^

PHILOSOPHISCHE ABHANDLUNGEN
^//

CHRISTOPH SIGWART
zu SEINEM SIEBZIGSTEN GEBURTSTAGE
28.

MÄRZ

1900

gp:wtdmet

VON

Benno Erdmann Wilhelm AVindelband Heineich Eickeet, Ludwig Busse, Richard Falckenbeeg, Hans Vaihingee, Alois Riehl, AVilhelm Dilthey, Eduard Zeller,
,

,

Heinrich Maier

TÜBINGEN
FREIBURG
VERLAG
VOiN
J.
I.

B.

UND LEIPZIG
(PAUL SIEBECK)

C. B.

MOHK
1900

in Tübingen. B T-'b 711173 Druck von H.Alle Rechte vorbehalten. . Laupi) Jr.

.III Inhalt. Mitgeteilt von Richard Falckenbehg Von Hans Vaihinger ein Metaphysiker? Kant Robert Mayers Entdeckung und Beweis des Energieprincipes. Von Heinrich Maier . Vom 41 ^ :59^ Hkinkich Rickert Die Wechselwirkung zwischen Leib und haltung der Energie.. Von Wilhelm Windelband Psychophysische Causalität und psychophysischer Parallelismus. Von Wilhelm Dilthey Ueber den Einfluss des Gefühls auf die Thätigkeit der Phantasie. Von Benno Ebdmann System der Kategorien. Von 203 (^217^ Eduard Zelleb Logik und Erkenntnistheorie. Seydel und E. Von Seite 1 Umrisse zur Psychologie des Denkens. Von Alois — 133 159 185 Riehl Die Entstehung der Hermeneutik.. Arnoldt.. Seele und das Gesetz der Er89 127 Von Ludwig Busse Zwei Briefe von Hermann Lotze an R.

.

Festschrift.Umrisse zur Psycliologie des Denkens. Sigwart. . Von Beimo Erdmauii.

.

welche Begriftsbestinmiung der heit solcher Vereinigung führen. ist nicht lediglich von dem Mannigfaltigen abhängig. in einer und derselben. durch die Avir die Gegenstände unseres allgenieingiltig zu gliedern suchen. nicht spezieller bestimmt. aus der sich das wissen- Die nur unklar und schwankend unbesehen mit den Worten. begrifflich Je verwickelter vielmehr der Inhalt desto mannigfaltiger den wir sind entsprechend dem durchgängigen Zusammenhang des Vorstellbaren die Wege. die zu Und häufig genug liegt die Verschiedendie so eintritt. sondern um ist l)losse Wortstreitigkeiten handle. wo wie in den mathematischen oder den nor- mativen Wissenschaften. etwa in einer aufist. dass es sich bei der Entwicklung dieser Begriffe nicht um eine fortschrei- tende Klärung. steigenden Linie. in Gründen. punkten aus nur so weit. aufgenommen. und schnell der Bedeutungsentwickelung des praktischen Sprachanheimfallen. als die sachlichen Antriebe zur Zeit in besonderem INIaasse trifft reichten. dies die allgemeineren Vorstellungsinhalte. Er ist zugleich durch die Gesichtspunkte bestimmt. diese fortschreitende Klärung da. schaftliche Denken herausbildet. die sich früh aufdrängen. Nicht selten ist dann der Anschein entstanden. zumeist dann begrenzten Inhalte sind und von verschiedenen Gesichtsdie sie bezeichnen. sondern erst aus allgemeineren Gedankenzusammenhängen erschlossen wer- den müssen. durch ihre begriffliche Abgrenzung gleichsam geschaffen werden. von denen aus Nicht notwendig liegen die Begriffsbildung unternommen wird. genauer bestimmt worden.Der Inhalt der Begriffe. grenzung werden dann häutig nicht erst von den Antrieben allgemeingiltiger Bestimmung aus gewonnen. Vorstellens diese Gesichtspunkte vereinigen. geschweige denn formulirt sind. sondern wo wir in ihnen gegebene BestandDie Gründe für die Abteile des Wirklichen zusammenfassen. . Besonders erschwert die Gegenstände nicht. sondern entstammen den jVIotiven der praktischen AVeltanschauung. das wir in ihnen zusammenfassen. bewusstseins vor allen also die Gegenstände philo- 1* .

und war schwerlich Das Denken soll dort etwa bei einem von Beiden vorhanden. dass das Geistige. keinem Irrtum zugängliche Erkenntnis. ein entgegengesetztes Extrem: der rationa- den Inhalt solcher Begriffe durch Definitionen festzulegen.4 sopliischer Benno Erdmann Forscbimg. noch von Paemenides überliefert. das Wissen. so dass ihre Geltung tatsächlich eine eng begrenzte bleibt. Aber schon bei Platon liegen die Ansätze zu einer anderen Bestimmungsweise vor die sich mit der eben charakterisirten unbesehen vermischt. sichern. dasjenige Erkennen wiedergeben. die keinen normativen Charakter besitzen. sondern die Mathematik zum methodologischen Vorbilde auch für diejenigen ihrer Gebiete nahm. Der Begriff des Denkens ist aus der praktischen Weltanschauung auf Grund von Erwägungen aufgenommen. und die sinnliche Erkenntnis das schwankende Vorstellungsgebiet des Meinens eingeschoben wird. Eine definitorische Abgrenzung des Begriffs ist uns weder von Heeaklit. . d. ohne diese durch eine spezielle Analyse von den verschiedenen möglichen Gesichtspunkten für die Begrenzung aus zu listische Antrieb. dessen Fassung sich selbst Lebensprincip überliefert war. die auf eine schärfere Trennung des Geistigen vom Mechanischen abzielen. und . In diesem Sinne linden wir ihn in den Anfängen der eigentlichen Philosoi^hie abendländischer Entwicklung. gerade auf diesem Wissensgebiete. dieser Der Inhalt metaphysischen Bestimmung als liegt in dem alt Gedanken. schärfer begrenzt In Kontrast zur Aufklä- rungsphilosophie der Sophistik wird es von . Sie entfliesst den Ueberlegungen. i. Dazu gesellt sich weiterhin. in der Sprache der Zeit „ein Bewegendes" sei. erkannt hat . bei Heeaklit und l^ei den ELEATE:^f. Sokeates und Platon das wahrhaft indem zwischen die gedankliche Seiende erfassende. ähnlich Avie etwa die sogenannten Vorurteil als beschreibenden Naturwissenschaften. solches beweist die Tatsache dass sie in ihrer allmählich nicht die üb- vorbereiteten Erneuerung im siebzehnten Jahrhundert rigen Wissenschaften von Tatsachen. den wir mit dem Worte Denken Ijezeichnen. AVie langsam die Philosophie. So wird das Denken als spezifischer Repräsentant des Geistigen nach dem späteren Ausdruck zur Spon- . das im Gegensatz zur sinnlichen Erkenntnis Allgemeingiltigkeit verbürgt. l)ildet ein Glied der metaphysischen Weltauffassung des Philosophen. ist Ein tyi^ischer Repräsentant solcher Begriffsbildung der Be- deutungsinhalt. dieses . selbsttätige Ursache. die wir jetzt etwa als e r k e n n t n i s t h e r e t i s c h e charakterisiren würden.

Von hier aus ist das Denken zum Urteilen geworden wenn auch nicht schon bei Aristoteles selbst. die der Analytik vorangestellt wird. bei Aristoteles einen der Grundsteine der „ersten im Xeuplatonismus und seinen ^'orläufern ähnlich. den Schwerpunkt der metaphysischen Gedanken bildet. ficii'ung mehr widerstrebt. da dessen unklare Lehre vom vgO. als Bejahung oder Verneinung gefasste Urteil nicht bloss tatsächlich die Grundlage der Aristotelischen Lehre vom Beweise. einer solchen Identi. in der sich Es entsteht also eine erkenntnistheoretische und metaphysische seit Erwägungen wiederum mischen. zugespitzt wäre. auch nur des beweisenden. Die Angaben . Die }) h 1 o s o p h i s c h e n Grundlagen für die Bestinmmng des göttlichen Denkens sowie seiner Beziehungen zu der AVirklichkeit und dem Wesen der Welt sind jedoch. Geschlossen die Reihe der anfänglichen Motive für die Be- grenzung des Denkens durch das Vorstehende allerdings nicht. Motiv. osmo logisch. unsinnlichen der Bestimmungen Aristotelischen der sich unter dem EinÜuss der vom sogenannten tätigen „Vernunft" und der Neuplatonischen Lehre höchsten Erkennen schärfer spaltet. des Philosophen über das Urteilen bleiben dürftig. Philosophie" wie später bei Spinoza und Hegel. als sie ihr günstig ist ist. in in ein diskursives und ein intuitives wir in uns erleben Platon vorhanden. das von den frühesten Entwicklungen des menschlichen Geistes aus schon die gesamte Philosophie des klassischen Altertums durchsetzt: die k Bestimmung des Denkens. der Ideen und der urWiedererinnerung unserer Die Scheidung birgt den Keim. sondern wird von Ari- stoteles auch als solche anerkannt. Es fehlt vielmehr ein Element. Zu dem Allen gesellt sich der Kodifikation der Logik durch Aristoteles ein logisches kens angelegt. welche seit fügt auftritt. welches d. . dem die sinnliche Erkenntnis als Receptivität gegenüber- Jedoch anch der Ansatz zu einer Spezialisinmg ist schon bei einer Trennung zweier Arten des Denkens.religiöse Anaxagoras nur fester ge- i . 5 taneität. so dass das Denken. Immerhin aber ist das als Behauptung. Gliederung. zu . steht. Seienden des Anschauung sprünglichen. hinzunehmen. ein niederes und ein höheres trennbar wird.. i. Die Aristotelische lytik ist allerdings lediglich auf eine AnaTheorie des beweisenden Den- Ihr fehlt ebenso wie den übrigen Schriften des Organon jede Fragestellung die auf die Grundoperationen des Denkens.Umrisse zur Psychologie des Denkens. soweit . selbst wenn wir die fragwürdige kleine Schrift.

Der Empirismus hat diese Allgemeinheit auf eine bloss induktive reducirt der deduktive Rationalismus. hier eine . halb für unseren lisychologischen Zweck ausser Betracht bleiben. in den obigen Fassungen des Denkens Die kosmologiscben nnd theologischen Ableitungen. als deren Glieder sie in jenem Zusammenhang auftreten. die ceptivität der Sinnlichkeit festhaltend. sie weiterhin vielfältig modiücirte. dürfen dessie liier in enthalten. Der Sensualismus hat. Jene halten die sprachlichen Beziehungen dort wird es als für eine bloss zufällige Gewandung des Denkens eine ausschliessliche Funktion unseres Vorstellens gedeutet. von Anderen so eng genommen. dass die Entwicklung der Disciplinen. sie Jene Vermischung genauer darzulegen. sondern auch zur Folge hatten. Jede von ihnen enthält eine Reihe von Unbedass jene stimmtheiten. l)iet der allerdings reinlich nie durchge- müsste sie bei solcher Durchführung für das ganze Ge- unseres Erkennens behaupten. Der Skepticismus hat die Möglichkeit jedes allgemeingiltigen Erkennens geleugnet. zwischen denen die Fortbildungen schwanken. Keine jener Begrenzungen ist das Ergebnis einer speziell auf das Wesen des Denkens gerichteten Untersuchung. führt ist. welche strengeren Ansprüchen genügen könnte. Nur auf einige der Extreme sei hingewiesen. . Ein erster Grund hierfür liegt in den . Andere Das Urteilen ist von den es vom Erkennen principiell getrennt. als Spontaneität und als Urteilen sind demnach die philosophischen Grundlagen für alle spätere Entwicklung Diese Grundlagen sind jedoch schwankende. Einen so weit gefasst dass es in ein Vorstellen überhaupt aufgeht. Xur wenig haben in diese Entwicklung psychologische Bestimmungen hineingewirkt. und diese Entwicklung im Einzelnen zu verfolgen ist nicht die Aufgabe der vorliegenden Abhandlung. den obigen Bestimmungen des Denkens als allgemein]\lit giltigen Erkennens. dass es nur bestimmte Arten von Behauptungen umfasst.(3 Benno Erclmann Frage kommen. gegeben. in deren Gesichtskreisen aufgetreten waren. gilt das Vorstellen als ein blosses Material für die Willensentschei- dung des Bejahens oder Verneinens. . welche nicht nur möglich werden liessen Abgrenzungen bald ineinander liefen. die Spontaneität des ReDenkens in das leidende Vorstellen der Sinnlichkeit aufgelöst: der speku- lative Rationalismus idealistischer in Zuspitzung hat die Receptivität Art unserer Spontaneität aufgehoben. Viele haben das Denken nach wie vor als eine Art des Erkennens gedeutet. Diese lassen es in eine Verknüpfung von Worten aufgehen.

. die Vorgänge des Denkens als l)losse Associationen oder. 7 Unklai-lieiten Avelclie die Ansätze zu solchen Bestimmungen bei die Aristotelische Lehre von der leideninsl)esondere und Platon. Sie würden die Aufgabe zu einer dann einschliessen wenn die Annahme tatsächlich sich vollziehender Denkvorgänge nicht unter dem vorwiegenden Eintiuss der metaphysischen. welche eine Einsicht in die psychologischen Vorgänge ermöglichen. erkenntnistheoretischen und metaphysischen Erwägungen leiten Hess. möglich ist die Aufgabe der nachstehenden Erörterung. nicht ge- Ein solches Verfahren wäre nur zulässig. lassen. eingcAvirkt hängnisvoll auf jene Begrenzungen Rein psychologisch allerdings kann die Methode. dass durchziehen den Vernunft spärlichen Untersuchungen über das iliren die Psychologie sich in . Dass solche wissenschaftPsychologie der falls sind. weil duktionsvorgänge zu l)egreifen. Es ist vielmehr zweckmässig. Psychologische Bestimmungen des Denkens zu ermitteln. . Denken Jahrhunderte lang fast ausschliesslich von logischen. letzten Jahrzehnten von den in erst Bedeutung geblieben. als vorläufiges Kennzeichen für das Denken eine Bestimmung zu wiUden. gänge unter diesem Gattungsbegriff zusammengefasst werden. also anerkannt wird. wie die kritischen Versuche werden haben. nahme . Denn alle die Motive. wenn wir ein geschlossenes System psychologischer Begriffe voraussetzen halten werden. gleichviel auf welchem Wege. des Denkens zumeist unbenicht häutig verUnterlassung diese und sehen gel)lieben wäre. dass ein. liches Bürgerrecht zugestanden. dass die geistigen Vorgänge nicht lediglich als ])esondere Arten von Bewegungsvorgängen anzusehen sind und. ohne entscheidende hervorgerufen die sie Gegenerörterungen. einen zweiten bietet der Umstand. nach der wir gischen Antriel)e für die Bestinnnung diese Tatsachen des geistigen Geschehens hier suchen. wie wir richtiger sagen müssen. Eben diese Annahmen machen eine psychologische Untersuchung des Denkens überdies noth wendig. als blosse Repro- haben jene Einwirkungen stärker sind ebenso. oder hier ableiten könnten. unterliegt keinem Zweifel. hätte. Erst die Versuche.Umrisse zur Psychologie des Denkens. Aber diese psychologisch noch abgelegenen Tatsachen aus die Bedingungen geschaffen wurden. schliessen die Andie zu Fassungen des Denkens geführt haben geistige Vorerweisbare wirklich als bestimmte. die hier entscheidend in Betracht kommen. erkenntniskritischen und losolchen sogar selbst . allgemeingiltig formulirt werden können.

g
die von

Benno Erdiuann

:

dem gegenwärtigen Wirrsal
ist.

psychologischer Fassungen unwii-

abhängig

Da

sie

keine willkürliche sein soll, werden

sie

der oben skizzii'ten Ueberlieferung entnehmen.
liehst voraussetzungslos

Da

sie

ferner

mög-

sein muss, werden wir uns hüten, sie in den obigen erkenntnistheoretisch-metaphysischen Bestimmungen zu suchen. Es bleil)t also die logische Funktion des Urteilens; und

mehr geeignet, als alle die verschiedenen Bestimmungen des Denkens seit der Einfügung logischer Betrachtungen in das philosophische Erkennen das Urteilen, gleichviel in welchem Sinne, dem Denken zusprechen. Allerdings sind wir damit anscheinend lediglich vor die Frage nach dem Wesen des Urteils gestellt, also wiederum vor eine Fülle verschiedener, zum Teil einander ausschliessender Fassungen. Aber diese Mannigfaltigkeit braucht füi* unseren Ausgangspunkt nicht in Betracht zu kommen. Wii- bedürfen nicht einer Definition des Urteils überhaupt, sondern suchen nur eine Verknüpfung von Vorstellungsinhalten, die allgemein als eine Art von Urteilen, also nach dem Obigen als eine Art des Denkens anerkannt ist und damit eine solche, über deren tatsächliches Vorkommen in unserem Denken kein Zweifel liesteht. Wir suchen ferner auch für diese keine Definition, sondern lediglich eine Bestimmung, die wir- als ihnen gemeinsam und nui' ihnen eigen sichern können. Wir suchen endlich diese in einem Verfahren, das einen sicheren Ausgangspunkt
diese ist
so
,

um

für die

Analyse der Bestandteile

gestattet,

aus denen

sie

sich zu-

sammensetzt.

Es giebt tatsächlich VerSolche Ui-teile können wii- finden knüpfungen von Vorstellungsinhalten, denen eine p r ä d i k a t i v e Beziehung eigen ist. Diese Beziehung ist dadurch charakterisirt, dass sie eine Zerlegung des sachlichen Inhalts der Urteile in Su])jekt, Prädikat und Copula fordert. Und es unterliegt keinem Zweifel, dass vdr diese Bestandteile jener Beziehung, und damit den
:

sachlichen Inhalt der Urteile, gleichviel in welchem zu erörternden
Sinne, allgemeingiltig bestimmen, indem wir sagen: das Subjekt
ist

dem, das Prächkat derjenige, der ausgesagt wird die Copula ist die Beziehung i)i ahstracto genommen, welche jene beiden Gegenstände in dem Zusammenhang des Urteils zu Subjekt und Prädikat stempelt.
der Gegenstand von
;

OIj wir in diesen Urteilen solche festgelegt haben, die für das

Urteilen überliaupt in irgend welcher Hinsicht charakteristisch sind,
ist

damit selbstverständlich nicht entschieden.

A\\ Stimmen, welche

Umrisse zur Psychologie des Denkens.
dies bestreiten, fehlt es nicht.

9

blick

Aber wir haben ihnen im Augennur so weit Gehör zu schenken, dass wir von vornherein ausdrücklich hervorheben, sie seien hier aus dem Umkreis der Urteile,

die als solche anerkannt sind, deshalb ausgewählt, weil sie sich als typische Kepräsentanten einer Art des Denkens erweisen lassen.

Ebenso unentschieden
dieser Urteile reicht,

))leibt

für jetzt
z.

,

wie weit

das

Gebiet

ob

sie

also

B.

ausser den Behauptungen

auch die Benennungen umfassen, ob sie die verneinenden Behauptungen in gleichem Sinne enthalten, wie die be^jahenden, ob ihnen auch die Ausdrücke von AVünschen, Befehlen, sowie die Fragen zugerechnet werden dürfen, ob und in welchem Sinne ihnen die
sogenannten Impersonalien anzuschliessen sind
AVir setzen vorläufig voraus
,

u.

s.

w.
,

dass diese

Aussage

wie wir es
so,

ausdrücken wollen,

vollständig

vollzogen werde,

d. h.

dass

die Gegenstände, w^elche wir als Subjekt

und Prädikat der prädika-

tiven Beziehung fassen,
die war diese

und damit die sachliche Beziehung, durch Gegenstände verknüpfen, dem Urteilenden, während das Urteil vollzogen wird, möglichst klar und deutlich gegenwärtig sind. Auch unter dieser Voraussetzung dürfen wir behaupten, dass wo iunner eine solche Verknüpfung von Vorstellungsinhalten eintritt,
der Tat in ihr zugleich ein „Sagen" stattfindet, d. h. dass jene Verknüpfung unaufhel)bar an eine sprachliche Vermittlung gebunden
eine solche Vermittlung also

in

ist,

zur Vollständigkeit der Aussage

mitgehört.

Diese psychologische Behauptung zu begründen ist nicht dieses Sie bedarf jedoch einer Begründung nicht deshalb, weil sie Orts. für das Gebiet der Urteile, das wir vorläufig abgegrenzt haben,
bestritten w^äre, sondern nur darum, weil jene sprachliche Vermitt-

zialisiert

lung zumeist nicht hinreichend weit gefasst, nicht genau genug speund nicht in dem Maasse gewürdigt ist, als der Bestand
des Vorstellens in ihr fordert.

Es

sei

deshalb gestattet,

sie

unter

Hinweis auf solche Begründungen, die ich in anderen Untersuchungen, zum Teil in Gemeinschaft mit Raymond Dodge gegeben habe, nur

Jene sprachliche Vermittlung nämlich besteht nicht nicht einnotwendig in einem eigentlichen Sprechen oder Hören mal unumgänglich in einer lautlosen Artikulation, ja niclit einmal unaufhebbar in irgend einer akustischen oder lautsprachlich-motorischen Funktion, die in Form von klaren akustischen oder sensomotorischen reproduktiven Wortvorstellungen gegeben wäre es kcinzu erläutern.
,

:

nen optische Syud)ole dieser lautsprachlichen Vorstellungen so über-

^Q

Benno Erdmann:

wiesen, tlass der Schein entstehen kann, jene seien im gegebenen Falle schlechthin unbeteiligt. Wir finden immer nur Sprachliches, d. h. Wortvorstellungen irgend welcher Art (akustische, sensomotorische, optische AVort- Wahrnehmungen,

Einbildungen,

abstrakte Wortvorstellungen)

Wort-Erinnerungen, Wortwelche wohlgemerkt
, ,

bei vollständiger

Aussage, durch einen Satz, oder nur durch ein

einzelnes Satzwort gegeben sind.

Diese vollständigen Prädikationen oder Aussagen bilden also, sofern sie ohne Zweifel Arten von Urteilen sind, im Sinne unseres

Ausgangspunktes sicher eine Art des Denkens. Suchen wir ihren Bestand psychologisch zu beschreiben, so haben wir ZAvei Gruppen von Bestandteilen zu trennen: den sachlichen Inhalt der Aussage, der sich in Subjekt, Prädikat und Coin pula" darstellt, und die Verknüpfung der Sprachelemente denen er sich darstellt. Beide sind, so lange die Aussage als vollständig vollzogene voamisgesetzt wird, gegeben, unserni Vor,

stellen gegenwärtig.

die

Wir nehmen zur Erläuterung ein Beispiel in Form eines Satzes Flamme flackert. Der sachliche Gegenstand, die flackernde

Flamme, kann, indem wir das Urteil vollziehen, wahrgenommen, erinnert, eingebildet oder in der Weise einer abstrakten Vorstellung (einer wiederholt gesehenen, gegenwärtig nicht wahrgenommenen einzelnen Flamme oder des Gemeinsamen flackernder Flammen) gegenwärtig sein. Die Satzworte können gegenwärtig gehört, gehört und
gesprochen, lautlos gesprochen, gesehen, geschrieben, in allen diesen auf W^ort-Einbildungen fallen hier aus Formen erinnert, oder

Grund wiederholten Sprechens selbst nur Allgemeinvorstellungen von Worten gegeben
vollständige

als abstrakte Einzelsein.

oder

Analoges

gilt für

Aussagen

in der

Form von

Satzworten.

Wir

wollen dieses
bezeichnen.

Denken
ziflsches

Denken als vollständiges f o r m u 1 i r t e s Keinem Zweifel untersteht, dass es ein spe-

Eigentum des IMenschen ist, dass es ferner, wie das sprachliche Leben überhaupt, eine notwendige Bedingung unserer gesamten intellektuellen, speziell unserer wissenschaftlichen Kultur darstellt, dass endlich in unserem geistigen Leben nichts so Hohes und nichts so Tiefes gefunden werden kann, das einer solclien Formulirung schlechthin unzugänglich wäre.

auch, dass die prädikative Beziehung, welche diesen Urteilen eigentündich zukommt, selbst dann nichts sinnlich Wahrgenommenes ist, wenn die l)eiden Vorstellungsreihen, die es kon-

Klar

ist

Umrisse zur Psychologie des Denkens.
stituiren

H

,

die sachlichen Vorstellimgen des

Gegenstandes und die

sprachlichen

seiner

Formulirung

,

als

Wahrnehinungsvorstellungen

auftreten, wenn wir also etwa angesichts einer flackernden Flamme und nur im Hinl)lick auf diese sprechen die Flamme flackert.
:

Denn

weder in der ojjtischen Wahrnehmung der flackernden Flamme, noch in der sensomotorischen und akustischen Wahrnehmung der successiv gesprochenen Worte enthalten;
jene Beziehung
ist

sie

entspringt

vielmehr daraus

,

dass

beide

Vorstellungsreihen zu

Gegenstand möglicher Sinneswahrnehmung ist, sondern nur von uns auf gleich zu schilderndem AVege vollzogen werden kann. Das Denken ist also auch in diesem Fall ein unsinnlicher Vorgang der Verknüpfung geeinem Ganzen vereint
sind, das als solches kein

I

genständlicher Inhalte.
l)eacliten dass die Urnur in logischer Rücksicht als AVahrnehmungsurteile gelten dürfen, psychologisch dagegen nur a Die sprachliche Co mjwtiori so genannt werden können.

Dies wird noch deutlicher, welche das Beispiel

wenn wir
,

,

teile,

illustrirt

ponente

der Aussage

ist

in diesem Falle, wie in allen übrigen,

kein simultanes, sondern ein successives Ganzes.
wie als Glied des Urteils, als

Sie

ist

deshalb,

Ganzes nur vollfür sich genommen ziehbar, sofern der Wahrnehmungsinhalt des Gesprochenen und Gehörten in jedem Moment über sich hinausweist, mit den bereits
gesprochenen und gehörten, also nicht mehr wahrgenommenen Elementen der Sprache, irgendwie verknüpft bleibt, und auf die noch

noch nicht wahrgenommenen irgendwie sachliche Componente des vorliegenden Urteils sowie aller derer welche wahrgenommene Vorgänge als wiedergeben für sich genommen wie als Glied der Aussage Ganzes nur zu vollziehen, wenn es in analoger Weise über sich hinaus, auf nicht mehr und noch nicht wahrgenommene Elemente
nicht

gesprochenen

,

also

hinweist.

Ebenso

ist

die

,

,

,

des als continuirlicli vorausgesetzten Vorgangs irgendwie hindeutet.

Die unsinnliche i)rädikative Verknüpfung
psychologisch als
als

pflegt

nach wie vor
,

ein

Trennung und AViedervereinigung logisch Unterscheiden und Vergleichen gefasst, und dementspreeine
als eine

chend metaphysisch
als

der Seele eigene Thätigkeit

,

vielfach

eine Selbsttätigkeit, etwa als Synthesis gedeutet zu werden.

gefasst, zu diesen

Die Thatsachen unseres Bewusstseins geben jedoch, psychologisch Deutungen kein Recht, und zwar aus folgenden Gründen.
Setzen wir
d;is

Urteil,

das wir

ziii-

Erläuterung benutztf>n,

in

12

Benno Erclmann
als

:

Wabrnebmungsurteil voraus, so haben wir vorweg daran zu erinnern, dass das AVahrnehmen (hier und selbst das Einwie das Erinnern der flackernden Flamme) bilden sowie mannigfache Verläufe abstrakter Vorstellungen, ohne sprachliche Vermittlung vor sich gehen kann, und vor sich zu gehen Der Verlauf der Wortvorstellungen tritt also im Fall der pflegt. Urteilsbildung dieser Art zu dem Wahrnehmungsinhalte h i n z u, und zwar auf Grund spezieller Bedingungen. Diese den AVortverlauf auslösenden Bedingungen können mannigfaltiger Art sein: die Aufmerksamkeit auf das Eintreten oder Bestehen des Flackerns,

dem eben beschriebenen Sinne
,

,

die

durch irgend welche Zwecke bedingt
der gleichviel wie
s.

ist;

ein irgendwie erregtes

Mitteilungs-Bedürfnis;

erzeugte Lust- oder

Un-

lustwert des Flackerns u.

w.

Jede dieser Bedingungen wird wirkdes
associativen

sam

,

indem

sie

,

auf

Grund

Gedächtnisresiduen

der AVortvorst eilungen mit den in

Zusammenhangs der die Wahr,

nehmung der flackernden Flamme apperceptiv eingeschmolzenen Rediese Worvorstelsiduen früherer gleichartiger Wahrnehmungen
unserm Fall also die ihnen entsiirechenden Bees wegungen, Artikulationen und Phonationen rejiroducirt. Kurz tritt ein durch associative Verknüpfung ausgelöster ßej)roduktionsvorgang ein. Die einzelnen Elemente dieser Reproduktion genug vorerst dass sie sollen uns hier nicht weiter interessii-en
lungen auslöst,
in
,
:

,

als

notwendig
Sie
ist

dargetan

ist

,

um

den Sprachverlauf des Urteils

auszulösen.

hinreichende Bedingung
hier in

jedoch nicht bloss eine notwendige, sondern zugleich die für die Möglichkeit des Urteils, das
steht,

Frage

und damit

für die Möglichkeit aller

ihm ana-

logen Prädikationen.

Dadm-ch nämlich, dass diese sprachlichen Reproduktionen hinzutreten, -wird der Wahrnehmungsbestand der flackernden Flamme
nicht

notwendig,

tatsächlich

zumeist

nicht

irgendwie verändert:

das Flackern bleibt als eben der Bestandteil der flackernden
erhalten, als der es in der

Flamme

AVahrnehmung vorliegt. Jede Spur einer Trennung der ausgesagten Bestimmung von dem Subjekt der Aussage fehlt ohne alle Ausnahme, und damit jeder Anlass zu einer AVie der Vereinigung, also auch jedes Unterscheiden und A^ergleichen, welches über den Bestand jenes A'ergleichens und Unterscheidens, wie vär besser ordnen würden, hinausginge, das in Fällen
eigentlicher A^ergleichungsurteile, also nichts weniger als durchgängig,

schon für das

AVahr nehmen

des sachlichen Gegenstandes selbst

Mög- Er fehlt nicht bloss für die psycho- . und pflegt in dieser AVeise einzutreten. aber sie darf nicht dazu verführen. Das zweite ist das erste. oder wie sonst man diese Beziehung formuliren mag. dass es mein Urteil ist. Die Urteile die Flamme ist. dass etwa ich jenes Urteil vollziehe. und l)eruhen auf ebenso verschiedenen sachlichen wie sprachlichen Reproduktionsvorgängen. dass die Flamme flackert". und von da aus als Bedingung werden muss. Aber es lässt sich über. die psychologisch in etwas Anderem bestände. geschweige denn eine Selbsttätigkeit oder Spontaneität. eine solche transscendentale Beziehung auf unser Sul)jekt als unl)ewusst bleibende Bedingung für die lichkeit des Urteilens zu fordern. 13 notwendig' Averden kann. wenn wir unter solchen ein von einem wirkenden Subjekt auslliessendes Ge- schehen verstehen. dass ich die flackernde Flamme wahrnehme. Das von beiden Standorten aus ungleich verwickelter als erste kann vollständig unabhängig von dv\n zweiten eine vollzogen werden. : und etwa „Ich sehe.Umrisse zur Psychologie des Denkens. dass die Annahme ist: einer solchen Synthesis als Bedingung möglicher AVahrnehmung ein blosses Scheinprodukt logisirender psychologischer Analyse die Tren- nung von Empfindungsinhalten und Beziehungen zwischen ihnen ist in abstracto berechtigt. Sell)st wenn Avir psychologisch Grund fänden. fehlt endlich jede Es einer Tätigkeit oder Handlung. das Sul)jekt dieses vermeintlichen AVirkens Dingen ihrem Sein und Wesen nach unabhängige Substanz anzusehen. als in den geschilderten Reproduktionen. Es fehlt sogar jeder Grund. . . dies beweisen (was hier l)edeutungslos ist). . Aber nichts giebt uns das Recht zu behaupten. Ebenso fehlt jede Syntliesis. die uns nötigte. dieser nachträglichen Trennung eine funktionelle Synthese als ein upoxspov TYj cpüas: unterzulegen. sind lo- gisch von einander wesentlich verschieden. Gewiss kann ich mir beals eine von allen anderen endlichen wusst werden. Urteils: „die Flamme : flackert" seiner Älöglichkeit postulirt flackert". eine Synthesis als Bedingung möglicher AVahrnehmungen sei es als eine 1)ewusste oder als eine könnten wir nur beunbewusste Funktion der Seele anzunehmen diese Synthese werde für die flackernde Flannne nicht haupten sondern sei die notwendige Vord u r c li das U r t e i 1 vollzogen aussetzung für die Möglichkeit der (etwa wiederum synthetischen) Reproduktion der sie bezeichnenden Worte. dass diese Urteilsbeziehung auf mich als urteilendes Subjekt ein immanenter Bestandteil des vorstellendes . das zweite kann also nicht notwendige Bedingung für das erste sein.

sondern für viele verschiedene Be- deutungsinhalte. eine Mehrheit von AVorten vor. durch den syml)olischen Charakter des sprach- lichen Yorstellens bedingt. der nicht so weit der Bezeichnung Dadurch wird für die Möglichkeit zugänglich würde. Auch diese wird. ein uaxepov logisirender Deutung. sowie für das diesen verschiedenen Gemeinsame. durch selbständige Worte für die Ergebnisse dieser Anawie in unserem Fall und in jedem vollständigen Liegt nun. in prädikativer Folge im Urteil zusammenwelchen prädikativen Formungen der Sprache reproducirt werden. . die sich und in irgend sociirt sind. gebraucht als ein Zeichen für die einen. sondern selbst für die erkenntnistlieoretisclie Frage- Beziehung ist nur ein Schein2)rodukt.nscbe Analyse. seinen Bedeuwerden kann. finden. h. lyse. des Sprache zur Bedingung Jene associative Yerflechtung von Worten formulirten Denkens. so kommt jedem von ihnen (schliesslich auch jeder Partikel) diejenige Bedeutung zu. dass kein Gegenstand gefunden werden kann. kommen ihm welche in jenigen zu. nnd Bedeutungen ist ferner eine so durchgängige. Sie ist durch die Funktion dieser Bezeichnung. Diese Besonderung der in ahstracto vielfachen Wortbedeutungen durch den Inhalt. und zwar. und zwar im allgemeinen nicht tungsinhalt.]^^ Benno Erclmann loi. Mit anderen Worten: von den mannigfaltigen Bedeutungen. den sie im einzelnen Fall zu bezeichnen bestimmt sind. d. welche die darzustellenden AVahrnehmungsbestandteile bezeichnen. was den Schein eines über die Reproduktion der AVortvorstellungen hinausgehenden Vorgangs schon Von hier aus wird deutlich. das zu einem Tipoxspov des Geschehens gestempelt stellung. als die Partition seiner Bestandteile. und damit den psychologischen Bestand der i)rädikativen Beziehung. welche der vorliegende Zusammenhang fordert. Jedes Wort irgend einer Lautsprache (um von der verwickeiist als Lautkomplex ein Vorder als Zeichen für einen anderen. Urteils stellt sich vielmehr lediglich dadurch ein. durch einem vorliegenden Zusammenhang diediesen Zusammenhang bestimmt sind. Die prädikative Beziehung nnseres formulirten vollständigen dass die Repro- duktion eben der Worte vollzogen wird. die mit jedem Wort asSatze. charakterisiert die Verknüpfung des gegenständlichen Inhalts im Urteil mit den Wortvorstellungen. so weit ein Bedürfnis dazu entsteht. die ihn formuliren. Merkmale und Beziehungen irgend reicht. und zwar in folgender Weise. teren Symbolik der Schrift abzusehen) stellungsinhalt .

15 Dieser Schein entspringt. wie man wohl logisch gesagt hat. dem Verlauf der die WahrWorte eine successive A'erdeutlichung der Wahrnehmungsbestandteile. selbst bei kurzer nehmungsdauer und unbewegtem Auge.. Nicht selten sogar entspricht auch in diesem Fall. dem Gesamtzusammenhang s. abgeim Waliriiehmiingsurteil erregt. nicht entsprechen. Es lässt sich nicht leugnen. sehen von dem posterius-prins einer psychologischen Vorkonstruktion der Ergebnisse logischer Analysen. dass die Lautvorstellungen Avie in allen ihren Formen. hauptsächlich aus drei Momenten. das die Besonderheit der jeweiligen Bedeutungen gegenüber der „Allgemeinheit" des kommt Worts.Umrisse zur Psychologie des Denkens. eine Bedeutungs s o n d erung erfordere. welche die Re- produktionen des Sprachlebens dass alle solche l)eherrschen . welche noch neuerdings die Theorie der psychischen Zeiten verwirrt hat. Dazu als zweites Moment das Vorurteil. oder gar eine „Auswahl" der vorliegenden aus der Gesamtheit der möglichen Bedeutungen vollzogen werde. des AVahrgenommenen (Erd. Sie Annahmen den Tatsachen ja störendes. und in der AVahrneliiiiung (etwa des Gesichtssinns) simultan gegeben ist. successiv verlaufen und sell)ständig sind. li. w. und XvvA])er diese \'erd('utli(liun"en 'D' . Er der entsteht hier. im vollständigen Satze gegen einander lässt Denn diese Selbständigkeit der sprachlichen Bezeichnung im vollständigen Satze dem Gedanken Raum. welche Jahrhunderte hindurch verwirrend gewirkt hat. dass der verbalen eine sachliche Trennung entspreche.) gleichsam herauszuheben. in der. Worte fürs erste daraus. ohne Weiteres. . Aus den associativen Bedingungen. beiden aus innerten u. Mehr Halt gewinnt jene Annahme allerdings scheinbar an einem dritten Äloment. bedarf jedoch hier folgt keiner Widerlegung. jene Succession der AVortvorstellungen "wirkt im gleichen Sinne bewenn der Sprachverlauf einen simultan gegebenen sonders dann . eine Art „Unterscheidung". zu verdeutlichen oder auch intensiver zu machen vermag. im Bewusstsein nur in Zweifelsfällen sprachlicher Bezeichnung anzutreffendes auch als Vorl)edingung möglicher Formulirung schlechtweg auszuschliessendes Glied in die zu fordernden Reproduktionsvorgänge ein. die durch Worte bezeichnet sind. die im Urteilsganzen eine Vereinigung fordert. dass die Aufmerksamkeit auf den Gegenstand der Aussage" Subjekt wie Prädikat oder eines von schieben ein überflüssiges. oder als simiütan vorausgesetzten Sachinhalt bezeichnet. Avenn der Gegenstand sinnlich wahrgenommen.Es kann dies selbst dann geschehen. Diese Art Deutung. so möchte man versucht sein zu sagen.

und weiterhin giltig wird. wie noch zu besprechen sein wii-d. Weiter als Ins zum Aufweis dieser reproduktiven Zusammenhänge der prädikativen Beziehung geht die rein psychologische Aufgabe für die bisher Ijetrachteten Urteile nicht. ebenso wie die logische zweck- mässig ihren Ausgangspunkt nimmt. Zwei andere Arten formulirten wir jede der beiden Yorstellungsreihen. Gewiss erschöpfen die vorstehenden psychologischen auch in diesen Urteilen Sie sollen überdies alle Beziehung ofien lassen. die ihnen eigen sind. die Aufmerksamkeit auf den Gegenstand der Aussage ist ferner für diese nicht notwendig. gezeigt zu halben. Xur niulirten vorläufig lileibe dagegen noch immer unerörtert. Avenn die sich im vollständigen Denken 1 1) i)rädikativ verflechten. sondern nur dieArt des Denkens darstellt. das ihr eine spezielle Beziehung auf unser Ich. damit eine solche Beziehung möglich. Vorerst ist zu zeigen. als von solchen. dass dieses jenige Denken nicht das Denken überhaupt. die psychologischer Erwägung unter- Die logische Entscheidung muss nur so ausfallen. logischen Fragen nach dem Sinn dieser Welche sachlichen Bedingungen im gegennicht. aus dem Sprachleben n a u . die Aufmerksamkeit besitzt endlich. von welcher die psychologische die wir hier suchen. viel- mehr fordert. des Denkens ergeben sich nämlich. hindurch verfolgen. den Charakter einer Handlung oder Tätigkeit verliehe. wie weit sich das Gebiet dieses als tatsächlich gesicherten vollständigen for- Denkens erstreckt. hängt von ganz anderen Momenten ab. i nn e r h a der F unk t i o n e durch die Abstufungen Die eine von beiden bleibt n der S p r a che. Begrenzung. sondern geht vielmehr allem Anschein nach in bestimmten Reproduktionsweisen auf. dass sie auch aus logischen Gründen die psychologisch unzulängliche Subsumtionsdeutung des elementaren Urteils verbietet. dass der stehen. kein Moment. ständlichen Inhalte erfüllt sein müssen. nicht jektsinhalt anderem Orte P r ä d i k a t s u m f a n g sondern den S u bzu nehmen glaube ich an Ausgangspunkt zum den . Daten das Wesen der Prädikation Das aber ist auch nicht ihr Beruf. die andere führt in li i entgegengesetzten Richtungen s. sie tritt im Hinljlick auf die zahllosen Fälle gleichgiltiger Prädikationen nicht einmal häufig ein. zufolge für die logischen und welche Bedeutung dasselbe demXormirungen besitzt.]^g Benno Erdmann: Stärkungen bedingen keine Trennung. Tatbestand des psychologischen Geschehens nicht verleugnet wird.

je weniger Sigwart-Festschrift. zwar eine grundlegende Form der prädikativen Urteile sind. 2 . Dies dass geschieht um so sicherer. Das Gleiche tritt ein. je geläutiger uns die sachlichen Inhalte sind. die zum vollständigen formulierten führen. die für unser Vorstellen nicht minder liedeutsam sind. diese Verkürzung der Bedeutungsreproduktionen eintreten: von einzelnen Lücken in den Bedeutungen des Gehörten oder Gesprochenen an l)is zu den gar nicht seltenen Fällen. f]s handelt sich um allbekannte' Wirkungen dei. sei es dass die Reproduktion. gelesen werden. gegeben. von dem sachlichen Inhalt der Prädikation an. 17 Im mulirte Hinblick auf die e r s t e dieser Arten ist daran zu erinnern. dem Inhalt unsere Aufmerksamkeit zuzuspannen. In zahlreichen Fällen sind uns die Gegenstände unserer Urteile nicht als wahrgenommen sondern teilweise oder vollständig als Gegenstände des p]rinnerns. wenn wir laut oder lautlos uns geläutige Gedankengänge formuliren.Gewohnheit. Es ist klar. Reproduktion den umgekehrten Weg. ohne führt. Und nicht Urteile notwendig heben die reproduktiven Vorgänge. Wir die Bedeutungen. in denen die Worte gegeben sind oder sich einstellen. sei es unmittelbar im Erinnern. in unserem Vorstellen gegenwärtig wäre.Umrisse zur Psychologie des Denkens. In jenen wie in diesen ist Fällen es eine leicht und sicher konstatirl^are Tatsache. Einbildens oder der Abstraktion gegenwärtig. als für unsere Bewegungen. wird sie also von den Wortvorstellungen aus herbeigeführt. mittelbar in der Einbildung oder Abstraktion. In den nicht minder zahlreichen Fällen des entwickelten Sprachlebens. also ojjtische durch akustische oder geht die Wahrnehmung von Worten bilden. nicht vollständig herbeiverstehen das Gehörte oder Gelesene tausendfach. wie wir bisher vorausgesetzt haben. dass die AVahrnehniungsurteile. durch welche das vollständige for- Denken tief in das Gel)iet der Wahrnehmung hineinschneidet. die sie bedeuten. etwa im vorIn allen Gestalten kann bereiteten Vortrag oder im Gespräch. je schneller uns die Worte entgegengebracht oder von uns wii' Anlass tinden. wie diese Tatsachen zu deuten sind. in denen wir Urteile auf Grund von lautlicher oder schriftlicher Mitteilung. Urteils. als Vorstellungen (oder auch als Gefühle und etAva als Willensvorgänge) gegenwärtig sind. welche den wahrgenommenen Worten entsprechen. verstanden oder sinnvoll gebraucht Averden. uns durchgängig gegeben. aber doch nur einen verhältnismässig kleinen Ausschnitt aus dem Gesamtgebiet des formulirten Urteilens abgeben. ohne dass eine Spur der „Begriffe". die die sachlichen Elemente des Bedeutungsinhalte der AVorte.

IQ Benno Eidniann -Besoiiderlieit dieser : Die AVirkungen im Yorstellimgsleben wird A-er- ständlich.und AVillensinhalte verwenden also Bewusstsein und bewusst im logischen Sinne von Wechselbegriifen. bee zeichnen wir mit das dem Worte B wuss t s e i n. und in ihrem Bestand vielfach von reproduktiven Ergänzungen durchzogen. Fühlen und Wollen als Bewusstsein. sowie demjenigen psychophysiologischen unterschieden ist. im entwickelten soweit alle diese Vorgänge als gegeben vorausgesetzt werden. Von hier aus haben wir festzuhalten. sowie unserem Fühlen und Wollen innewohnt. als b e wusst . Wir gebrauchen Wort „Bewusstsein" daher in einem Sinne. der GattungsbegriÖ" zu dem Geistigen.ai' iqoyr^v. Fühlens oder Wollens als Glied nachweisbar ist. die Wahrnehmungsinhalte den Vorstellungen logischen Erkenntnis zugeordnet. weil uns hier der Anlass fehlt. Eine terminologisclie Bestimmung sei der Kürze wegen voranAVir haben stillschweigend die landläufige Dreiteilung der geistigen Vorgänge benutzt. Das Bewusstsein ist daher in diesem Sinn nichts unmittelbar Gegebenes. wo die AVorte solche Bedeutungen besitzen. der Lücken oder dem Ausbleiben der Bedeutungsreprä- sentation postulirt werden müssen. die trotz wenn wii' uns die Reproduktionsvorgänge verdeutliclien. die notwendige Reduktion vorzunehmen. sie sind über- Leben durch apperceptive Verschmelzungen ausnahmslos mitbedingt. demzufolge etwa das Bewusstsein mit dem „ associativen Gedächtnis" zusammenfällt. ausmachen (Gefühle. Vorstellungen. das diesem Vorstellen in allen seinen Arten. sondern ein nur durch gleichviel wie ausführbare Abstraktion gewinnbares Gemeinsames. also dem AVahrnehmen. was auch nach solcher Reduktion giltig bleibt. Dementsprechend haben wir. was im Bestand unseres Vorstellens. jedoch nicht nur von dem Sprachgebrauch des praktischen Vorstellens. dass wir nur das als im Bewusstsein oder bewusst gegeben ansehen dürfen. Abstrahiren und den auf ihnen sich aufbauenden Komplikationen. das wir in den einzelnen Vorstellungen. Wie jenes Vorstellen. Gefühlen und AVillensvorgängen als wirklich erleben. die den festen Boden der psychogestellt. . dies Sie sind ja gegenständlich geistigen y. sowie da. sondern auch von dem medicinischen. Erinnern. der psychologisch mehrfach verwendet. Das Gemeinsame. in unserem Fülden oder AVollen. Fehlen demnach unter dem geschilderten Eintiuss der Gewohnheit die Bedeutungsinhalte der Sprache teilweise oder ganz in dem Bereich unseres Vorstellens. so haben wir so bezeichnen wir die Vorstellungs-. WillensYorgänge). Gefühls. Einbilden.

Sie haben dadurch nicht nur. dächtnisdispositionen jener Bedeutungsinhalte. eine Meinung. ist Aufgabe weiterer. sind in diesem u n V o 1 1 s t ä n d i g e n f r m u 1 i r t e n Denken. Fiilden oder AVollen sein. die Vorgänge des Denkens nach dem Schema der logischen Normirungen zu deuten. welche gerade von diese Wie den Daten des Sprachlebens aus. Er liat vielmehr schon in seinen älteren Auslassungen deutlich hervorgehol)en. sondern lediglich den Sinn ihrer Giltigkeit ableiten Avollte. ihren logischen Gesichtskreis ungehörig verengt. dass Helmholtz bei seiner Hypothese der „unbewussten Schlüsse" dieser Neigung erlegen ist. welche die Bedeutungsinhalte im vollständigen formulirten Denken bewusst machen. tatsächlichen sondern auch die psychologischen Betrachtungen des Denkens vielDenn sie unterstützen dadurch die Neigung. genommen werden. kann nach der Bestimmung. sinngemässe laute oder stille Eigensprache nichts UnDie Reproduktionen. Aber er hat nicht versucht. wie wir es vorerst nennen wollen. nicht aufgehoben. Man darf nicht sagen. demnach als u n b e w u s s t erregt anAveil reproduktiv erregt . Die Gedas Verständnis. dort Sie bestehen. wie verbreitet die Neigung ist. die erörtern. wie gleich zu zeigen sein wird. und vermitteln hier das Sinngemässe. als unhaltbar nachgewiesen werden kann. Es kann auch im sowie die Hinl)lick auf das sich vollziehende Verständnis wirkliches sein. Es ist bekannt.Umrisse zur Psychologie des Denkens. sind nicht bewusst oder ii n 1) e w u s s t. die Forderungen für das der Logik unterstehende vollständige for- mulirte liche Denken so zu gestalten. die mit den AVorten. die im unvollständigen formulirten Denken vorliegen. immer wieder auflebender Fehler der Logiker. sie als rein mechanische anzunehmen. psychologischen Postulate die sich die Theorie für das AVahrnehmen zu auf der reproduktiven Einflüsse in dasselbe auf- . dass dasselbe als das allein wirk- gegenüber diesem unvollständigen formulirten Denken angesehen werden müsste. verflochten sind. 19 zu sagen. Es ist ein alter. unbewussten Erregungen der Gedächtnisdispositionen zu deuten sind. sowie in Rücksicht auf die Postulate für das mechanische Geschehen im physiologischen Zusammenhang. Unbewusste Dieses sie die wir ge- nicht wiedenini ein Vorstellen. müssen. troffen. hier jedoch abliegender Untersuchung. fach verdorben. den zeitweilig mehr oder weniger ausschliesslichen Bewusstseinsre- präsentanten des sachlichen Zusammenhangs. des Ausdrucks. dass er mit jener Annalime niclit Vorstel- lungsvorgänge beschreiben und erklären.

ja sogar im entwickelten Bewusstsein die Regel des formulirten Denkens bildet. AVir werden uns allerdings hüten. dern auch eine Funktion unserer intellektuellen Stärke. wie es sich tatsächlich vollzieht. Zeit und Arbeit ersparenden Energie der Sprache angesehen werden. ganz abgebei den logischen und erkenntnistheoretischen Wahrnehmung durchaus nicht l)loss induktive Analogieschlüsse als Geltungsformulirungen in Betracht und kommen. Avie die anderen geistigen Veränderungen. und zwar in Methodenlehre digen Denkens fürs erste in sich alle nämlich zweifacher Hinsicht. All' das Selbstverständliche. der ganzen Deutung Halt zu geben. unserer Begeisterung für die und unseres Egoismus machen. Es vereinigt der üeberlieferung Bestand die Bande. von dem noch kein Streit Sache — Dieses Denken wissenschaftlicher Ueberzeugungen freigeblieben ist. Logik die Bedeutung dieses unvollstänzu würdigen. wird es ein der logischen Norm entsprechender Grenzfall. Ungeprüfte. So einfach. . unserer Hoflnungen und Befürchtungen. dass sie in einem solchen Pseudogesetz auf einen kurzen und zugleich treöenden Ausdruck gebracht werden könnten. sind diese Vorgänge des beseelten Lebens so wenig. die man derartigen Formeln unterstellt hat. Ebenso stecken in ihm die Fesseln des individuellen Irrtums in allen seinen Variationen. diese AVirkungen in einem der Mechanik entlehnten Gesetz des kleinsten Kraftmaasses oder der Sparsamkeit oder x\ehnlichem zusammenzufassen.und WillenseinUebersehen an flüsse. Das vollständige formulirte Denken ist eine Ausnahme. Es niuss auch als eine Wii-kung der verkürzenden. Prüfungen der dass So blieb der Ausdruck missverständlicb. Die Logik hat auf dieses unvollständige formulii-te Denken viel- mehr schon deshalb Rücksicht zu nehmen. sonist jedoch nicht bloss ein Zeichen unserer geistigen Schwäche. deren Symbolik unser Vorstellen den dürftigen Ansätzen zu einer solchen im Leben der Tiere weit überlegen ist. und dass die Berufung auf Stuart Mills Theorie der Induktion gewiss nicht geeignet war. : zubauen sehen davon. Unbesehene. gehört in seinen Bereich. bis in jene vom flüchtigen Regionen des Gefühls.20 Benno Erdmann hat. die uns zu Sophisten unserer AVünsche und Neigungen. sobald der gegenständliche Urteilsbestand über eine vorliegende Wahrnehmung hinausgeht. mit dem uns der gewohnte Bestand des Lebens und Erkennens um- Von hier aus hat die in ihrer schlingt. die unser Denken an den fesseln. und zwar eine seltene iVusnahme. weil es durch fliessende Uebergänge mit dem erstbesprochenen verbunden ist.

nagesamte logische erstens. sind von der Logik seit Alters neben den Behauptungen als Urteile anerkannt. welche Prädikat und Copula fordert. erst später als hineinzunehmen eine Gliederung ist. erhebt sich jedoch fast die Einfügung der Fragen. i. die als giltig bewussten Bejahungen sowie die Verneinungen in den Umki-eis der Urteile. des Urteils im engeren Sinne. des vollständigen wie des unvollständigen formulirten. durch liren gar nicht trennen lassen: die hypothetischwir unser Nichtwissen formu- können (der Mars kann Bewohner haben). in Subjekt. welche diese Gliederung als eine Typen- Einteilung erweist.Umrisse zur Psychologie des Denkens. dass sie sich Tradition. prädikative Verknüpfung in allen den Modifikationen. Die Benennungen mit ihren typischen Repräsentanten. sondern auch zwei andere Gruppen von Aussagen. aufzuhebenden Beschränkung aus folgt Konsequenz unserer psychologischen Aufstellungen fürs erste. w^elche Gründe Linie operirt. Dürfen wir nämlich nach dieser als dem Vorstehenden formulirten zu in Zusammenfassung des ansehen. welche die prädikativen logischen Urteilstheorien durchweg als solche anerkannt haben. wenn schon von jenen zumeist nicht reinlich unterschieden. Dafür zeugt die von den Behauptungen problematischen Urteile. Gegen die türlich der eigentlichen. jede Verknüpfung von Vorgestelltem. die logischen Normirungen für das Urteil freilässt. so ist Denkens psychologisch gesichert doch unentschieden Avie weit diese weite Fassung des formulirten Urteils. zu ihrer Beantw^ortung tliun. welche ein verschiedenartiges logisches Schicksal gehabt haben. als von der Logik festgehalten wird. jedoch durch den Antrieb zum Wissen . Damit sind wir wiederum vor die zweimal berührt haben. 21 Als das Gemeinsame der beiden bisher beschriebenen Arten des Denkens. d. dass die Aussagebeziehung in der Tat ein inneres Kennzeichen der Urteile ist. die Benenn u n g e n und die Frage n. die wir schon können wir den ersten Schritt das Recht geblieben. Indessen zu Unrecht. dass j e de Aussage in das Gebiet des Urteils im engeren Sinne Von dieser. stehen mit den Fragen. Es gehören demnach nicht nur die Behauptungen. welche in ihrer prädikativen Form ebenfalls die Unwissenheit urteilsmässig gestalten. den Nominaldefinitionen. Diese Frage steht im Augenblick nur so weit zur Erörterung. mit denen sie in erster Es bleibt also noch dahingestellt. Und jetzt Frage gestellt. sie zu dieser Annahme nötigen. ergiebt sich demnach die sprachliche.

Ebenso wenig sind die ebengenannten problematischen Urteile von denen realer Möglichkeit scharf zu sondern. oder was einem vordass sie die gestellten Sollen widersprechend geschehen ist. die der logischen Xormirung unterstehen. Dazukommt. geschieht. dass die Logik sich ihre Aufgabe. als die Logik — wie jede Wissenschaft von gar keinem Urteile Xotiz nehmen kann. Fragen mitenthalten. und wie jede Wissenformuliren zu nicht das sie formuliren vermag. worden ohne zugleich prädikativ geformt. Es wird leicht deutlich. Sie versteht sich insofern von selbst. dass nämlich alle Urteile.22 mitbedingt sind . die Weisen des wissenschaftlichen Denkens zu normiren. gleichsam metalogische Urteile an- . Es kann deshalb nicht in diesem Sinne gleichsam hypo- — — — logische Urteile nicht geben. dass die behauptete Prädikatlosigkeit der ersten ebenso wie die grammatisch verfochtene Subjektlosigkeit der zweiten einen AViderspruch in sich selbst einschliesst. ohne es präcükativ zu Urteil zu kein schaft gestalten. was ist. in denen wii' jedes Problem als solches. Auch die Existentialsätze sowie die so- genannten Impersonalien zeigen den Stempel prädikativen Gepräges in ihrem logisch gefassten Bestände. wenn sie die eigentlichen Fragen. sie vermöchte nicht einmal all- Formen für ihre eigenen Fragestellungen zu finden. sei hier nur hingewiesen. die x^ntriebe für die fortschreitende Entwicklung des wissen- schaftKchen Denkens zu normiren gemeingiltige . dass keines dieser Urteile jemals als prädikat. wo sie so verfährt der unerlässlichen AufSie verschliesst sich .oder subjektlos angesehen ist. gabe. . und zwar in allen Abstufungen zwischen dem leisesten Ausdruck eines Wunsches oder einer Hoffnung und der Formel für einen allgemeingiltigen kategorischen Imperativ. aus ihrem Gebiete ausscheidet. war. sein kann oder sein wii'd. Auf eine zweite Konsecjuenz unserer psychologischen Begren- zung. sung Bedüi'ftiges zu formulii'en haben. grundlegenden Operationen des Denkens so zu fassen. selbst ungehörig beschneidet. geschehen kann oder geschehen wird. Diese sind in gleichem Sinne zerlegbar. Die Logik ist demnach nicht nur in der Lage. Ebenso wenig aber bietet sich innerhalb der Grenzen logischer Xormirung das Recht. in denen wir nicht aussagen. vermöchte. sondern sogar verdie pfiichtet. auf Prädikationen zurückzuführen sind. als etwas der Löauf gleicher Stufe . und dies angesichts der Tatsache. sprachlich bezogen vorgelegen zu haben. Analoges gilt endlich auch von den Prädikationen. Benno Erdmami und sind nur durch die Verschiedenheit der angedeuteten subjektiven Bedingung von jenen getrennt. sondern was sein soll.

Die psychologischen Gründe hierfür liegen jedoch gerade in den Aufstellungen. Es lässt sich jedoch nicht verkennen. dass die psychologische Einsicht in das Wesen des sprachlichen Vorstellens so wäre alles AVeitere der nach Avie vor unberücksichtigt bliel)e. mit Recht darauf. zuzugestehen. 16) zu einer dritten Art des Denkens leitet.Umrisse zur Psychologie dos Denkens. dass dagegen vom Standort der Einordnungstheorie die analytische Beziehung. die uns zu der prädikativen Fassung des formulirten Denkens führten. sie durchzuführen. dass er auf einem tieferen Grunde l:»eruht. nicht nur in einzelnen Punkten. so in können wir sagen. welche das Prädikat mit dem prädikativen Subjektsinhalt in jeder Aussage verbindet. Trotzdem hat der Versuch. wortung dieser Frage lässt erkennen. dass das formulirte Denken seinen beiden besprochenen Arten das AVesen des Denkens. das Li der That ist sich wissenschaftlich wie praktisch betätigt. als aus logischen und gezwungen sind. in der Konsequenz-Verknüpfung der hypo- thetischen Koml)inationen erhalten bleiben. der nach dem Obigen (S. dass wir aus psychologischen Gründen nicht weniger. die hier für das tracht fornnilirte Denken in Be- kommen Recht aus dem falls könnten. Die einzigen. Ginge dieser Widerspruch lediglich daraus hervor. sondern principiellen AViderspruch gefunden. Die logische Tradition besteht. Daraus erwächst jedoch lediglich prädidie Aufgabe zu fragen. inwieweit wesentliche Elemente der Urteilsberührten ol^en ihrer in Logik kativen Beziehung. die aus den sachlichen erkenntnistheoretischen Vorstellungsreihen der prädikativen Vertiechtungen abtliessen. weil sie sind doch nur deshalb von jenen Urteilsformen zu Stelle der die Folge und Grund von Zusammenhang der ihnen in prädikativen Beziehung einninnnt. den Begriff des Denkens Aveit über die Grenzen der Prädikation hinaus zu erweitern. . nicht erschöpft. wie sie die theorie festzulegen hat. sobald wir den Daten nachgehen. Aber trennen. 23 zunehmen. in Ijleibt. die mit Inbegriti" der elementaren Urteile und der gleich- prädikativen Beurteilungen ausgeschieden worden sind. sind die hypothetischen Gefüge. die grundlegenden Arten des formulirten Denkens zu umspannen. dass Und die logische Beant- nur die psychologisch wie logisch gleich ausgeschlossenen Umfangstheorien des Urteils die Reduktion unzulänglich machen. der hypothetischen Beziehung erhalten Die prädikative Urteilstheorie ist demnach in der Tat in der Lage. Sie werden deutlich. Entwicklung dieses jüngsten Gebiets der neueren psychologischen Forschung zu überlassen. den AVeg also einschlagen.

Endlich kommt Art in Betracht. s. sondern nur bezeichnet. sondern werden von diesem nur in der ihm eigenen AVeise symbolisirt. selbst diejenigen unserer abstrakten Einzel. quellen uns auch nach dessen Entwicklung ohne sprachliche Vermittlung zu. sind kein Produkt des Sprachlebens.und Gefühlsdarstel- So kommen wir zu zwei Arten unformulirten Denkens.und auftritt. sondern auch unserer Erinnerung und Einbildung. die von den rohesten lung führen. durch die Sprache nicht geschaffen. in der das Formen meta- logische sich in uns realisirt. auch wo er isolirt der Verlauf der abstrakten Vorstellungen.24 Benno Erdmann wir. wenngleich sie durchgängiger Formulirung zugänglich sind. dass die sprachliche Symbolisirung des Vorgestellten. Orientirungsz eichen der AVilden bis hinauf in die künstlerische und wissenscheftliche Gedanken. Auch die Beziehungen. präciseste. u. als formulirtes zu deuten. wie : Fürs erste haben oben (S. wenn auch die weitaus so doch nicht die einzige von Gedankensymbolik der prädikativen Von den Interjektionen aus. darstellen. Alle Verknüpfungen von Wahrnehmungsinhalten. zu Bedeutungsinhalten verflochten. die von getroffen sind. selbst. dadurch zu Bedeutungsinhalten. und werden bei Weitem nicht durchgängig zu Bestandteilen des Sprachlebens. Um das hypologische Denken bis in seine niedersten verstehen zu können. dass die sachlichen Inhalte. Erinnerungs-. 12) bereits angedeutet. die uns als gesicherte Bestandstücke der Aussenwelt entgegentreten. Ebenso selbständig bleibt tausendfältig der Wahr- nehmungs-. in denen sich uns die Gegenstände der Wahrnehmungen w. indem wir uns das Recht nehmen. ebenso mit den zahllosen Formen der Symbolik zusammen. bildet. das Denken. in denen sich jede unserer Stimmungen in allen Unser Sprachleben hängt andrerseits ihren Modalitäten ausprägt. Einbildungs. und weiterhin prädikativ gegliedert werden. enthalten . fest- zuhalten. erstreckt sich Fügung am wenigsten unser symbolisches Vorstellen durch alle Formen willkürlicher und konventioneller Ausdrucksbewegungen hindurch bis hinunter zu den Reflexbewegungen. die wir einander vorerst als hypologisches und m et alogisch es entgegensetzen dürfen. Nicht nur die 01)jekte und Vorgänge der sinnlichen und Selbstwahrnehmung. gehen wir von der Art aus. welches der eigentliche Gegenstand der logischen Normirung ist.und Allgemeinvorstellungen setzen vor der Entwicklung des Sprachlebens ein. die sich im formulirten Denken mit den Wortvorstellungen verflechten.

die sich aus jenen und reprodutiven Be- dingungen ableiten lassen. welche anscheinend zuerst auf das Problem aufmerksam wurde. vielfach seine Zuflucht genommen hat. der Gewissheit einen Charakter zu geben. Es ge- . Dieser ihrer Wirklichkeit. in unseren Erinnerungen. des sowie weiterhin associativen aller sprachlichen Vorstellens. endlich diese gleichdes räumlichen und zeitlichen. der normale monochromatisches tisches oder Mensch besitzt so und so viele Sinne diese und jene Gefühlsinhalte und Willensbestimmungen. Einljildungen und ahstrakten Vorstellungen wieder. etwas Wirkliches. um ihren Bestand zu erklären. diese associativen und reproduk: . Die Annahme solcher Elemente für das Bewusstsein der Gewissheit würde uns ausserdem in ebenso aussichtslose wie überflüssige Schwierigkeiten verwickeln. lichkeit sie unter den gleichen Bedingungen. . und kann auch hier zuletzt nur durch die Gleichartigkeit des Bewusstseinsinhalts ge- unter gleichförmigen Bedingungen (reproduktiven Charakters) sichert werden. und daraufhin objektiv den Wahrnehmungselementen nach Inhalt und Form eigentümlich ist. was hier allgemein gewiss ist. Willensbewusstsein im eigentlichen Sinn etwas gemeinsam. nicht irgend welcher Gefühls.Umrisse zur Psychologie des Denkens. Denn wir müssten versuchen. der dem Gefühl Arten zukommt gar nichts in sich wie aus dem l)ald zu Erörternden von selbst erhellt. in gleicher AVirkund gleichem Inhalt wieder und wieder erfahren. ebenso wie die Wahrnehmungsqiialitäten.oder gar Willenselemente. Die Gewissheit. heit Avürde jedoch über die Eine vollljegründete Entscheidung über das AVesen der GewissAufgabe der vorliegenden Untersuchung : hinausgehen sie ist nur erkenntnistheoretisch zu gewinnen. mittelbar zuletzt dadurch. Wir l)edürfen. findet sich deshalb. entscheidet zuletzt brutal das normale Auge ist trichromatisch. der Bewusstseins- komplexe. tiven artigen Beziehungs-Elemente Bedingungen der Vorstellungsverknüpfung. das sie sich nicht bloss als sondern als eben diese mit sich selbst identische. weil die grosse die Majorität Menschen ein solches und nicht ein bichromader Majorität Farbensystem besitzt. die so subjektiv. von uns Unal)liängiges darstellen. wie wir sagen wollen. sowie ihres Inhalts werden wir unmittelbar oder mittelbar dass wir gewiss . lieber das also. die in diesen Verknüpfungen gegeben sind. . in sich ein 25 durcli Element der Gewiss heit. entsprechend modificirt. zu denen man seit den Zeiten der Stoa. der ihrem Wesen widerstreitet: sie hat in allen seinen von dem Bewusstsein unseres eigenen Zustandes. und ebenso wenig mit dem .

etwas im Bedie hiernach stände des sinnlich Wahrgenommenen Enthaltenes. eine Beziehung als so oder anders charakterisii-t anerkennen lässt. das in dem sachlichen Inhalt dieser nur möglichen. so ist ihi-e sprach- Fassung jede solche Beziehung der Gegen- stand einer möghchen Gewissheit. der AufmerkSpannung gerichtete auf sie zuletzt also durch eine samkeit über den Bestand des Gegebenen hinausführt. s. eine Eigenschaft z. unfor mu 1 i r- ist das Wesentliche Gewissheit einer Beziehung. bloss als abstrahirende. wenn man will. einen Vorgang an oder in einem D i n g e als so oder so verlaufend. das geometrische Denken. wie wir auch sagen können. : gleichschenklig ungleichseitig anerkennen lassen sie alle bieten Daten zu solchem unsolcher die n ten Urteile. Worin das Wesen der xlufmerksamkeit besteht. dem Vorgestellten irgendwie gegeben aber in dieser ihrer Isolirung durch Abstraktion. bestimmter AVeise vereinigt. als von diesem oder jenem anderen Vorgang ab- hängig. einen Vorgang Denn die sogenannte sinnhche Aufmerksamkeit nicht selbst ist nur die auf Gegenstände der Sinne gespannte.26 nügt für unseren Zweck. Der Parallelismus oder . die diu'ch schneidende Gerade entstehen als recht- die Beziehungen. welche zwar oder aus ihm abgeleitet in ist. hinaus Elemente des Vorge. so ein Denken. als einem Ding zugehörig. Lehrreiche Beispiele hierfür bietet einer möglichen Anerkennung. in Benno Erclmanu class ein ihr entsprechendes Element schon den genannten Daten unseres Vorstellens anerkannt werden niuss. haben wii-. wie die Bedingungen zu möglicher prädikativer Formulii-ung. den Vordergrund unserer Analyse tritt. und nicht lässt. Erinnerns gegenwärtigen oder möglichen Inhalt u. w. liche Wie keine mögliche Beziehung des Vorgestellten ausschliesst. und dadurch auch der Sinneswahrnehmung gegenüber ein unsinnliches Element unwillkürlicher oder absichtUcher enthält. Es ist im Sinne des Gesamtinhalts dieser Ausführung nur zu betonen. welche ein Dreieck oder oder schiefwinklig. als gleichseitig. Wo immer wir nun einer Verknüpfung von Yorstelhingsinhalten begegnen. Es lässt sich. zum drucksbewegunKen -o""&'^ BeprodukSpannungsbegleitenden Ausscheint . B. oder. zweier Geraden . dass als abstrahii-ende in sie sich gleichfalls. nicht notwendigen sprachlichen Verknüpfung besteht. die Konvergenz eine sie die Beziehungen der Winkel. in tionsvorgänge auflösen gefühl unabhängig von die auch in dem ihr eigenen den Sensationen der sie Ausdi-uck kommt. fo r 1 i mu r te Denk e n Immer . die über den des stellten in Wahrnehmens. haben wir im vorliegenden Zusammenhang nicht auszumachen.

sofern es l)loss praktisch abgezweckt l)eim Ivinde in ist. der Wesentlich ist sogenannten willkürlichen nicht selten jedes Bewusstseinselement einer Thätigkeit in obiger Bedeutung des Worts. Sie ist ein Austiuss der metaphysischen Hypothese. wenn auch. innern u. w. i. s. Damit haben wir die Daten ermittelt. in der Aufmerksamkeit reden lässt.Umrisse zur Psychologie des Denkens. ausnahmsweise merksamkeit hineinreicht. selbst dann nicht. Eine Selbstthätigkeit endlich zeigt sich auch in der willkürlich erregten Aufmerksamkeit das sie in nicht. wie schon anfangs anzudeuten war. d. körperlichen Substanzen als die etwas unabhängig Existirendes durchgängige wechselseitige Ab- hängigkeit des endlichen Wirklichen aufhebt. durchzieht nicht allein unser wissenschaftliches Vorstellen. durchaus nicht. nicht notwendig während der Dauer der Aufmerksamkeit hewusste Element der jeweilig grössten Reproduktionsenergie. Die Annahme Spontaneität hängt. wie Erwartungsspannung zeigt. Es beginnt vielmehr Bezug auf alle Gegenstände der genannten Vorstellungsarten schon lange vor den ersten Anfängen des Sprachverständnisses. welche das Subjekt des Bewusstseins nach den Verlauf der Aufeiner Selbstthätigkeit oder in dem Vorbild der missdeuteten fasst. hinein. selbst sofern sie nicht im engeren Sinne motorisch bedingt sind. ist nur be- wenn wir jeden auf ein geistiges Subjekt bezogenen oder beziehbaren Vorgang mit diesem Namen belegen. Der Sprachgebrauch. überhaupt nicht von psychologischen Daten ab. welche von dem meta- logischen unformulii-ten Denken zu dem oben h y p o 1 o g i s c h genannten unformulirten Denken hinaljführen. Das Denken. nur hervorzuheben. dem Worte also einen sehr viel unbestimmteren Inhalt geben. das in den Ver- knüpfungen des Vorgestellten liegt. der von Auch die einer Thätigkeit rechtigt. um sie zuletzt wider- spruchsvoll in eine unendliche Substanz hineinzudeuten. eines Vorgangs. _ 27 dass der Gegenstand ist. welche unsere abstrahirende Aufmerksamkeit ohne sprachliche Vermittlung zu isoliren vermag. was jede der möglichen Hypothesen über das Wesen der Aufmerksandveit anerkennen muss: der sogenannten unwillkürlichen Aufmerksamkeit fehlt zumeist. und greift Erauch nicht lediglich in unser entwickeltes AVahrnehmen . der Aufmerksamkeit das je- weilige Centriim der Reproduktion die das geistige. diesen Fällen mitbedingt. der auf ein selbständig wirkendes Subjekt dieses Vorgangs zurückwiese. Denn auch die Entwicklung der abstrakten . Spannungsgefühle der Aufmerksamkeit beweisen dies. wenn das Willensbewusstsein . beweisen. wie angedeutet. mir.

charakterisirt sofern es als ein werden darf. der die verborgensten Unterschiede der Gegenstände aufspürt. Nur sind die praktischen Bedürfnisse dort ungemein viel enger als die Ziele unund die Fähigseres praktisch abgezweckten Thuns und Lassens . Für die von der metalogisches Sprache losgelöste Gewissheit der Beziehungen des Vorgestellten schafft die fortschreitende Verwicklung der Gegenstände keine obere Weder der Scharfsinn. ihre selbständige Reproduktion. leicht mehr ihre reproducirende Kraft von einer Fülle fruchtbar erregbarer Associationen gemacht Avird . der im VerschiedenGrenze. keit auch der intellektuell höchststehenden Tiere. sowie der Bedingungen für die Reproduktion inhalten. soweit er lediglich praktischen Bedürfnissen dient. von dem Techniker. desto weniger ist das Denken an die Symbolik gebunden. noch der Tiefsinn. deren Verlauf und mulii-tes Gehalt übrigens wiederum bestätigt. die ständige Reproduktion durch apperceptive Verschmelzung (bei Ge- früheren gleichartig sind) sich die ist von der Sprache unabhängig. ihren Vorstellungs- verlauf in sich auf irgend welcher . Damit gleichen (gemeinsamen oder konstanten) Merkmale verschiedener Wahrnehmungsinhalte zusam- mentinden. Ihr Denken bleibt für sie selbst unformulirbar. Symbolisirung zu gestalten . welche die Gegenstände dieser Aufmerksamkeit durch das W^ort zusammenfasst und stützt. Dies gilt von dem Geschäftsmann. in welchem Maasse ein unforDenken für uns möglich bleibt. Je Reproduktion auf irgend welchen Gebieten des Vorstellens wirkt. dem ein . den Tieren abzusprechen. ist an die Sprache gebunden. als etwa von dem Phy- an sich geringfügiges Residuum eines Experiments eine Fülle von Möglichkeiten lebendig macht. Für unser entwickeltes Bewusstsein tritt es nur in mannigfaltigen Formen auf Grund aphatischer vStörungen auf. je je schärfer die abstrahirende Aufmerksam- keit einsetzt. artigsten das kräftiger Gemeinsame die vielmehr erfasst. bedarf es lediglich ähnlicher und variabler Gegenstände. von Wahrnehmungs- Dementsprechend haben wir keinen Grund. dem das Getriebe einer komplicirten Maschine sich in der Einbilsiker. legenheit von Reizen. Es darf deshalb in diesem Sinne ebenso wie das Denken des noch sprachlosen Kindes in der That ein hypo logisch es genannt werden. der verwickelte Handelskombinationen überlegt. den Vorstellungsverlauf des unformulierten Denkens. Ijeschränkt Formen die den niedersten Vorstufen des Sprachlebens angehören. Bedeutsamer ist das unformulirte Denken. nicht weniger.28 Benno Eidmann sowie ihre unselb- Vorstellungen.

Umrisse zur Psychologie des Denkens. der aus der Fülle von dem religiös ErgriÖ'enen. . sirungen steckt die Symbolik. wie viel auf diesem Wege gerade von dem Feinsten und Tiefsten verloren geht. das. es ringt nach Gestaltung in der gesamten Entwicklung des religi<")sen Alysticismus. wie wenig es oft gelingt. in in der AVeise des for- Denn wir erkennen dieses Denken Gliede jener Scheidung wieder. was geschaut zu kon- haben. in der dem „höheren" . ist. deren präciseste Form die Sprache Und sie alle em})tinden. wussten bleibt Stückwerk. festzuhalten. was in voller Lebendigkeit gewonnen worden Nicht bloss unser Wissen. die für den gewöhnlichen Menschen gar nicht vorhanden sowie bei ist". von dem Staatsmann. es Ihrer Aller geistige Arbeit pflegt im sie We- sentlichen fertig zu sein. der aus den Trümmern einer selbst erstellen sieht. der sich zum Herren düng als zusammenstimmend darstellt . dem sich die Mannigfaltigkeit der Erscheinungen zu einem einheitwie von lichen Ganzen verwebt. in der intellektuellen Anschauung bei ScHELLiNG Schopenhauer und dessen Antipoden Hegel. wie von dem Philosojjhen. den Reichtum des als gewiss Erfassten vollständig wiederzugeben. auch unser Darstellen des Gewar. Es ist hier wie dort . als von dem Welt diese vergangenen Historiker. wie verndttelt fast simultan und langsam nur darzustellen was unmittelbar und erfasst wurde. struiren. dem hypologischen Denken sich nur durch den Reichtum seiner 01)jekte und die Höhe seiner Gesichtspunkte. zu formuliren. nicht anders einer verwickelten strategischen. Denn in allen diesen Reali- ist. Avenn sie versuchen. 29 . . in Nicolaus Cusanus und GiORder Dinge in Gott in Schauen Malibranches wir linden es bei . Spinozas Erkenntniss siih speck aeternitatis Sinnenwerkzeug" FiCHTES. wie matt selbst für das eigene Verständnis die For- mulirung wiedergiebt. : Ekstase Plotins DANO Bruno . der seiner inne ward und versucht hat. in dem „inneren metalogische Charakter darf uns nicht iU)er die Tatsache himvegtäuschen dass dieses Denken psychologisch von Al)er dieser . „durch welches eine neue Welt gegeben wird. nicht durch die Processe unterscheidet. dem Künstler. in denen es sich vollzieht. auch sofern sie sich eben der Sprache zu bedienen haben. in die Wirklichkeit einzuführen. Als ein metalogisches ist dieses Denken noch Jedem es erschienen. den der Menschheit ganzer Jammer anfasst. innerer Gesichte heraus schafft. zu gestalten. mulierten Denkens zu umgrenzen. die in der Einleitung anzudeuten war in der Wiedererinnerung Platons. politischen oder wirtschaftlichen Si- tuation macht ebenso.

uns sicher. Solche Charakteristik liegt in der sy.30 impulsive. der es in . sie zugespannt eminentem Maasse besass und auch in seinen wissenschaftlichen Forschungen betätigte. von Vorund unter Leitung jener Aufmerksamkeit auslösend wirken. der es erlebt und zu charakterisiren unternommen hat. den es bewältigt . AVir dürfen so sagen. uns das Recht. wenn auch -svillenlos. was die Individualitäten von einander scheidet. Und doch müssen wir zugeben. AVie ül)erall. che. denen ist. Ja. ist in seiner tiefsten wie in seiner als höchsten Betätigung kein anderer der auch dem verleiht Nichts ein endlich Zusammenhang des VorDenken zu Grunde liegt. sondern wohl Jeder zum Ausdruck zu bringen gesucht. in ihm etwas anderes als der formulirten sich selbst nicht Geschehen anzunehmen. dass um die Leistungen der uns weit Ueberlegenen auch nur als erstaunlich anzuerkennen. das in notwendig eine in seiner Handlung oder höchsten eine specihsche Tätigkeit enthält. was den Gedanken an eine Handlung oder Tätigkeit. imwillkürliche Benno Evdmann Aufmerksamkeit auf ein Gebiet stellungsinbalten. dass unsere eigene Individualität es ist. die uns in ihm erregen. als das es sich der religiösen Mystik darstellt. ein Stück dessen. dass wir selbst es waren. dass dieser Schein von Spontaneität erst . enden bei Platon. wir könnten paradox sagen. dass auch in ihm etwas zwar nicht liegt. aber doch scheinbar als hegend gefunden werden kann. sowie in dem Sichaufgeben in Gott. ist auch dem Durchschnitt der Menschen nicht ganz fremd. Der sacblicbe Zusammen- hang ferner gestellten. sogar an eine Denn die uachträgUche Reflexion macht Selbsttätigkeit nahelegt. die reproduktiv ausgelöst sind. eben das gewonnen haben. Denn was sich uns eben als eine Eigentümlichkeit einiger Auserwählten dargestellt hat. so ist es auch hier nur ein Mehr oder AVeniger. SchHesshch ist Jedem auch in diesem Sinne nichts INIensch- liches fremd. sondern sie uns. was wir als Inhalt solchen weitgreifenden Schauens besitzen. was jene Leistungen möghch machte. Wir selbst treten in jedem Zustand höchster Koncentration der Auf- merksamkeit hinter den Gegenständen zurück. Aber es bleibt trotzdem nur zu sagen. besitzt Gerade fast Form es den Charakter einer vollständigen Beziehungslosigkeit auf unser Ich: nicht wir behandeln die Geister der Reproduktion.axaao? Plotins wie in dem „klaren Weltauge" Schopenhauers in dem hingebenden Schauen des Wahrhaft Sei- Auch dies hat nicht bloss der Dichter. der wir eben jenes Schauen selbst zuzurechnen haben. unser eigenes geistiges Fleisch und Blut sein muss. .

und auch da nur zu dem Zwecke. ten. die ihn präcisirt. Wir besitzen kein Mittel. haben sogar zu l)ehaupten. welche die Formen dieser Avissenschaftlichen Sicheist rung normirt. wenn auch nicht tatsächlich. Wir stehen .Umrisse zur Psychologie des Denkens. dass diese Formulirung unvermeidlich wird. : sichernde Arbeit. desgleichen die nachprüfende Begründung in allen ihren Formen. um in formulirtem Denken nachzuweisen. es gar als Bedingung von dessen Möglichkeit fassen. die Bindung also seiner Glieder an die Ordnung von Sul)jekt. dass sie sich den Bedingungen . metalogische Denken. solcher Retlexion in den ursprüngliclien Vorgang hineindeuten. was dessen Gehalt dauernd verwertbar macht. d. Denken selbst fremd AVir . wenn eine Reflexion hinzutritt 'Wiir. Auch die Analyse dieses Inhalts. was wir vorweg behaupten durf. deshalb nicht bloss Sie liefert die ein Prokrustesbett für das Bedingungen für dessen wissenschaftlichen Gebrauch. Es folgt daher. . Sie kann die beiden Arten des unformulirten Denkens nicht in ihrem grundlegenden. diese Formulirung. als die iDrädikative Gliederung seines Inhalts. sondern nur in ihrem methodologischen Teil in Betracht ziehen. entsteht 31 die dem ursprünglichen machen uns also wiederum jenes wenn wir das Ergebnis öfter gerügten postcrius-prius schuldig. den Gegenstand der abstrahirenden Aufmerksamkeit zu fixiren. die das Erworbene uns und Anderen Besitz macht. bestellen. den Sinn seiner Gewissheit und deren Bestand Rechenschaft geben wollen. Die Logik. fordert. für alles. . dass das formulirte. so doch im Princip der sprachlichen Formulirung unterdass ihr Inhalt sprachlich formulirt werden k a n n. sowie die nachbessernde Einordnung in den Gesamtgehalt unseres AVissens kurz alle die wissenschaftlich . Prädikat und Copula. zum festen Eben dadurch werden wir den Tieren überlegen. Und sie selbst bewegt sich wie jede dargestellte AVissenschaft ausschliesslich in den Bahnen des loiiiiulirten Denkens des Aussagens in allen seinen Kombinationen und der aus ihm abgeleiteten Folgebeziehungen. Sie kennt als Elementarlehre nur diese Formen. wenn wir uns und Andere über den Gehalt dieses Denkens. um fest zu werden um der verlöschenden AVirkung des Vergessens zu entgehen.i. Wir haben demnach auch aus psychologischen Gründen die Wirklichkeit eines unformulirten Denkens als eines tatsächlich teils Aber es bleibt hypologischen teils metalogischen anzuerkennen. dass beide Formen dieses Denkens. und zwar das vollständige formulirte Denken den eigentlichen Gegenstand der logischen Xormirung bildet. dauernd festzuhalten.

in den veritfs innes bei Leibniz oder der Ideenlehre Kants. die uns z. Material fast ausschliesslich sprachlich überliefert. B. Die Individualität beansprucht auch hier ihr Recht.32 Benno Erdmann also möglicher Formiilirung fügen müssen. entbehrt in . • nach Anlage. Es lässt sich kaum verkennen. Gewohnheit und Bedürfnis prävalirt das eine oder das andere. entgegentritt. unvollständiges die nicht sprachlich vermittelten je ßei)roduktionen wechseln viel- mehr vielfach mit einander ab. eines Schelling oder Nietzsche doch nur eine geringe. als das das eigentlich schöpferische. Nunmehr wird deutlich. Hume gar Aveiss es nur andeutend zu fassen. Wir dürfen nicht einmal zugelien. dessen Denken wie vielleicht kein anderes von gischem Formalismus Ijeherrscht ist. Das nachbildende Denken ferner d. Wie verkümmert erscheint der Versuch. die Urteilsverkürzungen (Hilfe!) sowie die demonDie sprachlich vermittelten und strativen Urteile bezeugen dies. in der Erörterung der unmittelbaren Principien und der tätigen Vernunft bei Aristoteles. vollständiges . Und doch sind es nichts weniger als bloss repräsentative Geister. jenem Denken gerecht zu werden. vorbildende. lo- dieses Geistes. dass auch hier die Gaben ungleich verteilt sind. naturgemäss enger sprachlich gebunden. wie das formulirte Denken mit dem Fürs erste enthält jenes sowohl als die Elemente des unformulirten und ausser den ihm eigenen prädikativen keine anderen Zweitens gehen im entwickelten Denken beide als solche in sich. welche Bedeutung ihnen für die Wege und Ziele des wissenschaftlichen Denkens ül)erhaupt zukommt. schliesslich ist Jenem wird ja das Aber nicht ausdas gedankliche Schäften dem unformulirten Denken zuzuweisen. in den Schriften eines Aeisto- TELES. des formulirten Denkens hilden keine anderen Gesetze enthalten können. ist i. über ist die produktive Ebenso wenig dürfen wir die Kunst der sprachlichen Darstellung . Die Gedanken-Entwicklung. eines Leibxiz. unformulirten verknüpft wie als ist. den Fragmenten eines Hume oder Kant . Ihnen gegen- Kraft eines GlORDANO BRUNO oder IVIaleeranche. ihrer begrifflichen Schärfe die Frische der Intuition die uns aus oder Heraclit den Schriften Platons Schopenhauers entgegenleuchtet. die hier in Betracht kommen. dass die grösseren wissenschaft- lichen Leistungen. neilen Urteile. welche auch den sachlichen Inhalt . sie hat endlich darzulegen. Xicht bloss die interjektiotatsächlich vielfach durch einander. als diejenigen. lich aus um von Anderem vorerst abzusehen. ausschliess- den Quellen dieses Denkens ahtiiessen.

Auch die Denken eigene Gewissheit ist keine andere. dass das metalogische Denken die sprachlichen Beziehungen. hängt hier von der Leichtigkeit. Gehörten oder Gelesenen. der das Denken nur als formulirtes erfasst. an die sein Inhalt associativ geknüpft ist. Und tliessen deshalb des metalogischen wie häutig diese Gelegenheit sich bietet oder benutzt wird. Schnelligkeit und Energie der sprachlichen. wenn den logischen Normen Darin besteht die der Prädikation eigene Notwendigkeit. 33 sie zum alleinigen Bruno. O . als den Bedingungen der sachlichen Verknüpfung der ist. Und diese formale Denknotwendigkeit. wenig wie Hier spielen ganz andere Momente mit. welche die Leitmotive für den dem formulirten jene. und das unformulirte Denken nunmehr unschwer zu beantworten. die es wiedergiebt. bildet Sigwart-Festschrift. so produktiv nur für das Denken in nachbildendem Verständnis des Auch die Frage. Das formulirte Denken stellt nur in seiner Weise dar. entspricht. im hypothetisch-problematischen und der Frage mit der Ungewissheit. was den Gegenstand des Urteils ausaus. Kant kaum geringerem Masse besitzt als so Platon. so sahen wir. Vorgestellten enthalten oder aus den unbewussten Erregungen zu solchem aligeleitet werden kann. Hume in Massstab nehmen. Es soll thun . Sie bleiljen vielmehr ähnlich so bestehen. im Ijehauptenden Urteil mit der Gewissheit. wie die saclilichen Inhalte in bei GeDenkens das formulirte Denken. di(> wir vom logischen Standpunkt aus. im benennenden mit dem Sprachgefühl zweckmässiger Namengebung vereinigt. schafft selbst im WahrnehSie wirkt mungsurteil die Verknüpfung nicht.Umrisse zur Psychologie des Denkens. Und sie ruhen hier wie dort nicht im Gedächtnis. sondern sie sind reproduktiv erregt. Das rein metalogische Denken ist im entwickelten Bewusstsein ebenso ein Grenzfall wie das vollständige formulirte. legenheit Die Worte ähnlich so in den Bestand hinein. sell)st wenn keine Spur dieser Erregung im Vorstellungs- Denken die bewusstsein erkennbar wird. dort von den gleichen Bedingungen der Reproduktionen sachlicher Inhalte ab. Sogar im unvollständigen formulirten Denken sind es die unbewusst bleil)enden sachlichen Reproduktionen. nicht einfach aufhebt. Allgemein ist zu dem Allen psycliologiscli festzuhalten. als D e n k n o t w e n d i gk e i t bezeichnen können. wie das formulirte ist sachlich verknüpft sind. Die sprachliche Eormulirung. dies macht: giebt es sagt diesen Inhalt hält ihn prädikativ fest oder es ihn wieder. wie für das unvollständige formulirte Beziehungen zu den sachlichen Inhalten. welche in Zusammenhang geben.

Und dass analog steht es um die Fragen. der im abs- trahirenden Denken erfasst ist. Wir wollen. da wir Ausdrücke verwenden können. tritt keine Bestimmung hinzu. einem Gegenstande nur das ausgesagt werden kann. was sich als Merkmal oder Beziehung^ kurz als Glied in dem prädikativen Inhalt des Subjekts darbietet. für die drei Arten des Denkens. Auch in dem modal bestimmten Bewusstsein. Augenljlick unverständlich während der Wunsch nach einer be- hauptenden Bestimmung sich regt. sowie in der mittelbaren Evidenz. den neuen Gattungsnamen des formulirten Denkens . die sich aus der Prüfung der zu den gegebenen kontradiktorischen Urteile ergiebt. die dem sachlichen Gegenstand des Urteils immanent sind. ihr AVesen aus dem Gebiet des Vorstellens heraus. Psychologisch betrachtet ist sie da- Worten der durch gegeben. Sie ist in allen ihren Formen. liegt endlich bei den Benennungen in den Beziehungen. was ihm fehlt. mit der im behauptenden Urteil von Bestandteil. mit der wir von einem gegebenen Inhalt absagen. wo sie sind. Bezeichnungen zu wählen. ledigwissheit der sachlichen lich ein Yorstellungsprodukt. die prädikative der adäquate Ausdruck einer Gedankenverknüpfung Immanenz eines Inhaltsgliedes fehlt oder im ist. sobald wir uns vergegenwärtigen. was der Gegenstand darbietet. welche einen hier in den Beziehungen dem Gegenstand als Ganzes oder irgend welche seiner Bestandteile mit als zweckmässig erkannten Sprachgebrauch verknüpfen. Absichtlich ist im Vorstehenden vermieden.34 das zusammengesetzte sein Benno Erdmann: Moment des Geltungsbewiisstseins im weiteren Sinne. sondern nur die rückwirkende Evidenz des Vorstellungsverlaufs. Was liegt. in ein Fühlen oder Wollen hinein zu verlegen. auch im behauptenden Urteil. so zu verfahren. welche die Elasticität der Bedeutungsentwicklung noch nicht verloren haben. Jetzt wird es jedoch unbedenklich sein. Logisch gedeutet besteht sie in unmittelljaren Evidenz. durch das die und apodiktische. assertorische Gebiet des Fühlens oder des Wollens nötigte. das sich für die behauptenden Urteile als Geltungsl^ewusst- im eigentlichen Sinne darstellt. die apodiktische zerlegt und hypothetischen Gefüge in problematische werden. die zu einem Sprung in das Aussagen in problematische. Xoch weniger als jene GeVerknüpfung giebt diese formale Denknotwendigkeit in sich selbst einen Grund. alte dem kleinen Bestände wissenschaftlich festgewordener philosophischer Terminologie noch nicht zugehören. dass die prädikative Verknüpfung nur eben das in auseinanderlegt. die wir in typischer Gliederung zu unterscheiden hatten.

als liei uns tatsächlich die Anschauungen. Denkens. i. hört also jenen Mittelformen zwischen dem unformulirten und for- mulirten Denken an. und auch das unformulirte Denken ist. das vollständige v e s und e n t h y m e m aund Benennungen natürlich diese geben Präcis t i s c h e s bezeichnen. von denen wir oben einige. und speziell die von der Aufmerksandveit abhängigen. ausnahmslos Denken ist zwar dem vollständigen formulirten successiven aber es kommt ihm im Hinl)lick auf den gleichfalls Sprachverlauf des enthymematischen Denkens nicht ausschliesslich zu. Die hier erforderliche Bedeutung hat im griechischen Sprachgeljrauch des £va-J[Ji£:a^at und dessen Ableitungen keine GrundDas enthymematische Schliessen. Es drückt den sachlich gegenständlichen Charakter dieses Denkens wenigstens für unser Bewusstsein insofern glücklich aus. als ohne Bewusstsein der Wortvorstellungen für je eine der beiden Prämissen des Syllogismus vor sich gehen können. in dem sich der Terminus lage. Aehnlich steht es um in gänzlich verändertem Sinö gegenüber seinen ursprünglichen hat. die logisch als Schlüsse formulirt werden müssen. 35 beibehaltend. .Umrisse zur Psychologie des Denkens. multan. wie alle Vorgänge. Es ist mehr nur mangelhafter Ausdruck dafür. Ein eigen. als d s k ur i auch Reproduktionen. die Vorstellungen. also die l)eiden Arten i dieses s das unvollständige. dass die reproduktiven Vorgänge. sowohl ohne Bewusstsein der Bedeutungs-. . des Mannigfaltigen Durchlaufen den neuen Sinn nicht wieder. gebung wird durch solche Erwägungen nirgends geschmälert wir müssten uns denn bescheiden wollen. auf neue Namengebungen aus dem überlieferten Sprachschatz überhaupt zu verzichten. 3* beherrschen. trifft logischen und rhetorischen Bedeutungen erhalten ein nicht viel- ausschliesslich das unvollständige formulirte Denken. d. welche aus der Gesichtswahrnehmung herstammen. logisch berückAber das Recht der Namensichtigte namhaft gemacht haben. Besser passt der x\usdruck intuitives Denken die für das un- formulirte. Ausgeführten das Intuitive dieses Denkens nicht auf Wahrnehmungen. sell)st in seinen einzelnen Gliedern nur scheinbar sialle den Ausdruck: enthymematisches Denken. dass der Vorzug eines reichen intuitiven Denkens denen eigen ist. für dessen repräsentative Arten wir als Bezeichnungen hypologisches und metalogisches festhalten. jene sachlichen Reproduktionen Es mag sogar sein. deren Gesichtssinn eine ungeNatürlich darf nach dem wöthnliche reproduktive Kraft besitzt. dass also die ihr entsprechenden VorstellungsEs geinhalte beider Gruppen unbewusst erregt bleiben können.

das insbesondere seit Locke dem Intuitiven im Gegensatz zum Demonstrativen zuge- si^rochen wird. Das als widersprechend Erfasste kann nicht gedacht dem die unbewusst erregten Disposi- werden. eine Denken nur co)itradictio in adjedo. Es betätigt sich. verliert sich in bedeutungslose Wort- Denken . Seine Grenze bestimmt. dem so Inbegriff möglichen Bejahens es gestaltet wie die AVahrheit. als in dem kümmerlichen Bereich des den Erinnerungen eines tierischen Organismus über den gegenwärtigen Bestand einer Wahrnehmung. so können wir das intuitive fassen indem wir es in Beziehung zum diskursiven AVir müssen also etwa sagen: Das Denken vollzieht sich setzen. lediglich der Satz des AViderspruchs. Es erunseres (gegenständlich der uns in der streckt sich über den unabsehbaren Reichtum Sinnes. unwillkürlich hinausführt. sowie das Vermittelte nicht ausschliessen. dass Begrenzung des Denkens nicht gibt. wie in einer . in allen möglichen Beziehungen des Vorstellbaren. Ohne AVeiteres folgt aus dem Vorstehenden. so dürfen wir uns kurz fassen. nicht bloss des Vorgestellten. sofern sie prädikativ gefasst werden können. wenn wir diesen Ausdruck nicht beim Wort nehmen. das in Zwecke sich in Bewegung.36 Benno Erdmann auf die „Sinnliclikeit" der alten Psychologie eingeschränkt werden. und mittelbar aus diesem als wirklich abgeleitet werden kann. Es wirkt in der schöpferischen Phantasie des genialen Künstlers und Forschers nicht weniger. so Begrenzung richtungen der begriftiichen kann es scheinen. etwa zum Möglichen. Es vollzieht dem Umkreis möglichen Verneinens ebenso wohl. jeder Versuch dazu folgen (das intuitive aus). Blicken wir nunmehr auf die . es eine gegenständliche . den Irrtum und die Täuschung. liistorisch gegebenen Anfangsdes Denkens zurück. wir unter tionen zu sofern Vorstellbaren alle möglichen Bedeutungsvorstellungen mitverstehen.und Selbstwahrnehmung unmittelbar als wirklich gegeben wird. ein beziehungsloses sein AViderspiel. Suchen wir auf Grund der vorstehenden Analysen das Gemeinsame des formulirten und intuitiven Denkens. Ein „beziehendes Denken" ist demnach eine Tautologie. Das Vorstellens ist ihm unterthan. dass wir weit von ihnen al)gelenkt worden sind. mit Einschluss unseres Gebiet ganze gefassten) Fühlens und AVollens. wird sie logisch gefasst. schliesst schon einen solchen Versuch Versuchen wir zu formuliren. in den möglichen Beziehungen des Vorstellbaren.

wohl a))ei. Denn ist für die Allgemeingiltigkeit der induktiven Urteile gewann die antike erst Philosophie auch im Epicureismus kein Verständnis. zugleich weniger als ihr Jahrhunderte hindurch zugewiesen wurde. und genommen nur für das formulirte wissenschaftliche Denken. Denn auch. welche bestehen.jedes wissenschaftliche Erkennen ein Denken voraussetzt. führt im formulirten Denken schon die prädikative Gliederung dieses Inhalts. der Allgemeingewissheit des intuitiven Denkens fehlt. dies HuME möglich geworden. die»speziiisch diskursive formale Denknotwendigkeit. teils unmittelbar Gegebenen als wirklich abgeleitet sind. theoretischen mit dem es ur- Ihre Beantwortung muss erkenntnisErwägungen vorbehalten bleiben. bleibt ausgeschlossen. da einer ihrer Bestandteile. im intuitiven die abstrahirende Aufmerksamkeit über das Gebiet der blossen Wahrnehmung dagegen hinaus. wie das Denken gegen das Erkennen abzugrenzen sprünglich vermischt wurde. 37 Man kann als so sagen. sich uns. und nach dem Sinn dieses Mehr . So fehlt üljer die l)esondere bestehen. Ausfallen musste keit. der Gar kein Anlass bot Frage näher zu ist . weitgehende sachliche Anknüpfung zu. fordern. so- . der Ans})ruch auf Allgemeingiltig- streng Er bleibt nur für das wissenschaftliche Denken bestehen.Umrisse zur Psychologie des Denkens. ausserdem mehr. . In folgendem Sinne. Verstehen wir auf Grund solcher Erwägungen unter Erkennen das Vorstellen. wie es Kant aus dem Gegensatze der intellektuellen Spontaneität zur Kealso als wirklich gegeben teils aus dem so ceptivität konstruirt hat. Aber wir dürften entgegenhalten: nicht mehr. falls die Andeutungen Natur der modal bestimmten Urteile zu Recht Charakter manches eingebüsst. Und auch dort hat die Allgemeingiltigkeit von ihrem ursprünglichen sie. Beides ferner. dessen als Gegenstände wirklich vorausgesetzt werden . welche sich als allgemeingiltig erweisen lassen. dass nicht jedes. so gewinnen wir die formelle Bestimmung. Ein reines Denken dagegen. als unerlässlicher innerer Bestandteil der Urteile. dass dagegen das Denken weit über die Grenzen möglichen Erkennens hinausgeht. welche ihnen schon früh als wesentliches hält Moment zugesprochen worden ist. die veränderten Gesichtspunkte Bei unbefangener eine Schätzung lassen jedoch die Unterschiede. treten. wenn der sachliche Inhalt des Denkens in Gegenständen gegenwärtiger Wahrnehmung enthalten ist. Erhalten ist der grundlegende Gegensatz gegen die sinnliche AVahrnehmung. Es fehlt speziell den apoSie ent- diktischen Urteilen die unbedingte Geltung.

oder als irrig ge- deutete Formulirungen logiscber Normen dartun. Sie lindet. die als ibm eigentüm- bebauptet worden sind. zusammen- fassend zu wiederbolen. Xur durften wir diesem. . als jenem. so wenig wie die Deutung der Sinneswabrnebmung als blosser Receptivität. Jene Daten also der biologiscben Forscbung bilden die unausgesprocbene Grundlage des Vorstebenden. baljen wir ebenso stillscbweigend auszuscbeiden oder kurz als unzuläng- licb bei Seite scbieben müssen. Einige Missverständnisse der vorstebenden Untersucbung abzuwebren. keine andere sacblicbe Gesetzmässigkeit zuscbreiben. Hier gebübrt indessen das letzte AVort der Metapbysik. selbst in seiner metalogiscb genannten Form. welcbe die vertiefte Erkenntnis der AVecbselbeziebungen zwiscben den geistigen und mecbaniscben Lebensvorgängen in den letzten Jabrzebnten gezeitigt bat.38 Benno Erdniann. Gedankenkreis der sogenannten Associationspsycbologie nicbt allerden dings der Associationspsycbologie engiiscben Musters. sowie des praktiscben und des wissenscbaftlicben Erkennens nicbt einzugeben. fassenden Unterscbiede des praktiscben und des wissenscbaftlicben Denkens. lassen sieb als irrig. fällt viel wobl das Denken wie das Erkennen im obigen Sinne verzAveigt in das Gebiet des Platoniscben Meinens (oo^a) bineiiv Es war jedocb für unsern Zweck geboten auf die nur logiscb zu . zu denen wir gefübrt wurden. dass jene neuen Einsiebten die vielfältig wiederum geleugnete AVe- . ist zum Scbluss geboten. welcbe aus diesen Annabmen scbeinbar berÜiessen oder ibnen gegenwärtig zugesellt werden. die Mo- difikationen des Urteils. welcbe die den associativen Verknüpfungen entspringenden Reproduktionen in den Mittelpunkt der geistigen Vorgänge rücken. So war es als eine fundamentale Voraussetzung zu betonen. Festzubalten war wiederum die Scbeidung des diskursiven und intuitiven Denkens. wobl aber Annabmen. wie wir saben. in der psycbologiscben Ermittlung der Denkvorgänge gar keine Stütze. Mebrere Hypotbesen jedocb. licb Alle die Gesetze. Gewiss entstammt die psycbologiscbe Bestimmung des Denkens als einer Art von reproduktiven Vorgängen dem viel gescboltenen . dass wir unterlassen dürfen. Vollständig auszuscbliessen war die metapbysiscbe Bestimmung der Spontaneität. Die Uebereinstimmung endlicb mit der logiseben Fassung des Denkens ist so eng geblieben.

Umrisse zur Psychologie des Denkens.

39

sensverschiedenheit der geistigen und mechanischen Lebensvorgänge nicht aufheben, sondern vielmelir zu klären berufen sind. Sie gab

uns das formelle Recht, nicht die noch unsicheren Annainnen ül^er die mechanischen Correlate der geistigen Vorgänge, sondern die Daten des Bewusstseins zum Ausgangspunkt zu wählen, wie sie
sich

dem

Selbst1)ewusstsein darstellen

,

das uns

schliesslich

allein

über die unmittelbar gegebene Wirklichkeit der geistigen Vorgänge und iliren Bestand Auskunft zu geben vermag. Sie liess es auch zu, dass wir die physiologischen Daten und gerade jetzt ganz flüssigen Hypothesen

über

die physiologische Seite

des geistigen Le-

bens nur stillschweigend

berücksichtigten,

also

im Rahmen einer
l)lieben.

rein psychologisch fundamentirten

Untersuchung
,

Nicht
logen,
fast

einmal der noch häufigeren

nicht selten von Psycho-

durchgängig von physiologischer Seite auf jene Daten welche die geistigen Vorgänge nach Cartesianischem Vorbilde auf die Daten des oben umgrenzten Bewusstseins beschränkt. Es war vielmehr anzudeuten,
gestützte Hypothese konnten wir zustimmen,

dass gerade die Tatsachen des

Sprachlebens im Denken die Andie

nahme

unbewusster geistiger

Correlate für

mechanischen Re-

produktionsvorgänge und Gedächtnisdispositionen fordern.
Darstellung ausgeschlossen

Nicht erwähnt, aber durch den gesamten Zusammenhang der welche mit ist eine dritte Hypothese,

der eben berührten eng zusammenhängt.

Es

ist

dies die

tung, dass in den funktionellen Beziehungen der geistigen

Behaupund me-

chanischen Vorgänge lediglich
geistigen,

die

mechanischen

als unal)liängige

Variable anzusehen seien, deren kontinuirlichen Veränderungen die
d.
i.,

wie dann

angenommen wird,
sei
,

die Bewusstseinsvor-

gänge, nur diskontinuirlich entsprechen, mit anderen AVorten, dass
eine geistige Causalität

ausgeschlossen

weil

die

Bedingungen
auf die

für das mechanische Geschehen
geistigen, d.
i.

oder

die Energiefactoren

Es

ist

Bewusstseinsvorgänge nicht übertragl)ar sind. schlechtweg anzuerkennen, dass die Hypothesen, welche
die die sich unter

der Kritik der reinen Erfahrung zu Grunde liegen, sowie die energetischen

Annahmen,

dem

Einfluss von

Kirchhoff

sowie von Mach, von jNIaxwell und von Ostwald mit jenen Hypothesen vermischt halben die erkenntnistheoretischen Untersuchungen des rationalistischen Kriticismus weitergeführt und vertieft haben. Gegen diese Deutung des Wirklichen sprechen jedoch gerade erkenntnistheoretische Erwägungen, und, wie mir scheint, entschei,

dende.

Es

ist

kaum

zu

viel

behauptet, dass sie nur durch die ab-

40

Benno Erdmann: Umrisse zur Psycliologie des Denkens.
sei,

leimende Haltung möglich geworden
Philosophie solchen

„moderne" ist es auch zuzuschreiben, dass unsere Eeproduktionspsjchologie zur* Zeit noch
in der sich die
gefällt.

Erwägungen gegenüber

Ihr

der alten Associationspsychologie verwandter
rechtfertigen lässt. Die Art, wie

ist,

als

sich sachlich

man

meint, mit

dem Hinweis auf

reproduktive Vorgänge nicht nur das

Wesen

des formulirten Den-

kens psychologisch,

sondern auch seinen sachlichen Gehalt logisch

und erkenntnistheoretisch begreifen zu können, die Philosophie überhaupt in Psychologie auflösen zu dürfen, ist dafür ein charakteristisches Zeichen. Solchem Vorurteil war auf Schritt und Tritt entgegenzuarbeiten.

Diese Abschätzung der übrigen philosophischen Aufgaben gegen-

über den rein psychologischen,
verehrten Jubilar auf gleichem

in

der ich mich mit unserm hochweiss, halte ich für ungleich

Boden

wertvoller, als die Diiferenzen in

der psychologischen Bestimmung

des

Denkens und der Deutung

seiner logischen Funktionen, die uns

von einander trennen.

Vom

System der Kategorien,
Von

Wilhelm Windelbaiul.

43

Das

letzte

Priiicip

aller

tbeoretischen Philosophie,
seit
i

ja

aller

Philosophie überhaupt, bildet

Kant's Kritik der reinen Vers.

nunft der Begritf der

Synthe s

Wir

verstehen

darunter jene

eigenartige „Einheit des Mannigfaltigen", welche den Grundcharakter

Bewusstseins und damit die Fundamentaltatsache der inneren Erfahrung ausmacht. Diese „Einheit des Mannigfaltigen" hatte bei
alles

im Begritf der Monade metaphysische Bedeutung gehabt und psychologische Verwendung gefunden Kant machte sie zum Grundstein seiner kritischen Lehre, und indem er sie als „synthetische" Einheit des Mannigfaltigen bezeichnete, hob er als das AVesentliche in dieser Grundfunction des Bewusstseins den Umstand

Leibniz

:

hervor, dass dabei die mannigfaltigen Elemente trotz ihrer Vereinheitlichung in ihrer ganzen Bestimmtheit aufrecht erhalten werden.

In der Tat

ist

damit

das

eigenste

AVesen

des

psychischen

Geschehens und sein Unterschied vom physischen in der einfachsten und treftendsten Weise bezeichnet. Aus der Vereinigung zweier Bewegungen im Räume resultirt eine dritte, die von jenen beiden nach Kichtung und Geschwindigkeit verschieden ist und l)eide in der Weise in sich enthält, dass sie selbst keine gesonderte Wirklichkeit mehr besitzen. Aus der Vereinigung zweier Vorstellungen im Bewusstsein dagegen entsteht eine dritte Vorstellung, welche die
Inhalte jener beiden gesondert aufrecht erhält: in diesem Falle besteht die Vereinheitlichung der Elemente nicht darin, dass sie in einen dritten Inhalt zu ungeschiedener Gesammtheit verschmölzen,

sondern vielmehr darin, dass

sie

durch eine zwischen ihnen gesetzte

Beziehung zu einem Ganzen verbunden werden. Diese synthetische Einheit ist dem Bewusstsein so wesentlich, dass es geradezu als die Function des Beziehens detinirt werden
kann.
Alles tatsächliche,
stellt eine

solche Einheit des Mannigfaltigen dar.

unsrer Erfahrung bekannte Bewusstsein Xur durch künst-

liche Construction

könnten wir uns Fälle erdenken, in denen das Bewusstsein momentan von einem einzigen ganz einfachen und be-

aber immer doch so gebunden. wie der Dinghaftigkeit. etwas Andersartiges. besteht diese Beziehung zum mindesten in der räumlichen und zeitlichen Anordnung. läge die Synthesis wieder vor. . mehrere gesonderte Inhalte in einem und demselben Acte des Bewusstseins zusammen und zugleich vorzustellen. in welche Bezu verbindenden Inhalten als ein ziehungen sie durch das synthetische Bewusstsein gesetzt Averden dürfen oder sollen. Andrerseits bedarf es nur geringer Ueberlegung. In allem normalen Vorstellungsverlauf dagegen ist es von selbst klar und bedarf keiner weiteren Erläuterung. zwischen : denen es an jeder positiven. so bleibt die Function des Unterscheidens als die ärmste und elementarste Art der Relation zwischen ihnen übrig. sachlichen Beziehung fehlt. zwar in verschiedenem Grade. Dabei ist es für die Psychologie und für die Logik in gleichem Masse wichtig. etwa bei einem heftigen Sinneseindruck von Liclit oder Schall aber schon in dem Schmerz. Vollends die Tätigkeiten des Denkens bestehen durchgängig in der Vorstellung oder Behauptung von Verhältnissen zwischen einer mehr oder minder ausgedehnten Vielheit gesonderter Momente und wenn das Bewusstsein Inhalte neben einander vorstellen will. In diesen eigenartig verwickelten Verhältnissen und x^bhängigkeiten zwischen den Formen und den Inhalten des Bewusstseins stecken die tiefsten und schwersten Probleme der Transscendental- . die und verknüpft werden. dass diese Beziehungen den Inhalten gegenüber. um sich deutzu machen. dass es unmöglich ist. durchsetzt. dass auch die verhältnissmässig ärmsten und einfachsten Eindi'ücke und Ge- danken lich stets eine vereinheitlichte Mannigfaltigkeit enthalten. Sowohl die anschaudurch sie geordnet lichen als auch die begrifflichen Formen der Synthesis treten den Neues hinzu und sind durch die zu machen: in ihrer wirkunabhängig völlig ihnen von Retiexion sachlichen Bestimmungen die lichen Anwendung a])er sind sie an der Inhalte. Auf dem Gebiete des sinnlichen Yorstellens. der AVahrnehuiung. daraus nicht Ableitbares und andrerseits doch in ihrer Anwendung von den Inhalten durchaus Abhängiges sind. dass es von diesen Inhalten selbst abhängt.44 ziebimgslosen Inhalte Wilhelm Windelband: aiisgefüllt wäre. worin die Empfindungsinhalte aufgefasst werden meist aber ist schon diese anschauliche Synthesis : mit begrifflichen Formen. der damit als Gefühlston unabwendbar verbunden wäre und im Bewusstsein auf denselben Reiz bezogen würde. ohne sie durch irgend eine Beziehung mit einander zu verbinden.

welche die „synthetische Einheit des Mannigfaltigen" in den Untersuchungen : der kritischen Philosophie einnimmt. . so wenig scheint doch in dieser mann — — Hinsicht das letzte getroffen zu sein. Unter des Kategorien verstehen wir die synthetischen Formen Denkens oder die Beziehungen. Zeller's Geburtstage (Frcibnrg i.Vom System der Kategorien. tätig ist. wenn sie zum Ausgangspunkte für die Lösung einer engeren Aufgabe gemacht wird. 70. Dass diese Aufgabe den Drehpunkt für gischen AVissenschaft seit die Bewegung der den. und um l)egreiflich erscheinen zu lassen. So viele Versuche dazu gemacht worden sind. stellt entweder als erkennender Process im Urteil dar. sind wohl ziemlich alle aber gerade. Hartmüssen. ausser Frage. um die centrale Stellung zu bezeichnen. Das zusammenfassende Denken sich . in denen anschaulich gegebene welches dabei Inhalte durch das zusammenfassende Bewusstsein mit einander ver- bunden werden. jähriger Erwägung und lehrhafter Behandlung der logischen Probleme erwachsene Auffassung dieses Gegenstandes in ihren Grundzügen hier vorzulegen^). Wort gesprochen und Deshalb mag es das rechte Verhältniss eine aus lang- gestattet sein. die zunächst der reinen Logik anzum S y s t e m der Kateeines Entwurfs gehört . eine kurze HindeuNicht von diesen soll hier die Rede sein tung daratif genügt. ist für der ihre Geselbst sich in schichte kennt. dass Kant seinem Versuch ihrer Lösung vergriffen hat. — gorien. lo- Kant bildet. v. welche ich in der Strassburger Festschrift zu E./Br. am einfach- und Prädicat aus einander legen durch die Kategorie in Beziehung gesetzt und der AVahrheitswert dieser ihrer in der zweiten Form wird die Beziehung zum Ausdruck gebracht bejahte (unter Umständen aucli die nur problematisch gedaclite) : *) Hierbei wie im Folgenden setze ich die Erörterungen über die Qualität der Urteile voraus. oder als fertiges AVissen im sten als Subject Begriff Im ersteren Falle werden die gesonderten Vorstellungsinlialte. wird jeder neue Versuch einer Kategorienlehre diesem Bestreben Rechnung tragen von Fichte bis zu E. die sich sprachlich . Darüber. weil er in der künstlichen und misslungenen einig : Ableitung der „Tafel der reinen VerstandesbegriÖe" aus der „Tafel der Urteile" die Verbindung zwischen der alten formalen und der neuen transscendentalen Logik herzustellen meinte. 45 Psychologie und der Erkenntnisstheorie. 1884) als „Beiträge zur Lehre vom negativen Urteil' veröffentlicht habe.

Der übliclie Auf- Formen der Urteile : die aristotelische : bau der Logik.. Sollen nun die Kategorien nicht „empirisch aufgerafft" werden. so l)edarf es dazu einer systematischen Ableitung: diese aber kann. Xach dieser Auffassung sind die Kategorien ebensogut der Begriffe wie Formen und die kantJeder Art fallen von selbst zusammen. gelten" soll: der Begriff behandelt sie entweder als eine giltige oder als eine vorläufig angenommene. aber fast gar die reine Logik. gilt im als fertig und anerkannt oder wenigstens bekannt. ob diese Verknüpfung tegorie. der d. sinkt zu einer psychologischen und grammatischen Unterscheidung herab.. . vom Urteil aus betrachtet. Um so mehr concentrirt sich die Aufgabe der Logik auf aller der die Frage nach dem systematischen Zusammenhange möglichen Beziehungen. Wahrheitswert der im Urteil gedachten Beziehung ansieht. wie es Kant wenn man die Kategorien als die Beziehungsformen der Urteile und . sondern nur den Umfang des Subjects sie haben deshalb : zwar eine grosse Bedeutung für die Älethodologie keine oder eine sehr geringe für- . durch welche überhaupt Vorstellungsinhalte im Urteil mit einander verbunden und im Begriff als verbunden aufbewahrt werden können. wenn man wesentlich diese. wie Sigwart gezeigt hat. des des Urteils muss eine solche Begriff' kehrt Avas im Urteil vollzogen und behauptet wird. auf die Lehre von Relation. gehört unter den Ge- sichtspunkt der „Qualität". weder in seinem beziehenden (theoretischen) noch in seinem behauptenden (praktischen) Moment.46 Wilhelm Windelband: Beziehung der Yorstellungsiiilialte als ein fertig in sich verknüpftes Ganzes in weitere Verbindungen eingesetzt. Entscheidung über den Die Unterschiede der „Quantität" dagegen betreffen. in der sie nur bei der Theorie des Schlusses eine von der traditionellen Lehre unberechtigt aufgebauschte Rolle spielen. AVorts des Bedeutung ische umgeund Begriffs entsprechen. der aristotelischen Aufzählung mit Recht vorwarf. als wie es Sigwart und LoTZE augebahnt haben. Urteil und Begriff erscheinen danach als nur psychologisch verschiedene Stadien derselben logischen Function: und diese besteht in beiden Fällen wesentlich in der Yerknü})fung verschiedener Inhalte durch eine KaDas Urteil entscheidet darüber. der vom Begriff zum Urteil und zum Schluss fortschi-eitet. nicht den Act des Urteils als solchen. und den wichtigeren Unterscheidungsgrund der als „Modalität" des Urteils Was Kant behandelt hat. Diese gewährt neben der Qualität den einzigen Urteile. h.

dass die Synthesis den Gegensatz zwischen der beziehenden Function und den deren Gegenstand bildenden Vorstellungsinhalten voraussetzt. Dabei erweist sich zunächst. Beide sind für den einzelnen Act der Synthesis gleichmässig erforderlich und in ihm untrennbar verbunden aber die wechselnden Vorgänge des synthetischen Denkens belehren ulis. . und niclits anderes als diese Unabhängigkeit des Inlialts von der Form. Die Kategorie des wie sie in jeder der verschiedenen Arten des Existenzial„Seins" — ist. wie sie von Kant selbst mit stark empirischer oder historischer Zusammenraff'ung vorausgesetzt wurde: c umgekehrt wird r sich die Einteilung der Urteile nach der „Relation" erst aus der Kategorienlelire ahleiten lassen. welche das wirkliche. So tritt die Bezielning des Bewusstseins auf einen von ihm unal)liängigen Inhalt heraus.Vom der Begriffe auff'asst. wenn wir von einer Beziehung des Bewusstseins auf d a s Sein reden. Urteil wie im Begriff. f ü r die Aus f ü h r u n g dieser F u n c t i o n Es wird darauf ankonmien ob es gelingt von . 47 nicht in einer sonst schon feststehenden Ein- teilung der Urteile gefunden werden. System der Kategorien. lebendige und sachliche Denken in seinen Ur- und Begriffen zur Verknüpfung der ihm durch die Anschauung gegebenen Inhalte verwendet. h e n u n d e t s i nd Einheit die B e. gleichviel ob sich ein solches auf irgend ein „Dasein" oder ein „aljsohites Sein" bezieht bedeutet nie etwas Urteils enthalten — . der eine erscheint von der anderen unabliängig. diesem einheitlichen Gesichtspunkte aus ein Verständniss des ge- ordneten Zusammenhanges aller derjenigen Beziehungen zu gewinnen. . dass die einzelnen Inhalte mit einander in verschiedene Beziehungen treten können und dass andrerseits dieteilen : selbe Beziehung zwischen verschiedenen Inhalten stattfinden kann. Die Bewusstseinsfunction und der Bewusstseinsinhalt zeigen damit eine freie BewegHchkeit gegen einander. dass i ist deshalb nur zu des beziehenden die Kategorien. und wenn man die e s e n der s y n t h w e 1 c h e in de m des INI a n n i g f a 1 1 i g e n e n t halten Formen e i W M t i e s n c entwickelt. die sich abwechselnd auf ihn zu lichten wieder zu erfassen ilni zu verlassen und ilin — — . d i au ngun g e n s m a c h e n. i Ein Prinim p f ü finden. Die Tatsachen der Erinnerung bestätigen von der inneren Erfahrung aus gesehen dass der Vorstellungsinhalt von der Function unabhängig ist. das System der Kate g o r e n wenn man lediglich davon ausgeht. vermag. des „Gegenstandes" von der Function meinen wir. nichts anderes sind als ö g 1 i c h k Denkens.

im ersten gehört die darin gedachte halte sel])st. so braucht zwischen diesen beiden selbst (wie etwa zwischen Ton und Farbe) auch nicht der geringste reale Zusammen- hang zu bestehen zu sein. mit einem andern gleich oder davon verschieden und die Kategorie ist somit in diesem Falle ein Verhältsie in niss. . die dabei in Kraft treten. so können die einzelnen Beziehungen oder Verbindungsweisen. welche die Gliederung des ganzen Systems in der einfachsten AVeise bedingt. Wenn das Bewusstsein als beziehende Function zu den Inhalten hinzutritt. sie eröifnen eine weite aber an dieser Stelle handelt es sich nur um die Bedeutung. welche das so gefundene Verhältniss von Bewusstsein und Sein für die weitere Ausgestaltung des Kategorien- systems hat. Es wäre verlockend genug.48 Wilhelm Windelband: als Anderes diese Unabliängigkeit des Bewusstseinsinhaltes von der Bewusstseinsfimction. Denken wir die z. es gehört niemals zu dem an sich Avirklichen Sein eines Inhaltes. aber in dem- selben Bewusstsein mit Dieses Zuliegt nicht sammenkommen 1) dem nämlichen Bewusstseinsact Absichtlich vermeide ich die durch ihre historische Vieldeutigkeit ent- werteten Bezeichnungen „objectiv" und „subjeetiv". teilen wir dagegen über die Gleichheit oder Verschiedenheit zweier Eindrücke. Im ersten Falle hat die Kategorie g e g e n s t ä n_d liehe. . die unabhängig von ihm „sind". Es ergiebt sich nämlich daraus eine fundamentale Unterscheidung. dass einander vorgestellt werden. historische Perspective: die erkenntnisstlieoretischen Fol- gerungen aus diesem Grundsatz zu ziehen. so dabei tätige KaUr- tegorie der Inhärenz zugleich als ein reales Verhältniss der durch das Bewusstsein synthetisch verbundenen Vorstellungsinhalte. die ihnen an sich und unabhängig davon nicht zu- kommt. entweder als solche gelten. als sie mit einander durch das l^eziehende Bewusstsein in eine Verbindung ge- bracht werden. ein einer ihm zugehörigen Eigenschaft (im gilt j^rädicativen Ur- oder in einem Substanzbegriff). im zweiten nur vorgestellte Geltung^). welche den Inhalten schon in ihrem vom Bewusstsein unabhängigen Sein zukommen und somit vom Bewusstsein nui' aufgenommen und wiederholt werden. B. in welche die Inhalte nur deshalb und nur insoweit treten. in welches die Inhalte erst dadurch geraten. im zweiten gewinnen Beziehung zu dem „wirklichen" Wesen der Indiese ihre Verbindung erst durch und nur Ding mit teil für das beziehende Bewusstsein. oder als solche.

wenn dieser nicht durch Herbart bereits für eine etwas andere Bedeutung in Anspruch gewäre. die mit ihrem Stoffe nach eigenem Interesse schaltet. Die constitutiven Kategorien bedeuten diejenigen sachlichen Zusannnen- hänge. in der sich die lletiexion bewegt. welche am besten werden. als ob in den retiexiven Kategorien sich eine freie Spontaneität des synthetischen Bewusstseins entfalte. während es in weit umfangreicherem Masse dem individuellen Belieben überlassen oder von den besonderen Zwecken der Erkenntniss abhängig ist. . in ihre Bestandteile zerlegt der formalen Logik ver- und zu neuen Begriffsbildungen die Ergel)nisse vereinigt werden sollen. Avährend jede lichen" Anwendung der constitutiven Kategorien an die „wirk- Beziehungen der gegenständlichen Vorstellungsinhalte geIn der Tat ist die empirische Function der constisei. stellt sich als eine Entfaltung der willkürlichen Aufmerksamkeit dar. welche das zusammenfassende Bewusstsein aus den übernommenen Inhalten durch seine combinirende Tätigkeit zu entwickeln vermag. Kategorien bezeichnet Es reflexive und v i e t ut nommen — — leuchtet ein. Hiernach erscheint unter dem Gesichtspunkte der reinen Logik das Verhältniss zwischen der transscendentalen und der formalen Synthesis zunächst derartig. 49 im Wesen der Inhalte selbst. welche das gegenständliche Verhältniss der Vorstellungsele- mente ausmachen: die reflexiven Beziehungen dagegen betreffen die- jenigen Verhältnisse. So sehr dabei von den iu den Inhalten gegel)enen Voraussetzungen abhängig sind. Beziehungen wie und der Causalität werden in der Erfahrung mit unwillkürlicher Notwendigkeit aufgefasst. welche von der Auffassung gegel)ener „Gegenstände" zur Feststellung der in ihnen enthaltenen inhaltlichen Gemeinsamkeiten fortschreitet. und insofern wäre für diese zweite Art der kategorialen Beziehungen der Ausdruck „zufällige Ansichten" zutreffend. bunden tutiven Kategorien als die Tätigkeit des erfahrenden Bewusstseins von den sachlichen Zusammenhängen der „Gegenstände" unweigerlich abhängig: die formale Reflexion dagegen. es ist ihnen zufällig. während die Anwendung der constitutiven Kategorien einem 4 wahllosen 4: Zwange Sijfwart-Kestscliril't. In diesem Sinne zerfallen die Kategorien in zwei Hauptgrupals constimit kantischen Terminis pen. dass diese Unterscheidung mit derjenigen von trans- scen dental er und formaler Logik zusammenfällt.Vom Sj'stein der Kategorien. welche diejenigen der Inhärenz Inhalte et^Ya unter den Gesichtspuncten glichen. so frei ist doch die Kichtung.

Dabei muss von den Kategorien der Reflexion ausgegangen werden. die einzelnen Kategorien aus dem allgemeinen AVesen der synthetischen Einheit des Bewusstseins ableiten lassen. die Verwandtschaftsver- Gegebenen in der Reflexion auseinander zu legen. der die und der reflexiven.Sein" der Inhalte moditicirt sind. wird leicht zu verstehen sein. Auch die reflexiven Associationen vollziehen sich zu- nächst diu-chgängig und zum chischen Mechanismus. dass das ki'itische Bewusstsein sich von seiner anfänglichen Unfreiheit emancipii'en. wonach sich in den ])eiden coustitutiven GrundGruppen. sondern naheliegend. Angesichts dieser. dass diese Seite des Unterschieds wesentlich auf die psychologischen Functionen des inV i du e 1 1 e hältnissmässig n Bew'usstseins zutrifft und auch für dieses nur vergilt. dem des „Bewusstseins überhaupt" geradezu umkehrt: damit Aväre die des trans- Lehre der KJi-itilc der reinen Vernunft gewonnen. Wilhelm Windelband: Es mag jedoch d i nicht unerwähnt hleil)en. während die coustitutiven Beziehungsformen sämmtlich durch das transscendente Verhältniss zu unal)liängigen . schaften. wenn züge dargelegt werden. Andrerseits wird die Anwendung der con- Dinge mit ihren EigenZuständen und gegenseitigen causalen Abhängigkeiten.pro- ductive Einbildungski-aft" dui"ch die coustitutiven Formen scendentalen Bewusstseins die „Gegenstände" der Erfahrung „allererst erzeugt".50 zu uiiteiiiegeii pHegt. .. dass das für den chologischen Befund hältniss sich auf des Individuall)ewusstseins zutreffende Erkenntnisstheorie. während die darauf angewiesen und beschränkt hältnisse des so Operationen des formal-logischen Denkens sind. und ist Teil die immer mit unwillkürlichem freie psy- Spontaneität der Reflexion erst ein Ergebniss des entwickelten und seines Stoffes Herr ge- wordenen Seelenlebens. d. ausserdem aher von dessen Entwicklungsstadium abhängig ist. durch die Erfahrung jedes Einzelnen succesive in dem Grade modificirt. Ver- dem Standpunkte der h. weil in diesen sich das immanente AVesen des Bewusstseins am dem einfachsten und reinsten darstellt. die Auff'assung der schreiten kann. namentlich entwicklungsgeschichtlichen Flüssigkeit des Gegensatzes erscheint es von vornherein nicht nur nicht ersten psy- ausgeschlossen. den unwillkürlichen Schein der Zusammenhänge corrigiren und sogar in der wissenschaftlichen Erkenntniss ziu" sel])ständigen Erzeugung solcher kategorialen Verhältnisse fortstitutiven Kategorien. Diese Gedankengänge können hier nicht weiter verfolgt werden : wie sie gemeint sind. wonach die .

B. Eben deshalb Kategorie.Vom Als die erste System der Kategorien. dass die in der Vorstellung ge- gebene Mannigfaltigkeit in ihre Elemente zerlegt. wie oben das Unterscheiden diejenige welche in Function auch wenn alle übrigen versagen. deren Verknüj)fung durch die constitutive Kategorie erkannt und sodann diese Synthesis von neuem vollzogen wird. Allein des das Unterscheiden selbst : Gegebenen rindet seine Grenze an dem Inhalt den Grenzfall der Unterscheidung bildet die li Kategorie der restlose G 1 e i c li e i t. Von hier aus übersieht man am einfachsten. müssen dal)ei doch in irgend einer Weise immer noch unterschieden werden. welche nur noch sind. in welcher AVeise die in der Arbeit des logischen Denkens erzeugten Begriffe mit den im psychologischen Mechanismus entsjjrungenen Vorstellungen einerseits übereinstinnnen und andererseits sich doch nicht vollständig decken: es wird aber dadurch vor allem klar. Denn damit überhaupt irgend welche Beziehungen zwischen den Inhalten im Urteil oder im Begriff gedacht werden können. was sich darin vorher bei der empirischen allein Aufnahme der Vorstellung Reconstruction unAvillkürlich vollzogen hatte. sich Die hauptsächlichste Bedeutung des Unterscheidens entwickelt in der Verwandlung der durch den psychologischen IMechanisBegriffe mus erzeugten Vorstellungen in — der ersten Leistung des lo- gischen Bewusstseins. alle Unterschiede der (jua- 4* . die durch ein Urteil als gleich gesetzt werden sollen. trotz Vereinheitlichung gesondert erhalten werden. aufheben: zwei Inhalte. für alle iiljrigen 51 und grundlegende Function sich des urteilenden und begrifflichen Denkens erweist — dem oben die U n t e rerwähnten Grundcharakter der Syntliesis gemäss Berechtigung. Eine würde das synthetische Denken. ohne dass dabei durch das von dem Erkenntnisszweck geleitete logische Denken eine Auswahl und zum Theil eine Neuordnung in der gegebenen Mannigfaltigkeit vorgenommen würde. an einem einzigen Punkte unterscheidbar Xichtunterscheidbarkeit einer heissen gleich. A\'o z. war s 'nun Ausgangspsychologischen Lehren sie seinen logischen und — punkte machte. dass schon die erste Begriffsbildung eine der gegelienen Mannigfaltigkeit des zweckljestimmte Auswahl aus Vorstellungsstoffs darstellt. wenn ÜLRICI in nicht ohne Es eil ei düng. l)leibt. Vorstellungsinhalte. angedeutet. müssen diese Inhalte im Bewusstsein gesondert werden und aller ist. Sie besteht darin. Bei diesem Vorgange wird im individuellen Bewusstsein dasjenige reconstruirt. welches Beziehung zwischen gesonderten Inhalten be- darf. diese oder „Verdeutlichung" verläuft nicht.

die eine noch die andere Seite ist in dem übUchen Sinne des formal-logischen Schematismus Subject oder Prädicat vielmehr kommt des Zählens. Alle diese Kategorien mit ihren verschiedenen zweigungen. da müssen diejenigen der Lage im oder in der Zeit eintreten. Bestimmtheit aufhören. AVo dem Unterscheidbaren gegenüber verhält: pflegen wir von Aehn 1 i c so stufen sich Gleichsetzen und Unterscheiden aber in h k e i t zu reden den mannigfalalle tigsten Verhältnissen mit einander ab. von einander unterschiedener Inhalte die Rede sein Hieraus folgt. welche von einander unterschieden und dabei doch in irgend einer Hinsicht als gleich angesehen werden. etwa dem psychologischen aus un- bedingt als wesentlich verschieden angesehen werden müssen. was an den in Beziehung gesetzten Inhalten verschieden sein darf. wo zwei logisch vollkommen gleichwertige Inhalte in das kategoriale Verhältniss der „Gleichheit" zu einander gesetzt werden. gleichviel ob arithmetisch oder geometrisch. denn alles Zählen ist ein Zusammenfassen von Inhalten. deren Geltung von der zwecktätigen Aufmerksamkeit bestimmt wird. Aus ihrer Wechsel\\-ii'kung ergeben sich weiteren Zunächst folgt daraus che Function des n s und damit die Kategorie der Zahl oder der Q u a ntität. die von einem anderen Gesichtspunkte. reciproke Charakter der Beziehung. um mit Rücksicht auf erlauljen. stimmt. immer nur die entwickeln sich die Verhältnisse des des Grades. h.52 litativen Wilhelm Windelband: Eaum soll. unter denen verschiedene Functionen das gleiche quantitative ErJede derartige Gleichung ist ein Urteil aber weder gebniss haben. die . stellen sich in den mathematischen Gleichheitsurteilen dar: denn diese bringen. dass Gleichheit und Verschiedenheit relative Beziehungen sind. den ununterscheidbaren Rest das Urteil der Gleichheit zu ist lediglich durch den jeweiligen Erkenntnisszweck beIn der Praxis der statistischen Methoden z. wenn von einer Gleichheit meh- rerer. die hier nicht besonders verfolgt werden sollen. Jene Wechselwirkung des Unterscheidens und des Gleichsetzens führt aber zweitens zur Bildung des Gattungsbegriffs und damit zu der ganzen Reihe von formal-logischen Operationen. Masses Verhältnisse zum Ausdruck. B. Denn das Mass dessen. d. nirgends zu so deutlicher Erscheinung wie liier. Im Gefolge der Quantität Kategorien der Reflexion. Z ä h 1 e und Ausder Grösse. Rechnens oder Messens : . das Mass des Gleichen nissmässig gering ist. werden vielfach solche Fälle als „gleich" betrachtet und behandelt. der welche -theoretisch das Wesen des Urteils ausmacht.

der in der Geschichte der Philosophie schon oft und in den mannigfachsten Gestalten zu Tage getreten ist: beide Avurzeln in der Function der V e r g 1 e i c h u n g. dass die Logik. der Gleichheit und der Verschiedenheit der Bewusstseinsinhalte zum Ausdruck zu bringen. h. worauf die Functionen der Abstraction und der Determination. theorie notwendig herüber und hinüber laufen. das Denken des Rechilens" betrachten und bei „Art dem sog. 53 ihn gruppireii. dass es stets Urteile über das Es bedarf hier keiner näheren Ausführung darMass der Gileichheit und der (und denigemäss auch der Be- Verschiedenheit der Begriösinhalte gritfsumfänge) sind. über. der Subordination und der Coordination. welche zwischen einer l)loss formalen Logik und einer nominalistischen ErkenntnissWie das Zählen. Nur einige weniger selbstverständliche Gesichtspunkte mögen dabei angedeutet werden. oder ausgedrückten Zunächst erscheinen bei dieser Ableitung die Formen des mathematischen und des formal-logischen. eine solche. so entliält auch das Bilden der Gattungsbegriffe mit allen seinen logischen Consequenzen als bloss formale Operation nicht mehr als eine reflexive Beziehung. sog. w-elche das Unterscheiden und das Gleichsetzen mit einander verbindet in beiden Bichtungen hat das Denken lediglich die Aufgabe. vermöge deren ( es formal erlaubt ist. d. mathematische und formal-logische Gesetzmässigkeit kommen als in Dadurch wird se(|uent es verständlich. Rechnen und Messen. In der Tat giebt es in Folge der Willkür der reflexiven Tätigkeit eine unbegrenzte Möglichkeit der Bildung von Gattungsbegriffen. das Mass .Vom sich Ulli System der Kategorien. worin die Inhalte nur durch und für das Bewusstsein treten. malverbindungen zulässt. discursiven Denkens in einem Parallelismus. jeden Begriff unter ebensoviele jattungsbegritte zu subsumiren. in Urteilen Varianten ausnahmslos z.urückgehen. wenn sie ganz conals eine nur formale Logik und mit der Beschränkung auf die Kategorien der Retiexion behandelt wird. Zugleich legen sich damit die Fäden klar. dem Princip der Gleichheit überein. die sich in und eine bloss formale Logik andern Begriffen wiederfinden wonach über . und bis zu allen AVunderlichkeiten des „Algorithmus". als er Merkmale besitzt und ]Merkbesitzt kein Kriterium. logischen Calcül endigen muss : das beweist in der neueren Philosophie die Entwicklung der nominalistischen Logik von Hobbes bis zu Hume und CONDILLAC. der Division und der Disjunction mit Begrifts Verhältnissen allen ihren verschiedenen. auf die sie 111 unserm Jahrhundert verfallen ist.

dass der Gattungsbegriff' für die Gesamtheit seiner Arten und Exemplare „supponirt". wie ihn Aristoteles vorgebildet hat. Er beruht. nirte zu gelten hat. indem man von den reflexiven auf die coneines Begriff's ist Kategorien zurückgreift. ohne seinen Be- stand zu gefährden. die sich aus dem Gattungsbe- entwickeln. welche auf inuss. worin der ist. Aus diesem Cirkel ist ein Ausweg nur zu stitutiven finden. dass die „richtigen" Gattungsbegriffe diejenigen seien. in welchen die bloss formale Logik bei ihrer Lehre griffe zu verfallen pffegt den „wesentlichen" Merkmalen der Besie detinirt diese als diejenigen. und von ihr aus allein ist in einer von der psychologischen Apperception unabhängigen Weise zu beurteilen. gehört endlich auch der ganze Schematismus der Syllogistik. zu bejahen oder zu verneinen. vermöge deren der Begriff seiner übergeordneten Gattung angehört. vermöge deren Geltung der Prämissen . nach dem Princip der Subalternation darauf. die dabei einsie treten. sondern von Vorstellungselementen.54 Wilhelm Windelband: aller dieser den offenbar sehr verschiedenen Erkenntnisswert tractionen entschieden werden könnte. Das Gefühl der Unzulänglichkeit der Syllogistik oder das Bedürfnis . charakteristischer Abs- Das zeigt sich u. sind zunächst durchweg reflexiven Charakters: sind die Arten des Verhältnisses von Grund und Folge oder die Formen der die logischen D diejenige e p e nd e n z. und dass deshalb was von ihm gilt auch für alles ihm Subordi. Zwang des normativen Bewusstseins wegen der ersten Behauptungen auch AVeiteres zu dass die aristotelische Theorie des Syllogismus fo r behaupten. Alle einzelnen Operationen. und lehrt dann. die durch die constitutive ist: von dieser hängt der Wert der einzelnen Merkmale für den Bestand des Begriffs ab. Der Inhalt nicht nur eine eine (Ordnung Summe oder ein Aggregat seiner Merkmale. welche aus der Reflexion auf die wesentlichen Merkmale der ihm zu sub- ordinirenden Artbegriff'e gebildet sind. welche Merkmale für den Begriff' wesentlich Kategorie bestimmt sind und welche an ihm verändert werden können. in sehr Weise an dem A'on : Cirkel. Hieraus erhellt. . a. nur den reflexiven oder enthält ma 1 e n Teil d er S eine c h 1 u s s- lehre s c e und dass sie einer Ergänzung durch t r a n s- n d e nta1 e den Zusammenhängen der constitutiven Kategorien beruhen Theorie des Schlusses bedarf. zieht und sie kommen des Schlusssatzes nach sich deshalb alle in dem Princip der Co n- Sequenz ausgedrückt überein. Zu den griff'e reflexiven Denkformen.

so sind es. der andre wie schon Kant's Kategorien der der Erfahrung" die vom „Wirken" „Relation" zeigen. ebenso bemerkbar gemacht hat wie in der Logik (bei Fichte. — Schopenhauer rien festgestellt. der . der in der Psychologie sich grund gedrängt worden. i Wir sprechen von Realität oder von Wi r k c-h k e t . Fries. in gewissem Sinne sogar schon die Forderung des Aristoteles. Dazu gehört die Verwendung der Kategorie der Causalität in der Theorie der Induction. insbesondere infolge der dialektischen tegorie Zertrümmerung des Ding-an-sich-Begriftes Dinges zu . Deshalb aber r s t e 1- — und das lytik ist das grosse Ergebniss — nur von Kant's transscendentaler Anaihre sachliche Anwendung für das menschliche Bewusstder engsten Verbindung mit der s sein in e s i Synth d e r Em p f i n d u n g e n i n R anschauliche n a u m u n d Zeit . In der Entwicklung nach Kant ist. dass die in ihnen gedachte Beziehung der Vorstellungsinhalte mit diesen als seiend „gesetzt" wird. welche Grund- formen der constitutiven Beziehungen ausmachen.Vom System der Kategorien. sondern eine constitutive Kategorie e sei. 55 nach einer sachlichen Schhisslehre ist bekanntlich nicht neu: positive Anfänge al)er zu jener Ergänzung sind noch nicht im systematischen Zusammenhange sondern nur gelegentlich und einzeln gemacht worden. u. die Ka- des Gunsten der Causalität in den Hinter- ein Irrtum. son- dern die reale Ursache der Conclusio enthalten. der eine Ausdruck stammt von „res".). Syllogismus solle in dem Mittelbegritf nicht nur den Grund. Denn diese For- setzt im Geiste der platonischen Ideenlehre voraus. transscendentalen Gruppe oder gegenständlichen D n k f o r men ist dies gemein. in welche diese Gruppe sich zerschon von den Bezeichnungen aus übersehen. Dabei lassen sich die Richtungen. die worin die 1 reale Z u It ung s i nh a ist en s a m m enge h ö r i g k e i t von V o gedacht werden kann. dass die Abhängigkeit des Besondern vom Allgemeinen nicht nur formale sondern auch sachliche Bedeutung habe. dahin deutet auch die Behandlung des Syllogismus sell)st in Hegel's Kategorienlehre. ihnen liegt somit die Beziehung des Bewusstseins auf das Sein als allgemeines Princip zu Grunde. die uns für das „Sein" geläutig 1 i sind. w. Den Kategorien den der zweiten. die und darauf gebauten „Analogien Dinghaftigkeit und Causalität. dass sie nicht nur eine derung reilexive. her. s. dings nur im Treatise) Demgegenüber hat schon Hume (allercoordinirte Bedeutung beider KategoIn der Tat bilden sie die beiden Grundformen. legt.

liche Anordnung des Gegel)enen. wenn man wiederum von der AVechselwirkung des Unterscheidens und des Gleichsetzens ausgeht und damit combinirt. dass die Verknüpfung der Elemente entweder als b eh a r r 1 i c h e Identität oder als notwendige S u c c e s sion vorgestellt wird. Daraus folgt. welcher die allgemeine eine reale Einheit und Grundtatsache des Bewusstseins bildet gegenständliche Zusammengehörigkeit des Mannigfaltigen. wie dies bei der reflexiven Grupi^e gelang. nur so vollzogen werden kann. Zusammengehörigkeit von Momenten (\VercLens). geht die Vorstellung über: der Gleichheit in diejenige der (seienden) Identität einen realen und der indem andrerseits das Unterschiedene in zeitlichen Zusammenhang gebracht Y^jJLjixLer sich die wird. ob diese beiden Grundkategorien der constitutiven Reihe aus dem Wesen der synthetischen Bewusstseinseinheit ebenso abgeleitet werden können. den Zusammengehörigkeit von Vorstellungsinhalten ist derjenige des der Begriff einer in ihrer Zeitreihe notwendig bestimmten IXi-u g e s . In der Tat erscheint dies möglich. bedürfen constitutiven Formen des Denkens zu jedem l)e- sonderen Erkenntnissgebrauch einer Anlehnung an die räumlich-zeitDie reciproke Abhängigkeit aber. Der Begriff al)er einer seienden und dauerneine Identität gedacht . Dabei zeigt des Gleichsetzens und des Unterscheidens auf dieser constitutiven Stufe darin. den Zweck der gegenwärtigen Betrachtung handelt es sich nur darum. wie sie in den constitutiven Kategorien gedacht werden soll. . dass jede Identität nur in Bezug auf eine Veränderung und jede Veränderung nur in Bezug auf werden kann. AVilhelm Winclelbancl AVährend die die reHexiven Kategorien in der formal-logi- schen Reihe dieser Beziehung auf die „Sinnlichkeit" entraten können. stetig die Beziehung des Bewusstseins auf das „Sein" halte trotz Sobald das Bewusstsein eine Mehrheit gleich befundener Inihrer (zeitlichen) Unterscheidung auf eine gegenständ- liche Einheit bezieht und als solche „setzt". welche dabei zwischen den Kategorien und den Formen der An- schauung chologie Füi- stattfindet.56 möglich. ist der des Geschehens r e Im als Dingbegriff entwickelt sich die Kategorie der I n h ä sie n z das Verhältniss der Elemente zu der verknüpfenden Einheit. dass gegenüber dem zeitlichen Wechsel der Vorstellungen. l)ildet einen Untersuchungsgegenstand der Psy- und ein Problem der Erkenntnisstheorie. entwickelt sich die Kategorie ung (das platonische xa-jTov Correlativität und O-axepGv).

gliedert sich seinerseits durch die verschiedene Beziehung der darin zu verknüpfenden Zustände auf die in deren Wechsel beharrenden Dinge. ist eine typische und lehrreiche Verwechslung der constitutiven mit den reriexiven Kategorien. ohne die eine reale Zusammengehörigkeit des Veränderlichen nicht gedacht werden kann. Die Bestimmtheit der zeitlichen Reihenfolge aber. im zweiten um die t_e^l e o: i . entspiingen auf diese Weise. : logische D e p e n d e n z. die er dafür versuchte. welcher den Doppelvorgang des V^Jlg-ß h e n s und des Entstehens in sich enthält. Je nachdem es sich um das Notwendigkeitsverhältniss der Zustände eines Dinges oder mehrerer Dinge handelt. Hier haben wir dass darin jene logischer Form Spinoza's Lehre von der endlichen und der unendlichen Causalität. erscheint das Geschehen als i m m a n e n t oder als t r a n s i e n t. liegt für beide Fälle (wie es in Kant's Theorie der Causalität erkannt ist) wesentlich Bestimmtheit der Zeitfolge durch eine allgemeine Regel. dass der vorhergehende Zustand den nachfolgenden oder so. Dagegen ist es eine künstliche Entartung der Kategorie der Dinghaftigkeit.Vom Diese Elemente bilden die System der Kategorien. Daher ist in jedem Prozesse des Geschehens in der eine doppelte Abhängigkeit zu beachten: einerseits die (sei es causale sei es teleologische) De[)endenz des einen Zustandes von dem andern. dass umgekehrt der nachfolgende den vorhergehenden „zum Dasein in der Zeit l)estimmt" im ersteren Falle handelt es sich um die caii s a 1 e.s i c h. wenn Herr ART in seinen „Realen" deii Begriff" von Dingen mit absolut einfacher Qualität verlangte die Begründung. führt zu dem Postulat des absoluten Dinges in dem wissenschaft- lichen Begriffe der Substanz und dem erkenntnisstheoretischen Grenzbegriffe des D i n g e s . Begriffe wie E n t w c k1 u n g und AV i r k e n Kraft und V e r m ö g e n etc.a n . wird entweder so gedacht. Abhängigkeit des B e- . in der die reale Zusammengehörigkeit der Zustände zum Ausdruck gelangt. Eine seiende Einheit des Mannigfaltigen bleibt für den Begriff" des Dinges unerlässlich. dieses besonderen Verhältnisses von einer in andrerseits die Dependenz allgemeinen Regel. Das Entscheidende aber ist. Der Begriff des Geschehens. Die Identität endlich. Die empirische Kelätivität dieser Unterscheidungen gorie der Qualität): aber sie erweisen sich in . 57 des Dinges (Kate- Eigenschaften Bezug auf die Identität des Dinges als verschiedenwertig und gliedern sich danach unter Hinzutritt der Kategorie der Veränderung in A 1 1 r i b u t e Modi und Z u s t ä n d e.

um den stetigen Zusammenhang zwischen beiden Reihen der Kategorien zu bezeichnen. . sonderen vom Allgemeinen. hier sich als eine constitutive des Gesetzes. Alles wirkliche Denken sie zeigt ein lebendiges Ineinander : von retiexil)e- ven und constitutiven Functionen gründet. flexiven welche zunächst in der reder Conseqiienz Reihe der Kategorien sich als ein Princi}! Beziehung enthüllt. Diese kurzen Andeutungen mögen genügen. und dieses ist eben darin dass beide aus derselben Quelle stammen — aus der synthetischen Einheit des Mannigfaltigen im Bewusstsein. Diese reale Bedeutung der logischen Dependenz denken wir im Begriffe darstellte.58 Wilhelm Windelbaiid : Vom System der Kategorien.

Psycliopliysisclie Caiisalität und psycliopliysisclier Parallelisimis. . Von Hfiiiricli Riekert.

.

oder ein Schuss uns erschreckt. nee mens quid est) corpus aliud ad de- (si Dieser aus der rationalistiselien Metaphysik des Zeitalters naturwissenschaftlielien vielen heute noch für wahr. ist es natürlich nicht gemeint. gewissermassen indirekt: „ordo et connexio idearuin idcm est ac ordo et connexio rerum". soll dann überhaupt kein Zusammenhang zwischen })hysischem und psychischem Geschehen angenommen werden? So dieser wird uns auch geboten. ich beschränke mich auf Betrachtung des Parallelismus. Der Frage. wie umgekehrt dem Psychischen stets physische Vorgänge entsprechen. die mir der angedeuteten lTml)ildung der causalen Auffassung entgegenzustehen scheinen. der Wille den Arm bewegt. ebenso Avie ein körperlicher Effekt. wie wiederum bei Spinoza. und es Dem körperlichen Sein. Geist und Körper erklären h. Ein Zusammenhang zwischen Leib und Seele besteht also. wie wir sagen. da l^r- zwar nicht er wohl aber seine psychische Seite die sache." . auf den Geist zu Avirken scheint. den wir einem Willens- vorgang zuschreiben. Kurz: Die psychophysische Causalität soll aufgehoben und ersetzt werden durch den psychophysischen Parallelismus. wo ein Kör})er selbst . die zur Verwerfung der psychophy- . stammende Satz Spinozas i^ilt Nur Seelen können auf Seelen. neque ad (juietem. dagegen ist psycho physische Causalität Wenn aber. der den Zusammenhang zwischen soll. sind die folgenden Bemerkungen gewidmet. nur ist er. geht als seine andere „Seite" ein seelisches nebenher.61 „Nee corpus nientem ad cogitaiulum motuni. heisst nämlich. die ol) diese Lösung des Problems haltbar d. nicht möglich. nee ad ali(]uid terniinare potest. AVir brauchen für die causale Verknüpfung einen Ersatz. Bei dieser Kritik gehe ich von logisch-erkenntnisstheoretischen Gesichtspunkten aus und erinnere zuerst an die Motive. nur Körper auf Körper wirken. ist. als von den dem Willens Vorgang entsprechenden physischen Processen bewirkt gedacht werden muss. und will nur auf einige Schwierig- keiten hinweisen. und ist überall.

in welchen Punkten ich mit anderen Autoren übereinstimme oder von ihnen abweiche. in einer einseitig naturwissenschaftlichen Denkweise zu suchen (III). . Sodann versuche ich zu zeigen. und ferner. wie (I). von dem wenigstens die Möglichkeit einer Ijegriftiichen Feststellung psychophysischer und endlich eine kurze Andeutung gegeben werden. eine Erörterung des Problems unter logischen Gesichtspunkten zu versuchen. Ich möchte nur hervorheben. Causalverhältnisse zu gewinnen ist (IV) . dass mir vor Allem die tief eindringenden Ausführungen Sigwakts schon vor einer Reihe von Jahren die Anregung gegeben haben. so glaube ich doch in der Hauptsache. mit ihm auf demselben Boden zu stehen. Sie stecken in den Begriffen der mechanischen Natiu-- auffassung lismus. verbietet der Raum. warum es bei der üblichen Fragestellung zu einei. Die Gründe hierfür sind. chisch sein soll. die Auf sich mit dem Problem des Parallelismus beschäftigt. man auch sonst ü])er ihn denken mag gerade in der Form. und da ferner Alles entweder physisch oder psyso muss mit Hilfe des Körperbegrifis indirekt diu'cli Ausschliessung auch ein Begriff des Psychischen sich ergeben. undurchführbar ist (II). wie ich glaube. "Was jedoch physisch meint man zu wissen . welche Gründe uns die Annahme psyDoch chophysischer Causalität zu einem Bedürfniss machen (V). Einer Definition des Psychischen stehen bekannt- Schwierigkeiten im AVege. schaftlichen Begriti'sbildung. dass der Paralle.befriedigenden Antwort nicht kommen kann. so dass das Physische seinem allgemeinsten und umfassendsten Begriffe nach zusammenfällt mit einem Complex von Atomen. dass eine causale Verknüpfung zwischen ihnen nicht angenommen sei. Weshalb werden kann? lich ist das Physische und das Psychische so zu denken. die er zum Ersatz der psychophysischen Causalität annehmen muss. und das betrifft den Begriff des Wirkens. Hieran soll sich die Aufzeigung des Ausgangspunktes anschliessen.62 sischeii Causalität Heinrich Rickeit: und ihrer Ersetzung durch den Parallelisnius ge- führt haben. die und zu zeigen. Wenn ich auch im Einzelnen nicht überall mit Sigwakt übereinzustimmen vermag. sagt uns die Naturwissenschaft. und zwar findet man dort überall die Tendenz zu mechanischer Auffassung. der mir hiev zur Verfügung steht. kann es sich dabei nur um den Hinweis auf eine Aufgabe und nicht etwa um eine Lösung des Pro])lems selbst handeln ^). Was nun ein Körper ist. dessen einzige ') veröffentlichten Hauptsächlich ziehe ich im Folgenden einige Consequenzen aus früher Untersuchungen über AVesen und Grenzen der naturwissen- umfangreiche Litteratur einzugehen.

Charakter trägt ein Hiermit hängt etwas anderes zusammen. sondern (als auch mit Rücksicht auf die Art ihres Seins unmittelbar real und phänomenal) müssen. dass die bei- den Theile. und die als solche noch keine causale Verknüpfung enthalten sollte. so wäre die psychophysische Causalität überhaupt kein Problem. nicht ihren Inhalt (als Qualitäten nur mit Bückund Quantitäten). und das ist eben der Inbegriff des Qualitativen^). Auch der Trotzdem meint man nicht ihn leicht ganz absehen. AVesentlicli für die Köri^erbegriÖe sind danacli nur (Quantitative Be- stimmungen. ein nothwendig er Zusammenhang l)esteht. schliesslich zu rein quantitativen Begriffen kommen muss. Bd. XXIX (1898) Bedeutung für und meine: (Irenzen der naturwissenschaftlichen Begritfsbildung. Lasswitz: Die moderne Energetik in ihrer die Erkenntnisskritik. während wir das Physische lediglich als „Erscheinung" zu kennen meinen und sein Wesen erst „hinter" dem Gegebenen suchen. das Verlulltniss des ursächlichen Zusammenhanges soweit in das des blossen Aufeinanderfolgens aufzulösen. Aus den angeführten Begriffsbestimmungen rein ])estimmtes direkt zugänglich ist. so muss sein Inhalt aus dem gel)ihlet werden. dass zwischen und dies Ursache und AVirkung . wenn sie die Umwandlung einer Energieform in die andere begreifen will. und wird nun hiervon der Begriff des Psychischen abhängig gemacht. ebenso wie die Atomistik. 63 Veränderung in der Bewegung unvei:änderliclier Tlieile besteht. Von all den Versuchen. als es zur Entscheidung unserer Frage nothwendig ist. 111 — 117. Philos. wäjirend (juantitativ Sein der AVahrnehmung niemals und dadurch wird dann das Psychische zur unmittelbaren Realität. Denn wenn es sich kann man hier beim A\'irken nur um wieder- holte Succession handelte. S. was nicht zu jener rein quantitativen mechanischen Atomwelt gehört. Vergl. von der wir ausgegangen sind. bestimmen zu ktinnen. ergiebt sich also mit Nothwendigkeit die Konsequenz. -Ist es für total unvergleichbar so angesehen werden möglich. sicht auf in welche die Wirklichkeit zerfällt. weil auch sie.Psychophysische Causalitilt und psychophysischer Parallelismus. zwei ? verschiedene Welten causal mit einBegriff der Causalität ist ander zu verknüi)fen eindeutig. Es muss also bei jedem Causalverhältniss pflegt mehr als ein blosses post hoc vorliegen man so auszudrücken. Monatshefte. Das regelmässige Aufeinanderfolgen von gewissen geistigen und körperlichen Ereignissen war ja die Thatsache. I (l«96j. K. . *) Die „Energetikdarf ich hier unberücksichtigt lassen. Einen qualitativen alles uns unmittelbar gegebene Geschehen.

so meint man. so wird der Satz „causa aequat effectum" zum Ausdruck der causalen Nothwendigkeit. WuxDT. das bekannte seelische Sein durch eine Fülle von unbekanntem zu ergänzen. so muss man das Ideal eines Naturgesetzes in einer Causalgleichung erblicken^).ß4 Heinrich Kickert Worin ist nun diese Nothwendigkeit zu suchen? Auch zur Beantwortung dieser Frage wird man sich an die Begriffe der Naturwissenschaft wenden und dann sagen. so leuchtet ein. weil in der Körperwelt alle Veränderung auf Atombewegung zurückgeführt werden soll. falls auch der Schein causaler Verknüpfung zwischen Psychischem ') Vergl. hat daher als Atomliewegung Begriffe nach nie als Ursache oder Effekt in der Körperwelt keinen Platz. soll. von Ursache und Wirkung nehmen wir die Aufstellung einer Gleichung wenigstens im Bringen wir nun diesen Causalitätsbegriff an die früher gewonnenen Begriffe des Physischen und Psychischen. Ja es muss. Philos. sammenhang und der Begriff' der psychophysischen Causalität daher durchaus zu verwerfen. so muss die psychische auch sein. falls unterworfen werden es sie überhaupt dem allgemeinen Causalprincip dann ein wodurch und jede psychische Verändenmg setzt anderes psychisches Geschehen als 'seine Ursache voraus. dass dieser die totale Unvergieichbarkeit des Inhalts und der Seinsart beiden Gebiete die Aufstellung einer Causalgleichung zwischen ihnen für alle Zeiten ausschliesst und daher scheint auch ein causaler Zusammenhang zwischen ihnen nicht vorhanden sein . das wie das Psychische seinem darstellbar ist. Bis zu diesem Punkt ist für Viele die Argumentation wohl zwingend und im Resultate auch völlig unbedenklich. und ein Yerhältniss nur dort an. aus wegung hervorrufen Ein Sein. AVeit ein geschlossener Causalzusammenhang. und wenn man wieder vor Allem an die mechanische Naturwissenschaft mit ihren (juantitativ bestimmten Begriifen denkt. und nach dem Satze causa aequat effectum Bewegung immer nur durch Bewegung entstehen und nur Bezu können. dass die causale Xothwendigkeit die eines Naturgesetzes sei. W. Misst man dann an diesem Ideal den Begriff der Causalität überhaupt. Er ist schon. Studien Bd. . sich die Nothwendigkeit ergiebt. dem Grunde unmöglich. X (1894). Ueber physische Causalität und das Princip des psy- chophysischen Parallelismus. A])er offenbar Ist nämlich die physische sind wir hiermit noch nicht am Ende. wo Princip möglich ist. Das Reich des Physischen ist vielmehr ein vollkommen geschlossener Causalzudarf.

AVirkungen im Centralnervensystem hervorbringen. die von den Fixsternen aus- gehen. quamvis oder zur Alllieseelungslehre. wie die uns bekannte physische AVeit reicht.. das seelische Leben genau soweit ausgedehnt werden. dass wenn durch Aufnahme . weil er von vorneherein auf eine Ersetzung der psychophysischen Causalität verzichten. Sigwurt-Festsclirift. falls überhaupt eine lückenlose Causalkette psychischer werden soll. die Ersetzung der psychophysischen Causalität durch den Paiallelismus führt zu diversis gradibus. unsere Stimmung Alkoholgeister'' verur- sachen. so genügt es nicht etwa. zu der psychophysischen Causalität festhalten. das im Einzelnen durch die Erfahrung beund für gewisse Spezialuntersuchungen von Bedeutung ist. d. haben sie dazu auch ein Recht. 65 und Physischem begreiHich werden soll. Freilich giebt es Leugner der psychophysischen Causalität.. 0. auch. die von dem Parallelisiiius in dieser Form nichts wissen wollen. jeder einzelne Tropfen Alkohol ist . einer Quantität Alkohol unsere psychische Stinnnung" sich verändert. d. S. und dass diese allein sind. worauf es für uns hier vor allem ankommt. nothigen uns die Thatsachen Annahme. h. dann von den betreffenden Lichtempfindungen begleitet sondern die ganze Reihe von physischen A^orgängen zwischen Fixstern muss ihre psychische AVir müssen also dem Centralnervensystem und dem A'^orgänge hergestellt Seite haben. dass die Lichtstrahlen. die er hervorzurufen scheint. wir setzen eine causale Verknü}jfung zwischen den Fixsternen und der Lichtempfindung. el)enso müssen die l)etreffenden wiederum durch seelisches Leben liervorgerufen sein. und wenn nun auch nur der Schein dieser vom Physischen auf das Psychische gerichteten Causalität erklärt werden soll. und so lang^ sie sich auf sein Prinzip als auf ein „empirisches Postulat" stätigt ') beschränken. von psychischen Vorgängen l)egleitet die . a. . wenn wir ihn wahrnehmen. a. Spinozas Satz: „omnia. Der Parallelismus in diesem so Sinne aber kommt hier für uns gar nicht in Betracht. vorauszusetzen. animata sunt". glauben. die wir haben. ebenso voraus wie zwischen dem Federhalter in unserer Hand und den Berührungsempfindungen. ja die Frage nach der causalen Bedingtheit des Psychischen Solange wir an der überhaupt zum Mindesten ofien lassen muss. um ein anderes möglichst paradoxes Beispiel zu gebrauchen. 'JO tf.Psychophysische Causalitilt und psychophysischer Parallelismus. das mit den Stoffen ver- *) WuNDT. h. dass unser Seelenleben von jedem materiellen Vorgang beeinflusst werden kann und beeintiusst wird.

in denen wir Ursachen von Handlungen erblicken. Zeitschrift luv Kritik. mag die Allbeseelungstheorie phantastisch nennen. ist ebenso Philosophie und philos. nach der die Ausschliessung psychischer Einwirkungen auf den Körper und die Annahme einer geschlossenen physischen Causalität insbesondere alles menschliche Leben in der Weise mechanisiere. zu wirken vermag. und man kann niemals behaupten. dass kein Körper ein Objekt möglicher Wahrnehmung ist. uns der nicht auf unser Seelenleben zu der Causalzusammenals beseelt Körper wahrnehmbaren jeden und hangs entschUessen Annahme Seine eines geschlossenen psychischen denken. dass die Willensentschlüsse und Gefühle.. Wahrnehmung wäre sonst ein den allgemeinen Cau- salzusammenhang durchbrechendes Wunder. u. Kurz: da wir m'sprüngiich annahmen. oder führt er nicht gerade mit Rücksicht auf gabe consequent zu Ende gedacht zu unmöglichen Annahmen? Für viele wii'd die Behauptung. Heinrich Rickert aus denen der Alkoliol gewonnen wurde. w. s. So L. ebenso sicher kommt der Parallelismus als Ersatz salität So berechtigt also die einem empirischen Po- nur in Form der Allbeseelungslehre in Frage. Eine Consequenz jedoch. II. die entweder selbst wahrnehmbar sind. welche seine Beseelung absolut undenkbar machen. dass alle Körper beseelt sein müssen. 114. denn die psychische Causalreihe kann eliensowenig wie die physische an irgend einer Stelle abgebrochen werden. wenn diese psychophysische Causalität nicht nur ausgeschlossen.. Seele. dass ein wahrgenommener Körper Eigenschaften besitzt. Bd. oder mit einem wahr- nehmbaren Körper causal zusammenhängen. auch fortfallen könnten. Scheidung zwischen dem Parallehsmus als stulat und dem Panpsychismus als einer metaphysischen Theorie für die Cauist. die unmöglich wie psychophysi- unter den bisherigen Voraussetzungen Annahme scher Causalität sich darstellt. Alle Annahme von fremdem Seelenleben beruht ja auf Analogieschlüssen. s. Sie lässt sich auch auf Grund von einzelnen Thatsachen nicht widerlegen. Vermag er nun aber in dieser Form wirklich die Causalität zu chese Auf- ersetzen. welche den Parallelismus loMan gisch ad absurdum führt. . Auch die Meinung. w. sondern auch ersetzt sein soll. schon abschreckend genug sein. (1899) 13. und trotzdem der Kr>rpervorgang derselbe >) sein würde^). kann man darin nicht erblicken. u. so müssen wir. Bussk: Leib und S.QQ knüpft ist. ist sie nicht.

Denn wenn alle physischen Prozesse ihre psychische Seite haben. was seine Ursache in der psychischen Seite der Körper hat. Den Grund dafür deute ich am Schluss der Abhandlung an. Es kommt hier nur darauf an. Darin. 2te Aufl. noch kann die Herstellung eines geschlossenen psychischen Causalzusammenhanges jemals zur Annahme einer Gedankenübertragung führen. Solche Consequenzen werden vielmehr gerade durch den Parallelismus verboten. Die Menschen werden allerdings durch den Parallelismus zu Automaten. d. ohne dass zugleich eine entsprechende Aenderung im Physischen angenommen werden müsste. haben Sigwart und Busse durchaus R«cht. wie bei der causalen Auffassung^). wenn wenig der geringfügige Diffe- renzen in den äusseren kör[)erlichen Reizen mit so grossen Unterschieden der Effekte im menschlichen Organismus verknüpft sind. zu Theilen eines reinen Mechanismus (motus allgemeinen direkten et quies) einerseits und zu Gliedern eines Suggestionszusammenhanges (intellectus intinitus) andererseits.Psychoph3'sische Causalität und psychophysischer Paralleliämus. wie Bedenklicher schon sind die Hinweise darauf. (1893) S. als es ist. wenn wir von äusseren Einwirkungen zufällig keine Wahrnehmung und kein Bewusstsein hätten^). dass die Geschichte mit der Interpretation des Parallelismus nichts anfangen kann. dass eine unniittelliare Wirkung von Geist zu Geist sich auch dann kundgeben müsste. seelische Prozesse ebenso noth wendig verknüpft. und umgekehrt kann in unserm Geist sich nur das kund thun. h. wie sie nach der causalen Auffassung nothwendig von ihnen hervorgebracht werden würden. 542. und alle Thatsachen behalten dabei im Einzelnen genau tlieselbe Nothwendigkeit. dass die angegebenen Consequenzen nicht zu einem logischen Widersinn führen. die wir unter der Voraussetzung psychophysischer Causalität für die direkte Ursache der äusseren Wahrnehmung halten. Es lässt sich also weder bei Ausschliessung einer psychischen Wirkung auf den Körper das geringste im Seelenleben anders denken. SiGWAKT. deren Resultate nicht von den äusseren AVahrnehmungen der für ihre Ursachen gehaltenen Körper l)egleitet wären. Logik IT. aber dies ist nur eine x\enderung in der I n t e r p r e t a t i o n des Geschehens. dass wir uns nicht vorstellen können. wie die andere Ansicht. 67 wenig zutreffend. so sind auch mit diesen oder jenen besonderen Körpervorgängen ganz bestimmte. Parallelismus sich zu l)estätigen scheint. wie der kleine physische Reiz- hältnissmässig zuwachs ohne Hinzutreten einer psychischen Einwirkung das unvergrosse plus im physischen Effekt liervorrufen soll. ») -) 5* .

a. um ihn wenigstens im Prinzip zu retten-). dass dieses Argument des Nicht- wissens thatsächlich und. dass der aus der Bedeutung des Wortes stammende Schreck die Ursache des Todes ist?^) Ich glaube. denn seine Anhänger können sicli immer darauf berufen. 17 ver- treten. und manchen metai)hysischen Theorien : man wird zugeben müssen unsere Ignoranz ist hier gerade das Asyl. auch Thatsachen von dieser Xvi vernichten den Parallelismus noch nicht. SiGWART. Viel schwerwiegender dagegen sind Einwände Sigwart's. das Zusammenfallen lo*) Auch diese Ansicht ist kürzlich wieder von L. zusammenfallen müssten mit den Gesetzen. an dem allein die Durchführbarkeit des Parallelismus sich ist entscheiden hier nichts kann. um mit Sicherheit zu sagen: hier kann dieser oder jener körperliche Reiz für sich allein nicht diese oder jene Wirkung in es einem menschlichen Organismus hervorgebracht haben. a. nach denen wir denken. . Kritik. S. Zeitschrift für Fr. nach welchen sich die Umlagerungen der Atome in der Gehirnsubstanz vollziehen. a.68 » Heinrich Rickert So kann der optische Eindruck einer Depesche einen Menschen während der nur in eine ni Worte geänderte optische Eindruck einer andern Depesche denselben Menschen zu tödten vermag. philos. Philos. 0. dem Hinweis auf Wenn SiGWART dann jedoch dies näher dahin ausführt. S. sondern muss sein. die dass allen unterscheidbaren i^sychischen Akten darauf hinweisen . auch genau bestimmte physische oder chemische Vorgänge entsi)rechen müssen. -) Nach Abschluss des Manuscripts ersehe ich aus einer Abhandhing von Paulsen (Noch ein Wort zur Theorie des Parallelismus. mit Recht benutzt wird. S. kennen. auch etwas Psychisches Zwar erklärt in Ursache dabei im Spiel gewesen solchen Fällen der Parallelismus im Einzelnen als gar nichts. u. so scheint mir wenigstens dieser F o r m u 1 i r u n g gegenüber der Parallelismus doch noch nicht ganz wehrlos zu sein. 1 tf. 0. und dass ein solches Zusammenfallen logischer und physikalischer Gesetze keinen Sinn habe ^). dass die logischen Gesetze. 115. wie mir scheint. Bd. Busse a. denn damit kommen wir in der That zu dem Punkt von lirinzipieller Bedeutung. Gewiss. Soll hier das eine AVort die Ursache so grosser Veränderungen sein. ") Vergl. in welches seine Anhänger sich immer flüchten können.). 537 f. dass wir den Mechanismus der Körpervorgänge und die Struktur des Seelenlebens viel zu wenig einmal so gut wie unbewegt lassen . aber das hat er mit gemein. Mit einzelne Thatsachen zu machen. oder müssen wir nicht annehmen.

des Physischen ebenso wie des Psychischen. und nur mit Rücksicht auf diesen l)raucht man den Parallelismus anderer AV^eise gehört allein Es ist zwar zuzugeben. die jede Auffassung des Seelenlebens als eines gesetzmässigen Geschehens sich ergebe. der Psychologie entzieht. haupt nicht beseitigen lassen. des naturnothwentlig und jedenfalls sei die logische Bedeutung ablaufenden Seelenlebens mit den jjhysikalischen Gesetzen nicht unvergleichbarer. in seiner Bedeutung als Bedingung alles Seins. und das hängt hiermit auf das Engste zuEbensowenig darf die Einheit des Bewusstseins herangezogen werden. sei ein Sei aber diese Schei- dung einmal gemacht. und dass ja gerade die Logik eine Scheidung der psychologischen Naturgesetzmässigkeit von der logischen als einer normativen Gesetzmässigkeit verlange. und die bei einer Beschränkung des Problems auf den rein natürlichen Ablauf des Geschehens nicht beantwortet zu werden brauche. dann kalischen und rein Parallelismus zwischen physi- psychologischen Gesetzen wohl denkbar.Psychophysisclie Causalität und psychophysischer Parallelismus. A'on logischen Gesetzen könne vielmehr der Parallelismus ganz absehen. 69 gischer und physikalischer Gesetze ist unniögiich. sei eine für viel weiter reichende Frage. und zu dem daher die Einheit des „Bewusstseins überhau[)t" begrifflich nicht in prinzi])iell als zu jedem andern Objekte. dass diese Schwierigkeiten von den Anhängern des Parallelismus nicht genügend berücksichtigt sind und sich auf dem Boden der empirischen Psychologie überdurchzuführen. einander vereinbar sind. etwa wie Kant die transcendentale Apperception. Das psychologische Subjekt. der sowohl die Einheit des Bewusstseins als auch die normative Gesetzmässigkeit ^). dass ihr im Physischen nichts entspricht. sammen — — um ist zu zeigen. sammenfassende Bewusstsein. Denn es der das zuein erkenntnisstheoretischer Standpunkt möglich . scheinen sie nicht unüberwindlich *) Für eine nähere Begründung dieser Ansichten darf ich vielleicht auf . macht dann den empirisch gegebenen Gegenstand der Psychologie aus. aber mit Hülfe eines erkenntnisstheoretischen Idealismus. dass nur von einem Parallelisraus der psychischen und physischen Natur gesetze gesprochen werden dürfe. als mit den Naturgesetzen. das in erkenntnisstheoretischer Hinsicht Objekt ist. streng von dem psychologischen Subjekt unterscheidet. welche das Psychische Wie Normen und Naturgesetze überhaupt mit selbst beherrschen. aher miiss es aucli wirklich als Conseqiienz des Parallelisnuis gelten? Seine Anhänger können doch wohl darauf hinweisen.

und ferner infolge dieser Atomisirung des Seelenlebens auch alle Veränderung macht im Psychischen Veränderung der Relationen unveränderlicher psychischer Elemente zmiickgeführt werden. wie sie uns in der Erfahrung gegeben sind und als bekannte Teile unseres Organismus für den empirischen Parallelismus der Einzelforschung in Frage kommen. . denn wie sollen meinen „Gegenstand der Erkenntniss" (1892) und das zweite Kapitel meiner verweisen. (ligkeit und. Atomisirung der Vorgänge. erstens Veränderung rungen eine jedem einzelnen Atom ein Seelenelement zugeordnet.YQ Heinrich Rickert : Dennoch bleibt es richtig. dass nicht allen unterscheidbaren Be- standtheilen auf der einen Seite des Seins unterscheidbare Bestandteile auf der andern Seite entsprechen können. ebenso wenig wie von Atombewegung. im Seelenleben das Wesen von dem unmittelbar führt. Zunächst weiss die unmittelbare Erfahrung von einem Seelenleben. Hieraus aber ergeben sich zwei Consequenzen. Es muss nämlich. und jeder dieser VerändeAtombewegung auf im Seelenleben parallel gehen soll. und wenn also der Parallelismus uns zu einem solchen Begriffe psychischen Geschehens uns zugleich auch. eines rein allein die sondern von jenem Begrilf der Körperwelt als quantitativ bestimmten Atomcomplexes. die Mannigfaltigkeit des empirischen Seelenlebens in einfache Empfindungen oder dergleichen aufzulösen. das diese der Atomtheorie analoge Auffassung verbietet. denn dann läuft der Prozess der Veränderung und des Wirkens auf der physischen Seite dem auf der psychischen nicht wirklich parallel. dann kann es auch keinen indirekten nothwendigen Zusammenhang zwischen den physischen und allein auf die psychischen Veränderungen in der Welt geben. Dass mit der ]\Iöglichkeit einer psychologischen ist klar. wenn man will. und deswegen der Parallelismus undurchführbar ist. und von denen wir Parallelismus steht und fällt. und zwar nicht etwa von Körpern. weil der ja Annahme der psychophysischen Causalität unmöglich ge- hat. Wir verstehen von hier aus die Nothwendie Berechtigung all der Theorien. so zwingt er Gegebenen zu scheiden. welche darauf ausgehen. wenn in den Körpern jede Veränderung zurückgeführt wird. die zwei verschiedenen Ai-ten des Seins angehören. ebenso wie die Naturwissenschaft die Körperwelt in einfache Dinge zerlegt. Geschieht das nicht. und wird psychisches Sein vorausgesetzt. Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriflfsbildung" . dessen Veränderung nur in den Relationen seiner Elemente besteht. Nur wird man bei dem Nachweis dafüi' weniger vom Psychischen als vielmehr vom Physischen aus- gehen müssen.

Daraus dass einfach. und sein Begriff hätte keinen vom Physischen unterscheidbaren Inhalt mehr.Psychophysisclie Causalität und psychopliysischer Parallelismus. Versuchte man daher das Psychische im Ernst der mechanischen Körperwelt entsprechen zu lassen. wird durch die Durchfüh- rung des Parallelismus selber aufgeholfen. 71 die einen als anschauliche Realitäten als aufzunehmen. Man scheinung mit Erscheinung. Einleitung in dio Philosophie (1892). dass sie berechtigt ist. die andern aber zu erfassen begriftliche Wesen durch Ein unser Denken haben. unveränderlich und einander gleich auch die psychischen Elemente sein müssen. Aber wir brauchen hierauf nicht näher einzugehen. dass der (juantitative Begriff" der Materie. eine psychologische so wenig wie eine physikahsche. oder Wesen mit Wesen causal verknüpfen oder parallel setzen. ]\[an wende ja nicht ^). so müsste man auch zu einer rein quantitativen Bestimmung jeder Veränderung und jedes Verhältnisses von Ursache und AVirkung in ihm schreiten. einfach. die zur Aufhebung der psychophysischen Causalität führte. Der einzige Begriff der Ver- änderung aber. Doch scheint nicht gerade jetzt diese Durchführung denkbar? Oder sollte etwa die Unterscheidung von Wesen und Gegebenem im Seelenleben weniger berechtigt sein als in der Körperwelt? Es liesse sich zwar leicht zeigen. Körperwelt wenn wir uns die Die letzten Bestandteile mechanische Auffassung kommen gleich. hier nicht zu Grunde gelegt werden dürfe Nimmt man 105 f. IDarallel gehen? gegenseitiges Entsprechen unmöglich wie eine causale Verbindung. w^enn von Parallelismus in jeder Veränderung die Rede sein soll. hinfällig geworden: das Wesen des Psychischen hörte auf. weil keine all- gemeine Theorie bei dem unmittelbar Gegebenen stehen bleiben kann. Avelcher zu diesen Consequenzen fülirt. ein. und damit wäre auch die andere Voraussetzung in den Begriffen des Physischen und des Psychischen. denn auch ein gelungener Nachweis würde dem Parallelismus nichts helfen. schliesst jede qualitative Veränderung aus und ist also wie der der Atomwelt rein quantitativ bestimmt. . im Qualitativen zu bestehen. zweite Consequenz. Die eine der Voraussetzungen in den Begriffen des Physischen wäre hier elienso kann immer nur Er- I und Psychischen also. unveränderlich und einander folgt. durchgeführt denken. von der wir ausgegangen sind. Aus der nämder voll- Parallelisirung des Seelenlebens mit der lich Atomwelt ergiebt sich noch eine sind. S. der für eine AVeit solcher einfachen und unveränderlichen Elemente übrig bleibt. die ') So Paulsen. und die zum Parallelismus trieb.

garnicht. sondern lediglich des Problems zu verdecken. wie wiederholt hervorgehoben. andererseits psychisch sein beiden Seiten in der und zugleich sich wie die Kugelschalen Punkt für Punkt entsprechen. AVas der ist Parallelismus für die Kugelschalen l)edeutet. die so viele Thatsachen der Erfahrung zu stützen scheinen. könnte. Erster Halbband (1897). sondern dass das conkave Sein mit dem konvexen identisch ist. so ergiebt sich doch immer. Und ferner kann der Paral*) Vergl. Erst auf der <|uantitativen Theorie der Körperwelt wird dies barkeit von Physisch und gerade die dadurch entstehende totale Unvergleichund Psychisch macht den Parallelismus ebenso causalen Zusammenhang. Ein Beispiel aus einer der neuesten Darstellungen möge das darstellt. dass wir bei den Anhängern des Parallelismus leider in der entscheidenden Frage niemals streng begriftliche Ausführungen. dass die eine Aenderung die andere bewirkt. die Schwierigkeiten So geistvoll und amüsant diese Bilder Fechxer sein mögen. Hier bedingt That jede Aenderung der konkaven Form auch eine Aenderung der konvexen. Grundzüge der Psj-chologie. . sehr einleuchtend. einen wie undenkbar Diese üeberlegungen werden den Anhängern des Parallelismus viel zu einfach sein. und das beruht nicht darauf. 41 . sondern dass der Parallelismus von Physisch und Psychisch notlials er in dem Bilde sich wendig anders gedacht werden muss herangezogene Analogie mit dem Verhältniss von Physisch und Psychisch unvergleichbar. so in ihren die AVirklichkeit einerseits physisch. als dass durch sie eine Annahme. ja dass die noch genauer zeigen ^). ff. dass gerade dem Punkt.72 Heinrich Rickert : Atome selbst nicht als absolut einfach an. so liegt das nur daran. auf den es ankommt. sondern immer nur allerlei Analogien und Bilder linden. Die Realität wird hier verglichen mit maund wie diese ihre conkave und ihre soll convexe Seite haben. H. der Vergleich nicht stimmt. legt man in den Körperbegiiff noch qualitative Veränderungen und Differenzen und geht überhaupt nicht von einer vollkommen zu Ende gedachten mechanischen Auffassung aus. thematischen Kugelschalen. dann giel)t es auch keinen zwingenden Basis einer rein nothAvendig. also keine Analogie ist. beseitigt werden Aber um Thatsachen der Erfährung handelt es sich hier. die nicht nur nichts beAveisen. S. Grund. bei in dazu dienen können. Ebbinghaus. sondern um die Durchführung allgemeiner Principien. die psychophysische Causalität zu verwerfen. und wenn die Unmöglichkeit dieser Durchführung nicht überall zu Tage tritt.

soll es Nicht einmal ein Körper hat zwei Seiten. wie unmöglich die Auffassung des Geistigen als eines Gedenn wie eine Drüse einen Körper ausscheidet. wie die eine Seite einer mathematischen Fläche einer andern entspricht. das Gehirn verhalte sich zum Geist. und gerade das sollte doch das Bild plausibel machen. ihre zwei Seiten einander entsprechen zu lassen. mathematische Gebilde beschränkt und tinden keinem Vorgang der AVirklichkeit. s. da erklärte er. weil Ijeide Seiten rein quantitativ liestimmt sind. sind Die Eigenthümlichkeiten von Kugelschalen. können wir begreifen. Unter Allen. und das „entsprechen" wird zu einem leeren Wort. dass dies Bild nur geeignet war zu zeigen. werden sollte. ist. was nicht Körjjcr ist. wie die Lel)er zur Galle u. in dem eine weit verbreitete Theorie im Wesentlichen durch eine bildliche Analogie begründet war. in dass das Psychische dem Physischen grade n c h t der Weise entsprechen kann. und was tive einer (jualitativen vollends heissen. 73 lelismus hier bis ins Kleinste cliircbgefülirt werden. die in diesem Sinne einander parallel gesetzt wer- den könnten. rallelismus der Fall anders ? Haben die Gleichnisse. jjjanzen oder der menschlichen Welt so suchen wir in ihr vergeblich nach einem Punkte. Produk- .Psychophysische Causalitilt und psj'chophysischer Pavallelismus. in denen zwei quantitativ einander gleiche Seiten parallel gesetzt werden. muss jeder Versuch. So lange also die Anhänger des Parallelismus immer nur Bilder bringen. Wenn wir nun aber hören. Es ist dies nicht der einzige Fall. bleibt unbegreiflich. ist zuzu- geben. w. auf denen ganz und gar auf sich an keit beruht. dass eine quantita- Welt ents})richt wie die convexe Seite einer derconkaven? Kugelschale Es fehlt hier jedes tertium comparationis. hineinführen i entweder in unauflösliche Widersprüche oder zeigen. welche seine Anhänger heranziehen. wie dagegen das Gehirn etwas ausscheiden soll. die ]\Iöglich- um daran den Gedanken eines ähnlichen Verhaltens zu knüpfen. Liegt bei den Bildern des Pa- hirnproduktes ist. vor dem Lebergleichnis Karl Votrr's im P r i 11 z i }) etwas voraus? Dass sie geschmackvoller sind. dass es aber verständlicher At()iiicoiiij)lexen einen Parallelismus zwischen als eine und Emptiiiduiigen zu behaui)ten. herrscht heute Uebereinstimmung darin. an diesen Bildern den Parallelismus eines (juantitativ und eines qualitativ bestimmten Geschehens klar zu machen. dass es „auf ähnliche Art" sich mit der verhalten soll. deren Urtheil ernsthaft in Frage kommt. die mit dem gemeinten Vorgang ganz unvergleichbar Als der Materialismus seine These vom geistigen Leben als einem Gehirnprodukt plausibel zu machen suchte.

Das eine ist viehnehr genau so unvorstellbar und unbegreiÜich. titative Unterschiede qualitativer Art auch im Psychischen auf quanzurückgeführt werden können. dass es der Körperwelt. dann wäre sie als jedenfalls es erstens quantitativ bestimmt.oder Gehirnvorgängen und wahrnehmbaren psychischen Prozessen durch die Spezialwissenschaft garnichts gesagt. und dies wie wir gezeigt zu haben glauljen. Damit wären aber alle Vor- aussetzungen fortgefallen. gegen die empirische Feststellung thatsächlicher Beziehungen zwischen wahrnehmbaren Nerven. "svie das andere. j ) denn dann giebt es nicht mehr jene zwei Gebiete der Wirklichkeit. nothwendig. das für gewisse Es kann eben ein Prinzip. Giebt es denn nun aber ül^erhaupt keine Möglichkeit. wenn es dem Physischen parallel gehen soll. den Zu- sammenhang von Körper und Geist zu begreifen. um auch dies noch einmal zu betonen. um noch einmal zusammenzufassen.74 tioii . welche auf Grund der Begriffe des Physischen und des Psychischen die Verwerfung der psychophysischen Causalität und ihre Ersetzung durch den Parallelismus nothwendig machen. Sollte also. d. als Ersatz für die psychophysische Causalität gerichtet. deren Verbindung er begreiflich zu machen hat. Natürlich ist damit. h. für das Prinzip des psycho- physischen Parallelismus auf jeden Fall. sondern die Ausführungen sind lediglich gegen den Parallelismus als Lösung eines allgemeinen philosophischen Prol)lems. Der Parallelismus ist also entweder begrifflich undurchführbar. wie die Naturwissen- schaft Atomcomplex und wirklich parallel geht. Das unmittelbar reale und qualitative Psychische wäre phänomenal und quantitativ zu denken. scheint dem Unbefangenen nicht einleuchtend. Sonderuntersuchungen einen guten Sinn zum Widersinn werden. und dann im Prinzip vom Physischen garnicht mehr zu unterscheiden. III. Heinrich Rickert: Emptindungen durch Atombewegung. das Du Bois-Eeymond für unser Verständniss des Verhältnisses von Atombewegung und Emptindung behauptet hat ? Falls die Annahmen. auch im dass Seelenleben das Wesen von dem Gegebenen tens. und zweiso zuzuordnen. den einzelnen Atomen Seelenelemente alle zu trennen. oder er treibt bei seiner Dm-chführung zum Materialismus. hat. das Psychische von so gedacht werden. als Aveltumfassende Theorie gilt. so ist er überflüssig geworden. und wenn er dies gethan hat. . und muss hier etwa die AVissenschaft ein „Welträthsel" constatiren ähnlich dem.

Psychophysische Causalität und psychophysischer Parallelismus. dazu A. zu dem die mechanische Naturauffassung gekommen ist? Machen wir uns das Erkenntniss-Princip dieser Auöassung klar. 184 f. Aber ebenso wie das Welträthsel retische Du Bois-Reymond's durch . Die Naturchische AVeit in wissenschaft niuss sich die Aufgabe stellen.^en kann AuHage von Kant's Verhunftkritik die sich bereits in der ^ sondern dass die Voraussetzungen. insofern diese ein den beschränkt. so gelingt dies Raum erfüllendes am vollkommensten durch ein Begriffssystem. unhaltbai. wären wir in der That mit unserm Denken zu Ende. nämlich die einer totalen Unverund des Psychischen mit Rücksicht auf sowie die AuÖassung des Causalverhältnisses Inhalt und Seinsart. welche der Tendenz zur *) Vergl. mit dem körperlichen Sein und Geschehen als einer Begriiiswelt. und alle qualitative Folge dessen die Vorstellung einfacher Dinge. als einer Causalgleichung. 75 gleichbarkeit des Physischen von denen wir ausgegangen sind. die aber natürlicli in anderer als (juantihcirender Richtung vorgenonmien werden muss. und wenn Objekt ist. aus Körper bestehen. und deren einzige Veränderung Ortsveränderung oder Bewegung ist.sind. und das ganze Räthsel lediglich auf einer falschen Fragestellung beruht. die ihn in ein übersehbares System zu bringen hat. 2. Rest der Wirklichkeit zurück. . Wir sind vor die Aufgabe gestellt. so ersten Erwägung beseitigt wer. die zu diesem Problem führen. um zu sehen. dass nicht ein unlösbares" Problem vorliegt. die physische und die psy- einem einheitlichen Begriff zu denken. Dov philosophische Kriticismus II. in jedem Sinne richtig sein sollten. Riehl. die unübersehbare empirische Mannigfaltigkeit der Welt als Ganzes in ein übersehbares System von Begriffen zu Iningen. Hat es einen Sinn. und man kann hierin die Aufgabe der Psychologie erl)licken. eine erkenntnisstheo- brauchen wir uns auch hier nur erkenntnisstheoretischen Ueberlegungen zuzuwenden. findet^). sie sich dabei auf die Totalität der Körperwelt. dabei von dem Begriff des Physischen auszugehen. in dem heit in eine quantitative es entsteht in und unül)ersehbare Vielund daher übersehbare aufgelöst wird. Durch diesen wissenschaftHchen denen alle Prozess l)leil)t alle qualitative Mannigfaltigkeit als der nn mecha- nischen Sinne un])egreitliche Dieser Rest kann dann selbst wieder einer begrifflichen Bearbeitung unterzogen werden. S. Unter dieser Voraussetzung muss es von vorneherein als ein vollkommen sinnloses Unternehmen erscheinen.

. dass das Problem der psychophysischen Causalität lediglich den Begritfen entspringt. Die Bedeutung dieser Begriffsbildung als Im Gegenein rein quantitativ bestimmter der Tendenz zur Quantihcirung verdankt die Naturwissenschaft ihre grössten Erfolge. tificirbaren Rest den Namen des Psychischen zu verwenden . die faktisch stets mit einander verIjunden sind. die. weil wir dadurch dene Wissenschaften zu verteilen. und dass daher die im Interesse der Specialforschung nothwendig einseitigen physikalischen und psychologischen BegriÖsl)il(lungen ihre Geltung verlieren müssen. und hat man diese logische Nothwendigkeit verstanden. dass diese Trennung ferner lediglich eine begrifffiche Isolirung von Elementen bedeutet. die vdr selbst gebildet haben.u' Heinrich Rickert : und der damit nothwendig verbundenen Ausscheidung alles Qualitativen ihr Dasein verdankt. nämlich das Psvchische. so ist klar. die qualitative auf der andern Seite. in die quantitative Mannigfaltigkeit auf der einen. Die im Interesse der mechanischen Auffassung nothwendige Quantificirung muss vielmehr elienso nothwendig die Welt in zwei einander begi'iftlicli ausschliessende Gebiete spalten. und diese beiden Gebiete zu besonderer Behandlung an zwei verschie- ist Aber eine ganz andere Frage Produkte dieser Begriffsbildungen auch als für sich bestehende Realitäten ansehen und sie mit dem identificiren Diese darf. die begriftliche Isolirung aufzuheben und die Gesamtdie als Welt Wir müssen . und dass seine ünlösbarkeit nichts als das von vorneherein in der mechanischen Körperauffassung angelegte Ergebniss unseres ist. begriff' und Körper- lässt sich als Ideal für eine allgemeine naturwissenschaft- liche Theorie der Körperwelt sogar logisch begründen. ob man die Ganzes unbegreiflich machen. das wieder in einen einheitlichen begrifflichen Zusammenhang zu Ijringen was man im Gegensatz zum Quantitativen als das Qualitative definirt hat.76 Quantificiriin. sobald der Versuch gemacht wird. dass die mechanische Auffassung falsch sei? Gewiss nicht. Frage ist schon aus dem Grunde zu verneinen. Denkens Soll das aber etwa heissen. . theil. vielmehr daran festhalten. Man hat auch unl^edingt das Recht für die quantiticirbaren Elemente der AVirklichkeit den Namen des Physischen und für den nicht quau. Begriffsbildung kann gar nicht in Frage gestellt werden. was wir als Körper und Geist unmittelbar erleben. dass Körperwissenschaft die nur und Psychologie S p e c i a 1 w i s s e n s c h a f t e n sind diu'ch eine Trennung der Qualitäten von den Quantitäten zu Stande konuuen.

oder wie sein. als Körperwissenschaft und als Psychologie. geschnitten hat. ein iuiderer peiüvelt mecbanische Tlieüxie der Körgewählt Averden muss. für die allein sie gebildet sind. nicht wieder eine Einheit herstellen wollen. Gegebene. AVir stossen hier auf eine im AVesen unseres Denkens begründete prinzipielle Grenze der n a t u r w i s s e n s c h a f 1 1 i c h e n B e g r i f f s b i 1 d u n g und nicht auf ein AVelträthsel. Weil die Natiu-wissenschaft die unmittelbare Wirklichkeit in zwei verschiedenen Richtungen. dass wir die Produkte dieser Definitionen sie sind. dass wenn man das unmittelbar erfahrene Seelenleben mit als der Körperwelt vergleicht. bearbeiten muss. 77 wir Wirklichkeit als ein einbeitlicbes Ganzes zu verstehen.Psychophysische Causalität und psychophysischer Parallelismus. so können wir als sie das erkennen. Erlebte. man sich sonst ausdrücken mag. Aus sischen dieser Ueberlegung geht nun jedenfalls hervor. die einer durchführbaren Theorie im Wege stehen. sind wenigstens die Hindernisse hinwegzuräumen. griffe und dass wir diese Be- auf die Gebiete beschränken. gleichviel ob sie dabei den Begriff" der Causalität oder den des Parallelismus zu Hilfe nimmt. dass. dass . kann sie aus den sich daraus ergebenden einander ausschliessenden Denkj^rodukten . Mit dem Quantificirten wieder zusammenzudenken was als Rest ausgeschieden werden musste um den Begriff' des Quantitativen l)ilden zu können das Kunststück wird keine Theorie der Welt fertig bringen. Als Resultat der Besinnung auf das un- mittelbar Gegebene wird nändich vielfach der Satz angesehen. Es sollte von vorneherein klar sein. Freilich l)egegnet uns mittelbaren Erlebens eine Schwierigkeit die uns sofort wieder zur Annahme völliger Unvergleichbarkeit von Körperlichem und Gei- stigem zu führen scheint. IV. nändich als von uns zu besonderen Erkenntnisszwecken geschaffene Begriffe. . denn vom Standpunkt der Erfahrung. darstellt. und dieser Ausgangspunkt kann zuals die Aus gang^spunkt nächst nichts anderes als eine Besinnung auf das unmittelbar Erfahrene. wenn wir zu einer befriedigenden Auffassung des Verhältnisses der phy- und der psychischen Vorgänge zu einander kommen wollen. was nur dadurch lösen. mit der ja auch nach Kant unsere Erkenntniss alle anhebt . wie sie erst Produkt l)egriftlicher Bearbeitung sich man sich selbst die Möglichkeit einer Lösung des psychophysischen Problems abnun gerade auf dem Standpunkt des un. Haben durch unsere Definitionen Räthsel in die Welt gebracht. .

und dieser sachliche Unterschied kann durch keine erkenntnisstheoretische Besinnung. Ton. und ferner hiermit die Ergebnisse der Physiologie der Sinnesorgane sich nicht scheinbar in Harmonie befänden. des erkenntnisstheoretischen Satzes Deutung spiritualistische hält diese Immanenz nicht Stand. für den wir besser immanentes. das durch den erkenntnisstheoretischen Satz des Bewusstseins so wenig begründet werden und Bewegung. Härte. Die Welt ist nicht Inhalt des Bewusstseins. aber es wird durch sie lediglich der Name. dass alles unmittelbar reale Körperliche nur „meine Vorstellung" ist. ist und diese Um- bildung der Terminologie wenig zweckmässig.78 alle Heinrich Rickert. Temperatur. ist ein Dogma. dass erst durch die Sinnesorgane und ihre „specitische Energie" Licht. und zu dem Farbe. empirische AVirkliclikeit „Bewiisstseinsinbalt" und daher psychisch sei. wenn es nicht durch die quantiticirende Theorie der Naturwissenschaft seine Bestätigung zu erhalten schiene. dass es vielmehr durch ihn beseitigt wird. wenigstens auf dem Standpunkt der unmittelbaren Erfahrung. so meint sondern auch die Physiologie zeige. . der Schall. Man behält nach wie vor in der empirischen AVirklichkeit jenen Unterschied ihrer Bestandteile. auch den Namen Körperwelt für den Theil des immanenten Seins beizubehalten. so wichtig diese auch für andere Probleme sein mag. wie Gestalt Die Annahme. Es würde dies Dogma nicht so weit verbreitet sein. wenn „Bewusstsein" so viel wie das individuelle Seelender leben bedeutet. genau überein. vorneherein kann. Zunächst ist dem gegenüber zu bemerken. und hiermit stimme also die philosophische Besinnung. dass für den plulo- . die Wärme.Die blosse Bezeichnung ist für sich natürlich weder wahr noch falsch. unmittelbares Sein setzen. nicht man. dass Physisches und Psychials phänomenales und reales Sein untersches von schieden werden müssten. aufgehoben werden. Daher erscheint es zweckmässiger. nichts an der Sache geändert. sei Atombewegung. nur nach den Lehren der Physik im Grunde Das Licht. den Jeder Körper nennt. den es nur im Gegensatz zum Physischen hat. ebenso gehört. der zu einer Theilung in die zwei üblicherweise Körper und Geist genannten Gebiete führt. sondern Bewusstsein ist ein rein erkenntnisstheoretischer Begriff. sobald es zur Bezeichnung aller empirischen Wirklichkeit werden soll. und dies Ergebniss scheint wieder die Lehre von der unmittelbaren Realität des Seelischen und der Phänonienalität der Einer näheren Untersuchung jedoch Körperwelt einzuschliessen. Das Wort psychisch verliert ja seinen Sinn. Wärme entstehe.

AVir lassen also alle diese Theorien bei Seite beiden Theile der AVirklichkeit mit Rücksicht auf ihren Inhalt liche auch die totale Unvergleichbarkeit verschwunden. aus der man sogar ein „Gesetz" gemacht hat. aus denen ihre Fähigkeit und bereits voraus als Unentbehrlichkeit zur Vermittlung der äusseren Beize einleuchtete. Körperwelt zu. und dass also die mechanische Körperautfassung Lehre von der speciiischen Energie der Sinnesorgane. Quantitatives und Qualitatives vollkommen gleich phänomenal oder ist. sie sind dadurch charakterisnt. ebenso wie wir das Psychische in seiner Unmittelbarkeit nehmen. Das . Leidenschaften. der wieder nur vermieden werden kann. Als qualitätslose Atomcomplexe besitzen sie keine der Eigenschaften. W'illensakte betrachten wir ausschliesslich als seelisch. aber diese Sinnesorgane setzt man dal)ei immer qualitativ l)estimmte Körper.Psychophysische Causalitiit und psychopliysischer Parallelismus. wieder eine in der Spezial. Avenn wir uns davor hüten. 79 also sophischen Standpunkt eventuell real der Immanenz BeAvegung und Licht. und sofort ist mit dieser nothwendigen erkenntnisstheoretischen Coordination der die AVeit als stasieren und dadurch bevölkern. wie sie nur in der Erfahrung gegeben sind. wissenschaft unschädliche ja relativ berechtigte Interpretation der Prinzip dagegen eine völlig Die Physiologie kann wohl zeigen. als allgemeines ontologisches undurchführbare Annahme. das Körjjer- und das Geistige sind jetzt zum Theil einander inhaltlich so wenig unvergleichbar. Sinnesqualitäten hält. mit dem erkenntniss- und die theoretischen Idealismus gar nicht zusammenfallen. d. gäbe aber einen sinnlosen regressus in intinitum. Ja. Avie Bewegung und Gestalt. naturwissenschaftliche Begritfslnldungen zu metaphysischen Realitäten zu hypt)- Ganzes mit lauter Bäthseln zu und reßektiren zunächst nur auf die gegebene Körperwelt. dass ohne Vermittlung der Sinnesorgane und ihrer s])ecifischen Struktur die äusseren Reize nicht bis zum Gehirn des Menschen gelangen und dort Zustände hervorrufen würden. Gewisse Teile des Vorgefundenen. wie Gefühle. dass genau . rechnen wir allein der Andere. die Grenze zwischen den beiden Gebieten scharf zu ziehen. der die Welt der Qualitäten erst Sinnesorgane entstehen lässt. Sodann aber ist der physiologische durch die IdeaHsmus. um durch Wirkung auf diese zu dem zu werden als was wir sie kennen. li. und sie würden erst anderer Sinnesorgane bedürfen. Eine dritte Klasse von Objekten dagegen kihinen wir sowohl dem einen als dem anderen Gebiet zurechnen. die man als nothwendige Bedingungen für die AVahrnehmung der betreffenden besonderen Thatsachen. dass es uns vielmehr schwer wird.

und durch rein quantitativ bestimmte Produkte ersetzt w^erden könnSo lange es vielmehr Biologie und Chemie giebt. welche Theorien auch immer wir bilden mögen . wenigstens soweit festzustellen. d. sondern auch als psychisch anzusehen e i ist. was sich für den Begriff' des Wirkens auf dem Standpunkte der diese Ob allerdings unmittelbaren Erfahrung ergiebt. Verlnndung nun auch eine causale sein kann. 264 ü'.. . um zu brauchbaren wissenschaftlichen hoben. werden diese Wissenschaften es auch mit Qualitäten zu thun haben.80 Heinricli Rickert: derselbe Inhalt nicht nur als physisch. 1 i AMr gewinnen h e also s i den Begriff einer ursprünglich s c n h e i 1 c n p s y c h p hy h e n AV e 1 1. Auch diese Wissenschaften halten somit an einem Körperbegriff" fest. ist es nicht etwa möglich. ist damit noch nicht entschieden. so schliesst der Begriff' des Psychischen als solcher blos wegen seines qualitativen Charakters gewiss eine Verbindung mit der Körjjerwelt nicht aus. Grenzen der anzugeben versucht. Freilich wäre damit wenig gewonnen. . h. die aus qualitativen zum grossen Elementen bestehen. dass Zweige der Naturwissenschaft von der Körperwelt. Wenn also nicht einmal jede naturwissenschaftliche Bearbeitung der Körperwelt zu einer principiellen Ausscheidung des Qualitativen führt.. Damit sind die in den Begriffen des Physischen niu. wie Chemie und Biologie. und dieses un- mittelbare Erlebniss bleibt als empirische Wirklichkeit unangetastet bestehen . das weder mit Eücksicht auf seine SeinsAuch art. wie er sich aus der ReÜektion auf das unmittelbar Vorgefundene ergiebt. mit Begriffen arbeiten. y. die mit dem Fortschritt der . und wir suchen nun daher auch das. 118 u. Abstraktionen zu kommen. für den Causalität. und keine denkl)are Vollendung der allgemeinsten Köri^ertheorie kann diese qualitativen Begriffe aufheben^).die und Psychischen psychophysische steckenden Voraussetzungen. sondern auch den psychophysischen Parallelismus aus- Standpunkt der unmitt elitären Erfahrung aufgewenn nun jede wissenschaftliche Theorie von dieser Einheit des Qualitativen und Quantitativen immer absehen und die beiden Bestancltheile stets prinzijjiell von einander trennen müsste. als •) Die logischen Gründe hierfür habe ich in meinen S. diese Begrifl'sbildungen nui' als vorläufige anzusehen. noch seinen Inhalt dem Psychischen unvergleichbar ist.Wissenschaft verschwinden ten. natnrwis. Begriffsbildung". welche nicht schlössen. an dem Begriffe von etwas. sogar viele Theil Das ist jedoch so wenig der Fall. sondern das wird erst eine Prüfung des Causalitätsbegriffes uns sagen. diuxli die wir die Welt in zwei prinzipiell unvergleichbare Theile spalten.

Daraus nicht gedacht aber folgt. mit der des Naturgesetzes identiticirt. das. dass alles Geschehen seine Ursache habe. h. ist auch nicht etwa das a 1 1 g e ni e i n s t e Causalgesetz und es sollte daher auch nicht . d. den (hiraus sich ergebenden Begritt' Causalität als den gültigen zu l)etrachten? Gesetzesbegrilt'e sind. um ül)er die Richtigkeit setzung ein Urtheil zu gewinnen. weil das Besondere immer mehr enthält. und ferner wäre auch nicht recht des allgemeinen Causalprincips als wie sonst die Begriffe eines Causalgesetzes und irgend ten : mehr den Succession enthalten der individuellen soll- das eine dehnt ja nur 'Begriff" Cau- salität ül)er alle Wirklichkeit aus. und da niemals Allgemeines. mit dem. eine Verwechslung zweier Begriffe. das wir Wirken nennen. dass die Existenz eines causalen Einflusses eines in- ') die Identificirung des Diese Unterscheidung wird vielfach nicht gemacht. und dann entsteht Gedankens. denn es wäre sonst erstens der eines Zusammenhang individuellen körperlichen . den wir sorgfältig von dem des allgemeinen setzt individuelles Causalprincips unterscheiden müssen ^) Wirken voraus. als das Allgemeine. Beide Begriffe Avürden also ohne die Voraussetzung individueller Causalverbindungen.das wissen wir bis jetzt wenigstens nicht — — Causalgesetz" genannt werden. unter den es ge- bracht wird. so muss sich auch das ursprüngliche Erlebniss. Halten wir nun an diesen Unterschieden. mehr als blosse Suc. 81 iKitliig ist. die mehr als Succession bedeuten. mehr enthalten muss. cession sein muss. als auch jedes allgemeine Causalgesetz. u . dass Alles gesetzmässig sei. auch jede AVirklichkeit. wie irgend ein anderes individuelles Erlel)niss von dem Inhalte des Allgemeinbegriftes. so ergiebt sich sogleich. der Satz. mit einem individuellen geistigen Vorgang wieder kein Problem einzusehen. als das Gesetz. unter das sie fällt. werden können. wie alle Begriffe der Naturwissenschaft. Ist es mciglich.Psychoiiliysische Causalität und psycliophysischer Parallelisiuu?. dass alles Geschehen seine Ursache hat. und in Vielheit von individuellen dem andern wird das einer Causalitätsverhältnissen Gemeinsame zu- sammengefasst. Sowohl das allgemeine Causalprincip. allein der früher gemachten VorausDie Nothwendigkeit des Causalder zusammenhanges wird. dass. die wir Wirken nennen. insbesondere an dem von allgemeinem Naturgesetz und individueller Causalität fest. was es auch sein nmg. Das Causalprincip Veranlassung Irrthüniern folgenschweren zu worin dies besteht. wii' allgemein. ein Begriff. von dem Inhalte eines Causal- gesetzes ebenso unterscheiden. sondern immer nur Besonderes und Individuelles unmittelbar erleben. die geben kann. wie wir sahen. Sigwart-Festschrift.

Soll nun etwa die Vorstellung solcher Ungleichheit. gilt Von Aequivalenz ist also hier nichts nicht etwa nur. wie der Gedanke einer Gleichheit von Ursache und sobald wir und Wii-kung sich zu der Wirklichkeit verhält. wenn wir einen physischen mit einem psychischen Vorgang causal verbunden denken. realismus".in der AVeit des reinen Alechanismus Allem Geschehen kann hier ein Complex von At-omen substituii't werden. da war. sondern wenn wir zwei empirisch gegebene physische oder zwei jjsychische Ereignisse als Ursache und Wirkung mit einander verknüi^fen.82 diTidiielleii Heinricli Rickert: Dinges auf ein anderes individuelles Ding niemals allein deswegen bestritten werden kann. auf die Dauer doch die Thatsache nicht yerkennen als der Inhalt dass alle AMrklichkeit in ihrer Besonderheit und Individualität unendlich viel reicher ist. fragen. zeigt es sich sofort. und desals halb der Eftekt eigentlich nichts anderes darstellt. der von . am meisten frei glaubt. Bewegungsübertragung Avird. Für uns kommt nun hier vor Allem das Verhältniss des individuellen Wirkens zu dem Causalitätsbegriff in Betracht. tritt. dessen Veränderungen sich durchweg in den Begriffen von quantitativ bestimmten und somit messbaren Relationen ausdrücken lassen. Denkgewohnheit geworden Ideen sollte wo man sich von metaphysischen lassen. Vergegenwärtigen wir uns zunächst die Bedingungen wo der Begriff' der Causalgleichung an Stelle des Causal- verhältnisses vorfinden. und die wir. ob die Von der Beantwortung dieser Frage hängt psychophysische Causalität von vorneherein die er- abzulehnen füllt sind. die jeder besondere individuelle Vorgang des AVirkens uns zeigt. dass in der Erfahrungswelt der Ursache genannte Vorgang stets etwas hervorbringt. . Dies ist deswegen möglich. der freilich häutig gerade dort zu einer unvertilgbaren ist . ist oder nicht. der die Möglichkeit einer ? Cau- salgleichung voraussetzt es offenbar ab. weil der betreuende Vorgang in einen durch eine Causalgleichung ausgedrückten allgemeinen GeDer metaphysische „Begriössetzesbegriö* nicht eingehen will. und das ebenso. was sich von ihm unterscheidet. Allgemeinbegrilfe in denen wir sie denken und dass dies daher auch von jedem ^-irklichen individuellen Wirken gelten muss. nämlich in der Xatiu'wissenschaft. die wir erleben. der naturwissenschaftlichen . gänzlich diu-cli den Causalbegriti' verdrängt werden. und das Mass ist dann auf beiden Seiten des Causalverhältnisses gleich weil alle AVirkung hier zur zu setzen. ja vorher über- haupt noch nicht zu finden. dem Begriff einer Causalgleichung abstrahirt ist. die in der .

. So nennen wir resp.Psycliophysisclie Causalität und psychopliysischer Parallelismus. mit Ausnahme der rein . dass überall. mechanischen. Die Atome sind ewig dieselben. sich. und daraus folgt. Sollte der Begriff der Causalität nur dort zulässig sein. wie in dem andern. dass der Begriff des AVirkens auf nicht messen. zu unterscheiden. Eine dritte Bedeutung aber kann nmn dem AVorte Gleichheit nicht beilegen.e- lationsveränderungen der Dinge verlegt. kann man von einer Causalgleiclmng zwischen zwei qualitativen Vorgängen reden? Der Gedanke der Gleichheit liat einen Sinn. zu streichen. Denn alle diese AVissenschaften arbeiten. so wirken die zugleich entsteht in dieser Dinge selbst hier nicht mehr. nun dieser Begriff der Causalität auch für eine andere als Welt der mechanischen Naturauffassung anwendbar. mit Ausnahme ihrer Stelle in der Zeit. wo ein Zusammenhang sich im Princip durch eine Causalgleichung ausdrücken lässt. kung weder als inhaltlich identisch eine andere als eine in rein (luantitativ l^estimmten Begriffen darstellbare Hieraus aber ergiebt lenz griff Welt überhaupt nicht angewendet werden kann. von einer Gleichheit der Ursache mit dem Effekt zu sprechen. wie vollkommene Ist die rein (juantitative oder wenn er der Ausdruck für ein gemeinsames Mass in zwei A'^orgängen ist. denn ver- schiedene Qualitäten lassen sich durch ein gemeinsames Mass direkt wo Ursache und Wirnoch als rein quantitativ bestimudiare Grössen dargestellt werden können. d. dass die Forderung einer Aecpiivavon Ursache und Effekt nicht durchzuführen ist. nur für rein (juantitativ zu bestimmende Gel)ilde. es auch keinen Sinn hat. Ursache und also hier einander in der That vollkommen. h. wenn er entweder soviel bedeutet. ohne den Bedes Wirkens aus allen AVissenschaften. also inhaltlich identisch sind. 83 EÖekt gleichen Ursache vorhandene Bewegung an einem andern Ort. zwei aufeinander folgende Töne gleich. und in ferner B. . und der Satz causa aequat eÖectum Aber gilt für diese Welt absolut. so würde dies bedeuten. wenn sie mit Rücksicht auf die Tonhöhe oder die Klaiigfarbe oder die Dauer oder auch in jeder Hinsicht. Welt auch niemals etwas Neues. sondern alles AVirken ist in die E. nicht ist z. die AVinkelsumme in einem Dreieck als gleich zwei . B. teilweise Identität. und lediglich die })otentielle oder aktuelle Bewegung geht von dem einen ihrer Complexe auf den andern ül)er. Diese zweite Art giebt es der Gleichheit. erstens z. AVenn Wirkung Veränderung voraussetzt. die keine inhaltliche Identität voraussetzt. rechten AVinkeln zu bezeichnen weil ein bestiiumtes Quantum dem aber einen so oft vorkommt.

in : begriffliche Welt. neben dem mechanischen Begriff' an dem einer Ursache festhalten. seitigt. und die Gründe. noch ihm quantitativ gleich gesetzt werden kann sondern etwas Neues hervorbringt. soll . hohem Masse unbestiunnt ist und uns nicht gestattet. und dieser Begriff" des AVirkens kommt dann für den Zusammenhang physischer und psychischer Vorgänge in Frage. welche zum universellen metaphysischen Parallelismus zu zwingen schienen. Avelches das Psy- chische einzugehen vermag. sei ausdrückhch hervor- Xur bis zu gehoben. . der Bedem rein mechanischen griff' der Causalgieichung Aerwerfen und Geschehen. so müssen wir zwischen zwei verschiedenen Arten von Causalität unterscheiden. Wollen Avir das nicht. auf das er allein angewendet werden kann. die ihre Ursache haben Wir können diesen Begriff also nicht beseitigen. und wo wir überhaupt irgend welche empimit einander causal ver- also qualitativen Wirklichkeiten binden. mit seiner Hülfe in wissenschaftlicher Weise einen Vorgang als Ursache und einen andern als Eff'ekt aus der unübersehbaren Mannigfaltigkeit . diesem negativen Resultat wollte ich den Gedankengang entwickeln. dass der Begriff des AVirkens. Die die Alleinherrschaft des mechanischen Causalbegriff'es wäre nur mit der Metaphysik des Materialismus vereinbar. sondern ganz ausschliesslich für die rein quantitative Begriffswelt der Mechanik. den in Avir benutzt haben. dem Begriff' Damit ist aber auch der Causalität entnommene Voraussetzung be- Avelche zur VerAverfung der psychophysischen Causalität ge- führt hatte. und diese dürfte dann in keiner Hinsicht als Ursache oder als EÖ'ekt gelten. weil es hier keine Avirkenden Dinge sondern nur Orts- veränderung begrifflicher Abstraktionen giebt. h. Kurz causa aequat effectum gilt nur für eine und zwar nicht einmal für das Begriffssystem. mit qualitativer Yeränderimg-. um Avenigstens die Möglichkeit psychophysischer Causalität aufzuzeigen. viel eher. Das aber kann Niemand im Ernste sagen wollen. Es Hesse wenn die Wahl zwischen dem CausalbegriÖ als sich einer Gleichung oder einer Ungleichung getroffen werden sollte. und um INlissverständnissen vorzubeugen. d. die mit ihrem Effekt weder identisch ist. da giebt es nur Causalungleichungen. sind alle hinfällig geworden. so lange wir Qualitäten als Wirklich- und Avirken können. In positiver Hinsicht ist das Ergebniss 'gering.g4 Avie Heinrich Rickert: wir gesehen Laben. Wo Seelenleben auf Seelen- leben wirken rischen. keiten betrachten. das Wirken absprechen. zweite.

was jeder Augenblick des Lebens an unbezweifell)arer Realität . 85 der empirischen AVirkliclikeit eindeutig lierauszuliel^en. das weniger unbegreiflich wäre als die Bewegung des Arms durch den Willen oder die Entstehung des Schreckes durch einen Schuss. Die Frage ist nur die. dass die Philosoi)hie. immer mehr zu. oder das durch eine Vorstellung bewirkte Auftauchen einer anderen nach den sogenannten Associationsgesetzen bietet dann nichts dar. wenn sich ergeben hat. tung keinen Zweifel zu lassen. weil sie ihn vielfach mit dem zu besonderen sie vollen Erkenntnisszwecken gebildeten dünnen Netz von begrifflichen Al)straktionen der Naturwissenschaft verwechselt.Psychophysische Causalität und psychophysischer Parallelismus. ehe nach dem Transcendenten strebt. Aber immer scheinen die Bemühungen den richtigen Punkt zu treffen. ist hier nicht der . liegt jedoch nicht mehr in Diese Frage hier zu l^eantworten meiner Al)sicht. wie dies zu geschehen hat. sondern das allein sei hier bemerkt. um über die Rich. und nur ein kurzer Hinweis auf die allgemeine Tendenz dieser Ausführungen sei noch versucht. in welcher die Ergänzung der aufErfreulicherweise gezeigten Einseitigkeiten liegen muss. Die Entstehung einer farbigen aus zwei farblosen Flüssigkeiten. ^vie dies durcli Wir haben nur die Aufstellung von Causalgleicliungen geschieht. dass der causalen Verknüpfung eines qualitativ bestimmten Körpers versucht. als der causalen Verknüpfung zweier (pmlitativ be- stimmter Körper oder zweier psychischer Prozesse mit einander. nicht nur die Causalverhältnisse in den beiden ersten Fällen. sondern auch in den beiden letzten begrifflich zu fixieren. und wenn ja. von der naturwissenschaftlichen Begriffswelt wieder zum unmittelbaren Leben zurückzukehren. Ort. und darüber das vergisst. Man klagt die unmittelbar gegebene Wirklichkeit als unbefriedigend an und strel)t zur vollen Realität als einem zur üel)erwindung der Einseitigkeiten Transcendenten das nur dem Denken erreichbar ist. und wir wollten damit lediglich das Feld frei machen für eine andere als mechanische Auffassung des Causalverhältnisses. vor allem erst einmal den Wirklichkeitsgehalt der unmittelbar gegebenen Erfahrung wieder zur Geltung bringen sollte. wie völlig unzureichend die Produkte der naturwissennicht schaftlichen Begriö'sbildung für eine allseitige philosophische Welt- auftassung sind. Es genügt. ob wir ein logisches Interesse daran haben. den sie nur deswegen der Dürftigkeit anklagen kann. lieber die Berechtigung solcher Versuche zu entscheiden. mit einem psychischen Sein nicht prinzipiell andere Schwierigkeiten entgegenstehen. nimmt ja die Einsicht.

Ferner kommt für die historischen AVissenschaften in erster Linie der Kulturmensch in Betracht. an die Welt herantreten. nichts zu thun soll. Causalge- sie es. Wie jedoch sollte sie ihre ein- maligen Entwicklungsreihen in Causalgleichungen bringen. insofern vom Standpunkt der Causalität Geschichtswissenschaft sich die Möglichkeit einer einer andern als mechanischen Causalauffassung in eine und psychophysischen Xothwendigkeit betrifi't. mit denen die Erfahrungs- i r k 1 i c h k e i t sund vor Allem die eigentliche Avissen Schaft. natuModetheorien das Gegentheil behaupten. : dem Gegebenen in bleiben und die volle Realität auch keine Erkenntniss auf- nehmen.86 Heinrich Kickert uns aufdrängt. aber das allgemeine Causalitätsprincip. Es ist dies grade auch für unser Problem von entscheidender Be- wissenschaften W deutung. Avenigstens zunächst. verwandelt. hat es nothwendig überall mit Causal- ungleichungen zu thun. ein der freilich mit dem. die Geschichte. so sehr auch geschichtsfremde^. sondern wir müssen men und niu' eine bearbeiten. die eine causale Bestimmtheit alles Geschehens voraussetzt. In der geistigen Welt wii'ken wir ja nur durch A'ermittlung von Körpern. was die Em})irismus und Positivismus notb . hanges d. h. da Entwicklung doch immer das Entstehen von etwas Neuem bedeutet? Es ist klar : die Entwicklungsgeschichte . h. Aber wir sollten in der Philosophie nicht nur nach allgemeinen Weltbegriffen streben. mit der einmaligen besonderen Entwicklung der Dinge und nicht mit allgemeinen unveränderlichen Abstraktionen zu thun liat. d. der sich der AVeit wirken Zwecke setzt und in und deshalb ist auch der Begritf eines psychophysischen Zusammenhanges so wenig wie der einer Causalungleichung zu entbehren. In solcher Lage tliut uns. lichkeitswissenschaft unentbehrlich. sondern auch für die Gesichtspunkte Yerständniss gewinnen. der Gedanke des causalen Zusammenbleibt gerade für die AVirk- aller individuellen Ereignisse. Was zunächst den Causalbegriff im xlllgemeinen die so kann es zwar niemals setze zu suchen. die daher auch Objekt der Gewill. so dass stets durch unser Denken umforauch der umfassendste Empirismus Vorstufe bedeutet. weil ralistische Aufgabe der Geschichte sein. sondern der uns vielmehr zum Bewusstsein bringen wie unendlich die AVirklichkeit an Reichthum alle naturwissenAllerdings wir können niemals bei der Erfahrung sie schaftlichen Theorien überragt. „naturwissenschaftliche Weltanschauung" darunter versteht. hat. .

die sich nicht auf die mechanische Naturwissenschaft bescliränkt. Für die Geschichte kommt sowohl die Ursache als die AVirkung nur besonderen und individuellen Gestalt in Betracht. er die besondere. . somit Aus alledem ergiebt sich nicht nur die Trennung des indivi- duellen historischen Wirkens von der mechanischen Causalität. nur überhaupt einen Resultat verlieren Die Geschichtswissenschaft niuss daher nicht nothwendigen Zusammenhang zwischen dem weil individuellen Willensentschluss annehmen. seiner individuellen Gestaltung nach. ohne und dem individuellen kcirperlichen ihn alles Handeln seinen Sinn psychophysische sondern dieser Zusammenhang kann auch nur ein direkt causaler sein. selbst wenn der Parallelismus im Allgemeinen begrifflich durchführbar wäre.Psycliopliysische Causalität und psycliophysisclier Parallelismus. würde. weil. und der Parallelismus wandelt inmier entweder die Ursache oder den Effekt in ihrer in ein. historische psychophysische Causalität niemals ersetzen könnte. son- nisse als unvermeidliche dern auch die begriffliche Fixirung psychophysischer CausalverhältAufgabe einer Wissenschaftslehre. und es ist sogar ein körperlicher Efi'ekt innner das nächste Ziel unseres Strebens. 87 schichte sind. für das die Geschichte sich gar nicht mehr interessirt. völlig unbekanntes und nur in begrifflicher Abstraktion schematisch zu denkendes Gebilde um. insofern sie in ihrer Eigenart als Mittel bedeutsam werden.

.

. Von Ludwig* Busse.Die AVeclisehvirkuiig zwisclieii Leib imd Seele 1111(1 das Gesetz der Eiiialtimg der Energie.

.

die Methoden in e der Indiu'tion Ijehandehiden Abschnitt einen 55 Seiten umfassenden Paragraphen 97 b neu eingefügt. p s y c h o p h y s inotwendig oder nicht? auf welclie die nach- . und die Theorie des psychophysischen Parallelismus ist weder durch den Begriff der Causalität oder das Princip der Erhaltung der Energie gefordert. . wird zugeben müssen. .e. Es sind das 1) die drei Fragen a u s a 1 i t ä t s b e g r i f f zu Gunsten der psychophysischen Wechselwirkung oder zu Gunsten des Spricht der allgemeine C psych()])hysischen Parallelismus ? 2) Erlaubt das G. Wer die einschlägige Litteratur nur einigermassen aufmerksam verfolgt hat. 518 mit den Worten „ . noch lässt sie sich ihrer Consequenzen wegen durclifUhren. Seine Stellung zu der Streitfrage formuliert er S.s. um welche sich die Eru n g e örterung der Streitfrage l)isher hauptsächlich gedreht hat und voraussichtlich auch in Zukunft drehen wird. dass Sigwart mit diesen Worten scharf und klar die Punkte bezeichnet hat.e die Annahme u n g der E n e rgie einer_Wechsehvirkung zwischen Leib und Seele oder t z der p] r halt schliesst_es_sie aus und (J nötigt uns zur Annahme des psychophysi- schen Parallelismus ? 3) Machen die 1 1 i o n s e (] u e n z e n des sehen P a r a 1 e s m u s seine Ablehnung Die zweite dieser drei Fragen ist es. e c h s e 1 ^y i k u n g z w is ch W e welchem er die i' n s L c e i b u n d s i S s e e dieselbe leugnende Theorie 1 1 i des p y hophy Lehre von der 1 e gegen die c h e n P a r a 1- s mus verteidigt.die Vorgängen d e r Annahme von C a u s i m B e w u s s t s e a i 1 b e z i e hu ng ä u e n i' z wische n n n und s s e e \e i' ä n- n ist durch die allgemeinen Voraussetzungen der empirischen Forschung gerechtfertigt.91 In zweiten dem im Jahre 1893 in zweiter Auflage erschienenen Bande seiner Logik hat Sigwart dem 5ten.

dass jede physische AVirkung ihre zureichende physische Ursache und jede physische Ursache ihre physische AVirkung hat. metaphysischen Theorien wesentlich vom empirischen Standpunkte aus anzustellenden. erneuten Prüfung zu unterziehen. diese Frage nochmals einer. dass jede von aussen bewirkte oder durch die inneren orga- nischen Processe herbeigeführte Veriindei-ung der Gehirnsubstanz ihre mate- . der eine constante. So erscheint der physische Kosmos als ein geschlossener als ein grosses. . gemacht worden. in sich abgeschlossenes Ganze. so gilt natür- — *) Er lässt sie in der Behauptung gipfeln. welche der Meinung sind.dass im Crebiete des materiellen und physiologischen Geschehens ein strenger Causalzusammenhang in dem Sinne bestehe. Es dürfte daher kein ganz unangemessenes Unternehmen sein. diese Vereinbarkeit nachzuweisen. sind. ist die alte Streitfrage ganzen Anzahl von Werken.92 Ludwig Busse : folgenden Zeilen eine Antwort zu geben versuchen wollen. Vermehrung oder A^erminderung fähige. Schriften und Aufsätzen immer In wieder. Kreislauf des Geschehens. Der Zusammenhang von Ursache und AVirkung wird durchweg beherrscht und geregelt durch das Gesetz der Erhaltung der Energie. wohl aber in den verschiedensten Formen sich manifestierende Summe physischer keiner Energie repraesentiert. Gilt diese (von racterisierte) ^) SiGWART S. 524 525 in ähnhcher AVeise chaAnschauung universell und unbedingt. pflegen ihre Behauptung auf eine naturphiwelches etwa durch folgende Geist. zum Teil ausführlich und eingehend. die seit In den dem Erscheinen der zweiten Auflage von Sigwart's Methodenlehre verflossen sind. erörtert worden. dass die Lehre von der Wechselwirkung zwischen Leil) und Seele dem Gesetz der Erhaltung der Energie widerstreite und daher durch die Parallelitätstheorie ersetzt losophische Ansicht zu stützen. werden müsse. Diejenigen. die Erhaltung der Energie und der allen fast spielt das Princip Frage seiner Vereinbarkeit mit der Annahme einer Wechselwirkung zwischen Leib und Seele eine grosse Rolle mehrere beachtenswerte Versuche. wie die organische Welt umfassendes. übrigens hier unter Beiseitelassung der eigentlich in einer . welches für jedes irgendwo verbrauchte Quantum von Energie einen vollen Ersatz in Gestalt eines an andie unorganische derer Stelle erscheinenden aeqiiivalenten Energiequantums fordert. zum Teil unter Berufung auf Sigwart's Ausführungen. sichtspunkte charakterisiert Auf physischem Gebiet besteht ein strenger und ausnahmsloser Causalzusammenhang in dem Sinne. sechs Jahren.

Jodl (Lehrbuch der Psychologie. Ich komme auf die hier angedeuteten Gesichtspunkte zurück. allgeni. während Westscher (Ueber physische und psychische Kausalität und das Princip des psycho-physischen Parallelismus. Dieselbe Ansicht äussern n. einigen. was im Körper geschieht.. S.. In diesem Satze sind. möglich Damit wäre denn die Lehre von der Wechselwirkung als unund zugleich der psychophysische Parallelismus als not- wendig erwiesen. S.Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele etc. ob die psychische Wirkung in ein Aequivalenzverhältnis zu Molekularbewegungen gesetzt werden kann oder nicht. in den vorangehenden Der materiellen Vorgängen seine vollkommen zureichende Ursache habe". S. nur negative Kehrseite derselben bildende Satz: dass als „ein psychisches Geschehen niemals Wirkung eines physiologi- und dass „auch ein psychisches Geschehen nicht als Ursache eines physischen gelten kann" schen Vorganges (ebendaselbst). von dem erstgenannten unabhängigen Grund für die Unmöglichkeit psychophysischer Wechselwirkung bedeuten. deutsch von Bexdixen. wenn psyclio- — Vorgang ohne correspondierende physiologische — rellen Erfolge . wir auch „allen Grund haben zu glauben. verläuft"^). und dass umgekehrt alles. . ') SiGWART fügt noch zur weiteren Begründung hinzu: „denn die Wir- kungsfähigkeit der Gehirnsubstanz ist in den äquivalenten physiologischen Vorgängen erschöpft und kann also nicht noch ein Mehr von Wirkung hervorbringen. Die Unmöglichkeit der Herstellung einer derartigen Beziehung zwischen Physischem und Psychischem würde einen weiteren.. besijreche. eine notwendige For- derung sei das nicht. 525) lieh ohne Weiteres auch der. Hamburg u. Körper wst demnach durchaus als Maschine zu betrachten. Wextscher und Erhardt gemachten Versuche. Psychologie. Leipzig 1894. wie SiGWART vollkonnnen richtig tlie bemerkt. Külpe. Rkhmke. a. s. 118) meint. so genügt dieser Umstand vollkommen um eine psychische Wirkung d a nebe n als unmöglich erscheinen zu lassen. wie mir scheint. 75). das in keiner Weise in das Verhältnis der Aequivalenz zu Molekularbewejrunjjen gesetzt werden kann". Leipzig 1896. w. dass kein psychischer Veränderungen der SpanVeränderung chemischer Umsatz von Geliirnsul)stanz. Rehmke (Lehrbuch der -') — S. 93 (S. einerlei. so bleil)t. Hoeffdino (Psychologie in Umrissen auf Grundlage der Erfahrung. 108). betrachtet werden darf"^). Wenn sich die Wirkungsfähigkeit der Gehirnsubstanz in den aequivalenten physiologischen Vo'rgängen erschöpft. Stuttgart 1896. nach dem Princip der Erhaltung der Energie haben niuss. Leipzig 1887. zwei Gedanken in ein Abhängigkeitsverhältnis von einander gebracht. die Lehre von der Wechselwirkung zwischen Leib und Seele mit dem Princip der Erhaltung der Energie zu ver. wenn ich die von Stumpf. nung der Gefässnerven u. Denn da die Erfahrung einen regelmässigen Zusammenhang von Physischem und Psychischem nun einmal zeigt. die nach meinem Dafürhalten von einander unabhängig sind. 57 59).

SiGWART mit Eecht hervorhebt (S. S. und 6. lehnt er mit Recht Denn sie widerspricht der im Parallelismus liegenden Fordeab. ist überdies absurd.. ThatIn den . ferner Paulsex. die Psychologie also der Schlüssel für die physiologische Erkenntnis ist^). S. 519. 5 . . 566 f. 126/127 Leipzig Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele I c. 527). S. 94 f. Erhardt zum Gehirn". auch § 74. Anm. sowie § 97 b. 570. 2.94 Ludwig Busse: ist. Vgl. als sie auf physiologischem Gebiet den uns in un- serer Beobachtung nie vollständig gegebenen Zusammenhang der Vorgänge durch hyjjothetisch angenommene physiologische Zwischenglieder zu einem lückenlosen zu gestalten sich für berechtigt hält (S. 37. 22. Ueber die Definition der Psychologie. . 24. Nur diejenige Fassung des parallelistischen Grundgedankens physische Wechselwirkung ausgeschlossen Thatsache nur noch die Annahme eines aber kann. d. 91. wie ihn Spixoza bereits behauptet und in dem Satze formiüirt hat: Oi'do et connexio idearum idem est ac ordo et connexio rerum. S. in der Physio- den Schlüssel für die Psychologie erl)lickt. 30—33. sowie „Gedanken u. 414. radezu: „Psychologie liefert den Commentar Einl. Studien X. sowie S. 47 75. Buch . der „materialistischen Psychologie" hat zu Teil werden lassen. Die andere Auffassung. 199. unter sich zusammenhängende gelegentliche Begleiterscheinungen der i^hysischen Processe fasst und dann folgedie psychischen Aveder causal noch lückenlos richtig die Psychologie auf Physiologie zurückführt. rung. 23. Aufl. wie Sigwart schon an früherer Stelle ausgeführt hat (S. 526. Abschn. S. ferner derselbe. die Wundt 1) Vgl. von der Physiologie die richtige Erklärung der psychischen Prologie cesse zu erwarten. 527). 16 -19. S. da vielmehr. Der Gedanke. Anm. Analysis Gehirn u. umgekehrt die psychologische Erkenntnis zur richtigen Interpretation und Vervollständigung der physiologischen Vorgänge notwendig. Phil. S. sachen" 1899. 11. welche nur auf phj'siologischphysischem Gebiet einen lückenlosen Causalzusammenhang annimmt. 571). i. beide Gebiete wirklich parallel zu l)ehandeln. vgl. zur Erklärung dieser durchgehenden Parallelisluus physischer und psychischer Vorgänge ührig. S. Phil. 12. — Phil. Studien XII. 288 u. Aufl.. 21. Seele-. S. S. als welche dem durchgehenden Causal- zusammenhang der physischen Processe einen ebenso durchgehenden Causalzusammenhang der psychischen Processe parallel gehen lässt und die thatsächlich und empirisch vorhandenen Lücken desselben ebenso durch hypothetisch angenommene psychische Zwischenglieder ausfüllt.. S.Aphorismen" XII sagt Likbmaxx ge. 2. auch Liebmanx. Phänomene aber als lediglich passive. die treflende und wahrhaft erquickende Abfertigung. S. I. wie wirklich parallelistisch gelten. Vgl. der Wirklichkeit.

528. S.Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele etc\ 95 Die Entscheidimg der Frage. Endlich sei noch das Urteil eines Hierher Psychologie in : gehört auch. Analytic Psychology. miis in der von uns acceptierten haltene Auflassung desselben richtig ob die in der oben scizzierten naturphilosophischen Anschauung entist oder nicht. erste unmittelbar aus . and even by psychological hypotheses". München. er ist also. Der zweite dieser emi)irisch gefundenen Sätze. einer Ursache betrachten 2) der können" mit dem vorigen nicht zusammenfallende Gedanke. III. „dass im Gebiet des materiellen Geschehens alle Veränderungen nur aus äusseren Ursachen hervorgehen. I S. 7 mit gerechtem Spott über „das wunderliche Unternehmen der Schattentheorie " bemerkt. Rede z. Auch 148. Erött'n. 32 „Indced. Und S. aus denen eine Veränderung eines Andern hervorgehen kann" 3) „dass in demsell)en Gebiete die Wirkungsfähigkeit einer Ursache sich in demselben Masse erschöpft. was wir als Wirkung . Bei StüUT. welcher den den Kern des Energieprincijjs bildenden Aecpiivalenzgedanken recht eigentlich zum Ausdruck bringt. § 97b. heisst es vol. d. „Causalität gerade demjenigen Gebiet abzustreiten. aus dessen Erscheinungen allein wir den Begriff der Causalität schöpfen". Congr. Stumpf." Von diesen drei Sätzen folgt der . aus einer Reihe von Vorgängen zunächst in der anorganischen Natur abstrahiert. Im Text steht in Folge eines Druckfehlers 8. Nach SiGWART 1) 1) sind in „dass der Eä'ect das ihm drei Gedanken enthalten: Mass dessen sei. hängt nun ott'enbar von der richtigen Auö'assung des Sinnes und der Tragweite des E nergiegesetz es. was neueren englischen Autors angeführt. und die Dinge Wirkungsfähigkeit nur haben. ob der psychophysiscbe ParallelisFassung durch das Gesetz der Erdie Lehre von der Wechselwirkung notAvendig. also der o])en an dritter Stelle angeführte Satz ist es. der Energie haltung zwischen Leib und Seele also durch dasselbe unmöglich gemacht wird. München 1896. dem mit Causalitätsprincip während die beiden anderen wie SiGWART Recht ])emerkt. f. London 1896. also davon ab. S. 1897. als sie an einem andern Ort einen EÖ'ekt hervorbringt. sofern sie in Relationen stehen. wie ja auch jetzt so ziemlich allgemein intern. They are at best more or less felicitous attempts to make a conjectural translation of known psychological facts into the language of physiology". S. 6. der selbst wieder eine gleiche AVirkuii^fähigkeit besitzt. . one niay say that the whole : physiological plan of investigation of the higher cerebral process is controlled and conditioned by psychological ') data. durchaus empirisch sind. 31 „The endeavours which have been made to find a material correlate to the association of ideas have not greatly contributed to advance the science of mind.

S. möchte aber zwecks grösserer Klarheit noch die von EbBIN. die Dann wäre princip Frage aufzuwerfen. II Th. ob viele das Princip der ge- schlossenen Naturcausalität wirklich. im Energieeiner Erörterung mit ihm identisch Von noch weiter beschäftigen wird. S. I S. wenn sie zu anderen in zum Ausdruck Dingen Relationen stehen. 29 gegebene ansprechende Formulierung des Princips der Erhaltung der Energie in extenso anführen. der Satz auch das Princip der geschlosliringen senen Naturcausalität seren Ursachen „physische" zu verstehen. h.h. dass Dinge Wirkungsfähigkeit nur dann haben. Leipzig ^) 1897. d. l)eim "Wirken der mate- Dinge auf einander. Die Ausführungen SiGWARTS § 73. empirisch ^). dass. Avie ist. in Verbindung mit den Erörterungen in § 100 (12.96 Ludwig Busse zugestanden ^ird.GHMJS in seinen „Grundzügen der Psychologie" S. . dass alle Energieumsetzungen lediglich die üeberführung verschie- Bewegungsformen oder Lagerungsweisen in einander bedeuten-)? Dann wären unter „äusseren Ursachen" „mechanische" und unter den „Relationen" solche der Lagerung der kleinsten Teilchen zu verstehen. ebenso wie im 3ten Satze.) scheinen In diesem Falle wäre zu eine solche Auffassung nahe zu legen. 528 bemerkt. an dem aprioden Maiek und Joule ihm beilegen zu müssen glaubten. sehe ich einstweilen ab. Soll er die zweiten der von mechanische Inter- pretation dener des Energiegesetzes. Krit. fest. 534 : . 34. dieser Frage. d. 22 25. Bd. „Bei allen Umwandlungen der körperlichen Dinge ineinander und bei allem AVechsel des 1) Geschehens an ihnen bleibt stets ein RiEHL freilich hält (Phil. -) Ebbinghaus. bemerken. die Behauptung ausdrücken. sowie in No. enthalten. dass wir es innerhalb dieses Kreises nur mit Elementen von Constanten Kräften und mit Bedingungen ihrer Wirkungen zu thun haben^ die in äusseren Relationen der Lage und der gegenseitigen Beweg ungliegen". Nicht ganz Mar ist mir die Bedeutung des SiGWABT genannten Sätze. 646 f. während der Ausdruck „im Gebiete des materiellen Geschehens". S. ürundzüge der Psychologie. wie auch SiGWART selbst noch auf S. die uns meinen. soviel wie „innerhalb des materiellen Geschehens". die mechanische Auffassung durchaus kein notwendiger inriellen — tegrierender Bestandteil des Energiegesetzes selbst Vielleicht al)er soll ist. 7 dieses Paragraphen^).) ristischen (metaphysischen) Chavacter des Energiegesetzes. bedeuten würde. die und sind unter äusAlsdann besagt er. 266 Anni.

dabei die Energie. s. Nur flüchtig gehe ich noch auf die weiteren Annahmen ein.) Veränderungen eingeleitet werden.Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele etc. d. (kinetische z. w. Vorlesungen. an ihrer chemischen Verwandtschaft. : . haftet an den verschie- B. welche den Wechsel des Geschehens an den körperlichen Dingen im Sinne der Erhaltung der Energie regelt. so erstatten sie die mechanische Arbeit wieder genau in dem Betrage. Sigwart-Fostsclirift. und dass jede (lebendige oder potentielle) Energie ihrerseits auf ein früheres quantitativ gleiches Mass zurückweise. 1896. entsteht anderswo ein bestimmtes Quantum eines anderen Agens und stets ist . Weise zu messendes) Quantum des einen Agens oder Prozesses. chemischen u. welche „in dem Sinne. dass wir jeden wirkungsfähigen Zustand auf einen früheren zurückführen müssen und dass ins Endlose ans ihm wieder Zustände folgen . der ausgegeben wurde. an den Bewegungen Entfernungen (potentielle der Dinge Energie). aber immer. einen weiteren gleich grossen Effect hervorzubringen und ihn früher oder später hervorbringen werde. Darin besteht der Satz der Erhaltung der Energie". 9: „Ohne jede hypothetische Zuein Gesetz der Transformation wenn kinetische that ausgesprochen ist es Energie (lebendige Kraft sichtbarer Bewegung) in andere Kraflformen umgewandelt und diese schliesslich in kinetische Energie zurückverwandelt werden. ihren thermischen densten Eigenschaften oder Vorgängen. Populär- wissenschaftl. ob vorwärts oder rückwärts. ganz einerlei wie die Umwälzungen ^). in dem es gewöhnlich verstanden wird". welcher zur Erzeugung des rückgängig gewordenen Teiles nötig war. ihren Alle diese Manifestationsweisen und electrischen Verhältnissen. geschehen. Die Wichtigkeit dieses Sinnes des Energieprincips wird aus den weiteren Erörterungen genügend hervorgehen. nämlich „dass jeder Effect auch wieder thatsächlich die Fähigkeit besitze. andern sie alle Masse Anteil haben." Alle diese Formulierungen kommen darin überein. bewahren sie dabei ein Für ein bestimmtes (in bestimmter l)estimmtes festes Verhältnis. electrischen. a. so kommt der nämliche Betrag zum Vorschein. Leipz. direct oder durch beliebige Zwischenglieder. das Energiepiüncip nach SiGWART noch in sich schliesst. Definition. a. das Gesetz der Erhaltung der Energie als eine Transformationsformel zu fassen. welche ^ Mach. wenn es geschieht. können sich aufs mannigfaltigste ineinander umsetzen und einander vertreten. S. Diese Factor in seinem Gesamtwerte in -wechselndem Fähigkeit. t . h. in viel oder wenig Zeit" *) Hiermit vergleiche man noch die S. 97 unverändert. . die eben Energie genannt Avird. beit 156 gieht: Durch mechanische Ar- können die verschiedensten physikalischen (thermischen. Endlich sei auch noch die Formulierung von Stumpf angeführt. Energie) . das irgendwo für unsere Beobachtung verschwindet. AVerden dieselben rückgängig. nämlich ihre Fähigkeit (unter geeigneten Umständen) mechanische Arbeit zu verrichten. 0. der Arbeitswert der einander äquivalenten (^uauta von derselben Grösse.

195) fragen. welcher Art die verschwindende und die an ihre Stelle tretende neue Energieform sein 1 c h e Energieformen einander hervorrufen. „betrifl't Das Gesetz der Ernur die führt er aus. doch sehr erweiterten Sinne verstanden werde. dass. nach ihm vor sich gehen. Darin liegt. Man kann wohl mit Mach (Populärwissenschaftl. bleibt demmüsse. die nicht mehr in mechanische Arbeit verwandelt werden kann.98 Ludwig Busse: Dürfen wir diese Formulierungen als einen zutreftenden Aus- druck des Sinnes des Energieprincips betrachten. die Wärme eines abgeschlossenen durchaus gleichmässig und ihm zutemperierten Körpersj-stems) noch als eine Energie anzusehen" geben. ein Köri^er gewinnt und wei'den. nach dem CAEXOT'schen Gesetz.. er derartige Folge- CARXOi'sche Gesetz o-enügt in der That vollkommen. die man nicht mehr in mechanische Arbeit verwandeln kann (z. besagt. wenn Energieumsetzung stattfindet. S. diese quantitative Gleichheit besteht zwischen . Der Hinweis auf das . dass jede vorhandene Wirkungsfähigkeit auch wieder actuell werde" (S. wie weit die Behauptung. die Behauptung. dass „in diesen Fällen das Enei'giegesetz eine ganz müssige Rolle spielt. dass es an und für sich nur verlangt. nach SiGWAET. . rungen unzulässig ablehnt. der AVirkungsfähigkeit. dass bei allem "Wechsel des Geschehens die neuentstehende Energieform ihrem Betrage nach der zu ihrer Hervorbringung aufgewandten Energie äqui- dagegen garnichts darül)er aussagt. so gilt für diese beiden äussersten Grenzpunkte des Weltgeschehens das Gesetz der Erhaltung der Energie nur noch in dem Sinne. dass es nur aussagt. so müssen wir anerkennen. Es liegt im Character des Energiegesetzes als einer T r an s f o r m a t i o n s f o r m e 1. 529). 528 scharf hervor. quantita- tiven Verhältnisse und AVirkungsfähigkeit. wenn sog. wenn ein Geschehen. wenn sie sich ändert. alle Aenderungen. Das hebt Sigwart haltung der Energie. welclie dasselbe Mass von Wirkungsfähigkeit enthalten-. zutrifft. Ob man aber eine Energie. dass eine Energieumsetzung notwendig immer stattfinden müsse. Ohne als allen Zweifel hat Sigwart aber Recht. dass die im Anfangs. überhaupt noch Energie nennen will. B. We nach völlig unljestimmt. wie sich. eine Wärmemenge. dass das Gesetz der Erhaltung der Energie gewöhnlich in diesem. dass.dass sich die Bedingungen der Wirkungsfähigkeit in fortwährendem Wechsel so erzeugen.und Pmdzustande vorhandene noch nicht veränderte oder unveränderliche Energie noch derselben Bedingung untersteht. . ist schliesslich Geschmackssache. aus welcher der Effect hervorgegangen zwdschen der AA^irkungsfähigkeit. Weist das Naturgeschehen daher notwendig auf einen Anfangszustand oder. Ich weiss nicht. die sie durchläuft. A'orlesungen S. wo ein AVirken statt- findet. die Energie dabei verhält. valent sei. um sie zurückzuweisen. „ob es überhaupt einen wissenschaftlichen Sinn und Zweck hat. auch auf einen Endzustand hin. die ihm nur durch die GeAvohnheit zugeteilt wird". welche der Effect repräsentirt welche dem Mass der und dem Mass ist. nicht aber fordert.

dass eine Aequivalenz zwischen den geistigen und materiellen Processen besteht. von KÜLPE -) unternonnnener. so hindert uns nichts. etc. 150." An die diesen Umstand. dass Gesamtsumme der vorhandenen Energie constant bleibt) in Ein- klang zu bringen. des III. welcher Sigwart an mit dieser Stelle zu keinen weiteren Folgerungen Veranlassung giebt. die ebenso in ihr äquivalente Bevon physischer Energie umgesetzt und aus ihnen zurückgewonnen werden kann. sondern die Sum'me der physischen u n d der psychischen. wenn sie im Uel^rigen unangefochten bleibt. unterscheidet sich ein anderer. „Man braucht". anzunehmen. damit ein eut„bloss *) S. Die oben (S. ebenso wie Wärme. 99 welche der andere verliert. Es würde dann das Energie(]uantum. in ihm enthaltenen Energie ist constant und keiner Verminderung und Vermehrung fähig. t s r e c h e n d e s Quantum physischer oder die psychischer Von diesem mit die Versucli. das auf jener Seite verloren gehen müsste.. 92) charakterisierte naturphilosophische Anschauung würde alsdann. den physischen wie den psychischen Kosmos umfassenden Ansicht zu erweitern sein. Electricität etc. -) Einleitung in die Philosophie. nicht die Summe der physischen. Aller Austausch von Energie- formen. auch das Geistige als eine be- gumentiert Stumpf. vollzieht sich nach dem Princip der Aeipiivalenz . sowohl der physischen und psychischen untereinander als auch der jjhysischen mit psychischen. Lehre von der Wechselwirkung dem Energiejn-inciji in Uel)ereinstimmung zu bringen. den (iti'nung Stumpf in seiner Rede zur Er- macht hat^). 7* . 97" S. sondere Energieform anzusehen. sondern das Geistiges und Physisches in sich enthaltende und zu mannigfacher AVechselwirkung mit einander verknüpfende Univer- sum bildet nun eine in sich geschlossene Totalität. sagt Külpe. in einem wichtigen Punkte. internationalen Congresses in ^München (1896) geLässt das Gesetz der Erhaltung der Energie. jjsychophysische Wechselwirkung dem Gesetz der Erhaltung der Energie (in dem Sinne. knüpft ein Versuch an. so ar- die Natur der sich nach ihm ineinander umsetzenden Energieformen gänzlich unbestimmt. wie sich in der Natur Bewegung in AVärme träge verwandeln und aus ihr zurückgewinnen lässt.Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele der. für jedes irgendwo verschwindende Quantum l)hysischer oder p psychischer Energie erscheint anderswo ein anderes genau en Energie. zu einer. Nicht der physische Kosmos allein. Leipzig 1895.

Sondern der Verlust darf überhaupt nicht eintreten. in Widerspruch mit den Forderungen der empirischen Wissenschaft. steht hier also allerdings. dass der begangene Fehler sozu- sagen durch einen zweiten gleich grossen. Psycliologie S. zunächst Gebiet Bankhalter bei „pour moi" verlorene und gleich. dem Spieler erleidet. >) Ebenso Hoeffdixg. Das physische Universum würde nach dieser Aufden es durch Abgabe an das psychische sogleich wieder einljringen. das Quantum derselben auch nicht einen Moiüent lang verändert werden darf. durch den abermaligen Umsatz der letzteren in eine neue materielle Energie- form wieder eingebracht werden können. Das Gesetz der Erhaltung der Energie in seiner Insherigen Auffassung würde nicht verletzt werden. dass die Summe der Energie im physischen Weltall constant bleiben müsse ^). und sucht nun unter dieser Voraussetzung die \yechselwirkung da- durch mit dem Energiegesetz in Einklang zu bringen. keineswegs die Forderung in sich schliesst. Es genügt nicht. diesen Einwand natürlich n i c h t getroften. 69. wenn das Gesetz der Erhaltung der Energie die Constanz der Gesamtenergie des physischen Universums fordert. trotz Külpe's Behauptung des Gegenteils. Es bliebe sich demnach ganz gleich. Die von Stumpf vertretene Autfassung wii'd durch .IQQ sprechendes Ludwig Busse: Quantum geistiger Energie entstehen könnte. von diesem eingezogene Geld beim darauf folgenden „pour vous" stets wiedergewinnt und so sein Kapital im Wechselspiel von Verlust und Gewinnst diu'ch das ganze Spiel hindui'chrettet. soll das Princip der Constanz des physischen Energiequantums unverletzt bleiben. Wie die Ansicht dass das Gesamtquantum der physischen Energie constant bleiben müsse. der das an den lässt. .Energie ohue Verlust durch das psychische Mittelglied hindurch in das physische Universum zu- rückkehren fassung jeden Verlust. Dem ist aber entgegengehalten. dass er die beim Wirken auf die Seele verbrauchte . aber entgegengesetzten Fehler wieder gut gemacht wird. dass innerhalb des physischen Universums das Verhältnis der einzelnen Energieformen." . dass der eingetretene Verlust im nächsten Augenblick wieder eingebracht. ob ein Quantum geistiger Energie sich in den Ablauf der materiellen Processe einschöbe oder nicht. KüLPE hält also offenbar daran fest. der Fehler garnicht gemacht werden. Die Notwendigkeit. dass. eine zeitliche Succession zwischen geistigen und materiellen Vorgängen anzunehmen. der aber deswegen die Hinein- ziehung des Psycliischen in den Energiebegriff ablehnt.

O. braucht das dadurch gewonnene Quantum physischer Energie gelten. Ich linde nicht. sie nötigt uns zu einer Auffassung des Seelischen. Als eine Energieform neben den anderen in der Natur auftretenden. welche das Geistige ebenso wie etwa die Electricität als eine eigentündiche Verhaltungsweise der Materie ') -) Vgl. Und dasselbe würde umgekehrt braucht eben nicht Denn jede in i)sychisclie Energie verwandelte physische Energie in physische zurückverwandelt zu werden. wenn der Körper auf die Seele wirkt. „ dem gewöhnlichen' Denken zu . D. als der andere gewinnt. wie — — S. sie würde sich auch gelegentlich ganz verausgeben und ebenso aus der Welt verschwinden können. viel". 114. zu einander sich ewig gleich bleiben muss. die seiner thatsächlichen Beschaffenheit. nicht dem es vorher beim Wirken auf die Seele verausgabten Quan- tum zu entsprechen. und denselben Verkehrsformen unterworfen. f. Erhakdt a. wie jene. u. 8. der eine Teil soviel verlieren. die Aber gegen Bedenken^). h. STUMPF'sche Auffassung erhebt sich ein anderes Ebbinghaus (der ebensowenig wie ich selbst das in dem unten genannten Aufsatze gethan habe diese und die KüLPE'sche Ansicht nicht voneinander trennt) sich (a. 91. u. würde das seelische Leben in das Getriebe des allzeit eindeutig bestinnnten Mechanismus mit hineingezogen werden. d± Zeitschr. seiner aus sich selbst quellenden Lebendigkeit. Kr. a. Vgl. a. 0. dass eine derartige Auffassung sich sonderlich von der materialistisclien unterscheidet. vielmehr das CARNOT'sche Gesetz hier sogar thatsächlich eine fortschreitende Veränderung dieses Verhältnisses zu Ungunsten der wenn nur die Gesamtsumme psychophysischen Universums sich gleich l)leiben muss. von AVärme und Bewegung. „Sie nimmt". das dabei verausgabte Quantum physischer Energie durch ein gleich grosses Quantum psychischer Energie (und vorschreibt. Bd. B. plül.Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele etc. Bewegung der Energie des vice versa) ersetzt werden. Zwar muss. aber wenn die Seele nun auf den Körper zurückwirkt. 101 z. 2-2. Die Seele würde ])ei jedem Wirken auf den Köri)er selbst genau soviel Energie verlieren. Seele. Soll und Haben der physischen und der psychischen Energie sich nicht fortwährend auszugleichen i). Wärme und Bewegung verschwinden und in andere Energieformen übergehen. meinen Aufsatz Leib u. als Electricität. Phil. als sie in jenem erzeugt. 33) ausdrückt. so braucht auch. 20 . Freiheit und inneren Regsamkeit Gewalt anthut. S. Und wie jene würde sie gelegentlich aus den physischen Energieformen heraus unter günstigen Umständen wiedergeboren werden kcinnen.

ist schliesslich CT CT eine rein interne Angelegenheit derselben. das Princip der Erhaltung der Energie durchaus mechanisch zu interpretieren. Ob aber die Naturwissenschaft sich für eine rein unmöglich oder unnötig erklären (Ma. sondern ein aus sich selbst und aus sich selbst schöpfendes. sondern selbst Bewegungsvorgänge bestimmter Art so bedeutet auch die Umsetzung der verschiedenen — . welche diese unter besonderen. sich ausnahmslos als mechanischen Vorgängen darstellen- .102 Ludwig Busse: ansieht. ^) -) Stumpf a. annehmen. lebendes . so würde die STUMPF'sche Auffassung bedeuten. nicht mehr von der Bewegung specilisch verschiedene Energieformen. der in der Consequenz der mechanischen Naturauffassung liegenden Tendenz 'der Naturwissenschaft. Die Seele ist nicht eine einen bestimmten. Sind Wärme. wie wir sie diese Factoren gesetzten Frucht begeisterten Strebens in Momenten. 0. durch keine naturwissenschaftliche Formel ausgedrückt werden kann^). welche die mechanische Inter. nicht näher bekannten Um- ständen. welche die hat. a. die mechanische Naturbetrachtung ihm bereits geleistet reichbares Ziel hält. Durchführung des für ein er- Princips im ganzen Bereich phj'sischer Ursachen und Wirkungen Denken wir uns nun die mechanische Construction sämtlicher Naturvorgänge gelungen. unter Umständen sich selbst potenzierendes Wesen. mechanische Con- struction sämtlicher Naturvorgäns-e entscheiden will oder nicht. zeigt. Zu diesem Bedenken xihüosopliischer Art fügt Ebbixghaus (a. zahlenmässig feststellbaren Arbeitsw^ert repräsentierende „Anhäufung von jjsy einsehen Energien" ^). Es wächst der Mensch mit seinen grösseren Zwecken es giebt ein Wachstum geistiger Energie. hat. Energieformen ineinander nicht mehr eine qualitative Umwandlung einer Energieform in eine andere sondern nur noch die Ueberführung einer Bewegungsform in eine andere oder auch das ü ebergehen einer Bewegung in eine neue bestimmte Lagerungsform der Teilchen. 33 Es ergiebt sich aus 37) noch ein solches naturwissenschaftlicher Art. und umgekehrt.CH. a. 0. pretation des Energieprincips für Ostwald). das mit keinem naturwissenschaftlichen Masse gemessen. Das geistige Leben lässt sich aber nicht in solche Fesseln schlagen. als sonst. würde xöYlig unmöglich sein. wenn gestützt auf die Dienste. Freilich ist die Naturwissenschaft von der universellen Durchführung der mechanischen Erklärungsweise noch ziemlich weit entfernt und es fehlt im naturwissenschaftlichen Lager durchaus nicht an Stimmen. S. S. Electricität etc. wo man dem Weltgeist näher ist. eine Erhöhung Weiter würde die Leistungsfähigkeit der Seele in sie durch die augenblicklich durch repräsentierte Energiemenge ihrer Leistungsfähigkeit über die als durch vSchranken hinaus. in die sich einzumischen die Philo- sophie nach meinem Dafürhalten keine Veranlassung er. jedem Moment und den etwa durch Abgabe physischer Energie noch hinzukommenden Zuschuss vollständig und eindeutig bestimmt sein. dass allen übrigen. 9. Man kann es dem Naturforscher nicht verdenken.

einzigartige Energieform gegen. so ist das ein Argument für sich. übersteht. einzig und allein bei der psychisch-physischen Wechselwirkung eine qualitative Energieumwandlung stattfindet. nicht durchweg zustimmen. ebenso und schliesslich „mechanische Wechselwirkung" gut verständlich. B. kann doch wohl nicht mit Recht behauptet werden. . einen entscheidenden Einwand gegen die S'ruMPF'sche Auffassung vermag ich aber darin nicht zu sehen und kann auch den Folgerungen. dass irgend eine Aequivalenz zwischen einer chemischen Umsetzung oder einem physikalischen Vorgang im Gehirn einerseits und einer Empfindung. So bin ich z. bei Lichte besehen. durch die mechanische Interpretation des Energiegesetzes an und für sich noch nicht unmöglich gemacht. wird ja dadurch nicht angetastet. 20-21 ausgeführt habe. letzten auch die Endes genau ebenso wenig bezw. ist uns doch. einem Gefühl andererseits stattfinde dass im physi. Dass auch er anerkennt. wie ich. während bei allen übrigen Energieumsetzungen es sich nur um Ueberführung eines mechanischen Vorganges oder Zustandes in einen anderen handelt. Auf die Behauptung „es sei undenkbar.stimmtheit ist. Denn schliesslich ist doch das Geistige etwas von allem Materiellen specifisch verschiedenes. nicht der Ansicht. ob man alle Energieumsetzungen mechanisch interpretiert oder nicht. 36) wie Ebbinghaus behauptet. scheint mir aus seinen Aeusserungen in 7 un- zweideutig hervorzugehen. Denn das Recht. dass das Gesetz der Erhaltung der Energie die Constanz der physischen Energiesumme fordere.Die "Wechselwirkung zwischen l^eib und Seele etc. 34). wie gesagt. dass durch Anerkennung des Geistigen als einer von allen anderen specifisch verschiedenen einzigartigen Energieform der mechanischen Zurechtlegung der N a t u r v o r g ä n g e . Die STUMPF'sche Ansicht wird. dass die Annahme eines Austausches physischer und psychischer Energie und die damit verbundene Annahme einer qualitativen Energieum- wandlung als keit stellt. entgegen dem. auf die von Stumpf aus in Unbe- des Energiegesetzes (jualitativer Hinsicht gefolgerte Möglichkeit einer Vereinigung desselben mit der Tlieorie der psycliolihysischen AVechsehvirkung sie nicht garnicht eingegangen. weil man schliesslich nicht alles mechanisch erklären könne. gleichsam der Nerv durchschnitten wird" (I^BBINGHAUS S. und dass. Ich gebe zu. als eine psychophysische. was ich selbst in meinem Aufsatze S. dass diese Vorstellung für den Naturforscher etwas Unbequemes und Ungewöhnliches hat. die Ebbinghaus daraus zieht. 103 dei- SiGWART . Das entscheidende Argument gegen sie ist das oben ausgeführte philosophische. dessen Gültigkeit oder Ungültigkeit offenbar davon ganz unabhängig ist. Auch kann ich nicht zugeben. Wenn man aber die Unvereinbarkeit solcher Wechselwirkung mit der Behauptung begründet. 35). Es wird uns noch weiter zu beschäftigen haben. als eine nichtmechanische. liegenden Energieumformungen mechanisch zu Und dass damit „nicht viel gewonnen" sei (S. solche grosse Ansprüche an unsere intellectuelle Opferwillio-(S. den Energieformen das Geistige das sich natürlich nicht mechanisch construieren lässt. die innerhalb der Grenzen des Physischen construieren. bemerke.

S. — 534 sagt SiGWAET : „Da wir über die genaueren Verhältnisse der in Umformung der lebendigen Energie der Licht.Energie zu 'vereinigen ausmachende Ausdehnung des Energieprincips auf das Geistige alier abdie . S. 9:3. Causalzusammenhänge zwischen den verschiedenartigen Naturvorgängen anzunehmen (S. zuzugeben. oder inwieweit er eines l)loss als einer disponiblen Energie zu beelectrischen Stromes. inwieweit etwa ein AVillensimpuls. Wesen Lehre von der Wechselwirkung mit dem Gesetz der Erhaltung dei. lehnt. analog dem Schliessen der eine INIine entzündet. etwa die nächste Ursache der Entstehung . die das des STUMPF'schen Versuches . oder dass umgekehrt einem immateriellen bewussten Vorgang ein bestimmtes Mass lichen Form von materieller Veränderung antwortet er: „Soviel ist als Wirkung entspreche" (S. den ich mit Bewusstsein erteile. motorischer Nerven hervorrufen auslösender Vorgang gegenüber trachten wäre . eine Erregung sollte. Wenn sagt er damit deutlich. den Nerven nichts wissen. welcher Teil derselben der Empfindungen wäre als directe und ebensowenig lässt sich ausmachen. dass wir die psychischen Vor- gänge nicht mit irgend einem Masse so messen können. 525) sich dahin ausgesprochen. 533). welche lautet: „Es liesse sich Hypothese durchführen. dass er an der AVechselwirkung zwischen Leib und Seele zwar unter allen Umständen festhält. In Uebereinstimmung hiemit hat SiGWART ja auch schon in § 97. um in der ganz unvergleichbewusster Vorgänge wieder aufzutreten. dass das physikalische Energiegesetz erhalten bleibt und nur die Bedingungen des UeberEr fügt noch eine ') Vgl.und Schallwellen so lässt sich auch nicht ausmachen.104 kalisclien Gebiet Ludwig Busse Energie verschwände. lebendiger Kraft vergleichl)ar. 4 (S. dass ein exactes Causalgesetz mit jedem Betrag einer Nervenerregung den correspondierenden Betrag des geistigen Geschehens verknüpfte und Formen geistigen Geschehens auf ein gemeinschaftMass reduciert würden" (S. dass eine jDsychische Wirkung „in keiner AVeise in das Verhältdie verschiedenen liches nis der Aequivalenz zu Molecularbewegungen gesetzt werden kann" er '). . die Anm. 532/533)." vielleicht sogar die Note hinzu. so . nun weiter hinzufügt. dass die Annahme eines Causalzusammenhanges zwischen Leib und Seele durch diese Unmöglichkeit ebensowenig verhindert werde als wir vor Entdeckung des Energieprincips verhindert waren. Ursache. 533).

O.durih einen i)sychischen Process unter- brochen'. dass das physische AVirken im einen Falle eine Umwandlung von kinetischer in potentielle." Die hier von SiGWART bloss angedeutete und als „vielleicht durchluhr])ar" bezeichnete Hypothese haben Stumpf.und Grundgedanken des STUMPP-REHMKE-WENTSCHER'schen Versuches l)ildet die Annahme.Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele etc. im Wesentder AVechselwirkung von Leib lichen aber mit einander übereinstimmend. S. obwohl diese sein verführerisches Annahme verleiht. sagt er (Psychologie S. 42). diese geht den physischen Wirkungen aus ihm hervor (soviel zum Unterschied von der Parallelismustheorie). Avenn er seelische Wir- kung auch ausübt. Energie bedeutet. 10) folgendermassen formuliert: „Ein bestinunter Nervenjjrocess in bestimmter Gegend der Gehirnrinde ist die unerlässliche Vorbedingung Empfindung. Rehjike und Wentscher. d a s s das letztere d F o r d e r u n g der absoluten C o n s t a n z der physischen Energiei e' m m e in s i c h s c h 1 i e s s t nachzuweisen. Prüfen wir die beiden Behauptungen. und dass ein physischer Effect neben Bedingung auch noch eine psychische Veranlassung hal)en könne ohne x^enderung seines Energiebestandes. im anderen eine solche von potentieller in kinetische ist. es Avelche dem Versuch Aussehen enthält. S. durchzuführen versucht. in seiner »physischen Energie' garnicht l)erührt.psychisch' wirken . Aber dieser Teil der Folgen absorbiert keine physische Energie und kann in seinem Verhältnis zu den Bedingungen nicht durcli mathematische für das Zustandekommen einer bestimmten als notwendige Folge neben und Gesetze ausgedrückt werden. Den Haupt. 105 ganges von lebendiger Energie in potentielle und umgekehrt mit den Beziehungen zu iisychischen Vorgängen sich ändern. 114) „wird. dem Energieprincip ihr zugeordneten aequivalenten physischen Efi'ekt auch noch einen psychischen Vorgang veranlassen könne." Die gleiche xlnsicht äussert ÜEIIMKE in dem ]iehrl)uc]i tler Psychologie (S. 110 114) und der Schrift: Innenwelt und Aussenwelt. a. welche die Hypothese nach einander. dass eine physische Ursache neben dem nach s_u . wird selber nicht etwa . in Einzelheiten von einander abweichend. Dieser Grundgedanke ist principiell unabhängig von der weiteren seiner aequivalenten physischen Annahme. um die Vereinbarkeit der Theorie und Seele mit dem Gesetz der Erhaltung der Energie unter der Voraussetzung. ohne dazu weitere Energie aufzuwenden. sondern kann sogar zu gleicher Zeit . „Der GehirnproBegriffe — cess". Leib und Seele (Greifswald 1898. Die erste wird von Stumpf (a.

entsprechende A'orstellung. wenn eine physische Ursache An die eine physische und zugleich eine i)sychische AVirkung hat. lich ausgeführt.. fröhliche ») a. Um diese Gründe möglichst einleuchtend zu machen. -) S. Das Ganze einen immanenten A'organg. 86 seiner Schrift sehr richtig bemerkt. ein so haben wir nicht der immanentes fröhliche Seele stellt . „Erregung" eines Dinges A. Diese besteht vielmehr in der Behauptung. Ich vermag mich nicht davon zu überzeugen. AVirken der Seele wirkt in sich die auf sich selbst. dessen Endergebnis das — . oben characterisierte zweite Behauptung garnicht die wahre Kehrseite der ersteren. ist die von Stumpf vertretene. und auch Eehardt hält die STüMPr'sche Annahme für „eine sehr wohl mögliche Hypothese'-^) und fügt hinzu: „Gegen die Möglichkeit einer solchen Annahme dürfte man schwerlich im Stande sein. halte als sie vielmehr aus folgenden.. Streng genommen müsste. dass eine eine psychische AVirkung psychische Ursache und zugleich . sagt er „wirkt ein lachendes Gesicht und zugleich das Auftreten einer neuen Vorstellung" (Psychologie S. AVie auch Erhardt S. S. 113). vielleicht der Seele dar und mit a mt e rr e gu n g ist gleich der körperliche A'^organg. AA^enn aber ein fröhlicher Gedanke eine Vorstellung wirkt. wie dort eine AVirso hier eine solche AA^'irken kung von Ding auf Ding. dass die Stuivipf'sche Annahme eines doppelten AVirkens des Physischen eine mögliche Hypothese bedeutet. wollen wir die von Stumpf gemachte Annahme eines doppelten physischen Wirkens zunächst einmal u m k e h r e n. sondern die den fröhlichen die Gedanken habende. die. Genau so wie hier müssen wir nun auch den Zusammenhang construieren. also ein von Seele auf Seele. O. 94. causal verknüpft." Wentscher äussert sich ebenfalls zustimmend (a. wirklich zureichende Gründe anzuführen" ^). Auch hier ist die Umkehrung noch nicht Aleines AVissens hat nur . eine innere Erregung dieser (t e s dann zuGesicht" ist. S. a. Form aber die reciproke A'^orstellung natürlich nicht durchführbar.Ein fröhlicher völlig entsprechend. . Ludwig Busse: und Energie abgeben' an ein Dingconcretes.106 . mir einst- weilen zureichend erscheinenden Gründen für unmöglich. 0. eine physische AVirkung haben könne. fröhliche Gedanke. 85. 114). a. Rehmke dies e Umkehrung AvirkGedanke". metaphysisch betrachtet. ein ist transeuntes psychisches und daneben noch In dieser Wirken der Seele auf den Körper erfolgen. ohne dazu weitere Energie aufzuwenden.

Nun leugne ich nicht. darüber sagt sie gar nichts aus. dass es auf dem Boden der LoTZE'schen occasionalistischen Interpretation der Wechselwirkung der Dinge. zunächst nur ein allgemeines Schema. 528). Diesen wilden und vagen Möglichkeiten macht nun auf physischem Gebiet das Energieprincip ein Ende. 107 Vorgang zu denken ist. so ergiebt sich. d. lässt vielmehr in dieser Hinsicht alles unbestimmt und alle erdenklichen Möglichkeiten causaler Verknüpfung zu. dass die ^^'irkungsfähigkeit einer Ursache Seine Forderung. psychischer . äusserlich. . dem ich in metai)hysischer Hinsicht ebenso wie Wentscher an und für sich sehr wohl möglich ist. sich in dem ^Nlasse er- schöpfe. pelten Wirkung einer physischen Ursache gegenüljer den Ansprüchen auf stehe. den Vorgang in A als mit dem in B und zugleich mit dem in 8 allgemeingesetzAber zur Rettung der Theorie der doplich verknüpft zu denken. Denn eben jene occasionalistische Metajjhysik bedeutet will. involviert (SiGWART danken. wenn dem Gesamteffect (den Er- — — regungen aller übrigen Dinge) auch ein entsprechender Energieprincip sogar genau entsprechender correspondiert. An und für sich wäre es nach ihr denkl)ar. des Energiegesetzes lässt sich die LoTZE'sche Metaphysik doch nicht verwerten. Fügen wir diesen Gedanken in das allgemeine und abstracte Schema der „Correspondenz" ein. das uns zeigen haupt. sich aber als ein physischer . etc. der Vorgang des Wirkens widerspruchslos gedacht werden könne. dass ein in abstracto immer denkl^ares n-faches AVirken von A t hat sächlich nur dann angenommen werden darf. li. wo das wirkende Ding einen nach dem Princip sogar einen dem Effect genau entsprechenden Energieaufwand S. als dass eine „Erregung'darstellt) eines Dinges A (die sich äusserlich Bewegung mit corre- spondierenden Erregungen aller anderen Dinge allgemein gesetzlich verknüpft wäre. physiVorgang etwa als eine Bekalisch wegung darstellt knüpft sich ein anderer physischer Vorgang in einem andern Dinge B und zugleich ein solcher in einer Seele S.Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele als innerer. wann aber im Einzelnen ein Wirken eines bestimmten Dinges auf ein anderes bestimmtes Ding angenommen werden müsse. als sie anderswo einen Effect von gleicher Wirkungsfähigkeit hervorbringt den allgemeinen Geauf ein anderes nur da geredet werden darf. dass von einem Wirken eines Dinges — — zeigt. Das würde ein n-faches gleichzeitiges Wirken von alier A ergeben. wie über- Avenn irgend ein Ding auf ein anderes wirkt. — nach dem — Energieaufwand von A fiii- wenn das Ding A wirklich jeden der iliiii .

Erregungen" sind nicht als Wirkungen desselben zu betrachten. den übrig bleibenden Teil für l)leibt S. S.108 Ludwig Busse zugeschriebenen n Effecte auch Energie aufgewandt hat. „für irgend einen nichtmechanischen Xebenerfolg nicht der geringste Raum bleibt". Phil. zuletzt überflüssig mache". Verwendet nun A nur einen Teil seiner Energie hat. Anm. 94 geltend. die Anm. die übrigen . wo das „verursachende" Ding auch zur Einwirkung auf das von ihm causal beeinflusste Ding Energie aufgewandt hat. IL 2. keiner Weise gesetzt in das Verhältnis der Aequivalenz zu Molekularbewegungen werden kann-). I 4. Mit anderen Worten: Von C ausa Iv er hältnissen darf man nunmehr unbeschadet der Richtigkeit des metaphysischen Occasionalismus nur da sprechen. in unserem Beispiel die Erregung des Ursache der Erregung eines anderen Dinges B und zugleich auch die Ursache der Erregung der Seele S thatsächlich sein soll. 2. Wo keine Aufwendung von Energie stattgefunden von Causalität reden ^). dass neben *) Hält man dies fest. den er auf die Verteidigung der Wechselwirkung verwendet (Ein!. so geht dieser letztere. Ist das nicht der Fall. wenn Dinges A die für B. 0.) -) S. Krit. so geht also Energie als solche verloren und die Summe der physischen Energie teu nicht constant. S. i. folglich findet dann auch kein Causalzusammenhang zwischen A und S statt. In diesem Sinne sagt Eiehl (Ph. Aufl. 8. 525..93. S. den Paulsen den universellen Spii'itualismus und Pantheismus den Scharfsinn. Um anzuführen: „die Wii-kungsfähigkeit der Gelürnsubstanz aequivalenten physiologischen Vorgängen erschöpft nicht noch ein auch hier noch einmal Sigwart's eigene Worte ist in den und kann das in also Mehr von Wirkung hervorbringen . fällt auch der Vorwurf hinweg. vgl. Buch I c. d. 91. für die ein Energieaufwand seitens A nachzuweisen oder anzunehmen ist. dass er „durch . Erhardt macht a. Energie für B. a. von ihm sowohl für B als auch für S Energie aufgewandt werden. da darf man auch nicht Demnach muss. so ist das causale Wii-ken von A eben auf diejenigen anderen Dinge zu beschränken. dass. hat sein Verwendet aber A seine gesamte gesamter Energieaufwand einen aequivalenEnergie auch völlig physischen Effect. da (ich würde sagen wen n) die mechanische Ursache ganz und ohne Rest in ihre : mechanische Wirkung (wenn sie nämlich eine solche hat) aufgeht. hat. 178). so LoTZE macht. so erschöpft sich seine im Effect und es bleibt für S nichts übrig.

wenn man von einem Causalitätsverhältnis zwischen beiden sprechen will. Ich meine Uebrigeiis gestellt auch etc. wie Stumpf S. 11 sagt. ob der Leib beim Wirken auf die Seele Kraft verbraucht. gemacht werden Wirken muss. hier ein Causalitätsverhältnis besteht. dass der Leib beim auf die Seele Kraft verbraucht. Eti'ect in wohl mit Grund verwahren können. dass die Voraussetzung. versteht. Sollen unter diesen inneren Vorgängen psychische verstanden werden. zweite Behauptung der Dox^peleÖectalso formuliert theorie (die aber jetzt im Grunde als eine J)oppelursacheutheorie er- scheint) enthaltende Seite derselben wird von (S. erzielt. ^) Vgl. sie wäre damit noch so gut wie nichts gewonnen. unentschieden blei])e und die Möglichkeit. S. 0. sondern stets unter Mitwirkung eines bestimmten psyden äusseren Vorgängen doch noch innere nebenhergehen. als wenn man sagt. nicht von der Hand gewiesen werden könne. die auch dann unter allen Umständen noch in der entgegengesetzten Richtung ver- sagen würde-). dass man hier unter dassell)e Causalitätsverhältnis etwas ganz anderes.Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele etc. S. so müssen. — gezeigt zu haben. und der Parallelist. den ihm Stubipf macht. so stehen wir bereits auf des Parallelismns. . der „eine derartige Aufiassung als die seinige in Anspruch nimmt". dürfte gegen den sich Vorwurf der Inconsequenz. 109 Rehmke iu der Schrift „Leib und iSeele" 44 zu. dass ist. was ungefähr auf hinauskommt. Will man trotzdem die iVmiahnie eines Causalitätsverhältnisses zwischen Leib aufrecht erhalten. und Seele ohne Kraftaufwand seitens des Leibes so muss man hinzufügen. Sind es physische. dass die Frage. dass solches notwendig sei. wird durch diese Annahme ja auch er an. 23. sondern sie fällt mit ihr zusammen^). das eigentlich keines Li der That wüsste ich nicht zu sagen. weil Diese. als sonst überall. AVäre aber auch die Lehre vom dop})elten der Richals eine tung des Physischen auf das Psychische so mögliche erwiesen. 10): Stumpf den motorischen Nerven der Rinde zu Stande nicht durch bloss physiologische Bedingungen. a. meine Abhandlung „Leib und Seele" a. wenn anders das Energieprincip für alle physischen Vorgänge gilt. auch sie sich nach dem Energieprincip richten: dann aber bedeutet auch eine Aufwendung solcher „Desgleichen kommt ein bestimmter Process in dem Boden Energie zur Erzeugung eines psychischen Effects eine Verletzung des Princips. Eine gesetzmässige Correspondenz physischer und psychischer Zustände nimmt Nicht nur eine Annäherung an die Parallelitätslehre. wodurch sich die Be- hauptung eines derartigen Causalzusammenhanges eigentlich noch von dem i)sychophysischen Parallelismus unterscheidet. ^) Desgl. ebendaselbst.

d. sich nichtsdestoweniger als ein geschlossener physischer Causalzu- wie er sammenhang darstellen müsse. Kommen wir dann nicht auf die parallelistische Theorie zurück. Theorie parallelistische und die (reseben physische Causalzusammenhang durch rein „materielle". 99/100). dass naturwissenschaftlich die Gehirnbewegungen „doch aus den Eigenschaften der Gehirnteile. . oder etwa durch der * in Betracht Materie innewohnende „dynamische" Kräfte hergestellt wird. das der Process in Quantum das "Wenn den motorischen Nerven repräsentiert." Ich antphysischer Energie. sondern ausschliesslich auf Rechnung des vorhergehenden phy sio log is eben Processes zu setzen ist. macht in beiden Fällen die Mitwirkung der Seele ebenso überflüssig wie unmöglich. ohne dass doch das Quandurch diesen beeinflusst wird. so ist damit die Lehre von der Wechselwirkung der geschlossene Denn ob sanctioniert. 85. Sobald wir die in dem vorhergehenden physiologischen Process aufgewandte Energie als das volle Aequivalent der in dem nachfolgenden physiologischen Process erzeugten Energie ansehen. ob eine Wirkung . 60). ist für die hier kommende Streitfrage principiell gleichgültig. 60. stehen wir auf dem Boden Will des Parallelisraus eine causale ^). den die „äussere Betrachtung" zeigt. sowie S. wenn sich „für die äussere Betrachtung die Sache in der That ganz so verhält. 79). wenn die Seele in die nervösen Processe eingreift. Aenohne Körper auf den der Seele fragt sich. S. dann ist dieser letztere auch die alleinige und zureichende Ursache des Vorgangs in den motorischen Nerven. a. die im Gehirn ihren Sitz haben" (S. Die Geschlossenheit des physischen Causalzusammenhanges. lehnt doch die zweite Behauptung mit derselben Begründung. wie ich oben. 0. dass. durch die psychische „Ursache" garnicht beeinflusst wird. h. man Einwirkung der Seele auf den Körper . wonach allein ein blosses Nebeneinander von physischen und psychischen Vorgängen angenommen werden darf?" (a. wie der Materialismus und der psychophysische Parallelismus behaupthatsächlich preisten-' (S. dann hat es keinen Sinn mehr. wenn die lebendige Kraft der Gehirnbewegungen ihrer Grösse nach thatsächlich bloss von physiologischen Bedingungen abhängig ist. der Vorgang. der die erste Behauptung der Doppel-Eflecttheorie als eine 1) Eehaedt.j]^Q Ludwig Busse: cliisclien tum physischer Energie worte : Zustandes (Affectes. Wenn die Sache so liegt.Denn was soll die Mitwirkung psychischer Zustände noch bedeuten. entschieden ab. 59 u. sehr wohl mögliche Ansicht gelten Hess. Bei dieser Stellungnahme Eehardt's ist es mir nicht recht verständlich. den psychischen Vorgang als eine Ursache zu bezeichnen. aus den Kräften erklärt werden müssen. vgl. aus serlich betrachtet. 79 und 80 die Behauptung aufstellen kann. . zulassen man den darf so muss man die D o p p e 1-Ursache fallen lassen durch die Seele bewirkten physischen Vorgang nicht zuAlsdann gleich auf zureichende physische Ursachen zurückführen. S. auch S. Willens).

. Anders aber liegt die Stein nicht durch ein Sache. Wenn die Seele auf neue Energie in ihm. wäre das Energieprinci}) nicht durchbrochen. dann Avieder herabfallenden Steines an.Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele etc. a. 44. wenn entweder die Anziehungskraft der Erde um eine weitere Kraft verstärkt oder die entgegenstehende Anziehungskraft sonstwie. knüpfe ich an das von Sigwart-) und Wundt') verwendete Beispiel des durch ein Wunder beliel)ig lange Zeit in bestimmter Höhe gehaltenen. dass eine Aus' lösung potentieller physischer Energie durch psychische Ursachen ohne Energieveränderung nicht möglich ist. 0. der Erdanziehung die Wage haltende Anziehung Körpers eine Zeitlang in der Schwebe gehalten wird. Hl d e r u n g p li y s i s c h e r E n e r g i e denkbar ist. — Gewiss Wander schwebend erhalten ward schliesst sich in diesem Falle trotz der Unterbrechung durch das Schwebenbleiben der Niederfall desselben genau so ohne jede Energiezunahme an sein vorangegangenes Aufwärtssteigen an. 528. t a t i v . 104/105) angezogenen Begriff der Auslö(> 1 sung. In beiden Fällen besteht aber der erzielte G esamteffect nicht nur in dem Aequivalent der durch die Auf- sam gemacht wjirtsbewegung des Steines geschaffenen potentiellen Energie. son- M Wextscher -) 3) a. als wenn gar keine Unterbrechung stattgefunden hätte. 47. 120. S. u a 1 i durch welchen physische u a n t i Energie nur dert wird')." Aber nur. so erzeugt sie keine h'ist nur die in irgendwelchen Zellen Energie aljer potentielle (j in kinetische t (| aus. ruft Umwandlungsproeess hervor. S. 113. um erst nach hundert Jahren fallen. „Wenn ein senkrecht aufwärts geworfener Körper". S. wenn der aufwärts geworfene Wunder. Sigwart hält eine derartige Einwirkung der Seele auf den Körper für vielleicht. etwa durch Entfernung des betreffenden etwa durch die eines anderen Körpers. n i c h t a t i v verän- Die Darlegung meiner entgegengesetzten Ansicht. so sagt Sig- durch ein wieder zu nicht. der vielleicht von einem dritten fortgestossen wird. 30. „auf dem höchsten Punkte seiner Bahn Wunder schweben bliebe. Er stützt sich dabei auf den auch von Sigwart (vgl. sondern aufgestapelte also einen den Körper wirkt. unwirkwird. 118. Alsdann erfolgt der Fall nur. oben S. weil der Körper eben durch ein . 34-38. PhiL Studien X S. sondern durch eine reale Ursache. 528/529. AVentscher für Av h möglich. wart S.

Bezeichnen wir das Quantum der auszulösenden potentiellen Energie mit P. doch noch unterscheiden würde. Zustand. im zweiten Falle die Bewegung des den Fall des Steins bis dahin verhindernden Körpers. in . das auf Eecbnung des auslösenden Vorgangs zu setzen ist. Und wieder anders sich befindender. ist als ein Plus gegenüber der ausgelösten potentiellen Energie vorhanden. die ausdie d. Immer wird der auslösende Vorgang in der Hinzufügung der ziu. der eine Zeit lang sich schwebend hielt. ein d = dann aber *) Wie ein sich bewegender Körper von einem unbewegten sich nicht nur durch seine Ortsveränderung. wenn als wenn er . sondern ihn um einen Energiebetrag übertreffen. so ist auch der in die Höhe geworfene und sofort wieder herabfallende. So wird es nun immer sein. Der letztere Fall lässt sich auf den ersten insofern reducieren. eine wenn auch noch so geringe Wirkung.vollen Bedingung des betreffenden Vorgangs noch fehlenden Bedingung d oder in der Bünwegräumung eines Hindernisses bestehen. ist sein fällt. sondern auch durch seinen inneren Zustand. Wie man sich auch die Wirkung eines solchen Einflusses auf den beeinflussten Körper näher vorstellen möge. Dem entsprechend = ist . weil er der die Anziehungskraft der Erde neutralisierenden entgegengesetzten Einwirkung eines anderen Körpers ausgesetzt war. Immer aber wird. welche die verstärkte Anziehung der Erde auf den Stein ausübt^). wie ein etwa allein im leeren Raum der Ruhe verharrender Körper sich von einem anderen durch unendlich viele entgegengesetzte und gleich grosse auf ihn einwirkende Kräfte in derselben Lage gehalten wird. nämlich im ersten Falle die AVirkung. = Wie klein man auch d annehmen möge. der dem durch den auslösenden Vorgang repräsentierten Energiequantum entspricht. Avelche ihrerseits durch den ihn stossenden bewegten Körjjer verursacht wird. als man die zui* Hinwegräumung des Hindernisses aufzuwendende Energie eben als die noch fehlende und hinzuzufügende Bedingung ansehen kann. die entgegengesetzte Anziehung nunmehr überwindende Einwirkung aus der Richtung des Erdmittelpunktes erleiden muss. wobei Energiemenge mit so ist der durch 11. gelöste Energie mit H. wie ein anderer. oder ein durch ein „Wunder" schwebend erhaltener iStein beim Herabfallen mcht genau in derselben Verfassung.112 Ludwig Basse : dern weist noch ein Plus auf. ob als veränderte moleculare Spannung oder wie sonst. tierte durch die auslösende Ki-aft repräsensondern II-j-o. es wird nie würde nichts auslösen können. unterscheidet. wenn diese Hinzufügung erfolgt. erzielte Gesamtetiect nicht den Auslösungsvorgang 5 d ist. der eintretende Gesamte ff e et nicht nur gleich dem „ausgelösten" Energiequantum sein. die ein wenn auch noch so kleines Quantum von Energie repräsentiert. er einfach in Folge des Aufhörens dieser Einwirkung auch noch die verstärkte. worin immer dieser bestehen mag.

auf . S. doch nur „sozusagen eine Abbreviasind. so folgert er umgekehrt: „Es darf keine Energie aufgewendet werden. mögen wir auch auf vielen Ge- bieten allzeit auf sie beschränkt bleiben. so ergiebt sich. Krit. 0. dem Princip der S. dass. Phil. Oh an einer aequivalenten physischen Urder Energiegehalt des physischen Universums vermehrt diese Vermehrung gross oder verschwindend klein ist. weiter ausführt. 0. der der französischen Mathematiker Cournot. 269. wenn alle dazu gehörenden Momente gebührend berücksichtigt werden. Th. sei es. Energie erspart. Ich befinde mich mit dieser Behauptung in Uebereinstimmung mit Ebbinghaus (a. so muss auch in diesem Falle der physische Gesamteftect einen grösseren Betrag von Energie rei)räsentieren. also kinetische Energie entfaltet. als die zur Auslösung gelangende potentielle Energie. 36/37). 111/112 erklärt: rung „Die Veränderung. I S. „bei der wesentliche Verbindungsglieder hinwegblieben. vgl. 102 f.Kraft. Stu- 30 rechnet er die Auslösungsprocesse zu den „Zustandsgieichungen". Avird^). dass die Zustandsgieichungen. S. es für das INIehr es werde ^) Daher sagte ich in meiner Abhandlung „Leib und Seele" S. Boussixesq und De Saint in dem Lehrbuch der Psychologie S. 11 Th. einen psychischen Eingriff nicht gestattende Causalreihen zurückführt. Bd. 21. wenn er weiter darauf hinweist. 180). Rehmke. II S. ist keine Vermehder Energie des Gehirns % gesteht doch in der Schrift: Leib und Seele.oder Transformationsgleichungen'. auch Dübois-Rkymoxd's Ausführungen (in den 7 Welträtseln 1891 S. a. wo sie ausführbar ist. 31. S. zu. also auf stetig zusammenhängende. 33/34) dien X S. nicht Energie physischen Constanz der Blick nicht ganz leicht zu erkennende Stellung nimmt WuNDT ein." Es dürfen also nur Gelegenheiten. wodurch. dass das Wirken der Seele auf den Leib mit auf den ersten Eine übereinstimme. wenn ein im labilen Gleichgewicht beündlicher Körper durch eine Stosseine Auslösung potentiafter Energie durcli psychische cip der Constanz der physischen — kraft aus seinem Gleichgewicht gebracht wird. dass die Ergänzung. ö . a. keine Ursachen zur Auslösung poten- Sigwart-Festachrift. a. 43/44. eigentümlichen Resultat gelangt Wentschkb. da sache feldt. um Energie.Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele etc. der Effect ein Plus von Energie gegenüber der ausgelösten potentiellen Energie enthalte. die turschrift "^ entweder besonders untersucht oder ergänzt werden müssen". S. die durch das Eingreifen psychischer Causalität ebenso wenig wie durch ein „Wunder" immöglich gemacht werden. die dann ihrerseits als auslösender Vorgang wirkt. dass sie eine Bewegung hervorruft. 27/28). Da nun aber das Gesetz der Erhaltung der Energie nach ihm Aeqnivuleirz von potentieller und kinetischer Energie verlangt. 87) undRiEHL (Phil.Umsetzung irgendwo hervorzubringen. Wenn er dann aber (S. Er giebt zu (a. nie aiicli bestimmtes Quantum potentieller Energie aus. dass. 113 Löst nun die Seele ein im Gehirn vorhandenes 0. dass sie selbst unmittelbar als auslösende = Kraft wirkt oder ein „Hindernis" liinwegräumt. nämlich noch den 15etrag der „Stosskraft-Energie". Eehakdt (a.) gegen die entgegengesetzten Annahmen Venant. lebendige anstatt potentieller Energie. sei es. Ursachen mit dem PrinZu einem Energiesumme nicht vereinbar ist. 0. Vgl.

doch noch eine Möglichkeit. 32) mit Recht bemerkt. Bd. h. ihr Eingreifen müsste tung aber doch ebenso wie das einer physischen Kraft eine physische Energieveränderung zur Folge haben. *) Vgl. während auf physischem Gebiet die Gleichung 11 P besteht. Damit wäre denn aus dem Gesetz der Erhaltung der Energie deduciert. d. bestimmte. Ausdruck auch nichts damit gewonnen. 70. n -f. die Seele die Rolle einer Billardbande spielen und sie nur die Richist eines mir befreundeten physischer Bewegungen ändern lässt. 0. Ebbixghaus a. HoEFFDiNG a. auf Rechnung von d zu setzende Factor 5 sich also d im Effect bemerkbar machen. um den Mathematikers zu gebrauchen. aber als psychischer Factor. also dass n-(-5 P-[-d. allemal: Einführung einer Seitenkraft von bestimmter Richtung und von bestimmtem Arbeitswert" ^). II Th.Disposition das jener der Seele eben das Hindernis sein Umwandlung entgegen- steht ? Und beseitigen? Dann würde könnte nicht eine Aenderung dieser Disposition es dann die Action der Seele. die potentielle Energie im engeren Sinne und den zur Auslösung noch erforderlichen Vorgang. Eine psychische. II S. dass die auslösende Kraft sein muss.114 ist i^rincipiell gleicligültig. S. a. dass der bei der Auslösung sich ergebende Gesamteffect der Gesamtursache gleich sei. "Will man aber die Aequivalenz von potentieller und kinetischer Energie ä tout prix festhalten. die dann auch stets sofort in actuelle Energie (ü -\~ 8) sich umsetzt. selbst Könnte nicht eine . S. 0. der auslösende Vorgang d. Phil. wie Ebbiis'GHAUS (a. Darauf aber ist im Anschluss an die Ausführungen — = tieller Energie vorausgesetzt werden. Kr. die Richtung ändernde Kraft brauchte zwar nicht selbst eine bestimmte Richtung zu haben. In Wahrheit liegt die Sache aber umgekehrt. der dadurch erzeugte psychische Zustand Z aber der zum Gesamtefl'ect sein.5 würde gehörende. Ludwig Busse: Uebrigens würde durch Summation vieler derartiger Anstösse sich doch schliesslich ein endlicher Betrag von Energie ergeben Xatürlich . = = -) Vgl. also P-j. um welchen alsdann die Gesamtsumme der phy- sischen Energie vermehrt werden würde \). diu"ch welche sie die hindernde Disposition H in Z ändert. sondern nur.d als potentielle Energie ansehen. Das Gesetz der Energie verlangt nicht Aequivalenz von potentieller und kinetischer Energie. 180. Denn „Richtungsänderung bewegter Teilchen" heisst. dass man. so muss man die Gesamtheit der Bedingungen. Riehl. O. „mechanisch gesprochen. a. . a. den Gedanken durch die Annahme der Hinwegräumung eines der UmAvandlung potentieller in kinetische Energie entgegenstehenden Hindernisses durch die Seele vielleicht bleibt Aber einer Energieauslösung ohne Energieveränderung zu retten. S. 32.

So scheinen wir denn vor der Alternative zu stehen. a. sich dieselbe Dem Wegräumen des psychischen auch denken möge. von Sigwart übrigens vorsichtiger Weise nur als eine vielleicht mögliche Hypothese hingestellte Versuch. die universelle Geltung desselben in Zweifel stätigtes Gesetz darstelle. und wirken der Disposition H auch diese im Gehirn dende Wirkung würde Energie dafür fehlt. für das es ein Hindernis ist. sondern nur dadurch. dass das Energieprinci}) ja doch kein apriorisches. ausübt. ein EinHindernisses müsste also ein Eintreten desselben auf das Gehirn vorangegangen sein. die Gültigkeit 531 f. a. muss daher meiner Ueberzeugung nach als unmöglich aufgegeben werden. die psychophysische Wechselwirkung mit . desto sicherer muss auch für die Ausdehnung dieser Zusammenhänge auf das Geschehen in Nerven und Gehirn der empirische Beweis verlangt werden. dass nicht ganz von sich gewiesen. hat diesen er gel- Gedanken tend. 7-2 — 75. vorhandene und nicht spurlos verschwinda ein entsprechender Aufwand physischer eine Veränderung der Gesamtsumme physischer . wenn sie als unzweifelhafte Annahme gelten sollen" (S. irgendwelche Wirkung. 112 — zu erwidern. 0. entweder die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele oder die ausnahmslose Geltung des Gesetzes der Erhaltung der Energie leugnen zu müssen. S. mitunter geneigt gezeigt. h. wie beschaffen immer man . sondern nur ein emiurisch gefundenes und beausnahmslose Gültigkeit für die ganze Natur nicht bewiesen sei und nicht bewiesen werden könne. Auch SiGWART S. zu vereinigen. 115 der Anmerkung 1 auf S. d. ohne solchen Beweis aber könne der Parallelismus nicht „Je gewisser alle physischen Causalzusammenacceptiert werden. Processe noch nicht bewiesen hänge und die Aecpiivalentzahlen für die verschiedenen Formen des Geschehens empirisch festgestellt sind. 8* . 532)^). Energie bedeuten. gestützt darauf. Auch der zw^eite. dem Gesetz der Erhaltung der Energie in dem Sinne dass es die Forderung der Constanz der Gesamtsumme der Energie des physischen Universums in sich schliesst. dass es überhaupt da ist. denknotwendiges. macht des Energieprincips für die organischen sei und auch nicht bewiesen werden könne. Die Verteidiger der Lehre von der Wechselwirkung haben sich. dass es auf das Ding.Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele etc. ') Aehnliche skeptische Aeusserungen bei Krhaudt. dass ein Hindernis ein solches nicht schon dadurch ist. dessen zu ziehen oder einfach zu bestreiten.

weil dieselbe nicht empi- werden kann. auf Erfahrung gegründete Induction und Analogie zu als . 182—220. Grosses Gewicht legt freilich auch er. dass es all den Anspruch auf allgemeine Geltung hat den Erfahrungen. In diesem Falle würde ich ihnen durchaus zustimmen müssen. Gewiss es daher eine Aber das gilt schliesslich von allen Naturgesetzen. § 100. 88 100. stehen seiner thatsächlichen Durchführung auf i)hysiscliem Gebiet zwar erhebliche. Ich glaube. sämtlich verites de fait und nicht verites de raison sind^). bestreiten aber nicht. ein methodisches Princip der Forschung (nicht nur als eine Kantische „regulative Idee") hinstellen. . Soviel ich zu urteilen vermag. 633 f. ') \ gl. um mit Leibxiz zu reden. 161. die wertvollen Dienste. Da SiGAVAKT die beiden von mir (s. Das giebt Sigwart an einer S. wie aus den Ausführungen S. ein die physischen Causalzusammenhänge ausnahmslos beherrschendes anzusehen. 160. Leipzig 1894. erkennen wir ihm nur den apriorischen. kaum jemals ganz zu überwindende Schwierigkeiten. gewiss ist es nicht allgemein bewiesen und kann empiist risch garnicht allgemein be'svdesen werden. weiter unten abgewiesene Auflassung des Gesetzes richten. Gewiss ist das Gesetz ein inductiv gefundenes und bestätigtes. denknotwendigen Charakter ab. Indem wir das Princip der Erhaltung der Energie der Forschung. dass seine skeptischen Ausführungen sich nur gegen die zweite. hervorgeht. eines Naturgesetzes risch nachgewiesen Sowenig jemand sonst die universelle Geltung deshalb l)ezweifelt. dass das Energieprincip kein nietaein methodisches Princip der For- l^hysisclies Axiom. S. es schlimm um sie bestellt sein würde. diesem Gedanken nicht bei. S. wenn die Sache der Wechselwirkung zwischen Leib und Seele nur durch Bezweillung der universellen Geltung des Energiegesetzes gerettet werden könnte. die es bisher erhalten hat. sondern nur schung sei. Die empirische Bestätigung. S. so wenig dürfen aus diesem Grunde Zweifel an der ausnahmslosen Geltung des Energiegesetzes erhoben werden. berechtigte Analogieschlüsse und noch eine Reihe es als anderer Betrachtungen weisen uns darauf hin. 75 f. die auch nach Kant. die es als Forschungsprincip bereits geleistet hat. Bedenken principi eller Art aber nicht entgegen. 531. vgl. Maxime verleihen vermögen. dass.116 Ludwig Busse: Er weist T^'eite^ darauf bin. kein metaphysisches Axiom. unten) unterschiedenen zwei verschiedenen Auffassungen des Sinnes des Energiegesetzes nicht ausdrücklich unter- scheidet. das deshalb auch nicht als absolut verbindlich hingestellt werden dürfe (S.). die Darlegungen in meinem Buche: Philosophie und Erkenntnistheorie. so bleibt die Möglichkeit.

bei allen p hy . bestimmen. 647). zwischen setzen Gebiet ist „der Versuch nicht bloss organischem Und auch auf möglich. 117 Die bisherigen späteren Stelle (§ 100. Denn nach meiner Ueberzeugung die Frage der Vereinl)arkeit der Theorie — der Wechselwirkung mit dem Gesetz Gunsten dieser Theorie Theorie der Wechselwirkung und dem Energiegesetz ist. richtig aufgefasst. auch im mechanischen Gebiet anwendbaren (nach welchem die Atome durch ihre wechselnden Beziehungen zu einander alle Zustände entwickeln) zu reducieren. der zu greifen. f a 1 s e h e n Auffassung des Sinnes des Energiegesetzes an Auffassung legitime und Er verschwindet. der Energie ist. nach Stumpf's treffendem formel. Für die letzten Subjecte giebt es dann keine eigentliche Entwicklung. Sie hat es aber auch nicht nötig. berechtigen uns zu der Annahme. so unaullöslich er auch erscheint. von den organischen Individuen. Avenn wir die richtige die Stelle der Erhaltung der Energie zu entscheidet: der Contiict zwischen der der falschen und illegitimen setzen. Auch in seiner schrankenlosesten Ver- allgemeinerung es als ein Gesetz für das AVirken der Körper . dass es „gedie Begriffe der letzten Elemente der materiellen lingen werde . dass aus unveränderlichen Beziehungsgeihnen alle Erscheinungen ableitbar sind" (S. zu diesem verzweifelten Mittel und damit komme ich zu dem Punkte. Es ist gefunden und veriticiert als ein Gesetz. 648 vgl. der aus einer resultiert. 12) auch mmmwundeii zu. Erfolge. 540). si sehen C au a 1 z u s a mmenhängen und sie vorauszusetzen die Geltung des Energiegesetzes nach ihm zu construieren hat daher die Philosophie kein Recht. sondern methodisch gerechtfertigt. das die „Umwandlungen der körperlichen Dinge in einander". Nicht eine Ein- schränkung der Geltung. sofern sie unveränderlich bleiben" (S. Erhaltung Das Gesetz der eine T r a n s f o r m a t i o n sAusdruck. um seine unl)eschränkte Geltung in Leil) Uebereinstimnmng mit der Wech- selwirkung von und Seele zu bringen. sondern nur sozusagen eine Einschränkung des Sinnes des Gesetzes der Erhaltung der Energie ist nötig. .Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele etc. auch s S. die AVirkung von Ding auf Ding gilt regelt. Welt so zu weiter auf die sie zusammensetzenden Atome als letzten Grund zurückzugehen und zugleich den specilischen Entwicklungsbegriff (des sich aus sich selbst entwickelnden Subjects) auf jenen allgemeineren. sagt er. Der Naturwissenschaft zu verbieten. doch nur ein scheinbarer. die die phänomenalen Subjecte der Entwicklung sind.

existiert. oben S. Daraus wenn ist. und man begeht eine petitio principii. *) Ich eitlere nach einem Aufsatz von its Charles H. relation to the eliniination of force as a fac- im . die nicht aus dem Princip der Erhaltung der Energie an und für sich. sondern nur aus ihm und der w e i t e r e n u n a b h ä n g i g v o n i h m zu machenden Voraussetzung der geschlossenen Naturcausali. Hieraus folgt nun. dass nicht überhaupt. Monist. 135. 96. Sie aber ist identisch mit der andern. dies und die geschlossene Naturcausalität als selbstverständklar . wenn die in schlossenes System irgendwo ein in sich völlig geihm vorhandene Summe von Stelle ein gleich grosses Energie. ob man psychische Einwirkung auf den Ablauf der physischen Processe zugestehen. Vgl. Dies also eine Folgerung. notwendig aber folgt weiter. Zunächst muss also die Frage ob das physische Weltall ein derartiges geschlossenes System ist. Recht oder Unrecht der Theorie der Wechselwirkung muss also schon entschieden sein. sondern nur in einem geschlossenen System die Summe der Energie imveränderhch sich gleich bleiben muss. . das physische Universum ein in sich die System Gesamtsumme der ist in ihm ent- haltenen Energie constant bleibt. also die Theorie der Wechselwirkung annehmen muss oder nicht. dass. völlig geschlossenes constant bleibt. ob das Energiegesetz die Constanz der Summe der physischen Energie zur Consequenz habe oder nicht. S. X No. üebrigens spricht auch Ebbixghaus nur von „allen Umwandlungen der körperlichen Dinge ineinander". 1.. though it may be transformed formel die von Maxwell „The total energy of into any of tlie forms of which energy is susceptible" ^). dass. 99. ehe man die Frage beantworten kann. Ohask: The doctrine of conservation of energy in tor in the cosmos. wenn man umgekehrt. da für jedes an einer Stelle des Systems verschwindende Quantum von Energie an einer anderen Quantum von Energie auftritt. physischen Energie gleich. entschieden werden. Hier ist und deutlich ausgesprochen. - tät folgt! Sehr klar und deutlich drückt den von mir geltend gemachten Charakter des Energiegesetzes als einer blossen Transformationsgegebene Formulierung desselben aus.118 auf e i n a 11 Ludwig Busse: d e r." vol. any body or System of bodies is a quaiitity which can neither be increased nor diminished by any mutual actio n of those bodies. AVo immer eine physische Ursache eine physische AX'irkung erzeugt da ist die aufgewandte jihysische der erzeugten . Oct.

\ärä. 119 liehe Conse(iuenz des Energieprincips voraussetzend.Die Wechsehvirkung zwischen Leib und Seele etc. dass ein solches System von materiellen Massen nun auch zu Elementen von andersartigen Kräften in causale Beziehungen treten könne. was inuerli. auch ausserhalb seiner Grenzen zu Tage treten können. e n . dass jede materielle Veränderung Wirkungen li. stehen der Lehre von der Wechsehvirkung Schränkt man den Begriff" des Gesetzes der Erhaltung entgegen. .ibcn oder niu. Das Energieprincij) besagt nur. dieses letztere als "~^ Argument gegen die AVecliselwirkung ausspielt. aus ist. dem es dessen es empirisch bewiesen sagt es 1 gewonnen und innerhalb doch nur.aus materiellen Ursachen hervorgehen könne. dass nur die falsche. . die von den in ihm vorhandenen Kräften ausgehen. 534/535 khpp und klar mit den Worten ausspricht „Die Leistungsfähigkeit des Energieprincips wird überspannt. eine Aequivalenz der AVlrkungsfähigkeit zwischen dem vorangehenden Zustand und dem es gebietet aber in keiner nachfolgenden besteht pirisch bestätigt Fassung. Aus dem Energiegesetz lässt sich n c h t die Notwendigkeit der i geschlossenen Naturcausalität und keit der desliall) Wechselwirkung ableiten. I) e s t i m m t e n Co m p r s materieller e s c Urs und a ch e n de n w i i a 1 s e i n e n in 1 s c h g h 1 o s s e n . in sich materiellen Dinge unter allen Umständen einen . sondern das Princip der geschlossenen Naturcausalität und die unter seiner Voraussetzung als im Energiegesetz enthalten proclamierte For- derung. oder dass es in einzelnen Teilen von andersartigen Kräften bestimmt werde. die er S. Auch auf dem physikalischen Gebiete. Nicht dieses Gesetz auch nicht die Unmöglichselbst. wenn es diese Annahme (sc. der Energie auf seine wahre Bedeutung ein und lässt alle hypothetischen Zuthaten bei Seite. dass wenn und soweit materielle Massen auf einander wirken. . dass i n n e re x e i h all) eines . : einer psychophysischen Wechselwirkung) verljieten soll. dass die Summe der Energie des physischen Universums constant sein müsse. . und dass die Wirkungen.ilb eines geschlossenen Kreises von nur iii. Das ist denn auch die Ansicht Sigwart's. von a u s s e n n c h t b e e i n f u s s t e n a n n e h m e n die Summe der lebendigen und potentiellen Energie constant bleibt dieses Princip wird' nicht durchbrochen wenn angenonmien . die em- werden könnte. ü))ertreibende Fassung des Energieprincips an dem Contiict schuld war. so verschwindet der angebhch unlösbare Contiict zwischen ihm und der Wechselwirkung und wir er- kennen.-itcricllc Constanten materiellen Ursachen dass die gilt. berechtigt nicht zu dem Schlüsse.

24. Auch Hoeffdixg giebt Energie empfangen". ^) 41. dass sie ihm als die durch die sonstigen Voraussetzungen der Naturwissenschaft geforderte und dal^sychischen Seite in dem Ganzen eines Kosmos her dem „Geist der Naturwissenschaft" mehr entsprechende End- Einwirkungen auf die 'physischen Vorgänge zulassende Auffassung dagegen als eine etwas ungewöhnliche und fremdartige Ansicht erscheint ') das . Physiologie — dass dieses eine abgeschlossene. gilt. sich selbst genügende Totalität Was vom Energiegesetz gleichfalls dem von Hoeffdixg — S.120 Ludwig Busse: geschlossenen Kreis bilden müssen"^). 38 zu. ansicht. die entgegengesetzte. 644 f. a. und meinen Aufs.im strengsten Sinne-' nur für abgeschlossene TotaHtäten gilt. liiezu S. -) ') Vgl. a. Olj nun (las in sich vollständig physische Universum als eine sich selbst genügende. psychische soll garnicht geleugnet werden. Innenwelt und Aussenwelt. 38. gilt natürlich mutatis mutandis auch von gegen die Möglichkeit psychophysischer Wechselwirkung ausgespielten Gesetz der Trägheit. S. a. 11. „Leib und Seele". Energie an diese abgeben oder von diesen Daraus folgt aber nicht. a. Leib und Seele. a. Uebrigens hat schon Lotze früh erkannt. Aber ebenso nachdrücklich muss WART-^). Ich beschränke mich daher auf die folgenden Bemerkungen allgemeinen Characters. Ebendaselbst. fasst freilich das Gesetz der Erhaltung der Erhaltung der als ein solches der a. . dass man die geschlossene Naturcausalität schon voraussetzen muss. Vgl. abgeschlossene Totalität oder als ein mit der Wechsehvirkimg verbundener und mit ihr zu sich ergänzender Teil des Weltalls aufzufassen ist: diese die Geltung oder Xichtgeltung des Energiegesetzes nicht berührende Frage hat die Philosophie unter sorgfältiger Erwägung aller für und gegen jede der beiden Ansichten sprechenden Gründe zu entscheiden. SiGWART 0. in Wextschee *) u. dass sie die ihm geläufigere ist. oder Systemen im Verhältnis stehen. Dass die AuÖassung der physischen Welt als einer in sich geschlossenen Totalität für den Naturforscher etwas Verführerisches hat. S. geltend Uebereinstimmung mit SlGgemacht werden. 0. dass das Gesetz der Erhaltung der Energie . die zu anderen Wesen a. dass bei *) Vgl. S. Die ausführliche Erörterung derselben liegt jenseits der Grenzen. dass die Forderung der constanten Energiesumme für das physische Weltall gilt. S. wald 1898 Energie S. 33. Greifs39-41 (R. solange nicht schon aus- — gemacht ist. welche die gegenwärtige Abhandlung sich notgedrungen stecken muss. Rehmke. . B ewegung auf).. um psychisches Eingreifen unmöglich zu finden. ist. 401. aller.da Wesen oder Systeme. 0. § 100.

Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele etc. nischen Interpretation des Energiegesetzes. die Magd der Theologie zu sein. weil es sich wie bei der Frage der mechanischen oder nichtmechahier nicht . oder der der Ausdehnung des Energiegesetzes auf alle physischen Causalzusammenhänge. phil. g und un erlässlich sie ja. Die von Pax'LSKn Erwiderung auf meine Al)handlung f. als sie zugleich auch nietai)hysisch bemerkenswerte Gründe darstellen. In sol- chen Fragen der Philosophie vorzuschreiben. sondern um eine naturphilosophische bezw. in 0. 644—646. ^) Vgl. wie der vorliegenden. auch SiGwART i? 100. 45) seines Buches unausweichlich zu dieser Consequenz zu führen. Andererseits wird durch das Fallenlassen des Princips der ge- schlossenen Naturcausalität kein vitales i Interesse der Naturforals solche schung ist verletzt. 2 und 8 entwickelten Ansichten über die der Natur- wissenschaft gegenüber seitens der Philosophie zu beobachtende Haltung scheinen mir. dass die parallehstische Theorie mehr in der Richtung der seitens der Naturforscher ausgebildeten und von ihnen festgehaltenen letzten kosmologischen Vorstelhmgen liegt. *) -') wi6 von allen Seiten zugestanden wird^). gar kein Uebergewicht der ersteren über die letztere. als begründet an und für sich noch die Theorie der Wecliselwirkung . in s. ebenso wie die Ausführungen Ehbinghaus' S. Ganze der Welt beruhenden kritischen auf Betrachtungen über das Prüfung zu unterziehen. die es ihr zur Aufgabe macht. die eine ül)er natur- wissenscbaftliclie Interessen weit hin ausreichende metaphysische Bedeutung hat. nicht recht im Einklang zu sein^). 36 (vgl. in welche die um eine rein naturwissenschaftliche Angelegenheit. D enkn o tw en d a. würde doch im Grunde heissen. Kritik S. S. 5. a. Wkn TSCHEB. die Philosophie. Die blosse Thatsache. den letzteren innerhalb des Reiches der Philosophie einfach ohne Weiteres Bürgerrecht zu gewähren. keineswegs notwendigen und uncrlässlichen und ebensowenig von allen bedeutenden Naturforschern vertretenen Hypothesen über das physische AVeltall möglichst anzupassen. Liebhngsvorstellungen der Naturwissenschaft nur soweit als entscheidend ins Gewicht fallen können. Phil. die von den Einzelwissenschaften ausgel)ildeten höchsten und allgemeinsten Voraussetzungen nicht sondern einer einfach hinzunehmen. metaphysische Frage handelt'). u. nachdem sie aufgehört hat. ihre Ansichten den von der Naturwissenschaft ausgebildeten. auch S. . 121 rein einer Frage. keinem Zeitschr. S. Philosophie sich nicht einzumischen braucht. zu einer Magd der Naturwissenschaft zu machen und scheint mir mit der höheren Stellung der Philosophie.

S. wo die Xatur der nervösen Processe aus physischen Ursachen nicht restlos erklärbar erscheint und daher das Yorhanden*) -) a. so kann man auf dem Boden des Parallelismus ebenso gut in das Land des Spiritismus gelangen. Xun ist das aber nicht der Fall. so ist zu erwidern. . setzt also überall als möglich müsste vorausge- werden können. Die Physik braucht sich um sie überhaupt nicht zu kümmern. Phil. sie und Anerkennung der Möglichkeit psychischer Einflüsse an und für sich keineswegs unmöglich macht. grosse Gebiete als Und wenn man darauf hinweist. dass eine Wechselwirkung zwiist. wo. relativ ge- schlossene zu betrachten her auf sie ohne Rücksicht auf von aussen ein^-irkende Einflüsse zu betrachten. so wird die Xaturwissenschaft durch die Theorie der Gebietes gänzlich Wechselwirkung nicht gehindert. wie Höffdixg richtig bemerkt^): eine Erkenntnis der Welt als einer abgeFall. wir sie aus . Gegeben sind uns immer nur mit anderen in Wechselwirkung stehende Teile die des physischen Universums. da beide ausserhalb des uns gegeljenen Teiles der Natur stehen. 0. S. organisierte Materie . Das würde allerdings directen Wegs zur Mythologie oder zum Spiritismus führen'-). wie auf dem der Wechselwirkung. Ignoriert man die Thatsachen der Erfahrung. 38. Zeitschr. deren Energiemenge also sich unablässig ändert. Kr. weiten Strecken ihres von psychischen Einflüssen auf abzusehen. Denn. Schliessen schen Körperlichem und Geistigem nur da zu erwarten . wir kennen über- haupt keine absolut isolierten und abgeschlossenen Totalitäten. 115.122 Ludwig Busse Und practisch ist sie. dass dieser Umstand doch die Xa- tur-w-issenschaft nicht verhindere. die Physiologie nur da. Bd. a. Die Erfahrung lehrt uns. wie gleichfalls jeder Xaturforzugeben miiss. u. f. wenn die Wechselwirkung zwischen Physischem und Psychischem eine völlig regellose und dass auch die eine solche Betrachtungsweise uncontrollierbare wäre. Sie würde es nur dann thun. aber der Erfahrung widersprechende und daher unwissenschaftliche Aufi'assung. 3. sclier schlossenen Totalität haben wir jedenfalls nicht. von keiner Bedeutimg. vertritt auch vom Standpunkt der Lehre von der Wechselwirkung aus eine zwar nicht an sich undenkbare. phil. an gebunden geistiges Leben sich äussert wer „Geister" oder Dämonen die Xaturvorgänge beeinflussen lässt. für diese nicht zu leugnende die natur-^-issenschaftliche Ob Betrachtung dieses letzteren gleichgültig. Paulskx. Veränderung auf Rechnung physischer oder psychischer Kräfte zu setzen ist. ist.

123 sein psychischer Ursachen nahe legt. sicht. dass das Ursachen „Ursachen" und physische tVirkungen „Wirkungen" überhaupt bedeuten. so verschwindet der Charakter des Seltsamen und Fremdartigen. der als solcher den lückenlosen und continuierlichen Zusammenhang aufweist. ist. physisches Geschehen das Geschehen schlechtweg. so ist ihm zu erwidern. sondern die. a])er zu zeigen weder Von dein Gesichtspunkte vit'lmchr in unserer frag- philosophischen Autfassung aus Avird man dem mentarischen und unabgeschlossenen Character der k("»rperlichen er- Welt eine aus deui Sinn und der Natur des AVeltganzen sich gebende. B. . soll. physischer Causalzusannnenhang den Causalzusammenhang. Physisches und dem Psychisches schliessen inhalte mit einander verbindenden dem Ganzen eines alle seine TeilKosmos zusammen. worin der erstere eine Causalitätsprincij) widersprechende Aufwendung von Energie ohne jeden Effect sah. hält. also ihr notwendig aidiaftende Eigenschaft und zugleich ein empirisches Kriterium für die Wahrheit des Satzes erl)licken. den das physische Universum nach der irrtündichen Meinung mansich zu cher Naturforscher schon allein zeigen berechtigt noch veqjflichtet ist. Lässt man dieses Vorurteil fallen. nur die Erscheinung intelligibelen A\'irklichkeit unserem eigenen unmittelbar erlebten geistigen Sein gleichartig. dass die räundich-sinnliche \\'ch überhaupt keine ciiu-r selbständige Realität. als man el)en im physischen Sinne Reale d a s Reale überhaupt. Was dem lediglich physikalisch den- kenden Naturforscher als eine Entstehung aus Nichts erschien. darin erkennt der letztere eine Veranlassung l)sychischer Erregung durch i)hysische Ursachen. ist das der Annahme einer psychophysi- nur sohmge vorhanden. Das Fremdartige der Ansicht ist.Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele etc. aher. so verschwindet auch das Fremdartige der von uns verteidigten Anschauung. Wenn «. dass ihm und dies nur deslialb so vor- komme. der Naturforscher die Erzeugung einer physischen AVirkung durch eine psychische Ursache einer Entstehung aus Nichts oder durch ein „Wunder" gleichsetzt und eine Bewirkung psychischer Zustände durch physische Ursachen als ein Ausbleiben jedes Effectes betrachtet. erkennt der philosophisch denkende Naturforscher jetzt als eine durch psychische Kräfte hervorgebrachte Wii'kung. weil er von vornherein nur eine Teilansicht der Wirklichkeit in Betracht zieht diese irrtümlicherweise für eine Totalansicht die Teilansicht zu einer wirklichen Totalan- Vervollständigt man indem man die ausser Betracht gelassene psychische Hälfte der Welt zur Ergänzung heranzieht. physische schen Causalität anhaftet.

ob man es mechanisch den Verkehr regeln. Wenn wir also sagen. wie die Grundsätze der die Gesetze. wenn dasselbe den lückenlosen physischen Causalzusammenhang und damit die Forderung der Constanz der physischen Energiesumme als notwendige Folge und integrierenden Bestandteil seiner selbst in sich schlösse.und Aus. dass es Ausnahmen von ihm stehen. erzeugen zu können. wird aber durch die psychophysische Causalität auch nicht beeinträchtigt. in gäbe. interpretiert oder nicht. nicht der Fall. welche die •) Den Unterschied von sich ewig gleichbleibenden „Dingen" und eine wenn auch noch so geringe Entwicklung durchlaufenden „Wesen" braucht auch eine alles Sein als geistiges Sein auffassende spiritualistische Weltanschauung nicht Wie aufzugeben. ohne dass doch seine Allgemeingültigkeit dadurch in Frage gestellt würde. treten von Energie eine Verletzung des Energiegesetzes bedeute. Dass aber auch das Ein. w e n n gewisse Bedingungen vorhanden sind an sie eine bestimmte Folge knü^ift. würde nur dann wahr sein. Jede zur Hervorrufung psychischer Vorgänge verbrauchte und damit aus dem Naturlauf austretende physische Energie ist bis zum Moment ihres Verschwindens der Bedingung unterworfen. . phyals sie selbst aufs i s c h e Energie nur im gleichen Verhältnis opfert. Nicht anders Energie. mit einander unterhalten. einerlei. vei-hält es sich mit dem Gesetz der Erhaltung der Beziehungen eines bestimmten chemischen Stoffes zu anderen Stoffen regeln. wie Lotze ausführt.124z Ludwig Busse: mit diesem sich zu einem geistigen AVeltreicli zusammenscbliesst. so bedeutet das nicht. In diesen umfassenden Zusammenhang eingereiht würde das Gesetz der Erhaltung der Energie. wo Psychisches auf Physisches und Physisches auf Psychisches wirkt. das Energiegesetz gilt nicht. Ein jedes Naturgesetz ist ja. ausnahmslos gültige Naturgesetze „nicht gelten". da nicht „gelten". das. . Avelchen die das phy- sische Universimi bildenden bezw. Als solches beherrscht ihm zu Grunde liegenden „Dinge" ^) es den gesamten Naturlauf unbedingt und ausnahmslos. . sondern ist in demselben Sinne zu ver- welchem auch andere. Das aber wir gesehen ist. „gilt" daher in diesem Sinne nicht. alle wei^ teren von ihr ausgehenden physischen "Wirkungen erfolgen ihm ge- mäss. ein hyp othetisches Urteil. AVo diese Bedingungen fehlen kann natürlich das Gesetz sich nicht geltend machen. wie haben. Denn jede durch psychische Causalität erzeugte physische Energie verfällt mit ihrem Eintritt in den Naturlauf auch sofort seiner Herrschaft. Avo dieser Stoff' garnicht vorhanden ist.

dass der Erhaltung der Energie. beanspruchen. wenn das Energiegesetz als Gegeninstanz fortfällt. Meine Ausführungen beschränkten sich auf den Nachweis. verstanden. S. Ein durch übersinnliche Ursachen in unablässiger Bewegung ovlialwie ein solcher. 0. richtig.Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele etc. beide Theoiien als zwei es. Die Unmöglichkeit des p. Ob ein derartiges perpetuum mobile wirklich oder möglich ist.ig 1896. tener Apparat würde demnach ebenso wenig ein p. ohne alle hyGesetz das pothetischen Zuthaten. der in sie eintritt. S. Ho- IV" sagt „mecanica ratione". die kein AVasser und keine Atmosphäre hal)en. m. solange nicht weitere Gründe für giebt eine oder die andere Lehre den Ausschlag geben. Soviel ich sehe. sein rologium pars . kann Gesellschaft. einen sich durch in ihm selb st liegende physische Ursachen (Huygexs. ist. aus denen die Unmöglichkeit der Theorie der Wechsel- keine entscheidenden x\r- wirkung mit Sicherheit *) sich ergäl)e^). gleicht den Statuten einer Verkehr ihrer Mitglieder unter einander regeln die aber nicht und denen sich jeder unterwirft. an welche das Energieprincip gehunden ist. : man Das von Ebbinghaus a. 125 Hydroloi-ie oder Aerologie auf den Weltkörperu uielit „gelten". könne man das perpetuum mobile nicht mehr als unmöglich ansehen. ebenso wie das Gesetz der Erhaltung der Energie. Mach populärwissenschaftl. bedeutet. gumente. d. mit dessen universeller Geltung seine Unmöglichkeit aufs engste zusammenhängt. Leipz. kann ich nicht als richtig anerkennen. die den man sagen. Der Begriff des perpetuum mobile hat. die Voraussetzung eines rein physi- schen Causalzusanimenhanges. ol) etwa die Welt als (das Psychische einschliessendes) . dass es nicht möglich ist. diese Theorie also durch jenes ist c h gemacht wird. durchaus nur eine physikalische Bedeutung oder vielmehr Nicht- Bedeutung. m. so „gilt" auch das Gesetz der Erhaltung der Energie da nicht. und so die erscheinen denn. wo. Das Energieprincip. Die von mir bekämpfte Auffassung des Princips würde dagegen einem solche Ansprüche erhebenden Vereinsstatut zu vergleichen sein. 166) in infinitum bewegenden Mechanismus herzustellen. mit der "Wechselwirkung zwischen Leib und Seele wohl vereinbar Gesetz nicht u n nrö g gegengesetzte 1 i ist. wie hei der psycho- physischen AVechselwirkung nicht erfüllt . h. vgl. der durch äussere physische Ursachen unal)lässig bewegt und in seinen abgenützten Teilen erneuert würde. auch den Verkehr der Mitglieder mit Nichtmitgliedern zu regeln oder auch für Nichtmitglieder und ausgetretene Mitglieder massgebend zu sein. 32 ins Feld geführte Argument wenn psychophysische Causalität zugebe. Vorlesungen. mögliche Ansichten. erst recht Natürlich die ent- Theorie des psychophysischen Parallelismus : ebenso — man gleich kann wohl sagen — mit ihm vereinbar. a.

Ki\ Bd. welche die die Theorie des Parallelisuius Anzahl von wenn nicht als eine unmögliche. diese Gründe für sehr beachtenswert zu erklären führlichere und im Uebrigen. Möglichkeit oder Unmöglichkeit auch nach der metaphysischen Seite hin in Betracht kommenden Gesichtspunkte für spätere Zeit in Aussicht stellend. phil. natürlich nicht entscheiden. wart entwickelten sehr beachtenswerten Ansichten auch entspre- chende Beachtung zu schenken. Ganzes ein solches darstellt. Ijarallelistischen Theorie in dem dritten. . eine ausWürdigung aller (von Sigwart noch keineswegs erdes psychophysischen Parallelisuius schöpften) bei der Entscheidung über Wahrscheinlichkeit. II) ist Lehre von der Wechselwirkung alle Ursache haben. 153) und mir (Zeitschr. An der Unmöghchkeit eines perpetuum mobüe in dem angegebenen. sondern welche nur innerhalb der durch diese Grenzpunkte gesetzten Schranken ihre Principien anzuwenden im Stande ist. auch 569 und § 74) eine ganze Gründen an. alle von Sigwart zur Verteidigung der Lehre von der Wechselwirkung angeführten Argimiente berücksichtigen können. 16—18) angezogene „Telegrammbeispiel" hinzuweisen. wozu der mir zur Verfügung stehende Raum keine Möglichkeit bot. O. die weder die Entstehung der Bewegung erklären noch angeben kann. schen Argument liegt. kann die Naturwissenschaft. Vorwort zur zweiten AVissenschaft aufgegebener" (vgl. Dagegen (S.126 Ludwig Busse : Die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele etc. vgl. EbbinTtHAUs'- der Fehler zu ebenso wie dem vom Energieprincip naturphilosophischen einem mit Grundsatz physikalischer Grunde. . dass der von ihm eingenommene und von der neueren Entwicklung der Standpunkt Sigwart. a. führt Sigwart S. vielmehr Freunde wie Gegner der Auflage der Logik Bd. an der der psychophysische Parallelismus notwendig scheitern muss. u. was aus der Welt wird. Hätte ich. sich mit lässt. dass ein bezw. so würde ich auch die Ueberzeugung. wenn nach dem Carnot'schen Gesetz alle Bewegung zur Ruhe gekommen sein wird. allein berechtigten Sinne wird aber dadurch nichts geändert. in dem ich nach wie vor eine Thatsache erblicke. die Consequenzen der behandehiden Teile seiner Erörterungen 538 f. einer Reihe von Thatsachen sehr schwer zusammen- reimen Ich muss mich an dieser Stelle damit begnügen. f. S. den von Sigbesser haben begründen können: „kein veralteter . Dem . die ich zimi Schluss ausspreche. so doch jedenfalls als eine solche erscheinen lassen. Phil. 114 S. metaphysischen Princip verwechselt wird. noch auf das von Erhardt (a.

. Mitgeteilt von Richard Falckenberg. Arnoldt.Zwei Briefe von Hermann Lotze an K. Seydel und E.

.

neben persönlichen Dingen der Fortgang seiner wissenschaftlichen Arbeiten naturgemäß den Hauptgegenstand bildet. finden sich solche nicht eben häutig. weil ich nicht ein Versprechen geben wollte. Sie dieser Festschrift als kleinen Beitrag einzureihen. 8. als der Göttinger und der Tübinger Forscher. Fechner. dessen Ausführung mir eine ohne Zweifel Sigwart-Festschrift. gehören zu jenen seltenereu. Die beiden Briefe. Juni 18G8. in denen philosophische Themata gestreift werden. LoTZEs. in denen i^hilosophische Fragen erörtert werden. Strümpell und C. Ich habe gezögert. die sein Leben wie ein Tagebuch begleiten und in denen er oft dem Freunde sein Herz ausschüttet. Göttingen. die mir vorgelegen haben. An Professor Rudolf Seydel in Leipzig-Gohlis. hielt ich für so weniger unpassend. Stumpf gerichteten.129 Unter den zahlreichen Briefen H. L. während in der langen Reihe von Briefen an seine Verleger Salomo und Heinrich HiRZEL. Gelegentlich geschieht dies in den an Th. 9 . deren Namen die Geschichte der Logik auf derselben Tafel der Nachwelt überliefern wird. LoTZE scheint zwischen Leben und Wissenschaft reinhch geschieden zu haben. ohne dass dabei auf die sachlichen Probleme tiefer eingegangen würde. die ich im Folgenden zur Kenntnis bringe. um ung verbunden I. Hochgeehrter Herr College ! Verzeihen Sie mir gütigst den langen Aufschub meiner Antwort auf Ihren Brief und auf Ihre Aufforderung. die hinterlassenen und von Ihnen veröffentlichten ästhetischen Schriften unsers verewigten Freundes und Fjehrers /um Gegenstand einer ausführlichen Besprechung zu machen. sowohl durch manche Gemeinsamkeit der Ueberzeugung als durch gegenseitige Hochschätzsind.

aber zu einer selbständigen Arbeit hierüber ich nicht fähig.130 liebe Arbeit. Ich kann meine Zeit und meine Kräfte reichen kaum aus. die Aufmerksamkeit auf den wahren Urheber der meisten jetzt circulierenden ästhetischen Ansichten zurückzulenken. sondern große werden müssen. je mehr diese letzten Schriften zum Teil Kunstkritik und nicht ganz Aesthetik sind. dies zu glauben. zu der Ablehnung eines Vorschlags führt. anderen längst übernommenen Verbindlichkeiten zu genügen [. Weisses Verdienste um ein im Allgemeinen über Aesthetik zu sagen hatte.] und seit Jahren schon habe ich es vermeiden müssen. das Sie mir bewiesen. ich vor dem Geleisteten empfinde. Des hier gegebenen Versprechens ist LoTZE eingedenk geblieben. die l)in würde ich gewiss nicht vorbeigehen lassen. Ich beklage dies um so weniger. A. Denn was ich eigentlich in der Geschichte Eingehn aber auf die zahllosen Si^ecialitäten von großem Interesse. die sein Hauptwerk. so wie diese kleinen Schriften enthalten. eine Dies die aber würde ich keine kleine. Ausdruck zu geben. irgend eine kleinere buchstäblich nicht . um so breiter. als diese Aufgabe. nicht in bessere Hände gelegt werden kann. als in die Ihrigen selbst. ihn an mich zu richten. in den G. sowohl seiner unveränderten Schätzung der Leistung Weisses als der Dankbarkeit für die thätige Pietät. Verzeihen Sie mir daher. wäre nutzlos und unausführbar ohne breites Eingehen auf eben diese Details. LOTZE. die die ein- Achtung. dass diese erste Veranlassung.g. Arbeit zu unternehmen. sich mir darböte. Ricliard Falckenberg aber vielleiclit eine uiimöglicbe gewesen wäre. wiederholt und dringlich auszusprechen. letzte Und leider bin ich jetzt genötigt. das habe der Aesthetik hinlänglich gesagt. Eine Gelegenheit. Fahren Sie selbst aber fort. Der unvollendete Aufsatz über Goethe aber. ich danke Ihnen dennoch für das Vertrauen. die mir das Vergnügen verschafft. und bewahren Sie Ihr Wohlwollen Ihrem ganz ergebensten H. mit Ihnen in persönlichen Verkehr' zu treten. die der Herausgeber dem Andenken des gemeinschaftlichen Lehrers gewidmet. der im dritten . durch Sorge für den Nachlass unsers unverg esslichen Freundes alle seine Bewunderer zu erfreuen. Beim Erscheinen von „Weisses System der Aesthetik nach dem Collegienhefte letzter Hand" 1872 hat er Anlass genommen.

Hochgeehrter Herr Mit herzlichem Danke erwiedere ich den freundlichen Neujahrswunsch. kein Hehl aus den Bedenklichkeiten und der Abneigung. i. die in der Zeitschrift für Philosophie u. das ich anschließe. Juni 1880) dem künftigen Collegen zu seiner Beschämung gesteht. Pr. nicht mit großen und mit leichtem Herzen aber in meiner Einsaudceit hatte ich das Bedürfnis nach einer Auflichkeit einer . so macht er auch Wolkengebirge schwarzes hier. Indessen beherrschten der Eintritt ihn diese bänglichen Gefühle keineswegs vollkommen in einen neuen Wirkungskreis hatte doch auch sein Lockendes. die ihn. Er „Ich gehe nicht schreibt an H. Arnoldt. Seydel und E. mögen diese nächsten ZAVölf ! Ihnen alles Gute und Erfreuliche bringen Und dass auch ich guter Wünsche für diese Zeit nicht entbehren mag. dass die heranrückende MögVeränderung seiner Lage und Lebensweise wie ein sich vor ihm aufthürme. eine neue Laufbahn an einem mir fremden und bis jetzt nicht sympathischen Orte zu versuchen. II. An Dr. Januar 1881. Mit meinen Arbeiten wird es vor. nachdem die Entscheidung gefallen.. (Band 113. wenn ich der Gefahr völliger Erschlaffung entgehen wollte". glauben Sie . der in der ersten Kränzchenzusammen- kunft bei Karl Reimer gehalten worden und erzählt — wie LOTZE launig — der einzige geblieben ist. — Das Schreiben an Arnoldt. Kr. Hirzel am 17. Emil Arnoldt in Königsberg 5. : rüttelung durch ganz neue Anforderungen. den Sie mir gesandt haben ]\[onate . 9* . zur Aesthetik" an fünfter Stelle wieder abgedruckten Vortrag über die AVahlverwandtschaften an. 131 Bande von LoTZES Kleinen worden ist. knüpft ciusdrücldich 542—550 veröffentlicht an den in Weisses „Kleinen Schriften Schriften S. Göttingen. giebt eine willkonmiene Ergänzung zu den Briefen an Eduard Zeller. Lotze an R. Wie Lotze dort (2. 180—190) veröffentlicht worden sind. November 1880 Hoffnungen hier weg. gewiss noch innuer weiß ich nicht ob es nicht unbesonnen war. den ruhebedürftigen Mann. vor dem Treiben in der Großstadt erfüllen. ph. Ein zweiter Brief an Seydel vom 17. S.Zwei Briefe von H. März 1869 behandelt eine rein iiersönliche Angelegenheit des Empfängers.

Dass ich eine haben Sie zoologische Begründung der Ethik nicht suchen werde . Dezember 1854) ein Sohn des Königsberger Ophthalmologen Julius J. Ihre Aufsätze über Kant zu einer zusammenhängenden Darstellung seiner Grundgedanken und ihrer w^esentlichen Verflechtung umzugestalten mit Ausschluss natürlich der Details und derjenigen Sätze. Jacobson (geb. Damals ging er damit um. die ich aus Ihren Darstel- dass sie durch dieses Zusammenarbeiten noch leichter verständlich würden. doch ist die Absicht nicht zur Ausführung gelangt. mit deren AViederholung auch für Sie ich bleibe limgen geschöpft habe. dann in Jena. wohl aus sein und ich weiß nicht. Der oben genannte Dr. . wann ich dazu kommen werde. widersteht mir so sehr. mit Recht vorausgesetzt . auf diesen breiten Strom von Tagesmeinungen wenigstens polemisch einzugehen. von Ihren weiteren Unter. und hat sich s^iäter als Augenarzt in London niedergelassen. und hat über die Auffindung des Apriori 1876 und die Beziehungen zwischen Er hielt sich im LoTZE verkehrte. über welche kein Zweifel sein kann. . J. 28. den dritten Teil meines Buches zu vollenden. Herr Dr. Sommer 1880 in Göttingen auf. für HiRZEL eine Schrift über die Ki'ümmung des Raumes mit Bezug auf die Theorien Riemanns Kategorien und Urteilsformen 1877 geschrieben. aber die Notwendigkeit. aber ich glaube mit vollkommenster Hochachtung Ihr ergebenster H ist Lotze. suchungen zu hören und namentlich ob nicht Sie daran denken wollen.J32 läufiar Richard Falckenberg : Zwei Briefe von H. wo er bei zu verfassen. Ich wenigstens bekenne mich sehr dankbar für die Belehrung. JACOBSON hat mir eine Karte geschickt und scheint in Königsberg anwesend zu sein. Es wird mir sehr interessant sein. Da ich keine Adresse weiß. ihm zu danken und meine herzlichen Glückwünsche zu sagen. dass eben dieser AViderwille mich so lange von dem ernsthaften Beginne dieser Arbeit zurückgehalten hat. so darf ich wohl Sie ersuchen. Lotze.

. Yailiiiiger.Kant — ein Metaphysiker ? Von H.

.

Paulsen stellt S.135 1.Kants. hatte diese Tendenz. welche für sind. um diese wichtige und weittragende Frage auch nur halbwegs erschöpfend zu beantworten. 2) „Kant gibt dem Willen die . hat er diese so ist die Position einge- Und . aus seiner allgemeinen Darstellung Kants das Nötigste voranzuschicken. Es sind in der letzten Zeit mehrere Versuche gemacht worden. B. denen er „dauernden Wertli" vindicirt. Sache zu einer philosophischen Tagesfrage geworden. Meyer. wohl — aber reicht derselbe dazu hin. Seitdem man vollends auf Kant's „Vorlesungen hat sich diese Neigung allmälig gesteigert. Freilich der kna])pe Raum. Die FßlEs'sche Schule. hervorzuhel)en. Schon oft ist in jüngster Zeit Frage an mich gerichtet worden ob denn diese Darstellung Paulsen's richtig sei? Ich mochte sie hier beantworten. über Metaphysik" aufmerksam geworden um nun mit einem Male Strom bisher herrschende Auffassung an den Tag zu alle treten. als kräftiger ist. ja als Gegensatz gegenüberzustellen. folgende zusammen: 1) „Die Philosophie Kants hat das AVesen des AV^issens und des Glaubens richtig erfasst". In einem anderen Sinne haben die Freunde der SwEDENBORG'schen Theosophie Kant's „Metaphysik" für sich in Anspruch genommen. reicht nicht hin. ja schon Reinhold's „Briefe über die Kantische Philosophie" nehmen im Grunde diesen Standpunkt ein. als „die grossen Grund- Hören Avir zunächst Paulsen selbst. gegen den Kritiker Kant den Metaphysiker Kant auszuspielen. Beantwortung der Frage von AVichtigkeit 2. 381 ff. Solche Ver- suche sind schon früher. und eine damit der negativen Kritik der reinen Vernunft durch Kant ebendemselhen von wirkliche und positive Metaphysik der Vernunft — als Ergänzung. Dabei wird es zweckmässig sein. als Gegenstrom gegen die Kants in Paulsens neuem Kantbuch Mit jenem schriftstellerischen Geschick. schon im vorigen Jahrhundert unternommen worden. die um einige Gesichtspunkte. vertreten. der einem Beitrag zu dieser Festschrift nothwendigerweisc gesetzt ist. gedanken'. bis auf J. das — und zugleich Werke Paulsens nommen und energisch die auszeichnet.

es sind dies 1) die dogmatisch-rationalistische.".136 H. die schöpferische Kraft des Geistes zu Ehren gebracht: das Wesen : des Geistes ist Freiheit . Dieser ZuWas unterschiede ihn sonst von satz erst gibt den ganzen Kant. die Wandlungen in Kants Denken. 3) die kritisch-rationalistische. einheitliche Formel für Kants Leben und Lehre. innerhalb deren der Geist diese seine Macht ausüben kann. was Kant sagt. das ist d i e innerhalb der i h m g e s t e c k t e n S c h r a n k e n. aber nicht Gewiss. von denen dieser selbst . nur entgegengesetzt gerichteten Einseitigkeit übertrieben und erst in der dritten Periode findet die Kant das Eigenthümliche seines Kriticismus Ueberzeugung von der Macht des Geistes innerhalb der ihm ge- steckten Schranken. Kant . 2) die sceptisch-empiristische. finde ich immer wieder denselben Grundton: eine mächtige Ueberzeugung von der ursprünglichen Kraft des theoretischen und des praktischen Geistes in dem Menschen. AVenn Paulsen dazu S. in der zweiten Periode werden von ihm die Grenzen dieser Macht.. M . zugleich auch die ganze Kantische Entwicklungsgeschichte in sich. aber begleitet von einer ebenso kräftigen Ueberzeugung von den engen Grenzen. die Aktivität und S^jontaneität des . In Allem. Derselbe Satz enthält.. die „ümkii)i)ungen".. für seine Erkenntnisstheorie und : seine Ethik. 75) in Ueber- einstimmung mit den meisten bisherigen Darstellungen unterscheidet. „Kant hat Paulsen erläutert ihn des Weiteren in Betracht. Dies ist das Leitmotiv seiner ganzen Philosophie die gewaltige Macht des Geistes zu lehren. Vaihinger: ihm zukommende Stellung in der Welt". auf allen Geistes Gebieten aufgezeigt hat . des intellectuellen und des moralischen Geistes. In der ersten Periode glaubt Kant mit dem Dogmatismus an eine fast unbeschränkte Macht des Geistes. Man kann dem : durchaus zustimmen. aber innerhalb der ihm einmal gesetzten Grenze n. mit derselben. welche auch Paulsen (S. mit Leibniz oder von Hegel? Worin läge sonst die Verwandtschaft Locke und Hume ? In dem so corrigirten Princip erblicke ich die einfachste. Denn die drei Perioden derselben. lebendige Thätigkeit . 76 die Bemerkung macht. ergeben sich aus derselben gewissermassen more geometrico. 3) „Kant gibt dem Geist die richtige Bestimmung seines Wesens und die ihm zukommende Der letztere Punkt kommt für uns hier Stellung in der Welt". wie eine mathematische Formel. was Kant überall und immer ohne einen wichtigen Zusatz a ch t d e s G e i s t e s a b e r d o c h n u r behauptet. in Uebereinstimmung mit dem Empirismus.

ist zweierlei: 1) eine positive Erkenntnisstheorie. Es ist doch mehr als blosser Sclierz. wendigen Neul)au Platz zu gewinnen. in der zweiten mehr die Schranken als die Macht. sie ist das specitisch Neue. wie das Paulsen an der oben mitgeteilten Stelle thut: gewiss hat Kant dem Sensualismus gegenüber. in keiner der beiden Perioden hat er nur das Eine ohne das Andere . Avas oder vielmehr revindiciert denn Kant setzt hier nur fort. Leibniz. der den Geist nur als „passives Gefäss" fasste. er habe das Schicksal in die Metaphysik verliebt zu sein. s. schon behauptete. obwohl er sich von ilir nur selten einiger Gunstbezeugungen rühmen könne. 1766]. nämlich eine rationa- Theorie der Wissenschaften. die am besten in seinen Nouveaux Essais. Eben darum darf man aber auch nicht nur die Eine Seite herausgreifen. sie eben Nach Paulsen ist Kants Tenist der Gegenstand der Controverse. die Continuität in Kants Entwicklung Weltanschauung die was übrigens auch schon zu beachten bisher mehr als sei also die — kann auch diese Forderung an der HöFPDiNG verlangt hat Hand der oben aufgestellten Formel erfüllt werden: Kant hat in der ersten Periode mehr die Macht des Geistes betont. w. für den Geist spontane Activität vin: diciert. als auf den Inhalt und betreffen Methode der Metaphysik. dass Kant die Grenzen Paulsen rückt den dieser Kraft haarscharf zu bestimmen suchte. als seine Schranken. Erweckung aus dem „dogmatischen Schlummer" durch HUME zeigt sich doch schliesslich darin. listische AVas er aufbauen will. — so hervorgehoben . — ein Metapliysiker? 137 mehr gehen mehr auf die Form. auch ist er der alten Liebe . Seiten erst in der dritten: aber er fand das richtige Gleichgewicht der beiden der kriticistischen Periode. der andere mehr nach links wegrücken. 3. Aber anderen Stellen Paulsens nach ist Kants allerletzte Tendenz einzig und allein auf die idealistische Metaphysik gerichtet: „Kant sagt einmal scherzend [in den „Träumen eines Geistersehers" u. Dasselbe gilt nun auch von der Darstellung.Kant redet. um für den noth- denz — — . nändich eine ideahstische Weltanschauung" (S. 118). nicht einreissen oder einreissen doch nur. als selbst. Kant viel . auf eine positive auch in der kriticistischen Periode Neubegründung der Metaphysik gerichtet gewesen: „Kant will aufbauen. resp. die Erkenntnisstheorie. 2) eine positive Metaphysik. welche Paulsen von Kants Verhältniss zur Metaphysik gibt. Aber Kritiker zu nahe an den Dogmatiker Leibniz heran weder Leibniz noch Kant würden damit einverstanden sein: Der Eine würde mehr nach rechts. das Charakteristische an dem PAULSEN'schen Kantbuch.

die PLATONisCH-LEißNiz'scbe Pbilosopbie". niss als a priori demonstrirbare Verstandeserkennt- möglieb . die Bekämpfung einer falscben Begründung im Vordergrund. eingefügt 237—282): besonders S. Er bält an ibr als der vernunftgemässen fest . . . d. entgegen scbnitt allen sopbie. sowie 279 folgender scendente 241—244 und S. . . In der Kr. in den folgenden Scbriften tritt die . 279 : „Das Ziel aller Bemülmngen Kants e".. i s t die Begründung einer wissenscbaftlicb baltbaren t Me ap by s i k na cb neuer bisberigen Me t bo d Daber bat Paulsen. durcb teleologiscbe Beziebungen zur Einbeit verknüpfter Gedankenwesen'.. . . der Kritiker der reinen Vernunft und aller von der reinen A'^ernunft ausgedacbten metapby- . H. — 281 die obigen Aufstellungen. stebt die negative Seite. wo er sieb unmittelbarer mit seinem persönlicben Denken gibt. am prägnantesten in „Nacb allem: Kant bat eine wirkliebe transStelle: Metapbysik. wie die Scbul- metapbysik wollte. einer AVeit seiender Ideen. so tritt uns überall. VII. „Alleszermalmer". der ecbte Platoniker entgegen. seiner Kantiscben Pbiloneuen Darstellung einen eigenen ausfübrlicben AbDarstellungen der (S. Der transcenin der Kritik bin dentale Idealismus scbliesst den objectiven metaj^bysiscben Idealis- Kants Anscbauung von der Natur des . der Kant — ein Aletapbysiker ? Kant. .intel- mus licli nicbt aus AVirklicben' : ist . der A^'ernicbter der LEiBNiz'scben und aller dogmatiscben Äletapbysik. der wird aucb den Kritiker nicbt versteben. . als der beberrscbende Mittelpunkt wieder aufs be- stimmteste bervor" (A^orr.. VIII). "Wenn Kant und wieder das Anseben des Agnostikers annimmt. wie in den Vorlesungen und den Aufzeicbnungen dafür. Yaihinger: immer treu geblieben . selbst ein Verfecbter derselben? Kant also. ligiljle AVeit' . und wer auf diesen nicbt acbtet. V. 239: „Kant ein Metapbysiker". die durcb logiscb-teleologiscbe dem das göttlicben Intellect anscbaulicb gegenwärtig sind ist Beziebungen verknüpft und Alan siebt.. .. bier erreicbt das Kantiscbe Denken die grösste Entfernung von seinem Centrum. die von dem göttlicben Intellect anscbaulicb gedacbt und eben dadurcb als wirklieb gesetzt werden . Die Metapbysik Kants.. Mit gesperrtem Druck ver- kündet Paulsen S.wirkim Grunde zu allen Zeiten unverändert geblieben Die AVirklicbkeit an sieb ein System seiender. 271—274. fübrt notbwendig über die Er- scbeinungswelt zu einer Intellectualwelt binaus. von S. die Vernunft . AVeltanscbauung durcbaus sie ist nur nicbt . ..138 trotz der Veriiunftkritik. In diesem Sinne beisst der Oolunmentitel 4. Er wiederbolt bier.. r.

Zellers 1884) zum Ausdruck gebracht. welche Kant nicht abstreifen. aber doch noch niemand mit solcher Schärfe und Bestimmtheit. Dass Kants Dinge an sich sehr nahe Verwandtschaft zeigen mit den LEiBNiz'schen Monaden. 88 tf. 83.. Aber was unserer Auffassung nach den versteckten Hintergrund ausmacht. die er nicht verwischen konnte oder wollte. Voss 1884.Kant sisclien ^) — ein Metaphysiker? 139 Spekulationen hat — siker? Wohl man das sell)st doch aucli ein solcher Metaphyauch schon früher gelegentlich gesagt.). das. . dies aufs Neue herausgefunden zu hal)en.. Spuren. in denen Kant aufgewachsen war. L. Ein Schüler B. wissenschaftl. Otto Riedel. und der PAULSEN'schen Auffassung ist AVir sprachen von dem „monado. z. 373 ff.. Philosophie IX. Erdmann's. 464 u. die durch prä. *) Sinn. merkte Jalirhundert vorigen im Zeit. wie der sie . (vgl. Philos. wie es nun Paulsen thut: er stellt den Satz offen und nackt hin: für Kant ist „die Wirklichkeit. hat eine vortreffliche Dissertation über das Thema geschrieben: „Die monadologischen Bestiinmungen in Kants Lehre vom Ding an sich" (Hamburg und Leipzig. Aber zwischen sie in diesen drei Darstellungen ein sehr wesentlicher Unterschied. des Ki-iticismus — und dariuu eben müsse auch als bisher diese ^Metaphysik Kants viel stärker betont werden. ö. der letzte Grund der Einheit Einheit in Gottes Wesen . Reste. logischen Hintergrund" des Kantischen. ein System von Verstand im Unterschied von Monaden. diese idealistische Metaphysik auf seine Weise neu zu begründen. .) können wir hier der Einfachheit hallier absehen. 128 f. alle diese Gedanken hat Kant nie weggeworfen" (273)." zum 70.Kriticismus wir fanden in diesem üljerall Reste und Si)uren der monadologischen Anschauungen. hat meines zuerst in unserer Wissens zuerst Benno Erdmann ausgesprochen man das auch schon. Abhandl. 311. Natürlich handelt es sich nur um die Metaphysik im transoendenteu Von den dabei mitspielenden terminologischen l'nklarheiten bei Kant meinen Commentar I.Erdmann's Verdienst. das System der Monaden nebst ihrem das ist nun nach Paulsen's Auflassung Zusammenhalt in Gott in den Vordergrund zu stellen: es sei Kants Absic^ht gewesen. denn — Dies vermindert nicht B. Vgl. . f. Ich meinerseits hatte auf anderen Wegen eben dieselbe Er- kenntniss gewonnen und meiner Abhandlung „Zu Kants Widerlegung des Idealismus" („Strassb. 149. zur Einheit verknüjjft Harmonie durch influxus idealis Dinge ist ihre wurzelhafte der sind. 232. Geburtstage Ed. meine Besprechung in der Viertj.. der Sinnlichkeit stabilirte denkt.

nein begnügen können die Dinge thun uns nicht immer den Gefallen. dass wir uns nicht immer mit dem einfachen Ja. aber wer in den Sachen zu Hause ist. Schon die oben 138 mitgetheilte Stelle aus der Vorrede enthält die Bemerkung.140 H. so haben wir eben auch Kants eigentliche Philosoj^hie nicht mehr. wenn wir diesen Schleier von der Kantischen Erkenntnisskritik wegziehen. Kriticismus. ]\Iit einem einfachen Ja oder Nein ist ja dem Laien gewöhnlich am besten gedient. : zu liegen. Paulsen stellt dasjenige. zeigen. Der Schleier. Allerdings — Paulsen hat es nicht versäumt. ob Paulsen Kant als Metaphysiker darstelle nicht einfach mit Ja oder Nein beantwortet werden kann. welche eine geistige Einheit in Gott bilden. und Kants kritischer Metaphysik obwaltet. so kommt Leibxizen's Monadologie zimi Aber wenn wir jenen Schleier wegziehen. weiss. ist ein nothwenzieht diger Bestandtheil seines kritischen Systems. die und Discretion. uns dadurch erst den „eigentlichen" Kant zu Aber er kritische Vorsicht nimmt Kant damit eben sein Eigenthümlichstes. wie das wirklich Wirkliche zu „denken" 5. richtig. ohne er dasjenige. sei. ja oder Nein. von denen Paulsen so ziemlich die wichtigsten angeführt hat. weil was Kant unter tausend Yerclausulirungen versteckt. legen dafür Zeugniss ab. Gewiss. auch während der ganzen Periode daran festgehalten hat: wir müssen uns die absolute Wirklichkeit wie ein System geistiger Wesen denken. auf den Un- terschied hinzuweisen. Paulsex ist den einfach weg: in demselben Augenblick aber auch der eigentliche Kriticismus intelligible Kants nicht mehr ganz Welt so discret Dass Kant jene durch den Schleier zugleich verhüllt und da. und nackt hinstellt. durch denselljen verhüllenden Schleier eben wieder hindurchschim- mern lässt. . äussert. Paulsen hat ihn weggezogen. seinerseits ofien diesen kritischen Schleier in das hellste Tageslicht. den Kant so vor dieser Schleier iutelligiblen Welt vorzieht. Dieser die wahre Wirklichkeit verhüllende und doch unbestimmten Umrissen hindurchschimmernlassende Schleier ist ein nothwendiger Bestandtheil der Kantischen Philosophie. in in der guten Meinung. mit der er sich über die Art. so einfach mit Recht oder Unrecht . Vaihinger Es geht aus dem Gesagten hervor. dass die Frage. viele Stellen. als Also die fraghche Darstellung Paulsen's ist insofern seines Kant immer. darin eben ist das Charakteristische seines Kriticismus zu suchen. was Kant nur durch einen Schleier hindurchschimmern lässt. l^hysik der zwischen der alten dogmatischen Meta- S. Vorschein. Aber nun seine Darstellung ist andererseits doch nicht richtig.

Kant dass

ein Metapliysiker ?

141

Begründimg" der alten Dogmatiker bekämpft habe; auf S. 238 heisst es: „die Gedanken der alten Metaphysik hatten für ihn Ideibende Wichtigkeit und Wahrheit, Avenn auch Wahrheit in anderem Sinne als die Wahrheiten der Physik. Man kann vielleicht sagen, dass Kant von allen Grundanschauungen zur

Kant

„die falsche

Theologie,

Psychologie und Physik,

wie sie

in

Schriften vorliegen, nicht eine einzige ganz hat fallen lassen.

den vorkritischen Die
in

meisten

finden

sich,

nur mit

verändertem Vorzeichen,

den

kritischen Schriften wieder".

auf S. 273: „alle diese

Paulsen Gedanken [der

wiederholt diesen Vergleich
alten ]\Ietaphysik] hat

Kant

nie weggeworfen; er gibt ihnen eigentlich nur ein anderes Vorzeichen nicht dem Verstände demonstrirbare Wahrheiten, wie Ma:

thematik und Physik, sondern nothwendige Ideen, welche die Vernunft niemals aufhören kann und wird, aus sich hervorzubringen."

Die

alte

idealistische

Metaphysik machte den Fehler,
sinnlichen
;

diese Ver-

nunftideen
grifi'en

„den

in der

Anschauung darstellbaren Be-

tigten

und einzureihen" Kant hat aber diese an sich berechGedanken „nur als vorgel)liche reine Verstandes erkenntnisse
an-

beseitigt,

um
d.

sie

sogleich als nothwendige Vernunftideen zurückzu-

führen",

h.

als

tischen Vernunft".

notwendige Ideen „der speculativen und prak„Die theoretische Vernunft führt durch das ihr

innewohnende Strel)en nach dem Unl)edingten über die AVeit des Bedingten und Relativen hinaus .... die praktische Vernunft führt dm-ch ihr unbedingtes Gebot, Ideen in der sinnlichen Welt zu verwirklichen, nothwendig zu der Annahme, dass der Natur eine ideelle

Welt zu Grunde Hegt
gibt
alles AVesentliche

"

(281).
sei ?

AVer wird sagen wollen, dass diese Darstellung falsch
wieder.

Sie

Aber

sie

lässt

doch,

wenn auch

nur aus pädagogischen Gründen, Lichter und Schatten weg, und welche dasselbe in ganz anZunächst die „Ideen" der lassen. erscheinen derer Beleuchtung Gewiss sind die A^orstellungen von Gott, theoretischen Vernunft. so stellt sie ja Kant gerne zuFreiheit und Unsterblichkeit
vielleicht

welche sich im Original finden

In „nothwendige Ideen der speculativen A'ernunft". sammen Paulsens Darstellung wird nun ja allerdings ausdrücklich erwähnt, dass diese Ideen „dem subjectiven Bedürfniss der A'ernunft" Aber dieser subjective Chaihren Ursprung verdanken (S. 227). rakter der Ideen, den Kant nicht selten scharf hervorliebt, tritt in der weiteren Ausführung bei Paulsen ganz zurück hinter ihrem
objectiven Realitätswertli.

Wenn

ich zimi

Nachweis dessen einige

142

H. Vailiinger

„Kant muss doch erstanden werden; mit einzelnen Stellen kann man ungefähr jede mögliche und unmögliche Ansicht aus ihm herausbringen" (Vorrede). Xun -Jede" gerade nicht. So steht es doch nicht mit Kants Werken, dass man von ihnen sagen könnte Hie Über est, in quo siia quaerit äogmata quisque,
steht.
a-

Kant Citiren bei Kant aus dem Ganzen
Stellen aus

citire,

so weiss ich wohl, wie misslich es mit

dem

Paulsen

sagt einmal:

Invenit

et

pariter do(jmata quisque sua.
,

Aber das
Punkte
bei

ist

ja wahr

dass sich gerade über die entscheidenden

(sei es

scheinbar oder wirklich) entgegengesetzte Aeusserungen
;

Kant
genug

finden

und dass

bei

Kant

sich thatsächlich viele einander

A\-idersprechende Stellen nachweisen lassen, habe ich selbst ja wohl
oft

gezeigt.

Ich habe hierüber noch weiter unten etwas zu

sagen: hier will ich nur so viel bemerken, dass,

um Kant

„aus

dem

Ganzen zu verstehen"
tien, in
6.

,

man doch auch den ganzen Kant geben

muss, und dazu gehören in diesem Falle doch auch diejenigen Par-

denen die Ideen einen ganz subjectiven Charakter annehmen. Ich will zum Erweis des Gesagten Kants Lehre von den „Gedankendingen" erörtern. Es ist dies ein meines "Wissens bis jetzt ganz vernachlässigtes Thema. Am Schluss der transcendentalen Analytik stellt Kant bekanntlich eine „Tafel der Eintheilung
des Begrifis
auf.

von

Xichts"

in

seinen

verschiedenen Bedeutungen
; :

die erste ist „Leerer Beohne Gegenstand =: ens rationis = Gedanken ding." .,Das Gedarf nicht unter die Möglichkeiten gezählt werden, dankending weil es bloss Erdichtung (obzwar nicht widersprechende) ist." Die
grifi
. . .

Er

unterscheidet vier Bedeutungen

Noumena werden
gerechnet.

ausdrücklich schon hier zu diesen eutia

rationis

Man

könnte nun sagen,

Kant meine wohl, nur vom

Standpunkt des Verstandes seien die Xoumena entia rationis, also vom Standpunkt der Vernunft aus bekommen sie ihm ein anderes Werthvorzeichen. Sehen
bloss „erdichtete" Gedankendinge, aber

wir

daher, wie sich die transcendentale Dialektik zur Lehre von den „Gedankendingen" stellt. Im I. Buch derselben, im 2. Abschnitt, wird die Lehre „von den transcendentalen Ideen" entwickelt.

Gegen den Schluss des Abschnittes (A 337,
fundamentale Distinction.
rationis),

B

394) macht K. eine

Er

unterscheidet ein Gedankending (ens
ist",

„welches nur- willkürlich gedacht

von einem solchen,

welches „durch die Vernunft nothwendig vorausgesetzt wird".

Die

„transcendentalen Ideen" gehören ausdrücklich zur zweiten Gattung

und machen

sie

vollständig aus.

Kant

ein Metaphysiker ?

143

Die transcendentalen Ideen sind darnach zwar notliwendige Voraussetzungen der menschlichen Vernunft, aber sie bleiben doch erAn einer etwas früheren Stelle desselben dichtete Gedankendinge.
Abschnittes (A 328
f.,

B

384

ff.)

drückt

Kant

dasselbe ebenso scharf

mit anderen Worten aus: Die transcendentalen Ideen sind „Maximen", denen niemals „in concreto" etw^as Congruentes entspricht;
„die Annäherung zu einem Begriffe, der aber in der Ausübung doch niemals erreicht wird, ist eben so viel, als ob der Begriff ganz und gar verfehlet würde"; und „so heisst es von einem dergleichen „Ob wdr nun gleich von den er ist nur eine Idee". Begriffe: -o

transcendentalen Vernunftbegriffen sagen müssen sie sind nur Ideen, so werden wdr sie doch keineswegs für überflüssig und
:

nichtig anzusehen

haben"

:

sie

dienen

dem Verstände zum Canon u.

s.

w.

Also die transcendentalen Ideen sind erdichtete, aber nothwendig erdichtete Begriffe und besitzen einen Ijedeutsamen AVerth für die
theoretische (und noch

mehr

die praktische)
,

Vernunft

a])er

sie

sind „nur" Ideen, d. h. nitia rationis

aber eben nicht willkürlich

327, B 384.) gemachte, sondern nothwendig gedachte. (Ebenso Verlaufe der transcendentalen sei im Kant Man könnte nun sagen,

A

Dialektik doch über diese negativen Anfangsbestimmungen zu po-

Sehen wir uns zu diesem Zweck den „Anhang zur transcendentalen Dialektik" an, auf welchen als einen „nicht unwichtigen" Schlussabschnitt auch Paulsen (S. 223)
sitiveren Endresultaten gelangt.

ausdrücklich hinw^eist mit der Bemerkung:

„er könnte, unter an-

derem Gesichtspunkt, auch als das Hauptstück bezeichnet werden: er bringt die positive Behandlung, wenn man will, die transcendentale Deduction

der Vernunftideen,

eine

beschränkte und
richtig;

be-

dingte, aber doch eine wirkliche Deduction".
will dasell)st

eine

Ganz „Deduction" der Ideen geben (A

Kant
697),

669,

B

Deim Sinne der Existenz. AVir linden nämlich, dass Kant hier jene Eintheilung der Gedankendinge in eine Es schlechte und eine gute Art mit anderen AVorten wiederholt. heisst an der angegebenen Stelle: „Die Ideen der reinen Vernunft
eine wirkliche Deduction, al)er doch nicht ohne Weiteres eine

duction ihrer Wirklichkeit

verstatten zw'ar keine Deduction von der Art, als die Kategorien;

jective Gültigkeit

wenn auch nur unbestimmte, ol)haben und nicht bloss leere Gedankendinge (oifia rationis ratiocinantis) vorstellen, so muss durchaus eine Deduction AVie heisst es nun aber weiter dersellien möglich sein" u. s. w. mitten im A'erlauf dieser Deduction? Alle Vernunftideen werden
sollen sie aber mindestens einige,

]^44

H. Vaihinger:

da auf den Generalnenner der „systematischen Einheit" gebracht (A 680 f., B 708 f.). Diese „systematische Einheit" dient der Vernunft „nicht objectiv zu einem Grundsatze, um sie über die Gegenstände, sondern subjectiv als

Maxime, um

sie

über

alles

mögliche

emi^irische Erkenntniss der Gegenstände zu verbreiten". nunft kann aber diese systematische Einheit nicht anders denken, als dass sie ihrer Idee zugleich einen Gegenstand gibt, der eben

„Die Ver-

Dieses Verdurch keine Erfahrung gegeben werden kann nunftwesen (ens rationis ratiocinatae) ist nun zwar eine blosse Idee und wird also nicht schlechthin und an sich selbst als etwas

angenommen, sondern nur problematisch zum Grunde um alle Verknüpfung der Dinge der Sinnenwelt so angelegt zusehen, als_ ob sie in diesem Vernunftwesen ihren Grund hätten ..."
"Wii-kliches
. .

.

„Vernunftwesen"
also eben

ist

hier

dem Zusammenhang nach

natürlich nicht

vernünftiges Wesen, sondern

=

von der Vernunft erdachtes Wesen, Gedankending oder ens rationis. Die Ideen werden
e}itia

=

also ganz

unzweideutig als

rationis

bezeichnet,

aber

Kant

einem „ens macht Die rationis ratiocinantis'-'- und einem „e>ts rationis ratiocinatae''. Distinction wird durch ein sehr zweifelhaftes Latein fixirt^), aber sie ist unzweifelhaft sehr fein und findet ihre Erläuterung durch
eben einen wesentlichen Unterschied zwischen
eine ähnliche Unterscheidung
^)
:

am

Schluss der Einleitung zur transist

nicht bekannt.

Ob Kant Vorgänger Mellin (I,

in dieser

wunderlichen Terminologie hat,

mir

508) lässt hier, wie so oft,

im

Stich.

Wolff und

den Ausdruck ratiocinari durchaus im classischen Sinne „vernunftgemäss schliessen" (vgl. Baumeistek, Philosophia definitiva, § 806, 809 u. ö.). Kant nun gebraucht das Deponens ^ratiocinari"-, speciell im Partie, vernünfteln, d. h. auf logisch unpraes., [ratiocinans] im tadelnden Sinne
seine Schule verwendet

=

rechtmässigem, aber scheinbar richtigem Wege erschleichen. Das Partie, perf. was ja an sich nicht selten bei Deponentia ist, und gebraucht Kant passivisch

wird auch schon bei Vitkuv j)assivisch gebraucht. Dieses Partie, perf. in passiver Bedeutung (ratiocinatus) gebraucht nun Kant in lobendem Sinne, aber auffallender Weise in zwei verschiedenen Anwendungsweisen. E rstens: Wenn ihm die ratio ratiocinans die vernünftelnde Vernunft ist, d. h.
speciell ratiocinari

diejenige, welche Erschleichungen begeht,

so

kann dem gegenüber

die ratio

ratiocinata nur

(durch Selbstbesinnung) zur Vernunft gebrachte Vernunft sein, also eine Vernunft, welche nicht mehr zum blossen Vernünfteln missbraucht wird, sondern welche durch Selbstiarüfung erst Avahrhaft vernünftig
die

und mündig gemacht worden

ist.

Zweitens:

Eine andere Anwendungs:

es sind dies weise des Passivum zeigt die Verbindung „conceptus ratiocinati" die richtig erschlossenen und einen ernsten Sinn einschliessenden Begriffe ün Gegensatz zu den conceptus ratiocinantes, welche bloss „vernünftelnde", spiele-

rische Producte sind.

Kant

ein Metaphysiker ?

I45

cenclentalen Dialektik {A. 311, B. 368) scheidet
begriffe in zwei
griffe,

Kant

die Vernunft-

Gattungen

:

conceptus ratiocinautes, vernünftelnde Be-

welche „diu'ch einen Schein des Schliessens erschlossen" sind, ratiocinati, richtig geschlossene Begriffe, welche zwar niemals „ein Glied der enii) irischen Synthesis ausmachen, aber dessen

und conceptus

ungeachtet objective Gültigkeit haben". In der Krit. d. Urth. § 74 wird derselbe Unterschied mit ähnlichen Worten gemacht auf der einen Seite steht „ein vernünftelnder und objectiv leerer Begriff"
:

(conccptvs ratioclnnns)'', auf der anderen Seite ein „Vernunftbegriff",
ein Erkenntniss gründender,

ndiocmatus)''.

Nach

von der Vernunft bestätigter (conceptus dieser Terminologie sind also die transcenden-

talen Ideen notwendige Vernunftbegriff'e (conceptus rc(tiocinati), nicht
bloss vernünftelnde Begriff"e (conceptus ratiocinantcs).

mus,
klärt:

resp. der Skepticismus hatte jene
d.

Der EmpirisIdeen für blosse „vernünfGedankendinge
er-

telnde Begriffe",

h.

für willkürlich erdachte

dem Systeme de la nature sind sie phantastische, sinnlose Einbildungen (vgl. Paulsen S. 227). Diese Auff'assung bekämpft Kant aufs heftigste: sie sind ihm, um mit Schiller zu sprechen, „kein leerer Wahn". Aber vertritt er darum die entgegengesetzte
Auffassung des Rationalismus resp. Dogmatismus
tung
theilt
?

Mit dieser Rich-

Kant

allerdings die Ueberzeugung, dass jene Ideen noth-

wendig gedachte Begriä"e sind, d. h. Begriffe, welche jede normale Menschenvernunft mit innerer Nothwendigkeit denken muss, aber diese nothwendig in uns und von uns gedachten Begriff'e haben ihm darum doch keinen im strengen Sinn des Wortes a])solut-objectiven
Realitätswerth, sondern nur einen subjectiven
ideellen

Werth

als Mittel

zur

Abrundung

des Weltbildes.

Von

ihnen kann

man

sagen,

was Goethe seinen Tasso von seinen Phantasiegestalten, nicht existiren und doch existiren, sagen lässt

welche

Es

sind nicht Schatten, die der
es,

Wahn

erzeugte,

Ich weiss

sie

sind ewig, denn sie sind.

]Man kann den tiefsten Unterschied des Kriticismus Kants vom Dogmatisnnis so formuliren: Kant hat, im Gegensatz zum rationalistischen Dogmatismus, gelebrt was m)tliwendig gedacht werden muss, darf darum doch noch nicht für e x i s t i r e n d ausgegeben
:

werden; oder: Nothwendigkeit des Gedachtwerdens schliesst nicht Xothwendigkeit des Existirens ein. AVenn man sich etwas so oder so „denken" muss, so ist dies kein Beweis, dass es auch realiter
so sich verhält. So weit ich sehe, ist dieser überaus wichtige Punkt noch nicht genügend ])eachtet worden, ol)gleich er doch den Schlüssel
Sigwart-l-'estschrift.

XO

zu sich selbst gebrachten Vernunft. aber sie bleiben ihm doch entia rationis. schen Charakter ganz. 0. 434). h. B 397 von den durch solchen Missbrauch entstehenden. resp. Aber darin eben besteht Kants grosse kritische That. dass es ist für uns unvermeidlich zu denken. Vaihinger: Denn die Ideen sind ihm eben nothwendig von der Vernunft hervorgebrachte Begriffe. deren sich dieselbe nicht entschlagen kann und soll.dialectischen Schein".Qualität erhalten".. 423. S.) ganz richtig.146 zur Ideenlelire bildet-"). sowie man muss sie in ihrer man ihnen auch nur eigenthümlichen „einige absolute Gültigkeit zuschreibt. und in dem Falle dass ( man sie so versteht. welcher mir erst nach Abfassung meiner Abhandlung zugegangen ist. h. so ver- man dem . Sobald fällt man aber diesen Sachverhalt verkennt und den trans- scendentalen Ideen objectiven Erkenntnisswerth zuschreibt. h. 428 ff. wenn auch rationis ratiocinatae d. die Vernunft unter Erdichtungen und Blendwerken zu ersäufen" (A 782. von denen sie doch oben so scharf unterschieden wurden in diesem Sinne spricht Kant auch A 339. 415. Sinne der Existenz einschliesst. zu demselben führenden vernünftelnden Schlüssen'-. dass die Nothwendigkeit eines Gedankens noch nicht die Nothwendisfkeit des in ihm Gedachten im -") Darin liegt zugleich : Paulsex in seinem Aufsatz — : Als Kant dies einsah. 419. B 810). so dass dadurch Begriffe gewisser Gegenstände gegeben würden. was als weil dieselben dadurch ihren sj^ecifiIdeen verheren und in die schlechte Gesell- schaft willkürlich erdachter Begriffe gerathen. so sind es bloss vernünftelnde dialec- tische) Begriffe" (B 672). Selbstprüfung erst recht zur Vernunft behalten als leere Begriffe Producte der durch kritische d.. H. Also durch Missbrauch sinken jene noth- wendigen Vernunftbegriffe sogleich zur Stufe der willkürlich erdachten und bloss vernünftelnden Begriffe herab. stand er auf der höchihm später nur Fichte und auch dieser nur in seinen kühnsten Momenten — folgte. ist ein „nothwendiges optisches Phänomen" (Paulsex a. auch die Er^viclerung auf die Ausführungen von Kants Verhältniss zur Metaphysik (. zu Grunde liege. sten Spitze. . „Die transcendentalen Ideen sind niemals von constitutivem Gebrauche. Paulsex zeigt (bes. Dass Kant selbst und mit ihm die grösste Zahl seiner Anhänger und nun auch Paulsen die Nothwendigkeit eines Gedankens sofort wieder in Nothwendigkeit des Gedachten im Sinne der realen Existenz verwandelt. s. S.. 413 447). ohne Gegenstand. w. aber Producte. dass aller es Kants Meinung sei Erscheinung ein Reich der Zwecke u. Von den Ideen gilt Kant von den sagt: sich an sie anschliessenden „transcenden- talen Hypothesen" . desshalb spricht ja Kant überall so energisch gegen den ]\Iissbrauch der trahscendentalen Ideen. a. gezeigt zu haben. Eben . ist die Gefahr vorhanden. welche ihren Charakter als entia rationis d.Kantstudien" IV. auf die — .

gischen z. wie denn ja auch Kant ausdrücklich in der oben 'S. die DeIn diesem negativen Besultat könnte auffallende duction der Ideen solle erweisen. An einer bis jetzt zu wenig beachteten Stelle der ]\[ethodcii- 10* ." sirt aber doch eine Erdichtung oder Avenigstens etwas der Erdichtung sehr Verwandtes. auch „Erkenntim alten. Begriffe" d. Wie z. die Deduction der Ideen durch die habe zu zeigen. IX: „So wäre Das B. welche nothwendig und nützlich sind. im letzteren Sinne sind Begriffe „objectiv". sondern = allgemeingültig im erkenntnisskritischen Sinne. Einl. oder wenn Kant in der Kr. Man wird sich also auch nicht täuschen lassen. wofern wir nur so „als ob" charakteri- handeln. irre Eben so Wendung „Objectiv" ist hier nicht = absolut oder real im metaphysischen sie Sinne. d. es sei ohne Gegenstand'' zu nennen? man seinem be- Man achte aber el)en Avohl den Gegensatz der entia rationis ratiocinmüis Gedankendinge und nichtig" sind. des Weltbildes notwendig sind. 144 mitgetheilten Stelle den Ideen nur den Werth „subjectiver Maximen" zuschreibt. § 74 im Gegensatz dazu die vernünftelnden Begriffe „objectiv leer" nennt. darüber vergleiche man B. dass also sie „nicht bloss leere Gein dankendinge" seien: wie könne Sinne. dass sie „wenn auch nur unbestimmte. einmal die Logik. aber Kant den lo- Werth des „Problematischen" fasst. dass sie „überflüssig = wenig darf man sich machen lassen. 144 mitgetheilten Ausdruck „problematisch" flnden: wenn jene Ideen „problematisch" zu Grunde sei gelegt werden müssen. unser Fürwahr- halten der Unsterl)lichkeit bloss problematisch. aber sie bleiben doch Vernunftwesen entia rationis und in diesem Sinne sind sie eben nach der oben mitgetheilten Definition Kants „leere entia rationis ratiocinatae: jene sind „leere" in und der dem Sinne. sie „leere Begriffe nun sagen. d. h. zum Aufbau darum doch im gewöhnlichen Sinne subjectiv. sondern im Kantischen „erkenntnisskritischen" Sinne zunehmen: Allgemeinheit und Nothwendigkeit der Vorstellungsweise. Einen letzten Eettungsanker könnte man in dem oben S. wenn Kant ferner in der Stelle der Kr. wenn aber sie bleiben die Vernunftbegriffe „Erkenntniss niss" ist hier nicht gründend" nennt. objeetive Gültigkeit" haben. Urth. metaphysischen Sinne. „ohne Gegenstand". so darin ja eben doch mindestens die Möglichkeit der Existenz ausgesprochen. Urth.Kant — ein Metaphysiker ? 147 man sich durch einige Wendungen in den von uns citirten Textworten irre machen lassen: Kant habe doch ol)en ausdrücklich gesagt. diese dagegen sind Vei'nunftbegritt'e. als ol) wir unsterldich wären.

von der Erkenntnisskritik.. und der Vernunft das Recht nicht nur. das Gedankending dürfe nicht „unter die Möglichkeiten gezählt werden". erweislich Gedankendinge. B Sie sind bloss in-obleniatisch gedacht.. Schriften hinein sich jene negativen holen. Es ist mir natürlich sehr wol bekannt. Sieht man davon ab. nicht . „Die Vernunftbegriffe sind. In diesem Sinne wii-d ja der Ausdruck „nur eine Idee" einmal (A 644. deren Möglichkeit erweislich ist": so hiess es ja auch sogleich am Anfang. iini in Beziehung auf sie (als heuristische Fictionen) regulative Principien des systematischen Ver- standesgebrauchs im Felde der Erfahrung zu gründen. Der Vollständigkeit halber vergleiche man noch dazu die Stellen B 497. Man könnte meinen: die VernunftbegrifFe bezeichnen . VIII). und wie diese am Anfang wurden. erblicken. so sind sie ist Kants bis jetzt nicht genug beachtete Lehre von den „Gedankendingen". bei der Tafel der Begriffe von Nichts. 594. die Wirklichkeit des mundus intelligibilis anzunehmen. in vindicirt. 701: man wird überall das Gesagte bestätigt linden. den sisäteren Schriften. dass man die Wirkung dieser Stellen durch anders lautende Citate paralysiren kann sogleich als „blosse Erdichtungen" bestimmt hier zum Schluss nur „Fictionen". 571. findet aber durch das Folgende seine unzweideutige Erklärung. Vaihinger: Kant dieser Auffassung unzweideutigen Ausdruck (A 771. wie gesagt. man kann mit der Marburger Schule in der Hypostasirung der Ideen einen Abfall von der coijernicanischen That Kants. und ausserdem noch andere Stellen. Aber ^) Der hier ün Text bei Kant folgende Zusatz kann leicht missverstanden werden. in denen er noch weiter geht. ]\Ian Wendungen gelegentlich wieder- kann nun mit Paulsen in diesen negativen Wendungen „die grösste Entfernung des Kantischen Denkens von seinem Centruni" finden (Vorr. B 672) emfach mit fociis imaginanus verdeuthcht. Dies also — es gibt Stellen genug bei Kant. gedichtete und [doch] zugleich dabei für fahrung). V.148 lehre gibt H. blosse Ideen und 799): haben freilich keinen Gegenstand in irgend einer Erfahrung^) . sondern auch die Pflicht vindicirt. r. die Möglichkeit der denen er der Vernunft das Recht durch die Ideen bezeichneten es gibt intelligibeln Gegenstände anzunehmen. möglich angenommene Gegenstände" (jenseits der Er- Aber sie sind vielmehr „blosse Gedankendiuge. sie fehlen aber auch durchaus nicht wie auch andererseits bis in die spätesten d. So knüpft das Ende an den Anfang an: die Vernunftbegriöe sind „blosse Gedankendinge". so sind es blosse ist. Solche Stellen mehren sich in in der Kr. deren Möglichkeit nicht und die daher auch nicht der Erklärung wirklicher Erscheinungen durch eine Hypothese zum Grunde gelegt werden können". 7.. .

d." Ich Gedanken riss ihn bis zu diesen scei)tischen Riffen fort . V. dass sie auch später öfter Aviederkehrt und dass „die sceptischen Riffe" auch später nicht fehlen. das Ansehen des Agnostikers nommen'. wenn man einseitig nur die negative oder die positive Seite herauskehrt. wo sie üher ihre eigene Natur hinausgehoben erscheinen . herauskehrt". 8. Das hat er nicht etwa zum Schein oder um an. nicht zutreffend sein. . sondern die Hochffut seiner .. dass ich die Zeit der kritischen HochHut nicht bloss auf das Jahr 1781 beschränken würde ich linde. d. phil. das hätte wohl in stärkere Beleuchtung gesetzt werden dürfen. hat auch Kant seine Kr. In einer solch gehobenen Periode. geschrieben. . sie gehören zum ganzen und voHen Kant. mit diesem IVIantel drapirt. Aber wenn das der Fall ist. Kant ist so reich. r. giht Er und sagt da auch unter die Anderem: „Es im Lehen aller grossen Wirkung auf ihr Geund zu diesen gehört auch Kant. sonst macht man ihn mit Unrecht ärmer. dies gezeigt in seinem Ar- „Paulsens Kant" tiefen Geister. um so mehr stimme ich mit Heman dahin überein. 114). (Zeitschr. V. Dies das verHeroische in Kants Auftreten und in der Kr.. dass „die scharfen Spitzen und diese : welche die Kr. der wagr. r. halsig vor keinem Streich zurückschreckte und kühn und frei nach allen Seiten Gedanken blitzen Hess. tikel Heman f. . Diese verschiedenen Tendenzen sind da. missen wir in Paulsen's Darstellung. Kant nehme hie und da in der Kritik eine welthistorische schlecht auszuühen herufen sind. das im AVinde der Gedanken hin und her beschroffen Kanten. ange- würde Ausführungen nur dahin ergänzen. zu sagen.Kant — ein Metaphysiker? 149 weder dürfen die Anhänger dieser schärferen Richtung diese positive Tendenz hei Kant einfach leugnen. erfüllt von der Grösse und AVucht seiner Sache. dass man ihm nichts zu ge])en hat: aher man darf ihm auch nichts nehmen. .. ist denn dann Kant nicht ein schwankendes Rohr. In treffender Weise hat F. Momente und Perioden.. So dürfte es auch . die ihm nachher bei ruhiger Ueberlegung selbst allzuverwegen und gefährlich erschienen. noch dari' der Vertreter der conciliatorischen Richtung jene l)ei Kant thatsächhch vorliandene negative Tendenz unherücksichtigt hissen. u. in der Wiedergabe derselben nicht übersehen werden dürfen über der unbestreitbar vorhandenen positiven Tendenz Kants.. Kritik. Philos. V. Bd. bloss . da war er der kampffreudige Ritter. d. man verkennt die Fülle seines Geistes und den Reichthum seines Denkens. einen Effect er hat sich nicht zu erreichen.

auf das dann ein letztes: es ist aber doch so. Freiheit — Gott und Unsterblichkeit sind auch l)ei Piaton wie bei Kant die Hauptthemata. Yaihinger: Eine solche Bemerkung macht auch Paulsen. auch den Kritiker nicht verstehen". kommt '\ Diese Schilderung als solche ist ganz zutrefiend: ich würde sie nm. die er selbst als [lüd-zi bezeichnet betreffend von besonderer Wichtigkeit sind die Mythen im Tiniäus. däss. Kant durch Piaton und vielleicht auch Piaton dui'ch Kant zu erläutern. wie ihn Schopexhauer im Anschluss an die Alten mit Recht nennt: sie bietet Gelegenheit. dass in dem Gewebe der Kantischen überall tritt Philosophie der Piatonismus den Einschlag bilde: (wir uns bei Kant „der der echte wii-d führten die Stelle oben S. die sich auf die Unsterblichkeit der Seele beziehen. und die Mythen der Republik. 138 ausführlich an) Platoniker entgegen. betreffend die Präexistenz der Seele und : die ihi-e freie Entscheidung in diesem Zustand.Ce melange d'ombres et de lumieres" sagt CousiN" treffend in seiner . und wer auf diesen nicht achtet. welche auf Grund ihrer „festen Position'- jede. AVas uns hier das ist dass durch die Ineinanderwebung der wissenschaftdie Avahre und der mythischen Darstellung*) Meinung Pla- . die Darstellung seiner Lehren durch poetische Schilderungen zu beleben.150 H. sondern dient denn in nennen wir sie einfach diese nicht den schärfsten Schwebe Vorwurf? Ist das denn diese nun — der Schwebe bleibt. Bildung der Welt durch den göttlichen Demiurgen. dieses Schweben mitzumachen? Man erlaube mir. es ist eigentlich nicht so. Stelle (S. 270) sich glücklich ausdi'ückt. ist denn das überhaupt noch ein Philosoph. lichen *) : für uns kommen diese feineren Unterinteressirt. Piaton liebt es bekanntlich. diese Frage mit einer Gegenfrage zu erledigen: Ist es denn bei Platox anders? Paulsex weist mit Vorschwierigste ein — möglichst laut vorgetragenes — — liebe darauf hin.dahin ergänzen. schiede hier nicht in Betracht. auch die Frage mit beneidenswerther Sicherheit sofort durch einfaches Ja oder Nein beantworten. zwischen Wissen und Nichtwissen Schwebendes jedem: es ist so. der so in der Schwebe bleibt und uns zumuthet. der Verstand zu keinem „Letzten" kommt. folgt ein: das heisst. Sehr lieb ist mir diese Erinnerung an den „göttlichen Plato". 244 sagt: „Freilich hat die . wie Paulsen an einer anderen wegt wird? er S. — — Aber ver- kritische so rufen Alle. die Mythen des Phädrus. Man hat die Platonischen Mythen in verschiedene — Klassen einzutheilen gesucht der Umstand. wenn Metaphysik bei Kant etwas eigenthümlich Schillerndes.

dass Piaton wohl selbst sich über diese Scheidung nicht i^ur detinitiven Klarheit gekommen sei. Bedenklichkeiten ein. citirt. die Platonische Lehre ganz heterogene Auffassungen gefunden hat. 495 nicht . ob er gleich zuweilen sich die IVIiene giebt. — Bei Ferd. und dass in Folge dessen sich Anfang an streitig . Paris 1871. dass (S. 147. . sagt in seiner Schrift: La vie et les ecrits de Piaton.. Avas nur der Vorstellung angehört. .. heisst es: d.0n ne peut donc pas s'etonner de l'emploi qu'en a l'ait Piaton. man Mythen für das Vortreftiichste hält Das ist nicht die wahrhafte Weise der Darstellung . diesell)en Wesenheiten sind bei Piaton vertreten. i Ic .. de les avoir presentes sous une forme si vague." Hegel dann eine 244 ft'.) sogar im Haupti)unkt selbst." 188 „Die mythische ist . Schon der Kantianer Tennemann hat 1. Baur findet Auffassung. Und Chakjxkt findet dann auch. dieses Schwanken Pia- tons treftend geschildert in seinem System der piaton. . 1870.Kant tons von — ein Metaphj-siker ? 151 geworden ist dass in Folge der Unund das mythische Element (koyoc. die für sich gar nicht solche sind. : „Ihm galt der Mythus für keine Wahrheit.. diese Mythen sind findet Veranlassung gewesen. Philosophie 141 If. sondern nur die zu Grunde liegende Idee. wenn er Aber auch alsdann liiessen unbemerkt Zweifel. thut. möglichkeit. In seinen „Vorlesungen über die Gesch. Form der platonischen ist Dialoge macht das Anziehende dieser Schriften aus. mais on peut lui reprocher . et de les meler si intimement au tissu de sa pensee qu'on ne sait pas plus si c'est une image ou une realite qu'on a sous les yeux"." Bekannt ist. p. dass man solches. Philos. Christ. bar. als alles für eine ausgemachte Sache halte. das wissenschaftliche dass Piatons Ansichten n j e n e n entscheidenden Fragen seihst eben sc hillern d u n d s c h av a n e n d j a v e f a c h wider s p r e c h e n d vielfach das Urtheil gehildet hat. aber es Quelle von Missverständnissen. wenn . i 1 seien. es ist eine Ohnmacht des Gedankens der Gedanke ist noch nicht frei Die Gefahr ist unal)wend. auch p. es eine diese schon eines. oder Begriffe. in ol) der Ideenlehre. Sätze aufgeführt werden als Phi- losopheme. dass Hegel dieses Urtheil über Piaton theilte. mid ixOö-o^) reinlich zu scheiden.. nicht Gedanken — den für etAvas Wesentliches viele nimmt . minder treöend von Piatons Mythen: . . In der Ijckannten Schrift: „Das Christliche des PlaChaignet. der diese Stelle Histoire generale de la philosophie. „ZAveideutigkeit". „einestheils" sei die erste Lehre „anderntheils" sich dieselbe aber die zAveite. welche seinen ersten Glauben wankend machen. die Hegel für die bildende Einbil- dungskraft. ohne dass dasselbe seiner Bewunderung Piatons Abbruch (1833) II.

u. 422) aber bei der Scheidung . heisst da treffend (S. . 1837. Aufl. „ der mit sich selbst in Widerstreit kommt" (72). Krit.) die Frage auf: ist der Mythus von dem Abfall der Seelen „eigentlich zu nehmen oder uneigentlich?" Er kommt zu keiner dehnitiven Entscheidung. wie sich dies dann besonders bei den Seelenmythen zeigt (691 fl". S. Zeller — hat die Scheidung des |x0^og und Xoyog bei Piaton mehr ins Einzelne hinein zu vollziehen gesucht. Piatons eigentliche Meinung weil. . ihr Einklang ist nirgends rein durchzu- führen: leise in „poetisches Spiel" und „ernstliche Meinung" gehen hier einander über. S. wenn Piaton im Timäus „die Entstehung der Dinge erklären will. mag dem aber entscheiden. doch nach den Voraussetzungen seines Systems unmöglich ist". wo unser Philosoph selber eben keine solchen hat. spricht Baue dann weiter in den Tübinger Theolog. ist unabweisbar. der beiden Elemente ergeben „Deutung": denn so die die dann doch Schwierigkeiten der mythische Darstellung weist doch „fast immer sich auf eine Lücke der wissenschaftlichen Erkenntniss " hin (S. „Der platonische AVeltschöpfer lässt sich. In welzugleich cher maasslosen Weise Teichmüller ist diesen Sachverhalt verkannt und missbraucht hat. Stud. er findet in der mythischen Dar- stelhmg kein „unübersteigliches Hinderniss des Verständnisses" (Die Philos. vom Standpunkt der platonischen Ideen aus betrachtet. 1. 484) . Laupp 1896). . Vaihiiiger tonismus" (1837) wirft er desshalb (S. wie weit diese Scheidung von Bild und Idee Plato selbst zum klaren Bewusstsein gekommen ist?" lieber die hiebei „sich widersprechenden" beiden Standpunkte Piatons. — Ich führe noch ein Pfleiderer in seinem Werke „Sound Plato" (Tübingen.). 44 ff. den mythischen und wissenschaftlichen. 623).152 H. stehen sich dort schroff gegenüber. indem er 1 e i c n Interessen und Neiund dem Leser dies sich Schwe- . auf die blosse Bedeutung des mythischen Bildes zurückführen wer sei. . was was wir zur blossen mythischen Form rechnen. resp. So ist es auch mit dem Mythus der AVeltschöpfung. während doch an anderen Stellen jene mythische Vorstellung bei ihm selbst „wieder zurücktritt". 552—558. sondern e z w i s c h e n verschie- denen ihm gungen hwicht ig g schwankt. 3. bei der Darstellung der Platonischen Lehren „vor scharf formulirten Entscheidungen hüten. Urtheil aus neuester Zeit an: crates es bekannt. Griechen II. Piaton selbst „von dem Inhalt der Idee noch nicht völlig abzusondern vermochte". die Scheidung der „ernstlich gemeinten Bestimmungen" von den mythischen. man müsse sich. d. dass da Zweideutigkeiten und „Widersprüche" entstehen müssen.

142 ff. Widersprüche bei IlXäTtov. : . ja er findet dass die Widersprüche. dass als Ab- 138) selilechterdings ein Widersprüche bei Kant nicht Zeichen der Unvollkommenheit zu fassen die seien. je mehr Seiten der Wirklichkeit er in Betracht zieht. losophen — wie auch bei andern — linden. 439. 668 (sowie 420. 454) über dies „Schwanken und Wechseln". Laert. „Von Platon bis auf Schopenhauer herab ist kein grosser Denker nach solchen Massstäben . (Liter. 461. Ich selbst habe in meiner schon oben citirten des Idealismus (Strassb. In den Augen aller so und Schweben" Nun. Wer einen weiteren Blick hat. von Piaton sagt . ein Philosoph ist wie z. Piaton im Gegensatz zu Democrit — — d. S.. 168. je tiefer sie gräbt. sogar mit denselben Ausdrücken. Platonismii!< *2o4.. B.g ") Aehnliches auch bei Stein*. xe/pyj-ca-.Kant — ein Metapliysiker ? 153 ben durch die Verschleierung im fiiessenden Bihl gesteht. Oosch. mit „die welcher °) Kant die AVirklichkeit betrachtet: Ill. 38: dvc|iaoL 5s v. welche mit der Enge die sie ihres Schulmeisterhorizontes die Philo. „Schillern'') genau dasselbe. 633 treffend (vgl. Behagen dreimal unterstreichen.Man vergleiche ferner ib. sagt Paulsen von Kant: beide linden bei ihrem Philosophen ein „Schillern und Schweben". der eben nur eine Seite an der Wirklichkeit ins Auge fasst. Vgl. S. 633. Oscilliren „Das subjective wäre schliesslich nur das Gegenbild des objectiven Schillerns der Sache" sagt Pfleiderer a. h. 439. -oix'lXo-. die sich bei beiden grossen Phi- vielleicht. 177) steckt in dieser Auffassung*') beach- tenswerte Wahrheit. 443. Trotz des Spottes Teichmüllers . desto weniger wird er Widersprüche vermeiden können. 0. Abhandlung handl. und den Philosophen meistern mit ist dies natür- ein Fehler. a. kann bei der theoretischen Bearbeitung eben dieser einen Je vielseitiger aber Seite leicht ohne AVidersprüche auskommen. „Schwanken und Schweben". Diog. nur das nothwendige Gegen- stück zu dem antinomischen Charakter der Wirklichkeit selbst sind. sondern als ein Zeugnis der vielseitigen Gründlichkeit. . sophie lich messen . I. 441. zu würdigen". urtheilt hierin milder. Ein Philosoph.) „Wo ist die Philosophie. 441. : Zu Kants Widerlegung bemerkt. derer. d. desto zuversichtlich mehr Widerspruch in ihr". auch S. was Pfleiderer bei Plato.". und das gerade in den entscheidenden Punkten. die als ein System gedachter und gewollter Ueberzeugungen noch bestehen kann wenn man das Messer der formalen Logik an sie setzt? Je höher sie steht. 434) und ähnliche Gedanken hat auch Krohn ausgesprochen in seiner „Platonischen Frage" (S. Fehden II.

Freiheit . in dessen. aber die meisten Stellen lauten doch sehr. 224). andererseits an den Neuplatoniker Proklus. niemals widersprechen dürfte?" für sich in freilich ein „Halten Sie mich denn für einen so flachen Kopf. B 594. es war Caelyle. auch einige Stellen. B. d. an denen er uns seine Postulate „so derb vor die Nase stellt". mit dem Kant die vorhandenen Gegensätze erfasste und mit dem er den Fehler vermeiden wollte. z. der tieferen Reichthum offenbart. „als ob" einführt. Dass aber die wichtigsten jener Mythen im Interesse des praktisch-moralischen Zweckes . der in der einseitigen Vertretung Einer Richtung gelegen wäre sie da jene von ihm vereinigten historischen Richtungen Aus- in der Natur des Gegebenen selbst liegenden Veranlassungen sind. wir müssen uns dabei der blossen „Analogie" bewusst bleiben (vgl. Was Kant wie lebhaft mit seiner beliebten Formel es erinnert an manche der Platonischen |jiöi)ot! Man : hat diese oft ungerecht verurtheilt oder ungeschickt vertheidigt ich erinnere nur einerseits an den Epicureer Kolotes. noth- prägungen der wendig geräth". Kr.vorsichtig und enthalten gibt es „peinliche Verclausulirungen" so . rief: der einmal einem Unterredner. in welche das menschliche Denken überhaupt. der ihm einen Widerspruch nachwies. sind der . r. dass und Unsterl)lichkeit deren theoretische Begründung durch den Dogmatismus er verwarf. Natürlich ist auch diese Darstellung richtig sie kann duixh hunderte von Stellen belegt werden. wie es scheint. Die Erinnerung an Piaton kann uns noch nach einer anderen Seite hin für das Verstau dniss Kants nützlich sein.154 H. zornig entgegen- Ich glaube. aber es ist ein Mangel. durch gänglich gemachtem W. In Kants „Me9. V. wie nur je es ein Metaphysiker that. in letzter Linie der Ausdruck der Widersprüche. sind. „als ob" sie so wäre. . als nothwendige Voraussetzungen für die Ethik wieder eingeführt hat. die Sache so betrachten. taphysik" spielen natürlich die „Postulate der praktischen Vernunft" immer Avieder darauf hin. Vaihinger: Kant Ausdruck des Ernstes. 697—703). dass ich miiDies Privilegium darf auch Kant Anspruch nehmen: das „Schillern und Schweben" bleibt Mangel. Paulsen weist Kant die Ideen von Gott. wie Paulsen selbst sagt (S. Aber an vielen dieser Stellen macht Kant einen eigenthümlichen Vorbehalt. der in Paulsen's Darstellung zurücktritt: wir müssen. Kroll so eben neu zu- Commentar zu Piatons Republik das Thema sehr eingehend erörtert Avird. dieselben aber recht zur Geltung kommen zu lassen. ohne. sagt Kant. Gewiss eine Hauptrolle.

und „Mögen" verwandelt sich bei Kant an anderen Stellen in ein auch die Postulate der praktischen Vernunft zeigen „Müssen" „Schillern" und „Schweben". wobei aber nicht ausgeschlossen bleibt. ein regulatives Princip. stehe Jm Wie Gegensatz zur Vernünftelei und seichten Aufklärung der Sophisten". als „genaue Professor J. und wenn sie als solches nicht erkannt wird. unser Handeln zu bestinmien. . so rührt dies daher. 212 ff. tretfend durchgeführt. und so hoisst auch bei Ast.) deutet an. Das Postulat bei Kant verlangt. Dogmen durch den Materialismus den aber in veränderter Form. In der Vorrede zmn Platonischen Staat macht Sculkiekmacher darauf aufmerksam. Schon der Hallesche vermischten Schriften" (Halle 1788. a. Am in neuerer Zeit Auffahrt aus in seiner Schrift ül)er Ideenlehre" (1883). dass Mythen praktisch-pädagogischen Zwecken die Baur „wollte 0. dienen. Auch Hegel (a. dass damit Piaton „gegen die flache rai-sonuirende Göttervernichtung. „als ob" jene Ideen wirklich Avären. wir sollen so handeln.. auch in dasselbe von Kant gilt WindklüAXd's Gesch. 292 tt'.) den Gegenstand für die damalige Zeit sehr verständig Ijehandelt.Kant aufgestellt sind. Eberhard hat in seinen „Neuen Wahrheit" nehmen. 188 ft. S. 165. Piatons (a. wie aber Spätere diese Mythen als „wesentliche Theile" seiner Philosophie. praktisches Postulat. 112).. dazu gesetzt. dass Beide gegenüber der rücksichtslosen Zertrümmerung der alten Inhalt derselben.. festhalten. und so ist der Vergleich der Kantischen dies — ') Auch das Moment kehrt bei Beiden wieder. a. Er zeigt. Pl-'s Leben und Schriften. der Mythus bei PI. wie Piaton „die Lücken seiner Untersuchung mit Mythen ausfüllt". Also hier findet sich direct die Vergleichung des platonischen [xöD-o? mit dem Kantischen Postulat'). in der er in regungen zu dem Resultat kommt „ Die platonische AnCoHEN'scher Weiterbildung „ : Die Unsterblichkeitsidee ist bei Plato ein ethisches. können. wie die Ideen der dasselbe bei Kant theoretischen Vernunft. hat — ein Metaphysiker ? 155 man erst seit Kant so recht erkannt. wurde oben S. dass sie öfters von ihrem Zweck [eben dem praktischen Zweck] losgetrennt erscheint" (S. A. sondern hauptsächlich für sittlich-religiöse Wahrheiten eine höhere schärfsten drückt dies . um dem „des praktischen Zweckes" Im Besitz dieser Einsicht hätte übrigens nebenl)ei bemerkt Eberhard bei seiner späteren Polemik gegen Kant dessen „Postudienen.auftrat.. 145 bemerkt und ist insbes. während Interesse er selbst sie nur zu dazu aufstellte. Autorität in Anspruch nehmen". dass sie wirklich sein mögen. n. 92) meint ebenfalls: platonische Philosophie durch die Mythen nicht blos abstracte Ideen bildlich versinnlichen. 377 ff. laten der praktischen Vernunft" mehr Verstäiidniss entgegenbringen O. d. es . Phil.

wie Hegel so treÖend in sich äussert. Diese „gleichnissweise Vorstellung" ist auch die Art der Kantischen Postulate. Namen Plato. B.) Eben darin liegt ihre Verwandtschaft mit den Ideen resp. . bei Sabatiee. dieser symbolische Charakter derselben tritt den bei sie enthalten. sind so zu sagen Blumen. 441. Vaihinger: mit den Platonisclien [lud-oi nicht ohne Weiteres abzuDie Platonischen [xöd-Gc ®) sprechen. als das metaphysische. dass für die letzten und höchsten Probleme uns nur Metaphern übrig bleiben. (Vgl. Piatons Symposion S. man könne auch den echten Plato nicht verstehen. 457 ff. im Gegensatz zum reinen Gedanken. Auch Plato steht unter diesem Gesetz. übersehen. : ausfüllen kann. Das kritische Element bei Piaton zeigt sich nun aber insbesondere darin.156 Postulate weisen. Origin and growth of Platon's Logic. f)22. Paulsen gestellt hatte — so in der Absicht. üeber die Verwandtschaft Piatons mit Kant vgl. sonst ^) Man verwechsle diese Auffassung der Platonischen Mj^then nicht mit der TtiCHMüLLEE'schen. und wenn man ihm das als Schwäche anrechnen wollte. z. H. in der „Weise des Vorstellens". In jener Auffassung der Platonischen Mythen stimme ich ganz mit Auefaeth überein treffend bemei-kt derselbe S. ja vielleicht mehr als das Letztere^). dass er einsieht. Aber Paulsen dann doch all weiterhin gar zu sehr zurück.. aber wir meinen... die nicht an den '') sondern an den Begriff Mensch sich knüpft. AVir erkennen die Verwandtschaft Kants mit Piaton an. wenn man den Kritiker in ihm übersieht. Der symbolische Charakter logie nicht dieser Ideen wird aber gerade in der neueren Theo- selten stark betont. 444. wie Kant sagt. sahen wir Kant mit Piaton zusammenKants Verwandtschaft mit der früheren — Metaphysik aufzuweisen: nicht ^-ir sollten in Kant „den echten Platoniker" würden wir auch „den Kritiker nicht verstehen". Dies Bewusstsein war eben bei Kant nicht minder stark. Gerade dies kritische Element aber verbindet Piaton und Kant nicht minder. 264^ vgl. welche ja nothwendige Producte der normalen menschlichen Vernunft überhaupt sind. für die Nach TEiCHMtTLLER sind die Platonischen M. ferner noch Peleideree. S. wenn er an die betreffenden Probleme rührt. Nach der obigen Auf- fassung sind sie aber "Votstellungsweisen. nun wohl. sie sprechen „in Gleichnissen und Aehnlichkeiten". S. 113 Diese ^bildlichen Vorstellungen . zu welchen auch der Dialektiker nothwendig greifen muss. Analogien. 151.. 669 Lutoslawski. speziell bei den von Kant beein- ßussten Theologen. 52 ff. 442. 270) von dem „symbolischen Anthropomorphismus". oder. 340.ytheu nur Menge berechnete absichtliche Täuschungen. auch Paulsen spricht einmal seiner Kunstsijrache (S. Socrates und Plato. Sybel. mit denen die Einbildungskraft die Kluft überbrückt. die das Denken nicht . Weiter kann Keiner. . Postulaten Kants. auch V. so wäre es eine.

Latent war fiüirt sie wohl da. V.oi . dass es vielmehr „Privatmeinungen'. in dem Abschnitt in der IMethodenlehre Die Disciplin der reinen Vernunft Ansehung der Hypothesen. über „transcendentale Hypothesen" sagt. El)enso für das ib.: . was „we- sentlicher Bestandtheil des Systems". Die oft so kühnen Ausblicke Kants. In diesen Vorlesungen.. V. r.at sv y^ixöv -ai.y. erinnern uns aber an dasjenige. öaxt. -ra svi z'.Kant als bei Platoii.Aa yßi r. — ein Metaphysiker ? 157 Dem Schlagwort: „Kant ein Metaphysiker" kann man Damit stehen das gleichwerthige gegenüberstellen: „Kant e4n Metaphoriker". [xOO-o'-".. was Kant in der Kr. Avie nicht „im Ernste": sie sind Tüaioiä \i\)d-oi im Phädrus 265 c heisst. 'A/. welche man „zur inneren heisst es. welche in dieser Form und Dringlichkeit früher nicht vorhanden w^ar. Ganz so spricht Piaton über seine „eixote. 146 citirte scharfe Stelle gegen deren „a])solute Gültigkeit"). . wie Kant über Ausdrücke auch seine „transcendentalen Hypothesen". 114 in d. d. Avir dann freilich bei der Kantinterpretation vor denselben Schwierigkeiten wie bei Piaton. Thatsächlich fragt auch ist Heman in lung des dem oben mundus intelligibilis citirten Artikel: als was ans Kants Darstelist „ernst zu nehmen". Nun wohl. xa toiaüTsc -^o'^jzI-oi. Skrupel" regende andere Kantische Alotiv der „Beruhigung gegen sich flndet sich wörtlich bei Piaton in der bekannten Stelle des Phädon seine es 77 e: ü'jKzp „law.sind.'. So hätten wir zu den Ijisherigen Problemen der Kantinterpretation eine neue Kantfrage.. d.. sraoctv auKö. was ist nur „Anbequemung" und Bild? Genau dieselbe Fragestellung fanden wir bei Gerade die neuerdings so den oben citirten Piatoninterpreten. Da dass dieselben nicht „im Ernste behauptet" werden. ixopixoAuxc'.z 7. es handle sich dabei nur um r. und der Timäus 59 d Und auch das Aviederholt. .0'J. geht ja Kant sehr viel dogmatischer zu AVege. die so auffallend erinnert an die „Platonische Frage".x'. . und der und jener hat sie ist erst jetzt. aber arbeitung der Vorlesungen Kants insbesondere auch durch die HEiNZE'sche Beüber Metaphysik dringend ge- worden. Dies eTzaosiv xo) — die „Beschwörungen Kind uns'-. auf die sich auch Paulsen gerne beruft. so Wie diese beiden sie auch das über Gesagte: Piaton l)ehauptet gesprochen.a. r. gewachsene Beachtung der Vorlesungen und Reflexionen Kants nothwendig zu dieser Fragestellung.. sie mehr oder weniger gestreift. wie Schleiermacher's berühmte Stelle lautet — Pflei- . welche Kant in jenen Vorlesungen in den mundus intelligibilis thut. Beruhigung'' nicht entbehren kann (und dann folgt die oben S. sich trefflich correspondiren. als in seiner Kr.

sondern auch die Art des Begründeten selbst. werden konnte. Kantcommentars Gelegenheit. Man wohl. nicht bloss. Ich kann diese es Kant selbst von seiner Philosophie Aber bleiben wir um so fester in der Sache. wie man Metaphysik einen Metaphysiker definirt. dass auch der Inhalt nicht derselbe geblieben ist: der ontologische Charakter derselben ihr logischer AVerth. So hellen sich auch hier Piaton und Kant gegenseitig auf. O. ein Metaphysiker steckt. nicht selten zu weit gehenden — Kritik die Kants mit wohlthuender Wärme für Kant geschrieben. Bemerkungen aber nicht schliessen. dass ich der Leetüre des auch stilistisch ausgezeichneten Werkes ebenso viel Das Buch. die Controverse als ein blosser AVortstreit erscheinen. 422 übersetzt es richtig und genau mit : dem Kan- Worte „Beruhigung". der Inhalt sei derselbe. Paulsen meint. weiter auszuführen anderer Forscher Veranlassung. dass in Kant um mit Paulsen zu ei- sprechen. ist geändert.158 H. es hat Charakter und bekennt Farbe. nur die Form sei geändert. Hiermit schliessen wir unsere Bemerkungen zu Paulsen's freilich zuletzt aus Mangel an Raum und Zeit ins Aphoristische übergehen mussten. die Art der Begründung eine andere ist. . auch neue Herzen sich erobern was so es vielen historischen Darstellungen fehlt : denn das Buch hat. wird dem Königsberger Weisen viele neue Verehrer zuführen. zu vielleicht nimmt auch irgend in ein den Gegenstand der einge- schlagenen Richtung weiter zu verfolgen. neben aller — Genuss als Anregung verdanke. bei der nicht nur. : wie sein Buch Geister erregt. ist eine so tiefgreifende. wie Paulsen meint. Auch sein Verfasser selbst wird. um insbesonwas über Kants Postulate nur andeutungsweise gesagt . a. Aber nicht bloss ihm. hängt Ob man darnach Kant noch davon ab. Aber die formelle Aenderung. welche letzten Theilen meines dere das. welche ich gegen den Hauptpunkt der PAULSEN'schen Darstellung Kants äussern zu müssen — glaubte. als bei den alten Dogmatikern. wird immer wieder dem Resultat gelangen. wie Paulsen meint. Es bietet sich wohl in den 10. Vaihinger: Kant — ein Metaphysiker ? DERER tisclien a. aber ein Metaphysiker ganz gener Art: es ist eine kritische Metaphysik. darf ich wol gestehen. ohne zu wiederholen. was ich schon in meiner Recension des PAULSEN'schen Kantbuches in der JMainummer 1899 der „Philosophical Review" gesagt habe unbeschadet der Bedenken. welche Kant an den alten Lehren der Dogmatiker vorgenommen hat. nennen mag. Kantbuch. Paulsen das Wort — zumal So könnte Lassen wir gelegentlich gebraucht.

. Riehl.Eobert Mayers Entdeckung und Beweis des Energieprincipes. Von A.

.

. Hält man sicli dagegen. meine begrifriiche Diese Aufgabe gestaltet sich durch die ungeKlarheit der Schriften Mayers zu einer ver. beruft sich in . 1842). getadelten allgemein 1 1 „metaphysisch gefärl)t" findet. seit Weyrauch den gesamten wissenschaftlichen Briefwechsel Mayers herausgegeben hat. kommen für unsern Zweck die „Bemerkungen über das mechani- sche Aequivalent der AVärme" aus in Betracht." — durch Versuclie auf neue Ge(4. meistens geschielit. G-riesinger an K. hältnissmässig einfachen und leicht zu behandelnden sie dürfte je. ]\rayer Bez. Unter den Schriften. „aber sehr selten „dankeu kommt. Hier wird anscheinend der Versuch gemacht. doch angesichts der Nachwirkungen einer irrtümlichen fahrens von einer liegt grossen wissenschaftlichen Autorität verbreiteten Auffassung des Ver- Mayers nicht ganz überflüssig erscheinen. die ihm bei seiner eigenen Forschung zur Richtschnur dienten nach ilnien ist daher der Charakter seiner Methode zu ])eurteilen. deren Zweck zu kennen. ohne man von Mayers Verfahren leicht falsches Bild erhalten. dass man clurcli Denken auf gute Versuche. Es sind die Regeln. In der vorliegenden Abhandlung sollen die wissenschaftlichen Arbeiten von Robert Mayer hauptsächlich nach ihrer Methode betrachtet werden.161 „ — iJor gewöhiilulion Ansicht entgegen glaul)e „ich. erst Auch das vollständige Material zu ihrer Lösung vor. Und wer unserem Forscher „metaphysische Scheinbeweise" vorwirft. aus allgemeinen formalen Sätzen unmittelbar physikalische Folgerungen abzuleiten. also ein Naturgesetz auf rein aprioristischem AVege zu beweisen. dem Jahre 1851 in erster Reihe IVIayer entwickelt hier seine Anschauungen über die fahrens Aufgabe der Naturforschung und stellt die Grundregeln ihres Verfest. oder doch die Begründung seiner Lehre der Tat auf jene Schrift. die Mayer selbst veröffentlichte. so wird ein nur an die kurze Mitteilung von 1842. wie dies . Dabei wird freilich übersehen dass die viel Sigwart-Festschrift.

um Priorität für dieselben sicher zu stellen Mayers Methode also ist daraus nicht zu entnehmen^). . Riehl: logischen (nicht metaphysischen) Erwägungen an der Sj^itze des sehr gedrängten Aufsatzes sich gerade an Freunde freien" griife einer „hypothesen- Naturanschauung wenden mit dem Zwecke. aus dem BeHypothetisches" knüpft. die -kleineren Schriften und Briefe. In seinem ersten veröÖentKchten Aufsatze schliesst der Ursachen Mayer aus der Unzerstörlichkeit Kraft und leitet der daraus die Forderung der Aequivalenz von Beab. . auf die Unzerstörlichkeit wegung und Wärme Es lässt sich zeigen. den Forderungen des Beweises gemäss. S. dass dies nicht der Gang seiner Entdeckung war.162 A. nach Grund und Folge AYas objektiv als giltig bewiesen werden soll. 190 in einem Schreiben Mayeks an Griesingee. ist nicht von allgemein lo- gischen Gesichtspunkten. Unerforschliches zu verbannen. seiner Voraussetzung Mayer auch schon hier die Giltigkeit einer zwischen Bewegung und Natur die Wärme bestehenden Gleichung ausdrücklich von dem Nachweis ab. es sind nicht die in den meisten nämlichen Gedanken und in der heit führen nämlichen Reihefolge. Von seiner Reise nach Ostindien hatte Mayer ein „System aus zu seinem Principe gelangt die er stützte sich dabei auf und Chemie und berief sich erst für *) Maybes Schriften werden 1893) EAUCH die (Stuttgart angeführt. sondern von physiologischen Beobachtungen Lavoisier den Beweis des Principes auf einige Grundvorstellungen des Denkens.als II. Dem zuvor subjektiv - als wahr gefühlt sein. das erst nachträglich. Band.. die zur Auffindung einer Wahrund welche ihrem Beweis als Gründe vorangeschickt Entdecker selbst wird sich sogar in der Regel die neue Erkenntniss sogleich als Ganzes darstellen. bekannt geben. Uebrigens in Mitteilung nur einige Haupt- „vorläufig dogmatischer Form" . dass der Kraft. im Folgenden nach der Ausgabe von Weydie „Mechanik der Wärme ^ als I. Entdeckung und Beweis einer Erkenntniss gehen Fällen verschiedene Wege . werden. alles was sich an diese Benennung „Unbekanntes. Mayer . Die oben angeführte Stelle über *o"Bestimmung o des Aufsatzes von 1842 findet sich II. Dazu kommt der entscheidende Umstand. hängig macht begründet sätze dass „ eine solche Gleichung wirklich in der sollte jene sei". muss zerlegt wird. Entdeckung und Beweis sind daher bei Betrachtung seiner Lehre getrennt zu halten.

nach welcher die tierische Wärme das Ergebniss eines Verbrennungsprocesses venösen und ist. welche auf eine Kraft zurückgeführt werden können. die sogleich seine volle Aufmerksamkeit fesselte. . eine augenfällige Bestätigung der Theorie Lavoisiees. dass „einmal gegebene Ivi'äfte. umfassenden Erkennteinem Zufall. und diese AVärme wird durch Alitteilung au die nächste Umgebung wieder abgesetzt. die : schied der beiden Blutsorten.) Das Geschehen in der äusseren die Körj)er ausdehnt. Bewegung geht AVärme über dadurch. um so geringer dem Blute vor sich gehenden Oxydation Verbrennung. von dem er wusste Sache bewähre . die aber nicht zum Abdruck gelangte. also auch ihr sichtbarer Reffex der Farbenunterdaher die auffallende Röte des veLeistung und Verbrauch im Ornösen Blutes in den Troi)en. „Bewegung.Eobert Mayers Enttleckung und Beweis des Enei'gieprincipes. einander messen imd in nach bestinnnten Gesetzen ineinander übergehen. Bei Aderlässen auf Java Blutes auf. . und wie wir später zu .. l)rannten Material . und mittell)ar auf mechanischem AVege durch Reibung Stoss Kompression der Luft. Xun ist zu Avissen nötig ob die direkt entwickelte A\' ä r m tierische : . enthält in klarer Fassung den Grundgedanken des neuen Systems. . Körper entwickelt aber AVärme auf zweierlei AVeise uumittelljar in seinem Innern. entwickeln beabsichtigen Elektricität sind Erscheinungen . — ganismus entsi)rechen einander. damit der der materiellen Welt" ge- (IL 101. ihm die hellrote Färbung des venösen Er sah in dieser Erscheinung. AVissenschaft herbeiführen müsse. Je geringer der AVärmeverlust an die Umgebung. : 11 * . 163 der Physik " mitgebraclit die . Eine kurz nach der Rückkehr an Poggendorfp eingesandte Skizze. der „Fortbe- stand der Differenzen und folgert. Wärme. Wärme gleich den Stoffen. Die andrerseits geht in (II. dass sie durch eine entgegengesetzte Bewegung oder durch einen festen Punkt neutralisirt wird. Bewegung dadurch über dass sie 105. Der Farbenunterschied zwischen dem steht dem arteriellen Blute mit der Stärke der mit und diese mit dem Temzwischen der Eigenwärme des Organismus und peraturunterschied der Wärme des umgebenden Alediums in einer Grössenbeziehung. ." Natur wird auf Ausgleichung und Wiederherstellung von Differenzen zurückgeführt und aus dem Grundsatz. die entstandene AVärme ist der verschwvmdenen Bewegung proportional. quantitativ unveränderlich sind" . der V^erbrauch besteht in dem verDer die Leistung ist die AVärmeentwicklung. verfasste.) nissen verdankte Den Anstoss Mayer. eine dass es wenn sich Umwälzung und Neugestaltung dieser . wie er fiel zu diesen selbst sagt.

Ein missglückter Versuch. war die grosse Originalität von je das Vorrecht des geboruen Forschers. als es durch den gleichzeitig stattfindenden chemischen Process beEs bleibt also nur die i^nnahme üljrig. eine unveränderliche. anorganischen Arbeitsarten kein wesentlicher Unterschied besteht. ein perpetuum mobile zu verfertigen. Dar- nach ist die Wärmemenge. oder gleich Wärme dem ist. mechanische Wärmetheorie im Keime erhellt aus ihrer Stellung allein An die Xatur mit richtigen und schon Mayers. machte auf ihn einen eines . samte. Riehl: allein. AVie zwischen Arbeit und Wärme. Folglich kann die von ihm erzeugte Wärmemenge nie grösser sein. teils unmittelbar. so unveränderliche G r ö s s e n b e z e h u n g m e u n d A r e t ein Postulat der p h yV e r b r e n n u n g s t h e o r e". so ist z s „eine wischen i Wä r — i f. die bei der Oxydation einer gegebenen Materie entsteht. von den Umständen. dass sich mechanische Arbeit aus Nichts erzeugen lasse." Wie man leicht erkennt. welche Bedeutung für ihn das Princip der Unmöglichkeit perpetuum mobile hatte. 243 i 1) i muss auch zwischen Stoffverbrauch und Arbeit Proi^ortionaHtät bestehen. Sie erleidet also auch durch den Lebensprocess keine Grössenveränderung. den Mayer im Altei* von kaum 10 Jahren unternommen hatte. Aus j\L\yers Briefen und namentlich seinen autol)iographischen Aufzeichnungen erfahren A\"ir erst. dass die gedingt wird. Verbrennungseffekte quantitativ entaber muss auch die Dann vom lebenden Körper erzeugte mechanische Ai'beit in Wärme mit der dazu verbrauchten einem unveränderlichen Grössenverhältniss stehen. auf ein- Rechnung ist? die d e s Ver eine r e r o c e s s e s zu bringen Frage Es ist dies Fundament der Wissenschaft schliesst in sich ein greifende Frage.) 1 gi s c h en In dieser Schlusskette wird eine wesentliche Voraussetzung nicht ausdrücklich hervorgehoben. Fragen herantreten zu können. es muss ausgeschlossen sein.]^ß4 A. (I S. und da zwischen der mechanischen Leistung des Tierkörpers und andern. teils auf mechanischem AVege vom Organismus entwickelte spricht. die die Verbrennung begleiten. das bekanntlich Helmholtz dem Beweise der „Erhaltung der Kraft" zu Grunde gelegt hat. oder ob d i e S t ii ui m e der s ji a u f d i i- e k t e ui u ii d indirektem Wege e 1) n in wick e11 en nnung das Wä r m em e ng en diese . unabhängige Grösse. oder der lebende Organismus vermag nicht Wärme aus Nichts zu erzeugen. jVIayer findet die Antwort auf che von ihm aufgeworfene Frage bereits mit dem Hauptsatze der physiologischen Verbrennungstheorie gegeben.

durch Deduktion aus allgemeinen Causalsatze. er gewann daraus die Einsiclit. und mehr als diese kann das Experiment nicht zeigen. wie gewöhnlich angenommen wird. und es entsteht die Frage. im dritten Wärme geworden. wäre widerlegt. bedarf es noch eines die beiderseitigen Vorgänge einheitlich verbindenden Begriffes. und zu dem Grundsatze der „(pmntitativen Unveränderlichkeit des Gegebenen" erweitert. Aufgabe. damals (1840) noch nicht einmal aufIn ihrer Lösung erkannte er eine gestellt. oder das Fortbestehen der Grösse der Ursache als Grösse der Wirkung. 189. Auch hier muss zwischen Aufhndung der Idee und ihrem Beweise Mayer hat das Princip der Erhaltung der unterschieden werden. so ist auch die dem eben mitgeteilten Beweisgang geschlossen und über- Gedanke einer äquivalenten Umsetzung der „Kräfte" nahe gelegt: was in einem Augenblicke vorher chemische Difierenz war. nicht er forderte für sie vor allem die Bestätigung durch . Lücke in Wird dies aber einmal angenommen. die. dass raecbaniscbe Arbeit nicht ohne entsprechenden Aufwand von „Kraft" zu erzielen ist. ohne Bezugnahme auf das Causalitätsgesetz . So wenig machte er selbst.) aus der constanten Proportionalität von Arl)eit und Wärme. Durch weitere Verfolgung dieser an physiologische Beobachtungen angeknüpften Gedankenreihen sah sich Mayer zuletzt auf das eine physikalische Aufgabe von principieller Bedeutung geführt zwischen Arbeitsverbrauch und Wärmeerzeugung vorausgesetzte uneine veränderliche Grössenverhältniss numerisch zu bestimmen. (IL S. wie Mayer zu diesem theoretischen Grundbegritf seiner Lehre. Energie nicht. viel weniger gelöst war. wenn die Erfahrung Gegenteiliges lehren würde". dies der ist im nächsten Bewegung. oder überhaupt durch ein Denken a priori gefunden er hat das analoge Princip Lavoisiers von der Erhaltung der Materie aus der Chemie auf die Physik übertragen dem . es genügte ihm also für diese die Möglichkeit.Robert Mayers Entdeckung und Beweis des Energieprincipes. dagegen mit dem deutlichsten Hinweise auf die . wie er bemerkt. Schon in der ersten Niederschrift vom Jahre 1841 wird dieser Grundsatz aufgestellt. der eigentlichen Idee der Erhaltung gelangte. : . den Beweis aus allgemein logischen Principien zur Haupts e i n e T h e o r i e dass er vielmehr ausdrücklich erklärte sache das Experiment. 165 bleibenden Eindruck. Der Grund der Proportionalität ist die Gleichheit von Ursache und AVirkung. sie „mit mathematischer Gewissheit" entwickeln zu können. wie man ihm vorgeworfen hat. auf Aequi- Um valenz schliessen zu können. : — „Lebensfrage" für seine Theorie.

„Sowohl die AVissenschaft. und dass die zusammensetzenden Elemente Verbindung im notwendigsten Zusammenhange ganz dieselben Grundsätze müssen wir auf die Kräfte anwenden. der von den Materien (Chemie) hat es auch mit der Lehre von den Kräften (Physik) beide müssen auf dieselben Grund. 110. . Bestreben ist nun. die Achse. treten dafür in einer neuen wesentlich. Mein um welche sich die Lehre von liehen Quantität der Kr ä f t e". liche. als der Zusammenhang der ersten und zweiten Form ist ebenso vom H und O und HO.) Mit dem nämlichen Gedanken beginnt Mayer (30.166 A." In seinem ersten Schreiljen an Baur (21. auch sie sind wie die S u ]Js t a n z unzerstörbar. stehen verschwinden somit in der alten Form. Er erinnert hier zunächst an das Dogma der Naturphilosophie des Altertums. in dem Vortrag „über die Ernährung" 1871 kommt er darauf zurück. die sogenannten Impondera})ilien gilt?" also führt den — Mayer selbst A"or- unwägbaren Ursprung seiner Idee auf die Chemie und das . und noch einmal. Nun liegt die Frage ganz nahe. nehmen wir an. Nichts in Nichts vergehen kann. dass Nichts aus Nichts entstehen. 101.) Und übereinstimmend damit lieisst es in der „organischen Bewegung" von 1845: „was die Chemie in Beziehung auf Materie. (IL S. Juli 1841) äussert sich fest." (II.) Ebenso (August ]841) an Baur: „die gleiche Bewandtniss wie mit der Lehre auf. und fährt fort „es hat von da an noch lange Jahrhunderte angestanden. den Materien dreht (eben den Satz der Erhaltung) auch für die Lehre von den Kräften zu gewinnen. Mayer: und die : „der Chemiker hält durchaus den Grundsatz gebildete dass die Substanz unzerstörlich. das hat die Physik in Beziehung auf Kraft zu leisten. unsterbliche französische . hal)en das Unveränder- und nur die Qualität derselben als das Veränderliche zu be- (II. Nov." trachten. ob dieses Gesetz der Unzer- störbarkeit oder der Erhaltung nicht auch für die Substanzen. auch sie kombiniren sich mit einander. welche sich mit der Art des Seins der Stoffe (Chemie). 1842) den Briefwechsel mit Griesinger. 121. bis der Chemiker Layoisier vor nun hundert Jahren diesen einfachen Satz als ein für alle wägbaren Substanzen oder Materien giltiges Gesetz erkannt und nachgewiesen hat wodurch er der Begründer einer neuen AVissenschaft geworden ist. welche sich mit der Art die Quantität des Seins der Kräfte (Physik) beihrer Objecte als schäftigt. als die . daher d a t i r t sich das Axiom von de r u n v e r ä n d e rerstes sätze b a s i r t sein. S. Riehl: eigentliche Quelle des Princips.

Stofie. wornach man die sich in der Chemie vergebens sehnt. Mayers Denken ü1)er physikalische Dinge l)e\vegt sich durch- aus in Analogien mit chemischen Dingen. aus gleichen Atomarten bestehende Stoffe verschiedene Eigenschaften haben können. als Si)annkraft als einer Feder. aber in unveränderter Quantität fortbedort stehende Gegebene ist das Neutralsalz. mit Not- wendigkeit ergeben musste. die a n t i a t ä t" ." Bewegungen spielt „ Bei der Neutralisation und der Produktion der Für die Mischungsgewichtes. als chemische Differenz." „imponderable b ist. gleich zusammengesetzte. man kann ihn den Lavoisier der Pliysik nennen. und wir verstehen.Robert Mayers Entdeckung und Beweis des Energieprincipes." Bewegung wie Wärme ist wie die Wärme ein ImpondeErweiterung „ Ueberall treffen wir auf diese Verallgemeinerung des Sub- stanzbegriffes." Rolle des die die Geschwindigkeit Umwandellmrkeit der Energieformen findet JNIayer den Wie nämlich bezeichnenden Ausdruck: „Isomerie der Kräfte". hat IVIayer für die Physik gethan. Der Bewegung wird „S u eine Kraft. MaDas terien von entgegengesetzter Qualität neutralisiren so heben sich auf. In einem Brief an lich nennt ]\Iayer die Lehre von der Tyndall (1863) endUmwandlung und Erhaltung der Kraft. Daher die s u b s t a n„Es ist mit der Kraft wie mit dem t i e 1 1 e Auflassung der Kraft. Was dieser für die Chemie. „Die die Bewegung rabile. Objekte". verschiedenen Ki-äfte. die physikalischen Gesetze dadm-ch. dieses Resultat. das sich auf gleiche AVeise über Kraft und Materie erstreckt". wie erfreut Isomerie der Kräfte. treffen wir auch auf Gleichnisse aus der Chemie. die nicht zugleich „Materialität" zuerkannt. dass. „Wie . war ich. aber im Gegensatze zu der beschränkten Umwandelbarkeit der Materie lassen „Sehr einfach werden sich diese Formen in einander verwandeln. als ich nach und nach auf- fand" (an Baur V22). mit Beziehung auf die unveränderlichen Grössenverhält- . Ist Kraft eine Substanz. hier die Wärme. wie sich daraus die des Satzes der Erhaltung der Materie zu einem Principe. dieselbe „Energie" verschiedene Erscheinungsformen annehmen. " „Eine Kraft Kräfte sind ist nicht weniger unzerstörlicli als eine Sub- stanz. was die Chemie Isomerie allseitige nennt. so kann dasselbe „imponderable Objekt". II. ihre Objekte. als Bewegung. Bewegungen von entgegengesetzter Richtung zusammen in veränderter Qualität. s t „unwägbare 1 i Sub- stanzen". sich aufeinander zurückführen lassen. Wärme. bild 167 Layoisiers zm"ück. so muss von Ueberall sich ihr auch das Gesetz der Beharrlichkeit der Substanz gelten.

Eiehl: oder Aequivalente i S t c h i m e tr i e. die abso„ es lute AVahrheit seiner Sätze dargethan werde. wie Joule. richtiger. führt Mayer als Beweise für seine Entdeckung an: für's erste „die notwendige Konsequenz aus einfachen. ehe der theoretische und experimentelle Beweis für sie .168 iiisse A. : tungen angeregt und von dem Beispiel der Chemie geleitet. er hat sie. dass die Konstruktion eines . für ihn objektiv. in Und so musste die Unzerstörlichkeit der Kraft damit auch nur die Frage möglich Gedanken war was aus der verschwundenen Bewegung geworden sei und woher die entstandene AVärme stamme. vom 5. sagt Helm in seiner Abhandlung die Lehre von der Energie. die aus der lebendigen Einheit von Denken und Erfahrung entspringt. ehe der Versuch auf der schiefen Ebene diese Eigenschaften am freien Fall der Körper nachweisen konnte. oder Energie musste erfasst sein. bei Versuchen zu anderen Zwecken. die er gründlich verabscheut (man lese seine Briefe an Baur). — physikalische Umwandlung wird beStoichiometrie Mit dem Namen der . es ist beweisend nur im Dienste einer Idee. und welche eine Naturwissenschaft. Der Begriff der gleichförmig beschleunigten Be- und soll wegung musste aufgestellt. Die Idee der Unzerstörlichkeit der „Kraft". ein zweiter Beweis. Von eitler vSpeculation. nicht entbehren kann.Mobile perpetuum eine theoretische Un- . die Eigenschaften einer solchen Bewegung mussten mathematisch entwickelt sein. durch Beobachgesucht werden konnte. sei ein negativer : ist nämlich ein in der Wissenschaft allgemein angenonnnener Satz. kanntlich in der Chemie die Lehre von den unveränderlichen Verhältnisszahlen der Mischungsgewichte sich verbindender Substanzen bezeichnet nissen bei der daher die Analogie mit den constanten GrössenverhältVerwandlung der Energieformen. Dezember 1842. Die Methode Mayers ist die Methode Galileis und Newtons. : IL In einem Schreiben an Griesixger. dass er von der Idee aus auf die Proportionalität und Aequiv alenz von Wärme und Arbeit kam. Wohl aber darf von jener echten Speculation die Rede sein. und 6. nicht. nicht zu leugnenden Principien". durch den. in seinem Geiste entwickelt. Ein Experiment beweist nie an sich. Auch hat Mayer seine Konception nicht aus dem Leeren geschöpft. mit seinem Geiste erschaut. kann ihm gegenüber nicht die Eede sein. festgestellt sein. Es ist das Bedeutende an Mayer. die nicht gedankenlos sein will.

abstrahirt. es hat zu deren Begründung beigetragen. Die Versuche aber. allgemein zugeschrieben wird. dass eine einmal gegebene Kraft auch nicht ist von derselben Art und Gewissheit. Es ist auch nicht begreiflicher AVeise nie unternommen worden. die diese Induktion begründen sollen. ein AVarum sollte nicht einmal besser durchgeführter Versuch gelingen können wenn dem nichts als das Missglücken der bisherigen A^ersuche entgegen stehen soll? vernichtet werden kann. erklärt das Princip für „eine ein durch viele vergebliche perpetuum molnle zu bauen. . die sich für das Princip der Erhaltung der Energie angeben lassen. richtig. so geschah in ohne Zweifel. die Helmholtz Versuche. das die AIcig- perpetuum mobile verneint. h. um die Gewissheit zu rechtfertigen. nicht aber auch das Vergehen in nichts beides zusammen ergibt erst die logische Voraussetzung für den Satz der Erhaltung der Energie. Beweise des Princips von der Unmöglichkeit eines perpetuum mobile aus. . in seinen Ver- öffentlichungen nicht ausdrücklich dies zurückgekommen ist.Robert Mayers Entdeckung i.. Es wird nämlich durch ihn zwar das Entstehen von Kraft oder Arbeit aus nichts ausgeschlossen. Ein dritter Beweis „ist vor der Wissenschaft aus den Lehren der Experimentalphysik zu führen". Die Behauptung. die die Zerst(>rung von Kraft bezweckten. Es sind dies zugleich sämtliche Beweise. seine Behauptungen können al)er alle „als reine Konsequenzen aus diesem ünuKiglichkeitsprincip" betrachtet werden. 169 wenn man von allen mechanischen Schwierig- keiten. wie die Behauptung. iiiügliclikeit sei (d. ist älter als die wissenschaftliche Mechanik. — Eine kurze Bemerkung über Begründung des Princips vom ausgeschlossenen perpetuum mobile möge hier eingeschaltet werden. sind verhältnissmässig doch zu wenig zahlreich und da sie sämtlich von Laien ausgegangen sind. dass jener Satz einem allgemeineren Principe seine Wurzel hat und überdies nur einen Teil von diesem zum Ausdruck bringt. Und doch sind Versuche. wie Reibung etc.nd Beweis des Energieprincipes. JouLES Verdienste Helmholtz ging bei seinem dem exjjerim enteilen Gebiete. allmählich gewonnene Induktion". und auch die Nachfolger nichts principiell liegen auf Mayers haben Neues zu denselben hinzugefügt. zu unvollkommen und wenig !)eweisend. weil er erkannt hatte. dass die Ueberzeugung von der Giltigkeit unseres negativen Satzes erst allmählich gewonnen ward. so bringt man es doch auch in Gedanken nicht hin)". AVenn in den Briefen an Mayer Baur selbst auf diesen Unmögiichkeitssatz . dass eine Kraft nicht aus nichts zu erschaffen ist. lichkeit eines Das Princip. die dem Principe künftig . der eine wichtige Rolle spielt.

cd Ot:' avay/wr^. das für jede Satzes dem Causalgesetze Wirkung eine ihr entsprechende fassung Mayers Ursache fordert. wohl zu beachten. oder eine AVirkung ohne entsprechende Ursache entstehen kann. dass das Gegenteil des widerstreitet.) . dass schon bei Demokeit das allgemeine Erhaltungsprincip neben dem Causalsatze steht. der wir eines perpetuum mo- Ausdruck geben. dem negativen Satze der Unmöglichkeit Die Ueberzeugung. in anderer fortdauernd zu erschaffen. das „Resume" seiner Schlüsse. Was für Ver- aber wohl : Demokrit den er vor sich gehabt haben. Form Der theoretische und der experimentelle Beweis des Energieein principes bilden bei sich nicht. auf die Bestimmung des mechanischen Ae(piivalentes der Wärme zu geraten er betrachtete vielmehr von allem Anfange . müssen daher der Aufman von allen mechanischen AVir Schwierigkeiten abgesehen. er- gänzte: dass nichts in nichts vergehe (za: x6 (xr^ ov cp9-£''p£a^-ai). wie durch Zurückkommen von einem L-rwege. Huyghe:n"S führt das Princip der Erhaltung der lebendigen dass sich schwere Körper Kräfte auf die Unmöglichkeit zurück von selbst aufwärts bewegen.vE'^d-y. hat ihre Quelle darin. aXÄa -avxa mit bile £/. das Princip sogar schon den Alten bekannt. alsbald nach seiner Rückkehr von Ostindien. erst in philosophischen Gemeinplätzen ergangen. Die physikalische Aufgabe seines Systems und die theoretische wm-den von ihm gleichzeitig in Angriff" genommen. oder Energie. i.) In seiner allgemeinen Form war . Äoyo'j '/. schon im September 1841 war die Methode der Berechnung geGrundlegung dessell)en . ]\Iayer hat von gegnerischer Seite dargestellt wurde und von Vielen noch heute geglaubt wird. den jener Philo- Es ist soph wahrscheinlich zuerst formulirt hat (o'joky XP^d^^- M-^'-'iriV yivcxat. Ai-beit ohne ent- sprechenden Verbrauch von „Kraft".170 ^. um „schliesslich". Y'. zustimmen dass .'. ganz folgerichtig mit dem Satz sü. an die Berechnung dieser Verhältnisszahl als das eigentliche Ziel seiner Gedanken. ovco. ein jjerpetuum mobile herzustellen. wie es Mayer einheitliches Ganzes. als er zu ([J-r^oev seinem Satze gelangte [jiTj dass nichts aus nichts entstehe ~' iv. als die „praktische Folgerung". und die Ueberzeugung Ton seiner Giltigkeit und Notwendigkeit hat sich fast gleichzeitig mit dem ersten wissenschaftlichen Nachdenken über den Zusammen- hang der Erscheinungen suche zoü sollte in der Xatur eingestellt.). nicht fertig bringe. es auch in Gedanken d.Rielil: (Stevix beweist seinen Gleichgewicbtssatz auf der schiefen Ebene durch den Hinweis auf die Absurdität einer perpetuirlichen Bewegung.

der eine Pulvermenge entzündet. griÖes der „ Sein Kraftbegriff' ist eine Erweiterung des Arbeitsbeein messbares Objekt. h e 1) t die innere Vermu t u ng zur G e w s s h e (11. sondern „Auslösung" der Explosion. gewohnt sind. wir die Begriffe. Kraft. ist nicht Ursache. wie dies überall l)ei dem Auf))au einer wissenschaftlichen Theorie geschieht. was wir heute nach William Thobison als Energie bezeichnen. die sich zudem so enge wie möglich an den üblichen Sprachgebrauch hält . 171 fimden und von dem Physiker JOLLY in Heidell)eri? gebillijLit Avorden. u. aus dem Umfang des Begriffs ausgeschieden sein sollen. dass die Bedingungen des causalen Geschehens. Bewegung hervorbringt". . durchaus consequent wissen will. Er nennt. Der Funke. Dieser Zusammenhang zwischen der theoretischen und der experimentellen Seite des Mayer'schen Beweises soll nun genauer ersichtlich gemacht werden. Ein Vorwurf kann jMayer aus diesem Verfahren nicht gemacht werden. der Trägheitswiderstand der Körper dgl. be- müssen wir uns über die Terminologie May'ERs verstän- Der neue Gegenstand forderte neue Begriffe.) verleiht der fraglichen Theorie e r physikalische i Grundlage und i t ". dass auch die Materien darunter fallen. wie übrigens auch noch Joule und HelmHOLTZ. zugleich von oben und unten begonnen und weitergeführt. Was als Gedanke Vermutung oder Forderung ist.Robert Mayers Entdeckung und Beweis des Energieprincipes. ist keine Kraft: die Schwere nicht Kraft. Mechanik und bedeutet überhaupt e das. aus denen der Beweis geführt wird. Mayer bei bever- hielt aber für seine neuen Begriffe die alten Namen und So nimmt er das Wort Ursache einerseits in einer so umfassenden Bedeutung. an die wir l)ei dem Worte Ursache zunächst zu denken knüpft mit diesen einen wenigstens teilweise geänderten Sinn. Ein bioser Bewegung äquivalente Wirkung hat. was für einen neuen Begriff" er mit dem herkömndichen Xauien verbunden er sogar selbst Einen Augenblick scheint an eine neue Bezeichnung wir schliessen dies aus für seinen Kraftbegriff gedacht zu haben. Und ähnlich verfährt jMayer mit dem Worte Kraft. Druck oder Zug. wird zur Gewissheit durch Rechnung und Versuch. und schränkt wiederum den Begriff' derart ein. da er in seiner Ausdrucksweise. So hat es ]Mayer selbst aufgefasst wenn er (1851) in Bezug auf die physiologische Anwendung seiner Lehre schreibt: „erst das me. . chanische Aequivalent der die Wärme 333. Ehe trachten digen. während diese die Ursache des Aufwerfens einer Mine ist. i ndem oder eine der s aufgewendet wir d. bleibt und juit unzweideutiger Klarheit darlegt. sondern „Eigenschaft". So ward Mayers Werk.

die sich ihm daraus ergab. was eine Kraft für ein Ding ist. „was die Kräftefrage anlangt so handelt es darum. er hat das Substanz mit dem Gesetze der Veränderung oder des Geschehens einheitlich verbunden. so könnte man versucht sein. Axiom der 2. er habe sich nur bemüht. AVas man z. dies. (an Baur 1. diesen so viel gebrauchten Ausdrücken in der Physik einen solchen Sinn zu geben. müssen wir seine Yor- vom Causalitätsverhältnisse kennen („Kräfte sind Urallgemeine Idee sachen") und diese Avieder weisen uns auf die beherrschende Grundvorstellung seines Systemes zurück: die der Er- haltung. In einem vorläuhgen Entwurf des Beweises für seine Theorie stellten Satze aus Aug.172 einer -^- Riehl: Aeusserimg in ziehung auf das in einer Wort Kraft den „Bemerkungen" von 1851 wo es in Beheisst: „da dieser Ausdruck bereits . Dass aus dem 1.) Das Mittel erschien ihm aber zu extrem und : die Sache selbst von nur geringer . in die er sie gebracht. (I. ist Mayer vom Substanzbegriffe aus stimmende in den beiden Principien erfasst. 261. und die Anschauung vom Wesen der ursächlichen Verknüpfung. : glaube er nachweisen zu können. Hierin liegt sein grösstes Verdienst um die allgemein-wissenschaftliche oder erkenntnisstheoretische Forschung. Die Hauptmomente des sj^äteren detinitiven Beweises treten hier schon deutlich hervor. dem noch unbenannten Begriffe (eben dem der Energie) geradezu einen neuen Namen zu schöpfen". „ist wie die Sprache selbst nur Mittel. oder. welches Ding wir Kraft n e n n e n wollen". Satz in der Natur und Erfahrung wirklich begründet sei. 1841) geht Mayer von dem axiomatisch aufgeals eine Kraft ist nicht weniger unzerstörlich Beaufhörende eine Substanz und leitet daraus die Folgerung ab „ w^egung dauert als AVärme fort". Ursache und AVirkung durch den Sul)stanz- . sondern darum. Verwandlung. es fehlt niu* der ausdrückliche Hinweis auf die Vermittlung durch den Causal- zu seiner Auffassung der Beharrungsprincip des Causalverhältnisses gelangt. : . schreibt er an Griesinger. Erheblichkeit sich nicht denn. Ursache. richtiger: das Einheitliche und Uebereinsatz. nie will. (II. Satz mit Notwendigkeit sich ergebe und wie der 2.) Um Mayers stellungen Kraftbegriff zu verstehen. war in der präcisen Form. B. 223. Ursache und Wirkung nennen ihm ganz gleich. Zweck". philosophisch geredet. bemerkt er. den Begriff' der Substanz. sei „dass man sich consequent darin sein kann". bis dahin der AVissenschaft unbekannt geblieben. anderen Bedeutung gebraucht wird. Die von ihm vorgeschlagene Terminologie von Kraft. Wirkung.

Robert Mayers Entdeckung und Beweis des Energieprincipes. wird nicht in der Wirkung wiedererzeugt. e wieder. handelt es sich um Unterscheidung und die Forderung Mayers. von ihm gilt daher der Grundsatz der Grössengleichheit. wie die Veranlassung und die Ursache eines Vorganges. Wirkung in fort. so auch l)ei der Bewegung und sammenhang durch ihren Ursachen Identität und Wirkungen'-. ist es nicht in diese über. dies will Mayer aufgestellte Satz: causa aequat effectum besagen. plosion. Urli Wirkung sind nichts als „v e r hi d e n e E r s c e i- n u n g s f o r m e n eines und desselben Objektes". Ueber diesen rein quantitativen Sinn seines Satzes lassen Mayers Erklärungen einen Zweifel nicht aufkommen. er hat ihn als unmittel- bare Folgerung aus dem allgemeinen Erhaltungsprincipe abgeleitet. die Gleichung Im Causalgesetz ist das Substanzes richtig gesetz enthalten. nihil tit ad nihilum". Mayer nennt ihn Auslösung. Mayer hat diesen Satz nicht durch Verallgemeinerung des zAveiten NEWTON'schen Bewegungsgesetzes gewonnen. Wie aber wieder aus Dampf Wasser. aus AVasser Eis werden kann. gedacht sein. hat kein quantitativ bestimmtes Verhältniss zur Wirkung und geht auch Für die Grösse einer Explosion z. die sie wird. „von Eis. soll von Ursache und AVirkung. 173 — dies ist Mayers CausalbegriÖ'. der Funke verwandelt sich Wie man sieht. aber auch nicht blosse Grössenübereinstimmung . so erläutert Mayer seine Anschauung. wie dasselbe. Die einmal gegebene Grösse. Nicht AVesensgleichheit von Ursache und AVirkung soll damit behauptet werden. von Ursache und Wirkung („causa aequat effectum"). Mayer standteile: zerlegt der eine den Vorgang der Verursachung in zwei Begehorcht dem Substanz.oder Beharrungsge- setze. verstehen Einen Zuwir als not- des Objektes . tropfbarem Wasser und Wassergas gesagt werden kann. und dieser wieder ist nur ein anderer Ausdruck für das Doppelaxiom: „ex nihilo nihil lit. ob man das Pulver durch einen Funken oder mit einer Fackel entzündet. er allein soll auch unter dem Ausdruck Ursache zu verstehen sein. zwei so gänzlich verschiedene Beziehungen. der von Ein ursächliches Verhältniss fordert. gleichgiltig. B. erscheint mit ihrem ganzen Betrage. der zweite. sondern als Identität der Grösse. genauer der Constanz der Grösse. nicht mit einem und demselben Namen zu Ijezeichnen. begriff zur Einheit verbunden. dem Satze der quantitativen Unveränderlichkeit des Gegebenen. ob zwar sache und geänderter s c Form. dauert als Ursache verbraucht oder von neuem in dieser erschaffen. erscheint auch nicht in Exeine völlig sachgemässe durchaus berechtigt.

Mayees Auffassung ist Notwendigkeit in Grundes Identität der macht die der ursächlichen Verknüpfung begreiflich HüiiES des Causalverhältnisses . wie beim ursächlichen Identität des Grösse. Da aber auch den Materien. wir begreifen ihn nach der Xorni aller d. durch die Arten der Stoffe gebildeter Grenzen Wandelbarkeit der Qualität eigen ist. auch wenn dieselbe eine regelmässige ist. eine Grösse ist. die Xachfolgenden. Die Eigenschaften der Ursache sind zugleich Eigenschaften der Mayer nennt die quantitative Unveränderlichkeit oder ConKraft. verschiedene Erscheinungsformen anzunehmen. einheitlich verbindet.' ]^74 A. Es ist dies die Eigenschaft der „Ponderabilität und Impenetrabilität". Wo ist der Grund. die allen Materien zukommt. weil sie die beiden Arten der Ihr Unterschied bestellt substantiell gedachten Ursache bilden. ihre qualitative Wandelbarkeit: eine Kraft ist daher ein quantitativ unzerstörliches . durch das sich Materien und Kräfte unterscheiden. RieU: Avendigen ZusaDimenbang . oder Stoffen Unzerstörlichkeit der Quantität und innerhalb gewisser. und diese Verbindung entspricht der logischen Form der Ver- durch die Constanz das Vorangehende mit dem knüpfung der Begriffe. qualitativ wandelbares Objekt. ^Materie und Kraft unter einem und demselben Wenn jeder frühere Zustand eines Dinges Begriffe zu denken. dem Satz des logischen Grundes der Identität des Grundes in der Folge. Ursächliche Abfolge unterscheidet sich zeitlicher Folge. Wir abstrahn-en dagas (H bei von der Art des Ueberganges selbst. die Ursache mit der AVirkung. allen Ki-äften dagegen fehlt. so sind auch sie Ursachen und es muss noch ein Merkmal hinzugefügt werden. und fordert zugleich. impondeDie substantielle Auffassung der Ursache erklärt rable Objekte. Yerhältniss. i. umsetzung erfolgt. der Grösse. Notwendigkeit. + unserem Beispiel ausser AVasser Materie und „Kraft" sind auch Wärme (HoO+Calor) die beiden Formen der Substanz. Kräfte sind also unzerstörliche. dass bei der ersteren die Eigenschaften in räumlicher zeitlicher in Verbindung bleiben. der jederzeit durch Energie- oder Vorganges. so ist auch KnallO) die Ursache von Wasser (H2O). Problem von bloss damit gelöst. wandelbare und. nur darin. stanz der Ursache in ihrer Fortdauer als Wirkung. die Ursache des folgenden heisst. im Unterschied von den Stoffen. ihre Unzerstörlichkeit. Entwicklung er- der Zeit. bei der zweiten in Die Energie ist die Substanz scheinen. die Fähigkeit derselben. und' wobei in entsteht. — Ein und . — der mit unveränderter Grösse in den folgenden übergeht.

sollte es sich bei diesem Beweise handeln. oder in die Verirrungen der modernen Naturphiloso})hie. auch nicht vernichtet werden kann. nicht in erfahrungsgemäss folgert einander übergeführt werden zeigen die „Kräfte" eine allseitige Verwandlungsfähigkeit. Dort und hier kein Vorgang ohne Formveränderung der Kraft"." Satz. seine Uebereinstinmiung mit den einfachsten Begriffen des Denkens. dass „Der Satz. als P o s t u 1 a t e auf. deren Giltigkeit in der Erfahrung erst durch wird. können. genügt für Mayer nicht. liefert zugleich ein vollständiges Bild von Mayers Methodik." Und was von dem Beweis des Satzes für die wägbaren Substanzen gilt. und dazu sind sie Nicht um einen Versuch. nichts vernichtet werde. ist so einfacli nnd gegen seine Richtigkeit wohl so wenig. diese selbst entschieden Die Stelle. die nicht aus nichts entsteht. dass nichts erzeugt. apriori eine Welt zu construiren. „Wenn es aber gelungen ist. 175 dasselbe Gesetz der quantitativen Unveränderliclikeit des Gegebenen erstreckt sich daher in gleicher Weise über ]\Iaterie nnd „Kraft". Im ewigen Wechsel kreist dieselbe in der toten wie in der lebenden Natur. so mag es nicht zum Vorwurfe gereichen. Sigwart fasst auch Mayer die allgemeinen. dass eine Grösse. zugeschrieben. erst Lavoisier habe diesen einfachen.Robert Mayers Entdeckung und Beweis des Energieprincipes. um unter sichei'er Führinig auf dem Meer der Einzelheiten fortzu- Die innere Evidenz des allgemeinen Erhaltungsi^rincipes. die zahllosen Naturerscheinungen unter sich zu verknüpfen und aus ihnen einen obersten Grundsatz abzuleiten. die chemischen Grundstoffe. Mayer hat diesen Sätzen keineswegs schon an sich selbst und auch ohne die Bestätigung durch Erfahrung physikalische Geltung. die dieser Auffassung unzweifelhaften Ausdruck gibt. ]\Iayer Während aber die Arten der Materie. Mayer erklärte vielmehr ausdrücklich jeden derartigen Versuch für einen Rückfall in die Fehler der antiken Naturforschung. Wie Ch. „als ein für alle wägbaren Substanzen giltiges Gesetz erkannt und nachgewiesen. auf denen sein Beweis beruht. um aus diesem Principe ein Naturgesetz zu machen. muss in gleicher AVeise von dem Bew^eis desselben für die unwägbaren gelten. als gegen ein . auch in der Tat nicht zu entbehren. daraus die Einheit der Kraft oder Energie. Jahrhunderte lang bekannten steuern. wenn man nach sorgfältiger Prüfung sich eines solchen als Kompass bedient. sie dienten ihm nur als Leitfaden für den Bew^eis seines Principes. „Es gil)t in Wahrheit nur Eine Kraft (Energie). klar. Es sei noch einmal an seinen Ausspruch erinnert. die Geltung von Natiu-gesetzen. oder formalen Grundsätze.

den Beweis nicht vollenden. dass sowohl die dem Aufwände eines fordert also jetzt. der Geometrie etwas Begründetes wird eingewendet werden und dürfen wir ihn so lange als wabr annehmen. kein Naturgesetz rein empirischer Satz ist ein Satz apriori. merkungen" von 1851. ohne dass dabei etwas anderes als Wärme zum Vorschein kommt. und Energie vorausgesetzt Wir können ohne wir- diese Prinsie cipien den Beweis nicht beginnen. I. die in die Luft steigend. Materie oder der Energie. ist die interessanteste. . aber die sich linden lässt. kann nicht nachgewiesen Averden niemand zweifelt aber an s ein er E xis tenz. als nicht durch eine unzweifelhaft f e s t g e s t e 1 1 1 e T a tSache das Gegenteil erwiesen ist. Das aufgestellte Axiom fahrungssatz. welches eine mit Knallgas gefüllte Seifenblase.) Einen rein empirischen Beweis eines Naturgesetzes gibt es nicht und kann es nicht auf die Denkgesetze . die Feststellung desselben in allen Einzelfällen. liefert. Wenn wir uns unbedingt für das letztere entscheiden so berufen wir uns auf die D e n k g e s e t z e und die Erfahrung. aber auch kein im Naturgesetz. oder dass mit anderen Worten diese beiden Objekte in einer unveränderlichen Grössenbeziehung zu einander stehen. seinem Beweis geben. auch (Aus den „Be- 248. . die umfassendste Aufgabe. direkter es sei der Es gibt können aber auch ohne Grenzen der Erfahrung. Lassen wir einen Tropfen Wasser in's Meer fallen so können Avir denselben nicht mehr isolirt herausfinden und dadurch seine Unzerstörlichkeit durch das Experiment . ist daher nicht möglich. 59. dass die verschwindende Bewegung zur Wärme wird." (Die organische Bewegung" I. . Die Prüfung dieses Satzes auf dem Erfahrungswege. entzündet wird. gewiss." S. Rielü: Axiom können. „Das AVasser. der Nachweis einer zwischen den Denkgesetzen und der objektiven Welt be- stehenden allgemeinen Harmonie.176 A. durch Erfahrung allein. Das tielle Princii) der Beharrlichkeit und sein Corollar der substan- Causalsatz müssen für den Beweis der Erhaltung von Materie Averden.) Stets stützt sich Mayer bei und die Erfahrung zugleich. „Entweder eine gegebene Bewegung wird bei ihrem Verschwinden zu Null werden oder aber sie wird eine ihr gleiche (äquivalente) unzerstörliche Wirkung haben. niemals auf die Denkgesetze allein. S. ein und vollständiger Beweis der quantitativen Beharrlichkeit. Es ist nun ein ErBewegung als die AVärme nur unter messharen Objektes entsteht und dass in unzähligen Fällen Bewegung verschwindet.

Zur Zeit des Erscheinens der „Bemerkungen über die Kräfte der unl)ele])ten Natur". so gänzt es auch den jederzeit unvollständigen Erfahrungsbeweis und bringt ihn zum Abschluss. in jener vorläufigen Mitteilung beschränkt er sich aber auf einer. ist der beste Bebetrachten.) er erklärt: aus der Uebereinstmnnend Erfahrung konnte der Verstand schon desshalb diesen Grundsatz (der Beharrlichkeit der Substanz) „nimmermehr ziehen. als bei der Verwandlung in umrein experimentellen Beer Diese Grenze aller weise des Energiesatzes muss auch Joule gesehen haben. meine Versuche zu wiederholen und auszudehnen. {'2 . dass er vor allem für diesen sich Begritt' Fallkraft ist als die Priorität sichern wollte. 1842. T. oder. erhält".) Der Beweis mit der Wage erscheint und ist nur darum zwingend. Kant.diesen Und so und Bewegung und der Wärme andererseits stattfindenden Gleichungen. (Prolegomena § 49 Anmerkung. die Aequivalenzzahl sei bei irgend einer Umwandlung von Energie äusserst wenig kleiner gekehrter Richtung. ein man immer. wie wir heute sagen: potentieller Energie. ist Unser Vertrauen sagt. wo man Aequivalent von lirten mechanische Kraft aufwendet. weil wir Und ganz entspremit der Wage zugleich ein Denkgesetz prüfen. l)ehaupten . da ich überzeugt bin.Robert Mayers Entdeckung und Beweis des Energieprincipes. Durch Aequivalenzbestimmungen allein kann ein zwingender Beweis des denn es bleibt immer möglich zu Gesetzes nicht geliefert werden . chend verhält es sich mit dem Beweise des Energiegesetzes. wie Mayer Glaube an die zwischen den Denkgesetzen und der objektiven Welt bestehende Harmonie. Ergebniss der Methode zu Trennung von Fallkraft. Mayer es sein Princip bereits in womit sich über alle Formen der Energie erstreckt. 177. wenn dass 1843 schrieb: „ich werde keine Zeit verlieren. Schon der Ohne die Sigwart-Festscliriff. der in die Giltigkeit emin pirischer Beweise immer auch zugleich das Selbstvertrauen unsre Vernunft. Wärme — genaues die isoer- AVie erst das Denken Tatsachen in der AVahrnehmung einheitlich verbindet. hatte der Allgemeinheit erfasst. III. Veränderungen nicht so weit veru m d e n S t o ff m m er u n v e r m n d e r t a ni zutreffen". weil diese die Materien i bei allen ihren folgen kan n. oder. und Bewegung war der Grundgedanke ]\Iayers nicht durchführbar. sehr gilt ihm der Satz Bewegung verwandelt sich in Wärme den Nachweis der zwischen „Fallkraft" : als der Hauptsatz seiner Lehre." äussert sich (Mayer an Griesinger. und dass sich diese Trennung unmitbar aus seinen methodischen Grundsätzen ergab. wenn II. 177 beweisen.

fällt es wii'klich . des gegebenen Fallraumes und ebendamit auch des Produktes von Fallraum und Anziehung verknüpft. fortbestehend gedacht werden. (H. dieses — Last. . nicht vernichtet sein. ist eine Form der Energie. ohne dass eine andere Bewegung oder eine Gewichtserhebung an ihre Stelle tritt. So geht auch diese Unterscheidung ]\LiYERS unmittelbar aus seinem Grundgedanken herIn unzähvor und ist zur Durchführung desselben notwendig.178 weis eine für die Eiclitigkeit A. spricht man von einer Schwerkraft. 170. wie ]\L\. so niuss sie in ihrer Wii-kung. das bereit ist. Das gehobene Gewicht. dazu ist seine Erhebung nicht minder notwendig als seine Schwere. Um dass ein Körper fallen könne. Da wir nun voraussetzen. Indem man die Schwere als Ursache des Falls betrachtet. so in anderer ist die Fortexistenz einer gegebenen Kraft Form eine Unmöglichkeit". „Gäbe es in der Xatur eine constante Kraft. oder rück. wird nicht ver])raucht. ohne selbst abzunehmen. so nennen wir In der Me- chanik führt die Gleichung zwischen Fallkraft und Bewegung. oder.Eine auf dem Boden ruhende Masse ist keine Kraft. Bewegung und Fallkraft den Xamen des Satzes der Erhaltung der lebendigen Kräfte mechanische Princip ist mithin eine specielle Anwendung des Grundsatzes der Unzerstörlichkeit der Energie. sie ist . i. . welche Wirkung äussert. wird dies aber in weder Ursache einer Bewegung. so erstattet es den ganzen. einer solchen. Mit diesen Worten wendet sich JMayer gegen die Annahme einer Constanten Ki*aft. als blosse Eigenschaft. — ligen Fällen sehen wir aber Bewegung aufhören.yer dies ausdrückt: „die räumliche Diffe- renz ponderabler Objekte ist eine Kraft. Soll Bewegung. vermischt so die Begriffe von Kraft und Eigenschaft. sie da diese Ki'aft den Fall „Fallkraft". beziehungsweise Erschöpfung. noch der Hebung einer anderen dem Maasse. Riehl: und Frucht Inirkeit seiner Methode. zu seiner Hebung verbrauchten Betrag von Arbeit ist zu- Der Zustand seines Gehobenseins folglich ein Arbeits- äquivalent. besitzt eben daher Ai-beitswert. sondern nur in eine andere Form übergehen kann. eben dem Ge- hobensein des Gewichtes. d. ist „Die Erzeugung der der Fallbeweguug mit einem Verbrauche. die zur Hebung eines Gewichtes aufgewendet wird. der Körper bewirkt. diu-ch sein Fallen Arbeit zu leisten. in welchem sie über den Boden gehoben wii*d.) wie Galileis Schwere." Die Schwere dagegen. dass eine einmal gegebene Kraft nicht zu Xull werden. sie haftet unabänderlich an dem Körper und lässt sich nicht gleich der Be- wegung auf einen anderen Körper überpflanzen. dem räumlichen Abstand desselben.

Bewegung nicht in AVärme übergegangen so . creto" aufzulösen. und dass nicht — kein Teil aus dem Gefüge weggenommen werden darf. und umgekehrt. wie hoch ein erhol)en werden müsse. Lasterhebung. AVärme entsteht aus Bewegung. und der Beständigkeit der Aequivalenz vollständig erbracht. 179 FallSO trägt es sich: „welche andere Form die Kraft. diese blieben. was sie an sich sind. der Annahme einer Ursache ohne Wirkung und einer Wirkung ohne Ursache vor. die wir als sei? fähig anzunehmen gelernt. was für eine Bewegungsform es sei. Nocji einmal sei es gesagt: das Denken ergänzt die Er- noch die Aufgabe übrig. Stünde nicht der Satz. als Wärme. Man erkennt. der Bewegung entstanden. der Bewegung. auf die 12* er sich .und Wasser andrerseits statuirt". um eine bestimmte Menge von Wärme zu erzeugen. wie hier Erfahrung und Denken zum Schlüsse zusammenwirken. soll das Ganze auseinanderfallen. dass die durch seinen Fall geleistete Arbeit äquivalent sei der Erwärmung eines gleichen Gewichtes AVasser von O'^ auf P C. von vornherein würde der Faden reissen der die aufeinanderfolgenden AVahrnehmungen verknüpft. Das Postulat der Grössenunveränder- lichkeit der Kraft gil)t uns die Anweisung." So leitet Mayer den Nachweis der zwischen Bewegung und Wärme geforderten Aequivalenz ein. die zwischen Arbeit und Wärme geforderte und empirisch nachgewiesene Gleichung „in conErst Avenn durch das Experiment gezeigt wird.Robert Mayers Entdeckung und Beweis des Energieprincipes. Volumvermehrung. JNIit Zugrundelegung der GAY-LussAC'schen Versuche. zu sein. aus nichts nichts entsteht. nach einer neuen Erscheinungsform für die verschwundene Bewegung zu suchen. einen Zusammenhang zwischen H und O einer. Es muss ül)er also bestimmtes Gewicht den Erdl)oden berechnet werden. Und „so ziehen wir die Annahme. die Erfahrung zeigt uns. dass nichts vergeht. so verschwindet sie als Ursache beim Auftreten ihrer Wirkungen. Wie die Wärme als Wirkung erscheint bei aufhörender Bewegung. nichts in fest. dass immer eine bestimmte und gleiche Grösse von mechanischer Es bleibt Energie verbraucht wird. dass in vielen Fällen an Stelle der aufhörenden Bewegung nichts anderes gefunden werden kann. ist der Beweis der Aequivalenz von Arbeit und Wärme. Sie zeigt uns. Die AVärme brauchte nicht aus verschiedene und trennbare Fakta. fahrung. wie der Chemiker statt H und O ohne Nachfrage verschwinden und Wasser auf unerklärte Weise entstehen zu lassen. kennen kraft und Bewegung Nur die Erfahrung kann uns darüber Aufschluss geben.

eine — theoretische Annahme Hier wie dort wird zunächst aus Beobachtungen abgeleitet und in ihre Consequenzen Die Folgerungen aus der Annahme werden hierauf an der Erfahrung geprüft und schliesslich durch Versuche die in der der Fallraum der ersten SeNatur gegebenen Grössen bestimmt kunde dort. mit einem Wort: die experimentelle Methode ist auch die Methode. alles „Hypothetische und Speculative" ist ebenso gross. anzustellen. „glückliche nicht eine Vorausist völlig einwandfrei und es war sage". die ÄIayer bei seinem Beweise des Energieprincipes befolgte. Mayer hat durch das grundsätzlich von ihm eingeschlagene Verfahren abermals gezeigt. dass der von ihm eingeschlagene Weg der richtige sei und warum er auch ohne neue Versuche zum Ziele führen müsse. dass es nur eine wahre Methode der Xaturerkenntentwickelt. seine deutschen nachder er die Ermittlung seiner Zahl verdankte. ist dies ist. wie sein Sinn für die Seine Alineigung gegen der Natur. Das von Galilei in die Wissenschaft eingeführte induktiv-deduktive Verfahren. subtile Experimente. ein erlaubtes Verfahren. gesprochen haben Mayer war sich vollkommen klar bewusst. wie seine englischen Gegner behauptet. Grössen und Grössenverhältnisse in Ueberall hält er sich an das Tatsächliche und die einfachsten Begriffe des Denkens. dass es unsere Aufgabe ist. löste Mayer diese indem er die durch das Senken einer ein Gas compriAufgabe mirenden Quecksilbersäure geleistete Arbeit gleich setzte der durch Sein Verfahren die Compression des Gases entbundenen Wärme. wobei unter Hypothese Annahme zu verstehen die sich weder beweisen noch widerlegen lässt. so schon 1841 . um nicht zu sagen einzige Regel für.die echte Naturforschung ist die: eingedenk zu bleiben. wie sie erforderlich waren. Selbst nicht in der Lage.180 -^- RieM: (in seinen Briefen an Baue) berief. nach Regnaults späteren genaueren Bestimmungen dieser Grösse erhöht sich die Zahl auf 424. . ist. das mechanische Aequivalent der Wärme hier. : niss gibt. die Er- . reÜek- tirte er auf Experimente. wie er mit ßecht bemerkt. Mit Newtox hätte ]\L\.) — Die von ihm zunächst gefundene Zahl (365 mkg) zu klein. 189." „Die wichtigste. „Die Natur in ihrer einfachen Wahrheit ist grösser und herrlicher als alle Illusionen des erschaffenen Geistes. die in der Wissenschaft Währung hatten — und (II. er hatte die specifische Wärme der atmosphärischen Luft nach damals (1841) gebrauchten Constanten zu niedrig angenommen.yer sagen können eine : hypotheses non tingo.

" Dies war der Entdeckung des umfassendsten Naturgesetzes . welches die Grundlage einer n e u e n It n a u e s t Schaft bildet u n d w e 1 c h e s e i n e N e u g g der W N a t u iM\' i s s e n s c ha f t e n h e r V o r r u f t. bilden eine solche Grenze nicht. mit den Erscheinungen der Urgrund der Dinge aber ist ein wohingegen „höhere Ursachen. sagt uns zum Schluss vor die Frage nach den wir sehen und so Goethe. so einmal eine Tatsache nach eben damit auch erklärt und Aufgabe der Wissenschaft ist beendigt. 181 scheinungen k die e nn e n zu lernen. mit und bleibenden Wert. sie also noch als „Energie" bezeichnen dürfe." „Die scharfe Bezeichnung der natürlichen Grenzen menschlicher Forschung ist für die Wissenschaft eine Aufgabe von praktischem Werte. noch Arlieitswert l)eimessen. „Wahrlich ich sage euch. er delinire nicht gern. welche „Zerstreuung" von Energie zur Folge haben. Problems ist ein neues Problem". die lassen. während die Versuche in die Tiefen der Weltordnung durch Hypothesen ein. „Was Kraft. und ihn zugleich vor der Verirrung bewahrte. mit messbaren Grössen zu tun.Robert Mayers Entdeckung und Beweis des Energieprincipes. Die Frage: ob man einer Wärmenge. Energieprincipes Grenzen des „Jede Lösung eines Kreisprocesse in der Natur. ü})ersinnliche Kräfte" all ihren Consequenzen in das illusorische Mittelreich der Naturphilosophie und des Mysticismus gehören. führte x akt en der ihn zur N a t u r f o r s c h u n g. es mit überder Hypothese der Bez. was Wärme ist. Kraft oder Arbeit nach unveränderlichen Einheiten zählt und dass — und welche unveränderliche Grössenbeziehung zwischen dem Meterkilogramme und der Wärmeeinheit stattfindet. Die nicht umkehrbaren gestellt. . die nicht mehr in Arbeit verwandelt wird. wie man die wir nicht zu wissen. er zähle lieber nach Einheiten. naturwissenschaftlichen Untersuchung Grössenbestimmungen hervorgehen. ist Ist sie allen ihren Seiten bekannt. brauchen aber das müssen wir wissen. als eine ganze Bibliothek voll Hypothesen." Aus einer exakten. ein Seitenstück bilden zu dem Streben es des Adepten. " Er sagte von sich. müssen sich durch Zahlen ausdrücken „Diese Zahlen sind die gesuchten Fundae mente einer Weg." „In den exakten Wissenschaften hat man selbst. eine einzige Zahl hat mehr wahren Gottheit — dem Menschengeiste ewig unerforschliches Wesen — die und dgl. llüssigen Hypothesen zu belasten wegungsnatur der Wärme. B. ruft er aus. Dieses Wissen i s s e nist es. zudringen.

' deren Wirkung lediglich in der zeitlichen Regu- . weise. Vervollkommnung des Auslöseapparates kann zwar auslösenden Ki'aft im Vergleich zu der des die Grösse der ausgelösten Effektes immer kleiner werden. d. der in den Augen Vieler ein Vorzug ist. den Auslösungserscheinungen eine Ausnahme von seinem Gesetze der quantitativen Uebereinstimmung von Ursache und Wirkung. wenn zwischen der Ursache der Einleitung eines Vorganges und der Ursache der Mayer sah in Grösse des Vorganges nicht unterschieden. Jedenfalls bleibt diese Wärme ein „Imponderabile" und es gilt von ihm der Satz der E r h a 1 1 u n g der Energie. so genüge die beschei- dene kritische Erinnerung: die Totalität der Sinnenwelt ist kein Gegenstand möglicher Erfahrung. Was aber die universelle Ausdehnung des Entropiebegriffes anlangt. h. Dies ist aber nur dann richtig. das die elementaren Vorgänge umgeht und eben daher unbestimmt lässt. Claüsius' berühmten Satz: die Entropie der Welt strebt einem Maximum zu. muss sie auch Arbeit oder Energie von entsprechend kleinem Betrage verbrauchen und soweit bildet sie also keine Ausnahme von dem Gesetze der Bei zunehmender Proportionalität von Leistung und Verbrauch. durch Ueberwindung des kleinen Widerstandes gegen die Gleichgewichtsverschiebung des Systems. unmittelbar zu der Grösse des Gesamtefiektes in Beziehung gebracht wird. wenn auch ihre Rückverwandlung in Bewegung aus tatsächlichen Gründen ausgeschlossen sein sollte. aber auch eine relativ verschwindend kleine Grösse bleibt immer noch eine reelle Grösse. worauf sie einwirkt. diesem Mangel. Sofern die Auslösung Arbeit leistet. die für sich selbst an der vor sich gehenden Veränderung keinen wegen. die Auslösung also. nicht des Principes selbst. durch Hypothesen oder Bilder der Elementarvorgänge abzuhelfen. lässt sich daher immer weiter vorschieben. ein Schluss auf diese Totalität Auch in dem mathematischen Chaalso kein Erfahrungsschluss. statt mittelbar.]^g2 ^- liiel^l '• ist eine Frage der Benennung und die Controverse hierüber eine rein formelle. rakter des Princips als eines Integralgesetzes. Auch der vollkommenste Auslöseapparat kann nicht durch eine Kraft gleich Null in Bewegung gesetzt werden. sondern unsrer Einsicht in seine Wirkungsdesselben nicht zu erblicken. ist eine Grenze Man wird immer versucht sein. Nun Anteil nehmen. Solche „katalytisch" genannte Auslösungen oder Kontakteinflüsse. er kann sich nicht von selbst be- scheinen aber in zahlreichen Fällen chemische Actionen durch die blosse Anwesenheit gewisser Stoffe eingeleitet zu werden. diese Grenze.

wenn sie Nach des Processes in unveränderter Menge wiedererscheint. einem Kontakteinfluss analog. die beiden Formen der Substanz. der ihrem Einflüsse unterliegenden Processe zu hestehen scheint. er vermag das Eintreten einer Handlung zu beschleunigen. sind sie zugleich sell)st.Robert Mayers Entdeckung und Beweis des Energieprincipes. auf der Innsbrucker Naturforscherversammlung. bekannt sind. in der Art ihres Eintretens und Zusam- mentreÖens. als wirklich Auslösungen einer anderen Seite hin sind jedoch die da Fälle an der auch nach Abschluss sellist — Ergänzung des Energieprincipes zu betrachten. Doch lässt sich dies zur Zeit nicht mit Sicher- oder auch nur mit Wahrscheinlichkeit behaupten. es ist sofern kein empirischer Gegenstand. 183 Beschleunigung oder Verzögerung. zu ver- zögern . müssten daher eine tatsächliche Ausnahme von dem quantitativen Gesetze der Energieum- wandlung heit. sagt nichts über die l^estimmten Bedindes neuen Zustandes und die allgemeine einer tatsächlichen Voraussetzung. der Annahme einer bestimmten „CoUocation der Ursachen" oder Zusammenordnung der gegebenen Grössen und Elemente. zu zu ändern. Voraussetzung einer bestimmten und sofern geIn der Abfolge der Collocationen liegt für . — Glaube wider Glauben. dert beständig die Zusammenordnung der Dinge und der „AVille" regelt. fand den Spott gläubiger Materialisten Freilich kann das Bewusstsein. für welist. die Zeit des Geschehens. lirung. bei Avelchen die katalysirende Sul)stanz chemischen Umsetzung beteiligt ist. l)ilden. genügen zur Vollendung des wissenschaftlichen AVeltbildes nicht. des früheren und des nachfolgenden Zustandes es eines Dings oder eines Vorganges. tität hemmen ohne etwas an der Quantität des (jege])enen Das Energieprincip normirt nur die quantitative Iden. Mayer nahm daher (mit Hirn) den „Geist" als drittes Element hinzu und seine aufrichtige Erklärung hierüber. und wie weit wir mit dieser Betrachtung in die Vergangenheit zurückgreifen mögen. sondern die Voraussetzung aller Erfahrung und naturDie bewusste Activität aber änwissenschaftlichen Betrachtung. Wir bedürfen daher die nicht unter den Energiesatz fällt. Materie und Energie. gungen des Eintretens Richtung des Verlaufs der Gesamtheit der aufeinanderfolgenden Zustände aus. ches erst ein Bild der AVeit vorhanden nicht selber wieder als Element in diesem Bilde erscheinen. als die bestimmte Folge der unmittelbar vorangegangenen CoUocation zu betrachten. Indem Auslösungen und Kontakteintlüsse erfahrungsgemäss eine Aenderung der „CoUocation" herbeiführen. immer wieder treffen wir auf die setzlichen CoUocation.

134

^- Rielil

:

Robert Mayers Entdeckung imd Beweis

etc.

uns das Gesetz des Geschehens oder der Entwicklung verborgen. Vielleicht, dass die exakte Erforschung der KontakteinÜüsse

und Auslösungen einen

Weg

eröffnet,

auch das rein Tatsächliche,

das „Historische" in der

Zusammenordnung und dem Verlauf der

Dinge einem Gesetzesbegriffe unterzuordnen, das formale, oder wie wir im Bereich der Willeusvorgänge sagen: das teleologische Mod. i. ment des Causalzusammenhanges mit dem „substantiellen'dem Satze der Erhaltung der Energie, zu verbinden und so über
,

diesen letzteren hinauszugehen.

Die Eiitstelimig der Hermeneutik.
Von

Wilhelm

Dilthe.y.

187

Ich habe in

einer

früheren

Ahhandhmg

die

DarsteUung der

Individuation in der Menschenwelt besprochen, wie sie von der Kunst insbesondere der Poesie geschaffen wird^). Nun tritt uns die Frage nach der wissenschaftlichen Erkenntnis der Einzelpersonen, ja der grossen

haupt entgegen.

Ist

Formen singulären menschlichen Daseins übereine solche Erkenntnis möglich und welche

Mittel haben wir, sie zu erreichen?

Eine Frage von der grössten Bedeutung. Unser Handeln setzt das Verstehen andrer Personen überall voraus; ein grosser Teil menschlichen Glückes entspringt aus dem Nachfühlen fremder Seelenzustände die ganze philologische und geschichtliche Wissenschaft ist auf die Voraussetzung gegründet, dass dies Nachver;

Singulären zur Objectivität erhoben werden könne. historische Bewusstsein ermöglicht dem mogebaute Das ganze Vergangenheit der Menschheit in sich die dernen Menschen, gegenwärtig zu haben über alle Schranken der eigenen Zeit blickt er hinaus in die vergangenen Kulturen deren Kraft nimmt er in sich
ständnis

des

liierauf

:

;

auf und geniesst

Zauber nach: Glück entspringt ihm hieraus. Und wenn
ihren

ein

grosser

Zuwachs von
all-

die systematischen Geistes-

wissenschaften aus dieser objectiven Auffassung des Singulären

gemeine gesetzliche Verhältnisse und umfassende Zusammenhänge ableiten so bleiben doch die Vorgänge von Verständnis und Aus,

legung auch für
das Verständnis

sie die

Grundlage.

Daher sind
zur

diese AVissenschaften

so gut wie die Geschichte in

ihrer Sicherheit davon abhängig,

ob

des Singulären

erhoben werden

kann.

So

tritt

e i t g em ein g ü1 1 uns an der Pforte der Geistes1 1
i

A

gk

wissenschaften ein Problem

entgegen,
ist.

das ihnen im l^nterschiede

von allem Naturerkennen eigen

AVohl hal)en die Geisteswissenschaften vor allem Natui'erkennen voraus, dass ihr Gegenstand niclit in den Sinnen gegebene ErscheiMärz
1896, S. 295

1)

Sitzungsberichte

d.

k.

Ak.

d.

Wis^;.

z.

Berlin

b.

ff.

188

Wilhelm Dilthey:

nung, blosser Reflex eines AVirklicheu in einem Bewusstsein, son-

dern unmittelbare innere AYirklicbkeit selber
ein von innen erlebter

ist,

und zwar

diese als

Zusammenliang.

Docb scbon

aus der Art,
ist,

wie in der

inneren Erfahrung
hier

diese Wirklichkeit gegeben

entsi)ringen für deren objective Auffassung grosse Sch-^ierigkeiten.

Sie

sollen

nicht

erörtert

werden.

Ferner kann die innere

Erfahrung, in welcher ich meiner eignen Zustände inne werde, mir

doch für sich
bringen.

nie

meine

eigene

Individualität

zum Bewusstsein
mit Anderen nun wird mir

Erst in

der Yergleichung

meiner

selbst

mache
wusst,

ich die Erfahrung des Individuellen in mir;

von anderen Abweichende in meinem eigenen Dasein beund Goethe hat nur allzu recht, dass uns diese wichtigste unter allen unseren Erfahrungen sehr schwer wird und unsere Einsicht über Mass, Xatiu- und Grenzen unsrer Kräfte immer nur sehr unvollkommen bleibt. Fremdes Dasein aber ist uns zunächst nur in Sinnesthatsachen in Geberden, Lauten und Handlungen von aussen gegeben. Erst diu"ch einen Vorgang der Nachbildung dessen, was so in einzelnen Zeichen in die Sinne fällt ergänzen wir dies Alles: Stoff, Structm-, individuellste Züge dieser ErgänInnere. zung müssen wir aus der eigenen Lebendigkeit übertragen. Wie kann nun ein individuell gestaltetes Bewusstsein durch solche Nachbildung eine fremde und ganz anders geartete Individualität zu objecerst das
,

,

tiver

Erkenntnis bringen ?

Was ist das

für ein Vorgang, der scheinbar

so fremdartig zwischen die anderen Processe der Erkenntniss tritt?

Wir- nennen den Vorgang, in welchem wir aus Zeichen, die von aussen sinnlich gegeben sind, ein Inneres erkennen: Verstehen. Das ist der Sprachgebrauch und eine feste psycholo;

gische Terminologie, deren wir so sehr bedürfen, kann nur zu stände kommen, wenn jeder schon fest geprägte, klar und brauchbar umgrenzte Ausdruck von allen Schriftstellern gleichmässig festgehalten ist ein wird. Verstehen der Natur interpretatio naturae bildlicher Ausdruck. Aber auch das Auffassen eigener Zustände

bezeichnen wir nur im uneigentlichen Sinne als Verstehen.
stehe mich selbst nicht mehr.
eine

Wohl
dass
ist,

sage ich: ich verstehe nicht, wie ich so handeln konnte, ja ich ver-

Damit

will

ich

aber

sagen,

Aeusserung meines Wesens,

die in die Sinnenwelt getreten

mh- wie die eines Fremden gegenübertritt, und dass ich sie als eine solche nicht zu interpretieren vermag, oder in dem anderen Falle,
dass ich in einen Zustand geraten bin, den ich anstarre wie einen

fremden.

Sonach nennen wir Verstehen den Vorgang,

in

welchem

Will ich etwa Lionardo verstehen. wirtschaftlichen Ordnungen und Verzu uns und bedarf fassungen des Verstehens Vorgang muss der zwar Und der Auslegung. erkennen. sofern er durch die dieser Erkenntnisart liestimmt ist. und Preller suchte sie durchzuführen. erschöpfenden und objectiv verständlichen Ausdruck findet. rung e r barer Grad von 01)jectivität erreicht wird tixiert ist und wir so immer wieder zu ihr können. ihr fest. jeeines das Innere Redenden zu dringen welchem ein controlierwenn die Lebensäussezurückkehren v o n Aber auch angestrengteste Aufmerksamkeit kann nur dann zu einem kunstmässigen Vorgang werden. und zwar in einem homogenen Das Verstehen Grade. deren Gegenstände Skulpturen oder Gemälde sind. das Interesse es auch das Verständniss. und Mittel Bedingungen gemeinsamen überall. AVie ungeduldig hören wdr mancher Aus- wir stellen nur einen uns praktisch wichtigen Punkt aus zu haben. l)is zu dem des Hamlet oder der Vernunftkritik. Bildern und Schriftwerken zusammen. Dies Verstehen reicht von dem Auffassen kindlichen Lallens Aus Steinen. AVorten und serung Handlungen. n (1 Solches kun s t m äss e i ge Verstehe n d a u- fixierten L Auslegung oder es ungen nen n en wir Interpretation. dessen Aeiissie sind. so wirkt hierbei die Interpretation von einheitlichen Vorgang. Preller schon hervor. dass solche Interpretation all AVelcker ist für Doch hebt stummer AVerke über- auf die Erklärung aus der Litteratur angewiesen ist. in . einandersetzung zu. dass der Sprache allein das menschliche Innere seinen vollständigen. ohne am in AVogegen wir angestrengt in Innenleben des Redenden ein Interesse anderen Fällen durch jede Miene. gemeinsame Merkmale haben. Ge- mälden. In diesem Sinne giebt e 1) n s äu s s e r auch eine Auslegungskunst. chäologische Hermeneutik und Kritik gefordert. so ist vom Interesse bedingt. aus spricht derselbe menschliche Geist Er ist in diesen Grundzügen derselbe. Daher hat die Kunst des Verstehens ihren Alittelpunkt in der Auslegung oder Interpretation d e r i n d e r Schrift e n t h a 1- .Die Entstehung der Hermeneutik. Diese sind zunächst eingeschränkt. musikalisch geformten Tönen. 189 wir aus sinnlich gegebenen Zeiclien ein Psychisches. aus Ge})erden. Marmor. Darin liegt nun die unermessliche Bedeutung der Litteratur für des geistigen Lebens unser Verständnis in und der Geschichte. . Schrift. zeigt verschiedene Ist Handkmgen. und schon Friedeich August AVolf hatte eine arsie eingetreten. des AVort streben.

naturgemäss vorwiegend in persönlicher Berührung mit dem grossen Virtuosen der Auslegung oder seinem Werk auf Andere übertragen. mit . dem M . Sie überliefern Daher 1 1 bildete sich früh aus legung die Darste u n g ihrer Regeln. Die Auslegung und die mit ihr untrennbar verbundene kritische Behandlung dieser Reste war demnach der Ausgangspunkt der Philologie. kann immer nur der wahre Ausdruck in dieser von Lüge erfüllten menschlichen ist Gesellschaft ist ein solches Werk immer wahr. Ueber die Beweggründe der handelnden Personen in der Geschichte können wir uns irren. Indem diese die Möglichkeit allgemein giltiger Auslegung aus" zu der der Analyse des Verstehens bestimmt. Al^er das Werk • eines grossen Dichters oder Entdeckers. Diese ist nach ihrem Kern die p e r s ö n 1 i c h e Kunst und Virtuosität in solcher Behandlung des schriftlich Erhaltenen. Diese lehren einer vollständigen sein Licht erst auf die anderen künstlerischen Schwierigkeiten überwinden. und beide zusammen geben für die Geisteswissenö g 1 i c h k e i t und Grenze n allgemein schaften den Nachweis von vor. Diese Kunst der Interpretation hat sich nun ganz so allmähhch.190 Wilhelm Dilthev : teuen Reste man schlichen Daseins. gesetzmässig und langsam entwickelt. die handelnden Personen selber können ein täuschendes Licht über sie verbreiten. den Ertrag persönAusWiderdem aus Und der Kunst der streit dieser die nis. und es im Unter- schied von jeder anderen Aeusserung in fixierten Zeichen für sich und objectiven Literpretation fähig. als etwa die der Befragung Sie entstand und erhält sich in der perder Natur im Experiment. eines religiösen Genius oder eines ächten Philosophen seines Seelenlebens sein . dem Kampf verschiedener Richtungen ül^er Auslegung lebenswichtiger Werke und dem so bedingten BedürfRegeln. dringt sie schliesslich diese Auflösung des ganz allgemeinen Problems Erörterung anhob neben die Analyse der inneren Erfahrung tritt die des Verstehens. So wird sie auch sönlichen genialen Virtuosität des Philologen. und nur im Zusammenhang mit dieser Kunst und ihi-en Ergel)nissen kann jede andere Interpretation von Denkmalen oder geschichtlich überlieferten Hand- lungen gedeihen. ja es wii-ft Denkmale einer Zeit und auf die geschichtlichen Handlungen der Zeitgenossen. Zugleich aber verfährt jede Kunst nach Regeln. aus die schaft. entstand die hermeneutische Wissenist die u n s 1 1 e h r e der A u s 1 e g u n g von S c h r i f t- K denk ma 1 e n. licher Kunst. Sie Regeln zu begründen.

reiches Spiel mit Deutung und Kritik des Homer und andrer Dichter sich in war in dem griechischen Aufklärungszeitalter überall beliebt . telische Poetik Ironie. bis dann schliesslich in der Analyse des Verstehens der chere Ausgangspunkt für die si- Regelgebung gefunden wurde. die allgemeinere Lehre von der schriftstellerischen Composition. lehrte in seiner Rhetorik das Ganze eines literarischen Pro- ductes in seine Teile zerlegen. hieraus Regelgebung. Stilformen unterscheiden. Enthymem. Die literarische Hinterlassenschaft Griechenlands wurde in Bibliotheken zusammengebracht. der Metapher erkennen. Unechte Schriften wurden ausgeschieden. liegen in der Rhetorik an die Wirkung Einfacher noch Alexander die Begriffsl)estimmungen ül)er Wirkungselemente der Rede nebeneinander. allgemeingiltigen Verstehens philologische Virtuosität entstand. nisse. Kunstmässige Auslegung (spixrjveta) der Dichter entwickelte GeistGriechenland aus dem Bedürfnis des Unterrichts. Denn in dieser steckte. als bei den Sophisten und in den Rhetorenschulen diese Auslegung mit der Rhetorik in Berührung trat. angewandt auf die Beredsamkeit. und durch ein kunstvolles System von kritischen Zeichen wurde das Ergebnis der kritischen Arbeit an ihr vermerkt. 191 gütiger Erkenntnis in ihnen. pretation Einen zweiten wichtigen Schritt that die Kunst (kT Interund ihre Regelgebung in der alexandrinischen Philologie.oder Zweckbestinmiung der Poesie und ihrer Arten ableitbare innere und äussere Form derselben und deren Wirkungselemente zu ihrem Gegenstande. Ordnung der Regeln unter ein Ziel. stellt. Antithese. sofern diese durch die Art bedingt sind. der Periode. Metapher. der Staaten und der literarischen Erzeuggriechisch sprach. Und die aristo- machte ganz ausdrücklich die aus der AVesens. Ich möchte nun diesen gesetzmässigen Gang an der Geschichte Wie aus dem Bedürfnis tiefen und der Hermeneutik nachweisen.Die Entstehung der Hermeneutik. Realkataloge des ganzen Bestandes hergeDie Philologie als auf intimes Sprachverständnis gegründete Kritik. wo man Eine festere Grundlage entstand. -welches durch die Lage der AVissenscliaft in einer gegebenen Zeit näher bestimmt in Avelcher uns psychische wurde. die des Rhythmus. Aristoteles. so über Beispiel. Sentenz. Kunst von Textrecension. der grosse Classificator und Zergliederer der organischen Welt. Textrecensionen wurden hergestellt. Thatsachen ursprünglich gegeben sind. höherer Auslegung und Wertbe- .

Aristoteles. Ein Ge- gensatz hermeneutischer Pichtungen. HiPPARCH gründete mit vollem Bewusstsein auf eine literarisch- indem er und aus für die Phänomena des Aratos die Quellen Und wenn unter den überihnen dies Gedicht interpretierte. dass es den AViderspruch zwischen giösen Urkunden und einer geläuterten Weltansicht ausgleicht. mächtigster Antrieb die und eigensten Schöpfungen war doch in diesem von Homer ab ein Freude an menschhcher Rede. der Bibel und . Geht doch die Anwendung eines solchen Kanons des Sittlich. innerer Uebereinstimmung und ästhe- tischem Wert eines Gedichtes festgestellt und das ihm Widerspre- chende ausgeschieden wurde. Aus tion. lieferten Gedichten des Hesiod unechte erkannt. der letzte Gesang der Ilias und noch einstimmiger ein Teil des vorletzten und der ganze letzte Gesang der Odyssee für jüngeren Ursprungs erklärt historische Untersuchung die sachliche Interpretation. nach welchem gleichsam ein Handhabung des PrinKanon von Sprach- gebrauch.IQ2 Wilhelm Dilthey: eine der letzten «timmung war nun da : des griechischen Geistes. aus den Epen Homers eine grosse Zahl von Versen ausgeschieden. aufzeigte wurden : so geschah dies durch die virtuose cips der Analogie. Hierdurch ist es den Auslegern der Veden. des Homer. und zwei grosse geschichtliche Ansichten über Dichter und religiöse Schriftsteller sind von ihm ! bedingt gewesen. Vorstellungskreis. Aristarch verfuhr bereits mit Bewusstsein nach dem Princip.si quid heroum vel deorum graviberief sich tatem minus decere videbatur'. der stoischen Schule brachte Krates von Mallos in die [)ergamenische Philologie das Princip der allegorischen Interpreta- Die langdauernde Macht dieses Auslegungsverfahrens war reli- zunächst darin gegründet. . den homerischen Sprachgebrauch streng und umfassend festzustellen und hierauf die Erklärung und Textbestimmung zu begründen. welche in ihrer genialen Technik enthalten waren. Avelchem doch eine weltgeschichtliche Denn in der christlichen Theologie trat Bedeutung beiwohnte er in einer neuen Lage wieder auf.o:a xo dTipeTtss' d.Aesthetischen bei Zenodot und Aristarch ganz klar aus folgender Begründungsweise von Atethesen bei ihnen hervor : . Auch beschon der Hegeln gannen die grossen alexandrinischen Philologen sich bewusst zu werden. h. Auch Aristarch auf Verfahren der Das methodische Bewusstsein über das richtige Interpretation wurde durch den Gegensatz gegen die pergamenische Philologie in der alexandrinischen Schule noch verstärkt.

selben Kampfe mit Juden und Gnostikern das Verfahren auf. wenn man die letzteren als blosse dichIndem nun aber dies Verhjiltterische Darstellungsmittel aulfasst. dass ein innerer Zusammenhang von Weissagung und Erfüllung altes und neues Testament verlnnde. l der messianischen Weissagungen . complicirte Indem die christliche sie entstand für eine legung ihrer heiligen Schriften. Kirche von dieser Voraussetzung ausging. Die antiochenische Schule erklärte ihre Texte nur nach grammatisch-historischen Grundsätzen.5 . den Gnostikern gegenüber musste sie Testament hineinzutragen sich dagegen einer zu weit gehenden Anwendung der allegorischen ^Methode erwehren. Irre ich nicht. sondern nur einen höheren Zusammenhang zwischen den Vorgängen. Er erl)lickte im Hiob nur die dichterische Gestaltung einer geschichtlichen Uelierlieferung. 193 des behrliche als nicbtsniitzige Kunst. gleich eine tiefe Ansicht Koran gleicbermassen notwendig gewesen: eine ebenso unentDoch lag diesem Verfahren zuvon dichterischer und religiöser ProdukHomer ist ein Seher. des Justin und Irenäos entwickelt aber andererseits freilicli fruchtbare Regeln einer besseren xA-uslegungskunst. Ihre Vorbildern im neuen Testament gefordert. Lage gegenüber ihren Gegnern in Bezug auf die AusGegenüber den Juden bedurfte sie der allegorischen Deutung. Er nahm nicht einen doppelten Sinn der Texte an. II. haben Justin und Irenäos es versucht. denen er dann sell)er nicht immer treu l)leibt. nis als absichthche EinliüUung eines pneumatischen 8innes in Bilder verstanden wurde. Denn ein solcher wurde ja durch die Benutzung von Weissagungen und Umständen o c h e n in dem Kampf e der a 1 e x a nd r i n i s c h e t i i s c h n Theologenschule wieder. Philon's Spuren folgend. und der ^^'iderspruch in tivität zu Grunde. um die Logos-Theologie in das alte . entstand die allegorische Interpretation. ihm zwischen tiefen Einsichten und sinnlich gröblichen Vorstellungen kann nur erklärt werden. so kehrt dieser Gegensatz nur unter veränderten n und a ngemeinsame Grundlage war natürlich.Die Entstehung der Hermeneutik. Regeln für die Abgränzung und Handhabung Tertullian nimmt im der allegorischen Methode aufzustellen. Er verwarf ihre die üeberschriften der Psalmen imd widerlegte Teil in Rücksicht auf einen directe ansehnlichen Beziehung auf Christus. In der griechischen Kirche kam es zu einer principiellen Fassung des Gegensatzes.Festschrift. So sah der Antiochener Theodoros im Hohen Lied nur einen Hochzeitsgesang. Sigwart.

von denen wir Kenntnis haben. Eine imifangreiche ten schöpferisch hermeneutische Literatur vorhanden. Hierauf gründeten Origenes im 4. die im alten Testament angewandt Kenntnis sonach seiner Interpretation zu zwei leider verlorene hermeneutische Schriften der antiochenischen Schule gegenüber. einst in Lebensbedingungen und NatioInterpretation wurde sonach hier noch anders als Versetzung in ein fremdes geistiges Leben vermittelst grammatischer. Buch seiner Schrift uepi äpyOr/ und Augustinus im 3. in der diese zum wird. So musste sie in einer neuen Weise und constructiv sein. und deren Grunde gelegt werden niuss. unter denen die von SciOPPlUS. Die classisch-philologische sich anzueignen strebte. Schon nach Philo existieren zavovs. oioc-^opic {Ectopia. Interpretation in und ihre Regelgebung traten seit der Renaissance ein neues Stadium. ni. man Regel- In ihr zuerst wurde der Inbegriff dei- l)is dahin gefundenen . xa: aAlr^yopicc. ein weiterer Schritt. leicht die tiefgründigste dieser Schriften war die clavis des Flacius (1567). Buch de doctrina christiana eine zusammenhängend dargestellte hermeneutische Theorie. Hermeneutik und Kritik auf eine höhere Stufe. klassischen und christ- lichen Altertum durch nalität gesondert. Daher traten Philologie. Und diese neue Philologie.194 Willielm Dilthej "Wogegen dann Philox ist es . gaben in ihrem ersten Teil eine hermeneutische KunstUnzählige Aufsätze und Vorreden handelten de interpreialehre. gebung bezeichnete sich als ars critica. Dem traten dann aXXr^l'opia. dass aus diesem Kampf die ersten durch- geführten hermeneutischen Theorien entstanden sind. und vojjio: xf^:. Clericus und das unvollendete des Yalesius hervorragten. und Theodoeos: de allegoria et historia contra Origenem. selber einen pnemnatisclien Sinn Clemens und Oeigenes an den Texten vom wirklichen unterschieden. tione. Solche AVerke. sachlicher und historischer Studien. Polvmathie Eom und Ki'itik hatte vielfach nur mit Nachrich- und Trümmern zu arbeiten. Diodoros : tc. schen und ist aus den nächsten vier Jahrhunderten Sie bildet zwei verschiedene Ströme: denn die classidie die biblischen Schriften waren die grossen Kräfte.. Man war vom Sprache. sind. Da wissenschaftlichen Bewusstsein erhoben nun aber für den Fortgang in der Auslegungskunst zur Her- meneutik. Die endliche Constituierung der Hermeneutik verdankt man Die erste bedeutende und vielaber der biblischen Interpretation.

Stösst der Ausleger in seinem Text auf Schwierigkeiten. Indem Flacius sich dem entgegenstellt. von vierten tri dentini sehe Concil. das protestantische Schriftprincip dass aus Das Recht der Tradition. welche keine frühere Hermeneutik herausgestellt hatte. lernt er besonders von der Exegese Calvins. Sowohl die die Wiedertäufer als der re- Katholicismus behaupteten Dunkelheit der heiligen Schrift. Schriftauslegung zu bestimmen. Am scharfsinnigsten hat später Bellarmin. 195 Interpretationsregeln zu einem Lehrgebäude verbunden. sie zu lösen: der in der lebendigen christlichen Rehgiosität gegebene Schriftzusammenhang. nach welcliem in jedem Interpretationsverfahren als Ein Factor desselben die Auslegung aus dem sachlichen Zusammenhang enthalten ist. 1545 hat seiner 1563 tagte. das Session ab diese Fragen behandelt. die konnte im Streitverfahren gegen nur darauf gegründet werden. Jahrhunderts zum Bewusstsein gebracht. den biblischen Schriften selber eine ausreichende und allDas gemeingiltige Interpretation nicht abgeleitet werden könne. 1564 ist dann die erste authen- — tische Ausgabe der Dekrete erschienen. welche eben da- nuds neu formulirt worden war. vermittelst des und zwar erreichl)ar Postulats. welcher in der That die Hermeneutik regiert. so ist dieser hermeneutische Wert der religiösen Erfahrung nur ein einzelner Fall des Princips. Neben diesem religiösen Ausallgemeingiltiger Interpretation hermeneutisch zu erweisen. die Möglichkeit Und im Ringen mit dieser Aufgabe brachte er sich Mittel und Regeln für ihre Lösung zum Bewusstsein. dass durch das kunstmässige Verfahren nach diesen Regeln ein allgemeingiltiges Verständnis sein müsse. so ist ein Hilfsmittel von sublimer Art vorhanden. legungsprincip giebt es al)er auch verstandesmässige.Die Entstehung der Hermeneutik. der Vertreter des tridentinischen Katholicismus. derselben erst ist Das nächste erfasst grammatische Interpretation. Uebersetzen wir das aus der dogmatischen Denkweise in die unsre. welche von der Auslegung vielfach auf Das am meisten die Grundsätze derselben zurückgegangen war. Gegen zwei Fronten hatte Flacius staurirte zu kämpfen. Lutheraner war die Widerdringende Geschäft für einen damaligen legung der katholischen Lehre von der Tradition. Im Zusammenhang dieser Kämpfe unternahm Flacius. einige Zeit nach dem Werke des Flacius in einer Streitschrift von 1581 die Verständlichkeit der Bibel bekämpft und hierdurch die Not- wendigkeit der Tradition zu ihrer Ergänzung nachzuweisen gesucht. wurde dem Flacius durch die Kämpfe des 16. Dieser principielle Gesichtspunkt. Aber Flacius zunun daneben die Bedeutung des psychologischen oder 13* die .

einzelnen Wirkungselemente nach und entwirft schon feindie und sinnige Charakteristiken des paulinischen und johanneischen innerhalb Stils. seine Com- wirkungskräftigen Elemente. welche in der lebendigen geschichtlichen Auffassung der urchristlichen Kämpfe zwischen dem Judenchristentum und den Christen freierer Ordnung enthalten des neutestamentlichen Kanon. Die formellen Mängel seines Werkes wui-den in der HermeIn dieser machte sich nun aber neutik Baumgartexs überwunden. die Erkenntnisse der Ehetorik über den methodisch Interpretation Stelle aus der inneren position Zusammenhang und seine liierbei die eines literarischen Productes .Melanchthon und Flacius nach Regeln gemacht. ihi-er BeGanzen aus überall erhalten ja die einzelnen Teile eines ziehung zu diesem Ganzen und dessen andern Teilen ihr YerständEr geht dieser inneren Form eines Werkes bis in den Stil nis". wie sie nach Regeln verstanden ^ird. welches in portion. stellte die richtige . Testamentes die Interpretation des alten Einheit die zerschlug grossen Christian Baur. zugleich eine zweite grosse theologisch-hermeneutische Bewegung In Baumgartens Nachrichten von einer hallischen Biblio«zeltend. der Pro- halten ist. Bildern und Redefigui'en. der Voran.IQQ technischen Willielm Dilthey: Prmcips der Auslegung. jede einzelne Schrift in ihrem Lokalcharakter zu begreifen. Yorgearheitet hat ihm Umbildung der selbst die ist aristotelischen Rhetorik durch sich ]\Lelaxchthox. dem Ziele. Sie ist wie ein logischer Automat. nach welchem die einzelne Ahsicht und Composition des ganzen Werkes interUnd er zuerst henutzt für diese technische pretiert werden niuss. Natur und Recht auf Sprache. Congruenz der einzelnen Teile oder Glieder entEr l)ringt den hermeneutischen AVert desselben unter „Auch sonst einen allgemeinen Gesichtspunkt der Methodenlehre. gänger des ]\Iichaelis Aufgabe. Es war ein grosser Fortschritt. bewusst. von rische Anschauung Semler. wandte zuerst eine einheitliche histoGeschichte. Michaelis liildeten sich in seinem Verkehr und der Teilnahme an seinen Arbeiten. dem Context. verband dann diese Schriften zu einer neuen Einheit. thek begannen neben niederländischen Auslegern die englischen Freidenker und Erläuterer des alten Testamentes aus der VölkerSemler und kunde in den deutschen Gesichtskreis zu treten. disch Flacius zuerst methoStellen das Hilfsmittel für der eindeutige Bestimmung von verwertet zu haben. mit Stil. der umkleidet ist der rhetorischen Auffassung. Ist freilich der Schranken doch jede Schrift flu.

. fasste eine wirkungskräftige einem Kopf. und führte : Dogma Der vollzogen. Die Bedingungen. Herders congeniales Sich-Einfühlen in die Seele von Zeitaltern und Völkern und die unter dem neuen ästhetischen Gesichtspunkt arbeitende Philologie von Heyne. Auch diese Fortschritte vollzogen sich freilich innerhalb löst sich fester Schranken. Aber das Buch zeigt wieder einmal. Friedrich August AVolf und dessen Schülern. Nach dieser pragmatischen Geschichtsauffassung wird die religiös und moralisch gleichmässig geartete Menschennatur nur von aussen lokal und temporell eingeschränkt. unter denen er arbeitete WiNCKELMANNS Interpretation von Kunstwerken. dass man nicht nach Gesichtspunkten von Architektonik und Symmetrie neue Wissenschaften erfinden kann.Diu Entstehung der Hermeneutik. An ihrer Lektüre hat noch Schleiermacher seine eigene Hermeneutik entwickelt. Hermeneutik nur in IV. unter denen Heindorp : in Gemeinschaft platonischer Studien mit Schleiernuicher deutlebte. Bis dahin waren klassische und bibUsche Hermeneutik nebeneinander gegangen. Unter den Händen dieser Exegeten Oomposition und Gedankengewebe jeder Schrift eines Zeitalters in dieselben Fäden auf: den lokal und temporell bedingten Kreis der Vorstellungen. So entstehen nur Werden konnte blinde Fenster. Er den Begriff seiner Wissenschaft wirklich so allgemein als möglich: sie soll die Regeln entwerfen. Mussten nicht beide als Anwendungen einer allgemeinen aufgefasst werden? Schritt in seinem DerWolfianer Meier that diesen Versuch einer allgemeinen Auslegungskunst 1757. die granmiatisch-historische Schule war begründet. feine und vorsichtige Geist Ernestis hat dann in dem Inter- pres die classische Schrift für diese neue Hermeneutik geschaffen. ist. 197 in seiner Vorbereitung zur theologischen Hermeneutik diese ganze AVissenschaft auf zwei Stücke Entschiedenheit derber mit dem Si)rachgebraucli und aus den histoaus Interpretation zurück war die Befreiung der Auslegung vom Damit rischen Umständen. durch die niemand sehen kann. in dem sich die Virtuosität philologischer Interpretation mit echtem philosophischen Vermögen verband. Das alles verband sich in ihm mit dem Verfahren der GeBewusstsein im das hinter Transscendentalphilüsophie schen eindas Vermögen. Ein solcher war Schleiermacher. Sie ist ungeschichtlich. schöpferisches ein gebene zurückzugehen auf engster . welche bei jeder Auslegung von Zeichen zu beobachten sind.

in welchem ein lebensmächtiges literarisches Werk entsteht. In der lebendigen Anschauung von dem schöpferischen Vorgang. eines der aus Schriftzeichen das Ganze Geistesart seines Werkes und aus diesem Absicht und Ur- hebers versteht. Er konnte aber das Verstehen als ein Nachbilden. logische dieses logischen Produktes Ordnung und dann ein Bekleiden Stil und Redetiguren und Bildern. ästhetisch- rhetorische und sachliche Auslegung gesondert. Individualität wirkt da bis und einzelnen Worte. durch den Zweck einer allgemeingiltigen Interpretation zusammengehalten wurden. Avaren stets Machen. deren Hilfsmittel. seiner selbst unbewusst. und aus dieser Erkenntnis leitete er die kenntnis des andern Vorgangs. Beziehung verfolgt. die ganze Form der AVeit Eben aus der Verbindung dieser beiden Moin uns hervorbringt. historische. mit Nun werden aber ganz neue Produkt zu verstehen. Avelche in diesem Vorgang der Interpretation zusanunenwirken.ziu'ück auf die Analysis des Verstehens. Aber die Auffassung beider Vorgänge war immer Die Kategorien. haben wir die sich vollzog. Ihre höchste Aeusserung . Von der Verbindung welche zwischen der griechischen Interpretation und der Rhetorik als der Kunstlehre einer bestimmten Ai-t literarischer Production bestand. das so gestellte Problem zu lösen. Sie hatte die Funktionen.]^gg Wilhelm Dilthej' heitlicli wirkend. welches wirkendes ist nun ein einheitUch und schöpferisch Anregungen ersten seines Wirkens und Bildens nicht bewusst die um ein literarisches zu einem Werke aufnimmt und ausgestaltet. also auf die Erkenntnis dieser Zweckhandlung Möghchkeit allgemeingiltiger Auslegung. um welche es sich hier handelt. erkannte er die Bedingung füi' die Erselber. nach welchen diese Funktionen TN-irken Hinter diese Regeln ging nun Schleiermache]. Da Vermögen. Grenzen und Regeln ab. Die Hermeneutik war bis dahin im besten Falle ein Gebäude von Regeln gewesen. mente entstand die ihm eigene Kunst der Interpretation und die definitive Begründung einer wissenschaftlichen Hermeneutik. in denen sie eine logisch-rhetorische geblieben. dessen Teile. die einzelnen Regeln. Nachconstruieren nur in seiner lebendigen Beziehung zu dem Vorgang der literarischen Production selber analysieren. logischer Zusammenhang. Bewusstsein gebracht. Es bedurfte aber ab. Empfangen und selbst- thätig Bilden sind in in die Fingerspitzen ihm untrennbar. Begriffe angewandt. Und die sie hatte aus der philologischen Virtuosität vieler Jahrhunderte Regeln zum müssen. als grammatische. einer neuen psychologisch-historischen An- schauung.

Hegel. und zwar von einer so künstlichen Form. An ihr bildete sich die Technik der neuen Interpretation aus. die der inneren Schriftstellers Form des AVerkes. Es war eine mächtige Bewegung. . einer ars critica. die dann zunächst Böckh und Dissen auf Pindar anwandten. AViLHELM von Humboldt. Und von Schlegel ging nun auch der Plan der Plato-Uebersetzung aus. dass diese zur eignen Nacherzeugung der lebendigen Gedankenverknüpfung nötigt. Darin lag nun aber eine weitere Bedingung für diesen grossen Wurf einer allgemeinen Hermeneutik. gewandt. Savigny sind von ihr bedingt gewesen. wurde Schleiermachers Führer zur philologiDie Begrifie. nun kommt diesem Werk das unersättliche Bedürfnis entgegen. Plato muss als philosophischer Künstler verstanden werden. Dies war die neue Anschauung in der besonderen Form. welche sie in Schleiermachers Geist annahm. dass die neuen psychologisch- Anschauungen von den Genossen Schleiermachers und ihm selber zu philologischer Kunst der Interpretation durchgeschichtlichen Eben hatte sich der deutsche Geist in Schiller. ihre schriftliche Darstellung ist nur Fixierung für die Erinnerung. Zugleich muss aber nach der strengen Einheit dieses platonischen Denkens jeder Späteres vorl)ereiten und die Fäden Dialog Früheres fortfüliren . gebildet wurden. waren Friedrich Schlegel schen Kunst. ihre Vollendung erreichen sie in der kunstmässigen Auslegung lebensmächtiger AVerke und des Zusammenhangs derselben im Geiste ihres Urhebers. Und hinter solchen einzelnen Leistungen einer nachconstruierenden philologischen Kunst lag für ihn der Plan einer AVissenschaft der des i)roductiven Kritik. Philosophie ist hier noch Leben. Das Ziel der Interpretation ist die Einheit zwischen dem Charakter platonischen Philosophierens und der künstlerischen Form der Platonischen AVerke. verwachsen mit dem Giespräch. den Brüdern Schlegel von der dichterischen Produktion zum Nachverständnis der geschichtlichen AVeit BöCKH Dissen. literarischen sieh dieser Vermögens gegründet AVie nahe l^erührte Plan mit Schleiermachers Hermeneutik und Kritik. Welcker. die eigene Individualität zu ergänzen durch die Anschauung anderer. 199 Und ist die äussere und innere Form des' literarisclien AVerkes. welche diesen in seinen glänzenden Arbeiten über griechische Poesie. Ranke. Goethe Boccaccio leiteten.Die Entstehung der Hermeneutik. . . der Entwicklungsgeschichte des in und des sich gegliederten Ganzen der Literatur. So muss sie Dialog sein. Verstehen und Interpretation sind so im Leben selber immer regsam und thätig. welche auf eine Theorie sein sollte.

An Wir l^esitzen die so sehr unwirksamen Form. Auf das Verhältnis zwischen Verstehen und Produktion kann erst die Verbindung der Regeln gegründet werden. der verschiedenen Teile der Philosophie fortspinnen. da er mit ihr seinen Kursus exegetischer Vorlesungen in Halle eröffnen wollte. dass dies Meisterwerk den Plato erst für die philologische Wissenschaft erschlossen habe. welche Mittel und Grenzen der Auslegung bestimmt. Die Möglichkeit der allgemeingiltigen Interpretation kann aus In diesem stehen sich die Individualität des Auslegers und che seines Autors nicht als zwei unvergleichbare Thatsachen gegenüber auf der Grundlage der allgemeinen Menschennatur haben sich beide gebildet. Und zwar war welche es geschult gerade für die an der Transscenallgemeine Fassung und Auflösung des hermeneutischen Proljlems zuerst ausreichende jNIittel darbot: so entstand nun die allgemeine Wissenschaft und Kunstlehre der Auslegung. Alle Auslegung von Schriftwerken ist nur die kunstmässige Ausbildung des Vorgangs von Verstehen. Verfolgt man der diese Beziehungen der Dialoge. so entsteht ein Zusammenhang aufschhesst. und Iderdurch der Natur des Verstehens abgeleitet werden. obwohl diese ja mit dem Zusammenhang Böckh selber vielfach zusammenfallen wird. in dem herrhchen Abschnitt seiner Vorlesungen über philosophische Encyclopädie. Piatos Intention innerste die Avelcher HauptAverke . durfte in seiner berühmten ßecension sagen. BöCKH. entstandene Hermeneutik nur in einer Wirkung gab ihi" vor allem ein Schüler Schleiermachers aus der Halleschen Zeit.200 Wilhelm Dilthev. In der Erfassung dieses kunstmässig gehildeten Zusammenhangs entsteht nach Schleiermacher erst das wirkliche Verständnis Piatos. weniger erheblich. der Auslegung. Mit solcher philologischen Virtuosität verband sich nun aber in Schleiernlachers Geiste zum ersten Male ein geniales philoso- phisches Vermögen. Ich hebe aus Schleiermachers Hermeneutik die Sätze heraus. von welchen mir die weitere EntAvicklung abzuhängen scheint. : . der Leetüre des EENESTl'schen Interpres bildete Schleiermacher im Herbst 1804 den ersten Entwurf derselben aus. Avelcher sich über das ganze Leben erstreckt und auf jede Art von Rede und Schrift beDie Analyse des Verstehens ist sonach die Grundlage füizieht. Dieselbe kann aber nur in VerRegelgebung die bindung mit der Analyse der Production schriftstellerischer Werke vollzogen werden. im Verhältnis zu diesem ist die Feststellung der chronologischen Ahfolge seiner Werke. dentalphilosophie.

vermag er sich herbeizuführen. am man Grenzen aller Auslegung. die Genieiuschaftlichkeit der 201 für ^vi^(l Menschen nntereinander Rede Hier können die formelhaften Ausweiter aufgeklärt werden. und Urhebers. ästhetischer und sachlicher Literpretation. grannnatisches. welche hier die genannten logischen Operationen und ihre Verbindungen annehmen. Fasst man nun die logische Seite dieses Vorganges ins Auge. . Inhier auf die dividuum est inett'abile. zelnen Werkes zu Geistesart und Entwicklung seines gungskunst geltend. wie SchleierDiese Unterscheiwird von iliiii verworfen.Die Entstehung der Hermeneutik. sie vollzieht ihre Aufgabe innner nur bis zu einem l)estimmten Grade: so bleibt alles Verstehen immer nur relativ und kann nie vollendet werden. besteht diese logische Seite des Verstehens also im Zusammenwirken von Induction. und verstanden Werkes bindungen des Ganzen das schon Einzelnen des doch setzt das volle Verständnis des einVerhältnis Dieser Cirkel wiederholt sich in dem voraus. Ausleger seine eigene Lebendigkeit gleichsam probierend in ein hivon hier aus momentan die einen Seelenvorgänge zu betonen und zu verstärken. schiedenheiten der Personen von und Verständnis erniögiicht. Theoretisch triftt Literaturgattung. Die Zergliederung des Auslegungsvorgangs in grammatischer. Hier macht sich nun die centrale Schwierigkeit aller Ausle- und deren Verwerden. ein so wird in ihm aus nur relativ bestimmten einzelnen Zeichen gramvorhandenen Zusammenhang unter l)eständiger Mitwirkung des inatischen. logischen und historischen Wissens erkannt. Anwendung allgemeinerer Wahrheiten auf den besonderen Fall und vergleichendem Verfahren. In unserer logischen Terminologie ausgedrückt. macher sie vorfand sachliches historisches. Alle psychologisch Schleiermachers drücke nicht durch (|ualitative Verletztlich sind individuellen Unterschiede sondern nur durch Gradeinander. dungen bezeichnen nur. und in mir andere Beispiele desselben Verfahrens vor. dass . historischer. soll Aus den einzelnen AVorten das Ganze eines er kehrt ebenso zurück im Verhältnis dieses Einzelwerks zu seiner Diese Schwierigkeit hat Schleiermacher prakin der Einleitung zum platonischen Staat aufschönsten tisch seiner exegetischen Vorlesungen liegen Nachschriften gelöst. die anderen zurücktreten zu lassen und so eine Nachbildung fremden Leliens in storisches Milieu versetzt. Die nähere Aufgabe wäre die Feststellung der besonderen Formen. Indem nun al)er der unterschiede ihrer Seelenvorgänge bedingt.

als er sich selber verstanden hat. besser zu verstehen. Grundlegend ist seine Lehre von der äusseren und inneren Form. Aber jenseits dieses praktischen Nutzens für das Geschäft der Auslegung selber scheint mir eine zweite und die Hauptaufgabe darin zu liegen: sie soll gegenüber dem beständigen Einbruch romantischer Willkür.und skeptischer Subjectivität in das Gebiet der Geschichte die AUgemeingiltigkeit der Interpretation theoretisch begründen. V. von ihr. A. ästhetisclies Wissen da sein müssen. Die grammatische Auslegung und geht im Text von Verbindung zu Verbindung bis zu den höchsten Verknüpfungen im Ganzen des Werkes. wenn die Auslegung beAber der ginnt. Logik und Methodenlehre der Geisteswissenschaften.202 Wilhelm Dilthey: Die Entstehung der Henneneutik. AVolf mit Recht nicht hoch angeschlagen werden. wird diese Lehre von der in Interpretation ein wichtiges Verbindungsglied zwischen der Philo. von Fr. und besonders tiefsinnig sind die Ansätze zu einer allgemeinen Theorie der literarischen Produktion. den Autor Ein Satz. Auf- genommen den Zusammenhang von Erkenntnistheorie. Wii'd die philologische Interpretation in der Hermeneutik sich ihres Verfahrens und ihrer Eechtsgründe bewusst. und sie schreitet vorwärts zur äusseren und inneren Form des Werkes. verglichen mit der lebendigen Uebung. welcher die notwendige Consequenz der Lehre von dem unbewussteu Das letzte Ziel des Schaffen ist. in welcher das Organon der liiteratui-geschichte liegen würde. nun der Punkt erreicht. so mag der praktische Nutzen einer solchen Disciplin. Ziehen wir die Summe. von welchem aus Schleier- macher meisterhaft die Regeln der Auslegungskunst entwickelt. und auf jeden Act derselben einwirken können. Die psychologische Aus- legung geht von der Versetzung in den schöpferischen inneren Vorgang aus. Verstehen wh'd nur Sprachdenkmalen gegenüber zu einer Auslegung. sophie teil und den geschichtlichen AVissenschaften der Grundlegung der Geisteswissenschaften. die in der Erkenntnis einer geistigen Schöpfung aus Sprachzeicben enthalten sind. hermeneutischen Verfahrens ist. welche AUgemeingiltigkeit erreicht. auf welcher alle Sicherheit der Geschichte beruht. ein Hauptbestand- .aber weiter zur Erfassung der Einheit der Werke in Geistesart ist Hiemit und Entwicklung ihi-es Urhebers. in die zwei Seiten ^'organg der Auslegung selber kann sich nur zerlegen lassen.

Von E. Tliätig- . Zeller.Ueber den Einfluss des Gefühls auf die keit der Phantasie.

.

das andere eine l)losse Vorstellung.oder Phantasiebild dem eines von uns wahrgenommenen Gegenstandes noch so ähnlich sein.205 Unter dem pflegt Namen der Phantasie oder der Einbildungskraft sich man alle die Vorstellungsthätigkeiten zusammenzufassen. unmittelbar durch die Dinge und Vorgänge. welche ihrer Form nach den durch die äussere und innere AVahrnehmung gewonnenen gleichartig sind. wie diese. jenem schreiben wir eine thatsächliche. von diesem sind wir uns bewusst. sondern aus uns selbst. in Vorstellungen. begnügen. so wie sich diese dem anschauenden Subjekt darstellt. dass sie nicht aus der gegenwärtigen Einwirkung realer Vorgänge hervorgehen weder aus der durch unsere Sinneswerkzeuge vermittelten Einwirkung der Aus- Von senwelt auf unsere Vorstellungsthätigkeit. jener Einwirkung die Wahrnehmungsbilder. Erinnerungs. Phantasie liefert uns ebenso wie die Wahrnehmung Bilder einzelner wie Dinge und Vorgänge. das AVirkliche in seinem objektiven AVesen und Zusammenhang zu verstehen suchen. welche weder der AVahrnehmung noch dem Denken zutheilen lassen. inneren Sinnes. und machen desshalb Mag ein auf uns nicht den gleichen Eindruck objektiver Realität. weil sie sich nicht in Begriffen bewegen. aber diese Bilder entstehen uns nicht. Aussagen unseres Selbstbewusstseins zurückzuführen haben. des sog. auf welche wir die die Wahrnehmungen . noch aus der Rückwirkung psychischer Vorgänge. wenn wir diese einem anderen Gegenstand zu- Das eine . so wissen wir doch bei wachem und normalem Bewusstsein zwischen beiden wohl zu unterscheiden. von unserem Vorstellen unabhängige Wirklichkeit zu. : jener unterscheiden sie sich dadm'ch. dass es nur in unserer Vorstellung vorhanden ist und sofort verschwindet. weil sie nicht. Als Denkthätigkeiten lassen sie sich nicht betrachten. welche die äusseren Wahrnehmungen hervorruft. nennen wir eine Wahrnehmung. son- dern in Bildern. sondern sich mit der Vergegenwärtigung seiner Erscheinung. und nur durch die Art ihrer Entstehung und die von Die dieser bedingten Eigenthümlichkeiten sich von ihr scheiden.

als er sich gezeigt hat. leistet. dass tischen oder praktischen Bedürfnisses. nicht solches niss des Erkennens als Ihren die Erkenntniss der Wirklichkeit das Ziel. dass dieselben von unsern Gefühlen und Stimmungen einen stärkeren Einfiuss erfahren als AVahrnehmung und das Denken. durch die blosse Neugierde. ihn so und so zu finden aber wenn diese Erwartung getäuscht wird. die sie. das Unerwiesene für erwiesen. so ist doch nicht das BedürfErkenntnissthätigkeit unserer das Motiv ihrer Thätigkeit. so Gegenstand in der Erwartung. und so auch die Vorstellungsakte. und in ihrer höchsten Entwicklung durch die Freude am Erkennen als solche und das aus ihr entspringende Bedürfniss des Erkennens angeregt wird. methodisch geleitet. oder mag u. hervorgerufen sein. mit einem anderen Inhalt erfüllen. Diess Freude am Sehen und Hören aber Gefühlszustände. Auch diese sind allerdings nicht unabhängig von ihnen und sie können es nicht sein. sie zu benützen oder sich vor ihnen zu die schützen. einen quälenden berechtigt und lebhaft so noch Wunsch jener mag zu lösen. Diese Subjektivität der Phantasietliätigkeit und der aus ihr entspringenden Vorstellungen bringt es nun mit sich. mag nun dieser selbst durch das praktische Bedürfniss. soweit er psychischer Natur ist. Gefühlen abhängig gemacht sind. Aber wenn auch gewisse Gefühle eine psychische Bedingung dieser Vorstellungsthätigkeiten dürfen die letzteren doch in der Ai-t ihrer ihrer Ergebnisse nicht von jenen Beschaffenheit Vollziehung und der Man beobachtet vielleicht einen werden. deren es bedarf.ein Nothwendiges zu halten. aber die Aufmerksamkeit. das verhält Anders und Gewünschte fiü. sie alles sind Noch augenscheinlicher ist es bei durch das Gefühl eines theoreimmer der Denkthätigkeit. dem sie zustrebt. Denn alle Geistesthätigkeiten. Erwartete leichter zu nehmen. entspringt aus dem Wunsche die Dinge kennen zu lernen. Unsere äusseren Wahrnehmungen werden uns freilich zunächst von aussenher aufgedrungen. die erhalten den Anstoss zu ihrem Hervortreten. Aber lassen. und wichtig So es sich in dieser Beziehung mit der Phantasie. darf man sich nicht einreden. eine Zweifel seines Wissens dadurch auszufüllen. er s. w. eine auch die Dienste sind. er sich anders gezeigt habe.206 E. Man unter- nimmt Lücke Untersuchung mit dem Wunsch und der Absicht. sein: man darf sich durch denselben doch nicht verleiten Schlüsse der Bündigkeit der es mit der Prüfung der Thatsachen. unentbehrlich . von gewissen Gefühlen. um die Sinnesempfindungen scharf aufzufassen und zu deutlichen Bildern zu verknüpfen. Zeller: wenden. dass .

Zustände und Bedürfnisse auf seinen Inhalt und Verlauf gewinnen. Thätigkeit begründet. Von den auf's Erkennen gerichteten weist diess die Erkenntnisstheorie nach. Sie kann diese Elemente in neue Verbindungen bringen. Je deutlicher und je lebhafter eine AVahrnehmung ist. um so fester prägt sie sich dem Gedächtniss ein. ihre Grösse. so beim Gedächtniss viduellen massgebend in Betracht. AVenn nämlich das Gedächt- im allgemeinen ebenso wie die Gewöhnung und Hebung auf derselben dem Gesetze sie ist beruht. bilden. deuthcher und lebendiger sie seit demselben erneuert worden ist. 207 stärksten Antrieb l)ildet vielnielir der Genuss. ihre Wirkungsart ändern. Die erste Thätigkeit der Phantasie und die Bedingung aller andern ist daher das Bewahren und AV^iedererzeugen der ursprünglich durch die innere und äussere bringen. Auch die kühnste erfinderischeste Phantasie kann ihre Erzeugnisse nicht aus dem Nichts schaffen. wii'd vergessen. reproduktive Phantasie oder das die erste Form i derselben s s. Je länger eine Vorstellung in unserem Gedächtniss geruht hat. und je freier sich dieses um so stärker ist der Eintiuss. aber sie kann nichts absolut. je kürzere Zeit dagegen ihrem ersten Auftreten verflossen. verliert sich in seit treuer wird sie bewahrt. der inneren und äusseren AVahrnehmung zu verdanken. von der Phantasiethätigkeit liegt es am und Tage und wird von keinei" Seite bestritten. Alle unsere Vorstellungsthätigkeiten haben ihren Stoff in letzter Beziehung der Erfahrung.Ueber den Einfluss des Gefühls auf die Thätigkeit der Phantasie. die sog. die ihr schon vorher bekannt sind. Gedächtn Schon hier niss zeigt sich aber der Einfluss der Gefühle auf die Vorstellungsthätigkeit sehr l)edeutend. gestaltet. sondern nur aus Elementen. Bei allen diesen A^orgängen spielen aber die Gefühle. deren A'orstellungen verknüpft um und mannigfaltiger sie mit anso leichter und häufiger wird man diucli diese an sie erinnert. je öfter. dass jede psychische Thätigkeit. Je fester ist. den sul)jektive Stimmungen. kein Gebilde hervor- nicht aus Stoffen und nach Analogieen aufgebaut Erfahrung entnommen sind. den das Spiel der Vorstellungen durch sich selbst gewährt. Ich will diess an den Hauptformen der Phantasiethätigkeit näher nachweisen. Aväre. um so leichter verschmilzt sie mit als sie.neues. die sich mit den Ijctreffenden A^orstellunffen vei- . ihre Beschaffenheit. um so länger und — abgesehen von Begabung — drei Punkte kommen für die Stärke dieser Disposition der Verschiedenheit der indi- andern. das die der AVahrnehmung gegebenen Vorstellungen. je intensiver eine Disposition zur AViederholung um so mehr.

weil es keinen Reiz für uns hat uns mit jenem zu beschäftigen. Schon zur Deutlichkeit unserer Wahrnehmungen trägt. Alle nöthigen uns. ob ihr Bild im Gedächtniss haftet oder mit den Eindrücken. das ein Interesse. aus Menschenliebe und Pflicht- treue oder aus Eitelkeit.208 knüpfen. das es uns eintlösst. unsere Dieses Interesse kann (^redanken immer wieder hingelenkt werden. die Menschen und die . durch die es hervorgerufen wurde. Gewännsucht. gegen unseren Willen. an die Gegenstände. und sie gerade ist es. Ehrgeiz. was unsere Erinnerungen dem Gedächtniss am festesten einprägt. verbundenen Gefühle dasjenige sind. mit einemmal unsere Blicke auf sich ziehen und sich unserer Er- innerung fest einprägen können. eine sehr wichtige. sehr viel bei. von lässt. Häufigkeit oder Seltenheit ihres t W Auch e für die f t r e- i d e r a u e n s ist der Gefühlswerth. wie Gegenstände auf die wir sonst nicht achten und an die Avir nie wieder denken würden. aus der Freude am Schönen : oder dem Schwelgen im wenn sie Hässlichen. mit einem für uns merkwürdigen Vorgang. so bald sich angenehme oder un- angenehme Gefühle von einiger Stärke mit ihrem Bilde verknüpfen. welche unser Gefühl ihm Ijeilegt. E. sobald wir Anlass haben. Herrschsucht. während auf dieses durch das Interesse. der Hoffnung und der Furcht. denn erst durch sie werden diesell)en in den Zusammenhang unseres persönlichen Lebens aufgenommen. einen Gefühlswerth für uns hat. wie bereits bemerkt wurde. aus w-as für Motiven und Bestrebungen sie auch entsprungen sein mögen aus der Wissbegierde des Forschers oder aus der Neugierde des Klatschsüchtigen. sie mit etwas. Jedermann weiss. die wir vielleicht schon lange Zeit unbeachtet gelassen haben. diese Gefühle. was uns in irgend tiefer geht desshalb in unseren dauernden inneren Besitz über. Xur in der Stärke der sie begleitenden Gefühle besteht ferner die Lebhaftigk von der eit der Wahrnehmungen . erregt. Ja dass gerade diese mit ihnen man Avird mit der Annahme nicht fehlgehen. weil unsere Aufmerksamkeit dadurch erregt und geschärft wird. das Interesse. entschei- dendem in Einfluss. wird ihnen eine individuelle Bedeutung für uns gegeben. von der verschiedensten Art sein: Gefühle des Wohlgefallens und solche des Alissfallens. einer bedeutenden oder uns nahestehenden Person in Verbindung zu bringen. den sie für uns haben. aus dem Bewusstsein verschwindet. Zeller: nicht selten die entscheidende Rolle. Was uns gleichgültig wdrd gerade desshalb einer Richtung der Regel schnell vergessen. oft nur stark genug sind. es vorzugsweise abhängt. die Bedeutung. der Liebe und des Hasses. das ihr Gegenstand für uns hat.

und sie frischen dadurch die Erinnerungen an dieselben immer wieder auf und gehen ihr niclit selten eine Dauer. der stark genug war. in dem uns dieses Verhältniss schon bekannt ist. der buchstabiren und zählen gelernt hat. hat dieselbe doch für uns nur in dem Masse Bedeutung. das sich durch seine Rückwirkung Zahllose auf unser Gefühl in unser Gedächtniss eingegraben hat. die man sich von diesem gebildet hat. um mit dem des Ortes. Mit der Erinnerung an schmerzliche oder erfreuhche. 209 Vorgänge zu denken. der ihm ähnlich ist. und daher jede auf die andere als Welche Vorstellungen nun bei Jemand gekommen sind. nur desshalb. sondern jede nur mit der andern zusammen gedacht wird. ein Gegenstand an einen andern. die uns selbst lästig ist und unser inneres Gleichgewicht stört. die 4 nur den an die 5. wo sich die Association zweier Vorstellungen auf ihr objektives Verhältniss gründet. mancherlei erlebt. Aber von allen diesen Erlebnissen und Begegnungen treten uns nur wenige beim An])lick des Ortes ihre Ergänzung hinweist. der sogenannten I d e e n a s s o c i ation. einen Ort. der V)ei dem einen derselben an den andern zu denken gewöhnt ist. worin 'der erste mit dem zweiten übereinkommt. die den Gedanken an ihm Wir kommen etwa an begleiten. wenn auch noch so nebensächliche Theile eines Bildes sind. Sigwait-Festschrift. Alle die Gesetze der Ideenassociation. hängt von seinem früheren Vorstellungsverlauf und allen ihn bedingenden Umständen ab. die für sich genommen unsere Aufmerksamkeit kaum auf ^) Denn auch in dem Fall. an dem sie sich vollzogen haben. je fester diese Verbindung geworden ist^). Ver- wandte oder entgegengesetzte oder Correlatbegriife erinnern nur den an einander. einen Theil der Vorstellung ausmachen. das wir dem Gegenstand entgegenbringen. dauernd zu verknüpfen. weil nämlich in derselben sie bei keine der beiden Vorstellungen vereinzelt. 14 . Dinge. weil die Züge. weil nur sie auf uns einen Eindruck gemacht ihr Bild haben. ernste oder heitere Vorfälle verbindet sich oft die an ganz unerhebliche Nebenumstände nur desshalb. und dass sie um so geeigneter sind an einander zu erinnern. mit einander in Verbindung Avieder vor die Seele. die Stärke der Gefühle. manche Menschen kennen gelernt haben. weil sie Tlieile. in dem wir vor Jahren verweilt. Und das gleiche gilt auch von der Ver- knüpfung der Vorstellungen.Ueber den Einfluss des Gefühls auf die Thätigkeit der Phantasie. lassen sich schliesslich auf das eine zurück- führen: dass zwei Vorstellungen dann an einander erinnern. Dagegen hat auf die Festigkeit und Dauer einer solchen Verbindung neben anderem auch das Interesse. an die sie sich heften. welche die Psychologie aufzuzählen pflegt. Avenn ihrem früheren Vorkommen mit einander verbunden gewesen sind. das A nur den an das B. einen massgebenden Eintluss.

am stärksten und viel- fachsten verknüpft worden Allein diess hiesse eine verwickelte Erscheinung allzu einfach. so dass wir durch sie an diese an ist sie so. nach Ursprung und Inhalt ungleichartiger Erinnerungsbilder entstehen neue Gebilde im Traum. sobald es gelingt. den sie daals wesentliche Bestandtheile einzureihen. durch das Zusammenlliessen verschiedener. verknÜ2)ft sie mit den übrigen Theilen der Yorstellungsreihe. im Delirium. wie vorzugsweise Frauen eigen kommt es wohl vor. haften fest in der Erinnerung. dass sie in der Zukunft zur Verwirklichung ge- Man könnte nun vielleicht geneigt sein. so auch an ihrer Association und ihrem durch diese bedingten Wiederaufleben auf's wesentlichste betheihgt. an. — allein Noch unmittelbarer wirken SjDiel der die Gefühlszustände auf jenes freie Menschen. sie einem grösseren Zusammenhang Der Werth. ist. sind nicht blos Erzeugnisse des vorstellenden Subjekts. erhalten diese den Schein gegenwärtiger Realität. mit denen scheinend so sie durch den bisherigen Vorstellungsverlauf ist. einen psychischen Vorgang allzu mechanisch erklären. Geistesleben überhaupt der Antheil des Gefühls an ihrem Bei grosser Innigkeit der Empfindung. welche unsere Phantasie erfüllen. dass im hohen Alter die durch Gefühle befestigten Erinnerungen — das. Spiel der Phantasie für nichts weiter als eine Folge der Ideenassociation zu halten. dieses ganze. allerdings aber in sehr verschiedenem Masse. sich alle Phantasie dem Gedächtniss aufbewahrten Vorstellungsvorrath entnommen sein können. an- freie. mit der sie sich uns einprägen und uns erinnert werden. oder auch langen. dem wachen Bewusstsein sind sie nur als Vorstellungen gegenwärtig. Irgend eine Veranlassung erweckt gewisse Vorstellungen. wenn man auch vielleicht wünscht und hofft. che zunächst nur dem im ein. sondern auch im wachen Zustande zeitweise überlassen. und durch diese Der Gefühlswerth unserer Vorstellungen wie an der Stärke. in dem jede Vorstellung oder Vorstellungsgruppe diejenigen hervorruft. in denen das Bewusstsein aufgehoben oder stark verdunkelt ist. Die Bilder. durch füi' uns erhalten. während alle andern allmählich versinken. überhaupt in allen den Zuständen. einen Process. . fortwährend beschäftigen. bald vollständiger bald fragmentarischer auftretend. je stärker ist.210 sich ziehen E. Zeller: und desshalb bakl vergessen würden. an diese schliessen sich andere und wieder andere. füi-chtet. sondern sie wir- . nicht allein im Traume. Die Bedeutung dieses Moments ist aber bei den Einzelnen natürlich um sie -so grösser. sich was wir das Gedächtniss des Herzens nennen können noch erhalten.

w. die wieder in Phantasiebildern und auf den Vorstellungsverlauf als solchen beschränken. so wirken sie ihrerseits uns solche Bilder. und wenn es möglich wäre sprechen. welche sich in den verschiedensten Formen. und allmählich dass es dass es uns nicht oder nur mit Anstrengung gelingt. bezeichnen der Phantasie gerade dann. der Habsüchtige von gewinnbringenden Geschäften. gerade im freien Spiel der Phantasie. um sich vor der Zer- streuung zu bewahren. was unser Interesse in der einen oder der anderen Richtung auf sich das reizt uns ebendamit. ihre Wünsche. geben den Anstoss zu Gegenwirkungen. der der liinnulischen Herrlichkeit. aber hier auf diejenigen von ihnen. wenn sie den Dienst einer liestimmten künstlerischen. oder ein Uebel erscheint. nur um so sicherer die Gegenstände. als Gefühle. der Genussmensch von Vergnügungen. bestehen. das hängt nicht blos von dem bisherigen Gang und Inhalt unseres Yorstellens ab. der Thatendurstige von Kämpfen. mit Avas jeder seine müssigen Stunden verträumt und 14* . daran zu denken. ihre Neigungen und Abneigungen. der Furchtsame von Gefahren. wissenschaftlichen oder praktischen Aufgabe stellt. der Hierarch von Ketzerverfolgung. äussern können. der A^erliebte von dem Gegenstand seiner Neigung. der Fromme von Techniker von Ertindungen. HoÖhungen und Befürchtungen. auf diese zurück: unsere Phantasie zeigt EmWie unsere Gefühle von unsern Vorstellungen erregt werden. AVas für Bilder unsere Phantasie uns vorführt und in welcher Richtung sie dieselben weiter verfolgt und gestaltet. Der Ehrgeizige träumt im Schlafe und noch viel mehr im AVachen von Auszeichnungen und Erfolgen. in dem sie sich mit ihnen beschäftigen soll. nicht so unabhängig von dem ül)rigen Seelenleben. unsere Gedanken bei anderem festzuhalten. Gedanken u. AVollen wir uns AVillensakte. die Affekte. AVas uns als ein Gut zieht. mit denen. und dieser Reiz kann zu einem so starken psychoh)gischen Zwang anwachsen. Die Stimmungen. und sich nicht in den Sinn. s.Ueber den Einfluss des Gefühls auf die Thätigkeit der Phantasie. 211 ken auch auf seine Thätigkeit zurück. diese si^iegelt sich in festzustellen. die Leidenschaften der Menschen. dass wir dieses für seine Erklärung bei Seite lassen dürften. wie sie unserer jeweiligen Stimmung und Gemüthslage entjenen ab. so ist doch auch er. der Forscher von wissenschaftlichen Entdeckungen. der Herrschsüchtige von Eroberungen. einer strengen Selbstzucht l)edarf. der Leute von lebhafter Phantasie und ptindung bei unkräftigem AVillen oft rettungslos anheimfallen. sondern sich in freiem Spiel ergeht. sondern es ist durch unseren ganzen inneren Zustand und Charakter wesentlich mitbestimmt.

als die Gleichartigkeit des Eindrucks. B. durch Töne zu bezeichnen. welche unsere Phantasie anschei- nend ziellos erzeugt. weil die Gestalten. . alle Sprachbildung (denn die Möganderes als Zeichen der Vorstellungen) und bei derselben nicht durch's Gehör von lichkeit. gebrauchen. nicht nm. als welche sie sich uns Repräsentanten der menschlichen Natur und einzelner Menschenund klassen sind. die von sinnfür körperhchen.unsere augenlilickliche Stimmung. symbolische ist. Ideenassociation Wie man daher von rakters. sondern auch unsere ganze Empfindungsweise zum Ausdruck kommt. entlehnt Hchen Anschauungen Wurzeln durch unablässige Aenderung und Erweiterung der Bedeutung der AVörter eine unerschöpfliche Fülle sprachhcher Bezeichnungen abzuleiten. man mit dem gleichen Rechte von einer Association der Gefühle gegenseitig mit den Vorstellungen sprechen. und in den Bildern.Kenntniss seines ganzen könnte so si^richt. zu den höchsten Leistungen unserer Phantasie hinauf verDie Bilder. desshalb. Zustände Allgedieses aber sie Weil Schicksale zur Anschauung bringen. Und die Bedeutung der bei dieser ganzen Bildersprache entscheidet über mit dem durch Aehnlichkeit Bilder sehr oft weniger ihre sachliche mehr als sie bezeichneten. greifende die über ihren ursprünghchen Sinn werden. für Vorstellungsinhalte und Entlehnung in sie hineinUebertragung hinausgehen. welche sie uns vergegenwärtigt. allgemein menschliche Charakterzüge. der durch sie erregten Gefühle. In Bildern. Diese symbolisirende Phantasiethätigkeit ist für das Bedeutung. Wahrgenommenes und zum freien sondern sie erhalten auch sie uns zu Zeichen oder Symbolen indem Bedeutung. bewegt sich. die von kleinen Anzahl von einer aus sind. den beide hervorl)ringen. deren Bedeutung eine uneigentherkömmliche und nicht liche. die Sprache des Dichters und grossentheils auch die des Redners. erst diu'ch Spiel eine weiter- gelegt werden. dienen nicht zur Erinnerung an früher der Vorstellungen. neben den Typen. so erhielte man dadurch Chaeinen höchst werthvollen Beitrag zur. infolge deren sie sich hervorrufen. Einen symbolischen Charakter hat a])er alle Poesie und alle Kunst überhaupt auch Einzelwesen. Auf geistige Leben des Menschen von unabsehbarer sind nichts Worte die ihr beruht z. über die metaphorisch empfundene Redeweise hinausgehend. die sie schafi't.9^9 E. worden uns vernommen Begrifie solche. allgemeine zugleich immer darstellen. Der gleiche Zusammenhang lässt sich aber auch noch weiter und blos bis folgen. Zeller welchen Theil seiner Zeit er so zubringt. was Vorgänge Ausdrücke zu geistige für ist.

verkörpert in ihnen macht sie zu Repräsentanten von allem. die ihm zunächst als Aber er legt sie seiner Meinung nach haben müssen. Sie belehren nicht. durch sie besonders rein und kräftig hervorgerufen werden. diese das Ziel der Glaubensvorstellungen ligiösen Gefühls so beweist diess. Kräfte und Eigenschaften bei. rühren. kann es durch sie nicht direkt ausgesprochen. Die Wesen. dass die Phantasie. sondern sie ist. diess freilich in der allgemeinen Unfähigkeit begründet. Dass die Älächte. Und ähnliches lässt im Dienste des resich noch in vielen . meist in menschlicher Gestalt. welche diese Vorstellungen erzeugt. und er hebt sie dadiu-ch um so höher. was er für sich von ihnen erwartet. treten Einzelwesen. ihre Wege Gemüth sich der vorgezeichnet worden sind. sondern nur dadurch angedeutet werden. entgegen. sich mit der Mythologie und den vielen aus ihr entsprungenen oder analog gebildeten Vorstellungsgruppen. nicht ein sondern ein noc^ebK Die „Idee" einer Dichtung in einem Lehrsatz zu suchen. Inhalt des Götterglaubens richtet sich durchaus nach den Bedürf- deren Befriedigung man von den Göttern intellektuelle.Ueber den Eiufluss des (iefühls auf nieiiigültige die Thätigkeit der Phantasie. wenn jenes ist. um ihm selbst das zu leisten.aber an den Erzählungen über die Götter mehr das in's Auge fassen. unter Umständen auch von dem. : diese Erzählungen geschaffen hat. was ihm Bewunderung. Ihre nächste AVirkung [xccd-ziv. die alle gleichartigen Fälle hervorrufen. von dem menschlichen von denen ist Mensch abhängig findet. kündigt sich einem Gefühl an. nissen. welche sie hineingelegt wird seine eigenen Ziele sich veredeln seine Ideale. steht. war verAehnlich verhält es fehlt ihre Idee liegt in ihrer Wirkung. dass der Phantasie. Mögen wii. dass die Gefühle. sich die Ki'äfte. deren AVirkungen man erfährt oder zu erfahren glaubt. seien nun physische. . was sie für das religiöse Leben was bei höherer Entwicklung in ursprünglich bedeuten. wie nach Aristoteles die der Mysterien. menschenähnlich gedacht werden. erheitern. was ihm Schrecken und Angst eintiösst. 213 nur im Einzelnen und scheinbar Zufälligen zum Ausdruck bringen. von deren Gunst er Schutz gegen Gefahren und Güter jeder Art erhofft. moralische oder al)er in Jedes Bedürfniss die Quelle. anders als nach Analogie des menschlichen Willens vorzustellen. oder das immer zeigt es sich. begeistern. deren Ungnade er durch Opfer : und Sühnungen abzuwenden ihnen alle die sich bemüht. von denen sich der Mensch abhängig fühlt. je mehr und erweitern. erfreuen. diess Aber der nähere erAvartet. der Mensch seine Götter nach seinem Bilde schaÖ't. und jede Befriedigung des- selben ruft gewisse Gefühle hervor.

in einer zweiten. ihm Wirklichkeit beizulegen. lebenslängliche Gewöhnung. weil man eben die AVahrnehmung von der blossen Einbildung und vom Traume an diesem Merkmal. Geh erden und Handlungen erwartet. . die an das Erwartete vielleicht erinnern. aber gerade wegen der Betheiligung des Gefühls an ihrer Erzeugung sind die Grenzen der beiden Welten. aber nicht das geringste dazu beitragen können es herbeizuführen. um so geneigter ist man. seine Befürchtungen. reale AVirkungen von Vorgängen. seine Wünsche. wo nur eine subjektive Ideen association vorliegt. den ein Phantasiebild macht. dass sie in zahllosen Fällen zu etwas so unl)ezweifeltem und unantastharem wird. wird sich auch die Ueberzeugung einstellen. Je lebhafter der Eindruck ist. Mnd auch an Erzählungen. Mag ein solcher Glaube den Thatsachen der Erfahrung noch wenn der AVunsch. wird der Einfluss. dass man einen objektiven Causalzusammenhang annimmt. So gross ist bei den meisten die Macht der Gefühle ül)er ihre lebhaft genug ist. dass er wahr so handgreiflich widersprechen : sei. des subjektiven Ursprungs und Charakters der Phan- vollkommen bewusst ist. verbirgt sich dem Bewusst- sein auf niedrigerer Entwicklungsstufe zwar nicht gänzlich. Zeller: Wo immer seine Bedürfnisse. was die Wirklichkeit versagt. hang mit anderweitigen Interessen und Vorurtheilen befestigt begreift . vielleicht auch durch ihren Zusammenwelt. seine Erfahrungen dem Menschen die Schranken seines Wissens und Könnens fühlhar machen. an Astrologie und Orakel. die sie bestätigen. E. ist alsbald die Phantasie am AVerke. Worten. wo keine Selbsttäuschung dieser Art olnvaltet. an die Wirkungen der überlieferten Kultushandlungen. nur satz zu geben. Phantasie Auch da wo man sich jasiebilder aber. Wird vollends die Ueberzeugung von der Realität eines von der Phantasie geschaffenen Bildes oder einer von ihr hergestellten Combination durch unvordenkliche Ueb erlieferung.214 Fällen wahrnehmen. in dem vorstellenden Geiste Dasein hat. wie es der Glaube an die Götter des eigenen Volkes. so man. selljstgeschaffenen Welt ErDass die letztere nur aus Bildern besteht. der wirklichen und der Phantasienoch ganz unsichere und Hiessende. welchen die Gefühl szustände auf dieselben ausüben. zu unterscheiden gewohnt ist. allgemeine Uebereinstimmung. der schliess- immer wieder darauf zurückkommt. an lich alle den tausendfältigen Aberglauben zu sein pflegt. sie zu überspringen und für das. dadurch nicht aufgehoben. an der Stärke des Eindrucks. wird es nicht fehlen. Gebete und Beschwörungen.

welche zu ihr hintreibt. welchen diese anlegen. Ebenso kann nur die Freude an bestimmten Stoffen und einer bestimmten Art ihrer Behandlung den Einzelnen veranlassen. an die sie ajjpelliren. erst durch die Gefühle. wenn der Versuch gemacht wird. ohne Eingebung Da nämlich alles.warum es ilim so gefiel wenn es ihm anders gefallen hätte. Ghne Begeisterung gibt es keinen Dichter oder Künstler.Ueber den Einfluss des Gefühls auf die Thätigkeit der Phantasie. s. Freilieit. das entscheidende Wort spricht l)ei Und dabei bleibt es seinem Verfahren sein ästhetisches Gefühl. In welchem Sinne diess aber geschieht. wenn man genauer zusieht. der gute Geschnuick. die es in uns hervorruft. einen beliebigen Inhalt stellung zu bringen. und je kräftiger und beharrlicher diese Thätigkeit ist. das ästhetische Gefühl. die Phantasie in ihrer schöpferischen Thätigkeit durch Kunstregeln und Theorieen zu leiten. Wahrnehmungen und unsere Schlüsse nicht sondern weil wir müssen. sich mit ihnen zu beschäftigen. finden wir uns durch die Im BeobSache gebunden: wollen. nur sagen können: gefallen. um so stärker muss auch der innere Drang sein. 215 kann was Gegenstand unserer Vorstellung werden bemerkt wurde). würde er es anders gemacht hal)en. so setzt jede schöpferische Phantasiethätigkeit eine l)estimmte Gemüthslage und Stimmung voraus. die Uebereinstimnnmg eines Werkes mit dem. dass dieses Gefühl durch dass die die Theorie über selbst aufgeklärt werde. des Erfinders. den verstandesmässigeren Thätigkeiten des Staatsmanns u. Künstler . mehr als bei jeder an- deren Vorstellungsthätigkeit achten wie im Denken wir glauben an unsere weil wir vom subjektiven Gefühl ab. uns anzieht oder abstösst. aus dem sie entspringt. : Der jNfassstab. eine persönliche Bedeutung für uns erhält. wird die den sie Phantasie nur dann den Beistand leihen. So nothwendig sicli es aber auch ist. die letzte Instanz. f. mögen uns nun unsere Die dichtende Phantasie hat die in beliebigen Formen zur Dardieser Freiheit den reichsie Ergebnisse gefallen oder nicht. ist doch immer. . lichsten Gebrauch. auch dann. wenn ein lebendiges Gefühl für die Bedeutung der Sache sie befeuert. und sie macht von Was Form es veranlasst Inhalt und in dieser darzustellen? Schliesslich wird dann aber gerade diesen man doch habe eben dem Darstellenden so am besten und mag man noch so gute Gründe dafür angel)en können. hängt bei der Phantasie eben desshalb. (wie sclion oben keinen Propheten. weil sie in ihrem Schaffen frei ist. uns als ein Gut oder ein Uebel erscheint. des Selbst Forschers. was von allen ästhetisch Gebildeten als schön anerkannt ist. für die Lösung ihrer Aufgaben von ihr erwarten.

ist es. Wirkung überträgt sich nicht mechanisch von ihm auf uns sie tritt vielmehr nur in der Art und dem Umfang ein. von dem Hässlichen und Disharmonischen sich abgestossen zu fühlen. was nicht in ihm selbst lebt. l)etrifi't die Art. was er nicht nach- zufühlen im Stande ist. AVie aber jener nichts wirksam darstellen kann. aneignen. welche er uns vorführt. so kann auch dieser nichts verstehen und geniessen. so zu gestalten. was er uns entgegenbringt. schön ein Diese hängt aber nicht blos von der objektiven Beschaffenheit der Dinge und den allgemeinen Bedingungen der sinnlichen Wahrnehmung ab. Zeller: Ueber den Einüuss des Gefühls auf die Thätigkeit etc. Die Schönheit. dass sie den von ihm beabsichtigten Eindruck rein und voll hervorrufen. den Gegenstand macht. und so wünschenswerth man in dieser Beziehung gerade in unserer Zeit eine Künstlerlogik. die Aufgabe dessen. durch methoclisclie Schulung ihrer Phantasie gewöhnt werden. dem Gefühl des Gefallens oder Missfallens. sich dieser Wirkung mit innerem Verständniss hinzugeben. das er hervorruft. sondern zugleich ganz wesentlich von der Empfänglichkeit. wie die Dinge uns erscheinen. nur an dem Schönen und Zusammenstimmenden Gefallen zu linden. der sein Werk anhört oder betrachtet. welche der Zweck aller künstlerischen Hervorbringung und der Gegenstand aller ästhetischen Beurtheilung ist. in dem wir mit unserer Phantasie nachschaffen und mit unserer Empfindung uns tische . .216 E. lässt sich doch immer nur an dem Eindruck erkennen. Seine ästhedie wir dem Gegenstand entgegenbringen. Die Aufgabe des Künstlers die Bilder. eine Anleitung zum folgerichtigen künstlerischen Denken finden möchte: was schön und was unist.

Von Heinrich Mai er.Logik und Erkenntnistlieorie. .

.

unwillkürliche Auftreten Das und das spontane Aufsuchen von Wahr. die man gewöhnlich unter der Bezeichnung des Denkens zusammen- fasst. nehmungen oder Vorstellungen. Diese bestinnntere Fassung ihrer Aufgabe hat guten Grund. 01)jekt der Es ist heute dass das primäre Logik dasjenige Denken ist. Hiedurch wird ein beträchtlicher Teil der Funktionen. die logische Untersuchung grundsätzlich unter den Gesichtspunkt der Methodenlehre zu stellen. eine ken unmittelbar im wissenschaftlichen Erkennen. greift tiefer. das logische Deneingeleitet. in den wissenschaftlichen IVIethoden aufzusuchen.219 Es ist in der heutigen Logik ttl)lifh geworden. die l)eal)sichtigte irgend welchem Zweck gewollte Auslösung von Gedankenreihen. Das war auch auf dem Boden der traditionellen Theorie möglich. tigkeit des wo der Ansi)ru( auf Allgemeingül- Gedachten auftaucht und das Px^wusstsein der Denknot- . zogen hat . die von einem Schüler Kant's oder Herbart's entworfen werden konnte. lässt sich in diesem Sinne eine Methodenlehre oder „angewandte" Logik anfügen. Die „Reform der Logik". das elementare Denken in die positiven "Wissenschaften einzuführen und die Anwendung der einfachen Denkformen in den letzteren zu verfolgen. das in Urteilsakten seinen Ausdruck tindet.Denk('n" 1)etrachten mag — das alles fällt in die prälogische Sphäre des Denkens. li Die logische Reflexion beginnt da.. das unbeherrschte Spiel des Ideenzu al)laufs und die willkürliche Reproduktion. die der diskursiven Gliederung sich entziehende Intuition. eine erfreuliche Einstimmigkeit darüber erreicht. und was man sonst noch als . Die Logik wird damit zu einer Lehre von den F o r m e n u n d Gesetzen des wissenschaftlichen Denkens. wenn es eine solche gibt. die sich in den letzten Jahrzehnten mit der voll- Sie hat Tradition gehrochen und Neubegründung der AVissenschaft auf anderem Fundament Ihr beherrschender Gedanke aber ist. Und zwar hegnügt man sich nicht damit. Und auch der ahstraktesten formalen Logik. aus dem Bereich des logischen Literesses ausgeschlossen.

zugleich aber auch die Formeleniente. die zum Wissen führen. Insbesondere wird sie in der bestimmten Fassung der Urteilselemente an die Vorarbeit des lebendigen Wissenschaftsbetriebs anknüpfen und den Bedürfnissen der Aus der Reflexion über AVissenschaft überall Rechnung tragen. ideale Denknoiinen aufzustellen. dass sich Urteile von unanfechtbarer Denknotwendigkeit ergeben. Dass nun das naive. so gestalten. Das ist für die Eichtung der logischen Untersuchung entscheidend. genügen will. unter denen ergreifen. sich in der Welt und in seinem eigenen Inneren zurechtzufinden. das den Menschen im praktischen Leben befähigt. hervorwachsen sonderen Urteils. sondern zugleich von dem Vertrauen auf allgemeine Geltung getragen wird. logisch vollkommene Urteile erreicht werden. Wohl aber ist es das Ideal des wissenschaft- lichen Denkens. Urteilen darum von ihrem Standpunkt aus Denken und allgemeingülUnd es kommt ihr zu. wii'd sie in weitem Umfang anknüpfen können.220 wendigkeit sich einstellt. in welche der Erkenntnisinhalt zu fassen ist. auf- sondern zugleich die Xormen und Kriterien des notwendigen und allgemeingültigen Denkens selbst. die Formen und Bedingungen tigen und denknotwendigen Urteilens zu ermitteln. und das der Forschung als Organ dient. Es ist ein und dasselbe Denken. ihren nächsten Ausgangspunkt wii'd diese im natürlichen Bewusstsein nehmen. unreflektierte Denken diesen Ansprüchen weder genügen kann noch der Fall. wenn der Urteilsakt durch seinen Gegenstand mit unzweideutiger Sicherheit gefordert und darum nicht bloss mit unzweifelhafter Evidenz vollzogen. Sie hat die Voraussetzungen aufzuzeigen. greifen. um Natur und Geist wissend zu wissenschaftliche Allein die Logik hat die Aufgabe. Und das ist dann wenn die Elemente des Urteils völlig bestimmt und präzis gefasst sind und die Urteilsmaterie den erschöpfenden Grund für die Urteilssynthese darstellt oder enthält. in denen das vor- Denken sich seine äussere Gestalt geschaffen hat. Es ist ja klar: des Urteils gebunden. und auch an die Sprachformen. Die Logik wird deshalb in der Praxis des wissenschaftlichen Ver- fahrens nicht allein die Methoden. Logisch vollkommen aber ist ein Urteil. Die Wissenschaft will ja einerseits den Erkenntnisstoff möglichst vollständig und exakt zusammentragen. ein System logisch vollkommener Sätze zu gewinnen.und Schlussformen Es war ein verhängnisvoller Fehler des Begründers der Dis- . auch das System der l)ealso das wissenschaftliche Denken wird müssen. ist klar. Heinrich Maier: Denkakte von dieser x\rt sind ahev ihrem Die Logik kann Wesen nach an die Form gleichsetzen.

so die ist die Besinnung über die Mittel. Sicher ist. nicht die einzigen. Menschenleben das Handeln. was ich thun will. um Die Akte des ödem Formalismus unterunwissenschaftlichen Denkens erhel)en sich schliesslich in über die Geltungsstufe des svoocov. geradezu und ausschliesslich hervorstechendsten. mich zum Ziele führen können. und deren Ausschliessung dem Herrschaftsbereich der Logik dennoch nicht zu rechtfer- tigen Neben oder gar über das Erkennen stellt sich im wäre. die Logik als Erkenntni sichre zu gestalten. Und auch dem Handeln ist das Denken ein unentbehrliches Werkzeug.und AllgeSo wird die Logik auch von dieser Denken verwiesen. Und wenn ich mich entschieden hal)e. die nicht dein Zweck des Erkennens dienen.und aus den Unterschieden des in den wissenschaftlichen Gedankengängen wirksamen Denkens gerecht geworden wäre. sind Die zweifellos die hervorstechendsten Anwendungen des Denkens. wenn ich einem bestimmten Zwecke zustrebe. so löst diese Frage ein Spiel der j\Iütive aus. in welche der im Bewusstsein gegel)ene Erkenntnisstoff eingeht. Darf dieses Denken der Logik entzogen wer- . das durch das ül)erlegende Denken zum Abschluss gebracht wird. wie auf das wissenschaftliche. ein Eine andere Frage ist. die Logik in die Bahn lenkte. Wenn ich mit mir darüber zu Rat gehe. der im übrigen den Gesichtsi)unkt für die Schlussprozesse. ol) man darum Recht hat. liclie. class er in 221 ciplin. wie sie sich ihm auf dem Grunde und ebenso seiner Metaphysik und Erkenntnistheorie ergeben hätte.Logik und Erkenntnistheorie. Seite an das wissenschaftliche solchem wenigstens ein Notwendig. dass das Verfahren des Aristoteles. die Funktionen. die logische Betrachtung der Denkfunktionen grundsätzlich richtig be- von seinem Standpunkt stimmt hat. Er brachte seine lodamit um die Einsicht in das tiefste Wesen des Urteilsvorgangs. wie es scheint. der Gestaltuiig der Logik auf das unwissenscliaftDenken gleichermassen Be- gische Theorie dacht nahm. um durch das Denken zur Erkenntnis zu werden. so gewiss sich als in jedem Urteil meingültig-sein-sollen ausspricht. gewiss. Aber. Es gibt Bethätigungen des Denkens. Die Denkvorgänge. Andererseits ihnen doch eine Andeutung des Denkideals. um eine Gliede- rung der Urteils. das dialektische und rhetorische. wieder eine Arbeit des reiiektierenden Denkens. die im Dienst der Erkenntnis stehen. auf der sie die Beziehung zu den Aufgaben und Bedürfnissen der Wissenschaft immer mehr aus den zugehen. Und aus niclit die nächsten. sämtlich liegt in Augen nicht verlor. Dagegen kann man Bedenken haben.

nur Anleitung zu irgend welchem gehört es nicht zu den wichtigsten Und ebenso wird kein Vernünftiger bestreiten. mit der die Logik sich abtinden muss. die vielmehr zuletzt die keine Erkenntnis des Seienden anstreben. auch ihnen. die praktischen AVissenschaften Platz finden. die in ganz besonderer Weise ein Walten logischer ProMan kann ja erwidern. will. mag in nun im Gebiet der Natur oder dem der geschichtlich- geistigen AVirklichkeit liegen. Dass die angewandten Naturwissenschaften ihren . Ein naheliegender Ausweg scheint wissenschaftliche so braucht sich zu lüeten. dass in der Gelassen sich noch weiter führen. dass es die schönste PHicht der Wissenschaft ist. also Wissenschaften wie der Jurisprudenz und den technischen Disciplinen im weitesten Sinn. Immerhin lassen sich auch so die Disciplinen. Denken das Objekt der ja logischen Untersuchung so man nur den Begriti' der Wissenschaft zu e r- w eitern. das die Ijogik in normativer Weise festzulegen strebt. dieses einem Wirklichen entspricht. dass auch Erkenntnislehre kann die Logik auch dann bleiben. Wahr sind die Urteilsakte. der menschhchen Gesellschaft Führerin auf ihrem Entwicklungswege zu sein. in die Si)häre der Logik einbeziehen. Avird bestimmt als der Komplex durch welche die ins Bewusstsein eingehenden der Thätigkeiten .222 Heinrich Maiev: den? Spricht man niclit von einer Konsequenz im AVollen und Handeln. gische Literesse grundsätzlich auf die Deshalb richtet sich das loErkenntnis des Seienden. Er- kenntnislehre gestalten Die Logik wird gedacht ist die Lehre vom w a h r e n Denken. schichte der menschlichen Kultur das wissenschaftliche Erkennen selbst aus den praktischen Bedürfnissen des Lebens herausgewachsen ist. wenn man die Logik als . Aber gibt es nicht auch p r a k- tische Wissenschaften. wir stehen hier mindestens vor einer Aporie . Man sieht. Daten zu geordneter Erkenntnis verarbeitet werden. Handeln geben wollen? Und Aufgaben der Logik. AVenn das ist. das Denken zesse vorauszusetzen scheint? sei in diesen Fällen sicher kein wissenschaftliches und darum kein notwendiges und allgemeingültiges. Wahr aber das Denken sofern das Gedachte denen objektive Gültigkeit zukonnnt. die der Realisierung irgend eines praktischen Zwecks dienen. die praktischen Wissenals Allein das ist nicht die Meinung. Denn ein Er- kennen im weiteren Sinn wollen ja auch schaften erreichen. Und das Denken. mit der Fackel der Methodenlehre voranzuleuchten? Solche Erwägungen Es ist Thatsache.

berechnet die nislehre Folgen. allgemeingültige und notwendige Denken auch prak- . Entscheidung legt denn auch lediglich thatsächlicli was in den einzelnen Fällen dem geltenden Recht entspricht. wissenscliaftlicben 228 Kenntnis der Charakter nur Avie auf eine exakte äusseren Wirklichkeit gründen können. der Jurisprudenz. an dem das positive Recht kritisch gemessen wird. die Jurisprudenz also zuletzt eine praktische Disci})lin sein: die Logik der Rechtswissenschaft fügt sich doch dem Rahmen einer Erkenntein. . in bestiumite dass sich auch die Logik der praktischen Disciplinen im eigentlichen Sinn als Erkenntnislehre fassen lässt. rung des gewählten Endzweckes dienen können. Nicht minder jedoch ist endlich die Konstruktion eines idealen Rechts. Im Grund ist auch das Handeln des praktischen Lebens auf ein Denken angewiesen. die der ReaUsie. AVeg des regelrechten Syllogismus schlusses regel Die Peststellung des Thatbestands mag diese nun den bestimmten Fall auf dem oder auf dem Allgemeinbegritf der in Betracht dem des Analogiekommenden RechtsDie fest. und soweit sie die mannigfachen historischen Gestaltungen des Rechts in ihrer Entwicklung verfolgt. wenn eine er sich nicht in haltlosen Spekulationen verlieren will. h. unterordnen. sie ganz und end- n n e n s unterordnen. Aber auch die Anwendung des bestehenden Rechts auf konkrete Fälle voll- zieht sich in Erkenntnisakten. heisst nicht.Logik und Erkenntnistheorie. Zweck des he o r e t i s c h en Erk e liche . das durch die Logik normierte wissenschaftt dem d. die aus der Verwirklichung der möglichen Zwecke entspringen würden ebenso setzt die Reflexion auf die Mittel. Mag darum der Zweck des Rechts und der Rechts[)rechung ein [)raktischer. Nichts hindert. In allen Fällen ist also das „praktische" Denken eine Bewusstseinsthätigkeit. Man muss beachten: die Logik gültig als Erkenntnislehre gestalten. durch welche aus dem receptiv Gegebenen ein Wissen um ein Wirkliches gewonnen wird. auf die psychologische AVurzel des Rechts zurückgreifen: umfassende Analyse des Rechts- bewusstseins allein kann ihm das Rechtsideal enthüllen. und die Deduktion. das in Wirklichkeit Erkennen ist. Der Rechtsphilosoph muss doch. ist sie eine theoretische Wissenschaft. Und es ist nicht zu zweifeln. theoretische Einsicht Kausalzusammenhänge voraus. Soweit diese das geltende Recht fixiert und systematisiert. x\naloges gilt Und von Disciplinen. und auf die nächsten Zwecke auf die sich die Teilhandlungen richten müssen eine . ein theoretisches Geschäft. richterliche sind Prozesse theoretischen Erkennens. Die LTeberlegung. die der Entscheidung vorausgeht. bedarf keines Beweises.

gegenwärtige der Wahrheit. ohne doch oder zukünftige Willensbestimmung am sittlichen Ideal den Anspruch auf Notwendigkeit. ist der Logik damit Aufgabe gestellt die Systematisierung und methodische Verar])eitung der in den ethischen Beurteilungen auftretenden sittUnd im Zusammenhang hiemit scheint lichen Werte und Zwecke. Die logische Reliexion Das sich nicht mehr auf die Erkenntnisurteile beschränken. diese besondere Art findet Und imperativen normativen. und einem Gedachten objektive Gültigmessen ihre Inhalte nicht mehr am Massstab Sie Sie werten vielmehr eine vergangene. welche das specifische Kriterium der logisch gültigen Denkakte erDie ethischen Werte kleiden sich in heblich umzubilden scheinen. sondern allgemeiner die Notwendigkeit und unmittelbare Evidenz. eine andere Fassung der Logik geboten. die man nicht unpassend als Beurteilungen be- zeichnet hat. w^o sie ein vollkommenes. in Urteilen. Charakter. diejenigen. Schon des die Jurisprudenz öffnet. theoretischen vom und in Erkenntnisurteile eingefügt Aussagen urteile. d.224 tisch Heinrich Maier: anzuwenden. mündet aus Ethik. aufgegriffen die Jedenfalls aber Erkennen werden können. eine neue AVie : es scheint. Das Hier haben die Zwecke scheint in der Ethik anders zu werden. Rechts völlig entsprechendes Recht zu entwerfen bemüht Blick den auf eine praktische Wissenschaft. . h. auf deren Verwirklichung die sämtlichen in diesen Disciphnen zu bearbeitenden Mittel und Teilzwecke hinzielen. in einer neuen Klasse von Urteilen ihren Ausdruck. Sonst sind die letzten Zwecke der angewandten Wissenschaften. sind sie psychische Thatsachen. Ganz freilich wird diese Lösung noch nicht befriedigen. Allgemeingültigkeit und schlecht- — hinige Evidenz aufzugeben. Merkmal der logischen Denkakte ist nicht mehr die Wahrheit. der für Sie das Bewusstsein einen bein die sonderen Wert repräsentiert. empirisch gegebene Grössen. die vielmehr selbst die Endzwecke eines gewissen Komplexes von Willens- bestimmungen und Handlungen aufsucht und zum Gegenstand eines allgemeingültigen Wissens zu machen strebt. Dieselben wollen nämlich nicht. Vielleicht lassen sie sich genetisch aus der Menschennatur in notwendiger Folge ableiten. Aber kann : neben die ethischen stellt sich sofort eine weitere Art von ver- . Die Rechtsphilosophie 'misst das geltende Recht an seinem Zweck. die dem Zweck ist. an dem Begriff eines idealen Gesellschaftszustandes. nicht bloss mittelbar oder unmittelbar die Realisierung gewisser Zwecke vorbereitet. wie die Erkenntnis- ein Seiendes treffen keit zuschreiben.

Dann spreche ich aus. — um sind Logik. wenn Bedenken dung. wie es scheint. und sie . wie man annehmen möchte. Die Gleichordnung der Logik mit der Ethik und der Aesthetik lässt sich nicht durchführen. Aber schon alle die Auffassung des Erkenntnis- urteils. Ich brauche kaum hervorzuheben. Und auch die ästhetischen So scheint Urteile wollen allgemeingültig und notwendig sein. lich in und ästhetischen Beurteilungen wirkSphäre der Logik? Man wird nicht geneigt sein. lässt sich nicht halten. neben einander zu stellen. dass die systematische Ausgestaltung der Ethik und der Aesthetik. in der sie wieder als ausschHessliches Objekt der Logik erscheinen. Ich halte diesen AVeg doch nicht für gangbar. urteile" jedoch zum Typus des Urteils überhaui)t zu machen. wenn Anlässe zum Zweifel vorliegen. wandten Beurteilungen : ein gegebene Vorstellungsinlialte tischen Gefallens beurteilt Komplex von Aussagen in welchen unter dem Gesichtspunkt des ästhewerden. Ethik. sofern sie ja die Urteilsmaterie nach dem sämtHch Beurteilungen das Kriterium der Wahrheit werten. dass sämtlich wahr sein wollen. als die AVissenschaften vom AVahren. Dar- — . „Ineinssetzungen" von Vorstellungen. Und das AVahrheitsbewusstsein ist lediglich ein diesen Synthesen immanentes Moment. Guten und Schönen. Allein auf die letzteren ein neues Licht. Aber die Urteilsakte sind Verbindungen. koordinierte Ideale. 225 . Natürlich kann dieses IMoment aus dem UrUnd das geschieht teil auch ausdrücklich herausgehoben werden. Darum ist aber docb der ganze !•' . wie mir scheint funktion. Schön sind. von der jene Koordination ausgeht. sind den ethischen und ästhetischen Beurteilungen verwandt. ja richtig. eine Vergewaltigung der elementaren UrteilsDie Wahrheitsurteile selbst sind Beurteilungen. Vorstellungsver1)inversuchte eine gegen wirklich. so gut wie jede andere praktische Disciplin. Sigwart-Festscliiift. ist. das anzuerkennen. Auch sie sind. Im Gegenteil werden durch die Reflexion auf die Aber fallen die ethischen die ethischen und ästhetischen Beurteilungen die Erkenntnisurteile ihrerseits in eine Beleuchtung gerückt. auch von dieser Seite die Umgestaltung der Logik zu einer allgemeinen Theorie von den allgemeingültigen und notwendigen Denkakten gefordert. Dass die Erkenntnisurteile sie sich an der ist Norm der AVahrheit messen. AV a h r Gut. auf Schritt und Tritt zu den logischen Funktionen greifen muss. Aesthetik. Derartige „AVahrheitsdass das angefochtene Urteil wahr ist.Loffik 'e> und Erkenntnistheorie. damit fällt lediglich Im Wahr- heitsurteile bem-teile ich ein Uiteil.

sofern sie brinü-en. in denen Beziehungen der sind. diese psychische Realitäten zu untersuchen ist und zu analysieren. in äussere und ästhetischen Ideen sind reale FakWirk- In der sittlichen Selbstbeurteilung wird sich stets ein weiter Abstand zwischen der ethischen Norm und dem faktischen AVoUen und Handeln ergeben. schung der hat. Subjektsvorstellung ist das beurteilte Ur- und diesem lege ich das Prädikat „wahr" bei. toren. zu d. die auf praktisch-technische Zwecke. sind aber „mo- dal e Relationen". Sie sind lebendige Triebkräfte. Und der Künstler mag nicht ohne um. h. Das Seins — ein theoretisches Erkennen. ist klar. im Gegensatz ferner zu allen Wertungen nach dem Mass der Nützlichkeit. Man wird diese Betrachtungsweise befremdlich linden. Al^er sie entspricht doch nur der grundsätzlichen Stellung. Ganz ähnlich werden in den ethischen und ästhetischen Beurteilungen von bestimmten Bewusstseinsinhalten die Prädikate „gut" bezw. sämtlich einen wirklichen Thatbestand zum Ausdruck den E r k e n n t n i s u r t e i 1 e n zuzuzählen. sind daher. sittlichen die in jedem Fall der genetischen Erforund ästhetischen Phänomene voraufzugehen Dass das Resultat sich in deskriptiver Form darstellt. Geistige AVirklichkeiten sind dar- um doch auch die ethischen und ästhetischen Normen und Ideale. das Ergreifen eines wirklichen eine Arbeit. ein normales Urteil. objektiv und allgemein gültige Relationsm-teile dar. deren Ergebnis sich in den Prädikaten „angenehm" oder „unangenehm" ausspricht. schön. lichkeit Die ethischen Vielleicht setzen sie sich nie ganz in That. zuletzt auf ein faktisches AVoUen. . Wahr. Und die Aufgabe der Ethik und Aesthetik ist es. dass die sichtspunkten hedonistischer Beurteilung. Grund klagen. Subjektsinhalte bestimmten AVertmassstäben ausgedrückt selbst Diese AVertmassstäbe repräsentieren psychische Realitäten. und ästhetischen Beurteilungen. gut. die im sittlichen und künstlerisch- ästhetischen Bewusstsein mächtig in den Ablauf des psychischen Geschehens eingreifen. So stellen sich die ethischen . „schön" ausgesagt. und ihre Gegensätze. wie sie die AYahrheitsurteile so weit wirklich auf allgemeine Geltung als und zweifellose Evidenz Anspruch erheben können. die der Ethik und der Ae s thetik im System der Wissenschaften zukommt.226 Heinrich Maier Akt teil. Relationen. üljer die Unerreichbarkeit des ist Zweifellos Massstäl)e — ihm vorschwebenden Ideals ethischen und ästhetischen im Gegensatz zu den nur beschränkt gültigen Geauch. denknotSie wendige. auf empirisch gegebene Motive zurückgehen — als absolute AVerte unbedingte iVnerkennung fordern.

Erkennen sich im wahren das vollendet Erkennens: ein Teil des Denken. scblecbtbin normatiA-en Cbarakter der etbiscben Ideale vollkojinuen gereclit zu Averden vermag. der man das menschliche Erkennen als specitisches Un- hat. sie sich n d m us s sie als Dann aber begegnet mit derjenigen philosophischen Disciplin. kenn t n i s t h e or i e" ist. In welchem Verhältnis steht nun die Logik a 1 s Erk e n n t n i s 1 e b r e zu dieser T 15* h c ( » r i e des Erkennens? . voraussetzt und das GegeDas Denken ist also objektiv gültigem Wissen formt. Die Bedingungen und Formen dieses Denkens al)er hat bene zu die Logik zu fixieren. i E r k e n n t n s 1 (' h r e Insofern kann u g e f a s s t w erde n. nicht etwa mit dem Erkennen völlig identisch. ol) ihr suchen. soweit auch die Ansichten über die Älethode und die Endresultate tersuchungsobjekt zugewiesen der Wissenschaft auseinander gehen. Das freilich ist im Auge zu behalten: das Denken daten. Aber die wissenscbaftlicbe Eigenart der beiden Disciplinen wird dadurcb. dass ihre Ergebnisse zugleich praktisch ver- wendet werden können. 227 Aber ebenso tischen auch. wenn das überhaupt möglich ist. Es ist die Wissenschaft. objektive Geltung Sie hat in erster Linie die und den absoluten WirklichkeitsAvert des Erkennens und seiner einzelnen Faktoren zu prüfen. darül)er ist man im ganzen einig. und der man nicht ndt Unrecht grundlegende Bedeutung für die ganze Philosophie zuzuWas die besondere Aufgabe der „Erschreiben sich gewöhnt hat. die in den Vordergrund des philoKantbewegung durch die moderne sophischen Interesses gerückt worden ist. Zwar treten wieder Etbik und Aestbetik in den Dienst der Praxis.Logik und Erkenntnistheorie. wiederum nicht beriüu't. es stellt sich in allen Fällen zuletzt unter den Mass- stab der Wahrheit. bezw. Und das ist natürlicb. oder ein praktisches Ziel Das Erkennen theoretische nun das aufzudaher durchweg im Erkennen ist wissenschaftliche Denken ein Wissen um Und ist ein Seiendes erreichen. Es ist also so die Wissenschaften wollen sämtlich : als solche Endzweck ist. Der Prozess des Erkennens umfasst auch das Gegebensein der Wissens- während das Denken dieses. die Tragweite und die Grenzen der Erkenntnis festzustellen und. so gewiss die von ibnen bearbeiteten Normen das Handehi. dass diese Bescbreil)img zugleicb dem unbeund ästbe- dingten. die sul)jektiven und die transsubjektiven (extramentalen) Elemente derselben zu scheiden. die ästbetiscbe Produktion und Beurteilung bestimmen wollen.

vielleicht unter besonderer Berücksichtigung der wissenschaftlichen Methoden. selbständig zu behandeln. wenn sie Erfahrung gänzlich unbearbeitete vollendete Erfahrung. Der Erkenntnistheorie wird eine Disciplin m gegenüber gestellt. wie der Erkenntnisstoff gegeben ist. Die „f o r Leben erweckt worden. Es liegt nahe. noch »^isch bieten würde. lehre. in die Erkenntnistheorie einzugehen habe. fragmentarische BewusstAndererseits gehen auch Begriffe. als die Logik ganz auf die Erkenntnistheorie zu begründen? ja nicht an Versuchen gefehlt. sichern sollten. welche das Denken aus seinen Anwendungen . sofern sie die Lehre zurückErkenntnistheorie die auf wirkhch will. aufzusuchen und festzulegen. dass die AVissenschafts- welche die wissenschaftlichen Methoden kritisch fixiert. Aber es gibt. die Erkenntnistheorie auf die Untersuchung Art. sofern diese lediglich als gedachte Grössen bea 1 e" Logik ist wieder zu neuem trachtet werden. auf synthetische Funktionen die des logischen Denkens zurück: auch Logik kann darum nicht von der Art. So vom erkennenviel ist klar: muss die Logik. die eine reine. die ihr die Möglichkeit. wie es scheint. wie uns die empirischen Daten des Wissens der besonderen gegeben sind. doch noch eine Möglichkeit. Wahrheit. in «^reifen.228 Heinrich Maier: Darüber herrscht heute noch vielfach Unklarheit. wie objektive Gülseinsinhalte. sich überhaupt von den synthetischen Interpolationen völlig sondern Hessen. Aber Keine der beiden Dis- ciplinen könnte so ihre Aufgabe lösen. durch die aus diesen Elementen ein geordneter diese Ai-beitst eilung ist nicht durchführbar. Bleibt unter diesen Umständen etwas anderes ül^rig. Erkenntnislehre zu sein. ihre Normen und Formen unmittelbar aus der erkenntnistheoretischen Untersuchung abzuleiten. ein. sein Denken den die eine scharfe. Wissenskomplex erzeugt wird. Allein das sind den Prinzipien sichere Durchführung der logischen Untersuchung unmöglich machen. Erkenntnis ist erst die loDie Wissensdaten. zu überlassen. so ist sie genötigt. unzusammenhängende. tigkeit. Wirklichkeit. abstrahieren. aber ohne weitere erkenntnistheoretische Reflexion. Halbheiten. die Logik Man erkennt an. Aber man behält der Logik die Punktionen des auf sich selbst bezogenen Denkens als ihr besonderes üntersuchungsfeld vor und schränkt die logische Reflexion auf das Gebiet der Begrifie. die logischen Funktionen Es hat selbst jedoch in herkömmlicher Weise. in die Logik erkenntnistheoretische Erwägungen hereinzuziehen. einzuschränken und der Logik die Analyse und Festlegung d e r synthetischen Prozesse. zerstreute. wären.

es scheint. Logik aus der Verbindung mit der ^Metaphysik losSchon zulösen. .und Pä-kenntnistheorie. die Logik gei radezu in die Erkenntnistheorie e n z u b e z Aber machen wir uns klar. Das Ergelniis ist die Logik der B e g r i f f s g 1 e i c h u n g e n u n d B e g r i f f ss u b s t i t ut i o n e n. Man hält daran fest. Aber sie kann der Gefahr. grenzung. durch welche Avird. Sie ignoriert die logischen Synthesen. dass die neuesten Vertreter der „formalen Logik". vor die Notwendigkeit gestellt. lo- die Ol) man der Erkenntnistheorie selbst gische Untersuchung hätte. in unfruchtbaren Formalismus zu verfallen. Avelche Folgen das für e h e n. Und ihre Ausschliessung bringt die Logik um das volle Verständnis der wirklichen Denke n Auch im faktischen Denken auftretenden Zusammenhänge. die hiemit vollzogen wird. 1 der Wissenstoff zu ol)jektiv gültiger Erkenntnis gestaltet eine in Das ist eine unnatürliche Abstraktion. im Gegen- zu ihren Vorgängern aus der KANT'schen und HERBART'schen Schule. aber vor allem schon um den Einblick durch in den wirklichen Charakter des elemenist taren Erkenntnisurteils. die Denkelemente auch in die Lehre vom Erkennen verfolgt und sich um die letztere wesentliche Verdienste satz insbesondere erworben haben. nach der Entstehung des Erkennens fernFrage die psychologische hält oder nicht: in beiden Fällen wird die auf die erkenntnistheo- retische Retlexion gegründete Logik in eine Reihe von Kontrover- sen verwickelt. nicht wohl entgehen. i Damit sind wir. Logik wie Baum geschaffen werden ist unhaltbar. Ver stumm e- den synthetis. dass wir dieser Logik wichtige Ein- Wesen der analytischen. Es hilft nichts. den Erkenntnisobjekten nicht unmittelbar zugewandten Seite der Denkfunktionen verdanken. Aber die logische Untersuchung selbst abstrahiert von dieser Seite des Denkens: sie zieht sich. Logik 'o 229 im Erkennen loslöst. die die ihre Arl)eit in hohem Grade gefährden. um mit Kant zu reden die Sphäre der „analytischen" Urteile zurück. um es in seiner reinen Gestalt zu ergreifen. sichten in das Sicher ist. Es ist eine bedenkliche Einengung des Untersuchungsgebiets in der I^ogik. Zwar ist nicht zu leug- nen. wenn man sie der Erkenntnistheorie unterordnet. Es kein Zweifel: einer die versuchte welche innerhalb allgemeinen Lehre Abvom die wissenschaftlichen Erkennen neben der Erkenntnistheorie für soll. dass die einfachen logischen Prozesse auch in den verwickeltsten Methoden des wissenschaftlichen Erkennens wirksam seien. u n g des schen Prozessen entfaltet das logische Denken seine Eigenart.

Da- mit würde die Logik in den uralten Kampf hereingezogen. deren liche Lösung der hauptsächStreitpunkt der philosophischen Parteien ist und vielleicht immer Die nächste Aufgalje einer erkenntnistheoretischen die Deutung der fundamentalen Begriffe „AVahrnämlich Logik wäre eine Unterheit". inwieweit sie ein „Absolut. bezw. olj.230 Heinrich Maier: der erste Schritt. die posi- tiven AV i s s e n h a ft e n würden die Dienste einer solchen Logik ablehnen. den sie erreicht. beide ül)rigens gleichermassen angefochten von der Skepsis. dass das für die logische Untersuchung ein zweifelhaftes Fundament wäre. kann das erfahrende Erkennen von sich aus nicht entscheiden. — suchung.wirkliches" zu erreichen vermögen. müsste der Logik den Massstab liefern für die Feststellung des Geltungswerts der einzelnen Denkakte und Erkenntnisfaktoren. gesichteter Erfahrung gewonnenen Vorstellungen und Sätze noch nachträglich an Massstäbe anlegen. und ob. „Wirklichkeit". in welchem Umfang solche Elemente der menschlichen Forschung zugänglich seien. Anstatt sicherer Wahrheitskriterien erhielten sie im besten Fall erkenntnistheoretische Hypothesen und anstatt scharfbestimmter Denkelemente und normativ fixierter Synthesen vielleicht Damit unvorstellbare. „Sein" bleiben wird. AVenn d i es eine transsubjektive AVirkist sie lichkeit gibt — der empirischen Untersuchung viel ist jedenfalls verr- schlossen. Das Ergebnis aber. s c Und ich glaube. ob. bezw. welche schliesslich die Frage zu beantworten hätte. zu dem die erkenntnistheoretische Ki-itik käme. oder ob er in die Geltungssphäre eines Ansichseienden hinüberreicht. Sie hätte also zuletzt den absoluten Wirklichkeitsgehalt unserer Vorstellungen und Urteile zu ermitteln und die logischen Funktionen darauf zu prüfen. AVirklichnaive aber ginge der Avissenschaftlichen Forschung das keitsbewusstsein. Man muss Ijekennen. bezw. nur im vorstellenden Bewusstsein wirklich ist. unausdenkbare metaphysische Hilfsbegriffe. transsubjektive Elemente unserer Erkenntnis entsprechen. Ob der Kom- plex von Vorstellungsinhalten. die ihr gänzlich ferne stünden. der Glaube an die Realität ihrer (3bjekte verloren. den sie auf diesem Wege thut. Ja sie könnte die Forderungen Sie müsste die auf dem AVeg kritisch der Logik nicht mit ihren eigenen Mitteln erfüllen. das unangekränkelte Vertrauen auf die Wahrheit ihrer Ergebnisse. führt zu den er- kenntnistheoretisclien Grundproblemen. in wel- chem Realismus und Idealismus sich als extreme Gegner gegenül)erstehen. in welchem Umfang extramentale. „objektive Giltigkeit". So gewiss : e wissenschaftliche E .

Logik 'o k e n n e r s t n i s de r AV n n t n i s t li e o 231 i e 1 1 i a s ii s s e r li v. Und ähnlich schreibe ich den Bewusstseinsthatsachen ein wirkliches Sein und den Urteilen über solche objektive Gültigkeit dann zu. die es mit Formen der Erfahrungswirklichkeit zu tliuii lialien auf ihrem Gange voranleuchtet. f. Es miker. Ding und Eigenschaft. Und sie hat weiterhin alle Denkformen . und diejenigen Sät/A> als wahr. zesse. Stoff und Kraft. der im subjektiven Wahrheitsbewusstsein seinen Ausdruck tindet. Diese AVahrheit ist der Ijeitstern. wie der Wiss en s stoff aufgenommen und gefasst sein muss. Ursache und Wirkung. womit die positiven Wissenschaften arbeiten.und Erkenntnistheorie. Geschehen und Veränderung u. dem erkennenden Denken auf Grund einer gegen Täuauf- schungen gesicherten -Wahrnehmung mit objektivem Zwange drängen. wenn das Erkennen an sein logisches Ziel gelangen will. die als sachlich notwendige. festzulegen und zum Ausgangspunkt ihrer Untersuchung zu machen. ist ein anderer Wirkliclikcitsljegriff und ein anderes WahrChe- lieitsideal. dem Zoologen.. wie Sein und Existieren. Damit ist sie nicht mehr auf die Sphäre der analytischen Denkallgemeinen akte beschränkt. u n o g s i ii n d e li n u n ü r e s un d i e t i ne u- k e r et c L k g n n c li z a 111 111 e 11. Dem dem Physiker. — Ihr Interesse umfasst alle Thätigkeiten und Pro- durch welche eine allgemein und objektiv gültige Erkenntnis Sie zieht der geistigen und natürlichen Wirklichkeit gewonnen wird. Raum und Zeit. die Logik hat schon zu fragen. an der die Funktionen und Elemente des wissenschaftlichen Erkennens zu messen sind. h e i t s b eg ri f f. Die Formen und Voraussetzungen des in diesem Sinn wahren Denkens hat die Logik aufzusuchen. vor allem auch die ihrer Betrachtung. und darum die letzte und höchste Norm. und den Begriff der E r s c h e i n u n g s w i r klichkeit. s. welcher der faktischen Erforschung sein dieser des Seienden — auch den mathematischen Disciplinen. durch ihren Inhalt geforderte Denkakte auftreten. den Forschern in allen Gebieten der die sich Natur gelten die Vorstellungsinhalte als real. dem Botaniker. So wird der Logik durch die AVissenschaften vom Wirklichen Sie hat den immanenten AVahreine neue Richtung gewiesen. jNIittel und Zweck. sind Aber in ganz besonderer Weise Objekte logischer Bearbeitung. synthetischen Funktionen in den Kreis und Begriffe. wenn die Vorstellung des Erlebten mein Denken liindet und das Bewusst- Gebundenheit in die Urteilsfunktion eingeht. der dem immanenten AVahrheitsbegriff entspricht.

an die sich das Bewusstsein ihrer objektiven Gültigkeit knüpfen kann. zur Ergründung der objektiven Zusammenhänge und endlich zur syste- matischen Zusammenfassung der Erfahrungskomplexe bedienen. auf a h r h e i t s w e r t zu prüfen u n d darnach n o rihren W mativ zu gestalten. Nur dass er ihren Erkenntniswert nicht zu allen Zeiten in gleicher AVeise bestimmt. war bestimmt. Die ihm von Anfang an im wesenthchen eine Logilv der Begriffszergliederung. Begriffen mittelst des Syllogismus unbedingt gültige Urteile ableiten der wirklichen Welt sollte. Die Deduktion. dass der Begründer der formalen Logik selbst den Anstoss zu einer derartigen Behandlung der Disciplin gegeben hat. teilen ableiten und hiemit der Begriftsentwicklung dienen. An Zeit lang diese Anschauung geteilt. ein objektiv gültiges. ist sein Nach der kritischen Wendung seines Denkens Urteil über die „Philosophie aus Begriffen'. alle Denkelemente und Hilfsbegriffe. die aus apriorischen thetische Kraft zugemutet. sofern sie Urteile aus Urdie . der Leistungsfähigkeit der blossen Begriff'szergiiederung war er doch bald ii-regeworden. Auch Kant hatte eine Freihch nicht allzulange. deren sich die Wissenschaften von der Erscheinungs- wirkHchkeit zur Erfassung und Darstellung des Thatsächhchen.232 Heinrich Maier: und Erkenntnisvorgänge.und damit ülier Logik fertig. von den einfachsten und elementarsten bis zu den kompliciertesten und umfassendsten. scharf abgegrenzte Begriffe von Vorstellungsinhalten. Bei alledem ist stets die Frage: wie müssen die Denkakte beschaffen sein. sofern sie Denkinhalte sind. sofern sie die Merkmale dieser Begriffe herausstellen. Die syllogials stische Begriffsentwicklung hatte der WoLFr'schen Metaphysik Werkzeug zur apriorischen Deduktion eines rationalen Wissens geIn dieser Anwendung war den logischen Funktionen syndient. und die Schlüsse. Der Logik bleibt ihre bisherige Aufgabe: ihre Funktionen stehen unter dem Gesetz des Widerspruchs sie betrachtet die Begriffe an sich und in ihrem gegenseitigen Verhältnis. Aus Kant's philosophischer Entwicklung Ijegreift es Es ist sich. vermag lediglich die . erreicht werden ? Die specifisch erkenntnistheoretischen Probleme bleiben unangerührt. Sie Aber im Be- eine apriorische „Philosophie aus Begriffen" erreicht nicht die min- deste Erkenntnis des Wirklichen. bemerkenswert. deren immanente Wahrheit sich in der Konkurrenz der möglichen Vorstellungsverknüpfungen bewährt. die Urteile. wie ihm die traditionelle ist aristotehsche Logik Logik zur formalen wurde. adäquates Begriffssystem zu entwerfen. damit feste. und abgeschlossene Urteile.

aber auch die AVeit.^theorie Kant's für die Philosophie der Gegenwart' in Vaihixgee's Kantstudien tf. 29 ff. Und sie kann das. Ihre erste Aufgabe ist. Der logische schliesst e r t e in sich. durch welche das Denken die Erkenntnisdaten zu oljjektiv gültigem Wissen gestaltet. Die Logik gründet ihre Arbeit auf die A^oraussetzung. der in ihr liegt. auf Anschauung gegründeten Sätzen. eine dass die Urteilsfunktion eine subjektive Denk- die ^) Eingellender habe ich die Bedeutung der Erkenntniskritik Kaxt's für moderne Logik in meinem Aufsatz über die . Und diese hat es zu thun den auf Wirkliches gerichteten. Kant ist hat mit dem Begriff der Erscheinungsmrklichkeit den Begriff der immanenten Wahrheit entdeckt. in die zuziehen und von allen Beziehungen des Denkens Sphäre des bloss Gedachten zurückzum Wirklichen Das n ist die formale Logik.Lof?ik ^o und Erkenntnistheorie. das in die Urteilsakte eingeht. die das grundlegende Merkmal dieser AV'ahi'heit ist. die sich gegen diesen Glauben lich sei. so berechtigt so und AV^irklichkeitsbegriti" zu Grunde. 389 HI. und notwendig jene Selbstbeschränkung der Logik wenig vermag sie doch den menschlichen Erkenntnistrieb zur ein anderer AVahrheits- Ruhe zu ])ringen. in sich al)gesclilossene AVeit. S. in welcher der natürliche Mensch sich zu Hause fühlt und sich zurecht findet.und Sachelemente in unseren AVirkliclikeitsvorAn das AV^ahrheitsbestellungen und -urteilen auseinandertreten. der objektiv-logische Zwang. die synthetischen Funktionen herauszuheben. 233 wusstsein vorliegenden Denkinlialte zu erläutern und zn verdeutlichen. Wahrheitsbegriff selbst AA"" i einen Hinweis a uf an d e r e r k 1 i c hk e i t s w wusstsein. Denn den erkenntnistheoretischen Aporien liegt ja Aber ist. wenn auch nur der Vorstellung davon. schafft sie sich eine eigene. behandelt. 10 ff. Aber ihr steht ge- genüber mit die t r a s s c 6 nd 6 n t a 1 e. . lässt von selbst Denk. Indem die Logik vom immanenten Wahrheitsl^egrift' ausgeht und das auf die Erkenntnis der Erscheinungswirklichkeit gerichtete Denken normiert. dass AVissen^ dass Erkenntnis des Realen nicht bloss möglich. kehren. Die Denknotwendigkeit. kritischen Reflexion deutlich wahrnehmbar. Und seine Kategorienlehre der erste Versuch.-). die Voraussetzungen und synthetischen Denkele- mente der Erkenntnisurteile systematisch zu bestimmen^). knüpft sich unabtrennbar. (IL S.Bedeutung der Erkenntni. IIL S. mit den synthetischen Urteilen. Die Logik hat sich also zu abstrahieren. Es ist die geistig-natürliche Welt. in der die Objekte der wissenschaftlichen Forschung liegen. sondern auch wirkSie ignoriert die Zweifel.

zeitliche oder räumliche. und zwar das mir Jicben zu einem Gegenständhchen Vorstellung. Grund des Gegebenen so und nicht anders zu urteilen. Und ob ich ein Psychisches oder ein Sinnlich-wirkliches beurteile. wie von dem Erscheinungskomplex der äusseren AVahrnehmung im Selbstbewusstsein wird nur auch mein geistiges als Ich. — — als zugleich vorstellendes und denkendes Ich selbst aber ist — gegenübersteht. Al^er es ist nicht das Bewusstsein disponierenden. so gut. So drängt sich schon hier die Frage nach einem absoluten Geltungswert der imein jenseits der blossen Vorstellungs- manent wahren Erkenntnisakte auf. ob ich eine sul)stantielle oder kausale Synthese vollziehe. das sich an die Vorstellung des Ganzen d e r E rs cheinungs wirklichk eit knüpft. Aber das Problem lässt sich sofort weiter und tiefer fassen. das die Grundlage des Wahrheitsbewusstseins bildet. Ob ich eine anschauliche. auf ist. Und nicht l)loss das. die ich in meinem Innern psychischen das gilt von der anschaue. und Denkthätigkeit Liegendes. Die phänomenale Wirklichkeit scheint auf eine absolute . ihren umDie Bedingtheit der einzelnen Erkenntnisurteile fassenden Ausdruck in dem Bewusstsein der schlechthinigen Thatsächlichkeit und Zufälligkeit. I c h Inn mir bewusst. durch das mein subjektives Thun bestimmt wird. immer ist mir die besondere Art der Synthese durch das Gegel)ene vorgeschrieben. immer ist es zuletzt ein Fremdes. als solche al)zuleiten. das sich hier einstellt.234 thätigkeit Heinrich Maier Der Urteilende sieht sich g e z w ii n gen. Meine Denkthätigkeit erhält zugleich in jedem Fall durch den Stoff seine Rich- tung. des Objekts lediglich hinzunehmen und aus dem denkenden Subjekt nicht Hier steht das Denken an der Grenze der Erscheinungsals welt. die synthetische Ansätze. eine That- Das Gegebensein sache. Und das Wissen und Erkennen stellt sich dar als stellten Stoff frei das Resultat einer subjektiven Gedankenarl)eit. einen Vorstellungsinhalt. die am vorgevorgenommen wird. real als : . in einer bestimmten Weise zu denken. willkürlichen Waltens mit den Erkenntnisdaten und nicht das Bewusstsein produktiven Gestaltens. Die AVeit findet ist Objekt in einem denkenden Subjekt Wirklichkeit. ceptiv Der Erkenntnisstoff" ist nicht etwa eine Summe von rein reaufgenommenen Vorstellungsinhalten. Der Stoff ist mir gegeben. ist in allen Fällen ein Zustand vorstellender Subjekte. synthetischen Funktionen herein- wirken. wenn ich ihn ül^erhaupt denken will. In ihm selbst liegen die in. Das Gebundensein des erkennenden Denkens an den Gegenstand. das meine Willkür einschränkt.

das Erkennen vermöge die Vielseitigkeit eines Absolut- durch die Annahme dass schränktheit nicht im stände sei. ist eine Beschränkung. B. wirklichen in Man sieht: zusammenstimmende Formen zu fassen? im logischen Denken. Sie hat die Begriffe zu l)earbeiten. weist doch zugleich auf eine vom Denken gänzlich unahhängige ahsolute Realität hinaus. 235 sellist. in der . Man spricht nicht mit Unrecht von Antinomien. Al)er diesem Geschäft stellen sich unüberwindliche Schwierigkeiten entgegen. über die macht sich das Bedürfnis geltend. sein von realen Substanzen. Aber der Erkenntnistrieb drängt weiter. nötig. Dass aber die wissenschaftliche Forschung zuletzt von solchen Daten ausgehen muss. Hier. Auf denselben Punkt führen schliesslich die von der Logik beherrschten Erscheinungswissenschaften. in die wir das AVirkliche fassen. Vorauszusetzen ist das Gegebender sich der Erklärung entzieht. das ihr mit der Bear])eitung des Substanzbegriffs gestellt ist. ihr Wirken nach bestimmten Gesetzen und eine bestimmte Constellation der Atome. Das „Sein" das ich von den Erscheinungen aussage. es braucht und Stoffmasse. sofern sie Teile des ()l)iektiven Erfahrungszusammenhangs sind. Loj^ik o ihr notwendiges Korrelat liinzudeuten. Das ist der AViderstreit zwischen den noetischen und den eine bestimmte. Die Logik stösst sich in ihrer eigenen Arbeit an den Schranken des Erscheinungserkennens. Das Denken l)raucht letzte Krafteinheiten. welche die faktische Wechselwirkung ermöglicht. lingen. das : Mag es ge- gesamte natürlich-geistige Sein und Geschehen aus der Wechselwirkung einfacher Realen zu deducieren so bleibt ein Rest. in die sich das menschliche Erkennen mit innerer Notwendigkeit ver- wickeln müsse. also endliche Kraft- Seite führt das räumliche anschaulichen Synthesen. Auf der anderen und zeitliche Vorstellen zu den Begriffen unendlicher Ausdehnung und unendhcher Teilbarkeit in Raum und Zeit. Doch nicht genug damit. in welcher doch nur die Bedingtheit des Gesamtkomplexes der Erscheinungswelt von einer neuen Seite zu Tage tritt. wenn irgendwo. als sich in ihre Unzulänglichkeit zu linden. in d<>n wahren Denk- . der sich nicht ausgleichen lässt. das gees gebene Wirkliche widerspruchslos zu gestalten. Dazu aber wird Erscheinungswelt hinauszugreifen. an fachsten synthetischen Wirklichkeitselemente. Ihr selbst bleibt nichts ü})rig. Kr»nnen wir den seiner Be- immanenten Zwiespalt als Erscheinungserkenntnis anders lösen. Die Logik hindert er schon an der abschliessenden Fassung der einjVIan denke z.und Ph'kenntnistheorie. das unlösbare Problem.

in Heinrich Maier vom denkenden Subjekt vollzogenen Denken bearbeiteten AV eltvorstellung. indem sie Beziehungen des Gedie Ableitung dachten zu transsubjektiven Realitäten annimmt Gattungsbeallgemeinen fingierten Zweck diesem zu aus einem So öffnet gerecht. vom Denken völlig losgelösten EigenIst das Absolute überhaupt erreichbar. Die ErkenntnisHinweis theorie ergreift und isoliert dieses Moment. Eine erkenntnistheoretische Position Selbstbeschränfür ist . man möchte sagen. in dem ein auf ein jenseits sie des sucht überall in Denkens Liegendes ausgesprochen ist. ob sie durch die in den logiauf ein „Jenseits des schen Denkakten liegende NotAvendigkeit . von dem es bestimmt wird. i mit einem transscendenten Wahrheits- und AVirklichkeitsideal die — ja wenn das nicht missverständlich wäre. Und den Erkenntnisakten die Punkte auf. über deutet Zwang. nicht das logische Wahrheitsl)elie- Aber doch eine Seite desselben: das in ihm Moment des Gebundenseins des erkennenden Denkens an die gende o Sache. Freilich irgendwie gelingen könnte. gefordert sind. als ob es das Absolute in seiner reinen. ist doch zuletzt wieder ein immanenter Zustand dieses Denkens. immer hängt nistheoretischen Thesen davon ab. der erkenntRichtigkeit die diese auch aussagen mag. an denen die Bewusstseinssphäre hinauszugehen. vor- ein solcher liegt. Das tritt. die Man kann Erklärung verzichten. in dem vom System der ErscheinungswirkHchkeit und nicht zum mindesten endliegt doch lich in den synthetischen Formen des Denkens selbst heoretisch en eine unmittelbare Aufforderung zur erkennt ni st der wissenschaftlichen Untersuchung. Dann macht man kung der Logik zu einer notwendigen und endgültigen Schranke das Erkennen überhaupt. Denn Meinung ist von vornherein abzuwehren. art unmittelbar zu fassen. Zwang. hinauszugreifen.236 akten des Erkennens. Und das reflektierenden Denken. dem nur sich so erschhesst es Erkenntnis transscendenten der Eichtigkeit Ki'iterium. Die Erkenntnistheorie wird von hier aus zur AVissenschaft von dem absoluten Geltungswert der E r s c h e i n u n g s w i r k 1 i c h k e t. an ein Fremdes. nicht Thatbestand dem jedenfalls wusstsein würde Sie diesen — man jedoch über sich der Blick in eine absolute Wirklichkeit. Was Bewusstseins" sichtspunkt. Sie arbeitet. wusstsein selbst. ist der Ge- der in der erkenntnistheoretischen Sphäre Stelle der logis chen AV ahrheitsnorm jene Notwendigkeit Frage nach der Möglichkeit einer die an die Aber will man auf wirklich erklären? Hier entscheidet sich die Metaphysik. an dem die gemessen werden kann.

so gegen die erkenntnistheoretische Untersuchung entschieden abzuschliessen hat. einer konstruktiv-erklärenden Psychologie zur An die letztere. so ist doch die letztere ReÜexion über das Denken Die Erkenntnistheorie ist gefür sie eine notwendige Ergänzung. wissermassen eine Fortsetzung der Logik. unbeantwortet bleiben: die Erkenntnis selbst wird dann als unlösbares Rätsel hingenommen. fern sie einen bestimmten Geltungswert in sich schliessen. in welchem Untersuchungsmethoden der beiden Wissenschaften zu einander stehen. Logik und die Erkenntnistheorie auf die die Verfolgung der Genesis der VorPsychologie begründen will Erkenntnisfunktionen soll über deren logischen und stellungen und denken. welche zuletzt auf kausale Gesetze aus- geht und aus solchen die psychische AV^irklichkeit ableiten. die EntpHegt man zu stehung des psychischen Lebens begreifen möchte . des Denkens und des Seins. sucht man die absolute so liefert die Erkenntnisdie und zu erfassen. Denn dings hier jedenfalls kommt der neuer- hervorgehobene Unterschied zwischen einer beschreiliend- zergliedernden und Geltung. theorie der metaphysischen Untersuchung AVirklichkeit zu erreichen Geltungsnormen und Die Erkenntnistheorie die kritisch Ijearbeiteten Forschungswege. heisst abbrechen. verzichtet die logische. 237 Die Folge iihev ist. wie andere. . Man möchte sagen die E r k e n n t n i s t h e o r i e : ist die Logik der Metaphysik. wie die erkenntnistheoretische die Darum Hilfe der Psychologie — genauer der Forschung auf genetisch -er klä- ren den Psychologie. So selbständig also die sie ihre Logik in ihrer eigenen Sphäre ist. Li charakteristischer Weise kommt dieser Zu- sammenhang auch die in dem Verhältnis zum Ausdruck. doch mindestens die Arbeit der Erkenntnistheorie skeptisch AVill man aber eine Metaphysik.Locfik 'o und Erkenntnistheorie. dass in der genetisch-psychologischen Forschung die logischen Xormen Thatsachen sind. nicht bloss. verhält sich zur Metaphysik ähnlich. Logik anknüpfen. wenn die : man absoluten Geltungswert entscheiden. akten Logik und Erkenntnistheorie haben Literesse an den Erkenntnissondern sonicht sofern diese psychische Vorgänge sind . Aber mit Recht ist dagegen immer wieder angeführt worden. Und das auch das. Die Logik treibt zur ErAndererseits muss die Erkenntnistheorie an die kenntnistheorie. wie die Logik zu den Erscheinungswissenschaften. Wie die Kulturgeschichte . das« die dem metaphysischen Trieb entspringenden Fragen nach den letzten Gründen der Dinge.

lauter Denkelementen. wie Subjekt. von unbedingt wertvollen Zwecken ausgeht und an chesen teile das thatsächliche . die als solche die logische leiten Wahrheitsnorm zu lassen. Nicht als ob der Psycholog im Besitz einer fertigen Logik sein müsste. Und die Vollendung Auch die Erkenntnistheorie kann sich nicht auf die Forschung der genetischen Psychologie stützen. voraussetzt.böte den Bannkreis des subjektiven Bewusstseins hinauszukommen ihm schlechterdings keine Möglichkeit. das von Denkidealen. sie selbst hätte an sich kein Die Psychodas. Die psycho: logische Forschung. s. an welche nicht weiter abdas objektiv gültige Erkennen in ursprünglicher . Ding und Eigenschaft Kausalität Wechselwirkung Zeit Raum. ihr wissenschafthches Ziel. leitbarer AYeise gebunden ist. ehe er in seine Untersuchung eintritt. . zu Mittel. Aber das ist unerlässlich dass er. Glauben und Aberglauben mit gleichem Interesse im Werden aufsucht und zu verstehen strebt. bloss nicht und was als falsch gelten solle. erreichen will. die der logisch-kritischen Fassung bedürfen wenn die Psychologie . über und . Synthesen oderErkenntnisoperatiouen. Objekt. objektiv gültige Yorstellungsverbindungen und Traumphantasien gleichermassen Gegenstände psychoUnd wenn diese trotzdem einen Wertlogischer Untersuchung. sich über die . also im vorstellenden Erkennen gegeben. Schönes und Hässliclies. Wahrnehmung. Bewegung. ein System vollkommen wahrer psychologischer Sätze. hat. wie jeder Forscher. Denken misst. . lun von hier aus das allmähliche AVerden und AVachsen der Erkenntnis zu verfolgen immer wären ihm lediglich psychische Erscheinungen gegeben. besonnen dieser Besinnung ist die Logik. so sind Wahrheit und Irrtum.. mit deduktiven und induktiven Methoden. Normen und Bedingungen wahren Denkens. Es ist ja nicht so.238 Sitte Heinrich Maier: und Unsitte. Und selbst wenn er sich in die ersten Anlange des Bewusstseins in der Seele des Säuglings zurückversetzen könnte. Und der genetischen Psychologie logie ist eine Erfahrungswissenschaft. Ur- und blosse Associationen. unterschied zwischen wahrem und falschem Denken macht. sie um sich von ihr auf ihrem . also einer Betrachtung des AVirk- von Haus aus fremd ist die lichen was als wahr entscheiden. Gutes imd Böses. dass der Psycholog über dem Wechselspiel von erkennendem Subjekt und transsubjektivem Gegenstand als unparteiischer Zuschauer Die psychische WirkHchkeit ist ihm nur in der inneren stünde. Veränderung u. so entnimmt sie denselben einem wertenden Bewusstsein. f. Weg . mit Begriflen . Und arbeitet .

Aber das ist eine Arbeit. Damit ist jedoch zugleich der Grundcha- . in die sich der schliessende Gedankenverlauf kleidet. dass psychische Erscheinungen an sinnlicli wahrnehmbare Phänomene gebunden seien. Denn die physikalischen bezw. also a])er wo es wirksam im allgemein gültigen liat . zeigen uns keine transsubjektive Wirklichkeit: auch sie sind Erscheinungen. durch welche Wahrnehmungen und Vorstellungen tler zu stände kommen. doch nur in dessen lebendiger Bethätigung. Die Analyse aber hat im besonderen die an das Wahrheitsbewusstsein gebundenen Gefühle. wie sich gezeigt und notwendigen. aber logie eine in ihrem Sein. nur der äusseren AVahrnehmung zugänglich sind. sind Merkmale festzulegen und ebenso die Bedingungen unter denen es sich einstellt. seine Dann . Sie entlehnt also der Psycho- Analyse des fertigen Bewusstseinsinhalts. zuerst die praktischen Xebenmomente . mannigfachen associativen und appercepwelche die Voraussetzung der Urzufälligen Gestal- und der unendlich verschlungenen tungen. im wissenschaftlichen Denken. die kenntnistheorie noch nichts gewonnen. . tiven Vorstellungsverbindungen.w. zuletzt. inwieweit die werdenden Vorstellungen und Urteile durch ein transsubjektives Objekt bedingt und l)estinimt seien.Loi?ik 'o und Erkenntnistheorie. weder der Logik noch der Erkenntnisist keine Frage: kann die genetische Psychologie die Richtung weisen und die Grundlage geben. Es theorie kenntnisfunktionen aus dem Bewusstseinsganzen setzt eine Zerglie- derung des Gesamtkomplexes psychischen Lebens voraus. Oder vielmehi-: Auslösung der Denkfunktioneu und ihrer Elemente aus dem psychischen Komplex ist ein Geschäft der Logik selbst. Sie fragt nicht. das a h rh e i t s b e w u s s t s e i n. ob. So hat sie vor allem das fundamentale logische Phänomen. und sie sucht es deshalb da auf. wie dasselbe (He W entsteht. welclie eine lediglich 1) e s c h r e i b e n de P sy c h o1 g i e leisten kann. zu tixieren. Aljer mit der Einsicht. 239 zu ermitteln. Für die Logik zunächst hat die Untersuchung der psychi- schen Prozesse. Trotzdem bedürfen beide Disciplinen psychoSchon die Isolierung der Denk. chemischen Reizvorgänge und die welche die Voraussetzung für die Entstehung der Emptindungen bilden. teilsakte sind. ist prinzipiell für die Erfreilich. keine unmittelbare Bedeutung. sondern was in ilim ist: liegt . he/. Erscheinungen physiologischen Nervenprozesse. iVber sie muss die logischen -Funktionen in i li r e r k o n k r e t v n W i r k 1 i c h k e i t auffassen — nicht in ihrem Werden. loszutrennen.und Erlogischer Erwägungen.

die Aufgabe ist. fiexion hat lediglich zu ermitteln. Es ist eine vielumstrittene Fräse worin das einfache AVesen der Urteilsfunktion beGelöst kann sie nur werden durch psychologische Analyse stehe. indem er ihre Eledie Art.240 Heinrich Maier rakter des elementaren Denkaktes l)estimmt. Kategorien und kategoriale . Arten und Stufen sich durch ihren logischen Gehalt in bestimmter Weise abheben: rein sprachUche oder psychologische Verschiedenheiten. Der Logiker wird also den besonderen Charakter der in den Ur- muss diese in ihre Bestandteile aufgelöst werden. bleiben unberückvon einander sichtigt. Auch diese lassen sich Und die logische ßeallein im empirischen Urteilen auffinden. in welchen das WahrUnd die Logik heitsbewusstsein in ursprünglicher Weise eingeht. teilen verbundenen Vorstellungen untersuchen. bestimmt. denen das Wahrheitsbewusstsein auftritt. und Vorstellungs])eziehungen verknüpft sind: Klassen von inhaltlichen Bestandteilen der Vorstellungen. inwiefern und inwieweit die im faktischen Denken auftretenden Urteile der adäquate Ausdruck des AVahrheitsbewusstseins sind.und Stoftelementen welche in den den Urteilsakten zu Grunde liegenden Vorstellungen — haben wii. welche das Ergebnis eine und . nicht auf einander redu- zierbaren Gestalten. Und dazu In der UrIn teilsmaterie liegt der zureichende Grund für den Urteilsakt. Verschiedenheiten der Urteilsmaterie hat darum auch zuletzt der Unterschied der logisch verschiedenen Urteilssynthesen seine AVurzel. welche den vom Wahrheitsbewusstsein unmittelbar begleiteten Teil des Urteilsaktes nicht berühren. wie diese mente und jektsdie zusammen sind. liat nur zu untersuchen und zu normieren. des faktischen Schliessens kritisch zu durchAvandern wenn sie die verschiedenen Formen. durchführen lässt sich die ganze Unter- suchung nur. welche von diesen Formen. Er wird aber vor allem die verschiedenartigen Beziehungen zwischen Sub- und Prädikatsvorstellungen — denn in diesen primäre Urteilsmaterie zu erlilicken sich eine reiche Mannigfaltigkeit von Form. in denen das begründende Denken Urteile aus anderen in denknotwendiger und allgemeingültiger Weis^ abAllein ob es sich um die Urteils.ja So ergiebt feststellen.oder die leitet. die typischen. Aber die Urteils- funktion kommt zur Erscheinung nur in einer Reihe von verschiedenen Formen. Arten und A])stufungen. hinzutretende kritische Beurteilung. aufsuchen will. indem die Materie der Urteile bestimmt wird. Schlussweisen handelt. In ähnlicher Weise hat die Logik das Gebiet in . auseinanderzuhalten. der Analyse an den AVahrheitskriterien misst.

Die Bearbeitung der Elemente selbst auf die Natur der einzelnen psychidie aber hat natürlich gleichfalls schen Akte zurückzugehen. das aus- Sache des Spezialforschers. wenn die Urteilselemente wissenschaftlich bearbeitet und dehnitiv fixiert sind. werden die verschiedenen Klassen von Urteilen und Schlüssen dann sein. Und Frage ist : Avie wenn das logische Ideal verwirklicht müssen diese Akte werden soll ? Ueberall also wird im Psychologisch-thatsächHchen das logisch AVichtige und Wesenthche aufgegriffen und festgelegt. und zugleich gegeneinander sicher abgegrenzt. wenn diese Arl)eit gethan ist. beschaffen sein. unzweifelhafter Denknotwendigkeit und ausgesprochen. Analyse des w r k 1 i h e n De n- der zweite auf das Ergebnis der Analyse gerichtete \Q Sigwart-Pestschrift. kann ein erschöpfender Einblick in die Urteilsund Schlussunterschiede gewonnen werden. Die Logik ist keine Kunstlehre der Entdeckungen und Erhndungen. die faktisch normieren. Allgemeingültigkeit. AA'ege das menschliche Erkennen im einzelnen einzuschlagen um in die verschiedenen Erkenntnisobjekte eindringen zu können.und Gleichordnung u. h. Unter. dass diese Analyse wieder nur an der psychischen Wirklichkeit vollzogen werden kann. Es ist ja nicht so. wie — — und Verschiedenheit. zumachen ist es ob. wenn sie die allgemeinen u n d b e s o n d e r e n Met h o d e n tixiert deren sich die einzelnen AVissenschaften zur Erforschung des AVirklichen bedienen. Ganz das gleiche Verfahren wendet die Logik auch an. . . Rehitionen wie GleichBezieliimgen. Es ist klar. wenn an lungen die Stelle der völlig mehr oder weniger schwankenden Vorstel- bestimmte Begriffe getreten. dass der Logiker der Erfahrungswissenschaft oder der Alathematik neue Methoden erschliessen könnte. hegriffliche Lieber-. Erst aber. die Anschauungsformen des Raums und der Zeit. Im Wesen des fundamentalen Urteilsaktes liegt ja die Forderung vollheit kommener AVahrheit. Vollenden lässt sich die Klassitikation der Urteile und Schlüsse erst. Der Logik aber liegt verwendeten Aletlioden auf ihren logischen Wahrheitsgehalt zu untersucluMi und im Hinblick auf diesen kritisch zu . AVelche hat. 241 Eigenschaft. s. Logisch vollkommen.Logik und Erkenntnistheorie. d. Durchweg also setzt sich das A''erfnl)ren der logischen Untersuchung aus k e n s zwei T eine ei 1 e n zusanuiien. Der i erste ist eine c psychologisch-beschreibende . Ein abschliessender und endgidtiger freilich auch jetzt noch nicht. und wenn die Urteilsbestandteile sämtlich den logischen Forderungen gemäss gefeste. staltet sind. f. Und dic^ vollzogene Urteils- analyse giebt dieser Norm nun eine speciellere Fassung. Ursache Ding Wirkung.

Den Massstab der Beurteilung aber liefern die. Der Weg oder als aposteriorisch zu betrachten bezw. ob. als der. inwiew^eit und in welcher Gestalt sie unentbehrlich seien. stofflicher Elemente dem schlechtweg gegebenen Teil der Erkenntnis die vom Denken an diesem vorgenommenen Operationen gegenübergestellt. hat. damit objektiv gültige Erkenntnis erreicht werde. Als ein Verfahren analytisch-kritischer Reflexion ist auch die Methode der Erkenntnistheorie die Erkenntnistheorie zu Ijezeichnen. ob der Aufgabe herantritt. Wie nun die Logik von den Wahrheitskriterien . eingeschlagen hat : man und Form die anschaulichen noetischen Synthesen unumgänglich notwendig sind. Oder vielmehr: sie übernimmt das Resultat der logischen Analyse und Kritik und unterwirft dieses nun der Wir kennen bereits die Norm erkenntnistheoretischen Reflexion. bezw. wenn man nicht auf wirklich ol)jektiv-gültige Vorstellungen und vollkommen wahre Erkenntnisurteile verzichten will. wenn sie sich anschickt.242 Heinrich Maier: kritische Beurteilung. ehe die Erkenntnistheorie an ihre eigent- der Untersuchung aber kann kein liche in mustergültiger Weise zur Helmholtz den anderer sein. ihrerseits auf dem Wege einer kritischen Analyse des Wahrheitsbewusstseins aufgefundenen. Finden und charakteriBeurteilung. Raum als apriorisch Euklidische Entscheidung der Frage. die apriorischen und die aposteriorischen Bestandteile unserer Erkenntnis zu sondern. An diese Un- terscheidung stofflicher und formaler Erkenntniselemente knüpft die Erkenntnistheorie an. in welcher hat zu prüfen. so wird die erkenntnistheoretische Untersuchung auf ihrem weiteren Wege von der erkenntnistheoretischen Norm ge- Schon die Logik hatte mit der Unterscheidung formaler und leitet. Zu den funktionen. die beendet sein muss. Das ist nämlich eine Voruntersuchung. Merkmale der Wahrheit. letzteren aber gehören die synthetischen Erkenntnisan welche die logische Kritik die Frage stellen muss. Auch muss von der Untersuchung des wirklichen Erkennens ausgehen. Wurzd der in der Organisation unseres Denkens seine Damit ist aber die Ermittlung des Iranssubjek- . ol) . Die Notwendigkeit der zuletzt in einem psychischen das ist ein berechtigter Schluss — — Zwang l)egründen. sei . der erkenntnistheoretischen sieren lässt sich dieselbe nur mittelst kritischer Selbst- besinnung über das faktische und von der Logik bearbeitete Denken. Das Ergebnis dieser Kritik liefert einen wichtigen AnsatzUntersuchung der erkenntnistheoretischen Elemente muss sich apriorischen punkt.

Ln Gelnet der Logik stehen sich zunächst subjektive und objektive Urteile gegenüber. in einer AV^eise sich vielleicht bestimmen lassen. die Sätze eingeführt ' Ka]^T als typische Beispiele für seine analytischen hat. Aus der Art. sie die Gesichtspunkte. Und man kann diese Bezeichnungen aufnehmen. fixiert Denken genau in der Gestalt. sind nicht als sul)jektive Urteile zu betrachten. so. in ihre Unter- suchungssphäre hereinziehen. gleich sachliche Synthesen während tlie objektiven zuDie Aussagen freilich. Das ist ein Gegensatz. Gewiss prädi- . sind verschieden. die systematische Wissenschaft von der transsubjektiven AVirklichkeit. sofern die subjektiven Urteile lediglich Ergebnisse des analysierenden Denkens aussprechen. aus der Ebenso wird sich aber auch genau der Punkt bezeichnen lassen. die vorausgesetzt müssen. ist ersichtlich. hat nun zu fragen inwiefern und inwieweit wird die Thätig: keit unseres Denkens durch das schlechtweg Gegebene bestimmt? So welcher Art sind die Daten.Logik und Erkenntnistheorie. das nun an ihrer Grundnorm zu messen hat. Das Endwerden ergebnis der erkenntnistheoretischen Untersuchung selbst aber wird sein ein Complex transsubjektiver Elemente. der es den Normen Akte der Wahrheit adäquat entspricht. die Und darum auch Die Logik in ihrer Arbeit verfolgen. Die Metaphysik. dass Logik und Erkenntnistheorie eine gute Strecke ihres AVegs zusammengehen. chungsobjekt. mittelst dessen das wahre Denken die Erkenntnisobjekte ergreift und urteilend darstellt. der sich mit dem IvANT'schen Unterschied der analytischen und synthetischen Sätze berührt. Zugleich traiis- aber wird sich die Gesamtbeziehung des Denkens zu seinem sulijektiven Gegenstand auch die psychische Organisation des ersteren erklärt. j Darum muss den ganzen sub- e k t i V e n D e n k a p p a r a t. erhält hiemit ihr methodisches Fundament. das menschliche Erkennen. wie das erkenntnistheoretische Verfahren sich an die logische Untersuchung anlehnt. V e 243 t i Man n (jr e 1 1 u 11 g s w e r t s u n s e r e r E r Ic e n n t n i « vorbereitet. damit unser erkennendes Denken begreiflich wird. Sie fasst also die logischen dass sie möglichst vollkommene Träger sie des AV'ahrheitsbewusstseins sind. auf das sie Es ist im Grund dasselbe Untersurichten. durch welche die einzelnen Synthesen gefordert und auf ihren besonderen Inhalt gelenkt werden? sie sondert die Erkenntnistheorie das specifische Untersuchungsniaterial aus. betrachten. das erkennende unter denen Gegenstand. vollziehen. sich in die beiden Disciplinen Aber ihren Ziele. an die dem sie sich trennen.

dass das wahrgenommene Objekt die Züge. Freilich obEs ist in diesen Fällen ein psychisch jektive Urteile anderer Art. in der Regel eine objektive Synthese. sondern ich sich mit einem Erinnerungsmeine zugleich.. solche Verwandt sind die eigentlichen Benennungsurteile. w4e in den begrifflich-erklärenden Urteilen. Dasselbe gilt von als den Sätzen mit individuellem Subjekt. dem Satz das ist eine Pappel. rakter solcher Aussagen genau. die reale Natur des Gegenstands habe. oder : die gewöhnlich SubsumtionsIn als Identitätsurteile bezeichnet werden. dass eine gegenwärtige bild decke. Ich mache in Zweck von meinen inneren solchen Sätzen anderen zu irgend welchem Sind es al)er . in den analytischen Urteilen Kant's. dass ich in dem Denkinhalt „Köriier" auch das Merkdenkende Wesen mal ausgedehnt" mitdenke. sehen. liegt doch nicht bloss. Achte ich auf den wirklichen Cha- — — . so fällt es. In anderen Fällen verwandter einen allgemeineren. denn sein. überhaupt in den „erklärenden" oder „begrifflichen" Aussagen wird doch meist irgend welche gegenständliche Synthese mitgedacht sein. mit dessen Vorstellung ich das Wahrnehmungsbild in Eins setze. i-st. sofern es überhaupt als Urteil zu l)etrachten Klasse der Aussagen über subjektiv-individuelle Zustände und Thätigkeiten. Kurz. lich der Ist dagegen ein derartiges Urteil ledigin die Ausdruck eines willkürlichen Benennungsaktes. Im wirk- lichen Benennungsurteil ordne ich einer Sachvorstellung eine Wortvorstellung zu. so wird sich in der Regel ergeben. Reales. Und darum werden sie den objektiven Urteilen zuzuzählen sein.244 ziere Heinrich Maiev: ich in dem Satz in . inhalt oder aber eine Wortvorstellung Es müsste Wahrnehmungsxlber auch erläutern will Aussagen sind im Grunde objektive Urteile. Art subsumiere ich etwa einen Begriff unter also jenen in einen höheren Gattungsbegriff' Und auch hiemit stelle ich eine objektive begriff ist Ordnung fest: der Gattungs- nur ein Komplex sachlich zusammengehöriger Bestimmungen.. die wir in unserem eigenen Innern sich abspielen Erlel)nissen Mitteilung. dass ich einer Gattung von Dingen eine Eigenschaft beilege — und das Ich füge ist eine objektive Synthese. wie andere gleich organisierte damit nicht bloss sagen. dem ich ein ihm objektiv zugehöriges Prädikat beilege. Damit konstatiere ich wiederimi einen psychologisch- sachUchen Zusammenhang. die ich vollziehe. ein.alle Allgemeinbegrifi' ein Körper sind ausgedehnt'' von einem Aber ich will ihm liegendes Merlaual. Auch in Wahrnehmung diesen Sätzen ist es also. dass ich wii-klich nur einen Denk.bezw.

Auch sie enthalten sämtlich Das ganze Wahrheitsbewusstsein ist ja ein suIj- sub- Im Urteil knüpfe ich die Subjektsvorstellung an die Prädikatsvorstellung auf den A^orstellungsinhalte. welchen ich das logische Subjekt — dass d. (z. kann.Logik und Erkenntnistheorie. ich sei es physi- schen — Erfahrungskomplexes. wie ich einen Vorstellungs- überhaupt. fallen. formaler oder materialer. wii'klicke Urteile. Mehrheit u. deren logische Prädikate durchweg in die f ornial . Teilzusannnenhang der Erfahrungswirklicdi- Es ist also klar. vergleichendes . Prädikatsvorstellung zusaumienfallenden Vorstellungsinhalt genau den mit der einem — bestimmten Teil keit gleichsetze. jektiver Zustand. Be- standteil des gegenständlichen — sei es psychischen. f. ob- jektive Sätze. teils Grund der Uebereinstimmung der beiDas ist die fundamentale Form des UrArt. s. Identität. h. dass meine Aussage anerkannt diesell)e von anderen nicht nachkontrolliert werden für das Urteil selbst gänzlich unwesentlich. B. Es sind also Aussagen. dass ist und zwar ich Thatbestand zum Ausdenknotwendigem und allgemein wirklichen — gültigem Urteilen: verlange. kann eine bestimmte oder unbestimmte im sein. mit dem die Subjektsvorstel- lung auf Grund einer Vergleichung in Eins setze. dem Bewusstsein der Notwendigkeit. Aber in den es nun ein. in dem in ich lediglich aussage. Die Beziehung Unbestimmt ist sie dass der Existentialur t eil. Aehnlichkeit. eine räumliche. .lo g i sehen Kategorien der Gleichheit. bezw. an ol)jektiven Urteilen mein Bewusstsein angliedere. Denn ist es ist die inhalt appercipiere. Subjektive Urteile sonderndes . unterscheidendes den ausschliesslichen Urteilsinhalt bilden. Ich will einen in druck bringen werde. Inhalt der Sulyekts Vorstellung ein Bestandteil des objektiven Vor- stellungskomplexes in sei. Auch die o Ij j e k t i v e n Urteile s c h 1 i e s s e n Denken hergestellten Beziehungen solche Beziehungen jektive Elemente. Verschiedenheit. zeitliche. Anders den übrigen objektiven Urteilen. in denen die durch unser zusammenfassendes. sind solche. die bestimmte Subjektsvorstellung mit einem Bestandteil des Erfahrungszusammenhangs in Eins setzen zu müssen. welche in diesen Urteilen sich die Wahrheitsbewusstseins bildet. In substan- kausale) Synthese mitgedacht wird. also der Notwendigkeit. 245 so sind auch sie die ich damit ausspreche. ein. ' in all diesen Fällen ob- jektiven Urteilens in der Apperception. Einheit. spricht den Kern des Ueberzeugung von der sachlichen Zusammen<>ehöriükcit des einireordneten Vorstelluims- . in der Ineinssetzung zugleich eine gegenständlich-reale tielle.

in als teile logische Subjekt. Aber dieses positive Urteil wird in der Verneinung als solcher nicht wirkDas logische Prädikat des verneinenden Urteils lich mitgedacht. Ein objektiv-psychologisches Urteil von der angenommenen Art könnte doch nur auf Grund einer weiteren vergleichenden Thätigkeit vollzogen werden. die Vorstellung einer bestimmten apdas welchen perceptiven Thätigkeit. auch Aussagen von dieser Art Man könnte Die Apperception ist zuletzt als ol)jektive Urteile zu betrachten. versucht wird. Das ist dann der Fall. wie es scheint. Aber es kommt hierin doch nur Thatsache zum Ausdruck. unterscheidende. kurz die rende Thätigkeit des Bewusstsein. Hier liegt charakteristische U n t e r- schied zwischen objektiven und subjektiven Urteilen. objektiv-psychologische Aussagen aufgefasst werden.und Prädikatsvorstellung.246 inhalts Heinrich Maiev: und von der sacliliclien Zugehörigkeit desselben der zum Wirk- lichkeitskoniplex aus. Sie sagen in keinem Fall objektive Synthesen Sie sind ja Urteile über Urteile. die Das ist richtig. : Die Verneinung will sagen Subjekts- und Prädikatsvorstellung. vergleichende. dass das subjektive Element des Denkens . Der Urteiformal-logischen Beziehungen zum sie werden die Urteilsmaterie. versuchen. wenn ich die Subjektsvorstellung einem Bestandteil des vorgestellten Wirklichkeitskomplexes zuordne. nicht der die versuchte Prädikatsbestimmung hat oder gar ausschliesst. Diese Betrachtung selbst würde jedoch wieder eine apperceptive Thätigkeit voraussetzen. sind verschieden. deren Ineinssetzung Und das ist ein subjektives Urteil. weg aus. Nun kann der Grund dieser Ablehnung in einem positiv-objektiven Urteile liegen. dass das appercipierende Denken sich selber wieder gegenständHch werden kann. freilich Und doch in allen Fällen eine psychische Realität. die subjektiven Urtionen. Im sul)jektiven Urteil wird die zusammenfassende. Und sie richten sich gegen die Gleichsetzung von Subjekts. ein AVirklichkeitselement Subjektsvorstellung ob nun der Inhalt der ist oder nicht. Darin tritt deutlich zu Tage. Aufhe])ungen versuchter oder vollzogener Urteile. Den Uebergang zu den Die letzteren bildet die Verneinung sind durch- objektiver Aussagen. Und dieser Rekursus wäre ein unendlicher. Und die logischformalen Kategorien sind Qualitäten bestimmter psychischer FunkVon hier aus können. verneinenden Urteile subjektive Sätze. sondernde. ist stets „ungleich" oder „nicht-übereinstimmend". einem Element der psychischen Wirklichkeit zugeordnet wird. Denkens lende bringt sich lediglich diese appercipieisoliert.

das nicht wieder zum Objektiven wird. Objektiv gültig sind ül)rigens auch die subjektiven stützen diesen Urteile. Für Funktion die als solche keine sachliche die Logik ist dieses subjektive Element . Und diese auffassende. Die Wirklichkeit. von sicherem Wahr- heitsbewusstsein begleiteter Urteile ermöglicht wird. Deshalb sind auch die suljjektiven Urteile Erauf. Und sie Anspruch dar- von ihnen hergestellten subjektiv-formalen Beziehungen psychisch oder physisch Gegebene aufgenötigt werden. dass die dem Denken durch das kenntnisurteile. die unmittelbaren Wirklichkeitswert beansi)ruchen. den zusammengesetzten wissenschaftlichen Methoden den systematischen Erkenntnisformen in mannigfaltiger Weise subjektive und objektive Denkakte. ob. Die Logik aber hat beides. die psychische so gut wie die physische. nicht 247 überwunden werden kann. jektiven Sie muss deshalb von dem subApparat des logischen Denkens abstrahieren und sich ganz auf dessen objektive Bestandteile beschränken. Elemente. dass die Erreichung des logischen Ideals. sich durch die ganze Logik sich. kenntnisurteile die und Wirklichkeitsvorstellungen Frage. ein AV^irkliches unmittelbar dass zur Darstellung bringen. In der That verschlingen sich auch in den logischen Begriffen hat — gleichviel ol) man diese geradezu auf Urteile zu reduzieren oder nicht — ferner in den Schlüssen. Subjektives und Objektives. Das bringt schon die centrale Stellung mit welche das Urteil im logischen System inne hat. sie — — Freilich Erkenntnisurteile zweiten Rangs . Ich brauche kaum ausdrücklich zu sagen.Logik uud Erkenntnistheorie. ist uns zuletzt nur gegeben im autfassen- den Denken. gleichermassen zu bearbeiten . der im Gebiet der Urteile zur Geltung kommt. also ein Letztes. Hierauf gründet sich die definitive Unterscheidung subjektiver und ol^jektiver Urteile. sofern nicht. hindurchzieht. bezw. inwieweit dieselben auf ein Transsubjektives . Hier scheidet sich die Erkenntnistheorie von der Logik. der Unter- schied subjektiver und objektiver Funktionen bezw. Auch sie wollen wahr sein. wie die objektiven Aussagen. sondern mit ihrer eigenen Norm heran. appercipierende Arbeit bleibt immer eine subjektive Synthese vollzieht. - — so zu bearbeiten. An ilie objektiven Elemente der Errichtet sie ihre Frage. sie Und an diese tritt nicht mit den Kriterien des Walirheitsbewusstseins. Die erkenntnistheöretische Untersuchung hat ja lediglich an den Elementen unserer Erkenntnisfunktionen Interesse. die völlig Gewinnung eines Systems vollkommener.

Sie braucht darum nicht „formale" Logik zu werden. möghch erweist. Reflexion den Weg immanenter Analyse und Kritik des wirklichen Denkens einschlagen. wenn man sie als die suchen. betrachtet die Erkenntnistheorie dieselben von der dem Subjekt al)- gewandten und dem transsubjektiven Gegenstand zugekehrten Seite. auf welche sie sich richten. ihrer specifischen Aufgabe zu genügen. frei machen. wenn sich ihr den kritischen Grund legen zu können. fassen Lehre von den Normen und Voraussetzungen des wahren Denkens Um aber an ihr Ziel zu gelangen. den Sigwaet der Logik gewiesen hat. Umgekehrt hat die Logik erkenntnistheoretische Fragen und Erwägungen ihrer Ai-beit fernzuhalten. Nur in einem anderen Sinne. als die Logik. dass die Erkenntnistheorie ihrer Arbeit ein wesentlich anderes Bild bieten werde. fundamental verschie- dene Arten von W^issenschaft. Erkenntnislehre kann sie trotzdem sein. die grundsätzlich auseinanderzuhalten sind. welche die uns Welt der psychischen und physischen Erscheinungswirknotwendige und allgemeingültige Erkemitnisurteile zu Das ist zuletzt auch gemeint. er- Das ist ein tiefgreifender Unterschied. In jedem Fall sind also Logik und Erkenntnistheorie zwei gegen einander selbständige Teile der Wissenschaftslehre. Während also die Logik die dein denkenden Subjekt zugewandte Seite der Erkenntnisfunktionen ins Auge fasst. denen sie die Normen und Methoden geben wollen. Heinrich Maier: Logik und Erkenntnistheorie. Es sind verschiedene Er- kenntnisweisen. in Und es ist darum zu warten.248 binausweiseii. vertraute liclikeit in . Eine Vermischung würde beide unfähig machen. muss die logische bezeichnet. welche die beiden Disciplinen den erkennenden Wissenschaften gegenüber einnehmen. Aber man niuss sich hüten. Und ebenso der propädeutischen Stellung. Man kann Logik und Erkenntnistheorie im Rahmen einer Wissen Schaftslehre zusammenfassen. Aber sie muss sich von der immanent- subjektiven Betrachtungsweise. als die Erkenntnistheorie. Zwar die Erkenntnistheorie geht ja von der logischen Analyse des er- kennenden Denkens aus. mit der die Logik an die Erkenntnisfunktionen herantritt. ihre Grenzen darum in einander liiessen zu lassen. Das entspricht ihrem inneren Zusammenhang. Sie ist die Wissenschaftstheorie für diejenigen Wissenschaften. um die Tragweite und den absoluten Geltungswert unseres Erkennens Ijestimmen und für ein metaphysisches AVissen ein solches als um die reine AVirklichkeit .

.

.

=1 University of Toronto Library m Acme (M ai Library Card Pocket LOWE-MARTIN CO. limited .

.#f*^fW??^3 .

Sign up to vote on this title
UsefulNot useful