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Moviemento & City-Kino

Mai 2015
Nr. 316 – Programmzeitung für Moviemento & City-Kino
www.moviemento.at

Vorspann

Klassik
im Kino

Inhalt

Neue Filme im Mai
00 Schneider........................................... 8
3 Herzen.................................................... 5
300 Worte Deutsch............................. 10
A Girl walks home alone at night.... 10
Bad Luck.................................................. 10
Conducta.................................................. 4
Das Andere Rom...................................... 9
Deserteur!..............................................12
Dial M for murder 3D............................ 7
Die Augen des Engels............................ 8
Die Gärtnerin von Versailles............ 3
eden............................................................ 5
Elser.......................................................... 8
Ex machina.............................................. 11
Fang den Haider..................................... 9
kiss the cook.......................................... 6
lost river................................................. 6
Mülheim texas........................................ 7
Nemci Ven! – Deutsche Raus.............. 11
Nur eine Stunde Ruhe!.......................... 3
P'tit QuinQuin (teil 1)............................ 4
Road To Heaven......................................12
Schwesternherz..................................12

Mai/Juni

MARISS JANSONS &
FRANK PETER ZIMMERMANN
Live aus der Berliner Philharmonie
So 10. Mai, 19.30, City-Kino
Béla Bartók - Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta
Dmitri Schostakowitsch - Violinkonzert Nr. 2 cis-Moll
Maurice Ravel - Daphnis et Chloé, Suite Nr. 2

LA BOHÈME
Live aus dem Royal Opera House, London
Mi 10. Juni, 20.15, City-Kino
Oper in vier Akten / Giacomo Puccini
ca. 170 min / Dirigent: Dan Ettinger / Inszenierung: John Copley
Mit: Anna Netrebko, Joseph Calleja, Lucas Meachem

Babykino...................................................... 9
Film & Diskussion.......................................12
Die Grünen Frauen OÖ...............................13
Südwind......................................................13
Babykino.....................................................13
AK-Kultur....................................................13
Kurzfilme im Mai.........................................14
Preise:
Programmheft-Jahresabo: EUR 19,–
Kinometerbank: 10 Karten +
Programmheftabo: EUR 70,–
MovieMember: 1 Jahr ermäßigter Eintritt +
Abo: EUR 30,–,
Einzelexemplar-Programmzeitung: EUR 1,50
Bankverbindung: Hypobank, Linz Landstraße,
BLZ: 54000, Kontonummer: 761858, lautend auf
»Moviemento Programmkino gemeinnützige GmbH«
Satz- und Druckfehler vorbehalten.
Hinweis für Kinometerbank Käufer_innen
Per Überweisung bezahlte Kinometerbanken und
MovieMember-Cards liegen an der Moviemento
Kino-Kassa auf und können dort gegen Vorlage der
Zahlungsquittung (=Auftragsbestätigung) zwischen
ca. 17.00 und 21.00 Uhr abgeholt werden. Aus organisatorischen Gründen ist die Abholung im City-Kino
nicht möglich.
Wegen immer häufiger aufretender Zustellprobleme unserer Programmzeitung durch die Post
möchten wir uns entschuldigen. Diese liegen nicht
in unserem Bereich. Gegebenenfalls bekommen
Sie das Programm gerne an der Kassa.

Impressum
Medieninhaber: Verein zur Förderung kommunikativer
Kinokultur, OK Platz 1, 4020 Linz, Tel: 0732/784090.
Obmann: Wilhelm Schwind. DVR: 0562831/180189.
F. d. I. v.: Wolfgang Steininger.
Gestaltung Heft 316: Stefanie Pachlatko, Stefan Messner.
Mitarbeit: Rüdiger Ratzenböck.
Druck: Haider Schönau, Niederndorf 32, 4274 Schönau, Tel: 07261/7232. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. Mit der Unterstützung von BMUKK,
LAND OÖ, STADT LINZ und zahlreichen Mitgliedern,
Förder_innen.
Offenlegung gem. Mediengesetz § 25(2): Verein zur
Förderung kommunikativer Kinokultur, Unternehmensgegenstand: Präsentation von Filmkunst.
§ 25(4): Vermittlung von Informationen über Film,
Kino-Kultur und Zeitkultur.

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FilmBrunch

Sonntags im Moviemento & Gelben Krokodil

So 3. Mai
11.15 Brenna Tuat's Schon Lang
11.15 The Voices
11.30 Das Glück an meiner Seite
13.00 Die Gärtnerin von Versailles
13.15 Big Eyes
13.30 Nur eine Stunde Ruhe!

So 24. Mai
11.15 Die Augen des Engels
11.15 Ex Machina
11.30 Nur eine Stunde Ruhe!
13.00 3 Herzen
13.15 Verstehen sie die Béliers?
13.15 Dial m for Murder 3D City-kinO

So 10. Mai
11.15 Conducta
11.30 Nur eine Stunde Ruhe!
11.30 P'tit Quinquin (Teil 1)
13.00 Die Gärtnerin von Versailles
13.00 Big Eyes
13.15 Vielen Dank für NIchts

So 31. Mai
11.15 300 Worte Deutsch
11.15 Lost River
11.30 Bad Luck
11.30 Das ewige Leben
13.10 Brenna Tuat's Schon Lang
13.15 Kiss the Cook

So 17. Mai
11.15 A Girl Walks Home Alone ...
11.15 00 Schneider
11.30 Das Andere Rom
13.00 Mülheim Texas
13.15 Elser
13.15 Das ewige Leben

Nur eine stunde ruhe!

Die Gärtnerin von versailles

Nur eine
Stunde Ruhe!

Wolken nachschauen ... Unser Leben, vor
allem in den Großstädten, ist der nackte
Wahnsinn.

Une heure de tranquillité

NUR EINE STUNDE RUHE entwirft das Porträt eines gigantischen Egoisten. Die Eröffnungen, die ihm seine Ehefrau zu machen
hat, sind ihm praktisch egal, oder wie sich
seine Geliebte fühlt oder sein Nachbar. Er
hat nur im Kopf, seine neue Schallplatte zu
hören, die er nach Jahren endlich aufgestöbert hat: das Album »Me, Myself and I«
– ein Titel, der für sich spricht – eines gewissen Neil Youart.
Das Ganze erinnerte mich an ein wirklich
brillantes Porträt in der Tradition von Molière, ein Stück von Françoise Dorin, das
Paul Meurisse auf unnachahmliche Weise
verkörpert hat, indem er dieses Thema wiederverwendet hat. Ohne es zu plagiieren,
wohlgemerkt, schuf Florian Zeller auf seine
absolut moderne Weise ebenfalls so ein Porträt – bissig, perfekt gebaut, voll überschäumendem Leben, absolut hinreißend. Ein Typ,
der uns wie ein Blitzableiter dienen kann: In
ihm vereinigen sich alle unsere gegenwärtigen Schwächen. Man kann sich über ihn
aufregen – und doch zeigt er unterschwellig
mit dem Finger auf uns. Er bringt uns mit
seinen Schwierigkeiten, in denen er bis zum
Hals steckt, umso mehr zum Lachen, obwohl er zutiefst ein Scheusal ist. Wäre er ein
angenehmer Zeitgenosse, würden wir nicht
lachen können.

FR 2014, 79 min, Französisch OmU,
R: Patrice Leconte, B: Florian Zeller,
K: Jean-Marie Dreujou, S: Joëlle Hache,
D: Christian Clavier, Carole Bouquet,
Valérie Bonneton, Rossy de Palma,
Stéphane De Groodt, Sébastien Castro
Ab Freitag, 8. Mai
Komödie um einen Jazzfan, der nur eine
Stunde Ruhe haben will, um endlich seine
neue Platte zu hören.
Auf einem Flohmarkt entdeckt der leidenschaftliche Jazz-Fan Michel eines sonnigen
Morgens eine seltene Schallplatte. Nichts
wünscht er sich sehnlicher, als das neu
erworbene Werk in Ruhe zu Hause und allein anzuhören und zu genießen. Doch es
scheint, als habe sich die Welt gegen ihn
verschworen: Seine Ehefrau macht ihm ein
furchtbares Geständnis, sein unberechenbarer Sohn taucht aus dem Nichts wieder
auf, Michels besorgte Mutter ruft ununterbrochen an, und zu allem Überfluss findet
ausgerechnet an diesem Tag eine große
Party in der Nachbarschaft statt. Um in diesem Chaos endlich einfach nur eine Stunde
seine geliebte Schallplatte hören zu können,
ist Michel jedes Mittel recht. Dennoch muss
der gerissene Lügner all seine Energie einsetzen, damit aus dem sonnigen Morgen
kein böser Albtraum wird …
In der Hauptrolle brilliert der Comedy-Star
Christian Clavier (MONSIEUR CLAUDE
UND SEINE TÖCHTER) als neurotischer
Musikliebhaber Michel. Die Verfilmung von
Regisseur Patrice Leconte (MEIN BESTER
FREUND) beruht auf dem gleichnamigen
Theaterstück von Florian Zeller, der auch
das Drehbuch für die Filmadaption schrieb.
Aus einem Interview mit
Regisseur Patrice Leconte
Was hat Sie an dem Stoff fasziniert?
Er hat mich einfach berührt. Ich habe mich
darin wiedergefunden, ganz egoistisch. Seit
ich zurückdenken kann, bin ich hyperaktiv,
mache aus jedem Tag eine einzige Herumhetzerei und wünsche mir doch nichts
mehr, als nur für einen Moment zur Ruhe zu
kommen. Exakt so, wie es bei der Figur ist,
die Christian Clavier spielt: nur eine Stunde
mal nichts machen, vor sich hin dösen, eine
Zigarette rauchen und den vorbeiziehenden

Die Gärtnerin
von Versailles
A Little Chaos
GB 2014, 116 min, Englisch OmU,
R: Alan Rickman, B: Alan Rickman,
Alison Deegan, Jeremy Brock,
K: Ellen Kuras, S: Nicolas Gaster,
D: Kate Winslet, Matthias Schoenaerts,
Alan Rickman, Helen McCrory,
Stanley Tucci, Jennifer Ehle
Ab Freitag, 1. Mai
Kostümfilm um eine Landschaftsgärtnerin, die sich in ihren Chef verliebt und mit
ihm den Park von Versailles gestaltet.
Frankreich, Ende des 17. Jahrhunderts. Die
Landschaftsgärtnerin Sabine De Barra erhält von André Le Nôtre, dem obersten Gartenarchitekten Ludwigs XIV., den Auftrag,

3 Herzen

einen Barockgarten zu bauen. Der Sonnenkönig wünscht sich einen Park für sein neues Schloss in Versailles, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen soll. Keine
leichte Aufgabe für die selbstbewusste Witwe, die fortan nicht nur gegen neidische
männliche Kollegen und subtile Hofintrigen
zu kämpfen hat, sondern auch eine immer
intensivere Leidenschaft für ihren Auftraggeber verspürt. Aber André ist verheiratet,
und Sabine selbst ist sich ihrer Gefühle
nicht sicher. Während Andrés eifersüchtige
Ehefrau die zarte Liaison mit aller Macht
sabotiert, drängt der ungeduldige König auf
baldige Fertigstellung seines Gartens...
In seiner zweiten Kinoregiearbeit erweist
sich Schauspieler Alan Rickman als liebevoller und detailverliebter Chronist der prunkvollen Hofkultur Ludwigs XIV., den er mit
selbstironischer Hingabe verkörpert. Seine
Inszenierung schwelgt in prächtigen Arrangements, zelebriert die Kostüme, die Architektur und, nicht zuletzt, die Gartenkunst
des ausgehenden 17. Jahrhunderts. Dabei
setzt Rickman weniger auf großes Drama
als vielmehr auf die feinen Zwischentöne.
Ihm geht es vor allem um die Charaktere, die
er behutsam einführt und überaus plastisch
zeichnet. Sein Film ist romantische Liebesgeschichte und bissige Komödie zugleich
und erzählt von einer starken Frau, die sich
in der Männerwelt des französischen Hofes durchsetzen muss. Oscar-Preisträgerin
Kate Winslet (DER VORLESER) und der belgische Shootingstar Matthias Schoenaerts
(DER GESCHMACK VON ROST UND KNOCHEN) begeistern mit feinsinnigem und
nuanciertem Spiel. In weiteren Rollen glänzen Alan Rickman als Sonnenkönig Ludwig
XIV., Stanley Tucci als Herzog von Orléans,
die deutsche Schauspielerin Paula Paul als
dessen Gemahlin sowie Helen McCrory als
Madame Le Nôtre.

Gerade weil der Film so auf ungewöhnliche Art modern ist und nicht das ist, was
man auf den ersten erwarten würde, wird
sich der ein oder andere Zuschauer vermutlich daran stören. Doch wer sich auf dieses
erfrischende Experiment von Alan Rickman
einlässt, der wird sicherlich eine neue Erfahrung machen. – filmosophie.com
Rickmans elegantes Sittengemälde erzählt nicht nur gekonnt die Entstehung des
Ballsaal-Bosketts der Barockgärten. Sondern seziert gleichzeitig mit ironischem
Blick die Heucheleien der höfischen Gesellschaft. – programmkino.de
3

P'tit Quinquin

P'tit Quinquin
(Teil 1)
FR 2014, 100 min, Französisch OmU,
R/B: Bruno Dumont,
K: Guillaume Deffontaines,
S: Basile Belkhiri, Bruno Dumont,
D: Alane Delhaye, Lucy Caron,
Bernard Pruvost, Philippe Jore,
Corentin Carpentier, Julien Bodard
Ab Freitag, 8. Mai
Teil 2 – ab Freitag, 5. Juni
Französische Provinzkrimiserie rund um
den Lausebengel Quinquin.
Während der kaum zwölfjährige Lausbub
Quinquin und seine Freunde Eve, Kevin und
Jordan Streiche auf den weiten Feldern rund
um das Dorf aushecken, nähert sich ein Helikopter. Die vier Rabauken verstecken sich
hinter hohem Gras, um mitzubekommen,
was passiert. Eine tote Kuh wird aus einem
Bunker herausgetragen. Van der Weyden
und Carpentier sind bereits am Tatort und
ordnen die Obduktion der Kuh an, da der
Kadaver offensichtlich menschliches Blut
enthält. Die Knirpse werden von Van der
Weyden bemerkt und müssen verschwinden. Als Quinquin sich allerdings einen Spaß
daraus macht, Knallkörper auf Touristen zu
werfen, holt er sich eine Rüge der Gendarmen ein, die auch nicht die letzte bleiben
wird. Im Bauch der Kuh werden Zeigefinger,
Daumen und Fuß einer 45-jährigen Frau
entdeckt. Van der Weyden und Carpentier
müssen jetzt noch den fehlenden Kopf finden. Als dieser auftaucht, kann das Opfer
schließlich als die Frau eines Viehzüchters, als Madame Lebleu, identifiziert werden. Ausgerechnet Quinquin, das saubere
Früchtchen, ist als Ministrant bei der Beerdigung in unmittelbarer Nähe des Geschehens. Kurz darauf versetzt den Kommissar
ein weiterer Anruf in helle Aufregung …

In seiner ersten Fernsehserie findet Bruno Dumont zu einer ganz eigenen Form von
Slapstick. Dumont ist nicht unbedingt der
Regisseur, von dem man eine Fernsehserie
erwartet hätte. Die Ästhetik des französischen Filmemachers ist so radikal wie einprägsam. […] Dass die Serie verhältnismäßig zugänglich ist, könnte man durchaus als
Zugeständnis an die Erzählkonventionen des
Fernsehens sehen. Doch beschneidet Dumont nicht seinen Stil, sondern er bereichert
ihn und führt ihn in neue Richtungen. Mehr4

Conducta

mals gerät er auf bekanntes Terrain, etwa mit
einem Rassenkonflikt, der an DAS LEBEN
JESU (LA VIE DE JÉSUS, 1997) erinnert, oder
einer diffusen Sehnsucht nach religiöser Erlösung, die in HUMANITÄT (L’HUMANITÉ,
1999) schon ähnlich bebildert war. Es sind
aber gerade die zahlreichen komischen
Nummern, die das Herzstück der Serie ausmachen. Und mit der im Fernsehen dominierenden Bildästhetik hat das alles sowieso
nichts zu tun. Statt auf Großaufnahmen und
16:9 zu setzen, komponiert Dumont kleinteilige Cinemascope-Bilder, deren Details
man auf einem Bildschirm wohl nur schwer
erkennen kann. Der Ort, an dem man sich
diese epische Provinzstudie ansehen sollte,
ist natürlich das Kino, denn P‘TIT QUINQUIN
ist letztlich nur ein etwas länger geratener
Film des Regisseurs geworden. Einer seiner
besten, wohlgemerkt. – critic.de

Conducta –
Der junge
Herzensbrecher
aus Havanna
CU 2014, 80 min, Spanisch OmU,
R/B: Ernesto Daranas, K: Alejandro Pérez,
S: Pedro Suárez, D: Alina Rodríguez,
Armando Valdés Freire, Silvia Águila,
Yuliet Cruz, Armando Miguel Gómez,
Amaly Junco

Ab Freitag, 8. Mai
Geschichte über die Freundschaft zwischen
einem schwierigen Schulbuben aus Havanna und seiner lebensklugen alten Lehrerin.
Der elfjährige Chala wächst bei seiner drogensüchtigen Mutter auf und muss mit
mehr oder minder legalen Jobs zum Lebensunterhalt beitragen, zum Beispiel,
indem er einem Nachbarn, der vielleicht
sogar sein Vater ist, hilft, Hunde aufzuziehen und für Wettkämpfe abzurichten. Kein
Wunder, dass er den Behörden und anderen
Aufsichtspersonen immer wieder mal negativ auffällt. Carmela, seine beseelte, eigentlich schon pensionierte Lehrerin, steht dem
Jungen mit ihrer Lebensklugheit beiseite,
deckt ihn bei manch brenzliger Situation,
nicht ohne gleichzeitig den getrennten Eltern ins Gewissen zu reden, sich besser um
den Elfjährigen zu kümmern. Als sie wegen

Nur eine stunde Ruhe!

einer Operation länger ausfällt, beschließt
die junge Stellvertreterin gemeinsam mit
der Schulinspektorin, dass Chala in einem
Erziehungsheim besser aufgehoben sei. Gegen diesen sturen bürokratischen Entscheid
und andere Veränderungen im Klassenzimmer wehrt sich Carmela nach ihrer Rückkehr vehement, auch wenn damit ihr eigener Verbleib an der Schule auf dem Spiel
steht. Beim kubanischen Kinopublikum war
CONDUCTA der meistgesehene, am heißesten geliebte und am heftigsten diskutierte Spielfilm 2014. Und tatsächlich: Seit
den Zeiten von FRESA Y CHOCOLATE und
LA VIDA ES SILBAR hat kein Film aus Kuba
Wahrhaftigkeit, Humor und Zärtlichkeit so
bestrickend vereint wie diese Geschichte über die Freundschaft zwischen einem
schwierigen Schulbuben aus Havanna und
seiner lebensklugen alten Lehrerin. Ein Herzensbrecher.
REGIESTATEMENT
Conducta ist gemeinsam mit Studierenden der Filmschule Havanna entstanden,
mit meinen Schülern, die ich während einiger Jahre nicht unterrichten konnte. Den
Film mit ihnen zu realisieren schien mir
eine gute Möglichkeit, die verpassten Stunden nachzuholen. Wir begannen schon auf
Drehbuchebene
zusammenzuarbeiten,
und das Thema interessierte sie tatsächlich
ebenso sehr wie mich. Es erstaunte mich,
dass wir trotz unserer Verschiedenheit und
des Altersunterschiedes so stark übereinstimmten darin, welche Wichtigkeit der Bildung und der Erziehung zukommt, gerade
auch in marginalisierten Schichten. Die Erziehung ist für jedes Land von grundsätzlicher Bedeutung. Wie die Bildung in einem
Land strukturiert ist, auf welche Kriterien
sie sich stellt, bestimmt zu einem großen
Ausmaß die Gesellschaft, die wir in der
Zukunft haben werden. In Bezug auf Kuba
interessierte uns besonders die Aufgabe
der Lehrkraft im ursprünglichen Sinn. Der
Lehrer oder die Lehrerin ist jemand, der das
Wissen einer bestimmten Materie vermitteln kann, der umfassende Pädagoge gibt
darüber hinaus Werte und Gefühle weiter,
was im Film über die Figur von Carmela aufgegriffen wird. Dieser Typ von Schullehrer
ist weltweit in der Krise, wie wir feststellen
konnten. Bildungssysteme gründen heute
Mechanismen, die zwar in jedem Land eine
eigene Ausprägung haben, diese Funktion
aber tendenziell zunehmend beschneiden.
Im Interesse der einzelnen Gesellschaft wird
eine Reihe von Kriterien aufgestellt, die den

3 Herzen

Handlungsspielraum des klassischen Lehrers immer mehr einschränken.

Ein überraschendes Melodram über die
erfrischend unsentimentale Freundschaft
zwischen einer 70-jährigen, aufgeschlossenen Lehrerin und einem hochdynamischen
rebellischen Jungen. – Screen International

3 Herzen
3 Coeurs
FR 2014, 106 min, Französisch OmU,
R: Benoît Jacquot, B: Julien Boivent,
Benoît Jacquot, K: Julien Hirsch,
S: Julia Gregory, D: Benoît Poelvoorde,
Charlotte Gainsbourg, Chiara Mastroianni,
Catherine Deneuve, Andre Macon,
Patrick Mille

Ab Freitag, 1. Mai
Fesselndes Melodram, in dem der Zufall
das Schicksal dreier liebender Menschen
durcheinanderwirbelt.
Glück im Unglück: Als Marc seinen Zug nach
Paris verpasst, begegnet er der geheimnisvollen Sylvie am Bahnsteig einer französischen Kleinstadt in der Provinz. Aufregend
und doch harmonisch verbringen die beiden Fremden eine schlaflose Nacht, in der
sie durch die Straßen streifen und über Gott
und die Welt reden – nur nicht über sich
selbst. Bevor Marc in den ersten Zug nach
Hause steigt, ringt er Sylvie das Versprechen ab, ihn ein paar Tage später in Paris
zu treffen. Doch durch widrige Umstände
verpasst Marc die schöne Unbekannte am
vereinbarten Treffpunkt. Auf der Suche
nach seiner Seelenverwandten läuft er in
die Arme einer anderen, ebenso faszinierenden Frau: Sophie. Als Marc und Sylvie sich
wiedersehen, stellt sich zwar die alte Vertrautheit ein, doch etwas trübt die Wiedersehensfreude: Marcs neue Freundin Sophie
ist Sylvies Schwester…
Benoît Jacquot (LEB WOHL, MEINE KÖNIGIN!, VILLA AMALIA) ist der Frauenregisseur unter den großen französischen
Filmemachern, ein moderner François
Truffaut. Wie keinem Zweiten gelingt es ihm,
Schauspielerinnen wie Diane Kruger, Isabelle Huppert oder Léa Seydoux in wunderbar
emotionalen Rollen zu inszenieren. Mit 3
HERZEN setzt Jacquot diese Reihe schillernder Frauenporträts fort: Wenn Charlotte

Die Gärtnerin von Versailles

Gainsbourg und Chiara Mastroianni sich in
denselben Mann (grandios: Benoît Poelvoorde) verlieben, verlieren alle den Boden
unter den Füßen, bis es zu einer schmerzlichen Entscheidung kommt. Das hochkarätige Darstellertrio wird von der französischen
Kinolegende Catherine Deneuve vervollständigt, die hier bereits zum dritten Mal
die Filmmutter ihrer Tochter Chiara Mastroianni spielt. Benoît Jacquots dramatische
Romanze über eine unmögliche Ménageà-trois, die mit ihrer bewegenden Emotionalität an die großen Liebesmelodramen
erinnert, die Douglas Sirk oder Leo McCarey
in Hollywoods goldener Ära drehten, feierte
ihre Weltpremiere im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Venedig 2014.
AUS EINEM INTERVIEW MIT
Regisseur BENOÎT JACQUOT
Wie entstand das Drehbuch zu 3 HERZEN?
Aus einer Ansammlung von Wünschen –
wie immer, wenn ich ein Originaldrehbuch
schreibe. Nach etlichen Kostümfilmen war
es mir wichtig, wieder mal einen zeitgenössischen Film zu drehen, einen Film, der im
Hier und Jetzt spielt. Und nachdem in meinen letzten Spielfilmen das Augenmerk auf
weibliche Hauptfiguren gerichtet war, musste ich mich endlich wieder eines männlichen
Helden annehmen, und sei es nur um zu
überprüfen, ob ich dazu noch fähig bin. Meine Filme drehen sich ja normalerweise um
weibliche Figuren. Diesmal wollte ich mich
auf einem anderen Gebiet auf die Probe stellen. Und ich wollte unbedingt eine Geschichte erzählen, die in der Provinz spielt, in einer
mittelgroßen Stadt, von der man ahnt, dass
sie irgendwo im Süden liegt. Die französische Provinz eignet sich sehr gut für melodramatische Handlungen, und ich wollte
mich mit einem Mann beschäftigen, der sich
mit einer heimlichen Liebe herumschlägt.
Weil dieser Mann – Marc – seine Verabredung mit Sylvie, in die er sich verliebt hat,
nicht einhalten kann, heiratet er schließlich Sophie, ohne freilich zu ahnen, dass es
sich um die Schwester jener Frau handelt,
für die er lichterloh entbrannt ist…
Mich interessiert schon seit längerem, welche speziellen Auswirkungen zwei Schwestern auf eine Geschichte haben können.
Marc liebt erst die eine, dann die andere, auf
unterschiedliche Weise zwar, aber jedes Mal
sehr intensiv. Und weil nur der Zuschauer
die Wahrheit kennt, kommt melodramatische Spannung auf. Julien Boivent, mein
Co-Autor bei Villa Amalia und Tief in den

Eden

Wäldern, und ich haben versucht, all diese Elemente zusammenzufügen: Ein Mann
verpasst in einer Provinzstadt seinen Zug,
begegnet zufällig einer Frau, und zum Spaß
behalten sie ihre Namen für sich. Sie wollen
sich ein paar Tage später wiedersehen, doch
wie in jedem waschechten Melodram verlieren sie sich aus den Augen. Und nun kann die
eigentliche Geschichte beginnen…

Benoît Jacquot verstrickt Charlotte
Gainsbourg, Chiara Mastroianni und Benoît
Poelvoorde in einem romantischen Thriller
und erweist sich erneut als Meister des verbotenen Begehrens. – epd-Film

Eden
FR 2014, 131 min, Französisch OmU,
R: Mia Hansen-Løve, B: Mia Hansen-Løve,
Sven Hansen-Løve, K: Denis Lenoir,
S: M. Monnier, D: Felix De Givry, Pauline
Etienne, Greta Gerwig, Hugo Conzelmann,
Roman Kolinka, Vincent Macaigne

Ab Freitag, 1. Mai
Drama um einen DJ, der im Paris der Neunzigerjahre die Clubszene erobert.
EDEN ist ein bewegender Trip durch das
pulsierende Paris der frühen 90er. Paul ist
Anfang 20 und aufstrebender DJ. Während
die elektronischen Beats die UndergroundClubs der Stadt erobern, beginnen Pauls
Freunde von »Daft Punk« und sein Duo
»Cheers« ihren Siegeszug auf den Dancefloors. Es folgen schillernde Jahre im flüchtigen Nachtleben, mit wechselnden Liebschaften und manchem Drogenrausch. Paul
lebt seinen Traum gegen alle Widerstände,
doch verliert er sich dabei immer mehr in
den Tiefen dieser Parallelwelt.
EDEN ist ein Film voller Lebensfreude und
wirft zugleich einen wehmütigen Blick zurück. Ein Film über die Verwirklichung von
Träumen und auch deren Scheitern. Hochkarätig besetzt mit aufstrebenden internationalen wie französischen Stars, inszeniert
von der gefeierten Jung-Regisseurin Mia
Hansen-Løve. Ein aufregendes und ekstatisches Generationenporträt mit der Musik
von Daft Punk, Joe Smooth, Frankie Knuckles, Terry Hunter u.v.m.
Die französische Jung-Regisseurin Mia
Hansen-Løve porträtiert in EDEN nicht nur
die Entstehung der French-House-Szene,
5

Lost River

sondern setzt außerdem ihrem Bruder,
dem DJ Sven Hansen-Løve, ein filmisches
Denkmal. Wie in ihren vorhergehenden Filmen EINE JUGENDLIEBE (2011) oder DER
VATER MEINER KINDER (2009) ist ihr
Sujet ein sehr persönliches – doch spiegelt die House-Szene der 90er Jahre auch
unnachahmlich das Lebensgefühl einer
ganzen Generation wider: die Leichtigkeit
der Beats, die Spur von Hedonismus und
Naivität, gepaart mit purer Lebensfreude
und Direktheit. Neben einem erstklassigen
Soundtrack, für den zahlreiche Musikgrößen aus der House-Szene und nicht zuletzt
Daft Punk selbst ihre Songs zur Verfügung
gestellt haben, konnte Mia Hansen-Løve
eine erstklassige Besetzung gewinnen. So
spielen gefeierte französische und amerikanische Newcomer wie Pauline Etienne,
Vincent Macaigne, Laura Smet, Golshifteh
Farahani, Vincent Lacoste, Brady Corbet
und Greta Gerwig in EDEN mit.

Am Ende ist EDEN so vielschichtig und
offen wie das Leben selbst, auch wenn sich
das wahre Leben meist nicht so gut anhört
und nicht immer so ästhetisch ist wie dieser
herausragende Film. – programmkino.de
EDEN findet eine schöne Balance zwischen Anteilnahme und Zurückhaltung. Die
Kamera von Denis Lenoir misst die Räume
präzise und auch ein bisschen mechanisch
aus, was den Zuschauer auf Distanz hält.
Im Prinzip verhält es sich mit EDEN wie mit
der House-Musik: Hinter einem eigentlich
recht statischen 4/4-Takt können sich überraschend tiefe Gefühlswelten verbergen.
– critic.de

Lost River
US 2014, 95 min, Englisch OmU,
R/B: Ryan Gosling, K: Benoît Debie,
S: Valdis Oskarsdóttir,
D: Iain De Caestecker, Saoirse Ronan,
Christina Hendricks, Eva Mendes,
Matt Smith, Ben Mendelsohn

Ab Freitag, 29. Mai
Ryan Gosling übernimmt erstmals Verantwortung hinter der Kamera und inszeniert
ein mysteriöses Schauermärchen.
Jeder sucht woanders nach einem besseren
Leben… Das einst blühende Lost River ist zu
6

Conducta

einer gefährlichen Geisterstadt geworden –
wer kann, zieht weg. Billy liebt ihre beiden
Söhne und will noch bleiben. Bones, der
ältere, gerät ins Visier einer gewalttätigen
Gang. Seine Mutter muss dringend Geld
auftreiben, um das Haus der Familie behalten zu können. In ihrer Not nimmt sie das
Angebot eines zwielichtigen Nachtclubs an,
in dem sie auf die geheimnisvolle Cat trifft.
Doch Billy ahnt nicht, dass sie mit diesem
Job ihr Leben aufs Spiel setzt. Für die Familie ist die Zeit gekommen, sich zu wehren.
Eine mysteriöse Straße, die mitten in den
See und in eine geheimnisvolle Unterwasserwelt führt, könnte der Schlüssel zu einem neuen Aufbruch sein…
LOST RIVER ist das Regiedebüt von Schauspieler Ryan Gosling. Der hoch spannende
Mystery-Thriller feierte seine Weltpremiere
in der Sektion »Un Certain Regard« der Internationalen Filmfestspiele von Cannes.
Ryan Gosling zeichnet neben der Regie
auch für das Drehbuch verantwortlich und
betreute das Projekt als Produzent. In den
Hauptrollen sind die Oscar-nominierte
Saoirse Ronan (GRAND BUDAPEST HOTEL), die vierfach Primetime-Emmy-nominierte »Mad Men«-Darstellerin Christina
Hendricks, Eva Mendes (THE PLACE BEYOND THE PINES) und der BAFTA-Nominierte Ex-»Doctor Who« Matt Smith zu sehen.
Der Soundtrack stammt von Johnny Jewel
von der Band Chromatics, die bereits auf
dem Soundtrack zu Nicolas Winding Refns
DRIVE vertreten war.
REGIESTATEMENT
Nicht erst seit ich die Gelegenheit hatte,
in THE IDES OF MARCH – TAGE DES VERRATS zu spielen, hatte ich die Möglichkeit,
Detroit kennenzulernen. Ein Ort, der sich
jetzt gerade zwischen diesen Realitäten
befindet. Obwohl ich nur einige Tage dort
war, hat mich diese Stadt sehr ergriffen. Sie
war am Rande des Bankrotts. Es gab vierzig Meilen lang verlassene Wohngegenden,
dazwischen gähnende Lücken in den Hausreihen. Straßen, in denen Eltern versuchten,
ihre Kinder großzuziehen, wo immer wieder
Häuser abgebrannt oder eingerissen wurden. Detroit war die Geburtsstadt von Model T, von Motown und der Mittelschicht. Es
war in vergangenen Zeiten das Idealbild des
amerikanischen Traums. Für die Familien in
dieser Gegend ist der Traum nun zu einem
Alptraum geworden. Und dennoch gibt es
dort noch viel Hoffnung. Da ist etwas sehr
Inspirierendes zu spüren. Was diese Stadt
einmal war und wieder sein wird, ist dort

Kiss the cook

immer noch sehr lebendig. Ich wusste, dass
ich dort irgendetwas machen musste. In
den folgenden Jahren bin ich immer wieder
dorthin zurückgekehrt, um etwas aufzuzeichnen, bevor es für immer zerstört werden würde. Und dann begann ich darüber
nachzudenken, dass die Geschichte nicht in
Detroit spielen sollte, sondern in Lost River,
einer imaginären Stadt mit einer imaginären
Vergangenheit. Als sich die Elemente der
Geschichte langsam zeigten – eine Familie,
die ihr Haus verlieren sollte, ein Geheimnis
unter der Oberfläche – entwickelte ich das
von den Familien-Fantasyfilmen der achtziger Jahre aus, die ich kannte, und spiegelte
das mit den Erfahrungen, die ich bis heute gemacht habe. Hierdurch nahm LOST
RIVER langsam die Gestalt eines dunklen
Märchens an, mit der Stadt selbst als Prinzessin in großer Not und Figuren, die man
wie Bruchstücke eines Traums wieder zusammenfügen möchte.

Kiss the Cook
Chef
US 2015, 114 min, Englisch OmU,
R/B: Jon Favreau, K: Kramer Morgenthau,
S: Robert Leighton, D: Jon Favreau,
John Leguizamo, Robert Downey Jr.,
Emjay Anthony, Scarlett Johansson,
Dustin Hoffman, Sofía Vergara

Ab Freitag, 29. Mai
Komödie von und mit dem IRON MAN-Regisseur Jon Favreau als Chef de Cuisine, der
einen Imbiss aufmacht und die Beziehung
zu seinem Sohn auf Vordermann bringt.
Jahrelang war er den Feinschmeckern von
Los Angeles zu Diensten – doch jetzt reicht
es Gourmetkoch Carl Casper: Restaurantbesitzer Riva lässt ihm keine kreative Freiheit, seine Ehe mit Inez ist gescheitert, die
Beziehung zu seinem 11-jährigen Sohn Percy liegt brach, und dann verreißt auch noch
ein snobistischen Kritiker seine Kochkünste. Am Nullpunkt angekommen, besinnt
sich der Sternekoch auf seine kulinarischen
Wurzeln und kauft in Miami einen heruntergekommenen Imbisswagen, um noch
einmal neu durchzustarten. Zusammen
mit Percy und seinem Sous-Chef Martin
begibt er sich auf einen kulinarischen Road
Trip durch den amerikanischen Süden und
begeistert die Massen mit seiner exotisch-

Dial M for murder 3D

kreativen Küche. Endlich spürt er wieder,
was ihn wirklich glücklich macht: Freunde,
Familie und die Lust am Kochen.
Ein echter Kerl mit Gespür für das Sinnliche: Das verkörpert Jon Favreau als Regisseur und Hauptdarsteller in KISS THE
COOK. Der ausgelassene, deftig brutzelnde
Film, mit dem nicht nur Protagonist Carl,
sondern auch Jon Favreau zu seinen Wurzeln zurückkehrt, trägt alle Attribute eines
Herzensprojekts – eine Geschichte, die ein
unabhängiges Leben voller Genuss feiert,
inspirierte Kurzauftritte von Weltstars, einen lässigen Look und einen mitreißenden
Soundtrack. Drei smarte Kerle am Grill,
saftige Steaks, Loyalität gegenüber Weggefährten sowie Herz und Seele des amerikanischen Südens: In diesem vibrierenden
Kosmos bewegt sich das Feelgood-Movie
KISS THE COOK. Neben Jon Favreau spielen Sofía Vergara, John Leguizamo, Scarlett
Johansson, Robert Downey Jr. und Dustin
Hoffman in dem pikant gewürzten Film, den
Filmemacher und Besetzung in vollen Zügen auskosten.

KISS THE COOK markiert Favreaus triumphale Rückkehr zum persönlichen Film.
KISS THE COOK ist eine künstlerische Überraschung, ein ausgelassenes Geschenk.
Es ist eine Sache, die von Herzen kommt.
– Rolling Stone

Dial M for
Murder 3D
US 1954, 110 min, Englisch OF,
R: Alfred Hitchcock, B: Frederick Knott,
K: Robert Burks, S: Dimitri Tiomkin,
D: Grace Kelly, Ray Milland,
Robert Cummings, Anthony Dawson,
Leo Britt, John Williams
Genre-Special:
Freitag, 22. Mai, Samstag, 23. Mai,
Sonntag. 24. Mai, 21.00, City-Kino
Ein Ex-Tennisprofi möchte seine wohlhabende und untreue Frau umbringen, damit
er an ihr Vermögen rankommt. Er erpresst
einen alten Bekannten und bringt ihn so
dazu, den Mord auszuführen. Doch der Plan
geht schief. Seiner Frau gelingt es, sich zu
wehren und den Angreifer, der sie erwürgen will, mit einer Schere zu töten. Ihr Mann
muss nun schnell handeln und seinen Plan

Mülheim Texas

spontan abändern. Er legt falsche Fährten
und versucht, seine Frau als Schuldige darzustellen. Sie wird auch tatsächlich zum Tod
verurteilt, doch am Tag vor der Exekution
kommt es noch mal zu einem Showdown,
der die Dinge auf den Kopf stellt.
DIAL M FOR MURDER basiert auf einem
erfolgreichen Theaterstück von Frederick
Knott und ist der einzige Film, den Hitchcock in 3D gedreht hat. Sein Studio Warner
Bros. hatte ihn dazu gedrängt, weil es ab
1952 einen kurzen 3D-Boom in Hollywood
gegeben hatte. Als der Film herauskam, war
dieser Trend allerdings schon wieder abgeflaut. Hitchcock soll über das Phänomen 3D
gesagt haben: »It's a nine-day wonder, and
I came in on the ninth day.« DIAL M FOR
MURDER wurde daher in den Kinos auch
fast nur in normalem 2D gespielt.

Mülheim Texas –
Helge Schneider
hier und dort
DE 2015, 93 min, OdF,
R/B: Andrea Roggon, K: Petra Lisson,
S: Natali Barrey

Ab Freitag, 15. Mai
Persönliches Porträt über den schwer zu
greifenden Künstler und Menschen Helge
Schneider.
»Den grauen Alltag mache ich mir selber
bunt«, schreibt Helge Schneider über sich.
Musik, Filme, Konzerte, Bücher sind das in
seiner Vielfalt kaum zu fassende kreative
Ergebnis dieser selbst gestellten Aufgabe.
In seiner Welt existiert das Fantastische neben dem Alltäglichen, und es ist nur schwer
auszumachen, wo die Grenze zwischen
Wirklichkeit und Fiktion verläuft. Das gilt
erst recht bei Schneiders Konzerten im direkten Dialog mit seinem Publikum. Doch
wie reagiert der Künstler Helge Schneider
auf einen Filmemacher, der sich ihm nähert,
um ihn zu porträtieren? Schnell wird deutlich, dass Helge seine Geheimnisse nicht auf
dem Silbertablett darreichen wird. Er hat es
nicht gerne, wenn einer zu viel über ihn weiß.
Eine hochspannende Ausgangslage für Filmemacherin Andrea Roggon, die sich in ihrem Debüt-Film MÜLHEIM TEXAS – HELGE
SCHNEIDER HIER UND DORT auf die Spur
des Ausnahmekünstlers begeben hat.

P'tit quinquin

Aus einem Interview mit
Regisseurin Andrea Roggon
Man weiß von Helge Schneider, dass er mit
Interviews sehr zurückhaltend ist. Was hat
ihn dazu bewogen, sich auf Ihren Film einzulassen?
Ich habe das Gefühl, dass Helge seine Entscheidungen sehr intuitiv trifft, dass das
eine Bauchentscheidung war. Ich habe ihm
natürlich meine Ideen erzählt, dass ich zwischen Phantasie und Realität changieren
möchte, aber er wollte das Konzept eigentlich nie so genau durchgehen. Bevor es richtig losging, habe ich ihn mit der Kamera bei
einer Tournee begleitet, um zu sehen, ob wir
zusammen funktionieren, ob das überhaupt
Sinn macht. Und dabei hat er gemerkt, dass
ich z.B. mit seinem Team gut zurechtkam,
dass der Film für ihn nicht so ein Störfaktor
werden würde. Ich glaube, dass nach der
grundsätzlichen Entscheidung, diesem ersten Bauchgefühl, den Film zu machen, die
Arbeit am Film etwas Gewachsenes ist, ein
Prozess des Sich-darauf-Einlassens.
Natürlich gab es auch Grenzen. Von Anfang
an hat er gesagt, dass er für den Film nichts
wiederholen würde. Wir durften viel dabei
sein, aber wir haben eigentlich nie besprochen, dass wir eine Sache jetzt so oder so
für den Film machen, sondern er hat sein
Leben einfach weitergemacht – und wir haben gesehen, was wir da kriegen und was
wir da aufnehmen.
Sie haben über einen Zeitraum von fast
vier Jahren gedreht. Wie haben Sie Drehorte und Drehtermine festgelegt? Wie genau
war die Planung bzw. wie spontan waren
die Drehzeiten?
Das war fast alles so spontan, wie es für einen Film eigentlich gar nicht geht. Die Pläne,
die wir gemacht hatten, haben eigentlich nie
geklappt, und alles, womit wir nicht gerechnet hatten, hat stattgefunden. Am Anfang
hatten wir noch Technik ausgeliehen, und
es war immer ein Tonmann dabei. Ziemlich
bald sind dann nur noch meine Kamerafrau Petra Lisson und ich gekommen, und
wir haben mit der eigenen Technik gedreht,
so dass wir sehr mobil waren. Wir wussten,
dass es immer möglich sein konnte, dass
wir auf einmal etwas drehen können.
Vom Ablauf her war es so, dass ich versucht
habe mitzubekommen, was Helge Schneider gerade macht. Wir haben immer mal
wieder telefoniert, und ich habe dann Tage
vorgeschlagen, an denen ich vorbeikommen würde, wobei ich nicht wusste, was er
da genau machen würde. Das war alles sehr
7

00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse

spontan. Es konnte sein, dass ich angerufen
habe und er gesagt hat: »Ja, kommt, aber
dann jetzt schnell.« Das hing von einer bestimmten Energie ab, dass er sich mit uns
wohlfühlt und dass der Dreh ihn nicht störte. Und dadurch, dass Petra und ich sehr gut
eingespielt sind, konnten wir uns da relativ
klein machen.

00 Schneider –
Im Wendekreis
der Eidechse
DE 2013, 96 min, OdF,
R/B: Helge Schneider,
Andrea Schumacher,
K: Voxi Bärenklau,
S: Andrea Schumacher,
D: Helge Schneider, Tyree Glenn Jr.,
Rocko Schamoni, Peter Thoms,
Willy Ketzer, Rudi Olbrecht

Ab Freitag, 15. Mai
Skurrile Komödie von und mit Helge
Schneider in seinem zweiten Leinwandauftritt als 00 Schneider.
Einen hinterhältigen Sittenstrolch hat 00
Schneider gerade hinter Gitter gebracht, da
sind seine detektivischen Fähigkeiten schon
wieder gefragt. Ein Tabakladen wird überfallen, auf einem Bauernhof verschwindet ein
Huhn spurlos, und sexuelle Übergriffe auf
brave Bürgerinnen häufen sich. Schnell hat
Deutschlands Doppelnull einen Verdacht,
wer der Täter sein könnte: Kettenraucher
Jean-Claude Pillemann, wegen seiner geschmeidigen Bewegungen auch »Die Eidechse« genannt. Mordanschlägen und
Zahnschmerzen zum Trotz heftet sich der
Kommissar dem Übeltäter auf die Fersen.
Nach knapp zehnjähriger Pause hat »Die
singende Herrentorte« Helge Schneider
wieder auf dem Regiestuhl Platz genommen
und macht als Titelheld nach eigenem Skript
wieder Jagd auf »Intelligenzverbrecher«. In
gewohnter Manier verbindet »Deutschlands
schlechtester Komiker« verqueren Wortwitz
mit tiefer Melancholie. Er parodiert den Actionfilm und den Film noir, borgt sich Clint
Eastwoods Kultspruch »Make my day!« und
missachtet im kultigen Citroën DS konsequent alle Verkehrsregeln. Ein Autorenfilm
im Wortsinn – dargeboten als hintersinnige
Sketchparade.
8

Elser

Elser – Er hätte die
Welt verändert
DE 2015, 110 min, OdF,
R: Oliver Hirschbiegel, B: F. Breinersdorfer,
Léonie-Claire Breinersdorfer,
K: Judith Kaufmann, S: Alexander Dittner,
D: Christian Friedel, Katharina Schüttler,
Burghart Klaußner, Johann von Bülow,
David Zimmerschied, Felix Eitner
Ab Freitag, 15. Mai
Historisches Drama um den Hitler-Attentäter Georg Elser vom Regisseur von Der
Untergang.
Während der Jubiläumsrede Hitlers am
8. November 1939 wird ein Mann an der
Grenze zur Schweiz wegen des Besitzes
verdächtiger Gegenstände festgenommen.
Nur Minuten später explodiert im Münchner Bürgerbräukeller unmittelbar hinter
dem Rednerpult des »Führers« eine Bombe und reißt acht Menschen in den Tod.
Der Mann ist Georg Elser, ein Schreiner aus
dem schwäbischen Königsbronn. Als man
bei ihm eine Karte des Anschlagsortes und
Sprengzünder findet, wird er dem Chef der
Kripo im Reichssicherheitshauptamt, Arthur Nebe, und dem Gestapo-Chef Heinrich
Müller zum Verhör überstellt. Von ihnen erfährt Elser, dass sein Vorhaben gescheitert
ist – dass der Mann, den er töten wollte, um
das Blutvergießen des gerade begonnenen
Weltkriegs zu verhindern, den Bürgerbräukeller 13 Minuten vor der Explosion verlassen hat. Tagelang wird Elser von Nebe und
Müller verhört, tagelang hält er ihren Fragen
stand. Bis er schließlich gesteht – und die
Geschichte seiner Tat schildert. So erinnert
sich Elser, wie der Nationalsozialismus langsam in seinem Heimatdorf metastasierte.
Wie er versuchte, sich gemeinsam mit seinem besten Freund Josef Schurr und wenigen anderen dagegenzustellen. Wie er Elsa
kennen lernte, sich in sie verliebte, sich wegen seiner Pläne aber von ihr, seinen Freunden und seiner Familie abwenden musste.
Und wie er schließlich handelte – wie er die
Bombe baute und sie am Anschlagsort in
nächtelanger Arbeit einbaute. Er, der seine
Tat ganz allein beging, wie er Nebe und Müller immer wieder beschwört, die ihn foltern,
um Hintermänner zu finden. Nach den Verhören kommt er in die KZs Sachsenhausen
und Dachau, wo Georg Elser schließlich auf
Befehl Hitlers am 9. April 1945 ermordet wird
– nur wenige Tage vor Ende des Krieges.

Die Augen des engels

Vor dem Hintergrund historischer Begebenheiten erzählt Regisseur Oliver Hirschbiegel
mit ELSER die packende Geschichte von
Georg Elser, nach einem Drehbuch von Fred
und Léonie-Claire Breinersdorfer. Er schildert dabei nicht nur die Hintergründe seines
fehlgeschlagenen Anschlags, sondern begleitet ihn von seinen frühen Jahren auf der
Schwäbischen Alb bis hin zu seinen letzten
Tagen im KZ Dachau, wo er kurz vor Kriegsende auf Befehl desjenigen ermordet wird,
den er selbst zur Strecke bringen wollte.
So wird ELSER zum faszinierenden Porträt
eines bislang weitestgehend unbekannten
Mannes, der nur wenige Minuten davon
entfernt war, Weltgeschichte zu schreiben.
Und der trotz schwerster innerer Konflikte
in Kauf nahm, durch seine Tat auch andere Menschen zu töten als denjenigen, dem
sie eigentlich galt. Dabei zeichnet der Film
gleichzeitig das Bild eines Volkes, dessen
zunehmende Begeisterung für den Nationalsozialismus einen düsteren Wandel heraufbeschwor, der – wie in Elsers Heimatdorf
– auch das Zusammenleben der Menschen
nicht unberührt ließ.

Oliver Hirschbiegel schildert mit den Mitteln des Heimatfilms, wie der Faschismus
auch die ländliche Dorfgemeinschaft fern
von Berlin und Kriegsgrenze beeinflusste.
Eine eindrückliche und wahre Story, mit etwas gar schwarzweißer Figurgestaltung, der
die Gewaltherrschaft der Nazis trotzdem
nicht verharmlost. – outnow.ch

Die Augen
des Engels
The Face of an Angel
GB/IT/ES 2014, 103 min, Englisch OmU,
R: Michael Winterbottom, B: Paul Viragh,
K: Hubert Taczanowski, S: Marc Richardson,
D: Daniel Brühl, Kate Beckinsale,
Valerio Mastandrea, Cara Delevingne,
Ava Acres, Genevieve Gaunt
Ab Donnerstag, 21. Mai
Unkonventionelles Drama über den Versuch eines Regisseurs, den spektakulären
Mordfall »Amanda Knox« und den begleitenden Medienzirkus als Hintergrund für
einen neuen Film zu nutzen.
Der grausame Mord an einer britischen Studentin im italienischen Siena hält die Öffent-

Kiss the Cook

lichkeit in Atem – täglich richten sich die Augen der Welt auf den kontroversen Prozess
gegen die attraktive Amerikanerin Jessica
Fuller, die ihre Wohngenossin mit Hilfe ihres
Freundes umgebracht haben soll. Der junge
Regisseur Thomas Lang ist überzeugt, seinen
nächsten Filmstoff gefunden zu haben. Vor
Ort trifft er sich mit der Journalistin Simone
Ford, die den Prozess mitverfolgt und ein Buch
über das Verbrechen geschrieben hat. Doch
je mehr sich Thomas in den Fall vertieft, desto
mehr verliert er sich darin. Er hinterfragt seine
eigenen Motive und verliert das Vertrauen in
sich und sein Können – bis ihm auf den Straßen die Studentin Melanie begegnet...
Basierend auf dem aufsehenerregenden
Mordfall »Amanda Knox« drehte der Goldene-Bär-Gewinner Michael Winterbottom
(EIN MUTIGER WEG, IN THIS WORLD) einen seiner aufregendsten Filme, einen Justizthriller nach wahren Begebenheiten und
einen Film über die Suche nach Wahrheit
sowie dem eigenen Ich. In DIE AUGEN DES
ENGELS, der bei den Internationalen Filmfestspielen in Toronto uraufgeführt wurde,
begeistert Daniel Brühl (RUSH – ALLES
FÜR DEN SIEG) in der Hauptrolle als Filmemacher in der Sinnkrise. An seiner Seite
spielen Kate Beckinsale sowie Model-Phänomen Cara Delevingne.
REGIESTATEMENT
Obwohl dieser Film fraglos von den realen
Umständen rund um den nach wie vor ungeklärten Mord an der britischen Studentin
Meredith Kercher im italienischen Perugia
im November 2007 inspiriert ist, handelt es
sich bei Michael Winterbottoms DIE AUGEN
DES ENGELS in keiner Weise um einen Krimi
oder eine Nacherzählung. Der Film befasst
sich nicht mit Schuld und Schuldzuweisungen. Vielmehr ist es der Versuch, sich mit den
Folgen eines so schockierenden und gewalttätigen Verbrechens auseinanderzusetzen.
Es ist eine Geschichte über Geschichten. Die
Geschichten der Familien, die einen geliebten
Menschen verloren haben. Die Geschichten
der Medien und die komplexe Vielfalt von Erzählsträngen, die an einer solchen Tragödie
haften. Geschichten, die ein Urteil fällen, Geschichten, die nachfühlen lassen, Geschichten, die Hypothesen anstellen, Geschichten,
die behaupten, mehr zu wissen. Geschichten
über uns: Menschen, die es gewohnt sind,
dass gewalttätige Verbrechen wie Seifenopern behandelt werden – in den Nachrichten, in der Literatur, im Kino, im Drama und
in der Musik. Vor allem aber ist es ein Film,
der versucht, die Geschichte zu erzählen, die

Das andere Rom

meistens unterschlagen wird: die Geschichte
des Opfers.

Dass Winterbottoms Blick auf die journalistische wie filmische Wirklichkeit keine
endgültigen Wahrheiten bereithält, sondern
vielmehr auch die Gefahr eines kreativen
Scheiterns ausformuliert, macht aus DIE
AUGEN DES ENGELS ein gleichermaßen
ehrliches wie unbequemes Experiment.
– programmkino.de

Fang den Haider

wächst. Beim Filmfestival von Venedig 2013
wurde SACRO GRA mit dem Goldenen Löwen als bester Film ausgezeichnet.

Der humorvolle und menschliche Ansatz
belebt eine originelle Dokumentation über
Menschen, die an der römischen Ringstraße
leben. – The Hollywood Reporter

Fang den Haider
Das andere Rom

AT/DE 2015, 90 min, OdF,
R/B: Nathalie Borgers, K: Helmut Wimmer

Sacro GRA
IT 2013, 93 min, Italienisch OmU,
R/K: Gianfranco Rosi, B: Gianfranco Rosi,
Nicolò Bassetti, S: Jacopo Quadri
Venedig 2013: Goldener Löwe

Ab Donnerstag, 14. Mai
Dokumentarfilm über das Leben am lärmenden Autobahnring um Rom weitab vom
»Dolce Vita«-Klischee.
Es gibt das Rom der Paläste, Gärten und historischen Sehenswürdigkeiten. Und es gibt
ein ganz anderes Rom, abseits vom Zentrum
und allen Touristenattraktionen, entlang des
riesigen Autobahnrings GRA, der die italienische Hauptstadt auf 70 km Länge umkreist.
Drei Jahre lang vagabundierte Regisseur Gianfranco Rosi mit einem Minivan über den
römischen »Grande Raccordo Anulare« und
sammelte die Geschichten der Menschen,
die an diesem riesigen Ring leben: Porträts
ihrer alltäglichen Existenz werden zur Reise durch das Leben und die unerwarteten
Landschaften der Ewigen Stadt. Hinter der
Mauer seines stetigen Verkehrslärms enthüllt dieser magische Ort unsichtbare Welten und eine mögliche Zukunft:
Der Biologe Francesco führt einen verzweifelten Kampf gegen gefräßige Käfer, die
Italiens Palmenhaine bedrohen. Der seltsame Prinz Filippo thront mit großer Geste in
seinem Anwesen, das er für Fotoshootings
vermietet. Zwei ältere Prostituierte warten
an der Autobahn unverdrossen auf Kundschaft. Der Fischer Cesare sorgt sich um
die Zukunft der einheimischen Aale. Ein Sanitäter rettet täglich neue Unfallopfer. Und
dann ist da der verarmte Adelige Paolo, der
mit seiner erwachsenen Tochter auf engstem Raum in einem Hochhaus lebt und uns
durch seine kauzige Art umgehend ans Herz

Ab Freitag, 29. Mai
N. Borgers entblättert den Mythos um Jörg
Haider vor dem Hintergrund eines erstarkenden europäischen Rechtspopulismus.
Die belgische Filmemacherin Nathalie Borgers kam zum ersten Mal im Jahr 2000
nach Österreich, gerade richtig, um den Einzug der Freiheitlichen Partei mit Jörg Haider
an der Spitze in den Nationalrat zu erleben.
13 Jahre später kehrt sie zurück und begibt
sich auf Spurensuche: Jörg Haider ist nach
seinem Unfalltod 2008 zum Mythos geworden, an dem sich bis heute Wegbegleiter,
Kritiker und nicht zuletzt die Öffentlichkeit
abarbeiten. Nathalie Borgers begegnet ihm
dabei – fern von den gängigen Polarisierungen um seine Figur – auf die vielleicht einzig
mögliche Weise: mit Blick von außen.

In einem Epilog unterstreicht Borgers
jedenfalls ihren eigentlichen, im Verlauf
des Films mehrfach angesprochenen und
durchaus gutbürgerlichen Wunsch, der über
eine Befassung mit dem Phänomen »die
FPÖ und Jörg Haider« weit hinausreicht:
dass das europaweit existierende Blühen
des Rechtspopulismus ernster genommen
wird, dass erkannt wird, dass politisches
Abenteurertum mit einer »Hinter mir die
Sintflut«-Einstellung jenseits eines kurzfristigen Unterhaltungswerts auch viel langfristigen Schaden anrichten kann. – orf.at
Borgers hat sie fast alle vor die Kamera
bekommen: Haiders Mutter, Schwester,
Mentorin, Schulterklopfer, Wegbegleiter,
Beißhunde, Ergebene und Verehrer. Aus
seinem engsten Umfeld fehlt einzig Haiders
Frau. Die Regisseurin hält eine ruhige und
angenehme Distanz zu ihren Protagonisten und Protagonistinnen, führt sie nicht
9

Bad Luck

vor, lässt sie aber auch nicht aus. Sehr viel
Neues erfahren wir durch die Gespräche
zwar nicht, alte Eindrücke, Geschichten und
Ahnungen werden jedoch verschärft, erweitert, anders beleuchtet. – profil.at

Bad Luck
AT 2015, 80 min, OmU,
R/B: Thomas Woschitz,
K: Enzo Brandner, S: Hannes Starz,
D: Valerie Pachner, Markus Schwärzer,
Thomas Oraze, Christian Zankl,
Josef Smretschnig, Ernestine Schmerlaib

Ab Freitag, 29. Mai
Drei Autounfälle. Drei Tage. Drei Geschichten. Ein düsterer Genre-Mix aus Österreich.
Dagmar arbeitet auf einer Tankstelle und
hat Schulden. Lippo, Mitarbeiter in einem
Wettsalon, wird von seinem Chef gefeuert
und schwört Rache. Karl, ein Automechaniker, und sein seltsamer Freund Rizzo werden durch einen überraschenden Geldfund
zu unüberlegten Handlungen hingerissen.
BAD LUCK ist ein tragikomischer Film über
falsche Entscheidungen, Zufälle und die Suche nach dem Glück.
REGIESTATEMENT
Kleine Zeitungsmeldungen, Randnotizen
verzweifelter Personen, die nicht einmal einen eigenen Artikel bekommen, haben mich
inspiriert, eine lakonische Tragikomödie zu
erzählen. Über Menschen, denen das Leben einen Streich gespielt hat und die sich
nun zu absurden Handlungen hinreißen
lassen, um ihrem Schicksal zu entkommen.
Wortlos, mit authentischen Gesichtern. Ich
entschied mich für nicht-professionelle Darsteller, und wir suchten dort, wo der Film
angesiedelt ist; in Kärnten, wo ich auch aufgewachsen bin. In Tankstellen, Werkstätten
und auf der Straße. Und wir wurden fündig.
Ihr Leben ist in ihre Gesichter geschrieben
und wurde zur Seele des Filmes. Ein Reigen,
visuell stark und atmosphärisch inszeniert.
Ein sehr menschlicher Film, manchmal zärtlich, manchmal brutal und meist skurril.

BAD LUCK ist ein zynisches Machwerk
mit Botschaft, das an oberster Stelle dennoch seinen Auftrag zur Unterhaltung wahrnimmt. Ein Geheimtipp aus dem Kärntner
Hinterland! – DVD-Forum.at
10

A Girl walks home alone at night

A Girl Walks Home
Alone at Night
US 2014, 99 min, OmU,
R/B: Ana Lily Amirpour, K: Lyle Vincent,
S: Alex O'Flinn, D: Sheila Vand, Arash
Marandi, Marshall Manesh, Mozhan Marnò,
Dominic Rains, Rome Shadanloo
Ab Freitag, 15. Mai
Atmosphärisches Horrordrama und Romanze um einen weiblichen Vampir in einer iranischen Sin City.
Arash kümmert sich um seinen heroinabhängigen Vater Hossein, mit dem er im
iranischen Bad City lebt. Als der knallharte
Drogendealer und Zuhälter Saeed Hosseins
ausstehende Schulden eintreibt, büßt Arash
alles Bargeld und seinen geliebten Ford
Thunderbird ein. Kurz darauf kann er sich
beides plus einen Koffer Drogen von Saeed
zurückholen. Denn der liegt tot in seinem
Haus, ausgesaugt von einer Vampirin, die
verschleiert Übeltätern auf der nächtlichen
Straße auflauert. Ahnungslos verliebt sich
der gutmütige Arash in den Engel der Nacht.
In poetisch-dunklem Schwarzweiß erzählt
die iranischstämmige Ana Lily Amirpour ihre
Indie-Romanze zwischen einem einsamen
Jugendlichen und einem weiblichen Vampir,
die als Rächerin an männlichen Unterdrückern durch die Straßen einer fiktiven Stadt
zieht. Obschon überzeugend authentisch
auf Persisch gedreht, entstand der kunstvolle Noir mit Western-Elementen komplett
in Kalifornien. Die mit einem phantastischen
Soundtrack Only Lovers Left Alive
nachempfundene Lovestory übt allegorisch
Kritik an soziokulturellen Verhältnissen.
REGIESTATEMENT
Es ist, als hätten Sergio Leone und David
Lynch ein gemeinsames Baby und dafür
Nosferatu als Babysitter bestellt. Der Film
ist schwarz-weiß, er hat einen verrückten
und grandiosen Soundtrack und unglaublich tolle Schauspieler. Ich wollte einen iranischen Film machen, aber die Frage war, wie
das möglich sein sollte. Da ich offensichtlich
nicht im Iran drehen konnte, lag die Lösung
in der Erfindung des gesamten Films. Ich
fand eine trostlose, leblose Ölstadt in der
Wüste Kaliforniens, die zur fiktiven iranischen Geisterstadt Bad City wurde, und
plötzlich gab es keine Regeln mehr. Ich habe
mein eigenes Universum geschaffen und
dort die Regeln selbst gemacht. Die Figuren

300 Worte Deutsch

sind inspiriert von Ikonen der Popkultur aus
den 1950er bis zu den 1990er Jahren, die
ich großartig finde, wie James Dean, Sophia
Loren, Ninja von Die Antwoord und natürlich
von den grenzenlosen Möglichkeiten eines
Vampirs. Ich wollte die Ästhetik und das Gefühl von Zeitlosigkeit und damit wahrhaftig
die mythische und surreale Atmosphäre des
Films vervollständigen. Deshalb mussten
wir den Film in Schwarzweiß und anamorph
drehen. Es verschaffte uns eine grafische
Ästhetik, so wurde der Film zu einer echten
genreüberschreitenden Erfahrung.

Das Spielfilmdebüt der iranischen Filmemacherin ist ein Meisterwerk der Stimmung
und Suggestion. In elegischen SchwarzWeiß-Bildern entfaltet sich ein düsteres
Märchen von Verlorenheit, Verfall und der
Sehnsucht nach menschlicher Wärme. –
kino-zeit.de

300 Worte Deutsch
DE 2014, 106 min, OdF, R: Züli Aladag,
B: Ali Samadi Ahadi, Arne Nolting,
Dr. Gabriela Sperl, Züli Aladag,
K: Kolja Brandt, S: Anne Fabini,
D: Pegah Ferydoni, Christoph Letkowski,
Christoph Maria Herbst, Vedat Erincin,
Nadja Uhl, Semih Yavsaner

Ab Freitag, 29. Mai
Komödie um eine Deutschtürkin, die Importbräuten Deutsch beibringt, um sie vor
der Abschiebung zu bewahren.
Köln ist für Migranten ein heißes Pflaster
geworden, seit der unerbittliche Dr. Ludwig
Sarheimer vom Ausländeramt die »illegalen Schmarotzer und Ziegenhirten« mit
Abschiebung bedroht. Erbittert wehrt sich
Moschee-Vorsteher Demirkan gegen die
Behördenwillkür, denn er vermittelt jungen
Männern Bräute aus der türkischen Heimat
– auch wenn die Bescheinigung über deren Deutschkenntnisse gefälscht ist. Doch
selbst Demirkans eigene Tochter Lale rebelliert gegen die traditionelle Heiratsvermittlung des Vaters – sie hat sich an das selbstbestimmte Leben einer Kölner Studentin
gewöhnt. Richtig kompliziert wird es, als
sie sich ausgerechnet in Sarheimers Neffen
und Mitarbeiter Marc verliebt…
Christoph Maria Herbst (STROMBERG
– DER FILM), Vedat Erincin (ALMANYA),

Lost river

Pegah Ferydoni (TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER), Christoph Letkowski (FEUCHTGEBIETE) und Nadja Uhl (SCHLUSSMACHER)
spielen die Hauptrollen in Regisseur Züli
Aladags (WUT, ELEFANTENHERZ) augenzwinkernder Comedy, die gängige deutschtürkische Klischees humorvoll persifliert.
Regiestatement
Natürlich kann man das Thema auch sehr
ernst diskutieren – manchmal muss man
das sogar: Ist die multikulturelle Gesellschaft gescheitert? Kann Integration gelingen? Wie sieht die deutsche Zukunft aus?
Das muss weiterhin aufgearbeitet werden.
Und die Komödie ist ein schöner, möglicherweise versöhnlicher Weg, das zu tun.
Das Thema Integration wird nicht zuletzt
seit Thilo Sarrazin schärfer beleuchtet, und
oft wird auch das Scheitern der Einwanderergesellschaft konstatiert, die Deutschland
nie sein wollte. Niemand hat vorausgesehen, welche demografischen Veränderungen die Gastarbeiter mit sich bringen würden. Deshalb hat es zwei Generationen lang
keine »Willkommenskultur« gegeben, die
beide Seiten zur Integration aufgefordert
hätte. Die Ghettoisierung in Stadtteilen wie
Kreuzberg, Wedding oder Neukölln hat auch
mit der damaligen gezielten Verteilung der
Neuankömmlinge zu tun. Andererseits dürfen sich diese auch nicht nur auf staatliche
Anreize und Hilfen verlassen, um sprachliche und andere trennende Faktoren zu
überwinden. Jedenfalls sitzen wir alle in
einem Boot, leben in einem Land und müssen es gemeinsam gestalten. Und die Integration ist nicht gescheitert – dafür gibt es
Hunderttausende, Millionen Beispiele. Da
mag es dramatische Gegenbeispiele geben,
man kann Parallelgesellschaften entdecken
und die virulente Angst vor Extremismus
beobachten. Doch die Behauptung des
Scheiterns von Integration wäre ein völliger
gesellschaftlicher Ausverkauf. In Deutschland leben 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, die Hälfte davon durch
ein Elternteil, und knapp acht Millionen sind
direkte Immigranten (auch der zweiten
oder dritten Generation). Ein so großer Teil
der Gesellschaft kann nicht ‚desintegriert‘
sein. Ich glaube, man muss bei der Jugend
ansetzen, und da sind Fehler gemacht worden. In manchen Stadtteilen gibt es Schulen
mit 80 Prozent Migrantenanteil – das darf
man eigentlich nicht zulassen. Ich bin kein
Bildungspolitiker, aber ich arbeite immer
wieder mit Jugendlichen an Kunst- und
Videoprojekten – auch an Schulen. Also

nemci ven! – deutsche raus

beschäftigt mich das schon. Oft sehen die
Schüler beim Schulabschluss keine berufliche Perspektive.

Es sind die [...] Details, die 300 WORTE
DEUTSCH sehenswert machen, eingebettet in eine Situationskomik, die permanent
mit dem Begriff »Heimat« jongliert und mit
viel Tempo über vereinzelte LindenstraßeReferenzen wie die Turtelei zwischen dem
Lebensmittelhändler Emre und Sarheimers Sekretärin Connie hinwegtäuscht.
– film-dienst

Zu Ende ist alles erst am schluss

zeugen schonungslos und berührend über
ihr Schicksal und wie sie bis heute damit
kämpfen. NEMCI VEN! – DEUTSCHE RAUS
ist ein bewegender Film, der Vertriebene und
Vertreiber auf ihrer dramatischen Reise in
die unbewältigt schwelende Vergangenheit
begleitet. Ein Film, der die Zeitzeugen sprechen lässt, niemals urteilt und Geschichte als
das dokumentiert, was sie zuallererst ist: die
Geschichten von Menschen.

Ex Machina
NEmci Ven! –
Deutsche raus
AT 2015, 90 min, OdF, R: Simon Wieland,
K: Claudia Linzer
Ab Freitag, 29. Mai
Doku über die Deportation von drei Millionen deutschsprachigen Bürgern aus der
Tschechoslowakei im Frühjahr 1945.
Die Deportation von unvorstellbaren drei
Millionen deutschsprachigen Bürgern aus
der Tschechoslowakei und der sogenannte
Brünner Todesmarsch, bei dem im Frühjahr 1945 mehr als 5.000 Menschen durch
Entkräftung, Tötung und Krankheiten ums
Leben kamen, sind ein zutiefst umstrittenes Kapitel Zeitgeschichte – in dem es bis
heute keine Versöhnung gegeben hat. Beide
Seiten sahen und sehen sich immer noch
als Opfer: die Tschechen als Opfer der nationalsozialistischen Unterdrückung, die Sudetendeutschen und Südmährer als Opfer
der Vertreibung durch die Tschechen.
Nach dem einzigartigen Erfolg der Doku HEIL
HITLER, DIE RUSSEN KOMMEN, die bereits
15.000 Zuseher hatte, nehmen sich Simon
Wieland und Andreas Kuba nun dieses brisanten Themas an. Der Film NEMCI VEN! –
DEUTSCHE RAUS erzählt in eindringlichen
Bildern die Geschichte einer Vertreibung.
Der 90-minütige Film, der für Kino und TV
produziert und vom ORF sowie dem Land NÖ
gefördert wurde, macht sich mit Überlebenden, die heute in Österreich und Deutschland leben, noch einmal auf den Weg, den
sie damals, als Kinder oder Jugendliche,
gehen mussten. Die Zeitzeugen suchen, oft
zum ersten Mal, jene Orte, Häuser oder Wohnungen auf, aus denen sie 1945 über Nacht
vertrieben wurden. Dabei erzählen die Zeit-

US/GB 2014, 108 min, Englisch OmU,
R/B: Alex Garland, K: Rob Hardy,
S: Mark Day, D: Domhnall Gleeson,
Oscar Isaac, Alicia Vikander, Corey Johnson,
Sonoya Mizuno, Claire Selby

Voraussichtlich ab Freitag, 8. Mai
Science-Fiction-Drama von Alex Garland
über einen jungen Programmierer, der unwissend an einem Experiment teilnimmt.
Als Programmierer Caleb in der FirmenLotterie einen Besuch beim mysteriösen
Chef seines Online-Unternehmens gewinnt,
denkt er, er bekommt ein paar Tage Auszeit.
Doch Chef Nathan, der zurückgezogenen in
einer riesigen, modernen Villa mitten in den
Bergen wohnt, hat andere Pläne mit Caleb.
Dieser soll einen von Nathan entwickelten
und mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Roboter darauf testen, ob dieser auch
über ein Bewusstsein verfügt. Bald beginnt
nicht nur zwischen den Männern ein psychisches Duell. Drehbuchautor Alex Garland
gibt mit dieser Science-Fiction-Parabel sein
Regiedebüt und inszeniert dabei erstaunlich reif und abgeklärt. Ruhig erzählt er
seine Geschichte, unter deren Oberfläche
jedoch von Anfang an die Spannung vibriert.
Der technische Aspekt der Story interessiert ihn nur wenig, vielmehr erzählt er von
Macht- und Männerfantasien und lockt den
Zuschauer in die Rolle des Voyeurs. Unterstützt wird er von einer kleinen aber starken
Darstellerriege, allen voran Oscar Isaac und
Alicia Vikander.

Ex Machina ist voll von Überraschungen, die einen für eine lange Zeit verfolgen
werden. – Rolling Stone
Faszinierend, unheimlich, sexy, intelligent
und spannend: Regiedebütant Alex Garland
11

Schwesternherz

Road to heaven

überzeugt mit einem Sci-Fi-Film, der nicht
auf Actionelemente, sondern auf Thrill setzt.
Diese Rechnung geht auch vollkommen auf,
dank dem einen oder anderen Denkanstoss
über künstliche Intelligenz und darüber,
was es braucht, um menschlich zu sein.
– outnow.ch

Schwesternherz –
die Geschichte einer
indischen Nonne

Road to Heaven

Premiere: Mittwoch, 6. Mai, 18.30,
Moviemento – mit Protagonistin
Sr. Lucy Kurien Und dem Regieteam
Indien mit seinen rund 1,2 Milliarden Einwohnern kämpft mit einer Divergenz von
Traditionen und kulturellen Ritualen. Mitten
darin befindet sich eine katholische Nonne
namens Sr. Lucy Kurien, Gründerin des Projekts »Maher«, und um sie herum eine stetig
wachsende Anzahl an Hilfesuchenden. Nach
einem traumatischen Erlebnis beschließt
sie, aus den Klostermauern auszubrechen,
um näher an den Leuten zu sein. Ihr Ziel:
der hinduistisch geprägte Norden Indiens.
SCHWESTERNHERZ ist eine Geschichte,
die von ganz unterschiedlichen Menschen
erzählt, untermalt von Bildern, deren Energie und Ausdruck für sich selbst sprechen.
Ein Film, der die Natur des Handelns zeigt,
einzig der Hoffnung und Menschlichkeit wegen. Ein Film von innerem Antrieb. Von Hoffnung. Von Mut. Und vom Ermutigen anderer.

AT 2014, 95 min, OdF,
R/B/K/S: Walter Größbauer

Premiere: Freitag. 15. Mai, 18.30,
Moviemento – In Anwesenheit von
Regisseur Walter GröSSbauer
Der dritte Film der Trilogie Ach, Indien
über die Pilgerreise eines jungen Sikh.
Sie führt über die »Grand Trunk Road«, eine
antike Handelsroute, die zu den gefährlichsten Straßen der Welt zählt, von Kolkata im
Osten nach Amritsar im Westen. Dort befindet sich das spirituelle Zentrum des Sikhismus. Rajan repräsentiert die »Generation
Next« Indiens, die mit MacBook, Smartphone und Social Media groß geworden ist und
den westlichen Lebensstil als Vorbild hat. Er
ist jung und modern, wild und konsumhungrig, findet Politik deprimierend und weiß wenig über die Geschichte seines Landes.
In der Familie gilt Rajan als Rebell, denn er
trägt die lange Haarpracht der Sikhs nicht unter einem Turban, sondern unter einer Baseballkappe versteckt. Dass er trotzdem auf Pilgerreise geht, um sich bei Gott zu bedanken,
zeigt den Zwiespalt einer Generation, die nur
mehr blind den Traditionen ihrer Kultur folgt.
Auf der langen Reise macht er Halt an Orten,
die er noch nie zuvor gesehen hat und die ihn
verstören. Er fürchtet sich vor den Kühen in
den schmutzigen Straßen von Varanasi, besucht einen wilden Jahrmarkt in Allahabad,
schwärmt von der Liebe beim weltberühmten Taj Mahal, erfährt, warum Witwen aus
dem ganzen Land nach Vrindavan kommen,
begegnet einer Frauenrechtlerin in Gurgaon,
dem »Singapur« Indiens, und besucht die
Demonstrationsstraße in Neu-Delhi. Bis er
das Ziel seiner Reise erreicht, den Goldenen
Tempel in Amritsar, wird er mit der Realität
seines Landes konfrontiert, in dem Korruption, soziale Missstände und Gewalt an Frauen wie Meilensteine auf dem Weg liegen. Die
Straße zum Himmel führt ihn unweigerlich
durch das Fegefeuer.
12

IN/AT 2015, 72 min, Englisch OmU,
R: Roland Horvath, Carmen Zimmermann

Deserteur!
AT 2014, 80 min, OdF,
R/B: Gabriele Neudecker,
K: Stefan Aglassinger, Gabriele Neudecker,
S: G. Neudecker, D: Alexander Kortoletzky,
Markus Klampfer, Peter Neudecker jr.

Ab Freitag, 22. Mai
Gabriele Neudecker greift Österreichs
letztes Tabuthema auf und zeigt vier wahre und berührende Schicksale von Deserteuren im Hungerwinter 1946.
Ein Blick auf vergessene Opfer der Nazis:
DESERTEUR! porträtiert vier junge Männer
vom Land, die ihre persönlichen Geschichten über Widerstand, Verweigerung und
Desertion direkt in die Kamera erzählen. Im
Hungerwinter 1946 verschmilzt ihre Gegenwart mit der Vergangenheit, und traumatische Erinnerung mit gesellschaftlicher Ausgrenzung – die überlebenden Deserteure

A Girl Walks Home Alone at Night

ahnen nicht, dass ihre offizielle Rehabilitierung erst im Jahr 2009 durchgesetzt wird…

Das Ergebnis ist seltsam entrückt, assoziativ und poetisch. Nie wird Archivmaterial
verwendet – Regisseurin Gabriele Neudecker hält durchgehend an einer offensiv
pseudodokumentarischen Machart fest. Als
wäre ein Kamerateam aus dem 21. Jahrhundert in das Jahr 1946 gereist, um diese vier
Männer zu porträtieren. Der Film behauptet
nie, »real« zu sein – aber er wirkt so. Und
das ist eine große Leistung. – BR

Film &
Diskussion
Shalom Linz
AT 2015, 38 min, OdF, R: Herwig Strobl

Dienstag, 19. Mai, 20.30, Moviemento
– mit Herwig Strobl und
Dr. Michael John
Der Autor/Musiker Herwig Strobl macht
jahrelang MUSIKrundgänge durchs jüdische und »braune« Linz.
Historisches und unter den Teppich gekehrte, auch berührende persönliche
Geschichte/n komm/t/en an die Oberfläche. Jüdische Musik, ein sehr emotionaler
Zugang, der viele Facetten jüdischer Welten
anklingen lässt, als Live-Beitrag von »10 saiten TACHELES« an besonderen Plätzen, wie
z.B. am Alten Markt, wo die mittelalterliche
Synagoge stand, die während der Kreuzzüge 1420 zerstört wurde. Linz war eine besondere »Nazistadt« im »Großdeutschen
Reich«, und es gab prominente jüdische
Bürger – wie z. B. Simon Wiesenthal, der 11
KZs überlebte und 1945 in Linz strandete.
Eingeblendet ist Herwigs Enkel Viktor, als
würde ihm Opa Geschichte weitererzählen. Oberrabbiner Paul Chaim (Eisenberg/
Wien) spricht über jüdisches Leben damals
und heute, Ernst Stimmers erzählt vom Vater, der Theresienstadt überlebt hat (aber
wie?) und erst 40 Jahre später redet.
Dr. Michael John berichtet über »Nazigrößen«, die mit Linz verknüpft sind (Hitler/
Eichmann/Kaltenbrunner) und über die
schlampige Entnazifizierung. Der Wissenschafter ist – wie Herwig Strobl – nach der
Präsentation des Films für ein Gespräch mit
dem Publikum auf dem Podium.

Eden

Herwig Strobl
Jg. 1940, seit 1982 freischaffend als Musiker/Bracciolina d‘amore und Autor. Mit »10
saiten 1 bogen« 1500 Auftritte in 14 Ländern.
Fünf Publikationen, u. a. »LINZ und zurück«/
»ÜBERleben«, 140 erotische Sonette.
Dr. Michael JOHN
Institutsvorstand Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Johannes Kepler Universität. Forschungen zur »Raubkunst«, Migration und
kulturellen Diversität, über jüdisches Leben
in Linz. Zahlreiche Publikationen.

Einer von uns
AT 2015, 40 min, OdF, R: Lothar Riedl,
B: Peter Schierl, K: Jens Börner,
Sofia Gomez Kabelka, S: Lothar Riedl
Donnerstag, 21. Mai, 20.00,
Moviemento – mit Peter Schierl
Ein Dokumentarfilm mit Spielszenen über
Franz Jägerstätter und dessen Entscheidung, für Nazi-Deutschland nicht in den
Krieg zu ziehen.
EINER VON UNS erzählt die Geschichte
des oberösterreichischen Landwirts und
Mesners Franz Jägerstätter (1907–1943),
der aus Gewissensgründen den Dienst in
der Deutschen Wehrmacht verweigert hat
und dafür wegen «Wehrkraftzersetzung«
zum Tod verurteilt und hingerichtet wurde,
aus gegenwärtiger Perspektive. EINER VON
UNS bringt neue Erkenntnisse in die Diskussion um Jägerstätter ein, die neben dem
erst 1990 veröffentlichten Gerichtsprotokoll
auch auf zahlreichen Originalbriefen und
Aufzeichnungen Jägerstätters beruhen. Im
Mittelpunkt stehen dabei die Gründe, die für
Jägerstätter – einen lebensfrohen Familienvater – ausschlaggebend waren, den Wehrdienst zu verweigern, sowie sein Ringen um
eine Entscheidung und die Rolle seiner Frau
Franziska. Der Film baut insbesondere auch
eine Brücke zur Gegenwart und beschäftigt
sich mit der Bedeutung Jägerstätters für die
heutige Generation. Mehr als 70 Jahre nach
seiner Ermordung wird Franz Jägerstätter
nach wie vor kontroversiell diskutiert.

Die einen sehen in seiner konsequenten
Gewissensentscheidung einen Musterfall
mündigen Christentums, die anderen betrachten ihn als verantwortungslosen Spinner, der Frau und Kinder im Stich gelassen
hat. – Erna Putz, Biografin

Elser

Die Grünen
Frauen OÖ
PRIVATE REVOLUTIONS
FILM- UND DISKUSSIONSABEND:
MITTWOCH, 27. MAI, 18.00, Moviemento
– Eintritt frei!
Vier junge Ägypterinnen kämpfen um die
Verbesserung ihrer Welt: Amani engagiert
sich mit ihrer Radiostation und ihrem Verlag
für mehr Frauenrechte und stößt als unverheiratete Business-Frau alle vor den Kopf.
Fatema versucht ihre politische Karriere bei
den Muslimbrüdern mit ihren Verpflichtungen als Mutter zu vereinbaren. Die Nubierin
May kündigt ihren Job als Bankerin, um ein
Entwicklungsprojekt im konservativen Süden Ägyptens aufzubauen. Sharbat widersetzt sich ihrem Mann sowie ihrem sozialen
Umfeld und riskiert alles, indem sie mit ihren
Kindern gegen das Regime demonstriert.
Zum Thema diskutieren nach dem Film:
Alexandra Schneider – Die Filmemacherin
begleitete von 2011 bis 2013 vier Ägypterinnen und LAbg. Maria Buchmayr – Obfrau
der Grünen Frauen OÖ und Landessprecherin der Grünen

Mülheim Texas

Moldau, zur Verfügung, um einen anderen
Blick auf das Land zu ermöglichen.
Und eine Vorankündigung für 12. Juni:
An dem besonderen Abend gibt es nach der
Dokumentation Mercedes Sosa bei einem Gläschen Wein ein Konzert mit Musiker
Jorge Villalón.
Mehr zum entwicklungspolitischen Engagement von Südwind unter:
www.suedwind-agentur.at/ooe

babykino

jeden ersten Mittwoch im Monat – City-Kino
Am Mittwoch, 6. Mai zeigen wir
Eine neue Freundin (9.30) /
Nur Eine Stunde Ruhe! (10.00)
Ein Kinoangebot speziell für Eltern mit Babys und Kleinkindern. Sehen Sie aktuelle
Filmhighlights bei freiem Eintritt in speziellen Vorführungen, bei denen Sie Ihr Kleinkind getrost in den Kinosaal mitnehmen
können. Eintritt frei – für Eltern mit Babys!

Begrüßung durch LAbg. Gottfried Hirz,
Klubobmann und LAbg. Maria Buchmayr,
Landessprecherin der Grünen OÖ

AK-Kultur
Südwind
Mama Illegal
Montag, 11. Mai, 18.00, Moviemento
Im Europäischen Jahr für Entwicklung weht
der Südwind im Kino nach Monatsthemen.
Im Mai und Juni sind dies Frieden, Sicherheit und faire Arbeitsbedingungen.
Am 11. Mai dokumentiert der Film MAMA
ILLEGAL von Ed Moschitz das Leben dreier
Frauen aus der Republik Moldau, die weit
weg von ihrer Familie illegal in Österreich
arbeiten, um ihren Familien ein besseres
Leben zu ermöglichen. Sie leben unter uns
und bleiben dennoch unsichtbar. Sie putzen
für uns, machen unsere Betten und pflegen
unsere Eltern, doch kaum jemand kennt
ihre Geschichte. Im Anschluss an den Film
stehen Valentina Bodrug-Lungu und Sergiu
Iurcu, zwei ExpertInnen aus der Republik

Girlhood
Freitag, 8. Mai, 19.00, Moviemento
AK-Kultur & Moviemento haben für Filmfreund_innen eine Kooperation vereinbart.
Inhalt dieser Zusammenarbeit ist, dass einmal monatlich gemeinsam ein Film vorgeschlagen wird, für den AK-Mitglieder mit der
Leistungskarte oder der AK-plus-Card einen
ermäßigten Eintrittspreis von 6 Euro zahlen.
Für die jeweiligen Filme mit sozialem oder
politischem Hintergrund werden Einführungsreferate angeboten. Das Einführungsreferat für den Mai-Film Girlhood hält der
Linzer Filmwissenschafter Markus Vorauer.

13

Kurzfilme im Mai
Oberhausen on Tour
Deutscher Wettbewerb
5 Kurzfilme / 95 min
Do 7. Mai, 21.00, moviemento
Familie, aber auch alternative Lebensgemeinschaften stehen im Mittelpunkt dieses Programms mit Arbeiten des Deutschen Wettbewerbs 2014. Während wir in
Das satanische Dickicht – EINS die Auflösungserscheinungen einer bildungsbürgerlichen Kleinfamilie boshaft und
präzise vorgeführt bekommen, zeigt uns
Udita Bhargava auf sinnliche Weise und
ganz direkt einen indischen Carrom Club
als faszinierende Mischung aus Spielhalle und Halbwelt. Loretta Fahrenholz lässt
klassische Genreunterscheidungen als
überholt erscheinen, wenn Uli Lommel
inmitten einer merkwürdig anmutenden Lebensgemeinschaft unbeirrt lässig
agiert. Susann Maria Hempel schließlich
führt eine spezielle ostdeutsche Erfahrung nach 1989 traumwandlerisch als
explodierte Puppenstube wieder auf. Da-

für erhielt sie schon verschiedene wichtige
Auszeichnungen, in Oberhausen den Preis
für den besten Beitrag des Deutschen Wettbewerbs 2014.

Internationaler
Wettbewerb
5 Kurzfilme/ 93 min
Fr 8. Mai, 21.00, moviemento
Im ältesten Kurzfilmwettbewerb der Welt
konkurrieren jedes Jahr etwa 60 Beiträge,
die aus knapp 4000 Arbeiten ausgewählt
werden. Dieses Programm versammelt einige der besten und interessantesten Arbeiten des Internationalen Wettbewerbs
2014. Präsentiert werden fünf internationale,
preisgekrönte Arbeiten, die um Erinnerung,
Einsamkeit und Verlorenheit kreisen, aber
immer auch helle und positive Akzente setzen. So erforscht Teboho Edkins in Kapstadt
spielerisch wie dokumentarisch die komplexe Realität eines Lebens am Rand, stets in
unmittelbarer Erwartung des Todes. Maria
Kourkouta versucht das Gefühl des Dazugehörens wiederzugewinnen, indem sie

Found Footage mit Gedichten und Musik zu
einer vielschichtigen Collage verbindet. Und
Neeuklidine Geometrija erzählt in bisweilen irritierenden, herausragend animierten Bildern von der scheinbaren Endlichkeit
der Liebe. Als Auswahlprogramm steht hier
das große Kino der kleinen Form zur Entdeckung bereit.

Cinema Next
Filmnacht
10 Kurzfilme
Mi 13. Mai, 21.00, Moviemento
Cinema Next tourt im Mai bereits zum 8. Mal
durch die Programmkinos und präsentiert
eine fein sortierte Auswahl an aktuellem jungen Filmschaffen. Ob Kurzspiel- und Dokumentarfilme, Animationen, Experimentalfilme
oder Musikvideos: in den Kurzfilmprogrammen zeigen die Cinema Next Filmnächte das
breite Spektrum und die hohe Qualität des
jungen österreichischen Films.
Details zum Programm auf moviemento.at

HÖHENRAUSCH 2015
DAS GEHEIMNIS DER VÖGEL
29. Mai – 18.Oktober

bezahlte Anzeige

Täglich 10.00 – 20.30 Uhr
mit dem voestalpine open space

14

Inserat Moviemento - Mai 2015 bis spät. 10.4.15
Format ausnahmsweise 86 x 131, 4c
Kontakt: Sara Köppl, Moviemento & City-Kino, OK Platz 1, 4020 Linz
Tel. 0732/784090-50, Fax: 0732/784090-40, www.moviemento.at
Daten an s.koeppl@moviemento.at
Karten-Infos: 0732 666 500 | www.theater-phoenix.at

Frühlingsfestival
20.4.–27.5.2015

Festival

Neue Musik

16.6.–21.6.2015

Karten und Info: +43 (0) 732 77 52 30, www.brucknerhaus.at

15

Moviemento & City-Kino
Mai 2015

die Spielzeiten und - orte entnehmen Sie bitte
unserem Wochenprogramm, unserer homepage sowie der tagespresse

FilmBrunch

Filmstarts
3 herzeN

omu

3 Coeurs
fr 2014, 106 min, r: Benoît Jacquot
laufzeit: mindestens 3 Wochen

dIe GärtNerIN
voN verSaIlleS omu

a Little Chaos
GB 2014, 116 min, r: Alan rickman
laufzeit: mindestens 3 Wochen

edeN omu

fr 2014, 131 min, r: mia hansen-løve
laufzeit: mindestens 3 Wochen

uS 2014, 99 min, r: Ana lily Amirpour
laufzeit: mindestens 2 Wochen

elSer – er hätte
dIe Welt veräNdert odf

de 2015, 110 min, r: oliver hirschbiegel
laufzeit: mindestens 2 Wochen

MülheIM texaS – helGe
SChNeIder hIer uNd dort odf
de 2015, 93 min, r: Andrea roggon
laufzeit: mindestens 2 Wochen

aB D0 21. Mai

aB Mi 6. Mai

SChWeSterNherz

Sonntags im Moviemento &
Gelben Krokodil

a GIrl WalKS hoMe
aloNe at NIGht omu

aB Fr 1. Mai

omu

in/At 2015, 72 min,
r: roland horvath, carmen zimmermann
laufzeit: mindestens 1 Woche

aB Fr 8. Mai

CoNduCta –
der juNGe herzeNSBreCher
auS havaNNa omu
cu 2014, 80 min, r: ernesto daranas
laufzeit: mindestens 3 Wochen

Nur eINe StuNde ruhe omu

Une heure de tranquillité
fr 2014, 79 min, r: Patrice leconte
laufzeit: mindestens 4 Wochen

P‘tIt QuINQuIN (teIl 1) omu

fr 2014, 100 min, r: Bruno dumont
laufzeit: mindestens 2 Wochen

ex MaChINa omu

uS/GB 2014, 108 min, r: Alex Garland
laufzeit: mindestens 2 Wochen

aB Do 14. Mai

daS aNdere roM omu

dIe auGeN deS eNGelS omu

the Face of an angel
GB/it/eS 2014, 103 min, r: m. Winterbottom
laufzeit: mindestens 2 Wochen

aB Fr 22. Mai

deSerteur! odf

At 2014, 80 min, r: Gabriele neudecker
laufzeit: mindestens 2 Wochen

road to heaveN odf

At 2014, 95 min, r: Walter Größbauer
laufzeit: mindestens 2 Wochen

aB Fr 29. Mai

300 Worte deutSCh odf

de 2014, 106 min, r: züli Aladag
laufzeit: mindestens 2 Wochen

Bad luCK

odf

At 2015, 80 min, r: thomas Woschitz
laufzeit: mindestens 2 Wochen

FaNG deN haIder odf

so 3. Mai
11.15
BrennA tuAt‘s schon lAng
11.15
the Voices
11.30
DAs glück An Meiner seite
13.00 Die gärtnerin Von VersAilles
13.15
Big eyes
13.30
nur eine stunDe ruhe!

so 10. Mai
11.15
conDuctA
11.30
nur eine stunDe ruhe!
11.30
P´tit QuinQuin (teil 1)
13.00 Die gärtnerin Von VersAilles
13.00 Big eyes
13.15
Vielen DAnk für nichts
so 17. Mai
11.15
A girl WAlks hoMe Alone...
11.15
00 schneiDer
11.30
DAs AnDere roM
13.00 MülheiM texAs
13.15
elser
13.15
DAs eWige leBen
so 24. Mai
11.15
Die Augen Des engels
11.15
ex MAchinA
11.30
nur eine stunDe ruhe!
13.00 3 herzen
13.15
Verstehen sie Die Béliers?
13.15
DiAl M for MurDer 3D city-kino
so 31. Mai
300 Worte Deutsch
11.15
11.15
lost riVer
11.30
BAD luck
13.00 DAs eWige leBen
13.10
BrennA tuAt‘s schon lAng
13.15
kiss the cook
es gibt zwei Brunch-termine:
1. termin 10.00 – 11.15 uhr,
2. termin 11.45 – 13.00 uhr
tischreservierung im Gelben krokodil
dringend empfohlen: 0732/784182

At/de 2015, 90 min, r: nathalie Borgers
laufzeit: mindestens 2 Wochen

Specials

KISS the CooK omu

Do 7. Mai, Fr 8. Mai, 21.00 MoViEMEnTo
oBerhAusen on tour

Sacro GRa
it 2013, 93 min, r: Gianfranco rosi
laufzeit: mindestens 2 Wochen

Chef
uS 2015, 114 min, r: Jon favreau
laufzeit: mindestens 3 Wochen

Fr 15. Mai, 18.30, MoViEMEnTo
PreMiere: roAD to heAVen

aB Fr 15. Mai

loSt rIver omu

Di 19. Mai, 20.30, MoViEMEnTo
filM & Diskussion: shAloM linz

00 SChNeIder –
IM WeNdeKreIS
der eIdeChSe odf

de 2013, 96 min,
r: helge Schneider, Andrea Schumacher
laufzeit: mindestens 1 Woche

uS 2014, 95 min, r: ryan Gosling
laufzeit: mindestens 3 Wochen

NeMCI veN! – deutSChe
rauS odf
At 2015, 90 min, r: Simon Wieland
laufzeit: mindestens 2 Wochen

Do 21. Mai, 20.00, MoViEMEnTo
filM & Diskussion: einer Von uns
Fr 22. – so 24. Mai, 21.00 CiTY-Kino
DiAl M for MurDer 3D

Moviemento OK Platz 1, 4020 Linz, 0732/78 40 90
City-Kino Graben 30, 4020 Linz, 0732/77 60 81

www.moviemento.at

Österreichische Post AG/Sponsoring.Post - Verlagspostamt: 4020 Linz, Donau - GZ 02Z031032 S

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