erzählt der MS-Spezialist
Reinhard Hohlfeld von der Uni München.
„Unerfreulich und überraschend“ sei die
Verschiebung. „Es geht mal wieder ums
Geld“, sagt Wolfgang Becker-Brüser vom
Pharma-kritischen Arznei-Telegramm.
Das Wohl der Patienten sei gemeinhin se-
kundär. Ähnlich liegt der Fall bei einem
zweiten, ebenfalls als Tablette wirksamen
MS-Medikament namens Teriflunomid
(Handelsname: Aubagio) des Herstellers
Sanofi. Der Konzern hatte schon im März
einpositives CHMP-Votum. Auchhier war-
tete die Firma jedoch, weil sie einenbesse-
ren Unterlagenschutz erstreiten wollte.
Dies sei nun gelungen, teilte eine Spreche-
rin mit. Von Oktober an werde das Mittel
voraussichtlich zu erhalten sein.
Von den Verzögerungen betroffen sind
vor allemMenschenmit einer frischenMS-
Diagnose. Diese trifft Patienten ohnehin
wie ein Donnerschlag. Da hilft es, wenn sie
sich wenigstens nicht täglich Spritzen ins
Unterhautfett jagen müssen. Patienten,
die bereits eine MS-Therapie erhalten und
gut darauf reagieren, sollen aber unbe-
dingt bei ihren Spritzen bleiben, rät die
Deutsche Multiple-Sklerose-Gesellschaft.
Niemand wisse, wie sich die heimtücki-
sche Krankheit entwickelt, wenn die Be-
handlung plötzlich umgestellt wird.
„Die Sache ist schon paradox“, sagt der
MS-Spezialist Ralf Gold von der Universi-
tät Bochum. „DMF als Wirkstoff gegenMS
wurdeinBochumerfunden, aber bisher ha-
ben nur die Amerikaner etwas davon.“
Golds Vorgänger hatte zufällig festgestellt,
dass sich bei MS-Patientenmit Schuppen-
flechte beide Krankheitsbilder besserten,
wennsie ein DMF-haltiges Präparat gegen
ihre Schuppenflechte bekamen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Biogen
Idec Entscheidungenfällt, dienicht imSin-
ne der Patienten sind. „DMF befand sich
als Psoriasis-Medikament bereits in der
klinischen Prüfung“, sagt Becker-Brüser.
Allein sei die Substanz erheblich verträgli-
cher als die DMF-haltige Mischung. Doch
dieFirmaentschiedsich, DMFnur zumMS-
Medikament zu machen. Arzneien gegen
diese Krankheit versprechen satte Gewin-
ne. Die Therapie kostet schnell 2000 Euro
proMonat –gemeinhineinPatientenleben
lang. CHRISTINA BERNDT
VON MORITZ POMPL
F
ranziska war zwei Jahre alt, als sie
das erste Mal wegen eines Keimzell-
tumors im Becken operiert wurde
und eine Chemotherapie erhielt. Bald be-
gann der Tumor erneut zu wachsen. Die
Chancen, das Mädchen mit einer weiteren
Chemotherapie heilen zu können, sanken.
Nur etwaeinDrittel aller Kinder mit Rezidi-
veneinesbösartigenKeimzelltumors spre-
chendarauf an–für die anderngibt es kei-
ne Heilungschancen.
Heuteführt Franziska, 15Jahre, einnor-
malesLeben. Dazubeigetragenhat womög-
lich auch ein spezieller Apparat, der sie
überwärmt hat. Genauer gesagt, jenen Be-
reich in ihremBecken, der vomTumor be-
fallen war. Ärzte um Rüdiger Wessalowski
von der Kinderonkologie am Uniklinikum
Düsseldorf hatten sich entschieden, es bei
ihr zusätzlich mit einer neuen, damals
nochkaumgetestetenBehandlungsmetho-
dezuversuchen. WährenddieChemothera-
pie über eine Infusion inFranziskas Venen
floss, erwärmten die Ärzte den Tumor
gleichzeitig mit einem Hyperthermie-Ge-
rät – einer Art Schwimmreifen, indemdas
Mädchen lag, das zuvor ein Schlafmittel
eingenommen hatte.
An einem solchen Reifen sind rundum
kleineAntennenmontiert, diecomputerge-
steuert Mikrowellen aussenden und das
Tumorgewebe auf 40 bis 44 Grad erwär-
men. Regionale Tiefenhyperthermie heißt
das Verfahren. Als Franziska damit behan-
delt wurde, war es an erwachsenen Krebs-
patienten ausprobiert worden, aber noch
nie systematisch an Kindern.
Franziskas Tumor verschwand, sie gilt
seitdemals geheilt. EinBelegfür diepositi-
veWirkungder Überwärmungist das noch
nicht –keineTherapielässt sichanhandei-
nes Einzelfalles beurteilen. Als Franziskas
Behandlung abgeschlossen war, konnte
niemand mit Sicherheit sagen, was den
Ausschlag gegeben hatte für den Rückzug
des Krebses. Das Team um Wessalowski
aber begannnachdieser Erfahrung, weite-
re Kinder mit dem neuen Kombinations-
verfahren zu behandeln.
Inseiner Studie, erschieneninder aktu-
ellen Ausgabe des Fachmagazins Lancet
Oncology (online), sind 44 Kinder und Ju-
gendliche zwischen sieben Monaten und
21 Jahren eingeschlossen, die an unter-
schiedlichen Arten eines wiederkehren-
den, bösartigen Keimzelltumor litten. 86
Prozent der Patienten sprachen unter der
RegionalenTiefenhyperthermieauf dieer-
neuteChemotherapiean, 72Prozent konn-
ten nach heutigem Wissensstand geheilt
werden. Bekamen die Kinder schon nach
demerstenRückfall Wärmebehandlungen
zur Chemotherapie, lag die Heilungsrate
bei etwa 80 Prozent.
Ältere Studien, in denen die Patienten
nur Chemotherapienerhielten, zeigtenHei-
lungsratenvonlediglich30bis 40Prozent.
Kanndie Kombinationaus Medikamenten
und Wärme also gut doppelt so viele Kin-
der mit bösartigen Keimzelltumoren hei-
len als die Chemotherapie alleine?
Der Schluss liegt nahe – doch wie ge-
rechtfertigt er ist, lässt sich bislang kaum
beurteilen. Unter anderem deshalb, weil
WessalowskisStudiekeineVergleichsgrup-
pe einschloss, die ausschließlich die Che-
motherapie erhielt. Eine solche Kontrolle
aber hilft zubeurteilen, obBehandlungser-
gebnisse wirklich auf die zu testende The-
rapie zurückzuführen sind – oder viel-
leicht auf andere, zunächst unerkannte
Faktoren. Zusätzlich erschwert die geringe
Anzahl an Studienteilnehmern eine zuver-
lässige Interpretation der Ergebnisse.
Dass Hyperthermieverfahren in der
Krebstherapie grundsätzlich sinnvoll sein
können, hält auch Peter Huber, Professor
für StrahlentherapieamDeutschenKrebs-
forschungszentrum in Heidelberg, für
plausibel. Die Hitze steigert die Durchblu-
tungimTumorgewebe, weil sichdie feinen
Gefäße weiten. Dadurch können sich die
Chemotherapeutikagezielter gegendieTu-
morzellen richten. Skeptisch bleibt Huber
dennoch: „Die aktuelle Studie krankt wie
die meisten Hyperthermiestudien daran,
dass relativ wenige Probanden mit ver-
schiedenen Tumorarten eingeschlossen
waren.“ Außerdemwurdeneinige der Kin-
der mit wiederkehrendenTumorenzusätz-
lich noch operiert oder bestrahlt. „Das er-
schwert eine präzise Aussage erheblich“,
sagt Huber. „Ist der Heilungserfolgtatsäch-
lich auf die Hyperthermie zurückzufüh-
ren?“ Falls ja, bleiben weitere Fragen: Auf
welche Temperaturen und in welchen Ab-
ständen sollte der Tumor erhitzt werden,
damit die Chemotherapie am besten wir-
ken kann? Wie sollte diese zusammenge-
setzt und dosiert sein? „Die Studie ist ein
weiterer positiver Hinweis, dassdieHyper-
thermie funktioniert“, sagt Huber. „Aber
es fehlt bislang eine umfangreiche klini-
sche Erprobung.“
Dasgilt auchnochfür dieHyperthermie-
Behandlung der meisten Tumoren bei Er-
wachsenen. Viele der Therapien laufen im
Rahmen von klinischen Studien ab. Belegt
ist eine positive Wirkung bislang nur für
wenige Tumorarten, etwa bei Patienten
mit wiederkehrendem Brust- oder Haut-
krebs undmit sogenanntenWeichteil-Sar-
komen, einer relativ seltenen und bösarti-
genTumorart inMuskelnundFettgewebe.
Ineiner Studiemit mehr als300Erwachse-
nen zeigte Rolf Issels, Leiter des Kompe-
tenzzentrums Hyperthermie amUniversi-
tätsklinikum Großhadern der Uni Mün-
chen, dass Patienten mit Weichteil-Sarko-
men bessere Heilungschancen haben und
länger leben, wenn sie sich zusätzlich zur
Chemotherapie oder Bestrahlung mit Hy-
perthermie behandeln lassen. Als Nächs-
tes will Issels untersuchen, inwiefern sich
das Verfahren standardmäßig auch für
den häufigeren Bauspeicheldrüsenkrebs
eignenkönnte. „19Patientenhabenwir be-
reits in die Studie aufgenommen, 336 sol-
len es werden“, sagt der Arzt.
An weiteren Zentren laufen derzeit au-
ßerdemHyperthermie-Studien an Patien-
ten mit Tumoren im Enddarm. Sollten die
Ergebnisse amEnde auchdabei für die Re-
gionale Tiefenhyperthermie sprechen,
könnte dieses Verfahrendie Krebstherapie
langfristigverbessern, hoffenmancheÄrz-
te. Ihnen zufolge würden die Patienten in
Zukunft mit weniger Chemotherapie oder
Bestrahlung auskommen – bei möglicher-
weise besseren Heilungschancen.
Vor verfrühter und zu großer Euphorie
warnenjedochauchdieAutorender aktuel-
len Studie. „Manche würden am liebsten
sofort jede Tumorart mit Wärme behan-
deln“, sagt Wessalowski. „Aber die Indika-
tionen müssen vorher wissenschaftlich
überprüft werden.“ Krankenkassen kön-
nen im Einzelfall die Kosten einer Hyper-
thermie-Behandlung übernehmen, müs-
sen dies aber nicht.
Als Nebenwirkungen kann es in selte-
nen Fällen zu Verbrennungen an der Haut
kommen, außerdemzuSchwächeanfällen.
DieÜberwärmungkanndasHerzkreislauf-
system belasten und daher problematisch
sein für manche Patienten. Außerdem
kann die starke Wärme auch Schmerzen
verursachen, berichtet das Heidelberger
Krebsforschungszentrum.
Allerdings haben sich die technischen
Möglichkeiten in der Vergangenheit ver-
bessert – und damit manche Belastungen
für die Patienten gelindert. Bislang muss-
tenÄrzteihnenfeineSondenindieTumor-
gegend stechen, umwährend der Behand-
lungdieTemperatur zuüberprüfen. Inzwi-
schen gibt es Geräte, bei denen dies ohne
zusätzlichen Eingriff erfolgt.
Fluch
der Karibik
Die Chefknacker
Wie NSA-Experten ein Kunstwerk entschlüsselten
Enttäuschte Hoffnung
Patienten müssen auf neue MS-Medikamente warten
Die Wärme kann
den Kreislauf belasten
Belegt ist eine positive Wirkung
bislang nur für wenige Tumore
WISSEN 24 Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160 DEFGH
Auch nach 23 Jahren ungelöst: die vierte
und letzte Botschaft von Kryptos. Die
dunklen Buchstaben bedeuten BERLIN.
OBKR
UOXOGHULBSOLIFBBWFLRVQQPRNGKSSO
TWTQSJQSSEKZZWATJKLUDIAWINFBNYP
VTTMZFPKWGDKZXTJCDIGKUHUAUEKCAR
Wenn Hitze heilen hilft
Das Gewebe rund um einen Tumor erwärmen, damit die Chemotherapie besser wirkt: Das ist die Idee
der „Regionalen Hyperthermie“. Womöglich kann das auch manchen krebskranken Kindern helfen
F
O
T
O
:
A
B
E
L
V
A
L
D
IV
IA
. Hyaluronsäure wirkt!
Knieschmerzen? Gelenkschmerzen? Ar-
throse? Gesunde Gelenke durch Hyaluron-
säure. Einfache Anwendung ohne schmerz-
hafte und teure Spritzen! MedicoHyl Phar-
ma - Ihr Partner für vitale Gelenke.
www.arthrohyl.de, Telefon: 0251 - 6 32 87
Super-8 & Normal-8 & 16 mm & Videos auf DVD
professionelle Einzelbild-Filmdigitalisierung von Schmalfilmen
www.filmmanufaktur.com Fernruf: 0521/ 9679525-0
.
Endlich Ordnung in Ihren Unterlagen !
Frau Müller
www.weisswiesgeht.de
für Privat/Büro/Gewerbe
individuell, kostengünstig 8089/221586
fraumueller@weisswiesgeht.de
Klausur, Prüfung, Arbeit sicher bestehen
www.klausurbestehen.de 8089/64958977
Liebeskummer? Psych. Praxis 80160/8439364
Humane Trennung und Scheidung e.V. - VHTS
„Immobilien bei Trennung und Scheidung - Teilungsversteigerung“
Humane Trennung und Scheidung e.V. - VHTS, Postfach 15 21 03
80052 München, Fax und Tel. 089/530 95 39
homepage: www.vhts-muenchen.de e-mail: info@vhts-muenchen.de
Vortrag amDienstag, 16. Juli 2013, 19.30 Uhr, imimGasteig, Presseraum, Raum
0.131, Rosenheimer Str. 5, 81667 München (Eintritt 5,- €)
Ref.: Herbert Müller, Rechtspfleger am Vollstreckungsgericht München und
RA Harro Graf von Luxburg
TOP: Zwei Hapimag A-Aktien zu verkaufen, zusammen nur €3.200: ట089/66085343
Wer sucht Ersatzoma ?
Welche Fam. sucht Unterstützung
für Ihr Kleinkind bis 6Jahre zur
Freizeit u. Urlaubsgestaltung im
Osten von München. Nur ernstge-
meinte Zuschriften unter:
eddie986@arcor.de
Was verkündete ein Engel des Herrn in Jo-
sefs Traumnoch? A: „... und man wird ihm
(Jesus) den Namen Immanuel geben, das
heißt übersetzt: Gott ist mit uns“: Matt-
häus 1,23 B: Das hörte Markus nicht C:
Das schrieb Lukas nicht D: Das glaubte Jo-
hannes nicht. – Aber Jesus bekam niemals
diesen Namen. Noch eine Lüge des Engels.
Oder des Josef. Oder doch des Matthäus. –
M. Schleyer, Postfach 81 07 27, 81207 M
Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und
betet für die, die euch verfolgen, damit ihr
Söhne eures Vaters im Himmel werdet
(Bergpredigt, Frohbotschaft nach Matt-
häus 5,44-45) – Gott ist die Liebe (171. Ver-
lautbarung des Apostolischen Stuhls an die
Bischöfe, an die Priester und Diakone, an
die gottgeweihten Personen und an alle
Christgläubigen)
Bayreuther Festspiele
suche dring. „Lohengrin, Holländer, Tann-
häuser, “ alle Termine, auf Wunsch pers.
Abholung, biete gar. am Meisten von allen
Suchenden. 80921/50739394 o. Tel/Fax
05527/71971
Höchstpreis für Militärsachen
(Helme, Uniformen, Orden, Fotos usw.)
bis 1945, Privat, 8089/42018419
Suche jemanden der mich bei einer statisti-
schen Auswertung einer wissenschaftl. Ar-
beit (Pharmazie/Medizin) berät mögl. mit
SAS-Kenntnissen. Mail: suche111@arcor.de
Junge fleißige Frau braucht Unterstützung
oder ein günstiges Darlehen von ca.
20.000,- € und nur seriöse Hilfe.
E-mail: sonofelice@gmx.net
Bayreuther Festspiele, je 1 oder 2 Karten:
Holländer, Rheingold, Walküre, Siegfried,
Götterdämmerung, Tannhäuser und Lohen-
grin, 804531/8984400 od. 0177/7251080
Don Carlo - München, Staatsoper am
28.7.13: 3 gute Karten gesucht; beste Be-
zahlung. Angebote an: 80172/2668828
ALTERSHEIM TABU! Im milden Klima
SW-Frankreichs wollen wir mit Gleichge-
sinnten Chateau kaufen, 806206/6716
Bayreuth:
Für sehr gute Karten zahle ich sehr guten
Preis. Erbitte Angebote: 80172/5831057
Schafkopfer im Raum Wolfratshausen
gesucht. 808171-16516
Suche 1 o. 2 Karten Don Carlo, 28.7., Kat. II,
80173/3118787
Suche ehemaligen Bank-/Finanzbeamten
für private Beratung. Zuschr. u. ?ZS1911409
1 Hapimag-A Aktie m. 260 Pkt. a. gesundh.
Gründen f. € 3900,- z. vk. 8089/7933374
ENGLISH CONVERSATION - business and
private, Muttersprachlerin, 0176/96849424
Abzugeben: 2 x Don Carlo, 25.7., Kat. II,
v. privat zu verk. 80173/3118787
Rollstuhlfahrerin sucht junge Helfer/in
€ 400,- oder mehr. 8089/9576852
Ehrenamtl. Hilfe bei ZA-Schwierigkeiten
- 80173/3616517 MB -
Bayreuth: suche Festspielkarten
Beste Bezahlung 809227/9825
Leica - Repräsentanz
FOTO-REITER im Rathaus/Rückseite
Golfclub München-Riedhof
Mitgliedschaft zu verk. 80171/4165546
Tollwood Jhg. 44 - würde mich gern m. Ihnen
weiterunterhalten. tollwood13@web.de
Karls Ansichten bei Google. Hier finden
Sie alles was Sie nicht interessiert.
Jegl. Hilfe bei wissenschaftl. Arbeiten,
Recherchen od. Komplett. 0821/482406
2 Festspielkarten Bayreuth, „Ring“, 14. -
19.08.13, Balkon, zu verk. 80931/414760
Dokumenta Kassel, Kataloge Band 1 - 9,
680,- G, 80170-5308607
Schreinermeister bezahlbar 08021/5541
Besorge jedes alte Buch. 80172/7662864
7Frieden kann jeder! www.wopg.org 7
Neues med. Versorgungszentrum mit
Schwerpunkt Spezielle Schmerztherapie
im Isar-Medizin-Zentrum,
Sonnenstr. 24-26 in München eröffnet
Infos: www.schmerztherapie-muc.de
Kryolipolyse ab sofort in Langenau/Ulm
Der sanfte Weg der dauerhaften
Fettreduzierung ab sofort in
Langenau/Ulm. Für Beratungen
rufen Sie die 030/520043626 an.
info@newaesthetics.de
Besenreiser?
www.angioclinic.de
Info-Telefon 0800-212 80 00 (kostenfrei)
Hunde-/Katzen- und Pferdeexpertin (südl.
v. München) nimmt ihren Liebling in priva-
te Obhut. Unentgeltlich gegen Futterunkos-
ten 80174/72 99 60 2
Süße Welsh-Terrier-Welpen, 4 1/2 Wo. alt, m.
KfT/VDH-Papieren, in liebevolle Hände, ab
10./11.8. abzugeben. 809392/7860
Hundeausstellung und Mischlingsschau am
21.7.13 in Bad Aibling, Ausstellungshalle
808450/8765 oder 0171/3380299
Pferdeanhänger Böckmann XL, EZ 6/2010,
silb., VB € 7.700.-,ట0172-8511923
Rhodesian Ridgeback Welpen aus Lieber-
haberzucht, 80171/5853108
Junger Palomino-Hengst, zu verkaufen.
80174/72 99 60 2
Suche Lehrerin Grundschule
für Nachhilfe in den Fächern Lesen, Schrei-
ben, Rechnen für 2. Klasse (Übergang 3.
Klasse) in den Sommerferien in Sauerlach.
Kontakt: jamesbond0911@gmx.de
Bayreuther Festspiele. Sehr gute Karten,
2x für Ring-Zyklus vom 26.07. - 31.07.
inkl. Hotelarrangement abzugeben.
808505/6747 oder 0172/6699883
Premierekarten für Bayreuther Wagner-
Festspiele zu verkaufen, Ring 1 komplett
gegen Gebot, beste Sitze, 80170/5838012
Suche Wohnprojekt im Großraum Mü., ab
Nov., Lehrerin, 54, frühpens., kreativ u. en-
gagiert. ithaka2@gmx.de, 80162/6477559
Suchen liebevolle Kinderbetreuung für 15
Monate alten Sohn, in Glockenbach 80469
von Sep.-Nov., 20-30h/Wo, Bei Interesse:
sywahr@web.de 8015164173004 Sybille
Welche unabhängige Frau hat den Mut und
die Kraft an meiner Seite meine kleine aber
feine und schuldenfreie Firma zu führen?
Meine jetzige Geschäftspartnerin wechselt,
nun nach 11 Jahren, ins Privatleben. Weder
Kapital noch Fachkenntnisse erforderlich.
Bereich Luxuslebensmittel/Nischenprodukt.
Zuschriften unter ?ZS1911446 an die SZ
Künstler
(Autor & Maler)
sucht Mäzenin und Muse Zuschriften
unter ?ZS7081857
Witwe 60 sucht bei einem seriös. älter. Rentner/in o.
Hund i. Haus (München) ein Zimmer. 80162/6761073
English Walking in Nymphenburg 8524892
Allerliebste Kätzchen su. gute Plätzchen
808142/52087 (AB)
83jähriger Mann mit Bewegungsproblemen
nach länger zurückliegender Bandschei-
ben-OP, wohnhaft am Luitpoldpark, sucht
krankengymnastische Behandlung nach
vorliegendem ärztlichen Attest, 2x in der
Woche in seiner Wohnung. 8089/3088434
Spezial: Besser sehen
Themen
Gutes Sehen bis ins hohe Alter wünscht sich jeder. Doch bei mehr als
40 Millionen Bundesbürgern, die älter als 16 Jahre sind, ist eine
Fehlsichtigkeit bekannt und wird behandelt. Alleine von der
Kurzsichtigkeit ist jeder vierte Deutsche betroffen, Tendenz steigend.
Der Bundesverband der Augenärzte moniert, dass trotz guter ärztlicher
Versorgung immerhin 60 Prozent der Sehschwächen bei Kindern zu spät
erkannt werden.
Sehen: Das Augenlicht ist unersetzlich. Für viele Menschen ist das Sehen
der wichtigste unter den fünf Sinnen. Doch wie ist eigentlich das Auge
aufgebaut, wie bleibt es gesund, wie entwickelt sich die Sehkraft im
Laufe der Zeit und was ist zum Beispiel zu beachten, wenn täglich vor
dem Computer gearbeitet wird?
Sehkorrektur: Endlich ohne Brille? Immer mehr Menschen korrigieren
Fehlstellungen dauerhaft per Laser. Nicht wenige reisen dafür ins
umliegende Ausland, um sich die kostspielige Operation überhaupt
leisten zu können. Deutsche Augenärzte warnen vor dem Risiko.
Termine
Erscheinungstermin:
24. Oktober 2013
Anzeigenschluss:
10. Oktober 2013
Kontakt
Süddeutsche Zeitung
Anzeigenverkauf Sonderthemen
Telefon (089) 2183-583
Telefax (089) 2183-8216
sonderthemen@sueddeutsche.de
www.sz-sonderthemen.de (Änderungen vorbehalten)
Ärzte
Heilpraktiker
Fitness/Gesundheit
Tiermarkt
Verschiedenes
Ihre Spende
hilft unheilbar
kranken Kindern!
www.kinderhospiz-bethel.de
VON CHRISTOPH GIESEN,
MAX HÄGLER UND STEFAN WEBER
W
as ist nur mit dem Handel los?
Mit den großen, traditionsrei-
chenNamen? Vor einemJahr wur-
de Schlecker abgewickelt – die Drogerie,
die jeder kannte. Am Donnerstag musste
Praktiker einen Insolvenzantrag stellen –
eine der großen deutschen Baumarktket-
ten. Und dann gibt es auch noch Karstadt:
1881 eröffnete Rudolph Karstadt das erste
Geschäft in Wismar, damals noch unter
demNamen„Tuch-, Manufactur- undCon-
fectionsgeschäft Karstadt“. 1884 folgte
das zweite Haus in Lübeck – und bald ka-
menvieleweiterehinzu. AuchThomas und
Heinrich Mann kauften in jungen Jahren
beimKarstadt in Lübeck ein, sie gelten als
Kunden der ersten Stunde.
Und heute? Da gehört Karstadt einem
Mann, der auch einen Roman von Thomas
Mann entsprungen sein könnte: Nicolas
Berggruen – ein schillernder Kaufmann;
ein spendabler Philanthrop; ein polyglot-
ter Schöngeist.
Was für eine Geschichte.
Wie aber geht die Geschichte von Kar-
stadt weiter? Was wird aus diesem Unter-
nehmen, dessen Besitzer ein paar Mal ge-
wechselt haben –und dessen Chefs sowie-
so? Erlebt Karstadt einen schleichenden,
über viele Jahre währenden Niedergang,
so wie es Thomas Mann bei den Budden-
brooks beschrieben hat? Folgt also Kar-
stadt irgendwann auf Praktiker? Oder
schafft Berggruen, der bisher nicht viel
mehr alseineneigenenEuroinKarstadt ge-
steckt hat, doch noch die Wende?
Viele Zahlen sind alarmierend: Zwi-
schen Oktober 2011 und Oktober 2012
machte die Gruppe einen Verlust von 250
MillionenEuro. Vor wenigenWochenstürz-
teKarstadt-Chef AndrewJennings das Un-
ternehmen noch weiter in die Krise, zum
Jahresende tritt der Brite ab. Warum? Viele
in der Branche vermuten, dass er keine
Chance mehr sah, Karstadt zu retten.
Gespannt wartennunalleauf denNach-
folger. Mal heißt es, Peter Wolff könne
übernehmen: Von 2006 bis 2008 stand er
schonmal ander Spitze. AuchStefanHerz-
berg, ebenfalls ein früherer Karstadt-
Chef, soll angeblicheinspringen. Gelegent-
lichist auchder NameKlaus Eierhoff zuhö-
ren. Der hat schoninvielenVorständenge-
sessen, darunter bei Bertelsmann, Thiel Lo-
gistik und bei Karstadt. Derzeit führt er
das Zeitarbeitsunternehmen Tempton.
Wer auch immer Karstadt übernimmt,
muss schnell eine Lösung finden für die
Krise des Unternehmens. In der Handels-
branche werden im Wesentlichen derzeit
drei Szenarien diskutiert – zu denen Kar-
stadt allerdings keine Stellung nimmt:
Szenario 1: Alles wird gut
Die erste Möglichkeit, dass der „Mara-
thon“, wie ihn Noch-Chef Jennings nennt,
einfach so zum Ziel führt. Viele halten das
für unwahrscheinlich. „Es sieht schlimm
aus“, sagen Leute, die Einblick in die Zah-
len haben. Für jeden Euro Umsatz musste
Karstadt im vergangenen Geschäftsjahr
acht Cent drauflegen. „Um Karstadt noch
zu retten, muss kräftig investiert werden,
vor allem in die Häuser und das veraltete
Warenwirtschaftssystem. Dafür sind mit
Sicherheit mehr als 300 Millionen Euro
notwendig“, sagt Rainer Nagel, er ist Part-
ner bei der Beratungsgesellschaft Atreus.
Wenn der Investor Berggruen sein Porte-
monnaie nicht endlich öffnet und die Ge-
schäfte so mäßig laufen wie bisher, dann
werde das Geld, nach Ansicht vieler Kar-
stadt-Kenner, nur noch bis zur Jahresmit-
te 2014 reichen, allenfalls bis zumHerbst.
Der andauernde „Wow-Sale“, all die Ra-
battverkäufe also, lassen vermuten, dass
Karstadt auf großenWarenbeständensitzt
und Geld benötigt. Das Management de-
mentiert entschieden. Spekulationen über
eine drohende Insolvenz seien „unverant-
wortlich“, heißt es immer wieder. Aber es
ist nicht nur das Geld. AuchdieBelegschaft
macht Ärger: Zugeständnisse im Wert von
650 Millionen Euro haben die Beschäftig-
ten in den vergangenen Jahren gemacht,
rechnet die Gewerkschaft Verdi vor. Jetzt
fordert das Management eine neue Spar-
runde – das Aussetzen der Tariferhöhung
für zwei Jahre. Die Reaktion: Streiks,
Frust, Pfiffe gegen Berggruen, wenn er
dennmal inDeutschlandauftritt. Wielässt
sich eine solche Belegschaft ohne einen
großen Schwenk, ohne ein Zeichen des Ei-
gentümers Berggruenjemals wieder moti-
vieren und auf ein Ziel einschwören?
Szenario 2: Das Ende
Vielleicht will ja inEssen oder inNewYork,
wo der Aufsichtsratschef Jared Bluestein,
einer vonBerggruensAdjutanten, sitzt, nie-
mand mehr Karstadt ernsthaft retten –
das wäre ein weiteres denkbares Szenario.
Vielleicht lautet der Auftrag an den neuen
Chef, dieFirmazuzerschlagenundabzuwi-
ckeln. Etwa nach dem Muster, über das
Handelskreisebereits seit Berggruens Ein-
stieg spekulieren: über einen Verkauf der
drei Premiumhäuser (KaDeWe in Berlin,
das Alsterhaus in Hamburg und Oberpol-
linger in München) sowie der 28 Karstadt-
Sporthäuser. Für diese Objekte dürfte sich
rascheinKäufer findenlassen. Organisato-
risch wäre ein solcher Deal ebenfalls zügig
machbar. Berggruen hat die Premium-
und Sporthäuser früh in eigene Gesell-
schaftenüberführt. Übrigbliebendanndie
86 traditionellen Warenhäuser, darunter
viele Standorte, denen Fachleute keine
Überlebenschancegeben. GerdHessert ge-
hört dazu. Er ist Immobilienunternehmer
und war früher Direktor für Planung bei
Karstadt, heute ist er Lehrbeauftragter für
Handel an der Universität Leipzig, er hält
nur gut 40 Häuser für zukunftsfähig.
Im Paket lassen sich die 86 traditionel-
len Häuser somit nicht verkaufen, die der-
zeit wohl teilweisequersubventioniert wer-
den. Kein Finanzinvestor und wohl auch
niemand aus der Branche wird solch ein
Abenteuer eingehen, denn Standorte zu
schließen, ist teuer. Hessert taxiert dieKos-
ten für mögliche Sozialpläne, mögliche
Sonderabschreibungen und Mietentschä-
digungen auf fünf bis zehn Millionen Euro
– und das pro Standort.
So zynisches klingenmag: Mit einer In-
solvenz ließe sich das preiswerter erledi-
gen. Da können Mietverträge gekündigt
werden und auch Mitarbeiter. Allerdings
sagen Geschäftsleute, die mit Berggruen
zu tun haben, dass er schlechte Nachrich-
ten„hasse“. Berggruen, der Deutsch-Ame-
rikaner, der in Hotels lebt, will wohl weiter
als Philanthrop wahrgenommen werden.
Ein „Gegen-die-Wand-Fahren“, eine Zer-
schlagung, die viele Scherben hinterlässt,
wäre für seinen Ruf schädlich. „Er wird ei-
ne Lösung suchen, die sein Retter-Image
zumindest halbwegs intakt lässt“, sagt ei-
ner, der ihn kennt.
Szenario 3: Die Fusion
Der Konkurrent Kaufhof macht vor, dass
der Markt konsolidiert werden muss, was
übrigens auch Gewerkschafter mitunter
eingestehen: Vier Filialen hat Kaufhof im
vergangenen Jahr geschlossen, drei weite-
re sollen folgen. Auch deswegen steht wei-
ter imRaum, dass diegrüneGruppe (Kauf-
hof) und die blaue Konkurrenz (Karstadt)
irgendwann zusammenfinden. Der direk-
te Weg – die Übernahme des einen durch
den anderen und dann die Schließung der
doppelt belegten, unrentablenStandorte –
wird derzeit offenbar nicht beredet, auch
weil dieMetro-Tochter Kaufhof auf Bestän-
digkeit setzt: Seit bald20Jahrenführt Lov-
ro Mandac die Kette und erwirtschaftet ei-
ne Umsatzrendite von knapp vier Prozent.
Spekuliert wirdindes über eine Konsor-
tiumslösung, eindrittesUnternehmenqua-
si, in die Karstadt wie Kaufhof ihre Ge-
schäfte einbringen–gesichtswahrendund
lukrativ für beide. Wobei Kaufhof ange-
sichts seiner vergleichsweise stabilenLage
auchwartenkannauf einmöglichesSchlin-
gern seines Essener Konkurrenten: Es ist
wie bei einer Frucht, sagen manche: Ir-
gendwann ist sie reif, fällt vom Baum und
vielleicht sogar in den Schoß von Kaufhof.
Was ist nun das wahrscheinlichste Sze-
nario? Der Einzige, der es erklären kann,
wäre Berggruen. Er beschreibt sich als gu-
ter „Hirte“. Doch Leute, die ihn persönlich
erlebt haben, sagen: „Er ist ein Mensch,
der Geldverdienenwill undgut angesehen
werden will. Ganz einfach. Nicht mehr.“
VON KARL-HEINZ BÜSCHEMANN
D
ieser Werner Müller ist einPhäno-
men. Der frühere Bundeswirt-
schaftsminister wirkt unschein-
bar. Er tut selbst auf großer Bühne so, als
spiele er nur eine untergeordnete Rolle.
In Wahrheit zieht der Ex-Politiker, der
auch mal Aufsichtsratschef der Bahn und
Vorstandsvorsitzender des Chemieunter-
nehmensEvonikwar, imHintergrundun-
ermüdlich seine Fäden. Jetzt will Müller
den Krisenkonzern Thyssen-Krupp ret-
ten. Die von ihm geführte Essener RAG-
Stiftungkönntesichandemangeschlage-
nen Stahl- und Anlagenbauer beteiligen
undihmfinanziell aus der Patschehelfen,
das hat er angeboten. Müller hat mal wie-
der bewiesen, dass er immer für eine
Überraschung gut ist. Indes: Das Vorha-
ben ist keine gute Idee.
Dabei hatte Müller im Jahr 2005 eine
bestechend wirkende Idee geliefert. Da-
mals war er Chef der Essener Ruhrkohle
(RAG) under schlugdenPolitikerneinver-
führerisches Modell vor. DieNicht-Kohle-
bereiche des maroden Staatskonzerns
wollte er an der Börse zu Geld machen
unddenErlös ineineStiftungbringen. De-
ren Einnahmen sollten die Abwicklung
des deutschen Kohlebergbaus finanzie-
ren. Die Politiker hatten jahrzehntelang
keinen Weg gefunden, das Milliarden-
grab Steinkohle loszuwerden. Müller da-
gegen sagte nur mal eben Simsalabim
undschonhatte er eine Patentlösung. Die
Politiker in Berlin, Düsseldorf und im
Saarland waren so begeistert, dass sie
dempfiffigenMüller gerne seine Stiftung
gewährten. Diesolltelaut Satzungdieletz-
tenZechenabwickeln, die Folgelastendes
Bergbaus beseitigen und Kultur, Bildung
und Wissenschaft fördern, „soweit dies
im Zusammenhang mit dem deutschen
Steinkohlenbergbau steht“.
Jetzt will Müller die Aufgaben seiner
Stiftung erweitern. Gemeinsam mit Mi-
nisterpräsidentin Hannelore Kraft (SPD)
will er siezueinemZentrumfür Industrie-
politik machen, das im krisengeplagten
Ruhrgebiet wirtschaftspolitische Wei-
chen stellt. Dazu gehört für ihn auch Ein-
fluss auf Konzerne wie Thyssen-Krupp.
Doch dafür ist die Stiftung weder ge-
dacht noch geeignet. Sie ist eine politische
Einrichtung und gehorcht Vorgaben, die
oft wirtschaftsfremdsind. SchonihreWur-
zeln sind politisch. Sie reichen bis in den
Subventionssumpf der alten Ruhrkohle.
DieGremiender Kohlestiftungsindvonak-
tiven und ehemaligen Politikern domi-
niert. Im dreiköpfigen Vorstand sitzen
zwei ehemalige Politiker und eine frühere
Gewerkschafterin. Zum Kuratorium, das
aus 13 Personenbesteht, gehörennur zwei
erfahreneIndustriemanager. Dieüberwäl-
tigende Mehrheit der Kontrolleure bilden
Bundes-undLandespolitiker wieGewerk-
schafter. Seit es diese Stiftunggibt, wirdin
ihrenGremiennachdenVorstellungender
gerade regierenden Parteien gestritten.
Es ist eine bedrückende Erfahrung,
dass es nicht viel bringt, wennsich Politi-
ker in Unternehmen einmischen. Der da-
malige Kanzler Gerhard Schröder wollte
1999 mit starken Worten und Bundes-
bürgschaften den Baukonzern Philipp
Holzmann retten; der war trotzdem we-
nig später am Ende. Welche Verluste
Staatsvertreter indenLandesbankenver-
ursachten, ist oft beschrieben worden.
Das Land NRW ist ein Beispiel dafür, wie
der regionaltypische Filz von Politikern,
Gewerkschaftern und Managern den
Strukturwandel im Ruhrgebiet bremste.
Die Folgen dieses historischen Missver-
ständnisses sind nach mehr als 50 Jahren
Kohle- undStahlkrisebis heuteinveröde-
ten Stadtteilen zu besichtigen.
Thyssen-Krupp kann von einer poli-
tisch dominierten Stiftung keine echte
Hilfeerwarten. Der StahlkonzernundAn-
lagenbauer ist durch schlechtes Manage-
ment heruntergewirtschaftet worden.
Das ist für die Mitarbeiter eine Katastro-
phe–aber es ist nicht das Endealler Tage.
Das heutige Management plant, kranke
Teile des Konzerns zu verkaufen und für
denRest neuesKapital über dieBörseher-
einzuholen. Das kann funktionieren. Und
wennnicht, muss der gesamte Konzernin
Teilen verkauft werden. Dann hätte NRW
einen Dax-Konzern weniger. Das würde
aber vor allemdiePolitiker stören. Für die
Beschäftigten ist allein wichtig, dass sie
mit ihren Jobs bei einemBesitzer landen,
der etwas vomGeschäft versteht.
Die Politiker in Düsseldorf und Berlin
tätengut daran, die Kohlestiftung nur für
den Zweck zu nutzen, für den sie gegrün-
det wurde: dieAbwicklungder Kohle. Die-
se Jahrhundertaufgabe ist teuer genug
und verlangt alle Aufmerksamkeit der
Stiftungsführung. IhreVerwandlunginei-
ne Einrichtung zur Industriepolitik birgt
die Gefahr, dass eines Tages das Geld
nicht mehr für die ursprüngliche Aufgabe
reicht. Dann ginge die unendliche Suche
nach einer Lösung für die Steinkohle von
vorne los, und nichts wäre erreicht.
DieEindrückesitzentief. Sohört es sichje-
denfalls an, wenn Renate Künast über ihre
Reise nach Bangladesch spricht. Vier Tage
war sie dort. Die Politikerin wollte sich ein
Bild machen von der Textilindustrie nach
all diesen Berichten in den Medien – vom
Einsturz des Rana-Plaza-Gebäudes in Sa-
var, wo allein mehr als tausend Menschen
ums Leben kamen, von den vielen Brän-
den. Erlebtes sitzt tiefer. Kurz vor ihrem
Anruf hat die Fraktionsvorsitzenden von
Bündnis 90/Die Grünen den Slum Korail
besucht. Millionen Menschen leben in den
Elendsvierteln der Hauptstadt Dhaka.
„Es ist hier wahnsinnig heiß“, berichtet
Künast. Fast 50Gradsindes. Sie sieht Hüt-
ten aus Wellblechresten, in die gerade mal
ein Bett passt. Das teilt sich eine ganze Fa-
milie. „Die Menschen sind froh, wenn we-
nigstenseiner eineArbeit hat unddieFami-
lie ernähren kann.“ Künast hat mit Nähe-
rinnengesprochen. SiehabenAngst umih-
re Jobs, ihre einzige Einnahmequelle. Die
Familien fürchten, dass nach all den Bil-
dern westliche Firmen ihre Aufträge strei-
chen, weil sie mit diesenschrecklichenBil-
dernnicht inVerbindung gebracht werden
wollen. SiefürchtenumdaseigeneBild, ihr
Image. „Bitte geht nicht, ihr müsst blei-
ben“, solche Sätze hat Künast oft von den
Näherinnengehört. „Die Arbeit inder Tex-
tilindustrieist trotz der Tragödienexisten-
ziell.“ Ein Rückzug wäre keine Lösung.
Künast, 57, ist Rechtsanwältin. Am An-
fangihresBerufslebens war sieSozialarbei-
terin im Männerknast in Berlin-Tegel. Sie
ist eine vehemente Politikerin: Aus Bildern
und Eindrücken formt sie schnell Forde-
rungen, auch wenn die Umsetzung mehr
oder weniger weit außerhalbihres Einflus-
ses liegt. Sie will mehr Transparenz, zum
Beispiel über die Herkunft von Textilien,
so einen Nachweis, wie ihn die EU-Kom-
mission für Mineralien aus Konfliktgebie-
tenplant. Künast will eineinheitliches Sie-
gel für ökologischundfair hergestellteTex-
tilien wie GOTS, an dem sich Verbraucher
orientieren können. Kann sein, dass die
danneinbisschenmehr zahlenmüssen, da-
mit die Näherinnen in Bangladesch ein
paar Taka mehr verdienen. Aber ganz si-
cher ist Künast nicht, obdie Preiserhöhun-
gen bei ihnen ankommen oder doch nur in
denTaschenvonPolitikern, Beamten, Han-
delsagenten und Unternehmen landen.
Bangladesch sei ein hoch korruptes Land.
„Es muss einen gesetzlichen Mindest-
lohn geben, sonst kommt es nicht bei den
Arbeiterinnenan“, fordert Künast. Anman-
chenÄußerungenmerkt man, wieneudie-
sesFeldfür diePolitikerinist. DenMindest-
lohngibt es schon. Für eineNäherinliegt er
bei knapp 30 Euro im Monat. Gerade wird
über eine Aufstockung verhandelt. Das
reicht nicht zum Leben, kritisieren Nicht-
Regierungs-Organisationen wie die Fair
Wear Foundation. Nach Berechnungen
vonGewerkschaftenmüssteer etwasechs-
mal so hoch sein. Es gibt Fortschritte: Das
Parlament will in dieser Legislaturperiode
über eine Reformdes Arbeitsgesetzes ent-
scheiden. Das alte missachtet die Mindest-
standards der UN-Organisation ILO. Diese
Woche trat das Abkommen für Brand-
schutzundGebäudesicherheit inKraft. „Al-
le versprechen jetzt Besserung, deshalb
darf der internationale Druck keinesfalls
nachlassen“, so Künast.
Sie hat mit Einkäufern von Markenun-
ternehmen wie Esprit geredet und Fabri-
ken besucht – Capella Knit in Ashulia und
DBLGroupinGazitur, zwei vonvielenTau-
senden. Es sind die besseren, das ist Kü-
nast bewusst. DBL sei ein Vorzeigebetrieb
mit einer Abwasserentsorgung, die sich
selbst inEuropa sehenlassen könne. Nicht
ganz soschönsieht es bei Capella aus. Aber
seit Kurzem weist ein breiter gelber Strei-
fen, der immer frei bleiben muss, den Weg
zu den Notausgängen. Als Künast bei Ca-
pella war, nähten die gerade Trainingsho-
sen für Lidl. ELISABETH DOSTERT
Samstagsessay
Die Autoindustrie steht vor ihrer
größten Bewährungsprobe.
Wenn das mal gut geht 26
Politik und Markt
Dicke Luft: China
will den Verkauf von
Autos drosseln 27
Schwerpunkt
Von Agent Orange bis Gen-
Mais: Monsanto, der un-
heimliche Konzern 28/29
Unternehmen
Kampf umdie letzte Schraube:
Die Praktiker-Pleite fordert
die Baumärkte heraus 30
Geld
Razzia gegen Steuersünder:
Staatsanwälte durchsuchen
Filialen der Großbank UBS 32
Report
Flimmernde Kisten:
Loewe und Metz kämpfen
ums Überleben 38
R www.sz.de/wirtschaft
DEFGH Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 HF2 25
Erst vor wenigen Jahren ist Karstadt der Insolvenz entkommen: Ein Saal in Essen, in dem am 10. November 2009 Gläubiger zusammenkamen. FOTO: INA FASSBENDER/REUTERS
Überleben oder sterben
Was wird aus Karstadt? Geschäftspartner und Mitarbeiter rätseln, was Eigentümer Nicolas Berggruen will.
Drei Szenarien gibt es – von der Insolvenz bis zur Fusion mit dem Rivalen Kaufhof
POLI TI SCHE KOHLESTI FTUNG
Keine gute Idee
Grüne Reisende
Renate Künast hat Textilfabriken in Bangladesch besucht
Thyssen-Krupp kann von einem
politisch dominierten Gremium
keine echte Hilfe erwarten
HEUTE
WIRTSCHAFT
Im Herbst 2010 hat Nicolas Berggruen Karstadt
übernommen. Doch er investiert kein frisches Geld und verunsichert
damit die gesamte Branche. FOTO: TANTUSSI/BLOOMBERG
NAHAUFNAHME
„Die Menschen sind froh,
wenn wenigstens einer
eine Arbeit hat und
die Familie ernähren kann.“
Renate Künast
FOTO: DPA
Nick Hayek, 59, hat ein Luxusproblem.
Der Chef des Schweizer Uhrenherstellers
Swatch und Sohn des Erfinders der weltbe-
rühmten Plastikuhr, die zur Rettung der
Schweizer Uhrenindustrie wurde, hat
mehr Kunden als ihmlieb ist. Er wird
sogar von den Wettbebewerbsbehörden
der Eidgenossenschaft dazu gezwungen,
weiter andere Schweizer Uhrenhersteller
mit teuren mechanischen Uhrwerken zu
beliefern, obwohl er das gar nicht will.
Swatch wollte Lieferverträge mit anderen
Schweizer Herstellern bis spätestens 2025
auslaufen lassen. Die Hayek-Firma möch-
te aus den Lieferverpflichtungen heraus,
weil sie in ihren Werken in Boomzeiten
kaumgenug Uhrwerke und Teile für den
eigenen Bedarf bei Luxus-Marken wie
Breguet und Omega produzieren kann. In
schlechten Zeiten bleibe er auf Überkapa-
zitäten sitzen, klagt Hayek (FOTO: BLOOMBERG).
Aus der Sicht von Swatch sei die Entschei-
dung eine Enttäu-
schung, erklärte der
Swatch-Chef. Die
Wettbewerbsbehörde
sieht das anders. Klei-
nere Uhrenhersteller
hätten kaumalternati-
ve Bezugsquellen und
seien auf Swatch ange-
wiesen. SZ
VON THOMAS FROMM
N
ie waren die Dinge so einfach
und überschaubar wie in den
Anfangsjahren des Autos. Ein
Ford hieß damals noch nicht
Fiestaoder Focus, sondernMo-
del T, Chinesen fuhren noch Fahrrad, und
kein Autoexperte sprach über die Zukunft
des Automarkts, weil es da noch nichts zu
besprechen gab. Das Model T sorgte dafür,
dass die Zahl der Autos in den USA inner-
halb von ein paar Jahren von einigen Hun-
derttausend auf 20 Millionen anstieg, in
der Autowirtschaft lief die Sache quasi von
allein, undeiner wie JohnSteinbeckkonnte
über die wirklich wichtigen Seiten des Au-
tos nachdenken. Der große amerikanische
Schriftsteller schrieb, man müsse „einmal
eineAbhandlungüber densittlichen, physi-
schen und ästhetischen Einfluss des Ford
Modell T auf das amerikanische Volk her-
ausgeben“. Zwei US-Generationen wüss-
ten immerhin „mehr über Fords Zündstift
alsüberdieKlitoris, mehr über denGangei-
nes Wechselgetriebes als über denLauf des
Planeten“. Steinbeck hatte das Wesentli-
cheerkannt: Dassdas Automehr seinkonn-
te als ein Fortbewegungsmittel. „Die meis-
ten Babies wurden im Model T Ford ge-
zeugt undnicht wenige inihmgeboren.“ So
hat nie wieder jemand über das Verhältnis
von Auto und Mensch geschrieben. Schon
gar nicht ineinemBuchmit einemTitel wie
diesem: „Die Straße der Ölsardinen“.
Die Zahl der Kinder, die in einem Auto
gezeugt oder geboren werden, dürfte sich
heute in Grenzen halten. Wenn aktuell
über Ford geschrieben wird, dann über
Werksschließungen in Belgien und Eng-
land. Opel hat schon vor längerem ein
Werk in Antwerpen geschlossen und
macht bald eines in Bochum dicht. Peu-
geot will TausendevonJobs ineinemWerk
bei Paris abbauen. Gleichzeitig: BMWbaut
ein Elektroauto aus Kohlefasern, in China
werden Autokennzeichen versteigert und
verlost, und Analysten der Investment-
bank Morgan Stanley sprechen von einem
wundersamen Peak Car.
Peak Car, das ist eine Variation des be-
kannten Peak-Oil-Begriffs, mit demKriti-
ker ausdrücken, dass die Förderung des
Öls ihrenHöhepunkt bereits überschritten
hat. Peak Car bedeutet also, übertragen:
Der europäische Markt, auf demindiesem
Jahr wohl so wenig Autos verkauft werden
wie vor 20 Jahren, ist gesättigt. Die Men-
schenhabenalle einAuto, und: Immer we-
niger Menschen wollen überhaupt noch
ein eigenes Auto. Es reicht ihnen, eines zu
mieten. Oder mit anderen zu teilen. Dafür
gibt es bald Autos, die mit anderen Autos
vernetzt sind, mit Ampeln und Verkehrs-
leitsystemen kommunizieren können. Au-
tos, die im Grunde nicht mal mehr einen
Fahrer brauchen, umvorwärtszukommen.
AutoswierollendeRechenzentren. Compu-
ter auf vier Rädern. Google-Autos.
Die Autowelt ist also ziemlich kompli-
ziert geworden. Für alle. Für die Kunden.
Für die Hersteller. Vor allem für die euro-
päischen Hersteller, denn sie stehen vor
den größten Veränderungen ihrer Ge-
schichte. Einige, wie VW, werden immer
größer. AndereverlierenihreUnabhängig-
keit. Oder könnten ganz verschwinden.
DieAutobranche ist eine Branche, inder
man ohne Superlative gar nicht erst anzu-
fangenbraucht. Deshalbwar diegroße Ab-
satzkrisevor vier Jahreneine: Jahrhundert-
krise. Umsätze und Gewinne brachen ein,
nichts ging mehr ohne Kurzarbeit, Ab-
wrackprämien und Staatshilfen. Dann
kam – was sonst – der Jahrhundertauf-
schwung. „Die besten Zeiten des Autos
kommen noch“, sagte Daimler-Chef Die-
ter Zetsche damals. Was er nicht sagte: Für
einige mochtendie bestenZeitenvielleicht
noch kommen. Für andere kamen aber
erst einmal schlechte Zeiten.
Fiat zumBeispiel. Einst einstolzer Auto-
bauer, kommendieTuriner heutenur über
die Runden, weil der US-Partner Chrysler
die hohen Verluste in Europa ausgleicht.
Die Sache hatte man sich anders gedacht,
als Fiat vor einigen Jahren nach Chrysler
griff: Da standen die Amerikaner mit dem
Rücken zur Wand, und Fiat-Chef Sergio
Marchionne war: der Retter. Heute stellt
der Retter vieles von dem in Frage, was
jahrzehntelanggültigwar. Mal geht es dar-
um, die Konzernzentrale von Turin nach
Detroit zu verlegen. Mal um die Frage, ob
Alfa Romeos außerhalb Italiens gebaut
werden sollen. Fiat, so viel ist den Italie-
nernklar, wirdimmer weniger italienisch.
Bei Peugeot wiederum, der Traditions-
marke aus Frankreich, geht es nicht ein-
mal ums Französisch-sein. Es geht um: al-
les. Der Konzern macht hohe Verluste und
verkauft immer weniger Autos. Es gibt Leu-
te, diesagen, dass Peugeot zudenKandida-
ten in Europa gehört, die das große
Schrumpfen nicht überleben werden. Au-
ßer, die französische Regierung rettet die
Hausmarke mit Staats-Milliarden. Vorerst
arbeiten die Franzosen mit Opel zusam-
men. Dasssichausgerechnet dieSchwächs-
ten in diesen Zeiten zusammentun, um
über Kooperationen Milliarden zu sparen,
liegt in der Natur der Sache, weil immer
dann, wenn sich Starke und Schwache zu-
sammen tun, die Sache irgendwann wie-
der platzt. So wie bei einer Elektro-Koope-
ration von Peugeot und BMW: Es passte
einfach nicht.
Eine Garantie, dass die Spiele von Peu-
geot, Opel und Co. alle Probleme lösen,
gibt esnicht. WährenddieVerzweifeltenge-
gen asiatische Billig-Konkurrenten und
den Fall in die Bedeutungslosigkeit an-
kämpfen, fahren Konzerne wie BMW und
VW neue Rekorde ein. Sie verdienen, an-
ders als Opel oder Peugeot, ihre Milliarden
in China und den USA. Sie haben ihre Risi-
ken längst weltweit verteilt. Allerdings:
Die Verschiebung ihrer Kernmärkte wird
diese Unternehmen bald mehr verändern,
als sie das heute zugeben würden. Denn
der Preis, den sie für Turbo-Absätze und
Milliardengewinne in Boom-Märkten wie
China, Brasilien oder Russland zahlen, ist
hoch. Um Einfuhrzölle und andere Han-
delsbeschränkungen zuumgehen, werden
immer mehr Autos vor Ort gebaut. „Die
Produktionmuss denMärktenfolgen“, sa-
gen Manager, wenn sie begründen müs-
sen, warum das nächste Modell an einem
anderen Standort gebaut wird.
„Es gibt hier zahlreiche Zulieferer, wir
können die Dollareffekte gegen den Euro
kompensieren und die über 40 Freihan-
delsabkommen Mexikos sichern eine gute
Anbindung an den Weltmarkt.“ Audi-Chef
Rupert Stadler sagte das Anfang Mai im
mexikanischenSan José Chiapa, als er den
Grundstein für ein neues Werk legte.
BMWbaut einen Großteil seiner Gelän-
dewagen in den USA, und Daimler einen
Teil seiner C-Klasse-Limousinen ab 2014
nicht mehr in Sindelfingen, sondern im
Werk Tuscaloosa im US-Staat Alabama.
Aus Stuttgarter, Wolfsburger und Münch-
ner Unternehmen werden so Globalisten,
deren Zentralen noch in Deutschland lie-
gen. Zufällig. Dennsiekönntenauchinden
USAsein. Oder inShanghai. Merkenwürde
es kaumjemand. DieAuslandsmärkte sind
längst auch Heimatmärkte.
Während in Europa über kleinere und
leichtere Autos, strengere CO2-Regeln und
Nachhaltigkeit nachgedacht wird, geht es
inLändern wie China und den USAuman-
dere Themen: um Beinfreiheit hinter dem
Chauffeurssitz, PS, Luxus. Bei einemKon-
zern wie BMW weiß man das. Und stellt
sichdarauf ein: kleinereWagen, Elektroau-
tos aus Carbon und grünes Nachhaltig-
keitsmarketing einerseits. Und doch auch:
große Geländewagen und Limousinen für
China und die USA. Die Welt will ganz un-
terschiedliche Autos. Und die Industrie
will sie verkaufen.
Kleinundgroß, nachhaltigundopulent.
Die deutschen Autokonzerne sind vor al-
lem damit beschäftigt, diesen Spagat aus-
zuhalten. Es ist ein schwieriger Spagat.
Dass sie in Brüssel darauf drängen, ihre
(sehr wenigen) Elektroautos inder CO2-Bi-
lanz gleich mehrfach gegen ihre großen
Spritschleudernanzurechnen, hat auchet-
was mit dieser Modell-Grätsche zu tun.
Man weiß, dass man kleinere und saubere
Autos bauen muss. Man weiß aber auch,
dass die nicht so profitabel sein werden
wie jene Autos, mit denen man in den ver-
gangenen Jahrzehnten sein Geld verdient
hat. Deshalb will man jetzt alles bauen.
Und zwar solange es noch geht.
Bis die Menschheit elektrisch fährt,
dürfte es eh noch Jahre dauern. Bis dahin
rollen leichte Kleinwagen, schwere SUV,
Benziner, Diesel, Hybride und E-Autos ne-
beneinander her. Einige sind Privatwagen,
andere werden gemietet, andere geteilt.
Autokonzerne treten heute als Car-Sha-
ring-Anbieter auf. Sie nennen sich dann
nicht mehr Autohersteller, sondern„Anbie-
ter von Mobilitätsdienstleistungen“. 100
Jahre nach Model T wird weniger über Au-
tos gesprochen. Dafür umsomehr über Ge-
schäftsmodelle.
Der kalifornische Autobauer Tesla baut
geradeeinAutomit Elektromotor, das aus-
sieht wie ein klassischer Sportwagen. Ein
Fahrzeug, rein optisch aus dem Motoren-
KanondesvergangenenJahrhunderts, nur
mit dem Antrieb des 21. Jahrhunderts. Es
fährt über 200 Stundenkilometer und hat
–es magZufall sein–einensehr einfachen
Namen. Model S.
Stephen Odell, 58, ist Europachef beim
US-Autohersteller Ford, und das ist alles
andere als ein dankbarer Job. Denn wäh-
rend seine US-Kollegen bei ihren Manage-
ment-Treffen in Dearborn/Michigan
Tabellen mit schönen Gewinnen herumrei-
chen können, steht Odell (FOTO: BLOOMBERG)
mit leeren Händen da. Der europäische
Markt ist lahm, der Konzern schreibt in
der alten Welt Verluste – und einer wie
Odell konnte zuletzt nicht mehr machen
als seine neuen Modelle zu loben und
ansonsten Fabriken zu schließen. Jetzt
aber schaltet der Manager um– und zwar
auf Optimismus. „Imnächsten Jahr sollte
der europäische Markt beginnen zu wach-
sen“, sagte er. Grund: Die meisten Wirt-
schaftsbarometer deuteten auf eine Erho-
lung hin. Das ist deshalb bemerkenswert,
da Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn
erst vor ein paar Tagen geunkt hatte, er
sei sich nicht sicher, ob in der europäi-
schen Absatzkrise
schon der Tiefpunkt
erreicht sei. Bis Ende
2015, glaubt Odell,
werde Ford in Europa
wieder Gewinne ma-
chen. Immerhin: So
schnell erholt sich der
Markt dann also auch
wieder nicht. SZ
Carl Icahn, 77, fährt imKampf umden
Computerhersteller Dell schweres Ge-
schütz auf. Der US-amerikanische Multi-
milliardär (FOTO: BLOOMBERG) will sein Angebot
für das Unternehmen aufbessern und
damit den Firmengründer Michael Dell
noch ausstechen. Es geht – natürlich –
ums Geld, aber vor allemumdie Macht-
verhältnisse innerhalb des Unterneh-
mens; also umdie Aktienmehrheit. Bisher
ist Icahn nach Dell der zweitgrößte Aktio-
när – letzterer plant einen Buyout und hat
dabei auch die Konzernleitung auf seiner
Seite. Wenn es ums Geld geht, versteht
Investor Icahn keinen Spaß und hat die
Übernahme und vor allemden Kaufpreis
der Aktien durch Dell kritisiert. Denn
dieser bietet pro Aktie 13,65 Dollar –
Icahn selbst hat sein Angebot auf 14 Dol-
lar aufgestockt und plant, dies auszubau-
en. Die Aktionäre müssen am18. Juli über
die Übernahme befinden; die Konzernlei-
tung hat sich für das
Angebot des Firmen-
gründers ausgespro-
chen. Nun drängt
Icahn die Aktionäre,
vor Gericht zu ziehen,
umeine höhere Unter-
nehmensbewertung
zu erstreiten – in sei-
nemSinne. MÜH
Fabrice Tourre, 34, sorgte vor drei Jah-
ren als kleiner Angestellter von Gold-
mann Sachs weltweit für Schlagzeilen.
Damals wurde er von der Börsenaufsicht
SEC beschuldigt, Kunden hinsichtlich der
Qualität von Wertpapieren hinters Licht
geführt zu haben, die die Investmentbank
anbot. Über die fraglichen Wertpapiere
hatte der gebürtige Franzose 2007 eine
E-Mail an seine Freundin geschrieben:
„Das ganze Gebäude wird bald zusammen-
stürzen. Nur einen Überlebenden wird es
geben - den fabelhaften Fab“, womit Tour-
re (FOTO: AFP) sich selbst meinte. Beschuldigt
hatte die SEC auch Tourres Arbeitgeber
Goldman Sachs, doch die Investmentbank
einigte sich noch 2010 auf einen Vergleich
und zahlte stolze 550 Millionen Dollar.
Tourre lehnte einen derartigen Deal ab.
VomMontag an wird die Zivilklage der
SEC gegen ihn vor demUS-Bezirksgericht
in Manhattan verhandelt. Bei den Vorwür-
fen der SEC geht es konkret umein obsku-
res Wertpapier namens Abakus-AC1. Aba-
kus war eine Collateralized Debt Obligati-
on (CDO), also eine strukturierte Anleihe,
die durch unzählige Hauskredite gedeckt
war. Das Besondere an Abakus war, dass
die Hypothekendarlehen dahinter keine
Goldman-Experten zusammengestellt
hatten, sondern der Hedgefonds-Mana-
ger John Paulson. Paulson wettete damals
richtigerweise auf den Zusammenbruch
des US-Immobilienmarktes und suchte
zu diesemZweck Investmentvehikel.
Abakus erfüllte diesen Zweck; die CDO
wurde durch eine Reihe sehr schlechter
Kredite gedeckt. In demProzess wird die
SECversuchen zu beweisen, dass die Kun-
den Goldmans, obwohl Profis, dies nicht
wissen konnten und betrogen wurden.
Gelingt der Behörde das, müsste Tourre
Schadensersatz zahlen und auf Goldmans
Image fiele nochmals ein langer Schatten.
Der Prozess soll drei Wochen dauern. N.P.
Jérôme Kerviel, 36, hat imStreit mit der
französischen Großbank Société Générale
die nächste Runde eröffnet. Diesmal ist es
der sogenannte Skandalbanker, der gegen
seinen ehemaligen Arbeitgeber Klage
einreicht und damit eine der spektakulärs-
ten Auseinandersetzungen der Branche
umeine weitere Posse bereichert. An
deren Anfang stand der Berufungsprozess
aus demJahre 2012, in demKerviel (FO-
TO: AFP) unter anderemwegen Vertrauens-
missbrauchs und Fälschung zu drei Jah-
ren Haft und der Rekord-Schadensersatz-
zahlung von 4,9 Milliarden Euro verur-
teilt wurde. Das Gericht urteilte damals,
der Banker habe die Société Générale
beinahe in den Ruin getrieben. Nun hat
Kerviel Klage gegen die Bank eingereicht.
Der Banker wirft der Großbank Betrug
vor – sie behaupte zu Unrecht, er sei für
den Verlust von 4,9 Milliarden Euro ver-
antwortlich. Die Bank habe seine Geldge-
schäfte nachträglich
nicht mehr nachvoll-
ziehbar gemacht und
die Verluste imPro-
zess hochgespielt.
Nun kommt es zu
einemvierten Prozess
in eineman Kuriositä-
ten nicht armen
Rechtsstreit. MÜH
Alles relativ Es geht ums Geld Der fabelhafte Fab Zur Lieferung gezwungen Die nächste Posse
Das Thema dieses Essays wird auch
Deutschlands großen Wirtschaftskon-
gress beschäftigen: das 7. Führungstref-
fenWirtschaft der SüddeutschenZeitung
vom21. bis 23. November 2013 in Berlin.
Dort diskutieren im Hotel Adlon am
Brandenburger Tor 300 Führungskräfte
aus Politik und Wirtschaft unter dem
Motto „Strategienfür mehr Wachstum“.
Zugesagt haben mehr als 30 namhafte
Referenten, darunter der italienische
Ministerpräsident EnricoLetta, EU-Par-
lamentspräsident MartinSchulz, dieNo-
tenbanker MarioDraghi, JörgAsmussen
und Jens Weidmann, zahlreiche Kon-
zernchefs aus Deutschland (RWE, Deut-
sche Bank, Munich Re, Daimler), Frank-
reich, Italien und den USA, Gewerk-
schaftschefs aus Deutschland und Ita-
lien, Familienunternehmer und Grün-
der. Über die imEssay diskutierte Frage,
wieEuropasAutoindustrieauf diegloba-
len Herausforderungen reagiert, debat-
tieren auf dem Podium unter anderem
Dieter Zetsche (Daimler) und Philippe
Varin (PSA Peugeot Citroen).
R AnmeldungenzumKongress undweite-
re Infos: www.sz-fuehrungstreffen.de
Erinnert sich noch jemand an die Asien-
Krise? Und daran, dass auf die Asien-
Krise die Russland-Krise folgte? 1997
stürzten die „Tiger-Staaten“ ab, darun-
ter Südkorea und Thailand, ein Jahr
später folgte Russland. An diesemSams-
tag jährt sich zum15. Mal der Tag, an
demder Internationale Währungsfonds
der Regierung in Moskau ein Hilfspaket
über umgerechnet 11,2 Milliarden Dol-
lar gewährte. Heute spricht man nicht
von Hilfspaketen, sondern von Ret-
tungsschirmen. Auch die Summen sind
größer geworden: Was damals langte,
umdie Weltmacht Russland aufzufan-
gen, reicht heute gerade aus, umden
Zwergstaat Zypern vor demKollaps zu
bewahren. Übrigens: Auch damals wur-
de schon darüber diskutiert, ob die
harten Sparauflagen des IWF die Krise
in den Tigerstaaten oder Russland nicht
verschärfen. Die Welt dreht sich also
weiter – die Debatten bleiben diesel-
ben, meistens.
Bisweilen kommen auch neue Debatten
hinzu. Überaus bemerkenswert ist zum
Beispiel, dass ausgerechnet die US-Auf-
sichtsbehörden die Banken nun plötz-
lich viel härter rannehmen wollen, als
es in den ersten fünf Jahren nach dem
Lehman-Crash der Fall war. In den USA
soll es eine Schuldenbremse für Banken
geben, imBörsen-Englisch leverage
ratio genannt. Die Banken sollen also,
anders als bei den komplizierten Basel-
III-Regeln, nicht mehr den größten
Anteil ihrer Papiere herausrechnen
dürfen, wenn sie ihre Eigenkapitalquo-
te berechnen. Sondern es soll das ge-
samte Geschäft berücksichtigt werden.
Den Bossen der US-Banken gefällt das
natürlich nicht. Vielleicht auch deshalb,
weil etliche die Fünf-Prozent-Quote
nicht erfüllen können. Wie sicher die
US-Banken sind, wird man diese Woche
sehen: AmMontag legt die Citigroup
ihre Zahlen für das zweite Quartal vor,
amDienstag folgt Goldman Sachs (FOTO:
REUTERS) und amMittwoch die Bank of
America. Sicher ist: Danach wird die
Debatte über die Schuldengrenze weiter-
gehen. Bald auch in Europa.
Genau hinhören sollte man nächste
Woche nicht nur bei den Banken, son-
dern auch bei dem, was Ben Bernanke
amDonnerstag imamerikanischen
Kongress erzählt. Die halbjährlichen
Anhörungen, in denen der Vorsitzende
der Federal Reserve den Abgeordneten
sein Geldpolitik erläutert, sind legen-
där. Und gerade Bernanke dürfte dies-
mal einiges zu erklären haben: Ende
Mai schockte er die Märkte damit, dass
er angeblich die Zügel bald anziehe will
– was dann andere Vertreter der Fede-
ral Reserve flugs dementierten. Nein,
nein, so sei das nicht gemeint gewesen.
Nun wollen alle wissen: Wie hat Bernan-
ke es denn nun wirklich gemeint?
Und noch ein Ereignis wird nächste
Woche die Anleger in ihren Bann zie-
hen: AmFreitag treffen sich die Finanz-
minister und die Notenbanker der
G-20-Staaten, der zwanzig wichtigsten
Industrie- und Schwellenländer der
Welt. Und wo treffen sie sich? Ausge-
rechnet in Moskau, wo man aber dank
Öl und Gas längst keine Krisenkredite
des IWF mehr braucht.
Was noch? Einer der ganz Großen der
deutschen Industrie feiert amDienstag
80. Geburtstag: Heinz Dürr, einst Chef
der AEGund der Deutschen Bahn.
Glückwunsch! ULRICH SCHÄFER
PERSONALIEN
Die besten Zeiten kommen noch? Von wegen! Für viele werden es schlechte Zeiten
China statt Europa: Die Verschiebung der Märkte verändert die Konzerne mehr, als sie zugeben
VomModel T zumModel S: Aus Autoherstellern werden Mobilitätsdienstleister
Letta kommt
SZ-Wirtschaftstreffen in Berlin
Wendekreise
Jahrzehntelang ging in der Autoindustrie alles in eine Richtung: vorwärts.
Jetzt stehen die Unternehmen vor Umbrüchen so groß wie noch nie.
Gut möglich, dass nicht allen das schwierige Manöver gelingt
WIRTSCHAFT 26 HBG Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160 DEFGH
IL
L
U
S
T
R
A
T
IO
N
:
H
A
S
S
A
N
A
L
M
O
H
T
A
S
IB
SAMSTAGSESSAY
WAS KOMMT
Wenn es umInvestitionen in Lateinameri-
ka geht, zögern deutsche Unternehmer
meist nicht lange mit der Antwort auf die
Frage, welches Land sie bevorzugen: Chile
hat seit Jahren stabile Wachstumsraten
um die fünf Prozent und eine verschwin-
dendgeringeInflation. DasLandsoll weni-
ger Korruption haben als Frankreich oder
Österreich. Die Regierung ist ehrgeizig: Sie
will, dass Chile bis 2020 ein entwickeltes
Land ist.
SZ: HerrMinister, wasist für Sieeinentwi-
ckeltes Land?
Félix de Vicente: Man sagt normalerweise,
einLandist entwickelt, wenndasPro-Kopf-
Einkommen umdie 22 000 Dollar im Jahr
beträgt. Jetzt liegenwir bei 18 000. Aber da-
mit alleine ist es natürlich noch nicht ge-
tan: Wir brauchen ein besseres Gesund-
heits- und Bildungssystem. Es geht dar-
um, dass die Menschen zufriedener sind.
Davon scheint Chile noch ein Stück ent-
fernt zusein. Das Landwar indenvergan-
genenJahrenSchauplatzvielerMassende-
monstrationen der Mittelschicht – ähn-
lich wie Brasilien.
Wir haben mit den jungen Leuten gespro-
chen, umzu erfahren, was sie wollen.
Und was wollen sie?
Siewollen, dass manihnenzuhört. Siewol-
len Perspektiven. Wir haben Stipendien-
programme aufgelegt, damit die jungen
Leute weiterkommen. Und wir waren in
Bayern zu Gast, um uns das duale System
anzusehen. Diese Mischung aus Praxis
und Theorie, die können wir brauchen.
Gibt es noch andere Sachen, die Sie aus
Deutschland mitgenommen haben?
Deutschlands Stärke sind seine kleinen
und mittelständischen Unternehmen.
Solch eine Struktur hätten wir auch gerne,
nicht nur Großbetriebe. Wir haben Unter-
nehmensgründungen deshalb extrem er-
leichtert. Damit die Leute sich trauen, et-
was zu beginnen. Mich hat das Beispiel Is-
raels sehr beeindruckt. Wirtschaftlich ist
das eine Start-up-Nation.
Chile lebt zu einemgroßen Teil vomKup-
ferexport. Ist die Abhängigkeit vomRoh-
stoffexport nicht gefährlich?
Ja, das wissen wir. Deshalb setzen wir auf
Innovation. Wir haben dieses Jahr umge-
rechnet eine Milliarde Dollar investiert,
um Forschung und Wissenschaft zu stär-
ken. Wir arbeiten schon länger mit dem
Fraunhofer-Institut zusammen. Und wir
locken ausländische Unternehmensgrün-
der mit Stipendienan, manhat uns deswe-
gen schon Chilicon-Valley genannt. Weil
wir selbst nicht genügend Fachkräfte ha-
ben, sind uns ausländische Spezialisten
sehr willkommen. Gerade kommen ja sehr
viele Spanier wegen der Krise.
Welche BranchenhabenZukunft inChile?
Wir sind ein großer Exporteur landwirt-
schaftlicher Erzeugnisse. Aber wir wollen
mehr machen: Erneuerbare Energien sind
ein Bereich, aber auch der Export von
Dienstleistungen hoher Qualität, Software
zumBeispiel. Natürlichhabenwir imBerg-
bau hohes Knowhow. Chilenische Ingeni-
eure sind in unseren Nachbarländern sehr
gefragt. Auch in erdbebensicherem Bauen
haben wir Expertise.
Das Wachstumhat den Energieverbrauch
enormgesteigert. Deshalbbaut ChileStau-
dämmeimSüden. Dagegengibt es Protes-
te von Naturschützern und Ureinwoh-
nern. WiewollenSieWachstumundÖkolo-
gie miteinander vereinbaren?
Unser Ziel ist es, 20 Prozent der Nachfrage
mit erneuerbarenEnergienzu decken. Da-
bei ist die Wasserkraft nicht eingerechnet.
Wir versuchen, bei der Wasserkraft eineho-
heEffizienzzuerzielen, alsomaximaleAus-
beute bei möglichst geringen Eingriffen.
Eines unserer Projekte wird das beste der
Welt werden. Leider glauben immer noch
vieleMenschen, dass das schlecht sei. Viel-
leicht müssenwir der BevölkerungdieVor-
teile besser klarmachen. Wir haben jetzt
ein Beratungsgremiumfür soziale Verant-
wortung eingesetzt, in dem sich Politiker
und Privatleute austauschen. In Nachhal-
tigkeit führend zu sein, ist heute eindeutig
einWettbewerbsvorteil. Wir sindinLatein-
amerikavielleicht amweitesten. UnsereIn-
dustrie ist sich bewusst, dass wir die Natur
schützen müssen . . .
. . . Zumal Chile auch auf Tourismus setzt.
Natürlich.
Chile geht es immer besser, ganz Latein-
amerika ist imAufschwung, während Eu-
ropa eine Krise durchläuft. Macht Latein-
amerika etwas besser als Europa?
Unsere hohen Wachstumszahlen kommen
natürlichdaher, dass wir voneinemniedri-
geren Niveau ausgegangen sind. Aber es
stimmt, Lateinamerika hat ein enormes
Wachstumspotenzial, einen Markt von
500MillionenMenschen. Nachder Finanz-
krise von 2008 haben wir die Gelegenheit
ergriffen, etwas aus unseren Möglichkei-
ten zu machen. Und die Aussichten sind
weiter gut.
INTERVIEW: SEBASTIAN SCHOEPP
Berlin – Wer sich ein Programm für seine
Einkommensteuer-Erklärung im Internet
gekauft hat, konnte sich dieser Tage über
einUpdatefreuen. Mit denzusätzlichenDa-
ten soll das Programmnun auch in die La-
ge versetzt werden, die Einkommensteuer
für homosexuelle Lebenspartnerschaften
zu berechnen. Denn diese sind ja seit Kur-
zem gleichgestellt und können deshalb
auchdasEhegattensplittinginihrerSteuer-
erklärung geltend machen.
Was bei der Steuersoftware so schein-
bar reibungslos funktioniert, bringt tat-
sächlich eine ganze Reihe von Problemen
mit sich. Schuld daran ist die schwarz-gel-
be Koalition. Denn diese hat zwar auf
Druck des Bundesverfassungsgerichts das
Einkommensteuergesetz geändert unddie
Lebenspartnerschaften bessergestellt. Die
Abgabenordnung aber ließen Union und
FDPunverändert, trotz eines entsprechen-
denVorschlages der Länder. Das führt nun
dazu, dass steuerrechtliche Dinge, die bei
Ehepaaren völlig automatisch funktionie-
ren, bei den Lebenspartnerschaften zu ab-
surden Situationen führen.
Doch von vorne. Umzu verstehen, war-
umdas so viel Scherereien für die Lebens-
partnerschaftenmit sichbringt, muss man
die Bedeutung der Abgabenordnung für
das Steuerrecht verstehen. Mankönntesa-
gen, dieAbgabenordnungist soeineArt Ge-
brauchsanweisung für das Steuerrecht.
Dort steht geschrieben, wie genau die Din-
ge funktionieren. In der Abgabenordnung
wird unter anderem definiert, was über-
haupt eine Steuer ist. Dort ist festgelegt, an
wen ein Steuerbescheid ergehen darf und
wie dieser genau auszusehen hat. Dort
wird geklärt, was ein Verwandter (imsteu-
erlichenSinn) ist. Manerfährt, wiemange-
gen einen Fehler im Steuerbescheid vor-
geht. Die Abgabenordnung regelt das Ver-
fahren zwischen Finanzamt und Steuer-
pflichtigen.
Kurzum, weil dieKoalitiondieAbgaben-
ordnung nicht für die Homo-Ehe geändert
hat, hakt es bei der Vollziehung der
Einkommensteuer bei denetwa27 000ein-
getragenen Lebenspartnerschaften. Das
räumt inzwischenauchdasFinanzministe-
riumein, wieaus einemSchreibendes Par-
lamentarischen Staatssekretärs Hartmut
Koschykandie Linke-FinanzexpertinBar-
bara Höll hervorgeht. Die dort aufgeführ-
tenAusnahmenzeigen, wieviel tatsächlich
noch zu regeln ist. So zählen Lebenspart-
ner steuerrechtlich derzeit nicht zu Ver-
wandtenunddürftendeshalbinSteuerver-
fahren vor Gericht nicht die Aussage ver-
weigern. Auch dürfen sich die Lebenspart-
ner weiterhinnicht gegenseitigbei der Ein-
kommensteuer helfen.
Unklar ist auch, obsie denEinkommen-
steuer-Bogen zusammen unterzeichnen
dürfen. Sollten die Lebenspartner ge-
trennt leben, dürfensie sichnicht wie Ehe-
paareaneinemOrt veranlagenlassen, son-
dern müssen ihre Angelegenheiten mit
zwei Finanzämtern regeln. Nach der Ehe-
schließungwirddemheterosexuellenPaar
von der Steuerverwaltung gewöhnlich au-
tomatisch die Steuerklassenkombination
IV/IVzugewiesen, nicht sodemhomosexu-
ellen Paar. Gemeinsame Freistellungsauf-
träge sind derzeit ausgeschlossen und sol-
len erst noch ermöglicht werden.
„DieneueGeneralnormimEinkommen-
steuergesetz wirft mehr Fragen auf, als sie
beantwortet“, urteilt der Professor für an-
gewandteSteuerlehreander FreienUniver-
sität in Berlin, Frank Hechtner. So dürften
eingetragene Lebenspartner sichnunzwar
zusammen veranlagen lassen. Im Verfah-
ren würden sie jedoch weiterhin behan-
delt, als seien sie völlig fremde Personen.
„Das ist Absurdistan.“
Nach Hölls Angaben hat es bereits viele
Rückfragen von den betroffenen homose-
xuellen Paaren gegeben. Höll erhebt des-
halb schwere Vorwürfe gegen die Koaliti-
on: „AuchnachdemBeschluss desBundes-
verfassungsgerichts diskriminieren ver-
einzelt Steuerbehörden eingetragene Le-
benspartner weiter, da sie mit Verweis auf
eine derzeit unklare Gesetzeslage oder
technischeProblemedieZusammenveran-
lagung weiter ablehnen und verzögern.“
Daskannnochlangedauern. Auf dieFra-
ge, wann denn die Abgabenordnung nun
endlich an das Urteil des obersten Gerich-
tesangepasst wird, antworteteKoschyk, es
werde nun in jedem Fall zu prüfen sein,
„obundgegebenenfalls inwieweit Sonder-
regelungen – welcher Art auch immer –
notwendig sein könnten“. GUIDO BOHSEM
VON MARCEL GRZANNA
Shanghai –Ander Frage nachder größten
Schuld für die Luftverschmutzung in Chi-
nascheidensichdieGeister. DieAutos sind
es nicht, behaupten ihre Hersteller. Trotz
der schnell wachsenden Zahl an Fahrzeu-
gen auf Chinas Straßen in den vergange-
nen Jahren seien andere Faktoren viel
schlimmer: Kohleverbrennung, Industrie,
Baustellen – oder Sandstürme. Doch es
nutzt nichts. Wenn Stadtregierungen die
Nase voll haben von schlechter Luft, dann
nehmen sie mit wachsender Vorliebe die
Autosins Visier, auchweil sichdieMaßnah-
menrelativ schnell undmit vergleichswei-
se wenig Aufwand umsetzen lassen.
Acht chinesischeMetropolenwollendes-
halb in diesem Jahr damit beginnen, die
Zahl der Automobile auf ihren Straßen zu
verringern. Betroffen sind Provinzhaupt-
städte und Industriezentren wie Tianjin,
Chengdu, Chongqing oder Hangzhou–ur-
baner Wohnraum, in dem zum Teil mehr
als zehn Millionen Menschen den Stadt-
kernbesiedelnundder deshalbals Megaci-
ty bezeichnet wird.
Die Maßnahmen der Stadtregierungen
umfassen die Begrenzung der monatli-
chen Neuzulassungen, eingeschränkte
Fahrverbote oder Auflagen beim Auto-
kauf. DieörtlichenVerwaltungeneifernda-
mit vier chinesischenStädtennach, darun-
ter Peking und Shanghai, wo bereits seit
Jahren die Zahl der Fahrzeuge gedrosselt
wird. Deutliche Qualitätsverbesserungen
der Luft sind aber weder in Peking noch in
Shanghai festzustellen. Peking erlebte gar
den schlimmsten Winter seit Beginn der
Feinstaubmessung durch die US-Bot-
schaft vor einigen Jahren.
BeimchinesischenVerbandder Automo-
bilhersteller fürchtet manharteEinschnit-
tefür dieBranche. 400 000Fahrzeugewür-
den bis zum Ende des Jahres weniger ver-
kauft, prophezeit er. Das schade nicht nur
der Konjunktur im Allgemeinen, sondern
träfe zuallererst die chinesischen Unter-
nehmen. „Heimische Produzentenwerden
weitere Marktanteile einbüßen, während
dieFahrzeugeder ausländischer Unterneh-
menundaus demPremiumsegment einen
begrenzten Einfluss spüren werden“, sag-
te der stellvertretende Generalsekretär
des Automobilverbandes, Shi Jianhua. Das
ist umso schmerzhafter für die heimische
Branche, da sie sich ohnehin in einem Ab-
wärtstrendbefindet. ImJuni fiel der Markt-
anteil der chinesischen Produzenten im
Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent, im
Monatsvergleich ging es fast zwei Prozent
bergab. Gerade einmal vier von zehn ver-
kauftenAutosinChinastammenauschine-
sischer Herstellung. Im Vergleich dazu
stammt jedes vierte Modell aus deutscher
Produktion. HinzukommendrastischeAb-
stürzeder Exportzahlen. ImJuni verschiff-
tendie Chinesen nur noch rund 85 000 ih-
rer selbst konzipierten Autos in alle Welt,
20 Prozent weniger als imJahr davor.
Die Wirksamkeit der Maßnahmen zum
Wohle der Umwelt sind umstritten. „Das
löst das Problemnicht. Es wärewirksamer,
die Qualität des Kraftstoffs und der Stra-
ßenzuerhöhen, statt denVerkauf der Fahr-
zeuge zu verhindern“, sagt der Pekinger
Branchenbeobachter Zhang Zhiyong. Der
Experteerkennt indemVorstoßder Behör-
den vor allem Bequemlichkeit, die wahren
Ursachender massivenUmweltverschmut-
zung anzugehen. Auch der Generalsekre-
tär des Autofahrer-Verbandes Rao Da ap-
pelliert andie Städte, ihre Verkehrsleitsys-
teme zu verbessern, um die zahlreichen
Staus zuvermeiden. Zudemsolltendie Au-
tofahrer ihre Gewohnheiten am Steuer
überprüfen. Viele Fahrer haben sich einen
Hauruck-Stil angeeignet, der deutlich
mehr Sprit verbraucht.
Das alles sollte schnell geschehen. Chi-
na ist der größte Automarkt der Welt.
Selbst wenndasWachstumstagnierensoll-
teindenkommendenJahren, was eher un-
wahrscheinlich ist, werden künftig Jahr
für Jahr 20Millionen neue Fahrzeuge über
Chinas Straßen rollen.
Dicke Luft
Acht chinesische Städte wollen den Verkauf von Autos zum Wohle der Umwelt reduzieren. Das trifft vor allem die heimischen Hersteller.
Die Branche protestiert deshalb lautstark, sie sieht sich als Sündenbock – und fordert breitere Straßen
Der Ökonom und
Unternehmer Félix
de Vicente ist seit
Mai chilenischer
Wirtschaftsminister.
Zuvor leitete er
Pro Chile, ein Büro
zur Förderung des
Außenhandels.
FOTO: LA TERCERA
Die Finanzexpertin
der Linken, Barbara Höll, spricht
von „Diskriminierung“
„Es wäre wirksamer,
die Qualität des Kraftstoffs
zu erhöhen.“
WIRTSCHAFT DEFGH Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 HF2 27
Der deutsche Fiskus behandelt eingetra-
gene Lebenspartner wie völlig fremde Per-
sonen. FOTO: REUTERS
Dichter Smog verschleiert Peking. Schuld an der Luftverschmutzung sind Kohlekraftwerke und Autos. FOTO: FENG LI/GETTY IMAGES
Absurde Situation
Ehegattensplitting für homosexelle Paare? Funktioniert nur auf dem Papier. Praktisch birgt es jede Menge Probleme. Schuld daran ist Schwarz-Gelb
„Sehr
willkommen“
Chiles Wirtschaftsminister
setzt auf ausländische Fachkräfte
Von: Christoph Vogt
An: E.ON
Betreff: Regionale Energieerzeugung
Sagt mal, E.ON, könnt Ihr
Energie auch vor Ort erzeugen?
Hallo Herr Vogt, wir erzeugen Energie
direkt dort, wo sie gebraucht wird.
Effizient und umweltfreundlich.
Energieerzeugung vor Ort hat viele Vorteile. Zum Beispiel können durch
Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme direkt genutzt werden, etwa in
Schwimmbädern oder Turnhallen. Bereits heute haben wir deutschlandweit
über 4.000 solcher Projekte umgesetzt – und es werden immer mehr.
So wird Energie bestmöglich genutzt und bleibt sicher, umweltfreundlich
und bezahlbar.
www.eon.de
VON MARIANNE FALCK,
HANS LEYENDECKER
UND SILVIA LIEBRICH
D
er US-Konzern Monsanto ist
ein Riese im Agrobusiness –
unddie Nummer eins auf dem
Gebiet der umstrittenen grü-
nen Gentechnik. Für seine
Gegner, von denen viele in Europa leben,
ist Monsanto ein unheimlicher Feind. Und
espassierenimmer wieder rätselhafteDin-
ge, die den Feind noch unheimlicher er-
scheinen lassen.
Im vorigen Monat wollten die europäi-
sche Umwelt-Organisation „Friends of the
Earth“ und der Bund für Umwelt &Natur-
schutz Deutschland (BUND) eine Studie
über das Pestizid Glyphosat im menschli-
chen Körper vorstellen. Glyphosathaltige
Unkrautvernichtungsmittel sind der Ren-
ner bei Monsanto. Mehr als zwei Milliar-
den Dollar Umsatz erzielt das Unterneh-
men allein mit dem Mittel Roundup. Die
„Roundup-Herbizide“, betont Monsanto,
hätteneine „lange Geschichte der sicheren
Verwendung in mehr als 100 Ländern“.
Es gibt aber auchUntersuchungen, dass
das Mittel womöglich Pflanzen und Tiere
schädigt, und die neue Studie zeigt, dass
mittlerweile viele Großstädter das Acker-
gift im Körper haben, ohne davon zu wis-
sen. Was das Spritzmittel im Organismus
genau auslösen kann, ist, wie so vieles in
diesemBereich, sehr umstritten.
Zwei Tage vor der Veröffentlichung der
Studie in 18 Ländern legt ein Virus den
Computer des Hauptorganisators Adrian
Bepp lahm. Die Absage von Pressekonfe-
renzen in Wien, Brüssel und Berlin droht.
„Es kam Panik auf“, erinnert sich Heike
Moldenhauer vom BUND. Die Umweltak-
tivstengeraten unter extremenZeitdruck.
Moldenhauer und ihre Kollegen haben
viel über die Motive und die Identität des
rätselhaften Angreifers spekuliert. Die
Gentech-Expertin beimBUNDglaubt, den
unbekannten Virus-Lieferanten sei es vor
allem darum gegangen, „Verwirrung zu
stiften“. Nichts ist schlimmer für eine Stu-
die als eine abgesagte Pressekonferenz:
„Dahabenwir unsschongefragt, obwir Ge-
spenster sehen“, sagt Moldenhauer.
Es gibt keinerlei Hinweis, dass Monsan-
to das Gespenst war und irgendetwas mit
demVirus zu tun hatte. Das Unternehmen
macht so etwas nicht. Es legt Wert darauf,
„verantwortungsvoll“ zuoperieren: „Heut-
zutageist es sehr leicht, Behauptungenjed-
weder Art aufzustellenundzuverbreiten“,
teilt Monsanto mit. So würden „auch im-
mer wieder unseriöse und populistische
Behauptungen verbreitet, die unsere Ar-
beit und unsere Produkte verunglimpfen
und jeglicher Wissenschaft entbehren“.
Die Kritiker des Konzerns sehendas an-
ders. Das hängt auchmit demdichtenNetz
zusammen, das Monsanto weltweit ge-
knüpft hat. Knoten sind bei US-Geheim-
diensten, beimUS-Militär, bei sehr robust
operierenden privaten Sicherheitsfirmen
und natürlich auch in der US-Regierung.
Auffällig viele Monsanto-Kritiker be-
richtenüber regelmäßigeAngriffevonpro-
fessionell operierendenHackern. AuchGe-
heimdienste und Militär verpflichten gern
Hacker und Programmierer. Diese sind
darauf spezialisiert, Trojaner und Viren zu
entwickeln, um in fremde Rechnernetze
eindringen zu können. Der Whistleblower
Edward Snowden hat auf den Zusammen-
hang von Aktionen der Nachrichtendiens-
te und dem Treiben der Wirtschaft hinge-
wiesen. Diese unheimliche Verbindung ist
aber angesichts der anderen Ungeheuer-
lichkeiten untergegangen.
Einige der mächtigen Unterstützer von
Monsantoversteheneine ganzeMengeda-
von, wiemanCyberwar, alsoKriegimInter-
net, führt. „Stell dir das Internet als Waffe
vor, die auf dem Tisch liegt. Entweder du
nimmst sie oder dein Konkurrent tut es,
aber jemandwirddabei getötet“, hat schon
2001 Jay Byrne gesagt, der damals Chef
der Public Relation bei Monsanto war.
Häufig kämpfen Konzerne mit zweifel-
haften Methoden um das, was sie für ihr
Recht und für richtig halten. Aber Freund
oder Feind, der oder ich – das ist Kriegs-
sprache. Und im Krieg braucht man Ver-
bündete. AmbestenProfis. Solcheausdem
Geheimdienst-Milieu zumBeispiel.
Bekannt sind Kontakte Monsantos zu
demberüchtigtenfrüherenGeheimdienst-
ler Joseph Cofer Black, der in den USA das
Gesetz des Dschungels im Kampf gegen
TerroristenundsonstigeFeindemitformu-
liert hat. Er ist Spezialist für Drecksarbeit,
einabsoluter Hardliner. Fast drei Jahrzehn-
te arbeitet er für die CIA, unter anderem
war er der Anti-Terror-Chef. Später wurde
er Vizepräsident der privaten Sicherheits-
firma Blackwater, die im Auftrag der US-
Regierung Zehntausende Söldner in den
Irak und nach Afghanistan geschickt hat.
Recherchen zeigen, wie eng die Verbin-
dungen des Managements mit der Regie-
rungszentrale in Washington und mit den
diplomatischenVertretungenderUSAinal-
ler Welt sind. AnvielenStellenhat Monsan-
to einsatzkräftige Helfer. Ehemalige Mon-
santo-Mitarbeiter besetzenindenUSAho-
he Ämter in Regierungsbehörden und Mi-
nisterien, in Industrieverbänden und an
Universitäten. Es sindmanchmal fast sym-
biotische Beziehungen. Nach Angaben der
amerikanischenAnti-Lobby-Organisation
Open Secrets Org haben im vergangenen
Jahr 16 Monsanto-Lobbyisten teilweise
hochrangigePosteninder US- Administra-
tion und sogar in Kontrollbehörden einge-
nommen.
Für das Unternehmen geht es um neue
Märkte und die Ernährung einer rasant
wachsenden Weltbevölkerung. Die Gen-
technik und Patente auf Pflanzen spielen
dabei eine große Rolle. Der Anteil vonGen-
tech-Mais und -Soja liegt in den USA bei
über 90Prozent. AuchineinemTeil der üb-
rigen Welt wächst der Anteil stetig.
Nur auf dem europäischen Markt tut
sichnichts. Etliche Länder inder EUhaben
gegen die Monsanto-Zukunft viele Vorbe-
halte, wasder US-Regierungsadministrati-
on offenbar missfällt. 2009 verbannt die
CSU-Politikerin Ilse Aigner, Bundesminis-
terin für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz, die Maissorte
MON810 auch von deutschen Äckern. Als
sie kurz darauf in die USA reist, wird sie
vomUS-KollegenTomVilsackauf Monsan-
toangesprochen. Der demokratischePoliti-
ker war mal Gouverneur im ländlich ge-
prägten Bundesstaat Iowa und hat sich
früh als Anhänger der grünen Gentechnik
profiliert. Die Gentechnikindustrie wählte
ihn 2001 zum„Gouverneur des Jahres“.
Vom Gespräch zwischen Vilsack und
Aigner gibt es leider keinen Mitschnitt. Es
soll kontrovers gewesensein. EinVertreter
der Bundesregierungbeschreibt dieTonla-
geso: Eshabe„massiveBemühungengege-
ben, einen Kurswechsel der Deutschen in
der Genpolitik zu erzwingen“. Über die Art
der „massiven Bemühungen“ und über
den Versuch, etwas „zu erzwingen“, mag
die Quelle nicht reden. Das gehört sich
nicht unter Freunden und Partnern.
Dank Snowden und Wiki-Leaks hat die
Welt eine Vorstellung, wie das so ist mit
Freunden und Partnern, wenn es um
Macht und Geld geht. Die Enthüllungs-
plattform veröffentlicht vor zwei Jahren
Botschaftsdepeschen, in denen es auch
umMonsanto und die Gentechnik geht.
Der ehemalige US-Botschafter in Paris,
Craig Stapleton, schlägt beispielsweise
2007 der US-Regierung vor, eine Strafliste
für die Staaten in der EU aufzustellen, die
denAnbauvonGentech-Pflanzenamerika-
nischer Unternehmen verbieten wollen.
Der Wortlaut der geheimen Depesche:
„Das Länder-Team Paris empfiehlt, dass
wir eine Liste mit Vergeltungsmaßnah-
men abstimmen, die Europa einige
Schmerzen bereiten werden“. Schließlich
gehe es um „kollektive Verantwortung“.
(Kasten rechts)Schmerzen, Vergeltung –
das ist eigentlichenicht dieSpracheder Di-
plomatie.
Den Kampf um die Zulassung der be-
rühmten genmanipulierten Maispflanze
MON810 in Europa hat Monsanto mit viel
Lobbyarbeit geführt – und alles in allem
hat der KonzerndenKampf verloren. Auch
auf den Prestigemärkten Frankreich und
Deutschlandmussteer sichvomAcker ma-
chen. Eine Allianz von Politikern, Bauern
und Kirchenleuten lehnt Gentechnik auf
denFeldernabund die Konsumenten wol-
len sie nicht auf dem Teller. Die Schlacht
ist aber noch nicht vorbei. Die USA erhof-
fen sich von den diese Woche gestarteten
Verhandlungenfür einFreihandelsabkom-
menzwischendenUSAundder EUauchei-
ne Öffnung der Märkte für Gentechnik.
Lobbyarbeit für die eigenen Unterneh-
men zu leisten – das ist in den USAStaats-
pflicht. Auchdiewichtigender 16US-Nach-
richtendienstehabenihreArbeit schonim-
mer als Unterstützung für amerikanische
Wirtschaftsinteressen auf den Weltmärk-
tenverstanden. Siespähenunter Berufung
auf den Kampf gegen den Terrorismus
nicht nur Regierungen, BehördenundBür-
ger anderer Länder aus, sondern setzen
sich dabei auf ihre sehr spezielle Weise für
amerikanische Wirtschaftsinteressen ein.
Ein paar Beispiele?
Vor mehr als zwei Jahrzehnten, als Ja-
pan noch eine Wirtschaftsgroßmacht war,
erschien in den USA die Studie „Japan
2000“, die von einem Mitarbeiter des Ro-
chester Institute of Technology (RIT) ver-
fasst worden war. Mit einer „rücksichtslo-
senHandelspolitik“, sostandes inder Stu-
die, plane Japan eine Art Welteroberung.
Verlierer seien die USA. Die nationale Si-
cherheit der USAsei bedroht. DieKampfan-
sage hatte die CIA in Auftrag gegeben.
Amerikas Wirtschaft müsse im globa-
len Wettbewerb vor den „dirty tricks“, den
schmutzigen Tricks der Europäer, ge-
schützt werdenhat der frühere CIA-Direk-
tor James Woolsey erklärt. Deshalb wür-
den die „kontinentaleuropäischen Freun-
de“ abgehört. Sauberes Amerika.
Der Whistleblower Snowden war mal
für dieCIAinder Schweiz under hat indie-
sen Tagen darüber berichtet, mit welchen
Tricks dieFirmaversucht habensoll, einen
Schweizer Banker fürs Ausspionieren von
Kontendaten zu gewinnen. Die EU gestat-
tet amerikanischen Diensten tiefe Einbli-
cke in die Geldgeschäfte ihrer Bürger. An-
geblichgeht es darum, die Geldquellendes
Terrors auszutrocknen. Mittel und Zweck
sind höchst zweifelhaft.
Monsanto ist der weltweit größte Agrarkon-
zern und zugleich auch das mit Abstand füh-
rende Unternehmen in der grünen Gentech-
nik. 2012 baut der Konzern seinenUmsatz im
VergleichzumVorjahr um14Prozent auf 13,5
Milliarden Dollar aus. Der Gewinn steigt um
25 Prozent auf zwei Milliarden Dollar. Welt-
weit beschäftigt das Unternehmen21 500of-
fizielle Mitarbeiter und hat Niederlassungen
in mehr als 50 Ländern. Gegründet wird das
Unternehmen 1901 von dem Amerikaner
John Queeny in St. Louis im US-Bundesstaat
Missouri. Er benennt es nach der Familie sei-
ner Frau. Queeny produziert zunächst den
Süßstoff Saccharin. Zu den Abnehmern ge-
hört schonbaldder Getränkehersteller Coca-
Cola. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg steigt
Monsanto in die Chemiebranche ein. Es geht
rasch aufwärts, 1927 folgt der Börsengang.
Der Ausbau der Chemiesparte wird forciert,
Düngemittel und Kunstfasern kommen da-
zu. Sogar indie Ölindustrie investiert das Un-
ternehmen zeitweise. Nach dem Vietnam-
Krieg fokussiert sich Monsanto stärker auf
die Landwirtschaft, auf die Entwicklung von
Pestiziden und später auch von Saatgut. In
den80er JahrenwirddieBiotechnologiezuei-
nem strategischen Ziel erklärt. Dann folgt
der konsequente Umbau zumAgrarkonzern,
andere Sparten werden abgestoßen. SZ
„Stell dir das Internet als Waffe vor“
Im globalen Kampf um die Gentechnik setzt der US-Konzern auf zweifelhafte Methoden,
seltsame Helfer – und die Macht Washingtons. Kritiker des Konzerns fühlen sich ausgespäht
Monsanto
Die Amerikaner spionieren mithilfe ihrer
Geheimdienste nicht nur Regierungen, Behörden
und Privatpersonen in der ganzen Welt aus.
Sondern sie verstehen es auch, die Interessen
ihrer Konzerne mit aller Macht in der Welt
durchzusetzen. Ein eindrückliches Beispiel
dafür ist der Agrarriese Monsanto, der weltweit
führende Hersteller von genmanipuliertem
Saatgut. Der Blick in die Welt von Monsanto zeigt:
Das Unternehmen, das dem US-Militär im
Vietnamkrieg das Pestizid „Agent Orange“
geliefert hat, verfügt über enge Verbindungen mit
der Machtzentrale in Washington, mit robusten
Leuten aus dem Umfeld der US-Geheimdienste
und mit privaten Sicherheitsfirmen.
Monsanto weist die Vorwürfe
zurück und betont, man
operiere „verantwortungsvoll“
Als Viren ihre Computer befallen,
fragen die Öko-Aktivisten sich:
„Sehen wir vielleicht Gespenster?“
WIRTSCHAFT 28 HBG Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160 DEFGH
Demo vor dem Weißen Haus: US-Bürger protestieren gegen Monsanto und gentechnisch veränderte Pflanzen - auf Englisch abgekürzt: GMO. FOTO: NICHOLAS KAMM/APF
Der unheimliche Konzern Monsanto – von „Agent
John Francis Queeny
gründet das Unternehmen
und benennt es nach dem
Familiennamen seiner Frau.
Monsanto stellt den
SüßstoffSaccharin her.
1901
Monsanto wird
Saccharin-Lieferant
von Coca-Cola und
produziert auch
Vanillin, Koffein
sowie Schlaf- und
Abführmittel.
1910
Neue Geschäftsfelder
kommen dazu. Monsanto
übernimmt Firmen, die
Chemikalien und Gummi
herstellen.
1920er
Übernahme der Swann
Chemical Corporation,
Einstieg in die Produktion
von PCB. Monsanto
produziert die hochgiftige
Chemikalie bis 1977.
1930er
In Texas City explodiert ein Frachtschiff, das in der
Nähe einer Monsanto-Fabrik entladen wird, an Bord
ist Ammoniumnitrat. Der Stoffwird zumHerstellen
von Düngemitteln und Sprengstoffverwendet.
Mehr als 500 Menschen sterben. Es ist bis heute
einer der schlimmsten Chemieunfälle in den USA.
1947
Aufbau der Agrarsparte:
Zulassung der Herbizide
Propachlor und Arachlor
1960er
Das Unkrautvernichtungs-
mittel Roundup wird
zugelassen. Es enthält den
umstrittenen Wirkstoff
Glyphosat.
1976
Monsanto beliefert die US-Armee mit dem
berüchtigten Entlaubungsmittel Agent Orange.
Es wird imVietnam-Krieg großflächig benutzt,
umWälder zu entlauben und Ernten zu zerstören.
Die US-Airforce versprüht mehr als 38 Millionen
Liter. Das Mittel führt unter anderemzu Missbil-
dungen bei Föten und verursacht bis heute
schwere Schäden.
1962 - 1971
Einstieg in die Produktion von Pestiziden für die
Landwirtschaft. Darunter ist das Mittel 2,4-D,
aus demspäter, während des Vietnam-Kriegs,
das berüchtigte Entlaubungsmittel Agent Orange
hergestellt wird und DDT, ein hochgiftiges Insektizid,
dessen Einsatz heute weitgehend verboten ist.
1945
Einstieg in
die Kunstfaser-
produktion
1949
Die US Lebensmittelaufsicht
FDAverbietet Saccharin als
Zutat in normalen Lebensmit-
teln. Es gibt gesundheitliche
Bedenken. Als Heilmittel für
Diabetiker bleibt es
zugelassen. Einige Jahre
später wird Saccharin wieder
vollständig zugelassen.
1912
Firmenchronik
Wissenschaftler von
Monsanto entwickeln die
erste gentechnisch-
veränderte Pflanzenzelle
1982
Einstieg in die Gentechnik
Ausbau der Saatgutsparte
1980er
In der Schweiz, früher Schauplatz vieler
Agentengeschichten, spielt auch eine der
Episoden, die Monsanto besonders ge-
heimnisvoll und rätselhaft machen: ImJa-
nuar 2008 reist der frühere CIA-Agent Co-
fer Black nach Zürich und trifft Kevin Wil-
son, der damals Monsantos Sicherheitsbe-
auftragter für globale Fragen ist. Worüber
haben sich die beiden Männer unterhal-
ten?Wahrscheinlichüber das Übliche: Geg-
ner, Geschäfte, Todfeinde.
Der Enthüllungsjournalist Jeremy Sca-
hill, der das Standardwerk über die Söld-
nerfirma Blackwater geschrieben hat, be-
richtet 2010 über das seltsame Treffen in
Zürich in der amerikanischen Wochenzei-
tungTheNation. Ihmwarenwieder mal Un-
terlagen zugespielt worden. Daraus geht
hervor: Monsantowolltesichzur Wehr set-
zen. Gegen Aktivisten, die Felder zerstö-
ren. Gegen Kritiker, die Stimmung gegen
das Gentech-Unternehmen machen. Cofer
Black ist für alle Fälle der richtige Mann:
„Ziehenwir die Samthandschuhe aus“, hat
er nachdenAnschlägenvom11.September
erklärt, und seine CIA-Agenten aufgefor-
dert, sich in Afghanistan Osama bin Laden
zu erledigen: ,,Holt ihn euch, ich will sei-
nen Kopf in einer Schachtel“. Er versteht
aber aucheineMengevondemanderenGe-
heimdienst-Geschäft, das mit öffentlich
zugänglichen Quellen operiert.
Als er sich mit dem Monsanto-Sicher-
heitsmann Wilson trifft, ist Cofer Black
noch Vize bei Blackwater, zu dessen Auf-
traggeberndasPentagon, dasStateDepart-
ment, dieCIAundnatürlichauchPrivatfir-
mengehörten. Aber es gabimJanuar 2008
viel Unruhe, weil Söldner der Sicherheits-
firma imIrak 17 Zivilisten erschossen hat-
ten und einige Blackwater-Leute durchs
Schmierenirakischer Regierungsmitarbei-
ter aufgefallen waren. Da traf es sich, dass
Cofer Black damals auch Chef der Sicher-
heitsfirma Total Intelligence Solutions
(TIS) war, einer Tochtergesellschaft von
Blackwater, die nicht einen so verheeren-
den Ruf hatte, aber auch über exzellente
und vielseitige Experten verfügt.
Monsanto machte nach eigenen Anga-
ben damals das Geschäft mit TIS und nicht
mit Blackwater. Unbestrittenist, dass Mon-
santo von TIS mit Berichten über Aktivitä-
tenvon Kritikernversorgt wurde. Dabei sei
esumAktivitätengegangen, diefür das Un-
ternehmen, dessen Mitarbeiter oder bei
operativen Geschäften ein Risiko hätten
darstellen könnten. Das Sammeln von In-
formationenüber TerroranschlägeinAsien
gehörte ebenso dazu wie das Scannen von
Internetseiten und Blogs. Natürlich sei von
TIS bei der Gefahrenabwehr nur öffentlich
zugängliches Material verwendet worden,
betont Monsanto.
Das war ja auch im Arsenal von Black.
Keine krummen Sachen.
Es gab früher Gerüchte, dass Monsanto
TISzumZweckder allgemeinenGefahren-
abwehr übernehmenwolle –und es gibt in
diesen Tagen neue Gerüchte, das der Kon-
zernangeblichdarüber nachdenkt, das Un-
ternehmen Academi zu übernehmen, das
nach einigen Ummäntelungnen aus der
ehemaligenBlackwater-Firmaentstanden
ist. Stimmt irgendetwas andiesenGerüch-
ten? „Inder Regel diskutierenwir nicht die
Detailsüber unsereBeziehungenzuDienst-
leistern, es sei denn, dassdieseInformatio-
nen bereits in der Öffentlichkeit zugäng-
lich sind“, teilt Monsanto nur mit.
JedesUnternehmenhat seineeigeneGe-
schichte, und zur Historie von Monsanto
gehört ein Stoff, der das Unternehmen
nicht nur für die Altachtundsechziger zum
Dämongemacht hat: Monsantowar mal ei-
ner der führenden Hersteller des Pestizids
Agent Orange, das bis Januar 1971 vomUS-
Militär imVietnamkrieg eingesetzt wurde.
Durch das chemische Dauer-Bombarde-
ment wurden Wälder entlaubt, damit der
Feind sichtbar wurde. Ackerflächen wur-
den vergiftet, damit der Vietcong nichts
mehr zuessenhatte. IndenbesprühtenGe-
bieten stieg die Zahl der Missgeburten um
mehrals dasZehnfache. Kinder wurdenoh-
ne Nase, ohne Augen, mit Wasserköpfen
undGesichtsspaltengeboren–unddas US-
Militär erklärte, das Monsanto-Mittel sei
so harmlos wie Aspirin.
Oder ist im Krieg alles erlaubt? Beson-
ders imneumodischen Cyberwar?
Es fällt schon auf, dass irgendjemand
Monsanto-Kritikern das Leben schwer
macht oder eine unsichtbare Hand Karrie-
ren beendet. Wer aber ist dieser Irgendje-
mand? Angriffsziele sind Wissenschaftler
wie die Australierin Judy Carman. Sie hat
sich unter anderem mit Untersuchungen
zu genmanipulierten Pflanzen einen Na-
men gemacht. Ihre Publikationen werden
von Professoren in Frage gestellt, die auch
die Studien anderer Monsanto-Kritiker
niedermachen.
Doches bleibt nicht bei Scharmützelnin
Wissenschaftskreisen. Sowerdenverschie-
dene Webseiten, auf denen Carman ihre
Studienpubliziert, regelmäßig Zielscheibe
vonHacker-Angriffen–undsie werden, so
der EindruckvonCarman, zudemsystema-
tisch beobachtet. Auswertungen von IP-
Protokollenzeigen, dass nicht nur Monsan-
to regelmäßig die Seiten aufruft, sondern
auch verschiedene Einrichtungen der US-
Regierung, darunter auch das Militär. Da-
zu gehörendas Navy Network Information
Center, die Federal Aviation Administrati-
on und das United States Army Intelligen-
ce Center, eine Einrichtung der US Army
zur SchulungvonSoldatenmit nachrichtli-
chen Aufgaben. Dass Monsanto Interesse
an den Studien zeigt, ist nachvollziehbar,
auch für Carman. „Aber ich verstehe nicht,
warummichdieUS-RegierungunddasMi-
litär beobachten lassen“, sagt sie.
Seltsame Dinge erlebte auch die gen-
technikkritische Organisation GM Watch.
Mitbetreiberin Claire Robinson berichtet
von anhaltenden Hackerattacken auf die
Homepage seit 2007. „Jedes Mal, wennwir
die Seite ein bisschen sicherer machen,
legt die Gegenseite nach und es folgen
neue, noch schlimmere Attacken“, erzählt
sie. Auch in der folgenden Sache mag sie
nicht aneinenZufall glauben. Als der fran-
zösische Wissenschaftler Eric Séralini
2012einebrisanteStudieüber dieGesund-
heitsrisiken von Genmais und Glyphosat
veröffentlicht, wird die Seite von GM
Watch gehackt und lahmgelegt. Das wie-
derholt sich, als die Stellungnahme der eu-
ropäischenLebensmittelaufsicht EFSAda-
zu veröffentlicht wird. Der Zeitpunkt ist in
beiden Fällen geschickt gewählt: Die Re-
dakteure wollten genau dann ihre Position
dazu veröffentlichen.
Wer hinter den Angriffen steckt, lässt
sich nicht feststellen.
Monsanto selber, wie gesagt, legt Wert
auf die Feststellung, dass das Unterneh-
men „verantwortungsvoll“ operiert.
Tatsacheist allerdings, dassfür Monsan-
to viel auf dem Spiel steht. Wenn Gesetze
verabschiedet werden. Und ganz beson-
ders bei den aktuellen Verhandlungen
zum Freihandelsabkommen. Besonders
heikel ist dabei der Bereich Agrar- und Le-
bensmittelindustrie. Die Amerikaner wol-
len erreichen, dass Europa seine Märkte
für bisher verbotene Produkte öffnet. Ne-
ben genmanipulierten Pflanzen gehören
dazu auch umstrittene Futtermittelzusät-
ze und hormonbehandeltes Rindfleisch.
Die Verhandlungen werden sich vermut-
lich über einige Jahre hinziehen.
Es wirdzur Sachegehen. Daist Härtege-
fragt. US-Präsident BarackObamahat des-
halbIslamSiddiqui als Chefverhandler für
die Landwirtschaft berufen. Als Experte
hat er vieleJahrefür das US-Agrarministe-
riumgearbeitet. Was aber kaumjemandin
Europa weiß: von 2001 bis 2008 vertrat er
als registrierter Lobbyist CropLife Ameri-
ca, in den USA ein wichtiger Branchenver-
band, der die Interessen von Pestizid-und
Gentechnikherstellern vertritt – darunter
natürlich auch Monsanto. „Eigentlich darf
dieEUeinensolchenGesprächspartner we-
gen Befangenheit nicht akzeptieren“, sagt
Manfred Häusling, der für die Grünen im
EU-Parlament vertritt.
Eigentlich. ImMittelhochdeutschenbe-
deutete das Wort nach Auskunft der ein-
schlägigen Lexika „(leib)eigen“, was keine
schlechteBeschreibungder derzeitigenLa-
ge ist, in der europäische und vor allem
deutsche Politiker erstaunlich viel Ver-
ständnisdafür haben, vonUS-Dienstenre-
gelmäßig ausspioniert zu werden.
Obwohl der WiderstandgegenGentechnik
imEssen in der EUgroß ist, will Monsanto
ein neue, höchst umstrittene Gentech-
Maissorte auf den europäischen Markt
bringen: SmartStax, eineHigh-Tech-Pflan-
zen der neue Generation. Sie ist nicht nur
resistent gegenzwei Unkrautvernichtungs-
mittel, sondernproduziert gleichzeitigGif-
te gegensechs Schädlingsarten. Das ist ein
Novum. Bei keiner anderen Pflanze wurde
dasErbgut sostarkverändert, sagenExper-
ten. Der Antragauf Zulassungsteht imWi-
derspruch zu der Ankündigung von Mon-
santoEndeMai, manwerdekeine weiteren
Gentech-Pflanzen auf den europäischen
Markt bringen.
Risiken für Mensch und Umwelt: unbe-
kannt. Langzeitstudienmit Smartstax gibt
es nicht. Getestet wurde der Gentech-Mais
nur an Masthähnchen, die 42 Tage lang
mit demMais gefüttert wurden. Selbst die
europäische Lebensmittelaufsicht hält ei-
nensolchenVersuchfür ungeeignet, umRi-
siken festzustellen oder auszuschließen.
Trotzdemwill sie einer Zulassung zustim-
men, wieschonzuvor bei anderenGentech-
Pflanzen. Fürsprecher des Konzerns sitzen
inder EuropäischenKommission, inwich-
tigen Behörden, Entscheidungsgremien
und Branchenverbänden.
DieAgrarminister der 28EU-Staatenha-
ben den Weg für Smartstax am Donners-
tag dieser Woche geebnet. Nachdem sich
unter den Mitgliedern bei einer Abstim-
mung keine klare Mehrheit ergeben hat,
kann die EU-Kommission entscheiden.
Und der zuständige EU-Gesundheitskom-
missar Tonio Borg hat nie einen Hehl dar-
aus gemacht, dass er trotz der Bedenken
für eine Zulassung stimmen wird.
Verbraucherschützer befürchten, dass
möglicheRisikenvonSmartstaxverschlei-
ert werden könnten – und diese Sorge hat
durchaus einenGrund. DennSkandalezie-
hen sich wie ein roter Faden durch die Fir-
mengeschichte von Monsanto (Grafik).
Zu den umstrittenen Erzeugnissen
zählt auchAspartam. Monsantoproduzier-
te den Süßstoff mehr als zehn Jahre, bevor
die Sparte imJahr 2000verkauft wird. Oh-
ne den früheren US-Verteidigungsminis-
ter DonaldRumsfeldhätte Aspartammög-
licherweise keine Zulassung. Anfang der
1980er Jahre ist er Chef des damaligen
Aspartam-Herstellers G.D. Searle. Rums-
feld soll die angeschlagene Firma sanieren
und den Verkauf vorbereiten, an Monsan-
to. Dafür muss er aber die gesundheitli-
chen Bedenken ausräumen. Mehrere Stu-
dienbelegendamals, dass AspartamKrebs
auslösen kann. Die Lebensmittelaufsicht
FDA stellt die Zulassung in Frage. Rums-
feld löst das Problem dank seiner guten
Kontakten ins Weiße Haus. Die FDA be-
kommt einen neuen Chef – und der gibt
grünes Licht. Aspartamist einer der meist-
verkauften Süßstoffe und befindet sich in
Getränken und Süßwaren.
Jahrzehntelang stellte Monsanto auch
die giftige Chemikalie PCB her, die seit
2001 weltweit verbotenist. Obwohl das Un-
ternehmen seit Ende der 1930er Jahren
weiß, wiegefährlichPCBist, lässt Monsan-
to giftige Abfälle fast vier Jahrzehnte nahe
der Stadt Anniston imBundesstaat Alaba-
ma illegal abkippen. Trotz Hinweisen wei-
gernsichUS-Behördenlange, denVorwür-
fennachzugehen. Monsantoräumt dasPro-
blem 2003 mit Entschädigungszahlungen
von 700 Millionen Dollar aus der Welt. Die
Region gehört zu den verseuchtesten in
Amerika, mit Krebsraten, die weit über
demDurchschnitt des Landes liegen.
MARIANNE FALCK/SILVIA LIEBRICH
Vor einpaar JahrenveröffentlichteWikiLe-
aks251 287amerikanischeBotschaftsdepe-
schen. Die „Cablegate“ genannte Aktion
war aus deutscher Sicht eher ein Spekta-
kel. Die Welt erfuhr, was US-Diplomaten
von der deutschen Regierungschefin (Te-
flon-Kanzlerin) undvomBundesaußenmi-
nister (inkompetent) hielten, aber echteGe-
heimnisse waren das eigentlich nicht.
Ein Teil der Depeschen allerdings er-
laubt neue Einblicke in die Lobbyarbeit
vonUS-Diplomatenfür amerikanischeUn-
ternehmen. Zum Teil sind das diplomati-
sche Bemühungen auf hohem Niveau.
Man kümmert sich wirklich um die eige-
nen Firmen. Auch umMonsanto.
Die gentechnikkritische Organisation
Food & Water Watch hat 900 Depeschen
ausgewertet, die sich – zumTeil jedenfalls
–mit demAgrar-Multi Monsantobeschäf-
tigen. IndemSchriftverkehr geht es vor al-
lemdarum, wiesichWissenschaftler, Land-
wirte, Journalisten, Politiker und Regie-
rungsvertreter vom „Segen“ der Gentech-
nik überzeugen lassen könnten und wie
man mit Risiken umgehen kann.
Manchmal auchwirddieFragethemati-
siert, wie Gesetze und Regulierungen für
den Anbau von gentechnisch veränderten
Pflanzen beeinflusst werden könnten. In
den Depeschen sei es fast doppelt so häu-
figumFirmeninteressengegangenwieum
Lebensmittelhilfen, heißt es in dem Re-
port. Andererseits wirddas Monsanto-Kri-
tiker nicht verwundern.
DieDiplomaten-Lecks liefernauchAuf-
schlüsse über die Lage in Bayern, wo die
Gegner Monsantos besonders zahlreich
und zum Teil auch einflussreich sind. Im
November 2008 beispielsweise klagten
zwei Top-Manager von Monsanto beim
amerikanischen Generalkonsul in Mün-
chenihr Leidundder ließes aufschreiben.
In Bayern sei die Ablehnung von Gen-
tech-Pflanzen mittlerweile so groß, dass
Monsanto als Marke Schaden nehme. Die
Diplomaten notierten die Sorge der Mon-
santo-Leute, dass der „populistische Mi-
nisterpräsident Seehofer“ undseindamali-
ger Umweltminister Markus Söder das
Imageproblem noch verschärfen könnten.
Monsanto werde „dämonisiert“, weil die
Politiker die Gentechnik ablehnten und
nur darüber reden würden. Dabei konzen-
triere sichMonsantoinDeutschlandschon
lange auf den Verkauf von konventionell
gezüchtetemSaatgut, weil mit Gentechnik
kein Geschäft zu machen sei. Das Image
der gesamten Marke sei gefährdet, weil
nur nochüber dieGentechnikgeredet wer-
de, obwohl das Geschäft mit demMonsan-
to-Mais MON810 fast nur noch „ein
Hobby“ sei. Es sei schwierig geworden,
überhaupt noch Termine inden Ministeri-
en zu bekommen, klagen die Monsanto-
Manger und die Spitze des Bauernverban-
des in Bayern sei „voller Hass“.
Das US-Konsulat in München ver-
spricht, sich bei der bayerischen Regie-
rungdafür starkzumachen, dass Monsan-
to„fair“behandelt werde. Aber hoffnungs-
voll klingt das nicht. Als die Bundesland-
wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU)
2009 die Gentech-Maissorte MON810 von
deutschenÄckernverbannt, fällt dieReak-
tiondes Konzerns eher routiniert aus. Mon-
santo verklagt die Bundesregierung – und
verliert dann in zwei Instanzen vor Ge-
richt.
DieUS-Diplomaten, die sichdarauf ver-
stehen, hinter den Kulissen aggressiv zu
agieren, suchen im Fall Monsanto offen-
kundignachder richtigenStrategiefür Eu-
ropa. So wird in einem diplomatischen
Schriftstückvom16. April 2009die„Notla-
ge von MON810“ beschrieben. Deutsch-
landverbietet zujener Zeit die umstrittene
Genmais-Sorte. Sorgenbereitet denDiplo-
maten zugleich die Neuwahl des Europäi-
schen Parlaments. Es gehe wieder mal um
die Zukunft von MON810: „Daher ist es
zwingend notwendig, neue und kreative
Wegezufinden, ummit einemneuenParla-
ment und einer neuen Kommission zu ar-
beiten.“ManwolleeineErneuerungderZu-
lassung von MON810 und eine Aufhebung
der Verbote vonMitgliedsstaaten, sondern
auch die Zulassung weiterer Produkte in
der „Gentech-Pipeline“ erreichen.
M.FALCK/H.LEYENDECKER/S. LIEBRICH
Umstrittene Produkte
Vom meistverkauften Süßstoff bis zur giftigen Chemikalie
Dämonen
und Depeschen
Wie die US-Diplomatie für die Interessen von Monsanto kämpft
Rot und rund: Tomaten auf einer
Monsanto-Farm in Kaliforniern.
FOTO: NOAH BERGER/BLOOMBERG
Die Amerikaner wollen mit dem
Freihandelsabkommen auch den
Gentech-Markt in Europa öffnen
Das US-Konsulat in München
will sich an die bayerische
Landesregierung wenden
WIRTSCHAFT DEFGH Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 HF2 29
Orange“ zum genmanipulierten Mais
Spätfolgen des Kriegs: Viele vietnamesische Kinder leiden auch Jahrzehnte später unter dem Einsatz von „Agent Orange“. FOTO: ROLAND SCHMID/BLOOMBERG
Das Unternehmen wird zu einemBußgeld von 1,5
Mio. $ verurteilt. Der Konzern hat indonesische
Regierungsbeamte in Indonesien bestochen. Sie
sollten eine Gentech-Baumwollsorte zulassen, ohne
eine Umweltrisikoabschätzung vorzunehmen.
2005
SZ-Grafik: Hanna Eiden, Hassân Al Mohtasib; Recherche: Silvia Liebrich; Fotos:AFP
Abspaltung von Teilen
des Chemiegeschäfts.
Gentechnisch
veränderter Mais und
Baumwolle kommen
auf den Markt.
1997
Das Unternehmen konzentriert
sich auf sein Agrargeschäft,
stößt andere Sparten ab und
forciert ab da den Aufkauf von
Saatgutherstellern weltweit. Die
Entwicklung von Gentech-
Pflanzen wird ausgeweitet.
Ab 2000
Start der Verhandlungen über
ein Freihandelsabkommen
zwischen den USAund der EU.
Ein heikler Punkt ist die
Landwirtschaft.
8. Juli 2013
Der Staat NewYork erhebt
Klage gegen Monsanto, weil
Roundup als „biologisch
abbaubar“ beworben wird. Der
Vorwurf: Etikettenschwindel.
Monsanto darf den Zusatz nicht
mehr verwenden.
Kauf von Anteilen
an demSaatgut-
hersteller DeKalb.
Zwei Jahre später
die komplette
Übernahme
1996
Deutschland verbannt
den Genmais Mon810 von
deutschen Äckern. Die US-
Regierung protestiert.
Monsanto klagt dagegen vor
deutschen Gerichten
und verliert.
2009
Entschädigung von 600 Mio. $
an die Anwohner von Anniston
(Alabama). PCB-Abfälle haben
die Region verseucht. Das wurde
Jahre lang vertuscht.
2003
Der französische Wissenschaftler Eric
Seralini veröffentlicht eine kritische
Studie zu gesundheitlichen Risiken von
Genmais und Glyphosat. Die Studie ist
umstritten und wird unter anderemvon
Monsanto als fehlerhaft bezeichnet.
Ein Gericht in Lyon verurteilt
Monsanto zu Schadenersatz. Für
die Richter gilt es als erwiesen,
dass ein französischer Landwirt
beimUmgang mit demPflanzen-
schutzmittel Lasso schwere
Vergiftungen davon getragen hat.
2012
Der berüchtigte CIA-Mann und Blackwater-
Chef Cofer Black trifft sich nach Recherchen
eines US-Journalisten in Zürich mit dem
Monsanto-Sicherheitsbeauftragte Kevin Wilson.
2008
Übernahme des Aspartam-Herstellers G.D.
Searle. Der frühere Verteidigungsminister
Donald Rumsfeld räumt imVorfeld
Probleme aus demWeg. Er verhindert,
dass der Süßstoffwegen gesundheitlicher
Bedenken seine Zulassung verliert.
Monsanto verkauft die Sparte imJahr 2000.
US-Kriegsveteranen aus
demVietnamkrieg reichen
Sammelklage gegen Monsanto
und andere Agent-Orange-
Hersteller ein. Es kommt zu
einemaußergerichtlichenVer-
gleich. Monsanto zahlt 180
Millionen Dollar in einen
Entschädigungsfonds ein. Eine
Klage vietnamesischer Opfer
lehnen amerikanische
Bundesgerichte ab.
1985
Orange-
kommt zu
chenVer-
zahlt 180
r in einen
ein. Eine
her Opfer
kanische
richte ab.
Fast 50 Arten von Stechmücken sind in
Deutschlandheimisch. Ähnlichhochdürfteal-
lerdings auchdie Anzahl der Abwehrmaßnah-
men sein, die meist vergeblich eingesetzt
werden.
Wer Gartenfackeln Teelichter, Lampen mit
ätherischen Ölen aufstellt, der tut vielleicht
etwas für die Stimmung, schreckt aber keine
Blutsauger ab. Auch Armbänder für Jogger
sindwirkungslos. Zuviel Duft kannzudemge-
sundheitlichbedenklichsein. Mancheschwö-
ren darauf, Vitamin B1 einzunehmen, Knob-
lauch und Zwiebeln zu essen, Zigaretten oder
Zigarren zu rauchen. Das soll den Körperge-
ruch verändern. Gegen Mücken aber hilft es
nicht. Immer wieder tauchenUltraschall-Ge-
räte auf, die Mückenakustisch vertreibensol-
len. Sie sind ihr Geld nicht wert.
Vorzugsweise in Gaststätten töten UV-
Licht-Fallen die Insekten per Elektroschock.
Sie wirken nicht wirklich gegen Stechmü-
cken, vernichten aber Nützlinge. Zu Omas
HausmittelnzählenBasilikum, Zitronenmelis-
se oder Tomaten auf der Fensterbank. Sie rie-
chenundschmeckengut, vertreibenaber kei-
ne Stechmücken.
Alle diese Mittel verkennen, wie sichStech-
mücken orientieren. Sie fliegen auf den indi-
viduellen Körpergeruch, einen Cocktail aus
Milchsäure, Ammoniak und Fettsäuren sowie
auf den Kohlendioxidanstieg durch ausge-
atmete Luft. Wegendes individuellenKörper-
geruchs ziehen manche Menschen die Mü-
cken förmlich an, während andere von den
Biestern verschont bleiben. Die chemischen
Wirkstoffe verwirren die Insekten, lassen sie
ihr Ziel verfehlen. Nur weibliche Mücken sau-
genBlut, sie brauchen Eiweiß zur Eierbildung,
legen diese in stehenden Gewässern ab, wie
Seen, Regentonnen, Tümpel. HE
Frankfurt – Die Mücken sind los. Sie
schlüpfeninScharenundstechengnaden-
los zu. Das feuchteFrühjahr, das Hochwas-
ser, die Erwärmung stehender Gewässer,
soentstanddieperfekteMixtur für diePla-
ge. Es gibt Abhilfe. Weite, helle Kleidung,
diedicht abschließt, schützt. AuchFliegen-
gitter oder Moskitonetze halten die lästi-
gen Tiere fern. Die nackte Haut allerdings
rettet nur: Einreiben. Etliche Hersteller
von Mückenmitteln leben derzeit gut vom
großen Stechen.
In einigen Drogerien und Apotheken
der von der Plage besonders betroffenen
Regionen leeren sich die Regale schnell.
„Es kann vorkommen, dass einzelne Filia-
len ausverkauft sind“, sagt eine Spreche-
rin der Drogeriekette Rossmann. Aber der
Nachschub sei gesichert. Im Juni habe
man doppelt so viel Mückenmittel ver-
kauft wie im Vorjahresmonat. Auch Josef
Kammermeier, Apotheker in Regensburg,
berichtet von starker Nachfrage. Engpässe
gebe es aber nicht, versichert aucher. Ähn-
lich äußern sich auch die Pharmagroß-
händler, die die Apotheken beliefern.
Die größten Umsatzbringer sind die
MarkenAutanundAnti Brumm. Sieenthal-
ten die chemischen Wirkstoffe Icaridin
und Diethyltoluamid (DEET). Chemische
Keulen also, vor zu hohen Dosierungen
wird gewarnt, sie können Augen und
Schleimhäute reizen. Deshalb gibt es die
Mittel in unterschiedlicher Stärke für die
Haut und für die Kleidung. Aus den Rega-
len vertrieben wurden sie nicht, ganz im
Gegenteil. Denn Alternativen gibt es
kaum. Und seit die EU einen Wirkungs-
nachweis für Mückenmittel verlangt, seien
diebeidenchemischenMittel derGoldstan-
dard der Branche, erläutert Kammermei-
er. Das Angebot annatürlichenMittelnha-
besichmangelsWirksamkeit sichtlichaus-
gedünnt. Ätherische Öle wie Lavendel, Ci-
tronella, Palmerosa oder Nelken halten die
Mücken höchstens wenige Stunden ab,
können zudemAllergien hervorrufen.
Hans-Peter Brix, Mitarbeiter der Stif-
tung Warentest, hat die am meisten ver-
kauftenMittel 2010unter dieLupegenom-
men. Sein Urteil fällt milde aus. Die meis-
ten der getesteten Repellents wirken ge-
gen gewöhnliche Hausmücken zuverläs-
sig. Wer aber indie Tropenfährt, muss we-
gender möglichenÜbertragung vonMala-
ria und Gelbfieber spezielle Maßnahmen
ergreifen. Gefährliche Krankheitsüberträ-
ger, wiedieasiatischeTigermücke, sindin-
zwischen auch in Teilen Europas heimisch
geworden. Als Testsieger erwies sich da-
mals Anti Brumm, wovon der Hersteller
noch heute profitiert. Vertreiber des
Schweizer Mittels in Deutschland ist die
Firma Hermes.
Das Mückenmittel schlechthin in
Deutschland und Europa ist aber weiter-
hin Autan. Anbieter war von 1958 bis 2003
der Chemiekonzern Bayer, der sich 2003
vonder Marke trennte undsie andename-
rikanischenHersteller Johnson &Johnson
verkaufte. Absatzzahlen oder Marktantei-
le wollen die beiden führenden Anbieter
nicht nennen. Expertenschätzendendeut-
schen Markt für Mückenmittel auf drei bis
vier Millionen Stück pro normalem Jahr –
ein Umsatzvolumen von 25 bis 50 Millio-
nen Euro. Vertriebskanäle sind die Dis-
counter, Baumärkte, Drogerien und Apo-
theken. Manche Handelsketten verkaufen
auchEigenmarken, wiezumBeispiel Ross-
mann das Mittel Zeckito.
Die Chemiefirma Merck bietet einen
weiteren Wirkstoff namens IR 3535, der
auf der Aminosäureß-Alaninbasiert. Er ist
in weniger bekannten Mitteln wie Ballis-
tol, Hagopur oder Parazeet enthalten, wird
von der Firma als weniger giftig als DEET
beworben. Generell ist der deutsche Markt
immer nur ein Teilaspekt für die Pharma-
unternehmen. Wesentlich mehr Mengen
lassen sich in den tropischen Ländern ab-
setzen. Auch sind die Vorlieben, vor allem
für Hautlotionenmit bestimmtenGeruchs-
zusätzen, von Land zu Land unterschied-
lich. Tropenärzte empfehlen häufig das
Mittel Nobite (deutsch: Kein Biss), das da-
durchindenVerkaufslistenebenfalls nach
oben gerückt ist.
Großzügig verfahren die Hersteller bei
Flutkatastrophen. Johnsonhat 30 000Pro-
dukte an die Helfer des THW und der
DLRG gespendet. In den Jahren ohne Mü-
ckenplagen sorgen meist Zecken für einen
guten Absatz von Schutzmitteln. Immer
häufiger wirken Repellents daher gegen
Stechmücken und Zecken gleichzeitig. Ze-
cken gelten in Deutschland als gefährli-
cher, weil sie schwere Krankheiten auslö-
sen können. Impfungen helfen nur be-
grenzt. HELGA EINECKE
Stuttgart – Der Autobauer Daimler hat
imzweiten Quartal durch den Verkauf
von Anteilen amLuftfahrt- und Rüs-
tungskonzern EADS seinen Gewinn
kräftig erhöht. In einer Pflichtmittei-
lung heißt es, der Gewinn vor Steuern
und Zinsen (Ebit) liege bei 5,2 Milliar-
den Euro. Allein der Verkauf der EADS-
Aktien spülte 3,2 Milliarden Euro in die
Kasse, die größte Geschäftssparte Mer-
cedes-Benz Pkwsteuerte dagegen nur
gut eine Milliarde Euro zumBetriebsge-
winn bei. Umgesetzt wurden von April
bis Juni 29,7 Milliarden Euro. Diese
Ergebnisse entsprächen imWesentli-
chen den Erwartungen, an der Gewinn-
prognose für das Gesamtjahr hält der
Konzern daher fest. REUTERS
VON STEFAN WEBER
Düsseldorf – Früher hechtete er über den
Rasen von Wimbledon; später mimte er
denGraspfleger imheimischenGarten: Bo-
ris Becker, das Tennis-Idol, war eine Zeit-
lang das Werbegesicht der Baumarktkette
Praktiker gewesen. Viel geholfenhat es der
blau-gelben Marke nicht. Seit Donnerstag
ist der Insolvenzverwalter im Haus. Be-
ckers frühere Frau Barbara hat offensicht-
lich auf das bessere Pferd gesetzt: Sie ver-
treibt Teppich- und Tapeten-Kollektio-
nen, die ihren Namen tragen, exklusiv
beimPraktiker-Konkurrenten Hornbach.
Baumarkt-Strategen setzen gerne auf
die Zugkraft prominenter Werbefiguren.
Siesollenhelfen, dieeigeneMarkeabzuhe-
ben vom Branchen-Einerlei. Tatsächlich
aberunterscheidensichdieMärktenur we-
nig voneinander. Ihr Profil ist unscharf, sie
sind häufig austauschbar. Das beginnt da-
mit, dass sich die Sortimente stark ähneln.
Und selbst beim Service ist oft kaumnoch
einUnterschiedzuerkennen, nachdemdie
gesamte Branche vor ein paar Jahren er-
kannt hat, dasssieandieser Stellenachbes-
sern muss. Auch die früher üblichen Ra-
battschlachtensindnachBeobachtungder
Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsge-
sellschaft KPMG zuletzt in den Hinter-
grundgerückt. Mit einer Ausnahme: Prak-
tiker. Die Kette hatte zwar zwischenzeit-
lich alle Eide geschworen, nicht mehr so
großzügig mit dem Rotstift umzugehen.
Aber als dieLöcher inder Kasseimmer grö-
ßer wurden, fiel dem Management dann
dochnichtsanderesein, als massivdiePrei-
se zu senken. Schließlich musste schnell
Geld in die Kasse, um offene Rechnungen
zu begleichen. Wie „ein Drogenabhängi-
ger“ habe Praktiker immer weiter die Do-
sis erhöhen müssen, um Kunden in die
Märkte zu locken, urteilt etwa Karl-Erivan
Haub, der Chef der Tengelmann-Gruppe,
zu der Marktführer Obi gehört.
Der Blick auf die Statistik vermittelt ein
friedliches Bild: Der Branchenumsatz pen-
delt seit Jahren umdie Marke von 18 Milli-
arden Euro. Auch bei der Zahl der Märkte
gibt es kaumBewegung. Nach Berechnun-
gen des Handelsforschungsinstituts EHI
habenindenvergangendrei Jahrengerade
einmal zehn Märkte dicht gemacht. Was
die Zahlen nicht verraten: Die Branche
steckt in einem tiefen Umbruch. Wachs-
tum ist nur möglich, wenn man der Kon-
kurrenz etwas wegnimmt. Auch die Frage
nach demrichtigen Standort und der opti-
malen Marktgröße wird immer häufiger
gestellt. Sind Mega-Märkte mit mehr als
20 000 Quadratmetern und einem ange-
dockten Drive-in für Baustoffe, wie sie vor
allemdieBauhaus-Kette forciert, das Kon-
zept der Zukunft? Oder ist es klüger, auf
kleinere Formate in innerstädtischen La-
gen zu setzen? Die könnten ihr Angebot
spezialisieren, beispielsweiseauf dieWün-
sche von Bewohnern von Mehrfamilien-
häusern. Entsprechende Versuche gibt es
bereits, etwa in Köln.
Viel hängt davon ab, in welchem Um-
fang Heimwerker und Hobbybastler künf-
tig online bestellen. Im vergangenen Jahr
machten Bestellungen über das Internet
erst weniger alszwei Prozent desBranchen-
umsatzes aus. Aber die Zuwachsraten sind
enorm. Handelsexperten von KPMG kön-
nensichvorstellen, dass vieleMärktesper-
rigeProduktenur nochanliefern. Dannkä-
men die Läden mit deutlich weniger Ver-
kaufsfläche aus. Dagegen spricht, dass die
meistenBaumarkt-Käufer die Ware direkt
mitnehmenmöchten, umsiegleichzu„ver-
bauen“.
Nach Angaben des Branchenverbandes
BHB gibt es derzeit rein rechnerisch einen
Baumarkt je34 300Einwohner, vor 30Jah-
ren war es 85 500 Einwohner. In Sachsen-
Anhalt ist die Überversorgung amgrößten.
Dort kommt auf 22 000Einwohner einLa-
den. Die Hochburg der Baumärkte ist
Zwickau. Dort ringt ein Dutzend Märkte
umdie Gunst von95 000Einwohnern. Mit
dem Aus für Praktiker wird das Filialnetz
dünner werden. Denn für viele Märkte
dürfte es keinen neuen Nutzer geben.
Haub prognostiziert: „Es wird viele ent-
täuschte Vermieter geben“.
Mit welch harten Bandagen gekämpft
wird, zeigt sichderzeit imGroßraumMün-
chen. Dort flaggen bis zum Jahresende 16
im Franchisesystem betriebene Märkte
von Obi auf Hagebau um. Damit kehren
sich die Kräfteverhältnisse in der Region
komplett um. Hagebau, bisher inMünchen
kaum präsent, wird auf einen Schlag zum
Marktführer. Haub zufolge hat es zuletzt
immer wieder Streit mit denFranchiseneh-
mern gegeben. „Dann ist irgendwann der
Punkt erreicht, andemmangetrennte We-
ge gehenmuss.“ Die Marktbetreiber dage-
gen fühlten sich von der Obi-Zentrale zu-
nehmendander kurzenLeine geführt. Der
Wettstreit verspricht Spannung. Die Re-
gion München, so verspricht Haub, werde
künftig ein Investitionsschwerpunkt für
Obi sein. R Seite4
Heimwerker gesucht Praktiker ist pleite, der Konkurrenz kommt das gelegen
Mythos Hausmittel
Frankfurt – Ein staatlicher Investor
aus Katar streckt offenbar seine Fühler
nach der Öl- und Gasfördertochter des
RWE -Konzerns aus. Es habe erste Ge-
spräche zwischen demInteressenten
und demEssener Versorger über einen
Verkauf von RWE Dea gegeben, sagten
zwei mit der Angelegenheit vertraute
Personen der Nachrichtenagentur Reu-
ters. Der Prozess sei aber zäh und mit
einer raschen Entscheidung nicht zu
rechnen. RWE wolle für die Tochter
rund fünf Milliarden Euro kassieren.
Der Konzern wollte sich zu den Details
des Verkaufprozesses nicht äußern.
Nach einemBericht des Wall Street
Journal hat RWE über den Verkauf mit
der Qatar Investment Authority (QIA)
gesprochen. REUTERS
Wien – Deminsolventen Schlecker-
Nachfolger Dayli läuft die Zeit davon. In
Österreich werden 355 Läden geschlos-
sen, ebenso das Lager in Gröbming. Der
Betrieb der restlichen 522 Läden geht
nach Angaben von Dayli aber vorerst
weiter. Insgesamt verlieren rund 1260
Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz, meldete
der Kreditschutzverband von 1870
(KSV) amFreitag. Nach Angaben des
Unternehmens habe der Masseverwal-
ter Rudolf Mitterlehner demSanie-
rungskonzept der TAP dayli Vertriebs
GmbHzugestimmt. Nötig seien dafür
aber Investitionen von 40 Millionen
Euro. Viel Zeit für die Investorensuche
bleibt aber nicht: Bis spätestens Ende
Juli muss dieser gefunden sein. DPA
Hof – Die Staatsanwaltschaft Hof ermit-
telt gegen eine frühere Führungskraft
des Textildiscounters NKDwegen des
Verdachts der Untreue in Millionenhö-
he. Er sei der mutmaßliche Hauptver-
antwortliche und sitze in Untersu-
chungshaft, teilte die auf Wirtschafts-
strafsachen spezialisierte Anklagebehör-
de mit. Nach dembisherigen Stand der
Ermittlungen seien 3,7 Millionen Euro
aus demUnternehmen veruntreut wor-
den. NKDbestätigte Ermittlungen ge-
gen ehemalige Mitarbeiter. AmMitt-
woch hatten Ermittler den Firmensitz
in Bindlach in Bayern sowie Privatwoh-
nungen durchsucht. Es sei noch unklar,
ob weitere Verdächtige in den Fall verwi-
ckelt sind, sagte der Hofer Oberstaatsan-
walt Gerhard Schmitt. Es stünden weite-
re umfangreiche Ermittlungen auch im
Ausland bevor. DPA
Mexiko-Stadt – Mexikos Brauereikon-
zerne müssen in ihremHeimatmarkt
kleineren Brauereien mehr Marktanteil
gewähren. Die beiden größten Braukon-
zerne des Landes, Corona-Hersteller
Groupo Modelo (FOTO: BLOOMBERG) und Sol-
Produzent Cuauhtémoc Moctezuma,
einigten sich mit der Kartellbehörde auf
eine Reduzierung von Exklusivverträ-
gen. Konkurrent SAB Miller hatte gegen
die Monopolstellung beider Konzerne
geklagt. Verträge, nach denen die Part-
ner nur Biere eines bestimmten Pro-
duzenten verkaufen dürfen, sollen zu-
nächst auf 25 Prozent, bis 2018 auf
20 Prozent der Restaurants und Geträn-
keläden beschränkt werden. DPA
Stuttgart – Der Autozulieferer Bosch
nimmt den Verkauf seines Geschäft mit
Druckluft-Technik in Angriff. „Es gibt
Interessenten für Bosch Rexroth Pneu-
matics“, sagte ein Bosch-Sprecher in
Stuttgart. Es würden Sondierungsge-
spräche geführt. Ein mit der geplanten
Transaktion vertrauter Banker sagte,
das Management von Bosch Rexroth
Pneumatics stelle das Unternehmen in
der kommenden Woche Investoren vor.
Die Deutsche Bank begleitet Bosch als
Berater. Der Unternehmenswert der
zumVerkauf stehenden Geschäftsein-
heit mit Vakuumerzeugern, Ventilen
und Sauggreifern wird auf rund
200 Millionen Euro taxiert. REUTERS
Hamburg – Manchmal muss man genau-
er hinhören, umwissen, wannes Hoffnung
gibt undwannnicht. So ist das auchbei der
Praktiker AG. In dieser Woche haben acht
Tochterfirmen der Baumarktkette Insol-
venz beantragt. Der Antrag für die Mutter,
die Praktiker AG, soll nachgereicht wer-
den, der Gang zumAmtsgericht ist abseh-
bar. Esgibt keineWahl mehr: Eineder größ-
ten deutschen Baumärkte ist zahlungsun-
fähig und überschuldet.
Wer meint, nun würde die Rettung be-
ginnen, könnteaber irren. MittenimTohu-
wabohu hat sich der größte Aktionär, der
Österreicher AlaindeKrassny, vonder Plei-
tefirma distanziert. „Natürlich ist das eine
Enttäuschung für mich“, sagte de Krassny
zu Reuters. „Für mich ist die Sache gelau-
fen.“ De Krassnyhält über dieInvestment-
firmaDonauInvest knappzehnProzent an
Praktiker. SeineEhefrauIsabellade Krass-
ny vertritt weitere Geldgeber, dem Paar
werden 17 Prozent der Anteile zugerech-
net. Interessanterweise äußerte sich seine
Gattin weit positiver, sie glaubt angeblich
noch an die Rettung. „Wir haben nach wir
vor Interesse daran, dass Praktiker über-
lebt“, sagte sie der Wirtschaftswoche.
Vertreter des Wiener Paares hatten am
MittwochihreletztegroßeSchlacht imAuf-
sichtsrat angetreten – und verloren. Das
Krisentreffenwar nötiggeworden, weil am
Dienstagder Verkauf vondrei luxemburgi-
schen Baumärkten der Kette geplatzt war.
EinDeal, der 13 Millionen Euro einbringen
sollte und nun ein Finanzloch aufreißt. Bis
zu40MillionenEuroseiennötig, umdieSa-
nierung sicherzustellen, heißt es aus dem
Aufsichtsrat. Angesichts des fehlendenKa-
pitals waren zu Wochenbeginn einige Wa-
renkredit-Versicherer abgesprungen. Da-
mit drohtensichdie Regale zuleeren. Über
Firmen wie Euler Hermes und Coface fi-
nanzieren Händler ihre Warenbestände
vor, bisdieArtikel verkauft sind. DieKonse-
quenz: Die170deutschenPraktiker-Märk-
te werden jetzt nicht mehr beliefert.
De Krassnys hätten gerne gemeinsam
mit einemFonds aus GroßbritannienTeile
des Finanzloches gestopft, so heißt es.
Doch neben den Warenkredit-Versiche-
rernhättenaucheinigeBankendasZutrau-
en in die Sanierungsfähigkeit verloren, so
erzählt ein Kontrolleur. „Eine erneute Fi-
nanzspritzehätteihreSicherheitenverwäs-
sert.“ Zu den Geldgebern zählen die Com-
merzbank, die österreichische Raiffeisen
International und die Royal Bank of Scot-
land. Als Sicherheit für deren Kredite über
bisher 75MillionenEurodient dieTochter-
firma von Praktiker, die profitable Bau-
marktketteMaxBahr aus Hamburg. Deren
gut 130deutsche Märkte sind–ebensowie
die Auslandsmärkte von Praktiker – nicht
von der Insolvenz betroffen und gelten als
Pfand für Investoren.
Während die letzten treuen Geldgeber
hadern, ob sie das sinkende Schiff verlas-
sen, melden sich die Konkurrenten. So er-
wägt der Rivale Hagebau den Kauf einiger
Filialen. „Wir haben 358 Gesellschafter –
einigedavonhabenInteresseaneiner mög-
lichen Übernahme bekundet“, sagte eine
Sprecherin. Auch Marktführer Obi soll an
einzelnen Standorten interessiert sein.
Nur einer versucht noch, die Wogen zu
glätten: der eingesetzte Insolvenzverwal-
ter Christopher Seagon. Am Freitag hatte
sich der Rechtsanwalt der Kanzlei Wellen-
siek mit Vorstandschef Armin Burger ge-
troffen und die Lage ausgelotet. Er müsse
„erst einmal die Situation sehr genau an-
schauen“, sagteSeagondanach: „DieFilia-
len an allen Standorten bleiben geöffnet,
der Verkauf geht mit allen Beschäftigten
unverändert weiter.“ KRISTINA LÄSKER
Das große Stechen
Nach dem Regen und der Flut breitet sich nun in Deutschland die Mückenplage aus. Einige Hersteller leben sehr gut davon
Interesse an Dea
Dayli schließt Läden
Daimler profitiert von EADS
Ermittlungen bei NKD
Corona verliert Monopol
Bosch vor Pneumatik-Verkauf
Hochburg Zwickau
In vielen Regionen gibt es ein Überangebot an Baumärkten. Mit der Insolvenz von Praktiker lichtet
sich das Feld. Die Branche sucht nach neuen Konzepten, denn auch Heimwerker kaufen immer öfter online
Die Anbieter liefern
sich einen mörderischen
Wettbewerb
WIRTSCHAFT 30 HF2 Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160 DEFGH
Die größten Baumärkte
2,73 Bauhaus
2,60 Praktiker + Max Bahr
2,44 Rewe (Toom)
2,43 Zeus-Gruppe (Hagebau)
2,05 Hornbach
1,26 Globus
Deutschland-Umsätze in Mrd. Euro, 2012
SZ-Grafik; Quelle: Dähne Verlag
OBI 3,75
UNTERNEHMEN
Boris Becker war auch mal das Werbegesicht von Praktiker. Geholfen hat es nicht. FOTO: JÜRGEN TAP/DPA
Sehr gefährlich: die asiatische Tigermü-
cke. FOTO: U.S. CENTER FOR DISEASE CONTROL
„Für mich ist die
Sache gelaufen“
Großaktionär distanziert sich von
Praktiker, Rivalen zeigen Interesse
VON KARL-HEINZ BÜSCHEMANN
E
in Teil der Geschichte dieses Unter-
nehmensfehlt. Abgerissen. InLever-
kusen, wo der Chemie-undPharma-
Konzern Bayer am Rhein seinen Sitz hat,
stehen zwei beeindruckende Gebäude. Ei-
nesstammt ausderKaiserzeit –eingravitä-
tisches Haus mit Treppenaufgang, Rund-
portal und repräsentativem Balkon in der
Bel Etage. Hier saß bis 1962 der Unterneh-
menschef von Bayer. Genau gegenüber
liegt ein eleganter Flachbau, der nur aus
Glas zu bestehen scheint und heute das
Chefbüro birgt. Ein paar Meter weiter
gleich amRheinufer standbis vor wenigen
Jahren die dritte Firmenzentrale. Der
schlanke Hochbau wurde in den sechziger
Jahren errichtet, er machte die Bayer AG
weithin sichtbar. Das metallisch glänzen-
deNachkriegsgebäudewurdenach40Jah-
renaufgegeben. Er galt als nicht mehr zeit-
gemäß und wurde abgetragen.
Die klaffende Lücke am Rheinufer ist
einSymbol für denBayer-Konzern, der am
Dienstag seinen 150. Geburtstag feiert –
mit Bundeskanzlerin, Ministerpräsidentin
und 1000 geladenen Gästen. Im Bayer-
Hochhaus wurdendie Entscheidungenge-
troffen, die den Konzern grundlegend ver-
änderten. Siehätteneines der bedeutends-
ten deutschen Unternehmen um ein Haar
in Not gebracht. Am Dienstag wird beim
Festakt indennahegelegenenKölner Mes-
sehallen aber nicht von Krisen die Rede
sein, sondern von einem weltweiten Er-
folg. Kanzlerin Angela Merkel wird erwäh-
nen, dass der Bayer-KonzerneinenBeitrag
leistete auf demWeg Deutschlands zur In-
dustrienation. Vorstandschef Marijn Dek-
kers wirdherausstellen, dass der Leverku-
sener Konzernmit seinen110000weltweit
Beschäftigten heute mit knapp 70 Milliar-
den Euro einen so hohen Börsenwert hat,
wie nie zuvor. Nur Siemens und SAP wie-
gen imDax geringfügig schwerer.
Bayer, das ist einer der berühmtesten
deutschen Firmennamen. Der Pharma-
und Chemiekonzern – meist noch immer
einfach Bayer Leverkusen genannt – ist
mit Aspirin weltweit jedem Kind bekannt.
In den USA wird die bewährte Allerwelts-
schmerztablettederEinfachheit halber ein-
fach„Bayer“genannt. Bayer, das ist einNa-
me aus demlegendären früheren Chemie-
trio, zu dem die Wettbewerber BASF und
Hoechst gehörten, die genauso alt sind wie
dieLeverkusener. Diedrei habeneineWelt-
industrie begründet, die noch heute eine
der Säulen der deutschen Wirtschaft ist.
Bayer galt lange als die Apothekeder Deut-
schen, BASF war der Rohstofflieferant der
Chemieindustrie und Hoechst irgendwo
dazwischen.
Friedrich Bayer und Johann Friedrich
Weskott, die 1863 im heutigen Wuppertal
ihre Farbenfirma gründeten, waren da-
mals das, was heute Firmengründer wie
Bill Gates, SteveJobsoder andereDigitalpi-
oniere sind. Damals wurden Farbstoffe für
Kleidung gebraucht. Die wurden erstmals
synthetischerzeugt undwareneinRiesen-
markt. Der Kunstdünger kam dazu, die
Pharmazie. Die drei Konzerne stiegen auf.
Als sie sich über die wachsende Konkur-
renz des Weltmarktes ärgerten, schlossen
sie sich in den zwanziger Jahren des ver-
gangenen Jahrhunderts zur IG Farben zu-
sammenundbegründeteneinneues histo-
risches Kapitel. Dieser mächtige Konzern
mit Sitz in Frankfurt machte sich zum
Komplizen der Nazis. Im Nürnberger
Kriegsverbrecherprozess wurdenmehr als
zehnIGFarben-Manager zuGefängnisstra-
fen wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen
gegen die Menschlichkeit oder wegen der
Mitgliedschaft in einer verbrecherischen
Organisation verurteilt. Nach dem Zwei-
ten Weltkrieg wurde der größte Chemie-
konzern der Welt entflochten.
Getrennt ging es weiter. Immer auf-
wärts, bis sichdiedrei Unternehmenmit ih-
renvielenGeschäftennicht mehr wohlfühl-
ten. Fokussierung auf Kerngeschäfte hieß
in den Neunzigerjahren die neue Losung
für erfolgreiche Unternehmensführung.
Bayer wollte wegvomstinkendenChemie-
geschäft, das in Deutschland längst den
Ruf als Umweltverpester hatte. Manfred
Schneider, der von 1992 bis 2002 Bayer-
Vorstandschef war, leitete den Kurswech-
sel ein. Ungeniert nahm er in seinem Büro
imoberstenStockdesLeverkusener Hoch-
hauses seine Besucher auf die Seite und
zeigte nach unten auf die weitverzweigten
Industrieanlagen. „Das ist alles alte Che-
mie“, sagte er mit verächtlichemUnterton.
Die alten Anlagen hätte er amliebsten mit
dem Bulldozer beseitigt. Schneider wollte
stärker ins Pharmageschäft und in den
Pflanzenschutz. Bald war es soweit. Bayer
stieß einen großen Teil des ungeliebten
Chemiegeschäfteab. Der wurde inLanxess
umbenannt und entwickelte sich unter
neuer Führung wohl besser, als die Bayer-
Manager geglaubt hatten. Lanxess ist in-
zwischen zumDax-Konzern geworden.
Dafür entpuppte sich die stärkere Kon-
zentration auf das Pharma-Geschäft als
mühsamundgefährlich. Indieser Branche
sind schnell ein paar Milliarden Euro für
dieEntwicklungfällig, wenneinneues Me-
dikament gesucht wird, und es ist nie si-
cher, obeseinErfolgwird. Esgibt jedeMen-
gen Risiken und Nebenwirkungen.
Anfang dieses Jahrhunderts geriet Bay-
er in einen gefährlichen Pharma-Skandal.
Die Leverkusener hatten das cholesterin-
senkende Medikament Lipobay auf den
Markt gebracht, das in Amerika zu Todes-
fällen geführt hatte und einen Ratten-
schwanz an Sammelklagen brachte. Man
einigtesichauf dieZahlungvon1,2Milliar-
den Dollar an die Kläger. Doch der Image-
schaden war beträchtlich. In nur wenigen
Tagen war der Aktienkurs von Bayer um
fast 30 Prozent gefallen. Die Leverkusener
berappelten sich, und bald wagten sie den
nächsten großen Schritt. Im Jahr 2006
kaufte Bayer den Berliner Pillenhersteller
Schering für etwa 17 Milliarden Euro. Bay-
er hatte in die Spur zurückgefunden.
Im Chefbüro des lichten Verwaltungs-
baus sitzt heute mit demHolländer Marijn
Dekkers ein Manager mit ausländischen
Wurzeln. Der 55-Jährige erzählt, dass er
schon als Kind einen Bezug zu Leverkusen
hatte. Von seiner Mutter hatte er gelegent-
lich eine halbe Aspirin-Tablette bekom-
men, wenn ihmetwas fehlte. Logisch, dass
hinter Dekkers Schreibtisch ein altes Wer-
beplakat für Aspirin hängt.
Dekkers, der zwei Jahrzehnte in den
USA als Manager gearbeitet hat, bevor er
im Oktober 2010 nach Leverkusen kam,
hat einenneuenTonindenTraditionskon-
zerngebracht. Wieer es inAmerikagelernt
hat, stellt er hohe Ansprüche an die Rendi-
te. Nicht jede Facette der Tradition ist ihm
wichtig. Die Berliner Tochtergesellschaft,
dienachder ÜbernahmenochBayer-Sche-
ring Pharma hieß, hat er schnell umbe-
nannt. Jetzt trägt sie denNamen, denjedes
Kind auf der Welt kennt: Bayer.
Gegenüber von Dekkers Glaskasten
sitzt derweil imhundert Jahre alten ersten
Zentralgebäude der Aufsichtsratsvorsit-
zendeWerner Wenningundpasst auf, dass
es Dekkers mit den Veränderungen an der
Konzernkultur nicht übertreibt.
An dieses Ereignis möchte niemand bei
Bayer gerne erinnert werden: Im August
2001 musste der Konzern den Blutfettsen-
ker Lipobay vomMarkt nehmen, weil das
Medikament mit mehreren Todesfällen in
Verbindung gebracht wurde. Damit bra-
chen Bayer nicht nur Umsätze in Milliar-
denhöhe weg. Auch Investoren gingen
mit einem Mal auf Distanz – aus Sorge vor
hohen Schadensersatzansprüchen. Die
Zukunft des gesamten Konzerns stand
auf dem Spiel. Bayer baute um, gliederte
seine Geschäftsfelder in selbständige
Tochtergesellschaften: Health Care, Crop
Science und Material Science. Chemie-
und Kunststoffaktivitäten, die der Kon-
zern nicht weiterbetreiben wollte (die
„Rest-Rampe“, wie Kritiker unkten), wur-
den in eine eigene Gesellschaft gepackt
und 2005 über einen Börsengang abge-
spalten. Diese Lanxess AG entwickelte
sich gut, ist heute Mitglied im Dax.
Mit dem Erwerb des Pflanzenschutzher-
stellers Aventis Crop Science katapultierte
sich Bayer im Oktober 2001 zur weltwei-
ten Nummer Zwei im Geschäft mit Agro-
chemikalien. Der Kaufpreis von 7,25 Milliar-
den Euro war die bis dahin größte Sum-
me, die der Konzern für eine Akquisition
auf den Tisch gelegt hatte. Die Investition
hat sich ordentlich verzinst. Die Sparte
liefert gute Erträge ab. Allerdings gibt es
nicht zu beeinflussende Risiken: das Wet-
ter und die Getreidepreise. Aber die Per-
spektiven scheinen gut: Weil die Weltbe-
völkerung wächst und sich die Anbauflä-
chen nicht erweitern lassen, werden im-
mer dringender Mittel und Wege gesucht,
um auf gleicher Fläche mehr Nahrungs-
mittel zu produzieren. Bayer sieht sich
dafür gut gerüstet. In den nächsten Jah-
ren will der Konzern viele neue Produkte
auf den Markt bringen. Geschätztes Um-
satzpotenzial: mehrere Milliarden Euro.
„Teamgeist“ hieß der Ball, mit dem die
deutschen Fußballer bei der WM 2006
kickten. Die Hülle bestand aus mehreren
Lagen des Bayer-Polyurethans Impranil.
Kein Riesengeschäft für den Konzern.
Aber eine schöne Gelegenheit, um positi-
ve Emotionen für seine Chemieprodukte
zu wecken. Zumal Bayer zumSport, und
speziell zumFußball, eine besondere
Beziehung unterhält. Schon Anfang des
vergangenen Jahrhunderts gründete das
Unternehmen Sportvereine, umden Mitar-
beitern das Leben „in den abgelegenen
Orten attraktiver zu machen“. Dabei wur-
den die Clubs großzügig unterstützt.
Heute ist Fußball für den Konzern ein
wichtiger Werbeträger. Und er sorgt für
Emotionen, bis hinauf in die Vorstandseta-
ge. Kleiner Schönheitsfehler: Der bei der
WM2010 in Südafrika gespielte Ball ent-
stand erstmals seit 1986 nicht aus Bayer-
Kunststoffen. TEXTE: STEFAN WEBER
Agfa Gaevert
Agfa – das waren einmal die vier bekann-
testen Buchstaben der Fotowelt. Unter
der Marke wurden Kameras, Filme und
Fotopapier produziert. Ebenso wie Bayer
war Agfa ab 1925 Teil der I.G. Farben,
eines Zusammenschlusses mehrerer
deutscher Chemiekonzerne. Als die Sieger-
mächte des Zweiten Weltkriegs das Kon-
glomerat 1952 auflösten, kam das Fotoun-
ternehmen unter das Dach des Bayer-Kon-
zerns. Zum100. Geburtstag 1997 verordne-
te die Mutter Agfa ein Fitnessprogramm
und zog sich bald darauf über einen Bör-
sengang schrittweise zurück. Agfa unter-
schätzte, wie rasch Digitalkameras die
traditionellen Fotoapparate ablösten.
Heute ist die Firma Geschichte, aber die
Strahlkraft der Marke ist immer noch so
groß, dass Hersteller von Digitalkameras,
Speichermedien, Monitoren oder Drucker-
patronen Lizenzgebühren bezahlen, um
ihre Produkte damit zu zieren.
Aspirin
Aspirin ist Bayer, Bayer ist Aspirin – kein
anderes Produkt hat den Namen des
Konzerns so bekannt gemacht wie dieses
Schmerzmittel. Und das weltweit. Eine
solche Karriere war nicht zu erwarten
gewesen, als der Bayer-Chemiker Felix
Hofmann Ende des vergangenen Jahrhun-
derts im Laboratorium Elberfeld nach
einer Arznei für seinen rheumakranken
Vater forschte – und die Acetylsalicylsäu-
re, abgekürzt ASS, fand. Die Liste der
Indikationen, für die Aspirin eingesetzt
werden kann, ist über die Jahre immer
länger geworden. Es wird heute nicht nur
zur Schmerzbehandlung, sondern auch
zur Prophylaxe gegen Herzinfarkt, Schlag-
anfall und sogar zur Krebsvorsorge einge-
setzt. Mitunter wird es gar wie ein Life-
style-Produkt gehandelt, das für jedes
Problem die Lösung zu haben scheint.
Aber – wie jede Arznei – ist Aspirin nicht
frei von Nebenwirkungen.
Die Pille und Schering
Diese Übernahme sorgte für ein Beben in
der Pharmabranche: Im März 2005 gab
Bayer ein Übernahmeangebot für den
Arzneimittelhersteller Schering bekannt
und überbot damit eine Offerte des Konkur-
renten Merck. Gut ein Jahr später war der
etwa 17-Milliarden-Euro-teure Deal per-
fekt. Damit spielte Bayer bei Pharma wie-
der in einer anderen Liga. Die selbstbewuss-
ten Schering-Mitarbeiter mussten sich an
ihre neue Rolle erst gewöhnen. Bitter war
für sie, dass Konzernchef Marijn Dekkers
schon kurz nach seinem Amtsantritt die
Marke „Schering“ opferte. Mit dem Zukauf
stieg Bayer zu einem der führenden Anbie-
ter von Verhütungsmitteln auf. Die Produkt-
familie Yasmin steht für einen Umsatz von
1,1 Milliarden Euro. Aktuell steht das Mittel
in Verdacht, für Thrombosen verantwortlich
zu sein. In den USA laufen mehrere Prozes-
se. Bayer hat allein für Vergleiche bereits
eine Milliarde Dollar zugesagt.
Lipobay-Desaster Pflanzenschutz Fußball
Wieder obenauf
Der Bayer-Konzern gehört zur Aufstiegsgeschichte
Deutschlands als Industrieland. Die Apotheke der Nation
ging aber auch durch manches Tal. Jetzt feiert das
Leverkusener Unternehmen 150. Geburtstag
In den Neunzigerjahren
wollte der Konzern weg vom
stinkenden Chemiegeschäft
WIRTSCHAFT DEFGH Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 HF2 31
F
O
T
O
S
:
P
R
Tierpark Hotel GmbH, Berlin, Bundesbank-
fähig, sucht Darlehen zu 2014 ab 50.000 EUR
- Sicherheit durch Grundpfandrechte
- Zinsen p.a. für 2 Jahre 3,5%
- Zinsen p.a. für 10 Jahre 4,1 %
- Gesamtbeleihung 12,4 Mio EUR
loeffler@abacus-hotel.de
Kapitalanlage
Garantierte 5% Rendite pro Quartal
Handelssysteme im Terminmarkt
Kontakt: info@sg-systemtrading.net
gesicherte Geldanlage
Asylbewerberheim im Raum Franken.
Immobilie im Bestand. 10-Jahres Vertrag
mit Freistaat Bayern liegt vor. Anlagevolu-
men: 2 Mio ab sofort. 809183-956462
GRUNDSCHULDDARLEHEN
mit guten Konditionen zu vergeben
PRIVATDARLEHEN
+49 (0) 176 - 23 20 48 13

Betreiber sucht Investor
Bauvorh. Ferienimmobilie, 6 Apartm,
Grundb. plus Eigennutz, gute Rendite,
Kontakt: bertimp@gmail.com
15% Zinsen für eine Zwischenfinanzierung
von 2 Monaten bieten wir. Mehrmals mög-
lich. Bis 300000€. 8+43-650-9974342
IMMOB.finanzierung/-beleihung
auch bei Problemen möglich.
Für Verm. 80172/8917770
Investoren für Sport Business gesucht. An-
fragen und Informationen u. ?ZS1911459
Verlustvortrag zur gemeinsamen Nutzung,
Zuschr. u. ?ZS1911415 an SZ
Suche GmbH-Mantel/AG und/oder aktiv.
Firma! 80160/90262323
Kaufe Ihre GmbH 80152/29379755
Suche GmbH/Mantel 8089/644753 Amtsgericht München, den
102 UR II 63/13 02.07.2013
Aufgebot
Herr Erich Ettinger, Baldrianstraße 1,
81377 München und Frau Johanna Ettin-
ger, Baldrianstraße 1, 81377 München ha-
ben den Antrag auf Kraftloserklärung einer
abhanden gekommenen Urkunde bei Ge-
richt eingereicht. Es handelt sich um den
Grundschuldbrief über die im Grundbuch
des Amtsgerichts München, Gemarkung
Großhadern, Blatt 14646, in Abteilung III
Nr. 2 eingetragene Grundschuld zu
100 000,- DM. Eingetragener Berechtigter:
Herr Erich Ettinger, Kaufmann, München
und Frau Johanna Ettinger, geb. Heißenhu-
ber, Hausfrau, München -je zu 1/2-. Der In-
haber des Grundschuldbriefs wird aufge-
fordert, seine Rechte spätestens bis zu dem
04.12.2013 vor dem Amtsgericht München
anzumelden, da ansonsten die Kraftloser-
klärung des Briefes erfolgen wird.
Amtsgericht München, den
110 UR II 72/13 02.07.2013
Aufgebot
Herr Peter Huber, Arnulfstraße 269, 80639
München, Frau Adriana Politis, Prager
Straße 36, 80937 München, Frau Anne Po-
litis, Prager Straße 36, 80937 München und
Herr Peter Kopp, Glimpfingerstraße 74,
4020 Linz Österreich haben den Antrag auf
Kraftloserklärung einer abhanden gekom-
menen Urkunde bei Gericht eingereicht. Es
handelt sich um den Grundschuldbrief,
Briefnummer 053746, über die im Grund-
buch des Amtsgerichts München, Gemar-
kung Straßlach, Blatt 864, in Abteilung III
Nr. 2 eingetragene Grundschuld zu
20 000,- DM. Eingetragener Berechtigter:
Politis Janny, Hoteldirektor in Straßlach
und dessen Ehefrau Anna, geb. Zacherl
ebenda, je zur Hälfte. Der Inhaber des
Grundschuldbriefs wird aufgefordert, sei-
ne Rechte spätestens bis zu dem
13.11.2013 vor dem Amtsgericht München
anzumelden und die Urkunde vorzulegen,
da ansonsten die Kraftloserklärung des
Briefes erfolgen wird.
Amtsgericht München, den
110 UR II 105/13 02.07.2013
Aufgebot
Frau Diane Amah, Bauerstraße 22, 80796
München hat den Antrag auf Kraftloserklä-
rung einer abhanden gekommenen Urkun-
de bei Gericht eingereicht. Es handelt sich
um den Grundschuldbrief, Gruppe 4, Brief-
nummer 222584, über die im Grundbuch
des Amtsgerichts München, Gemarkung
Schwabing, Blatt 8763, in Abteilung III Nr.
1 eingetragene Grundschuld zu 23 000,-
DM. Eingetragener Berechtigter: Bauspar-
kasse Gemeinschaft der Freunde Wüsten-
rot, gemeinnützige GmbH in Ludwigsburg.
Der Inhaber des Grundschuldbriefs wird
aufgefordert, seine Rechte spätestens bis
zu dem 13.11.2013 vor dem Amtsgericht
München anzumelden und die Urkunde vor-
zulegen, da ansonsten die Kraftloserklä-
rung des Briefes erfolgen wird.
Amtsgericht München, den
110 UR II 39/13 08.07.2013
Aufgebot
Frau Beate Wedler, Taxetstr. 40, 85737 Is-
maning hat den Antrag auf Kraftloserklä-
rung einer abhanden gekommenen Urkun-
de bei Gericht eingereicht. Es handelt sich
um den Grundschuldbrief über die im
Grundbuch des Amtsgerichts München, Ge-
markung Milbertshofen, Blatt 5973, in Ab-
teilung III Nr. 3 eingetragene Grundschuld
zu 17 500,- DM. Eingetragener Berechtig-
ter: Beamtenheimstättenwerk GmbH in Ha-
meln. Der Inhaber des Grundschuldbriefs
wird aufgefordert, seine Rechte spätestens
bis zu dem 20.11.2013 vor dem Amtsge-
richt München anzumelden und die Urkun-
de vorzulegen, da ansonsten die Kraftloser-
klärung des Briefes erfolgen wird.
Amtsgericht München, den
110 UR II 246/12 08.07.2013
Ausschließungsbeschluss
Das Sparbuch der HypoVereinsbank Mem-
ber of UniCredit, KontoNr. des Sparbuchs
0000200126823, Sparbuchberechtigter
laut Eintrag: Herr Gerhard Erwin Rüffert,
verst. 17.06.2012, wird für kraftlos er-
klärt.
Amtsgericht München, den
113 UR II 73/13 05.07.2013
Aufgebot
Herr Egmont Freystedt, Franz-Schubert-
Straße 13, 82008 Unterhaching hat den An-
trag auf Kraftloserklärung einer abhanden
gekommenen Urkunde bei Gericht einge-
reicht. Es handelt sich umden Hypotheken-
brief über die im Grundbuch des Amtsge-
richts München, Gemarkung Unterhaching,
Blatt 9672, in Abteilung III Nr. 5 eingetra-
gene Hypothek zu 57 000,- DM, Mithaft:
Blatt 9734. Eingetragener Berechtigter:
Frankfurter Hypothekenbank in Frankfurt
am Main. Der Inhaber des Hypotheken-
briefs wird aufgefordert, seine Rechte spä-
testens bis zu dem 05.12.2013 vor dem
Amtsgericht München anzumelden, da an-
sonsten die Kraftloserklärung des Briefes
erfolgen wird.
Amtsgericht München, den
201r UR II 44/13 28.06.2013
Aufgebot
Herr Gerhard Emmer, Daiserstraße 15,
81371 München, Frau Waltraud Kaisers-
berger, Kiem-Pauli-Weg 63, 80686 Mün-
chen, Herr Erich Kaisersberger, Nikolai-
straße 29, 85276 Pfaffenhofen, Herr Sieg-
fried Emmer, Riederbuch 18, 85298 Schey-
ern, Frau Manuela Bergmann, Wolfsberger-
straße 6, 85276 Tegernbach, Frau Sabine
Heptner, Hinderbergstr. 15, 9473 Gams
Schweiz, Frau Fahn, Streitdorfer Straße
10, 85276 Pfaffenhofen und Frau Elfriede
Reim, Ludwigstraße 59, 85298 Scheyern
haben den Antrag auf Kraftloserklärung ei-
ner abhanden gekommenen Urkunde bei
Gericht eingereicht. Es handelt sich umdas
Sparbuch der HypoVereinsbank, Member
of UniCredit, Sparbuchnummer 146803130
ausgestellt für das Konto 146803130. Das
Sparbuch lautet auf: Frau Theresia Kai-
sersberger, geb. am 14.05.1923, verst. am
19.09.2011 zuletzt wohnhaft: Untersberg-
straße 26, 81539 München. Der Inhaber
des Sparbuchs wird aufgefordert, seine
Rechte spätestens bis zu dem 28.10.2013
vor dem Amtsgericht München anzumel-
den, da ansonsten die Kraftloserklärung
des Sparbuches erfolgen wird.
Versteigerung
Informationen auch unter: www.finanz-
amt.bayern.de/muenchen/versteigerungen
Am Mittwoch, den 17. Juli 2013 in der Ver-
steigerungshalle der Pfandverwertungs-
stelle, Winzererstraße 47 a, 80797 Mün-
chen, 8089/1252-8363 / 8364 zwangs-
weise gegen bar:
ab 9.15 Uhr: Notebooks, Beamer, TV-, DVD-
u. Hifi-Geräte, Handys, Playstation, X-Box,
Fotoapparate, Humidor, Akkuschrauber,
Stichsäge, Rettungs-, Hub- und Abseilaus-
rüstung, Sandstrahlkabine, Blechregale,
Bildwandeinrichtung f. Raumschließanla-
gen, Zigaretten, Tabak, Champagner, Spi-
rituosen, Mountainbikes, Gitarre m. Ver-
stärker u. Boxen, Keyboard, Großposten
Haushaltswaren (z. B. Flaschenregale,
Klammerkörbe, Fuchsschwänze, Kleider-
hänger) T-Shirts, Pullover, Mützen, Lego -
Bausteine u. Bausätze, Schachspiele,
Steinkrüge, Roller Beeline GT 50 u.a.
AmDonnerstag, den 18. Juli 2013 bei der Fa.
Kilian Auto - Service in 81825 München, Tru-
deringer Str. 259 zwangsweise gegen bar:
um 14.30 Uhr: PKW Audi A 4; Alfa Romeo
156; Daimler Chrysler SLK 200; VW Touran;
LKW: Ford Transit 80 S
Am Freitag, den 19. Juli 2013 in der Ver-
steigerungshalle der Pfandverwertungs-
stelle, Winzererstraße 47a, 80797 Mün-
chen, 8089/1252-8363 / 8364 zwangs-
weise gegen bar: ab 9.15 Uhr Armbanduh-
ren, Gold- und Silberschmuck, Bilder u.a.
Gläubigeraufruf
Der Verein "Hilfswerk des Sternkreuzor-
dens e.V." mit dem Sitz in 82343 Pöcking,
Hindenburgstr. 15, eingetragen im Verein-
sregister des AG München unter VR 71033,
wurde durch Beschluss der Mitgliederver-
sammlung vom 1. Mai 2013 aufgelöst. Ich
wurde zum Liquidator bestellt. Die Gläubi-
ger des Vereins werden aufgefordert, sich
bei mir zu melden.
München, 12. Juli 2913
Dr. Georg Graf von Schall-Riaucour
Cuvilliesstr. 16, 81679 München
Beilagenhinweis
In einer Teilauflage
dieser Ausgabe
liegt ein Prospekt von
SEW EURODRIVE
www.sew-eurodrive.de
Steuerprobleme mit Ihrer
Geldanlage in der Schweiz?
Wir lösen Ihr Problem, sofort, endgültig!!
Vertrauliche Anfragen an
80041/79/5832426
R R
R R
RRRRRRRRRRRRRRRRRRRR
RRRRRRRRRRRRRRRRRRRR
R
R
R
R
R
R
R
R
R
R
Patentierte reife Ideen werden
gesucht, gekauft oder beteiligt
zalzar@zalzar.de
Ostsee-HausGmbH:
Gläubiger der Ostsee-Haus GmbH,
ehem. eingetragen HRB 6724 (AG Rostock)
werden gebeten, sich per Mail zu melden:
ostsee-haus-gmbh@gmx.de
Tätige Beteiligung / Erwerb eines Industrieunternehmens
sucht Dipl.-BW (FH), 52 Jahre, mit 18 Jahren Erfahrung in der kfm. Gesamt-
verantwortung, Mitverantwortung für Produktion und Vertrieb, sowohl im
internationalen Mittelstand als auch in Teilkonzernen.
80152 029 014 21 E-Mail: U-Erwerb@web.de
Tierlieben Sponsor gesucht! Engagierte
Tierarztpraxis sucht Sponsor für ein MRT
(ca. 500.000 €), um die diagnostische
Schiene weiter ausbauen zu können.
Infos: THOMASGARTHE@AOL.COM
Institut sucht Investor/in bzw. Partner
für die weltweite Vermarktung eines Patents
im Marktsegment Fälschungssicherheit.
Information von niklas-radzey@t-online.de
Unternehmer Finanzen/Versicherung sucht
Geschäftspartner, auch zweitberuflich, mit
Energie und Potenzial. 8089/82910000
Firmensitz/Geschäftsadresse München
Fax 089/42 71 52 914 www.sgm-online.info
Investoren für Sport Business gesucht. An-
fragen und Informationen u. ?ZS1911455
KREDITE, Immob., Autos u.a. - unkompl.
80152-12695199, maserratis@freenet.de
Ihr Coach
www.hkc-coaching.de
FITNESS STUDIO
westl. von München sucht Nachfolger
od. aktiven Teilhaber ?ZS1911462
DER HIT!
Smartphone App für ihre Firma als Umsatz-
bringer, Info: Fa.Paxian 8089/3815 66 23
Ihr Firmensitz, Ihre Postadresse in Salzburg
80043/662/830675, www.rentanoffice.at
KONZESSIONSSTRÄGER frei
für Maler/Putzer 80177/27 88 129
Dachdecker- und Fassadenarbeiten:
z. B. 80 m² Dachneueindeckung inkl. An- und Abfahrt,
Arbeitslöhne, Dachziegel, Harzer Pfanne Glanz, Firststeine,
Ortgangsteine, Unterspannbahn, Konterlattung und Quer-
lattung zum
z. B. 80 m² Isolierputz 80 mm, Polystyrol inkl. An- und
Abfahrt, Arbeitslöhne, Abdampfen, Abklebearbeiten, Dübel,
Eckschienen, Gewebe, Grundierung, 2–5 mm Putz und ein-
maliger Anstrich zum
Dach-
decker-
meister-
betrieb
Bedachungen GmbH
Kornblumenweg 2
in 91550 Dinkelsbühl
Tel. 0 98 51/55 36 93
Fax 0 98 51/55 36 92
www.weha-gmbh.de
Preis von 3999,- , zusätzliche Arbeiten und
Preis von 4800,-
e-mail: weha-gmbh@gmx.de
EnEV-Berücksichtigungen werden gesondert berechnet.
G
G
Geschäftsanzeigen
Geschäftsverbindungen
Beteiligungen/Geldmarkt Bekanntmachungen
In der SZ von heute:
der Markt von morgen
VON ANDREA REXER
Frankfurt – Ganz so martialisch wie bei
der Deutschen Bank rückte die Staatsan-
waltschaft nicht an. Kurz vor Weihnachten
hatten die Ermittler den deutschen Bran-
chenprimus öffentlichkeitswirksam mit
mehreren Hundertschaften durchsucht.
Dieses Mal pickte sich die Staatsanwalt-
schaft eineandereBankheraus: Zehndeut-
sche Filialender Schweizer Großbank UBS
wurden von der Polizei durchkämmt. Da-
runter auch der Hauptsitz der UBS
Deutschland AG in Frankfurt. Nach außen
war das Vorgehen etwas sanfter, vielleicht
auch deswegen, weil die Staatsanwalt-
schaft nicht die Bank selbst imVisier hat –
sondernderenKunden: DieErmittler glau-
ben, dass sie Steuern hinterzogen haben
könnten. Gegen die UBS wird hingegen in
diesemFall nicht ermittelt.
DenAnstoßzudenRazzienhatteeineDa-
ten-CDgegeben, die vomLandNordrhein-
Westfalen gekauft worden war. Wie die fe-
derführende Staatsanwaltschaft Bochum
bestätigte, wurde das Verfahren gegen die
UBS schon imJahr 2012 eröffnet.
Die nordrhein-westfälischen Behörden
hatten mehrere solcher Datenträger ge-
kauft – trotz harter Kritik. Nach früheren
Angaben des Finanzministeriums in Düs-
seldorf enthält die betreffende CDzur UBS
Angaben zu rund 750 Stiftungen sowie zu
550weiterenFällen. Insgesamt geht es da-
bei um ein Anlagevolumen von mehr als
3,5 Milliarden Schweizer Franken.
Ermittler waren nach demKauf des Da-
tenträgers immer wieder zu Razzien in
Wohnungen und Büros von Verdächtigen
ausgerückt. Mit der Durchsuchung in den
RäumlichkeitenderBankversuchendieEr-
mittler nun an Geschäftsunterlagen zu
kommen, aus denen sich weitere Erkennt-
nissefür dieSteuerhinterziehungbeschul-
digter Kunden aus Deutschland gewinnen
lassen.
Die UBS Deutschland wies in einer Stel-
lungnahme daraufhin, dass sich das Ver-
fahren nicht gegen die Bank richte: „UBS
toleriert keinerlei Aktivitäten, diedazudie-
nen, Kundenbei der Umgehungihrer Steu-
erpflichten zu unterstützen“, sagt eine
Sprecherin. DieBankhabeMaßnahmenge-
troffen, um die Steuerkonformität aller
Kundenaus Deutschlandzuerreichen. Zu-
dem zeige man sich zuversichtlich, dass
spätestens bis Ende 2014 alle Kunden aus
DeutschlanddenNachweis erbringenwer-
den, dass sieihr Geldordnungsgemäßver-
steuert haben.
Dieses Vorgehen ist Teil der „Weißgeld-
strategie“ der Schweizer Banken. Weil die
Geldhäuser zunehmendwegendenSteuer-
hinterziehungsvorwürfen unter Druck ge-
raten waren, traten sie die Flucht nach
vorn an: Im Frühjahr 2013 schickten sie
deutschen Kunden, die im Ausland – also
etwainder Schweizoder inSingapur –Kon-
tenunterhalten, einenBrief mit der Auffor-
derung, dass diese der Bank nachweisen
müssen, dass ihre Gelder ordnungsgemäß
versteuert sind. Reichen die Kunden diese
Dokumentation nicht oder nur lückenhaft
ein, müssen die Kunden damit rechnen,
dass ihnen das Konto oder die Kundenbe-
ziehung aufgekündigt werden. Bis Ende
des nächstenJahres habendie Betroffenen
nun Zeit, diesen Nachweis bei ihrer Bank
abzuliefern.
Die Weißgeldstrategie ist auch eine Re-
aktion der Banken auf das gescheiterte
Steuerabkommen zwischen Deutschland
und der Schweiz. Im Dezember 2012 war
es nicht durch den Bundesrat gekommen.
NachdemendgültigenAus für das Abkom-
menhattesichdieZahl der Selbstanzeigen
allein in Nordrhein-Westfalen vervier-
facht. In dem Bundesland seien im ersten
Halbjahr 1528 Selbstanzeigen mit Bezug
auf dieSchweizeingelaufen, hattedasLan-
desfinanzministeriumindieser Wocheer-
klärt. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeit-
raumwaren es lediglich 347 gewesen.
Landesfinanzminister Norbert Walter-
Borjans (SPD) hatte bekräftigt: „Wir wer-
denweiterhinallestun, umSteuerschlupf-
löcher im In- und Ausland zu schließen
und den Druck auf Steuerbetrüger auf-
recht zu erhalten.“ Auch in anderen Bun-
desländern nahmen die Selbstanzeigen
zu, darunter warenauchprominente Fälle
wie der des FC-Bayern-Präsidenten Uli
Hoeneß. Für die Steuerflüchtlinge sind
Selbstanzeigen unter dem Strich sogar
günstiger, als es das Steuerabkommen ge-
wesen wäre: Durch das Abkommen hätten
sie mit Nachzahlungen in der Höhe von
rund 20 Prozent ihres Depotwertes rech-
nenmüssen, bei Selbstanzeigensindes An-
wälten zufolge nur etwa fünf bis zehn Pro-
zent.
Dass die Razzia in den zehn Filialen der
UBSindenBundestagswahlkampf fällt, ob-
wohl das Verfahren schon so lange läuft,
dürfte indes kein Zufall sein. Vor allemdie
SPD hat sich den Kampf gegen Steuerhin-
terziehungpositioniert. GegenBankenauf-
zutreten, ist indes bei so gut wie allen Par-
teien en vogue: Auch die Grünen und die
CDU präsentieren sich gern als Banken-
Zähmer.
München – Acht Prozent, das war lange
Zeit die Schwelle. Tiefer durfte das Wachs-
tum in China auf keinen Fall sinken. Zu
groß war die Furcht in Peking vor politi-
sches Konsequenzen, die sich aus einem
abschwächenden Wachstum ergeben
könnten. Lange Zeit war die Acht-Prozent-
Hürde fast unwesentlich, die Wirtschaft
der Volksrepublik übersprang sie Jahr für
Jahr und wuchs in zweistelligen Raten.
Im vergangenen Jahr korrigierte die
scheidende Regierung um Premier Wen
Jiabao erstmalig ihre Vorgaben: 7,5 Pro-
zent hießes fortan. Nunerfolgt die nächste
Kurskorrektur. Das Wachstum der welt-
weit zweitgrößten Volkswirtschaft könnte
in diesemJahr auf sieben Prozent zurück-
gehen, sagte Finanzminister Lou Jiwei der
amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua am
FreitaginWashington. Eswäreder gerings-
te Zuwachs seit 23 Jahren. Und sieben Pro-
zent, das sei in diesem Jahr nicht einmal
die Untergrenze, lässt sich Lou zitieren.
Derart pessimistisch hat sich bisher kein
Regierungsmitglied geäußert. Sollte Lous
Prognose zutreffen, wäre es das erste Mal,
dass das von der Regierung verordnete
Wachstumsziel verfehlt wird, denn noch
immer gilt Wens 7,5-Prozent-Marge.
Noch vor wenigen Jahren hätte die Re-
gierungbei derart geringenZuwächsendie
Wirtschaft mit milliardenschweren Kon-
junkturpaketen in Schwung gebracht. Sie
tat es beispielsweise nach der Finanzkrise
2008. Doch die Führung um Parteichef Xi
JinpingundPremier Li Keqiangscheint ge-
willt, einen anderen Kurs einzuschlagen.
Sie möchte die Wirtschaft unabhängiger
von Exporten machen und geht gegen die
Schattenbanken vor. In China verleihen
nicht nur Banken Geld – viele Firmen und
Kommunen bedienen sich spezieller Kre-
ditvehikel, die nicht in den Bilanzen der
Bankenaufgeführt sind. Der Schattenban-
ken-Sektor gilt inzwischen als eines der
größten Risiken für Chinas Wirtschaft.
Als eines der ersten Unternehmen be-
kommt die Versicherung Ping An die neue
Gangart der Regierung in Peking zu spü-
ren. Eine Bankentochter der Ping An hat
das Geschäft mit Stiftungen und Vermö-
gensverwaltung stark ausgebaut. Derarti-
ge Vehikel sind Teil des Schattenbanken-
systems: Hochriskant wirdsodieVerschul-
dung von Unternehmen und Körperschaf-
ten verschleiert. Der Mutterkonzern muss
nun womöglich Milliarden abschreiben.
Fachleute sprechen von bis zu 20 Milliar-
den Dollar. CHRISTOPH GIESEN
Razzia gegen Steuersünder
Die Bochumer Staatsanwaltschaft durchsucht zehn deutsche Filialen der Schweizer Großbank UBS. Sie will Kunden
auf die Spur kommen, die im Verdacht stehen, den Fiskus betrogen zu haben. Das Institut selbst steht dabei nicht im Visier der Ermittler
Grundlage für die Ermittlungen
ist eine Daten-CD, die das Land
Nordrhein-Westfalen kaufte
GELD 32 Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160 DEFGH
Blick auf Frankfurt aus dem Hochhaus der UBS nahe der Alten Oper: Die Zentrale ist eines von zehn Häusern der Bank in Deutschland, die durchsucht wurden. FOTO: REUTERS
Schmerzen
beim Wachstum
Erstmals könnte China sein
selbst gestecktes Ziel verfehlen
Kaufdown
Die Auktion, bei der der Preis sinkt
. . . auf
Kaufdown.de
ersteigern
Sie sind Händler und wollen bei Kaufdown mitmachen?
Kontakt unter kaufdown@sueddeutsche.de
Samstag, den 13. Juli 2013
3 Tablet-Rolls-Steh-/Sitzpulte
von officeplus
Weltneuheit :
Einlegen – Aufstellen – Neigen – Bewegen – Loslegen!
Arbeiten Sie abwechselnd am „Tablet-Rolls-Steh-/Sitz-
pult“ von officeplus, die Erfrischung für Körper und
Geist, powered by Ergonomie Studio Muckenthaler.
Sonntag, den 14. Juli 2013
Wunderschöne, zeitlose
Familienportraits – Paket Gold
Familienfotos & Kinderfotos von Munich Sedcard
betonen den individuellen Aspekt jeder Familie.
Erfahrene Fotografen arbeiten mit Ihnen zusammen
an unvergesslichen Bildern von Ihrer Familie oder
Ihren Kindern, powered by Munich Sedcard.
Professionelle und ausdrucksstarke
Bewerbungsfotos – Paket Silber
Mach ihn zu Deinem Moment! Mit professionellen
und ausdrucksstarken Bewerbungsfotos gewinnen
Sie leichter Ihren Traumjob. Der erste Eindruck ist der
wichtigste, powered by Munich Sedcard.
Lei tzi nsen
Basiszins gemäß
Bürgerlichem Gesetzbuch seit 01.07.13 -0,38%
Leitzins EZB seit 08.05.13 0,50%
Leitzins FED seit 16.12.08 0-0,25%
I ndi zes/Rendi ten
Kupon 12.07. 11.07.
Bund-Future 143,57 143,01
Rex Perf. Dt.Renten-Idx 443,96 443,54
Umlaufrendite 1,29 1,31
10j. Bundesanleihe 1,59 1,61
10j. Staatsanleihe USA 2,54 2,57
10j. Staatsanleihe Großbrit. 2,32 2,35
10j. Staatsanleihe Japan 0,82 0,83
Euri bor i n %
Laufzeit 12.07. 11.07.
3 Monate 0,220 0,218
6 Monate 0,331 0,330
9 Monate 0,429 0,426
12 Monate 0,519 0,517
Dol l ar-Li bor i n %
Laufzeit 12.07. 11.07.
3 Monate – 0,268
6 Monate – 0,404
9 Monate – –
12 Monate – 0,688
Eur ogel dmar kt
1
12.07. Tagesgeld 1 Monat 6 Monate 1 Jahr
Euro 0,03–0,33 0,03–0,13 0,19–0,34 0,37–0,52
US-$ 0,15–0,65 0,15–0,30 0,40–0,55 0,65–0,80
brit-£ 0,40–0,90 0,40–0,60 0,62–0,82 0,82–1,02
sfr -0,15–0,35 -0,10–0,10 0,00–0,20 0,10–0,30
Yen 0,00–0,50 0,01–0,21 0,14–0,34 0,24–0,44
Bundespapi er e (sortiert nach Restlaufzeit)
Kupon Anleihe 12.07. 11.07. Rend.
0,75 BS v. 11/13 100,13 100,13 –
4 BO S.153 v. 08/13 100,96 100,96 –
0.25 BS v. 11/13 100,11 100,11 –
4,25 BA v. 03/14 102,01 102,02 –
0,25 BS v. 12/14 I 100,15 100,15 0,02
2,25 BO S.154 v. 09/14 101,66 101,64 –
0 BS v. 12/14 II 99,97 99,97 –
4,25 BA v. 04/14 104,06 104,07 0,05
0 BS v. 12/14 III 99,93 99,93 –
2,5 BO S.155 v. 09/14 103,01 103,03 0,04
0 BS v. 12/14 IV 99,90 99,89 –
3,75 BA v. 04/15 105,45 105,43 0,03
2,5 BO S.156 v. 10/15 103,95 103,96 0,05
0,25 BS v. 13/15 100,26 100,23 0,09
2,25 BO S.157 v. 10/15 103,78 103,79 0,07
0 BS v. 13/15 99,82 99,81 –
3,25 BA v. 05/15 106,22 106,24 0,08
1,75 BO S.158 v. 10/15 103,70 103,70 0,08
3,5 BA v. 05/16 108,31 108,31 0,12
2 BO S. 159 v. 11/16 104,84 104,79 0,14
2,75 BO S. 160 v. 11/16 107,02 106,98 0,16
1,5 BA v. 06/16 Infl. 105,79 105,83 –
6 BA v. 86/16 II 116,85 116,73 0,22
4 BA v. 06/16 111,27 111,25 0,19
5,63 BA v. 86/16 116,90 116,72 0,26
1,25 BO S. 161 v. 11/16 103,31 103,28 0,22
3,75 BA v. 06/17 112,09 111,96 0,24
0,75 BO S. 162 v. 12/17 101,59 101,51 0,30
0,5 BO S. 163 v. 12/17 100,62 100,54 0,33
4,25 BA v. 07/17 II 115,35 115,25 0,35
0,5 BO S. 164 v. 12/17 100,37 100,23 0,41
4 BA v. 07/18 115,74 115,56 0,43
0,5 BO v. 13/18 99,93 99,78 0,52
0,75 BO v. 11/18 Inflat. 106,09 106,02 –
4,25 BA v. 08/18 118,01 117,89 0,56
3,75 BA v. 08/19 116,50 116,28 0,66
3,5 BA v. 09/19 116,00 115,70 0,75
3,25 BA v. 09/20 115,00 114,93 0,85
1,75 BA v. 09/20 Infl. 114,05 113,89 –
3 BA v. 10/20 113,93 113,55 0,93
1,5 BA v. 13/20 100,23 100,19 1,47
2,25 BA v. 10/20 108,59 108,43 0,99
2,5 BA v.10/21 110,29 110,12 1,06
3,25 BA v.11/21 115,91 115,53 1,15
2,25 BA v.11/21 108,18 107,70 1,20
2 BA v. 11/22 105,74 105,47 1,28
1,75 BA 12/22 102,95 102,65 1,40
1,5 BA 12/22 100,46 100,12 1,44
1,5 BA 13/23 99,76 99,39 1,53
0,1 BA v. 12/23 Inflat. 100,95 100,71 0,02
1,5 BA 13/23 99,43 99,01 1,56
6,25 BA v. 94/24 144,90 144,25 1,56
6,5 BA v. 97/27 156,00 155,02 1,90
5,63 BA v. 98/28 144,97 144,15 2,01
4,75 BA v. 98/28 II 134,30 133,85 2,06
6,25 BA v. 00/30 156,25 155,77 2,15
5,5 BA v. 00/31 147,25 146,27 2,21
4,75 BA v. 03/34 140,18 139,29 2,31
4 BA v. 05/37 129,28 128,81 2,36
4,25 BA v. 07/39 I 136,30 135,82 2,36
4,75 BA v. 08/40 147,17 146,73 2,36
3,25 BA v. 10/42 118,33 117,93 2,37
2,5 BA v. 12/44 102,55 101,41 2,38
Ausl ändi sche Staatsanl ei hen
Kupon Anleihe 12.07. Rend. Bonit.
0 Argent.GDP-Lnkr 05/35 6,80 – B
v.2,26 Argentinien 05/38 32,00 9,33 CC
3,5 Belgien 09/15 105,46 0,26 AA
4 Belgien 12/32 110,33 3,25 AA
4,25 China 04/14 103,98 1,09 AA-
3 Frankreich 09/14 102,83 0,15 AA+
5,9 Irland 09/19 113,69 3,30 BB+
4,6 Irland 99/16 107,78 1,63 BB+
10,5 Jamaika 04/14 103,75 6,98 B-
4,25 Lettland 04/14 102,10 1,28 BBB
3,75 Niederlande 04/14 103,64 0,10 AAA
3,4 Österreich 09/14 104,10 0,12 AAA
6,5 Österreich 94/24 138,50 2,32 AA+
4,2 Polen 05/20 112,59 2,11 A-
3,85 Portugal 05/21 79,67 7,14 BB-
6,4 Portugal 11/16 99,50 6,58 BB-
3,13 Schweden 09/14 102,38 0,17 AAA
4,9 Spanien 07/40 93,50 5,40 BBB-
5,5 Spanien 11/21 107,15 4,39 BBB-
6,5 Türkei 04/14 102,70 1,63 BBB-
7 Venezuela 05/15 100,15 6,72 B+
Unt er nehmensanl ei hen
Kupon Anleihe 12.07. Rend. Bonit.
4,75 Adidas Int. Fin. 09/14 103,94 0,76
5,38 Allianz Fin.perp. 06/– 103,01 5,20 A
3,25 Bay.Lbk.Pfb 05/15 105,36 0,39
4,63 Bayer Capital 09/14 105,04 0,36 A-
7,88 Bertelsm. 09/14 103,65 0,49 BBB+
3,25 BMW Fin. 12/19 109,11 1,51 A
5 Commerzbank 09/14 102,53 0,42 A+
7,88 Daimler 09/14 103,78 0,25 A-
3 Daimler 10/13 100,00 – A-
1,125 Dt. Börse 13/18 99,92 1,12
4,88 Dt. Post Fin.03/14 102,34 0,49
3,75 Dt. Postbank 09/14 101,98 0,23 AAA
4 Dt.Telek.Int.Fin.05/15 105,01 0,64 BBB+
7,25 Dürr 10/15 108,50 –
5,5 Eon 07/17 117,69 1,17 A-
4,88 Eon 09/14 102,35 0,24 A
4,75 Goldman Sachs 06/21 107,24 3,60 A-
7,5 Heid.Cem. 10/20 119,32 4,00
5 K+S 09/14 105,12 0,63 BBB+
6,75 Linde 08/15 114,45 0,63 A
6,5 Lufthansa 09/16 115,40 1,21 BB+
4,5 Maxingvest 04/14 104,02 1,18
4,88 Merck Fin.Serv. 09/13 100,85 0,34 A-
3,87 Porsche 06/16 106,89 1,11
5 RWE Fin. BV 09/15 106,85 0,60 A-
4,375 Shell 09/19 115,50 1,08 AA
4,5 Shell Intern. 09/16 110,05 0,55 AA
5,13 Siemens Fin. 09/17 114,96 0,89 A+
4,12 Sixt 10/16 105,80 2,25
8 ThyssenKrupp 09/14 106,52 0,48 BBB-
Genussschei ne
Unternehmen 12.07. 11.07.
Bertelsmann 01 ff. 15% 262,00 263,00
Bertelsmann 92 ff. 7,23% 166,01 170,00
Magnum 03/50 12% 100,00 100,00
Pongs&Zahn 06/50 8,5% 1,24 1,24
Salvator Grund. 04/50 9,5% 30,00 30,00
Münzen und Barren
Münzen 12.07. 11.07.
London Gold (16:00) $/Uz. 1279,75 1285,00
London Silber (14:00) US-cts/Uz 1966,00 1985,00
London Palladium (14:00) $/Uz 716,00 723,50
London Platin (14:00) $/Uz 1403,00 1401,00
Kupfer (DEL) 538,59–541,15 543,70–546,26
Münz en
2
Ankauf Verkauf Ankauf Verkauf
Münzen 12.07. 12.07. 11.07. 11.07.
1 Uz Am.Eagle 969,50 1031,00 975,00 1034,00
1 Uz Platin Noble 1018,00 1231,50 1014,00 1227,00
1 Uz Maple Leaf 969,50 1016,00 975,00 1019,00
1/2 Uz Am. Eagle 487,50 530,50 490,00 532,00
1/2 Uz Philharm. 487,50 530,50 490,00 532,00
1/4 Maple Leaf 245,00 271,50 246,50 272,50
1/4 Uz Philharm. 245,00 271,50 246,50 272,50
1/10 Uz Am.Eagle 98,50 112,50 99,00 113,00
1 Uz Krüger Rand 969,50 1016,00 975,00 1019,00
1 Uz Britannia 969,50 1031,00 975,00 1034,00
1 UZ W. Philh. Silber 15,40 16,95 15,55 17,15
1 Uz Platin Koala 1018,00 1231,50 1014,00 1227,00
1/10 Uz Platin Koala 106,00 143,00 106,00 142,50
2 Rand Südafrika 225,00 246,50 226,00 247,00
100 österr. Kronen 931,00 1005,50 936,50 1008,50
4 österr. Dukaten 422,50 458,50 425,00 460,00
1/2 Uz Känguruh 487,50 530,50 490,00 532,00
1/10 Uz Känguruh 98,50 112,50 99,00 113,00
10 Rubel (Tscherwonetz) 236,50 264,00 238,00 265,00
20 sfr (Vreneli) 178,50 201,00 179,50 201,50
20 Goldmark (Wilh.II) 220,00 245,50 221,50 246,00
Bar r en
2
Ankauf Verkauf Ankauf Verkauf
Barren 12.07. 12.07. 11.07. 11.07.
Gold, 1 kg 31067,00 31916,00 31239,00 32015,00
Gold, 100 g 3107,00 3221,00 3124,00 3231,00
Gold, 10 g 314,00 331,00 316,00 332,00
Silber, 1 kg 438,00 532,00 444,00 538,00
Platin, 1 kg 32007,00 36054,00 31884,00 35931,00
Platin, 100 g 3216,00 3694,00 3204,00 3682,00
Für I ndustri eabnehmer
3
Ankauf Verkauf Ankauf Verkauf
Metall 12.07. 12.07. 11.07. 11.07.
Feingold
Feingold, 1 kg 31070,00 33450,00 31220,00 33600,00
verarbeitet, 1 kg – 35040,00 – 35200,00
Feinsilber
Feinsilber, 1 kg 478,90 527,90 482,10 531,50
verarbeitet, 1 kg – 552,60 – 556,30
Platin / Palladium
Platin (per Gramm) 33,25 35,75 33,18 35,67
Palladium (per Gramm) 16,97 18,44 17,08 18,57
Rohstoffe
Ener gi e
12.07. 11.07.
Rohöl (Ldn.) Aug 108,17 107,73
Brent Sep 107,46 107,04
ICE $/Brl Okt 106,80 106,42
Rohöl (NY) Aug 105,27 104,91
WTI Sep 104,86 104,38
Nymex $/Brl Okt 103,54 103,01
12.07. 11.07.
Benzin (RBO) Aug 3,07 3,02
Nymex $/gal Sep 3,00 2,97
Heizöl (NY) Aug 3,01 3,00
Nymex $/gal Sep 3,01 3,00
Gasöl (Ldn) Aug 911,3 909,5
ICE $/t Sep 911,8 910,0
Edel met al l e
12.07. 11.07.
Gold (NY) Jul 1276 1280
Comex $/oz Aug 1276 1280
Sep 1273 1280
Platin (NY) Okt 1403 1408
Nymex $/oz Jan 1408 1410
12.07. 11.07.
Silber (NY) Jul 19,71 19,94
Comex $/oz Aug 19,80 19,95
Sep 19,81 19,96
Palladi. (NY) Sep 716,0 718,2
Nymex $/oz Dez 718,2 720,0
Basi smetal l e
12.07. 11.07.
Kupfer (Ldn) Kse 6923 6996
LME $/t 3-Mt. 6941 7020
Nickel (Ldn) Kse 13565 13655
LME $/t 3-Mt. 13650 13740
Zink (Ldn) Kse 1861 1886
LME $/t 3-Mt. 1895 1919
12.07. 11.07.
Blei (Ldn) Kse 2050 2093
LME $/t 3-Mt. 2063 2106
Zinn (Ldn) Kse 19450 19700
LME $/t 3-Mt. 19500 19800
Alumini. (Ldn) Kse 1791 1801
LME $/t 3-Mt. 1832 1842
Agr ar pr odukt e
12.07. 11.07.
Weizen (Pa) Nov 198,5 199,3
Matif Euro/t Jan 198,8 199,3
Sojaboh. (Ch) Jul 1576 1601
CME cts/bu Aug 1470 1472
Mais (Chi.) Jul 710,0 716,8
CME cts/bu Sep 556,5 560,8
12.07. 11.07.
Kaffee (NY) Jul 120,2 123,2
ICE cts/lb. Sep 121,1 123,4
Kakao (NY) Sep 2234 2244
ICE $/t Dez 2246 2244
Zucker (NY) Okt 16,11 16,10
ICE cts/lb. Mär 16,89 16,90
Rentenmarkt
ERLÄUTERUNGEN: Anleihen: Kurse in Prozent; BA=Bundesanleihe; BO=Bundesobligationen;
BS=Bundesschatzanweisung; PfB=Pfandbrief; Laufzeit (Emissionsjahre/Fälligkeit) hinter demNamen; alle Bun-
despapiere besitzen Bonität AAA; Bonitätseinstufungen soweit verfügbar von S&P: AAA=exzellent, AA=sehr
gut bis gut, A=gut bis befriedigend, BBB=befriedigend bis ausreichend, BB=mangelhaft, B=mangelhaft, CCC bis
C=ungenügend, Insolvenz absehbar, D=zahlungsunfähig; Euribor=Zinssatz f. Termingelder in Euro unter Ban-
ken; Dollar-Libor=Zinssatz f. Termingelder auf Dollarbasis; 1) Unicredit Lux., Münzen und Barren; 2) pro aurum,
Schalterpreise München, Angaben in Euro 3) W.C.Heraeus, Basis Londoner Fixing; Rohstoffe: CME=Chicago
Mercantile Exchange, Comex=Commodity Exch., ICE=Intercontinental Exch., LME=London Metal Exch., Ma-
tif=Marché à terme Internat. de France, Nymex=New York Mercantile Echange
Kursgrafik: smallCharts, Quelle: GOYAX.de, AID Hannover, Morningstar
Weitere Kursinformationen finden Sie unter:
Lissabon – Portugal will nur bei günsti-
gemMarktumfeld ab Jahresmitte regel-
mäßig mittel- und langfristige Schul-
den aufnehmen. Die Finanzagentur
(IGCP) des Krisenlandes kündigte aber
amFreitag an, es werde in der zweiten
Jahreshälfte monatliche Emissionen
von kurzlaufenden Geldmarktpapiere
ausgeben. Darüber sollen bis zu acht
Milliarden Euro aufgenommen werden,
die erste Auktion werde es am17. Juli
geben. ImEmissionskalender für die
zweite Jahreshälfte betonte die IGCP,
das Land habe für 2013 seinen Finanzie-
rungsbedarf bereits gedeckt. Deshalb
habe man bereits imabgelaufenen zwei-
ten Quartal mit Vorfinanzierungen für
2014 begonnen. Imnächsten Jahr läuft
das RettungsprogrammvomInternatio-
nalen Währungsfonds und den Euro-
Partnern für Portugal aus. REUTERS
AmDevisenmarkt konnte sich am
Freitag der Dollar etwas erholen,
nachdem er nach den Aussagen
von Fed-Chef Ben Bernanke um
mehr als zwei Prozent gefallen
war. Das war der stärkste Rutsch
seit vier Jahren. „Für einige Leute
war das keine gute Woche“, sagte
ein Marktanalyst. Etliche Investo-
ren seien nun verunsichert und
agierten äußerst vorsichtig. Der
Euro gab dementsprechend auf
1,3053 Dollar nach. In Reaktion
auf die Fed-Aussagenwar Europas
WährungamMittwochabendkurz-
zeitig sogar auf 1,32 Dollar gestie-
gen.
EuropäischeAnleger warfenun-
terdessenportugiesischeStaatsan-
leihenaus denDepots. Die Rendite
der zehnjährigen Papiere zog bis
auf 7,90 (spätes Vortagesgeschäft:
6,976) Prozent an. Die nach hinten
verschobene Prüfungder Reform-
undSparmaßnahmendurchdiein-
ternationalen Geldgeber schürte
Ängste, dass das Land von seinem
Sparkurs abkommt, erklärte Stra-
tegeNickStamenkovic vonRIACa-
pital Markets. SZ/REUTERS/DPA
Berlin – Bundesfinanzminister Wolf-
gang Schäuble hat seine Kritik an den
Vorschlägen der EU-Kommission zur
Bankenabwicklung noch einmal ver-
schärft. In einemBrief an EU-Binnen-
marktkommissar Michel Barnier beton-
te Schäuble, der Vorschlag aus Brüssel
„steht nicht imEinklang mit den gegen-
wärtigen rechtlichen, politischen und
wirtschaftlichen Realitäten und würde
erhebliche Risiken mit sich bringen“.
Insbesondere widerspreche der vorgese-
hene Transfer von Kompetenzen der
Mitgliedsstaaten an die EU-Kommissi-
on den geltenden Vertragsregeln in der
EU. Frankreich unterstützt dagegen den
EU-Vorschlag. Der Bild sagte Schäuble,
die Pläne stünden „auf tönernen Fü-
ßen“. Er halte das Konzept für riskant.
„Was wir jetzt brauchen, ist eine glaub-
würdige, rechtlich tragfähige Lösung.“
Müsse eine Bank geschlossen werden,
sei das eine Sache mit weitreichenden
Folgen. Dies könne nicht allein von
Brüssel getroffen werden. Schließlich
gehe es dabei umnationale Steuergel-
der. Der Aufbau eines Abwicklungs-
fonds, der von den Banken finanziert
werden soll, dauere viele Jahre. Der
Präsident des Genossenschaftsver-
bands Bayern, Stephan Götzl, stößt
indes mit seinen brisanten Äußerungen
zur Bankenunion auf scharfe Kritik aus
Brüssel. „Die Europäische Kommission
hat keinerlei Absicht, auf solche groben
historischen Verkürzungen zu antwor-
ten und sich an einer wie auch immer
gearteten Polemik dieser Art zu beteili-
gen“, erklärte die Kommission amFrei-
tag. Götzl hatte EU-Kommissar Michel
Barnier vorgeworfen, durch seine Pläne
werde die EU„umfassend zur Banken-
abwicklung ermächtigt. In Deutschland
haben wir mit Ermächtigungsgesetzen
schlechte Erfahrungen gemacht.“ Ein
Sprecher sagte, die Äußerungen seien
durchaus bewusst gefallen, man habe
damit aber „keinerlei Hitler- oder Nazi-
Vergleich gezogen. Uns ist es einfach
wichtig, was passieren kann, wenn man
sich über Verträge und Recht hinweg-
setzt. Dazu gibt es einschlägige histori-
sche Erfahrungen.“ REUTERS/DPA
NewYork – Nach milliardenschweren
Spekulationsverlusten imvergangenen
Jahr startet JP Morgan Chase wieder
durch. Imzweiten Quartal konnte die
größte US-Bank einen Gewinn von un-
termStrich 6,5 Milliarden Dollar (5,0
Milliarden Euro) einfahren. Das waren
31 Prozent mehr als imVorjahreszeit-
raum. „Unsere Zahlen spiegeln die star-
ke Leistung quer durch alle Geschäfts-
felder wieder“, erklärte Bankchef Jamie
Dimon. In der Vergangenheit hatten
fehlgeschlagene Zockereien einer Lon-
doner Abteilung ein tiefes Loch in die
Bilanz gerissen und auch Dimon unter
Druck gesetzt. Insgesamt lag der Scha-
den bei 6,2 Milliarden Dollar. Kritiker
von Dimon scheiterten jedoch auf der
Hauptversammlung mit demVersuch,
den mächtigsten Banker der Wall Street
zu entmachten. DPA
Beim Einkaufen, das wissen
vor allem die Frauen, geht es
um so viel mehr als nur dar-
um, sich etwas zuzulegen.
Deshalbempfiehlt sich für al-
le Anschaffungen, die etwas mehr Auf-
schubvertragenals der Vorrat für fettarme
Milch, der Urlaub. Dann hat man Zeit, um
auszuwählen und abzuwägen. Dann hat
manguteBegleiteranseiner Seite–undna-
türlich ohnehin das berechtigte Bedürfnis,
sich mal etwas Gutes zu tun. Und nicht zu-
letzt bekommt manimUrlaubauchmal et-
was, was man zu Hause nicht bekommt.
Deshalb also das viel zu teure Sommer-
kleid. Es sollte Trost spenden, nachdem
man vier Tage in praktischer, aber pott-
hässlicher Montur durchverregneteLand-
schaften in Südfrankreich gewandert war.
Deshalb eine Tourniquette, dieses prakti-
sche Ding, mit dem sich im Handumdre-
hen aus Öl und Essig eine Salatsoße zau-
bernlässt. Der wunderbare Boris Vianhat-
te es bereits indenFünfzigerjahrenbesun-
gen–trotzdemhat es dieTourniquettebis-
lang noch nicht in den Export geschafft.
Und nun saß man also in einem Café in
Paris, ein paar Einkaufstüten zu seinenFü-
ßen, plauderte und bekam zur köstlichen
Tarte sogar noch eine weitere Rechtferti-
gung für den exzessiven Konsum serviert:
Ja, ja, sagten einem die Franzosen, es sei
gut, dass wir Deutschen mal kommen, um
der kriselnden Wirtschaft einen kleinen
Schubs zu geben. Eine Art Pflichtübung,
wennmaneinechter Europäer ist. Manhat-
te die Ironie da schon herausgehört. Aber
die Franzosen ließen nicht mehr locker: Sie
priesenihr exzellentes Kino, das auchetwas
Unterstützungdurchdiezahlungskräftigen
Deutschengut gebrauchenkönnte. Sieprie-
sen ihre Museen. ImLouvre, so erzählte ei-
ner, gebees demnächst übrigens einenVor-
trag über dendeutschenHumor. Deutscher
Humor? Na, das könne doch wohl nur als
Provokation gemeint sein, warf einanderer
Franzose ein. Großes Gelächter.
Und da war man dann sehr still gewor-
den. Wer sitzt schon gern als einziger Ver-
treter einer NationamTisch, der all die an-
deren zwar eine Menge Geld zuschreiben,
aber die weder etwas von Eleganz, noch
von gutem Essen versteht – und die nicht
einmal Humor hat? Erst später hatte man
eine Freundin ins Vertrauen gezogen: Ob
denn die Leute, die man selbst nicht ganz
so gut kannte, das nicht vielleicht doch et-
was zu ernst gemeint hatten. Ach was, be-
kam man da zur Antwort, die eine, die so
laut über die Deutschen und ihren Humor
gelacht hatte, die komme aus dem Elsass,
habe selbst einen deutschen Vater – und
schätzedeutscheLeckereien. Siewar esüb-
rigens, die, als sie hörte, dass Besuch aus
Deutschland anreist, darum gebeten hat-
te, obmannicht einePackungToffifeemit-
bringen könne. Die gibt es nicht in Frank-
reich. Man konnte. VARINIA BERNAU
VON MARKUS SCHULTE VON DRACH
F
ür das Jahr 1535 war es nicht unge-
wöhnlich, dass eine Flotte mit
600 Siedlern und Soldaten von der
spanischen Stadt Cádiz aus in die Neue
Welt aufbrach. Kaum ein Jahr zuvor war
hier das erste Gold und Silber aus dem
Reich der Inka in Peru angekommen, das
Franzisco Pizarro erobert hatte. Gerade elf
Jahrelages zurück, dass HernánCortez die
AztekeninMexikobesiegt hatte. VieleMen-
schenbrachenauf, umihr Glückindenspa-
nischen Kolonien zu machen.
Doch diese Flotte war etwas Besonde-
res: SchiffeundAusrüstunghattedasHan-
delshaus des Bartholomäus V. Welser
(1484 bis 1561) finanziert. Und der Kauf-
mann und Bankier Bartholomäus Welser
der Ältere aus der schwäbischen Stadt
Augsburghatteeinhochgestecktes Ziel: Er
wollte, wie Cortés und Pizarro, eine reiche
Provinz erobern.
Heutzutageweniger bekannt alsdieFug-
ger, waren die Gebrüder Welser eine der
reichsten Kaufmannsfamilien der damali-
genZeit. Sie warenTeil der Hochfinanz mit
besten Beziehungen zum spanischen Hof.
Sie hattenHandelsposteninNürnberg, Se-
villa, Madrid, Venedig, Rom, Lissabon, Ly-
on und Antwerpen. Seit 1526 gab es eine
„Faktorei“ in Santo Domingo in der heuti-
gen Dominikanischen Republik, dem da-
mals wichtigsten Umschlagplatz für den
Handel zwischenNeuer undAlter Welt. Sie
machten Geschäfte mit Textilien, Seide,
Gewürzenaus Indien, investierteninBerg-
bau, Schiffsbau, Seehandel – und handel-
ten auch mit Sklaven.
Ein zunehmend wichtiger Geschäfts-
schwerpunkt allerdings waren Geldge-
schäfte. Als Bartholomäus V. imJahre 1518
die Führung des Familienunternehmens
übernahm, wurde er innerhalb kürzester
Zeit einer der wichtigsten Bankiers Euro-
pas: 1519 brachten die Welser gemeinsam
mit den Fuggern und mehreren italieni-
schenBankiers für KönigKarl I. vonSpani-
enjene fast 852 000Guldenauf, mit denen
der Habsburger dieKurfürstenvor der Kai-
serwahl bestach.
Immer mehr Geld lieh sich der Kaiser
von den Kaufleuten, um Kriege und den
teuren Hofstaat zu finanzieren. 4,2 Millio-
nen Dukaten schuldete er schließlich al-
lein den Welsern. Ein großer Teil des Gel-
des war Fremdkapital – es stammte zum
Beispiel von vermögenden Augsburger
Bürgern.
Lange Zeit gingen die Geschäfte gut. So
gut, dass sichder risikobereiteGroßbanki-
er auf einaußergewöhnliches Geschäft mit
dem Kaiser einließ: 1528 vereinbarte Karl
V. mit dem Kaufmann einen Vertrag über
die Provinz Venezuela, die den Europäern
seinerzeit noch fast völlig unbekannt war.
Die Welser sollten Soldaten, Siedler und
Bergleute ausrüsten, in die Provinz schaf-
fen, mehrere Dörfer gründen und Festun-
genbauen. ImGegenzug durfte das Unter-
nehmen den Gouverneur bestimmen. Und
ein großer Teil aller in Venezuela erwirt-
schafteten Erträge sollte in die Kasse des
Händlers fließen.
Bereits im Februar 1529 erreichte eine
erste von den Welsern finanzierte Flotte
mit 300 Mann die kleine spanische Sied-
lung Coro an der Küste Venezuelas. Das
Amt als Gouverneur übernahmder bisheri-
ge Handelsvertreter der Welser in Santo
Domingo, Ambrosius Dalfinger. Doch an-
ders als in der Neuen Welt üblich, teilte er
den Siedlern weder Land zu, noch Indios
als Arbeitskräfte. Stattdessen zogen deut-
sche und spanische Konquistadoren ins
Landesinnere, nachdemsievieleEinheimi-
scheversklavt undzuTrägerngemacht hat-
ten.
Ziel dieser „Entrada“ war nicht etwa, die
Provinz zu erobern, sondern einen Weg
zumSüdmeer zufinden–undsoeinenkür-
zerenHandelsweginRichtungder Gewürz-
inseln (Molukken). Nebenbei raubten die
Konquistadoren Gold und Silber aus den
Dörfern der Einheimischen. Die Siedler in
Coro selbst bekamen keine Möglichkeit,
sich zu versorgen und waren vom Nach-
schub abhängig, den die Welser ihnen –
auf Kredit –verkauften. Umihre Schulden
bezahlenzukönnen, begannensieschließ-
lich damit, Indios an Menschenhändler zu
verkaufen, die den Hafen von Coro gele-
gentlich anliefen.
Nachdemerstenerfolglosenundfür vie-
le Teilnehmer tödlichen Vorstoß Dalfin-
gers, folgtenweitereExpeditioneninRich-
tungSüdenundWesten. AnPersonal man-
gelte es nicht, da die Welser nachund nach
weitere Europäer nach Coro verschifften.
Dochdas Ziel war baldnicht mehr das Süd-
meer und schon gar nicht das „Erobern
undSiedeln“, wiees die Spanier taten. Dal-
finger hatte nämlich Gerüchte über eine
reicheProvinz imWestenvernommen: Xe-
rira. Fortan ging es den Welsern und ihren
Statthaltern nur noch umeine kurzfristige
Gewinnmaximierung durch das Plündern
eroberter Dörfer und die Suche nach dem
sagenhaften Xerira.
ZudiesemZweckrüstetensieEnde1534
noch einmal eine große Flotte unter dem
Kommando des neuenGouverneurs Georg
Hohermuth von Speyer aus. Dalfinger war
während der letzten Expedition getötet
worden. ImFebruar 1535erreichtedieFlot-
te Coro. Mit 400 Mann brach Hohermuth
ins Landesinnere auf. Etwas später sollte
sein Stellvertreter Nikolaus Federmann
mit weiteren300Männernauf einer ande-
ren Route ebenfalls vordringen. Von zwei
Seitenaus wollte mandie reiche Provinz in
die Zange nehmen. Doch auch Hohermuth
scheiterte. Nur 160Teilnehmer der Expedi-
tion überlebten den Zug. Doch die brach-
ten erneut Gerüchte über ein goldenes
Reichmit –undvonAmazonen, die indes-
sen Nachbarschaft leben sollen.
Nikolaus Federmann dagegen erreichte
1539 das Gebiet der Chibcha (Musica) auf
der Hochebene vonBogotá. Die reiche Pro-
vinz Xerira existierte tatsächlich. Doch der
Deutsche kamzu spät. Spanier unter Gon-
zalo Jiménez de Quesada waren bereits
dort eingetroffen. Federmannhalf, die Re-
gion unter die Kontrolle der Europäer zu
bringen. DieWelser hofften, dassdiespani-
sche Krone die Region ihrer Provinz Vene-
zuelazuschlagenwürde. DochdieEntschei-
dung fiel gegen das Unternehmen.
Nachdem auch Gouverneur Georg Ho-
hermuth gestorben war, bereitete ein jun-
ger fränkischer Ritter dienächsteExpediti-
on vor: Philipp von Hutten. Für die Welser
allerdings war Venezuela kaum noch von
Interesse. Die reiche Provinz Xerira war
verlorenunddamit auchdie Investitionen,
die man in die Suche danach gesteckt hat-
te. DieGläubiger inVenezuelawarenaußer-
stande, ihreSchuldenzubezahlen. Immer-
hin: Gerüchte aus Neu-Granada vom ver-
goldetenHerrscher (El Dorado) verführten
Hutten und etwa 150 Konquistadoren da-
zu, im Jahre 1541 erneut ins Landesinnere
vorzustoßen. Mit dabei war Bartholomäus
Welsers gleichnamiger Sohn. Warum der
Vater ihnnachCorogeschickt hatte, ist un-
bekannt.
Dem Historiker Götz Simmer zufolge,
dürfte es Bartholomäus Welser dem Älte-
ren zu dieser Zeit jedenfalls nur noch dar-
umgegangensein, das „UnternehmenVe-
nezuela" abzuwickeln, undeineletzte, klei-
ne Chance zu nutzen, dass die Konquista-
doren das Reich des El Dorado plündern
und ihre Schulden doch noch bezahlen
würden.
Als Hutten und der junge Welser 1546
endlichvonihrer –erfolglosen–Suchezu-
rückkehrten, wurden sie von rebellischen
Spaniernermordet. ZehnJahrespäter wur-
dedemHandelshaus dieProvinz Venezue-
laaberkannt. Es war dasEndeeineseinzig-
artigen, verlustreichen, vergeblichen und
furchtbaren Unternehmens: Verlustreich
für Bartholomäus V. und seine Teilhaber,
da sie die Außenstände bei den Siedlern
undSoldatennicht mehr eintreibenkonn-
ten. Vergeblich, weil der Versuch, einGold-
reich zu erobern, gescheitert war. Furcht-
bar für die Siedler und Soldaten, von de-
nen Hunderte in Venezuela starben. Und
noch viel furchtbarer für die Bevölkerung
Venezuelas, die unter den Konquistado-
renunddemvondenWelsernindirekt ge-
förderten Sklavenhandel noch schlimmer
gelittenhatten, als die Ureinwohner inan-
deren, von den SpaniernerobertenGebie-
ten. „Das Geschehen in Venezuela wäh-
rend der Welser-Verwaltung“, so schreibt
Simmer, „trägt somit die Züge eines Völ-
kermordes“.
Bartholomäus V. war 1556 schon über
siebzig und hatte bereits einige Jahre zu-
vor die Geschäfte anseinenSohnChristian
übergeben. Jetzt musste er erleben, wie
das Handelshaus auf den Ruin zusteuerte.
Mit der Konzentration auf Geldgeschäfte
mit dem spanischen Hof hatte er sich auf
ein Klumpenrisiko eingelassen, das nun
zumProblemwurde. 1556war der wichtigs-
te Schuldner der Welser, Karl V., als spani-
scher König zurückgetreten. Ein Jahr spä-
ter stellte Karls Sohn Philipp II. von Spani-
endie Zahlungenanalle Gläubiger ein. Be-
sonders betroffen vondemStaatsbankrott
warendieAugsburger Bankiers. Indenfol-
gendenJahrzehntenkameserneut zur Zah-
lungsunfähigkeit desspanischenHofes, au-
ßerdemzumStaatsbankrott in Frankreich
und den Niederlanden, ebenfalls wichtige
Schuldner der Welser.
Weite Teile Europas wurden von diesen
Finanzkrisen erschüttert, auf die eine un-
geschickt agierende Leitung der Welser
nicht angemessen reagierte. 1614 erklärte
die Handelsgesellschaft in Augsburg die
Zahlungsunfähigkeit. DochdaserlebteBar-
tholomäus Welser natürlich nicht mehr.
Der rabiate Bankier der Extreme, Leiter ei-
nes Weltkonzerns und Glücksritter der Fi-
nanzwelt, war im Jahre 1561 als noch im-
mer schwerreicher Mann gestorben.
MO
Sparbriefe/Festgeld
5000 Euro Anlagesumme
*Laufzeit, Angaben in Prozent, **Laufzeit 6 Jahre
Ohne Neukunden-Offerten. Alle Anbieter sind Mitglieder in Einlagensiche-
rungsfonds.
Angaben ohne Gewähr, Stand: 12.07.2013; Quelle: biallo.de
Täglich aktualisierte Tarife: www.sueddeutsche.de/sparmeister
Ertrag**
in Euro
Zinssatz in %
6 und 8 Jahre LZ*
DI
Festgeld Tagesgeld Kredite Telefon
MI DO FR SA
Rente
Santander Cons. Bank
Targobank
Oyak Anker Bank
BKM - Bausparks. Mainz
Von-Essen-Bankges.
CreditPlus Bank
Axa-Bank
Hanseatic-Bank
BMWBank
Schlechtester Anbieter
2,25 2,25 714,13
2,25 – 714,13
2,15 2,25 686,48
2,16 2,36 684,02
2,10 2,50 664,01
2,01 – 634,12
2,00 – 630,81
2,00 – 630,81
1,90 2,15 597,76
0,70 – 213,70
Anleger verkaufen portugiesische Staatsanleihen
US-Anleihe 10J.
1,6
2,1
2,6
12.4.13 12.7.13
Bundesanleihe 10J.
1,2
1,6
12.4.13 12.7.13
Milliarden für JP Morgan
Gold
1200
1350
1500
12.4.13 12.7.13
Öl
90
100
12.4.13 12.7.13
EU-Kommission in der Kritik
Portugal zurück am Markt
DIE REICHSTEN IHRER ZEIT
Was haben Kleopatra, Walt Disney,
die Fugger und Muammar Gaddafi gemeinsam?
Sie gehörten zu den Reichsten ihrer Zeit.
Manche Superreiche machten
ihr Vermögen mit Gold, andere mit Computern,
Bankkrediten – oder dem Erobern fremder Länder.
Und einige waren am Ende wieder ganz arm.
Sie alle stellt die „Süddeutsche
Zeitung“ in einer Serie am Samstag vor.
Bartholomäus V. Welser der Ältere
Name: Bartholomäus V. Welser der Ältere
Lebenszeit: 1484 bis 1561
Reich geworden mit: Geldgeschäften und
Ausbeutung Venezuelas
Reichtum: schwerreich
Rabiater Glücksritter
Bartholomäus V. Welser eroberte Anfang des 16. Jahrhunderts von Augsburg aus die Welt. Er lieh Königen Geld,
finanzierte Kriege und unterwarf Venezuela. Die Suche nach der sagenhaften Provinz Xerira scheiterte jedoch
„Das Geschehen während der
Welser-Verwaltung trägt die
Züge eines Völkermordes.“
Der süddeutsche Bankier
sollte Soldaten, Siedler und
Bergleute ausrüsten
GELD DEFGH Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 HF2 33
KAUFRAUSCH
Toffifee und
Tourniquette
Steckbrief
FINANZEN
Credo in Vitam. Om Santi Santi Santi Om
Dr. Henner Eckhardt
In Freundschaft und Dankbarkeit
Yury Vlasov
Jutta Beck, Klaus Behling, Haida und Klaus Döring
Anne Dollhopf, Dudo und Irmi von Eckardstein, Jill Favero
Mechy und Jörg Feser, Brigitte Gänger und OEKKuntze
Jan Bernt und Gudrun Hettlage, Chen Huyi, Takanobu Kobayashi
Oi Lin Lee und Jimmy Lo, Ruppus und Bettina Meier
Marie und Tom Myerscough, Michael und Christl Otte
Jochen Peil, Axel Peuker, Thomas Plodeck
Ingrid und George Scheib-Rothbart, Gunther Schlenzig
Inge Schnell, Marianne und Dieter Thoenes
Birgitta Trommler und Gustav Ehmck, Matthias und Elke Weder
Brigitte von Weyrauch, Ursula Wirtz und Annemarie Angst
Die Trauerfeier findet am Montag, 15. Juli 2013 um 14.00 Uhr
in der Trauerhalle von Aetas, Baldurstraße 39, 80638 München
(gegenüber dem Westfriedhof ) statt. Anstelle zugedachter
Blumen bitten wir um eine Spende für eine Trauerfeier in Bali
auf das Konto Yury Vlasov,
Konto-Nr. 1208691570 bei der Targo-Bank (BLZ 300204900).
Traueranschrift: Yury Vlasov, Stuberstraße 9, 80638 München
† 8. 7. 2013 * 2. 10. 1933
Wir trauern um unseren verehrten Doktorvater und Lehrer
Prof. Dr. Eberhard Weis
31. 10. 1925 – 17. 6. 2013
Er war der Mittelpunkt eines eng verbundenen Schüler- und
Mitarbeiterkreises. Er hat jede/n Einzelne/n von uns persönlich geprägt,
wissenschaftlich und beruflich gefördert und unser Leben über Jahrzehnte
mit liebenswürdigem Interesse und großer menschlicher
Anteilnahme begleitet.
Wir alle verdanken ihm unendlich viel.
Sabine Arndt-Baerend, Josef Ballerstaller, Thomas Brechenmacher
Walter Demel, Rosemarie Dietrich, Andreas Edel, Gerhard Fischer
Peer Frieß, Wilhelm Füßl, Sabine Heym, Manfred Hörner
Carl A. Hoffmann, Ute Huber, Cornelia Jahn, Hendrikje Kilian
Sylvia Krauss-Meyl, Margit Ksoll-Marcon, Hannes Lambacher
Ulrike Laufer, Esteban Mauerer, Walter Mogk, Daniela Neri-Ultsch
Ina Ulrike Paul, Uwe Puschner, Bernd Roeck, Maria Schimke
Axel Schreiber, Jutta Seitz, Reinhard Stauber, Viktoria Strohbach-Hanko
Claudia Ulrich, Josef A. Weiß-Cemus, Christine Zeile
Ordinarius (em.) für Mittlere und Neuere Geschichte
an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Dr. phil.
Eberhard Weis
emeritierter Ordinarius für Mittlere und Neuere Geschichte
an der Ludwig-Maximilians-Universität München
In tiefer Trauer:
Die Trauerfeier hat im Kreis der Familie und der engsten Freunde
stattgefunden. Anstelle freundlich zugedachter Kränze und Blumen bitten
wir im Sinne des Verstorbenen um eine Spende zu Gunsten der Münchner
Universitätsgesellschaft auf das Konto 5804002636, BLZ 70020270,
bei der UniCredit Bank München, Stichwort: Prof. Weis.
* 31. Oktober 1925 + 17. Juni 2013
Dr. Ingeborg Weis-Koeniger
Dr. Wolfgang Weis
Dr. Reinhold Weis
Dr. Michaela Barthlen-Weis
Maximilian Weis
Johanna Weis
Ammerseestraße 102
82131 Gauting
Dr. Werner Gemsjäger
+ 17. Juni 2013
Irene Gemsjäger
Eppertshausen, im Juli 2013
In den schweren Stunden des Abschieds haben
wir erfahren, wie viel Zuneigung, Freundschaft
und Wertschätzung meinem lieben Mann
entgegengebracht wurde.
Ich möchte mich, auch im Namen meiner Kinder
und Enkel, für all die tröstenden Worte und
Briefe, die wundervollen Blumen und Kränze,
das ehrende Geleit sowie für alle Zeichen der
Verbundenheit recht herzlich bedanken.
D
A
N
K
E
In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von meiner lieben Schwägerin und
meinem lieben Schwager, unserer lieben Tante und unserem lieben Onkel
Gertrud Gamper Ernst Gamper
geb. Schneider
Gabriele Schneider
Markus und Lydia Schneider mit Maximilian
Matthias Schneider und Gisela Leprince
Svenja Schneider mit Quirin
Die Urnentrauerfeier mit anschließender Beisetzung findet am Mittwoch,
dem 17. Juli 2013, um 12.45 Uhr in der Aussegnungshalle
im Ostfriedhof München, St.-Martins-Platz 1, statt.
* 9. Dezember 1927 + 12. Juni 2013 * 2. Februar 1927 + 19. Juni 2013
Du bist nicht mehr da, wo du warst,
aber du bist überall, wo wir sind.
Christian Freiherr von Pfetten-Arnbach
In liebevoller Erinnerung nehmen wir Abschied von unserem Bruder,
Onkel, Schwager, Cousin und Neffen.
In stiller Trauer:
Marquard Freiherr von Pfetten-Arnbach
Andrea Freifrau von Pfetten-Arnbach mit Lola und Jonathan
Verena von Seubert, geb. Freiin von Pfetten-Arnbach mit Patrick und Teresa
Manuela Linder, geb. Freiin von Pfetten-Arnbach
Manfred Linder mit Laura
und alle Angehörigen
Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Dienstag,
den 16. Juli 2013, um 11.15 Uhr in der Aussegnungshalle des Nordfriedhofes statt.
* 1. 7. 1954 + 25. 6. 2013
In memoriam
GUSTI
30 Jahre – ein Augenblick, eine Ewigkeit?
Fredi, Marc und Irmi
+ 13. 7. 1983
an unsere wunderbare und geliebte
(ULQQHUXQJHQ VLQG NOHLQH 6WHUQH
GLH WU|VWHQG LQ GDV 'XQNHO XQVHUHU 7UDXHU OHXFKWHQ
Ä$OL³ .DUO &KULVWRI .|KOHU
Friseurmeister
*31. Oktober 1936 f 8. ]uli 2013
/XFLDQR 6SD]]RQL
und alle Freunde
Trauerteier am 15.7.2013 um 1+.30 Lhr in der Ausse¸nun¸shalle
am Krematorium im Osttriedhot, $t. Martin·$tr. +1, 815+1 München
Wir nehmen Abschied von unserem lieben Vater
Friedrich Müller
Journalist
In Liebe und Dankbarkeit:
Heiliger Seelengottesdienst mit anschließender Beerdigung
am Dienstag, dem 16. Juli 2013, um 14.00 Uhr in Antholing.
Es nimmt der Augenblick, was Jahre geben.
Johann Wolfgang von Goethe
* 13. 11. 1925 + 9. 7. 2013
Alexander und Hildegard Müller mit Lucie und Kilian
Friederike und Alfred Hobl mit David und Lukas
Netterndorf
Baiern
Wir nehmen Abschied von
Sandro von Unruh
der am 8. 7. 2013 nach langem Leiden zu Hause
in München verstarb.
Er wird uns allen sehr fehlen.
Constanze von Unruh und Mark Goldman
mit Anouchka und Julius
Barbara Segatz
im Namen der gesamten Familie
Die Beerdigung findet am
Montag, dem 15. Juli 2013, um 12.00 Uhr
im Nordfriedhof-München statt.
* 29. 8. 1926
Wir trauern um unsere Mutter
Dr. med. Heltrud Duhm
geb. Hüneke
Ärztin für psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Jochen Duhm
Ulrike Duhm
Boris Duhm
Die Trauerfeier findet am Freitag, dem 26. Juli 2013,
um 15.00 Uhr in der St.-Vinzenz-Kirche in Odenbüll auf
Nordstrand/Nordsee statt.
Die Beisetzung im Anschluß daran auf hoher See.
Abfahrt vom Hafen Strucklahnungshörn um 18.30 Uhr.
Es wird gebeten, keine Blumenkränze mitzubringen.
* 12. März 1939 + 24. Juni 2013
Wir trauern um unseren Freund und Kollegen
Prof. Norman Braun, Ph.D.
der am 9. Juli 2013 im Alter von 53 Jahren verstorben ist.
Seine Kolleginnen und Kollegen
Josef Brüderl, Armin Nassehi, Hella von Unger
und Paula-Irene Villa
auch im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Wir werden ihn als warmherzigen Menschen und fachlich
herausragenden Kollegen stets in Erinnerung behalten.
Unser besonderes Mitgefühl gilt seiner Familie.
ln Trauer nehmen wir Abschied von meinem lieben Vater,
unserem Opa und geliebten Bruder
Hartwig Trost
ln Liebe und Dankbarkeit:
Sohn Michael mit Familie
Schwestern Mechthild und Uta
Die Trauerfeier findet am Montag, dem 15. Juli 2013, um 10.30 Uhr
im Nordfriedhof statt.
Die Urnenbeisetzung findet zu einem späteren Zeitpunkt im engsten
Familienkreis statt.
* 20. 3. 1937 + 8. 7. 2013
Liebe, Glaube, Hoffnung
Meinem lieben Ehemann
Bernhard
Freiherr von Hornstein
Ich vermisse Dich.
In tiefer Trauer Deine Nana,
Renate Freifrau von Hornstein
† 16.06.2013 * 03.12.1940
In Trauer um
Norman Braun
† 9. Juli 2013
Für das Vertrauen und die Freiheit danken wir
unserem Lehrer und Förderer!
Felix Bader, Johannes Bauer, Christiane Bozoyan,
Angela Fabry, Christian Ganser, Marc Keuschnigg,
Patrick Riordan, Thomas Wimmer, Tobias Wolbring
Die Ludwig-Maximilians-Universität München trauert um
Prof. Dr. Eberhard Weis
em. Professor für Neuere Geschichte
* 31.10.1925 † 17.06.2013
Mit ihm verliert die Ludwig-Maximilians-Universität München ein
hoch angesehenes Mitglied. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
München, den 13.07.2013
Präsident Prof. Dr. Bernd Huber
Präsidium und Senat
der Ludwig-Maximilians-Universität München
Die Ludwig-Maximilians-Universität München trauert um
Prof. Norman Braun, Ph.D.
Professor für Soziologie
* 14.09.1959 † 09.07.2013
Mit ihm verliert die Ludwig-Maximilians-Universität München ein
hoch angesehenes Mitglied. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
München, den 13.07.2013
Präsident Prof. Dr. Bernd Huber
Präsidium und Senat
der Ludwig-Maximilians-Universität München
Für alle völlig unerwartet verstarb am Dienstag, dem 9. Juli 2013
der Professor für Soziologie
Norman Braun Ph.D.
Die Sozialwissenschaftliche Fakultät verliert aus ihrer Mitte einen
von allen geschätzten Kollegen.
Als Ordinarius für Soziologie und als langjähriger Studiendekan hat er sich stets
in hohem Maße für die Belange der Studierenden eingesetzt. Sein Engagement für die
Fakultät und seine Verdienste in Forschung und Lehre waren außerordentlich.
Sein viel zu früher Tod ist ein schmerzhafter Verlust für Mitarbeiter und
Studierende gleichermaßen.
Sozialwissenschaftliche Fakultät
der Ludwig-Maximilians-Universität München
In dankbarer Erinnerung nehmen wir Abschied von unse-
rem hochverehrten Vereins- und Kuratoriumsmitglied,
Träger des Montgelas-Preises / Prix Montgelas 2010
Prof. em. Dr. Eberhard Weis
† 17.6.2013
Der Vorstand der Montgelas-Gesellschaft e.V.
Pierre Wolff (Vors.), Dr. Klaus Weber, Dr. Helmut Seitz,
Prof. Dr. Gerhard Metze, Klaus Bäumler, Margret Wolff
Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.
Joseph von Eichendorff
Wir beklagen den Tod von
Petra Scharnbeck
Wer sie kannte, weiß, was wir verloren.
ln tiefer Trauer:
Dr. Hermann L. Weber
Manfred und Ute Scharnbeck
Alexander und Claudia Scharnbeck mit Nick
Martina und Mark Webber mit Asia und Mia
Alexandra und Michael Bartler mit Luis und Lucy
DieTrauerfeier findet am Mittwoch, 17. Juli 2013, um 14.30 Uhr in der Aussegnungshalle am
Krematorium Ostfriedhof München, Eingang St.-Martin-Straße, statt.
Von Beileidsbekundungen bitten wir abzusehen.
Es wäre im Sinne von Petra, wenn anstelle von Blumen mit einer Spende an die Stiftung
Pfennigparade, HVB München, Konto 3180000142, BLZ 70020270, ihrer gedacht wird.
* 3. 3. 1951 + 11. 7. 2013
Helmut Krieglsteiner
In Liebe:
Trauerfeier am Montag, den 15. Juli 2013, um 13.00 Uhr im
Waldfriedhof, Neuer Teil (Lorettoplatz 3).
Anstelle von Blumen wird eine Spende erbeten, zu Gunsten des
Fördervereins Palliativmedizin an der Universität München e.V.,
BLZ 70090500, Konto-Nr. 3959090 bei der Sparda-Bank München.
Es war so schön zu leben,
da Du lebtest.
Pablo Neruda
* 1. 10. 1943 + 6. 7. 2013
Erika Krieglsteiner
im Namen aller Angehörigen
München
Juli 2013
Untröstlich sind wir, dass Du nicht mehr bei uns bist, und
doch müssen wir Iroh sein, dass Dein Leiden zu Ende ist.
Wir werden immer in Liebe und großer Dankbarkeit an Dich
denken.
Gisela Ullrich
* 18. Dezember 1926 f 3. Juli 2013
In tieIer Trauer
Karin Ullrich, Tochter und Johannes
Harald Ullrich, Sohn und Michaela mit Nicolas
im Namen aller Angehörigen
Die Urnenbeisetzung fndet am Mittwoch, dem 17. Juli 2013,
um 14.15 Uhr im OstIriedhoI in München statt.
Plötzlich und leise hast du uns verlassen.
Brigitte Maier
Diplom-Psychologin und Therapeutin
Wir vermissen dich:
Deine Patenkinder Veronika und Korbinian
Deine Münchner Verwandten und Freunde
Trauergottesdienst am Montag, dem 15. Juli 2013, um 14.30 Uhr
in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Kösching.
* 6. 8. 1949 + 9. 7. 2013
In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von
unserer Mutter, Schwiegermutter, Oma, Schwester
und Tante
Maria Rübsamen
In tiefer Trauer:
Walter und Bärbel Rübsamen mit Susanne
Peter und Gertrud Kuback mit Claudia und Carolin
im Namen aller Angehörigen
Die Erdbestattung findet statt am Dienstag, dem 16. Juli 2013,
um 9.00 Uhr im Sendlinger Friedhof
in München, Albert-Roßhaupter-Straße 5.
* 2. 1. 1911 + 11. 7. 2013
Die Ludwig-Maximilians-Universität München trauert um ihren Ehrensenator
Dr. Otto Stinglwagner
Mit ihm verliert die Ludwig-Maximilians-Universität München
ein hoch angesehenes Mitglied.
Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
München, den 13. Juli 2013
Präsident Prof. Dr. Bernd Huber
Präsidium und Senat
der Ludwig-Maximilians-Universität München
* 27. 6. 1925 + 7. 7. 2013
N A C HR U F
Wir trauern um unsere Firmengründerin und langjährige Gesellschafterin
Elsa Schober
Die Verstorbene gründete gemeinsam mit ihrem Mann im Jahr 1964
die Hausverwaltung Dipl.-Kfm. Schober GmbH & Co. KG.
Frau Schober blieb dem Unternehmen auch nach ihrem Ausscheiden
noch lange Jahre innig verbunden.
Mit ihrem Tode verlieren wir eine Persönlichkeit, der wir sehr viel
zu verdanken haben. Die menschliche Größe, die Aufrichtigkeit und die Toleranz
von Frau Schober war bei allen Kunden und Mitarbeitern sehr geschätzt.
Wir werden sie stets in dankbarer Erinnerung behalten.
Dipl.-Kfm. Schober GmbH & Co. KG
Geschäftsführung Petra und Rüdiger Hansel
mit Belegschaft
15. 2. 1930 – 18. 6. 2013
Am 9. Juli 2013 verstarb
im Alter von 81 Jahren unser ehemaliger Mitarbeiter
Herr Wolfram Jacob
Der Verstorbene war mehr als 23 Jahre
für unser Unternehmen tätig. Er hat sich in dieser Zeit
stets durch hohe Einsatzbereitschaft
und Zuverlässigkeit ausgezeichnet.
Alle, die ihn kannten, werden ihn in guter
Erinnerung behalten.
Continentale Lebensversicherung AG
Vorstand und Betriebsrat
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Die Beisetzung fand im Familienkreis stat.
Wir trauern um unsere
Mama, Schwiegermuter und Oma
(OVD 6FKREHU
geb. Held
Diplomkaufmann
* 15. Februar 1930 † 18. Juni 2013
in Schwerin in Schwangau
Beate Schober-Siegel und Peter Siegel
Julian, Nora und Leon
Prof. Dr. Andreas Schober und Uta Kotzbauer
Post nubila Phoebus
Christian Pschirrer
Lieber Fippo, Du warst so unglaublich tapfer und geduldig –
lebensfroh, herzlich und ein Schöngeist.
Wir lieben Dich und tragen Dich stets in unseren Herzen.
Verena und Dr. Heinrich Pschirrer
Dr. Ulrich und Antje Pschirrer mit Henri
Sebastian Pschirrer und Anna Zinser
Hildegard und Kurt Schottke
Edith und Julia Arnold
Annemie Stelzel
Amber, Janine
Trauerfeier am Mittwoch, 17. Juli 2013, um 11.00 Uhr
in der Aussegnungshalle auf dem Friedhof in Vaterstetten,
Johann-Sebastian-Bach-Straße.
– Irgendwann wird eine jede Träne zur schönen Erinnerung –
* 17. Dezember 1976 + 11. Juli 2013
Wir trauern um
Dr. jur. Peter H. Kleine
Gudrun Kleine-Lauerer
Stephan Kleine
Frederick Kleine
Thomas Kleine
Astrid Kleine-Boonzaier
Die Trauerfeier findet statt am Donnerstag, 18. Juli 2013,
um 9.00 Uhr im Friedhof Aubing, Freihamer Weg 73,
in München-Aubing.
* 5. 12. 1939 + 9. 7. 2013
Ihr habt nun Traurigkeit;
aber ich will euch wiedersehen,
und euer Herz soll sich freuen,
und eure Freude soll niemand von euch nehmen.
Johannes 16, 22
Dr. Anne Frentzel
In Freundschaft und Dankbarkeit,
im Namen der Familie und der Freunde
Petra Frentzel
Andrea Bielmeier
Gisela und Hermann Schmid
Beerdigung am Mittwoch, dem 17. Juli 2013, um 10.00 Uhr
im Friedhof 82067 Zell, Zeller Straße 4.
* 17. 8. 1916 + 10. 7. 2013
Rudolf Stürzer
Leitender Vermessungsdirektor a. D.
Die Feuerbestattung hat auf Wunsch
des Verstorbenen in aller Stille stattgefunden.
* 18. 7. 1921 + 23. 6. 2013
Nach schwerem Leiden hat uns für immer verlassen
Herr Theo Näumann
In tiefer Trauer:
Deine Steffi
Volkhard und Ursula Müller
Marlies Kilian
im Namen aller Angehörigen
Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung
findet statt am Mittwoch, dem 17. Juli 2013, um 16.00 Uhr
im Friedhof Achdorf, Felix-Maindl-Weg 26,
84036 Landshut-Achdorf.
* 24. 11. 1933 + 19. 6. 2013
Susanne Tausend
Fassungslos und unendlich traurig nehmen wir Abschied von
Sie starb viel zu früh am 10. Juli 2013,
aber in unseren Herzen wird sie weiterleben.
Wir verlieren mit ihr eine liebe, freundliche und
lebensfrohe Mitarbeiterin, Kollegin und Freundin.
Ihr Tod tut uns allen sehr weh.
T R E U M E D I Z I N
G M B H
Geschäftsführung, Kollegen und Geschäftsfreunde
In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von meinem lieben Mann, Vater und Schwiegervater
Dr. Thorkill zur Mühlen
Ltd. Chemiedirektor a. D.
In unseren Herzen bist Du immer bei uns.
In stiller Trauer:
Gunda zur Mühlen
Dr. Alexander und Annette zur Mühlen
im Namen aller Angehörigen
Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung am Dienstag, 16. Juli 2013, um 14.00 Uhr
im Gemeindefriedhof Hohenbrunn.
Statt zugedachter Blumen bitten wir im Sinne des Verstorbenen um eine Spende
an „Médecins Sans Frontières – Ärzte ohne Grenzen e.V.“ oder an „SOS-Kinderdorf e.V.“.
* 14. September 1933 + 1. Juli 2013
Ursula Gebhardt
Wir trauern um eine wunderbare Frau.
Maria Hansch
Ruth Hansch
Michael Hansch
Tobias Hansch
Die Urnentrauerfeier findet am Dienstag, dem 30. Juli 2013,
um 13.00 Uhr im Krematorium Ostfriedhof München statt.
* 30. 7. 1919 + 7. 7. 2013
Die größten Ereignisse sind unsere illen Stunden.
Friedrich Nietzsche
Trauer einen Raum geben.
Abschied nehmen von einem geliebten Menschen ist schmerzlich. Das Trauerportal der
Süddeutschen Zeitung, www.sz-gedenken.de, hilft Ihnen dabei und bietet Ihnen die Möglichkeit,
Ihre Trauer zum Ausdruck zu bringen.
Alle Traueranzeigen aus der Zeitung erscheinen automatisch auf einer persönlichen
Gedenkseite. Hier können Sie virtuelle Gedenkkerzen anzünden, kondolieren und persönliche
Fotos und Erinnerungen mit Verwandten, Freunden und Bekannten teilen.
Kontakt: beratung@sz-gedenken.de oder www.sz-gedenken.de
NEU!
Erinnern Sie mit einer
Memoriam-Anzeige
an kommende
Jahresgedenktage.
Ich geh’ in Hain und Flur
Nie ohne deine Spur;
Denn immer muß ich denken,
Wohin ich nur mag lenken,
Die Augen und den Schritt:
Hier ginge du ein mit.
Und werd’ ich hingelangen,
Wo du nie mitgegangen,
So denk’ ich wieder: hier
Ging du noch nie mit mir;
O könnt’ ich mit dem neuen
Spaziergang dich erfreuen!
Friedrich Rückert.
35 Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 SZ-GEDENKEN.DE
Das Trauerportal der Süddeutschen Zeitung
GELD
In Deutschland zugelassene Qualitätsfonds – tägliche Veröffentlichung mitgeteilt von vwd group
Name Währung Ausg. Rücknahme Aktiengewinn ATE ZWG
12.07. 12.07. 11.07. EStG
1)
KStG
2)
Name Währung Ausg. Rücknahme Aktiengewinn ATE ZWG
12.07. 12.07. 11.07. EStG
1)
KStG
2)
Name Währung Ausg. Rücknahme Aktiengewinn ATE ZWG
12.07. 12.07. 11.07. EStG
1)
KStG
2)
Name Währung Ausg. Rücknahme Aktiengewinn ATE ZWG
12.07. 12.07. 11.07. EStG
1)
KStG
2)
Name Währung Ausg. Rücknahme Aktiengewinn ATE ZWG
12.07. 12.07. 11.07. EStG
1)
KStG
2)
Name Währung Ausg. Rücknahme Aktiengewinn ATE ZWG
12.07. 12.07. 11.07. EStG
1)
KStG
2)
Aberdeen Immobilien KAG
DEGI EUROPA € 26,50 25,24 25,23 -32,21 -32,99 - 0,33
DEGI Internat. € 31,91 30,39 30,39 -10,96 -11,19 - 0,09
Adviser I Funds, SICAV
Alb&Cie Optiselect € 175,43 167,08 166,79 32,48 31,98 - 0,00
Alceda Fund Management
NV Strat-Kons. P € 45,40 44,08 43,97 -1,60 -1,60 - 0,00
NV Strat-Kons. POA € 38,94 38,94 38,84 -1,12 -1,12 - 0,00
NV Strat-Kons. POT € 41,21 41,21 41,11 -5,35 -5,35 - 0,00
Allianz Global Investors KAG mbH
Adifonds A € 87,49 83,32 82,78 -1,27 -3,82 - 0,00
Adirenta P € 14,98 14,54 14,51 0,00 0,00 - 0,36
Adireth € 89,76 87,15 86,83 0,12 0,12 - 0,29
Adiverba A € 110,39 105,13 104,63 -49,61 -50,98 - 0,00
AGIF EuSmCa AE € 134,23 127,84 127,54 22,39 21,43 0,00 0,00
Aktien Europa A € 69,17 65,88 65,53 -23,38 -25,24 - 0,00
Concentra AE € 84,11 80,10 79,42 40,11 37,89 - 0,00
Europazins AE € 50,63 49,16 49,05 0,00 0,00 - 0,52
Fl Rentenfd AE € 81,80 79,03 78,96 3,91 3,31 - 2,77
Flex Eur Ba AE € 59,60 57,31 57,28 2,70 1,35 - 0,38
Flex Eur Dy AE € 57,82 55,07 55,05 -9,42 -11,25 - 0,00
Flexi Immo A € 91,78 88,25 88,25 -2,23 -2,23 - 2,92
Fondak A € 125,81 119,82 118,86 33,99 31,98 - 0,00
Fondirent € 43,91 42,63 42,49 0,00 0,00 - 0,65
Geldmarkt AE € 49,23 49,23 49,23 0,00 0,00 - 0,84
Geldmkt SP AE € 49,87 49,87 49,86 0,00 0,00 - 0,77
Global Eq.Dividend € 94,64 90,13 88,94 -36,30 -38,07 - 0,00
Horizont Def € 121,66 116,98 116,80 19,91 19,42 0,00 2,46
Industria AE € 88,16 83,96 83,64 -13,23 -15,25 - 0,00
Interglobal A € 192,24 183,09 181,25 -19,22 -20,37 - 0,00
Kapital + AE € 55,81 54,18 54,13 14,05 13,56 - 0,78
Mobil-Fonds AE € 54,17 53,11 53,08 0,00 0,00 - 0,99
Nebenw. Deutschl.A € 190,80 181,71 180,97 73,23 71,64 - 0,00
Reale Werte A € 51,46 49,48 49,45 3,74 3,74 - 0,15
Rentenfonds AE € 82,04 80,04 79,84 0,00 0,00 - 1,38
Rohstofffonds A € 68,49 65,23 64,15 33,40 33,40 - 0,00
Thesaurus AT € 647,80 616,95 612,40 46,33 43,85 - 0,00
Vermög. Deutschl. A € 133,68 127,31 126,30 38,58 36,11 - 0,00
Wachstum Euroland A € 78,39 74,66 74,54 8,21 6,46 - 0,00
Wachstum Europa A € 86,25 82,14 82,04 33,46 31,85 - 0,00
Allianz Global Investors Luxembourg S.A
AGIF B St E IE € 8,61 8,61 8,61 -14,71 -17,14 0,00 0,01
AGIF Eu EqD ATE € 206,66 196,82 196,38 36,16 33,21 25,99 0,00
AGIF EuBd AE € 11,05 10,73 10,72 0,00 0,00 0,00 0,07
AGIF Gl AgTr AE € 131,99 125,70 125,01 9,13 9,21 0,00 0,00
AGIF GlEcoT AE € 89,99 85,70 85,58 -13,75 -13,85 0,00 0,00
All Comm Stra A € 86,46 82,34 82,77 -0,81 -0,03 0,00 0,00
Emerging Europe A € 353,81 336,96 329,35 54,57 52,96 11,31 0,00
Eur Bd TR AE € 62,96 61,13 61,04 0,00 0,00 0,00 0,43
Euro HiYield Bd A € 115,32 111,96 111,83 0,00 0,00 0,00 4,07
Europe 25 ATE € 113,54 108,13 107,94 0,21 -0,39 10,35 0,88
Flex Bond Strat A € 104,93 101,87 101,87 0,00 0,00 0,00 1,78
Flexi Asia Bond AT $ 10,66 10,15 10,14 0,00 0,00 0,07 0,26
Mlt.AsiaAct.A(EUR) € 52,03 49,55 49,07 5,57 6,28 0,25 0,00
Oriental Income AT € 142,16 135,39 135,64 14,23 13,80 3,81 0,02
RCM BRIC Stars A € 121,84 116,04 114,48 22,72 21,75 0,00 0,00
RCM Enh ST Euro AT € 108,73 108,73 108,77 0,00 0,00 6,89 0,55
RCM Renminbi Cur A $ 10,80 10,59 10,59 0,00 0,00 0,00 0,17
Allianz Global Investors Ireland Ltd.
Emg Mrkt Bd AE € 62,23 60,42 60,06 0,00 0,00 0,00 1,45
Gl. Em. Mkts Eq. A € 35,40 33,71 33,50 63,51 62,68 0,00 0,00
US Equity A € 56,70 54,00 53,26 46,55 46,35 0,00 0,00
Alte Leipziger Trust
€uro Short Term € 47,68 47,21 47,22 0,00 0,00 - 0,86
Aktien Deutschland € 92,16 87,77 86,86 0,18 -1,39 - 0,00
AL Trust €uro Relax € 51,97 50,46 50,48 3,57 3,60 - 0,15
Trust €uro Cash € 47,16 47,16 47,16 0,00 0,00 - 0,40
Trust €uro Renten € 44,88 43,57 43,54 0,00 0,00 - 0,82
Trust Aktien Europa € 43,11 41,06 40,84 -62,54 -64,19 - 0,00
Trust Global Invest € 61,34 58,42 58,22 -41,67 -41,23 - 0,00
Ampega Investment GmbH
Amp Euro Star 50* € 35,92 35,92 35,96 12,95 12,90 - 0,00
Amp Europa Meth* € 161,34 153,66 153,57 -2,55 -5,29 - 0,00
Amp Global Aktien* € 8,68 8,31 8,34 -134,01 -134,93 - 0,00
Amp Global Renten* € 17,90 17,25 17,31 0,00 - - 0,21
Amp Pf MuETFStr Pa* € 20,91 20,30 20,34 -73,25 -73,25 - 0,14
Amp Pf Real Estate* € 104,77 99,78 99,76 0,41 0,27 - 0,88
Amp Rendite Renten* € 20,63 20,03 20,04 0,00 - - 0,30
Amp Reserve Renten* € 52,24 51,72 51,75 0,00 - - 0,55
Amp Substanz Pa* € 23,54 22,63 22,61 -11,72 -12,44 - 0,00
Amp Unternfonds* € 24,25 23,54 23,56 0,00 - - 1,18
CQUAD.Flex Ass AMI* € 35,72 34,10 34,15 -31,60 -31,60 - 0,23
JF Renten W.* € 108,41 106,28 106,35 0,00 - - 2,27
PF Glob ETF Aktien* € 18,73 18,18 18,25 -24,97 -24,97 - 0,03
terrAssi.Akt.I AMI* € 18,63 17,83 17,83 -33,59 -34,74 - 0,00
terrAssisi Rent IA* € 100,52 100,02 100,07 0,00 - - 1,26
Zan.Eu.Cor.B.AMI P* € 109,84 107,69 107,74 0,00 - - 1,24
Zantke Eu.HY AMI Pa* € 119,65 117,30 117,28 0,00 - - 3,44
Axxion S.A.
M-AXX InCap Taurus € 72,28 68,84 68,31 40,63 39,74 - 0,00
Bantleon
www.bantleon.com
Bantleon Cash (IA) € 96,27 96,27 96,27 0,00 - 0,00 1,47
Bantleon Dynamic IA € 91,58 91,58 91,70 0,00 - 0,00 0,00
Bantleon Opp. L IA € 140,05 140,05 139,71 0,00 - 0,00 0,27
Bantleon Opp. L IT € 168,13 168,13 167,72 0,00 - 13,75 1,23
Bantleon Opp. S IA € 120,59 120,59 120,49 0,00 - 0,00 0,29
Bantleon Opp. S IT € 143,64 143,64 143,52 0,00 - 16,09 1,63
Bantleon Opp.GlbIA € 104,06 104,06 103,89 -2,65 - 0,46 0,00
Bantleon Opp.GlbPA € 106,14 102,55 102,38 - - - 0,00
Bantleon Opp.L PA € 115,84 111,92 111,65 - - - 0,16
Bantleon Opp.L PT € 121,64 117,53 117,25 - - - 0,27
Bantleon Opp.S PA € 110,27 107,06 106,97 - - - 0,22
Bantleon Opp.S PT € 116,95 113,54 113,45 - - - 0,90
Bantleon Opp.XL IA € 110,16 110,16 109,90 0,00 - 0,00 0,20
Bantleon Opp.XL IT € 111,09 111,09 110,85 0,00 - 0,25 0,77
Bantleon Return IA € 110,40 110,40 110,35 0,00 - 0,00 0,21
Bantleon Return IT € 107,85 107,85 107,80 0,00 - 5,93 1,37
Bantleon Return PA € 104,84 102,28 102,23 0,00 - 0,00 0,17
Bantleon Return PT € 109,25 106,59 106,54 0,00 - 5,04 1,11
Bantleon Strat. IA € 97,60 97,60 97,64 0,00 - 0,00 0,00
Bantleon Strat. PA € 98,36 95,96 96,00 0,00 - 0,00 0,00
Bantleon Trend IA € 103,99 103,99 103,99 0,00 - 0,00 0,00
Bantleon Trend IT € 104,38 104,38 104,37 0,00 - 6,10 0,79
Bantleon Yield IA € 103,88 103,88 103,87 0,00 - 0,00 0,39
Bantleon Yield PA € 105,94 103,36 103,35 0,00 - 0,00 0,34
Bantleon Yield PT € 113,23 110,47 110,46 0,00 - 6,95 1,89
BNY Mellon Service KAG
www.bnymellonkag.com
Balanced € 55,48 52,84 52,79 16,09 15,54 - 0,34
Europa € 38,31 36,49 36,36 -53,57 -55,52 - 0,00
Eurorent € 57,25 55,58 55,58 0,00 0,00 - 0,93
www. .lu
Megatrend € 52,33 49,84 49,10 39,17 39,01 - 0,00
Triselect € 46,79 44,56 44,49 -4,36 -5,22 - 0,08
Commerz Real Investment
hausInvest € 42,43 40,41 40,41 2,04 2,04 - 0,04
www.cratoncapital.com
Precious Metal* $ - 114,83 106,17 -214,86 -239,81 - 0,00
Credit Suisse
CS Euroreal A CHF* CHF 74,78 71,22 71,22 0,90 - - 0,03
CSAM Immobilien KAG mbH
CS EUROREAL* € 48,08 45,79 45,79 1,12 - - 0,03
Deka
BW Portfolio 20* € 43,55 42,70 42,71 -3,01 -3,01 - 0,61
BW Portfolio 40* € 43,31 42,46 42,48 -6,65 -6,65 - 0,67
BW Portfolio 75* € 39,53 38,75 38,79 -5,65 -5,67 - 0,13
BW Zielfonds 2020* € 35,87 35,17 35,18 -15,99 -16,00 - 0,38
BW Zielfonds 2025* € 35,64 34,94 34,96 -15,05 -15,07 - 0,17
BW Zielfonds 2030* € 35,90 35,20 35,23 -12,10 -12,12 - 0,08
DekaFonds* € 82,00 77,90 76,86 25,64 23,42 - 0,00
DekaFonds TF* € 197,33 197,33 194,68 43,89 41,67 - 0,00
Deka-MegaTrends CF* € 47,48 45,76 46,10 7,05 6,05 - 0,00
Deka-MegaTrends TF* € 41,81 41,81 42,13 -0,53 -1,54 - 0,00
DekaRent-intern.TF* € 112,78 112,78 113,53 0,00 - - 0,96
DekaRent-Internat.* € 18,32 17,79 17,91 0,00 - - 0,19
EuropaBond CF* € 114,88 111,53 111,74 0,00 - - 2,79
EuropaBond TF* € 40,77 40,77 40,85 0,00 - - 0,76
GlobalChampions CF* € 111,62 107,59 108,36 3,79 2,37 - 0,00
GlobalChampions TF* € 102,72 102,72 103,48 2,62 1,20 - 0,00
LBBW Exportstrat.* € 55,63 53,40 52,58 -9,91 -11,91 - 0,00
LBBW-Rentenf.Euro* € 42,89 41,64 41,66 0,00 - - 0,50
Mainfranken Strate* € 125,93 125,93 125,29 16,96 15,61 - 0,00
MF Weltkonz. kons.* € 101,69 101,69 101,72 -0,61 -0,67 - 0,49
MF Wertkonz. ausg.* € 100,56 100,56 100,59 -1,24 -1,36 - 0,50
RenditDeka* € 22,43 21,78 21,78 0,00 - - 0,17
RenditDeka TF* € 28,22 28,22 28,23 0,00 - - 0,19
S-BayRent-Deka* € 52,82 50,97 50,99 0,00 - - 0,88
UmweltInvest CF* € 79,29 76,42 76,45 -31,50 -33,04 - 0,00
UmweltInvest TF* € 72,91 72,91 72,94 -36,52 -38,07 - 0,00
Deka Immobilien Investment
Deka Immob Europa* € 48,54 46,11 46,11 2,95 2,98 - 0,05
Deka Immob Global* € 57,94 55,04 55,05 8,64 8,68 - 0,20
Deka International (Lux.)
Corp.Bd. Euro CF € 54,67 53,08 53,07 0,00 0,00 0,00 0,82
Corp.Bd. Euro TF € 52,74 52,74 52,72 0,00 0,00 0,00 0,68
Deka-Conv.Akt. TF € 142,75 142,75 140,73 50,07 46,99 0,00 0,00
Deka-Conv.Aktien CF € 160,65 154,84 152,65 49,05 45,96 0,29 0,00
Deka-Conv.Rent. TF € 50,16 50,16 50,16 0,00 0,00 0,25 0,35
Deka-Conv.Renten CF € 52,46 50,56 50,57 0,00 0,00 0,28 0,51
Deka-Gl.Con.Rent. CF € 43,35 41,78 41,73 0,00 0,00 0,00 0,55
Deka-Gl.Conv.Re.TF € 41,58 41,58 41,53 0,00 0,00 0,00 0,45
DekaLux-BioTech CF € 233,54 225,10 220,50 57,84 57,73 0,05 0,00
DekaLux-BioTech TF € 217,14 217,14 212,70 58,03 57,92 0,00 0,00
DekaLux-MidCapTF A € 50,35 50,35 49,98 59,93 58,62 0,00 0,00
GlobalResources CF € 73,21 70,56 69,65 -26,39 -27,45 0,22 0,01
GlobalResources TF € 69,16 69,16 68,27 -65,28 -66,34 0,09 0,00
Wandelanleihen CF € 55,55 53,93 53,73 -0,89 -0,98 0,00 0,00
Wandelanleihen TF € 52,38 52,38 52,18 -0,94 -1,03 0,00 0,00
DJE Investment S.A.
www.dje.lu info@dje.lu Telefon 00352 26925220
DJE - Div&Sub I € 292,15 292,15 290,47 44,89 44,90 - 0,00
DJE - Div&Sub P € 285,64 272,04 270,48 46,56 46,37 - 0,00
DJE - Div&Sub XP € 175,11 175,11 174,10 29,76 29,75 - 0,00
DJE Absolut PA € 258,90 246,57 244,84 32,18 31,41 - 0,00
DJE Alpha Glob PA € 191,85 184,47 183,33 32,56 32,04 - 0,00
DJE Asia High D PA € 149,69 142,56 142,34 32,45 31,33 - 0,00
DJE Asia High D XP € 150,21 150,21 149,99 28,98 28,96 - 0,00
DJE Asia High Div € 146,58 146,58 146,37 29,77 29,77 - 0,00
DJE Concept I € 218,90 218,90 217,64 32,12 31,61 - 0,11
DJE Concept PA € 112,69 107,32 106,71 4,96 4,80 - 0,00
DJE Gold&Ressou PA € 133,83 127,46 123,77 7,52 6,83 - 0,00
DJE InterCash PA € 132,16 130,85 130,75 0,00 0,00 - 4,78
DJE Inv.Karitativ € 1362,85 1285,71 1285,54 14,72 14,30 - 25,82
DJE Inv.Lux Select € 186,56 177,68 176,69 1,28 0,59 - 0,00
DJE Inv.Primus € 2173,94 2050,89 2035,40 30,14 29,16 - 17,41
DJE INVEST-StiftRI € 10,92 10,65 10,64 0,00 0,00 - 0,36
DJE INVEST-Vario P € 1045,09 985,93 979,47 -11,63 -11,73 - 0,00
DJE Renten Glob PA € 155,09 152,05 152,01 0,36 0,33 - 5,06
DJE Zins&Divid PA € 115,68 111,23 110,89 5,80 5,29 - 0,72
DJE-Absolut I € 259,78 259,78 257,95 30,15 30,18 - 0,00
DJE-Absolut XP € 108,51 108,51 107,75 -3,65 -3,64 - 0,00
DJE-Ag&Ernährung I € 163,49 163,49 163,04 46,10 45,77 - 0,00
DJE-Alpha Global I € 195,57 195,57 194,35 30,89 30,81 - 0,00
DJE-Div&Sub.IH-CHF CHF 128,87 128,87 128,13 17,54 17,55 - 0,00
DJE-Gold&Ressour I € 133,40 133,40 129,53 8,76 7,55 - 0,00
DJE-InterCash I € 132,31 132,31 132,21 0,00 0,00 - 0,00
DJE-Real Estate I € 518,51 513,38 513,36 5,95 5,95 - 0,00
DJE-Real Estate P € 5,18 4,93 4,93 1,56 1,56 - 0,00
DJE-Renten Glob I € 158,38 158,38 158,33 0,40 0,37 - 0,35
DJE-Renten Glob XP € 135,20 135,20 135,16 -0,26 -0,28 - 0,85
DJE-Zins&Divid I € 112,33 112,33 112,00 5,99 5,61 - 0,01
DJE-Zins&Divid XP € 114,33 114,33 113,99 5,96 5,75 - 0,00
GoldPort Stab.Fd.I CHF 120,21 119,02 118,20 10,39 9,93 - 0,00
GoldPort Stab.Fd.P CHF 120,57 114,83 114,05 10,19 9,81 - 0,00
LuxPro-Euro Rent I € 1071,64 1045,50 1044,80 0,00 0,00 - 37,16
LuxPro-Euro Renten P € 108,79 106,14 106,06 0,00 0,00 - 3,56
LuxTop-Bk.Sch PA € 17,21 16,39 16,39 16,85 16,58 - 0,29
LuxTop-DJE Co PA € 177,14 168,70 167,42 22,03 21,52 - 1,52
LuxTopic-Akt.Eu A € 20,09 19,13 19,18 -2,42 -3,19 - 0,00
LuxTopic-Akt.Eu B € 1061,04 1061,04 1063,80 -8,07 -9,03 - 0,00
LuxTopic-Flex € 173,67 165,40 165,54 13,41 13,08 - 0,00
LuxTopic-Pacific P € 20,95 19,95 20,07 30,29 30,38 - 0,00
D W S Investmentfonds
Telefon 01803 10111011 Telefax 01803 10111050
DWS Investment GmbH
DWS Akkumula* € 670,10 638,19 639,49 5,73 - - 0,45
DWS Akt.Strat.D* € 225,07 214,35 210,88 40,48 - - 1,49
DWS Bonus Aktiv* € 47,94 46,09 45,66 6,62 - - 0,15
DWS Convertibles* € 129,88 126,10 127,42 0,41 - - 0,50
DWS Cov Bond Fd LD* € 52,32 51,04 51,06 0,02 - - 0,85
DWS EUR Strat(R)* € 40,86 39,86 39,91 -0,02 - - 0,55
DWS Eurol Strat R* € 36,45 35,56 35,55 -0,01 - - 0,63
DWS Europ. Opp* € 196,68 187,31 184,93 14,27 - - 0,02
DWS Eurovesta* € 102,66 97,77 96,70 -16,41 - - 0,00
DWS Flexizins +* € 68,25 68,25 68,25 0,00 - - 0,22
DWS ImoFl VeM(GS)* € - 73,92 73,93 0,00 - - 0,14
DWS Inter Genuß LD* € 40,63 39,45 39,38 4,78 - - 2,37
DWS Inter-Renta LD* € 15,16 14,72 14,73 0,02 - - 0,29
DWS Investa* € 124,60 118,66 116,36 8,89 - - 2,34
DWS Klimawandel* € 31,26 29,76 29,70 -69,73 - - 0,00
DWS PlusInv.(W)* € 43,27 41,20 41,11 19,82 - - 0,00
DWS Select-Invest* € 258,81 246,48 246,84 16,02 - 0,00 2,43
DWS Top 50 Asien* € 111,82 107,52 106,57 44,15 - - 0,00
DWS Top 50 Welt* € 67,12 64,53 64,67 -14,54 - - 0,00
DWS Top Dividen LD* € 98,51 93,81 94,30 46,60 - - 0,01
DWS Top Europe* € 112,19 107,87 106,88 16,53 - - 0,00
DWS Vermbf.I* € 101,19 96,37 96,56 -16,61 - - 0,00
DWS Vermbf.R* € 18,39 17,85 17,83 0,00 - - 0,36
DWS Vors.AS(Dyn.)* € 93,98 90,36 89,62 -12,18 - - 0,38
DWS Vors.AS(Flex)* € 90,27 86,79 86,09 -3,49 - - 0,38
DWS Zukunftsress.* € 56,20 53,52 54,02 4,67 - - 0,00
UniEuRe Real Zins n* € 59,75 59,75 59,72 0,00 0,00 0,00 8,19
UniEurKapital-net-* € 43,95 43,95 43,96 0,00 0,00 0,00 0,48
UniEuroAspirant* € 51,69 50,18 50,24 0,00 0,00 0,00 2,25
UniEuroKapital* € 69,32 67,96 67,99 0,00 0,00 30,56 0,72
UniEuropa* € 1487,79 1416,94 1411,36 23,73 23,92 82,32 0,00
UniEuropaRenta* € 45,65 44,32 44,34 0,00 0,00 0,00 0,70
UniEuroSt.50 A* € 39,63 38,11 37,80 3,34 3,70 0,00 0,00
UniEuroSt.50-net* € 32,40 32,40 32,14 1,45 1,91 0,00 0,00
UniFavorit: Renten* € 27,60 26,80 26,85 0,00 0,00 0,00 0,69
UniGa:Er.Energ 2018* € - 103,03 102,99 0,00 0,00 1,00 0,40
UniGaExt:D 2019 II* € - 104,84 104,74 0,00 0,00 0,28 0,12
UniGar: Deut.2017* € - 103,87 103,73 0,00 0,00 1,12 1,33
UniGar: Deut.2019* € - 98,51 98,37 0,00 0,00 0,00 0,24
UniGar: Deut.2019 II* € - 97,51 97,40 0,00 0,00 0,00 0,55
UniGar: EM 2020 II* € - 93,46 93,29 0,00 0,00 0,00 0,04
UniGar: EmMkt 2018* € - 99,17 99,25 0,00 0,00 2,00 1,25
UniGarExt: Deut.2019* € - 103,74 103,60 0,00 0,00 0,89 1,17
UniGarPl: Eur.2018* € - 110,99 111,08 0,00 0,00 1,12 0,92
UniGarTop: Eur.IV* € 128,84 122,64 122,70 -4,46 -4,46 16,99 0,67
UniGlobal II A* € 64,09 61,04 60,89 16,13 15,92 0,00 0,00
UniM.&S.Caps:Eur.* € 35,68 34,31 34,18 42,53 42,44 0,17 0,00
UniMarktf. A* € 30,47 29,30 29,18 15,00 14,96 0,00 0,00
UniMarktf. -net- A* € 30,07 30,07 29,95 14,51 14,58 0,00 0,00
UniOptima* € 762,73 755,18 755,44 0,00 0,00 0,00 1,98
UniOptimus-net-* € 730,50 730,50 730,60 0,00 0,00 0,00 3,04
UniProt.Europa II* € 114,32 110,99 110,95 2,19 1,99 15,14 0,69
UniProtect:Europa* € 114,44 111,11 111,06 -2,63 -2,72 15,79 0,31
UniRak Nachh.A* € 57,86 56,17 56,06 12,32 11,96 0,00 0,00
UniRak Nachh.A net* € 55,87 55,87 55,77 12,09 11,78 0,00 0,00
UniRenta Corp A* € 80,19 77,85 78,63 0,00 0,00 45,06 2,02
UniReserve: Euro A* € 505,76 505,76 505,76 0,00 0,00 0,00 3,56
UniReserve: USD* $ 992,87 992,87 992,83 0,00 0,00 0,00 0,00
UniSec. Bas. Ind.* € 85,39 82,11 81,64 37,57 37,54 0,00 0,00
UniSec. BioPha.* € 75,18 72,29 72,26 41,17 41,33 0,00 0,00
UniSec. High Tech.* € 47,92 46,08 45,91 40,36 40,62 0,00 0,00
UniVa. Europa A* € 43,84 42,15 41,97 11,62 12,07 0,00 0,00
UniVa. Global A* € 67,98 65,37 65,46 40,16 40,33 0,00 0,00
UniVa.Euro.-net-A* € 42,95 42,95 42,77 11,22 11,78 0,00 0,00
UniVa.Glb-net-A* € 65,88 65,88 65,97 39,63 39,91 0,03 0,00
UniVorsorge 1 ASP* € 49,79 48,34 48,34 0,00 0,00 0,00 0,00
UniVorsorge 1 AZP* € 49,72 48,27 48,27 0,00 0,00 0,00 0,00
UniVorsorge 2 ASP* € 49,64 48,19 48,19 0,00 0,00 0,40 0,87
UniVorsorge 2 AZP* € 49,81 48,36 48,36 0,00 0,00 1,30 0,88
UniVorsorge 3 ASP* € 50,04 48,58 48,60 0,00 0,00 0,38 0,94
UniVorsorge 3 AZP* € 51,23 49,74 49,75 0,00 0,00 1,07 0,96
UniVorsorge 4 ASP* € 50,58 49,11 49,12 0,00 0,00 0,39 0,94
UniVorsorge 4 AZP* € 52,88 51,34 51,34 0,00 0,00 1,18 0,97
UniVorsorge 5 ASP* € 50,05 48,59 48,51 0,00 0,00 0,48 1,09
UniVorsorge 5 AZP* € 54,82 53,22 53,14 0,00 0,00 1,40 1,19
UniVorsorge 6 ASP* € 48,27 46,86 46,74 0,00 0,00 0,38 0,91
UniVorsorge 6 AZP* € 55,26 53,65 53,52 0,00 0,00 1,25 1,04
UniVorsorge 7 ASP* € 46,39 45,04 44,88 0,00 0,00 0,34 0,78
UniVorsorge 7 AZP* € 55,21 53,60 53,41 0,00 0,00 1,03 0,91
Union-Investment Real Estate
UniImmo:Dt.* € 94,89 90,37 90,36 0,88 0,87 0,00 0,12
UniImmo:Europa* € 58,78 55,98 55,98 1,59 1,53 0,00 0,07
UniImmo:Global* € 52,85 50,33 50,32 -6,43 -6,52 0,00 0,02
Universal-Investment
BW-Renta-Internat.* € 41,36 40,35 40,41 0,00 0,00 - 0,46
BW-Renta-Univ.* € 27,22 26,56 26,55 0,00 0,00 - 0,44
Concept Aurelia Gl* € 123,30 117,43 116,59 9,27 9,36 - 0,00
G&P-Univ.Aktien A* € 53,30 50,76 51,28 -122,74 -122,70 - 0,03
H&A Akt.Eurol.-UI* € 135,86 129,39 128,60 -24,91 -27,16 - 0,00
J. Führ-UI-Aktien* € 91,92 87,54 86,89 -3,69 -3,89 - 0,00
J. Führ-UI-Renten* € 44,86 43,98 43,96 0,00 0,00 - 1,09
SC BondValue UI* € 71,05 68,98 69,13 0,00 0,00 - 1,88
Trend-Uni- Glbl* € 108,84 103,66 103,73 22,83 22,14 - 0,00
WM Akt. Gl. UI* € 81,22 77,35 75,98 49,57 48,90 - 0,00
WM Akt. Gl. US$* $ 291,88 277,98 271,16 67,08 66,49 - 0,00
VERSIKO AG
Klima € 40,78 38,84 38,56 -25,71 -26,20 0,00 0,00
New Energy EUR* € 4,95 4,66 4,64 7,40 - - 0,00
Ökotrend Bonds € 50,83 49,11 49,13 0,00 0,00 8,38 0,46
ÖkoTrust € 115,01 109,53 109,53 4,91 4,98 0,06 0,00
ÖkoVision Classic € 115,87 110,35 109,70 70,05 69,27 0,18 0,00
ÖkoVision Europe € 37,26 35,49 35,35 -36,12 -37,45 0,02 0,00
ÖkoVision Gar.20C € 112,81 107,44 107,39 -5,51 -5,51 3,33 1,11
Water For Life C € 123,15 117,29 116,81 19,91 18,95 0,03 0,00
Wallberg Invest S.A.
Wallb.Real Asset P € 8,32 7,92 7,92 -4,89 -4,89 - 0,00
Walser Privatbank
Walser Pf Akt.Eur.* € 68,45 65,19 64,63 26,01 23,97 5,04 0,00
Walser Pf.Cap.USD* $ 184,00 178,64 178,47 0,00 0,00 27,01 0,77
Walser Pf.Class.NA* $ 156,04 148,61 146,77 87,01 86,78 1,19 0,00
Walser Pf.EmMkt.Se* € 103,05 98,14 97,58 5,80 6,04 - 0,00
Walser Pf.Germ.Sel* € 200,12 190,59 189,22 30,13 29,63 5,55 0,41
Walser Pf.Gl.St.S.* € 112,13 106,79 106,45 -0,54 -0,59 - 0,00
Walser Pf.Rent Eur* € 132,33 128,48 128,67 0,00 0,00 22,59 0,50
Walser Pf.Rent Gl.* € 118,41 114,96 115,43 0,00 0,00 - 0,48
WWK Investment S.A.
WWK Sel-Balance € 13,38 12,74 12,73 26,27 26,30 - 0,06
WWK Sel-Chance € 11,72 11,16 11,16 34,22 34,26 - 0,00
WWK Sel-EuRe B € 11,12 10,80 10,79 0,00 0,00 - 0,21
WWK Sel-EuRe C I € 10,14 10,14 10,14 0,00 0,00 - 0,21
WWK Sel-TopTen € 9,14 8,70 8,77 21,96 21,98 - 0,01
DWS Investment S.A.
DWS Eurorenta* € 52,39 50,86 50,94 0,08 - 0,00 0,59
DWS Fl Rt Nts* € 83,94 83,10 83,10 0,08 - 1,07 0,25
DWS Global Value* € 169,23 161,17 161,89 42,53 - 9,82 0,00
DWS Gold plus* € 1594,29 1547,85 1539,87 0,00 - 116 0,00
DWS Rend.Opt.* € 73,74 73,74 73,73 0,02 - 0,00 0,11
DWS Rend.Opt.4 S* € 103,12 103,12 103,12 0,00 - - 0,27
DWS VermMan-Bal* € 102,54 98,59 98,28 -7,41 - - 0,28
DWS VermMan-Def* € 109,06 105,88 105,92 -3,20 - - 1,31
DWS VermMan-Dyn* € 102,51 97,63 97,92 -5,98 - - 0,07
DWS VermMan-Pro80* € - 81,47 81,47 -23,76 - - 0,32
DWS Zinseinkommen* € 107,06 103,94 103,96 0,00 - - 1,44
DWS Invest SICAV
DWS Inv.AlpS FC* € 117,95 117,95 117,92 3,70 - 0,00 0,00
DWS Inv.AlpS LC* € 116,91 113,40 113,38 1,98 - 0,00 0,00
DWS Inv.BRIC+ LC* € 167,85 159,46 158,22 40,36 - 0,00 0,00
DWS Inv.Conv.FC* € 155,87 155,87 155,32 3,63 - 0,00 0,62
DWS Inv.Conv.LC* € 151,64 147,09 146,57 3,90 - 0,00 0,22
DWS Inv.EURB S LC* € 145,92 141,55 141,62 0,00 - 0,00 1,94
DWS Inv.GlAgr LC* € 134,41 127,69 127,98 22,13 - - 0,00
DWS Inv.InSt Pl LC* € 123,96 120,24 120,29 -0,57 - 0,00 1,08
DWS Inv.TD EUR LC* € 131,70 125,11 124,83 33,88 - 0,00 0,00
First Private Investment Management KAG mbH
FP Akt.Emerg.Mkts.* € 104,46 99,49 98,90 48,45 48,19 - 0,00
FP Aktien Global A* € 68,66 65,39 65,43 26,31 25,57 - 0,00
FP Dyn.Eq.Alloc. A* € 58,29 55,51 55,59 10,08 9,89 - 0,00
FP EuroAkt.Staufer* € 59,73 56,89 56,45 -7,08 -9,29 - 0,00
FP Europa Akt.ULM* € 61,41 58,49 58,07 8,08 6,53 - 0,00
FP Wealth B* € 68,03 64,79 64,61 5,14 5,24 - 0,22
Flossbach & Storch
Telefon +49 221 33 88 290 Internet www.fvsag.com
Ausgewogen R € 127,91 121,82 121,55 11,22 10,85 - 1,45
Bond Diversifik P € 107,75 104,61 105,31 0,00 0,00 - 3,23
Bond Opport. P € 115,58 112,21 112,03 0,00 0,00 - 2,18
Defensiv R € 121,84 116,04 115,81 4,97 4,71 - 2,08
Dividende P EUR € 117,82 112,21 111,89 8,03 7,55 - 0,00
Fundament P* € 120,88 115,12 115,31 11,78 10,95 - 0,00
Multiple Opp. R € 188,53 179,55 178,92 23,75 23,48 - 0,00
Stiftung € 105,64 104,59 104,38 1,97 1,68 - 2,54
Wachstum R € 131,38 125,12 124,76 15,61 15,16 - 0,00
FRANKFURT-TRUST
Basis-Fonds I € 139,99 139,99 140,02 0,00 0,00 - 2,79
FMM-Fonds € 418,55 398,62 395,90 19,72 18,76 - 0,00
FT AccuGeld PT € 71,26 71,26 71,26 0,00 0,00 - 0,19
FT AccuZins € 264,58 256,87 256,50 0,00 0,00 - 7,38
FT Euro HighDiv. € 54,64 52,04 51,92 11,53 9,61 - 0,00
FT EuropaDynamik P € 212,53 202,41 200,87 24,92 22,61 - 0,00
FT EuroRendite € 53,84 52,27 52,28 0,00 0,00 - 0,00
FT Frankfurt-Effek € 181,57 172,92 171,53 4,96 3,02 - 0,00
FT Gl.InfraSt.Div.P* € 60,61 57,72 57,72 14,42 - - 0,00
FT InterSpezial € 28,14 26,80 26,54 -3,08 -3,57 - 0,00
UnternehmerWerte € 58,96 56,15 56,06 11,75 10,77 - 0,00
FRANKFURT-TRUST Invest Luxemburg AG
Euro Renten HY € 102,65 99,66 99,65 0,00 0,00 - 0,00
Flex. Allocation FT € 62,80 59,81 59,73 26,66 26,00 - 0,00
FT Em.Cons.Dem.P € 65,68 62,55 62,47 17,48 16,71 - 0,00
FT EmergingArabia* € 36,56 34,82 34,70 -28,49 -30,09 0,00 0,00
FT EuroCorporates € 57,99 56,30 56,23 0,00 0,00 - 0,00
GRAND CRU € 119,62 118,44 117,94 10,96 10,88 - 0,00
GRAND CRU SWISS CHF 88,96 88,08 87,67 -13,50 -13,53 - 0,00
Nik.Bel.Gl.AT(EUR) € 98,71 94,01 93,31 18,35 17,84 - 0,00
Generali Fund Management S.A.
Generali FondsStrategie
FdStratAktienGlDyn € 49,99 49,99 50,11 -1,56 - - 1,25
Generali Komfort
Komf. Balance € 58,68 58,68 58,51 4,62 - - 0,47
Komf. Dyn. Europa € 50,39 50,39 50,07 -5,94 - - 0,00
Komf. Dyn. Global € 46,60 46,60 46,65 9,18 - - 1,55
Komf. Wachstum € 55,95 55,95 55,69 10,43 - - 0,02
HansaInvest Lux S.A.
MultiAStr-Balanc P € 8,74 8,40 8,42 8,67 8,67 - 0,02
MultiAStr-Growth P € 6,70 6,38 6,39 21,81 21,82 - 0,00
MultiAStr-Income P € 9,11 8,84 8,85 1,57 1,56 - 0,05
Hauck & Aufhäuser
www.haig.lu
CF Eq.-Global Opp. € 69,66 66,34 67,37 -44,37 -45,08 - 0,00
CF Eq.HAIG-Flex € 41,74 39,75 39,57 -93,91 -94,67 - 0,00
CF Eq.-Pharma € 67,83 64,60 64,61 20,87 20,53 - 0,00
CF Eq.-Resources € 20,63 19,65 19,32 -68,83 -70,26 - 0,00
H&A Lux Wandel € 75,54 73,34 73,18 5,63 5,51 - 0,00
H&A Lux Wandel CI € 54,57 52,98 52,87 -2,28 -2,41 - 0,02
HAIG Eq.Val. Inv.B € 66,18 63,03 62,75 28,33 29,04 - 0,00
MMT Glbl Select € 37,28 35,50 35,57 27,94 28,04 - 0,00
MultiManager 1 € 64,22 62,35 62,39 7,16 - - 0,29
MultiManager 2 € 64,99 62,79 62,83 9,44 - - 0,32
MultiManager 3 € 68,05 65,43 65,44 20,41 - - 0,53
MultiManager 4 € 60,51 57,90 58,06 18,11 - - 0,23
MultiManager 5 € 53,96 51,39 51,44 25,98 - - 0,01
H&S FM Global 100 € 104,63 99,65 99,53 17,27 - - 0,00
H&S FM Global 60 € 106,45 103,35 103,34 10,56 - - 0,00
Sydbank VV Klass € 48,06 45,77 45,76 9,17 - - 0,09
Sydbank VV Dyn € 44,95 42,81 42,80 24,28 - - 0,13
FM Core Ind.Select € 51,04 49,08 48,81 -0,42 - - 0,00
Convert. America* $ 147,80 147,80 146,28 0,04 - 3,68 9,83
Convert. Europe D* € 160,03 160,03 159,77 -2,55 - 20,60 5,58
Convert. Europe I* € 107,95 107,95 107,77 -0,80 - 2,28 4,12
Convert. Far East* € 1609,86 1609,86 1603,67 15,24 - 371 0,00
Convert. Glb.D Acc* € 131,83 131,83 130,96 0,72 - 4,44 2,68
MEAG MUNICH ERGO KAG mbH
Telefon 09281 72583020
EuroBalance € 46,29 44,51 44,23 -22,24 -22,83 - 0,15
EuroErtrag € 62,79 60,67 60,44 -6,33 -6,92 - 0,36
EuroFlex € 48,89 48,41 48,42 0,00 0,00 - 0,38
EuroInvest A € 60,06 57,20 56,72 8,05 6,47 - 0,00
EuroKapital € 45,31 43,15 43,26 -61,50 -63,98 - 0,00
EuroRent A € 30,96 29,91 29,96 0,08 0,08 - 0,28
FairReturn A € 58,15 56,46 56,39 -0,25 -0,61 - 0,70
GlobalBalance DF € 48,97 47,09 47,24 28,84 29,65 - 0,00
GlobalChance DF € 41,28 39,31 39,40 31,17 34,76 - 0,00
Nachhaltigkeit A € 67,50 64,29 63,98 24,19 23,45 - 0,00
Osteuropa A € 35,58 33,89 33,55 -45,89 -46,98 - 0,00
ProInvest € 120,71 114,96 113,76 -0,04 -1,66 - 0,00
ProZins A € 49,15 49,15 49,15 0,00 0,00 - 0,94
RealReturn A € 54,54 52,70 52,72 0,00 0,00 - 2,09
MK Luxinvest
Telefon +49 911 180 - 1009
IAM - Top Mix Welt* € 12,15 11,54 11,51 14,18 13,90 - 0,03
Nomura Asset Management
Telefon 069 153093-020 Internet www.nomura-asset.de
Asia Pacific* € 105,60 100,57 99,91 30,17 28,49 - 0,00
Asian Bonds* € 63,29 61,45 62,33 0,00 - - 0,00
Euro Convertible* € 46,29 44,94 45,03 0,00 - - 0,88
Japan Equity* € 36,50 34,76 35,01 -83,84 -83,79 - 0,00
Medio Rent* € 71,70 70,29 70,32 0,00 - - 1,69
Real Protect* € 107,97 105,85 105,91 0,00 - - 0,00
Real Return* € 568,44 557,29 556,35 0,00 - - 0,00
Norddeutsche Landesbank Luxembourg S.A.
N.Lux Renten Cap.* € 72,60 72,60 72,84 0,02 0,03 - 2,00
N.Lux Renten Dis.* € 42,80 42,80 42,95 0,03 0,03 - 1,18
Oppenheim Asset Management
Albatros EUR € 64,18 61,12 60,77 -6,64 -7,18 - 0,58
MedBioHealth EUR € 211,49 201,42 202,25 74,03 - - 0,00
OP DAX-Werte € 216,99 206,66 204,91 -15,36 -17,46 - 0,00
OP Euroland Werte € 63,27 60,26 60,10 -39,17 -41,72 - 0,00
OP Food € 235,28 224,08 221,80 54,53 53,95 - 0,00
OP Global Securiti € 92,49 88,09 87,39 -48,80 -49,05 - 0,00
OP GlStr Worldwide € 126,94 126,94 126,64 13,85 - - 0,46
SOP Akt.Marktneut € 106,72 103,61 103,59 26,53 25,09 - 0,00
MMT Glbl Value € 55,35 52,71 52,83 -2,68 -2,98 - 0,00
Vermögensauf.HAIG € 13,76 13,42 13,43 12,17 10,87 - 0,00
HSBC Trinkaus Investment Managers
Glb Inv Dollar Mi.* $ 164,50 161,27 160,74 11,68 11,68 26,17 0,00
Glb Inv Euro Bonds* € 138,61 135,89 135,80 -1,60 -1,60 17,44 0,23
Glb Inv h.-y.Gov.* $ 234,50 227,67 226,84 0,00 0,00 46,34 3,39
Global Strategy* € 82,67 78,73 78,76 7,26 6,92 6,25 1,80
International Fund Mgmt. S.A.
Favo-Invest Gar1 € 109,64 105,93 105,67 0,00 0,00 0,00 0,00
Favorit-Inv Gar 2 € 105,87 102,29 102,02 0,00 0,00 0,24 0,00
LBBW Bal. CR 20 € 41,92 41,10 41,02 9,33 9,33 0,00 0,36
LBBW Bal. CR 40 € 43,25 42,40 42,26 17,88 17,88 0,00 0,34
LBBW Bal. CR 75 € 44,74 43,86 43,59 29,96 29,94 0,00 0,02
IPConcept (Luxembourg) S.A.
Aktien Global F € 181,56 172,91 172,28 11,60 10,96 - 0,00
Aktien Global I € 179,31 170,77 170,15 61,18 60,64 - 0,00
Aktien Global P € 143,47 136,64 136,14 18,66 18,25 - 0,00
ME Fonds PERGAMONF € 878,65 836,81 824,60 -69,27 -69,32 - 0,35
ME Fonds Special V € 1779,29 1694,56 1690,01 9,36 9,18 - 0,00
Stabilit.Gold&ResP € 22,13 21,08 19,67 -398,13 -396,50 - 0,00
Stabilit.Sil&WeißP € 27,72 26,40 25,13 -261,79 -260,36 - 0,00
Wandelanl.Global F € 153,76 146,44 145,99 0,94 0,94 - 1,56
Wandelanl.Global I € 155,37 147,97 147,52 0,97 0,97 - 1,79
Wandelanl.Global P € 134,33 127,93 127,55 0,24 0,24 - 5,28
KanAm Grund Kapitalanlagegesellschaft mbH
grundinvestFonds € 44,55 42,23 42,23 -2,61 -2,61 - 0,00
US-grundinvest Fd. $ 5,64 5,35 5,35 0,00 0,00 - 0,00
KAS Investment Servicing GmbH
ComfortInvest C € 45,84 43,66 43,70 26,50 - - 0,01
ComfortInvest P € 52,56 50,06 49,92 5,00 - - 0,02
ComfortInvest S € 57,10 55,44 55,47 8,47 - - 0,35
SOP NonEuQuaAnl.R € 49,86 48,41 48,39 0,00 0,00 - 0,00
Special Opp. € 42,24 40,23 40,29 49,36 - - 0,00
Spezial 3 € 97,62 94,78 94,58 11,18 11,04 - 0,00
Top Ten Balanced € 58,91 56,92 57,02 25,81 - - 0,00
Top Ten Classic € 70,15 66,81 66,73 13,05 - - 0,00
PEH Quintessenz Sicav
Q Europa € 55,85 53,70 53,41 8,32 7,39 - 0,00
Q Goldmines € 36,34 34,94 33,52 -53,96 -52,38 - 0,00
Q Renten Global I* € 109,31 105,11 105,03 -0,05 - - 0,00
Q Renten Global P € 100,47 96,61 96,94 -0,21 -0,19 - 0,00
PEH SICAV
Empire P € 90,76 87,27 86,51 37,14 36,59 - 0,00
Infl Link Bds Fl I* € 108,85 104,66 104,78 0,00 - - 0,92
Infl Link Bds Fl P € 103,90 99,90 99,90 0,00 0,00 - 3,00
Renten EvoPro P € 105,32 101,27 101,11 0,00 0,00 - 0,92
RentenEvoProVR2 d € 47,30 45,48 45,41 0,00 0,00 - 0,42
RentenEvoProVRdist € 48,45 46,59 46,51 0,00 0,00 - 0,43
Strat Flexibel P € 70,74 68,02 67,89 19,28 19,09 - 0,00
Strat.Flexibel I € 108,33 104,16 103,93 4,65 4,07 - 0,00
PEH Trust Sicav
Trust AD-VANC ETF € 87,32 83,96 83,67 9,23 9,18 - 0,00
Trust Balanced € 90,58 87,10 86,82 2,22 0,38 - 0,00
Trust Rendite Plus € 97,79 94,03 94,20 -0,25 -0,18 - 0,00
RREEF Investment GmbH
grundb. europa RC € 43,47 41,40 41,40 -0,03 -0,03 - 0,06
grundb. global RC € 54,24 51,65 51,68 -2,33 -2,58 - 0,03
Sarasin Multi Label SICAV
www.sarasin.de
New Energy EUR* € 4,95 4,66 4,64 7,40 - - 0,00
Siemens Kapitalanlagegesellschaft
EuroCash* € 12,46 12,46 12,46 0,00 0,00 - 0,30
Euroinvest Aktien* € 9,10 9,10 9,05 -27,50 -27,67 - 0,00
Euroinvest Renten* € 15,16 15,16 15,18 0,00 0,00 - 0,04
Global Growth* € 4,69 4,69 4,63 -63,63 -63,46 - 0,00
Qauli. & Divi. Eu.* € 11,00 11,00 10,96 8,69 6,56 - 0,00
SKAG Balanced* € 14,15 14,15 14,12 -2,23 -2,29 - 0,05
SKAG Euroinv.Corp.* € 12,87 12,87 12,86 0,00 0,00 - 0,27
Weltinvest Aktien* € 9,70 9,70 9,67 -23,42 -23,48 - 0,00
Star Capital
SC Allocator € 1216,16 1180,74 1177,38 0,98 0,89 - 0,00
SC Argos € 1428,86 1387,24 1389,38 - - - 4,85
SC Huber-Strategy1 € 1084,51 1052,92 1048,03 -0,05 -1,00 - 6,17
SC Priamos € 1385,50 1319,52 1310,68 13,75 12,39 - 0,00
SC SIC.Starpoint € 1510,49 1438,56 1432,01 26,30 24,16 - 0,00
SC SIC.Winbonds+ € 1533,28 1488,62 1486,71 3,72 3,30 - 25,82
Union-Investment
Telefon 069 58998-6060 Internet www.union-investment.de
Union-Investment Privatfonds
BBBank Chance Uni.* € 29,67 28,95 28,93 32,11 32,06 0,00 0,02
BBBank Kont.Uni.* € 62,36 61,14 61,12 11,44 11,42 0,00 1,26
BBBank Wach.Uni.* € 48,88 47,69 47,65 23,92 23,88 0,00 0,76
BBV-Fonds-Union* € 47,40 46,02 46,04 0,00 0,00 0,00 0,99
BBV-Invest-Union* € 106,08 101,03 100,35 25,89 24,71 0,00 0,00
Condor-Fd.Union* € 51,53 50,03 50,01 -5,54 -5,54 0,00 1,06
Geno AS:1* € 55,72 54,10 53,91 2,06 1,94 0,00 0,21
Invest Euroland* € 43,06 41,81 41,52 -34,09 -34,45 0,00 0,00
Invest Global* € 61,34 59,55 59,46 10,16 9,62 0,00 0,01
KCD Uni. Aktien* € 38,23 38,23 38,13 -21,96 -22,55 0,00 0,00
KCD Uni.Renten+* € 51,24 51,24 51,19 0,00 0,00 0,00 0,92
KCD-Union Nachh.Mix* € 51,23 49,74 49,64 -3,12 -3,36 0,00 0,26
LIGA-Pax-Aktien-U.* € 31,33 31,33 31,17 -12,10 -12,73 0,00 0,00
LIGA-Pax-K-Union* € 38,40 37,83 37,83 0,00 0,00 0,00 0,26
LIGA-Pax-Rent-Unio* € 25,66 24,91 24,89 0,00 0,00 0,00 0,13
Priv.Fonds:Flex.* € 102,15 102,15 102,09 2,83 2,92 0,00 0,00
Priv.Fonds:FlexPro* € 112,54 112,54 112,31 9,71 10,94 0,00 0,00
Priv.Fonds:Kontr.p* € 119,57 119,57 119,38 5,83 7,80 0,00 0,19
PrivFd:Kontrolliert* € 112,04 112,04 111,97 3,39 4,28 0,00 0,12
Stuttg.Bk.Rentinv.* € 41,96 40,74 40,77 0,00 0,00 0,00 0,36
SüdwBk.Interselect* € 49,57 48,13 48,06 12,26 12,31 0,00 0,63
Südwestbk.-Inter.* € 41,50 40,29 40,34 0,00 0,00 0,00 0,35
Uni21.Jahrh.-net-* € 23,62 23,62 23,56 -38,57 -38,65 0,00 0,00
UniDeutschland* € 149,24 143,50 141,90 18,89 17,02 0,00 0,00
UniDeutschland XS* € 81,95 78,80 78,21 46,84 46,65 0,00 0,00
UniEu.Renta-net-* € 49,41 49,41 49,43 0,00 0,00 0,00 0,74
UniEuroAktien* € 51,98 49,50 49,16 -24,46 -24,79 0,00 0,00
UniEuropa-net-* € 47,47 47,47 47,28 -4,55 -4,78 0,00 0,00
UniEuroRenta* € 68,19 66,20 66,20 0,00 0,00 0,00 0,45
UniEuroRentaHigh Y* € 37,29 36,20 36,14 0,00 0,00 0,00 1,47
UniFonds* € 42,70 40,67 40,22 33,16 31,08 0,00 0,00
UniFonds-net-* € 62,24 62,24 61,55 17,20 15,23 0,00 0,00
UniGlobal* € 146,77 139,78 139,57 24,81 24,49 0,00 0,06
UniGlobal-net-* € 84,54 84,54 84,41 19,79 19,40 0,00 0,01
UniJapan* € 39,36 37,49 37,47 -35,72 -36,24 0,00 0,00
UniKapital* € 112,70 110,49 110,55 0,00 0,00 0,00 1,87
UniKapital-net-* € 43,56 43,56 43,59 0,00 0,00 0,00 0,60
UniNordamerika* € 168,17 160,16 160,34 17,86 17,48 0,00 0,00
UnionGeldmarktfonds* € 50,01 50,01 50,01 0,00 0,00 0,00 0,13
UniRak* € 95,12 92,35 92,05 33,70 33,00 0,00 0,36
UniRak Kons.-net-A* € 99,15 99,15 98,77 -0,28 -0,16 0,00 0,07
UniRak Konserva A* € 101,27 99,28 98,90 -0,24 -0,16 0,00 0,12
UniRak -net-* € 50,43 50,43 50,26 7,17 6,53 0,00 0,14
UniRenta* € 19,68 19,11 19,19 0,00 0,00 0,00 0,25
UniStrat: Ausgew.* € 48,01 46,61 46,55 9,87 9,87 0,00 0,90
UniStrat: Dynam.* € 38,12 37,01 36,92 11,51 11,51 0,00 0,58
UniStrat: Flex net* € 48,43 48,43 48,42 -5,08 -5,06 0,00 0,90
UniStrat: Konserv.* € 59,49 57,76 57,73 10,08 10,08 0,00 1,16
UniStrat:Flexibel* € 49,25 47,82 47,81 -4,56 -4,55 0,00 1,06
UniStrat:Offensiv* € 34,57 33,56 33,47 10,66 10,65 0,00 0,04
Union-Investment (Lux)
Deutschl. 2016 III* € - 108,29 108,06 0,00 0,00 0,71 0,77
Ern. Ener. (2018)* € - 102,95 102,88 0,00 0,00 0,98 1,07
LIGA-Pax-Cattol.-U* € 1327,62 1304,79 1294,73 17,37 17,05 0,00 0,00
LIGA-Pax-Corp.-U.* € 41,81 40,59 40,55 0,00 0,00 0,00 0,28
UGaTop: Europa III* € 120,75 114,95 114,99 -4,26 -4,26 16,85 1,59
UGTEuropa* € 130,62 124,34 124,36 0,10 0,10 22,82 0,83
UGTEuropa II* € 123,03 117,12 117,16 -2,82 -2,82 18,06 0,69
UI Local EMBonds* € 86,58 86,58 86,44 0,00 0,00 0,00 1,81
UIGl.High.YieldBds* € 43,44 43,44 43,34 0,00 0,00 0,00 1,59
UniAsia* € 51,21 48,77 48,25 43,93 43,43 4,96 0,00
UniAsia Pacif. net* € 100,18 100,18 99,26 52,23 51,14 0,28 0,00
UniAsia Pacific A* € 101,38 97,48 96,58 52,07 50,86 0,55 0,00
UniDividAss net A* € 50,25 50,25 50,08 4,22 4,44 0,00 0,00
UniDividendenAss A* € 51,47 49,49 49,32 5,58 5,70 0,00 0,00
UniDyn.Eur-net A* € 37,27 37,27 37,05 33,62 33,76 0,08 0,00
UniDyn.Europa A* € 62,38 59,98 59,62 35,72 35,75 0,00 0,00
UniDyn.Gl.-net- A* € 23,74 23,74 23,68 33,64 33,77 0,00 0,00
UniDynamic Gl. A* € 38,12 36,65 36,55 35,46 35,48 0,04 0,00
UniEM Fernost* € 1313,99 1251,42 1232,58 54,22 53,63 35,29 0,00
UniEM Osteuropa* € 2224,60 2118,67 2082,47 10,63 9,78 0,00 0,31
UniEMGlobal* € 72,22 68,78 67,83 38,22 37,59 0,47 0,02
UniEuRe 5J* € 52,91 50,86 50,88 0,00 0,00 0,00 0,07
UniEuRe CorDeut19A* € 100,67 97,71 97,60 0,00 0,00 0,00 0,76
UniEuRe CorDeut19nA* € 98,62 97,63 97,52 0,00 0,00 0,00 0,69
UniEuRe Corp 2016* € 44,71 43,83 43,82 0,00 0,00 0,00 0,37
UniEuRe Corp 2017* € 44,21 43,34 43,31 0,00 0,00 0,00 0,34
UniEuRe Corp 2018* € 41,26 40,45 40,41 0,00 0,00 0,00 0,26
UniEuRe Corp A* € 48,51 47,10 47,04 0,00 0,00 0,00 1,11
UniEuRe Real Zins* € 59,93 58,18 58,15 0,00 0,00 0,00 8,26
Währung: € = Euro, $ = US-Dollar, ¥ = Yen, £ = Brit. Pfund,
CHF = Schweizer Franken.
Ausg.: Ausgabepreis eines Fondsanteils zumangegebenen Tag.
Rücknahme: Rücknahmepreis eines Fondsanteils zum angegebenen Tag.
Aktiengewinn: Tägliche Veröffentlichung in Prozent mit Ausnahme der
Montagsausgaben.
1)
Aktiengewinn EStG = Aktiengewinn für natürliche Perso-
nen (Betriebsvermögen).
2)
Aktiengewinn KStG = Aktiengewinn für Körper-
schaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen (Betriebsvermögen).
ATE: Akkumulierte Thesaurierte Erträge ausländischer Fonds seit 1.1.1994
nach Auslandsinvestmentgesetz (AIG).
ISIN: Die Internationale Wertpapierkennummer eines Fonds wird
ausschließlich in den Montagsausgaben veröffentlicht.
ZWG: Zwischengewinn seit 1. Januar 2005
ZWG fett abgedruckt: für diesen Fonds wird Ertragsausgleichsverfahren
angewendet
*: Fondspreise etc. vomVortag oder letzt verfügbar.
Alle Fondspreise etc. ohne Gewähr - keine Anlageberatung und
-empfehlung
Weitere Fonds-Infos unter http://fonds.sueddeutsche.de
Alle dargestellten Investmentfonds sind Teilnehmer am vwd funds service, sortiert nach 3-Jahresperformance, berechnet nach BVI
(Bundesverband Investment und Asset Management) Methode. TER % = Kennzahl des Anteils der Verwaltungskosten eines Fonds,
hohe TER = hoher Kostenanteil. Erscheinungstäglich wechselnde Kategorien: Aktien-, Renten- Geldmarkt-, Misch-, Immobilien- und
Garantiefonds. Alle Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung und -empfehlung. * = Preis vomVortag oder letzt verfügbar.
Preis Performance in %
Titel ISIN 12.07. 1 M. 6 M. 1 J. 3 J. 5 J. TER %
Die besten Geldmarktfonds im Vergleich
Carmignac Capital Plus A EUR* LU0336084032 1121,97 € –0,16 1,23 3,96 9,60 11,28 1,65
Raiff WALSER EUR C. AT T AT0000601067 672,27 € –0,03 ±0,00 1,24 7,74 4,07 0,75
LRI SA LBBWTot.Ret.Dyn. T* LU0281805860 56,58 € 0,02 1,02 5,70 7,10 11,09 1,24
Union UniReserve: Euro A* LU0055734320 505,76 € 0,02 0,32 1,52 6,00 6,85 0,80
Apo Inka VarioZins Plus* DE0005324222 50,14 € –0,54 0,32 4,04 4,95 4,77 0,61
Generali IS Euro Short T. B* LU0145485214 119,88 € –0,02 0,19 2,45 4,67 9,31 0,49
Bantleon Cash(IA) LU0371477885 96,27 € 0,01 0,34 1,20 4,37 9,29 0,16
HANSA HANSAgeldmarkt DE0009766212 50,23 € ±0,00 0,16 0,64 4,26 8,04 0,39
LVMEuro-Kurzläufer* IE0000641252 28,40 € –0,04 0,21 1,07 4,26 10,72 0,75
Deka Flex:EUR C LU0027797579 1182,28 € 0,02 0,26 1,29 4,10 9,21 0,59
PB Euro Cash EUR DE0009797795 56,86 € –0,04 ±0,00 0,37 3,97 8,62 0,39
Inka Gothaer Euro-CashA* DE000A0M2BR8 106,13 € 0,04 0,30 1,28 3,88 7,64 0,45
Generali Geldmarkt Euro DE0005317705 60,76 € –0,03 0,20 1,26 3,80 4,06 0,35
Vontobel Euro Money B* LU0120689640 131,84 € –0,05 0,05 0,34 3,76 9,07 0,45
Universal H&A Univ.Geldmarkt* DE0009767343 47,90 € –0,33 0,34 0,80 3,70 2,65 0,97
HF2 36 Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160 DEFGH
Das Ziel vor Augen
Kundenbindung, neue Kontakte und Mitarbeitermotivation auf grünem Rasen.
17. 07. Golfclub Augsburg
23. 07. KOSAIDO International Golf Club Düsseldorf
30. 07. Golf Club am Reichswald, Nürnberg
06. 08. Golfclub Hamburg-Walddörfer
13. 08. Berliner Golf & Country Club Motzener See
20. 08. Golfclub München-Eichenried
27. 08. Royal Homburger Golf Club, Bad Homburg v. d. H.
05. 09. Golf Club Würzburg
12. 09. Golfclub Schönbuch, bei Stuttgart
17. 09. St. Eurach Land- und Golfclub, Iffeldorf
Dax 30 (* = Euro Stoxx 50 Werte)
Divi- Schluss Schluss Tagesveränderung Tages- 52-Wochen- KGV Gesamt- Markt-
dende 12.07. 11.07. in% Hoch/Tief Hoch/Tief 2013 umsatz wert
Dax – 8212,77 8158,80 +0,66 8244/8178 8531/6390 – 2983353 –
Adidas 1,35 85,92 85,42 +0,59 86,71/85,24 87,66/57,69 19 56607 17,98
Allianz* 4,50 115,95 115,95 - 118/116 122/74,16 10 149741 52,87
BASF* 2,60 70,46 71,20 -1,04 71,50/70,14 75,85/55,96 12 176440 64,72
Bayer* 1,90 84,61 83,84 +0,92 85,48/84,15 86,60/56,56 15 154374 69,97
Beiersdorf 0,70 70,23 70,22 +0,01 70,79/70,08 72,60/52,84 29 20836 17,70
BMW* 2,50 70,52 70,15 +0,53 71,20/70,21 75,93/55,05 9 103153 42,45
Commerzbank 0,00 5,97 6,10 -2,16 6,14/5,93 12,67/5,79 6 53063 6,79
Continental 2,25 111,65 111,60 +0,04 112/111 112/67,64 11 42194 22,33
Daimler* 2,20 52,35 49,31 +6,17 52,40/49,46 50,37/35,39 11 575153 55,89
Deutsche Bank* 0,75 33,47 33,38 +0,27 33,92/33,28 38,53/22,51 9 197970 31,11
Deutsche Börse 2,10 52,29 52,10 +0,36 52,50/52,02 52,10/39,95 13 28374 10,09
Deutsche Post 0,70 20,04 20,25 -1,04 20,44/20,00 20,61/13,96 14 133277 24,22
Dt. Telekom* 0,70 9,00 8,95 +0,55 9,04/8,97 10,04/8,01 13 102063 38,89
Eon* 1,10 12,18 12,23 -0,41 12,35/12,11 19,52/11,94 9 82141 24,37
Fres.Med.Care 0,75 50,14 50,03 +0,22 50,36/49,98 59,51/48,11 13 29589 15,08
Fresenius SE 1,10 96,88 96,88 - 97,52/96,10 99,09/81,91 17 37783 13,93
Heidelb.Cement 0,47 52,41 51,78 +1,22 52,88/52,08 60,54/35,81 15 53104 9,83
Henkel Vz 0,95 73,08 73,74 -0,90 74,07/72,96 78,53/55,12 18 27575 13,02
Infineon 0,12 6,93 6,77 +2,26 6,95/6,79 6,89/4,94 38 58647 7,48
K + S 1,40 26,89 27,43 -1,95 27,56/26,81 40,86/27,02 9 67086 5,15
Lanxess 1,00 46,54 46,59 -0,12 47,19/46,42 68,99/43,03 11 28884 3,87
Linde 2,70 146,00 145,75 +0,17 147/146 154/116 17 37350 27,03
Lufthansa 0,00 15,37 15,24 +0,89 15,47/15,21 17,10/9,61 12 32898 7,07
Merck KGaA 1,70 117,65 116,70 +0,81 118/117 125/78,10 14 19505 7,60
Münchener Rück* 7,00 145,15 143,90 +0,87 147/145 159/108 9 96672 26,03
RWE* 2,00 22,48 22,52 -0,18 22,89/22,42 36,01/22,07 6 64102 12,94
SAP* 0,85 57,36 56,70 +1,16 58,08/56,91 64,80/48,90 17 171108 70,47
Siemens* 3,00 79,55 79,33 +0,28 79,97/79,09 86,88/66,52 13 143822 70,08
Thyssen-Krupp 0,00 15,44 15,29 +0,98 15,49/15,23 19,05/13,16 25 36059 7,94
Volkswagen Vz* 3,56 167,35 165,30 +1,24 169/166 187/132 8 203784 28,47
MDax
Divi- Schluss Schluss Tagesveränderung Tages- 52-Wochen- KGV Gesamt- Markt-
dende 12.07. 11.07. in% Hoch/Tief Hoch/Tief 2013 umsatz wert
MDax –14014,1414000,52 +0,10 14066/13982 14304/10427 – 351237 –
Aareal Bank 0,00 18,72 18,90 -0,95 19,10/18,63 19,43/12,15 11 3149 1,12
Aurubis 1,35 40,28 40,90 -1,52 41,28/40,03 57,24/38,06 9 6178 1,81
Baywa vink. Na 0,65 38,26 38,53 -0,70 38,81/38,26 39,54/29,10 16 588 1,27
Bilfinger 3,00 74,23 74,15 +0,11 74,84/74,05 82,52/64,33 13 7792 3,42
Boss 3,12 87,00 87,25 -0,29 87,35/86,79 92,75/65,75 17 9710 6,12
Brenntag 2,40 124,70 123,65 +0,85 125/124 131/87,70 17 8490 6,42
Celesio 0,30 15,80 15,61 +1,22 15,89/15,59 17,89/12,88 12 8320 2,69
Dt. Euroshop 0,28+0,92 30,94 31,18 -0,77 31,60/30,91 34,48/28,66 16 1749 1,67
Dt. Wohnen 0,21 12,91 12,86 +0,35 13,05/12,87 15,76/12,42 18 4589 2,07
Dürr 2,25 49,61 49,53 +0,16 49,94/49,33 52,05/25,03 7 4227 0,86
EADS* 0,60 41,40 41,40 - 41,70/40,96 44,45/24,37 15 3684 34,41
Elring-Klinger 0,45 27,15 26,86 +1,10 27,25/26,95 28,45/20,59 17 1017 1,72
Fielmann 2,70 77,00 80,25 -4,05D 79,46/76,95 82,57/69,70 25 6240 3,23
Fraport 1,25 48,17 48,32 -0,30 48,77/48,08 48,32/41,60 19 4074 4,44
Fuchs Petrol. Vz 1,30 60,44 59,58 +1,44 60,78/59,78 67,84/42,12 19 5116 2,15
Gagfah 0,00 9,11 8,86 +2,87 9,21/8,89 10,35/7,60 23 5147 1,88
Gea Group 0,55 28,33 28,54 -0,75 28,67/28,17 29,25/20,66 14 9459 5,45
Gerresheimer 0,65 43,81 43,75 +0,15 44,10/43,36 47,62/36,96 16 4294 1,38
Gerry Weber 0,75 33,64 34,00 -1,07 34,09/33,55 38,35/30,18 17 2923 1,54
Gildemeister 0,35 18,00 17,98 +0,11 18,26/17,90 19,99/11,35 13 4118 1,08
GSW Immobilien 0,90 30,57 30,52 +0,15 31,03/30,50 33,75/28,05 18 1719 1,54
Hannover Rück 2,6+0,4 56,23 56,30 -0,12 57,14/56,03 64,34/46,60 8 12581 6,78
Hochtief 1,00 53,50 53,62 -0,22 54,15/53,26 57,47/35,14 16 5594 4,12
Kabel Deutschland 1,50 83,96 84,36 -0,47 84,49/83,96 85,51/49,30 26 35572 7,43
Klöckner & Co 0,00 8,99 8,93 +0,68 9,08/8,84 11,50/6,58 56 3757 0,90
Krones 0,75 55,71 56,06 -0,62 56,25/55,57 58,25/37,05 15 1415 1,76
KUKA 0,20 35,17 34,98 +0,53 35,46/34,80 38,20/17,96 18 3177 1,19
LEG Immobilien 0,00 39,60 39,50 +0,25 40,29/39,31 46,27/38,60 16 1827 2,10
Leoni 1,50 39,04 38,80 +0,62 39,34/38,69 40,41/23,42 11 5363 1,28
MAN 1,00 85,48 85,00 +0,56 85,53/85,00 89,74/70,76 25 16241 12,05
Metro 1,00 25,37 25,22 +0,61 25,61/25,19 27,64/20,05 56 18257 8,22
MTUAeroEngines 1,35 71,40 73,05 -2,26 73,34/71,05 79,25/58,37 14 18022 3,71
Norma Group 0,65 30,08 30,00 +0,27 30,67/29,80 30,00/17,70 15 2891 0,96
ProSiebenSat1Vz 1,17 33,84 33,32 +1,56 34,00/33,51 35,07/16,04 19 17459 3,70
Puma 0,50 219,20 219,55 -0,16 222/215 247/210 16 1646 3,31
Rational 5,70 216,00 207,50 +4,10 219/206 263/181 23 5114 2,46
Rheinmetall 1,80 36,23 36,35 -0,33 36,38/35,58 43,51/31,36 8 8478 1,43
Rhön-Klinikum 0,25 17,90 17,77 +0,76 17,92/17,75 20,29/14,45 22 5414 2,47
Salzgitter 0,25 26,45 26,75 -1,12 26,95/26,34 41,10/24,78 41 6110 1,59
SGL Carbon 0,20 22,00 21,39 +2,85 22,13/21,57 35,09/21,20 39 3208 1,56
Sky Deutschland 0,00 5,98 5,98 +0,05 6,04/5,86 6,03/2,39 – 15363 5,25
Springer 1,70 33,71 33,83 -0,35 34,26/33,57 37,80/30,92 12 4183 3,33
Stada Arznei 0,50 34,42 34,25 +0,48 34,52/34,07 34,76/21,32 12 8166 2,04
Südzucker 0,70 24,35 24,48 -0,53 24,64/24,22 34,01/23,31 8 13077 4,97
Symrise 0,65 33,40 33,36 +0,12 33,71/33,31 34,24/24,40 21 7879 3,95
TAG Immobilien 0,25 8,37 8,37 - 8,52/8,35 9,65/7,54 14 2196 1,09
Talanx 1,05 23,10 22,64 +2,03 23,14/22,79 25,88/18,50 8 6458 5,84
TUI 0,00 9,23 9,24 -0,14 9,34/9,14 9,74/4,53 51 5224 2,33
Wacker Chemie 0,60 65,42 64,10 +2,06 65,50/64,13 70,38/40,87 44 10659 3,43
Wincor Nixdorf 1,05 43,84 43,81 +0,08 44,20/43,55 44,73/26,82 15 3325 1,45
TecDax
Divi- Schluss Schluss Tagesveränderung Tages- 52-Wochen- KGV Gesamt- Markt-
dende 12.07. 11.07. in% Hoch/Tief Hoch/Tief 2013 umsatz wert
TecDax – 991,68 986,72 +0,50 995/987 987/745 – 86246 –
Adva 0,00 3,73 3,66 +1,86 3,73/3,65 5,31/3,57 13 483 0,18
Aixtron 0,00 12,49 12,36 +1,05 12,56/12,25 13,80/8,69 – 3766 1,27
BB Biotech 0,00 100,85 100,50 +0,35 101/99,86 101/70,45 12 1622 1,31
Bechtle 1,00 36,96 37,20 -0,66 37,50/36,77 38,94/26,93 12 684 0,78
Cancom IT 0,35 20,40 18,46 +10,54 20,40/18,51 18,46/10,78 16 3751 0,23
Carl Zeiss Med. 0,40 26,80 26,61 +0,71 26,84/26,30 26,61/17,98 25 961 2,18
Dialog Semicon. 0,00 10,73 10,37 +3,42 10,85/10,29 17,50/8,86 9 8515 0,73
Drägerwerk Vz 0,92 100,55 99,40 +1,16 101/99,25 107/69,86 13 1632 0,64
Drillisch 1,30 13,43 13,64 -1,58 13,70/13,40 15,77/7,28 5 2693 0,71
Euromicron 1,15 14,65 14,25 +2,81 14,65/14,21 21,25/13,67 7 124 0,10
Evotec 0,00 2,64 2,63 +0,42 2,66/2,60 3,04/2,09 33 884 0,31
Freenet 1,35 17,94 18,00 -0,36 18,16/17,91 19,58/11,53 10 5619 2,30
Jenoptik 0,18 9,28 9,04 +2,67 9,44/8,93 10,16/5,10 14 2037 0,53
Kontron 0,04 3,55 3,46 +2,51 3,64/3,47 5,08/3,16 71 363 0,20
LPKF Laser & Electr. 0,40 12,62 12,45 +1,33 12,74/12,48 12,70/6,06 11 1191 0,14
Morphosys 0,00 50,74 50,00 +1,48 51,88/50,20 50,75/17,75 – 7404 1,19
Nordex 0,00 5,51 5,58 -1,34 5,65/5,47 6,49/2,67 61 1664 0,40
Pfeiffer Vac 3,45 81,10 82,80 -2,05 83,17/80,65 98,29/73,96 16 1373 0,80
PSI 0,25 14,70 14,66 +0,31 14,75/14,63 17,42/14,34 20 155 0,23
Qiagen 0,00 15,50 15,24 +1,71 15,50/15,18 16,52/13,21 14 7039 3,67
QSC 0,09 2,95 2,98 -0,94 3,00/2,93 2,98/2,00 16 1151 0,37
Sartorius Vz 0,96 79,14 79,39 -0,31 80,22/78,75 90,15/50,96 19 349 0,74
SMA Solar Techn. 0,60 23,19 22,28 +4,08 23,32/22,39 28,75/15,61 – 1063 0,80
Software AG 0,46 25,39 25,52 -0,51 25,80/25,36 35,14/22,50 12 5941 2,21
Stratec Bio. 0,50 28,50 32,90 -13,36 33,60/28,50 39,89/29,55 17 3476 0,33
Süss MicroTec 0,00 7,74 7,32 +5,71 7,74/7,37 10,08/6,86 43 729 0,15
Telefonica Deutschland 0,45 5,45 5,36 +1,77 5,46/5,29 6,41/5,25 45 8302 6,09
United Internet 0,30 24,48 24,46 +0,10 24,57/24,40 24,46/13,75 23 9906 4,75
Wirecard 0,11 22,23 22,19 +0,18 22,40/22,15 22,27/15,66 29 3203 2,49
Xing 0,56 52,98 51,78 +2,32 53,40/52,18 57,14/33,51 26 167 0,29
SDax
Divi- Schluss Schluss Tagesveränderung Tages- 52-Wochen- KGV Gesamt- Markt-
dende 12.07. 11.07. in% Hoch/Tief Hoch/Tief 2013 umsatz wert
SDax – 5930,78 5907,75 +0,39 5958/5912 6111/4817 – 33318 –
Air Berlin 0,00 1,95 1,92 +1,41 1,95/1,92 2,70/1,35 – 39 0,23
Alstria Office 0,50 8,50 8,50 - 8,59/8,48 10,01/7,97 14 1067 0,67
Amadeus Fire 2,95 45,25 45,00 +0,56 45,75/45,00 51,39/33,70 17 150 0,24
Balda 1,3+2,0 3,97 3,96 +0,23 4,03/3,94 5,14/2,90 10 1000 0,23
Bauer 0,30 18,28 18,44 -0,87 18,67/18,28 23,05/16,13 9 643 0,31
Bertrandt 1,70 82,47 78,12 +5,57 83,00/78,48 96,59/54,95 14 2140 0,84
Biotest Vz. 0,56 53,10 53,79 -1,28 53,78/53,00 56,00/38,11 19 244 0,27
Catoil 0,25 13,58 13,97 -2,76 14,00/13,33 13,97/4,94 35 1364 0,66
Centrotec 0,15 13,80 14,15 -2,47 14,34/13,74 16,25/11,49 10 530 0,24
CeWe Color 1,45 35,56 35,70 -0,41 35,80/35,30 35,70/28,40 12 353 0,26
Comdirect 0,56 7,58 7,39 +2,56 7,60/7,45 8,67/7,10 17 154 1,07
CTS Eventim 0,57 30,90 30,83 +0,23 30,96/30,65 33,70/22,03 21 325 1,48
Delticom 2,95 36,95 35,91 +2,90 36,95/36,24 60,05/30,74 19 197 0,44
Deutz 0,00 5,15 5,24 -1,64 5,30/5,02 5,24/2,96 17 2877 0,62
DIC Asset 0,35 7,66 7,58 +1,16 7,66/7,58 8,85/6,29 19 296 0,35
Dt. Beteilig. 0,4+0,8 18,68 18,69 -0,05 18,83/18,37 21,93/15,64 8 277 0,26
Gesco Ind. 2,00 73,10 74,19 -1,47 74,49/73,01 82,95/62,50 12 233 0,24
GfK SE 0,65 37,31 37,40 -0,24 37,61/37,13 45,06/33,85 13 134 1,36
Grammer 0,50 25,60 25,39 +0,83 25,79/25,20 27,02/12,70 10 1466 0,30
Grenkeleasing 0,80 70,17 70,00 +0,24 71,31/70,00 70,97/47,34 21 311 1,03
H&R 0,60 9,11 9,13 -0,27 9,27/8,80 13,85/8,41 11 275 0,27
Hamborner Reit 0,40 7,07 7,09 -0,35 7,07/7,01 7,58/6,50 34 97 0,32
Hamburger Hafen 0,65 17,27 17,16 +0,67 17,32/17,14 21,86/16,29 19 590 1,21
Hawesko 1,60 40,57 40,55 +0,05 40,80/40,10 44,45/35,66 19 144 0,36
Heidelb.Druck 0,00 1,93 1,97 -2,13 1,99/1,92 2,22/0,94 – 1657 0,45
Highlight 0,17 4,13 4,04 +2,05 4,17/4,05 4,72/3,42 9 133 0,19
Hornbach Hld. 0,67 51,29 51,51 -0,43 52,00/51,29 57,25/46,15 12 81 0,41
Indus Hld. 1,00 24,73 24,90 -0,70 25,39/24,53 26,79/18,69 9 745 0,55
Jungheinrich Vz 0,76 35,36 35,00 +1,03 35,61/34,86 37,69/20,99 11 768 0,57
Koenig & Bauer 0,40 14,10 13,81 +2,10 14,17/13,81 18,50/12,21 9 216 0,23
KWS Saat 2,80 272,35 272,50 -0,06 275/270 297/200 20 579 1,80
MLP 0,32 4,57 4,49 +1,74 4,57/4,48 6,58/4,19 9 190 0,49
MVV Energie 0,90 21,71 21,84 -0,60 22,34/21,71 28,00/20,51 18 87 1,43
Patrizia Immo. 0,00 8,69 8,49 +2,40 8,83/8,56 9,75/4,44 23 572 0,50
Praktiker 0,00 0,14 0,13 +8,46 0,15/0,13 1,90/0,13 – 1688 0,02
Prime Office REIT 0,23 3,58 3,60 -0,67 3,58/3,50 4,26/2,97 – 151 0,19
RTL Group – 66,01 65,00 +1,55 66,66/65,00 65,00/54,00 15 3279 10,22
SAF Holland 0,00 8,16 8,00 +2,05 8,19/7,96 8,00/4,30 11 2461 0,37
Schaltbau 0,77 35,40 35,53 -0,37 35,57/34,90 37,50/24,48 11 195 0,22
Sixt 0,55+0,45 18,32 18,25 +0,36 18,32/17,90 18,25/13,78 11 778 0,57
SKW Stahl 0,50 12,10 12,02 +0,67 12,29/12,08 14,69/11,95 9 130 0,08
SMT Scharf 0,98 23,62 23,96 -1,42 24,08/23,61 25,99/19,90 9 107 0,10
Ströer 0,00 8,57 8,48 +1,00 8,60/8,50 9,54/6,38 15 638 0,36
Takkt 0,32 11,99 11,86 +1,05 12,05/11,86 13,43/9,01 11 802 0,79
Tipp24 0,00 44,41 44,06 +0,81 45,06/44,01 47,79/34,25 16 168 0,37
Tom Tailor 0,00 17,25 17,26 -0,03 17,49/17,25 18,39/13,45 14 307 0,42
Vossloh 2,00 73,32 74,39 -1,44 74,84/73,03 83,00/68,48 16 2237 0,98
VTG 0,37 13,99 13,98 +0,04 14,20/13,90 14,71/11,15 16 302 0,30
Wacker Neuson 0,30 10,16 10,00 +1,60 10,18/9,92 12,48/9,06 10 92 0,71
Zooplus 0,00 40,07 40,08 -0,02 40,70/39,85 45,98/24,79 114 50 0,24
Wechselkurse 12.07. Euro-Referenzpreis öffentl. Banken: 1,3043 Dollar
Sorten* Sorten* Devisen Devisen
Land W Verk. Ank. Geld Brief
Australien AUD 1,3667 1,5331 1,4407 1,4409
Brasilien BRL 2,5102 3,4102 2,9556 2,9636
China CNY 7,1046 8,9609 7,9961 8,0161
Dänemark DKK 7,1233 7,8742 7,4573 7,4588
Großbritann. GBP 0,8255 0,9116 0,8634 0,8636
Hongkong HKD 9,3966 11,008 10,115 10,119
Japan JPY 123,85 137,42 129,68 129,70
Kanada CAD 1,2874 1,4368 1,3554 1,3562
Neuseeland NZD 1,5888 1,7843 1,6744 1,6761
Norwegen NOK 7,5496 8,3775 7,9182 7,9242
Sorten* Sorten* Devisen Devisen
Land W Verk. Ank. Geld Brief
Polen PLN 4,0107 4,6730 4,2992 4,3026
Russland RUB 38,980 48,929 42,593 42,629
Schweden SEK 8,3015 9,1930 8,7063 8,7113
Schweiz CHF 1,1837 1,3095 1,2349 1,2352
Singapur SGD 1,5510 1,7782 1,6465 1,6474
Südafrika ZAR 11,929 14,325 13,034 13,054
Tschechien CZK 24,231 28,141 25,979 26,009
Türkei TRY 2,3932 2,7557 2,5539 2,5550
Ungarn HUF 268,32 338,44 292,02 292,24
USA USD 1,2472 1,3777 1,3041 1,3041
Schluss Börse Frankfurt 52-Wochen-Heimat- Div. W
12.07. 11.07. Hoch/Tief börse
3D Systems 36,86 36,68 38,00/17,12 48,11 – USD
3U Holding 0,41 0,41 0,72/0,40 – 0,00
4SC 1,67 1,63 2,34/1,34 – 0,00
A
A.S. Creation 38,14 37,76 44,76/27,80 – 1,20
AAP Impl. – 1,36 1,45/1,07 – 0,00
Acciona 39,00 42,28 64,52/29,95 37,95 2,65
Accor 27,45 27,85 29,51/23,26 27,28 0,76
AD Pepper 0,91 0,90 1,01/0,80 – 0,00
ADC Afr. Dev. Corp. 8,38 8,38 9,43/7,60 – 0,00
Adecco 46,91 46,45 46,45/32,84 58,10 1,80 CHF
Adler Modemärkte 7,17 7,02 7,52/4,07 – 0,40
ADV Vision Tech 6,55 6,52 7,19/3,89 – 0,00
Aegon 5,56 5,48 5,75/3,36 5,55 0,00
Aeroflot 130,28 137,00 145/97,00 – 5,75 USD
Ageas 28,66 28,46 29,25/1,49 28,55 0,06
Agennix 0,03 0,04 1,89/0,03 – 0,00
Agfa Gevaert 1,46 1,46 1,68/1,18 1,49 0,00
Ahlers 10,75 10,75 12,00/9,21 – 0,60
Ahlers Vz 10,00 10,01 11,90/9,40 – 0,65
Ahold 12,42 12,37 13,05/9,15 12,39 0,44
Air France KLM 6,40 6,37 8,86/3,61 6,63 0,00
Akamai 33,67 33,57 37,66/23,56 45,02 0,00 USD
Aker Solutions 11,21 10,84 16,74/10,27 87,95 4,00 NOK
Akzo Nobel 47,61 47,12 53,47/39,36 47,84 1,45
Alcatel Lucent 1,46 1,45 1,49/0,72 1,46 0,00
Aleo Solar 4,50 4,25 18,24/1,76 – 0,00
All for One Steeb 17,00 15,63 16,52/8,81 – 0,30
Alphaform 2,19 2,20 3,40/1,48 – 0,00
Alstom 24,52 25,30 35,64/24,20 24,64 0,62
AMD 3,32 3,40 4,04/1,44 4,37 0,00 USD
Analytik Jena 13,51 13,65 13,79/9,86 – 0,20
Andritz 42,50 42,24 54,45/38,45 42,93 1,20
Anglo American 15,16 15,73 26,48/14,36 1.29t54,89 GBp
Anglo Platinum 22,11 21,32 43,18/20,90 2.89t 0,00 ZAR
Anglogold Ash. 10,16 10,20 28,59/9,90 1.30t 3,00 ZAR
Archer Daniels 27,63 27,77 27,77/19,12 36,20 0,76 USD
Artnet – 2,79 6,60/2,55 – 0,00
Asian Bamboo 2,48 2,59 8,07/1,81 – 0,00
AT & S 6,70 6,64 9,02/6,10 6,80 0,20
Atlantia 12,62 12,79 14,27/9,58 12,29 0,75
Atoss Softw. 25,68 25,49 33,95/19,10 – 3,62
Atresmedia 6,50 6,64 6,64/2,85 4,65 0,11
Augusta Techn. 23,55 23,55 25,41/22,20 – 0,40
B
Baader Bank – 1,97 2,15/1,74 – 0,05
Ballard Power 1,38 1,39 1,55/0,45 1,85 0,00 CAD
Baloise Hold. 80,23 80,54 80,54/50,45 100,0 4,50 CHF
Bank of East Asia 2,73 2,75 3,25/2,62 28,00 1,06 HKD
Barrick Gold 11,53 11,58 32,87/10,52 15,66 0,81 CAD
Basler 19,35 19,00 21,23/9,91 – 0,30
BayWa Na – 40,00 42,90/29,50 – 0,65
BDI BioEnergy 6,70 6,70 10,00/6,00 – 0,00
Beate Uhse 0,69 0,67 1,23/0,42 – 0,00
Berkshire Hath. B 90,01 89,50 90,14/66,60 117,0 0,00 USD
Biotest 56,22 58,00 61,00/40,50 – 0,50
Blackstone 16,36 16,06 18,49/10,15 21,82 0,92 USD
BMP konv. 0,72 0,71 0,86/0,58 – 0,00
BMW Vz 56,09 55,04 55,49/37,66 – 2,52
BOCHK 2,37 2,34 2,79/2,28 24,30 1,24 HKD
Bombardier b 3,65 3,53 3,66/2,38 4,94 0,10 CAD
Bouygues 20,44 20,23 23,16/17,73 20,43 1,60
Bridgestone 29,12 29,25 29,25/16,76 1.81t54,00 JPY
Broadcom 26,51 26,19 29,23/23,57 34,86 0,44 USD
Brüd. Mannesmann 0,80 0,80 1,02/0,59 – 0,00
BT Group 3,91 3,89 3,89/2,62 340,0 9,50 GBp
Bwin Party Dig. 1,45 1,49 1,81/1,15 1,47 3,44
BYD Co. 2,85 2,81 3,47/1,32 28,80 0,00 HKD
C
C-Quadrat Invest 27,90 27,70 29,40/20,98 – 0,60
Cameco 17,06 17,10 18,60/13,01 22,89 0,40 CAD
Canon 26,12 25,52 30,73/23,33 4.53t 130,0 JPY
Cap Gemini 39,35 39,32 39,99/26,04 39,95 1,00
Cathay Pacific 1,33 1,32 1,50/1,21 13,44 0,08 HKD
Cenit Syst. 8,71 8,65 9,87/6,20 – 0,55
Centrosolar 0,22 0,22 1,56/0,20 – 0,00
Centrotherm 1,12 1,15 1,78/0,67 – 0,50
Ceotronics 1,43 1,43 1,85/1,31 – 0,12
CEZ 18,52 18,30 31,10/17,80 –40,00
Chalco 0,24 0,23 0,41/0,22 – 0,00
Check Point 41,62 40,52 41,50/30,69 54,05 0,00 USD
Cheung Kong 10,71 10,74 12,87/9,80 107,0 3,16 HKD
China Life 1,87 1,83 2,68/1,71 – 0,17 HKD
China Mobile 7,99 8,05 9,61/7,26 81,55 3,41 HKD
China Nat. Build. 0,66 0,66 1,23/0,61 – 0,19 HKD
China Petroleum 0,54 0,55 0,91/0,49 – 0,29 HKD
China Precision 0,95 0,94 2,58/0,90 1,28 – USD
China Res. Enter. 2,42 2,38 2,80/2,00 24,05 0,30 HKD
China Spec. Glass 2,01 2,10 3,45/1,67 – 0,00
China Unicom 10,39 10,15 13,42/9,17 10,62 – HKD
Clariant 11,70 11,55 11,88/8,07 14,53 0,33 CHF
CNOOC 1,34 1,36 1,71/1,20 13,70 0,47 HKD
Colexon Energy 0,60 0,60 0,72/0,28 – 0,00
CompuGroup 19,49 19,71 19,71/11,15 – 0,35
Conergy 0,09 0,10 0,51/0,10 – 0,00
Constantin Med. 1,46 1,46 1,89/1,36 – 0,00
Cor & FJA 0,79 0,79 1,15/0,75 – 0,00
Corning 11,47 11,40 12,67/8,47 14,88 0,20 USD
Credit Agricole 6,77 6,78 7,79/2,91 6,75 0,45
Crocs 12,93 13,19 14,54/9,40 17,53 0,00 USD
Cropenergies 6,40 6,21 6,40/4,16 – 0,18
Curanum 2,74 2,72 2,79/1,55 – 0,00
D
DAB Bank 3,51 3,46 4,08/3,07 – 0,21
Danaher Corp. 52,03 52,40 52,51/40,06 67,69 0,10 USD
Data Modul 14,33 14,36 20,09/12,65 – 0,60
Deag 3,29 3,21 3,74/2,60 – 0,08
Deere 64,05 64,24 72,10/58,49 83,83 2,04 USD
Deufol 0,70 0,71 1,02/0,70 – 0,00
Devon Energy 42,68 42,70 49,21/39,29 55,58 0,88 USD
DF Dt. Forfait 4,59 4,66 5,94/3,30 – 0,00
Douglas 39,40 39,60 39,60/31,98 – 1,10
Dr. Hönle 11,50 11,73 13,46/9,14 – 0,50
Drägerwerk 84,54 83,98 89,65/56,00 – 0,86
Dt. Annington Imm. 17,63 17,56 17,56/17,56 – 0,00
Dt. Postbank 33,00 33,12 35,20/27,22 – 1,66
Dyckerhoff 49,90 49,31 50,26/28,50 – 0,75
Dyckerhoff Vz. – 49,50 49,80/28,70 – 0,75
E
Eckert & Ziegler 25,30 26,44 28,91/20,50 – 0,60
Ecotel Comm. 5,07 5,04 5,73/4,65 – 0,00
EDF 19,90 19,80 19,80/13,59 19,93 1,15
Einhell Germany 30,14 29,68 34,13/27,41 – 0,80
Electronics Line 0,67 0,67 1,00/0,49 – 0,00
Elexis 26,00 26,25 27,00/21,41 – 0,15
Eli Lilly 39,44 39,50 44,56/33,69 51,32 1,96 USD
Elmos Semicon. 8,48 8,52 8,95/5,77 – 0,25
Endesa 16,07 16,78 18,75/11,57 16,00 0,61
Enerxy 1,50 1,51 3,60/1,35 – 0,00
Envitec Biogas 6,60 6,56 8,80/6,56 – 1,00
Epigenomics 1,59 1,62 2,30/0,83 – 0,00
Erste Bank 21,52 20,69 26,77/13,95 21,25 0,40
Essanelle Hair – 11,01 11,90/9,27 – 0,50
Estavis 1,91 1,91 2,10/1,59 – 0,00
Evonik 26,11 26,20 33,04/24,54 – 0,00
Exceet Group 4,87 5,07 5,12/3,40 – 0,00
F
Fabasoft 3,61 3,67 4,18/2,54 – 0,38
Facebook 19,68 19,70 25,04/14,11 25,75 0,00 USD
Fair Val. Reit – 4,25 5,00/3,51 – 0,10
Fiat 5,80 5,78 6,30/3,30 5,82 0,00
Fiat Industr. 8,71 8,79 9,69/7,07 – –
First Sensor 7,95 8,05 9,32/7,54 – 0,00
Firstextile 7,96 7,96 11,00/7,96 – –
Forsys Metals 0,40 0,40 0,70/0,37 0,57 0,00 CAD
Fortec Elektr. 10,00 9,96 11,79/8,15 – 0,50
Fortum 14,59 14,74 16,35/13,10 14,35 1,00
Francotyp-Post. 3,15 3,25 3,68/2,23 – 0,00
Freeport-McM. 21,50 21,90 32,83/20,30 28,02 1,25 USD
Fuchs Petrol. 52,61 51,77 61,98/38,60 – 1,28
Schluss Börse Frankfurt 52-Wochen-Heimat- Div. W
12.07. 11.07. Hoch/Tief börse
Fujitsu 3,06 3,04 3,59/2,60 729,0 3,00 JPY
G
Gamesa 4,65 4,73 4,73/1,01 4,71 0,00
Gas Natural 14,33 15,52 16,49/8,60 14,34 0,89
Gazprom ADR 5,65 5,53 8,44/5,00 7,41 1,14 USD
Geberit N 201,10 198,29 200/155 249,0 – CHF
Gen. Dynamics 63,25 61,94 62,30/47,80 82,70 2,24 USD
General Motors 28,00 27,33 27,51/15,25 36,55 – USD
Geratherm 5,98 6,10 6,37/4,13 – 0,20
GFT Techn. 4,32 4,18 4,19/2,77 – 0,15
Gigaset 0,70 0,70 1,81/0,61 – 0,00
Givaudan 1.05t 1.03t 1.04t/734 1.31t36,00 CHF
GK Software 28,65 28,65 41,23/27,00 – 0,00
Gold Fields 4,15 4,04 11,20/3,70 5.35t 2,35 ZAR
Goodyear 12,83 12,60 12,89/7,92 16,60 0,00 USD
Groupon 6,58 6,85 7,15/2,07 8,62 0,00 USD
GWB Immobilien 0,03 0,03 0,26/0,02 – 0,00
H
Haikui Seafood 8,00 7,95 9,65/6,97 – 0,00
Hang Lung 2,47 2,51 3,08/2,40 25,35 0,74 HKD
Hansa Group – 2,81 3,55/2,15 – 0,00
Harley Davidson 41,85 42,25 46,50/31,40 55,86 0,84 USD
Harmony Gold 2,69 2,70 8,44/2,52 3.49t 0,50 ZAR
Headwaters 7,30 7,47 8,82/4,36 9,49 0,00 USD
Heineken 51,59 52,44 60,12/41,93 51,15 0,89
Heliad 1,65 1,69 2,11/1,52 – 0,00
Henkel 61,53 62,01 65,40/45,68 – 0,93
Hennes&Mauritz 27,24 27,07 30,77/24,32 237,016,00 SEK
Heritage Oil 1,87 1,85 2,72/1,48 2,30 0,00 CAD
Hess 0,18 0,17 15,78/0,06 – 0,00
Höft & Wessel 0,85 0,40 2,24/0,36 – 0,10
Holcim 54,01 53,81 63,57/43,30 66,85 1,15 CHF
Homag 14,00 14,05 15,20/9,40 – 0,25
Honda Motor 29,10 29,44 32,49/22,77 3.31t80,00 JPY
Hongkong Ex. 11,90 11,65 14,43/10,43 121,0 3,31 HKD
Hornb.-Baum. 26,19 25,59 27,00/23,77 – 0,50
Hutchison 8,30 8,32 8,74/6,90 84,25 2,08 HKD
Hypoport – 7,35 9,71/7,00 – 0,00
Hyundai GDR 30,07 30,25 33,10/22,20 2.09t 1.90t KRW
I
IBS 10,77 10,86 11,17/7,30 – 0,15
ICBC 0,48 0,48 0,58/0,42 3,96 0,24 CNY
ICICI Bank 29,33 29,26 37,50/25,49 1.06t20,00 INR
Identive 0,62 0,62 1,17/0,52 0,80 – USD
IFM Immobilien – 10,61 12,90/9,65 – 0,00
Impala Platinum 6,95 7,05 15,20/6,66 9.01t 1,95 ZAR
Infosys ADR 36,50 32,80 42,20/30,00 2.80t42,00 INR
Init Innovation 23,00 23,45 25,57/18,42 – 0,80
Intershop konv. 1,37 1,34 2,52/1,34 – 0,00
Intica 3,23 3,19 3,53/2,44 – 0,00
Invision Softw. 17,41 17,50 18,83/12,50 – 0,00
Isaria Wohnbau 2,24 2,35 4,17/2,35 – 0,00
Isra Vision 34,00 33,90 36,50/16,85 – 0,00
ITN Nanovation 2,80 2,67 4,10/1,23 – 0,00
IVG Immobilien 0,24 0,23 2,48/0,22 – 0,00
IVU Traffic Tech. 1,65 1,65 1,74/1,05 – 0,00
J
JDS Uniphase 11,34 11,02 11,81/7,00 15,11 0,00 USD
Jetter 4,43 4,19 6,23/3,75 – 0,00
Joy Global 39,06 39,29 52,07/37,03 51,34 0,54 USD
Joyou 11,25 10,85 12,10/7,51 – 0,00
Jubii Europe 0,06 0,06 0,09/0,05 – 0,00
Jul. Baer 31,44 31,70 32,26/25,70 38,80 0,60 CHF
Juniper Netw. 15,40 14,98 16,75/11,65 20,42 0,00 USD
K
Kering 167,70 169,50 179/107 168,0 3,75
KHD Humb. Wed. 4,49 4,50 5,20/4,15 – 0,06
Kion Group 23,65 23,65 23,75/23,50 – 0,00
Komatsu 18,55 18,40 22,65/14,70 2.40t58,00 JPY
KPN 1,57 1,60 7,55/1,39 1,58 0,00
Kromi Logistik 8,88 8,88 9,25/7,65 – 0,00
Kyocera 84,36 83,91 86,80/63,03 8.50t160,0 JPY
L
Lafarge 46,92 46,95 56,08/34,06 47,25 1,00
LDK Solar 1,16 1,11 1,69/0,59 1,46 0,00 USD
Leifheit 26,38 27,14 35,50/22,84 – 1,50
Lloyd Fonds 0,42 0,46 0,78/0,29 – 0,00
Lloyds Bank 0,78 0,76 0,79/0,36 67,73 0,00 GBp
Loewe 1,95 2,08 5,07/1,28 – 0,00
Logitech 5,05 5,04 7,97/4,76 8,52 0,00 CHF
Logwin 1,09 1,04 1,17/0,66 – 0,00
Lonza Group 60,00 60,20 60,20/34,13 74,25 2,15 CHF
Lowe’s Corp. 33,06 33,38 34,20/20,24 43,66 0,72 USD
Ludwig Beck 27,95 28,05 31,39/20,17 – 0,50
Lukoil ADR 46,37 45,72 51,53/41,64 60,56 2,34 USD
M
Magix 2,40 2,45 2,49/1,78 – 0,00
Man Group 1,07 1,08 1,60/0,90 92,30 – GBp
MAN Vz 84,10 84,41 86,40/64,91 – 1,00
Manz 30,56 30,58 34,13/16,40 – 0,00
Marseille-Kl. 4,50 4,32 5,72/2,59 – 0,00
Mastercard 465,13 456,92 462/329 599,0 2,40 USD
Masterflex 5,29 5,38 5,64/4,51 – 0,00
Mattel 35,56 35,73 36,48/25,38 47,03 1,44 USD
MBB Industries 20,59 20,81 23,83/7,75 – 0,44
Mediaset 3,21 3,22 3,23/1,16 3,22 0,10
MediClin 4,07 3,98 4,40/3,79 – 0,00
Medigene 0,92 0,94 1,23/0,76 – 0,00
Mediobanca 4,50 4,49 5,58/2,45 4,44 0,05
MetLife 36,98 37,41 37,83/23,69 48,84 1,10 USD
Metro Vz 23,46 23,46 25,50/20,65 – 1,06
Metso Corp 28,48 27,90 34,52/25,89 – 1,85
Mevis Med. Sol. 10,70 10,21 11,69/5,60 – 0,00
Michelin 72,78 73,01 73,90/50,00 73,08 2,40
Ming Le Sports 5,31 5,23 8,75/4,98 – 0,00
Mitsubishi Fin. 5,12 4,98 5,60/3,35 1.02t 14,00 JPY
Mobile Teles 14,63 14,93 16,58/12,37 272,0 0,94 RUR
Mobotix 15,28 15,22 21,00/12,32 – 0,00
Moduslink 2,39 2,43 2,99/1,67 3,13 0,00 USD
Mol Magyar 56,97 58,56 67,87/51,98 1.66t462,0 HUF
Mologen 12,20 12,13 15,25/9,02 – 0,00
Monsanto 79,53 78,15 84,91/65,80 102,0 1,50 USD
Mood and M. – 0,08 0,15/0,05 – –
Moody’s 46,78 46,34 53,31/29,40 61,20 0,80 USD
Mosenergo ADR 1,33 1,27 3,92/1,20 1,85 0,09 USD
Motorola Sol. 45,52 45,50 49,63/36,60 59,58 – USD
Mühlbauer 19,20 19,18 24,23/16,44 – 1,00
MWB Fairtrade 0,82 0,82 0,99/0,76 – 0,00
Mybet Holding 1,33 1,37 1,80/1,02 – 0,00
N
Nemetschek 47,93 47,99 50,20/26,25 – 1,15
Newcrest Mining 8,32 7,80 23,76/6,58 12,09 0,25 AUD
Newmont Mining 21,34 21,32 44,04/20,80 27,77 1,40 USD
Nexus 9,30 9,13 9,74/7,14 – 0,11
Nike 48,89 48,65 51,50/34,98 63,65 0,84 USD
Nikon 17,20 17,09 23,60/16,16 2.76t 41,00 JPY
Nintendo 92,99 94,40 106/67,51 4.86t260,0 JPY
Nippon Steel 2,29 2,26 2,26/1,50 623,0 2,00 JPY
Nobel Biocare 9,45 9,22 10,18/5,93 9,80 0,20 CHF
Nokia 3,14 3,19 3,53/1,38 3,15 0,20
Nomura Holding 6,18 6,15 7,34/2,58 1.60t10,00 JPY
Nordea 8,95 8,89 9,65/6,64 – – SEK
Norilsk.N ADR 11,16 10,68 15,20/10,20 14,38 0,61 USD
Norsk Hydro 3,19 3,20 3,95/3,00 25,10 0,75 NOK
Novatek GDR 94,95 91,01 102/76,78 123,0 1,25 USD
Novavisions – 0,04 0,10/0,04 – –
November 0,03 0,03 0,08/0,02 – 0,00
Novo Nordisk 125,85 125,10 144/114 936,018,00 DKK
NTT Com Security 7,91 7,47 8,18/5,25 – 0,00
NYSE Euronext 31,91 32,04 32,12/17,42 41,70 1,20 USD
O
OHB 17,13 17,00 17,23/13,50 – 0,37
OMV 34,99 34,04 39,68/23,16 34,97 1,20
Orad HiTec 1,22 1,22 2,34/1,16 – 0,41
Orco Germany 0,45 0,45 0,61/0,30 – 0,00
Orkla 6,60 6,58 6,94/5,56 52,20 2,50 NOK
Osram Licht 27,07 27,80 27,84/23,80 – 0,00
OTP Bank 17,10 17,37 18,32/11,33 5.01t 122,0 HUF
OVB Holding 17,53 17,53 21,33/16,75 – 0,55
P
P & I 40,00 39,50 39,50/28,35 – 1,55
Schluss Börse Frankfurt 52-Wochen-Heimat- Div. W
12.07. 11.07. Hoch/Tief börse
Paragon – 8,67 10,60/7,76 – 0,35
Parmalat 2,45 2,45 2,51/1,39 2,47 0,01
Paychex 29,52 29,33 29,85/23,40 39,29 1,40 USD
Pernod-Ricard 89,72 89,45 101/82,84 87,53 1,65
Petrobras 10,64 10,38 17,90/10,38 13,82 1,07 USD
Petrochina 0,92 0,93 1,12/0,76 9,25 0,35 HKD
Petrotec 0,91 0,93 1,11/0,74 – 0,00
Peugeot 7,80 7,54 7,57/4,40 7,87 0,00
Phoenix Solar 1,55 1,57 1,70/0,92 – 0,00
Pirelli 8,76 8,99 9,70/7,04 – –
PNE Wind 2,64 2,66 2,87/1,36 – 0,08
Polis Immob. – 9,98 11,40/9,01 – 0,00
Porsche Vz 60,40 59,52 66,60/39,65 – 2,01
Portugal Telecom 2,75 2,79 4,46/2,78 2,71 0,32
Posco ADR – 52,52 69,16/47,36 3.11t 8.00t KRW
PostNL 2,38 2,43 3,41/1,48 – 0,00
Potash Sask. 30,27 30,42 37,23/28,88 39,70 1,40 USD
Powerland 1,91 2,02 9,51/1,60 – 0,00
Progress 33,95 33,86 36,53/26,01 – 1,60
Pulsion 13,07 12,91 17,95/6,37 – 0,15
PVA Tepla 1,81 1,86 2,96/1,84 – 0,15
R
R.Stahl 33,68 33,57 37,03/22,64 – 1,00
Raiffeisen Int. 20,15 20,05 33,64/20,03 20,10 1,17
Rambus 7,46 7,44 7,61/3,15 9,74 0,00 USD
Randstad 33,78 33,52 34,42/22,60 34,24 1,25
Realtech 3,79 3,77 5,63/3,70 – 0,00
Red Hat 38,49 37,08 47,90/33,84 50,41 0,00 USD
Reed Elsevier 13,51 13,60 13,60/9,15 13,55 0,47
Reliance GDR 22,59 22,04 25,80/19,83 890,0 9,00 INR
Renault 56,78 56,03 62,26/31,47 56,78 1,72
Renewable Energy 0,35 0,34 0,35/0,08 2,68 0,00 NOK
Reply Deutl. 11,40 11,34 12,27/9,54 – 0,45
RHI 27,09 26,80 28,48/17,15 27,23 0,75
RIB Software 4,59 4,60 5,09/3,68 – 0,14
Richemont 72,05 71,81 73,82/41,12 89,00 1,00 CHF
Richter Gedeon 12,12 12,23 14,52/10,74 3.65t66,00 HUF
Roche Inh. 198,03 195,76 205/144 244,0 7,35 CHF
Rofin Sinar 18,66 19,51 21,35/13,78 – 0,00
Rosneft ADR 5,79 5,68 7,12/4,65 6,06 0,26 USD
Rostelecom ADR 14,88 14,18 20,58/11,92 19,59 0,47 USD
Royal Bank Scot. 3,62 3,54 4,44/2,51 305,0 – GBp
Rücker 16,53 16,52 17,56/12,86 – 0,40
RWE Vz 22,20 22,24 32,42/22,00 – 2,00
S
SAG Solarstrom 2,87 2,95 3,49/1,82 – 0,13
Saipem 14,60 14,59 39,83/12,15 14,50 0,68
Samsung El. 446,00 449,84 563/404 – 8.00t KRW
Samsung El. Vz 290,16 289,63 339/249 – 8.05t KRW
Sandvik 9,46 9,69 12,77/8,98 83,20 3,50 SEK
Sartorius 86,00 86,00 90,86/46,05 – 0,80
Sasol 32,89 32,00 36,65/30,70 4.49t 17,50 ZAR
Sberbank ADR 9,29 9,04 11,00/8,20 12,10 0,25 USD
SBM Offshore 14,02 13,97 14,60/7,83 13,93 0,00
Scania 15,84 15,55 16,82/13,04 136,0 – SEK
Schuler 23,17 23,17 24,00/15,74 – 0,25
SEB 7,94 7,93 8,41/5,26 69,40 2,75 SEK
Secunet 13,60 13,66 14,75/9,80 – 0,00
Securitas 6,95 7,05 7,45/5,56 60,60 3,00 SEK
Sedo Holding – 2,22 2,82/1,39 – 0,00
Severstal GDR 5,57 5,55 10,83/4,80 10,69 0,11 USD
SFC 5,00 4,86 7,00/4,42 – 0,00
Sharp 3,32 3,21 4,52/1,43 2.02t 0,00 JPY
SHS Viveon 8,40 9,07 30,00/13,18 – 0,25
SHW 28,89 29,37 34,60/25,48 – 4,00
Silver Wheaton 15,86 15,70 31,80/13,92 – 0,50 CAD
Singulus 1,43 1,40 2,07/1,06 – 0,00
SinnerSchrader 1,57 1,57 1,97/1,48 – 0,00
Sixt Vz 15,53 15,46 16,27/11,40 – 1,02
Softbank 44,45 44,54 46,10/23,00 –40,00
Softing 11,12 10,89 10,89/5,60 – 0,27
Solar Fabrik 1,89 1,92 2,86/1,84 – 0,00
Solarworld 0,52 0,46 1,81/0,41 – 0,09
Sony 16,65 17,00 17,98/7,39 4.71t25,00 JPY
South. Copper 21,15 21,10 31,49/20,51 27,15 3,43 USD
State Bk of India 49,20 49,50 73,00/47,50 1.89t 41,50 INR
Statoil 16,37 16,35 20,80/15,32 130,0 6,75 NOK
STMicroelectron 7,16 7,14 7,58/3,74 7,41 0,30
Stryker 51,76 51,11 54,11/40,20 67,02 1,06 USD
Suez Env. 10,23 10,23 11,18/7,96 10,11 0,65
Sunpower 20,45 19,62 19,62/3,04 26,26 – USD
Suntech Power 0,85 0,79 1,51/0,30 1,16 0,00 USD
Sunwin 0,10 0,11 0,22/0,11 0,14 0,00 USD
Surgutn. ADR 6,34 6,12 7,87/5,54 8,04 0,18 USD
Surteco 17,38 17,38 20,95/16,18 – 0,45
Svenska Hdlsbk. 33,06 32,91 35,37/25,99 288,0 10,75 SEK
Swatch Group 436,77 447,71 480/285 541,0 6,75 CHF
Swiss Life 133,83 133,16 133/71,62 166,0 4,50 CHF
Swiss Re 58,69 58,00 66,00/49,09 72,30 3,50 CHF
Swisscom 339,23 340,50 366/310 420,022,00 CHF
Sygnis Pharma 2,61 2,60 6,00/2,39 – 0,00
Syngenta 318,59 319,42 337/264 392,0 9,50 CHF
Syzygy 4,26 4,25 4,60/3,27 – 0,25
T
Takeda Pharma 36,55 36,20 43,44/33,05 6.31t180,0 JPY
Tata Motors ADR 18,22 18,41 23,55/15,40 292,0 2,00 INR
Tatneft GDR 28,16 27,02 34,44/24,00 36,25 1,32 USD
Technotrans 9,06 9,00 10,45/5,42 – 0,00
Telecom Italia 0,51 0,53 0,86/0,51 – 0,04
Telegate 8,38 8,53 9,85/5,45 – 0,35
Telekom Austria 5,31 5,15 7,53/4,54 5,29 0,05
Telenor 15,82 15,66 17,69/13,27 124,0 6,00 NOK
Teles 0,35 0,26 0,50/0,15 – 0,00
Teliasonera 5,24 5,20 5,75/4,81 45,54 2,85 SEK
Thomps.Creek 2,16 2,25 3,45/1,86 2,97 0,00 CAD
Thomson Reuters 25,72 25,50 27,22/20,80 35,12 1,32 CAD
Tomorrow Foc. 3,93 3,93 4,34/3,35 – 0,06
Tomra Systems 6,52 6,46 7,92/5,95 51,25 1,25 NOK
TomTom 4,03 4,03 4,26/2,98 3,98 0,00
Toshiba 3,64 3,56 4,30/2,40 761,0 8,00 JPY
Toyota Motor 49,49 49,10 50,75/28,80 5.78t 120,0 JPY
Travel24.com – 12,99 27,99/11,00 – 0,00
U
UMS Internat. 9,83 9,87 11,10/6,87 – 0,55
Unipetrol 6,55 6,53 7,07/6,37 171,0 0,00 CZK
United Labels 1,10 1,08 1,86/0,91 – 0,00
United Power 3,00 2,98 4,19/2,52 – –
UPM Kymmene 8,04 7,95 9,57/7,42 7,97 0,60
UPS 66,84 69,94 70,50/54,68 86,47 2,48 USD
Uranium One 2,00 2,00 2,14/1,39 2,75 0,00 CAD
USU Soft.konv. 7,82 7,90 8,85/5,10 – 0,25
V
Vale 9,76 9,50 16,00/9,12 27,15 0,00 BRL
Vallourec 41,77 41,66 43,66/31,39 41,07 0,69
VBH 2,61 2,61 3,37/2,25 – 0,00
Veolia Envir. 9,58 9,60 10,76/7,45 9,49 0,70
Verbio 0,88 0,87 2,71/0,77 – 0,00
Vestas Wind 12,58 12,60 12,60/3,21 93,90 0,00 DKK
Villeroy & Boch 8,66 8,63 8,90/6,26 – 0,40
Visa 145,10 144,21 148/99,89 190,0 1,32 USD
Vita 34 3,00 3,03 3,27/2,51 – 0,00
Vizrt 2,12 2,15 2,76/2,10 – 0,10
VMware 53,90 51,71 80,13/49,93 70,99 0,00 USD
Voestalpine 27,98 27,94 28,50/20,07 27,81 0,90
Volkswagen 160,60 158,30 174/124 – 3,50
Volvo B 10,36 10,40 12,00/8,89 91,50 3,00 SEK
VTB Bank GDR 2,18 2,14 2,95/2,10 3,13 0,06 USD
Vtion Wireless 3,61 3,62 4,58/3,52 – 0,05
W
WashTec – 10,52 11,50/8,15 – 0,58
Westag & Get. 19,32 18,82 19,48/15,62 – 0,94
Westag & Get. Vz 19,20 19,03 19,95/15,88 – 1,00
Wienerberger 8,63 8,86 10,14/5,53 8,68 0,12
Wilex 1,42 1,38 3,92/0,88 – 0,00
X Y Z
Yara 32,46 32,67 40,54/29,42 257,013,00 NOK
Yingli Green ADR 2,92 2,94 2,94/0,98 3,82 0,00 USD
Yoc 2,88 3,07 10,15/3,07 – 0,00
Youbish. Gr. Paper 3,87 3,90 6,10/3,69 – 0,00
Youniq 4,37 4,38 5,60/4,31 – 0,00
Zhongde 1,71 1,68 2,40/1,41 – 0,00
Stoxx 50 / Euro Stoxx 50 (ohne Dax-Werte)
17:58 Heimatbörse Tagesveränderung 52-Wochen- KGV Markt- Frankfurt
Dividende 12.07. 11.07. W in % Hoch/Tief 2013 wert 12.07. 11.07.
Euro Stoxx 50 – 2671,68 2681,32 -0,36 2836/2152 – – – –
Stoxx 50 – 2689,58 2690,87 -0,05 2843/2373 – – – –
ABB 0,68 21,26 21,22 CHF +0,19 22,03/15,67 14 39,68 17,14 17,07
Air Liquide 2,50 97,37 97,74 -0,38 99,52/86,69 18 30,57 97,78 97,34
Anh.-Busch Inb. 1,70 70,14 71,37 -1,72 78,66/62,94 14 114,43 71,21 71,96
Arcelor-Mittal 0,20 9,33 9,42 -1,03 13,64/8,44 21 15,61 9,38 9,39
ASML 0,46 67,10 66,50 +0,90 66,50/39,15 29 27,69 67,47 66,37
Astrazeneca 179,0 3270,83 3250,00 GBp +0,64 3,52t/2,79t 9 47,72 38,19 38,19
Axa 0,72 16,12 16,10 +0,12 16,39/8,90 8 38,41 16,08 16,00
Banco Bilbao (BBVA) 0,42 6,32 6,44 -1,88 7,82/4,43 9 34,75 6,28 6,46
Banco Santander 0,60 5,03 5,11 -1,62 6,62/4,04 9 54,66 5,04 5,22
Barclays 6,50 303,41 302,90 GBp +0,17 333,85/150,55 8 45,60 3,55 3,51
BG Group 16,67 1179,76 1173,00 GBp +0,58 1,35t/1,00t 14 46,22 13,58 13,55
BHP Billiton 1,12 1791,06 1800,00 GBp -0,50 2,23t/1,66t 11 44,22 20,94 21,03
BNP Paribas 1,50 44,01 44,13 -0,26 47,67/26,46 9 54,68 44,02 44,49
BP 21,76 465,41 464,75 GBp +0,14 483,30/416,60 9 102,77 5,39 5,43
Brit.Amer. Tobacco 130,0 3486,31 3495,00 GBp -0,25 3,78t/3,07t 15 77,91 40,50 40,93
Carrefour 0,58 21,18 21,39 -0,98 24,42/13,36 15 15,06 21,24 21,39
Crédit Suisse 0,75 26,66 26,67 CHF -0,04 29,25/16,01 10 34,21 21,69 21,51
CRH Plc 0,63 15,61 15,47 +0,94 17,86/13,51 18 11,27 15,49 15,57
Danone 1,45 57,00 57,18 -0,31 59,57/45,97 18 36,52 57,57 56,94
Diageo 43,50 2004,25 2019,00 GBp -0,73 2,08t/1,65t 19 58,85 23,45 23,37
Enel 0,15 2,30 2,42 -4,71 3,26/2,03 7 21,82 2,32 2,41
ENI 1,08 16,00 15,94 +0,38 19,48/15,25 8 58,33 16,05 15,95
Ericsson 2,75 80,45 79,85 SEK +0,75 85,60/56,80 16 28,08 9,23 9,10
Essilor Int. 0,88 82,22 82,02 +0,24 89,70/67,51 27 17,84 83,11 82,38
GDF Suez 1,50 15,32 15,48 -1,07 20,23/14,12 11 37,05 15,35 15,51
Generali 0,20 13,75 13,94 -1,36 14,72/8,56 10 21,67 13,92 13,89
Glaxosmithkline 74,00 1748,43 1742,50 GBp +0,34 1,78t/1,31t 15 99,17 20,20 20,18
GlencoreXstrata 0,16 265,90 266,30 GBp -0,15 397,85/256,85 11 40,19 3,03 3,14
HSBC Holding 0,45 724,94 721,20 GBp +0,52 769,90/510,60 11 155,94 8,40 8,35
Iberdrola 0,30 3,87 4,01 -3,35 4,32/2,65 10 24,37 3,88 4,01
Imperial Tobacco 106,0 2250,00 2273,00 GBp -1,01 2,54t/2,23t 11 25,37 26,00 26,62
Inditex 2,20 97,50 99,83 -2,33 109,30/77,90 23 60,41 96,91 99,43
ING 0,00 7,39 7,36 +0,31 7,82/4,70 7 28,27 7,38 7,30
Intesa San Paolo 0,05 1,26 1,29 -2,25 1,53/0,88 10 19,90 1,28 1,30
L’Oreal 2,30 129,65 129,45 +0,15 136,65/91,67 25 78,79 130,33 129,42
LVMH 2,90 133,25 133,65 -0,30 143,20/117,00 18 67,84 133,60 133,45
National Grid 40,58 761,65 761,50 GBp +0,02 847,50/641,00 14 32,58 8,89 8,90
Nestlé 2,05 63,75 63,95 CHF -0,31 69,50/57,70 18 166,93 51,77 51,95
Novartis 2,30 69,50 69,50 CHF - 73,65/54,65 14 152,25 56,26 56,25
Orange 0,78 7,29 7,37 -1,18 11,50/7,10 7 19,42 7,33 7,36
Philips 0,75 22,37 22,18 +0,86 23,67/16,11 14 21,39 22,34 22,13
Reckitt Benckiser 125,0 4677,00 4929,00 GBp -5,11 4,95t/3,41t 17 39,11 54,62 57,29
Repsol 0,95 16,52 16,88 -2,13 18,50/10,96 10 21,18 16,51 17,02
Rio Tinto 107,0 2799,00 2833,50 GBp -1,22 3,75t/2,58t 7 45,64 32,32 33,11
Roche Hold. Gen. 7,35 243,80 242,50 CHF +0,54 258,50/167,20 16 138,73 197,46 197,09
Royal Dutch Shell A 1,35 25,59 25,54 +0,20 28,91/24,10 6 97,43 25,65 25,41
Saint Gobain 1,24 32,04 31,80 +0,75 33,73/24,08 13 16,94 31,90 31,69
Sanofi-Aventis 2,77 79,64 79,84 -0,25 86,67/60,74 13 105,93 79,87 80,09
Schneider Electric 1,87 55,70 58,06 -4,06 62,81/41,50 13 32,29 58,13 57,70
Societe Generale 0,45 27,90 27,88 +0,07 34,14/15,40 8 21,89 28,06 27,84
Standard Chartered 53,36 1531,55 1516,50 GBp +0,99 1,83t/1,22t 10 42,53 17,59 17,82
Telefonica 0,00 9,89 10,14 -2,48 11,58/8,63 9 44,60 9,80 10,10
Tesco 14,76 351,75 349,35 GBp +0,69 387,75/307,90 11 32,64 4,05 4,13
Total 2,34 38,60 38,50 +0,26 41,84/34,83 7 91,37 38,62 38,35
UBS 0,15 16,68 16,70 CHF -0,12 18,00/9,80 18 51,65 13,48 13,47
Unibail 8,40 – 174,00 - 187,95/132,45 17 17,91 188,55 187,55
Unicredit 0,09 3,54 3,59 -1,61 4,80/2,33 16 20,61 3,56 3,61
Unilever NV 0,97 31,60 31,49 +0,35 32,89/26,48 19 48,79 31,49 31,41
Vinci 1,77 39,33 39,85 -1,30 40,00/31,85 11 23,08 39,81 39,52
Vivendi 1,00 15,13 15,27 -0,92 17,44/14,13 8 20,02 15,12 15,24
Vodafone 10,19 194,07 191,55 GBp +1,31 199,90/154,45 13 110,06 2,25 2,23
Zurich Ins. 17,00 252,10 254,90 CHF -1,10 270,30/209,50 9 30,37 206,09 205,90
Dow Jones
17:58 New York(in USD) Tagesveränderung 52-Wochen- KGV Markt- Frankfurt
Dividende 12.07. 11.07. in % Hoch/Tief 2013 wert 12.07. 11.07.
Dow Jones – 15452,0615460,92 -0,06 15461/12542 – – – –
3 M 2,54 114,69 114,53 +0,14 115/87,31 17 79,22 87,67 87,40
Alcoa 0,12 8,12 8,10 +0,25 9,84/7,71 18 8,68 6,22 6,17
American Express 0,92 77,38 76,94 +0,57 78,28/53,64 16 84,96 58,99 58,84
AT & T 1,80 35,69 35,87 -0,50 39,00/33,14 14 196,00 27,44 27,50
Bank of America 0,04 13,68 13,51 +1,22 13,83/7,04 14 147,96 10,47 10,36
Boeing 1,94 107,63 106,88 +0,70 107/69,38 17 81,51 82,53 82,44
Caterpillar 2,08 87,00 86,70 +0,34 99,49/80,43 12 56,99 66,73 66,19
Chevron 4,00 123,28 123,77 -0,40 126/102 10 238,98 94,70 94,50
Cisco Systems 0,68 25,79 25,87 -0,30 25,87/15,12 13 137,52 19,81 19,75
Coca-Cola 1,12 40,76 41,03 -0,67 43,09/35,97 19 181,64 31,24 31,44
Du Pont 1,80 54,11 54,54 -0,79 56,38/41,95 14 49,81 41,59 41,75
Exxon Mobil 2,52 92,82 93,27 -0,48 93,48/84,58 12 414,95 71,50 71,00
General Electric 0,76 23,61 23,94 -1,40 24,33/19,59 14 244,81 18,14 18,21
Hewlett-Packard 0,58 26,28 26,38 -0,38 26,38/11,71 8 51,09 20,03 20,26
Home Depot 1,56 80,51 79,86 +0,81 79,86/50,70 23 119,33 60,62 61,70
IBM 3,80 192,95 192,80 +0,08 216/184 12 214,17 147,65 148,10
Intel 0,90 23,77 23,99 -0,92 26,88/19,36 13 117,68 18,18 18,30
Johnson&Johnson 2,64 89,65 89,67 -0,02 89,67/67,21 17 250,75 69,04 68,45
JP Morgan Chase 1,52 55,30 55,14 +0,29 55,62/33,90 10 209,58 42,49 42,15
McDonald’s 3,08 101,39 100,79 +0,60 104/84,05 18 101,67 77,79 77,05
Merck & Co. 1,72 48,47 48,31 +0,33 49,44/40,64 13 146,25 37,09 37,03
Microsoft 0,92 35,33 35,69 -1,01 35,69/26,37 13 295,01 27,13 27,16
Pfizer 0,96 28,57 28,77 -0,70 31,08/22,81 13 205,29 21,91 22,12
Procter & Gamble 2,41 81,36 80,77 +0,73 82,54/63,51 20 222,24 62,39 61,79
Travelers Cos. 2,00 83,18 82,70 +0,58 87,90/60,89 11 31,31 62,92 63,19
United Tech 2,14 100,02 99,69 +0,33 99,69/71,94 16 91,84 76,53 75,74
UnitedHealth 1,12 67,99 68,36 -0,54 68,36/51,00 12 69,68 52,15 52,39
Verizon Comm. 2,06 50,46 51,21 -1,46 53,91/41,40 18 144,37 38,60 39,05
Wal-Mart 1,88 77,47 77,63 -0,21 79,86/67,61 15 255,07 59,58 59,50
Walt Disney 0,75 66,50 66,58 -0,12 67,67/47,06 19 120,06 51,00 50,90
weitere US-Aktien
17:58 New York(in USD) Tagesveränderung 52-Wochen- KGV Markt- Frankfurt
Dividende 12.07. 11.07. in % Hoch/Tief 2013 wert 12.07. 11.07.
Nasdaq – 3579,90 3578,30 +0,04 3578/2837 – – – –
Adobe Systems 0,00 48,53 47,99 +1,13 47,99/30,02 21 24,03 36,90 36,40
Amazon 0,00 303,36 299,66 +1,23 300/216 211 138,10 233,00 228,82
Apollo Group 0,00 18,58 18,97 -2,06 31,95/16,20 7 2,08 14,18 14,34
Applied Mats 0,40 16,55 16,49 +0,36 16,49/10,15 31 20,48 12,65 12,53
Baidu 0,00 95,31 97,08 -1,82 134/83,59 20 25,93 73,63 73,18
Biogen Idec 0,00 221,99 223,30 -0,59 241/136 34 52,52 169,11 171,00
Celgene 0,00 132,84 134,92 -1,54 135/64,00 27 56,19 101,98 102,72
Citrix Sys. 0,00 67,37 66,81 +0,83 82,63/57,34 24 12,60 50,47 50,14
Comcast 0,78 44,12 44,46 -0,76 44,46/31,36 19 93,63 34,13 33,50
Dell 0,32 13,32 13,35 -0,19 14,51/8,86 8 23,10 10,17 10,20
EBay 0,00 56,51 55,88 +1,13 57,78/38,60 21 73,34 43,31 42,85
Electronic Arts 0,00 24,15 24,27 -0,49 24,27/10,95 23 7,37 18,40 18,12
First Solar 0,00 48,25 46,47 +3,83 56,40/14,00 12 4,17 36,91 35,40
Garmin 1,50 36,01 36,06 -0,14 42,73/32,60 12 7,49 27,49 27,76
Gilead Sciences 0,00 56,14 55,85 +0,52 56,47/25,55 28 85,56 43,14 42,74
Green Mount. Coffee 0,00 69,11 70,74 -2,30 81,78/17,49 31 10,75 54,15 52,25
Intuitive Surgical 0,00 424,86 430,00 -1,20 584/419 29 16,89 330,00 325,50
Microchip Tech. 1,41 39,50 38,92 +1,49 38,92/29,37 22 7,69 29,67 29,26
Network Appl. 0,60 39,41 39,03 +0,96 39,39/26,33 18 14,32 30,07 29,70
Nvidia 0,30 14,68 14,63 +0,31 14,92/11,38 17 9,17 11,24 10,89
Priceline.com 0,00 910,95 910,35 +0,07 910/558 30 45,42 699,93 693,43
Qualcomm 1,40 61,67 61,30 +0,60 67,97/54,36 14 105,95 47,20 46,82
Research in Motion 0,00 9,22 9,33 -1,18 17,90/6,31 – 4,83 7,11 7,11
Sandisk 0,00 60,61 60,78 -0,28 63,04/32,81 30 14,65 46,54 46,44
Starbucks 0,84 68,95 69,34 -0,56 69,34/43,16 32 51,66 52,67 53,15
Symantec 0,60 23,79 23,65 +0,59 25,10/13,18 14 16,50 18,20 17,89
Tellabs 0,08 2,16 2,16 - 3,78/1,90 – 0,77 1,63 1,62
Teva Pharm. 1,13 39,19 39,16 +0,07 42,52/36,95 8 36,96 29,88 29,90
Verisign 0,00 46,17 46,10 +0,15 49,50/34,15 25 7,20 – 34,68
Vertex Pharms 0,00 84,06 84,70 -0,76 85,60/38,88 4203 18,23 65,16 64,85
Wynn Resorts 4,00 130,97 131,63 -0,50 143/92,79 24 13,17 100,37 99,12
Yahoo 0,00 27,32 27,04 +1,04 27,34/14,65 24 32,31 21,02 20,72
S & P 500 – 1672,73 1675,02 -0,14 1675/1338 – – – –
Abbott Labs 0,56 35,22 35,37 -0,42 38,56/31,44 18 55,32 26,82 26,90
AIG 0,00 46,50 45,92 +1,26 46,21/30,15 14 68,65 35,29 35,21
Altria 1,76 36,90 36,86 +0,09 37,46/30,49 15 74,11 28,22 28,27
Amgen 1,88 102,46 103,26 -0,77 113/76,38 14 76,78 78,44 79,02
Apple 12,20 425,27 427,29 -0,47 702/391 10 399,79 326,50 327,50
Avon Products 0,24 22,38 22,42 -0,18 24,20/13,80 13 9,64 17,04 16,84
Baker Hughes 0,60 48,88 48,80 +0,15 50,10/39,30 16 21,59 37,20 37,47
Bristol Myers 1,40 45,34 46,03 -1,50 47,68/30,81 25 74,49 34,89 35,02
Citigroup 0,04 50,66 50,04 +1,24 53,27/25,24 11 154,15 38,73 38,43
Colgate 1,36 58,98 58,95 +0,04 62,38/51,05 10 27,55 45,35 45,22
Conoco Philips 2,64 64,58 64,32 +0,40 64,32/53,24 12 78,96 49,56 48,83
Dow Chemicals 1,28 34,12 34,20 -0,23 35,82/27,74 15 41,22 26,14 26,25
EMC 0,40 24,88 24,58 +1,22 28,02/21,50 13 52,26 19,00 18,70
Fedex 0,60 102,03 104,40 -2,27 109/84,39 17 32,33 80,01 79,32
Ford Motor 0,40 17,06 16,98 +0,48 16,98/8,92 12 65,83 13,02 12,96
Goldman Sachs 2,00 159,11 157,71 +0,89 167/93,16 11 73,32 120,75 120,00
Google 0,00 917,30 920,24 -0,32 920/575 20 245,38 703,50 702,85
Halliburton 0,50 44,21 44,18 +0,07 45,55/28,80 14 41,16 34,11 33,91
Honeywell 1,64 82,41 82,57 -0,19 82,57/54,48 17 64,84 62,88 63,37
Intern. Paper 1,20 47,47 47,56 -0,19 48,68/30,70 12 21,06 36,02 35,32
Lockheed Martin 4,60 112,95 113,10 -0,13 113/86,70 13 36,35 86,59 86,61
Medtronic 1,04 52,95 53,74 -1,47 53,74/37,35 14 53,68 41,10 40,84
Morgan Stanley 0,20 25,85 25,55 +1,15 27,15/12,62 13 51,69 19,66 19,58
Occidental Pet. 2,56 89,78 90,42 -0,71 94,75/73,58 13 72,33 68,64 68,45
Oracle 0,24 31,58 31,86 -0,88 36,34/29,26 12 148,76 24,50 24,53
Pepsico 2,27 83,96 84,55 -0,70 84,55/68,02 19 129,84 64,98 64,36
Philip Morris 3,40 89,32 90,34 -1,13 96,44/82,39 16 146,67 68,48 68,05
Schlumberger 1,25 76,48 76,63 -0,20 81,56/66,30 16 101,80 58,67 58,83
Texas Instruments 1,12 37,37 37,17 +0,52 37,17/26,43 22 41,28 28,56 28,42
Time Warner 1,15 61,49 61,67 -0,29 61,67/37,49 17 57,44 47,17 47,66
Wells Fargo 1,20 42,69 41,89 +1,91 42,83/25,46 12 225,77 32,75 32,22
Xerox 0,23 9,79 9,71 +0,77 9,71/6,23 8 13,57 7,50 7,37
Weltindizes
17:58 12.07. 11.07. Tagesveränderung Tages- 52-Wochen-
in % Hoch/Tief Hoch/Tief
MSCI World (berechnet in US-$) – 1496,67 - –/– 1481,85/1201,74
AEX All Shares Amsterdam 364,95 364,05 +0,25 367,01/364,49 372,11/311,74
BUX Budapest 19423,51 19199,31 +1,17 19498,04/19268,31 19664,12/15978,64
OMX H25 Helsinki 2364,25 2376,02 -0,50 2384,39/2362,30 2455,58/1823,36
HangSeng Hongkong 21277,28 21437,49 -0,75 21522,15/21242,47 23822,06/18190,03
ISE Nat. 100 Istanbul 72786,72 71789,85 +1,39 72950,53/71519,01 93178,87/60736,81
JSE Top 40 Johannesburg 36227,27 36082,58 +0,40 36432,32/36081,20 37599,86/29558,23
FTSE 100 London 6545,68 6543,41 +0,03 6583,90/6540,24 6840,27/5498,32
IBEX 35 Madrid 7844,70 8030,70 -2,32 8036,50/7800,80 8724,60/5956,30
MIB Mailand 15430,57 15677,30 -1,57 15726,98/15398,06 17897,41/12362,51
RTS 1 Moskau 1348,81 1322,76 +1,97 1348,81/1324,49 1635,50/1227,65
Sensex Mumbai 19958,47 19676,06 +1,44 19991,94/19785,59 20286,12/16639,82
CAC 40 Paris 3855,09 3868,98 -0,36 3886,08/3844,88 4051,11/3074,68
PX SE Ind. Prag 895,04 885,50 +1,08 896,52/884,82 1066,14/852,90
Bovespa Sao Paolo 46225,80 46626,26 -0,86 46624,21/46100,32 63312,46/52481,44
Shanghai Co Shanghai 2039,49 2072,99 -1,62 2074,86/2036,05 2434,48/1950,01
Straits Times Singapur 3236,06 3248,92 -0,40 3258,41/3226,40 3454,37/2945,63
All Ordinaries Sydney 4957,50 4946,90 +0,21 4993,50/4946,90 5202,50/4118,30
Nikkei 225 Tokio 14506,25 14472,58 +0,23 14574,17/14417,30 15627,26/8365,90
S & P/TSE 300 Toronto 12493,29 12493,26 +0,00 12519,65/12488,90 12878,58/11466,95
VDax Volatil.-Dax 17,77 18,41 -3,49 18,16/17,54 26,67/13,31
WIG Warschau 45996,53 45712,72 +0,62 46189,60/45628,81 48222,72/36653,28
Austrian Tr. Wien 2302,54 2280,76 +0,95 2315,89/2281,00 2548,84/1855,45
Swiss Market Zürich 7983,18 7986,40 -0,04 8041,25/7982,28 8407,61/6174,89
ERLÄUTERUNGEN: Kursangaben: Notierungen in Deutschland verstehen sich in Euro und basieren auf Kursen des
Xetra-und Spezialisten-Handels. In den Spalten mit der Bezeichnung Heimatbörse wird die Notierung und die Di-
videndenangabe in der jeweiligen Landeswährung (W) dargestellt. Ausnahme: Bei Aktien aus dem Euro-Raum
erfolgt keine Währungsangabe. t nach dem Kurs: Darstellung in Tausend. * zuletzt verfügbarer Kurs. Notierun-
gen von Dax, MDax, TecDax und SDax basieren auf Xetra-Kursen. Alle deutschen Werte sind mit Ausnahme von
Porsche im Prime Standard notiert. Dividendenangaben gelten für das abgelaufene Geschäftsjahr. Bei US-Werten
wird die letzte Quartalsdividende auf das Jahr hochgerechnet. D: Titel mit Dividendenabschlag gehandelt. KGV:
Kurs-Gewinn-Verhältnis (Ibes-Schätzungen). Umsätze: Gesamtumsätze in Tausend Euro. Marktkapitalisierung:
Angaben in Milliarden Euro. Aktienarten: ADR = American Depositary Receipts, GDR = Global Depositary Receipts,
Vz=Vorzugsaktien. Währungskürzel: AUD=austral. Dollar, BRL=brasil. Real, CAD=kanad. Dollar, CHF=Schweizer
Franken, CNY=chines. Yuan, CZK=tschech.Krone, DKK=dänische Krone, GBP=brit. Pfund, HKD=Hongkong Dol-
lar, HUF=ungar. Forint, INR=Ind. Rupie, JPY=japan. Yen, KRW=kor. Won, NOK=norweg. Krone, NZD=neuseel. Dol-
lar, PLN=poln. Zloty, RUR=russ. Rubel, SEK=schwed. Krone, SGD=Singapur Dollar, TRY=türk. Lira, USD=US-Dollar,
ZAR=südafrik. Rand; *Sortenkurse: Mitgeteilt von der Reisebank Frankfurt, Darstellung aus Sicht des Bankkunden.
Kursgrafik: smallCharts,
Quelle: GOYAX.de, AID Hannover, Morningstar Alle Angaben im Kursteil der SZ erfolgen ohne Gewähr
Die Aussicht auf eine anhaltende
Geldschwemme der US-Notenbank
hat Aktienanleger auch am Freitag
noch bei Laune gehalten. An seinem
fünften Gewinntag in Folge kletter-
te der Dax um 0,7 Prozent auf 8213
Punkte. US-Notenbankchef BenBer-
nanke hatte am Mittwochabend er-
klärt, die ultralockere Geldpolitik
sei auchinabsehbarer Zukunft erfor-
derlich. Damit dämpfteer dieSpeku-
lation vieler Investoren, wonach
schonimSeptember die milliarden-
schweren Anleihenkäufe gedrosselt
werden könnten. Das billige Geld
der Notenbanken weltweit ist zu ei-
nem Großteil für den Börsenboom
der vergangenen Monate verant-
wortlich. Stärkere Kursgewinne an
den Börsen verhinderten Aussagen
des chinesischen Finanzministers.
Dieser senkte die Wachstumspro-
gnose für das laufende Jahr nicht
nur auf siebenProzent, sonderndeu-
tetean, dass dieRegierunginPeking
auch mit einer noch niedrigeren Ra-
te leben könne. Damit machte er die
Hoffnung auf neue Stimuli zunich-
te.
Im Dax befanden sich Daimler-
Aktiennachüberraschendvorgeleg-
ten Zahlen zum zweiten Quartal im
Höhenrausch. Die Papiere legten
um6,2Prozent zu. Dankder Sonder-
erlösedurchdenVerkauf der Beteili-
gung an EADS kletterte der Gewinn
vor SteuernundZinsenauf 5,2Milli-
ardenEuro undliegt damit über den
Erwartungen. Im TecDax kletterten
die Aktien des Computerhändlers
Cancom um mehr als zehn Prozent
nach oben. Die Transformation von
einer wenig spannenden IT-Firma
zueinemAnbieter vonCloud-Lösun-
gen sei auf einem guten Weg,
schrieb ein Analyst. Daneben sorgte
Praktiker weiter für Gesprächsstoff.
Nach dem 65-prozentigen Kurs-
sturz vomVortag legtendie Titel um
8,5 Prozent zu, nachdem Hagebau
undObi InteresseaneinzelnenFilia-
lender insolventenBaumarkt-Kette
bekundet hatten.
Die US-Börse präsentierte sich
kaumverändert. Der DowJones ver-
harrte zur Handelsmitte bei 15 467
Punkten. Bei denEinzelwertenstan-
den Bankentitel imFokus, nachdem
JPMorganundWellsFargoQuartals-
zahlen vorlegten. Dabei gab JP Mor-
gan einen deutlichen Gewinn-
sprung von fast einem Drittel be-
kannt. Die Aktie lag 0,4 Prozent im
Plus. Wells Fargo steigerte Einnah-
men und Gewinn stärker als erwar-
tet. Die Titel des Instituts stiegen
um2,3 Prozent. Unangenehmüber-
rascht wurdendieHändler voneiner
Gewinnwarnung des Logistikkon-
zerns UPS kurz vor Börseneröff-
nung. Dessen Aktien fielen um 5,6
Prozent. SZ/REUTERS/DPA
Anleger freuen sich über Daimler-Zahlen Dax
6500
7000
7500
8000
8500
A
u
g
S
e
p
O
k
t
N
o
v
D
e
z
Ja
n
F
e
b
M
rz
A
p
r
M
a
i
Ju
n
(Angaben in Punkten) 1 Jahr: +27,9%
Vortag: +0,7%
12.7.2013 Schluss: 8212,77
MDax
10000
11000
12000
13000
14000
A
u
g
S
e
p
O
k
t
N
o
v
D
e
z
Ja
n
F
e
b
M
rz
A
p
r
M
a
i
Ju
n
(Angaben in Punkten) 1 Jahr: +34,9%
Vortag: +0,1%
12.7.2013 Schluss: 14014,14
Euro Stoxx 50
2200
2400
2600
2800
A
u
g
S
e
p
O
k
t
N
o
v
D
e
z
Ja
n
F
e
b
M
rz
A
p
r
M
a
i
Ju
n
(Angaben in Punkten) 1 Jahr: +20,1%
Vortag: -0,2%
12.7.2013 Schluss: 2674,870
Dow Jones
13000
14000
15000
16000
17000
A
u
g
S
e
p
O
k
t
N
o
v
D
e
z
Ja
n
F
e
b
M
rz
A
p
r
M
a
i
Ju
n
(Angaben in Punkten) 1 Jahr: +22,9%
Vortag: -0,1%
12.7.2013 18 Uhr: 15452,01
GELD DEFGH Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 HF2 37
VON UWE RITZER
W
as er nicht alles kann. „Per-
fektion für alle Sinne“, ver-
spricht die Werbung, und
so steht er da: Glänzend,
flach, von puristischer Ele-
ganz im Design, das Bild perfekt, der Ton
ebenso. 5500 Euro kostet das Modell mit
dem sperrigen Namen „Reference ID“. Es
ist das Vorzeigestück der Firma Loewe. Ein
Fernseher, den man nach eigenen Wün-
schentechnischaufrüstenunddesignenlas-
sen kann. Ein Fernseher, der nicht nur Pro-
gramme empfängt, abspielt und aufzeich-
net, sondern die TV-Welt mit der virtuellen
des Internets und der privaten Datenverar-
beitung verknüpft. Das soll erst der Anfang
sein. Fernseher als die zentralen Steue-
rungselemente im vernetzten Alltag – so
stellen sie sich bei Loewe die Zukunft vor.
Dabei wissen sie nicht einmal, ob sie
selbst noch eine Zukunft haben.
Am 31. Juli, in gut zwei Wochen, kom-
mendieLoewe-AktionäreinBerlinzusam-
men, kurz vor dem 90. Geburtstag ihres
Unternehmens. Feierstimmung wird kei-
ne aufkommen. Seit Jahren geht der Um-
satz nach unten – mal stark, mal sehr
stark. Die Verluste sind bedrohlich. Zur
Jahresmitte haben sie die Hälfte des
Grundkapitals aufgezehrt, das ist ein
Alarmsignal. Laut Aktienrecht muss der
Vorstand dann unverzüglich eine Aktio-
närsversammlung einberufen. Die Loewe
AG steht am Abgrund. Das Traditionsun-
ternehmen braucht schnell eine kräftige
Kapitalspritze, um den runden Geburts-
tag überhaupt noch zu erleben.
Die Firma kämpft. Jeder fünfte der
kürzlich noch gut 1000 Mitarbeiter muss-
te bereits gehen. Wer bleiben darf, ver-
dient um einiges schlechter als bisher.
Aber reicht das? Seit Jahresbeginn im
Amt, bastelt der neue Vorstandschef Mat-
thias Harsch am größten Umbau der Fir-
mengeschichte. Er weiß: Es ist der letzte
Schuss – und der muss sitzen.
Tut er das nicht, dannginge da nicht ir-
gendein Unternehmen zugrunde. Loewe
ist fast der letzte voneinstmals vielengro-
ßen Namen der Unterhaltungselektronik
aus Deutschland. Der einzige Hersteller,
der seit der Einführung des Rundfunks
1923 hierzulande produziert. Überhaupt
einer der letzten, die noch in Europa ferti-
gen. „Schonmit der weltweit erstenöffent-
lichen Fernsehübertragung 1931 setzte
Loewe Qualität, die überzeugte“, rühmt
mansichselbst inder Unternehmenschro-
nik. Der naturwissenschaftliche Tausend-
sassaManfredvonArdennejubelteseiner-
zeit: „Eine Verbesserung der Bildqualität
ist kaum noch vorstellbar.“ Er konnte
nicht ahnen, was heutzutage alles läuft.
Die Loewe-Krise ist Teil einer noch viel
größerenMisere. DieFernsehgeräteindus-
trie ist völlig aus den Fugen geraten, eine
Branche im hitzigen Wahnsinn. Die gro-
ßen asiatischen Hersteller wie Samsung,
Panasonic oder LG überschwemmen die
Märkteimmer schneller mit immer billige-
renGeräten. Nicht dasssiedamit Geldver-
dienen würden: Sony schreibt seit fast ei-
nem Jahrzehnt rote Zahlen. Bei Samsung
hängt die defizitäre TV-Sparte am Tropf
des profitablen Handygeschäftes. Sharp,
zugleich Loewe-Großaktionär, steckt
nach Einschätzung von Experten in gro-
ßen Problemen. Philips stieg weitgehend
aus demFernsehergeschäft aus.
Es tobt ein gnadenloser Verdrängungs-
undÜberlebenskampf, bei demeinige auf
der Strecke bleibenwerden. Es scheint, als
würde sichdabei Geschichte wiederholen.
Inder hübschen, altenVillainFürthdu-
delt „La Paloma“ aus der „Rock-Ola“-Mu-
sikbox gleich neben dem Eingang. Es ist
ein brütend heißer Sommertag. Wo Gerd
Walther kühles Mineralwasser serviert, sa-
ßen früher die Sekretärinnen von Max
Grundig. „Da verlief der Gang“, sagt Wal-
ther undzieht mit demArmeine imaginä-
re Linie durch den Raum; der hintere Teil
der Cafeteria war bereits Teil von Max
Grundigs Büro. Von hier aus regierte er
seinFirmenimperium. Max Grundig –ein
1,65 Meter kleiner, energischer Franke
mit ruppigen Manieren, streng nach hin-
ten gekämmten Haaren und großem Ge-
spür für die Bedürfnisse der Nachkriegs-
deutschen–war der Bild- undTonmeister
des deutschen Wirtschaftswunders.
Eigenhändig sperrte er Ingenieure ein
und warf jähzornig Prototypen durch das
geschlossene Fenster, wenn die Geräte
nicht funktionierten. Heute beherbergt
seine einstige Direktionsvilla ein Rund-
funkmuseum. Es gibt in Deutschland
kaum einen Ort, wo man mehr über Auf-
stiegundNiedergangder deutschenUnter-
haltungselektronik lernen kann wie hier.
Und kaum einen, der kompetenter dar-
über Auskunft gibt als Gerd Walther, der
Industriehistoriker und Museumsleiter.
Er kramt alteKatalogehervor. 1954ver-
zeichnete einer 21 deutsche Hersteller,
von Argus bis Tonfunk; 1971 waren es
noch13. „DieKrisezogbereits indenSech-
zigerjahren auf“, sagt Walther. In den
1970er- und 1980er-Jahren wuchs sie sich
aus. Die Parallelen zur aktuellen Situation
sind erstaunlich. Auch damals waren gi-
gantische Überkapazitäten auf dem
Markt. Auch damals überschwemmten
günstigere Geräte aus Asien den Welt-
markt, zunächst Transistorradios, später
Fernseher und Videorekorder.
„Mit ihrem VHS-System bekamen die
Japaner schnell Zugang zum US-Markt“,
erzählt Walther. Es setzte sich weltweit
durch. „Dabei war das Grundig-SystemVi-
deo 2000 technisch besser, mindestens
aber ebenbürtig“, sagt Walther. Es half
aber nichts. Und es gibt weitere Parallelen
zur Gegenwart.
IndenletztenJahrenverdrängtenhoch-
auflösendeFlachbildschirm-Fernseher je-
nemit Bildröhren. 2012wurdeder analoge
TV-Empfang abgeschaltet. Beides heizte
die Nachfrage an. Allein voriges Jahr wur-
deninDeutschland9,4MillionenTV-Gerä-
te verkauft. In diesemJahr werden es vor-
aussichtlich 500 000 weniger sein. Auch
Ende der 1960er- und zu Beginn der
1970er-Jahre gab es eine Sonderkonjunk-
tur. Damals wurdedas Farbfernsehenein-
geführt undvieleZuschauer wolltenspezi-
ell die Olympischen Spiele 1972 in Mün-
chen in Bunt sehen. Also kauften sie.
„Dieser künstlicheBoomhat die heran-
nahendeKriseüberdeckt“, sagt Historiker
Walther. In den 1970er-Jahren stiegen
zwar Verkaufszahlen und Umsätze, doch
die Gewinne gingen zurück. Der Preis-
kampf mit den Asiaten setzte ein, und
nicht einmal ein Großer wie Grundig war
ihm gewachsen. Der Gründer und Na-
mensgeber zog sich zurück und starb
1989. Die Firma schleppte sich dahin, bis
zur Insolvenz 2003. Da waren von 38 000
nur noch 3500 Mitarbeiter geblieben.
Während der enge Museumsaufzug in
die oberen Stockwerke ruckelt, erzählt
Walther von der Geschichte dieses Ortes.
DieGrundig-Villawar Teil einergroßenFa-
brikanlage, 7500 Menschen arbeiteten
auf dem Areal. In Halle 1 liefen bis zu sie-
ben Montagebänder gleichzeitig, es war
Europas größte Radio-Produktion. Heute
beherbergen die Gebäude rings um das
Museum Büros von Dienstleistern. Das
Quartier heißt schick Fürther Uferstadt.
Gemessen an früher ist Grundig nur
mehr ein Name – ein Torso. Die Marke
lebt, fast jeder Deutschekennt sienochim-
mer. Das Sponsoringder Fußball-Bundes-
liga suggeriert in den Stadien und bei TV-
Übertragungen Größe, die gar keine ist. In
Nürnberg-Langwasser, wo Max Grundig
– alle Warnsignale ignorierend – in den
1970er-Jahren das mit 15 000 Beschäftig-
tengrößte FernsehwerkEuropas hochzie-
henließ, arbeiteninder Zentraleder Nach-
folgefirma Grundig Intermedia noch 150
Mitarbeiter. Das Unternehmen gehört
zum türkischen Mischkonzern Koc. Die
Fernseher werden bei Istanbul gebaut.
Neuerdings gibt es auch Rasierer, Staub-
sauger und elektrische Zahnbürsten der
Marke Grundig.
Verglichen mit der zweiten Hälfte des
vorigenJahrhunderts ist vonGrundig und
den anderen großen Namen, Telefunken
etwa, Nordmendeoder Saba, nur nochwe-
nig übrig. Und die beiden fränkischen
Überbleibsel Loewe und Metz sind Winz-
lingegemessenandenSamsungs, Panaso-
nics oder LGs dieser Welt. Sie wissen, dass
siegegendieseGigantenimKampf umdie
Massenkeine Chancehaben. Also dachten
sie, sie könnteninNischenüberleben. Bei-
de schielen auf zahlungskräftige Kund-
schaft und versprechen ihr besonders ho-
he technische Qualität und Service. Beide
verkaufen exklusiv über den Fachhandel.
Nur: Wie lange geht das noch gut?
Immerhin gibt es ihn noch, den Geist
von früher, den Charme der guten deut-
schen Fernsehwelt. Niemand versprüht
mehr davon als Helene Metz, die bald 89
Jahre alte Witwe des Firmengründers
Paul Metz. Nach dessen Tod 1993 über-
nahm sie im Alter von 69 Jahren das Un-
ternehmen. Außer montags kommt die
rüstige, weißhaarige Frau mit der warm-
herzigen Art jeden Werktag in ihre Firma.
Bis heute werden alle Metz-Fernseher in
Zirndorf gebaut, einer Kleinstadt in der
Nähe von Fürth. Das heißt, eigentlich
werden sie dort nur montiert. Denn die
Einzelteile, die Bildschirme vor allem,
kommen aus Asien. Notgedrungen, denn
in Europa produziert sie schon lange kei-
ner mehr.
Norbert Kotzbauer ist seit 2004 Metz-
Geschäftsführer. Er pocht auf eine neue
Definition des Begriffes Made in Germa-
ny. Schließlich will sich Metz mit deut-
schen Tugenden von der Konkurrenz ab-
heben. „Made in Germany bedeutet nicht,
dass alle Einzelteile hier hergestellt wer-
denmüssen“, sagt Kotzbauer. MadeinGer-
many stehe einfach für hohe Qualität und
Fertigungstiefe, Zuverlässigkeit, Langle-
bigkeit und Qualitätssicherung.
Wie Loewe hat auch Metz in diesem
Jahr ein Jubiläum – die Firma wird 75
Jahre alt. Aber auch in Zirndorf geht mehr
Angst um als Feierlaune. Immer weniger
Kunden kaufen Metz-Fernseher, und
immer weniger Menschen sind bei Metz
beschäftigt. Von den verbliebenen knapp
600 arbeiten die meisten seit Februar
kurz; wie lange noch, weiß keiner. „Wir
hoffen auf gutes Saisongeschäft nach der
Internationalen Funkausstellung Anfang
September in Berlin“, sagt Kotzbauer.
Hoffnung ist das eine, Zahlen etwas ande-
res. Der Umsatz schmilzt langsam und
konstant, seit einigen Jahren macht Metz
Verlust. Wie hoch, darüber schweigt man.
Indirekt gibt Kotzbauer aber zu, dass Metz
bereits von der Substanz lebt, von Helene
Metz und ihrer Privatstiftung.
Auch Loewe lebt bereits von der Subs-
tanz, aber die Firma ist börsennotiert und
hat keinenGeldgeber imHintergrund. Loe-
we setzt auf anspruchsvolles, technikaffi-
nes, designverliebtes, jüngeres Publikum.
Metz auf die Generation „50 plus“ und je-
ne, denen nicht am aktuellsten techni-
schen Schnickschnack liegt, sondern dar-
an, dass ihnen ein Gerät ins Haus gestellt
wird, das sofort und ohne große Umstän-
de zuverlässig funktioniert. Nicht wie die
Konkurrenz jedem Trend sofort nachlau-
fen, laute die Devise, sagt Geschäftsführer
Kotzbauer. Er führt Besuchern gerne ein
kleines Walt-Disney-Filmchen vor. Es
zeigt Lemminge, wie sie alle gedankenlos
in eine Richtung rennen – und von einer
Klippe in den Abgrund stürzen.
Genaudavor habe Paul Metz immer ge-
warnt, sagt Kotzbauer, „dieser begnadete
Ingenieur und Kaufmann“. Der 50-jähri-
ge Manager ist kaumzubremsen, wenner
vom Gründer und der Vergangenheit
schwärmt. Vom Rundfunkgerät „Postilli-
on“, das sichnachdemKrieg nebenGrun-
digsberühmten„Heinzelmann“behaupte-
te. Vom Firmenlogo, das sich seit 1950
kaumverändert hat. Vomkultigen Radio-
Werbespot „Allmächd – an Metz mächad
ichah“, der vor 40Jahrenprächtigfunktio-
nierte, wenn auch nur auf Fränkisch.
Es gibt einige Weltmarken – Adidas
zum Beispiel, Daimler oder Audi –, die
beim Marketing ihr Image auch mit ihrer
eigenen Geschichte aufladen. Wir stehen
für etwas, für Werte, die Bestand haben
und noch immer aktuell sind, lautet die
Botschaft dahinter. Doch solches Marke-
ting kostet nicht nur Milliarden, sondern
funktioniert nur, wenn zur emotionalen
Botschaft von der großen Tradition auch
Produkte kommen, die konkurrenzfähig
sind am Markt, technisch und preislich.
Produkte für die Zukunft.
Franz Korsch hat den Übergang in eine
Zukunft erlebt, die keine wurde. Bis zur
Wende war Staßfurt, südlich von Magde-
burg in Sachsen-Anhalt gelegen, das Zen-
trum der Rundfunk- und Fernsehindus-
trie in der DDR. Im Fernsehgerätewerk
„Friedrich Engels“ wurden in Spitzenzei-
tenjährlich550 000Gerätegebaut. Viel zu
wenig für die DDR. Fernseher warenMan-
gelware im Arbeiter- und Bauernstaat.
„Wir musstensiebesonders langlebigbau-
en, denn es gab keine Ersatzteile“, erzählt
Korsch, von 1979 bis 1989 Betriebsdirek-
tor in demStaßfurter Werk.
Technologisch aber sei man zumindest
in den 1980er-Jahren „zeitweise mit dem
Westen einigermaßen auf Augenhöhe ge-
wesen“, sagt Korsch. Die letzten Jahre bis
zur Wende fertigten sie dort viel für west-
deutsche Versandhäuser wie Neckermann
oder Otto – die DDRbrauchte Devisen.
Nach der Wende ging es rapide bergab
in Staßfurt. Die Ostdeutschen wollten
Westmarken und keine Fernseher mehr,
die „Donja“, „Luxotron“ oder „Weißen-
see“ hießen. Die Staßfurter Fabrik konnte
am Weltmarkt nicht bestehen. Doch die
Kompetenzvor Ort gingnicht vollendsver-
loren. Wo einst im Namen von Friedrich
Engels Fernseher gebaut wurden, siedelte
sichTechnisat an, eineerst 1987gegründe-
teFirmengruppe. Sieproduziert nebenDi-
gitalempfängern, Autoradios, Netzwerk-
technik oder Navigationsgeräten auch
Fernsehgeräte.
Im Fürther Rundfunkmuseum führt
Gerd Walther zu den richtig dicken Brum-
mern. Monströse Truhen aus Nachkriegs-
deutschland, in die nicht nur ein Fernse-
her eingebaut ist, sondern oft auch Radio,
Tonbandgerät, Plattenspieler. Früher wa-
ren solche Anlagen die Prestigeobjekte
schlechthin in westdeutschen Wohnzim-
mern. Statussymbole, die mehrere Mo-
natslöhne eines Durchschnittsverdieners
kosteten.
Heute muss er nur ein paar Stunden
oder Tage arbeiten, umsicheinen Fernse-
her leisten zu können. Vielleicht nicht die
Probleme der Branche, aber doch der so-
ziokulturelle Stellenwert von TV-Geräten
hat sichverändert. „Früher hieltendie Ge-
rätelänger unddieNutzer hatteneinenBe-
zug dazu“, sagt Historiker Walther. Und
heute? „Fernseher sind für viele Men-
schen Wegwerfprodukte geworden.“
Bei Loewe kämpfen sie gegen diesen
Trend an. Ihre Geräte seien „Premium“,
propagieren sie unablässig. Aber das al-
lein reicht nicht mehr. „Die Marke Loewe
steht wie eine Eins, aber unser Geschäfts-
modell hat sich überholt“, sagt Matthias
Harsch.
Wer den Vorstandsvorsitzenden in sei-
nemKronacher Bürobesucht, erlebt einen
Mann, der demonstrativ Optimismus ver-
sprüht und den entschlossenen Anpacker
gibt. Der im Stuhl hin und her wippt und
viel gestikuliert. So wird er sich wohl auch
auf der Hauptversammlung geben, als ei-
ner, der alle mitnehmen will: Mitarbeiter,
Investoren, Kunden. Er will sie von sei-
nem Rettungsplan begeistern. Von der
Kombination Fernsehen/Internet und der
Idee, ähnlichwieHersteller vonComputer-
programmen den Kunden künftig für ihr
einmal gekauftes Gerät immer wieder
Software-Updates zu verkaufen.
Obendrein will Harsch die Produktion
fast komplett vonKronach, dembeschauli-
chen Festungsstädtchen imFrankenwald,
nachAsienverlagern. Er will künftigmehr
Geräteverkaufen, statt 200 000eineMilli-
on pro Jahr und hofft dabei, dass es ihm
nicht wie Max Grundig geht, der sein Heil
einstmals auch in Masse suchte. Verkauft
werden sollen Loewe-Geräte auch nicht
mehr nur über Fachhändler, sondern un-
ter bestimmtenBedingungenauchinElek-
tronikmärkten. Vor allem aber sollen die
Fernseher, die vereinzelt doppelt so viel
kosten wie vergleichbare Konkurrenzpro-
duktegünstiger werden. Das gilt vor allem
für eine neue Modellreihe für Loewe-Ein-
steiger. „Eine Art Einser-BMW, nachdem
wir bislang nur Fünfer und Siebener ver-
kaufen“, sagt Harsch.
Mit all demwirft der neueVorstandsvor-
sitzende, der bis Ende 2012 die Geschäfte
des schwäbischen Waagenherstellers Bi-
zerba führte, so ziemlich alles über Bord,
was bei Loewe bislang als unumstößliches
Firmengesetz galt. „Das ist mir egal, weil
es mir egal sein muss“, sagt er.
Vieles, vielleicht sogar alles, hängt da-
von ab, ob er die Aktionäre bei der Haupt-
versammlung am 31. Juli überzeugen
kann. Er muss ihnen mehr bieten als nur
die Reminiszenz andie Firmengeschichte,
deretwegen die Hauptversammlung nach
Berlin verlegt wurde, wo Siegmund und
DavidLoewe ihr Unternehmenvor 90Jah-
ren gründeten.
Seit Monaten ist Matthias Harsch viel
unterwegs. In China sucht er einen Tech-
nologiepartner undauf denFinanzplätzen
dieser Welt einen Investor, der Geld nach
Kronach pumpt. Dass der amerikanische
Computer-Gigant Apple im Rennen sei,
hat Harschklar dementiert. Für einenwei-
ßen Ritter hübscht er Loewe auf. Mit ei-
nemKapitalschnitt will er dieZahl der Loe-
we-Aktien auf ein Viertel zurückschrau-
benunddamit denWert eines jedeneinzel-
nenPapiers entsprechend erhöhen. Bei ei-
ner anschließenden Kapitalerhöhung
könnten die neuen Aktien dann entspre-
chend teurer verkauft werden. Es sind
Kronacher Rechenspiele.
Und niemand kann derzeit sagen, ob sie
aufgehen werden.
Die Krise ist Teil
einer noch viel
größeren Misere
Helene Metz kommt auch
mit bald 89 Jahren noch
jeden Tag in die Firma
Der Gründer warf schon mal
jähzornig Prototypen
durch geschlossene Fenster
Jetzt soll das Heil in der
Masse liegen: Eine Million
lautet das Absatzziel
Flimmernde
Kisten
Die Traditionsfirmen Loewe und Metz kämpfen
um das Überleben. Viel Zeit haben die letzten großen
Fernsehhersteller in Deutschland nicht mehr.
Sonst ereilt auch sie das Schicksal von Grundig und
den anderen – die einfach verschwunden sind
REPORT 38 HF2 Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160 DEFGH
Alt und neu: Ein tragbares Loewe-Gerät aus
den 60er-Jahren (oben) und ein superdünner Fernseher
auf der Funkausstellung in Berlin. FOTOS: DPA, LOEWE
INTERVIEW: MORITZ KIELBASSA
UND CHRISTOF KNEER
D
as Gespräch ist schon ein paar Mi-
nuten vorüber, Robin Dutt hat sich
bereits verabschiedet, aber plötz-
lich kommt er noch einmal zurück. Er hat
seinenLaptopauf demTischliegenlassen.
„Ein Konzepttrainer ohne Laptop“, sagt er
undamüsiert sichüber sichselbst. ImTrai-
ningslager vonWerder BremenimZillertal
wirkt Dutt extrem entspannt – obwohl er
weiß, dass er inder nächstenSaison genau
beobachtet werden wird. Nach Pep Guar-
diolaist Dutt, 48, diespannendsteTrainer-
personalie der Liga – er hat nach nur zehn
Monaten sein Amt als DFB-Sportdirektor
aufgegeben, um Nachfolger der Bremer
Trainer-Legende Thomas Schaaf zu wer-
den. Ein Gespräch über Schreibtischjobs,
den Geruch des Rasens und die Schwierig-
keit, prägende Trainer zu beerben.
SZ: HerrDutt, wieschönist es, wiederTrai-
ner zu sein?
RobinDutt: Sehr, sehr schön. Als ichSport-
direktor beim DFB wurde, habe ich mir
zwar vorstellen können, dass mir der Trai-
nerjob irgendwann fehlt. Aber dass es so
schnell passiert, hat mich überrascht.
Merkt man sofort, dass ein Schreibtisch-
job nichts für einen ist?
Ichwar mit WolfgangNiersbach(DFB-Prä-
sident/d.Red.) schon im Oktober mal Kaf-
feetrinken, schon da habe ich ihm gesagt:
Ichkanndie Handnicht dafür ins Feuer le-
gen, dass es michnicht irgendwannwieder
auf den Rasen zurückzieht. Aber ich habe
auch gesagt: Mach’ dir keine Gedanken,
das ist jetzt nicht akut. Ichhatte einenVer-
trag bis 2016 beim DFB und ich fand die
Aufgabe sehr spannend. Bis vor sechs Wo-
chenwar der Drangzurückauf dieTrainer-
bankzwar stark, aber ichhabe gedacht: Du
kannst es dem DFB nicht antun, nach ei-
nemJahr schon wieder aufzuhören.
Aber?
Es kamder Punkt, andemichgemerkt ha-
be: Es ist genau umgekehrt. Du kannst es
dem DFB nicht antun, weiterzuarbeiten.
Mein Nachwuchskonzept war zwar schon
fertig formuliert, aber es war natürlich
noch nichts umgesetzt. Also habe ich ge-
dacht: Sag’s denLeutenlieber gleich, bevor
sie’s irgendwann merken. Es ist ehrlicher,
wenn du den Zweifeln nachgibst, als wenn
du mit diesen Zweifeln den Job weiter-
machst. Und in demMoment kamdas An-
gebot von Werder Bremen.
Auch nicht nett.
(lacht) Ja, das war unlauterer Wettbewerb,
da hatte ich keine Chance mehr. Genau in
dieser Phase fanden ja auch die Highlight-
Wochen im deutschen Fußball statt: die
letzten Spieltage in der Meisterschaft, die
Halbfinals und die Endspiele in Champi-
ons League undPokal, es gab nur nochtol-
le Spiele zu sehen. Da hat der Trainer in
mir schon sehr den Rasen gerochen.
Was hat ammeistengefehlt: dieArbeit auf
dem Platz mit den jungen Leuten – oder
der Reiz, jedeWocheeinSpiel zucoachen?
Beides. Und auch das schnelle Feedback.
So bist du als Trainer ja konditioniert: Du
siehst am Spieltag sofort, ob du etwas gut
oder schlecht gemacht hast. Für andere
Leute wäre das eine Katastrophe, wennih-
re Arbeit jeden Samstag neu bewertet
wird. Trainer brauchen das.
Als Sportdirektor muss man Jahre war-
ten, bis Konzepte vielleicht Ergebnisse
bringen – und selbst dann würde man
mögliche Erfolge nicht direkt mit einer
Person in Verbindung bringen.
Stimmt. Wer in diesem Job gelobt werden
möchte, müsste bei jedem Thema nach
vorn preschen, öffentlich den Finger he-
ben und sagen: Übrigens, das hier war
mein Ding! Dieser Typ bin ich nicht. Als
Sportdirektor muss es dir Spaß machen,
imHintergrund Linien vorzugeben.
Trainer wollen, dass der eigene Einfluss
direkt sichtbar wird. Sind Trainer eitel?
Ichüberlege, obes einfreundlicheres Wort
gibt, aber mir fällt auf die Schnelle keines
ein. Wahrscheinlich muss man zugeben,
dass Eitelkeit eine Rolle spielt – aber ohne
den negativen Touch, der da anklingt.
Verzweifelt manalsTrainerbei einemVer-
band auch daran, dass die Mühlen dort
langsamer mahlen? Jede Entscheidung
muss erst mal 17 Gremien passieren.
Ach, das sehe ich gar nicht so als Problem.
Verbände arbeiten anders als Vereine, und
es gibt weiß Gott Schlimmeres, als DFB-
Sportdirektor zu sein. Es gibt sicher einige
Kandidaten, die das Know-how und den
Gesamtblickfürs Spiel habenunddie auch
was vonGremienarbeit verstehen. FürTrai-
ner, die das Tagesgeschäft gewohnt sind,
ist das schon schwieriger. Aber das kann
man ja nicht demVerband vorwerfen.
Wie haben Sie Wolfgang Niersbach Ihre
endgültige Entscheidung mitgeteilt?
In zwei Schritten. Als der Anruf von Wer-
der Bremen kam, habe ich ihn darüber in-
formiert, dass ich die Anfrage eines Ver-
eins habe. Ich habe umErlaubnis gebeten,
obichmichmit denVerantwortlichentref-
fen kann. Er kannte ja meine Gedanken-
gänge, meinen Gewissenskonflikt. Er hat
gesagt: Hör dir’s halt mal an. NachdemGe-
spräch war mir dann sofort klar: Das muss
ich machen.
Ist es Ihnenschwergefallen, demDFBdie-
se Botschaft zu überbringen?
Natürlich. Ich wusste ja, dass der Verband
große Hoffnungen auf mich gesetzt hatte,
ich wusste, dass die U-21-EM vor der Tür
steht. Das war kein leichter Anruf, Wolf-
gang Niersbach war nicht amüsiert. Aber
es war definitiv für beide Seiten besser so.
Zurück im neuen, alten Job erhalten Sie
gerade viel Lob. Bei Werder sagen alle,
was für einfähiger undangenehmer Trai-
ner dieser Robin Dutt doch sei – sogar die
ungeliebten Strandläufe im Norderney-
Trainingslager hat er abgeschafft. Was
muss Thomas Schaaf da denken?
Es ist wirklich nicht so angenehm, wenn
du zu Hause sitzt und dauernd dein Nach-
folger gelobt wird. Aber das gehört zumGe-
schäft, ich habe das auch schon aushalten
müssen, siehe Leverkusen–ichbinmir si-
cher, dass auch Thomas das aushält.
Bremer Spieler sagen jetzt: Dutt redet
mehr mit uns als Schaaf. Als Sie Freiburg
verlassenhaben, hießes: Marcus Sorg re-
det mehr mit uns als Robin Dutt.
Lustig, oder? Wenn es wirklich so wäre,
dass jeder neue Trainer immer mehr redet
alsder alte, dannmüsstedieLigain20Jah-
ren eine ziemliche Quasselbude sein.
Sie nehmen das Lob nicht ernst?
Lob ist immer schöner als Kritik, aber ich
weiß, dass auch wieder Knüppel kommen.
Was aber ungewöhnlich ist: die unglaub-
lich harmonische Zusammenarbeit zwi-
schen den Spielern und ihremneuen Trai-
ner. Das ist nunwirklichnicht alleine mein
Verdienst, ein Trainer allein kriegt so eine
Nähe ineinpaar Tagennicht hin. Dieganze
Mannschaft muss mitmachen, sie scheint
den Wunsch nach Harmonie zu haben.
Weil die Spieler letzte Saison dunkle Tage
erlebt haben, mit einemgriesgrämig wir-
kenden Trainer – und Abstiegskampf?
Über die Vergangenheit kann ich doch gar
nichts sagen – außer, dass Thomas Schaaf
eine hohe Wertschätzung bei den Spielern
genießt. Trotzdem merke ich, dass sie ex-
tremoffensindfür Neues. Wennwir dieses
Niveau der Zusammenarbeit ein paar Jah-
re halten, dann bin ich sehr optimistisch.
Esmüssten14Jahresein, damit Siemit Ih-
renVorgängernSchaaf undOttoRehhagel
mithalten können.
Wir sollten jetzt erstmal ein gutes erstes
Jahr hinlegen. Aber an mir soll’s nicht lie-
gen. Von Leverkusen abgesehen, habe ich
überall länger gearbeitet. Ichlagimmer lo-
cker über den18Monaten, dieeinBundesli-
gatrainer statistisch im Schnitt bei einem
Verein bleibt. Bei mir waren es fast immer
vier, fünf Jahre.
Es ist nicht leicht, einemTrainer nachzu-
folgen, der einen Klub so lange und so
starkgeprägt hat wieSchaaf. Siesindaller-
dings einSpezialist indieser Disziplin: Sie
waren in Freiburg direkt nach dem Epo-
chentrainer Volker Finke erfolgreich. Ha-
ben Sie als Finke-Nachfolger etwas ge-
lernt, was Ihnen jetzt in Bremen hilft?
Eines weiß ich sehr genau: Dass es wichtig
ist, bei soeinemVereinsehr sensibel aufzu-
treten. Man kann nicht einfach alles um-
werfen, wenn der Kollege jahrelang so er-
folgreich war. Ich bin ja nicht der Nachfol-
ger von Thomas Schaaf, der Werder in der
Vorsaison mal nur auf Platz 14 geführt hat.
Ich bin der Nachfolger von jemandem, der
ein Paket von 14 Jahren hinterlassen hat,
bei demman sagen muss: Respekt!
InFreiburgsindSiegeduldigdamit umge-
gangen, dass Ihr Vorgänger Volker Finke
nicht nur Gutes über Sie gesagt hat. Er
bliebinderStadt präsent undkammanch-
mal sogar mit demFahrradzumTraining,
umIhre Arbeit zu beobachten.
Sie sind ja gut informiert.
Hat diese Erfahrung Sie abgehärtet für
die Aufgabe in Bremen?
Ichglaube nicht, dass ich diese Art vonAb-
härtung hier brauche. Thomas ist bei allen
Kollegen sehr beliebt, auch ich mag ihn
sehr. Wir haben auch schon telefoniert.
Und?
Das Gespräch war mehr als angenehm, es
war sogar richtig gut.
Telefonate mit demVorgänger werden in
der Branche ständig angekündigt, sind in
Wahrheit aber eher unüblich, oder?
Bei mir ist es üblich. Ichhabe bei denStutt-
garter Kickers Rainer Adrionangerufen, in
Freiburg Volker Finke, inLeverkusen Jupp
Heynckes – und jetzt Thomas Schaaf.
Was haben Sie mit ihmbesprochen?
Er hat viel von letzter Saison erzählt und
mich zu diesemVerein beglückwünscht.
Der Verein stand immer für Kontinuität.
Nun, da der Langzeittrainer weg ist: Wo-
für steht Werder jetzt?
Ichhabees ausder Distanzimmer als ange-
nehmempfunden, dass hier ein Verein bei
allem Zielstreben Geduld ausstrahlt, auch
Zurückhaltung; dass hier nicht die großen
Lautsprecher zu hören sind. Auch die Fan-
kultur hat michletzteSaisonextrembeein-
druckt. Anderswo erlebt man imAbstiegs-
kampf Sitzblockaden der Fans oder hört,
dass Spieler bedroht werden – hier wurde
alles mit ThomasSchaaf gemeinsamzuEn-
de gebracht. Das ist eine große Kunst.
Auf demPlatzstandBremenimmer für of-
fensiven, schönen Fußball, die Anhänger
erinnern sich wehmütig an Micoud, Ail-
ton, Diego, Klose und Pizarro.
Wir wollen auch offensiven Fußball zei-
gen, und ich glaube, dass wir a) die Mann-
schaft dafür haben und b) Bremen schon
einVereinist, wo dudichüber die Attrakti-
vität deines Spiels definieren musst. Aber
die Aufgabe lautet auch, die Gegentreffer
zu reduzieren. Die 50 geschossenen Tore
hätten letzte Saison für die Europa League
gereicht, die 66 kassierten waren viel zu
viel. Wenn das Spiel 4:3 ausgeht, darfst du
nicht der sein, der vier Tore gekriegt hat.
Was Werder zuletzt häufiger passiert ist.
Deshalb habe ich den Eindruck: Die Stim-
mung bei den Fans ist fast umgekehrt. Im
Moment sagt keiner: Bitte spielt so schön
wie früher! Mir wird–gerade hier imTrai-
ningslager – eher zugerufen: Bitte nicht
wieder so viele Gegentore! Ich muss inzwi-
schen fast aufpassen, dass ich nicht sage:
Wir wollen natürlich offensiv spielen –
weil die Fans danndenken: Oje, schonwie-
der Offensivfußball! Das ist schon kurios.
Als 1995 Otto Rehhagel, der erste Bremer
Langzeit-Regent, als Trainer aufhörte,
hatten es seine Nachfolger äußerst
schwer: De Mos, Dörner, Sidka, Magath –
allescheitertennachkurzer Zeit, der Klub
war noch stark auf Rehhagel gepolt.
Fürchten Sie ähnliche Prozesse?
Ich weiß, wo die Risiken liegen und die
Chancen. InFreiburgwar der DruckamAn-
fang viel größer als hier. Verein und Fans
waren gespalten: in pro Finke und contra
Finke. Da war im ersten Halbjahr Weltun-
tergangsstimmung imParadies, es hat ge-
dauert, bis Freiburg wieder Freiburg wur-
de. Bei Werder ist die Situation jetzt für
mich viel entspannter, unaufgeregter.
Fanshaltenmir denStift hinundsagen: Bit-
te, unterschreiben Sie hier – direkt neben
Thomas Schaaf! Hier wird man von nie-
mandem gegeneinander ausgespielt. Und
hier darf man auch sagen, dass wir imers-
tenJahr nochnicht über Tabellenplätzere-
den wollen. Wir sagen ja auch intern: Lass
uns erst mal denÜberganggut hinkriegen.
Es wäre sicher schwieriger für Sie, wenn
die Ära Schaaf mit Platz vier statt Platz
vierzehn zu Ende gegangen wäre.
Definitiv. In Freiburg hatte Volker Finke
vor seinemAbschiedinder Rückrundenur
nochgewonnen undseinschlechtestes Er-
gebnis in 16 Jahren war Platz vier in der
zweiten Liga – ich wurde dann im ersten
Jahr nur Fünfter. Gott sei Danksindwir im
zweiten souverän aufgestiegen.
Auch in Leverkusen mussten Sie nach ei-
nersehr erfolgreichenPhasemit JuppHe-
ynckes einsteigen. Ist ein erfolgreicher
Vorgänger mit das Schlimmste, was ei-
nemneuen Trainer passieren kann?
Ja, das ist schwierig. Leverkusenwar Zwei-
ter, hatteAnsprüche. Dakannst duals neu-
er Trainer nicht sagen: Wir wollenSechster
werden. Jede Übung, jede Maßnahme von
dir, die nicht gleich greift, wird als Rück-
schritt bewertet, weil die Spieler denken:
Wir waren doch Zweiter – und das kannst
du ihnen nicht mal übel nehmen. Es ist für
einenTrainer immer einfacher, eineMann-
schaft mit Luft nach obenzu übernehmen.
Haben Sie in dieser Hinsicht Mitleid mit
demBayern-Kollegen Pep Guardiola?
Absolut. Ichhabe ihninBarcelonakennen-
gelernt – ein Riesentyp. Aber natürlich
denkt man: Wie kann er jetzt seinen Platz
in München finden – nach demTriple und
mit 22 Nationalspielern? Das ist wirklich
spannend. Guardiola ist aber ein sensatio-
neller Trainer – und das bleibt er für mich
auch, wenn er mit den Bayern Zehnter
wird. Da kann er sogar absteigen (lacht).
Was habenSieaus demunerfreulichenIn-
termezzo in Leverkusen gelernt?
Das kann ich relativ deutlich sagen: Ich
war aufgrund der großen Aufgabe ein
Stück weit zu verbissen. Ich wollte keinen
Fehler machen, alles sollte sofort perfekt
klappen, unddieseneigenenAnspruchha-
be ich auf alle anderen übertragen. Bei je-
dem Detail, das nicht funktioniert hat, bei
jedemfalschenLaufweg imTraining, habe
ich sofort geglaubt, das große Ganze sei in
Gefahr. Und wenn du so verbissen denkst,
kommst du als Trainer auch so rüber. Und
die Spieler dachten wahrscheinlich wie-
der: Mit demLaufwegaus demletztenJahr
sind wir aber Zweiter geworden.
Kann man das lernen: gelassener sein?
Wenn du mit 15 Trainern aus der Liga re-
dest, sagt dir jeder: Bei uns ist es diesmal
besonders schlimm mit dem Druck. Ir-
gendwann merkst du: Es ist überall gleich
schlimm. Es gelingt mir inzwischen viel,
viel besser, die Dinge gelassener zu sehen,
innerlich ruhiger zu sein, mehr Lockerheit
zuzulassen – nicht auf dem Trainings-
platz, aber daneben.
Manager Thomas Eichin sitzt mit Ihnen
im selben Boot. Auch er muss einen Vor-
gängerersetzen, KlausAllofs, dereinegro-
ße Epoche bei Werder geprägt hat.
Genau, und das vergessen viele im Mo-
ment. Uns ist diese Konstellation sehr be-
wusst, sie schweißt uns beide zusammen.
Auch das ist ja eine Parallele zu Freiburg –
damals war Dirk Dufner der neue Mana-
ger. Wir sind gute Freunde geworden.
HabenSieinFreiburgnochFreunde, nach-
demSie demSC den Mittelfeldspieler Ce-
dric Makiadi weggenommen haben?
Christian Streich war nicht begeistert, das
kann man sich vorstellen. Aber wer sagt
denn, dassCedricinFreiburggebliebenwä-
re? Und wenner schongeht, danndoch am
besten zu seinemehemaligen Trainer.
Riva–Als er dannverstummte, als seinRe-
deschwall ein Ende fand, weil alles ausge-
sprochen war, was Pep Guardiola ausspre-
chenwollte, blickte er wieder indie Runde.
Vor ihmsaßen nun sehr viele sehr traurige
Menschen, all die Journalisten, die Guar-
diola nicht verstanden hatten, alle bis auf
den einen – den schlanken Spanier mit
dem langen Haar, des rasanten Katala-
nischmächtig, wie es Guardiola runterras-
selt. „No te preocupes!“, das aber sprach
jetzt Guardiola zu einem der Trauernden,
der inanderer Sprachenochmal nachfrag-
te, doch Guardiola sagte, bitte, schert euch
nicht ummeine Worte, macht euch keinen
Kopf, dieser Vortrag war nicht für euch be-
stimmt. Ihr kennt ja meine Geschichte
nicht. No te preocupes? Welch herrlicher
Scherz, wie raffiniert war das denn?
DochsoeinfachkamGuardiolanicht da-
von. Es war ja erst die zweite Pressekonfe-
renz in seiner Geschichte als Trainer (ein-
mal hatte er José Mourinho angegriffen),
inder er sichmit soviel Vervegeäußert hat-
te. Also wurde seine Rede auf Umwegen
zur Meldung, und die Meldung erreichte
den FC Barcelona und Sandro Rosell, den
Adressaten und Auslöser von Guardiolas
Zorn, Barças Präsidenten.
Zum Abschluss des Trainingslagers des
FCBayerninRiva hat Guardiola die Welt in
Staunen versetzt. Erst hatte er seine Sehn-
sucht nach Thiago Alcántara öffentlich ge-
macht („Ich brauche Thiago, Thiago oder
nix!“), bevor der Vertrag mit dem Mittel-
feldspieler Barcelonas fixiert war. Und
dann hatte er seinem ehemaligen Verein
Wortbruchvorgeworfen; dieVereinsvertre-
ter hätten ihn während seines Sabbaticals
inNewYorkimmer wieder kontaktiert, ge-
nervt, offenbar wolltensieGuardiolaüber-
reden, dass er seinen alten Job bei Barça
wieder aufnehmenwürde. Weil TitoVilano-
va, Guardiolas ehemaliger Assistent und
Nachfolger, anOhrspeicheldrüsenkrebser-
krankt war. Präsident SandroRosell, soGu-
ardiolas Vorwurf, habe dann zugelassen,
dass sich im Umfeld des riesigen Vereins
das Gerücht verbreitet habe, er, Guardiola,
habe sich mit Vilanova in NewYork nie ge-
troffen, obwohl der Erkranktesichdort be-
handeln ließ. Oh doch, das habe er sehr
wohl, sagte Guardiola nun, und: „Dass sie
Titos Krankheit benutzt haben, ummir zu
schaden, werde ich niemals vergessen.“
Und nun hängen die Darsteller ganz vieler
Episoden zusammen und bilden eine Ge-
schichte: Thiago, Vilanova, Sandro Rosell,
Guardiola und Joan Laporta. Und der FC
BayernwirdineinenKonflikt gezogen, von
demer wohl nichts ahnte. Dennder sichan-
bahnende Transfer des talentierten Thia-
go, 22, lässt sichschonwieGuardiolas leise
Revanche an Barça lesen, eingefädelt wur-
de der Deal über Bruder Pere Guardiola,
Thiagos Berater. „Pep erklärt den Krieg
und nimmt auch noch Thiago mit“, titelte
die spanische Zeitung Sport.
SandroRosell hatteimJuni 2010bei Bar-
ça die Präsidentenwahl gewonnen, nach-
demJoanLaportas letzteAmtszeit abgelau-
fenwar. Laportawar der Präsident, der Gu-
ardiolaseinenerstenTrainerjobverschaff-
te, also: einenger Freund. Rosell indeswur-
dezumPräsidenten, der eineZivilklagege-
gen Vorgänger Laporta einreichte wegen
angeblicher finanzieller Misswirtschaft im
Klub, also: wurdeer Guardiolas Gegenspie-
ler. Von Rosell heißt es auch, er habe das
Vereinsleben schwerlich ertragen, solange
Guardiola bei Barça wirkte. Der Trainer
war das Idol, sein Glanz überstrahlte den
des Präsidenten–einUmstand, der sicher-
lich auch Uli Hoeneß beschäftigen würde.
Rosell beförderte schließlichVilanova zum
Cheftrainer, Guardiola hat dies aber stets
begrüßt. Und Thiago Alcántara wiederum
ist der Spieler, der unter Vilanova nicht so
oft spielen durfte, wie es Guardiola für an-
gebracht hält. InRiva sagte Guradiola nun:
„Kein Spieler möchte raus aus einem gro-
ßen Klub wie Barcelona, Bayern oder Ma-
drid. Das passiert nur, wenn ein Spieler
riecht, dass er nicht spielen wird. Und in
Barcelona ist jetzt ein neuer großer Spieler
wieNeymar da“–einefeine, doppelschnei-
digeSpitze. Dennnur weil ThiagoeineMin-
destanzahl vonPflichtspielennicht erreich-
te, greift jene Klausel, die ihn nun für 18
Millionen Euro erschwinglich macht. Und
Neymar ist der Stürmer, denGuardiolager-
ne zu denBayerngezogen hätte, wennihm
Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge
nicht denDeal ganzgewieft ausgeredet hät-
te („Schau mal aus dem Fenster. Stell dir
vor, einBrasilianer reist bei 30Gradaus sei-
ner Heimat los, und kommt bei minus
sechs Grad bei uns an“ – Guardiola ver-
stand). Die Geschichte ist komplex, aber
nun fließt alles zusammen.
Er werde aus Barcelona keinen Spieler
mitnehmen, es war ein Versprechen, das
Guardiola gab, nachdemer bei den Bayern
unterschrieben hatte. Das Versprechen ist
nun gebrochen, doch Guardiola hat seine
Gründeoffengelegt. Thiago, der laut Guar-
diolanahezujedePositionjenseits des eige-
nen Strafraums bekleiden kann, gilt beim
FCBarcelonaalsNachfolger desgroßenXa-
vi, der Schmerz der Spanier ist also groß.
Er sei „sehr überrascht“ undkönnedieKri-
tik Guardiolas nicht verstehen, sagte Jordi
Cardoner, einer von Barcas Vizepräsiden-
ten, das Verhältnis sei immer „sehr freund-
schaftlich gewesen“.
Notepreocupes? Magsein, dieRedewar
ungewollt aus Guardiola hervor gebro-
chen, doch interessieren dürfte sie ja nicht
nur die Spanier. Pep Guardiola wohnt jetzt
in München. Und niemand hier kennt Pep
Guardiola. PHILIPP SCHNEIDER
Versprochen, gebrochen
Ein kurzer Ausbruch Pep Guardiolas lenkt den Blick auf eine komplizierte Geschichte aus Katalonien, in die nun auch der FC Bayern gerät – mittendrin steht Thiago, der nach München kommen soll
„Wolfgang Niersbach
war nicht amüsiert.
Aber es war definitiv
für beide Seiten besser so.“
„In Leverkusen war ich
zu verbissen. Ich wollte
keinen Fehler machen,
alles sollte perfekt klappen.“
DEFGH Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 HBG 39
„Unterschreiben Sie
bitte neben Schaaf“
Robin Dutt über seinen Gewissenskonflikt beim DFB
und den Reiz, Trainer bei Werder Bremen zu werden
Frauenfußball
Deutschland muss erkennen,
dass andere Nationen
die Kluft verringert haben 40
Radsport
Der Mont Ventoux in der Provence
ist ein trauriges Symbol für die
Auswüchse seines Sports 41
Leichtathletik
Der Weltverband hat die Normen
für die WMverschärft. Europas
Läufern setzt das zu 41
Thiago durfte unter Trainer
Vilanova nicht so oft spielen, wie
Guardiola es für angebracht hält
SPORT
HEUTE
„Mir war nach dem Gespräch sofort klar: Das muss ich machen“: Robin Dutt, 48, neuer Trainer von Werder Bremen. FOTO: LENNART PREISS/GETTY
Hilft Handauflegen? Bayerns Trainer Pep Guardiola im innigen Austausch mit dem
neuen Innenverteidiger Jan Kirchhoff. FOTO: KARL-JOSEF HILDENBRAND/DPA
Real Madrid, spanischer Fußball-Rekord-
meister, hat Außenstürmer José Calle-
jón, 26, ziehen lassen und für gut 39 Mil-
lionen Euro den spanischen Mittelfeld-
spieler Asier Illarramendi, 23, verpflich-
tet. Callejón wechselt zum italienischen
Champions-League-Teilnehmer Neapel;
U21-Europameister Illarramendi kommt
für sechs Jahre von Real Sociedad San
Sebastian und wird nach Isco (FC Mála-
ga) der nächste Konkurrent für die Deut-
schen Mesut Özil und Sami Khedira.
Bayer Leverkusen, Fußball-Bundes-
ligist, hat den achtmaligen Nationalspie-
ler Roberto Hilbert für die rechte Außen-
bahn verpflichtet. Der 28-Jährige, 2007
mit dem VfB Stuttgart deutscher Meis-
ter und zuletzt bei Besiktas Istanbul, er-
hielt einen Vertrag bis Juni 2015.
Holger Glandorf, 30, Handball-National-
spieler, hat seinen Vertrag beimBundes-
ligisten SG Flensburg-Handewitt vorzei-
tig bis 2016 verlängert.
Marco Huck, 28, Boxweltmeister, trifft
erneut auf Firat Arslan, 42. Die beiden
Cruisergewichtler kämpfen am 14. Sep-
tember in Stuttgart gegeneinander. Am
3. Oktober 2012 hatte Huck umstritten
nach Punkten gewonnen.
Dominik Stein fährt als zehnter deut-
scher Wasserspringer zur Schwimm-
WM nach Barcelona (19. Juli bis 4. Au-
gust). Bundestrainer Lutz Buschkowbe-
rief den 18-jährigen Leipziger nach des-
sen dritten Platz bei der Junioren-EM in
Posen (Polen) ins WM-Team.
Maria Scharapowa, Zweite der Tennis-
Weltrangliste, hat die Zusammenarbeit
mit dem schwedischen Trainer Thomas
Hogstedt beendet. Die Zusammenarbeit,
während der die Russin die French Open
2012 gewann und drei weitere Grand-
Slam-Endspiele erreichte (Wimbledon
2011, Australian Open 2012, Paris
2013), endete nach zweieinhalb Jahren.
Die deutsche Frauen-Staffel hat bei
der EM der Modernen Fünfkämpfer in
Drzonkow/Polen Bronze gewonnen. Vor
Lena Schöneborn, Annika Schleu und
Claudia Knack landeten Großbritannien
und Gastgeber Polen.
Ilja Kowaltschuk, 30, russischer Eisho-
ckey-Nationalspieler, beendet nach fast
zwölf Jahren seine NHL-Karriere. Er
stieg aus seinem Vertrag bei den New
Jersey Devils aus, der noch bis 2025 da-
tiert war und ihm77 Millionen Dollar ein-
gebracht hätte. Kowaltschuk, der künf-
tig in Russland bei St. Petersburg spie-
len will, hatte sein NHL-Debüt 2001 mit
18 Jahren in Atlanta gefeiert. Insgesamt
kam er auf 816 Spiele und 417 Tore.
KURZ GEMELDET
Luzern – Ralf Holtmeyer schaute etwas
missmutig drein am Freitagnachmittag,
demTrainer des Deutschland-Achters hat-
tees nicht gefallen, dass dieamerikanische
Crew beim Ruder-Weltcup in Luzern im
ersten Vorlauf gleich zweieinhalb Sekun-
denschneller gewesenwar alsseinBoot we-
nig später im zweiten. „Nach tausend Me-
tern war der Dampf weg“, grummelte er.
Mehr als eine „ordentliche Leistung“ woll-
te er seiner Besatzung deshalb zunächst
nicht zubilligen. Erst alser dieZwischenzei-
tenzulesenbekamundsah, dass seinAch-
ter für die ersten 1000 Meter, also bis zur
Hälfte des Rennens, eine halbe Sekunde
weniger gebraucht hatte als das Team
USA, bessertesichseineLaune schlagartig:
„Die1000-Meter-Zeit sagt mehr aus als die
Endzeit“, dozierte er lächelnd.
Es war ja tatsächlich so, dass sich die
Endzeitender jeweiligenVorlaufsieger nur
schwer miteinander vergleichen ließen.
Die Amerikaner waren von den Briten bis
zum Schluss getrieben worden, weil sich
nur der Erste direkt für das Finale an die-
sem Sonntag qualifizierte; die Deutschen
dagegenhattensichinihremschwächer be-
setzten Rennen frühzeitig einen entspan-
nendenVorsprung errudert. „Wir mussten
nicht mehr alles geben“, sagte Schlag-
mann Eric Johannesen, „wir konnten auf
den zweiten tausend Metern Gas rausneh-
menundKraft sparenfürs Finale.“ Dort sei
die Entscheidung vollkommen offen,
glaubt der Hamburger: „Wir wissen, dass
wir da noch mal auf einem höheren Level
fahren können.“
Dasist jaschonmal eineberuhigendeEr-
kenntnis in dieser nacholympischen Sai-
son, in der die meisten Länder ihre Teams
neu aufbauen imHinblick auf die Olympi-
schen Spiele 2016 in Rio. Auch Holtmeyer
hat seine Crewneu zusammengestellt, aus
demGold-Achter vonLondon2012sindne-
ben Steuermann Martin Sauer noch vier
Mann übrig geblieben: Johannesen, Kris-
tof Wilke, Richard Schmidt und Maximili-
anReinelt. FilipAdamski undFlorianMen-
ningenhabenihreKarrierebeendet, Andre-
as Kuffner und Lukas Müller pausieren,
um sich ihrem Studium zu widmen. Neu
im Boot sind Maximilian Munski, Hannes
Ocik, Anton Braun und Felix Drahotta.
„Aber es ist schongut, einenStammzu ha-
ben, der weiß, wie’s geht; der Erfahrung
weitergeben kann“, sagt Holtmeyer.
Der Dortmunder Coach sieht die beiden
nacholympischen Jahre als „Möglichkeit,
jüngere Ruderer einzuarbeiten“, wie er
sagt; er will dieZeit nutzen, „uminder Brei-
te etwas zu entwickeln“. Einen frühzeiti-
gen Anlauf auf die nächsten Olympischen
Spiele zu nehmen, habe sich ja bewährt,
sagt Holtmeyer und erinnert an den ver-
gangenen Olympia-Zyklus. Zwischen
2009 und 2012 war der Deutschland-Ach-
ter unbesiegt geblieben, er hatte 34 Ren-
nen gewonnen, mit dem Olympia-Finale
als Krönung. Die Serie endete beim ersten
Wettkampf 2013 in Essen, die deutschen
Ruderer waren erst spät wieder ins Trai-
ning eingestiegen, zudemfehlten noch die
Olympiasieger Wilke undReinelt. „Das hat
sichschonbemerkbar gemacht, als diebei-
den wieder dazu kamen“, findet Johanne-
sen, „das hat unsmehr Stabilität gegeben.“
Ein Achter lebe ja von der Harmonie im
Boot, erklärt der Student, „und die muss
über viele Kilometer erfahren werden“.
Jetzt sei der Deutschland-Achter wieder
„deutlich geschlossener als noch beim
Wettkampf in Essen“; schon beim EM-
Sieg in Sevilla vor einem Monat sei das zu
sehen gewesen. Dort hatte das britische
Boot gefehlt, das den Deutschen in Essen
davongefahrenwar undauchdieerstenbei-
den Weltcups dieser Saison in Sydney und
Eton gewonnen hatte. „Bei den Englän-
dern hat sich die Strategie geändert“, hat
Holtmeyer beobachtet: Die Briten, die im
vergangenen Olympia-Zyklus immer
stärkste Herausforderer des deutschen
Achters gewesen waren, haben in dieser
Saison ihre besten Leute ins Großboot ge-
setzt; früher saßen die eher imVierer.
Angesichts der bislang souveränen Vor-
stellungen des britischen Achters in dieser
Saisonwar selbst einExpertewieHoltmey-
er verblüfft, dass sie von den Amerikanern
in den Hoffnungslauf verwiesen wurden.
„Aber eigentlich“, so sinnierte der Trainer,
„war eseher überraschend, dass dieAmeri-
kaner in den vergangenen Jahren nicht so
stark waren.“ Das wiederum ist eine eher
beunruhigende Aussicht in dieser nach-
olympischenSaison: Dass sichdieKonkur-
renz offenbar mächtig anstrengt, um den
Deutschen ihre Vormachtstellung streitig
zumachen–unddenWM-Titel, densie im
August in Südkorea verteidigen müssen.
AmSonntag, nach demFinale von Luzern,
wissen die deutschen Achter-Ruderer, wie
gut sie wirklich schon wieder sind – imdi-
rektenVergleichmit denUSAundGroßbri-
tannien. JOACHIM MÖLTER
Fußball
Frauen, EM in Schweden, 1. Spieltag
Gruppe B
Deutschland – Niederlande 0:0
Deutschland: Angerer (vereinslos) – Krahn
(Paris St. Germain), Maier (Bayern München),
Bartusiak (1. FFC Frankfurt), Cramer (Turbine
Potsdam) – Goeßling, Keßler (bd. Wolfsburg),
ab 46. Laudehr (Frankfurt) – Lotzen (FC Bay-
ern), ab 73. Leupolz (Freiburg), Marozsan
(Frankfurt), Mittag (Malmö) – Okoyino da
Mbabi (Frankfurt). – Trainerin: Neid.
Niederlande: Geurts – Bito, Koster, Hoogen-
dijk, van den Heiligenberg – Spitse, Slegers –
van de Ven, van de Donk, Martens – Melis. –
Trainer Reijners.
Schiedsrichterin: Spinelli (Italien). – Gelbe
Karten: Cramer, Keßler, Maier – Bito. – Zu-
schauer (in Växjö): 8861.
Norwegen – Island 1:1 (1:0)
1:0 Hegland (26.), 1:1 Vidarsdóttir (87., Foul-
elfmeter). – Zuschauer (in Kalmar): 4000.
Gold Cup, Vorrunde, 2. Spieltag
Gruppe A: Mexiko – Kanada 2:0 (1:0), Panama
– Martinique 1:0 (0:0).
1. Panama 2 2 0 0 3:1 6
2. Mexiko 2 1 0 1 3:2 3
3. Martinique 2 1 0 1 1:1 3
4. Kanada 2 0 0 2 0:3 0
Modus: Gruppen-1. und 2. plus zwei beste 3.
im Viertelfinale.
Testspiele
RB Salzburg – FC Schalke 04 3:1 (1:1)
1:0 Mané (16.), 1:1 Draxler (33.), 2:1 Soriano
(51.), 3:1 Hinteregger (77., aus über 60 Meter
Entfernung).
Dynamo Dresden – Neftschi Baku 2:1 (0:1)
TuS Celle – Hannover 96 0:8 (0:5)
Golf
Europa-Tour, Scottish Open in Inverness
(3,4 Millionen Euro, Par 72)
Nach der 1. Runde: 1. Parry 64 Schläge, 2.
Khan (beide England) 65, 3. Lowry (Irland) 66,
Ilonen (Finnland), Mickelson (USA), Morrison
(England), Aphibarnrat, Jaidee (beide Thai-
land), Doak (Schottland) alle 66, 10. Siem(Ra-
tingen) 67, 98. Kieffer (Düsseldorf) 71, 156.
Lampert (St. Leon-Rot) 79.
US-Tour in Silvis/Illinois
(4,6 Millionen Dollar, Par 71)
Nach der 1. Runde: 1. Johnson (USA), Villegas
(Kolumbien) je 64, 3. de Jonge (Simbabwe),
Bettencourt, Summerhays je 65, 6. Herman,
Taylor, Streb, Streelman, Weekley (alle USA),
Jones (Australien), Hearn (Kanada) alle 66. –
Ohne deutsche Beteiligung.
Frauen, US-Tour in Waterloo/Kanada
(1,3 Millionen Dollar, Par 71)
Nach der 1. Runde: 1. Matthew (Schottland),
Stanford (USA) je 63, 3. Park Hee-Young,
Meena Lee, Park In-Bee (alle Südkorea), Mo-
zo (Spanien) alle 65; 23. Gal (Düsseldorf) 68.
Radsport
Tour de France
13. Etappe (Tours – Saint-Amand-Montrond,
173 km): 1. Cavendish (Großbritannien/Quick
Step) 3:40:08 Stunden, 2. Sagan (Slowa-
kei/Cannondale), 3. Mollema (Niederlan-
de/Belkin), 4. Fuglsang (Dänemark/Astana),
5. Terpstra (Niederlande/Quick Step), 6. Kreu-
ziger (Tschechien/Saxo), 7. Contador (Spa-
nien/Saxo), 8. Ten Dam (Niederlande/Belkin)
alle gl. Zeit, 9. Chavanel (Frankreich/Quick
Step) 0:06 Min. zur., 10. Rogers (Austra-
lien//Saxo) 0:09, 11. Roche (Irland/Saxo) 0:11,
12. Bennati (Italien/Saxo) 0:17, 13. Bodnar
(Polen/Cannondale) 0:19, 14. Tosatto (Itali-
en/Saxo) 0:53, 15. Greipel (Rostock/Lotto)
1:09; 20. Degenkolb (Gera/Argos); 36. Burg-
hardt (Zschopau/BMC); 44. Sieberg (Castrop-
Rauxel/Lotto); 55. Klöden (Mittweida/Radio
Shack) alle gl. Zeit; 58. Martin (Cottbus/Quick
Step) 1:37; 88. Fröhlinger (Gerolstein/Argos)
9:54, 89. Voigt (Grevesmühlen/Radio Shack)
gl. Zeit; 124. Kittel (Arnstadt/Argos) 10:07,
139. Geschke (Berlin/Argos) 10:11.
Gesamtwertung (13/21): 1. Froome (Großbri-
tannien/Sky) 51:19:13 Stunden, 2. Mollema
2:28 Minuten zurück, 3. Contador 2:45, 4.
Kreuziger 2:48, 5. Ten Dam 3:01, 6. Fuglsang
4:39, 7. Kwiatkowski (Polen/Quick Step) 4:44,
8. Quintana (Kolumbien/Movistar) 5:18, 9. Pe-
raud (Frankreich/AG2R) 5:39, 10. Rodriguez
(Spanien/Katjuscha) 5:48, 11. Martin (Ir-
land/Garmin) 5:52, 12. Evans (Austra-
lien/BMC) 6:54, 13. 7:28, 14. Andy Schleck (Lu-
xemburg/Radio Shack) 8:32, 15. Monfort (Bel-
gien/Radio Shack) 10:16; 38. Klöden 34:13;
65. Voigt 59:28; 88. Burghardt 1:14:44; 96.
Geschke 1:19:34; 100. Martin 1:20:45; 103.
Degenkolb 1:24:04; 123. Greipel 1:39:15; 133.
Sieberg 1:45:23; 142. Fröhlinger 1:48:59; 169.
Kittel 2:04:22.
Punktewertung (Grünes Trikot): 1. Sagan 357
Pkt., 2. Cavendish 273 3. Greipel 217, 4. Kittel
177.
Bergwertung (Gepunktetes Trikot): 1. Rol-
land (Frankreich/Europcar) 50 Punkte, 2.
Froome 33, 3. Porte 28.
Nachwuchswertung (Weißes Trikot): 1. Kwiat-
kowski 51:05:14 Stunden, 2. Quintana 0:34
Min. zurück, 3. Talansky (USA/Garmin) 8:27.
Teamwertung: 1. Saxo 152:22:21 Stunden, 2.
Belkin 2:32 Minuten zurück, 3. AGR2 10:37.
Tennis
Männer, Stuttgart (467 800 Euro/Sand)
Viertelfinale: Fognini (Italien/5) – Haas (Los
Angeles/1) 6:2, 6:4, Kohlschreiber (Augs-
burg/2) – Monfils (Frankreich) 6:4, 6:4, Hane-
scu (Rumänien) – Paire (Frankreich/4) 7:5,
6:2, Bautista Agut (Spanien) – Berrer (Stutt-
gart) 6:2, 0:1, Aufgabe B.
Männer, Bastad (433 770 Euro/Sand)
Viertelfinale: de Bakker (Niederlande) – Ber-
dych (Tschechien/1) 7:5, 7:5, Dimitrov (Bulga-
rien/5) – Monaco (Argentinien/3) 6:3, 6:2.
Männer, Newport (519 775 Dollar/Rasen)
Viertelfinale: Russell (USA) – Sijsling (Nieder-
lande/3) 7:6 (3), 6:7 (6), 7:6 (5), Mahut (Frank-
reich) – Przysiezny (Polen) 7:6 (5), 6:4.
Frauen, Palermo (180 463 Euro/Sand)
Achtelfinale: Vinci (Italien/2) – Hercog (Slo-
wenien) 6:2, 7:6 (3), Cabeza (Spanien) – Mla-
denovic (Frankreich/3) 6:3, 2:6, 7:6 (6), Zako-
palova (Tschechien/4) – Knapp (Italien) 6:3,
4:6, 6:4, Dominguez-Lino (Spanien/5) – Bur-
nett (Italien) 7:5, 4:6, 6:3.
Viertelfinale: Cabeza Candela (Spanien) – Vor-
acova (Tschechien) 7:5, 6:4.
Frauen, Budapest (235 000 Dollar/Sand)
Achtelfinale: Scheepers (Südafrika/6) – Mar-
tic (Kroatien) 7:5, 6:4, Peer (Israel) – Tatisch-
wili (Georgien/8) 6:1, 6:1, Kovinic (Montene-
gro) – Solowjewa (Russland) 6:1, 3:6, 6:1, Ca-
dantu (Rumänien) – Hlavackova (Tschechien)
4:6, 7:5, 4:0 Aufgabe H.
Viertelfinale: Meusburger (Österreich) – Beck
(Bonn/4) 6:4, 6:1, Halep (Rumänien/3) – Ba-
bos (Ungarn) 7:5, 6:1 Scheepers (Südafrika/6)
– Kovinic (Montenegro) 4:6, 6:0, 7:6 (5).
Sport im Fernsehen
Samstag, 13. Juli
11 – 13 Uhr, Eurosport: Universiade in Kasan,
Volleyball, Männer, Viertelfinale.
12.15 – 16 Uhr, Sport1: Motorrad, Qualifikati-
on für den Großen Preis von Deutschland.
13.45 – 17.45 Uhr, Eurosport: Tour de France.
14.30 – 16 Uhr, ARD: Tourenwagen, DTM.
15.45 – 17.35 Uhr, N3: Fußball, Nordcup, Ham-
burger SV – Eintracht Braunschweig.
16.30 – 20 Uhr, Sport 1: Tennis, Männer-Tur-
nier in Stuttgart, Halbfinale.
17.45 – 20 Uhr, Eurosport: Fußball, Frauen,
EM in Schweden, Gruppe A, 2. Spieltag, Itali-
en – Dänemark.
20 – 22 Uhr, Eurosport: Fußball, U20-WM in
der Türkei, Finale, Frankreich – Uruguay.
20 – 22 Uhr, Sport1: Fußball, Testspiel, Borus-
sia Dortmund – Bursaspor.
22.20 – 23.30 Uhr, Sat1: Boxen, WBO-WM im
Supermittelgewicht, Stieglitz (D) – Kiyota (J).
Sonntag, 14. Juli
10.35 – 12.10 Uhr, Sport1: Motorrad, Straßen-
WM, Großer Preis von Deutschland, Moto3;
12.10 – 13.45 Uhr, Sport1: Motorrad, Moto2.
13.15 – 16.15 Uhr, ARD: Sportschau; Motor-
sport, DTM, 5. Lauf, vom Norisring in Nürn-
berg; 15 Uhr: Rudern, Weltcup, aus Luzern;
15.40 Uhr: Triathlon, Deutsche Meisterschaft
Langdistanz in Roth.
13.45 – 15.30 Uhr, Sport1: Motorrad, MotoGP.
14 – 17.45 Uhr, Eurosport: Tour de France,
15. Etappe: Givors – Mont Ventoux.
16 – 18 Uhr, Sport1: Tennis, Männer-Turnier
in Stuttgart, Finale.
16.45 – 18.45 Uhr, N3: Fußball, Benefizspiel,
FC Hansa Rostock – FC Bayern München.
17.45 – 20 Uhr, Eurosport: Fußball, Frauen,
EM in Schweden, 2. Spieltag, Gruppe B, Nor-
wegen – Niederlande.
18.45 – 21 Uhr, Sport1: Fußball, Testspiel, Ale-
mannia Aachen – FC Schalke 04.
20 – 22.30 Uhr, Eurosport (ab 20.15 Uhr ZDF):
Fußball, Frauen, EMin Schweden, 2. Spieltag,
Gruppe B, Island – Deutschland.
Los Angeles – Nach einem Bestechungs-
versuch an zwei Nationalspielern aus Be-
lizevor der 1:6-Niederlagegegendasameri-
kanische Fußball-Nationalteam ist eine
verdächtige Person identifiziert worden.
Wie die Konföderation der Verbände aus
Nord- und Mittelamerika sowie der Kari-
bik zudem mitteilte, nahm auch der Welt-
verband Fifa Ermittlungenauf. Die Belize-
Spieler WoodrowWest undIanGaynair hat-
ten gemeldet, ihnen seien zwei Tage vor
demGold-Cup-Match gegen die USAhohe
Bestechungssumme offeriert worden. Sie
identifizierten die verdächtigte Person auf
einemFoto. Der Mannsoll bereits inande-
renLändernversucht haben, Spiele zuma-
nipulieren. Die Spieler gabenan, amSonn-
tag in Portland/Oregon von dem Mann,
der bereitsimJuni imHotel vor einemLän-
derspiel gegen Guatemala aufgetaucht
war, angesprochenwordenzusein. Sie sei-
en gebeten worden, „sicherzustellen, dass
wir dasSpiel verlierenwürden“, sagteGay-
nair. UmwelcheSummees sichhandelt, ist
nicht bekannt. „Wir haben das Angebot
ausgeschlagen“, ergänzte West. Belize-
Trainer Ian Mork lobte das Verhalten der
Spieler undsprachvoneiner „größerenSa-
che“. „Das betrifft nicht nur unser Land
oder war ein Einzelfall“, sagte Mork. An-
geblich soll die Fifa auch Spiele des Gold
Cups 2011 untersuchen, indenendieNatio-
nalteams aus Kuba, Grenada und El Salva-
dor involviert gewesen seien. SID, DPA
Frankfurt –Der geplatzteWechsel des Dä-
nen Nicklas Bendtner zum Fußball-Bun-
desligisten Eintracht Frankfurt sorgt für
Missstimmung zwischen Trainer Armin
Veh und Vorstandschef Heribert Bruchha-
gen. Der 52-jährige Coach nannte die vor-
zeitige Bekanntgabe der Absage durch
Bruchhageninder Bild„eineUnverschämt-
heit gegenüber demSpieler“. Der bei Arse-
nal London unter Vertrag stehende Bendt-
ner habe so die Entscheidung der Ein-
tracht aus der Presse erfahren müssen.
Bruchhagen versicherte, seine Aussagen
(„Es hat sich in der Gesamtbetrachtung
nicht ergeben“) hätten dem dänischen
Spieler nicht geschadet.
Mit der Informationspolitik des Klubs
kann sich Veh nicht anfreunden. So hätten
Fotografen am Dienstag den Verhand-
lungsort mit demDänen gewusst und hät-
ten noch vor Bendtners Eintreffen Stel-
lung bezogen. „Das ist unprofessionell“,
sagte Veh inder Frankfurter Neuen Presse.
Veherwartet nunvonSportdirektor Bru-
no Hübner die Intensivierung der Suche
nach einemStürmer. Als Wunschkandidat
gilt weiterhin der Tscheche Vaclav Kadlec
vonSpartaPrag. Frankfurt will aber diege-
forderte Ablösesumme von mehr als drei
Millionen Euro nicht zahlen. DPA
Jena – Der Deutsche Fußball-Bund hat ei-
nen Tausch des Heimrechts des Oberligis-
ten Schott Jena mit dem Hamburger SV
für die erste Runde des DFB-Pokals ausge-
schlossen. Das berichtet die Ostthüringer
Zeitung inihrerOnline-Ausgabe. Der Fünft-
ligist hatteeinenTauschinErwägunggezo-
gen, weil das Stadion imthüringischen Je-
na wegen einsturzgefährdeter Flutlicht-
masten am Mittwoch gesperrt worden
war. Noch ist nicht klar, ob die Begegnung
am4. August imErnst-Abbe-Sportfeldaus-
getragen werden kann. „Wir helfen Schott
Jena, wo wir können. Aber selbst in dieser
Notsituation verbieten unsere Statuten ei-
nen Heimrechtstausch“, sagte DFB-Spre-
cher StephanBrause. Ebenfalls sei es nicht
gestattet, dass Schott Jenaals Gastgeber in
der Hamburger Arena auftritt. Brause ver-
wies darauf, dass es noch weitere Stadien
„zwischenJenaundHamburg“ gibt, dieals
Alternative infrage kämen. SID
Stuttgart –Als einziger deutscher Tennis-
profi hat PhilippKohlschreiber das Halbfi-
nale beim Stuttgarter ATP-Turnier er-
reicht. Der anNummer zwei gesetzteAugs-
burger bezwangamFreitag denFranzosen
Gael Monfils 6:4, 6:4. Der 29-jährige Kohl-
schreiber trifft am Samstag bei der mit
467 800 Euro dotierten Sandplatzveran-
staltungauf denRumänenVictor Hanescu.
Bei denFrenchOpenhattesichKohlschrei-
ber zuletzt klar gegen Hanescu durchge-
setzt. Insgesamt waren acht Deutsche in
Stuttgart an den Start gegangen.
Der topgesetzte Tommy Haas verpasste
das Halbfinale klar. Der 35-Jährige musste
sich in der Runde der letzten Acht Fabio
Fognini mit 2:6, 4:6 geschlagen geben.
Nach 1:14 Stunden verwandelte der Italie-
ner seinen fünften Matchball. SID
München–DieBasketballer desFCBayern
MünchenhabeneinenweiterenSpieler un-
ter Vertrag genommen. VomBBL-Konkur-
renten Artland Dragons wird Bryce Taylor,
26, an die Säbener Straße wechseln, wo er
einen Zweijahresvertrag unterschrieben
hat. Sein Bundesliga-Debüt gab Taylor
2009 inBonn, wechselte nacheiner Saison
zu Alba Berlin, wo er durch seine athleti-
sche undspektakuläre Spielweise zumPu-
blikumslieblingavancierte. Nachzwei Jah-
ren an der Spree schloss sich der 1,95 Me-
ter großesprunggewaltigeShootingGuard
in der vergangenen Saison Quakenbrück
an, wo er mit 14,3 Punkten pro Partie Top-
scorer war. Den Vertrag mit Brandon Tho-
mas , 28, haben die Bayern dagegen nicht
verlängert. Thomas war im Vorjahr aus
Quakenbrück gekommen. SZ
VON KATHRIN STEINBICHLER
Växjö – Amnächsten Tag sah zunächst al-
les ganz harmlos aus. Lena Goeßling blin-
zelte kurz, als sie zur täglichen Pressekon-
ferenzdas ehrwürdigeKonserthus vonVäx-
jö betrat, die Sonne blendete durch die
Fenster. Goeßling zeigte ein Lächeln, dann
gestand sie ein: „Das Einschlafen ist mir
schwer gefallen gestern, und ich bin auch
schonfrühwieder aufgewacht.“DiesesEM-
Auftaktspiel vom Donnerstagabend, die-
ses maue 0:0 gegen die Niederlande, geis-
terte der Mittelfeldspielerin durch den
Kopf. Stundenlang, immer wieder, denn
„es hat sich nicht gut angefühlt“.
Es hat auch nicht gut ausgesehen, was
die deutsche Frauenfußball-Nationalelf in
der Myresjöhus ArenavonVäxjögezeigt hat.
Fehlpässe undStellungsfehler prägtendas
deutsche Spiel, das so viel schwerfälliger
wirkte als in den drei Testspielen zuvor.
Nur wenige Aktionen brachten Gefahr vor
das gegnerische Tor, und mit jeder Minute
dieser seltsamfahrigenPartie„wurdenwir
immer nervöser“, sagte Goeßling.
Dabei kannte sie dieses Gefühl als Fuß-
ballerin lange nicht, in der abgelaufenen
Saison hat die 27-Jährige vom VfL Wolfs-
burg alles gewonnen, was es im europäi-
schenKlubfußball zugewinnengibt: Meis-
terschaft, Pokal, Champions League–inje-
dem dieser Wettbewerbe wurde Goeßling
gelobt für ihrefeineundinzwischengereif-
te Art, ein Mittelfeld zu organisieren. Zu-
sammenmit ihrer Klub-undMittelfeldkol-
leginNadineKeßler sollte siedas jetzt auch
bei dieser Europameisterschaft umsetzen.
Aber am Donnerstag war dann in der
durchvieleVerletzungendurchgeschüttel-
ten deutschen Mannschaft doch alles an-
ders: „Für michwie für viele andere –auch
für Kessi – war es das erste EM-Spiel, das
ist einfach noch einmal etwas anderes als
ein normales Länderspiel.“
Die Niederländerinnen, 2009immerhin
bereitsimEM-Halbfinale, musstenvor die-
semAuftakt jedenfalls keine Angst haben,
denn„dieses Deutschlandist nicht das von
2009“, sagte Stürmerin ManonMelis nach
demAbpfiff, den die Deutschen mehr her-
beigesehnt hatten als die Niederländerin-
nen. Seit Deutschland, der ewige Titelkan-
didat, bei der WM2011 gestürzt wurde, ver-
suchen sich immer mehr Nationen daran,
die Verhältnisse im Frauenfußball neu zu
mischen. „Alles ist diesmal möglich“, sagte
Melis, die seit sieben Jahren für Malmö in
der schwedischenLiga stürmt unddort re-
gelmäßig zu den Besten gehört. So wie sie
haben etliche Spielerinnen der verschie-
denstenNationeninzwischeninternationa-
le Erfahrunggesammelt unddie Ehrfurcht
abgelegt. In ihren immer professioneller
geführten Klubs haben sie als Voll- oder
Teilzeitprofis ihre Qualitäten und ein ho-
hes taktisches Niveaukennengelernt. Jetzt
bringenSpielerinnenwie Melis ihr gesam-
meltes Können immer mehr auch in ihre
Landesauswahlen ein. „Mal sehen, wozu
es hier nochreicht“, meinte Melis, „ichfin-
de es gerade sehr spannend.“
Was die nachrückendenNationenspan-
nendfinden, macht die Arriviertennervös.
Schweden musste das bei seinemTurnier-
auftakt erleben, bei dem die Gastgeberin-
nen gleich zwei Elfmeter verschossen.
Deutschlands junge, mit vielenunerfahre-
nen Spielerinnen besetzte Mannschaft hat
seine Lektion nun ebenfalls erhalten.
AmMorgen noch hatte sich beimFrüh-
stückinder Altstadt einmitgereister deut-
scher Fan aufgemacht, umbei Steffi Jones
vorzusprechen. Die ehemalige National-
spielerin und jetzige Frauenfußball-Direk-
torin des Deutschen Fußball-Bundes war
für dieersteEM-Partieder Deutschennach
Südschweden gereist, nun beugte sich der
Mann sichtlich bewegt zu Jones und frag-
te: „Steffi, was war mit den Mädels los?
Müssen wir uns Sorgen machen?“
Als Saskia Bartusiak von der Begeben-
heit hörte, bekam ihre Stimme einen fast
entrüsteten Unterton. Sekunden vor dem
Abpfiff hatte die 30-jährige Innenverteidi-
gerin des 1. FFC Frankfurt ganz allein ge-
genzwei heranstürmendeNiederländerin-
nen gestanden, am Ende bekam sie noch
einBeindazwischenundsicherteDeutsch-
land so immerhin einen Punkt. „Richten
Sie dem Mann aus: Es ist noch nichts pas-
siert!“, sagte Bartusiak, und: „Man muss
sichumunskeineSorgenmachen! Wir sind
gerade ineinTurnier gestartet, das für vie-
le hier das erste ist, und wir haben wie alle
anderen in der Gruppe einen Punkt!“
Lena Goeßling begleitete die kleine An-
sprache ihrer turniererfahrenen Kollegin
mit großenAugenundeinemNicken. Noch
ist nichts passiert, wohl wahr, aber schon
am Sonntag im zweiten EM-Vorrunden-
spiel gegenIsland(20.30Uhr/ZDFundEu-
rosport) stehendiedeutschenFrauengehö-
rig unter Druck. „Wir wissen selbst, dass
wir nicht unser bestes Spiel gemacht ha-
ben und es eigentlich besser können“,
meinte Lena Goeßling zerknirscht, „ich
hoffe, jede hat jetzt ihre EM-Erfahrung ge-
macht und hakt das ab. Und dann machen
wir es gegen Island besser.“ Immerhin die
Zuversicht ist schon mal zurück.
Einem erst 16 Jahre alten Golf-Amateur
ist das seltene Kunststück einer 59er-
Runde geglückt. Bei einem Junioren-
Turnier auf der berüchtigt schwerenAn-
lage von Pinehurst in North Carolina,
2014 Gastgeber der US Open, blieb Will
Grimmer aus Cincinnati auf dem Par-
70-Kurs Pinehurst #1 elf Schläge unter
Par. „Es ist ein unglaubliches Gefühl, es
auf dieser Anlage geschafft zu haben“,
sagte Grimmer gerührt. „Hier habenalle
Größen des Golfsports schon gespielt.
Jetzt binauchicheinkleiner Teil der Ge-
schichte“, sagte der Teenager. Grimmer
unterlief auf dem Weg zum Platzrekord
sogar einBogey. Eine59er-Rundeist bis-
lang erst einem deutschen Golfer ge-
glückt: MartinKaymer, 2006imGolf Club
amHabsberg in der Oberpfalz. SID
Verdächtig
Nationalspieler aus Belize melden
beim Gold Cup Bestechungsversuche
Zoff in Frankfurt
Geplatzter Wechsel des Stürmers
Bendtner sorgt für Missstimmung
Tausch verboten
DFB untersagt Jena, Pokal-Heimrecht
an den Hamburger SV zu übergeben
Kohlschreiber siegt
Aber Stuttgarter Halbfinale ohne Haas
Taylor für Thomas
Vierter Zugang für Bayern-Basketballer
Die Ehrfurcht ist weg
Auch die deutschen Fußballerinnen müssen bei der Europameisterschaft in Schweden erkennen,
dass andere Nationen die Kluft zu den ewigen Titelkandidaten verringert haben
59
Amateur-Golfer glänzt
Erfahrbare Harmonie
Die meisten Länder bauen ihre Ruder-Achter schon neu auf mit Blick auf Olympia 2016 – dennoch gilt der Weltcup in Luzern als wichtige Messlatte
Eine Chance für das deutsche Team? Nicht wirklich, die niederländische Torfrau Loes Geurts muss zum Verdruss von Simone
Laudehr (links) und Lena Goeßling (Nr. 20) nur den Ball aus der Gefahrenzone fausten. FOTO: MIKAEL FRITZON/DPA
„Wir wissen selbst, dass
wir es besser können“,
sagt Lena Goeßling
AKTUELLES IN ZAHLEN
SPORT 40 HBG Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160 DEFGH
München–ArneGabiusist jetzt inder lieb-
lichen Landschaft Flanderns. In der Ge-
meinde Heusden-Zolder genauer gesagt,
einem bewaldeten Paradies für Radfahrer
und Wanderer. Allerdings ist der deutsche
5000-Meter-Meister Gabius nicht zum
Spazierengehen ins belgische Hinterland
gereist, sondern umsich an diesemSams-
tag im örtlichen De-Veen-Stadion für die
Leichtathletik-WM im August in Moskau
zu empfehlen. Das Meeting von Heusden-
Zolder gilt als Anlaufpunkt für Läufer, die
noch nicht die Qualifikationszeit für den
saisonalen Höhepunkt erreicht haben. Die
Stimmung dort ist prächtig, die Läufe fin-
den in der Kühle des Abends statt und sie
sind mit guten Tempomachern besetzt.
Günstiger können die Bedingungen kaum
sein, aber das heißt nicht, dass Gabius die
Norm sicher schafft. Die Aufgabe ist an-
spruchsvoller denn je, weil der Weltver-
band IAAF den Qualifikationsstandard
über 5000Meter von13:20auf 13:15 Minu-
ten gesetzt hat. Das ist hart, und Gabius
hat schon früher imJahr den Verdacht ge-
äußert, „dass der Weltverbandkeine euro-
päischen Läufer bei der WMhaben will“.
Die Diskussion umdie Normenhat Tra-
ditioninder deutschenLeichtathletik, wo-
bei sie sich in den vergangenen Jahren et-
was beruhigt zuhaben schien. Die Sportler
gingenzunehmenddazuüber, die Normen
zu erfüllen, statt sie zu beklagen. Arne Ga-
bius zum Beispiel wurde 2012 nicht nur
EM-Zweiter, er knackte auchdie Olympia-
Norm des Deutschen Leichtathletik-Ver-
bandes (DLV), die knapp über der IAAF-
Norm lag (13:18), mit 13:13,43 Minuten.
Aber indiesemJahr sagendieSportler wie-
der was, denninvielenDisziplinensinddie
WM-Teilnahme-Voraussetzungen gestie-
gen. Der deutsche 800-Meter-Meister Ro-
bin Schembera findet das „frustrierend“.
Für Olympia lag die IAAF-A-Norm seiner
Disziplin bei 1:45,60 Minuten (im DLV bei
1:45,55), für Moskau sind 1:45,30 verlangt.
Schembera sagt: „Wenn das so weitergeht,
müssen wir irgendwann 1:44,5 laufen.“
Und auch der DLV ist nicht amüsiert, der
sich mit seinen Normen an den A-Stan-
dards des Weltverbandes orientiert und
durch die Verschärfung befürchten muss,
weniger Athleten zur WM zu bringen.
Sportdirektor Thomas Kurschilgen nennt
die IAAF-Strenge „nicht nachvollziehbar“.
Die IAAF findet die Entwicklung natür-
lichsehr wohl nachvollziehbar. „Die Quali-
fikations-Regeln- und -Standards für die
WM sind immer den aktuellen Trends in
der Spitze jeder Disziplin gefolgt, um si-
cher zu stellen, dass die Gesamtzahl der
Athleten konstant und die WM der Gipfel
des globalen Wettkampfprogramms
bleibt“, schreibt IAAF-Sprecher Chris Tur-
ner in einer Antwort-Email. Die Normen
sindfür dieIAAFeinWerkzeugder natürli-
chen Auslese, Sportstatistiker entwickeln
sie aus denAnalysender Vorjahres-Ergeb-
nisse. Für 2013 haben diese Analysen
durchaus auch Entschärfungen ergeben.
Die A-Norm im Siebenkampf liegt in die-
sem Jahr zum Beispiel bei 6100 Punkten,
2012 lag sie bei 6150 (der DLV fordert wei-
terhin 6150). Aber viele Normen sind eben
auch markant angestiegen, und naturge-
mäß fällt das den Athleten mehr auf.
Zumindest denen, die die Trends nicht
selbst mitbestimmt haben. ImDiskuswer-
fen ist die Männer-Norm um einen Meter
gestiegen(auf 66), aber das ist Olympiasie-
ger Robert Harting egal – sein schlechtes-
tes Ergebnis diesen Sommer lag bei 67,04.
DassdieWeitspringer mindestens8,25Me-
ter erreichen müssen statt wie 2012 8,20
Meter, ist für die Betroffenen schon eher
ein Thema. Christian Reif, Europameister
2010(8,27), und der deutsche Meister Alyn
Camara (8,29) haben die zwar schon ge-
schafft. Aber der aktuelle Europameister
Sebastian Bayer noch nicht – und wie
schwierig das ist, zeigt sich schon daran,
dass man mit 8,25 bei Olympia in London
Zweiter geworden wäre. Letzteres beein-
druckt die IAAF nicht, sie verweist darauf,
dass 2012 13 Leute 8,25 oder weiter spran-
gen – unter anderen Sebastian Bayer.
Besonders hart treffen die Norm-Ver-
schärfungen Europas Läufer, die es ohne-
hinschonschwer habenimPulkder afrika-
nischen Wunder-Leister. ZumBeispiel Ar-
ne Gabius. Die 13:13,43 vom vergangenen
Jahr sind sein persönlicher Rekord, er war
damit 2012dieNummer 44inder Weltbes-
tenliste–aber der besteMitteleuropäer oh-
ne afrikanische Wurzeln. Seine zweitbeste
Zeit liegt bei 13:21,39, erzielt imMai in Los
Angeles. In Heusden-Zolder braucht er
jetzt also so etwas wie den perfekten Tag.
Er ist zuversichtlich, etwas anderes darf er
jetzt auch gar nicht sein. Er weiß, er kann
unter 13:15 laufen, in Heusden-Zolder erst
recht. „Das wirdsehr gut“, sagt Arne Gabi-
us, „ichbindort schonzweimal Bestzeit ge-
laufen.“ Aber einSpaziergangwirdes nicht
imschönen Flandern. THOMAS HAHN
VON ANDREAS BURKERT
E
s ist jetzt wieder richtig heiß, der
Sommer hat sich endlich eingerich-
tet in Frankreich. Die Provence
glüht, sowiedamals, alssiezueinemtrauri-
gemSymbol des Sports wurden. Der Berg,
der Mont Ventoux. Und TomSimpson.
Ihre Geschichte, die in Wahrheit eine
Tragödie ist, ist nicht neu. Zum15. Mal seit
der Premiere 1951 besucht die Tour de
France an diesem Sonntag den Mont Ven-
toux, zumneunten Mal ist er das Ziel einer
Bergankunft. Das ist recht wenig für das
vielleicht stärksteSymbol, das dieseVeran-
staltung zu bieten hat, die sehr lange eine
fatale Romantik beschwor, viel zu lange:
bis heute. Man könnte fast meinen, das
Rennen habe häufig verschämt einen Bo-
gen gemacht um den Koloss, diese 1900
Meter über dem Meer gelegene Geröllhal-
de, die der Mistral umweht und die aus der
Fernesofriedlichaussieht. Aber beimJubi-
läum, bei der 100. Tour gehört ein Symbol
dazu, obwohl die Organisatoren sicherlich
bei der Streckenplanung die faszinieren-
den Bilder sich verausgabender Fahrer im
Sinn haben und weniger die schaurige To-
desfratze von TomSimpson.
Die Profis werden keinen Blick haben
für die Gedenktafel, die an Tom Simpson
gemahnt; sie steht 1,5 Kilometer vor dem
Gipfel, dort, wo er am13. Juli 1967 sein Le-
ben ließ: der erste und bis heute einzige
Drogentote der Tour. Im offiziellen Stre-
ckenplan der 15. Etappe von Givors zur
1882errichtetenWetterstationist die„Ste-
leTomSimpson” nicht vermerkt. Aber viel-
leicht werden die Veranstalter, wird der
stets geschäftige Tour-Direktor Christian
Prudhommeseinerote Limousinekurz am
Wegesrand parken und Blumen niederle-
gen, wie neulich imPortet-d’Aspet, wo der
Italiener Fabio Casartelli 1995 bei der Ab-
fahrt zu Tode stürzte. Jahre später führte
der Radsport, auchwegendesSymbols Ca-
sartelli, die Helmpflicht ein.
Im heißen Tourjuli 2013, in demja wei-
terhin Misstrauen vorherrscht, jetzt gera-
de besonders gegenüber einem Lands-
mann von Simpson, dem Gesamtführen-
den Christopher Froome, gibt es da aber
immer noch diese Frage: Wofür starb Tom
Simpson? Wenn doch mit ihm endgültig
auch die Mär starb von den tollen Män-
nern, die sich allein mit Muskelkraft und
Wasser durchs Hochgebirge kämpfen
–undder Betrug weiterhinfloriert, wie an-
zunehmen ist, nur etwas unsichtbarer?
Der 13. Juli 1967, ein Donnerstag. 42
Grad im Schatten maßen die Statistiker.
Nur, amMont Ventouxgibt eskeinenSchat-
ten, nirgends. Wenn die Hitze Südfrank-
reich erfasst, verwandelt sich die aus duf-
tendenPinien- undZedernwäldernempor-
ragende Mondlandschaft in einen Glut-
ofen; eine zynische Laune der Natur, deren
Asphalt die Hitze potenziert, auf 20,8Kilo-
metern, bei 7,5 Prozent Steigung.
Der Franzose Jean Mallejac verlor hier
schon 1955 das Bewusstsein, auch er voll
mit Aufputschmitteln. Wie Simpson. Der
witzigeEngländer, Sohneines Bergmanns,
galt als Hasardeur, als jemand, der alles
tun würde für Siege und Ruhm. An diesem
Tag attackierte er, aber sie holten ihn wie-
der ein, undbaldoffenbarte sich, was Sim-
pson aufs Spiel gesetzt hatte. Ein Men-
schenleben von 29 Jahren.
Simpson fuhr Zickzack-Linien, sein
schmaler Körper dehydrierte im Brutkas-
ten des Mont Ventoux, vor allemrebellier-
te er gegen die fatale Mischung aus Alko-
hol und Aufputschmitteln, die Simpson
sich mal wieder eingeflößt hatte. Der
MannimweißenTrikot der britischenNati-
onalmannschaft verlor die Kontrolle über
dieses makabre Spiel, im Zeitlupentempo
sank er zu Boden, stieg mithilfe von Zu-
schauern noch einmal aufs Rad, ehe der
Kampf verloren war. Tourarzt Pierre Du-
mas ist rasch zur Stelle, es gibt Bilder von
ihm, wie er sich, längst des Hemds entle-
digt, vor Simpson kniet und versucht, ihn
wiederzubeleben mit Herzmassagen,
Mund-zu-Mund-Beatmung und Wasser.
„Setzt mich wieder auf das Rad“, sollen
die letzten Worte gewesen sein, die Tom
Simpson aus Haswell, County Durham,
sprach. Amspäten Nachmittag des 13. Juli
1967 erreichte den Tour-Tross die Nach-
richt von seinem Ableben. Von dem Toten
amTeufelsberg Mont Ventoux.
Es hat dann ein paar Schattengefechte
gegeben zur Schuld an Simpsons Tod. Es
galt natürlich, eineMär amLebenzuerhal-
ten. Doch der Befund war eindeutig, Dok-
tor Dumas, der sonst nichts mit dem Rad-
sport zu tunhatte, fandbei SimpsonRöhr-
chen mit Amphetaminen. Tödlicher Etap-
penproviant. Dumas verweigerte zu-
nächst, diePapierefür dieBestattungzusi-
gnieren, er wandte sich an die Justiz. In
Simpsons Blut fanden Gerichtsmediziner
dann Alkohol und Amphetamine. Ein Dro-
gencocktail, der ein austrainiertes, vom
Gift belastetes Sportlerherz überforderte.
Der Sport hat aus der Tragödie des Tom
Simpson sehr wenig gelernt. Dabei hatte
schon 1963 die Europäische Kommission
angesichtsvermehrter AffäreneineResolu-
tion verabschiedet, um den Gebrauch von
leistungssteigernden Substanzen zu ver-
bieten. Die erste Dopingkontrolle bei der
Tour de France fand übrigens am 28. Juni
1966 statt, sie sollte der Gesundheit der
Fahrer dienen, hieß es. Aber das Peloton
brauchte so etwas nicht, es rebellierte, An-
führer war der französische Tour-Sieger
Jacques Anquetil. Den Streik brach dann:
TomSimpson. Er war ja der aktuelle Welt-
meister, er wollte unbedingt fahren. Im
WM-Rennen ’65 hatte Simpson den Deut-
schenRudi Altigbezwungen: Altig, Spitzna-
me „die rollende Apotheke“.
Vor der Tour 1968 schrieb der damalige
Renndirektor Jacques Goddet einenLeitar-
tikel imTour-OrganL’Équipe. „Lieber Tom
Simpson. Du starbst nicht umsonst. Do-
ping ist keine mysteriöse Krankheit mehr,
versteckt, unkontrollierbar. Die Fahrer
scheinen allgemein entschlossen, sich von
dieser Geißel zu lösen.“
1968. Das ist jetzt 45 Jahre her.
New York – Russlands Basketball-Profi
Andrej Kirilenkoverzichtet auf vieleDollar-
Millionen und wechselt in der Profiliga
NBA von den Minnesota Timberwolves zu
den Brooklyn Nets. Europas Basketballer
des Jahres erhält laut ESPN einen Einjah-
resvertrag mit Optionauf eine weitere Sai-
son. Der 32-Jährigehatteerst imvergange-
nen Jahr in Minneapolis unterschrieben.
Bei den Nets, die dem russischen Milliar-
där Michail Prochorowgehören, bekommt
der Forward nun 3,1 Millionen Dollar (2,3
MillionenEuro). Bei denTimberwolves hät-
teer zehnMillionenverdient. Aber Kirilen-
konutztewegender schlechtenErfolgsaus-
sichten seine Ausstiegsklausel. Kirilenkos
Agent Marc Fleischer sagt: „Geld ist wich-
tig. Aber die Chance, bei einem Team zu
spielen, das den Titel holen kann – und ei-
nen russischen Besitzer hat – konnte er
sich nicht entgehen lassen.“ SID
Saint-Amand-Montrond – Mark Caven-
dish ist noch da, das war nicht zu überse-
hen, als er am Freitag in Saint-Amand-
Montrond ankam. Der britische Sprinter,
tags zuvor spektakulär vom deutschen
Dreifach-Gewinner Marcel Kittel besiegt,
meldetesichauf der 13. Etappe der Tour de
France zurück und feierte seinen insge-
samt 23. Tageserfolg bei der Frankreich-
Rundfahrt. Diesmal fiel ihmdie Übung al-
lerdings verhältnismäßig leicht, denn bis
auf denMannimGrünenTrikot, denSlowa-
ken Peter Sagan, fehlte die schnelle Kon-
kurrenz. SoauchKittel, der aneinemunter-
haltsamen Tag wie viele früh den An-
schluss an die erste Gruppe verlorenhatte.
Auch das Gelbe Trikot fuhr am Ende
überraschend nicht ganz vorn, womit den
Verfolgern von Christopher Froome ein
kleiner Coupglückte: NachzahlreichenAt-
tacken imWind des Loire-Tals griff 30 km
vor demZiel nocheinmal dieTruppeumAl-
berto Contador und Roman Kreuzinger an
–mit ihnenkameinDutzendwegvomBri-
ten Froome, dessen Sky-Kollegen nicht zu
sehen waren. 1:09 Minuten machten der
Spanier Contador (alsDritter jetzt 2:45hin-
ter Froome), der neue Zweite Bauke Molle-
ma aus Holland (2:28), der Tscheche Kreu-
ziger (4./2:48) und Mollemas Landsmann
Laurens ten Dam (5./3:01) gut. Froome
wird den Zeitverlust verschmerzen, nach-
denklicher könnteihndie Schwächeseines
Teams stimmen, das nachder verletzungs-
bedingten Aufgabe des Norwegers Edvald
BoassonHagennur nochzusiebt ist. Größ-
ter Verlierer indemSpiel andenWindkan-
ten, das das Feld immer wieder sprengte,
war jedoch der bisher zweitplatzierte Ale-
jandro Valverde. Nach der ersten Tempo-
verschärfung–vonCavendishsQuickStep-
Teamnach nur 55 der 173 km– erlitt er ei-
nenDefekt –und verlor die Spitze endgül-
tig aus dem Blick. Als Zwölfter mit nun
mehr als zwölf Minuten Rückstand ist der
vom Spanier erstmals angestrebte Podi-
umsplatz wohl verloren. ABUR
VON RENÉ HOFMANN
D
er America’s Cup war lange ein
faszinierender Wettbewerb. Boo-
te, die umdie Wette segeln – das
hatte etwas Erhabenes und Archaisches.
Und: Es war leicht zu verstehen. Ein ein-
gängiges Prinzip ist eine wichtige Vor-
aussetzung dafür, dass ein Sport ein Pu-
blikum findet. Beim 100-Meter-Lauf
weiß jeder, dass es darum geht, die
schnellste Frau oder den schnellsten
Mannder Welt zuermitteln. Bei der For-
mel 1 kreisendieschnellstenundteuers-
ten Autos der Welt. Beim America’s Cup
maßen sich seit 1851 die besten Segler.
So einfachwar das. Indieser Woche aber
hat dieser Wettbewerb schweren Scha-
den genommen.
In der Bucht von San Francisco be-
ganndas Ausscheidungsfahren, bei dem
ermittelt wird, wer imSeptember anglei-
cher Stelle den Titelverteidiger heraus-
fordern darf. Das Prozedere hat Traditi-
on. Dass, was in dieser Woche geschah,
ist aber nicht nur in der langen Ameri-
ca’s-Cup-Geschichte selten vorgekom-
men, esist bei Sportveranstaltungendie-
ser Dimension generell ziemlich einma-
lig: Bei den ersten Ausscheidungsren-
nen trat jeweils nur ein Boot an. Team
Neuseeland gewann den Auftakt, bei
dem es nur darum ging, nicht zu ken-
tern. Die italienische Crew trat nicht an,
aus Protest gegen Regeländerungen, die
nach dem Tod des Briten Andrew Sim-
pson bei einer Übungsfahrt im Mai ver-
fügt worden waren. Beim zweiten Geis-
terrennen wiederumsegelte Luna Rossa
alleine vorneweg, weil Simpsons schwe-
disches Team noch damit beschäftigt
ist, nach der Havarie ein neues Boot auf-
zubauen. Bei dem Regel-Streit geht es
um bewegliche Trimmklappen an den
Rudernder Katamarane, aber das ist nur
einDetail, das dafür sorgte, dass sichdas
Trauerspiel zur Farce auswuchs. Beein-
druckend war das Teilnehmerfeld auch
vorher schon nicht gewesen. Dafür lief
generell zu viel falsch.
ImSport gibt es ein verbreitetes Phä-
nomen: dieSchwächeder Führungskräf-
te. Diese zeigt sich in vielen Ausprägun-
gen. In mancher Nischensportart sind
die Ehrenämtler schlicht überfordert,
wennes darumgeht, Anschluss aninter-
nationale Märkte zu finden. Die Clique,
die dem Fußball-Weltverband vorsteht,
wirkt durch und durch korrupt und hat,
wie sich jüngst beim Confed Cup zeigte,
jeglichen Bezug zur Bevölkerung verlo-
ren. DieFormel 1 hat sicheinemallmäch-
tigenVermarkter ausgeliefert, der vor al-
lemauf den eigenen Vorteil aus ist.
Diese Reihe erweitert der America’s
Cup um eine interessante Variante: Er
zeigt, dass es auchnicht gut ist, wennein
international erfolgreicher Geschäfts-
manndas Ruder indie Handnimmt. Das
letzte Mal hat den Cup das Team Oracle
gewonnen, hinter demder Software-Un-
ternehmer Larry Ellisonsteht. Der Titel-
verteidiger, sowar es immerbeimAmeri-
ca’s Cup, darf dieRegelnbestimmen. Elli-
sonwollte den Wettbewerbreformieren.
Deshalb schrieb er gigantische, pfeil-
schnelle, sündteure Katamarane vor, die
inbegrenztenRevierennahander Küste
segeln sollen. Jetzt zeigt sich: Damit ist
er weit übers Ziel hinausgeschossen.
Kasan – Das 220-köpfige Teamdes Allge-
meinenDeutschenHochschulsportverban-
des (ADH) feiert bei der 27. Sommer-Uni-
versiade in Kasan eine erfolgreiche Halb-
zeitbilanz. Mit drei Gold-, vier Silber- und
fünf Bronzemedaillenwurdebereits zudie-
semZeitpunkt das Endergebnis ausShenz-
hen/China 2011 fast erreicht. Neben den
Medaillen erreichten deutsche Sportler in
allen Sportarten Plätze unter den ersten
Acht. 36 Finalplatzierungen unterstrichen
das hohe Niveau der deutschen Mann-
schaft. „Alle Sportarten haben ihr Soll er-
füllt und für positive Überraschungen ge-
sorgt. Wir hoffen, dass es so weitergeht“,
sagte Teamleiter Thorsten Hütsch. Ergän-
zend erklärte ADH-Generalsekretär Paul
Wedeleit: „Die Unterstützung der Sportler
ist überwältigend.“ Prominentester Me-
daillengewinner im deutschen Team war
der Reck-Olympiazweite Fabian Hambü-
chen, der imMehrkampf undamBodenje-
weils Silber gewann, allerdings am Reck
sein Ziel, die Goldmedaille, wegen eines
Sturzes verpasste. Gold holten für den
ADHdrei Boote imRudern, die beidenVie-
rer bei den Männern sowie Einer-Ruderer
JuliusPeschel. Damit sichertesichdieLehr-
amtsstudentin die Bronzemedaille.An den
Studentenspielen in Kasan nehmen rund
13 000 Athleten aus mehr als 170 Ländern
teil. Eurosport berichtet über 120 Stunden
von der Universiade. SID
San Francisco – Die America’s-Cup-Jury
hat den Protesten der Herausforderer
Team New Zealand und Luna Rossa gegen
kurzfristige Änderung der Klassenregeln
für die AC-72-Katamarane stattgegeben.
Regattadirektor Iain Murry hatte nach
dem Trainingsunfall des schwedischen
Teams Artemis im Mai, bei dem der Brite
Andrew Simpson ums Leben gekommen
war, aus Sicherheitsgründen unter ande-
ren eine umstrittene Veränderung der
Tragflügel am Ruderblatt eingeführt. Da-
durch sollten sich die Cup-Prototypen
beimHebenausdemWasser besser beherr-
schen lassen. Neuseeländer und Italiener
hatten gegen die Regeländerung protes-
tiert und sie als Vorteil für die amerikani-
schen Verteidiger Oracle gewertet. Team-
New-Zealand-Chef Grant Dalton sagte:
„Wir sindsehr zufrieden.“AndiesemSams-
tag soll es zu einem Aufeinandertreffen
zwischenTeamNewZealandundLunaRos-
sa kommen. Regattadirektor Murry hat
allerdings angekündigt, dass er den gan-
zen Wettbewerb als unsicher ansehe, falls
dievonihmverfügtenÄnderungenzurück-
genommen werden. SZ, DPA
Ein Backofen
auf dem Mond
Die Tour besucht wieder den Mythos Mont Ventoux.
Der Tod dort von Tim Simpson 1967 ist ein Symbol
Schnell, hoch, weit
A-Normen des Leichtathletik-Weltverbandes
Rekord für Studenten
Positive Bilanz zur Universiade-Halbzeit
Der Tag muss perfekt sein
Der Weltverband hat einige Normen für die Leichtathletik-WM verschärft – vor allem Europas Läufer tun sich schwer
Keine neuen Regeln
America’s-Cup-Jury gibt Protesten statt
Hohenstein-Ernstthal – MotoGP-Welt-
meister Jorge Lorenzo ist im freien Trai-
ning auf demSachsenring schwer gestürzt
und hat seinen Start beim Großen Preis
von Deutschland am Sonntag (14.00
Uhr/Sport1) abgesagt. Der Spanier fiel auf
seine unlängst operierte linke Schulter. Er
wurde zunächst im Medical Center unter-
sucht. Lorenzo hatte sich erst vor zwei Wo-
chen beim Training in Assen/Niederlande
einen Schlüsselbeinbruch zugezogen, war
aber zwei Tagespäter gestartet undmit sei-
ner Yamaha Fünfter geworden. SID
Wien – Der ehemalige Generalsekretär
des Österreichischen Olympischen Komi-
tees (ÖOC), Heinz Jungwirth, muss wegen
Untreuefünf Jahreins Gefängnis. DasWie-
ner Oberlandesgericht bestätigte amFrei-
tagdieimvergangenenJuli verhängteStra-
fe der erstenInstanz. Das Wiener Straflan-
desgerichts hatte es als erwiesen angese-
hen, dass Jungwirth einen finanziellen
Schaden von 3,3 Millionen Euro verur-
sacht habe. Der 61-Jährige habe zwischen
2003 und 2009 ÖOC-Gelder veruntreut,
um sein Privatleben zu finanzieren. Jung-
wirthwar 26JahrelangÖOC-Generalsekre-
tär, im August 2009 wurde er wegen frag-
würdiger Verwendung von ÖOC-Geldern
angezeigt. Er selber erklärte, die Vorgänge
wären abgestimmt gewesen, das Geld ha-
be ihmals Vergütung zugestanden. DPA
AMERI CA’ S CUP
Geisterstunde
auf See
Einer der traurigsten Radsporttage: Tom
Simpson bei der Fahrt auf den Ventoux,
die tödlich enden wird. FOTO: SPORTIMAGE
Titelchance statt Geld
NBA-Profi Kirilenko wechselt zu Brooklyn
Froome büßt ein
Im Windspiel der 13. Tour-Etappe
ist aber Valverde der große Verlierer
„Ich habe den Verdacht, dass der Weltver-
band keine europäischen Läufer bei der
WM haben will“: Arne Gabius, bester
deutscher Langstreckler. FOTO: B. THISSEN/DPA
Lorenzo fliegt heim
Motorradprofi stürzt auf dem Sachsenring
Tourarzt Pierre Dumas kniet
über ihm, versucht ihn
wiederzubeleben – vergebens
Haftstrafe bestätigt
Gefängnis für Sport-Funktionär Jungwirth
Das Trauerspiel
wurde zur Farce
SPORT DEFGH Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 HBG 41
Olympia 2012, m/w WM 2013
100 m 10,18* / 11,29* 10,15 / 11,28*
200 m 20,55* / 23,10* 20,52 / 23,05*
400 m 45,25 / 51,50* 45,28 / 51,55
800 m 1:45,60*/1:59,90*1:45,30/2:00*
1500 m 3:35,50 / 4:06* 3:35 / 4:05,50
5000 m 13:20* / 15:15* 13:15 / 15:18
10000 m 27:45 / 31:45 27:40 / 31:45
110/100 m Hd. 13,52* / 12,96* 13,40 / 12,94
400 m Hürden 49,50* / 55,40 49,40 / 55,40
3000 m Hind. 8:23,10* / 9:43* 8:26*/ 9:43*
Hochsprung 2,31 / 1,95 2,31 / 1,95
Stabhoch 5,72 / 4,55 5,70 / 4,60
Weitsprung 8,20 / 6,75 8,25 / 6,75
Dreisprung 17,20 / 14,30 17,20 / 14,40
Kugelstoßen 20,50 / 18,35* 20,60 /18,30*
Diskuswerfen 65,00 / 62,00 66,00 / 62,00
Hammerwerfen 78,00 / 71,50 79,00 / 72,00
Speerwerfen 82,00 / 61,50 83,50 / 62,00
Zehnkampf/Siebenkampf
8200 / 6150 8200 / 6100*
* Der Deutsche Leichtathletik-Verband verlangt eige-
ne, etwas härtere Qualifikationsstandards.
Der Berg, der schon alles gesehen hat – auch Alejandro Valverde, hier im Jahr
2009. Der Spanier wurde später wegen Dopings gesperrt, am Sonntag ist er als
einer der Vorderen am Mont Ventoux wieder dabei. FOTO: PATRICK HERTZOG/AFP
Heute überraschen wir die
treuen Leser dieser kleinen
Kolumne mit einer echten
Gewissensfrage: Sind Sie
ein guter Autofahrer oder
ein schlechter? Wir wollen nicht vorgrei-
fen, aber sollten Sie männlichen Ge-
schlechts sein –Frauen sind da anders
–, ahnen wir die mehrheitliche Antwort:
Na, klar, ein guter natürlich!
Woher wir das wissen? Der aner-
kannt gute Autofahrer Sir Stirling Moss
soll es einmal so ausgedrückt haben:
„Es gibt zwei Dinge, von denen ein
Mann nie zugeben wird, dass er sie
nicht gut kann, Sex und Autofahren.“
Jedenfalls bis zumBeweis des Gegen-
teils. Das ist beimAutofahren übrigens
weitaus schwieriger als imBett. Denn
hier gibt es ja, anders als dort, keine
gähnende Partnerin als eindeutiges
Korrektiv. Nein, auf der Straße fehlt das
unmissverständliche Feedback.
Dass andere miserabel in der Gegend
herumkutschieren, merken wir natür-
lich. Und schimpfen munter drauflos.
Aber wer sagt uns selbst denn, ob das,
was wir da Tag für Tag so zusammenlen-
ken, nun tadellos ist oder stümperhaft?
Vielleicht halten wir uns alle nur des-
halb für so toll, weil uns keiner die Wahr-
heit sagt. Oder, weil wir noch nie bewei-
sen mussten, dass wir bei den 160
km/h, mit denen wir da so männlich
souverän dahinrauschen, unser Auto
selbst bei einemReifenplatzer noch im
Griff hätten. Aber weil nun mal Reifen-
platzer so selten sind und alles mal
wieder gut gegangen ist, bestärkt uns
das in unseremtäglichen Wahn, ein
guter Fahrer zu sein. Und wenn es doch
mal schief geht, sind sowieso meistens
die anderen schuld.
Neulich fuhr ein Lieferwagen vor mir
her mit einemAufkleber, auf demzu
lesen war: „Wie finden Sie meinen Fahr-
stil?“ Für die Antwort war die Nummer
eines Call-Centers angegeben. Wie man
hört, sind solche Fahrstilkontrollen
unter angelsächsischen Berufskraftfah-
rern weit verbreitet. Warumeigentlich
nicht auch bei uns? Das könnte ein An-
fang imKampf gegen die Selbstüber-
schätzung sein.. JÖRG REICHLE
Aus Mangel
an Beweisen
UNTERWEGS
Der Letzte macht das Licht aus. Zumin-
dest das Dynamolicht amFahrrad.
Gerade hat der Bundesrat beschlossen,
dass die traditionelle Funzelei imGene-
ratortakt der Pedale ein Ende haben
darf. Künftig sollen auch abnehmbare
Akkulampen rechtmäßig sein, mit de-
nen sich die Fahrer bisher Geldbußen
von bis zu 20 Euro einhandeln konnten.
Es wurde Zeit, dass sich die Rechtslage
demtechnischen Fortschritt und einer
wachsenden Mehrheit auf der Straße
anpasst. Wiederaufladbare Energiespei-
cher liefern auch bei stehendemFahr-
rad Stromund sichern Fahrradfahrer
vor einer Ampel ab. Außerdemverpap-
pen konventionelle Dynamos leicht im
winterlichen Schneebrei und verlieren
den Kontakt zumReifen. Dann ist auch
vomRücklämpchen nur noch ein unre-
gelmäßiges Flackern zu sehen.
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-
Club (ADFC) begrüßt zwar, dass der
„alte Zopf“ der Dynamopflicht abge-
schnitten wird, bemängelt aber, die
Neuordnung sei ein „absoluter Schnell-
schuss“: Unverändert bleibe dabei eine
andere Vorschrift, dass lichttechnische
Einrichtungen „fest angebracht sowie
ständig betriebsfertig“ sein müssen.
Ungeklärt bleibe daher die Frage, ob
Akkulampen, die ausdrücklich zum
Anstecken und Abnehmen gedacht
sind, künftig legal seien oder nicht. Aus
Gründen der Diebstahlsicherheit ist es
nicht sinnvoll, leistungsstarke und ent-
sprechend teure LED-Strahler unbeauf-
sichtigt amFahrrad zu lassen.
Zusätzlich moniert der ADFC, dass
das neue Gesetz nicht die aktuellen
Pläne für neue Beleuchtungsvorschrif-
ten berücksichtige, die beimBundesver-
kehrsministeriumin Arbeit sind. Am
Ende muss das Ministeriumdie finale
Verordnung erlassen. Es besteht Hoff-
nung, dass nachgebessert wird. JOBE
VON ALEXANDRA FELTS
E
s sollte ein Hochzeitsgeschenk
mit Folgen werden. Weil Arist
Dethleffs während seiner vie-
len Geschäftsreisen nicht auf
seine zukünftige Frau Fridel
verzichtenwollte, bauteer inseinemUnter-
nehmen, das sonst Peitschen und Skistö-
cke herstellte, ein einachsiges Gefährt, das
auf gut vier Metern Länge drei Menschen
Platz bot und sogar über eine Anhänger-
kupplung verfügte. Dethleffs nannte sein
mobiles Häuschen Wohnauto und konnte
sich nach der Jungfernfahrt 1932 bald
nicht mehr vor Aufträgen retten. Er hatte
unbeabsichtigt einen Nerv getroffen, denn
eswurdezugleichdasGeburtsjahr vonGer-
man Engineering, Abteilung Fernweh. Aus
der Marke Eigenbauentwickelte sich eines
der führenden deutschen Unternehmen
für Wohnwagen, demimraschboomenden
Markt andere folgen sollten.
Längst gehört der Zug der Caravane und
Wohnmobile zu den Ferienmonaten wie
die Staus auf den Autobahnen. Von dieser
ganz speziellen Leidenschaft, das Zuhause
immer dabei habenzuwollen, hat auchEr-
win Hymer zeitlebens viel verstanden. Der
Unternehmer, der nicht nur selbst erfolg-
reichWohnwagengebaut hat, sondern1971
auch das erste Reisemobil vorstellte, hat
dieser mobilen Spielart ein beeindrucken-
des Museum gewidmet. Gut 17 Millionen
Eurohat Hymer, der indiesemFrühjahr ge-
storben ist, in seinen lang gehegten
Wunsch investiert.
Was den Besucher am Firmensitz im
württembergischenBad Waldsee auf 6000
Quadratmeter Fläche erwartet, ist aller-
dings nicht die übliche Inszenierung einer
Marke, sonderneine Einladung, sichinder
„ganzen Welt des mobilen Reisens“ – wie
das Motto des Museums betont –umzuse-
hen, Pioniere und Tüftler zu entdecken
und mit ihnen die großen Traumziele der
motorisierten Wandervögel zu erleben.
Wer, außer einem absoluten Experten,
kennt zumBeispiel nochdas fabelhafteFa-
woboo? Das Fahren-Wohnen-Boot, das in
den fünfziger Jahren von Josef Hartmann
ersonnen wurde, ließ sich für unterwegs
flachzusammenklappen; war manamRei-
seziel mit Gewässer angekommen, löste
man das Dach einfach aus seiner Veranke-
rung und hatte damit einen Bootskörper,
der wahlweisemit Paddel oder Außenbord-
motor bestückt werdenkonnte. Ähnlicher-
findungsreich war auch die Sportberger
Landyacht L6, diespeziell fürdiePS-schwa-
chen Fahrzeuge der 50er entwickelt wor-
den war. Der kleine Einachser besticht
durch seine U-Boot-Form mit Turmauf-
bau: sosollte manauf kleinstemRaumste-
hen und werkeln und den abgeflachten
Teil dann zumSchlafen nutzen können.
VieleErfinder aus der Pionierzeit des Ca-
ravaning kamen aus dem Flugzeugbau
und kannten sich wie Erich Bachem mit
Leichtbau und Platzersparnis aus. Zusam-
menmit ErwinHymer entwickelte er unter
demMarkennamenEribaklassischeWohn-
anhänger. Andere, wie Westfalia, hatten
sich schon im 19. Jahrhundert als Kutsch-
bauer etabliert. Mit demSiegeszug des Au-
tos verlagerte sich der Hersteller auf die
Konstruktion von Kastenwagen. Das Er-
folgsmodell Landstreicher, das zu den 80
historischen Exponaten gehört, gab es
1938 in einer Luxusversion mit Herd, Hei-
zung, fließendemWasser und Bordtoilette
für Kunden wie den Filmstar Zarah Lean-
der und den Rennfahrer Hans Stuck.
Die Deutschen hatten zwar das Auto
und später auch einen bewohnbaren An-
hänger dazu entwickelt. Aber es blieb wie-
der einmal den Engländern als passionier-
ten Entdeckern und Weltreisenden vorbe-
halten, das Lebensgefühl Caravaningüber-
haupt erst zuerfinden. WollteWilliamGor-
don-Stablesals KindzudenfahrendenLeu-
ten? Man weiß es nicht mehr, aber 1885
ließ er sich einen von Pferden gezogenen
Wohnwagen aus Mahagoni bauen, um da-
mit ins Grüne zu fahren ohne ein festes
Dach über dem Kopf missen zu müssen.
Diese gehobene Form des Nomadentums
kamauch auf der Insel gut an: 1907 wurde
der British Caravan Club gegründet.
Während seine englischen Landsleute
den Kongo oder Himalaya erforschten, be-
gnügte sichder Gentlemanmit einer Tasse
Tee vor seiner Edelholzschnecke. Aber mit
seiner Idee kam ein Gedanke in die Welt:
statt mit einem Zelt konnte man genauso
gut mit einemHausauf RädernzuAbenteu-
ern und neuen Erfahrungen aufbrechen
und dabei kostenfrei übernachten. Im Er-
win-Hymer-Museum wird die Geschichte
des Caravaning eben auch als Sehnsucht
nach den großen Fernzielen, den Natur-
landschaften und ein wenig auch als Ur-
laub vombürgerlichen Ich erzählt.
DenbesonderenCharmedieses Ausstel-
lungskonzepts machen die inszenierten
Traumstraßen und Orte aus, die das Team
mit viel Liebe zum beredten Detail entwi-
ckelt hat. Es beginnt mit einer Rampe über
die Besucher vorbei an einem VW-Käfer
oder einemOpel Laubfroschlaufen, der ge-
rade sein Wohnhaus Richtung Alpen zieht,
hin zu den legendären Passstraßen und
demWanderurlaub. Italienmit der damali-
gen Exotik von Pasta und den Stränden
vonRimini wirddurcheine begehbare Mu-
schel verkörpert. Mit dem wachsenden
Wohlstand rücken nicht nur fernere Ziele
näher, es bilden sich mit den touristischen
und sportlichen Möglichkeiten neue Lieb-
lingsorte der Hobby-Fernfahrer aus. Dazu
gehört im Rundgang die schon legendäre
Nordkap-Route mit riesiger Pudelmütze
und die gut getarnten Tiere, die vor allem
junge Besucher ansprechen sollen.
In einer zeltähnlich gebauten marokkani-
schen Teekanne kann man dem Reiz der
Orient-Trips nachfühlen; einriesigesIndia-
ner-Wigwam symbolisiert die Traumstra-
ße zum Grand Canyon, die seit der Erfin-
dung des Reisemobils besonders attraktiv
wurde. ImindischenZelt steht mit demVW
Bulli quasi das Reisemobil der Hippie-Ge-
neration komplett mit deren Musik und
psychedelischer Einrichtung. Eine andere
Station entwirft die französische Atlantik-
küste, als der Sportimport Surfenaus Kali-
fornien europäische Beach-Boys und
-Girls anlockte. Freiheit undAbenteuer su-
chen, dieses Bedürfnis hatte man auch in
der DDR, wenngleich die Möglichkeiten
starkbegrenzt waren. Mit demDübener Ei,
das gerade einmal 3,8 Meter lang und 1,75
Meter breit war, schuf der SachseMaxWür-
digbereits indendreißiger JahrendenVor-
fahren des enorm erfolgreichen Produkts
der VEB Campingwagen. Wer Glück hatte,
erhielt dazu einen Zeltschein, auf den man
auchnicht ganz so lange wie auf einenTra-
bant warten musste. Erst mit diesem Pa-
pier durfte man an die Ostsee.
BisErwinHymer1971 mit demserienmä-
ßigenHymermobil demklassischenWohn-
wageneineneigenenAntriebverlieh, über-
nahmen Autos die Zugarbeit. Und die hat
der Unternehmer so begeistert gesammelt
wie die vielen Exponate. Neben Mercedes-
ModellenverschiedensterBaujahreoder ei-
nemFord Taunus 12Mentdeckt man auch
Seltenheiten wie den skurrilen Ford Edsel,
der vor einen riesenhaften Airstream-
Wohnwagen gespannt ist. Oder das tsche-
chische Praga Piccolo Cabrio, das sich mit
einemTourist-Modell von Dethleffs müht.
Sehenswert ist auch das einer Isetta nicht
unähnliche Minischlafauto Dornier Delta,
das der junge Hymer in der Nachkriegszeit
zusammen mit dem Flugzeugkonstruk-
teur entwarf. Undweil jede Reise unver-
meidlich mit der Frage beginnt, was muss
unbedingt mit, was bleibt zuhause, blickt
manindenliebevollenNachbaudes Ur-Va-
ters Wohnautomit der bescheidenenmobi-
lenWohnkajüte der FamilieDethleffs. Dort
entdeckt man auf kleinstem Raum Platz
zum Schlafen, zum Kochen und zum Ver-
staueneiniger. Soist dieGeschichtedesCa-
ravaningsaucheinekleineKulturgeschich-
tedermenschlichenUrbedürfnisse–vor al-
lemnach Freiheit.
Erwin-Hymer-Museum, D-88339 Bad Waldsee,
täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags
bis 21 Uhr. Preise: Erwachsene: 9,50 Euro, Kinder:
4,50 Euro. www.erwin-hymer-museum.de
Szenen einer Leidenschaft:
Im Hymer-Museum flaniert
der Besucher zwischen italieni-
scher Muschel (ganz oben),
Mikafa, Alpenpass und dem
winzigen Wohnauto von 1932.
Unterwegs
daheim
Vom fabelhaften Fawoboo bis zum Wohnmobil
von heute: Im Erwin-Hymer-Museum in Bad Waldsee
lässt sich eine wahrhaft bunte Zeitreise antreten
DIESE WOCHE
42 MOBILES LEBEN Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160 DEFGH
Ihr SZ-Aboservice – freundlich, schnell und zuverlässig für Sie da!
e
Ÿ Ihre Kunden- und Auftragsnummer
(10-stellig, beginnend mit 3 … bzw. 6… oder alternativ Ihre vollständige Adresse)
Ÿ Betreff Ihres Anliegens
z.B. Abo und Thema: Urlaubsservice, Zustellung, Rechnung, Studienbescheinigung,
Umzug, SZ Digital oder andere Bezeichnung.
Bitte geben Sie uns diese Informationen an:
www.sz.de/abo
Tel. 089/21 83 80 80
(Mo. – Fr. 7 – 18 Uhr, Sa. 7.30 – 12.30 Uhr)
Fax 089/21 83 82 07

Für Fragen zu Zeitungsabos:
aboservice@sueddeutsche.de

Für Fragen zum SZ Digitalpaket:
sz-digital@sueddeutsche.de
So erreichen Sie uns:
Die Kultmarke Land Rover mit dem Mo-
dell- und Modelabel Range Rover blüht
förmlich auf im magischen Markt der un-
praktisch großen, unglaublich schweren
und selbstverständlich unverschämt teu-
ren Stadt-Geländewagen. Kein Wunder,
schließlich ist der gute alte Range so etwas
wie der Gründungsritter dieser seltsamen
automobilen Tafelrunde – kauzige Könige
der Pisten, geländegängig wie Kettenfahr-
zeuge, die manamliebstenunablässig von
MoskaunachWladiwostokundwieder zu-
rück prügeln würde. Aber abgesehen da-
von, dass man ja eher selten an der russi-
schenPazifikküstezutunhat: Wer will und
kann schon die Zeit und die Muße für das
ewige Hin- und Hergefahre aufbringen?
Rationale Phantasielosigkeit, zugege-
ben. Denn solange des Menschen Wille
sein Himmelreich auch im Autosalon
sucht, sind zweieinhalb TonnenFahrzeug-
technik für den Großstadttransport einer
Kleidergröße-36-Person samt Handta-
schenur einweiteres zivilisatorisches Aus-
rufezeichen. Nicht weniger, aber eben
auch nicht mehr. Land Rover versucht, das
Problemander Wurzel zupacken: 400Kilo
Gewichtsersparnis beim großen Ranger
Rover undjetzt auchbeimneuenRangeRo-
ver Sport, das ist schon mal eine Ansage.
Alu-Monocoque, Vollaluminium-Türen,
Kunststoffverbund-Heckklappe und, wo
möglich, konsequenter Leichtbau bei den
Fahrwerkskomponenten reduzieren die
Fahrzeugmasse um etwas mehr als acht
Zentner. Gut für die Fahrdynamik, sehr
gut für die Effizienz. Faustregel: 100 Kilo-
gramm Gewichtsreduktion bringen bis zu
0,6 Liter Minderverbrauch.
Doch nackte Zahlen sind nicht mehr als
stummeZeugen. DieNeuauflage der Num-
mer zwei in der Range-Rover-Modellhier-
archie hat zwar deutlich abgespeckt, aber
am Ende des Tages zuckt der Zeiger der
Waage immer noch bei deutlich über 2,1
Tonnen (3,0-Liter-Diesel) und 2,3 Tonnen
(5,0-Liter-Benziner) – Tribut an die schie-
re Größe des leichten, schweren Wagens.
Und an die Ausstattung natürlich. Denn
der moderne Jäger und Sammler setzt bei
der Pirsch im Großstadtdschungel auf ein
Mindestmaß an Komfort.
Hinzu kommt die Nutzfahrzeug-Tech-
nik, die, unabhängig von ihrer tatsächli-
chen Nutzung, im Wortsinne schwer zum
Tragen kommt: der Achtstufen-Automat
von ZF; die Radaufhängungen (vorne mit
doppeltenDreiecksquerlenkern, hintenIn-
tegral-Mehrlenker) mit den Luftfedern;
der permanente Vierradantrieb mit seinen
armdickenWellenundzahnradbestückten
Differenzialen; last not least die Radsätze -
je nach Ausstattungsvariante in gewalti-
gen Schwergewichtsklassen 19, 20, 21 Zoll.
Da bringt es auch nicht viel, dass inletz-
ter Konsequenz ausgerechnet digitaler
LeichtbaudenRange zumultimativenOff-
road-Tier macht. Elektronik berechnet
denKraftfluss zudenRädern, lässt das Au-
to kontrolliert bergabfahren und misst so-
gar den Wasserstand, wenn der Wagen auf
seinenExpeditionen durch denAlltagtiefe
Furten und reißende Bäche passiert.
85 Zentimeter Wattiefe, 29 Zentimeter
maximale Bodenfreiheit, Böschungswin-
kel vonjeweils 31 GradamBugundachtern
sowie ein Rampenwinkel von knapp 25
Grad sind die Maße der Möglichkeiten.
Unddie langenFederwege (vorn26, hinten
27 Zentimeter) spreizensich inAchsenver-
schränkungen (maximal 55 Zentimeter),
die schwer nach Abenteuer riechen.
Schade eigentlich: Auch der neue Range
Rover Sport wird hauptsächlich über as-
phaltierte Straßen fahren. Dort macht er
seine Sache ausgesprochengut –Komfort,
Lenkung, ein leises Lüftchen von Fahrdy-
namik gar. Ärgerlich nur, dass auch dieses
moderne Auto völlig aus demLeimgegan-
gen ist. Breite über alles: 2,07 Meter. Das
macht die Tour über schmale Landstraßen
zur ständigen Konzentrationsübung und
die Einfahrt in Parkhäuser zur Tortur.
Seine Lordschaft, der große Range, ist
noch fetter, breiter, länger, höher, sagen
Spötter. Undvor allemteurer. Deutlichteu-
rer. Preisdifferenzen von wenigsten
25 000 Euro küren den kleineren Bruder
deshalb zumLord Extra. Wer Range Rover
will, darf mit Sport sparen–vorausgesetzt,
er kann sich diese spezielle Formder Öko-
nomie leisten. Den 3,0-Liter-Diesel (256
PS/600 Nm) gibt es ab 60 000 Euro. Für
den 5,0-Liter-Kompressor-Benziner (510
PS/625Nm) druckt LandRover einenBasis-
preis von 88 000 Euro in die Liste.
OSKAR WEBER
VON JOACHIM BECKER
W
ow, wenig Gewicht und 11 400
Umdrehungen pro Minute? Das
klingt nach einem Motorrad mit
demultimativenAdrenalin-Kickstarter. Al-
so Gang rein und voll aufs Gas. Aber wo
steckt eigentlichdie restliche Klaviatur für
diese Drehzahlorgel? Womit soll man die
Gänge im Stakkato durchschießen? Der
Knubbel an der Lenksäule nimmt nur ein-
facheBefehlefür’s Parkensowie Vorwärts-
und Rückwärtsfahren entgegen. Von
Schaltstufenkeine Spur –keinWunder bei
einemEinganggetriebe. Auchauf dieBrem-
se kann man in der Regel gut verzichten,
weil der Motor/Generator das automa-
tisch übernimmt. Im Autoscooter wird ja
auch nicht geschaltet oder gebremst.
Wo der BMW i3 herkommt, geht es tat-
sächlich wie auf der Kirmes zu. Da drehen
sich orange-farbene Roboter lustig im
Kreis und lassen ihre Gondeln fliegen. An
denKrakenarmenflackernWärmestrahler
im Disco-Takt, nur das Wummern aus
mannshohen Boxen oder hausgroßen
Blechpressen gibt es nicht mehr. Was im-
mer wir über Automobilproduktion wuss-
ten, gehört in der Leipziger Karbonferti-
gungzumaltenEisen. Hier wirdgewebt, ge-
legt und geklebt (daher die Wärmestrahler
zum schnellen Trocknen) statt gepresst
und geschweißt. Das bedeutet nicht weni-
ger als eine zweite industrielle Revolution
undhalbiert kurzerhanddieZahl der Auto-
teile und der Fertigungszeiten. Außerdem
senkt das Wundergarn aus der Raumfahrt
das Gewicht um mehrere hundert Kilo-
gramm. Was deutlich zu spüren ist, wenn
mandiesenViermeter-Scooter auf vier Rä-
dern in Bewegung setzt: Wann gab es den
letzten BMWmit weniger als 1200 Kg?
Alsorausauf dieTeststreckeimMünch-
ner Umland. Wo früher die Jagdflieger aus
ihren Betonsilos krochen, herrscht jetzt
fröhlicher Kindergeburtstag: Hütchenspie-
le nehmen demmartialisch angehauchten
Asphalt seinen Schrecken. Also spielen wir
mit und hetzen das Wägelchen (natürlich
ungebremst – siehe oben) um die Ecken.
Was auch für Nichtrennfahrer erstaunlich
einfach ist, weil in demKleinen ein großer
Kurvenkünstler steckt: Sein extrem tiefer
Schwerpunkt, der Heckmotor und die
50:50 Achslastverteilung sprechen die
Sprache des Straßensports.
Mit seiner Stupsnase, den schmalen,
hochbeinigen19-Zoll-Rädernundder pum-
meligen Figur sieht der BMW i3 zwar eher
nachKindchenschema statt nach der typi-
schenRennflunder aus. Aber was bedeutet
das schon, wenn sowieso alles anders ist
als gewohnt? Statt die alte Leier vomFlug-
zeug-Cockpit zuwiederholen, wirkt dasIn-
terieur mit den beiden dünnen, knack-
scharfenBildschirmeneher wieeinedurch-
gestylteMultimediazentrale. Auchder Mit-
teltunnel liegt auf dem Dinosaurierfried-
hof, vermissen werden wir den ollen Fuß-
verbieger nicht. Dafür gibt es Platz wie im
BMWDreier, der seineNase mehr als einen
halben Meter weiter nach vorne streckt.
Das sieht zwar flott aus, ist bei der Park-
platzsuche aber meist des Guten zu viel.
Wo wir schon bei den Stressfaktoren
sind: Bikefahrer liebenes ja, mit ihremGe-
knatter den ganzen Straßenzug zu unter-
halten. Aber warumtun wir uns dieses Ge-
töse in Innenstädten noch an? Dort, wo es
ohnehin genug kracht, scheppert und
stinkt? Im BMW i3 herrscht totale Ruhe
beim Gasgeben, obwohl wir wie von der
Seilwindevorwärts gezogenwerden. Dage-
gen wirken Verbrennungskraftmaschinen
plötzlich nostalgisch. Denn der Stromer
bringt einFahrgefühl auf die Straße, wiees
noch keines in der Großserie gab: Eine
Kreuzung aus ansatzloser Kraftentfaltung
wie bei Big-Block-Autos kombiniert mit
demFlüsteraromavonÖko-Kisten. Irgend-
wie liegt das Drehmoment von 250 Nm
ständig an, beim ersten Kickdown ebenso
wie beim Zwischenspurt mit mehr als 100
km/h. Spätestens nach ein paar Runden
mit demBMWi3 wird klar: Radikaler lässt
sichFahrennicht auf dasWesentlicheredu-
zieren. Was waren noch einmal die Visio-
nen der Herren Otto, Daimler und Benz?
Viel ließe sichnochsagenüber die 50kg
leichte Elektromaschine mit 125 kW (170
PS) Leistung. Aber die Frage ist eher, war-
um bisher bloß viersitzige Elektroautos
mit zu wenig oder viel zu viel Power auf
den Markt gekommen sind? Erwähnt sei
auch noch der Außenbordmotor für alle,
diegernemit SchwimmflügelnimMeer ba-
den gehen: Der optionale Range Extender
verdoppelt dieReichweiteauf rund300Ki-
lometer. Aber das kannnur eine Notlösung
sein: Wer will schon die himmlische Ruhe
imBMWi3durcheinen25kW(34PS) star-
ken Zweizylinder stören lassen?
Dann schon lieber an die nächste
Schnellladesäuleund80Prozent der Batte-
rie in einer halben Stunde aufladen. BMW
gibt acht Jahreoder 100 000Kilometer Ga-
rantieauf denStromspeicher. Das sollteal-
le schwachstromgeplagten Laptop-Nutzer
beruhigen. Bei Langzeitversuchen haben
die meisten Fahrer ihre BMW- und Mini-
Protopyenzwei bisdreimal proWochegela-
den. Realistischist dieReichweitenangst al-
so eher am Wochenende und auf Fernrei-
sen. BMW bietet dafür Mobilitätspakete
mit konventionellen Autos an.
AmEnde wirkt der BMWi3 so stimmig,
als seien die vergangenen 125 Jahre bloß
Fingerübungenfür dieses total emotionale
Vernunftauto gewesen.
Diät für ein fürstliches Dickschiff
Obwohl er deutlich abgespeckt hat, bleibt der neue Range Rover Sport ein schwerer Brocken
Sie sind nicht tot zu kriegen, auch wenn
die real existierende Verkehrssituation
sie längst überholt hat: die kleinen Ra-
ser-Mobile. Zwei waren gerade zu Gast
imSZ-Fuhrpark. Den radikalsten Auf-
tritt mit 17-Zoll-Alus und Sitzen wie im
Kampfjet leistet sich der Ford Fiesta
ST. Der 182-PS-Zwerg pustet ordentlich
Lärmaus demdoppelten Endrohr und
liebt kurvenreiche Landstraßen, kom-
promisslos wie er ist. Fahrer jenseits
der 50 sollten sich ihmdennoch nur mit
Vorbehalt nähern, das ST-Fahrwerk ist
sozusagen der natürliche Feind der
alternden Bandscheibe. Da ändert es
auch nichts, dass der rasende Fiesta in
auto, motor und sport gerade einen
Vergleichtest der kleinen GTIs gewon-
nen hat. Letzter der Wertung wurde
dort übrigens der Peugeot 208 GTI.
Mit demwaren wir freilich deutlich
entspannter unterwegs, trotz seiner
200 PS. Verbrauch: geht noch ( 7,7 Liter,
Fiesta: 8,1) – ansonsten gute Sitze, aus-
reichend komfortables Fahrwerk. Nur
dass der Tacho vomLenkrad verdeckt
wird, nervte massiv. JRE
Es heißt Abschied nehmen
Bisher waren die meisten Elektroautos nicht das Gelbe vom Ei. Mit dem BMW i3 wendet sich das Blatt:
In Ballungszentren könnten Autos mit Dinosauriertechnik vom Aussterben bedroht sein
Àudi erhöht diePreise umdurchschnitt-
licheinProzent –mit Wirkungzum5. Au-
gust 2013. Ausgenommen sind A3 Li-
mousine, A5Sportback, A5Coupé, A5Ca-
briolet und der A8.
Einige neue Motoren sowie Allradan-
triebbietet Mercedesfür A-, B- undCLA-
Klasse an – darunter die Basisvariante
160 CDI mit 66 kW (90 PS) und einem
Durchschnittsverbrauch von 3,8/4,1 Li-
ter/100 km. Damit kostet die A-Klasse
25 883 Euro und die B-Klasse 27 311 Eu-
ro. Neu sind auch der B 220 4matic mit
184 PS (ab 33 231 Euro), sowie der CLA
2504matic (211 PS/40 877 Euro) undder
CLA 45 AMG(360 PS/56 079 Euro).
Auf der Outdoor-Messe inFriedrichsha-
fen zeigt BMW erneut eine Studie des
künftigenEinser-Vans, der 2014 auf den
Markt kommt. Der Concept Active
Tourer Outdoor wirdvoneinemPlug-in-
Hybrid angetrieben, wie ihn auch der i8
hat. Der Elektromotor ist kombiniert mit
einem quer eingebauten 1,5 Liter Ver-
brennungsmotor mit 190 PS. Die Aggre-
gateübertragenihreKraft auf dieVorder-
räder. DasBauprinzipdes4,35Meter lan-
genVans soll eine besonders gute Raum-
ausnutzung ermöglichen – unter ande-
remfür FreizeitgerätewieFahrräder. Da-
für zeigt die Studie unter anderem ein
neuartiges Trägersystem im Innen-
raum. Wird es nicht gebraucht, ver-
schwindet der Träger inder Seitenwand.
Der Verbrauch des Active Tourer wird
mit 2,5 Liter/100 kmangegeben. JRE
Gäbe es James Bondwirklich, er würde vor
Neid erblassen. Oder Tüftler Q sofort los-
schicken, umauch so etwas zu basteln. Die
Rede ist von einem Geschoss auf zwei Rä-
dern. Ein Fahrrad, das mit Pedalkraft so
wenig am Hut hat wie ein Speed-Boot mit
einemFloß. Eine Rakete aus Metall, die in-
nerhalb von acht Sekunden auf 263 km/h
beschleunigt. Eine Wahnsinnsmaschine!
Dasssoetwas nicht nur imSpionage-Thril-
ler geht, haben über eine Million Men-
schen auf Youtube verfolgt. Am 19. Mai
startete der Franzose François Gissy mit
seinemBike der Marke Eigenbau auf einer
abgesperrten Landstraße durch - vorbei
an einem aufgemotzten Subaru Impreza
STI, den er trotz eines Vorsprungs von 150
Metern wie einen Traktor überholte. Fehl-
te nur noch, dass Gissy mit seinem Rake-
ten-Rad abgehoben wäre. Aber auch das
komme vielleicht noch. Sagt er.
Wer ist bloß dieser Mann, den alle nur
aus dem Internet kennen? Ein Draufgän-
ger, der sich nichts daraus macht, im
schlimmsten Fall mitsamt seines experi-
mentellen Antriebs in die Luft zu fliegen?
Ein Adrenalin-Junkie? Ein genialer Bast-
ler? „Wahrscheinlich“, sagt Gissy, „bin ich
ein bisschen von allem.“ Der Ort, in dem
der 30-Jährige wohnt, wirkt alles andere
als abenteuerlich. Ranspach, ein 800-See-
len-Dorf mitten imElsass, hat außer einer
Landstraße, einer Kirche und ein paar Bis-
tros nicht viel zu bieten. Womöglich war es
diese Idylle, die Gissys Sehnsucht nachAc-
tion und Geschwindigkeit weckte. Oder
sein vergleichsweise normaler Beruf. Gis-
sy arbeitet als Schulbusfahrer, wohnt noch
imElternhaus und verbringt nach eigenen
Angaben jede freie Minute damit, etwas
für sein außergewöhnliches Hobby zu tun.
Der Empfang in Ranspach ist herzlich, ge-
radezu überschwänglich. Stolz posieren
Gissy und seine Eltern vor der Hayabusa
Turborocket, diedieFamilieimGartenauf-
gebaut hat. Von vorne sieht das Motorrad
wie ein normales Serienmodell aus. Erst
am Heck wird's exotisch: Das Hinterrad
wurdedurcheinekastenartigeMetallkons-
truktionersetzt, anderenEndeeinBreitrei-
fen befestigt ist. Überall Rohre, Ketten,
Tanks und eine analoge Druckanzeige.
„Die Turborocket ist noch viel heftiger als
das Raketen-Bike“, sagt der Pilot und
fängt sofort damit an, die technischen De-
tails runterzurattern: umgebaute Suzuki-
Maschine, Wasserstoffperoxid-Antrieb,
Höchstgeschwindigkeit 280 km/h inner-
halb von 4,5 Sekunden.
„Dieser Antrieb ist extrem gefährlich“,
sagt Gissy. „Erinnerst du dich noch an das
sowjetische Atom-U-Boot Kursk? Das ist
indie Luft geflogen, weil eine Wasserstoff-
peroxid-Leitung leckte.“ Gissy kostet die
Aura des Gefährlichen aus, bevor er sich
auf das Turbo-Motorrad setzt. Mit seiner
schlankenStatur unddemlockigen, schul-
terlangenHaar verkörpert er nicht das Kli-
scheedes athletischenExtremsportlers. Er
wirkt er wieeinBastler, einverrückter Pro-
fessor. „Schonseit seiner Kindheit interes-
siert er sich für Physik“, sagt die Mutter
„Der ganze Schrank steht voller Bücher.“
Der Vater lacht: „Dieses Motorrad ist was
Besonderes. Aber der Lärmist schrecklich,
als ob ein Flugzeug abhebt.“
Konstruiert der 31-Jährige die Gefährte
wirklich selbst? Woher hat ein Schulbus-
fahrer das Wissen dazu? Gissy schmun-
zelt. „Ich fahre“, sagt er. „Aber das Genie
ist jemandanderes.“Er meint ArnoldNera-
cher. Der 64-Jährige Chemiker ist das, was
„Q“ bei James Bond verkörpert: der stille
Schrauber im Hintergrund, ohne den das
Ganze nicht möglich wäre. „Wir telefonie-
rensehr oft“, sagt Gissy. „Manchmal besu-
che ich Arnold auch inMontpellier und wir
tuneineWochenichts anderes, als anunse-
renIdeenzuarbeiten.“ Kennengelernt ha-
ben sich die beiden an einer Teststrecke.
„Ichhabe schonals Schüler immer bei die-
sen verrückten Shows zugeschaut“, er-
zählt Gissy. Irgendwannhabeer denSchöp-
fer der Geschosse dann einfach mal ange-
sprochen. Seither arbeiten sie zusammen.
Mit imTeamist auch der als „Jet Man“ be-
kannte Schweizer Yves Rossy, der Nera-
chers Erfindungen ebenfalls häufig testet
- und mindestens genauso oft im Internet
zu sehen ist.
Man muss verrückt sein, umdiese Frei-
zeitbeschäftigung ernsthaft zu betreiben.
Zumindest ein bisschen. „Mit dem Rake-
ten-Fahrrad und speziellen Reifen könn-
ten wir sogar übers Wasser schweben“,
schwärmt Gissy. „Das wäre wie bei Jesus,
nur schneller.“ Er sagt das völlig ernst, oh-
ne einen Anflug von Ironie. Das nächste
Ziel sei schön längst gesetzt, verrät der
Speed-Pilot. In weniger als vier Sekunden
wolle man mit einem neuen Motorrad auf
300 km/h beschleunigen. Einzige Voraus-
setzung: Es müssten sich Sponsoren fin-
den, die das Experiment bezahlen. Beson-
ders optimistisch sieht Gissy das offenbar
nicht. „Frankreich ist ein Dritte-Welt-
Land, was den Motorsport angeht. Wir
musstenMonatesuchen, umeineTeststre-
cke für den letzten Versuch zu finden.“
Ewighabe er wartenmüssen, bevor dieBe-
hörden eine Genehmigung ausstellten.
Mehrere Tausend Euro ihres Privatver-
mögens haben die Schrauber bisher inden
Spaß gesteckt. „Jetzt sind wir am Limit“,
seufzt Gissy. „Wir bräuchten mindestens
50 000 Euro, umdas Ganze ernsthaft wei-
terzutreiben.“ An Ideen mangelt es nicht,
eher an Sponsoren. Für Gissy völlig unver-
ständlich: „UnsereBeschleunigungsrekor-
de sehen Millionen von Menschen. Welche
bessereWerbungkannes für einUnterneh-
men geben?“ Mit viel Mühe – und priva-
temGeld – zogen der Selfmade-Ingenieur
und sein Pilot den letzten Rekordversuch
durch. Hinterher hat sich eine Firma wie-
der gemeldet, diesievorher erfolglos ange-
sprochen hatten. „Man habe schließlich
nicht wissenkönnen, obunseregroßspuri-
gen Ankündigungen auch wirklich seriös
seien.“ Ans Aufhören denkt der Tüftler je-
denfalls nicht. Seit Neracher vor 20 Jahren
die ersten Tests imheimischen Wohnzim-
mer gemacht hat, ist es schließlich immer
irgendwie weitergegangen. „Wir haben
Dinge gebastelt, die andere nicht für mög-
lich gehalten haben. Dann werden wir es
dochwohl schaffen, ein paar Sponsorenzu
finden.“ STEVE PRZYBILLA
Das schnellste
Fahrrad der Welt
In acht Sekunden auf 263 km/h:
François Gissy ist kein Pedalritter
wie jeder andere. Er steuert
eine Rakete auf zwei Rädern
Es ist fast wie bei James Bond:
Hinter demjungen Draufgänger
steckt ein älterer, genialer Tüftler
Eine kleine, verschworene Gruppe
widmet sich demRaketen-Hobby
mit viel Eifer und wenig Geld
DEFGH Nr. 160, Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013 HF2 MOBILES LEBEN 43
AUS DEM FUHRPARK
Mehr Dragster als Fahrrad:
François Gissys Speed-Bike ist eine Höllenmaschine
mit einem Raketenantrieb, der nur wenige
Hundert Meter durchhält. FOTO: GIZMODO.COM
MARKEN & MODELLE
Nichts gegen Nostalgie, aber die
Ära der Verbrennungsmotoren
geht imBMWi3 spürbar zu Ende
Wann gab es den letzten BMWmit
weniger als 1200 kg? Die Antwort
verrät viel über das Fahrgefühl
Schau mir in die Augen, Kleiner: Hinter den BMW Nieren stecken ungewohnte Proportionen und ein Motor wie keiner zuvor.
„No Sports“ – das berühmte Churchill-Zitat gilt abgeschwächt auch für den Range Ro-
ver Sport: Seine Lordschaft zieht eine ruhige Gangart der extremen Kurvenhatz vor.
Hinweis der Redaktion: Ein Teil der im „Mobilen
Leben“ vorgestellten Produkte wurde der Redak-
tion von den Herstellern zu Testzwecken zur Ver-
fügung gestellt und/oder auf Reisen präsen-
tiert, zu denen Journalisten eingeladen wurden.
VON KATJA AUER
Burgkunstadt – Mit einem leisen
„Pfrrrrrr“ saust die Klobürste durch den
Garten amRand von Burgkunstadt. Abge-
feuert von einer Klobürsten-Bazooka,
pflop, dannsteckt sietief indenEichenboh-
len. Die Vögel zwitschern. Jörg Sprave
freut sich. „Je skurriler, desto besser“, sagt
er, „und gerne auch ein bisschen schlüpf-
rig.“ Der Mann mit dem Brustumfang ei-
ner Spessarteiche muss es wissen, denn er
hat es zum Internet-Star gebracht, weil er
mit Gebrauchsgegenständen um sich bal-
lert. Jede Woche baut er eine neue Schleu-
der und verschießt damit Bleistifte, Wurf-
messer, Kreissägeblätter, Kartoffeln oder
eben Klobürsten. Oder er feuert Kondome
auf einenPlastik-Penis. Warumer das tut?
Weil es ihm Spaß macht. Und weil es sehr
vieleMenschenunterhaltsamfinden, Män-
ner vor allem. Um die 45 Millionen Mal
sind seine Videos auf dem Internetkanal
YouTube schon angeklickt worden.
In die Garage passt längst kein Auto
mehr. Sägen, Feilen und jede Menge Holz
liegen darin, das Sägemehl formt schon
kleine Wüstenlandschaften auf dem Bo-
den. Hier baut Sprave seine Wurfmaschi-
nen. Holzkonstruktionen für ein ganz be-
stimmtes Geschoss, gespannt mit einem
Gummi, „wie man ihn aus Frauenfitness-
studios kennt“, sagt Sprave. Alles muskel-
betrieben. Mit einfachenZwillenhat er an-
gefangen, zu Schulzeiten schon. Dann Bo-
genschießen, irgendwann ging dann der
Irrsinn los. 265 Filme stehen schon in sei-
nem„Slingshot Channel“ auf Youtube.
„Da braucht es einen Mann“, sagt Spra-
vemit Blickauf deneher schmächtigenFo-
tografie-Praktikanten, bevor er die Gum-
mis an der Kartoffel-Wurfmaschine
spannt. Mit einem Schmatzen zerschellt
das Gemüse ander Bohlenwand, die genau
zu diesem Zweck da steht. Noch besser
funktioniert es mit gefrorenen Kartoffeln,
sagt Sprave, die zerschmettern eine Was-
sermelone. Was in der Zeitlupe eine ganz
besondere Ästhetik bekomme. Andere
Männer kriegen diesen Klang in der Stim-
me, wennsievonModelleisenbahnenspre-
chen. Dreck darf es machen, wenn Sprave
ballert, oder wenigstens einen ordentli-
chen Wumms. Männerspektakel.
Die neueste Konstruktion ist der „Bola
Launcher“. Ein zweiläufiges Holzgewehr,
das eine Schnur abfeuert, an deren Enden
zwei Gewichtesitzen. EinemJagdgerät aus
Südamerika nachempfunden. Sprave er-
klärt den Apparat imVideo – auf Englisch,
da die meisten Zuschauer amerikanische
Männer sind. Dann schießt er, die Schnur
wickelt sich um einen Holzpfosten. Und in
Zeitlupe nochmal, die Kamera für 16 000
Euro hat sich der gebürtige Dortmunder
extra angeschafft. Sonntagmittag steht
das Video im Netz. „Lang lebe Jörg Spra-
ve“, steht kurz darauf als Kommentar da-
bei. Aus denReaktionenhat der 48-Jährige
gelernt wieseineFilmenochbesser ankom-
men: „Weniger Gelaber, mehr schießen.“
Esgeht auchumEitelkeit indiesemGar-
ten in Burgkunstadt. Sprave ist ein Selbst-
darsteller. Würdennicht jedenSonntagsei-
ne Zuschauer auf das neueste Filmchen
warten, das im ländlichen Idyll Oberfran-
kens drei bis vier Stunden braucht, bis es
die langsame Internetleitung passiert hat,
hätte Sprave längst aufgehört zu basteln.
Bis zu 6000 Kommentare werde pro Video
geschrieben, 800 Mails bekommt er in der
Woche. DieGemeindeverlangt Pflege. Und
Sprave ist gerne ein YouTube-Star. Dass
ihn manche einen Verrückten nennen,
stört ihn nicht. Der Zuspruch ist größer.
Amgrößten war der bisher bei der Kon-
dom-Schleuder, einemweitgehendsinnlo-
senGerät. Diebauteer als Beitragzueinem
Wettbewerb der Bill-Gates-Stiftung, der
Verbesserungsvorschläge für Präservative
sammeln wollte. 4,5 Millionen Klicks be-
kam Sprave – und Wochen später einen
Brief aus Amerika. Vonder Stiftung, hand-
geschrieben, weil er dem Wettbewerb so
viel Aufmerksamkeit verschafft hatte.
SpravemagdieExtreme, eigentlichwoll-
te er mal Olympiasieger im Judo werden.
Eine Knieverletzung kam dazwischen, die
Statur eines Gewichthebers hat er noch.
Jetzt würde er gerne mal in einem Holly-
wood-Film mitspielen. An einem anderen
Lebenstraum, der Promotion, arbeitet er
gerade. Ganz was anderes, es geht umGe-
sundheitsmanagement und Impfungen.
Das habe ihneinfachinteressiert. EinBuch
zuschreibensteht auchnochauf seiner Lis-
te. Man braucht doch Ziele, sagt er. Und
Langeweile könne er nicht ertragen.
In seinem Offline-Leben ist Sprave
Kaufmann. Er gründeteeineFirma, dievor
einpaar JahrenvomKronacher Elektroge-
rätehersteller Loewe gekauft wurde, wo er
seitdemarbeitet unddafür nachBurgkun-
stadt umzog. Die Wurfgeschosse sind nur
ein Hobby. Als Ausgleich, sagt er, und der
Kreativität wegen. „Hier kann ich alles al-
leine machen, nicht wie im Job, wenn ich
die Leistung aus anderen rausholen
muss.“ Er hat auch schondarüber nachge-
dacht, hauptberuflichinSchleudernzuma-
chen, leisten könnte er sich das, immerhin
bekommt er von YouTube inzwischen je-
denMonat einenScheckmit einer vierstel-
ligen Summe darauf, weil sich mit ihm so
gut Werbung machen lässt. Aber, sagt er,
„wenn das mein Beruf ist – was wird dann
aus meinemHobby?“
Sinddie Schleudernerstmal gebaut und
steht dasVideoonline, verliert er dasInter-
esse. Die Apparate landen auf demgroßen
Haufen bei den anderen. Er könnte sie alle
verkaufen, Anfragen gibt es genug. Tut er
aber nicht, viel zugefährlich. Er will keiner
sein, der seineZuschauer auf krudeGedan-
ken bringt. Reine Unterhaltung sei das,
sagt er. „IchzeigekeineGewalt“, sagt Spra-
ve. „Nur, wie man Dinge kaputt macht.“
Niemals würde er auf etwas schießen, was
sich bewegt. Von Gewalt hält er nämlich
gar nichts. Er war nicht mal bei der Bundes-
wehr, ausgemustert wegen Knieschadens,
unddieJagdinteressiert ihnauchnicht. Ge-
fällt ihm nicht, dieses Auflauern aus dem
Hinterhalt, sagt er. Verletzt hat er bisher
nur sich selbst. Einmal ist ihmein Gummi
ins Auge geflutscht, Notaufnahme, Augen-
klinik, das ganze Programm. Ein bisschen
was ist geblieben, einwandfrei sehen kann
er nicht mehr. Aber diekleineNarbeauf sei-
ner rechten Wange, die stammt nicht von
einemSchleuder-Experiment. Da ist er als
Vierjähriger vomHolzstoß gefallen.
Schweinfurt –Dieprivate Fachoberschule
inSchweinfurt, inder 25 von27 Prüflingen
durchs Abitur gefallensind, wirdgeschlos-
sen. DieSchulehabe demKultusministeri-
um am Freitag per E-Mail mitgeteilt, dass
es imSchuljahr 2013/14 keinen Unterricht
gebenwerde, bestätigteder Ministeriums-
sprecher Ludwig Unger. „Wir haben nach
der Zukunft der Schüler gefragt, und dar-
aufhindieseInformationbekommen“, sag-
te Unger. Die Schule wollte auf dpa-Anfra-
ge keine Angaben machen. Das Kultusmi-
nisteriumhat denSchülernder Jahrgangs-
stufen11 und12angeboten, auf einestaatli-
che Fachoberschule zu wechseln. DPA
München – Der Weg ist frei für die Amts-
jahre zwölf bis 17: Der Hochschulrat der
Ludwig-Maximilians-Universität (LMU)
hat BerndHuber als Präsidentenwiederge-
wählt. Das Votumder 16 Räte war einstim-
mig. Huber, der seit 2002 im Amt ist, war
Ende vergangenen Jahres nach der Hälfte
seiner Amtszeit zurückgetreten und hatte
sich zur Wiederwahl gestellt. Grund war
die Überlegung, dass an der Spitze der
LMU personelle Kontinuität herrschen
soll, wenn in zwei bis drei Jahren die Wei-
chen für die Nachfolgeregelung der Exzel-
lenzinitiative gestellt werden. Hubers ur-
sprüngliche Amtszeit wäre 2016 ausgelau-
fen. Aus der zweitenRundedesmilliarden-
schweren Forschungs-Förderprogramms
war die LMUimvergangenen Jahr als gro-
ßer Sieger hervorgegangen. Sie bekam so
vieleFörderprojektebewilligt wiekeinean-
dere Uni undverteidigte ihren„Elite“-Sta-
tus. Nun ist der 53-jährige Volkswirt-
schafts-Professor bis2019gewählt. Gegen-
kandidaten gab es nicht. SEKR
München–Ungeachtet der Verwandtenaf-
färe ist die CSU-LandtagsfraktionzumEn-
de der fünfjährigen Wahlperiode zufrie-
den mit sich. Die seit knapp drei Monaten
amtierende Fraktionschefin Christa Ste-
wensstellteamFreitagimMünchner Maxi-
milianeum die Bilanz vor, die größtenteils
in die Amtszeit ihres über die Affäre ge-
stürzten Vorgängers Georg Schmid fällt.
Stewens hob die Punkte hervor, die die
CSU oft hervorhebt: 50 000 neue Studien-
plätze seit 2008, 8200 neue Lehrerstellen,
eine Verfünffachung der Krippenplätze
seit 2008, das gute Abschneiden bayeri-
scher Schüler in Bildungsvergleichen, die
niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Euro-
pa. Zur Erfolgsbilanz zählte Stewens auch
den Umgang mit der Verwandtenaffäre:
„Die Vergangenheit war unschön“, räumte
sieein. „Aber wir habensehr schnell gehan-
delt.“ Fraktionschefin Stewens verwies
darauf, dass dieBeschäftigungvonFamili-
enmitgliedern inzwischen verbotenwurde
unddieneuenVerhaltensregelnfür dieAb-
geordneten kommende Woche beschlos-
sen werden sollen. DPA
Augsburg – Der monatelange Streit zwi-
schen den Augsburger Stadträten Rudolf
Holzapfel (Pro Augsburg) und Karl-Heinz
Englet (parteilos) ist am Freitag vor dem
Verwaltungsgericht mit einem Vergleich
beendet worden. Damit ist eine von insge-
samt drei Rechtsstreitigkeiten, indieAugs-
burger Stadträte involviert sind, beigelegt.
Allerdings nur in juristischer Hinsicht,
denn auf menschlicher Ebene bleiben sich
die ehemaligen Fraktionskollegen und
Freunde spinnefeind – wenigstens darin
warensie sich nachder Verhandlung einig.
In der Verhandlung ging es um eine An-
waltsrechnung in Höhe von 661,16 Euro.
Auslöser des Streits war eineAussageHolz-
apfels imStadtrat, wonachEnglets Marke-
ting-Agentur imGeschäftsjahr 2010 einen
Bilanzgewinn von 63 000 Euro erwirt-
schaftet habe. Daraufhin forderte Englet,
eine Unterlassungserklärung zu unter-
zeichnen. Holzapfel beharrte auf seiner
Aussage und forderte seinerseits von Eng-
let seine Anwaltskosten zurück. Nun stell-
te das Gericht gleich zu Beginn der Ver-
handlungklar, dassHolzapfels Aussagezu-
treffend ist, weil der Bilanzgewinn mit der
genanntenSummeimHandelsregister ver-
öffentlicht ist. Daraufhinlenkte Englet ein.
Somit bleiben nur noch zwei juristische
Konflikte mit Stadtratsbeteiligung übrig:
Die Berufungsverhandlung gegenStadtrat
Tobias Schley in der sogenannten „Arsch-
loch-Affäre“. Schley wurde vom Amtsge-
richt wegen Beleidigung zu einer Bewäh-
rungsstrafe von einem Jahr verurteilt.
Schley und die Staatsanwaltschaft legten
Berufung ein. Zudem hat Holzapfel einen
Kanusport-Funktionär wegen Beleidi-
gung angezeigt. STEFAN MAYR
Lauf an der Pegnitz – Als Luise Pfeiffer in
Nürnberg auf die Welt kommt, deuten alle
Zeichen auf ein sorgenfreies Leben hin:
Die Eltern besitzen ein Mietshaus und ei-
nenflorierendenSchreinerbetrieb. DieVer-
wandtschaft nimmt regen Anteil an dem
aufgeweckten Mädchen, das mit wachem
Blick seine Umwelt erkundet. Jahrzehnte
später sind Luise Pfeiffer (Name geändert)
aus der Kindheit nur die frischen, leuch-
tend blauen Augen geblieben. Ihr jetziges
Leben lässt sich auf die Formel bringen:
arm, alt, allein. Dreißig Jahre lang hat die
frühere NäherininNeuhaus ander Pegnitz
die Zeitung ausgetragen – bis sie 70 war
und die Schmerzen im rechten Knie uner-
träglich wurden. Nur wenig mehr als
500 Euro bekommt sie seit 1997 als Rente.
„Wennichinden30JahreneinerichtigeAr-
beit gehabt hätte, dann hätte ich jetzt eine
schöne Rente“, sagt sie.
Die Lebensbilanz der 80-Jährigen
klingt wie eine Anklage, undeinGrundda-
für ist sicherlich ihre finanzielle Not. Aber
dahinter steckt mehr: „Die Menschen, die
es gut mit mir gemeint haben, die sind alle
tot – das ist doch mein Unglück“, sagt sie.
Tatsächlich ist ihr Lebeneine Aneinander-
reihung persönlicher Katastrophen. 2012
erst warf sie ihr neuer Vermieter Knall auf
Fall aus dem Haus, in dem sie jahrzehnte-
lang gelebt hatte. „Ohne Räumungsklage,
ohne alles“, sagt sie. Luise Pfeiffer hatte zu
ihremGlück bereits in Lauf an der Pegnitz
eineneuekleine WohnunginAussicht. Seit
August 2012 lebt sie nun dort.
Hellgrün wie ein frisch gepflückter Ap-
fel der Sorte Granny Smithglänzt der Neu-
bauinder Christof-Treu-Straßeinder Mor-
gensonne. LuisePfeiffer steht zuihrer neu-
en Heimat mit ihrer schwarzen Kleidung
im permanenten Kontrast – nicht nur op-
tisch: „Ichkannmichnicht mehreingewöh-
nen, die Stadt ist mir fremd.“ Immerhin,
ihr blieb die Unterbringung im Altenheim
erspart. Stattdessen kann sie in einem
ganz normalenMietshaus leben. Nur eines
unterscheidet dieses Haus von anderen:
Hinter seiner Errichtung steht einKonzept
– entwickelt von der Caritas Nürnberger
Land in Kooperation mit der katholischen
Joseph-Stiftung. Es trägt den Titel „In der
Heimat wohnen“. Reserviert sind die
15 barrierefreien Wohnungen für jüngere
sozial schwache Menschen, für Senioren
mit niedriger Rente, für Menschenmit Be-
hinderung und für jene, die Angehörige
pflegen. Kurzum, dasHaus spiegelt eineso-
ziale Wirklichkeit wider, die nur wenig mit
demSlogan„Bayernist ChancenlandNum-
mer eins“ zutunhat, mit demdie Staatsre-
gierung oft und gerne auftrumpft.
Laut einer Studie der Arbeiterwohlfahrt
Bayern(AWO), diesichauf dieSozialberich-
te der Staatsregierung stützt, sind mehr
als 1,6 Millionen Menschen im Freistaat
vonArmut bedroht oder gar betroffen. Un-
ter ihnen machen die Senioren neben den
Alleinerziehenden, Erwerbslosen, Migran-
ten oder Mini-Jobbern mit mehr als
400 000 Personen eine markante Gruppe
aus – was nicht verwundert, da die Renten
im Freistaat mit etwas mehr als 720 Euro
im Schnitt niedriger sind als im restlichen
Bundesgebiet (770 Euro). Bayerns Frauen
kommen laut Arbeiterwohlfahrt im
Schnitt sogar nur auf eine Rente von 530
Euro. „Arm im reichen Land“, so bringt es
der AWO-Landesvorsitzende Thomas Be-
yer auf den Punkt.
Nicht zufällig sind deshalb die meisten
Bewohner in der Christof-Treu-Straße 7
hochbetagt. Schräg gegenüber von Luise
Pfeiffer lebenAgnesBaumannundihr pfle-
gebedürftiger Mann Werner. Ihre gemein-
same Rente beträgt rund 1300Euro. Agnes
Baumann kann mit ihrer Minimalrente
von 120 Euro nur einen geringen Teil dazu
beitragen – obwohl die 79-Jährige neben
der Erziehungihrer beidenKinder oft gear-
beitet hat.
Ihre Schwiegermutter aus erster Ehe, in
deren Friseursalon sie mithalf, unterließ
es, sie bei der Rentenversicherung anzu-
melden. Agnes Baumann wehrte sich
nicht. „Heute wäre ich nicht mehr so
dumm. Aber damalsist dasGeschäft gelau-
fen, wer denkt da ans Alter“, sagt sie. Hel-
fer, die dem Paar zur Seite stehen, sagen,
dass es „so gerade über dem Hartz-IV-Ni-
veau liegt“.
Franziska Grashey – sie ist Sozialpäd-
agoginundBereichsleiterinbei der Caritas
–macht es wütend, wennsie ihre Mitmen-
schen von „Sozialschmarotzern“ reden
hört. „DiewenigstenLeute, diezuunskom-
men, sind selbst verschuldet in Not gera-
ten. Sehr oft werden sie durch Schicksals-
schläge zu Hartz-IV-Empfängern“, sagt
sie. Den meisten sei es unangenehm, über
ihre Situation zu reden. Die 44-jährige
Monika Bauer (Name geändert) dürfte zu
diesen Menschen zählen. Sie lebt in einem
Nachbarhaus, hat aber eine besondere Be-
ziehung zur Christof-Treu-Straße Num-
mer 7. Ihre Eltern waren die alten Vermie-
ter, bei denen Luise Pfeiffer in Neuhaus
wohnte.
Monika Bauer ist Hartz-IV-Empfänge-
rin. Nie hätte sie als junge Frau geglaubt,
dass ihr dieses Schicksal auferlegt wird.
Als Abiturientin mit einem Schnitt von 1,9
wolltesieTiermedizinstudieren. EinStudi-
um aber ließ der elterliche Geldbeutel
nicht zu, undsofingsiebei der Stadt Nürn-
bergimgehobenenDienst an. Nachder Ge-
burt ihresSohnes arbeitetesiebei der Deut-
schenTelekom, bis ihr Mannsagte, sie sol-
le zu Hause beimKind bleiben.
Kurz darauf geschah die Katastrophe,
über die Monika Bauer nur selten redet.
„Bei einemUnfall habe icham27. Juli 2000
schwere Kopfverletzungen erlitten“, er-
zählt sie meist. Aber es war kein Unfall:
„Mein Ex-Mann hat mich angeschossen,
als ichdie Trennung wollte.“ Seit 13 Jahren
hat sie quälende Kopfschmerzen, traute
sichkaumauf dieStraße. Inzwischenarbei-
tet sie im Secondhand-Laden der Caritas
auf 1,50-Euro-Basis. „Das Geld tut gut,
aber mehr noch, dass man wieder ge-
braucht wirdundnicht als ,fauler Hartz-IV-
Empfänger‘ abgestempelt wird.“
„Jeder in diesemHaus hat ein schweres
Schicksal“, sagt Sozialpädagogin Grashey.
Soauchder 85-jährigeFritzEger, der seine
Fraubis zuihremTodimvergangenenMo-
nat gepflegt hat. Als technischer Überset-
zer für die Automobilindustrie hat er gut
verdient. Vieles von diesemGeld spendete
er während des jugoslawischen Bürger-
kriegs für von Minen verstümmelte Kin-
der. „Arm?“, sagt er, „nein, bin ich nicht.“
Das würde auch der 25-jährige Markus
Karsten nie von sich behaupten. Seit sei-
ner Kindheit ist er durch einen Impfscha-
den schwer behindert. Er ist glücklich,
dass er bei der Internet-Buchungsplatt-
form „hotel.de“ einen Job fand. „Mit 800
Euro monatlich verdiene ich viermal mehr
als ineiner Behindertenwerkstatt“, sagt er.
Hinzu kommt eine Rente aufgrund des
Impfschadens. Und was fast mehr zählt:
Die Kollegen sagen oft: „Markus, du bist
der Beste.“
Am15.Mai 2015 wollen Markus und sei-
ne Verlobte heiraten. Sie lebt in der Woh-
nung nebenan. „Ich bin zufrieden, so wie
es ist“, sagt er. Und er gibt damit vielleicht
eine Antwort auf die Frage, warum Armut
imreichen Bayern so selten sichtbar wird:
Niemand gilt gerne als arm.
DIETRICH MITTLER
Die Bleistift-Kanone ist eine von Jörg Spraves früheren Konstruktionen. Bis die vielen Gummis gespannt sind, dauert es aller-
dings eine Weile. Da ist eine Klobürsten-Bazooka deutlich schneller geladen. FOTO: DANIEL PETER
VON HANS HOLZHAIDER
F
rüher, soetwazuFranzJosef Strau-
ßensZeit, konntees einemJourna-
listenbei einer CSU-Veranstaltung
leicht einmal passieren, dass er von den
Ordnern zur angemessenen Ehrerbie-
tung ermahnt werden musste. Wenn er
nämlichbeimAbspielender Bayernhym-
ne einfach sitzen blieb und auf seinen
Block kritzelte, statt stramme Haltung
einzunehmen, wurde er schon mal am
Krawattl gepackt und angeraunzt:
„Magst net aufsteh’, du Kloiffe!“
Das gehört nämlich auch zur bayeri-
scherLebensart, dass sichdieinnereHal-
tunginangemessener äußerer Formma-
nifestiert. Der früherebayerischeKultus-
minister Hans Zehetmair hat sich ein-
mal einenganzschönenRüffel eingefan-
gen, weil er beim Betreten der Basilika
zu Tuntenhausen in der Eile vergessen
hatte, das Knie zu beugen, was umso
peinlicher war, als er damals den Vorsitz
imdortigenKatholischenMännerverein
innehatte. Respekt vor Gott und Vater-
land, das bitten wir uns aus hier in Bay-
ern. Deswegen wählen wir auch im-
mer die CSU, weil man bei den anderen
ja nie so genau weiß, wie sie es mit Gott
und demVaterland halten.
SogesehenkannmandemErzbischof
Marx wirklich nur gratulieren zu der
Idee, die Bayernhymne indas Gotteslob,
das katholische Gesangbuch, aufzuneh-
men. Ein bisschen schade nur, dass da
erst einer aus Westfalenkommen muss-
te. Hätte demRatzinger ja aucheinfallen
können. Bei den Briten steht die Natio-
nalhymne schon längst im Gesangbuch
der Church of England. Ja, stimmt
schon, in England haben sie eine Staats-
kirche, und die Königin ist zugleich das
Oberhaupt der Kirche. Das würde dem
Seehofer vielleicht auch nicht schlecht
gefallen. In Bayern haben wir allerdings
keine Staatskirche, das steht in der Ver-
fassung. Aber das macht nichts, es funk-
tioniert ja auch so.
Das Erzbischöfliche Ordinariat Mün-
chen hat angekündigt, dass „Gott mit
dir, du Land der Bayern“ in den Kirchen
des Erzbistums künftig häufiger zu hö-
renseinwird. DieSozis werdennatürlich
sagen, dass es jetzt noch schwieriger
wird, einen CSU-Parteitag von einem
Gottesdienst zu unterscheiden. Die sind
aberbloßneidisch, weil „Brüder, zur Son-
ne, zur Freiheit“ nie ins katholische Ge-
sangbuch kommen wird.
Der Klobürsten-Kanonier
Jörg Sprave hat ein eigenwilliges Hobby: Er baut Maschinen,
mit denen er seltsame Dinge verschießt. Im Internet ist er ein Star
Als er einmal mit Kondomen
schoss, wurde das Filmchen
4,5 Millionen Mal angeklickt
Trotz Verwandtenaffäre:
CSU ist zufrieden mit sich
„Ich zeige keine Gewalt,
nur wie man Dinge
kaputt macht“
Privatschule schließt
nach Abi-Desaster
Augsburger Stadträte
schließen Vergleich
Jenseits vom Chancenland
Bayern betont gerne seine Erfolge. Das ist die halbe Wahrheit: ein Besuch bei Menschen, die ums Überleben kämpfen
Das alte Ehepaar lebt
von 1300 Euro Rente – was
gerade fürs Nötigste reicht
Niemand gilt hier gerne als arm–
deswegen sagen auch
die Ärmsten: „Ich bin zufrieden.“
Bernd Huber bleibt
LMU-Präsident
UNTER BAYERN
Gotteslob in
Weiß und Blau
Laut Arbeiterwohlfahrt sind
1,6 Millionen Menschen in Bayern
von Armut bedroht oder betroffen
MÜNCHEN · BAYERN 44 Samstag/Sonntag, 13./14. Juli 2013, Nr. 160 DEFGH
SZ-Grafik: Al Mohatsib; Quelle: Forschungsgruppe Wahlen
Wie empfinden Sie die Soziale Gerechtigkeit
heute in Bayern imVergleich zu 2003?
45%
Unverändert
32
Weniger gerecht
13
Gerechter
10
Weiß
nicht
Der jüngste Vortrag vonAuguste vonBayernimMai
lautete: „Werkzeuggebrauch und innovatives Ver-
halten bei Vögeln“. Die 34-jährige Referentin ist die
älteste Tochter vonLuitpoldvonBayernundExper-
tinauf diesemGebiet. Siehat über diesozialeIntelli-
genz der Dohlen promoviert. Angefangen hat da-
mals alles in der Schule mit einer Facharbeit über
Gänse. Auguste war 17 und wollte über die Aufzucht
von fünf Kanadagänsen forschen. Die Lehrer in
St. Ottilien im Landkreis Fürstenfeldbruck gaben
ihr die Erlaubnis, bedachten allerdings nicht, dass
nachdemSchlüpfender Gänse die Jungtiere auf die
ersteKontaktpersonkonditioniert werden–Augus-
te. Die Folge war, dass dieSchülerinfünf watscheln-
de Begleiter mit indenUnterricht nahm. „DenSom-
mer musste ich dann auf dem Schulhof verbringen
und dort meine Aufgaben erledigen.“ Es kam zu-
dem in den folgenden Jahren immer wieder vor,
dass sie verwaiste Entenküken aufzog. Mit 19 lebte
Auguste für zwei Monate zusammen mit einer For-
scherininder Serengeti, umdas Sozialverhaltender
Hyänen zu erkunden. Anschließend ging sie für ein
Jahr nach Kapstadt. Heute forscht die Frau in Ox-
ford über die Intelligenz von Rabenvögeln und be-
treut Doktorandinnen am Max-Planck-Institut für
Ornithologie in Seewiesen nahe Starnberg. Die For-
scherinist als Vogel-ExpertininihremUmfeldmitt-
lerweile bekannt, und es kommt regelmäßig vor,
dass Menschen ihr erkrankte Vögel bringen. Auf
dem Anwesen der Familie steht auch eine Voliere,
wo dann eben manchmal eine junge Saatkrähe un-
terkommt, die ein wenig aufgepäppelt werden
muss. Auguste vonBayernist eine Rabenmutter, im
besten Sinne. CRO
Die Ornithologin
Auguste von Bayern forscht über Vogel-Intelligenz
Ludwig
*1982
Konstantin
*1986
Maximilian I. Joseph
1756 – 1825
Ludwig I.
1786 – 1868
Adalbert
1828 –1875
Ludwig Ferdinand
1859 – 1949
Adalbert
1886 – 1970
Konstantin
1920 – 1969
Leopold
*1943
Franz
*1933
Max Emanuel
*1937
Manuel
*1972
Maximilian II. Joseph
1811 – 1864
Ludwig II.
1845 – 1886
Otto I.
1848 – 1916
Luitpold (Prinzregent)
1821 – 1912
Ludwig III.
1845 – 1921
Rupprecht (Kronprinz)
1869 – 1955
Franz M. Luitpold
1875 – 1957
Ludwig K. Maria
1913 – 2008
Luitpold
*1951
Heinrich
*1986
Karl
*1987
Albrecht
1905 – 1996
Die männliche Erbfolge
des Hauses Wittelsbach
S
Z
-
G
ra

k
: E
id
e
n
König
Natürlich hatte Ludwig auch einen Auftritt bei der
Premiere von „Ludwig II.“ Im Dezember kam der
Historienfilmin die Kinos, und auf dem roten Tep-
pich im Mathäser-Kino war auch Ludwig von Bay-
ern geladen, Sohn von Luitpold. Doch der junge
Mann erleidet das gleiche Schicksal wie viele reale
Vorbilder bei großen Premieren: Gefragt sind die
Schauspieler, niemandinteressiert sichfür denwah-
ren Prinzen. Als Ludwig von einem herumirrenden
Kameramanngefragt wird, wer er dennsei, antwor-
tet der Gefragte nur mit einem knappen „Ludwig
Bayern“ und hinterlässt den armen Mann nur noch
verwirrter. Wennder 31-Jährigesonst öffentlichauf-
tritt, was selten der Fall ist, dann ist allerdings klar,
wer er ist. ZumBeispiel, als er imApril die Botschaf-
ter Bayerns auszeichnete und denGeehrten zusam-
men mit Bayern Finanzminister Markus Söder die
Medaille „Ludwig I.“ überreichte. Ludwig ist froh,
im Gegensatz zu den royalen Kollegen des briti-
schen Königshauses selbst entscheiden zu können,
wo man auftritt undwo nicht, sagt er. Prinz William
zumindest beneide er nicht. „Ich bin stolz darauf,
was meine Familie in Bayern bewirkt hat, und ich
binstolzauf Bayern“, sagt Ludwig, der bei seinenra-
ren Auftritten meist ein wenig schüchtern wirkt. Er
hat Jura studiert und promoviert. Spätestens nach
demKinofilmimWinter mitsamt demgroßenMedi-
enechokannmanihnnunallerdings mit keiner Fra-
ge zur Historie seiner Familie mehr überraschen.
SeinenMythos habe Ludwig II. selbst gelegt, erklärt
Ludwig, außerdemist er der Meinung, dass der Adel
in der Gesellschaft keine Rolle mehr spielt. Und auf
einemSchloss von Ludwig II. will der junge Ludwig
nicht leben, das sei furchtbar unpraktisch. CRO
Der junge Mannhat den höfisch huldvollenHabitus
überhaupt nicht drauf. SowieKonstantin, 26, jüngs-
ter Sohn von Leopold in Bayern und seiner Frau Ur-
sula, im Juli vergangenen Jahres in München auf-
trat, erinnerte er eher an einen schüchternen Aus-
tauschstudenten als an ein stolzes Mitglied der Kö-
nigslinie. Konstantin legte zur Eröffnung eines
Jeans-Ladens in der Theatinerstraße als DJ Musik
auf undwirktefroh, dass zwischenihmunddenjun-
genMünchner Szene-Girls inluftigen Sommerklei-
dern ein breiter Tisch mit Plattentellern stand. Ver-
tieft in seine Playlist hatte er den schief aufgesetz-
tenKopfhörer engandieSchulter gepresst. Konstan-
tinwurde extra für diesenAbendaus Londoneinge-
flogen. „Ich studiere dort Kommunikationswissen-
schaften, bin aber viel unterwegs als DJ“, sagte e