You are on page 1of 1

20 WIRTSCHAFT

4. F E B RU A R 2016

D I E Z E I T No 6

Ist das noch Arbeit? Johannes Völkner
auf dem Weg zum Schiff (ganz links),
am Strand und in einem
Gemeinschaftsbüro in Las Palmas

Vier Stunden, mehr nicht!

N

eun Tage ohne Internet – eine
Riesenherausforderung für Johannes Völkner. Es ist warm
an diesem Nachmittag auf
Gran Canaria, der 33-Jährige
schwitzt in seinem schwarzen
T-Shirt. Auf dem Rücken
trägt er einen großen Rucksack, seinen Reisepass
hält er in der Hand. Völkner ist seinem Ziel jetzt
nah. Die Sovereign, ein Koloss von einem Schiff:
268 Meter lang, gut 74 Tonnen schwer.
Der Name passt: Völkner will sich von niemandem regieren lassen – nicht von Arbeitszeiten und
nicht von gesellschaftlichen Erwartungen. Er entscheidet, was er macht und wohin er geht. Das Schiff
soll ihn nach Brasilien bringen. Neun Tage dauert die
Überfahrt, die Völkner für mehr als 100 Gleichgesinnte organisiert hat.
Die Reisenden gehören zu einer wachsenden
Gruppe von Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt
verschieben wie andere ihre Zimmerpflanzen. Sie
bezeichnen sich als multilokal und ortsunabhängig,
sie nennen sich: Digitalnomaden. Feste Arbeitsplätze
und -zeiten gehören für sie der Vergangenheit an. Nur
ihr Arbeitslaptop ist immer dabei. Wo es ihnen gefällt,
da bleiben sie – Netzzugang vorausgesetzt. Sie reisen
umher wie Bürger eines Weltstaates; auf der Suche
nach Abenteuern lassen sie ihre Heimat zurück. Das
Leben ist zu kurz, um es im Büro zu verbringen.
Möglich ist es. Auf WebWorkTravel.com gibt
Völkner Tipps, wie man unterwegs Geld verdient.
Allein auf Amazon finden sich zum englischen Stichwort »digital nomad« mehr als 10 000 Ergebnisse.
Zur Bibel der Bewegung ist das Buch The Four
Hour Week (»Die 4-Stunden-Woche«) von Timothy
Ferriss geworden, in mehr als 35 Sprachen übersetzt,
hunderttausendfach verkauft. Der Autor beschreibt
darin, wie jeder Mensch zum Millionär wird, ohne
Millionen zu besitzen. Er nennt solche Menschen
»the new rich«, die neuen Reichen. Reichtum misst
er in Erlebnissen. Der Schlüssel zum Glück liege
darin, weniger, aber produktiver zu arbeiten – und:
Arbeit zu verrichten, die sich nicht danach anfühlt.
Völkner macht das, seit er 20 Jahre alt ist. Damals
ging der Westfale für sein Studium nach Kapstadt.

Er verliebte sich in eine Frau, blieb – und suchte Arbeit. Mit 25 betreute er die Website eines Schweizer
Unternehmens via Internet. Als seine Beziehung zerbrach, zog Völkner los. Seitdem bleibt er nirgendwo
länger als ein paar Monate. Wenn er weiterzieht,
packt er seine Arbeit einfach in den Rucksack.
Fast jeder zweite Arbeitnehmer
wünscht sich mehr Selbstbestimmung
Für viele klingt das utopisch: Laut Arbeitsministerium
arbeiten gerade mal 20 Prozent der Beschäftigten ab
und zu von zu Hause aus. Von den Übrigen wünscht
sich allerdings fast jeder Zweite mehr Flexibilität im
Job. Für 20- bis 35-Jährige ist Selbstbestimmung gar
das höchste Ziel eines erfolgreichen Lebens, wie eine
Studie des Zukunftsinstituts in Frankfurt zeigte.
Gleich danach kommt: »das Leben genießen«. Erst
an zehnter Stelle folgt die Karriere.
Völkner will nur genug zum Reisen verdienen.
Dafür verkauft er Therapiematerialien für Psychologen. Übers Internet, versteht sich. Die Arbeit kostet
ihn nur wenige Stunden im Monat und belohnt ihn
mit viel Freizeit – die verbringt er am liebsten mit
Kitesurfen, Freunden und seiner neuen Leidenschaft:
Digitalnomaden vernetzen. Die Kreuzfahrt war ein
Schnäppchen, das er im Internet gefunden hatte und
online mit anderen Digitalnomaden teilte. Wer dabei
sein wollte, buchte sich die Fahrt selbst. Völkner hält
die Gemeinschaft nun über seine Facebook-Gruppe
zusammen. Sie wächst rasant und zählt mittlerweile
fast 11 000 Mitglieder, der Westfale nennt sie das
»weltweit größte Netzwerk für Digitalnomaden«.
Viele von ihnen leben wie Völkner: Sie sind selbstständig, manche arbeiten als IT-Experten für große
Unternehmen, andere als Grafikdesigner für eine
Vielzahl kleiner Kunden. So erwirtschaften sie das
Geld, das sie fürs Reisen brauchen – oft ist das weniger, als man in Deutschland zum Leben benötigen
würde. Denn Digitalnomaden suchen am liebsten
Orte auf, an denen die Lebenskosten niedrig sind.
Länder in Asien oder in Südamerika. Und doch ist
das Geld oft knapp.
Reisen fürs schmale Portemonnaie heißt ein E-Book
der 28-jährigen Barbara Riedel. Das Schreiben von

E-Books und Blogs ist in der Szene beliebt. Digitalnomaden nennen das »passives Einkommen«. Mit
einmaligem Aufwand erzielt man wiederkehrende
Einnahmen. Riedels zweites E-Book kostet bei Amazon 3,99 Euro. Ihr Kontostand vor der Überfahrt:
minus 300 Euro. Sie sagt: »Momentan ist noch jeder
Monat ein Kampf.« Trotzdem reist die Hessin seit
über einem Jahr um die Welt, denn »Deutschland
macht mich krank«. Sie will leben können, wo es
warm ist – selbst wenn das Geld knapp ist.
Auch deswegen geht Riedel auf das Schiff. Sie
sucht Gleichgesinnte mit ähnlichen Träumen, Problemen, Lösungen. Gemeinsam mit Völkner und
seiner Truppe will sie die größte »Workation« abhalten, die es bisher gab. Workation: eine Mischung
aus work, Arbeit, und vacation, Urlaub. Die Reise ist
immer auch Geschäft, fühlt sich aber selten so an.
In Tarifa in Andalusien veranstaltet Johannes
Völkner solche Treffen regelmäßig. Er sagt, dort entstehe gerade ein »Hotspot für digitale Nomaden«.
Bisher sind das zum Beispiel Chiang Mai und Bangkok in Thailand. Teilnehmer schachern sich gemeinsam Aufträge zu, leben und feiern zusammen – und
ziehen oft gemeinsam weiter. »Man wird sonst einsam«, sagt Völkner.
Abhilfe dagegen schaffen auch CoworkingSpaces, die Treffpunkte moderner Vagabunden.
Menschen können sich dort Schreibtische anmieten,
Internet und Kaffeemaschine gehören dazu. Der
Website Deskmag.com zufolge gibt es Tausende
solcher Gemeinschaftsbüros weltweit. Eines davon
liegt in Las Palmas. Es heißt CoworkingC und ist ein
kühler Raum in Hafennähe. Eine Handvoll Menschen starren in ihre Notebooks. Von der Decke
hängen Kabel, die Strom für die Laptops liefern.
Alisa Afkhami kommt in diesen Tagen fast täglich
hierher. Die 28-jährige Britin ist selbstständige Webdesignerin und gestaltet gerade eine Website für einen
amerikanischen Medienkonzern. »Ich arbeite hier
genauso viel wie zu Hause in London«, sagt Afkhami,
»es macht mir aber mehr Spaß, wenn ich weiß, dass
ich zum Sonnenuntergang an den Strand kann.«
Ihr Lebensstil lockt zunehmend Menschen aus
ihrem gefestigten Alltag. Wer wissen will, wie man
damit beginnt, findet mittlerweile auch Antwort auf

VON JULIA WADHAWAN

der »Digitale Nomaden Konferenz«. Zwei Deutsche
haben sie 2014 ins Leben gerufen, während sie gerade in Zentralamerika unterwegs waren. Die Tickets
kosten bis zu 400 Euro und waren das letzte Mal
schnell ausverkauft. Die wichtigsten Themen: OnlineMarketing, Unternehmensgründung, Bloggen.
Theresa Lachner verdreht die Augen, wenn sie das
hört. Es ist Abend geworden, mit Johannes Völkner
lauscht die 29-Jährige dem Meer vor Las Palmas.
Lachner, hellrote Lippen und türkise Baskenmütze
auf dem kinnlangen Haar, ist Betreiberin des SexBlogs Lvstprinzip. Sie sagt: »Die Hälfte der Digitalnomaden lebt doch davon, der anderen Hälfte zu
erzählen, wie es geht.«
Völkner muss grinsen, er gehört ja selbst dazu. Für
die Kreuzfahrt hat er 30 Workshops organisiert. Jeder
konnte Ideen einreichen: »Kostenlos reisen durch
Haustier-Sitting«, »Ortsunabhängig Geld verdienen«
oder »Schreibe dein eigenes E-Book in einer Woche«.
Beim nächsten Mal will er mit der Organisation Geld
verdienen. Der beste Absatzmarkt für Digitalnomaden sind nun einmal sie selbst. Lachner sagt: »Ich bin
gespannt, wann diese Blase platzen wird.«
So weit ist es noch nicht. Am Abend vor der Abfahrt mit der Sovereign ist der Himmel in dunkles
Orange getaucht, Freibier lockt die Teilnehmer auf
die Dachterrasse eines Hotels, später trinken sie
Wein und Rum mit Cola, irgendwann tanzen sie zu
lateinamerikanischer Musik. Nacho hat die Party
organisiert, der Spanier leitet das CoworkingC.
Für ihn stehen Digitalnomaden für eine neue Form
von Tourismus, die auch Gran Canaria zugutekommen kann.
In ihrer extremen Variante werden sie aber auch
zu einer Herausforderung für den Staat. Wie weit
das gehen kann, hat der US-Autor Patrick Dixon
in seinem Buch The Future of Almost Everything
zusammengefasst. Er schreibt von hypermobilen,
globalisierten Individuen »ohne nationale Loyalität
oder Identität und ohne Bindung zu einem geografischen Gebiet, wohl aber mit Freunden in jeder
Stadt. Diese industrialisierten Techno-Gypsies betrachten sich selbst als globale Bürger.« Das Problem: »Sie werden schwer zu besteuern und zu
zählen sein und ebenso schwer zu regieren.«

Esther Jacobs erlebt die Überforderung der Behörden bereits jetzt. Die niederländische Motivationstrainerin ist 45 Jahre alt und reist seit zehn
Jahren umher. Von ihrem Heimatland sei sie
geradezu verstoßen worden, sagt sie. Als sie ihren
Reisepass verlängern wollte, habe sich das Bürgeramt zunächst geweigert. Es hatte mitbekommen,
dass Jacobs weniger als vier Monate am Stück in
den Niederlanden verbracht hatte. Jacobs besitzt
dort ein eigenes Haus und hat ihr Gewerbe angemeldet. Sie musste verhandeln, brachte den Fall
an die Öffentlichkeit – und bekam ihren Reisepass
dann doch. Ihre Krankenversicherung war zu diesem Zeitpunkt bereits erloschen. Jacobs sagt: »Die
Welt ist noch nicht bereit für Digitalnomaden.«
Ihre gewonnene Freiheit geben die Nomaden
selbst für die Familie nur ungern auf
In der Szene haben sich daher Estland und Malta
als gute Unternehmensstandorte herumgesprochen: weil die Steuern niedrig sind und man den
Meldeantrag auch elektronisch einreichen kann.
Was aber macht das mit einer Gesellschaft, wenn
sich ihre Mitglieder zunehmend abnabeln, von
ihrer Kultur, ihrer Heimat? »Im schlimmsten Fall
sterben wir aus«, sagt Thomas und lacht. Thomas
ist ein Norweger, der Bier trinkt wie Wasser und
gestikuliert, als hätte er es besonders eilig. Die
Rastlosigkeit ist bis in seine Gliedmaßen gedrungen. Und sie macht einsam: Einmal gewonnen,
geben Digitalnomaden ihre Freiheit nur widerwillig für Partner oder Familie wieder auf.
Johannes Völkner geht es ähnlich. Auch deswegen ist ihm die Vernetzung mit Gleichgesinnten
so wichtig. Für das Gemeinschaftsgefühl hat er
T-Shirts, Sticker und Armbänder mit »NomadCruise« bedrucken lassen. Wer will und lang genug
in Südamerika bleibt, kann sie Ende Mai wieder
auspacken. Völkner hat bereits die nächste Kreuzfahrt für Digitalnomaden organisiert, von Kolumbien soll es nach Portugal gehen. Gegen Gebühr
kann man dann auch auf dem Meer online gehen.
Für alle, denen diese Herausforderung am Ende
doch zu groß ist.

Germany’s Next Topseller
Zum elften Mal sucht Heidi Klum Deutschlands schönstes Model. Die eigentlichen Gewinner aber sind die Unternehmen

W

enn von diesem Donnerstag an Germany’s Next Topmodel (GNTM) auf ProSieben gesucht wird, dann wird Model,
Moderatorin und Millionärin Heidi Klum wieder
diesen einen Satz in die Kamera sagen: »Nur eine
kann gewinnen.« Und sie wird lächeln dabei.
Lächeln auch deshalb, weil am Ende vor allem
andere gewinnen werden: der Sender, die Sponsoren,
Heidi Klum und natürlich ihr Vater Günther, der
sich nach der Produktion um die Vermarktung von
Heidis »Mädchen« kümmert. GNTM ist die Cashcow deutscher Castingshows. Zwar produziert sie
nur selten Topmodels, doch durch die Verschränkung von Marketing und TV-Show sorgt GNTM
für viele Topseller. Laut einer Studie des Münchner
Mediamonitors XAD wurden im vergangenen Jahr
pro Folge im Schnitt 94 Werbespots gezeigt, das
Brutto-Mediavolumen im Umfeld der letzten Staffel
von GNTM lag bei 55 Millionen Euro.
Auch wenn die Einschaltquoten sinken (2015
lagen sie bei der Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen
Frauen nur noch bei 14,8 Prozent, in den Jahren davor teils bis zu 24 Prozent), generiert die Sendung
nach wie vor mit die höchsten Werbeeinnahmen
überhaupt. Während der Ausstrahlungsmonate steigt
der Umsatz mancher Produkte um bis zu 30 Prozent.

Unternehmen werden mit geschickten Werbepaketen gelockt: klassische Spots in den Werbepausen, Schminktipps für die Kandidatinnen in
der Sendung, Werbeaufsteller in Geschäften.
Und dann gibt es noch »echte« Modelaufträge,
bei denen Sendung und Werbung eins werden.
Marken wie Opel, Gillette Venus und Maybelline
casteten in der zehnten Staffel unter den Kandidatinnen ihr Gesicht für die nächste Werbekampagne. Das Making-of und die Produktion
wurden ausführlich in der Sendung gezeigt, der
fertige Spot feierte in der anschließenden Werbepause Premiere.
»Die Produkte werden in die Handlung verwoben«, sagt eine Sprecherin der ProSiebenSat.1 Media
AG dazu. Die Zuschauer würden heute über alle
möglichen Plattformen und Kanäle mit Werbung
bombardiert. »Sie schalten ab, und damit ist für
Werbetreibende das Kampagnenziel verfehlt.«
Also werden die Macher kreativ. Wie sichtbar ein
Produkt wird, entscheidet das Konzept der Unternehmen. Je aufwendiger, desto besser. »Und umso
wahrscheinlicher wird es auch, dass man möglichst
viel Zeit eingeräumt bekommt in der Folge«, erklärt
ein Mitarbeiter eines großen Konzerns, der bei
GNTM geworben hat. Was am Ende in der Sendung

VON NINA PIATSCHECK

lande, entscheide die Redaktion. Die Produktionskosten für Casting und Aufnahmen dieses echten Jobs
trage jedoch der Werbepartner. Gleiches gelte für die
Werbedreh-Gage von Heidis Kandidatinnen, sagt der
Mitarbeiter – obwohl auch ProSieben damit Sendeminuten füllt.

Topmodel-Juroren: Michael Michalsky, Heidi Klum
und Thomas Hayo (von links)

Nach dem Abspann geht das Geldverdienen
weiter. Nach Angaben des Kurznachrichtendienstleisters Twitter war #GNTM vergangenes Jahr der
meistgesuchte Hashtag auf der Plattform in Deutsch-

land – vor #Tatort und #Paris. Auf ProSieben.de
würden die GNTM-Videos pro Jahr rund 20 Millionen Mal angeklickt, sagt ein Mitarbeiter. Zum Vergleich: Auf Kabeleins.de werden übers Jahr hinweg
insgesamt elf Millionen Videos angeschaut. Die
Kosten für Produktplatzierungen im Netz lägen, je
nach Produkt und Konzept, bei bis zu 150 000 Euro,
sagt ein Mitarbeiter aus dem ProSieben-Umfeld. Opel
hat im vergangenen Jahr angeblich 500 000 Euro im
Onlinesegment von GNTM und ProSieben investiert.
Opel teilt auf Anfrage mit, dass das Unternehmen
»grundsätzlich keine Marketingaufwendungen an die
Öffentlichkeit« kommuniziere.
Anders als bei Sponsoren wie Opel, die mit ihren
Marketingaktivitäten vorerst nur Veränderung bei
Markenbekanntheit und -image messen können,
ist der Erfolg bei anderen Unternehmen an Absatzzahlen mess- und sichtbar. Zum Beispiel bei L’Oréal
und deren Marke Maybelline New York, die seit
der ersten Sendeminute dabei sind, also seit zehn
Jahren. Laut der XAD-Studie investierte das Unternehmen im vergangenen Jahr 1,9 Millionen Euro
für Werbespots bei GNTM, Sonderwerbeformen
wie Produktplatzierungen sind da nicht eingerechnet. In den Monaten der Ausstrahlung steigt dafür
der Umsatz mit Mascara, Make-up und Lippen-

stiften der Marke, deren Produkte selten teurer sind
als zehn Euro. Bei der Drogeriekette Rossmann
berichtet man von einem zweistelligen Umsatzwachstum von März bis Mai 2015, also in den Monaten, in denen die Sendung lief. Bei Maybelline
hält man sich, was Zahlen angeht, bedeckt. »In den
Folgetagen der Sendung stellen wir eine erhöhte
Nachfrage fest«, sagt Deutschland-Chef Stefan
Heidrich. Außerdem steige die Aufmerksamkeit
im Internet.
Ob sich die Teilnehmerinnen mit speziellen Bürsten das Gesicht reinigen oder rosafarbene Bademäntel
tragen – kein Detail bei GNTM ist unbezahlt. Und
für spontane Anfragen, die nach dem Dreh kommen, gibt es digitales Product-Placement: Nach dem
Photoshop-Prinzip können Produkte nachträglich
ins Bild gezaubert werden. ProSieben arbeitet hier
mit dem Unternehmen Mirriad zusammen. Bei
GNTM hat 2015 die Schweizer Molkerei Emmi
diese Möglichkeit genutzt und ein Getränk nachträglich in die Sendung montieren lassen.
»Man kann von dieser Show halten, was man
will«, sagt der Marketingchef einer der Werbetreibenden. »Aber sie funktioniert. Es gibt im deutschen
Fernsehen kein besseres Konzept, um Werbung für
die junge weibliche Zielgruppe zu verstecken.«

Fotos: Jose Novelle für DIE ZEIT; kl. Foto: Rankin/ProSieben

Ein bisschen Arbeit und ganz viel Pause. So stellen sich Digitalnomaden ihr Leben vor. Wenn da nicht die Kosten wären