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ProGenesis

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12/17/2012

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Nur ein kleiner Teil der DNA, beim Mensch rund 5 %, co­
diert für Proteine. Den verbleibenden 95 % konnte man keine
Funktion zuordnen, sodass man sie voreilig »Junk-DNA«
(Junk = Abfall) nannte. In dieser Junk-DNA hat man bis vor
Kurzem eine Bestätigung der Evolutionstheorie gesehen:
»Evolutionärer Abfall« wie dieser wäre als Nebenprodukt
einer zufallsgesteuerten Evolution durchaus zu erwarten ge­
wesen. Nun zeigt sich jedoch, dass große Teile dieser Junk-
DNA sehr wohl bestimmte Funktionen erfüllen.

In den vergangenen Jahren wurde darüber debattiert, ob Junk-
DNA tatsächlich überflüssig ist. Inzwischen mehren sich die
Befunde, dass nicht-codierende Sequenzen der DNA wichtige
Funktionen bei der Regulation der Genaktivität und der Zell-
teilung spielen.

Auch hat man Anhaltspunkte dafür gefunden, dass die nicht -
codierende DNA bei der antiviralen immunologischen Strategie
im Organismus eine Rolle spielen könnte und trotz ihres einfa-
chen Aufbaus einen Teil des immunologischen Abwehrsystems
bildet (1). Außerdem hat man entdeckt, dass einige Abschnitte
von Junk-DNA bereits während der frühen embryonalen Ent-
wicklung Einfluss auf das Zusammenspiel der Gene nehmen (2).
Dieses Beispiel ist kein Einzelfall. Nicht wenige Konstruk-

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tionen bei Lebewesen wurden zunächst als »unsinnig« oder »ru-
dimentär« erklärt, bevor man mit zunehmender Forschung ihre
eigentliche Genialität entdecken konnte. Heute herrscht unter
Evolutionsforschern allgemein die Ansicht, dass die natürliche
Selektion diese scheinbar überflüssige DNA schon längst be-
seitigt hätte, wenn sie nicht doch eine Aufgabe er füllen würde (3).
Die heute bekannten Funktionen der Junk-DNA entkräften
den oft geäußerten Einwand, dass das irdische Leben nicht von
einem intelligenten Schöpfer stammen könne.

Referenzen

(1) John Woodmorappe, The potential immunological function of
pseu do genes and other »junk« DNA, Technical Journal 17/3, 2003,
S. 102-108.
(2) Gill Bejerano, »Junk« DNA Now Looks Like Powerful Regulator,
ScienceDaily, 24. April 2007.
(3) Markus Rammerstorfer, Nur eine Illusion?, Tectum-Verlag,
2006, S. 82.

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