Reglement 51.

019 d

Grundschulung
(GS 07)

Gültig ab 01.01.2007

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

Verteiler
Persönliche Exemplare – Rekruten (abzugeben beim Einrücken in die RS) – Teilnehmer von Kaderschulen in den LVb – Berufsmilitär – Zeitmilitär Kommandoexemplare – Stab CdA (5) – DU CdA (je 10) – Kdo von Gs Vb, Trp Kö und Einh Verwaltungsexemplare

II

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

inkraftsetzunG
reglement 51.019 d

Grundschulung
vom 01.01.2007 erlassen gestützt auf Artikel 10 der Organisationsverordnung für das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (OV-VBS) vom 07.03.2003. Dieses Reglement tritt auf den 01.01.2007 in Kraft. Auf den Termin des Inkrafttretens werden alle widersprechenden Vorschriften aufgehoben, besonders Reglement 51.19 d, f, i, gültig ab 01.06.1996.

Chef der armee

III

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

Bemerkungen
Das Grundschulreglement ist ein Einsatzreglement für Soldaten und Gruppenführer aller Waffengattungen. In ihm werden Techniken und Taktiken beschrieben, die beherrscht werden müssen, um in einem modernen Einsatzumfeld als Soldat, Führer, Trupp oder Gruppe zu bestehen. Das Grundschulreglement ist in 8 Kapitel gegliedert. Die Kapitel 1–4 dienen der Sinnvermittlung und dem Aufzeigen von Zusammenhängen. Im Kapitel 5 geht es um das Grundhandwerk des Soldaten, das diesem ermöglicht, sein Wissen und Können in die Verbandsleistung der Gruppe einzubringen. Kapitel 6 thematisiert das Grundkönnen des Gruppenführers und ermöglicht dem Soldaten, die Führungstätigkeiten seines Chefs nachzuvollziehen und im Sinn der ganzen Gruppe mitzudenken. Kapitel 7 und 8 beschreiben die Verbandsleistung der Gruppe und damit das Zusammenspiel aller Einzelleistungen zur Erfüllung eines Auftrags.

1. Grundhaltungen 2. Verhältnis- und Rechmässigkeit

3. Einsatzumfeld 4. Waffen und ihre Wirkung

7. Grundverhalten von Trupp und Gruppe 8. Waffen und ihre Möglichkeiten

5. Einsatztechnik und -taktik des Einzelnen

6. Führung der Gruppe

Das Grundschulreglement geht davon aus, dass Wissen und Können in einer Gruppe komplementär (sich gegenseitig ergänzend) vorhanden sein muss, um zusammen Verbandsleistungen zu erbringen: Soldaten beherrschen Waffen und Geräte, Gruppenführer ihr Führungshandwerk. Erst die Tatsache, dass jedes Gruppenmitglied seine Stufe beherrscht und sich Chef und Soldaten nicht konkurrenzieren, sondern ergänzen, bringt Vertrauen in die Möglichkeit, gemeinsam Erfolg zu haben.

IV

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Grundschulung (GS 07)

inhaltsVerzeiChnis
1.1 1.2 1.3 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 3.1 3.2 3.3 3.4 4.1 4.2 4.3 4.4 4.5 4.6 4.7 4.8 5.1 5.2 5.2.1
5.2.1.1 5.2.1.2 5.2.1.3

1

EInLEITUnG................................................................................................................................ 1 GRUnDhALTUnGEn DES SOLDATEn........................................................................................ 1 GRUnDhALTUnGEn DES GRUPPEnFühRERS .......................................................................... 2 EInLEITUnG................................................................................................................................ 4 GRUnDSäTZE FüR DIE AnWEnDUnG VOn ZWAnG ............................................................... 4 ZWAnGSMASSnAhMEn UnD ZWAnGSMITTEL .................................................................... 6 EInSATZ- UnD VERhALTEnSREGELn........................................................................................ 8 MEnSChEnREChTE UnD KRIEGSVöLKERREChT..................................................................... 8 EInLEITUnG.............................................................................................................................. 10 BEDROhUnG ............................................................................................................................ 10 MERKMALE ZUM EInSATZUMFELD........................................................................................ 12 ABC BEDROhUnG .................................................................................................................... 14 EInLEITUnG.............................................................................................................................. 16 LEIChTE WAFFEn ..................................................................................................................... 16 PAnZERABWEhRWAFFEn....................................................................................................... 18 hAnD- UnD GEWEhRGRAnATEn........................................................................................... 19 BOGEnSChUSSWAFFEn.......................................................................................................... 20 SPREnGMITTEL........................................................................................................................ 21 GEPAnZERTE FAhRZEUGE ....................................................................................................... 22 FLUGZEUGE UnD hELIKOPTER ................................................................................................ 23 EInLEITUnG.............................................................................................................................. 24 GRUnDVERhALTEn (KBS)........................................................................................................ 24 Kommunizieren......................................................................................................................... 24
horizontale Kommunikation ........................................................................................................................ 25 Laterale Kommunikation ............................................................................................................................. 26 Vertikale Kommunikation ............................................................................................................................ 27

GrundhaltunGen ................................................................................................1

Seite

2

Verhältnis- und reChtmässiGkeit..............................................................4

3

einsatzspektrum ..............................................................................................10

4

Waffen und ihre möGliChkeiten................................................................16

5

GefeChtsteChnik und -taktik des einzelnen .......................................24

5.2.2 5.2.3

Bewegen................................................................................................................................... 31 Schiessen ................................................................................................................................. 34 GRUnDTEChnIKEn (OBESChüDIZ) ......................................................................................... 42 Sich orientieren ........................................................................................................................ 42 Beobachten............................................................................................................................... 46
Skizzieren..................................................................................................................................................... 46 Leichte Waffen............................................................................................................................................ 34 Irritationskörper / handgranaten ................................................................................................................ 39

5.3 5.3.1 5.3.2

5.2.3.1 5.2.3.2

5.3.2.1

V

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

Seite
5.3.2.2

5.3.3

Sich schützen............................................................................................................................ 53
Persönlicher ballistischer Schutz ................................................................................................................ 53 Tarnung........................................................................................................................................................ 53 Deckung....................................................................................................................................................... 55 ABC Schutz .................................................................................................................................................. 56 Geheimhaltung ............................................................................................................................................ 57

Beobachtungstechnik .................................................................................................................................. 48

5.3.3.1 5.3.3.2 5.3.3.2 5.3.3.3 5.3.3.4

5.3.4 5.3.5

Distanzen bestimmen............................................................................................................... 58 Ziele bezeichnen....................................................................................................................... 61 EInLEITUnG.............................................................................................................................. 65 ERFOLGSFAKTOREn................................................................................................................. 65 FühRUnGSTäTIGKEITEn ......................................................................................................... 68 Führungstätigkeit 1: Ordnen..................................................................................................... 68 Führungstätigkeit 2: Entscheiden............................................................................................. 70 Führungstätigkeit 3: Befehlen .................................................................................................. 72 Führungstätigkeit 4: Steuern.................................................................................................... 75 VORBEREITUnG DES EInSATZES ............................................................................................ 78 Ausbildung................................................................................................................................ 78 Mentale Vorbereitung .............................................................................................................. 79 Persönliche materielle Vorbereitung........................................................................................ 82 EInLEITUnG.............................................................................................................................. 83 ORGAnISATIOn DER GRUPPE.................................................................................................. 83 FORMATIOnEn......................................................................................................................... 84 GRUnDTEChnIKEn.................................................................................................................. 89 Feuer und Bewegung................................................................................................................ 89 Personenkontrolle..................................................................................................................... 90 Fahrzeugkontrolle ................................................................................................................... 100 Patrouille ................................................................................................................................ 110 Beobachtungsposten.............................................................................................................. 112 SOFORTAKTIOnSTEChnIKEn ................................................................................................ 115 Prinzipien ................................................................................................................................ 115 Feuerüberfall .......................................................................................................................... 117 Rolle vorwärts ........................................................................................................................ 118 Rolle seitwärts ....................................................................................................................... 119 Rolle rückwärts....................................................................................................................... 120 Bergen eines Verletzten ......................................................................................................... 121 WEITERE GRUnDVERhALTEn................................................................................................ 122 Reaktion auf heckenschützen ................................................................................................ 122 Reaktion auf Bogenfeuer........................................................................................................ 122

6.1 6.2 6.3 6.3.1 6.3.2 6.3.3 6.3.4 6.4 6.4.1 6.4.2 6.4.3 7.1 7.2 7.3 7.4 7.4.1 7.4.2 7.4.3 7.4.4 7.4.5 7.5 7.5.1 7.5.2 7.5.3 7.5.4 7.5.5 7.5.6 7.6 7.6.1 7.6.2

6

führunG und einsatz der Gruppe .............................................................65

7

GrundVerhalten des trupps / der Gruppe............................................83

VI

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7.6.3 7.6.4 7.6.5 7.6.6 8.1 8.2 8.3 8.4 8.5 8.6 8.7

Seite Reaktion auf Minen und Fallen .............................................................................................. 123 Verhalten im Minenfeld.......................................................................................................... 123 Feindkontakt in / auf ungepanzerten Fahrzeugen.................................................................. 123 helikoptertransport ................................................................................................................ 127 EInLEITUnG............................................................................................................................ 129 ChECKPOInT .......................................................................................................................... 130 nAChRIChTEnBESChAFFUnG .............................................................................................. 132 GEBäUDEDURChSUChUnG .................................................................................................. 135 BEGEGnUnGSGEFEChT......................................................................................................... 138 üBERFALL ............................................................................................................................... 141 STOSS..................................................................................................................................... 143

8

einsatzaufGaBen der Gruppe ...................................................................129

anhänGe
1 fOrmelle ausBildunG ..........................................................................................147–172 1 fOrmelle ausBildunG des einzelnen........................................................... 147 1.1 GRUnDSäTZE................................................................................................................. 147 1.2 RUhnSTELLUnG....................................................................................................147–172 1.3 AChTUnGSTELLUnG..................................................................................................... 148 1.4 GEWEhRTRAGARTEn.................................................................................................... 149 1.5 GRUSS............................................................................................................................ 153 1.6 An- UnD ABMELDEn.................................................................................................... 155 1.7 VERhALTEn In KOMMAnDOPOSTEn UnD PERSönLIChEn UnTERKUnFTSRäUMEn 156 1.8 BEFEhLSEMPFAnG ........................................................................................................ 156 2 fOrmelle ausBildunG des VerBandes......................................................... 157 2.1 RUhnSTELLUnG............................................................................................................ 157 2.2 AChTUnGSTELLUnG..................................................................................................... 157 2.3 GRUSS DES VERBAnDES .............................................................................................. 158 2.4 MELDEn VOn VERBänDEn UnD EInRIChTUnGEn .................................................... 159 2.5 BESAMMLUnG.............................................................................................................. 161 2.6 FORMATIOnEn .............................................................................................................. 162 2.7 SChRITTARTEn.............................................................................................................. 167 2.8 BEWEGUnGEn .............................................................................................................. 168 3 BesOndere anlässe.............................................................................................. 171 3.1 InSPEKTIOn................................................................................................................... 171 3.2 DEFILIEREn .................................................................................................................... 172

VII

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2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

kleine sChiesslehre sturmGeWehr ...................................................................... 173 internatiOnale BuChstaBiertaBelle ................................................................... 174 truppenGattunGs- und GradaBzeiChen............................................................. 175 hellWerden und einnaChten................................................................................... 176 BereitsChaftsGrade ............................................................................................177–178 VerkehrsreGelunG................................................................................................179–180 prOtOkOll für festnahme / materialBesChlaGnahme................................ 181 zelten mit zelteinheit .........................................................................................182–183 aBkürzunGen...........................................................................................................184–186 stiChWOrtVerzeiChnis ........................................................................................187–191

VIII

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1 1.1

GrundhaltunGen einleitunG

Soldaten sind keine Automaten, die lediglich mit Drill und Standardverhalten auf einen Einsatz vorbereitet werden können. Soldaten denken und stehen somit immer auch vor der ethischen Frage, etwas zu tun oder nicht zu tun. Diese Entscheidung kann ihnen niemand abnehmen, auch wenn dies formell oft geschehen mag. Tief in ihrem Innern erkennen Soldaten immer das grundsätzliche Dilemma zwischen «nicht töten wollen» und «im schlimmsten aller Fälle töten müssen». Es sind vor allem psychische Probleme, die Soldaten im Einsatz und im Einsatztraining belasten: Tote, Verwundete, Stressreaktionen, Verstösse gegen Verhältnis- und Rechtmässigkeit, Konflikte zwischen Mannschaft und Führer. Das erste Kapitel des Grundschulreglements beschreibt Grundhaltungen von Soldaten und Gruppenführer, deren Verinnerlichung es erlauben, zusammen in gegenseitiger Wertschätzung Verbandsleistungen zu erzielen.

1.2
1

GrundhaltunGen des sOldaten

disziplin Unter Disziplin versteht man den freiwilligen Verzicht auf seine Wünsche und persönlichen Interessen zu Gunsten der Gruppe. Disziplin entfaltet dann ihre grösste Wirkung, wenn sie mit Initiative und Selbständigkeit verbunden wird. Disziplin ist trainierbar. Ihre notwendigkeit wird durch die Einsicht begründet, dass jeder Soldat Verantwortung für das Erreichen des Gruppenziels und für das Erfüllen des Gruppenauftrags übernehmen muss. ausdauer Körperliche Fitness und Ausdauer bilden das Grundgerüst für die Fähigkeit, die Belastung des Einsatzes zu ertragen und in Extremsituationen Leistung zu erbringen. Der Soldat muss bereit sein, über längere Zeit körperliche Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen und unter widrigsten Bedingungen einen Auftrag zu erfüllen. können herausragendes Können an Waffen und Geräten gibt die Sicherheit, einer militärischen Aufgabe technisch gewachsen zu sein. Diese Motivation ist Voraussetzung für die Einsicht in die notwendigkeit von Waffen- und Gerätedrill. Mit Drill können technische Einzelleistungen automatisiert / perfektioniert werden. Dadurch entsteht im Einsatz Freiraum für Initiative und Mitdenken im Gruppenrahmen. mut Jede Gefahrensituation erzeugt Angst. Mut bedeutet, aus eigenem Antrieb Angst überwinden zu wollen und zu können. Er ist Voraussetzung, um in Stresssituationen überhaupt aktiv zu werden. Um mutig zu sein, muss der Soldat Vertrauen in sein eigenes Können, in dasjenige seiner Kameraden und seiner Vorgesetzten haben. Er muss an seine körperliche Fitness und Ausrüstung glauben und darauf zählen können, dass sein militärisches handeln sinnvoll ist und vom Staat getragen wird. 1

2

3

4

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5

stolz Stolz ergibt sich aus der überzeugung, Leistungen erbringen zu können, die nur nach hartem Training und nach der überwindung von Angst möglich sind. Stolz ergibt sich aus der Gewissheit, als Soldat etwas mit Disziplin für die Gemeinschaft zu tun und von dieser die Anerkennung für das Geleistete erwarten zu dürfen.

1.3
6

GrundhaltunGen des Gruppenführers

Vorbild Vorbilder sind Menschen, denen Unterstellte freiwillig folgen, weil sie vorangehen. Der Gruppenführer ist Vorbild und kann das, was er von seinen Soldaten verlangt, vormachen und mit Sinn füllen. Der Gruppenführer nimmt seine Unterstellten als erwachsene Individuen ernst. Er verlangt von ihnen aktives Mitdenken und Selbständigkeit. Der Gruppenführer führt nicht mit Bevormundung oder Schikane, sondern überträgt seinen Unterstellten Verantwortung im Rahmen des Gruppenauftrags. Verbandsleistung Im Zentrum steht die Gruppe. Der Gruppenführer und seine Soldaten ergänzen sich gegenseitig. Das Können des Gruppenführers zeigt sich im Verständnis der komplexen Zusammenhänge eines Einsatzes, im kritischen Urteilsvermögen, in der Kenntnis und Anwendung der Führungstechniken sowie in der Fähigkeit, den eigenen Verband auf Einsätze hin effizient zu trainieren. In der Führung starke Chefs und

7

2

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im technischen handwerk starke Soldaten sind in der Lage, zusammen starke Verbandsleistungen zu erbringen. So entsteht gegenseitige Wertschätzung für das Können des anderen als Basis für Vertrauen in die Leistungsbereitschaft der Gruppe. 8 fürsorge Fürsorge heisst, die Bedürfnisse seiner Unterstellten zu spüren und beste Voraussetzungen für den Erfolg der ganzen Gruppe zu schaffen. Der Gruppenführer lebt mit seinen Leuten. Er kennt sie in- und auswendig, kennt ihre Stärken und ihre Schwächen und kann sie so zielgerichtet einsetzen. Vor allem in Extremsituationen des Einsatzes bedeutet Fürsorge vielfach auch hart zu bleiben, den Forderungen der Unterstellten nicht nachzugeben und den Verlockungen des einfachsten Wegs zu widerstehen. übersicht Im Einsatzstress besteht die Kunst der Führung darin, komplexe Situationen rasch zu erfassen und zu ordnen. Die Fähigkeit, Probleme rasch zu erkennen und zu priorisieren (zu gewichten), vermittelt den Unterstellten die Sicherheit, dass ihr Chef auch unter Druck überlegt handelt. Soldaten wollen vor allem in Extremsituationen von Chefs geführt werden, die entscheiden und der ganzen Gruppe eine Richtung geben. initiative Initiative in der Führung heisst, eigene, auch unkonventionelle Wege der Problemlösung zu entwickeln und zu gehen. Initiative Chefs entscheiden statt zu zaudern, informieren statt zu hinterfragen. Sie vergessen dabei aber nie, im Sinn der Fürsorge Risiko und Sicherheit für die Gruppe gegeneinander abzuwägen. Initiative Chefs erkennen, dass agieren / aktiv handeln immer besser ist als reagieren / handeln zu müssen.

9

10

3

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Grundschulung (GS 07)

2 2.1

Verhältnis- und reChtmässiGkeit einleitunG

In modernen Einsätzen hat die Allgegenwärtigkeit der Medien zur Folge, dass alle handlungen von Soldaten sofort national und international auf die Verhältnis- und Rechtmässigkeit hin beurteilt werden. Die öffentliche Meinung geht davon aus, dass in einem System von Befehl und Gehorsam wie in der Armee jedes handeln eines Soldaten die Absicht aller Vorgesetzten bis hinauf zur Staatsführung widerspiegelt. Es gilt deshalb das Prinzip: «handle als Soldat immer so, dass du dabei gefilmt oder fotografiert werden könntest!» Das zweite Kapitel des Grundschulreglements zeigt auf, dass das handeln von Soldaten in einem rechtlich abgesteckten Rahmen stattfindet und selbst im Kampf nicht einfach alles erlaubt ist. Moderne Einsätze sind gekennzeichnet durch die rasche Abfolge von Eskalation (Steigerung der Gewaltanwendung) und Deeskalation (herunterfahren der Gewaltanwendung). Verhältnismässigkeit ist das Können, Gewalt richtig zu dosieren und nur soviel anzuwenden wie nötig ist, um eine konkrete Lage zu bereinigen.

2.2
11

Grundsätze für die anWendunG VOn zWanG

armeeauftrag Die Armee dient der Kriegsverhinderung und trägt zur Erhaltung des Friedens bei. Sie schützt das Land und seine Bevölkerung. Sie unterstützt die zivilen Behörden bei der Abwehr schwer wiegender Bedrohungen und bei der Bewältigung von Katastrophen. Grundlage und Schranke ihres handelns sind Bundesverfassung und Gesetz. Beachtung des geltenden rechts Jeder militärische Auftrag muss unter Beachtung des geltenden Rechts erfüllt werden. Rechtswidrige Aufträge dürfen weder erteilt noch ausgeführt werden. Im Einsatz ist die Einhaltung der Menschenrechte und des Kriegsvölkerrechts von herausragender Bedeutung. Die im Einsatz geltenden rechtlichen Auflagen müssen in jedem Einsatzbefehl aufgeführt werden. Die wichtigsten Bestimmungen sind in folgenden Dokumenten enthalten: – Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten – Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft – Kriegsvölkerrecht – Dienstreglement – Einsatz- und Verhaltensregeln

12

13

militärische notwendigkeit Soldaten wenden nur dann Zwang / Gewalt an, wenn Umstände und die aktuell bekannte Lage dies für die Erfüllung des Auftrages erfordern.

4

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Verhältnismässigkeit Verhältnismässigkeit bedeutet, dass Zwangs- / Gewaltanwendung a. zur Wahrung oder herstellung des rechtmässigen Zustands geeignet sein muss; b. nicht über das hinausgehen darf, was zur Erreichung des verfolgten Zwecks erforderlich ist; c. nicht zu einem nachteil führen darf, der in einem Missverhältnis zum verfolgten Zweck steht. Grundsätze für verhältnismässiges handeln a. Ausschöpfung aller gewaltlosen Mittel Die Armeeangehörigen unternehmen alles, um eine Konfrontation möglichst gewaltlos zu beenden. Zwangs- / Gewaltanwendung soll nur zum Zug kommen, wenn dies die Einsatzregeln vorsehen und gewaltlose Mittel nicht zum Ziel führen. b. Minimale Zwangs- / Gewaltanwendung Ist Zwangs- / Gewaltanwendung für die Erfüllung eines Auftrages vorgesehen, darf diese nicht über das absolut notwendige Mass hinausgehen. c. Schutz von Unbeteiligten Ist absehbar, dass eine vorgesehene Zwangs- / Gewaltanwendung zu einer Gefährdung oder Schädigung Dritter führen könnte, die in keinem Verhältnis zum erwarteten Erfolg steht, muss ein anderes Vorgehen gewählt werden. d. Stufenweise Verringerung der Zwangs- / Gewaltanwendung nach jeder Eskalation der Gewalt müssen Massnahmen ins Auge gefasst werden, welche zur Stabilisierung der Situation und zur Deeskalation der Gewalt beitragen.

15

16

Verantwortung Die Armeeangehörigen sind für die Anwendung von Zwang / Gewalt direkt und persönlich verantwortlich. Sie müssen selbst erkennen, wann und unter welchen Umständen Zwangs- / Gewaltanwendung verhältnismässig und notwendig ist. Sie stellen die Anwendung von Zwang / Gewalt ein, sobald dies die Auftragserfüllung zulässt. Bedeutung der einsatzbezogenen ausbildung Im Einsatz kann dem Soldaten sehr wenig Zeit bleiben für die Entscheidung, welche Mittel zum Einsatz kommen sollen und was deren Auswirkungen auf Dritte sein könnten. Eine einsatzbezogene Ausbildung muss deshalb die Voraussetzung schaffen, dass der Soldat reflexartig korrekt, immer aber auch verhältnismässig handelt. Einsatzbezogene Ausbildung umfasst: a. Kenntnis des modernen Einsatzumfelds; b. Kenntnis und korrekte praktische Umsetzung der rechtlichen Grundlagen / Einsatzregeln; c. beherrschen der eingesetzten Waffen und Geräte; d. Kenntnis der Waffenwirkung und der möglichen Gefährdung von Unbeteiligten; e. treffen von Schutzvorkehrungen gegen mögliche Gewaltanwendung; f. Ausbildungs- und Ausrüstungskontrolle vor dem Einsatz; g. Gesunderhaltung. 5

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konsequenzen bei rechtsverstössen Die Einhaltung des geltenden Rechts durch Soldaten ist eine Frage der Disziplin und eine wichtige Voraussetzung zur erfolgreichen Auftragserfüllung. Verstösse gegen geltende Einsatzregeln und Vorschriften, auch wenn sie nur durch einen einzelnen Soldaten begangen werden, können schwerwiegende Auswirkungen auf eine gesamte militärische Operation haben und deren Erfolg in Frage stellen. Verstösse werden deshalb von Vorgesetzten kompromisslos im Rahmen des Militär- und Disziplinarstrafrechts geahndet.

2.3
19

zWanGsmassnahmen und zWanGsmittel

kompetenzen zur durchsetzung eines auftrags Zur Erfüllung ihrer Aufträge verfügen Soldaten über die dazu notwendigen Kompetenzen für die Durchsetzung. Diese beinhalten die Anwendung von Zwangsmassnahmen und den Gebrauch von Zwangsmitteln, sofern Auftrag und Lage dies erfordern. Die Kompetenzen werden schriftlich geregelt (Taschenkarte). Diese Tatsache entbindet aber keinen Armeeangehörigen von der Pflicht, in einer konkreten Einsatzsituation selbst zu entscheiden.

20

Wahl der massnahmen und mittel Die Wahl von Massnahmen und Mitteln zur Auftragserfüllung stellt hohe Anforderungen an Soldaten und Kader. Das heutige Einsatzumfeld lässt erwarten, dass gewaltbereite Akteure sich unter friedliche Menschen mischen und ihre Gewaltbereitschaft erst kurz vor einem Angriff offen zeigen. Gegenmassnahmen und Zwangs- / Gewaltanwendung haben nach Möglichkeit nach folgenden vier Grundsätzen zu erfolgen: Gezielt Gewaltbereite Akteure werden vor der Zwangs- / Gewaltanwendung klar identifiziert. Den Umständen angemessen Es soll nur soviel Zwang / Gewalt angewendet werden wie zur Abwehr der konkreten Gefahr unbedingt notwendig ist. Ohne übermässige Gefährdung Dritter Jeder Armeeangehörige muss sich jederzeit bewusst sein, dass Gewaltanwendung immer auch Dritte gefährden kann. Erfolgversprechend Es soll das Mittel zum Einsatz kommen, das sich für den erfolgreichen Abschluss der Aktion am besten eignet.

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zwangsmassnahmen Zwangsmassnahmen dienen dazu, eine Gegenseite zu zwingen, von ihrem handeln abzulassen sowie deren Vorhaben herauszufinden oder zu verunmöglichen. Zwangsmassnahmen umfassen: a. Wegweisen und fernhalten; b. anhalten und Identitätsfeststellung; c. Befragung; d. durchsuchen von Personen; e. kontrollieren von Sachen; f. Beschlagnahme; g. vorläufige Festnahme; h. anwenden von körperlichem Zwang; i. Waffengebrauch.

22

festnahme Eine durch Soldaten durchgeführte Festnahme ist immer nur vorläufig. Sie darf nur erfolgen, wenn jemand a. die Sicherheit der Armee, ihrer Angehörigen, ihres Materials oder von ihr bewachte Objekte gefährdet und geringere Zwangsmassnahmen nicht genügen; b. die militärische Ordnung stört und geringere Zwangsmassnahmen nicht genügen; c. sich oder andere ernsthaft gefährdet; d. wegen seines Zustands oder Verhaltens in schwerwiegender Weise öffentliches ärgernis erregt oder die öffentliche Sicherheit und Ordnung ernsthaft stört; e. eine zivile oder militärische Straftat begangen / versucht hat und auf frischer Tat ertappt / unmittelbar nach Begehung der Tat angetroffen wird; f. zur Fahndung ausgeschrieben ist. Festgenommene Personen dürfen gefesselt werden, wenn sie Widerstand leisten oder wenn Gefahr besteht, dass sie fliehen, andere Personen angreifen oder sich selber verletzen. über jede Festnahme ist unverzüglich ein Protokoll aufzunehmen. Dieses enthält mindestens die Personalien der festgenommenen Personen und allfälliger Auskunftspersonen sowie Grund, Ort und Zeit der Massnahme. Das Protokoll ist von den festgenommenen Personen zu unterschreiben. Eine Verweigerung der Unterschrift ist im Protokoll zu vermerken. Festgenommene Personen sind nach Aufnahme des Protokolls unverzüglich den im Einsatzbefehl bezeichneten zuständigen zivilen oder militärischen Polizei- / Untersuchungsorganen zu übergeben. Militärpersonen können auch ihren vorgesetzten Truppenkommandanten übergeben werden.

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zwangsmittel Durch den Einsatz von Zwangsmitteln werden Zwangsmassnahmen in die Tat umgesetzt. Zwangsmittel können sein: a. Gespräch; b. körperlicher Zwang; c. Zwischenwaffen; d. Schliessmittel; e. Schusswaffen; f. schwere Waffen.

2.4
24

einsatz- und VerhaltensreGeln

einsatzregeln Einsatzregeln (Rules of engagement; ROE) beziehen sich auf einen konkreten Einsatz und legen detailliert fest, welche Zwangsmassnahmen und -mittel zur Anwendung kommen dürfen. Sie regeln die Anwendung von Zwang / Gewalt und den Waffeneinsatz abschliessend. Einsatzregeln können während einem laufenden Einsatz je nach Gewaltanwendung der Gegenseite gelockert oder verschärft werden. Verhaltensregeln Verhaltensregeln (Rules of behaviour, ROB) enthalten Vorschriften zu Ausrüstung, Verhalten im Einsatz und zur Sicherheit der Armeeangehörigen. Sie regeln beispielsweise das Verhalten von Soldaten gegenüber Medienvertretern oder den konkreten Ablauf von Personen- / Fahrzeugkontrollen. taschenkarte Die Taschenkarte (Pocket card) ist die Zusammenfassung der Einsatz- und Verhaltensregeln für den Soldaten im Einsatz. In ihr findet er auch im Einsatzstress einfachen Zugang zu allen Informationen bezüglich Auftrag, erlaubte Zwangsmassnahmen und Zwangsmittel.

25

26

2.5
27

mensChenreChte und krieGsVölkerreCht

Bedeutung von menschenrechten Menschenrechte haben zum Zweck, jederzeit alle Menschen gegen unrechtmässige übergriffe des Staates und seiner Organe (Polizei, Armee, Behörden) zu schützen. Ferner beauftragen sie den Staat, Rahmenbedingungen zur freien Entfaltung der sich auf seinem Staatsgebiet befindlichen Personen zu schaffen. recht auf leben Das Recht auf Leben als höchstes Rechtsgut wird durch internationale Konventionen und die Bundesverfassung garantiert. Der Grundsatz, dass niemand getötet werden darf, ist nicht anwendbar, wenn jemand aufgrund einer rechtmässigen Kriegshandlung ums Leben kommt.

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8

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Eine Tötung wird nicht als Verletzung des Rechts auf Leben betrachtet, wenn sie durch eine Gewaltanwendung verursacht wird, die unbedingt erforderlich ist, um a. jemanden gegen rechtswidrige Gewalt zu verteidigen (notwehr, notwehrhilfe); b. jemanden rechtmässig festzunehmen; c. jemanden an der Flucht zu hindern, dem die Freiheit rechtmässig entzogen ist; d. einen Aufruhr oder Aufstand rechtmässig niederzuschlagen. 29 Verbot der folter niemand darf körperlich oder physisch der Folter sowie unmenschlicher, erniedrigender Strafe oder Behandlung ausgesetzt werden. recht auf freiheit Jede Person hat das Recht auf Freiheit. Angehörige der Armee dürfen Personen vorläufig festnehmen, wenn sie gesetzlich ermächtigt sind oder gemäss Einsatzbefehl über die notwendigen Befugnisse verfügen. Für festgenommene Personen gilt bis zum Vorliegen eines gültigen Gerichtsurteils die Unschuldsvermutung. diskriminierungsverbot Menschenrechte und Freiheiten sind ohne Diskriminierung zu gewährleisten. So darf niemand nachteilig behandelt werden wegen des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Rasse, der hautfarbe, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung, der nationalen oder sozialen herkunft, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens oder der Geburt. kriegsvölkerrecht Das Kriegsvölkerrecht (KVR) kommt bei Kampfeinsätzen zur Anwendung. Es ergänzt und überlagert die Menschenrechte. Das Kriegsvölkerrecht behindert die Erfüllung des rechtmässigen militärischen Auftrags nicht, beschränkt aber die Anwendung militärischer Gewalt zwischen Staaten sowie staatlichen oder nicht-staatlichen Konfliktparteien. Das Kriegsvölkerrecht soll a. Kämpfende vor unnötiger Grausamkeit schützen; b. Unbeteiligte, Wehrlose sowie zivile Objekte vor den Auswirkungen militärischer Gewalt bewahren; c. Grundrechte von Gefangenen und Internierten sichern; d. die Rückkehr zum Frieden erleichtern. 33 umsetzung im einsatz Die Angehörigen der Armee respektieren im Einsatz Regeln und Prinzipen der Menschenrechte und des Kriegsvölkerrechts. Sie intervenieren, sofern es die Situation zulässt, damit Ausschreitungen gestoppt werden können und melden die Urheber von Rechtsverletzungen möglichst rasch an ihre Vorgesetzten. Die Vorgesetzten überwachen im Einsatz die Einhaltung der Menschenrechte und des Kriegsvölkerrechts. Sie erteilen keine Aufträge, welche die menschliche Würde verletzen können, integrieren die Kenntnisse über Regeln und Prinzipen der Menschenrechte und des Kriegsvölkerrechts in die Ausbildung und berücksichtigen deren Einhaltung in der Führung von Einsätzen.

30

31

32

9

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

3 3.1

einsatzumfeld einleitunG

Die Schweiz ist politisch und wirtschaftlich Teil der westlichen Gesellschaft. Globalisierung (Vernetzung aller Bereiche) und Multikulturalität (Zusammenleben von Menschen verschiedenster herkunft auf engstem Raum) machen die Welt zum grossen Dorf. Was die westliche Welt bedroht, bedroht auch uns. Wir sind ebenso verletzlich wie die gesamte westliche Gesellschaft. Das Einsatzumfeld war noch nie so greifbar wie heute. Während früher Bedrohungsbilder aus Reglementen abgeleitet werden mussten, genügt es heute, sich täglich die Informationssendungen am Fernseher anzusehen. Was früher nur von Experten erklärt werden konnte, ist heute für jedermann leicht zugänglich. Das dritte Kapitel des Grundschulreglements fasst die Grundzüge und Merkmale der heutigen Bedrohung zusammen und zeigt auf, in welchem Einsatzumfeld sich moderne Armeen bewegen.

3.2
34

BedrOhunG

Veränderung des kriegsbildes Bis 1945 fanden kriegerische Auseinandersetzungen primär zwischen einzelnen Staaten statt. Beide Kontrahenten setzten dafür Soldaten ein, die Uniform trugen und sich somit klar als Angehörige einer regulären Armee zu erkennen gaben. Ziel solcher meistens mit schweren Mitteln (Panzer, Artillerie) geführten Auseinandersetzungen war die Eroberung des feindlichen oder die Verteidigung des eigenen Territoriums. Wer eine Landesgrenze gewaltsam überschritt war Gegner und wurde mit der Armee bekämpft. In modernen Kriegen ist das nur noch selten so: Konflikte werden heute nicht mehr primär zwischen Staaten geführt, sondern spielen sich oft im Staat selbst ab. Die moderne Gegenseite kümmert sich nicht mehr um Staatsgrenzen und trägt nicht mehr die Uniform einer regulären Armee. Ihr Ziel ist nicht mehr die Eroberung eines Territoriums, sondern das Einschüchtern und die Kontrolle der Bevölkerung. Es genügt, wenige Taten in die Realität umzusetzen, um dann mit Drohung Angst zu erzeugen (Terror). Die moderne Gegenseite braucht den Staat nicht mehr, um sich zu organisieren. Drogenhandel, Prostitution und dergleichen haben die Rolle des Geldgebers übernommen. In diesem Umfeld gibt es keine Möglichkeit mehr, Krieg und Verbrechen zu trennen.

35

«pilzgegner» In einem Krieg mit den konventionellen (normalen) Mitteln von Armeen war es möglich, Bewegungen des Gegners auf einer horizontalen Zeitebene zu erfassen. Eine genügend grosse Vorwarnzeit verschaffte die Möglichkeit, sich mit gezielten Massnahmen auf eine Konfrontation vorzubereiten (Kampfvorbereitungen). Ein Aggressor musste seine komplexe Logistik (z B Material, Munition, Treibstoff) auf denselben Wegen nachführen, auf denen sich auch sein Angriff bewegte. Damit entstanden für den Verteidiger Chancen, die Durchaltefähigkeit eines Gegners zu erschweren und diesen gezielt zu schwächen. 10

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Grundschulung (GS 07)

Die moderne Gegenseite operiert vollständig anders. Sie nutzt den bereits bestehenden Boden einer global vernetzten und multikulturell gemischten Gesellschaft aus, um auf diesem ihre Logistik unerkannt und inmitten der Zivilbevölkerung aufzubauen. Auf diesem vorbereiteten Terrain finden Aktionen der Gegenseite statt: Wann sie will, wo sie will, wie sie will, mit wem sie will, wie lange sie will. Ihr Vorhaben ist erst im Moment der Ausführung erkennbar. Strassenunruhen, Erpressung, Attentate, Einschüchterungen und terroristische Anschläge sind nur einige Beispiele für ihr konkretes Wirken. Täter und diejenigen, welche die Basis für die konkrete Tat geschaffen haben, kennen sich oft nicht. Moderne Gegenseiten operieren somit wie Pilze, die auf dem fruchtbaren Boden von modernen Gesellschaften unerwartet emporschiessen (vergleiche Skizze unten). So entstehen rechtsfreie Räume, die sich der Kontrolle des Staates weitgehend entziehen.

36

stabilisieren als hauptaufgabe War es früher möglich, die Aufgaben von Armee und Polizei klar zu trennen, die Armee gegen einen das Territorium angreifenden Gegner (Krieg) und die Polizei gegen Vergehen gegen die Ordnung im Innern eines Staates (Verbrechen) einzusetzen, so wird es heute nötig, die Krisenbewältigungsinstrumente des Staates je nach Bedrohung immer wieder neu zu bündeln. Damit kommt es zu einer je nach Lage durch die Politik zu definierenden Kooperation (Zusammenarbeit) zwischen den Ordnungskräften. Die Armee wird dann eingesetzt, wenn nur noch ihre Gewaltmittel die Lösung eines Konfliktes herbei führen können. Es geht in modernen Konflikten darum, in klar definierten Räumen Stabilität zu garantieren oder wieder herzustellen. Um im Konzert aller Krisenbewältiger mitzuspielen, braucht eine moderne Armee Soldaten und Verbände, die alle Techniken und Taktiken des Kämpfens und Schützens beherrschen und verstehen, dass der fliessende übergang von Schutz zu Kampf und umgekehrt zur Regel geworden ist. 11

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Grundschulung (GS 07)

3.3
37

merkmale zum einsatzumfeld

Chaos statt lineare eskalation der Gewalt Moderne Konflikte sind gekennzeichnet durch das neben- und Miteinander von symmetrischen (gleichen, zum Beispiel Panzer gegen Panzer, Panzerfaust gegen Panzer) und asymmetrischen (ungleichen, zum Beispiel Steine gegen Panzer, Flugzeuge gegen Wolkenkratzer) Vorgehensweisen. Der asymmetrischen Vorgehensweise kommt eine zunehmend grössere Bedeutung zu, weil sie auch einer materiell unterlegenen Gegenseite die Möglichkeit gibt, Widerstand zu leisten oder wirkungsvoll anzugreifen, um ihre Interessen durchzusetzen und auf sich aufmerksam zu machen. Die undurchsichtige Abfolge von Eskalation (hochfahren der Gewalt) und Deeskalation (herunterfahren der Gewalt) und das nebeneinander von lokalen, scheinbar unzusammenhängenden Gewaltausbrüchen aus verschiedenen Richtungen vermitteln ein Bild der Unübersichtlichkeit. Verstärkt wird dieses durch den oft überraschenden übergang von der Routine zur Krisensituation. Das Erkennen von Strukturen der Gegenseite ist deshalb so schwierig, weil es klare Strukturen oft gar nicht gibt.

kämpfen
Deeskalation (Bsp wegweisen von Schaulustigen) Eskalation (Bsp Schusswechsel mit einem Heckenschützen)

schützen
38 Gleichzeitiger einsatz von krisenbewältigungsinstrumenten Militär, zivile Sicherheits- (Polizei) und Rettungskräfte (Feuerwehr, Zivilschutz, Sanität) und weitere hilfsorganisationen aller Art kommen vielfach alle gleichzeitig zum Einsatz. Die Zusammenarbeit muss koordiniert und geschult werden. Für die zivilen wie militärischen Einsatzkräfte ist der übergang von subsidiären (unterstützenden) Einsätzen hin zu Aufträgen in räumlicher Eigenverantwortung fliessend. Ob in einem Raum die Armee oder zivile Partner die Einsatzverantwortung tragen, ist immer ein politischer Entscheid. 12

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Vielzahl von akteuren Die Vorstellung eines klar durch Uniform gezeichneten Gegners ist einer Vielzahl von undurchsichtigen Akteuren aller Schattierungen gewichen (Gegenseite). Diese können sich mit der Zivilbevölkerung vermischen oder gar darin untertauchen. Die Gegenseite kann sich passiv verhalten, aktiv bewaffnet am Konflikt teilnehmen oder den Zustand der Rechtlosigkeit für ihre Interessen ausnützen. Es wird für den Soldaten immer schwieriger, in diesem Umfeld Freund und Feind auseinander zu halten. Der übergang von Schutz- zu Kampfaufgaben ist fliessend: Eine Patrouille kann durch ein Begegnungsgefecht zum Kampf gezwungen werden. Ein Checkpoint kann jederzeit zur Sperre werden. Der übergang von der Gegenseite zum Gegner kann in Sekunden erfolgen. Wer auf mich schiesst oder Kameraden töten will, wird zum Gegner. Kontrollieren und vernichten erscheinen vor diesen hintergrund als verschiedene Aggregatszustände desselben Einsatzes.

Checkpoint Patrouille

Sperre Begegnungsgefecht

Gegenseite kontrollieren

Gegner vernichten

40

einbezug der zivilbevölkerung Wegen der stetigen Verstädterung und dem raschen Anwachsen der Agglomerationen ist es unabwendbar, dass militärische Konflikte mitten unter der Zivilbevölkerung ausgetragen werden müssen. Gerade diese Ballungszentren sind auch das Ziel einer Gegenseite / eines Gegners. Die Zivilbevölkerung wird zunehmend Ziel der Gegenseite, sei es, um den Widerstandswillen der Bevölkerung, der Sicherheitskräfte oder der Behörden zu brechen, um sich Gehör und Beachtung zu verschaffen oder um Forderungen durchzusetzen. Für den Soldaten entsteht somit das Problem, Gewalt verhältnismässig und mit dem nötigen Gefühl für Rechtmässigkeit einzusetzen. Die psychische Belastung des Soldaten in modernen Einsätzen ist gerade deshalb enorm. 13

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allgegenwärtigkeit der medien Die Medien ermöglichen der öffentlichkeit eine scheinbar unmittelbare Teilnahme an den Geschehnissen, geben aber in Realität nur subjektiv ausgewählte und somit aus dem Gesamtzusammenhang herausgerissene Teilaspekte wieder. Die Meinungsbildung und die Reaktion der öffentlichkeit bestimmen den Verlauf eines Konfliktes prägend mit. negative Reaktionen können sein: Proteste, Plünderungen, Bildung von Bürgerwehren, Selbstjustiz, Flucht oder Abgleiten in Fatalismus (Schicksalsgläubigkeit). Das Verhalten der Soldaten und die Resultate militärischer Einsätze erlangen durch die Allgegenwärtigkeit der Medien besondere Aufmerksamkeit. Besonders Verhältnis- und Rechtmässigkeit des handelns werden dauernd kritisch beurteilt. Das handeln jedes einzelnen Soldaten gewinnt so enorme Bedeutung und wird sofort mit dem Wollen des Staates gleichgesetzt, dessen Uniform er trägt.

3.4
42

aBC BedrOhunG

Bedeutung der aBC Bedrohung Trotz Abrüstung bleiben die Gefahren durch Massenvernichtungsmittel bestehen. Im biologischen und chemischen Bereich sind heute auch kleinere Staaten und nichtstaatliche terroristische Organisationen in der Lage, entsprechende Mittel zu entwickeln und einzusetzen. Konventionelle Sprengkörper können mit radioaktivem Material ergänzt werden. atomwaffen Atomwaffen unterschiedlicher Grösse / Kaliber können mit Flugzeugen, Flugkörpern und Artilleriegeschützen eingesetzt werden. Bei der Explosion einer Atomwaffe unterscheidet man zwischen Momentanund Spätwirkungen. Momentanwirkungen: – Blendung, Verbrennungen und Brände durch Lichtblitz und Wärmestrahlung; – Zerstörung von Einrichtungen, Material und Geräten durch die Druckwelle; – Strahlenschäden durch die Strahlendusche; – Beschädigung oder Zerstörung von elektrischen und elektronischen Geräten durch den nuklearen, elektromagnetischen Impuls (nEMP). Spätwirkungen: – Verstrahlung von Gelände und ungeschütztem Material durch radioaktiven Ausfall; – Verstrahlung von ungeschützten Personen durch radioaktiven Ausfall.

43

44

Biologische Waffen Der Einsatz von B-Waffen kann auf drei verschiedene Arten erfolgen: a. in Form von Aerosolpartikeln über die Atmosphäre mit Mehrfachraketenwerfern, Artillerie, Raketen, Lenkwaffen und Flugzeugen (durch Absprühen oder Abwurf von Bomben); b. als Krankheitserreger, die via Vektoren (vorzugsweise Insekten) übertragen werden; c. mittels kontaminierter (mit radioaktiven Stoffen verseuchten) oder vergifteter Lebensmittel. Die vielen möglichen Agenzien (Wirkstoffe) führen zu mannigfaltigen Wirkungen. Primäres Ziel ist es, eine grosse Anzahl von Erkrankungen bei Menschen, Tieren oder Pflanzen herbeizuführen und damit die 14

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Grundschulung (GS 07)

betroffene Gesellschaft nachhaltig zu schwächen. Bedrohung und Gefahr gehen von Krankheitserregern (z B Bakterien, Pilze, Viren) oder Toxinen (z B Botulinustoxin) aus, die entweder vorsätzlich und in übler Absicht zu kriegerischen oder terroristischen Zwecken eingesetzt werden oder natürlicherweise als Epidemie (zeitlich beschränkte / örtlich begrenzte Seuche) oder Pandemie (Epidemie grossen Ausmasses) auftreten. 45 Chemische Waffen C-Kampfstoffe werden mit Mehrfachraketenwerfern, Artillerie, Raketen, Lenkwaffen und Flugzeugen (durch Absprühen oder Abwurf von Bomben) eingesetzt. Der Einsatz kann flüchtig (dampfförmig) oder sesshaft (flüssig) erfolgen. Bei sesshaftem Einsatz entsteht eine Geländekontamination. Der flüchtige Kampfstoff wirkt vor allem über die Atemwege, der sesshafte Kampfstoff vor allem auf und über die ungeschützte haut. Die beiden wichtigsten Kampfstoffe sind nervengifte (Kampfstoffnachweispapier verfärbt sich gelb oder dunkelgrün) und hautgifte (Kampfstoffnachweispapier verfärbt sich rot). 46 industrielle schadstoffe (rOta: release Other than attack) Gefährliche Stoffe, die industriell verwendet werden, können infolge von Unfällen, Angriffen auf Industrieanlagen oder mit terroristischer Absicht freigesetzt werden. Falls giftige Gase entweichen, schützen zusätzliche Mehrbereichs-Schutzfilter zur Schutzmaske vor Vergiftungen durch Einatmen.

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Grundschulung (GS 07)

4 4.1

Waffen und ihre möGliChkeiten einleitunG

In den letzten 100 Jahren haben sich Einsatz und Möglichkeiten von Waffen verändert. Im ersten und zweiten Weltkrieg kamen mehrheitlich grosskalibrige Waffen und Massenvernichtungswaffen zum Einsatz mit dem Ziel, den Gegner grossflächig und möglichst rasch zu töten. Im Vietnamkrieg wurde mit der Einführung kleinkalibriger Schusswaffen mit grosser Munitionskapazität mehr Wert auf die Beweglichkeit des Einzelkämpfers und die Verwundung des Gegners gelegt, da ein Verwundeter immer mehrere Leute bindet, die dann nicht an Kampfhandlungen teilnehmen können. In neuester Zeit kommen vermehrt Präzisionswaffen zum Einsatz, die es ermöglichen, gegnerische Schlüsselziele effizient und möglicht ohne Schädigung von an Kriegshandlungen unbeteiligten Personen zu vernichten. Die Zukunft gehört Waffen, die mit letaler (tödlicher) oder nicht letaler (nicht tödlicher) Wirkung eingesetzt werden können. Mit ihnen wird man versuchen, die letzte Lücke in der Palette der verhältnismässig angewandten Zwangsmittel zu schliessen. Das vierte Kapitel des Grundschulreglements beschreibt Möglichkeiten und Wirkung jener Waffen / Geräte, die auf Stufe Gruppe zum Einsatz kommen und die jeder Soldat kennen muss, um das Zusammenwirken aller Kräfte in der Gruppe zu verstehen.

4.2
47

leiChte Waffen

sturmgewehr Das Sturmgewehr ist die hauptbewaffnung des Einzelkämpfers und eignet sich für das Bekämpfen von Zielen auf Distanzen bis 200 Meter. Seine handlichkeit ermöglicht dem Schützen eine hohe Beweglichkeit mit dem Vorteil des schnellen Anschlagens und einer raschen Feuereröffnung. Die hohe Präzision des Sturmgewehrs erlaubt es einem geübten Schützen, sichtbare Ziele mit grosser Wahrscheinlichkeit zu treffen. Im nahkampfbereich kann das Sturmgewehr als Zwischenwaffe für Schläge mit weniger letaler Wirkung sowie mit aufgesetztem Bajonett für hiebe und Stiche eingesetzt werden.

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sturmgewehr mit zielfernrohr Das Sturmgewehr mit Zielfernrohr wird von speziell ausgebildeten Schützen bedient und eignet sich für das Bekämpfen von Zielen auf Distanzen bis 600 Meter. Das Zielfernrohr ermöglicht es, von blossem Auge unsichtbare Ziele, kleine Ziele wie Schiessscharten und Fahrzeugluken sowie Ziele, die sich ausserhalb der Reichweite des Sturmgewehres befinden, zu bekämpfen. Der Schütze bekämpft selbständig oder durch den Truppchef / Gruppenführer bezeichneten Gegner oder von diesem eingesetztes Material mit dem Ziel, unsere eigenen Aktionen zu erleichtern. leichtes maschinengewehr Das leichte Maschinengewehr wird von speziell ausgebildeten Schützen bedient und eignet sich für das Bekämpfen von Zielen auf Distanzen bis 500 Meter. Die Anschlagsarten sind mit denjenigen des Sturmgewehrs identisch. Das höhere Gewicht der Waffe erschwert jedoch die Beweglichkeit des Schützen mit der Konsequenz einer verzögerten Feuereröffnung. Die Effizienz der Waffe liegt in der Feuerdichte, die durch die hohe Munitionskapazität und Schusskadenz erzielt wird. Das leichte Maschinengewehr erhöht die Selbständigkeit des Trupps im Angriff.

49

50

mittleres maschinengewehr Das mittlere Maschinengewehr dient primär als Bewaffnung zum Selbstschutz von Fahrzeugen. Im abgesessenen infanteristischen Einsatz wird es durch einen Trupp von zwei bis drei Mann bedient und eignet sich für das Bekämpfen von Zielen auf Distanzen bis 800 Meter. Das mittlere Maschinengewehr ermöglicht eine effiziente Feuerunterstützung sowie das Sperren eines Geländeabschnitts durch Feuer während einer bestimmten Zeit. schweres maschinengewehr Das schwere Maschinengewehr ist primär die Bewaffnung von Fahrzeugen und eignet sich für das Bekämpfen von Zielen auf Distanzen bis 1000 Meter. Die Wirkung ist besonders beim Bekämpfen eines eingegrabenen Gegners durch das Verschiessen von Panzer- Sprengmunition sehr effizient. nebst der hohen Wirkung im Ziel hat das schwere Maschinengewehr eine grosse psychologische Wirkung auf den Gegner.

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pistole Die Pistole ist die hauptbewaffnung von Kadern sowie die Zweitwaffe von Spezialisten. Die Stärken der Pistole sind handlichkeit, leichtes Mitführen und Effizienz im nahkampfbereich. Der Einsatz beschränkt sich primär auf sehr kurze Distanzen wie sie beim Kampf in engen Räumen typisch sind. Durch die geringe Munitionskapazität und ihre niedrige Durchschlagsleistung sollte die Pistole nicht als Kampf- sondern primär als Selbstverteidigungsmittel eingesetzt werden.

4.3
53

panzeraBWehrWaffen

panzerfaust Die Panzerfaust ist eine tragbare, rückstossfreie Einmann-Panzerabwehrwaffe. Sie besteht aus einer wieder verwendbaren Zielvorrichtung und einem einmal verwendbaren Abschussrohr mit hohlladungspatrone. Die Einsatzdistanz beträgt 15–200 Meter bei fahrenden / 15–250 Meter bei stehenden Zielen. Die hohlladungspatrone wird primär gegen gepanzerte Fahrzeuge, sekundär gegen nicht gepanzerte Fahrzeuge und gegen verschanzten Gegner eingesetzt. Um die Treffererwartung zu erhöhen, sollten zu bekämpfende Fahrzeuge durch Minen, hindernisse oder Feuer gebremst werden.

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panzerabwehrlenkwaffe Panzerabwehrlenkwaffen werden von Spezialisten eingesetzt. Die Reichweite unterscheidet sich je nach Typ und liegt zwischen 800 bis 3700 Metern. Die Gefechtsköpfe der Lenkwaffen sind mit hohlladungen versehen, die alle herkömmlichen Panzerungen von Kampffahrzeugen durchschlagen können. Lenkwaffen sind in der Regel drahtgesteuert und können deshalb bis zum Einschlagen im Ziel durch den Schützen korrigiert werden. Die Zielauswahl ist identisch mit denen der Panzerfaust, kann jedoch im Ausnahmefall um anfliegende helikopter ergänzt werden.

4.4
55

hand- und GeWehrGranaten

defensive handgranate Die handgranate ist eine defensive Waffe in Form eines Wurfkörpers, der vom Einzelkämpfer innerhalb seiner persönlichen Wurfdistanz eingesetzt wird. Sie ist mit einer Vielzahl von Splittern ausgerüstet und dient primär zum Bekämpfen eines in Deckung gegangenen Gegners. Da der Splitterradius grösser ist als die Wurfreichweite des Werfers, wird die handgranate grundsätzlich von einer Deckung in eine Deckung geworfen.

56

Offensive handgranate Die Explosivhandgranate ist eine offensive Waffe in Form eines Wurfkörpers, der vom Einzelkämpfer innerhalb seiner persönlichen Wurfdistanz eingesetzt wird. Die offensive handgranate erzeugt keine Splitter. Ihre Wirkung beschränkt sich auf Detonation und Druckwelle. Die offensive handgranate wird primär in Angriffsaktionen eingesetzt, wo sich dem Werfer nur schlechte Deckungen bieten. Jeder Wurf wird grundsätzlich durch eigenes Feuer abgedeckt. irritationskörper Der Irritationskörper ist eine nicht letale (nicht tödliche) Waffe in Form eines Wurfkörpers, der vom Einzelkämpfer innerhalb seiner persönlichen Wurfdistanz eingesetzt wird. Der Irritationskörper erzeugt eine Detonation, einen Lichtblitz sowie überdruck. Dadurch werden die Sinne der Personen, die sich in der nähe der Detonation befinden, während 1 bis 2 Sekunden überlastet, was zu einer Desorientierung führt. Der Einsatz des Irritationskörpers eignet sich besonders in geschlossenen Räumen. 19

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Granatwerfer des sturmgewehrs Der Granatwerfer ist eine am Sturmgewehr angebrachte Einzelschusswaffe. Er ermöglicht das Verschiessen einer Vielzahl an Granattypen wie Splittergranaten, Blitzknallgranaten, Beleuchtungsgranaten. Der Einsatz erfolgt primär im Direktschuss bis 100 Meter sowie, in Verbindung mit einer speziellen Visiervorrichtung, im Bogenschuss bis 400 Meter. Der Granatwerfer ermöglicht es dem Schützen, einen Gegner in Deckung auf eine Distanz ausserhalb der handgranatenwurfdistanz zu bekämpfen.

4.5
59

BOGensChussWaffen

leichter Werfer (60 mm) Der leichte Werfer wird zur Beleuchtung des Waffeneinsatzes bei nacht eingesetzt. Er hat eine Einsatzdistanz von 250 bis 1000 Meter. Das Leuchtgeschoss stösst einen Leuchtkörper aus, der an einem Fallschirm nieder schwebt und während 30 Sekunden eine Fläche von rund 250 Meter Durchmesser beleuchtet. Bei speziellen Formationen kann der leichte Werfer auch zum Verschiessen von Splittergranaten verwendet werden. mittlerer Werfer (81 mm) Beim Feuer des mittleren Werfers steht die psychologische Wirkung auf Gegner (Verunsicherung) und eigene Truppen (Gefühl der Stärke) im Vordergrund. Die Feuereinheit ist der Minenwerferzug mit 4 Geschützen, einer Einsatzdistanz von 500 bis 5000 Meter mit Splitterwirkung auf einer Fläche von 80 x 80 Meter. Um das Feuer ins Ziel zu bringen, muss dieses im Zielgelände durch einen Beobachter geleitet werden.

60

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4.6
61

sprenGmittel

panzerabwehrminen Die Panzerabwehrmine erlaubt es, eigene Kampfstellungen rasch zu verstärken. Sie wird ausgelöst beim überfahren mit einer Metallstruktur und ist sehr wirkungsvoll gegen sämtliche Arten von Fahrzeugen. Die Panzerabwehrmine wird vorzugsweise im Verbund mit anderen Panzerabwehrwaffen und Sprengmitteln eingesetzt. richtladungen Richtladungen sind direkt gerichtete Ladungen und werden von hand analog einer Waffe eingerichtet. Das Auslösen der Richtladung erfolgt durch einen Beobachter mittels Schlauchzündung. Die Richtladung „leicht“ wird primär gegen gegnerische Einzel- und Gruppenziele bis auf eine Distanz von 50 Meter eingesetzt. Die Richtladung „schwer“ kann auch gegen ungepanzerte Fahrzeuge bis auf eine Distanz von 150 Meter eingesetzt werden. Richtladungen haben je nach Typ einen Wirkungsbereich von 2–4 Meter in der höhe und 50–100 Meter in der Breite.

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63

trichtersprengladungen Die Trichtersprengladung besteht aus der hohlladung und der Trichterladung. Mit der hohlladung wird ein Sprengloch von rund 3 Meter Tiefe gesprengt. Die Trichterladung wir anschliessend in das Sprengloch gefüllt und gezündet, wodurch ein Krater mit einer Tiefe und einem Durchmesser von mehreren Metern entsteht. Die Trichtersprengladung erlaubt es, Strassen und Brückenwiderlager innert kürzester Zeit unpassierbar zu machen. improvisierte ladungen Zu den improvisierten Ladungen zählen Sprengrohr, geballte und gestreckte Ladung sowie Zerstörungssprengungen. Improvisierte Ladungen dienen dazu, gegnerische hindernisse zu beseitigen sowie öffnungen und Durchgänge zu sprengen. Der Einsatz wird durch ausgebildete Spezialisten durchgeführt.

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4.7
65

Gepanzerte fahrzeuGe

stärken von gepanzerten fahrzeugen Die Stärken von gepanzerten Fahrzeugen sind: – Geschwindigkeit; – Schutz; – Feuerkraft. Gepanzerte Fahrzeuge wirken allein schon durch ihre Erscheinung (Grösse, Gewicht) und haben so Abhaltewirkung (Show of force). Geschwindigkeit und Schutz erlauben es, Truppen in gepanzerten Fahrzeugen splitter- und minengeschützt zu transportieren und somit rasch und zeitgerecht Schwergewichte im Einsatz zu bilden. Mit aufgesessenen motorisierten Patrouillen können im Einsatzgelände nachrichten beschafft werden. Die Feuerkraft von gepanzerten Fahrzeugen (Kampfpanzer, Schützenpanzer, Panzerhaubitzen) ermöglicht es, im Flach- und Bogenschuss den Einsatz auf allen Stufen effizient zu unterstützen. Die hohe Präzision von Panzerkanonen vom Kaliber 30–120 Millimeter erlaubt es, im modernen Einsatzumfeld bei Tag und nacht Punktziele zu zerstören oder einen Angriff für einen raschen Stoss in die Tiefe vorzubereiten (Schockwirkung). Mit den Panzerkanonen können gegnerische Kampffahrzeuge vernichtet werden. Mit Artilleriegeschützen des Kalibers 155 Millimeter können im Bogenschuss bis auf 30 Kilometer Streufeuer von 400x400 Meter mit Kanistergeschossen oder Stahlgranaten geschossen werden.

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schwächen von gepanzerten fahrzeugen Die Schwächen von gepanzerten Fahrzeugen sind: – Grosser Aufwand für nachschub und Instandhaltung; – Schuss- und sichttoter Raum im engsten Umkreis des Fahrzeugs. Gepanzerte können sich wegen ihrer Masse kaum der Sicht entziehen und sind wegen der grossen Wärmeabstrahlung auch nachts leicht erkennbar (Wärmebildgerät). Sie bilden darum vor allem im modernen Umfeld für eine Panzerabwehrwaffe besitzende Gegenseite leicht verwundbare und enorm medienwirk-

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Grundschulung (GS 07)

same Ziele. Gepanzerte Fahrzeuge können für die Besatzung leicht zum «stählernen Sarg» werden, wenn es darum geht, dieses unter Beschuss verlassen zu müssen. Die beschränkte Sicht aus dem Fahrzeug bei geschlossenen Luken ermöglicht es einer Gegenseite, im engsten Radius des Fahrzeugs zu agieren, ohne von der Besatzung erkannt zu werden. Dies und vor allem die Tatsache, dass auch die Bordwaffen (mittlere und schwere Maschinengewehre) in diesem engsten Radius nicht eingesetzt werden können, erhöht das Gefühl des Gefangenseins für die Besatzung. Gepanzerte Fahrzeuge sind Träger einer Vielzahl von technischen Geräten, was deren Verwundbarkeit und Wartungsanfälligkeit erhöht.

4.8
67

fluGzeuGe und helikOpter

merkmale von flugzeugen Flugzeuge zeichnen sich durch grosse Reichweite, Beweglichkeit, Feuerkraft und überraschungsvermögen aus. Sie erzielen eine hohe Wirkung, indem sie andere / feindliche Flugzeuge in unserem Luftraum begleiten oder aus diesem fernhalten können. lufttransporte mit helikoptern Lufttransportmittel sind dank ihrer Transportkapazität und nachteinsatzfähigkeit geeignet, die rasche Verlagerung von Schwergewichten mit Truppen und Versorgungsgütern über grössere Distanzen und unabhängig vom Zustand von Strasse und Schiene sicherzustellen. Schlechte Witterungsverhältnisse können einen Lufttransporteinsatz einschränken. helikopter übernehmen den Transport von Versorgungsgütern, Waffen, Truppen und Patienten in Einsatz- / Kampfräumen. Sie können Teillasten von bis zu 3 Tonnen transportieren.

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Grundschulung (GS 07)

5 5.1

GefeChtsteChnik und -taktik des einzelnen einleitunG

Der Rucksack eines Soldaten ist sein Können an Waffen, Fahrzeugen und Geräten. Mit ihm tritt er zum Einsatz an, mit ihm besteht er im Feuergefecht. Auf diesen Rucksack müssen sich seine Kameraden verlassen können. Mit diesem Rucksack rechnet der Trupp- oder Gruppenführer, wenn der kleine Verband im modernen komplexen Einsatzumfeld vor den Augen der öffentlichkeit zur Auftragserfüllung antritt. Das fünfte Kapitel der Grundschulreglements ergänzt das in den waffen- und gerätespezifischen Reglementen beschriebene Grundwissen um die für alle Waffengattungen gültigen Grundtechniken des Einzelnen. Diese werden thematisch in acht Unterkapitel gegliedert. Eiserne Ration bilden die drei Grundverhalten kommunizieren, bewegen und schiessen (KBS). Sie werden durch die fünf Grundtechniken sich orientieren, beobachten, sich schützen, Distanzen bestimmen und Ziele bezeichnen (OBeSchüDiZ) ergänzt. Das fünfte Kapitel des Grundschulreglements setzt voraus, dass Soldaten nicht nur ausführende Techniker sind, sondern mitdenken und eigene Ideen entwickeln. Technik wird in der heutigen vielschichtigen Einsatzrealität nur dann Erfolg haben, wenn sie von denkenden Soldaten taktisch richtig umgesetzt wird. Gefragt ist also der denkende Soldat, der sein verhältnismässiges handeln mit dem Verständnis für Zusammenhänge in die Trupp- und Gruppenleistung einbringt und damit den wesentlichsten Beitrag zum Bild einer glaubwürdigen Armee liefert.

5.2 5.2.1
69

GrundVerhalten (kBs) kommunizieren

dreidimensionale kommunikation Beim Kommunizieren unterscheidet man drei Dimensionen:
Horizontale Kommunikation: waagrecht Laterale Kommunikation: seitlich Vertikale Kommunikation senkrecht Kommunikation mit einem Gegenüber (Zivilperson, Verdächtiger, Gefangener). Kommunikation mit Kameraden innerhalb der Gruppe. Zur lateralen Kommunikation gehören die Gefechts- und Kommandozeichen. Kommunikation mit Vorgesetzten. Sie ermöglicht den Befehlsfluss von oben nach unten und den Informationsfluss von unten nach oben.

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Grundschulung (GS 07)

ve rt ik al

l nta rizo ho
lateral

5.2.1.1
70

horizontale kommunikation

dialog Der Dialog hat zum Ziel, im Gespräch mit der Zivilbevölkerung Informationen über die Umwelt und die Gegenseite zu erhalten. In Kontrollen dient er dazu, Personen zu identifizieren oder ihre Absichten herauszufinden. identifizierung Im Rahmen einer Zutrittskontrolle kann zur eigenen Sicherheit eine Identifizierung stattfinden. Das folgende Beispiel beschreibt den möglichen Ablauf einer Identifikation bei der Rückkehr eigener Einsatzelemente in einen gesicherten Unterkunfts- / Bereitschaftsraum (z B Patrouillenelemente):
Posten «Halt! Wer ist da?» «Vorrücken für die Identifikation!» «Sechs!» Der Posten gibt den ersten Teil eines Zahlencodes bekannt. «Patrouillenchef, vorrücken!» Rückkehrende Aufklärungspatrouille «Schweizer Armee...» Die Patrouille nähert sich. «Zwei!» Der Identifikationscode ist 8. Die Antwort 2 ist folglich richtig. Der Chef der Patrouille rückt vor und macht zusammen mit dem Posten die Bestandeskontrolle.

71

72

Warnruf Wenn es die Umstände erlauben, kann der Waffeneinsatz mit einem Warnruf angekündigt werden. Der Warnruf muss unmissverständlich und eindeutig in der Landessprache des Standortes gegeben werden. Er lautet deutsch: «Halt oder ich schiesse!»

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Grundschulung (GS 07)

5.2.1.2
73

laterale kommunikation

Gefechtszeichen

Aufmerksam!

Sammlung!

Bereit

Langsamer!

Hören!

Beobachten!

Ruhe, kein Lärm!

Distanz!

Zerstören!

Achtung Fahrzeug!

O.K., bedrohungsfrei!

Gegner!

Deck mich ab!

Feuerunterstützung!

Feuer halt!

In Deckung!

In Stellung / aufsitzen!

Vorrücken / Abfahren!

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Grundschulung (GS 07)

Igel!

Kolonne!

Y Formation!

L links!

L rechts!

Linie!

5.2.1.3
74

Vertikale kommunikation

melden Melden heisst Vorgesetzten, andern militärischen Verbänden, Kameraden sowie Zivilpersonen und Behörden Wahrnehmungen mitzuteilen, die für deren Entscheiden und handeln wichtig sind. Meldungsinhalte können sein: a. Bedrohung durch die Gegenseite / den Gegner (z B randalierende Demonstranten, leicht gepanzerte Fahrzeuge, Zivilisten mit Panzerabwehrwaffen); b. Veränderungen / Standortwechsel bei eigenen Truppen (z B Verlegung eines Beobachtungspostens, überlasteter Checkpoint, motorisierte Patrouille im Begegnungsgefecht); c. Gefahren aus dem Bereich Umwelt (z B Strassenunterbruch infolge hochwasser, Grossbrand, Verseuchung von Trinkwasser). Für das Melden gelten folgende Grundsätze: a. Unaufgefordert melden; b. genau und verständlich melden (falsches, ungenaues und fehlerhaftes Melden kann zu falschem handeln führen); c. zeitgerecht melden (zu spätes Melden kann den Meldungsinhalt nutzlos machen).

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Grundschulung (GS 07)

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schriftliches melden Schriftlich wird nur gemeldet, wenn raschere Verfahren nicht in Frage kommen. Auf Stufe Gruppe bildet schriftliches Melden die Ausnahme. Müssen schriftliche Meldungen erstattet werden, so ist das Formular Meldeblock (Form 6.5) zu verwenden. Dazu ein Beispiel:

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Grundschulung (GS 07)

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mündliches melden Arten des mündlichen Meldens sind: a. Zuruf; b. Funk; c. Telefon; d. Meldeläufer. Es lohnt sich, den Text vor dem übermitteln stichwortartig festzuhalten. Durch knapp gefasste Meldungen kann die übermittlungszeit verkürzt werden. Beim Funken sind folgende Schutzmassnahmen gegen elektronische Aufklärung, Störung und Täuschung zu beachten: a. Funk nur dann benützen, wenn keine anderen übermittlungsmittel zur Verfügung stehen; b. optimalen Standort der Antenne wählen (Erreichbarkeit, Abstrahlung); c. Ausweichkanäle vorsehen; d. Sprache wenn nötig codieren; e. Sendeleistung der Distanz anpassen.

77

meldemittel Optische Meldemittel sind: a. Arm- und handzeichen (Gefechtszeichen); b. Taschenlampe / Licht; c. Signalpatronen; d. Signalflaggen, Fanions, Tuchfetzen; e. improvisierte Mittel (bewegen von Gegenständen, Schnurzug). Akustische Meldemittel sind: a. hörner, Trompeten, Glocken, Sirenen, Pfeife; b. Gong; c. Klopfzeichen; d. Feuereröffnung.

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Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

78

meldeschema

Wann

A

E

Wer

I

Wie

O

Wo

U

Umwelt

Markplatz

Beispiel: «1355 (a), Schulhaus am Marktplatz (O): Drei mit Sturmgewehren und Schlagstöcken bewaffnete männliche Zivilpersonen misshandeln einen am Boden liegenden Mann in Zivilkleidern mit Fusstritten (e/i). Auf dem Marktplatz steht ein grauer VW-Passat mit Kennzeichen XZY 789 (u). Im Schulhaus befinden sich noch unbeteiligte Zivilpersonen (u).

30

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

5.2.2
79

Bewegen

Wahl der Bewegungsart Mit Bewegen sind alle Verschiebungsarten gemeint, die einem Soldaten ermöglichen, das Feuer an den Gegner zu bringen respektive sich dem gegnerischen Feuer zu entziehen. Bei der Wahl der Verschiebungsart gelten folgende Faustregeln: a. Je näher am Gegner, desto langsamer und gedeckter die Verschiebung; b. je mehr Deckung durch eigenes Feuer, desto weiter die Verschiebung; c. bei der Verschiebung Kräfte für den Feuerkampf sparen; d. Wirkung hat gegenüber Deckung Vorrang; e. keine unnötigen Zwischenziele, wenn es in einem Sprung geht. schützenschritt Im Schützenschritt wird in Patrouillen- oder Einsatzstellung vorwärts geschritten. Man ist jederzeit bereit, die nächste Deckung oder Feuerstellung im Sprung zu erreichen oder das Feuer rasch aufzunehmen.

80

81

schützensprung Der Schützensprung wird angewendet, um eigenes Feuer auszunützen oder gegnerischem Feuer auszuweichen / gegnerisches Feuer zu unterlaufen.
Vor dem Sprung: a. Sprung vorbereiten; b. Waffe vorbereiten; c. nächste Deckung ausfindig machen; d. Überraschungsmoment ausnützen. Während dem Sprung: a. Waffe schützen, damit sie schussbereit bleibt; b. unter Beschuss nur kurze Sprünge durchführen, Haken schlagen; c. in Deckung / Stellung springen Nach dem Sprung: a. Waffe einsetzen oder b. beobachten.

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Gerät man während dem Schützensprung unter Feuer und muss Deckung nehmen, darf diese zur erneuten Feuereröffnung / zum Stellungsbezug nicht wieder am selben Ort verlassen werden: Vor dem Stellungsbezug kriechend verschieben. 82 kriechen Durch Kriechen entzieht man sich dem Wirkungsbereich oder der Sicht des Gegners. Wichtig ist dabei das richtige Einschätzen der Deckungshöhe in Bezug auf den gegnerischen Standort.

Beim Kriechen hilft man sich mit den Ellbogen oder den Händen. Es ist darauf zu achten, dass die Funktion der Waffe nicht durch Schmutz beeinträchtigt und der Lauf nicht verstopft wird. Beim Kriechen Waffe weder auf sich noch auf Kameraden richten.

83

Bewegen bei schlechter sicht Bei schlechter Sicht ist es schwierig, sich zurechtzufinden. Es ist deshalb besonders wichtig, zusammen zu bleiben und sich gegenseitig zu verständigen. Folgende Massnahmen erleichtern das Bewegen bei schlechter Sicht: a. Markante Bodenformen und -bedeckungen bei noch guter Sicht einprägen; b. Karte genau studieren; c. Wege, Abzweigungen, Richtungsänderungen, hindernisse, Treffpunkte markieren; d. Skizze mit Kretenlinien, Gewässern und Strassen erstellen (Auffanglinien); e. Einweisposten einsetzen; f. helle Erkennungszeichen an Uniform und Ausrüstung anbringen; g. auf weichem Grund gehen, Geröll, Unterholz meiden; h. bei plötzlicher Beleuchtung sofort abliegen und regungslos verharren.

32

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84

Offener stellungsbezug Anwendung a. Wenn der Stellungsbezug rasch erfolgen muss; b. im offenen Gelände ohne grosse Tarnungsmöglichkeit. Merkmale a. Der Stellungsbezug erfolgt im / aus dem Sprung; b. das Feuer wird in der Regel sofort nach dem Stellungsbezug eröffnet; c. nach Feuereröffnung ist die Feuerüberlegennheit zu wahren (keine erneute Deckungnahme).

85

Getarnter stellungsbezug Anwendung a. Wenn für den Stellungsbezug genügend Zeit zur Verfügung steht; b. wenn das Gelände Tarnungsmöglichkeiten zulässt. Merkmale a. Der Stellungsbezug erfolgt langsam, schleichend und möglichst unauffällig; b. das Feuer wird in der Regel erst auf Befehl eröffnet; c. es geht beim getarnten Stellungsbezug vor allem darum, die Gegenseite / den Gegner zu überraschen.

1

2 3 4

86

stellungswechsel Der Bezug einer Wechselstellung erfolgt a. selbständig, wenn die Waffenwirkung vom neuen Ort aus besser ist; b. oder wenn der Auftrag wegen gegnerischer Einwirkung (Beschuss, Rauch, nebel) aus der bisherigen Stellung nicht mehr erfüllt werden kann; c. auf Befehl des Vorgesetzten.

1

2

3

33

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5.2.3
87

schiessen

ziel des feuereinsatzes Ziel des Feuers sind gewinnen und erhalten der Feuerüberlegenheit. Feuerüberlegenheit gewinnen heisst, die Gegenseite neutralisieren, den Gegner vernichten oder ihn mindestens niederhalten. Das Feuer kann auch dazu dienen, die Gegenseite / den Gegner zu täuschen und ihn von seinen Aktionen abzulenken. nach dem Gewinnen der Feuerüberlegenheit geht es darum, diese zu erhalten: In Stellung bleiben, beobachten und allenfalls neue Ziele bekämpfen.

5.2.3.1
88 zielarten

leichte Waffen

gegnerischer Stellungsraum

je nach Distanz: : Einzelfeuer, Doublette (Doppelschuss), rasches Einzelfeuer Darstellung

34

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89

feuerformen
Feuerform Aufklärungsfeuer Vernichtungs- / Zerstörungsfeuer Sperrfeuer Niederhaltefeuer Störfeuer Blendfeuer Nahverteidigungsfeuer Feuerzweck – vermuteten Gegner / vermutete Gegenseite durch Feuer zum Handeln zwingen (zurückschiessen, sich verschieben) – vernichten von «weichen» Zielen – zerstören von Material – dem Gegner das Durchschreiten bestimmter Geländeteile verwehren – den Gegner während einer bestimmten Zeit im Kampf so behindern, dass er unsere Massnahmen nicht unterbinden kann – den Gegner in seiner Tätigkeit hindern und ihm dabei möglichst grossen Schaden zufügen – den Gegner während einer bestimmten Zeit die Sicht nehmen – die Blendwirkung wird mit Nebelmunition erzielt – den Gegner auf Handgranatenwurfdistanz vernichten oder niederhalten – alle Waffen schiessen mit erhöhter Kadenz in den gleichen Feuerraum um den Gegner zu vernichten und einen Gegenstoss vorzubereiten

90

feuervorbereitung
Wahl und Vorbereitung der Waffenstellung – Besteht freies Schussfeld innerhalb der angestrebten Schussdistanz? – Sind die besten Voraussetzungen für die volle Ausnützung der Waffenpräzision geschaffen (zum Beispiel Waffe aufgelegt, Ellbogen abgestützt)? – Schützt diese Stellung optimal vor gegnerischer Waffeneinwirkung? – Ist genügend Munition vorhanden? – bestimmen der Distanzen und damit der Visiereinstellung – die Visiereinstellung ist nur zu befehlen, wenn das Kampfvisier unzweckmässig ist – kontrollieren, ob genügend Munition vorhanden ist (persönliche Sicherheitskontrolle) – Visiervorrichtung kontrollieren und / oder einstellen – bei bevorstehendem Nahkampf eventuell Bajonett aufsetzen – Stellungsort beurteilen und Anschlagart wählen – die Wahl der Munition richtet sich nach dem Zweck des Feuers sowie der Art und Verhaltensweise des Gegners

Distanzermittlung und Visiereinstellung

Waffenvorbereitung (in letzter Deckung vor dem Stellungsbezug)

Wahl der Munition

91

feuereröffnung Es werden 2 Arten der Feuereröffnung unterschieden:
Selbständig – bei Notwehr, Notwehrhilfe – wenn das Feuer das einzige Mittel ist einen gegnerischen Angriff abzuwehren – auf Erkennen des Gegners – wenn der Gegner eine festgelegte Feuereröffnungslinie überschreitet – auf Kommando «Feuer!» – als Nachahmung (der erste Schuss gilt als Signal für die Feuereröffnung)

Auf Befehl

35

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92

schiessen aus einer deckung Wenn es Zeit und Situation erlauben, sucht sich der Schütze vor der Feuereröffnung eine Deckung. Die Wahl der Position hängt von der Schussdistanz, den Fertigkeiten des Schützen und den Zeitverhältnissen ab. Im Zweifelsfalle kommt Wirkung vor Deckung. Beim Schiessen aus einer Deckung gelten folgende Grundsätze: a. Distanz zur Deckung wahren b. möglichst kleine Silhoutte bilden c. nach verlassen der Deckung nicht am gleichen Ort auftauchen
1 2

93

Wahl der feuerart Die Feuerart ist abhängig von der: a. eingesetzten Waffe (Stgw mit oder ohne Zf, LMg, GwA); b. Genauigkeit, mit welcher die Distanz ermittelt werden kann; c. Grösse, Sichtbarkeit, Gruppierung der Ziele; d. Verhaltensweise der Gegenseite / des Gegners; e. Zeit, welche für die Bekämpfung der Ziele zur Verfügung steht. feuerarten für das sturmgewehr Für das Stgw werden unterschieden: a. Einzelfeuer; b. Doublette (Doppelschuss); c. rasches Einzelfeuer.
Einzelziel bis 50 m Doublette (Doppelschuss) bis 300 m Einzelfeuer bis 400 m rasches Einzelfeuer Mehrfachziel Einzelfeuer Einzelfeuer Von blossem Auge nicht erkennbares Ziel / bewegliches Ziel rasches Einzelfeuer rasches Einzelfeuer

94

36

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95

serielängen für das leichte maschinengewehr Für das Schiessen mit LMg gelten folgende Grundsätze: a. Zu lange Serien verschwenden unnötig Munition, zu kurze decken das Ziel nicht ab; b. die Schützenstellung beeinflusst die Streuung der Serien, insbesondere dann, wenn ohne Auflage geschossen wird; c. bei Stellungen ohne Auflage soll mit kurzen Serien geschossen werden, auch wenn nötigenfalls ein zweites Mal auf das gleiche Ziel geschossen werden muss.
bis 30 m stehend kniend / liegend frei liegend aufgelegt Serie à 3 Schuss Serie à 3 Schuss Serie à 3 Schuss 30 – 100 m Serie à 5 – 7 Schuss Serie à 5 – 7 Schuss Serie à 5 – 7 Schuss 100 – 600 m verboten Serie à 7 – 10 Schuss Serie à 7 – 10 Schuss

96

schiesskadenz Man unterscheidet folgende Kadenzen:
Zweck Feuerüberlegenheit erzwingen Feuerüberlegenheit erhalten stören, täuschen Kadenz rasch normal langsam Stgw 40 – 60 Schuss / Min 20 – 30 Schuss / Min 10 – 15 Schuss / Min LMg 100 Schuss / Min 40 – 60 Schuss / Min 20 – 30 Schuss / Min GwA 6 Schuss / Min 3 Schuss / Min 1 Schuss / Min

97

feuerführung Das Feuer kann durch den Truppchef / Gruppenführer geleitet werden, um a. mehrere Waffen auf ein Ziel zusammenzufassen; b. ein neues Ziel zu bezeichnen. Die rascheste Art der Einflussnahme auf das Feuer von Trupp / Gruppe ist der Einsatz von Leuchtspurmunition. Zur Feuerführung schiesst der Truppchef / Gruppenführer rasches Einzelfeuer in den Raum des zu bezeichnenden Ziels. Ohne anders lautenden Befehl übernehmen alle freien Trupp- / Gruppenangehörigen das bezeichnete Ziel.

98

feuerkorrekturen Die Feuerkorrektur erfolgt immer in Bezug auf die Art des Ziels und die Schussdistanz: a. nach der Breite / höhe des Ziels; b. in Metern; c. nach der Breite des Kornaufsatzes; d. nach dem Prinzip des Orientierungszifferblatts.
g

37

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99

schiessen innerhalb der Gesprächdistanz In Situationen der nahverteidigung auf Distanzen, wo man sich mit normaler Stimme verständigen kann, gelten für alle Flachbahnwaffen folgende Grundsätze:
Bedrohung erkennen Hände des Gegners suchen und beobachten; falls nicht möglich, persönliche Schutzmassnahme nach DHDÜ (Distanz, Hindernis, Deckung, Überraschung) treffen

45°

Feuer verteilen Gegenüber mehreren Gegnern ist zuerst der nächste zu bekämpfen, dann der / die weiter weg stehende / stehenden

Reaktion bei Misserfolg Konnte ein Gegner nicht bekämpft werden, Distanz zum Gegner vergrössern, beobachten oder neuer Waffeneinsatz bei Anpassung der Feuerart oder des Haltepunkts. Gefahr für Dritte vermeiden Vor der Feuereröffnung Umgebung beurteilen, allenfalls sich zum Schutz Dritter verschieben

Angriff mit Stichwaffen vermeiden Sich bereithalten, Distanz zwischen sich und dem Angreifer mit Stichwaffe zu gewinnen

Inbesitznahme der Waffe vermeiden Waffe beim Annähern schützen, indem mit der Einsatzstellung verschoben (oder das Bajonett aufgepflanzt) wird

38

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5.2.3.2
100

irritationskörper / handgranaten

einsatz des irritationskörpers / der handgranate Der Soldat setzt den Irritationskörper / die handgranate selbständig ein. Wenn möglich erfolgt der Einsatz im Zweiertrupp mit Aufgabenteilung zwischen Werfer und Abdecker. Zweck des Einsatzes von Irritationskörpern / handgranaten: a. Ausheben des Gegners aus seiner Deckung; b. zurückgewinnen der Feuerüberlegenheit, wenn man gezwungen wurde, selbst in Deckung zu gehen; c. säubern von Gebäude- oder Geländeteilen.
Decke dich ab

Achtung HG!

Meier, HG!

Tätigkeiten nach dem Wurf Tätigkeiten vor dem Wurf

– Schusswaffe zum Einsatz vorbereiten und griffbereit halten – Zusätzliche Irritationskörper / Handgranaten bereitlegen – Werfer kündigt seinen Wurf an («Meier, Handgranate!») – Abdecker geht in Stellung und quittiert («Decke dich ab»)

– Werfer warnt seine Kameraden («Achtung Handgranate!» oder HG zeigen), entsichert und wirft

– Genauigkeit des Wurfes abschätzen und Erfolg quittieren («Im Ziel»/«Kein Treffer»). Die Quittung «» bedeutet, dass der Abdecker damit rechnen muss, dass sofort eine zweite Handgranate geworfen wird

– volle Deckung nehmen, bevor der Wurfkörper den Boden berührt – nach der Detonation je nach Auftrag und dem Verhalten des Gegners schiessen, weitere Irritationskörper/ Handgranaten einsetzen oder vorrücken

Beim Einsatz eines Irritationskörpers kann der Werfer die ganze Vorbereitung lautlos durchführen, weil keine Gefahr für die eigene Truppe besteht.

39

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Meier, HG!

Decke dich ab

1 Kein Treffer!

2

3 Brunner, HG! Decke dich ab

4
Variante 1: Zweiter Wurf durch gleichen Soldaten (Werfer) Variante 2: Zweiter Wurf durch Abdecker

5

6

101

feuerüberlegenheit zurückgewinnen Situierung Dem Gegner (auf Wurfdistanz) ist es gelungen, uns mit seinem Feuer niederzuhalten. Es ist nicht möglich, mit der persönlichen Waffe in Stellung zu gehen. Reaktion Es geht darum, den Gegner zu vernichten oder mindestens niederzuhalten, um selbst in Stellung gehen zu können, vorzustossen oder eine Wechselstellung zu beziehen. Um das zu erreichen, werden ein oder mehrere Irritationskörper / eine oder mehrere handgranaten im Bereich zwischen 10 Uhr und 2 Uhr vor die eigene Stellung geworfen, immer vorausgesetzt, dass dadurch keine eigenen Kameraden gefährdet werden.

40

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Grundschulung (GS 07)

10

12

02

Um die Feuerüberlegenheit zurück zu gewinnen, werden mehrere Handgranaten nacheinander aus der Deckung heraus in Richtung Gegner geworfen. Nach der letzten Detonation sind folgende Reaktionen möglich:

Stellungsbezug

Stoss auslösen

Stellungswechsel

41

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Grundschulung (GS 07)

5.3 5.3.1
102

GrundteChniken (OBeschüdiz) sich orientieren

koordinatennetz Um jeden Punkt in der Schweiz bestimmen zu können, werden die Karten mit einem rechtwinkligen Kilometernetz, dem Koordinatennetz, überzogen. Der Abstand zwischen den benachbarten Koordinatenlinien beträgt auf der topografischen Landeskarte (1:100‘000, 1:50‘000, 1:25‘000) jeweils einen Kilometer.
Norden 400 km

300 km Bern 600.000 / 200.000

200 km

100 km 000.000 / 000.000 200 km 400 km 600 km 800 km

0 km

0 km Bordeaux

Die Alte Sternwarte Bern wurde als genau definierter Punkt gewählt. Die Koordinaten dieses Punktes lauten: 600 000 / 200 000. Der Punkt 000 000/000 000 liegt somit in die Nähe von Bordeaux (F) . Das Koordinatennetz wurde so festgelegt und nummeriert, dass keine negativen Zahlen vorkommen und dadurch keine Verwechslungen entstehen können.

103

Bestimmen eines punktes mit koordinaten Um einen Punkt mit Koordinaten zu bestimmen, wird wie folgt vorgegangen:

+700m

+200m

228

228

228

644

644

644

Schritt 1 Im Koordinatenraster, wo sich der gesuchte Punkt befindet, wird der Schnittpunkt in der linken unteren Ecke bestimmt; Nord-Süd und West-Ost Schnittpunkt. 644 ___ / 228 ___

Schritt 2 Mit dem Kartenmassstab wird die Distanz in Metern von der bestimmten Koordinate Richtung Osten (rechts) gemessen. 644 700 / 228 ___

Schritt 3 Mit dem Kartenmassstab wird die Distanz in Metern von der bestimmten Koordinate Richtung Norden (oben) gemessen. 644 700 / 228 200

42

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104

übertragen der koordinaten auf die karte Um eine Koordinate auf die Karte zu übertragen, wird wie folgt vorgegangen:

+700m

+700m

228

228

+200m

228

228

644

644

644

644

Schritt 1 Auf der Karte wird der Koordinatenschnittpunkt unten links (644 und 228) gesucht und gekennzeichnet.

Schritt 2 Von der Koordinate 644 werden mit dem Kartenmassstab 700 m abgemessen. Dort wird ein Strich gezogen.

Schritt 3 Von der Koordinate 228 werden 200 m abgemessen. Dort wird ebenfalls ein Strich gezogen.

Schritt 4 Der gesuchte Punkt befindet sich auf dem Schnittpunkt der beiden Linien.

105

Bussole (kompass) Die Bussole ist ein Gerät zum Bestimmen der himmelsrichtung. Sie ist ein wichtiges und sehr nützliches Orientierungsmittel im unwegsamen, unbekannten Gelände und bei erschwerten Sichtverhältnissen (nebel, nacht und hindernissen). hauptbestandteil jeder Bussole ist die Magnetnadel, die sich auf einer Achse dreht. Die magnetische (rot markierte) nadelspitze hat die Eigenschaft, sich immer nach norden auszurichten. Die Flüssigkeit in der Dose dämpft die Schwingungen. Der Richtkreis ist in 6400 Artillerie – Promille eingeteilt.

Korn mit Leuchtmarke Gehäuse

Flüssigkeitsdose mit Richtkreis Visier mit Leuchtdiode

Index Deklinationsmarke Magnetnadel Hilfslinien

Schnur Umgebungsmarken Spiegel

43

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azimut Mit der Bussole lassen sich nicht nur die himmelsrichtungen bestimmen, sondern auch jede beliebige Marsch- oder Blickrichtung. Dazu wird das Azimut ermittelt. Das Azimut ist der Winkel zwischen der geografischen nordrichtung und einer beliebigen Zielrichtung, gemessen im Urzeigersinn. Das erhaltene Azimut ist im Spiegel auf dem Index ablesbar.
N Azimut Ziel

Norden 0000/6400

Westen 4800

Osten 1600

Süden 3200
Himmelsrichtungen und ihre Azimute

107

azimut von der karte übertragen Um das Azimut eines bekannten Ziels vom Standort aus zu bestimmen, wird wie folgt vorgegangen:

Ziel Standort Schritt 1 Standort und Ziel mit einer Linie auf der Karte verbinden. Standort Schritt 2

Ziel Standort Schritt 3

Ziel

12

Schritt 4 Im ausgeklappten Spiegel das Azimut ablesen, dies ergibt den gesuchten Wert (in unserem Beispiel Azimut 1200).

Kompass mit der Längsseite an die Linie legen, das Visier (Schnur) der Bussole muss gegen den Standort gerichtet sein.

Flüssigkeitsdose drehen bis die Hilfslinien mit dem Koordinatennetz übereinstimmen, Deklinationsmarke gegen Nadel gerichtet.

44

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108

azimut auf die karte übertragen Um einen Zielpunkt mittels Azimut auf die Karte zu übertragen, wird wie folgt vorgegangen:

12

Ziel Standort Standort Schritt 3 Eine Gerade entlang der Bussole ziehen. Standort Schritt 4 Die Distanz auf dieser Geraden abmessen, dies ergibt den Zielpunkt.

Schritt 1 Im ausgeklappten Spiegel das Azimut 1200 einstellen und die Bussole auf die Karte legen.

Schritt 2 Die Bussole im Uhrzeigersinn drehen bis die Hilfslinien mit dem Koordinatennetz übereinstimmen. Das Visier (Schnur) muss gegen den Standort gerichtet sein.

109

Geländetaufe Zur besseren und rascheren Verständigung werden einzelne Geländeteile oder -punkte mit namen versehen. Die namengebung ergibt sich aus der Eigenart der Geländeformen. Es ist darauf zu achten, dass namen mit nicht mehr als zwei Silben gegeben werden. Die Geländetaufe ist vorzunehmen, wenn sich eine Gruppe länger an einer bestimmten Stelle aufhält oder in eine neue Geländekammer Einsicht gewinnt.
Knie Schlange

Auge Tatze Farm

Ente Dschungel Loch

Kreuz

Gabel

Kurve

Spinne

45

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Orientierungszifferblatt Das Orientierungszifferblatt erleichtert die rasche Orientierung im näheren Umkreis und am horizont. Man legt sich ein grosses kreisförmiges Zifferblatt horizontal ins Gelände. Der eigene Standort oder ein markanter Geländepunkt bilden das Zentrum des Zifferblatts. Eine andere Möglichkeit ist, im Gelände 12 Uhr mit einem markanten Merkpunkt zu bestimmen und das Zifferblatt darunter zu legen. Die Fahrtrichtung eines Fahrzeugs ist immer 12 Uhr. Beispiele für den Gebrauch des Orientierungszifferblattes: – «Grosses Haus = 12 Uhr: Der einzelne Baum auf der Krete liegt nun 9 Uhr» – «Zentrum Zifferblatt: Gebüschgruppe, das nahe Haus liegt nun 12 Uhr» – «Zentrum Zifferblatt: Unser Standort, Haus = 12 Uhr» – «Aus dem Fahrzeug ausbooten, Igel 3 Uhr!»

5.3.2 5.3.2.1
111

Beobachten skizzieren

Grundsätze für das skizzieren Beobachtungs- / Feuerräume können auf Ansichts- oder Planskizzen dargestellt oder auf der Landkarte (evtl Vergrösserung) eingezeichnet werden. Zur Erleichterung für rasches Zurechtfinden kann ein Gitterraster dienen. Wenn der Beobachter als Meldeübermittler und der Auftraggeber als Meldeempfänger über dieselben Unterlagen verfügen, können Beobachtungen rasch und unmissverständlich übermittelt werden. Einfache Plan- oder Ansichtsskizzen werden in der Regel auf der Rückseite des Meldeblocks erstellt. Es sind die korrekten Signaturen und Abkürzungen zu benutzen. Die Farbe rot wird nur für die Darstellung der Gegenseite / des Gegners verwendet. Auf unnötige Angaben wird verzichtet. planskizzen Für das Erstellen von Planskizzen gelten folgende Regeln: a. Der darzustellende Geländeausschnitt wird dem Zweck entsprechend gewählt und begrenzt; b. hervorstechende Geländeformen und -bedeckungen sind herauszuheben; c. Ortschaften werden senkrecht, Wälder schräg, stehende Gewässer waagrecht schraffiert; d. jede Planskizze ist nach norden zu orientieren. Das nordzeichen wird an geeigneter Stelle angebracht; e. Ortschaften, Wege, Gewässer werden nach Bedarf in Blockschrift angeschrieben. 46

112

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Beispiel Planskizze (Ziffer 112)

Bois Bonsi

La Lo
CERNAY

uve

LES FINS

Etang Valey

Hügel Grube Wasserfall Bach

See / Weiher einzelner Baum Gebüsch Hecke

offener Wald Wald Sumpf Moorland

einzelne Häuser Kirche Ortschaft Ortschaft mit wichtigen Gebäuden

Darstellungsart der Geländeformen und -bedeckungen für Planskizzen

Beispiel Ansichtskizze (Ziffer 113)

Sommerberg

Standort

Pt 865 24.03.05, 1055 Beob Po Inf Bat 18, Füs Kull

Andwil

Nadelwald Laubwald einzelne Bäume

Gebüsch Haus Kirche

Fabrik Ortschaft mit wichtigem Objekt

Darstellungsart der Geländeformen und -bedeckungen für Ansichtsskizzen

47

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

113

ansichtsskizzen Für das Erstellen von Ansichtsskizzen gelten folgende Regeln: a. Der darzustellende Geländeausschnitt wird dem Zweck entsprechend gewählt und begrenzt; b. Geländeformen und -bedeckungen sind nur im Umriss darzustellen. Wesentliche Objekte werden herausgehoben; c. der Skizze kann Tiefe gegeben werden durch kräftigen Strich im Vordergrund, leichteren im Mittelgrund und schwachen im hintergrund; d. die Beschriftung soll einfach und in Blockschrift erfolgen; e. nordrichtung, eigener Standort, allenfalls Datum, Zeit und Ersteller sind auf der Skizze anzugeben.

5.3.2.2
114

Beobachtungstechnik

Grundsätze für das Beobachten Durch Beobachten schützen sich der Einzelne und die Gruppe vor überraschung. Gleichzeitig werden Grundlagen für die Führung beschafft. Beim Beobachten gilt der Grundsatz «Sehen, ohne gesehen zu werden». Sehen und hören müssen sich ergänzen. Beobachten ist ermüdend. In schwierigem Gelände soll ein Beobachter nicht länger als eine halbe Stunde im Einsatz stehen. Der Planung einer zeitgerechten Ablösung ist höchste Beachtung zu schenken. Beobachterstandort Beobachten wird begünstigt durch einen erhöhten Standort: hügel, Dämme, Bäume, Gebäude und Türme gewähren bei klarer Sicht guten überblick. Fliessendes Wasser, laufende Maschinen, Wind und andere Geräuschquellen erschweren das horchen als Ergänzung zum Beobachten. Kleine Verschiebungen des Standortes können die Sicht verbessern oder den Einfluss störender Geräusche mindern.
gut besser

115

48

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Grundschulung (GS 07)

Der Beobachter soll durch richtiges Verhalten der Gegenseite / dem Gegner verborgen bleiben: a. Aus unvermutetem Versteck beobachten; b. aus der Tiefe des Raumes beobachten; c. Tarnung und hintergrund beachten; d. getarnte Verbindung zum übermittler haben.
gut besser

116

Beobachtungsräume Grosse Beobachtungsräume sind je nach Zahl der verfügbaren Beobachter in sich überlappende Beobachtungssektoren zu unterteilen. Die Grösse dieser Sektoren ist aufgrund der Lage, der Geländegestaltung, der Witterung und der Sicht festzulegen. Wichtig ist, dass der Beobachter genau weiss, wonach er eigentlich sucht. Mit zunehmender Dauer des Auftrags werden Veränderungen im Beobachtungsraum leichter wahrgenommen. Besonders unmittelbar nach der Durchfahrt von militärischen Patrouillen ist dem Verhalten von Akteuren im Raum besondere Beachtung zu schenken.

117

Beobachtungsprinzipien Für gutes Beobachten gelten folgende Prinzipien: a. Blick ein erstes Mal über den vorgegebenen Sektor streifen lassen; b. Sektor in Untersektoren aufteilen; c. einen Sektor nach dem anderen beobachten, beginnend mit den Standorten, die man als Beobachter auf der Gegenseite selbst wählen würde; d. das Gelände systematisch nach Spuren absuchen, die auf eine Tätigkeit der Gegenseite schliessen könnten: Ansammlungen von Fahrzeugen oder Personen, verdächtig parkierte Fahrzeuge, Umschlag von Gütern, eingeschlagene oder fehlende Fensterscheiben, Loch in der Mauer, verschobene oder fehlende Dachziegel (heckenschützen).

49

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Beobachten mit feldstecher Vor dem Gebrauch des Feldstechers sind Dioptriezahlen und Augenabstand einzustellen. Beim Beobachten ohne Schutzmaske oder Brille müssen die versenkten Okularmuscheln ausgezogen werden. Das beschränkte SichtfeId des Feldstechers erschwert das rasche Erfassen des Geschehens in ausgedehnten Räumen. Deshalb ist der Beobachtungssektor zuerst mit blossem Auge abzusuchen. Der Feldstecher muss dabei am unteren Rand der Augenhöhlen anliegen. Sobald Feldstecherverwendung angezeigt ist, wird dieser bei gleich bleibender Blickrichtung vor die Augen gekippt. Eventuell muss das Sichtfeld mit ruhiger Kopfbewegung auf den gesuchten Gegenstand eingedreht werden.

119

Beobachten bei dunkelheit Dunkelheit beschränkt die Sicht. Licht-Schatten-Spiele können gespensterhafte Bilder erzeugen. Dinge erscheinen nachts anders als bei Tag. Farben werden nicht erkannt, Gegenstände sind vor hellem hintergrund gut, vor tiefdunklem hintergrund dagegen schlecht erkennbar. Das Schätzen der Entfernung ist kaum möglich, weil Anhaltspunkte fehlen. Das Auge entspricht den verschiedenen Teilen eines Fotoapparates. Die volle Sehleistung bei nacht wird erst nach längerer Angewöhnung an die Dunkelheit erreicht. Diese beträgt ca 30 Minuten. nachts ist immer mit plötzlicher Lichteinwirkung zu rechnen. Daher sollen möglichst Beobachter-Paare eingesetzt werden: Der eine beobachtet bei Dunkelheit, der andere bei auftretendem Licht (ein Auge schliessen). Besondere Merkpunkte für das Sehen bei nacht sind: a. Benütze rotes Licht für vorübergehende Beleuchtung im Beobachtungsposten; b. beobachte aus dem Dunkeln in helle Zonen, nicht umgekehrt; c. halte die hände trichterförmig vor die Augen; d. starre nicht zu lang auf eine Stelle, lasse die Augen wandern (dezentrales Beobachten); e. setze auch bei Dunkelheit den Feldstecher ein; f. setze wenn möglich nachtsichtgeräte ein; g. decke bei Aufenthalt im hellen Licht ein Auge ab.

50

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horchen bei dunkelheit Geräusche treten nachts deutlicher hervor als am Tag. Das Gehör wird wichtiger. Dazu einige Beispiele: Rauschen des Windes in den Bäumen, Regen auf Strassen und im BIätterdach der Bäume, schleichen, kriechen, husten, niesen, räuspern, halblautes Sprechen, durchschneiden von Drähten. Besondere Merkpunkte für das hören bei nacht sind: a. horche ohne helm; b. öffne den Mund, halte den Atem kurz an; c. benütze den Boden als Schall-Leiter.

121

nachtsichtgeräte Zur nachrichtenbeschaffung bei Dunkelheit sind nachtsichtgeräte besonders wirkungsvoll. Man unterscheidet: Restlichtverstärker Ziele und hintergrund reflektieren das Restlicht von Mond und Sternen. Restlichtverstärker sind passive Geräte, welche dieses Restlicht soweit verstärken, dass nächtliche Szenen im Gerät sichtbar werden. Reichweiten grosser Geräte betragen bis 1000 m. Wärmebildgeräte Diese Infrarotgeräte nehmen eine vorhandene Infrarotstrahlung auf. Sie sind geeignet Ziele aufzufinden, die wärmer sind als ihre Umgebung (Menschen, Tiere, Fahrzeuge). Die Ziele werden auf dem Bildschirm dargestellt (Wärmebild). Je nach Beobachtungsdistanz sind Temperaturdifferenzen bis zu 1/10 Grad sichtbar. Der hauptvorteil der Wärmebildgeräte gegenüber allen optischen Geräten liegt in der besseren Durchdringung unabhängig von jeder äusseren Beleuchtung. Wärmebildbeobachtung kann nachts wie tags sehr wirkungsvoll eingesetzt werden.

122

mittel zur Beleuchtung der Beobachtungs- / feuerräume Mittel zur Weisslichtbeleuchtung sind: a. Beleuchtungsgeschosse von Artillerie und Minenwerfer; b. Leuchtpatronen für Raketenpistole; c. Gefechtsfeldscheinwerfer; d. Taschenlampe am Sturmgewehr befestigt.

51

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123 ermittlung feindlicher feuerquellen Zur Ermittlung feindlicher Feuerquellen dienen folgenden Wahrnehmungen: a. Mündungsfeuer; b. Mündungsrauch; c. Mündungsknall; d. Geschossknall; e. Einschlagspuren.

124

Besonderheiten beim Beobachten von aBC einsätzen Der Beobachter muss die für ABC-Einsätze charakteristischen Merkmale kennen, um aus Beobachtungen brauchbare Meldungen zu erstellen. A Einsätze a. Pilzform (schmaler oder breiter, heller oder dunkler Stamm); b. Richtung zum Pilzstamm (Azimut); c. Verhältnis der Pilzhutachsen (Pilzhöhe, Stammhöhe, Pilzhutdurchmesser); d. sichtbare Auswirkungen (Zerstörungen, Ausfälle von Truppen und Material, sichtbarer radioaktiver Ausfall). C (und B) Einsätze a. Einsatzmittel (Artillerie, Flugzeugbomben, Absprühflugzeug); b. Verfärbung des Kampfstoff-nachweispapiers; c. Art der Vergiftungssymptome; d. Ausrüstung des Gegners (trägt die Gegenseite / der Gegner die Schutzmaske und einen C Schutzanzug?).

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Grundschulung (GS 07)

5.3.3 5.3.3.1
125

siCh sChützen persönlicher ballistischer schutz

zweck der schutzweste Die Schutzweste und der ballistische helm bieten im modernen Bedrohungsumfeld einen minimalen Schutz gegen unerwartete Angriffe. Sie müssen im Einsatz getragen werden. Die Schutzweste besteht aus der eigentlichen Weste und den Einschubplatten. Sie schützt gegen ballistische Geschosse und gegen Splitter. Wirkung in allen Schutzklassen: Das aufprallende Geschoss hinterlässt auf der Körperseite eine Ausbeulung, Trauma genannt. Das Trauma kann Prellungen oder Blutergüsse hinterlassen.

126

tragen der schutzweste Für das Tragen der Schutzweste gelten folgende Grundsätze: a. Die Schutzweste ist unter der Grundtrageinheit zu tragen, so dass sie möglichst nahe am Körper anliegt; b. in der höchsten Schutzstufe (mit Platten) ist zusätzlich der Schutzhelm zu tragen; c. die Schutzweste bildet einen Kompromiss zwischen Bewegungsfreiheit und Schutz. Die Schutzklasse ist situativ entsprechend der Bedrohung zu befehlen; d. die Schutzweste bietet keinen absoluten Schutz, da nur ein Drittel des Körpers geschützt ist. Sie schützt jedoch die lebenswichtigen Organe; e. der Kragen der Schutzweste schützt den Kiefer und den Unterteil des Schädels. Er ist in der Regel geschlossen zu tragen; f. den grössten Schutz bietet die Schutzweste frontal.

5.3.3.2
127

tarnung

definition von tarnung Tarnung ist eine Voraussetzung für die überraschung und das überleben auf dem Einsatz- / Gefechtsfeld. Tarnung gegen Sicht umfasst alle Massnahmen, um der Erd- und Luftbeobachtung zu entgehen. Sie muss laufend überprüft und ergänzt werden. Eine gute Tarnung darf weder Sicht noch Waffengebrauch und Beweglichkeit behindern. Geräuschtarnung vermeidet, dämpft oder überdeckt Geräusche. Die Tarngrundsätze gegen Restlichtverstärker sind dieselben wie gegen visuelle Beobachtung. Bei der Wärmebildtarnung geht es darum, die Wärmeeigenstrahlung des Tarnobjektes auf diejenige der Umgebung abzudämpfen. Warme Teile des Tarnobjektes müssen abgedeckt werden. Bei heissen Oberflächen wie Motor- und Kühlerhauben muss der Abstand zur Abdeckung mindestens 10-30 cm betragen.

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tarnungsgrundsätze Bei der Tarnung geht es darum, in folgenden Bereichen Massnahmen zu treffen: a. Form; b. Rückstrahlung von Licht, Wärme, Schall; c. Farbe; d. Geräusche; e. Bewegung;
unbeweglich bleiben Schatten ausnützen

keine Abfälle liegen lassen

Achtung mit rauchen

129

täuschung Tarnen heisst auch täuschen. Täuschen heisst, mittels Scheinstellungen, fingierten Einrichtungen und Bewegungen die Gegenseite / den Gegner zu einer falchen Lagebeurteilung und einem falschen Einsatz der Kräfte verleiten, um damit die eigene Absicht zu vertuschen. schiessstellungen / Beobachtungsposten in Ortschaften Wird eine Schiessstellung / ein Beobachtungsposten im Raum eines Gebäudes eingerichtet, so ist dessen Tiefe auszunützen, auch wenn dadurch der eigene Beobachtungssektor eingeschränkt wird. Beim Schiessen aus öffnungen (Fenster, Türen) ist darauf zu achten, dass sich die Schiessstellung links oder rechts der öffnungsachse befindet. Damit wird einerseits verhindert, dass man früh entdeckt wird, anderseits ist man dem gegnerischen Feuer weniger ausgesetzt. öffnungen, die als Schiessstellungen genutzt werden, dürfen sich nicht von anderen unterscheiden (z B Vorhänge, Sauberkeit, Raureif). Kann dies nicht sichergestellt werden, so sind unbenutzte öffnungen gleich den Schiessstellungen herzurichten, damit ein frühes Entdecktwerden durch die Gegenseite / den Gegner erschwert wird. 54

130

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5.3.3.2
131

deckung

definition von deckung Gute Deckung verstärkt die eigene Kampfkraft, verkleinert die Zielgrösse und erhöht den gegnerischen Kampfaufwand. Durch die Deckung kann man sich der feindlichen Feuerwirkung entziehen oder diese vermindern. Eine Truppe ist gedeckt, wenn sie gegen direkt fliegende Geschosse, Geschossteile, Splitter und weg geschleudertes Material geschützt ist. Für die Beurteilung einer Deckung sind Materialbeschaffenheit, Deckungshöhe sowie die Flugrichtung und der vermutliche Einschlagort von Geschossen massgebend. Gegen Bogenschusswaffen bieten überdeckungen und Panzerfahrzeuge mit geschlossenen Luken den besten Schutz. Gräben und enge Mulden bieten nur beschränkten Schutz.

132

deckungsarten natürliche Deckungen sind: Geländeerhebungen, Mulden, Felsblöcke, massive Baumstämme und Mauern. Bei der Wahl von natürlichen Deckungen ist die Gefahr durch Querschläger besonders zu berücksichtigen. Künstliche Deckungen werden bautechnisch erstellt oder verstärkt (z B Schützengräben, künstliche Aufschüttungen, holzwände).

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schutzgrad von deckungen Schutz gegen lnfanteriegeschosse und Granatsplitter bieten:
Dicke in cm Mauerwerk Steine, Schotter Sand, Kies Eis Gestampfte Erde Holz Gepresster Schnee 25cm 30cm 40cm 50cm 75cm 80cm 200cm 25 50 75 100 125 150 175 200

5.3.3.3
134

aBC schutz

aBC-schutzmassnahmen ABC-Schutzmassnahmen bezwecken: a. überlebenschancen bei ABC Einsätzen vergrössern; b. handlungsfreiheit nach ABC Einsätzen zurückgewinnen; c. Kampfkraft in einem verstrahlten oder vergifteten Gebiet erhalten. Die ABC Schutzmaske mit dem ABC Schutzfilter schützt die Atemwege gegen chemische Kampfstoffe, Polizeikampfstoffe (z B Tränengas, Pfefferspray), biologische Kampfmittel und radioaktiven Ausfall. Falls giftige Gase bei zivilen C Ereignissen entweichen, schützen zusätzliche Mehrbereichs-Schutzfilter vor Vergiftungen durch einatmen. Der C Schutzanzug schützt vor dem Eindringen von Kampfstoffdämpfen durch die haut.

135

Vorsorgliche schutzmassnahmen Um sich auf einen ABC-Einsatz materiell und mental vorzubereiten, helfen die folgenden Fragen: a. Ist mein persönliches ABC Schutzmaterial einsatzbereit? b. Beherrsche ich die Massnahmen bei A-überraschung und C-Alarm? c. Kenne ich das festgelegte Alarmzeichen für C-Alarm (zum Beispiel rasches Anschlagen von Metallröhren) und den Standort des Alarmierungsmittels? d. Sind Waffen, Material, Geräte, Munition und Fahrzeuge gegen Regen und Staub geschützt? e. Wo überlebe ich gegnerisches Feuer? f. Ist das Kampfstoffnachweispapier im Gelände ausgelegt und auf Waffen, Geräten, Munition sowie Fahrzeugen aufgeklebt?

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5.3.3.4
136

Geheimhaltung

definition von Geheimhaltung Der «Krieg» um Informationen ist intensiv. Um unsere wichtigen Infrastrukturen und Informationen zu schützen, sind dem Gegner / der Gegenseite alle Informationen und Sachverhalte vorzuenthalten, die ihm nützen könnten. Dieses Ziel wird erreicht, indem sich die Armeeangehörigen an die Merkpunkte der Geheimhaltung halten. Geheimhaltung umfasst: a. Informationsschutz; b. Informatiksicherheit; c. Objektschutz; d. Materialschutz.

137

merkpunkte der Geheimhaltung Die Merkpunkte der Geheimhaltung sind:

Schweigen Auskünfte und Informationen ausschliesslich Berechtigten gewähren nach dem Prinzip «Kenntnis nur wenn nötig»;

Einschliessen Geschützte Informationen und Materialien unter Verschluss halten;

Tarnen Schützenswerte Objekte, Magazine, Kommandoposten nicht anschreiben.

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5.3.4
138

distanzen bestimmen

zweck Bei einem Waffeneinsatz müssen Distanzen möglichst genau ermittelt werden, um a. das Visier zu bestimmen; b. den haltepunkt zu wählen; c. die Feuerart zu wählen. abmessen nach der karte Die Distanz Stellung – Ziel kann mit einem Lineal auf der Karte gemessen werden. Mit dem Kartenmassstab kann die gemessene Distanz auf der Karte in die reale Distanz umgerechnet werden. Beispiel Kartenmassstab: 1:50 000; Gemessene Distanz auf der Karte: 1 Zentimeter; Reale Distanz im Gelände: 500 Meter.

139

140

messen mit messband Distanzen können mit Messband / Messschnur gemessen werden. Bei Schussdistanzen ist die Luftlinie zu berücksichtigen. abschreiten Für die Praxis genügt beim Abschreiten in den meisten Fällen die Regel «1 Schritt = 1 Meter». Wo genauere Angaben nötig sind, kann die Distanz mit hilfe der Schrittmassgrafik oder des «5 x 2 Verfahrens» ermittelt werden. Schrittmassgrafik Die Schrittmassgraphik verlangt das vorangehende Bestimmen des Doppelschrittwertes durch mehrmaliges Abschreiten einer gemessenen Strecke. Dabei sind möglichst ähnliche Verhältnisse zu schaffen, wie sie später in der Praxis auftreten. Beispiel Bestimmter Doppelschrittwert: 60 Doppelschritte = 100 Meter; Zu messende Strecke: 90 Doppelschritte = 150 Meter.

141

Doppelschritte
140 120 100 80 60 40 20 10 10 20 40 60 80 100 120 140 160

60 doppelschritte = 100 meter

Meter

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5 x 2 Verfahren Beim 5 x 2 Verfahren wird jeder fünfte Schritt zweimal gezählt. Beispiel Abschreiten der zu messenden Strecke in normalen Schritten, dabei zählen: 1,2,3,4,5,5,6,7,8,9,10,10 = 10 Meter; 1,2,3,4,5,5,6,7,8,9,10,10,11,12,13,14,15,15 = 15 Meter. 142 distanzen schätzen Wo weder Karten noch Messgeräte zur Verfügung stehen, muss die Distanz durch Schätzen ermittelt werden. Beim Distanzenschätzen wird unterschieden zwischen dem Minimal-Maximal-Verfahren und dem Vergleichsverfahren.
Min 300m Max 400m Mittel 350m

300 m

Schiessstand Aschenbahn Schwimmstrecke

100m

50m

Minimal-Maximal-Verfahren

Vergleichsverfahren

Besondere hinweise
zu kurz wird geschätzt: bei gut sichtbaren Zielen bei klarer Luft bei Sonnenstand im Rücken bergab bei hellem Hintergrund über Täler und Einschnitte über Gewässer unter Kampfeindruck zu weit wird geschätzt: bei schlecht sichtbaren Zielen bei flimmender Luft gegen die Sonne bergauf bei trübem, nebligem Wetter in der Dämmerung im Wald in liegender Stellung

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143

messen mit optischen und optronischen instrumenten Feldstecher, Zielfernrohr Mit hilfe der Strichplatte (Promille-Einteilung) können die Distanz zum Ziel oder die Zielausdehnung ermittelt werden.

m km x Promille

m km

= Zielhöhe oder -breite = Beobachtungs- oder Schussdistanz (in km) Promille = Winkelmass

Beispiel Gesuchte Grösse: Distanz Zielhöhe im Feldstecher: 7 Promille Zielhöhe: 1.80 m (stehende Person) Lösung: 1.8 Distanz x 7 = 1.8 : 7 = 0,257 km

Lasernentfernungsmesser Der Laserentfernungsmesser ist ein aktives Gerät. Das Senden des Laserstrahls kann deshalb durch Sensoren der Gegenseite / des Gegners jederzeit entdeckt werden. 144 messen mit elektronischen Geräten (Gps = Global positioning system) Durch die Eingabe der Zielkoordinaten und der Koordinaten der Waffenstellung / des Beobachtungspostens erhält man die Schussdistanz / Beobachtungsdistanz.

145

einschiessen Distanzen können, sofern dies möglich und sinnvoll ist, auch direkt durch Einschiessen ermittelt werden.

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5.3.5
146

zielbezeichnung

zielbezeichnung Zielbezeichnungen und Feuerbefehle müssen rasch, einfach und eindeutig erfolgen. Sie sollten folgende Punkte (AMRDZZ) enthalten: – anruf; – merkpunkt; – richtung; – distanz; – ziel; – zielquittung. zielquittung Mit der Zielquittung wird das Erkennen eines Ziels oder Merkpunkts bestätigt. Durch geübtes Quittieren wird die Zielbezeichnung wesentlich beschleunigt. Bei einfachen Zielbezeichnungen ist am Schluss, bei schwierigen im Verlauf der Zielbezeichnung ein- oder mehrmals zu quittieren. Der Zielbezeichnende verlangt die Antwort mit «Müller, Zielquittung!». In der Regel wird am Ziel oder Merkpunkt selbst durch nennung einer auffälligen Eigenheit nach Form, Farbe oder Ausdehnung quittiert. Die Quittung kann auch Ziel oder Merkpunkt mit neuen Geländepunkten in Beziehung bringen. Beispiel (Geländetaufe) «Die Baumgruppe 7 Uhr nennen wir Trio. Meier, Zielquittung!» «Der Baum ganz rechts ist eine Tanne». «Richtig».

147

148

zielbezeichnung im direkt-Verfahren Anwendung bei auffälligen, leicht sichtbaren Zielen.
Truppchef / Gruppenführer Anruf Merkpunkt / Richtung Distanz Ziel Zielquittung «Richtig, Feuer auf Befehl!» «Achtung – Lehmann, Zielbezeichnung: 2 Uhr, 200 m, leicht gepanzertes Fahrzeug, Zielquittung!» «Steht rechts der einzelnen Tanne.» Soldat
12 Uhr 2 Uhr

61

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149

zielbezeichnung im schritt-um-schritt-Verfahren Anwendung bei weniger gut erkennbaren Zielen. Das Verfahren ist gekennzeichnet durch schrittweises hinführen zum Ziel über einen oder mehrere Merkpunkte. Entsprechend oft muss quittiert werden. Rund um den Merkpunkt wird ein aufrecht stehendes Zifferblatt angenommen. Mit der Zeitangabe wird die Richtung vom Merkpunkt aus bestimmt. Mittels hand- oder Fingerbreiten (ausgestreckter Arm mit winklig ausgestellten Fingern) kann das Ziel oder ein neuer Merkpunkt angegeben werden.
Truppchef / Gruppenführer Anruf Merkpunkt Richtung Distanz Ziel Zielquittung «Richtig, Feuer auf Befehl!» «Achtung – Meier, Müller, Zielbezeichnung: Giebel, 11 Uhr, 200 m, Heckenschütze, Müller Zielquittung!» «Im Gebüsch rechts vom Baum.» Soldat

150

zielbezeichnung mit astgabel Anwendung bei schwer erkennbaren Zielen. Die beiden Spitzen der eingesteckten Astgabel ergeben die Ziellinie.
Truppchef / Gruppenführer Anruf Merkpunkt / Richtung Distanz Ziel «Achtung – Huber, Zielbezeichnung mit Astgabel.» (richtet Astgabel auf Ziel ein) «200 m, Heckenschütze, Zielquittung!» Zielquittung «Richtig, Feuer!» (erfasst Ziel über Astgabel) «Rechts der Tanne.» Soldat

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151

zielbezeichnung mit zielskizze Die Skizze wird möglichst in Deckung / Tarnung erstellt, während des Zeichnens gleichzeitig erläutert und mit dem Gelände verglichen (sprechende Skizze). Die Quittung lässt man sich auf der Skizze selbst geben.
Truppchef / Gruppenführer Anruf Merkpunkt Richtung Distanz Ziel Zielquittung «Richtig, Feuer auf Befehl!» «Achtung – alle zu mir, Zielbezeichnung mit Zielskizze: Quartett, 5 Uhr, 150 m, Maschinengewehr, Schmid Zielquittung!» «Am Ende der Krete.» Gruppe

152

zielbezeichnung mit Gitterskizze Ansichtsskizze auf Formular Meldeblock (hat den Vorteil, dass das Gitterraster bereits vorgegeben ist). Alle Trupp- / Gruppenangehörigen müssen die Skizze auf sich tragen.
Truppchef / Gruppenführer Anruf Merkpunkt / Richtung Distanz Ziel Zielquittung «Richtig, Feuer auf Befehl!» «Achtung – Berger, Zielbezeichnung mit Gitterskizze: India five, 150 m, leicht gepanzertes Fahrzeug, Zielquittung!» «Links des Gebüschs.» Soldat

Anstelle der Skizze kann auch ein Panoramafoto mit Gitterraster verwendet werden.

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153

zielbezeichnung mit strichplatte des feldstechers Fadenkreuz des Feldstechers auf Merkpunkt halten, Seite und höhe mittels Promille-Einteilung der Strichplatte nennen.
Truppchef / Gruppenführer Anruf Merkpunkt Richtung Distanz Ziel Zielquittung «Richtig, beobachten!» «Achtung – Meier, Zielbezeichnung mit Feldstecher: Hausecke unten rechts, nach rechts 20, höher 10, 250 m, Beobachtungsposten, Zielquittung!» «In Baumgruppe bei der zweiten Tanne von rechts.»
50 30 30

Soldat

30

50

154

zielbezeichnung mit leuchtspurmunition Dieses Verfahren eignet sich besonders dann, wenn ein Ziel oder eine Feuersektorenbegrenzung unter Zeitdruck bezeichnet werden muss. Zu beachten ist, dass Leuchtspur von der Seite her schlecht oder nicht sichtbar und die Brenndauer des Leuchtsatzes beschränkt ist. Schiessen kann zudem den eigenen Standort verraten.
Truppchef / Gruppenführer Anruf Merkpunkt / Richtung Ziel «Achtung – Müller, Zielbezeichnung: meine Leuchtspur, Feuerraum links begrenzt (schiesst rasches Einzelfeuer), Feuerraum rechts begrenzt (schiesst rasches Einzelfeuer), Zielquittung!» «Zentrum Feuerraum 3 Tannen» «Richtig, Feuer frei auf sichtbaren Gegner!» Truppchef / Gruppenführer Anruf Merkpunkt / Richtung / Ziel Zielquittung «Achtung – ganzer Trupp, Richtung meine Leuchtspur, Feuer!» (schiesst rasches Einzelfeuer) (eröffnen das Feuer auf bezeichnetes Ziel) Soldat Soldat

Zielquittung

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6 6.1

führunG und einsatz der Gruppe einleitunG

Der Gruppenführer ist der Kopf der Gruppe. Er fällt Entscheide, die im Einsatz Erfolg oder Misserfolg der Gruppe ausmachen, die aber auch zu Verwundung oder zum Tod einzelner Gruppenmitglieder führen können. Es gibt keinen direkter spürbaren Chef als den Gruppenführer. Er ist es, der seinen Leuten beim Befehlen in die Augen blicken muss. Gruppenführer führen nie «Elemente», sondern immer direkt Menschen. Das Wissen um diese Ernsthaftigkeit der Aufgabe macht es nötig, dass Gruppenführer zwei Dinge besonders gut können: Führen im Gefecht und ihre Gruppe für den Einsatz trainieren. Gruppenführer sind Praktiker mit dem Flair für einfache, machbare Absichten. Führen von vorne heisst nicht der Beste an Waffen und Geräten zu sein, sondern als Führer mit all den Fähigkeiten eines Chefs voranzugehen. Das sechste Kapitel des Grundschulreglements beschreibt das handwerk des Gruppenführers. Das Beherrschen der Führungstätigkeiten auch unter Einsatz- und Gefechtsbedingungen ist der wesentlichste Beitrag des Gruppenführers zur Verbandsleistung der Gruppe.

6.2
155

erfOlGsfaktOren

Gruppe zusammenschweissen Der Schlüssel zum Erfolg im Einsatz bildet die zusammengeschweisste, verschworene kleine Einheit: Funktionieren die Teams / Trupps, funktioniert die Gruppe. Funktionieren die Gruppen, funktioniert der Zug (Prinzip der LEGO-Bausteine). Vertrauen erwerben Vertrauen ist das wichtigste Gut einer Gruppe. Vertrauen stellt sich nicht auf Befehl ein, sondern muss in gegenseitiger Wertschätzung erworben werden. Schlüsselfaktor im Prozess der Vertrauensbildung ist der Führungsstil des Gruppenführers. Soldaten wollen von ihrem Gruppenführer ernst genommen werden und in der Gruppe mitdenken. Gleichzeitig wollen sie in Extremsituationen einen Chef, der rasch entscheidet und ohne Umwege ein Ziel ansteuert. Kooperativer Führungsstil (die Gruppe einbeziehen) und autoritärer Führungsstil (als Chef allein entscheiden) sind deshalb beide notwendig und müssen durch den Gruppenführer je nach Situation angewendet werden. Autoritär kann in Extremsituationen nur jemand führen, der sich vorher das Vertrauen seiner Unterstellten mit Sinngebung gesichert hat. Im gemeinsamen Einsatztraining muss die Basis für jene Momente gelegt werden, wo Zeitdruck und Einsatzstress den Einbezug der Unterstellten verunmöglichen. Der zweite Schlüssel für Vertrauen bildet das komplementäre (einander ergänzende) Wissen und Können von Chef und Unterstellten. Kernkompetenz des Chefs ist die Führung, Kernkompetenz der Soldaten 65

156

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das handwerk an Waffen und Geräten. Zwischen beiden Fähigkeiten darf es keine Konkurrenz geben. Die gegenseitige Abhängigkeit vom Können des andern schafft Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung, zwingt zum Mitdenken und ermöglicht Verbandsleistungen. 157 Gemeinsam trainieren Verschworene, zusammengeschweisste Teams und Gruppen entstehen nur im gemeinsam durchlebten harten Einsatztraining. nur Gruppen, die sich aus dem Training kennen und gewohnt sind, zusammen Leistungen zu erbringen, sind unter Feuer und Einsatzdruck fähig, Aufgaben zu erfüllen. Das Training muss auch im Einsatz bei jeder sich bietenden Gelegenheit fortgesetzt werden. Aus dem gemeinsamen Einsatztraining kennt der Chef physische und psychische Stärken und Schwächen seiner Unterstellten. Dies erlaubt ihm, im Einsatz seine Leute auch unter Stress richtig einzusetzen oder vor der Entschlussfassung Meinungen von Unterstellten einzuholen. Um im Einsatz Erfolg zu haben und keine Zeit zu verlieren, muss die Gruppe über bekannte, gedrillte Grundverhalten (Standards) verfügen. Diese müssen flexibel und biegsam sein, um die Führung zu vereinfachen, können die Führung aber nie ersetzen. 158 ehrlich trainieren Im Einsatztraining ist es wichtig, dass aufgedeckte Schwächen und Mängel nicht verschwiegen werden, sondern in der Gruppe offen zusammen diskutiert und zielgerichtet korrigiert werden. Das verlangt gegenseitige Ehrlichkeit, den Mut zur nicht eingeübten Leistung auf Anhieb und die Bereitschaft / Fähigkeit des Gruppenführers, seine Mannschaft in die Verantwortung für den Gruppenerfolg einzubinden. Wer bereits im Einsatztraining Inspektionen einübt und Shows zulässt, kann im Einsatz nie Erfolg haben. Vertrauen in Führung und Verbandsleistungen entsteht, wenn jeder weiss, was sein Chef und seine Kameraden unter Stress wirklich leisten können. Wer Einsatztraining als Spiel mit Simulatoren betrachtet, wird dann kneifen, wenn Verwundete und Tote mehr als nur Gedankenspiele sind. 159 Chaos ordnen Die Kunst der Gruppenführung liegt in der Fähigkeit des Chefs, komplexe Situationen (vergl Skizze unten) rasch zu erfassen und zu ordnen. Die Fähigkeit, im Choas des Einsatzes / Gefechts seinen Soldaten eine Richtung zu geben, diese so einfach wie möglich zu befehlen und sich so hart wie nötig durchzu-

66

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setzen, zeichnet den guten Gruppenführer aus und lässt ihn aus der Mannschaft heraustreten. Diese Fähigkeit scheinen gute Gruppenführer intuitiv (aus dem Bauch heraus) zu besitzen. Sie ist jedoch das Resultat einer langen verinnerlichten Erfahrung, die nur durch unermüdliches Einsatztraining erworben werden kann. 160 rasch handeln Der wichtigste Erfolgsfaktor im Einsatz ist die Zeit. Eine nur brauchbare, dafür aber rechtzeitig ausgelöste Aktion hat bessere Chancen als eine perfekte jedoch zu spät ausgelöste. Bereits im Einsatztraining ist es wichtig, dem handeln unter Zeitdruck die nötige Beachtung zu schenken. lehren verarbeiten Aus jedem Einsatz und aus jedem Einsatztraining können Lehren abgeleitet werden, die es erlauben, gemachte Fehler nicht zu wiederholen oder erfolgreiches Verhalten neu in das Repertoire der Gefechtstaktik / -technik aufzunehmen. Oft sind es unkonventionelle Entschlüsse oder Techniken, die den Erfolg herbeiführen. Wer gemachte Erfahrungen auswertet und an andere weitergibt, trägt dazu bei, dass diese weiterentwickelt und ausprobiert werden können. Man nennt einen solchen Erfahrungsschatz «Lessons learned» (im Einsatz / Einsatztraining gemachte Lehren). Solche Lehren können auch durch Lesen von Kriegsberichten, durch das Gespräch mit Soldaten und Kadern, die im Einsatz waren oder beschränkt durch das überlegte Auswerten von Kriegs- und Antikriegsfilmen abgeholt werden. Im bewussten Konsum der Massenmedien (TV, Radio, Zeitung) kann vor allem die Wirkung militärischen handelns auf die breite Oeffentlichkeit herausgefiltert werden. Im Einsatztraining ist es möglich, echte Lehren abzuholen, falls dieses nahe genug an die Einsatzrealität herankommt und mit unverfälschten Leistungen auf Anhieb gearbeitet wird.

161

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6.3

führunGstätiGkeiten

Chef

Gruppe

6.3.1
162

führungstätigkeit 1: Ordnen

auslösung des Ordnungsprozesses Der erste Schritt der Führungstätigkeiten ist gleichzeitig der wichtigste, weil es von ihm abhängt, ob ein Problem richtig angepackt wird oder nicht. Je komplexer und chaotischer sich eine Einsatzsituation präsentiert, desto entscheidender ist es, sie in ihrer Gesamtheit zu erfassen und zu strukturieren. Grundfragen des Ordnungsprozesses Probleme entstehen meistens dadurch, dass überraschend ein neues, unerwartetes Ereignis in ein geordnetes, strukturiertes Umfeld einbricht. Dieses neue Ereignis gilt es nun nicht sofort anzugehen, sondern im Zusammenhang mit bereits laufenden Prozessen zu sehen.

163

Was weiss ich noch nicht ?
neu überraschend unerwartet

rt übe as is assiert ? W tp haup

bekannt gewohnt läuft bereits

t äuf as l ts? W ei ber

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Dabei helfen folgende drei Fragen: a. Welches Ereignis verursachte das Chaos? b. Welche anderen Tätigkeiten laufen bereits? c. Welche Informationen fehlen mir noch? 164 führung mit sofortmassnahmen Sofort entscheiden ohne die ganze Lage zu überblicken führt zu unüberlegtem handeln, das später nicht mehr korrigiert werden kann. Standardisierte und automatisierte Sofortaktionstechniken (-> Kapitel 7) helfen mit, dass die Soldaten die ersten Sekunden des Gefechts selbständig angehen und ihrem Gruppenführer dadurch Zeit geben, mit dem strukturierten Führungsprozess zu beginnen. Erste Entscheide des Gruppenführers dienen ausschliesslich dazu, die Situation zu beruhigen und sich übersicht sowie Grundlagen für eine mögliche Lösung zu verschaffen. Man nennt diese ersten Führungsentscheide Sofortmassnahmen. Sofortmassnahmen dienen dazu, a. fehlende nachrichten und Informationen zu beschaffen; b. die handlungsfreiheit zu bewahren oder wieder zu erlangen; c. keine Zeit zu verlieren.

Fehlende Informationen beschaffen aufklären erkunden beobachten

Handlungsfreiheit bewahren / wieder erlangen Verbindung aufnehmen / sicherstellen Gelände besetzen Gegner binden

Keine Zeit verlieren alarmieren orientieren anhalten /sich in Marsch setzen

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165

regeln für den Ordnungsprozess Die vier goldenen Regeln für das Ordnen einer komplexen, chaotischen Einsatzsituation sind: a. Tue nichts, was dich später in deiner Entscheidung einschränkt. b. Warte, bis du den überblick hast. c. Warte, bis du genügend Informationen hast: Die Mindestinformation, welche du brauchst, um eine Absicht zu entwickeln, ist Klarheit über die Mittel und Möglichkeiten der Gegenseite / des Gegners, die im Moment zur Verfügung stehenden Mittel und Möglichkeiten deiner Gruppe sowie Stärken und Schwächen des Geländes, in dem du dich im Moment befindest. d. Pass auf, dass du dich nicht zu sehr auf das versteifst, was neu ist. Denk daran: Viele Dinge laufen bereits. Ordne auch diese.

6.3.2
166

führungstätigkeit 2: entscheiden

faktoren der lagebeurteilung (auGez) nachdem sich der Gruppenführer übersicht über die Problemstellung verschafft hat, geht es im zweiten Schritt der Führungstätigkeiten darum, dafür eine machbare Lösung (Absicht) zu finden. Machbare Lösungen entstehen durch eine Lagebeurteilung, aus dem Vergleich der fünf Faktoren auftrag, umwelt, Gegnerische Mittel / Möglichkeiten, eigene Mittel / Möglichkeiten, zeit (AUGEZ).

Gegn und erische M M Wo? öglichke ittel Wie stark iten: ? Abs icht ?

aktueller Auftrag

el Mitt gene keiten: Ei ch li ? Mög Fahrzeug ? und ote? on niti T tzte/ l/Mu Verle Materia
Wa s Wa ist so s b fort rau mö Zeit : c Vor ht län glich? ber ger eitu e ng?

? : de sse län Stra e /G e? elt ? Höh w Um kung c De

auftrag a. Ist er in diesem Gelände (noch) erfüllbar? b. Ist er gegen diesen Gegner (noch) erfüllbar? c. Ist er mit den aktuellen eigenen Mitteln (noch) erfüllbar?

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umwelt / Gelände a. Wo hat es Deckungen / Tarnungen? b. Wo hat es Stellungs- / Feuer- / Beobachtungsräume? c. Wo hat es wichtige höhen, Strassen, Wege? Gegnerische Mittel / Möglichkeiten a. Wo ist er? b. Wie stark ist er? c. Welche Absicht hat er? eigene Mittel / Möglichkeiten a. habe ich Verletzte / Tote? b. habe ich Ausfälle bei Fahrzeugen / Waffen / Geräten? c. habe ich genügend Munition? zeit a. Was kann durch uns / den Gegner sofort umgesetzt werden? b. Was braucht eine längere Vorbereiungszeit? 167 denken in Varianten Chefs denken in Varianten. Beim Entwickeln einer Absicht geht es darum, sich folgende Fragen zu beantworten: a. Welche zwei machbaren Lösungen gibt es? b. Welche der beiden ist besser? c. Welche nachteile hat die gewählte Lösung? Es gibt keine Lösung ohne nachteile. Wichtig ist, dass sich der Gruppenführer bewusst ist, welche Schwächen die gewählte Lösung hat. Dies macht es einfacher, gezielt zu reagieren, falls die Gegenseite / der Gegner die vom Gruppenführer in Kauf genommenen Schwächen auch erkennt und diese ausnützt.

machbare lösung a
Vorteile / nachteile

VerGleiChen

machbare lösung B
Vorteile / nachteile

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168

überprüfung nach einsatz- / Gefechtsgrundsätzen Absichten sind messbar. Wichtig ist, dass sich jeder Gruppenführer Kriterien definiert, an denen er immer wieder seine Entscheidungen misst. Diese persönlichen Einsatz / Gefechtsgrundsätze stellen so etwas wie einen letzten ehrlichen Prüfstein vor dem Einsatz dar. Als Einsatz- / Gefechtsgrundsätze auf Stufe Gruppe haben sich bewährt: a. Machbarkeit; b. Führbarkeit; c. überraschung; d. Sicherheit.

für meine leute möglichst sicher? für mich führbar? technisch machbar?

absicht

für den Gegner überraschend?

169

regeln für den entscheidungsprozess Die vier goldenen Regeln für das Entscheiden sind: a. Beginne erst mit der Suche nach Lösungen, wenn du den überblick hast (ordnen); b. wähle nur machbare Lösungen; c. wähle lieber eine brauchbare Lösung zur Zeit als eine hervorragende zu spät; d. beachte, dass jede Lösung auch nachteile hat. Suche auch nach den Schwächen deiner Lösung, denn auch die Gegenseite / der Gegner könnte diese entdecken.

6.3.3
170

führungstätigkeit 3: Befehlen

die beiden arten des Befehlens Im dritten Schritt der Führungstätigkeiten geht es darum, die Absicht an seine Gruppe weiterzugeben. Wir unterscheiden zwei Arten des Befehlens: a. Befehlen ohne Zeitdruck; b. Befehlen unter Zeitdruck.

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171

Befehlen ohne zeitdruck Steht genügend Zeit für die Befehlsausgabe zur Verfügung, so besteht diese aus drei Teilen: Orientierung, absicht, (Dreipunkte-) Befehl (OAB). Die Umstände, unter denen die Absicht des Gruppenführers zustande gekommen ist, sollen für die Unterstellten fassbar werden. Der Chef datiert seine Unterstellten bei der Befehlsausgabe vollständig auf. Befehlen unter zeitdruck Unter grossem Zeitdruck wird das OAB-Schema auf das eigentliche Erteilen der Dreipunktebefehle reduziert. Diese werden ohne Begründung und Sinnvermittlung in knappster Form übermittelt, was von Unterstellten nur angenommen wird, wenn der Chef ihr Vertrauen besitzt.

172

Ohne zeitdruCk
Orientierung absicht dreipunktebefehle unter zeitdruCk

173

Orientierung Die umfassende Orientierung hat den Vorteil, dass jeder Gruppenangehörige im Sinn des Chefs mitdenken kann. Sie umfasst 5 Punkte: a. Geländetaufe; b. Gegenseite / Gegner; c. Auftrag der Gruppe; d. andere Gruppen des Zuges; e. Einsatzregeln (ROE).

Geländetaufe Gegenseite / Gegner auftrag der Gruppe

„iCh Orientiere: ...“

andere Gr des zuges einsatzregeln

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Geländetaufe Sie dient dazu, unter Druck rasch und präzise zu befehlen oder später im Einsatz / Gefecht das Feuer zu führen. Angaben zur Gegenseite / zum Gegner Sie vermitteln den Unterstellten die Vorstellung, mit welcher Gewaltbereitschaft zu rechnen ist und hilft ihnen, sich mental darauf einzustellen. Angaben zum erhaltenen Gruppenauftrag Damit wird den Unterstellten ermöglicht, die Absicht ihres Chefs bezüglich der erwarteten Gesamtverbandsleistung zu begreifen. Angaben zu Standort und Aufträgen der andern Gruppen des Zuges Sie machen den Unterstellten klar, welche Rolle die Gruppe im Zugsrahmen spielt und helfen, dass Friendly-Fire-Situationen (eigene Truppen schiessen irrtümlicherweise auf eigene Truppen) möglichst vermieden werden können. Angaben zu den Einsatzregeln (ROE) Sie geben Gewissheit über die aktuell erlaubte Gewaltanwendung, um unnötige Verstösse gegen die Verhältnismässigkeit zu vermeiden. 174 absicht Die Absicht ist der Entscheid des Gruppenführers, wie das anstehende Problem gelöst werden soll. Sie soll so kurz wie möglich, jedoch so lang wie nötig an die Unterstellten weitergegeben werden. Unterstellte haben die Absicht verstanden, wenn sie diese selbständig wiedergeben können. Es lohnt sich, die Absicht mit einem Geländemodell oder einer Skizze zu visualisieren (bildlich darzustellen) und die einzelnen Phasen durchzusprechen.

74

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175

dreipunktebefehle Die eigentlichen Aufträge an die Trupps / Soldaten werden mit Dreipunktebefehlen erteilt. Wir unterscheiden vier Arten des Dreipunktebefehls: a. Befehl für länger dauernde Einsätze; b. Befehl für die Beobachtung; c. Befehl für Bewegungen, Verschiebungen, Angriffe; d. Befehl für Feuerbereitschaft / -unterstützung.

„ich befehle:…“ Befehl für länger dauernde einsätze
einsatzort tätigkeit Verhalten

Befehl für die Beobachtung
Beobachtungsstandort Beobachtungssektor Beobachtungsverhalten

Befehl für Bewegungen, Verschiebungen, angriffe
ziel Weg ins ziel Verhalten am ziel

Befehl für feuerbereitschaft, feuerunterstützung
stellungsraum feuerraum feuereröffnung

6.3.4
176

führungstätigkeit 4: steuern

soll-ist-Vergleich Im vierten Schritt der Führungstätigkeiten geht es darum, die befohlene Aktion ins Ziel zu führen. Der dauernde Vergleich zwischen dem zu erreichenden Resultat (Soll) und dem bis dahin Erreichten (Ist) ermöglicht es, Abweichungen festzustellen und zu korrigieren.

ist-zustand

VerGleiChen

soll-zustand

idealer WeG ins ziel
einflussnahme (steuerung)

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eventualplanung Korrekturen in laufenden Einsätzen werden erleichtert, wenn sich der Gruppenführer bereits in der Phase des Entscheidens bewusst ist, welche Schwächen seine Absicht aufweist. Ein guter Chef beginnt sich in diesem Augenblick die Frage zu stellen «Was wäre wenn…?» und versucht so, der denkenden Gegenseite / dem denkenden Gegner immer einen Schritt voraus zu sein. Diese Art der Vorbereitung auf die mögliche Weiterentwicklung des Einsatzes / Gefechts nennt man Eventualplanung.

Vorausdenken: Was wäre, wenn...?

a

B
178 Bedeutung von Briefing und debriefing Eine zentrale Rolle im Steuerungsprozess nehmen das Briefing (aufdatieren unmittelbar vor einem Einsatz) und das Debriefing (nachbearbeitung unmittelbar nach einem Einsatz) ein. Im Einsatz stehen Soldaten unter enormer psychischer Belastung. Sie erleben ihr Umfeld, sich selbst und ihre Gruppe in extremen Spannungsfeldern und Gegensätzen (Langeweile gegen überraschung, Mut gegen Angst, Euphorie (hochgefühl) gegen hilflosigkeit, Kameradschaft gegen hass). Verstärkt werden diese Kontraste durch Gerüche, optische und akustische Wahrnehmungen wie Verstümmelungen oder Lärm von unvorstellbarer Intensität und Direktheit. Solche starken Eindrücke wirken lange nach, bringen das Sozialgefüge der Gruppe aus dem Gleichgewicht und verunmöglichen schliesslich den Erfolg im Einsatz. Der militärische Führer darf diese Tatsachen nicht verheimlichen und muss sie vor und nach dem Einsatz thematisieren. Briefing und Debriefing stehen in einer Wechselbeziehung zueinander. Sie haben Scharnierfunktion bei der Sicherstellung des Einsatzerfolgs. 179 debriefing Das Debriefing (nachbearbeitung unmittelbar nach einem Einsatz) dient dazu, im Einsatz gemachte Erfahrungen auszutauschen, gemeinsam Lehren zu ziehen, aus Einzeleindrücken wieder ein Gesamtbild zu schaffen, das Gefühl von Schuld und Versagen zu relativieren oder Einzelerfolge zum Erfolg des ganzen Verbands zu machen.

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Mögliche anzusprechende Punkte beim Debriefing sind: a. Wie ist der Einsatz zeitlich und räumlich abgelaufen? b. Wo mussten wir reagieren? c. Warum gab es Verwundete, Tote, Disziplinlosigkeit? d. Wo wurde richtig / falsch entschieden? e. Was wurde richtig / falsch ausgeführt? f. Was muss für den nächsten Einsatz (an andere) weitergegeben werden? 180 lehren und einsatzprinzipien Die Lehren, welche Faktoren zum Erfolg oder Misserfolg geführt haben, fliessen als Einsatzprinzipien in Reglemente und Vorschriften ein und beeinflussen das künftige Einsatz- / Gefechtsverhalten. Briefing Im Briefing (aufdatieren unmittelbar vor einem Einsatz) werden die Lehren aus dem Debriefing des letzten Einsatzes weitergegeben. Auf diese Art wird sichergestellt, dass keine Informationen verloren gehen, sich Misserfolge nicht wiederholen und keine unnötigen Risiken eingegangen werden, die zu unnötigen Verlusten führen.

181

einsatz / übung

Briefing

einsatzprinzipien

debriefing

lehren (lessons learned)

77

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6.4 6.4.1
182

VOrBereitunG des einsatzes ausbildung

entwicklung des technischen könnens Bevor Verbandstraining beginnt, müssen Soldaten über elementare technische Kenntnisse von Waffen, Geräten und Fahrzeugen verfügen. Sobald dieser minimale Wissensstand erreicht ist, muss die weitere Schulung an Waffen und Geräten mit der Verbands- / Einsatzrealität verbunden werden. integrierte ausbildung Integrierte Ausbildung bedeutet, dass die Weiterausbildung / Vertiefung an Waffen, Geräten und Fahrzeugen in der Verbandsausbildung integriert und das Erfüllen der geforderten Leistungsnormen an Waffen, Fahrzeugen und Geräten periodisch überprüft wird. Erst wenn der Soldat begreift, wie Einzeltechniken im Gruppenrahmen und im Gesamtzusammenhang der Einsatzrealität zu handhaben sind, wird er beginnen, diese für die Gruppe zu perfektionieren (Sinngebung). entwicklung des taktischen Verständnisses Das taktische Verständnis entwickelt sich im Training am besten in übungen in freier Führung mit der ganzen Gruppe im realen Einsatzgelände. Entscheidend ist, dass jede Situation neu ist, den Führer zum Entscheiden zwingt und von den Soldaten Improvisation mit dem ganzen Können an Waffen und Geräten verlangt. Mit weniger Profit können solche übungen auch nur mit dem Gruppenführer ohne Truppe als reine Entschlussfassungen im Gelände durchgeführt werden. feedback der truppe Es ist von Vorteil, die Truppe am Debriefing (nachbearbeitung unmittelbar nach Einsatztraining / -übungen) teilnehmen zu lassen und sie zu ermutigen, ihre Sicht über den Verlauf des Einsatzes / des Gefechts darzustellen und auf gute wie schlechte Punkte hinzuweisen. Soldaten sind nicht blind. Sie wissen, wann ihre Leistung genügend oder ungenügend war und sind mit sich selber oft strenger als ihre Chefs. Soldaten sind auch in der Lage, die Führungsleistung ihres Chefs zu beurteilen, haben sie doch diese am eigenen Leib erfahren. Debriefings mit der ganzen Gruppe ermutigen gute Chefs, ihre Führungsleistung dauernd zu verbessern. learning by doing «Ich höre und vergesse, ich sehe und erinnere mich, ich mache und lerne»: Mit diesem Satz kann die ganze Ausbildungsmethodik und vor allem die Methodik der Verbandsausbildung zusammengefasst werden. Theorien führen in die Ausbildungsthemen ein und geben die Motivation, an der Ausbildung teilzunehmen. Eine Vorführung, ein Video oder ein Modell zeigen jedem das erwartete Verhalten. nur stete Wiederholung und steter Drill hingegen garantieren das Durchdringen des Ausbildungsstoffes. fehler tolerieren Fehler müssen in jeder Ausbildungsphase toleriert werden. Jedes Gruppenmitglied muss aber dazu ermutigt werden, seine erkannten Fehler rasch und selbständig zu korrigieren. Solange Fehler nicht zu Sicherheitsrisiken in der Ausbildung führen, soll die Gruppe daran wachsen können. Solche Rahmenbedingungen ermöglichen es dem Gruppenführer, Initiative zu entwickeln. Im Training ist es falsch, die Kreativität des Chefs durch Angst vor einem Misserfolg zu lähmen. 78

183

184

185

186

187

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6.4.2
188

mentale Vorbereitung

zweck der mentalen Vorbereitung Mentale Vorbereitung dient dazu, Soldaten in ihrem Innern auf einen Einsatz vorzubereiten. Es geht darum, sie mit möglichst präzisen Informationen auf die erwartete Bedrohung, die mögliche handlungsweise der Gegenseite sowie die zu erwartenden Gefahren und Risiken einzustimmen. Mentale Vorbereitung ist nötig, um a. im Einsatz ohne Zaudern zu handeln; b. sich während einer Einsatzaktion zu konzentrieren; c. während und nach dem Einsatz seine handlungen zu akzeptieren. Mentale Vorbereitung will unsere Leistungsbereitschaft fördern und unsere Sinne schärfen. Leistungsbereitschaft meint den Willen, den erhaltenen Auftrag zu erfüllen, den persönlichen Schutz zu gewährleisten, im Einsatz den Kontakt zu suchen sowie fehlendes Selbstvertrauen zurückzudrängen. Geschärfte Sinne erlauben, die eigenen Kapazitäten richtig zu beurteilen, mögliche gegnerische Reaktionen besser einzuschätzen und damit angemessen / verhältnismässig zu handeln.

189

thematisieren der psychologischen dimension Mentale Vorbereitung beginnt bereits im Einsatztraining. Es genügt nicht, dort nur die technisch-taktische Dimension von Einsätzen zu thematisieren. Soldaten haben ein Anrecht darauf, dass auch jene Bereiche eines Einsatzes thematisiert werden, die Angst machen, Mut erfordern und darum vielfach verschwiegen werden. Themen dieser oft unterdrückten psychologischen Einsatzdimension sind: a. Töten, sterben und Verluste; b. Sieg und niederlage; c. Rache und Sühne; d. Angst und Ungewissheit; e. Opfer unter der Zivilbevölkerung; f wachsende / schwindende Unterstützung durch die Zivilbevölkerung; g. Massaker, Geiselnahme, Gefangenschaft, Folter; h. Verstösse gegen Menschenrechte / Kriegsvölkerrecht; i. Verstösse gegen Verhältnismässigkeit.

190

Vorbereitung auf Gewaltanwendung Jeder Soldat bringt seinen Grundcharakter in die Gruppe mit. Jeder einzelne kann in die beiden Grundstrebungen «zurückhaltend <-> aggressiv» und «Einzelkämpfer <-> Gruppenmensch» eingeordnet werden (siehe folgende Skizze). Die Gruppe ist somit grundsätzlich heterogen (ungleichartig) zusammengesetzt. Eher aggressiv veranlagte Gruppenmitglieder werden dazu neigen, Einzelkämpfer zu sein. Gruppenmenschen, welche die Wärme und den Schutz der Gruppe suchen, neigen dazu, eher zurückhaltend zu sein.

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Der Grundcharakter bestimmt auch die Einstellung / Bereitschaft eines Soldaten zur Gewaltanwendung. nur wenn es dem Gruppenführer gelingt, die ganze Gruppe vor dem Einsatz auf eine gemeinsame Grundhaltung bezüglich der bevorstehenden Gewaltanwendung zu bringen, ist einheitliches handeln innerhalb den Leitplanken von Recht- und Verhältnismässigkeit überhaupt möglich.

aggressiv

Gruppenmensch

einzelkämpfer

zurückhaltend

191

mentaler Gewaltbereitschaftszustand Der Gruppenführer hat die Aufgabe, seine Soldaten vor jedem Einsatz im Briefing auf die bevorstehende Intensität der Gewaltanwendung vorzubereiten, bezüglich Recht- und Verhältnismässigkeit kann er sich dazu auf die für jeden Einsatz neu definierten Einsatzregeln (ROE) abstützen. Mit der mentalen Vorbereitung werden die Soldaten in einen mentalen Gewaltbereitschaftszustand versetzt, von dem aus sie in der Lage sind, im kommenden Einsatz möglichst viele Probleme verhältnismässig anzugehen / zu lösen. Das Schlimmste für einen Soldaten im Einsatz ist die totale überraschung durch die Gegenseite: Je tiefer der mentale Gewaltbereitschaftszustand gewählt wurde, desto grösser ist das mentale Delta, wenn der Gegner den Soldaten überraschend zum Gefecht zwingt (siehe folgende Skizze). Je höher der mentale Gewaltbereitschaftszustand gewählt wurde, desto grösser ist das mentale Delta, wenn die Gegenseite den Soldaten überraschend zu differenziertem handeln zwingt.

80

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Grundschulung (GS 07)

Wir unterscheiden vier mentale Gewaltbereitschaftszustände (KKFK): a. Tief: kontakt; b. Mittel: kontrolle; c. hoch: festnahme; d. Extrem: kampf.

kämpfen
kampf

hoher mentaler Gewaltbereitschaftszustand kurve von eskalation und deeskalation
mentales delta

festnahme

kontakt

tiefer mentaler Gewaltbereitschaftszustand

schützen
Die folgende Tabelle zeigt auf, wie die vier Gewaltbereitschaftszustände den Soldaten bereits vor dem Einsatz in bestimmte Richtungen polen. Der Gruppenführer steht damit immer vor dem Dilemma, durch die mentale Vorbereitung die Flexibilität (Beweglichkeit) seiner Soldaten zu stark einzuschränken. Erst die Erkenntnis, dass mentale Vorbereitung ein dauernder Prozess und eine dauernde Aufgabe jedes Gruppenführers ist, macht klar, dass sie ein gutes Mittel ist, um für die Soldaten im niemals optimalen Einsatzumfeld die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Die mentale Vorbereitung entbindet Soldaten nie vom Mitdenken und darf nie über die Tatsache hinwegtäuschen, dass sich der Einsatz / das Gefecht nie in klar definierten Bahnen abspielt.

mentales delta

kontrolle

81

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Grundschulung (GS 07)

primäres zwangsmittel primäre zwangsmassnahme primäre einsatzformen

kontakt – Gespräch

kontrolle festnahme Gespräch, körperlicher Zwischenwaffe, Zwang, Zwischenwaffe Schliessmittel neutralisation durch Festnahme

kampf Schusswaffe, schwere Waffe neutralisation / Vernichtung durch Waffengebrauch Begegnungsgefecht, überfall, Stoss hoch gering

Durchsuchen, – Wegweisung – Identitätsfeststellung Kontrolle, – Befragung Beschlagnahme Patrouille, Checkpoint

Patrouille, Checkpoint, Gebäude- / GeländeGebäudedurchsuchung durchsuchung gering, Androhung oder mittel Warnschuss gross mittel

Bereitschaft zum gering schusswaffeneinsatz Bereitschaft zu gross differenziertem verhältnissmässigem handeln mentales delta bei eskalation mentales delta bei deeskalation gross gering

mittel gering

mittel mittel

gering gross

6.4.3
192

persönliche materielle Vorbereitung

Bedeutung der persönlichen materiellen Vorbereitung Die persönliche materielle Vorbereitung besteht aus a. der Einsatzvorbereitung (EV) unmittelbar vor dem Einsatz; b. dem Wiedererstellen der Einsatzbereitschaft (WEB) unmittelbar nach dem Einsatz. Die persönliche materielle Vorbereitung ist eine Frage der Disziplin. Mit ihr können Leben und überleben im Einsatz direkt beeinflusst werden.

193

Grundprinzip für die persönliche materielle Vorbereitung Für die persönliche materielle Vorbereitung gilt folgendes Grundprinzip: a. mit dem Inhalt des Kampfrucksacks leben; b. mit dem Inhalt der Grundtrageinheit den Auftrag erfüllen; c. mit dem Inhalt der Taschen des Tarnanzugs überleben.

82

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

7 7.1

GrundVerhalten des trupps / der Gruppe einleitunG

Entscheidend für den Erfolg einer Gruppe im Einsatz ist immer die im konkreten Einsatzmoment erbrachte Leistung auf Anhieb. Dieser letzte, alles entscheidende Beweis des Könnens kann mit keiner auch noch so guten Ausbildungsmethodik simuliert werden. Dennoch lässt sich Einsatzgenügen im gemeinsamen Training bis zu einem hohen Grad aufbauen. Rund 60% des Könnens einer Gruppe ist mit automatisierten, standardisierten Abläufen erlern- und trainierbar. Weitere 20% des Einsatzgenügens können in anspruchsvollen Einsatzübungen in der Ausbildung hart erkämpft werden. Die letzten 20% des Einsatzgenügens können nur im Echteinsatz erfahren werden. Zu diesen letzten 20% gehört die psychologische Einsatzdimension (töten, sterben, verwundet werden etc). Im siebten Kapitel des Grundschulregelements werden die erlernbaren Grundverhalten (Standards) des kleinen Verbands beschrieben. Relativ rasch wird klar, dass der funktionierende Trupp die entscheidende Voraussetzung für das Funktionieren der Gruppe darstellt. Relativ rasch wird auch klar, dass Einsatzerfolg ab der untersten Stufe eine Frage von eingespielten Teams / Trupps aus denkenden und mitdenkenden Soldaten ist.

7.2
194

OrGanisatiOn der Gruppe

kurzprofil der Gruppe Die Gruppe wird eingesetzt für a. Sicherungsaufgaben; b. Kontroll-, Patrouillen- und Beobachtungstätigkeit; c. Durchsuch- und Säuberungsaktionen; d. Spezial - und Sondereinsätze; d. beschränkte Angriffsaktionen (meist im Zugsrahmen). Die Gruppe ist im Gefecht fähig, a. den Standort zu halten; b. eine Feuerunterstützung aufzubauen; c. mit Feuer für eine beschränkte Zeit einen Angriff abzuwehren; d. mit Feuer und Bewegung zu stossen. Die Gruppe wird normalerweise im Zugsrahmen eingesetzt. örtlich beschränkt und zeitlich begrenzt kann sie auch losgelöst vom Zugsrahmen handeln. Voraussetzung für das Leistungsvermögen ist ein günstiges Gelände, das den technisch-taktischen Möglichkeiten der Gruppe Rechnung trägt. Die Einsatzaufgaben der Gruppe werden in Kapitel 8 im Detail beschrieben. 83

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Grundschulung (GS 07)

195

Grundbaustein Vierertrupp Der Vierertrupp bildet den Grundstein der Gruppe. Diese besteht aus zwei, im Idealfall gleich gegliederten und gleich bewaffneten Trupps: a. erster Trupp, geführt durch den Gruppenführer; b. zweiter Trupp, geführt durch den Stellvertreter des Gruppenführers. Die Gruppe / der Trupp kann mit dem namen des Gruppenführers / Truppchefs benannt werden. Obwohl er sich punktuell in Zweiertrupps aufspalten kann, erlaubt nur der Vierertrupp eine Rotation der Aufgaben in Wartephasen sowie eine realistische 360-Grad-Sicherung. Wahl und Verteilung der Ausrüstung in den verschiedenen Trupps variieren je nach Lage und Auftrag. Der Gruppenführer kann zum Beispiel entscheiden, dem Spitzentrupp zwei leichte Maschinengewehre zuzuteilen, um dessen Feuerkraft bei Feindkontakt zu erhöhen. Beispiel für eine Gruppenzusammensetzung:
erster trupp Gruppenführer Sturmgewehr zweiter trupp stv des Grfhr Sturmgewehr mit Zielfernrohr pzf-schütze Sturmgewehr Abschussgerät Panzerfaust pzf-schütze Sturmgewehr Abschussgerät Panzerfaust zf-schütze Sturmgewehr mit Zielfernrohr Gwa-schütze Sturmgewehr mit Gewehrgranate lmg-schütze Leichtes Maschinengewehr lmg-schütze Leichtes Maschinengewehr

7.3
196

formationen

Bedeutung der formation Formationen sind standardisierte Gliederungsbilder der Gruppe, um dem Gelände und dem Auftrag angepasst zu verschieben oder zu sichern. Sie helfen dem Gruppenführer, die Erscheinungsform seiner Gruppe rasch der Situation anzupassen. Als Faustregel gilt: Längsformationen lassen sich einfacher führen, Breitformationen haben mehr Feuerkraft. funktionen im trupp Die Funktion jedes Truppmitglieds beschreibt den Platz, den ein Soldat innerhalb der Formation einnimmt. Sie ist mit einem Auftrag und einem Verantwortungssektor (Beobachtung, Feuerbereitschaft), nicht aber mit einer standardisierten Bewaffnung verbunden. Der Verantwortungssektor wird mit dem Orientierungszifferblatt definiert. Dabei gilt: Marsch- / Fahrtrichtung der Gruppe = 12 Uhr. Jeder Soldat weiss, dass sich die Verantwortungssektoren überlagern müssen.

197

84

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Grundschulung (GS 07)

Im Trupp werden vier Funktionen unterschieden:
funktion VOrne (V) seite (s) hinten (h) Chef (C) Verantwortungssektor – 10 bis 2 Uhr – 2 bis 4 Uhr – 8 bis 10 Uhr – 4 bis 8 Uhr auftrag – gewährleistet die Sicherheit des Trupps nach vorne von Boden her bis auf eine Höhe von 5 m – gewährleistet die Sicherheit des Trupps auf beide Seiten – gewährleistet die Sicherheit des Trupps nach hinten – befiehlt den Trupp – regelt spezielle Verhalten während der Fortbewegung – entscheidet über Richtungswechsel – stellt während der Verschiebung die Luftraumbeobachtung sicher

Wo nötig, können die Funktionen präzisiert werden: VORnE REChTS (VR), VORnE LInKS (VL), SEITE REChTS (VR), SEITE LInKS (SL). 198 Verantwortungssektoren
12

11 10

V

1 2

9

s
8 7

s h
6 4 5

3

Die Aufteilung der Sektoren erlaubt in jeder Formation eine Rundumsicherung des Trupps (360°). Wird eine Funktion doppelt besetzt, teilen sich die betreffenden Truppmitglieder den Sektor auf. Der Chef wählt seinen Standort dort, wo er die beste übersicht hat. Die Verbindung zwischen zwei Trupps wird durch denjenigen Soldaten sichergestellt, der einen Angehörigen des anderen Trupps in seinem Verantwortungssektor hat.

85

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Grundschulung (GS 07)

199

formationsarten Es wird unterschieden zwischen folgenden Truppformationen: a. Igel; b. Kolonne; c. L-Formation; d. Y-Formation; e. Linie. Die Gruppenformation ergibt sich aus der Kombination von zwei Truppformationen: a. Igel: 2 x Igel Trupp; b. Kolonne: 2 x Kolonne Trupp; c. L-Formation: L-Formation Trupp vorne + Kolonne Trupp hinten; d. Y-Formation: Y-Formation Trupp vorne + Kolonne Trupp hinten; e. Linie: 2 x Linie Trupp.
Trupp Gruppe Anwendung – Gesicherter Halt – Überqueren von Kreuzungen

Igel

– Verschiebung

86

Kolonne

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Grundschulung (GS 07)

Trupp
Variante links Variante rechts

Gruppe
Variante links Variante rechts

Anwendung – Passieren von Ecken und Türen – Passieren von Querstrassen

L-Formation

– Angehen von Fassaden – Stoss mit möglichst kleiner Silhouette gegen vorne Y-Formation

– Durchsuchen, säubern von Gelände – Stoss mit möglichst viel Feuerkraft gegen vorne Linie

Bei Trupps, deren Personalbestand grösser als vier und kleiner als Gruppengrösse ist, werden bestimmte Funktionen doppelt besetzt. Die Wahl, welche Funktion verdoppelt wird, ist ein Führungsentscheid. In der Linie auf Stufe Gruppe ist es aus Verbindungsgründen sinnvoll, dass beide Truppchefs die inneren Flanken ihrer Trupps bilden. 200 Befehlsgebung Truppformationen werden mündlich oder mit handzeichen befohlen. Das Einnehmen einer Gruppenformation wird wenn nötig in drei Schritten koordiniert: a. Schritt 1: Formation befehlen (Gruppenführer); b. Schritt 2: Funktionen in den Trupps befehlen und bereitmelden (Truppchef); c. Schritt 3: Formation auslösen (Gruppenführer).

87

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Grundschulung (GS 07)

Beispiel: – Gruppenführer: «Gruppe Lehmann Y, mein Trupp Y, Trupp Müller Kolonne!»; – Gruppenführer: «Moser VORNE LINKS, Meier VORNE RECHTS, Huber HINTEN!»; Truppchef Müller: «Berger VORNE, Sutter SEITE, Lanz HINTEN, bereit!»; – Gruppenführer: «Marsch!» 201 formationswechsel Formationswechsel müssen rasch durchgeführt und durch Gruppenführer / Truppchef einfach und knapp befohlen werden. Die neu einzunehmenden Funktionen können namentlich befohlen werden («Meier, neu vorne links!»). Beim Formationswechsel ist es hilfreich, die Grundstruktur der alten Formation als Ausgangspunkt für die neue zu benutzen. Beispiele: – Wechsel Kolonne --> Linie: VORnE belassen, Rest des Trupps links / rechts von diesem aufschliessen; – Wechsel Y-Formation --> Linie: VORnE LInKS / REChTS belassen, Rest des Trupps ins Zentrum schieben; – Wechsel Kolonne --> L-Formation: VORnE belassen, zweiten Mann rechts oder links aufschliessen lassen. In den folgenden Skizzen werden die gängigsten Formationswechsel visualisiert.
Von der Kolonne zur Linie
Phase 1 Phase 2 Phase 3

«Formationswechsel: Linie links, Marsch!» Von der Y-Formation zur Linie
Phase 1 Phase 2 Phase 3

«Formationswechsel: Linie, Marsch!».

88

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Grundschulung (GS 07)

7.4 7.4.1
202

GrundteChniken feuer und Bewegung

Bedeutung von feuer und Bewegung Feuer und Bewegung ist das wichtigste militärische Prinzip zur praktischen Auftragserfüllung. Es wird überall angewendet, wo es darum geht, handlungen unter Sicherung / Schutz vorzunehmen: a. Wer eine Person kontrolliert braucht jemanden, der ihn dabei schützt (Abdecker = Feuer, Ansprecher = Bewegung); b. Wer sich im Gefecht bewegt, braucht jemanden, der ihn dabei schützt (Unterstützender = Feuer, Vorstossender = Bewegung); c. Wer sich für den Einsatz einer Waffe exponieren muss, braucht jemanden, der ihn dabei schützt (Abdecker = Feuer, Werfer = Bewegung). Das Prinzip von Feuer und Bewegung kommt zur Anwendung in der Zusammenarbeit einzelner Soldaten im Zweiertrupp, zweier Zweiertrupps im Vierertrupp, zweier Vierertrupps in der Gruppe, zweier Gruppen im Zug, der Bordwaffe des Gruppenfahrzeugs mit der abgesessenen Gruppe. «Feuer» heisst dabei nicht zwangläufig «schiessen», sondern primär «schussbereit sein, wenn nötig schiessen».

203

feuer und Bewegung im Gefecht Bei Feuer und Bewegung im Gefecht schiesst ein Teil des Trupps / der Gruppe niederhaltefeuer (verhindern, dass der Gegner aktiv werden kann), während der andere Teil davon profitiert, um sich im Sprung nach vorne oder hinten zu verschieben. Der Munitionsverbrauch ist sehr hoch. Das Zusammenspiel zwischen bewegen und schiessen bedingt eine gute Koordination / Verbindung zwischen den beiden Elementen sowie kurze Verschiebungsstrecken (10 bis 15 Meter). Insbesondere bei der Bergung von verletzten Kameraden sollte eine nicht zu grosse Distanz zurückgelegt werden müssen. Bei Feuer und Bewegung ist die horizontale Kommunikation zwischen den Truppmitgliedern ebenso wichtig wie die Kommunikation mit dem Chef.

204

ablauf von feuer und Bewegung Für die Koordination von Feuer und Bewegung im Gefecht sollten folgende Schritte angewendet werden: a. Gruppenführer / Truppchef befiehlt Feuer und Bewegung; b. Feuer und Bewegung werden vorbereitet (Bereitmeldung); c. Feuer wird durch den Chef ausgelöst; d. Verschiebung wird durch den Chef ausgelöst; e. Feuer wird im Zwischenziel selbständig eröffnet; f. beide Elemente überschlagen so lange, bis das Ziel der Bewegung erreicht ist.

89

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Grundschulung (GS 07)

Beispiel für Feuer und Bewegung rückwärts:
Schritt 1 Schritt 2 Schritt 3 Schritt 4

Diese Technik kann auch ohne Schiessen angewendet werden (Feuerbereitschaft).

7.4.2
205

personenkontrolle

ansprecher und abdecker Das Anhalten einer oder mehrerer Personen erfolgt grundsätzlich zu zweit. Ansprecher und Abdecker bilden das Grundmodul im Umgang mit Personen. Von oben gesehen bilden die zu kontrollierende Person und die beiden Soldaten die Form eines Dreiecks. Ansprecher und Abdecker arbeiten nach dem Prinzip von Feuer und Bewegung zusammen. Der Zweiertrupp muss je nach Situation durch weitere Abdecker unterstützt werden.

abdecker

ansprecher

Der Ansprecher a. ist Truppchef; b. spricht mit der zu kontrollierenden Person. Der Abdecker a. schützt den Ansprecher; b. wählt seine Position so, dass er jederzeit intervenieren könnte (jederzeit bereit, einen Angriff auf den Abdecker durch körperlichen Zwang oder Zwischenwaffen abzuwehren, keine Gefährdung des Abdeckers bei Schusswechsel). 90

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206

mentale interventionsbereitschaft Der Abdecker als Schutz / Lebensversicherung des Ansprechers ist bezüglich mentaler Interventionsbereitschaft in der Regel eine Stufe höher als der Ansprecher. Dies äussert sich in der Tragart seiner Waffe.
ansprecher abdecker

Der Ansprecher sendet durch die Sichtbarkeit von händen und Waffe nonverbale Zeichen an die zu kontrollierende Person aus. Dabei gilt: a. hände sichtbar, Waffe am Rücken und damit unsichtbar: wenig provokativ; b. hände sichtbar, Waffe seitlich sichtbar: wenig provokativ, aber entschlossen; c. starke hand an der seitlich sichtbaren Waffe: provokativ und entschlossen.

91

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207

Beziehungsdistanzen Menschen reagieren auf die nähe anderer Menschen unterschiedlich. Intime Verwandte lassen wir näher an uns herankommen als Unbekannte. Unzulässige nähe kann provozieren. Andererseits lässt ungewollte nähe ungewollte Reaktionen zu, die man durch bewusste Distanz hätte vermeiden können. Im täglichen Leben lassen sich 4 Beziehungsdistanzen unterscheiden die es erlauben, gewollte oder ungewollte Kontakte mit dem Gegenüber zu steuern. Soldaten müssen bei Personenkontrollen diese Zonen respektieren. Sie dürfen diese nur bewusst betreten.

n Intimzone

n Persönliche Zone

n Soziale Zone

n Öffentliche Zone

Reaktionszone distanz Armlänge bis 2 Meter 2 bis 5 Meter ab 5 Meter erwünschter personenkreis Familie Freunde Berufskollegen Alltag

intimzone persönliche zone soziale zone öffentliche zone

Intimzone und persönliche Zone sind Reaktionszonen. In ihnen kann eine Gegenseite ohne grossen Aufwand reagieren. In ihnen muss der Ansprecher darauf achten, dass auch seine Reaktionsfähigkeit grösser sein muss, weil er hier nicht mehr auf die uneingeschränkte Unterstützung des Abdeckers vertrauen kann. Eine bewusst gewählte, genügende Distanz und die mentale Bereitschaft, bei einem unerwarteten Angriff der Gegenseite jederzeit Distanz zu gewinnen, erleichtert Personenkontrollen und die dafür nötige Zusammenarbeit von Ansprecher und Abdecker.

92

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208

zonen der annäherung Die Art und Weise, wie Ansprecher und Abdecker sich einer Person nähern, ist entscheidend für den Erfolg von deren Kontrolle. Man kann drei Zonen der Annäherung unterscheiden. Jede dieser Zonen ist geeignet, um bestimmte Probleme zu lösen. Die Richtung, aus der sich Soldaten einer Person nähern, lässt auf deren Vorhaben schliessen. Wie bei den Beziehungszonen ist auch bei den Zonen der Annäherung das ungewollte oder bewusste Provokationspotenzial für die zu kontrollierende Person zu berücksichtigen. Es können drei Zonen der Annäherung unterschieden werden:

hinten

seitlich

seitlich

vorne

geeignet für vorne seitlich hinten – Ansprache – Ausweiskontrolle – Schutz des Abdeckers – Intervention bei Angriff – Festnahme / Begleitgriff – Durchsuchung

provokationspotential frontal provokativ, da Gefühl des Blockierens vermittelt wird. Ideal ist die halbfrontale Annäherung. provokativ, da Aktionen noch knapp sichtbar sind provokativ, da Aktionen nicht mehr sichtbar sind

Da der grösste Teil der zu kontrollierenden Personen Rechtshänder sind, hat die halbfrontale Annäherung von rechts den Vorteil, dass die Waffe des Ansprechers geschützt ist und die Reaktionszeit der Gegenseite länger wird, da sich diese nach dem Ziehen von Waffen zuerst in die Richtung der Annäherung drehen muss.

93

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209

routinedurchsuchung Bei einer Routinedurchsuchung an Personen soll sichergestellt werden, dass die zu durchsuchende Person keine unerlaubten Gegenstände auf sich trägt. Die Routinedurchsuchung wird stehend, mit einem Metallsuchgerät oder durch Abtasten mit handflächen durchgeführt. Aus hygienischen Gründen können dünne handschuhe getragen werden (z B handschuhe aus Latex). Weibliche Personen dürfen nur von einer Frau durchsucht werden (Ausnahme: wenn dringender Verdacht auf Waffenbesitz besteht). Kinder unter 14 Jahren sind vorzugsweise von Frauen zu durchsuchen. Bei der Routinedurchsuchung ist wie folg vorzugehen: Zuerst die hüftgegend kontrollieren, da hier die meisten Waffen versteckt werden, dann systematisch von oben nach unten, wobei der physische Kontakt beibehalten wird. Während der Durchsuchung wird die zu durchsuchende Person ständig über das Vorgehen informiert, indem man mit ihr spricht.

Routinedurchsuchung mit Metallsuchgerät.

Routinedurchsuchung durch abtasten mit den Handflächen.

210

kontrolle von Behältnissen Behältnisse werden in der Regel vom Besitzer in Anwesenheit der Kontrollperson geöffnet. Bei der Durchsuchung von Behältnissen ist der Abdecker gleichzeitig Zeuge. Beschlagnahme von material Beschlagnahmte Gegenstände werden in einen Plastikbeutel gelegt. über die Beschlagnahme muss ein Protokoll geführt werden. Dieses wird im Doppel erstellt und ist von der kontrollierten Person zu unterschreiben (Beispiel siehe Anhang).

211

Protokoll ausfüllen

212

festnahme liegend Die Festnahme einer verdächtigen Person wird in der Regel zu zweit und wenn immer möglich in liegender Position durchgeführt. Dabei ist in folgender Reihenfolge vorzugehen: a. Situation einfrieren: «halt!»; b. Arme von hüftgegend weg befehlen: «Arme auseinander!»;

94

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Grundschulung (GS 07)

c. d. e. f. g. h. i.

Reaktionszeit verlängern: «Umdrehen!»; hände sichtbar machen: «Handflächen zu mir!»; eventuell handschuhe und Kopfbedeckung ausziehen lassen; Fluchtgefahr verringern: «Auf die Knie, auf den Bauch, Arme und Beine auseinander!»; Konzentration auf den Abdecker herstellen: «Blick nach rechts / links!»; physischen Kontakt herstellen: überraschende Annäherung des Ansprechers; Schliessmittel zu zweit anbringen.

halt!

arme auseinander, umdrehen!

auf die knie, auf den Bauch, arme und Beine auseinander, Blick nach links!

Physische Kontrolle durch Hebelgriff

Zu zweit fesseln (kein Druck mit Knie auf Rücken und Nacken

Kontrolle Abstand Handgelenk – Schliessmittel: 1 Finger

Sichern der Handschellen mit dem Schlüsselende (Stössel)

95

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

213

festnahme kniend Die Festnahme kniend wird analog der Festnahme liegend durchgeführt. Die handschellen werden vor der Annäherung bereits aus der handschellentasche herausgenommen / die Kabelbinder vorbereitet, um sie beim ersten physischen Kontakt sofort anbringen zu können (Fluchtgefahr der verdächtigen Person grösser als in liegender Position). Das Ergreifen des handgelenks und der Schliessvorgang geschehen praktisch gleichzeitig.

Vorbeteiten der Schliessmittel

Annäherung des Ansprechers bei kniender Festnahme

Position von Ansprecher und Abdecker beim Anbringen der Schliessmittel

Handstellung der verdächtigen Person beim Anbringen der Schliessmittel

96

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

214

festnahme stehend Die Festnahme stehend soll nur in Ausnahmefällen angewendet werden, weil die verdächtige Person einen zu grossen Bewegungsspielraum hat und sich dadurch das Risiko für Ansprecher und Abdecker vergrössert. Die Festnahme stehend erfolgt analog der Festnahme kniend.

Position des Ansprechers beim physischen Kontakt

Kontakt beim Ergreifen des Handgelenks

Kontakt mit Fuss

Position von Ansprecher und Abdecker beim Anbringen der Schliessmittel

97

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

215

sicherheitsdurchsuchung Bei der Sicherheitsdurchsuchung geht es um das rasche Auffinden von Waffen, bevor die festgenommene Person an Behörden oder militärische Verbände übergeben wird. Aus hygienischen Gründen können bei der Sicherheitsdurchsuchung dünne handschuhe getragen werden (z B handschuhe aus Latex). Für die Sicherheitsdurchsuchung gelten folgende Grundsätze: a. Es wird die äusserste Kleiderschicht kontrolliert. Diese darf nach der Durchsuchung keine Gegenstände mehr enthalten (äusserste Schicht «clean»); b. die Sicherheitsdurchsuchung wird immer nach dem Anlegen von Schliessmitteln (handschellen / Kabelbinder) durchgeführt; c. die Person wird in der Regel in liegender Position durchsucht; d. jeder abgenommene Gegenstand wird in einen Plastikbeutel gelegt; e. nach Abschluss der Sicherheitsdurchsuchung wird ein Protokoll erstellt, in welchem die abgenommenen Gegenstände aufgeführt werden (siehe Anhang); f. werden Gegenstände beim Abtasten mit den handflächen erkannt, sind diese zuerst visuell zu überprüfen, bevor sie vorsichtig herausgenommen werden. Bei der Sicherheitsdurchsuchung wird zuerst hüftgegend kontrolliert. Anschliessend erfolgt die Kontrolle systematisch von oben nach unten durch Abtasten mit den handflächen. Die festgenommene Person muss dazu zweimal in eine seitliche Lage gebracht werden.

Durchsuchung in der Hüftgegend beginnen (Ort der meisten Waffen)

Kontrolle der dem Abdecker abgewandten Seite

98

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Grundschulung (GS 07)

216

abführen von Verdächtigen Das Abführen von Personen ist in der Regel Aufgabe der Reserve. Die verdächtige Person wird normalerweise zu zweit abgeführt. Wird die verdächtige Person durch nur einen Soldaten abgeführt, geht dieser rechts (Stgw rechts) resp links (Stgw links), damit die Waffe geschützt ist. Wegen der Fluchtgefahr muss beim Aufstellen der verdächtigen Person Körperkontakt gehalten werden.

Abführen zu zweit ohne Schliessmittel

Abführen zu zweit mit Handschellen

Abführen zu zweit mit Kabelbinder

Abführen alleine mit Handschellen

217

leibesvisitation Die Leibesvisitation ist eine vollständige Durchsuchung der festgenommenen Person, sie wird abseits der öffentlichkeit in einem Lokal durchgeführt, wo die notwendige Diskretion und Sicherheit gewährleistet sind. Die Leibesvisitation ist Sache von Spezialisten.

99

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

7.4.3
218

fahrzeugkontrolle

zonen um ein fahrzeug Um eine Fahrzeugkontrolle mit grösstmöglicher Eigensicherheit durchzuführen, müssen die Standorte der Kontrollorgane richtig gewählt werden. Diese sind einerseits abhängig von der Gefährdung, die vom Fahrzeug und dessen Insassen ausgeht, anderseits von der Möglichkeit einer optimalen Zusammenarbeit zwischen Ansprecher und Abdecker. Man unterscheidet vier Zonen um ein Fahrzeug:
zielzone Vorteile für kontrollorgane – gute Übersicht über ganzen Innenraum und Umgebung des Fahrzeugs – gezielter Einsatz der Waffe aus dieser Zone möglich keine Vorteile für die Gegenseite – Insassen können gezielte Schüsse in diese Zone abgeben

Greifzone reflexzone krisenzone

– Insassen können in diese Zone greifen, die Kontrollperson festhalten oder im Nahkampfbereich attackieren keine Insassen können mit einer Waffe ungezielt in diese Zone wirken – relativ guter Schutz und rasches Ausweichen gegen keine hinten möglich Krisenzone Reflexzone

Zielzone

Greifzone

Für die Kontrollorgane ist anzustreben, aus der Krisenzone (Ansprecher) und aus der Zielzone (Abdecker) heraus zu arbeiten. Greif- und Reflexzone sind bei geschlossenen Fahrzeugtüren zu meiden. Front und heck eines besetzten Fahrzeugs sind als Deckungen unbrauchbar, da das Fahrzeug als Waffe eingesetzt werden kann (plötzliches abruptes Wegfahren). 219 Gesprächstechnik Um beim Gespräch sicher aufzutreten, müssen die Kontrollorgane über ein Vokabular verfügen das es erlaubt, eindeutig zu kommunizieren. Die Skizze (Bezeichnung der Insassen eines Fahrzeugs) zeigt ein Beispiel für eine einheitliche Sprachregelung.
3 1 2 3 4 Fahrer Beifahrer Mitfahrer hinten rechts Mitfahrer hinten links 2 1 4

100

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Grundschulung (GS 07)

Gesprächsdrill ist Teil der mentalen Vorbereitung und des Verbandstrainings. Sätze wie «Guten Tag, militärische Kontrolle. Wir durchsuchen Ihr Fahrzeug. Darf ich Sie bitten, die Motorhaube zu entriegeln, anschliessend auszusteigen und alle Türen Ihres Fahrzeugs inklusive Kofferraum im Uhrzeigersinn zu öffnen!» müssen stotterfrei und bestimmt vorgetragen werden können. 220 endverhalten kennen Um als Kontrollorgan sicher aufzutreten, ist es nötig, das Endverhalten eines erteilten Auftrags zu kennen. Die folgende Tabelle zeigt, welches Verhalten von Fahrzeuginsassen erwartet wird.
Gegenstand seitenfenster hände ausweise sicherheitsgurte zündschlüssel handy erwartetes Verhalten – auf Fahrerseite vorne und hinten öffnen lassen – zeigen lassen: Fahrer auf Lenkrad, Beifahrer auf Armaturenbrett (nicht ans Fenster), Insassen hinten auf Rückenlehne des Vordersitzes (nicht auf Nackenstütze) – auf Fahrerseite herausgeben lassen, bei mehr als zwei Insassen durch das hintere Fenster – mit einer Hand öffnen lassen. Die andere Hand bleibt auf dem Lenkrad, dem Armaturenbrett oder auf der Rücklehne des Vordersitzes – vom Fahrer mit einer Hand herauswerfen lassen – vom Fahrer mit einer Hand auf das Fahrzeugdach legen lassen

221

aufgabenverteilung im trupp Wie bei der Personenkontrolle bildet auch bei der Fahrzeugkontrolle der Zweiertrupp aus Ansprecher und Abdecker das Grundelement. Der Kontrolltrupp arbeitet auf der Fahrerseite des Fahrzeugs, um jederzeit die Einfachheit des handelns sicherzustellen und sich im Fall eines Schusswechsels nicht selbst zu gefährden. Der Zweiertrupp kann Fahrzeuge mit maximal 2 Insassen kontrollieren. Er ist damit fähig, auch dann noch die übersicht zu behalten, wenn ein Insasse das Fahrzeug auf der Beifahrerseite verlässt und versucht, dort Deckung zu finden. Zur Kontrolle von Fahrzeugen mit mehr als 3 Insassen wird der Zweiertrupp durch weitere Abdecker verstärkt. Auch der Dreiertrupp arbeitet geschlossen auf der Fahrerseite des Fahrzeugs. Die beiden Abdecker teilen sich das Fahrzeug in einen linken und rechten Verantwortungssektor. Der Dreiertrupp kann so auch dann noch gezielt handeln, wenn ein Insasse das Fahrzeug auf der Beifahrerseite verlässt.
Zweiertrupp Dreiertrupp

Ansprecher Ansprecher

Abdecker 1 Abdecker 1 Abdecker 2

101

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Grundschulung (GS 07)

ansprecher Waffenbereitschaft: freihandstellung abdecker 1 Waffenbereitschaft: patrouillenstellung abdecker 2 Waffenbereitschaft: patrouillenstellung

standort Krisenzone Fahrerseite

aufgaben – ist Truppchef – kommuniziert mit den Insassen – führt die Kontrollen durch – überwacht Fahrer und Mitfahrer hinten links – schützt den Ansprecher – platziert sich selbstständig, damit er die Hände der Insassen in seinem Verantwortungssektor sieht – überwacht Beifahrer und Mitfahrer hinten rechts – ist für den Schutz des Zweiertrupps Ansprecher / Abdecker verantwortlich – platziert sich selbstständig, damit er die Hände der Insassen in seinem Verantwortungssektor sieht

Zielzone Fahrerseite

Zielzone Fahrerseite

222

kontrolle von personenwagen mit einem oder zwei insassen

Fahrzeug einweisen und anhalten. Motor abstellen lassen.

Visuelle Kontrolle der Insassen: Anzahl, erster Eindruck.

Der Ansprecher geht aussen um den Abdecker herum, prüft Kofferraumverriegelung und kontrolliert den Innenraum des Fahrzeugs beim Betreten der Krisenzone.

Seitenscheibe öffnen lassen, falls diese noch nicht offen ist.
l Ansprecher

Papiere heraus geben lassen. Distanz gewinnen. Prüfen der Papiere in der Krisenzone.
l Abdecker

Zurückgeben der Papiere, entfernen der Absperrung, Fahrzeug durchwinken.

102

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

223

kontrolle von personenwagen mit mehr als zwei insassen

Fahrzeug einweisen und anhalten. Motor abstellen lassen.

Der Abdecker 2 wird zur Überwachung der Beifahrerseite beigezogen. Visuelle Kontrolle der Insassen: Anzahl, erster Eindruck.

Der Ansprecher geht aussen um die Abdecker ans Heck des Autos, prüft die Kofferraumverriegelung und kontrolliert den Innenraum des Fahrzeugs beim Betreten der hinteren Krisenzone.

Seitenscheibe durch Mitfahrer hinten links öffnen lassen.

Papiere im Fahrzeug durch den Mitfahrer hinten links sammeln und herausgeben lassen. Distanz gewinnen, prüfen der Papiere in der hinteren Krisenzone.

Zurückgeben der Papiere, entfernen der Absperrung, Fahrzeug durchwinken.

103

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

224

kontrolle von Grossfahrzeugen (lkW, Gesellschaftswagen) Für die Kontrolle von Grossfahrzeugen wird das Grundelement Ansprecher und Abdecker durch zwei weitere Abdecker zum Vierertrupp ergänzt. Wegen der höhe und der Länge des Fahrzeugs arbeitet der Trupp jetzt nicht mehr nur auf der Fahrerseite. Verantwortungsbereiche im Vierertrupp:
standort ansprecher Waffenbereitschaft: freihandstellung abdecker 1 Waffenbereitschaft: patrouillenstellung abdecker 2 Zielzone Beifahrerseite Führerkabine Fahrerseite Führerkabine Fahrerseite aufgaben – ist Truppchef – kommuniziert mit den Insassen – führt die Kontrollen durch – überwacht den Fahrer – schützt den Ansprecher und begleitet diesen bei allen Kontrollen – überwacht den Beifahrer – ist für den Schutz des Zweiertrupps Ansprecher / Abdecker verantwortlich – überwacht die Beifahrerseite des Fahrzeugs auf der ganzen Länge – hält Verbindung mit dem Ansprecher – ist für den Schutz des Zweiertrupps Ansprecher / Abdecker verantwortlich – überwacht die Ladebrücke / das Heck des Fahrzeugs – hält Verbindung mit dem Ansprecher

Waffenbereitschaft: patrouillenstellung abdecker 3 Waffenbereitschaft: patrouillenstellung Fahrerseite am hinteren Ende des Fahrzeugs

Für die Kontrolle von Grossfahrzeugen sind wenn möglich entsprechende hilfsmittel (Podest oder Treppe) bereitzustellen, welche die Sicht in die Führerkabine sowie auf das Fahrzeugdach erleichtern. Die Kommunikation mit dem Fahrer kann so auf gleicher höhe stattfinden.
Ablauf der Kontrolle bei Grossfahrzeugen

Fahrzeugkontrolle!

Anhalten des Fahrzeugs. Vierertrupp steht für die Kontrolle bereit.

Grundaufstellung des Vierertrupps: Ansprecher führt Kommunikation. Abdecker 1 schützt den Ansprecher. Abdecker 2 überwacht Beifahrer und Beifahrerseite des Fahrzeugs. Abdecker 3 überwacht Ladebrücke / Heck des Fahrzeugs.

Um die Aktivitäten des Fahrers besser zu kontrollieren, wird die Fahrertüre geöffnet. Der Ansprecher öffnet die Türe, der Abdecker kontrolliert den Innenraum. Wichtig ist dem Fahrer mitzuteilen, dass die Türe für die Kontrolle geöffnet wird.

104

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

Ansprecher und Abdecker 1 nehmen Grundposition wieder ein.

Der Fahrer wird aufgefordert, das Fahrzeug mit den notwendigen Papieren zu verlassen. Beifahrer bleiben im Fahrzeug. Die Papiere werden geprüft und bleiben beim Ansprecher.

Der Ansprecher prüft die Führerkabine. Der Fahrer wird in sicherem Abstand durch Abdecker 1 überwacht. Während der ganzen Aktion überwacht Abdecker 2 Beifahrer und Beifahrerseite.

Kontrolle der Ladung oder weiterer Teile des Fahrzeugs geschehen unter Einbezug des Fahrers. Abdecker 1 begleitet den Ansprecher und schützt diesen.

Fahrer oder Ansprecher öffnet die Hecktüre. Muss Ladegut bewegt werden, sollte der Fahrer in Sichtweite sein, jedoch nie Kontakt mit der Ladung haben. Abdecker 1 schützt den Ansprecher, Abdecker 3 überwacht Fahrzeuginnenraum sobald Hecktüre geöffnet wird.

105

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

225

durchsuchen von personenwagen Bei der Fahrzeugdurchsuchung geht es darum, sichtbare, vor der Durchsuchung definierte Gegenstände zu finden. Die Suche nach Drogen oder Sprengstoffen ist Sache von Spezialisten. Bei der Fahrzeugdurchsuchung sind das Grundelement Ansprecher / Abdecker sowie der Fahrer anwesend. Bei- und Mitfahrer werden abseits des Durchsuchplatzes überwacht. Der Fahrer öffnet alle Türen des Fahrzeugs. handschuhfach, Sonnenblenden, Ablagefächer sowie sämtliches Material im Fahrzeug werden nur vom Ansprecher berührt. Vorgehen bei der Durchsuchung: a. Insassen aussteigen lassen (werden in speziellem Raum überwacht); b. Fahrzeug durch Fahrer im Uhrzeigersinn öffnen lassen; c. Fahrzeug in folgender Reihenfolge durchsuchen: Fahrersitz, Motor, Beifahrersitz, handschuhfach, Sitzreihe hinten rechts, Kofferraum, Sitzreihe hinten links, Fahrzeugboden und Radkasten (mit Spiegel).
Ablauf der Durchsuchung von Personenwagen

Beifahrer und Mitfahrer werden durch Soldaten abseits des Durchsuchplatzes überwacht.

Der Fahrer öffnet unter Aufsicht von Ansprecher und Abdecker Türen und Kofferraum und entriegelt die Motorhaube (Uhrzeigersinn beginnend mit Fahrertüre).

Ansprecher beginnt mit Durchsuchung bei Fahrertüre. Durchsucht wird im Uhrzeigersinn. Der Fahrer ist unter Aufsicht des Abdeckers anwesend und steht dem Ansprecher für Fragen zur Verfügung.

Fahrzeugunterboden und Radkästen werden mit dem Spiegel oder aus liegender Position kontrolliert.

Aus dem Fahrzeug / Kofferraum entfernte unübersichtliche / verdächtige Gegenstände werden detailliert kontrolliert.

Ist die Kontrolle abgeschlossen, kann der Fahrer entfernte Gegenstände wieder einräumen. Bei- und Mitfahrer werden zurückbegleitet.

106

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

226

festnahme der fahrzeuginsassen Für eine Kontrolle werden die Insassen so lange wie möglich im Fahrzeug belassen, da diese Situation eine mögliche Gegenseite in ihrer handlungsfreiheit einschränkt. Werden bei der Kontrolle des Innenraums Waffen entdeckt, müssen Personen von diesen getrennt und einzeln aus dem Fahrzeug herausgenommen werden. Verhalten sich die Fahrzeuginsassen während der Aktion kooperativ und leisten den Anweisungen der Kontrollorgane Folge, erfolgt die Festnahme bis zum Schliessen mit handschelle oder Kabelbinder ohne Anwendung von körperlichem Zwang. Bei der Festnahme von Fahrzeuginsassen gelten folgende Regeln: a. hände aller Insassen sofort sichtbar; b. Zündschlüssel herauswerfen lassen (Fluchtgefahr); c Insassen einzeln herausnehmen; d. Türen werden nur durch Ansprecher geöffnet; e. so lange wie möglich Insassen auf der Fahrerseite herausnehmen; f. mit dem herausnehmen hinten beginnen; g. herausgenommene Insassen versetzt liegen lassen oder sofort einzeln schliessen.

Einfrieren: «Halt! Hände sofort auf Lenkrad, Armaturenbrett oder Rücklehnen des Vordersitzes!» Zündschlüssel durch Fahrer aus dem Fahrzeug herauswerfen lassen.

Mitfahrer hinten links aus dem Fahrzeug befehlen und vor das Fahrzeug hinlegen lassen. Bis die Person liegt, wird sie vom Ansprecher, anschliessend vom Abdecker 2 überwacht. Bei weiteren Mitfahrern hinten, werden diese durch die gleiche Türe (Fahrerseite) aus dem Fahrzeug befohlen.

Ist der Rücksitz frei, wird der Fahrer aus dem Fahrzeug befohlen und vor das Fahrzeug beordert.

107

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

Der Ansprecher geht um das Fahrzeug und überwacht den Beifahrer bis Abdecker 1 seinen Standort auf der Beifahrerseite des Fahrzeugs eingenommen hat. Beim Seitenwechsel auf Schusslinien achten (Abdecker 2).

Der Beifahrer wird aus dem Fahrzeug befohlen und vor das Fahrzeug dirigiert. Sobald er liegt, wird seine Überwachung durch den Abdecker 2 übernommen.

Die Verdächtigen wenn möglich diagonal versetzt liegen lassen (bessere Überwachung durch Abdecker 2).

Sind mehr oder weniger Insassen im Fahrzeug, ist analog vorzugehen.

108

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

227

festnahme unter anwendung von körperlichem zwang Verhält sich ein einzelner Fahrzeuginsasse nicht kooperativ und leistet den Anweisungen der Kontrollorgane keine Folge, kann er unter Anwendung von verhältnismässigem körperlichem Zwang aus dem Fahrzeug entfernt werden.

Der Fahrer leistet den Anweisungen keine Folge. Der Ansprecher fordert den Fahrer bestimmt auf, das Fahrzeug zu verlassen.

Der Ansprecher öffnet die Fahrertüre, wiederholt seine Aufforderung und droht, den Fahrer gewaltsam aus dem Fahrzeug zu nehmen.

Der Ansprecher ergreifft den linken Arm des Fahrers (evtl nach Täuschung durch Abdecker 1) und zieht ihn gleichzeitig nach hinten und aussen (Hebelwirkung).

Ist der Arm mit dem Schwanenhalsgriff fixiert, wird der Fahrer nach vorne geschoben, der Ansprecher befiehlt ihm das Öffnen des Sicherheitsgurtes.

Ist der Sicherheitsgurt geöffnet, wird der Fahrer aus dem Fahrzeug gezogen bis der Sicherheitsgurt die Bewegung beendet. Nun ergreift der Abdecker den freien Arm des Fahrers und fixiert diesen.

Ist der Fahrer durch den Abdecker 1 fixiert, löst der Ansprecher seinen Griff und entfernt den Sicherheitsgurt.

Ist der Fahrer aus dem Fahrzeug gezogen, wird er vom Fahrzeug entfernt, am Boden fixiert und wenn nötig gefesselt.

Wichtig für diese Art der Festnahme ist der überraschende Zugriff auf den Arm des Fahrers. Die überraschung kann beispielsweise durch Zurufen des Abdeckers oder einen Tritt gegen den Kotflügel sichergestellt werden (Täuschung). Bei mehreren nicht kooperativen Insassen kann diese Art der Festnehme rasch dazu führen, dass der Kontrolltrupp die übersicht verliert. Es ist dann zu überlegen, ob es nicht besser ist, die Insassen unter bewusster Inkaufnahme des Risikos im Fahrzeug zu belassen bis Verstärkung eintrifft. Sind die Türen verschlossen und der Fahrer weigert sich diese zu öffnen, kann man sich bei älteren Fahrzeugtypen durch das Einschlagen der hinteren Seitenscheibe Zugang zum Türentriegelungsknopf verschaffen. 109

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

7.4.4
228

patrouille

patrouillengrösse Die normale Patrouillengrösse ist der Vierertrupp. Dieser kann a. als ganzer Trupp mit 360°-Eigensicherung vorgehen; b. die Patrouille teilen, um mit einem Zweiertrupp Reaktionen auf die Patrouillentätigkeit des andern Zweiertrupps zu beobachten; c. sofort einen Beobachtungsposten beziehen; d. sofort in eine Personen- oder Fahrzeugkontrolle übergehen; e. sofort mit Feuer und Bewegung vorgehen; f. einen Verwundeten selbständig bergen. patrouilliertechnik Patrouilliert wird in den im Kapitel 7.3 definierten Formationen. Die normale Patrouillenformation ist die Kolonne. Weil sie eine einfache Flankendeckung erlaubt, ist die L-Formation ideal für das Patrouillieren in einer Ortschaft. Wenn gegnerischer Kontakt wahrscheinlich ist, ermöglichen die Y-Formation oder die Linie eine Erhöhung der Anzahl Waffen an der Spitze. Offene Geländeteile oder Kreuzungen werden in unsicherer Lage nach dem Prinzip von Feuer und Bewegung oder in Igelformation gequert. Patrouillieren umfasst a. gezieltes, überlegtes Bewegen; b. kurze halte, um zu horchen oder zu beobachten; c. Kontaktaufnahme mit der Zivilbevölkerung; d. periodisches Melden.

229

230

mittel und Bewaffnung Patrouillen sollen so bewaffnet sein, dass sie vor allem in ungewisser Lage sofort auf eine überraschende Begegnung mit der Gegenseite / dem Gegner reagieren können. Im offenen Patrouillengelände empfiehlt es sich, ein leichtes Maschinengewehr mitzuführen, in Ortschaften den Granatwerfer für das Sturmgewehr. Für besondere Patrouillenaufträge ist es nötig, spezielle Mittel wie Schneidezangen, Geissfuss, handwerkerausrüstung, Klebe- oder Trassierband mitzuführen. Besondere Bedeutung ist den übermittlungsmitteln und nachtsichtgeräten zu schenken: Ein Vierertrupp mit eigenständigem Patrouillenauftrag sollte über mindestens 2 Funkgeräte verfügen, damit er sich vor Ort teilen und vertieft nachrichten beschaffen kann. Jede Patrouille sollte mit Restlichtverstärkern und nach Möglichkeit mit Laserpointer für die Sturmgewehre ausgerüstet sein.

231

Gezielt patrouillieren Geländeanalyse, Kartenstudium und vor allem Informationen aus der Zivilbevölkerung erlauben es, mögliche Standorte von Schutzhäusern oder anderer Einrichtungen der Gegenseite herauszufinden. Um im oftmals wenig strukturierten modernen Einsatzumfeld gezielt zu patrouillieren, hilft es, sich in die Rolle der Gegenseite zu versetzen und sich folgende Fragen zu stellen: a. Was sind in der aktuellen Lage auf meiner Patrouillenstrecke lohnende Ziele? b. Wo würde ich Standorte für Beobachtung wählen? c. Wo würde ich Stellungen für hinterhalte wählen? 110

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Grundschulung (GS 07)

d. Wo würde ich mich bereitstellen, um anzugreifen mit der Möglichkeit, mich anschliessend wieder rasch zurückzuziehen? Mit der Definition von Schlüsselnachrichten wird festgelegt, welche Beobachtungen sofort zu melden sind oder sofort vertieft abgeklärt werden müssen. Patrouillen müssen alle verdächtigen Veränderungen im Gelände, Anzeichen von Verunsicherung in der Zivilbevölkerung, Indizien für Tätigkeiten der Gegenseite (z B Ansammlungen, verdächtige Fahrzeuge und Transporte, Waffenträger, Sprengfallen) sowie Anzeichen von Verseuchungen (Trinkwasser) sofort erkennen. Als Teil der mentalen Vorbereitung muss für eine gezielte Patrouillentätigkeit geregelt werden, wie sich die Patrouille bei Kontakt mit verdächtigen Personen zu verhalten hat. 232 patrouillenstrecke Die Patrouillenstrecke dient der örtlichen und zeitlichen Koordination der Patrouillentätigkeit. Auf ihr werden Wegpunkte definiert, die passiert werden müssen. Phasenlinien werden dann festgelegt, wenn mehrere Patrouillen koordiniert werden müssen (z B auf Stufe Gruppe oder Zug). Beispiel einer Patrouillenstrecke
3

3

3

1 2

3 3

1. Absetzpunkt 1530

2. Aufnahmepunkt 1645

3. Beobachtungshalt

zu Fuss

motorisiert

Schlüsselnachrichten Zivilbevölkerung: – Geschäftstätigkeit normal? – Menschenansammlungen? – Behinderung der Patrouille durch Personen? – Auffälliger Handygebrauch nach Sichten der Patrouille?

Schlüsselnachrichten Gegenseite: – Uniformierte Personen? – Bewaffnete Personen? – Reaktionen auf die Patrouillentätigkeit? – Sprengfallen?

Schlüsselnachrichten Infrastruktur: – Passierbarkeit von Strassen und Wegen? – Passierbarkeit von Brücken? – Anzeichen von Verseuchungen? – Strom- / Wasserversorgung intakt?

111

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Grundschulung (GS 07)

7.4.5
233

Beobachtungsposten

Bedeutung des Beobachtungspostens Der Betrieb eines Beobachtungspostens wird normalerweise durch einen Vierertrupp sichergestellt. Beobachtungsposten ergänzen die Patrouillentätigkeit. Als Warnposten dienen sie dazu, eigene Truppen vor überraschung zu schützen. Um auch bei nacht nachrichten beschaffen zu können, werden Beobachtungsposten mit Restlichtverstärkern und Wärmebildgeräten ausgerüstet. standortwahl Der Standort für einen Beobachtungsposten muss folgenden Ansprüchen genügen a. Einblick in den gesamten Beobachtungsraum; b. der Beobachtungsektor soll so gross wie möglich sein; c. im Beobachtungssektor soll es möglichst wenig uneinsehbares Gelände geben; d. Möglichkeit der Tarnung; e. gedeckte und möglichst sichere Zugangswege; f. Möglichkeit, Verbindung mit den eigenen Truppen zu halten; g. Möglichkeit einer Wechselstellung. Beobachtungsposten in Ortschaften Mit Beobachtungsposten in Ortschaften können Veränderungen im Sozialgefüge der Zivilbevölkerung über längere Zeit und die Wirkung millitärischer Patroullientätigkeit auf Gegenseite und Zivilbevölkerung festgestellt werden. Beobachtungsposten lassen sich im modernen, überbauten Einsatzumfeld besonders gut tarnen (z B Dachstock von häusern). Die meisten Beobachtungsposten auf einem Dach bieten Einblick in eine oder zwei Strassen. Wird ein Fenster als Beobachtungsstandort benutzt, ist darauf zu achten, dass der Posten von aussen nicht erkannt werden kann. Bezug des Beobachtungspostens Mögliche Vorausaktionen sind: a. Erkundung / Aufklärung des Standorts unter Leitung des Truppchefs / Gruppenführers; b. Verbindungskontrolle; c. Sicherung. Der eigentliche Aufbau kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen, da die Priorität auf Schutz und Tarnung gelegt werden muss. Dazu einige Merkpunkte: a. Der Aufbau des Beobachtungspostens wird durch Zeltblachen geschützt; b. ein Tarnnetz bedeckt die Zeltblachen, die als Dach dienen, um den Beobachtungsposten vor Regen sowie Luft- / Bodenaufklärung zu schützen; c. die Tarnung kann durch Laub oder äste verbessert werden. Das Material sollte aber nicht aus der Umgebung des Postens stammen; d. die Vorderseite des Postens wird ebenfalls getarnt.

234

235

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112

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ablösungen Im Beobachtungsposten unterscheidet man folgende vier Funktionen: a. Beobachter b. übermittler c. Schutz / Sicherung d. Ruhe / Reserve Der Chef plant die Ablösung im Beobachtungsposten so, dass dieser über längere Zeit betrieben werden kann. Er legt in Absprache mit seinem Vorgesetzten fest, wann die Beobachtungsdichte zu Gunsten der Retablierung der Mannschaft reduziert werden kann. Er entscheidet, ob Aufgaben zusammengelegt werden, um beispielsweise die Anzahl der ruhenden Leute zu vergrössern. Der Beobachtende muss alle 20-30 Minuten abgelöst werden, da dessen Konzentration nach maximal einer halben Stunde deutlich abnimmt. Als gute Variante für die Ablösung hat sich das Schaffen eines inneren und eines äusseren Ablösezyklus bewährt: Bebachter und übermittler (gleichzeitig Schutz) wechseln sich intern alle 20-30 Minuten ab (innerer Zyklus), während der Rest des Trupps die beiden nach längerer Zeit ersetzt (äusserer Zyklus). Der Ablösezyklus definiert sich in jedem Fall über die Frage «Wie lange sollen die Leute ruhen?». Von ihr hängt die Durchhaltefähigkeit des Beobachtungspostens ab.

B

U/S

innerer Ablösezyklus alle 20-30 Minuten

R

R

äusserer Ablösezyklus alle x Stunden
B Beobachter U Übermittler S Schutz / Sicherung R Ruhe / Reserve

113

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238

Befehl für den Beobachtungsposten In einem detailierten Befehl können geregelt werden: a. Lage; k. b. Standort; l. c. Beobachtungs- und Feuersektor; m. d. zu meldende nachrichten / n. Schlüsselnachrichten; o. e. Einsatzdauer; f. nachbarstandorte (andere Posten, Patrouillen mit Abmarsch- / Ankunftszeiten); g. Zeit und Technik der Ablösung; h. Schutz vor überraschung, Tarnung; i. Alarmierung der Gruppe; j. Identifikationstechnik, Passwort / Passnummern;

Reaktion bei verdächtiger Bewegung; Feuereröffnung; Standorte Richtladungen; ABC Beobachtung, Reaktion bei ABC Angriff, ABC Signale; Ausrüstung: – Karte, Kroki / Foto – Feldstecher – Kompass – Funk / Telefon – Pfeife – Schreibmaterial – Taschenlampe

239

materialliste für den Beobachtungsposten Ausrüstungsbeispiel für einen Vierertrupp: a. 4 Kälteschutzanzüge b. 4 Thermosflaschen c. 4 kalte Essensrationen d. 1 Satz Abfallsäcke e. 4 Zeltblachen f. 1 Tarnnetz g. 2 Schlafsäcke h. 4 Kampfrucksäcke i. 4 Unterlagsmatten k. 1 Stgw mit RLV Laserpointer, 1 Stgw mit Zielfernrohr, 1 40mm Granatwerfer, 1 LMg l. 2 Funkgeräte mit genügend Ersatzakkus m. Feldtelefone n. 1 Fotoapparat o 1 RLV p. 1 WBG q. 1 Feldstecher r. 1 Diktiergerät s. 1 Satz Ersatzbatterien t. 1 Schaufel, 1 hacke, 1 Baumschere, 1 Klappsäge u. 4 Taschenlampen v. persönliche Effekten

114

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7.5 7.5.1
240

sOfOrtaktiOnsteChniken prinzipien

Bedeutung Sofortaktionstechniken sind notmassnahmen. Sie dienen dazu, – die ersten Sekunden eines Begegnungsgefechts zu überleben – unter Feuer die Initiative sofort zu ergreifen (psychologischer Effekt) – in einen geordneten Prozess von Feuer und Bewegung zu kommen – dem Gruppenführer Zeit zu verschaffen, erste Entscheide zu treffen Die Wirksamkeit von Sofortaktionstechniken basiert auf – der sofortigen Intensität des Feuers – der Konstanz des Feuers – der raschen Entscheidungsfindung des Truppchefs – der raschen Ausführung durch den Trupp Die Sofortaktionstechniken werden in den folgenden Ziffern als Truppaktionen beschrieben. Sie gelten angepasst auch für die Gruppe.

241

sofortaktionstechniken und Verhältnismässigkeit Sofortaktionstechniken werden in überraschenden Gefechtssituationen angewendet und im modernen Einsatzumfeld immer zu Momenten der Unverhältnismässigkeit führen, weil durch die sofortige hohe Gewaltanwendung auch unbeteiligte Drittpersonen gefährdet werden können. Für den Trupp / die Gruppe im unerwarteten Begegnungsgefecht sind Sofortaktionstechniken immer notwehr. Sofortaktionstechniken werden nur solange ausgeführt, bis der Trupp / die Gruppe in einen geordneten Ablauf von Feuer und Bewegung übergehen kann. So ist es beispielsweise unmöglich, dass eine Gruppe während Minuten eine Rolle ausführt. Sobald Deckungen und Feuerstellungen erreicht sind, beginnt das geordnete Gefecht mit Feuer und Bewegung. Dies ist der Moment, wo der Tunnelblick der überraschung endet, verhältnismässiges handeln wieder bewusst einsetzt und wieder die ganze Umwelt einbezogen werden muss.

242

sektoren Sofortaktionstechniken entwickeln sich aus Formationen heraus, wie sie in Kapitel 7.3 beschrieben sind. Beim überraschenden Begegnungsgefecht ist es unvermeidlich, dass jedes Truppmitglied psychisch sofort auf die Richtung des Kontakts ausgerichtet ist und damit seinen durch die Funktion bestimmten Verantwortungssektor aufgibt. Damit entsteht die Gefahr eines Mehrfachkontakts, bei dem der Trupp nicht mehr zurückschlagen kann. Es gilt also, im Einsatztraining ein niveau zu erreichen, das es ermöglicht, auch bei Feindkontakt seinen Verantwortungssektor weiter zu beobachten und den andern Truppmitgliedern zu vertrauen. Erst wenn der Verbandsführer die Sofortaktionstechnik befiehlt, muss der Sektor zugunsten des konzentrierten Feuers preisgegeben werden.

115

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243

feuer-, Bewegungs- und Wartestreifen Um die Sofortaktionstechniken zu verstehen, ist es nötig, drei Begriffe einzuführen:
feuerstreifen Bewegungsstreifen feuer- und Bewegungsstreifen Wartestreifen Streifen, in dem statisch geschossen wird Streifen, in dem Truppmitglieder vorrücken oder sich zurückziehen Streifen, in dem aus der Bewegung geschossen wird Streifen, in dem gewartet wird, bis der sich bewegende Trupp passiert hat

244

Verhaltensweisen Folgende Verhaltensweisen werden bei den Sofortaktionstechniken vorausgesetzt:
– Nonverbale Ankündigung einer Gefahr – Nonverbale Ankündigung einer Zielerfassung – Meldung mit lauter Stimme durch den ersten Mann, welcher die Deckung erreicht hat – In Ankunftsreihenfolge der weiteren Truppmitglieder wird mit «zwei!» beginnend durchnummeriert feuereröffnung – In der Regel selbstständig durch dasjenige Truppmitglied, das den Kontakt in seinem Verantwortungssektor hat – Im Ausnahmefall auf Befehl des Truppchefs (Feuerüberfall). Der Feuerbefehl kann lauten: «Ganzer Trupp, 7 Uhr / Richtung Leucht spur, Feuer!» Beginn der sofortaktionstechnik – Auf Befehl des Truppchefs – Beim Feuerüberfall auch möglich auf selbstständige Feuereröffnung durch ein Truppmitglied, das sich entdeckt fühlt – Individuelle Meldung des Rückzugs durch Feuer (drei Doubletten signal für rückzug Sturmgewehr oder drei Serien LMg oder ein Schuss GwA) Quittung über erfolgten rückzug – Leichter Schlag an Kamerad (bestätigt bei der Rolle seitwärts den Rückzug, im Igel die Ankunft des Truppmitgliedes) – Ganzer Trupp: Feuer in Linie eröffnen aktivitäten im feuerstreifen – Einzelner: Rückzugsignal schiessen aktivitäten im feuer- und Bewegungsstreifen – Aus der Bewegung 3 Doubletten Sturmgewehr oder drei Serien LMg oder ein Schuss GwA in Richtung des Gegners schiessen aktivitäten im Bewegungsstreifen Feuer einstellen Drehung, danach in befohlene Richtung bewegen Quittung für erfolgten Rückzug geben Falls nötig Nachladen oder Behebung von Störungen Kontrolle der Waffe Falls nötig nachladen oder Beheben von Störungen Feuerstreifen freihalten, um Feuerkontinuität durch das folgende Truppmitglied sicherzustellen – Rolle rückwärts: Rückzugsignal, Feuer einstellen, Schritt nach links, Drehung links, Verschiebung hinter das letzte Truppmitglied – Rolle vorwärts: Verschiebung Richtung Ziel, Rückzugsignal, Feuer einstellen, Schritt nach links, sich vom letzten Truppmitlied passieren lassen, hinten anschliessen – Rolle seitwärts: Rückzugsignal, Feuer einstellen, Schritt zurück, Drehung links oder rechts, Verschiebung links oder rechts – – – – – – – kontaktposition schiessposition kontrolle des Bestandes nach erreichen der deckung

aktivitäten im Wartestreifen rotation

116

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

245

sofortaktionstechniken bei nacht Die nacht verlangsamt und vermindert die Wirksamkeit der Reaktionen. Da die Beleuchtung des Gefechtsfeldes den Einsatz der gegnerischen und den eigenen RLV einschränkt, ist es von Vorteil, einen Teil des Trupps mit starken Lampen und pyrotechnischen Feuerkörpern auszurüsten.

7.5.2
246

feuerüberfall

situierung feuerüberfall Der Trupp befindet sich auf der Verschiebung / Patrouille und entdeckt ein gegnerisches Element, das sich in seine Richtung verschiebt. Es ist nicht möglich, sich ohne Begegnungsgefecht zeitgerecht aus der Verschiebungsachse zu entfernen. Ohne sofortiges handeln wird sich das Begegnungsgefecht zu unsern Ungunsten entwickeln. ablauf feuerüberfall Beim Feuerüberfall ist wie folgt vorzugehen: a. übergang des ganzen Trupps in Linie; b. Feuereröffnung des ganzen Trupps; c. Vernichtungsfeuer durch Verschiessen eines Magazins, einer Gurte des leichten Maschinengewehrs oder einer bis zwei Gewehrgranaten; d. sofortiges nachladen; e. Rückzug des ganzen Trupps in die letzte Deckung; f. halten des Standorts oder Stoss bis zum Kontakt mit dem Gegner.
Ablauf Feuerüberfall

247

«Ganzer Trupp, Linie, 12 Uhr Feuer!»

Sofern der Trupp noch nicht entdeckt worden ist, kann der Feuerüberfall auch in letzter Deckung vorbereitet werden. Der Rückzug kann mit nebel gedeckt werden (Lagebeurteilung). nebeleinsatz kann die Aktion jedoch auch behindern, versperrt die Sicht auf den Gegner und erlaubt diesem zu agieren.

117

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

7.5.3.
248

rolle vorwärts

situierung rolle vorwärts Der Trupp befindet sich auf der Verschiebung / Patrouille und wird frontal von einem gegnerischen Element an einem Ort angegriffen, wo er kanalisiert ist (Engnis, öffnung, Türe, Gang). Die nächste Deckung befindet sich vorne. Die gleiche Situation entsteht, wenn beispielsweise das Gruppenfahrzeug unter Beschuss gerät, nicht mehr manövrierfähig ist und die Insassen gezwungen sind, das Fahrzeug unter gegnerischem Feuer zu verlassen. ablauf rolle vorwärts Bei der Rolle vorwärts ist wie folgt vorzugehen: a. Sofortige Feuereröffnung aus der Bewegung durch das erste Truppmitglied; b. freimachen nach links und verharren im Wartestreifen, damit der sich vorwärts bewegende Trupp passieren kann; c. Feuereröffnung aus der Bewegung durch das zweite Truppmitglied im Feuer- und Bewegungsstreifen; d. gleiche Fortsetzung durch sämtliche Truppmitglieder bis das hindernis überwunden oder eine Deckung erreicht ist; e. halten des Standorts oder Stoss bis zum Kontakt mit dem Gegner.
Ablauf Rolle vorwärts (Zahlen dienen nur der besseren Visualisierung)
Gegner

249

4

4 1 2

3

3 4 1

3

3

2

2 3 4

2

2

1

1 2 3 4

1

1

nWartestreifen nFeuer- und Bewegungsstreifen

118

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

7.5.4
250

rolle seitwärts

situierung rolle seitwärts Der Trupp befindet sich auf der Verschiebung / Patrouille und wird von einem gegnerischen Element seitlich angegriffen, das sich ausserhalb der hG-Distanz befindet. Die nächste Deckung liegt seitlich der Schussrichtung. ablauf rolle seitwärts Bei der Rolle seitwärts ist wie folgt vorzugehen: a. Sofortige Feuereröffnung durch das Truppmitglied, das den Kontakt als erstes festgestellt hat; b. übergang des ganzen Trupps in Linie; c. Feuereröffnung sämtlicher Waffen in Richtung Kontakt (Einzelfeuer); d. schiessen des Rückzugsignals durch das Truppmitglied, das sich am weitesten vom Ziel des vorgesehenen seitlichen Rückzugs entfernt befindet; e. Verschiebung des betreffenden Truppmitglieds im Bewegungsstreifen, Quittung für erfolgten Rückzug an nächsten Soldaten; f. gleiche Fortsetzung durch sämtliche Truppmitglieder bis eine Deckung erreicht ist; g. halten des Standorts oder Abmarsch in eine andere Richtung.
Ablauf Rolle seitwärts (Zahlen dienen nur der besseren Visualiserung)

251

Gegner

4
«Ganzer Trupp, Linie, 9 Uhr Feuer!»

3

2

1

3

2

1

4

2

1

4

3

4

3

4

2

3

nBewegungsstreifen nFeuerstreifen

Der Rückzug kann mit nebel gedeckt werden (Lagebeurteilung). nebeleinsatz kann die Aktion auch behindern, versperrt die Sicht auf den Gegner und erlaubt diesem zu agieren.

119

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

7.5.5
252

rolle rückwärts

situierung rolle rückwärts Der Trupp befindet sich auf der Verschiebung / Patrouille und wird von einem gegnerischen Element angegriffen, das sich ausserhalb der hG-Distanz befindet. Die nächste Deckung liegt hinten. ablauf rolle rückwärts Bei der Rolle rückwärts ist wie folgt vorzugehen a. Sofortige Feuereröffnung durch das erste Truppmitglied; b. Rückzug des ersten Truppmitglieds im linken Bewegungsstreifen; c. Feuereröffnung durch das zweite Truppmitglied im Feuerstreifen, sobald das erste Truppmitglied im Bewegungsstreifen auf gleicher höhe ist; d. Rückzug des zweiten Truppmitglieds im Bewegungsstreifen; e. gleiche Fortsetzung durch sämtliche Truppmitglieder, bis eine Deckung erreicht ist; f. halten des Standorts oder Abmarsch in eine andere Richtung.
Ablauf Rolle rückwärts (Zahlen dienen nur der besseren Visualisierung)
Gegner

253

1

1 2 3 4 2 1 2 3 4 1 3 2 3 4 1 2 4 3 4 1 2 3

nBewegungsstreifen nFeuerstreifen

Der Rückzug kann mit nebel gedeckt werden (Lagebeurteilung). nebeleinsatz kann die Aktion auch behindern, versperrt die Sicht auf den Gegner und erlaubt diesem zu agieren.

120

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

7.5.6
254

Bergen eines Verletzten

situierung Bergen eines Verletzten Im Gefecht wird ein Truppmitglied verletzt (z B durch Direktbeschuss oder handgranatensplitter). Die Situation kann sich auch aus einer andern Sofortaktionstechnik heraus entwickeln. ablauf Bergen eines Verletzten Beim Bergen eines Verletzten ist wie folgt vorzugehen: a. Gewinnen oder Erhalten der Feuerüberlegenheit (Linie, Feuereröffnung sämtlicher Waffen in Richtung Kontakt); b. aufteilen des Trupps in ein Feuer- und ein Bergungselement; c. bergen des Verletzten mit Feuer und Bewegung unter Einsatz von nebel; d. Rückzug des ganzen Trupps in die letzte Deckung.
Ablauf Bergen eines Verletzten

255

Gegner

lVerletzter

Bei einem Bestand von mehr als vier Mann bergen zwei Truppmitglieder den Verletzten. nebeleinsatz kann die Aktion auch behindern, versperrt die Sicht auf den Gegner und erlaubt diesem zu agieren.

121

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

7.6 7.6.1
256

Weitere GrundVerhalten reaktion auf heckenschützen

situierung reaktion auf heckenschützen Der Trupp befindet sich auf der Verschiebung / Patrouille. Ein Truppmitglied wird plötzlich von einem heckenschützen (Sniper) angeschossen. ablauf reaktion auf heckenschützen Bei der Reaktion auf heckenschützen ist wie folgt vorzugehen: a. Truppmitglied, welches die Situation erfasst hat, befiehlt die Reaktion («Sniper! Sniper! Auf den Boden! Auf den Boden! Nebel! Nebel!»); b. alle Truppmitglieder werfen sich zu Boden und zünden einen nebelkörper; c. sobald der Rauch dicht genug ist, wird das verletzte Truppmitglied geborgen und der Trupp begibt sich in Deckung. Kann die Beschussrichtung des heckenschützen bestimmt werden, wird durch die verfügbaren Truppmitglieder Vernichtungs- oder niederhaltefeuer geschossen.

257

7.6.2
258

reaktion auf Bogenfeuer

situierung reaktion auf Bogenfeuer Der Trupp befindet sich auf der Verschiebung / Patrouille und hört das heulen oder die Detonation einer Granate. Ein eingerichteter, vorbereiteter Minenwerfer ist in der Lage, innerhalb einer Minute einen Feuertransport in einem Radius von mindestens 400 Metern zu vollziehen. ablauf reaktion auf Bogenfeuer Bei der Reaktion auf Bogenfeuer ist wie folgt vorzugehen: a. Alle Truppmitglieder werfen sich zu Boden und drücken die hände auf die Ohren; b. Zone nach der letzten Detonation verlassen. Es wird im Laufschritt verschoben, um damit das Einschiessen zu erschweren.

259

122

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

7.6.3
260 261

reaktion auf minen und fallen

situierung reaktion auf minen und fallen Während einer Verschiebung / Patrouille tritt ein Truppmitglied auf eine Mine oder löst eine Falle aus. ablauf reaktion auf minen und fallen Bei der Reaktion auf Minen und Fallen ist wie folgt vorzugehen: a. Alle Truppmitglieder werfen sich zu Boden; b. verhindern, dass weitere Minen und Sprengfallen ausgelöst werden; c. im Fall einer Feuereröffnung des Gegners wird das Feuer sofort in die entsprechende Richtung erwidert; d. bergen des Verletzten; e. Rückzug des Trupps zum letzten Treffpunkt unter Benützung derselben Route. Falls die Falle nicht funktioniert hat, begibt sich der Trupp in Deckung. Das Truppmitglied, das die Falle ausgelöst hat, wird so gut wie möglich befreit.

7.6.4
262 263

Verhalten im minenfeld

situierung Verhalten im minenfeld Während einer Verschiebung / Patrouille entdeckt ein Truppmitglied eine Mine und meldet dies. ablauf Verhalten im minenfeld Beim Verhalten im Minenfeld ist wie folgt vorzugehen: a. Alle Truppmitglieder bleiben unbeweglich an Ort und Stelle; b. auf Befehl des Truppchefs markiert jedes Truppmitglied seine Position mit einem Stück Stoff (z B mit Taschentuch, Mütze, Lappen); c. die Truppmitglieder ziehen sich einzeln zurück, indem sie nur in die hinterlassenen eigenen Spuren treten. Wird eine Mine ausgelöst, ist die Reaktion auf Minen und Fallen anzuwenden.

7.6.5
264

feindkontakt in / auf ungepanzerten fahrzeugen

Grundverhalten Im Gegensatz zu gepanzerten Fahrzeugen besitzen ungepanzerte keine Bordwaffe, mit der das Feuer erwidert werden könnte. Bei Feindkontakt in / auf ungepanzerten Fahrzeugen kommen deshalb die von den Soldaten mitgeführten Waffen zum Einsatz. Es gelten folgende Grundsätze: a. Das Fahrzeug so lange wie möglich in Bewegung halten; b. Augen und haut vor Splitter und Beschuss schützen; c. sich nach dem Verlassen des Fahrzeugs hinter dem Motor und den Rädern in Deckung begeben; d. es muss unter Umständen durch die Windschutzscheibe und aus dem fahrenden Fahrzeug geschossen werden. 123

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

265

schiesssektoren

fahrer

fahrer und Beifahrer

fahrer, Beifahrer und mitfahrer

124

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

266

ausbooten bei Beschuss von vorne
2 insassen 4 insassen

125

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

267

ausbooten bei Beschuss von links / rechts
Beschuss von links / 2 insassen Beschuss von rechts / 4 insassen

126

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

7.6.6
268

helikoptertransport

Bezeichnung von helikopterlandeplätzen Die Bezeichnung von helikopterlandeplätzen erfolgt immer mittels Koordinaten. Die zusätzliche Bezeichnung eines markanten Punkts in unmittelbarer nähe, wie zum Beispiel einer Waldecke, einer Strasse, einer Kreuzung oder einer Alphütte, erleichtert der Besatzung das rasche Auffinden. Aus der folgenden Skizze sind die minimalen Anforderungen an einen Landeplatz ersichtlich:
Anflugwinkel max 45° = 50 m

=

30 m

Im Besonderen ist zu beachten: a. Der Landeplatz wird wenn möglich mit Sägemehl oder rotem Farbpulver in Form eines «h» markiert. Auf keinen Fall dürfen Tücher, Bänder oder sonstige wegblasbaren Gegenstände für die Markierung verwendet werden; b. der Bereich der Anflug- und Landezone muss frei von Leitungen und Antennen sein; c. die Bodenbeschaffenheit sollte fest sein (Sportplätze und weiche Böden meiden wegen Einsinkgefahr); d. lockerer Schnee gut festtreten. 269 einweisung Die Einweisperson soll beim Annähern des helikopters ca 20 Meter vor dem Zentrum des helikopterlandeplatzes stehen, Arme horizontal ausgestreckt, Blick gegen helikopterlandeplatz, Rücken dem Wind zugekehrt.

Wind

20 m

127

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

270

transportorganisation Es werden Gruppen à 15 Personen (inkl Det Chef) zusammengesetzt. Aus der Gruppe werden 2 Trupps, 8 Personen (linke Seite) resp 7 Personen (rechte Seite) gebildet. Der Einstieg erfolgt gleichzeitig von beiden Seiten, der Det Chef steigt auf der rechten Seite ein. ein- und aussteigen Beim Einsteigen ist wie folgt vozugehen: a. Vor der Annäherung an den helikopter sind alle Kopfbedeckungen abzunehmen und zu versorgen (Ausnahme: helm mit fixiertem Kinnband); b. die Gruppe nähert sich auf Zeichen der Besatzung dem helikopter von vorne; c. Material und Kollektivwaffen werden in der Kabinenmitte deponiert; d. alle Insassen müssen sich anschnallen; e. die Gefechtspackung wird bei normaler Sitzhaltung auf den Knien deponiert. Das Aussteigen erfolgt auf handzeichen des helikopterwartes / Lastenspezialisten in umgekehrter Reihenfolge des Einsteigens vom helikopter weg nach vorne.

271

128

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

8 8.1

einsatzaufGaBen der Gruppe einleitunG

90% der Tätigkeiten eines kleinen Verbandes dienen im modernen Einsatzumfeld dem Suchen und Verifizieren der Gegenseite. Die hierfür notwendigen Fähigkeiten sind kontrollieren / identifizieren, patrouillieren / beobachten und durchsuchen. Das Begegnungsgefecht, der abrupte übergang von Schutz zu Kampf, bildet die anspruchsvollste Aufgabe für eine Gruppe. überfall und Stoss erlauben es, den Gegner mit hoher Gewaltanwendung zu vernichten.

suchen, verifizieren
kontrollieren/ identifizieren CheCkpOint patrouillieren/ beobachten naChriChtenBesChaffunG durchsuchen GeBäude-/GeländedurChsuChunG

überraschung meistern
feuerüberlegenheit / handlungsfreiheit zurückgewinnen / behalten BeGeGnunGsGefeCht

intervenieren, angreifen

mit feuer vernichten üBerfall

mit feuer und Bewegung vernichten stOss

schutz

kampf

Das achte Kapitel des Grundschulreglements beschreibt, über welche Fähigkeiten eine Gruppe verfügen muss, um im heutigen Einsatzumfeld zu bestehen. Beschrieben werden 6 Einsatzaufgaben, die von jeder Gruppe ausgeführt werden können, die über zwei Trupps und ein Gruppenfahrzeug (mit Bordwaffe) verfügt. Einsatzaufgaben sind erlern- und trainierbare Bausteine und definieren das Leistungsprofil einer Gruppe im modernen Einsatzumfeld. Sie treten in der komplexen Einsatzrealität nie chronologisch aneinandergereiht, sondern immer vermischt und überlagert auf, werden aber aus didaktischen Gründen im Grundschulreglement einzeln beschrieben. Einsatzaufgaben sind keine Grund- oder Standardverhalten. Während letztere reflexartiges Verhalten definieren und keinen Chef erfordern, können Einsatzaufgaben nur durch das Zusammenspiel von taktisch geschulten Chefs und technisch geschulter Mannschaft trainiert und erfolgreich in der Einsatzrealität umgesetzt werden.

129

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

8.2
272

CheCkpOint

definition Checkpoint Der Checkpoint ist ein Kontrollpunkt, wo Personen oder Fahrzeuge kontrolliert und / oder durchsucht werden. Wir unterscheiden zwischen temporären und vorbereiteten Checkpoints. Die Grundelemente des Checkpoints sind Kontroll- und Durchsuchplatz. leistungsprofil der Gruppe Eine Gruppe kann a. Zufahrts-, Zutritts- und Verkehrskontrollen einrichten und betreiben; b. Personen sowie Klein- und Grossfahrzeuge kontrollieren und durchsuchen; c. Personen und Fahrzeuginsassen festnehmen, durchsuchen, abführen oder zum Abführen vorbereiten.

273

Vierertrupp

durchsuchplatz

kontrollplatz

kontrollrichtung

* * *

nagelband

• • •

hindernis Beobachtung standort nicht benötigter soldaten (*temporäre reserve)

274

temporärer Checkpoint Der temporäre (zeitlich beschränkte) Checkpoint wird mit minimalem härtungsgrad und für die Gegenseite überraschend erstellt. Das Gruppenfahrzeug dient im normalfall als hindernis. Mit temporären Checkpoints wird die Gegenseite gezwungen, auf die unerwartete Kontrolle zu reagieren (z B sich der Kontrolle stellen, der Kontrolle ausweichen, fliehen). Ein typisches Beispiel für einen temporären Checkpoint ist die Verkehrskontrolle.

130

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

275

Vorbereiteter Checkpoint Der vorbereitete Checkpoint ist gehärtet und dient einer ultimativen (endgültigen, abschliessenden) Zutritts- / Zufahrtskontrolle. Kontroll- und Durchsuchplatz sind ausgebaut. Der Checkpoint ist klar gekennzeichnet und wird angekündigt (beispielsweise durch Warntafeln). kontrollplatz Auf dem Kontrollplatz findet die Identifikation von Personen oder Insassen in Fahrzeugen statt. Der Kontrollplatz wird durch einen Trupp betrieben. In der Regel kontrollieren zwei Soldaten (Ansprecher und Abdecker). Ob weitere Soldaten zum Schutz des Grundteams (Ansprecher und Abdecker) bei der Kontrolle benötigt werden, ist abhängig von Fahrzeuggrösse und Anzahl der Bei- oder Mitfahrer (Grundmodul: Ansprecher und Abdecker, Fahrzeuge mit mehr als 2 Personen: Grundmodul + 1 weiterer Abdecker, Grossfahrzeuge: Grundmodul + 2 weitere Abdecker). Identifizierte Personen oder Insassen von Fahrzeugen werden je nach Auftrag auf den Durchsuchplatz gewiesen.

276

Kleinfahrzeug max 2 Insassen

Kleinfahrzeug mehr als 2 Insassen

Grossfahrzeug

277

durchsuchplatz Auf dem Durchsuchplatz erfolgt die Durchsuchung von Personen, Behältnissen und Fahrzeugen. Der Durchsuchplatz wird von einem Trupp betrieben. Während der Durchsuchung eines Fahrzeugs werden dessen Insassen in einem Warteraum überwacht. Der Fahrer bleibt bei der Durchsuchung seines Fahrzeugs anwesend.

131

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

278

einsatz des Gruppenfahrzeugs im Checkpoint Das Gruppenfahrzeug kann im Checkpoint wie folgt eingesetzt werden: a. Im temporären Checkpoint als improvisiertes, kanalisierendes hindernis; b im vorbereiteten Checkpoint als Möglichkeit, diesen rasch zu schliessen; c. als Schutzschild zwischen Kontroll- und Durchsuchplatz, um rasch zwei Geländekammern zu schaffen, damit bei einem Ereignis / Gefecht auf einem der beiden Plätze nicht die ganze Gruppe involviert wird; d. als geschützter Standort der momentan nicht eingesetzten Soldaten; e. als Beobachtungsposten, um das Umgelände zu überwachen; f. zur Demonstration der überlegenheit («Show of force» durch gepanzertes Fahrzeug und Bordwaffe).

8.3
279

naChriChtenBesChaffunG

definition Für die nachrichtenbeschaffung wird eine Gruppe als mobiles oder statisches überwachungselement eingesetzt. Es wird unterschieden zwischen offener und getarnter nachrichtenbeschaffung. Die Elemente der offenen nachrichtenbeschaffung sind motorisierte Patrouille und Fusspatrouille, dasjenige der getarnten nachrichtenbeschaffung der Beobachtungsposten. Offene und getarnte nachrichtenbeschaffung können gemischt werden (je ein Zweiertrupp als Beobachtungsposten resp als motorisierte Patrouille). Für die nachrichtenbeschaffung muss die Gruppe mit zusätzlichen übermittlungsmitteln und Beobachtungsgeräten (Feldstecher, Restlichtverstärker, Wärmebildgeräte) ausgerüstet werden.

verifizieren

verdichten

Beobachtungsposten Beobachtungsposten Motorisierte Patrouille Patrouillenstrecke Fusspatrouille

132

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

280

leistungsprofil der Gruppe Eine Gruppe kann a. in einem zugewiesenen Raum Erkundungs-, Aufklärungs- und überwachungsaufträge mit motorisierten Patrouillen, Fusspatrouillen und Beobachtungsposten ausführen; b. Feststellungen und Ereignisse selbständig verdichten, verifizieren und als brauchbare Meldungen übermitteln; c. verdächtige Personen und Fahrzeuge kontrollieren oder neutralisieren. nachrichtenquellen Es wird zwischen folgenden nachrichtenquellen unterschieden: a. offene nachrichtenquellen (z B Medien) stehen einer breiten öffentlichkeit zur Verfügung; b. das Einbinden in einen nachrichtenverbund (z B Zug oder Kompanie) liefert nachrichten, die nicht der öffentlichkeit zugänglich sind; c. der Kontakt mit der Bevölkerung liefert hinweise oder Verdachtsmomente, welche verdichtet und verifiziert werden müssen; d. im Einsatz / Kampf liefern das Zusammentreffen mit der Gegenseite und das Verzahnen mit dem Gegner Echtzeitnachrichten. Offene nachrichtenbeschaffung Bei der offenen nachrichtenbeschaffung sind die nachrichtenbeschaffungselemente als motorisierte Patrouillen oder als Fusspatrouillen sichtbar. Mit offener nachrichtenbeschaffung ist es nur möglich, temporär (zeitlich begrenzt) nachrichten zu beschaffen. Diese Form der nachrichtenbeschaffung zwingt eine mögliche Gegenseite, ihre Aktionen dem Patrouillenrhythmus des Militärs anzupassen. Unregelmässiges Patrouillieren vergrössert die Unsicherheit der Gegenseite und steigert deren Bedarf an Warnposten. Eine Gruppe kann in der offenen nachrichtenbeschaffung eine motorisierte Patrouille oder zwei Fusspatrouillen bilden. social patrol (sOpat) Eine besondere Form der offenen nachrichtenbeschaffung ist die Social Patrol. Unter einer SOPAT versteht man eine Patrouillentätigkeit mit dem Zweck mittels sozialem Kontakt mit der Bevölkerung die Akzeptanz des Militärs, das Befinden und den Gemütszustand in der Bevölkerung oder hinweise aus der Bevölkerung zu erfragen. SOPAT werden oft durch einen Offizier / Unteroffizier geführt und erfolgen nach strengen Einsatzregeln (ROE). Getarnte nachrichtenbeschaffung Bei der getarnten nachrichtenbeschaffung sind die nachrichtenbeschaffungselemente als Beobachtungsposten getarnt. Die getarnte nachrichtenbeschaffung erlaubt es, über längere Zeit einen Raum lückenlos zu überwachen. Eine mögliche Gegenseite fühlt sich dadurch unbeobachtet. Dies ermöglicht es uns, gezielter auf Feststellungen zu reagieren und damit überraschend zuzugreifen. Eine Gruppe kann maximal 2 Beobachtungsposten betreiben. Diese werden übermittlungsmässig über das Gruppenfahrzeug mit dem Zug verbunden.

281

282

283

284

133

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

285

Gemischte nachrichtenbeschaffung Bei der gemischten nachrichtenbeschaffung wird der Vorteil der getarnten nachrichtenbeschaffung (lückenloses überwachen) mit dem Vorteil der offenen nachrichtenbeschaffung (Zwang der Gegenseite, sich der Präsenz des Militärs anzupassen) verbunden. So wird es möglich, Reaktionen der Gegenseite auf unsere Patrouillentätigkeit sofort festzustellen und an Eingreifelemente weiterzugeben. Der gemischte Einsatz auf Stufe Gruppe zwingt zur Zersplitterung der Kräfte (ein Trupp Patrouille, ein Trupp Beobachtungsposten). normalerweise werden gemischte Einsätze von einem ganzen Zug ausgeführt.

286

motorisierte patrouille In der Regel patrouilliert die Gruppe mit ihrem Fahrzeug geschlossen, da sie dadurch die grösste handlungsfreiheit vor Ort hat. Sie hat die Möglichkeit a. verdächtige Personen zu kontrollieren, ohne das schützende Fahrzeug zu verlassen (Ansprache mit Megaphon); b. verdächtige Personen oder Insassen von Fahrzeugen zu kontrollieren, indem ein Trupp das Fahrzeug verlässt; c. mit beiden Trupps das Fahrzeug zu verlassen und Kontrollen unter dem Schutz der Bordwaffe durchzuführen (Feuer und Bewegung); d. rasch in einen temporären Checkpoint überzugehen und dabei das Fahrzeug als improvisiertes hindernis einzusetzen; e. rasch ein Begegnungsgefecht aufzunehmen und einen Gegner sofort zu binden. Wenn es das Fahrzeug zulässt, übernimmt ein Trupp (in der Regel ALPhA mit dem Gruppenführer) während der Patrouillenfahrt aus den geöffneten Lucken im hinteren Teil des Fahrzeugs die überwachung des Geländes (Beobachtungssektoren 360° wie in Igelformation). Der zweite Trupp wird als Reserve- / Interventionsmannschaft im Fahrzeug mitgeführt und durch den Gruppenführer laufend mit Informationen aufdatiert. Der Bordwaffenschütze übernimmt während der Fahrt einen durch den Gruppenführer zugewiesenen Sektor (in der Regel mit Zentrum 12 Uhr, also in Fahrtrichtung vorne). Die Bordwaffe wird abgedeckt mitgeführt, selbst wenn die Einsatzregeln deren Einsatz verbieten (psychologische Wirkung auf eine mögliche Gegenseite).

287

fusspatrouille Fusspatrouillen werden vor allem im überbauten Gebiet eingesetzt, wo sie rasch Deckungen finden. Patrouilliert wird in Gefechtsformationen (normalformation Kolonne, L links oder rechts zum Passieren von Querstrassen und dem öffnen von Winkeln an Ecken, Igel zum Passieren von Kreuzungen oder Plätzen). Die Patrouillengrösse ist der Trupp. normalerweise wird die Gruppe in zwei Fusspatrouillen aufgeteilt und patrouilliert in der gleichen Strasse. Das Gruppenfahrzeug wird je nach Gefährdung nachgezogen oder parallel mitgeführt.

134

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

288

Beobachtungsposten Der Betrieb eines Beobachtungspostens wird minimal durch einen Trupp sichergestellt. Innerhalb des Beobachtungspostens erfolgt die Ablösung zwischen Beobachter, übermittler, Schutz und Reserve / Ruhe selbständig. Um auch bei nacht nachrichten beschaffen zu können, werden Beobachtungsposten mit Restlichtverstärkern und Wärmebildgeräten ausgerüstet.

289

Verifizieren von nachrichten Unter dem Verifizieren von nachrichten versteht man das Bestätigen einer nachricht durch eine zweite, vom übermittler der Ursprungsnachricht unabhängige Quelle. nachrichten können verifiziert werden a. mit einem Beobachtungsposten, der in den Raum sieht, in dem die nachricht ermittelt wurde; b. mit einem Patrouillenelement, das in den Raum verschiebt, in dem die nachricht ermittelt wurde. Bei Verdacht / Ereignis während einer Patrouillenfahrt bestehen für eine motorisierte Patrouille folgende Möglichkeiten zum Verifizieren von nachrichten: a. Anhalten und beobachten; b. weiter fahren und aus der nächsten Geländekammer beobachten; c. zurück setzen und beobachten.

290

Verdichten von nachrichten Unter dem Verdichten von nachrichten versteht man die überlagerung von nachrichtenbeschaffungsorganen in einem Raum (Beispiel: Zwei Beobachtungsposten beobachten in denselben Raum). Auf diese Weise ist es möglich, Beobachtung zeitverzugslos zu verifizieren.

8.4
291

GeBäudedurChsuChunG

definition Unter Gebäudedurchsuchung verstehen wir Aktionen innerhalb eines Gebäudes mit dem Zweck sicherzustellen, dass sich niemand mehr unrechtmässig darin aufhält und unsere Aktionen stört oder mit dem Zweck, eine Gegenseite darin aufzuspüren oder einen Gegner zu vernichten. Gebäudedurchsuchung bildet den wichtigsten Grundbaustein für häuser- und Ortskampf und den Einsatz in einem immer dichter überbauten und besiedelten Umfeld. leistungsprofil der Gruppe Eine Gruppe kann a. Gebäude, Stockwerke oder Wohnungen unter Wahrung grösstmöglicher Eigensicherheit durchsuchen oder säubern; b. verdächtige Personen neutralisieren, festnehmen oder abführen, ohne den Fluss der Durchsuchung zu brechen; c. notevakuationen unter Zeitdruck und mit übersicht durchführen.

292

135

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

mit / ohne Irritationskörper / HG

Vierertrupp

sichere Linie

293

merkmale der Gebäudedurchsuchung Gebäudedurchsuchung ist gekennzeichnet durch a. die Enge der Platzverhältnisse, die unsere Bewegungsfreiheit stark einschränkt und der Gegenseite ermöglicht, den Fluss unserer Aktionen immer wieder zu brechen; b. eine Vielzahl von öffnungen, aus denen heraus die Gegenseite überraschend reagieren kann und deren rasch wechselnde Winkel die hauptgefährdung während der Durchsuchung darstellen; c. den raschen Wechsel der Lichtverhältnisse, der uns zwingt, Gebäudedurchsuchung in der Regel mit nachtausrüstung durchzuführen; d. die Verstärkung der Geräuschkulisse und damit die Möglichkeit, uns rasch zu orten, aber auch zu täuschen; e. Querschläger bei einem Schusswechsel oder Splitter beim Einsatz von handgranaten, was der Gegenseite erlaubt, uns auch mit ungezieltem Feuer Verluste beizufügen; f. die Schwierigkeit, Verbindungen aufrecht zu erhalten. durchsuchen und säubern Die Techniken zum Durchsuchen und Säubern sind identisch und unterscheiden sich lediglich bezüglich Geschwindigkeit und Anwendung der Gewaltmittel. Säubern ist die bezüglich Gewaltanwendung härteste Form der Durchsuchung. Säuberungen richten sich gegen einen klar identifizierten Gegner, der unter Zuhilfenahme aller Gewaltmittel vernichtet werden muss.

294

136

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

295

notevakuation Unter einer notevakuation versteht man eine Gebäudedurchsuchung unter Zeitdruck mit dem Ziel, alle sich im Gebäude befindlichen Personen aus diesem zu entfernen. sichere linie In den engen Verhältnissen von Gebäuden spielt das Prinzip der sicheren Linie eine entscheidende Rolle. Es garantiert, dass der durchsuchende Trupp nicht aus sich bei der Bewegung immer neu definierenden Winkeln der öffnungen heraus durch die Gegenseite überrascht und damit gefährdet wird.

296

1

2

3

4

5
297

6

einsatzprinzipien Bei der Gebäudedurchsuchung gelten folgende Einsatzprinzipien: a. Die kleinste Einheit bei der Durchsuchung ist der Vierertrupp. b. Die Durchsuchung erfolgt wenn möglich bis zum ersten Kontakt geräuschlos, da Geräusche in Gebäuden verstärkt werden und somit den Standort verraten. c. Der Gruppenführer führt die Aktion, indem er dem Fronttrupp Soldaten zur Verstärkung zuführt, die Arbeit der beiden Trupps koordiniert (Feuer und Bewegung) und entscheidet, wie die Durchsuchung fortgesetzt werden soll, falls es mehrere Möglichkeiten gibt. 137

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

d. Zum Schutz gegen die Bedrohung aus noch nicht kontrollierten Räumen benötigt es pro öffnung einen Soldaten (Prinzip der sicheren Linie). Dieser kann auch mehrere öffnungen überwachen, wenn er dabei seinen Kopf nicht drehen muss («Was du mit einem paar Augen und einer Waffe überwachen kannst, ohne den Kopf zu drehen, gilt als eine öffnung»). e. Zentralräume und Räume mit mehreren öffnungen werden vor dem Eindringen aufgeklärt (meistens beidseitiger rascher Fotoblick). f. Um in einen Raum einzudringen werden zwei Soldaten benötigt. g. Die normale Form des Eindringens ist die kombinierte Technik: Das Eindringen erfolgt von derselben Seite der öffnung her. Diese Technik garantiert die kleinstmögliche Eigengefährdung vor dem Eindringen; h. nach dem Eindringen bleiben die beiden Soldaten nahe zusammen, um eine Gefährdung aus noch ungesicherten öffnungen zu minimieren. 298 fluss der aktion Der Fluss der Aktion ist in den engen Verhältnissen von Gebäuden zentral für den Einsatzerfolg. über längere Zeit am gleichen Ort zu verweilen bedeutet, die Initiative zu verlieren und diese der Gegenseite zu überlassen. Um den Fluss nicht zu verlieren werden bei der Gebäudedurchsuchung keine zeitraubenden Festnahmen vorgenommen. Verdächtige werden ohne Schliessmittel abgeführt oder aber rasch stehend gefesselt und sofort durch die bereits kontrollierten Räume nach hinten abgeführt. Verwundete werden rasch nach hinten evakuiert, um an der Front der Durchsuchung jederzeit handlungsfreiheit zu bewahren.

8.5
299

BeGeGnunGsGefeCht

definition Ein Begegnungsgefecht ist ein unerwartetes Zusammentreffen mit der Gegenseite / dem Gegner, woraus sich meistens ein Feuergefecht entwickelt. Es werden drei Formen des Begegnungsgefechts unterschieden: a. Das Zusammentreffen erfolgt für beide Seiten überraschend. b. Das Zusammentreffen ist nur für uns überraschend, während der Gegner sich auf das Gefecht vor bereitet hat (überfall, hinterhalt) und uns somit mindestens im ersten Augenblick überlegen ist. c. Der Gegner wurde von uns entdeckt, bevor er reagieren kann. Bei rascher Reaktion kann die Sofortaktionstechnik «Feuerüberfall» angewendet werden. Entscheidend für das Bestehen eines Begegnungsgefechts ist das rasche Wiedererlangen der handlungsfreiheit. Es geht darum, sich rasch übersicht zu verschaffen und die Feuerüberlegenheit zurück zu gewinnen / zu bewahren.

138

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300

leistungsprofil der Gruppe Eine Gruppe kann a. die eigene Feuerüberlegenheit / handlungsfreiheit rasch zurück gewinnnen und / oder bewahren; b. den Gegner mit Feuer binden und dessen handlungs- / Bewegungsfreiheit einschränken; c. sich rasch überblick über Stärke und Standort des Gegners sowie eigene Verletzte / Verluste ver schaffen; d. wichtiges Gelände besetzen und fehlende nachrichten beschaffen.
Nachrichten beschaffen (aufklären, beobachten) Wichtiges Gelände besetzen (Höhe, Durchgang)

Gegner

Feuer erwidern Gegner binden

- Gegner: Wo, wie stark? - Verletzte, Tote? - Getroffene Massnahmen? - Auftrag noch erfüllbar?

301

Binden des Gegners In der ersten Phase eines Begegnungsgefechts werden mit grösster Wahrscheinlichkeit Verluste / Verwundete entstehen, welche das psychologische Gefüge der Gruppe sofort verändern. Es ist wichtig, dass diese Phase durch standardisierte Abläufe gemeistert wird, welche die psychologische Dimension in den hintergrund drängen. Mit Sofortaktionstechniken und der sofortigen selbständigen Feueraufnahme des vom Gefecht betroffenen Trupps wird a. der Gegner gebunden (an seinem Wirkungsort / Stellungsraum festgenagelt); b. dem Rest der Gruppe die Bewegung in eine erste Deckung / Feuerstellung ermöglicht; c. dem Gruppenführer Zeit für erste Denkarbeit verschafft.

139

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302

feuerüberlegenheit gewinnen Das Gewinnen der Feuerüberlegenheit ist Voraussetzung für die Weiterentwicklung des Gefechts. Es geht darum, sich mit dem Gros der Gruppe eine möglichst gute Feuerstellung zu erkämpfen, aus der heraus a. die Aktionen des Gegners mit Feuer und Augen kontrolliert werden können; b. weitere eigene Aktionen unternommen werden können mit dem Ziel, übersicht zu gewinnen oder günstige Voraussetzungen für den Zug zu schaffen. Für das Erlangen der Feuerüberlegenheit kann die Bordwaffe des Gruppenfahrzeugs eingesetzt werden, um unter ihrem Schutz zu Fuss truppweise mit Feuer und Bewegung einen optimalen Stellungsraum zu erreichen.

303

übersicht gewinnen Wichtigste Tätigkeit der Gruppe nach Erlangen der Feuerüberlegenheit / handlungsfreiheit ist es, sich übersicht über die momentane Situation / Lage zu verschaffen. Der Gruppenführer ordnet alle Massnahmen an, die dazu dienen, folgende Fragen zu klären: a. Wo und wie stark ist der Gegner? Was ist seine Absicht? b. habe ich Verluste, Verwundete, nicht mehr einsatzbereite Schlüsselwaffen? Was kann die Gruppe jetzt noch leisten? c. Ist mein aktueller Auftrag noch erfüllbar? Um diese Fragen zu beantworten, benötigt der Chef Klarheit über die Stärken und Schwächen des Geländes, in dem das Begegnungsgefecht stattfindet, die gegnerischen Mittel und Möglichkeiten sowie die eigenen Mittel und Möglichkeiten. Die Führungstätigkeit «Ordnen» ist zentral, um im Begegnungsgefecht die handlungsfreiheit zurück zu gewinnen zu bewahren.

304

Voraussetzungen schaffen Die psychologischen Probleme beim Begegnungsgefecht (z B Verluste, Verwundete) erlauben es der Gruppe nicht immer, den Gegner selbst anzugreifen. In diesem Fall müssen günstige Voraussetzungen für den Einsatz des Zuges geschaffen werden. Als Gruppe geht es darum, den Standort zu halten (360°-Sicherung) und Feuer / Augen auf dem Gegner zu haben. Der Zug ist fähig, unter diesem Schutz den Gegner mit mindestens zwei Gruppen mit Feuer und Bewegung anzugreifen.

305

mögliche folgeaktionen Mögliche Folgeaktionen nach dem Binden des Gegners dienen dazu, dem Zug optimale Voraussetzungen für weitere Aktionen zu schaffen. Sie können umfassen: a. nachrichtenbeschaffung über den Gegner (mit Fusspatrouillen oder durch Beobachtung), um herauszufinden, wie stark dieser ist und was seine Absicht sein könnte; b. besetzen von wichtigen Geländeteilen, die Aktionen des Zuges entscheidend sein können (dominierende hügel, entscheidende Strassenkreuzungen oder Durchgänge).

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306

kontakt mit dem Gegner suchen Eine spezielle Form des Begegungsgefechts ergibt sich aus dem gezielten Vorgehen gegen einen vermuteten Gegner. Dieses erfolgt im Bewusstsein, irgendwo auf diesen zu treffen und damit das Gefecht eröffnen zu müssen. Die Gruppe rückt so lange vor, bis sie auf Gegner trifft (meistens in Y-Formation oder Kolonne), um dann gezielt mit zwei Trupps in Feuer und Bewegung überzugehen.

8.6
307

üBerfall

definition überfälle sind kurze, überraschende Feuerschläge aus meist improvisierten Stellungsräumen, die mit den Schlüsselwaffen der Gruppe geführt werden (Bordwaffe des Gruppenfahrzeuges, leichte Maschinengewehre, Panzerabwehrwaffen). Die anderen Waffen der Gruppe werden während dem überfall zum Schutz der Schlüsselwaffen eingesetzt (360°-Sicherung). überfälle ergeben sich oft aus Begegnungsgefechten heraus, indem ein mit Feuer gebundener Gegner gezielt aus der Flanke vernichtet oder für einen anschliessenden Stoss geschwächt wird.

308

leistungsprofil der Gruppe Eine Gruppe kann a. in einem zugewiesenen Feuerraum nach kurzer Vorbereitung Fahrzeuge oder andere Ziele des Gegners überfallartig neutralisieren / vernichten; b. Schlüsselwaffen unter dem Schutz der andern Gruppenwaffen zum Einsatz bringen und sich dabei Rücken und Flanken schützen; c. sich nach der Aktion mit Feuer und Bewegung wieder zurückziehen oder den Standort halten.

zu vernichtendes Ziel Schutz gegen Waffen aus dem Feuerraum

Einsatz der Schlüsselwaffe

mögliche Wechselstellung

Schutz Flanke / Rücken

rasches Erkennen möglicher Stellungsräume

absetzen oder Standort halten

141

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309

rasches erkennen des stellungsraums Um die überraschung im überfallziel zu gewährleisten, wird der Stellungsraum so spät als möglich bezogen. Das rasche Erkennen eines geeigneten Stellungsraums aus der Fahrt heraus ist der Schlüssel zum Erfolg eines überfalls. Dazu ist es nötig, dass der Gruppenführer bereits in der Annäherung Blick ins Gelände hat (beispielsweise aus geöffneten Lucken im hinteren Teil des Gruppenfahrzeugs).

310

Gruppenorganisation Auf Stufe Gruppe übernimmt ein Trupp (im normalfall ALPhA mit dem Grupenführer) den eigentlichen Feuerüberfall (neutralisation des Gegners, Schutz der überfallwaffen gegen Beschuss aus dem Feuerraum), während der andere Trupp Rücken und Flanken schützt. Das Gruppenfahrzeug bleibt während dem ganzen überfall abfahrtbereit. Seine Bordwaffe ist entweder selbst Schlüsselwaffe im überfall oder schützt den Einsatz anderer Waffen gegen Beschuss aus dem Feuerraum. Um Schwergewichte zu bilden, ist es oft nötig, die Trupporganisation zu ändern und beispielsweise die Panzerabwehrwaffen oder die leichten Maschinengewehre in einem Trupp zusammenzufassen. schutz der schlüsselwaffen Für jeden überfall definiert der Gruppenführer die Schlüsselwaffen, die für die Auftragserfüllung nötig sind. nach Erreichen des Gruppenstellungsorts wird die Gruppe so organisiert, dass die Schlüsselwaffen rasch zum Einsatz kommen und während dem Einsatz gegen Beschutz aus dem Feuerraum geschützt sind. Für eine Gruppe gibt es grundsätzlich folgende Möglichkeiten: a. Werden Panzerabwehrwaffen zur Auftragserfüllung eingesetzt, übernehmen die Bordwaffe des Gruppenfahrzeugs oder die leichten Maschinengewehre deren Schutz; b. wird die schwere Bordwaffe des Gruppenfahrzeugs zur Auftragserfüllung eingesetzt, übernehmen die leichten Maschinengewehre deren Schutz. flanken- und rückenschutz nach Erreichen des Stellungsorts ist es entscheidend, diesen sofort gegen Angriffe / Beschuss aus der Flanke oder dem Rücken zu schützen. Der Gruppenführer setzt dazu einen Trupp ein. Der Schutz erfolgt durch beobachten und die Bereitschaft jederzeit mit Sturmgewehren, hand- und Gewehrgranaten das Gefecht aufzunehmen. Falls es die Einsatzregeln erlauben, kann der Schutz mit Richtladungen ergänzt werden. temporärer hinterhang Der überfall ist eine improvisierte Aktion. Damit gibt es beim Einsatz von Panzerabwehrwaffen keine garantierten hinterhangstellungen (Stellungen aus denen man nicht weiter sieht als man vernichten kann). Der hinterhang muss mit der weitreichenden, schweren Boardwaffe des Gruppenfahrzeugs temporär (zeitlich begrenzt) geschaffen werden. nach Auftragserfüllung muss die Stellung so rasch als möglich verlassen werden (Frage des Munitionsverbrauchs).

311

312

313

142

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314

feuereröffnung und feuerleitung Die Feuereröffnung muss für den Gegner überraschend erfolgen und wird durch den Gruppenführer befohlen. Der Gruppenführer beurteilt die Wirkung des Feuers, korrigiert dieses und legt dessen Dauer fest. Der Gruppenführer wählt seinen Standort während dem überfall bei den Schlüsselwaffen, welche die Auftragserfüllung garantieren. stoppen / Verlangsamen von fahrzeugen Oft ist es nötig, Fahrzeuge des Gegners zu verlangsamen oder zu stoppen, um den Erfolg des überfalls sicherzustellen. Dazu gibt es folgende Möglichkeiten: a. Andere Gruppen des Zuges übernehmen diese Aufgabe, indem sie beispielsweise bereits vorhandene hindernisse in Engnissen rasch schliessen, mitgeführte hindernisse rasch anbringen oder mittels Trichtersprengladungen die Strasse unterbrechen; b. die Gruppe muss diese Aufgabe selbst übernehmen. Dafür kann sie gegen normale oder nur leicht gepanzerte Fahrzeuge die schwere Bordwaffe des Gruppenfahrzeugs einsetzen. Die grosse Durchschlagskraft und Feuerdichte verlangsamen oder stoppen ein Fahrzeug mindestens temporär. Diese Lösung hat den nachteil, dass das Gruppenfahrzeug während dem überfall oft von der Gruppe getrennt eingesetzt werden muss, was Folgeaktionen erschwert. mögliche folgeaktionen Mögliche Folgeaktionen eines überfalls können sein: a. Rasches Absetzen nach der Auftragserfüllung; b. Bezug eines neuen Stellungsraumes, um einen weiteren überfall durchzuführen; c. Aufbau einer Feuerunterstützung für den Stoss einer andern Gruppe; d. Stoss, um den überfall auszunützen; f. halten des Standorts.

315

316

8.7
317

stOss

definition Unter einem Stoss versteht man das Vorrücken mit Feuer und Bewegung, um im Angriffsziel weitere Aufträge auszuführen (z B übergang in die Gebäudedurchsuchung) oder einen Gegner zu neutralisieren. Feuer (-unterstützung) heisst dabei primär «schiessbereit» sein und erst in zweiter Priorität «schiessen». Der Stoss kommt zum Tragen, wenn Feuer / Waffen an den Gegner herangetragen werden müssen und dieser nicht auf grössere Distanz im überfall mit Abstandswaffen vernichtet werden kann. Im Angriffsziel kommen oft nahkampfwaffen wie Irritationskörper / handgranaten zum Einsatz.

143

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318

leistungsprofil der Gruppe Eine Gruppe kann a. sich mit Feuer (-bereitschaft) und Bewegung in ein Angriffsziel verschieben; b. sich an einen Gegner annähern und diesen im nahbereich vernichten; c. einen Geländeteil durchsuchen oder säubern; d. eine Feuerunterstützung für den Stoss einer anderen Gruppe aufbauen und über eine bestimmte Zeitdauer aufrechterhalten.

Vierertrupp

Feuerraumbegrenzung Bordwaffe

319

eigengefährdung Dem Vorgehen mit Feuer und Bewegung sind dort Grenzen gesetzt, wo durch das Vorbei- oder überschiessen sowie den Splitterwurf eigener Unterstützungswaffen eine Gefährdung der eigenen Leute entsteht. Der Gruppenführer muss deshalb Feuer und Bewegung koordinieren und in der Lage sein, Auftragserfüllung und Eigengefährdung gegeneinander abzuwägen. aufgesessener stoss Der aufgesessene Stoss ist die einfachste und rascheste Art, auf nahkampfdistanz an den Gegner heranzukommen. Die Gruppe verschiebt splittergeschützt unter der Feuerunterstützung des eigenen Gruppenfahrzeugs (ideal bei der Annäherung an eine Gebäudefassade). Der aufgesessene Stoss kann eingeleitet werden durch einen Feuerstoss der Bordwaffe ins Angriffsziel. Das Schiessen mit der Bordwaffe aus der Bewegung heraus hat den nachteil des Verlusts an Treffgenauigkeit.

320

144

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321

abgesessener stoss der ganzen Gruppe Eine Gruppe benötigt die Feuerunterstützung einer andern Gruppe des Zuges oder der Bordwaffe des eigenen Gruppenfahrzeugs, um geschlossen abgesessen zu stossen. Die Wahl der Gefechtsformation hängt vom Gelände ab und bestimmt wesentlich den Moment, in dem die Gruppe wegen der Eigengefährdung gezwungen wird, sich truppweise zu unterstützen. Variante 1: Stoss in Y-Formation (beide Trupps hintereinander, vorderer Trupp Y-Formation, hinterer Trupp Kolonne) Diese Formation hat den Vorteil, dass der Angriffsstreifen (linke und rechte Begrenzung des Geländeteils, der für den Stoss benötigt wird) schmal gehalten wird und damit viel Raum für den Einsatz der Bordwaffenunterstützung des Gruppenfahrzeugs bleibt. Die Gruppe ist in dieser Formation gut führbar, da die Trupps hintereinander stossen. Die Bewegung erfolgt nach dem Prinzip «stossen, bis man auf Gegner trifft». Bei Feindkontakt ist es sofort möglich, in Linie überzugehen und damit das Feuer gegen vorne zu konzentrieren. Variante 2: Stoss in Linie (beide Trupps nebeneinander Diese Formation hat den Vorteil, dass während des ganzen Stosses sofort viel Feuer nach vorne zur Verfügung steht. Die Linie ist die ideale Formation, um ein Gelände zu durchsuchen oder zu säubern. nachteile sind die schlechtere Führbarkeit sowie die Einengung des Feuerraums für die unterstützende Bordwaffe des Gruppenfahrzeugs.

322

abgesessener stoss truppweise Die Gruppe muss in den truppweisen Stoss übergehen, sobald die Eigengefährdung durch die unterstützende Bordwaffe des Gruppenfahrzeugs zu gross wird. Der Gruppenführer koordiniert das überschlagende Vorgehen seiner beiden Trupps. feuerunterstützung für eine andere Gruppe Beim Aufbau und dem Aufrechterhalten einer Feuerunterstützung für den Stoss einer andern Gruppe des Zuges geht es darum, den Feuerraum so aufzuteilen, dass die drei Trupps der Gruppe klar zugewiesene Feuersektoren haben. In jedem Sektor führt der Truppchef das Feuer (Leuchtspur, Stimme). Der Gruppenführer kann das Feuer der ganzen Gruppe zusammenfassen oder mit dem Feuer der Bordwaffe und der leichten Maschinengewehre Schwergewichte bilden. mögliche folgeaktionen Mögliche Folgeaktionen eines Stosses am Angriffsziel können sein: a. nachziehen des Gruppenfahrzeugs und halten des Standorts; b. übergang in die Gebäude- / Geländedurchsuchung; c. Aufbau einer Feuerunterstützung für den Stoss einer andern Gruppe des Zuges.

323

324

145

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Grundschulung (GS 07)

146

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Grundschulung (GS 07)

anhanG 1 fOrmelle ausBildunG 1 1.1
325

fOrmelle ausBildunG des einzelnen Grundsätze

uniform und auftreten (nach dr 04 artikel 58 absatz 1) «Die Uniform ist Ausdruck der Zugehörigkeit zur Armee. Wer die Uniform trägt, repräsentiert die Truppe und ist deshalb zu korrektem Auftreten und Verhalten verpflichtet.» Verhalten und auftreten in der öffentlichkeit Korrektes und natürliches Auftreten und Verhalten in der öffentlichkeit helfen mit, Ansehen und Akzeptanz der Armee zu heben.

326

1.2
327

ruhnstellunG

allgemeines Die Ruhnstellung ist gekennzeichnet durch eine ruhige, aufrechte haltung, wobei nicht die Unbeweglichkeit gefordert wird. Der Kopf ist in der Regel zum Vorgesetzten zu drehen. anwendung nach dem Anmelden bei einem Ranghöheren nimmt der Einzelne die Ruhnstellung ein. ausführung Ohne Waffe: – Front gegen Ranghöheren annehmen; – in leichter Grätschstellung aufrecht stehen; – Blick auf den Ranghöheren richten (Augenkontakt); – hände auf den Rücken (rechte hand umfasst linkes handgelenk, linke hand geschlossen).

328

329

147

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Grundschulung (GS 07)

Mit Sturmgewehr:
Waffe vorgehängt Waffe angehängt Waffe untergehängt

– Kolben eingeklappt – Hände auf den Rücken.

– Kolben eingeklappt, Lauf nach unten – rechte Hand fasst Riemen, Unterarm horizontal – linken Arm und linke Hand strecken, an den Körper anlegen

– Kolben ausgeklappt, Lauf nach unten – Arme und Hände strecken, an den Körper anlegen

Mit Korpswaffen, Geräten, Werkzeugen, Packungen usw: ruhige, aufgerichtete haltung einnehmen und Kopf zum Vorgesetzten drehen.

1.3
330

aChtunGstellunG

allgemeines Die Achtungstellung ist gekennzeichnet durch: – geschlossene Absätze; – aufgerichtete haltung, Kopf geradeaus; – Unbeweglichkeit. Die Achtungsstellung ist eine Präsentierform. Anwendung: – beim An- und Abmelden als Einzelner; – als Meldender eines Verbandes.

331

ausführung Ohne Waffe: – linken Fuss zum rechten Fuss stellen (Fusswinkel ca 60°); – Arme und hände strecken, an den Körper anlegen; – Oberkörper aufrichten; – Kopf geradeaus richten und unbeweglich bleiben.

148

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Grundschulung (GS 07)

Mit Sturmgewehr:
Waffe vorgehängt Waffe angehängt Waffe untergehängt

– Kolben eingeklappt – rechte Hand am Kolben, Daumen bündig mit Kolbenkappe – linken Arm und linke Hand strecken, an den Körper anlegen

– Kolben eingeklappt, Lauf nach unten – rechte Hand fasst Riemen, Unterarm horizontal – linken Arm und linke Hand strecken, an den Körper anlegen

– Kolben ausgeklappt, Lauf nach unten – Arme und Hände strecken, an den Körper anlegen

Mit Korpswaffen, Geräten, Werkzeugen, Packungen usw: Kopf geradeaus richten und aufgerichtete, unbewegliche haltung einnehmen.

1.4
332

GeWehrtraGarten
1 2 3 4

Gewehr vorhängen

Gewehre

vor-

hängen!

Kommando

– Kolben einklappen

– Spange am Tragriemen lösen und ausziehen

– Gewehr mit Lauf nach oben vorhängen

– Ruhnstellung einnehmen

Wenn es die Tätigkeit verlangt, kann das vorgehängte Gewehr auf den Rücken geschoben werden. (Kommando: «Gewehre hinterhängen!») 149

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Armhaltung beim Marschieren
in Formation im Freimarsch

– Auf Kommando: «Vorwärts!» die Waffe mit beiden Händen fassen – Rechte Hand am eingeklappten Kolben (Daumen über Ladegriff) – Linke Hand angelegt am oberen Ende des Handschutzes. – Auf Kommando, z B: «Zug – Halt!», wird beim letzten Schritt gleichzeitig die Ruhnstellung eingenommen

– Haltung und Bewegung von Armen und Händen werden frei gewählt

333

Gewehr anhängen

an-

Gewehre hängen!

1

2

3

4

Kommando

– Kolben einklappen

–Spange am Tragriemen lösen und ausziehen

– Gewehr mit Lauf nach unten über rechte Schulter anhängen

– Mit rechter Hand Riemen fassen, Unterarm horizontal

150

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Grundschulung (GS 07)

334

Gewehr unterhängen
1 2 3

Gewehre unterhängen!

Kommando

– Kolben ausklappen

– Haken des Tragriemens beim Kornträger lösen und am Kolben einhängen

– Waffe mit Lauf nach unten quer über die linke Schulter anhängen

hinweise: – Tragart für erhöhte Bereitschaft der Waffe; – Länge des Tragriemens so einstellen, dass in allen Gefechtsanschlägen geschossen werden kann; – die Stellung der rechten und linken hand ergibt sich aus der im Moment auszuführenden Tätigkeit; – Linkshänder tragen den Tragriemen quer über die rechte Schulter.

151

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335

Gewehr abstellen / ablegen

Gewehre abstellen!

1

2

3

Kommando

– Mit linker Hand Gewehr leicht abheben – Rechten Arm zwischen Gewehr und Tragriemen durchführen diesen fassen und über den Kopf heben

– Kolben ausklappen

– Gewehr mit Magazin auf Höhe der rechten Fussspitze auf Zweibeinstütze abstellen – Pistolengriff nach rechts – Gewehrtragriemen bleibt in Tragposition oder Gewehr mit eingeklappter Zweibeinstütze ablegen.

Wird das Gewehr auf den Boden gelegt, schaut das Magazin nach rechts (Kommando: «Gewehre ablegen!»). 336 Gewehr ergreifen

Gewehre ergreifen!

1

2

Kommando

– Gewehr mit rechter Hand ergreifen

– Nötigenfalls Zweibeinstütze einklappen

152

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Grundschulung (GS 07)

1.5
337

Gruss

allgemeines (nach dr 04 artikel 59, absätze 1 bis 4, 6 und 7) «1Die militärischen Formen sind Ausdruck der Zusammengehörigkeit und der militärischen Ordnung.» «2Wer Ranghöhere oder Vorgesetzte anspricht oder von diesen angesprochen wird, grüsst und meldet sich an. Wenn beide einander mit namen kennen, genügt der militärische Gruss.» «3Ausserdem grüssen sich Angehörige der Armee in Situationen, in welchen das Grüssen auch im zivilen Leben üblich ist.» «4Geschlossene Verbände grüssen Ranghöhere und Vorgesetzte. Verbände und Einrichtungen werden den Vorgesetzten und den Kontrollorganen gemeldet.» «6Bei besonderen Anlässen wie offiziellen Feiern, internationalen Wettkämpfen und Empfängen können die militärischen Formen besonders geregelt werden.» «7Wo Bestimmungen für militärische Formen fehlen, gelten die Regeln der zivilen höflichkeit.» Gruss an Ort
ohne Waffe Waffe vorgehängt Waffe angehängt

338

– Front gegen Ranghöheren annehmen – Oberkörper aufrichten, Grätschstellung, Augenkontakt aufnehmen – Linken Arm zwanglos an Körper anlegen; bei freier rechter Hand wie folgt durch Handanlegen grüssen: 1. die Finger der rechten Hand strecken und zusammenschliessen; 2. die rechte Hand oberhalb der Schläfe an den Kopf, Mützen-, Béret- oder äusseren Helmrand anlegen – Die ursprüngliche Haltung wieder einnehmen.

– Bei angehängtem Stgw wird ohne Handanlegen gegrüsst.

Wer nicht bereits steht oder geht, erhebt sich zum Gruss. Wo Aufstehen oder handanlegen den Umständen nicht angemessen ist, z B in Restaurants, Eisenbahnzügen oder wo die hand zum Gruss nicht freigemacht werden kann, wird mit Worten, allenfalls mit Kopfnicken gegrüsst, z B: «Guten Tag, Hauptmann!».

153

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339

Gruss im Gehen
ohne Waffe Waffe angehängt
Guten Tag, Hauptmann!

ohne freie rechte Hand
Guten Tag, Hauptmann!

– Kopf zum Ranghöheren bzw Feldzeichen drehen; Augenkontakt herstellen – Bei freier rechter Hand wie folgt grüssen: 1. die Finger der rechten Hand strecken und zusammenschliessen; 2. die rechte Hand oberhalb der Schläfe an den Kopf, Mützen-, Béret- oder äusseren Helmrand anlegen – Nach Vorbeigehen die ursprüngliche Haltung wieder einnehmen

– Bei angehängtem Stgw wird ohne Handanlegen gegrüsst

– Wo die rechte Hand zum Gruss nicht frei gemacht werden kann, wird mit Worten, allenfalls mit Kopfnicken gegrüsst

340

Gruss von feldzeichen und bei nationalhymnen (nach dr 04 artikel 59, absatz 5) «Für die einzelnen Angehörigen der Armee besteht Grusspflicht: – gegenüber entfalteten Feldzeichen; – beim Erklingen der eigenen oder einer fremden nationalhymne im Rahmen von offiziellen Anlässen.» Zum Gruss wird die Achtungstellung eingenommen.

341

Besondere fälle Gruss des Fahrzeugführers und Radfahrers: – Lenkrad bzw. Lenkstange mit beiden händen halten; – Oberkörper aufrichten; – geradeaus schauen; – nach Vorbeifahrt am Ranghöheren die ursprüngliche haltung wieder einnehmen. Gruss des Beifahrers in Motorfahrzeugen: – ohne Waffe: die hände flach auf die Oberschenkel legen; mit Waffe: mit beiden händen die zwischen den Knien gehaltene Waffe auf Gurthöhe umfassen; – Oberkörper aufrichten und geradeaus schauen; – nach Vorbeifahrt am Ranghöheren die ursprüngliche haltung wieder einnehmen. 154

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1.6
342

an- und aBmelden

allgemeines (nach dr 04 artikel 59 absatz 2) «Wer Ranghöhere oder Vorgesetzte anspricht oder von diesen angesprochen wird, grüsst und meldet sich an. Wenn beide einander mit namen kennen, genügt der militärische Gruss.» anmelden
1 2 3
Leutnant, Soldat Huber

343

4

Ruhn!

– Front gegen Ranghöheren annehmen, Achtungstellung einnehmen

– Bei freier rechter Hand grüssen

– Nach Gruss sich anmelden

– Auf Kommando, bzw nach Erwiderung des Grusses oder – wenn diese ausbleiben – selbständig Ruhnstellung einnehmen

Beim Anmelden mit Gewehr bleibt dieses in der Regel vorgehängt. Wer den Grad des Anzusprechenden nicht erkennt (z B in der Dunkelheit), meldet sich nur mit eigenem Grad und namen oder eigener Funktion und Verbandszugehörigkeit an. Wer von einem Ranghöheren angesprochen wird: – mit Grad oder Funktion und namen, z B: «Füsilier Huber!», antwortet mit «Hier!»; – nur mit Grad oder Funktion, z B: «Wachtmeister!», antwortet z B: «Hauptmann, Wachtmeister Müller!». 344 melden im einsatz Im Einsatz erfolgt eine blosse Meldung über Funktion und Verbandszugehörigkeit Beispiele: – «Beobachtungsposten 16/1»; – «Meldeläufer Zug Schwarz!»; – «Rekrut Müller, Zug Schwarz, Pz Kp 3». Wer im Einsatz von einem Ranghöheren angesprochen wird, meldet sich an, ohne seine Stellung zu verändern.

155

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345

abmelden
1 2
Ich melde mich ab.

3

4

Ruhn!

– Front gegen Ranghöheren annehmen, Achtungstellung einnehmen

– Sich abmelden

– Bei freier rechter Hand grüssen

– Auf Kommando, bzw nach Erwiderung des Grusses oder – wenn diese ausbleiben – selbständig Ruhnstellung einnehmen und wegtreten

1.7

Verhalten in kOmmandOpOsten und persönliChen unterkunftsräumen

346

Verhalten in kommandoposten und persönlichen unterkunftsräumen An Türen allgemein zugänglicher Arbeitsräume und Kommandoposten wird, wenn nichts anderes angeschlagen ist, nicht angeklopft. Wer den Raum betritt, meldet sich bei jenem Ranghöheren an, den er zu sprechen wünscht. Will der Eintretende nur etwas holen oder bringen, ohne jemanden zu sprechen, so meldet er sich nicht an und grüsst auch nicht. An persönlichen Arbeitsräumen und an Unterkunftsräumen des Kaders hat jedermann anzuklopfen.

1.8
347

BefehlsempfanG

Befehlsempfang Wer einen mündlichen Befehl erhält, antwortet entweder: – «Verstanden»; damit bestätigt er, dass er begriffen hat, was der Vorgesetzte will; oder – «Nicht verstanden»; damit bringt er zum Ausdruck, dass er nicht begriffen hat, welches Verhalten von ihm erwartet wird, und dass er zusätzliche Erläuterungen braucht. Er verlässt den Vorgesetzten erst, wenn er darüber im Klaren ist, was er zu tun hat. Dies bestätigt er mit «Verstanden». Befehle, die nicht vor den Augen des Vorgesetzten ausgeführt werden, sind unaufgefordert zu wiederholen, z B: «Verstanden, ich melde meinem Gruppenführer, die Verschiebung beginne 0745!».

156

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2

fOrmelle ausBildunG des VerBandes

Die formelle Ausbildung des Verbandes (Zugschule) erfolgt in der Regel ohne Grundtrageinheit.

2.1
348

ruhnstellunG
Waffe vorgehängt

anwendung und ausführung
ohne Waffe

Die Ruhnstellung ist die normale Stellung des stehenden Verbandes. Sie wird auf Kommando, z B: «Zug, Ruhn!», eingenommen. Front des Verbandes beibehalten.

2.2
349

aChtunGstellunG
Waffe vorgehängt

anwendung und ausführung
ohne Waffe

Die Achtungstellung im Verband wird auf Kommando eingenommen, z B: «Zug Achtung!». Das Wort «Achtung» ist ohne besondere Betonung auszusprechen. 157

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

2.3
350

Gruss des VerBandes

Grusspflicht (nach dr 04 artikel 59 absatz 4) «Geschlossene Verbände grüssen Ranghöhere und Vorgesetzte. Verbände und Einrichtungen werden den Vorgesetzten und den Kontrollorganen gemeldet.» ausführung im feldschritt
1 2

351

Achtung rechts!

Zug Schwarz!

– Das Kommando wird auf den rechten Fuss gegeben – Alle Angehörigen des Verbandes drehen gleichzeitig den Kopf und richten den Blick auf den Ranghöheren oder Vorgesetzten (Augenkontakt)

– Der Führer des Verbandes grüsst bei freier rechter Hand mit Handanlegen und meldet den Verband ohne Anrede

Verhalten nach dem Grüssen: – nachdem das letzte Glied des Verbandes den Ranghöheren oder Vorgesetzten passiert hat, kommandiert der Führer des Verbandes: «Geradeaus – Marsch!»; – alle Angehörigen des Verbandes drehen den Kopf gleichzeitig wieder in Marschrichtung. 352 ausführung im freimarsch

Zug Schwarz!

– Der Führer grüsst bei freier rechter Hand mit Handanlegen und meldet den Verband ohne Anrede – Die Angehörigen des Verbandes grüssen einzeln mit Kopfdrehen und Blickkontakt – Nach dem Passieren wird der Kopf einzeln wieder in Marschrichtung gedreht

158

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2.4
353

melden VOn VerBänden und einriChtunGen

allgemeines Verbände und Einrichtungen sind unaufgefordert allen Ranghöheren oder Vorgesetzten und allen Kontrollorganen zu melden. Verbände und Einrichtungen werden mit reglementarischer Bezeichnung ohne Anrede gemeldet. In der Regel meldet der Führer des Verbandes oder derjenige, der den Ranghöheren oder Vorgesetzten oder das Kontrollorgan zuerst bemerkt. ausführung
1 2 3

354

Achtung!
– Verband in Achtungstellung kommandieren – ca. 3 Schritte vor den Ranghöheren oder Vorgesetzten treten – Achtungstellung – Bei freier rechter Hand grüssen

Zug Schwarz

4

Zug Schwarz, Infanteriekompanie 16/1

5

Ruhn!

6

Zug Schwarz

Ruhn!
– Verband melden – Nach Erwiderung des Grusses oder auf Kommando Ruhnstellung einnehmen und wegtreten

– Danach dem Verband Ruhnstellung kommandieren

159

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

Melden eines nicht geschlossenen Verbandes (z B Verband an der Arbeit, bei einer Pause):
Zug Schwarz, Infanteriekompanie 16/1

– Das Melden erfolgt durch denjenigen, der den Ranghöheren oder Vorgesetzten zuerst sieht – Der Verband setzt seine Tätigkeit fort, ohne Achtungstellung einzunehmen

Ein Verband kann auch in Achtungstellung gemeldet werden, wenn er nicht in einer geschlossenen Formation aufgestellt ist (z B Theoriesaal, in Daherformation im Gelände).
Zug Schwarz, Infanteriekompanie 16/1

Bei Detailinspektionen, zum Antritts- und zum hauptverlesen ist mit dem Bestand zu melden, z B: «Infanteriekompanie 16/1, Bestand 152, anwesend 148, 1 Mann Büro, 3 Mann Krankenzimmer!». 355 melden ab motorfahrzeugen Das Melden geschieht, ausgenommen beim Defilieren, durch den Wagenchef bzw Beifahrer neben dem Fahrzeugführer. Es kann durch lautes Zurufen der Einheitszugehörigkeit, hochhalten beschrifteter Tafeln oder durch andere geeignete Mittel erfolgen. Beispiele: «Spitze 16/1!»; «Schluss 36/1!». abmelden eines geschlossenen Verbandes Der Meldende geht wie folgt vor: – dem Verband Achtungstellung kommandieren; – ca 3 Schritte vor den Ranghöheren treten; Achtungstellung einnehmen; – den Verband abmelden, z B: «Melde Zug Schwarz ab!»; bei freier rechter hand grüssen; – nach Erwiderung des Grusses ursprüngliche haltung wieder einnehmen; – dem Verband Ruhnstellung kommandieren. 160

356

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

2.5
357

BesammlunG
Abstand zwischen Gliedern

richten, eindecken
Zwischenraum erstellen

Grundsätzliches: – einzelne Glieder werden nach der Grösse und in der Seite nach rechts gerichtet; dabei wird auch der Zwischenraum erstellt; – bei mehreren Gliedern wird zudem der Abstand erstellt; er beträgt 1 Meter von Absatz zu Absatz bzw von Packung zu Packung. Der Zwischenraum wird wie folgt erstellt: – gestreckten linken Unterarm mit gestreckter hand und mit gespreiztem Daumen in die hüfte stützen; – den linken Ellbogen parallel zur Front seitlich stellen; – mit angelegtem rechtem Arm bis zur Tuchfühlung an den Ellbogen des nebenmannes rechts aufschliessen; – Absätze zusammenstellen. Richten im vordersten Glied: – alle stellen den Zwischenraum her; – der Flügelmann rechts schaut geradeaus, die anderen blicken nach rechts und richten nach den Absätzen; – wenn die Richtung stimmt, drehen alle selbständig den Kopf geradeaus und bleiben ruhig stehen. Richten und Eindecken in den nachfolgenden Gliedern: – der Flügelmann rechts erstellt den Abstand zum Vordermann, schaut geradeaus und deckt sich ein; – alle erstellen den Zwischenraum und decken sich dadurch grob ein, dann blicken sie nach rechts und richten; – wenn die Richtung stimmt, drehen alle selbständig den Kopf geradeaus, decken sich durch minime Standortverschiebungen fein ein und bleiben ruhig stehen. nach dem Kommando «Zug – Ruhn!» Ruhnstellung einnehmen und den Kopf zum Kommandierenden drehen.

161

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

Kommando für Besammlungen – Beispiel: «Zug Schwarz – in Viererkolonne – Sammlung!» Vorbereitungskommando – Anrede des Verbandes – Front (sofern nicht durch den Standort des Kommandierenden gegeben) – Formation – Schrittart (wird nur befohlen, wenn die Besammlung nicht im Laufschritt erfolgen soll) – auf das Vorbereitungskommando (z B:«in Viererkolonne») wird das vorgehängte Stgw mit beiden händen gefasst Ausführungskommando – auf das Ausführungskommando (z B: «Sammlung») erreicht der Zug im Laufschritt den neuen Standort – der Flügelmann rechts stellt sich 3 m vor dem Vorgesetzten auf und nimmt die Front ab – die anderen nehmen unverzüglich ihren Standort ein, richten und decken ein – sobald gerichtet und eingedeckt ist, kommandiert der Vorgesetzte: «Zug – Ruhn!»

2.6
358 ein Glied

fOrmatiOnen

auf ein Glied

Gruppe Müller

Sammlung!

3m
– Kommando – Die Angehörigen der Armee sind nebeneinander von rechts nach links nach Grad oder Funktion und Grösse geordnet – Im Zugsverband ist der Zugführer-Stellvertreter Flügelmann rechts, anschliessend kommen die anderen Unteroffiziere, dann die Mannschaft

162

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

359

zwei Glieder
Zug Schwarz

Sammlung!
3m

auf zwo Glieder

1m

– Kommando

– Die Angehörigen der Armee sind neben- und hintereinander der Grösse nach geordnet – Im Zugsverband stehen die Unteroffiziere im ersten Glied – Wenn nötig (ungerade Anzahl im Verband) wird der zweitletzte Platz im hinteren Glied offen gelassen

360

einerkolonne
Gruppe Müller

Sammlung!

in Einerkolonne

– Kommando

– Die Angehörigen der Armee sind hintereinander nach Grad oder Funktion und Grösse geordnet – Im Zugsverband steht der Zugführer-Stellvertreter an der Spitze, anschliessend kommen die anderen Unteroffiziere, dann folgt die Mannschaft

163

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

361

zweierkolonne
Zug Schwarz

Sammlung!

in Zwoerkolonne

3m
– Kommando

1m

– Die Leute sind hinter- und nebeneinander nach Grad oder Funktion und Grösse geordnet – Im Zugsverband stehen die Unteroffiziere an der Spitze, anschliessend kommt die Mannschaft – Wenn nötig (ungerade Anzahl im Verband), den zweitletzten Platz in der linken Kolonne offen lassen

362

Viererkolonne
Zug Schwarz

in Viererkolonne

Sammlung!
3m

– Kommando

– Die Leute sind der Grösse nach geordnet, Unteroffiziere im ersten und evtl im zweiten Glied – Wenn nötig, werden im hintersten Glied der Platz in der dritten oder die Plätze in der zweiten und dritten Kolonne offen gelassen

164

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

363

linie

20m

3m

Kompanie in Linien: 3. Zug, Kdo Zug, 1., 2. Zug
– Kommando

Sammlung!

3m

– Die Züge stehen auf zwei Gliedern nebeneinander mit 3 m Zwischenraum von Zug zu Zug – Der Einheitskommandant steht 20 m vor der Mitte der Einheit, die Zugführer 3 m vor der Mitte ihrer Züge, Einheitsfeldweibel und Einheitsfourier sind im Kommandozug eingetreten – Nur der Einheitskommandant befiehlt. Die Zugführer beschleunigen die Besammlung durch ihr Beispiel und durch Zeichengebung – Wenn die Reihenfolge der Züge nicht befohlen wird, gilt: Kdo Zug, 1.–5. Zug

364

kolonnenlinie

20m

3m

Kompanie in Kolonnenlinien: Kdo Zug, 3., 1., 2. Zug Sammlung!
– Kommando

3m

– Die Züge stehen nebeneinander in Viererkolonne mit 3 m Zwischenraum von Zug zu Zug – Der Einheitskommandant steht 20 m vor der Mitte der Einheit, die Zugführer 3 m vor der Mitte ihrer Züge. Einheitsfeldweibel und Einheitsfourier sind im Kommandozug eingetreten – Nur der Einheitskommandant befiehlt. Die Zugführer beschleunigen die Besammlung durch ihr Beispiel und durch Zeichengebung – Wenn die Reihenfolge der Züge nicht befohlen wird, gilt: Kdo Zug, 1. – 5. Zug

165

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

365

harstformation
Kompanie

in Zwölferkolonne Sammlung!

– Kommando

– Sie wird in Achter-, Zwölfer- oder Sechzehnerkolonne, im Freischritt, gebildet – Wenn die Platzverhältnisse es erlauben, werden ungefähr gleich starke Glieder und Kolonnen gebildet – Innerhalb der Formation wird der Grösse nach geordnet – Offiziere und Unteroffiziere stehen im ersten Glied, in der äussersten Kolonne rechts und allenfalls im zweiten Glied – Das letzte Glied kann unvollständig sein. Es wird von rechts nach links aufgeschlossen

366

daherformation

Zug daher!

– Kommando

– Der Verband steht halbkreisförmig in Ruhnstellung vor dem Vorgesetzten, Kader am rechten Flügel – Die Aufstellung ist abhängig von der Grösse der Formation, sie ist dem Gelände anzupassen – Die Daherformation ist keine Besammlung. Es wird nicht gerichtet; es sollen jedoch alle Armeeangehörigen den Vorgesetzten sehen

166

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

2.7
367

sChrittarten

feldschritt a. Vor der Inmarschsetzung eines Verbandes ist nötigenfalls die Waffentragart zu befehlen. b. Kommando für das Anmarschieren, z B: «Zug – vorwärts – Marsch!». c. Auf das Vorbereitungskommando «Vorwärts» werden Kopf und Blick geradeaus gerichtet. d. Auf das Ausführungskommando «Marsch» wird mit dem linken Fuss aus der Ruhnstellung angeschritten. e. Der Anschritt soll betont erfolgen. Die Schrittlänge beträgt 70 – 80 cm, das Marschtempo ca 120 Schritte in der Minute. Es soll aufrecht, mit Blick geradeaus, marschiert werden. f. Werden keine Stgw getragen, sind die Arme natürlich, vor dem Körper bis Brusthöhe, hinten schräg auswärts zu schwingen. Die hände sind dabei entspannt und die Finger geschlossen zu halten. g. Der Flügelmann rechts ist für das Einhalten der Marschrichtung verantwortlich. h. Kommando zum Anhalten, z B: «Zug – Halt!». Das Kommando ist beim Aufsetzen des linken Fusses zu geben. nach dem Ausführungskommando «Halt!» wird mit dem rechten Fuss noch ein Schritt vorwärts gemacht; mit dem linken Fuss wird ebenfalls noch ein Schritt vorwärts gemacht, aber nur bis auf die gleiche höhe wie der rechte Fuss. nach dem Anhalten wird Ruhnstellung eingenommen. freimarsch a. Kommando für das Abmarschieren, z B: «Zug – Freimarsch – abmarschieren!». b. Im Freimarsch wird nicht im Schritt marschiert. Das Marschtempo ist dem Gelände bzw den Traglasten anzupassen. c. Waffentragart und Marscherleichterung werden durch den Führer des Verbandes angeordnet. d. Für den übergang in den Feldschritt oder Laufschritt muss zuerst angehalten werden. Kommando zum Anhalten aus dem Freimarsch, z B: «Zug – anhalten!». laufschritt a. Kommando: «Zug – Laufschritt – Marsch!». b. Die vorgehängte Waffe wird mit beiden händen gefasst, rechte hand am Kolben, linke hand vorne am handschutz. c. Bewegt sich der Verband ohne Waffe, sind die Arme anzuwinkeln. d. Das Tempo beträgt 160–170 Schritte in der Minute. e. Für den übergang Laufschritt – Feldschritt lautet das Kommando «Feldschritt – Marsch!», der übergang erfolgt in 4 Schritten. Angehalten wird nur aus dem Feldschritt; z B «Zug – Halt»

368

369

167

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

2.8
370

BeWeGunGen

kleine Verschiebungen Für kleine Verschiebungen wird kommandiert, z B: «Zug Schwarz – vortreten / zurücktreten / rechts treten / links treten – Marsch!» – «Halt!» oder: «Zug Schwarz – Frontwechsel rechts – umgekehrte Front – Sammlung!» Am neuen Standort ist die Ruhnstellung mit Front zum Vorgesetzten einzunehmen.

371

drehungen a Kommando für die Vierteldrehung: «Rechts (links) – um!». b. Kommando für die halbe Drehung: «Rechts (links) um – kehrt!». c. Die Drehungen sind immer auf dem entsprechenden Standfuss auszuführen. frontwechsel Frontwechsel werden im stehenden Verband ausgeführt. Frontwechsel auf Richtpunkt
Zug Schwarz
1 2 3

372

Front Fahnenstange Sammlung!

Frontwechsel rechts

1

2

3

4

1

1

2

3

4

2

3

4

1

2

3
4
1 2

1

1 2

2 3 4

3

3

4

4

– Kommando

– Der innere Flügelmann dreht an Ort auf den befohlenen Richtpunkt – Der Verband eilt wie bei einer Besammlung an den neuen Standort und richtet wieder

Frontwechsel umgekehrte Front a. Kommando: «Zug Schwarz – Frontwechsel rechts (links) – umgekehrte Front – Sammlung!»; b. Ausführung: der Verband dreht sich um seinen Mittelpunkt und steht am Schluss auf dem gleichen Platz, hat jedoch die Front um 180° gewechselt.

168

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

373

richtungsänderungen Richtungsänderung um 90° a. Kommando: «Richtung – rechts (links)!»; b. Ausführung: in der Zweierkolonne dreht sich der innere Flügelmann in 2 Schritten an Ort um den Wendepunkt (bei Viererkolonne in 4 Schritten, bei Achterkolonne in 8 Schritten). Die übrigen Leute folgen im Glied mit platz- und wendegerechten Schrittlängen der Drehung des Flügelmannes. Richtung und Zwischenräume werden beibehalten. Es wird gliederweise in der neuen Richtung mit einem Anschritt weitermarschiert.
2

Richtungsänderung um 180°

rechts!

Zwomal Richtung

–Kommando

– Ausführung wie bei der Richtungsänderung um 90°, jedoch in 4, 8 bzw 16 Schritten

Vorbereitungs- und Ausführungskommandos sind auf das Abstellen des linken Fusses zu erteilen. 374 formationsänderungen Aus der abmarschierenden Viererkolonne kann die Zweierkolonne und aus dieser die Einerkolonne gebildet werden:

In Zwoerkolonne Marsch!
oder:

1

2

3

1
4

In Einerkolonne Marsch!

2

4

4

1

2

3

4

1

3 2

2

4

4

1

4 2

– Kommando

– Die Formationsänderung erfolgt, indem der linke Trupp (bzw der linke Mann) jedes Gliedes nach rechts einschwenkt

169

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

Aus der abmarschierenden Einerkolonne kann die Zweierkolonne und aus dieser die Viererkolonne gebildet werden:

In Zwoerkolonne Marsch!
oder:

1

2

3

4

1

2

4

In Viererkolonne Marsch!

2

4

1

4 2

1

3 2

1

4

2

3

4

4

– Kommando

– Die Formationsänderung erfolgt, indem der hintere Trupp (bzw der hintere Mann) auf die Höhe des vorderen Trupps bzw des Vordermannes) links aufmarschiert – Auf Kommando «Spitze – kurz!» tritt die Spitze kurz, bis die neue Formation gebildet ist – Dann wird mit dem Kommando «Feldschritt – Marsch!» die Fortsetzung der Bewegung, mit dem Kommando, z B: «Zug – Halt!», das Anhalten des Verbandes befohlen

170

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

3 3.1
375

BesOndere anlässe inspektiOn

aufstellung der einheit zur inspektion

Material Zug 4 Zug 3 Zug 2 Kdo Zug Zug 1

10m
– Die Einheit ist auf zwei Glieder aufzustellen, Abstand zwischen den Gliedern 10 m. Bei ungünstigen Platzverhältnissen kann der Abstand entsprechend verkürzt werden – Reihenfolge der Züge: Kdo Zug, 1. Zug, 2. Zug usw – Zugführer und Unteroffiziere stehen im ersten Glied am rechten Flügel ihres Zuges. Das erste Glied ist vollständig; zwischen den einzelnen Zügen besteht kein Zwischenraum. Im zweiten Glied bleibt der Platz hinter dem Zugführer frei; es wird nach rechts aufgeschlossen – Die vom Inspizierenden befohlenen Fahrzeuge, Pferde, Kollektivwaffen, Geräte und Packungen werden je nach den Platzverhältnissen hinter oder neben der Truppe aufgestellt bzw abgelegt

171

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

3.2.
376

defilieren

defilieren einer einheit im harst

– Im Harst defiliert die Einheit im Feldschritt – Die Waffen werden vorgehängt getragen. Bei uneinheitlicher Bewaffnung ist die Waffenreihenfolge zu befehlen – Kommandos: «Zum Defilieren – vorwärts – Marsch!»; «Achtung rechts!»; «Geradeaus – Marsch!»; «Kompanie – Halt!» – Die Kommandos sind wenn nötig mit Zeichen der erhobenen Hand zu verdeutlichen – Der Flügelmann rechts schaut beim Gruss geradeaus – Nur der Kommandant des defilierenden Verbandes grüsst mit Handanlegen – Das Kommando «Achtung rechts!» hat auf eine Distanz von 10 – 20 m vor dem Inspizierenden zu erfolgen – Das Kommando «Geradeaus – Marsch!» erfolgt, wenn das letzte Glied des Verbandes den Inspizierenden passiert hat

377

defilieren mehrerer einheiten a. Der Verband defiliert in der Regel einheitsweise in Viererkolonne oder im harst, mit Kampfausrüstung und im Feldschritt. b. Der Inspizierende kann Besonderheiten vorschreiben. c. Das Kommando zum Abmarsch und zum Gruss wird durch den Einheitskommandanten gegeben und allenfalls mit Zeichen verdeutlicht. d. Mechanisierte Truppen defilieren sinngemäss nach Anordnung des Inspizierenden. e. Die Trainpferde werden reihenweise in Kolonne bzw harstbreite geführt. Gruss ab motorfahrzeugen beim defilieren Ablauf beim Grüssen: a. Kommando: «Achtung – Gruss!»; b. Oberkörper aufrichten und geradeaus schauen; c. haltung der hände: 1. mit beiden händen die zwischen den Knien gehaltene Waffe auf Schulterhöhe fassen, rechte hand oben; den rechten Arm bis in die Waagrechte anheben; 2. wenn keine Waffe gehalten wird, die hände flach auf die Oberschenkel legen. Auf das Kommando «Ruhn!» wird die ursprüngliche haltung eingenommen. Fahrer und Beifahrer grüssen sinngemäss. 172

378

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

anhanG 2 kleine sChiesslehre sturmGeWehr
379 flugbahn Das Geschoss verlässt den Lauf mit einer bestimmten Anfangsgeschwindigkeit. Ohne Einfluss weiterer Kräfte würde es sich ohne Richtungsänderung mit gleichbleibender Geschwindigkeit fortbewegen. Im Bereich der Erdatmosphäre wirken vor allem zwei Kräfte, welche die Flugbahn beeinflussen: a. Die Schwerkraft zieht das Geschoss nach unten; b. Der Luftwiderstand verursacht eine Abnahme der Geschossgeschwindigkeit. Die Zielvorrichtungen von Waffen berücksichtigen diese beiden Einflüsse.

Luftwiderstand
g Flu bah n

Schwerkraft

Waffe Schussdistanz Ziellinie

380

kampfvisier Das Kampfvisier beim Sturmgewehr ist das Visier «weiss 2». Mit ihm trifft der Schütze mit einer eingeschossenen Waffe jedes Ziel zwischen 0 und 300m im ersten Schuss (haltepunkt mitte). Ab 300m muss beim Schiessen mit Kampfvisier der haltepunkt angepasst (höher zielen) oder das Visier der Distanz entsprechend eingestellt werden. streuung Werden mit einer Waffe unter gleichen Bedingungen mehrere Schüsse auf das gleiche Ziel geschossen, so folgen die einzelnen Geschosse nicht alle derselben Flugbahn. Dieses nichtzusammenfallen der einzelnen Flugbahnen nennt man Streuung. Die Streuung für die verschiedenen Feuerarten des Sturmgewehrs beträgt:
feuerart Einzelfeuer rasches Einzelfeuer Seriefeuer streuung 1 ‰ der Schussdistanz 2 ‰ der Schussdistanz 4 ‰ der Schussdistanz bei 200m 20x20cm 40x40cm 80x80cm bei 300m 30x30cm 60x60cm 120x120cm

381

173

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

anhanG 3 internatiOnale BuChstaBiertaBelle

a B C d e f G h i J k l m n O p Q r s t u V W X Y z

Alfa Bravo Charlie Delta Echo Foxtrott Golf Hotel India Juliett Kilo Lima Mike November Oscar Papa Quebec Romeo Sierra Tango Uniform Victor Whisky X-Ray Yankee Zulu

ä ö ü

Alfa-Echo Oscar-Echo Uniform-Echo

1 2 3 4 5 6 7 8 9 0

one two three four five six seven eight niner zero

174

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

anhanG 4 truppenGattunGs- und GradaBzeiChen
Gradabzeichen
Soldat (Sdt) Gefreiter (Gfr) Obergefreiter (Obgfr) Korporal (Kpl) Wachtmeister (Wm) Oberwachtmeister (Obwm) Fourier (Four) Feldweibel (Fw) hauptfeldweibel (hptfw) Adjutant (Adj) Stabsadjutant (Stabsadj) hauptadjutant (hptadj) Chefadjutant (Chefadj) Leutnant (Lt) Oberleutnant (Oblt) hauptmann (hptm) Major (Maj) Oberstleutnant (Oberstlt) Oberst

truppengattungsabzeichen / dienste
Infanterie (Inf) Panzertruppen (Pz) Artillerie (Art) Fliegertruppen (Fl) Fliegerabwehrtruppen (Flab) Genietruppen (G) übermittlungstruppen/ Führungsunterstützung (Uem/FU) Rettungstruppen (Rttg) Logistiktruppen (Log) Sanitätstruppen (San) Militärische Sicherheit (Mil Sich) ABC-Abwehrtruppen (ABC Abw) Generalstab (GST) Militärischer nachrichtendienst (Mil nD) Militärjustiz (MJ) Armeeseelsorge (AS) Territorialdienst (Ter D) Bereitschaftsdienst (Ber D) Rotkreuzdienst (RKD) Sport

Fachoffizier (Fachof) Brigadier (Br) Divisionär (Div) Korpskommandant (KKdt) General

Militärspiel

höhere Stabsoffiziere (hSO)

175

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

anhanG 5 hellWerden und einnaChten
(Mittlere Zeiten für Bern)
datum Januar 1. 11. 21. 31. februar märz 10. 20. 2. 12. 22. 1. 11. 21. 1. 11. 21. 31. 10. 20. 30. 10. 20. 30. 9. 19. 29. 8. 18. 28. 8. 18. 28. 7. 17. 27. 7. 17. 27. hellwerden 0735 0733 0728 0719 0708 0653 0638 0622 0606 sonnenaufgang 0816 0814 0808 0757 0744 0728 0710 0651 0631 sonnenuntergang 1651 1702 1715 1730 1745 1801 1815 1830 1845 einnachten 1728 1741 1753 1809 1820 1834 1846 1858 1910

april

mai

0706 0642 0624 0605 0548 0534 0522 0510 0506 0505 0509 0516 0526 0541 0553 0605 0620 0631 0645 0658 0709 0722 0738

0731 0711 0651 0633 0616 0601 0548 0540 0535 0538 0538 0545 0555 0606 0619 0632 0645 0658 0711 0724 0738 0752 0806

1945 1958 2012 2026 2039 2052 2105 2115 2123 2128 2129 2125 2117 2106 2051 2034 2016 1957 1937 1917 1857 1838 1821

2010 2026 2038 2051 2106 2119 2131 2145 2152 2157 2157 2154 2146 2131 2118 2102 2040 2023 2003 1941 1925 1918 1850

Juni

Juli

august

september

Oktober

november

dezember

0638 0649 0701 0715 0724 0730 0735

0706 0721 0736 0750 0802 0811 0816

1721 1706 1654 1645 1641 1642 1647

1750 1739 1730 1723 1722 1724 1728

Zeitumstellung: letzter Sonntag im März resp letzter Sonntag im Oktober. 176

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

anhanG 6 BereitsChaftsGrade telematikbereitschaftsgrade
tBG/se BG SE-Aus definition – Gerät für den Betrieb vorbereitet, jedoch ausgeschaltet – (N)EMP Schutz sichergestellt – Abstimm- und Sendeverbot – Gerät für den Betrieb vorbereitet – Abstimm- und Sendeverbot – Geräte sind auf Empfang eingestellt und werden bedient – In Notlagen Übergang zu TBG «SE-Ein» im Verantwortungsbereich der Verbindungsbenutzer – Gerät in Betrieb, auf Senden und Empfangen – Verantwortung zur Nutzung der Verbindung liegt beim Benutzer

Empfangsbereitschaft

SE-Ein

marschbereitschaftsgrade
Bereitschaftsgrad marschbereit in tätigkeit/Verwendung/Verlad truppe I II III IV Bereitschaft auf Zeit Normale Bereitschaft Erhöhte Bereitschaft Alarmbereitschaft Durch Vorgesetzten befohlen 90 Minuten 30 Minuten Wenigen Minuten Tätigkeit abseits des Standorts möglich Am Standort Am Standort Voll ausgerüstet und bereit (bei Mot Trsp verladebereit) motorfahrzeuge – Verwendung für Transporte abseits des Standorts möglich – Am Standort – In der Regel unbeladen – Beladen und für Abfahrt bereit – Beladen und für Abfahrt bereit – Bei grosser Kälte Motoren warm

Gefechtsbereitschaftsgrade
Gefechtsbereitschaftsgrade Reduzierte Gefechtsbereitschaft tätigkeiten – Beobachtung, Bewachung / Überwachung wichtiger Objekte und Gelände sichergestellt – Sicherung und Verbindung organisiert – Gassen und Lücken in Hindernissen zur Schliessung vorbereitet, aber noch offen – Hauptwaffen mit reduzierter Bedienung einsatzbereit – Reserve steht bereit – Hindernisse, Hauptwaffen und 50% der Truppe voll einsatzbereit – 50% der Truppe ruhen voll ausgerüstet und einsatzbereit

Volle Gefechtsbereitschaft

177

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

aBC-Bereitschaftsgrade und alarme
aBC Bereitschaftsgrad ABC BG 0 (ABC Schutzbereitschaft) ABC BG 1 ABC BG 2 schutzzustand ABC Schutzmaske, C-Schutzanzug, Überstiefel und ABC Schutzhandschuhe sind vorbereitet und griffbereit C Schutzanzug wird angezogen. ABC Schutzmaske, Überstiefel und ABC Schutzhandschuhe sind griffbereit C Schutzanzug und Überstiefel werden angezogen. ABC Schutzmaske und ABC Schutzhandschuhe sind griffbereit C Schutzanzug, ABC Schutzmaske und Überstiefel und werden angezogen. Die ABC Schutzhandschuhe sind griffbereit. Erleichterungen werden aufgehoben. Der C Schutzanzug, die ABC Schutzmaske, die Überstiefel und die ABC Schutzhandschuhe sind nun angezogen. Der Schutz wird gegenseitig kontrolliert. auslösung Stufe Armee Bat/Abt Kdt Bat/Abt Kdt aufhebung Stufe Armee Bat/Abt Kdt Bat/Abt Kdt

ABC BG 3

Kp Kdt

Kp Kdt

ABC BG 4 (C Vollschutz)

Kp Kdt

Kp Kdt

Bezeichnung der alarme Strahlenalarm

zu erstellender schutzzustand Im Freien ABC Schutzmaske, Arbeitsregenschutz und ABC Schutzhandschuhe anziehen Nach allfälliger Sofortdekontamination wie ABC BG 4

auslösung Kp Kdt

aufhebung Lockerung durch Bat/Abt Kdt Lockerung durch Kp Kdt

C Alarm

Vorsorglich oder nach einer Überraschung durch C-Kampfstoffe

178

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

anhanG 7 VerkehrsreGelunG
halt!

halt für den Verkehr aus alle Richtungen halt für den Verkehr von vorne und hinten

halt für den Verkehr von hinten

freie fahrt

Freie Fahrt in der entsprechenden Richtung

Freie Fahrt in der entsprechenden Richtung

Freie Fahrt in der ensprechenden Richtung, wenn der Verkehr im Fluss ist. halt für den Verkehr von hinten und vorne

179

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

Verlangsamen der fahrt (Auf- und abbewegen des Armes)

Verlangsamen des Verkehrs von vorne

Verlangsamen des Verkehrs von links

Verlangsamen des Verkehrs von rechts

abbiegen nach links vor dem Verkehrsorgan (Linke Schulter gegen Linksabbieger zugekehrt)

halt für den Verkehr von rechts und von hinten

Freie Fahrt nach links

Freie Fahrt geradeaus, nach links und nach rechts

180

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

anhanG 8 prOtOkOll für festnahme / materialBesChlaGnahme

P r o t o k o l l b e ze i ch n u n g

B e s ch l a g n a h mu n g

Fe st n a h m e Datum : …… … … ….. Zeit : …… … …

PLZ, Ort : … … … … … … … … … … … … … … … … … … …

Personalien der betroffenen Person
Name, Vorname AHV oder Ausweisnummer Wohnadresse PLZ und Ort Verbindungen Telefon, Natel, Mailadresse usw.

................................................... ...................................................

................................................... ...................................................

................................................... ...................................................

Begründung der Massnahme
Gegenstand beschlagnahmt, weil: Person vorläufig festgenommen, weil:

Zutritt damit verboten ist verbotener Gegenstand eine strafbare Handlung begangen wurde ein Verbrechen geplant war er gestohlen wurde er als Beweismittel dient …………………………………………………

unbefugter Zutritt in Schutz- / Sperrzone Missachtung von Weisungen Anschlag auf zu schützendes O bjekt Vergehen gegen Dienstnehmer Erregung öffentlichen Ärgernisses Störung der öffentlichen Sicherheit ………………………………………………

Bezeichnung der beschlagnahmten Gegenstände
No. Bezeichnung Besonderes

Da tu m : ………………

Un te r s ch r i ft : … … … … … … … … … … … …..........

Unterschrift verweigert

Personalien der militärischen / zivilen Auskunftsperson
Name, Vorname Grad / Funktion Kommandostelle Adresse Kontaktmöglichkeit Telefon, Natel, Mailadresse usw.

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181

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

anhanG 9 zelten mit zelteinheit
standortwahl a. Zelt windgeschützt aufstellen b. Zelteingang von der Wetterseite abkehren c. Solide Bodenbeschaffenheit beachten d. Schützen durch ausnützen der Topografie sorgfaltspflicht a. Zeltstoff beim Aufstellen und Abbauen nicht betreten b. Zeltstoff vor Ecken und Kanten von Geräten, Kisten usw schützen c. Zelte nicht mit umgehängtem Sturmgewehr betreten d. Bei Schneefall (insbesondere bei nassschnee) Zelte vom Schnee säubern e. Bei Frost Zelte sorgfältig abbauen damit das gefrorene Tuch nicht bricht Vor dem zeltbau a. Materialpark abseits des Zeltbauplatzes erstellen b. Materialvollständigkeitskontrolle durchführen Wassergraben / zeltpflöcke a. Zelttuch bzw Aussenzelt in den Wassergraben hinunterziehen b. Wasser an der tiefsten Stelle des Wassergrabens in einen Abflusskanal abfliessen lassen c. Zeltpflöcke im rechten Winkel zur Spannschnur einstecken

90°

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Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

Bau des zeltes a. Doppelt knöpfen b. überlappungen dem Wind und Regen abgewandt, auch an der First und an den Seiten c. Mittelnähte senkrecht zur Firstlinie. d. Zelttücher und Zeltstangen können beliebig zusammengesetzt werden e. In der Regel werden nur die 4 langen Zeltstangen verwendet f. Kurze Zeltstange eignet sich zum Ausgleichen von Bodenunebenheiten Beispiel eines Viererzelts:

c. a.

b.

Bestandteile eines sets a. 1 Zelttuch 165 cm x 165 cm mit b. 1 Spannschnur 200 cm c. 1 Zelttasche mit 5 Zeltstangen (4x 30,5 cm / 1x 18 cm) und 3 halbrunden Zeltpflöcken

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Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

anhanG 10 aBkürzunGen
– Die Abkürzungen bleiben, ungeachtet, ob es sich um Einzahl oder Mehrzahl handelt, unverändert; sie werden nicht dekliniert. – Zusammensetzungen von Abkürzungen können durch Verwendung von einzelnen Abkürzungen beliebig gebildet werden. – Es sind nur die gebräuchlichsten Abkürzungen aufgeführt.
a Abendverlesen Absender Abteilung Alarm Allgemeine Grundausbildung Angehörige der Armee Anhänger Antrittsverlesen Anwärter Armee Artillerie, Artillerist Arzt Aufklärung Ausbildung Azimut B Bahnhof Bataillon Batterie Befehl Beobachter Bereitschaftsgrad Bereitschaftsraum Besammlung Besatzung Betriebsstoff Brigade, Brigadier Brücke d Depot Detachement DienstbüchIein Dienstreglement Dienstweg (auf dem) Dispensation, dispensiert Dokument e Einführungskurs Einheitskommandant Einsatz Erkundung exklusiv f Fachdienst Fachdienstkurs Fachkurs Fahrrad Fahrzeug Feind, feindlich Feldpost Feldprediger FeldweibeI Feuer Feuerleitstelle Feuerleitung, Feuerleit... Flieger, Flug Fliegerabwehr Flugplatz Flugzeug Fourier Führer(-in), Fahrer Funk Füsilier G Gebirge Gefecht Gefechtsstand gefechtsmässig Gegner Gelände Generalstab Genie Gerät Geschütz Grenadier Grenze Grundausbildungsdienst Gruppe Gruppenführer(-in) h Handgranate Hauptverlesen Erk exkl Fach D FDK FK Frd Fz Fei FP Fpr Fw Fe Flst FIt Fl Flab Flpl Flz Four Fhr Fk Füs Geb Gef Gefstd gefm Gn Gel Gst G Gt Gesch Gren Gz GAD Gr Grfhr HG HV

Ab V Abs Abt Al AGA AdA Anh AV Anw A Art Az Aufkl Ausb Azi Bhf Bat Bttr Bf Beob BG Berrm Besa Bes Betrst Br Brü Dep Det DB DR Dw (a d) Disp Dok Einf K Einh Kdt Ei

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Grundschulung (GS 07)

Helikopter HelikopterIandeplatz i lnfanterie, Infanterist Infrastruktur inklusiv Innerer Dienst Inspektion Instandhaltung k Kadervorkurs Kameradenhilfe Kanister Kanonier, Kanone Katastrophe Katastrophenhilfe Kolonne Kommandant Kommando Kommandofahrzeug Kommandopanzer Kommandoposten Kompanie Koordinaten Küche l Lastwagen Leitung Lenkwaffe links m Magazin, Magaziner Marschbefehl Maschinengewehr Material Materialmagazin mechanisiert Meldung Messpunkt Militärpolizei Minenwerfer Mitrailleur Motorfahrer Motorfahrzeug Motor, motorisiert Motormechaniker Motorrad Motorradfahrer Munition Munitionsmagazin

Heli HelipI Inf Infra inkl ID Insp Ih KVK Kahi Ka Kan Kata Kata Hi KoI Kdt Kdo Kdofz Kdo Pz KP Kp Koord Kü Lastw Ltg Lwf Ik Mag MB Mg Mat Mat Mag mech Mdg Mpt MP Mw Mitr Motf Motfz mot Motm Motrd Motrdf Mun Mun Mag

n Nachrichten Nachrichtendienst Nachrichtenoffizier Nachschub Nebel Nebelwerfer Norden, nördlich Nummer O Offizier Offiziersschule Ordonnanz Orientierung Osten, östlich p Panzer Panzerabwehr Panzerabwehrlenkwaffe Panzerfaust Panzerhaubitze Panzerjäger Panzermechaniker Parkdienst Patient Patrouille Personenwagen Persönliche Ausrüstung Pferd Pilot Pionier Pistole Ponton, Pontonier Posten Praktischer Dienst Punkt Q Qualifikation Quartiermeister r Rapport Raum rechts Reglement Rekrutenschule Rekrutierung, Rekrut Reparatur Reserve Rettung Richtung Rückschub

Na ND Nof Ns Nb Nbw N Nr Of OS Ord Or E Pz Pzaw PAL PzF Pz Hb Pzj Pzm PD Pat Patr Pw Pers Ausr Pf Pil Pi Pist Pont Po Prakt D Pt Qual Qm Rap Rm rt Regl RS Rekr Rep Res Rttg Ritg Rs

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Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

s Sanität Sanitätshilfsstelle Sappeur Schiesskommandant Schiessplatz Schützenpanzer Schutzmaske Schwergewicht Selbständig Sicherung, sichert Soldat Standort Station Stellung Stellungsraum Stellvertreter Strasse Stunde Sturmgewehr Stützpunkt Süden, südlich t Tambour Telefon, telefonisch Train Trainingskurs Transport Trompeter Truppe Truppenhandwerker Truppenkörper u Übermittlung Umschulungskurs Unterkunft Unteroffizier Unteroffiziersschule Unterstellung, Unterstellte Unterstützung V Verband Verbindung Verkehr Verpflegung Verschiebung, verschieben verstärkt Verteidigung Verwundetennest Verwundeter, verwundet

San San Hist Sap SKdt Spl Spz SM Schg selbst Si Sdt Stao Sta Stel Stelrm Stv Str h Stgw Stüpt S Tamb Tf Tr TK Trsp Tromp Trp Trp Hdwk Trp Kö Uem UK Ukft Uof UOS Unstel Ustü Vb Vrb Vrk Vpf Vs verst Vtg Vdtn Vdt

W Waffe Waffenmechaniker Wegweisung Westen, westlich Wiederholungskurs z Zentrale Zerstörung Zeughaus Zielfernrohr Zug Zugsarbeitsplatz zugeteilt Zugführer zur Verfügung

Waf Wafm Wgw W WK Zen Zerst Zgh Zf Z ZAP zuget Zfhr z Vf

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Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

anhanG 11 stiChWOrtVerzeiChnis
stichwort ABC Schutzmassnahmen Abführen von Verdächtigen Abgesessener Stoss Abmessen nach der Karte Abschreiten Absicht Achtungsstellung Ansichtsskizzen Ansprecher und Abdecker Aufgabenverteilung im Trupp Aufgesessener Stoss AUGEZ Azimut Befehlen ohne Zeitdruck Befehlen unter Zeitdruck Begegnungsgefecht Beleuchtung der Beobachtungs- / Feuerräume Beobachten bei Dunkelheit Beobachten mit Feldstecher, Zielvorrichtungen Beobachten von ABC Einsätzen Beobachter Beobachtungsposten in Ortschaften Beobachtungsposten, Ablösungen Beobachtungsposten, Bezug Beobachtungsposten, Materialliste Beobachtungsprinzipien Beobachtungsräume Bergen eines Verletzten Besammlungen Beschlagnahme von Material Bewegen bei schlechter Sicht Beziehungsdistanzen Binden des Gegners Briefing Bussole (Kompass) Checkpoint, Einsatz des Gruppenfahrzeugs Checkpoint, Leistungsprofil der Gruppe Checkpoint, temporärer Checkpoint, vorbereiteter Debriefing Deckungen ziffer 134, 135 216 321, 322 139 141 174 330, 331 113 205 221 320 166 106-108 171 172 299-305 122 119 118 124 115-117 235 237 236 239 117 116 254, 255 358-366 211 83 207 301 178, 181 105 278 273 274 275 178, 179 131-133 seite 56 99 145 58 58 74 148, 149 47, 48 90 101 144 70, 71 44, 45 73 73 138-140 51 50 50 52 48, 49 112 113 112 114 49 49 121 162-166 94 32 92 139 76, 77 43 132 130 130 131 76, 77 55, 56 187

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

stichwort ziffer Denken in Varianten 167 Dialog 70 Diskriminierungsverbot 31 Distanzen bestimmen 138 Distanzen schätzen 142 Distanzen messen 139-141, 143, 144 Dreipunktebefehle 175 Durchsetzung eines Auftrags, Kompetenzen 19 Durchsuchen von Personenwagen 225 Durchsuchen und säubern 294 Durchsuchplatz 277 Erfolgsfaktoren 155-161 Eigengefährdung 319 Einsatzregeln 24 Entscheidungsprozess, Regeln 169 Entwicklung des taktischen Verständnisses 184 Entwicklung des technischen Könnens 182 Eventualplanung 177 Feedback der Truppe 185 Fehler tolerieren 187 Feindkontakt in / auf ungepanzerten Fahrzeugen, ausbooten 266, 267 Feindliche Feuerquellen, Ermittlung 123 Feldschritt 367 Festnahme von Personen 22, 212-214, 226,227 Feuer und Bewegung 202-204 Feuer-, Bewegungs- und Wartestreifen 243 Feuerarten 94-95 Feuereinsatz 87 Feuereröffnung 91 Feuerformen 89 Feuerführung 97 Feuerkorrekturen 98 Feuerüberfall 246, 247 Feuerüberlegenheit gewinnen 302 Feuerunterstützung für eine andere Gruppe 323 Feuervorbereitung 90 Formationen, Bedeutung 196 Formationen, Befehlsgebung 200 Formationsänderungen 374 Formationsarten 199 Formationswechsel 201 Freimarsch 368 Funktionen im Trupp 197 Fusspatrouille 287 188

seite 71 25 9 58 59 58-60 75 6 106 136 131 65-67 144 8 72 78 78 76 78 78 125, 126 52 167 7, 94-97, 107-109 89, 90 116 36, 37 34 35 35 37 37 117 140 145 35 84 87, 88 169, 170 86, 87 88 167 84, 85 134

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

stichwort Gebäudedurchsuchung, Einsatzprinzipien Gebäudedurchsuchung, Leistungsprofil der Gruppe Gefechtszeichen Geheimhaltung Geländetaufe Gesprächstechnik Gewaltanwendung Gewehr abstellen / ablegen Gewehr anhängen Gewehr ergreifen Gewehr hinterhängen Gewehr unterhängen Gewehr vorhängen Grundbaustein Viermanntrupp Gruppe, Kurzprofil Gruss an Ort Gruss im Feldschritt Gruss im Freischritt Gruss im Gehen Gruss, besondere Fälle handgranate helikoptertransport hinterhang, temporärer horchen bei Dunkelheit Identifizierung Irritationskörper / handgranate Kommunikation, dreidimensionale Kontakt mit dem Gegner Kontrolle von Behältnissen Kontrollplatz Koordinaten Kriechen Kriegsvölkerrecht Lagebeurteilung Laufschritt Lehren verarbeiten Leibesvisitation Materielle Vorbereitung Medien Meldemittel Melden Melden ab Motorfahrzeugen Melden im Einsatz Meldeschema

ziffer 297 292 73 136, 137 109 219 190 335 333 336 332 334 332 195 194 338 351 352 339 340, 341 55, 56,100, 101 268-271 313 120 71 100, 101 69 306 211 276 103-105 82 32 169 369 164 218 192-194 41 77 74-76 355 344 78

seite 137 135 26, 27 57 45 100 79 152 150 152 149 151 149 84 83 153 158 158 154 154 19, 39, 40 127, 128 142 51 25 39-41 24, 25 142 95 132 42, 43 32 9 70 167 67 100 82 14 29 27-29 160 155 30 189

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

stichwort Menschenrechte Mentale Interventionsbereitschaft Mentale Vorbereitung Motorisierte Patrouille nachrichtenbeschaffungsarten nachrichtenbeschaffung, Leistungsprofil der Gruppe nachrichtenquellen nachtsichtgeräte notevakuation Ordnungsprozess Orientierung Orientierungszifferblatt Patrouille, Mittel und Bewaffnung Patrouillengrösse Patrouillenstrecke Patrouillentechnik Patrouillieren Kontrolle von Fahrzeugen Pilzgegner Planskizzen Psychologische Dimension Recht auf Freiheit Recht auf Leben Rechtsverstösse, Konsequenzen Richten, eindecken Richtungsänderungen Rolle rückwärts Rolle seitwärts Rolle vorwärts Routinedurchsuchung Ruhnstellung Säubern Schiessen aus einer Deckung Schiessen innerhalb der Gesprächsdistanz Schiesskadenzen Schiessstellungen in Ortschaften Schützenschritt Schützensprung Schutzweste Serielängen für das leichte Maschinengewehr Sichere Linie Sicherheitsdurchsuchung Skizzieren, Grundsätze Social Patrol 190

ziffer 27 206 188-191 286 282-285 280 281 121 295 162-165 173 110 230 228 232 229 231 222-224 35 112 189 30 28 18 357 373 252, 253 250, 251 248, 249 209 327-329 294 92 99 95 130 80 81 125, 126 95 296 215 111 283

seite 8 91 79-82 134 133, 134 133 133 51 137 68-70 73 46 110 110 111 110 110 102-105 10, 11 46, 47 79 9 8,9 6 161 169 120 119 118 94 147, 148 136 36 38 37 54 31 31 53 37 137 98 46 133

Regl 51.019 d

Grundschulung (GS 07)

stichwort Sofortaktionstechniken bei nacht Sofortaktionstechniken und Verhältnismässigkeit Sofortaktionstechniken, Sektoren Sofortaktionstechniken, Verhaltensweisen Sofortmassnahmen, Führung mit Soll-Ist-Vergleich Stabilisieren als hauptaufgabe Stellungsbezug, getarnter Stellungsbezug, offener Stellungswechsel Stoppen / Verlangsamen von Fahrzeugen Stoss, Definition Stoss, Leistungsprofil der Gruppe Stoss, mögliche Folgeaktionen Tarnung, Definition Tarnungsgrundsätze Taschenkarte Täuschung überfall, Definition überfall, Feuereröffnung, Feuerleitung überfall, Flanken und Rückenschutz überfall, Gruppenorganisation überfall, Leistungsprofil der Gruppe überfall, rasches Erkennen des Stellungsraums überfall, Schutz der Schlüsselwaffen überprüfung nach Einsatz- / Gefechtsgrundsätzen Umsetzung im Einsatz Verantwortung Verantwortungssektoren Verbandsleistung Verbot der Folter Verdichten von nachrichten Verhaltensregeln Verhältnismässigkeit Verifizieren von nachrichten Warnruf Zielarten Zielbezeichnungen Zielquittung Zivilbevölkerung Zonen der Annäherung Zonen um ein Fahrzeug Zwangsmassnahmen Zwangsmittel

ziffer 245 241 242 244 164 176 36 85 84 86 315 317 318 324 127 128 26 129 307 314 312 310 308 309 311 168 33 16 198 7 29 290 25 14, 15 289 72 88 146, 148-154 147 40 208 218 19, 21 19, 23

seite 117 115 115 116 69 75 11 33 33 33 143 143 144 145 53 54 8 54 141 143 142 142 141 142 142 72 9 5 85 2 9 135 8 5 135 25 34 61-64 61 13 93 100 6, 7 6, 8 191

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