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Eine Namens- und

Familiengeschichte

Podlech
Zusammengestellt nach dem Stand April 2007 von:

Rüdiger Podlech, Mittelstraße 257,


D53757 Sankt Augustin
( 02241 310 323
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Namens- und Familienforschung
Familienforscher fragen: «Woher kommen die Podlech’s?»...................... 5
Podlechen (Ostpreußen) – Podlechy (Polen) ..........................................8
Häuptling Padeluche ..............................................................................12
Was bedeutet der Name? ......................................................................13
Die Herkunft der Padeluche in Altpreußen ............................................14
Wie wurde aus Padeluche unser Familienname Podlech? ...................19
Padelügge bei (in) Lübeck .....................................................................21
Die Wappen der Podlech’s ....................................................................24

Familienforscher fragen: «Woher kommen die Podlech’s?»

Um unseren Namen und die Familie(n) haben sich nach meinen Ermittlungen in der
Vergangenheit mehrere Forscher bemüht. Dass für die Familienzugehörigkeit die Religi-
on entscheidend war, schreibt mir Adalbert Podlech 1985 aus Baden-Baden:

«Mein Vater Gottfried P. hatte sich für den «Ariernachweis» ebenfalls mit den einschlägi-
gen Fragen beschäftigt, ist aber nur bis etwa 1740 vorgedrungen. Ich selbst bin evange-
lisch, mein Großvater war ursprünglich katholisch, dann Altkatholisch und heiratete evan-
gelisch. Der Vater Joachim dieses Großvaters Hermann Julius sollte ursprünglich katholi-
scher Priester werden, besuchte bereits das Priesterseminar in Olivia bei Danzig und
hatte in dieser Zeit einen Unfall, so daß er hinkte. Da im Ermland die Priesterweihe an
körperlich Behinderte nicht erteilt werden durfte, wurde er in den Schuldienst übernom-
men. Ich stamme also von den ermländischen und katholischen P’s ab, die von den
evangelischen P’s im übrigen Ostpreußen getrennt lebten, wohl auch deswegen, weil das
Ermland lange Zeit polnisches Lehen war, so daß dort keine Reformation stattfand.
Gleichwohl dürften aber beide Linien dieselbe Wurzel haben, nämlich den Johann
Padeluche aus dem Lübeckischen.»

Adalbert Podlech, als Ministerialrat im Ruhestand, war früher beim Bundesrechnungs-


hof tätig und bescherte mir, weil er für die Bundeswehr zuständig war, Fragen von
meinen Vorgesetzten nach möglicher Verwandschaft. Zu diesem Zeitpunkt (etwa 1963)
hatte ich aber noch kein sehr starkes Forschungsinteresse. Den Höhepunkt erlebte ich
in Faßberg, als zwei Beamte des Rechnungshofes den Standort prüften und ich als
junger Inspektor diese beiden Herren bei ihrer Aufgabe zu allen Dienststellen begleitete.
Als einige Wochen später das Protokoll kam, das maschinell mit «Podlech» unterzeich-
net war, ließ der Kommandeur der Flugzeugführerschule seinen Zorn über die Bean-
standungen an meinem armen Dienststellenleiter Richard Müller aus, sinngemäß etwa:
«Was nimmt der sich raus?».

Adalbert Podlech hat mir eine Fülle handschriftlicher Unterlagen seines Vaters zur
Verfügung gestellt, die ich für meine Nachforschungen sehr gut verwenden konnte. Die
Aufzeichnungen stammen offensichtlich vom Verein für Familienforschung in Ost- und
Westpreußen, von Major a.D. C. Staszewski, der Nachforschungen für Jorge Podlech
durchgeführt hat. Einen Teil dieser Unterlagen habe ich, weil Handschriften aus der
Chilenischen Podlech-Richtung dabei waren, an Sonia Podlech in Santiago geschickt.

Der Consul e.r. Jorge Podlech von Duisburg aus Victoria (Chile) hat 1931 einen ent-
scheidenden Anstoß zur Familienforschung gegeben. Dieser Urgroßvater von Sonia
Podlech hat aus Chile an die Redaktion der «Altpreußischen Geschlechterkunde» in
Königsberg geschrieben, was an den Verein für Familienforschung in Ost- und West-
preußen weitergeleitet wurde. Er wollte seinen Kindern, die sämtlich in Chile geboren
sind, einen Nachweis über ihre Voreltern hinterlassen. Er schreibt u.a.:

«Ich habe sie möglichst in deutschen respectiven altpreußischen Sinne erzogen, doch da
die Mutter von englisch-chilenischer Abstammung ist, sind sie leider der deutschen Spra-
che nicht völlig mächtig, doch innerlich, speciell mein einziger Sohn, der hier als Advokat
thätig ist, völlig deutsch gesinnt.» Komplettes Schreiben siehe Anlage.

Im Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen hat sich dann der Major a.D.
C. Staszewski an die Nachforschungen begeben. Diese teilweise handschriftlichen
Aufzeichnungen und der Schriftverkehr, den ich mit den Unterlagen von Adalbert
Podlech erhielt, ist in bezug auf die Namensherkunft sehr aufschlußreich. Wie er an
diese Unterlagen gekommen ist, wird wohl ungeklärt bleiben, denn seine Familie ist
nicht auf Andreas zurückzuführen. Einige Passagen aus dem Schriftverkehr:

Brief von Major a.D. Staszewski (Verein für Familienforschung in Ost- und West-
preußen) an Jorge Podlech v.D. in Victoria, Chile, vom 19. 9. 1931:

«... Erwähnen möchte ich, daß ein ehemaliger Gutsbesitzer Podlech mit seiner Familie
vor 40 Jahren in Königsberg mit meinen Eltern in einem Haus wohnte.»

Brief von Jorge Podlech v.D. an Major a.D. Staszewski vom 3. 11. 1931:

«... ein Vetter, Otto Podlech, Sohn des Gutsbesitzers von Mollehnen im Samland, der das
Gut von unserem Großvater erbte, dasselbe aber in Folge des P’schen Leichtsinnes
verkaufen mußte. Es ist derselbe Herr, welchen Sie in Ihrem geehrten erwähnten und der
im Hause Ihrer Eltern wohnte.»

Brief von Major a.D. Staszewski an kathol. Pfarrer Ferdinand Podlech (* 22. 2.
1878 in Kl. ..nsterberg, Sohn des Peter P., Besitzer) in Reichenberg Kreis Heils-
berg vom 8. Februar 1932: Anfrage nach Verwandten usw.

Antwort vom Pfarrer Ferdinand Podlech vom 13. 2. 1932:

«... Ihre Familie P. aber, vermute ich, ist auf einen anderen Stamm zurückzuführen, da sie
wahrscheinlich evangelisch ist. Mehrere evangel. Familien Podlech sollen, wie ich von
Verwandten aus meiner Heimat gehört, in Ebersbach bei Mühlhausen Krs. Preußisch
Holland noch leben, die sich von der Familie P. in Tiedmannsdorf geschieden haben (vor
der Reformation!).»

Major a.D. Staszewski schreibt an Hofbesitzer Hermann Podlech in Ebersbach am


25. April 1932:

«... Zur Zeit der Reformation hat sie (die Familie Podlech) sich in eine evangelische und
eine katholische Linie geteilt, letztere war im 18. Jahrhundert in Tiedmannsdorf (dort 1917
ausgestorben) und im 19. Jahrhundert in Altmünsterberg ansässig.»

Am 21. 7. 1932 hat Major a.D. Staszewski in Laptau (zuständig für Mollehnen) die
Kirchenbücher eingesehen:
Notizen:

«16. 9.1870 starb Frau Amtmann Wilhelmine Podlech geb. Werdermann an Unterleibs-
entzündung, 76 Jahre alt.»

«Am 20. 12. 1888 verstarb der frühere Privatförster Friedrich Wilhelm Podlech (verwitwet,
Vater des Gärtnerei- und Meiereiaufsehers Gustav Podlech) 75 Jahre 6 Mon. an Alters-
schwäche.»

Oberst a.D. Georg Freytag – Onkel von Dr. Johanna Krieger – hat, wie er 1965 schreibt,

«50 Jahre daran gearbeitet, um Mosaiksteinchen in Familienkunde väterlicher- u. mütterli-


cherseits zusammenzutragen. Aber damals konnte man noch ohne große Schwierigkeit
Auszüge aus Kirchenbuchämtern und Staatsarchiven erhalten, was ja nun nach dem
Verlust unserer ostpr. Heimat erheblich erschwert oder ganz unmöglich gemacht ist. Aber
– wenn Sie (so schreibt er an meine Mutter, die mir mit dem Band 133 des Deutschen
Geschlechterbuches 1964 ein Weihnachtsgeschenk machen wollte) an der Erforschung
Ihrer Voreltern interessiert sind, sollten Sie sich mit Zähigkeit und Ausdauer dieser Arbeit
unterziehen, sie trägt ihren Lohn in sich und Ihre Angehörigen werden Ihnen dankbar
sein.» Komplettes Schreiben siehe Anlage.

In die Aufzeichnungen von Georg Freytag sind offenkundig die Arbeiten von Herrn
Staszewski (s.o.) eingeflossen, hier seine Zusammenfassung aus dem Deutschen
Geschlechterbuch, Band 133, S. 199ff.:

«Diese Stammfolge beginnt mit Andreas Podlech, *1707 (err.), der auf Schloß Schönberg
in Westpreußen in Diensten stand und als Schneider in Herzogswalde (Kr. Rosenberg)
starb. Alle 6 Kinder in Schönberg geboren. Seine Herkunft konnte bisher nicht ermittelt
werden.

Der Name Podlech kommt in Westpreußen ganz selten vor. So erscheint er z.B. in den
ersten beiden Westpreußenbänden des DGB überhaupt nicht. Dagegen ist er in Ostpreu-
ßen häufig vertreten, besonders im Ermland. Dort gibt es ein Dorf Podlechen (im jetzigen
Kr. Heilsberg), das um 1310 als adlig-kulmisches Gut an einen ritterbürtigen Lübecker
Bürgersohn namens Johannes Padeluche vergeben wurde. Dieser wurde auch Gründer
des Dorfes Medien bei Heilsberg, während sein Verwandter Heinrich Padeluche die ost-
preußischen Städte Schippenbeil und Rastenburg gründete.

Nach der «Altpreußischen Biographie» ist Johannes Padeluche um 1270 in Lübeck gebo-
ren. Sein Vater hieß Heinrich Padeluche. Die Familie nannte sich nach dem Lübecker
Stadtgut Padeluche, ein Ortsname, den Friedrich Grünhagen mit «Froschwiese» deutet.
Padeluche war Bürger in Lübeck. Er verkaufte um 1293 sein Grundstück in der Stadt und
wandte sich im Zuge der lübischen Einwanderung nach Preußen. 1311 ist er zusammen
mit einem Lübecker Mitbürger in der Umgebung des Bischofs von Ermland nachzuweisen.
Seine Familie hat sich in mehreren Generationen durch Binnenwanderung an der Koloni-
sation Preußens beteiligt. Noch 1373 besetzten vier Brüder Padeluche ein Dorf im
Leunenburgischen jetzt Podlechen, Kr. Rastenburg).

Heinrich Padeluche war ein äußerst tatkräftiger Unternehmer. Um 1345 legte er die Stadt
Schippenbeil an, für die er am Neujahrstage 1351 die Handfeste vom Hochmeister des
Deutschen Ritterordens Heinrich Dusemer (1345-1351) erhielt. Schon gegen Ende des
Jahres 1357 erhielt er auch die Handfeste über das Erbschulzenamt der Stadt Rasten-
burg von dem Komtur von Balga Johann (Hennig) Schindekop in Empfang nehmen. Da
diese Stadt sich kräftiger als Schippenbeil entwickelte, konnte sie das Erbschulzenamt
schon frühzeitig an sich bringen.

Ein Zweig der Familie Padeluche kam später in den Besitz des adlig-kulmischen Gutes
Elditten im Ermland, vermutlich durch Heirat. 1388 wird ein Heinrich Padeluche von
Elditten genannt. Noch 1550 ist ein Georg Padeluche von Elditten Burggraf von Heilsberg,
also im Dienste des ermländischen Bischofs. Seitdem kommt diese adlige Familie im
Ermland nicht mehr vor.

Ein Jacob Padeluche wird 1349 als Landschöffe in Rastenburg genannt, ein anderer
Jacob P. ist 1398 Schöffe beim Landgericht des Gebiets Balga in Bartenstein. Letzterer
wird auch noch 1399-1409 dort erwähnt.

Im 17. Jahrhundert erscheint der Name auch in der Stadt Mühlhausen in Ostpreußen (Kr.
Preußisch-Holland). Guido Stark nennt in seiner Stadtgeschichte im Jahre 1614 unter den
Hufnern und Mälzenbräuern Simon Podlech, Tewes Podlech, Andres Podlech und unter
den Büdnern Bartel Podlech. Von 1625 bis 1629 wirkte in Mühlhausen ein Apotheker
Michael Podelich, der 1629, als 401 Menschen der Stadt durch die Pest hinweggerafft
wurden, ein Opfer seines Berufs geworden ist. Im Jahre 1693 erscheinen unter den
Bürgern von Mühlhausen Peter Podlech, Jacob Podlech, Bartel Podlech, und unter den
Büdnern oder Erknern ein Hans Podlech. Überhaupt kommen im Kreise Preußisch Hol-
land auffallend viele Namensträger Podlech als Ackerbürger, Kleinbauern und Handwer-
ker vor. Vielleicht kam der 1707 geborene Andreas Podlech, mit dem die Stammfolge
beginnt, auch von dort, während seine Vorfahren aus einem der beiden Orte Podlechen
herstammen können. Die Herkunft der ostpreußischen Padeluche aus einer Lübecker
Familie darf als erwiesen angesehen werden.»

Soweit die Veröffentlichung von Freytag. In seinem Literaturverzeichnis schreibt Freytag


auch, dass sich Dr. Walter Grunert, jetzt Oberstudienrat i.R. zu Bad Pyrmont, verdient
gemacht hat.

Podlechen (Ostpreußen) – Podlechy (Polen)

Krollmann schreibt in: «Altpreußische Biographie», herausgegeben im Auftrage der


Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung, von Kurt
Forstreuter und Fritz Gause, Band III, N. G. Elwert Verlag, Marburg/Lahn, 1975:

«Johannes Padeluche, in Lübeck um 1270 geboren, war Bürger in Lübeck. Die Familie
nannte sich nach dem Stadtgute Padelüchen. Er verkaufte um 1292 – 95 sein Grundstück
in der Stadt in der Mühlenstraße, um sich dem Zuge der lübischen Einwanderung nach
Preußen anzuschließen. 1311 ist er zusammen mit seinem Mitbürger Hinricus Ruffus,
welcher Lokator des 50 Hufen großen Zinsdorfes Packhausen im Ermland war, in der
Umgebung des Bischofs von Ermland nachzuweisen. Padeluche hatte damals in der
Nachbarschaft von Packhausen bereits ein Gut von 22 ½ Hufen im Felde Borowiten
angelegt, das den Namen Padeluchin (Podlechen, Podlechy) erhielt. Er verkaufte es 1315
und gründete im Felde Medien an der Simser als erster Deutscher jenseits der Alle ein
Eigendorf von 40 Hufen, worüber er 1320 eine Handfeste mit besonderer Anerkennung
seines Wagnisses empfing. Seine Familie hat sich in mehreren Generationen durch
Binnenwanderung an der Kolonisation Preußens beteiligt. Noch 1373 besetzten 4 Brüder
Padeluche ein Dorf im Leunenburgischen (Podlechen, Podlechy) Kreis Rastenburg.»
Während zu dem Ort Podlechy bei Mehlsack (Kreis Braunsberg) noch ein schönes Ortsschild weist (hier
festgehalten vom Autor mit seiner Frau im Jahre 1988), ist der kleine Ort selbst sehr herunter-
gewirtschaftet. Podlechy im Kreis Rastenburg ist dagegen nur noch durch eine Bushaltestelle erkennbar;
den Ort gibt es nicht mehr.
Weiter Krollmann:
«Heinrich Padeluche, offenbar ein Nachkomme des Johannes Padeluche, war ein unge-
wöhnlich tatkräftiger Unternehmer. Um 1345 legte er die Stadt Schiffenburg (wurde durch
die umwohnenden Prußen zu Schippenpil und schließlich Schippenbeil) an. Bei der Grün-
dung hatte die Stadt 40, seit der Mitte des 16. Jahrhunderts 98 Hofstellen. Am Neujahrsta-
ge 1351 erhielt er vom Hochmeister Heinrich Dusemer die Handfeste und 112 Hufen.
Obgleich das Erbschulzenamt rund 100 Jahre in Besitz seiner Nachkommen blieb, konnte
Heinrich Padeluche schon gegen Ende des Jahres1357 auch die Handfeste über das
Erbschulzenamt der Stadt Rastenburg von dem Komtur von Balga Johann (Hennig)
Schindekop in Empfang nehmen. Da diese Stadt sich kräftiger als Schippenbeil entwickel-
te, konnte sie das Erbschulzenamt schon frühzeitig an sich bringen. Rastenburg wurde
etwa 1329 von Balga aus erbaut. Anfangs hatte sie 72 Erben, 1939 waren es knapp
20.000 Einwohner.»

Eine recht umfassende Sammlung liefert Prof. Dr. Röhrich: «Die Kolonisation des
Ermlands» (Zeitschrift für die Geschichte und Altertumskunde Ermlands (EZ)), zitiert
aus seinem Manuscript:

«1.a) Die Hälfte des Feldes Borowyten (22 ½ Hufen) wird (um 1300) vom Kapitel an Johannes
Padeluche verliehen. Die Familie Padeluche stammt aller Wahrscheinlichkeit nach aus
dem Lübeck’schen, wo um die Jahre 1251 und 1255 ein Ritter Otto von Padeluche ge-
nannt wird. Möglich, daß sich von hier einige ihrer Mitglieder nach der neu aufblühenden
Kolonie Elbing wandten und daß auch Johannes Padeluche sich zuerst dort niedergelas-
sen hat, um später im Ermland sein Glück zu versuchen.

Seit 1311 ist er im Gefolge des Bischofs Eberhard von Ermland nachweisbar. Seine
Besitzung zwischen den Dörfern Pilgrimsdorf, Packhausen, Langwalde und den 10 Hufen
des Preußen Pene – sie behielt von ihm den Namen Padeluche (Podlechen) – verkaufte
er bald an Thomas, den Sohn des Schulzen Eberhard von Aldenmarkte. Am 21. 5. 1315
erfolgte durch das Kapitel die Bestätigung des Verkaufs (EZ Band 13 Seite 824 f.).

b) Am 13. 5. 1404 vertauscht die Familie von Ulsen, der Ritter Kirstan und die Gebrüder
Sander und Heinrich von Ulsen nebst der Schwester der letzteren, Ermetrut, verehelicht
an Jacob Padelüchen ihre Güter Scharnigk und Elsau. Dieser Gütertausch und die Heirat
Ermetrut von Ulsen und Jacob Padeluchen wird auch an anderer Stelle erwähnt (EZ Band
14 Seite 247).

c) Johannes Padeluche unterschreibt als Zeuge die Handfeste über Lokau (EZ Band 14
Seite 258).

d) Der erste Deutsche, der die Gründung eines Dorfes jenseits der Alle unternahm, war
Johannes, genannt Padeluche. Er war kein Neuling in solchen Dingen. Ehe er in den
Dienst des Bischofs trat, hatte er sein Siedlungstalent bereits in der Wewa betätigt und
daselbst das nach ihm benannte Gut Podlechen angesetzt. Lokator in Medien (EZ Band
14 Seite 258).

e) Das Geschlecht der Wendepfaffe scheint aus Thüringen zu stammen, Konrad Wende-
pfaffe wird 1329, 1335 und 1338 erwähnt. Heinko oder Heinrich ist Gründer der Stadt
Seeburg und Erbe des väterlichen Gutes, seit 1343 führt er den Namen Elditten. Heinrich
ist Ahnherr der in der Provinz Preußen noch jetzt begüterten und blühenden Familie von
Elditten. Letztmals wird er 4. 12. 1348 als Landschöffe im Wormditter Landdinge erwähnt.
Wohl seine direkten Nachkommen sind Heinrich Padelucke von Elditten (1388), Hannus
von Elditten, Heinrich Elditten (um 1439) usw. (EZ Band 13 Seite 408). Auch «Raabe’sche
Sammlung» in der Staatsbibliothek Königsberg.
2. Jos. Bender, Topogr.hist. Wanderungen durch das Passargegebiet:

Johannes Padeluche verkauft 1315 Podlechen an die Familie von Aldenmarkte, er und
seine Familie gehörten zu den hervorragenden Lokatoren in Preußen.

Johannes Padeluche wurde 1320 Gründer des Dorfes Medien bei Heilsberg, kommt öfter
als ermländischer Vasall und Urkundenzeuge in Heilsberg vor.

Ritter Otto von Padelügge (Padeluche) im Holstein’schen kommt schon 1251 und 1255 im
Lübecker Urkunden Buch vor.

Heinrich Padeluche wurde 1351 durch Verschreibung des Hochmeisters Gründer der
Stadt Schippenbeil und ebenso 1357 von Rastenburg. In der Stiftungsurkunde von
Rastenburg heißt er «Heynrich Padeluch scultheiss derselben stat» (Beckherrn, Urkunden
der Stadt Rastenburg in «Altpreuß. Monatsschrift» Jg. 1885 S. 506 und «Beckherrn,
Rastenburg histor.-topogr. dargestellt.» Seite 97.)

Das altpreußische Geschlecht der Padeluchs war auch unter den Namen von Elditten und
Schultheiß oder Scholtz in der Umgebung von Rastenburg ansässig.

Jacob Padelücken, Schwager des von Ulsen (oder Oelsen) ist 1404 Vasall des Bischofs in
Heilsberg.

George Padeluche von Elditten, Burggraf zu Heilsberg, erhält 1550 eine Verschreibung
über Sperrwatten (EZ Band 9 Seite 20)

3. A. Thiel: «Wehrverfassung und Wehrverhältnisse des alten Ermland» (EZ Band 6 Seite
214). Georg Padeluche von Elditten auf Sperweren (Sperwatten) leistet 1587 einen Ritter-
dienst.

4. «Franz Hipler, Die ältesten Schatzverhältnisse d. ermländ. Kirchen» (EZ Band 8 Seite
591) George Elditten wird 1537 genannt.

5. «Dittrich, Böttichers Inventarisation der Bau- und Kunstdenkmäler Ermlands» (EZ Band 11
Seite 300), Georg Padeluche von Elditten, gestorben 1556, Grabstein in der Kirche zu
Heilsberg.

6. Dr. Adolf Poschmann schreibt in «Die Siedlungen in den Kreisen Braunsberg und Heils-
berg» In: „Zeitschrift für die Geschichte und Altertumskunde Ermlands“, Band 18, Brauns-
berg 1913, S. 511 und Anmerkung 11:

a) Am 11. 4. 1550 kamen sämtliche (16) Hufen von Sperwinde in den Besitz des Heilsberger
Burggrafen George Padeluche von Elditten. Die Verschreibung, die ihm darüber ausge-
stellt wurde, überließ ihm das Gut zu kulmischem Recht mit voller Gerichtsbarkeit, freier
Fischerei im See Potarren (dem heutigen Potar-See südlich von Bogen auf der Braus-
berg-Heilsberger Kreisgrenze) für seinen Tisch und freier Jagd. Der eine Reiterdienst und
Rekognitionszins blieben. Noch gegen Ende des 16. Jahrhunderts sitzen die Elditten auf
der Begüterung Gründung des Vogtes Heinrich von Luter auf dem Feld Sparwinde, dar-
aus wurde im Laufe der Zeit Sperwerden, Sperweten, Sperwesen, Sperwateck,
Sperwarten und endlich Sperwatten, wie der Ort heute noch heißt (EZ Band 20 Seite 121).

b) Öfter als die deutschen Gutsbesitzer gaben die Lokatoren den Dörfern ihren Namen.
Podlechen, Johann Padeluche wurde später Lokator von Medien, Heinrich Padeluche von
Schippenbeil und Rastenburg. Ihr Name kommt noch heute als Podlech vor, von
Mülverstedt-Neue Preuß. Prov.Bl. a.F. XI 1857 Seite 290 hält Podlechen fälschlicherweise
für altpreußisch (EZ Band 18 Seite 511)

c) Die preußischen Edeln Alsutte, Dirsune und Srynis hatten Besitz in den Feldern Burwite
und Bundotanys, dem heutigen Podlechen (EZ Band 17 Seite 522).

d) Borowyten (ein Feld in der Flur der Dörfer Podlechen und Straubendorf ist vermutlich von
dem polnischen Lehnwort bora oder borra = Fichtenwald abzuleiten (EZ Band 18 Seite
496).

7. Dombrowski: «Der Tugendbund in Braunsberg» (EZ Band 11 Seite 39), ein Lehrer
Podlech wird Anfang des 19. Jahrhunderts in Tolkemit genannt, «Dr. F. Hilper, Heinrich
Schmülling und die Reform des ermländischen Schulwesens am Eingange des 19. Jahr-
hunderts» (EZ Band 8 Seite 451).

8. August Podlech wird 1841 als Prem. Lieut.i.d.4. Artillerie-Brigade in Heilsberg genannt.

9. Hipler: «Die ermländischen Studenten auf der Albertina zu Königsberg» (EZ Band 11
Seite 142), Hermann Julius Podlech, Wormditt, Ph. Student der philosophischen Fakultät
in Königsberg 1843.

Im Anschluß an diese Nachrichten aus der EZ (so Röhrich in seinem Manuscript) möchte ich
noch bemerken, daß es laut Ortschaftsverzeichnis noch heute Gut und Dorf Padelügge bei
Lübeck gibt.»

Häuptling Padeluche

In der Unterhaltungs-Beilage des


Berliner Lokal-Anzeiger
20. Jahrgang, Nummer 170 vom Mittwoch, 23. Juli 1902
erschien der folgende Beitrag:
Was bedeutet der Name?
Übereinstimmend wird zwar im Berliner Lokal-Anzeiger die Herkunft des Namens
Podlech auf Padeluche zurückgeführt, er galt jedoch hier als heidnischer preußischer
Häuptling. Ich neige – so auch Georg Freytag – zu der Deutung des Namens, wie Heinz
Georg Podehl, Autor des Buches «4444 ostpreußische Namen prußisch erklärt» (Leer,
1987). Er schrieb mir, weil ich mich darüber «beschwerte», daß unser Name in seinem
Buch nicht enthalten sei:

*)

Dr. Antje Schmitz, die mir den – vorläufig – letzten Abschnitt in dieser Namens- und
Familienforschung möglich machte, schreibt mir zur Deutung des Namens:

«Zum Hofnamen Padelügge sw. Lübeck: Altpolabisch Pod³ugy’(Ort) bei den Sümpfen,
unterhalb der Sümpfe’ wurde zu mittelniederdeutsch Padelüche (1212 de Padeluche), mit
Senkung von o zu a in der ersten unbetonten Silbe und Spirantisierung von g zu ch. Die
heutige Mundartform lautet pad’lüg, mit dem Akzent auf der zweiten Silbe (ursprünglich
der vorletzten Silbe), der aus dem altpolabischen stammt.»

Ob nun die «Padden» realer Namens-


bestandteil sind oder wir sie nur mittelbar als Bewoh-
ner der Sümpfe dazunehmen, die (silbernen)
Frösche sind unser Wappentier, mit dem kleinen
Makel, den unser Enkel Maximilian bei der Beurtei-
lung des fast fertigen Ölgemäldes
auf der Staffelei feststellte:
«Opa, Frösche sind doch grün!»
Recht hat er!

*)
Lübeck
A 1 von
Hamburg

Padelügge

B 75

Sehr ausführlich, daher im Originaldruck – beschäftigt sich Friedrich Grünhagen in der


«Alpreußischen Geschlechterkunde», 13. Jahrgang Heft 3, Königsberg 1939, Seite 49
ff. mit der Frage über:
Zwei Jahre vor dieser Veröffentlichung von Grünhagen schreibt Erhard Riemann in
seinem Buch «Ostpreußisches Volkstum um die ermländische Nordostgrenze». Beiträ-
ge zur geographischen Volkskunde Ostpreußens. Schriften der Albertus-Universität,
hrsg. vom Königsberger Universitätsbund. Geisteswissenschaftliche Reihe Band 8
Königsberg und Berlin 1937 auf Seite 40:

«Auch andere Lübecker Familien haben Anteil an der Besiedlung des Ordenslandes.
Nach Johann Padeluche ist das Dorf Podlechen bei Mehlsack benannt. ... Sein Sohn
Heinrich gründete im Ordensgebiet die Städte Schippenbeil und Rastenburg.»

Harmjanz nimmt in einer «zornigen» Rezension in den Altpreußischen Forschungen,


15. Jahrgang 1938 Seite 150 dazu die andere Position ein, die «heidnisch-preußische»:
Meine Forschungsaktivitäten begannen erst 1977, weil in die Zeit ab 1964 (Brief Georg

Freytag an meine Mutter – siehe Anlage) meine Berufsausbildung und Familien-


gründung fiel und sie mit beruflichen Interessen und «Zigeunerleben» ausgefüllt war.
Ich erhielt – durch ein Zitat in der Computerwoche – die Initialzündung, mich diesem
Thema intensiver zu widmen und suchte Kontakt zu Dr. Johanna Krieger, die mit dem
Nachlaß Ihres Onkels Georg Freytag viele Forschungsunterlagen gesammelt hatte.

Diese Initiative zu meiner Forschung zündete im Verteidigungsministerium. In der


Computerwoche wurde 1977 «Podlech» (ohne Vorname) zitiert, der geäußert habe,
daß sich die Regierung mit ihrem Datenschutzgesetz «nicht mit Ruhm bekleckert
habe». Dies löste den fragenden Vermerk aus dem Nachbarreferat an meinen Referats-
leiter aus: «Wenn das unser Podlech ist, dann hätte er das besser nicht gesagt?!». Weil
ich damals auch fachliche Beiträge in der Computerwoche schrieb, hatte mein
Referatsleiter Argwohn, was ich denn da wieder angezettelt haben könnte. Ich klärte ihn
auf, daß Adalbert Podlech, der Rechtsprofessor aus Darmstadt, gemeint sei, daß ich
seine Auffassung nicht teile und im übrigen – nach dem Stand meiner Forschungen –
mit ihm weder verwandt noch verschwägert sei; die letzte Aussage war reiner Übermut.
Weil das Haus Königsstraße meiner Dienststelle eine Hochburg von Ahnen- und
Familienforschern war – was ich zu diesem Zeitpunkt erst erfuhr – wurde ich dann
gleich in die Enge getrieben, wie weit ich denn mit meinen Forschungen sei, und so
begann’s dann – leider viel viel zu spät.

Auch Florian Peller, der in seiner Ahnenreihe eine Eleonore Podlech hat und schließlich
Christel Podlech, die beim Arzt einen Artikel von mir in einer Fachzeitung las, haben in
der Gegenwart viele Mosaiksteinchen zusammengetragen, von denen ich profitierte.
Von Sonja Schröder, geb. Podlech, Schwester des Metzgermeisters Rüdiger Podlech
vom Plauer See, erhielt ich das Tagebuch des Vaters, seine Memoiren. Sie haben mir
ein Bild vom Familienleben unserer Eltern und Großeltern in Ostpreußen vermittelt. So
ist – wie vieles im Leben – auch die Familienforschung ein Geben und Nehmen, das
Geduld erfordert und auch auf Glückstreffer angewiesen ist.

Als Glückstreffer werte ich auch den Brief von Dr. Antje Schmitz. Wenn ich mich der
Auffassung über unsere Namensherkunft anschließe, nach der Padelügge in Lübeck
der Ursprung der Padeluches ist, die unseren Namen nach Ostpreußen trugen, dann
bleibt noch eine Frage: «Wie wurde aus Padeluche unser Familienname Podlech?»

Wie wurde aus Padeluche unser Familienname Podlech?

Dr. Antje Schmitz nimmt eine dialektale (niederdeutsche) Variante an. Sie schreibt mir:
«Im Zeitraum des Mittelniederdeutschen (800 – 1600) erfolgten unter anderem Vokal-
senkungen (i > e, u > o, ü > ö), Rundungen (a > o, e > ö, i > ü) und Entrundungen
(u > i, o > e und ö > e). Rundung und Entrundung erfolgte etwa seit dem 13. Jahrhun-
dert (s. Agathe Lasch, Mittelniederdeutsche Grammatik, 2. unverän. Aufl., Tübingen
1974).» Ich hatte ihr 1995 aus Magdeburg geschrieben:

«Ihre Anschrift habe ich aus dem Telefonbuch und ich hoffe, daß Sie die Autorin des Bei-
trags in einem Band des Herder-Instituts sind, in dem es um deutsch-slawische Namens-
forschung geht.
Aus diesem Bereich habe ich eine Frage, bei der Sie mir sicherlich entscheidende Tips
geben und weiterhelfen können:
Mein «Namenspatron» Johannes Padeluche ist um 1270 herum in Lübeck geboren, seine
Familie nannte sich nach dem Lübecker Stadtgut Padeluche, dem heutigen Stadtteil
Padelügge. Im Zuge der lübischen Besiedlung des Ostens gründeten er und seine
Nachkomrnen nach ihrem Namen benannte Orte, die in unserem Jahrhundert dann in
Ostpreußen Podlechen hießen, heute polnisch Podlechy.
Den genealogischen Nachweis zu Johannes Padeluche kann ich nicht führen, für meinen
Familiennamen gibt es noch die weitere mögliche Herkunft, daß meine Vorfahren aus
diesen Orten kamen und daher so genannt wurden.
Können Sie mir bitte eine Quelle nennen oder sonst irgendwie Hilfestellung geben, damit
ich nachvollziehen kann und begreife, wie aus Padeluche Podlech wurde?
Ihrer Antwort sehe ich mit Spannung entgegen und danke schon im voraus für Ihre Bemü-
hungen.»

Sie konnte; und obwohl ich zwischenzeitlich meinen Zweitwohnsitz wieder aufgegeben
habe und ins Rheinland zurückgekehrt bin, hat sie meine Anschrift ermittelt und mir
ausführlich geantwortet. Hier die entscheidenden Passagen ihres Briefes:

«Zum Familiennamen Podlech: Altpolabisch *Podlugy wurde im Mittelniederdeutschen zu


*Podlüche, dann zu *Podlöch (mit Apokope des auslautenden -e und Vokalsenkung von ü
zu ö) und schließlich zu *Podlech mit Entrundung von ö zu e.

Wahrscheinlich erfolgte im Deutschen auch eine Akzentverlagerung auf die erste Silbe
(Initialbetonung), falls Ihr Name heute auf der ersten Silbe betont wird. Die Entrundung
von ö zu e ist besonders oft im Mittelniederdeutschen nach l erfolgt.

Die gleiche Lautentwicklung liegt vor in dem niederdeutschen Appellativum Kletsch


‘Schlüsselblume’, einem Reliktwort aus dem Altpolabischen in der heutigen Probstei, Kreis
Plön. Altpolabisch *Kl’uèik(y) ‘Schlüsselchen, Schlüsselblume(n)’ wurde im Mittelnieder-
deutschen nach den Regeln des slavisch-deutschen Lautersatzes zu *Klütschk(e), dann
zu *Klötsch und schließlich zu Kletsch, ebenfalls mit Vokalsenkung von ü zu ö und
Entrundung von ö zu e. (s. meinen Aufsatz im Jahrbuch für niederdeutsche Sprachfor-
schung 103/1980).

Es gibt im Kreis Ostholstein außerdem den Siedlungsnamen Plügge (Dorf ostsüd


ostlich Oldenburg), der ebenfalls auf altpolabisch *Podlugy zurückgeht.»
Padelügge bei (in) Lübeck

Aus einer etwa vor 150 Jahren verfaßten Schrift eines Stiftungsvorstehers der
«Parcham’schen Stiftung zu Lübeck» zur Geschichte von Padelügge:
Antje Schmitz schreibt über Padelügge in den Kieler Beiträgen zur deutschen Sprach-
geschichte, Bd. 14 über «Die Ortsnamen des Kreises Herzogtum Lauenburg und der
Stadt Lübeck» (1990 im Karl Wachholtz Verlag Neumünster erschienen) S. 243 ff.:

198 Padelügge (Lübeck)


Hof sw. von Lübeck, ehemaliges Dorf, ehemalige Adelsfamilie von Padelügge.
Das Herrenhaus Padelügge im Jahre 1987

Die Wappen der Podlech’s

Im Juni 1983 knüpfte ich erste Kontakte zu Dr. Johanna Krieger (Nichte von Georg
Freytag und Koautorin des Beitrags im DGB 133, S. 215) in Westerland auf Sylt, die mir
eine Fülle von Unterlagen schickte, insbesondere zu der Andreas-Linie, aber auch wei-
tere Namensvorkommen, in denen ich aber zunächst keine Verbindungen sah.

Sie erzählte mir später einmal am Telefon, dass sie «noch vor dem Kriege» in
Paddelügge bei Lübeck gewesen sei und dort am Haus das Wappen der Padeluche
gefunden und davon ein Bild gemacht habe. Ich meine auch mich zu erinnern, dass es
um das Padeluchsche Wappen ging, dass in Ostpreußen gefunden wurde. Auf ihr An-
gebot, in ihrer umfangreichen Sammlung nach meinen Vorfahren zu suchen, wollte ich
1990 eingehen, aber ihre Wohnungsnachfolgerin sagte mir, dass sie vor zwei Monaten
verstorben sei. Ihren Nachlass habe ihr Neffe, Ferdinand Krieger in Essen übernom-
men. Herr Krieger schrieb mir auf meine Anfrage:
Ich fragte regelmäßig (halbjährlich) nach, bis mir seine Frau Henriette dann 1993 mit-
teilte, dass ihr Mann vor einigen Monaten verstorben und sie umgezogen sei und alle
Unterlagen noch verpackt sind. Im Sommer 2002 war’s dann soweit, dass ich bei Frau
Henriette Krieger im Nachlaß von Dr. Johanna Krieger stöbern durfte. Dabei fand ich
das Bild des Wappens:

Ich erinnerte mich, dass sie (Johanna) mir am Telefon auch sagte, weil der Nachweis
der genealogischen Verbindung fehle, habe man das eigene Wappen (etwa 1960) mo-
difiziert neu eintragen lassen:
Weil auch mir der genealogische Nachweis der Abstammung von Johannes Padeluche
wohl nie gelingen wird und die Verbindung mit dem Zweig der Familie Podlech aus
Schönberg (Deutsches Geschlechterbuch, Band 133, S. 199 ff.) bis 1707 bisher noch
nicht, habe ich das ursprünglich Podlech’sche Wappen geringfügig modifiziert und ein-
tragen lassen (Entwurf: Heinz Ritt, Bad Nauheim; eingetragen am 30. Oktober 1990 un-
ter Nr.9294/90). Als Modifikation habe ich statt des ursprünglich im linken (jetzt hinteren)
Schildteil vor blauem Hintergrund den Kopf und Hals eines silbernen Pferdes ersetzt
durch zwei silberne Frösche übereinander und dies vor schwarzem Hintergrund. Wohl-
wissend, dass Frösche keine «klassischen» Wappentiere sind, hat mich einmal die
mögliche Namensinterpretation «der am Kröten-Sumpf-loch lebt» von Heinz Georg
Podehl oder Grünhagens «Froschwiese» inspiriert, zum anderen vielleicht auch – nicht
so ganz ernst gemeint – der Frosch als Wappentier der Beamten: «Sie sitzen auf ihrem
breiten Gesäß, reißen das Mundwerk auf, quaken rum und warten auf Mücken.»
Podlech aus Groß Samrodt, Krs. Mohrungen/Ostpr.
(Ältester bekannter Vorfahr im Mannesstamm: Martin Podlech, * Groß Samrodt 14. 10.
1807, ..., Brenner, Vater des Friedrich Podlech, * Draulitten 17. 11. 1835, Groß
Rüppertswalde ..., Dachdecker und Kutscher)

In von Gold und Schwarz gespaltenem Schild vorn drei rote Schrägrechtsbalken, hinten
zwei silberne Frösche übereinander. Auf dem rot-golden-schwarz-silbern bewulsteten
Helm mit rechts rot-goldenen und links schwarz-silbernen Decken ein wachsendes
rotgezungtes silbernes Roß mit schwarzer Mähne und schwarzen Hufen.

Die Sinndeutung für die Begründung der Eintragung in die Deutsche Wappenrolle:

1. Die vordere Schildhälfte bezieht sich wegen der Namensgleichheit auf das im
DGB abgebildete Familienwappen Podlech.
2. Der von dem niederdeutschen «Padde» (Frosch) abgeleitete Familienname wird
in der hinteren Schildhälfte durch zwei Frösche symbolisiert.
3. Ein wachsendes Pferd als Helmzier ist zwar auch in dem Wappen der Familie
Podlech aus Deutsch Eylau enthalten, hat aber in dem Wappenentwurf durchaus
insoweit eine eigene Bedeutung, als in der väterlichen Stammreihe die Berufsbe-
zeichnungen Pferdeknecht (Urgroßvater) und Kutscher (Ururgroßvater) enthalten
sind. An diese beiden Vorfahren möge das in den preußischen Farben tingierte
Pferd erinnern.
4. Die Hauptwappenfarben Schwarz und Weiss (Silber) beziehen sich auf die ost-
preußische Herkunft der Familie. Die weiteren Farben, Rot und Gelb (Gold), wur-
den dem Podlech-Wappen aus dem DGB entnommen.
Neu angenommen 1990 vom Antragsteller Rüdiger Podlech, Wirtschaftsinformatiker in
Menden, für sich und seine Nachkommen im Mannesstamm, soweit und solange sie
noch den Familiennamen des Wappenstifters führen.

In Ihrem Brief vom 14. Februar 2002 schreibt mir Antje Schmitz:

Kann es denn ein schöneres Schlußwort geben?


Anlage: Schreiben von Georg Freytag an meine Mutter
Anlage: Schreiben von Carl Georg Podlech an die «Altpreußische Geschlechterkunde»,
der Start für die Podlech’sche Namens- und Familienforschung
Anlage: Schreiben von Pfarrer Ferdinand Podlech aus Reichenberg