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K.

F,

Solger

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Vier Gespräche

über das Schöne

und

die

Kunst

Berlin 1907
Verlag von Wiegandt

&

Grieben (G. K. Sarasin).

Herausgegeben und eingeleitet von Rudolf Kurtz

1307

LIBRARY
745274
UHIVERSITY OF TORONTO

Das Leben Karl Wilhelm Ferdinand
Es
gibt unter

Solgers.

den Philosophen
sie ein

einige, die

weniger aus Lust an

der verstandesmäßigen Analyse der Begriffe zu ihrer Wissenschaft

kommen,

als

daß

mächtiger Drang nach Wahrheit zu dieser

endgültigsten Arbeit des menschlichen Geistes treibt. Derselbe Trieb,

der den Dichter

zum
gilt,

Kritiker werden läßt, treibt den Kritiker
die

zum

Philosophen. Es

Vernunft zur Höhe des Gefühls zu er-

heben. Der Dichter fühlt in seiner Seele den Drang nach Äußerung.

Staunend betrachtet er dieses Phänomen und sucht es durch Nachsinnen auf seinen Ursprung zurückzuführen,

um

den verworrenen

Prozeß des Reifens klar und geordnet zu durchblicken. Er ahnt ein
bestimmtes Gesetz
in

— welches nur eine Methode
Es erwacht
Trieb
in

den Produkten seines dichterischen Schaffens
ist

und

Gebilden objektiviert haben braucht

— und nennt es Schönheit.

sich nicht

zu selbständigen

zu erkennen, was ein anonymer Durchschürfung dunkler und entlegener Seelengebiete führt ihn endlich zu Begriffen, welche keiner weiteren Zerlegung fähig sind, und die er als ständig wiederkehrend im Schönen gewahrt, und deren eindeutige Schärfe einen Aufbau ermöglicht. Die intuitive Methode der Selbstbeobachtung wandelt sich in die mathematische der Philosophie, die unbekümmert um individuelle Eigenschaften nur auf das Allgemeine und Notwendige aus ist. Dieser Philosoph wird seine Gewinste als Befruchtung seiner künstlerischen Eigentümlichkeit empfinden und ihnen eine Form zu geben suchen, die ihrer hohen Herkunft würdig ist. Was seine rastlose Vernunft aus der Fülle seiner kunsterfüllten Seele auslas und sammelte, wird er so darstellen, daß die künstlerische Offenbarung anschaulich auf den Leser überspringt. Dieser Typus
die Sehnsucht,

ihm

ihm

befahl. Die rastlose

des Philosophen, der in unserer Zeit nicht allzu häufig

ist,

der das

Feuer einer leicht entzündlichen Einbildungskraft mit der kalten
Schärfe des Systematikers vereint, scheint mir in Karl Wilhelm

HI

Ferdinand Solger zu einer beispielhaften Entfaltung gelangt zu
sein.

Solger
sichtigt
sich,

ist

von der Wissenschaft verhältnismäßig wenig berück-

worden. Die meisten Geschichten der Philosophie begnügen seinen Namen mit Achtung zu erwähnen, und diese typische

Hochachtung geht von einem zum andern über. Die Literaturgeschichten kennen ihn entweder nur als Freund Tiecks oder erwähnen seine Schriften unter irgend einem nichtssagenden Schlagwort, ohne nur im geringsten die Hochachtung vor dem vortrefflichen Mann außer acht zu lassen. In der ,, Allgemeinen Deutschen Biographie" hat man ihn übergangen, in den zahlreichen Sammelwerken findet sich sein Name nicht. Er scheint mit seiner Zeit völlig begraben, eine einigermaßen eingehende Schilderung seines Lebens

habe ich nirgends finden können. Und lediglich diesem Zwecke einer ungefähren biographischen Orientierung will diese kurze Skizze
dienen. 1)

Februar 1780 zu Schwedt geboren. Seine erste Jugend verlebte er in dieser kleinen Stadt, die nüchtern und arm den Knaben ganz auf sich zurückführte. Sein Vater war Direktor der markgräflichen Kammer; streng, korrekt, verband er gerechte
Solger
ist

am

28.

Einsicht mit einer aufrichtigen, geraden Liebe zu seinen Kindern.

Er war humanistisch gebildet und suchte seine Kenntnisse in seiner Lebensführung auszudrücken. Es war ein stiller Ehrgeiz in ihm, seinen Haushalt in jeder Beziehung vorbildlich zu gestalten. Sein Leben regelte sich streng nach Grundsätzen, an denen er unerschütterlich festhielt. Als Karl geboren wurde,

war

er bereits ein

Vierziger, der die Vaterschaft schon zweimal erlebt hatte, also weit davon entfernt war, in seinen Sohn verliebt zu sein. Ohne von den Erziehungsexperimenten der Zeit sonderlich berührt zu sein, machte
er auch hier seine Grundsätze geltend, in die Karl einfach hineinzuwachsen hatte. Er war nicht im geringsten pedantisch, aber es lag in seinem Charakter, jede Sache mit einem gewissen würdevollen Ernst zu behandeln. Vor allem sorgte er dafür, daß die Kinder in seinem Hause nie ein schlechtes Wort hörten oder eine unpassende Handlung sahen, ,,das Beispiel der Eltern und der Ton des Hauses", so meinte er, ,, müssen bei der Erziehung der Kinder
1)

Ich behalte mir vor,
kritisch

Bedeutung Solgers

an anderer zu berichten.

Stelle

eingehend über die historische

IV

Tieck erzählt eine Anekdote aus dieser Zeit. I. stille Frau. a. von einem so edlen die Grundlagen sein. in der Verehrung ihres tatkräftigen Mannes aufging und sich mit zärtlicher Liebe der Erziehung ihrer Kinder widmete. Seine vielseitige Bildung. I. Damit wußte er den jüngeren Bruder zu unterhalten. „daß diese komische Feierlichkeit. O. die den jungen Solger gut charakterisiert: „Schon früh hatte Solger das Talent. wenn ihn dieser aber deshalb zu ungelegener Zeit quälte. als ein Bild der Grille ange- von 1) Solgers nachgelassene Schriften und Briefwechsel. Bd. Denken Sie. die sich ernsthaft macht. machte den Aufenthalt in seinem Hause angenehm. den freigebigen altes deutsches Gastrecht zu spielen.. Herausgegeben Ludwig Tieck und Friedrich von Raumer. Der aufmerksame Sinn der Kinder entnahm den Gesprächen bald hier bald da eine Wendung. das bei Wirt an jedem Fremden ausaller Würde schmiegsame und zuvorkommende Benehmen. Und es kam seiner Gemütsart ganz entgegen. die ihm so gefiel. a. als Ihnen Figuren zu schneiden! "3) An diese Erzählung knüpft Hegel eine Bemerkung. XL .und Ehrgefühl und kindliche Ehrfurcht seien wichtiger als Ermahnungen und Straf en''. er meint. Bd. Tiere und menschliche Figuren in Papier auszuschneiden. O. Charakter erzogen und in früher Jugend gebildet zu sein". S. warb sich schnell den Ruf eines drolligen und geweckten Knaben. diese Ernsthaftigkeit. ein offenes Haus zu führen. Er war daß er die Kinder ruhig bei den Erwachsenen ließ. VIIL 2) a. VIIL 3) a. damit sie sich an ihrem Benehmen ein Beispiel nähmen. pflegte er wohl eine sehr ernste oft Miene anzunehmen. so daß es nie an Gästen mangelte. hing dieser bis an seinen Tod mit unverbrüchlicher Liebe an ihm: „er pries sich glücklich. wie meist in solchen Ehen. die.^) So in allem seinem Sohne ein Vorbild. Vor allem reizte ihn die steife Etikette der Zeit. daß ich nichts anderes zu tun habe. die weniger berechtigt als für Hegel bezeichnend ist. Seine Stellung gebot dem Vater. 2) Seine Mutter war eine sanfte. und mit großer Heftigkeit sein unstatthaftes Begehren zurückzuweisen und zuzurufen: . Leipzig 1826. S. Bd. die Nichtigkeit. der übt. und besonders Karl ersich seiner Gäste so bewußt. S. Auf Karl Solger hat sich der Charakter der Eltern — auf schöne Art gepaart — vererbt. die sich in sich vernichtet.Sie" anredete. daß er lange Zeit seine Geschwister mit .. I.

i) Das gesellige Klima des väterlichen Hauses lockte mancherlei Talente aus ihm heraus. aber die als Prinzip der Ironie das Bewußtsein Solgers durch sein ganzes Leben verfolgt haf'. die ihn in keiner Stunde verließ und in seiner Übersetzung der sophokleischen Tragödien gipfelte." Er trat in 1) 2) Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik.Er war schlank und blühend. Seine Freundlichkeit war herzgewinnend. deren Kindisches von selbst durch die Reife und aus der Gediegenheit des Charakters verschwunden. Er sorgte nur dafür. etwas hervorstehend.. die ihm als charakteristisches Zeichen durch sein ganzes Leben begleitete. Mit 14 Jahren glaubte man ihn genugsam vorbereitet. Bd. 779. 405. Ein erhabener Zorn konnte zu Zeiten.sehen werden kann. Man liest. ich nicht beabsichtige. auslöschen. Große Freude bereitete ihm das Theater. Er genoß in einer kleinen Frei- schule den ersten Unterricht. S. um in Berlin ein Gymnasium besuchen zu können. wo er vor allem einem gründlichen Kenner der antiken Sprachen in die Hände fiel. I. Solger a. diese Gemütlichkeit. er sah in allem trotz seiner Nüchternheit eine Bereicherung des kindlichen Seelenvermögens. die selbst Kindern Vertrauen abgewann. sich selbst zu Balletten verstieg. Der junge Solger wird uns so geschildert: . Für alles leicht interessiert zeigte Karl eine außerordentliche Lernbegierde. im Ernst war der Ausdruck seiner Physiognomie überhaupt ein ganz anderer. ja. VI . Sein Auge war von klarstem Blau. wenn der Gegenstand wichtig genug war. und Tanzen. Jahrgang 1828. seine Stimme nach Schauspielerart zu einem hohen Pathos zu steigern. Fechten und Reiten gehörten zu ihren Beschäftigungen. irgendwelchen Vergleich einzuleiten wenn man wie er Vorstellungen inszenierte. Von dem Sprachunterricht des Pastor Biedemann resultiert die Liebe zu den antiken Sprachen. das auf den Knaben eine außerordentliche Anziehungskraft ausübte. Stuttgart. später brachte ihn sein Vater auf die Stadtschule. a. Gutmütigkeit und Adel der vorzüglichste Ausdruck seines Gesichts. denkt unwillkürlich an den jungen Goethe — wobei — . Der Vater ließ es ruhig geschehen. daß die Knaben körperlich gutgeartet blieben. von mittlerer Größe. Er liebte es. zu deklamieren und gefiel sich darin. die weit über das kindische Gefallen an den bunten Puppen hinausging. S. O. als wenn er lächelte.

Raumer. Ostern 1799 verließ er. „Mau pries sich glücklich. Rudolf Köpke. um in Halle die Rechte zu studieren. Ludwig Tieck. jedes Verhältnis zum Leben verloren Tieck.Kloster" ein. ohne den wissenschaftlichen Ernst nur einen Augenblick außer acht zu lassen. schreibt über diese Periode Solgers: „Wie ordentlich er auch. und nur kleine Ranküne und steife Pedanterie fand. mit den besten Zeugnissen versehen. i) Solger. S. Seine geselligen Talente schnell bei Lehrern sich eine beliebt. die Kollegien besuchte. Seine Schule war berühmt in Deutschland. zielbewußt. Um so elender. neu zu gestalten". Zeit Friedrich Gedike nüchtern. war. mit der zum großen Teil Jura behandelt wurden. Gedike. da er nach Wunsch seines Vaters in den Staatsdienst treten sollte. nicht geeignet. lernte mit großem Fleiße und zeichnete sich besonders auf dem Gebiete auf dem der alten Sprachen aus. und verbittert. Tieck schreibt. daß er Halle hatte ein gewisses Ansehen vor den anderen Universitäten Deutschlands. hatte den Unterricht vereinfacht und damit das Interesse das Gymnasium „zum Grauen für die lebendige Wissenschaft belebt. aus Pflichtgefühl. Wolf hatte es verstanden. mit einem glücklichen Blick für das Praktische. das Gymnasium. die veralteten Formen des Unterrichts nach den Anforderungen der neuen Zeit. Der große Philologe F. wie er von Professor zu Professor die. die die jungen Studenten fühlten. VII . ihn lebhafter zu dem Leben des Dichters. die Gebiete der Schulen an Lehren und Versuchen so reich war. der sieben Jahre vorher auch in Halle seine ersten lief Kollegien gehört hatte. Das griechische Leben gebar sich aus dem Staub akribischer Wortuntersuchungen zu der harmonischen Welt. Erinnerungen aus I. machten ihn und Mitschülern „ungemeine Liebe" erworben habe. der ganz den Beruf hatte. Leipzig 1855. schildert in seinen Erinnerungen ergötzlich. der zugleich in Halle studierte. dessen Leiter zu dieser ein Aufklärer vom besten Schlag. trockener waren die an- deren Kollegien. 16. so war die geistlose die damals 1) und oberflächliche Art. Bd. seine Wissenschaft durch eine reiche Zufuhr künstlerischen Geistes zu beleben. einen so aufgeklärten Ge- lehrten zu besitzen. Seine berühmten Homer-Vorlesungen hatten das Interesse für die antiken Sprachen neu belebt und machten Halle zu einem Sammelplatz der modernen hellenisch-begeisterten Philologen. A. erstarrt hatte. fast ein Musterschüler.

S. romantische" Autoren. Diese hingebende und zugleich zornige Begeisterung. sondern mehr durch seinen Gehalt an gleichsam kritischem Intellekt. . Eine seiner Tagebuchaufzeichnungen läßt erkennen. in alle um sie in vieldeutigen Formen ironisch Winde verflattern zu lassen.."i) blieb. XIV. und bezeichnend genug sind es im- mer wieder romantischen Elemente. wie er aus einem Tieckschen Drama das Revolutionäre herauskostet. a. der alles. das sich dem Rationalismus einerseits und der platten Sentimentalität andererseits gegenüberstellte. und andere kennen. den vielberufenen Geschichtsschreiber der Hohenstaufen. vor allem die über . Sein stärkstes Interesse konzentrierte sich auf die deutsche Literatur. aus dem sich vor einigen Jahren die romantische Schule geboren hatte. der die schwärmerischen Träumereien arrangiert. nur in dem Wolfschen Kolleg Befriedigung fand. O. daß der junge begeisterte Student. der sich 1) Solger a. die in dem jungen Friedrich Schlegel einen prachtvollen Typ von sentimentaler Blague und spielerischer Prophetie formte. Dieses Gefühl charakterisiert sich weniger als der jugendliche Überschwang mit seinem Drang zu überraschenden Taten.In Halle lernte Solger Hagen. sie bewußt macht. dessen sittlicher Rigorismus seine Gefühle aller- dings zu stark beschwerte. Raumer. er lernte an der griechischen Kunst seine eigenen Wünsche begreifen. mit Feuereifer studierte er die ihm zugängliche Literatur. Es war Aufsprühen des Gefühls. treuherzigen Ton erlabt. An vielen Stellen zeigt sich deutlich der histo- an dem alten. wirkte auch in der Seele Karl Solgers. und an einer Erzählung als Hauptverdienst „den alten Ton lobt. I. Solger lebte durchaus in ein dem Gefühlsklima. den großen Germanisten. der gar nicht besser getrofrische Sinn der Romantiker. Sein Verständnis für die Kunst wuchs. Seine Liebe für die Griechen empfing hier die tiefere Begründung. begeistert einsog. welche er lobt und be- wundert. was mit Kunst irgendwie Berührung hatte. . mit denen er fortan in inniger Verbindung fesseln . im Mittelalter schwärmt. wenn er es auch hinterher zu ent- schuldigen sucht. VIII . Zumeist sind es kunstkritische Aufzeichnungen. sie als Revolutionen gegen das Trockene berlinischer Kultur empfinden läßt. Es war natürlich. Bd. und seine Tagebuchaufzeichnungen aus dieser Zeit weisen die Richtung seines Geschmacks sehr deutlich auf.

keivertieft dieses Bedürfnis stenzfrage. fast religiösen Eximit der ganzen aufgetragenen Herzlichkeit eines Zwanzigjährigen in sein Tagebuch schreibt: . „Allerdings sehe ich den Nutzen voraus. philosophischen Lustspiels". 0. wenn ich bedenke. aus dem sich allmählich ein sogenanntes . wenn er nen. ii. I5f. Bd. Ein sehr guter Hauptgegenstand dafür wäre wohl ein junger Mann. 1) 2) a. Plan. vielleicht nichts sein. I. S. das bei Friedrich Schlegel fast maniakaHsch auftritt. Dies könnte einen Teil meiner eigenen innern Geschichte enthalten". In Halle war jedoch eine Vertiefung seiner philosophischen Kenntnisse unmöglich. .. a. nach Freundschaft.. treibt ihn zu intensiverer Beschäftigung mit der Philosophie. und von weisen Menschen auf den rechten Weg gebracht würde. O. S. den das halbe Jahr in Jena für mich haben wird. um dort Schelling zu hören. O.. wohl wissend..i) Ganz romantisch ist das Bedürfnis nach ge- meinsamem Leben. 8. kulminierte sein ganzes Interesse in dem Kolleg Schellings. daß der Gewinn für sein Brotstudium sehr gering sein würde. als Ursache der Vielheit ist er eine intraSolger a.Es soll Philosophie mit Poesie verbunden enthalten und sich über mehrere philosoder Kraft. O. ein phische Gegenstände ausbreiten. der mit hohen Begriffen von Liebe und Freundschaft durch die Unempfindlichkeit der meisten Menschen von dem Glauben an die Menschheit abgewandt worden wäre. Bd.fen werden kann". I. a. Kränzchen" bildete. Bd. In lebhaften Disputatio- nen mit dessen Bruder Karl — über Materien wie: Gott ist als Einheit Ursache der Vielheit. gemeinsame Ausflüge mit Freunden hatten seine Liebe zur Natur verstärkt. S. 4) a. als der einfachere Charakter. IX . den ich in höherm Sinn Freund nennen könnte. und so ging er nach Jena. und fröhliche Feste ließen sich überall feiern. aber dieser Nutzen dürfte für mein bürgerliches Fortkommen wenig.. S. Reiche Anregung gewährte ihm Zusammenkunft mit seinen Freunden. a. den ganz dies Streben nach höherer Vollkommenheit belebte. Solger. a. daß ich noch nicht den gefunden habe. Auch sonst hatte er die Geselligkeit nicht vernachlässigt. Mut und Einfalt vereinigte. Zuweilen wird mir bange. I."^) Wie er voraussah. 3) a."^) Schon jetzt faßt er den Buch in Dialogen zu schreiben. wie Tieck den die . 17. Bd. Erwin" einmal nennt. I. 3) Diesef Gedanke eines . zu einer moralischen.

als Einheit eine dem fehlt einen oder dem andern ihm extramundane Intelligenz. . die sich so unmittelbar und restlos in sein Gefühl umsetzten. Überraschend ist die Einfühlungsfähigkeit des Zweiundzwanzigjährigen. . Von Paris aus schreibt er an seinen Bruder. sein Geschenk des Lebens und kaum aufkomdiese passionierte Dankbarkeit men. mit der Wissenschaft seinen Lebensunterhalt zu verdienen. ich werde mich nie ent- X . der die nationalen Differenzen mit sehr klaren und naiven Worten schildert. für das Typische einer Persönlichkeit vereint sich in diesen Reiseschilderungen mit der farbigen. ist gleich weit ge- — schärfte er seinen Geist für die Subtilitäten der Identitäts- philosophie. er exzerpiert gleichsam seine Spaziergänge. Vor allem führte ihn Schellings Philosophie reiche künstlerische Impulse zu. die Denkens aufschloß und seiner Philosophie die entscheidende Richtung gab.. Vielmehr will er irgend eine Anstellung annehmen. Mit bitterer Schärfe geißelt er die berliner Modesklaverei. Die spärlichen Aufzeichnungen. . wohl begeisterten aber in nichts affektierten Menschen. um in diesen Feierstunden seinen Künsten leben zu können. Ostern 1802 unternahm er mit einem Freunde eine Reise nach Frankreich und eine ganz neue Sphäre seines und schönheitsdurstigen Geist starke und wirksame Eindrücke vermittelte. unmittel- bar frischen Erzählung eines natürlichen. die seinem begierigen blick in den Aufruhr seiner Seele. die trunken zum erstenmal die für Herrlichkeiten dieser Welt schaut. die uns über diese Periode unterrichten. die ihm viel freie Zeit läßt. So empfindet er seine Betrachtungen als Studien. deren Originale er inParis findet. Ein nach seiner Heimkehr in Schwedt ausgeführtes Tagebuch gibt uns lebendigen Einder Schweiz.. Neue mit und sucht jedes Erlebnis für seine Bildung fruchtbar zu machen. Ein ungemein scharfes Auge das Eigentümliche landschaftlicher Reize. Seine ihm das reichste läßt den Gedanken eines Broterwerbs interpelliert — . der ihn wegen ist ihm Denken für seinen heimlichen Beruf vollenden. daß er dieser Entlehnung nie gewiß wurde und mit ihnen als eigenen Produkten des Denkens philosophierte. Ihn nur unter Attribut zu denken.mundane. für das Besondere in irgend einem alten Kunstwerk. lassen erkennen. daß diese Zeit schwerer und fruchtbarer Arbeit die reichste und schönste seiner Jugend und fast ein Erlebnis war. die sein Wissen von der Seite des Lebens bereichern und Arbeit. Er bringt ein scharfes und geübtes Auge für alles Bunte.

a. O. 3) Solger a. Jedes schließen können. die der griechischen ebenbürtig wäre. Bd. S. sein juristisches Fachstudium für die Philosophie fruchtbar zu machen und treibt mit besonderem Eifer das Studium der Philosophie und der Literatur. seine reiche Begabung für die Wissenschaft fruchtbar zu machen. ein reines. 94. die momentane Intuition eines plötzlichen Er- schauens in die eiserne Fessel eines philosophisch konstruierten „Fragments" festzulegen. die nach der Möglichkeit einer deutschen Tragödie. und daß die genannten Wissenschaften mich unmöglich zu ihrem Eigentume zu machen fähig wären. ungeachtet sie anfangs ein blos eigennütziges dafür hatten. 63. und poetische Kritik (im weitesten Sinne) ohne philosophische Bildung war ein Unding. gewann er sich durch seinen Eifer und seine Pflicht- treue die Zuneigung seines Vorgesetzten. 88. die ich doch nur Geist so in aus Eigennutz zu treiben anfing. der ihm selbst riet. Es zeugt dafür eine Aufzeichnung. a. Es ist für Solger bezeichnend. für welche alles. Trotz seines Vorsatzes. Bd. Bd. 0. a. "2) Er sucht nach Möglichkeiten. objektives Interesse bekommt. daß mein Interesse daran nur das ist. Solger scheint sich an der Sprache der Athenäumsfragmente geschult zu haben.digste Beschäftigung halte wollte. S. I. "3) Es war unter der jungen Generation dieser Gottheit. die keinen dunklen Fleck duldet. die ich für meine würund ohne die ich lieber gar nicht leben Amt. von denen A. soll sein"i). Der stärkere Akzent beginnt sich auf die philosophische Seite der Kunst zu legen. an ihrer 1) 2) a. Zeit ein Bedürfnis. Kriegs- mir willkommen und Domänenkammer Anals stellung. So gewinnt mich jetzt nach und nach Staatswissenschaft und Ökonomie. 1803 fand er in der Kgl. sucht: „Es fehlt noch an einer allgemeinen poetischen Ansicht der Welt und der wohin uns nur die größte philosophische Bildung bringen kann. fährt er fort: „Indessen fühle ich. Schlegel einmal im Athenäum spricht? Es sind die. W.Bin ich wirklich von der Art Menschen. I. a.." Doch mit redlicher Selbstanalyse. daß mir nur Zeit läßt. daß er in sein Tagebuch schrieb: . daß die nur mechanische Ausübung seiner Berufsgeschäfte seinen bisher nur auf die Wissenschaft gerichteten Anspruch nahm. welches jeder wahre Mensch auch nehmen sollte. die Studien aufzugeben. I. XI . was sie berühren. S. dieses Amt nur Broterwerb zu betreiben. 0.

die Solgers Paradoxe belebt. in neuen Formen bereichert. Der philosophisch schwache Tieck schöpfte nur die Außenseite von den Theorien und verwertete das. Eine Aufzeichnung über Novalis kopiert auffällig diesen Stil. a. einen neuen und äußerst kühnen Versuch. Bd.dunklen und wie durch gefärbtes Glas leuchtenden Weisheit. I. O. daß Deutschland nur einen Romantiker (mit spezifischer Betonung der literarhistorischen Bedeutung) gehabt. Nun gar Solger steht zu den Theorien der Romantik noch entfernter: nur Akkorde waren."-) Es entspricht durchaus dem Geist der damaligen Zeit. in einer Zeit. S. die bei ihnen Umformung der Ironie hinreichend darstellt. Bd. zu sagen. Er tik. die gleich ihm den Ruf haben... S. Friedrich Schlegel A. du entzündest in der innersten Tiefe des menschlichen Gemüts den irdischen Stoff am ewigen Strahle. und Sehnsucht in ihm schmilzt zusammen zu der gläubigen Verehrung Gottes: . unerbittlich zu Ende. Solger a.^) Doch fehlt diesen F. seine oft schief gerichtete dichterische Intuition vermittelte. ein Epigone der Roman- wie Tieck. was ihm . sondern das Vorhandene differenziert. I. er nennt den Ofterdingen . einer reichen und schöpferischen Phantasie' ' .bis zur Religion" wo es sprichzu treiben.0 Religion. W. ausgeführt mit einem für das Unendliche flammenden Herzen. sind Differenzierer und Verformer. den . Schlegel und Novalis. Schlegels. Von wie wenigen bist du gefühlt . wörtlich war.Satanesken"ist Freude. heiliger Schutzgeist der Menschheit! . etwas pathetischen Breite mehr ist Tieck ähnlich. alle Dinge 1) . ihre höhnisch geschliffenen Apercus prüft er auf ihre philosophische Grundlage und vervollständigt sie. O... ihrer scheinbar freimütigen und mit Fleiß snobistischen Offenheit. wie es seine er führt Einfälle. wo sich Welt und Ewigkeit berühren. 95. 118. XII . an ihrer spitzen Paradoxie. Aufzeichnungen vollkommen die subtile ist die geschliffene Kürze und fast überirdisch-abstrakte Geistigkeit Novalis und in ihrer leicht dozierenden. du bist das heimliche Heiligtum. Quell alles Endlichen in Gott zu legen.. die Poesie durch das Leben selbst darzustellen. a. Es ist kein Paradoxon. Es stark verdünnte Schlegelsche . Man kulti- 2) a. tiefe Religiosität lassen Sein Hang zum alle Mystischen und seine ihn alles Artistische in die letzten Tiefen des menschlichen Herzens projizieren. er hat ihr wie dieser keine neuen Inhalte gegeben.

"!) Seine literarischen Studien. XIII .. Bd.. Diese intensive und hingebende Beschäftigung mit den WissenSolger a. O. Freitagskränzchen" — hinter dessen sanftem Namen sich Unter- wieder stark haltungen über die subtilsten Materien verbargen in Anspruch genommen. ist.. 3) a. 131 f.W. Bei diesen Unterhaltungen war Solger auf — nach dieser schönsten Es war ihm eine Notwendigkeit. Verklärt-Nebelhafte um das Haupt des Dichters... 0. Solger tadelt einmal an einem Aufsatz von A. bringt ihn so ohne alle mit Gewalt den Zuhörer an sich. Seufzer Zeit tauchen aus allen späteren Briefen auf. O. Schlegels brünstiges Schreien nach . die Weihe der das Bewußtsein gespiegelt Inspiration — obschon man sie als in empfand — das Göttlich-Dunkle.. I24f. Bd. I. gepaart mit interesse setzung des Sophokleischen Ödipus anregten. a.Symphilosophieren". ein Bedürfnis. Solger ist von dem energischen. S. 134. kühnen Hypothesen und scheinbar unerbittliche Logik imponierte gewaltig und Fr.vierte die Heiligkeit der dichterischen Empfängnis. gebildeter Ge- dem Gipfel irdischer Glückseligkeit. Schlegel über Dante: . noch Empfänglichkeit genug für die erhabene seinem Lebensan den antiken Sprachen. schreibt er an seinen Bruder Friedrich. um nach Jena wo Fichte las. a. die 1804 erschien.. die ihn zu einer ÜberEinfalt. seine Gedanken an andern zu schärfen und zu stählen. stark persönlichen Auftreten Fichtes hingerissen. mit unendlichem Vergnügen und Vorteil wie ich hoffe"2). keiner Schonung in die schärfste Schule des Nachdenkens.Die französische Revolution. Er bewundert seinen streng philosophischen Vortrag. I. . . Fichte war zu gehen.Ich höre jetzt Fichtes Kollegium über Wissenschaftslehre. Schlegel hatte in dem bekannten Athenäumsfragment geschrieben: . Im Sommer dieses Jahres benutzte er einen Urlaub. Bd. hatten ihn besonders auf das Studium der griechischen Klassiker geführt. a. S. seine Meister sind die größten Tendenzen des Zeitalters".Er hat nicht die gehörige heilige Scheu vor dieser hohen Mystik. I. Fichtes Wissenschaftslehre und Goethes der große Mann der Zeit. 1) 2) a. das allen Romantikern — als den geborenen Dialektikern — innewohnte und dessen stärkster Ausdruck Fr. S."^) Unter dem Druck dieser starken Impulse wird das „Kein anderer reißt so . selligkeit".

Es war Solger Bedürfnis. XIV . Und das Gespräch war ihm in Wahrheit Lebensbedürfnis und seine Kunst in geschickter und schöner Führung einer Unterhaltung war keine geringe. gegliederter. I. Er ist ein Dichter der Abstraktion. Anfeuernden. Materialhäufungen tre- nimmt allgemeinere For- men an und verdichtet sich zu Aufzeichnungen über die Mythologie. Er blieb durchaus der dichterisch-bewegte Mensch in seiner Wissenschaft.Schäften machte es Solger unmöglich. S. und als Vereinigung beider. der philosophische Dialog. Diese Niederschrift zeigt die beiden Tendenzen seines Lebens: Philosophie und Gespräch.. des Erkennenden. 1806 nimmt er Abschied von der Kammer. Er glüht in ihren Erkenntnissen. a. . Bd. Theoretischen und des Geselligen. die Wahrheit künstlerisch 1) Solger a. Er gestaltet die Logik. wie der Künstler in den Gebilden seiner Kunst.. seinen immerhin doch nur aufgezwungenen Beruf beizubehalten. der jede Spannung seines intellektuellen Vermögens seelisch erlebte. farbiger. über deren historischen Charakter er ein Buch schreiben will. nimmt eine mehr esodem leichten Beiklang charakterisiert sich nun auch ausgesprochene der nach außen hin als sein eigentlicher Beruf. Im Bewußtsein kleinen Apercus. Sein Dasein terische Färbung an. Jede Antwort gibt ihm fruchtbare Impulse. 0.und was ist die Philosophie ohne Mitteilung".. 779. in Hand Hand damit geht sein Studium ist der Philosophie. . Und charakteristisch genug beendet er diesen Satz . Er formt im Begriff. die subjektiven Aufzeichnungen von Augenblicks- zuständen. Dieser rein äußerliche Schritt hatte für ihn die gewaltigsten inneren Folgen. die künstlerisch gerundeten Fragmente ten an ihre Stelle. Seine Gedanken verfeinern sich im Gespräch. die philosophische Kunst. als der Zweck seines Daseins.. Was er früher nur mit des passionierten Laien getrieben. sie schön und lebendig zum Ausdruck brachte.Nur wenigen Menschen war dieser Zauber der Sprache verliehen.Was das Leben ohne Philosophie" lautet schon eine Aufzeich- nung vom Jahre 1804."^) Er gehörte zu den Menschen. Sein religiöses Interesse und metho- disch angeordnete Exzerptensammlungen. Jedes Aussprechen schon macht seine Worte reicher. die vor allem durch das Wort zum Denken gezwungen werden. . Auch dem Uneingeweihten sprach er klar und faßlich über schwierige Gegenstände. Zeit befällt ihn ein nun eroberten freien ungeheurer Pflichteifer und schwemmt die fort.

151 — XV I t . München 1868. 163 u. so war sie ihm zugleich das Regulativ menschlichen Handelns. 2) Lebenserinnerungen und Briefwechsel von Friedrich von Raumer."^) Diese Art seelischer Vornehmheit.darzustellen" schreibt Lotze. Solger war — und niemals hat er auch nur eine Sekunde lang seine Forschung nur als solche betrieben. und diesen Eindruck ehrlichen. Die Philosophie war ihm theoretische Reli- gion. daß man auch in der geringfügigsten menschlichen Handlung ihren Einfluß ereben durch seine Hinneigung zur kennen müsse. Und diese innere Festigkeit gab ihm wohl die Philosophie. die in dessen die Erinnerungen" stehen: . S. sich zu Kindern herabzulassen. a. 3) Solger a.. daß er eine primitive. die feste Rechtlichkeit seines Charakters war verklärt durch Heiterkeit."-) Diese heitere Freiheit seines Benehmens. a. Und wie ihm die Philoalles sophie Religion war. einfachen Worte Raumers. Geschichte der Ästhetik in Deutschland. Zweiter Teil. ohne sich an individuelle Absonderlichkeiten zu verlieren. wie man es wohl nennt.^) Philosophieren hieß ihm auf ist eine höhere Art Gott dienen. Der Adel seiner Seele. die uns von ihm überliefert sind. deren Erkenntnisse er suchte. Leipzig 1861. die mit Verzicht auf alles Persönliche rein der Sache dienten. — im Grunde dem rischer Verstiegenheit verstärken die . Bd. . konnte nur einem edlen und geläuterten Charakter entspringen. die Religion praktische Philosophie. unzerteilte Kunst eine praktische Natur Gestalt war. er verlangt nachdrücklich. Raffinements intellektueller und künstlefremd geblieben waren. Milde und liebenswürdige Anmut. Ich will an dieser Stelle eine Beobachtung Tiecks anführen. weshalb ihn auch alle Kinder (die durch Instinkt niemals von jener vornehmen ten Herablassung getäuscht werden) unbeschreiblich liebten.. Von Hermann Lotze. 99. die uns den reinen und liebenswer- Menschen klarer hinstellt. 1 und so schreibt er begeistert von Spinoza: S..Es war nicht seine Weise. Er glaubte. der in allen Betätigungen eine gewisse Würde innewohnt. „Philosophie der Glaube als Einsicht" schreibt er einmal. O. diese gläubige Naivität seines Wesens blickt uns aus allen Zügen an. O. Es ist nicht zu leugnen. Er liebte die durchsichtige Klarheit der Philosophen. mit seinem Streben der Menschheit und damit Gott zu dienen. 1. als alle pathetische Schilderung. sondern er war ohne alle Anstrengung Kind mit den Kindern und lernte von ihnen wie sie von ihm.

eigene Gedanken zu getragen haben. Er ahnte die zahnlose Aufdie die klärung unter ihren bunten.. Er erkannte wohldie künstliche Hitze der Pseudoromantik. welche mir die höchste Form der Poesie auszumachen scheint. Abenteuer erschwitzte.Das. schreienden Masken. die Kunst der Dialogen erneuert werden muß. . Philosophieren .. Voll von philosophischen Plänen fand er sich gezwungen." ^) Hier (1807) taucht zum erstenmal nach jener Aufzeichnung vom Jahre 1800 der Gedanke an ein Buch in Dialogen wieder auf. 146. S. was viele den Mystizismus nennen. In seinen Briefen beginnt er den Akzent stärker auf das Persönliche seiner Philosophie zu . Dies wurde ihm zur Pflicht in einer Zeit. Er fühlt sich als ein ganz besonderer glaubt. Und die Synthese von Kunst und System ist ihm eben das Gespräch.Wie sehr sticht gegen das Brausen und Philosophen diese reine Stille ab. 0.. S. das ihn dem Tode nahe brachte. als der philosophische Dichter. die in der Literatur alexandri- nisch die eben vergangene Epoche zu wiederholen suchte. Sein geistiges Leben spielte sich durchaus im Gebiete der Kunst ab.als Gelehrter privatisierte" nach Schwedt. 1) 2) a. als ihn im Winter des Jahres ein heftiges Nervenfieber befiel. Solger a. wenn man die erborg. der die systematisch ge- wonnenen Erkenntnisse künstlerisch darstellt. grenzt viel näher an Aufklärung. daß ihm seine Philosophie erst unter der Form der Kunst möglich wurde. Bd. wo er . das Wunderliche und Märchenhafte mit vielen Kopfzerbrechen konstruierte. . ten Lappen von ihrer armseligen Blöße lüftet.setzen. XVI . wo echte künstlerische Phantasie nur bei Wenigen war. Der Plan beschäftigte ihn lebhafter. 146. tagelang in absoluter äußerer Untätigkeit zu verbleiben. die für ihn die Form jedes inneren Erlebens war. Er ging von Berlin."^) Wogen mancher neuesten Zu solchen Betrachtungen und überbieten mußte ihn wohl seine Zeitführen. Bd. daß der gänzliche Mangel poetischer Phantasie (in einem Zeitalter) nicht darum die philosophische ausschließt und daß diese zu wecken....Ich glaube. a. In solchen Stunden mag seine Phantasie um so rastloser gearbeitet und dem überkommenen Wissen neue.. als man Worte für diese Unkunst. um dort den Sommer zuzubringen. Die Novalissche Forderung von der Kunstwerdung aller Wissenschaften war so lebendig in ihm. die gleich Menschenverstand" gemeinen schreit. 0." Er findet sehr scharfe über Typus. a. I. I.

der Plan des diese Zeit als die um doxie. obschon er die mystische Dunkelheit andeutender und doch bestimmter Geheimnisse als das eigentliche Land der Philosophie liebte: wir müssen uns zu seinen Studenten etwa so vorstellen. O. O. XVII . daß sich ihm vor allem die Form des Dialogs bestimmter gegliedert haben wird. logische Form. I. ein gleichzeitiges intensives ist er sich über seine philosophisch-künstlerischen Absichten voll- kommen im bezeichnet Erwin ist ihm aufgegangen. der dem dem Typ des Menschen nahe kam. Er Aufgabe seines Lebens: . Diese Krankheit bildet in aller Hinsicht eine Epoche in seinem Leben. zu erreichen. läßt sich nur im Gespräche darstellen. und sein Körper wurde stärkerund voller. 155. nämlich die Ideen. wie das des Novalisschen Meisters (in den Lehrsein erstrebtes Verhältnis 1) 2) a. Im Jahre 1808 wurde er Doktor der Philosophie und ging im Herbst des folgenden Jahres nach Frankfurt an der Oder. über die Dunkelheit seines Vortrages. und er hat wohl die Zeit dieses Krankenlagers Schwedt als etwas Entscheidendes in seinem Leben bezeichnet.. denn Tieck berichtet einmal dunkel und unklar: ." Und fährt dann fort. Und das sollte romantisierenden jungen Gelehrten nicht angenehm sein." i) Es muß ein großer innerer Kläruhgsprozeß in ihm stattgefunden haben. die mir die höchsten sind. 296 f. nachdem er wieder Gesundheit gewonnen. wie aber das System individuell und selbst erfahren wird.. wie sich diese Veränderung körperlich ausdrückt.wo er mit größtem Beifall philosophische und philologische Kollegia las". Es in fallen in seinen Briefen charakteristischere Worte über die dia- Studium Piatos ist Am Ende des Jahres wohl von diesem Gesichtspunkt unternommen. von dem Friedrich Schlegel Solgers Paradoxie ist sagte: Witzige Einfälle sind die Sprichwörter der geistreichen Leute. I. Solger a. S.Wie er vorher schlank und meist blaß gewesen war. . a.ich will keine Mühe und keine Kräfte sparen. Seine Zuhörer klagten zunächst über Paraklaren. Bd. auszubilden und auch anderen lebendig und anschaulich zu machen". das Ziel meiner Wünsche. nun gemäß seiner mehr systematisch ge- stimmten Persönlichkeit mehr dialektischer Art. a." 2) Es ist anzunehmen.kann und darf man nicht ohne System.. ja meines Lebens selbst. S.. ohne nur ein Wort über das Geistige zu verlieren: . zu schildern. Farbe. so bekam er jetzt. Bd.

das Angebot der Frankfurter Bürgerschaft. S. wie er meinte. sein begeisterter Vortrag führte ihm die Herzen zu. Solger a. ehe seine Philosophie den Verstand gewann. daß er es wagte. I. die als Kunstwerk auf die Phantasie des als den Hauptzweck seiner (der Studenten) Methode . die Sachen äußerlich recht weit zu übersehen und innerlich recht zu ergründen. i84f. mich bei schrocken. das Amt des Oberbürgermeisters in ihrer Stadt reiflicher 1) Überlegung lehnte Solger das relativ anzunehmen. Seine herzliche Anteilnahme für jeden ein- zelnen Hörer. Ein merkwürdiger Beweis für die Achtung. 0. I.. Nach hoch dotierte Amt 2) a. die sich schärfer . die sich Solger bei seinen Mitbürgern zu ist erringen wußte. Bd. Das macht der Trieb. xvni . windet. Solger trieb seine Philosophie in durchaus sinnlich erregtem Zustande. 170. Um so beliebter wurde er bei den Studenten und seinen Mitbürgern. Es ist dies zugleich ein praktisches Bedürfnis für die Einführung in die Philosophie. großes Aufsehen in Frankfurt. Der Mechanismus des täglichen Stundenplans war unterbrochen. Daher bemüht er sich alles auszutilgen.. Solger schließt. Philosophie zu treiben. dichterisch beschwingte Sprache angemessen seiner Lehren. Er bezeichnet es selbst standes möglich wird. a. die erst durch die Vernichtung des gemeinen VerHörers abzielten. daß der philosophische Lehrling die niedere Skepsis des . dem aufnahmebereiten. Die Mehrzahl der Professoren waren über den jungen Dozenten erstaunt und erhabe das Unglück. Bd.. und würdig gesunden Menschenverstandes" am ehesten durch die von Erfahrung unabhängige Phantasie übersoll wie ein Kunstwerk genossen werden können. Seine Philosophie was leer und abstrakt bleibt und seine Philosophie so klar und durchsichtig wie möglich zu gestalten. 0. Es kam ein frischer Zug in die etwas vertrottelte Universität.ihre Phantasie zu erregen und sie in dem Standpunkt des gemeinen Menschenverstandes irre zu machen" i). Schon aus dieser Zeit findet sich die Klage.lingen zu Sais) zu seinen Schülern. a.Ich und bitterer später wiederholt: meinen Schreibereien in zu große Weitläufigkeiten einzulassen. Doch schien ihm diese. S. ja manchmal ist die Begeisterung übertrieben und das Pathos allzu rethorisch. schönheitsempfänglichen Geist ohne weiteres zugänglich. in ihren Hallen die verrufene neue Philosophie einzuführen. "2) Immerhin bewirkte seine unerwartete und lebendige Art.

ab. Die Berufung nach Berlin erfüllte ihn mit doppelter Freude. öffnete sich ihnen angesichts der umgebenden Natur das Herz. für dieselbe Kunst. Sein Wunsch wurde ihm erfüllt. als daß er Er schätzte seinen Beruf sie um materieller Vorteile aufgeben sollte. und sie fanden sich in der gleichen Tieck. Bd. Und als Solger diesem klagend schreibt. fällt der Beginn seiner Freundschaft mit kennen gezufälligen einem lernt. daß ihm nun wieder sein schöner Traum vom gemeinsamen Leben zerstört sei. einen Ruf an irgend eine größere Universität zu bekommen.Das Schicksal führt uns wunderlich. die ihm einen größeren Wirkungskreis zuführte.**^) Dieser innige Verkehr mit Tieck und mit anderen Freunden. Köpke. der sie auch nie im Gedanken untreu geworden sind.. Gegenseitige herzliche Anerkennung gab den gemeinsam verbrachten Stunden eine größere Bedeutung und machte die Worte gewichtiger. berichtet: . Sein 1) voller I. wo Tieck nicht auf einige Tage in Berlin gewesen. der Eckermann Tiecks. zu treffen. Oft begannen ihre Unterhaltungen am frühen Morgen und nach kurzen Pausen fand der späte Abend sie noch in tiefen Gesprächen. Erst als sie sich zufällig im Riesengebirge begegneten und gemeinsam von Warmbrunn nach Schmiedeberg reisten. fügt er resigniert noch hinzu: . oder der Freund ihn nicht im Frühling oder im Herbst besucht hätte. tiefer. Auch hier geschah noch kein enger Zusammenschluß.. XIX . Haß traf die .. gemacht. und seine spezifische Begabung zu hoch. S. Bei Begeisterung für dasselbe Schöne. wo sie sich nicht gesehen hätten. a. So verketteten sie sich zu einer Freundschaft. 181 1. hatte Raumer eben einen Ruf nach Breslau angenommen. aus ehrlicher Liebe zur Wissenschaft. wo sich Tieck im Sommer bei seinem Freunde Burgsdorff aufhielt. dort seine Jugendfreunde. Im stillen hoffte er. die ihn in Berlin noch bedrückte.Kein Jahr verging. tröstete ihn über die geistige Misere. Als er in Berlin ankam. er hatte doch die Gewißheit. Sie hatten sich schon vor einigen Jahren flüchtig ohne sich sonderlich nahe zu treten. In diese Zeit.Nicolaiten und Mode- Köpke a. Raumer vor allem." Es hat ihn in bezug auf Raumer sehr wunderlich geführt. vor allem Raumer. Aufenthalt in Frankfurt hatte Tieck Solger aufgesucht und Solger hatte ihm darauf einen Gegenbesuch in Ziebingen. er wurde 1810 an die eben gegründete Universität in Berlin berufen. 0. 367.

— noch am ersten durch die Kunst abgelockt wird und daß sie sie diese in das Innere der Dinge zuerst hineinzieht. Philosophie zu betreiben. bil- Es war die furchtbare Zeit der ästhetischen Tees.. die den Hauptbestandteil der „guten" Gesellschaft deten. sondern wie sie alle Erscheinungen durchdringen und wir morgen beim Aufstehen und Kaffeetrinken anfangen müssen danach zu leben. wie den Alten die Mathematik**. so daß rief er f. die große abstrakte Pläne verrieten.narren". mit seiner BeMan mag bei E. durch Erfahrung gewiß zu sein. a. so darstellen. A.Ich glaube. daß in der heutigen Welt den Menschen der Blick auf ein Höheres . nicht aber bei der paradoxen in der Luft schwebenden apriorischen Erzieherei einer neuen Generation und dergleichen Faxen. Die einzige Art. T. daß . 0. Der Kosmopolitismus der Klassikerzeit trat in diesen verderbten und kleinen Gehirnen in sentimentalen Gestaltungen zutage. 224 XX . Solgers anspruchslose Gediegenheit fühlte sich natürlich von diesem Treiben abgestoßen und er suchte seine Philo- sophie deutlich von diesen inhaltlosen Wortspielereien und logi- schen Phantasmagorien abzugrenzen. daß nämlich seine Philosophie eine erzieherische sein sollte. 316 S. kam Solger mit seinem glühenden Herzen. S.Ich möchte gern die Ideen man sie in allen ihren Brechungen in der wirksie lichen Welt wieder erkenne und sähe. in dem allerlei zweifelhaf terOkkul- tismus und renommierende Mystik hineinspukte. Solger a. Hoffman die Schilderung dieser Gesellschaft nachlesen — vor allem in der ergötzlichen Erzählung des Serapionsbruders Otmar — um Solgers entrüstet-bittere Aussprüche zu begreifen.^) So auf das Praktische aus. ohne nur im geringsten mit der gegebenen Wirklichkeit zu rechnen. Bd. Und zwar glaubte er — ganz wie daß sich diese Läuterung am ehesten durch die Kunst erzielen ließe: . 1) Wehe über die Philosophen. Und in diese sublim verdünnte At- mosphäre geisterung für die tiefe Religiosität der Kunst. auf das Praktische gerichtete Sinn Solgers. die 2) a. mit unmittelbarem Nutzen für Schiller die Gesamtheit. f. wie nicht in der Ferne als allgemeine Formen bestehen. I. O. bestand entweder in ästhetisierender Aufklärerei oder künstlich verstricktem.. unverstandenem aber um so pretentiöseremFichteanismus. der Blau- strümpfelei auf allen Gebieten. I. uns fast zu solcher Propädeutik dienen kann. Bd. a. "^) Es zeigt sich in diesem der gesunde.

Groben an. war Dame. seine Ausführung des . I.Welt ganz aus dem Ich zu konstruieren suchten und „die echte Erfahrung verschmähten oder vernachlässigten* Aus diesem Klima von verstiegenem Logizismus und sentimentaler Kunstverdünnung rettete er sich durch kleine Reisen. ich bilde mir ein. Es stand ihm von Anfang an fest. Wien •2) 1871. der Deutschland lärmend und verweise auf die die schönsten erschütterte. a. die in Erwin" niedergelegten philosophischen Anschauungen zusammenhängend darzustellen. führte er die Braut als Gattin heim. aber seine gesunde Einsicht ließ ihn bald erkennen. Vielmehr soll nur auf einige Gesichts- dem ... Erinnerungen an Ludwig Tieck" einmal: . die er die an seine Gattin schrieb und feinfühlige und eine zartesten Partien seines Briefwechsels bilden. Briefe."^) Ich betrachte es an dieser Stelle nicht als meine Aufgabe. Ebensowenig habe ich die stille Ervornehm scheinung der Witwe des bekannten Professor Solger und die feinen Bemerkungen vergessen. 1 ) V. leichtverletzlicher Philosophen innig liebte. O. . S.Sie können wohl denken. erwähnt sie in seinen . Erinnerungen eines alten Freundes aus den Jahren f. erst in ihm Möglichen.. 250 XXI . kanntschaft mit der Frau v. Ich erspare es mir. die den V. müsse. Bd. Der 1813 in Gang war der übliche: im Jahre Sturm und Not des Krieges. mit denen sie sich zuweilen an der Unterhaltung beteiligte. die er oft unternahm. Seine Frau stille. daß jeder an seinem von Natur und Pflicht festgesetzten Platze am notwendigsten sei. Ludwig Tieck. auf dieses Liebeskapitel einzugehen.. deren Tochter Henriette bald sein Herz gewann. 1825— 42. ein Freund Tiecks. Er fühlte sich ganz als Künstler. Auf einer solchen Reise knüpfte er in Dresden die unlängst gemachte Bedie ' . 19. schwärmerischen Gesundheit. Solger a. S. welch reine Quelle des Genusses die Ausarbeitung dieses Buches für mich ist."!) Trotz der Kriegsjahre fand Solger an ihrer Er hatte zwar — in der Begeisterung und dem Aufruhr des Krieges — wohl ernstlich den Gedanken erwogen.. daß er ein Buch über die Kunst schreiben Seite das erstrebte Glück. von zarter. Gerade in diese Zeit fällt seine fruchtbarste Gedankenarbeit. die das Tiefste und Geheimste der Kunst selbst künstlerisch darstellen müßte. Friesen. erst dadurch die Wissenschaft des Schönen konsequent zu begründen und im einzelnen auszuf ühren. Soldat zu werden. Friesen. Erwin". als Gestalter eines ganz Neuen.

und daher rührt sein. Nicht stark genug kann betont werden. daß seine ganze Philosophie nichts war. noch ungeschaffene. Man darf Geheimvon Solger sagen.punkte aufmerksam gemacht werden. und dichterisch ist die Fähigkeit. mehr als eine bloße. nicht in Erscheinung getretene Kunstwerke bis auf ihre äußersten und bestimmenden Faktoren zu zerlegen. das im Erwin ist. ungerechter Vorwurf gegen Kant her. das seiner Philosophie voranging. Er war auf der Höhe der philosophischen Bildung seiner Zeit und besaß die intuitive Kraft des Dichters. warum die Kraft des Schönen so gewaltig und beseligend auf uns Es ist ein Dichter.. sondern ehrliche.daß er das Schöne zum Gegenstand theoretischer Erkenntnis gemacht habe". Es sprach vor allem der Dichter. Dem Dichter und dem Philosophen eigen ist der Trieb nach dem Letzten. Und dieser künstlerisch erregte Mensch ist in der Schule abstraktester Philosophien geschult. wie Lotze richtig bemerkt. seine Erkenntnis verformt. als daß XXII . daß sich Solger als Schaffer dieses Buches dichterisch und philosophisch zugleich angetrieben fühlte. der die oft erfahrene künstlerische Erschütterung vor seine nachsinnende Betrachtung führt und sich klar zu machen sucht. wenn auch phantastisch umsponnene tuelle Aufzeichnung eines Erlebnisses. Vor allem für die Kunst war dieser Mann gekommen. als die intellek- und systematische Zergliederung intuitiv gewordener Offenbarungen. Unergründlichen. Er sah die Ästhetik durchaus als eine Sache der Dichter an. Darum ist das Gleichnis von der gewordenen Offenbarung. Fichte und Schelling mit gleicher Begierde gelesen. Darum war es ihm ein so starkes Bedürfnis. wie Lotze meint. hat Kant. der Rede sinnlich zu machen. der das Gespräch dynamisch gliedert und die Akzente der Stimmungen zu den Erkenntnissen führt. der die Erkenntnisse nach ihrer inneren Zusammengehörigkeit ordnet und zu ihnen Personen schafft und sie sich menschlich geberden und entzückt sein läßt. . dem das Kunstwerk schon seine innersten nisse verriet. der neue Probleme erschaut. gestaltet darzustellen. wo andere Feststehendes vermeinen. die gewordenen Erkenntnisse in vielfältig schillernwirkt. Die Philo- sophen des Altertums waren ihm vertraut. poetisch platonisierende Floskel. daß sie ihm nur ein Mittel war. alles Erreichbare mit ungeheurer Wißbegierde aufgenommen und nach Möglichkeit verarbeitet. ehe er es analytisch betrachtete. er hatte in allen Literaturen gearbeitet.

a. .. Erscheinung über... O. welche die Idee und die Erscheinung als eins und dasselbe in der ErscheiDie Einbildungsnung selbst wahrnimmt. Bd. wenn irdisches Dasein in das Nichts zerstieben sehn." Hier in die Er definiert sie in einer berühmt unermeßliche Trauer muß gewordenen Stelle des Erwin so: . Mit der Erscheinung der Gottheit im Endlichen aber . S. 3) Köpke a. die Phantasie aber führt das göttliche Wesen ganz stand bei ihm fest.Aber Kant hatte gar nicht das Schöne. daß das Schöne theoretisch nicht erkennbar sei''.er es auf etwas weit Voranliegenderes zurückgeführt hätte. was sich in der Offenbarung als gegenwärtiges Leben äußert'*. wodurch sie in die Erscheinung tritt. S. die sein denkendes Ich als Äußerung Gottes betrachtete. . Bd. II. a. 599 f. und auch nur Eine Philosophie. unser ästhetisches Urteil.Wir werden wohl die Kraft des Erkennenden in uns..^) Die einzige Erkenntnis des Schönen war für Solger die göttliche Offenbarung. und und Gott in eins über.. . S. denn wir sind nichts. Und doch können setzt die künstlerische Ironie ein. 1) Lotze 2) XXIII . 2) Tieck spricht in einer Unterhaltung mit Köpke diesen Satz positiv aus: . 174.daß es nur Eine wahre Religion gibt. .. und eben diese hatte ihn zu dem Erkenntnisse geführt. Er bezeichnet als einen Religion. Der göttlichen Schöpferkraft entspricht im Menschen die Phantasie: . der sich seiner Abhängigkeit von Gott bewußt ist. opfert sie sich selbst auf und vernichtet sich in uns. 154.Die Überzeugung einer inneren mystischen Verbindung zwischen Religion und Philosophie Er verlegt den Mittelpunkt des Geschehens in den Menschen."^) . So ging ihm Kunst ja. die Phantasie nennen kraft war an die sinnliche Wahrnehmung geheftet und vom Triebe ganz bestimmt. sondern seiner vorsichtigen Art gemäß. das Schöne selbst nichts anderes als .. I. O. wir das uns ergreifen.eine Offenbarung Gottes in der wesentlichen Erscheinung der Dinge"." Die Phantasie galt ihm als das erkorene Mittel der Gottheit. zum Objekt einer theoretischen Untersuchung gemacht. denn dieses allein fand er als gegebene Tatsache vor. nur das höchste Bewußtsein oder vielmehr die deutliche Einsicht dessen. durch sein notwendiges Herrlichste. und seine Anbetung Gottes war eine im tiefsten mystische. die mit dieser ganz eins und dasselbe ist. Solger a.. a. Philosophie Angelpunkt seines Philosophierens diesen Satz. . . O. a.

alles vernichtenden Blick nennen wir die Ironie.""^) Solger lehnte diese Art ausdrücklich als falsche Ironie ab. Reinhold Schmidt. zeigt aber. alles notwendig zunichte wird. ihre Bedeutung verlieren und lächerlich werden. 3) Hegel a. . 387 dieser Ausgabe. denn sie in der Tat außerhalb derselben." Er lehnte auch die Schlegelsche Ironie. Erwin. Die selbstbewußte Vereitelung des Objektiven hat sich Ironie genannt. 63. welche dem Ich absolute Gewalt vindizierte. in selbst sein. sie ist in der sie dieselbe beiseite ist Tat mit der Sache in dem Sinne daß gebracht hat. leidet an gänzlicher Verkehrtheit der Einbildungskraft. war es zunächst nur ein Apergu seines revoltierenden Geistes. . Erscheinung höhere Begriffe bei und läßt sie dadurch komisch wirken. vollkommen ab. an einer ästhetischen Krankheit. Er ist der erste. der einmal über diese Art der Ironie schreibt: . Diese Manier erscheint zugleich als eine der Sache fertig ist vornehme Stellung. S. der die Ironie systematisch verwertet hat. Hier also muß der Geist des Künstlers alle Richtungen in einen überschauenden Blick zusammenfassen und diesen über allem schwebenden. welche mit und über fertig. Dieser Augenblick des Überganges nun. . So begreift sich der Ärger Hegels.. und wies immer wieder auf das Göttliche hin. S. daß aber eben darum mit 1) '^) dieser Wirklichkeit auch die Idee etwas Nichtiges wird Solger. eine Stellung über ihr. Berlin 1841. Schmidt^) stellt die Solgersche Ironie so dar: .wir die Schuld davon auf nichts anderes wälzen. Sie war mehr der Ausdruck eines Gefühls als philosophische Absicht. der die versumpfte Mittelmäßigkeit durch gewaltsamen Zynismus und bewußte Unverständlichkeit ärgern und erschrecken wollte. das sich in der Erscheinung vernichtet. muß der welchem die Idee wahre Sitz der Kunst . wie sie in der Welt der Die falsche Ironie legt der Erscheinung zugrunde gehen. Solger's Philosophie. a.. . XXIV . ihr steht. als auf das Vollkommene selbst in seiner Offenbarung für das zeitliche Erkennen."^) Die Ironie ist der wahre Angelpunkt des Solgerschen Systems. S. O. Als in den Athenäumsfragmenten Friedrich Schlegel zum erstenmal das Prinzip der Ironie verkündete. dargestellt von Dr. . daß unsere Wirklichkeit nicht sein würde.Sie ist die Verfassung des Gemüts. wenn sie nicht Offenbarung der Idee wäre. worin wir erkennen. . oder sie erkennt die Begriffe zwar als abstrakt bestehend an.Wer solche Ironie treibt. 426..

sich ewig als Schöpfer des Scheins fühlt und andererseits in diesem Schein. .Wer — daß nämlich die Ironie das GöttlichMenschliche in der Poesie ist — als tiefste Überzeugung in sich trägt dieses erlebt hat.. anbetend aufgeht. die dem Dichter die Herrschaft über den Stoff erhält. Hegel hat Solger diesem Punkte mißverstanden. Aber schon aus Plato kann man wissen. Die Kunst erreicht ihren geisterung verschmolzen sind. es ist viel- mehr keit der tiefste Ernst. indem schon gleichzeitig das Bewußtsein des Scheins gewiß ist. so der götthchen Idee in uns. er soll sich nicht an denselben sondern über ihm stehen. Tieck knüpfte in einer Unterhaltung mit Köpke an die oben wiedergegebenen Worte Hegels über die Ironie an und meint: . S. von der ich spreche. 239. ihn spielend bewältigt und doch mit religiöser Weihe schafft. Spott. und wahrer Heiter- verbunden ist sondern etwas durchaus verlieren. Sie die Kraft. Er faßt es so auf. II."^) An dieser »Definition" ist nichts wichtig als der Tonfall. Von allem Systematischen befreit Zweck um so vollkommener. sondern setzt sich dem Wesentlichen direkt entgegen. So bewahrt ihn die Ironie vor Einseitigkeiten . Entfernt sich die Ironie ist sie nicht echte Ironie. Die Ironie. a. Persiflage man sonst derart darunter zu verstehen pflegt. je mehr darin Ironie und Be- war sie für Solger der Dämmerzustand der künstlerischen An- schauung. die unter Ausschaltung des Willens eine Bewunderung und vollkommene Hingabe an die Schönheit ist. der Funke der Vernunft springt über und vernichtet den Ernst durch das Bewußtsein der Notwendigkeit der Vernichtung. Positives. oder was ist ja nicht Hohn. bedarf der und in noch einer Definition ? . der doch das wahre Göttliche ist. XXV . Köpke a. als habe Solger an die gemeine Ironie gedacht. In der Kunst trennlich. der Tieck von Gesprächen mit Solger übrig geblieben sein wird. Man kann den Grundgedanken die dieser Philosophie so ausdrücken: Die Ironie ist Bewältigung der Wirklichkeit 1) vom Standpunkt des Mystikers. der zugleich mit Scherz Sie ist nicht negativ. daß es noch eine ganz andere. O. an jene grobe Ironie Swifts. Bd. . diese Nichtigkeit." Aber auch der Ironie liegt eine psychologische Tatsache zugrunde. jene als als sind Begeisterung und Ironie unzer- Wahrnehmung Wahrnehmung unserer eigenen von der Begeisterung. daß der Künstler durch die Ironie sich die intellektuelle Herrschaft über den Stoff erhält. ist. Es ist wohl festzuhalten. und leerem Idealisieren. höhere gibt.und untergeht.

Die . Darum empfand er es durchaus nicht als Tadel. . Er strebt lebhaft nach dem wirklichen Leben und sucht seine Mannigfaltigkeit und Buntheit zu erreichen. sie mit menschlichen Schwächen auszustatten. . der im Spiel der Geburten. das in Hegel seine Ausgestaltung fand. Es ist so bezeichnend für die Absichten Solgers. Er empfand die Freude des Bildners.Mystik. den sie als Schöpfer verehrt. Er hat jedes Wort auf seinen Zusammenklang mit den anderen geprüft. S.Daß Sie Anselms Darstellung nicht mystisch genug finden ist mir sehr angenehm. Sie erröten. die Mutter glanz der Gottheit verspürt. a. wenn man die Meinung eines der Sprechenden tadelte. Bd. S. 689. jede Rede so lebendig wie möglich herausgearbeitet. Bd. . Solger hat mit unendlicher Liebe an seinen Gesprächen gearbeitet. ist die lebendige die sie auf allen Stufen in sich selbst hat und unmittelbare Einsicht. indem er den Schauplatz der Dialoge an einen idyllischen Ort verlegt. den er mit Fleiß und Treue ausmalt. O. wenn man liest. Mystik ist. ohne daß ein anderer Grund vorhanden wäre als etwa eine neue Definition des Schönen. Solger a. I. das Vollkommene der Kunst sieht. ja. das Kind der Begeisteder Ironie. wohl aber der jetzigen philosophierenden und sich einen Schwung gebenden Welt.Was ich Mystik für sich nenne."^) Für Solger war Mystik die Selbstbetrachtung. wie empfindsam seine Jünglinge auf rein dialektische Errungenschaften reagieren. im Wechsel des dem Kommens und Vergehens. jauchzen und schämen sich. das sie mit mehr oder weniger Energie vertraten. zugleich mit Mystiker an. I. Sie gehört gerade nicht einer besondern philosophischen Schule an. sich in einzelnen Fällen dazu versteigt.. indem er seinen Menschen je nach dem Charakter der vertretenen Meinung eine andere Gemütsart zuerteilt. Solger sah alles als tief verbunden."^) So deutet sich in Solger das dialektische Prinzip. rung oder der Inspiration. Ironie. und habe sie noch in Anselm gut genug 1) 2) Solgers nachgelassene Schriften. die beständig die Ideen und das Göttliche im Munde herumwirft. Begeisterung. Charaktere darzustellen. und deren Entwicklung wieder die Philosophie ist. die sich schauend in sich versenkt und in sich den Ab- wenn sie nach und wenn nach der Wirklichkeit hinschaut. XXVI . Gegen diese habe ich einen nicht geringen Haß. der ewigen Welt.. 689. Nur daß sie anstatt von einer menschlichen Seele von einem philosophischen System getrieben wurden.

durchkommen lassen. Dies ist die verderbliche Scheinmystik, die, wenn man sie angreift, beim ersten Wort über den gemeinen Menschenverstand schreit und gar nicht fähig ist, die wahre, un"i) In seinem endlich tiefere Begeisterung als solche anzuerkennen.

zu einem Gebilde geformt, was er im Laufe Wenn man die EntstehungsBriefen nachliest, mitfühlt, wie seinen Erwin" in ,, des geschichte dem Chaos der Pläne entaus er sich immer klarer und bestimmter wickelt, wie er sich unter seinen Händen verändert und noch ein
,,

Erwin" hatte

er alles

seines Lebens Geistiges erlebt hatte.

man die Treue und Arbeit verstehen, die Buche ist. Und es war ihm eine Belohnung nicht beschieden. Er findet keinen Widerhall. In seinen Briefen fallen höhnische Bemerkungen, daß die Mitwelt soviel mit Modegenies zu tun und für ihn keine Zeit habe. Einige Jahre nach Erscheinen des ich bin überall auf Kälte und Gleich„Erwin" schreibt er: ,,. Manchmal vergeht mir ganz die Lust, weiter zu gültigkeit gefaßt schreiben, wenn ich mir so vorstelle, wie ich die Sachen zusammenkünstele und niemand sich die Mühe geben mag, die Kunst zu merken. Ich komme mir vor wie ein müßiger Witzling, dessen Pointen niemand finden noch suchen mag. Unterdessen laufen die Menschen haufenweise nach allem, was ihrer Plattheit entgegenkommt."^) Der ,, Erwin" ist außer in Fachkreisen bis auf unsere Zeit wenig beachtet worden. Welch tiefe historische Bedeutung ihm innewohnt — von seiner künstlerischen ganz abgesehen — mag man bei Lotze oder Cohen nachlesen, besonders birgt Cohens 3) Kapitel über Solger das Tiefste, was ich über diese Philosophie gefunden habe. Wie muß die Teilnahmslosigkeit diesen warmen, begeisterten Menschen geschmerzt haben. Was er jetzt noch schrieb, ging darauf aus, das Publikum zu erobern. Es kam nicht. Es war in dieser Zeit, die nach blutigen Kriegen Frieden und eine Blüte der WissenGespräch zuwächst, lernt
in diesem
.
.

.

.

.

schaft gebracht, keine Zeit für ihn vorhanden. Gallig, verbittert

an Raumer 1818: ,,Ich lebe in dieser großen Stadt fast wie auf einer wüsten Insel. Selbst derer, die ein beschränktes Privatinteresse bewegt, sind doch nur wenige. Alles übrige ist, wo es nicht auf das tägliche Brot und die täglichen Austern ankommt,
schreibt er
1)

2) a.
3)

Solger a. a. O. Bd. I, S. 313 f. a.0. Bd. I, S. 37if. Cohen, Kants Begründung der Ästhetik, Berlin 1889.

S.

420 ff.

XXVII

ein weiter, stehender Sumpf. So sieht es in dieser „großen" Zeit
aus. Sie wissen ja selbst, wie es tut,

geisterung, seine

Stillschweigen

wenn man auf seine BeMühe und seine Liebe nur trocknes und kaltes zum Lohn empfängt. Was dieses Geschlecht etwa
sind: Müllnersche Rabensteintragödien, philoso-

noch mag, das

phisch-, historisch-, patriotisch-parteiische Deklamationen, fröm-

melnde, gedankenlose Beispielsammlungen darüber, daß es einen
Gott gibt u. dgl.

Und wenn

sie

noch durch so etwas hingerissen

und erregt würden, so wäre doch noch ein Keim da, woraus vielleicht noch etwas getrieben werden könnte. Aber nein! Diese Dinge
wirken in Wahrheit so wenig wie unsere guten Sachen. Man hat sich willkürlich vorgenommen, daß sie wirken sollen. Es steht ja darüber geschrieben, daß darin vortrefflich tugendhafte Modegesinnungen enthalten seien; diese muß man doch haben wollen und das ist der einzige Grund, warum man sich selbst vorschwatzt, davon begeistert zu sein: So sieht es in dieser ,, hoffnungsreichen" Zeit aus!"^) Zu seinen Lebzeiten erschien noch ein Buch von ihm: ,, Philosophische Gespräche" (i8i7),das nicht im entferntesten den

und bestenfalls als Vorhof der Solgerschen Philosophie zu gelten hat. Auch hier ist von einem Erfolg nichts zu berichten. Seine Kollegien waren sehr beliebt — einige Jahre nach seinem Tode gab Heyne seine ,,ÄsthetischenVorlesungen" heraus (1826) — er galt als vorzüglicher Redner und
Gedankenreichtum des
,,

Erwin"

besitzt

,

die Studenten liebten ihn seiner persönlichen Eigenschaften

wegen.

Das Einzige, was ihm noch Freude

bereitete,

war der Briefwechsel

mit seinen Freunden, besonders die Briefe an Tieck berichten von
einer herzlichen, tiefen Zuneigung. So verfloß sein Leben, ruhig,

ohne Stürme, wenig von äußeren Ehren begünstigt und in ununterbrochener Arbeit. Häufig quälten ihn nervöse Kopfschmerzen, ein
Überrest jenes fast tödlichen Nervenfiebers
Briefe zeugen

von

dieser verdüsterten

vom Jahre 1807. Seine Weltanschauung, sie sind

trüber geworden, zu Sentimentalitäten leicht geneigt, der gewisse furor des Entdeckers ist in die matte Resignation des Enttäuschten gemündet. Der Ton ist weicher geworden, er sucht seinen Freunden
fast ängstlich die

Bedeutsamkeit seines Systems beizubringen.

Dem

praktischen Leben gegenüber behielt er noch seinen geraden Ernst.

Er verachtete
1)

die politisierenden Professoren,
O. Bd.
I,

und

als er die Er-

Solger

a. a.

S.

607

f.

XXVIII

mordung Kotzebues
freien

erfuhr, schrieb er:

,,

Welch

ein blödsinniger

Gedanke, durch den Tod des alten Waschlappens Deutschland bezu wollen. Und wovon befreien?" i) Um diese Zeit befiel ihn ein neuer Anfall der alten Krankheit. Tieck sah ihn noch vor seiner Abreise nach Karlsbad, wohin er zur Kur reisen wollte, und ist erstaunt und betrübt über die Veränderung seines Charakters. ,,Er
erschien Tieck als ein ganz verwandeltes, der vorigen Erschei-

nung
lisch,

völlig

äußerte wiederholt eine Furcht vor

unähnliches Wesen. Er war ängstlich und melanchodem Tode, vermied an-

strengende Gespräche und fühlte sich schwach und sterbend.""^)

noch einmal die volle Frische und Beweglichkeit. Er fühlte sich von neuer Schaffenslust geschwellt, war heiter, behaglich und lebenslustig, neubegeistert für seine Werke und künftigen Pläne. Seine Briefe sind mitunter fast übermütig. Mitte Oktober trifft er noch mit seinem alten Freunde
Die Karlsbader
seiner Seele

Kur gab

Raumer
erste

in Berlin

zusammen, und an dem Tage,

als dieser seine

Vorlesung hielt, am 25. Oktober 181 9, verschied er an einer Halsentzündung. Noch wenige Tage und er hätte sein 40. Lebensjahr vollendet. Studenten trugen seinen Sarg zu Grabe, und alle,
die ihn gekannt, die Gedächtnisrede. —

haben ihn herzlich betrauert. Schleiermacher

hielt

Es

sei

mir

für die freundliche

gabe dieses

Herrn Dr. Otto Buek an dieser Stelle und stets bereite Anteilnahme an der HerausWerkes meinen herzlichsten Dank zu sagen.
gestattet,

Nieder-Schönhausen, im Frühling 1907.

Rudolf Kurtz.
1)

2)

Solger a. a. O. Bd. Solger a. a. O. Bd.

I,

S.
S.

725.

I,

777 £.

XXIX

Bibliographische Notiz.

Von den

in vorstehender Skizze benutzten

Werken wesentlichsten zusammen.

stelle ich die

K.

W.

F.

SOLGER: Erwin.
die

Vier Gespräche über das Schöne und

Kunst. Berlin 1815.

de. do.

Philosophische Gespräche. Berlin 18 17.

Nachgelassene Schriften und Briefwechsel,

herausgegeben von Ludwig Tieck und Friedrich

von Raumer. 2 Bände. Leipzig 1826.

do.

Vorlesungen über Ästhetik, herausgegeben

von Heyse. Leipzig 1829.
G.

W.

F.

HEGEL:

Solgers
,,

nachgelassene

Schriften

usw.

in:

Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik".

Stuttgart 1828.

REINHOLD SCHMIDT: Solgers Philosophie. Berlin 1841. RUDOLF KÖPKE: Ludwig Tieck. Erinnerungen aus dem Leben
des Dichters. Leipzig 1855. 2 Bände.

FRIEDRICH

V.

RAUMER:

Erinnerungen und Briefwechsel. LeipTieck. Erinnerungen eines al-

zig 1861.

HERMANN
H.

v.

FRIESEN: Ludwig
ten Freundes.

Wien

1871.

LOTZE:

Geschichte der Ästhetik in Deutschland.
1868.

München

E.

ZELLER:

Geschichte der deutschen Philosophie

seit Leibniz.

München
H.

1873.

COHEN:

Kants Begründung der Ästhetik. Berlin 1889.

XXX

K. W. F. Solger

Erwin

II

Adelbert. Nun sind wir endlich auf dem Plätzchen angelangt, das ich dir schon lange gern gezeigt hätte. Du siehst, es ist recht gemacht dazu, einander liebe Geheimnisse mitzuteilen. Aber damit ich nicht in den bösen Fehler gerate, meine Sachen aufzudrängen, so will ich dich erst ruhig alles betrachten lassen, ehe ich mein Papier heraushole. Sage mir nun selbst, wie es dir hier gefällt? Der Freund. Wahrlich, als wir aus dem Fahrwege in die kleine Gittertür traten, sah es mir nach gar nichts aus, als nach einem recht fruchtbaren Getreidehügel. Nun, da
wir die

Höhe

erreicht haben, überrascht

mich

die milde

Senkung

in das liebliche Tal auf dieser Seite. Wie stolz und üppig die Saat unter dem Schatten dieses Waldes von brei-

ten Obstbäumen aufstrebt! Wie freundlich der schmale Fußsteig gleichsam einladend nach dem Häuschen hinunterführt! Vorzüglich aber gefällt mir die Begrenzung dort

hinten durch die Kette von Hügeln, die wie mit einem wogenden Meere von roten und weißen Obstblüten überströmt ist. Eng zwar und sehr beschränkt ist das Ganze; aber man fühlt sich heimisch darin, und überall ist die Begrenzung sanft und behaglich. Nur Wasser, das jede Gegend erst belebt, scheint zu fehlen. Adelbert. Auch das nicht. Siehst du? Nun, da wir herab sind, kommt uns auch der klare rieselnde Bach durch die kleine Wiese freundlich entgegen. Der Freund. Dort in jenem dunklen Schöße der Erlengebüsche ist wohl seine Quelle?

Adelbert.

Freilich! Siehst du,

wie rein und kalt er

unter der Rasendecke hervor an das Licht tritt in frischer, herber Jugend, dann mit den Blumen der Wiese munter spielt, und endlich dort ganz unten sich in den breiten runden Teich verliert, in dessen klarer Fläche sich der Himmel mit den hohen Erlen des Ufers abspiegelt? Dann

zur Seite verläßt unser Bächlein breit und mannhaft den Teich, und muß ganz nahe schon die Mühle treiben, deren fernes Geklapper du vernimmst. Aber sprich. Wollen wir uns lieber an den klaren Spiegel des Teiches setzen, oder hier an die Quelle? Der Freund. Hier ist ja wohl ein Platz, wo wir beides sehen können, und zugleich durch die Öffnung des Tals die Aussicht nach den fernen blauen Bergen genießen? Adelbert. Richtig. Hier sitzen wir auf einem Punkt, der mir selbst noch ganz neu ist. Die weitre Aussicht verschönert den Ort noch mehr. Der Freund. Es ist doch ein eigenes Gefühl, der Befriedigung zugleich und der Sehnsucht, wovon wir in solchen Szenen der Natur erfüllt werden. Ich kann mir wohl denken, daß nicht jeder deine innige Lust an diesem Platze mit dir teilt, wie du auch vorher sagtest. Den meisten ist das Tal gewiß zu beschränkt. Adelbert. Jawohl. Mir aber ist grade das so lieb daran. Es erregt mir ein Gefühl von Behagen und Genügsamkeit, von ruhigem stillen Besitze, das mit einer unerklärbaren tiefen Wehmut und Sehnsucht nicht so wohl verknüpft,
als eins

und dasselbe

ist.

In dieser Sehnsucht eben, glaube ich fast, liegt der große Reiz, den der Anblick der schönen Natur mit sich führt, und sie erscheint unter den mannigfaltigsten Gestalten.

Der Freund.

Was zum

Beispiel hier ein stilles

Sehnen

nach Ruhe und reiner Heiterkeit des Gemüts ist, das ist bei wilden Gebirgen, tosenden Gewässern ein Drang nach ausgebreiteter und gewaltsamer Tätigkeit. Die Gegenstände der Natur schlagen die verwandten Saiten in unserem Inneren an, und, da wir stets tätig und in der Ruhe unbefriedigt bleiben, so werden durch jene Erregung wenigstens innere Schwingungen in uns hervorgebracht. Adelbert. Doch ist noch etwas Wunderbareres darin, daß nämlich eben diese Anregung zugleich die vollste Befriedigung selbst enthält. Wenigstens wüßte ich nicht, daß jene mich nach außen getrieben hätte, wenn nicht etwa schon Leidenschaften in mir waren, die, wie sie wohl

Es liegt mir selbst zu viel daran. Der Freund. Ich kenne ja kein größeres Glück. wenn ich dich an dein Versprechen erinnerte. es kommt aus dem Herzen und geht zu Herzen. und viele schweigend anhören.pflegen. klar wird. ja als zerginge es mir in eben diesen Bestreben fast ganz. Es ist das eigentlich wirkliche. ganz und gar in mich aufnehmen. Bei den Alten war diese viel leichter. Denn jeder. weil es systematischer ist: und wie die natürliche Verfassung unserer Staaten gewiß die monarchische ist. wie die Weisen sagen. und so das Leben der Einzelnen von dem des Ganzen viel weniger geschieden war. dir mitzuteilen. daß ich mich nicht zu weit verliere. Denn dergleichen Gegenstände. was ich hier geschrieben habe. welche jedesmal Einer im Zusammenhange und ausführlich lehrt. Nicht weiter. so möchte es auch wohl die unserer Wissenschaften sein. es sei schon erfüllt. Und wenn alle Philosophie wirkliches Leben werden soll. sagen können. Du . ist selbst nur eine besondere Gestaltung derselben. sonst möchtest du zuletzt. Es hat nur gar zu große Schwierigkeiten in der Ausführung. lieber Freund. und erlangte dies nie vollkommen. weil alles Denken bei ihnen weit mehr in das Leben übergegangen. so ist es eine solche schon. jeder ihre eigne Richtung mitteilten. die uns am meisten am Herzen liegen. müssen ja wohl in deinem Aufsatze über die Schönheit vorkommen. daß mich jene Sehnsucht recht in mich selbst ich hineinführt. sich jede Bewegung des Inneren zu nutze machte. der an solchem Gespräche recht innig und offen teilnimmt. Unser Denken ist seiner Natur nach abgesonderter von unserem Leben. Sonst fühle nur. gleich als wollte ich alles das Schöne das und mich umgibt. wovon eben die Rede war. als recht lebendig und aus dem innersten Vertrauen meinen Lieben das mitzuteilen. es lebt unmittelbar. Der Freund. Das beste Philosophieren ist und bleibt doch immer das gesellige. was mir nach und nach über die Gegenstände. Und das ist auch gewiß Adelbert. brauchst mich nicht zu erinnern. Denn für dich habe ich es eigentlich aufgesetzt.

Adelbert. damit nicht zuletzt die Lehre ganz in sich erstarre. Ich denke. sondern es liegt in dem ganzen Wesen unserer Lebensweise. den ich dir eben mitteilen will. und als eins und dasselbe auszudrücken. Fürchtest du aber nicht. um den inneren Mittelpunkt und die äußere Erscheinung einer Idee zugleich. Denn um so mehr müssen wir jene natürliche Trennung des Lebens und der Wissenschaft auf alle Weise wieder zu vermitteln suchen. Adelbert. wenn ich nur in den Sachen ganz meinen eigenen Lauf halte. die Natur der Sache. Der Freund. und ich bin immer der Meinung. Adelbert. daß der rauschende Bach meine Stimme zu sehr dämpfen werde ? Der Freund. als durch weitläufige Vorreden die Lust dafür zu schwächen. Ich bin bereit. nehmen waren mir . und sich auch einmal selbst der Gefahr des Scheiterns aussetzt. daß du nicht unterlassen würdest. selbst nur allzusehr treffen. Wie ich das meine. das Gemüt in dem heiteren Genüsse dieser Natur erhalten. nie etwas Gutes zustande kommen kann. Denn eine eigentümliche. daß wenn man in edlen und guten Vorsätzen nicht etwas wagt. So beginne ich denn. mir die Schwierigkeiten der Sache vorzustellen. wird dich die Vorlesung am besten lehren. Das ist freilich hier das wichtigste. daß mir erstlich diese Gesprächsweise nicht angedichtet ist. Die gefährlichste Klippe dabei ist freilich die der Nachahmung. welche meinen Versuch. vielmehr soll er. Damit will ich aber auch wieder dich nicht zurückschrecken. als das Gespräch. muß Die vorzüglichsten Gründe für das Unteraber. der für das Schöne erst recht empfänglich macht. Denn ich kann nichts Besseres finden.^denn es ist ganz sicher nicht erkünstelt. ich hoffe aber diese zu umschiffen. Es ist auch besser. Der Freund. Ich wußte wohl. in sich selbst gegründete Idee sich auch ihre eigene Gestalt geben. was noch wichtiger scheint. und so leblos und unkräftig werde. und zweitens. sie selbst anzufangen. wie eine begleitende Musik. Allein es kommt zu vieles zusammen.nicht zu tadeln. Adelbert. mich zum Versuche zu reizen.

ich daß die Kränze. über meine Ruhe. Verzeihe mir. wie Piaton sagt. Kommst du etwa aus einem Gellertschen Schäferspiele? Tritt mir nur nicht gar zu prosaisch entgegen. vorzüglich aber eine poetische. wie es scheint. Du siehst. daß ich dich in deiner Ruhe störe. versetzte jener. die mir wirklich etwas Langeweile gemacht haben. Spotte immerhin. woher der seltsame Putz kommt. Ich will grade nicht sagen. um nach der Hitze des Sommertages die abgekühlte Luft zu genießen. rief jemand aus einem der nahen von blühenden Obstbäumen verhüllten Berge laut hinter mir her. daß sie mir wohl bekommt. klassisch aussehn. antwortete ich. und nun möchte ich mich gern mit dir und durch dich nach dem Saus und Braus beruhigen. vielleicht geraten wir also. in ein gutes Gleichgewicht. wie du pflegst. aus guter Gesellschaft übriggeblieben. Diese nun ergriff uns heute. wohin ich so gern einsame und nachdenkliche Spaziergänge mache. mancherlei. den du an dir trägst. Du scheinst mir dagegen wieder in dem Schwünge gewesen zu sein. wenn wir uns erst eine Weile schwankend hin und her gestoßen haben. aber wenigstens die toll genug. und nach meinem Lieblingstale zuging. sprach er. als wir dort im Garten mit den schönsten . die. an mir trage. dich auch im Gehen begleitet. den zuweilen deine Begeisterung nimmt. und Tollheiten gibt es ja.Erstes Gespräch Is ich neulich gegen Abend die Stadt verlassen hatte. lief er auch wirklich auf mich zu. Ich glaubte Anselms Stimme zu hören. Ich war dort mit zwei jungen Leuten. Aber vor allen Dingen sage mir. und da ich mich umsah.

Nun sind die meisten schon nach der Stadt zurückgekehrt. Ihr fangt auch schon ganz gut damit an. und uns in die neugeborene hinüberleuchten kann. kam gar die Reihe an ihn. ein wenig mehr aufbrausen. und mitten unter Schönheiten beschlossen wir zuletzt ein Fest der Schönheit zu feiern. Zuletzt werdet ihr Erwachsenen noch der Jugend. der uns über die gemeinen Umgebungen der absterbenden Zeit erheben. denn er hat schon das unselige Übel an sich. Er wurde rot. eine laute Rede vorzutragen. und schöne Lobreden auf sie gehalten. wie beim Benvenuto Cellini. . Wer sind die beiden? ist Erwin. aber dafür auch aller großen Dichter und Künstler Gesundheiten getrunken. ja nach dem Ganzen hinstrebt. aber gewiß keiner von den genialischen. Der andere ist Bernhard. dessen Schiedsrichter ich sein sollte. daß ihr ihn zuerst euch selber gebt. weil er doch auf Ideen und immer nach umfassenden Ansichten. Jene beiden jungen Leute blieben noch bei mir. Die Jugend muß. Es ist doch arg und fast wie in der verkehrten Welt. die seine mitgebracht.Mädchen von der Welt zu Tische saßen. daß eben dieser einer von unseren fleißigsten und tüchtigsten Jünglingen ist? Vielleicht. wenn er eine unserer weiblichen Schönheiten anreden sollte. sagt' ich. denn seine Schönheit war doch in unsrem Kreise gut angebracht. daß aus dem Schaume sich ein kräftiger Der eine und feuriger Wein setze. und dieser hat uns wenigstens durch sein Dasitzen gedient. ob ich gleich seine Bescheidenheit schätzen muß. weil sie in einem Streite begriffen waren. den Sporn geben müssen. denk' ich. Indessen ist er mir wirklich lieber. Aber er war allzu still für einen kräftigen Jüngling. Weißt du wohl. alles auf Prinzipien zurückführen zu wollen. Und doch ist es nur der Götterfunke des Genies. Jeder hatte. Darüber haben wir uns ein wenig phantastisch ausgeputzt. die man sonst im Zaum halten mußte. so stockte er und verwirrte sich. Vielleicht befreist du mich nun von dieser Bürde. und. Dieser ist fast noch trockener.

fragte ich. in dem Ersten wenigstens. und werden so endlich vollständig belehrt werden. Ich will mein Richteramt an Adelbert übertragen. als wenn er sich freute. welche über die wirkliche Natur erhab en ist. Denn da wir euch beide haben. sondern nur eine höhere Schönheit. ist es Dasselbe. als wenn sie Figuren in einem von den lebenden Gemälden gemacht hätten. daß Erwin. und nachdem ich ihnen gedankt hatte. aber Bernhard mit einem pathetischen Anstand den Arm hin und her schwingt? Auch hierin drückt sich ihre verschiedene Natur aus. und ich mußte innerlich über ihren Putz lachen. dessen Fest wir heute feierten. fuhr er fort. Am Ende ist euer ganzes Fest ein solches Gemälde gewesen. daß ihr euch darüber untereinander verständiget. die jetzt so in der Mode sind. sagte ich zu Anselm. worüber ihr Noch habe ich es nicht ausforschen können. Auch ist eigentlich kein Streit zwischen uns. Das sonderbarste dabei ist. wie Erwin seinen Schmuck nach und nach abnimmt und verstreut. Beide kamen nun ganz nah an uns heran. Doch sie mögen selbst reden. nicht ganz unrecht. Tretet nur heran. sprach Anselm. Da kommen schon jene beiden auf uns zu. und wir bedürfen doch gar sehr der feurigen Gemüter. der stille und keusche. nicht über die ganz gemeine Sinnlichkeit hinauskommen kann. indem er sich an die Jünglinge wandte. die ihr als Männer und im vollen Besitz des Gegenstandes über unsere Zweifel urteilen könnt. der Last los zu werden. sondern ich konnte nur unsrem Erwin nicht verdie Schönheit. für uns ausdrücken. . ständlich machen. Wir wollen indessen mit aller treuen Aufmerksamkeit zuhören. Hierauf begrüßten uns beide. sehen mir aus. Siehst du. Sie werden dir gleich ihren Streit vortragen. Aber was streitet? denn eigentlich. ohne weiter auf meine Worte zu achten. erwiderte er. sprach Bernhard: Das Ende unsrer Mißhelligkeiten wird nun wohl gekommen sein. Die Jugend wird uns gar zu altklug.Du hast. Diese. so bitten wir euch. wie die schönen Dinge nicht ihrer selbst wegen schön sind.

versetzte jener. aber ich fühle in meinem Inneren. Nun will ich gern glauben. wie wir genötigt sind. daß es sich mit dem Schönen vorzugsweise so verhalte. Dagegen ist das. Aufrichtig muß ich gestehn. das uns nicht unter den Händen zum Nichtigen zerfließe. was ich schön nenne. daß es. sein Ideal als etwas Fremdes vor. versetzt' er. ich muß doch glauben. Ich denke dabei nicht an eine Unendlichkeit. Wie ich dich verstanden habe. daß ich nicht vollkommen deutlich sagen kann. anzunehmen. das gar nicht in der wirklichen Erscheinung derselben enthalten ist. sondern das. daß es ein eigentlicher Streit sei. und wenn du nur dich über dies Gefühl selbst emporschwingen könntest. Gern will ich zugeben. rede ich eben. von der Art. daß ein solches Verhältnis wirklich irgendwo stattfindet. worin er recht liege.Verzeih" mir. daß ich fast 8 . wie ein Bild. und um mich so auszudrücken. Das Ideal kann nicht anders. sondern recht innig. sagte jener. welche über der wirklichen Welt läge. daß dein Gefühl ohne Zweifel auf das Wahre hindeutet. wenn du es doch überals haupt zugibst? Ich weiß die Widersprüche. wenn wir irgend etwas in unseren Umgebungen betrachten. ganz gegenwärtig und wirklich. so sind Davon die Ideale der Dingfe etwas. wenn ich sehe. wie es sein könnte und sein sollte. sprach Erwin. wie wir es uns denn auch denken. die unvollkommenen Erscheinungen unsrer Welt auf Muster in einer höheren zu beziehn. was uns Gegenstand erscheint. sprach Erwin. wenn wir irgend etwas an ihnen haben wollen. daß es uns auf die Hauptsache ankommt. und wünschte ganz mich darein zu verlieren. Dieses also wirklich in unserer Welt der Unvollkommenheit zu erreichen. mein Gefühl gewaltig an sich zieht. Und warum das. Aber auf der anderen Seite widerspricht es geradezu meinem Gefühl. und mir selbst scheint es oft so. wie meines gleichen liebe ich es. würdest du es einsehen. als unendlich über die Wirklichkeit erhaben sein. nicht zu vereinigen. stellt nur. die für mich in dieser Ansicht liegen. kommt mir unmöglich vor.

drum will ich dir auch nur zeigen. Hierauf schwieg er eine Weile sehr betreten. wenn ich es nur für den Stellvertreter einer höheren fremden Vortrefflichkeit ansehen müßte. und ich muß dir sagen. mit deren Abbildern du dich hier begnügen mußt. alles empfände. Wenn du aber so sprichst. was ich kenne. so wirst du bei den Gebildeten eine schlechte Rolle spielen. Wie es aber zugeht. daß mir die mediceische Venus wie eine hübsche Kammerjungfer erscheint. am Ende in den schönen Dingen nichts weiter zu suchen. die von dem jungen Herrn vom Hause im Bade überrascht wurde? So böse meinst du es nicht. von wo aus ein über- 9 . was es irgend Hohes und Edles geben kann.kalt gegen das Schöne werden würde. Du wirst dich wohl Kotzebues erinnern. lieber Erwin. sprich mir nicht in einem Tone. gern glaube ich es. kindlichen Aufrichtigkeit schamlos ausspricht: was kann ich dafür. wenn er unter der Larve der unschuldigen. und mit Recht als ein Ketzer betrachtet werden. und es wird also bloß auf diese ankommen. wo die göttlichen Ideen wohnen. ist sogar seiner Freimütigkeit wegen zurückstoßend. was schön sei oder nicht. wie weit es führt. die mir als schön vorkommen. sprach ich. einmal hinweg von den bloßen Gestalten der sinnlichen Dinge dein Auge zu höheren Regionen zu erheben. In jenes Heiligtum suche nun einzudringen. das weiß ich nicht. Das Geständnis. wenn man sich selbst in eine gemeine Ansicht gefangen gibt. daß man in dem Schönen wirklich nichts als den Gegenstand der Sinne liebe. Also ermahne ich dich. als wenn ich in der Liebe zu den erscheinenden wirklichen Dingen. als ich ihm eben antworten wollte. Was ist denn aber die Folge. als was in ihrer sinnlichen Erscheinung vorkommt? Diese nun ist doch an allen Dingen denselben Gesetzen unterworfen. rief ihn Anselm an. es ist mir immer. Ich bitte dich um alles in der Welt. sprach er: ich weiß es doch gar nicht anders. und indem er mich mit einem unsicheren Blicke ansah. der mich an das Häßlichste von allem erinnert. von solchen Reden? Machest du dich nicht verdächtig.

womit du bisher gespielt hast. ohne Ideen auszudrücken. und da mir der Weg so 10 . Denn. und auch in dem Schönen nicht mehr das endliche Ding erkennen. laß uns die neue Morgenröte begrüßen. vielleicht auf der klarsten aber steilsten Höhe stehend. wohin.fis^xfjkx- Welt herabstrahlt. Ist es nicht so oder ähnlich beschaffen. und während du. glaubt er nicht allein die Unmöglichkeit des Nachkletterns zu sehen. ohne recht zu wissen. ihn zu dir hinaufrufst. um dich von ihm aus zu diesem Höheren zu erheben. Nur ^^s achte. Doch verlange nicht. sprach dieser. mich an Anselm wandte. Erwin? Ganz und gar. wie es mir scheint. Fort also mit allem Körperlichen oder Geistigen. Ja. sondern das Abbild einer reinen und göttlich klaren Gestalt. Dann wirst du bald wegwerfen. So benutze den Zeitpunkt. und in welchem gerade ein schöneres Licht aufgeht. Anselms Rede zwar gefiel mir. um seinem Mute aufzuhelfen. ist er nicht in der Dämmerung. mit Einem Worte. Noch scheinst du mir in der Dämmerung zu schwanken. der mich ansah wie ein Unterdrückter. sondern er sieht gar nichts von deinem Lichte. mit den schlechten Überresten der irdisches Licht auf unsere alten zugleich verachtet liegest. sondern gefällt sich auch im Tale vollkommen wohl. entscheide dich nicht für die kalte und öde Nacht des schon Erstorbenen. und uns alles Glänze schauen läßt. damit du nicht bei deinen schönen Kräften in der neuen Welt. gib dich der Mystik hin. als es dem sinneinem anderen in lichen Blick erscheint. unbedingten und einfachen Sinn zu verstehen dich lehren wird. und würdig befolgt zu werden. die einen göttlicheren Tag verspricht. wie du es nennst. o Freund. was du von Göttlichkeit an dem Erscheinenden wahrnimmst. welche unter den Hieroglyphen dieser Welt den göttlichen. und sagte: Dein Aufruf. aber mich dauerte Erwin. Nach einer Zeit der Erstarrung. daß Erwin dir nachfolge. in welcher Sinnlichkeit und trockner gemeiner Verstand bei den Deutschen um den Vorrang stritten. weshalb ich. in welchem du lebest. das den Anschein der Schönheit an sich trägt. ist gewiß höchst edel.

gab er zur Antwort. werden wir den Weg gemeinschaftlich machen. was meinst du. entgegnete Anselm. wenn ein Ding schön ist. So mußt du also dir auch gefallen daß ich dich zuvor in den Gang bringe. daß die Schönheit etwas an der Gestalt der Dinge sei. daß die Schön- Nun so heit sei? fürchte ich recht sehr. so wünschte ich mit Bernhard recht sehnsuchtsvoll. etwa ein besonderer Teil der Gestalt. sagte ich. denn wir beide würden einander wohl nur wenige Winke zu geben brauchen. das Richteramt. Das letzte meine ich. Das würde deinem Zweck nicht entsprechen. vor unseren Augen ihn einmal wirklich zurücklegtet. ehe er nicht gesehen hatte. wie weit sein Nachtlager noch entfernt sei. wie schnell oder lassen. daß sie mir in der bloßen Gestalt der Dinge ihren Sitz zu linkisch Zwar haben scheint. der einem Wanderer auf die Frage. Lieber übernimm du. und also zuvörderst dreist gestehn. langsam er schritte. um uns zusammenzufinden. die ihr ihn kennt. nicht antworten wollte. den ich schon oft auf der Zunge trug. Doch will ich auf deine Nachsicht vertrauen. daß. daß meine Erklärung allzu herauskommen möchte. ja mir wird ein alter Wunsch dadurch befriedigt. sprach Erwin. Willst du das ? Es scheint wohl. daß du. daß ihr beide. oder daß die ganze Gestalt in jedem Sinne selbst die Schönheit sei? Welches ich natürlich immer nur von einer besonderen Art der Gestalt verstehn würde. Dieser Widerwillen. weil ich weiß. denn nicht jede Gestalt ist doch schön. ist auchjf: noch gar nicht in mir überwunden. auf solche Hauptfragen nicht gern zu jeder Zeit antwortest. Sprich also ganz aufrichtig. ' i II .ganz unbekannt zu sein scheint. Ich denke in solchen Fällen immer an Äsop. Adelbert. und nur nicht auszusprechen wagte. dieses sei das ein- zige Mittel. das ich dir schon übertragen habe. Meinst du. Auch damit können wir zufrieden sein. mein Freund. indem wir wohl schon so ziemlich von einer gemeinschaftlichen Voraussetzungausgehen würden. Adelbert.

bei geistigen Gegenständen das reine Auffassen der Schönheit stört. was diese bloße Nicht wahr? Antworte mir also auf diese ich. der Verstand. was wir bei ihnen finden. Du nimmst also das Wort Gestalt in einem sehr allgemeinen Sinne. nicht so sehr dabei ins Spiel kommt. denke stände. Grade so mein' ich es eben. und diese Wahrnehmung geschieht doch bei körperlichen Gegenständen durch die Sinne. denn auch das Bild von einer Gestalt in der Phantasie genügt. was nicht unmittelbar wahrgenommen wird. Du willst also zur Schönheit nichts rechnen. sonst müßten wir ja die Poesie und jede Kunst. Dies brauchen wir aber nicht. Denn freilich dürfte wohl an den Körpern Weil alles dies am besten eingesehen werden können. das bloße Äußere der Gegen- wodurch wir sie mit unseren Sinnen wahrnehmen. Warum was das? die Sittlichkeit. daß ein Ding selbst zur äußeren. und sich gleichsam die Schönheit völlig in der Gestalt erschöpfe. von keinem andern Grund hinzukomme. und ein bloßer Gedanke könnte nie schön sein? Ja wohl kann er es. auch auf anderes anwenden läßt. und doch ist es gewiß nur von den körperlichen Dingen abgezogen. Wir wollen daher fürs erste nur bei diesen stehen bleiben.ganz und gar in seiner Gestalt liege. und auch die Gedanken haben doch immer etwas. und nachher sehn. ist Frage. Das freilich wohl. geradezu verwerfen. wie sich das. wodurch sie Erscheinungen sind. sinnlichen Erscheinung käme. die uns nicht die Gegenstände verkörpert. Ich bins zufrieden. oder wodurch sie Erscheinungen sind. gerade das. Zur Schönheit gehörte also ganz notwendig. Die Gestalt. wodurch Z2 sich in ihr die innerliche Beschaffenheit . Wir hätten Gestalt selbst also zuerst nachzufragen. und manches andere. sei. Diese Unterscheidung gefällt mir nicht übel. Also gehört zur Schönheit wohl nicht das an der Gestalt.

dürfen wir keinesweges als die bloße Wirkung der vollkommen in sich ausgebildeten Natur eines Körpers betrachten. da nicht die Gestalt an sich selbst schön ist. wie vorhin. als sie selbst. Der geistigen Beschaffenheit brauche ich also wohl gar nicht zu erwähnen. In dem Verhältnis der Gestalt zu diesem muß also die Schönheit liegen. weiter darauf einzugehen. und du wirst wohl nicht den. in diesem Körper seien die Naturgesetze seiner Gattung vollständig erreicht und entwickelt? Denn es bliebe uns ja immer noch übrig. und so würde doch wieder. welche die Gestalt bloß anzeigte. so wäre diese doch keinesweges in bezug auf sie schön. und dies ist er doch nur in bezug auf den Wahrnehmenden. Wenn also gleich eine solche Naturbeschaffenheit die Ursache der schönen Gestalt wäre. jenes aber bloß durch die Gestalt bedeutet wird. von der Gestalt auf diese Gesetze einen Schluß zu machen. wenn wir an der Gestalt erkennen. an ihr nur etwas anderes erkannt. in dessen äußerer Erscheinung sich Kraft und Gesundheit offenbaret. insofern der Körper ein Inneres oder auch ein Geistiges in sich hat. und insofern wäre diese noch nicht schön. sondern auf einen ganz anderen Grund. Vielmehr würde diese Naturvollkommenheit immer nur eine Bedeutung sein. 13 . Daß nämlich ein Körper keinesweges insofern schön ist. gerade deshalb einen schönen Menschen nennen ? Keinesweges. Die Gestalt also. als sich in ihm ein edles Gemüt ausdrückt oder etwas dergleichen? Es ist wohl nicht nötig. Denn das scheint mir eben hier das Wesentliche zu sein.des Körpers ausdrückt. Vollkommen so scheint es mir. daß die Schönheit bloß in der Gestalt selbst. insofern er ein Äußeres und bloß Erscheinung ist. Und da sie nichts ist. Du führst vollkommen meine Meinung aus. so muß sie wohl etwas sein. Es reicht also auch wohl das nicht hin. insofern sie schön ist. als solcher liegt. Nun muß aber doch die Schönheit eine besondere Bestimmung der Gestalt sein.

wenn sie von niemand wahrgenommen würde. weil sie nicht die Schönheit selbst war. welche Wirkung die Gestalt auf den Betrachter machen muß. Kannst du mir darüber etwas sagen? Gewiß die glückseligste. die mich davon trennte. und dieses möchte ich denn als das Eigentümliche davon ansehen. Und welcher? Es scheint so. Ja glückselig nenne ich sie mit Recht. Freude gibt uns alles.So scheint es. daß hier Verlangen und Befriedigung ganz eins sind. So muß es wohl sein. nicht nach ihrem Begriffe. der ich begehren würde. und wir werden uns also zunächst ganz streng an unsere Aufgabe binden müssen. wovon doch die Rede war. Zu jenen Bedingungen gehörte ja auch die vollständige Ausbildung des Naturgesetzes im Körper. Aber von dem Schönen kann ich kaum sagen. auch nicht schön sein würde. und doch haben wir die absichtlich aus dem Spiele gelassen. denn dies ist dadurch eher befriedigt. Die Gestalt muß also dadurch schön sein. welche zu denken ist. zu finden. mit dem. und in einer gewissen besonderen Richtung erfüllt und befriedigt. Das ist wohl richtig. oder eine gewisse Wirkung auf ihn macht. zwischen uns hin14 . daß eine schöne Gestalt. und daß also auch ich. als wäre die Sehnsucht. Es kommt also zunächst darauf an. wenn sie niemand wahrnähme. wenn sie schön sein soll. denn der Ausdruck der bloßen Freude reicht nicht hin. als es erregt war. Du fragst also nach den Bedingungen der Möglichkeit der Schönheit. Wieso ? Weil er einerlei ist mit der Frage. daß es ein Verlangen befriedige. was mich befriedigt. aber er geht ganz über unsere gegenwärtige Aufgabe hinaus. Der Zweifel mag wohl einen Grund haben. doch tritt ein Zweifel mir hierbei entgegen. was ich doch nicht geradezu behaupten möchte. daß sie in einer gewissen Beziehung zu dem Betrachtenden steht. ob überhaupt eine Gestalt da sein würde. was unser Verlangen auch nur teilweise.

Wie viele junge Mädchen führen nicht mit Unrecht den Titel der Schönheit. weil sie so viele besondere Leidenschaften in uns erregen können. daß ein Streben nach etwas außer uns. Ich verstehe dies aber von der vollkommenen Schönheit. Dieser Trieb und sein Gegenstand fielen also völlig zusammen. denn jeder Teil desselben ist bedeutend für einen Zug der Seele. Eben deshalb ist es aber auch am allerschwersten. besonderen Gegenstand ausgeht. bei lebenden Körpern lassen wir uns fast immer durch die Gesichtszüge täuschen. daß auch wir selbst ganz mit dem Gegenstande zusammen- schmelzen. der Mund. durch welches die Seele gleichsam ganz frei in die äußere Welt hineintritt. auch uns selbst ganz als Trieb ansehen müssen. das nur auf einen äußeren. ob ihre Wirkung auf uns dieser entspricht. denn auch wohl Gestalten. daß in diesem sich das Innere am deutlichsten ausdrückt. in bezug auf das Schöne. die Nase. Wenn wir von dem Antlitz anfangen. weil etwa die Grübchen in den Wangen den leichten Scherz verkündigen. Aber hier können wir wohl nur das Wesentliche bees gibt trachten. durch dieses Äußere schon in sich selbst als Streben vollkommen befriedigt wäre. welches ganz Erscheinung für die Sinne ist. Dieses Wesentliche bestände also darin. die erst das bloße Verlangen nach Schönheit erregen. die Form des Ganzen mag dann noch so scharf oder weichlich oder ungeschickt unterbrochen sein? Und doch sollte schon hier der Umriß 15 . am meisten aber und am lebendigsten das Auge. und so mögen wohl die meisten sein. So scheint es mir ganz richtig zu sein.weggenommen. nennen wir einen Trieb. Ein solches Streben aber. vollkommen zusammenschmelze. und da wir hier. Laß uns also einmal eine schöne Gestalt in Beziehung auf diese Voraussetzung betrachten. ja. so hättest du wohl recht zu sagen. oder die schwimmenden Augen ein zärtliches Feuer. so ist es zuvörderst wohl klar. in diesen Teilen die reine Schönheit zu entdecken. die Stirn können alle inneren Gemütsstimmungen ausdrücken.

sondern eine sanft geschwungene Linie verbinde die Stirn und das Kinn in unmerklichem Übergange miteinander.das wichtigste sein. Und was die weibliche Gestalt betrifft. Dieser aber sei oben nicht zu kugelförmig. weshalb sie vielleicht auch den meisten darin am klarsten einleuchtet. als der Kopf. daß man an dieser am besten die Elemente der Schönheit erkenne. und unten nicht zu spitz. und mildert. weil er die Gestalt am reinsten enthält. Aber worin liegt sie denn nun? Nicht darin. weil da auch die Beschaffenheit der Körpermasse für die Empfindung ganz in die bloße Gestalt übergeht. daß uns das Weiche und Runde überall zum Anschließen einladet. worin beides sich gegenseitig kräftigt machen soll. oder gar viereckig. denn in den sanft geschwungenen. sondern fühle es unmittelbar. Glaubst du nun nicht. wie im schönen Busen. damit er aber nicht darin erlösche. daß es auf alles dieses vorzüglich bei der menschlichen Schönheit ankomme? Ich glaube es nicht bloß. das ist hier gleichsam noch im Übergange ineinander begriffen. daß Schlankheit und Härte ihre weiche Fülle allein zur Schönheit erheben kann? Ja wir können wohl behaupten. Der übrige Körper aber ist ohne Zweifel einer noch weit lebendigeren und gleichsam innigeren Schönheit fähig. wenn es den Eindruck der Schönwieder aus. die durch Kraft oder durch Dürre gehärtet sind. und von ihnen das weibliche Geschlecht vorzugsweise das schöne genannt wird. und diesen Trieb auch wirklich zu befriedigen verspricht. heit Deshalb ist die höchste Schönheit weder in den ganz vollen und runden Formen des Kindesalters. sondern in den Jünglingsgestalten. daß sie darin enthalten sei. wer gibt nicht zu. ihn das Harte und Gei6 . dessen runde Hügel sich unmerklich zu den Gipfeln härten. alles Runde zugleich länglich sein. noch in den scharfen der Männer und Greise. länglichen und doch rundlichen Formen drückt sich zugleich das sanft widerstehende und dem Drucke nur mit Härte nachgebende Fleisch Darum muß alles Weiche zugleich hart. Denn was in dem schönen Jünglinge sich gegenseitig ganz durchdrungen hat.

Es kann also auch wohl auf den Unterschied der Sinne gar nicht mehr ankommen. daß die Gestalt erst etwas anderes bedeute. denn es füllt alles unser Verlangen und Begehren vollkommen an. auch dies spricht wenigstens ganz für meine Ansicht. dessen Sinn ich lange gefühlt. die noch in der Wirkung der Schönheit liegen. was man gemeinhin Sinnlichkeit nennt. Es bleibt vielmehr hier gar kein solcher Unterschied. und nicht etwa irgend ein besonderer. Denn schon glaube ich zu bemerken. und das ich vergebens gesucht habe. wie der Trieb. wenn ich sie richtig verstehe. Wenn wir nämlich durch den Anblick eines solchen Körpers zur Berührung gereizt würden. Vielleicht. so könnten wir immer nur sagen. Nun gut. So ist es mir zunächst ganz klar. sondern der Trieb überhaupt. und vielleicht würde damit das. ohne das Gebiet dieses Triebes zu verlassen. oder ein neuer. da doch hier in ihm selbst zugleich der Genuß gegenwärtig sein soll. wie du mich erfreuest. indem du mir das Wort gibst. und ich kann nicht sagen. wie der Dichter sagt. daß wir mit fühlendem Auge sehen. überein? Vollkommen. als wenn alle Triebe zugleich durch das Schöne vollkommen gestillt würden. indem uns das Gesicht gleichsam erst ankündigte. und mit sehender Hand fühlen. das Schöne zu genießen. Mir ist. 17 .rade in der Befriedigung selbst wach und strebend erhält? Denn sonst würde ja wohl auf die Befriedigung Ermattung. auf etwas Einzelnes gerichteter Trieb wird erfüllt. wenn es recht verstanden wird. So denke ich es mir auch nicht. Dieses scheint mir endlich das Wort zu sein. anderer Trieb folgen. was das Gefühl genießen würde. Stimmt denn dieses nun mit deiner Art. ganz aufgehoben. Denn es kommt noch immer sehr darauf an. worauf unsere ganze Betrachtung hinaus mußte. denn alsdann würde ja erst das Verlangen recht erregt. wie dieses alle Rätsel lösen muß. beschaffen ist. Also nicht einmal mehr. von welchem wir reden. das befriedigt werden sollte. wie wir hierdurch sogleich von den bloß körperlichen Gegenständen auf geistige werden übergehen können.

muß auch von schönen Gegenden von schönen Tönen und ihrer Folge. Aber es fällt mir noch ein Zweifel gegen die Allgemeinheit dieses Triebes ein. so allgemein er auch gefaßt werde. so würden wir ein ganzes System der Schönheit daraus entwickeln können. und es käme nur darauf an. vielleicht in derselben Bedeutung allgemeiner. Welcher Zweifel? Daß diesem Triebe nach Annäherung und Vereinigung. Zwei durchaus allgemeine Triebe bestimmen nach ihm unsere sämtlichen edleren Gefühle nach zwei verschiedenen Seiten. dessen Einwirkung unsere Kraft bei weitem überwiegt. so das Erhabene fremdartig. ja uns ihnen gewissermaßen widersetzen Ich meine nicht den Abscheu gegen das Häßliche. recht genau zu erforschen. und wie aus einer anderen Welt her auf gefährliche und bedräuende Weise Demnach scheint es auch einen ganz anderen Trieb in Bewegung zu setzen. wiewohl es uns zugleich mit Ehrfurcht ergelten. Jener leitet uns zu dem. Diesen Gegensatz hat auch der treffliche Edmund Burke in seiner die unserige berührend. füllt. welche uns das Gewaltige und Mächtige einflößt. sondern die Empfindung. Wenn wir es also verfolgen wollten. Dies aber ist das Zarte und doch Derbe. lich Ganz recht! So wie das Schöne uns gesellig und freundund wie in unserer eigenen Heimat uns erquickend erscheint. ein anderer.Richtig bemerkst du das. das Runde und i8 . Denn was eben am schönen Leibe gefunden wurde. durch welchen wir andere Gestalten oder Erscheinungen fliehen. was in diesem allen der reinen Erscheinung angehört. der Trieb der Geselligkeit und der Trieb der Selbsterhaltung. entgegensteht. und uns doch zum Widerstand aufregt. von schönen Begebenheiten und Geschichten. Theorie des Schönen dargestellt. woran wir uns leicht und gern anschließen. und was hierzu schon durch die bloße Wahrnehmung reizt. welche das Er- habene macht. Du scheinst die Wirkung zu meinen. denn dieser ließe sich vielleicht ganz übereinstimmend mit unserer Annahme erklären.

manchen seiner Ausdrücke abändern würden. ungeheure Ausdehnung. Wenn er sich nun in zwei ihrer ganzen Natur nach einander entgegengesetzten Arten von Gegenständen erschöpfte. so auch eine Spaltung in unsrem Triebe selbst erscheinen muß. daß unser Trieb hierdurch wenigstens in zwei Richtungen gespalten ist. daß er dennoch ein und derselbe Trieb wäre. so müssen wir dennoch gestehen. Beraubung von dem. unabsehbare Schwierigkeit in Hindernissen. gewaltige Massen von Licht. wie die schönen und erhabenen Dinge hiernach einander rein entgegengesetzt erscheinen. daß sich dieser Trieb ganz in seinem Gegenstand erschöpfen muß? Ja wohl. Kleine und doch nicht Kümmerliche. Farbe. kurz die fürchten. aber nicht abmattende Erschlaffung. vielmehr nach erreichtem Streben eine sanfte. Wäre es denn aber nicht denkbar. die ein solcher Gegenstand erregt. Und wenn wir nun auch. wird Liebe genannt. Bedenke nur selbst. Durch den Trieb der Selbsterhaltung dagegen fliehen wir. betäubende Pracht. und wiederum worein wir uns selbst zu verlieren Leere. Finsternis. er selbst aber schön. übermächtige Naturgewalt. und was diese Wirkung macht. so wäre er doch wohl in jeder von beiden Richtungen 19 . von unseren ersten Behauptungen ausgehend. auf den nur auf verschiedene Art gewirkt würde? Nach unseren Voraussetzungen wohl schwerlich. und was von ähnlicher Beschaffenheit ist. Solche Wahrnehmungen spannen unsre Nerven gleichsam zur Verteidigung heftig und gewaltsam an.Wallende. was uns als Stoff des Daseins gelten kann. Dies ist die Art. die uns an der Allgemeinheit desselben wohl irre machen kann. Schall. Ich sehe wohl ein. die keine heftige Anspannung bewirkt. ist das Erhabene. oder was unsrer Einbildungskraft zum Bilde von dergleichen wird. Durch die Vereinigung damit geraten unsere Nerven in eine leicht spielende Tätigkeit. Die Leidenschaft. Schwache und doch nicht Matte. daß. wie Burke die Sache darstellt. was gewaltsam und zerstörend auf uns zu wirken droht. Haben wir nicht angenommen.

ja. daß ich immer schon etwas in dem Erhabenen gefühlt habe. wenn er über dich hin schwarze Wolkenzüge triebe. das meinem Begriffe von Schönheit widersprach.ganz und ungeteilt gegenwärtig. Laß uns dennoch versuchen. das wir bis jetzt nur im Gegensatz gegen das Schöne ansahen. Wenn du zum Beispiel auf einem kleinen Felsstücke an der Küste ständest. würdest du da wohl zum Gefühl des Erhabenen kommen. wenn du dich an den Felsen anklammern müßtest. Denn wenn dieses etwa nicht gelänge. Also scheinst du es nicht ganz auf dieselbe Art aufzufassen. mit diesem auf denselben Begriff zurückzuführen ist. um nicht selbst mit in die allgemeine Verwirrung hinabgerissen zu werden? 20 . ferntes. Etwas Fremdes. daß du das Beben zu fühlen glaubtest. Du gibst Was war dieses? Was du selbst vorhin erwähntest. als das Gewaltsame oder die überwiegende und gefährliche Kraft. Das Schöne und seine "Wirksamkeit haben wir hinlänglich betrachtet. Ent- wenn ich so sagen darf. Auch muß ich dir sagen. die mit ihrem Donner sein Toben überschöllen. Kaltes. Dem kann ich nicht entfliehen. Oder kommt etwa beides auf eins hinaus? Ich verstehe noch nicht. Freundliche und Gesellige offenbarte. wie du das meinst. und es wären aus einem und demselben auch zwei ganz entgegengesetzte Triebe geworden. wie Burke. wir müssen nun auch nachforschen. Es scheint. die er dann so gewaltsam gegen die Felsen schlüge. dieser würde aber dann ein anderer als der für die Schönheit bestimmte ganz allgemeine Trieb sein. und der Sturm die Wogen zu hohen Bergen mit weißbeschäumten Gipfeln auftriebe. Denn du weißt schon. und Blitze in die Wogen säeten. daß sich mir das Schöne immer als das nah Verwandte. so würden wir vielleicht einen besonderen Trieb für das Erhabene annehmen müssen. inwiefern das Erhabene. welcher darin nicht sowohl das Fremde und gleichsam Vornehmere sieht (wie ich dich verstehe). mir neue Hoffnung.

Und wenn du sagen wolltest. ich würde zu einem freudigen Kampf mit den Elementen sagst recht. daß man zwar fühlt. eine solche Anfüllung des ganzen Gemütes durch die Erscheinung selbst. durch eine ganz einseitige Regung hervorgebracht. und meinen Mut dem äußeren Andränge wilder Kraft entgegenstellen. sondern eines ganz besonderen Triebes. Das wäre ja aber bloß etwas Treffliches in dir und nicht in dem Gegenstande. Mich dünkt immer. dich mit der Natur zu messen. auch Burke zu meinen schien. die wahre Wirkung des Erhabenen ist vielseitiger und vollkommener. daß sie uns zugleich nach ganz entgegengesetzten Richtungen zu be- wegen scheint. so müßte alsdann das Erhabene auch nicht das geringste mit dem Schönen zu tun haben. oder aus sitt- Oberhand behielte. Du die wenn die tierische Todesfurcht nicht sonst wäre dein Zustand Erhabenen. wir müssen auch das Erhabene. so lange die tierische Todesfurcht mich übermannt sobald ich aber die Besinnung wieder gewönne. Es muß wohl darin liegen. würde ich mich erst recht ermannen. sondern ein Zwiespalt zwischen uns und ihr. ja hielte. welches dieser Anblick in keine Wirkung des sich trüge. gereizt werden. aber alsdann nur desto mehr den Kräften der Seele vertraut. und diese Vollkommenheit zeigt sich eben darin. die Leibeskräfte seien gegen solchen Widerstand zu schwach. so wäre es immer nicht eine solche Vollendung des Triebes. welchen die bloße Einwirkung der Gewalt erregte. da der Ausgang eines solchen Kampfes doch wohl nicht zweifelhaft sein könnte? Die Erfahrung gibt es doch. selbst im Untergange stand zu halten. Denn licher Selbständigkeit. was du vorhin sagtest. Wieso ? 21 . daß man durch dergleichen Erscheinungen in eine kräftige Anspannung versetzt wird. wie sie nach dem. in seiner Wirkung auf uns betrachten. Denn jene Seelenstimmung entspringe nun aus einem frechen Trotze gegen Gottes Natur. wie vorher das Schöne.Nein. Aber wie? Würdest du dann in allem Ernste versucht werden.

in welche sich die Naturkraft kleidet. und das Donnerhäuschen genannt wird. sondern selbst bei der Betrachtung der lieblichen und freundlichen Natur empfind' ich Ähnliches. in dem hölzernen Häuschen Gewölbe der von oben herabschäumenden Flut hineingebaut ist. jetzt sehe ich erst. sondern auch ihren Grund. deren ich in diesem ebnen Lande noch wenige gesehen habe. brachten es auch hierin weiter.Indem uns das Gewaltige schreckt. nicht in der Angst des Schwindels. Du gibst nicht bloß die Empfindung an. als ich an dem Rheinfall bei Laufen. mich in das Gewühl des zu reinem Perlenstaube gleichsam verklärten Wassers hinstand. sondern sehne sich erst nach dem Innern desselben. Wir aber können wenigstens in allem diesen nur dann die Schönheit erkennen. So feierlich und bange auch die Stimmung meines Gemütes war. Aber es scheint mir anzu- 22 . was du meinst. Bäume von gegenwärtigen Gottheiten beseelt schauten. als habe man an der Erscheinung jenes äußeren Lebens noch nicht sein Genüge. Es ist. Ströme. welches fast mitten in das abzusenken. das Murmeln dieses Baches verstehen. Nicht bloß bei großen und erhabenen Naturgegenständen. Wir möchten sprechen mit den Blumen und Bäumen. Seele schon von dem gewaltigen Anblick gleichsam verschlungen und dem Leibe vorangegangen. und im Donner glauben wir schon die zürnende Stimme Gottes zu vernehmen. indem sie Gewölke. wenn wir darin den lebendig webenden Geist der allumfassenden Gottheit ahnen. so war die sondern jagt. Ich erinnere mich noch ganz deutlich meiner Empfindungen. Erinnerst du dich wohl ähnlicher Empfindungen bei dergleichen Gegen- Menschen ständen? Ja wohl. Vollkommen fühl' ich dies. Jene alten Völker. die uns überhaupt in der Erkenntnis des Schönen so weit vorangegangen sind. so fühlte ich doch eine unbeschreibliche Sehnsucht. der den oft durch den Trieb nach Rettung ins Verderben in der vollen Lust des Gemüts. fühlen wir uns zu- gleich hingezogen zu einer so großen und herrlichen Gestalt.

So kann es ja auch hier beschaffen sein. und erkannten wir nicht doch noch eine gleichsam werdende und aus ihren Elementen erst hervorstrebende Schönheit. Vorher war uns ja aber das Schöne nur da. aber durch eine Wahrnehmung. als etwas Fremdes und aus einem anderen Gebiet Hinzukommendes. und darum in der Empfindung. zwar noch nicht vollständig enthalten ist. hier aber von Erscheinungen worin sie geahnet wird. daß der Geist allerdings schon mit in der Erscheinung selbst wahrgenommen werde. aus welchen erst die geistige Beschaffenheit geschlossen werden sollte.stoßen gegen unsere frühere Behauptung. und das scheint mir nun die wahre Ursache des Erhabenen zu sein. welche sich noch nicht ganz in der äußeren Gestalt erschöpft. Diejenige Gestalt der Natur. welches wir im Erhabenen mit wahrnehmen müssen. Denn weil alle Wahrnehmung der Schönheit von der reinen äußeren Gestalt ausgeht. wir bemerkten sie unter anderen im weiblichen Körper. die uns diese verursacht. die wir erhaben nennen. wo das Anziehende und Widerstrebende in der Gestalt des Körpers ganz ineinander übergegangen waren. wo sich die Wahrnehmung eben ganz in der Gestalt erschöpfte. Vielleicht hebt sich dieser Anstoß. so erscheint uns jenes Innere. über sie hinausgeht. wenn du dies betrachten willst. Gewiß. Geistige. wiewohl ganz gleichartig. ist allezeit unbestimmt und unvollständig in ihrer Und was? Daß wir damals von Andeutungen 23 . Geistiges hindeute. daß auch da. Diesen Ausdruck des Ahnens können wir ja wohl so verstehen. sondern. die vollkommene Schönheit. War uns aber nicht diese auch nur da. sprachen. wo die Erscheinung der Gestalt erst auf etwas Inneres. wo dieser Übergang erst vorging? Ja. aber doch geahnet wird. die Schönheit nicht zu finden sei. So ist es auch sicher. So ist es. daß nämlich die Seele oder das Geistige erst auf dem Übergange in die Gestalt begriffen.

wofern wir nicht zugleich fühlen. als wollten sie zu uns sprechen. betrifft. sprach er. die es dennoch nicht ganz umfaßt und ganz übergeht. Blumen und andere gewiß nicht erhabene Gegenstände. daß wir dabei nicht an die besondere Art und Beschaffenheit des Geistes denken. sondern nur Es versteht 24 . daß Wesen gleichsam herabsenkt. Nur eins könnte hierbei noch einen Anstoß geben. Dies aber denken wir nicht etwa bloß aus den Spuren seiner Wirksamkeit. sondern die Gestalt der Natur erscheint uns selbst sich in sie ein höheres geistiges Äußerung. als wenn solche Dinge schon mehr die Seele als eigentümlich und gleichsam persönlich in die Pflanzen. und nicht sowohl in ihr als an ihr wahrgenommen wird.bloßen Erscheinung. o Lieber. Werden dies nicht solche sein. versteht sie nie vollständig zu genießen. und doch geben uns auch diese immer zugleich einen feierlichen Eindruck. offenbaret sie sich auch und reiner. Überhaupt schwebt auf jeder schönen Erscheinung der Natur eine solche Feierlichkeit. sie scheint sich mehr zu dieser herabzulassen. und mit ihr vereinigt. Was und eben nur in ihnen wie zu träumen. Aber eben deswegen. Aber dasselbe ist ja auch bei menschlichen Gestalten. weil sie mehr von der Gestalt abgesondert ist. und wer diese nicht mitfühlt. Sie scheint dies ist so rührend. zutreten. In freundlichen Gegenden erscheint sie unsrer eigenen näher. ja Pflanzen. Ohne sich. auch liebliche und freundliche Gegenden. deren uns auch einige als erhaben erscheinen. wie wir an bebaueten Feldern und Gärten auf die Hand des Menschen schließen. daß nämlich jede Erscheinung der Natur uns solche Sehnsucht nach dem inwohnenden Leben zu erregen schien. in welchen wir das Übergewicht jenes geistigen Wesens über die deutlicher Gestalt wahrnehmen? Zweifel. als seine in die es nicht und Blumen und ähnliches so ist es mir. In erhabenen Gegenständen scheint dagegen die Seele weiter zurücksich trügen. daß es immer ist. und könnten nur nicht.

die ganze. bemerkte. wo alles in der Gestalt erschöpft ist. versetzt hätten. Kaum hatte er dies ausgesprochen. denn es doch noch nicht vollendetes Schönes. so ward er rot. daß er eine heimliche Freude nicht verbergen konnte. nun nes Schönes. ist im Verhältnis gegen diese das Erhabene vollkommener oder unvoll- kommener? Ich sollte meinen unvollkommener. Was aber nun die Schönheit betrifft. hinfälligen Körper wohnt. und die andere. Laßt uns. darüber noch nicht streiten. unsere Vorstellung haben wir ja von der Schönheit erst vollenden. und schwerlich das Ideal. endlichen.überhaupt genötigt sind. mit der Erwin seine letzte Antwort ausgesprochen hatte. die eine. das ich im Sinn hatte. Auch sah er nun Anselm mit frohen und verschämten Blicken an und ehrter Freund. ver- jetzt deiner Lehre eine ziemliche Wunde Anselm weit. möchte wohl eben so hinfäUig sein wie dieser. Vortrefflich. ist immer irgend etwas anderes in unserem Das Erhabene mag also in Rücksicht auf Gemüte sein. gesamte Gestalt auf ihn zu beziehen. daß wir sagte: Ich dächte.weil ich schon an der Heftigkeit. wenn uns 25 . Nach diesen Worten schwieg ich. erinnern willst. Denn die Seele. nur ein unvollkommeimmer jetzt doch so bleibt es uns was wir kurz vordessen. und versetzte: Wieso? Noch lange seid ihr nicht so wie du meinst. wo die Seele noch nicht ganz in die bloße Gestalt übergegangen ist. um ganz sicher zu gehen und nicht in eine neue Verwirrung unter sich uneiniger Worte zu verfallen. so haben wir zwei Arten solcher unvollkommenen Schönheit. Bisher dieses wohl noch nicht erreicht. So muß es sein. was es will. Immer bleibt aber die Vollendung dieses Strebens der Punkt. Dies können wir auch ein zwiefaches Streben zur Schönheit nennen. nach unseren früheren Erkenntnissen. Wenn du dich her berührten. sondern. die in einem wirklichen. fiel ich ihm ein. von welcher ihr da sprecht. worin die Elemente der Gestalt selbst noch nicht ganz ineinander verschmolzen waren.

muß 26 . Das ist aber doch wohl nicht der Fall. denn in allen diesen Rücksichten hat sie viel an dem Körper auszusetzen und kann sich nie recht mit ihm vertragen. die nur auf die leiblichen Sinne wirke und nur durch diese wahrgenommen und genossen werde. indem er sich zu Anselm wandte. worin sie Gedanke des Körpers selbst. begnügt sich nicht an dem bloßen Äußeren. Nun beschuldige mich noch der Sinnlichkeit. der durch sie befriedigt wird. Denn dieses war von jeher meine Meinung. Gewiß nicht. und also auch der Körper nichts als die in die wirkliche Erscheinung eingetretene Seele. die mir nur jetzt erst durch Adelbert zur vollkommenen Deutlichkeit gelangt ist. Ohne Sie Zweifel. von Begierde zum Genüsse taumeln und im Genüsse vor Begierde vernichts ist. Und nur in diesem Sinne kann dieses Ganze schön genannt werden. insofern sie gerecht oder weise oder mäßig ist. erst seine volle Bedeutung erhält. sondern er genießt in diesem auch unmittelbar das Innerste mit. denn sonst würden wir ja vermittels des Körpers immer nur durch ein eigenes Denken oder einen Schluß auf sie gelangen. so muß sie wohl wenigstens eine Seite haben. sprach Erwin. sprach er.anders die Erscheinung der Seele in erst dem schönen Körper neu hinzugekommen ist? So scheint es wohl. wäre also wohl nicht etwas dem Körper so Fremdes und selbst aller Erscheinung Entgegengesetztes. Der muß ja recht. auch einsehen. daß nunmehr auch unser Satz. versetzte ich. Wenn sie ganz in die sinnliche Erscheinung mit aufgehen soll. worin sie ganz und vollständig mit dem Körper zusammenpaßt. Denn nun ist außer der Gestalt gar nichts mehr. die Schönheit sei ganz in der Gestalt. wie man gewöhnlich annimmt. wie der Dichter sagt. sprach Erwin. und der Trieb. Du wirst aber. wenn auch die Seele ganz in sie hinübertritt. Wehe dem. also als der vollständige auch eine Bedeutung haben. Die Seele. der nur den Körper als eine bloße Masse zu erkennen vermag.

daß auch ein häßlicher Körper eine Seele in sich hat. denn da ist der Trieb der Sinne zugleich und ohne allen Unterschied Trieb nach der höchsten und vollkommensten geistigen Vereinigung. die ebenfalls lich. die Schön- Es gehört aber mit zur vollkommenen Schönheit des Körpers. Es muß eben die Seele eines schönen Körpers sein. 27 . lebendigen Erscheinung des Körpers gegenwärtig ist.Leibe verkörpert erscheint. da ist die Liebe. Denn du wirst doch gestehen. wird auch nach unserer Ansicht die Seele wieder eine eigentümliche Beschaffenheit haben müssen. so muß sie selbst auch eine unendlich höhere Seele bedeuten. so ist sie ja eben so schlecht und der bloßen Begierde hingegeben. hierauf noch nicht weiter eingehn. und wie dieser eben vollkommen geheiligt wird. Wenn deine Seele so ganz in den Körper versunken ist. Also würde die Seele erst durch den schönen Körper schön? Das können wir wohl nicht leugnen. Frei- Erwin. wie er. sprach Erwin. wie alles in der ganz wirklichen. Siehst du nun nicht. So fanden wir es. indem er zugleich die Seele selber ist? Wenn er dagegen nur eine unendlich entfernte Seele vorstellte. Dann sind aber auch Leib und Seele ein und dasselbe. wenn heit in der bloßen Gestalt liegen soll. und gar nicht mehr durch einen anderen Gedanken als den des Körpers gedacht werde. Laßt uns also. fiel ich ein. der Körper aber allein erscheint. damit wir nicht unseren Gang verwirren. so ist dieser stets der eigentliche Sitz der Schönheit. so würde er für sich als Körper immer noch jenem Mißbrauche der Begierde schmachten. Wo aber die Seele selbst in dem unterworfen sein. um in gewisser Rücksicht nichts weiter ist als dessen voll- ständiger Gedanke? Ohne Zweifel. Soll sie aber schön sein. daß die Seele gänzlich in ihm erscheine. und da die Schönheit in der Erscheinung beruht. Wiederum ein eitler Triumph. schön zu sein. versetzte Anselm.

indem ja in der vollkommenen Erscheinung. so ist sie auch. schön nennen. daß die Schönheit sich in der Tat ganz in der bloßen endlichen und gegenwärtigen Erscheinung vollendet. und eben dadurch ein und derselbe siehst also. Darum ist nicht bloß Ein Sinn bei Betrachtung der Schönheit für alle. ganz und in ihrer vollen Einheit durch ihn nach außen strebend. sowohl in ihm selbst als in dem schönen Gegenstande. Erwin. welche ihre ganze Seele in sich enthält. indem wir die Gegenstände selbst. so würde sie sich in die vielen einzelnen Richtungen verschiedener Triebe zerspalten. denn sonst würde dieser mit dem Teile.Anselm. und dieser Eine Sinn ist das Werkzeug oder vielmehr nur die Erscheinung des ganzen Gemütes. In dieser selbst finden wir das Unendliche und Unermeßliche. und indem wir uns ganz in die Gegenwart der Erscheinung verlieren. außer durch bloße Anschauung. das sie ausdrücken. ganz Trieb. sprach ich. welches schon Cicero in der schönen Erscheinung erkennt. Denn wenn in ihm selbst die Seele nur mit dem Teile ihrer Kraft tätig wäre. Auch können wir das Schöne gar nicht würdig genießen. weil diese Anschauung so einig mit sich selbst ist. wie schon vorhin bemerkt wurde. Dies fühlen wir auch im gemeinen Leben. sondern es gibt eigentlich nur Einen Sinn für das Schöne. der aber nach der Verschiedenheit der äußeren Sinne verschiedene Gestalten annimmt. Ist sie aber ganz in den Leib übergegangen. dessen Leib ebenfalls vollkommen angefüllt ist von seiner Seele. nicht aber etwas Höheres. welche durch die Sinne befriedigt werden. Wer es aber vollständiggenießen soll. auch nur diese befriedigen und das Streben und Sehnen des mit sich selbst einen Geistes unerfüllt lassen. Er aber wird angefüllt und befriedigt schon in seinem Sehnen selbst. daß sie sich ins Unendliche nicht auflösen läßt. kein 28 . dem muß gänzlich die Scheidewand zwischen Leib und Seele verschwinden. der nur den einzelnen Sinnen entspricht. Dieser aber kann auch nur auf ebenso vollständige Weise befriedigt werden durch einen Gegenstand. der in den Sinnen lebt. Du allgemeine Trieb oder der Trieb überhaupt.

von welcher wir wohl sagen können. von welchem es auf keine Weise zu unterscheiden ist. und zwar auf eine würdige. so es auch die Seele mit dem schönen Leibe. In ihrem Gefolge aber ist die Liebe. sondern mit einem Schlage sind wir von dem Schönen erfüllt und werden dadurch selbst schön. die wir noch von den Wirkungen des Verstandes in uns unterscheiden. und dieser ist vollkom- men erfüllt und beseligt durch die schöne Gestalt. der nicht von ihm dicht angefüllt wäre. welche selbst nichts anderes ist als die Erfüllung und das voll- kommen erreichte Ziel des Triebes. worin wir unser selbst nicht mehr mächtig. Darum ist die Erkenntnis des Schönen in uns ohne Absonderung des Begriffes von dem Gegenstande. so wird unser ganzes Gemüt nur Ein Trieb und erschöpft sich ganz in diesem. gegen die alle Eindrücke auf die Sinne. Wenn wir aber so wahrnehmen. welches erst diesen mit jenem verbände.Übergang in das wahrnehmende Gemüt durch mehrere Stufen möglich ist. wie ein reines Kristall- gefäß ein reines und ungetrübtes Wasser. ohne Urteil. Was wäre auch wohl Glückseligkeit. indem dieselbe in das besondre Leben und seine Verhältnisse eindringt. unvollkommen und mangelhaft sind. es ist gleichsam kein Raum mehr in unserer Seele. wo das Streben nur eins und wiederum die volle Befriedigung des Strebens mit ihm selbst vollkommen eins und dasselbe ist! Die Schönheit also allein bringt uns den Himmel auf die Erde. daß sie allein die Wirkung der Schönheit sei. welcher sie in sich trägt. so können wir dies wohl eine vollkom- mene Wahrnehmung nennen. Denn wenn wir zuerst einen schönen Körper wahrnehmen. denn sie allein gewährt uns einen vollkommenen und seligen Genuß. ihm angemessene Art. So verschwindet das absondernde Bewußtsein. Und so wie unsere eins Seele mit unseren wahrnehmenden Sinnen durchaus ist und dasselbe ist. wenn sie nicht da ist. Wir unterscheiden uns gar nicht mehr von unserem Gegenstand. unser Zustand ist Entzückung. sondern vollkommen dem schönen Gegenstande 29 . Dieses nun bewirkt in uns ein Gefühl der Glückseligkeit mehr als des Vergnügens.

auf diese Weise in allen Dingen das Schöne zu finden und zu erkennen. sondern 30 . darum fängt sie von dem äußeren Anblick des Leibes an und äußert sich auch in dem Triebe nach der vollkommensten Vereinigung der Leiber. wird allein zur vollkommenen Seligkeit durch die Wirkung der Schönheit. welche das sterbliche Leben erst mit wahrem Werte anfüllen. in welcher überall das Schöne oder wenigstens das Streben zur Schönheit lebendig ist und den Beschauer dicht umgibt in vertraulicher Geselligkeit und naher Verwandtschaft mit ihm selbst! Wer sich gewöhnt hätte. und auch deren zu dem schönen Gegenstande als einem für sich bestehenden Wesen. und nur durch diese werden wir zu jedem besonderen geistigen und sinnlichen Genuß berechtigt. wenn wir jede einzelne Berührung und jedes gemeinschaftliche Zusammentreffen mit dem Schönen nur als diese Wirkung empfinden. Und diese Güter. weil er nur durch sie Genuß der Liebe ist. und alle diese werden dadurch geadelt. Diese. sind die Gaben vollkommenen jener vollkommenen Anschauung und der Befriedigung des allgemeinen Triebes.hingegeben sind. so mannigfaltig sie auch sein mögen. Durch die Liebe also wird die Schönheit in unser ganzes Leben und alle seine Verhältnisse verbreitet. Darum ist die Liebe zugleich vor allen das eigennützigste und uneigennützigste Gefühl. Diese selige Muße der Beschauung ist uns aber nicht auf immer gegeben. daß ich nun klar immer dunkel fühlte! Wie werde ich nun das Schöne verstehen und mit erhöhetem Bewußt- was ich auch in vollkommener Einigkeit mit mir selbst genießenl Welche Fülle und Herrlichkeit durchströmt nun vor meinen Augen die erscheinende Natur. so wird dieselbe zur Liebe. ich. Wenn nun auch diese Verhältnisse. O erst wie glücklich bin einsehe. durch und durch angefüllt werden von jener Wirkung der Schönheit. sprach Erwin. der müßte ein wahrhaft seliges Leben führen und in ruhiger Behaglichkeit mit der vollkommenen Welt sein nicht allein. wir erinnern uns unserer übrigen leiblichen und geistigen Bedürfnisse und Verhältnisse. zwar an sich nur ein einzelner sinnlicher Genuß.

nach und nach entwickeln zu können. der sie heraufbeschwor. was wir zuletzt über das Verhältnis der Seele und des Leibes ausgemacht haben. Vortrefflich. wodurch er sich als Erscheinung darstellt. Nun hat doch jeder geistige Gegenstand. sprach ich. wie du selbst vorhin bemerktest. fiel mir jener ein. Dieses nun ist allezeit etwas Besonderes. Und dieses. Nur dieses ist mir noch nicht ganz klar. wie wir auch auf geistige Gegenstände ganz anwenden können. und hoffe nun. mit seinem Stabe auch wieder auseinandertreiben. Noch sind wir aber nicht ganz am Ziele. und diese seine besondere Seite ist das für ihn. versetzt' ich. das Innere aber. sei er ein Gedanke oder eine Handlung. wird sie derselbe Zauberer. sprach Anselm. wie wir die Seele ansehen mußten. denn sonst würde er ja wohl gar nicht in der wirklichen Welt da sein? Ohne Zweifel. in Verhältnissen Begriffenes. was für die Seele der Körper ist. woran ihr euch so lieblich ergötzt habt. in welchen das Schöne vorkommen wird. können wir wohl seine Seele nennen. ja. die wir fast im Anfang unserer Betrachtung absichtlich liegen ließen. vnrd uns nicht schwer werden. Jetzt glaube ich es ganz einzusehen. das Gemeinschaftliche darin. etwas. was ihn zu Einem Gegenstande macht.umgehn. Denn schon glaube ich die Nebelgebilde zerfließen zu sehen. du machtest mir meinen Erwin 31 . wenn wir uns nur erinnern. Auch dieses. Welche war diese? Die Frage nach der Möglichkeit einer solchen schönen Erscheinung. die aber zur vollständigen Erkenntnis unseres Gegenstandes notwendig auch noch beantwortet werden muß. Ich dächte. sprach ich. von hier aus mir alle verschiedenen Richtungen und Gestalten. wenn ich nicht irre. nämlich bloß als den Gedanken und den gemeinschaftlichen Begriff des Leibes. wie sie von uns dargestellt worden ist. Einzelnes. erinnerst du hieran. Denn eine große Frage tritt noch ein. wird auch in seinem Besonderen mit erscheinen müssen.

Gewiß. aber doch nicht ihrer ganzen Bedeutung nach aufgefaßt haben. weil es zu unserer Absicht nötig ist. Das wäre freilich ein großer Fehler der Beweisführung. sagte jener. Beides zwar mußte uns in dem Schönen und seiner Erkenntnis zusammenfallen. und eine andere. ruhig abwarten. ebenso müssen wir weitergehen und das Schicksal. müssen wir uns doch wohl sehr hüten. sich über die Rechte desselben erheben. ob es aber das auch wirklich könne. in der anderen das Einfache und Allgemeine. Gut denn! Das wirst du wohl nicht leugnen. sondern auch von dieser aus frei und ungetrübt auf dasselbe handelt und dasselbe beherrscht. daß in unserer Erkenntnis zweierlei zu finden ist. und sich ebenso durch sie ins Unendliche zersplittert. daß etwas sein müsse. Wir sind bis hierher gekommen. das Verschiedene nicht allein zusammenfaßt und zu seiner eigenen Einheit verknüpft. Denn vor der Art zu beweisen. was so unser ganzes Leben und selbst unsere sinnlichen Neigungen erhöht und veredelt. von welcher betrachtet unser Erkennen durchaus Eines ist. daß wir eine sehr wichtige Unterscheidung zwar angedeutet. wie ich vermute. eine Seite. welches der Lauf der Betrachtung über uns ergehen lasse. die zwischen der sinnlichen Erscheinung und ihrer Wahrnehmung auf der einen und der Seele in ihrer Einheit auf der anderen Seite. welche durch die leiblichen Sinne die stets und ins Unendliche wechselnden und mannigfaltigen Erscheinungen auffaßt. das muß sich auch entweder dem Verstände beweisen oder. wenn wir irgend noch einiges Vertrauen zur Wahrheit unserer eigenen Natur behalten sollen. 32 . die ich auch hier sehr freudig erfüllen kann. wandt' ich ein. Ich fürchte nur. in der einen das Mannigfaltige und Besondere.nicht irre an seiner guten Sache und an mir. Denn was wir so wahr und lebendig empfinden. ist eine andere Frage. Erwin mit reinem Willen und ernster Absicht. das ist unsere Pflicht. daß die Erkenntnis in beiden Richtungen ganz verschiedene Gegenstände habe. ferner auch.

und das Ganze würde schlechterdings leblos sein. vielmehr uns ganz in diese versenken. sich nicht das ganze Gemüt ungeteilt an dasselbe heften? Denn wenn das nicht geschähe. Auch können beide wohl nie ganz voneinander getrennt sein. Das Leben desselben besteht also bloß in dem steten gegenjedoch. dieser muß immer von der einen oder der anderen Seite beginnen jene durchaus überwiegen. Bei der Erkenntnis des Schönen nun muß offenbar . sprach er. und so die oder Auch dies muß ich zugeben. recht genossen. kann ich das leugnen. so würde keine Bewegung und Tätigkeit darin. versetzte er. sich von dem ganzen Zusammenhang aller übrigen Dinge ablöste. seitigen Übergange beider ineinander. Muß nun. 33 . so werden wir fähig. Ich denke wenn die einfache Richtung vollkommen mit in die nach dem Mannigfaltigen übergeht. daß wir nichts anderes dabei dächten als die Erscheinung selbst. vielmehr möchten sie wohl ursprünglich ganz eins und dasselbe sein. denn unaufhörlich verbinden wir ja die besonderen Wahrnehmungen mit dem Allgemeinen. Vorhin wenigstens sollten wir ja das Schöne durchaus so auffassen. um jedes Besondere in dieser zu erkennen. Freilich wohl nicht. so möchte sie unvermeidlich sein. Mich dünkt aber. Hierin scheint mir freilich jetzt ein Widerspruch zu liegen. indem wir sie auf Begriffe beziehn. so würde es ja das Allgemeine selbst mit in den Gegenstand übertragen und ihn auf die Art als bloßen Gegenstand der Wahrnehmung in seiner Besonderheit verfälschen. weshalb ja auch der schöne Gegenstand. Aber wenn sie das blieben.Keinesweges. da am Ende unser Gemüt doch immer nur eines sein kann. Desto schlimmer vielleicht für uns. wenn du dies eine Verfälschung nennen willst. das Schöne wahrzunehmen. auf der Seite der mannigfaltigen Erscheinung. die sinnliche Wahrnehmung überwiegen auf welcher Seite liegt aber diese? Nun.

Was wir aber vorhin das Schöne nannten und nun unmöglich mehr als solches anerkennen dürfen. es gehörte aber doch notwendig zur Schönheit. diese aber ist das einzige. gehört doch wohl gewiß zu dem Angenehmen? Ganz gewiß. oder wir nehmen wahr und schauen an. welches den besonderen und einzelnen Trieb befriedigt. worin sie ihn berühren und begrenzen. welche durch den Gegensatz entstehen. aber auch diese können wir nur durch den Verstand erkennen. und dann ist unsere ganze Seele so in die Besonderheit versunken. Nicht wahr? 34 . was wir aber dadurch erkennen. oder viel- mehr Dinge selbst sind sind es Gattungen von Empfindungen. sondern nur die Empfindungen. so könnte dieser nie durch die wechselnde Mannigfaltigkeit und Besonderheit der Dinge befriedigt werden. worauf der Trieb hinaus- geht. Es ist also auch nur das Besondere. was den Sinnen erscheint. daß nichts außer dieser in ihr gedacht werden kann. welche den Trieb befriedigen oder ihm widerstrei- ten. Der Trieb derselben. und damit wird die ganz von ihr angefüllte Seele auch so. da es ja den Trieb befriedigen sollte. denn die doch nicht das. worin er selbst mit diesen Dingen begriffen ist. welche darin das Allgemeine sind. Jene Besonderheit nun ist stets wechselnd und fließend. Das freilich. der auf das Besondere hinausgeht. Ich sehe schon. kann Es bleibt also also ebenfalls kein allgemeiner sein. Ganz richtig. Für den Trieb gibt es nur zwei Gattungen von Dingen.nur eins oder das andere: entweder wir urteilen und schließen. daß wir in jener noch etwas anderes mit erkennen. das kann nach aller unserer Übereinkunft nicht zur Schönheit gehören. du meinst den Unterschied der Empfindungen.ch weiß mich nicht aus dieser Falle zu ziehen. J. Nun sollte aber doch beim Genuß des Schönen unsre Seele ganz und ungeteilt in den Trieb übergegangen sein und sich völlig in ihn verlieren. oder wenn es einen solstets chen gäbe. also der angenehmen und unangenehmen. Es gibt ja aber doch auch Gattungen solcher besonderen Gegenstände.

schmeichelnd die Seele verliere sich also in diese Falle verleitet hast. Ich weiß recht gut. durch eine dunkle Stimme im Innern gewarnt. mein Freund. sein Vermögen mit den Schulden berech- Freunde tun. Ich hoffte. Diesen Genuß aber durch den Trieb nach dem Angenehmen. Diese also hätten wir doch vorher für den würdigen Genuß des Schönen angesehen. ganz in den Trieb nach dem Angenehmen und werde um so vollständiger den Sinnen unterworfen.Jawohl. nicht weil ich mich vor Anselm beschämt glaube. Auf diesen Ausspruch errötete der Jüngling ein wenig. Schon manche Freundschaft habe ich durch Voraussetzungen dieser Art eine Weile halten sehen. du würdest mir milder zu- vorkommen. Geliebter Freund. es ist mir lieber nach Catos Ausspruch. Du nimmst es mir von der Zunge. verlaß dich nie auf dieses Voraussetzen und Zuvorkommen. daß du rot wirst als blaß. der ich mich dir so vertrauensvoll überließ. Auch sehe ich schon. daß ich selbst mit in die unbemerkte Grube Sei gefallen bin. sprach er fast verdrießlich: Du siehst mich erschrocken. und nachdem er in seiner Verlegenheit sich bedacht. ja. indem sich diese Einheit selbst ganz in die Erscheinung stürzt. Die Welt läßt sich darauf selten ein und kann es auch selten. Was mich dabei betrübt. daß du meine Meinung in einem so niedrigen Sinn auffassest. sprach ich. als wenn du schon das Schlimmste von mir voraussetzen müßtest. daß du mich nur hineingelockt hast. sondern weil du mich. versetzte ich. wenn sich unsre ganze Seele darin verliert. gab er zur Antwort. ohne sich noch ihrer Einheit und Selbständigkeit bewußt zu bleiben. die vom rechten Wege zur Wahrheit ganz ableitet. Aber du siehst ja auch wohl. der aus Ahnung selbst scheut. nennen wir die Wollust. mir nicht böse. daß du nun sagen wirst. Je mehr mit der Zeit die Freunde. so ' 35 . desto weniger wagten sie an der guten Voraussetzung zu rütteln. sich unheimlich fühlten. Wenn es aber ist es oft eine Weichlichkeit. wie ein Mann. ist nur.

So mein' ich es. Erstlich. so erkläre ich. welches sich von der schönen Gestalt in der Einbildungskraft darstellt. wenn es wirken soll. jenes aber durch die Einbildungskraft allein schon. kann ich nicht einmal gestehen. solltest du auch in allem Ernste etwas behauptet haben. was du darunter verstehst Ich verstehe darunter die Gabe des frei Erkennenden im Menschen. Warum nennst du jetzt frei Erkennendes eben dasselbe. durch diese Einheit werde Erscheinung der Einheit erhoben und höre auf. und nie ohne diese. und wiederum die erscheinenden Gegenstände selbst ganz nach seiner eigenen Stimmung aufzufassen und so in sein Eigentum zu verwandeln. unterscheidet sich eben recht das Schöne von dem Angenehmen. und was dieses betrifft. Indessen ein nend. Laß doch erst hören. dünkt mich. ein zerstreutes Mannigfaltiges zu sein. Aber auch dies. Ja darin. daß dieses die unmittelbare sinnliche Befriedigung des Triebes hervorbringt. Nicht die sinnliche Wollust meint' ich ja. und also wirklich gegenwärtig sein muß. auch der Trieb. sei da36 . sagt' ich ihm darauf. was uns vorher die Einheit in dem Erkennen war? Denn I dasselbe ist es doch wohl? Freilich ist es dasselbe. versetzte der Jüngling. insofern er ganz in der Einbildungskraft und durch dieselbe erscheine. zu vergleichen. und zweitens glaube ich noch gar nicht einmal. daß sie dir recht viel helfen wird. für sie mag aber auch wohl der allgemeine Trieb gelten. Nun meinst du ohne auch die Zweifel. daß ich nichts Schlimmes von dir glaube.verhältnis herausbrach. Und etwa ferner. sich selbst durch seine freie Tätigkeit Gestalten äußerer Dinge auf beliebige Weise vorzubilden. hättest du gleich im Anfang diese Unterscheidung der Einbildungskraft von den Sinnen machen sollen. bis endlich^ein vollständiges Mißist es etwas anderes um Zutrauen zu einer guten Gesinnung. seine volle Wirkung tut. mein Freund. das zuletzt auf die bloße Wollust hinausführte. sondern den Genuß an dem Bilde.

eben so wechselnd und mannigfaltig sein. ja in sich selbst wohl dieser Trieb. von einer Seite wenigstens. und was nachher damit vorgehe. es fragt sich nur. welche die Sinne vorher niemals wahrgenommen. Denn zuvörderst muß sie doch. auffassen könnten ohne Einbildungskraft? Es schien mir immer. Es kommt nur darauf an. was wir frei nennen. das Auffassen des Gegenstandes für sich geschehe durch die sinnliche Anschauung. sondern auch die von außen gegebenen ganz und gar in sein Eigentum. die wir nicht schon einmal in allem Ernste gehabt hätten? Das wohl nicht. ganz neue und unerhörte Dinge zu schaffen. daß sie die Freiheit ihres Schaffens. als von der Seite der wirklichen jedem derselben ganz und ungeteilt zusammenschmilzt? Oder glaubst du. ob sich alles wirklich so verhält. daß diese Einbildungskraft imstande sei. Ja. Von welcher? Von welcher anders. und folglich jener Trieb überhaupt. Schon daran zeigt sich.durch Einer. mit welchen sie ja bei auf allgemeine Begriffe im Verstände. noch mehr aber von der anderen. sei die Beziehung desselben Gegenstände. so scheint es mir. sich nur selbst einbildet. in welchem Erkennen und Gegenstand völlig zusammen37 . von welchem vorhin die Rede war? >> unserem Verlangen gemäß. Ja. wie jener Trieb nach dem Angenehmen. Aber was nennen wir denn Anschauung. als den Punkt. wenn sie durch die Gegenstände bestimmt ist. oder daß sie irgend eine Empfindung in unserer Seele errege. ganz sich selbst vollenden. und wie er gerade beschaffen ist. indem er nicht allein selbst Gestalten schüfe. und damit wäre meine ganze Ansicht gerettet. aber in der Verbindung und Zusam- mensetzung ist sie doch frei. Hast du schon jemals gehört. daß wir irgend einen einzelnen Gegenstand auch nur als solchen. Dann würde also auch verwandelte ? So müßte es wohl sein.

wie du zugibst. nirgend ohne Beziehung auf Begriffe. Denn du kannst v/eder sagen. indem sie die erzeugt. nur durch diese begrenzt und vollendet v/erden. und in welchem sie eigentlich als Tatsachen des Erkennens allein zu finden sind. welche die Anschauungen als solche und also natürlich auch von ihrem eigentümlichen Standpunkte in sich aufnähme? Wohl nicht. sie schon einmal durch die Erfahrung in sich aufgenommen hat? wird sie nun gerade diese bestimmten Gegenstände wählen. welches du das deinige nennen dürftest. und diese wird also auch wohl mit der eben aufgezeigten zusammenfallen. nämlich unser in sich einfaches Erkennen ist. nie rein vorkommen. Doch schien mir eine größere Freiheit in meiner Einbildungskraft zu sein. die Allerdings. Ja. sofern er in der Einbildungskraft erscheint. als eine solche Einheit des Erkennenden.fallen? In ihr ist also noch kein Erkennen. Nun hattest du doch wohl bei deiner Einbildungskraft nichts anderes im Sinn. die wir doch immer wieder als unser eigenes Erkennen betrachten. die sie erschaffen will? Doch nicht nach Begriffen? Wonach 38 . wenn sie die Freiheit des Ordnens hat von ihrer Einheit aus? Bleibt sie aber in Ansehung der Gegenstände gebunden. welches in allen einzelnen Anschauungen sich vollständig wiederholt. dieses Gemeinschaftliche sei Erkennen für sich. Sollte aber nicht die Einbildungskraft. Ist es nicht genug. und so doch sich selbst begrenzen? Bedenke nur dies: Wenn die Einbildungskraft Anschauungen hervorbringt und diese nach ihren eigenen Gesetzen ordnet. So muß es wohl sein. so kann auch der Trieb selbst. diese Anschauungen aus sich selbst wieder doch von neuem erschaffen. Darum kann auch eine solche Anschauung. Auch außer dieser Beziehung muß ja die Anschauung selbst eine allgemeine Seite haben. indem es ja durchaus das Eine und selbe. noch daß es Gegenstand für sich sei. muß sie dieselben nicht hervorbringen nach einzelnen Gegenständen.

Also nach einer inneren notwendigen Richtung ihrer Tätigkeit gerade auf diese Gegenstände. als die herrschend gewordenen Triebe. die nichts andres sind. so bin ich doch immer noch von Seiten meines Gefühls in meiner alten Ansicht befangen. und daß du mich nur recht in meiner falschen Meinung bestärkt hast. ist aber. Oder pflegt nicht dem Liebenden seine Einbildungskraft das Bild des geliebten Gegenstandes. Wie du siehst. dem Wollüstigen wollüstige. rief er darauf. diesen aufzulösen. als daß sie immer dieselben Bilder der ersehnten Gegenstände wieder in der Seele erneuern. Wodurch äußern sich diese auch mehr. was mich noch tröstet.Gewiß nicht. daß du wiederum so nachdrücklich jenes Gefühl hast bestätigen müssen. etwa noch irgend eine Rettung derselben zu ver- 39 . sie ist recht der Sitz der Leidenschaften. sondern sie selbst noch bekräftigen muß. dem Kriegerischen kriegerische Bilder in der Seele zu erschaffen? So ist also auch die Einbildungskraft den einzelnen Trieben unterworfen. so daß sich das Streben und das Bild des Genusses immer gegenseitig erzeugen und anfeuern! Auf der anderen Seite aber sahen wir. Und doch ist dieses eigentlich noch nicht gelungen. und was wäre sie dann? Ich sehe schon. daß die Seele nicht einmal irgend eine sinnliche Empfindung ohne Einbildungskraft aufnehmen kann. wovon ich aber kein anderes Ende absehe. Hättest du denn nicht auch den guten Willen. Diese Richtung ist aber eben der Trieb selbst. sagt* ich darauf. Denn die Lust würde ohne sie gar nicht in unser Bewußtsein übergehen. Das einzige. so daß wir wohl eigentlich beide mit einem vollständigen Widerspruche kämpfen. Ja. als die Vernichtung der Schönheit selbst. denn diese haben wohl gar keine Bedeutung für sie. wenn du nicht etwa auch das noch im Sinne hast. daß ich von allen Seiten geschlagen bin. Denn wenn auch mein Verstand nicht allein deinen Gründen nachgeben. um sie desto sicherer mit allen ihren Wurzeln auszureißen.

und offenbar müssen wir war das? jetzt dieses verfolgen. welche das Mannigfaltige in sich aufnimmt und das Gemeinschaftliche und Bleibende darin unter immer höhere Einheiten des Denkens bringt. ausgehend von der Voraussetzung. Auch weiß ich. daß diese lange Zeit für die richtigste gegolten hat und aus der Wolfschen Schule durch Alexander Baumgarten hervorgegangen ist. warum scheiden wir ihn nicht ganz von der Einheit und betrachten diese für sich? Alsdann würde uns aber diese Einheit auch wohl etwas ganz anderes werden als der Trieb? Ohne Zweifel. worin es nicht mit dem Angenehmen übereinstimmt. die Gestalt von Gesichtspunkten zu betrachten. Es wäre jene allgemeine Einheit des Erkennens. auf die Wollust und das Angenehme gekommen. auf die Erklärung des Schönen. worin die beiden widersprechenden Seiten durchaus ihrem Wesen nach zu- sammentrafen. aber diesen gab es ja gar nicht. Denn das. sehe ich nun wohl. daß wir immer genötigt waren. und es kommt nicht sowohl auf den Trieb an. Aber ich muß dir gestehen. sie ist immer meinem innersten Wo du hinaus 40 . Vielleicht haben wir dies nur falsch angesehen. und diese ist auch der Sitz des Widerspruches selbst. Was aber Es sollte etwas sein. daß es das Mannigfaltige sei. jedoch in der Tat nur dadurch. Es fragt sich noch. das den Trieb an sich in seiner Einheit befriedigte. wenn wir das am Schönen betrachten. willst.suchen? Freilich sind wir. war ja eben die Gestalt. ob dieser Widerspruch nicht zum Vorteil der Schönheit aufzulösen sei. daß der Trieb allezeit mit der Mannigfaltigkeit verbunden sei. Da wir nun fanden. So hilft es vielleicht. Ich sehe noch kein Mittel. als auf die Einheit. Also der Begriff? Den mein' ich. die an sich schon der Schönheit widersprachen. in welchem sich die ordnenden und verbindenden Begriffe vollständig offenbaren. die ganze Schönheit liege in der Gestalt.

41 . wie wir uns Begriffe in Beziehung auf die Dinge vorstellen können. so daß ich dir jetzt mehr aus Glauben und Vertrauen als aus Überzeugung folgen werde. so sage mir denn zuerst. welchen vernünftigen Inhalt diese überhaupt einschließen könne. auch diesen Standpunkt näher zu prüfen. Zuvörderst siehst du selbst ganz richtig ein. die wir in der Natur um uns her wahrnehmen. den der von ist.? Gefühle durchaus widersprechend vorgekommen und mir am allermeisten zuwider gewesen. daß Zweckmäßigkeit allein nicht Schönheit sein kann. Begriffe. Aber dies ist ja auch nicht die einzige Art. Gewiß. Gegenständen nur ablebendigen wirklichen. Und diese wären — zuwider. nachzuforschen. sondern irgend eines besonderen Zweckes wegen. und das erste für uns wird wohl sein. wenn es dir so gefällt. wie ich eben schon gesagt habe. was mir das eigentliche. das Wesen dessen derselben gezogen und eine leere Form sein soll. ob sie auch auf den wahren Sinn einer solchen Erklärung gerichtet sind. Doch bitte ich dich. den ihnen der Begriff aufstellte. daß auf diese Weise die schönen Dinge und ihre einzelnen Teile keineswegs ihrer selbst wegen da wären. Das zweite aber ist. Ich kann dir darauf nur antworten. warum dir die Erklärung durch den Begriff so verhaßt ist. auch in ihrer Erstlich ist es meinem Gefühl Besonderheit? Wenigstens ziehen wir aus ihnen unsere Begriffe ab. Es kommt aber noch darauf an. Desto schlimmer scheint mir dies für unser ganzes Unternehmen zu sein. ja das vollkommenste Leben dieser Dinge selbst zu sein scheint. Diese Einwürfe lassen sich freilich hören. Weil sie mir zwei für die wahre Betrachtung des Schönen höchst verderbliche Eigenschaften zu haben scheint. Enthalten denn nicht alle Gegenstände. wiewohl ich wenig Gutes dabei absehe. daß offenbar der Gang unseres Nachdenkens uns dahin geführt hat. Nun. daß ein Begriff.

so müßte ja zweierlei durchaus Verschiedenes und Entgegengesetztes in dem Dinge sein. und wozu alle seine verschiedenen Zu- stände und Eigenschaften. So ist es auch wohl. wie die Logiker sagen. wodurch es das ist. Freilich wohl. sondern bloß auf die einzelne Vorstellung oder Anschauung. wenn es nicht etwas anderes sein soll als es ist. Nun? Könnten wir sie zelnen des Wie kann es aber sein? Wenn wir zum Beispiel einen einBaum nehmen. so müßte derselbe durch seine Manan sich haben. und das. sonst hätten wir ja ein Unding. aber darin verborgen. was Baum. Hat denn nicht jedes Ding eine Einheit.denn daraus hernehmen. das. Du sprichst einen offenbaren Widerspruch aus. wenn sie nicht schon darin gegenwärtig wären? Ja. Denn wenn das Mannigfaltige an einem Dinge und sein Begriff nicht ganz von derselben Art wäre. darin mögen sie wohl liegen. und das ist doch etwas Unmögliches. vereinigt wäre. in welchem das. das wir durch die Sinne an den Dingen wahrnehmen. jedes hat auch seinen eigenen Begriff. und von dem Mannigfaltigen. Wieso? Es bezieht sich ja als Einzelnes nicht auf den Begriff. So ist es aber auch mit jedem einzelnen Dinge. Vielleicht haben die Logiker unrecht. und alles Einzelne an ihm muß zu dem Begriffe Baum zusammenstimmen. was nicht in den Begriff also widerspräche. wenn sie das sagen. was nicht Baum ist. Aber er bleibt doch ganz Baum. wodurch er dieser bestimmte Baum ist. was es ist. zusammenstimmen müssen. wie mit jenem allgemeinen? 42 . gleichsam überschüttet. Dieses Einfache in jedem Dinge ist doch wohl sein Begriff? Und es muß sich doch wohl mit diesem ebenso verhalten. durch die es in Raum und Zeit hindurchgeht. nigfaltigkeit etwas Baumes mit aufginge und diesem Ja. welches ebenfalls Unsinn wäre? Auch das muß ich zugeben.

Denn jener sanfte Übergang der Formen ineinander. wenn wir es so betrachten. und ebenso. das heißt. Vielleicht wirst du es einsehn. wenn es eine solche Erscheinung des Begriffes noch gibt. auch schon die Schönheit aufgehoben. wenn wir nach diesen Grundsätzen die schöne Erscheinung selbst als eine solche betrachten. und gibst nur bedingt zu. Dies aber ist es eben. ist dieses nicht eine schöne Erscheinung? Und kann man nicht behaupten. immer noch widerstrebend. die Einheit nur das zusammengefaßte Mannigfaltige. was v/ir schon vorher in dem schönen Körper bemerkten. wo nur das Mannigfaltige oder wo es wenigstens ganz überwiegend als solches wahrgenommen wird.Es ist wohl nicht anders. daß darin weder von einer leeren Form von einer Zweckmäßigkeit der einzelnen Teile die Rede sein könne? Hierin hast du recht. was ist alles dieses anders. jene Stetigkeit der Richtungen in beständiger Abwechselung. die einander dem bloßen Begriffe nach zu widersprechen scheinen. Mit dem vorigen wenigstens stimmt dies ganz überein. als wir ihn noch ganz mit den Augen des Triebes ansahen. dessen andere Seite sein Begriff ist. Nicht wahr? So würd' es sein. weil dein altes Vorurteil über den Begriff bei dir noch zu fest sitzet. in welcher sich diese Einheit des Begriffes und des Mannigfaltigen offenbart. jene untrennbare Vereinigung des Graden und Runden. Wo nun aber der Begriff nur als leere Form erkannt wird. in welcher da ist Einheit und Mannigfaltigkeit vollkommen vereint ist. sagt' ich. Du folgst mir. Es kann also die erscheinende Mannigfaltigkeit eines Dinges nur die Eine Seite des Einen und selben Gemeinschaftlichen sein. als eine solche Beschaffenheit des Körpers. worin sich mit der Einheit und Verknüpfung des Gemeinschaftlichen doch zugleich das ganz Eigentümliche und Besondere eines jeden Teiles vollständig ausdrückt? Das 43 . das Mannigfaltige ist nur der entwickelte oder auseinandergezogene Begriff. Wenn es nun eine Erscheinung gibt.

stellt sich das Grade mehr gesondert von dem Runden dar. so ist sie auch vollendet durch sich selbst. Und gewiß werde ich zur Überzeugung kommen. in einem einzelnen Wesen erscheinend. und doch in diesem nur das Leben des Ganzen in sich. nun fang' ich an. Je mehr also die Erscheinung ihren eigenen Begriff in sich darstellt. und das ist es vielleicht. versetzt' er. und je mehr sie auf diese Weise alle ihre Bedingungen und Beziehungen in sich selbst umschließt. hat jedes Glied wechselnden stets sein ganz eigentümliches Leben. wo der Begriff überwiegt. sondern auch nur durch das Ganze selbst und in Von dem allumfassenden Auge bis zu den im Tanze flüchtigen Fersen. wie mitten in der rundlichen Form des Angesichts die Nase fast in grader Linie mit der Stirn fortgeht. was wir das Schöne nennen.Ganze selbst dem vollkommenen und in sich zurückkehrenden Zusammenhange des Einzelnen. weil es ohne ihn nicht gedacht werden kann. bis endlich in den äußersten Teilen wieder eine strengere Besonderheit zu erkennen ist. wenn du mir noch zwei Fragen beantworten willst. in den anderen Gliedern geht beides unmerklich ineinander über. wie in dem leicht geschwungenen Schenkel. die wir im Schönen bemerken. Denn nun ist in ihr kein Besonderes mehr. sondern sein Wesen geht auch in jeden einzelnen Teil über und ist darin gegenwärtig. desto mehr stellt sie auch den allgemeinen Begriff in sich dar. das Einzelne dagegen ist nicht allein durch jenen Zusammenhang mit dem Ganzen da. 44 . stellt sich dar in und so begleitet es nicht allein beständig diesen Zusammenhang. auch hier etwas heller zu sehen. was nicht auch zugleich der allgemeine Begriff selbst wäre. daß der Begriff selbst darin erfaßt werden kann. demselben. erst dadurch gehoben. Es wird zuletzt der allgemeine Begriff selbst. desto mehr wird sie dadurch schon für sich zum allgemeinen Begriff des Menschen überhaupt. In den Teilen des Körpers nun. als würde die bloße Erscheinung zu jener Allgemeinheit und Vollkommenheit. Jetzt scheint mir. Wenn nun so die einzelne Gestalt ganz sich selbst genügt. Wahrlich.

Die häßlichste Gestalt wird also die sein. Vielmehr ist es eben dies. wie ich es mir gleich anfänglich dachte? Hier kann ich dir nicht zu Hilfe kommen. Die erste ist die: Warum kann der Begriff ganz in die Erscheinung übergehen. warum der männliche Körper allezeit den weiblichen an Schönheit übertrifft. in welcher die inneren Anstalten ihr Ziel erreicht haben und vollendet erscheinen. Trage denn deine zweite Frage vor. worin ihr Übergang ineinander noch wahrgenommen wird. so muß doch wohl alles insgesamt durch die sinnliche Anschauung wahrgenommen werden. der Grund. und also weit mehr im Innern ausge- drückt sein sollte? Dies ist nicht allzu schwer zu beantworten. wodurch sich unser jetziger Standpunkt von dem früheren durchaus unterscheidet. welche doch die Oberfläche und das Äußere des Körpers ist. denn es erscheint hier nur wieder. worin daher auch Zweck Mittel. so erscheint uns darin alles durch die Verhältnisse von Zweck und Mittel geordnet.Sprich sie nur aus. Nicht so ist es in der Gestalt. worin beide ganz miteinander gesättigt sind. da er doch das Wesen desselben bestimmt. Zwar ist diese Anordnung durch eine höhere Kunst vollbracht. in welcher sich Zweck und Mittel gar nicht einmal entsprechen. als durch welche wir mit Willkür Zweck und Mittel verbinden. Freilich müs45 . welche du ja selbst als dem Schönen ungünstig erkennst. aber wenigstens ist beides doch nur in einem stetigen Übergange und in Wechselwirkung miteinander. Diese sollte mich ganz über meine frühere Ansicht beruhigen. Sobald wir bei der Betrachtung des Inneren den Begriff anwenden. was wir schon früher über die unvollkommene Schönheit und fanden. Bist du nun über diesen Punkt beruhigt? Vollkommen. im Vertrauen gesagt. Begriff und Erscheinung sich vollständig verknüpfen können. Und dies ist. die weniger schöne die. Wenn nämlich hier der Begriff ganz in der Erscheinung liegen soll. die schönste die.

das heißt von dem Einfachen. Wie muß sich also beides hier verhalten? Offenbar. wenn wir es so betrachten. als bloße Form des Denkens betrachten. und dieser wird also dabei wenigstens ebenso tätig sein als die Wahrnehmung. welche nicht zugleich ganz erhaben wäre. als was er gewöhnlich ist. Es ist also wohl ein Zusammengesetztes aus beiden. so wird es hier mit in dem Schönen sein. Ohne Zweifel. dem Gedanken. was hier tätig ist? Es ist. und wenn uns früher das Erhabene ein noch unvollkommenes Schönes war. wenn du die Erfahrung prüfen willst. der ganz in V^ahrnehmung übergegangene Verstand. Es entsteht also ein drittes ganz Eigentümliches. Dies wirst du auch bestätigt finden. daß beides gar nicht von einander zu unterscheiden ist. Wie vollkommen aber das Schöne sei. also der Begriff Wenn 46 ganz für sich betrachtet wird. Weißt du aber auch wohl. dem Begriffe. das Schöne aber fand sich da. und keine vollkommene Schönheit stattfinden. aber die Verknüpfung desselben mit dem Allgemeinen ist doch allein Sache des Verstandes. Das Erhabene rührte uns doch her von der Seele. warum es sich so verhält? Mich dünkt. Und umgekehrt würde er ja wohl auch ganz verschwinden. sprach er. wenn wir ihn ganz abgesondert für sich.sen wir das Mannigfaltige und Besondere durch die Sinne wahrnehmen. so würde der Begriff nichts anderes sein. wenn beide vollständig ineinander übergegangen sind. so scheint es. wenn das Mannigfaltige überwöge? So würde es sein. dies ist ganz deutlich. . so. magst du erkennen an dem Verhältnis des Erhabenen und Schönen. wie es sich hier zeigen muß. Vortrefflich. Wenn nämlich das Einfache sich auch nur im geringsten absonderte und zu unterscheiden wäre. wo dieser ganz in das Mannigfaltige und Besondere versunken war.

wenn es eine Erscheinung gäbe. und zugleich nahmen sie diese Bestimmung nicht aus allgemeinen Urteilen und Schlüssen über dessen Natur her.so ist er die bloße leere Einheit. die uns aus dem Altertum übriggeblieben sind. ihre Grundverhältnisse auszumitteln. die schon als solche das Maß selbst wäre? 47 . Wir können also das Schöne nun am besten so erklären: es sei das Gemessene. Du kannst es auch daran sehen. welches als solches schon zugleich sein eigenes Maß in sich trage. und stellten diese als Regeln der Kunst oder begründete Ausnahmen von denselben auf. das heißt. Wer sich aber nun die Verhältnisse vorher nach dem Maße einteilen und dann ein schönes Werk danach ausarbeiten wollte. Gewiß unrecht. Würde nun nicht die Schönheit am vollkommensten erscheinen. So bestimmten Nikolaus Poussin und Audran. Er würde anstatt einer lebendigen Gestalt eine steife Anwendung der Regel hervorbringen. wieviel Gesichtslängen der menschliche Körper haben müsse. wenn sie nicht eben dadurch bloß zur Erkenntnis des Schönen hinleiten wollten. ist dann nicht das Maß und das Gemessene eins und das- selbe? Das möchte wohl der vollständigste Ausdruck dafür sein. daß sie hier das Maß oder den Begriff von seiner Erscheinung trennten. Das werden sie also wohl gewollt haben. Ganz sicher. daß sich die größten Kenner bemüht haben. ein Maß für die verschiedenen Gattungen der Schönheit festzusetzen. der würde doch gewiß sehr fehlen. und wiederum das Maß. ist eine andere Frage. Ob sie daran recht getan haben. Gewiß wäre das die erschöpfende Erklärung. welches schon sein eigenes Gemessenes sei. welche gleichsam von außen her auf das Viele und Mannigfaltige angewendet wird. Diese aber können wir das Maß des Vielen nennen? Nicht wahr? Daran hindert nichts. Wenn er aber mit dem Mannigfaltigen ganz verschmilzt. sondern aus den schönsten Bildsäulen.

der ja das Verschiedene vereint. das gemessen werden kann. unsere Meinung recht vollkommen darzustellen? Ganz sehe ich das noch nicht. um nicht von Begriffen zu sprehervorbringt. du nicht. hier gerade dienen muß. welche Wahrnehmung gehören. Und Denn diese haben die Zeit stellt sich am als solche reinsten dar in den Tönen. Kann nun aber der Verstand.? Wo Es gibt es aber eine solche Erscheinung? müßte eine sein. deren du zu rechter Zeit erwähnst. Die Musik sollte also das sein. Ganz einfach aber ist zum Beispiel doch wohl die Zeit? Ohne Zweifel. und das Einfache in unserer Seele durchaus trübend und überschüttend. Es fällt mir aber doch dabei eine gar große Sonderbarkeit auf. werden sie doch wohl durch die Musik nicht dargestellt oder erregt? Vielmehr erhalten sie selbst Maß und Ordnung dadurch. wie gewöhnlich behauptet wird und wie wir auch Musik. sind doch gewiß das Allermannigfaltigste in uns. worüber unser einfaches Erkennen am allerwenigsten Herr ist. Die Empfindungen. die Daß. und nun doch von dem Verstände begriffen Siehst werden sollen. am reinsten erschiene? Nach unseren Behauptungen müßte es auch wohl so sein. sondern nur Vorstellungen einmal nicht chen. und wodurch wir jeden Augenblick nach einer anderen Seite hingezogen werden. und sie so gleichsam durchsichtig macht für das Maß und die Ordnung? Die voll- 48 . wodurch sie irgend einem anderen Gebiete angehörten. daß diese gewöhnliche Ansicht. worin das Gemessene. in welcher sich selbst etwas ganz Einfaches darstellte. doch gar nichts. das. das sein eigenes Maß ist. Und die wäre — selbst erfahren. sondern sie ganz und gar damit durchdringt. dies wohl vollkommener tun. ganz in das Gebiet der doch gewiß Empfindungen. als wenn er die größte Mannigfaltigkeit und Vielheit zur reinsten Einheit nicht allein verknüpft. liebster Freund. So stürmisch aber und verworren. und werden hiervon ganz angefüllt und durchdrungen.

Sie wäre dann in sich zerrissen und in einen nie zu beBegriffes. Der sinnliche Stoff selbst wird also verklärt als solcher. da muß er einsehen. wird selbst klar und harmonisch mit sich selbst. sondern daß es recht sein eigenes Element werden könne. welche diese bunte und doch zugleich einfach klare Welt in sich aufnimmt. und bleibt doch. Die Seele nun. von welchen das Gemüt gewaltsam hin und her geschlagen wird. daß die Verwirrung voll- kommen harmonisch so wird das Besondere heit wird. indem sie allenthalben das Maß darin erfüllt. sondern sie stürzt ihn selbst in das unendliche Gewimmel. und Einzelne zu frei reiner Allgemein- erhoben und schwebt in dem klaren Äther des von dem Stoffe und den unzähligen Bedingungen der Zufälligkeit. und dennoch wird es dadurch nichts Fremdes oder Neues. Siehe. Denn seine Einheit ist ganz ausgefüllt mit der Sinnlichkeit. worin das größte Gewimmel und Gewirre von einzelnen Tönen in das einfachste und reinste Maß aufgeht. wie er war. daß ihm auch dieses nicht fremd sei.kommenste Musik wird also die sein. wie Shakespeare sagt. denn sie erhebt dasselbe vollkommen zu seiner Klarheit. und diese kann ihm nun nichts mehr anhaben. uns in eben demselben Augenblick zur stürmischen Leidenschaft aufregt und in tiefes Nach4 49 . und bleibt uns so nahe und so verwandt. die es vorher besaß. die am meisten unser ganzes Leben ergreift. so würde sie mit diesem gegen die andringende Welt des Mannigfaltigen und die sie bestimmenden Empfindungen ankämpfen und diese unter das Maß zu bringen streben. Wenn in ihr bloß der Begriff tätig oder nur überwiegend wäre. Die Musik dagegen macht ihm nicht bloß wieder Mut. sondern es behält unverletzt die Eigentümlichkeit. So wird der Verstand erst in sich selbst vollendet und gelangt zur vollkommenen Seligkeit. Darum ist die Musik die Erscheinung der Schönheit. abgelöst schließenden Streit verwickelt. ihn nicht trüben und verwirren. was er war. da sie ganz mit in sein Maß aufgegangen ist. Denn der Begriff oder die klare Einheit des Verstandes schämt sich gleichsam jener verworrenen Flut der Empfindungen.

was in der Schönheit vereint ist. Raserei und Besonnenheit in uns auf das innigste verschmelzt. um meine Meinung von der sinnlichen Wahrnehmung zu unterstützen. wird es auch ebenso ablaufen wie vorher. ob eine so innige Verknüpfung des Einen und Mannigfaltigen auch wirklich hervorgebracht werden kann. so ist es doppelt nötig. Denn wenn das. Wie weise waren daher die Alten. als wenn Anselm und Bernhard noch nicht unserer Meinung wären. weil sie wohl bemerkten. und wir lieber tun.sinnen versenkt. Du willst also wohl hinterher unsere jetzige Darstellung des Schönen ebenso prüfen wie die vorige. die sie als einen so wichtigen Gegenstand für den Staat ansahen und Gesetze über sie gaben. der mißbraucht sie zur Dienerin der Sinnlichkeit. die wir doch über kurz oder lang vornehmen müssen. indem auch das Unruhige und Getrübte darin nur als der mannigfaltig gebrochene Strahl desselben einfachen Lichtes erscheint. sie kehrt unser ganzes Wesen um und schafft es neu. was ich zuerst hätte anführen sollen. der kann sie weder würdig ge- nießen noch hervorbringen. Denn wenn ich es nun recht bedenke. aufgelöst wird. Ich dächte also. Wer aber sich selbst hinabstürzt in das Mannigfaltige und die bloße Empfindung. daß sie zugleich das heilsamste und das gefährlichste Mittel sei. sprach ich. so hast du deine Behauptung grade an demjenigen aufgezeigt. was getan muß sein. wie Fleming so weise rät. Mir scheint es nur. Ja. uns von dieser Seite sicherzustellen und zu sehen. sagte darauf Erwin. damit sie uns nicht wieder auf eine Untersuchung hinführen. nämlich an den Empfindungen. Ruhe und Unruhe. noch eh man uns gebeut. ob sie nämlich nach den Gesetzen unserer Erkenntnis auch etwas Mögliches und Wirkliches enthalte? Da fürchte ich nur. wir kämen ihnen diesmal zuvor. auf die menschlichen Gemüter einzuwirken! Ich bin überzeugt. so möchte sie am Ende gar nicht bestehen können. Wenn du das wirklich fürchtest. SO .

das Auch das lei wohl richtig. wenn wir uns die Dinge schon so denken. aber ich denke. dieses aber von der sinnlichen Wahrnehmung? Ohne Zweifel. worin dasselbe mit dem Begriffe übereinstimmt. Wieso das? Hast du denn nicht selbst schon behauptet. und zwar wird doch wohl jenes Gebiet ganz vom Verstände beherrscht werden. versetzt' er. 51 . wie es mir Allerdings. Freilich nur ist so. ja ein jedes Ding sei ganz und gar nichts anderes als der Begriff selbst. aber wir müssen immer zweierdie darin unterscheiden. und deswegen habe ein jedes seinen eigenen Begriff? Das behauptete ich. worin es ins Unendliche Wenn wechselt. das andere. tun wir beständig. so wird sofern. sagt' ich.Ich denke. das eine. Denn hiernach müßte es zwei ganz verschiedene Gebiete des Mannigfaltigen geben. ich nur wüßte. die gewöhnliche Ansicht sei. Denn wenn Anschauung in der Tat immer nur den gegenwärtigen Moment auffaßt und durch sie zwar das Mannigfaltige wahrgenommen. je scheint. So muß es wohl sein. schon vollständig in die Einheit aufnehmen. das ein jedes an sich hat. der Begriff werde nicht von uns erst aus den Dingen geschaffen. Aber gelten kann dies doch nur. sie ist schon an sich selbst da. da ja der wechselnde Fluß der Erscheinungen immerfort die Einheit auflöst. als dasselbe vollkommen zum Begriffe zusammen- stimmt. wie wir sie im Verstände mit ihren Begriffen vereinen. welche sie wolle. welche der Begriff gleich- sam zusammenbindet? Du willst also das Mannigfaltige in sich selbst unter- scheiden. und bleibe dabei auch noch. nachdem es vom Begriffe zusammengefaßt oder durch Anschauung wahrgenommen wird. wie dies mit der gewöhnlichen Ansicht vereinigt werden könnte. wo wir das Viele. sondern liege schon vorher darin. aber doch wohl nicht inins Unendliche wechselt.

äußere Gegenstände der beziehen kann. daß es ganz die Übereinstimmung mit sich selbst in sich trägt. ob derselbe. insofern sie durch den Begriff oder durch Anschauung aufgefaßt werden. denn dadurch stimmt ja das Ding mit sich selbst überein und ist in sich vollständig. so daß der Verstand nicht wahrnehmen und die Wahrnehmung nicht auf Begriffe Ehe wir nun weitergehen. sagt er. Denn daß wir wahrnehmbare Dinge. Dachte ich es nicht vorher. daß ein schönes Ding auch erscheinen und ein Gegenstand der Wahrnehmung sein muß. Das würde ich dir auch nicht abstreiten können. ist unvollkommen und ver- 52 . wie der Begriff mit seinem Mannigfaltigen im Verstände. Ja. daß es als Schönes wieder ganz würde aufgelöst und allen übrigen Dingen gleichgestellt werden? Ehe wir es aufgeben. Wie vereinigt er aber beides? Die Wahrnehmung. welchem von beiden Gebieten wir die Erkenntnis des Schönen zuschreiben wollen. das wohl. der uns in diese Not gestürzt hat. uns nicht auch wieder daraus befreien kann. sondern die Dinge sogar. erscheinen hier in sich gespalten und mit sich unvereinbar. daß es im Gebiete der Wahrnehmung zu Hause sei. Ohne dies kann ich mir kein Schönes denken. Das haben wir nun schon gesehen. sagt' ich. Aber damit sind wir nicht allein wieder völlig uneins. Ich würde daher der Meinung gewesen sein. die doch wohl mit sich selbst einerlei sein müßten. müssen wir uns also entschließen.Und beides widerspricht sich doch vollkommen und schließt sich gegenseitig aus. aber es muß ja doch erscheinen und wahrgenommen werden. und darin hat er auch wohl ganz recht. Nun sieht er aber ebensogut wie wir ein. Jene Übereinstimmung alles Einzelnen mit dem Begriffe nennt Baumgarten die Vollkommenheit eines Dinges. Sinne schön nennen. und endlich teilt in dieser Rücksicht auch das Schöne das Schicksal aller übrigen Dinge und unterscheidet sich in nichts von ihnen. das leidet wohl keinen Zweifel. laß uns noch sehen.

versetzt' ich. Die Vollkommenheit eines Dinges oder das Ding selbst. welche bloß für Erscheinung und in den erscheinenden Dingen sei. So fällt denn das Schöne un- 53 . Denn du wirst wohl bemerken. So höre denn. weil sie eben stets wechselt und nie zur Voll- ständigkeit des Begriffes gelangen kann. so kann diese nach seiner eigenen Behauptung nur durch den Verstand erkannt werden. hielt aber selbst in dem für die Wahrnehmung bestimmten eine Vollkommenheit für mögdie lich? So tat er. kann. Das würden wir uns nun doch müssen gefallen lassen. wenn es nicht anders wäre. wie Baumgarten selbst gesteht. sondern stellt sich für sie vermittelst des Einzelnen doch immer nur verworren dar. und er unterschied deshalb eine Vollkommenheit für den Verstand und eine sinnliche. als Vollkommenes betrachtet. Die Erkenntnis des Verstandes dagegen kann den Begriff ganz durch- daher klar und vollkommen. durch nichts erkannt werden. Er nahm also. daß er sich selbst widersprach. sprach Erwin. die den Begriff erfüllt. als durch den Begriff im Verstände. Fürchte aber nichts. denn es wird ja darin nichts als die unvollkommene Erscheinung eines vollkommenen Wesens. dringen und ist Warum ? Weil mir das Schöne dadurch wieder herabgesetzt wird. welche diese Meinung untergraben. Wenn nun ein vollkommenes Ding sich in der verworrenen sinnlichen Erscheinung darstellt und also durch die Wahrnehmung aufgefaßt werden muß. was schon andere vor uns leicht gegibt es eine Vollkommenheit des EinDenn funden haben.worren. Sie sollen mir willkommen sein. daß es auch innere Gründe gibt. kann den Sinnen nicht als Vollkommenheit erscheinen. der Begriff aber. so nennen wir dasselbe schön. zelnen. der gar nicht wahrgenommen wird. aber bedachte nicht. Wie soll sie denn nun in der sinnlichen Wahrnehmung erscheinen ? Dieses fühlte er auch. unsere beiden Gebiete des Mannigfaltigen auch an. Diese Auskunft ist mir sehr ungenügend.

wie ein Gespenst. wie du leicht einsehn wirst. daß es durch diese Baumgartensche Lehre nicht zustande gekommen ist. die ich früher äußerte. wirklich abermals in des Rauches Schatten aufgegangen. Nun bitte ich aber dich und euch alle. noch hinzusetzen. daß Baumgartens sinnliche Vollkommenheit. was uns nicht das Erfreulichste. um mit den Alten zu sprechen. und ein bitterer Hohn war' es. Mir ist es doch lieb. wenn das. Welche war das? Ich sehe jetzt deutlich. überallhin verfolgt. kein Mittel. es zu erhalten. auseinanderfließe. und es ist also auch nicht das Schöne mehr. wenn sie recht im wahren Sinne gefaßt wird. die uns in ihrer Leerheit auf die Art ärger quälten als die Strafen des Tantalos. einzureißen. Sehr richtig bemerkst du das. daß die beiden ganz getrennten Gebiete des Begriffs und der sinnlichen Wahrnehmung nur durch Zweckmäßigkeit zu verknüpfen sind. worin uns nur die Scheinbilder der Schönheit neckten und täuschten. und ich weiß in dem. was wir bis jetzt aufgefunden haben. der uns angetan würde. dem man zu Leibe geht. rief er. bestätigt. Denn ein Schauder beschleicht mich. daß wir endlich aufhören. Nicht anders. und daß die Schönheit darin nicht liegen könne. doch auf nichts hinführe.' vermeidlich unter das allgemeine Gesetz aller übrigen Dinge. bilder eines solchen Gutes wenn uns doch leere Scheindurch das Leben verfolgten. daß am Ende die Schönheit. Darum laß uns lieber zur Hilfe uns- 54 . und daß wir zuletzt uns in einer ganz schönheitslosen Welt finden möchten. als auf das Angenehme. wenn ich mir vorstelle. Es wäre uns also. antwortete ich. und du kannst auch. gänzlich daraus verschwände. Das wäre freilich entsetzlich. sondern das Reinste und Herrlichste in der uns umgebenden Welt zu sein scheint. und einmal wirklich aufbauen. Ich werde dadurch auch in einer Meinung. sagte ich vorher. Auch das glaube ich schon einzusehen. ich muß es dir aufrichtig gestehen.

sagt' ich. Und doch muß eben diese unterjocht. Anselm und Bernhard. gibt uns schon einen großen Trost. sprach ein. alle eure früheren Vermutungen zu vernichten. daß ihr das Schöne immer nur durch diese wahrnahmt. wir werden dieser nicht bedürfen. daß ich damit anfangen muß. indem ich nur euch selbst an die unseligen Widersprüche. Denn wenn ich meinen eigenen Kräften auch noch so wenig zutrauen darf. Ich hoffe. Wenn aber auch du nicht zum gesuchten Ziel gelangtest. ja ausgerottet werden. war ursprünglich zwischen unseren beiden Jünglingen. insofern sie Sinnlichkeit ist. sprach er. zu erinnern brauche. gab Anselm zur Antwort. wenn 55 . Denn euer Verstand sah zwar daß weder in seiner eigenen Gesetzmäßigkeit noch in der sinnlichen Wahrnehmung die Schönheit liegen könne. Damit wirst du nicht mehr tun. Doch wohl. besiegt zu werden. durch mich reden lassen. Deine Zuversicht. dein Wort des Heils zu hören. er. und von ihr werdet auch ihr Männer euch gewiß nicht schämen. als wäret ihr beide verunglückt. Diese also will ich. wenn ich schon jetzt dazwischen treten wollte. worin ihr euch verwickelt habt. was wir vielleicht durch eine zu einseitige Untersuchung verscherzt haben! Der Streit. als wir schon rer selbst getan haben. denn es würde ja aussehen. lieber Bernhard.Freunde unsere Zuflucht nehmen. dein Recht nicht rauben. Ich bedaure nur. ohne uns deshalb zu schämen. sprach ich. so kann ich euch den Trost geben. und gewiß sind wir alle begierig. deren überwiegende Macht und Würde auch an mir ein hinreichendes Werkzeug finden wird. Ich will also dir. sagte Bernhard. wenn ihr es erlaubt. da ja den Freunden alles gemein sein soll. Tut also nun auch das Eurige. aber euer Gefühl war noch so sehr durch die Sinnlichkeit bestimmt. daß ich euch die erwünschteste Zuflucht aufbewahre. welches mir auch sehr leicht wird. um uns das wieder zu verschaffen. so werde ich doch im Namen einer Idee sprechen.

die

wahre Idee zur Herrschaft gelangen
als

durchaus nötig, zu dieser

soll. Es ist also zu dem höchsten Grunde

aufzusteigen. Sie ist aber das, was der Sklaverei der Sinne gerade entgegengesetzt ist, nämlich die Selbstbestimmung des Ich, das reine Wollen. Dieses ist das reine Wesen des Ich, eine Tätigkeit, die nur aus dem einfachen Bewußtsein seiner selbst hervorgeht, und für welche die äußere Natur da ist, nur um von ihr bekämpft und unter die Herrschaft des reinen Bewußtseins gebracht zu werden. Etwas Höheres, sprach ich, scheinen mir deine Musen zu singen. Deine Freunde horchen schon auf sie und sind begierig, wie sie uns diesen reinen Willen verkörpert vor die Augen stellen werden. Auf diese Weise, versetzt' er. Die äußere Natur, die Welt der Gegenstände geht aus unserem Bewußtsein hervor, und ist nichts an sich, sondern nur insofern etwas, als sie das sich selbst erscheinende Ich ist. Auf dem Standpunkte des gemeinen Erkennens nun wird diese Erscheinung für etwas an sich Bestehendes und dem Erkennen Gegebenes angesehen, und dieses erscheint sich selbst dadurch gezwungen und gebunden. Wer aber einsieht, daß und wie diese Natur von dem Ich hervorgebracht sei, der
philosophiert.

Wer endlich die Gegenstände darstellt, nicht gegeben, sondern wie sie durch das Ich selbst gemacht sind, der ist ein Künstler. Für diesen ist also der philosophische Standpunkt zum gemeinen geworden. Damit ist aber noch keinesweges der höchste Zweck des vernünftigen Wesens erreicht. Denn diesem ist durch das Sittengesetz aufgegeben, mit Bewußtsein, durch seine reine Tätigkeit die Welt wieder zu schaffen, d. i. die gegebene Welt so zu behandeln, daß sie nur der Ausdruck seines Willens werde. Die Kunst ist also bei weitem noch nicht das Ziel selbst, jedoch die vollkommenste Vorstufe dazu; denn sie beweist einem jeden durch die Erfahrung, daß
wie
sie

auch

die

äußeren Gegenstände so dargestellt werden kön-

nen, wie sie von
dieses fasse ich

dem reinen Ich geschaffen sind. Alles zusammen in die Behauptung, daß das
sei.

Schöne
56

die

wahre Vorbereitung zum Guten

mir einige nähere Erläuterungen hierüber auszubitten. Denn so viel mir jetzt erscheint,
Erlaube mir, sagt'
ich,

entsprechen sich die verschiedenen Glieder der Verhältnisse nicht recht, in welche du die Schönheit setzest. Ist denn das Philosophieren, wodurch wir einsehen, wie aus
Ich eine Welt von äußeren Gegenständen entsteht, mit dem sittlichen Handeln, wodurch diese Welt, wie du sagst, wieder geschaffen werden soll, ganz eins und das-

dem

selbe?

Keinesweges. Denn das bloß betrachtende Philosophieren sieht, insofern es jenes zum Gegenstande hat, nur die erzwungene und notwendige Entwicklung des Ich mit an. Die Sittlichkeit aber ist das tätige Philosophieren, welches diese Schöpfung mit Freiheit wiederholt, und dadurch den Zwang, der dem Ich durch die äußeren Gegenstände angetan wird, vernichtet.

Wenn nun

beides dasselbe wäre, wie es nicht

ist,

wie

wir es aber doch denken können, daß nämlich das Ich die Welt und seine eigene erzwungene Begrenzung durch dieselbe frei hervorbrächte, so daß Freiheit und Notwendigkeit Eins wäre, müßte dies nicht die höchste Vollkom-

menheit sein?

Doch nicht; denn wenn sie notwendig,

würde sich der freien Tätigkeit, ja seine Notwendigkeit selbst wäre, nicht als freier bewußt sein; dies kann es nur werden, ines

dem

es sie einer

gezwungenen entgegensetzt und davon

unterscheidet.

daß sie einen äußeren Gegenstände bekämpfe, und diese Gegenstände sind für sie bloß dazu da, um von ihr bekämpft zu werden. So ist es. Wenn also ein äußerer Gegenstand die ganze Seele an sich reißt und sie völlig bestimmt, so überwiegt in ihr

Es gehört

also zur Sittlichkeit,
die

Zwang durch

die Sinnlichkeit,

und

ihre Freiheit

ist

völlig unterjocht.

Ohne
So
reißt
ist

Zweifel.
es aber

doch in der Tat mit dem Schönen. Dieses das Gemüt so vollkommen an sich, daß sich das57

selbe seiner Freiheit gar nicht
völlig in

mehr bewußt bleibt, und seinen Gegenstand versinkt und von ihm ganz

angefüllt wird.

Das wohl; aber dieser Gegenstand ist auch nicht die bloß gegebene äußere Natur, sondern ein Gegenstand, der durch Freiheit und nach ihrem Gesetze gemacht ist, und
dasselbe schon ganz in sich

aufgenommen

hat.

Desto schlimmer; denn er hat dieses alles eben dadurch auch bloß in Gegenstand verwandelt; und auf diese Weise ist die Freiheit selbst, die doch der Urquell der Sittlichkeit sein soll, zu einem äußeren, die Anschauung erzwingenden Gegenstande geworden. Du scheinst mich immer noch nicht vollkommen zu verstehn. Wäre die Freiheit in dem schönen Gegenstande
ausgelöscht oder getötet, so wäre er auch nicht mehr schön, und wer ihn so ansieht, der ist keinesweges fähig, ihn zu genießen, sondern behandelt ihn wie andere Gegenstände, die bloß auf die Sinne wirken. Der schöne Gegenstand muß vielmehr so angesehn werden, wie er vom Künstler
erschaffen wird, als selbst frei und lebendig, und so, daß seine erscheinende Gestalt nur als die Wirkung seiner eigenen inneren Freiheit erkannt werde. Dieses, liebster Bernhard, kann ich mir nur auf zweierlei

eine eigentümliche,

daß in dem Gegenstande selbst diesem besonderen Dinge zugehörige Freiheit erkannt werde, oder daß diese Freiheit
Art denken; erstlich
so,

ihm

als

die des Künstlers sei, der ihn erschaffen hat.

Es ist auch beides richtig. Aber wie kann denn beides zugleich sein? Hat das Ding ein eigentümliches inneres Leben und eine ursprüngliche Freiheit, die nur in demselben als in ihrem Geschaffenen erscheint, so ist es auch nicht mehr bloß Erscheinung und Gegenstand, sondern ein wahres Ding an sich. Ein
solches für sich bestehendes Wesen aber in seiner ursprünglichen Natur zu erkennen, das kann unmöglich ein Schritt sein zu der Sittlichkeit, die in der Vernichtung aller äußeren Gegenstände als solcher und in ihrer Darstellung als Werke der Freiheit besteht. Wenn wir aber auch sagen

58

wollten, der Künstler sehe überall das Leben und Entstehen der Dinge, nicht eben, mein' ich, aus ihren zeit-

lichen Ursachen, sondern aus ihren ursprünglichen Bedingungen, woraus ihr Erscheinen nur das abgeleitete ist,

so begreife ich noch nicht, wie dieses zur Sittlichkeit für ihn oder die Beschauer seiner Werke beitragen soll. Denn entweder sind sie sich zugleich mit dem Anschauen der Gründe und Bedingungen der Erscheinung bewußt oder
nicht.

Im

ersten Falle sind sie sämtlich Philosophen

und

besitzen die höchste Sittlichkeit selbst, welche, wie du behauptest, im Bewußtsein der Freiheit besteht, nicht aber in der zugleich notwendigen Freiheit; sie bedürfen also nicht erst der Schönheit als einer Vorstufe zur SittHchkeit, und sind auch wirklich längst darüber hinweg. Sind sie sich aber dessen, was sie in den Dingen erkennen, nicht bewußt, so unterscheiden sie sich allerdings von den Phi-

losophen und sind ihnen sehr untergeordnet.
letzte scheint

Und

dieses

mir eigentlich deine Meinung zu

sein.

wir dieses annehmen. Denn der philosophische Standpunkt ist eben dem Künstler der gemeine; er muß also, was der Philosoph als inneren Grund des Dinges erkennt, selbst als Gegenstand anschauen.

Wohl müssen

Aber, o Liebster, siehst du denn nicht, daß nun der Künstler erstlich gar nicht von jedem anderen sinnlichen Menschen unterschieden ist, indem er bloß Gegenstände anschaut, zweitens aber darin noch tief unter andere sinkt, daß er sogar das Höhere und Freie, welches bloß im reinsten

und höchsten Bewußtsein erkannt werden sollte, hinabreißt in die Welt der Gegenstände und ebenfalls in Erscheinungen verwandelt? Oder kommt es denn bei eurer Sittlichkeit darauf an, welcher Stoff erkannt wird, und nicht vielmehr auf die Art und Weise, wie er erkannt
wird? Denn alles, dächt' ich doch, ist völlig für einerlei zu achten, insofern es bloßer Gegenstand ist, der die Seele von außen zum Erkennen zwingt, und nur durch die Art, wie das Ich sich selbst als seinen Gegenstand oder als sich selbst setzet, und wie es sich von sich selbst unterscheidet, kann ja erst Gegenstand und Erkennen, sinnliche Knecht-

59

Schaft

und

sittliche Freiheit entstehen.

also die Schönheit das

So betrachtet, wäre wahre Grundwesen des Bösen, in-

dem

es selbst das ursprünglich

Gute in

die

Gewalt der

Sinnlichkeit gäbe,
licher es vorher

und

es

um

so tiefer stürzte, je herr-

gewesen, recht nach Art der gefallnen Engel in den Sagen unserer Religion. Dein fürchterlicher Schluß würde mir nur beweisen, wie leicht man in diesen tieferen Erkenntnissen dem Mißverstand ausgesetzt ist, wenn ich nicht glauben müßte, daß du nur absichtlich dich verstellest, um meine Überzeugungen zu prüfen. Beiderlei Vorwürfe, lieber Bernhard, höre ich nicht gern von dir. Viel besser wäre es wenigstens, wenn du mir aus diesen Widersprüchen einen mit deinen Grundsätzen übereinstimmenden Ausweg zeigen wolltest. Wenn du diesen nur sehn willst, so liegt er schon in meiner ersten Behauptung. Denn wenn ich dir sagte, daß für den Künstler der philosophische Standpunkt zum gemeinen werde, und daß die Schönheit eine Vorstufe zur Sittlichkeit sei, so mußte ich ja meinen, daß die Hervorbringung des Schönen notwendig auch schon etwas von sittlicher und philosophischer Erkenntnisart in sich enthalte.

Es würde

dir also der zweite

die ich vorher aufstellte, günstiger sein,

von den beiden Fällen, nämlich daß in

dem Schönen

die freie Tätigkeit des hervorbringenden Künstlers betrachtet und genossen würde, und zur Sitt-

lichkeit hinanleitete.

Wenn es dir leichter wird, es von nimm es immerhin so. Denn auch

dieser Seite

zu fassen,

das Rechte, und freilich der gewöhnlichen Vorstellungsart näher als das vorige von dem ganz in den gemeinen Standpunkt übergegangenen philosophischen. Gut denn. Ich bediene mich deiner Vergünstigung und erkläre mir mit ihrer Hilfe deine Meinung so. Der Künstler soll uns zum Guten anleiten, indem er einen Gegenstand darstellt, aber so, daß wir darin seine Freiheit, mit welcher er ihn geschaffen, zugleich erkennen. Zuvördieses
ist

60

also dieser Gegenstand sich von anderen dadaß in ihm die Spuren einer abunterscheiden, durch die ihn hervorgebracht, zu erkennen sichtUchen Tätigkeit,

derst

würde

wären, und diese Eigenschaften würde er auch mit den Dingen gemein haben, welche die sogenannten mechanischen Künste hervorbringen. Ja, aber auf ganz andere Art. Mechanische Werke kündigen sogleich einen besonderen eigennützigen Zweck an, wozu sie sich bloß als Mittel verhalten, und worin sich ihre ganze Richtung erschöpft: in den schönen dagegen, kommt der Zweck an sich zur Wirklichkeit. Was ist denn nun aber Zweck an sich? Das Wesen eines jeden einzelnen Dinges in seiner Besonderheit kann es nicht sein, das haben wir ja vorhin gesehen; denn sonst würde das Ding, das ja immer nur ein bloßer Gegenstand
oder Erscheinung sein sollte, ein Ding an sich. Der Zweck kann also nur der Zweck der im besonderen tätigen Vernunft, der Sittlichkeit oder des reinen Handelns sein. Wenn folglich gesagt wird, der Künstler stelle die Dinge dar, nicht wie sie in der Erfahrung gegeben, sondern wie sie durch die höchsten Gesetze des Erkennens hervorgebracht sind, so kann das nicht heißen, wie sie die ur-

sprüngliche Anschauung hervorbringt, ihrem besonderen einzelnen Wesen nach, sondern wie sie die frei handelnde

Vernunft gleichsam von neuem wiederschafft, um in ihnen den Abdruck des reinen Handelns wirklich zu machen. Du scheinst dich jetzt der wahren Ansicht der Sache glücklich zu nähern. In Beziehung nun auf dieses reine Handeln ist doch das Besondere und Einzelne an den Dingen, wodurch sie eben erscheinen, durchaus nichtig, ja eben dasjenige, wodurch sie dem reinen Handeln gänzlich widerstreben. So ist auch an dem vernünftigen Wesen eben seine Eigenheit und Individualität, wodurch es zur Erscheinung kommt, dasjenige, was durch die sittliche Freiheit, welche nur das allgemeine Wesen der Vernunft enthält, das in allen dasselbe ist, bekämpft und vernichtet werden soll. Wie kann nun die Vernunft durch eben dasselbe ausge6i

drückt werden, was nur ihre Reinheit trübt und ihr freies Handeln beständig stört? Deine Ansicht des Einzelnen, versetzte er, in Beziehung auf die Sittlichkeit, ist gewiß die richtige. Du mußt aber auch bedenken, daß eben dieses Einzelne die Bedingung unseres ganzen Daseins, und also auch die Bedingung des wirklichen sittlichen Handelns ist. Da es nun diese doppelte Bedeutung hat, so muß es, um schön zu sein, so erkannt werden, daß es als diese Bedingung, nicht aber als das der Sittlichkeit widerstrebende sich darstelle. Was du sagst, leuchtet ein. Warum sagst du aber Bedingung und nicht Mittel? Denn das wirkliche Handeln oder die wirkliche Darstellung des allgemeinen Willens in der besonderen Erscheinung kann doch wohl auf keine andere Weise zustande kommen, als vermittels des Verstandes? Allerdings ist dieser das Mittelgebiet, worin für die Erfahrung sich das Allgemeine mit dem Besonderen verknüpft.

du also dieses zugibst, so wirst du auch einsehn, daß in jedem vernünftigen Handeln, welches doch in dem Gebiete der Erfahrung notwendig vorgehen muß, der freie
Wille und sein höchstes Gesetz sich in einen allgemeinen Begriff verwandeln muß, das Einzelne der Wahrnehmung aber aus besonderen Vorstellungen besteht. Für das Handeln aber heißt der Begriff nicht anders als Zweck, die besonderen Vorstellungen aber, wodurch der Begriff oder Zweck dargestellt werden soll, heißen die Mittel. Die Erscheinungen der wirklichen Gegenstände, wodurch der Künstler allein das Höhere darstellen kann, sind immer nur Mittel zu diesem Zwecke, und verhalten sich also in dieser Rücksicht ganz wie die Mittel, in welchen die mechanischen Künste ihre Zwecke darstellen. Nur mit dem Unterschiede, fiel er ein, auf den es hier allein ankommt, daß sie einen ganz anderen Zweck enthalten als die Werke der schönen Kunst, welches wir schon vorhin bemerkten. Aber, o Bester, sagt' ich, kommt es denn hier auf den

Wenn

62

und nicht vielmehr auf die Form? Was an der schönen Erscheinung reiner und höchster Zweck ist, das gehört der Sittlichkeit selbst an, und ihr ganz allein; in
Stoff an,

der Erscheinung als solcher, worin doch die Schönheit unmittelbar wahrgenommen werden soll, kann doch nichts anderes erkannt werden, als daß sie Mittel zu irgend einem Zwecke sei, gleichgültig zu welchem. Denn der Zweck
selbst ist ja

eben von der Art, daß er an und für sich gar

nicht

wahrgenommen werden kann.

du, erwidert' er, in deiner Vorstellung ganz recht hättest, so ließe sich freilich der darin liegende Zwiespalt wohl nicht vereinigen. Aber das Schöne ist ja eben von der Art, daß darin beides ineinander übergeht. Darin besteht eben die Gewalt, die der Künstler über die

Wenn

Gemüter

ausübt, das er den ganzen Menschen zur Sittlichkeit hinaufführt, und ihn überwältigt, nicht bloß durch Überzeugung, sondern durch die Gefühle, die er seinem Herzen einflößt. Diese Gewalt auf das Herz, die auf das Reine und Gute hinausgeht, ist eigentlich das Unterscheidende in der Wirkung der schönen Kunst. Durch sie wird der

Mensch hingerissen und über sich selbst erhoben, und gleichsam unwillkürlich gut und weise gemacht. Ei, mein Freund, da hätten wir ja wohl eigentlich wieder ein ganz neues und, genau genommen, allem vorigen widersprechendes Kennzeichen, die Wirkung auf das Herz. Denn nimmermehr ist doch wohl dieses dasselbe mit irgend einer von den anderen Bestimmungen, die du früher gäbest. Wenn ich dich recht verstehe, so ist diese Wirkung auf das Herz, welches freilich ein gar vieldeutiger Ausdruck ist, der das Edelste und das Gemeinste bedeuten kann, bei dir von solcher Art. Sie erregt eine Leidenschaft
in uns, aber eine Leidenschaft, die auf das Gute gerichtet und mit einem Bewußtsein davon begleitet ist.

So mein' ich es. Dieses Bewußtsein wird nun wohl nicht zur vollen Klarheit kommen können; denn sonst wäre es ein rein sittliches Bewußtsein und wir bedürften der Leidenschaft nicht mehr.
63

Auch das will ich mir für jetzt noch gefallen daß sich in dieser unterjochten keit die freie Tätigkeit darstellen lasse. und die Seele gleichsam aus sich selbst heraus zu den äußeren Dingen hinreißt. Sie bleibt doch immer zum Dasein des Ich selbst notwendig. Ob nun diese Wirkung so ganz dasselbe sei mit jener früher behaupteten. Welt der SinnlichAber wie die Er- 64 . dies laß uns übergehen. ankommt. das grade Unsittlichkeit wäre. wenn du die Sinnlichkeit so ganz und gar als nichtig und verworfen darstellst. das wollen wir dahingestellt sein lassen. denn unmöglich kann ein solches zwischen Leidenschaftlichkeit und sittlicher Klarheit schwankendes Bewußtsein den philosophischen Standpunkt darstellen. und die gleichsam erst dazu erzogen werden Warum müssen. obgleich es mir nicht so scheint. gab ich dir schon zu. aber darauf laß uns sehen. insofern die sittliche Tätigkeit teils sich in einem Äußeren darstellen. daß die Leidenschaft nur der herrschend gewordene Trieb ist. soll. was wir früher anerkannten. dieser aber immer auf den Gegenstand hinausgeht. das sie bekämpfen und unter- jochen lassen. so ist eben dies jene der Sittlichkeit so ganz entgegenstrebende Sinnlichkeit. und doch Und mit in Bewegung gesetzt werden müßte. Denn wenn es wahr ist. das heißt auf das reine Bewußtsein. daß sie in diesem Sinne Bedingung der Sittlichkeit sei. und ohne sie könnten wir uns auch der reinen Tätigkeit nicht bewußt werden. bliebe in diesen immer etwas. nämlich. ob denn überhaupt diese Rührung des Herzens eine Anleitung zur Sittlichkeit sei. doch. um zu jener hinzuführen? Du scheinst die Sache zu übertreiben. Doch wie gesagt.Freilich wohl nicht. die sich noch nicht zur reinen Idee der Sittlichkeit emporschwingen können. teils auch eben etwas haben muß. Und nun soll diese gereizt werden. Ja. daß nämlich die Kunst den philosophischen Standpunkt zum gemeinen mache. da es bloß auf diese reine Sittlichkeit. das nicht? Für diejenigen nämlich.

Dies kann ich wohl zugeben. und die äußeren Gegenstände ebenso bewußtlos ergreift als ob er der allereigennützigste wäre. Diese Leidenschaft ist aber doch immer ein Trieb. Und so. Da nun nach deiner Erklärung das Schöne zugleich auf das Herz und auf das sittliche Bewußtsein wirken soll. was wir vorher das Herz nannten. darum ist sie immer noch nicht die Sittlichkeit selbst. bewußte Freiheit. nämlich der Trieb. die nicht auf die bloße Sinnlichkeit hinausgehn. Freilich. das ist und bleibt mir unbegreiflich. das verstehn. denke ich. denn die äußeren Gegenstände sind für ihn 5 65 . Gibt es denn aber nicht auch Leidenschaften. wenn in ihr ganz und gar nichts anderes enthalten wäre. so kann dies eigentlich nur eine sein. und aus dieser sprechen wir jetzt allein. wie wir es früher auf unseren andren Standpunkten wirklich fanden und auffaßten. wenn es solche gibt. Wenn sie nun aber ihren höchsten Grad und ihre wahre Vollkommenheit erreicht hätte. die Leidenschaft. nach außen wirkt. wenn es heißt. daß jemand im bloßen Triebe nach dem Großen und Edlen. oder dieses sogenannten Herzens. das Sittengesetz auszudrücken und wirklich zu machen. In dieser Einheit also kann der Trieb oder die Leidenschaft nicht mehr das reine sittliche Bewußtsein stören oder trüben. Nur so kann ich nach deiner Ansicht. der wie jeder andere. aus einer Idee gehandelt habe. sondern auf das Edelste und Höchste? Gut. das heißt. so müßte die vollkommene Schönheit auch nur in der vollkommenen Einheit beider sein. jemals zur Befreiung aus den Banden der niederen Welt führen könne.regung der Triebe und Leidenschaften. so wäre ja wohl beides aufs vollkommenste vereinigt. verstehst du es auch vollkommen richtig. das. als die Darstellung des freien Willens. Auch möchtest du schwerlich hier das Schöne in seiner Wirkung zum Guten so wahr aus der Erfahrung darstellen können. und die reine.

kann es gar nicht geben. als das Umgekehrte.nur da. dessen Gegenstand sie selber ist. inneren Widersprüchen unterwerfen? Warum es aber keine geben kann. so wird wenigstens dieser andere Schluß gelten. liegt am Tage. nach unserer eigenen Behauptung. Du scheinst dir vorgenommen zu haben. die Sittlichkeit sei eine Vorbereitung zur Schönheit. die sich vorher störten und verfolgten. sagte Bern- 66 . Auf diese Weise ergänzen sich hier freier Wille und Trieb. Denn was sie zu bestreiten hatte. Auf der anderen Seite hat aber auch die Sittlichkeit nun nichts mehr zu bekämpfen. als uns. wenn anders. jetzt aber haben wir einen sittlichen Trieb. wie ich es denn nicht leugnen will. Denn einen solchen Zustand. Wenn also dem so ist. war immer nur der Gegenstand des sinnlichen Triebes. Indessen liegt zum Glück die Widerlegung nicht fern. über diesen Schluß. Was du nämlich für die Schönheit ausgeben wolltest. der Zwiespalt zwischen dem reinen Willen und den Gegenständen oder dem Triebe durchaus notwendig ist. weil es selbst der Bestimmung zur Sittlichkeit anzuleiten widersprach. Die Sittlichkeit ist das Höchste und muß es bleiben. das konnte sie nicht sein. wie den eben beschriebenen. oder dieses ist vielmehr sein äußerer Gegenstand. dem ich mich auf keine Weise unterwerfen kann. Fast erschrecken möchte ich. Und warum sollten wir dieses nicht lieber in der Übereinstimmung mit unserer eigenen Einsicht dreist behaupten. um das Bewußtsein zu erhalten und gleichsam beständig anzuschüren. das konnte wieder mit deinen zu allererst aufgestellten Grundsätzen nicht bestehen. als die Darstellung des Sittengesetzes selbst. und wenn diese Einheit beider die Wirkung der Schönheit ist. daß es nach deinen Grundsätzen gar keine Schönheit geben kann. einer angenommenen Meinung zu gefallen. hier aber die Sittlichkeit ihren Kampf und ihr Streben vollendet hat. und was wohl die Schönheit hätte sein können. wie sonst die Sinnlichkeit gebunden wird. so können wir wohl richtiger behaupten. der ihn aber ganz auf dieselbe Art bindet und fesselt. rief er aus.

auch kommt es mir vor. versetzte mir ge- lungen. Daß jedoch seine Lehre. versetzte ich. und dies muß seinen in einem Mißverständnis der allgemeineren Grundlagen derselben haben. wechselnd und zufällig. als müßte sie sich mit der Baumgartenschen ziemlich leicht vereinigen lassen. die ihr zum Grunde liegt. und dann möchten sie wohl mit der Ansicht zu vereinigen sein. Und was meinst du. worauf wir uns gewiß alle freuen. welche du ver- Grund wohl wegen ihrer Tiefe. bin ganz überzeugt davon. Was indessen die Meinung betrifft. wie Kant das Schöne darstellt? Es sei das. so kannst du gewiß glauben. Ihr wißt doch alle. betrauern magst. dieser. und bei jeden einzelnen Sinnenwesen verschieden. sondern das. Vielmehr verehre ich die Lehre. werden hoffentlich auch Anselm und Erwin eingesehen haben. Ehe du das tust. Anselm? fragt' ich. scheint Deine Widerlegung. Gut. teidigt hast. sprach ich. was allgemein und notwendig gefällt. daß ich dir in diesem Gefühle nicht nachstehe. dem du folgst. antwortete Bernhard. die vielleicht auch noch ein wenig auszuführen sein wird. was mit 5* 67 . der uns so früh geraubt wurde. den auf alle Zeiten mit echtem Ruhme leuchtenden Fichte.hard. uns heute nicht zu einem beruhigenden Schlüsse kommen zu lassen. die ich zu der meinigen gemacht habe. wenigstens über die Schönheit nicht zum Richtigen führe. sagte ich. so magst du überhaupt dagegen eingenommen sein. was notwendig. sprach Erwin. Ich wüßte nicht. worin es liegt. Ich für mein Teil. und wegen der reinen und edlen Gesinnung. wodurch ich dir Gelegenheit zu dem Verdachte einer solchen Abneigung gegeben hätte. die ich nun aufzustellen gedenke. denn dieses ist unbeständig. so wie ich den großen Meister verehrte. allgemein und ohne alles Interesse gefalle. kann nicht das Angenehme für die Sinne sein. erlaube mir noch eine Bemerkung. Und so sehr du ihn. obgleich ich nicht sehe. Vielleicht aber kann man Bernhards Behauptungen mit geringer Veränderung auf ihren wahren Wert zurückführen.

sprach ich. welche 68 . daß er das Erhabene bloß aus eben demselben ableitet. aber immer nur nach entgegengesetzten Richtungen. Beides zu vereinigen schien ihm nicht anders möglich als durch den Verstand. daß jene mit dem Höheren und Allgemeinen nur durch den Begriff der Zweckmäßigkeit zu verbinden sei. und meint damit. Und das meinte auch Kant gewiß. nur so viel ist gewiß. da er einsah. daß er sowohl die Beschaffenheit der sinnlichen Wahrnehmung als der sittlichen Frei- heit sehr richtig erkannte. Ob er nun dadurch wirklich das Schöne gewann. Es wäre also gewiß nicht in Kants Geiste verfahren. wenn man das Schöne als den Anfang oder die Vorbereitung des Guten ansehen wollte. ist vielleicht selbst nicht ganz darüber mit sich einig geworden. welche ja das Allgemeine und Notwendige im Menschen selbst ist. wenn gleich er es für ein Symbol desselben ausgibt. Denn wenn er am Schönen auch das Interesse der Vernunft leugnet. versetzte Bernhard. ihn deren zu zeihen. Kant. ohne Interesse. Was Kants Uneinigkeit mit sich selbst betrifft. Auch läßt es sich sehr gut einsehen. so ist im Gegenteil doch klar. so trage ich eine gewaltige Scheu. Und warum tut er das? fragte Bernhard. die andere aber nur dadurch mit den wirklichen Gegenständen in Berührung gesetzt werden könne. daß sie dieselben und die Macht. nicht bloß ein eigennütziges Interesse der Sinnlichkeit. antwortete Bernhard. Wieso? fuhr ich fort. warum er das Erhabene ganz widersprechend mit dem Schönen erklärt. sobald ich ihn mit seinem eigenen Maße messe. Das Angenehme und das Gute fällt ihm in Rücksicht auf das Interesse in ein gemeinschaftliches Gebiet. von welchem er eben das Schöne gänzlich absondern will. sondern auch das Interesse der Vernunft am Guten. sprach ich. bleibt uns noch zu untersuchen. daß in dem Gebiete der Schönheit weder die Sittlichkeit rein vorwaltet noch die Sinnlichkeit. Weil er wohl erkannte. Er setzt ja hinzu. wie er sich deutlich genug erklärt.der Vernunft übereinstimmt.

wenn ich ihn recht verstehe. Denn wenn in der Vollkommenheit. sprach dieser. wieder etwas ordentlicher fortschreiten. ohne daß dieselben als solche abgesondert darin erkannt werden könnten. sage uns dafür lieber. wie wir sie früher erkannten. Diese Vereinigung sehen wir gewissermaßen schon bei sie Kant vollendet. sprach ich. Dies wird mir nicht schwer werden. Dies wollen wir. um uns nicht zu verwirren. wodurch sie Begriffen angemessen ist.auf die Wahrnehmung ausüben. Den Ursprung bestimmte Begriff. in eine Zweckmäßigkeit. warum du auch Bernhards Meinung auf die Baumgartensche beziehst. daß sich Bernhards Meinung sehr leicht mit der Baumgartenschen müsse vereinigen lassen. sprach er. durch sich selbst zu besiegen strebe. zum Bewußtsein käme. wie er es öfter ausdrückt. Erwin. wenn du uns mit wenigen Worten diesen Zusammenhang aussprechen wolltest. daß unter Bernhards reiner Tätigkeit die Sittlichkeit des Künstlers. sehe ich nicht ein. der Begriff von dem Besonderen. nur so. wie ich sowohl jenes über den Begriff der Zweckmäßigkeit. in welchem er sich darstellt. ich hatte also doch recht. welche sagt. so muß ein Verhältnis der Zweckmäßigkeit herauskommen. wäre es wohl gut. welche sich unmittelbar in der Natur kund gibt. und beides miteinander verglichen wird. Siehst du? sprach Erwin. Dieses nun scheint mir völlig mit der Erklärung übereinzustimmen. des Schönen setzt Kant. ohne daß dabei der Sehr gern. das Schöne liege in dem dunkel oder verworren erkannten Begriffe. sagt* ich. in eine Beschaffenheit der Natur. Damit wir aber. auf den sich dieselbe bezieht. oder der Begriff 69 . als auch dies bemerkte. wenn ich dir nur darin genüge. lieber für jetzt noch übergehn. Warum aber Kant bei der Beschreibung der Schönheit andere Ausdrücke gewählt. oder. Denn wir mögen nun annehmen. abgelöst. als bei ihrer Herleitung. daß in dieser der Begriff oder Zweck wegen der Verworrenheit der Erscheinungen nicht erkannt werden kann.

siehst du aber nicht. verstanden werde. diesen Teil der Kantschen Lehre hattest du nur vorhin übersehen. ja vernichtet werden würden. als hinge die Erklärung. Du ich früher bei tust nicht gut. das. wenn ich alles recht verstehe. sie mußte nämlich zeigen. Der ganze Unterschied beruht also.des Dinges. wenn wir nicht in uns eine Kraft besäßen. was alle unsere Fassungskraft übersteigt. wo der Grund der Schönheit in den Dingen selbst gesucht wird. wohin sie sich mit der stärkeren neigt? Etwa nach Kants Meinung vom Erhabenen? Mir scheint es so. so daß wir völlig dadurch unterdrückt. gar nicht geben. daß beides nicht ohne Zweck- mäßigkeit gedacht werden. Diese Kraft ist die der sittlichen Freiheit. mit Baumgartens Darstellung zusammen. und die sich schlechthin über alle von außen androhende Gewalt erhebt. wie du wissen wirst. die Bernhard trennte. und auch dessen Entstehung aus dem Künstler mehr nach Art der sogenannten Seelenlehre untersuchte. wieder miteinander zu vermischen. Denn wenn es auch scheint. daß Baumgarten den Gegenstand selbst als solchen in Erwägung gezogen hat. die kein anerkennt. Das Erhabene ist ihm doch. damit sich durch sie und zugleich im Gegensatze mit ihr die Freiheit ausdrücke. dies geschieht aber nur durch die verworrene Wahrnehmung der Sinne. Offenbar. deren Baumgarten notwendig bedarf. Darum war auch wohl der Weg der Widerlegung bei beiden derselbe. so kann beides sich nach seiner eigenen Aussage nur so offenbaren. wenn anders die Sinnlichkeit bloß dazu da ist. in welchem sich die Schönheit darstellen soll. daß dadurch das Herz oder die Leidenschaft und Sinnlichkeit des Beschauers erregt werde. welche gerade durch Maß 70 . darin. in dieser aber die Schönheit nicht liegen könne. jene beiden Ansichten. sagt' ich. Fichte aber die Wirkung des Schönen auf den Beschauer. so kann es doch im Gegenteil nach Bernhards Überzeugungen eine sinnliche Vollkommenheit. An Baumgarten schlösse sich also diese Lehre bloß von ihrer schwachen und in sich selbst undeutlichen Seite an.

zu welcher der Begriff erst gesucht. und ist darin vollständig enthalten. nur durch die Sinne verworren erkannt werden. wie Baumgarten verlangte. Daß aber Kant es so meine. der aber auch nach unserer Meinung nicht zum Schönen führen kann. um zu seiner sinnlichen Vollkommenheit zu gelangen. Entweder der Begriff liegt ganz mit in der Erscheinung. doch werde ich es nicht ganz deut- aussprechen können. wie? Ich ahne es wohl. und dann haben wir die sich selbst widersprechende sinnliche Vollkommenheit. er fand darin eine Zweckmäßigkeit. nicht geben könne. deutlich sehen. sondern muß erst dazu gesucht werden. ja man kann wohl sagen. dann kann aber dieses Verhältnis unmöglich eine neue Gattung der Dinge. Kant scheint also zwischen diesen beiden Meinungen in der Mitte zu stehen. aber nie deutlich gefunden werden soll. er löset beide auf. weil jene den Begriff deutlicher ent71 . wie Blumen und dergleichen. lich Du triffst es vollkommen richtig. das heißt eben. hervorbringen. Nun kann hier nur zweierlei stattfinden. die er anführt. und nur ein gradweiser Unterschied in der Beziehung der Erscheinung auf den Begriff ist. Baumgarten mußte den Begriff ganz mit der Erscheinung zusammenschmelzen. Und so haben wir hier ebenfalls eine Anleitung zur Sittlichkeit. Deshalb bezog er sie auf den Begriff der Zweckmäßigkeit. die wir schön nennen sollen. Die Widersprüche hierin haben uns schon eingeleuchtet. da es ja ebensogut bei jedem anderen Dinge stattfinden kann. So will er der menschlichen Gestalt weniger Schönheit zuschreiben. So ist es. und zugleich seine eigene mit ihnen.jene äußere Übermacht erregt und belebt wird. Nicht wahr? Kant sah ein. daß es eine solche sinnliche Vollkommenheit. aber diese konnte. wird aber doch nicht darin erkannt. kannst du an den Beispielen. Siehst du wohl. gerade weil sie eine sinnliche war. als den unbelebten Gegenständen. oder der Begriff liegt noch nicht in der Erscheinung. Kant dagegen bezog bloß die Erscheinung auf den in uns dunkel angeregten Begriff. aber er löset sich auch zugleich von beiden ab.

Denn erstlich nennen wir ja nicht unsere Empfindungen beim Wahrnehmen eines solchen Gegenstandes erhaben. hast recht. daß um mache. so sollte das Erhabene die Tätigkeit des Willens erregen. so daß sie eines neuen nicht bedürfen. und nur in dieser liegt ihm die Erhabenheit. als die Wirkung. Auch hier löset er den erhabenen Gegenstand von der Wirkung. Du siehst auch 72 . Aber laß uns sehen. Wie aber dieses an sich widersprechend sei. leuchtet wohl bald ein. wie mich dünkt. sind. so ist er nicht mehr erhaben. ob in der Erscheinung ein Gegenstand erhaben sein soll oder nicht. welche sie auf den Willen machen. das Verfahren in beiden Fällen ganz als dasselbe anzusehen. welche dieser auf den Beschauer macht. sprach Erwin. Und doch brauchten wir vorhin nur in uns zu überuns selbst ein wenig hineinzugehn. und sie selbst sowohl. denn sie sind bloß dem Grade nach von anderen fürchterlichen oder großen verschieden. wie die meisten tun werden. als sie den ihr entgegenstrebenden Willen in Bewegung setzt. Diese konnte so Du wenig wie jene selbst erkannt werden. sagt' ich. Wie das Schöne die Tätigkeit des Verstandes unter Begriffe zu sammeln. Hiermit. auf uns Schönheit Wirkung der volle die jene zeugen. haben schon andere Namen. zweitens kommt es schon auf die sittliche Stimmung des Wahrnehmenden an. denn wenn sich nun einer. dagegen Bernhard die Schönheit auch in der Erscheinung des Gegenstandes selbst. und doch nur als Vorbereitung zur Sittlichkeit finden diese aber wollte. hätten wir mit Kants Hilfe dies ganze Gebiet des Verstandes ausgefüllt. nur eine Sehnsucht danach in uns erregen.halte als diese. Eine sehr richtige Bemerkung. sondern den Gegenstand selbst. Also konnte entgegengesetzt da beide ihr wesentlich die Erscheinung nur insofern erhaben sein. scheint es mir. bloß vor ihm fürchtet. gänzlich ab. wie Kant sich in Ansehung des Erhabenen zu jener anderen Meinung verhält! Ganz ähnlich. und endlich können wiederum auch solche Gegenstände keine besondere Gattung bilden.

ohne es zu wollen. Deine Erklärung stimmt mit dem Sinne des großen Mannes gewiß vollkommen überein. Doch davon können wir jetzt nicht weiter sprechen. Es liegt also in der Beschreibung ein offenbarer Widerspruch. Das mein' ich auch. Zugleich wirst du ein- sehen. Wie aber ist es nun mit der Allgemeinheit und Notwendigkeit? 73 . welches sie für die Schönheit halten. dasselbe soll bloß gefallen. Unbewußt widerlegt er diesmal die anderen und sich selbst. denn anders wüßte ich jenen Ausdruck doch nicht zu deuten. als unsere allererste Ansicht vom Standpunkte des Triebes. Alles dies soll beim Schönen nicht sein. wie mich dünkt. Gewiß die. die Forderung des sittlichen Gesetzes. Wir wollen sehen. in seiner höchsten Vollkommenheit ausgeübt. so daß man sagen kann. ob wir auch in der Art übereinstimmen. und dies möchte vielleicht von seiner ganzen Kritik der Urteilskraft gelten. welche ich schon bemerkte. der noch gar nicht vorher als Bedingung des Strebens da war. wie auch Kant selbst erklärt. Schön sei das. als bei dessen Herleitung. daß hierin nichts anderes liegt. Erklären ließen sich diese Ausdrücke doch wohl. Kant zeigt uns etwas Mögliches und Wirkliches auf. heißt hier.wohl. allgemein und ohne alles Interesse gefalle. das aber nimmermehr die Schönheit sein kann. und dessen Streben ist gerade das Interesse. Interesse. seinen Gegenstand wirklich zu erreichen. Nur eine Merkwürdigkeit müssen wir noch berühren. was notwendig. wie sich Kant von den beiden übrigen unterscheidet. Diesem aber entspricht notwendig der Trieb. er habe hier einmal sein skeptisches Amt. das Bedürfnis irgend eines einzelnen eigennützigen Triebes nach Befriedigung. Eben diese. es soll überhaupt einen Trieb befriedigen. kann wohl nichts anders sein. Diese nämlich streben nach einem Unmöglichen. das Erste und Letzte sein. ja. daß er sich bei der Beschreibung des Schönen ganz anderer Ausdrücke bedient. Was gefällt. das heißt. sagt er. als das Angenehme. das Schöne soll allein das Bestimmende. sprach er.

wie wir wollen. denn fast möcht* ich glauben. was gefällt. daß sich der Begriff des Schönen. etwas Wahres und Wirkliches enthielt. als daß dieses Schöne immer nur aus dem gänzlich Widersprechenden zusammengesetzt werden konnte. Da aber das Angenehme immer dem Einzelnen und Besondern angehört. daß doch auch Kants Beschreibung des Schönen. Das ist wohl Am fast allgemein angenommenen Meinung. sondern immer nur ein bloßes Gefühl geben könne. von selbst auflöset. Denn nicht bloß verfehlt haben wir irgend eine bestimmte Kenntnis vom Schönen. wir mögen ihn fassen. versetzt' er. Nicht. ist dieses nur der Beweis einer Schöne nennen.^Das Allgemeine und Notwendige kann nur der allgesein. Indessen ist ebenso notwendig und allgemein auch das sittliche Gesetz. also dem Angenehmen dasselbe sein. sprach Anselm. sprach Erwin. und auch auf dieses kann man also diesen Teil der Erklärung beziehn. Das letzte. Dieser soll hier mit dem. so will ich euch meinen längst versprochenen Beistand auch nicht vorenthalten. da ich euch denn wirklich in dieser Not erblicke. daß es nämlich vom Schönen gar keine klare wissenschaftliche Einsicht. Warum. daß es nach den Bedingungen unserer Erkenntnis gar nicht für uns da sein könne. machst du denn immer grade auf diese traurige Folgerung aufmerksam? Erlaube mir wenigstens zu erinnern. sondern wirklich eine darüber aufgefunden. Nun denn. liebster Erwin. dessen Eigenschaften wir auch in der Tat in demjenigen entdecken. mein geliebter Adelbert. daß du selbst auch ein wenig dessen bedürfest. wird dir wohl nicht viel helfen. sprach ich nun. bleibt also doch immer. sagt' ich: aber es ist doch auch nicht anders. daß du et- 74 . Ende. was wir gewöhnlich das richtig. der in allem Einzelnen derselbe ist. so möchte sich diese meine Begriff Vorstellung nicht sehr von jener sinnlichen Vollkommenheit entfernen. Diese Ausflucht antwortete ich. aber leider eben die. wie die unsrigen.

eine deutliche und ruhige Einsicht in eine Sache zu bringen. so habt ihr ja selbst eingesehn. sondern du scheinst mir dich zu sehr zu bemühen. euch ganz der Gemeinschaft mit demjenigen zu enthalten. ja der wa Schwung und Enthusiasmus selbst in eine solche Einsicht müsse aufgelöst werden. nicht aber aus seinem Wesen. daß diese keinesweges durch eine bloß verständige Untersuchung aufgefunden werden können. sprach er. welche sich so ganz auf die Wahrnehmung der Sinne oder auf das Urteil des Verstandes gründen. du mögest sie nun anbringen. war doch immer nur aus seiner bloßen Erscheinung geschöpft. wodurch die Schönheit der gemeinen Erscheinung und ihrem Schicksale anheimfällt. wie du wollest. und wiederum durch dieses in die Wirklichkeit und Erscheinung übergehen. nicht bloß es hervorzubringen. daß uns deine Hilfe unentbehrlich ist. versetzte ich hierauf. daß es von jeder Sache in der Welt eine ruhige Einsicht geben müsse. die nur durch Enthusiasmus und einen gewissen Schwung der Phantasie erfaßt werden kann. was wir vielleicht ein andermal ausführlicher besprechen. fast möcht' ich sagen gemeinen Ansichten befangen wärest. Ich war der Meinung. Versucht also. und euch zu den Ideen zu erheben. die es als Schönes bestimmen. als nach den Bedingungen seiner eigenen Natur ausgemacht habt. Alles. es zu verstehen. die aber nur aus seinem Wesen herfließen. die es auf den Beschauer macht. denn schon ist die Dämmerung fast in Dunkelheit übergegangen.mit in jenen. und daß auch das Höchste und Tiefste. welche daran in der Erfahrung zu erkennen sind. wenn davon die Rede ist. sowohl nach der Wirkung. daß auch allezeit ein gewisses Ebenmaß darin gefunden wird. das sind doch immer einzelne Merkmale. und was die inneren Bedingungen seiner Natur betrifft. oder aus dem Grunde. warum es eben das Schöne genannt wird. Ich will auch keine Zeit verlieren. und ich werde nur kurz andeuten können. Indessen scheinen wir nun wirklich so weit gekommen zu sein. was ihr vorhin über das Schöne. Denn daß es unser ganzes Gemüt in der Wahrnehmung an sich reißt. 75 .

du müssest dich nicht die Mühe verdrießen lassen.Schon im Anfang unseres Gesprächs. noch außer dem Eindrucke. etwas Höheres und Vollkommeneres. welche. noch irgend ein anderes sinnliches Reizmittel war es. Ihnen träumt nicht einmal. dargestellt hat. daß der Sinn. den der Gegenstand auf die Sinne und das durch sie angeregte Gefühl äußert. will ich das. wenn ihr nur dabei bedenkt. als was in die Sinne fällt. und was wahre Göttlichkeit und Erhabenheit ist. sondern die Tiefe der Bedeutung. Darum verstehn es so wenige von den heutigen Menschen in den uralten Werken der Kunst das Wahre zu erkennen. und durch die gegenwärtige Hülle reizten sie den sterblichen Blick hindurchzuschauen nach dem ewigen Lichte. welche darin nichts wahrzunehmen wissen. wo sie ernstlich gemeint war. Freilich muß auch die höchste Offen- barung des Göttlichen dieses Ansehen haben für diejenigen. gab ich zur Antwort. zurückzukehren. sprach er. der unter den äußeren Gestalten liegt. seins. als diese Welt bietet. gerade das wesentliche davon ausmache. ja fast rasenden Phantasie. ja daß auch nur ein Gedanke dabei nötig sei. Recht gern. Denn schon finden sich einige. Gestalten einer höheren Welt. Gedanken eines göttlichen Bewußt- mit einem Worte die Ideen. aber natürlich auf einem ganz anderen Wege. hast du uns dazu aufgerufen. daß dieser Weg in die Höhe geht. Schon die Geschichte der Kunst wird euch dahin leiten. noch die Zusammenstellung in harmonische Gruppen. Nicht die Lieblichkeit der äußeren Formen. aber schon damals bemerkte dir auch Erwin ganz verständig. uns den Weg zu deinem Standpunkte zu weisen. Erst in der heutigen Zeit scheinen mir einige tiefere Gemüter zu jener ursprünglichen Würde der Kunst. geführt von einer ge76 . suchten sie durch eine sinnliche und irdische Bezeichnung der Gegenwart näher zu führen. welche immer. welches doch der kleinste Teil des Kunstwerks ist. das halten doch die meisten nur für die Spuren kindischer Ungeschicklichkeit oder wenigstens für die Wirkungen einer ungeregelten. wonach die ältesten Künstler strebten. trunkenen.

Und doch bezieht sich ja die Sinnlichkeit sowohl als der Verstand immer nur auf etwas Einzelnes und Endliches. wenn es doch Erscheinung sein soll und muß. keinesweges über beides hinaus. und täuschtet euch auch vielleicht selbst darüber. Freilich. sprach er. ist es gewiß. Darstellen. wie sich das Schöne in einem anderen als dem Einzelnen und Endlichen darstellen könnte. Jedoch scheinst du mir dabei mit einiger Ungerechtigkeit gegen uns zu verfahren. Dagegen liegt die Schönheit nach meiner Meinung eben in einem Unendlichen und Uner- 77 . sprach er. die ewigen Wahrheiten in ihren Bildern oder Gedichten auszudrücken streben. der in das Innere dringt. wenn die sinnliche Vollkommenheit. nur daß wir durchaus nicht dahin kommen konnten. Denn auch uns war ja nicht die Erscheinung als gemeine das Schöne selbst. welche etwas Vollkommeneres und Höheres in sich trüge. beide mögen so sehr erhöht und verfeinert werden als sie wollen. Euer Bestreben ging jedoch in der Tat nur dahin. muß es sich allerdings darin. welches wir schön nennen. und dafür die Gedanken auf das Innere und das Wesen der Schönheit zu richten. so muß es auch mit dem Schönen überhaupt beläuterten schaffen sein. sondern nur eine solche. Und dieses würd' es doch.und selbst veredelten religiösen Gesinnung. Sehr verdienstlich. sagt' ich. hinausgehen. Wie es aber mit der Kunst beschaffen ist. versetzt' ich. wie ich es verlange. sagtet ihr das. die äußeren Reizungen zu vergessen. oder von dem hohen Schwünge neuerer Philosophie. eine neue Bahn eröffnen. denn beides würde doch immer zuletzt nur auf die Erscheinung dieses bestimmten Dinges. daß du so anmahnst. eine vollkommenere Sinnlichkeit und einen höheren Verstand im Schönen zu finden. darin enthalten wäre. dieses der Möglichkeit nach mit der Erscheinung zu vereinigen. die bloß nach der Vollendung des Schönen strebt. es sei nun für den Trieb oder für den Begriff. und so dem Gedanken. Ich wüßte auch gar nicht. aber doch deshalb sich nicht darin erschöpfen.

So sehr ich also über diese Wirkung des Schönen mit dir einverstanden bin. uns zu eröffnen. indem wir uns ganz in seine gegenwärtige Gestalt versenken. 78 . Vollkommen. wonach die Dinge der gegenwärtigen gebildet sind. gab er zur Antwort. kann ich dir dies zugeben. dem ist auch für die Schönheit der Sinn gänzlich verschlossen. die göttlichen Urbilder. und darum knüpften ja auch von jeher die Begeisterten an einen besonderen und zeitlichen Gegenstand unmittelbar das Ewige und Zeitlose an. nennen wir es schön. sprach ich. Solche Schwärmerei aber ist auch die einzig würdige Art. Denn gewiß insofern es ein Abbild derselben ist. und ihre Gesetze lassen sich allein aus diesem einsehen. uns zugleich in unergründliche Tiefen der Betrachtung hinreißt. die in dem Gegenstande ihrer irdischen Liebe den Abdruck der reinen Gottheit selbst wahrzunehmen glauben. Sagtest du nicht eben. oder bei allen? Fall. wie und auf welchem Wege für uns jenes Vollkommenere ganz in Erscheinung übergehen könne. daß die uns umgebenden Dinge den göttlichen Urbildern nachgebildet seien? Und bei ist denn dieses nur bei einigen dieser Dinge der anderen aber nicht. welches doch niemals an und für sich die Erscheinung selbst sein kann.gründlichen. und wer nicht in der besonderen Erscheinung eine ganze. wesentliche und in sich gegründete Welt zu erkennen vermag. Von dem Ursprünge solcher Wirkungen. Denn nicht in den Wirkungen und der Erfahrung derselben an unserem eigenen Gemüte liegt ja der Grund unserer Zweifel. Jener aber ist eben in einer anderen Welt. wo die Ideale wohnen. Darum gelten auch der blöden Menge diejenigen für Schwärmer. will ich eben reden. so muß ich dich dennoch bitten. das Schöne zu betrachten. und nur ist es. worin wir leider bis jetzt nur Widersprechendes und Unmögliches gefunden haben. Diese göttlichen Gestalten ahmt das Schöne bei uns nach. und deshalb jenen mit wahrhaft religiöser Anbetung verehren. daß das Schöne. sondern in dem Ursprung und den Gesetzen dieser Wirkungen. sagt' ich.

oder als das vollkommene Gute. Eben darin liegt es. sei es nun als die Urkraft. so muß auch jedes Ding sein Urbild in Gott haben. Denn auch das wirst du wohl zugeben. daß eben dadurch das Urbild selbst. Auch außer der Kunst gibt es aber unter den wirklichen Erscheinungen einige. welche weniger ihre eigene Beschränktheit und EndHchkeit. wie diese. aber nicht eine in die Erscheinung übergegangene. denn da nichts in der Welt sein kann. als jene göttlichen Ideen ausdrücken. bestrebt. insofern es ein endliches und wirkliches ist. was nicht seinen Ursprung aus Gott hätte. Dieses göttliche Wesen kann verschiedenste Weise gestalten. sich 79 . so ist. so kann ich nicht schönen Dinge von den andren unterscheiden. oder endlich selbst als das Wahre. sein Urbild nur unvollkommen nachahmen könne. sobald es in die wirkliche Welt eintreten soll. welche die Natur und alles Einzelne darin hervorgebracht hat und erhält. daß es zwar. sondern eine noch in sich vollkommene und gleichsam noch nicht verpflanzte wodurch sich die Idee. von welchem doch zuletzt auch unsere Sittlichkeit im wirklichen Leben ausgehen muß. Das Schöne nämlich unterscheidet sich von anderen Dingen dadurch. in welchen diese die wohl zur künstlerischen Abbildung schicken. Wenn nun dem finden. notwendig schon seiner Urbildlichkeit beraubt sein muß. die Idee in der Erscheinung nachahmt. Um es also in weniges zu fassen. der sich zu dem Höheren zu erheben versteht. die Gottheit selbst in zeitlichen Bildern anzu- deuten.Es muß wohl für alle Dinge gelten. so Gottheit darstellt. daß jedes Ding. Alle Kunst nämlich ist von der Religion ausgegangen und hat ursprünglich die Absicht. Wolltest du mir von solchen Ideen wohl Beispiele an- geben ? Gar leicht sind diese zu finden. versetzt' ich. in ihm aber alles auf das vollkommenste sein muß. und endlich auch. schon von selbst als Bilder desselben erkannt werden. welches die Philosophie aufzufinden und auszubilden sich sich aber auf die daß auch die Gedanken. und dadurch von jedem.

wie wir sagten. wodurch sie so erscheinen. weil ihr gleich im Anfang die Bedeutung von allem Anteil an eurer Untersuchung ausschlösset. oder wenigstens etwas Göttliches? Keinesweges. schon in sich selbst ist. sind sie schön. wodurch sie an jenen Ideen teilhaben? Eben deswegen. weil sie daran teilhaben. ich gesteh' es. denn jede von diesen Ideen ist ja wohl eben dadurch Idee. daß sie alles. Ist denn die Gottheit um eines andren als ihrer selbst anderes Abbild haben als willen da. an welchen du doch nur das in Erwägung ziehst. denn nichts anderes würde ja grade das als Bild enthalten. und keinen Teil ihrer selbst in einem anderen außer sich zu suchen braucht. Nur muß freilich eine solche Erscheinung eben nichts anderes bedeuten und von nichts anderem ein Bild sein. welche die Schönheit der Erscheinungen ausmacht. wodurch eben diese bloß Erscheinung ist. was das Vorbild zur Gottheit macht. gut oder wahr? Nicht gerade wieder um derselben Ursache willen? Also wäre die Schönheit eben dasselbe mit jenen Ideen? Du hast mich verleitet. kann es ein anderes Bild haben als wieder Gutes. sondern durch das. und das Wahre ein anderes als wieder Wahres? Ebensowenig. so sage mir doch. warum du solche Dinge schön nennst.die Tiefe der Bedeutung allein ist es. was sie ist. und weshalb nennst du sie denn göttlich. Nun. nur durch das. Dies genügt mir. als von jenem Göttlichen selbst. Nicht durch das. denn nun nicht anders. was in den Dingen wirklich so ist. und darum habt ihr eben diese so ganz verfehlt. Guten und Wahren Ist es teil hat. Das dünkt mich auch. und kann wieder eine Gottheit. Vortrefflich folgst du meinem Sinne. 80 . sie ein So auch das Gute. wodurch diese selbst am Göttlichen. Sehr gern. wenn du mir nur noch einige Fragen beantworten willst. Sie wird also auch von der Erscheinung nicht abgebildet werden können durch das.

daß das Schöne in — dem bloßen Scheine jener Ideen liege. Sollte aber eine solche Erscheinung gefunden werden. etwas an sich haben könne. selbst in die Seele bringt. wodurch sie das betrachtende Gemüt unmittelbar an jene Ideen erinnere. und diese Eigenschaft nannte ich die Schönheit. Nun laß uns sehen. Das geb' * ich zu. und zwar insofern sie bloß Erscheinung sei. worein dieselben ganz übergegangen und selbst wirklich geworden sind. die ihm ähnlich wäre. ohne so zu sein. ohne seines Wesens teilhaftig zu sein. Denn ein Bild nennen wir doch wohl dasjenige. Das Göttliche und Gute kann aber ja nach unsrer vorigen Behauptung nur durch sich selbst erscheinen. ob wir eine solche wohl ein Bild des Guten nennen können. und verbessere denn meinen Ausdruck 8i . was uns die AnAllerdings ist dies schauung der Güte Richtig. Erkläre dich näher. Meine Meinung ist nicht.sie doch so erscheinen. ohne jedoch das Wesen desselben in sich zu enthalten. und wenn ihm das Wesen fehlt. doch noch etwas an sich hat. als erscheinend angesehen. Eine einzelne gute Handlung ist also nicht schön. Leider muß ich dir zugeben. welches einem anderen Dinge in seiner bloßen Erscheinung Zug für Zug ähnlich ist. die bloß. noch auch eine nur scheinbare gute Handlung. wodurch sie nur auch könnte und es die GötUichkeit. Güte und Wahrheit erlögen. sondern nur eine solche. daß es solche lügenhafte Erscheinung in nicht wenigen Kunstwerken gibt. ein Schönes geben. weil sie die Güte selbst wirklich macht. etwas andres. so wäre ja das eine lügenhafte Erscheinung. noch daß es auch wiederum das Erscheinende sei. Du hast mich nicht ganz verstanden. Das ist allerdings ein Bild. da es ja bloß in diesem beruht. sondern daß die Erscheinung ganz für sich betrachtet. aber wahrlich sind sie Also können dadurch nicht schön. so fehlt ihm alles.

ohne das Wesen der Ideen in sich zu enthalten. Was sich aber durch solche einzelne Merkmale auf ein anderes beziehen läßt. so würden wir vielleicht seine Meinung und seine reine Absicht sehr hoch achten müssen. welches eben die Idee selbst. Denn nur der Begriff kann ein Zeichen haben. daß wir. welche das Zeichen ausdrückt. denke ich. welche von einzelnen Erscheinungen hergenommen sind. die Erwin in dieser Ansicht fand. aber es geht doch nicht anders. dieselben doch andeute? Dies kann aber. wenn irgend etwas anderes. was wir weit deutlicher und vollständiger durch den eigentspiel Ausdruck aussprechen könnten? Wenn zum Beimancher unserer heutigen Künstler seine Gedanken ganz einfach und in der eigentlichsten Sprache heraussagte. wenn er uns etwa ein Zeichen dafür gibt. sondern eine Darstellung jener Ideen sei. um Begriffe auszudrücken. weil er sich in seine Besonderheiten zerlegen und mit anderen durch dieselben vergleichen läßt. welche. wie wir ja schon zugegeben haben. welche. welches vielleicht gar lichen 82 . hast recht. daß es eine bloße Erscheinung gebe. denn alsdann würde wirklich jene Unkräftigkeit und Leblosigkeit eintreten. nur so geschehn. Ja. sondern die Idee selbst. daß das Schöne kein Bild. Also nur ein Zeichen sollte das Schöne für die Ideen sein? Das kann ich mir nicht gefallen lassen. zum bloßen allgemeinen Begriffe wird. Aber welche Darstellung? Wir müssen doch nun wohl annehmen. ganz andere und viel verständlichere Zeichen besitzen. nennen wir ein Zeichen. nicht aber das Wesen in ihm. daß sich gewisse Merkmale an der Erscheinung auf- finden lassen. Du Dazu kommt. was noch schlimmer ist. nun aber. Warum also unvollkommen und dunkel dasselbe sagen. und überall dasselbe und das Ganze ist. als die. so wie du sie ihren einzelnen Merkmalen.dahin. nicht bloß das schöne Ding wird unkräftig. Und lebendig und kräftig ist doch das Schöne. welche durch den vergleichenden Verstand auf das Wesen der Ideen bezogen werden können. entgegensetzest.

noch durch bloße Willkür auf das Wesen. was wir von dem Schönen halten würden. und darin liegt doch die Hauptsache. und nicht durch etwas anderes. wie sie in sich abgeschlossen sind. Jedoch sind ja diese Ideen selbst schon 6* Und woher bekämen 83 . das. so können diese freilich. um auf unseren eigentlichen Gegenstand zurückzukommen. Daß wir in dem Schönen etwas Göttliches mit erkennen. so haben wir etwas für uns ganz Nutzloses und Unförderliches. nicht das Schöne sein. das Schöne zu nennen. Was aber dies betrifft. hast du schon zugegeben. In diesem allen hast du recht. sondern in dem dadurch Abgebildeten oder Bezeichneten? Allerdings. Wenn mer nur also dieses selbst die schön wäre. Freilich der eigentliche. Wahre oder etwas dergleichen. und dies der richtige Name dafür sein. bezogen wird. wir denn den uneigentlichen? Mich dünkt doch. daß nämlich darunter geschrieben werden müßte. und ich glaube. so würde das andere immer nur eine Abbildung des Guten und Wahren. oder vielmehr dadurch. sondern ob wir denn überhaupt berechtigt wären. wenn sie irgend genießbar werden sollten. Freilich ist die Art. was man von schlechten Bildnissen zu sagen pflegt. es gehe damit so zu. was sie bedeuten. daß es an der Schönheit teil hätte. doch glaube ich von meiner Seite ebensogut recht zu haben. Von vielen solcher Kunstwerke gilt recht eigentlich und nur im höheren Sinne. nicht in ihm selbst. was gar nicht Schönheit ist. das es bedeuten soll. warum irgend ein Bild oder Zeichen schön sein sollte. und dann außer sich Abbilder haben sollen. so wäre jenes im- Nachahmung des Schönen. wäre aber das erste das Gute. v/as wir eben bezeichnet haben. auch der Untersuchung wert. wenn es nun einmal von dieser und keiner anderen Beschaffenheit wäre. wie du gezeigt hast. wie wir dasselbe darin erkennen. Aber. das Schöne müßte durch sich selbst schön sein. so läge doch wohl der Grund. es fragt sich hier nicht. Wenn die Ideen für sich betrachtet werden.

welche zwar bloß der Erscheinung selbst zukommt. indem unsere jetzigen Künstler so häufig gerade dasselbe tun. zu verlangen wäre. sprach ich. also durch eine Tätigkeit. nachdem du uns alle so gekränkt. daß . davon haben wir uns doch wohl in unserer vorigen Betrachtung hinlänglich überzeugt? Es scheint wohl. und in diesem Sinne nennen wir sie eben Ideale für das Wirkliche.Richtung und Beziehung auf das Einzelne und Wirkliche begriffen. denn wer die Grundsätze leugnet. Denn wirklich lassen sich doch wohl jene Ideen nicht anders machen als durch sittliches Handeln. daß nach deiner Art zu verfahren sich auch hier keine Rettung für das Schöne finden lasse. und dieses war mir auch gar nicht unerwartet. daß du auch nun etwas besseres an die Stelle unserer vernichteten Behauptungen setztest. daß ich meine Ansicht wirklich nicht behaupten konnte. Du flüchtest dich. Nun 84 so ist es doch gut. Und nur dieser Verfahrungsart. Als solche nun müssen sie doch wirklich gemacht werden und in die äußere Welt übergehen. diese Grundsätze selbst auch einmal nach meiner Eigentümlichkeit aufzustellen. der ich mich zu bereitwillig hingegeben habe. Ich behalte mir also vor. mein Freund. und diese ist eben die Schönheit. zu vernichten? in einer ursprünglichen Freilich wohl nicht. mit dem ist nach einer alten Regel nicht zu streiten. Wieso in ein fremdes Gebiet? In die Systeme. und folglich eine Seite haben. und als solche das Erkennen bestimmt. da es heute Wie schon spät geworden ist. welche eben darauf ausgeht. in ein fremdes Gebiet. insofern sie bloß Erscheinung der Gegenstände ist. die ihr selbst entgegenstehende und widerstrebende Erscheinung. kann ich es zuschreiben. aber darin nicht die Schönheit liegen könne. lieber Anselm. aber doch auf die Ideen hindeutet. gleichsam die Musterbilder für dasselbe. wie ich sehe. wodurch sie alsdann bloß äußere Erscheinung sind. in welchen das Schöne bloß Andeutung der Sittlichkeit sein soll. obgleich wohl mit Recht von dir. wovon wir vorhin sprachen.

lieber Bernhard und Erwin muß ich herzlich bedauern. was wir über eure verschiedenen Standpunkte ausgemacht haben. Doch gestehe ich dir. Euch aber. Vor allen Dingen aber laßt euch dabei recht zu Herzen gehen.du auf jene Übereinstimmung zwischen uns. und in der Sittlichkeit auch das Schöne finden. Dafür seht ihr. und ich muß dich bitten. und wenn ihr euch vollkommen überzeugt. sagte ich. welche du anfänglich voraussetztest. wie die Rechtskundigen sagen. daß auch das Wahre nicht weit sein wird. werden wir nur in desto innigerem Bunde auf eine bessere hinarbeiten. teure Jünglinge. dieses ist. und die wir gewiß ritterlich führen werden. Wer aber 85 . wenn man es sagen darf. und gleichsam. Du scherzest. daß du uns überhaupt so herumgeführt hast. und die Fehde. dich nicht mehr so ganz verlassen willst. so kann ich euch versprechen. daß ihr euch in uns beiden getäuscht. wie und warum das Falsche falsch ist. ein liebenswürdiger Irrtum. mich setzt dieser Scherz in einige Verlegenheit. Der größte Fehler im Gebrauche des Verstandes läßt sich durch bessere Überzeugung heben. die vorherrschende Sinnlichkeit zu einer reineren Leidenschaft veredeln. lieber recht scharf zurück auf das. so denke ich. ja fast möchte ich sagen. und euer Vertrauen vergeblich auf uns gesetzt habt. Wenn aber der Schein davon nunmehr vertrieben ist. versetzte Bernhard. das mir dadurch entstanden ist. nur als Scherz nehm' ich es. Sei nur darüber ruhig. verspricht uns einen dauerhafteren Frieden. welche nunmehr zwischen uns begonnen hat. etwas Rechtfertiges. denn in diesem allen ist etwas Wahrhaftes. wenngleich von verschiedenen Seiten. Im vollen Vertrauen nämlich auf deine Weisheit und Sittlichkeit fehlt es mir doch an einer Erklärung über die Art. welche schmeichelnde Gefahr in Anselms Darstellung verborgen liegt. daß sich meine Verantwortung schon noch finden wird. mir ein schweres Rätsel zu lösen. wie du die letzte so ganz und gar aus dem Begriffe des Schönen ausschließen willst und ich kann wenigstens in mir selbst keine Beruhigung darüber finden.

wie es mir ums Herz ist.einmal der gesetzlosen Willkür. wo sie in ihrer Fülle gegenwärtig sind und nicht mit dem Äußeren und Nichtigen vermischt werden. den er uns ja auch einmal aufzuweisen verspricht. wie es zu geschehen pflegt. welche den Ideen aufgegriffene Bilder und Zeichen aufdrängt. daß wir alles. sagt' ich. welche nur da geheiligt werden können. daß. das vorige auch nicht. die Not und die Pflicht erfordern. Denn nicht sowohl in der völligen Entfremdung von dem Wesentlichen in unserem Leben und Denken und der stumpfen Gleichgültigkeit dagegen liegt die verderbliche Eitelkeit und Sündhaftigkeit der Welt. lag dieses in Anselms Reden. so daß ich jetzt fast mit größerem Mute auf meine Äußerungen zurücksehe. aus einem tieferen und reineren Quell entsprangen. Darf ich nun auch sagen. als womit ich sie zuerst vorbrachte. ist gewiß nicht ein Scherz. sondern es unterwirft sogar die Ideen selbst dem frechsten Spiele. der hat sich eigentlich schon losgesagt von der Wahrheit und Aufrichtigkeit gegen sich und andere. was sich doch auf gewisse Weise bewährt gezeigt hat. und wenn ich in allem übrigen euch nur die darin liegenden Widersprüche aufzudecken brauchte. als vielmehr in dem dreisten Übermut. Eben deshalb erhält sich auch meine Vorliebe für das. wohl dabei bleiben. Tor und Tür geöffnet hat. sprach ich. und das führt nicht allein zum Verfalle der Kunst. wie er auch selbst behauptet. immer ist noch am meisten die ganz sinnliche Erscheinung der Dinge bestehend geblieben. daß dagegen zu predigen. damit nicht recht vereinigen konnten. so dünkt mich. und alle Widersprüche gingen uns nur daraus hervor. jeder nach dem Streite in seinem 86 . Dieses. Desto mehr aber muß ich euch warnen. und ich glaube. so ist hier die Gefahr so dringend und nah. und euren Abscheu davor so kräftig wie möglich zu beleben. welche ohne Zweifel. jenes Innere und Heilige in die zeitlichen Verhältnisse herabzureißen und es nach Lust und Belieben mit zusammengeflickten Lappen der Erscheinung zu behängen. was wir sonst noch im Schönen zu finden gedachten. sagte darauf Erwin. Doch nur verborgen. Es wird also.

alten Sinne verharrt. Doch bitte ich dich, lieber Erwin, zu bedenken, daß wir eben nicht alles, was wir sollten, mit der Erscheinung vereinigen konnten. Freilich, wenn darin jene allgemeine Befriedigung des Triebes, jene Übereinstimmung des Verstandes und jene Ideen der Vernunft zugleich als gegenwärtig angeschaut werden könnten, so wäre das wohl etwas ganz eigenes, und wir würden, glaube ich, in diesem wohl alles das finden, was wir dem Schönen zuzuschreiben pflegen. Meinst du nicht auch? Ich bin überzeugt davon. Aber würde denn so etwas noch bloß Erscheinung sein, was zugleich durch Sinne, Verstand und Vernunft aufgefaßt werden müßte? Doch gewiß nicht eine Erscheinung aus der gegenwärtigen Welt, worin diese Dinge nur ge-

trennt
rin

vorkommen können? Wohl nicht, wofern uns nicht etwa eine andere Welt

da-

gegenwärtig würde. Du wirst kühn, o Jüngling, und vielen möchte übermenschlich scheinen, was du gesagt hast. Doch habt ihr Mut, auch das Kühne zu wagen, so laßt uns morgen wieder an dem Orte zusammenkommen, wo wir uns heute trafen, und gemeinschaftlich eine neue Unternehmung versuchen. Alle stimmten ein, und wir gingen nachdenkend auseinander.

87

Zweites

AsiM^

Gespräch
m
nächsten Tage

kamen

wir nicht

zusammen, sondern erst einige Tage darauf. Es war gegangen, wie es uns
nicht selten geht, daß wir nämlich aus Gewissenhaftigkeit, um eine

Menge

kleiner, täglicher Pflichten

zu erfüllen, lieber das, was uns so sehr am Herzen lag, und wozu eine ursprüngliche und ewige Pflicht uns aufforderte, aufgegeben hatten. Denn daß Bernhard und Erwin aus Uneinigkeit mit sich selbst, und Anselm aus Verdruß über meine Rede sich zurückgehalten hätten, will ich nicht glauben. Indessen war uns die Verzögerung auf alle Weise fördernd, indem jeder desto mehr Zeit hatte, für sich selbst über den Gegenstand unserer Betrachtungen nachzudenken, und mir begegnete unterdes-

was ich bald erzählen werde. Endlich waren wir wieder beisammen, und nachdem wir uns begrüßt und in diesem lieblichen Tale auf den Rasen gesetzt hatten, fragte ich nach Gewohnheit die übrigen, wie es ihnen ergangen, und ob sie unterdessen etwas gefunden hätten, was zu unserer Beruhigung über die neuHch erregten Zweifel dienen könnte. So viel sehe ich nun wohl, sagte darauf Erwin, daß wir, um zur Ruhe zu gelangen, die ganze Gegend, wenn ich es so nennen darf, wo wir uns bisher aufhielten, verlassen müssen. Denn da sind nichts als Irrgänge und Blendwerke, so daß ich mir darin vorkam, wie der Ritter in Fouques Undine, den in jenem Zauberwalde Felsen und Wasserfälle mit lebendigen Gestalten necken und was das schlimmste ist, ich fand nirgends etwas Festes, woran ich mich halten und das übrige hätte befestigen können. Den Weg
sen,
;

88

aber aus diesem Labyrinth, oder die Richtung, nach welcher ich in ein ganz anderes Gebiet kommen möchte, konnte ich nicht auffinden. Nur auf die Erscheinung der Dinge für die Sinne kam ich immer wieder zurück, und glaubte oft durch diese selbst, wenn ich mich nur recht darein versenken könnte, werde der Weg gehen, aber sobald ich
es versuchte, fand ich nach allen Seiten alles dicht zu, und gleichsam durch eine feste Masse verschlossen. Das will ich dir gern glauben, versetzte Bernhard; denn freilich da, wo alles anfängt, und wo die Tätigkeit des Ich gleichsam erstirbt, indem sie sich in das Produkt absetzt, muß auch wohl das Ende aller weiteren Nachfor-

schung

sein.

meinst also, sprach ich, daß in die Gegenstände gleichsam das Ich sich selbst verbaue, wie das lebendige Schaltier in seine tote Schale? Nicht viel besser, sprach er. Und eben deshalb wandte ich mich desto lebendiger nach meinem Innern und kämpfte da lange mit den Ungeheuern herum, die du mir neulich entgegengeschickt hattest. Gebrauchte ich nun dabei meine eigenen Waffen, so ging alles wohl vonstatten, und jene waren bald entseelt; dachte ich mir aber darin das Leben, das du ihnen gegeben hattest, so schienen mir die Vorteile gleich, bis ich meine eigene sittliche Gesinnung zu Hilfe rief, die mich denn bestimmte, lieber allen Anspruch auf das Schöne gänzlich aufzugeben, um nur nicht die Sittlichkeit zu gefährden. Ein treffliches Geständnis, versetzte ich, das uns wohl noch weiter führen könnte. Denn wenn man es recht dreist aussprechen wollte, so würde man sagen können, du habest beide streitende Parteien deiner Willkür unterworfen. Wieso der Willkür, da ich durch Überzeugung geleitet

Du

wurde?
Als wenn die Willkür nicht immer auf die eine oder die andere Weise von der Überzeugung geleitet würde! Doch eben

deshalb würden wir hier nicht mehr herausbringen, als bei unserem ersten Streite, da du auf demselben Sinne verharrst. Darum, Anselm, sage du uns lieber auch, wie es dir erging.

89

Schlimmer, oder vielleicht auch besser, sagte dieser, als den beiden Jünglingen. Auf der einen Seite nämlich sah ich wohl, daß deine Einwürfe gegen die Ausführung meiner Ansicht wohl einigen Grund haben mochten, und ich gestehe, was du mir von der Bedeutung des Bildes und des Zeichen sagtest, würde einen gewaltigen Eindruck auf mich machen, wenn ich nicht zu vollkommen überzeugt wäre, daß es nichts dergleichen war, was ich meinte, und daß die Darstellung der Ideen, die ich im Sinne hatte, nach ganz anderen Gesetzen, und durch eine ganz andere Art der Erkenntnis aufgefaßt werden muß, als durch den gemeinen Verstand, nach welchem du jene Begriffe neulich erklärtest. Und dies ist eben das, was mich auf der anderen Seite ganz in meinem Sinne bestärkte, wie auch, daß du zuletzt selbst, Erwins vielleicht zufälliges Wort aufgreifend, das Schöne auf die Muster der Dinge in einer anderen Welt zu beziehen schienest, worin du ja, nach dem Wesentlichen betrachtet, vollkommen mit mir übereinstimmtest.

Noch immer, versetzt* ich, kommst du mir günstiger entgegen, als ich verdienen mag. Mir wenigstens will unsere Übereinstimmung wegen jener anderen Welt noch gar nicht einleuchten; ja was du die Welt der Muster nennst, scheint mir eben gar keine höhere zu sein, als die gegenwärtige Zeitlichkeit selbst, wo nicht etwas noch Geringeres, indem man wohl ebensogut sagen könnte, sie enthalte nur die Abbilder unserer wirklichen, gegenwärtigen Dinge, wie das Umgekehrte. Wieso das? In jenen Mustern oder Ideen ist ja doch das Ursprüngliche und Vollkommene, das sich selbst in Ewigkeit gleichbleibt; in den Dingen aber ist nichts als Wechsel und Veränderung, und keins davon ist in irgend einem
Augenblick
sollte.

j

alles das,

was

es

seinem Begriffe nach sein

Aber dafür haben auch diese Dinge, mein Freund, wieder vieles, was deine Muster entbehren, und vor allem das lebendige, wahrnehmbare Dasein, welches doch zuletzt das Dasein überhaupt, und, wie es nach deiner eigenen
90

Sprache scheint, der Zweck aller inneren Anstalten ist. Denn warum würdest du sonst jene Ideen immer die Muster oder Vorbilder für die wirklichen Dinge nennen? Ein Muster ist doch wohl nicht seiner selbst wegen da, sondern

um

dessenwillen,

was danach gemacht werden

soll,

und

doch nicht etwa dieses um des Musters willen? Freund, wie kleinlich du auch die bloßen Ausdrücke abwägst! Das mußt du mir schon erlauben. Denn ich kann das Ausgedrückte nirgend anders als in den Ausdrücken finden. Auch dünkt mich, bei philosophischen Sachen vor allen anderen müsse man nicht willkürlich gewählte Bilder gebrauchen, weil sich solche Dinge nur durch sich selbst, und nicht durch etwas anderes fassen und begreifen
lassen.

so gesprochen, wie wir

aber auch kein bloßes Bild, sondern es ist nur uns die Ideen in bezug auf die wirkliche Welt denken, und so sprechen müssen wir hier, weil das Schöne ganz in dieser gegenwärtig ist. So will ich denn auch über die Worte nicht länger hadern, sondern die Sache näher betrachten. Wenn nun die wirklichen Dinge auf irgend eine Art sollen Abbilder jener Muster sein können, wie du es doch verlangst, müssen sie dann nicht mit diesen in irgend einem Verhältnisse stehen, das sich ganz bestimmt ausdrücken lasse, und nach welchem die Abbildung von der einen zur anderen Seite übergehe?

Es

ist

Das müssen sie ohne Zweifel. Es läßt sich aber so etwas, wie du dich offenbar überzeugen wirst, nur auf zwiefache Weise denken. Erstlich
könnten sich die Muster zu den Abbildern verhalten wie das Allgemeine zum Besonderen, so daß in jenen alles das gedacht werden müßte, was in diesen das Gemeinschaftliche ist, und wodurch sie eine Einheit ausmachen, es sei nun in sich selbst oder mit anderen Dingen; aus welchem Gemeinsamen dann für jede Abbildung etwas Besonderes herausgenommen würde. Ehe du weitergehst, erläutere mir doch das eben Gesagte.
91

Könnten denn nicht die Muster auch schon die Besonderheiten der wirklichen Dinge mit in sich enthalten, wodurch
sein würden? wäre ja dann wohl Es angehen? Wie sollte das wohl kein Übergang mehr auf das Wirkliche nötig, der ja eben durch die Abbildung gemacht werden sollte; und dieses Wirkliche besteht doch eben in der Besonderheit. Auch wäre der Übergang, selbst, wenn wir ihn willkürlich verlangen wollten, nicht einmal möglich zu machen, wenn die Welt der vollkommenen Muster schon das ganze wirkliche Dasein und die Ausführung derselben enthielte, so daß nun nichts weiter in sie hinein, aber auch nichts aus ihr heraus könnte. Siehst du das ein? Es scheint mir richtig. Also ist es auch richtig, daß, nach dieser Ansicht betrachtet, den Mustern etwas fehlt, was die Abbilder haben, nämlich das besondere und in der Zeit und dem Räume gegenwärtige Dasein, wenngleich wiederum den Abbildern das Allgemeine und stets Bestehende gebricht. Stellst du dir nun das Verhältnis beider Seiten auf solche Weise vor? Keinesweges, und zwar deswegen nicht, weil alsdann die Muster bloß die allgemeinen, leeren Formen der Begriffe sein würden, deren Untüchtigkeit für die Erkenntnis des Schönen uns schon neulich einleuchtete. Darin stimm' ich dir bei, und gern geb' ich mit dir diese
sie

ganz

in sich

vollkommen

Ansicht auf. So sind wir ja hierin einig. Welche
Art, die

ist

aber deine zweite

Sache anzusehn? Ist wohl noch eine andere Art möglich, als die, daß sich Muster und Abbild verhalten wie Besonderes zu Besonderem? Denn wie Allgemeines zu Allgemeinem können sie wohl nicht gegeneinander stehn, da das eine, nämlich das Abbild, unserer Voraussetzung nach, notwendig schon ein Besonderes ist? So verhält es sich allerdings. Wenn sie sich nun so, wie ich sagte, verhalten, so muß doch wohl das Wesentliche dieses Verhältnisses darin bestehen, daß die ganze, vollständig bestimmte Eigentüm92

lichkeit des Abbildes das vollständige

Muster in allen ein-

zelnen Zügen darstelle, und es wird also dies wohl am meisten mit dem neulich von mir erwähnten Bilde zu-

sammentreffen.
Ich geb' es zu, nur mit einem Unterschiede, der mir hier wesentlich zu sein und unser ganzes Mißverständnis zu lösen scheint. Welcher wäre das? Ein solches Bild ist nicht von einem anderen dem

Muster nachgebildet, sondern durch das Muster selbst hervorgebracht, oder vielmehr bildet darin nur dasselbe sich ab. Und dieses scheint mir nun das Eigentliche zu sein, was über das Schöne zu sagen wäre, daß es nämlich ein Abbild eines Musters sei, welches darin sich selbst ausgedrückt habe. Wie kommst du aber dazu, diese Selbsttätigkeit dem Begriff eines Musters beizufügen? Am Ende, lieber Freund, sind doch alle diese Muster nur besondere Äußerungen des einen und selben göttlichen Wesens, das sich darin auf verschiedene Weisen offenbaret. In Gott, sagt Winkelmann, ist die höchste Schönheit, und besser noch müssen wir sagen, die Schönheit allein. So wie also Gott durch sich selbst und durch sein bloßes Dasein die wirkliche Welt als den Abdruck seines Wesens hervorgebracht hat, und noch hervorbringt und erhält, so bringt auch ein jeder Gedanke Gottes, was eben
die Idee
ist,

sein Abbild hervor,

und

schafft es urkräftig

durch sich
Also
ist

selbst.

auch wohl

die schaffende Tätigkeit nicht die-

selbe mit jener sittlichen,

neulich sprachen, und die wir ebenfalls für unzulänglich zur Darstellung der

wovon wir

Schönheit erkannten? Keinesweges. Jene sittliche Tätigkeit gehörte ja ganz dem Einzelwesen an, und ist nur die Äußerung des in sich selbst beruhenden Erkennens in demselben, nicht aber
des

vollkommenen Wesens der Gottheit. Das ist alles gut; aber wodurch denn nun unterscheidet sich diese recht eigentlich von jener?
93

Dadurch, daß in Gott, an und für sich betrachtet, schon

was die sittliche Tätigkeit erst hervorbringen soll. Sie soll nämlich die wirkliche Welt des Einzelnen und Besonderen erst in den Ausdruck des reinen Erkennens verwandeln; für Gott aber ist diese Welt eben
alles das erreicht ist,

schon von Anfang an; denn er schafft seinen vollkommenen Gedanken.
dies

sie

bloß durch

Du betrachtest also Gott hier bloß als die Ursache der Welt. In diesem Sinne ist er ja aber auch ebensogut die Ursache aller übrigen Dinge, wie des Schönen, und so kommen wir wieder auf den Punkt in unserem vorigen Gespräche zurück, v/o sich auch in dieser Hinsicht das Schöne nicht von allen übrigen Dingen unterschied, welche ja ebensogut durch das göttliche Wesen hervorgebracht sind. Es unterscheidet sich aber doch von den übrigen Dingen. In der wirklichen, geschaffenen Welt nämlich muß notwendig zweierlei ausgedrückt sein, einmal, daß sie bloß Geschaffenes und Hervorgebrachtes, also bloß Erscheinung, dann aber auch, daß sie der Abdruck des göttlichen

Wesens

Es werden also einige Dinge mehr nach der bloßen Erscheinung, andere mehr nach dem Wesen Gottes sich hinneigen, und diese letzten werden das Abbild desselben mehr als die anderen, ja vorzugsweise an sich tragen; diese aber sind es, die wir schön nennen. Der Unterschied wäre also bloß ein Unterschied des Grades? Keinesweges, sondern ein Unterschied des Gegensatzes. Das wirst du ja auch schon bei der Betrachtung der wirklich hervorgebrachten Kunstwerke bemerkt haben, daß darin das Göttliche gleichsam von Einem Mittelpunkte ausgeht, und sich von da in immer weiteren, aber schwächeren Kreisen, wie das durch einen Wurf bewegte Wasser, nach dem Äußeren zu verbreitet. Daher auch im Ursprünge der Kunst bei den Völkern allezeit eine tiefere Begeisterung, und wie ich schon neulich bemerkte, die strengere Bedeutung vorwaltet, nachmals aber sich immer mehr in die bloße Nachahmung der äußeren Natur verliert, bis endselbst sei.

94

keinesweges aber durch den Druck und Ernst. das in unserer Zeit erst recht anwendbar geworden ist. das? Erstlich ist darin schon eine doppelte Gefahr für die Kunst. die uns mit tausend Beschränkungen und ernst- haften Anmutungen martert. um uns in ein Land zu begeben. Das kann ich dir freilich nicht ableugnen. wie in einem geistigen Schlaraffenlande. Hieran kannst du am deutHchsten sehen. geschichte auch in diesem Sinne von großer Fruchtbarkeit wie auch. wodurch sich allemal die VerLuftiges 95 . daß die Kunstist. daß sie uns gleich so ohne mühsamen Anbau. wie sich denn überhaupt aus der historischen Betrachtung und Entwicklung der Kunstwerke das allermeiste für die Theorie der Kunst selber schöpfen läßt. ernten wir auch und Aufgedunsenes ohne Kern und echtes. Das ist es. inneres Fleisch. Denn indem wir die Werke derselben als den Ausdruck des Geistes voriger Jahrhunderte betrachten. was ich meine. Nur dabei zweierlei gefährlich. und dieses große Mittel lieh diese der Belehrung. zufallen werden.ganz ohne Schönheit ihr entgegensteht. in der Hoffnung. verlassen wir so gern in unserer Einbildung die Gegenwart. der wir um so mehr ausist Was wäre gesetzt sind. indem sie die Hervorbringungen der Kunst durch alle Völker und Jahrhunderte verfolgt. und ohne welchen doch auch jene noch sichtbaren Erfolge nicht möglich waren. uns mit hindurch zu drängen brauchen. und überall den inneren Zusammenhang darin aufzufinden strebt. weit hervorragenden Stämmen blühen und reifen sehen. daß unsere Zeit darin große Fortschritte gemacht hat. welcher vielleicht in manchen Stücken lebendiger und erfreulicher war als der unserer Zeit. nachdem wir aber auf diese Weise in die leere Luft gesäet haben. Hierdurch angelockt. hast du bisher ganz übersehn. der auch das damalige Leben mühsam machte. wo wir aus der Ferne bloß die lieblichsten Früchte auf den höchsten. geraten wir gar leicht in die Begierde der Nachahmung. da wir aus der entfernten Vergangenheit die nur glänzenden Erfolge zu uns her leuchten sehen.

wie du es heute tust. Wenn es nun dieses tut. wie es jetzt nicht selten geschieht. daß. doch verkehrt allemal und verfälschend wirkt das. muß es selbst in sein eigenes Hervorgebrachtes übergegangen. und was dergleichen mehr ist? Diesem ist schon vorgebeugt durch alles.achtung der Gegenwart rächt. daß auch ein wahrer Philosoph nur der sein kann. welcher mit einer großen Menge von einzelnen Kenntnissen und Erfahrungen angefüllt ist. daß nämlich das Wahre nur Wahres. eigentlich Beseelende sein sollte. das Muster bilde in dem Schönen sich wodurch sie doch immer herund was uns das Lebendigste und dann nicht und also dieses auch dem Wesen nach mit ihm eins und dasselbe sein. das Gute nur Gutes schaffen könne. wie die sichtbare Natur. vorgebracht sein will. sogleich zu allgemeinen Gesetzen stempeln und in unserm System aufnehmen. was ich heute selbst ab. und vom Geiste der Philosophie in diesem Innern selbst aufgefaßt werden sollen. so mußt du mir darüber. wenn wir die einzelnen Bemerkungen. so verlieren wir die lebendige Teilnahme an der Tätigkeit. desto mehr auch das Auffallende und Überschweng- 96 . je mehr wir uns auf die eigentlichen Gründe einlassen. also gleichsam auf eine ganz physikalische Weise. Behandeln wir aber auf der anderen Seite die Geschichte derselben als einen vollendet vor uns liegenden Stoff. Was indessen deine gegenwärtige Behauptung betrifft. es wird aber auch die Philosophie darunter gefährdet. Die muß dir unbenommen sein. in der Kunst. Du siehst überhaupt wohl. wird so ein lebloser Gegenstand. Du sagtest vorhin. noch eine Frage vergönnen. so daß wieder ein anderer Punkt aus unserer Unterhaltung von neulich zur Sprache käme. Dieses nun droht auf beiden Seiten der Kunst an und für sich. Die Geschichte zeigt uns ja doch immer nur die Erscheinungen derjenigen Kräfte. und am meisten aus leicht zu findenden Ursachen. welche im Innern der Welt wirken. die wir über geschichliche Gegenstände gemacht haben. gesagt habe. Denn gewiß ist es freilich. indem ich mich wieder an unser neuliches Gespräch erinnere.

muß doch wohl seine Ursach haben. Nun sage mir. Die Ursach des Schönen sollte ja aber. welche von ihrem eigenen Wesen als ihrem Muster selbst hervorgebracht wird. ' 97 . daß sich das Wesen des Musters in dem Schönen bloß als Erscheinung darstelle. ist eben das Schöne. welches du das Schöne nennst. wie der Dichter sagt. daß wir wissen.meiner Meinung wahrnahmst. das wieder eine Ursach haben muß. was du neulich in sein? Gewiß nur das. das Los des Schönen auf der Erde. und von ihm vertilgt zu werden ist vorzugsweise. zur Erscheinungswelt gehöriges Ding liehe. das Einzelne und Besondere. wenn in ihm auch das Wesen der Muster selbst enthalten wäre. besonderes. Das Schöne kann also als solches immer nur ein einzelnes. sondern bloß die Erscheinung derselben muß darin sein? So ist es. insofern alles nur Erscheinung ist. als wieder von einem Einzelnen und Besonderen? Warum nicht von dem Wesen und dem Allgemeinen. ja das Schicksal. das Wahre nur Wahres hervorbringen konnte. Eine dergleichen Erscheinung nun. nach deinen Worten. und nicht auch seinem wahren und ewigen Wesen nach? Jedes einzelne Ding dagegen. und so ins Unendliche zurück. so wie das Gute nur Gutes. müsse es auch so bald vernichtet werden und verschwinden. sich bestätigt. und dieses macht uns eben den Anblick desselben so rührend. und eine Ursach ist doch immer auch nur ein Einzelnes. und sich selbst darin nur als Erscheinung hervorbringe. nicht aber als Wesen. als solches betrachtet. auch von etwas anderem hervorgebracht sein könne. ob denn wohl. das Muster selbst sein. Eben darum ist es ja so hinfällig und vergänglich. Ausdrücklich hab' ich ja gesagt. erst welches ja alles hervorbringt? Bringt denn aber dieses Wesen alles etwa bloß hervor. das mit ewiger und gleichmäßig kalter Gewalt alles Zeitliche unter sich tritt. erscheint uns an dem Schönen recht grausam und roh. eben weil es schön ist. Es könnte also gar nicht das Schöne sein.

und seine Eigentümlichkeit besteht eben darin. Und doch erfolgt das alles notwendig aus deinen Worten. daß durch deine ganze Ansicht Gott selbst ein ganz einzelnes und besonderes Wesen werde. um insofern jenes Muster. Wir müssen also schlechterdings annehmen. welche das Schöne hervorbringt. die wir heute nach und nach abgelöst haben. Nun so mußt du auch zugeben. nachdem du das Wesen so ganz vom Inhalte des Schönen ausgeschlossen hast. aber ob es denn möglich Denn sei. der einer bestimmten Einzelheit sein. zu ver- 98 . daß die Ursache. oder deinem anderen Ausdruck zu folgen. um jede Schwierigkeit zu heben. die Gottheit Grund von allem ist. wir müssen um des Schönen willen den Gedanken von etwas erfinden. Sagen läßt sich das wohl. um die beiden Verhältnisse. wie ihn auch viele ansehen.Daß es eine solche Reihe der Ursachen geben muß. ist eine Sache für sich. welche ihn für eine durchaus begrenzte Person halten. welches sie doch sein müßte. lieber. als. brauche ich dir wohl nicht zu sagen. So meine ich es auch gar nicht. was wir zugleich als das Hervorbringende und zugleich als den Begriff desselben ansehen. Wie sehr uns aber dieses die wahre Bekanntschaft mit Gott verschließt. Aber die Schönheit ist ja eben etwas ganz Eigentümliches. unter welchen ich dich wählen ließ. bleibt unbeantwortet. Denn nun scheinen wir an die letzte Schale derjenigen Umhüllung gekommen zu sein. kann sie doch unmöglich zugleich einzig und allein und ausschließlich der Grund selbst. Diese muß ich also nur noch etwas erläutern. die das Weltall aus irgend einer Masse außer sich gemacht habe. Vielmehr kann vom Einzelnen immer wieder nur Einzelnes die Ursach sein. und daß die Ursach des Schönen zugleich das Wesen der Welt selber ist. Gibst du das zu? Ich muß wohl. Das heißt also doch wohl nichts anderes. zugleich das allgemeine und ewige Wesen der Ideen selbst sei. daß die gemeine Reihe der Ursachen dadurch gleichsam unterbrochen.

Gott nennen. aber doch. es löse sich und bilde eine seiner von der ganzen umgebenden Welt ab. Welt für sich. nur sehe ich nicht ein. und indem wir diesen zugleich als etwas für sich bestehendes Wesentliches ansehn. weil es nun einmal da ist dem erscheinenfür und von uns heraus. wahrhafteren Glauben als einzelne fel kommen nach. wird uns derselbe zur Idee. daß sie für die Welt. sollen? und davon das Schöne sodann ableiten Weil es eben an sich nichts Allgemeines sein kann. was wir schon früher von dem Schönen behauptet haben. Wir schaffen also diese Idee nur. nehmen wir etwas ist. weil wir sehn. Oder mit anderen Worten. und diesen doch zugleich als ein besonderes für sich bestehendes Wesen ansehn. insofern sie sich selbst deutlich und verständlich werden wollen. aus den Schönen. auf keine Weise aus dieser Welt erklären läßt. welches wir Person betrachtet. jetzt verhält es sich ja in Besonderheit für sich ganz ebenso wie die Welt im allgemeinen. warum wir es nicht viel mehr als das das Schöne gehalten wird. Daher kommt es. oder zu jenem scheinbar ursprünglichen Muster. zum Begriffe von Gott nur dadurch. Und dieses hat es wiederum mit der Welt selbst gemein. welches wir wieder als solches nicht als etwas bloß Besonderes betrachten können noch dürfen. Ohne Zweija die meisten Menschen. Hierin könnte ich denn also mit dieser Betrachtungs- 99 . wodurch sie ein Ganzes ist.einigen. einer Ursache bedürfen. welches die Ursach der Welt sei. nämoder seinen Begriff. wenn es nichts als die Ursach eines bloß Besonderen sein soll. da wir bemerkten. Ein solches Verhältnis hat dieses Muster allerdings. die sie als Ganzes nicht aus ihr selbst erklären können. daß sich das Schöne. welches ja in der ganzen gemeinen Welt als ein Fremdling erscheint. zwar nicht notwendig und ihrem unbewußten. wodurch es schön Erste voraussetzen. lich eben das. daß wir auch aus der Welt das. Es zeigt sich also auch hierin das bestätigt. indem dieselbe als ein Ganzes angesehen wird. oder ihren Begriff herausnehmen.

die. sondern um eines andren willen gefunden haben. wäre also eigentlich nichts anderes. wenn ich nicht schon sähe. Du scheinst mir wieder in den Eifer zu geraten. und dir auch darin recht geben müßte. Nun aber muß ich dir dreist heraussagen. neblige Ferne hinaufgerückt sind. die uns zu deinen Mustern verholfen hat. mit der Phantasie zu verwechseln scheinst.art wohl zufrieden sein. Du hast recht. was du Ideen nanntest. dich bei jener Würde des Schönen nicht zu beruhigen. diese aus einem höheren Gesichtspunkte anzusehn. Was ist das aber für eine Kraft in uns. weil sie irgend woher das Bedürfnis fühlt. aus diesem Stoffe besondere Gestalten nach unseren inneren Bedürfnissen bildet? Ist das nicht die gemeine Ein- bildungskraft? Wohl keine andere. da es ja mit jener angenommenen Ursach der Welt um nichts besser steht. welche die Ideen ausbildet. als Bilder. deine angeblich urbildliche Welt scheine mir vielmehr nur die Abbilder unserer wirklichen zu enthalten. Von dieser sind ja auch nun in der Tat die sogenannten Ideen hergenommen. 100 . weil ich hoffte. den du neulich fast zürnend über meine Ansicht ausgössest. bloß durch das Bedürfnis vom erscheinenden Schönen auf die Idee geführt. daß sie in eine unbestimmte. Darum sagte ich dir eben. indem sie der Würde des Schönen ganz angemessen ist. Damals ertrug ich dies. wo du hinaus willst. daß du mir doch die gemeine Einbildungskraft. von den wirklichen Dingen und unseren Erfahrungen über die Erscheinung derselben ausgehend. dich durch meine dargelegten Gründe zu besänftigen. die sich am Ende immer nur mit dem Einzelnen und Sinnlichen beschäftigt. keinen sicheren Beweis für diese finden können. Sie sind eben deshalb sogar in ihrer ganzen Besonderheit geblieben. welche die Einbildungskraft in Beziehung auf die wirklichen Dinge schafft. welche wir nun nicht durch sie selbst. womit du jene bevölkerst. Diese war' es also. daß wir auf diese Weise. und erhalten nur dadurch ein vornehmeres Ansehn. und.

Freilich teilst du dieses Los der Täuschung mit sehr vielen. Denn auch das sittliche Ideal ist ein solches Muster. wie ich es nennen möchte. denn selbst unter den Besten sind viele. ein jeder möglicher Stoff gegeben sein und offen stehen müsse? Aber sie hat in sich selbst verschiedene Verwandlungen. wenn sie sich menschlichen Blicken entziehen wollen. so werden wir leicht einsehn. Darum täuscht uns die Einbildungskraft so leicht. und. und wenn sie mit ihren Bildungen nur recht in das weite Blaue hinaus fliegt. sage ich dir. was sie ganz deutlich denken. daß ich nämlich einen bloßen leeren Begriff verfechte. welche doch wohl in sich nur eine ist. sondern der Sache selbst. und wenn wir dieses recht verstehen. nur irgend ein dunkles. die du neulich aussprachest. daß sich diese Vermögen der Seele bloß durch den verschiedenen Stoff unterscheiden können. das in der wirklichen Welt dargestellt werden soll. wie die homerischen Götter vielmehr umtun. indem ihr auch das Höchste und Vollkommenste nicht verschlossen bleibt. und nicht vielmehr der gesamten menschlischen Erkenntnis. bald verfließendes Gespenst aufzuweisen haben. Anselms Darstellung könnte ich gar wohl zu der meinigen machen. Freund. Als Anselm hierauf etwas verdrießlich schwieg.Wenn es nicht gar zu lächerlich aussähe. Damit du nicht bei deiner Meinung bleibest. den sie bearbeiten. welche täglich das schöne Wort Idee aus ihrem Munde gehen lassen.^. wenn ich ihr nur die richtige Bedeutung gebe. so glauben wir schon das Wesentliche und Ewige aufgefaßt zu haben. wenn man ihnen darüber zu Leibe geht. wodurch sich das Schöne als Ausdruck des reinen Wesens von den lOI . Glaubst du denn. so möchte ich dir mit demselben Vorwurfe begegnen. indem er sagte: Du tust wahrlich nicht bloß unsrem Freunde Unrecht. Diese unselige Verirrung droht noch unsere ganze Philosophie in eine nebelbleiche Schwärmerei aufzulösen. die nicht eher ruhen. nahm sich Bernhard derselben Sache an. in solche dicke Luft eingewickelt haben. durch welche sie die gesamte Welt immer wieder in ganz verschiedenem Lichte erblicken kann. als bis sie auch das.

daß sich der Begriff einer reinen Tätigkeit des Erkennens in die Gestalt eines Bildes kleidet. und ich will euch nur gleich die billige Erklärung ganz und gar nicht mit dergleichen vermische. Ich weiß. Und ein Wunder ist es auch nicht. wodurch endlich die Lehre vom Staat und der Kunst eine geben. als der rasche und muntere Lauf der Entwickelungen in der Zeit selbst. auch das beste Mittel ergriff. indem sie uns an die äußerste Oberfläche der stets wechselnden. sie Stimmung angreifest. sie sei das Gegenteil des toten und kalten Begriffes. sprach Anselm. welches ebenfalls die Einbildungskraft durch den Widerspruch gegen das Einzelne und Besondere hervorgebracht hat. wesenlosen Erscheinung führte. Diese große Erfindung. wieder zur Sprache bringt. daß ich euch beide bisher vergeblich gesuchte Begründung erhalten sollte. und was könne dem anders entgegenstehen. wen du in deiner zornigen Begriffe. So unerwartet. indem es dagegen zu gleicher Zeit andere gibt. wovon ich rede. einen Mann. welche gar die bloße Besonderheit selbst zur Idee machen wollen. ist es wohl etwas Seltsames. So scheint ihr mit der einen Einseitigkeit zu kämpfen. daß ihr die Vermeidung klarer und bestimmter wozu welche sie tote nennt. Wer sollte wohl auf so etwas Widersprechendes geraten? fragte Bernhard. nicht übel gelungen ist. Freilich. sagt* ich. die Idee sei das Leben der Dinge in der Bewegung. gab ich darauf zur Antwort. und sich darauf noch etwas Großes zugute tun. und man kann nicht leugnen. dem ich es Dank weiß. Hast du aber nicht die neue und unbegreifliche Lehre vernommen. Mit welchem Grund wolltest du das wohl tadeln? 102 . daß er edle und hohe Wahrheiten. ungeachtet auch diese von dem vollkommenen Erkennen hervorgebracht sind. was er neulich an dir tat. dein neues Bündnis mit Anselm auch erscheinen möchte. welche die heutige Welt ruchlos höhnte. so vergiltst du ihm doch nur mit Recht.übrigen Dingen unterscheidet. war der heutigen Welt aufbehalten. als er sich nämlich in dein Gebiet flüchten wollte.

Denn wenn wir es etwas allgemeiner faßten. Wenn ich also auch wirklich deine Ideen nur für Werke der Einbildungskraft ansehn kann. daß du neuzwei verschiedene Meinungen vom Schönen ausge103 . Dieses kann ich dir. und nach seinem Dasein in der gegenwärtigen Welt betrachtet. daß darin auch zugleich das Wesen des Schönen selbst gegenwärtig bleibe. das Schöne schwerlich auf etwas anderes bezogen werden kann. und muß also hier den Widerspruch zwischen uns unaufgelöst lassen. daß es gleichfalls in der Gestalt einer lebendigen gegenwärtigen und besonderen Ursach des Schönen erscheine. so wie wir es bis jetzt gefaßt haben. lebendig begrenzte Gestalten aus. da unsre Absicht nicht ist. versetzte jener. was du sagst. und so mit den schönen Dingen selbst dieselbe Welt bewohnen. Doch laß uns davon schweigen. daß nichts verderblicher und widerlicher ist. als gerade die edelste Sache durch sophistisches Prahlen zu erniedrigen. daß von diesem Standpunkte der Wirklichkeit. nicht zugeben. auf welchem Wege die Einbildungskraft deine Muster schafft. und die Geschichte der Phantasie beweist es allenthalben. um dich mir zu versöh^ien. Dar- um bildeten die Alten ihre Götter in so bestimmte. möchten wir darin wohl den Ursprung aller Mythologie erkennen. lich Dich aber. sondern uns selbst zu verständigen. es liegt vielmehr ganz klar in unseren Behauptungen. indem ich dir bewiesen habe. so müssen wir das höhere Wesen selbst uns so ausbilden. die Krankheiten der Zeit zu heilen. Erwin. Nur kann ich mir nicht nehmen lassen. Bist du hiermit zufrieden? Als wahr erkenne ich das. erinnere ich nun. so wie es in der wirklichen Erscheinung vorkommt. so muß ich doch auch gestehn.Mit dem. in der Tat als solches von diesem Standpunkte aus auf etwas Höheres zurückführen wollen. wie uns unser Streit von neulich genugsam bewiesen hat. und ich kann mit Überzeugung den Satz aufstellen: Wenn wir das Schöne. wenn ich behaupten muß. wenn sie ganz mit in die Wirklichkeit und Besonderheit übergehen. Dies sage ich nicht. daß sie nur der Grund des Schönen sein können.

Widerlegt scheint sie mir aber dadurch zu sein. meiner Ahnung zu folgen. die eine vollständig klare Einsicht von den Gründen der Schönheit für ganz unmöglich halten. und daß es nunmehr Zeit ist. deren Gründe ich auch nicht angeben kann. Denn am Ende müßte doch wieder über das Gefühl eine Erkenntnis geben. als wider ihr Gegenteil. nachdem wir aber noch Bernhards und Anselms Ansichten davon näher betrachtet hatten. abgewiesen worden ist. So wünsche ich doch auch diese von dir angegeben zu hören. dem religiösen Glauben vergleichbar. Ich entschließe mich also. sprach er. schien dich eine Ahnung zu treffen. und es vielmehr für eine bloße Sache des Gefühls ausgeben. ren weniger Gründe für die Sache. unter die wir das Schöne bringen sollten. welche mit jenem ganz dasselbe Gebiet zu be- herrschen scheint. Bliebest du nun bei dieser letzten Meinung.sprechen hast. fast möchtest du denjenigen beipflichten. viel helfen. Während dieser meiner Worte sah ich Erwin in ein tiefes Nachdenken versinken. Wodurch? Sie fragt' ich ihn. dich ohne Rückhalt zu einer von beiden zu bekennen. und von welcher Art es wäre. daß uns in dem Schönen wohl eine andere als die gegenwärtige Welt erscheinen möchte. — 104 . würde uns auch nicht es fuhr er fort. gab ich zur Antwort. Als wir nämlich im Gedränge waren wegen der allgemeinen Gründe. Und doch bin ich Aber nein! Es wadurch Gründe darauf geführt worden. äußertest du. sondern wie das Hereinblitzen einer höheren. aus dem er endlich wie erwachend sagte: die Meinung von dem bloßen Gefühl scheint mir schon widerlegt. so müßte sich davon wohl ein Beweis führen. oder wenigstens die Möglichkeit eines so gewagten Gedanken sich nachweisen lassen. durch nichts vermittelten Überzeugung. daß überhaupt der Trieb und nun auch die Einbil- dungskraft. wie es entstände. Oder vielmehr ist es nicht Ahnung mehr. Hierin hast du ohne Zweifel recht. um uns damit aus der Schwierigkeit der Sache zu ziehen.

Dagegen ist es ganz natürlich. In der Tat. seh' ich nicht ein. welcher dieser Wahrnehmung einen ganz eigentümlichen wahren und wesentlichen Inhalt gibt. daß ihr Grund nicht in der Beschaffenheit irgend eines einzelnen Erkenntnisvermögens liegen könne. weil sie sich in Rücksicht auf den Stoff mit demjenigen begnügen. Nur wie sich eben dieser noch besonders als Grund der Schönheit gestalte. wovon schon die Rede war. Dieses scheint mir zuerst zu beweisen. oder vielmehr der allgemeine Grund dieser Erkenntnis selbst sein. wo er liegen möchte. und die Gewandtheit der Rede sind immer Zeugnis für die Tiefe der Erkenntnis. dann aber auch. was von der Oberfläche abgeschöpft ist. Hiermit scheinst du mir also auch deine erste Meinung von der Gestalt aufgegeben zu haben. sie auch in jeder gefunden. ist und beim mir oft. als käme ich immer nur auf dasselbe zurück. und wenn der Grund der Schönheit der allgemeine Grund der Erkenntnis sein soll. Doch nisse 105 . Versuche nur. da sie hingegen. sprach er darauf. daß die Schönheit wirklich da sei. so scheint es mir nun. als bloß einzelnes Vermögen der Erkenntnis nur unbeständigen Schein darbietet. er müsse über alle unsere Erkenntnis hinaus liegen. uns jedesmal von der Unmöglichkeit derselben überzeugt. Deshalb sei also ganz unbesorgt.Du siehstVohl. welcher in der Tiefe sucht. es gehe wie es wolle. im Finstern auf allerlei Hinder- Nachdenken darüber und Ecken stößt. so muß er auch wohl der sein. wir haben die Schönheit durch alle Stufen und Richtungen der Erkenntnis gesucht. sondern viele sind nur deshalb in Redekünsten fertig. Denn nicht der Strom der Worte. ich muß hier deinen Scharfsinn loben. bevor er das Licht des Innersten eröffnen kann. daß der. Denn alle unsere wirkliche Erkenntnis geht doch von der Wahrnehmung durch die Sinne aus. ich bin mir noch sehr unklar. sobald wir aber ihre Bedingungen nach der ursprünglichen Beschaffenheit dieser Erkenntniskräfte untersuchten. Doch will ich versuchen etwas darüber zu sagen. Doch wohl nicht. Ich sehe. Wenn ich aber nachdenke.

wodurch sie der wesentlichen Erkenntnis entsprechen. rief Bernhard eilig aus. was in jeder Art nicht die Art. sondern das. erst auf den Grund der Schönheit hinausgehen. das heißt. Ich bin begierig. denn nun kommt es offenbar darauf an. hiervon Ohne Zweifel. und also jenes aus dieser hervorbringen. sondern nur das Wesen aller Dinge überhaupt. endlich dein eigenes System aus deinem Munde zu hören. Durch diese Erkenntnis wird aber auch in den Dingen nicht das erkannt werden. zo6 . dasjenige. sondern was darin die Erkenntnis an und für sich ist? laß uns. hierin mit uns übereinstimmt wie es wohl nicht anders sein kann. Diese Erkenntnis an und für sich. etwas anderes an die Stelle dessen zu setzen. von wo wir erst wieder würden herabsteigen müssen zum eigentümlichen Wesen der Schönheit. und ihren Sitz in unserer Seele auszuspüren. worin sie der Wahrnehmung oder dem Verstände oder irgend einer besonderen Erkenntnisart angemessen und Gegenstände für dieselbe sind. wollen wir nun durch den Ausdruck der Idee bezeichnen. Nun wirst du doch wohl genötigt sein. als würdest du auch das Wesen der Dinge durch das der Erkenntnis bestimmen. ihren Inhalt zu ergründen. die wir auch das Wesen der Erkenntnis nennen können. Ein solcher Grund aller besonderen Arten von Erkenntnis wird doch wohl die höchste und vollkommenste Erkenntnis überhaupt sein. und da es doch scheint. und so geraten wir hier in die allgemeinste und höchste Aufgabe des Denkens. wie du einen anderen Weg als den meinen gehen willst. Daran hindert nichts. als was auch ihr Wesen ist. also wohl nichts anderes. jener wesentlichen Erkenntnis selbst beizukommen. o Freunde. So scheint es mir. daß der Gegenstand unserer Untersuchung ein ganz allgemeiner wird.noch absehend. Wenn also ihr. so begreife ich nicht. so werdet ihr auch zugeben. Sie aber kann nicht allein das Wesen der Schönheit zu ihrem Gegenstande haben. wovon ich ausging.

Denn obgleich du so ausführlich und hartnäckig alle meine Behauptungen bestritten hast. wenn man beim Philosophieren nicht an einem besonderen Gegenstande genug hat. und die mir vieles erleuchtet. Mich freut. bei dem Gegenstande. daß es mich sehr kränken würde. ich bin so von dem Gedanken der Schönheit angezogen. und ohne. wenn du mich weiter gehört hast. Und und auf etwas anderes übergingen. Vielleicht. noch mehr aber nachzudenken gegeben hat. bist du auch dieser Meinung? wandte ich mich fragend an Anselm. versetzt' ich. woran ich noch meine Kräfte mit aller An- 107 . daß wir unseren Gegenstand nicht fahren lassen. Und weil ihr denn doch alle nichts dagegen habt. wenn wir ihn jetzt verließen.Was mein System betrifft. antwortete dieser. die mir an eben dieser Stelle geworden ist. wie man etwas darin vorwärts gekommen ist. was du mit deiner allgemeinen Idee. wirst du anders denken. Denn das Allgemeine. und überhaupt ist es kein gutes Zeichen. daß ich nicht einsehe. ja hingerissen. welche doch zugleich die besondere Idee der Schönheit sein soll. so bitte ich dich auf dasselbe nicht so eifrig auszugehn. ja mir ist es durchaus nötig. anders wollen kannst. für sich betrachtet. Denn eine Offenbarung habe ich euch mitzuteilen. Eine Unternehmung. gab ich zur Antwort. indem ich durch deine Worte fast in Verwirrung geraten bin. auf das Allge- meine überspringen muß. oder vielmehr wie sie mir erschienen ist. wird immer nur eine leere Form. zu bleiben. muß man nicht so schnell wieder fahren lassen. die man einmal begonnen hat. sprach Erwin. so drückst du selbst dich hingegen so aus. daß nämlich Gott selbst als das Muster auch die schönen Dinge schaffe. Ganz und gar. so will ich euch nun offenbaren. sondern sogleich. da ich fest gesonnen bin. wie mir die Schönheit erscheint. was du sagst. den wir uns ein- mal vorgesetzt haben. als was ich sagte. daß man das Besondere verfolgt und ausbildet. welche die praktischen Menschen nicht mit Unrecht der Kraftlosigkeit und des Mangels der Anwendbarkeit beschuldigen.

und ist es zum Teil noch so. In diesem Tale saß ich neulich. mitten in dem Gebüsche. ob du von einer Begebenheit deiner Einbildung sprichst. und einen milden Schein. und vielleicht auch mein ganzes Leben hindurch üben werde. die Sache selbst. io8 .strengung übe. daß mich jenes süße und doch gewaltige Grauen beschleicht. oder ihr sehr nahe sein mochte. Laß uns. fühle ich. dies jetzt übergehen. die du mit einer so ungewöhnlichen Feierlichkeit einleitest. sprach ich. von dir zu vernehmen. und indem ich von dem. von welchen wir jetzt sprachen. Du machst uns alle höchst begierig. welche diese freundliche Gegend den Sinnen darbietet. Noch zweifle ich. oder glaubte zu sprechen: Du Botin des Himmels. sagte darauf Bernhard. was ich euch zu erzählen habe. der aus einem Traume durch einen von ihm selbst ausgesprochenen Laut erweckt wird. der sie von allen Seiten umfloß. sondern selbst die Gegenstände. Und jetzt wieder. was ich seit jenem Tage beständig in mir herumtrage. euch vorläufig dem Glauben gefangen zu geben. desto glaublicher wird es euch werden. ist mir wie dem. der eine Verzückung. Als ich nun dieses Gesicht erblickt hatte. sprach ich zu der Gestalt. oder ob du in eine poetische Erfindung deine wahre Meinung einhüllen willst. ja mehr Göttliches als Menschliches verriet. an die sich immer höhere und höhere anknüpften. mir selbst war es ja unglaublich. und mich zur Sache kommen. nun zum ersten Male laut spreche. welches mich auch damals ergriff. etwas Höheres. (denn dieses am meihüllt. und vor mir eine halb verhüllte Gestalt zu erblicken. aber durch ihre unglaubliche Schönheit. glaubte ich meinen Blick aufzuschlagen. die mir zwar bekannt schien. Wofern es euch aber unglaublich schiene. so muß ich euch bitten. welches den Quell dieses Baches um- mit meiner ganzen Seele so tief versunken in Betrachtungen und Zweifel über die Gegenstände. daß mir nicht bloß alle übrigen Gedanken. je mehr ihr aber euch selbst darein verlieren werdet. da ich mich durch meine Rede selbst lebhaft recht daran erinnere. In diesem Zustande. ganz entschwanden.

setzte sie hinzu: Nun bin weder ein dienstbarer Geist. den so wenige das ganze Leben hindurch berühren. denn der Weihe bedarf es bei diesen. oder mich abzuhalten von dem vielleicht für uns verlorenen Paradiese. deren Ort weder auf der Erde ist. sondern vielleicht derselbe überhimmlische. Vollkommenen und Unvollkom- 109 . daß auf die Berührung irgend einer Stelle in einem Felsen oder einer Höhle eine dienstbare Zaubermacht plötzlich ein ganz unbekanntes Reich der Herrlichkeit aufschließt. sagte jene darauf: Es ist dir aufgegangen in deinem Traume. In jener Welt nun ist kein Wechsel des Guten und Bösen. eine Welt des Wesens. um dort jene Stelle zu suchen. wonach ich mich sehne. Du mußt aber wissen. Und indem ich mich schon umsah. Als ich darauf meinen Blick wieder in mein ich freilich — Inneres richtete. und du hast den Eingang gefunden.sten noch scheinst du mir zu sein) kommst du. (denn nicht kann ich sagen. und wo sich die Wurzel derselben aus dem Boden der ursprünglichen Welt in die gegenwärtige verbreitet. wie du gewiß oft in den Märchen gelesen oder gehört hast. und leise das Haupt vorbeugend. oder auf andere Weise belehrt ward) darf ich euch nicht sagen. Es ist nämlich. dessen der göttliche Piaton gedenkt. bis ich euch selbst an jenen Ort in eueren Seelen geführt habe. welchen der Gegenstände um mich her ich unbewußt so — — wirksam berührt haben könnte. ob ich sah. versetzt' ich. Was ich aber dort wahrnahm. und von der Gestalt in dasselbe hineingeführt zu werden. mich aus der Verwirrung des Strebens und Suchens zu erlösen. noch selbst im Himmel. glaubte ich zuerst ein überschwengliches Licht aufgehen zu sehen. da ich ihn immer noch nicht — — Ich erscheine dir. daß es hiermit so zugeht. dies ward mir kund. noch war diese Berührung körperlich. Wie kann ich ihn gefunden haben. um ihn dir kennterkenne? lich zu machen. wie bei allen anderen Geheimnissen. und mich zurückzuweisen in die Grenzen menschlicher Beschränktheit? Sanft lächelnd. sondern in deiner Seele mußt du den Fleck getroffen haben. Nur etwas ganz allgemeines davon kann ich euch für jetzt eröffnen. sprach sie.

da es vielmehr von Ursprung an. in welcher die Gottheit ebenso notwendig gleichsam als im Besitze ihrer eigenen Schöpfung selig ruht. die wir keine anderen. und in jedem ist diese gegenwärtig. ihr auch von Anfang an als ein Vollkommenes gegenwärtig. als das ursprüngliche Wesen. daß sich dasselbe zwar aus dem Mittelpunkt als die zusammenhängende Ausdehnung desselben allerfüllend entwickelt. nicht anders als durch das Gegenteil der Wirklichkeit als eigenschaftlose bezeichnen können. worin sie sich selbst ausgelöscht hätte. ja nichts anderes. welches seine ganze Urkraft darin überall wiederholt. als die vollkommene Gottheit selbst. und erhält sich durch seine eigene Notwendigkeit. sondern alles Erschaffene ist zugleich selbst schaffend. aber an und für sich ist jedes von ihnen voll von der ganzen lebendigen Gottheit. und in seiner ganzen Vollkommenheit schon in Gott selbst gegenwärtig ist. würden uns die vollkommenen Wesen. In dem Mittelpunkte des All wohnt sie also. in den einzelnen erschaffenen und doch vollkommenen Wesen wieder. welche dort mit ewiger und reiner Freiheit das sie umgebende Weltall hervorbringt. Indem aber ihre Tätigkeit allvollendend ist. und also ihre ganze Möglichkeit erfüllt. die das Erschaffene mit dem ganzen einfachen Wesen des Innersten durchdringen. ist das All. als die erst im Werden begriffenen Eigenschaften und Tätigkeiten der Dinge kennen. die sich selbst erleuchtende Gottheit. vielmehr ist daselbst dies alles Eins. aber zugleich auch in einfachen Strahlen ausströmt. und durch ein starres Dasein begrenzt würde. Ebenso kehrt es auch.menen. Das Sein der Dinge kann also dort nicht das endliche Ziel der Schöpfung sein. Wir freilich. und immer nur als ganz dasselbe mit der schaffenden Kraft. Dennoch sind sie zugleich das Geschaffene und bilden die geIIO . welches sie schafft. Unsterblichen und Sterblichen. und zwar nichts anderes. die jenes Weltall bilden. Denn nirgends ist dort ein totes Ziel und gleichsam ein Absatz der schaffenden Tätigkeit. und ergießt nach allen Richtungen ununterbrochen das Licht ihrer allmächtigen Schöpfungskraft auf so wunderbare Weise.

denn sie sind von kein anderes ist als das göttliche. ihrer Leben in seiner ganzen Vollendung ein. ihm hervorgebracht. welche jenen Einheiten vollkommen entsprechen. ist eben III . Eben deshalb haben sie zwar alle ihre Einheit in Gott. aber als besondere und wirkliche. Was wir aber in unserer Welt Schönheit nennen. betrifft. die eben darin besteht. bilden Einheiten. und saugen aus demselben ihr eigenes Licht. Eine solche Idee ist nun auch die Schönheit. deren jede. wenngleich göttliche. und zugleich in aller Wirklichkeit des Daseins lebendigen Ideen. stets nach dem inneren Lichte der Gottheit hingewandt. Diese Verhältnisse. für sich ein ganzes Weltall umschlingt. Darum. noch geschwächt ist darum ihre Besonderheit in dem allgemeinen Wesen Gottes. und diese Einheiten. allkräftigen. wiewohl von einem eigentümlichen Standpunkte aus. unter welche sich hienieden die Dinge teilweise versammeln. und sind etwas Wesentliches nur durch diese. nennen wir eben die urwesentlichen. sind sie zugleich die göttlichen Eigenschaften derselben. schhngen sie sich in den harmonischen und sich selbst vollendenden Umschwüngen des aus dem Innersten sich ausbreitenden Zusammen- hanges ewig um dasselbe. Dinge stehen sie mit jenem ihrem Mittelpunkte in wesentlichen Verhältnissen. deren jede für sich das All ist. Sie pflanzt also den Dingen. Jede Eigenschaft und jede Einheit. welches Nicht ausgelöscht aber. selbst in ein ursprünglich göttliches und ewiges Besonderheit. daß die besonderen Be- schaffenheiten der Dinge nicht bloß das Einzelne und Zeitliche sind. insofern durch sie die Einzelwesen in die Gottheit aufgenommen werden. und in ihm gegenwärtig in allen Abstufungen und aller Mannigfaltigkeit ihres Daseins. ist also dort die ganze Welt selbst. als welches sie uns erscheinen. sondern zugleich in allen ihren Teilen die Offenbarungen des vollkommenen Wesens der Gottheit in seiner Besonderheit und Wirklichkeit. weil sie alle Dinge.schaffene Welt. und teilt jedem von ihnen in allen seinen Teilen die Ewigkeit Gottes mit. Insofern aber eben diese Verhältnisse die Einzelwesen selbst in ihrem Dasein be- stimmen.

angefüllt erDen Weg. fühlte ich mich noch immer so in dem Boden der gegenwärtigen Welt haften. und Und dadich selbst in der wahren Welt wiederfindest. daß ihre Offenbarung immer da war. nur daß mich seitdem noch dringender als zuvor der Trieb wäre das. sprach ich. wenigstens an den Grenzen desselben liegen. wo uns nicht gar der weise Dichter die fremden Gegenstände selbst nur durch seine Bilder. ist dir aber dieses gelungen. die Gestalt fragte. — — 112 * . an. der ist — doppelt verpflichtet. so scheint es mir. so wirst du auch von selbst die Welt des Wesens um dich her schauen und dich überzeugen. Also und nur nicht von dir erkannt werden konnte. sich selbst zur vollen Klarheit herauszuarbeiten. durch ihren Gesang. daß sie von höheren Leben. erkennen solle. die — daß ich. für diese besorgt. dir niemand zeigen. und wem in einem halben Traume. ja die Himmelsbläue. wie ich den Abglanz der ewigen Schönheit. und als zerflösse mir sodann die Erscheinung. der mir eine sichere Lehre für die Erkenntnis derselben aufgestellt hätte. und dann erst bist du erwacht. noch einmal freundlich das Haupt neigend.Indem ich Erscheinung jener ursprünglichen Idee. wie dir jetzt. als du selbst. was ich eben Ein Traum. näher rücken wollte. ich sah wieder frei in die um mich befindliche Gegend. wie in einem Spiegel. wir hier viele Dinge für schön halten. den du suchest. wie es zuvor gewesen war. Denn obwohl. nun zu dieser Erkenntnis gelangte. das Wahre aufging. kann scheinen. der in diese Welt herüberstrahlt. den uns Tieck so herrlich darstellt. fragt' ich. und alles war. Am ersten mögen noch manche Künstler selbst einen Blick in dieses Land getan haben. sprach jene. wenn du die Welt um dich her von dem wahren Lichte erleuchtet siehst. als wir darin zu denken gewohnt sind. und sogar oft unter uns Streit und Zank über die Gründe dieses Dafürhaltens entsteht. mit war es. Wenigstens verraten dort Bäume und Blumen. als müßte der Garten der Poesie. und welchen Weg doch jenes Licht zu uns nehmen möge. sagte durch dich wahrgenommen habe? sie. als sähe mich die Gestalt. — nur noch ein Traum. so weiß ich doch keinen.

läßt nichts Unüberlegtes erwarten. unsere gegenwärtige darein zu verwandeln. daß jenes Bild einer göttlichen Welt nur ein Traum genannt wurde. mög' es beschaffen sein. als das ich nach der buchstäblichen Wahrheit fragen sollte. und habe gar keinen Berührungspunkt mit ihr. als etwas an sich Bestehendes gedacht werden? 113 . o würdiger Freund. Deswegen war auch wohl eine ausdrückliche Offenbarung durch den Willen eines höheren Wesens nötig. die mich fast erschreckt. deren Inhalt mir zu heilig ist. und diese könne nur.anspornt. daß ich mich nun wirkHch sehr betroffen fühle. sagt' ich darauf. Sie gründet sich darauf. die wir selbst betreten könnten. so glaube ich doch ihren Sinn nicht unrecht zu verstehen. wenn ich sage. muß auch ein Zusammenhang zwischen beiden notwendig stattfinden. wirklich und auf solche Weise in die gegenwärtige hereintreten zu sehen. daß sie nur noch im Traume wahrgenommen werde. wenn wir den Eingang dazu in uns selbst suchen sollen. zu geben scheint. sei an sich nur ein Traum von der wahren. nach dem Zustande des Wahrnehmenden. sprach Erwin: Ich gestehe dir. wie es wolle. jene ganze Welt. und die ich nur schüchtern auszusprechen wage. wie sie selbst geschildert wurde. Nach einer kurzen Weile des allgemeinen Schweigens. deren ich neulich fast vorwitzig erwähnte. sprach er. das du auf die Erzählung bezeigst. Und dennoch. da es schlechterdings keine Brücke von uns dorthin. den ich damals nicht unglücklich betreten hatte. Scheue dich nicht. das meiner Erzählung gefolgt war. Freilich konnte damit auch gemeint sein. Mit deiner Erzählung. Dieser Widerspruch bringt mich auf eine Vermutung. danach sei die Welt des Schönen von der unserigen ganz abgeschieden. Aber könnte dies nicht auch bedeuten. denn das Nachdenken. und diese Bedeutung des Ausdrucks liegt sehr nahe. wenn wir es dahin gebracht haben. um uns nur einen Blick in jenes Gebiet zu verschaffen. wenn doch irgend etwas von Schönheit von daher zu uns übergehen soll. den Weg wieder zu finden. die andere Welt.

auf der Stelle. Die dar- gestellte Welt ist ohne Zweifel die der Ideale. sprach er. Und zwar wirst du mit Erwin wenigstens die Sache ein- müssen. der ihn zu einer solchen Vermutung verleitet. daß sie in der Gestalt der einzelnen zeitlichen Dinge wahrgenommen werden. und wenn wir dies recht sorgfältig unternehmen. daß ihr mir den armen Erwin so blindlings angreift. daß wir mit Recht das Schöne in unserer Erkenntnis suchten. und in unserer eigenen. die wir in der unsrigen wirklich machen sollen. ohne recht in seine Gedanken einzugehn. versetzt' ich darauf. Ich dächte demnach. Ich leide nicht. auch daß leiten 114 . Bedenklich bleibt das immer. wir folgten setzt. denn dies wird vorausge- wenn darauf ein ursprüngliches Gebot. Auf jeden Fall sind wir aber auch. ob er recht hat. daß wir in der Tat von Anfang an das Schöne in uns selbst. die Bahn zu brechen. Es ist auch. Laß uns denn. das hellere Licht in uns selbst zu suchen. mutig vortreten. was er eben bemerkt hat. und zwar in der besonderen Art. wie ihr hörtet.Du scheinst mir zu freveln. wirklichen Erkenntnis gesucht haben? Das können wir behaupten. der an mich erging. wie ich es auch früher nicht litt. nicht von uns stoßen. bloß sein Hang zur sinnlichen Darstellung des Schönen. da Bernhard und ich in unserem Gespräche von neulich schon das unsrige getan zu haben glauben. angewiesen. Nun ist uns doch wohl nicht abzustreiten. wie es sich darin darstellte. gegründet sein soll. jene aber muß das Erste und Ursprünglichste sein. dies allein kann dahin führen. setzte noch Anselm hinzu. unsern Erwin zu bestätigen oder zu widerlegen. Denn dabei können wir nicht umhin. welches die Freunde so willig uns zugestehn. wandt' ich mich an Erwin. sie wirklich zu machen. so muß sich zeigen. von der gegenwärtigen Welt und unserer Erkenntnis derselben anzufangen. Selbst die Ideen sollen ihm nicht mehr etwas an sich Bestehendes sein. fiel Bernhard ein. sondern erst dadurch zur Wirklichkeit gelangen. Nichts kann uns willkommener sein. und das schöne Vorrecht. sprach Anselm. jenem Aufrufe.

als einem sinnlich wahrsein. und warum machten sie uns die Vollendung des Schönen unmögHch? Lagen sie nicht darin. wodurch aber die Schönheit selbst aufgehoben wurde? Eben darin lag der Fehler. Das Wesentliche also läge denn wohl in dem. daß das Wesen eines Dinges nicht die Zufälligkeiten seiner Erscheinung bestimmen kann. daß es eine Welt des Schönen gibt. in welcher die Dinge uns erscheinen. der ganz in sondern wie ich neulich schon dem Dinge ist. sondern ihr Zufälliges. in welcher das schaffende Wesen Gottes sich selbst vollständig in der Erscheinung der Dinge offenbart. griff. dir zeigte. und darum jenes Wechselverhältnis des Begriffs und der Wahrnehmung entstand. als ob sie auch der sinnlichen Wahrnehmung erscheinen könnten. so daß diese zugleich ganz Erscheinung und ganz Wesen ist. Das Wesen eines jeden Dinges kann seiner Erscheinung also nur dann in dasselbe zugleich das Wesen Gottes ist. ganz gegenwärtig wenn "5 . was die Einheit unseres Erkennens an den Dingen zum Gegenstande hat? Ich meine nämlich nicht die leere Form des Bekeit in der griffes. die Eigenschaften der Dinge für den Begriff so anzusehen. lieber Erwin. den Be- Freilich halte ich diesen für das Wesentliche. bestanden diese Gegensätze. Aber dies gelang uns eben nicht wegen der Gegensätze.wir genötigt waren. Nun haben wir doch vernommen. Worin aber. Nicht wahr? Dies seh' ich noch nicht ganz ein. ohne Zweifel. da sie beständig wechselt und unendlichen Einflüssen unterworfen ist. Würdest du nun die Mannigfaltigkeit. So bedenke nur. welche doch mit dem schönen Dinge. Das hast du uns eröffnet. ihr Wesentliches nennen? Gewiß nicht. welche zuletzt nur durch das Band der Zweckmäßigkeit zu vereinigen waren. in welchen die verschiedenen Erkenntnisarten selbst miteinander standen. daß die Mannigfaltigäußeren Erscheinung der Einheit in unserem Erkennen widersprach.

Diese ist also eine Offenbarung Gottes in der wesentlichen Erscheinung der Dinge. erkannt werden müssen. auch das Wesen Gottes gegenwärtig. Jetzt leuchtet es mir ein. um das Wesen des Dinges zu bestimmen. ob er eine ganze Welt oder ein einzelnes Ding schafft. Nicht so? ist Ohne Zweifel ist Folglich überall. sie was du sagen sehe auch schon nämlich daß wir das Schöne durch eine besondere Erkenntnisart erkennen müssen. Dagegen bestimmt doch wohl Gott jede Zufälligkeit der Erscheinung eben so sicher als das Wesen des Dinges selbst? Es wäre lächerlich. wo das Wesen eines Dinges ganz in Erscheinung übergeht. und darum sondert sich der Begriff von der Erscheinung ab. Die Schönheit ist.genommenen. diese Einheit des {: Und Das muß sie sein. die für sich ein ganzes Weltall bildet. weil es diesen Zufälligkeiten unterworfen ist. doch wohl ebensowenig als die Erscheinung Erscheinung wäre. wenn sie zur Wahrnehmung kommt. und ist er nicht überall und in jedem Einzelnen mit seiner ganzen Allmacht gegenwärtig? das letzte das richtige. wie wir sagten. ist die Schönheit. wenn sie nicht irgend einem erschiene? Nein. Gibt es aber eine Offenbarung für jemand anders als für den Erkennenden. braucht Gott dazu nur einen Teil seines eigenen Wesens. das Gegenteil anzunehmen. oder es ist ihm einerlei. Und nun. Aber könnte denn Gott diese schönen Dinge nicht bloß um ihrer selbst willen und für sich selbst hervorbringen. vielmehr ist es eben deshalb ein zeitliches Ding. denn ohne Gott ist nichts und er ist doch darin überall gegenwärtig? willst. ohne daß sie deswegen von irgend jemand erkannt würden? Nun. eine Idee. so sieh' es einmal anders an. Ich bedenke dies wohl und geb' es zu. In dieser geschilderten Welt der Schönheit ist doch wohl alles schön. Wesens und der Erscheinung in der Erscheinung. muß erkannt werden. Und ich ii6 .

wodurch uns das Schöne offenbart wird. zumal für mich. daß nur dadurch jenes überschwengliche Sehnen gestillt werden kann. dies auszusprechen. welches wir die Liebe zum Schönen nennen. Denn wenn ich gleich nicht von mir rühmen kann. der uns vorher angedeutet wurde. Worin wird denn nun und ihre eigene Einheit ganz eins und dasselbe ist. daß also auch in ihr selbst diese Wahrnehmung Auch diese. dort schön des Erkennenden? und nicht auch die Erkenntnis die Schönheit dieser bestehen? Darin. und grade heraus zu sagen. 117 . Und noch jetzt ist mir zumute. wirklich dahin zu gelangen? Sehr heilsam wird uns dieses sein. daß die Erkenntnis in der Wahrnehmung des Mannigfaltigen zugleich das Wesen und die Einheit erkennt. mit meinen Aussagen verbunden hätte. Diese werden wir in uns erzeugen und lebendig machen müssen. die wir körperliche nennen.So muß es sein. die Dinge. wenn wir streben. Eine solche Erkenntnis also wird es sein. und ein heiteres und fröhliches Geschäft. und zwar in der Wahrnehmung und durch dieselbe. Dennoch fühle ich wohl. und genau können wir den Weg dahin noch nicht unterscheiden. wenn wir den Eingang zur Welt der Schönheit finden wollen. mein geliebter Erwin. Wird es nun nicht etwa schicklich sein. daß ich gleich anfangs diese Gedanken. Jedoch erst aus der Ferne sehen wir ihn. und nur daraus jene selige und vollkommene Befriedigung hervorgehn. Ganz richtig. der ich nun gewiß wegen meiner allerersten Behauptungen werde gerechtfertigt werden. daß wir uns jenes unser Ziel recht deutlich einprägen. daß grade in der Oberfläche und äußeren Erscheinung der Dinge die Gottheit selbst in aller ihrer Herrlichkeit sich vor uns offenbaren soll. sprach darauf Erwin mit erhöhter Lebhaftigkeit. als wäre es zu kühn. damit wir es nicht aus den Augen verlieren. also Werden wohl bloß sein. die du uns entwickelt hast. so haben sie diesen doch dunkel zum Grunde gelegen.

Ii8 ii . und so lange ich darauf hinsah und ganz eins wurde mit dem Gegenstande. was uns schon vermittelst der gemeinen Erfahrung bekannt ist. daß du erklären wolltest. sondern es wird uns alles erst bekannt gemacht oder offenbart durch das Schöne selbst. die wir immer erst durch das Allgemeine und Wesentliche im Begriffe der Vollständigkeit zu bringen uns bestreben müssen. durch Vergleichung mit dem. denn diese ist ja selbst das ganze Weltall. Darum. Es lag also. sondern alles. nämlich was wir gewöhnlich erklären nennen. welche wir überall in der Erscheinung dieser gemeinen Welt finden. sprach er. Gehst du aber von dem Wesen Gottes selbst aus. wenn du es nach den Gesetzen der gemeinen Erscheinung anstellst. daß dieses vollständig in jedem Besonderen erscheinen muß. und nichts kann insofern außer womit sollten wir es also vergleichen? Darum wird dich auch das Grübeln. mir diese Wirkungen erklären zu wollen. nicht in die Beziehungen unsrer in sich selbst getrennten gewöhnlichen Erkenntnis zu verwickeln. sondern uns ganz und gar in dasselbe versenken und unsere ganze Erkenntnis gleichsam darein ihr sein. versetzte ich. fühlte ich mich auch im allumfassenden Besitze einer ganzen Welt. In diese Fülle war ich oft versunken beim Anblicke des Schönen. wo wir es erblicken. vor dem Anblick desselben wußten und erkannten und sahen wir nichts. und nicht mit der Mangelhaftigkeit. und zuletzt blieb mir immer nur die äußere Gestalt als das einzige gewisse und der unleugbare sichtbare Sitz der Schönheit übrig. müssen wir uns also auch gewöhnen. Sobald ich aber anfing. wie wir neulich taten. als dränge der Himmel Gottes mit aller seiner Herrlichkeit durch das Schöne in mein Gemüt ein.welche uns nicht bloß unendlichen Genuß. nur verwirren. das Schöne. nur daran. so geriet ich in das Mangelhafte und Unvollständige. alles mit einem Male in dem Schönen als gegenwärtig finden läßt. so wirst du sogleich erkennen. Hier aber ist uns nichts bekannt. und es war mir. was nämlich zu jener Welt der Schönheit gehört. warum das göttliche Wesen so ganz in Erscheinung übergehe.

die wir durch die endlose Abmühung unseres 119 . nun aber erscheint uns in dem Schönen das göttliche Wesen selbst gegenwärtig. Niemand frage darum. sprach ich. wie von einem falschen Standpunkte wir nur schief in jene göttHchen Verhältnisse hineinsehen. Vortrefflich. und deshalb immer eine unendliche und nie auszufüllende Kluft zwischen dem Einen und der mannigfaltigen Erscheinung erblicken. oder daß sich vielmehr diese in die andere und vollkommenere verwandelt. sagt' ich. Es gibt darauf keine andere Antwort. liegt es darin.du sagAnschauung in jeder auch test. wie ist. daß uns durch die Schönheit eine andere Welt in unsere gegenwärtige hereintritt. daß in einem einzelnen und besonderen Dinge die ganze allumfassende Gottheit erscheinen könne. Und wenn diese wirklich so. so wird halten sein. den wir immer im gemeinen Erkennen fanden. und also den Zwiespalt zwischen beiden Seiten. wodurch sich derselbe nach deiner Meinung von Anselms Vorstellungsart unterscheidet. von welcher aus. So ist es denn auch in der Tat. gab er zur Antwort. sage mir. sobald wir ihn nach den Gesetzen des zeitlichen Daseins entwickeln wollen. daß du den wahren Standpunkt erreicht hast. wie ich es meinte. siehst Um mich aber völlig du ein. beschaffen eines einzelnen schönen Dinges ihre ganze Einheit entaufgehen lassen. Dieses eben bildet die göttliche Welt. Außerhalb derselben aber liegt die gemeine und zeitliche Welt. unaufgelöst ließ. wie aus diesem ersten und ursprünglichen Wunder der Schönheit alle übrigen Wunder hervorgehen. an jedem Punkte das ganze Wesen in sich enthält. zu überzeugen. wie es zugehe. werdet nun wohl einsehn. Soweit ich es zu übersehn vermag. daß Anselm die schönen Dinge bloß als Abbildungen gewisser göttlicher Muster ansah. als durch Gott und sein allgegenwärtiges Dasein. und ihr alle. die uns beim Anblick des Schönen in Verwirrung setzen. die in sich selbst vollkommen abgeschlossen und gleichsam gerundet. und es wird im vollsten Sinne wahr. lieben Freunde.

wahrhaft wunderbare Weise in der schönen Erscheinung nicht bloß vereinigt. welches. welche die Anschauung an sich zog. glatt und fast ohne Berührung vorbeigehen. und das innerste Licht des Mittelpunktes scheint in seiner ganzen Fülle und Herrlichkeit daraus hervor. oder wenigstens lasse sich diese bloß in sinnlicher Empfindung genießen. in der sinnlichen Anschauung geschieht. und das Gemüt fühlt sich durch sie wenigstens für den Augenblick ganz angefüllt und befriedigt. eine wahrhaft schöne. Darum wird durch sie. Berühren aber müssen wir uns. Beider Eigenschaften muß es in sich auf das vollkommenste vereinigen. Ist aber die Erschei- nung. wo die Erkenntnis sich ganz in die einzelne Erscheinung versenkt. welche sich ganz in diese schräge Ansicht verlieren. in ihrer Einheit wahrzunehmen. Beides ist also auf eine unbegreifliche und. so entwickelt sich aus ihr plötzlich wie aus einem Keime jene ganze vollkommene Welt. die Annehmlichkeit be- die Schönheit. Und zwar muß diese Berührung notwendig da stattfinden. da er ja durch alle wirklichen Erscheinungen der Dinge hinläuft. die Seele zuerst tiefer gleich- sam in die warum stimme Dinge hineingelockt. auch im gemeinen Leben. wie ich schon sagte. die ursprüngliche und ewige Einheit der Idee und die Mannigfaltigkeit und Besonderheit des endlichen Dinges. muß der lebendige Umschwung des Vollkommenen. wenn sie auf einen an- genehmen Gegenstand fällt. wie wir schon neulich bemerkten. In dieser ist schon an sich selbst. 120 . und er wird mit in die selige Vollendung der Beschauung des Schönen hineingezogen. wer aber einigermaßen fähig ist. die in jedem Punkte des Umkreises vollständig enthalten ist. Vor denen nun. bei aller Besonderheit eine gewisse Voll- ständigkeit enthalten. der mit jenen gradlinigen und winkligen Verhältnissen nichts zu tun hat. und das ist der Grund. den ergreift auch der runde Umkreis. die wir gewöhnlich nur in ihrem bloßen Übergange ineinander auffassen. so viele sich einbilden. sondern gänzlich eins und dasselbe.Verstandes vergeblich auszufüllen streben. die Enden dieser Beziehungen. mit diesem Umkreise allenthalben.

ohne die dies nigste kann es nicht schön sein. denn wenn es nicht gerade diese scheinbare Oberfläche wäre. vielmehr ist sie wohl höher als selbst das Ver- hältnis dieser und des Begriffes zueinander? Gewiß höher. was für Eigenschaften die Erscheinung. daß alles was uns umgibt. und wollen wir nicht noch ein wenig dabei verweilen. wenn es dir gefällt! Nun. und unmittelbar leuchtet uns dadurch ein. nen abzuleiten. um sie uns recht Erscheinung tief einzuprägen? Vor allen Dingen. Wir selbst also werden dadurch zur Gemeinschaft jener Welt des göttlichen Daseins erhoben. das Wort schön sei vom ScheiBegriff. ist ausgemacht. wie der bloße im Verhältnis gegen das Mannigfaltige gedacht. Hiernach wird sich nun leicht entwickeln lassen. wird haben müssen. daß durch die Schönheit das Höchste und Herrlichste in dem. kann nie schön sein. wie die bloß mannigfaltige. Es kann uns also nicht mehr wundern. denn der Begriff ist ja schon ganz darin enthalten. sprach Erwin. Diese Erscheinung aber dürfen wir nicht so betrachten. Gut! Begriff und Erscheinung sind also hier ganz eins und dasselbe. Das mag auch wahr sein. gemeine. erscheinen soll? Nein. Nicht wahr? Keineswegs. und was nicht auf irgend eine Art erscheint. erwiderte er. indem selbst als die Gegenwart Gottes erkannt wird. ich bin darüber nun ganz beruhigt. worin das Wesen erschiene. 121 . Darum ist es die inVersöhnung des Zeitlichen mit der Gottheit. was wir gewöhnlich bloß für die Oberfläche der Dinge halten. so würd' es immer noch mit dieser im Widerstreite sein. die wir schön nennen. nicht erscheint. und dann könnt' es auch nicht ganz erscheinen. wie ich sonst schon gehört habe. und genießen im einzelnen und in der Gegenwart das Allgemeine und Ewige. daß sie Erscheinung sein muß. nichts anders als die wirklich erscheinende Gottheit sei. Auch sagt man ja.

oder welchem Namen dir sonst jener Standpunkt angemessen scheint. doch sieh zu. Insofern aber. nur weiß ich nicht. oder zu dem. können sie in sich vollkommen sein. den die Erscheinung ganz ausfüllt. selbst nen wir dem göttlichen Begriffe Begriff ist. welche ja auch darin besteht. der Begriff. denn es erfordert mehr Umwege. Der Begriff aber. was wir sonst den Stoff der Erscheinung nennen. daß sich im Schönen der Begriff und die Erscheinung so durchdrungen hatten. fragt' ich ihn. Laß als für jetzt dieses. Denn nur wie sie für Gott wahrhaft sind. denk' ich. und darauf die ganze Erscheinung beziehn. so sei dies die Vollkommenheit der Dinge. scheint mir am meisten jener Baumgartenschen Vollkommenheit zu gleichen. Die Schönheit. wie er zugleich der göttliche diese Eigenschaft der Dinge. unterscheidet sich nun die Wahrheit von der Schönheit. daß der Begriff selbst zur Erscheinung. oder dieser für sich und nicht bloß als erscheinend in ihm erkannt werden. auch ihre Wahrheit nennen. ob wir in dem ersten die Schönheit finden. wie wir einen solchen Begriff erkennen. Gut. und etwas anderes als die Schönheit. sondern in der Erscheinung. und in ihr den ganzen Begriff gegenwärtig finden. geworden war? Die Schönheit also erkennen wir. wir jetzt machen dürfen. da wir ihn doch nicht als Einheit aus dem Mannigfaltigen abziehen dürfen. 122 . sprach er. Indessen können wir doch dieses Ganze immer von zwei verschiedenen Seiten betrachten. indem wir nämlich entweder den Begriff voraussetzen. Nicht wahr? Es scheint so. um aber die Wahrheit einzusehen. muß das einzelne Ding auf seinen Begriff bezogen. liegt nicht im Begriffe. daß das Erscheinende ganz den Begriff erfüllt? Erinnerst du dich nicht. wie wir vorher bemerkten. immer zugleich der göttliche Begriff sein muß. kön- wodurch sie in sich angemessen sind. indem wir das Ganze als Erscheinung wahrnehmen. auf den diese ganz bezogen werden kann. oder die Erscheinung.So ist es. Aber wie.

und bin überzeugt davon. als was sie in Gott 123 . die Schönheit ist. ohne daß sich darin die Einheit des göttlichen Wesens erscheinend offenbare. anders denken. nur auf verschiedene Weisen. ja auch alle die anderen Ideen durch eben dieselbe. muß es so sein. daß dieses Gemeinsame. Denn hier ist grade das Gegenteil davon. daß die einzelnen Dinge als solche ganz im göttlichen Wesen enthalten seien. und in ihrem ganzen Dasein an seiner Vollkommenheit teil haben? Nein.So kommt für die es denn. diese aber nicht sein kann. in der Tat nicht anders. auf die vollkommene Durchdringung des Begriffes und des Besonderen hinblicken. ebensogut auch bloßes Göttlichkeit sein müsse. indem die einzelnen Dinge nichts sind. Wohl erinnere ich mich immer hieran. erkannt werden. versetzt' er. oder ob vielleicht beide. durch welche Schönheit. daß jene vollständige Durchdringung des Begriffes und der Erscheinung. ist es nicht einseitig verfahren. Kannst du jene göttliche Welt. als so. wie es bloß Erscheinung ist. welche selbst erscheint. Denn was aus dieser Unterscheidung weiter entstehe. bloß darauf an. sagt' ich. worin wir nichts unterscheiden. und wobei wir eben deshalb von aller Vergleichung des Begriffes mit dem einzelnen Dinge absehn. wo der göttliche Begriff ganz Erscheinung geworden war. fuhr ich fort. Für jetzt. versetzt' er. sagt' ich. und also auch bloß als Schönheit anzu- sehn? Es scheint. auf dergleichen weitgreifende Untersuchungen dürfen wir uns heute nicht einlassen. von welcher wir jetzt sprechen. Wesen oder dir Ganz gewiß. daß Wahrheit der Begriff von dem besonderen Dinge getrennt oder unterschieden werde. magst du dich hierbei beruhigen. Nur das halte fest. Dieses aber ist doch wohl zu unterscheiden von der Schönheit. und durch welche Arten der Erkenntnis nun Wahrheit. dieses Gemeinsame aus beiden bloß als Erscheinung. Wenn wir nun aber.

wollen wir also diesen Unterschied so fassen. Wahrheit mir dem der Du triffst es.sind. ob nicht ein solcher Zustand. und von diesem Wesen unterschieden werden sollen. in welcher die Dinge nach verschiedenen Betrachtungen. noch gar nicht weiter zu wissen. sollte man dieses Wort allein bewahund so entwickelt sich denn vor uns die göttliche Welt. daß wir diese von verschiedenen Seiten betrachteten. sagt' ich. Wenn aber Gott die Dinge schuf. Wie sie nun dadurch aller ihrer Bedürftigkeit und Unzulänglichkeit entnommen. und doch zugleich als wirklich für sich sein. als solche. Wenn nun aber die einzelnen. in welchem sie so an dem Wesen Gottes teil haben. und das. und doch zugleich und durch eben dasselbe. worin diese beiden eins sind. Dieses eben dasselbe nun. so schuf er sie doch wohl ganz durch seinen Willen und nach seinem göttlichen Gedanken? Und was dem Willen und dem Gedanken Gottes gemäß hervorgebracht ist. die und selbe. und es wäre also wiederum auch die Sevon der Schönheit unterschieden. nur das aber sage mir. 124 I . was er eigentlich bedeute und in sich enthalte. und ihre Begriffe in dem göttlichen ganz sich selbst genügend werden. Für unseren Zweck. ein Zustand der Seligkeit zu nennen ist? ligkeit Zweifel. sprach er. So ist es. als die eine vier Ideen. an sich nichts anderes und sich nur dadurch unterschei- den. und zwar Allerdings. und selig und wahr und schön sind. nannten wir doch die Idee? Ja. Wir haben also nun sind. lieber Erwin. darüber wäre wohl viel zu denken. müssen sie dann nicht durch die Schöpfungskraft Gottes aus Ohne ihm hervorgegangen sein? und dieser Standpunkt scheint zu entsprechen. versetzt' er. das ist doch wohl gut zu nennen? Dafür. wenn wir uns gleich bescheiden müssen. wirklichen Dinge von Anfang in dem göttlichen Wesen waren. die seinen Begriff in sich tragen sollten. gut ren. ist doch nichts anders als die Einheit des Wesens und Daseins.

Mit der des Vollkommenen oder Wahren steht sie wohl am meisten im Widerspruche? So scheint es fast. welche das Schöne für etwas Ersonnenes und Erdichtetes und Unwahres halten? Das doch wohl nicht. SeHgkeit und Wahrheit? Es kann nicht anders sein. fuhr ich fort. sondern dieser sich damit an die Vollkommenheit.Müssen also nicht in jeder von ihnen auch die drei anderen mit enthalten sein. von welcher am meisten abweichen wird. sprach er. warum man sich immer nicht entschließen wollte. sprach er. bald jene dieser Ideen vorzugsweise im Schönen aufzufinden meinen. das Schöne aus der Schönheit zu erklären. nichts als lauter Erscheinung zu haben. hiernach nun diejenigen recht. Denn weil im Schönen die Idee selbst erscheint. Wenn du nun aber. jener an die Sittlichkeit oder sonst an eine andere Idee wenden zu müssen glaubte. Auch ist wohl dies die Ursach. 125 . hinter der immer noch eine andere Idee gesucht werden müsse. Darin kannst du recht haben. dagegen im Schönen der göttliche Begriff selbst ganz in die Erscheinung. Denn in dieser löst sich die Erscheinung ganz in den besonderen Begriff des Dinges auf. denn was die Wahrheit ausmacht. und so nicht in der Schönheit auch die Güte. und dadurch in die Besonderheit übergeht. so glauben wir nur allzu leicht daran. fragt' ich. und ist nur durch ihn dem göttlichen angemessen. Haben denn. das macht auch wieder die Schönheit. daß nämlich Begriff und Erscheinung durch den göttlichen Begriff zusammentreffen. warum wir bald diese. was sonst so unbegreiflich ist. wieder das Ganze betrachten willst. auf den sie bezogen wird. da ja in jeder die Einheit des Wesens und Daseins enthalten ist. Ja wahrlich. wie wird sich da die Idee des Schönen zu den übrigen Ideen verhalten? Wie meinst du dies? Nun so: mit welcher von ihnen sie am meisten übereinstimmen. nun sehe ich auf einmal ein.

was wir empfinden. wird darum jenes Wesen durch die Erscheinung bestimmt. daß wir schon durch die Hülle so vollkommen befriedigt sind. Ich wüßt' es nicht anders zu sagen. da es der wirklich gewordene göttliche Begriff ist. und uns doch sagen müssen.denn so ist. sollt' es ist es mit der Seligkeit? Wenn diese darin daß von Anfang an die Dinge in der Einheit Gottes begriffen sind. Dies. aber nicht dadurch. kann es auch schön sein. Nicht so? Freilich. so ist sie ja wohl auch der Schönheit ent- Wie aber besteht. Also könnten wir wohl sagen. und wird gleichsam überall von ihr gedeckt. so werden wir uns wohl so ausauch etwas auffallend klingen: Wahrheit und Schönheit sind eins. o liebster Adelbert. Nun aber sage mir nur noch eins. noch umgekehrt. Trefflich scheint mir dieser Ausdruck. daß ein Ding wahr ist. in welchem allein die Begriffe der einzelnen Dinge überhaupt etwas sind. gegengesetzt? Nicht anders scheint es zu sein. Dennoch ist in dem Schönen dieses Wesen ganz in Erscheinung gehüllt. mag vielleicht eben hiervon abzuleiten sein. als selbst erscheinend. immer das bestimmende. wie wir auch früher übereingekom- men sind. es ergieße sich durch die Schönheit in die unendlich mannigfaltige und teilbare Erscheinung eine verhüllte und gleichsam ganz in die Masse verkörperte Seligkeit. so ist doch das göttliche Wesen. das zu bezeichnen. Denn wenn gleich hier alles Erscheinung ist. mein Erwin. wenn wir im Schönen immer noch den reinen inneren Kern mit Sehnsucht aufsuchen. ob nicht 126 . Wenn nun aber in der Schönheit sich das Wesen Gottes durch die Erscheinung überall ergossen hat. es Wenn drücken. und nur in ihm ist alles. ihr inwohnende Wesen Gottes? Offenbar das letzte. oder nicht vielmehr diese in jedem ihrer Teile durch das ganze. als wir es nur irgend werden können.

Die Tätigkeit also. mit im Schönen war.das Schöne. erschaffen sein muß. wenn darin die Erscheinung ganz durch das Wesen Gottes bestimmt wird. seinen ewigen Gedanken gemäß. Wodurch sondert sich also beides? Sieh es einmal so an! Wenn Gott etwas schafft. oder gar mit dem Guten dasselbe? Das kann doch nicht sein. Aber wie ist es beim Guten? Liegt da nicht alles in der bloßen Handlung des Schaffens. das überall vollkommen von ihr angefüllt wird. das heißt. wie ja auch die Wahrheit und das. und sie hat also auch gar keinen Inhalt. so unterscheidet sich doch wohl das Geschaffene nicht so von seiner schaffenden Tätigkeit. während wir diese denken. So war' es also wohl eine Wirkung seiner Güte. wie. denn sie ist auch als Tätigkeit mit jedem davon eins. Das 127 . Doch sehe ich noch nicht deutlich. denn er ist allmächtig. so daß wir uns gleichsam das Handeln des Schaffenden als schwebend zwischen seinen Gedanken und dem Hervorgebrachten und doch beide umfassend vorstellen? Dies ist wohl der richtige Unterschied. Ohne Zweifel. als dieses Besondere. Laß uns denn auch dieses noch kurz betrachten. auch durch dessen reine und vollkommene Tätigkeit. und müssen wir nicht das in dieser gegebene vollkommene Verhältnis der Dinge zu dem Willen und den Gedanken Gottes als das Wesentliche betrachten. Nicht wahr? Gewiß. So mein' ich es. noch nicht vollendet wäre. vielmehr ist das Schaffen und das Erschaffene für ihn doch wohl eins? Ja. daß es. was wir Seligkeit nannten. welche das Schöne schafft. Sieh aber nun auch. das Ewige und Vollkommene in ihr wird in jeden der unendlichen Teile der Erscheinung unmittelbar übergehen. ob nicht in dem Guten das Schöne und in dem Schönen das Gute mit enthalten ist! Es wird wohl so sein müssen. wird auch selbst schön sein.

Ganz anders ist es aber mit der Tätigkeit des Willens. aus welchem es hervorgeht. so ist hier auch das erscheinende Produkt bloß als Handlung des göttlichen Gedanken vorzustellen. die sich etwa noch am dunkleren Rande oder gar in der Fülle des innersten Lichtes verbergen. sondern bloß insofern es die aus dem reinen göttlichen Begriff hervorgehende Handlung selbst nicht so- wohl darstellt. welches im Schönen erscheinen soll. aus der Erscheinung herausgenommen. die sich mit ihr zugleich offenbarten und von ihrer Untersuchung nicht wohl gänzlich geschieden werden konnten. wenn du nur im allgemeinen erkannt hast. und auf welche Weise besonders in der letzten die drei übrigen Ideen sich wieder gestalten. Daran wirst du sehen. Für diese ist das Hervorgebrachte. wie Gutes und Schönes sowohl rein voneinander zu unterscheiden. worin die Güte liegt. muß selbst schön. Es sei uns genug. Seligkeit. wie sich nach unseren bisherigen Einsichten Wahrheit. und aus diesem abgesonderten Begriff könnte auch nicht das Schöne hervorbringen. als wirklich ist. Dieses Handeln ist also als Erscheinung selbst schon sein eigenes Hervores gebrachtes. und sie dadurch endlich rein für sich abgesondert zu haben. gar nichts wert. bin ich nun wohl darüber belehrt. Nun. betrachtet. aber freilich ist mir noch manches unverständlich. Güte und Schönheit unterscheiden. denn sonst würde irgendwo der Begriff. und besonders bin ich noch gar nicht mit dem Handeln. Ob zu diesem Gesichtskreise noch mehr dergleichen Ideen gehören. Im ganzen. Wenn also im Schönen auch die Handlung des Schaffens bloß als Erscheinung aufgefaßt wird. noch 128 . also auch als Handeln Erscheinung sein. vielleicht noch allgemeineren Standpunkte betrachtet. hierdurch die Schönheit in ihren Beziehungen zu den übrigen Ideen. insofern es Erscheinung für sich ist. wodurch das Schöne geschaffen wird. erwidert' ich. auf dem Reinen.Handeln. als wie sie auch in gewissen Bedeutungen ineinander enthalten sind. dann auch wie sich die genannten von irgend einem anderen. sprach er. für jetzt bin ich auch befriedigt. sagten wir schon.

daß ich es fest genug von den übrigen gesondert halten werde. nichts bloß Denkbares oder Erschlossenes ist im Schönen. wodurch. können wir nun wohl vollständig und ohne Gefahr einer Störung von selten jener verwandten Ideen entwickeln? Ich hoffe ja wohl. wenn wir sie durchgehen wollten. wie du auch neulich bemerktest. Nirgends anders kann also auch die Schönheit erkannt werden. als in der Erscheinung des Dinges selbst. Ein großer Irrtum ist es also zu behaupten. Wohl denni So viel ist ausgemacht. wird sie schön. Die Erscheinung aber ist allezeit ein Einzelnes und Besonderes. Begrenztheit und Gegenwart. Denn auch dies gehört zur philosophischen Mäßigung. und diese Bestimmung gehört ganz notwendig auch zur schönen Erscheinung. Wie aber das Schöne beschaffen sein. und welche Kennzeichen es haben müsse.anders verhalten mögen. wie du schließen kannst. aber in der wahrhaften und ganz von dem Wesen Gottes oder der Idee erfüllten. daß wir uns nicht von den unzähligen. Nichts in den allgemeinen Begriff Zerfließendes. das Schöne sei ganz in der Erscheinung. Es muß daher auch in die Kette der Mannigfaltigkeit. welche durch die wirklichen Dinge ins Unendliche hindurchgeht. wenn es bei irgend einem wirklich erscheinenden Dinge möglich wäre. sondern die ganze Kraft der Besonderheit. in dieser muß sie sich ganz erschöpfen. Nicht durch einen über ihr schwebenden Gedanken. wie nämlich 9 129 . sehr weitläuftigen Untersuchungen vorbehalten. sich oft auf einen Punkt zusammendrängenden Fragen in die Weite führen und verwirren lassen. was in ihr selbst gegeben ist. nur an eins zu erinnern. und von allen Seiten durch die Beziehungen zu anderen Dingen bestimmt werden. auffinden würden. mit eingreifen. doch möge jetzt genügen. und vieles der Art müssen wir anderen und. Wovon wir auch Beispiele genug in der Kunstgeschichte. sondern nur durch das. das Schöne müsse ganz aus der Reihe und dem Zusammenhange der übrigen Dinge herausgehoben sein. nur etwas Mangelhaftes und Widernatürliches entstehen würde.

Ägypter ihre Götter mit dicht aneinander gedrückten Beinen und fest am Leibe liegenden Händen bildeten. worin sich die Einheit des höchsten Wesens vollständig offenbart? Daß aber nicht jeder auf den ersten Blick dieses All vollständig erkennen und überschauen kann. sondern durch die Einheit. so ist es auch nicht mehr bloß ein Mannigfaltiges. Das Wichtigste bleibt aber nun. Ist dies aber so ganz und volldie ständig von dieser Einheit erfüllt. Zuerst mag sich demnach wohl in der Tat die Empfindung des Schönen so ankündigen. wenn sie rühmen. sondern auch um sie dadurch recht vor der Berührung mit der umgebenden Welt zu verwahren. wie steif und unnatürlich sie aber dadurch wurden. Ist die Erscheinung also ein Einzelnes. denn der menschlichen Fähigkeit auf verschiedenen Stufen kann auch eine solche Offenbarung nur auf verschiedene Art einleuchten. welche in dem Mannigfaltigen durchaus überall dieselbe bleibt. und zwar nicht durch die Einheit des Begriffes. so ist sie doch zugleich eins. so daß also das Zufällige in den unendlichen Verhältnissen. als des Dinges selbst gegen andere Dinge. wird wohl niemand so leicht verkennen. daß sich in dieser ganz bestimmten und begrenzten Erscheinung durch ein wahres Wunder nichts anderes offenbart als das vollkommene und ganz mit sich selbst einige Wesen. sowohl der Teile des Dinges gegeneinander. Laßt uns also nicht die Künstler einer Übertreibung zeihen. so daß die wesentliche. wie es Winkelmann beschreibt 130 . zugleich eine ewige und wesentliche Verknüpfung der Notwendigkeit ausdrückt. sondern in der Mannigfaltigkeit seiner Beziehungen zugleich ein Ganzes. auch noch so kleinen Teil des Wirklichen und Einzelnen hindurchleuchtet. als das Ganze. ist hier zugleich das Ewige und Notwendige und Ursprüngliche. das darf uns nicht irre machen. und das gewiß nicht bloß aus Ungeschicklichkeit. Was der Zufall der Einzelheit mit sich bringt. auf welche das Besondere von allen Seiten bezogen würde. sich selbst genügende Einheit Gottes unversehrt durch jeden. daß in jedem schönen Ding ein Weltall enthalten sei. Denn was ist in Wahrheit ein Weltall anders.

Laßt uns also nun alle in diesem Bunde für das Göttliche und dessen tiefere mystische Betrachtung. nachdem alles. gleichsam geschlossen war. oder ob wir auch etwa noch keiner Ruhe nach überstandener Mühe genießen dürfen. was das Schöne an sich ist. denn ich sehe nun wohl. freudig des neuen Besitzes sich bemächtigen würde. Deshalb sei dir nun dein heftiger Angriff auf meine Behauptungen verziehen. sprach er so: Wahrlich. wie einem geschieht. und die ganze Darstellung dessen. ein Abgrund der Fülle. und eine Gewöhnung in dieser das Wesen zu schauen. Adelbert. was er wünschen konnte. Hierauf schwiegen zuerst alle. und nachdem er sich noch etwas bedacht hatte. das Schöne sei nicht bloß nach einem göttlichen Muster von Gott hervorgebracht. wie auch »* 131 .wie ein leichtes Jucken in der Haut. so weiß man darum nicht viel mehr. sondern vielleicht schon ein Keim neuer Schwierigkeiten sich zu entwickeln anfängt. den wir jetzt gleichsam von neuem schließen. sondern sogar die Erscheinung Gottes selbst. denn unerklärbar. nicht ganz nach meiner Erwartung. du hast mich noch überboten. wenn du den Ausspruch wagest. Es freut mich aber herzlich. daß du uns nur desto besser mit deinem noch stärkeren Ausdruck überraschen wolltest. Seht nun. Freunde. Hat man aber den auch aufgefunden. Aber während meiner letzten Rede sah ich ihn schon bedenklicher und nachsinnender werden. was uns endlich zu einer klaren Erkenntnis des Schönen erhebt. daß er nun. standhaft ausharren. bestätigt. unergründlich und unermeßlich bleiben die Ursachen dieser Wirkung und der Inhalt des Schönen. Nur eine höhere Erleuchtung muß es sein. Denn von Erwin hatt' ich geglaubt. dessen Ort man nicht finden kann. den auszumessen keinem Verstände gelingt. Anselm hingegen schien alle meine Worte mit einem gewissen Ausdruck von Achtung zu billigen. daß wir so im Wesentlichen übereinstimmen. ob euch alles dieses zur Überzeugung geworden ist. indem auch du so ganz folgerecht den idealen Ursprung und Sinn des Schönen verteidigst.

Adelbert. Welches denn? fragt' ich. wodurch dein Schönes erkannt werden muß. daß dieses die Erkenntnis sei. versetzt' ich. wenn ich Lust hätte. die doch wohl auf dieselbe Art von Gott geschaffen sind. fiel Bernhard kräftig ein. und dieselben Waffen. Gegen deinen Einwurf aber könnt' ich nun. in welcher der Gegenstand der sinnlichen Wahrnehmung zugleich Gegenstand des reinsten und freiesten Schaffens ist. O weh. daß ferner diese Erkenntnis niemals aus den Elementen des Vor- 132 . womit du mich quältest. muß nun endlich dieser Hauptgegenstand zur Sprache kommen. ob nicht etwa in den Mängeln unsrer eigenen Erkenntnis der Grund liegt. der diese Frage aufregen konnte. was in uns selbst. denn grade du warst mir der allergef ährlichste. und unsere Lehren eher gegen das sichern. du feuriger Mystiker. will ich die Frage aufwerfen. wodurch sich denn nun die schönen Dinge von anderen. Wenn ich dir nämlich wiederhole. mich tückisch verwahren. Das Versprechen. Denn eigentlich hast du. mein Freund. Und davon muß doch alles abhangen. Indessen. daß nach meiner Ansicht alle Dinge schön seien. wenn ich nicht irre. Laß uns. Doch bleiben noch große Schwierigkeiten. schon glaubt' ich. mit Absicht. gab er zur Antwort. den du. noch nicht einmal dein Versprechen erfüllt. Darum sieh nur etwas schärfer noch auf den Zwiespalt. durch die dreiste Behauptung. wenn ich dich zum Beispiel fragen wollte. unterscheiden. die Erkenntnisart aufzuweisen. umgangen hast. bisher. der. könnt' ich nun gegen dich wenden. du triffst mir einen empfindlichen Fleck. als was von außen sich gegen sie auflehnen möchte. lieber gar nicht des Pöbels gedenken. Freilich. auch zwischen uns noch nicht so völlig gehoben ist. Hätt' ich lieber von selbst davon angefangen. die Wahrheit zu sagen. warum uns nur einige Dinge als schön erscheinen und andere nicht. weil Billigkeit gedeihlicher ist. den ich in aller Stille schon glücklich geborgen zu haben glaubte.der Pöbel uns dumm anstarren oder gar giftig verfolgen möge. sprach ich.

denn mischten wir diesem einen anderen bei. Nicht wahr? Ja. weil Entwicklung der deinigen zu finden. so möchten wir keinen von beiden erreichen. langen. so fanden wir es. und wenn ich daß du in meine Vorstellungsverlange. soweit es unser gegenwärtiger Zweck verlangt. begnüge dich für diesmal. so wirst du doch diese Art von Erkenntnis mit den Bedingungen der mensch- Ganz gewiß. ob sich hier ein und derselbe Trieb für alles. näher aufzuweisen. die ich noch nicht absehe. Nun so erinnere dich an unsere Betrachtungen von neulich. muß ich bitten. was Erscheinung ist. Nun lag doch die Verschiedenheit des Triebes damals nur in dem verschiedenen Verhältnis zwi- schen der Einheit des Erkennens und der Vielheit und Mannigfaltigkeit der Gegenstände. daß es nur ge- schehe. und sein Verhältnis zu den 133 . Doch damit. so sollst du mich auch billig finden. so wirst du das alles verwerfen als bloß poetische Redensarten. daß auch ohne dein Andringen diese Verbindlichkeit auf mir läge. Jetzt aber ist diese Einheit doch mit den äußeren Erscheinungen ganz in Eins übergegangen. wie du selbst den verlangten Zusammenhang ansiehst. ja ich will gestehen. versetzt' ich. so kam' es darauf an. ganz und gar in dieser Erscheinung erschöpfen könne. Wenn du so billig bist. So nahmst du es an. Ich will mich denn auch dabei beruhigen. Wenn wir danach den Trieb wieder vornehmen wollten und die sinnliche Wahrnehmung. das Verhältnis jener Erkenntnisart zu den übrigen. werd' ich das tun. er. von welchen wir neulich sprachen.und den darin liegenden Gegensätzen abgeleitet sondern uns durch die Einwirkung eines könne. Also ist nun der Trieb Einer. nicht auch grade anfange Vergnügen an der selbst ich art eingehest. sprach lichen Erkenntnis überhaupt in irgend eine Verbindung setzen müssen. und die Beweise verstellens. wenn ich diesmal nur vollständig erfahre. werden höheren Wesens komme.

gar nicht vorkommen. Was aber diese für den Trieb hervorbrachte. als wir die Wahrnehmung bloß für sich betrachten. und Gemessene ist darin nicht wirklich das da.Gegenständen das der vollkommensten Einheit und Übereinstimmung und Befriedigung. dem Wesen der Sache nach. und daß der Trieb und die Begierde danach mit der Befriedigung ganz in Eins zusammenfällt. Nun stimmung vollkommen. welches sich von anderem Angenehmen dadurch unterscheidet. denn ein solcher Trieb und eine solche Befriedigung kann. Nach den Voraussetzungen wäre das richtig. womit es zu kämpfen hätte. ! 134 . und hindert daran nicht vieles? Sage vielmehr: alles. war das Angenehme. Geduld. wenn ich folgendes sagte: das Schöne ist ein Angenehmes. aber sonst wohl ebenso unmöglich an sich. so waren doch darin der Begriff und das Einzelne. wie du gleich sehn wirst. Nicht wahr? So ist es. welches sein eigenes Maß ist? Freilich. und sich selbst ganz darin angefüllt und befriedigt sehn würde. ob nicht auch die reine und freie Tätigkeit des Erkennenden in uns. Denn richten wir uns auf den zweiten Standpunkt. den wir neulich feststellten. ihr unendliches Einwirken auf die äußere Welt vollendet. Dürfen wir aber allein oder auch nur vorzugsweise das Schöne so ein Angenehmes nennen. Du gibst es also zu. lieber Bernhard. auf welcher die Freiheit des Willens beruht. ist auch zwischen diesen Entgegengesetzten die Einheit und Übereinaber. bester Freund Besieh erst das dritte. nach unsrer jetzigen Ansicht. wenn sie unter den erscheinenden Dingen auf unser Schönes träfe. So lange nicht. Ich würde also wohl nicht sehr irren. das Maß und das Gemessene in unendlichem Widerspruche? Ganz richtig. in unsrer Voraussetzung. also keins von beiden abgesondert erkannt wird. wie das vorige. daß ihm nichts Unangenehmes entgegengesetzt ist. oder wodurch es geschmälert würde.

wir jedes von diesen drei Ergebnissen als für sich bestehend betrachten. und nicht vielmehr. da- gegen nichts. wogegen jene drei in nichts versinken. und nicht bloß die Verneinung derselben. sondern. aber eben deswegen auch desto herrlicher als das. da sie die Äußerung Gottes selbst ist.es möglich wäre. ob nicht alle jene drei Gebiete der Wahrnehmung. wie wir es setzten. das grade Gegenteil. weil der Trieb nicht Trieb. So fanden wir es. So muß es sein. was wir eben sahen gleichsam wiedergeboren daraus hervorgehn? Das letzte muß ich glauben. des Verstandes und der Freiheit in diesen Abgrund der Einigkeit. muß auch das grade Gegenteil jener drei Erkenntnisarten sein. Glaubst du nun. die Erkenntnis kommen. Wenn sen. und wiederum sind wieder diese drei Erkenntnisarten. Das würde wenn Nun wohl. wodurch wir die Offenbarung des Wesens in der Erscheinung erkennen. So müßte dann freilich alles sein. die Freiheit nicht Freiheit sein würde. Diese Offenbarung ist aber von aller unsrer wirklichen Erkenntnis. grade das recht Wesentliche. welche in der äußeren Erscheinung der Dinge zugleich alles von uns Entwickelte mit erkennt? Nicht aus göttlicher Offenbarung? Woher muß nun Ohne Zweifel. und dann sage mir. daß aus irgend einem jener drei Standpunkte diese Übereinstimmung abgeleitet und hervorgebracht werden könne. wie das Wesen und Erkennen Gottes mit seinem Erschaffenen ganz eins und dasselbe sein muß. wenn alles so wäre. jede für sich. Sieh aber darauf. wenn wir sie auf jenen drei Standpunkten abgesondert betrachten. Übereinstimmung und Einheit versinken müssie. das Maß nicht Maß. ja Undenkbares. da sie doch in der Wirklichkeit überall vorkommen? 135 . so ist es etwas Unmögliches. aber wo sollten jene drei nun bleiben. Die Erkenntnis also. daß alle drei als etwas für sich gänzlich vernichtet werden.

Adelbert. o lieber Bernhard. wenn es überhaupt ein Schönes geben soll. wie ich sehe. so hast du die Schuld dir selbst beizulegen. hast du mir genügend angegeben. hervorleuchtet. und ich muß mich nun wohl mehr zu fragen bescheiden. Denn nachdem er mit Aufmerksamkeit und Nachdenken unser letztes Gespräch angehört hatte. zwei ganz ver- schiedene Welten der Erkenntnis geben. fing er folgendermaßen an: vielleicht Sehr willkommen war mir. und kommt dir jetzt ungelegen. unsere zeitliche und einheimische nennen. uns durch das Schöne. wie Weberschiffe zwi- schen dem Einen und Mannigfaltigen ohne Ruhe und Rast hin und her fahrend. worin jene drei Arten in ihren Beziehungen und Gegensätzen gegeneinander. die andere dagegen als eine ewige und göttliche uns vielleicht auch durch Verknüpfung und Vernichtung jener Gegensätze zugänglich werden mag. in der mannigfaltigen Erscheinung. Indem sich also diesmal Bernhard. soviel wir aber jetzt einsahen.Es muß also wohl. aus Gründen 136 . die Erörterung. die du uns eben auf Bernhards Anforderung gegeben hast. ein unendliches Gewebe wirken. war es nun Erwin. als aus Überzeugung beruhigte. was ich sagen will. der mir von neuem Unruhe und Zwiespalt erregte. worin die Wahrnehmung des Gegenstandes zugleich die reinste und einfachste Tätigkeit des Erkennens befriedigt. von welchen wir gewöhnlich die. daß dieselbe sich auch zu den übrigen Gebieten des gemeinen Erkennens so verhalten muß. scheint mir. Das Verhältnis freilich zwischen diesen Erkenntnissen. sprach Bernhard. mit göttlicher Kraft in diese Wirklichkeit und Gegenwart hereintritt. der du mir in unserem Gespräch von neulich diesen Stachel eingepflanzt hast. wenn bar und mehr auch nur scheinaus unbewußtem Bedürfnis. da uns der einmal gewählte Weg der Forschung hier. aber sie hat mir auch von neuem den Stachel des Zweifels geschärft. nicht weiter wird gelangen lassen. welches grade an der äußersten Grenze der Wirklichkeit. wie du aussagtest. in der Tat geben muß. der mich schon wieder lange spornt. Daß es eine solche Art von Erkenntnis.

darum sagt' ich eben. dann sind wir doch über einen Hauptanstoß einig. obwohl ich fürchte. wo das Schöne wohnt. Laßt uns dann. jenen ganzen Zwiespalt und alle jene Beziehungen in sich enthalte. so daß sie von irgend einer Seite durch die unendliche Unvollkommenheit der Erscheinung doch wieder in die Beziehungen herabgebracht wird. ihr anderen. solange noch ein Zweifel unaufgelöst bliebe. diese aber müssen allezeit die Idee verfälschen und verstümmeln. die nach der Erscheinung gerichtete. sprach er. daß ich auf die Bedingungen des gemeinen Erkennens keinen Anspruch machte. Sage mir also. daß sie nach den Bedingungen des gemeinen Denkens möglich sein soll. wonach indessen zu spüren du mich in unserem Gespräche von neulich nur allzusehr gewöhnt hast. Gut. Glaubst du. auf eine würdige Weise von einem schönen Gegenstande hingerissen. welche die Erscheinung eben zur Erscheinung machen. denen wir so müh- sam entgangen sind. und worin wir also vorläufig die Erschei137 . uns dabei unsres Zustandes bewußt werden. daß wir uns abermals durch eine Menge Widerwärtigkeiten zu schlagen haben. versetzt' ich. auch nicht matt und feige werden. Denn wenn in dem Schönen zugleich die Einheit der Idee und zugleich die eigentliche Zufälligkeit der Erscheinung sein soll. die uns im gemeinen Erkennen verwirrten. Wie aber die Erkenntnis dieser Art möglich sei. Ich dachte wohl. Auch meine ich grade nicht. Laß uns nun der sicheren Unterscheidung und der Kürze wegen dem Gebiete des Erkennens. und beweist sich außerdem auch durch die Tat. so oft wir. und dadurch der Idee widersprechend werde? Das kann ich wohl nicht glauben. das bleibt mir noch immer unbeantwortet. versetzt' ich. lieber Erwin. worauf du deine Zweifel näher gründest. so muß diese letzte doch durchaus alle die Eigenschaften und Verhältnisse und Gegensätze in sich enthalten. daß die eine Seite des Schönen. wenn anders diese Spaltungen durch die Einheit der Idee gehoben werden sollen. Erwin. sondern nach ihren eigenen.unwiderlegbar. daß du nun keine Ruhe haben würdest.

die Phantasie nennen? Es ist nichts dagegen. Die Schönheit aber sollte ganz Erscheinung sein. Das sollten sie wohl. Führe mich darauf. und dem mannigfaltigen Dasein. aber wie kann es dann noch Erscheinung geben? Dieses Eine aus beiden kann ja nur die . welche die Phantasie selbst in sich tragen möchte. worin sich das Wesen offenbart. daß sie ganz Eins. welche der gemeine Verstand hineinbringt. sondern beides zugleich. und also nur auf die Widersprüche sehn. auf dem Gegensatze des Wesens und der Erscheinung selbst. Doch wieder nicht so. ob nicht in der Erscheinung selbst ein Gegensatz stattfinden kann zwischen dem. aber zuvor überlege. Soeben denk' ich. die Phantasie aber führt das göttliche Wesen in die Erschei- nung über. Wenn ich mich dessen recht erinnere. Denn im Schönen muß ja das Wesen selbst mit in der Er- scheinung vorkommen. daß er durch 138 . Nun so sieh einmal. Verwechselst du nun auch diese Phantasie nicht mit der gemeinen Einbildungskraft? Ich hoffe ja nicht. von der ich weder sagen kann. daß diese beiden sich gegenseitig ganz anfüllen und eines und dasselbe sein sollten. wie dieser Gegensatz beschaffen sein müßte. Diese nun werden wohl auf dem allgemeinen Gegensatze beruhen. Vollkommen so mußt du es festhalten. nicht einmal die. der darin gegeben ist. so war die Einbildungskraft an die sinnliche Wahrnehmung geheftet und vom Triebe ganz bestimmt. Bedenk' aber auch. Und zwar werals mit > den wir wohl die Kraft des Erkennenden in uns. nach dem. noch ganz Mannigfaltiges sei. was du mit Anselm darüber ausgemacht hast. welche Idee und Erscheinung als eins und dasselbe in der Erscheinung selbst wahrnimmt. Gern.nung dem Wesen und der Idee versöhnt voraussetzen wollen. sondern lauter Mannigfaltigkeit und Gegensatz.§ Idee selbst sein. und in dieser ist gar keine Einheit. einen eigenen Namen geben.

Nun bin ich begierig.griffs vermittelt Beziehung des Mannigfaltigen auf die Einheit des Bewürde. Die Erscheinung an und für sich. ob du auch nicht unter der wirklichen Erscheinung bloß die verstehest. und beides in der wirklichen Erscheinung zugleich Eins und verschieden sei. das noch von dem Allgemeinen und nicht Gegenwärtigen. worin das Besondere und Gegenwärtige oder Zufällige ist. da wir die Phantasie so sorgfältig von der gemeinen Erkenntnis geschieden haben? In der Phantasie sind aber doch alle übrigen Stufen der Erkenntnis enthalten. wäre also wohl das Gebiet. che die Schönheit ausmacht. wie wir gesehen haben. oder dem Begriffe unterschieden wird. so müssen sie auf einmal und ohne Vermittlung zugleich als die Eins und zugleich als verschieden erscheinen. In der Phantasie aber werden sie. Recht so! Nach diesem Gegensatze brauchst du nun wohl nicht weit zu suchen. zusammentreffen sollen. Eben deshalb finden auf dieses Erscheinende alle die Er- Wie sollt' ich. das Mannigfaltige. und dieser Gegensatz hat mir wohl auch eben meinen Zweifeln vorgeschwebt. Zuvor laß mich auch hierbei noch fragen. welche sich selbst ausfüllt und durch ihre Übereinstimmung mit sich selbst das Selbstbewußtsein bildet. sondern er liegt in den Elementen der schönen Erscheinung selbst. äußerlich Erscheinende aber der Körper? So bei ist's. das. und stellen sich darin auf eigentümliche Weise dar? So fanden wir es schon vorher. lieber Erwin. die wir neulich durchgingen. und diese sind also nur etwas für sich in diesem Gebiete der Erscheinung. wie im Verstände? sondern da beide Seiten in die Einheit. die sie in verschiedenem Lichte darstellen. was wir die Seele nennen. wie du zeigen wirst. gleichsam alle zusammengebunden in dieselbe Ein- 139 . im Leibe das Mannigfaltige offenbare. kenntnisarten. daß sich in der Seele das göttliche Wesen. welKeinesweges. Ist nämlich nicht die Einheit des Erkennenden in uns. welche durch die Wahrnehmung der Sinne aufgefaßt wird. ihre Anwendung.

die uns hierauf brachte. Auf solche Weise nun schienen uns Seele und Körper sich zu verhalten. indem sie in diesem Augenblicke ihres Handelns ganz da ist. wie gewöhnlich diejenigen meinen. wenn wir annahmen. Nichtsdestoweniger soll und muß sie Erscheinung sein. und durch diesen. deutlich entwickle. Wenn wir nun die Phantasie. wir also zuerst die Seele betrachten. und als diese doch notwendig etwas anderes als das Wesen in seiner Einheit selbst. wenn ich mir die Forderung unseres Erkennens. nicht durch die sittlichen Eigenschaften. welche fälschlich die Schönheit in der Nun können 140 . wie wir schon früher gesehn haben. als die letzte ansehn. aber eben dadurch zugleich als Eins mit seiner Erscheinung und als ihr entgegengesetzt. daß in jener das Wesen lebendig sei. Stellst du dir nun dieses Zusammentreffen der Einheit und des Gegensatzes ganz so vor. welche doch ganz Wesen und ganz Erscheinung ist. als so. Diese wird schön sein. und dadurch Eins und dasselbe. daß zwar das Wesen als Einheit erscheine. zur Erscheinung gelange. und nur durch das Ganze und nicht durch zufällige Verknüpfung mit allem übrigen zusammenhängt. wenn sie in allen ihren einzelnen Äußerungen ihr einfaches Wesen. durch die Entwickelung ihrer wirklichen Tätigkeit über all die Harmonie des Wesens hervorscheint. der an und für sich nichts als der Stoff und zugleich das Mittel der mannigfaltigen äußeren Wahrnehmung ist. die Erscheinung aber eben zur Erscheinung für die Phantasie erhoben werden. wie wir sahen. und bist hierin mit mir einverstanden? Vollkommen so muß ich es mir denken. Dieses Verhältnis läßt sich denn nicht wohl anders vorstellen. und eben dadurch. wiewohl dieses in ihr und durch sie erkannt werden soll. so müssen auch in dieser Erscheinung alle jene verschiedenen Stufen der Erkenntnis enthalten sein. in welcher jeder Teil das Ganze in sich enthält. in Einem und demselben erkannt werde. so daß.heit des Wesens. noch weniger aber durch außerordentliche Kräfte und Fähigkeiten. auch das göttliche vollständig offenbart. Dadurch allein wird die Seele zur schönen.

Bedeutsamkeit der Erscheinung suchen. und wird erst durch die Vergleichung mit anderem Einzelnen nach seinem Werte bestimmt. nicht der. aber doch in der wirklichen Erscheinung nicht Unmögliches noch Unbekanntes. kann deswegen auf Schönheit der Seele Anspruch machen. Dies ist nicht allein der Grund. worin sie sich gegenseitig mäßigen. ob wir damit das erhalten. Dies wollte ich dir nur zur näheren Erklärung der geistigen Schönheit recht lebhaft in Erinnerung bringen. welches durch die Erscheinung beherrscht wird. nicht der. ihre Reihe von einzelnen Gesie sich danken und Handlungen. und ihr wirkliches Leben. der Schönheit am günstigsten zu sein pflegt. und die Erscheinung als solche dem Wesen gleich und ihm entgegengesetzt wäre. Und so hätten wir schon in der Seele 141 . warum die alte Kunst gern das Mittelmäßige zum Gegenstande nahm. ja das Äußerste unter den menschlichen Dingen erst als etwas recht Einzelnes und Besonderes. können und müssen wir auch Erscheinung nennen. wodurch auszeichnen. Nun siehe zu. wenn wir etwas zwar Seltenes. wodurch sie sich kund tut. in der Kunst sogleich übertrieben nennen. daß sie darin überall ihr Wesen darstelle. sprach Erwin darauf. sondern wir fühlen es auch leicht und oft. Nicht. die Erscheinung. daß nicht alle solche Seelen auch schön sein könnten. welcher durch auffallende und von dem gewöhnlichen Laufe der Dinge abweichende Schicksale merkwürdig ist. sonst hättest du gar nicht sagen können. Es scheint mir immer noch nicht. daher ein gewisses Gleichgewicht der Kräfte und Eigenschaften. welcher sich durch eine seltene Fülle der Gedanken oder Empfindungen auszeichnet. worin zugleich das Wesen sich offenbarte. Vielmehr erscheint das Seltene. wenn wir nämlich dieser geistigen Schönheit nun den Körper als die bloß erscheinende Mannigfaltigkeit entgegensetzen. die es in das Gebiet. Denn in der Seele ist ja doch auch schon etwas Einzelnes und Mannigfaltiges. als hätten wir dadurch etwas erreicht. also durch eben die Verhältnisse. Nicht der große Staatsmann oder Krieger. aber sie sind es eben nicht durch das. was wir wünschten. herabziehn.

und sie stelle darin immer ihre unveränderliche Einheit dar. also notwendig durch den Körper vor sich gehn muß. dann weiß ich nicht. daß wir eben deshalb vorhin bemerkten. allein in die Seele versetzt würde. worin die Erscheinung gegeben wäre. wie ich damit vereinigen noch nicht ganz. Das versteh' ich nun wohl. nicht bloß von der für die Sinne die Rede sein. sondern daß auch die Erkenntnis als Wahrnehmung des bloß Einzelnen und Erscheinenden durch die Sinne. gab ich zur Antwort. daß nicht bloß die Begierden und Triebe vorzugsweise im Körper ihren Grund haben. so ist es in dieser Bedeutung wieder nicht mehr die Erscheinung. Nimmst du tig an? nur verstehe ich sie Vielleicht. nach welchen die an sich einfache und mit sich selbst einige Seele nur durch den Körper. und zwar ihn am häufigsten schön nennen. es komme dem Körper gehört. und diese Aushilfe für rich- macht dieselben schön. wodurch sie ihre Einheit als Besonderes äußern könnte. und darin werden wir nicht schlecht mit den meisten Weisen übereinstimmen. daß wir den Körper selbst. es könne hier. auch der Seele zu. in die Erscheinung herabgezogen wird. aber dann hat ja die Seele nichts mehr für sich. in seiner sinnlichen Erscheinung. wodurch uns aber auch dieser ganze Widerspruch. Was also durch alles dieses der Seele angetan wird. Bedenke doch. dem Körper zu. wenn alles dies Wenn wir aber sagen. die es sein sollte. der bloß durch seine unendlichen Berührungen mit der Außenwelt und selbst als etwas Äußeres besteht. das schreiben wir.selbst etwas. und die Seele ist als solche in ihrem Wesen ganz abgeschlossen 142 . Was also an der Seele Mannigfaltiges und bloß Erscheinendes ist. inso- fern es geistig ist. mein' ich. Was aber das erste betrifft. bleibt sie einfach und wesentlich. und soll. so weißt du doch. Insofern aber in allen diesen Erscheinungen sich doch zugleich auch die Seele offenbart. wenn die Erscheinung genannt wird. Nach diesem letzten laß uns in der Folge fragen. das schreiben wir nunmehr auch dem Körper zu. von welchem wir ausgingen.

so muß sie doch selbst durch diese unendlichen Beziehungen bestimmt werden? sie Wenn Ohne aber nun in unendlichen Verhältnissen Zweifel. Gewiß nicht. daß zuletzt die Seele. mit dem Körper steht. Vortrefflich hast du gefunden. so muß der Körper doch wohl eben desselben Erscheinung sein. Er bleibt also immer in einem gewissen Verhältnisse zur Seele. mit welcher wir wiederum zu kämpfen haben. wie wir oft bemerkt. Du siehst also wohl. worin der Begriff zu seinem Mannigfaltigen steht. und also auch nicht mehr Wesen Besonderes was erscheint bleibt. was du finden solltest. aber auf diese Weise bestimmt wird. wo wir immer nur mit dem Gegensatze der allgemeinen Form des Begriffs und des Mannigfaltigen der Erscheinung zu kämp143 . sprach ich. sofern sie Was und sich durch ihren Körper äußert. wovon er die Entwicklung im Einzelnen ist. einmal wir einander fallen. sobald unvereinbare Dinge ausganz als trennen. als dem Einen. denn eben dadurch ist er da. so daß uns sie Eben das meint' ich. Ganz gewiß ist es so. als selbst etwas Besonderes sein? Denn das Wesen wird doch durch sich selbst bestimmt. nicht das sein. hier recht genau ein. Setzen wir nun. für sich Bestehendes und Tätiges. wie wir doch glauben es tun zu müssen. denn die Seele soll ja nicht bloß die allgemeine Form der Einheit sein. sondern etwas Wesentliches. so lang' er da ist. und ganz vom richtigen Standpunkte siehst du die Schwierigkeit an. Nun kann doch dieses Verhältnis. mein Erwin. daß unsere Sache jetzt anders steht als neulich. in die Seele das Wesen des Ganzen. selbst etwird. Mit dieser Entwicklung wird aber der so gedachte Körper nie fertig. sprach ich. kann doch wohl nichts anderes. und sich durch seine Besonderheiten die Seele nach und nach für die Erscheinung entwickeln? und unzugänglich. Dem Gegensatz der Seele mit dem Leibe können wir nicht entgehn.Seele und Körper.

Denn das haben wir schon gesehen. was die Seele in ihrem Innern denkt und treibt. daß die Seele selbst vermittelst ihrer eigenen Erscheinung etwas Besonderes wird. was selten. wenn er auch dieses Herumstoßen glücklich übersteht. Nun laß uns aber an das denken. die ihr eigenes Wesen oder die Seele volles Was war ständig in sich selbst enthält und darstellt. und schon vorhin von dir erwähnt wurde. durch beides aber wirkt er auf die Seele und färbt sie gleichsam mit seinem eigenen Anstrich. von denen wir wohl am meisten die Schönheit erwartet hätten. und zwar am häufigsten. wie die Seele für sich beschaffen sei. Wo dies aber 144 . Darum wir v/ünschen. und kann so nur selten oder nie vollständig das ausdrücken. einen Körper. doch? Daß wir auch den Körper für sich schön nennen. als Erscheinung. Ob wir uns aber besser befinden.fen hatten. den wir schön nennen möchten. Dieser kann doch nur schön sein. wodurch sie Fuß mit ihm setzen muß. wie Metall von der Feuchtigkeit. Teils wird er durch seine Berührungen mit der Außenwelt und unzählige Unfälle verdreht und entstellt und verstümmelt. so. Denn jetzt haben wir statt jener leeren Form ein für sich bestehendes. und vollständig finden wir diese Übereinstimmung nie. teils. bei solchen Seelen. Hast du dies auch wohl schon bemerkt? Sehr oft. so daß sie entweder ganz davon anläuft. Gar wenig scheint zuvörderst der Körper sich daran zu kehren. und statt des bloß wechselnden Mannigfaltigen eine Entwicklung von Besonderheiten. und immer war es mir ein großer Stein des Anstoßes. und du wirst es auch bestätigt finden. fragt sich. was noch merkwürdiger ist. welche ihr eignes Wesen darstellen. daß Leib und Seele darin so selten übereinstimmen. seine eigene Erscheinung an sich entwickelndes Wesen. oder höchstens sich mit sich eben auf gleichen finden wir so ihm widerstrebend vermischt. Leider fanden wir es Ja. wenn du die Erfahrung zu Rate ziehst. ist er durch seine Begierden und Bedürfnisse beständig in Besonderheiten verwickelt.

die nirgends etwas vermissend. und wir hätten nun eine vollkommen schöne Erscheinung. durch sie ergießt. und pflanzt ihm 145 . so daß sich der Gedanke des Ganzen nicht aus den verschiedenen Teilen zusammensetzt oder sammelt. daß sie nicht mehr mit ihm in dem Verhältnisse steht. sondern sich als eins und dasselbe. Daraus entsteht bei uns jenes selige und durchaus unerklärbare Gefühl der Zusammenstimmung. Dadurch wird also zuerst der Körper vollständig. die uns vorher doch nicht möglich war. was wir immer als wesentlich zur schönen Erscheinung gehörig auffanden. nicht einmal im Teil etwas. jene Befriedigung. Aber wer nur einen schönen Körper mit rechter Andacht beschaut. was im Ganzen. fenbart. so muß diese innere Einheit so in ihm gegenwärtig sein. das sie auch nur aus dem übrigen zu nehmen brauchte. sondern ganz in ihn übergegangen ist. als nur für das Innere. welches an sich nirgends verändert oder um- gewandelt wird. den Gedanken. sondern sich in jedem auch vollständig dasselbe ausdrücke. ob wir die auch so haben können. Dann müßte sie ja aber auch vollständig in die Erscheinung des Körpers übergegangen sein. weil sie eben ganz und gar nicht auf einzelnen Gründen beruht. daß nicht bloß jeder Teil zur Zusammenwirkung des Ganzen unentbehrlich sei. versetzt' ich. welches zwischen dem Begriff und dem Mannigfaltigen stattfindet. Soll aber der Körper schön sein. das Wesen des Körpers? So scheint es. Wie sich diese Beschaffenheit im schönen Körper ofist. daß nämlich jedes seiner besonderen Verhältnisse in seiner Zufälligkeit zugleich notwendig und wesentlich ist. vielmehr alles überall in seiner ganzen Fülle vorfindet. ist unmittelbar angefüllt von dem Be- wußtsein. So erhebt die Schönheit den Körper aus jener Bedürftigkeit.da kann doch die Seele wohl für nichts anderes angesehen werden. Laß uns sehn. und es erfolgt. Die Seele ist also auf einem gewissen Standpunkte nur der Begriff oder die Einheit des Körpers. wie wir schon neulich sahen. läßt sich im einzelnen nicht weiter entwickeln. der er nach unsrer vorigen Ansicht unterworfen war.

sonst würde ja in ihm etwas erscheinen. und die eben darin besteht. selbst die Schönheit wird den Körper nie von dem Ausdruck dieser Besonderheiten der Seele befreien können. was nicht zu dem gemeinsamen Begriffe des bloßen Körpers gehört. ihre Tugenden und Kräfte. Daher kommt die Bedeutungslosigkeit des schönen Körpers. Ihre einzelnen Eigenschaften also. daß in ihm keine besonihr nichts erscheinen. insofern sie körperlich ist. nichts. das war. vielmehr im Gegensatz mit diesem die Besonderheit der Seele als das Mannigfaltige. Sehn wir aber nun auf die Seele. so kann doch in diesem Körper von ein eigenes was nicht zu dem gemeinsamen BeKörpers gehörte. den ganzen Körper seiner Schönheit berauben. vollkommenen Körper nun Und doch ist es so. hervortreten müsse. daß dadurch die Eigenschaften der Seele zum Besondern und Mannigfaltigen würden. was nicht bloß sein Begriff wäre. Was aber noch schlimmer ist. daß nicht die Seele als bloße Seele und als diese bestimmte in den Körper über- und überhaupt gegangen sein kann. versetzt' ich. diesem zu entgehn. Nicht wahr? 146 . welches die Einheit des schönen Körpers trübte. die sie als Seele von andern Seelen unterscheiden. und schwerlich wirst du ein Mittel auffinden können.Wesen als ihm eigentümlich ein. griffe des dere Beschaffenheit der Seele für sich dargestellt sein muß. um dir zu zeigen. sprach er darauf. und sie zu dieser bestimmten und besondern einzelnen Seele machen. was wir früher über die Bedeutungslosigkeit des schönen Körpers ausgemacht hatten. welches der vollen Einheit zuwider ist. können nicht in diesem Körper wahrgenommen werden. für welche du mit Recht von jeher gestritten hast. wie du siehst. und dies würde mit dem übrigen im Widerspruch stehn. den Körper in sich und nach seinen eignen Gesetzen und seinem Wesen vollständig. Denn die Schönheit macht. Warum ich aber alles dies sagte. aber das war mir damals noch nicht eingefallen. Wohl erinnere ich mich. so daß sein eigener Begriff in ihm erschöpft ist. das heißt. und auch dieses seiner Vollständigkeit. wie du wohl leicht siehst.

so daß. Dies ist mir auch für jetzt genug. daß er zugleich der göttliche Begriff des Körpers überhaupt sei.nannten wir eben die Schönheit des Körpers. wir nicht sagen könnten. daß in irgend einem unbelebten Naturkörper sich auf diese Weise der Begriff vollständig ausdrücken könne. also auch nicht schön sein. Gibst du dies zu? Ich stimme dir bei. nur daß ihm dieses nicht eigentümlich zukommt. wovon wir sprachen. da jedes nur den Begriff seiner Gattung ausdrückt. Jedoch. jedes in sich selbst einen allgemeinen Begriff ausdrückten. daß er immer nur als ein Teil eines Ganzen außer ihm. da mir zwar nicht ganz klar ist. und mich dünkt. wie du das von der Seele des Steines meinst. es scheint wirklich. so nämlich. worin keine Seele wohnt. etwas Inneres haben müssen. so kann er auch nicht seine ganze Seele oder seinen Begriff in seinem Körper vollständig darstellen. daß in diesen Schönheit sein kann. wenn wir ihm etwa eine Seele zuschreiben wollten. sondern nur im Zusammenhange mit dem übrigen Bau der Erde. Ist es aber so mit ihm beschaffen. so kann es eben deshalb keinen recht eigentümlichen und ihm ganz allein zugehörigen in sich tragen. er habe sie in sich. sondern in dem allgemeinen Wesen der Erde. da jedes nur dieselben Triebe. welches wir doch zur Schönheit verlangten? Wie verstehst du das? Der Begriff. daß diese und die Tiere vorzüglich. Glaubst du. Fähigkeiten und Lebensgewohnheiten hat wie sein ganzes Geschlecht? Ja. Wie aber ist es mit Pflanzen und Tieren? Solltest du nicht meinen. Desto weniger kannst du also glauben. dieses Nun soll ja die dem Körper inwohnende Seele sein. das sein Wesen ausmacht. indessen doch einleuchtet. Indessen wird doch jeder unter ihnen selbst der schlechteste Stein. und nicht als ein für sich bestehendes Wesen gelten kann. wohl. auch dies gehörte wesentHch zur Schönheit. und un- belebte Naturkörper scheinen mir eben die zu sein. Ja. als wenn sich in jedem sein ganzes Geschlecht wiederholte. 147 .

es soll nichts Besonderes in ihm sein. aber ich frage wieder: ist er dann noch schön? Im schönen Körper sollte doch sein eigener Begriff und seine Seele ganz erschöpft sein. um uns recht gewiß zu überzeugen. der Begriff zugleich eine ganz eigentümliche und durchaus nur diesem einzelnen Dinge zugehörige Seele sein kann. und dieser nicht dadurch aufhören. muß sie denn nicht auch diese Beziehungen nach außen in dem Körper ausdrücken. Es bleibt nur der menschliche Körper recht eigentlich für die Schönheit übrig. daß der menschHche Körper nicht einmal seinen ganzen Begriff in sich ausdrücken. Warum wir nämlich alles dieses hier im allgemeinen übersahen. Nicht wahr ? Freilich sahen wir es vorhin so an. Inwiefern nun andere Körper. ja wenn sie als eine einzelne und besondere ganz durch diese Verhältnisse bestimmt wird. außer dem menschlichen. siehst du das ein. also auch nicht schön Richtig. weil in ihm. Gut! Wenn nun aber in der Seele besondere Bestimmungen des Charakters. und zwar eben deshalb. oder wenigstens in einem gewissen Grade an der Schönheit teil haben können. was nicht zugleich auch sein Allgemeines wäre. und was durch irgend etwas anderes in ihn käme. was er selbst an und für sich ist. oder durch seinen wesentlichen Begriff? Nichts anderes kann es heißen. und zugleich mit ihr von vielem anderen als sich selbst abhängig werden? 148 . Eben dies ist aber auch zugleich das größte Hindernis seiner Schönheit. wodurch sie sich von anderen Seelen unterscheidet und mit ihnen in Verhältnissen steht. und dadurch gleichsam einen gewissen Platz unter den Seelen erhält. auch als einem Besonderen. auch schön sein. das war. dieses müssen wir wohl einer anderen Untersuchung aufbehalten. das heißt doch wohl. der Fähigkeiten und dergleichen sind.mein kluger Erwin. wenn seine Seele nicht zugleich eine durch- aus besondere und einzelne wäre. als durch das. Kann denn aber nicht der Körper auch diese Besonderheiten der Seele in seiner Besonderheit ausdrücken? Ja wohl kann er das. also sein könnte. der bloße Ausdruck seines eigenen Begriffs zu sein.

etwas Wirkliches. die nicht den le Beschauer zu befriedigen. das doch auf kein bescheint. oder wenn wir an einem anderen den äußeren Schein jenes Gleichmaßes und der Übereinstimmung der sichtbaren Teiantreffen. lieber Erwin. so daß wir in ihm nicht mehr die Schönheit erkennen. die gänzliche Bedeutungslosigkeit und Leere des Inneren uns eine solche Trugschönheit. das Schöne zu empfinden. wohl aber den tiefen Verstand oder den kräftigen Willen oder was sonst dergleichen Eigenschaften der Seele sind. andere dagegen halten sich fest an der bloßen Larve. die offenbar auf dem Wege waren schön zu werden. bloß um seiner selbst willen mit ganzer Seele zu lieben. wenn du dich in die Erfahrung flüchten wolltest. Daher kommt es denn. und noch schlimmer ist es natürlich. nur nicht den Genuß der Schönheit. um das zu werden. und damit die Schönheit abermals zugrunde gehn. zeigt sich in jener nur allzu wahr. herzHch verleidet. So sonderes Bedürfnis ihres Gemüts Bezug hat. vielmehr kommen sie dadurch immer mehr um die Fähigkeit. wenn die Seele von ihren eigenen Erfahrungen zerstört und in sich zerrissen ist. Denn was wir eben aus Gründen entwickelten. die nur deswegen den 149 . was sie ist. und um den edlen und reinen Sinn. wodurch sie unzählige Trefflichkeiten gewinnen mögen. nach Schönheit suchenden Menschen von beiden Seiten hin und her geneckt. hat nicht spurlos an dem Körper vorübergehen können. aber das Viele. ja noch weniger würdest du es können. sondern ihm bestimmte Kennzeichen aufgedrückt. Du kannst also nicht entrinnen. sondern ihn zu necken bestimmt werden nun die armen. und sich allen Reizen und aller Gewalt desselben preisgeben. der dazu gehört. was die Seele lernen und erfahren mußte. Wie oft sehen wir nicht an ausgezeichneten und mit besonderen Eigenschaften der Seele begabten Menschen solche Körper.So muß es leider sein. so daß sich einige nach dem Bedeutenden wenden. daß wir im Leben entweder um der Bedeutung und des wichtigen Inhalts eines Menschen willen auf das Gleichmaß der Schönheit in seinem Äußeren Verzicht leisten müssen.

und zwar als völlig miteinander einig. Ein trauriges Bild. wie! Das will ich gern. nur nicht ganz unter den Menschen vergeht. Laß uns also einen anderen Weg einschlagen. ein nur allzu wahres. daß man nicht von diesem ausgehen müsse. die Schönheit müsse auch in unsrer wirklichen Welt da sein. Dieser Vorwurf.Schein hat. sondern die Grundwesen des Erkennens und des Seins. worin alle Dinge Eins frei steht. und werden selbst leere und trockene Bewunderer einer an sich nichts sagenden und nur zufällig zu einem gewissen Gleichmaße gebildeten Form. so scheinst du mir doch bei der näheren Ausführung immer zu sehr auf die gemeine Wirklichkeit auszugehn. wenn sie auf dem eben versuchten nicht wirklich werden kann. was ich mit Erwin vorher so sorgfältig über die Phantasie ausgemacht habe. nach dem. wenn man zur wahren Schönheit gelangen wolle. Adelbert. Die Schönheit selbst aber ist in keinem von beiden Scheinbildern. als sei die ganze Seele darin. Der Gegensatz des Leibes und der Seele. stellst du mir vor Augen. der uns allerdings noch Denn das muß ich dir gestehen. wonach sie jagen. daß der Ruf. ist ganz vom Standpunkte des gemeinen Daseins aufgefaßt. den du gewiß dir noch vorbehältst. und wohl führ ich es. In diesem aber finden wir nicht die besondere Seele noch den besonderen Leib. den ihr eben verfolgtet. versetzt' er. weil sie gar keine bestimmte und besondere in sich birgt. und kaum blieb uns ihre Spur noch so sichtbar. fiel Anselm ein. sprach Erwin. Noch nicht. so gut wir beide auch in der Hauptsache übereinstimmen. und doch seid ihr selbst schon darin übereingekommen. sprach ich. und so treiben sie Abgötterei mit einer leeren Hülle. sondern von dem des göttlichen Wesens. bevor wir auf dem bisheri- gen einen Versuch gemacht haben. es gebe wirklich eine Schönheit. ja als eins und dasselbe. so sage. Dennoch redet mir ein unüberwindlicher Trieb zu mit dem Tröste. Ist nun in dem Erkennen oder dem Gedanken Gottes das Wesen. kommt mir doch wahrlich unerwartet. sondern wohnt vielleicht in unerreichbaren Gegenden. 150 . Wenn du aber die Sache höher angreifen willst.

auch nicht das Dasein der unendlich mannigfaltigen und stets unvollkommenen einzelnen Dinge sein. sind immer nur unendliche Teile und nie das Ganze. oder gar in jeder einzelnen Handlung einer Seele äußert.und in dem Sein das wirkliche mannigfaltige Dasein. welches sich in jeder einzelnen Seele. als eins und dasselbe Auch hierin stimm* ich dir bei. und worin von einer unvollkommenen und dem Wesen widersprechenden Erscheinung. gelangen wollen. lieber Anselm. da sie ganz eins mit sich selber ist. und ist ein göttliches All. liegt. Gut. aber dieses Erkennen. wie etwa 151 . Dieses kann doch wohl. sondern nur das allgemeine. nichts gefunden werden kann. die euch den Anstoß und die viele Sorge schuf. ihr ganzes Dasein durch ihren Gedanken. wodurch jenes Eine ganz erschöpft wird. das wir beständig durch die Sinne wahrnehmen. sagt' ich. Aus diesem Punkte der Einheit und des All. Diesem Erkennen also und dieser Einheit stand nach deiner eben aufgestellten Ansicht ein Sein oder ein All gegenüber. welches das ganze Wesen in sich enthält. kann doch wohl nicht das sein. welches eben nur Einheit und nicht zugleich ein unvollkommenes Mannigfaltiges ist. Als jene kann es aber doch nicht selbst erscheinen. durch nichts gestört oder gezwungen. Jene Einheit des Erkennens. und kann: denn was wir in erscheinen auch als solches nicht der Erscheinungswelt sehn. das über die Erscheinung hinaus So ist es ohne Zweifel. Dies liegt also ebenfalls über die Erscheinung hinaus. welches zugleich und in dem Ganzen der Welt ist. sondern nur ebenfalls das allgemeine Sein. schafft sich doch wohl. und wird darin. da es ebenfalls das Grundwesen des Seins ist. sprach ich. da sie eine göttliche ist. sondern die Einheit ist eben das innere Wesen des Erkennens oder das Erkennen Gottes. welches du selbst eben das Grundwesen des Erkennens nanntest. oder der Einheit des Erkennens und Seins dürfen wir nicht wanken. so ist dieses ein All. wenn wir von dieser Seite her über die Ideen zu einer genügenden Erkenntnis sind. allumfassende.

die es bestimmt. da das Sein des All weder erscheinen kann. Diesen Ausdruck der Freiheit wollte ich eben von dir hören. wie läßt sich dies mit dem. und die von demselben ausgeht. sprach er. und das Überwiegen bald des einen. Wenn du nun dagegen auf das andere. vereinigen. sie ist eben die reinste göttliche Allmacht und Freiheit. bringt die Mannigfaltigkeit und damit die wirklich erscheinende Welt hervor. sondern not- wendig ist? hast hierin recht. Nun so sage mir. was wir jetzt ausgemacht. durch die äußeren Gegenstände gehemmt werden? Nein. würdest du dem auch Freiheit zuschreiben? Das wohl nicht. weil das vollkommene und allgemeine Sein eines All die Tätigkeit des Schaffens und Hervorbringens ausschließt. indem dasselbe als schon von Anfang an vollständig da seiend betrachtet werden Warum muß? Allerdings deswegen. Nur der beständige Wechsel des Erkennens und Seins. Stimmst du damit ein? Vollkommen. Und dadurch entstehen eben in Religion und Kunst und Geschichte jene beiden Sphären. lieber Anselm. wenn sie in das Sein übergehn wollen.unsere Gedanken. noch zufällig wie das Mannigfaltige für die Sinne. Denn in der Religion der Griechen ist nicht die Du 152 . daß dieses Sein des All nie die Erscheinung des Mannigfaltigen sein kann. nämlich das All siehst. wie wir hieraus sehen. wenn und das in Erkennens sein Wesen in der Einheit des dem Sein die Erscheinung. die sich in den uns bekannten Zeiten durch das griechische Altertum und durch das Christentum am deutlichsten entwickelt haben. nicht? Etwa deswegen. also hat das Sein darin auch seine eigenen Gesetze. soll. und ist nach diesem notwendig. Dieses All ist denn selbst göttlich und ursprünglich. bald des anderen. jedes von beiden aber hat als Grundwesen seine eigentümliche Welt.

dem Chaos. in welche sich in der wirklichen Welt die Notwendigkeit spaltet. und sein vollkommener Wille ist ihr Gesetz. hast du uns diesen in unserer Zeit vielfältig behandelten Gegensatz ausgesprochen. wie bekannt. wir müssen uns an seiner Erforschung halten. sagt' ich darauf. Darum stellt auch jeder von diesen Göttern eine ganze Gattung persönlicher Wesen.Vielheit der Götter das Wesentliche. aus reiner Freiheit und Gnade wieder zu sich zu erheben. sondern die ursprüngliche Notwendigkeit. welche das Wesen vor. sondern uns selbst 153 . wenn du aber sagst. jene ursprüngliche Notwendigkeit. Sehr schön und bündig. nach ihrer Meinung. zufällig entstandenen halten. aus der nicht allein alles hervorgeht. welches derselben zum Grunde liegt. an welchem gleichfalls der Mensch nur durch eigene Befreiung des Geistes von den Banden der blind zwingenden Sinnlichkeit teil haben kann. welche diesen ganzen Gegensatz für einen bloß geschichtlichen. sondern die auch als Schicksal die erscheinende Welt nach ihren ewigen Gesetzen erhält und lenkt. die wir bisher dahin nicht bringen konnten. schafft die Welt durch sein bloßes Wort und erhält sie. von selbst sondernde und ordnende Weltall. das sich aus seinem Ursein. recht durchforschen. sonst dürften wir nicht allein vor denen schlecht bestehen. Wesen davon und in im Christentume. die einzelnen. und darum. sendet er ihr den Versöhner. um aber die von ihm abgefallene. auf verschiedene Weisen. oder das Gesetz dar. persönlichen Götter geleitete stammen erst als ab- ihrem Leben und Handeln äußert sich. ist es Ganz anders Da lebt ein Gott in reiner Freiheit Offenbarung nimmt. zur Wirklichkeit in seiner gelangt. den von ihm ausgegangenen Erzeugten. der sie auch in ihrer Willkür immer unterworfen bleiben. wie die Schönheit. und ihre Personen gehen aus den verschiedenen Strahlen. und Allmacht. so meinst du schwerlich. Wenn wir nun diese beiden Richtungen. Daher ist auch nach dieser Sage das Erste. daß wir nur die Geschichte der griechischen und christlichen Kunst untersuchen sollen. herab. so werden wir daran am besten einsehen.

das Zufällige und Mannigfaltige der sinnlichen Welt nicht bloß unterjoche. Wer aber nicht so am bloß Äußeren klebt. und nicht die geistige. da wir nicht das. wenn wir wieder zwei Arten der Schönheit aufstellen. durch welches die göttliche Seele in die 154 . das heißt überhaupt die gemeine Art der Erkenntnis mit der Phantasie verwechseln. der muß in der schönen Gestalt dieser Art nur den Geist ver- körpert schauen. welcher die Notwendigkeit oder das All zum Grunde liegt. daß viele allein in eine gewisse dämmernde Unbe- Das ist es gewiß. Aber auch dabei werden wir nun nicht irren. was wir etwa in der Wirklichkeit als schön ansehen. so daß sich eben das Irdische aus der tausendfältigen Zerstreuung und Verwirrung dieser Endlichkeit wieder zur Darstellung der einfachen und freien Gottheit läutere. und die. der die Einheit oder Freiheit. auf jeden Fall rührt er daher. Wohl denn! Die Schönheit der Freiheit wird darin bestehen. sinnliche Gestaltung des Schönen sehen.auch wenig genügen. Wäre dies nicht das Wesentliche der christlichen Schönheit? Erhebung in dieses blendende Licht der Gottheit wird auch das wirklich Erscheinende an den Dingen so abgebleicht und ineinanderfließend. daß in dem Einzelnen und Besonderen der göttliche Wille sich selbst offenbarend. So wird alles Äußere und Sinnliche dadurch vergeistigt. und durch die stimmtheit das Wesen des sogenannten Romantischen. daß jene bloß die äußere. weil sie nämlich diese mit der Bedeutung für den Verstand. wie ein Welt sieht. und in welchem diese Seele wiederum von dem Beschauer gesehn und verstanden wird. setzen wollen. so daß sie ihm ganz erscheint. sondern die Gründe und die ganze Möglichkeit der Schönheit selbst aufzufinden trachten. die Schönheit. Nicht so? Eben das war meine Meinung. sondern sogar zum Ausdruck des Geistes und der Freiheit mache. daß dieser Irrtum diesen oder einen ähnlichen Grund haben muß. Nicht wahr? Auge. welches doch eigentlich seine Wurzel im Christentum hat. Du hast recht.

Nicht so ? Eben darin liegt es. näher hierüber. Ja wohl. meinen sie. sprach ich. daß mit einem jeden dieser beiden Grundwesen. weil es eben das Notwendige und in jeder Erscheinung vollkommen abgeschlossen ist. warum die vorhin erwähnten Kenner meinen. wie in einem besonderen Weltkörper oder Weltall. daß mir auch dies der Grund zu sein scheint. in der 155 . wenn ich bitten darf. gehöre keine Phantasie. die es schwerlich dahin kommen läßt. denn dazu. und ich kann hinzusetzen. Diese Ordnung muß darin also auch jede dazu hinreichend. bei der griechischen Schönheit liege alles in der Bestimmtheit und Schärfe der äußeren Gestaltung. sich wirklich ganz Erscheinung zu offenbaren! Erkläre dich. und der eigene Wille einer jeden kein andrer sein. daß jedes Einzelne und Besondere nicht nur durch die allgemeinen Gesetze des Weltalls seine besondere Tätigkeit und Willkür beherrsche. und darin bestehn. so muß Seele darstellen. und kein willkürliches Streben mehr übrig läßt. nen nichts von den Gesetzen des in jeder einzelnen schönen Erscheinung jener Art. wodurch das Göttliche und Allgemeine. vollständig wiederholen. lieber Anselm. sondern sogenannte gesunde Sinne seien sich das Altertum zur Schutzlassen. was uns hieraus wieder für neue Not entstehen muß. die Erscheinung der Weltgesetze im Besonderen zu erkennen. dem Erkennen und dem Sein. in eine ganz endliche und bestimmte Gestalt. und dies ist das Wesentliche dabei. als die Übereinstimmung mit der Notwendigkeit des Ganzen. Nun bedenke mir aber. und sie erkengebrauchen wehr der Geistlosigkeit die sich Sphärentanzes.Ja wohl! Wie ist es nun dagegen mit der Schönheit der Notwen- digkeit? Muß sie nicht ganz das Entgegengesetzte der vorigen sein. eine Welt der Besonderheit und Endlichkeit im Kampfe liegt. das Grenzenlose in die strengste Grenze gleichsam gebannt würde? Auch dies scheint mir vollkommen richtig aufgefaßt. sondern daß sich in dieser jene Gesetze von selbst und als eins und dasselbe mit ihr darstellen.

so wäre sie keine Sinnlichkeit mehr. ein durch Verhältnisse und Beziehungen begrenztes Besonderes. sondern nur als eine sich erst entwickelnde und im steten Werden begriffene zur Erscheinung kommen wird. der Kürze wegen die christliche nennen wollen. soll sich die Freiheit und der einfache Geist in der Sinn- Das will ich gern. als der von Erwin aufgestellte der Seele und des Körpers. Nicht wahr? Freilich wohl. Soll also die Schönheit darin erscheinen. auch die freie und unabhängige Willkür einzelner Wesen. Ja ich kann es nicht ableugnen. daß uns dieser Gegensatz auf die Weise nicht weiter führt. in welcher sie sich doch darstellen sollte. Und zu einem solchen besonderen und einzelnen Wesen wäre uns auf diese Weise abermals die Gottheit selbst geworden. Das bemerkst du ganz richtig. welches unserem Begriffe von ihr. wodurch diese auch wieder auf alle Weise beschränkt wird. und ist in Beziehung auf diese Willkür immer nur das Verneinende derselben. die im Ganzen waltet und dasselbe mit den Banden ewiger Gesetze zusammenhält. was sie beständig beschränkt 156 . was äußerAußendinge bestimmt und diesen unterwirft. insofern sie der Willkür der besonderen Wesen entgegengesetzt ist. sondern nur eine werdende Freiheit ist. so muß diese Sinnlichkeit im unendlichen Kampfe mit der Freiheit bleiben. auch sehe ich wohl. beständig entgegenwirken. und so hervorbringen.Durch die eine Art der Schönheit. und also nicht mehr das Wesen. daß jene wenigstens nicht als vollendete und vollkommene Notwendigkeit. die wir nun welche ja eben das ist. den wir wenigstens der Schönheit wegen aufstellten. lich der Seele Zwang antut. Denn auf der andern Seite wird der Notwendigkeit. So ist es. und also auch nichts worin die Schönheit erscheinen lichkeit selbst darstellen. Sie erscheint also auch immer nur als Notwendigkeit. das sich ganz selbst bestimmt. Wäre diese nun ganz mit dem freien Geiste übereinstimmend. gänzlich widerspricht. sie durch könnte.

Gewiß. was die Alten in weit höherer Bedeutung das Schicksal nannten. sprach ich. und dagegen das vorzugsweise Ob157 . und ob diese nicht mit jenen beiden Arten zusammenfallen möchten. meistens dieses Verneinen und Vernichten als das Wesen desjenigen ansehen. Was ich aber aus dir machen soll. Es ist eigentlich. ob du etwa dich auch freust. das ein. meine Gründe dagegen schon zu deutlich entdeckt hätte! Und darauf fragt' ich Erwin. daß die Notwendigkeit immer mit dem abgefallenen Besonderen in Verhältnisse tritt. ist doch wohl die innere Beziehung der äußeren Gegenstände auf die Einheit des Erkennens. indem sie das Wesen ist. sagt' ich. Mir fiel nur. Was man nämlich subjektiv nennen kann. Denn dadurch würden endlich grade die Zweifel. was ich vielfältig über die sogenannte subjektive und objektive Kunst und Schönheit gehört habe. erklären hörte. oder ob du nicht endlich doch noch auf irgend eine besondere Weise wirst zugeben wollen. und dadurch ihrer Abgeschlossenheit und Wesentlichten. welche sich nur an der Oberfläche der Erscheinung halten. daß die Gottheit. auch zugleich als eine wirkliche Ursach das Schöne schaffe. versetzte dieser. Wenn ich dir nur nicht. wogegen diese Alten selbst vielmehr die Willkür und das für sich abgesondert wirkende Leben des Einzelnen als eine frevelnde Absonderung und Empörung gegen das allgemeine göttliche Wesen der Notwendigkeit betrachte- Dennoch erhellt auch hieraus. die du selbst erregtest. wirst du abermals der Schönheit ihr Ende bereiten. wenn beide recht verstanden werden. dem offenbar schon wieder das Wort auf der Zunge saß. ob er noch ein Hilfsmittel vorzubringen hätte. daher diejenigen. mit zuwinkenden Augen. setzte nun Anselm hinzu. was uns unmittelbar fördern könnte. welche von der Freiheit und Notwendigkeit herstammen. indem ich euch die beiden Arten der Schönheit. aufgelöst. Und auf diesem Wege. wie ein verneinendes und vernichtendes Schicksal das Schöne zu vertilgen. nichts. weiß ich nicht recht.oder aufhebt. keit beraubt wird.

jektive. die im Sentimentalen ist. Denn es ist doch nun so. welcher die Beziehung auf das Innere des Erkennens. nach ihrer verschie158 . daß wir auf dieses Gebiet der Beziehungen wirklich zurückgekommen sind. da kann auch immer nur von der Welt der Verhältnisse und Beziehungen die Rede sein. daß nämlich auf keiner dieser beiden Seiten die wahre Schönheit wirklich zustande kommen kann. der sich in den Gegenständen oder Objekten voll- ständig darstellende Gedanke! So dachte ich mir es auch. als eine. und durch die Verhältnisse derselben immerfort bestimmt wird? So fanden wir es freilich. was dir noch mehr an einem anderen Gegensatze auffallen wird. was in der Tat in höheren Gründen seinen Ursprung hat. und zwar indem wir von den höchsten Gründen ausgingen. wenn es so in der bloßen Er- scheinung aufgefaßt wird. die doch ganz von den gegenseitigen Beziehungen zwischen dem Einfachen in der Er- kenntnis und den äußeren Gegenständen hergenommen sind. Denn wo alles nach den Verhältnissen des Erkennenden und des Gegenstandes beurteilt wird. Eben dadurch erhält das. auch insofern es selbst diese. wie schon diese beiden Ausdrücke. aber in seinem Dasein doch beständig von einzelnen Verhältnissen abhängt. Du siehst aber auch wohl. Denn das Naive ist danach ein bloß verneinender Ausdruck. Doch hierüber werden wir vielleicht in der Folge manches weiter besprechen können. das Ansehn der Zufälligkeit. das in sich enthalten. Du meinst gewiß den von Schiller aufgestellten Gegensatz des Naiven und Sentimentalen. Jetzt sish nur darauf. die mit dem Zwange der äußeren Gegenstände in beständigem Gegensatze steht. Eben den mein' ich. fügt' ich hinzu. der eben dies Verhältnis auf einer noch mehr abgeleiteten Stufe und dazu unvollständig ausdrückt. daß wir keine andere Einheit des Erkennenden behielten. was wir ein Einzelwesen nennen. was wir leider eben gefunden haben. Ist dieses nun nicht recht die Art dessen. ausschließen soll. daß es zwar für sich eins ist.

in Rücksicht auf seine geistige Einheit. daß die Schönheit zur Wirklichkeit gelange. denn in jedem streitet seine Eigentümlichkeit mit den allgemeinen Kräften der Natur.wie wir doch einsahen. also weder ein vollendetes All noch eine vollkommene Notwendigkeit bleibt. auch Person nennen. es könne überhaupt gar kein Ding in dieser wirklichen Welt wahrhaft schön sein. auf die es aber auch mit jener wieder einwirkt. Auch dies ergab sich. die sich in stetem Werden durch die Besonderheiten der wirklichen Welt entfaltet und entwickelt. das wir. ein Hindernis ist. und der Natur. sprach Erwin hierauf. welches ebenfalls keit in sich schließt. daraus. so daß. wenn dieser Gegensatz. die es notwendig bestimmen. Nennen wir nun nicht diese allgemeine Notwendigkeit. als in welchem alle Dinge dieser Welt begriffen sind. als nur immer neue Stacheln. als du dreist behauptetest. in jener vollkommenen Welt. Davon war denn. dein mir längst verdächtiges Wort zu verstehen. Dieser aber ist kein anderer. wie ich wohl sehe. sei alles schön. Richtig! Auf der andern Seite aber hatten wir kein All und kein Notwendiges ohne das entgegenstehende Eindurch seine Willkür die Zufälligsich immerfort erst entwickeln muß. die unsere Seele zur Sehnsucht nach dem Schönen reizen. verschieden bestimmen muß? Ja und es folgt. daß wir nämlich dadurch auf den schrecklichen Gegensatz vorbereitet werden sollten. und wodurch jenes 159 . statt jenes höheren Gegensatzes der Einheit und des All doch wieder diesen zwischen dem Einzelwesen. wir zuletzt gestehen müssen. nichts sei schön in dieser! Also nur zerstreute Bestandteile der Schönheit und fast nur scheinbare Annäherungen zu derselben sollten wir in dieser gegenwärtigen Welt finden! Was aber sind diese. Wir hätten also.denen. die Natur? Es scheint wohl beides dasselbe zu sein. ihm aufgedrungenen Beschaffenheit. ohne daß sie es je wirklich erlangen könnte! Was mir aber das zelne. von welcher vorhin die Rede war. daß uns die Gottheit selbst zu einem solchen Einzelwesen wird.

Daß aber das Schöne in dieser Welt nicht vollständig gefunden wird. so. daß das Schöne durchaus eine ganz eigentümliche Art von Erscheinung i6o . und allein im Sollen beruht. Wie sollen wir das machen. sprach Erwin. sondern gerade von vorn betrachtet werden müßte. sprach Bernhard. wenn ich ihn recht verstehe. daß das Schöne nicht so von den Seiten. die notwendig in der Er- scheinung sind? Wir sollen uns erinnern. versetzt' ich. wie ein sogenanntes Stabgemälde. daß wir die ganze Sache nur erst auf eine Weise betrachtet haben! Wieso? fragte mich Erwin. mag wohl richtig sein. und diese grade mit ihren notwendigen Gegensätzen es wieder aufhebt. wirst du wohl unserem Erwin nicht viel Trost bringen. Nun könnt' es ja aber wohl sein. wie das Schöne wenn doch dazu durchaus die Erscheinung gehört. welches nach jeder von diesen beiden Richtungen eine ganz verschiedene Gestalt annahm. ihm noch den anderen Weg zu eröffnen. von welchem mich eben Anselm abhielt. was erst hervorgebracht werden soll. Wir machten es. so magst du man- ches aus Erfahrung kennen. daß es schon an sich die unvollkommene Vorbereitung des Guten ist. bin ich verbunden. denn ich kenn' es aus Erist dieses. versetzt' ich hierauf. Doch bevor er alles aufgibt. das Erkennen oder das Sein voraussetzten und dann von da aus das Ganze betrachteten. sprach ich. Und dennoch ist es da. wenn doch die Gegensätze darin sein sollen. mein lieber Freund.schrecklichste scheint. in jener fahrung! Was dies betrifft. daß wir immer das eine oder das andere. was doch nicht da ist. welches immer nur das ist. von der einen Seite betrachtet einen Mann. als daß ich lebe. wenn wir uns nur daran halten. von der anderen eine Frau. nicht begreife. und ich bin mir dessen so gewiß. Damit. oder andere ganz entgegengesetzte Gestalten zeigte. ohne daß es dadurch aufge- hoben würde. womit die Laune unserer Vorfahren spielte. daß ich nun auch gar Welt sein kann. Denn das seht ihr doch wohl.

wobei es also wohl auf den Gegensatz vom Erkennen und Sein. von welchem wir auch zuerst wirklich ausgehen wollten. das Erscheinende aber das Irdische an der Schönheit nennen? Wir müssen. zwischen dem Wesen und der Erscheinung überhaupt. ließen wir uns in diesen andren Gegensatz verlocken. Die Erscheinung ist nun das. ist es Das i6i . denn wenn wir diesen Gegensatz beiseite lassen. worin beides sein kann. Richtig. in welchem die ganze Welt der gemeinen Erscheinung begriffen sein sollte. sogar. als etwas Ganzes betrachten. jenes bloß im Erkennen. nicht so sehr ankommen mag. worin Erkennen und Sein beständig wechseln und sich gegenseitig beschränken. um erscheinen zu können. woraus wir indes auch die Einsicht gezogen haben. diese bloß im Sein zu suchen. das Wesen das. der eigentliche Gegensatz im Schönen. und das führt offenbar zu neuer Hoffnung. als etwas von der Gottheit Ausgegangenes ansehn dürfen. So laß uns zuerst die Bestandteile dieses Gegensatzes betrachten. Das Wesen können wir nach allem vorigen wohl sicher auch das Göttliche. und eins ganz so vollständig ist wie ist. noch das Irdische. was wir zu suchen haben? und ohne Zweifel. wie du siehst. und im Schönen müssen nun dieses Wesen diese Erscheinung zugleich eins. wenn es auch sein ganzes Wesen in sich trägt. so können wir ja das Wesen und die Erscheinung jedes für sich. so daß wir das Göttliche. mein Erwin! Dies ist auch. Es ist aber doch dem ersten Anblick nach beides rein voneinander geschieden. daß in beiden Seiten desselben sowohl Wesen als erscheinendes Dasein enthalten sein müsse. worin sie einander ausfüllen. Ging nicht alles so zu? Ja. Nur durch den Irrtum. Ist es nicht das. und doch. dächt' ich. wenn es sich auch in einer ihm zukommenden vollkommenen Erscheinung offenbart. sondern mehr auf den. doch nicht zugleich als etwas im Laufe der irdischen Naturentwicklung Entstandenes. entgegengesetzt und einander begrenzend sein. so war es auch wirklich. das andere.

Begreifst du nun diese vollkommene Scheidung? Ja! Doch weiß ich nicht recht. Wenn wir alles. wenn nung durch die irdischen 162 . daß. so ist dies wieder die Schönheit der irdischen Dinge für sich. und der Körper ein ihm ganz eigentümliches Wesen hätte. nur für einen abgezogenen Begriff. als die der Gegenstände außer uns. In der Phantasie. Dieses hattest du wohl auf einen Augenblick vergessen ? Ich muß es bekennen. die in der wirklichen Welt nachgeahmt werden soll. insofern es sich uns als ein wirkliches Ding gestaltet. und in diesem Sinne von vielen das Ideal genannt wird. so ist dies ihre ganz eigentümliche Schönheit. oder. Verstanden wir aber dieses Wort bisher von einer Regel. wie wir im vorigen bemerkten. da die vollkommene heit erscheinen soll. so könnte ja wohl von Schönheit überhaupt nicht die Rede sein. daß in unsrem Inneren oder vielmehr in der höheren Erkenntnis überhaupt. denken wir uns dagegen die Erscheinung des Wirklichen ganz angefüllt von ihrem eigenen Wesen. Ebenso. daß die Erscheinung des Göttlichen in uns nicht weniger. bloß erlogenes Hirngespinst halten wollten. was nicht unmittelbar von diesen erfaßt wird. Erwin! Bedenke doch nur immer. was es für uns mit der Erscheinung überhaupt für eine Bewandtnis hat. das göttliche Wesen sich in eine wirkliche. ganz lebendige Gestalt kleidet. Vielmehr müssen wir immer das festhalten. wo die göttliche Schönsie von der wirklichen ErscheiDinge ganz ausgeschlossen ist. wie ein Muster derselben vorkommt. die uns. für ein leeres. welches freilich.Noch versteh' ich nicht ganz. zugleich das göttliche sein muß. wie du das meinst. Offenbart sich die Gottheit in ihrer ganzen Fülle durch Erscheinung. und daß wir nicht bloß von der für die Sinne reden. ja noch in einem höheren Sinne wahr und wirklich da ist. wie wir wissen. Halt dir also ja recht gegenwärtig. die wir Phantasie nennen. beide rein und unvereinbar voneinander geschieden wären. wenn die Seele für sich eine ihr vollständig angemessene Erscheinung. so werden wir es nun dafür kaum gebrauchen dürfen. wenn wir sie mit den Erscheinungen der äußeren Welt vergleichen.

ob auch nur dieses durch den gewöhnlichen Lauf der Naturentwicklung zustande gebracht werden kann. wo auch mehrere. daß auch die wirklichen äußeren Gegen- 163 . als wenn sie nur zu einem solchen endlichen Zwecke geschähe. ob es bei der Kunst auf ein sogenanntes ankomme oder auf die strenge Darstellung des besonderen Charakters der Dinge. was auch an der göttlichen Erscheinung nur Erscheinung. konnte durchaus nichts Irdisches ihm gewähren. die Raphael nachgeahmt. als wodurch sie ihn etwa lebendig an das Bild erinnerte. das er in seinem Innern geschaut hatte? Denn das. wende deine Blicke auf die andere Seite. wird jener Zwiespalt gar nicht mehr für ihn da sein. NachIdeal dem du dich nun hierin befestigt hast. ja etwas von allem Zwecke ganz Unabhängiges und Unbedingtes. daß er oft seine Geliebte zum Muster gebraucht habe. und doch keinesweges aus der uns schon umgebenden wirklichen Erscheinung hergenommen oder daraus erwachsen sind. sobald er aber diese besitzt. der nicht durch eine höhere Erfahrung in seinem Innern der göttlichen Erscheinung teilhaftig geworden ist.Offenbarung der Gottheit in wirklicher Gestalt doch wohl an und für sich selbst etwas weit Höheres ist. konnte ihm denn jene durch etwas anderes dazu dienen. Aus diesem Zwiespalt eben zwischen dem. welche Schwierigkeit aber durchaus von den Fragenden selbst erschaffen ist. und keinesweges in der Sache ihren Grund hat. um seinen himmelfahrenden Christus oder seine Sixtinische Maria daraus hervorzubringen? Laß dir dagegen immer. Oder wo fändest du wohl eine Gestalt. Denn weder auf dem einen noch auf dem andren Wege kann jemals der zum erwünschten Ziele gelangen. welche ganz Erscheinung. entstehn die vielen Zweifel und Streitigkeiten. Aus diesem Wunder nun des göttlichen Daseins entsteht das Wunderbare und Unbegreifliche. aus welchen er die vorzüglichsten Teile gesammelt haben könnte. Leicht wirst du finden. was an ihr göttlich ist. und bedenk'. daß wir die Gottheit in Gestalten erkennen. des irdischen Schönen. und anderes ähnliches von andren Malern vorerzählen. was göttlich an seinen Werken ist. und dem.

noch immer nicht die ganze Schwierigkeit zu lösen scheint. Wir haben also nun. wenngleich jener Gegensatz von Erkennen und Sein nicht derselbe ist mit dem des Wesens und der Erscheinung. der uns schon längst quälte.stände durch das Zauberbad der Phantasie erst hindurchgegangen sein müssen. zwei Gebiete der Erscheinung. und also jedes für sich ein ganz eigentümliches Weltall bildet. und wir haben ja wohl dadurch den Vorteil. mein Erwin. So fanden wir es. sprach ich. was mir vorhin schon vorschwebte. deren jedes von dem andern unabhängig ist. daß in aller uns bekannten Kunst die Darstellung göttlicher Wesen von der des Irdischen rein zu unterscheiden ist. erwidert' er darauf. Und lieb. ist es mir. Wesen und Erscheidie nung zugleich ist? Es scheint fast so. doch Es ist wohl so. daß mir diese Trennung beider Gebiete. daß ja in jedem dieser Gebiete derselbe Widerstreit zwischen Wesen und Erscheinung. so erkennst du wohl. da nun in beiden. sprach er. und worin sich das göttliche und irdische Schöne jedes für sich offenbaren. als wir das Schöne bloß nach der gemeinen Erkenntnisweise betrachteten. wie vorher. sagt' ich. aber indem ich recht darauf hinsehe. um vergöttert zu werden. daß in dem Göttlichen sowohl als im Irdischen ganze Phantasie gegenwärtig sein muß. bemerk' ich deutlich. Besinne dich doch. Willst du endlich beide Gattungen des Schönen vergleichen. die wir fanden. und ihr eigenes Wesen in sich vollkommen auszudrücken. sprach er. sonst hätte ich dich sogleich aufmerksam darauf machen müssen. Denn das ist nicht zu leugnen. daß. und ich brauche dich deshalb nur an die vielen Widersprüche zu erinnern. ob diese Trennung nicht wirklich überall vorkommt. 164 . wenn ich dich recht verstehe. Du wirst gestehen müssen. abermals zurückkehrt. da doch in jedem dasselbe gegenwärtig ist. versetzt' ich. daß es dir einfällt. in einen unauflöslichen Widerstreit zu setzen brauchen. daß wir nicht das Göttliche und Irdische. doch gesteh' ich.

In der göttlichen Schönheit sollte doch das Wesen. worin Erkennen und Sein. Nun. in der irdischen die Erscheinung vorwalten! So war es. Unser neuer Versuch hätte uns also fast noch mehr vom gewünschten Ziele abgeführt? Das wenigstens. obwohl ich nichts der Art ersehe. Sieh also noch einmal zurück auf das schon Gefundene. Etwas der Art nun. wenn wir es noch in ihm auffänden. So müssen also auch beide Gebiete des Göttlichen und Irdischen auf dieselbe Art unvereinbar sein.in dieser selbst. so daß einigen. dagegen das Wesen für sich das bleibt. und selbst das Wesen fiele. insofern sie Offenbarung des Wesens sein soll. das meint' ich eben. teil haben müßte. wir müssen doch wenigstens alle Folgen erschöpfen. unter diesen Widerstreit. nur um beides. statt sich zu verso schärfer voneinander getrennt würde! Leider ist das wohl die Folge davon. an welcher folglich auch die Erscheinung. insofern sie schön sind. und das Wesen in beiden ist. Wirst du schon wieder mutlos? Laß uns lieber auf etwas denken. einander immerfort bekämpfen. Ist es nicht so? Ja. Freilich. der erste ganz so unversöhnbar bleibt wie zuvor. die er haben kann. wodurch uns dieser Versuch doch helfen könnte. worin ungetrübte Übereinstimmung mit sich selbst gefunden wird. auf die Art. und doch sind sie wieder ganz gleichartig. insofern es im Schönen erscheinen muß. Herzlich gern. und dadurch allezeit die vollständige Offenbarung des mit sich selbst ganz einigen Wesens verhindert wird. Es bliebe also auch hier die Erscheinung dasjenige. worin diese beiden entgegengesetzten Dinge miteinander vollkommen 165 . In jedem von beiden war aber wieder Wesen und Erscheinung unvereinbar. um uns davon zu überzeugen. daß es ganz unerreichbar sei. wenn er uns nicht gar bewiesen hat. wie wir es bei unserem vorigen Versuche fanden. die ein Bestandteil beider Gebiete sein muß.

Von dem Besonderen nun. aber finden wir den Übergang zwischen dem Göttlichen und Irdischen. immer unvereinbarer werden. näher geprüft. Es entsteht uns also hierdurch eine ganz neue Grundlage der Untersuchung. mich hielt nur das ab. wodurch die Gottheit die Wirkselbst wirklich wird. die das Schöne schuf. als ich zuerst auf die Notwendigkeit eines Überganges fiel. siehst du doch. es muß also wohl die Tätigkeit sein. war ja nun wohl die Erscheinung des Schönen. wie wir uns nun wohl hinlänglich überzeugt haben. nicht aufsteigen zum Göttlichen. jetzt aber sehen wir. die der Verstand zwischen dem Begriff und den einzelnen Dingen hervorbringt? Nimmermehr! Diese ist ja eben durch die Scheidung beider Gebiete noch vollständiger aufgehoben. Gut! Es muß also eine höhere Art von Verknüpfung zwischen beiden sein. und dessen Bestandteile untersucht. Das Wo etwas Unmögliches. . müssen wir suchen. wie du siehst. lichkeit hervorbringt. etwas. hab' ich auch schon gedacht. wenn es auch schon vorgekommen sein sollte. wenigstens in unserer Betrachtung der schönen Erscheinung noch gar nicht berührt haben. und Hieran. daß wir in jene Tätigkeit. ohne diesen bleibt uns die Erscheinung des Schönen in beiden Gebieten. durch eine Tätigkeit hervorgebracht werden muß. das wir bisher. sind. indem wir eine Vereinigung beider Seiten des Schönen finden müssen. wie es scheint. denn in dem Einzelnen als solchem ist dieses Wesen nicht. sondern daß diese Bestandteile. nachdem wir beide Gebiete so rein voneinander geschieden haben? Einen Übergang also. sondern die Güte setzten. sollte ja selbst schon Er- scheinung i66 sein. Denn die Tätigkeit. die offenbar. sagte darauf Erwin. Denn wir haben das Schöne doch immer nur als einen schon fertigen Gegenstand betrachtet. welche die Dinge nach den Gedanken Gottes schafft. Dieser Übergang aber kann doch wohl abermals nicht die Beziehung sein. früher nicht die Schönheit. daß wir damit nicht ausreichen. und Einzelnen der bloßen Erscheinung kann diese.eins und doch wirklich entgegengesetzt sollte sie sein.

wenn du irgend das. daß die Schönheit ihren "^ Grund nur in der freien Tätigkeit haben kann. so würden wir abermals ganz auf dasselbe geraten. wandte sich Bernhard wieder an mich und sagte: Du gibst nun selbst zu. daß er zurücktreten wolle. Adelbert. Recht gern. noch einmal zu meinen ersten Behauptungen zurückzukehren. mit deiner Aufmerksamkeit begleitetest. Es liegt also schon in die. genau genommen. worin eigentlich dein damaliger Fehler lag. kann doch wohl keine andere sein. noch einmal verfolgen wollten. Nachdem hierauf Erwin durch eine freundliche Gebärde angedeutet hatte. so muß sie auch der Grund der Schönheit lieber selbst sein. ob ich mich nun hierüber besser mit Adelbert verständigen kann. versetzt' er. die von dem einfachen Wesen des Erkennens aus die wirklichen äußeren Gegenstände bearbeitet. wenn auch nicht aufgäbest. sprach ich darauf. zusammenzuhalten. welche die reine und höchste Erkenntnis in der wirklichen Erscheinung auszudrücken und diese danach umzuschaf fen strebt. ob es mir vielleicht gelingt. wenn aber diese das einzige Mittel ist. will ich acht geben. wenn du mir uneingenommen folgen willst. Erwin. und der des Schönen im engeren Sinne mit dem Erhabenen sein? Lieber Bernhard.Mich aber. sollte dieser nicht in den Gegenständen. um zu sehen. wie ihr sie annahmet. deutlich eingesehn. die wir schön nennen. wieder gefunden werden. Ich bitte dich deshalb. unsere Meinungen zu vereinigen. was ich mit Erwin ausmachte. Dafür gedenk' ich indes. als die des freien Willens. Denn eine solche Tätigkeit. wenn wir den Weg7~~ den du eben wieder betrittst. dir jetzt erst recht deutlich zu beweisen. doch. sprach ich. fiel hier Bernhard ein. und was du. nicht halten konntest. Haben wir nicht eben.-ser Tätigkeit ein Gegensatz jenes Wesens mit den äußeren Erscheinungen. was ich dir neulich schon bestritten habe. ermutigt eben dasselbe. die einander ins UnendHche fliehenden Bestandteile des Schönen. mir nur auf einen Augenblick das Wort zu vergönnen. daß sowohl die göttliche wie die irdische Schönheit ganz in Erschei- Nun wohl! 167 .

damit du auch über un- sere Tätigkeit besser belehrt werdest. die beide Seiten zu Einem verknüpft. daß es so sein muß? Gefordert wird das allerdings hierzu. und beide Kräfte müssen zugleich Eine sein. sondern soll es erst werden durch ihre bekämpfende und umwandelnde Wirkung auf die Gegenstände. und in einer Kraft des Irdischen. damit in beiden zugleich Wesen und Erscheinung.nung übergegangen sein muß. das inwohnende Wesen. offenbaren. Sie muß also ihren Grund haben. daß alles dies nur scheinbar deinen Annahmen angemessen. sein eigenes Wesen in sich zu entfalten. und in Wahrheit ihnen ganz widersprechend ist. Siehst du ein. sondern i68 . Auch das ist wahr. in einer Kraft des Göttlichen zu erscheinen. das ist doch noch nicht vollendet. Was aber in der Tätigkeit begriffen und nur durch dieselbe da ist. Es fehlt ihr also wiederum an der Erscheinung. Meinst du nun. die einander unversöhnlich bestritten. was das Irdische zum Schönen macht. indem sie sich durch dieselbe Tätigkeit. Es fehlt ihnen also. wenn sie Schönheit sein soll. nach euren Darstellungen war es so. wogegen das göttliche Schöne wirklich schon Erscheinung sein sollte. und waren uns nicht das Göttliche und Irdische so zwei Gebiete der Erscheinung selbst geworden? Ja. Ich muß es Nun so höre nur wohl gestehn! noch weniges. auch eins und dasselbe würden. Nicht so? Ja freilich. sondern erwarten dies erst von der höheren sittlichen Tätigkeit? So sah ich es an. daß sich dieses auf irgend eine Weise mit deinen Ansichten vereinigen lasse? Deine äußeren Gegenstände sind doch wohl bloß Erscheinung und enthalten gar nichts Wesentliches. Deine reine Tätigkeit dagegen ist durch keinen Gegenstand an und für sich selbst wirklich geworden. Du siehst also. Diese sollte das Göttliche mit dem Irdischen in eins und dasselbe verbinden.

so muß sich darin immer noch die in die Wirklichkeit hervorbrechende Kraft Gottes von der die Gottheit in sich hegenden und entwickelnden der einzelnen Dinge unterscheiden lassen. und beide Gebiete gehen bloß dadurch nach entgegengesetzten Seiten auseinander. wovon das eine von der Gestalt angefüllt war. welche durch sich selbst in ihrer Eigenheit das göttliche Wesen als erscheinend ausdrücken. dies ist etwas anderes. und dieses Werden ist ganz in der Erscheinungswelt gegenwärtig. So wie der Mittelpunkt der körperlichen Kugel nirgend 169 . Wenn nun dieses ganze Reich der Schönheit nur durch solches Werden besteht. und doch zugleich Gottheit. zur Wirklichkeit werdend. überschauen können. da das göttliche Schöne sowohl als das irdische ganz Erscheinung sein sollte. Du hast recht. und sättigt dieselbe gleichsam überall mit innerer Einheit. welche die Gottheit selbst. Hiergegen. annahm. wonach die Gottheit Ursache. das andere von den irdischen Dingen. lieber Bernhard. also zugleich das sein soll. indem durch eine wunderbare Tätigkeit das Göttliche. du kommst so auf Anselms Ideen hinaus. denn nur durch diesen Gegensatz wird der Übergang und seine Richtung bemerkbar.erst im Werden. Das wäre nach den Annahmen wohl richtig. daß Anselms Ursach allein die Ursach alles Schönen. Wenn du das einsiehst. das wir gefunden. und zugleich dieses von der göttlichen Herrlichkeit als seiner eigenen erfüllt wird. bedenke nur. in unsrer Phantasie erscheinend. das heißt der erscheinende Ursprung der Tätigkeit sein göttliche soll. Jenes göttliche Wirken nun strahlt als Erhabenheit aus dem Mittelpunkte des göttlichen Wesens hervor. die meine aber selbst schon erscheinende Schönheit. die wesentliche Kraft des Einzelnen strömt als Schönheit durch die unendliche Mannigfaltigkeit der wirklichen besonderen Dinge. Beide fließen uns zu einem und demselben Reiche der Erscheinung zusammen. sich in das Irdische niedersenkt. was sein Abbild wäre. so werden wir nun das Ganze. Wir hatten nämlich zwei Gebiete der wirklichen erscheinenden Schönheit. Aber mich dünkt.

in der Gestalt vollkommener Einzelwesen. sondern das Entzücken der Ehrfurcht. überseh' ich nun wohl. Wie du sie und übermächtigen Naturkräfte. mein Freund. Ein solches rehgiöses Gefühl ist auch überall von der würdigen Anschauung des Erhabenen unzertrennlich.für sich gefunden wird. Übersiehst du nun die Verhältnisse. die uns durch diese ganz eigen- tümlich gedachte Tätigkeit entstehn? meinst. denn das eben nennen wir im wahren Sinne erhaben. welches uns durch Anbetung zum Gefühle der Seligkeit emporhebt. worüber ich dich am sichersten zur eignen Erfahrung verweisen kann. so breitet sich auch im Erhabenen der göttliche Mittelpunkt schon als Erscheinung zur Oberfläche der wirklichen Dinge aus. ergreift uns nicht knechtische Furcht noch banges Beben. und wiederum ist diese gerundete Oberfläche nichts andres. wenn ich bedenke. bedenke nur recht gründlich. in welche sich daher auch notwendig für unsere Phantasie die Gottheit kleidet. wo überhaupt die volle Schönheit gefunden wird. Doch gesteh' ich dir gern eine gewisse Wahrscheinlichkeit zu. und überall. durch eine Stufenfolge göttlicher Wesen in die ganz begrenzte Menschsieh ein. der echten Erhabenheit Sitz aber nur da sein kann. uns nur die mit unzähligen anderen Gefühlen vermischten Erinnerungen an dasselbe aufregen. sondern nur die körperliche Ausdehnung desselben als Masse bis zur vollendeten Oberfläche wirklich da ist. obgleich mir noch der rechte Beweis dafür mangelt. Dies also. wenn wir dabei auch nur dunkel an ihren vollkommenen göttlichen Ursprung denken. daß die lichkeit über. worin der göttliche Ursprung noch ganz erkennbar und unverfälscht hervorleuchtet. weil er der Urquell aller Gestalten ist. Und zwar geht sie von der Fülle Gottes selbst. in welche viele die Erhabenheit setzen. und uns die annahende Gegenwart der Gott170 . und die furchtbaren Erscheinungen. wie uns das Erhabene wirklich erscheint. die als Schönes überall das gleiche Wesen des Mittelpunktes gegenwärtig und lebendig in sich schließt. am schwersten in eine ganz besondere gefaßt werden kann. als die Wirklichkeit. der. wo wir ihr begegnen.

irdischen Dinge. was unsrem sterblichen Lose ganz verwandt demund befreundet ist. so entsteht uns daraus die Erscheinung des Irdischen in göttlichem Lichte. oder von dem göttlichen Standpunkte aus. Darum ist das Schöne in seiner eigenen Göttlichkeit doch zugleich so gesellig und lieblich. was wir gewöhnlich mit einem fremden Worte Grazie. und erfüllt dieselben überall mit dem Ausdruck der Göttlichkeit auch in ihrem gewöhnlichen Leben und Dasein.heit ergreift. dann werden wir aber auch auf das innigste und herzlichste beglückt und überzeugend heit tiefer in die erfreut. und dadurch sind sie schön in einem engeren Sinne. Welche Lust aber und welch ein leichter und doch vollkommener Genuß der Gegenwart ist uns erst bereitet. wenn wir endlich auch die Schönheit jedes Teilchen der besonderen Dinge und die gemeinsten Verhältnisse derselben anfüllen und vergöttern sehen. Senkt sich aber die Erhabenganz wirklichen. Würdevoll nennen wir mit Recht nur den. und von dem göttlichen Schaffen aus erfüllt sie alles. so ist es nur eben dieses Göttliche. von jenem fremderen Grauen befreiten Genüsse. was sich uns durch die einzelnen Dinge als deren eigentümliches Wesen offenbart. so daß sie sich auch überall in seinem gemeinen Dasein ausdrückt. worin eben das besteht. Denn um die Schönheit in den Dingen zu erkennen. oder wofür wenigstens dieser Name am besten aufgespart wird. mit einem deutschen aber am besten Anmut nennen! Denn das Wort Reiz. So dringt die Erhabenheit bis in alle Besonderheit der endlichen Welt. so wie den von ihr erfüllten und nur sie darstellenden Menschen. Betrachten wir aber dieses Endliche selbst. wel171 . in unsrer vertrautesten Umgebung und in jenigen. welche die Würde genannt. bloß besonderes Dasein ganz durchdrungen ist von der göttlichen Einheit. welchem die Erhabenheit zur gewöhnlichen Natur geworden ist. und unersättlich sind wir in seinem. müssen wir sie durch die Anschauung schon in ihrem Wesen zu ergreifen wissen. die Gottheit selbst als dieses Besondere in freundlicher Gegenwart wahrzunehmen. wie sein eigenes. die ganz menschlich erscheinende und handelnde Gottheit.

ches die Erregung der Begierde. deutlich ein? Wunderbar. Du siehst auch wohl ein. verknüpfenden Tätigkeit unterscheidet. weil sie sich in der Zeitlichkeit hält. sondern zufrieden muß ich für jetzt sein. schaffende Täaufstellen 172 . Dies wirst du doch zugeben? Mit voller Überzeugung. daß alles eins und dasselbe ist. Nicht unrecht hatte daher der große Lessing. so Bewegung freilich durch die und Vergänglichkeit derselben am auffallend- also Würde sich zur Erhabenheit verzur Schönheit. wenn ich recht unverwandt auf die wirklichen Erfahrungen über das Erhabene und Schöne sehe. wie auch in der Bewegung. überzeugst du mich. und sich nur durch die Richtung der von uns aufgefundenen. daß nach unserer jetzigen Ansicht sowohl das Göttliche schön. versetzt' ich. versetzte Bernhard darauf. Ob du nun darin. wenn er den Reiz. als das Irdische auch erhaben sein kann? Denn es ist dieselbe. reicht uns bei weitem nicht hin. so glauben die meisten Menschen sie auch am besten durch bloß äußere Gebärden nachahmenzu können. wenn du nur erkennst. darf uns jetzt nicht in unsrem Gange stören. wie ich es nach meiner Ansicht sten offenbart. die wir ableiteten von ganz anderer Art sind. oder sei es auch einer höheren Sehnsucht bezeichnet. daß die Verhältnisse. wogegensie Erhabenheit undSchönheit als innere und bleibende Eigenschaften anerkennen. fast unbewußten Genüsse dargeboten wird. bemerkt werden. Wie Anmut muß. worunter er die Anmut verstand. wodurch uns erst das Schöne in jedem Augenblicke seines Daseins recht genießbar. für Schönheit in der Bewegung erklärte. Wir aber haben uns überzeugt. die heitere Verwandlung des Wesens in alle mannigfaltige Wirklichkeit und zeitliche Bewegung auszudrücken. und in welchem Sinne du recht haben kannst. Siehst du nun das Verhältnis. und uns zum vielfach verteilten. wiewohl ich immer noch glaube. und weil Würde und Anmut am meisten im Äußeren und Zeitlichen. daß auch so noch alles dies auf die Sittlichkeit bezogen werden könne. als die womit du sie verglichest.

ohne das in ihm lebendig erkannte Wirken. ohne den Zustand. der Erhabenheit. endlichen Erscheinung. beides. sondern bloß von dem Gegensatze des Göttlichen und der besonderen. nicht das Endliche und noch so eng Begrenzte. wenn sie nicht die Gottheit selbst in der Gestalt des Gegenwärtigen vollständig umfassen könnte. was 173 . in seinem ganzen Umfange wieder vorkommt. sie gar nicht Schönheit sein würde. Diese unterscheiden sich hier gar nicht als Stoffe für sich. andere der Schönheit den Stoff zu geben. das allgemeine Göttliche und das Einzelne. allein von diesen Dingen sprechen wir jetzt nicht in Beziehung auf ihre Verschiedenheiten unter sich. ohne dem. die durch beides hindurchgeht. noch dieser Zustand etwas. Dies kannst du auch am besten daran sehen. welches auch nicht sein kann. Dieses offenbart sich auch in den Verhältnissen der Würde und Anmut. In der Würde geht die Erhabenheit bis in das Äußerste der wirklichen Erscheinung über. da ja das Göttliche sich selbst vollkommen begrenzen muß.tigkeit. als nur immer die Erhabenheit. Nur in dieser Tätigkeit und durch deren Richtung sind Erhabenheit und Schönheit unterschieden. die Schönheit mehr einem durch die Oberfläche des Daseins verbreiteten Zustande. und nur von verschiedenen Seiten angesehn wird. daß unter den wirklichen Dingen manche fähiger sind. wie sie im Verhältnis des Schönen und Erhabenen sich darstellen. weil. nicht aber durch irgend einen Gegensatz ihres Stoffes. und nichts an sich Erhabenes ist über ihr. und da können wir wohl sagen. daß in jeder von diesen beiden Seiten der Welt des Schönen. um auch nur als Erhabenes erscheinen zu können. die sich nach der einen Richtung als An- mut bis in die kleinsten Teilchen des Stoffes verbreitet. und verschmäht keinen in derselben vorkommenden Stoff. sondern nur durch die Art. die Schönheit aber. nur daß jenes Wirken schlechterdings nichts wäre. in welchem es gleichsam als Erscheinung stehn bleibt. erhebt sich nach der anderen ebenso hoch in das Göttliche. Hiermit will ich nicht leugnen. die Erhabenheit gleiche mehr einer von Einem Punkte ausstrahlenden Tätigkeit.

und dennoch erscheint die Würde. und einer gewissen Gewaltsamkeit verbinden. Wer nämRichtung sieht. wie ich schon vorher sagte. und sie gänz- von einander losrissen und vereinzelten. und wenn er nun die Schönheit in dem Erscheinenden ruhend findet. und zur göttlichen Wirksamkeit nur dann. dagegen wir mit dem Erhabenen für sich immer den Gedanken der Kraft und Macht. Denn die Wür- welche die in das Begrenzte ganz übergegangene Richtung der Erhabenheit ist. daß sich jede von diesen in der anderen auf schöpferische Weise vollendet und sättigt. so hält er diese für etwas bloß Gegebenes. wenn wir uns mit unserer Anschauung ganz in ihr Inneres versenken. daß derselbe als ein gegenwärtiges Wirken selbst diesen gegebenen Zustand schafft. zu welchem er es aber nie vollständig verbinden kann. Nachdem wir aber hiervon das lich lich bloß die 174 . sondern eine zufällige und endliche. nicht aber. welche für beide ganz verschiedene Gründe der Erklärung annehmen mußten. wird am meisten als ein Zustand der Gleichmäßigkeit und Ruhe wahrgenommen. de. welche zwar die Richtungen bemerkten. die sich also hierdurch desto vollkommener bewährt. denn ihm fehlt ihre Versöhnung mit dem Endlichen. nicht als die Äußerung einer göttlichen Kraft. wonach sich beides entwickelt. das nur auf den Begriff bezogen werden müßte. der hält sie für bloße Übermacht. weil sich darin die Erhabenheit gleichsam mit der Wirklichkeit gesättigt hat. In der Anmut hingegen ist Bewegung. innerhalb der Einstimmigkeit desselben das Göttliche in sich erhält. mehr als etwas Äußeres und Zeitliches. Schrecken und Furchtbarkeit. und nie aus den ewigen Schranken der Schönheit weicht. wodurch sie doch allein erscheinen kann. zu widersprechen. welche aber durch den allgemeinen Zustand der Schönheit beherrscht wird.ich hiervon zuerst sagte. worin die Erhabenheit als ein Streben erscheint. weil er nicht sieht. die Schönheit selbst aber wird mehr ruhend gedacht. und hieraus sind die einseitigen Vorstellungen entstanden. um verstanden zu werden. Diese Natur des Schönen und Erhabenen hat diejenigen getäuscht.

So müssen wir es wohl denken. daß diese Tätigkeit beides auf das innigste miteinander verbinden mußte. es nur die eine und selbe Tätigkeit. wenn darin Göttliches und Irdisches. Es müssen also auch durchaus Erhabenheit und Schönheit ganz und gar ineinander verfließen. daß nur dadurch das Schöne wirklich da sein konnte? Ja. liebe Freunde. wo beide Seiten ganz in eins zusammenfallen. sprach er. vollständige Schöne in der allgemeinen Bedeutung des Wortes. Nun sagt mir aber. wird es uns zu bemerken. sprach ich. und eigentlich nur da ist. Das Erhabene wird also immer nur als ein Hinstreben zum Schönen. Erinnerst du dich. davon eben gingst du aus. den Blick fest auf den Boden geheftet. was wir mit unserer Tätigkeit anfangen. scheint 175 . daß nicht schon dieser Gegensatz selbst und die äußerlich be- sei merkbaren Verhältnisse beider Seiten vermuten ließen. entstehn. oder vielmehr wo wir mit ihr enden. so weit ich deiner Entwicklung dessen folge. dieses als eines zu jenem erscheinen. Erhabenes und Schönes unterschieden werden müssen. mit einiger Anstrengung sagte: dieses. Bist du auch mit diesem allen einverstanden? Vollkommen. und als ein Mittelding zwischen beiden. welche darin nach entgegengesetzten Richtungen erscheine. das wirkliche. bis Erwin sich zuerst faßte. daß die volle Schönheit nur in der ununterscheidbaren Mitte beider gefunden wird. Nun vergiß mir aber auch nicht. fuhr ich fort. Adelbert. Auch dies scheint nach allem vorigen richtig. und. wie Erhabenheit und Schönheit in ihrer scheinbaren Trennung auf diesen inneren Zusammenhang hindeuten. und diese doch nur da etwas sein sollen. wo sie nicht mehr unterschieden werden können! Alle schwiegen hierauf nachdenkend still. und es scheint uns nun seltsam. was wir im Erhabenen und Schönen wirklich wahrnehmen. und es wird das abermals wahr werden. was wir schon neulich bemerkten.Wahre und leicht die innere Einheit erkannt haben.

wie kann denn nun von ihr noch die ursprünglich schaffende Tätigkeit ausgehn? Mich dünkt wirklich. wodurch Wieso ? versetzte der errötende J üngling. hervortreten muß. Jetzt aber ist ja die Gottheit selbst zu einer Erscheinung geworden. herrhch. so sieh auch noch dies zweite. In der göttlichen 176 . den du schon in Anselms Behauptungen aufdecktest. herkommt. durch welche du bald zum Kern durchbrechen wirst! nun überhaupt nicht mehr weiß. woraus du erkennen wirst. Gleich viel. In der geschaffenen Erscheinung also. fort. worin er sich eben vollkommen offenbart. sondern ein an- Was Daß denn? fragt ich. widerspräche? Ganz gewiß. und stehst an der letzten Schale. sagt' ich. fuhr er wo diese ganze Tätigkeit anfangs dacht' ich. Ich schäme mich in der Tat. das ändert die Sache nicht. ich. die wir von Gott haben. und der eine Zweifel ist vielleicht schon damit gehoben. Er offenbart darin sich selbst. Ja. Antworte mir nur darauf! Wenn Gott die Erscheinungen der Dinge schafft. Denn wäre die Tätigkeit Gottes. daß ich dir noch eine kleine Hilfe geben muß. mein trefflicher Erwin. daß du so gut von mir denkst. als aus sich selbst? Welches doch wohl der Idee. Herrlich. während ich vielleicht nicht weiß. sein. rief ich aus. noch wo ich stehe. so ist es in der Tat. worauf es ankommt. weshalb mir eben damals das Schöne zu sehr mit dem Guten vermischt zu werden schien. was ich gesagt habe. dies grenzt an denselben Widerspruch. daß das Göttliche und das Er- habene selbst wieder mit in der schönen Erscheinung. es er die äußeren Erscheinungen schafft. Nun. noch was sie ist. was offenbart er denn in diesen als sich selbst? Oder wenn er darin etwas anderes offenbarte. muß auch Gott selbst offenbart sein. insofern sie Offenbarung Gottes ist.mir noch nicht das Schlimmste zu deres. müßt' er dann nicht den Stoff seiner Schöpfung aus einem Anderen hernehmen. entsprichst du meiner Erwartung! So hast du denn richtig gefunden.

auch zugleich in der Erscheinung derselben mit dem ganzen Umfange des Göttlichen und Irdischen sich offenbart? So eben ist es. Ganz recht. daß eben das Schöne. wie Schupalso nur gerade da. daß ich nicht früher auf diesen alles erleuchtenden Gedanken gefallen bin. und also ein ganzes Weltall darin enthalten ist. die auch nötig ist. wenngleich in unsrer Phantasie. das nennen wir eben Schaffen. auch darin triffst du ganz das Wahre. Nicht wahr? Ohne Zweifel.doch wohl der Schöpfer und das Erschaffene und kein stückweises. rief er nun: ja. Denn wie könnte wohl für uns eine wahrnehmbare Gestalt Gottes. daß in Gottes schöpferischer Tätigkeit schon von Anfang an das Erschaffene mit gegenwärtig. daß Tätigkeit ist ganz eins. durch welche wir überhaupt erst zur Wahrnehmung des wahrhaft Schönen gelangen. eine Zeit durchlaufendes Werden zwischen dem einen und dem anderen denkbar? Nein. wenn ich mir denke. wo uns pen fällt es mir von den Augen. das nur nach verschiedener Ansicht als dies oder jenes betrachtet werden kann. und fast möcht' ich mich verwundern. und so muß es sein. J das vollendete Schöne zustande kam. Ja. Sieh also nochmals auf das vorige. mein Erwin. jenes stufenweise könnten wir eher Machen nennen. wenn aber dies ist. von uns die wahre schaffende Tätigkeit erfaßt werden kann. und mich dünkt. wie also eine göttliche Schönheit. in jenem Mittelpunkte. wenn du es scharf durchdenkst. und das eine und selbe sind. wenn du erkennst. als wirklich erscheinendes Ding. was darin ist. und das Schaffen Gottes mit Einem Schlage zugleich da. dergestalt. Ich verstehe dich doch recht. wirklich entstehn. so ist auch Tätigkeit und schon vollendetes Dasein eins. 12 wenn nicht die Gottheit selbst 177 . daß hier eben jene göttliche Offenbarung sei. Doch eben dieser ist wohl die Offenbarung. der die Enden vereint und so die Tätigkeit scheinbar auslöscht. und bemerke. und ebenso alles. so wie sie in jedem einzelnen schönen Dinge wiederkehrt. Die Schale ist durchbrochen. um den wahren Sinn des Schönen überhaupt zu erkennen.

daß du mir meine eigenen Gedanken noch um vieles klarer gemacht hast. wodurch eben unbewußt die Ansicht entsteht. wo Erhabenes und Schönes ganz eins sind. Lieber will ich mit Erwin sogleich die nächsten Folgen unsres Fundes suchen. kommt es.Schöpfung sich offenbarte. dabei wollen wir uns nicht weiter aufhalten. da ich überzeugt bin. Ich kann wohl nicht anders. andre davon sprechen zu lassen. und zugleich ganz wirkliches Ding? So muß es sein. sprach dieser darauf. dünkt mich. um so weniger. die wir vorhin bei Anselm angreifen mußten. da in dem Schaffen keine Zeitfolge sein kann. ohne eine solche Verwandlung der Gottheit in wirkliches. Nun wohl. daß wir gemeinhin. und also zuSchaffende und das Erscheinende wäre! An der gleich das göttlichen Schönheit und dem Erhabnen ist dies nur am auffallendsten. sonst kann aber auch das Irdische nie schön sein. lieber Anselm. so ist ja wohl in dem Augenblicke der Handlung das Schöne zugleich ganz im Schaffen. ohne weiter zu fragen. daß auch Anselm uns beistimmen wird. Denn eine schaffende und zugleich selbst in die Wirklichkeit übergegangene Gottheit ist in beiden. 178 . Wie groß mein Verdienst hierin sei. gegenwärtiges Dasein. versetzt' ich. Nicht so? Ja. Doch will ich dir gern zugestehn. Eben daher nun. und zugleich nur da. ein Dasein und eine wirkliche Persönlichkeit Gottes annehmen. deren Verhältnis zu der unsrigen. daß im wesentlichen doch beide Meinungen auf eins zurückkommen. wie es denn überhaupt besser ist. daß dieses zur Schönheit so ganz unentbehrlich ist. so folgt es. sagt' ich. denn bloß durch ihre Gegenwart ist ja irgend etwas schön. Also ist wirklich nur in deren Einheit die volle Schönheit der wirklichen Dinge. Als wirkliches Ding aber ist es das Hervorgebrachte. und wir müssen nun lieber annehmen. nunmehr so einleuchten in ihrer eigenen muß. Von Herzen gern. wonach Gott bloß als eine persönliche Ursach der Welt gedacht wurde. sprach Erwin.

so stellt sich auch gleich das Häßliche zur Vergleichung daneben. oder nach anderen Verhältnissen betrachtest. was sich gegen alle Schönheit empört. doch scheint mir. Eben dadurch. so werden sie freilich weder als schön noch als häßlich erscheinen. als entgegengesetzt. wird es uns gerettet. die weder schön noch häßlich seien. weil du etwa die Dinge zu einem besonderen Zwecke. Es scheint aber auch wohl nur so. so wird es doch hierdurch als solches ganz den Gesetzen der wirklichen Erscheinung. versetzt' ich. nach ihrem Nutzen. indem es zugleich als Schönheit der gemeinsame Mittelpunkt der lich er. sprach Wenn es Ohne Zweifel! Dieses Verhältnis ist nun doch wohl ein ganz feindliches. nur nicht.daß Erhabenheit und Schönheit. wenigstens wenn wir von dem vorher festgestellten ausgehen. worin eine solche Offenbarung des Göttlichen nicht ist. welches ihm aber nun nicht zu schaden scheint. schönes Ding muß es doch mitten unter ganz gemeinen Erscheinungen sein. welches die ernsthafte Betrachtung nach dem gewöhnlichen Sprachgebrauche nennen könnte. ein wesentliches Verhältnis zwischen beiden zu finden. in einen neuen Strudel der Verwirrung gerät! Denn sieh. und also abermals allen ihren Gegensätzen und Verhältnissen unterworfen. es könne auch gleichgültige Dinge geben. Denn wie sollten wir es nicht aufgeben. ist nun das Schöne so ganz wirkliches Ding. und mit diesen in Verhältnissen stehn. die im Schönen ist. Verhältnisse sein muß. sagt' ich. so daß dessen Hervorbringungen als dasjenige erscheinen. denn keine stu- man . wirknur ein scheinbares Hinstreben zur vollen Schönheit bezeichnen. sobald du aber einmal das Schöne bemerkst. dieses aber nennen wir ja wohl das Häßliche? So nennen wir es. als ein wirkliches. sonst war' es gar nicht mit in der erscheinenden Welt. indem der gemeine Naturlauf allenthalben die Einheit. zerreißt und verstümmelt. Gibst du nämlich überhaupt nicht auf die Schönheit acht. wenn wir dadurch allein das Schöne retten können? Gut.

welche demnach das grade Gegenteil der Anmut wäre. Du wirst auch bemerken. am Ende darauf hinaus. daß das Schöne nicht ohne diese gemeine Seite der Erscheinung bestehn kann. der Schamlose dagegen stürzt sich mit Bewußtsein in das bloß gemeine und häßliche Dasein. daß die ganz gemeine Natur und das bloß Zufällige in den Dingen das Wesentliche verdrängen und sich an dessen Stelle setzen will? Denn jetzt nenn' ich zufällig eben das. Nun denke bei dem allen auch daran. wie wir gesehn haben. das sich selbst für schön ausgibt. Schamlosigkeit. was wir zwar vorher das Häßliche nannten. Oder kommt nicht Frechheit. was bloß durch seine zeitliche und ganz besondere Beschaffenheit unser Gemüt an sich reißt. welches die Scham genannt wird. muß es nicht wo es uns recht deutda auch eine höchst wunder- i8o . wozu nicht bloß die sinnlichen Neigungen. zwischen dem wesentlichen und dem bloß gemeinen Dasein. insofern es ebenfalls nur zeitlich und des augenblicklichen Genusses fähig ist. ist häßlich. zugleich ganz auf in eben dasselbe. das ganz Gemeine in uns. diese Beziehungen lassen mir keinen Zweifel übrig. nun aber kaum noch so nennen dürfen. ist die Frechheit. Dies wunderliche Verhältnis denn. Dieses nun. und alles. Muß es nicht so sein? Es kann in der Tat nicht anders. weshalb wir ihn auch als einen frechen Empörer beurteilen.f anweise Vermittlung ist ja. lich auffällt. Ich muß es zugeben. was damit verwandt ist. oder du kannst auch sagen. heftiges Widerstreben des Besseren und Wesenhaften in uns verrät. Die Schönheit löst sich also. indem es sich selbst als Wesentliches gebärden und dessen Ausdruck sein will. sondern manches andere in uns. als Erscheinung betrachtet. da es ja auch ganz Erscheinung ist. Wenn du über diese Verhältnisse näher nachdenkst. gehören möchte. Häßlichkeit. wirst du dich wohl von dem Gesagten überzeugen. was oft sehr hoch angeschlagen wird. Ja. daß dieser Kampf sich sogleich beim Anblick des Häßlichen durch ein unbewußtes.

kamen mir immer so dürr vor. brauchst eben nichts mehr beizufügen. welch ein seltsamer Widerspruch darin ist. ebenvollste hier die i8i . versetzt* ich. welches dem elendesten Menschen eine fast boshafte Genugtuung gibt. daß ich deine Erklärung desselben so rasch billige wie begreife. lächelnd. zeitlichen Welt uns vertraulich ergötzt. die gewöhnlichen. wodurch sich eine ganz behagliche Befriedigung erzeugt. und wenn doch zugleich eine edlere Freude in uns darüber erregt wird. nicht unsren elenden Bedürftigkeiten und Jämmerlichkeiten entgehn kann. daß hier auch ein Widerspruch ist. wie wir ja wissen.liehe Wirkung auf unser Gemüt hervorbringen? Sieh nur. sondern in der Phantasie. wie die von einem Widerspruche für den Verstand. indem er sich selbst damit vergleicht. daß mir selbst das Lachen dabei verging. Es macht mich ordentlich froh. der sich nur freut. sollte sich dasselbe auch auf eine etwas verzerrte Weise darin offenbaren. Darum nimm ja nicht an. daß du den Ursprung des Lächerlichen beschreibst. dennoch durchaus in unsrer einheimischen. Dies gibt eine Lust und Heiterkeit. Beide Richtungen des Gemüts fallen aber da zusammen. indem wir uns zugleich ganz gemein und darin ganz schön fühlen. daß auch das Schöne. weil es Erscheinung sein muß. daß auch der von Ideen begeisterte Mensch die Schuld der Zeitlichkeit in schlechten Neigungen und Erbärmlichkeiten bezahlen muß. worauf sie auch den Witz und Scharfsinn beziehen wollen. Für diese ist aber. Du mich rasch. daß Rede sein könne von dem boshaften Lachen des ganz Häßlichen. daß auch das Schlechteste und das Gemeinste von dem Wesen und dessen Ausdruck durch die Schönheit nicht entblößt ist. die. wo sich dieses Wechselverhältnis recht vollständig findet. welche wir dem Schönen zuschrieben. ganz ähnlich an sich jener verhüllten und verkörperten Seligkeit. sprach er um mich zu überzeugen. und bemerkst auch wohl. der Widerspruch immer zugleich die verstehst Du Übereinstimmung. das verkörperte Wesen selbst. wenn wir auf der einen Seite bemerken. nur nicht im Verstände.

fuhr ich fort. in welche verwandelt uns ein Teil der reinsten Seligkeit vom Himmel wie ein erfrischender Tau herabgesandt wird. und von der ermüdenden Bemühung um das Höhere zum glücklichen Gleichgewicht der Schönheit aufrichtet. Wieso dies? Als Lächerliches. und selbst dieses im Lächerlichen durch die ewige Kraft der Schönheit gleich182 . bemerkst du diesen Unterschied. in der Mitte gleichsam des Schönen. daß wir hier nicht alles beisammen hatten. der uns dort die Hauptsache war. der zugleich ist. weil Nichtiges und Wesentliches für uns eins und dasselbe wird. gemütlich lachen. durfte sich der Gegensatz des Schönen und Erhabenen. o Freund. Gern möcht' ich dir noch vieles sagen. dächt' ich. wonach wir volle strebten. Vielleicht fällt dir aber auch ein. Dieses Lachen. unerbittert über das Gemeine. Übereinstimmung wird. sprach er.sowenig aber auch von der Freude des Guten darüber. Nun. der schärfste Gegensatz. Etwas ganz anders seiner Art nach ist vielmehr die Lust. schneller auf unser letztes Ziel hinzueilen. und daß wir ein wenig einseitig und zwar zu hochmütig unser Schönes aufgewiesen haben. wenn wir auf die vorher aufgezeigte Weise im einzelnen Lächerlichen über das ganze Zeitliche und über uns selbst. wie alle Wirkungen des Lächerlichen sich aus unsrem Standpunkt erklären lassen. Denn. wir haben es doch immer nur dem ganz Gemeinen glänzend genug gegenübergestellt. und sehr demütig wegen des Edlen in uns. gar nicht als Widerspruch zeigen. und von den verschiedenen Arten desselben. ist die zeitliche Gestalt. und so auch in der Erschei- nung erkannt Leicht. geb' ich es zu. -^ Mit Recht. was zum Schönen gehört. war' es doch demütig genug erschienen. Besinne dich deshalb. daß er etwa im tiefsten Elend der Menschheit noch ein Fünkchen der Idee entdeckt. der uns zugleich von dem Elend der Gemeinheit. daß erst im Lächerlichen recht erlangt ist. sondern mußte ganz in die Einheit zusammenfallen. wenn nicht die Zeit mich anmahnte. ob du mir zugibst.

Von dieser Einheit. gesondert wurde. begriffen ist. aber doch von ihr. sondern von dem Schönen. das. freue ich mich herzlich. als wir die wesentlichen Verhältnisse des Schönen im allgemeinen durchgingen. weil es sie zugleich bekämpfte. vorher nur durch Vertilgung der beiden Glieder vereinbaren Gegensatz des Erhabenen und Schönen willst du auflösen. wie wir es vorher von dem Schaffen Gottes ablösen mußten. die erst alles Erscheinende schafft. damit das Schöne frei in der Mitte schwebend bleibe. welches sich wieder von ihr absondern muß. Wie aber. versetzt' er. Du triffst es beinahe richtig. fiel er ein. ständig. auf wel- 183 . sondern auch und zwar vorzüglich. als ein für sich bestehendes Wesen erkennen müssen. sagt' ich. nun das Göttliche rein absondern. ist auch gar nicht die Rede. daß sie mit ihm in gar keinem besondren Verhältnisse mehr stand. als ihrem Hervorgebrachten eins war. Sowie also in der schönen Erscheinung das Gemeine zwar mit enthalten ist.sam als geadelt. Auf die Vollendung dieser Reinigung des Schönen. selbst wie sie etwas Wirkliches und Persönliches ist. und bitte dich ungesäumt damit vorzuschreiten. um es als Gegenstand wirklich vor uns zu haben. daß es Erscheinung auch einem andren Widerspruche nicht entgehn kann. in welcher uns die Geburtsstätte des Schönen lag. so ist ja darin auch ein wirklich erscheinendes Göttliches. ganz Erscheinung ist. auch einen Standpunkt. als bloß Hervorgebrachtes angesehn. war ja wohl schon gehoben. wodurch alles vollendet werden muß. Bemerkten wir da nicht in derselben Welt. nicht bloß als Bestandteil des Schönen. und wie vorher das Gemeine. da wir ja die Gottheit. in welchem es mit der reinen und vollkommenen Gottheit. was wir früher fanden. Um es jedoch vollkommen aufzufassen. Dieser Widerspruch. da die schaffende Tätigkeit Gottes so mit dem Schönen. erst deine Absicht voll- Den ganzen. Jetzt versteh' ich. und sich als solche mitten in Widersprüchen schön erhalten soll. wenn wir nun bedenken. versetzt' ich. erinnere dich einmal.

So war nun aber müssen wir das Schöne keit gänzlich unterworfen? Ohne zu sein. wie du dich erinnern wirst. mit ihr unterzugehn in die Zerstückelung des Zeitlichen. Als solches ist es denn wohl jenem ewigen Zustande.besonderen Dinge ihr Dasein nur in dem Wesen und ganz darin aufgingen? Allerdings. wo es allein die Hoffnung des unsterblichen und unbedürftigen Lebens ruhen lassen kann? Und wenn es das tut. der Zeitlichkeit und Vergängliches. hinfällig warum man und nichtig finden. daß diese Seligkeit auf gewisse Weise mit in das Wesen der Schönheit chem alle Gottes selbst hatten. und sei es auch noch so schön. Nicht unrecht bemerkst du das. daß sich nun jenem leichten und frohen Genüsse. der in diesen seinen Eigenschaften liegt. Denn bestreiten muß sich offenbar beides. willst du nun den Gegensatz der Trauer entwickeln. wirkliches. eingehe. ja dieser Gegensatz scheint mir der Grund auf den Gedanken gekommen ist. hinwegwenden zu dem. wenn wir einerseits das Schöne mitten im Laufe der erscheinenden Dinge ganz. und das ewige Licht des Unveränderlichen ganz in sich zu verdunkeln? Wohl erkenn' ich. Zweifel. auch erkannten wir eben darin einen Zustand der Seligkeit. das erscheinende Schöne für ein Abbild seines eigenen Wesens in jenem göttlichen Zustande zu halten. ist sie nicht in Gefahr. Doch seh' ich nunmehr auch hier schon die Auflösung. und. einzelnes als ganz Ding betrachten. sprach er. und wie vorher das Lachen von dir erklärt wurde. wie es bei Gott ist. entgegengesetzt. wovon wir vorher sprachen. Jetzt aber kommt es uns mehr auf den Widerspruch an. sein Wesen dagegen in dem Wesen Gottes ewig und unveränderlich. eine wehmütige Betrachtung über das hinfällige Schöne zugesellt. 184 . Muß sich da nicht das gottergebene Gemüt von jenem Zeitlichen. versinkt ihm dann nicht die Schönheit ganz unter die übrigen wesenlosen Güter der nichtigen Welt? Wenn hingegen die Seele sich hängt an die irdische Gestalt. wenngleich mit Wesen erfüllt. nachher aber zeigte sich auch. wie diese sind.

überzeuge dich nur recht. bewältigt jeden. reinen Gottheit. was hier noch mehr ist. so daß. indem das Sterbliche vertilgt wird. sondern durch die Nichtigkeit der Idee selbst. sondern versinkt vor Gott mit der ganzen übrigen Erscheinung in Nichtigkeit. Daran kannst du aber recht sehn. die. Dieser herbe Widerspruch. o Freunde. Vollkommen wahr! sprach ich. doch. ja nicht einmal bloß durch die Vergänglichkeit alles Irdischen.ich. ist uns auch von Michel Angelo aufbehalten. daß er Widerspruch bleibt. Denke daran. und muß in ihm sein. und ohne Zweifel nun auf deinem Wege liegt. muß sich doch die Religion auch gar oft des Schönen zu ihren Zwecken bedienen. kann es sich doch nicht aus jener irdischen Verkettung befreien. welch ein wunderbares Ding das Schöne sei. nicht bloß an dessen Stelle 185 . Indem es mitten in dem Gewühl der anderen. sondern allgewaltigen. versetzt' er. die Schönheit ist ja auch selbst ganz göttlichen Ursprungs und Inhalts. wie oft die Religion die zu große Liebe zum Schönen ausgestoßen und als ihrer unwürdig verdammt hat. Dies ist das wahrhafte Los des Schönen auf der Erde! Und dennoch ist in demselben. mit ihrer Verkörperung. erwidert' sich lächelten und sich zurückflüchteten in die Wohnung der unverkörperten. sondern ewigen und unzerstreubaren Schmerze. mit einem nicht nur innigen. doch so. und eins. denn nicht durch den Untergang des einzelnen Dinges wird er in uns erregt. wie ich sage. ja daß selbst große Künstler zuletzt über ihr eigenes Spiel mit Gestalten nur Zuvor. auch unbewußt. Beim Petrarca wirst du nicht wenige Sonette dieses Inhalts finden. und besteht eben in der Versöhnung dieses Widerspruches. jener vollständige Übergang des Göttlichen und Irdischen ineinander. Dagegen. worin er recht deutlich ausgesprochen ward. mit der aber jedesmal eine ganze gottbeseelte Welt dahinstirbt. erscheinenden Gegenstände durch die ihm inwohnende Herrlichkeit des göttlichen Wesens erhöht wird. nicht durch andere Güter heilbaren. daß es wirkHch verhält. zugleich dem gemeinsamen Geschick alles Sterblichen unterworfen wurde.

i86 . so war es. ob auch beides wirklich als ein und dasselbe Schöne bestehen kann. in welche das Schöne Seele strömt. insofern es Hervorgebrachtes und Erscheinung war. ob nicht auch hier Einheit und Widerspruch durch eine göttliche Verfügung vereint sind. Auch Anselm und Bernhard hatten mir aufmerksam und mit steigendem Anteil zugehört. Siehe nun. der gern für jede Sache gleich das gestempelte Wort sucht. wie dieses Sterbliche zugleich vollkommen Eins mit dem Ewigen ist. und Anselm. von dir zu hören. Alles nämlich.der höhere Zustand der Verewigung tritt. bei solchem Anblick. Denn es war als eins und dasselbe zwar auch zugleich das göttliche Schaffen selbst. sondern eben durch den Untergang erst recht einleuchtet. die mit der Wehmut. ob wir dies schon das Komische und Tragische nennen dürfen! Wir müssen wohl erst sehn. wie du endlich die beiden Bedeutungen. die ihn schon so oft uns raubte und wieder gab. vereinigen wirst. zu erwidern: Wer weiß. jetzt wieder zerfiel. Du wirst doch nicht. von dannen. deine Rede. Nicht so? Ja. auch jetzt noch unseren schwer gewonnenen Besitz wieder hinwegrauben? Ich nicht. Worauf ich nicht umhin konnte. welches aber in Gott sein muß. lobte mich sehr. Nun fühl' ich nur noch die innigste Sehnsucht. Mit Erstaunen erfüllt mich. versetzte dieser. lieber Anselm. und durch sie. Erwin. fiel Erwin mir ein. daß ich ihm die Gründe des Komischen und Tragischen in ein helleres Licht gesetzt hätte als irgend jemand vorher. Dadurch entsteht die überschwengliche Seligkeit. und ob nicht endlich unsre ganze Darstellung eine Tragödie vom Schönen selbst war. und nicht in der wirklichen Erschei- nung sein kann. sagt' ich darauf. Denn nun ist mir der ganze Schleier durchrissen. entwickelte sich doch aus demselben. der mir das innerste Leben der Schönheit deckte. aber wie eine tausendklauige Harpyie führt ihn uns die Rede selbst. was wir hier über das Schöne gefunden haben. in unsre und uns auf so wunderbare Weise den ganzen Maßstab gewöhnlicher Empfindung entrückt.

dies eben wünscht' ich noch vereint zu sehn. wesenlos zerspaltet? Denn was allen seinen wesentlichen Bestimmungen nach etwas andres wird. so daß auch alle nach und nach vor uns entstandenen. als in jenem göttlichen Schaffen. in der anderen aber 187 . worin das ganze Wesen in allen seinen Tiefen. was wir das Lächerliche nannten. und als eben dasselbe wirkliche Ding. und nach denselben Bestandteilen betrachtet. Vereint ist es auch. aber ihre Widersprüche auch schon von Ewigkeit her vereint sind? So muß es sein. Das wohl. und das ebenfalls ganz. beide umfassenden Bande zusammengehalten. und die ganze Erscheinung in aller ihrer Zersplitterung sich vollkommen miteinander sättigen. verschiedenen Richtungen zwar darin mit enthalten. Ist denn solchergestalt nicht beides in ihm. aber sind es auch beide Standpunkte selbst? Und ist es nicht dennoch immer das eine und selbe Schöne.Wenn wir aber meinten. und auf der anderen ward es in seinem Verhältnis zur Gottheit ein GegenDu erinnerst dich ganz richtig. und zwar beides bloß nach seinen wechselnden Verhältnissen. wirkHches Ding und Hervorgebrachtes der gemeinsame Mittelpunkt aller Verhältnisse sein könne. Erwin. bald der Trauer erschien? Freilich. zeigt sich dieses nicht jetzt als ein Irrtum. so daß es nur in der einen Beziehung dieses. das uns als ein Gegenstand bald des Ergötzens. Wären sie denn aber für unsre Welt der Erscheinung gar nicht zu vereinen? Siehe nur selbst zu! In dieser Welt schwebt uns ja das Schöne zwichen Erscheinung und Wesen. fiel es uns durch innere Widersprüche auf der einen Seite in das Gebiet der vorherrschenden Erscheinung. in die es sich. da es sich ja immer wieder nur auf entgegengesetzten Standpunkten vollenden konnte? Wieso? In jedem dieser Standpunkte war doch Widerspruch und Einheit vereinigt. je nachdem wir es auf dieses oder jenes Verhältnis beziehn. aber wo anders. und war als Schönes in jeder Bedeutung doch ganz das. von keinem inneren. als daß es auch stand der Trauer.

und ist stets das grade Gegenteil seiner selbst. weil eben sein Schaffen in allem. doch wohl nur eine träumerische Täuschung gewesen. daß doch in jeder von beiden Richtungen für sich etwas Bestehendes und eine Versöhnung des Widerspruches herauskam. sprach Anselm. so ist es mit dem Schönen noch viel schlimmer bestellt. denn dieses zerspaltet sich so. wovon es nur bald auf diebald auf jener Seite als ein nichtiger Widerschein aufgefaßt werden kann. So gerät es mit sich in den vollkommensten Widerspruch. versetzt' ihm Erwin. Mit Recht also könnt' ich sagen. für ihn auch alles schön ist. und doch ist die Schönheit nur da. welche beides bilden. als dem Schönen. ani88 . vorgestellt Hätten wir es Heber. so wünscht' ich lieber. nur als dieses oder jenes von beiden kann es das Schöne sein. inser. sein eigenes Gespenst. durch einen Hymnus gepriesen. dessen angeschlagene Töne du nur zu oft gewaltsam unterdrückt hast! Das wäre.jenes Ding wird. sondern sich durch das Grundverhältnis ihrer eigenen Bestandteile in sich selbst zersprengt. daß es entweder ganz lächerlich oder ganz trauervoll ist. nirgends aber das Wahrhafte und Lebendige. wo die Bestandteile. und etwas Unmögliches wird. Weil aber einmal unsre Sache bis zu frommen Wünschen gesunken ist. das Wesen und die Erscheinung an ihm. muß das nicht ein bloßes Verhältnisding und ein an sich nichtiger Schein genannt werden? Wenn aber alle Dinge dieser Welt zwischen Lust und Trauer. für uns aber die Schönheit nicht allein in die Verhältnisse alles übrigen irdischen Scheines zerfließt. dem Wechsel aber beide nur entnommen werden können in dem göttlichen Schaffen selbst. Gedächtest du hiergegen dich darauf noch zu berufen. beide stets gleichen Anteil haben. ja man könnte sagen. daß es nie in einer von beiden allein erscheinen kann. wir hätten es selbst geschaffen. so daß es nur für Gott ein bleibendes Schönes. und. Lachen und Weinen schwanken. so bleibt eben das Schlimmste. daß unsre dem Rede wohl eine wahre Tragödie vom Schönen habe. völlig eins und dasselbe sind.

Und solche Kraft. will euch auch meine Stimme geben. und daß wir deshalb vor allen Dingen eine bestimmtere Abrede treffen müssen. 189 . Ich meine nämlich doch. die er uns aus seiner eignen Vollkommenheit herabsenkte. fügt' ich hinzu. sagte Bernhard. ist. oder wenigstens nachzuahmen. Schönes schaffend. sprach er. daß uns alles daran liege. Und ich. Was ich denke. sondern weil die Tragödie doch einen beruhigenden Schluß haben muß. durch sie. daß es wohl in uns. auch eine Kraft geben möchte. zu der Erwins vorbedeutungsvoller Mund uns führte. um jenes Schaffen in dieser unserer Welt zu wiederholen. sagt* ich. nicht bloß damit wir den stolzen Anselm überstimmen. als den der Kunst! Dünkt euch aber nicht. was mir freilich auch nicht ungelegen kommt. geschaffenes Ding zu beurteilen. daß du etwas Triftiges bei deinen Worten denkst. und Abrede wurde getroffen. um. Einen anderen Namen hätten wir denn dafür wohl nicht. wann wir uns wiedersehen? Zum die Beifall aller war dies Wort ausgesprochen. selbst schön zu sein. so muß ich dem letzten beistimmen. die wir durch Phantasie uns bis zum Auffassen jener göttlichen Schöpfung erheben konnten.statt es als ein schon vorgefundnes. Erwin. wie wir es für ihn und in seinem Reiche sind. nun endlich zum Ziele zu gelangen. müßte ja wohl eine Gabe Gottes sein. Wenn ich eins wählen soll.

da hingegen nun wegen des vielen Zwischenredens und Mißverstehens und Streitens zwei weitläufige Unter- redungen dazu gehört haben. sprach Anselm. im Zusammenhange zu entwickeln und anzuwenden. hätte jeder von uns ein ganz bestimmtes und auf das Ganze gegründetes Urteil darüber fassen und aussprechen können. doch in der Tat. Auch war' es unrecht. was du neulich andeutetest. o Freunde. da es endlich dahin gekomdaß du. dich anheischig gemacht hast. wenn auch nicht mit deutlichen Worten. es komme nun auch in deiner Rede. und. Ganz hingegeben dem Genüsse der lauen. Adelbert. daß ein so schöner Tag unserer Unternehmung das glücklich- Vorzeichen darbietet. was du eigentlich wolltest. Und hättest du gleich anfänglich eine solche zusammenhängende Darstellung gegeben. dir heute viel einzureden. balsamischen Luft und deines Vortrages. was mir dargeboten wird. will ich hier im Grase ruhen. und die Verhandlungen gleichsam geschlossen gewesen wären. uns nur einigermaßen begreiflich zu machen. so wäre vermutlich alles leichter und besser vonstatten gegangen. men ist. Denn nachdem wir das ganze System vor uns gehabt hätten. Denn mit leichtem Gesäusel mildert ein sanfste tesWehendieGlutderschonzumAbwege gewandten Sonne und stimmt in das behagliche Geplätscher der Wellen ein. uns. mich in gottähnlicher Mühelosigkeit bloß an dem ergötzen. erfreut mich ungemein. wie es wolle. als wir uns zum drit- tenmal an dem schon gewohntenOrte getroffen und nach freundlichen Begrüßungen um die Quelle gesetzt hatten. Zwar ist die schönste Form der Philosophie in ihrer künstlerischen Aus190 .Drittes Gespräch s ^^^^^.

die beim Nachhausegehen durch ihr Mäkeln ihre tiefe Kenntnis einander an den Tag legen können. und allein voranrennen? Dies mag bequem sein für die. wodurch die Menschen wirklich zusammengeführt werden. noch etwas unzufrieden über Anselms erste Rede. ausbilden möge. daß ich mich neulich in euren ganzen Handel nicht anders einlassen wollte. bevor ich ihm noch erst eine Frage vorgelegt habe. 1 191 . wenn du dich erinnern willst. und nun soll ich ihn mit Gewalt zwingen. die wir nicht so fest. O du endloser Frager. daß sie auf dem Gerüst umher gute Freunde genug zum Klatschen haben. Von selbst aber und durch den Zufall. laßt uns alle drei uns selbst ein pythagoreisches Zurückhalten auflegen. wie vor göttlichen Piaton beweist. ohne diese Gespräche mit Adelbert gelangt sein würde. so kann ich doch schlechterdings nicht ruhen. sprach darauf Erwin. daß er nunmehr im Zusammenhange das. was ich jetzt zu wissen glaube. was wirst du ihm nicht noch ab. Adelbert. Darum. und wiederum für die Zuschauer.büdung gewiß das Gespräch. fiel ihm Anselm etwas unmutig ein. welche sich gern an ihren eigenen Sprüngen ergötzen. wie du. Von mir wenigstens kann ich offen gestehen. aber das allen das Beispiel des muß dann auch ein Kunstwerk im höheren Sinne des Wortes sein. und etwa auch schon voraus wissen. worin sich die streitenden Meinungen schon voraus in der alles umfassenden Anlage versöhnt haben. Und obwohl ich auch wünsche. stillzusitzen. endlich einmal alle diese Störungen abzuschneiden. wozu er den Keim gelegt hat. Bernhard und Erwin. und Adelberts Darstellung nicht ferner unterbrechen. Du bist doch ein wenig ungerecht. kann doch dergleichen nicht entstehen. mit Lächeln. in unserer Meinung saßen. daß ich schwerlich zu dem. sagt' ich. da würde mich ja der Vorwurf des Widerspruchs mit mir selbst treffen. Nun wahrlich.und anfragen Fast möcht' ich dich bitten. gegen uns andre. die mich sonst nur immerfort peinigen und meine ganze Andacht zerrütten möchte. in gemütlicher Sicherheit. als wenn ich Erwin zuvor in Gang gebracht hätte.

Meine Frage. und ursprünglich davon ausgegangen ist. versetzt' ich darauf. durch deine Darstellung des eigentlichen Wesens der Schönheit ganz bestätigt wurde. daß wir wieder nicht recht zur Sache kommen. und daß sie zuletzt bloß in der Handlung des göttlichen.dich nicht wieder weil sie unter den Ihrigen sind. daß die Kunst ihre Gegenstände als schon vollendet und ganz wirklich darstellen soll. die. worin das Schaffen sich ganz erfüllt habe. Ich glaube ganz wohl begriffen zu haben. bitt' ich dich im Namen Erwins. daß die Kunst eine Nachahmung der Natur sei. will ich dafür auch versprechen. diese möglich zu machen. oder des diesem nachgeahmten Schaffens selbst sein muß. wenn ich dich irgend richtig verstanden habe. Ich sehe aber schon. böse zu machen. die wahre und vollkommene Natur müsse nach dieser zweiten Ansicht in dem Schönen erscheinen. Aber ein Widerspruch scheint mir darin zu liegen mit meiner frühern Meinung. und diese von der Kunst nachgeahmt werden? so als zusammenhängend J 192 . wenn es Anselm denn erlaubt. ihm seine um Frage zu erlauben. nötig sein werden. war diese. Mag er denn fragen. die mir durchaus zu der Überzeugung. wodurch das wirkliche. daß ich verstanden sei. und weil ich ihm zutraue. etwas schon Vollendetes sein zu müssen. was er Lust hat. offenbaren wollte. warum sich die Schönheit durchaus nicht in den Gegensätzen. daß er etwas fragen wird. sprach darauf Erwin. ehe du weitergehst. Doch. woran ich die von dir verlangte Ausführung anknüpfen könne. daß Erwin schon etwas fragen würde. mich zu beruhigen. daß nämlich diese in der äußeren Erscheinung der Dinge vollkommen gegenwärtig sei. woran ich das übrige leicht anknüpfen könnte? Ich verstehe dich doch recht. Danach scheint sie doch immer. und daher möchte auch die Lehre stammen. sobald sie Schönheit sein soll. Nur über diesen Zwiespalt bitt' ich dich. gemeine Dasein sie trübt. Sagt' ich es nicht. gab Anselm zur Antwort. wenn du meinst. oder vielmehr beruht sie auf diesen Zweifeln. welche wohl in der gewöhnlichen Gestalt nur mißverstanden. und nur die Zwischenreden zulassen.

daß er in jedem einzelnen Dinge vollständig erkannt werden kann. Also doch nicht. und so das vollkommene Sein nicht selbst schön sei. und gib erst recht acht. ohne daß wir noch jenes göttliche Schaffen besonders hinzudenken müßten. nicht der Fall. Nun so laß uns sehen. die Zweifel schafft. Ohne Zweifel muß darin der wesentliche Begriff. wie es sich in dieser Entwicklung des Naturbegriffs verhält. das Sein an und für sich. oder gar ganz besondere und einzelne Dinge sind? Ja. vollständig ausgebildet und entwickelt sein. sagt' er. oder das. wodurch die Dinge überhaupt und an sich sind. Dies ist aber in der wirklich erscheinenden Natur und in den einzelnen Dingen. wodurch sie Dinge einer gewissen Art. wie jene vollkommene und wahre Natur beschaffen sein muß. Denkst du dir nun auch darunter den Begriff des gesamten Seins. Ganz gewiß. warum Gedulde dich nur. welche den Sinnen in unbe- 193 . gemeine Natur das Vorbild der Kunst sein sollte? Dies erklärt' ich ja eben für Mißverständnis. Wenn dieses Sein nun als vollkommene Entwicklung seiner selbst oder als wesentliches Dasein gedacht wird. der dem ganzen wirklichen Sein zugrunde liegt. daß die Dinge darin nicht erst als einzelne Teile und durch ihre Beziehungen aufeinander. daß die wirkliche. Nicht wahr? Ja freilich. und nicht das. die wir durch die Sinne wahrnehmen. sprach er. sondern diese müssen wir immer noch erst auf den inneren Begriff zurückführen. was mir nicht schon dieser vollständig entwickelte Begriff zur Schönheit hinreiche. sind dadurch nicht die Dinge selbst ein Ganzes oder vielmehr das Ganze überhaupt? Und dieses müssen wir doch wohl grade so denken. In jener dagegen muß dieser Begriff selbst auf solche Weise wirklich geworden sein.So mein* ich es. als zum Ganzen lich gehörig erkannt werden. versetzt' ich. und eben dieses ist es ja. wie wir die zeiterscheinenden Dinge.

sich ganz anders verhält. das nur durch sich selbst ein Ganzes ist. worauf . wie wir früher in bezug auf die Schönheit gesehen haben. Siehst du diesen Unterschied ein? Wohl bemerk' ich ihn. wenn es von der Art ist. daß es durchaus nur seinen eigenen Begriff vollständig ausdrückte. da jedes Ding nur dadurch etwas war. da das Ganze. sondern daß das Sein an und für sich selbst unveränderlich hindurchgehe durch alle Dinge und in jedem einzelnen derselben als Ganzheit wieder zur Voll- endung komme. also keins einen eigenen und einzelnen. Wo bleibt es denn aber. ist eben das.stimmter und unendlicher Mannigfaltigkeit dargeboten werden. Dies dünkt mich um so richtiger. gab er zur Antwort. Wenn es aber allein gelten sollte. Grade so. Dies tig. Dieser eigene Begriff kann aber doch nur der sein. also auch nicht zur wesentlichen Natur gehört. wie du sagst. sondern das Nichtige an den Dingen und der bloße Schein. und mein Zweifel beginnt zu schwinden. zur Vollendung ist kommen muß. mit seinem eigenen Begriffe. was nicht in den Begriff des Ganzen mit aufgeht. durch den Verstand in gewisse Verknüpfungspunkte als Ganze sammeln. und bloß durch seine Eigentümlichkeit besteht. sie mag noch letzte. lieber Freund. auch in jeder Besonderheit eines Dinges. was wir eben auch schon das Einzelwesen genannt haben? also drückt in der Was Dieses Besondere denk' ich. So freut es mich. sprach ich. Muß es so nicht sein? vollkommenen Natur ein jedes Ding in sich aus? Nicht den Begriff des Ganzen? Keinen anderen. welches. so zwar ganz richmüßte kein Ding einen anderen Begriff in sich haben als den des Ganzen. wodurch es nun einmal in der ganzen Welt da ist. wodurch es eben auch den göttlichen vollkommen in sich enthält. als eines einzelnen Dinges. und gleichsam mit ihm allein alles wieder von neuem anfängt. daß du wenigstens schon 194 siehst. so einzeln sein. mein lieber Erwin.

Insofern nun dieses es Sein sich auf verschiedenen Stufen bis dahin entwickelt. sofern sie nur den Begriff des Ganzen besitzt. und ihm weder durch die Verhältnisse zu anderen Dingen. Aber ebensowenig sollt' ich meinen. Dieser ist also vollständig enthalten in dem vollkommenen Naturdinge. welches wir doch wohl nur in demjenigen Erkennen finden. Dieses. So bemerkst du denn wohl auch. wo aus dem Ganzen der Begriff desselben wieder rein als Begriff für sich hervorgeht. Ja wohl sehe ich jetzt. in seinem wirklichen Dasein und seiner ganzen Besonderheit nichts anders ausdrücken kann als den Begriff des Seins überhaupt oder den des Ganzen. Können wir nun wohl diesem Naturgeiste Freiheit und Bewußtsein zuschreiben? Freiheit wohl nicht. und alles wird mir hierdurch deutlicher. drücken in sich jedes den Begriff seiner Gattung als eines Ganzen aus. auch Bewußtsein. insofern es der Natur und dem Sein überhaupt angehört. wird dich auch aufklären über das. so wollen wir diese Seele. was du aber damals nicht ganz verstandest. daß erst durch Freiheit und Bewußtsein die wahre Seele in dem Dinge gegenwärtig ist. daß ein Ding. gehört doch wohl zu dieser? Willst du aber des Unterschiedes wegen. Denn das ist doch ganz gewiß. entstehen die verschiedenen Gattungen der Dinge. und die einzelnen Dinge. dagegen in diesem sich nur der Geist des Ganzen erkennt.ankommt. dasselbe auch die Seele zu nennen? Denn alles. was uns jetzt sein Begriff ist. was in den Dingen Einheit des Erkennens ist. wenigstens kein vollständiges. noch durch das 13* Auch das muß 195 . hoff ich. Richtig. daß du neulich die Seele des Dinges nanntest. welche zu diesen gehören. was ich neulich von den untergeordneten Naturwesen in Beziehung auf die Schönheit sagte. Denn nur dadurch kann das eigene Wesen desselben auch das. Gut! Und hatt' ich nicht recht. den Naturgeist nennen. denn er ist bestimmt in jedem einzelnen Dinge durch den Geist des Ganzen. das ganz sich selbst erkennt. was ihm ganz eigentümlich ist. ich zugeben.

wirkliche Leben beseelt und erhält. so bedenke. die von der Einheit Gottes ausging. lieber Erwin. auch allein der göttliche Begriff. Du hast es schon neulich klar genug abgeleitet. welches du am besten daran sehen kannst. Doch bitt' ich nur noch um eins. nicht vorzugreifen dem. daß diese Wesen in ihrem wirklichen Leben und Handeln die Gesetze jener Notwendigkeit aus- drückten. annehmen und der. wie es eben die ver- nünftigen Wesen sind. Vielmehr grade das ist sie. offenbare. Nun. mir nämlich zu erklären. wodurch zum wahren. daß sie zugleich als jenes verneinende Schicksal das Einzelne und Zufällige an den Dingen als solches vernichtet. Du erinnerst dich doch. was jedes besondere. was eben über die Kunst gesagt werden soll. Dieses durchaus Einzelne und Eigentümliche. unabhängigen Einzelwesen wird. Daß sich aber eben darin. und insofern ein Ding durchaus seinen eigentümlichen Begriff vollständig ausdrückt. Jawohl. indem sie ihm in seiner Einzelheit Wesen und Wahrheit einpflanzt. Darauf muß ich dir noch antworten. zur Schönheit durchaus notwendig. daß in der Religion der Griechen die ursprüngliche Notwendigkeit etwas ganz anderes ist. wie damals dieser Notwendigkeit die Willkür der Einzelwesen entgegengesetzt und die Schönheit darin gefunden wurde. wie wir schon sonst gesehen haben. welcher die Notwendigkeit der Natur als göttlicher Begriff zugrunde läge. gegenüberstellen konntest. 196 . daß die Kunst auch untergeordnete Naturwesen darstellt? Hierin. wie du neulich auch eine Schönheit. Ich bescheide mich also. den wir nun wohl deutlich genug vom Naturgeist unterscheiden. ist nun grade. Sie offenbart sich also grade am meisten in dem. Wie kommt es aber dann. wodurch mit einem jeden Dinge die ganze Welt gleichsam von neuem anfängt. als das bloße Gesetz der Naturentwicklung. vollständig bestimmen. das brauchen wir wohl nicht mehr zu beweisen.Ganze zukommt. mußt du mir und unsrem Anselm einen Gefallen tun.

notwendig mit dem göttlichen Begriff derselbe sein. er kann also in ihm nicht als sein eigentümlicher Begriff für sich lebendig sondern nur als das in die Besonderheit übergegangene Ganze. durchaus eigentümlich ist. wird ohne Zweifel deine Ausführung der Kunst noch aufhellen. erscheinenden Welt. wodurch es ein Einzelnes ist. von welchem wir eben sprachen. und was mir noch etwa dunkel bleiben möchte. wie wir schon mehrmals gesehn haben. diese vollkommene Vereinigung des Allgemeinen und Besonderen gefunden werden kann. aber auch nur in seiner eigenen Eigentümlichkeit sich offenbarendes Leben lebt. Zwar ist dieser Begriff auch in unserer Natur überall verbreitet. Du Auch darüber. 197 . aber nur als der Begriff des Ganzen. sei in was jedem Dinge. göttlichen Begriff darin denkest. so ist an sich dagegen nichts einzuwenden. ihr Wahres behalte. als einem einzelnen. und das ganze Ding ist nichts anderes als des Begriffes wirkliches Dasein. worin das Einzelwesen selbst als solches ein zwar allgemeines und ewiges. den Grund des Schönen zu erkennen. wirst beruhigt sein. von dem göttlichen Wesen absondern. Willst du nun die Welt des vollkommenen Daseins. in sein der Dinge sei die Schönheit gegenwärtig. im Allgemeinen und Besonderen gleich ein- fachen. die ewige und wesentliche Natur nennen. daß deine Meinung. Darum finden wir überall die Natur in einem stillen und stummen Nachsin- und tätig sein. sie diesem Sinne ganz einerlei mit der Freiheit? hast mich hierüber vollkommen befriedigt. der zugleich Begriff jedes Einzelnen ist. als so. sprach ich darauf. nach dem Vorbilde der uns aus Erfahrung bekannten. dieser ist in jedem einzelnen Ding erschöpft durch dessen Besonderheit. Und überhaupt entsteht uns ja der ganze Widerstreit. in welcher jedes Ding in sich selbst das Besondere. an und für sich aber muß doch wohl der Begriff des Ganzen. nur dadurch. so wirst du es nicht anders können. daß du ein ursprüngliches Schaffen durch den. daß du wohl nun dem wirklichen Da- wir die Natur.jenigen. da in keinem anderen. mit dem Allgemeinen vereint. Strebst du aber. und können wir so nicht behaupten.

welches dem still sinnenden und wirkenden Naturgeiste nicht gegeben ist. wenn er selbsttätig.nen über ihre Hervorbringungen. oder vielmehr eins und ebendasselbe sind. der wir das Schaffen zuschrieben. indem sie aus dem Gedanken Gottes hervorgehen. Denn nichts anderes ist doch wohl die Sprache. und zu dem Erschaffenen verhalten mußte. das Schaffende nebst dem Erschaffenen. und als Gedanke. was wir die Sprache nennen. und eben deshalb nicht als selbsttätiger. Die an sich stumme Natur gelangt also eben durch die Schönheit zum vernehmlichen Sprechen. 198 . eben dieses Wesen in den wirklichen Dingen wiederholte. welche Tätigkeit diejenige war. aber doch über dem gemeinen erhabenen Sinne. ist das selbstdenkende Dasein der Dinge. die wir also. daß du vollkommen beruhigt seiest. als das lebendige Dasein Gottes selbst. welches dennoch Denken bleibt ? Das Denken Gottes aber ist eben ein schaffendes. So innig also. um ungestört weiter zu gehn? Vollkommen sicher kannst du das. Der Gedanke nun. ebenso müssen es beide auch in seiner Tätigkeit sein. wohl als die Sprache Gottes bezeichnen können. und seinen Begriff wiederum als einen selbsttätigen und lebendigen in sich ausdrücken. und was aus ihm hervorgeht. wirklich erscheint. welches von dessen Wesen ausgehend. wie das Wesen und das Dasein in Gott verbunden. daß du schon herrlich im Weitergehn begriffen bist. Kann ich nun annehmen. Sie war nämlich nichts anderes. Wenn wie sie sich aber so beides. in einem ganz eigentlichen. und ein eigentümliches und selbsttätiges Leben in alle Besonderheit ihrer Oberfläche verbreitet. in welcher demnach kein zeitlicher oder stufenweiser Übergang aus dem Schaffenden in das Erschaffene gedacht werden kann. indem sich aus ihrem tiefsten Innern der göttliche Begriff lebendig regt. denn ich sehe. aus sich selbst hervordringender und schaffender Gedanke darin lebendig werden kann. Erinnert euch also nochmals. o Freunde. als das in die Erscheinung übergehende Denken. und fahre nur ja fort. welches sich ganz in den Stoff derselben versenkt. wird zu demjenigen.

und dieses kann eben deshalb nicht bloß ein irdisches und erscheinendes. die Idee der Schönheit. welche dieser göttlichen Schöpfungskraft entspricht. denn daß ein solches Ding durchaus nicht von den Unvollkommenheiten und Gegensätzen und der Hinfälligkeit aller übrigen erscheinenden Dinge ausgenommen sein würde. wenn die volle Idee der Schönheit in unsere Welt eintreten soll. die Schönheit selbst. so ist es bloß Gottheit und reines. was auch in der schaffenden Gottheit selbst. Erwin? So verhielt es sich. daß ja auf diese Weise die Tätigkeit selbst von Anfang an auch schon durch das geschaffene Dasein ausgefüllt. und träte sie muß wohl 199 . so ist es ganzes und vollkommenes. und eben dadurch göttliches Dasein. oder bloß wirklich gewordenes Ding erscheinen. sondern muß notwendig zugleich auch göttliches und wesentliches sein. oder mögen wir auch sagen. begriffen ist. und von ihr ganz umschlossen ist. ist die Phantasie. wie kann denn nun das Erschaffene wirklich ein Hervorgebrachtes und für sich bestehendes Ding werden? Wie kann es noch außer dieser Tätigkeit für sich da sein? Dadurch. wie du es sagst. sehn wir es aber an als wirklich Erschaffenes.schon in dieser Tätigkeit selbst enthalten. Verhielt sich nicht alles so. und in demselben gleichsam verkörpert ist. ungetrübtes Schaffen. weil in ihm alles. in die wirkliche Welt eintritt. so kann sie doch wohl in dieser nicht allein als hervorgebrachtes. Die Kraft nun in uns. Nicht wahr? Dies fanden wir. Wenn also. oder in welcher vielmehr eben diese zum wirklichen Dasein in der erscheinenden Welt gelangt. sondern mit ihr zugleich als eine eigene Welt und als vollkommenes Sein da ist. lieber Erwin. und also das wirkliche Ding keinesweges mehr aus der Tätigkeit abgeleitet werden kann. das haben wir ja wohl in unserem letzten Gespräche hinlänglich eingesehn? Ohne Es Zweifel. Betrachten wir also dieses Ganze als göttliche Tätigkeit. sagten wir neulich. also keit des Schaffens die Schöpfungskraft und die Tätigmit wirklich werden.

wie diese Schöpfungskraft. sondern nur wieder das allgemeine göttliche Wesen sein. daß sie zum Bewußtwird. in welcher die wahre Phantasie lebendig ist. und darum laß uns nun sehn. und in derselben Flamme. und also um nichts besser. und in dessen Mitte einen heiligen Tempel. hat in sich selbst ein der Gottheit abgegrenztes und geweihtes Gebiet. so könnte sie auch nicht in die Wirklichkeit übergegangen. Denn wenn die Phantasie nicht ein solches Eigentum einzelner Wesen würde. Ja. die eine Kraft einzelner und besonderer menschlicher Seelen ist? So muß es wohl sein. Erwin! Wird sie denn aber dadurch nicht auch den tausend Hinfälligkeiten und Unvollkommenheiten der ganz gemeinen Erscheinung unterworfen. wenn sie doch die Offenbarung des einfachen und allgemeinen göttlichen Wesens bleibt! hast recht. Denn welche Seele Du 200 . welche auf dem Altare der Gottheit brennend dieser Seele ganzes Innere erhellt. zugleich die eigene Lebensflamme derselben für sich lebendig erhalten wird. Die Gegenwart der Gottheit aber wirkt nicht in allen ganz auf dieselbe Weise. Und zwar ist sie darin recht nach göttlicher Art. Eine jede Seele. versetzt' ich. so wäre sie gar nicht mehr die Idee. in welchem nicht bloß ein Abbild der Gottheit verehrt wird. dem vorigen oder sich Ganz tasie ist. welche nichts anderes als die in der wirklichen wir nicht hier gleich als sein einzelner wirklicher PhanWelt verhalten muß. Nun wohl. sondern sie selbst gegenwärtig und schaffend wohnt. welche ja im Wesen und im Besonderen immer die eine und selbe bleiben muß. als neulich das schöne Ding als Hervorgebrachtes? Wie könnte sie.nicht ganz in dieselbe. so daß sie zugleich das innerste und wesentlichste Leben dieser besonderen Seele geworden ist. dies ergibt sich unmittelbar aus vielmehr es ist damit dasselbe. Finden das erste. richtig. oder zur Phantasie Wesen des wirklichen. sprach er. in der Erscheinungswelt gegebenen Menschen.

zu dieser zurückträgt. Denn du mußt nicht vergessen. nicht nach menschlichen Einsichten gefunden werden mag. so daß die Flamme in ihnen nach allen Seiten ausstrahlt und das ganze geweihte Gebiet derselben mit lebendigem erschaffenen Dasein anfüllt. daß er sich dieselben ganz aneignen und sie gleichsam nicht in die Welt hinausstoßen will. möchte schwer zu sagen sein. wie einst auf der dem Apollon heiligen Insel Delos. teils aber auch mit frohem Triumphe als ein aus der Gottheit selbst hervorgegangenes Leben. und nach göttlichen. vielmehr. soweit sie dieselbe nach außen umfaßt. insofern es der Gottheit zuwider ist. daß die im Innern desselben lebende und wirkende Gottheit auch das allge- 201 . nur so viel können wir sagen. In diesem Gebiet aber wird. daß sie ihr eigenes wirkliches Dasein nicht allein. zeitlos und ewig. die wird auch in den Abgrund und gleichsam in den Lichtstrudel der Flamme so hinabgezogen. Diese sie ebenfalls nun bilden in solchen Seelen die Welt des wahren und vollkommenen Daseins. von welcher nicht ein bloßes Abbild darstellen. lebendige göttliche Dinge. dessen Grund dagegen in der Wahl Gottes selbst liegen. teils mit bitterer Reue und Scham. welche die schaffende Phantasie darin hervorbringt. weder Geburt noch Tod geduldet.sich hinwendet zu dem lebendigen in Gotte. wie im Garten der Poesie. womit der heilige Hain derselben bevölkert wäre. und sie. und es ihr als ihr Eigentum zum Opfer darbringt. Was für Seelen aber der Art seien. es seien die von Gott mit solcher Liebe geliebten Seelen. der Mitte des heiligen Gebietes wohnenden und sich der Anbetung dessel- ben ergibt. sondern die Wesen. Denn wir erkennen und unterscheiden sie von anderen erst durch dieses ihr Verhalten. sind ohne Werden und Vergehen. daß sie sich überhaupt mit dem Nichtigen und Unwürdigen. mit nach sich zieht. Andere dagegen treibt seine Schöpfungskraft in die Wirklichkeit hinein. Denn es sind ja nicht etwa bloß Bilder jener im Innersten der Seele wohnenden Gottheit. befaßt hatte. sondern welche selbst in diesem Heiligtume zur Wirklichkeit gelangt. sondern auch die ganze übrige Welt der Besonderheit und Wirklichkeit.

Diese Stelle ist also der Sehnerv im Auge der Seele. oder andere beide zugleich gehn? Du meinst. dir richtig zu folgen. daß du hierin auch zugleich die Welt wiederfindest. Erstlich scheint es mir. welche du aufzeigtest. weißt du ja wohl schon? Ich weiß es. einschlagen müssen. Noch glaub' ich. wie sie mir in dem Gesicht. der andere aber aus diesem Urquell in das Dasein wirklicher Dinge. welche dir durch das Gesicht von neulich eröffnet wurde. wovon ich neulich erzählte. daß du aus diesem heiligen Gebiete der Seele die Kunst ausgehn lassen wirst. oder willst du erst diesen beantworten? Erst diesen. wie durch die Eröffnung eines bis dahin schlummernden Auges. aus welchem eben an dieser Stelle die ganze Seele hervorgeht. Über zweierlei. zu können. bin ich zweifelhaft. und sie war es. Daß ich dich mit solchen Versprechungen nicht bloß hinhalte. warum die Seelen notwendig einen von den beiden Wegen. und sich in ihre eigene Welt des Daseins ausbreitet. von welchen der eine die Seele mit allem was ihr anhangt. denn diese schien mir damals eine andere und noch höhere als die der Kunst. um einige Erklärung bitten. sprach er. sagt' ich. was du weiter sagen wirst. wenn auch Anselm zürnen sollte. genannt wurde. muß ich dich. Das zweite aber war die Frage. auf welche wir ja auch erst durch die Verwirrungen des wirklichen Daseins gekommen sind. wobei ich aber dadurch irre werde. daß ich dir diesen Zweifel jetzt nicht lösen kann. durch deren Berührung ich.meine göttliche Wesen ist. antwortet' ich. damals sehend geworden bin. daß wir 202 . Zuerst also bedenke. Sprich. die Wege. oder die Wurzel derselben. doch so. und dich nur bitten muß. um es aber auch in dem. fiel mir Erwin ein. Können denn nicht manche zwischen beiden schweben. ihn zunächst gänzlich aus dem Spiele zu lassen. versetzt' ich. Soll ich dir nun auch gleich meinen zweiten Einwurf sagen. nur dreist heraus. in den Abgrund der Gottheit führt. und bescheide mich. damit wir uns nicht verwirren. sprach er hierauf. denn dieses hab* ich dir ja bei Anselm ausgemacht.

und ein Nebel. oder auf die andere allein verhalten kann. Wenn aber eine Seele an beiden Seiten zugleich teil haben sollte. bedeckt es ihnen. sondern das. und mit einem Zauberschlage würde das Heiligtum der Seele verschwinden. in welchem sich die gemeine Verhältniswelt auf eine ganz eigentümliche Weise abspiegelte. können wir wohl sagen. müßte ein gegenseitiges Verhältnis jener beiden Seiten entstehen. und der ganz gemeine Boden derselben. und Ja wohl. nicht nach und nach aus ihr entstanden.sehr uneigentlich von Wegen und Richkönnen. so ist sie auch von Anfang an entweder ganz in die Einheit des göttlichen Wesens versunken. so würden wir ja wohl ganz von unserem Gegenstand abhier immer nur kommen? ganz und gar nicht wünschte. Denn das aus der Mitte ausstrahlende Licht blendet sie. oder jenes Verhältnis selbst müßte ein höheres und wesentliches sein. Zwar gibt es Seelen. auf welchem die Verhältnisse und Beziehungen wuchern. denk' ich. welche gleichsam zwischen beiden Zuständen schweben. Aber diese. in welchen die bestimmten Gestalten verschwimmen und unkenntlich werden. aber doch auch unser heiliges Gebiet eine ganz andere Gestalt erhielte. sprach er. welches ja eben. und durch eine Vermittlung. Und wenn wir diese hier näher beschreiben wollten. wie du gesehen hast. fuhr ich fort. was sie hervorbringt. wieder hervortreten. daß sich nach unserem jetzigen Standpunkte betrachtet die Seele durchaus nur auf die eine Weise allein. 203 . sondern selbst ewig ist. wodurch sie voneinander abhängig. deren du auch gedachtest. Da nämlich die Tätigkeit hier sprechen tungen nie stufenweise oder in einer Zeitreihe von dem einen zum anderen übergeht. sind in ihrem eigenen heiligen Gebiete nicht recht zu Hause. müßte da nicht von zweien eins stattfinden? Entweder. aufeinander bezogen würden. wie dem rückkehrenden Odysseus sein Vaterland. was ich Du siehst also wohl. daß sie die Gestalten der Schönheit nicht deutlich unterscheiden können. oder schon gegenwärtig in ihrem Erschaffenen. schon mit ihr selbst und in ihr da ist. die etwas anderes wäre als sie selbst. Erwin.

die Saat der vollkommenen. beides mit gleicher Klarheit zu umfassen. trüben das reine Licht. und sich selbst in den wirklichen Dingen. doch seh' ich noch nicht. und ehe derselbe sich entwickeln kann. in 204 . Die Seele ist nicht ohne ihr Werk. in schwächlichem Genüsse an seiner diese wieder. welche von allem nur den Keim in sich tragen. den sie in behaglicher Ruhe als den vollkommensten preisen. das zu erkennen. in welchem Verhältnisse dies Gebiet der Phantasie nun mit der unheiligen. und ihr Werk ist ihr eigenes Dasein. in dunkle Schale schwelgen. und ehe sie ihre Tätigkeit und ihr eigenes Wesen erfassen kann. so daß sie ein trüber Schimmer umschwebt und in einem Zustande des Traumes erhält. denen überlassen. wird sie zugleich in ihnen sich ihrer selbst bewußt. sprach Erwin. was du eben geschildert hast. diese aber in sich selbst vollkommen deutlich wiederzuerkennen. Von jenen kräftigen aber wirkt die eine Schar die Schönheit. schon vollkommen gefesselt in ihrem Stoff. die allein wirken und vollenden können. Erst in diesen ihren ewigen Geschöpfen erkennt solche Seele die eigene Vollkommenheit und Ewigkeit. sich ganz in eins begeben. so daß sie. auch schon selbst. scheinbar allem zu genügen. Erkennst du nun ganz den Zustand einer solchen Seele? Wohl glaub' ich. Nur der Gottheit ist es gegeben. der schon von Anfang an ganz durchsogen ist von den zeugenden Strahlen des inneren Lichtes. Unter den besonderen Seelen aber müssen die rüstigen und wachen. äußeren und gemeinen Erscheinung stehn könne. schönen Dinge in aller Mannigfaltigkeit des Daseins und allen Abstufungen ihrer Gattungen hervortreibt.Massen zusammengeflossen. und indem sie dieselben hervortreibend anschaut. was wir ihnen wohl nicht zugestehen dürfen. indem sie aus ihrem heiligen Acker. So ist sie durch ihre eigenen Werke überrascht. Ihre ganze Phantasie ist also im bestimmt gebildeten Stoffe selbst enthalten. aus ihrem eigenen die volle Ausbildung ihrer gegenwärtigen lebendigen Wesen wahrnimmt. und untrennbar von ihm. wenn wir anders das Wachen für besser und vollkommener halten als den Schlaf. und den Trost. Kern erwachend.

versetzt' ich. im trennenden und verknüpfenden Verstände. gar nicht anders. wenngleich in die zeitliche Welt gebannt. so lebt doch im Innersten seiner Eigentümlichkeit das. weil in ihm das unveränderliche und unteilbare Wesen ganz gegenwärtig sein muß. Denn alle jene verschiedenen. Und eben deshalb. oder die in die Wirklichkeit und Besonderheit eingetretene Schöpfungskraft des göttlichen Wesens? Diese göttliche Kraft nun ist doch wohl unverwüstlich und unveränderlich. kann sie auch von keinem Stoffe und von keinem Verhältnisse seiner Erkenntnis ausgeschlossen sein. doch niemals der unendlichen Zersplitterung und den sich selbst zerstörenden Beziehungen derselben unterworfen werden! Mag also der Mensch auch mitten in der Zeit und mitten in der unendlichen Verwicklung besonderer Verhältnisse als ein Einzelwesen geboren werden. ja ein jedes von ihnen füllt. dasselbe vollkommen aus. Im sinnlichen Triebe. weil sie in allem dieselbe bleibt. einander scheinbar beschränkenden Gebiete sind zugleich in dem heiligen enthalten. warum die lebendige und tätige Phantasie sich entweder ganz in die Gottheit. welche jedoch ihr ganzes Wesen in sich enthält. zur Wirklichkeit gelangen kann. wie dieselbe auch als Tätigkeit wirklich ist. in der durch den Willen selbsttätigen Vernunft bleibt diese Einheit des inneren Wesens nur eine. und auf jedem Standpunkte. In dieser Wirklich- 205 . und kann. noch stirbt. was denn die Phantasie überhaupt ist. weil sie. welche dieselbe bleibt in jedem einzelnen Augenblicke seines Lebens. als schon unter einer ganz besonderen und begrenzten Gestalt. oder ganz in die schönen Dinge versenken muß.Betrachte nur. die in ihm sich offenbarende Gottheit. Die Grenze jenes heiligen Gebietes mit dem des gemeinen Daseins wird also schwer oder gar unmöglich zu bestimmen sein. Ist sie denn nicht die Schönheit selbst. nach diesen gerichtet. insofern sie die schönen Dinge auf die beschriebene Weise schafft. worauf ihn die Wirklichkeit stellt. und ist doch ganz in diese oder jene bestimmte Stufe der Erkenntnis verwandelt. Grade dieses ist eben auch der Grund. was nicht geboren wird.

hat uns die Erfahrung gelehrt. Ein großes Licht der Hoffnung. immer als das eigentlich Wesentliche gegenwärtig. Wohl. dehnt sich selbst in zusammenhängenden Kreisen bis an die Oberfläche derselben aus. sondern ganz in der Zerstreuung des bloß zeitlichen Lebens befangen sind. Begrenzen. Vielmehr ist sie auch im gemeinen Leben und in demjenigen Teile unseres Selbst. und nicht die Kunst nach denen der gemeinen Welt beurteilen. Doch am besten wirst du mich gewiß verstehen. sprach ich. so daß nichts übrig bleibt. welches wie du gesehen. mein Erwin. wenn sie ewig und wesentlich ist. welche gar nicht von diesem Leben der Phantasie durchdrungen. und würden ohne diesen als einzelne Wesen auch nicht bestehen können. das Ganze in sich enthält. versetzt' er lächelnd. daß es so sein muß. sondern auch die. sind doch zugleich ganz in dem gemeinen Gebrauch der Dinge begriffen. welchen ich jenes zugestehen muß. gibt uns dies für alle die Rätsel.keit durchdringt aber auch oder erfüllt vielmehr das innere Licht alles durch und durch. muß sich alles in seinem wahren Lichte zeigen. Danach sollte man doch nun denken. das aus dem Innern der Seele dringt. kann sie wohl nichts. so laß uns keine Zeit verlieren. 206 . sprach Erwin hierauf. Dennoch scheint mir meine Frage noch nicht ganz beantwortet. Nun wahrlich. so daß diese in allgemeinem Zusamja. und bei weitem die größte. Denn von diesem aus. was sie wollen. welche die Gegensätze des gemeinen Daseins uns neulich aufgaben. daß die Phantasie irgendwo sich mit der gemeinen Erscheinung begrenzen müßte. wenn du dich genau an die Beschaffenheit des heiligen Gebietes halten willst. was als bloße Masse dieses allerfüllende Leben flöhe. sprach ich. der bloß den Bedürfnissen zu frönen scheint. Das Licht also. daß wir nun auch die gemeine Welt nach den Grundsätzen der Kunst. dahin mußte es kommen. da wenigstens neulich von dem Gemeinen her alles so verschoben und zerrissen zu sehen war. Denn nicht allein sehe ich eine Menge Menschen. Was werden dazu die vernünftigen Leute sagen! Indessen mögen sie sagen.

kannst du recht sehen. durch welches das innere Wesen der Seele in diese äußere Oberfläche tritt. und wie die Tiere. Nun hat aber diese Oberfläche notwendig zwei Seiten. worüber wir schon neulich sprachen. in den sie verwachsen ist. welche steht. selbst zur Besonderheit werde. und kann nichts erkennen. dunkel ist. sobald es auf die endlichen und mannigfaltigen Dinge bezogen wird und mit ihnen in gegenseitige Verhältnisse tritt. eine innere. ist die Seele ganz und gar in den mannigfaltigen körperlichen Stoff übergegangen und darin wie verhärtet. nach dem Lichte der Gottheit gekehrte. Dennoch ist auch in ihnen die allgemeine Einheit des inneren Wesens. als den Stoff. indem es diese überall und als stets gegenwärtige Einheit umfließt. menhange die Strahlen der Besonderheit 207 . trägt sie den Erdenkloß mit sich herum. worin sie schwimmen. durch die Besonderheit der Dinge von diesen gesondert. die an sich. Auf dieser dunklen Seite finden sich die Dinge zuerst als endlich und begrenzt. welche aber eben deswegen. als ein bloßer Absatz. und umfaßt sie nun bloß von außen. und eine äußere. Dieser Wechsel von Körper und Licht wird durch unser Auge vermittelt. in Ägypten aus Erde geworden. welche nach der Sage der Alten. welches den Zusammenhang der körperlichen Welt unseren Sinnen öffnet. wie durch die übrigen Sinne.Zugleich schießen aus jener Mitte auch und Einzelheit hervor. weil sie ganz besondere geworden sind. welches in seinem Ursprünge die Einheit des inneren Wesens selbst war. mein Erwin. äußeres Verbindungsmittel ihrer Besonderheiten erscheint. was das bedeuten will. deren jeder einen Punkt der Oberfläche mit dem allgemeinen und vollständigen Wesen des Mittelpunktes anfüllt. Hier. Denn so wird das Licht. und als das Hervorgebrachte ohne eigene Kraft des Schaffens. und so wird sie dasjenige Licht. in seinen Teilen. daß nämlich das Allgemeine und Göttliche. Durch das Auge aber. als ein Element. und in unzähligen ganz besonderen und bloß einzelnen Berührungen mit anderen Dingen befangen. woraus sie hervorgegangen sind. nur als ein allgemeines. noch halb Erde sind. wie die einzelnen Steinchen in einer Mosaik.

und mit ängstlicher Bemühung strebt sie nach ihrer Heimat des vollkommenen und reinen Lichtes zurück. und noch immer verwachsen ist. verschmäht sie dennoch weder Farben noch Stoff. In solchem Kampfe. worin sie sich so behaglich befand. wesentliche Licht bleibt ihr in seiner unendlichen Ferne doch nur das. mit dem sie verwachsen ist. sondern vertilgt sie gänzlich. um ja allen Stoff in ihr eigenes Licht zusammenzubinden. und sie muß sich hart anstrengen. zu entsagen. Dort. dünkt mich. in verschiedenen Absätzen. die in der Oberfläche der Dinge wurzelt. Kommt sie aber endlich in die Nähe desselben. sondern entfaltet erst recht in diesen die Herrlichkeit ihres ter Kraft 208 . schwingt sich dieselbe mit unveränder- aus dem inneren Lichte selbst schaffend in alle jene Abstufungen. wo allein der Weg dahin von der in- wendigen und an sich hellen Oberfläche aus eröffnet ist. um sich den Weg zu erleichtern. und das einfache. versetzte der Jüngling. In dieser Zersplitterung bleibt sie jedoch eingedenk ihres einfachen Ursprungs. Da. haben wir diesen herben Zustand der Seele gekostet. was diese Farben nicht sind. Desto mehr sehne ich mich nach dem. diesen und dem Stoffe selbst. und entfaltet in jeder derselben ihr eigentümliches Weltall. an welchen sie rasch wie die Spinne auf und ab schießt. befindet sich die Seele. verknüpft sie. so will die einfache Reinheit ihre Farben und Fäden nicht in sich aufnehmen. Aber wie die Danaiden hat sie ein unendliches und unerfüllbares Werk übernommen.jedesmal das Licht ihr zuträgt. Hast du es wohl verstanden? Ich glaube ja wohl. sondern nur sie ineinander verschmelzen. Tausend Fäden nun spinnt sie von den mannigfaltigen einzelnen Dingen und ihren Teilen in das Innere hinein. weshalb sie sich in ihr Inneres wendet. und eilt dann emsig spinnend immer wieder zu höheren Verknüpfungen. dessen sie in dem heiligen Gebiete der Kunst genießen wird. sprach ich. ausging. denn in unserm ersten Gespräche. Denn weil sie einmal von dem Stoffe. mein Erwin. kann sie mit der sorgsamsten Bemühung ihre Fäden niemals von den besonderen Farben desselben reinigen. wo sie als reines Licht ausströmt.

wie Pindar sagt. und endlich jeden der einzelnen Teilchen des Stoffes beseelt sie mit dem vollen Leben des Inneren. denn es ist in der Tat überall. so bringt sie das All mit sich in diese Einzelheit. zu behandeln und in das allgemeine zu verknüpfen. Der Mittelpunkt aber umfaßt in seiner Ausdehnung alle diese Besonderheiten zugleich. Hieraus wirst du sehn. aber auch diese müssen doch das heilige Gebiet anerkennen. da verschmelzt sie das Einfache auf das innigste mit dem Stoffe zu demselben untrennbaren Ganzen.Wesens als eine ganz wirkliche und gegenwärtige. daß dieses heilige Gebiet nirgends von dem der gemeinen Welt begrenzt oder beschränkt werden kann. Nun mag es zwar Seelen geben. Den Grund aber von diesem ganz verschiedenen Verhalten der Seele mögest du für nur in der schon bekannten Beschaffenheit beider Zustände suchen. von der Oberfläche aus. ab. so daß selbst in der scheinbar dunklen Außenseite jedes vollkom- men erleuchtet und schön wird. und diese wird dadurch in sich selbst vollendet. und bei ihm selbst magst du lesen. der freilich in den Ätna. was dem Zeus verhaßt ist. gebannt ist. wie sich der ungeheure und erdgeborene Typhoeus ängstigt. denn daß sie sich nicht ganz gleichgültig gegen sie verhalten können. und diese würden wir die häßlichen nennen. sei es auch nur durch ihren Haß dagegen. welcher durch unzählige Einzelheiten außer ihm begrenzt und bestimmt. wo sie die Fäden verknüpft. so hat sie doch immer nur einen einzelnen Stoff. einen gar schweren Erdenkloß.und versenkt sich die Seele von ihm aus in eine derselben. schmähen und giftig verfolgen sehn. Dieses eben macht den Zustand jetzt . wie wir ja überall die Schamlosen und Frechen die Kunst. wenn auch nur im stillen. und in seiner Unvollkommenheit erhalten wird. Darum. daß sie nur mit Widerstreben nach dem inneren Lichte schauen. dafür haben die ewigen Gesetze gesorgt. sich auch in das hellere Innere wendet. die in ihren Erdenkloß so verwachsen sind. wenn es den Ruf der Pieridinnen hört. das quält sich. Wenn sie nämlich. womit sie eben wegen der Unendlichkeit des außer einander liegenden Vielen nie zustande kommt.

daß durch ein ewiges und ursprüngliches Gesetz das menschliche Geschlecht an das Dasein geknüpft ist. so würde auch keine Kunst zur Wirklichkeit gelangen. wirklichen Seelen. so daß auch die Kunst. nichtsdestoweniger aber auch dem göttlichen Gebiete Untertan sind. so wohnet auf derselben die Menge der Seelen. Möglich aber ist dieser Widerstreit nur dadurch. schon besonders beschriebene Lebensweise der Seele in dem heiligen Gebiete ist. Über diesen ganzen Umfang des Daseins also ist das Geschlecht der menschlichen Seelen verbreitet. wenn nicht Anziehung und Abstoßung sich gegenseitig hervorlockten. die Gottheit selbst. die eben die eine. welche bloß deswegen der Zahl nach mehrere sind. nicht Kunst wäre. weil die Phantasie ohne die Besonderheit nichts Wirkliches sein könnte. 210 . insofern die in demselben herrschende Macht sie zur Schönheit erhebt. welches beide Gebiete. daß sie trotz ihrem Widerstreben doch dem heiligen Gebiete zugehörig. die ganz in die einzelnen Teile des Daseins verstrickt. In diesen lebt. In dem hellen Inneren dagegen wohnen die wenigen Seelen. wenn nicht das gemeine jene Grenzschei- dungen und Unterschiede der Besonderheit darböte. zugleich umschließt. und von dem bittersten Neide dagegen angefüllt ist. desto unruhiger werden sie darüber. und wünschten es sich wegzuschmähen. und also durch ihre Scheu davor in ihrem eigenen Inneren zerrissen sind. daß in ihnen etwas sei. wenngleich als besonderen. das heilige und das gemeine. die eben die Phantasie in dem Wirklichen und Mannigfaltigen festhalten. Je mehr sie fühlen. was dem Ewigen und Vollkommenen angehört. und da überhaupt die an sich dunkle Oberfläche die Wohnung des Mannigfaltigen und Vielen ist. weil die häßliche Natur in ihnen sich ihrer selbst schämt. wenn der Strom der Phantasie nicht beständig durch die Besonderheit der gemeinen Welt gehemmt würde. So wie es keine magnetische Tätigkeit gäbe.solcher Geschöpfe noch quälender. durch dessen Befruchtung sie erst Mutter der Kunst wird. je nachdem sie aber entweder in den göttlichen Mittelpunkt. und sind alle Propheten und Ausleger Gottes. und deshalb werden sie Begeisterte genannt.

und jedem zugänglich machen. die sich an dem einzelnen Stoff und der Erdscholle üben. in welchen sich das Ewige selbst als Einzelnes darstellt. müssen zum Gemeinsamen verbunden sein. die Künstler dagegen. wie auch ob und in welchem Sinne. Was sollen wir. sprach er. und von hieraus wirst du also auch besser als irgend sonst ausführen können. Fast zu freveln müssen uns also diejenigen scheinen. was seinem Wesen nach nun wohl vollständig erkannt ist. müssen wohl deine Zweifel über die Verhältnisse des Heiligtums zur gemeinen Welt gänzlich gehoben sein. und erscheinen muß sie der Menge als eine Gabe der Gottheit von unbekanntem Ursprünge. dessen Seele keine andere Bedeutung hat als diese. segenreiche Wesen bewundern und verehren. Die Priester nun. welche gerade diejenigen sind. Sie alle aber soll jene Menge. als von Gott gesandte. heilige Priester oder schöpferische Künstler. welche darin nur eine vorzügliche Stärke der Einbildungskraft oder überhaupt der sogenannten unteren Seelenkräfte finden. versetzt* ich. weil sie die Unterwerfung des Einzelnen unter das Ewige bewirken. die nur zwi'• 211 . sind eben deshalb unabhängig. Nicht durch Entwicklung der Naturkraft. da es. was der Geist des Künstlers sei. wie wir oft bemerkt haben. die Kunst erlernt werden könne oder nicht. nur durch sie der äußern Welt geöffnet werden konnte. habe ich gesagt. Wohl sind sie es. und ebensowenig kann er durch freie Willkür. weil jeder für sich und an seinem besonderen Platze das ganze Weltall auszudrücken strebt. und doch zugleich als die eigentümlichste Persönlichkeit des Künstlers. noch viele Worte machen über dasjenige. in seiner Erscheinung aber den meisten doch nie begreiflich gemacht werden kann? Denn was die Begeisterung des Künstlers sei.oder in die besondere Welt gewandt sind. Hiermit denk ich. kann der Künstler entstehn. die wir vorher ja hinlänglich von dem Wesen der Seele gesondert haben. Erwin. worüber so viele Zweifel zu herrschen pflegen. zu meiner höchsten Befriedigung. welche das Heiligtum des ganzen Geschlechtes pflegen und besorgen.

also lernen kommensten stellen will. wenn Widersprüche zwischen der Idee und dem gemeinen Leben auf das vollkommenste vereinigen soll? die Phantasie alle Was liche in dem Künstler schafft. sein ganzes Wesen bestimmender und beherrschender Trieb. beides wahr. dennoch zugleich in der Wirklichkeit selbst erfahren. Muß denn. Der wahre Künstlergeist dagegen. und nur dieses geht als das innere Licht in die Besonderheit aus. muß alles das. daß er lernt und nicht lernt. oder das gött- Leben selbst. daß er die Kunst nicht zu lernen brauche. nicht seine Persönlichkeit. bemerkte der Jüngling. nur reinigen kann er sich etwa. ist die Idee. wenn er eine Morgenröte des göttlichen Tages in seiner Seele spürt. da grade lichkeit Erfahrung geben. Denn nur das Göttliche kann schaffen. indem es sich in seine Persönlichkeit verwandelt. wenn jene ganz in die Wirkübergehn soll. fuhr ich fort. der ihm keine Ruhe läßt bei den Beschäftigungen und Genüssen des gemeinen Lebens. die Erfahrung für die Phantasie ist aber auch dem Künstler ganz unerläßlich. sondern wie ein schweres und unausweich- 212 . Wer aber deswegen glaubt. kündigt es sich zuerst an als ein übermächtiger. den Geist erwerben. was dessen Aufgang in Schatten verbergen könnte. insofern sie an das Einzelne und Besondere geknüpft bleibt. Denn daß er alles. um damit das heilige Gebiet zu beherrschen. nicht beides wahr sein. Dem Künstler aber. im höchsten und was er etwa dar- müsse. so das gemeine Leben der Kunst nichts ihrer Darstellung Würdiges darbieten kann. von dem.sehen dem Einzelnen wählt. sondern tyrannisch züchtigen. für den ja alles Wirklichkeit und Gegenwart geworden und ist. Denn solche sogenannte Kraftgeister wollen jenes Gebiet nicht gesetzmäßig beherrschen. daß er nicht in diesem Bewußtsein selbst irre geführt sei. dem traue ich kaum zu. welches ein ebenso unausführbares als gottloses Beginnen ist. Es wäre also wohl eigentlich. Sinne. vielmehr muß es auch für die Phantasie eine im gemeinen Leben wahrgenommen haben wirst du mich wohl nicht mißverstehn. sondern das Bewußtsein der göttlichen Kraft genüge. was voll- seine Phantasie erzeugt.

Das dem 213 . Unruhig und verworren erscheint daher von außen sein erstes Bestreben. den er in seinem eigenen Inneren fühlt. was er selbst sei. daß man den Standpunkt festhalte. wie in dem Künstler mit dem vorigen.liches Geschick von ihm fordert. und welcher er machen kann. Und beherrschende Macht. es kommt nur darauf an. Dieselbe Sache wird es nun auch wohl mit dem so oft mung erhobenen Streite zwischen Idealisierung und Nachahder Natur sein. so ist beides gleich elend und verderblich. Wenn er also der wirklichen Welt so sehr bedarf. Denn nicht leicht ist jener Drang einer höheren Macht. verhält es sich hiermit in Ganz ebenso. womit die Gottheit ihn treibt. daß man das kräftige. wie im gemeinen Leben. ich. Je mehr er aber selbst merkt. sagte jener. um seiner selbst mächtig zu werden. und sehr unzufrieden ist mit ihm die äußere Welt. und durch die Schönheit. und was in ihm lebe. wirkliche Leben zur leeren Allgemeinheit oder zum Bilde für die gemeine Einbildungskraft abschwäche. wo die Begeisterung und das Lernen nicht so getrennt sind. wie die Annäherung des weissagenden Apollon den Tempel und den heiligen Palmnichts recht Unruhe legt sich nicht eher. und das Idealisieren darin bestehn soll. in welchem er das Schöne gebären soll. woher der Reiz kommt. sprach Kunstwerk. und zugleich als diese göttliche Kraft sich die ihn baum. erfährt erst der Künstler. Dann aber geht auch ein seliges und ewiges Gleichgewicht aus dem Kampf hervor. sondern gewaltsam erschüttert derselbe die ganze Seele. Wenn die Nachahmung der Natur eine knechtische Abbildung der gemeinen sein. zu ertragen. und nimmt mit Lust den süßen Schmerz auf. muß er sie denn nicht ganz in sich aufnehmen und sich in sie vertiefen. was er selbst noch nicht weiß. recht tüchtig auslernen? Es ist nicht anders. als bis die vollkommen in die Kreise der mannigfaltigen Dinge verbreitet. und den Stachel erkennt. die ihm nun zugleich erscheint als sein eigenes Geschöpf. der ihn peinigt. und sie angefüllt hat. wenn irgend anders jemand. desto williger unterwirft er sich diesem. und sie. worin er allenthalben anstößt.

aber es ist ja nicht ein.wonach die Kunst bildet. gebildeten. und wir sie als schöne Dinge wahrnehmen. habe ich mit wahrem Vergnügen angehört. wie 214 . Wenn ich nämlich die Gegenstände nur immer als das Hervorgebrachte der Nun. das zu tun. es ist mir doch lieb. Das was du eben so schön darstelltest. denn nichts anderes scheinst du mir getan zu haben. und nichts andres. war mir ganz klar. daß du mich verstanden hast. Wie kannst du aber. woran Adelbert eben erinnerte. mein Freund. du magst nun die Gegenstände derselben Vorbilder in Beziehung auf die Wirklichkeit nennen oder nicht. was mir immer am sauersten angekommen ist. so ist eben die wirklich gewordene Schöpfungskraft. was ich vorher verbieten wollte. bestand uns ja wohl recht das Wesen der Muster. sagt' ich darauf. daß durch keit selbst? sie sein sollte. dies. fiel ihm Anselm deutlich. warum du lachst. und wenn ich dich recht verstanden habe. Kunst. Anselm. als Gegenstände und nicht selbst schaffende Tätigkeit sein. ist mir wohl ganz dasselbe mit dem. versetzt' er darauf. daß nach deinen Worten aus der innersten und höchsten Erkenntnis. sprach er. die schönen Dinge hervorgehn. und jene Vollkommenheit der Erkenntnis in sich darstellen. du rein heraus sagst. als meine Worte nach deiner Meinung deuten. Aber hier ist auch grade das in deiner Ansicht. fragt' ich. die Kunst. können sie doch unmöglich etwas anderes. ich gesteh' es. sondern immer das Schöne kein bloßer Gegenstand zugleich die schaffende Tätig- So war es. weil ich nun selbst nicht lassen kann. Indem sie uns aber nun erscheinen. oder das Kunstwerk als solches zugleich Tätigkeit sein soll. ist mir noch immer nicht recht verständlich. Ich weiß. Was du Wieso? eben sagst. ist nur mit seinem Abund dieses nur mit jenem zugleich. billigen? Dieses. Denn hierin. nur wie der Gegenstand. fragt' ich lächelnd. sprach Anselm. und im wesentlichen ja auch mit meinen eigenen Ansichten übereinstimmend. dann auch das übrige übrige.

ist es bei Werken der zweckmäßigen oder mechanischen Künste ? Ist da die ganze Tätigkeit in dem Werke. gab er zur Antwort. so hätte ich deifxen Vorbildern mich gar wohl bei und Abbildern beruhigen können. sprach er. was noch mehr sagen will. in der wirklichen gemeinen Welt. ein recht vollendetes. von ihrem Hervorgebrachten? Nicht durch eben diesen Wechsel beiwodurch sie sich gegenseitig bedingen und ausschließen? Wohl dadurch. so daß dieses Ding sie ganz in sich enthielte. versetzt' er. ich. den die Tätigkeit der. nicht anders sein. und eben deshalb entstehn mir Zweifel und Widersprüche. fragt' ich weiter. welches Schicksal das Schöne betraf. wenngleich nicht ohne 215 . schloß ich. fuhr ich fort. sobald es als bloßer Gegenstand für sich den Gegensätzen der gemeinen Welt anheimfiel. oder was wir in der Natur Kraft nennen. Wodurch aber. oder bedient sie sich nicht vielmehr desselben um eines anderen willen. so ist es doch immer ein gemachtes Ding. Tätigkeit. werden wir da dieTätigkeit von dem Werke ablösen können. sprach ich. um vermittels desselben wieder ein anderes hervorzubringen? Das letzte mußt' er zugeben. ein Werk haben. ja. worin. oder geht sie vielmehr bloß durch dasselbe hindurch. Nun wohl. oder dieser ganze Wechsel aufgehoben ist. worin die Tätigkeit eben ganz erschöpft ist. und wird nicht da ein solches Werk ganz denselben Inhalt und Umfang haben. Dagegen bedenk' aber nur.Tätigkeit ansehn wollte. Wenn wir also. ist denn in irgend einem Naturgegenstande die Tätigkeit der Natur erschöpft. Zugeben mußt du es. wie du sagst. hatte? Es kann in der Tat. sprach Und wie. welches ich will. Denn ich mag mir ein Kunstwerk denken. welches als Zweck ihr letztes Ziel sein soll? Auch hier kamen wir in dem zweiten überein. Das weiß ich wohl noch. unterscheiden wir denn nun überhaupt. die Tätigkeit erschöpft.

Wenn du mich aber fragst. Dieses eben unterscheidet das Kunstwerk von jedem Werke der Natur oder der mechanischen Geschicklichkeit. irre. ja als eben die innere Schöpfungskraft. sagt* ich. als die gegenwärtige Idee. vordringt. ja nichts anderes als das besondere und gegenwärtige Dasein derselben. so wird sie von denjenigen. von welcher freilich auch sie eine Äußerung oder ein Teil ist. sondern weil sie ganz bis auf die an sich dunkle Oberfläche. entgegnet' er. recht freundlich fort: Bei dem wahren Künstler. und daß es nur das einzige und allgemeine Merkmal seiner eigenen unteilbaren Beschaffenheit sei. und quillt. Diese äußere Behandlung.um ihn nach und nach wieder in das Gleis zu bringen. wenn ich nrcht so viele stört. das ganz durchgesogen sei von der schaffenden Tätigkeit. welche nur diese zu sehen gewohnt sind. lieber Anselm. Als hierauf Anselm etwas beleidigt schwieg. Was aber diese bewirkt. daß der Beschauer nicht etwa daran die Spuren absichtlichen Handelns. das ist. wie er es sich beim Dichter in seinem Abendliede wünscht. woran sie sich bezeichnen lassen. die durch seinen Sinn erschallt. das heißt eben eine Tat der höchsten und vollkommensten Erkenntnis. worin diese Eigenschaft des Werkes liege. sondern darin nichts anderes erblickt. fiele also ganz was unter mechanische Verhältnisse? Mit nichten. daß es solcher Kennzeichen nicht andere gebe. am leichtesten ganz nach deren Verhältnissen und Gesetzen beurteilt. deren wir vorhin erwähnten. und die Merkmale verlangst. Wer es also mit den Augen der Phantasie beschaut. durchdringt ja jenes innere Licht auch die Fingerspitzen. der ist auch damit schon in dem Gebiete der lebendigen 216 . als das Werk selbst. Und in der Tat einzig und allein auf solche Weise kann ein Werk entstehn.Zögerung. und diese Beurteilung gar auf die Tätigkeit der Phantasie. und anders angesehn wird es nie als Kunstwerk erkannt. ausgedehnt. fuhr ich. als eine Bildung voller Saft daraus hervor. daß du nämlich die äußere BearSteines oder der Farben mit der Schöpfung des des beitung Werkes aus der Phantasie verwechselst. so muß ich erwidern.

Wenn du es wünschest. sagt ich. Dieses als etwas nur zufälliges. nicht aber einer wissenschaftlichen Untersuchung. welche der Künstler darstellen sollte oder wollte. daß jede Handlung desselben zugleich eine ganz in der wirklichen Welt vorgehende Begebenheit. gab ich zur Antwort. es noch mit dieser zu vergleichen. Denn wenigstens was die Idee betrifft. zu vergleichen. dem es etwa nachgebildet sein könnte. sprach Anselm darauf. und schwer möcht' es sein. und darin dem Gelingen und Mißlingen ausgesetzt ist.Ideen. versetzt* ich. daß die Absicht des Künstlers erkannt. was uns nach unserer besonderen Stimmung gefällt und nicht gefällt. wenigstens sehe ich noch immer nicht ein. denn zwischen der Idee. Wenn es so wäre. indem ich 217 . ist allerdings oft und mit Recht der Gegenstand des gemeinen Gesprächs. und wird schwerlich darauf fallen. und seiner Hervorbringung. und auch die gewöhnlichen Kunstgespräche würden unermeßlich heilsamer und inhaltreicher sein. sondern es ist ihm die Idee selbst. du mußt aber auch bedenken. statt dessen wir nur demütig uns recht in das Werk hineindenken und uns daraus belehren sollten. und hat außer sich keine weiteren Beziehungen. so will ich gern darin fortfahren. oder was unseren Wünschen entspricht oder nicht. Jch sehe wohl. fiele jede Vergleichung weg! Worin besteht denn auch. die uns sonst am Ende wieder ganz verloren gehn möchte. so bringt jedes wahre Kunstwerk seine Beglaubigung mit sich. sprach Anselm. das Werk selbst mit irgend einem Muster. und mit ihrem Erfolge verglichen werden kann. so würde ja auch alle Beurteilung der Kunstwerke aufgehoben. wir werden uns hierüber schwer verständigen. und mit dir. Doch will ich dich nicht weiter von der Ausführung deiner Darstellung abhalten. gewöhnlich diese Beurteilung als in dem törichten und sinnlosen Aufzählen dessen. wenn es das Dasein der Idee selbst ist. Dennoch kann ich nicht leugnen. wenn sie mehr die Kunst als eine Splitterrichterei über die Künstler zum Gegenstand hätten. wie du der Kritik ihre Rechte sichern würdest.

Er stimmte Die ein. in dieser Bedeutung. dem Gebrauche nach am meisten zuzulassen. das Schöne oder das Kunstwerk sei nicht das Abbild der Idee. Namen Auch dies gab er zu. Aber freilich wird sie als Kunstwerk nur erkannt. und habe ich darin Recht? wohl Die ganze Idee. immer nur die nach außen zu. unteilbar und allenthalben dieselbe. oder in der Wirklichkeit liegende Seite der Idee. das eben Dasein der Idee selbst wäre. lieber Erwin. Daß wir nun unterscheiden zwischen der Idee. wäre nach unserer Meinung als solches das Ding der Phantasie. Das Symbol also. sprach der Jüngling. insofern sie als Kunstwerk ein wirkliches Ding der Phantasie ist. muß es doch sein. Jedoch. in welchem Sinne du das meintest. 218 . denn die ist. und eben derselben. Was unterscheidet aber die Idee von jeder untergeordneten Erkenntnis? Die Einheit des Allgemeinen und Besonderen. sagt* er. versetzt' ich. wie sie in dem Kunstwerk ist. und es wurde mir eben hierdurch recht klar. sondern die wirkliche Idee selbst. das liegt wohl in der Natur unseres Denkens. fuhr ich fort. sprach ein ich. wie du weißt. scheint mir der des Symbols den Sinn. und während du mit Anselm strittest. das Kunstwerk sei die in die Wirklichkeit eingetretene Phantasie? Jawohl. und unter allen. dachte ich noch hierüber nach.mich an Erwin wandte. auch einen besonderen Namen geben müssen. Wir werden ihr also wohl. bin ich ja wohl darin überein gekommen. des Zeichens und ähnliche haben wir schon verworfen. meine ich. als dem inneren Mittelpunkte der höchsten Erkenntnis. und suchte diese Unterscheidung. So dacht' ich eben. die mir vorgekommen sind. aber des Bildes. wie sie im Besonderen gegenwärtig und ganz in die Wirklichkeit übergegangen ist. Denn als Gegenstand desselben kann sie den Gegensätzen und Unterschieden nicht entgehen. den wir hineinlegen wollen.

er. welches zugleich der ewige und allgemeine Gedanke des Lichtes selber ist. was würden wir dem antworten? Dasselbe. noch selbst eine Nachahmung eines Vorbildes. aber auch nur in diesem.Und wenn wir noch einen Unterschied zwischen und Symbol machen. was wir erkannt haben. sofern wir sie im Allgemeinen denken. nicht weil jedes von ihnen an sich etwas anderes wäre. ist dann nicht diese Einheit des Allgemeinen und Besonderen. nach allem. Erwin. befestigen wir so am besten diesen Unter- auch gewiß. sollt' ich denken. Es ist also Sinn alle Denn das Innerste der Erkenntnis ist darin eben mit dem scheinbar Zufälligen der äußeren Erscheinung so innig zusammengewachsen. oder etwas ähnliches. welchen Punkt in dem Übergange aus dem Mittelpunkte bis zur Oberfläche du willst. wie auf die Frage von der Erlernbarkeit der Kunst. und uns dann anführen wollte. wie sie uns aber im Besonderen erscheint. ist aber nicht dieses Wesen. wovon es an sich verschieden wäre. sagt' schied. Weder ein willkürliches Zeichen ist das Symbol. versetzte der Jüngling. daß die Künstler so oft ihre Gegenstände wählen und verwerfen. sondern weil wir für unsere Weise der Erkenntnis die Verhältnisse eines und desselben Wesens voneinander trennen müssen. sondern die wahre Offenbarung der Idee. sagt' ich. Wenn uns also jemand fragte. So dünkt mich auch. Sobald nämlich das Wirken der Seele aus dem voll- kommenen dieses Licht Lichte des Innersten hervorgeht. immer hast du das volle Symbol. daß in diesem Kunst symbolisch ist. daß eine Trennung beider Seiten schlechthin unmöglich ist. fuhr ich fort. Wir würden ihn erinnern an unsere Darstellung von dem heiligen Gebiete der Phantasie. 219 . oder das besondere Ding. Der Künstler schafft also in der Tat dieses wirkliche Ding aus seinem Wesen. ob denn die Wahl des einzelnen Gegenstandes notwendig durch die Idee gegeben sei. Idee Gewiß. vorzugsweise die Idee. und in diesem Sinne magst du dir vorstellen. so ist auch schon mit Gestalt und Stoff bekleidet. Symbol zu nennen? Richtig.

daß dem Künstler die höchste Idee immer schon unter einer wirklichen Gestalt. Wer also bloß auf das Schaffen sieht. weil er in dem unzähligen Gewirre der einzelnen Dinge mit als ein solches vorkommt. und nicht anders erscheint. noch entstanden. daß ihm also der Gegenstand nicht gewählt. nach den Verhältnissen und Beziehungen zu anderen Dingen auf der dunkelen Oberfläche betrachtet. der wird keinen Gegenstand als Gegenstand der Kunst anerkennen. nur in ihrem wesentlichen und wahrhaft höheren Dasein. dem Künstler sei die Welt der Phantasie und die wirkliche gleich und dieselbe. ihn als zufällig betrachten wird. der nicht aus der freien Erdichtung des Künstlers hervorgegangen wäre. sondern durch ein unerf orschlichesSchicksal. Am deutlichsten kannst du dies vielleicht bemerken an echt dichterischen Märchen. diese Einheit für das ganz gegenwärtige Leben darzustellen. als zufällig erscheint? Denn kaum denken wir dieses Wirken und Schaffen als entstehend. und sprechen von ganz verschiedenen Dingen. in seinem Innern und zugleich außerhalb gegenwärtig ist. denn das Reich der Phantasie ist selbst die Wirklichkeit. So kann man kaum einmal sagen. welche im Glauben der Völker ein lebendiges Dasein haben. so wäre das eine ganz einzelne Tatsache ohne wesentlichen Sinn und Inhalt. würd' er ihm durch die blinde Notwendigkeit des Zufalls aufgedrängt. so ist es auch schon weil es eben nur in diesem Dasein und Dasein. Die Wahrhaftigkeit der Kunst dagegen besteht eben darin. Und beide lösen ohne Zweifel die Kunst und das Symbol auf. Das Gemeinste und Alltäglichste fließt dort mit dem Wunderbarsten ganz 220 . gegebenes durch dasselbe ein Wirken der Schönheit ist. so wie hingegen wer von außen herzukommend den Gegenstand als schon gegeben vorfindet. so wäre dieser nichts als ein Bild für einen ersonnenen Gedanken. und in deren Umgebung sich der Künstler schon geboren findet. Wählte der Künstler seinen Gegenstand nach bloßer Willkür. Darum herrschen in der echten Kunst überall die überlieferten Gegenstände.zugleich sein wirkliches Dasein. welches ihm gegeben. die oft recht vorzugsweise das Ziel haben. und von außen her.

bald aber damit in einen meiner Ansicht fremden Zusammenhang verwickelt werden würde. als Aus dieser Beschaffenheit des Symbols. Denn ganz in eins aufgegangen ist in dem wahren Symbol das äußere Ding mit dem Lichte des innersten Wesens. da Adelbert so deutlich sagt. und der Dichter verbindet und derselben Welt. weil ein solcher Versuch ganz unrechtmäßig ist. was ein Künstler als Tatsache nach dem gemeinen Sinne des Worts vorgefunden habe. das Geschäft des Künstlers sei. schon merkte. Und das eben deshalb. daß hier nicht von einer reinen Erkenntnis des Wesens der erscheinenden Dinge die Rede ist. Indem ich nach diesen Worten ein wenig inne hielt. Und das nicht einmal allein. bei dieser Gelegenheit versuchen deine alten Ansprüche geltend zu machen. sah Erwin seinen Freund Bernhard etwas schalkhaft an. fiel ich ihm ein. sondern ebensogut in seiner ganzen Oberfläche. daß die Welt der Kunst allumfassend ist. wenn ich nicht daran.: in eins läge alles in einer zusammen. Hast du nicht gehört. und wenigstens nie zur Einsicht in das Kunstwerk führen kann. so daß dieses in keinem einzelnen Teile desselben. gab dieser zur Antwort. auch nicht einmal in seinem Inneren allein gefunden wird. welches bei seinem ersten Hervortreten schon einen Leib annimmt. noch den immer noch von dem Lichte angefüllten besonderen Leib ausschließt? 221 . rühren ohne Zweifel die unentwirrbaren Widersprüche her. Denn ich sehe wohl. versetzt' ich. bemerkte darauf Erwin. und was in seiner Phantasie entstanden sei. das Innere der Dinge zum Äußeren zu machen. Bernhard. daß ich zwar den Ausdruck benutzen könnte. die nach Adelberts Darstellung zwischen dem Lichte des Inneren und der dunklen Oberfläche in der Mitte schweben soll. beides. der Künstler mache das Innere zum Äußeren ? Ich hätt' es wohl von selbst getan. und man recht wohl sagen könnte. wenn man zu unterscheiden versucht. und weder das göttliche Licht. auf die man gerät. vAe es mir neulich mit dem Erhabenen ging. sondern von einer Welt. und sagte Willst du nicht.

sprach Bernhard. daß ich darin Idee und Erscheinung. versetzt' er. Wer heißt dich denn. denn nur allzu leicht ist es. welche am besten dienten. Dennoch behauptetest du. Als wir nämlich zuerst das Symbol auffanden. die Gottheit selbst etwas Wirkliches ist. daß wir es immer nur noch von der einen Seite betrachtet haben. wo sich im Göttlichen und Irdischen Idee und Erscheinung ganz miteinander sättigen. Ja. nicht jedes von beiden auch in seiner eigentümlichen Beschaffenheit vollständig erkannt werden. und wiederum die wirklichen besonderen Dinge werden mit in das Gebiet der Kunst aufgenommen. wie Bernhard. was ich sonst von der Erscheinung hielt. daß hier. und so muß es auch sein. sagt' ich darauf. in diesem fremden Gebiete den rechten Weg. so wie das einzelne Ding etwas Ewiges und Wesentliches. auch die Gottheit für sich. daß du ganz den rechten Weg gehalten hast. daß im Symbol allenthalben Idee und Erscheinung miteinander ge222 . keinesweges entsprach. und desto weniger paßt alles dies in meinen Zusammenhang! Bisher folgte ich dir immer mit einem solchen Bilde von deinem Symbol. Doch schwebt es mir immer dunkel vor. Daran halte ich mich auch. Mit Freuden. das muß ich doch auch gestehn. den man auch schon betreten hatte. wie ich auch eben sagte. so mechanisch zu Werke gehn. es von anderen. und die schaffende Tätigkeit gleichsam erlischt. sehr mit Ernst. sprach ich darauf. fing Erwin nun wieder an. so zu sagen. zu gleichen Rechten vereint dachte. verwandten Dingen zu unterscheiden. daß ich mir das Symbol auch so dachte. und die Idee mit dem Besonderen bloß in der Mitte zusammenfügen? Erinnere dich doch nur. Denn darin hast du nicht unrecht. der ich unmöglich mit der Idee gleiche Wahrheit zuschreiben konnte. Daher kam es. bemerk' ich aus deinen Einwürfen.Desto seltsamer. mit der bisherigen Vorstellung von dem Symbol scheint mir dies aber auch nicht recht zu stimmen. welches freilich allem. wählten wir dafür solche Ausdrücke. wieder zu verfehlen. als könne da.

die Phantasie. sondern ganz darin gegenwärtig. darin sei Freilich wohl. und nicht vielmehr. Diese wirklich gewordene Tätigkeit ist ja aber wohl die Kunst? Und ist die Kunst. Siehst du das ein? Wohl seh' ich. oder als das wirkliche Ding. Solange wir nämlich das Kunstwerk noch bloß im bisherigen Sinne als Symbol ansahen. daß wir unsereVorstellung von der Kunst noch immer nicht ganz aus dem Schlupfwinkel der gemeinen Ansicht hervorgezogen hatten. wenn die Schönheit wirklich werden soll? Jawohl sagt' er. doch versteh' ich noch nicht ganz. wie du gesehn haben wirst. nur im Kunstwerk vollständig da? Was also in der Kunst gefunden wird. gab ich zur Antwort. als lebendige Wirksamkeit. daß dies alles aus dem Zusammenhange wirklich hervorgeht. sprach er. behielten wir uns immer noch im stillen vor. in den Hintergrund zu schieben. versetzt' ich. nicht zugeben kann. in welchem sie sich. und auch diese zu dem Lichte läuternd erheben? Und wird ' nicht dieses Leben und Weben des göttlichen Atems in der hei- ligenWelt selbstKunstwerk undGegenwart desSchönen sein ? 223 . So lautet es besser. merkt. worin Idee und Wirklichkeit eins sind. sondern auch als das Leben und Wirken der Kräfte selbst erscheinen.wenn ich dir auch den Ausdruck. das muß auch im Symbol sein. daß sie ganz mit in die v/irkliche Welt übergehn müsse. und von dem Dasein abzusondern. aus den einzelnen Geschöpfen aber sich emporschwingen. sie sei erloschen. versetzt' ich. muß ich nicht sagen. Folglich muß das Symbol nicht bloß als das vollendete Werk der Kräfte. noch versteckt hielt. wie du es meinst. sprach er. So mein ich es. Nun aber laß uns auch diese an den Tag des Lebens und wirklichen Daseins hervorrufen. wie wird sie uns nun das heilige Gebiet ausfüllend erscheinen ? Wird sie nicht als göttlicheKraf t aus demLichte des Allerheiligsten hervorbrechend in Wirklichkeit ausströmen. die Tätigkeit erloschen. denn so ganz vom Symbol verschieden. insofern sie auf die schaffende Tätigkeit geht. Ist denn aber nicht die Tätigkeit auch selbst das Schöne? Und haben wir nicht besättigt sind.

Doch weiß ich mir diese innere Anschauung. denn. erwidert* ich. bei philosophischen Gegenständen angebracht. denn immer verlang' ich noch die äußere Gestalt eines vollendeten Werkes. auch wenn wir die Gestalt von der sinnlichen Wahrnehmung und ihren Banden losmachen. wie hierdurch erst die Welt der Phantasie in sich selbst vollendet. Die Tätigkeit selbst also. wofern du Beispiele verlangst. angefüllt erscheint. Zuvor. und Wille. so vollkommen. und das ganze Innere der Dinge. Ja. nur um es mir deutlicher zu machen. gänzlich Dem allgemeinen Zusammenhange nach. ehe die Grundideen vollständig erläutert sind. sobald du dich nur erinnerst. nur zu verwirren. auffassen. sprach er. vorhin als Symbol betrachteten. Indem wir also das Schöne. worin mir diese Lebenskraft erscheine. erweitert sich nun mein Blick in das Innere dieser Welt der Kunst. nur daß hier die ganze Tätigkeit von Stoff oder Gegenstand. außer den Sinnen. also auch Kraft. daß wir uns. Ursach. daß ich nun ganz überzeugt bin. was wir in der gemeinen Erfahrung auch durch jede andere Art der Erkenntnis. 224 . noch nicht in die Erscheinung zu übertragen. muß ich es dir noch in dem bisherigen Zusammenhange näher aufklären. weißt du ja. und nur mit den Augen der Phantasie anschauen müssen. wie in dem bisherigen Symbol der Gegenstand von Tätigkeit. Auch dieses. wie es in der Kunst lebt. nicht bloß von eigenem Dasein. und ein wahres. wird sich geben. Für diese. das heißt das wirkende Leben der ganzen Phantasie muß auch zugleich ihre eigene Offenbarung als Gegenstand sein. Siehst du es nun besser ein? eines wirklichen Daseins verlangen. in die Erfahrung hineinführen wolltest. sondern auch von eigener Schöpfungskraft angefülltes Weltall wird.Wunderbar. ist auch das wirklicher Gegenstand. sprach ich. wenn du mir dies alles. Doch würdest du mich sehr erfreuen. so pflegen diese. nur so vollständig die Schönheit in die Wirklichkeit übergegangen. sprach Erwin darauf. deren Wahrheit mich trifft. und fürchte damit unter die vorige Ansicht ist des Symbols zurückzufallen.

oder es bedeute dasselbe. ein jedes deute so auf ein anderes. und diese bleibt darin das Herrschende und Bestimmende. welches Streben lichkeit des Göttlichen erhebt. daß von einer Bedeutung im gemeinen Sinne. worin sich das innere Verhältnis der Idee und der Erscheinung nicht entwickelt. und die Welt des Einzelnen und Besonderen durch dies allmächtige und ewige Handeln mit sich vereinigt. mit seiner eigenen Kraft und Tätigkeit gesättigtes Dasein derselben. Wenn also das es. daß es sich mit strebender Sehnsucht zu der Herrauf solche Weise nur erscheinen mag. und es allkräftig aus sich entwickelt. indem es sich handelnd in das Dasein herabsenkt. Wird aber hier nicht in jeder Gestalt ein Streben und eine Wirksamkeit liegen müssen. als vollendetes. das schließt in sich das vollkommene Streben nach einem anderen. wie sie in der gemeinen Erscheinungswelt niemals vorkommen kann. Auch dieses kann Gegenstand oder wirkliche Gestalt. und ebenso kann das Einzelne nur dadurch dieses Lebens teilhaftig sein. so will ich dir diesen Ausdruck zugeben. wenn wir in dieser ge- und das Schaffen selbst bein der Kunst nicht da sein ohne trachten. vereinigt mit jener verhüllten Seligkeit. kann so angesehn. Anders muß es sich nun offenbar verhalten. als ein Was demnach vollkommenes dasjenige. Es war. für den Verstand. wenn du nur eingedenk bleibst. wohin es gerichtet ist. die Idee in ihrer vollen Wirklichkeit. wie du dich erinnern wirst. worin sie nicht allein als vollständige und überall bestimmte Gegenwart erscheint. hier nicht 15 225 . Darum ist hier die höchste Vollkommenheit des Daseins. wenn sie auch in besonsamten Welt die Tätigkeit derer Gestalt hervortritt. schon in sich trägt. dieses doch nur. Willst du nun sagen. Wesen der Gott- heit sich in Gestalt kleidet. wodurch sie das ihr Entgegengesetzte mit umfaßt? Denn die Tätigkeit kann doch nur an ihrem Wirken in ihrer Richtung erkannt werden. sondern als die vollste Befriedigung in der Gegenwart unmittelbar da ist. sondern auch in dieser Gegenwart durch ihre eigene Vollendung ohne Bedürfnis und Streben beschlossen ist.fanden wir es jenes ganze Weltall der Phantasie anfüllend von Anfang an.

versetzt' ich.die Rede sein könne. und die. den ganzen Zusammenhang richtig gefaßt zu haben. sagte jener. und nicht jene untergeordnete Darstellungsart. wenngleich immer noch verhüllte. und der Kunst unwürdig ist es. entfaltet sich durch die Allegorie dem Tage. braucht man dich denn nicht mehr zu warnen. müs- 226 . worin es auf die angegebene Weise stets auf ein anderes deutet. So wie das Symbol gewöhnlich mit dem Abbilde verwechselt wird. welcher dem des Symbols entspreche. Zwar sagt das wirklich allegorische V/erk allezeit mehr. das du mit Recht bemerkst. als in seiner begrenzten Gegenwart gefunden wird. Um aber einen bestimmten Kunstausdruck zu wählen. Nun glaub' ich. und die ganz begrenzte Gestalt nach außen. Und dergleichen ist es. was dem Symbol gegeben ist. aber doch nichts anderes. Beispiele. oder noch lächerlicher. desto tiefer dringt sein Sinn dagegen in das Innerste und Äußerste der Phantasie. Seligkeit des Schönen. sagt' ich darauf. wenn ich nicht irre. jene klare Verständlichkeit nach innen. und mit bewußtem Genüsse durchdringt sie jene. die Allegorie nennen. Ähnlichkeit eine Idee bezeichnen zu wollen. noch die vielgestaltete äußere Oberfläche ist ihm unzugänglich. was man gewöhnlich Allegorie nennt. sprach Erwin. wollen wir diese Art der Erscheinung des Schönen in der Kunst. welche das Symbol mit Masse umhüllt. Hiernach also. mir nach deinem Versprechen Beispiele zu geben. und nicht das ungetrübte Licht der Gottheit. so mit disch dem Zeichen die Allegorie. die hier Kindurch eine äußere genügen sollen. den allgemeinen Begriff als eine bestimmte Persönlichkeit zu handhaben. wie es die Franzosen zu halten pflegen. als was es in sich trägt und aus sich lebendig entwickelt. wäre die Allegorie ein durch das ganze Gebiet der Kunst hindurchgreifendes Verhältnis. Darum geht ihm denn auch ab. Das innere Weben und Wirken der göttlichen Kräfte. Vor diesem Mißverständnisse. was auch du selbst am wenigsten ge- statten würdest. dem bloßen Zeichen sehr nahe kommt. und bitte dich. die man gewöhnlich darunter zu verstehn pflegt.

weshalb sie auch. Symbolik und Allegorie. nur als Verneinung alles besonderen Daseins. so wollen wir zuerst die Darstellung des Göttlichen bei den Griechen in diesem Sinne kurz betrachten. Jedes da- von muß also eine ganze Welt der Kunst in sich schließen. Du wirst damit. Wenn es dir also gefällt. als Chaos gedacht wird. welche nur besonderen. fuhr ich fort. und eben dieses. daß uns Anselm neulich auf einen Gegensatz führte. Nun so wende zuerst. so wirst du bei näherer Betrachtung bald finden. daß sie nur in Besonderheit wirklich werden kann. welche dort das Erste war. meinen herzlichsten Wunsch erfüllen. sobald von ihrem Dasein in jener reinen Allgemeinheit die Rede ist. und die Tätigkeit. persönIS* 227 . Die Seligkeit. wenn nicht diese innige und untrennbare Verschmelzung des Allgemeinen und Besonderen zu einer und derselben Wirklichkeit? Durch diese wunderbare Verschmelzung allein wird es erreicht. weil sie eben keine bestimmte Gestalt annehmen kann. Willst du dich nun erinnern. deine Gedanken auf jene vollkommene und mit sich selbst ganz harmonisch zusammengefügte Notwendigkeit des Weltalls. keinen Wechsel. keine zufällige Besonderheit in sich schließt. als bis sie durch die Besonderheit mannigfaltiger Richtungen in einzelne Personen verwandelt ist. ursprünglich und vollständig offenbaren. daß hierin solche Beispiele am vollkommensten gegeben sind. andrerseits aber als Freiheit und Persönlichkeit erschien. Was ist aber das Wesen des Symbols. Diese nun. worin die Gottheit einerseits als allgemeine und ewige Notwendigkeit der Natur. die keine Mannigfaltigkeit. sprach er. in welchen sich beide Seiten der Darstellung des Schönen durch die Kunst.sen wohl solche sein. daß die allgemeinen Richtungen. in welche die Idee zerfällt. Nicht eher also tritt sie gestaltet in die künstlerische Phantasie. sondern lebendige und von allen Seiten begrenzte Personen werden. nicht bloße Formen oder Begriffe. ist der Grund der Vielgötterei. und zuerst der geordneten Welt gegenüber. die in der Einheit mit dem Allgemeinen besteht. kann für sich auch niemals Gegenstand der Kunst werden.

die so häufig unsere Bewunderung und unsere Sehnsucht reizt.den griechischen Göttern völlig in eins zusammen. worin durch einzelnes Handeln jene Notwendigkeit ausstrahlt. verschwindet die schaffende Tätigkeit als etwas für sich. auch in ihrer Erscheinung kein Zufälliges und Mangelhaftes dulden kann. erfüllt doch zugleich das Leben dieser Götter mit jener ungetrübten Heiterkeit. Eben diese Macht also. als stets vollkommene Ausdrücke desselben Wesens. weil. da jede Gottheit eine 228 . sich das wirkliche Dasein erhebt. und selbst den Göttern als Einzelwesen ein hemmendes Gesetz auflegt. Wer also. Denn in derjenigen Weltansicht. nach welcher ja eben allezeit die Kunst gerichtet ist. allgemeine Begriffe darunter sucht. ist auch schon alles angefüllt von wirklichen einzelnen Personen. auch ist dasselbe in der Tat nichts anderes als die Notwendigkeit und das ewige All selbst in seinem Dasein und seiner Wirklichkeit. was man im gemeinen Sinne Allegorie nennt. Indem aber aus der Trennung dieses All durch Gegensatz und Widerstreit in Himmel und Erde. weshalb auch ihre besonderen Handlungen. lebensvolle und vollendete Gestalt. liehen. die nun als Allgemeines in die tiefe Dunkelheit des All zurücksinkt. nicht der sittlichen Beurteilung unterworfen sein können. indem sie all ihr Handeln vollkommen und unfehlbar macht. und weil sie. das Zeugende und Gebärende. so gibt sie auch in ihrer Wirklichkeit den Göttern eine durchaus bestimmte und begrenzte. was alles hervorbringt und bestimmt. verleitet durch die allgemeinen Züge in den Charakteren dieser Götter. als eben das. Dieses Bestehen so vieler Welten nebeneinander in ganz einzelnen Wesen ist das wahre Dasein des Symbols. welche mit gleichmäßiger Schwere das unendlich mannigfaltige Zeitliche niederdrückt. wo alles schon von jeher vollendet und ewig ist. und so das anwendet. strebenden fallen in Wesen zukommt. wo das All und die Notwendigkeit das erste sind. sich keine Kraft des Hervorbringens und Vollendens mehr offenbaren kann. das Wirkende und Empfangende. und ist schon von Anfang an durch die Notwendigkeit in dem Dasein gebunden. der ist gänzlich auf dem unrechten Wege.

Auch bemerken wir. sondern durchaus gerundete Personen bleiben. Sieh nur hin. was von dem Wesen des Symbols gesagt worden ist. in wirklicher Erlöser. Ja. um es wieder in seinen Schoß zur Seligkeit zurückzufüh- Mensch aber durch den Glauben. oder die bloß wirkliche Zeitlichkeit ohne die inwohnende Macht des Ganzen erscheint. Wo aber die Notwendigkeit allein. auch desto mehr als handelnd und wirkend in den Verkehr der Menschen und in die zeitliche Welt eingreifen. gab ich zur Antwort. und doch zugleich das Göttliche selbst sein kann. welcher eine sich selbst klare und ihres Ziels gewisse Sehnsucht ist. mit siegender Macht befreit. und durch ren. schon eben dadurch als Einzelwesen vollendet sind. und vor allen Zeus. als 229 . In diesem Beispiele wirst du hoffentlich wieder erkennen. daß in der alten Kunst die Gottheiten. aus deren Durchdringung das Symbol besteht. wie Aphrodite. und sich einer seligen Ruhe fast gleichgültig gegen das Weltgetümmel ergeben können. was die strenge Umhüllung des alten Symbols in sich schließt. außer dieser Verschmelzung mit der Welt des Einzelnen gedacht wird. durch welches sich das. als jene lebendige Kraft und Tätigkeit und sterblicher Gestalt. sprach er darauf. wie das Symbol ein ganz einzelnes Ding. gnadenreicher Liebe selbst das schon verlorene und abgefallene. sich vor den Augen der Welt leuchtend entwickelt. und die höchsten und tiefsten Enden mit gleicher Herrlichkeit erfüllt hat. Ares und andere der Art. dagegen die. nun ist es mir auch erst recht klar geworden. da sondern sich die beiden Äußersten. je mehr sie ganz abgesonderte Begriffe zu bedeuten scheinen. und das Reich desselben hat ein Ende. die als Gott- heit mit unermeßlicher. auf das Christentum. zeitliche Wesen umfaßt. Jetzt gib mir aber auch dasselbe Licht über die allegorische Weltansicht. welche mehr die allgemeine Lenkung der Welt umfassen. damit sie nicht in solche allgemeine Formen ausarten.ganze Welt von Bedeutungen in sich schließt. Dies ist die symbolische Welt der alten Kunst. welche in dem Symbol selbst wieder allseitig alle Richtungen umfaßt. Denn was erblickst du anders in dem Mittler und Gottes. voneinander.

nach dem. Darum wirst du auch bemerken. Schöpfers und Weltrichters nicht unerreichbar. und von seiner eigenen Mutter. von den Königen und Hirten. was alle Kunst als Ziel ihres Strebens vor sich hat. dagegen gestritten werden möge. des Vaters. Hätte man doch nur das Mögliche gemessen nach dem Wirklichen. was Michel Angelo. und der nichts zu erhaben oder zu niedrig ist.sondern das ganze Menschengeschlecht aus der Macht der Welt befreit. welche die sogenannte Vernunftreligion eingeführt hat. diese Fülle der Tätigkeit. schwächt es die Vorstellung von derselben zum leeren Begriffe oder zum Gespenste der Einbildungskraft ab. und zu seiner ewigen Heimat erhebt! Ist hier nicht allezeit das Eine in dem Anderen und deutet auf dasselbe hin? Und hat hier nicht die wirkende. so daß das andere als bloß Hervorgebrachtes erschiene. kann nur im Christentume durch die Phantasie erreicht werden. und die menschliche Sehnsucht ein und dasselbe lebendige Dasein angenommen? Denn dieses ist eben das Göttliche in dieser schöpferischen Kraft. daß sie nicht in dem einen allein lebt und von ihm ausgeht. hierin die göttliche die Wirklichkeit dem 230 . nur in verschiedenen Richtungen. welche sich in und Zeitlichkeit begibt. am meisten ist das Kind von himmlischem Licht umstrahlt. sondern in beiden gleich lebendig und umfassend ist. so bleibt ihr doch auch die Darstellung Gottes. Wenn also gleich der eigentliche Mittelpunkt dieser Art der Kunst die Person und das Leben des Heilands ist. in- Macht vorwaltet. die alles durchdringt. daß die eigentliche Gottheit des Heilandes am allerkräftigsten von den Künstlern dargestellt wird in seiner Geburt und seiner Kindheit. Denn indem ein sol- ches mattes Bestreben die Gottheit von aller Beimischung der Besonderheit und Persönlichkeit zu reinigen strebt. Albrecht Dürer getan haben! Aber das eigentliche Gebiet dieser Kunst bleibt immer die Menschwerdung der Gottheit. Und zeitliche Vernichtung. Religiöse Anbetung widerfährt ihm deshalb als Kind am meisten. göttliche Gnade. Ghiberti. so viel auch aus beschränkten Ansichten. in welcher ja eben auf das allervollkommenste das erreicht ist. nicht allein sich selbst.

in welchem er das Göttliche durch alle Stufen kindlicher Natur hindurchführt. wenn gleich immer voll von göttlichem Wesen. die auf diesen Schluß hinführen. die Rückkehr des Zeitlichen durch den Tod in die ewige Heimat. um es dem ewigen zu entziehn. durch sein Wirken und Handeln in besonderen Verhältnissen äußert. welches die Maria des heiligen Sixtus trägt. Und dazu beginnt schon sein ganzes Wesen sich zu regen bei allen Gegenständen und Handlungen. in der mannigfaltigen Berührung mit der freundlichen und feindlichen Welt. in welchen uns dasselbe recht vertraulich genähert wird.durch dessen Ausführung Correggio eines seiner Werke berühmt gemacht. und sein Aufschwung durch das tränenvolle Leiden zum Sitze des Vaters verschmelzen in eins. und für welches er sich opfert. worin alle jene ganz erschöpfende Beziehungen Gottes und des Zeitlichen nur in entgegengesetzter Richtung vereinigt sind. so wenig wie Gott selbst. damit wir nicht Beispiele häufen. und damit ist dem Künstler ein unendlicher Umfang der Darstellung gegeben. Dennoch ist. Mehr in die Menschheit übergegangen erscheint uns der Erlöser als Lehrer. mehr als Würde denn als Erhabenheit. dies sind die beiden Brennpunkte. die sich 231 . wie in Leonardos Christus unter den Pharisäern und in Tizians Christus mit der Münze. Das vollkommene Gegenstück aber zu seiner Geburt und Kindheit ist sein Leiden und sein Tod. womit Raphael das Kind. Die unendliche Liebe zu dem menschlichen Geschlecht. vielleicht am herrlichsten in dem Abendmahle des Leonardo schauen könntest. worin sich alle Beziehungen der großen Allegorie vereinigen. wie du. überschwenglich beseelt hat! Dennoch ist dieses Kind zugleich des Menschen Sohn. was aber reicht an die Gewalt und furchtbare Tiefe und Weisheit. mit welchem er das zeitliche Verderben teilt. Endlich ist in ihm auch die zweite Richtung alles göttlichen Lebens am vollkommensten gegeben. auch das rein Zeitliche und Menschliche von dieser Kunst ausgeschlossen. Zwischen diesem Tode und seiner Geburt liegt die gesamte göttliche und irdische Welt. eine Fülle freundlicher und lieblicher Bilder. das sich aber hier.

nicht so recht zusammentreffen wollten. daß wir für jetzt von dir über diese Gegenstände nicht mehr fordern dürfen. darbieten wollte. Welche wären die? fragt' ich ihn. gab ich zur Antwort. Ich dachte. was zum Verständnis notwendig gehört. welche durch vollkommene Beziehung die Elemente der Kunst verknüpft. Das zu fragen. welches du ja nebst der allgemeinen Notwendigkeit recht ausdrücklich davon ausgeschlossen hast. da ich euch nur ein deuthches Beispiel der Allegorie im höchsten Sinne des Worts. darauf dürfen wir uns heute nicht einlassen. die Welt geheiligt und zur Erlösung angenommen. seh' ich durchaus nicht ein. so sehr auch mein Durst. Denn wie du das Schöne als Symbol in der Weltansicht der Griechen geschildert hast. versetzt' er. Leider. Es scheint mir doch. sprach hierauf Erwin. wenn wir nicht unser letztes Ziel ganz aus dem Gesicht verlieren wollen. als wenn jene beiden Seiten des Schönen. es sei ihr nichts zu hoch noch zu tief. sich mit dem Genüsse verstärkt. du verständest mich nun ganz. die du mir ausdrücklich eingeräumt hast. verbreitet. auf welche Weise auch das Irdische und Besondere darin zum Gegenstande der Kunst werden kann. betrifft mehr . sagt' ich. sprach er. von allem besonders zu hören.vielmehr von der Mutter des Heilands an. Aber die Rechte. wie die leblose Natur darein aufgenommen werden könnte. Wie sich aber nun dieses alles ferner ausführen ließe. die wir als Symbol und Allegorie unterschieden haben. wie es der Zusammenhang unseres Strebens erforderte. Von der christlichen Kunst sagst du dagegen. weshalb sie die Fürbitterin ist für ihr ganzes Geschlecht. durch Heilige und Märtyrer ungestört fortströmend bis in das ganz Einzelne und Irdische. 232 . ist es wohl wahr. die völHge Ausbildung dieser Welt des Schönen. Denn in der Jungfrau ward. manches aufgeben. lass' ich mir darum nicht wieder nehmen. als in ihrem reinen und schuldlosen Erstling. Gern will ich daher um dieses Größeren willen. und doch erkenn' ich nach deiner Darstellung nicht. Was du mich fragst.

die äußere. welche nach allgemeinen Gesetzen im sinnlichen und weltlichen Leben ihre Forderungen geltend macht. und der beständig die unabhängige Willkür des Einzelnen entdie gegensteht. Wenn du aber davon absiehst und dir den Menschen bloß in seinem weltlichen und irdischen Leben denkst. ebenso. nichts noch dem entsprechendes. auch noch eine MerkwürdigJawohl. welche nicht innerhalb jenes Zusammenhanges der Gnade und Liebe gelten kann. ich. doch finde ich auf der andern Seite. stimmt es wohl damit zusammen. weil du nicht bemerkt daß wir bisher von der Darstellung des Einzelnen und Irdischen in der christlichen Kunst immer nur sprachen. die auch keineswegs mit in die große Beziehung der Religion aufgeht. Und das. dir selbst alles vollständig zu machen. weil sie ins Unendliche von dem Laufe der sinnlichen Natur beschränkt werde? In der Tat. fuhr ich fort. Wenn du mir nämlich einwirfst. vielmehr ist es eben diese Macht der Natur. könnte man daraus nicht etwa folgern. deswegen.Ordnung und Vollständigkeit als den Zusammenhang meiner Reden. so wirst du finden. Ohne Zweifel. was wir neulich ausführten. erwidert' hast. Und ebenso. sagt' er. insofern es durch die Erlösung schon mit in die Welt des Göttlichen aufgenommen wurde. daß er darin noch an eine allgemeine Macht der Natur gebunden ist. die im Symbol vergöttert ist. daß nämlich die Gottheit selbst zu einem besonderen Einzelwesen werden müsse. was dich anreize. Bemerkst du aber. und unseren Sinn leitet auf unser eigenes Dasein und unser weltliches Bestehen. welche uns von dem Hinschauen nach jenem Urquell der Gnade abzieht 233 . sagt' er. daß nämlich beim Symbol uns auch die allgemeine Notwendigkeit übrig blieb. sinnliche Natur werde nicht mit in die christliche Kunst aufgenommen. fragt' ich. herrscht über uns mit einer Notwendigkeit. Denn die Natur. deshalb wird nur weniges nötig sein. versetzt' keit dabei? er. in der christlichen Kunst. möcht' es auch wohl mit der Natur beschaffen sein.

und die Ausführung des Charakters. da sie auch von Gott geschaffen ist. die gebunden ist an die Zufälligkeit des zeitlichen Lebens und an die allgemeinen Gesetze der Natur. Auch in seinem Wesen ist Einheit und Freiheit. aber doch nach allen Seiten als begrenzt erscheinenden Bestimmtheit des Einzelwesens. und sich ihrer als sich darin eines eigentümlichen Reiches bemächtigt. Durch den Charakter wird das Endliche selbst vollendet und die Freiheit in demselben etwas ganz Wirkliches. daß ohne solche Spaltung der Gegensatz. wodurch es den Forderungen der Kunst genügt. aber nicht die schaffende und ewige. der von Gott abfällt. So verschmilzt die Freiheit mit der zufälligen Wirklichkeit und wird dadurch zu jener vollständigen und in sich selbst begründeten. bleibt in dieser Art von Kunst 234 . nicht einerseits für die christliche des zufällig erscheinenden. und muß nicht durch ihn und seine Beziehung auf diese der Umfang der künstlerischen Phantasie erst seinen vollen Inhalt erlangen? Ohne Zweifel. und ich sehe nun wohl. Denn an sich zwar ist die Natur nicht böse. muß dieses Ganz richtig. was für die der entgegenVerschmelzung vollkommene die griechische gesetzten in das Symbol ist. Darum ist in dieser Welt eines jeden Menschen Geschick in seinem Charakter begründet. welcher das Dasein der Idee ist. der schon in der christlichen Religion selbst liegt. und eine Welt in sich selbst bildet. ein bloß natürliches und unabhängiges Dasein zu bereiten. und durch Hilfe des Teufels die irWelt und die Natur beherrschen wollen. versetzt' ich. die wir Charakter nennen. und eben dadurch der Ursprung alles Bösen wird. diese reine Spaltung aber ist Kunst dasselbe. sprach er. der sich in seinem eige- nen Dasein genügen will. ihm ergeben. sondern des wesentlichen. Dieses Gebiet des um Bösen nun. während zugleich in dem wirklichen und lebendigen Menschen der Übergang gefunden wird zwischen beiden. nebst seinen Anhängern. sondern eine. die sich dische nicht einen graden Gegensatz bilden gegen jene göttliche Welt. sie wird es aber durch den Geist. gar nicht denkbar wäre.und zu einem Hochmut verlocket.

die eine zweite wäre. Wenn du also meinst. wie Goethe und Tieck. das Leben der Einzelnen werde dort auf dieselbe Art mit göttlichen verbunden. begingest. der aus mißverstandener Verehrung des Altertums die ebenso mißverstandene Idee des Schicksals aus demselben in die neuere Kunst willkürlich verpflanzen will. Denn wenngleich das Symbol in der alten Kunst die Entgegengesetzten auf das innigste vereinigt. indem du jenes Leben des Einzelnen in der alten Kunst nach dem Standpunkte der neueren beurteilst. Doch bleibt mir noch immer die allgemeine Notwendigkeit davon ausgeschlossen. wodurch sich die Idee der Menschheit oder ihrer Schönheit in der Phantasie ausdrückt. und nicht in dem Geiste seiner eigenen Zeit.eine der wichtigsten Bestrebungen. dem Wie soll es denn aber in das Gebiet der Kunst aufgenomin sich trägt. so kann es dieses doch nur auf zwei ganz verschiedenen Standpunkten. Das würde sie nicht. versetzt' ich. und 235 . sprach er. weshalb eben diese. ein ganz vorzüglicher Gegenstand der neueren ist. wenn du nicht auch das Gegenteil des Fehlers. eine Welt des Symbols entstehn. den ich eben gerügt. wie in der neueren. auf einen Gegenstand wendet. Wehe darum demjenigen. durch die sich das Innere des Menschen vollständig nach einer Richtung. alle Quellen der Kunst geöffnet findeti Nun wirst du wohl über diesen Umstand ganz beruhigt sein. wie du auch selbst sehn mußt. Die höchste Offenbarung des Charakters ist aber die Liebe. da eine solche vollkommene Beziehung durch Allegorie nicht möglich ist. wie auch in die Kunst der Griechen das Leben der Einzelnen aufgenommen wird. daß es selbst sein eigenes Symbol Wie in der Gottheit oder Notwendigkeit nach jener Ansicht eine wirkliche Gegenwart unmittelbar enthalten ist. auch glaub' ich mir hiernach selbst vorstellen zu können. so irrst du. men werden? Dadurch. so ist in der Wirklichkeit und der Welt des Einzelnen etwas Göttliches und Notwendiges. Auch hieraus muß also. Vollkommen. wie du wohl sehn wirst. die so wenig in der Kunst der Alten zum Vorschein kommt.

die Menschen göttlicher gewesen seien. wie wahr das Verhältnis ist. daß. fiel mir Erwin hier ein. als die Götter menschlicher noch waren. Weshalb auch die griechischen Künstler alles. Die Willkür und Zufälligkeit des Einzelnen und die Gesetze der allgemeinen Notwendigkeit geraten hier in einen Kampf. Sehr richtig. aber nur insofern alles ganz endlich und zeitlich ist. können sie nicht zum Gegenstande der Kunst machen. während das Ewige und Wesentliche.dies ist die Heroenwelt der Griechen. der dramatischen. worin zwar das Besondere unterliegt. sich bestätigt und verherrlicht. daß ich auf dieses Heroentum so gar nicht gefallen bin. was zur Idee der Menschheit gehört. Denn bloß weil der einzelne Mensch die- 236 . den Einzelnen aber in seinem wirklichen Dasein. Denn dieser reine Gegensatz stellt eben den endlichen Menschen in das Verhältnis zur Notwendigkeit. welches nicht zu jenem vollkommneren der Heroen gehört. in diese Welt versetzen. und wodurch ihre wesentliche Be- schaffenheit in ihrer Ganzheit ausgedrückt wird. Und darum ist er auch recht eigentlich der Stoff derjenigen Kunst. welche das wirkliche Leben vor unseren Augen in Handlung und Gegenwart darstellt. und auf sie nur paßt im wahren Sinne Schillers Wort. bemerkst du das. Wie kam es doch. auch diese beiden Äußersten zusammen zu bringen. In dieser ist die Harmonie des Wesens und des wirklichen Daseins so vollkommen. scheint mir erst das übrige sterbliche Geschlecht. worin dieselbe als jenes furchtbare und vernichtende Schicksal erscheint. wodurch eben dasselbe mit sich selbst in diesen unauflöslichen Widerspruch verwickelt wird. wenn sie ihn nicht zu jener Welt der Heroen erheben und dahin zurückführen. mit der allgemeinen Notwendigkeit einen ganz reinen Gegensatz zu bilden. sagt' ich. dessen wir schon neulich erwähnten. welches du am meisten bei den lyrischen Dichtern. worein du es setzest! Nachdem wir es aber gefunden haben. als solchen. wie in der göttlichen. welcher vielleicht eben das Mittel ist. und vorzüglich beim Pindar bemerken wirst. da ich doch jetzt plötzlich einsehe.

und wovon uns Sophokles das höchste Beispiel in seinem Oedipus in Kolonos vor Augen gestellt hat. nachdem ich dir so viel zu Liebe getan. Damit wir aber nun. dünkt mich. und wieder die anderen der Notwendigkeit und Freiheit. welche vorher 237 . sie in sein eigenes Gebiet des besonderen Lebens verpflanzen. die uns neulich das Dasein des Schönen nach allen Richtungen untergruben. weshalb wir alles dieses durchgegangen sind. denn wäre diese Beruhigung gründlich. kann er sich kühn der Notwendigkeit gegenüberstellen. Dadurch wird nun endlich das Wirkliche selbst Symbol. als ein der Idee dieses dadurch rechtfertigen und in sich selbst begründen. auch volle Beruhigung über die unauflöslichen Gegensätze zu schöpfen. und sage mir dann. untergehend in das Gebiet der ewigen Gesetze gehoben wird. ses ebenfalls in sich trägt. welchen erhabenen Kampf wir recht deutlich in den Werken des Äschylos. rief ich. Hierdurch sind endlich die äußersten Enden verbunden und das Weltall der alten Kunst wird in sich selbst harmonisch vollendet. sprach Erwin hierauf. was du gesagt. und sowohl mit allem seinem Rechte an ein Bestehen für sich durch die Idee. als auch mit seiner ganzen Zufälligkeit und mit allem dem Bösen. und vorzüglich in seinen Eumeniden dargestellt finden. was das Schöne als Sym- und bol und Allegorie bedeute. Willkommen sei mir. und eben damit in das Reich der Kunst aufgenommen. Es scheint mir. welches eine wahre Verklärung des Menschen durch unmittelbare Versöhnung des Ewigen mit seinem Dasein ist.und selbst in seiner Besonderheit zugehöriges Wesen in dem Ewigen lebt. fuhr er hierauf fort. mit diesem Gedanken. kann es hierüber keinen Zweifel mehr geben. so hätten wir ja wohl unser Ziel ganz erreicht? Darum erkläre dich sogleich näher darüber. indem dasselbe als zeitliches Leben. Nun. als wenn nun jene Gegensätze des Göttlichen und Irdischen. ob du nun ganz verstehst. Vielmehr glaub' ich aus dem. erinnere dich. Weit vollkommener aber noch geschieht dies. was diese auf dasselbe häuft. nicht noch weiter geführt werden.

sprach er. so fallen sie wieder unversöhnlich auseinander. Es wird euch also leicht werden durch Vergleichung jener neulich betrachteten Gegensätze mit dem. in welche sie geteilt allein ihr Reich zur vollständigen Entfaltung der Idee zu ordnen vermag. das Unvollständige und Zufällige mit der vollkommenen Idee. versetzt' ich. bindet die Kunst zusammen.immer einander schmälerten und in nisse herabzogen. sondern als ein Weltall seiner eigenen Schöpfung zum Dasein gelangt. dadurch nicht allein ihrer Gefährlichkeit für das Schöne beraubt. und das Wirkliche über sein gemeines Dasein emporgehoben zu werden. woran auch wohl Bernhard und Anselm nicht zweifeln werden. sondern zu verschiedenen Gebieten der Schönheit werden. Woher ist uns aber diese glückliche Rettung des Schönen gekommen? Ohne Zweifel. und die. wie wir sie im heiligen Gebiete der Phantasie wirken sahen. und statt dadurch in ihrer Vollkommenheit geschmälert zu werden. sagt' ich darauf. Darum. Was sich unversöhnlich gegenüber stand. scheint auch in der Kunst das Göttliche ganz wirklich. wird diese vielmehr so erst zur Wirklichkeit entfaltet. eine vollkommnere Weise voneinander getrennt. so müssen auch wohl die Gegensätze des Schönen und Erhabenen. glaub' ich. welche das Verhältnis des Tragischen und Komischen mit sich führte. in jedem für sich besonders und in den verbundenen gemeinschaftlich. Denn überall verschmelzt die schaffende Tätigkeit der Kunst auf die Art. und doch wieder auch miteinander verbunden würden. wie nach unserer früheren Ansicht. ist es nun so. und dies ist nur möglich durch ihre schaffende Kraft. Wird außer dieser ein jedes der Entgegengesetzten für sich gedacht. sich nicht mehr die gemeinen Verhält- so unversöhnlich beund die Allegorie auf Symbol durch das sondern kämpften. Ist es nicht wirklich so? Ganz gewiß. von der göttlichen Kraft der Kunst. was wir heute 238 . sich die lebendige Idee wieder erzeugte. was es nach unserer Überzeugung von neulich nie bleiben konnte. durch welche das Schöne nicht bloß als ein hervorgebrachtes. Wenn dem so ist. einzelnes Ding. so daß überall.

gefunden haben. nicht zerstreuen dürfen. was der Zauber der Kunst bewirkt! Ist es nicht dieses. daß nirgend etwas übrig bleibt außer der Schönheit. so Nur dann also. jedoch so. wenn durch die Kunst diese Verhältnisse in ihrer höheren Einheit dargestellt werden. können wir diese Namen des Komischen und Tragischen anwenden. nunmehr symbolisch. wodurch wir uns heute. die Idee des Schönen und die Erscheinung derselben überhaupt auf ihre wahre Bedeutung zurückzuführen. versetzt' ich. und diese durch ihr schöpferisches Dasein alles in ihre Welt hineinzieht und alles selbst in Schönheit verwandelt? Das bewirkt sie freilich. Siehe dagegen. die mit dem. sondern sich in sich selbst spaltete und zugleich auflöste durch diese Verhältnisse zu anderem außer ihm. das heißt von einem Standpunkte aus darstellen. zusammenhangen? Deswegen. sofern es ein Gegenstand der Trauer oder des Lachens in den damals angeführten Verhältnissen wird. Sage mir doch eins. was du darüber aufgestellt hast. wo die Entgegengesetzten ganz daß auch durch den Widerstreit zwischen ihnen. Und mit dem Erhabenen und Schönen wird es sich ja wohl ebenso verhalten? Es kann wohl nicht anders. die innere Einheit nur desto herrlicher leuchtet? Es scheint wohl so. nach dem. fuhr ich fort. oder zwischen diesem und dem ganz Irdischen gefunden wurden. der sich in der äußeren Welt offenbart. sprach hier Anselm: warum wolltest du mir neulich kaum erlauben. eins und dasselbe sind. weil das Schöne. nichts Bestehendes blieb. das Tragische und Komische mit diesem Namen zu bezeichnen? Etwa aus Gründen. sprach Anselm. 239 . was du eben gesagt. Nun wohl! Wird sie denn nicht auch die Gegensätze. da wir uns bloß bemühen. euch vollkommen zurecht zu finden. daß diese Ausdrücke noch immer ein Werden und Hinneigen der Gegensätze zueinander bezeichnen. die zwischen dem göttlichen Wesen und dem einzelnen Schönen. denk' ich. und dadurch zugleich eine Fülle von besonderen Kenntnissen über das Schöne aufzudecken.

wie mich dünkt. von dem wirklichen Schönen und dem Kunstwerke zu sprechen. die Idee selbst sei. Wenn du aber mir in diesem beistimmst. das habe ich nicht allein nie bestritten. sich selbst vernichtete. was du noch vor kurzem bezweifeltest. Ich gestehe dir.Allerdings. wie jenes Abbild. Denn nach deiner Art das Schöne als Symbol. daß ich die notwendige Folge des einen aus dem anderen noch nicht einsehe. versetzt' er. in welcher alles dieses 240 . Denn daß überall im Schönen ein ganzes. da es nur Eine Idee gibt. als ein ganz einzelnes. und das Schöne die Erhabenheit schon mit in sich enthalten. wodurch es eben in sich selbst ein ganzes Weltall ausfüllt. denen sein Dasein nicht entgehn konnte. Ich sollt* es doch meinen. daß die Schönheit ein Abbild der Idee ist. in welchem dein Symbol und deine Allegorie eins und dasselbe wäre. wenn du dich nur erinnern willst. Anselm. mit deiner Erlaubnis sei es gesagt. wie du es nennst. sagt' ich. wie du sehr seltsam behauptest. sagt' ich . in sich selbst übereinstimmendes Weltall dargestellt sei. wozu. sondern zu allererst selbst behauptet. Darum ist aber meines Erachtens noch gar nicht bewiesen. sprach er darauf. wir öfter von dir verleitet worden sind: daß wir nämlich das Schöne allein als wirkliches Ding und eben nicht genug in seiner Eigen- Es muß schaft als Abbild der Idee betrachtet haben. Heute dagegen hast du. daß das Schöne. und als das wirkliche Dasein der Idee selbst darzustellen. Denn in dem Symbol wird immer das Erhabene die Schönheit. so bist du ja auch wohl in allem übrigen mit mir einig. und also im- mer nur dasselbe durch Eine vollkommene Tat sich nach verschiedenen Richtungen entwickeln. neulich durch die Gegensätze. unter dem Anschein. hervorgebrachtes Ding angesehn. müßte es überhaupt nur Ein schönes Ding und nur Ein Kunstwerk geben. an einem Fehler gelegen haben. immer nur von der allgemeinen Idee des Schönen geredet. damals. Auch liegt es ganz natürlich darin. was aber nun dem Dasein der Schön- heit wirklich nicht mehr schaden kann. welche immer nur Eine und allgemein sein kann.

Verfahrungs- weisen und Schranken habe. Sei es also auch dieselbe Idee. Denn daß jede Kunst ihre ganz eigentümlichen Gesetze. dies ist es auch nicht allein. Denn was du von dem idealen Übergange der Gattungen ineinander sagst. Wie aber dann. wie schon Kenner gesagt haben. ein Gemälde als Musik zu spielen. ja auf die verschiedenen Gattungen und selben Kunst Rücksicht nehmen willst. wenn du nun auch auf die Mannigfaltigkeit. die von diesen Stoffen zurückgestrahlt wird. daß die Idee sich nach allen Seiten in den mannigfaltigen Stoffen. wirst du nicht leugnen. versetzt' er. oder die Poesie in bloße Musik zu verwandeln. daß sie der Zahl nach mehrere sind? Dies wird sich leicht mit meinen Sätzen der einen vereinigen lassen. um von dieser zuerst zu reden. wenn die Eigentümlichkeit jeder Kunst grade meine Meinung bewiese? wohl nie. obwohl auch das nicht ohne Bedeutung ist. So. die in den Kunstwerken liegt. wie sie es denn wirklich ist. die sich darin entfaltet. wie gesagt. welche die äußere Natur ihr darbietet. ist aber widersinnig. sprach er. in welcher alle diese Gattungen mit ihrer idealen Seite ineinander übergehn. Wir müssen es doch versuchen. abspiegelt.zugleich ist. so ist es doch keineswegs dieselbe Schönheit. Eines ganz anderen aber wirst du dich überzeugen. Nun. ist mir noch zu unverständlich. Nicht bloß dadurch. oder ihr Abbild denselben eindrückt. Die Poesie. wird zwar oft angenommen. so daß man es wohl zuletzt dahin bringen könnte. die verschiedenen Gattungen der Kunst widerlegen? Etwa bloß dadurch. sagt* ich. solange sie auf Verund Mannigfaltigkeit beruht. gebraucht doch als Mittel ihrer Darstellung die Sprache. sie Das kann schiedenheit =»41 . und also auch nicht dieselbe Kunst. antwortet' ich. indessen kannst du dich hiervor immer noch in die Allgemeinheit der Idee flüchten. Denn daß es noch andere redende Künste gebe. gab er zur Antwort. Aber. und wie entstehn sie denn? fragt' ich. sondern vorzüglich die Entstehungsart dieser Gattungen. Wie sollen mich. und ist deshalb die redende Kunst. fragt' ich.

haben wir nicht heute schon gleich im Anfang bemerkt. die Sprache sei nichts anderes. könnte man das Sprechen nicht ' wahrnehmbares Denken oder Erkennen sei. Eins von 242 . ein solcher besonderer Stoff in der Natur. Sie kann also auch als ein an sich unbestimmter Stoff angesehn werden. wenn sie dir einmal das äußerlich tätige Denken selbst. Nun wahrlich. dann aber auch. wodurch die Poesie sich ausdrückt. wie es auch Piaton genannt hat. sagt' ich darauf. fuhr ich fort. das unsrige aber nur in dem. ich weiß nicht welcher Stoff sein soll. oder ist sie nicht vielmehr die Erkenntnis selbst. die Sprache sei das Mittel. doch ist eben dies schon für mich. sondern die Luft. Und dadurch unterscheidet sich eben unser tätiges Denken von dem göttlichen. und unter diesen auch die Idee des Schönen. sagt' ich. in welchem sich dies Erkennen abbildet. wenn jemand sagen wollte. nicht ein bloßes Erscheinen der Kunst.Ich glaub' es auch nicht. als daß es ein den Sinnen wir gewöhnlich Sprache nennen. daß dieses sich durch die Dinge selbst als seine Sprache äußert. als das äußerliche Dasein des in die wirkliche Welt eintretenden Erkennens ? Anders dächt ich. ein Gegenstand für sich. und ebenso das Denken nur ein innerliches Sprechen. kann man nur sagen. in welchem sich die sämtlichen Arten des Denkens abbilden. Muß es sich nicht so verhalten? Ganz gewiß. antwortet' er. denn nun die Sprache. nicht die Sprache sei das Ausdrucksmittel dieser Kunst. insofern dieselbe auch äußerlich zur Erscheinung gelangt? Denn das wäre doch wohl lächerlich. welche durch das Ist Sprechen bewegt wird? Gewiß. sondern ein Erscheinen des Gedankens überhaupt. sprach er. die also wirklich in dem schönen Werke der Sprache ihr Abbild findet. was erklären. und dadurch wird sie ein ganz allgemeines Ding. versetzt' er. welcher der bloße Spiegel der Erkenntnis wäre. Nun wohl. so gebrauchst du ja das Wort Sprache ganz willkürlich in zwei verschiedenen Bedeutungen. Denn in der Sprache kommt doch unser gesamtes Erkennen jeder Art zur Offenbarung.

Ich meine. Dies muß ich wohl zugeben. und dieses wäre das der Kunst. werd' ich auch nicht ableugnen. Wenn du aber nur überhaupt von Zeichen sprichst. wie du wollest. sagt' ich. Da er dies zugab. was in der Erkenntnis selbst enthalten ist. versetzt er. Wenn also dieses Er- kennen die vollkommene. der Begriff und das Urteil des Verstandes. daß darin alles enthalten sein muß. könne nichts weiter in sich dardas Erkennen. und ohne dasselbe gar nichts sein könnte. sagt' ich. Daß sie aber ein solcher Gegenstand oder Stoff sei. als solche. ist. daß alle Arten der Erkenntnis sich in der Sprache ausdrücken. so '^' 243 . selbst gestandest. fuhr ich fort. Wenn du nun. daher wir einiges unaussprechlich nennen. und was auch seinem Wesen nach mit diesem ganz dasselbe bleibt? Doch mögest du hiervon denken. welches dieser Offenbarung des Erkennens die Sprache. daß dieses auch wohl zugleich unausdenkbar sein. so mußt du wohl auch einsehn. Denn wie kann das ein bloßes Zeichen sein. daß alles dieses in der Sprache seine Zeichen hat. oder vielleicht beides nur scheinen wird. so fällst du wieder in den alten Fehler. ist doch wohl nicht denkbar. oder als unmittelbares Schaffen der Idee erscheint. wenn sie nur erst durch das Denken. der Entschluß des Willens. entsteht. Dies. Nun sind wir doch. so daß sie als Dasein ganz denselben Umfang und Inhalt besitzt mit dem Wahrnehmung ihrem Wesen! Ja.beiden ist doch nur möglich. sprach er. darin übereingekommen. als die der Sinne. sich durch die Kunst in ihrer ganzen Einheit und Ganzheit selbst schaffende Idee ist. aber doch nur so. als widerstrebte. so ist es doch nach dem vorigen gewiß. welche denn auch manchmal nicht für alles hinreichen. fuhr ich fort. und nicht etwa noch ein Dasein für sich haben. daß es in der Sprache auch ein Gebiet geben muß. stellen. in welchem alles ganz ebenso ent- Erkennen selbst als halten wie in dem angeblich Bezeichneten. worin das Erkennen ganz als Phantasie. oder vielmehr mit demselben zugleich.

welche dieselbe durch die Poesie annimmt. sondern sie bekommt durchaus eine andere Bedeutung. Gleichnis. daß dieKunstderPoesienicht durch das Darstellungsmittel der Sprache bedingt ist. so ist es nur eine. Was aber die poetische Sprache überhaupt sei. zeigen sich Symbol und Allegorie nur im Einzelnen. die nun in ihrem ganzen Umfange Poesie geworden ist. gäbe doch wohl genugsamzuerkennen. wie irgend ein anderes einzelnes Ding. so daß sie sich also nicht teilweise. Dieses kannst du auch sehn an der ganz eigentümlichen und zugleich die ganze Sprache durchdringenden Beschaffenheit. denn sonst könnten sie sich nicht in der Sprache allein entwickeln. welche mit den Kunstnamen Metapher. und anderen benannt werden. sondern durch ihr eigenes. die sich selbst offenbart. Anselm. Das können wir indessen auch hier einsehn. wird erst durch fortgesetzte Betrachtung ihres ganzen Verhältnisses zur gemeinen erkannt. In den poetischen Ausdrucksarten. oder als die Kunst. sondern müßten sich in dem äußeren Stoff als Gegenstände verkörpern. als im gemeinen Gebrauche. demnach die Poesie eine besondere Kunst. da- vollen Dasein zu gelangen. dächt' ich. Ist zum doch ganze Kunst selber ist.kann auch durch diese kein Hindernis in der Sprache finden. sondern als die Selbstoffenbarung der in ihrem Handeln begriffenen. sondern nur als die Idee des Schönen selbst. Dieses. und darum dürfen wir sie keinesweges betrachten. sondern vollständig in ihrem ganzen Schaffen darin selbst gleichsam gebiert. sich selbst gestaltende Licht. welches zu seiner Gestaltung des Überganges in die hervorgebrachten wirklichen Dinge nicht bedarf. wie du meintest. ganz in dem Leben der Idee liegendes Wesen. schaffenden Phantasie das ganze Dasein dieser Kunst umfaßt. das von dem göttlichen Mittelpunkt ausgehende. daß sie nicht als Mittel der Darstellung oder Mitteilung allein die Kunst der Poesie begründet. Denn nicht bloß teilweise wird sie dadurch verändert. Ihrem Wesen nach ist aber dieselbe dieses vollkommene Schaffen der Phantasie selbst. Vielmehr sind diese schon in ihrer ganzen Bestimmtheit in der Phantasie gegenwärtig. die zugleich die 244 . oder einen besonderen Begriff.

aber auf welche Weise? Muß nicht die gemeine Sprache immer einen Unterschied zwischen den äußeren Dingen. versetzt' ich. welche sich in der Phantasie schon von selbst als eine Welt der mannigfaltigsten Erscheinungen entwickelt. Darum kann die Poesie niemals in der bloßen Aufnahme der äußeren Erscheinung in die Erkenntnis bestehn. Das wohl. welches beschreibende Dichtung sein würde. wie kann er denn verschwinden. Wahr und nicht als äußere Gegenstände. So aber ist es die eine und selbe Idee. wenn nicht der ganze Umfang der Erkenntnis bloß durch die Idee bestimmt wird. so daß sie diesen teils in sich selbst entwickelt. teils auf die Erscheinungen bezieht? In der Poesie verschwindet dagegen ja wohl dieser ganze Gegensatz? Das. weil sie nichts anderes als das Dasein der Idee ist. welche sie auf die Wahr- nehmung machen. voraussetzen? Beschäftigt sie sich nicht einerseits mit dem Besondern. und ist sie nicht wiederum auch der sich äußernde Begriff. die also an sich etwas Widersinniges ist. und von derselben. aber in der Sprache sind ja die Dinge überhaupt nur als Gedanken. wie sie wahrgenommen werden. und den Gedanken. Nicht günstiger ist ihr aber auch der Verkehr mit Begriffen allein. und zeigt in sich selbst die Erscheinung der Außendinge und die Wirkung. ist gewiß. so wäre auch der Gegensatz unvermeidlich. sprach er. ohne dem Begriff Untertan zu sein. Wenn aber in der Entwicklung der Begriffe und in ihrer Anwendung auf das Besondere das Lehren im ge- 245 . sagt* er. worin das Erkennen als bloße Form der Verknüpfung und nicht als Lebenskraft der wirklichen Dinge tätig sein würde. fuhr ich fort. und wiederum jede der besonderen Erscheinungen lebt frei für sich. als ihr eigenes Dasein ausgeht? Denn wenn irgend Wahrnehmung ihr von außen entgegen käme. was. der Beschreibung Stoff geben könnte. die sich auf dieselben beziehn. Nun wenn das ist.scheint mir das. was du sagst. weil es in der Kunst gar nichts gibt. ohne an sich etwas anderes zu werden. als bloß äußerer Gegenstand gedacht.

daß jenes vollständige Schaffen aus der Idee. worin die Poesie nichts als unbestimmte Gefühle ausatmen. sondern sich darin nicht anders als die Kunst überhaupt zu verhalten. daß es auch keine lehrende Dichtkunst geben kann. Aus diesem allen siehst du wohl. wenn ich dir aber zugeben muß. daß sie nicht in allgemeine Betrachtungen oder Gefühle ohne ganz lebendige oder einzelne Gestalten zerfließen darf. jede Äußerung eines nur inneren Zustandes ohne bestimmte Gestaltung der Idee als Stoff. so ergibt sich hieraus. sein Weltall aus sich selbst hervorbringt. von aller anderen Berührung mit der Außenwelt frei. weil sie allein in dem Gebiet der sich selbst schaffenden Erkenntnis sich vollendet. noch immer im Schwanken. so erscheint sie mir als von allen anderen Künsten durch ganz bestimmte Merkmale verschieden. so liegt es doch im Wesen der Poesie überhaupt. Sobald du dasselbe sich brechen lassest an der äußeren Oberfläche der wirklichen. besonderen Dinge. und der Musik ihre Grenzen streitig machen soll! Denn obwohl das Altertum seiner ganzen Art und Weise nach weit mehr der Gestaltung im einzelnen bedurfte als unsere Kunst. so bist du aus diesem 246 . sprach bloß mit allen anderen Künsten gemein zu haben.wohnlichen Sinne besteht. und die vollkommene Bestimmung aller Gegenstände durch dieses Schaffen der Poesie allerdings zukommt. so dünkt sie mich dies nicht Du erhältst mich. Was würde sie erst zu den Werken mancher neueren Dichter sagen. daß diese Kunst durchaus. daß er nicht Sagen und lebendige Gestalten genug in seine jugendlichen Versuche verwebt hatte. Ja eine jede Absonderung des erkennenden Vermögens. und ihre Außenwelt schon in sich trägt. Stelle dich mit mir grade so mußt du es auch denken I in jenen Mittelpunkt des göttlichen Lichtes. Denn betrachte ich die Poesie als eine besondere Kunst für sich. weshalb auch Pindar von seiner Lehrerin Korinna getadelt wurde. Gut also. welches. versetzt' ich. nur in diese übergeht durch die Sprache. ist der Poesie zuwider. von dem Innersten der Phantasie aus- gehend. Anselm hierauf.

die Poesie müsse allumfassend und die Kunst überhaupt sein. und überhaupt nicht zur wirklichen Erscheinung kommen kann. was als Einzelnes und Zufälliges das Allgemeine der Erkenntnis trüben würde. um in sich selbst unumschränkt zu bleiben. nicht als Gegenstand. ohne dieselbe auf das genaueste begrenzt und ganz gerundet hervorzubringen! Es durchdringt also vielmehr vollkommen die Eigentümlichkeiten derselben. und in jenes Gebiet versetzt. und mit demselben gänzlich übereinstimmend sein. wo sie selbst sich befindet. doch so. hervorbringen kann. daß es nur ein Erscheinen der Phantasie als Tätigkeit. schließt sie auch gänzlich die Außenv/elt. sich in lebendiges Wirken des Geistes auflöset. ohne alles Erscheinen nach außen zurückzöge. so daß du ganz und gar nicht Unrecht hast anzunehmen. Aber eben deshalb. in welchem ja schon auch die Oberfläche als ihm gleichartig und übereinstimmend lag. und hierdurch wird sie selbst zur Sprache. das Weltall der Poesie. mein Freund. da es die ganze Oberfläche und Gestaltung dieser Dinge schon in sich selbst trägt. wo die Seele sich ins Unendliche beschäftigt. Die Phantasie. wie allumfassend ist also 247 . dann würde sie eben nicht allumfassend. muß hier schon in dem Wesen der Poesie begründet. und das vollkommene Schaffen ist vernichtet. sei. aber kann es sich daran brechen. die auf solche Weise ihr eigenes Gebiet mit einer Welt von einzelnen und mannigfaltigen Wesen bevölkert. die Einzelheiten dieser Dinge mit der Einheit des Inneren zu verbinden. Dieses wäre denn. Dieses Ausschließen nun kann nicht von der Art sein.Urquell des Schaffens gerissen. den die Oberfläche nur da. wodurch sie eben eine besondere Kunst für sich wird. Noch vollständiger kannst du indessen einsehn. sondern gänzlich entfaltet sie sich zwar nach außen. daß sie sich etwa ganz in den bloßen Gedanken. vollständig und sich selbst genügend. Wie notwendig auch in sich unabhängig. von wo jeder Widerstand. noch vollständiges Dasein der Idee werden. welches du nur überschauen kannst von jener Warte des Mittelpunktes aus. als Gegenstand der Wahrnehmung von sich aus. indem es sie aus sich hervorbringt. und alles.

oder auch als beides zugleich zu betrachten sein. sondern auch wodurch sie es sind. ich sehe wohl. So ist es auch recht. oder siehst du vielmehr Du stellst dir also. daß in allem nur die Phantasie in ihrer ursprünglichen Tätigkeit gegenwärtig und nirgend in äußeren Stoff übergegangen ist? Dies ist. als ein mittleres Ding anzusehn sei. nämlich dadurch. alles dieses zugleich und als eins und dasselbe zu sein? Das letzte ist wohl ohne Zweifel das richtige. die eben. auch nicht vor als das Körperliche oder den äußeren Stoff? Denn diesen sondern wir ja eben recht sorgfältig ab. daß sich nämlich die Idee ausbilde in Einzelwesen. weil eben das Wesen dieser Kunst darin besteht. weil sie nicht in körperlichen Stoff übergehen. Meinst du nun aber. Ich würd' es gern hören. wenn du näher betrachten willst. der Poesie. daß sie durch ihre verschiedenen Arten alle Standpunkte der Idee umfaßt. versetzt' er. sondern das Ganze müsse ungeteilt entweder als Idee. Du gibst aber doch zu. was du meinst. von äußeren Gegenständen abgesehene Verbindungsart hier gar nicht vorkommen. sagt' ich. ein. fuhr ich fort. so etwas könne als eine mechanische. 248 . oder vielmehr in die bestimmten Vorstellungen von denselben. oder als Welt des Einzelnen. das wir Poesie nannten. sprach er. welches wir aus der Idee und dem Einzelnen zusammengesetzt hätten. bei ihrer Einzelheit doch ganz in der Idee bleiben. wirklichen Erscheinungen auf das innigste und vollständigste vereinigt sind. der Inhalt deiner ganzen Erklärung teilung zu finden. sprach er. die besonderen Erscheinungen. worin das Dasein der Phantasie besteht. wie du es nennst.die Poesie ist. fragt' ich ihn. zumal da es mir scheint. und nicht das allein. als sei in dieser vollkommenen Einheit des Mittelpunktes und der Oberfläche. wenn du mir auch diese bezeichnen wolltest. gar kein Grund einer Eindaß in der Poesie das Wesen der Phantasie und ihr Dasein in den besonderen. daß dieses Ganze. Nein.

als ein wesentliches. die an sich und vorzugsweise Handlung genannt werden muß. 249 . und in aller ferneren Entfaltung der Poesie ganz eins und dasselbe. als die lebendige Idee. und muß sie nicht ein durchaus wirkliches. wie es ja die Kunst überhaupt verlangt. gegenwärtiges und doch nur sie selbst in ihrer Ganzheit entwickelndes Leben annehmen? Gewiß. und welche wir die epische nennen. das muß sie. bald erkennen. daß auch der Name nicht unrichtig angewandt ist. Denn erstlich erscheint doch in der epischen Poesie alles in wirklicher Tätigkeit und zeitlicher Handlung. Du wirst gleichwohl. oder als die Handlung. Wahrlich. und in Persönlichkeit. schon an sich und notwendig eine heroische. denn sie ist zugleich die Idee des ganzen menschlichen Geschlechts und seines Handelns überhaupt. und wir hätten also hier wieder eine besondere Poesie. sondern ganz persönlich in die Verknüpfungen des zeitlichen Handelns eingreifend. und wird also ein zwar ganz weltliches. obwohl ich das einsehe. wenn sie doch mit demselben. daß hier die Poesie in einer ganz eigentümlichen Gestalt erscheint. und selbst die Gottheit nie als ein außerweltliches Wesen. Darum ist die Menschenwelt. lieber Anselm. gefunden haben. Auf gleiche Weise kann aber auch das zeitliche Dasein der Einzelwesen hier nichts anderes sein. erscheint dieses Handeln einzelner Personen dennoch als ein idealisches. was ebenso wichtig ist. die aber zugleich die ganze Poesie überhaupt ist. aber doch ideales Leben. Beides ist von Anfang an. deren Begriff wir schon heute.So behalte dieses fest und gehe mit mir weiter. Handlung und alle Verhältnisse der mannigfaltigen Welt. eins sein soll. Die Gottheit selbst. geht also durch diese Seite der Kunst in ein ganz wirkliches Leben über. und zweitens. versetzt' ich. indem du das Ganze nun zuerst als Idee allein betrachtest! Kann und darf diese etwas außer dem wirklichen Dasein Bestehendes sein. wie du dich erinnern wirst. in dem ersten Aufleuchten. die das epische Gedicht darstellt. sprach er darauf. der Name überrascht mich.

daß die Idee sich ganz und gar in dasselbe verwandelt. sondern bloß in der Besonderheit. nachdem du von der Idee zuerst ausgegangen bist. Wie darfst du so sprechen. und von der Idee gees also dort erscheint. Nun ist es doch in der epischen Kunst dadurch. davon ist es selbst als Einzelnes nicht der Grund. muß es auch an und für sich in der Kunst erscheinen. So leite mich. sondern die Idee. aber glaubst du denn nicht. daß die ganze Poesie auch in ihm beruhe. und. meinst du nun doch eine Beziehung. wodurch dieses Einzelne als ein Abbild der Idee vorgestellt würde. Als Einzelnes dagegen ist es ja wohl nur der Grund davon. und wieder durch das 250 . sprach er. Dieses ist als Ausdruck und Leben der Idee schon in der epischen Kunst mit enthalten. da wir ja gesehn haben. sondern auch jeden. nunmehr zu diesen. nicht wahr? Jawohl. sagt' ich. daß dieser Gegensatz eben durch die Kunst zu vermitteln sei? Gewiß. sprach er. und deshalb. welche durch dasselbe zum Leben kommt. wie er wolle. denk' ich. nunmehr das Einzelne und Zeitliche vor. fuhr ich fort. Daß schieden ist? Ja freilich. so. daß es nicht in der Idee. als vielmehr daß es aus derselben hergeleitet. wie es in der Kunst vorkom- men dürfe. fragt' ich. versetzt er.weshalb auch Homer nicht nur oft des gewaltigen Abstandes seiner Helden von den Menschen seiner Zeit gedenkt. Nicht sowohl als ein Abbild. wenn es so nicht sein soll. Nimm also. sagt' ich. da es doch als Einzelnes auch die ganze Poesie begründen soll? Das freilich bleibt wahr. versetzt' ich. so zeigt sich überhaupt nicht. Dennoch. Noch deutlicher wird es dir indessen werden durch die Vergleichung mit den übrigen Gattungen. daß es nun von der Kunst nur in einem Gegensatze mit der Idee aufgefaßt werden darf. er tue. göttlich und untadelig zu preisen pflegt. und in Gestalt desselben lebt? So war es. als vollkommen. auch der Kunst fremd.

was ich kaum mit Sicherheit einer von jenen beiden unterordnen könnte. daß diese letzte schwerlich mit irgend einer anderen verwechselt werden kann. ja zu einem und demselben wird. wodurch das Getrennte vereinigt. Indessen denk' ich. zu prüfen uns von unserem Wege zu weit abführen würde. ist es ein reiner Gegensatz. Das kann wohl nicht anders sein. auch liegt dazu mancher Grund in dem. licher machen. sagt er darauf. und Meinung entstanden. das Werk der lyrischen Poesie wäre. wobei nach außen hin eine ganz objektive Darstellung möglich ist. daß wir den Dichter selbst in seiner Persönlichkeit wirkend erkennen. In dieser Gattung tritt die Poesie. die lyrische Poesie unterscheide sich durch die subjektive Darstellungsinwiefern sie Wahres enthalte. da sich in ihm die Poesie als jenes ist daraus denn wohl die Handeln wirklich offenbart. um es gleich zu sagen. was wir über den Gegensatz des Subjektiven und Objektiven überhaupt ausgemittelt haben. welche in der epischen ganz in den Gegenstand übergegangen war. und diese kann sich wohl dadurch offenbaren. so daß ich kaum noch einsehe. nicht minder aber auch so. Auf jeden Fall kann indessen dieses Verhältnis immer nur ein abgeleitetes sein. und wenn in jener das Handeln in Stoff und Hervorgebrachtes der Kunst verwandelt ist. Sonst aber hätt' ich manches. auf sie zurückgeführt wird. 251 . die. durch welchen du beide geschieden hast. so zieht dieselbe hier allen Stoff in ihr Handeln hinüber.Ewige und Wesentliche seiner Einzelheit selbst. versetzt' ich. selbst hervor als die tätige Beziehung und der innere Zusammenhang. und stellt ihn nur im Lichte ihrer eigenen inneren Beziehungen vor. Dieser Gegensatz der epischen und lyrischen Gattung wird dir nun wohl beider Wesen deutart. Deshalb gibt in der lyrischen Poesie der Dichter selbst sich oft als Kunstwerk hin. tätige Beziehung zwischen dem Wesen und dem Besonderen bleibt das Wesentliche. wie zwischen ihnen die dramatische Platz finden soll. daß sich nur die Gegenstände ganz als solche auf dem Spiegel seiner Seele zeigen. welches denn. die lebendige. ehe du Freilich.

dem Roman. Die lyrische wo um Poesie schwerer einzuteilen. dort der innerste Zustand des zeitlichen Geschöpfes in seiner Beziehung auf das Ewige und Vollkommene. daß nichts dem bloßen Stoff oder Gegenstande nach von irgend einer Gattung der Kunst ausgeschlossen sein könne. So geht die epische Behandlungsart. In allen nämlich ist dieselbe Richtung. sentlichen zu rücken. Dennoch wird auch durch diese nicht das innere Wesen der Gattung aufgehoben. auf die es zur Bestimmung der Gattung allein ankommt. außer dem gewöhnlich so genannten Epos. welches freilich bei der Entstehung der Welt auf andere Weise geschieht als bei dem wirklichen. wenn sie nur ganz in den Stoff und Gegenstand übergeht. und darin die Gegenwart selbst erhöht und im Licht eines göttlichen Daseins darzustellen. was du noch weniger glaubst. das untersucht hast. dann ist aber auch wieder bald bloße Darstellung eines Ideals. von dem reinen göttlichen Wesen an bis in die Gegenwart und Wirklichkeit des zeitlichen Lebens. der Idylle. und lieber wollen wir. das ihm in den verschiedensten Gestalten und Verhältnissen erscheinen kann. dem Märchen. dergleichen für andere Unterhaltungen versparend. weil das Sehnen und Streben zwischen dem Wesen und dem Einzelnen nicht durch so deutliche Ruhepunkte begrenzt ist. sämtlich in einer Kunstgattung vereinigt finden. wie Dantes. Doch will ich dich wenigstens daran erinnern. die vielleicht göttliche Idee als gegenwärtige Tatsache. vorausgestellt wird. mit dem Rittergedichte. Dennoch lassen sich auch darin verschiedene Einteilungsgründe auf f inden. sich die Theogonien und mystischen Darstellungen Gottes recht genau den Umfang und und des Weltalls. mit der gnomischen Sittenlehre und der Satire. ja. uns heute nur über unseren Hauptzweck verständigen.wenn hier das göttliche Wesen in der Entwicklung seiner Herrlichkeit. oder einer Gemütsfassung des ist 252 . Dir aber alle möchte wohl für heute unmöglich werden. zeitlichen Leben. nicht selten erst eine beziehende Bedas Zufällige in das Licht des Wetrachtung nötig ist.Inhalt eines jeden Gebietes Zweifel der Art zu lösen. so daß. der Fabel. welches das Ziel der Sehnsucht sei.

das Lied. gäbe wohl immer noch nichts. und in dem neueren scheinen doch immer noch dieselben Bestandteile. sprach Anselm. versetzt' ich. Elegie Diese. das betrachtende Gedicht. was wir schon bemerkten. wie es ja auch ihr bekannter Ursprung beweist. verhält sie sich nicht mehr als bloßes Subjekt zu den Gegenständen. Und eben weil diese vollkommen erkennbar und gleichsam sichtbar wird. denn in jeder müssen sich alle übrigen wieder finden. den Lobgesang. Unter jene verschiedenen Gesichtspunkte wirst du nun bei sorgfältiger Untersuchung dem Hymnus. und das kann nie eine Idee. einfügen können. Nun. unter welcher sich die Begeisterung selbst als Begeisterung offenbart. Daß jene beiden Gattungen auch in dieser dritten enthalten sein müssen. oder was auch noch gar keine haben mag. die Gestalt. Dies Verschmelzen allein. auch keine Gattung der Kunst sein. was verschiedene Namen. bald das Gefühl. oder von eigener Fülle überströmt. sagt' ich. als ein zusammengesetztes Ding. Dieser Mischung ist auch das griechische Drama in seinen Gesprächen und Chören treu geblieben. wiewohl mehr ineinander verschmolzen zu sein.strebenden Endlichen. und so des Künstlers innerste Seele dem Tag entfaltet. bald die verknüpfende und den inneren Zustand erst bestimmende Betrachtung der streitenden und einander suchenden Grundstoffe des Lebens. und also nach allem. lassest du also doch aus der Vereinigung der epischen und lyrischen entstehen. so muß ganz eigentümliches Wesen haben. aber weil eben jede auch die ganze Kunst für sich ist. den Dithyrambus. daß in den beiden anderen die sie auch ihr 253 . und welches ist dieses bei der dramatischen Kunst? Du siehst doch. auch die Gegenstand und löst in sich die und Epistel. sondern wird selbst Gegenstände auf. und vieles andere. das von fremder Herrlichkeit hervorgelockt wird. da in ihren Anfängen Erzählung Einer Person und Gesang des Chors miteinander abwechselten. das leidet freilich keinen Zweifel. mein lieber Anselm. Für jetzt laß uns indessen nur gleich zur dramatischen Kunst übergehn.

die lyrische war aber mit eben dieser Erhebung beschäftigt. daß in dem zeitlichen und wirklichen Leben. Findest du hierin nicht eine Andeutung. nach der einen oder anderen Richtung hier gänzlich fehlt. Welchen anderen Ausweg gibt es aber dann. vermittels der lyrischen Poesie. wird sich noch zeigen. stimmen darin alle überein. sprach er.Idee immer etwas als über dem gemeinen Leben oder als Ideal erscheint? Denn so nennen wir die Idee in Beziehung auf das Wirkliche. noch wie es in gegenseitiger Beziehung mit derselben steht. versetzt' ich. doch kann wohl in keiner Art von Kunst ein solches Ideal fehlen. Schön muß es bleiben. selbst das Dasein der Idee dargestellt werde? Wenn ich nur erst wüßte. wie die beiden anderen Künste. Aber das ist freilich gewiß. wie es in seiner Wirklichkeit zugleich sein Wesen ausdrückt. aber deswegen braucht es nicht zu erscheinen. wie es mit der Gottheit ganz einig ist. daß Erhebung zum Ideal. sagt' er. wie dieses möglich Freilich. und vielleicht auch bleiben muß. Zur epischen nämlich gehörte. versetzt' ist! er. also ein schö- 254 . daß wir das wirkliche Leben ganz in seiner bloßen Zufälligkeit und eigentlichen Nichtigkeit auffassen. wie es überhaupt für die Kunst nicht da ist. sein. So war es. daß in dem Dasein der Idee selbst das Zeitliche zu ihrem Ausdruck erhoben sei. Und doch. daß im Drama das wirkliche Leben vorgestellt werden soll. wodurch es uns zuvor allein. als diesen. weshalb dasselbe auch weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft ein Ziel und gleichsam ein Maß der Vollkommenheit vor sich hat. gab ich zur Antwort. hier das wirkliche Leben auch der Beziehung beraubt. sondern alles vor unseren Augen als gegenwärtig vorgehen läßt. daß auf eine ganz neue und eigentümliche Weise das Dasein der Idee ausgedrückt sein müsse? Es wäre also. sondern es kann ja auch so dargestellt werden. zum Ideal zurückgeführt werden konnte? Wie lösest du diesen Widerspruch? Ob es ein Widerspruch. sagt' ich. als solchem. nicht so.

die Kunst auf. Deshalb läßt sie sich auch durch nichts anderes erklären. Und weil dieser Widerspruch an sich durchaus unauflöslich ist. Alle reizt sie an durch die großen. und doch einander gänzlich aufheben. und doch zugleich in seiner Zeitlichkeit Rätsel. Denn da. und steht als solches mit diesem göttHchen Wesen im vollkommensten Widerspruche. die Täuschung aufzeigend. die ewige und die zeitliche. um jetzt von der Religion zu schweigen. und doch erhebt uns. dieses die Besseren auf die mannigfaltigsten Ausflüchte. und nur durch sie und in ihr verstehen wir unser Leben. und sich eine Wahrscheinlichkeit der Rettung vorzumalen. sonst war' es gar nicht. damit das Rätsel darin von selbst zer- gehe. um ihre Unruhe zu beschwichtigen. keine so ganz über all unser Bedürftiges und Uneiniges. sondern bekräftigt erst recht dieses Verhältnisses innere Wahrheit. gründlich verstanden. In dieser Verwirrung und Zerrüttung tritt aber. Das ist ja eben das große und unendliche und nie zu bezwingende Rätsel. welches die unbegeisterten Gedanken der Menschen unaufhörlich beschäftigt. die ihnen durch keine Bürgschaft gesichert wird. sondern ganz 255 . sobald es ganz das gegenwärtige und wirkliche sein soll. oder die Harmonie aufgelöst wird. da wohnt diese wunderbare Kunst. aber keineswegs idealischen. das nes ist. die ohne einander nicht sein können. und dennoch ist es nur einzeln und zeitlich. und ist ewig und göttlich. Darum greift keine Kunst so tief in unser gegenwärtiges Dasein und unsere Stimmung über dasselbe. in welcher die Idee als Wesen und als zeitliches Dasein gleich kräftig lebt. kann die wahre und echte Wirklichkeit des Lebens nur dargestellt werden durch die Kunst. und löst nicht etwa.und Nichwird. durchaus nicht anders fassen. erkannt Ja es läßt tigkeit vor dem göttlichen Wesen sich durch die Kunst. wo nicht etwa der Widerspruch vermittelt. sondern nur durch sich selbst verstehen. sondern wo Harmonie und Widerspruch ganz eins und dasselbe sind. Denn ein Wesen trägt es in sich. daß in ihnen selbst zwei Naturen wohnen. dieses treibt sie zur Verzweiflung an der göttlichen Gerechtigkeit oder zum Hochmut auf ihr eigenes Verdienst.

aufgehen möchte. sondern in ihrer inneren Wahrheit vorgehen läßt. als was Tieck in seinem Phantasus sagt. daß es nur ganz vortreffliche Menschen und Handlungen. Erinnere dich also. und dadurch nur allzuoft um das wahre Streben der Kunst betrogen hat. Am besten verrät sich auch dieses Mißverstehen dadurch. Fouque. . Dieses. der aus demVolkes. Drama enthalte das gemeine. nicht selben hervordrang. treibt eine. daß in der Tat diese Dichtungsart das wirkliche Leben auffaßt. und jeden. sprach Anselm. wenn auch noch so dunkele Unruhe über sein eigenes Dasein. irgend etwas Buntes und Lebendiges und ihm Gleichartiges zu sehen. so werden doch gewiß die meisten von einem Strahle des Lichts. wie die gewöhnlichen. Was du aber von ihrem eigentlichen Wesen sagst. alltägliche Le- welchem unseligen Gedanken wir die ganze Flut von Familiengemälden und anderen Denkmalen der Geistlosigworüber ich dir nichts Besseres zu sagen wüßte. zu einer Ahnung. daß ein solches Idealisieren in das Außerordentliche und scheinbar Tiefe gewöhnlich seinen Zweck verfehlt. In deinen Preis der dramatischen Kunst. wie es zugleich sein Wesen in sich darstellt. das ben. jedoch so. mein Freund. oder das Arbeiten nach innerem Gehalte wohl 256 keit schuldig sind. der undurchdringlich über der inneren Welt lag. welcher zuerst nur begierig war. Oehlenschläger und auch Werner auf das Außerordentliche und Bedeutsame geführt. stimm' ich vollkommen ein. auch den. welcher die jetzt für die besten geltenden Dichter. versetzt' ich. daß ihm mit dem Vorhange der Bühne wohl noch ein anderer Vorhang. berührt und erfrischt. welche sie in der Mitte des dem bloßen Scheine nach. Und wenn auch nur wenigen dieser ganz hinweggezogen wird. kann doch nach unserem gegenwärtigen Zwecke immer nur ganz im allgemeinen geschehen.menschlichen Begebenheiten. und die übertriebene Häufung der Taten und Charakterzüge. Viele haben daher gemeint. das möcht' ich gern noch etwas näher an der Erfahrung und den Kunstwerken aufgezeigt sehen. Nicht kleiner ist aber auch der Irrtum. auch den stumpfesten. eine zum Ideal erhobene Menschheit aufführe.

das so manche neuere Dichter mit den umständlichsten Anstalten beschwören. den wahren Gehalt des wirklichen Lebens auszudrücken. wo Harmonie. die andere das grade Gegenteil des Ideals mit offenbar widersinnigem Bestreben aufstellen sollte. dessen Namen wir als einen leeren Schall von allen eingebildeten Kennern bis zum herzlichen Ekel wiederholen hören. indem es eben schon da. und weit gefehlt. ohne daß uns der ewige Widerspruch zwischen dem Göttlichen darin. sonderbar und auffallend ist es doch immer. nicht des bloß Nichtigen. entdieser Widerspruch. aber mit derselben inneren Bedeutung hervor. aber an Ehre und Macht auf solcher Stufe stehe. wiewohl es un17 257 . was noch bis auf den heutigen Tag von den Kennern gesagt wird. und vielmals bei seinem Namen herbeirufen. die tragische und die komische. Wie sind wir denn auch imstande. wo er die Bedingung des Lebens. und in jedem wahrhaft erkannten Menschenleben von selbst gegenwärtig ist. da die eine doch die Erhebung des Gemüts über die äußere Gewalt zum Ziele hat. als auf dem Standpunkte der Idee. daß du beiden Arten des Dramas so ganz denselben Inhalt zusprichst. und der zeitlichen Erscheinung eben dieses Göttlichen. die andere dasselbe recht dem Äußeren und Zeitlichen unterwirft. daß sich an ihm das Wesen des menschlichen Lebens recht deutlich offenbaren könne. der sich nicht durch Vortrefflichkeit noch durch Schlechtheit auszeichne. wenn er einen dramatischen Helden verlangt. Du wiederholst. worauf es nicht erscheinen will. und zugleich die Aufnahme desselben in das Ewige selber ist? Aus dieser einen Wurzel des wesentlichen Lebens gehen zugleich die beiden dramatischen Künste. Ganz recht hat dagegen Aristoteles. und darin liegt alles. daß die eine gegenträte? Und findet er seine idealisieren. der uns zerreißt. Denn dieses Wesen soll sich offenbaren. dieses innere Wesen wahrzunehmen im wirklichen Leben.noch eher ein Lächeln als Bewunderung hervorlockt. versetzt' ich. sprach Anselm. Nun wahrlich. nach entgegengesetzten Seiten. darin liegt auch jenes sogenannte Schicksal. sind beide bestimmt.

wo die Erfolge keinesweges gewaltsam erscheinen. zerstört und in seiner Vergänglichkeit offenbart wird. und selbst seinen Untergang darum auf das höchste verklärt hat! Doch Beispiele zu häufen wäre leicht. und am tiefsten wirst du den echten Sinn vielleicht da erkennen. Dasselbe aber ist es auch. wie beim Shakespeare. so wird auch dies Wesen gezwungen. und das Aufleuchten und die Verdunklung menschlichen Wertes in vielfachem Wechsel erscheint. Zerstört denn den Orestes äußere Gewalt. welches die Mutter schützte? Geht in ihm unter ein roher Trieb für das sinnliche Leben. als das Wesen der Tragödie ansehen kann. Darin liegt derselbe Widerspruch. besonders in seinen historischen Stücken. nicht der Leib ist. wenn man gegenseits die Komödie als das umgekehrte Ideal bezeichnet. wenn er sich loben hörte. die den Leib zerstört. oder die was erhabene. wie man dieses Erheben der Seele über die Macht. durch Apollons Gottheit selbst angeschürte Begeisterung für den großen. Vielmehr eben so. da offenbar das Zerstörende nicht eine äußere. und das. die sich über die Macht und die Rechte des Mutterblutes erhob? Wie unverständlich würde es dem Sophokles sein. sondern gerade das Edelste in unserer Seele. rohe Gewalt ist. in welcher Behauptung wirklich fast mehr Frechheit als Kühnheit des Gedankens liegt. der sich auch nur auf demselben Standpunkte aufhebt.begreiflich ist. die ihn von außen vernichtete. und wo das Gewirre menschlicher Bestrebungen mannigfaltiger. sondern die Gottheit selbst in uns. wo nicht das rein Lustige allein herrscht. da er ihn doch recht als Märtyrer heiliger Gesetze geschmückt. oder ein heiliges Naturgesetz. so schön seinen Geist erhebe. wie in Goethes Iphigenie und Tasso. Und auch hier kannst du am besten die Gleichartigkeit beider Seiten aus solchen in die Werken lernen. wie sich das Leben selbst in seinem eigenen Wesen zerstört. sondern die inneren Gründe des Komischen mit zutage 258 . schändlich gemordeten Vater. daß sein Oedipus über die rohe Gewalt des Schicksals. ganze Nichtigkeit und Zufälligkeit des zeitlichen Lebens mit überzugehn. wo er an sich schon Harmonie ist. Jede wahre Tragödie wird dir eins geben.

Das aber müssen doch wohl wieder solche sein. versetzt' er. daß du mir nicht. aber doch auch die Kunst überhaupt. wenn sie Künste sein sollen. und daß es mit ihren Arten ebenso beschaffen sei. damit ich es dir auch an diesen Künsten zeige. Gesetze. doch zuletzt davon abhangen. die etwa der Bildhauerei oder Malerei zukommen. Undweißt du auch. kann ich dir auch zugeben. wie die Poesie zwar eine besondere Kunst. daß beide Körper darstellen. nichtsdestoweniger bedienen sich diese Künste des körperlichen Stoffes und nicht der Worte. sprach er. da sie doch desselben Mittels sich bedienen. das scheinbar Höhere wählest. Dies alles. worin es wohl kein Dichter unserem Tieck zuvorgetan hat. warnen. in welchen selbst die Idee lebendig ist. was wir lieber einmal in einem noch höheren Zusammenhange durchforschen wollen. was ich heut' im Anfang unseres Gesprächs mit Erwin über die Natur ausgemacht habe. darauf sollst du mir nun endlich antworten. welche zugleich die allgemeine sein muß. die von ihrer eigenen Seele. Denn ich sollte immer noch meinen. sagt' ich darauf. ob sie bloß die Körper für sich darstellen dürfen. sagt'ichjwarum es nicht von diesen gilt? 17* 259 . aber die eine rund. dieses doch nicht von den Kunstwerken gelten kann. Über alles dieses brauche ich mich nur auf unsere früheren Reden zu berufen. und ob es nicht Körper sein müssen. und vorzüglich auf das. die andere auf einer Fläche. daß alle die ganz besonderen Eigenschaften. und wichtiger wird es sein. Aber freihch. das wahrhaft Tiefe überflatternd. Nur davor möcht' ich dich gern diesmal wie sonst auch. Es wäre schwer. Bedenke doch nur. Ob du aber nun einsiehst. Zwecke. wie die Poesie. Indessen kann auch das Verhältnis der einzelnen Gattungen der Poesie gegeneinander gar nicht so viel bedeuten. über diese und andere dahingehörige Dinge ließe sich noch sehr vieles sagen. die anderen Künste zu vergleichen. mich darüber sogleich unbedingt zu entscheiden. angefüllt sind. und zwar jenes Stoffes allein.kommen. so daß. wenn die Gegenstände auch vollkommen beseelte sind.

Weil ein sich Seele Leben ist. daß die Kunst den Körper allein darstellt. dasjenige Wesen. aber in jedem dieser Körper ist seine Seele. wo in dem besonderen Körper die Idee des Körpers geschaut wird. fuhr ich fort. sagt* ich. dessen Körper von seiner eigenen Seele ganz erfüllt. weil sie sich bewußt ist. sprach er. die als besondere und für sich bestehende Einzelwesen alle mit Körpern bekleidet sind? Das wohl. sondern selbst auch zugleich die Seele. das Kunstwerk dagegen ist bloß Körper. er sei ihr ein bloßes Mittel. oder ob er nicht vielmehr die allgemeine Äußerung der inneren Lebenskraft überhaupt ist! Durch den Körper. sondern notwendig äußeres und einzelnes Mittel haben muß. sprach er. Nicht wahr? Dies gab er zu. Schatten. und hat ein Verhältnis zu ihm. sich wieder in sich spalten muß in Malerei und Bildnerei. nicht den Körper selbst. durch den bloßen Körper abzubilden. Denn die Malerei stellt doch wohl nicht den Körper sondern bloß den Schein des Körpers. Entfernung vom Auge. welche die äußere Gestalt der Dinge bildet. ist in jedem anderen Körper durch ihre eigentümlichen Äußerungen zu unterscheiden. wodurch auch noch die Seele besonders daran dargestellt würde! Dieses also grade. Nun wahriich. worin und Leib beisammenfinden. und deshalb macht sie ihn doch v/ohl zur Fläche. und nicht bloß von dem allgemeinen Geiste der Natur abhängig ist. und müsse von einem Standpunkt aus erkannt werden. Und die Seele. und dergleichen hervorgebracht wird. unterscheidet es sich ja wohl in nichts von allen übrigen Dingen dieser Welt. die zugleich seine Seele ist. beweiset uns nicht. worin sie ihr die Kunst. den das Kunstwerk erhält. hin. sage mir doch.sondern nur seinen Schein zu wollen ? 260 . versetzt' ich. der vermittels der Verhältnisse desselben zu Licht. ohne ein Mittel. denn wie wäre es sonst möglich. warum die Kunst. sondern er sei ihr alles. In der Kunst aber. ist der Körper durch nichts begrenzt. aus wieviel Mitteln der körperliche Stoff herausgewählt. so daß sie auf gewisse Weise von ihm begrenzt wird. Eben dieses ist ja auch der Grund. nicht das Bild des Lebens abdruckt.

was sich die Phantasie durch die Kunst erschafft. der dem inneren Heiligtum entgegengesetzt war? Aber wurde denn damals. Nun war ja aber auch der Leib in jenem Umfange auf eine doppelte 261 . wie er durch ein gewisses Mittel erkannt wird. wie du dich erinnern wirst.So ist es wohl. wogegen in der Malerei der ganze Stoff sich aufgelöst hat in einen Schein für die Wahrnehmung. vermittelt. sagt' ich. ist. Erlaube. daß ich dir eine Bemerkung einwerfe. wo allein die Kunst ihren Ursprung hat. sprach er. und nicht vielmehr bewiesen. Was einzelner und körperlicher. in welchem also alles sein muß. Auch die Kunst muß also ihren Leib haben. woraus zwei ganz für sich bestehende Künste hervorgehn. angeschaut von dem Mittelpunkte. die Malerei stellt also den Körper dar. In der Bildhauerei nämlich ist der Leib als Masse das ganze für sich bestehende Gegenstand für sich. erwidert' ich. die aus deiner eigenen Schilderung des Zustandes der Seele in Beziehung auf das heilige Gebiet der Phantasie und das von dem heiligen Ausgesonderte fließt. als aber genstandes. um ihn nur in jeder vom höchsten und allgemeinsten Standpunkt auffassen zu können. von zwei ganz verschiedenen Seiten in sich selbst gesondert ansehn. Sogar den Körper muß also die Kunst. das Licht. Setztest du da nicht die körperlichen Dinge und selbst das Licht an den äußeren Umfang der Erkenntniswelt. und die gesamte Seele hat sich zu Stoff verdichtet. dieser Umfang von dem Heiligtum ausgeschlossen. insofern sein Übergang durch das Licht vermittelt wird. daß er zugleich das ganze Wesen der Kunst und auch die Seele selber ist. sprach er hierauf. weil er doch zugleich im Erkennen und Wahrnehmen etwas Geistiges ist und durch das Licht in einen ganz geistigen Zusammenhang gerückt wird. der sich aber darin von dem natürlichen Leibe unterscheidet. was in dem Weltall überhaupt seinen Platz hat. gut. und nur da ist. und bloß im Verhältnis zu dieser Erkenntnisart. also nicht als einen Nun sondern als die Erkenntnis eines Gedie Erkenntnis der Gegenstände. daß er. Wesen. mit in ihrer Herrschaft liege? Es ist ja ein eigenes Weltall.

Zuvörderst nämlich begrenzt durch alle übrige Mamit auf dieser Oberfläche lag. und in welchen Zustand die Seele dadurch gesetzt werde. Sobald sie also wirklich hervorbricht aus dem Leibe. wenn nämlich der Körper nicht der Stoff ist. die 262 . die Seele selbst diesen Stoff übergegangen und für sich nicht welchen sich und woraber wäre ganz in mehr da. sonst wäre derselbe nur ein Ding für sich. ist für die Phantasie Begrenzung. Jetzt frag' ich dich nur. welches nicht möglich ist. Aber völlig gebannt kann die Seele auf die Art in den Leib nicht werden. in die Tätigkeit der Seele als solche abgesetzt hätte. ein Stoff. daß alles dieses auf jenem wird. Umfange gefunden versetzt' ich. diesem Erkennen dargeboten werden. aber nicht vergessen. sei alle Begrenzung aufgehoben. so daß die zufällige Begrenzung der Gestalt eben Nur nicht aufgehoben. oder vielmehr in sich selbst vollendet. gleichsam verdichtete. und umfaßt diese Welt der einzelnen. und einzeln für sich da ist. wo die Begrenzung und Besonaufgehoben werden kann. und ich erinnere mich auch. als dem von ihm selbst geschaffenen Gegenstande. und durchdringt ihn vollkommen mit seinem Wesen. ob du das damalige Bild der Welt nicht wirklich hier wieder erkennst. ist eben das Licht. von dem Mittelpunkte der Phantasie aus betrachtet. Was daraus entstehe. die Weise. sprach er. wodurch Du mußt sie also erscheinen. Nur wie es dann überhaupt Malerei und Bildnerei geben könne. daß sie in Einer verbundenen Erscheinung. strömt in ihn das ganze innere Licht der Phantasie ungeteilt über. öffnet sich und das. Wohl erkenn' ich es. in sie erloschen wäre. Sofern also derKörper als begrenzt. auf welchen das Bild der Idee hingeworfen wird. wo sich nicht Dinge derheit der also auch Körper und Licht gegenseitig begrenzen müssen.terie. davon haben wir schon im Anfang gesprochen. daß jenes einfache Licht derselben sich in dem Leibe. das muß ich fragen. sondern selbstgeschaffener Stoff ihres eigenen Daseins. wenn sie nicht auch auf eine solche Art da sind. einander begrenzenden Körper als tätiges Erkennen. so auch das Auge desselben. und selbst die Seele so begrenzend. daß du sagtest.

was auf den Zusammenhang der Dinge im Lichte zielt. sondern ein himmlischer Geist. sondern eben dadurch ganz in ihm selbst gegenwärtig. was Winkelmann über den ApoUon vom Belvedere sagt: . Keine Adern noch Sehnen erhitzen und regen diesen Körper. Da muß sie freilich alles. so kann dieser Ausdruck nur für die Außenseite gelten. sondern nur als Teil des Leibes andeutet. wie könnte sein Dasein von irgend einem anderen abhängen? Nur durch die Zufälligkeit seiner eigenen Gestalt. hat gleichsam die ganze Umschreibung dieser Figur erfüllt. wo die verschiedenen Künste als nebeneinander liegend den gemeinen Erkenntnisarten erscheinen. das ist aufgegangen in das vollendete Dasein des schön gebildeten. als jenes schaffende Licht der Phantasie! Vor die- sem verschwindet auch den Körper umgebende Außenwelt. ist dieses Dasein und die Wirklichkeit zu erkennen. Wer also ein Werk dieser Art würdig genießen will. Hierdurch wird in der Bildhauerei der Körper aus dem Zusammenhange der Erscheinungen herausgehoben. und von ihnen verglichen werden können. der sich wie ein sanfter Strom ergossen. die aber gänzlich mit seinem Wesen zusammenfließt. so sehr vermeiden. denn da er selbst ein Weltall ist. Denn was dem lebendigen Körper in seinem eigenen Inneren Bedürfnis zu seinem Bestehen ist. daß sie auch das Auge nicht als lebendiges Organ des Anschauens ausführt. insofern er außerhalb dieser Gestalt als unendliche Unvollkommenheit liegt. oder sich dabei schon. Denn nur in solcher reinen Begrenztheit ist diese Kunst allumfassend. den es darstellt.. und versenke sich gänzlich in den Umfang dieses einen Leibes. und erhält ein eigentümliches.dadurch eine notwendige und ewige wird. Alle Verbindung mehrerer Personen untereinander und mit der übrigen Natur muß sie meiden. und jenes ist nicht mehr außer ihm. ganz für sich bestehendes Leben. weshalb von ihm gilt. und wenn du von Grenzen derselben gegen andere Künste redest. der gebe selbst den Zusammenhang mit der ganzen übrigen Welt auf. indem sie die die vollkommene Rundung der Gestalten aufopfert." Was ist aber dieser himmlische Geist anders. in der er- 263 .

worin ihn also da als allein die Wirkung des Lichtes Erkanntes und als Vorstellung. Denn das wirst du zugeben. Diese Grenzen der Kunst nach außen. als und bloß wie er aus dem Innern der Phantasie hervorgeht. entstehen also keinesweges durch das welches sie zu ihren Darstellungen wählt. daß um den runden Körper zu sehn. Und das nicht bloß. Sein ganzes Dasein besteht in der Art. und sich darin vollenden sollte. sondern als bloßer Schein für das Erkennen in der Fläche. Wenn sie aber gar sich auf die Färbung der Körper einlassen will. wie er im Lichte schwimmt und sich im Zusammenhange der Wahrnehmung auf der Seele. nachdem sie einmal in den runden Körper als in eine durch und durch gleichartige Welt gewiesen ist. er auch den reinen Gedanken. daß jedes Mittel. sprach er. von ihrem inneren Wesen aus eine ganz eigentümliche und sich selbst genügende Natur annimmt. wodurch sie sich offenbaren kann.hobenen Arbeit und dem Schnitzwerk der Malerei nähern. durch den Zutritt der Farben und des Lichtes in sich selbst auf das roheste zerrissen wird. die ihm das Licht zugetragen hat. so wird sie widerlich und Grauen erregend. Nun. ebenfalls Licht nötig ist. weshalb diese. wie könnte sie auch. die ich nur jetzt noch nicht Mittel. Denn wie in der Bildhauerei alles Körper ist. so daß also die Mittel an und für sich in beiden Künsten dieselben sind. und daß wiederum alles. sagt' ich. wieder anregen wollte. in sich rundet? Er ist 264 . abbildet. so ist in der Malerei jeder Körper als solcher doch nur Geist und in der geistigen Beziehung schwebend vorhanden. Denn nicht den leiblichen Stoff allein stellt die Malerei dar. da er gar nicht mehr Natur da in seiner eigentümlichen für sich bestehenden ist. mein Freund. daß mir dieser Umstand schon früher Sorgen gemacht hatte. sondern dadurch. was sich durch die Wirkung des Lichts in Einer Fläche darstellen soll. sondern weil auch die Phantasie. wo es uns nachher nicht wirklich erscheint. Ich gestehe. diese werden ja wohl am besten gehoben durch unsere jetzige Betrachtung. weil sie das Leben zu täuschend nachahmt. auch Körper sein muß.

so löset es vermittels der Malerei alle Gegenstände durch das gemeinsame Mittel des erscheinenden äußeren Lichtes. So wie sich dieses Licht durch die Bildhauerei in den Körper verdichtet. die innersten Gedanken und den Zusammenhang und die Beziehungen der Dinge. und es strahlt von dem von der Gestalt die Beziehung auf den Gedanken oder auf die übrige Welt aus. Aber am deutlichsten und am reinsten überwiegend ist diese Harmonie in die Erscheinung übergegangen in den Werken des Correggio. in Einen Zusammenhang auf.aufnimmt und lebendig ausdrückt. ist das Wun- daß der Körper darin nur Schein. Dies eben derbare dieser Kunst. wenngleich vielleicht in Raphaels Werken der Gedanke noch mehr allmächtig genannt werden kann. an und für sich als abgesonderte Gegenstände beurteilen wollte. ja oft würden sie für sich weder schön noch verständlich sein. und gewaltig würde der irren. Alle Gestalten spielen bei diesem in dem gemeinsamen Strahle. Die für die einzelnen Körper zufälligen V/irkungen des äußeren Lichtes fallen in eins zu- sammen mit der wesentlichen Vereinigung in dem geistigen. nicht bloß in ihrer äußeren Begrenzung. und eben deshalb fähig wird. Denn selbst da. Überall ist also in dieser Kunst Beziehung. die sie ausführt. sondern im Lichte der Phantasie zu offenbaren. welcher darin die Körper an sich selbst und mit mäßiger 265 . welcher die einzelnen Gesichter und Gestalten. welches die verschiedenen Gestalten zu einer gemeinsamen Harmonie verknüpft. mit sanfter Milde verbreitet sie sich meistens beim Raphael durch die körperlichen Erscheinungen als ein zartes inneres Band. Zusammenhang. Ent- wicklung desselben. durch den sie belebt werden. Inhalt. Diese Kraft der Idee glaubt man aus den Gesichtern des Leonardo als das erscheinende Licht selbst hervordringen zu sehn. während sie als Töne in dem vollen Akkorde seines Lichtspiels göttliche Gedanken in das erscheinende Leben hervorlocken. wo der Künstler in die Zeichnung und Form der Körper die meiste Bedeutung legt. An ihm läßt sich Antlitz oder am deutlichsten die eigentümliche Beschaffenheit dieser Kunst erlernen. ist es dennoch Bedeutung.

das Besondere in seiner Eigentümlichkeit recht scharf zu unterscheiden. mögen dich die Werke so vieler neueren Meister lehren. so muß ich wohl im wesentlichen darin mit dir übereinstimmen. Ich will zugeben. und selbst in derselben besteht. versetzt' ich. allumfassende Idee selbst gegenv/ärtig sei. da es auch Arten Einer Gattung von Kunst sind. sondern das Gesetz. Wie leicht sie aber ihrem Standpunkte nach mit dieser verwechselt werden kann. den Gegensatz der epischen und lyrischen Poesie mit dem eben aufgestellten zu vergleichen. um so mehr. Dies. erwidert' er. muß ohne Zweifel der richtige sein. Was nun die Einteilung der Kunst betrifft. daß mich der Ausdruck des Abbildes irre geführt hat. wie die der Bildhauerei. welche das Leben zu veredeln glauben. daß auch in jeder von diesen körperlichen Künsten nicht bloß ein Abbild der Idee auf einem besonderen Stoffe. Der Gegensatz. wonach dieser Stoff das Wesen der Phantasie ins Leben überführt. denn er trifft offenbar völlig zusammen mit dem Gegensatze der Natur und Freiheit und mit dem der alten und neuen Poesie. und ihre Begrenzung nach außen fällt nicht beim ersten Anblicke so auf. ist im ganzen wahr. oft aber ist es verdienstlicher. indem ich mich dagegen auflehnen v/ollte. die wir früher betrachtet haben. die sich hier voneinander trennen. wenn 266 . Doch wichtiger ist mir. Denn alles auf dieselbe Grundlage zurückzuführen. daß du einsehest. den du hier zwischen der Bildhauerei und Malerei festgestellt hast. daß du im Kunstwerk durchaus gar nichts anderes. sprach Anselm darauf. als das Wesen und die Idee selbst erkennen wolltest. ist zwar in gewissen Fällen die Forderung der Philosophie. Darum also ist die Malerei so unendlich reich und mannigfaltig. Doch genug hiervon! Ich wollte dir nur recht deutlich zeigen. wie nicht der äußere Stoff der Grund zur Einteilung der Arten der Kunst sein kann. sondern die ganze. dringe jedoch nicht zu scharf auf diese Übereinstimmung.Beziehung aufeinander zu rein geistigen Erscheinungen umschafft. Sonst hättest du auch wohl recht. wenn sie es in die Gestalt des kalten Steines bannen.

was könnte wohl hier jenes wirkliche. So glaub' ich dich richtig zu verstehn. Indessen erlaube mir. wie die dramatische zwischen den beiden anderen Poesien? Du wirst dich wohl erinnern. daß zwischen jenen beiden Künsten auch eine solche mittlere liege. zu dessen Beweise sie dienen sollte. damit jedes mangelhafte und stets unvollendete Verhältnis. daß ein Wesen. Jede dieser Künste muß. gänzlich verschwinde? 267 . gegenwärtige Leben darstellen. wie der Bildhauer oder Maler den Körper darstellt. Du hattest recht. sagt' ich darauf. daß wir auch die dramatische Poesie nicht gradezu nur als ein Mittelglied zwischen den beiden andern ansehn durften. hast du mich verstanden. Sollte man nicht erwarten. als Erscheinung entweder ganz körperlich oder ganz geistig dargestellt werden mußte. die Erscheinung einseitig auffassen um sie zur Idee zu erheben. worin Leib und Seele sich vollständig durchdringen. zu bemerken. Davon aber auch abgesehn. wodurch zwar das volle Leben der Idee dargestellt. solche Kunstwerke nach der Wirklichkeit zu beurteilen. sagt' ich. daß so. und deshalb scheinst du mir sie eben mit der epischen und lyrischen Poesie zu vergleichen. wie du es entwickeltest. Du verglichest mit dem Gegensatze der Bildhauerei und Malerei auch den der epischen und lyrischen Poesie. wie es in der gemeinen Wirklichkeit zwischen dem Erkennen und dem Stoffe gefunden wird.mir auch der Hauptgedanke. welches doch als solches seine Idee schon in sich trug. Ganz recht. und dadurch der Stoff der dramatischen Kunst wurde? In der Bildhauerei und Malerei liegt diese Wirklichkeit in der Tat nicht. daher es eben widersprechend ist. Bist du nicht dieser Meinung! Davon. noch einen Augenblick bei diesem Gegenstande zu verweilen. ging ich eben aus. noch nicht zur vollen Überzeugung geworden ist. derselbe nie in der Natur vorkommen kann. sprach er. denn in jeder von diesen sammelt sich das ganze Weltall unter einen ganz eigentümlichen Standpunkt. aber doch die Wirklichkeit über sich selbst erhoben wird. Woher aber kam denn jenes einseitige Auffassen der Erscheinung? Nicht daher.

nur insofern es nicht ein mangelhaftes und zufälliges. wenn es unseren Forderungen genügen soll. versetzt' ich. doch Wo muß Wesen enthalten sein. und dem allgemeinen Gesetze muß also etwas sein. Dies ist in der Tat ein ganz wirkliches Verhalten beider gegeneinander. darin auch das mittelbar. in dem anderen als Erkenntnis. aber doch ein wirkliches ist! aber. wie vorher.Allerdings war dieses der Grund. können wir hier die Wirklichkeit nehmen. findet sich dieses so gedachte Verhältnis in allen diesen Bedeutungen? Siehe zu. er ganz dem Gesetze angeindem lichkeit gelangt? Denn messen wäre. sagt' er. Wesens und er der Idee sein. und fiele ganz mit demselben in eins zu- wenn sammen. sondern einzig und allein für das. würde er zugleich ein vollständiger Ausdruck dieses Erkennens. Der Körper ist darin doch wohl bloß Stoff und Gegenstand und Masse. sondern ein allgemeines und not- Woher also. wendiges. er soll aber dennoch. und zwar unund von selbst darin gegeben. sprach er. als aus eben diesem Verhältnis des Erkennens und seines Stoffes selbst. Gewiß. antwortet' denn der Raum ist die Form. was wir suchen. Nicht wahr? Freilich. Und ist etwas dergleichen nicht der Raum? er. Laß uns also. In der Tat. jener als bloßer Gegenstand. Und ist nach einem allgemeinen Gesetz selbst vollständig zur Wirkihm in welches erkannt wird. was das erkennende Vermögen begrenzt und ausfüllt. was den Gegenstand aufnimmt. wo der körperliche Stoff und das Erkennen rein voneinander geschieden sind. das könnte sein. nur in dem einen als Erscheinung. was zugleich in beiden und von beiden angefüllt ist. unter 268 . in diesem bloß äußeren Verhältnis zu- gleich das Dasein des er dieses nicht. fuhr ich fort. ob es nicht da stattfindet. welches im Erkennen als allgemeine Regel enthalten ist. diese ganze Lage der Dinge recht genau betrachten. versetzt' ich. Zwischen dem Körper. sagt' ich. dieses allein als das. und das ist eben die Schwierigkeit. gilt also nicht für belebt und beseelt.

in welcher von Anfang an jene allgemeine Einheit. ihren Sitz. und in dessen Mitte hat die Kunst. wie die Kunst es verlangt.welcher die Materie angeschaut wird. und auch das Erkennen. So wie also der zwischen dem Erkennen und dem Stoff. fehlt freilich diese Übereinstimmung. Doch vieles bleibt mir noch dunkel. die Baukunst. In dem Raum also. sondern eine unendliche Mannigfaltigkeit der Gestaltung. welches ein Gegenstand der Meßkunst. und liches ist nichts wirk- ohne diese. zugleich gegenwärtig. mit der im Raum erscheinenden Materie und ihrer Gestaltung vollkommen zusammenstimmt. die auf diesem Wege sich entwickelt. daß von dieser die Rede sein würde. und die Meßkunst begründen. welche die Gesetze des Raumes bestimmt. so ist im Räume zwischen dem allgemeinen Gesetze und der besonderen Gestaltung ein beide vollkommen vereinendes Band. Erstens: wie kann das bloße Verhältnis. fiel er ein. welches wir das Verhältnis nennen. eine schöne Kunst begründen? Und zweitenc: wie kann die Baukunst. welche in Beziehung auf das Besondere im Räume das Maß genannt werden. Nach diesen Gesetzen also muß die Materie er- kannt werden. Schon zwei Hauptfragen stören mich. wird diesem Maße niemals entsprechen. die Erscheinung mit der Idee eins werden soll. da sie nicht bloß die allgemeine Form des Raumes in sich enthält. Derselbe trägt aber als Erkennen gewisse allgemeine Gesetze in sich. insofern sie wahrgenommen wird. erwidert' ich. Die Materie aber. die in der Phantasie lebt. denn außer dem Räume kann es keine Materie wahrnehmen. insofern es sie wahrnimmt. In der gemeinen Erscheinung. welche doch augenscheinlich aus dem sinnlichen Bedürfnis ihren Ursprung genommen hat. anders. und etwas ganz Abgezogenes ist. als der Zweckmäßigkeit wegen. und doch die göttliche Idee ausdrücken? Raum 269 . ist die ganze Materie. sprach er. Ich erkannte leicht. fuhr ich fort. Dafür aber gibt es eben eine Kunst. auf das Maß zurückgeführt werden. wenn darin.

jene Gesetzmäßigkeit in ihren Werken sei etwas Abgezogenes. Denn nicht in dem für sich bestehenden. Dagegen lehnt sich denn aber auch das ganze Wesen dieser Kunst auf. So darfst du nicht sagen. um uns hierüber zu beruhigen. Und eben dieses bringt die ganz eigentümliche Wirkung dieser Kunst hervor. der dem Gedanken gegenübersteht. was in unserer Herleitung der Baukunst liegt. Zuvörderst scheint dir diese Kunst von der Notdurft und Zweckmäßigkeit auszugehn. kann man deswegen unbedingt behaupten. und sollte man nicht vielmehr daraus. das müsse nämlich wohl nicht die wahre und höchste Baukunst sein. an welchem ohne Störung die äußere Masse in unseren Verstand aufgenommen. weil es das wirkliche Leben darstellt. welches. wenn wir bedenken. sich doch in der wirklichen. so müssen auch Zweck und Mittel ganz und gar in ein gemeinsames drittes verschmolzen sein. daß sie aus demselben hervorgehe. als ein ganz allgemeines. sagt' ich. in welcher auch 270 . denn sie offenbart sich in einer ganz gegenwärtigen Form. das ist wohl klar. ganz das Gegenteil schließen. als wenn man dem Drama. und dieser in jene hinüber geleitet wird.Wir wollen. wie sie die Materie als bloßen Stoff behandelt. wie das der Malerei und Bildhauerei. und so wird sie von vielen beurteilt. und wollten wir darum gleich eine solche Bestimmung für das Bedürfnis annehmen. lebendigen Einzelwesen erschöpft sich ihr Wirken. sondern in dem Verhältnis zwischen der wahrgenommenen Materie im Räume und dem wahrnehmenden und doch gesetzmäßigen Erkennen. Denn soll die Gestaltung der Regel und dem Maße vollkommen entsprechen. die knechtische Nachahmung des ganz gemeinen aufbürdet. Wenn sie sich aber auch anschließt an das sinnliche Bedürfnis des Schutzes und der Bedeckung. so wäre das nicht besser. Dieses dritte aber ist das Verhältnis. daß sie die Seele so unglaublich erhebt. stufenweise und streng entwickeln. die sich bloß mit der Errichtung oder selbst mit der Verzierung der Wohnhäuser beschäftigt? Warum sie sich aber an jene Verhältnisse der Zweckmäßigkeit anschließt. bestimmten Gestaltung vollständig offenbart.

bald der Pflanzenbildung nähert. aus sich selbst treibende Gestaltung mit aufgeht. und dessen Wohnung der gesetzmäßig erfüllte Raum. versetzt' 271 . Muß nun nicht solche Verschmelzung der Form des Wahrnehmens mit seinem Gegenstande notwendig rung einer Idee sein? Sie muß wohl. dem wird das Sprießen und Drängen nach oben und das pflanzenartige Wachstum nicht verborgen bleiben. der kein Bedürfnis derselben hat. kann also auch in diesem reinen Verhältnis der räumlichen Gestaltung wohnen. das heißt das Weltall ist. als die Gottheit selbst. Wer die Säulenbündel altdeutscher Kirchen. sagt' er. Darum eben bestimmt also das schöne Bauwerk so ganz unser Gemüt und setzt dasselbe in eine durchaus eigentümliche Verfassung. recht lebendig anschaut. als das Wesen überhaupt. darauf geht diese Kunst hinaus. sagt* ich darauf. Demjenigen also eine Wohnung in besonderer Gestalt zu geben. Jedes ihrer Werke ist darum eine solche Welt. und ein Haus Wahrlich. daß der unbeseelte Stoff selbst als organisch erscheint. das Verhältnis also nicht von außen hinzugetan wird. und doch kein beseeltes Einzelwesen ist. In der ionischen Säule dagegen zeigt sich am lebendigsten die üppige und weiche Fülle. was sich hier- etwas anderes sein. in welche sie auseinander treiben. ja beides geht so ineinander über. sondern aus der Masse selbst erwächst. oder die Gottheit. und die himmelhoch sich wölbenden Zweige. ewiges Dasein Kann von Anfang an vollendet ist? er. der man mit dem Auge die darunter verschlossene Lebenswärme anzufühlen glaubt. die Äuße- unmöglich. in die gegenwärtige. es kann nichts anderes sein. weil das Gemüt selbst nach seinen allgemeinen Gesetzen. Nichts anderes. ist es Und was in äußert? denn nun. in welcher allein diese Harmonie als allgemeines. wenn es die wirkliche und lebendige Idee. und seine Gestaltung sich bald der menschlichen.Stoff und Erkenntnis etwas ganz Wirkliches und Einzelnes werden. welche die bloße Zweckmäßigkeit nicht darbietet. denn ohne dies wäre solche Durchdringung. es fragt' ich weiter.

versetzt' ich. wenn es möglich wäre. Denn die allgemeinste und höchste Bestimmung der Baukunst bleibt zwar. nur das Bedürfnis muß nie das Bestimmende sein. Ganz anders dachten unsre deutschen Voreltern. zur bloßen Verzierung der Wohnhäuser gebraucht die Kirchen und Staatsgebäude kaum einem menschlichen Aufenthalte gleichen. Wäre denn 272 wirkHch nur noch die einzige? . fragt' er. sollte sie auch durch ganz verschiedene Äußerungen darin erscheinen. Ja erst dann würde die Kunst. doch läßt sich diese Aufgabe auch durch viele abgesonderte Äußerungen der Idee im Staat und selbst bis in das bürgerliche Leben hinein verfolgen. wenn sie unser ganzes wirkliches Leben mit einer solchen göttlichen Wohnung umgäbe. daß zwischen beiden eine gewisse Gleichartigkeit stattfindet.einer Gottheit. die uns nach Aufzählung aller anderen noch übrig blieb. sondern umgibt uns mit einer kunstgemäßen und schönen Gegenwart. die Musik? dies. sondern das gegenwärtige vor unsern Augen werden läßt. ob du nicht auf gewisse Weise in der Baukunst das verarbeitet siehst. so bildet auch die Baukunst keine persönlichen. nun auch noch die einzige Kunst zu betrachten. der Gottheit Tempel zu geben. und dadurch gleichsam fremdes Leben darstellt. Hast du aber nicht Lust bekommen. daß sie gänzlich entwürdigt ist. Aber das beweist freilich. die aus der Betrachtung der Werke jener ande- während ren Künste doch immer nur als abgeleitet hervorgehn kann. von der Idee erfüllten Einzelwesen. die wir als Ideale ansehn müßten. deren nächste Wirkung unsere eigene Stimmung ist. wenn sie wird. und uns so überall an den Anblick der Schönheit und Harmonie gewöhnte. und sage mir nur. was auch der Urstoff der dramatischen Poesie war? Ich seh* es ein. sprach er. Ohne Zweifel. Denn wie das Drama nicht ein erhöhtes. warum zur wirklichen Vorstellung des Drama schöne Baukunst so wichtig ist. wie sie die Bildhauerei und Malerei schafft. Indessen laß uns davon schweigen. Dies ist wohl auch der Grund. ihr vollständiges Wirken erfüllen. welche gern Jahrhunderte auf die Ausführung Eines Gotteshauses wandten.

die nichts schüfe. insofern sich durch die Reihe der Vorstellungen von demselben unser einfaches Bewußtsein fortsetzt. Woraus meinst du. und dies war ja auch deine Meinung. Sie können also nicht Künste für sich genannt werden. worin das Allgemeine im Erkennen Einzelnen und Besonderen verschmilzt. sonst für ein Stoff. wodurch das Einzelne in die Erkenntnis auch etwas dem aufgenommen wird. nach unserer Erklärung. wie der im Räume? Keineswegs. sagt' er. was hier aufgenommen wird. weil sie vom bloßen Bedürfnis ausgeht. zu einem Aussehn bearbeitete? Ich gebe sie dir preis. Was kann es denn aber. oder eben eine solche Form. ob du etwa die Reitkunst und schöne Gartenkunst auch hierher zählen möchtest. Bildhauerei und Baukunst haben wir gesprochen. fragt' ich. Die Zeit. daß sie entspringe? Aus der Zeit. Denn der Stoff ist in der Zeit immer nur. Was aber hältst du von der Tanzkunst und Schauspielkunst? Daß sie. wie sie gegeben ist. und gleichsam wiederholt. fragt ich. sprach er. sagt' ich darauf. oder was für ein Äußeres und Besonderes sein? Muß es nicht ein Erkennen selbst sein. deren Gegenstände körperlich wären? Ja eine Kunst. mit zur dramatischen Kunst gehören. das sich als bloß Besonderes i3 273 . Die erste gewiß nicht.Ich dächte. Denn von der Poesie. Ist nun das. versetzt' er. versetzt' er. wie der Raum. und die Musik wird also wohl allein übrig bleiben. Es kommt nur darauf an. ist aber doch. als du uns neulich die vollkommene Gesetzmäßigkeit der Musik fast ebenso schildertest. Die zweite dagegen könnte wohl als eine lebendige Landschaftsmalerei gelten. sondern nur Äußerungen oder besondere zierlicheren Richtungen jener bekannten. mit derart. wie wir jetzt die der Baukunst gefunden haben. Eine Malerei. und nur die Natur. welche sich vorzüglich in der des Schauspielers nur auf einer gewissen Stufe und nach einer Seite zu lebendig wiederholt. eben derselbe äußere Stoff. versetzt' ich. erwidert* ich.

daß er dem allgemeinen Gesetze des Erkennens vollkommen angemessen wird. wie jener.und Zeitliches ohne allen allgemeinen Begriff äußerlich und auf wahrnehmbare Weise offenbart? Anders kann es nicht sein. und doch schien die Musik vorstreuter. sagt' ich. Stoff der Baukunst insofern er bloß äußerlich erscheint. Wie sich aber dieses durch den Laut offenbarte Innere der Seele zu dem äußeren Stoff in der Baukunst verhalte. die Einheit des Allgemeinen und Besonderen. wohl ebenso ein Stoff ohne alle Einheit sein. versetzt' er. sprach er. und auf eben die Art in den Begriff oder das ist. Denn in beiden ist ein mannigfaltiges. von aller Einzelheit und organischen Vollendung entblößtes Dasein der Stoff der äußeren Erscheinung. oder die Idee. Wird sich nun die Musik zu dieser nicht verhalten müssen. und darum ist welche sich auch Allgemeine bestimmte und organische das der Seele auf Weise in denselben gestaltet. zum wirklichen gegenwärtigen Leben bringt. und in dasselbe aufgeht. Du hast recht. Im Laute lebt die Seele selbst in zer- So Maß zusammengefaßt werden. weil sie 274 . die andere an die geistige. der entgegengesetzt war. auch ihrerseits als bloß äußeres Dasein für sich leben müssen. wie die Baukunst zur Bildhauerei und Malerei? So scheint es. In der Kunst bewirkt sie das. von dem Stoff entblößt. durch die Poesie. sprach er. Daran hindert auch nichts. weil das Besondere für sie der körperliche Stoff ist. Die eine von beiden schließt sich aber an die körperlichen Künste an. er eben der Urstoff der Sprache. folglich wird sie. durch her nicht mit der Poesie. versetzt' ich. die Seele aber ist auch in der mannigfaltigen äußeren Erscheinung überall gegenwärtig. welcher sich der Wahrnehmung zur Aufnahme darbietet. wirst du wohl auch bemerken. der gleichwohl eben dadurch. sondern mit der Baukunst. versetzt' ich. Es wird. daß sich die Seele auf diese Art als selbsttätig und doch wahrnehmbar durch den Laut äußert. in demselben Gebiete zu liegen. wie wir gesehn haben. ganz ohne Seele. muß es sein. Auch ist es klar. Jener wahrnehmbarer Mannigfaltigkeit.

wie in der Baukunst der Beschauer. welche den viel verbreiteten Wahn hervorbringt. Aber nicht bloß in dem lebendigen Wesen. Er drückt also zunächst aus den augenblicklichen Zustand der Seele in ihrer Berührung mit der Außenwelt. versetzt' ich. so kann er sich auch nicht mehr in einem äußeren Verhältnisse des Auffassens zu demselben denken. laß uns ihn nochmals kurz von allen Seiten betrachten. wird verkehrt und unverständlich. der Laut. welche sich bei der Berührung der Körper ebenfalls durch den Laut äußert. und so die ganze Untersuchung beendigen. bleibt doch die gegenseitige Mitteilung immer dem Sinne des Kunstwerkes im Ganzen. was als Äußerung und Erscheinung des Gemütes für sich die herrlichste Wirkung tut. auch in dem leblosen wohnt eine Seele. die allgemeine Seele der Natur. ganz richtig an. wenn man es von diesem Standpunkte der Zweckmäßigkeit aus begreifen will. und eine dunkle allegorische Beziehung auf die Bedeutung der menschlichen Stimme in sich trägt. unterworfen. der Laut ist ihre äußerste Darstellung in der mannigfaltigen. sprach Anselm darauf. Diese Bedeutung des Lautes nun ist es. wie er in der Kunst erscheint. Damit wir aber diesen Gegenstand. die Selbstoffenbarung dieses Inneren wodurch es erst wahrnehmbar nicht als Mittel der Mitteilung an andere darfst du den Laut betrachten. Wenn nämlich der Zuhörer. aus dem Inneren kommt. kommt die Seele allein für sich als tätiges Leben zur sinnlichen Erscheinung. wodurch sie ganz herabgewürdigt wird zur sinn- 275 . Aus dieser schiefen Ansicht entsteht so wird. und ist. Selbst bei dramatischer Musik. Ich glaube dich hierin zu verstehn. wechselnden Besonderheit. die Musik sei nur zur Erregung der Empfindungen und Leidenschaften bestimmt. Denn häufig das Mißverständnis der Musik. wo mehrere Personen sich gegeneinander äußern. und so verschwindet der Zweck der Mitteilung.ihr Besonderes. der Selbstoffenbarung eines Zusammenhanges von Ideen. sagten wir. den wir Empfindung nennen. mit seiner ganzen Seele in das Kunstwerk hineingezogen wird. und vieles. Durch den Laut. Du siehst es.

nicht von uns zu trennenden Bewußtseins. Sie wirkt mit unwiderstehlicher und fast schonungsloser Gewalt. ais zeitlicher und empfindender Geschöpfe. die alle Besonderheit demselben vollkommenen Maße unterwirft. Das Mittel der Verbindung zwischen dem Maße und dem Gemessenen ist aber die Zeit. die Gottheit gegenwärtig. da sie vielmehr das äußere Dasein der Seele in den Empfindungen zur Gesetzmäßigkeit und höchsten Ordnung erheben soll. überführt uns gleichsam davon biszu unserem eigenen Geständnis. Wo aber das höchste Gesetz der Einheit mit dem mannigfaltigen Dasein vollkommen eins ist. welche überhaupt nur die Beziehung des Begriffs auf das ganz einzelne.liehen Lust. aber doch noch äußeren Gegenstandes festbannt. In der Zeit ist der durch Empfindung unendlich veränderte Laut mit dem einfachen Gesetze der Erkenntnis eins und dasselbe. scheint mir eine große Ähnlichkeit mit der dramatischen Kunst zu liegen. ohne daher zu stammen. hält es uns vor. der sich aber ganz verwandelt und versöhnt hat in der reinen und allgemeinen Einheit des Erkennens. dasselbe ganz bestimmenden. Ganz so. So löst diese Kunst unser eigenes Dasein. wie die schreckliche und gewaltige 276 Seite des Drama. und wenn selbst die Baukunst nur dadurch unser Gemüt beherrscht. denn ebenso erscheint hier die Musik. sprach Anselm darauf. . Durch die Zeit kommt in ihn selbst eine regelmäßige Abstufung. indem sie es zur vollständigen Aufnahme des göttlichen Gesetzes ohne allen Vorbehalt noch Ausflucht zubereitet. und sichtet es endlich vor Gott. wie wir es immer gefunden haben. in das göttliche Wesen auf. und stets wechselnde Mannigfaltige möglich macht. wosich durch die wechselnden Töne in ein vollendetes Ganzes aufgenommen werden. da ist. wie sich die Baukunst an das Bedürfnis anschließt. und zugleich das Gesetz. verknüpft auch die Musik mit dem Wechsel der Lust und Unlust. so bemächtigt sich die Musik unseres eignen gegenwärtigen. wodurch er zum Tone wird. und keine der anderen vermag so durch und durch unseren gegenwärtigen Zustand zu bestimmen und zu erhöhen. Auch hierin. daß sie es an die Ordnung eines gesetzmäßigen.

versetzt' ich. und alles übrige liegt. erschüttert auch die Musik unser Gemüt in allen Tiefen. aber gleich dem komischen Drama erfrischt sie auch wieder das ganz gemeine Leben mit der urkräftigen Lebendigkeit der gegenwärtigen Idee. wenn gleich das Drama dagegen die Welt und das Leben vollständiger und lebendiger entfaltet. wie sie sich gegenseitig begrenzen. Denn in jeder offenbart sich dieselbe Gottheit als und das ganze Weltall etwas für sich und durchaus eigentümlich. begrenzte und unvollständige Erscheinungen ansehn. Denn du kannst es doch nun einmal nicht mehr leugnen. Darum ist ihr höchster Inhalt und deren Verhältnisse zur Welt. weshalb sich auch in dieser Kunst das Komische und Tragische sehr deutlich unterscheidet. versetzt' ich darauf. Anselm. Was indessen im Drama immer der Erscheinung Du zum Grunde Musik selbst sein will. und doch suchst du immer noch Einwürfe. und nicht ihrer Art nach durch den äußeren Stoff bestimmt wird. wie sich manche miteinander verbinden zu gemeinschaftlicher Wirkung. Doch siehst du leicht immer die Gottheit daß alle diese Vergleichungen nicht das Eigentliche treffen können. Bernhard und Erwin? Mir scheint es. sprach was zum Beispiel Drama und Musik tun. so überzeuge ich mich auch ganz von dieser Unabhängigkeit und Wesentlichkeit der einzelnen Künste. Wenn ich dich anhöre. die vielleicht nur von einem mangelhaften Zustande der Kunst unter den Menschen hergenommen sind. wodurch jede Kunst das ist. was sie ist. daß jede Kunst. Anselm. zeigst du dich. du 277 . die und erst aus dem Ganzen verstanden Harmonie der Widersprüche. von ihrem eigentlichen Wesen aus betrachtet. Sehr hartnäckig. wenn er heute schon einmal behauptete. Seid ihr denn ebenso schwer zu bedeuten. ein. und ausschließen.hast nicht unrecht. ein ganzes Weltall bildet. Ebenso wie jenes. die bringt die an das Licht der Erscheinung. sagte Bernhard. als ob Anselm nicht ganz unrecht hätte. bleibt dieser untergeordnet. auch in dem Dasein einer jeden für sich. Denk' ich aber wieder daran. so kann ich sie doch wieder nur für besondere.

sie in ihrem Wesen als die daß verstehest du göttliche Idee selbst gedacht werden. wo sich Begriff und Erscheinung trennen. ganz wegfällt.maltest. und alles was körperliche Kunst genannt wird. welche Wirksamkeit doch nur vollständige Äußerung des Wesens ist? Und läßt Wenn ich nun so ihr Wesen und dies nicht so. Ich wollte dir. aber beides fällt in jenem Reiche. es sich anders verstehn? Nach deiner Ansicht. die dennoch als gegenwärtig erscheint. die erst durch die Übung der Kunst zur Wirklichkeit gebracht werden soll. der ganz Seele. ein Leib nämlich. in ihrem Dasein aber als die Wirksamkeit der im Einzelnen erscheinenden Phantasie. antwortete Bernhard. die uns den Gegenstand immer wieder in ein ganz fremdes Gebiet. und in den körperlichen eben desselben Leib ist. ihr Dasein unterscheide. und nur ineinander und durcheinander. 278 . aber sie wäre auch nur die Aufgabe. aber auch zugleich ihr vollkommener Leib. daß nach meiner Ansicht jene Trennung die du machtest. Der Leib ist für die Poesie ganz in der Seele selbst enthalten. sind. Mit dieser mag es sich freilich überall so verhalten. und be- stimmen sich wo sie allein Künste gegenseitig. O wolltest du doch. und als solche körperes nicht ein anderes. wie du uns heute gezeigt hast. Darum ist sondern dasselbe was in dieser Kunst das geistige Licht des Lebens. sagt' ich. bester Bernhard. ist in jener gegenwärtig als in seinem eignen innersten Leben. auch nur beweisen. welches wir das heilige nannten. erst die unglückliche Spaltung aufgeben. vollkommen in eins zusammen. versetzt* ich. wohl nicht. und also die unmittelbare und eigentümliche Selbstoffenbarung ihres Wesens. anstatt des wirklichen Daseins der Kunst immer nur die allgemeine Idee derselben aus. und blieb da nicht das Wesen in allen Abstufungen des wirklichen Daseins dasselbe? Durch das Wesen und die Idee sind alle Künste zugleich und eins. danieder zieht! Ist denn nicht die Kunst einzig und allein in demjenigen zu Hause. weil sie nämlich ohne dies nicht Künste wären. in ihrem Dasein dagegen sind sie nebeneinander. Denn die Künste sind zwar der Tempel und die Wohnung der Gottheit.

so daß ebensoviel Seelen hauerei stehn einander gegenüber wie zwei entsprechende 279 . wenn wir hinschauen.lieh da ist in der Bildhauerei. Damit endlich solche Trennung. auf seiner eigenen Schöpfung. nicht dennoch beide voneinander scheide. und in keinen Leib gefesselte Seele als ein äußeres. v^orin Seele und Leib einander nur gegenseitig enthalten. um in die Wirklichkeit überzugehn. könnten wir das Allerheiligste nennen. nämlich die Gestalten und von dem ganzen Wesen der Idee angefüllter und Welten als leibsind alle nach dem aber liche Gestalten da sind. wenn nicht auch das scheinbar Äußerliche von ebensolcher Herrlichkeit wäre. und Malerei und Bildals ein Leib stehn. und er braucht sich nicht von sich selbst loszureißen. und stellen sich in diesem dar. wahrnehmbares Dasein. bleibt jede für sich als ein vollkommenes Ding. in in seliger Vollendung vereinigt ist. Auch das Licht des nicht ohne die Fülle lebendiger Gestalten. In diesem Lichte nun ruht der göttliche Gedanke. Zugleich Lichte gewandt. welcher alles durchdringt. Wären also nicht alle zugleich. als leibliche Gedanken und Erscheinungen. göttlichen Leben entwickeln. Indem aus der Tiefe des Lichtes emporsteigen. und dadurch ihr eigenes Äußeres wird. So finden wir es aber. und den Gestalten entgegengesetzt. durch welche sich die seligen und vollkommenen Gedanken Innersten ist des einfachen Wesens zu einem harmonisch verschlungenen. Diesen Lichtkreis. so würde die Poesie bloßer Gedanke sein. die Baukunst und Musik leere Verhältnisse ohne Inhalt. und in der Musik die reine. wie diese Harmonie des Wesens mit sich selbst in ihrem Inneren sich gleich- sam öffnet. offenbart sich auch in der Baukunst der Leib für sich als vollkommener und gesetzmäßiger Gedanke. weil in allen noch so besonderen und mannigfaltigen Gestalten immer nur er selbst enthalten ist. in einem geistigen Zusammenhange und in einem und demselben vielfach gebrochenen Strahle. und der ganz als Seele sich selbst denkt und erkennt in der Malerei. und er also im- mer auch nur welchem alles sich selbst betrachtet. Nun aber ist in allen dasselbe und das Ganze. So wird nun das Licht selbst zu einem äußeren.

sagt' ich. und uns nicht etwa zum gegenseitigen Verständnis helfen? Schon lange.Chöre. versetzte dieser. ebenfalls ganz abgesondert. Denn indem Leib und Seele jedes für sich die ganze Idee selbst sind. Nun. sondern dadurch. daß in jedem alles und dasselbe tönt. und darum sich rein voneinander trennen. Seht ihr nun nicht. und auch in den Verhältnissen ihres Tempels die Seele als ihr eigenes Äußeres lebt. das harmonische äußere Dasein wieder in den tiefsten Abgrund der Idee und des reinsten und stofflosesten Gedanken zurücktragen. wie es. kann sich frei als Musik wieder ablösen. wenn nicht die organische Einheit des soll? Ganzen vernichtet werden diese Ich sehe. und. was ich nun noch zu sagen weiß. fliehet der Leib an den äußersten Umfang. willst du denn ganz in Stillschweigen versinken. Davon bin ich aber nun überzeugt. wo er sich zum alles umfassenden Gebäude ausbreitet. und die ihn vorher belebende Seele in den allgemeinen Gedanken seines räumlichen Verhältnisses auflöst. so daß die Kunst. sich durch die weite Kuppel des Gebäudes schwingend. 280 . außerhalb erscheint. Darum stimmt auch das Innere der Seele. nur um so mehr das Innerste nach außen entfaltet. Das ist alles. den du entwickeltest. Und eben darin liegt auch schon das notwendige Gesetz der dritten Verwandlung und Entwicklung. die nicht in irgend einem mittleren zusammenstimmen. kämpf ich mit mir selbst. wie in der Kunst Seele und Leib und selbst die scheinbar äußere Hülle ganz eins und dasselbe sind. ist aber nur da in dem einfachen Gesetz der Erkenntnis. von deinem Standpunkt aus ganze Kunstwelt in dem Zusammenhange. Erwin. vollkommen mit der Gesetzmäßigkeit des Gebäudes zusammen. indem ich mit immer geschärfter Aufmerksamkeit das Gesagte begleitet habe. denn ich sehe keine Einigung mehr für diesen Widerspruch. Und dennoch kommt im wirklichen Leben die Kunst immer nur einzeln und stückweise vor. sprach Bernhard. So bildet die Baukunst scheinbar die äußere Wohnung der Gottheit. keine der fünf Künste aber fehlen darf. wo sie ganz äußerlich wird.

wie mitten in dieser scheinbaren Unvollständigkeit Kunst doch immer Kunst bleibe. nicht. sagt' ich. durch die äußeren Künste als vollständige Äußerung der Idee dargestellt? Das ist mir längst aufgefallen. fragt ich. Dadurch wird aber jener Zustand der Seele. sagt' ich. folgt aus der Sache selbst. Die Kunst an und für sich ist aus einem Stück und in jeder ihrer Gattungen vollständig. die ich mir so denke. sprach Ja. und den du uns heute gleich im Anfang deutlich genug geschildert hast. versetzt' er. Denn weiter wollt' ich ja nichts daß die verschiedenen „^--^ beweisen. gegenwärtig sein könne. sie möge nach außen noch so unvollständig die erscheinen. So habe ich doch. erwidert' er. Du weißt ja. gar nicht berührt. In der Kunst. das gemeine Leben. jedoch immer von dem Standpunkte des Gebietes der Phantasie aus. solange wir zeitliche Geschöpfe sind. und macht die Übung der Kunst scheinbar ebenso.Arten der Kunst nicht bloß äußere und begrenzte Erscheinungen sind. ja den wir in unserem ersten Gespräche selbst erfahren haben. wie auch in diesem die Kunst als dasselbe vollkommene Wesen lebendig wird. daß in der Kunst die Wirklichkeit von dem Wesen nicht unterschieden werden darf. wo gar kein gemeines Leben ist. das Leben aber ist mangelhaft und verworren. Haben wir denn nicht. und wenn wir nicht erkennen. nicht abgemacht. Wie so? fragt' ich. oder. die es nur wahrhaft ist. wenigstens bei einem von euch meine Absicht erlangt. noch es damit ist Erwin. aber wohl im gemeinen Leben und der Ausübung der Kunst. das auf der dunklen Oberfläche war. hätte ich mich zu mehr verpflichtet? Die Verpflichtung. oder daß überhaupt der Grund. wie sie ihrem vollständigen Wesen nach in jeder Kunstübung. nicht in der Kunst liegen kann. so hilft uns alles vorige nicht zur vollen Bedie 281 . worin sie äußeren Erscheinungen mühselig zu verbinden strebte. erwidert' er. In diesen Zustand sind wir doch einmal gebannt. Nun will und muß ich wissen. daß zwar dieses geschehn ist. warum die Künste mangelhaft und stückweise in der Welt erscheinen.

Also laßt uns nur ohne weitere Umstände gleich morgen wieder zusammenkommen. Auch hast du mir heute schon einmal gesagt. daß du selbst vor Begierde brennst. seht. wenn du mir nur das eben Verlangte gewähren willst.ruhigung. du wirst mir noch über den Kopf wachsen. So sprach ich. 282 . Ich sehe ja recht gut. sagt' ich. Nun bitt' ich euch. daß ich in dem einen auch wohl den Aufschluß über das andere finden werde. Gut. das betraf etwas ganz anderes. Ich will dir lieber dieses schenken. nämlich die Berührung der Kunstwelt mit jener neulich beschriebenen wesentlichen Welt in dem heiligen Gebiete der Seele. damit du mir nicht noch schnödere Worte sagest. sprach Erwin. Und zu welchen Verdrehungen du dich wollest verleiten lassest! Denn was ich von Versprechungen und Täuschungen sagte. Ich muß wohl daran. was uns auf dem letzten Stücke des Weges leiten könnte. zumal da ich schon ahnte. ij|J{|| In Wahrheit. Schwerlich werd' ich so von ihm loskommen. Stelle dich nur. die offenbar nur durch die Erfüllung meiner Forderung zu vollenden ist. und auch Anselm und Bernhard waren es sehr zufrieden. du mich mit deinen Versprechungen für die Zukunft nicht täuschen. wie du willst. Bei diesem Worte halt' ich dich fest. Erwin. wie ich diesen Erwin verzogen habe. versetzt' er. damit wir nichts vergessen. die Sache durchzuführen. wandt' ich mich an die beiden anderen.

lieberAdelbert. noch nicht ganz deutlich geals wärest du. sich im Verfolg und noch wichtiger zeigen wird? Keiner Trägheit.daßdunichtimErnst mein letztes Verlangen von dir wiesest? Könntest du glauben. weil ich mir mit nicht geringer Mühe. tritt Erwin auf. mit der größten Unbeugsam- keit durchgefochten hattest. wie sie nämlich auch in dem Unvollkommenen mit ihrer ganzen Vollkommenheit gegenwärtig sei. ausgegrübelt hatte. aber desto schlimmer für mich Denn vielleicht hättest du meiner dann nur aus Überdruß los werden wollen. noch unvollständig.^s Viertes Gespräch ^1 als zh hatte doch gestern recht. daß dich nur mein ungeschikter Eifer belustigte. sondern immer zugleich ein Ganzes. und dich anschickst etwas zu suchen. lieber Anselm. Indessen sah ich v/ohl. parteiisch verfahren. noch mannigfaltig. aufrichtig gesagt. und spricht kaum aus. ja es scheint mir. fragt' ich wieder. sprach Anselm darauf. Adelbert. sprach Erwin. als wir uns alle wiedersahen. und auch gegen Bernhard. Was aber dies eigentlich war. daß ich weiß. und in jeder ihrer Gattungen auch vollkommen. das 1 ist worden. der freilich deshalb so gewaltsam hervorbrach.versetzt' er. Es ist nur gut. die Kunst sei nicht einzeln. was uns noch fehlen möchte. wie 283 "\ . hätt' ich das zuschreiben können. zuletzt mir. daß ich mich aus Trägheit einem Geschäft entziehn wollte. als du es auch zugibst. daß die Kunst in ihrer Ausübung mangelhaft erscheine. was mir in sich selbst widersprechend scheint. das dir schon jetzt wichtig scheint. sagt' ich. sehr Denn nachdem du gegen mich.

Es ist nichts anderes. Wenn ich also dich. die Einteilung der Kunst selbst beruhe auf der Unvollkommenheit ihrer Erscheinung. Insofern sie aber mit dem gemeinen Leben denselben Stoff gemein hat. Malerei. Ob ich es recht verstehe. als was Erwin gestern sehr richtig so ausdrückte: nicht in der Kunst. und demselben vollständig angemessen sei. sagte ich. Baukunst und Musik. Am meisten nämlich erscheint dies wohl in dem Drama der Alten. woran ihr euch eigentlich beide stoßt. Ich sehe wohl. denken muß ich es mir aber so. mir beim Nachdenken über unser gestriges Gespräch wieder etwas ein. von Bernhard glaube ich. und dieses wäre denn wohl ein vollkommenes. fiel Und 284 . und wie sie das könne. ist die Frage. Du schreibst der Kunst an und für sich ein Dasein zu. Ei.du dich zu unserem jetzigen Vorhaben verhältst. diese Vereinigung ließe sich doch. und also doch darauf hinausgeht. so meinte ich deswegen nicht. versetzt' ich. weiß ich noch nicht. bestreiten mußte. darin mehr mit uns übereinstimmt. daß die Kunst in ihrer Erscheinung vollkommen und allumfassend sein könne. lieber Anselm. epische und lyrische Poesie. in der Behauptung. Bildhauerei. seiner natürlichen Richtung nach. jene Einheit der Künste. sprach Anselm. was mich von neuem irre machte. daß er. wo und worin es sich wirklich finde. worin alles vereinigt war. Ungeachtet dieses vollständigen Daseins soll aber die Kunst doch auch als ein Ideal in unserer unvollkommneren Welt ausgeführt werden. auch wirklich darzustellen. erscheint sie darin als einzeln und mangelhaft. welche du als wesentlich bewiesest. Anselm. daß nämlich die Kunst auch in ihrer äußeren Darstellung offenbar nach der Vereinigung aller Künste in Eine gemeinschaftliche Wirkung strebt. und nicht mangelhaftes Dasein. wovon ich freilich nicht nachweisen möchte. sondern im gemeinen Leben liege der Grund. warum die Ausübung der Kunst immer nur teilweise und mangelhaft vor sich gehe. sprach dieser. sondern daß ihre Einteilung und überhaupt ihr ganzes Dasein rein aus ihrem Wesen hervorgehe.

will ich lieber nichts sagen. Das sollt' ich meinen. man hat ja genug predigen müssen. meinst du wohl? Eben diese. das uns jetzt täglich geboten wird. haben wir schon gestern näher bestimmt. eine große innere Spaltung. sagt' er. Ohne Zweifel. dieselben guten Leute. ja. Und doch findet sich diese Scheidung in der neuern Kunst keinesweges so scharf. weil es nicht so sicht hervorgebracht ganz mit Abwerden möchte. eine in das musikalische und unmusikalische. fuhr ich fort. so ist es. sagt' ich. Denn von dem lustigen Trauerspiel. Ja wohl. die sich unter andern das weinerliche Lustspiel. teilt sich nicht das alte Drama selbst in zwei ganz entgegengesetzte Künste? Die tragische und komische. versetzt' er. worin sich doch eigentlich derselbe Grund. In der Tat. Was aber die Hauptsache ist. wie er wirklich im Drama liegt. Wie epische und lyrische Poesie darin sind. sehr wohl gefallen lassen und zu Herzen nehmen. nur muß dieser so aufgefaßt werden. Denn je mehr beide Künste in ihrem inneren Grunde eins sind. Nein. desto reiner müssen sie sich nach außen scheiden. Aber weißt du wohl. und die scheint sich mehr auf den Gegensatz des Epischen und Lyrischen zu gründen. um die Leute nur über Shakespeares Vermischung des Tragischen und Komischen zu beruhigen. und werden die wohl irgend darin vermischt. daß unser neueres Drama eine ganz andere Scheidung zuläßt. nur im Verfalle zeigt.wohl noch sehr verdächtig machen. wie jenes. und manche von den übrigen Künsten sind nicht reiner darin enthalten. daß auch nur derselbe Mann zugleich tragischer und komischer Dichter sein könne? Das ist freilich. sprach er. versetzt' ich. der Grund sei die ganz allegorische 285 . wollten es Agathon und Aristophanes wohl recht dem Sokrates glauben. als das griechische? Welche wäre das? Mich dünkt. sagt* ich. Und dann werden wir wohl sagen müssen. fragt' er. sprach ich.

fast nur die Anstalten zum wirklichen. versetzt' er. welches auch als Poesie ganz anderen Gesetzen als das andere unterworfen ist. um zu sehn. wollen wir nicht noch ein wenig dabei verweilen. wenn ich daran denke. wie sie ihre wesentliche Einheit in aller Mannigfaltigkeit der Erscheinung erhalten kann? es. sondern sich auch mit der Musik auf das innigste durchdrang. nach einer Vereinigung ihrer Gattungen in der Wirklichkeit strebt. Schon die Musik ist. die verschiedenen Künste zur gemeinsamen Wirkung zu verbinden. Daß es bei der neueren anders ist. 'in der Gottheit. Und da wir einmal auf diesen Gegenstand gekommen sind. und sie gleichsam in ein gemeinschaftliches Element aufzulösen. die Verhältnisse des Gebäudes. welche am meisten geeignet ist. nicht so ganz notwendig und unzertrennlich mit dem neueren Drama verbunden. und die körperlichen Künste um sich her versammelte. wie wir bemerkten. Wenn also auch die Kunst. sprach darauf Erwin. so daß wir beim Anblick von diesem allen ohne die gottesdienstliche Musik. Sehr richtig. und selbst die in den geweihten Gemälden dargestellten Handlungen durch die Musik erst belebt zu werden scheinen. welches nicht allein überhaupt der Mittelpunkt der alten Poesie war. bemerkst du das. und schafft sich vielmehr ein ganz eigenes Drama. wie sich schon gestern zeigte. erreicht also die höchste Vereinigung ihrer Bestrebungen im Drama. Die alte Kunst. die. wie du bemerktest. sagt' ich darauf. besonders in schönen Kirchen. Die Musik ist aber grade diejenige Kunst. Es scheint wohl so. sprach Anselm. so tut sie es doch in der alten und neuen Welt auf ganz entgegengesetzten Wegen. tätigen Gottesdienste vor uns zu haben glauben. herzlich gern zufrieden. und zwar weit mehr musikalischen als poetischen. wie uns.Beschaffenheit der neueren Kunst. leuchtet wohl ein. und dann vielleicht desto besser zu finden. Wenn wir durch die Spitzgewölbe und schlanken Säulen- Ich bin 286 . wie die Kunst äußerlich auf Einheit mit sich selbst hinarbeitet. nur Einen Mittelpunkt darbietet.

die so schöne Werke schufen. Ihr werdet aber nicht zweifeln. mit der jedesmal gegenwärtigen. welche der Verstand nur irgend suchen kann. durch alle Zeit hindurch. betrachten. daß sie sich an beide Gebiete anschließt. die etwa echte Kunstwerke sind. daß in der Empfindung eines jeden gegenwärtigen Augenblickes eine ganze Ewigkeit in unserem Ge- müt hervortritt. fuhr ich fort. Die Veränderungen aber. der Dinge. deren Wirkung eben recht darin besteht. als was überhaupt das Werk der Zeit bei der Verbindung des Allgemeinen im Begriffe mit der besonderen Wahr- nehmung ist? So recht deutlich. fallen sie nicht ganz in dieselbe Zeit. fragt' ich ihn. der Begriff in seiner Einheit. 287 . daß wir uns Zeiten zurückwünschen. die erst alle diese Gegenstände zum Eigentum unseres Innersten machen soll. wie auch Adelbert schon gestern zeigte. Manchmal wollt' ich mir diese daraus erklären. sagt' ich. die einfach ist und den Begriff enthält. indem durch keine der anderen Künste die Welt der äußeren Wahrnehmung mit unserem Innersten so vollkommen verknüpft wird. und so ist es auch wohl zuweilen. Und dies scheint mir auch ganz natürlich. sprach ich darauf. aber vorzüglich bewegt uns doch das Bedürfnis der Musik. worin eine bestimmte Veränderung des Besonderen vorkommt. wenn es nun irgend ein Mittel gibt die Zeit so darzustellen. versetzt' er. ist mir dieses noch nicht. wie er einmal ist. daß die Zeit überhaupt. in ihrer Besonderheit. Diese Vermittelung aber. so ist darin doch wohl die Vereinigung des Allgemeinen und Besonderen. ist sie etwas anderes. worin der Begriff sich unverändert erhält? Auch das ist richtig! Gut. daß es in der Musik sich gerade so verhalte. und bleibt darin gänzlich unverändert und ein und derselbe? Ohne Zweifel. Geht nicht. sprach Erwin. so ist wohl meistens die herrschende Stimmung in uns die einer nachsinnenden Sehnsucht. bewirkt. vollständig als eins erkannt wird.bündel einer schönen Kirche wandeln und die Altargemälde.

ist sehr einleuchtend. Nun aber bedenke. wo die Musik ganz allein für sich erscheint. Aber sie erreicht es auch nicht bei wirklichen Gegenständen. Höchstens. sondern nur in der allgemeinen. da ist wahrlich keine leere Form. weil diese auf der Spaltung zwischen dem Göttlichen und Zeitlichen beruht. sprach Erwin. fuhr ich fort. sprach Erwin. in dem griechischen seien alle Künste am meisten vereinigt gewesen? Man sollte glauben. damit sich jene ungehindert darein abdrücken können. denn eine ganze Art des Drama. sprach ich. sondern das Wesen hat sich vollständig wieder erzeugt. die erst ganz ausgefüllt werden muß durch ein erkennbares Element. in welchen schon wirkliche Gegenstände gegenwärtig sind. Wie wird es denn nun. wovon wir eigentlich ausgingen. äußeren Gegenstande sein? Darum ist uns eben bei Werken der körperlichen Künste nicht selten. Muß sie darin nicht das beste Band zwischen dem Allgemeinen im Erkennen und dem besonderen. Es war. vorhin doch nicht sowohl von dem 288 . ist eben dieses das Gefühl. worin beide schwimmen? Auch das. so müsse auch im neueren Drama dieses Bindungsmittel der Musik ganz unentbehrlich sein. beim Drama sein. könntest du das behaupten.Die Musik. versetzt' ich. es öffnen oder erweichen. weil Anselm bemerkt hatte. den du gestern als den Ursprung der Allegorie darstelltest. als müsse die Musik erst unser Inneres im allgemeinen bearbeiten. das ich vorher bezeichnen wollte. sagt' er. was der gewöhnlichen Tätigkeit des Verstandes unerreichbar bleibt. erreicht also das wirklich. versetzt* ich. leeren Form der Zeit. doch auch so mit Unrecht.sprach Erwin. zum Grunde liegt. Nicht so? Gewiß. und zwar die eigentlich poetische. wie sich die Musik an die Poesie und die anderen Künste anschließt. denn wo das Allgemeine ganz vom Besonderen erfüllt ist. ist ohne Musik. Und doch ist es nicht so. daß die Musik grade darum der lyrischen Poesie so unentbehrlich sei. da in der neueren Kunst jener Gegensatz des Göttlichen und Zeitlichen. Und meinst du nicht auch.

daß in dem unmusikalischen Drama der Neueren schon für sich eine solche Verknüpfung des inneren Gedanken und der mannigfaltigen Erscheinung gefunden wird. und bewundern es meistens. wird denn aber durch solche Auflösung in einzelne Gründe nicht mit dem Schicksal das ganze innere Wesen der Kunst aufgelöst. wäre dieses nicht jene von uns angedeutete Beziehung. sondern auch alles dieses mit Worten auszudrücken suchen. sagt' ich. doch wünschte ich diese Verknüpfung deutlicher zu erkennen. sprach er. Gedanken. als äußere darstellen. so daß uns in ihren Werken.Gegensatze des Göttlichen und Zeitlichen die Rede. der freilich mit jenem in gewissem Sinne zusammentrifft. damit zuletzt alles in eine Hauptwirkung zusammentreffe. auch alle Quellen derselben geöffnet werden. als von des Inneren und Äußeren. Neigungen und Sinnesarten. und das kunstvolle Hinleiten derselben zur beabsichtigten Wirkung. daß die Alten sich so wenig aus einem verwickelten und verschlungenen Plane zu machen pflegen. Zwecke der handelnden Personen nicht nur eingehn. in der Entwicklung der Gefühle. welche die Musik aus der einen Seite unseres Drama verbannt? So scheint es. da sie einmal da ist. Dieses Enthüllen der bewegenden Ursachen. und in einzelne Fäden zerlegt wird. So muß es wohl sein. welche. Gefühle. wodurch grade das. dagegen bei uns die Gewebe auf das feinste und künstlichste angelegt und ineinander geflochten werden. weil sie nach den Gesetzen einer ganz anderen Kunst vor sich geht. außer der wirklich vorgehenden Handlung. von der Musik nicht mehr dargestellt zu werden braucht. sprach er. kann man wohl nur daraus erklären. auseinander gewickelt. und auch. und in bloße Zufälligkeiten verwandelt? dem 19 289 . was die alten Schicksal nannten. Du weißt ja wohl. ja manche neuere Stücke bei weitem mehr innere Begebenheiten. nicht von ihr aufgefaßt werden kann. Daher wundern wir uns oft. Was du aber eben bemerktest. daß die neueren Dramatiker unendlich viel tiefer als die alten in die innersten Gesinnungen.

worin jener Gegensatz des musikalischen und unmusikalischen Drama seinen Grund hat. ist nun ziemlich erklärt. wirst du wohl wissen. ob nicht die neuere Kunst auch einen ähnlichen habe. Danach. Ich denke. warum im neueren Drama keine solche Vereinigung der Künste zustande kommt. daß meistens ihre Gegenstände gar nicht phantastisch gedacht sind. ziemlich klar erkannt. wie im alten? Denn auch dieses scheidet sich zwar in tragisches und komisches. ist die göttliche oder menschliche Persönlichkeit. So ist es. welches bei ihr auch in der einzelnen Ausführung des poetischen Teils ganz unentbehrlich ist.Erinnere dich doch nur. Nun drängen sich aber noch viele andere Fragen auf. antwortet' ich. versetzt' er. Wir hätten also. an unsere längst Meinungen über die Notwendigkeit und Freiheit. warum sich in der alten jene beiden Arten des Drama so scharf voneinander sondern. so setzt jenes ohne Ableitung und unmittelbar die äußere Begebenheit mit dem Innersten in Verbindung. nicht wahr. sprach ich. Hiervon ist indessen jetzt nicht weiter die Rede. welche das Besondere schafft und darauf wirkt. Mehr ist doch nicht nötig. aber in jedem dieser beiden festgestellten bleiben doch dieselben Künste vereint. soviel irgend möglich. Das aber. um deinen augenblicklichen Irrtum zu verbessern? Nicht das geringste. und vielleicht noch Unzähliges dergleichen. Haben wir nicht gestern eingesehn. was uns das allernotwendigste ist. in die äußere Handlung gelegt. Denn so wie dieses alle inneren Beweggründe entwickelt und ausspricht. ja diese wird darin recht in ihrem innersten Leben erkannt. und durch sie verbunden. Und nur als das Leben dieser Idee darf natürlich die innere Tätigkeit dargestellt werden. gab Anselm zur Antwort. Anselm. daß in der Oper alles. der Charakter der alten Kunst sei der symbo- 290 . aber das ist nicht recht. mit Tanz und Gebärde zum Ausdruck gebracht wird. selbst die Idee. sprach ich. und in der neueren nicht. warum nämlich das alte Drama ein solcher Mittelpunkt sei. Deshalb ist es auch ganz recht. wir dürfen hiervon nur berühren.

wiewohl sie aus deinen früheren Sätzen einzuleuchten scheinen. und fast in dieser unterging. Freilich treffen wir in der Ausbildung des schon für sich Erkannten. damit wir doch zu einigem reinen Gewinn gelangen. erwidert' er. warum die ganze Religion des Altertums einen so überwiegenden Hang zur Kunst hatte. zumal wenn alles so gut zusammenstimmt. zum wirklichen Dasein gelangt. den zu erforschen wohl ganz neue Unternehmungen erfordern mag. Aber irre darf uns das in dem. denn bloß für sich und ihrem allgemeinen Gedanken nach betrachtet. versetzt' ich. und muß sie nicht demgemäß alles. hast du große ist. Ja sie kann überhaupt als solche nicht gefaßt werden ohne symbolische Verwandlung in wirkliches Leben. die vollständig zu beweisen noch viel er- fordern möchte. nach außen dargestellt. und darin mag wohl überhaupt der Grund liegen. Mich dünkt. was sie in sich und selbst das Innerste und Allgemeinste in Äußeres und in Erscheinung zu verwandeln streben ? Dieses Innerste und Allgemeinste nun ist ihr die Notwendigkeit. In wenig Worten. wie du es meinst. nur ferner jenen früheren Sätzen folgen. je vollständiger wird sie auch ihrem eigenen Wesen nach ausgebildet. in vielen Richtungen auf einen allgemeineren Zusammenhang. weil darin die Notwendigkeit. das Schicksal der wirklichen Welt Im alten Drama ist also deswegen alle Kunst. dem wir das Tragische und Ko- mische danken. Wenn nämlich die Idee als Notwendigkeit durch das Symbol vollständig in das Äußere übergeht. so wird auch jener Widerspruch zwischen der wirklich gewordenen Idee und der bloßen Erscheinung. welche. das wissen wir ja. so viel möglich.lische. So laß uns diesmal. die ganze Notwendigkeit in sich nach bei- . nicht machen. Dinge berührt. sprach Anselm darauf. Und je mehr sie ganz in das Dasein hervorgezogen wird. wovon wir einmal überzeugt sind. wie uns die Vielgötterei bewies. hegt. die alles umfaßt. vereint. ist sie nichts für die Kunst. ich sehe ein. Denn auch jene reine Spaltung zwischen dem Tragischen und Komischen wird dir nun ganz erklärbar sein.

Nun wohl. sprach Anselm. So scheint es. die so die Macht der Künste zu Einem Zauber vereinigte. fragt' ich. richtig mit dem zuerst angedeuteten Verhältnis zwischen Religion und Kunst vergleiche. sagt' ich. so ist sie bei den Neueren. denn diese verhindert. in ihrer Beziehung auf dieselbe zur Wirklichkeit gebracht. nicht aber in dieselben ausströmte. durch die Kunst. wie der vollständige musikalische Gottesdienst im Gesänge heiliger Hymnen vor den Gemälden göttlicher Handlungen. wenn ich dich recht verstehe. was du sagtest. wie bei den Alten. 292 . In der neueren Kunst aber. und. ist alles anders. daß wir dadurch ganz aus dem Gebiete der Kunst hinaus in die Religion übergehn würden. Wenn wir also hier Einheit und Vollständigkeit suchen sollten. lieber Anselm. und umgeben von dem kühnen und die Seele zum Höchsten emporhebenden Bau des Gotteshauses? Hier zieht in der Tat die Seele alle diese verschiedenen Elemente in den Abgrund ihres Innersten. wie der Ausdruck mit Recht lautet. Niemals kann hier die Idee als Inneres ganz in die Außenwelt übergehn und wird immer. lieber Anselm. welches immer nur ein bloß Inneres sein könnte. und erbaut. Wenn also die vollständigste Verbindung der Künste bei den Alten die größte Wirklichkeit derselben. kommst du mir zuvor.den Seiten aufnehmen. und kein verbindendes Mittel. daß du und Erwin vorhin schon ganz von selbst auf die Religion gekommen seid. war. so daß dieses gleichsam alle die äußeren Künste in sich hineinzöge. bemerktest du nicht. siehst du wohl. wie wir es nannten. wie wir sahen. das Drama. so würden wir sie wohl in dem Innern der Idee selbst suchen müssen. deren wir vorhin erwähnten. welches eben auch die Ursache von jener Entwicklung der inneren Beweggründe ist. mehr übrig lassen. Vortrefflich. aber es scheint auch. die vollständige Verbindung der Poesie mit den äußeren Künsten. allegorisch. sich selbst zur Wohnung der gegenwärtigen Gottheit. indem euch die Wirkungen der alles verbindenden Musik in der Kirche beifielen? Wo ist auch wohl irgend eine Anstalt der neueren Welt.

und doch geht der Grund davon durch das ganze Dasein der Kunst hindurch. sprach Anselm. im reinsten Inneren der Idee. am lehrreichsten muß es aber an derselben Kunst zu betrachten sein. in der um äußersten Roheit geblieben. in der neueren Mysterien des Christentums dramatisch darzustellen. fiel Erwin ein. daß sie sich fast allein an die Poesie anschloß. und die ganze Außenwelt darein auflösen konnte. etwas sehr Merkwürdiges. Ohne Zweifel konnten deshalb die Alten zu keiner sehr ausgebildeten Malerei. das könnten wir doch wirklich ausfindig machen. daß wir von der alten nicht mehr durch eigene Wahrnehmung urteilen können. Das muß er wohl. und wir zu keiner vollkommenen Bildhauerei gelangen. so richtiger. die sie begleitete. fuhr Erwin fort. indem das bloße Instrumentenspiel von Philosophen nachdrücklich gescholten wird. Aber was notwendig sein mußte. daß die Idee darin ganz symbolisch durch die Darstellung der äußeren Handlung er- 293 . es ist nur schade. daß hier die Kunst so ganz in Religion übergeht. wie die neuere. Dies ist freilich. sprach Anselm. Wir wissen ja erstlich.wie wir deutlich sehn. wie auch oft bei uns. der Gottesdienst. scheint mir Religionsfeiern aus ebenfalls Drama Welt das in der alten Versuche. ja ich sollte meinen. sagt' ich. und nie zu einigem Ansehn gelangt sind. die die aber hervorgegangen ist. alle Künste müßten etwas ganz Verschiedenes werden. wodurch sie sich selbst wieder scheint vernichten zu müssen. reinste Anschauung der Idee versenken. Aber auffallend ist es doch. wie dein Ausdruck ungefähr lautete. versetzt' ich. daß die Musik der Alten unmöglich so in die tiefste. Und zweitens kennen wir meistens auch die Arten der Poesie. je nachdem sie. da Dieses. Und da läßt sich zur Überzeugung einsehn. und die eben von der Beschaffenheit sind. Erwin. Natürlich. weil es wahrscheinlich zu sehr der prahlenden Meisterschaft diente. Musik war und ist in beiden Weltaltern höchst gebildet. nach außen oder nach innen zum Ganzen hinarbeiten. Jawohl.

indem sie alle solche Wirkungen dem Gleichmaß unterwarf. Ohne Zweifel.schöpft wird. sondern stellt alles Äußere auf dem klaren Spiegel des Innern. was sie in sich trug. versetzt' ich. mit allem. wie in seinem allge294 . Daher. augenblicklichen Gefühl. Denn auch die Lieder. und wodurch sie den Gesetzgebern so wichtig wurde. ins äußere Leben versetzen. wovon Liebe. Fülle dagegen und Üppigkeit verwerfen sie als sittenverderblich. welche die Musik bei den Alten auf das wirkliche. ist auch immer das Einfache und Gleichmäßige. indem sie die Seele trieb. hinaus zu stürzen. sondern eben darin besteht ihre Trefflichkeit. wie etwa Petrarca. daß sie solches Wesen ungeteilt in Einer Regung hinausströmen lassen. welche das Gemüt bald zur Liebe. So ist es ja selbst mit der alten lyrischen Poesie. Ist es nun mit der neueren Musik nicht ganz anders? Kann sie nicht durch die rauschendste Fülle nur desto tiefer einsingen in die stille Ahnung des Ewigen? Denn nicht in die Außenwelt zieht sie das Einfache in uns hervor. Tapfer- keit oder dergleichen den Inhalt ausmachen. noch auf das Wesen alles Menschlichen und Persönlichen. Das Gegengift trug sie freilich auch bei sich. und es so. weil durch ihn sich diese Idee in ihrem ganzen Umfang in die Wirklichkeit hinausdrängen mußte. Worin die Idee der Gottheit in ihrer höchsten Fülle walten mochte. Denn sie erregte in der Tat Leidenschaft. wie Goethe. weshalb auch die Lehrer auf der Kithara den Knaben zugleich Lehrer der Zucht und des ordnungsmäßigen Wandels sein sollten. Was die Alten an der Musik loben. das war wohl der Dithyrambus. sich in die äußere Welt. kommt denn auch wohl die außerordentliche Wirkung. Zorn. führen ja die- ses alles nicht auf die allgemeine Idee der Gottheit zurück. als war' es ganz und ewig in diesem einigen. und eben deswegen war dieser so voll heftiger und stürmischer Bewegungen. sprach Erwin. bald zum kriegerischen Mute. tätige Leben äußerte. Darum konnte sie wohl wirken als eine Art von Bezauberung oder Beschwörung. ja im orgiastischen Tosen der Trommeln und Hörner zu wahrer Raserei unbewußt dahinriß.

ist uns gar nicht denkbar. daß in solcher Ver295 . Wenn aber. magst du nicht unrecht haben. nicht der ganze Charakter dieser Dichtungsart aufgehoben? Das wohl nicht. aber die Sache verratenden Ausdruck das Maschinenwesen des Epos genannt hat. Diesen Gegensatz. möcht' ich wohl vollständig und mit Anwendung der Erfahrung ausgeführt sehn. denn das muß man notwendig dazu sein. Selbst im Epos kann die neuere Kunst nicht rein symbolisch sein. und wer weiß. sprach Erwin. aber. Indessen offenbaren sich diese Verhältnisse auch in den übrigen Künsten und vorzüglich auch in der Poesie. wie etwa in Klopstocks Messias. sprach Erwin. nicht sowohl in seiner Wirklichkeit als im ganzen Umfange seiner Möglichkeit und dennoch als gegenwärtig dar. möge uns des edlen Mannes Geist nicht zürnen. das kannst du wohl vom neueren nicht erwarten. wie wir es gestern ausgemacht haben. wie du am Drama schon gesehn hast. wenn wir behaupten. In der letzten Bemerkung. auch im Epos der Neueren die Spaltung zwischen Gott und Mensch ausgedrückt sein soll. ob nicht Kenner der Kunstgeschichte schon mit dem einen oder dem anderen beschäftigt sind. wie im alten Epos. versetzt' ich. ich spüre auch etwas der Art in manchem epischen Kunstwerk. Daß aber beides so ganz in eine und dieselbe Welt zusammenfalle. und das Irdische ganz idealisch erscheint. wie bei den Alten. vielmehr ist auch darin der Gegensatz des Göttlichen und Irdischen nicht zu verkennen. so sinken wir zu demjenigen herab. der doch ganz von derselben Art sein muß! Wohl. Wird denn dadurch. muß es denn so nicht in die lyrische Kunst übergehn? Und mich dünkt. solange nur die Gottheit in ihrem wirklichen Dasein. wären das würdige Unternehmungen. und wenn wir ihn nachahmen wollen.meinen Wesen. was man mit einem lächerlichen. sagt' ich. sprach ich. Denn derselbe Verkehr zwischen Gott und Menschen. sprach Erwin. und dann auch ebenso den zwischen der alten und christlichen Baukunst.

worin das GöttHche und Irdische sich voneinander scheiden. oder in der lyrischen Farbe des Epos. wovon die eine die mystischen Religionssagen vom heiligen Gral zum Eigentum hat. und nicht der reine Sinn der Kunst verrate. sich immer eine gewisse Verworrenheit des poetischen Bewußtseins. muß es zwei Arten des Epos geben. Auch einzelne. und von manchem anderen Antriebe zum Philosophieren in sich irre gemacht worden ist. aber die Klarheit der Kunst soll uns höher stehn. nicht aber das Einzelne zu lernen. nicht durch die Geschichte der ganzen neueren Kunst beweisen. neueren Epos. Oft ist uns dies sehr anziehend und reizend. doch kann ich es dir jetzt nur durch Beispiele.mischung. Darum drängen sich auch bei rohen und noch nicht zum klaren Bewußtsein durchgedrungenen Völkern in jede Darstellung alle unentwickelten Gefühle zusammen. versetzt' er. sagt' ich. sagt' er. so daß auf andere Weise das Symbol in dem neueren Epos aufgelöst sein muß. sagt' ich. es kann ja heute nur darauf an- kommen. In eine dieser ähnliche Verworrenheit sinkt die Poesie denn auch zurück. wie bei Ossians wehmütigen und doch kräftigen Dunstgebilden. diesen Unterschied zwischen den beiden großen Familien des echten. uns ganz des großen Zusammenhanges zu bemächtigen. in welchem wir schon die Kunst erblicken. dann. worin 296 . Die Einmischung des Lyrischen verrät also immer etwas Unkünstlerisches. aber entscheidende Beispiele müssen mir genügen. und das Land der Ideen liegt bei ihnen gleichsam noch unter einem trüben und schweren Nebel einer sich selbst unklaren Wehmut. die andere aber. Nun. über welchen die Sonne der Kunst noch nicht siegend hat hervorsteigen können. wo sie von dem Grübeln über das Sittliche. So ist es auch. wie und warum sich die verschiedenen Bestandteile des Lebens nur in getrennten Richtungen zur Kunst erheben. und jedes nur durch eine innere Richtung auf das andere zielt. Wir haben ja gestern gesehn. Findest du also nicht.

wird es sich wohl hieraus eraber auch wohl nicht verkennen.das Lied der Nibelungen hervorragt. und diese als Charakter des wirklichen Menschen. göttlicher Wirksamkeit in die Fülle des wirklichen Lebens herabbegeben hat. sprach er. Überall wirst du in der echten neuen Kunst das Tragische mehr oder we- niger deutlich hervorschimmern sehn. denn was vorher noch im tragischen Zusammenhange viel umfassender Schicksale waltete. obwohl immer in seiner Idee und zugleich in der ganzen. rief er aus. dennoch das mit Recht bewunderte Lied der Nibelungen so auffallend leer von Beziehungen auf die Religion erscheint. wie der ungeheure tragische Zusammenhang der Begebenheiten im Ganzen die wahre Offenbarung der Gottheit in dieser Dichtung ist. nicht anders zu erwarten. eine menschliche Heldenwelt? Wahrlich. Zum klären. außer der dramatischen. was wir über diese schon gefunden hatten. versetzt* ich. warum doch in demselben Zeitalter. Ganz recht. wo sich die Darstellung aus dem eigentlichen Reiche wunderbarer. In der Tat. In der neueren Kunst verbreitet sich also das Tragische auch durch die anderen Gattungen der Poesie. welches eine so wunderbar kühne Mystik. wie das Göttliche darin ganz in das wirkliche Leben selbst mit eingeht. 297 . das herrscht doch hier nicht minder in dem angeborenen Sinn des Menschen. darüber beruhigt zu werden. runden Fülle seines Lebens auffaßt. Du wirst offenbart. wie die des Gral hervorbrachte. und dies war auch nach dem. aber es scheint auch nur so. das habe ich längst gewünscht. sagt' ich. bis sie sich endlich an die reine Be- sonderheit heftet. Da scheint sich denn die wirkliche Welt ganz für sich abzusondern. siehst du es an. seiner Entwicklung durch höhere Fügungen und den unausweichlichen letzten Fol- gen desselben. man fühlt ja deutlich. oder doch höchst glänzend ausbildete. und sich so in der Gestalt des tragischen Schicksals Teil.

wie wir das Epos eben einteilten. welche 298 . meinst du wohl. und unmöglich. fuhr ich fort. Zum Teil mag dies auch wohl daher kommen. der oft um so tiefer ist. wo sich breitet hat. daß unsere großen Dichter. daß wir hier mit dem Drama zu tun haben. sie miteinander zu vergleichen. sei nicht in der entsprechenden Art des Epos? Bedenk' aber auch. daß es höchst schwierig wird. und wer wieder durch das unermeßlich reiche und bunte Leben des Shakespeare verwöhnt ist. nur selten und einsam aus ihren Umgebungen hervorragen. Nicht etwa daUnd Shakespeare? fragt' ich weiter. die Dichter. wo die Gottheit selbst in der Dichtung auftritt. so wie sie von der wirklich an und für sich erscheinenden Gottheit sich ablöset. daß die berühmten dramatischen Dichter der neueren Welt auf so ganz verschiedenen Stufen der Weltansicht stehn. — Wirkung der Kunst zum Grunde legt? Ich dachte daran. Was ich aber damit ausdrücken wollwar. sprach Erwin hierauf. erwidert' er. aber grade bei ihm finden wir ja das Tragische mit dem Komischen am meisten vermischt. Nun.Du scheinst. dem muß Shakespeare oft freigeistisch vorkommen. ist es auch in dem neueren rein poetischen Drama. ich. den Roman anzu- deuten. versetzt' er. wohin würdest du dann wohl Calderon stellen? Dahin. daß in jeder Gattung derselben. sie auf so gemeinsame Gesetze zurückzuführen wie die griechischen unter sich. daß in der neueren Kunst überall diese Beziehungen gefunden werden. je weniger die tragische Wirkung äußerlich auffällt. Ganz recht. mit der Poesie. welches sich also auch darin zeigt. so verteilen wolltest. und zu weitläuftig in seinen Betrachtungen. sich der tragische Sinn offenbart. Wer nur die religiöse Begeisterung des Calderon versteht. getrennt durch Zeiten und Völker. Wenn du nun aber. dem erscheint wohl Goethe als zu arm an Handlung. wirkliche Leben verin das Wesen ganz das hin. und so eine tragische Stimmung der ganzen sagt' ich. Und das. das wenigstens. Ebenso. sagt ' welche du eben nanntest. habe ich oft bemerkt. te. lieber Erwin.

wird dann das lyrische Gedicht nicht auch so werden. von wo wir ausgingen. was euch gestern so sehr unerwartet zu kommen schien. sondern hegt es im tiefsten Inneren. Ganz richtig. hätte also auch diese drei Stufen? Wenigstens. daß nämHch grade in dieser gischen und Komischen am Wurzel beider zum Vorschein kommt. wie sich die neuere in ihrem ganzen Streben von der alten unterscheidet. welche uns durch die Musik wieder dahin führen mag. worin ein unendlich reicher Stoff der Nachforschung liegt. sagt' er. aber dafür wieder jedes sich mildert und nicht so einseitig entwickelt. und führt eben darauf alles Äußere und Besondere zurück. Und daß endlich die Goethischen Dramen zu der Gattung gehören. wie diese nach außen. Aber das ist uns wohl recht bemerkenswert. wie die eine Art des Drama. So läßt sich dies. allerdings erklären. ergibt sich aus ihrem Wesen.wie und warum das Tragische und Komische sich mehr sondern. so schon mit einiger Mühe wieder aufzusuchen haben. sagt' ich. glaub' ich. daß diese Verhältnisse darin vorkommen. Die neuere Lyrik. wenn wir den jetzigen Abweg verfolgend noch der lyrischen Dichtkunst gedenken. Vielleicht lenken wir am besten ein. Nur jetzt würden wir durch alles dies. schon zuvor.das gegenwärtige Leben bearbeitet. Sie strebt. und strömt ihr Wesen nicht so aus. So bemerkten wir es. ganz von unserem Pfade abkommen. wo alles nicht sowohl durch den Weltlauf im ganzen als durch die Eigentümlichkeit der einzelnen Personen und die Ideen ihrer Charaktere bestimmt wird. das leuchtet mir ein. wie sie jedoch ebenso notwendig auch schon in der alten sind. erwidert' ich. tieferer Ansicht Dann aber wirst du bei am Shakespeare noch etwas anderes wahrnehmen. daß nämlich die Musik sozusagen nicht mehr daran haftet? Vermischung des TradeutHchsten die gemeinsame 299 . den wir. Wenn sich aber nun dieses Innere durch Betrachtung und Nachdenken entfaltet. allerdings nicht so. versetzt' ich. sprach er. fragte darauf Erwin. Auch hier ist es aber der Mühe wert zu betrachten.

so entstehn solche Sachen wie manche Werkchen unserer neuesten Musiker.Ohne Zweifel. und will man es tun. So fanden. fuhr ich fort. nichts anderes sagen. Ohne Zweifel. daß auch hier immer die entgegengesetzten Richtungen zu bemerken sind: religiöse Begeisterung. denn besser ist es. worin die zartesten Gedanken von der frech herausfahrenden Musik beinah ermordet werden. Wäre sie nun aber. wie es schien. und im einzelnen und besonderen das verhüllte Tragische. als daß sie einen inneren und unsichtbaren Mittelpunkt habe. da mußte sie. Um diesen müssen sich alle Künste in Übereinstimmung und harmonischer Bewegung drehen. muß man wohl so am besten erklären. wo nur irgend echte Kunst gefunden wird. doch eben dieser Richtungen wegen konnte sie nirgend ein vollendetes Ganzes werden. wie das Weltgebäude um das ebenfalls bloß gedachte Zentrum. auf sich beruhen. wenn nicht die eine und unteilbare Idee überall ganz darin gegenwärtig und dieselbe wäre? Keinesweges. die sie durch ihre Bedeutsamkeit nehmen muß. — 300 . Überall. Laß uns denn übersehn. ihre eigentümlichen Grenzen verlassen. hier nicht daran zu rühren. Nur das wollen wir sagen. Darum sind auch viele Gedichte der Art gar nicht in Musik zu setzen. Ich sehe schon. sagt* ich. sahen wir. was ich meine. wo es Ihr aber noch am meisten gelang. was sonst auch wohl das Sentimentale in der lyrischen Kunst genannt wurde. Dies möge nun. und in die Religion übergehn. sprach Erwin. und oft in diesem am kräftigsten und ergreifendsten. der überall und auch in jedem Teile gegenwärtig und unveränderlich derselbe sei. was wir gefunden haben. Selbst in unseren Volksliedern findet sich dieses tragische Grundgefühl. strebte die neuere Kunst zu einer inneren Verknüpfung ihrer Gattungen und der verschiedenen Richtungen. daß du richtig triffst. wir es. fragt' ich weiter. und was uns das Gefundene bedeute. sprach er. versetzt' ich. wohl Kunst zu nennen. sprach er. So können wir wohl.

und vielleicht kann er eben deshalb nicht in der Kunst erscheinen. in dieser herrscht die Allegorie vor. sagt' ich. was wir gestern als Allegorie bezeichneten. sprach er. welche das Wesen der Idee ist. die dazu gehört. ging grade zur Darstellung des wirklichen Lebens im Drama von der Religion aus. da er aber nicht zur Erscheinung kommt. wie sich auch zeigt. In diesem Mittelpunkte würden sie ganz so eins sein. Wird nun nicht durch die Allegorie jene Einheit des Inneren und Äußeren. Sie kann sich also hier nur durch die Richtung von der christlichen unterscheiden. bleibt auch in der symbolischen Kunst das eigentliche Wesen immer etwas Unsichtbares. denn Tragödie und Komödie fielen rein auseinander. Denn je mehr sich dasselbe ausgebildet hat. Und nun wohl die aufgelöste Einheit der unsichtbare Mittelpunkt ? Ja. Nicht wahr? Ja. und doch konnte auch jene nicht zu einer vollständigen Erscheinung dieser Einheit gelangen. sagt' ich. weißt du doch. worin die in der Allegorie aufgelöste Einheit unaufgelöst bleibt. das alte Drama zu fassen weiß. und zwar so. desto mehr fühlen wir. wie wir sie gestern gefunden haben. so hält er nur als eine unbekannte Kraft ihre Verhältnisse untereinander in gegenseitiger Harmonie zusammen. noch nicht ganz mit dem übrigen Wesen der Kunst zu vereinigen. sprach er. Doch weiß ich ihn. Also. welche die Vereinigung ihrer Gattungen im wirklichen Leben sucht. versetzt' ich. das ist schon bekannt. Und dann. und beides nach verschiedenen Richtungen aus derselben entwickelt. Nun. Dieser Mittelpunkt. Nein. aufgelöst.welches ihm einige zuschreiben. wenn man nur recht scharf und mit der Tiefe. daß auch das Innere dadurch etwas Wirkliches und Erscheinendes wird? So gibt ist es. und doch auch nicht ganz erreicht? Auch diese. aufrichtig gesagt. was ich noch eher fragen möchte. das Wesen der Allegorie. läge denn in der Religion. wie ist es mit der alten Kunst. sprach Erwin. 301 . In der alten Kunst dagegen herrschte das Symbol. wenigstens von dieser Seite müssen wir sie so betrachten.

der uns eben auf alle diese Dinge hingeleitet hat. was die Kunst ganz eigentlich wolle. das vielleicht viel vergebliches Du hattest doch gestern. nur sind mir die Gründe davon noch nicht viel deutlicher als damals. und daß es nur auf den Standpunkt ankommt. und um ihn her dreht sich. So bleibt denn auch hier der wahre Mittelpunkt unerkannt. Wenn ich aber selbst diese Standpunkte gehörig unterscheiden sollte. würde mir Nachdenken kosten. sagt' ich. von wo man diese verschiedenen Ansichten faßt. Zuerst. sprach Erwin hierauf. 302 . ganz gewiß. und was sich auch an jenem zwiefachen und sich selbst widersprechenden Gefühle zeigt. daß sie meistens die Allegorie und das Symbol mit dem Zeichen und Bilde verwechseln. sprach jener. oder sie wenigstens nur als die Außenseite dessen ansehn. von wo aus betrachtet sie ein Ganzes bildet. wie du eben dich ausdrücktest. wovon sich die Menschen beim Genüsse der Kunstwerke nie los machen können. Freud' und Leid. das sie über diese Gegenwart hinausliegend denken. außer der Gegenwart des Kunstwerks. Und eben dieses war mir auch schon gestern wahrscheinlich. wie das Gestirn des Bären kreiset. selbst einen Gedanken darüber. So ist es. daß es an sich nicht unrecht ist. Denn indem sie sich der vollkommensten Befriedigung durch die Gegenwart derselben bewußt sind. versetzt' ich. um es in seinem Wesen darzustellen. als daß die Kunst das Leben von verschiedenen Seiten einseitig auffassen muß. will ich nur das bestätigen. noch etwas darin Enthaltenes zu denken. was du eben sagtest. nie wirklich in ihr zur Erscheinung kommen. nach Sophokles Worten. was sich gestern schon bei ähnlichen Fällen zeigte. richten sie doch immer den Blick ihrer Seele auf etwas Wesentliches. als könne der eigentliche Mittelpunkt der Kunst. Es scheint also.daß die eigentliche innere Bedeutung zurückgehalten und mit einer gewissen heiligen Scheu verschwiegen wird. Dies aber rührt doch gewiß von nichts anderem her. aber wie entwirren wir diese höchst wunderbaren Verhältnisse? Soviel glaub' ich nun wohl einzusehen. und so geht es ohne Zweifel auch zu.

nachdem wir ein prächtiges Feenschloß mitten in der Luft ausgebaut haben. welches die Kunst allein zur Kunst macht. daß sich die ganze Sache ihrem Ende naht. scheinung dennoch das einfache Wesen gegenwärtig sein kommenen Erkenntnisarten Wo könne. immer und vollkommen selbst sei in sich angesehen aus Wesen ihrem von bilden auch ihre Teile. Mir aber scheint es. sondern noch auf einen unsichtbaren Mittelpunkt hinzielen. und schwieg nur. nicht endlich einen Grund und Boden für dasselbe suchen würden. versetzt' er. das wünschte ich schon gestern zu wissen. und am Ende wird er. der Ruhe hält. daß beide Arten der Darstellung doch noch nicht genügen. dem das.Kunst Ja. gab dieser lächelnd zur Antwort. waren men von der Voraussetzung. die wir uns endlich gefallen ließen. rief ich aus. ein harmonisches Ganzes. noch meine Sache verteidigen helfen! Schwerlich. was wir jetzt ausgemacht haben. hergenom- 303 . um abzuwarten. ob wir. Die so und dieselbe. ' vollständigen Übereinstimmung mit sich gelangen kann. möcht' es so weit kommen. bleibst du nicht bei diesem Gedanken. Denn die Bedeutungen. Ihr wollt mich. selbst mit sich führen. und nun hat er uns selbst aufdecken müssen. Warum aber. welche Widersprüche jene seltsamen Meinungen Adelberts. ich dachte mir es gestern so. gar nicht zu widersprechen scheint? Es kommt mir vor erwidert er. der zuerst mein ärgster Feind war. daß sich jetzt offenbare. und unterschieden. die er ja bloß dem Symbol und der Allegorie gab. so müsse darin die Kunst unvollaber und wie nun in dieser Erständig erscheinen. wohl gar ins Gedränge bringen! Bernhard ist noch der einzige. worin jeder Teil zugleich selbst das Ganze sei. so mischte sich nun Anselm ein. als wenn es hiernach in der Allegorie und dem Symbol selbst läge. worin die Seele die verErkenntnis nie ganz miteinder schiedenen Bestandteile ander verknüpfen kann. daß die Kunst nicht zur . weil aber die Darstellung der Kunst in einzelnen Werken in das Reich der unvoll- fällt. das Kunstwerk sei die ewige Idee selbst. fragt' ich ihn. Vielmehr glaub' ich zu bemerken.

und wirkende Kräfte müssen ja nach seinen wunderlichen Behauptungen ganz dasselbe sein. da wir bisher nur deren Wirkungen erkannt haben. einmal auf den Boden zurückzusehen. sagt' Erwin. sprach Anselm ungeduldig. das haben wir nun gesehen. was dir schon lange dunkel vorgeschwebt. und etwa der Mittelpunkt als Mittelpunkt nur deswegen unsichtbar geworden sein möchte. Erwin. Wie nämlich die Kunst in Besonderheit und Wirklichkeit übergehe durch die einzelnen Künste. sagt' ich gleichfalls lachend. aber vielleicht nur deshalb. weil wir sie bloß in die einzelnen Künste zerlegten. und das Ganze gleichsam bloß durch ihn hindurch anzusehn. diesen Mittelpunkt selbst zu durchschauen. wenn sich in der wirklichen Ausführung alles spaltet und sondert. hast du für das. was sich jetzt nirgend ganz vereinigen wollte. rief Anselm. einen Ausdruck gefunden. Darüber wurde freilich ihr Mittelpunkt ein unsichtbarer. ob dann nicht ebendasselbe. der am Ende alles löset. auf den ich mit Deutlichkeit und ohne zu große Gefahr des Mißverstandes eingehen kann. und nach Art der Idee in jeder vollständig gegenwärtig ist. stimmen wir schon überein. Ach. denn auch ich wollte grade jetzt unsere Freunde auffordern. weil er sich ganz in alle verschiedenen Richtungen zugleich ergossen hat. Nunmehr kam' es darauf an. worin unsere jetzige Ansicht des Symbols und der Allegorie mit der früheren 304 . aber ich glaube zu sehen. nur als reine Harmonie erscheinen. als jener Verzauberte der Phantasie. Wirkungen. Ja. Aber eben deswegen muß sie in beiden Bedeutungen vollständig betrachtet werden. eben dieser. in der Kunst an und für sich sind sie auch dasselbe. Denn daß wir einen solchen Widerspruch finden. sprach Erwin. wo uns eben Symbol und Allegorie erwachsen sind? Nun ja.Nun darin wenigstens. Und da- mit leuchtet mir plötzlich ein Gedanke auf. Endlich. sagt' ich hierauf. Adelbert will jetzt was ich eben wünschte. nämlich die wirkenden Kräfte der Phantasie selbst näher betrachten. Welcher soll der sein.

Dies. Wollen wir also. nicht wahr? Ja. geriet auf diese Weise in Gegensätze mit sich selbst. ausforschen. Denn in jeder einzelnen Kunst war es. daß wir das innere Leben und die Tätigkeit übersehen hatten.steht. versetzt* er. erwidert' er. wie dieser Mittelpunkt oder das Wesen der Kunst überall unverändert bleibe (und so muß es sein. Und woher. sagt' ich weiter. nicht aber auf das. aber doch nur darin als eine ganz besondere Weltansicht. oder in der dramatischen den Gegensatz der Poesie in sich selbst verknüpfen wollten. In solchem Sinne standen einander epische und lyrische Dichtung. und nicht vielmehr die verschiedenen Künste aus eben jenem inneren Leben und jener Tätigkeit abgeleitet? Das wohl. fragt' ich. wie mit den Widersprüchen. Haben wir es denn aber. daß wir die Sache wieder einseitig betrachtet haben. hat uns eben in die jetzige Verwirrung gebracht. daß der Mittelpunkt aller Kunst als solcher gar nicht mehr zu erkennen war. jetzt ebenso gemacht. fragt' ich weiter. das scheint doch ein Beweis zu sein. was eben in allen das eine und selbe ist. die wir im Schönen fanden. als es noch bloß hervorgebrachtes Ding war. worin die Gegensätze immer nur einseitig. so war es. fuhr ich fort. entstanden die? Daraus. Das Wesen der Kunst. sagt' ich. Malerei und Bildhauerei gegenüber. oder in einem ihrer Glieder vereinigt waren. daß sie in demselben zur wirklichen Erscheinung kommt. die Künste auf einander bezogen. wenn sie Kunst bleiben soll). aber hierbei haben wir unsere Aufmerksamkeit doch nur darauf gerichtet. sprach Erwin. wie die Kunst durch ihre inneren Gegensätze so in verschiedene Künste zerfällt. so 20 305 . Das mein' ich eben. daß jenes Wesen in jeder davon als etwas ganz Eigentümliches und Besonderes erscheint. welche das Wesen des Schönen eben dadurch ausmacht. sprach er. Als wir nun aber. bemerkten wir erst. Es scheint mir ähnlich zu stehen.

Laßt also nun alle j enes Dasein der Idee in den Künsten aus eurer Vorstellung verschwinden. erwidert' er. Erwin. und gleichsam die Entstehung dessen. war es eben. dadurch ausgedrückt. aus welchem die ganze Kunst hervorging. das genügt mir nicht. versetzte Bernhard. Allerdings. woraus uns neulich die Kunst hervorging. wie du es verstandest. Auch mir. Denn an dieser Stelle liegt der Schlüssel zu Adelberts ganzem System. was uns jetzt obliegt. eben dieses Schaffen näher zu beschauen. werden wir auf nichts anderes gelangen. möcht' ich eben gern in der Nähe sehen. denn nun kann ich vielleicht noch manches von den Bedenken anbringen. sagt' ich. fiel Bernhard ein. Erwin habe schon etwas davon abgesehen. und dies sorgfältig untersuchen. Wenigstens wie es mit dem Schaffen ist. Das ist mir. so werden wir alle wenigstens in dem Ziele einig sein. als was uns Adelbert schon gestern ausführlich beschrieben hat. was ich wünschte. wie nämlich aus jenem Lichte der Idee die Welt der Kunst hervorgeht. bloß hineinzuschauen. und wieder die ewige Geburtsstätte derselben und ihr Wesen fort hervortreten. Und am bestimmtesten. während eurer bisherigen Umwege bei mir gesammelt haben. sprach dieser. und wie er diesen gebraucht. das wüßt' er sehr gut. kann nichts gelegener kommen.müssen wir vor allen Dingen wohl wieder zu dem Wesen zurückkehren. ist wahrlich sehr und mich dünkt sogar. insofern es die Kunst ist. Diese Kunst. sagt* ich. daß das aus der Mitte der Phantasie ausströmende 306 . indem dasselbe schon in seinem Aufleuchten die besonderen und wirklichen Gestalten der Dinge bildet. dünkt mich. Wenn er selbst es mit einem geheimen Kunststück eröffnet hat. öffentlich. eben ganz recht. wie am einleuchtendsten hast du es. wohin wir streben. Gut. Hiermit. die sich. aufmerksam belauschen. lieber Bernhard. auch ist es ja wohl das. Du erinnerst dich doch selbst noch. Dieses. sprach Anselm. was immer- nur aus sich selbst entsteht. damit wir dort den Augenblick des Schaffens.

wiewohl beides in sich dasselbe ist. sondern ging mit in das Dasein über. nach deinen Vorstellungen das schaffende Licht des Erkennens selbst mit zum Gegenstande wird. was doch sein muß. sprach Bernhard. Dieser Worte. das für eine Erkenntnisart. sondern erst dadurch. beides zugleich. die am Umfange ganz in sich tragen. sondern es ebenfalls überDinge. wie im gemeinen Erkennen. Dadurch ward aber das Licht selbst nicht mehr allein als ein schaffendes Erkennen vorgestellt. sprach er. daß eben das Wesen der Phantasie in einer völligen Durchdringung beider bestehe? 20' 307 . als eins und dasselbe in sich trägt. wenn das Schöne sein soll. und ich weiß nun nicht mehr. worin das Erkennen mit dem Gegenstande vollkommen in eins zusammenfällt? Oder gibt es denn gar keine solche? Wohl gibt es eine. fuhr ich fort. sprach Erwin. und darin besteht all es eben. bei dieser Vorstellung. diehöchstensvon der sinnlichen Anschauunghergenommen sein mag? Warum willst du durchaus das Erkennende und den Gegenstand unterscheiden. In der Anschauung aber muß ich doch immer das eine als das Anschauende betrachten können. erinnere ich mich auch wohl. setzt* ich selbst fragend hinzu. entwickelt sich ein wirkliches Bewußtsein. warum könntest du anstehn. was an diesem Gemeinsamen Erkenntnis und was Gegenstand ist. Nun wohl. und wir nennen sie ist Und was Anschauung. fragt' ich.göttliche Licht alle Stoffe und Farben der besonderen derselben liegen. Auch Anschauung noch gar nicht für sich Erkenntnis. denn. und sie ihm nicht mehr entgegengesetzt sind. Warum bleibst du aber. daß sich das Anschauende von dem obgleich es das andere Angeschauten sondert. ist die vollkommen in sich schließt. Denn hierdurch nimmt die Gottheit eine bestimmte und begrenzte Gestalt an. und nicht annehmen. versetzte Bernhard. Es ist. auch dieses eine Anschauung zu nennen? Weil. und wurde selbst besonderes Ding.

sagt' er. ohne einen Gegenstand. so muß ich doch diese irgend einem Gegenstand entgegensetzen. muß ich. aber wenn ich sie als Gegenstände mir vorstellen soll. so ist es entweder jenes unbekannte Mittelding. könnte ja wohl die Art jener höheren Anschauung sein. so kann ich nicht umhin. sagt' ich. welche wir der Phantasie zuschreiben. sprach er. was du mir schon in unsrem allerersten Gespräche bestritten hast. Denn lass' ich beides wirklich ganz einander durchdringen. Das. oder ein bloßer Gedanke wäre. und dadurch in sich selbst zugleich Tätigkeit des Erkennens und Gegenstand werden. oder es ist beides Erkennen. nur freilich von ganz anderer Art. als die Gegenstände der Sinne sind. von gar nicht sagen könnte. das also für mich gar nicht da ist. und also das Ganze nur Erkennen seiner selbst. die in der Phantasie leben. ich muß mir etwas denken. von anderer Art müssen sie wahrhaftig wohl sein. versetzt' ich. In diesem Falle würde wohl alles das wieder zurückkehren. Aber eben dieses. es seien Gedanken. was wir ja von jeher behauptet haben? Dann könnte es ja wohl nur sich selbst auf sich selbst beziehen und sich von sich selbst unterscheiden. Denn wenn wir die Gestalten. und sie davon unterscheiden. Ja. oder das reine Ich. in jenem aber entsteht mir etwas ganz Lebloses. worin die Tätigkeit erloschen und so das Erkennen selbst verschwunden. wo es schwebte. Wie aber nun. was diese Gegenstände wiedererkennt.Das wäre ja. und wären damit nicht alle deine Zweifel gehoben? 308 . sagt' ich. versetzt' er. was du ein Mittelding nanntest. ein wundersames Mittelding. So aber haben wir daran wahrhafte Gegenstände. so hätten wir darin nichts als was sich die gemeine Einbildungskraft ebenfalls aussinnt. wie sie denn wirklich in der gemeinen Erscheinungswelt keine ihnen entsprechende haben. für bloße Gedanken hielten. auch zugleich ganz Tätigkeit ist. wozu sich nirgend die Gegenstände fänden. sollst du ja eben nicht. ob es etwas an sich. und soll ich wiederum dem man annehmen. wenn eben jenes. Und doch.

vielleicht eine lange Geduld von euch erbitten muß. daß dieses etwas ganz Unmögliches ist. sagt' ich. versetzt' er. als ob er auch wirklich erscheinender Stoff wäre. als für sich Ja. Es muß also notwendig in der Phantasie eine Kraft des Erkennens geben. Ich will es versuchen. als einer wirklichen Tätigkeit. vielmehr versetze dich in das göttliche Schaffen. soll dies vor sich gehen? Erkläre mir dies näher. Auch dies. bestehende Dinge zu erkennen. wenn nicht die Phantasie selbst die Dinge so schafft. gegenseitig wenn nur auch dieses wieder möglich ist. Denn aus dieser Unmöglichkeit entstand uns ja eben das Bedürfnis der Kunst. dies muß nach deiner Erklärung eine wesentliche Kraft der Phantasie sein. aber daraus entsteht eben auch das ganz Widersprechende. daß das Wahrnehmen des besonderen Gegenstandes selbst und als solches ein freies Handeln sein soll. welche nicht bloß im Stande ist solche Gegenstände. und sich bedingen. der allgemeine Begriff das Besondere und Erscheinende unmittelbar in sich trägt. erwidert' er. die aber die Offenbarung jener göttlichen war. sprach er. kann vielleicht dadurch gehoben werden. wie sie dieselben auch erkennen muß. in welchem dein Ich. obwohl ich mir dawenn es recht deutlich werden soll. wie die äußeren.Wie aber. wo der Gedanke den Stoff. fuhr ich fort. muß ich zwar zugeben. Vor allen Dingen vergiß also nur gänzHch den Zwiespalt. sinnlichen. erwidert' ich. Dieses eben war ja in unserer Phantasie. daß zwar ein Gemeinsames aus beiden da ist. ches nur sich selbst als bloß Erkennendes erkennt. Das. mit dem äußeren Gegenstande liegt. können wir wohl nicht anders erfah309 . bist du doch wohl überzeugt. fuhr ich fort. Vielleicht. fragt' er. Davon aber. Dieser Widerspruch. worin aber doch beide Gestalten des Handelns und Wahrnehmens miteinander wechseln. sondern auch das innere Wesen selbst oder den Begriff eines jeden Dinges mit in seiner besonderen Erscheinung wahrzunehmen. welzu.

fuhr ich fort. unter welcher das Schöne als einzelnes Ding erscheint. wie wir es für sich in der Phantasie haben. Zuvörderst fällt uns da gleich wieder ein. nach deiner Erklärung des Schönen. sagt' ich. denn nun aber die besondere Gestalt des Schö- nen auch als solche. also wäre auch dies schon eine Anschauung. Ob dies aber derselbe sei. kann es kein Leben und keine Tätigkeit geben. sondern der Gedanke davon muß seinen besonderen Stoff als gegenwärtig in sich haben. Dies geht aber wohl nicht anders als so. als wenn wir es versuchen. Gut. daß wir das Schöne in der Phantasie selbst wieder spalten. den wir vermeiden wollten. Ganz recht. fragt' ich weiter? Erscheint sie nicht auch in demselben Gebiete mit allen anderen einzelnen Dingen. Nicht wahr? Ja. erwidert' ich. so denkst du es dir doch wohl nicht als einen leeren Begriff? Ich darf nicht. kann aber doch nicht die besondere Gestalt sein. von dem wir vorher sprachen. Was ist wohl nicht. sonst enthielte sie nicht das allgemeine Freilich Wesen desselben.ren. was geschehen muß. Wenden wir uns nämlich auf das allgemeine Wesen des Schönen. kommen wir ja aber wieder auf den Gegensatz. sprach er. Ohne Gegensatz. daß in dieser Idee das allgemeine Wesen mit der besonderen Erscheinung schon an sich ganz dasselbe ist. versetzt' er. Der Stoff dieser Anschauung. Darum schau einmal recht die unverwandt darauf hin. sprach er. und doch müssen wir uns dieses Schaffen noch als eine Tätigkeit denken. das wirst du von selbst einsehen. und wird sie nicht mit ihnen durch dieselbe Art der Anschauung erkannt? 310 . Es muß wohl eine sein. versetzt' ich. Dadurch. wenn Phantasie aus der göttlichen Idee das wirkliche Dasein besonderer Dinge schaffen soll. und sein allgemeines Wesen von seiner besonderen Gestalt trennen. das muß sich noch zeigen.

daß unser Dasein durch ein notwendiges Geschick gebunden ist an jenen Zwiespalt zwischen dem heiligen Gebiete der Phantasie und der dunklen Oberfläche. von Wesen eben jenes geben hast. meint* und das tut sie. daß nämlich wirklichem Dasein entblößter und nach deiner Sprache ins die Ansicht zurück. denn aber. Denn da eine jede besondere Gestalt wie du das verstehst. da sie ihrer Natur nach. sich in einem endlichen und zeitlichen Dinge vollenden. so muß auch die Tätigkeit des Schaffens vollkommen abgeschlossen sein. welcher von Anfang an schon alle Besonderheit wirklicher Gestaltung in sich schließe. sprach er. und wenn sie hinwiederum doch in bestimmter Gestalt erscheinen soll. Wie kann sie ins Unendliche geht? Du fällst. doch niemals erreicht werden können. nur ins Unendliche versucht. aus dem Urquell alles Wesens kommend. rief ich aus. nicht so? Dies wird aber immer. Damit verschwände denn. und Erscheinung et- was durchaus Bestimmtes und Abgeschlossenes ist. ihr Licht die äußere Oberfläche er. teurer Freund. erwidert' ich.und nun soll durch das Schaffen der Phanbesondere Anschauung mit jener allgemeinen gleich werden. versetzt' ich. immer wieder in du mir schon zugekein leerer. wie das meiner neulich von Ja. die von äußere Grenze völlig. so muß sie sich selbst begrenzen. Worin. dabei blieb er noch immer. liegt dann aber wieder ein Unterschied zwischen dem Wesen des Schönen und seiner Erscheinung? Darin. Da nun aber die Phantasie in sich selbst wesentlich und allgemein und allumfassend ist. welche dasselbe von außen begrenzt. sondern ein kräftiger und lebendiger sei. sobald sie die Gegenwart und Gestalt des Dinges erreicht hat. so kann sie nicht äußerlich begrenzt werden. und so wird ein unendliches Streben entstehen. fragt' er. tasie diese dir bestrittenen sittlichen Tätigkeit. 311 . Es kommt darauf an. deren Gegenteil Unendliche greifender Begriff. indem innen erleuchtet und durchdringt. wegen des reinen Gegensatzes beider.

sondern ins Unendliche darüber hinausgehen. versetzt' er. fuhr ich fort. was in den erscheinenden Dingen das Zufällige ist. will ich dagegen von diesen wirklichen Erscheinungen anfangen. dessen du vorhin erwähntest. welche wegen ihrer Wesentlichkeit niemals zu demjenigen werden. sind ja durchaus unentbehrlich um überhaupt Leben und Tätigkeit in die Phantasie zu bringen. von welcher das gemeine Bewußtsein gibt. Wie so? fragt' er. Wenn ich mir nun das reine Wesen des Erkennens voraussetze. Sei also der Zustand des Erkennens in der Phantasie Anschauung zu nennen. Einstimmigkeit der Phantasie mit sich doch die so lösen selbst keineswegs auf. worin Wechsel. Doch stimmt alles so wunderbar zusammen. Diese beiden Richtungen. diese Richtungen. Jede von beiden müssen wir uns von einem bestimmten Anfangspunkt ausgehend denken. Beziehung und Unterscheidung ist. und ihre Verwandlung einem Schlage zusammen in die Tat des vollkommenen Schaffens. sprach er. welche sonst eben zu jenem toten Mitteldinge werden müßte. welchen sie gleich sie 312 . fläche. so ist es doch eine ganz eigentümliche Art der Anschauung. daß ich nah am Glauben wäre. so schafft mir dasselbe Vorstellungen. insofern sie bloß äußerlich erscheinend und jener Anschauung. dergleichen wir sonst nur im Urteil des Verstandes suchen. Dadurch ist in dem Wesen und in dem Vollkommenen selbst Unterschied und Bewegung und Leben.So muß es sein. sagt' ich. sagt' ich. Die Vernichtung dieser Oberist. und allem widersprechend. den Ansatz nimmt. was ich sonst mir von den verschiedenen Stufen der Erkenntnis gedacht habe. diese. den Stoff in das Wesentliche fällt mit Seltsam genug. weshalb sich dieses Reich der Phantasie noch nicht runden will. sind also immer noch die nach dem Wesen und die nach der besonderen Gestalt. Eben Nun. wenn ich nicht noch immer zwei verschiedene Richtungen bemerkte. ist eine solche Anschauung freilich. Und wenn ganz auseinanderzugehen scheinen. so liegt vor mir ein unendlicher Abgrund des gestaltlosen Gedanken.

Wie kann sie. und also mit diesem zur vollkommenen Einigkeit gebracht wird. Indem Bernhard noch zögerte. Erinnere dich doch nur. sondern ein vollständig bestimmtes. so daß sich eines mit dem anderen vollständig sättigt.ich durch alle Mannigfaltigkeit der besonderen Bildungen niemals anfüllen kann. brach Anselm. und geht nach beiden ins Unerfüllbare und Schrankenlose. wo ich mich schon lange mit dir aufzuhalten glaubte. als was im Anfangspunkt enthalten war. Die Einigkeit jener Anschauung mit sich selbst. So geht diese Tätigkeit ganz und gar nicht in eine unbestimmte Unendlichkeit. das Dasein der Gottheit. daß du. die doch nichts anderes darstellt. welche nun einmal zugleich das zufällige und erscheinende Dasein nicht entbehren kann. immer nur die eine und selbe Anschauung durch diese Tätigkeit in sich selbst zersetzt wird. die schon dem Begriff des Schaffens widerspräche. Es ist doch eigen. Danach möchten wir wohl die Sachen am besten einsehen. weil es in sich an allem genug hat. angenommen haben. so ist dies Wesen selbst nicht mehr ein leerer Gedanke. und zwar eine solche. hierauf zu antworten. wenn wir von deiner Schilderung das Gegenteil darstellten. schien mir eben durch diese Richtungen wieder aufgelöst zu werden. keineswegs bedarf. wie du es meintest. immer aus dem Umkreis. lieber Bernhard. wieder hinaus gerätst. Immer spaltet sich also das Wirken der Phantasie nach zwei verschiedenen Richtungen. erwidert' er. daß nach dem. versetzt' ich darauf. und die wesentliche Gestalt zugleich eine zufällige wird. fragt' ich. wenn Tätigkeit und Stoff darin einander vollständig durchdringen? Laß also die Tätigkeit von dem Wesen des Erkennens nach der ersten Richtung ausgehen. was wir erkannt. daß er seiner früheren Beistimmung widersprochen hatte. der mir überhaupt 313 . Die Phantasie aber. weil er wohl merkte. welches eines unendlichen Strebens. sondern sie hat eine bestimmte Begrenzung. oder wenn du lieber so willst. wesentliches Dasein. schafft sich dieses durch ihre Tätigkeit aus jenem Göttlichen.

daß wenigstens so gedacht. und verknüpft sie in diesem zur vollständigsten Harmonie. Ich versichere euch. versetzt' ich. sprach Bernhard. ob er nicht selbst hier gradezu das Schöne nach dem Muster jenes göttlichen Daseins geschaffen werden läßt. Dann aber. wenn sie schon als schöne da sind. ist noch viel ärger. daß ich nun so lange wie schwebend bleiben. daß man es kaum wiedererkennen wird. und das. 314 . muß deine Sorge bleiben. Nun. und nun alle Gläubiger zugleich heranstürzten. doch aber auch nicht in ihrer bloßen Erscheinung und Nichtigkeit. die ganze Anlage selbst immer noch für unerwiesen zu halten. wie ich vermute. sondern schon als wesentliche. was ich eben in deiner Darstellung ergriff. wie ich sagte. Das. alles in der Phantasie einstimmig und geschlossen bleibt. so heraus: Nun bitte ich euch doch alle. wenn du mir erlaubst. bitte dich und euch alle um Mäßigung. Ja. einen nach dem anderen abzufertigen. Laß uns aber nun die andere der beiden Richtungen ansehen. und so führt sie dieselben in den Abgrund des göttlichen. und daß wir auch nach der früheren Anlage alles so denken müssen. sprach dieser. Ich aber. Denn Bernhard sieht gewiß ein. so daß auch hier alles geschlossen und vollendet ist. Jetzt Bernhard und mich in unserem Zusammenhang zu stören. wie ihr Begriff in ihrem Dasein enthalten ist. Es ist ja als wenn ich nicht mehr zahlungsfähig wäre. versetzt' ich. rief ich aus. ihr bekommt alle mehr. bewahren muß. dies ist ja das Eigentümliche des Schaffens. worüber er mich neulich beinah ausgescholten hat. wenn ihr mir Zeit laßt. Ja. schafft sie ja diese Dinge nicht mehr. das erlaub' ich noch für eine Weile. während du es. sprach Anselm darauf. Es ist nur schlimm. allumfassenden Wesens. wodurch es sich vom Machen unterscheidet. erwidert' ich. ich kann dies nicht leugnen. Hier ergreift die Phantasie die besonderen und einzelnen Gestalten der Dinge. bald so verzierest.heute vorzüglich ungeduldig schien.

sagt' ich. Denn immer derselbe ganz in sich selbst einige und ewige Stoff ist es. wie es nicht ein Nachahmen eines Vorbildes genannt werden darf. auch schon von Anfang an da war. Anselm zur unrechten Zeit wieder aufzuregen. was hervorgebracht wird. Dies wird wenigstens hinreichen dir zu sagen. zumal wenn man ihn auf keine feste Grundlage stützen kann. diesen Ge- danken vom Schaffen so folgerecht festzuhalten. Wer aber dieses Bilden recht begreift. 315 . So laß uns denn diejenige. so daß ohne Zweifel beides ein Schaffen der Phantasie bleibt. ausbildet. nicht wahr? Dieses. so bleibt der innere Geist und der Begriff dieser Form immer der eine und selbe Funke des unauslöschbaren göttlichen Lichtes. zwar in der ganzen Fülle dieses Stoffes. und welche besondere Form er auch annehme. der sieht gewiß am besten ein. Es ist aber. obwohl sie im Schaffen übereinkommen. daß dieser einfache Stoff des göttlichen Wesens. aber durch einzelne Handlungen vollkommen offenbart. der hier auf das mannigfaltigste gestaltet wird. gewaltig schwer. sondern bloß ihr gegenwärtiges Dasein und Wirken.daß eben das. mag wohl mit daran liegen. oder. ihn weder hervorbringt noch etwas an ihm verändert. Ohne Zweifel. wenn sie ihn nun zum Einzelnen verarbeitet. das Bilden der Phantasie nennen. welches ich leicht hier deutlicher widerlegen könnte. aus sich selbst hervorgeht. wie es dem Schaffen zukommt. Bei der vorigen Richtung war es ja im wesentlichen nicht anders. uns in unserer Phantasie nur eben deshalb einfach und eigenschaftlos erscheint. wodurch die besonderen Gestalten aus dem Wesen der göttlichen Idee hervorgehen. was ich unter dem Bilden verstehe. als solcher für sich betrachtet. wie wir es nennen wollten. Doch soviel muß ich davon noch sagen. sondern. erwidert' er. daß er gar keine außer sich hat. daher auch die Phantasie. weil alles Besondere zugleich in seiner ganzen Wirklichkeit in ihm gegenwärtig ist. wenn ich nicht fürchtete. Indessen müssen wir doch jene beiden Richtungen der Phantasie unterscheiden.

sehe ich noch nicht ein. Denn mich dünkt wenn wir alles so auf die Idee beziehen. wie die einzelnen Erscheinungen aus ihr hervor oder in sie zurück streben? Und wäre denn. es erst zur wahren und ewigen Wirklichkeit zu erheben. wenn ihr mich verstanden habt. Über alle Formen sinnt sie kräftig und wirkend nach. und wie sich beides bedingt und ineinander übergeht. alles aus ihr her- 316 . erwidert' ich. und so zusammengefaßt wird. Eben das.Dazu vollkommen. Bemerkt ihr anderen es denn nicht? Hättest du es nicht berührt. wäre denn das andere Bestreben. sagt' ich. als sie vielmehr in dieselbe zurückdenkt. recht verstehen. Diese Tätigkeit nun werden wir wohl am besten das Sinnen der Phantasie nennen. und sich in ihnen selbst dessen Gegenwart darstelle. alles Wirkliche zum gemeinsamen und gleichartigen Ausdrucke der Gottheit zu verknüpfen. wodurch die Phantasie die lebendigen besonderen Gestalten nicht sowohl aus der göttlichen Idee hervorhebt. oder auf ewige Weise zu schaffen. fuhr ich fort. sprach hierauf Erwin. Wenn wir nun. und wir haben das Wirken der Phantasie noch nicht von allen Seiten vollständig betrachtet. dieses Sinnen und Bilden der Phantasie. wie die beiden Richtungen keineswegs die Phantasie in sich selbst zerreißen. da sie doch vorzüglich dahin wirkt. Vielleicht. scheint mir auch ganz wohl darauf zu passen. so werden wir auch einsehen. versetzt' er. so wollt* ich dich schon selbst darum fragen. fragt' er. Das zweite. Denn bis jetzt sprachen wir ja wohl bloß von der Idee. wie sie alle in dem Urwesen enthalten seien. wie sich beides begrenzt. gehört auch dazu noch mehr. außerdem hier noch irgend etwas anderes? Ich dächte doch. ohne deswegen ihre besonderen Eigentümlichkeiten zu verlieren. sprach Bernhard. so daß sie in dasselbe aufgehen. und zwar was leicht zu finden ist. Dieser Ausdruck. und gleichsam in seinem Äther schwimmen. und indem sie es in diesen auflöset. sagt' ich.

Wie kann der bloße Gegenstand der Sinne. so erkennen wir Welt des Schönen mit ihrem ganzen Dasein immer nur wie sie in die so. Überdies liegt es aber auch in jenem Schaffen selbst. wenn wir es nur scharf denken. und wie die Welt des Schönen selbst. Vollkommen. auch in deinem Sinne gesprochen zu haben. nicht ebenfalls durchdrungen wäre von göttlicher Kraft. wodurch es dieses Besondere ist. immer noch als ein Nichtschönes übrig. göttlichen vollkommen in sich darstelle. denn alsdann bleibt uns jenes. und nur als der allgemeinen Idee begriffen ist. Adelbert. solange wir das ganze Dasein nur noch einseitig auf das allgemeine Wesen des Schönen beziehen. und dann würde wohl das auch wahr sein. aber beEinzelnen. hier in Rede kommen? Aber was ist denn. rief Erwin aus. Denn wenn das Besondere als solches und wie es als Erscheinung auf die Sinne wirkt. in einem unendlichen Kampfe mit diesem Nichtschönen verwickelt befände. daß ein jedes Ding. in sich ausdrückt. sagt' ich. so auch die Seele des Menschen zur reinsten Einigkeit gebracht sein. Darum kann es nicht anders sein. daß sich die Idee und was aus ihr hervorgeht. Diesmal bin ich mir klar bewußt. muß also das innerste Wesen mit der äußersten Erscheinung sich harmonisch entsprechen. als daß die Kunst auch den bloß besonderen Gegenstand in seiner Erscheinung ebenso zum Sitz und Mittelpunkt der Schönheit mache. göttliche Wesen selbst. wenn es auch nur den eigenen Begriff.vor- und in sie zurückgehen lassen. als eben dieser Gegenstand der sinnlichen Wahrnehmung! Durch diese vollkommene und ewige Selbstbegrenzung. und eben dadurch zum Wesen erhoben wird. wie das allgemeine. Nun Einzelnes von unseren Sinnen wahrgenommen wird. insofern es bloß Erscheinung ist. sprach Bernhard. das von der Phantasie in seiner bloßen Besonderheit vernichtet. auch den allgemeinen. und Besonderen dem in auch steht diese doch wie es an dem Umfang jener Welt umherliegt. muß ich dir beistimmen. so könnt' es auch als solches nicht schön 317 . Dieses ist aber keineswegs. wodurch die Phantasie ihr Reich in sich abschließt. eben jenes.

sprach er. und die allgemeine Idee leuchtet in ihm auf. in seiner Äußerung schwelgt sie. Da wir nun bei jenem ersten Bilden uns den Übergang der Gottheit in wirkliches Dasein dachten. wart. so müssen wir nun wohl den Ausdruck ein wenig verändern. sprach Erv/in. sie doch wohl immer wesentlich bleiben. verhält es sich so. es wird vielmehr nicht ohne Nutzen sein. in diesen versenkt sie sich ganz. versteht sich überall von selbst. Gewiß. und wiederum diese auch sinnend nur auf sich zurückbeziehen. auch wahrlich nicht hindern. Und zwar scheint es mir. auf dieser Seite der Welt des Schönen jene von uns vorher betrachteten beiden Richtungen der Tätigkeit der Phantasie offenbaren ? Denn daß sie auch hier vorkommen müssen.und das Wesen wäre der augenblicklichen. Weise offenbart sie sich selbst als reine sinnliche Gegenund nur durch die vollendete Äußerung seines Daseins erscheint uns der Begriff als ein göttlicher. erwidert' er. Ohne Zweifel. Wie werden sich aber. Wobei. müssen sie auch hier sein. was wir jetzt gefunden. versetzt' er. und die Idee unverändert enthalten müßte. ist wohl nicht zu bezweifeln. Das will ich. Auf diese sie Was also hier. Dieses. Ich sagte nur kurz. weil ohne sie solche Harmonie der Erscheinung mit ihrem Begriffe nicht möglich wäre. doch nicht so mit kurzen Worten abmachen. insofern sie selbst nur die ganz einzelne Gegenwart in sich aufnimmt. wenn anders der Begriff hier nur der äußeren sinnlichen 318 . sagt' ich. was ich eben wußte. fragt' ich. gegengesetzt. Laß es uns aber. die Phantasie schafft. fiel ich ein. und strebt darin nur nach Vollendung des wirklichen gegenwärtigen Dinges. sagt' ich. als müsse die Phantasie in ihrem Bilden bloß von der Idee der ganz besonderen Erscheinung ausgehen. wirksamen Gegenwart immer nur wie ein leerer Begriff entsein. und erwartete schon begierig deine fernere Leitung. das treibt hervor aus dem vollständigen Begriffe der einzelnen Erscheinung selbst. zuvörderst mit dem ersten Bilden und Sinnen zu vergleichen.

als um das Wirken der Phantasie zu bezeichnen. oder durch das Wort des Rührenden die Eigenschaft der einwirkenden Erscheinung und das aus denselben Gründen.nicht Entfaltung des Erscheinenden zum Grunde liegt. gerichtet wird. in welchen zwei Hauptkräfte der Erkenntnis verwickelt sind? 319 . daß wir wohl nur weiter um uns sehen müssen. daß hier ein ganz neuer Gegensatz entstanden ist. und für diese allein wollen wir uns den so oft entweihten Namen der Rührung vorbehalten. fiel ich ein. den wir als eine vollkommene und wesentliche Empfindung denken können. insofern sie ihn als solchen auffaßt. wiewohl mehr um eine Eigenschaft des ausgearbeiteten Kunstwerks. wollen wir dies die sinnliche Ausführung der Gestalt nennen. indem die sinnliche Welt hier als vorausgesetzt und wesentlich gedacht. sprach darauf Erwin. lange zu suchen. sondern auch die sinnliche Ausführung und die Rührung gefunden haben ? Aber bemerkt ihr auch alle. Ohne Zweifel. sprach Erwin. wozu sie die Um Keime bei sich führt. welches Wort in solcher Beziehung wohl gebraucht wird. und das Streben der Kunst nur auf die Ausführung alles dessen. Bernhard. Und so auch der zweite. des Sinnens. mußte der Ausdruck geändert werden. Aber auch dieser Gebrauch ist nicht ohne Bedeutung. Auch dieser wird gewöhnlich nicht von der beziehenden Tätigkeit der Phantasie gebraucht. daß die Phantasie die besondere Gestalt in den allgemeinen göttlichen Gedanken zurücktrage. die wir eben auch bei der sinnlichen Ausführung bemerkten. da wir in der Phantasie nicht bloß das Bilden und Sinnen. Siehst du nun wohl. So etwas bemerken wir hier auch nicht. worin sie vollständig und in allen ihren Tiefen durch den Gegenstand erregt und erfüllt wird. sondern entweder bezeichnen wir durch ihn den Zustand der Phantasie. sondern sie bezieht den sinnlichen Gegenstand bloß auf sich. welcher das sagte. sagt' ich. aber in eine solche. Wie nennen wir aber dieses Empfangen eines sinnlichen Gegenstandes durch das Erkennen anders als Empfindung? In Empfindung muß also die ganze Phantasie übergehen.

die wir anfänglich durchaus nicht in ihm finden konnten. wie sich nun jene beiden Arten der Erkenntnis hier umgewandelt haben. siehst du aber auch ein. 320 . sowohl wie die Empfindung und Rührung. als du von diesen Gegenständen zu reden begannst. und ich zweifle jetzt was ich überhaupt von dieser Vorstellung. Gut. sagt' ich. versetzt' er. sondern dasselbe aus sich hervorbringt. sich aber auch der Trieb nicht mehr in den mannigfaltigen Stoff der sinnlichen Wahrnehmung zersplittert? Ich glaube ja. die uns Bernhard damals durchaus in die Kunst einführen wollte. von welchen unsere Unterhaltungen ausgegangen sind. Wirksames hervortreten. und kein unendlicher Widerstand mehr das freie Schaffen trübt. auch in Beziehung auf die Sittlichkeit. auf welche Weise die sämtlichen gemeinen Erkenntnisarten. halten soll. den uns die Gegenstände der Sinnenwelt antun. Darin aber kann nichts Lebendiges. worin das Allgemeine dem Besonderen nicht bloß entgegengesetzt ist. und dadurch selbst lebendig und gegenwärtig in Besonderheit und Wirklichkeit übergeht. ist ohne Zweifel Sache des Triebes. scheint mir nun nicht eben mehr zu sein als das bloße Gegenteil des Zwanges. wo sie uns als bildend und sinnend erschien. Denn das Hinstreben auf die äußere Gestalt und auf die sinnliche Ausführung derselben. erkannt' ich da wieder in dem Wirken der Phantasie. Auch was wir damals Vernunft und die Kraft der sittlichen Freiheit nannten. wie beide Seiten sich miteinander verbinden können. An deren Stelle tritt uns nun eine schöpferische Kraft. daß wir nun entdecken würden. Auf der anderen Seite aber ist hier auch der Trieb zu derjenigen Allgemeinheit und Vollkommenheit erhoben. Daher merkt' ich schon. So scheint sich hier und dort ein ganz für sich bestehendes Reich abzuschließen. in der Phantasie und durch dieselbe gleichsam wiedergeboren werden. sprach Erwin. Jene sittHche Freiheit nämlich. Kräftiges und aus sich selbst sehr. da offenbar die Phantasie doch nur aus beiden zugleich besteht. und dies ist mir noch das schwierigste.Allerdings. auch dies verstanden zu haben.

Dünkt dich dieses nicht auch störend? Recht sehr. was ich vorhin schon auf 21 321 . könnten wir nun wohl die Freiheit der Phantasie nennen. und beide miteinander. erlaubt mir nun auch auszusprechen. fuhr ich fort. und doch ist es mir noch sehr dunkel. wenn wir den inneren Mittelpunkt der Kunst. wohl die Phantasie in der Phantasie nennen könnte. und das Allgemeine und Besondere zu sehr voneinander trennen. Das andere dagegen kann wohl nicht anders genannt werden. der Phantasie notwendig sei. fiel Anselm hier ein. werden wir verknüpfen müssen. sagt' ich. so daß man jene Kraft. der das Schaffen zukommt. ohne daß wir eine Beziehung durch den Verstand hineinbringen. versetzt' er. wenn wir den eigentlichsten Ausdruck wählen wollen. und doch auf der anderen schon da sind. Ganz und gar nicht. woraus die Welt derselben erst hervorgeht. die wir in dem anderen schon vollendet finden. wenn nur nicht dieser Name an jene bloß verneinende Freiheit erinnerte. wodurch der leere Begriff wieder Übermacht erhalten würde.noch reicher Stoff zur Untersuchung. Das müssen wir. bleibt uns hier Sinnlichkeit der Phantasie? Offenbar nicht anders. stehen einander hier gegenüber. daß in der Phantasie auf der einen Seite alle Dinge geschaffen werden. so wie zugleich die verschiedenen Richtungen jeder von beiden. sprach Erwin. dies ist eben das wunderbare Verhältnis. sagt' ich. als die Allerdings. Die Phantasie also der Phantasie. wie das vor sich gehen wird. Die eine davon. sogar. Daran jedoch können wir wohl nicht zweifeln. den wir suchen. Bevor ihr dies versucht. daß jede von beiden Arten oder Stufen. endlich auffinden wollen. und die Sinnlichkeit derselben. oder wie wir es nennen mögen. wie ich meine. Es scheint wohl nicht anders. und da nur in ihren Äußerungen und Wirkungen erkennen ? Jawohl. Wie nennen wir also diese? Liegt in ihrem Gebiete nicht der Urquell der Phantasie.

so ist es geschehen. Zuerst. jenes Bilden und Sinnen der Phantasie würde das ganze Reich des Schönen ausfüllen. Denn da ich erst glaubte. die Sache wieder mehr verwirrt worden ist. wofür ich so mehr sor- um gen muß. erwidert' ich hierauf. jenem entgegengestellt. damit wir den Gegenstand. und ich störe keinen fortschreitenden Zusammenhang mehr. ob wir einander auch ganz verstehen. weil es von der Idee aus die Erscheinung selbst durchdringt. Anselm. mit dem wir uns jetzt eigentlich beschäftigen. Ja. will ich nur recht gewiß sein. die vielleicht auch auf die neue Unternehmung einen Einfluß gewinnen werden. weil durch deinen zweiten Standpunkt. und die Zusammenfügung ihrer Bestandteile überhaupt? Ja. und gleichsam freischwebenden. beide in der Phantasie. in welche sich diese Tätigkeit verwandelt. sondern jede von beiden zerfiel wieder in zwei Richtungen. 322 . daß du auch diese Vergleichungen zur Sprache bringst. Nun. Jetzt habt ihr ja einen gewissen Schluß- punkt erreicht. sagt' er. Es ist wohl gut. Als wir von Symbol und Allegorie sprachen. haben wir es mit den verschiedenen Gestalten zu tun. so hast du dennoch den zweiten Standpunkt der Sinnlichkeit als einen ganz für sich bestehenden. bald mit dem zwischen der epischen und lyrischen Poesie auf denselben Gründen zu beruhen. Es sei dir unbenommen. Dagegen bedarf ich gar sehr über meine Bedenken mit euch auf das Reine zu kommen. der sogenannten Sinnlichkeit. von wo eine ganz neue Betrachtung anfangen muß. so war es wohl.der Zunge hatte. und da fanden wir nicht bloß die Phantasie und die Sinnlichkeit. was dir gut dünkt. Jetzt aber. sagt' ich. Bald scheint er mir nämlich hervorzugehen aus dem zwischen Symbol und Allegorie. desto fester halten. betrachteten wir da nicht die künstlerische Tätigkeit ganz im allgemeinen. zu äußern. so bitt' ich dich über die Art und Weise dieses Ge- gensatzes etwas zu sagen.

noch nicht. geht nie mit in die Wirklichkeit über. denn eben diese Durchdringung an einem wirklichen Dinge nanntest du Symbol im allgemeinen. zu Einem zusammengeflossen. Blieb denn nun aber. und das gemeinsame dritte. ja darauf aus. Es genügt uns also nicht. ausforschen. und zwar aus zwei verschiedenen Gründen. aber wie sollen wir jetzt besser den Mittelpunkt finden. erwidert' ich. in seinen beiden Arten. in dieser dagegen der Stoff ganz in die Tätigkeit übergegangen war? Das wohl. Dieses aber zeigt uns das Symbol. daß in jenem die Tätigkeit ganz in den Stoff. sagt' ich. und dies ist wohl eben die wahre Anschauung der Phantasie. So mußt* es sein. zweitens aber haben wir gefunden. mein Freund. sondern unseren Blick noch auf etwas Inneres und Wesentliches hinlenkt. auf welche Weise und Tätigkeit ineinander übergehen. diese Anschauung eine und dieselbe. stets den sich gleich bleibenden Mittelpunkt der Kunst zu finden. fuhr ich fort. darin der Stoff der Kunst. es kommt also darauf an. worin diese beiden eins sind. sondern liegt ihnen bloß im Innern zum Grunde. sprach er. und spaltete sie sich nicht vielmehr in Symbol und Allegorie. ganz mit der Tätigkeit. im Göttlichen und Irdischen bestand. Zuvörderst nämlich erscheint es nie ohne jene Spaltung in Symbol und Allegorie. und unterscheiden sich diese nicht dadurch. Es war also.Freilich. welche beides verknüpfte. das Kunstwerk als Symbol zu zerjetzt ai' 323 . der im Allgemeinen und Besonderen. und dasselbe einfache Wesen beide umfaßt und anfüllt. wo dieser am besten zu finden sei. Auf Symbol und Allegorie kamen wir freilich so. in der Phantasie Stoff wenn wir gar verschiedene Tätigkeiten annehmen? Wir sollen. und doch gingen wir Gut. daß selbst die Gegenwart des vollkommenen Kunstwerks beider Arten immer noch nicht alles erschöpft. wovon der eine bis unerklärbar ist. daß wir die volle Durchdringung des Allgemeinen mit dem Besonderen durch die künstlerische Tätigkeit schon vorausgesetzt hatten. Nicht wahr? Allerdings.

was du so oft selbst verworfen hast. so wollen wir nun erforschen. wenn ich vielmehr das Werk als Wirksamkeit der Phantasie ansehe? Es ist ja immer das eine und selbe. des Wesens und der Erscheinung. wie sich das einfache Wesen der Phantasie in ihren einzelnen Erscheinungen offenbare. Erschien uns also gestern das Symbol immer als ein Mittleres zwischen Wesen und Erscheinung. Phantasie und Sinnlichkeit in der Phantasie gefunden haben. zu suchen. hier wieder das Werk von der schaffenden Phantasie zu trennen. was wir heute nur von einem anderen Standpunkte betrachten wollen als gestern. mußten wir ihre Tätigkeit selbst in ihre besonderen Kräfte zerlegen. als Einheit des Allgemeinen und Besonderen im Besonderen. Aber ebenso wie hier wurde auch bei dem Gegensatze der epischen und lyrischen Kunst das Besondere als 324 . Dazu haben wir nun den Anfang gemacht. so wichtig. Du scheinst mir. daß wir es für sich als das volle Dasein der Kunst betrachteten. Nun wohl. nicht von dir zugegeben werden kann. versetzt* er. nachdem das Symbol in jeder einzelnen Erkenntnisart gefunden und wiedererkannt sein wird. zu verlassen. darin tätig und lebendig ist. was in allen diesen das eine und selbe sein muß. wir darin mit der allgemeinen Idee zusammenfällt. Jetzt aber. Wieso. wie des Abbildes unter das Vorbild. ohne die Wirklichkeit. worin sie. da wir darauf gekommen sind. Denn damals war uns das Symbol.müssen auch das innere Getriebe seines Lebens wahrnehmen. daß eine bloße Unterordnung des Besonderen unter die Idee. indem wir schon zwei besondere Arten der Erkenntnis. sprach Anselm hierauf. mit der gemeinen Erkenntnis zusammenfällt. da sie ganz in die Wirklichkeit und Besonderheit aufgehen muß. und so beides in das Wesen erhebt. wodurch eben das gegenwärtige Besondere legen. daß wir. welche die Kunst erheischt. deine Meinung sehe ich nun so ziemlich ein. sprach ich. Und ich habe nicht geringe Hoffnung. wie die Erkenntnis beider. und erkenne wohl. aber in der Erscheinung. auch zu dem gelangen werden.

aber treffenden und richtigen Zügen angegeben hast.für sich bestehend vorausgesetzt. deren Grundcharakter du mit wenigen. sowohl Phantasie als Sinnlichkeit in jeder Art der Kunst und bei jedem Gegenstande ihren Spielraum finden. Dieses letzte. Nur eins bleibt mir also Die Beweise. Denn jene bildende und sinnende Phantasie. versetzt' ich. So könnte denn. und die in jenem Hegenden Gegensätze entweder in ihrer Einheit oder in ihrer Beziehung dargestellt wurden. sprach er. was wir aus dem Wesen der Kunst hergenommen haben. wie der Stoff der Kunst sich überhaupt zur schaffenden Tätigkeit verhielt. noch übrig dir einzuwerfen. Denn das Epische und Lyrische trennten sich doch nur danach. zeigt sich ja fast nur da wirksam. und stark müßten doch in der Tat die Gründe sein. sagt' ich. welche das umstoßen sollen. und ob sie nicht vielmehr nur das Mittel zur Abbildung hergibt. versetzt' er. bliebe denn immer dir überlassen zu beweisen. und wozu ich mir eben erst den V/eg bahnen wollte. welches. welches aber auch das größte ist. und nach Ideen verstandene. welche den 325 . als überwiegend in dem Kunstwerke wird beim ersten Anblicke das Göttliche und der Sinn erkannt. aber die richtige. ob wirkHch jene Sinnlichkeit ein Recht hat als ein Element der Kunst für sich zu bestehen. nur die völlige Ausartung derselben herbeiführt. die äußere Gestaltung aber ist völlig nach diesem inneren Werte gleichsam umgeprägt. ganz ebenso wie bei dem vorigen. gibt die Erfahrung. wenn es die Oberhand gewinnt und sich der Kunst bemächtigt. Wie aber diese Tätigkeit in sich selbst unterschieden. Da hat jede Gestalt eine tiefe und wesentliche Bedeutung. und doch wieder eine ist. Ohne Zweifel. das ist wohl eine ganz andere Sache. wo die Kunst eben in ihrer kraftvollsten Blüte aus dem frischen und jugendlichen Leben der Völker hervorgeht. Das nämlich fragt sich doch wohl noch. Wie entsteht nun aus demselben Gegensatze diese ganz anders gestaltete Folge? Es ist ja hier. Deshalb müssen darin eine Menge von Zügen erscheinen.

so gewannen die Lockungen der äußeren Welt die Oberhand. Und wer weiß. fast gewaltsamen Begeisterung zur Erscheinung entfaltete. und nachdem die Kunst durch Anmut und Annehmlichkeit die Strenge der Ideen erst gemildert. während sie dasselbe mit der ersten. und bezeichnet dadurch den strengen Stil der Kunst. zurückwenden zum Ursprünglichen und Altertümlichen. In solchem reinen und ursprünglichen Wesen erhielt sich aber die Kunst gemeiniglich nur. dafür aber von einer besonderen Kraft des Göttlichen erfüllt gewesen seien. sank sie rasch zum Lieblichen und Schmeichelnden. wodurch der Grundsatz der Nachahmung der Natur am besten widerlegt wird. kaum hatte sie diese nur einigermaßen erreicht. sich schwebend im Mittelpunkte zu erhalten. Winckelmann. fast mit eben diesen V/orten aus. mußte sich nur allzufrüh durch den spielenden Flattersinn der Griechen in die äußere Welt und ihre Gestaltungen zersplittern. Selbst unter den späteren verbildeten Griechen bestätigen die Kenner. denn die Phantasie schafft sich hier selbst ihre Natur. Dieses spricht auch der beste Zeuge. der den Pheidias bei schon ausgebildeter Kunst zur höchsten Kühnheit und Erhabenheit befeuerte. ja nur der wahre Sinn dafür wieder aufleben soll. welcher der älteste. was die Phantasie durch sie offenbaren wollte oder mußte. wenn sie wiederhergestellt werden. und so scheinbar gestrebt hatte. und vielleicht eben deshalb auch der kräftigste war. und endlich zur Wollust und Üppigkeit herab. so daß manche solcher Bilder selbst als beseelt und als gegenwärtige Stellvertreter der Gottheiten verehrt wurden. Dieser Geist der Tiefe und der Innigkeit. Darum müssen wir uns. und uns davon entwöhnen. in dem Glatten und lieblich Ausgebildeten die Schönheit zu suchen. daß die uralten Bilder aus der sogenannten Dädalischen Schule zwar der Gestalt nach ziemlich roh. den du verlangen magst. ob sie nicht 326 . der sich noch lange in seiner ursprünglichen Einfalt durch die Schule des Agineten erhielt. die vielmehr nur der Ausdruck des Höheren und Wesentlichen sind.Dingen der gewöhnliche Lauf der Natur und das Gesetz ihrer Gattungen keineswegs geben konnte.

weil wir ihren Sinn nicht ganz. und immer nur in trüben Mitteln durchschauen. Und doch gibt eben diese Richtung auf die bloße äußere Harmonie den deutlichsten Beweis davon. so auch jenen auf das innere Leben der Kunst gerichteten Sinn von älteren tiefer denkenden Völkern überkommen hatten. und die besonderen Erscheinungen auf das Lieblichste und Üppigste auszubilden. daß das innere Leben. Und da sie hierdurch die Freiheit der schaffenden Phantasie verloren hatten. war damals das ganze Streben der Kunst gerichtet. so blieb ihnen nichts mehr übrig. als in dem Wirklichen zu schwelgen. hat sich das Kunsturteil der Neueren angeknüpft. sind Überreste einer Kunstwelt. das nur durch das Band der Verhältnisse verknüpft werden kann. und zur Harmonie verschmelzt. Denn auf das Einzelne und Erscheinende. Was wir davon noch besitzen und erst in den neuTeil esten Zeiten näher kennen gelernt haben. wie die mystischen Grundzüge ihrer Religion. so daß manche dem ganzen Begriffe der Schönheit diese Annehmlichkeit und Lieblichkeit der Verhältnisse untergeschoben haben. und sich dadurch gebildet. daß selbst die Strenge darin sich zur höchsten Freudigkeit erheitert und belebt.wirklich. wodurch die Gestalten der erscheinenden Dinge bestimmt und begrenzt sind. zeigen uns ja in ihrer ältesten Baukunst eine so freie und kühne Ausführung der tiefsten Gedanken. worin ein wahrhaft göttliches Leben sich zur Wirklichkeit ausgebildet hatte. deren Bildhauerei uns vielleicht zum darum so unvollkommen erscheint. daß alles Verschiedene zart und sanft ineinander überging. und der äußere Sinn überall mit gleicher Behaglichkeit mühelos befriedigt wurde. Die griechische Bildnerei soll uns aber nur das auffallendste Beispiel von diesem Gegensatze des phantastischen und des 327 . Die Ägypter. der prüfende Nagel nirgend Härte noch Anstoß fand. An die Werke dieser Zeit. aus welcher die meisten auf uns gekommenen herrühren. der wahre und einfache göttliche Stoff aus der Kunst verschwunden war. und an die Naturgesetze. Die Griechen dagegen hefteten sich bald an die Wirklichkeit. Da wurden denn die Verhältnisse abgewogen.

von dem allgemeinen Begriffe weniger zu erkennen ist. wie die Bedeutung. und dieses sei das Sinnliche.sinnlichen Standpunktes in der Kunst geben. als was den leiblichen Sinn anlockt. Denn eine solche Ausartung kann doch nur daher rühren. und die reine Bedeutung der Kunst von ihrem sinnlichen Hange überall . und nicht minder an den Künsten der neueren Welt. daß in den Werken. soll man da nicht sagen. willst du nun wohl andeuten. wolle selbst Wesen und Urbild sein. Das ist freilich nicht zu leugnen. Daher. weil vielleicht keine Kunst zu irgend einer Zeit ihre Laufbahn so vollständig wie diese zurückgelegt hat. das Sinken der Kunst fängt da an. wo die Ausarbeitung der sinnlichen Gestalt zu ihren eigentümlichen Annehmlichkeiten überwiegt. unter welchen freilich die Malerei allein eine gewisse Bahn der Entwicklung vollendet zu haben scheint. worein die Ideen abgedruckt würden? Es kommt nur darauf an. sagt' ich. den allmählichen Übergang aus der Ideenwelt in die des Angenehmen. trifft über Werke dieser Art am allerhäufigsten das Urteil des wahren Ken- 328 . In dem Äußeren und Sinnlichen soll die Idee vollständig abgebildet werden. versetzt' er. Mit diesem allen. die aus der Phantasie kommt? Mich dünkt. ob du in dem von uns so genannten sinnlichen Bestandteil der Kunst gar nichts anderes finden kannst. worin diese Sinnlichkeit überwiegt. genau zu beobachten. Auch habe ich nur das Äußerste dem Äußersten entgegengesetzt sehr lehrreich ist es aber. daß das Mittel zum Zweck gemacht wird. sei nicht so viel wert. ich gesteh' es. und vielmehr die Fülle und Lieblichkeit der Gestalten. so etwas ergebe sich hieraus von selbst. das. welches an und für sich nur das Wachs sein sollte. die Bequemlichkeit und Anmut ihrer Verhältnisse zuerst unser Gemüt gefangen nimmt. zu scheiden. was zum Abbild bestimmt war. Sonst könnten wir es auch an der alten Poesie beweisen. sagt' ich hierauf. dasjenige. was wir selbst die Sinnlichkeit der Kunst genannt haben. welcher oft schon in den gepriesensten Kunstwerken offenbar wird.

Wo aber die Sinnlichkeit. danach müssen offenbar 329 . auch als Sinnlichkeit und auf dem Standpunkte. und wollte sich gar dies an sich Nichtige. was wir über die Schönheit ausgemittelt hatten. daß es nichts in der Kunst geben könne. wenn irgend das. als darin die Idee das Bestim- mende bleibt. was bloßes Mittel wäre? Und so darfst du auch ganz und gar nicht diese Sinnlichkeit verstehen. sprach er lächelnd.ners mit dem des sinnlichen Genußmenschen zusammen. weil die körperliche Wohlgestalt darin auf das vollkommenste und lieblichste ausgebildet ist. daß sich die ganze Phantasie. oder gar den ganz edlen und anmutigen Gott. den in der gemeinen Welt der Trieb einnimmt. aber ich setze ja dieses Sinnliche auch nicht in ein solches feindliches VerEs ist vielmehr an erst als Mittel des deshalb soll eben und gleichgültig. aufgestellten Gegensatze. etwa den berühmten Faun in der Dresdner Antikensammlung. wie in dem von dir Beispielen. Wer aber. sich Ausdrucks für jene zum Schönen werden. sprach er. und häßlich findest du doch wohl jene Kunstwerke nicht. wie du sagtest. der jetzt Hermes vom Belvedere genannt wird und sonst nacheinander verschiedene andere Namen trug? Solange nicht. hältnis mit der wesentlichen Bedeutung. Wolltest du aber deshalb wohl ein Werk nur aus dem Grunde tadeln. so würde ja dasselbe nichts anderes werden als jenes Häßliche. welches wir neulich auf eben diesem Wege ableiteten. offenbaren müsse? So muß es sein. an die Stelle des Wesentlichen und Urbildlichen setzen. bestehen bleiben soll. in welchen du an der überwiegenden Sinnlichkeit Anstoß nimmst? Das gewiß nicht. in welcher ja niemals das Innere vom Äußeren zu trennen ist. was ich Sinnlichkeit nannte. hat dir denn schon zugestanden. Aber haben wir denn nicht oft bemerkt. bloß das Äußere und Erscheinende vorwalte? Wäre dieses. den nur die wollüstige Außenseite oder die Künstlichkeit der Arbeit entzücken kann. lieber Anselm. fragt' ich ihn darauf. da überwiegt auch das Abbild. versetzt' ich. und wie in meinen überwiegt. Fand denn nicht vielmehr Erwin. daß in dem.

Die Gestalten solcher alten Werke selbst sind durch und durch Bedeutung. wie sie wirklich tun. Mittel für die Bedeutung zu sein.Phantasie und Sinnlichkeit zu gleichen Rechten in der Phantasie vereinigt sein. derer Meinung? Ich gebe dies nicht allein zu. und ohne diese wäre sie auch nicht Bedeutung mehr. sondern behaupte es selbst. kann ich nicht leugnen. aber die Sinne können es ja auch auffassen. wie du sagst. daß jene nicht der Zweck. sagt' ich. welches unmöglich wäre. ja vielmehr auch dieser als solcher ganz bedeutend war. und selbst nur als Mittel lichkeit für diese. Nun erscheint es aber als Äußeresund Besonderes der Sinnund nur dieser. jedoch im Dienste der Phantasie. wovon könnte sie es dann wohl sein? Dies. so könnte auch der sinnliche Gegenstand nie als solcher ein Abbild der Bedeutung für die Phantasie werden. daß du so deine eigenen Behauptungen durch Übertreibung entstellst. beweist immer noch nicht. daß sie auch mit ihrem sinnlichen Teil bedeutend. Wenn das wäre. erwidert' er. Siehst du das ein? Es scheint mir wohl richtig. um sich auszudrücken. oder bist du darin an. daß die Bedeutung der äußeren Gestalt bedarf. du wirst bald bemerken. sprach er. versetzt' ich. es muß also auch für sie bedeutend sein. daß die altertümliche Kunst. diese Eigenschaft hatte. gibst du nun zu. als in besonderer und gegenwärtiger Gestalt. welche du vorziehst. sondern immer nur ein Mittel. Denn auch die Bedeutung kann sich nicht anders offenbaren. Dies letzte. muß doch das Erscheinende selbst ganz und gar bedeutend werden? Das soll es auch eben. also ganz ohne die Sinne. und darum erscheinen sie freilich dem gemeinen Sinne fremd und unverständlich. Gut denn. Denn um. 330 . Ich bin überzeugt. denn wenn es blos für die Phantasie bedeutend wäre. wodurch die Phantasie sich selbst für sich abbildete also würde er als Gegenstand wieder ein Zeichen. so müßte diese als solche für sich das Sinnliche auffassen können. diese nicht das Mittel sei.

wenn er ihr würde? Das nicht. daß er ihr nachteilig werden könne. die wir auch allein meinen konnten. und also muß auch notwendig in der menschHchen Natur eine höhere Sinnlichkeit sein. nachteilig Kunst bleiben. wie du sagst. versetzt' er. fragt' ich ihn. insofern sie den Sinnen erscheint. Es kann also nur noch die Rede davon sein. die Idee ganz erreicht sei. aber wenn du daraus schließen willst. Eben deshalb. oder bei welchen du im Gegenteil glaubst. darf das Äußere wenigstens nicht überwiegen. sondern mich nur verwahren vor Mißdeutung. wenn ein Kunstwerk entstehen soll. noch ein Bestandteil der auf die von uns erwähnte Weise Ich will das auch nicht. eine Fähigkeit haben. Würd' er denn. sprach er. so scheint mir dies ein sophistischer Kunstgriff. es muß also keit. das ist aber eine Sache der Kritik. und gleichsam über die Bedeutung hinaus wuchern in das Gebiet der bedeutungslosen Sinnlich- Nun wohl. daß in keinem von den Kunstwerken. als was wir immer behauptet haben. daß. Ich weiß noch nicht. sagt' ich. daß die Erscheinung für die Sinne ganz eines und dasselbe werden muß mit dem inneren Gedanken. ob denn 331 . auch die äußere Gestalt. die Bedeutung ganz in sich aufzunehmen. daß die Sinnlichkeit das Gebiet der Kunst verlassen habe. ob es sich ganz so verhält. sagt' ich. was wir eben ausgemacht. aber die ganze Bedeutung kann und muß sich auch für die Sinnlichkeit darstellen. welche wirkliche Kunstwerke du zu dieser Gattung rechnen willst. versetzt' er. welche gleichsam Ideen fühlt und wahrnimmt. die vorzugsweise auf die Sinnlichkeit wirken. Das freilich nicht. dieses der sinnliche sein müsse.nach allem. die unsere allgemeinen Überzeugungen nicht verändern kann. das heißt doch wohl am Ende nichts anderes. denn ich muß behaupten. und mich dünkt es doch auch natürlich zu sein. wenn ich dich frage. sagt' ich. wenn einer von beiden Bestandteilen der Kunst solle nachteilig werden können.

Härte. sprach er. mit den vorstehen- du denn den Backenknochen und in die Höhe geschlitzten Augenlidern und Lippen für schöner als die natürliche menschliche Bildung? Schöner sind sie vielleicht nicht. das verkehrt die wirkliche Gestalt so.f iel er ein. Warum aber nicht schöner? Nicht etwa deshalb. leichenähnlichen Gestalten der ägyptischen Götter. sie habe dieselbe nicht durchdrungen. bei welchen sich alles deutlicher der Einsicht entfaltet. wodurch die Nun.nicht in der Kunstgeschichte. weil sie diese Durchdringung verschmähte. aber doch vielleicht. und Kühnheit freier Zusammensetzungen der Gestalten durch Ideen wirst du Ausbildung ansehen. so können wir neben diese auch die der phantastischen setzen. als Gewaltsamkeit. und für die Ägypter gewiß. sagt' ich. Indessen gibst du soviel zu. Desto schlimmer. sich beweise. daß sie unter die gemeine Natur sinkt. Starrheit. wo die gemeine Natur in ihrer ganzen Kunstlosigkeit hervortritt. daß auch die Bedeutung der vollkommenen Ausbildung der Kunst schaden könne. Also unterscheidest du doch beides. welches doch zum Kunstwerk gehörte? Oder. mangelhafte doch nicht als Nicht anders. Hältst die ängstlich zusammengedrückten. sinnvoller und begeisternder. wo darin die Bedeutung den Boden des lebendigen Daseins verläßt. Wenn also die überwiegenden Eigenschaften der sinnlichen Kunst dem wahren Geiste der Kunst schaden. Was im Übermaße strebt nach der Feierlichkeit der göttlichen Gegenwart und der Miene innerer Tiefe. Und am besten kannst du das an den Dichtern sehen. oder die Schlußfolgen eines Verstandes der feurigsten Begeisterung schroff gegenüberstehen? Und finden wir nicht bei anderen phantastischen Dichtern ganz das gleiche? fast kalten 332 . und keineswegs über sie emporsteigt. Hat nicht zum Beispiel Äschylos Stellen. erwidert' ich. welche du gewöhnlich als Zeugin herbeirufest. und sich einseitig in den Gedanken versteigt. weil die Phantasie darin die wirkliche Natur nicht vollständig zu durchdringen vermochte. die die Umwandlung Kraft selbst als ein gewisser Trotz erscheinen kann.

gab er zur Antwort. zeigt sich ja zum Teil recht ihre Weshalb auch wohl. die sich in Dantes Gesellschaft nicht besser einzuführen glauben als durch Roheit und Trockenheit. nämlich einzusehen. fuhr ich fort. ist wohl die Kunst nirgend zu finden. sondern eben als Idee nur das Ziel eines unendlichen Strebens. so erinnere dich nur. Was ist denn das Wesen der Kunst? Ist es bloß die Bedeutung oder die ganz Erscheinung gewordene? Und wenn du jenes unendlich entfernte Ziel. Erwin? Ja freilich. das Schöne bleibt dabei auch in wahren Kunstwerken unvollkommen. Denn die Idee derselben ist freilich darin nie zu erreichen. bei dessen Verfolgung das Wesen der Kunst dennoch immer schon gegenwärtig sein müsse. sagt' ich. Doch soviel ist gewiß. wie ungeachtet des für das gemeine Leben unendlich entfernten Zieles. antwortete dieser hierauf. jenes zur Wirklichkeit zu bringen.Darin aber. Dieses kann ich mir eben nicht anders denken als auf eine Art. so gut wie bei dem Überwiegen der sinnlichen Seite. und dazu ein reines und in seinem Ziele nur nicht irre gewordenes Streben. er. und dies war seine Forderung. sprach Tiefe. Nun. wenn wir nur das Wesen und den inneren Sinn der Kunst in den Werken gegenwärtig finden. und nur dadurch die Kunst auch in der unvollkommenen Welt wirklich bestehen könne. lieber Anselm. Wir werden uns also begnügen müssen. worauf wir jetzt überhaupt ausgehen. wieder voraussetzest. wie in aller Verschiedenheit und Mannigfaltigkeit der Kunstübung dennoch das Wesen der Kunst überall gegenwärtig sein. die Nachahmung sich gern auf diese Seiten wirft? Wie sich unter uns in der neuesten Zeit des Tiefsinns manche gefunden haben. doch die Kunst Kunst bleibe. Nicht wahr. 333 . du kommst doch immer wieder auf das Alte zurück. Darauf hatte uns ja eben Erwin gebracht. wenn sie auch niemals wirklich zustande kommen oder fertig werden kann. Gerade das war es. Auf die Art. was mir so wichtig war zu erforschen. wenn wir ihre Vollendung in ihren Werken suchen wollen.

So laß uns nur gleich. und in der Strahlenbrechung. Also. die wir irgend auffinden können. und was in dem Rührenden und der sinnlichen Ausführung der Kunstwerke liegt. weil sie etwa ein weit entferntes Ziel außer sich hätte. Denn das Bilden der Phantasie und die sinnUche Ausführung gehen nach der einen. sondern weil das. 334 . Zuvörderst sind doch wohl überhaupt zwei allgemeine Richtungen darin? Ja. sagt' ich zu Erwin. jedoch so. worin sich alle Richtungen vereinigen.unendlich sei. was sie zur Kunst macht. und auf beiden. sprach Anselm. die Kunst mangelhaft ist. Wenn nun aber. wie kann da ihr Wesen Und welche ist die? fragte Anselm. versetzte dieser. in jedem von beiden etwas sein. sprach Erwin. wie Adelbert selbst behauptet. wodurch die gegeneinander strebenden Richtungen zusammengehalten werden. müssen wir wohl in jedem von beiden das suchen. zum Wesen der Kunst schon jene beiden Standpunkte der Phantasie und der Sinnlichkeit gehören. gab Erwin zur Antwort. und was dasselbe bleibt und sich dennoch in jedem als etwas ganz Eigentümliches und als das Grundwesen einer ganz eigenen Welt offenbart? Darauf wird es ankommen. unter die gemeinsamen Gesichtspunkte. wenn nach außen auch Phantasie und Sinnlichkeit schon deswegen. Daß nicht deshalb das Streben der Kunst unverändert bleiben? Es muß denn wohl. lieber Erwin. so daß der innere Kern der Kunst ohne Schaden sich in das eine oder das andere verwandeln kann. sprach Erwin. überall ganz und vollständig in ihr sei. einander Abbruch tun. sorgfältig zusammenfassen. weil sie verschieden sind und verglichen werden. und Anselm wird uns diese Untersuchung fortzusetzen gern erlauben. dieses aber eben nur in der gemeinen Welt. sprach ich. Er bittet darum. als unendliches Wirken erscheinen müsse. das Sinnen aber und die Rührung nach der anderen. die es durch die getrennten Standpunkte erleidet. alles was in dem Sinnen und Bilden der Phantasie.

darüber sind wir doch auch schon einig geworden? ergibt sich Das Allerdings. erfordert. ihr Wesen und ihre Bedeutung. und erst da. die neuere nach innen. Daß nun die alte Kunst nach außen hin wirke. Wie sich dieses letzte verhält. So muß denn beides untrennbar sein. In diesem Entstehen selbst äußert sich eben das Bilden der Phantasie. welche aber nicht die der gemeinen Natur. wodurch diese selbst erst bedingt ist. aber so. alles faßte sie in ganz bestimmte Gestalten. zu verbinden sei. wo es sich damit sättigt. nicht wahr? von selbst. Daher rührt die Notwendigkeit in ihren Werken. sondern eine höhere sein muß. wollen wir noch sehen. und die andere als die nach innen bezeichnen. ist in der Tat die Kunst zur Geburt gekommen. wenn wir beide Richtungen in ihrem wirklichen Gange recht genau verfolgen. Es ist also auch in dem Bilden allein schon eine Vereinigung mit dem Sinnen unerläßlich. daß auch die beiden Standpunkte der Phantasie und der Sinnlichkeit rein voneinander geschieden bleiben. wie dieses mit dem. Von jenen beiden Richtungen aber können wir wohl die eine als die nach außen. daß sich dasselbe vollständig in Gestalt und Dasein kleidet.wie es mir scheint. wiewohl es in der alten Kunst immer unter der allgemeinen Richtung 335 . zeitlichen Dinge kann das Notwendige und Ewige nie vollständig übergehen. bis sie mit der äußeren Natur unter ganz gleichen Gesetzen erschienen. und trieb gleichsam die Ideen solange in den wirklichen Stoff arbeitend hinein. Es kommt also Die Phantasie der Alten zuvörderst war immer bildend. Denn in die unvollkommenen. Hierzu wird denn notwendig auch das Sinnen der Phantasie über die wirklichen Erscheinungen. was wir nun gefunden haben. nur darauf an. Und das werden wir am sichersten erforschen. welches jenem erst die wirklichen Gestalten unterwirft. denn es ist ja eine Notwendigkeit. sagt' ich. nach welcher die besonderen Gestalten der Dinge aus dem göttlichen Wesen hervorsteigen.

und also alles das. die Äschylos im Prometheus auftut. die nur in der Phantasie und durch diese geschieht? Wenn ihr euch also denken wollt. wo die Ideen in ganz wirkliche. Wenn ich diesen recht verstehe. sprach Erwin. Bis jetzt. was Flügel und Hörner hat und dergleichen? Sollen wir die Wunderwelt. daß es auf die Regel der gemeinen Natur gar nicht ankommt. wie eine solche Richtung vorwalten. was in übernatürlichen und durch die Willkür des Gedanken frei verknüpften Formen besteht. welche die frei und kühn bildende Phantasie der Ägypter oder Indier schuf. Hab' ich denn nicht gesagt. ob denn erst da die Kunst vollendet sei. 336 . fiel hierauf Anselm ein. Daß hierzu die gemeine Wirklichkeit nie gelangen kann. fragen. denn von dieser aus angesehen ist die Gestalt des belvederischen Apollon auch unnatürlich. Geist gleichsam auf dem Wege begriffen sei von der Idee des Göttlichen bis zur wirklichen Welt. stehst du mir bei. davon ausgeschlossen oder wenigstens als roher Versuch angesehen werden solle. Sollen wir denn zum Beispiel. worin das Wirkliche nach inneren und notwendigen Gesetzen der Idee vollkommen angemessen und gleichartig wird. und nicht bloß die gehörnte Isis und der hundsköpfige Anubis. daß der muß er. und doch die ganze Kunst darin gegenwärtig sein könne. Trefflich. versteht sich von selbst. näher nachzuweisen. versetzt' ich hierauf. wiewohl idealisch gedachte Gestalten übergegangen sind. und es bleibt nur noch übrig. wie manche Verteidiger des sogenannten Klassischen. will ich gar nicht einmal sprechen. und in Ansehung dieser möchte ich mich fast Anselms ein wenig annehmen. Möge sie sich aber auch aber immer nur solche. sondern auf die Gesetze einer höheren Verknüpfung des Wesens und der Gestalt. so wie ich meine. als eine ungebildete Vorübung zur Kunst betrachten? Von den tiefen Gedankensystemen. Erwin. so werden auf diesem Wege unendlich viele Standpunkte der Kunst sein.des Bildens erscheint. stoße ich mich noch an der Sache selbst. den Naturgesetzen angemessene. alles mit vornehmer Verachtung behandeln und aus der guten Gesellschaft der Kunstwerke verweisen.

dort eine jede das Ihrige tut. und dennoch nirgend anders herrühren. welche sie im wirklichen Leben erblicken. daß bei der göttlichen innert werden. je mehr es das Göttliche in sich aufnehmen soll. indem nach Piatons Ausdruck. keineswegs aber ein willkürlich gewähltes. Wenn er nun hinzufügt. Denn das ewig Notwendige. sondern 337 . um so mehr. wie die sie wolle. Und daß es sich in diesem Denken verwandeln und anders gestalten wird. Mit diesem Anschauen gesättigt senkt sich die Seele auf einen festen irdischen Stoff. das versteht von selbst. sondern auch die göttlichen. daß die Seelen durch einige der Gegenstände. nicht bloß aus dem Reiche der persönlichen Götter. daß selbst durch jenes von oben stammende Teil solche Gestalten verwandelt und demselben gleichartig werden. auf den sie sich niederlassen müssen. welches nach Piaton die Götter und die Seelen der Menschen bei ihren Umschwüngen an dem überhimmlischen Orte beschauen. kenntlich zu machen. so muß sie doch für die Phannichts anderes als sich offenbaren- tasie volle Wirklichkeit. als aus dem festen Boden der Wirklichkeit.verwandeln. die Idee der Gottheit. wo sich jede nicht minder mit ihrem eigentümlichen Stoffe verknüpft. und der göttliche Stoff der Ideen ist. Aber nicht bloß die menschlichen Seelen haben einen solchen Grund und Boden. welche ihn im Himmel finden. Schönheit dieses sich gar nicht anders als bei der irdischen verhalte? So ist allerdings diese Tätigkeit des Bildens auf das wirkliche äußere Dasein gerichtet. indem die nachsinnende Phantasie dieses zugleich in seiner wahren Bedeutung und seiner wesentlichen Natur durchdenkt. und durchaus Gegenwart und besondere Gestalt der den Idee sein. aber gesättigt und erfüllt kann sie nur werden. wie schon neulich von uns bemerkt wurde. ganz ohne besondere Form und vielmehr jenes farblose und gestaltlose Wesen. etwa zu religiösen Zwecken. wie auch. oder auch durch das bloße Bedürfnis. und erzeugt in diesem die Schönheit. an jene ursprüngliche Anschauung erund darin die Schönheit dieser Gegenstände sich äußere. müssen wir uns dies nicht so denken. Wenn also die alte Kunst Gegenstände. aufgedrungenes Zeichen.

sprach darauf Erwin. muß beides wohl seiner Natur ist im Symbol. wird der es nicht bald bemerken. Die gemeine Wirklichkeit aber auch nicht. Das Symbol. Denn inwiefern dieses in der Kunst vorkommen könne. denn beides 338 . Dafür weiß ich gar keinen Maßstab zu finden. ob er mich ganz verstanden hätte. Wie so? fragt' ich. wird also für jetzt wohl seinen Maßstab in sich selbst behalten. oder einem allgemeinen Gedanken folgen. um zu hören. Wer aber im Symbol einheimisch ist. sie mag der gemeinen Erscheinung für die Sinne. welche das Wesen annimmt. so werden sie erscheinen wunderbar und seltsam. zu unterscheiden. Ja. echt. und beinah unmöglich scheint es mir nun. Allerdings. Aber schwer. wie dieses Bilden genommen werden muß. zeigtest du uns neulich an der Notwendigkeit überhaupt. versetzt' ich. die Phantasie nur in Symbols. jetzt sehe ich wohl. und der wirklichen Natur angemessen sei oder nicht. wenn wir sie mit der gemeinen Wirklichkeit vergleichen. wenn die Darstellung nach der einen oder andern Seite hin ausweicht? Auf beiden wird sie für die Phantasie etwas Unwahres. daß die nach immer bleiben. und dieses Dinge in entgegengesetzten verknüpft am allermeisten die eine und dieselbe Welt. muß nicht alles dieses ebenso auch für die sinnliche Ausführung gelten? Und fließt dadurch nicht beides ganz in denn das allgemeine Wesen ist für der notwendigen Besonderheit des eins zusammen? Gleichartig. dem sie die Gestalt willkürlich anpaßt. das farblose und gestaltlose Wesen kann ein solcher Maßstab nicht sein. Was du aber jetzt über das Bilden gesagt hast. ob die Gestalt. denn eben dieses. ist doch wohl das Bilden. aber doch nicht weniger wirklich und den höchsten Gesetzen des erscheinenden Daseins angemessen. sprach er. Aber siehst du nicht ein. Nun. weil sie durch den Gedanken zu etwas ganz anderem werden muß. als Tätigkeit der Phantasie betrachtet. versetzt' ich.selbst aus der ungeheuren Titanenwelt darstellen will.

so bestätigt sich wieder. daß jeder dieser unendlichen Teile das vollständige Ganze in sich ausbildet. die aber als Erscheinungen der Gottheit erkannt werden mußten. und für ihn durchdacht werden. um eben jenes zu erreichen. und vergiß nicht. sprach Erwin. daß sie ihn in seiner ganzen Vollkommenheit rühre. Vortrefflich bemerkst du das. Denn auch zur Darstellung des Göttlichen gehört doch immer die sinnliche Ausführung. warum dieser vollkommene Trieb so leicht mit der gemeinen Lei- Wenn so wird denschaft verwechselt wird. hier die ganze Seele Trieb ist. daß wir jetzt den Standpunkt der Sinnlichkeit bei der Richtung nach außen für sich betrachten. daß die äußere Erscheinung aller Kunstwerke diesem angemessen sein. aber. als das Bilden derselben aus der Phantasie? Aus diesem entstanden wirkliche Gestalten. und zerstreut sich ins Unendliche. und wenn dieser wirklich Ausführung der Gestalt für ganz befriedigt wird. davon noch nicht sprechen. za' 339 . welche zugleich die göttliche sein soll. Das Streben dieses Wesens geht also hier ganz auf das wirklich Erscheinende. nur dadurch wird es gesättigt und beschlossen. Nicht wahr? So ist es. fuhr ich fort. sprach er. anders könnten sie nicht die Einheit dieses bestimmten Dinges darstellen. Laß uns. Wie wird es dagegen mit den sinnlich ausgebildeten sein? Ich denke. Dies aber ist der Grund. Eben dieses Streben aber ist doch wohl der Trieb? Ohne Zweifel. und als bloße Gestalt verstanden werden muß. sagt' ich. Durch die Kunst aber wird er so verwandelt. erwidert' ich. auch diesem die Gestalt entsprechen und ihn ganz befriedigen müssen. Denn das wäre wohl von jenem das Gegenteil. denn diese allein kann die Einheit und unendliche Mannigfaltigkeit bindend hier vermitteln.die Sinne doch noch etwas ganz anderes ist. An sich nun ist doch der Gegenstand der Sinne durchaus mannigfaltig. darin wird die göttliche Idee nur als die Seele der wirklichen endlichen Gestalt erkannt werden. und dazu muß die äußere Erscheinung auf den Trieb zurückbezogen.

Wie abgerundet und körperlich stellt nicht Homer alle Begebenheiten darl Ja er hat eine so lebendige Anschauung des menschlichen Körpers. allumfassend und ein eigenes Weltall für sich. Zweck und Mittel ineinander übergehen. frei von allem Interesse. sie einer fast kindischen Nachahmungssucht zu beschuldigen. die auch wohl der Grund nichts 340 . Hierdurch wird eben das Werk. so ist dies keineswegs eine notwendige Wirkung indem ihres Standpunktes. daß ihre Verhältnisse auf nichts andres bezogen werden können als auf den eigenen Begriff des besonderen Dinges. wie sie für den gemeinen Trieb das Angenehme bilden. und sich gegenseitig auslöschen. Darum haben die Alten eine so unerschöpfliche Lust an der ausführlichen und vollendeten Darstellung sinnlich erscheinender Dinge und Begebenheiten. indem sein besonderer und von Höherem oder Niederem abhängiger Begriff seine ganze Außenwelt selbst schafft. sondern auch nicht einmal auf allgemeine Ideen. sondern nur so verfolgt werden.Gewiß liegt hierin der Grund davon. die Verhältnisse des Einzelnen nicht aus der Idee desselben entwickelt. denn je mehr Wirken und Leiden. Eben diese Leichtigkeit des Übergangs und der Gegenwirkung der Teile aufeinander. Wenn also dergleichen Kunstwerke bloße Reizmittel der gemeinen Sinnlichkeit werden. sobald nicht alles in die innere Einheit zurückgedacht wird. sondern eines Mißbrauchs. Auch in den griechischen Tragikern zeigt sich überall noch diese Lust an dem Plastischen. daß er die vielfach verschiedenen Verwundungen seiner Helden vollkommen anatomisch richtig ersonnen und beschrieben hat. Diese Beziehungen nun offenbaren sich am vollständigsten in den Verhältnissen der Teile. nachKants Ausdruck. Die echten Werke dieser sinnlichen Kunst der Alten erscheinen eben dadurch recht vollkommen und würdig. und darin nur als dieser besondere gegenwärtig ist. daß man ohne diese richtige Ansicht oft versucht wird. nicht allein auf nichts Einzelnes außer ihm oder auf die gemeinen Triebe des Anschauers. lockt aber auch die Wollust. desto vollständiger befriedigt sich darin der allgemeine Trieb.

wie ich es nennen möchte. daß nur die Kunst imstande ist. halb jeder neuere Dichter ohne Zweifel schweigen würde. die Richtung nach innen mit der nach außen vereinigt. Die Mäßigung und reine Unparteilichkeit. zur Reinheit erhebt. was sonst bloß Angenehmes für den gemeinen Trieb sein würde durch sinnliche Ausführung. Nur nach unserem Maßstabe dürfen wir sie nicht messen. wo nur wirklich die Kunst gegenwärtig ist. und deshalb in Rücksicht auf das Unehrbare wohl empfindlicher sein müssen. Aus diesem allen wirst du nun wohl sehen. daß wir dieser Lockungen uns schwerer bemächtigen. hebt jeden Verdacht der beabsichtigten Wollust. Gewiß lassen sich hieraus nicht alle Unanständigkeiten der späteren Dichter und bildenden Künstler des Altertums rechtfertigen. denn die Natur unserer Weltansicht. das. macht. und gehört zu der künstlerischen Keuschheit. welche mit einem Nachsinnen der Phantasie über die wahre Natur des Sinnlichen verbunden ist. nicht überall. aber es läßt sich hiernach wohl herausfühlen. was dem Gemeinen unrein ist. fragt' ich. diesen schlechten Trieb zu überwinden. und dies wird dir um so deutlicher werden. welche selbst dasjenige. wenn du dich erinnerst. welche beständige Beziehungen nach innen und außen erfordert. was wir beide in unserem ersten Gespräche über den Trieb miteinander ausmachten. Gar wohl ist mir dies erinnerlich. und welche dagegen kühn dem Begriffe so viel Kraft zutrauten. es sei in der Phantasie oder in der 341 . Zeigt sich nun. um des Einzelwesens zu versammeln. welche alles in einen so ganz besonderen Begriff dazu gehört. und worüber desist.warum sie so vieles sorgfältig ausdrücken. denn einen tiefen Eindruck hat es damals auf mich gemacht. zum Schönen für den wesentlichen Trieb und die Sinnlichkeit der Phantasie zu erheben. aber selbst dieses wird veredelt durch die reine Beschränkung auf den Begriff des besonderen Gegenstandes. In den Werken der alten Bildhauerei aus den späteren Zeiten ist gewiß viel Üppiges und Weichliches. was man zugleich auf dem Theater vorgehen sah. welche von diesen dem schlechten Triebe folgten.

woher sie kommt. sobald sie voneinander getrennt werden. statt eines vollendeten und ewigen Daseins der Kunst. Denn die Kunst soll nur da sein. in das gemeine Leben ausein- andergehen? sprach er darauf. Was du eben sagtest. sagst du. ist mir noch immer nicht recht vereinigt. sehe ich noch nicht ein. als den Zustand der Sache. Die schaffende Phantasie. können wir in der Tat bestehen lassen. wie das Bilden der Gestalten aus den überschwenglichen Ideen vom göttlichen Wesen hervorgeht. immer nur. gab ich ihm zur Antwort. betrachten. welche darin liegen. wo sich beide Richtungen durchdringen. Stelle denn die schaffende Phantasie auch nachsinnend dar. Wenn wir aber die Fragen. und doch muß die eine. die nach innen. was sich darin widerspricht. daß wir erst auch die andere Richtung. wird es dazu nicht geratener sein. in die Phantasie.Sinnlichkeit? Und wird nicht eben an dieser Vereinigung und gegenseitigen Durchdringung beider die Kunst erkannt. Ist sie aber als Richtung zu unterscheiden. wenn darin allenthalben Kunst sein soll. also verstandest du 342 . so wird sie auch nie ganz mit ihrem Entgegengesetzten durchdrungen sein. Wie aber dies eigentlich zugehe. mein Erwin. und wie die Ausführung für die Sinne sich in das Zeithche und Besondere verliert. daß du mit so tüchtiger Überlegung den Gegenstand verfolgst. So zeigt sich uns. auch untersuchen wollen. wie diese als das Bestimmende der ganzen Phantasie erscheint. und wohin sie geht. damit wir allen Stoff vor uns haben. in welcher zugleich die vollständige Durchdringung der Richtungen sein muß. zu welchem wir sie bis jetzt geführt haben. ist wohl in der Tat richtig. während dieselben Bestandteile. überwiegen. sonst kommt kein Leben und keine Tätigkeit Das alles. Es freut mich gar sehr. der etwa zu verbinden sein mag? Ich mein' als es. vielmehr wird man immer erkennen. und zwar im Bisherigen die nach außen. Dieses nun ist ohne Zweifel die unvollkommene Ausübung derselben im wirklichen Leben. aber gerade das.

kann darin nichts anderes erblicken.mich doch nicht so. den emporsteigenden nachsieht. als Abenteuerliches und Seltsames. und nur durch die Berührung mit diesem gestaltet sich daraus eine neugeborene Welt. sondern hervorbringt. wenn sie nur das. Nun wohl. daß die Phantasie durch ihr Nachsinnen selbst ihre Gegenstände nicht allein bearbeitet. sagt' ich. wie bewegliche schimmernde Gewölke. Denn indem das Irdische und Zeitliche der Dinge in jenes Feuer aufgeht. Denn 343 . welche an der Erdscholle haften. zeitlichen Dinge. daher viele. was Gegenstand der Phantasie wäre. darüber kindisch lachen. so daß sich unzählige Gedanken daran knüpfen und in ihnen Bedeutung suchen. du siehst also ein. daß die wirklichen gemeinen Erscheinungen der Dinge durch dieses Nachsinnen auf den göttlichen Gedanken zurückgeführt würden? Nein. die von dieser gedacht sie also hinwerden werden. wie sie auf seinem unermeßlich tiefen Grunde sich abbilden. andere dagegen meinen. und nur so sind sie für diese Art der Kunst da. hält die Phantasie darinnen die Gestalten fest. oder ähnliche Sonderbarkeiten ausdenken. so können diese als solche nicht vor ihr bestehen. Das Auge nun. Über derselben schwebt aber der göttliche Geist. die nur auf dem Boden zu Hause sind. daß du hierüber dich schon mit Bernhard vereinigt hast. da sie allein als solche nichts Wesentliches. die in den blauen Äther hinaufziehen und durch den Strahl der Sonne in mannigfachem Farbenspiele glänzen. ich erinnere mich wohl. Denn sobald sie scharf ihren Blick heftet auf die erscheinenden. so werden sie des göttUchen Wirkens der Phantasie teilhaftig. sondern sie schmelzen an ihrem Strahle und verschwimmen zu einer gestaltlosen und bedeutungslosen Masse. Wie sie aber nach und nach durch das tiefe und innige Sinnen der Seele hineingetragen werden in diesen Abgrund. was sie in solcher sie für die Gottheit haben. und worin sie Höhe gesehen haben. das vom Erdboden aus. In den göttlichen Gedanken übergetragen. wie durch das Fenster nachzeichnen. Dies sind aber eben nur die. so verändern sie auch unaufhörlich ihre Gestalten. in sich enthalten.

Erwin. der göttliche Dante. Denn einesteils könnte man glauben. versetzt' ich. was bloß Dasein und reine Besonderheit ist. die Dinge würden hier in den schrankenlosen Abgrund des Gedanken hinabgestürzt. indem sich die Gottheit in ihm wodurch er eben in eine göttliche Erscheinung verwandelt wird. wovor sich Bernhard heute so fürchtete. was verwandelt wird. jene aber. und dann fehlt mir selber eine solche Befestigung. durch welche die Anschauungen hindurchgehend die einer jeden zukommende Natur annehmen. immer der Stoff der Wirklichkeit und des gegenwärtigen Daseins bleibt. deutlichsten kannst Wie wenn sie selbst in eine Am 344 . als sie. dich um noch nähere Bestimmungen dieses Reiches zu bitten. wie die nach außen gehende Richtung in der Begrenzung der wirklichen Dinge fand. die es ganz verkennen. und nur einer hat es uns vollständig beschrieben. ohne deshalb ihre Göttlichkeit zu schmälern? Indem also die Phantasie die besondere Welt in den göttlichen Gedanken hineindenkt. gehen ihr aus der Tiefe jenes Äthers lebendige und gegenwärtige Gestalten der Gottheit selbst hervor. der sich wirklich durch dasselbe hindurch gedacht hatte. fehlen eigentlich darin. Die meisten sehen nur einzelne Kreise desselben. dieser werde in eine bedeutungslose Masse aufgelöst. so ist ihm damit das. und also ein einzelnes. Wenn ich sagte. Dafür sucht er sich nun eine andere in dem hellen Inneren der Phantasie. Bedenke doch. Erlaube mir. um welche sich eben jene aufgelöste Wirklichkeit zu einem neuen Weltall versammelt. Das ganze Weltgebäude dieser Sphären haben freilich nur wenige deutlich erkannt. sondern nur die Bedeutung. daß sie es für das weite Blau über uns halten. die er durch seine zeitlichen Eigenschaften und Beziehungen erhielt. daß eben das. persönliches Wesen wird. und also auch nur so in ihrem wahren Licht erscheinen können. aber kann die Gottheit dieses anders bestimmte Besonderheit übergeht. sprach hier Erwin. und darin nicht tasie die innere helle Seite des Weltalls der Phan- mit heiliger Fassung des Gemüts erkennen. und erhält offenbart. nicht genommen.sie sehen nichts von den himmlischen Sphären.

welche du verlangtest. Und welche Sie treiben sind das? auszusprechen. was ich noch zu sagen habe. Sagtest du nicht. sprach Erwin. Dies hast du 345 . dich zu stören.du dieses erkennen am Dante. was gewöhnlich gesagt wird und sich auch bestätigt. sondern sie durch Überlieferung erhielten. welche nun wohl folgen sollte. dann aber immer deutlicher von Kreis zu Kreis hindurchwirken. und endlich alles in dem göttlichen tigt er sich seligsten Ruhe verknüpft wird. Denn in der Hölle beschäfganz damit. und bleibt es nicht richtig. Sprich immer dennoch. Nun fällt mir dabei etwas ein. und daß abermals die Richtung nach innen mit der nach außen vereinigt wird. an dem Orte der Reinigung aber wird der Stoff nach und nach zum göttlichen Gedanken hinauf geläutert. Rücksicht mich sehr sie nehmen. daß die alte Kunst der Richtung nach außen. was du gesagt hast. in dieser das Sinnen der Phantasie überwiegt? Ohne Zweifel. obwohl ich fürchte. Aber es entstehen mir daraus auch wieder neue Bedenklichkeiten. sondern eine bestimmte und besondere Gestaltung derselben dem Sinnen entgegenkommen. und daß in jener das Bilden. Vielleicht kann ich auf deine Bedenken bei dem. bis uns im Himmel dasselbe wunderbar von selbst entgegenkommt. Dies ist die Befestigung. Und so muß überall bei Darstellungen dieser Art nicht die allgemeine Wesen zur Idee der Gottheit. daß nämlich die alten Künstler selten oder nie ihre Gegenstände selbst erfanden. die neueren aber meistens mit ersonnenen Stoffen umgehen. da du noch nicht über die Rührung gesprochen hast. aus dem. wodurch die Gottheit äußerlich gestaltet wird. und hieraus wirst du sehen. daß auch dieses Sinnen der Phantasie nie- mals ohne ein Bilden derselben. auch sehen wir in beiden von Anfang an den Strahl des göttlichen Lichtes erst sehr matt. das Häßliche von den Dingen gleichsam abzubrennen und abzuschmelzen. bestehen kann. Wohl seh' ich dies. die neuere der nach innen folgt.

Dieses Schaffen als eine besondere Handlung muß also auch auf notwendige Weise geschehen. Das Schaffen des allgemeinen Begriffs zur Besonderheit ist aber eben das Bilden. die alte dagegen die ihrigen erst durch das Bilden als besondere aus dem allgemeinen Wesen hervorbringen. Dieses Wesentliche doppelt gedacht werden. wie es sich mit dem Schaffen der Phantasie verhält. der würde überhaupt nicht mehr Künstler sein. Vortrefflich. Auf diesen Zweifel. daß darin eine allgemeine Notwendigkeit wirklich wird. was wir damals wußten. damit er dich nicht störe. versetzt' ich. haben wir es nicht so als Richtung nach außen bezeichnet? Allerdings. Besteht nun nicht die Notwendigkeit des Wirklichen darin. Wer also etwas erfände. daß es dem allgemeinen Begriffe vollkommen gemäß ist? Jawohl. muß dies nicht auch auf notwendige Art geschehen. Wenn nun das Notwendige geschaffen wird.uns auch neulich aus dem. denn außerdem ist es zufällig. ist doch dasjenige. Bist du hiermit nun einver- standen? 346 . durch das notwendige Bewußtsein eines ganzen Volkes. durch Notwendigkeit und Freiheit. und so stellt es sich dar als ÜberHeferung. was zugleich auf eine ewige Weise da ist. kann aber doch auch Ja. Gewiß. was nicht zu diesem wesentlichen Dasein gehörte. oder so. da das Schaffen nichts anderes ist als die Notwendigkeit selbst? So muß es sein. denn die neuere Kunst soll ja nun über schon gegebene Stoffe nachsinnen. denn das Erfindende in ihm wäre die ge- meine Einbildungskraft. Nicht wahr? Gewiß nicht. denn es ist das wesentHche Dasein der Dinge. Was diese schafft. muß ich dir wohl einiges sogleich erwidern. Jetzt aber scheint ein Widerspruch dagegen zu entstehen. Vor allen Dingen erinnere dich hierbei. sondern zufällig wäre. schon erklärt.

kann nicht anders. ist es aber nun mit der Freiheit? Muß nicht das Freie auch auf freie Weise geschaffen werden, so daß dieses
Ich

Wie

Schaffen wieder die Freiheit selbst wird? Ja, wie soll ich mir dies aber deutlich denken?
Sieh nur, worin die Freiheit besteht. Ist sie nicht das Wesentliche in der Tätigkeit des Einzelwesens, wodurch dasselbe von keinem anderen Gesetze der Notwendigkeit abhängig ist, sondern sich durch sein Handeln selbst das Gesetz gibt?

Dies

muß

sie sein.

Das Besondere und Einzelne aber in der wirklichen Welt ist doch nicht durch dieses Handeln hervorgebracht, sondern dem erkennenden Einzelwesen als notwendig von außen aufgedrungen, so daß es dasselbe aufnehmen muß,
wie es
ist.

Auch

dies ist richtig.
ist

aber eben dieses Erscheinende und Wirkliche der Kunst unentbehrlich und der eigentliche Sitz der Schönheit. Es muß also doch wohl durch irgend eine Handlungs-

Nun

weise der Erkenntnis so gedacht werden, wie es sich nach der Freiheit des Einzelwesens darstellen würde, oder vielmehr in derselben wirklich lebt. In der Tat, es geht nicht anders, und eben dadurch wird es von der Phantasie für die Kunst geschaffen. Ganz richtig; denn daß es vorher schon da war, schadet, wie du weißt, dem Schaffen der Phantasie, das kein Machen ist, gar nicht, vielmehr gehört es recht dazu. Durch eben dieses Handeln wird aber auch erst das Freie selbst etwas Wirkliches und Einzelnes, und bildet sich dadurch selbst zur Besonderheit und Erscheinung. Ja, sprach Erwin, ich sehe ein, daß sich alles so verhält, und hätte es wohl früher eingesehen, wenn diese Idee des
künstlerischen Schaffens nicht so ungewohnt und so schwer festzuhalten wäre. Nun ist mir klar, daß gerade jenes Sinnen erst die Welt der Kunst, insofern sie nämlich dies ist, frei erfindet, das Bilden aber das Notwendige festhält. Beides, sagt' ich darauf, können wir nun auch wohl kurz

347

so aussprechen: im Bilden entfalte sich der Trieb des Notwendigen zum reinen und unbedingten Dasein, das Sinnen aber schaffe das Zufällige und Wirkliche zu seinem eigenen

Wesen um.
mir so gefaßt. sagt' ich, wird es dir werden, wenn deutlicher, Und noch du bedenkst, daß überhaupt das Einzelne, insofern es bloß
Trefflich scheint es

Gegebenes noch als Erfundenes in der Kunst vorkommt; denn der zufällige Weltlauf und die Willkür der gemeinen Einbildungskraft würden beide nur Nichtiges hervorbringen. Das wahre Verhältnis liegt also darin, daß in der Überlieferung das Notwendige als Wirklichkeit gegeben ist, in der Erfindung aber das Freie sich selbst schafft. Siehst du es so deutlich ein. Vollkommen, versetzt' er, ist es mir nun aufgeklärt. Du wirst also, fuhr ich fort, auch bemerken, daß es bei dieser Richtung nach innen mit der Sinnlichkeit, die wir vorher als Trieb ansahen, eine ganz andere Bewandtnis

Erscheinung

ist,

weder

als

haben muß.
Zweifel. Doch welche, kann ich mir kaum denken, vorher das Sinnliche ganz umgeschaffen werden da uns mußte, um in den göttlichen Gedanken aufgenommen zu werden.

Ohne

Laß uns
ten.

also nunmehr auch dieses noch kurz betrachDaß die Phantasie auch ganz Trieb sein, und das Wesen

der Erkenntnis auch darin sich offenbaren muß, das darf keinen Zweifel mehr leiden, wenn es überhaupt eine Kunst geben soll. Auf diesen allumfassenden inneren Trieb nun wirken die erscheinenden Dinge so, wie die Kunst sie auf denselben zurückführt. Wenn in der alten Kunst sich der Trieb in die äußere Gestalt gleichsam entladet, und darin
seine volle Beruhigung findet, so werden hier die äußeren Dinge eigentlich erst geschaffen, indem sie als solche dargestellt werden, welche den Trieb erregen und befriedigen; und eben diesen Zustand, worin das ganze Dasein der Dinge selbst durch ihre Wirkung auf den Trieb bestimmt wird,

nennen wir

die

Rührung.

Dieser, sprach Erwin, scheint mir die

Vermischung der

348

als der sinnlichen

Kunst mit der gemeinen Sinnlichkeit noch näher zu Ausführung bei den Alten.

liegen,

versetzt' ich, sein, wie es wolle, so ist doch soviel gewiß, daß alle gemeine Sinnlichkeit vertilgt wird, so-

Möge das,

bald der Trieb jener wesentliche und allgemeine ist, welcher, von Gott selbst der Phantasie eingepflanzt, zur Erscheinung des göttlichen Wesens in derselben gehört. Dann ist er nur die in die sinnliche Seite der Seele eintretende Idee, und weit gefehlt, daß das Rührende die gemeine Sinnlichkeit erregen sollte, verdient es diesen Namen nur, indem es die als Sinnlichkeit erscheinende Idee aufregt. Daß dieses geschehe, läßt sich am meisten daran erkennen, wenn die Kunst durch eine an sich einseitige Richtung des Gefühls oder der Leidenschaft nicht allein das ganze Gemüt, sondern die ganze Sinnesart des Menschen bis in seine tiefsten Überzeugungen hinein ergreift und umwandelt. Denn die Idee ist überall ganz, und so wie sie in der alten Kunst immer in Eine Richtung der Leidenschaft ungeteilt

herausströmt, so muß in der neueren jede Richtung derselben und jedes Gefühl allumfassend werden können. Ist es nicht so in dem trefflichsten aller Werke dieser Gattung, in Werthers Leiden? Liegt da nicht die ganze Welt und alles Streben und Denken des ganzen Menschen in Einem Triebe nach Einem Gegenstande? Aber nicht bloß diese höhere Leidenschaft wird so zum Lebensgeiste der Kunst, sondern selbst, was wir gemeinhin sinnlichen Genuß nennen. Wird in den Römischen Elegien desselben Meisters

und heiteres Element, worin alle Lebensgeister zugleich frei und mutig spielen, weil sie nicht in der Knechtschaft der Sinne sind, sondern im Wesen des Menschen selbst mit den Sinnen im schönsten Bunde? Auch dieses Werk, sprach Erwin, führst du hier an, weldieser

Genuß nicht

ein klares

ches gewöhnlich für eine ganz reine Darstellung altrömischen Geistes gehalten wird? Darin, versetzt' ich, wollen wir uns durch wohlmeinende, aber nicht sehr genau abwägende Lobpreiser nicht verführen lassen, noch untersuchen, wobei der Dichter am

meisten gewinnen würde.

Du

wirst doch

nun

deutlicher

349

wissen, wie die
vielleicht

Rührung in der Kunst anzusehen ist, und bemerken, daß auch hier, obgleich die Richtung von dem Einzelnen und Besonderen herkommt, derselben ein Ausbilden des Allgemeinen entgegenkommen müsse. Jawohl, sprach er; denn wenn das Wesen nicht auch eine besondere Gestalt annähme, und das bloß Allgemeine bliebe, so könnt' es auch die bestimmte Wirkung, welche das Wirkliche und Besondere auf dasselbe machen soll, nicht aufnehmen.

Am eigentümlichsten und vollständigsten,

versetzt' ich,

wird sich also diese Seite der Kunst wohl da ausbilden, wo die Idee sich ganz in das wirkliche, gegenwärtige Leben hineinbegibt, und dem Künstler in seiner eigenen Wahrnehmung und der ganz eigentümlichen Richtung derselben
das Göttliche selbst erscheint.

Ganz versteh' ich dies noch nicht. So bedenke noch einmal, was wir eben von der Rührung sagten, daß nämlich ein jedes Gefühl allumfassend werden und den ganzen Sinn des Menschen müsse ausfüllen können. Hierin liegt nur noch, daß ihm jeder Gedanke an etwas Höheres und Vollkommenes in dieses Gefühl versinkt und darein aufgeht, wie der Liebende, wenn er so gemutet
ist,

alles Edle,

Vollkommene und

Göttliche in seiner Liebe

findet. Anders ist es aber noch, wenn ihm alles, was göttlich ist, nur in dem Reiche der Wahrnehmung und Empfindung erscheint, so daß ihm das Wesen der Phantasie beständig zerstückt wird, und sich in tausendfältigen Richtungen in die sinnlichen Triebe und Gefühle zerspaltet, da-

gegen aber auch alles Wahrgenommene und Empfundene für ihn nur etwas ist, durch seine Bedeutsamkeit auf das in demselben erscheinende göttliche Wesen. Ist dieses nicht das Äußerste in dieser Art, und kann es nicht als das rein Entgegengesetzte von dem Zustande gelten, wo die Phantasie sich selbst und alles aus der Idee der Gottheit schafft? Ja wohl ist es so. Dieses nun, Erwin, ist es, was wir Humor zu nennen pflegen, mit einem Worte aus dem Lande, wo die Sache

am

meisten verbreitet

ist.

350

Eine so große Bedeutung, sprach
unter.

er,

hätte denn dies

Wort? Ich dachte mir sonst etwas viel Beschränkteres daraber? Doch wohl nicht bloß eine äußere, einzelne Sonderbarkeit, die sich der Mensch aus Schlaffheit oder teilweiser Narrheit angewöhnt hat? Welche Ansicht schon Ben Johnson nachdrücklich widerlegt. Das auch wohl nicht. Aber mehr suchte ich es doch in den besonderen Leidenschaften, Neigungen, und allem dem, was in den Charakter zusammenfließt, welches alles, wie ich glaubte, im Humor eine durchaus einseitige und beschränkte Richtung nähme, und sich doch ganz darin erschöpfte.

Was denn

auch Ben Johnson jene das will noch nicht geaber auch Meinung verbessern, nügen. Denn was könnte diese Einseitigkeit des bloß zeitlich Persönlichen in uns, und eine beschränkte Richtung aller Triebe und Neigungen wohl der Kunst darbieten?
Gerade
so, erwidert' ich, will

Nicht einmal einen recht günstigen äußeren Stoff, da nur das Sonderbare, dessen Unschicklichkeit für die Kunst wir schon früher bemerkt haben, auch hieraus entstehen kann. In der bloßen Einseitigkeit und Beschränktheit kann es also keineswegs liegen, was uns auch die humoristischen Dichter beweisen, in welchen vielmehr, was das Gebiet der Wahrnehmungen, Leidenschaften, Triebe angeht, eine so unendliche Fülle von Mannigfaltigkeit zu finden ist, wie bei keiner anderen Gattung. Etwas ganz Verschiedenes aber ist es, wenn sich das Göttliche nur durch eben diese Mannigfaltigkeit offenbart. Und um die Vergleichung mit dem
ersten Standpunkte der Phantasie zu Hilfe zu nehmen, erinnere dich, wie dort die göttliche Schönheit aus dem innersten Wesen hervorging, und doch immer eine Gestalt

der Besonderheit
zeitlichen

und Gegenwart annehmen mußte. Dort
obwohl etwas Wirkliches, rein über der
selbst

stand die Gottheit,

über der irdischen Schönheit. Im Humor aber ist ihre Gegenwart und Besonderheit die der wirklichen Welt selbst, so wie bei den Alten, in der sinnlichen Ausführung der Gestalten, das Göttliche nichts an-

Welt und

351

deres

ist, als der Begriff des einzelnen Dinges. Die Einheit aber und durchherrschende Beziehung auf ein Gemeinsames in der neueren Kunst macht eben, daß, gerade umgekehrt, alle Wahrnehmung und Empfindung als das mannigfaltige, wirkliche Leben desselben göttlichen Geistes erscheint, nur daß dieser Geist sich ganz in sie verloren und ins Unendliche sich darin vereinzelt hat. Er wird also nur erkannt als das Innere des allgemeinen Triebes, als das Wesen, welches allein den Trieb zum allgemeinen machen kann, und tritt eben deshalb nicht außer diesem hervor, sondern wird von ihm auf das mannigfaltigste in allem

Stoffe der Sinnlichkeit

wahrgenommen und empfunden.

Daraus, sprach Erwin, läßt sich allerdings wohl jene Umkehrung erklären, wodurch im Humor das Allerzeitlichste und Sinnlichste oft die ganze Kraft und Bedeutung
des Göttlichen erhält.

Äußerung dessen, was ich Friedrich Richter, der unser auch daher bezeichnete; eben Kunst entfaltet hat, eigene seine so wunderbar einsichtsvoll den Humor ein umgekehrtes Erhabenes oder auf das Unendliche angewandtes Endliches nennt. Diese Umkehrung
Oft, sagt* ich, ist dieses die

indessen ist auch nur ein Teil seiner Äußerung, und könnte nicht vorgenommen werden, wenn nicht notwendig in der Phantasie ein Gebiet wäre, wo alles Endliche durch Gefühl zurückgeführt wird auf einen göttlichen Trieb, der aber, weil der Trieb überhaupt keine anderen als die mannigfaltig erscheinenden Gegenstände vor sich hat, als gleichartig mit seinem endlichen Nahrungsstoff erscheint. Durch
diesen Trieb sehen wir also zwar die zeitliche Welt ganz auf die gewöhnliche Art, aber zugleich aus einem ganz anderen Lichte, indem in ihn das Licht des Wesens und der

Phantasie übergegangen ist, weshalb uns denn die Gegenstände überall ganz bekannt und gewohnt, aber zugleich durchaus verschoben, seltsam und schief gegeneinandergerückt erscheinen, wenn wir sie nach dem Maße der gemeinen Sinnlichkeit betrachten. Und weil wir gewohnt sind, so etwas Eigentümliches in der Welt des Einzelnen
wieder der Eigentümlichkeit eines einzelnen Grundes zu-

352

zuschreiben, so schieben wir dies auf die Äußerung einer beschränkten und einseitigen Persönlichkeit, da wir doch

umgekehrt erkennen

sollten,

daß es von dem Wesen

aller

Persönlichkeit überhaupt herrührt, dessen Licht sich nur im Einzelnen auf so eigene Weise brechen muß. Was uns

eben diese unerschöpfund ganz Gemeinen, Sinnlichen liche Vollständigkeit des wovon ich dir kein besseres Beispiel als Richters Blumenalso zuerst
auffällt, ist

beim Humor

stücke anführen kann, und die sich aus

dem Gesagten voll-

kommen

erklärt.

Diese Eigenschaft, fiel Erwin ein, ist mir am Humor immer sehr merkwürdig gewesen, und im stillen dachte ich auch vorhin schon daran, als du von der sinnlichen Ausführung in den Werken der Alten sprachest. Denn kaum geht dieüe soweit in das Einzelne und Zeitliche hinein, wie
der Humor, welcher die Erscheinung oft ins Kleinste, wie unter dem Vergrößerungsglase, ausarbeitet. Hieran, sagt' ich, kannst du schon sehen, wie unentbehrlich auch ihm das Bilden oder die Richtung nach außen ist, und wie diese auch hier wieder einen festen Grund und Boden abgibt. Denn ohne die feine Ausarbeitung des sinnlichen Stoffes schwebt der Trieb, der vollkommen angefüllt

und gebunden sein soll, unvollendet in der Luft, und wird so eine Beute der gemeinen Einbildungskraft, welche sich bestrebt, durch ihn allgemeine und leere Gedanken darzustellen. Dergleichen erleben wir auch zuweilen an Richter,
er zu erhaben philosophiert oder schwärmt, und eben dadurch ganz in das Unbestimmte und Grundlose gerät. Erlaube mir, sprach jener darauf, noch eins zu bemerken, was ich sonst wieder vergessen möchte. Mich dünkt, hier stehen sich die Äußersten recht scharf gegenüber. Da nämlich, wo in der alten Kunst das Bilden anfängt, bei dem Hervorbringen göttlicher Gestalten, zeigte sich das Nachsinnen der Phantasie am meisten, in der neueren aber tritt da, wo das Wirkliche auf den Gedanken zurückgeführt wird, am schärfsten die Ausbildung des Einzelnen hervor. Sage mir, ob ich diesen Gegensatz richtig aufgefaßt habe. Ganz recht, erwidert' ich; aber etwas vorgegriffen hast

wenn

»3

353

du auch

in eine Vergleichung, die wir eigentlich erst

nach-

her anstellen können. Indessen wollen wir dabei doch bemerken, daß gerade diese Ausführung des Einzelnen auch die völlige Verflüchtigung und Auflösung desselben herbeiführt. Denn nichts hält sich darin als Ganzes zusammen, obwohl alles nur aus dem Standpunkte der Idee gedacht ist. Darin liegt das, was auch Richter so wahrhaft bemerkt und ausführt, daß im Humor die Absicht der Darstellung nie auf das Einzelne allein gerichtet sein muß, welches sich eben durch seine Ausführung in das Nichts auflöst, sondern immer auf das Ganze und Allgemeine. Wenn er aber hinzufügt, nicht der Einzelne werde lächerlich gemacht, sondern das gesamte Endliche, so ist dieser Ausdruck offenbar zu beschränkt. Denn vom Lächerlichen allein kann hier nicht die Rede sein, vielmehr von einem Zustande, wo Lächerliches und Tragisches noch ungeschieden ineinander gewickelt liegen. Das Göttliche, das sich ganz in den Kreis des Irdischen herabbegeben hat, kann diesem also auch nicht so entgegengesetzt werden, daß eine rein tragische Wirkung daraus hervorginge. Was aber das Gemeine betrifft, welches der Ursprung des Lächerlichen ist, so besteht eben jene Ausführung des Einzelnen darin, daß alles, auch das Edelste und Höchste sich damit vermischen, ja in dasselbe verwandeln muß, so daß auch hier der Gegensatz des Gemeinen und Schönen nie rein aufzufassen ist. Alles ist also im Humor in Einem Flusse, und überall geht das Entgegengesetzte, wie in der Welt der gemeinen Erscheinung ineinander über. Nichts ist lächerlich und komisch darin, das nicht mit einer Mischung von Würde oder Anregung zur Wehmut versetzt wäre; nichts erhaben und tragisch, das nicht durch seine zeitliche und selbst gemeine Gestaltung in das Bedeutungslose oder Lächerliche fiele. So wird alles gleich an Wert und Unwert, und es ist keineswegs bloß das Endliche, wie Richter meint, sondern zugleich die
Idee selbst, Aber das
der

was so
ist

dargestellt wird. ja etwas Schreckliches, sprach Erwin, daß

Humor

alles,

und auch

die Idee zunichte

machen

soll.

Darum,
354

sagt' ich, äußert er sich oft auf eine krankhafte

sich ganz in diesen Trieb verwandelt und sich nur durch ihn bekundet. verliere ich immer das Ziel. worauf wir eigentlich hinaus wollten. wodurch 355 . was für unseren Zweck zur Beurteilung des Humors und des ganzen sinnlichen Standpunktes der Kunst dienen kann. wie mir.Art. mein Erwin. deren Entwicklung meine ganze Aufmerksamkeit gefangen nimmt. und weshalb wir alle diese Vorbereitungen machten. durch welche sich der Trieb zum Göttlichen aufschwingt. daß die wirkliche Welt doch in allen ihren Einzelheiten mit Lust und Liebe dargestellt werden und also in einem gewissen Sinne auch wieder bestehen muß. auf die innere Einheit. und doch Welt die sinnliche schützt. So will ich dich denn. ziemlich vollständig alles gesagt. sprach Erwin. als ein göttlicher sein Gelingen schon selbst in sich zu tragen. was in der neueren Kunst am meisten. Wenn also auch nach jenem allgemeinen Untergange eine Leere übrig bleibt. Ich hoffe. und wenn dieser nun in dem Nichtigen sich selbst vernichtet hat. so ist es doch die Leere des reinen blauen Himmels. aus den Augen. welche unvergänglich und unzerstörbar ist. und würde mich in ein unzusammenhängendes Herum- sinnen verirren. wenn du nicht das Steuer festhieltest. versetzt' ich. in auch wieder das. war doch alles übergegangen. dem nach dieser Reinigung nur noch das Ewige selbst zum Gegenstande übrig ist. Denn in den Trieb. so bleibt er nichtsdestoweniger der allgemeine und vollkommene Trieb. was wir nun zu suchen haben. Was aber jene allgemeine Vernichtung betrifft. hinlenken auf das. Erwin. ja fast allein davor bloße gemeine Schmeichelei für die Sinne ausist er zuarten. sich wohl bewußt. noch mehr aber schützt uns die Idee. Denn über die einzelnen Standpunkte und Äußerungen der künstlerischen Tätigkeit. Hiermit wäre wohl. und aus diesem Versinken in das Zeitliche wie ein Phönix sich wieder emporhebt als eine geläuterte und reine Sehnsucht. so wird dieser Anstoß erstlich schon dadurch gehoben. daß es dir nicht so geht. welches aber freilich nun auch. da es in der sinnlichen Welt keine bestimmte Gestalt als Göttliches mehr annehmen kann.

gab Erwin zur Antwort. aber ich sehe auch nicht. wie du dich über das vorige bemit der nach außen. die alte ruhigst.werden müssen. wird Anselm wohl selbst einsehen. als daß in jeder von diesen beiden die Schönheit vollständig enthalten sein müsse. daß Phantasie und Sinnlichkeit. erwiderte dieser. weil es sonst nie etwas Wirkliches sein würde. woran Anselm den großen Anstoß nahm. welche die vollständigste Einsicht in das ganze Wesen und Dasein der Kunst herbeiführen muß. Mich dünkt immer. Dieses. Denn noch. fragte Anselm? Daß ich noch gar nicht sehe. jede für sich betrachtet. Denn dies war es ja. und dennoch das Wesen der Kunst in jeder von diesen Verwandlungen überall dasselbe sein soll. Auch dies. daß ohne vollständiges wirkliches Dasein der Stoff der Phantasie für die Kunst gar nichts wäre. es könne gar nicht anders sein. als ein anderes. wenn ich den Gegensatz von Phantasie und Sinnlichkeit recht ansehe. ist es immer so. Phantasie und Sinnlichkeit überwiegen nach entgegengesetzten Richtungen. daß in jeder mich. wie die Richtung nach innen Kunst mit der neueren zu einer gemeinsamen Einheit zusammenfallen soll. ist noch gar nicht beseitigt. mangelhaft bleiben müssen. Die beiden Richtungen nach innen und außen scheinen mir da- 356 . macht mich nicht so sehr irre. Denn wir wissen ja. getrennt. der Phantasie und der äußeren Dinge. denn in der Wirklichkeit sind eben beide Welten. sprach Erwin. Daß wir uns der Lösung dieser Schwierigkeit. und ebensowenig der wirkliche Gegenstand. so sind sie es doch in ganz verschiedenen Mischungen und bilden nie ein vollständig übereinstimmendes Ganzes. sprach Anselm. Noch nicht sonderlich. dünkt die Entgegengesetzten verknüpft jr ^'v ^ wie es vorher war. schon sehr genähert haben. Und was wäre das. ohne von seinem Begriff angefüllt zu sein. Unter der einen oder der anderen Gestalt muß sich aber dieses Gemeinsame gesondert darstellen. >^ von beiden alle Bestandteile der Kunst enthalten seien. und mögest du gleich bewiesen haben.

zur Vollendung kommen. fand sich doch immer nur da. und dadurch das Kunstwerk nirgend als alle tasie Richtungen vereinigend erscheint. Der Gegensatz der Phantasie und Sinnlichkeit ist ja ganz von derselben Art. Aber kann sie denn. daß nur wirklich die Aufgabe ihnen gemein sei. Nun. sie müssen auch beide gesondert erscheinen. daß die andere ihr gleichsam nur als Ansatz und zur Hilfe mitgegeben zu sein scheint. als die neue. Anselm hat dich diesmal nicht mit Unrecht gestraft. Die Einseitigkeit und Unvollständigkeit. Adelbert. sprach Anselm. so ist dies dem allgemeinen Begriffe nach richtig. Ich weiß überhaupt nicht. fragt' ich Erwin. daß keine von beiden die andere vollständig in 357 . zu dieser Bemerkung? Mich dünkt. um wirklich zu werden. sagt er aber. um wirklich zu werden. sondern immer überwiegt die eine so. Phanund Sinnlichkeit müssen in der Kunst einander durchdringen. Wenn Erwin sagt. noch diese sich mit jener durchdrungen hatte. wo also auch die Kunst noch nicht zur Vollendung gekommen war. Wieso? sprach Erwin. damit in ihnen dasselbe Wesen lebe. vielleicht ist es schon genug. wo die Phantasie sich noch nicht ganz mit der Wirklichkeit. lieber Erwin. so liegt darin schon. wie Erwin hier einen so großen Unterschied finden kann. müssen Phantasie und Sinnlichkeit nach getrennten Richtungen erscheinen? Daraus folgt ja wohl schon. Was sagst du. schon längst eingeworfen habe. fragt' ich. als wenn die alte Kunst etwas ganz anderes wäre. sagt' ich. daß auch in jeder die Kunst einseitig und unvollständig bleiben muß. daß nämlich jede von beiden auf ihrer Seite überwiegt. wenn du doch selbst behauptest. welche Anselm zuerst auf der Seite der Phantasie gar nicht zugeben wollte. wie wir es auch bei näherer Betrachtung wirklich gefunden haben. und auf einem durchaus verschiedenen Wege in jeder von beiden die gemeinsame Aufgabe gelöst würde. So kommt es mir immer vor.gegen nirgend so miteinander verbunden. was ich auch dir.

welches die Vollendung der Kunst in der wirklichen Erscheinung verhindert. Anmut Lieblichkeit der Verhältnisse vorherrscht. worin Harmonie. Nun seh' ich es ein. für ein Kind der Welt und der Zeitlichkeit gehalten. dieses aber beweist eben. wie ich sie eben aussprach. ineinander überzugehen. seine in das Allgemeine gehende Sehnsucht für unendlich würdiger ansehen. und ein Streben. der über die Tiefen der Gottheit nachsinnt. wird aber seinerseits wieder von dem. alles. sonst liche Dritte würden sie in das gemeinschaftzusammenfallen. daß selbst in echten Kunstwerken immer ein Überwiegen nach der einen oder anderen Seite bleibt. welches ja. wie vorhin Anselm. und sich nicht jede für sich entwickeln. welches die Vollkommenheit des Wesens der Kunst unaufhörlich stört. daß ich mit Unrecht gestritten habe. der findet gewiß Roheit und Schwärmerei und herbe Gewaltsamkeit in den Werken der entgegengesetzten Art. Alles dieses bildet eine Unzahl von verschiedenen Abweichungen. der wird. fragt' er. Graden und scheinbaren Versöhnungen.sich schließen kann. sprach Erwin etwas beschämt. wie ich dazu 358 verleitet worden bin. wie du selbst behauptest. Dieses allein bringt die verschiedenen Bestrebungen und Ansichten hervor. daß in allem eine Beziehung ist. sobald du es in seinem allgemeinen Wesen betrachtest. so daß die Widersprüche nie so rein hervortreten. sagt' ich. Denn wer einmal ganz versunken ist in die überschwengliche Phantasie. in welcher das Entgegen- gesetzte sich immerfort aufeinander bezieht. wer hingegen diesem und sich hingibt. . Kann denn nicht dasselbe Gemeinsame. und dann wieder ganz als Sinnlichkeit für sich erscheinen? Ja. als sinnlich verführerisch und unedel schelten. Und ich weiß auch. in der Wirklichkeit der Kunst geschehen muß. Der Humorist muß. in welche die Phantasie die Gottheit faßt. wenn er recht mit sich selbst übereinstimmt. und darum ist es ganz wahr. einmal ganz als Phantasie. als die begrenzte Gestalt. Die Kunst aber muß durchaus in der Wirklichkeit und Besonderheit sein.

wenn wir erkennen wollen. göttliche Wesen der Kunst. und worin eben die Entgegengesetzten eins waren? Ich weiß doch nicht. als das dritte. und worin von jeher die Kunst es aber Wenn bestehen sollte? Ich weiß es wahrlich nicht. Dennoch sollten Richtungen darin sein.Wodurch denn? Es ist fragt' ich. nicht schon in der Anschauung. welche die sich selbst genügende Anschauung wieder auflösen. als das Band zwischen dem Wesen und der Erscheinung. das wir schon in jener Anschauung fanden. was halten wir dann noch vom Schaffen. versetzt' er. wie fest erleuchten wird. die Phantasie enthalte bloß das innere. Liegt denn dieser Übergang. der Übergang zwischen alles beiden erst die Kunst ausmacht. die Sinnlichkeit aber ihre Wirklichkeit. aber es scheint mir überhaupt. als wenn wir schon angefangen hätten. von welchem Gedanken ja unsere ganze Betrachtung derselben ausging. einmal ergriffene Vorstellungen haften. sobald Gelegenheit zu ihrer Anwendung kommt. welche. müssen wir gewiß nun herausheben. Aber indem du mich hierauf zurückleitest. lieber Erwin? Es fällt mir ein. 359 . wie ihr Dasein. welche wohl arg. erwidert' er. Diesen Übergang. diese Beziehungen durch Übergang zu vereinigen? So scheint es. wenn man auch im ganzen schon längst davon zurückgekommen ist. schießt mir auch wie ein Strahl eine Erinnerung durch den Kopf. und diese Richtungen sind eben Beziehungen. In der Anschauung kann ich mir immer nur die Gegensätze als schon vereint denken. fragt' ich. daß beides in jeder von beiden sein muß. Ich hatte mir wieder fest eingebildet. wie überall das gemeinsame Ganze gegenwärtig ist. dieses Schaffen in viele verschiedene Stücke zu zerlegen. und ganz vergessen. Nun. daß gerade weil das Wesen der Kunst ebenso wirklich ist. nun noch eines solchen Mittels bedarf. Also werden wir wohl ein neues Mittel suchen müssen. von der ich mit Bernhard sprach.

wenn irgend wirkliches Leben und Tätigkeit sein sollte. und dennoch mußte sie sich in zwei ganz verschiedenen Gestalten. die das Wirkliche durch Beziehungen in sich selbst verknüpft. indem sie dasselbe dadurch zum Allgemeinen erhebt. sprach ich. die vollkommene Durchdringung. als der Verstand. wenn du recht treulich folgen willst. hier des Wesens mit der Erscheinung. Beide aber schienen einander zu bekämpfen. Welche Kraft der Seele ist es denn nun. ist es Anschauung. so fehlte uns wieder das eine. Daß wir mit der Anschauung allein nicht auskommen. unendlich viele Stufen und verschiedene Mischungen zeigten. welche tätig wirkend überall das Wesen mit der Erscheinung. wenn wir es auch erst recht als als nur nicht ganz in jener Schaffen erkannt Beziehung betrachten. welches ich. das die Kunst macht. wenn es nicht eine Kraft gibt. und die Erscheinung mit dem Wesen zusammenknüpft. hast du ja wohl deutlich genug bemerkt. Denn in dieser war mit einem Schlage Wesen und Erscheinung. und so den Mittelpunkt der Kunst überall gegenwärtig erhältl Eine solche Kraft aber ist. ihre Einheit im Laufe des Gegensatzes schwebend.l Vielleicht also. wie es das Dasein der Kunst erfordert. Wie kann also dieser Zwiespalt gehoben werden. und mußten es auch. denn wofern nicht beide. wie du selbst ganz richtig fandest. als Phantasie der Phantasie und als Sinnlichkeit derselben darstellen. einen beständigen Verkehr und Übergang zwischen beiden Seiten hervorbringt? Halblaut und mit Zögern gab er zu Antwort: das ist wohl keine andere. sagt' ich. dort der Erscheinung mit dem Wesen. daß sich wieder ein altes Vorurteil bei dir einstelle. das gegen den Verstand. War aber dieser beständige Wechsel. nun mit der Wurzel auszurotten gedenke. nur der Verstand. 360 . Begriff und einzelne Wahrnehmung eins und dasselbe. Es scheint wohl. so würden sie immer nur in das ununterscheidbare Einerlei zusammenfallen. Wahrscheinlich. und. wechselseitig übereinander überwiegend. sondern wird werden.

Und da wir durch unsere gemeinen Erkenntniskräfte niemals dahin gelangen. dahingegen der Verstand immer nur stufenweise verknüpft. ihn vielmehr zur klarsten und alles durchdringenden Einsicht und Beruhigung leitet. sondern das Dasein der Begriffe selbst. Denn es kann im Himmel und auf Erden nichts so verschlossen es nicht eröffnen sollte. aus Wesen in unmittelbarem Dasein hervorgehen sollte. und anstatt ihn aus dem Gleichgewichte zu bringen und einem blinden Rasen hinzugeben. der künstlerische Verstand. Grade das Zufällige und ganz Einzelne. so ist uns eben durch die göttliche Offenbarung. wirklich gegenwärtig.Ein solcher Verstand. daß dieser Schlüssel Gewiß. sagt' ich. was er alles. liegen. wie die Menge zu glauben pflegt. 361 . welche wir die Kunst nennen. stellt ihn ja für die Kunst am reinsten und vollständigsten dar. worin wir gemeinhin den Begriff vermissen. welche auch den Verstand erst in sich selbst vollendet. sprach Erwin darauf. dasselbe Weltall bildend. wie allumfassend die göttliche Kunst sein muß. und diese Dinge nicht bloß Schein und Gespenst des Daseins. in gleichschwebender Einstimmigkeit zusammengehalten wird. muß denn wohl ganz anderer Art sein. daß wir darin unserer eigenen göttlichen Natur uns bewußt werden. Wahrhaftig. deren Unvollkommenheit ungeachtet. versetzt' ich. Durch diesen göttlichen allein sind die allgemeinen Begriffe in den einzelnen Dingen. Denn diesem widerspräche was wir über nicht zugleich unterschiede. der Blick in das Wesen der uns umgebenden Dinge so eröffnet. durch welchen Göttliches und Irdisches. rief Erwin aus. nichts bleibt ihm unzugänglich. und ins Unendliche nichts als übereinstimmend erkennt. als der gewöhnlich so genannte. die wahrhafte Übereinstimmung und Einheit des Allgemeinen und Einzelnen zu begreifen. jetzt seh' ich erst recht ein. Es ist ja. indem wir die streitenden Elemente unseres Daseins durch Verstand und Einsicht auf das vollkommenste versöhnen. die künstwelcher alles lerische Phantasie ausgemacht haben. ein Abkömmling des göttlichen.

deren entgegengesetzte Stoffe ihm von außen gegeben seien? Keinesweges. Können wir dasselbe wohl als ein bloßes Schweben zwischen Verhältnissen ansehen. ist es auch. und was mich nötigt. Denn \ wenn stimmen soll. oder umgekehrt? Ich weiß nicht anders. was wir seit unserer ersten Unterhaltung über diese Gegenstände ausgemacht haben. Die geb' ich gern. versetzt' ich. und leicht scheint es mir auch nun zu halten. Und doch muß Beziehung die Anschauung erst mit sich selbst verbinden. gab Erwin bedenklich zur Antwort.Aber eben dieses. und alle Verwechslung mit den gemeinen Erkenntnisarten rein zu vermeiden. Ich versprech' es. laß uns denn auch das Wirken des Verstandes beobachten und zerlegen. und damit Verständnis. er als Nicht anders. Nicht wahr? Ja. Wie ist das möglich. als daß beide Richtungen zugleich darin sein müssen. sagt' ich. anders ist keine Beziehung zu denken. gegenwärtig zu erhalten. Sonst würden wir durch häufiges Zurückblicken auf schon abgemachte Dinge die Sache mehr verwirren als fördern. er nicht also auch schaffen? Das ist aber doch auch soviel als anschauen. wo die Schwierigkeit Hegt. das ist Unterscheidung und Verknüpfung. so muß er er ganz mit sich selbst einauch sich selbst als seinen eigenen Stoff verarbeiten. dir alles. Diese Beziehung muß aber von dem einen zum andern gehen. Gut. Geht sie nun vom Wesen zur Erscheinung. Auch das muß er. wie der Verstand eine solche Einstimmigkeit bewirke. wenn du mir nur heilig versprechen willst. vom Allge- meinen zum Einzelnen. wenn Beziehung und Richtung. Muß Ja. darin sein soll? 362 . dich nun um eine deutliche Ausführung zu bitten.

Das wird dir gewiß nicht mehr auffallen. den freilich der gemeine Verstand nur in den besonderen Vorstellungen zu finden meint.Ich kann es nicht einsehen. sondern wir ertappen sie in ihrem ewigen Schweben zwischen ihren eigenen Elementen. entwickelt. Die eine Richtung muß wieder vom Allgemeinen zum Besonderen gehen. und der denkende Verstand schwebt über ihr und denkt sie gleichsam aus in einzelne Gestalten der Erscheinung. aus welchen er sich stufenweise zum Begriffe zu erheben sucht. In derselben ist doch wohl der Stoff. wenn nur darüber nicht wieder die Einstimmigkeit verloren geht. von der ich zuerst mit Bernhard sprach. So entfaltet er die Anschauung. die andere umgekehrt. sondern überall auf gleiche Weise Dasein und Vollendung ist. daß diese Idee. Die erste laß uns denn zuerst betrachten. Nicht wahr? Ohne Zweifel. welche sich mischend und verbindend das unbegrenzte und nur von sich selbst umschlossene Weltall der Schönheit bilden. denn alles Hervortreiben und Drängen des künstlerischen Geistes ist darin vollendet und beruhigt. kein anderer. Wenn aber das geschieht. als das Allgemeine. zum wirklichen Dasein. Es wird also auch hier bei entgegengesetzten Richtungen bleiben. nicht zu erkennen. dennoch der Beziehung genannt wird. woher die Kunst kommt und wohin sie geht. Freilich. Dieser Standpunkt ist ohne Zweifel die eigentliche Reife der Kunst. Wir wollen sehen. wie du vorhin noch richtig bemerktest. und wird sich ihrer als seines gegenwärtigen Lebens und Webens durch ihre inneren und äußeren Beziehungen deutlich bewußt. und wie in einem klaren Kristall das innere Gewebe der Teile. so sehen wir nicht mehr bloß. Stoff der 363 . welches das Entstehen bezeichnen würde. das schon darin gegeben war. aus welcher der Verstand das Besondere und Wirkliche. von welchem die Beziehung ausgeht. als die allgemeine Idee. Denn auch die Idee ist in der Phantasie von Anfang an etwas Gegenwärtiges und Wirkliches.

nur Sophokles. Gewiß. Du siehst also auch wohl ein. sprach Erwin. und ihm jener Ruhm nur insofern zukommt. dem ich. jener will hier nicht mehr hinin 364 . wenn es mir auch etwa um historische Vollständigkeit zu tun wäre. es falle so alles in eine ununterscheidbare Masse zusammen. daß wir. obgleich dieselbe Richtung nach außen auch hier bemerkend. und ihn selbst als einen Propheten des Christentums ansehen wollte. weil er jenes Bilden der älteren Dichter vollendet. das Erhabene anmutig und die Anmut erhaben. während er doch nur die alte Kunst zur wahren Reife gebracht hat. sondern besser tun werden. als in jedem Vollendeten die Keime zu allem übrigen enthalten sind. um recht deutlich zu sein. Dinge zu finden glaubte. Darum ist es kein Wunder. obwohl auch in den vollendeten Werken der alten Bildnerei und der neueren Malerei vom geübten und wahrhaft verständigen Blicke dasselbe gefunden wird. daß er dies Eine zugleich in das mannigfaltigste Dasein zerlegt. weil die göttliche Idee so Gegenwart und Leben ausgeflossen ist. kein Vor und kein Nach. die nicht in die alte Welt zu gehören schienen. und das Höchste und Fernste wird mit dem Gewöhnlichsten durch leichtes und natürliches Nachdenken auf das klarste und innigste verbunden. und in jenem reinen Äther ungehindert seine Beziehungen das Wunder und Verknüpfungen auf das mannigfaltigste vollendet. wenn du seinen Sinn genau verstehst. so sollten wir meinen. Aus jener Kunst aber nenne ich dir. daß sie von allem Lebendigen nicht mehr getrennt werden kann. Das deutlichste Beispiel davon läßt sich an der Poesie geben. Bei diesem entdeckst du. einen neuen für diesen Standpunkt zu suchen.so sind auch in die Gestalt eines solchen Kunstwerkes alle inneren Anstalten und Organe zur vollen Durchsichtigkeit aufgegangen. doch den Ausdruck des Bildens hier kaum noch anwenden können. Wenn wir nun dem gemeinen Verstände folgten. daß man in diesem. überall sich selbst durchdringende Schönheit. Überall ist Gegenwart und Vollendung. dagegen besteht aber eben des künstlerischen Verstandes darin. nur sehr wenige beigesellen könnte.

wie auf die An- schauung der Idee. um mich von einem Grauen zu befreien. das mich abermals anwandelt. Doch dünkt mich. und die Idee auch immer schon in der Gestalt der Wirklichkeit ihr zum Grunde liegt. auch hier wieder auf das Er- scheinende und Sinnliche hin. und entwickelt daraus jedes Leben und jede Gegenwart. was es sein wird. da Phantasie und Sinnlichkeit durch sie vereinigt sind. bis wir deutlicher das ganze Reich des Verstandes übersehen. Die Betrachtung wäre also. sprach er. sagt' ich. Ich ahne schon. sie müsse oft auch mit dem Sinnen der Phantasie zusammenfallen. Gut. wenn ich dich recht verstehe. und das könnten wir wohl am besten durch den Namen der Betrachtung ausdrücken. welche vorzugsweise der alten Kunst zukäme. Es ist also. nicht aber ein ursprünglicher. Du strebst. Wenn du aber das Sinnen der Phantasie erwähnst. und zwar die.aus dem anderen entstehend auch nur gedacht werden kann. und ferner. die eine Richtung reichen. und nur durch scharfes und ruhig fortgesetztes Hinblicken darauf das Mannigfaltige und Lebendige als zugleich seiend und darin spielend auseinander legte. aber eins wirst du mir noch erlauben zu fragen. da nichts mehr als des künstlerischen Verstandes. wo sie sich ganz in sich selbst schaffet und auflöset. so müsse sie sich ebensogut auf die sinnliche Anschauung des Einzelnen richten können. Gewiß macht es dir 365 . wo wir sie sehen wollten. Allerdings muß auch dieses eben durch die Betrachtung zum Ausdruck der Idee erhoben werden. denn sie findet überall die Idee. und so gelangt denn die Kunst dahin. als wären es verschiedene Stoffe. sondern als Stoff der Beziehung alles zugleich ist und ineinander liegt. versetzt' ich. und das mit Recht. den die Beziehung selbst macht. erwidert' er. als wenn das Auge des Verstandes hier eine ganze Welt in den Glanz der Idee eingehüllt erblickte. Zwischen der Idee und der Welt der besonderen Dinge ist also hier nur der Unterschied. so laß uns lieber mit dieser Vergleichung noch warten.

^ sagt' er. Daß sie Dasein und Körper haben soll. rief ich aus. Sie wird doch nun. ob ich mich umsehen dürfte. so ist er auch sterblich. Blicke denn nur starr vor dich hin. daß die Idee durch Betrachtung ganz in die Verhältnisse und Gegensätze der Wirklichkeit aufgelöst werden.bange. daß du dich umsehen würdest. nicht ganz wieder verschwinden? Ich fragte ja nur. so daß du keiner Partei Belohnung oder Strafe mit reinem Gewissen zuteilen könntest! Und woher kommt dieses Los der Idee. und so die Idee selbst zu ihrem eigenen Schatten. versetzt' ich. sprach er. handelst sogar wider das ausdrückliche Versprechen. Erwin. denn grade hier am Ausgange an das Licht flattern die Irrlichter und schattenbleichen Ideale wie Lamien und Empusen am allerhäufigsten umher. Siehe nur. und sich durch innere Gegensätze selbst vernichten. und sieh dreist zu. und mit in das Nichts der Wirklichkeit aufgeht. ja vielmehr die Sterblichkeit selbst. das ich nicht längst von dir empfangen habe? Ich glaubte nicht. wie sich die Idee durch Betrachtung in Gegensatz und Zweideutigkeit verliert. Und willst du denn eben dies halb wieder zurücknehmen. auch du fällst immer noch zurück in jenes unglückliche Streben nach dem sogenannten Ideal? Das ist es. durch welchen auch alles an Wert und Unwert gleich gemacht wurde. bis wir unsere Eurydike durch die Labyrinthe der Schattenwelt an das helle Tageslicht geführt hätten. und dem allgemeinen Schick- 366 . und darüber auch mit diesen in die Nichtigkeit der bloßen Erscheinung zerstieben wird. diesen Körper zum Scheinkörper. wie sich in den griechischen Tragödien die Ideen von Recht und Tugend verwirren. denn die Idee ist alles ganz und vollständig. und dieses Dasein zum eingebildeten. so laß dir nichts davon merken. und mir fiel dabei der Humor ein. Und Nun. verlangst du ja selbst von ihr für die Kunst. jenem oft uns schon erschienenen Ideal der gemeinen Einbildungskraft. als daß die Kunst sie durch Betrachtung in das wirkliche Leben hineindenkt. abschwächen? Ist aber ihr Leib wirklich was ein Leib ist.

die dasselbe in den urkräftigen Brunnen der Anschauung versenkt. daß der künstlerische Verstand auch vom Einzelnen ausgehen muß. wie ich eben bemerkte. um es ganz in sich aufzunehmen. wie es in der Phantasie ist. es dadurch der Unvollkommenheit der gemeinen Verstandesverbindung entzieht.sale desselben unterwirft! Hieraus wirst sehen. und eben daß diese es ewig und unvergänglich macht. das gibt dir doch wohl keinen Anstoß? Denn dieses Handeln und Beziehen des künstlerischen Verstandes ist ja. auch in seiner Besonderheit. sagt' er. die du 367 . obwohl es aus allem vorigen folgt. du auch wohl einKunst am allerverschiedenen Bestrebungen Diese Erinnerung. auch in ihrer Sinnlichkeit betrachtet. warum das Drama in der alten meisten die Vereinigung aller darstellt. und er läßt das Wesentliche nicht aus dem Besonderen entstehen. und es muß eine Beziehung geben. denn es scheint mir nun nichts mehr übrig zu bleiben. in welchem sie sich selbst vernichtet. FreiHch. versetzt' ich. mein Erwin! Nun verstehst ewige und vollkommene Begrenzung der Phantasie durch das Wirkliche. das ist das Handeln und Wirken der Kunst. erwidert' ich. daß nämlich das Besondere für die Phantasie. Daß es für die Phantasie schon von Anfang an. das sehen wir nun erst durch die Kunst wirklich entstehen. und so als ein vollständiges Weltall sich selbst zu genügen. und es so erst zum Wesentlichen umschafft. die vom Besonderen und Wirklichen ausgeht. auch das Zeitliche selbst sich zur Idee verklärt. nun die Phantasie selbst. daß. hilft mir am besten wieder auf den rechten Weg. indem die Idee durch ihre zeitliche Gestalt vernichtet wird. nicht der gemeine Gegenstand der Sinne sei. Denn es ist ja für sie nur so da. Diese. Wohl erkenn' ich nun. kann ich mir hier nicht deutlich denken. Und was wir bisher eigentlich immer nur voraussetzen mußten. das Besondere bleibt ja immer da. wesentlich ist. sondern findet es unmittelVortrefflich. sprach er. Aber damit wir diese Einsicht auch von der anderen Seite vollenden. laß uns auch die zweite Richtung verfolgen.

sprach er. wird auf überraschende Weise als die Anschau- Die Fähigung erfüllend. was du sagtest. Denn wer sich auf die endlose gemeine Beziehung zwischen einzelnen Vor368 . daß man die Prüfung witziger Vergleichungen nicht zu weit treiben müsse. daß du so unbefangen unternimmst zu erklären. Freilich. und das kann er doch wohl nur durch Gegensätze. Der nun an das Wirkliche und Be- zusammenschlagende Anschauung ent- hüllt. so ist es auch. sprach Erwin hierauf. müßten immer in wesentlichen Eigenschaften und Merkmalen zusammenfallen. In der Betrachtung hatte ja auch die Idee nun in der Beziehung eine besondere Gestalt. zeichnen. daß manche ihm dies selbst für wesentlich halten. welche der Witz vergleicht. woraus sie hervorspringen oder wo sie ineinander fallen. da doch meistens nur zufällige und einseitige herausgehoben werden. woher auch die Regel kommt. den Witz für ein Verfahren des gemeinen Verstandes zu halten. dieses sonst so unerklärbare Ding. Erwin. Du nimmst es. die wir gewöhnlich mit dem Namen des und als wesentlich aufgezeigt. Mit dieser wird dann auch die Beziehung des Verstandes eins. indem er in den Verhältnissen und Gegensätzen unmittelbar als gegenwärtig die mit sich selbst nun vollkommen recht. wie es auch auf dem anderen Wege mit der Betrachtung war. Solange dies aber stufenweise oder teilweise in einer Kette von Trennungen und Verbindungen vor sich geht. sehr fremdartig. erwidert' ich. denn in diesem Gebiete ist Vergleichen und Unterscheiden sein Geschäft. Ich erstaune. der zuerst nur als Besonderes erschien. was der Witz sei. mein Handlung. kann nur etwas bedeuten. Verstand knüpft sich also sondere.bar durch sein Denken darin. Dieses Gesetz. bleibt das Wirkliche noch gemeine Erscheinung. dieser keit des Verstandes nun zu beWitzes ist es. sagt' ich. und ihr Stoff. und wurde doch durch eben dieselbe zugleich als Idee gedacht. Der künstlerische Verstand hebt diese auf. Danach sollte man glauben. Auch klingt mir. die Dinge. wenn es eine Warnung sein soll.

wie manche Werkchen dieser Zeit. welche nur durch Begeisterung verliehen wird. äußere Kennzeichen kann es. so daß es mehr ein Zusammenklappen zu nennen ist. Das Zusammenschlagen findet sich wohl bei einem geübten und einmal einseitig darauf gestellten Verstände. nichts anderes aufweisen. wie ein verborgen gewesener Funke aus der Tiefe des Gemüts von selbst hervorspringen sollte. ohne ein so von der Anschauung und dem wesentlichen Stoff derselben erfülltes Gemüt gibt es keinen Witz. und der mit sinnlichen Wahrnehmungen spielt. wie du selbst einsehen wirst. wie es denn auch eine Scheinbetrachtung gibt. Ein großer Teil der neuesten Sonette und Kanzonen und der Romane. nicht wohl davon geben. Jetzt versteh' ich. Ohne Gegenwart der Anschauung. du wolltest denn jenen Witz. du wirst aber wohl selbst bemerken. an die Spitze stellt.Stellungen die und Begriffen einläßt. der uns im gemeinen Leben oft ergötzt. sondern Scheinwitz nenn* ich den. und bloß den vielleicht sehr seltenen bestehen lassen. sondern die Gegensätze liegen platt und leblos nebeneinander. aber es schlägt nicht die Flamme heraus. wird dich nicht weit nach Beispielen hiervon suchen lassen. ganz verbannen. die den Vorsatz des Komischen an der Stirn tragen. Erwin. das sie auch wohl Ideal nennt. sondern nur einen Scheinwitz. und es sehr bedächtig und tiefgrübelnd entwickelt. Wie! rief er. welche alles zugleich verzehren und verklären muß. welche Goethes ruhige Klarheit nachkünsteln. der auf die Idee zielen mag! Nicht so mein' ich es. und eine unkräftige Kälte ist die Empfindung. die bei dem Zusammenschlagen der Gegensätze des Verstandes. woran wir als an dem eigentlichen inneren Merkmale diesen Scheinwitz erkennen. Ebenso verhält es sich ja auch mit der Scheinbetrachtung. was du hiermit meintest. Viele Beispiele könnt ich dir von solchem mit großem Geklapper kaltgeschmiedeten und unerfreulichen Witze anführen. der wird freilich vom Verständnis des Witzes nur immer weiter abkommen. welcher überhaupt ohne Anschauung ist. Welches ' 34 369 . die irgend einen leblosen Begriff oder ein Gespenst der Einbildungskraft.

sagt' ich. was diesen sinnlichen Witz so erfreulich macht. wie dir alles. vorhin bemerktest. füllt diese an. die Idee und die Erscheinung. wohl beweisen wird. und es so in seine Bestandteile. überall die Anschauung mit sich selbst zusammenstimmt. das ist nur wahr. Nur mußt du recht unterscheiden. daß oft zufällige Eigenschaften der Dinge verglichen werden. wenn du dich erinnerst. wie Sinnlichkeit und Phantasie gleichsam die beiden Pole der einen und selben Kunst ausmachen. wie wir auf das Komische. welches. was wir über das Komische sonst ausgemacht haben. und das vollkommene Zusammenfallen des Einzelnen. so schreiend oft ihre Farben kontrastieren. was wirklich Witz ist. wie dieser mit dem Komischen ganz auf denselben Gründen beruht. In der sinnlichen Anschauung muß also die Kunst ebensogut lebendig sein. in die sinnliche An- und erhebt sie mit den Gegensätzen zum Wesentlichen und Schönen. Der Witz aber ist uns eine Wirkungsart des tätigen künst- 370 . ist er in seiner innersten Wurzel gar nichts anderes. Und doch. wie in dem Widersprechendsten und in der äußersten Oberfläche der Dinge. Was du hierbei schauung. als wir das Schöne betrachteten. sprach er. und wie wir auf den Witz gekommen sind.Verhältnis setzen wir nun aber zwischen dem niedrigen sinnlichen Witze und dem höheren fest? Laß uns. Für die Phantasie muß es immer die Idee sein. wie in der Idee. das wirst du wohl nicht bezweifeln. sagt' ich. notwendig eine komische Wirkung tut. das der Verstand heraushebt. zerlegten. Daß es aber einen sinnlichen Witz geben muß. wenn wir die Dinge nach den Gesetzen des gemeinen Verstandes betrachten. Es ist also das heitere Bewußtsein. Jenes nämlich entstand uns. den kränkenden Namen der Niedrigkeit ganz wegwerfen. Wohl seh' ich es ein. wenn es eben durch die gemeine sinnliche Anschauung in zufälligen Erscheinungen geschieht. wie es schon wirklich da war. die sich in den Gegensätzen verzehrt und erneut. lieber bei dem. Der höhere oder ernstere Witz möchte aber wohl schwerer zu ver- stehen sein.

noch etwas zur besseren Aufklärung hinzufügen. daß er keineswegs eine einseitige und nur im Besonderen erscheinende Fähigkeit des Verstandes ist. von einer gewissen Richtung betrachtet. das scheint zwar ihm eigentümlich zu sein. idealen Witz. und daran erkennen. fuhr ich fort. welches dem gemeinen Verstände sonst nicht anders als durch Aufsteigen von Stufe zu Stufe mögtreffen. wenn er die ganze Welt der Erscheinung mit ihren allgemeinen Gegensätzen und Widersprüchen in geht. Nun wirst du wenigstens den Umfang auch des Witzes übersehen. dem sinnlichen Witz nicht beiwohnen kann. worin das Komische allein gefunden wird. um sie unter allgemeinen und durchgreifenden Gegensätzen dem über alles waltenden Schicksale zum Opfer zu bringen. die Wahrheit deiner Erklärung. kommt aber doch nur aus der Natur des Schönen überhaupt her. wonach man diese Kraft des Witzes nur in einzelnen.lerischen Verstandes. weil er von dem Äußeren und Mannigfaltigen aus nach innen geht. sondern der ganze Verstand selbst. sondern kann ebensowohl eine tragische oder erhabene Wirkung haben. Diesen wirst du in manchen großen Werken der neueren Zeit andie worin ein großartiger Verstand die Wirklichkeit auf das mannigfaltigste ausbildet und schmückt. überraschenden Schlägen oder Blitzen zu erkennen pflegt. wenn du willst. wiewohl es mir noch etwas schwer wird. welche durch das ganze Reich der Kunst. welches. So will ich. durch welches ja die Idee ohne Mittelglieder und stufenweise Verknüpfungen in der äußersten Oberfläche der Dinge wahrgenommen wird. unterscheidet den allgemeinen oder. Überraschend ist uns dieses beim Witze. plötzlich überspringenden Funken wahrnehmen. Anschauung der Idee hinabstürzt. Daß wir gewöhnlich den Witz nur als einen einzelnen. mich von den gewöhnlichen Vorstellungen zu entwöhnen. weil das Ganze dort in jedem Einzelnen zum Vorschein kommt. wie du sähest. Dieses Bestreben auf das Allgemeine und Ganze. sprach er. Sehr ergreift mich. aber nach einer bestimmten Richtung hindurch- Er kann also keineswegs an dasjenige Gebiet gebunden sein. 371 .

so ist doch darin alles nur Entwicklung des Einen und selben. was du bei den gro- ßen Meistern in dieser Art. wendig gegeben war. Und dieses ist es. die sich aus ihr ganzes Weltall ihrem mit zur Wirklichkeit. selbst ergreift und in die Anschauung versenkt. Der Witz der Neueren dagegen muß erst aus dem Erscheinenden für jeden besonderen Standpunkt jenen ewigen Inhalt schaffen. Daher kommt es. in jeder Besonderheit.lieh ist. am besten lernen wirst. Denn hier wird alles Besondere schon in der Idee gefunden. daß gerade in der witzigen Kunst eine viel reichere Fülle von absicht- lichen Beziehungen möglich ist. er bringe dasselbe noch vollkommener zustande. entweder zu einem bloß zierlichen aber leeren Spiel. In jener betrachtenden Art erscheint daher das Schöne gewöhnlich als unabhängiger von Beziehungen und allem äußeren Anteil. und diese bringt Abgrund erhebt. daß. und man könnte sagen. den unsere gemeine Leidenschaft daran nehmen könnte. das ihm not- Wenn also auch bei den Alten. an welchen der Schlag des Witzes wie ein elektrischer durch eine ganze Welt geleitet werden kann. da er die besonderen. darin der Verstand die reichsten Ketten von Verknüpfungen in einander arbeiten könne. besonders in ihren lyrischen Werken. der Verstand vielverschlungene Ketten bildet. als bei dem. dige Darum wird auch der Witz. ja auch die einseitig sittlichen. wie 372 . Jene Eigenschaft schließt aber keineswegs aus. als so. wenn einmal die Kunst im Elemente des Witzes lebt. Wenn man nun den Grund von diesen Beziehungen. wo es an und für sich gleichartig ist. oder zur wahren Albernheit. indem sich zugleich in jedem Gliede die unvermittelte Beziehung auf die innere Anschauung erneut. welches nicht anders geschehen kann. eigennützigen und leidenschaftHchen Beziehungen. wie im Pindar und den tragischen Chören. was wir Betrachtung nannten. oder vielmehr ein sol- cher Scheinwitz. wenn ihm keine lebenAnschauung zum Grunde liegt. Gerade dieses ist aber in Wahrheit auch das Werk des Witzes. und doch ohne Vermittlung auch in seinem wahren Wesen auffasse. wie Shakespeare oder Cervantes. daß er es sogleich als Einzelnes und in seinem äußeren Zusammenhange.

so ist es recht das Geschäft des Witzes. in welche sich die Sinnlichkeit spaltete. dich zu rüsten. wir haben aber damit auch nicht mehr. die es mitten in allen einseitigen Bedeutungen. Denn ein solcher gegenseitiger Übergang wie hier war ja auch schon in den beiden Richtungen der Phantasie. daß die Entwicklung einseitig schien. Doch ich fürchte mich zu weit in diese Gegenstände zu verlieren. und die Empfindsamen sind oft nicht wenig un- manche gehalten über ihn.tun. den Mittelpunkt der Kunst zu finden. daß wieder die Betrachtung in der alten. nun übersehe ich das Ganze. das du künstlerischen Verstand nennst. das wir noch zusammenschlagen müssen. daß wir in dem Bilden und der sinnlichen Ausführung die Vollendung der Kunst nicht finden konnten? Eigentlich lag es doch immer daran. Gut. unveränderlich behaupten muß. daß er ihnen den feinen Reiz der Empfindung ohne Rücksicht zerstört. der Witz in der neueren Kunst überwiege. Dem Schönen aber gibt er dadurch erst seinen wahren Adel und die hohe Gleichgültigkeit. Aber ich gestehe dir. versetzt' ich. sprach ich. Sentimentalität nennt. welche die umgebende Mannigfaltigkeit widerscheinend auf dasselbe wirft. Dies alles. ob du dich nun besser in diese Vorstellung vom Witze findest. dem Bilden und Sinnen. woran hat es uns denn gefehlt. als von einem gewissen Punkte nach einer Richtung gehend aus dem Wesen nämlich in die Wirklichkeit. erwartet hatte. welches wir 373 . sprach Erwin. diese kleinliche Sentimentalität zu vernichten. daß ich hiervon mehr für unser Bestreben. der sinnlichen Ausführung und der Rührung. Ja. und will dich also fragen. und ebenso auch in denen. Mit Freuden und großer Erwartung bin ich dazu bereit. Und dazu fordere ich dich nun auf. Ja überdies scheint es mir. ist an und für sich ganz richtig. und du hast es auch schon genug zu verstehen gegeben. und welches in zwei entgegengesetzten Richtungen durch Betrachtung und Witz die Idee mit der wirklichen Erscheinung verschmelzt. als die einzelnen Fäden oder höchstens die Anlage des Gewebes.

also. insofern sie bloß für sich ohne weiteren Grund ist. welches sonst nur in der ursprünglichen Einheit des Wesens und der Erscheinung beschlossen läge. ohne doch im geringsten zu wissen. was denn an dem Vorbilde so Bestimmtes und Besonderes sei. wenn nicht eins aus dem anderen entstehen. sondern nach unserer schon aufgestellten Lehre beides eins und dasselbe sein. reine Zufälligkeit. Denn zufällig nennen wir doch die Erscheinung. Zugleich fragt sich aber auch. also der Nichtigkeit. durch deren Wirken allein jener an sich Wesen und Wirklichkeit gemit sich selbst verbunden wird. in welcher sich diese beständig fortstrebende Beziehung. und dies ist eben die Betrachtung des Verstandes. durch sich selbst als wirklich erkannt. Das Wesen die Betrachtung zugleich in den Augenblick des einzelnen Daseins geführt. bei einer Gattung. In der Beobachtung der gemeinen erscheinenden Dinge beruhigen wir uns freilich bei einem näheren oder entfernteren Grunde. die nichts findet. welche durchaus auf keinen wirklichen Grund vollständig zurückgeführt werden kann. daß wir wohl das wirkliche Ding der Erscheinung als eine Nachahmung des Wesens oder Vorbildes annehmen. wie beides.uns gewöhnlich als ein unendliches Entstehen. daß es dadurch nachgeahmt werden könnte. Vorbild und Abbild. und doch ineinander übergehen soll. als auf sich selbst. von diesen gesondert. notwendig auflöst. oder einer Ursache. der wir sie unterordnen. unterschieden werden könne. wenn zwischen beiden eine Tätigkeit lebendig ist. und auf nichts anderes zu- rückgeführt werden kann. und dadurch ganz Wirklichkeit. und eben deshalb das "Wesen als ein unendliches. aus welchem sie die wirklichen gleichartige Stoff zugleich in sondert. und als gleichartig nun wird durch Gestalten hervorhebt. welche nur da ist. Eben dadurch ist sie aber auch der unendlichen Beziehung auf das Besondere hingegeben. Alle diese Schwierigkeiten werden gelöst. Aber alles dies reicht bei den Kunstwerken 374 . wovon wir sie ableiten. und so das Wesen. worauf sie beruhen könnte. an sich nicht abgeschlossenes und darum leeres Ideal denken. Erst durch sie wird das Handeln der Phantasie. Daher kommt es eben.

daß das Verfahren der Betrachtung im Phantastischen und Sinnlichen ganz dasselbe sein müsse. daß dadurch der Begriff erfüllt. und worin durch den Verstand das Bilden und Aus375 . die bei den Alten das Notwendige und Unbedingte in bestimmte und ganz begrenzte Gestalten der Gegenwart bildet. Nur nicht immer zu eilig. in welcher Leben und Beziehung sei. Dieses nun ist eben deshalb für sich nichts. Und dieses geschieht durch das Hervortreiben der vollständigen Wirklichkeit aus der Idee. was du unter der Anschauung. So erfüllt sich dieses Bestreben des Vernicht zu. indem es als Erscheinung sich durch die reine Zufälligkeit aufhebt. versetzt' ich. die wir immer der alten Kunst zuschrieben. son- dern mit Geduld und Ruhe alles nacheinander untersuchen Du selbst bemerktest mit Recht. Aber die ganze Richtung nach außen. wie sich in dem Bilden der Phantasie und in der sinnlichen Ausführung die Betrachtung notwendig auf gleiche Weise wiederholen. Verstehen können wir vollständig nur. sprach Erwin. und das Besondere in allen seinen Teilen so vollständig für die Sinne ausführt. verstandest. Wahrlich. weil es nur durch die Idee so einzig und abgesondert dasteht.Augenblicklichen. und das Ding über sich selbst zum Wesentlichen erhoben wird. die Idee aber ihrem ganzen Inhalt nach durch ein wirklich gegenwärtiges Dasein begrenzt. jetzt wird es mir erst recht deutlich. welches denn die alte Kunst unterschiede. scheint mir noch ganz von der andern gesondert. daß es dieselbe Kraft ist. Auch sehe ich wohl. wenn wir nicht vorgreifen. wo in dem standes vollständig. und die sich dadurch selbst begrenze. und es wäre nun auch überflüssig zu beweisen. in welcher also schon das Wesen und der Mittel- punkt der Kunst überall unverändert ist. und doch zugleich das Wesentliche und Ev/ige. Erst durch sie wird demnach das Göttliche und Irdische in dieselbe Welt des Symbols vereinigt. das nur einmal so vorkommt. das ganze Dasein beruht. und durch dasselbe Wirken das Wesentliche zum Zufälligen und das Zufällige zum Wesentlichen werden muß.

Wir aber. versetzt' er. Vortrefflich. ist in der Tat gerade das Gegenteil davon. unserem Sprachgebrauche mehr gemäß. die sonst nichts. welcher nicht anders vermittelt werden kann. und unter jedem von diesen beiden könnten wir uns nichts Wirkliches denken. denn darin bleibt eben hebt. wird also erst die Masse belebt. wie ein Blitz. oder durch die Empfindung dieselbe hervorrufen sollen. Darstellung nach unserem Sinne ist also nur möglich durch den Verstand und die Betrachtung. die Elemente darin trennte und vereinigte. weil aus dem Begriffe durch Betrachtung und stetes Hinblicken auf denselben das Wirkliche geschaffen wurde. Nun wirst du auch desto leichter einsehen. und sie dadurch als einzelne auf- Ganz bei der indem er sie als wesentliche in die Anschauung verDas bloße Vergleichen der einzelnen Dinge in ihren Beziehungen. daß ebensowenig das Sinnen der Phantasie und die Rührung ohne den Witz in Wirklichkeit und Tätigkeit gedacht werden könnte. welche sich zum Ausdruck der Idee umgestalten. als durch den Witz. die er ausübt. wozu das Wort Nachahmung bei den Neueren herabgesunken ist. es schon zu bemerken. um die falsche Bedeutung. So wie Richtung der alten Kunst das Wesen und die Erscheinung immer schon in der Tätigkeit selbst symbolisch vereinigt sind. so stehen sie hier in einem allegorischen Gegensatze. Denn auch hier könnte es nicht zum Bewußtsein kommen. oder Anschauung des erscheinenden Gegenstandes wäre. wenn nicht das Wirken des Verstandes. Nachahmung nannten. das Wesentliche in sich enthalten. mußt du es dir vorstellen. Ich glaube. Eben das war es nun. die Darstellung nennen. wenn nicht der Witz die ihren Beziehungen und Verhältnissen zum Grunde liegende Anschauung enthüllte. scheinst du es gefaßt zu haben. als bloße Anschauung der Idee. so. Durch sie. 376 . was die Alten. wollen es. wodurch manche den Witz erklärt haben.führen vereinigt ist. wie die besonderen Erscheinungen. sprach Erwin. sprach ich. zu vermeiden. sagt' ich. senkt. und weshalb sie damit die Kunst überhaupt bezeichneten. der die einzelnen Beziehungen der Dinge zusammenfaßt.

Ja die sinnliche Erscheinung und die Idee werden in der sinnenden Phantasie und in der sentliche Rührung durch den Witz gleich vollkommen zum Mittelpunkte der Kunst vereinigt. beim Sinnen der Phantasie aber wird die Idee zugleich sinnliche Anschauung. Denn bei dieser war das Wesen vorausgesetzt. Das begreif ich nun wohl. worin die Dinge zusammenfallen. und insofern dies für das bloße Dasein ein Zufälliges und Zerstreutes ist. aus welchem die Wirklichkeit hervorging. daß diese Allgegenwart der Kunst nur möglich ist durch diese Tätigkeit des Verstandes. ertappen. wo eins sich in das andere verwandelt. und gehe.das Endliche endlich. Alles dieses aber vernichtet der wahre Witz mit einem Schlage. und die Anschauung des Wesens unendlich fern. die Verknüpfung desselben ins Unendliche unvollständig. daß der Witz sie im Be- und Leere. da seine Beziehung Gestaltlose vom Erscheinenden anfängt. besonderen Gestalt. damit in das woher ich sehe noch nicht deutlich. welche wir auf dem Übergange aus der Idee in die Wirklichkeit gerade an dem Punkte. Aber woher. Erwin. beim Witz aber ist es mir immer. Denn die Idee in einer 377 . oder die Erscheinung der Idee selbst werden. Doch bleibt mir der Witz immer noch schwieriger zu begreifen als die Betrachtung. erhält es erst dadurch sein inneres Band der Einheit. Bei der Rührung nämlich muß nach unserer Einsicht das bloß sinnliche Gefühl durch den Witz ein wesentliches. Auf diese Anschauung bezieht er das Gegenwärtige und Einzelne in den Dingen. indem er in jeder Verknüpfung die we- Anschauung entdeckt. sprach Erwin. rief ich. Hieraus wirst du sehen. Diese Handlungsweise ist aber ganz dieselbe. und damit völlig zusammenfallen. die Anschauung sei die sinnliche oder die der Idee. indem der Witz nur Gegenwärtiges und Wirkliches auf sie bezieht. uns kommen soll. als sei er ganz vernichtend. daß auch durch den Witz das innere Wesen der Kunst überall gegenwärtig ist. worauf doch das Einzelne nur bezogen werden kann. kommt denn das Besondere für die Betrachtung? Und ist denn die besondere Gestalt der Idee nicht dadurch gegeben.

sowohl für die Phantasie als Sinnlichkeit. die Schilderung aber der Malerei zukommen möchte. auch scheinen sie mir nicht ohne Sinn von den bildenden Künsten hergenommen. entgegensetzen. wie der Verstand nach jeder von beiden Richtungen. die Schilderung nennen. Nun schlägt dieselbe in das Besondere ein. sagt' ich. Nicht übel. indem die Darstellung wohl vorzugsweise der Bildhauerei. die schon die Fülle der Anschauung mitbringt. und dieses wollen wir. welches nur vermittelst des Witzes möglich ist.sonderen und Wirklichen findet? Soll sie denn als Idee aus diesem hervorgebracht werden. Freilich nicht! Schon vorher fragt' ich dich ja zu früh. der Unterscheidung wegen. worauf er alles abzielen läßt. so müssen wir diesem das Umbilden und Beziehen des Besonderen durch sinnende Phantasie und Rührung des Triebes. Indessen gebe ich zu. Aber diese Namen bezeichnen doch nur noch die Behandlung des Stoffes der Anschauung. die Elemente des Schönen auf 378 . wenn er nicht schon die innere Anschauung mit sich führt. und ist sie nicht vielmehr ewig und von Anfang an im künstlerischen Verstände gegenwärtig? Du erinnerst dich ja wohl. Es wäre wohl gut. das Besondere und zugleich in der Idee verklärt erscheint. Der Witz kann also das Wirkliche gar nicht beziehen und verknüpfen. als nachdem wir eingesehen haben. worin er sich wesentlich von der Beals vernichtet trachtung unterscheidet. in welchem erst die Idee als gegenwärtig. wie sie durch die beiden Richtungen des Verstandes vor sich geht. daß du hierauf nicht früher antworten konntest. durch die alles mit Notwendigkeit aus der Anschauung hervorgeht. Wenn wir also dieses Entfalten des Wesens durch Bilden und Ausführen mit Hilfe der Betrachtung das Darstellen nannten. wenn der Sprachgebrauch diese Ausdrücke so festsetzen wollte. wie der Verstand selbst zur Einheit mit sich gelange. Und dieses wird dir wohl nicht genügen. bemerkst du das. daß nur die Verknüpfung durch den Verstand Witz ist. wobei diese Richtungen immer noch getrennt bleiben. erwidert' er. und aus diesem Blitze verbreitet sich ein Licht. und für die er alles zusammensetzt.

. beide zu vereinigen. zwischen der alten und neuen Kunst geteilt. Es liegt also darin ein Witz. daß uns eben deshalb vieles im Aristophanes eigentlich ungenießbar bleibt. Es wird also auch hier wohl das Beste sein. indem sich die Darstellung derselben in eben die Spaltung verliert. welches mir beim Komischen einzutreten scheint. indem er bloß durch die kräftige Darstellung und Ausführung des ganz Gemeinen und Nichtigen zustande kommt. welche sonst durch die tätige Beziehung des Verstandes verknüpft wird. müssen wir gestehen. ganz von der Seite der letzten angesehen. sich mit dem Witze berühren müsse? Offenbar da. Doch bleiben für jetzt noch diese Richtungen getrennt. und unserem eigentümlichen Streben oft ganz fremd. Daher ist auch der komische Witz der Griechen von ganz eigener Art. sondern aus der Sache selbst hervorgeht. wo sie bis zur Zerspaltung der Idee in die mannigfaltige Wirklichkeit für die Sinne geht. Du erkennst also doch richtig. zuerst zu beobachten. Indessen 379 Wo glaubst du nun. wie du dem Ganzen den Schlußstein aufsetzen wirst. welcher. daß die Kunst allemal sich erst auf dem eigentlichen Scheidepunkte vollendet. daß es uns immer am besten gelang. Und um so schwieriger scheint es mir. wie Betrachtung und Witz in der alten und neuen Kunst ineinander übergehen. und wenn wir ehrlich sein wollen. wo das Wesentliche und Endliche zugleich ist. und zwar. Nicht wahr? gleiche Ohne Zweifel.Weise und zu derselben Einheit miteinander verbindet. Du weißt. Dadurch entsteht in der Tat der Widerspruch zwischen der Idee und der nichtigen Erscheinung. und jene dadurch in Erscheinung auflöset. Desto begieriger bin ich aber nun auch zu sehen. daß die Betrachtung. oder wenigstens eine innere Übereinstimmung erreicht hat. wenn wir zuerst diese verfolgen. die komische Wirkung schafft. sagt' ich darauf. wenn wir schrittweise vordrangen. der nicht durch das Wirken des Verstandes zu entstehen scheint. was wohl am meisten auffallen möchte. da jede von beiden Welten der Kunst in sich selbst eine gewisse Vollendung.

daß sie ungeschlossen bleiben würde. auch wirst du es nicht verkennen. so wenig. Und bemerkten wir ausdrücklich. Du fühltest also schon. recht wesentlich sei? Freilich bemerkten wir das. So ist es gewiß. Ja. An diesen Beispielen aber soll es dir nur am deutlichsten Werden. aber gestaltet wird sie. Entstehen kann die Idee nicht. sonst liegt es. daß der Witz die wesentliche Anschauung mitbringen müsse. in der Natur der Darstellung selbst. und zu einer Auflösung des Nichtigen in nichts werden soll. aber dieses scheint mir wieder nur auf den sinnlichen Witz recht passend. und diese als Erscheinung der Idee ohne Witz nicht gedacht werden kann. daß gerade dem Tragischen die nicht vorhin Auflösung der Idee in Nichtigkeit durch die Betrachtung sein. indem eine bestimmte Besonderheit als eins in ihr gedacht werden muß. Vollkommen richtig! Beim Witze wird es dir aber wohl noch weniger zweifelhaft sein. Denn beim Sinnen der Phantasie muß doch wohl eine Gestalt des Göttlichen von 380 . daß er ohne Betrachtung nicht bestehen kann. und es gäbe also auch bei den Alten einen tragischen Witz. die bei ihm meistens die Idee auseinanderreißen und auf diesem Wege die tragische Wirkung vollenden. So muß es wohl sein.kann hier der Witz nicht allein an das Komische gebunden wie er es überhaupt ist. Denn vorhin fordertest du ja schon eine bestimmte Gestalt der Idee für ihn. und der scharfen und unvereinbaren Widersprüche gedenken willst. wie du hieraus sehen wirst. So tat ich. indem der Witz bestimmte Gestalten des Einzelnen und Wirklichen auf sie zurückführt. ohne den vernichtenden Witz. wenn du der Bitterkeit des Äschylos. welche diese Besonderheit in der Idee findet. und damit ist auch die Betrachtung gegeben. insofern sie immer bis zur reinen Wirklichkeit getrieben werden muß. Aber ihre bestimmte Gestalt erhält freilich diese allgemeine Anschauung der Idee erst. der ebenfalls nur aus der kräftigen und ganz folgerechten Darstellung hervorginge. wenn er nicht zum bloßen Scheinwitz.

wenn du den Witz so betrachtest. das Wirkliche als im Widerspruch und doch zugleich als mit ihr zusammenfallend vorgestellt wird. wie es in der Allegorie den Beziehungen mit unterliegt. Eins aber kann ohne das andere nicht sein. und eben damit auch. wie früher in einem anderen Sinn zur Allegorie. wenn nur durch Beziehungen und Gegensätze. die nur durch unsere längst erkannte ursprüngliche Einheit beider verstanden werden kann. und worauf die Schilderung überhaupt b^uht. als ergriffe er die rohe Außenseite der gemeinen Erscheinung allein. Wendest du dich aber auf die Einheit der Anschauung. Möge also auch die Gottheit in bestimmter Gestalt vorausgesetzt werden.Anfang an gegeben sein. Siehst du also den Witz nur an. worin die Gegensätze als gegenwärtig liegend erkannt werden. der als eines und dasselbe in Pulsen hin und her schlägt und durch dieses einfache innere Leben als Lebensgeist den ganzen Körper der Kunst erfüllt und zusammenhält. um darauf alles Wirkliche zu be- was wir sonst und vielleicht am vollständigsten beim Sinnen der Phantasie ausgemacht haben. Jetzt seh' ich meinen Irrtum ein. Warum aber setzest du dies Wesen der Kunst ganz in den Verstand. lieber Erwin. nicht durch Entfaltung und Ausbildung. so ist das Wesen selbst schon als besondere Gestalt in diesen Widersprüchen befangen. Du vergissest noch zuweilen. welcher erst durch den als solches der ziehen. daß es in der Tat der mit Anschauung angefüllte Verstand ist. das Göttliche schon Erscheinung gleichsam entgegenzuführen. welches eine Art Vorausbestimmung des einen für die andere voraussetzt. doch scheinen mir diese Anschauungen mehr den Stoff für die Kunst herzugeben. wie er die Widersprüche auffaßt und verbindet. so ist dies gar nicht gegen unsere Meinung. Vielmehr gehört es ja zum Witze. gehört denn nicht auch die innere Übereinstimmung der Anschauungen in Phantasie und Sinnlichkeit dazu? Allerdings. damit beides in eins zusammenfallen könne. 38i . so ist der Witz selbst auch zugleich Betrachtung.

wie dieses Ideal nach beiden Seiten hin ein leeres Spiel derselben wesenlosen Einbildung ist. das ist ja nun erreicht. sondern ein ewiges und unbedingtes. das man mir als die Bedeutung des Schönen aufdringen wollte. und wenn ich früher ein solches von der bloß erscheinenden Gestalt der Dinge nicht deutlich genug unterscheiden konnte. Wie so das? Weil sich. was ich dennoch immer im Anblicke des Schönen wirklich genoß. nebst denen. Immer floh ich ja das leere und unmögliche Ideal. Dazu gehört Tätigkeit und Übergang. welches aber in diesem vollkommenen Verstände kein zeitliches. In dieser Bedeutung. Dieses aber. ohne allen Gegensatz gar nicht als etwas Wirkliches und Gegenwärtiges denken ließe. meines Wissens. o teuerster Lehrer Adelbert. oder eine der Idee. das Wesen der Kunst gefunden hast. daß du im vollkommenen Verstände. das ganze Schöne in der Wirklichkeit und Gegenwart zu erkennen.Verstand verarbeitet oder vielmehr zum eigenen Leben gebracht wird. mein Erwin. die durch sogenannte Gefühle die ganze Kraft des Schönen aufnehmen wollen. ein Werden. so fehlte mir nur die Einsicht und das Bewußtsein dessen. Sind denn damit auch alle deine Forderungen und Wünsche befriedigt? Wie sollten sie nicht Wonach ich von Anfang an strebte. eine vollkommene sinnliche Anschauung des Wesens. welche ganz in sich selbst vollendet wäre. das in ihrem Dasein überall dasselbe sein sollte. ohne ein fernes unbekanntes Ideal. Denn nun ist das Schöne ein wesentliches und doch gegenwärtiges Dasein. Die Prediger der Sittlichkeit aber. Denn wenn ich auf diejenigen höre. welcher hiernach wohl die Wirklichkeit der Phantasie selbst wäre. welches etwas ganz Leeres und Hohles zu bleiben verdammt ist. kann ich dir wohl zugeben. Doch jetzt erst erkenne ich ganz deutlich. welche die uns nun wohl1 382 . und doch erscheinendes Werden sein muß. so stellt sich mir nun das rastlose Streben des Triebes nach einer unmöglichen Erfüllung dar. ist offenbar das wahrhafte Wunder der Kunst.

weil nicht allein das Licht von ihm verschluckt ist. welche ein ganz wirkliches und doch in sich selbst ewig zurückkehrendes Dasein am vollkommensten ausdrückt. Phantasie und Sinnlichkeit. Niemals können beide zusammenfallend einander vernichten. indem er. ist immer nur das in sich selbst zurückkehrende Gemeinsame von beiden. Idee und Erscheinung. Der sich um beide schlingende Umschwung endlich bietet von außen den Anblick des Werdens und der Bewegung dar. sondern sich auch von ihm aus in eine mannigfaltige Masse verbreitet. als dieselbe. urkräftigen Lichund wird deshalb von vielen allein geschaut. was in der einzelnen Gestalt sich verbirgt. rief ich nun. was von der Idee ausstrahlt. zu welchem das von auch Rückkehr in sich selbst eben diese durch er Erwin. 383 . wie du den ganzen lebendigen Weltbau der Schönheit erkennst. denn das Wirken des Verstandes behandelt alles. in ewiger Umwandlung abschließt und vollDer eine von diesen Brennpunkten. Die wahre Kunst dagegen muß überall durch Gegenwart erfüllt und geschlossen sein. Sondern in der Figur. noch kann sich jeder von gen. leuchtet mit eigenem. in welchem wir die Sinnlichkeit fanden. umwindet sie mit einer elliptischen Bahn der Verstand.bekannten Musterbilder suchen. durch wesentliche Voll- kommenheit endet. Nicht weniger ist aber darum auch der andere wirklich da. te. die sie fruchtloser abmüht als das Faß der Danaiden. indem sie das Allgemeine nur durch das Allgemeine in den Dingen anfüllen wollen. welcher nichts als der ausgedehnte Mittelpunkt selbst sein würde. und für den einzigen Mittelpunkt gehalten. Deswegen. und nur der gemeinen. gegenwärtige Wirklichkeit. kommen auf nichts was mehr Kraft und Dasein hätte. durch wirkliche Besonderheit. was aber wird. auf der dunklen Oberfläche wohnenden Erkenntnis erscheint dieser als dunkel. die von demselben Umschwünge ihnen mit einem abgesonderten Kreise des Daseins umgeben. der des Wesens oder der Phantasie. liedes Wirkens und Werdens umgeben sind. eine Arbeit. in welchem zwei Brennpunkte. Mit Freuden. ging außen zuschauende Auge leitet. sehe ich also.

indem du eben das Wirken des Verstandes als jenen Umschwung um die beiden Brennpunkte schildertest. Ehe ich aber davon mehr sage. will ich nur noch Bernhard fragen. sagt' ich.dein Blick nicht sem Werden fandest. während sie zugleich zur Idee und zum Wesen wird. um jene Anschauung. die aber an sich selbst in das leere Nichts fällt. jetzt besser begründet glaubt. ob du vollständig irre. als in welchen dasselbe mit sich selbst verwickelt ist. sprach dieser hierauf. wenn du wirklich auch früher in diewonach du dich sehntest. kannst du recht haben. sprach er. Und so bliebe dabei auch an meiner Meinung etwas Wahres. dieses Werden des einen aus dem anderen und diesen steten Übergang auch ganz und gar nicht verstanden haben. Nun eben dieses. weshalb wir heute bemerken mußten. ob er erhalten. daß wir in unserer bisherigen Darstellung alles noch zu sehr als Werden und Wirklichkeit betrachtet haben. alles. wie wir es denn allerdings auch zu betrachten genötigt sind. und hiervon müssen wir uns vielleicht nur immer das Bewußtsein gegenwärtig gar keinen Gegensatz mehr zu finden. gegenwärtig Du aber Anselm sage mir nun. Das ist ohne Zweifel. was auch Erwin ganz richtig aussprach. So etwas gälte also nur. Darin. Denn selbst. wenn ich nicht einsähe. in welcher zugleich Beziehung und Unterscheidung ist. wenn wir das Schöne als bloß äußere Gestalt und Wirklichkeit betrachten. möchte wohl endlich der geheime Grund sein. Dennoch mußte auch in diese überall der Stoff aufgehen. wäre nun die Wirklichkeit. Ich müßte. versetzt' ich. mußtest du diese äußere Bewegung immer noch von dem inneren Stoffe unterscheiden. hiervon der Grund. daß wenigstens in diese Darstellung jener Gegensatz des Musters und Abbildes nicht mehr hineingehört. doch immer noch die innere Bedeutung als etwas Verborgenes und geheimnisvoll Verschwiegenes ahnen. einsiehst. 384 . daß wir außer der wirklichen Gestalt des Kunstwerkes. wie hier das Abbild dem Muster auf keine Weise untergeordnet sein kann. Denn was man noch Abbild nennen könnte.

die doch ewig bei 25 385 . würde denn dadurch eben das. was du jetzt verschweigste. dies soll. siehst du wohl. wie wir sie aufgezeigt haben. Ausdruck des Allgemeinen? Auf die Art. als die sich selbst schaffende des reinen Ich. ist ja für sie nur da. wenn es nicht eine Beziehung zwischen dem Einzelnen und dem Allgemeinen gibt. was sie zu besonderen vernichten Dingen macht? Nein. gemeinsame Anschauung aufgeht. wäre ihr die Besonderheit der äußeren Dinge entgegengesetzt? Und sie sollte sogar. daß eine solche ganz freischwebende. Diese aber könnte doch keine andere sein. sind das leere Allgemeine und die gegenwärtige Besonderheit der Dinge nie zu vereinen. doch. Wenn du dich aber deiner scheinbar heroischen Verschmähung des einzelnen Dinges entäußern wolltest.Ich sehe wohl. das schon in den Dingen ist? Ihr Begriff? Warum braucht dieser noch allgemein zu werden? Und wenn er es werden könnte. daß nämlich mehrmals erwähnt wurde. daß dieses nicht vollständiger vernichtet werden kann. was die Dinge zu besonderen macht. und es gibt gar keine wahrhaft sich selbst bestimmende Erkenntnis. sagt' ich. ich es dir offen gestehen soll. und überall in sich selbst aufgehende und sich selbst verarbeitende Tätigkeit auch durch nichts Fremdes begründet werden kann. so würdest du vielleicht überzeugt werden. erwiderte Bernhard. insofern sie es Also nur das Allgemeine. die Idee selbst. die in eine zugleich wirkliche und wesentliche. Nur eins ist mir da- Wenn noch anstößig. erwidert' er darauf. wie du es von der Sittlichkeit verlangst. Was kann also in den Dingen Ausdruck der allgemeinen Tätigkeit werden? Doch nicht das. als indem es selbst unverändert in das allgemeine Wesen versetzt wird. die wieder an keiner Besonderheit der Erscheinung haften würde. diese Besonderheit zum Aus- Und druck ihres allgemeinen Wesens umwandeln? Das soll sie allerdings. so machte mich auch gerade dieses schon längst zur Versöhnung mit deiner Meinung geneigt.

die andere nichtig ist. wohl. daß wir dieses ganze Wirken auch zugleich als Idee in uns gegenwärtig erhalten müßten. Doch gesteh' ich. wohin ich dich leiten wollte. und so beides gleichartig. gehe durch Betrachtung und Witz mit in die Nichtigkeit auf. so müssen sie sich auch zugleich gegenseitig aufheben. wir hätten das Wirken des Verstandes noch zu sehr als bloßes gegenwärtiges Dasein betrachtet. daß es weder Betrachtung ohne Witz. ein Ausdruck des Allgemeinen. daß du wohl in Beziehung hierauf vor kurzem sagtest. Und wenn sie nicht mit darein aufginge. aus der einen und selben Wurzel hervorgehen! Diese nun ist der Augenblick des Überganges. um stufenweise Ich muß 386 . Erwin? Ich meine. und weiter nichts. völlig ineinander verschmelzt. und was kann davon der Grund sein. als daß beide nach verschiedenen Richtungen. daher.und unvergänglich ist. daß ich mich während der Entwicklung der Phantasie und Sinnlichkeit beruhigen konnte. Denn davor wirst du dich nun wohl hüten. des Allgemeinen und Besonderen. und in gegenseitiger Beziehung aufeinander. versetzt' er. ist mir selbst noch nicht deutlich. welche mit dem Besonderen in das Nichts übergeht. gedacht hätte. Nur wie dieser Widerspruch zugleich von beiden Seiten aufgefaßt werden soll. ohne daß ich an den wesentlichen Widerspruch beider. rief ich aus. daß du meinst. Nun erst. in welchem der Verstand beide Anschauungen. das Besondere werde in diesem Übergange bloß. oder diese in jener abgedrückt. Das kam eben. wie man zu sagen pflegt. wenn ich mir vorstellte. und da beide in einem reinen Widerspruche miteinander stehen. wäre sie dann wohl zugleich das Besondere. fragt' ich. Du weißt ja. und nicht eine leere allgemeine Form? Was meinst du hierzu. und doch zugleich eben dieses in sich selbst verewigt. bist du in die wahre Mitte der Kunst gedrungen. noch Witz ohne Betrachtung geben kann. daß wir. versetzte dieser. Dies war ohne Zweifel so gemeint. die Erscheinung werde in die Idee aufgenommen. sagt' ich. insofern die eine wesentlich.

und. Und doch können wir die Schuld davon auf nichts anderes wälzen. alles vernichtenden Blick nennen wir die Ironie. fuhr ich fort. eins und dasselbe sein. das ganze Wesen der Kunst in die Ironie aufzulösen.fortzugehen. Ich erstaune. Du hast mich. versenke dich ganz in den Ge- danken. da außer ihr ist. noch nicht erwähnten. ein undenkbares Unding sein würde. Beim Verstände aber konntest du dich gewiß dieses Widerspruches nicht ganz entschlagen. sondern wird das gegenwärtige Wirkliche. wodurch doch Phantasie und Sinnlichkeit erst in wirkliche Tätigkeit übergehen. Geht also die Idee durch den künstlerischen Verstand in die Besonderheit über. über deine Kühnheit. damals der Beziehung des Verstandes. alles überschauenden Blick zusammenfassen. hält sich zusammen durch Eingreifen ineinander. daß ein Besonderes. Dieser Augenblick des Überganges nun. Hier also muß der Geist des Künstlers alle Richtungen in einen. Greif mich nur nicht mehr an. die Nichtigkeit und das Vergehen selbst. welches nichts anderes als der Ausdruck der Idee wäre. denn so müßte es aufhören das Besondere oder Wirkliche zu sein. durch sein notwendiges irdisches Dasein in das Nichts zerstieben sehen. denn das bloß Irdische. mit jener sie nichts / / 25* 387 . so drückt sie sich nicht allein darin ab. sprach er. sprach Anselm hier. wovon jedes zugleich mit entgegengesetztem Bestreben schafft und vernichtet. und nie abreißendes Entstehen und Vergehen. wenn wir das Herrlichste. und diesen über allem schwebenden. Jetzt also. wenn wir es allein wahrnehmen. muß der wahre Sitz der Kunst. versetzt' ich. erscheint auch nicht bloß als zeitlich und vergänglich. als auf das Vollkommene selbst in seiner Offenbarung für das zeitliche Erkennen. ja auch noch zuweilen auf- merksam darauf gemacht. in welchem die Idee selbst notwendig zunichte wird. und darin Witz und Betrachtung. welches viele für Ruchlosigkeit halten möchten. und unermeßliche Trauer muß uns ergreifen. wir mögen dies nun nach Anselms oder Bernhards früheren Erklärungen verstehen.

und daß man mir nicht diese beilege. was sie nur zum Schein belebte. durch den gemeinen Lauf der Welt zu beweisen. die wir beim alten Lucian und bei manchen seiner neueren Nachahmer finden. wenn es mir auch vielleicht lange Übung kosten wird. daß sie nämlich jene leeren Ideale den wahren Ideen unterschiebt! Denn diese Scheinbilder einer träumerischen Einbildungskraft lassen sich freilich gar leicht als nichtig aufdecken. die Ideen selbst in ihrer ganzen Vergänglichkeit und Nichtigkeit aufzufassen. bei denen ich sie nicht wünschte. ja daß der Mensch. daß man dem Nichtigen ein scheinbares Dasein leiht. indem man das Wahre anzugreifen glaubt. Diese besteht aber darin.matten und falschen Religiosität. selbst 388 . Dieses ist die sogenannte freundliche Lebensphilosophie. indem sie nur vernichtet. Wie aber könnte sie das wohl so glücklich beweisen. nichts Edles und Reines gebe. nur desto tiefer in den Schmutz der Sinnlichkeit und Gemeinheit hinabstürze. davor muß ich mich wohl verwahren. Ferne sei aber diese von uns. welche die Dichter des Tages durch ihre selbstersonnenen Ideale unterstützen. um es desto leichter wieder zu vernichten. daß es keine Tugend. die wir längst anfeinden. wer nicht den Mut hat. dieses Verständnis immer in mir lebendig zu erhalten. Ich glaube. oder unbewußt. Und so ist diese Ironie zwiefältig in sich ohne es zu wissen. wenn sie mit diesem Beginnen nicht auch die andere Krankheit. der es wohl gelingt. Denn wer jenen Mittelpunkt der unsrigen erfaßt hat. sprach Erwin. die schon so verbreitete empfindelnde und heuchelnde Selbsttäuschung über Religion. Eben durch selbst. dich zu verstehen. keine Wahrheit. Vaterland. und dann ist es ein gewöhnlicher Scherz. der ist wenigstens für die Kunst verloren. und dann kann sie allerdings zum Ruchlosen führen. vereinigte. entweder wissentlich. dem wird darin das Wesen und die göttliche Idee auch auf Erden zu eigen werden. und womit sie rüstig helfen. Aber es gibt freilich auch eine Scheinironie. je hoffnungsvoller er nach diesem Höheren strebt. wie Scheinwitz und Scheinbetrachtung. Ich sage dir. Kunst bis zum leersten Unsinn zu bringen.

und alles. sagt' ich freudig. mein Erwin.jene Nichtigkeit der Idee als irdischer Erscheinung. Die Kunst also. Jetzt scheinst du mir glücklich zu vermeiden. Vielmehr muß das Wesen hinrinnen durch alles Sterbliche denn eben dieses sein Dasein ist ja die Kunst. und es kann sich nicht das eine durch die andere verlieren. Du meinst nämlich doch nicht. ohne daß diese wieder durch jenes gewonnen würde. versetzt' er. blitzende Wirksam- mein Erwin. Und nun erst bin ich ganz bei weitem meine überzeugt. und das vergehende und entstehende Irdische selbst muß die lebendige und gegenwärtige Idee sein. und dein dringendes Bestreben. daß seinerseits das Irdische durch diesen Zauber der Kunst zu einer allgemeinen Vollendung und zu einem unveränderlich feststehenden Wesen erhoben werde? Keineswegs. sie als wirklich. rief ich aus. und dieses Wahrlich. Beides aber greift ineinander durch die stets mit sich selbst einige. gelangen wir erst dazu. selbst als das Dasein der Idee zu erkennen. welche dir doch immer nur die zerfallende äußere Gestalt zeigen wollte. daß es nicht die gemeine Sinnlichkeit war. die dich anfangs begeisterte. du übertriffst noch Hoffnung. ist sie beschlossen. das siehst du deutlich ein. welche ja zugleich in ihm entsteht und vergeht. sonst würd' es ja eine ununterscheidbare Anschauung. ist ganz Dasein und Gegenwart und Wirklichkeit. . und durch sein immer wiederkehrendes Dasein ist das Wirkliche die stets gegenwärtige Entwicklung jener wesentlichen Anschauung. aber sie ist das Dasein und die Gegenwart und die Wirklichkeit des ewigen Wesens aller Dinge. in den wirklichen Dingen als solchen etwas Höheres zu erkennen. 389 . so dünkt mich. was uns erscheint. Denn in derselben ursprünglichen Einheit sind ja hier Wesen und Zeitlichkeit miteinander durchdrungen. welches überall in ihrem ganzen Dasein eintritt. Durch ihr Vergehen als Irdisches. war doch wohl ein Aufdämmern der wahren Ironie. und vollendet sich die Anschauung in ihr. wovor ich allein noch zu warnen für nötig hielt. und doch zwischen beiden hin und her keit des künstlerischen Verstandes.

ungeachtet der Unvollkommenheit ihres zeitlichen Daseins. sondern als das. welche diese darstellt. sie ist in der alten Kunst mehr unbewußt. Ja. wie beim Sophokles im Ödipus in Kolonos. daß nach allem diesen nur durch und echter. in den Dingen selbst. Dieses. überall dasselbe bleibe. was eben nur in reiner Vergänglichkeit und Nichtigkeit besteht. insofern es als solches für sich besteht. daß es nur in dieser Unvollkommenheit. ergreift uns Wehmut. so wird uns eben diese Zeitlichkeit ein wesentliches Leben und eine fortgeals die setzte Offenbarung der lebendigen und gegenwärtigen Gottdu nun auch. wenn wir alles bloß von der Seite der Sterblichkeit ansehen. und nicht bloß als das Vergänglichste. Wie es also möglich sei. wenn in beiden die Ironie ist? Sie ist doch in beiden auf verschiedene Art. leicht nicht so gegenwärtig und natürlich erscheint. Was Was ist es? die alte Daß mir immer noch anderzugehen scheinen. in der neuen dagegen hegt sie das Bewußtsein in sich. daß das Wesen der Kunst. und. möcht' ich dich noch fragen. welcher ganz aus diesem Bewußtsein her- 390 . Darum. Aber in den zur Reife gediehenen Werken der alten Kunst geht sie auch in das Bewußtsein über. und eben daher kommt es vielleicht. wie der Witz. ewiger Inhalt in unser Wahrheit die Kunst heit. ja vielmehr in der Nichtigkeit der Erscheinung erst wirklich jenes Wesen ist. was meine Freude noch nicht ganz ungetrübt hervorbrechen läßt. Dringt aber unser Blick in das Wesen ein. denn nun wissen wir. Nur über eines. sprach er. kommen mag? ist nicht einmal eine Folgerung aus dem. was wir über die Ironie ausgemacht. Adelbert. sondern nur ein anderer Ausdruck dafür. das brauchen wir nicht mehr ängstlich zu suchen. Siehst zeitlich erscheinendes Leben.ist nur durch den einigen und doch hin und her wirkenden Verstand. und nicht immer den falschen Idealen wehren kann. daß sie in den Gegenständen. und neue Kunst ausein- schadet dies. und das Schöne zeigt sich uns nur Hülle eines geheimnisvollen höheren Urbildes.

in der neueren dagegen verkörpert sie sich bei der höchsten Vollendung auch in die Gegenstände und den Weltlauf selbst. daß uns nicht mehr der Gedanke der Einseitigkeit beikom- j p^ men wird. auf nichts. und wiederum führt ihn die Übertretung dieser Gesetze zur wunderbaren Verklärung. die ihn vernichten. Die Unschuld des Ödipus gilt für nichts vor den Naturgesetzen. Eins von beiden. und das wird dir wohl am Shakespeare am deutlichsten werden. die ganz aus Shakespeares innerstem Gemüt und eigentümlicher Weltansicht hervorgeht. als was an und für sich der Lauf der Welt ist. Ihre größte Kraft zeigt sie daher auch in den historischen Stoffen. immer beide Rich391 . versetzt' er. eines ohne das andere sein? Wäre denn nicht eine willkürliche Scheinironie. So gedeiht es in den vollkommenen Werken jeder Art dahin.vorgegangen ist. und nicht die bloße Betrachtung desselben sie schon enthielte? Und wiederum wäre sie in dieser Wirklichkeit wohl zu erkennen. wenn er diese ganz als Gegebenes auffaßt. bloß als solcher aus wahrhaft frei tiefer Betrachtung dargestellt. sei das Bewußte besser als das Unbewußte. Ebenso leitet die tiefste Anlage verwickelter Verhältnisse. und dann scheint es mir. daß jener Mittelpunkt in seinem ganz eigentümlichen Wesen hervorleuchtet. und dieses Zu- sammentreffen in einer unbekannten Vorausbestimmung des Bewußtseins für das Bewußtlose tut eben bei ihm die so gewaltig erschütternde Wirkung. fragt' ich. Denn in jenem Werke des Sophokles erscheint der natürliche Stoff der Überlieferung. ganz durch eine als ob die Verflechtung und letzte Wirkung desselben überdachte Verwandlung in die Idee be- wirkt wäre. muß aber doch immer überwiegen. wenn der Verstand dieselbe nicht vernichtete und auf die es 1 Idee bezöge? Es müßten also eigentlich. Aber kann denn. Auf dem Gipfel der Kunst muß sich also das Entgegengesetzte so miteinander versöhnen. wenn sie nicht in dem Dasein der Dinge selbst läge. sprach Erwin. wenn gleich jede in ihrem Werden und Streben von einer anderen Seite dahin gelangen mußte.

und so ihr ganzes Gebiet von seinem reinsten Begriff aus vollenden. Denn nun kann die Kunst. es Dasein 392 . Denn indem ich hinblicke auf diesen Mittelsitz des sich selbst vollendenden Verstandes. sagt* ich. das läßt sich fragen. Berührt hab' ich bildet. und zugleich in das Wesen der Idee zurückführen. nach beiden Seiten mit gleicher Wahrheit geschehen könnte. und zugleich überall gegenwärtig und wirklich ist. welche mit Bewußtsein das Unbewußte. oder wenigstens die eine sich immer in die andere verlieren. unserer zeitlichen Schwäche wegen. nachdem wir uns überzeugt haben. die uns erst in einer höheren Welt gewährt werden mag. Wenn sie also gewöhnlich das gegenwärtige Einzelne als Stoff behandelt. vielleicht auch einer Nachahmung ihres Tuns.tungen zugleich sein. und zugleich aus diesem jenes schüfe. schon indem sie das die wo u I - mit begleitender Ironie beständig auflösen. wahre Kunst gegenwärtig ist. Aber vielleicht ist das im wirklichen Leben. Denn ohne das könnt' er. sind auch beide immer zugleich. so müßte sie nun den Standpunkt der Ironie selbst als das unmittelbare Dasein ausbilden. niemals zur Ironie. Und an der Möglichkeit der Sache selbst dürfen wir nun wohl nicht mehr zweifeln. daß jenes unveränderliche Wesen der Kunst eben nur da sei. weil sich dieser zu beiden Richtungen ganz gleich verhält. und schwebt in beider Mitte. und so auch nicht in den wesentlichen Mittelpunkt der Kunst gelangen. wo beide Richtungen sich gegenseitig durchdringen. wo zugleich die Nichtigkeit des wirklichen Daseins ist. wie du nun leicht begreifen wirst. In der Tat. umfaßt er allezeit auch die andere. Diese Kunst würde dann erst auf das vollkommenste die Freiheit mit der Notwendigkeit. Ob nun der Verstand nicht von dieser Mitte aus nach beiden Richtungen gleichmäßig schwingen. nicht zu erreichen und nur der Gottheit selbst vorbehalten. Dieser ist allerdings nur da. eröffnet sich mir schon von da aus der leuchtende Umkreis des ewigen und wahren Weltalls. und so eine bisher unerhörte Kunst hervorbringen könnte. und indem der Verstand die eine vollendet. welches. und mit dem Witze die Betrachtung vereinen.

lebenskräftige Wirken desselben in meiner ganzen. als die mich umgebende Welt selbst. Zerreißen mir aber die Widersprüche meines gegenwärtigen Lebens die Einstimmigkeit des Wesentlichen und des Besonderen.ihr ewiges ja wieder die innerste Wurzel der Seele. erblicke ich die Verklärung dieses Daseins im Glänze der epischen Poesie. die wesentlichen und gotterfüllten Gestalten. und will sein Dasein in seinem Begriff erstarren. so strebt beides mit dem 393 . Zeit und Raum. welche zugleich nichts anso dringt die innere durch alle den innerenBrennpunktdesselbenLichtesvollständighindurchstrahlen läßt. Die äußeren Verhältnisse der Dinge. dem höchsten Verstände vernehmlicher Harmonie eine lebendige Musik vollendet. sind mir nun durch das Bewußtsein der Kunst völlig verschwunden. ist nichts anderes. den Talisman. Abermals erblick' ich sie. worein uns diese noch neulich verwickelte. der Wesen aufschließt. Nach dem Wesen alles Menschlichen und Persönlichen hinschauend. was ich nun schaue. Lebenswärme zugleich in unzähligen lebendigen Äußerungen bis zu seiner äußersten Gestalt. und noch viel anders geschieht mir als damals. Denn alles. Indem ich mich aber so in das Ganze verliere. in welchem sich ihr ganzes Dasein zu einem einigen und vollständigen Leben verklärt. Dann verliert wieder ein jedes Ding sein eigentümliches Sein. die Maß. um wirklich im Hervorsteigen aus jenem Traume zum wahren Wachen begriffen zu sein. in der unendlichen Verkettung und gegenseitigen Einwirkung der Dinge ineinander. und in leiser. nach Zahl und ist. da ich zum erstenmal in dieses Reich schaute. und alle Zweifel und Widersprüche. menschlichen Eigentümlichkeit zusammen. das sich mit seiner ganzen Kraft in unser Dasein ergießt. trifft mir von allen Richtungen her das gegenwärtige. so daß mich eine freudige Hoffnung durchdringt. deres als eine leibhaftige Malerei. und sie in seinen gemeinsamen Schein verflicht. lösen sich zuletzt sämtlich auf in die Harmonie der Weltbewegung. die in rascher Umwälzung ein ewig festes und geordnetes Gebäude. Durch eine ewige und vollkommene Bildnerkunst seh' ich jedem Leibe seine ganze Seele eingepflanzt.

Endlich vollkommen geschlossen. denn keine andere war es. sich in seiner ganzen Klarheit eröffnet. da uns sonst alles. dessen Anblick mir eben wieder gewährt wird. in dem Handeln unserer zeitlichen Künstler unser wahrhaftes Dasein. der in uns das Gleichartige wirkt und uns lehrt. sei nach allen Richtungen Wahrheit und Güte und Seligkeit zu finden. ich es in seiner unmittelbaren Gegenwart durch die dramatische Kunst ergreife. die Ironie. sich selbst schaffende und begrenzende Anschauung eins und dasselbe. Und in dieser hellen Pforte zum vollkommenen Erkennen sehe ich abermals die heilige Gestalt der Weisheit stehen. was sie uns gezeigt. Wollen wir es nicht alle ablegen? 394 . und deren Werke wir mit dem gemeinen Verstände nur stes die als die zerstreuten Glieder des Künstlers zusammenlesen? Und dieser göttliche Verstand ist es. wirkliches Dasein. und sie fordert für ihre Offenbarungen mit dem Wink der leuchtenden Hand das Gelübde. Sollte dieses. vielmehr ferner mit ihr auf allen übrigen Wegen fortzustreben nach dem Ziele. So könnten wir wohl kurz sagen. wie es in der Tat und an sich ist. weshalb auch hier das göttliche Weltall. meine Freunde. welches sich erst offenbart. Von hier aus. und zu seliger Vollendung abgerundet wird mir das Leben und jeder Augenblick desselben. die vollkommenste Frucht des künst- lerischen Verstandes. deutet sie mir an. und eben darin lebe auch überall jener Mittelpunkt. in seiner Wesentlichkeit erkannt und durchlebt. wieder verschwinden möchte. welcher der Verstand Gottes als ein wirklicher und lebendiger ausübt. vollständig begreifen.Schwünge der lyrischen Kunst. sei die Kunst. unser gegenwärtiges. worin sich Wesen und Wirklichkeit beide als Gegenwart durchdringen. nicht hier zu ruhen. sich aufschwingend und herabsenkend zum reinsten Zusammenklange ineinander. nicht wahrhafte und vollkommene Kunst sein. wo sich alle wieder in der Mitte des göttlichen Weltalls verbinden. In dieser nun ist der Verstand und die zwiefache. die mir auch das erste Mal erschien. wie in seinem Nichts das Wesen der Gottheit sich ununterbrochen als mein eigen- indem Dasein offenbart.

denn was ich mir zu erzählen vorgesetzt hatte. nach Bezeugung ihres ernstlichen Strebens einstimmten.Wie Erwin es mit feierlicher Rührung leistete. ist für diesmal nach dem Maße meiner Kräfte vollendet. 395 . und die beiden anderen. davon will ich schweigen.

I 5 Zweites Gespräch Drittes Gespräch . 58 190 Viertes Gespräch . Einleitung Seite III Erwin Erstes Gespräch . 283 396 .Inhalt.

3. — . Es künstlerischen. ein harmloses Verslustspiel". DER DEUTSCHE UND SEINE SCHULE.-ZEITUNG: Man kann begrüßen und bestens empfehlen. M. M. 2. DEUTSCHE LITT. 2. Erinne- rungen. Donna Ines". 3. ESSENER VOLKSZEITUNG: PAUL ILG. Theater und Literatur. — . — ANDREAS HEUSLER. mächtig angezogen von der Fülle des Begehrenswerten. geb. deutet doch dem Kenner wie dem Könner durch manche Stellen an. 4. . geb. Tausend. — — HERMANN BURTE.25. geb. das seine eigenen geht und seine Vorbilder nicht unter den Modernen sucht. Diese Einakter Burtes. nach so manchem schleuderischen Deutsch. — schon an die weitere Entwicklung denken. M. 1. daß wir mehr derart die Übersetzung H. aber doch stilistisch und sprachlich Originelles zu lesen. 4. 3.—. M.50.—. Sarasin) in Berlin CARL ALBR. LUCAS HELAND. geb. M. M. .50. M. Wege 4. eines Alemannen. zeigen ein Talent. GEDICHTE. Roman. der Verfasser des Romans „Lebensdrang". Man darf diesen Roman nicht um des Inhalts willen lesen. . M. 8. . mit verklärten Augen zusieht. aber mit leeren Händen auf den Jahrmarkt kommt und. Eine altisländische Saga. M. der Geist des Widerspruchs ist lebendig gegen die alte Leier „Ent- . Noch klingt ihm das Sirenenlied zügellosen Sinnengenusses verführerisch in den Ohren. hätten. Übersetzt und eingeleitet von A. 2. K. In den Kreisen literarisch Gebildeter wird das Buch sicher dankbare Leser finden.. geb. nicht im religiösen Sinne tut wohl. WIEN: Bernoulli ist ein Talent von großer Eigenart.50. spannend und wuchtig. wie sich die Auserwählten all der schönen Dinge freuen: so erscheint uns Paul Ilg. ohne Weichlichkeit. 3. H. M. Essays über Kunst. 5. . NEUE FREIE PRESSE. DREI EINAKTER. DIE GESCHICHTE VOM HÜHNERTHORIR.Das neue Haus. geb. 4. M..—. M. geb. sondern muß jede Seite voll ausgewir meinen heilig im nießen. Mit 5 Bildern. Als einer. BERNOULLI.. „Der kranke König". in seinen Gedichten. — M. IM WANDERN UND WERDEN. — nur mit Freuden Es wäre zu wünschen. LUDWIG GURLITT.—. Deutlich fühlt man. Verlag von Wiegandt & Grieben (G. Politisch-pädagogische Betrachtungen eines Modernen. daß es mehr bietet. 3. nicht während man liest M. DER DEUTSCHE UND SEIN VATERLAND. ein Drama voll Willen und Kraft. Beobachtungen und Wünsche eines Lehrers.'s WILHELM HOLZAMER. eine Liebestragödie. Es sind in schöner Sprache geschriebene geistreiche Erörterungen. mit welchem heiligen Ernste der Roman geschrieben worden. als das erste Durchblättern erwarten läßt. reines. der sehnsüchtigen Herzens. Tausend. ohne Prätension. 3. hier ein gutes.

Nicht selten werden wir an die Gestaltungskraft alter Meister des Liedes (Uhland. JUNG-STILLINGS M. 6. Aus den Königl. zum Mystizismus neigende Persönlichkeit Jung-Stillings wieder besonders interessieren. zart besaitet sind sie nicht.50. .—. „Mutterträume".. M. 4. geb. BRIEFE AN SEINE FREUNDE. VOLTAIRIANA INEDITA. steht vor uns so wirklich und leibhaftig. die das ganze Gebiet umfassen. ein in der Schweiz durch Roman. 10. JULIUS SCHULTZ. DAS LIED Aus unserer Ilias VOM ZORN und ACHILLS. M. Herausgegeben von August Langmesser. Leute und Zustände aus dem Bereich der Bagdadbahn veröffentlicht. — — seine Schauspiele schon vorteilhaft bekannter Autor. Mit Meyers Bild von Franz von Lenbach. über Land. CONRAD FERDINAND MEYER. sie kann daher nur willkommen geheißen werden. karge Wesen seiner engeren Landsleute vortrefflich zu schildern. die in den Preußischen Jahrbüchern vom Jahr 1901 erschienen sind. WILHELM MANGOLD. PAUL ROHRBACH. eines Bauerngutes. und auch die ihnen eigene Weltfrömmigkeit treffen wir echt und — warm in Ilgs Gedichten an. Was sind das für echte Menschen! Freilich. Geibel) erinnert. Hermann Kurz. 3. Verlag von Wiegandt & Grieben (G. SEIN LEBEN. DIE BAGDADBAHN. Karte. . M.50. 3. — . 4. schenkt uns hier eine eigenartige Bauerngeschichte. was die Lyrik unserer Zeit aufzuweisen hat. ZEITSCHRIFT DER GESELLSCHAFT FÜR ERDKUNDE. zumal Schilderungen. in Liebhaberbd. geb. 3. hergestellt in deutsche Nibe- . „Totentanz". So strömt nun die Sehnsucht in Liedern und Gedichten aus. daß wir uns auch für sein Schicksal interessieren . teilweise ergänzt. Gerade in der heutigen Zeit muß die eigenartige. DIE SCHARTENMÄTTLER. Näheres über Gebietsteile. M. anderweitig noch nicht geboten worden sind. i. M. K. Eine wertvolle Ergänzung zu Jung-Stillings Selbstbiographie. des Besitzers der Schartenmatt. und so kommt es.50. . sollst entbehren" kenntnis des höheren Lebens in der künstlerischen Gestalt. die Leute jener Gegend. von dem das Wichtigste hier abgedruckt ist. Der Verfasser weiß das knorrige. Die vorliegende Bearbeitung soll dieselben Mitteilungen. SEINE WERKE UND SEIN NACHLASS. . ja morgen". M. M. M. als seien wir ihm selbst schon begegnet. Mit einer — Der Verfasser hat in einer Reihe von Berichten. 2.50. Der Wert des Buches liegt neben der umfassenden Darstellung von Meyers Leben und Wirken in dem Nachlaß. Die prächtige Gestalt des Helden Adam Berger. geb. . M. Archiven zu Berlin. „Versäumtes Glück" und die „Lieder vom Leben und Sterben" gewiß zum Besten gehören. — HERMANN KURZ. die „Schwarzbuben". die wie „Morgen.7. geb. Sarasin) in Berlin doch schon durchdringt ihn die erlösende Erbehren sollst du. einem größeren Leserkreis zugänglich machen. wie sie dort heißen.

geb. daß die als solche erkannten Zusätze der Rhapsoden und Überarbeiter nach ihrer Art und psychologischen Veranlassung gruppiert werden. »Betrachtungen" über chronologische Fragen. Verlag von Wiegandt & Grieben (G. M. in Halbleder M. B. im Auftrage des Ministers der geistlichen usw.—. M. Sarasin) in Berlin geb. eine Liebhaberausgabe für die Freunde romantischen Wesens. 5. 9. Herausgegeben von Prof. zuverlässigeren Ersatz der Originale gibt es nicht. IRLAND. Historisch-statistische Darstellung. Angelegenheiten heraus- gegeben. über den epischen Stil. M. (Vergriffen!) Bd. Thurneysen hat im vorliegenden Buche einige der wichtigsten kürzeren Sagentexte zumeist aus den ältesten mittelirischen Handschriften in musterhaften Übersetzungen vereinigt. Dann folgt eine Darlegung der Ansicht. Gratz. 6. Bewaffnung. endlich eine Reihe von. — LUDWIG TIECK. DAS HÖHERE SCHULWESEN IN PREUSSEN. religiöse Anschauungen. 7. 17. Dr. die der Verfasser selbst von der allmählichen Entstehung des Epos sich gebildet hat. M. Umschlag und Initialen von A.50. M. 9. Es fehlte neben den Ausgaben von Tiecks Werken mit historischen und textkritischen Einleitungen eine für das deutsche Lesepublikum.—. 4.50. Paul Cauer im JAHRESBERICHT FÜR ALTERTUMSWISSENSCHAFT. 1874 1901. Bd. Den Schluß des Ganzen bildet eine Übertragung der für echt gehaltenen Stücke in paarweis gereimte. LUDWIG WIESE. LEBENSERINNERUNGEN UND AMTSERFAHRUNGEN. M. geb. ZEITSCHRIFT DES VEREINS FÜR VOLKSKUNDE: Die irische Heldensage verdient in hohem Grade die Beachtung der Gelehrten und Sagenfreunde aller Schattierungen. M. M. M.50. IV. geb. T. 26. — — . I. 11. Einen besseren. . 1864. M. 6. RUDOLF THURNEYSEN.—. 29. K. — Die umfangreiche und wertvolle Einleitung des Buches beginnt damit. die bei Homer herrschen. 1869— 1873. II. Bd. III. die sich in den letzten Jahren außerordentlich vermehrt haben. 10. DIE REISE INS BLAUE HINEIN. — . Sechs romantische Novellen.—. gut lesbare Nibelungenzeilen. Bd. . SAGEN AUS DEM ALTEN Übersetzt von R. 7. lungenzeilen übertragen.75.. Ausgewählt und eingeleitet von Dr. 4. Wilhelm Mießner.—. Sie will keine Geschichte der Tieckschen Novellen geben. 1864— 1868. — . Für sie ist diese moderne Auswahl getroffen von einem unserer besten Tieckkenner. geb. DEUTSCHE BRIEFE ÜBER ENGLISCHE ERZIEHUNG. M. sondern die einem modernen romantischen Publikum am nächsten liegenden Erzählungen vor ihrem Verstauben in Bibliotheken retten. Irmer. M. über Kulturstufen. M.

Dr. über- MONTAIGNE. M. Otto Kubier. ERZIEHUNGSLEHRE. Aus dem Französischen tragen von Ernst Hardt. Landeskunde. 3. Die Schule. MODE. Vollgraff. DIE ZUKUNFT DER FRAU. SCHWALBACH AM SEE. 1888. M. Druck der Spamerschen Buchdruckerei in Leipzig. HELENE STÖCKER.. BEKENNTNISSE. Anastat.-J. 14. IL DIE CHRISTLICHE WELT. M. 12. VOLTAIRE. I .f'''> 2. ENGLISCHE ROMANE DES 18. 10. Eine unerschöpfliche Fundgrubel Im Sommer J. Verlag von Wiegandt & Grieben (G. M. JAHRHUNDERTS. Sarasin) in Berlin LUDWIG WIESE. . ESSAIS. Unverkürzt aus dem 8°.—. Roman. geb. MICHAEL WILTFEBER. PAUL ILG. j 30. Bericht über die neuere Literatur zur deutsch.—. Roman. LUDWIG GURLITT. JAHRHUNDERT N. IM ZEPLER. DIE MOHAMMEDANISCHE KULTUR 10. 1886. ALEXANDER HERZEN. Ins Deutsche übertragen. ADAM MEZ. HERMANN KURZ. Neudruck. SITTE. ROMANE. Zwei Abteilungen. Roman. bearbeitet und bis zum Jahre 1887 fortgeführt von Geh. STOFFEL HISS. K. Rat Prof. Bearbeitung von Elard Hugo Meyer. 1907 wird erscheinen: ROUSSEAU. — In Vorbereitung befinden sich: HERMANN BURTE. 26. Übersetzt von W. Das Lehramt und der Lehrer.—. Kl. DER DEUTSCHE VOLKS ABERGLAUBE DER GEGENWART. Ausgabe. Auf der Höhe heutiger Forschung stehende Neubearbeitung des vortrefflichen Buches. N. Französischen übertragen von Ernst Hardt. 3. — ADOLF WUTTKE. KÖRPERKULTUR. Bd. | ^J I . Biegsam in Leder M. MARG. geb. 1. MEMOIREN. SAMMLUNG DER VERORDNUNGEN UND GESETZE FÜR DIE HÖHEREN SCHULEN IN PREUSSEN.CHR.

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