Notizen zum Vermächtnis von Johann Gottfried Pahl (1799

)
aus: Auserwählte u!noten " zum Pro#e$t%%%
jwr47
Vermächtnis von Johann Gottfried Pahl (1799)
Johann Gottfried Pahl äußert sich zu dieser anonym erschienenen Schrift
1
in seinen
Denkwürdigkeiten (postum erschienen 14!"# S$ 11%f$ Goo&le
'
$ (n ihrem )ittelpun*t
steht das +e,ens,ild des w-rttem,er&ischen .erzo&s /arl 0u&en (17'11723"$ 0s
werden jedoch auch alle 4or&än&er im Schnelldurch&an& ,eurteilt$
Pahl ist sehr offenherzi& und musste sich durch 5nonymisierun& 6or dem 7espotismus sch-tzen$
Sein 4ermächtnis ähnelt dem )onetären 7espotismus der 8an*endi*tatur# der mit der politischen
5llmacht eine 5llianz ,ildet$ 9nd &enau &enommen *:nnte man die Geschichte des Geldadels mit
einer ähnlichen 8io&rafie do*umentieren wie das 5dels&eschlecht der ;irtem,er&er$ 7ie Sprache
*lin&t etwas altert-mlich# ist a,er &ut les,ar und was wichti&er ist# hocha*tuell$
7ie erste <eststellun& ist# dass die ;ahrheit anst:ßi& ist und &ewiss nicht mit den damali&en und
mit den heuti&en Geschichts,-chern -,ereinstimmt=
>(hr werdet unter meinen Papieren ein )anuscript finden# den Grundriß zu einem
Gemälde unsrer 4aterlands&eschichte# so lan&e ich ein ?eu&e dersel,en war$ 0s enthält
;ahrheit @ die a,er# so wie die ;ahrheit -,erhaupt# ,ey 6ielen +euten 5nstoß erre&en
*:nnte$ 7emun&eachtet will ich# daß es nach meinem Aode &edruc*t werde$ 7enn die
;ahrheit# B&C die ich darinn auf&ezeichnet ha,e# *ommt doch an den Aa&#$$D
Aheoretisch ma& auch die 4erfassun& in ,ester 4erfassun& sein# a,er &ele,t wird sie dann dadurch
noch lan&e nicht$ ;ie wahr=
)an findet deßhal, auch in Deutschland *aum eine ,essere 4erfassun&# als die 6on
Wirtemberg$ Eur daß es mit den 4erfassun&en &ew:hnlich &eht# wie mit dem
Dekalogus$ ;ir lernen ihn 6on Findheit an auswendi&# und wir sehen# daß er nur das
will# was &ut ist und frommt# und doch @ thun wir nicht darnach$
Arotzdem werden die Gra,mäler der Schur*en 6on den 9ren*eln nicht 6erheert# sondern eher
6erehrt$$$=
7ie Geschichte wird zu seiner ?eit das Geheimniß der 8osheit enth-llen# und dann
m:&en unsre 0n*el die Gra,mähler der priesterlichen und unpriesterlichen Schur*en
6erheeren# welche# ,esonders in dem letzten ?eittheile der *arolinischen Periode# ,ey
den &esetzwidri&sten .andlun&en des <-rsten so fei&e stille &esessen sind# und unser
Geld so ei&enmächti&# zur 8efriedi&un& seiner +-ste# an ihn 6erschwendet ha,en$
1 >Geheimnisse eines mehr als f-nfzi&jähri&en wirtem,er&ischen StaatsmannesD
' 7en*w-rdi&*eiten aus meinem +e,en und aus meiner ?eit 6on Johann Gottfried G6on Pahl#;ilhelm )atthäus Pahl
Christoph
4on allen .erzo&en scheint zumindest ,is 1!! nur ein einzi&er &etau&t zu ha,en# und zwar der
/hristoph=
9nsre .erzo&e handelten 6on jeher immer im Geiste der will*-hrlichen Gewalt# und
wenn man die Heihe dersel,en durch einen ?eitraum 6on mehr als '!! Jahren hinauf
6erlän&ert# so st:ßt man auf die schrec*liche 8emer*un&# daß in dieser &anzen Periode
Wirtemberg nur einen einzi&en w-rdi&en <-rsten
3
# ausser diesem a,er immer entweder
7espoten# oder +-stlin&e# oder ;eichlin&e# oder Schwach*:pfe# @ auf seinem Ahrone
&esehen ha,e$ ;ehe dem +ande# aus dessen Geschichte ein solches Hesultat
her6orsprin&tI @
Ulrich
[15] Ulrich# der 8rause*opf# st-rzte er durch räu,erische <inanzoperationen sein 4ol*
in 4erzweiflun&$ Seimen 0n*el Ludwig ha,en seine ?eit&enossen schon den Frommen
&enanntJ ein Prädi*at welches &ew:hnlich Schwäche# 8i&otterie# und wei,ischen Sinn
anzei&t$ 0r *-mmerte sich nichts um He&ierun&san&ele&enheiten$$$$
Johann Friedrich
B1'C Johann Friedrich erwirtschaftete eine un&eheure Schuldenlast und *onnte nicht
6erhindern# daß sich ,ey dem 5us,ruche des dreysi&jähri&en Frie&es# !!! )ann
Faiserliche ins +and le&ten# die 9nterthanen feindlich ,ehandelten# und ihnen das )ar*
aus den 8einen so&en$
Eberhards III.
5,er das war nur ein *leiner 5nfan& des &r:ßern Jammers# den dieser Frie& unter der
He&ierun& Eberhards III. -,er ;irtem,er& her,eyf-hrte$ Fatholische Priester nahmen
die Fl:ster und Firchen in 8esitz# der Faiser 6erschen*te mehrere 5emter an seine
Generäle und Häthe# 6iele 7:rfer B19C wurden menschenleer# 6iele Ge&enden 6er:det#
%!#!!! <amilien &ien&en während des Frie&es durch <lucht und Aod 6erlohren$
Eberhard ließ sich das alles weni& anfechten$ 0r ,e&a, sich nach tra!burg# spielte
dasel,st Homane und .eyrathenB;S 1C# zeu&te Finder und machte sich lusti&$$$
Eberhard Ludwig
Eberhard Ludwig war der S*la6e einer aus der <remde her&elaufenen# aus&edienten
8uhlschwester# @ und so wurde in unserm 4aterlande ein .urenre&iment ein&ef-hrt# das
an .ärte# 5nmassun&en und 9n&erechti&*eiten alles -,ertraf# was man je ähnliches#
so&ar in Frankreich# &esehen hat$
5lle Aa&e ward herrlich und in <reuden &ele,t# @ während das ,edr-c*te +and seufzte
und fluchte# und als das 6erruchte ;ei, nach einer .errschaft 6on '! Jahren# 6on ihrer
stolzen .:he herunter st-rzte# so la& eine so unermeßliche Schuldenlast auf dem +ande#
daß den spe*ulati6sten <inanz*-nstlern die .aut schauderte# und der Patriot mit
;ehmuth auf den B((C schwachen <-rsten hin,lic*te# der sich so &utwilli& ,erau,en
3 "hristo#h
ließ# und sich so wild in den *ost,arsten 5usschweifun&en aller 5rt &ewälzt hatte$
Alexander
$le%ander# der Eberharden fol&te# ,estie& den Ahron mit dem Huhme eines &roßen
.elden$ Seine He&ierun& dauerte a,er nur 6ier Jahre$ )an hat dersel,en ein eisernes
)onument errichtet# @ den Gal&en an dem der Jud ü!# in einem Fäficht# auf&ehan&en
wurde$ (ch *ann mich auch hier der &roßen ;ahrheit nicht enthalten# und muß sie
:ffentlich der ;elt sa&en$ 7er Jud S-ß mußte f-r die S-nden und Schandthaten
mehrerer feiler .of&-nstlin&e ,-ßen und ster,en @ und zur ewi&en Schande
;irtem,er&s# wurde er im eisernen Fäficht auf&ehän&t$
Mit natürlichem eichtum und Flei!..
0in Gl-c* war die nat-rliche Heichtum des +andes und der <leiß der 8e6:l*erun&# den sie wohl
den widri&en 9mständen zum Arotz &ez-chtet ha,en=
7ie Eatur war die 8esch-tzerinn des +andes &e&en seine ,:se <-rsten und )itre&enten$
;enn diese auch 6iel ,edurften# und die 5,&a,en und die <rohndienste ins 9nendliche
6ermehrten# so ersetzten unsre 5ec*er und unsre ;ein,er&e den 4erlust doch immer
wieder# und so ,ald eine auch *urze mildere ?eit *am# war es leicht sich zu erholen$ 7er
Heichthum des +andes &ie,t dem 8ewohner Fräfte# 6iel zu tra&en# und die B(&C
Sparsam*eit und der <leiß des letztern heilen die ;unden ,ald# die ihm der
7espotismus &eschla&en hat$
"arl Eugen
&arl allerdin&s 5nla&e hatte# das zu werden# was er nicht war# @ ein &roßer <-rst$ 5,er @
schon in seinem 1Kten Jahre# in einem 5lter# wo man ,ey einem zunftmäßi&en
.andwer*e noch nicht )eister werden *ann# und in dem man niemand auch nur das
un,edeutendste 5emtchen an6ertrauen w-rde# ward &arl f-r majoren er*lärt# und
,estie& den Ahron$ 7as war sein 9n&l-c*# das war das 9n&l-c* des +andes$ 0r hatte
noch *eine Fenntnisse# *eine Grundsätze und *einen /hara*ter$
Wirtemberg erfuhr nur allzufr-he nach &arls He&ierun&santritt# wie wahr der alte
Gemeinspruch sey= >;enn die <-rsten 6erschwenden# so wird das 4ol* arm$D B))C 7er
herzo&liche .ofstaat -,ertraff ,ald alles# was man 6on jeher in tuttgard &esehen hatte#
und ließ manchen *:ni&lichen weit hinter sich zur-c*$ 0s wurden die prächti&sten und
*ost,arsten Lpern &e&e,en# und alles ersch:pft# was Jomelli's und (estri's Funst
6ermochte$ (eronese ,rannte manches <euerwer* a,# das in weni&en )inuten einen
5ufwand 6on einer hal,en Aonne Goldes 6erzehrte$ 9e,er eini&e sehr &länzende
Ge,urtsta&e &ien&en 3 4!!#!!! Gulden auf$
8ey &roßen Ja&den# wurden die Arei,er oft 1' und mehrere Stunden weit fort&eschlepptJ
und ward# was nicht selten &eschahe# eine ;asserja&d auf dem Ge,ir&e an&estellt# so
mußten die 8auern eine 4ertiefun& &ra,en# sie mit Ahon ausschla&en# das ;asser aus
den Ahälern hinauff-hren# und so einen See zu Stande ,rin&en$
8eynahe alljährlich machte der .erzo& Heisen# ,esonders auf das Farne6al nach
(enedig# wodurch un&eheure Summen aus dem +ande &eschleppt wurden$ 7ieß &eschah
:fters seinen italienischen 8eyschläferinnen zu +ie,e# deren er oft ein &anzes Serail
,eysammen hatte$ 7iese 6erächtlichen Gesch:pfe erforderten einen sehr &roßen
5ufwand# indem sie zum Aheile f-rstlichen Staat machten$ 7ie +ie,lin&ssultaninn hatte
tä&lich hundert Gulden 8esoldun&$ So &ut sie a,er auch ,ezahlt waren# so *onnte es der
.erzo& doch nicht hindern# daß sie ihm nicht samt und sonders B)'C .:rner aufsetzten$
7ie 8efriedi&un& der ;ollust# die unter den A:chtern des +andes &esucht wurde# *am
a,er nicht so theuer zu stehen$ Stieß dem ehrw-rdi&en +andes6ater ein )ädchen auf#
das ihm &efiel# so wurde es ohne weiteres in HeMuisition &esetzt$ Selten &elan& es der
9nschuld und der Au&end ihm zu entfliehen$ 0r err:thete nicht# laut zu er*lären daß er
die Spr:di&*eit des erwählten Lpfers an dessen &anzen <amilie rächen werde$ )achte
ihm eine der Geschwächten die 5nzei&e# daß sie schwan&er sey# so erhielt sie semel
pro semper %! Gulden# und ward damit# samt ihrem Finde dem Schic*sale
-,erlassen$
)an wollte *eine &ute# sondern sch:ne Soldaten ha,enJ und ,ey der 5nstellun& der
Lfficiere empfahl eine hohe Ge,urt# zumal wenn noch die 5,stammun& aus einem
fremden +ande hinzu *am# weit nachdr-c*licher# als alle 4erdienste$ 7ie Gemeinen
wurden durch ;er,un&en und 6erfassun&swidri&e 5uswahlen her,ey&eschleppt# und
dann durften die armen Schelme# ,ey dem *är&lichsten Solde# der noch dazu oft sehr
unrichti& ,ezahlt wurde# und ,ey einer Fleidun&# die den F:rper zwar zierte# a,er nicht
,edec*te# hun&ern und frieren$ tuttgard und Ludwigsburg B&*C wimmelten 6on
Soldaten$ Aä&lich trie, der .erzo& sein Spiel mit ihnen# erm-dete sie durch unn-tze
9e,un&en# und stellte a, und zu# zur 9nterhaltun& des Pu,li*ums# *ost,are +ustla&er
an$ Wirtemberg schien mit einem male in eine Schule des Frie&es um&eschaffen$ 5,er
das war alles ,loßer ?eit6ertrei,# Parade# f-rstliches Plaisir$
0r war eitel und th:richt &enu&# 6on einer schimpflichen Eiederla&e# wie 6on einem
Sie&e zu sprechen# >(ch ha,e# schrie, er dem )inister 6onB;S 'C )ontmartin# K!!
Grenadiere auf&eopfert# um !!! )ann zu retten# und @ der treich ist mir gelungen*D
8ald nach dem Frie&e raffte der .erzo&# ich weiß nicht wo# den Gedan*en auf# ein
prächti&es +ustschloß zu ,auen# und so erhu, sich auf einer .:he# welche zu6or eine
un,esuchte# waldi&te ;-ste war# die olitüde$
7ie 8auren mußten ihre 0rndte 6erder,en lassen# und mit )ann und Hoß f-r den
<-rsten ar,eiten# B&)C und die 8eamten hatten 6olle 8eschäfti&un& wollten sie anders
alle die unzähli&en und unsinni&en 8efehle 6ollziehen# die aus 4eranlassun& dieses
8auwesens tä&lich ,ey ihnen eintrafen$ 7ie 5us&a,en häuften sich ausserordentlich$
7er .erzo& ,ezahlte -,er eine )illion# und doch mußten sich 6iele 5r,eitsleute
&efallen lassen# ihr 4erdienst an die Aafel zu schrei,en$ 5m 0nde war a,er auch hier
alles ein ,loser ?eit6ertrei, &ewesen$ ;as schnell entsteht# 6er&eht wieder schnell$
0ini&e Ge,äude fien&en an in ihrem (nnern zu zerfallen# ehe das Ganze noch 6ollendet
war$
0in <-rst der Aalent und 0insicht# mit einem le,haften und sel,ständi&en /hara*ter B&&C
6er,indet# @ und das war der <all wir*lich ,ey &arln @ lauft &ew:hnlich# wenn er sich
auf die ;e&e der 5usschweifun&en und der ;ill*-hr 6erirrt# so lan&e auf densel,en
fort# ,is ihm die Eothwendi&*eit Stillstand &e,ietetJ was a,er &ew:hnlich f-r seine
0hre# und f-r das ;ohl seines +andes 6iel zu spät &eschieht$
7ie Folle&ien und die Staats,edienten auf dem +ande standen unter dem eisernen
?wan&e der herrschaftlichen Gewalt$ 5uch die w-rdi&sten )änner# in dem :ffentlichen
8erufe *onnten sich nur selten erwehren# die )ithelfer und Lr&ane des 7espotismus zu
seyn# zumal da der 0i&ennutz in ihrer )itte -,erall eine )en&e 4erräther schuf# die sich
alles &efallen liessen# und jeden 8efehl 6ollzo&en$
Der Graf von Montmartin
7er Graf +on )ontmartin war in diesen ?eiten der wichti&ste )ann an dem Huder des
Staates$ 0r war der 6erworfenste 7espoten*necht# unter allen die damals diese Holle
-,ernommen hatten# und das .auptor&an# wodurch die will*-hrliche Gewalt sprach und
handelte# und *ein Geschäft war so entehrend# *ein 5uftra& so &esetzwidri&# dem er sich
nicht unterzo&$ Schwer ,ereichert 6erließ er das +and# und nahm die 4erw-nschun&en
aller .underttausende B+*C mit# deren <reyheit und 4erm:&en er ,erau,en half$
Finanzoperationen ie im he!ti"en Jahrh!ndert
?ur 0r:ffnun& neuer GeldMuellen# um seiner Prachtlie,e und 4erschwendun&
fortdaurende Eahrun& zu 6erschaffen war *eine <inanzoperation zu &eden*en# welche
nicht 6or&eschla&en# und dann auch pro,irt$ 7aß die &ew:hnlichen 5,&a,en auf den
h:chsten Grad empor &eschrau,t wurden# ist# unter solchen 9mständen# eine &anz
&ew:hnliche Sache# B+)C$ 7ane,en wurden &ezwun&ene 5nlehn &emachtJ man nahm die
Geld6orräthe in den Gemeinds*assen# die 7eposita ,ey den 5emtern# die Pupillen1 und
Stiftun&s&elder mit Gewalt hinwe&J man erhu, mitten im <rieden enorme
)ilitär,eyträ&e# man f-hrte# auf )ontmartins 4orschla&# das Ao,ac*1 und Salzmonopol#
und das schändliche +otto einJ man 6er*aufte Pri6ile&ien aller 5rt# ohne H-c*sicht auf
die 9n&erechti&*eiten# welche man damit an andern ,e&ien&J die Stadt1 und
5mtsschrei,er mußten in einer 0ile# als wäre es eine feindliche Fontri,ution# %!#!!!
Gulden ,ezahlen# weil# wie ,ieger ,ehauptete# die Stär*e ihrer 0in*-nfte# eine solche
5,&a,e sehr leicht und sehr ,illi& machteJ alle Staatsdienste waren dem )eist,ietenden
B+&C feil# und jeder schlechte Ferl *onnte f-r ,aare ?ahlun& einen 7ienst ha,en$
Die ste!erliche #rone
5ls endlich alles ersch:pft und der ;ucher&eist auf den h:chsten Grad &estie&en war#
so *am ein .auptplan zum 4orschein# der allen ,isheri&en <inanzoperationen die Frone
aufsetzte$ 0r zwec*te auf nichts &erin&eres# als auf die 5,schaffun& des ,isheri&en
Steuersystems# und auf die 0inf-hrun& einer 4erm:&enssteuer a,# wodurch die
landesherrlichen 0in*-nfte jährlich um die Summe 6on 4!!#!!! Gulden 6ermehrt
werden sollten$
Der $sper" als %&chti"!n"sanstalt f&r die 'hrlichen !nd (&rdi"en
5,er mit Fraft und 0ntschlossenheit widersetzten sich die meisten )a&istrate der
herzo&lichen ?umuthun&# und die .auptstädte tuttgard und -übingen# leuchteten ihnen
durch das sch:nste 8eyspiel 6on patriotischem ;iderstande 6or$ &arl# der es nicht
&ewohnt war# sich seine Plane so 6ereiteln zu sehen# &erieth in ;uth$ 0r le&te den
widerspensti&en 0Ne*utionen einJ er ließ den edlen und w-rdi&en .uber mit dem
ehrlichen Faufmann Len/ ,eyde 6on A-,in&en auf den $s#erg setzenJ er 6erpflanzte
so&ar# um seinen 9nwillen recht fa*tisch zu er*lären# B+'C seine Hesidenz 6on
tuttgardt nach Ludwigsburg$
Verh)hn!n" der Gesetze
0s war *eines der heili&en Gesetze# auf denen die <reyheit der Eation ,eruht# das er
nicht fa*tisch 6erh:hnt hätte= B+9C
• 0r hatte die S:hne des +andes in den 7ienst auswärti&er )ächte 6er*auft$
• 0r hatte ein .eer 6on 5usländern in den Staatsämtern an&estellt# und die
0in&e,ohrnen ,rodlos &elassen$
• 0r hatte mit diesen Staatsämtern einen offenen .andel &etrie,en$
• 0r hatte manchen 8eamten# ohne den mindesten Schein 6on Hecht# 5,&a,en 6on dem
0rtra&e ihrer 7ienste auf&e,-rdet$
• 0r hatte den 5del empor&eho,en# und den 8-r&erstand unterdr-c*t$
• 0r hatte das ;ild in so &roßer ?ahl anwachsen lassen# daß die G-ter des +andmannes
tä&lichen 4erheerun&en aus&esetzt waren$
• 0r hatte mehrere 8-r&er# ohne 9rtheil und Hecht 6erhaftet und an +ei, und Gut
&estraft# und auf diesel,e ;eise sel,st )osern# den Fonsulenten des repräsentati6en
Forps# in einer lan&en Gefan&enschaft hin&ehalten$
• 0r hatte eine Schuldenlast 6on 1' )illionen Gulden &ehäuft# die am 0nde doch
weni&stens zum Aheile den 9nterthanen und der ständischen Fasse B,*C zur +ast
fallen mußte$
• 9nd nun maaßte er sich &ar das 8esteuerun&srecht# und zwar nach einem neuen <usse
an# um seine <orderun&en an das +and 6ollends ,is in das 9nendliche spannen zu
*:nnen$
0inen entschiedenen 0influß auf den /hara*ter des .erzo&sB;S %C hatte da&e&en die
Gräfinn 6on .ohenheim. 7iese 7ame hat im Ganzen sehr &roße 4erdienste um
;irtem,er&$$$
7er .erzo& stellte das 8ild eines )enschen dar# der der sinnlichen ;oll-ste und des
Pompes der ;elt satt &eworden ist# und nun im Genusse eines stillen +e,ens den so
lan&e un,efriedi&ten 5nspr-chen der 4ernunft Gen-&e leistet$
9nter allen wissenschaftlichen (nstituten des .erzo&s ist die 8i,liothe* das einzi&e# das
seinen Eamen auf die Eachwelt ,rin&en wird$ Sie ist 1'!#!!! 8ände star* und hat einen
&roßen Heichthum an )anuscripten und (n*una,eln$
(n diese Periode fiel auch die Gefan&enschaft des armen chubarts# welche einer der
emp:rendsten ?-&e in den 5nnalen der deutschen <-rstentyranney ist$ 5us dem
Schoose seiner <amilie hinwe&&estohlen# ward dieser &enie6olle Fopf auf den $s#erg
&ef-hrt# und 1! Jahre lan& ein&e*er*ert# ohne daß man ihm auch nur das 4er,rechen
an&ezei&t hätte# das er sollte ,e&an&en ha,en$
*!di"
-homas 0a1ne hat 6on dem letzten F:ni&e 6on Frankreich ,ehauptet# daß er# wenn ihn
der ?ufall zu einem Pächter &emacht hätte# der ehrlichste )ann seines Firchspiels
&ewesen wäre$ 7ieß &ilt &enau 6on Ludwig 6on ;irten,er&$
Ludwig ein sehr mittelmässi&er Fopf# ohne 0ner&ie und <esti&*eit# len*sam f-r den
Schmeichler und 8etr-&er# unthati& und indolent$ Seine Heli&iosität wurde oft fanatisch
und intolerant$ (n den <reuden der Aafel fand er seine &r:ßte Seli&*eit$ Lft -,erlud er
sich in ihrem Genusse$
7er .of erhielt eine )en&e 8esuche 6on ausländischen 7uodezf-rstlein# Hittern und
Pfaffen$ ;as in &arls letzter Periode nur an <esten &eschah# &eschah jetzt ta&tä&lich$
0s wurde ,ey .ofe in einem Aa&e mehr &e,etet# als in der &anzen He&ierun&speriode
des .erzo&s &arl$ 7er <-rst war ehemals so star*&lau,i& &ewesen# daß er# durch
priesterliche 8enedi*tion# seiner Gemahlinn männlichen Saamen erwec*en wollte$
7ie .:rsäle in dem a*ademischen Ge,äude sollten in Pferdeställe 6erwandelt werdenJ
als a,er ein lusti&er 4o&el die Ah-ren dersel,en mit der 9e,erschrift ,ezeichnete= olim
Musis, nunc mulis! @ so machte man sie zu Hemisen und )aterial*ammern$
#enau so wie die $elbstan%eige bei $teuerbetrug...
(r&endwie erinnerte ich mich an die Sel,stanzei&e ,ei Steuer,etru& ,eim Geständnis dass man sein
5mt nicht *äuflich erwor,en ha,e=
0s wurde allen 8eamten ein offenes Geständniß 6on der 5rt und ;eise# wie sie ihre
7ienste erhalten ha,en# a,&efordert# und ihnen da,ey zu er*ennen &e&e,en# daß man im
4oraus schon alles wisse# und daß sie sich die &erechte 5hndun& des +andesherrn#
durch die aufrichti&e 0ntdec*un& der ;ahrheit um sehr 6iel erträ&licher machen
w-rden$
7a unter den sammtlichen Staatsdienern# deren 5nstellun& dem .erzo&e zu*am# nur
sehr weni&e waren# die ihre 4ersor&un& auf eine rechtmässi&e ;eise erhalten hatten# so
waren ,eynahe alle <amilien des .erzo&thums ,ey diesem .andel interessirt# und es
6er,reitete sich -,er die h:hern Flassen der +andes,ewohner ein 9nwillen# der an
manchen Lrten ,itter &enu& aus,rach$ O 7emun&eachtet wurden die 9ntersuchun&en
fort&esetzt# und die durch diesel,en erforschten Ahatsachen stellten ein scheußliches
Gemählde 6on Aru&# Hau, und Eiederträchti&*eit dar$
&ie blauen $chuhe
7a,ei enthält Pahls 8ericht nicht einmal die sch:ne 5ne*dote der ,lauen Schuhe$ 9m seine
+ie,schaften ,esser -,er,lic*en zu *:nnen# soll .erzo& /arl 0u&en 6erf-&t ha,en# dass die 7amen#
die ihm ,ereits &efälli& &ewesen waren# zu*-nfti& ,ei .ofe ,laue Schuhe tra&en sollten$
17K% schrei,t ein ?eit&enosse=
>(erm2ge eines neuen .o3ceremoniels4 wurde allen Frauen/immern4 die nicht /u der
Fahne des .er/ogs geschworen hatten4 untersagt4 blaue chuhe /u tragen. Und im
5egentheil allen denen4 die sowohl 6et/o als auch kün3tig würdigen würden4 ihm ihre
Ehre au3o#3ern /u dür3en 7 be3ohlen4 niemals ohne dieses Unterscheidungs/eichen /u
erscheinen.
8
D
'usammen(assung
7ie ?usammenfassun& stellt ei&enarti&erweise wieder den 8ezu& zur heuti&en <inanz*rise dar @ 0s
sei denn# man identifiziert die neuen Frise als der 8eweis# dass man nichts aus der 6er&an&enen
8eschichte &elernt hat und die hemmun&slose 5uspl-nderun& der ;elt,e6:l*erun& einfach mit
anderen )itteln fort&esetzt wird$
Ja# wir ha,en &roße Summen 6erloren und werden nicht mehr &estatten 6on ir&endeiner ;ill*-r
a,zuhän&en# O 1 es sei denn4 die Finan/m9chte sind /u gewaltig 3ür unsere Justi/ 1 =
7och es ist selten etwas 8:ses unter der Sonne# in dem nicht der Feim 6on ir&end etwas
Gutem lä&e$ (ch ,in -,erzeu&t# daß die un&l-c*liche Politi*# die uns so 6ielen Schaden
&e,racht hat# am 0nde doch wieder n-tzlich f-r uns werden wird$ ;ir ha,en &roße
Summen 6erlohrenJ a,er unser 4erlust wird die :*onomische Spe*ulation und
8etrie,sam*eit wec*en# wir werden unser (nteresse f-r die ?u*unft sor&fälti&er
,ewahren lernen# und wir werden es nicht mehr &estatten# in 7in&en# wo 6on dem ;ohl
und ;eh der Eation die Hede ist# 6on ir&end einer ;ill*-hr a,zuhän&en$ ?udem sind
durch die franz:sische He6olution 6iele politische (deen in 9mlauf &e*ommen# die
einen zu &roßen B1*,C ;erth ha,en# als daß wir sie &anz umsonst hätten 6erlan&en
*:nnen$
0s ist ja auch *lar# warum das so ist# denn$$$
;enn ihr ,eden*t daß alle )enschen nicht 6oll*ommen sind# so seyd e,en so ,illi&# daß
auch die He&ierun&en nicht 6:lli& fehlerfrey seyn *:nnen$
4 7ie blauen chuhe 1 Hesidenzschloss +udwi&s,ur&
Inhalts)er%eichnis
4ermächtnis 6on Johann Gottfried Pahl (1722"$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$1
/hristoph$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$'
9lrich$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$'
Johann <riedrich$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$'
0,erhards ((($ $$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$'
0,erhard +udwi&$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$'
5leNander$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$3
)it nat-rlichem Heichtum und <leiß$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$3
Farl 0u&en$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$3
7er Graf 6on )ontmartin$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$%
<inanzoperationen wie im heuti&en Jahrhundert$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$%
7ie steuerliche Frone$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$%
7er 5sper& als ?-chti&un&sanstalt f-r die 0hrlichen und ;-rdi&en$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$%
4erh:hnun& der Gesetze$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$K
+udwi&$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$7
Genau so wie die Sel,stanzei&e ,ei Steuer,etru&$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$7
7ie ,lauen Schuhe$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$
?usammenfassun&$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$$

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