Octave MIRBEAU

« Der Gutsbesitzer »
I Herr Lechat erwartete mich auf dem Bahnhof. »Ah, endlich, da sind Sie!« schrie er, »Das ist recht.« »Sie sehen,« sagte ich, »daß ich Wort halte.« »Bra o! !ch lie"e es, wenn man Wort h#lt. Hierher! $nd !hr Billet% &e"en Sie mir !hr Billet. 'orw#rts, steigen wir rasch in den Wagen! Ha"en Sie &e(#c)% *ein, um so "esser!« Herr Lechat faßte mich an einem +l,gel meines -"er.iehers, lief mit mir /uer durch den Bahnhof und .og mich so "is .u seiner 'ictoria, welche mit anderen Wagen auf einem )leinen, mit A)a.ien "e(flan.ten 0lat.e stand. »Steigen Sie ein, steigen Sie ein, Sa(risti!« rief er mir .u. $nd .um 1utscher gewendet "efahl er2 »Du, fahr .u, a"er t,chtig! Du weißt, wenn mir einer dieser Schwach)3(fe orf#hrt, so schmeiß4 ich dich hinaus% 5um Schloß, schnell!« Die 0ferde stam(ften, t#n.elten einen 6oment auf ihren schlan)en Beinen, schnellten die 13(fe in die H3he und dann flog der Wagen ,"er die Straße hin. Herr Lechat )niete auf den 1issen und "eo"achtete, ,"er den Wagenrand ge"eugt, aufmer)sam die anderen Wagen, welche, einer nach dem anderen, in )leinen Stau"wol)en hinter uns her)amen. »Achtung!« sagte er on 5eit .u 5eit .um 1utscher, »Achtung, in Dreiteufels *amen!« A"er wir fuhren in gestrec)tem &alo((7 rechts und lin)s schien die Landschaft in tollem Lauf dahin.ueilen. *ach einigen 6inuten erschienen die anderen Wagen nur noch als )leine, graue 0un)te auf der weißen +l#che der Landstraße und sel"st die grauen 0un)te erschwanden nach und nach. Herr Lechat set.te sich "eruhigt nieder und stieß einen Seuf.er der 8rleichterung aus. »!ch will nicht, daß man mir orf#hrt,« er)l#rte er und legte seine "reite Hand auf mein 1nie. »!ch will es nicht, erstehen Sie das%« »6einer 9reu,« sagte ich »das ersteh4 ich!« »Ah, Sie sind aufrichtig, Sie! Bra o, ich lie"e es, wenn man aufrichtig ist! +reilich, da sind .wei oder drei 1raut:un)er, die nicht einmal .wan.igtausend +ran)s ;ente ha"en, und die m3chten mit meinen ;ennern )on)urrieren! Schau einmal < du erlau"st doch, nicht wahr% < Schau einmal meine ;enner an! Acht.ehntausend +ran)s, mein Lie"er, acht.ehntausend!«

8r wandte nochmals den 1o(f um und da er nichts mehr auf der Landstraße "emer)te, "efahl er dem 1utscher, die 0ferde langsamer gehen .u lassen. Herr Lechat dr,c)te mein 1nie sehr )r#ftig und "egann wieder2 »H3r .u, laß dir er.#hlen2 'orgestern < a"er du "ist nicht "3s, daß ich dich du.e%« »1eineswegs, im &egenteil.« »Bra o, ich lie"e es, wenn man sich du.t! 'orgestern fuhr ich on Saint= &au"urge durch den Wald .ur,c). Der Weg ist eng und hat nur f,r einen Wagen 0lat.. Was "emer)e ich ier.ig Schritte or mir% Den Her.og on la +ert>. 8in großer 8sel! !ch will nicht, daß mir :emand orf#hrt, "esonders nicht dieser große 8sel on einem Her.og. !ch sag also .um 1utscher2 +ahr or, .um Hen)er! < 8s ist )ein 0lat., antwortet der 1utscher. < So renn4 ihn an, und schmeiß4 mir den Her.og, den Wagen und die 0ferde in den &ra"en! Ah, das war lustig. Der 1utscher l#ßt den 0ferden die 5,gel schießen < )rach! Da liegt der Her.og auf der einen Seite, ich auf der andern und der 1utscher .ehn 6eter weit im &e",sch. Das war eine 'erwirrung! A"er ich erliere den 1o(f nicht. Schnell s(ring4 ich auf die +,ße, mache die 0ferde frei, he"4 den Wagen auf und fahre fort, w#hrend der Her.og liegen "lei"t, alle 'iere in der Luft. Ha, ha, ha! So "ehandle ich sie, diese Her.oge! *a, was sagst du da.u %« »Das ist großartig!« »*icht wahr% 9eufel, das ist nur recht so! !ch ha"e f,nf.ehn 6illionen, und was hat der Her.og% 1aum .wei armselige 6illionen! $nd die Schafe, du mußt sehen, wie ich die Schafe ,"erfahre! !ch ha"e auch schon ;inder ,"erfahren, ;inder on armen Leuten. Was liegt daran% !ch "e.ahle!« Herr Lechat rie" sich die H#nde. »Auf diese Art,« fragte ich »m,ssen Sie :a recht "elie"t sein, in !hrer &egend%« »$nd o" ich "elie"t "in! Du wirst das "ei den Wahlen sehen, mein Lie"er. Weißt du, wie man mich nennt%« f,gte er, sich "r,stend, hin.u. »6an nennt mich den 9iger. Das ist fesch, was% Den 9igerrr!« $nd einige 6inuten lang ersuchte er mit aufgerissenen Augen und ge3ffneten Li((en, den schwachen Schnurr"art str#u"end, eine w,tende 9iger)at.e auf grotes)e Weise .u )o(ieren. Dann sagte er (l3t.lich .u mir2 »Alles was du da siehst, rechts, lin)s, or dir, hinter dir, alle diese +elder, alle H#user, alle Wiesen und dr,"en diese W#lder, alles das geh3rt mir. $nd da"ei siehst du noch gar nichts. 6eine Besit.ungen erstrec)en sich ,"er drei 1reishau(tst#dte und ier.ehn &emeinden. !ch ha"e sechshundertsie"enundsie".ig +elder. -"rigens wirst du alles das auf meinem 0lan sehen, in der Halle meines Schlosses. 6an "raucht .weiund.wan.ig Stunden, um rings um meine Besit.ung herum.ufahren, .weiund.wan.ig Stunden! Wegen der $mwege n#mlich. Du wirst das alles auf dem 0lan sehen, es ist großartig! Du wirst auch meine 1,he sehen, meine sie"enundf,nf.ig 1,he, und meine hundertundacht.ig normannischen ?chsen, auch

meine +ischteiche. 6it einem Wort, du wirst dir alles anschauen. Ah, du wirst dich nicht langweilen!« 8r warf sich auf die Lehne des Wagens .ur,c), strec)te die Beine or, erschr#n)te die Arme und "etrachtete mit einem seligen L#cheln seine +elder, seine Wiesen, seine W#lder, seine H#user, die nacheinander an uns or"eiflogen. 8inige Bauern, die uns or,"erfahren sahen, ho"en den 1o(f, hielten in der Ar"eit inne und gr,ßten sehr de ot7 a"er Lechat achtete gar nicht darauf. »Sie gr,ßen niemals%« sagte ich. »Diese Leute da%« antwortete er mit 'erachtung und .uc)te die Achseln. »Sehen Sie, das tue ich f,r sie.« $nd mit einem +austschlag trie" er seinen Hut auf dem 1o(fe ein und miaute wild. 1lein, le"haft, sehr h#ßlich, erschmit.te Augen und ein ordin#rer 6und, < das war das 8@terieur des Herrn 9h>odule Henri Aose(h Lechat on der alten +irma Lechat und Bo., »Leder und +elle«, renommiert in gan. Westfran)reich. 5ur 5eit des 1rieges hatte Lechat die geniale !dee geha"t, f,r die Armee Leder .u fa"ri.ieren < aus 0a((endec)el, Lum(en und altem 5under. Das ;esultat war, daß er sich um CDEF on den &esch#ften .ur,c).og, mit dem 1reu. der 8hrenlegion und f,nf.ehn 6illionen 'erm3gen. 8r )aufte die Herrschaft 'au(erdu, um sich, wie er stol. sagte, gan. der Landwirtschaft .u widmen. Die Herrschaft 'au(erdu ist eine der sch3nsten, die es in der *ormandie gi"t. Außer dem Schloß, einem im(osanten Do)ument der Bau)unst des sech.ehnten Aahrhunderts, und den "etr#chtlichen +l#chen on Wald, Weide(l#t.en und Ac)erland, die es umge"en, umfaßt die Besit.ung .wan.ig 0achth3fe, f,nf 6,hlen, .wei +orste und ausgedehnte Wiesen. Das gan.e wirft einen :#hrlichen 8rtrag on rund iermalhundertf,nf.igtausend +ran)s a". *ach dem 'er)auf seiner &er"ereien und Lederfa"ri)en machte sich Lechat mit seiner +rau in 'au(erdu ans#ssig < mit seiner +rau, die er noch als armer Ar"eiter geheiratet hatte, was ihm :et.t furcht"ar leid tat. +rau Lechat fehlte es e"enso, wie ihrem &atten, an 8legan., ?rthogra(hie und gesellschaftlichem Schliff7 a"er unter der Seidenro"e und dem 6odehut, die sie .iemlich ungeschic)t trug, war sie die einfache, ehrliche und ern,nftige B#uerin on ehedem ge"lie"en. Lechat, der sich so (l3t.lich om &er"er in einen Landwirt erwandelt hatte, #rgerte sich, trot. seiner e@trem re(u"li)anischen Alluren sehr ,"er die so.iale 6inderwertig)eit seiner +rau, und es erstimmte ihn, daß sie all.usehr die niedrige &e"urt und die 0ar en,=Her)unft mer)en ließ. 8s ist nicht m3glich, in irgend einer &egend einen &rund"esit. .u ha"en, der iermalhundertf,nf.igtausend +ran)s ;ente a"wirft, ohne dort .u einer Art Ber,hmtheit .u werden. Lechat war infolge dessen die "e)annteste 0ers3nlich)eit der $mge"ung, weil er dort der ;eichste war, und es erging wohl )eine 6inute, ohne daß man, auf .ehn 6eilen in der ;unde, on ihm s(rach. 6an sagte2 »;eich, wie Lechat.« Der *ame Lechat diente .u hG(er"olischen 'ergleichen, .um o"ligaten Blich> f,r die Be.eichnung ungeheuerlicher ;eicht,mer. Lechat entthronte 1r3sus und nahm die Stelle des 6ar/uis de Barra"as ein. A"er "elie"t war er )eineswegs,

und o"wohl die Bauern sich "efleißten, ihn ehrer"ietigst .u gr,ßen, machten sie sich doch hinter seinem ;,c)en ,"er ihn lustig, denn er war gro", se)ant, e@.entrisch, (rahls,chtig und sehr arrogant7 sein famili#res Benehmen und seine gem,tlichen Alluren t#uschten niemanden. 8r hatte eine l#rmende und ungeschic)te Art, Wohlt#tig)eit .u ,"en, welche die Dan)"ar)eit erstummen ließ7 seine Lie"eswer)e, die nicht imstande waren, den h#ßlichen 8goismus des 0ar en,s .u erdec)en, erf,llten die Seelen der Armen mit Haß statt mit +rieden, so sehr )amen sie fortgeset.ten 'erh3hnungen ihres 8lends gleich. 8r hatte ,"rigens dreimal "ei den Wahlen )andidiert und hatte dreimal, trot. der $nsumme &eldes, die er darauf erschwendete, nur .ir)a dreihundert Stimmen on f,nfund.wan.igtausend erhalten )3nnen. Das waren die !nformationen, die ich ,"er Herrn Lechat erhalten hatte, dessen *ame in :ener &egend in allen &es(r#chen unaufh3rlich wieder)ehrte. 8ines 9ages war ich ihm .uf#llig "egegnet. An :enem 9age ließ mich Lechat nicht mehr los und ,"erh#ufte mich mit seinen (lum(en Aufmer)sam)eiten. 8r lud mich nach 'au(erdu ein, wo er mir seine landwirtschaftlichen 8rfolge .eigen wollte. Da ich 6enschenscheu, Hang .ur 8insam)eit, -"erh#ufung mit Ar"eit orsch,t.te, sagte er, mir auf die Schulter )lo(fend2 »0a(erla(a((! !ch sehe schon, was der eigentliche &rund ist. Sie )3nnen mir meine &astfreundschaft nicht mit gleichem ergelten, was% *a, wenn es nichts anderes ist, was Sie st3rt, so )3nnen Sie sich :a einmal re anchieren, indem Sie was ,"er mich in die 5eitung schrei"en!« Dieser Beweis deli)atesten 9a)tes des Herrn Lechat hatte alle meine Beden)en "esiegt. Der Wagen rollte ,"er eine "reite Allee (racht oller Buchen. An ihrem 8nde sah man, on der Sonne "estrahlt, das Schloß 'au(erdu mit seinen s(it.en D#chern und wa((engeschm,c)ten 5innen, mit seiner sch3nen +aHade aus weißem Stein und rosafar"enen 5iegeln. »Da sind wir nun, mein Lie"er,« rief Herr Lechat. »*a also, was sagst du wohl, wie das aussieht, so auf den ersten Blic)%« II. 8in alter, grau"#rtiger, ge"eugter 6ann ging h,stelnd, die H#nde auf dem ;,c)en, auf der 5ufahrtsram(e auf und a". 8r st,r.te uns entgegen und half dienstfertig Herrn Lechat aus dem Wagen. »*un, alter la +ontenelle, hast du den 9ierar.t geholt wegen der 1uh%« »Aa, Herr Lechat.« »'or allem nimm deinen Hut a"! !st das in deinen 1reisen ,"lich, daß man die Dienst"oten lehrt, mit "edec)tem 1o(f .u ihrem Herrn .u s(rechen% So ist4s recht.... *un, was hat der 9ierar.t gesagt%« »8r hat gesagt, daß man die 1uh ernichten muß, Herr Lechat.«

»8r ist ein 9rottel, dein 9ierar.t. 8ine 1uh ernichten, die f,nfhundert +ran)s ge)ostet hat! Du wirft so gut sein, mein lie"er la +ontenelle, und wirst die 1uh sel"er, h3rst du% sel"er .um Bader on Saint=6ichel f,hren. $nd .war sofort. 'orw#rts, ho((la, Herr &raf!« Der alte 6ann gr,ßte und entfernte sich. Da rief ihn Lechat mit einem 0fiff .ur,c), wie man die Hunde ruft. »!ch erlau"e dir schon,« sagte er, »daß du deinen Hut wieder aufset.t und sel"st deine 1rone, wenn du sie nicht mit dem ,"rigen 0lunder er)auft hast. Aet.t fahr4 a"!« $nd dieser S(aß ogel on Lechat er)l#rte mir, daß der alte 6ann sein 'erwalter sei und eigentlich &raf on la +ontenelle heiße7 er ha"e ihn aus dem tiefsten 8lend und der "ittersten Armut .u sich genommen, um ihn or *ot .u sch,t.en. »Aa, mein Lie"er,« schloß er, »das ist ein Adeliger, ein &raf! Da siehst du, was ich aus diesen &rafen mache! Ha, der Adel )ann "ei mir etwas erle"en! $nd doch erdan)t er mir seine 8@isten., dieser &randseigneur, was% ... 1omm hinein.« Das 'esti"ule war ungeheuer groß2 8ine (r#chtige 9re((e, geschm,c)t mit einer Balustrade aus 8ichenhol., f,hrte in die o"eren Stoc)wer)e hinauf. 9,ren 3ffneten sich auf weite 5immerfluchten, in denen man 63"el, mit Schut.dec)en ,"er.ogen, und L,ster, on &a.estoff umh,llt, sehen )onnte. &egen,"er der 8ingangst,r "edec)te der 0lan der Besit.ung, eine riesige, in grellen +ar"en ge.eichnete 1arte, die gan.e Wandfl#che. »Siehst du,« sagte mir Lechat, »das ist mein 0lan. 6eine +elder, meine +orste, da siehst du sie, als o" du darin s(a.ieren gingest. Diese roten Iuadrate da, das sind meine .wan.ig 0achth3fe. 'ertrei"4 dir die 5eit mit dem Anschauen, in.wischen will ich meine +rau "enachrichtigen. &enier4 dich nicht, weißt du, schau4 dir alles an. Willst du deinen Hut a"legen% Dorten rechts ist der 1leiderst#nder. &enier4 dich nicht! .... H3r4 einmal, du mußt dir nicht ein"ilden, daß meine +rau so ist, wie die 0ariser Damen. !ch mache dich aufmer)sam, daß sie eine B#uerin ist und nicht iel $mgang hat. Sie schadet mir sehr damit, nein, es ist schrec)lich, wie sie mir schadet! *a, :et.t ist4s schon einmal geschehen. Siehst du das Schwar.e da% Das ist meine Brennerei. Willst du dich set.en% &enier4 dich nicht!« ;ingsherum waren wenig 63"el2 große 6ahogonischr#n)e, 9ische, ;ohrst,hle, )leine Ledersessel und einige Aagdgem#lde. A"er auf den Schran)en, auf den 9ischen, ,"er den Bildern, ,"erall waren ausgesto(fte '3gel in theatralischen 0osen ange"racht. $m den Hals hatten sie )u(ferne 9#felchen mit eingra ierten !nschriften, wie .um Beis(iel2 Königs-Reiher erlegt von Herrn Theodule Lechat, Besitzer der Herrschaft Vauperdu,

Auf seiner Wiese in Valdieu A !"# $epte %er &''(. !ch "emer)te auch in einer marmornen AardiniJre, am +uße eines großen S(iegels, Hol.schuhe, 0antoffel, &aloschen und einen gan.en Wirrwarr "i.arrer und h#ßlicher Dinge. Lechat )am gleich mit seiner +rau .ur,c). Sie war eine )leine, dic)e, freundlich l#chelnde 0erson, die schon mehr rollte, als sie ging. !hre Augen waren nicht ohne 1lugheit und ?ffenher.ig)eit. Sie trug eine riesige Hau"e, mit gan.en B,scheln on Blumen, und die "reiten B#nder wehten an ihren Schultern wie +l,geln. +rau Lechat machte .wei 1nic)se und sagte mir mit etwas heiserer Stimme2 »Sehr lie"ensw,rdig, mein Herr, sehr lie"ensw,rdig, daß Sie uns "esucht ha"en. Lechat hat !hnen wahrscheinlich einen Haufen &eschichten er.#hlt, nicht wahr% A"er Sie m,ssen nicht darauf achtge"en, was er sagt. 8s gi"t )einen gr3ßeren Aufschneider, )einen gr3ßeren S(aß ogel. Das schadet ihm, wenn man ihn nicht )ennt, denn im &runde ist er iel weniger schlecht, als er scheint. 8s ist seine 6anie, so ins Blaue hinein.ureden. 6ein &ott, er weiß nicht mehr, was er alles erfinden soll. Wenn es ihn (ac)t, da legt er los und h3rt nicht mehr auf.« Lechat sch,ttelte den 1o(f, .uc)te die Achseln und sah mich augen.wic)ernd an, ohne 5weifel, um mir an.udeuten, daß ich auf das &eschw#t. seiner +rau nicht h3ren sollte. »Sie ha"en da,« sagte ich .u +rau Lechat, um die 1on ersation auf ein anderes &e"iet .u len)en, »Sie ha"en da eine herrliche Besit.ung.« +rau Lechat seuf.te. »Das ist .u groß, wissen Sie. !ch )ann mich nicht an so große &e"#ude gew3hnen. 6an erliert sich darin. $nd dann, das )ostet so iel &eld, sehen Sie. Lechat hat sich4s in den 1o(f geset.t, Landwirtschaft .u trei"en, a"er er (ers3nlich will nichts angreifen. Da )ommen alle 9age neue 8rfindungen, Dam(fmaschinen, 8@(erimente. Ah, das &eld fliegt nur so weg "ei alledem, es ist gar nicht .um sagen. !ch weiß wohl, daß das &etreide nicht gut geht, die Leute wollen es nicht )aufen, und es ist gar nicht orteilhaft, es an.u"auen. A"er da "ildet sich Lechat ein, anstatt dessen ;eis aus.us#en! 8r sagt2 Das w#chst gan. gut in Bhina, warum soll es nicht auch "ei mir wachsen% *at,rlich ist das a"solut nicht gewachsen! $nd mit allem ist es diesel"e Sache.« 8in Diener trat ein. »*a also, mein Aunge, ist das De:euner fertig%« fragte sie. Sie wandte sich sofort wieder .u mir und sagte2 »Sie m,ssen Hunger ha"en, da Sie seit heute morgens unterwegs sind. Weiß &ott, "ei uns, da ißt man, was einem &ott "eschert < wie sich4s gerade trifft! Wenn man reich ist, so ist das noch )ein &rund, nur 9r,ffeln .u essen und alles aufs 8ssen hinaus.uwerfen. &ehen wir s(eisen! Sag4 einmal, unser &ast trin)t doch A(felwein%«

»&ewiß trin)t er A(felwein!« "est#tigte Lechat mit 8ntschiedenheit und .og mich in den S(eisesaal, indem er mir gan. leise ins ?hr fl,sterte2 »&ie" nicht acht auf die &ute, sie hat )eine Le"ensart. Wie sie mir damit schadet!« Das De:euner war greulich. 8s set.te sich eigentlich nur aus sonder"ar hergerichteten ;esten .usammen. 6ir fiel "esonders ein &ericht auf, "estehend aus )leinen St,c)en einstmals ge"ratenen ;indfleisches, 1al"fleisch, das fr,her in Sauce gewesen war, H,hnern, die aus irgend einem alten +ri)ass> stammen mußten. Das alles schwamm in einem 9,m(el on Saueram(fersauce, die mir schon das Kußerste an un/ualifi.ier"arem &e"r#u .u sein schien. +,nf oder sechs fast schon geleerte Weinflaschen standen auf dem 9isch or Lechat, der sie on 5eit .u 5eit in mein &las austro(fen ließ. Da"ei "etonte er :edesmal ausdr,c)lich, daß er seinen feinen Wein nur am Sonntag ent)or)e und an Wochentagen ausschließlich dann, wenn &esellschaft da sei. Bet#u"t on dem, was ich seit einer Stunde h3rte und sah, wußte ich wahrhaftig nicht, welche Haltung ich einnehmen sollte. 'or diesen .wei armseligen Leuten, welche infolge einer aufrei.enden !ronie des Schic)sals sich in den 6illionenreichtum erirrt hatten, ergriff mich eine große 6elancholie, und gleich.eitig stieg mir der 8)el or dem "3sartigen und unreinlichen ;eichtum auf. Da.u )am noch das "ittere &ef,hl der Sinnlosig)eit alles Stre"ens nach menschlicher &erechtig)eit, der Sinnlosig)eit des +ortschrittes und der so.ialen ;e olutionen, die )ein anderes ;esultat hatten, als2 Lechat, und die f,nf.ehn 6illionen on Lechat! Also darum, daß sich Lechat stum(fsinnig in dem gestohlenen, unreinen &old w#l.en )3nne, darum ha"en die 6enschen :ahrhundertelang !deen in alle Winde gestreut, darum fiel "lutiger 9au on den hohen Schaffotten auf die alte, ersch3(fte, unfrucht"are 8rde nieder! $nd durch das offene +enster des S(eisesaales, das die +ernsicht der sanft gewellten ;asen und die dun)le 6asse der W#lder wie ein Bild umrahmte, glau"te ich on allen 0un)ten des Hori.ontes lange 5,ge on 'erfluchten, 8lenden und 8nter"ten heran)ommen .u sehen, die sich an den 6auern des Schlosses 'au(erdu die &lieder .er"rachen und den Sch#del .erschmetterten. !ch "lie" schweigsam, )ein Wort )am ,"er meine Li((en. 0l3t.lich schrie Lechat2 »Wenn ich De(utierter "in! ... Aa, wenn ich De(utierter "in!« 8r ließ diesen &edan)en aus)lingen, indem er die &a"el ,"er dem 1o(fe schwang. Seine +rau sah ihn "edauernd an und .uc)te wiederholt die Achseln. »Wenn du De(utierter "ist!« wiederholte sie. »Du und De(utierter! Aa freilich, De(utierter! Da "ist du iel .u dumm da.u.« Sie rief mich als 5eugen an. »!ch frage Sie, Herr ...., ist es ern,nftig, solche Sachen .u reden% Wie sie ihn da sehen, hat er dreimal )andidiert. $nd dreimal hat er nicht mehr als dreihundert Stimmen "e)ommen )3nnen. !ch w,rde mich an seiner Stelle sch#men, gewiß! $nd wissen Sie, was diese dreihundert Stimmen uns ge)ostet ha"en%

Sechsmalhunderttausend +ran)s, lie"er Herr, so wahr als diese +lasche hier steht! ?h, ich ha"e alles ausgerechnet! Sechsmalhunderttausend +ran)s und )einen Sou weniger! Das heißt also, :ede Stimme )ostet uns durchschnittlich .weitausend +ran)s. $nd er will noch immer )andidieren! Sehen Sie, Sie w,rden gewiß nicht drauf)ommen, was er "ei der let.ten +eier des CL. Auli als sogenannte (atriotische 6anifestation ausgehec)t hat. Also, er ließ alle Baumst#mme der A enue in den +ar"en der 9ri)olore "emalen!« Lechat l#chelte, rie" sich die H#nde, schien gan. gl,c)lich dar,"er .u sein, daß man on einer seiner &roßtaten er.#hlte, einer :ener erha"enen !deen, wie sie .eitweilig seinem 1o(fe ents(rangen. 8r sah mich an, als wollte er in meinen Blic)en "egeisterte 5ustimmung lesen. »Das war ein Streich, was%« sagte er .u mir. »A"er was erstehen +rauen da on, wie man dem 'ol)e als Beis(iel orangehen muß. H3r4 einmal, mein Lie"er, diesmal dringe ich durch, und das darf mich )einen Bentime )osten. !ch ha"e einen 1riegs(lan, du wirft schon sehen! !ch )andidiere als landwirtschaftlicher So.ialist, als 6ann der radi)alen Landwirtschaft. 1eine Armee, )eine Austi., )eine Steuereinnehmer, das "las4 ich alles weg! 1eine Armen mehr, alle sind Besit.ende! Du wirft :a mein 0rogramm sehen, s(#ter, wenn die Wahlen )ommen! Das wird a"er den &eistlichen in die *ase steigen! 8s gi"t nat,rlich auch )eine &eistlichen mehr, das h#tte ich "einahe ergessen. Denn die ha"en, mich erhindert, durch.udringen, weil ich ein +reiden)er "in, ich, weil ich ihren lie"en &ott nicht fresse! Ah, ,"er meine 9a)ti) werden sie nicht lachen, die 0faffen!« Bei diesem Wort geriet 6adame Lechat in 5orn, und schrie2 »Schweig! !ch er"iete dir, die 0riester so .u nennen und in meiner &egenwart ,"er die ;eligion .u schim(fen! 6ein &ott, er ist :a #rger als ein )leines 1ind! &lau"en Sie nicht, Herr ..., daß er irreligi3s ist, a"er wenn er eine &esellschaft hat, da ,"er)ommt es ihn, da muß er groß tun. A"er wenn ihm das &eringste wehtut, dann ist er gleich außer sich, und schnell, schnell muß der 0riester )ommen. Wenn es nach ihm ginge, w#re der arme 0farrer fortw#hrend "ei uns, um ihn .u ersehen.« $m die 'erlegenheit ,"er die 'orw,rfe seiner +rau .u er"ergen, trommelte Lechat auf den ;and seines 9ellers, erfolgte eine +liege am 0lafond und (fiff nachl#ssig or sich hin. Dann r#us(erte er sich und schlug (l3t.lich ein anderes 9hema an. »Schade,« sagte er mir, »daß du nicht or ier.ehn 9agen aufs Schloß ge)ommen "ist. Da ha"e ich Bancan getan.t. Das h#ttest du sehen sollen, wie ich Bancan tan.e! Wie in 0aris, mein Lie"er!« $nd er wac)elte auf seinem Sessel hin und her, und warf seine Arme in grotes)en Bewegungen nach orne. »Ah, du hast4s notwendig, dir darauf noch was .ugute .u tun!« seuf.te +rau Lechat. »Denn du mit deinem Bancan "ist schuld daran, daß wir unsere Hemden nicht ha"en. $rteilen Sie sel"st, Herr .... Aeden 6onat em(fangen wir die Herrschaften aus der Stadt. Sehr lie"ensw,rdige Herren und ihre Damen. Besonders

Herr &atinel, der HG(othe)enamts orsteher, ist sehr lustig. Das muß man sagen, er weiß eine &esellschaft .u unterhalten. Stellen Sie sich or, er s(ielt 1la ier mit den +,ßen, mit der *ase, mit allem 63glichen, und er s(ielt es sehr gut. !ch am,siere mich sehr ,"er &atinel, und alles, was er sagt, ist so )omisch! Also or ier.ehn 9agen waren die Herren mit ihren Damen wieder da. *ach dem Diner "egann man .u tan.en < das war so eine !dee, die (l3t.lich auftauchte. 8s war sehr heiß, wenn Sie sich noch erinnern, und, weiß &ott, die Leute schwit.ten, < das war schon schrec)lich an.usehen, wie sie schwit.ten! 6an hatte .war die +enster aufgemacht, a"er es ging ein heftiger Sturm draußen. $nd dann war es auch wegen des 9an.ens. Das war ,"rigens sehr nett. Wenn man sich gut unterh#lt, nicht wahr, so fliegt die 5eit nur so hin und man ergißt auf alles. Wir hatten auch richtig auf die A"fahrt des 5uges ergessen. !ch dachte mir2 mein &ott, :et.t muß man allen diesen Leuten hier *acht/uartier ge"en, das ist )eine 1leinig)eit. Wenn man auch iele 5immer hat, so ist oft nicht genug Bettw#sche da, und Bettw#sche f,r sech.ehn 0ersonen, das )ann einem 1o(f.er"rechen machen! A"er schließlich gelang es schlecht und recht, die Leute unter.u"ringen. *ur, stellen Sie sich or, das war noch nicht alles. 6an "rauchte auch Hemden f,r alle diese 6enschen, denn ihre eigenen Hemden waren wir)lich so naß, so naß, daß man h#tte glau"en )3nnen, sie )#men gerade aus der W#sche. Lechat lieh also den Herren on den seinigen, ich den Damen on den meinigen. Die ihrigen ließ ich ,"er *acht in der ?fenr3hre troc)nen und dachte mir, sie w,rden sie am n#chsten 9ag wieder an.iehen )3nnen. Am n#chsten 9ag waren die Hemden auch richtig troc)en7 a"er schmut.ig, das hatten Sie sehen sollen, schmut.ig und gan. .er)nittert, wahre +et.en! 8s war unden)"ar, unden)"ar ...! Also lieh Lechat den Herren wieder 9aghemden, und nun reiste die &esellschaft in "ester Stimmung a". *un also, mein lie"er Herr, seitdem sind ier.ehn 9age erflossen, und sie "ehalten uns noch immer unsere Hemden .ur,c)! Sagen Sie, was Sie wollen, ich f,r meinen 9eil finde das undeli)at. Wenn man auch noch so gut mit Weißw#sche ersehen ist, so machen doch sech.ehn Hemden etwas aus in einer Ausstattung ...« Das De:euner war .u 8nde, die 9afel wurde aufgeho"en. Lechat ergriff meinen Arm und .og mich mit sich fort, um mir, wie er sagte, seinen landwirtschaftlichen Betrie" .u .eigen. Wir machten uns also auf den Weg. 'on der &egenwart seiner +rau "efreit, .eigte sich Lechat wieder heiter, le"haft, geschw#t.ig und (rahlerischer als :e. 8r "at mich inst#ndigst, nicht ein Wort on dem .u glau"en, was sie w#hrend des De:euners er.#hlt hatte, und ersicherte mir auf 8hrenwort, daß er +reiden)er sei, weder an &ott noch an den 9eufel glau"e, und daß ihm trot. seiner so.ialistischen &esinnung das 'ol) im &runde her.lich gleichg,ltig sei. 8r ertraute mir auch an, daß er in der Stadt eine 6aitresse ha"e, die ihn sehr iel &eld )oste, und daß alle sch3nen 6#dchen der &egend in ihn err,c)t seien. »?h, die arme +rau,« schloß er »wie ich sie "etr,ge! Wie ich die +rauen alle "etr,ge!«

Wir "esuchten die H,rden, die Stallungen, den H,hnerhof, er erließ mir )eine 1uh und )eine Henne, nannte mir den *amen :edes 9ieres, seinen 0reis, seine Hau(t or.,ge. Als wir durch den 0ar) gingen, hatte er die &,te, mir mit.uteilen, daß er .w3lftausend hochst#mmige 8ichen, sechsunddreißigtausend 9annen und f,nfund.wan.igtausendneunhundert.weiundsie".ig Buchen "esit.e. 1astanien a"er hatte er so iel, daß er ihre genaue 5iffer unm3glich wissen )onnte. 8ndlich )amen wir auf das freie +eld hinaus. 8ine große 8"ene dehnte sich or uns hin, )ahl, ohne &rashalm, ohne Baum. Die 8rde, so glatt wie eine Straße, war sorgf#ltig geeggt und mit der Wal.e wieder gee"net worden. Der Wind wir"elte auf ihr Stau"wol)en em(or, die sich in gel"lichen S(iralen drehten und in der Sonne .erflatterten. !ch war erstaunt, mitten im August )ein 1ornfeld und )einen 1leeac)er .u sehen. »Das sind meine ;eser efelder,« sagte mir Lechat. »!ch will dir das er)l#ren. 'erstehst du, ich "in )ein gew3hnlicher Ac)er"auer, ich "in ein Agronom. Begreifst du den $nterschied% Das will sagen, ich "etrei"e die Landwirtschaft als intelligenter 6ensch, als Den)er, als M)onom, und nicht als Bauer. *un also2 !ch ha"e "emer)t, daß alle Leute &etreide, &erste, Hafer, ;un)elr,"en an"auen. Was f,r ein 'erdienst ist da da"ei und schließlich, unter uns, was "ringt es ein% $nd dann, das &etreide, die ;un)elr,"en, &erste, Hafer, das ist alles gan. eraltet und a"ge"raucht. 6an muß etwas anderes finden. Der +ortschritt ist unaufhaltsam, und wenn alle anderen .ur,c)"lei"en, so ist das noch )ein &rund, daß ich, Lechat, Schloßherr on 'au(erdu, Besit.er on f,nf.ehn 6illionen, so.ialistischer Agronom, auch .ur,c)"lei"e. 6an muß mit seiner 5eit gehen, Donnerwetter! Da ha"e ich denn eine neue Art der Be"auung eingef,hrt7 ich s#e ;eis, 9ee, 1affee, 5uc)errohr. Welche $mw#l.ung! Bist du dir auch )lar ,"er alle 1onse/uen.en% 6ir scheint, du "egreifst es nicht. 6it meinem SGstem mache ich die 1olonien gan. ,"erfl,ssig, und gleich.eitig schaffe ich den 1rieg aus der Welt! Du "ist starr, was% Dir w#re so etwas nie eingefallen% 6an "raucht nicht mehr ans 8nde der Welt .u laufen, um diese 0rodu)te .u holen. 'on nun a" findet man sie "ei mir. 'au(erdu, das sind unsere wahren 1olonien! Da ist !ndien, da ist Bhina, Afri)a, 9on)ing! Allerdings, das muß ich gestehen, es w#chst noch nichts. *ein. 6an sagt mir, das 1lima taugt nicht. &eschw#t.! Das 1lima hat mit der Sache nichts .u tun. Der D,nger ist es, darin liegt alles! !ch "rauche einen neuen D,nger und ich suche ihn. !ch ha"e einen Bhemi)er engagirt, f,r den ich dr,"en hinter dem Wald einen 0a illon und ein La"oratorium "auen ließ7 der sucht nun schon seit drei Aahren. 8r hat noch nichts gefunden, a"er er wird finden. Also alles, was du da siehst, ist ;eis, lauter ;eis. A"er ich glau"e eins2 n#mlich, daß die '3gel der &etreide)3rner, die sie schon seit so langer 5eit fressen, ,"erdr,ssig sind, und sich auf den ;eis geworfen und )ein ein.iges 1orn da on ,"rig gelassen ha"en. Das glau"e ich. Darum lasse ich sie auch alle um"ringen. Schau dich nur um, es gi"t )einen 'ogel mehr auf meiner Besit.ung. !ch war schlau, ich .ahle .wei Sous f,r einen get3teten S(at.en, drei Sous f,r einen &r,nling, f,nf Sous f,r eine &rasm,c)e, .ehn Sous f,r eine *achtigall, f,nf.ehn

Sous f,r einen +in)en. !m +r,h:ahr ge"e ich .wan.ig Sous f,r ein *est mit den 8iern. Sie werden mir on .ehn 6eilen ringsum und weiter herge"racht. Wenn das sich so herumredet, werde ich in ein (aar Aahren alle '3gel +ran)reichs ernichtet ha"en. 1omm4 weiter, ich will dir :et.t etwas 6er)w,rdiges .eigen.« 8r ging, seinen S(a.ierstoc) in der Luft herumwir"elnd, mit großen Schritten, durch die ;eisfelder, ",c)te sich manchmal, um einen Halm aus.ureißen, warf ihn wieder weg, nachdem er ihn "esehen hatte, und sagte2 »*ein, das ist &ras.« *ach einem 6arsch on einer Stunde auf der stau"igen heißen 8rde )amen wir or ein großes sattgr,nes +eld, das om ;ande der Landstraße her "is .um Waldessaume sanft anstieg. !ch "lie" erstarrt stehen, wie die 0ersonen in den )lassischen 9rag3dien. 'on dem &rund aus hellerem Schnec)en)lee ho"en sich, in dnn)el ioletten 1lee"l,ten )lar ge.eichnet, alle Buchsta"en a", welche .usammen den *amen "ildeten2 Theodule Lechat. Der *ame war auf der gr,nen +l#che nicht nur deutlich les"ar, sondern gerade.u le"endig. 8in leichter Wind schau)elte die S(it.en der 0flan.en, warf sie in Wellen, wie flutendes Wasser, ergr3ßerte, er)leinerte die Buchsta"en des *amens :e nach seiner ;ichtung und St#r)e. Lechat "etrachtete strahlenden &esichtes seinen *amen, der auf diesem 6eer gl#n.end gr,ner Bl,ten .itterte, tan.te, hinundwiederlief. 6it Hochgenuß sah er diesen .au"erhaften *amen unter freiem Himmel "reit hingeschrie"en, unaufh3rlich den Blic)en der 0assanten ausgeset.t, die .weifellos or diesem *amen stehen "lie"en, ihn "uchsta"ierten und ihn mit einer Art geheimnis oller +urcht auss(rachen .... 8nt.,c)t und "egeistert murmelte er, :ede Sil"e "etonend, leise or sich hin2 »9h>odule Lechat! 9h>odule Lechat!« Strahlend or +reude und 9rium(h wandte er sich .u mir und sagte2 »Das ist eine !dee, was% Stelle dir or, ich ließ einen "er,hmten &#rtner aus 0aris )ommen, um das +eld so .u "e"auen% denn hier "ei uns, das )annst du dir :a orstellen, ist )einer imstande, so etwas durch.uf,hren. Das ist schmeichelhaft, was, seinen *amen auf diese Art hingeschrie"en .u sehen. Wer das anschaut, sagt sich sofort2 Das )ann doch wenigstens )ein Lum(en)erl sein, der 6ensch da. $nd dann, wenn ein :eder sein +eld mit seiner $nterschrift ersehen wollte, so g#"e es )eine Anfechtungen des &rund"esit.es mehr. Ah, ich ha"e auch andere !deen, die noch gl#n.ender sind. 1omm4 einmal da her!« Wir gingen l#ngs des 1leefeldes hin und )amen durch einen Schlag :unger 1astanien"#ume in den Wald. Als wir einen "reiten Weg erreichten, der wie eine 0ar)allee gerecht war, )am uns ein armes Wei" entgegen, dessen ;,c)en sich unter der Last eines ;eisig",ndels "og. 5wei )leine 1inder, "arfuß und in Lum(en, "egleiteten sie. Lechat wurde (ur(urrot, eine +lamme der Wut s(r,hte aus seinen Augen, mit hocherho"enem Stoc) st,r.te er auf die arme +rau los. »Bettlerin, Die"in,« schrie er, »was machst du hier auf meinem &rund% !ch will nicht, daß man mein ;eisig auf)lau"t, ich will es nicht, elende Landstreicherin! 'orw#rts, wirf das Hol. weg! Willst du wohl mein Hol. wegwerfen, wenn ich es "efehle!«

8r (ac)te das ;eisig",ndel "ei dem Strang, der es .usammenhielt, und riß so heftig daran herum, daß die +rau mitsamt dem Hol. auf die Straße hinrollte. »$nd wer hat dir erlau"t, meine Alleen mit deinen schmut.igen +,ßen .u "etreten, sag4% &lau"st du ielleicht, f,r dich lasse ich sie rechen, meine Alleen, was% Wirst du antworten, wenn ich .u dir s(reche!« Die +rau, die noch immer auf der 8rde lag, wimmerte2 »6ein guter Herr, ich tue )ein $nrecht gegen Sie. !ch ha"e immer das Hol. .usammenge)lau"t. $nd aus Barmher.ig)eit hat niemand was dagegen geha"t. Wir sind so ungl,c)lich!« »*iemand hat was dagegen%« erwiderte w,tend der Schloßherr und schwang seinen Stoc). »Bin ich ielleicht niemand% !ch "in Herr Lechat, erstehst du, Herr Lechat on 'au(erdu. Da, du Die"in! Da, du Bettlerin! Da hast du!« Der Stoc) fiel ein (aarmal auf die alte Hol.)lau"erin nieder, die sich unter 9r#nen wehrte und um Hilfe schrie, w#hrend die )leinen 1inder in ihrem Schrec) ohren.erreißend )reischten. $nter Seuf.ern und &est3hne h3rte man die Alte sagen2 »Au, au! Sie ha"en nicht das ;echt, mich .u schlagen, Sie schlechter 6ensch, Sie! Au, au! !ch werde Sie om +riedensrichter erurteilen lassen. Au! Au! !ch werde es den &endarmen sagen ...« Bei diesem Wort2 &endarmen, hielt Lechat (l3t.lich inne. Sein "lutunterlaufenes Auge nahm einen Ausdruc) :#hen Schrec)ens an, sein e"en noch (ur(urn ger3tetes &esicht er"leichte auf einmal. 8r .og ein &oldst,c) aus seinem 0ortemonnaie und dr,c)te es mit einer fast flehenden &e"erde der Alten in die Hand. »Da sind .wan.ig +ran)s, arme +rau,« sagte er. »Du siehst wohl, .wan.ig +ran)s. Ha, das ist ein sch3nes &eld, .wan.ig +ran)s, was% $nd dann, weißt du, du )annst Hol. auf)lau"en, so iel du willst. Du hast es gesehen, nicht wahr% 8s sind .wan.ig +ran)s! Wenn du nichts mehr da on hast, )omm4 nur .u mir und erlange wieder. Adieu, auf Wiedersehen!« Wir gingen ins Schloß .ur,c), ohne miteinander .u s(rechen. Die Stunde der A"reise )am. Als ich in den Wagen stieg, sagte mir Lechat2 »Du hast das alte Wei" im Wald gesehen, was% *un also, ihr 6ann, das ist wieder eine Stimme mehr f,r mich "ei den Wahlen. Was willst du ha"en% Heut.utage muß man wohl das 'ol) )orrum(ieren.« $nd mit einem widerlich grinsenden L#cheln, das seine 5#hne ent"l3ßte, f,gte er hin.u2 »$nd es (r,geln!«