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Rudolf J. Gorsleben - Hoch-Zeit der Menschheit

Rudolf J. Gorsleben - Hoch-Zeit der Menschheit

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„So du aber betest ...“

Vadstena, Schweden: Ziermünze.

Charney, Burgund: Spange.

In der Themse, England: Kurzes Schwert.

on den vielen Funden, die Runen zutage gefördert haben, sind drei für
uns von besonderem Werte, von entscheidender Bedeutung, weil sie
durch ihre Ähnlichkeit in der Runenfolge, trotz weitabgelegener Fundorte
uns die Gewißheit schenken, daß unsere Runen-Reihe, das Futhark, die
richtige ist. Es handelt sich im ersten Falle um einen Brakteaten, eine
Ziermünze, aus Vadstena in Schweden, im zweiten um ein Messer, das man
aus der Themse zog, und im dritten um eine silberne Spange aus Charnay
in Burgund. Alle drei Funde weisen eine Runenreihe auf, die man bislang
als das ältere nordische Runenalphabet ansprach. Jedenfalls stimmt der

F U T H O R K

Anfang auf allen drei Funden überein, die Folge der Runen: *Ea¨ÁÚ · XP,
danach auch das „Futhark“ durch Zusammenziehung der ersten sechs
Runen-Buchstaben genannt, oder sieben, wenn das Hagall ø noch
hinzugefügt wird. Die übrigen Teile der Runengruppen sind nach Zahl,
Anordnung und Schreibweise unterschiedlich, zeigen aber große
Verwandtschaft.

Es kommt uns nicht darauf an, in einen Meinungsaustausch über die
verschiedenen Runenreihen zu treten, sondern uns beschäftigt die

V

624

624

XXVII. Das „Vater-Unser“, eine Runen-Reihen-Raunung

Tatsache, daß in diesen Funden dreimal, also sonst auch gewiß sehr häufig,
das Runenalphabet vorliegt, was uns sonderbar anmuten müßte, wenn wir
es in seiner Bedeutung etwa mit unserem Alphabet, unserem ABC
gleichsetzen wollten an Zweck und Bedeutung. Wir können nicht
annehmen, daß erwachsene Menschen das ABC gewissermaßen als
Schmuck und Zeichen auf Waffen, Münzen und Spangen anbringen,
gewissermaßen mit der Absicht, ihr Können zu zeigen, wie etwa der ABC-
Schütze von heute.

Diese Runenreihen müssen etwas Ernsteres, etwas Wichtigeres
enthalten, bedeuten und aussagen als eine kindliche Spielerei, mit deren
Annahme wir den Vorwurf der kindischen Einstellung verdienten, aber
nicht die Alten. Ich sehe, um es kurz herauszusagen, in diesen
Runenreihen eine Gebetsraunung, das Haupt-Gebet, das Vater-Gebet, das
sich schon im Namen der Runenreihe kundgibt, nämlich das Futhar-k =
das Futhar-, das Vater-Gebet, das Vater-Unser mit einem Worte.
Wir haben das Vater-Unser schon als eine Runen-Reihen-Raunung
erkannt, bevor wir zu diesen Schlußfolgerungen bei näherer Betrachtung
dieser Runenfunde kamen, und finden nun untrügliche Tatsachen, die
unsere Annahme auf viel breitere Grundlage stellen.
Nichts ist natürlicher anzunehmen, als daß die Vorfahren auf Waffe,
Spange oder Münze das Vater-Gebet anbrachten, nachdem wir doch den
Zaubercharakter der Runen von allen Seiten erkannt und erwiesen haben.
Es wäre nun Aufgabe besonderer Forschungsarbeiten, festzustellen, wie
bei den einzelnen Teilen dieser Runengruppen die Abweichungen
untereinander zu erklären sind. Schwer wird das nicht sein, denn schon
die weite Entfernung der einzelnen Fundorte voneinander läßt
Abweichungen in dem Texte eines, wenn auch als allgemeingültig
anzunehmenden Gebetes möglich erscheinen. Es wäre nicht
verwunderlich heutigentags, wenn ein Gebet in Frankreich, Schweden und
England, selbst auf gemeinsamer bekennerischer Grundlage,
Verschiedenheiten aufwiese, zudem noch geringfügiger Art, wie sie die
Fundstücke ausweisen. Wir haben ja heute noch die Verschiedenheit in
den Schlußworten des Vater-Unsers bei den beiden christlichen
Konfessionen. Daß die Anfangsgruppe, die Vater-Futhar-Gruppe, wie ja
schon die erste Gruppe schon immer hieß (die zweite nennt man Sohnes-,
die dritte Geist-Gruppe), die Einheitlichkeit der Fassung sich trotz weiter
Verbreitung besser bewahrte, ist begreiflich.
Ein Umstand hat mir den eben ausgeführten Gedanken besonders nahe
gelegt, nämlich die bisher unerklärliche Tatsache, daß der Vatergruppe in
diesen drei Alphabeten nicht wie sonst üblich nach der Kaun-Rune < oder
Ú die Hag-All-Rune folgt, sondern eine Rune in Form des Malkreuzes Е die
vereinfachte Gibor-Rune und eine weitere in Form der Pard, Pferd oder
Sohnes-Rune P. Nach der üblichen Lesart würde man, wenn man
überhaupt Augen dafür gehabt hätte, sie wohl als die griechischen
Buchstaben X (chi) und P (ro), also unser Ch und R

625

Das „Vater-Unser“ auf den Runenreihen

625

angesprochen haben, die übereinandergelegt Đ das „Monogramm“ Christi
nach der allgemein falschen Annahme ergeben.

Brakteat aus Vadstena

Spange aus Charnay

Messer aus der Themse

626

626

XXVII. Das „Vater-Unser“, eine Runen-Reihen-Raunung

Nun, es ist schon das „Monogramm“ Christi, nur mit der Berichtigung,
daß es eben die Hag-All-Rune, das Krist-All ist, dem man den
Kreuzesstamm von Golgatha aufzupfropfen suchte. Und in der Tat, das
Malkreuz ist Е das Weltkreuz, an dem der Sohn Gottes hängt, vertreten
durch die P Pard- oder Sohnes-Rune. Das Malkreuz ist aber die Gibor, die
Geber-, die Gottesrune, so beide, Vater und Sohn verkündend, verbunden
ď beide im H, im Zeichen des HAG­ALLS, im „heiligen Geiste“. Das Hag-
All ist die Heils­rune, das „H“, der „Hauch“, das „Hoch“ aller Alphabete
der Welt, des heiligsten Buchstabens, der an siebenter Stelle, an der
Siebenheit, der Sonnenheit, steht und die Stellvertretung Gottes in
vielfacher Ge­stalt und Deutung ist.
Man könnte noch fragen, was hat aber die Kun- oder Kaun-Rune <
zwischen dem R und dem G, dem Rit Á und dem Gibor Е zu bedeuten? Stört
sie nicht die wundervolle Lösung und Lesung durch ihre unerwünschte
Gegenwart?

Dagegen wäre zu sagen, daß ganz offenkundig in den beiden Reihen des
Alphabetes von Charnay und des von Vadstena, auf der Spange und auf der
Münze, das K, die Kun-Rune Ú, ganz nebensächlich, in der verkürzten Form
dazu <, eingeritzt ist, so daß ganz offenkundig das Vater-Wort, „Futhar“ für
sich steht, ohne das K am Ende. Der St. Gallener Runenspruch sagt es ganz
deutlich, warum das so ist. Dort steht: „Kaun klebt daran.“ Nämlich Kaun
am Rit, K am R = Á <. Das hat eine gewisse Bewandtnis, und wir kommen
zum Ergebnis, daß das Ú nur am Worte „Futhar“ = Futhar- Ú, am Vater
„klebt“. Sollte damit vielleicht eine Verkahlung, eine Verhehlung
ausgesprochen sein? Wir haben Vermutungen darüber, aber möchten sie
hier noch nicht zur Erörterung stellen. Das K oder die Kun-Rune (Ú ) ist in
ihrem Bilde nach ein Viertel oder ein Halbes der Hagal-Rune ø, ihrem
Wesen nach verwandt mit dieser Hauptrune und von jeher durch sie
ersetzbar, K durch H, und umgekehrt. Vielleicht soll auch damit die
Abkunft des Sohnes vom Vater = Futhar durch das folgende Ab-Kun-ft-
Zeichen, Kind- und Kunde-Zeichen < angedeutet werden: *Ec§Á<
Zweimal, in der Reihe von Vadstena und der von Charnay, folgen nun
dem Vater-Wort *Ec§Á und dem Ab-kun-ft-Zeichen < die Mal- oder
verhehlte Gibor-Rune Е und die Pard- oder Sohnes-Rune P, die durch
Teilung aus der Bar- oder Mutter-Rune ΄ entsteht. Die Mutter teilt sich
gewissermaßen, läßt einen „Part“ einen Teil, einen Pard = Sohn zurück mit
der Geburt. Die Runen Е und P, die den griechischen Buchstaben Е = Chi
und P = Ro verblüffend entsprechen, sind nun angeblich die
Anfangsbuchstaben „CHR“ des Namens Christus und ergeben
übereinandergelegt das sogenannte Monogramm Christi Đ, das sich somit
als einwandfrei als aus den Runen entlehnt erweist, was wir im Abschnitt
über die Hag-All-Rune näher begründen konnten. Es ist nicht anzunehmen,
daß die Verfertiger dieser Runenreihen „Christen“ von solcher Kenntnis

627

Das „Monogramm Christi“ auf den drei Runenfunden

627

der kirchlichen „Kultzeichen“ gewesen sind, daß sie den Namen des
„Sohnes“ in solcher Weise angedeutet hätten, aber sie sind zweifellos
Eingeweihte der Runenlehre gewesen und kannten die Bedeutung des Hag-
Alls ø als des All-Vater-Sohnes-Symboles. Sie waren sogar so klar über
seine Bedeutung, daß sie das Vatersymbol, das Weltkreuz Е und die
Sohnes- oder Pard-Rune P nicht übereinander, sondern nebeneinander
stellten, so ihre Kenntnis des Wotans-Opfers, des Vaters im Sohne, für uns
erweisend. Jedenfalls haben wir hier einen untrüglichen Beleg, neben
vielen andern, für die Herkunft des angeblichen Monogrammes für den
Namen Christus aus der Runen-Reihe. So wundervoll wie hier im
Runenbilde die Abkunft des Sohnes aus dem Vater gezeichnet ist, gibt es
kein anderes Beispiel. *Ec¨Á = VATER und < Е P = Sohn. Und in der Tat
folgt dem Sohneszeichen die zweite Gruppe in der Runen-Reihe, das
Sohnes-Geschlecht, das mit dem H, dem kleinen Zeichen für das Hag-All
eingeleitet wird.

Das mag vielleicht sehr kühn geschlossen sein, aber auch nicht kühner
als die Annahme, es spielten die Alten mit ihren Lese- und
Schreibkenntnissen wie die ABC-Schützen von heute. Es ist niemals üblich
gewesen, Alphabete in sinnloser Reihung auf Schmuckstücken zu
verwenden. Die Kaun-Rune < ist auch die Könner-, die Königsrune, die
Kinds-Rune nicht minder, und bedeutet auch hier Abstammung und hätte
so zwischen Vater und Sohn beide Male den rechten Platz. Auch im
Runenbilde der Ú-Runen erscheint der Gedanke der Sprossung, des Kindes
durchgebildet. Aus dem Ķ, der Ich-Rune sproßt das Kind, das Leben,
angedeutet durch den Bar-, den Lebensstrich /, der aus dem Ich-Zeichen,
der Is-Rune Ķ wächst: Ú.
Es bleibt kein Zweifel, wir haben es mit einer magischen,
mantramartigen Wortreihe, Beschwörungsfolge, mit einem Gebet zu tun
und finden in den Anfangsbuchstaben der ganzen Reihe die
Anfangsbuchstaben der einzelnen „Bitten“ des Vater-Unsers wieder, wie
wir noch darlegen werden. Die Abweichungen der drei Reihen gegen den
Schluß unterstützen eher die Behauptung, daß es sich nicht um ein
Alphabet handeln kann, weil eine festgelegte Buchstabenreihe sich solche
Abweichungen und offenkundige Wiederholungen in den einzelnen Reihen
wohl nicht gestatten würde, man aber füglich annehmen darf, daß die
Alten ihr ABC kannten, wie unsere Klippschüler auch. Es ist aber eher
denkbar und vertretbar, daß gegen Schluß einer Gebetsformel sich
Abweichungen einstellen, liegen sie nun in den Bedürfnissen und
besonderen Wünschen des Beters selbst oder in Abänderungen vom
ursprünglichen Texte durch die Verschiedenheit von Ort, Zeit und
Gelegenheit.

Diese Runen-Funde zeigen auf das klarste eine geistige und sprachliche
sowie auch eine kulturpolitische Gemeinsamkeit der damaligen
Germanenwelt, setzen auch eine mindestens geistige Führerschaft in

628

628

XXVII. Das „Vater-Unser“, eine Runen-Reihen-Raunung

einem arischen Gemeinschaftssinne voraus, der durch die damalige
Überflutung der Welt mit germanischen Erobererwellen auch genügend
begründet erscheint. Wenn wir davon nichts wissen, so liegt das daran, daß
wir überhaupt über diese Dinge auf dem Wege unserer bisherigen Art,
Geschichte zu treiben, nichts erfahren konnten und nichts erfahren
werden, wenn wir in unserer falschen Einstellung verharren, die unsere
germanische Vergangenheit nicht anders als aus dem schiefen Winkel
römischer oder christlicher An-Schauung, die aber eine Un-Schauung ist,
betrachten.

Wir sprechen hier unsere Ansicht ganz offen aus, daß schon seit
Jahrtausenden eine arische Weltleitung bestanden haben muß, die
allerdings immer mehr in ihrem Einfluß zurückgedrängt wurde durch eine
anti-arische Gegenleitung, daß ein Kampf bestand und heute noch besteht
zwischen einer positiven, schöpferischen Macht- und Geist-Gruppe und
einer negativen, unfruchtbaren Macht- und Geistgruppe, die auch heute
noch ganz deutlich im Weltgeschehen unserer Tage erkenntlich sind,
allerdings mit dem Unterschiede, daß die arische Weltleitung, scheinbar
wenigstens, als eine sichtbare, bewußte Körperschaft ganz aufgehört hat zu
wirken und nur noch in einer bestimmten Geistesrichtung sich behauptet,
während die anti-arische Macht- und Geist-Gruppe heute im Besitz der
unbeschränkten Herrschaft ist, wenigstens nach der sichtbaren Seite hin.
Langsam ringt sich die arische Heilskraft wieder zur Sonne durch, zum
Aar, von dem sie stammt, von dem sie lebt und von dem sie ihren arischen
Sonnennamen hat. Es werden ihr Helfer auf geistiger Ebene erstehen, die
sie vielleicht nicht mehr erhoffte. Eigentlich sind diese Helfer schon in der
ganzen Welt wirksam und tätig, am wenigsten allerdings im europäisch-
amerikanischen Machtkreise, der ganz von anti-arischen Gedankenkräften
gelenkt ist. Gewaltige Kräfte aber schlummern noch im Verborgenen, die
eines Tages, ja dieses Tages schon in die Erscheinung getreten sind und
schließlich die gegenwärtige Welt-Negation zum Stehen bringen werden im
Augenblicke der großen Wende, in der wir leben.
Das war vielleicht nicht ganz unangebracht zu sagen gelegentlich der
Behandlung dieser merkwürdigen Runenfunde, die uns noch Aufgaben zu
lösen geben, mit denen wir die Finsternisse zerreißen, die über unserer
Vergangenheit nicht minder wie über unserer Gegenwart lagern.
Es ist also erwiesene Tatsache, daß das Mustergebet „Christi“ arisch-
germanischen Ursprungs ist. Also wäre der Jesus, der Nazarener, könnten
wir ihn als eine sichere, geschichtliche Erscheinung werten, kundig der
nordischen Runen gewesen. Das Vater-Unser ist das Gebet des Wissenden,
Eingeweihten, das sich mit aller Bewußtheit an die magischen Kraftströme
der Runen anlehnt und aus ihnen seine ewig erprobte Wirkung erzielt.
Diese odischen Ausstrahlungen und Spannungen runischen Raunens
erweisen sich selbst noch in der christlichen Verdünnung und Verzerrung
lebendig und wirksam. So ist dieser uralte Hochgesang arischer

629

Die Namen der 18 Runen geben die Stichworte zum „Vater-Unser“

629

Gottverbundenheit und Gottessohnschaft das Erbe aus germanischer
Runenweisheit.

Es ist bemerkenswert und erstaunlich für das innere Wissen um diese
Sache in unserem Volke, daß trotz vieler schulmeisterlicher Versuche
dieses Gebet nicht mit „Unser Vater“, sondern mit „Vater Unser“ stets
begonnen wird, weil eben die Rune Fa, das Vatersymbol, das
Zeugungssinnbild, von jeher am Anfang der arischen Runenreihe stand. Es
wird hier auch damit einwandfrei von neuem erwiesen, daß der Jesus des
Neuen Testaments nur eines der Spiegelbilder eines viel älteren
Asenführers war, an den auch der indische Krischtna ein Jahrtausend
früher schon erinnert; dem Wissenden steigt hier die Erkenntnis auf, daß
die angenommene Gestalt eines Jesus aus „Galliläa“, aus dem arischen
Gallier-land, ein Eingeweihter in arisches Runenwissen war, der nur die
alten arischen Lehren seiner Zeit ins Gedächtnis rief. Wir sind über die
Dinge inzwischen besser unterrichtet, und die Möglichkeit eines, ja vieler
Lehrer arischer Weisheit auf der ganzen Erde uns offenhaltend, verweisen
wir die Gestalt des „Christus“, des Asus, auf höhere kosmische Ebenen, wo
aller Streit um öde „Geschichtlichkeiten“, die nie nachgewiesen werden
können, aufhört.

Die altgermanische heilige Runenreihe beweist uns jedenfalls
unwiderleglich das Vater-Unser als unseren eigensten Besitz. Wort für
Wort, Gedanke für Gedanke schließen mit der Rune und ihrer
Wortbedeutung sich zu einer Einheit zusammen.
Es will nichts besagen, daß einige nebensächliche, nur verbindende
Worte ausfallen. Auf diese hat man nie viel Gewicht gelegt und in allen
alten Urkunden läßt man solche der Verbindung dienende Teile den Leser
lediglich erraten.

Die Namen der achtzehn Runen geben gewissermaßen nur die
Stichworte zu den einzelnen Teilen des Vater-Unsers, die ohne Zwang sich
auf achtzehn festsetzen lassen. Achtzehn Atemzüge macht der Mensch in
der Minute, achtzehn Atemzüge braucht der Betende, der mit bewußter
Atemführung das Gebet der Gebete betet. Nichts scheint wichtiger als den
Zusammenhang mit Atem und Gebet, hier allerdings nur ganz flüchtig,
aufzeigen zu können. Das Vater-Unser ist ja auch bruchstückweise im
Alten Testament enthalten und wird dadurch keineswegs zu einem
jüdischen Geisteserbe, sondern ist wie sein wesentlicher Inhalt dem
arischen Erkenntnisgut der allmählich unarisch gewordenen Kulturen des
Ostens entnommen, das die Juden während der babylonischen
Gefangenschaft kennen lernten und im „Alten Testament“ mit ihren
eigenen, meist sehr zweifelhaften Zutaten vereinigten.
In diesem uralten Gebet zeigt sich noch vollkommen die Eigenart der
Rune als eine Bilderschrift für bestimmte Ur-Worte und Begriffe und noch
nicht als Buchstabenschrift.

630

630

XXVII. Das „Vater-Unser“, eine Runen-Reihen-Raunung

Vater

unser

du

oben

dein Reich

komme, heiliger

Name,

thu (heavon-Himmel)

$

@

c

|

Á

Ú

ú

ę

fa

ur

thorn

os

reit

kaun

hagal

naut

F

U

Th

O

R

K

H

N

dein Wille

auf Erden

und Himmel Täglich

Brot,

Löse

(altn.: illu-Wille, Welle)

(Artha-Erde)

(sal-Göttersaal)
sol-Sonne

(Rune zeigt den
„Tag“, das Dach)

Ķ

Ň

Ş

ǻ

΄

Κ

is

ar

sig, sol

tyr

bar

laf

I

A

S

T

B

L

uns Manen

von Üblen

in E-wigkeit

Gibur!

(Goten)

(Irren)

(durch ewiges Gesetz)
eh-Gesetz

(Geber, Allgeber)
Allgott!
(gib Ur, Amen)

ΰ

µ

τ

К

man

yr

ehu

gibur

M

Y

E

G

Das Runen-Futhork schließt mit der E = ϊ-Rune und heiligen Gibor =
G-Rune. Die Ehe-Rune ist nicht nur das Symbol zweier verbundener Leben
Ї ΚΡ also zweier Laf-Runen, sondern hat vor allen Dingen die Bedeutung
von Gesetz, von „ehe da“, im Sinne des Ewigen. Sie schließt
gewissermaßen mit der Bekräftigung: In Ewigkeit, Amen! Letzte
Steigerung aber drückt die Rune Џ = Gibur aus, des Gebers, des Allgebers,
Gottes, eine letzte Anrufung des Höchsten! Sie ist eigentlich die
verheimlichte Hakenkreuz-Rune, das Zeichen des Erlösers und der
Erlösung

Leicht läßt sich noch eine andere Gleichung aus der Runenfolge des
Vater-Unsers ableiten, die sich auf den menschlichen Körper bezieht und
ebenso ihre ur-sächliche Berechtigung hat, wie die vorhin vorgetragene,
denn alle Ur-Bilder, zu denen auch das Vater-Unser als Ganzes gehört,
spiegeln sich auf allen Ebenen des Geistes, der Seele und des Körpers
wieder.

Die Beziehungen der einzelnen „Bitten“ zu den entsprechenden
Körperteilen und ihrem besonderen Dienst ergeben sich zwanglos und sind
an der Figur durch entsprechende Linien angezeichnet.

ø

Im Zeichen des Hag-Alls im Weltringe endet das Gebet „Vater unser, du
im Himmel“, losgelöst von aller dogmatischen Befangenheit als ein
kosmischer Atem- und Lebensrhythmus.

631

Die Beziehungen der einzelnen Bitten zu unseren Körperteilen

631

Vater unser

(unseres Geistes)

(durch unsere Stimme)

(des Wortes — Kehle —, aus dem

alles geschaffen ist!)

(unseres Herzens)

(das heißt in der Tat. Polarität

des Herzschlags)

(Magen, Eingeweide)

(der Sinnlichkeit)

(der unechten Zeugung)

/ (des Lebens, die „rechte Bar“-

oder Lebensrune)

\ (zu töten: die linke, letzte

„Not“- oder Todesrune)

Ķ (d. h. wörtlich die Har-Ich-Heit,

die Hohe Ich-Heit, die Is-

oder Ichrune, die

Weltachse)

O (im Ringe des Geschehens)

Ē

Vater unser

Der Du bist im Himmel.

Geheiligt werde Dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe im Himmel

Also auch auf Erden

Unser täglich Brot gib uns heute

Und führe uns nicht in Versuchung

Sondern erlöse uns von dem Übel

Denn dein ist das Reich

Und die Kraft

Und die Herrlichkeit

In Ewigkeit

Amen!

632

632

XXVII. Das „Vater-Unser“, eine Runen-Reihen-Raunung

Jener Asus, jener Jesus, jener „Chri(ari)-Uste-Nzareth“, jener „Sohn“
des Welten-Zimmermanns, Welten-Tempelmanns, jener „Mann“ Jesus von
Nazareth, war kein einmaliger Mensch oder Gott leiblich, sondern, wie es
in Wahrheit gedacht ist, wie wir alle ein „Sohn“, die Sonne Gottes, der
„Sohn“ in uns selber, der um das Gerüst, das „Rüsten“, den Bau der Welt
gewußt hat und noch darum weiß.
So verstanden sind wir alle eines „Hohenpriesters“ Sohn, Gottes Sohn,
wie jeder Asus, Esus, Ase, der durch Erkenntnis ein „Christus“, ein
Eingeweihter wird, heute noch, wie jeder Mensch, der sich mit dem
kosmischen Krist-All durch Erlebnis eins weiß. Nichts anderes soll damit
gesagt sein und ist auch nicht in den Evangelien gesagt worden. Irgendein
Asus, Jesus gab das uralte Asus-Jesus-Gebet, das Vatergebet weiter an uns:
„Vater Unser, Dein Oben-Reich Komme!“ und zwar selbst nach der
unsicheren christlich-jüdischen Überlieferung in der ara-mäischen
Sprache, also, wie schon der Name sagt, in einer ara-ari-schen Sprache,
und zwar unverkennbar im Sinn- und Folgerhythmus der 18 arischen
Futhark-Futher-Vater-Runen-Reihe. „Gott der Guten“ — also der „Goten“
— heißt es im islamitischen Vater-Unser, das fast gleichlautend mit dem
neutestamentlichen ist, vielleicht noch aus älterer Quelle schöpft.
Mit Kenntnis der Runen läßt sich das Gebet noch in höheren Lesarten
beten, mit wahrhaft erschütternder Eindringlichkeit. Was weiß davon
unsere Theologie? Sie kennt nur die Deutungsweise der Erde, der
Mondsphäre, der untersten irdischen, mit Ausnahme jener wenigen
Suchenden im Käfig der Kirche, die, im Anhauche des Gottgeistes, ahnend
bis an die Pforten dieser Überlieferung kamen, ohne den Schlüssel zu
finden, oder wenn sie ihn fanden, ohne damit öffnen zu können. Nur der
Runen-kundige, der könnende Könning, König, Erster, Firster, Förster,
Vorderster, Fürst und Priester arischen Wissens, früher und heute, kannte
und hütete das Geheimnis, schweigend, bis die Zeit erfüllet war. Die
Finsternis weicht. Wann weicht sie! Wenn Licht wird mit
unwiderstehlicher Not-Wende-Gewalt! Was wird aus den Leibern, Geistern
und Seelen in der Wandlung dieser Strahlungen?
Undeutbar und unlesbar hat man die eigenen Überlieferungen gemacht.
Die Edda ist der Schlüssel zu den jahrzehntausendalten Zeichen, die wir
Schriften nennen, in allen Erdteilen, zu allen Sprachen der Völker, denn
die frühen Arier trugen ihr Können und Wissen um den ganzen Erdball. So
gibt heute noch jedes echte Runenzeichen Kunde von jeder Sprache!
Wahren wir das hohe Gut unserer Ahnen. Ein Jahrtausend und länger
verdeckte und verfinsterte starres Dogma unser Erbe, das Erbe der
Menschheit. Zu seinem Hüter sind wir berufen. Obwohl unsere Brüder
noch schlafen. Nur im Stoffe sind sie unheimlich und heimatlich wach. Mit
dem Leibe können sie um die Erde fliegen, aber der Geist ist noch
flügellahm. Die Sünde vor dem heiligen Geist, unser geistiger Schlaf, ist
immer noch die einzige, die nicht vergeben wird. Sie straft sich selbst mit
der Sonderung des Sonders, des Sünders, vom Geiste Gottes!

633

Die ersten sieben Runen bezeichnen die sieben Schöpfungstage

633

Nachstehend geben wir einen Deutungsversuch des Vater-Unsers
wieder, der weiterführt als die vorstehende kurze Runen-Gleichung auf
den Text, die als Vorbereitung dienen sollte für ein tieferes Eindringen in
das Mysterium dieses Gebetes aller Gebete, wie es mit Recht schon immer
bezeichnet wurde. Wir wollen dieser Auszeichnung aber die Begründung
geben, die bisher mangelte.
Wir erleben an diesem Gebete das „Wort Gottes“ unmittelbar, seine
Schöpferkraft, und schauen dem Wirken der Allmacht in die geistige
Werkstatt.

Die Runen wohnen allen Dingen inne, wie alle Dinge in den Runen
wohnen. Man verstand also unter den Runen die Wesenheit der von ihnen
vorgestellten Dinge. Man hauchte den gleichsam von den Dingen und
Gegenständen abgeschabten Runen, durch den Zauberklang ihres ihnen
eigentümlichen Wortes, Leben ein. Man setzte auf solche Art die Wesenheit
der Dinge und Gegenstände in magisch wirkende Bewegung. Sie bestimmte
die Runen jedenfalls zuerst als mystische, dennoch klarste heilige Zeichen,
die in ihrer Reihenfolge nicht nur Buchstaben oder ausschließlich
Buchstaben in unserem Sinne darstellten. Die Runenreihe enthält aber
gerade aus diesem Grunde, nämlich als eines Hilfsmittels der Zeugung
durch das Wort, sämtliche wesentlichen Laute, deren die Sprachorgane des
Menschen fähig sind, und wurde somit sogleich zu einem ABC, sobald man
dessen bedürftig wurde. So hat man zweifellos immer die Möglichkeit
gehabt, gekannt und auch angewandt, die Runen als Schriftzeichen zu
verwenden.

Wir wissen aus der Kulturgeschichte aller Völker, daß in ihren
Schöpferzeiten, in denen die Gottverbundenheit noch fühlbar war, ganz
allgemein ein Schreibeverbot galt, was die Aufzeichnung der Heiligen
Riten und Rhythmen betraf. Man kannte die Gefahr der Entweihung, des
Mißbrauches, der Fälschung und der Schändung, wenn erst einmal das
Heilige unheilig stumm in Buchstaben zugänglich würde, da man es nicht
mehr mit vollem Atem sprechen und mit offenem Ohre hören würde,
sondern nur noch sehen, um dadurch die „Stimme Gottes“ in sich zu
ertöten, die in dem gesprochenen, noch mehr gesungenen Wort des
Menschen schwingt.

Die Germanen standen also nicht etwa unter den Völkern, die die
Heiligen Zeichen schon gemein gemacht hatten zur Schrift, sondern
beweisen mit ihrer Haltung, daß sie noch nahe einer höheren Auffassung
standen, die alle Kulturvölker der Erde in ihrer Frühzeit einnahmen.
Teilen wir die 18 Runen des Futharks in zwei Siebenerreihen ein, und eine
Dreierreihe und stellen wir die Rune Gibur an den Schluß, so vermögen
wir eigentümliche Beziehungen dieser einzelnen Runenfolgen zu
verschiedenen Überlieferungstatsachen aufzudecken, die uns von dieser
Seite erweisen, daß die Runen das Rückgrat in der Tat der Welt sind. Die
erste Reihe der sieben Runen, die wir als das Vater-Runen-Geschlecht oder

634

634

XXVII. Das „Vater-Unser“, eine Runen-Reihen-Raunung

die Schöpfungs-Runenreihe bezeichnet finden, fügt sich wundervoll in den
Rhythmus der sieben Schöpfungstage der Genesis ein.

Machen wir einen Versuch:

* fa = Zahlwert 1

1. Tag. Und der Geist Gottes schwebte
über den Wassern. Die Eins, das Ass, der
Ase! Vater, Schöpfer Gott.

E ur = Zahlwert 2

2. Tag. Da machte Gott die Feste und
schied das Wasser unter der Feste von dem
Wasser über der Feste. Der Ur-Zustand. Er
hob die Welt aus dem „Ur“, indem er sich
teilte in die Zwei.

c thor = Zahlwert 3

3. Tag. Gott scheidet die Erde von dem
Meere und läßt die Erde bewachsen mit
Bäumen, Pflanzen und Kräutern. Thor ist
der Dritte, die Drehung, das Wachstum auf
der Erde, der Gott der Bauern.

| os ё = Zahlwert 4

4. Tag. Gott schuf die Lichter am
Himmel. Os, As, „oben“, Himmel, hell,
Licht.

Á rit = Zahlwert 5

5. Tag. Er schuf große Walfische und
allerlei Getier, das da lebt und webt, davon
sich das Wasser errege. Außerdem die
Vögel. Er brachte den Rhythmus des
Lebens in die sonst tote Welt. Es ergeben
sich also sehr wohl Beziehungen zur Á-
Rune.

Ú kaun = Zahlwert 6

Der 6. Tag bringt die Erschaffung des
Menschen. Die sechste Kaun-Rune ist
tatsächlich die Rune des Mannes, des
Menschen, des Geschlechtes, des Sexus, an
sechster Stelle der Runen-Reihe. Sex heißt
englisch und schwedisch Geschlecht.

ø hagel = Zahlwert 7

Der 7. Tag ist der Sonntag, der Tag der
Ruhe, der „Heiligung“, die im Namen der
Rune Hag-All ausgedrückt ist, aber auch
das

Ende,

die

Vollendung

der
Weltschöpfung, deren Sinnzeichen eben
die vollendetste Rune des Hag-Alls ist, des
All-Hags, der die Welt selber ist. Sie ist die
Gottes- und Weltrune, die Ruhe in sich
selber, denn sie begreift alles in sich, in
ihren eigenen Ausmaßen.

635

Die nächsten sieben Runen bezeichnen die „Artikel“ des Glaubensbekenntnisses

635

Sehen wir uns die zweite Runen-Reihe näher an, so erkennen wir in der
Folge dieser Runen die einzelnen „Artikel“ des apostolischen
Glaubensbekenntnisses wieder, das in der gegenwärtigen Gestalt aus dem
5. Jahrhundert stammt und aus dem alten römischen Taufbekenntnis des
2. Jahrhunderts nach Christus hervorgegangen ist. Der Sage nach wurde es
schon von den Aposteln aufgestellt, das ist wichtig, weil eben schon die
Kirche damit andeutet, daß es älter ist als sie selbst. Wir sind jetzt
hellhörig geworden und haben erfahren, daß der ganze christliche Kult mit
seinem gesamten Inhalt an Gesängen, Gebeten, Bekenntnissen und Riten
aus vorchristlichen Quellen stammt, so daß es gar nicht mehr verwundern
kann, wenn auch das „apostolische“ Glaubensbekenntnis eine uralte
Runenreihen-Raunung zu seiner Grundlage hat.
Nachdem wir schon das Gefüge und Gefolge dieser einzelnen „Punkte“
dem alten ario-indischen Lebensfeuermythus angleichen konnten, wie er
uns in den Veden erhalten ist, kommt der Schritt zu den Runen als der
Unterlage dieser ganzen Gedankenfolge selber nicht mehr unerwartet.
Wir stellen die Runen untereinander und geben ihnen den
Hauptgedanken, den sie ausdrücken, in Worten bei:

ğ naut = Zahlwert 8 = natus. Die Geburt in diese Notwelt.

Ķ

is =

9 = Das Ich, die Welle, der Wille, Wili.

Ň

ar =

10 = Sonne, Gott. Geboren also aus Gott.

Ŗ sal =

11 = das Heil dieser Welt.

ǻ tyr =

12 = gestorben, geopfert, ge-s-tyr-ben als Sohn
Gottes, als der Sohn Tyr Wotans.

΄ bar =

13 = begraben, geborgen, Bahre.

Κ

laf =

14 = wieder zum Leben (laf) auferstanden von
den Toten.

Wir haben nur nötig, uns den Wortlaut des Glaubensbekenntnisses der
christlichen Kirchen ins Gedächtnis zu rufen, um zu sehen, daß wir recht
ver muteten:

„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels

und der Erde.

Und an Jesum Christum, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn; der
empfangen ist vom Heiligen Geiste, geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben;
niedergefahren zur Hölle, und am dritten Tage wieder auferstanden von
den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des
(allmächtigen) Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die
Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige allgemeine christliche
Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Auferstehung des Fleisches und ein
ewiges Leben. Amen. —“

636

636

XXVII. Das „Vater-Unser“, eine Runen-Reihen-Raunung

Die dritte Reihe enthält die Drei-Einigkeit, die Drei-Heiligkeit, die
Nornen-Dreiheit in den Runen

Man

Yr

Eh

ΰ

µ

Ї

In der Man-Rune und der folgenden Yr-Rune, ihrer Umkehrung,
erkennen wir den Gegensatz von Geist und Stoff, von Gut und Böse, von
Leben und Tod, den ewigen Wandel des Seins von einem Pol zum andern
und zwar in „Ehe-“wigkeit, sagt die folgende Ehe-Rune, die das Gesetz der
Welt zwischen Aufgang und Untergang bestätigt. In einer andern
Symbolgestalt haben wir das A und O, wenn wir für A Aleph, den Stier,
setzen und Omega Ω, die Mutter, den Schoß. Bis an der Welt Ende, sagt
dann die Ende-, die Ehe-Rune, von Eh zu Eh!
Den Schluß für sich bildet die Џ Gibor-Geber-Gottes-Rune, die Anrufung
des All-Zeugers, des Giboraltars, des Geber-All-Drehers, All-Trägers. In
ihm versammelt sich am Ausgang des Runenkreises die Kraft aller Runen
in der einen. Sie ist die richtende Einheit, die Wage, das E-Wage, die E-
Wiege, das E-wige.

Wer noch in der Einheit lebt, nicht im Zwiespalt mit dem „Vater“,
getrennt durch „Glauben“, Dogma und stumpfes Verstandeswissen, wer
sich den Weg zu den Müttern, den Ur-Fühlenden, den Ur-verstehenden frei,
offen, gelassen hat, der hat auch einen Funken des Runengeistes
empfangen, der hier von Herzen zu Herzen schlägt, er wird glücklich sein,
daß seine Augen noch das weite Vaterland seiner Seele gesehen haben, das
sich hier auftut. Und jeder, der hier ehrlich und wahrhaftig sucht, hat auch
schon gefunden, und wird selbst gefunden, und jedem, der anklopft, wird
auch aufgetan, dem eröffnen sich Tür und Tor, nämlich Tyr und Thor, die
Söhne Wotans, Odhins, und der Odem, „der Atem“, aus dem Reiche der
Mütter weht ihm entgegen. Tyr und Thor sind die goldenen, göttlichen
Schlüsselworte zum Geheimnis der ewigen Lebens-Wellen, zum ewigen
Lebens-Willen des Heimgefundenen zum Hause des Vaters.

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Die Runen sind Tyr und Thor, Tür und Tor aller Erkenntnisse

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Als zwei Schlüssel verhehlt stehen die Tyr und Thor-Runen im Wappen
des Papstes, der die Tiara, die Tri-ara, den Drei-Ring des alten Troja trägt,
das nun Rom sein will, die ihm die Macht geben sollen „zu binden und zu
lösen, zu öffnen und zu schließen“, das Ich in beiderlei Gestalt, aber er
besitzt sie nicht, die reine Tor-Thor-Droh- und Dreh-Gewalt und hat das
Meisterwort vergessen, verloren. Er vermag nur noch zu bannen und zu

Pard-Rune
Teil-Rune der Bar-Rune

Tyr und Thor
Die beiden „Schlüssel“ zu Tür und Tor der
Erkenntnis. Nur über die Söhne geht der Weg
zum Vater

fluchen, denen die Gott suchen und zu segnen, die den Satan suchen. In
seinem Wappen stehen Tyr und Thor, zwei Schlüssel, zwei Phallen, der
eine zur leiblichen Zeugung, der andere zur geistigen Zeugung. Die
Schlüssel haben beide Bärte, sind Parte, Teile des Ganzen, des Vaters. Die
Thor-Rune ist die Pars- oder Pard-, die Part- oder Teil-Rune des Sohnes, wie
wir schon hörten. Tyr und Thor sind uns Tür und Tor zum Vater. Von
ihnen heißt es in der Heiligen Schrift, wo geschrieben steht: Machet die
Türen hoch und die Tore breit, daß der König der Ehren, der Aren, der
Arien, der Arier einziehe!

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