Diskusssion mit Maria R. Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 12.11.2006 Mail von Maria R.

Liebe Elisabeth, wie passt folgendes Info in Deine Annahme zur Übertragung durch das Rinderleukämievirus: Der eiserne Vorhang hatte bezüglich der Rinderkrankheiten folgende Situation geschaffen: Im Westen war Leukose fast nicht vorhanden, dafür aber Paratuberkulose. Der gesamte Ostblock war Paratuberkulosefrei, dafür aber verseucht mit Leukose. Leukose unterliegt einem speziellen Seuchenprogramm und musste im Westen immer bekämpft werden. Daher wurden nach der Wende Maßnahmen zu Bekämpfung eingeleitet, die dazu führten, dass bis 1993 keine ostdeutschen Kühe mehr vorhanden waren. Ostdeutschland war Leukosefrei. Sie wurden durch westdeutsche Rinder ersetzt, die die Paratuberkulose einschleppten. Ostdeutsche Kenner der Szene fanden das natürlich völlig übertrieben, da sie bisher gut mit der Leukose gelebt hatten. Die Tiere starben ja nicht und der Milchfluss ließ in vertretbarem Masse nach, während die Paratuberkulose immer letal ist beim Rind. Für westliche Verwertungsbedürfnisse ist natürlich Leukose schwerwiegender, da die Milchleistung von Anfang an reduziert ist, während bei Parat. die Leistung erst bei Ausbruch der Krankheit reduziert ist, was meistens nicht mehr ins Gewicht fällt, da die Tiere vorher geschlachtet werden. Die Verbindung zwischen Parat. und Morbus Crohn beim Menschen wird weiter standhaft geleugnet um nicht handeln zu müssen. Auch hier ist es so, dass trotz Erhitzung Teilbakterien sich noch nach einem Jahr und länger erholen können und wieder aktiv werden. Das ist relevant für´s Milchpulver. Das ist jetzt sehr laienhaft ausgedrückt, aber meine Beschäftigung mit dem Thema ist schon länger her.

Besprechung des Rollinger Buches

erhalten 12.11.2006

Was den Brustkrebs in Ostdeutschland betrifft, so lagen und liegen die Quoten unter denen des Westens, habe ich persönlich mit Leuten von statistischen Ämtern ausgearbeitet, was eigentlich gegen eine Virusübertragung sprechen würde. Aber der Milchkonsum lag auch unter dem des Westens. Bezüglich Leukämie weiß man - und es soll auch Studien aus der Sowjetunion geben die belegen, dass die Rate der an Leukämie erkrankten bei denjenigen, die in Rinderbetrieben gearbeitet haben, erheblich höher lag als bei der übrigen Bevölkerung. Das kam mir in den Sinn als ich Deinen Lebenslauf las. Viele Grüsse Maria Mail von Elisabeth Rieping Hallo Maria, ich finde Deine Argumente sehr interessant und will in Ruhe darauf antworten. Ich würde eine fachliche Diskussion sehr schätzen und könnte wahrscheinlich auch viel davon lernen. Von der Paratuberkulose wusste ich zum Beispiel gar nichts. Ich weiss nämlich auch nicht, ob ich mit der Flaschenmilch für Säuglinge den Stein der Weisen gefunden habe und will nichts ausschließen. Hauptsache wir kommen mit der Sache weiter! Also bis bald! Libeth

Library of Congress: nicht verfügbar, URL http://www.erieping.de/diskusssion_mit_maria_rollinger.htm

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