You are on page 1of 60

8

.

J
a
h
r
g
a
n
g

2
0
0
5
Z
P
Z
A
H
N
A
R
Z
T
&

P
R
A
X
I
S
J
u
l
i

/
A
u
g
u
s
t
ZP
ZAHNARZT
PRAXIS
flohr verlag
Hauptstraße 22 · D-78628 Rottweil
E 47889 · ISSN 1612-5959
Postvertrieb · Entgelt bezahlt 7/8
Juli /August
2005
ZP-7_titel-2005 25.07.2005 13:27 Uhr Seite 1
. . . immer gut versorgt!
AGC
®
MicroVision
Dentales Galvanoforming in einer neuen Dimension
Komfortable Bedienung über selbster-
klärenden, menügesteuerten Touch Screen
Platzierung der wieder verwendbaren
Kontaktstäbe durch einfaches Magnetsystem
Neues Goldbad mit integriertem Glanz-
zusatz einfach ausarbeitbar
Im Dentalgerätebau einmaliges Gehäuse-
material (Varicor) schützt vor Flecken und
lässt sich prima sauber halten
Becherglas mit Tragegriff und Riegelver-
schluss für komfortables Handling
Restgoldgewinnung im Gerät
Bestechendes, vollendetes Design
Micro
9 4 3 5 2 6 3
Weitere Infos zu unserem neuen
AGC
®
MicroVision:
Freecall: 0 800/ W I E L A N D
www.wieland-dental.de
MicroVision
Wieland Anz.-Stand A4 18.05.2005 11:27 Uhr Seite 1
359
ZAHN PRAX 8, 7, 359 (2005)
J
edesmal, wenn ich irgendein Problem mit meinem Rechner habe, regt mich
eines auf: Diverse Hilfsprogramme benutzen ganz normale Wörter unserer Um-
gangssprache, belegen sie aber mit einem anderen Sinn. Ich denke also bei BUS-
Controller an ein peinliches Erwischtwerden im öffentlichen Nahverkehr, niemals
aber an eine Datenfluß-Zuteilung z. B. bei der Master-Slave-Übertragung. Ich bin
eben Computer-Laie. Fachleute unter sich wissen schon, was gemeint ist. So ist das
mit den Termini technici. Haben wir ja auch. Und brauchen wir ja auch. Für die in-
terne Kommunikation ebenso wie für den Umgang mit externen Partnern. Bei-
spielsweise mit den Krankenkassen und auch KZVen. Nur leider bastelt man sich
dort mitunter recht eigenwillige Übersetzungen für unsere Fachwörter zurecht.
Zum Beispiel: Wenn ich eine Prothese für den Ersatz einer rettungslos verwackelten
OK-Front sofort auf die frische Extraktionswunde setze, was dem Patienten be-
kanntlich eine Menge Unannehmlichkeiten erspart, nenne ich diesen Zahnersatz übereinstimmend mit dem
gesunden Menschenverstand und allen seriösen Prothetiklehrbüchern dieser Welt Immediat-Prothese. Denn
sie wird „unmittelbar“ (lateinisch) bzw. „sofort“ (englisch) nach Extraktion eingesetzt. So weit alles klar?
Aber wie heißt eigentlich die nicht immediat eingesetzte
Prothese, für die man erst nach einer gewissen Abheilungs-
zeit abformt? Ist das eine „Spät-“ oder „Normal-“ oder „Me-
diat-Prothese“? Dafür gibt es irgendwie keinen vernünftigen
Begriff. Aber da war ja noch so ein anderes Wort, noch dazu
eines, das auch mit „i“ anfängt: die Interims-Prothese.
Könnte man das nicht als Quasi-Antipoden zur Immediatprothese nehmen? Aber nein, das wäre natürlich
völliger Quatsch! Das eine Wort deutet ja auf den temporären Charakter des Zahnersatzes hin, das andere auf
eine spezielle Herstellungsmethode, was zwei völlig unterschiedliche Abstraktionsebenen sind.
Der durchschnittliche Krankenkassen-Sachbearbeiter sieht das allerdings anders. Für den ist Interims inzwi-
schen zum Gegenteil von Immediat geworden. Und er will einfach nicht begreifen, daß eine Übergangspro-
these auch sofort nach Extraktion einsetzbar ist, dann also eine immediat eingegliederte Interimsprothese ist
und logischerweise im HKPbeides anzukreuzen wäre. Gut - werden Sie jetzt vielleicht sagen - aus der Rich-
tung sind wir Schlimmeres gewohnt, regen wir uns also nicht schon wieder auf. Pikanterweise aber scheint da
ein spezielles Bürokratenvirus vom ursprüngliche Wirt auf die von uns selbst finanzierten Sachbearbeiter
übergesprungen zu sein: Auch unsere KZVen nennen Immediatprothesen neuerdings „definitive Versor-
gung“
1
. Liebe Bürokraten, wer hat Euch nur diese schwachsinnige Übersetzung geliefert, „immediat“ gleich
„definitiv“? Das hieße ja, Interimsprothesen dürften niemals sofort nach Extraktion eingesetzt werden, weil
sie sonst automatisch Definitivprothesen wären? Und damit gäbe es einen Festzuschuß für die nach Abhei-
lung indizierte Brücke erst wieder nach zwei Jahren?
Vielleicht, liebe Bürokraten, erklär ich Euch das mal anhand des eingangs genutzten Beispiels aus dem Nah-
verkehr, dem Omnibus. Nehmen wir mal an, Ihr macht einen Betriebsausflug und wollt zum Flughafen. Dort-
hin fährt eine besonders schnelle Expreßbus-Linie und außerdem ein Schienenersatz-Omnibus für die gerade
in Sanierung befindliche U-Bahn. Beides sind zweifellos Kraftomnibusse. Der eine heißt „Expreß“, weil das
Verkehrsunternehmen den Taxi-Betrieben Kunden abwerben will, der andere „Ersatz“, weil er übergangs-
weise eingesetzt werden muß. Beide nutzen die gleiche Strecke und das gleiche Material. Sie werden vom sel-
ben Unternehmen betrieben und sind gleich schnell. Ihr könnt also problemlos mit beiden fahren und nehmt
den gerade vorbeikommenden Expreß-Omnibus. Soweit alles klar?
Jetzt aber tritt ein BUS-Controller (siehe oben) auf, fragt nach Euren Billets und beschert Euch ein Problem:
Ihr habt die falschen Fahrscheine, nämlich die vom Ersatzverkehr. Er aber übersetzt „Schienenersatzverkehr“
traditionell mit „Langsam-Bus“! An Eurem Omnibus steht nun aber mal eindeutig „EXPRESS“ dran.
Und jetzt macht diesem Bürokraten in Schaffneruniform mal klar, daß seine Übersetzung absolut willkürlich
ist und daß zwischen Expreßund Ersatz kein Widerspruch besteht. Das eine Wort deutet ja auf den temporären
Charakter des Schienenersatzverkehrs hin, das andere auf die spezielle Beschleunigungsmethode „Non-stop-
Verkehr“, was zwei völlig unterschiedliche Abstraktionsebenen sind. Habt Ihr's jetzt gemerkt ? Das hatten wir
oben schon mal!
Es wäre wirklich schön, könnten wir alle Dinge wieder beim richtigen Namen nennen und damit viele
Mißverständnisse vermeiden. Wir sagen ja zu Krankenkassen auch nicht etwa „Gesundheitskasse“. Oder ist
da wirklich irgend jemand so doof und versichert sich gegen das Risiko, gesund zu sein?
1
z. B. im Rundschreiben Nr. 5/02 der KZVBln.
Dr. Felix Blankenstein, Chefredakteur
Sofort oder
übergangsweise?
Editorial
ZP-7-2005 25.07.2005 11:37 Uhr Seite 359
360
ZAHN PRAX 8, 7, 360 (2005)
xxxxxx
Praxis
Der Umgang mit der Okklusion im Praxisalltag: Ion Coca, Johannes Hörschgen 362
Einschleiftherapie im natürlichen Gebiß
Teil 1: diagnostisches Einschleifen
Vollkeramische Restauration - Eine Übersicht Sven Reich, Manfred Wichmann, 370
Ulrich Lohbauer
Myoarthropathien des Kausystems: Jens C. Türp, Hans J. Schindler 374
V- Kiefergelenkgeräusche:
Knacken und Reiben
Leistungsvergleich
Konventionell keramisch verblendbare Rudolf Wagner 380
Goldlegierungen mit goldgelber Farbe
Leistungsvergleich „Aufbrennlegierungen“ 382
Steuern Recht Finanzen
Gesundheitskarte: Was ist der Anreiz für die Ärzte? 388
Befundbezogener Festzuschuß Kerstin Salhoff 390
- § 55 Zahnersatzabrechnung 2005
Veranstaltungen
Langzeitstudie belegt: 402
Kompomer zur direkten Füllungstherapie erfolgreich
Wahlprogramm Gesundheit - Neuwahlen 2005 403
Alkohol in Mundspül-Lösungen 404
nicht erforderlich
Streptococcus mutans-Genchip entwickelt 405
„Design ist mehr als eine schöne Hülle“ 406
Werberecht, ein Thema für alle Zahnärzte! 408
Anerkennung von Berufsqualifikationen sichert 409
deutsche Qualitätsstandards europaweit
Rubriken
Editorial 359
Inhaltsverzeichnis 360
BDDH aktuell 410
Dental-Ticker 412
Impressum 414
Produkte
Neuheiten, Herstellerinformationen 398
Inhalt
Titelbild: Hartschnittpräparat Unterkiefer Molar; Schmelzkaries in den Fissuren mit Überschreitung
der Schmelz-Dentin-Grenze; unterhalb der rot eingefärbten Dentinläsion streifiger Verlauf der Zone
der Sklerosierung als Ausdruck der intensivierten Mineralabscheidung intra- und peritubulär der be-
troffenen Odontoblasten.
Foto: Prof. Dr. V. Stachniss; Philipps Universität Marburg; Leiter Abteilung f. Zahnerhaltungskunde
ZP-7-2005 25.07.2005 11:37 Uhr Seite 360
meridol
®
Mundspül-Lösung mit Aminfluorid/Zinn-
fluorid besitzt ausgeprägte plaque- und ent-
zündungshemmende Eigenschaften. In Ergän-
zung zum täglichen Zähneputzen bekämpft
meridol
®
Mundspül-Lösung Plaque-Bakterien auf
natürliche Weise und vermindert die bakterielle
Vitalität. Dadurch wird das Bakterienwachstum
gehemmt und eine gesunde Mundflora gefördert.
Die gezielte Inaktivierung von gingivitis-assozi-
ierten Bakterien unterstützt den entzündungs-
hemmenden Effekt. Die gebrauchsfertige, alko-
holfreie meridol
®
Mundspül-Lösung ist sehr gut
verträglich und empfiehlt sich für Gingivitis- und
Parodontitis-Patienten. meridol
®
Mundspül-Lösung
ist zur Langzeitanwendung geeignet.
w
w
w
.
g
a
b
a
-
d
e
n
t
.
d
e
Die 1x tägliche Anwendung von meridol
®
Mundspül-
Lösung schützt signifikant vor Zahnfleischentzündungen.
meridol
®
Mundspül-Lösung ist für die Langzeitanwen-
dung geeignet.
meridol
®
Mundspül-Lösung unterstützt die gesunde,
natürliche Mundflora und hat eine nützliche Langzeit-
wirkung auf die Gingivagesundheit.
Täglicher Schutz vor Gingivitis und Parodontitis durch
meridol
®
Mundspül-Lösung
Überzeugender Leistungsnachweis in klinischen Untersuchungen
meridol
®
Mundspül-Lösung wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien untersucht. Dabei wurden die plaque-
und entzündungshemmenden Eigenschaften nachdrücklich unter Beweis gestellt.
Die GABA GmbH
ist offizieller Partner der
Deutschen Gesellschaft
für Parodontologie
Einfluss von meridol
®
Mundspül-Lösung auf Zahnfleischentzündungen
SBI (%) Zimmermann et al. (1993)
0 3,5 7 0 3,5 7
80
70
60
50
40
30
20
10
0
Monate
Placebo
*** p < 0,001
meridol
®
52,0 43,7 41,7 41,8
***
37,6
***
29,3
Hemmung gingivitis-assoziierter Bakterien in vivo
Mengel et al. (1996)
2,5
2,0
1,5
1,0
0,5
0
% Plaqueflora
1. kleine Spirochäten
** p 0,01
2. mittlere Spirochäten
*** p 0,001
3. große Spirochäten
*** p 0,001
4. Filamente
* p 0,05
5. Fusiforme
*** p 0,001
0 – 9 0 – 9 0 – 9 0 – 9 0 – 9 Monate
**
-41%
***
-63% ***
-62%
*
-31%
***
-36%
Zimmermann A, Flores-de-Jacoby L, Pan P, Pan P.
Gingivitis, plaque accumulation and plaque composition under long-term use of
meridol. J Clin Periodontol 20 (1993) 346-351
Mengel R, Wissing E, Schmitz-Habben A, Flores-de-Jacoby L.
Comparative study of plaque and gingivitis prevention by AmF/SnF
2
and NaF.
J Clin Periodontol 23 (1996) 372 – 378
Reduktion von Zahnfleischentzündungen –
eine In-vivo-Studie
Hemmung gingivitis-assoziierter Bakterien –
eine In-vivo-Studie
Stand 27.07.2005 15:04 Uhr Seite 1
362
ZAHN PRAX 8, 7, 362-368 (2005)
xxxxxx
Der Umgang mit der Okklusion im
Praxisalltag: Einschleiftherapie im
natürlichen Gebiß
Teil 1: diagnostisches Einschleifen
Ion Coca, Johannes Hörschgen
Indizes: diagnostisches Einschleifen, indirekte
Okklusionsanalyse, Sockelprobe, subtraktive
und additive Maßnahmen
Die wesentliche Aufgabe einer funktionell orien-
tierten restaurativen Zahnheilkunde besteht in der
Herstellung, Aufrechterhaltung und Sicherung phy-
siologischer Verhältnisse sowie in der Schaffung
der Voraussetzungen für die ungestörte Funktion
des Kauorgans. Dieser hohe therapeutische An-
spruch wäre demnach nur dann zu erfüllen, wenn
exzessive und unphysiologische Parafunktionen
mit der Versorgung ausgeschaltet und keine neuen
Parafunktionen ausgelöst würden. Den Risikofak-
toren für die Entstehung funktioneller Erkrankun-
gen stehen Schutzfaktoren und die individuelle To-
leranz des Kausystems gegenüber.
O
kklusionsstörungen können zu Para-
funktionen und damit zu Myopathien
der Kaumuskulatur mit Schmerzen und Be-
wegungseinschränkungen führen [1, 2, 3, 4].
Die immer häufigere Anfertigung von Auf-
bißbehelfen, die unzähligen Angebote zur
Fortbildung auf diesem Gebiet und nicht zu-
letzt die gegenwärtig wieder aktuelle Dis-
kussion unter den Fachleuten über Ätiologie
der craniomandibulären Dysfunktion (CMD)
und Qualitätssicherung und Systematik de-
ren Behandlung spiegeln eine gewisse Un-
sicherheit beim Umgang mit der Okklusion
wieder [5, 6, 7].
Oft wird die symptomatische mit der kausa-
len Therapie verwechselt; Zahnarzt und Pa-
tient sind mit der eingetretenen Beschwer-
defreiheit zufrieden, denken aber nicht
daran, daß die Aufbißschiene nur temporär
getragen werden darf. Die Patienten gewöh-
nen sich an die Schiene - wie ein kleines
Kind an den Schnuller - und können „ohne
Schiene nicht mehr leben“. Über lange Zeit
vorbehaltlos und nicht nachkontrolliert ge-
tragene Aufbißschienen können zu Extru-
sionen oder Intrusionen von Zähnen, partiell
offenem Biß und kariösen Läsionen führen.
Die Okklusionsstörung verschlimmert sich,
der Pathomechanismus der Dysfunktion
verkompliziert sich und es wird schwieriger,
eine dauerhafte und reproduzierbare Be-
schwerdefreiheit zu erzielen.
Abb. 1: Die Sockelprobe rechts positiv. Abb. 2: Die Sockelprobe links positiv.
Praxis
ZP-7-2005 25.07.2005 11:41 Uhr Seite 362
363
ZAHN PRAX 8, 7, 362-368 (2005)
xxxxxx
Ausnahme ist die reine „Knirscherschiene“,
die Bruxismus-Patienten immer wieder zeit-
weise tragen können, um in aktiven Phasen
die Zähne vor Abrasion zu schützen.
Der klinische Nutzen der systematischen
okklusalen Einschleiftherapie wird kontro-
vers diskutiert [8]. Dabei ist zu beachten,
daß immer die am wenigsten aggressiven
bzw. invasiven Therapiemöglichkeiten an-
zustreben sind. Hierzu kann auch die Ein-
schleiftherapie gehören.
Als deren Indikation wird zumeist die kau-
sale Behandlung craniomandibulärer Dys-
funktionen, die Stabilisierung der Okklusion
vor prothetischer Versorgung und die okklu-
sale Feinkorrektur nach abgeschlossener
kieferorthopädischer Behandlung beschrie-
ben [9]. Alle genannten Schleifmaßnahmen
beschränken sich auf Zahnersatz oder die
mit Schmelz bedeckte Zahnoberfläche. Das
okklusale Einschleifen bei Behandlung der
CMD dient demnach im wesentlichen der
Beseitigung zentrischer und exzentrischer
Suprakontakte, die als Triggerfaktoren
zahngeführte Parafunktionen auslösen oder
unterhalten und die zwanglose Einnahme
der zentrischen Okklusion verhindern [3].
Die Therapie der Dysfunktionsbeschwer-
den erfolgt in drei Stufen: physio- und
verhaltenstherapeutische Maßnahmen,
Therapie mit Aufbißbehelfen und zuletzt
Korrektur der Okklusion [3].
Die Aufbißschiene ist ein Zwischenschritt
und nicht die Endphase der Therapie. Als
„Brille für das Gebiß“ und als reversible und
am wenigsten invasive Behandlung ist sie
ein differentialdiagnostisches Therapiemit-
tel (diagnosis ex juvantibus). Mit ihrer Hilfe
ist die Frage zu beantworten, inwieweit kli-
nisch festgestellte okklusale Störkontakte
ursächlich für die Beschwerden sind. Der
Patient muß darüber aufgeklärt werden, daß
der Aufbißschienen-Therapie eine wie auch
immer gestaltete okklusale Korrekturemp-
fehlung folgen kann.
Die Aufbißschiene sollte drei bis vier Wo-
chen, wenn möglich 24 Stunden täglich, ge-
tragen werden. Wenn Beschwerdefreiheit
Das okklusale
Einschleifen
dient der
Beseitigung
zentrischer
und exzentri-
scher Supra-
kontakte
Abb. 3: Die ersten eingeschliffenen
Vorkontakte (rot). Die blau markierten
Stellen werden (vorläufig) geschont.
Abb. 4: Im 2. Schritt entstehen neue Vor-
kontakte auf tragenden Höckern. Sie
werden (vorläufig) nicht eingeschliffen.
Abb. 5-6: Neue Vorkontakte entstehen (gelb markiert). Sie werden eingeschliffen.
Legende für alle
Abb.:
schwarzer Pfeil:
erster Vorkon-
takt; blauer Pfeil:
tragender
Höcker, der nicht
eingeschliffen
werden darf;
gelber Pfeil:
Vorkontakt, der
eingeschliffen
werden muß;
roter Pfeil: einge-
schliffene Stelle.
Praxis
ZP-7-2005 25.07.2005 11:41 Uhr Seite 363
364
ZAHN PRAX 8, 7, 362-368 (2005)
xxxxxx
eintritt, kann die okklusale Korrektur ge-
plant werden.
Die okklusale Optimierung erfolgt in zwei
Etappen, einer diagnostischen und einer the-
rapeutischen. Analyse und diagnostische
Optimierung der Okklusion erfolgen an ein-
artikulierten Modellen, die in individueller
Schädelkiefer- und intermaxillärer Relation
montiert sind. Danach erfolgt in weiteren
Schritten die Aufklärung und Beratung des
Patienten, die Beseitigung nicht erhaltungs-
fähiger Zähne (z.B. retinierte und verlagerte
Weisheitszähne) und schließlich das thera-
peutische subtraktive Einschleifen der
Zahnhartsubstanz, wenn das diagnostische
Einschleifen im Artikulator dies als am we-
nigsten invasiv erscheinen läßt.
Dieser 1. Teil des Beitrags widmet sich der
diagnostischen Phase der okklusalen Opti-
mierung.
Der Fall
27jährige Frau, 1 Kind, berufstätig,
massive Druckdolenzen der Adduktoren
und eingeschränkte Mundöffnung, Kie-
fergelenke ohne Befund,
Seitenzähne multipel gefüllt, keine Kro-
nen oder Brücken,
multiple Schliffacetten, besonders an
den mittleren Incisivi palatinal,
klinisch sichtbare Abweichung zwi-
schen habitueller und zentrischer Okklu-
sion,
Zustand nach abgeschlossener KFO-Be-
handlung in der Jugend,
Diagnose: v. a. Myopathie der Adduk-
toren mit reflektorischer Kieferklem-
me bei okklusalen Parafunktionen bei
nicht zentrischer Okklusion.
Die Therapie mit einer Aufbißschiene in
zentrischer Unterkieferposition und
physiotherapeutische Anwendungen
führten zur Beschwerdefreiheit.
Instrumentelle Okklusions-
analyse und diagnostisches
Einschleifen der Kauflächen
Voraussetzung für die instrumentelle Okklu-
sionsanalyse ist eine erfolgreich getragene
Aufbißschiene mit adjustierter statischer
und dynamischer Okklusion. Die Aufbiß-
schiene wurde über die Tragezeit von 3-4
Wochen mehrmals nachkontrolliert und die
Patientin ist beschwerdefrei. Erst danach
kann die diagnostische Optimierung der Ok-
klusion am Modell mit dem Ziel erfolgen,
diese Simulation anschließend im Munde
des Patienten umzusetzen.
Ob und in welcher Weise eine bestehende
Malokklusion allein durch substanzab-
Abb. 7-10: Neue Vorkontakte entstehen und werden eingeschliffen.
Okklusale
Optimierung
in zwei
Schritten: dia-
gnostisch und
therapeutisch
Praxis
ZP-7-2005 25.07.2005 11:41 Uhr Seite 364
365
ZAHN PRAX 8, 7, 362-368 (2005)
xxxxxx
tragende Einschleifmaßnahmen korri-
giert werden kann, sollte insbesondere
vom in dieser Technik noch wenig erfah-
renen Kollegen zunächst überprüft wer-
den. Aber auch der Geübte wird umfang-
reiche Korrekturen der Okklusion im
Rahmen einer instrumentellen Okklusi-
onsanalyse planen und die therapeuti-
schen Varianten wie Einschleifen, Wax-
up oder Set-up „durchspielen“.
CAVE: Nicht jede Malokklusion ist ein-
schleiftechnisch beherrschbar [3, 8, 9 ].
Nach der Vorbehandlung wird deshalb wie
folgt weiter verfahren:
Anfertigung neuer Modelle aus Super-
hartgips mit Split-Cast-Sockel oder Verwen-
dung doublierter Modelle, die den Zustand
vor der Aufbißschienen-Herstellung darstel-
len,
erneute individuelle Bestimmung der
intermaxillären Relation (mit dem Tragen
des Aufbißbehelfes wird der Unterkiefer
vom ggf. vorliegenden Zwangsbiß der habi-
tuellen Okklusion entkoppelt, die Muskula-
tur entspannt, die Unterkieferposition ändert
sich und es wird so mit hoher Wahrschein-
lichkeit die reale Kieferrelationsbestim-
mung in physiologischer, beschwerdefreier
Kondylenposition durchführbar),
individueller Transfer der neuen Rela-
tion in einen teiljustierbaren Artikulator (wir
verwenden einen SAM-Artikulator, SAM,
München),
Durchführung der Sockelprobe,
Einfärben der okklusalen Flächen mit
einer gelben Farbe, um eingeschliffene Be-
reiche später besser abgrenzen zu können.
Nötige Materialien: Skalpell, weicher
Bleistift, Okklusionsfolien (in mindestens
zwei Farben) und Millerpinzetten, Papier
und Schreiber für die sogenannte Einschleif-
liste.
Ziel des diagnostischen Einschleifens ist
das Erzielen multipler Okklusalkontakte
(maximale Interkuspidation) in der be-
schwerdefreien Kondylenposition.
Diese angestrebte zentrische Okklusion
kann durch folgende Charakteristika be-
schrieben werden:
Synchrone und gleichmäßig verteilte
statische Okklusionskontakte aller Seiten-
zähne bei weitgehend axialer Belastung der
Zähne,
ausreichende Abstützung des Unterkie-
fers in maximaler Interkuspidation (kein
Rutschen des Unterkiefers, die Sockelprobe
fällt negativ aus).
Durchführung des dia-
gnostischen Einschleifens der
statischen Okklusion
Die Sockelprobe bei maximaler Okklu-
sion der Modelle fällt positiv aus,
die Gelenke des SAM-Artikulators wer-
den verschlossen, damit nur die Bewegung
des Oberkiefers um die Scharnierachse
möglich ist,
der Stützstift des Artikulators wird an-
gehoben oder entfernt oder aber zu weiteren
Analysen genutzt (s. u.),
die blaue Okklusionsfolie wird zwi-
schen die Kauflächen gelegt und der Ober-
kiefer zweimal kurz auf den Unterkiefer ge-
schlagen (1. Schritt). Die vorzeitigen
Okklusionskontakte sind somit markiert
(Abb. 12).
Für den Anfänger empfiehlt sich die An-
fertigung einer Einschleifliste. Diese soll
folgende Eintragungen beinhaltet:
den Schritt,
den Zahn,
die genaue Stelle der Markierung:
peripherer Höckerabhang (Höckerver-
kleidung), Höckerspitze, lateraler
Höckerabhang (Höckergrad), zentraler
Höckerabhang (Dreieckswulst), Fissur,
Randleiste.
Zum Einschleifen gibt es folgende Hinweise
1. Die tragenden Höcker werden geschont,
statt dessen antagonistische Fossae, Fur-
chen oder Randleisten vertieft bzw. re-
duziert (dies hat die Vertiefung der Ver-
zahnung zur Folge, was zur Stabilisie-
rung des Unterkiefer beiträgt).
Abb. 11: Das
okklusale
Bild des ein-
geschliffenen
Oberkiefers.
Die okklusale
Optimierung
erfolgt in zwei
Etappen
Praxis
ZP-7-2005 25.07.2005 11:41 Uhr Seite 365
366
ZAHN PRAX 8, 7, 362-368 (2005)
2. Wenn antagonistische Abhänge aufein-
ander treffen, werden beide entspre-
chend eingeschliffen.
Mit dem Skalpell werden die markierten
und einzuschleifenden Punkte abgetragen
und mit dem Bleistift eingekreist.
Es folgt der 2. Schritt, die wiederholte
Markierung weiterer Vorkontakte mit Ok-
klusionsfolie und das zweite Einschleifen.
Das Prozedere wird mehrmals wieder-
holt, bis möglichst alle Seitenzähne antago-
nistische stabile Kontakte bekommen.
In keinem Fall sollte bei einer bestehenden
gleichmäßigen Abstützung im Prämolaren-
oder Frontzahnbereich versucht werden,
eine posteriore Nonokklusion (Infraokklusi-
on) durch „Herunterschleifen“ der anterio-
ren Kontakte auszugleichen!
Aus didaktischen Gründen wird zuerst das
Vorgehen im Oberkiefer step by step darge-
stellt und dann das Vorgehen im Unterkiefer.
Praktisch erfolgt das Einschleifen im Ober-
und Unterkiefer aber parallel (Oberkiefer:
Abb. 3-11, Unterkiefer: Abb. 12-20).
Manchmal ist es notwendig, die Folienfarbe
zu wechseln, weil es schwierig wird, die
Vorkontakte von Schmierkontakten zu un-
terscheiden.
Am Ende des diagnostischen Einschleifens
bekommen alle Seitenzähne Okklusions-
kontakte, d. h. eine maximale Interkuspida-
tion wurde durch subtraktive Maßnahmen in
zentrischer Kondylenposition erreicht. Im
Vergleich mit der Ausgangssituation haben
jetzt alle Seitenzähne Kontakt. Zur Kontrol-
le wird wiederum die Sockelprobe durchge-
führt. Dazu wird der Sockelmagnet entfernt,
das Oberkiefermodell auf dem Unterkiefer-
modell in der neuen stabilen Okklusions-
position fixiert und der Oberkieferteil des
Artikulators geschlossen. Dabei sollte zwi-
schen dem im Artikulator fixierten Sockel
und dem Oberkiefermodell kein Spalt zu
erkennen sein (Abb. 21).
Falls ein minimaler Spalt entsteht, soll uns
dies nicht beunruhigen oder uns veranlas-
sen, das selektive Einschleifen fortzusetzen.
Die anfänglich vorgelegene größere Diskre-
panz zwischen habitueller Okklusion und
zentrischer Okklusion wurde nahezu völlig
aufgehoben und so dem okklusalen Patho-
mechanismus der Dysfunktion seine Inten-
sität entzogen.
Wichtig ist
der Betrag
der abzutra-
genen Zahn-
hartsubstanz
und die Zahl
der betroffe-
nen Zähne
Abb. 14: Neu markierte und einzu-
schleifende Stellen.
Abb. 12: Die ersten markierten Vor-
kontakte im Unterkiefer (1. Schritt).
Abb. 13: Drei eingeschliffene Stellen.
Abb. 15: Eingeschliffene Stellen und eine
neu markierte Stelle.
Praxis
ZP-7-2005 25.07.2005 11:41 Uhr Seite 366
367
ZAHN PRAX 8, 7, 362-368 (2005)
Die instrumentelle Okklusionsanalyse und
das diagnostische Einschleifen kann auch zu
dem Ergebnis führen, über additive Maß-
nahmen nachdenken zu müssen.
Damit ist die diagnostische Optimierung der
statischen Okklusion abgeschlossen.
Besonders wichtig für die Entscheidung, ob
die subtraktiven Maßnahmen des diagnosti-
schen Einschleifens auch auf das lebende
Objekt übertragen werden können, ist der
Betrag der abzutragenden Zahnhartsub-
stanz. Wie viele Zähne sind in welchem
Umfang betroffen? Auch darf bei extremen
Fällen die Bißhöhe nicht zu sehr reduziert
werden. Einen ersten Hinweis, wie komplex
der Fall ist, kann die erste Sockelprobe mit
den nicht eingeschliffenen Modellen geben.
Der Betrag der abzutragenden Hartsubstanz
kann annährend bestimmt werden, indem
die Differenz der Stützstifthöhe vor und
nach dem diagnostischen Einschleifen eines
Zahnes mit dem Abstand Kondylus-Vorkon-
takt multipliziert wird und das Produkt
durch den Abstand Kondylus-Stützstift ge-
teilt wird. In diesem Zusammenhang kann
es sehr nützlich sein, eines der zu analysie-
renden Modelle als Sägemodell herstellen
zu lassen, bei dem die Seitenzähne einzeln
herausnehmbar sind. Somit können die
Zähne mit Vorkontakten entfernt werden
und nach oben genannter Rechenformel ein-
fach ermittelt werden, ob der Fall einschleif-
technisch zu lösen ist.
Es müssen grundsätzlich subtraktive gegen
additive Maßnahmen in Form von Füllun-
gen, Teilkronen oder Kronen abgewogen
und ggf. kombiniert werden.
Das diagnostische Einschleifen
bei exzentrischen Bewegungen
Man kontrolliert weiter, ob bei Laterotrusi-
ons- und Protrusionsbewegungen Kontakt-
freiheit in der Seitenzahnregion entsteht, d.
h. ob eine Front-Eckzahn-Führung oder uni-
laterale Gruppenführung vorliegt. Wenn
eine deutliche Disklusion zwischen den Sei-
tenzähnen festgestellt werden kann, sind
keine weiteren Maßnahmen nötig. Bei mini-
malem Abstand sollte man sowohl an die
Verwindungsfähigkeit des Unterkiefers, als
auch an die Kiefergelenk- und Parodontalre-
silienz denken, die im Munde ein anderes
Bild schaffen als im starren Artikulator. Die
Subtraktive
Maßnahmen
müssen gegen
additive
abgewogen
werden
Abb. 18: Jeder Molar weist 3 Kontakte
und die Prämolaren 2 Kontakte auf.
Abb. 16: Eine neu eingeschliffene Stelle
(35) und markierte tragende Höcker (47).
Abb. 17: Alle Seitenzähne weisen mul-
tiple Kontakte auf.
Abb. 19: Letzter Versuch Vorkontakte
zu markieren.
Praxis
ZP-7-2005 25.07.2005 11:41 Uhr Seite 367
368
ZAHN PRAX 8, 7, 362-368 (2005)
xxxxxx
in älterer Literatur dargestellte Auffassung,
nach der auch in diesen Positionen einge-
schliffen werden sollte, teilen wir nicht. Die
ältere Auffassung hat eher didaktische Be-
weggründe und ist der wirklichen Praxis
fern. Unsere den älteren Schriften treuen
Versuche haben dazu geführt, daß die Zähne
entstellt wurden und die gewünschte Dis-
klusion im Seitenzahnbereich im Munde
doch nicht erzielt werden konnte. Wir finden
darin eine Erklärung für das zögernde Ver-
halten der praktizierenden Zahnärzte bei der
Optimierung der Okklusion. Mit diesen
Empfehlungen, die Okklusion auch in den
Laterotrusions- und Protrusionsbewegun-
gen korrigierend zu optimieren, wurde den
Zahnärzten eine zu hohe, nicht überwindba-
re Hürde gestellt.
Für den Fall, daß bei dynamischer Okklusi-
on keine Disklusion im Seitenzahngebiet
entsteht und somit Balancekontakte oder gar
Hyperbalancen bestehen, empfehlen wir,
letztere einzuschleifen und eine Front-Eck-
zahn-Führung mit Aufbauten aus Komposit,
Keramik oder einer Krone einzustellen.
Diese Maßnahmen sind einfacher in ihrer
Durchführbarkeit und praxiserprobt [10].
Durchführung der okklusalen
Optimierung am Patienten
Dies ist die logische Konsequenz und das ei-
gentliche therapeutische Ziel. Dazu sind
aber einige Voraussetzungen zu beachten:
Aufklärung des Patienten darüber, was
im Artikulator durchgeführt und erzielt
wurde,
Aufklärung darüber, daß:
die Optimierung der Okklusion am
Patienten die minimal invasive Maßnah-
me ist,
die Zähne nur minimal beschliffen
werden und das Kariesrisiko nicht er-
höht wird,
sich diese Maßnahme an der be-
schwerdefreien Schienenokklusion ori-
entiert,
die Einwilligung des Patienten zur
Durchführung der klinischen therapeu-
tischen Optimierung der okklusalen
Funktion nötig ist.
Mit der Einschleiftherapie am Patienten
beschäftigt sich demnächst Teil II dieses
Artikels.
Ion Coca
Dr. med. dent. (IMF-Bukarest)
Dr. med. Stoma. (IMF-Bukarest), Oberarzt,
Spezialist für Prothetik (DGZPW),
Ringstrasse 12, 35041 Marburg
Literatur
1. Türp J. C., Schindler H. J.: Zum Zusammenhang zwischen Ok-
klusion und Myoarthropathien. Einführung eines integrierenden neu-
robiologischen Modells. Schweiz Monatsschr Zahnmed, 113, 965
(2003).
2. Kordaß B., Mundt T.: Instrumentelle Funktions- und Okklusions-
analyse - State-of-the-Art der diagnostischen Möglichkeiten. Teil 2:
Instrumentelle Okklusionsanalyse. Quintessenz 54, 1179 (2002).
3. Bumann A., Lotzmann U.: Funktionsdiagnostik und Therapie-
prinzipien. Thieme, Stuttgart (2000).
4. John M.: Ätiopathogenese von funktionellen Kiefergelenkerkran-
kungen unter besonderer Berücksichtigung der Okklusion. Dtsch
Zahnärztl Z 51, 441 (1996).
5. Greene C. S.: Ätiologie temporomandibulärer Störungen. Auswir-
kungen auf die Behandlung. Quintessenz 53, 757 (2002).
6. Carlsson G. E., Clark G. T., Feinmann C., Madland G., Gree-
ne C. S.: Ätiologie temporomandibulärer Störungen. Auswirkungen
auf die Behandlung. Kommentare zum Beitrag von C.S. Greene.
Quintessenz 53, 855 (2002).
7. Türp J. C.: Über-, Unter- und Fehlversorgung in der Funktions-
diagnostik und -therapie - Beispiele, Gefahren, Gründe. Teil I.
Schweiz Monatsschr Zahnmed, Vol 112, 819 (2002).
8. Türp J. C.: Ist die systematische okklusale Einschleiftherapie eine
sinnvolle Maßnahme für die Behandlung und Prävention kranioman-
dibulärer Dysfunktionen? Dtsch Zahnärztl Z 58, 612 (2003).
9. Motsch A.: Funktionsorientierte Einschleiftechnik für das natürli-
che Gebiß. Carl Hanser, München, Wien 1977
10. Kook K., Stachniss V.: Die Rekonstruktion der Eckzahnführung.
Stomatol 98, 213 (2001).
Abb. 20: Das okklusale Bild des einge-
schliffenen Unterkiefers.
Abb. 26: Sockelprobe rechts nach dem
Einschleifen negativ.
Ältere
Forschungs-
meinung
revidiert
Praxis
ZP-7-2005 25.07.2005 11:41 Uhr Seite 368
IN1riNn1icNn¡r· Ici1vi¡iUNc·zrN1iU·
rUi znnNXiz1¡icnr I·v¡nN1c¡ccir
^nU1nn¡¡r
oo±oz ÞUiNvric
Gri·nN.
1r¡rrcN ooii / zo ±o z6
1r¡rrnx ooii / zo ±o z¬
vvv.irzi.ir
Stand 25.07.2005 8:39 Uhr Seite 1
370
ZAHN PRAX 8, 7, 370-373 (2005)
Praxis
Vollkeramische Restaurationen
- Eine Übersicht
1
Sven Reich,
1
Manfred Wichmann,
2
Ulrich Lohbauer
Indizes: Vollkeramik, glasinfiltrierte Keramik,
Zirkoniumdioxid, Silikatkeramik, Rißzähigkeit,
Präparationsregeln, Schichtstärken.
Vollkeramische Restaurationen gelten als biokom-
patibel und ästhetisch. Im Bereich der kassen-
zahnärztlichen prothetischen Abrechnung gilt voll-
keramischer Zahnersatz zur Zeit als gleichartiger
Zahnersatz und ist damit Festzuschuß berechtigt.
Das Angebot der zur Verfügung stehenden kera-
mischen Materialien ist immens. Daher soll hier
eine praktische Orientierung auf diesem Sektor
gegeben werden.
D
rei Keramikarten im
Dentalbereich
1. Glas/Silikatkeramiken setzen sich aus
Quarz, Feldspat und Kaolin zusammen,
wobei der Kaolinanteil mit 0-3 Gew.%
äußerst gering ist [1]. Sie bestehen stets aus
einer amorphen Glas- und einer Kristallpha-
se. Obwohl die Transluzenz der Glasphase
durchaus von ästhetischem Vorteil ist, ist sie
anfälliger gegenüber mechanischen und che-
mischen Belastungen als die Kristallphase.
2. Glasinfitrierte Oxidkeramiken: Hier
handelt es sich um poröse Oxidkeramikgerü-
ste, die nachträglich mit Glas infiltriert (Lan-
thanglas) werden. Nach Fertigstellung ent-
halten sie neben kristallinen oxidkerami-
schen Kristallen amorphe Glasstrukturen. Es
gibt vor allem drei verschiedene glasinfiltrier-
te Oxidkeramiken, die von der Firma Vita
hergestellt werden: Vita In-Ceram Spinell
(oxidkeramischer Bestandteil: MgAl
2
O
4
),
Vita In-Ceram Alumina (Al
2
O
3
) und Vita In-
Ceram Zirkonia (2/3 Al
2
O
3
und 1/3 ZrO
2
).
Die glasinfiltrierten Oxidkeramiken sind
streng von den polykristallinen Oxidkerami-
ken zu trennen:
3. Polykristalline Oxidkeramiken aus
Al
2
O
3
bzw. ZrO
2
. Während die Silikatkera-
miken und die glasinfiltrierten Oxidkerami-
ken sowohl durch kristalline Strukturen als
auch durch amorphe Glasphasen gekenn-
zeichnet sind, handelt es sich bei den polykri-
stallinen Oxidkeramiken um dicht gepackte
kristalline Strukturen, die zu über 90 % aus
einphasigen, einkomponentigen Metalloxi-
den bestehen [1].
Belastbarkeit von Keramiken
Konventionelle Glas- / Silikatkeramiken
dienen schon seit über 30 Jahren zuverlässig
Langlebigkeit
durch adhäsi-
ve Befestigung
mittels Ver-
klebung der
Keramik mit
der Zahnhart-
substanz
Abb. 1: Einprobe des mit Glaskeramik verblendetem Zirkonoxidgerüstes (siehe auch Abb. 6).
ZP-7-2005 28.07.2005 8:09 Uhr Seite 370
371
ZAHN PRAX 8, 7, 370-373 (2005)
Praxis
als Verblendmassen. Daneben sind sie mit
einer initialen Biegefestigkeit von bis zu etwa
140 MPa für Inlays, Teilkronen, Veneers und
Einzelkronen geeignet. Voraussetzung für die
Langlebigkeit ist die adhäsive Befestigung
durch Verklebung der Keramik mit der Zahn-
hartsubstanz. Neben der Messung der reinen
initialen Biegefestigkeit sollte zur besseren
Materialcharakterisierung auch die Rißzähig-
keit K
IC
des jeweiligen Werkstoffes Beach-
tung finden. Der K
IC
-Wert bezeichnet den
Widerstand, den ein Material dem Rißfort-
schritt und damit dem Bruch entgegensetzt.
Der K
IC
für Glaskeramiken zu Verblend-
zwecken liegt im Bereich bis zu 1,4 MPa*m
1/2
[1]. Glas- und Silikatkeramiken können im
Schichtverfahren, im Preßverfahren und mit-
tels Computer unterstützter Verfahren verar-
beitet werden. Bei manchen Schichtkerami-
ken besteht aus Stabilitätsgründen eine
Indikationsbeschränkung auf Inlays, die On-
layherstellung ist damit kontraindiziert. Da-
gegen können besonders stabile Glaskerami-
ken wie z. B. die Empress 2 Gerüstkeramik
mit einer Festigkeit von 300-400 MPa und
einer Rißzähigkeit von 2,8 bis 3,5 MPa*m
1/2
zur Gerüstherstellung verwendet werden [2].
Im Fall von Empress 2 wurde die Verstär-
kung durch Erhöhung des Kristallanteils aus
länglichem Lithiumdisilikat und Lithiumor-
thophosphat erzielt. Daher ist das Material für
Kronenkappen und als Gerüstmaterial für
kleinere Endpfeilerbrücken bis zum Prämo-
larenbereich auch zur konventionellen Ze-
mentierung freigegeben. Die Zwischenglied-
spanne darf eine Prämolarenbreite nicht über-
schreiten. Das Material muß noch mit einer
Verblendkeramik, in die Fluorapatitkristalle
eingebaut sind, verblendet werden.
Die glasinfiltrierten Oxidkeramiken sind
ebenfalls Gerüstkeramiken (Abb. 2, 3) und
jeweils für die in Tab. 1 genannten Indikatio-
nen freigegeben. Bei dem Brückengerüstma-
terial In-Ceram Zirkonia gelten für die
Verbinder zwischen Pfeilerkappe und Zwi-
schenglied unterschiedliche Dimensionierun-
gen, die durch den Pfeilerabstand bestimmt
werden (Tab. 2).
Das Einhalten der Verbinderdimensionen
kann beim klinischen Einsatz auf Grund von
Platzmangel zu Problemen führen. Diese
Gerüstkeramiken können im Labor in der so
genannten Schlickertechnik oder mittels
Computer unterstützten Verfahren verarbeitet
werden.
Polykristalline Keramiken
Aus dichtgesintertem Aluminiumoxid kön-
nen Einzelkronengerüste und kleine
Brückengerüste mit einer initialen Festigkeit
von 487 bis 699 MPa und einem K
IC
von 4,5
bis 6 MPa*m
1/2
hergestellt werden.
Noch höhere Kenndaten weist Zirkoniumdi-
oxid auf, das für Brückengerüste und auch
Einzelkronen verwendet wird (Abb. 4. 5). Es
weist eine initiale Festigkeit zwischen 900
und 1300 MPa [1, 2] auf. Die geforderten
Verbinderdimensionen werden zwischen 7
und 16 mm
2
angegeben [2], wobei die mei-
sten Hersteller 9 mm
2
als Standarddimensio-
nierung eines Zwischengliedes zum Ersatz
eines Zahnes angeben. Zirkoniumdioxid
wird meist in CAD/CAM (Computer Aided
Design / Computer Aided Manufacturing)
Prozessen verarbeitet [3, 4]. Die im Vergleich
zu anderen Gerüstmaterialien hohe kritische
Rißzähigkeit K
IC
des Zirkoniumdioxid be-
trägt je nach Meßmethode und Materialvaria-
tion zwischen 5,47 ± 0,57 MPa*m
1/2
und 10
MPa* m
1/2
[1, 2, 5]. Die hohe Rißzähigkeit
wird durch die Beimischung von ca. 3 - 4
mol% Yttriumoxid erreicht. Es entstehen auf
diese Weise sogenannte teilstabilisierte, tetra-
gonale Kristallstrukturen, die sich bei Rißent-
stehung unter einer Volumenzunahme von
3-5% umwandeln und dadurch der Riß-
Tabelle 1: Techische Daten und Indikationen der glasin-
filtrierten Oxidkeramiken.
Tabelle 2: Dimensionierung des Verbinders inAbhängig-
keit der Pfeilerdistanz bei Vita In-Ceram Zirkonia
Proble-
matisch:
Einhalten der
Verbinder-
dimensionen
Angaben des Herstellers, Vita Zahnfabrik
ZP-7-2005 28.07.2005 8:09 Uhr Seite 371
372
ZAHN PRAX 8, 7, 370-373 (2005)
Praxis
ausbreitung Widerstand entgegensetzen,
bildlich gesprochen, den Riß „zuklemmen“
(Transformationsverstärkung). Theoretisch
sind beliebig große Brückenkonstruktionen
mit diesem sogenannten Y-TZP(Yttrium sta-
bilized Tetragonal Zirconia Polycrystal)
möglich. Das setzt eine entsprechende Soft-
ware, ausreichend große Rohlinge und eine
adäquate Fräsmaschine voraus (Abb. 6).
Während die adhäsive Befestigung von Glas-
keramiken durch entsprechende Konditionie-
rung mit Flußsäure und Silan ohne große Pro-
bleme möglich ist, erfordert das „Kleben“
von polykristallinen Keramiken in der Regel
eine Silikatisierung der Oberfläche.
Präparation
Glaskeramiken
Die okklusale Mindestschichtstärke der Glas-
keramik muß bei Inlays zentral 1,5 mm, bei
Höckerersatz 2 mm betragen. Bei Kronen ist
eine Stufenpräparation von 1 mm Mindest-
breite mit abgerundetem Innenwinkel ange-
zeigt. Frontzahnkronen müssen eine inzisale
Mindestschichtstärke von 1,5 mm aufweisen,
Veneers eine Schichtstärke vestibular von ca.
0,7 mm. Bei den maschinell bearbeitbaren
Keramiken soll eine zentrale okklusale Min-
destschichtstärke von 1,0 mm möglich sein
[6].
Glasinfiltrierte Oxidkeramiken
Hier bestimmen die geforderten Mindest-
schichtstärken der Gerüstmaterialien maß-
geblich den Substanzabtrag bei der Präpara-
tion:
In-Ceram Spinell: inzisal 0,7 mm;
zirkulär 0,5 mm
In-Ceram Alumina: okklusal/inzisal
0,7 mm; zirkulär 0,5 mm
In-Ceram Zirkonia: Pfeilerkappen
0,7 mm zirkulär und 1,0 mm für okklu-
sale Kanten
Einzelkappen: 0,5 mm zirkulär; 0,7 mm
okklusal.
Abgerundete Innenkanten sind natürlich
Pflicht.
Um auch noch Platz für die Verblendung zu
schaffen, müssen im Allgemeinen inzisal 2,0
mm und okklusal 1,5 mm abgetragen wer-
den.
Als Präparationsart ist eine Stufe mit abge-
rundetem Innenwinkel bei einer zirkulären
Stufenbreite von 1,0 mm ideal. Bei geringe-
rem Platzangebot ist auch eine Hohlkehl-
präparation möglich.
Polykristalline Oxidkeramiken
Für Zirkonoxid-Brückengerüste wird mei-
stens eine Mindestschichtstärke von 0,5 mm
empfohlen, bei einigen Systemen (z. B.
LAVA, 3M ESPE) ist bei Einzelkronen im
Frontzahnbereich eine Gerüstschichtstärke
von 0,3 mm möglich.
Auch hier ist eine Stufenpräparation oder klar
definierte Hohlkehlpräparation gefordert, ei-
nige Systeme erlauben allerdings auch eine
partielle Tangentialpräparation, beispielswei-
se bei Pfeilerkippung oder zum Fassen tiefer
Aufbaufüllungen.
Ästhetik
Auf Grund ihres amorphen Glasanteils wei-
sen die Glaskeramiken die höchste Translu-
zenz auf [7]. Bei glasinfiltrierten Oxidkera-
miken sind die Spinellgerüste am transluzen-
testen [7]. Die In-Ceram Zirkonia Gerüste
Glaskera-
miken weisen
die höchste
Transluzenz
auf
Abb. 2: Gerüsteinprobe Einzelkrone und
Brückengerüst, Material: Glas infiltrierte Oxid-
keramik (Vita In-Ceram Zirkonia, Vita Zahn-
fabrik, Bad Säckingen), hergestellt mit dem
CAD / CAM System Digident (Digident GmbH,
Pforzheim)
Abb. 3: Vollkeramische Brücke, bestehend aus
einer Glas infiltrierten Oxidkeramik als Gerüst-
material (Vita In-Ceram Zirkonia), hergestellt
mit dem CAD/CAM System Inlab (Sirona, Bens-
heim) und glaskeramischer Verblendung.
ZP-7-2005 28.07.2005 8:09 Uhr Seite 372
373
ZAHN PRAX 8, 7, 370-373 (2005)
Praxis
sind von opakem Charakter und daher für
Frontzähne nur eingeschränkt empfehlens-
wert. Beim Zirkonoxid ist die Farbgebung
stark abhängig von der Gerüststärke und den
Einfärbemöglichkeiten [2]. Die Transluzenz
ist dabei, wie bei anderen Keramiken auch,
von der Schichtstärke abhängig. Verschiede-
ne Systeme bieten zusätzlich eine Einfär-
bemöglichkeit der Gerüste, denen auf diese
Weise bereits eine entsprechende Grundfarbe
nahe der gewünschten Zahnfarbe gegeben
werden kann.
Gerade die Möglichkeiten zur Bearbeitung
hochfester Keramiken wie ZrO
2
erweitert das
Indikationsspektrum des vollkeramischen
Zahnersatzes. Neben den Standardversor-
gungen der Kronen- und Brückentechnik
sind auch Primärteleskope und Klebebrücken
möglich. Während für konventionelle Ver-
blendkeramiken und adhäsiv zu befestigende
Glaskeramikrestaurationen gut dokumentier-
te klinische Langzeitstudien vorliegen [8, 9,
10, 11, 12, 13], sind die bisherigen Ergebnis-
se hinsichtlich Brückenversorgungen mit den
neuen polykristallinen Oxidkeramiken zwar
ermutigend [2, 14, 15], müssen diese jedoch
durch klinische Langzeitbeobachtungen
[2, 16] bestätigt werden. Dazu kommt, daß
sich die verfügbaren Materialien häufig in
Zusammensetzung und Verarbeitungsprozeß
unterscheiden, also die Ergebnisse mit Syste-
men unterschiedlicher Hersteller nicht auf die
gesamte Stoffgruppe übertragbar sind.
1
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-
Nürnberg, Poliklinik für Zahnärztliche
Prothetik und Werkstoffkunde,
Direktor: Prof. Dr. M. Wichmann
2
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-
Nürnberg, Poliklinik für Zahnerhaltung und
Parodontologie,
Direktor: Prof. Dr. A. Petschelt
Korrespondenzadresse
PD. Dr. S. Reich
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-
Nürnberg, Poliklinik für Zahnärztliche
Prothetik und Werkstoffkunde,
Direktor: Prof. Dr. M. Wichmann,
Glückstr. 11, 91054 Erlangen
Literatur
beim Verlag erhältlich
Danksagung
Die gezeigten klinischen Arbeiten wurden mit Unterstüt-
zung der Firmen Sirona Dental Systems (Bensheim), Vita
Zahnfabrik (Bad Säckingen), Girrbach Dental (Pforz-
heim), 3M Espe (Seefeld, Obb.) und DCS Dental (Kelk-
heim) hergestellt. Großer Dank gilt auch Herrn Zahntech-
nikermeister Joachim Hofmann, in dessen Händen die
Verblendungen der Gerüste mit den jeweiligen entspre-
chend darauf abgestimmten Verblendkeramiken lag.
Bearbeitung
hochfester
Keramiken
erweitert das
Indikations-
spektrum des
vollkera-
mischen
Zahnersatzes
Abb. 4: Gerüsteinprobe, Material: Yttrium stabi-
lisiertes Zirkonoxid (Lava Frame, 3M Espe, See-
feld), hergestellt mit dem CAD/CAM System
Lava (3M Espe).
Abb. 5: Vollkeramische Brücke bestehend aus
einem Yttrium stabilisiertem Zirkonoxidgerüst
und glaskeramischer Verblendung (Lava-
System, 3M Espe, Seefeld)
Abb. 6: Yttrium stabilisiertes Zirkon-
oxidgerüst, hergestellt mit dem CAD /
CAM System DCS (DCS Dentalsysteme,
Kelkheim) für eine Quadranten-
sanierung 11, 12, 13 -17. Das DCS
System bietet entsprechend große
Rohlinge und Software standardmäßig
an. Das Gerüst muß noch aus dem Block
herausgetrennt, aufgepaßt und ausge-
arbeitet werden.
ZP-7-2005 28.07.2005 8:09 Uhr Seite 373
374
ZAHN PRAX 8, 7, 374-379 (2005)
Myoarthropathien des Kausystems
V- Kiefergelenkgeräusche:
Knacken und Reiben
Jens C. Türp, Hans J. Schindler
Indizes: Kiefergelenke, Funktion, Behandlungsbedarf,
Überdiagnostik, Übertherapie
Kiefergelenkgeräusche, allen voran das Kiefergelenk-
knacken, sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Zahnärzte
und Patienten sind gut beraten, diese akustischen Phäno-
mene als Variation der Normalität zu werten, die in der
Regel keiner Therapie bedürfen.
D
as bei Bewegungen des Unterkiefers
mit Abstand am häufigsten auftreten-
de Kiefergelenkgeräusch ist ein Knacken.
Reibegeräusche werden dagegen ver-
gleichsweise selten angetroffen.
Prävalenz
Kiefergelenkgeräusche sind in der Bevölke-
rung weit verbreitet. In einer arbeitsmedizi-
nischen Untersuchung berichteten von
6.718 gesunden, zwischen 16 und 46 Jahre
alten Personen 1.348 (20,1%) über Knacken
oder Reiben in den Kiefergelenken [9]. Pal-
pieren konnte man Geräusche bei 818 der
Untersuchten (12,2%). Eine Auskultation
mit einem Stethoskop ergab dagegen bei
4.830 Personen (71,9%) der Fälle einen po-
sitiven Befund. Mittels Phonogrammen
konnten in einer zufällig ausgewählten Un-
tergruppe sogar bei 89 von 106 Personen
(84 %) Gelenkgeräusche festgestellt wer-
den. Diese Ergebnisse zeigen stellvertretend
für viele andere Studien, daß
1. Kiefergelenkgeräusche bereits bei ge-
sunden Personen eine hohe Prävalenz
aufweisen;
2. die jeweils festgestellte Prävalenz von
Gelenkgeräuschen stark von der Art der
Befundung abhängt.
Kiefergelenkgeräusche, vor allem Knacken,
sind durch eine starke Fluktuation über die
Zeit gekennzeichnet [5, 7]. So ist ein Ge-
lenkknacken nicht selten über eine gewisse
Zeit hinweg deutlich zu hören, „um nach
kürzerer Zeit wieder zu verschwinden, ohne
ernstliche Beschwerden hervorzurufen“ [6].
Patienten selbst messen Gelenkgeräuschen
in der Regel nur eine geringe Bedeutung bei
[12].
Knackgeräusche
Die häufigste Ursache von Kiefergelenk-
geräuschen im Allgemeinen und Knack-
geräuschen im Speziellen ist eine Lagever-
änderung des Discus articularis nach
anterior - zusätzlich oft auch nach medial
oder lateral [2]. Eine einseitig vorliegende
anteriore Diskuslage führt dazu, daß bei der
Abb. 1: Palpation der Kiefergelenke zur Erfassung von Gelenkgeräuschen.
A: Ausgangsposition: Geschlossener Kiefer der Patientin; Zeige- und Mittelfinger
des Untersuchers liegen ohne Druck über beiden Kiefergelenken.
B: Patientin öffnet und schließt den Unterkiefer langsam.
Praxis
ZP-7-2005 25.07.2005 11:50 Uhr Seite 374
375
ZAHN PRAX 8, 7, 374-379 (2005)
Kieferöffnung der sich nach vorne-unten be-
wegende Kondylus der betroffenen Seite
auf den hinteren Anteil des weiter vorne be-
findlichen Diskus trifft und dadurch in sei-
ner weiteren Bewegung vorübergehend un-
terbrochen wird, während der kontralaterale
Kondylus seinen Weg ungebremst fortsetzt.
Aufgrund des mechanischen Hindernisses
schwingt die Unterkiefermitte auf die ipsila-
terale Seite. Bei weiterer Kieferöffnung
springt der ipsilaterale Kondylus, der im
Vergleich zum kontralateralen Kondylus in
seiner Bewegung zurückgeblieben ist, ruck-
artig über den Hinterrand des Diskus (Repo-
sition). Dieses Aufspringen des Kondylus
auf den Diskus ist mit einem meist hörbaren,
zumindest aber gut palpierbaren Knack-
geräusch (sog. intermediäres Knacken)
verbunden („Diskusverlagerung mit Repo-
sition“). Der Unterkiefer schwingt wieder in
die Mitte zurück (Abb. 2A). Diese korrigier-
te Unterkieferabweichung wird als Devia-
tion bezeichnet.
Im Gegensatz dazu kommt es bei Vorliegen einer auch
bei weiter Kieferöffnung verbleibenden anterioren
Diskuslage („Diskusverlagerung ohne Reposition“)
bei fortschreitender Kieferöffnung zu einer zuneh-
menden Unterkieferabweichung zur betroffenen (ipsi-
lateralen) Seite (unkorrigierte Unterkieferabweichung
= Deflexion) (Abb. 2C).
Nicht bei allen Personen, die eine „Diskus-
verlagerung mit Reposition“ aufweisen, ist
eine Deviation erkennbar (Abb. 2B). Ein
entscheidender Faktor ist die Geschwindig-
keit, mit der die Kieferöffnung erfolgt: bei
rascher Öffnungsbewegung ist die Wahr-
scheinlichkeit, daß der Weg der unteren
mittleren Schneidezähne gerade verläuft,
größer als bei langsamer Öffnung.
Ein beim Schließen des Kiefers auftretendes Knack-
geräusch findet typischerweise kurz vor Erreichen der
maximalen Interkuspidation statt (sog. terminales
Knacken; zusammen mit dem intermediären
Knacken spricht man auch von „reziprokem
1
Knacken“) (Abb. 2A, 2B). Jedoch ist dieses Geräusch
nicht immer vorhanden.
1
reziprok = wechselseitig
Abb. 2: Schematische Darstellung des
typischen Weges der unteren mittleren
Schneidezähne bei Kieferöffnungsbewe-
gungen in Abhängigkeit verschiedener
Diagnosen und unter Berücksichtigung
von Kiefergelenkgeräuschen. Großer
Pfeil: Knackgeräusch; Straße kleiner
Punkte: Reibegeräusche. Die kleinen
Pfeile geben die typische Lage des
Knackgeräuschs bei der Schließbewe-
gung an.
A/B: Anteriore Diskusverlagerung mit
Reposition bei Kieferöffnung: Öff-
nungsknacken in der Anfangs- oder
mittleren Phase der Kieferöffnungsbe-
wegung, typischerweise begleitet von
einer Deviation der Unterkiefermitte
zur ipsilateralen Seite (A), bisweilen
aber auch ohne eine solche (B). Spätes,
d.h. in der Endphase der Kieferschließ-
bewegung stattfindendes
Schließknacken. Dieses ist in der Regel
Gelenk-
geräusche
sind unbe-
ständig
weniger laut als das Öffnungsknacken; nicht selten ist kein Schließknacken festzu-
stellen. C: Anteriore Diskusverlagerung ohne Diskusreposition bei Kieferöffnung:
Kein Knacken, aber häufig Patientenbericht eines zu einem früheren Zeitpunkt
vorhandenen Knackens. Klinischer Befund: Bei Kieferöffnung zunehmende
Abweichung zur betroffenen (ipsilateralen) Seite (Deflexion). D: Arthrose: unregel-
mäßige Kieferöffnungs- und Schließbewegung; Krepitationsgeräusche.
E: Formabweichung der knöchernen Gelenkstrukturen: Öffnungs- und
Schlußknacken tritt immer an derselben Stelle der Unterkiefer-Bewegungsbahn auf.
Praxis
ZP-7-2005 25.07.2005 11:50 Uhr Seite 375
376
ZAHN PRAX 8, 7, 374-379 (2005)
Auch andere Ursachen für knackartige
Geräusche sind möglich, so unter anderem
[10]:
Formveränderungen der hartgewebigen
Gelenkstrukturen, z. B. begrenzte knö-
cherne Auftreibungen (Abb. 2E);
veränderte Strömungsverhältnisse der
Synovialflüssigkeit im Kiefergelenk.
Heute wird immer häufiger angezweifelt,
daß schmerzfreie Knackgeräusche als ein
therapiebedürftiges MAP-Symptom gewer-
tet werden sollten [7, 14].
„I am thinking about the clicking joint. Is
that interesting? Not at all! A clicking joint
without pain - who cares?“ [3].
Allerdings ist diese Sichtweise nicht neu:
„Ich kenne einige Menschen mit Kieferge-
lenkknacken, die dieses unangenehme Lei-
den mit der Zeit verloren haben. Ich will
aber nicht leugnen, daß es vielleicht auch
einmal ein ernstes Krankheitssymptom sein
könnte, sicherlich ist das sehr selten.“ [15].
Reibegeräusche
Reibegeräusche (Krepitation) sind meist
klinische Zeichen einer Gelenkarthrose.
Diese degenerative Gelenkerkrankung ist
pathogenetisch durch Knorpeldestruktion
und teils destruktiv-regressive, teils reparati-
ve strukturelle Veränderungen am gelenk-
bildenden Knochen gekennzeichnet (Tabel-
le 1).
Die arthrosebedingten Umbauvorgänge
führen zu einer Aufrauhung der oberflächli-
chen Gelenkstrukturen. Als Folge können
bei Kieferbewegungen reibende Geräusche
auftreten. Allerdings sind nicht in jedem ar-
throtisch veränderten Gelenk Krepitations-
geräusche vorhanden, und andererseits kön-
nen Reibegeräusche auch in arthrosefreien
Kiefergelenken vorkommen.
Klinik der Kiefergelenk-
geräusche
Klinisch lassen sich Kiefergelenkgeräusche
am besten beurteilen, wenn sich der Unter-
sucher hinter den im Zahnarztstuhl sitzen-
den Patienten stellt, seine Mittel- und Zeige-
finger gleichzeitig und ohne Druck über
beide Kiefergelenke legt und den Patienten
bittet, die Kiefer langsam zu öffnen und zu
schließen (Abb. 1A,B).
Typische mit Gelenkgeräuschen in Verbin-
dung stehende Befunde sind in Abbildung 2
zusammengefaßt.
Aufgrund der Schallleitung über die Luft
und den Knochen ist bei Kiefergelenkgeräu-
schen, vor allem bei Knacken, eine exak-
te Seitenlokalisation meist schwierig bis
unmöglich [16]. So fühlt sich für einen
Untersucher ein bei Kieferöffnung oder
-schluß auftretendes einseitiges Kieferge-
lenkknacken in der Regel so an, als ob die-
ses Geräusch mit gleicher Lautstärke und
zur gleichen Zeit in beiden Kiefergelenken
vorhanden wäre. Dies liegt daran, daß ein
einseitiges Knackgeräusch das kontralate-
rale Kiefergelenk (durch die Gewebe im
Kopfbereich gefiltert) mit einer Verzöge-
rung von durchschnittlich 0,7 msec erreicht
(Spanne: 0,2 - 1,2 msec). Dieser geringe Un-
terschied kann mittels Auskultation aber
nicht wahrgenommen werden [19, 20, 22].
Daher ist man auf den Bericht des Patienten
angewiesen.
„Es kann dieser Zustand einseitig und dop-
pelseitig auftreten. Im ersten Falle ist es
manchmal nicht ganz leicht, die erkrankte
Seite durch Betastung zu erkennen, weil die
gute Schalleitung an der Schädelbasis das
Knacken auch auf den die gesunde Seite ab-
tastenden Finger überträgt. Mehrfache Un-
tersuchungen und die Berücksichtigung der
subjektiven Beschwerden des Kranken er-
möglichen aber eine bestimmte Diagnose.“
[4].
In der Regel sind die Patientenangaben zur
Lokalisation des Knackgeräusches zuver-
lässig. Objektivierbare Ergebnisse - auch
hinsichtlich einer genaueren Unterschei-
dung zwischen Knacken und Reiben sowie
Knorpeldestruktion
Höhenabnahme des Knorpelgewebes
Spaltbildung am Gelenkknorpel
Knochenveränderungen
destruktiv-regressiv: Knochenabschliff (plane Gelenk-
flächen)
reparativ: Osteophytenbildung
Tabelle 1: Strukturelle Veränderungen an den
Gelenkoberflächen bei Arthrose [8]
Exakte
Seiten-
lokalisation
der Knack-
geräusche ist
in der Regel
schwierig
Praxis
ZP-7-2005 25.07.2005 11:50 Uhr Seite 376
Stand 08.07.2005 9:44 Uhr Seite 1
378
ZAHN PRAX 8, 7, 374-379 (2005)
von Unterscheidungen innerhalb dieser
Phänomene [17, 18] - lassen sich mit Hilfe
elektronischer Aufzeichnungen der Kiefer-
bewegungen (Axiographie) und der Geräu-
sche erzielen (Sonographie). Allerdings sind
solche diagnostischen Maßnahmen nicht
therapierelevant. Sie dienen eher der Doku-
mentation oder der Verlaufskontrolle der
Geräuschphänomene.
Therapiebedarf bei Kiefer-
gelenkgeräuschen?
Schon seit der Frühphase der wissenschaft-
lich orientierten Zahnmedizin wurden Kie-
fergelenkgeräusche, vor allem das Gelenk-
knacken, vielfach als behandlungsbedürftig
angesehen. Abhängig von dem jeweiligen
Stand des zahnmedizinischen Erkenntnis-
stands wurde im Laufe der Zeit eine Viel-
zahl von Behandlungen empfohlen.
„Junge schwächliche Mädchen empfinden
manchmal ein schmerzhaftes Schnappen
des Kiefers beim Schließen des Mundes
durch unregelmäßige Lagerung des Zwi-
schenknorpels in dem erweiterten Gelenke.
In diesen Fällen muß man durch stärkende
Arzneien der Atonie entgegenzuwirken su-
chen. Helfen die Einreibungen von Liquor
Ammonii nicht, so empfahl schon Bromfield
für diese Fälle den Gebrauch von Blasen-
pflaster.“ [11].
Nicht selten wurde zur Durchführung chir-
urgischer Maßnahmen geraten. Grund dafür
war unter anderem die heute als falsch ange-
sehene Annahme, daß ein Kiefergelenk-
knacken regelhaft die erste Stufe in einer
Kaskade darstelle, die in einer schweren Ar-
throse der Kiefergelenke ende. Heute weiß
man, daß dies nicht der Fall ist [5, 7]. Viel-
mehr hat man erkannt, daß Knackgeräusche
kein obligates Zeichen einer Arthropathie
oder einer „Dysfunktion“ [9] und damit in
der Regel keine Indikation für eine Behand-
lung darstellen.
Eine mögliche Ausnahme stellt ein persistie-
rendes Knacken dar, das sehr laut ist und
den Patienten in seinem psychosozialen
Wohlbefinden nachhaltig stört. Über einen
Behandlungsbedarf zu diskutieren ist auch
bei solchen Personen, die aus Angst vor den
Knackphänomenen bei ihren funktionellen
Kieferbewegungen Anpassungsmuster ent-
wickeln (Ausweichbewegungen zwecks
Umgehung des Knackens) und dabei ihre
physiologische Bewegungskapazität nicht
mehr ausschöpfen.
Auch Reibegeräusche bedürfen in der Regel
keiner Behandlung. Stattdessen gilt der
Grundsatz, daß diese akustischen Phänome-
ne - und damit auch die Fälle, in denen der
Discus articularis des Kiefergelenks keine
lehrbuchgemäße Lage einnimmt - als Varia-
tion der Normalität zu werten sind. Eine sol-
che Sichtweise geht mit der in der Orthopä-
die üblichen Einschätzung von Gelenk-
geräuschen einher [13]. Dort gilt die Regel,
daß der alleinige Befund einer anatomische
Abweichung von lehrbuchhaften Verhält-
nissen - wie sie beispielsweise im Bereich
der Wirbelsäule mit einer hohe Prävalenz
vorkommen [1, 21] - im Gegensatz zu ange-
borenen Deformitäten (z. B. sehr stark aus-
geprägte Skoliose) keine Indikation für the-
rapeutische Interventionen darstellen. Be-
zeichnend ist in diesem Zusammenhang,
daß in orthopädischen Lehrbüchern [z. B. 8]
Gelenkgeräusche keine Erwähnung finden.
Fazit für die Praxis
Der in der Orthopädie gültige Grund-
satz, daß Gelenkgeräusche als Variation
der Norm zu werten sind, gilt ebenso für
Kiefergelenkgeräusche.
Die häufigste Ursache von Kieferge-
lenkknacken ist eine anteriore Lage des
Discus articularis.
Knackgeräusche in den Kiefergelenken
ohne weitere Symptome (Schmerzen)
sind weder eine Indikation für eine wei-
tergehende Diagnostik noch für eine
Therapie.
Die Anfertigung von Magnetresonanz-
tomogrammen bei Kiefergelenkknacken
kann als Überdiagnostik gewertet wer-
den.
Reibegeräusche in den Kiefergelenken
sind meist ein klinisches Zeichen einer
Arthrose. Reiben ohne weitere Sympto-
me (Schmerzen) ist keine Indikation für
eine Therapie.
Schmerzfreies
Knacken
bedarf keiner
Therapie
Praxis
ZP-7-2005 25.07.2005 11:54 Uhr Seite 378
ZAHN PRAX 8, 7, 374-379 (2005)
Liegen neben Kiefergelenkgeräuschen
von Patienten berichtete Kiefergelenk-
schmerzen vor, so bestimmt die
Schmerzsymptomatik den weitergehen-
den Diagnostik- und Therapiebedarf.
Dr. med. dent. Hans J. Schindler
Hirschstr. 105
D-76137 Karlsruhe
Priv.-Doz. Dr. med. dent.
Jens C. Türp
Klinik für Rekonstruktive Zahnme-
dizin und Myoarthropathien, Uni-
versitätskliniken für Zahnmedizin
Universität Basel
Hebelstr. 3, CH-4056 Basel
Literatur
1. Boden S. D., Davis D. O., Dina T. S., Patronas N. J., Wiesel S. W.:
Abnormal magnetic-resonance scans of the lumbar spine in asympto-
matic subjects. Aprospective investigation. J Bone Joint Surg [Am] 72,
403-408 (1990).
2. Elfving L., Helkimo M., Magnusson T.: Prevalence of different
temporomandibular joint sounds, with emphasis on disc-displacement,
in patients with temporomandibular disorders and controls. Swed Dent
J 26, 9-19. (2002).
3. Hansson T. L.: Vortrag am 22.Februar 1996 in Chicago auf dem Jah-
restreffen der American Equilibration Society.
4. Konjetzny G. E.: Die Behandlung der habituellen Luxation, der so-
genannten habituellen Subluxation des Unterkiefers und des Kieferge-
lenkknackens. Zentrabl Chir 56, 3018-3023 (1929).
5. Könönen M., Waltimo A., Nyström M.: Does clicking in adoles-
cence lead to painful temporomandibular joint locking? Lancet 347,
1080-1081 (1996).
6. Lanz O.: Discitis mandibularis. Zentralbl Chir 36, 289-291 (1909).
7. Magnusson T., Egermark I., Carlsson G. E.: Alongitudinal epide-
miologic study of signs and symptoms of temporomandibular disorders
from 15 to 35 years of age. J Orofac Pain 14, 310-319. (2000).
8. Niethard F. U., Pfeil J.: Orthopädie. 4. Aufl. Thieme, Stuttgart 2003,
S. 184-185.
9. Pöllmann L.: Sounds produced by the mandibular joint in a sample
of healthy workers. J Orofac Pain 7, 359-361 (1993).
10. Prinz J. F.: Physical mechanisms involved in the genesis of tem-
poromandibular joint sounds. J Oral Rehabil 25, 706-714 (1998).
11. Stromeyer L.: Handbuch der Chirurgie. Herder'sche Verlagsbuch-
handlung, Freiburg i. Br. 1844, S. 608-609.
12. Sümnig W.: Untersuchungen zur klinischen Wertigkeit von
Geräuschphänomenen des Kiefergelenks. Zahn Mund Kieferheilkd 75,
790-794 (1987).
13. Türp J. C., Strub J. R.: Gelenkgeräusche aus der Sicht der Or-
thopädie - eine Fragebogenstudie unter Lehrstuhlinhabern. Dtsch
Zahnärztl Z 51, 345-349 (1996).
14. Türp J. C.: Diskusverlagerungen neu überdacht. Dtsch Zahnärztl Z
53, 369-373 (1998).
15. Wallisch W.: Zur makroskopischen Anatomie des Kiefergelenkes.
Bemerkungen zum Aufsatz von Prof. Bauer: Anatomische und mikro-
skopische Untersuchungen über das Kiefergelenk in H. 18, 20 und 21,
1932, dieser Zeitschrift. Z Stomatol 31, 101- 102 (1933).
16. Watt D. M.: Clinical applications of gnathosonics. J Prosthet Dent
16, 83-95 (1966).
17. Widmalm S. E., Williams W. J., Adams B. S.: The wave forms of
temporomandibular joint sound clicking and crepitation. J Oral Rehabil
23, 44-49 (1996).
18. Widmalm S. E., Williams W. J., Christiansen R. L., Gunn S. M.,
Park D. K.: Classification of temporomandibular joint sounds based
upon their reduced interference distribution. J Oral Rehabil 23, 35-43
(1996).
19. Widmalm S. E., Williams W. J., Yang K. P.: False localization of
TMJ sounds to side is an important source of error in TMD diagnosis. J
Oral Rehabil 26, 213-214 (1999).
20. Widmalm S. E., Williams W. J., Ang B. K., McKay D. C.: Loca-
lization of TMJ sounds to side. J Oral Rehabil 29, 911-917 (2002).
21. Wood K. B., Garvey T. A., Gundry C., Heithoff K. B.: Magnetic
resonance imaging of the thoracic spine. Evaluation of asymptomatic
individuals. J Bone Joint Surg [Am] 77, 1631-1638 (1995).
22. Yang K. P., Koh K. H., Williams W. J., Widmalm S. E., Djurd-
janovic D.: Bilateral sound propagation characteristics in electronic
TMJ sound recording. Biomed Sci Instrum 35, 181-186. (1999).
K.S.I.-Bauer-Schraube
Eleonorenring 14 · 61231 Bad Nauheim
Tel. 0 60 32/3 19 11 · Fax 0 60 32/45 07
0482
K.S.I.-Bauer-
Schraubenimplantat
K.S.I.-Bauer-
Schraubenimplantat
·
primärstabil
·
sofortbelastbar
·
minimalinvasiv
·
transgingival
·
einfach
·
preiswert
Neu aus dem Hause K.S.I.:
Das einteilige Kugelkopf-
implantat zur sofortigen
Versorgung des
unbezahnten Kiefers.

K
lic
k
u
n
d
d
ie

P
r
o
t
h
e
s
e
s
it
z
t

ZP-7-2005 25.07.2005 11:54 Uhr Seite 379
380
ZAHN PRAX 8, 7, 380-381 (2005)
Konventionell keramisch
verblendbare Goldlegierungen
mit goldgelber Farbe
Rudolf Wagner
Indizes: Aufbrennlegierung, Biolegierung, gelbe
Farbe.
Ein hohes Maß an Biokompatibilität und ausge-
zeichnete ästhetische Gestaltungsmöglichkeiten
waren schon immer die wichtigsten Gründe für
den Wunsch von Zahnärzten und Zahntechnikern,
möglichst gelbe Dentallegierungen für prothetische
Versorgungen zur Verfügung zu haben.
M
it Legierungen auf der Basis von
Gold ist dies um so besser zu errei-
chen, je weniger Platinmetalle, insbesonde-
re Palladium und Platin, der Basis Gold zu-
legiert werden. Der Grund dafür liegt in der
stark entfärbenden Wirkung dieser Platin-
gruppenmetalle auf die Basis Gold.
Dabei darf jedoch nicht außer Acht gelassen
werden, daß die Platingruppenmetalle letzt-
lich entscheidend sind für eine hohe Brenn-
stabilität, eine ausreichende Festigkeit und
eine optimale Gefügestruktur bei gleichzei-
tiger Gewährleistung einer sehr guten Kor-
rosions- und Anlaufbeständigkeit. Korrosi-
ons- und Anlaufbeständigkeit sind dabei
direkt mit der Biokompatibilität eines Werk-
stoffes verknüpft.
Als Folge einer vor etwa zehn Jahren aufge-
kommenen Diskussion geriet das Palladium
nicht nur als Basismetall, sondern auch als
Bestandteil von Goldlegierungen ins Kreuz-
feuer der öffentlichen Kritik. Trotz zahlrei-
cher positiver Einflußfaktoren auf die Kor-
rosionsbeständigkeit und die Verarbeitungs-
eigenschaften wurde die Forderung nach
palladiumfreien Werkstoffen am Markt
immer lauter. In der Folge führte dies zu der
Entwicklung einer Vielzahl von Legierun-
gen, die kein Palladium mehr enthielten.
Obwohl nicht unbedingt von Vorteil für ver-
schiedene Eigenschaften solcher Legierun-
gen, kam dieser Trend der Forderung nach
gelben Legierungen wesentlich entgegen,
da das Palladium - wie oben erwähnt - be-
reits in geringen Mengen die Goldlegierun-
gen stark entfärbt.
Auch andere Bestandteile von Aufbrennle-
gierungen sind im Zuge des vermehrten öf-
fentlichen Interesses um das Palladium ins
Gerede gekommen, zum Beispiel das Kup-
fer, das gerne als Zusatz verwendet wird,
weil es aufgrund seiner rötlichen Eigenfarbe
zur Intensivierung des warmen Legierungs-
farbtones beiträgt. Darüber hinaus ist es für
eine sehr gute Aushärtbarkeit sowie eine
hohe Festigkeit entsprechender Legierun-
gen verantwortlich. Gewisse Nachteile, die
mit Kupfer als Bestandteil von Goldlegie-
rungen verbunden sind, muß man im techni-
schen Bereich suchen. So führt Kupfer bei
Goldaufbrennlegierungen zu dunklen Oxid-
schichten, die an dünn auslaufenden Kera-
mikbereichen ästhetisch unbefriedigende
dunkle, zum Teil auch grünliche Ränder er-
zeugen können.
Ebenso besteht die Möglichkeit, daß bei Te-
leskoparbeiten aus diesen Legierungen mit-
unter feine Schleifriefen an Primär- und Se-
kundärteilen entstehen. Diese wirken wie
lang gezogene offene Porositäten und kön-
nen bei entsprechenden Verhältnissen über
die Ausbildung eines Belüftungselements
zu bräunlichen oder schwarzen Verfärbun-
gen und Belägen führen. Diese sind zwar
gesundheitlich nicht bedenklich, stellen je-
doch eine gravierende ästhetische Beein-
trächtigung dar.
Die Summe dieser teils vermeintlichen und
teils auch begründeten Nachteile bestimm-
ter Legierungsbestandteile führte zu der
Entwicklung einer Vielzahl von Legierun-
gen, die weder Palladium noch Kupfer ent-
halten und in den letzten Jahren als mehr
oder weniger intensiv gelbe Bio-Legierun-
gen auf den Markt gekommen sind. Vorran-
Wichtige
Bestandteile
von Gold-
legierungen
sind die
Platin-
gruppen-
metalle
Markt-
übersicht
ZP-7-2005 25.07.2005 11:59 Uhr Seite 380
ZAHN PRAX 8, 7, 380-381 (2005)
giges Ziel bei allen Entwicklungsarbeiten
solcher gelber Aufbrennlegierungen war es,
die Brennstabilität der Legierungen so weit
wie möglich anzuheben bei gleichzeitiger
Erhaltung einer möglichst gelben Legie-
rungsfarbe.
Die Vielfalt der auf dem Markt erhältlichen
gelben Aufbrennlegierungen erklärt sich aus
den besonderen Anforderungen für eine in-
dikationsgerechte und Versorgung.
Durch den Einsatz von Legierungsbestand-
teilen, die bis dahin bei Goldlegierungen
eher nicht gebräuchlich waren (z. B. Man-
gan, Niob, Tantal, Wolfram, Titan), konnten
beachtliche Erfolge erzielt werden. Es ent-
stand eine ganze Reihe ausgezeichnet verar-
beitbarer und bioverträglicher gelber Auf-
brennlegierungen. Sie sind für keramisch
verblendete Brücken kleiner und mittlerer
Spannweite problemlos verwendbar. Da je-
doch keine dieser gelben Aufbrennlegierun-
gen in Bezug auf die erreichbare Brennsta-
bilität an die klassischen, Palladium enthal-
tenden, weißen Aufbrennlegierungen heran-
reicht, muß bereits bei der Gerüstgestaltung
an eine etwas stabilere Modellation der Ar-
beit gedacht werden. Sehr oft empfiehlt sich
bei Gerüsten aus diesen Legierungen auch
die Abstützung mit einem individuellen
Brennträger z. B. aus einer temperaturstabi-
len, phosphatgebundenen Löteinbettmasse.
Die bisherige Erfahrung mit diesen gelben
Legierungen zeigt jedoch, daß der beschrie-
bene Nachteil in der Praxis eher von unter-
geordneter Bedeutung zu sein scheint. Dies
liegt mit Sicherheit auch daran, daß fast alle
modernen, konventionellen Verblendkera-
miken, die in den letzten Jahren auf den
Markt gekommen sind, im Vergleich zu äl-
teren Verblendkeramiken deutlich reduzier-
te Brenntemperaturen (ca. 870°C bis 920°C)
aufweisen.
Prof. Dr. Rudolf Wagner
Entwicklung und Anwendungstechnik
Heimerle + Meule GmbH
Dennigstr. 16, 75179 Pforzheim
* Zur Frage der Legierungsauswahl, auch unter dem
Aspekt der Korrosionsfestigkeit (nach dem Medizin-
produkte-Gesetz ist die Auswahl Pflicht des Zahnarz-
tes!), wird in der ZAHNARZT& PRAXIS demnächst
ein ausführlicher Artikel erscheinen.
* Anm. d. Red.
Kupferzusatz
garantiert
gute Aus-
härtung und
Festigkeit
Moderne
Verblend-
keramiken
zeichnen
sich durch
reduzierte
Brenntem-
peraturen aus
everStick
®
Post
der erste „individuelle“ Glasfaserstift
kann nach Bedarf angepaßt werden.
everStick
®
Verstärkungsfasern
dienen als Verstärkung und Gerüst für alle Kunststoffe.
Sie ermöglichen intraorale Komposit-Brücken, laborgefertigte Brücken-
und Maryland-Kleberestaurationen. Auch die einfache Verstärkung
von Provisorien und Prothesenbasen ist so möglich.
PMMA-beschichtete und in lichthärtendes
Komposit eingebettete formbare Glasfaserbündel
in 3 Stift-Durchmessern.
Leicht an jede Kanalform adaptierbar. Formen und anpassen, aushärten,
zementieren und aufbauen. Aufbau, Stift und Dentin verbinden
sich chemisch = eine spaltfreie Restauration mit höchster Retention.
POSTFACH 10 08 29, D- 51308 LEVERKUSEN
TELEFON: 0 2171/70 66 70, FAX: 0 2171/ 70 66 66
e- mail: info@loser.de
®
LOSER & CO
öfter mal was Gutes...
0.9 mm
1.2 mm
1.5 mm
www.sticktech.com
Neben everStick
®
C&B Faserbündeln
steht mit everStick
®
NET
ein Material zur Verstärkung von
Kronengerüsten und mit
everStick
®
PERIO eine
Schienungsfaser für gelockerte
Zähne zur Verfügung.
Fordern Sie noch heute unsere everStick
®
-Broschüre an, die Ihnen
die unglaublichen Möglichkeiten von everStick
®
erläutert!
ZP-7-2005 25.07.2005 12:00 Uhr Seite 381
Hersteller/Vertrieb
Dichte, g/cm
3
Name der Legierung
Indikationen: a) Brücken
b) Kronen
c) Inlay/Onlay
In klinischer Anwendung seit?
Mittlerer WAK, 10
-6
K
-1
a) 25 - 500°C
b) 25 - 600°C
Lote a) vor dem Brand
b) nach dem Brand
Zusammensetzung
Massengehalte in % (sonst. < 2 %)
Farbbezeichnung
Typ (weich, mittelfest, fest, extrafest)
Bis zu wieviel Zwischenglieder
im Seitenzahnbereich?
Vertrieb seit?
Anerkennungen (ADA, CE, ISO
u.a.) seit wann?
Vickershärte, HV
a) gegossen
b) ausgehärtet
c) nach Keramikbrand
Mögliche Schmelzanlage
a) Flamme
b) Induktion
c) widerstandsbeheizt
Bruchdehnung, %
a) gegossen
b) ausgehärtet
c) nach Keramikbrand
E-Modul, MPa
Mögliche Verblendkeramik
Schmelzintervall, °C
Tiegelmaterial
Vorwärmtemperatur der Muffel,°C
Verbund Keramik/Legierung
in der Literatur?
Ahlden Edelmetalle GmbH
Hanns-Hörbiger-Straße 11
29664 Walsrode
Tel. 0 51 61 / 98 58-0
18,9
Ahlden Bio ASG
a), b), c)
1996
a) 14,3
b) 14,6
a) Ahlden 1040 GP
b) Ahlden 750 GP
Au 85,9 Pt 11,7 Ir 0,1 Zn
1,5; Rh 0,2 In 0,1 Sonstige:
Nb, Mn, Fe
Gelb
extrafest
3
1996
CE (1997)
a) --
b) 225
c) 230
a), b), c)
a) --
b) 4
c) 6
94.000
z.B. VITAOmega 900
(VITA)
1.060 - 1.140
Keramik, Graphit
800
--
Korrosionsrate, µg/cm
2
in 7d -- 2,48 --
ARGEN Edelmetalle
GmbH, Werdener Straße
4, 40227 Düsseldorf,
Tel. 0211 / 35 59 65-0
19,2
GOLDTECH Bio 2000
®
a), b), c) voll verblendet
und überpreßbar
1998
a) 15,5
b) 15,7
Goldtech Bio 2000
Au 99,7 Zn 01 In 0,2
Sattgelb
weich
Bis Prämolar 1
Zwischenglied
1998
ADA, NIOM, CE, ISO,
DIN, FDI, EN (1998)
a) --
b) 35
c) 35
a), b), c)
a) --
b) 50
c) 50
77.300
alle Keramikmassen
1.030 - 1.070
Graphit / Keramik
800
ja, auf Anfrage
anaxdent GmbH
Olgastraße 120 a
70180 Stuttgart
Tel. 0 800 / 26 29 336
18,8
Aurelux Bio Y85 PF
a), b), c),
Fräs- und
Implantatarbeiten
1996
a) 14,2
b) 14,4
a) Aurex Solder 1040 Y; b)
Aurex Solder 800 Y
Au 84,5; Pt 12; Ir 1,2;
Zn 1,5; In 0,8
Gelb
extrafest - Typ IV
2
1996
FDA(3. Quartal 1998)
CE (1996), DIN, EN, ISO
a) --
b) 205
c) 220
a), b), c)
a) --
b) 9
c) 7
98.500
Pulse (anaxdent), IPS d.SIGN
(Ivoclar), Creation (Klema) gängige
Keramiken
1.027 - 1.097
Graphit, Keramik
850
ja, auf Anfrage
Auropent
®
Edelmetalle
GmbH, Rektor-Klein-Str.
17, 50827 Köln
Tel. 02 21 / 95 35 620
18,9
Auropent
®
AH
a), b), c)
sowie Modellguß und
Teleskopkronen
1996
a) 14,0
b) 14,3
a) Lot 1010, Auropent
b) Lot 740, Lot 830, Aurop.
Au 77 Pt 19 Rh 0,3 Ag 1,6
Zn 1,8 Fe 0,3
Gelb
extrafest
4
1996
CE 0123
DIN EN ISO 9693
a) 220
b) 240
c) 220
a), c)
a) --
b) 2
c) 2
93.000
gängige Aufbrenn-
keramiken nach Anfrage
1.085 - 1.165
Graphit, Keramik
850
5-Jahresstudie liegt
seit 2003 vor
6,2
„Aufbrennlegierungen“ sattgelbe Farbe
Markt-
übersicht
ZP-7-2005 25.07.2005 12:08 Uhr Seite 382
C. Hafner GmbH + Co.
Bleichstraße 13 - 17
75173 Pforzheim
Tel. 0 72 31 / 920-0
19,1
Orplid Keramik 5
a), b), c)
1997
a) 14,1
b) 14,3
a) Orplid Keramik Lot 1020
b) Orplid Keramik Lot 760, CF 720
Au 86,2 Pt 11,5 Zn 1,5 Ru
0,4, Ta 0,3 Mn 0,1
Gelb
extrafest
jegliche Spannweite
1997
CE 0483, DIN EN ISO 9001,
DIN EN ISO 13485, DIN EN
ISO 9693
a) --
b) 170
c) 190
vorzugsweise steuerbare
Induktions-Schmelzanlagen
und widerstandsbeheizte Anla-
gen
a) --
b) 13
c) 12
98.000
hochschmelzende Keramikmassen
mit abgesenkter Brenntemperatur.,
z.B. Vita Omega 900 o.ä.
1.100 - 1.035
Graphit
850
Inst. f. Bioprozeß- u. Analy-
senmeßtechnik, FEM, mdt
BEGOBremer Goldschläge-
rei, Wilhelm-Herbst-Str. 1
28359 Bremen
Tel. 04 21 / 20 28-0
18,8
Bio PontoStar
®
XL
a), b), c)
2003
a) 14,2
b) 14,4
a) PontoStar G-Lot (1030°C)
b) BEGO-Gold-Lot I (810°C)
Au 86,0 Pt 11,5 Zn 1,6
Sonstige: In, Rh, Ir
Gelb
extrafest
3
2003 weltweit
CE 0044, ISO 9693 +
1596
a) --
b) 220
c) 215
a), b), c)
a) --
b) 6
c) 7
100.000
z.B. Vita Omega 900
1.045 - 1.100
Graphit oder Keramik
850
auf Anfrage
Altatec GmbH / CAMLOG
Vertriebs GmbH, Mayb-
achstraße 5, 71299 Wims-
heim, Tel. 07044 / 94 45-0
18,9
AltaLoy P2
a), b), c)
1999
a) 14,3
b) 14,6
a) AltaLoy Lot 1040
b) AltaLoy Lot 800
Au 85,9 Pt 11,7 Ir 0,05 Rh 0,2,
Nb 0,4 Mn 0,1 Zn 1,5 In 0,1 Fe
0,05
Gelb
extrafest
2 Prämolaren
1999
CE 0124
a) --
b) 210
c) 190
a), b), c)
a) --
b) 4
c) 6
94.000
hochschmelzende Ke-
ramikmassen
1.060 - 1.140
Graphit oder Keramik
740 - 800
keine Angabe
-- < 10
1,22
BEDRAGmbH
Merklinger Straße 9
71263 Weil der Stadt
Tel. 0 70 33 / 69 36-0
19,0
BEDRADent AL-3.6 BIO
a), b), c)
auch Frästechnik
und Modellguß
2001
a) 14,2
b) 14,4
a) Lot 1010 A1, Pd+Cu frei
b) Lot 800 PF
Au 86,0 Pt 11,4 Ir 0,1 In 1,0
Rh 0,9 Ta 0,4 Mn 0,2
Sattgelb
extrafest IV
anatomisch vertretbar
2002
DIN ISO, CE
a) --
b) 210
c) 225
mit allen üblichen Gießverfah-
ren unter Berücksichtigung der
korrekten Verarbeitungspara-
meter der Schmelzanlagen
a) --
b) 8
c) --
93.000
hochschmelzende Keramiken, z.B.
Creation, Vita Omega 900 etc.
1.100 - 1.170
Graphit
850
ja, auf Anfrage
DeguDent GmbH
Rodenbacher Chaus-
see 4, 63457 Hanau
Tel. 0 61 81 / 59 50
19,0
BiOcclus Kiss
a), b), c)
--
a) 14,2
b) 14,4
a) Degudent-Lot 1
b) DG 750
Au 81,6 Pt 16,0 Ir 0,1
Nb 0,4 Zn 1,4 In 0,5
Gelb
extrafest
alle physiologisch ver-
tretbaren Spannweiten
2004
EN ISO 9693; CE
a) --
b) 220
c) 220
a), b), c)
a) --
b) 8
c) 9
keine Angabe
Duceram Kiss /
Duceram Plus
1.050 - 1.160
Graphit
850
auf Anfrage
-- --
Markt-
übersicht
ZP-7-2005 25.07.2005 12:08 Uhr Seite 383
„Aufbrennlegierungen“ sattgelbe Farbe
Dentagold Edelmetalle
GmbH, Ringstraße 33
92318 Neumarkt
Tel. 0 91 81 / 23 86-0
18,6
Dentagold HG-Bio plus (zinkfrei)
a), b), c)
2000
a) 14,4
b) 14,6
a) Lot G 1.060
b) Lot PF 800
Au 86,0 Pt 11,4 Ir 0,1 Rh
0,9, In 1,0 Ta 0,4 Mn 0,2
Goldgelb
extrafest
3 Zwischenglieder
in Girlandentechnik
2000
CE
a) --
b) 210
c) 200
a), b), c)
a) --
b) 5
c) --
96.000
Gängige hoch- u. niedrig-
schmelzende Keramiken m.
passendem WAK
1.100 - 1.170
Graphit / Sigradur
820
nein
DeltaMed GmbH
ISK-Dental GmbH & Co.
KG, Raiffeisenstraße 8a
61169 Friedberg
19
Bio ISK Plus
a), b), c)
2001
a) 14,4
b) 14,6
a) Bio ISK Plus 1.040 AT
b) Bio ISK Plus 760 AT
Au 86,0 Pt 11,4 In 1,0
Sonstige: Rh, Ta, Mn, Ir
Sattgelb
--
2
2004
CE, ISO 2004
a) --
b) -
c) 185
a), b), c)
a) --
b) 10
c) --
95.000
i-motion
1.105 - 1.200
Graphit
860
--
3,2
Dentaurum
J. P. Winkelstroeter KG
Turnstr. 31
75228 Ispringen
19,1
DentAurum Bio
a), b), c)
2003
a) 14,1
b) 14,3
a) DentAurum S 1020
b) DentAurum S 720 (kupferfrei)
Massenprozent:Au 86,2; Pt
11,5; Zn 1,5; sonstige: Ru 0,4;
Ta 0,3; Mn 0,1
Gelb
extrafest
2 Zwischenglieder
2003
DIN EN ISO 9693 (2003), DIN EN
ISO 1562 (2003),Biokompatibilität:
DIN EN ISO 10993-5CE (2003)
a) --
b) 170
c) 190
a), b), c)
und Lichtbogen
a) --
b) 12
c) 10
98.000
Im WAK angepaßte Verblendkera-
miken,empfohlen wird Carmen
oder CCS von Dentaurum
1.040 - 1.100
Graphit oder Keramik
850
Gem. DIN EN ISO 9693, >
25 MPa
< 10 --
Elephant Dental B.V. (NL-
Hoorn), Elephant Dental
GmbH, Tibarg 40, 22459
Hamburg, Tel. 040/5480060
18,6
BioGold Plus
a), b)
1995
a) 14,3
b) 14,5
a) Orion Lot 1.030 PdF
b) Elephant Lot 750 und 800 PdF
Au 86,5 Pt 10,5 Zn 1,5 Rh
0,7, Sonstige: Ta, In, Mn
Sattgelb
extrafest IV
3
1995
CE 0336 (1995)
ISO 9001 (1993)
a) --
b) 250
c) 220
a), b), c)
a) --
b) 5
c) 8
91.000
Antagon (Elephant Dental)
und vergleichbare Keramiken
1.040 - 1.130
Graphit oder Keramik
800
ja, auf Anfrage
3,3
Hersteller/Vertrieb
Dichte, g/cm
3
Name der Legierung
Indikationen: a) Brücken
b) Kronen
c) Inlay/Onlay
In klinischer Anwendung seit?
Mittlerer WAK, 10
-6
K
-1
a) 25 - 500°C
b) 25 - 600°C
Lote a) vor dem Brand
b) nach dem Brand
Zusammensetzung
Massengehalte in % (sonst. < 2 %)
Farbbezeichnung
Typ (weich, mittelfest, fest, extrafest)
Bis zu wieviel Zwischenglieder
im Seitenzahnbereich?
Vertrieb seit?
Anerkennungen (ADA, CE, ISO
u.a.) seit wann?
Vickershärte, HV
a) gegossen
b) ausgehärtet
c) nach Keramikbrand
Mögliche Schmelzanlage
a) Flamme
b) Induktion
c) widerstandsbeheizt
Bruchdehnung, %
a) gegossen
b) ausgehärtet
c) nach Keramikbrand
E-Modul, MPa
Mögliche Verblendkeramik
Schmelzintervall, °C
Tiegelmaterial
Vorwärmtemperatur der Muffel,°C
Verbund Keramik/Legierung
in der Literatur?
Korrosionsrate, µg/cm
2
in 7d
Markt-
übersicht
ZP-7-2005 25.07.2005 12:08 Uhr Seite 384
Heraeus Kulzer GmbH
Grüner Weg 11
63450 Hanau
Tel. 0 61 81 / 35-0
19,0
Bio Herador N
a), b), c)
-
a) 14,3
b) 14,6
a) Herador PF 1040
b) Herador PF 800
Au 86,2 Pt 11,5 Zn 1,5 Ru
0,4, Mn 0,1 Ta 0,3
Goldgelb
extrafest
keine Einschränkung bei Beach-
tung der Gebrauchsinform. f. Kera-
mik verblendete Arbeiten
1995
CE (1995), ISO 9693
(1995), ADA(2001)
a) 185
b) 220
c) 205
a), b), c)
a) --
b) 5
c) 6
90.000
Heraceram (Heraeus) und alle
klassischen Verblendkeramiken
1.050 - 1.130
Graphit
850
ja, auf Anfrage
Heimerle+Meule GmbH
Postfach 10 07 47
75107 Pforzheim
Tel. 0 72 31 / 940-140
18,8
PLATINOR
®
AM 85
a), b), c)
2003
a) 14,4
b) 14,7
a) PLATINOR CPF-Lot 1:
1.030 °C, b) PLATINOR CPF-
Lot 2: 710 °C
Au 85,4 Pt 12,0 Rh 0,4 Zn
1,8, Fe 0,2 Mn 0,1 Nb 0,1
Goldgelb
extrafest IV
3 Zwischenglieder in
Girlandentechnik
2003
DIN EN ISO 9693
CE 0483
a) 180
b) 235
c) 225
a), b), c)
a) 7
b) 5
c) 7
108.000
INSPIRATION (Heimerle+
Meule) u. alle klass. Verblend-
keramiken
1.045 - 1.130
Graphit
800
--
<10 2,5
Hersteller: Ivoclar Vivadent Inc.,
Amherst, USA. Vertrieb: Ivoclar
Vivadent GmbH, Dr. Adolf-
Schneider-Str. 2, 73479 Ellwangen
18,8
Brite Gold XH
a), b), c)
Wurzelstifte
2004
a) 14,4
b) 14,7
a) HGPKF 1030 Y
b) .615 / .585
Au 88,9 Pt 9,0; Sonstige:
In, Ir, Sn, Fe, Mn, Li
Sattgelb
--
bis zu 4 in Abhängigkeit
nach Gerüstdimensionierung
2004
CE 0197; ISO 9693 (2004)
a) -
b) 185
c) 180
a), b), c)
a) --
b) 9
c) 11
107.000
IPS d.SIGN; IPS Classic;
IPS InLine
1.080 - 1.150
Graphit, Keramik
700 - 730
--
--
Jeneric/Pentron Deutsch-
land GmbH, Raiffeisenstr.
18, 72127 Kusterdingen
Tel. 0 70 71 / 93 98-0
18,9
Bio Stark Plus
a), b), c)
1993
a) 14,52
b) 14,65
a) PdF Lot (1.030 °C) - gelb, b)
650 Lot (870 °C) - gelb
Au 86 Pt 11 Ta 1 Mn
0,5, Zn 0,5 In 0,5 Ir 0,5
Sattgold
fest
2
1994
ISO 1562 (1993)
CE 0197 (1994)
a) --
b) 210
c) 220
a), b), c)
a) --
b) 7,5
c) 7,5
99.380
Avanté, Synspar (Jeneric / Pen-
tron) u. alle hochschm. Keramiken
1.040 - 1.110
Graphit, Keramik
800
ja, auf Anfrage
Jensen Industries Inc., USA,
Jensen GmbH
Gustav-Werner-Str. 1, 72555 Met-
zingen, Tel. 0800 / 85732 30
18,8
Premiere
a), b), c)
2001
a) 14,3
b) 14,6
a) CPS Lot (1.053 °C)
b) Preci-Lot 830 (830 °C)
Au 85,0 Pt 12,4
Zn, In, Mn, Rh, Re < 1,0
Hellgelb
fest
3
2001
CE (1995)
DIN EN ISO 9693 (1995)
a) 190
b) --
c) 210
a), b), c)
a) --
b) --
c) 9
94.000
alle gängigen hochschmel-
zenden Keramikmassen
1.070 - 1.180
Graphit, Keramik
850
--
13 --
Markt-
übersicht
ZP-7-2005 25.07.2005 12:08 Uhr Seite 385
„Aufbrennlegierungen“ sattgelbe Farbe
KOOS Edelmetalle
Steinbeisstraße 1
71272 Renningen
Tel. 0 71 59 / 92 74-0
18,9
KOOS Biobest
®
a), b), c)
und Fräs-, Konus- und Ge-
schiebearbeiten
1996
a) 14,4
b) 14,6
a) HLG 200 plus
b) L3 plus
Au 85,9 Pt 11,7 Zn 1,5.
Ir, Nb, Mn, Fe und Rh < 1%
Sattgelb
extrafest
beliebig (nach konstrukti-
ven Möglichkeiten)
1996
CE 0124
a) 180
b) 260
c) 200
a), b), c)
a) --
b) 3
c) 6
94.000
KOOS-metic
®
Ceramicsy-
stem und andere kompa-
tible Keramikmassen
1.060 - 1.130
Keramik oder Graphit
850
keine Angabe
--
metalordental
Rotebühlplatz 19
70178 Stuttgart
Tel. 01 80 / 36 38 25 67
18,9
V-Gnathos Plus
a) Metallkeramik-
Arbeiten, b)
1995
a) 14,3
b) 14,5
a) VS1 Plus (980 - 1.040°C),
b) Vacu PF, (850), Vacu 2 (770°C)
Au 85,9 Pt 11,7 Zn 1,5
Sonstige: Rh, Ir, Fe, In, Mn, Nb
Goldgelb
extrafest
2
1995
CE 0124, ISO, ASTM
a) 190
b) 210
c) 220
a), b), c)
a) --
b) 6
c) 6
94.000
Carat, Finesse (Dentsply), Creation
(Girrbach), Duceram (Degussa), IPS
d.Sign (Ivo-clar), Omega (VITA),
Vintage (Shofu) u.a.
1.060 - 1.140
Keramik
740
ja, auf Anfrage
Schütz-Dental GmbH
Dieselstraße 5-6
61191 Rosbach
Tel. 0 60 03 / 8 14-0
19
Alphador Pt
a), b), c)
2002
a) 14,4
b) 14,6
als Rollen- und Stangenlote
verfügbar
Au 86,0 Pt 11,4 In 1,0
Sattgelb
hohe Festigkeit
2
2003
CE 0297
a) --
b) 175
c) 190
für alle herkömmlichen
Anlagen
geeignet
a) --
b) 10
c) --
101.000
hochschmelzende,
z.B. Nuance 850 (Schütz)
1.105 - 1.200
Keramik, Graphit
860
ja, auf Anfrage
entspr. ISO Norm 10271 and. Krite-
rien zur Korrosionsfestigkeit: Durch-
bruchspotential 835 mV
nano`s Dental Technische
Systeme GmbH, Wankelstr.
13, 41352 Korschenbroich,
Tel. 02182 – 57 85 72 0
18,9
Auro sensitiv.care A1.5
Kronen, Brücken jeder Spannweite,
bis zu 3-fläch. Inlays, Onlays, Im-
plantatsuprakonstruk., Fräs-,
Konus- u. Teleskoptechnik, Modell-
guß, geeignet f. sensibil. Patienten
keine Angabe
a) 14,4
b) 14,7
a) Multilot VL5.0 (1010), VL6.0
(980); b)Multilot ML1.0 (830), ML
2.0 (740), ML, 3.0 (700)
Au 77, Pt 19, Zn 1,8, Ag
1,6
Goldgelb
extrafest IV
3
keine Angabe
CE und ISO
a) 230
b) 250
c) --
a), b), c)
a) --
b) 2
c) --
93.000
MagiC QX Ceram und alle
klassischen Keramiken mit
mittlerem WAK Wert
1085 – 1165
Graphit oder Keramik
850
ja, auf Anfrage
6,2
--
Hersteller/Vertrieb
Dichte, g/cm
3
Name der Legierung
Indikationen: a) Brücken
b) Kronen
c) Inlay/Onlay
In klinischer Anwendung seit?
Mittlerer WAK, 10
-6
K
-1
a) 25 - 500°C
b) 25 - 600°C
Lote a) vor dem Brand
b) nach dem Brand
Zusammensetzung
Massengehalte in % (sonst. < 2 %)
Farbbezeichnung
Typ (weich, mittelfest, fest, extrafest)
Bis zu wieviel Zwischenglieder
im Seitenzahnbereich?
Vertrieb seit?
Anerkennungen (ADA, CE, ISO
u.a.) seit wann?
Vickershärte, HV
a) gegossen
b) ausgehärtet
c) nach Keramikbrand
Mögliche Schmelzanlage
a) Flamme
b) Induktion
c) widerstandsbeheizt
Bruchdehnung, %
a) gegossen
b) ausgehärtet
c) nach Keramikbrand
E-Modul, MPa
Mögliche Verblendkeramik
Schmelzintervall, °C
Tiegelmaterial
Vorwärmtemperatur der Muffel,°C
Verbund Keramik/Legierung
in der Literatur?
Korrosionsrate, µg/cm
2
in 7d
Markt-
übersicht
ZP-7-2005 25.07.2005 12:08 Uhr Seite 386
WEGOLD Edelmetalle AG
Alte Salzstraße 9
90530 Wendelstein
Tel. 0 91 29 / 40 30-0
19,1
WEGOLD Bio-Attraction
a), b), c)
sowie Frästechnik
2004
a) 14,3
b) 14,5
a) Wegold Lot G1
b) Wegold Lot Uni 2
Au 86,2 Pt 11,5 Zn 1,5
Sonstige: Mn, Ru, Ta
Sattgelb
extrafest IV
3
2004
CE 2004
a) 160
b) 190
c) 190
a), b), c)
a) --
b) 6
c) --
98.000
z. B. Celebration Ceram, alle hoch-
u. mittelschm. Keramiken mit pass.
WAK
1.035 - 1.100
Graphit / Keramik / Sigradur
850
ja, auf Anfrage
<10
Trendgold Binder Dental
GmbH, Werner-von-Siemens-
Str. 41, 49124 Georgsmarien-
hütte, Tel. 05401 / 4 80 80
19,0
Bio Trend Maxima+ (zinkfrei)
a), b), c)
sowie Modellguß
und Frästechnik
2002
a) 14,3
b) 14,5
a) Bio plus (1.010 °C)
b) Alpha Lot 3 (680 °C)
Au 86,0 Pt 11,4
Sonstige: Mn, In, Ir, Rh, Ta
Sattgelb
extrafest
3
2002
CE (2002)
a) 195
b) 225
c) 210
a), b), c)
a) --
b) 6
c) --
93.000
alle hochschmelzenden
Keramiken
1.100 - 1.170
Graphit
820
--
--
Wieland Dental+Technik
Schwenninger Straße 13
75179 Pforzheim
Tel. 0 72 31 / 37 05-0
18,8
BioPorta G
a), b), c)
1996
a) 14,5
b) 14,7
a) BioPorta Lot 1020 (1.020 °C), b)
Porta OP Lot W-2 (770 °C)
Au 85,5 Pt 11,5
Sonstige: Rh, Zn, In, Fe, W
Gelb
extrafest
2
1996
CE - 0483
DIN EN ISO 9693
a) 180
b) 210
c) 200
a), b), c)
a) --
b) 3
c) 3
103.000
konventionelle, normalexpan-
dierende Keramikmassen
1.040 - 1.110
Graphit, Keramik
850
--
7,2
TRENDGOLD
z. B. BIO TREND ALPHA
D.B.P.
Patentierte, hochgoldhaltige, biokompa-
tible, kupfer- und palladiumfreie Univer-
sallegierung – unübertroffen in den
Werten:
Vickershärte 230 nach keramischen
Brand und WAK 16,3/16,5
anwendbar für alle niedrigschmel-
zenden Keramiken.
Seit über 50 Jahren
im Dienste des Kunden
Binder Dental GmbH
Werner-von-Siemens-Straße 41
49124 Georgsmarienhütte
Telefon (0 54 01) 48 08-0
Telefax (0 54 01) 48 08-28
E-Mail: Info@Trendgold.com
Internet: www.trendgold.com
ZP-7-2005 25.07.2005 12:09 Uhr Seite 387
388
ZAHN PRAX 8, 7, 388 (2005)
Gesundheitskarte:
Was ist der Anreiz für die Ärzte?
„Konkrete organisatorische und finanzielle
Konzepte“ für die Arztpraxen forderte jetzt Jens
Naumann, Sprecher der Mittelstands-Initiative
Arztpraxis-EDVauf der „eHealth 2005“ in
München. Die Hersteller von Praxisverwaltungs-
systemen (PVS) sehen sich als "Partner der Ärzte“
in der Verantwortung für funktionierende
Lösungen. Ohne aufeinander abgestimmte
Komponenten und Leistungen sowie einen
regionalen Vorort-Service wird Chaos befürchtet.
D
as derzeitig sichtbare Mißverhältnis
zwischen der Vielzahl technischer
Detail-Diskussionen und den wenigen kon-
kreten organisatorischen und finanziellen
Konzepten im Rahmen der Arbeiten und
Planungen zur elektronischen Gesundheits-
karte gehöre „schleunigst beendet“, mahnte
Jens Naumann, Sprecher der Mittelstands-
Initiative Arztpraxis-EDV und Vorstands-
mitglied im Verband der Hersteller von IT-
Lösungen für das Gesundheitswesen
(VHitG). Aktuell stünde ein hoher Aufwand
bei den Ärzten einem ersten Nutzen bei den
Kassen gegenüber. Daher seien jetzt neben
der technischen Spezifikation „konkrete or-
ganisatorische und finanzielle Konzepte für
die Arztpraxen dringend geboten“.
Hohe Investitionskosten
Die Ärzte müssen bei einer vorhandenen
modernen Anlage bis zu 3.500 Euro für
Hardware, Software und Dienstleistungen
investieren, um für die elektronische Ge-
sundheitskarte gerüstet zu sein. Dazu kom-
men bis zu ca. 140 Euro zusätzliche monat-
liche Kosten für den laufenden Betrieb
(DSL, VPN, Wartungen des Konnektors,
Zertifikate für den HBAetc.) sowie weitere
Aufwendungen durch zusätzliche Verwal-
tungswege in den Praxen. Ein sichtbarer
fachlicher Nutzen und die Möglichkeit der
Refinanzierung sollte für den Arzt erkenn-
bar sein.
Zentrale Praxenbetreuung
Zur effektiven Neustrukturierung empfiehlt
sich Lieferung, Installation, Einweisung und
Pflege der Telematik- Komponenten aus
einer Hand zu beziehen. „Diese Aufgabe
können sinnvollerweise nur die Primärsy-
stem-Anbieter übernehmen“, ist Naumann
überzeugt.
Fallbeispiel
Eine Arztpraxis bestellte einen Router für
den Anschluß an das Intranet einer KV.
Nachdem das Gerät durch Techniker eines
Telekommunikation-Anbieters angeschlos-
sen war, funktionierte die Bildarchivie-
rungssoftware aufgrund von Konflikten in
der Netzwerkkonfiguration nicht mehr feh-
lerfrei.
Fazit
Die PVS-Anbieter sind prädestiniert als Ko-
ordinatoren, da sie die Struktur von kleine-
ren und mittelständischen Unternehmen
haben. „Wir kennen den Arbeitsablauf, die
Sensibilitäten der Praxen und die Situation
vor Ort aus langjähriger Erfahrung“, erläu-
terte Naumann. Das „marktgerechte Preis-
Leistungs-Verhältnis“ spreche ebenfalls
dafür, daß die Hersteller der Praxisverwal-
tungssysteme die Lieferanten und Betreuer
der Lösungen für die Telematik in den Arzt-
praxen seien.
Der Erfolg
der
Telematik-
Einführung
hängt von der
Akzeptanz
in den
Praxen ab
li.: Jens Naumann,
Mittelstands-Initiati-
ve Arztpraxis-EDV
und Verband der
Hersteller von IT-
Lösungen für das
Gesundheitswesen
(VHitG)
Steuern
Recht
Finanzen
ZP-7-2005 25.07.2005 12:11 Uhr Seite 388
ISK-DENTAL GmbH & Co KG
Raiffeisenstraße 8a
D-61169 Friedberg
Tel,: 06031-7283-50
Fax: 06031-7283-59
mail@isk-dental.de
Labor/Praxis
Ansprechpartner
Strasse, Hausnummer
PLZ, Ort
Tel. Fax
E-Mail:
Bitte senden Sie mir Informationsmaterial zu
Bitte rufen Sie mich an
E-Mail-Info zusenden
Conlight
Easywhite
Impressiv
Alle Laborprodukte
Presentation 4D
Modivax
DeltaFORM
DeltaLINK
Ich bitte umTerminvereinbarung mit Ihrem Außendienst
T i t a n K e r a m i k K u n s t s t o f f e Mode l l gus s Le gi e r unge n
Mit Lichtgeschwindigkeit zum Erfolg
Indikationen
Zur Modellation von indirekten
Stiftaufbauten im direkten Verfahren
Intraorale Verblockung von Gussobjekten
Intraorale Fixierung von Gussteilen
Anfertigung von Stopps
Auf einen Blick
Standfest, leicht zu applizieren
60% Zeitersparnis gegenüber
PMMA-Pulver-Flüssigkeits-Systemen
Geruchs- und geschmacksneutral
(MMA-frei)
Aushärtung mit allen gängigen
Dental-Lichtquellen
Nach der Härtung beschleifbar, stabil
und verzugsfrei
Stiftaufbau auch ohne Matrize möglich
Optimale Gussergebnisse
Zugelassenes Medizinprodukt
Klasse II a
Das revolutionäre, lichthärtende
Aufbaumaterial für indirekte Stift-
aufbauten im direkten Verfahren
Conlight
Designed by Dr. Dieter Trost
Neben unseren innovativen
Neuheiten führen wir selbst-
verständlich auch qualitativ
hochwertige Produkte für
den alltäglichen Labor- und
Praxisbedarf und stehen Ihnen
mit Beratung und Service zur
Verfügung. Informieren Sie
sich ganz einfach mit Hilfe des
nebenstehenden Coupons.
Hersteller: DeltaMed GmbH
www.deltamed.de
I n n o v a t i o n e n f ü r I h r e P r a x i s
Stand 22.07.2005 14:49 Uhr Seite 1
390
ZAHN PRAX 8, 7, 390 (2005)
Befundbezogener Festzuschuß
- § 55 Zahnersatzabrechnung 2005
Inzwischen hatten wir nun fünf Monate Zeit, um
uns an das völlig neue Abrechnungsverfahren zu
gewöhnen. Der Praxisalltag nimmt so langsam
wieder seinen Lauf. Leider ist in vielen Praxen ein
Rückgang bis zu 35 % zu verzeichnen.
D
ie Krankenkassen, vor allem die
GEK, tragen durch gezielte Pressear-
beit dazu bei, das Vertrauensverhältnis zwi-
schen Zahnarzt und Patient zu trüben.
Im GEK Magazin 2/05 wurde die Situation
mit der Überschrift „EXPLOSIV Teurer,
sinnlos, überflüssig?“ - erschütternd für die
Praxen - dem Patienten, bzw. Kunden der
Krankenkasse näher gebracht. Der Zahnarzt
wird als Abzocker dargestellt, der dem Pati-
enten überflüssige, überteuerte Brücken-
und Implantatarbeiten empfehle und dessen
Geschäftssinn wilde Blüten treibe. Außer-
dem macht dieser Artikel darauf aufmerk-
sam, daß der Patient den „Teledoktor“ anru-
fen solle, um sich von ihm beraten zu lassen
- denn die GEK läßt ihre Kunden nicht im
Regen stehen! Selbst im März waren die
neuen Richtlinien vielen Sachbearbeitern
noch nicht bekannt. Inzwischen ist jedoch
der Teledoktor darauf hin geschult.
Wir können nur hoffen, daß mit gezielter
Aufklärung in persönlichen Beratungsge-
sprächen der Patient nach wie vor Vertrauen
in seinen Behandler findet und sich nicht auf
eine Behandlung im Ausland einläßt. Ich
denke, mit entsprechenden Dienstleistungs-
angeboten Ihrerseits werden es nur wenige
Patienten (vielleicht auch kein einziger)
sein, die auf Ihre Behandlung verzichten
möchten. Wer es trotzdem tut, ist es sicher
nicht Wert, Ihre Zeit zu beanspruchen - denn
jeder hat die Patienten, die er verdient!
Daß der Patient bei einigen Versorgungsfor-
men einen höheren Eigenanteil als 2004 mit
dem prozentualen Zuschuß hat, bleibt unbe-
stritten. Bei einigen Regelversorgungen je-
doch ist der finanzielle Anteil des Patienten
nahezu identisch.
Leider sind noch einige Details - welcher
Zuschuß zu welchem Befund - oder gleich-
und andersartig, nicht geklärt. Es besteht
zwischen der KZBV und den Spitzenver-
bänden in Teilen noch Uneinigkeit. Wir
müssen hier noch Entscheidungen des
Schiedsamtes abwarten.
Inzwischen beschäftigt sich eine „Clearing-
Stelle“ mit Problemfällen, um eine korrekte
Umsetzung des Festzuschuß-Systems zu si-
chern. So sind die stetigen Ergänzungsliefe-
rungen der KZBV-Mappe „Schwere Kost
für leichteres Arbeiten“ besonders mit Prio-
rität zu behandeln, all die Änderungen oder
neue Entscheidungen auch korrekt umset-
zen zu können.
Im Juni tagt das Schiedsamt erneut. Bislang
besteht immer noch keine Einigung über
den HKP und das Beiblatt.
Als besonders wichtig erachte ich derzeit
die Änderung bzw. Anpassung der ZE -
Richtlinien zum 1.1.2005. Die wichtigen
Steuern
Recht
Finanzen
Tab. 1: Kurzübersicht
ZP-7-2005 25.07.2005 12:13 Uhr Seite 390
391
ZAHN PRAX 8, 7, 391 (2005)
Passagen sind hervorgehoben. Die Kenntnis
der Richtlinien ist zwingend notwendig, um
eine ausreichende, wirtschaftliche, und
zweckmäßige Versorgung von Wunschlei-
stungen des Patienten zu differenzieren.
Richtlinien des Bundesausschusses der
Zahnärzte und Krankenkassen für eine
ausreichende, zweckmäßige und wirt-
schaftliche vertragszahnärztliche Versor-
gung mit Zahnersatz und Zahnkronen
vom 4. Juni 2003 in der ab 1.1.2005 gülti-
gen Fassung (NEU)
A. Gegenstand und Zweck-
bestimmung
1. Diese Richtlinien regeln gemäß § 92 in
Verbindung mit §§ 79 Abs. 2 Nr. 2a, 56 Abs.
2 SGB V die Regelversorgung mit Zahner-
satz, Zahnkronen und Suprakonstruktionen
durch die an der vertragszahnärztlichen Ver-
sorgung teilnehmenden Zahnärzte (Ver-
tragszahnärzte) mit dem Ziel einer bedarfs-
gerechten und wirtschaftlichen Versorgung
der Versicherten. Soweit in den nachfolgen-
den Richtlinien Aussagen zum Zahnersatz
getroffen werden, gelten diese entsprechend
für die Versorgung mit Zahnkronen und Su-
prakonstruktionen.
Auch für Zahntechnische Leistungen gilt
das Gebot der Wirtschaftlichkeit. Die Abre-
chenbarkeit der in diesen Richtlinien be-
schriebenen Maßnahmen regeln die Ver-
tragspartner gem. § 87 SGB V.
2. Nach diesen Richtlinien sollen
a) die Krankenkassen über die Leistungen
bei der Versorgung mit Zahnersatz entschei-
den,
b) die Zahnärzte bei der Versorgung mit
Zahnersatz verfahren.
3. Die Krankenkassen haben ihre Versicher-
ten über Art und Umfang ihrer Leistungsan-
sprüche bei der Versorgung mit Zahnersatz
zu informieren.
Die Kassenzahnärztliche Bundesvereini-
gung und die Spitzenverbände der Kranken-
kassen wirken auf eine einheitliche Anwen-
dung dieser Richtlinien hin.
B. Voraussetzungen für
Leistungsansprüche der Ver-
sicherten im Rahmen der ver-
tragszahnärztlichen Versorgung
4. Versicherte haben Anspruch auf medi-
zinisch notwendige Versorgung mit
Zahnersatz einschließlich Zahnkronen
und Suprakonstruktionen (zahnärztliche
und zahntechnische Leistungen) in den
Fällen, in denen eine zahnprothetische
Versorgung notwendig ist.
Qualität und Wirksamkeit der Leistungen
haben dem allgemein anerkannten Stand der
medizinischen Erkenntnisse zu entsprechen
und den medizinischen Fortschritt zu
berücksichtigen. Dies gilt auch für gleichar-
tige und andersartige Versorgung.
5. Wählen Versicherte einen über die Re-
gelversorgung gemäß § 56 Abs. 2 SGB V
hinausgehenden gleichartigen Zahner-
satz, haben sie die Mehrkosten gegenüber
den in § 56 Abs. 2 Satz 10 SGB Vaufgeli-
steten Leistungen selbst zu tragen.
Gleichartiger Zahnersatz liegt vor, wenn
dieser die Regelleistung beinhaltet und
zusätzliche Leistungen hinzukommen.
Versicherte haben Anspruch auf Erstat-
tung bewilligter Festzuschüsse nach § 55
Abs. 5 SGB V, wenn eine andere Versor-
gungsform (Brücke, herausnehmbarer
Zahnersatz, Kombinationsversorgung,
Suprakonstruktionen) als die, welche in
den Regelleistungen für den jeweiligen
Befund beschrieben ist, gewählt wird.
Eine tatsächlich geplante Versorgung
gemäß § 87 Abs. 1a SGB V kann sowohl
Regelversorgungsleistungen als auch Lei-
stungen der gleichartigen und andersar-
tigen Versorgungen umfassen.
C. Voraussetzungen für eine
Versorgung mit Zahnersatz
6. Ziel der Versorgung mit Zahnersatz ist
es, eine ausreichende Funktionstüchtig-
keit des Kauorgans wiederherzustellen,
oder ihre Beeinträchtigung zu verhin-
dern.
Die neuen ZE
- Richtlinien
Informations-
pflicht
Steuern
Recht
Finanzen
ZP-7-2005 25.07.2005 12:13 Uhr Seite 391
392
ZAHN PRAX 8, 7, 392 (2005)
7. Zahnersatz ist angezeigt, wenn ein Zahn
oder mehrere Zähne fehlen oder zerstört
sind und wenn dadurch die Funktionstüch-
tigkeit des Kauorgans beeinträchtigt ist oder
beeinträchtigt zu werden droht, z. B. durch
Zahnwanderung oder -kippung. Bei der Ver-
sorgung mit Zahnersatz soll eine funktionell
ausreichende Gegenbezahnung vorhanden
sein oder im Laufe der Behandlung herge-
stellt werden.
Ein neuer Zahnersatz ist nicht angezeigt,
wenn der vorhandene Zahnersatz noch
funktionstüchtig ist oder die Funkti-
onstüchtigkeit wiederhergestellt werden
kann (z. B. durch Erweiterung).
8. Der Zahnarzt soll Art und Umfang des
Zahnersatzes nach den anatomischen, phy-
siologischen, pathologischen und hygieni-
schen Gegebenheiten des Kauorgans be-
stimmen.
Im Rahmen der vertragszahnärztlichen Ver-
sorgung bestimmt der Zahnarzt nach ent-
sprechender Aufklärung und unter Wahrung
des Selbstbestimmungsrechts des Patienten
Art und Umfang der Behandlungsmaßnah-
men. Der Zahnarzt hat den Patienten über
die nach den Richtlinien ausreichenden,
zweckmäßigen und wirtschaftlichen For-
men der Versorgung aufzuklären.
9. Die Mitwirkung des Patienten ist eine we-
sentliche Voraussetzung für die Erreichung
des Behandlungsziels. Regelmäßige Zahn-
pflege und der Nachweis der zahnärztlichen
Untersuchungen nach § 55 Abs. 1 SGB V
sind wichtige Kriterien für die Festlegung
der im Einzelfall notwendigen Form der
Versorgung mit Zahnersatz.
Ist die Mundhygiene des Patienten unzurei-
chend und/oder lehnt der Patient die Mitwir-
kung an einer notwendigen Parodontalbe-
handlung ab, ist das Behandlungsziel neu zu
bestimmen.
10. Die Versorgung mit Zahnersatz,
Zahnkronen und Suprakonstruktionen
hat die Erhebung des Gesamtbefundes
des Gebisses und dessen Dokumentation
im Heil- und Kostenplan vorauszugehen.
Die Versorgung hat die Wiederherstellung
der Kaufunktion im Sinne einer Gesamtpla-
nung zum Ziel.
Die Krankenkasse kann den Befund, die
Versorgungsnotwendigkeit und die geplante
Versorgung begutachten lassen.
11. Der Versorgung mit Zahnersatz hat die
notwendige konservierend-chirurgische und
parodontale Behandlung des Restgebisses
vorauszugehen.
a) Tief kariöse Zähne müssen auf ihre Er-
haltungswürdigkeit geprüft sein und ggf.
nach Versorgung mit einer Füllung klinisch
reaktionslos bleiben.
b) Pulpatote Zähne müssen mit einer nach
den Behandlungs-Richtlinien erbrachten,
röntgenologisch nachzuweisenden Wurzel-
füllung versorgt sein.
c) Zu überkronende Zähne sind auf ihre
Sensibilität zu überprüfen.
d) Bei Zähnen mit krankhaften Prozessen
müssen Maßnahmen zur Ausheilung einge-
leitet sein. An diesen Zähnen dürfen vorerst
nur Interimsmaßnahmen durchgeführt wer-
den. Endgültiger Zahnersatz ist erst nach
Ausheilung angezeigt.
e) Notwendige Parodontalbehandlungen
müssen bereits erfolgt sein.
f) Bei Verdacht auf krankhafte Prozesse an
Zähnen und im Kieferknochen muß eine
röntgenologische Überprüfung erfolgen.
g) Nicht erhaltungswürdige Zähne und Wur-
zelreste müssen entfernt sein.
h) Retinierte und impaktierte Zähne, die im
räumlichen Zusammenhang mit geplantem
Zahnersatz stehen, sollen vor Beginn der
Behandlung entfernt werden.
i) Voraussetzung für die Versorgung mit Su-
prakonstruktionen ist die Osseointegration
der Implantate.
12. Eine endgültige Versorgung mit Zahner-
satz ist anzustreben. Dies kann ggf. auch
durch einen Immediatersatz, der zu einem
späteren Zeitpunkt umgestaltet werden
kann, geschehen.
13. In Fällen, in denen eine endgültige
Versorgung nicht sofort möglich ist, kann
ein Interimersatz angezeigt sein. Dies gilt
insbesondere bei fehlenden Frontzähnen
und zur Sicherung der Bißlage.
14. Es dürfen nur solche Werkstoffe ver-
wendet werden, die den Anforderungen des
Medizinproduktegesetzes entsprechen. Bei
nachgewiesener Allergie gegen einen Werk-
stoff ist ein als verträglich ermittelter Werk-
Der Arzt be-
stimmt nach
Absprache
den Behand-
lungsverlauf
Steuern
Recht
Finanzen
ZP-7-2005 25.07.2005 12:13 Uhr Seite 392
393
ZAHN PRAX 8, 7, 393 (2005)
stoff zu wählen. Der Nachweis einer Aller-
gie ist gemäß den Kriterien der Kontaktall-
ergiegruppe der Deutschen Gesellschaft für
Dermatologie zu erbringen. Die Erprobung
von Werkstoffen auf Kosten der Kranken-
kassen ist unzulässig. Bei der Auswahl der
Dentallegierungen im Rahmen der vertrags-
zahnärztlichen Versorgung soll beachtet
werden, daß Nichtedelmetall und NEM-Le-
gierungen ausreichend, zweckmäßig und
wirtschaftlich sein können.
D. Anforderungen an einzelne
Behandlungsbereiche
I. Versorgung mit Zahnkronen
15. Die Schonung und Erhaltung natürlicher
und intakter Zahnhartsubstanz haben Vor-
rang vor der Versorgung mit Zahnkronen.
Zahnkronen sind angezeigt, wenn sich aus
dem klinischen und röntgenologischen Be-
fund der erkrankten Zähne einschließlich
ihrer Parodontalgewebe ergibt, daß diese
nur durch Kronen erhalten werden können.
16. Zahnkronen können angezeigt sein:
a) zur Erhaltung eines erhaltungsfähigen
und erhaltungswürdigen Zahnes, wenn
eine Erhaltung des Zahnes durch andere
Maßnahmen nicht mehr oder auf Dauer
nicht möglich ist,
b) zur Abstützung eines Zahnersatzes,
wenn eine Abstützung und Retention auf
andere Weise nicht möglich ist.
17. Zahnkronen sind nicht angezeigt bei
Zähnen, die auf Dauer ohne Antagonisten
bleiben und für die Verankerung von
Zahnersatz nicht benötigt wird.
18. Konfektionierte Kronen dürfen nur in
der Kinderzahnheilkunde verwendet wer-
den.
19. Für die Versorgung mit einer provisori-
schen Krone ist grundsätzlich ein im direk-
ten Verfahren hergestelltes Provisorium aus-
reichend.
20. Zur Regelversorgung gehören metalli-
sche Voll- und Teilkronen. Ebenfalls zur Re-
gelversorgung gehören vestibuläre Verblen-
dungen im Oberkiefer bis einschließlich
Zahn 5, im Unterkiefer bis einschließlich
Zahn 4. Im Bereich der Zähne 1 bis 3 um-
faßt die vestibuläre Verblendung auch die
Schneidekanten.
II. Versorgung mit Brücken
21. Eine Brücke dient in der Regel der
Schließung zahnbegrenzter Lücken. Die In-
dikation ergibt sich aus dem klinischen und
röntgenologischen Befund der zu überkro-
nenden Zähne einschließlich ihrer Parodon-
talgewebe und aus statischen und funktio-
nellen Gesichtspunkten.
Bei der Gestaltung der Brückenglieder sind
die Grundsätze der Parodontalhygiene zu
berücksichtigen.
22. Brücken sind angezeigt, wenn dadurch
in einem Kiefer die geschlossene Zahnreihe
wiederhergestellt wird.
23. Brücken sind nicht angezeigt bei un-
genügender parodontaler Belastbarkeit und
solchen Allgemeinleiden, die das parodon-
tale Gewebe ungünstig beeinflussen.
24. Bei Versicherten im Alter zwischen 14
und 20 Jahren gehören adhäsiv befestigte
einspannige Brücken im Frontzahnbe-
reich mit Metallgerüst zur Regelversor-
gung.
Die Pfeilerzähne sollen karies- und fül-
lungsfrei sein. Die zu überbrückende Span-
ne soll grundsätzlich nicht mehr als einen
Zahn umfassen.
25. Für Brücken gilt Nummer 20 dieser
Richtlinien entsprechend.
26. Bei disparallelen Pfeilern umfaßt die
vertragszahnärztliche Versorgung auch das
hierdurch erforderliche Geschiebe.
III. Versorgung mit herausnehm-
barem Zahnersatz
27. Zum Zahnersatz gehören die erforderli-
chen Halte- und Stützvorrichtungen.
28. Bei Teilprothesen ist in der Regel eine
parodontal abgestützte Modellgußkonstruk-
tion angezeigt. Die Grundsätze der Parodon-
tal-Hygiene sind dabei zu berücksichtigen.
29. Bei einem Restgebiß ohne parodontale
Abstützungsmöglichkeit ist in der Regel
eine Kunststoffprothese ohne aufwendige
Halteelemente angezeigt.
30. Bei totalen Prothesen ist in der Regel die
Basis in Kunststoff herzustellen. Eine Me-
tallbasis gehört nur in begründeten Ausnah-
mefällen (z. B. Torus palatinus und Exosto-
sen) zur Regelversorgung.
Erhaltung der
Zahnsubstanz
hat Vorrang
Steuern
Recht
Finanzen
ZP-7-2005 25.07.2005 12:13 Uhr Seite 393
394
ZAHN PRAX 8, 7, 394 (2005)
31. Ein Abdruck mit individuellem Löffel
oder individualisiertem Löffel ist nur ange-
zeigt, wenn für die Abdrucknahme der übli-
che Löffel nicht ausreicht.
32. Bei zahnlosem Kiefer ist die Abformung
mittels eines Funktionsabdruckes angezeigt;
das Gleiche gilt, wenn bei stark reduziertem
Restgebiß - in der Regel bis zu drei Zähnen
- eine funktionelle Randgestaltung notwen-
dig ist.
33. Funktionsanalytische und funktionsthe-
rapeutische Leistungen gehören nicht zur
vertragszahnärztlichen Versorgung.
34. Intraorale Stützstiftregistrierungen zur
Feststellung der Zentrallage gehören nur
neben der der Total- / Cover - Denture - Pro-
these zur Regelversorgung, auch auf im-
plantatgestützten Totalprothesen im Ober-
und Unterkiefer, wenn die Lagerbeziehung
von Unter- zu Oberkiefer mit einfachen Me-
thoden nicht reproduzierbar ermittelt wer-
den kann.
IV. Kombinationsversorgungen
35. Über eine Kombinationsversorgung
wird festsitzender mit herausnehmbarem
Zahnersatz zu einer funktionellen Ein-
heit unter Verwendung von Verbindungs-
elementen zusammengefügt.
Kombinationsversorgungen sind ange-
zeigt, wenn gegenüber anderen Zahner-
satzformen eine statisch und funktionell
günstigere Belastung der Restzähne und
eine günstige Retention erreicht werden
kann. Die parodontale Ausgangssituation
der Restzähne ist kritisch zu bewerten.
Im Rahmen der Regelversorgung
gehören mit Ausnahme von Cover/Den-
ture - Prothesen nur Teleskop- / Konus-
kronen auf Eckzähnen zu den Verbin-
dungselementen.
V. Versorgung mit Suprakonstruktio-
nen (implantatgestützer Zahnersatz)
36. Suprakonstruktionen gehören in folgen-
den Ausnahmefällen zur Regelversorgung:
a) bei zahnbegrenzten Einzelzahnlücken,
wenn keine parodontale Behandlungsbe-
dürftigkeit besteht, die Nachbarzähne ka-
riesfrei und nicht überkronungsbedürftig
bzw. überkront sind sowie
b) bei atrophiertem zahnlosen Kiefer.
(Anmerkung: lt. Gemeinsamer Erklärung der Partner
im Bundesausschuß sind mit Inkrafttreten zum
1.1.2006 in den Zahnersatz - Richtlinien Suprakon-
struktionen zu beschreiben, die zu einer Verbesserung
der Kaufunktion im Vergleich zu anderen Versor-
gungsformen führen.)
37. Der Anspruch im Rahmen der Regelver-
sorgung ist bei zahnbegrenzten Einzelzahn-
lücken nach Nummer 36 Buchstabe „a“ auf
die Versorgung mit Einzelzahnkronen und
bei atrophiertem zahnlosem Kiefer nach
Nummer 36 Buchstabe „b“ auf die Versor-
gung mit Totalprothesen als vertrags-
zahnärztliche Leistung begrenzt.
38. Sämtliche Vorleistungen im Zusammen-
hang mit den Implantaten, wie die Implanta-
te selbst, die Implantataufbauten und die im-
plantatbedingten Verbindungselemente ge-
hören nicht zur Regelversorgung bei Supra-
konstruktionen.
39. Die Krankenkasse kann die vorgelegte
Behandlungsplanung einem Gutachter zur
Klärung der Frage zuleiten, ob ein unter
Nummer 36 genannter Ausnahmefall vor-
liegt. Dabei gilt das zwischen der KZBV
und den Spitzenverbänden der Krankenkas-
sen vereinbarte Gutachterverfahren für die
Versorgung mit Zahnersatz und Zahnkronen
entsprechend. Das Nähere hierzu regeln die
Partner der Bundesmantelverträge.
Die Kosten für Zahnersatz einschließlich
Zahnkronen sind gegenüber dem Versicher-
ten für diejenigen Leistungen, die der Regel-
versorgung entsprechen, nach dem einheit-
lichen Bewertungsmaßstab (BEMA) und
auf der Grundlage des bundeseinheitlichen
Verzeichnisses der abrechnungsfähigen
zahntechnischen Leistungen (BELII - 2004)
abzurechnen.
Wählen Versicherte einen über die Regel-
versorgung gemäß § 56 Abs. 2 SGB V hin-
ausgehenden gleichartigen Zahnersatz, gilt
als Abrechnungsgrundlage für die Mehrko-
sten die Gebührenordnung für Zahnärzte.
Wählen Versicherte eine von der Regelver-
sorgung abweichende andersartige Versor-
gung nach § 55 Abs. 5 SGB V, gilt als Ab-
rechnungsgrundlage ebenfalls die Gebüh-
renordnung für Zahnärzte.
Um sicher zu gehen, sollten Sie stets die
Leistungen, die nicht in Verbindung mit
einer Regelversorgung stehen, z. B. die
Vorleistungen
im Zusam-
menhang mit
Implantaten
gehören nicht
zur Regelver-
sorgung
Krankenkasse
kann die
Behandlungs-
planung
einem
Gutachter
vorlegen
Steuern
Recht
Finanzen
ZP-7-2005 25.07.2005 12:19 Uhr Seite 394
395
ZAHN PRAX 8, 7, 395 (2005)
Funktionsanalytischen Maßnahmen nach
GOZ 800 ff., nicht auf dem Beiblatt auf-
führen, sondern einen privaten separaten
Heil- und Kostenplan für die zusätzlichen
Begleitleistungen erstellen.
Auf dem Beiblatt müssen derzeit noch keine
Steigerungsfaktoren angegeben werden.
Bei gleich- und andersartigem Zahner-
satz ist das Labor - bei Leistungen die
über die Regelversorgung hinausgehen -
nicht an das BELII gebunden.
Beispiel: Vollverblendete Krone: Leistun-
gen wie Modell, Mittelwert, Versand (also
Regelleistung betreffend) sind nach BEL II
aufzuführen. Die Krone, Vollverblendung,
sowie weitere Leistungen (inkl. charakteri-
sieren, etc.) werden nach BEB bzw. Privat-
preisliste berechnet. Mischrechnung!
Fallbeispiel 1
Teilkrone 17
Brücke mit Divergenzgeschiebe wegen
mesialer Kippung 25-27,vollverblendet
Verblendete Kronen und Brücken außerhalb
der Verblendbereiche gemäß der Zahner-
satzrichtlinien, vollverblendete Kronen und
vollkeramische Voll- und Teilkronen gelten
als gleichartige Versorgung.
Die Abrechnung erfolgt entsprechend § 55
Abs. 4 i. V. mit § 87 Abs. 1 a Satz 1 SGB V
nach Maßgabe der GOZ. Prothetische Be-
gleitleistungen (z. B. Provisorien, Abneh-
men und Wiederbefestigen von Provisorien)
werden als Regelversorgungsleistungen
nach BEMAabgerechnet.
*Würde Zahn 27 nicht verblendet werden,
müßte dieser auf dem HKP nach 91a ange-
setzt werden und kann nicht nach GOZ be-
rechnet werden, obwohl die Brücke eine
Einheit ist.
Berechnung der Kosten für die Vollver-
blendung:
Über Beiblatt nach GOZ („Beiblatt“ -
Schiedsamt) = gleichartige Regelversor-
gung
Optimierungs- und Wunschleistungen
auf Privatvereinbarungsformular:
Keramikstufe / Keramikschulter / FAL /
FTL
Individuelle Abformung
Stifte:
Adhäsiv befestigte Stifte und nicht-metalli-
sche Stiftsysteme (z. B. Glasfaser- oder Ke-
ramikstifte) gelten als gleichartige Versor-
gung und werden nach Maßgabe der GOZ
abgerechnet.
Eine erneute Kostenzusage durch die Kran-
kenkasse ist bei FZ 1.4 und 1.5 für einen
nachträglichen Stiftaufbau nicht erforder-
lich.
Laut KZBV soll eine Festzuschuß nach
1.2 für medizinisch notwendige Veneers
möglich sein.
Berechnung:
Medizinisch notwendige Veneers, z. B.
bei buccalen Läsionen zur Vermei-
dung einer Vollkrone, zahnsubstanz-
schonend!
Befund = pw
Regelversorgung = PK
Festzuschuß = 1.2, gleichartig!
Beiblatt GOZ = 222 - Steigerungsfak-
tor! GOZ § 2 Abs. 1+ 2!
Hier besteht noch Dissens zwischen der
KZBV und den Spitzenverbänden wel-
cher Zuschuß nun anzusetzen ist. Die
Steuern
Recht
Finanzen
Tab. 2
ZP-7-2005 25.07.2005 12:19 Uhr Seite 395
396
ZAHN PRAX 8, 7, 396 (2005)
Spitzenverbände tendieren zu 1.1 und
1.3, da die Teilkrone im BEMAnicht für
den Frontzahnbereich vorgesehen ist.
Bei kosmetischen Veneers = GOZ § 2 Abs.
3, reine Wunschleistung - kein Zuschuß!
Achtung: Einige KZV’n, z. B. Bayern,
gehen hier nicht konform. Hier sind
Veneers reine Privatleistungen! Dies
gilt auch für Inlaybrücken!
Abgrenzung der Leistungsarten:
Eine tatsächlich geplante Versorgung kann
sowohl Regelversorgungsleistungen als
auch Leistungen der gleich- und / oder an-
dersartigen Versorgung umfassen. Wenn das
geplante Honorar für den andersartigen Ver-
sorgungsanteil mehr als 50 % des insgesamt
geplanten Honorars beträgt, ist der HKPmit
dem Patienten direkt abzurechnen, der einen
Anspruch auf Erstattung der bewilligten
Festzuschüsse gem. § 55 Abs. 5 SGB V
gegen seine Krankenkasse hat.
Auf Landesebene können allerdings hin-
sichtlich der „50 % - Grenzziehung“ andere
Regelungen bestehen. Das bedeutet, daß das
zahnärztliche GOZ-Honorar das Honorar
der Regel- oder gleichartigen Versorgung
um mehr als 50 % übersteigen muß.
Beispiel: Regelversorgung 500 Euro - An-
dersartigkeit 800 Euro = mehr als 50 %.
Dies ist nicht der Fall im folgenden Beispiel:
Regelversorgungsanteil 610 Euro - Anders-
artigkeit 715 Euro. Hier sind die 50 % nicht
erreicht, somit wird über die KZV abge-
rechnet.
Bei einer Gesamtplanung, die aus Regel-
versorgung / gleichartiger Versorgung
und einer andersartigen Versorgung be-
steht, gilt Folgendes zu beachten:
Der HKPwird D (direkt) mit dem Patien-
ten abgerechnet. Leistungen aus anders-
artiger Versorgung nach GOZ. Leistun-
gen aus Regel- bzw. gleichartiger
Versorgung müssen auf der Privat-Ge-
samtrechnung nach BEMA berechnet
werden.
z. B. re. UK = 4 implantatgetragene Kro-
nen, li. UK notwendige Einzelzahnkrone
36. Die Höhe andersartiges Honorar liegt
somit über 50 %, also „andersartig“ -
Privat-Direktabrechnung.
Zur korrekten Liquidationserstellung
wird die Implantatversorgung nach GOZ
und die notwendige Krone an 36 nach
BEMA abgerechnet. Somit entsteht eine
GOZ - BEMA - Mischrechnung. Eine
notwendige Versorgung darf nicht dem
Patienten als reine Privatleistung darge-
stellt werden.
Fallbeispiel 2
Teleskop-Prothese
ZE - Rili Nr. 35:
Über eine Kombinationsversorgung wird
festsitzender mit herausnehmbarem Zahner-
satz zu einer funktionalen Einheit unter Ver-
wendung von Verbindungselementen zu-
sammenfügt. Kombinationsversorgungen
sind angezeigt und wirtschaftlich, wenn ge-
genüber anderen Zahnersatzformen eine sta-
tisch und funktionell günstigere Belastung
der Restzähne und eine günstige Retention
erreicht werden kann.
Die parodontale Ausgangssituation der
Restzähne ist kritisch zu bewerten. Im Rah-
men der Regelversorgung gehören mit Aus-
nahme von Cover- / Denture - Prothesen nur
Teleskop- / Konuskronen zu den Verbin-
dungselementen.
Das bedeutet:
Zuschuß zur Teleskopkrone auf dem
Eckzahn nur wenn Zahn 4 und 5 fehlen!
Wäre diese Voraussetzung erfüllt, der Pa-
tient aber eine festsitzende Brücke
wünscht, wäre diese andersartig nach
GOZ zu berechnen. Der Patient erhält je-
doch den Zuschuß für den Modellguß
und zwei Teleskope auf den Eckzähnen.
Fallbeispiel 2: Teleskop-Prothese.
Alternativ:
Wäre Zahn 34 ww, erhielte Patient Fest-
zuschuß für Krone 1.1 + 1.3, dann wäre
die Versorgung gleichartig!
Unterschied-
liche Hand-
habung der
50 %- Grenze
Steuern
Recht
Finanzen
ZP-7-2005 25.07.2005 12:19 Uhr Seite 396
ZAHN PRAX 8, 7, 397 (2005)
Würden diese Eckzahnteleskope z. B.
vollverblendet werden, wäre die Abrech-
nung wieder gleichartig vorzunehmen.
Die Prothese bleibt in der BEMA-Berech-
nung, die Teleskope werden nach GOZ
504 und 508 (Kürzel TM) über das Bei-
blatt berechnet.
Fallbeispiel 3
Freiendbrücke vollverblendet
In den neuen Richtlinien und dem FZ-Sy-
stem sprechen wir von Lücken- oder Frei-
endsituation. Deshalb wurde auch die Richt-
linie geändert. Somit wurde die Bestim-
mung, daß nur ein mesial fehlender Prämo-
lar durch ein Freiendbrückenglied zu erset-
zen sei, wieder entfernt.
Bei der Versorgung mit einer Freiendbrücke
in ansonsten geschlossener Zahnreihe gilt
laut KZBV der Festzuschuß 2.1 nebst ggf.
2.7 für die Lückensituation nebst 1.1 + ggf.
1.3 für 2. Pfeiler der Freiendbrücke.
Beispiel: BM-KM-KM
FZ : 2.1 KM-BM-KM + 1.1 KM
Achtung: Diese Regelung gilt nicht bun-
desweit: Die KZV-Bayern geht davon aus,
daß nur 2.1 angesetzt werden kann, eben für
2 Kronen und 1 Brückenglied!
Neu ist, daß der Patient, der sich für einen
implantatgetragenen Zahnersatz entschei-
det, einen Zuschuß erhält, auch wenn es sich
nicht um einen Ausnahmefall handelt. Dies
gilt auch für die Erneuerung oder Wieder-
herstellung.
Kerstin Salhoff
Altenfurter Str. 11, 90475 Nürnberg
Fallbeispiel 3:
Freiendbrücke vollverblendet.
Das ENAMEL plus HFO System wurde
weiterentwickelt und vereinfacht.
Dabei konnte die Qualität so deutlich verbessert werden, dass
wir den kritischen Vergleich mit anderen Systemen empfehlen.
Die Forschungen von Dr. Lorenzo Vanini zur Ästhetik
und Farblehre begründen unseren Entwicklungs-Vorsprung und
verdeutlichen die Unterschiede.
Z.B. OBN -
„OPALESCENT BLUE NATURAL”
MIT EINZIGARTIG NATÜRLICHER
FARB-OPALESZENZ!
So wie die Staubpartikel in der Luft die Farbe des Himmels
von blau über bernstein bis rot je nach Lichteinfall verändern, filtert
der spezielle Füllstoff von ENAMEL PLUS HFO OBN das Licht.
Dies erzeugt die einzigartig natürliche Farb-Opaleszenz
aller Restaurationen mit Enamel plus HFO „NEW GENERATION”
Neue Dentin- und
Schmelzmassen
- universelle Farbtönung
- höhere Leuchtkraft
- neue altersgemäße Schmelzmassen
- balanciert reduzierte Farbsättigung
- höhere Opazität,
näher am natürlichen Dentin
- natürliche Fluoreszenz
(Glass Connector verbessert die
Licht-Diffusion)
GERD LOSER & CO GMBH · VERTRI EB VON DENTALPRODUKTEN
POSTFACH 10 08 29, D- 51308 LEVERKUSEN
TELEFON: 0 2171/70 66 70, FAX: 0 2171/ 70 66 66
e- mail : info@loser.de
®
LOSER & CO
öfter mal was Gutes...
ZP-7-2005 25.07.2005 12:19 Uhr Seite 397
398
ZAHN PRAX 8, 7, 398 (2005)
Die neue Leichtigkeit der Insertion
E
ine neue Membrangeneration Cytoplast Resorb von ORALTRONICS
ist leichter zu handhaben und zu plazieren. Die hydrophile,
mehrschichtig verwobene Membran ist chemisch rein und damit die Gefahr
einer Antigen/ Antikörper-Reaktion gering. Ihr dreidimensional konstruierter
Dichtegradient ist so ausgelegt, daß die epitheliale Migration während der
späteren Heilphasen blockiert wird. Überzeugend wirkt auch die sichere Ins-
ertion der in die gewünschte Form zugeschnittenen Membran. Bedeckt das
Gewebe die Wunde, so wird es durch das Blut aus dem Operationsbereich
adhäsiv und zugleich geschmeidig. Die Membran hat Vinyl-Konsistenz, läßt
sich aber aufgrund ihrer Dicke leicht adaptieren. Die gute Anpassung der Membran verhindert das Einwach-
sen von Bindegewebszellen. Eine abschließende Fixierung des Gewebes ist nicht notwendig. Die erwünsch-
te Barrierefunktion bleibt für den Zeitraum, in dem die Wundheilung erfolgt und eine erste Regenerations-
schicht gebildet wird, erhalten. Die vollständige Bioresorption erfolgt in etwa sieben Monaten. Dabei wird die
Memran zu CO
2
und H
2
O abgebaut.
Kontakt: ORALTRONICS, Bremen
Keramiken aus Zirkoniumdioxid weiterentwickelt
D
ie guten mechnischen Eigenschaften von Zir-
koniumdioxid hat sich VITA für die Weiterent-
wicklung ihrer YZ Cubes zu Nutze gemacht. Die aus Y-
TZP (Yttria stabilized Tetragonal Zirconia Polyrcystal)
bestehenden Oxidkeramiken zeichnen sich durch hohe
Rißzähigkeit aus. Biokompabilität, nahezu Porenfreiheit
und hohe Widerstandfähigkeit sprechen außerdem für
den Werkstoff. Die Frage der weißen Gerüste, bisher ein
Nachteil von Versorgungen aus Zirkoniumdioxid, ist
auch gelöst. Die geschliffenen Zirkoniumdioxid-Restaurationen aus den YZ Cubes werden entsprechend der
späteren Zahnfarbe mit dem VITA COLORING LIQUID eingefärbt. Durch die Entwicklung unterschiedli-
cher Blockgrößen wurde das Anwendungsspektrum erweitert, so daß sie mittlerweile auch in Bereichen mit
größeren Belastungen eingesetzt werden können, z. B. bei mehrgliedrigen Brückengerüsten, Stiftkernauf-
bauten und Implantatabutments.
Kontakt: VITAZahnfabrik, Bad Säckingen
CURASEPT
®
- Gel Zahnpaste mit Chlorhexidin & ADS
D
ie Zahnpaste ist besonders geeignet als Unter-
stützung zur Bewahrung der bestmöglichen
Hygienebedingungen: bei Trägern von Zahnprothe-
sen, kieferorthopädischen Apparaturen, Implantaten
oder Problemen mit dem Zahnstützgewebe (Parodon-
tium). Der Gebrauch ist besonders vor und nach jeder
zahnärztlichen Behandlung zum Schutze des Zahnfleisches empfohlen. Das ADS-System vermindert mögli-
che Pigmentierungen und Geschmacksstörungen und macht das Produkt verträglicher. Das Produkt enthält
0,12% Chlorhexidin mit ADS, eignet sich zur langfristigen Behandlung gegen bakterielle Plaque und schont
das Weiß der Zähne.
Kontakt: Curaden AG, Stutensee-Spöck
Hersteller-
informationen
ZP-7-2005 25.07.2005 12:20 Uhr Seite 398
399
ZAHN PRAX 8, 7, 399 (2005)
Natürliche Zahnfarben auch bei
dünnen Keramikschichten
S
teigende Ansprüche nach ästhetischen, metallfreien Restauratio-
nen führten bei SHOFU zur Entwicklung des VINTAGE ZRVer-
blendkeramiksystems, mit dem sich alle erhältlichen Zirkonoxid-
Gerüstsysteme verblenden lassen. Eine besonders feine und
homogene Partikelstruktur soll bereits bei extrem dünnen Schicht-
stärken eine natürliche Farbwiedergabe gewährleisten. Mit der An-
wendung der Inzisal- und einem umfangreichen Angebot an translu-
zenten Effektmassen erzielt man bei metallunterstützten und
metallfreien Konstruktionen eine naturidentische Lichttransmission
unter allen Lichtverhältnissen. Die speziell entwickelten Opaque-
oder Shade-Liner ermöglichen es, die Opazität des Gerüstes patientengerecht zu steuern. Dies führt zu
einem rationellen Schichtaufbau und absoluter Farbtreue zum Vita Classical Farbsystem bei geringen
Schichtstärken. VINTAGE ZR wird voraussichtlich ab Oktober 2005 im Handel erhältlich sein.
SHOFU DENTALGMBH, Ratingen
Abformmaterial Aquasil Ultra ausgezeichnet
D
as US-amerikanische Testmagazin „Reality Now“ hat das Abformmaterial Aquasil Ultra von DENT-
SPLYDeTrey erneut ausgezeichnet. Mit dem Produkt
lassen sich sicher und schnell Präzisionsabformungen erzie-
len. Die guten Eigenschaften gehen auf die Rezeptur des
Werkstoffs zurück. Dieses Abformmaterial wurde als Po-
lyvinylsiloxan (A-Silikon) so konzipiert, daß auch klassische
Produktvorteile des Polyethers, wie etwa eine gute Hydrophi-
lie, erreicht werden. Dadurch ist Aquasil Ultra hydrophil und
gleichzeitig reißfest. Dazu kommen eine hohe Dimen-
sionstreue, Zeichnungsgenauigkeit und Lagerfähigkeit. Der
Minzgeschmack wird von den Patienten als sehr angenehm
empfunden.
Kontakt: Dentsply DeTrey, Konstanz
Polierbürsten sorgen für mehr Glanz am Zahn
F
ür effiziente Vorpolitur sorgen sieben neue Polierbürsten
von Renfert. Ein Silikonpolierer in Linsenform (ø 22
mm) bietet optimalen Zugang zu den Interdentalräumen. Mit
starker Abrasion, feinem Schliffbild und ohne Schlierenbil-
dung ist er für die gesamte Fläche und insbesondere für die
Übergänge Metall-Keramik geeignet. Der Bürstenschwabbel
45 (ø 45mm) bimst dagegen den häufig künstlich wirkenden
Hochglanz nach einem Glanzbrand, während die Bürsten-
schwabbel 55 und 80 (ø 55 oder 80 mm) im Prothesen-Kunst-
stoff ihre Einsatzgebiete haben. Weniger Hitzestreß für das
Material bei Kunststoffen und Metall verspricht die Scotch
Brite™Miniaturbürste, die in den Ausführungen grob, mittel und fein (ø 25 mm) hergestellt wird. Im Ver-
gleich zu Schmirgelpapier haben diese mit Schleifmittel versehenen Bürsten den Vorteil, daß sie deutlich
weniger Hitze entwickeln und gleichzeitig flexibler einsetzbar sind.
Kontakt: Renfert GmbH, Hilzingen
Hersteller-
informationen
ZP-7-2005 25.07.2005 12:20 Uhr Seite 399
400
ZAHN PRAX 8, 7, 400 (2005)
Prophylaxe-Fortbildung kostenlos
D
ie Listerine Prophylaxe Summer School (PSS) wird als kostenloser Fern-Kolleg durchgeführt und
wendet sich an zahnärztliche Mitarbeiterinnen. Ziel ist es, den Teilnehmerinnen eine Möglichkeit zu
bieten, ihre Prophylaxe-Kenntnisse zu ergänzen und alltagsgerecht zu vertie-
fen. Vom Kleinkind bis zum alten Menschen werden in den drei Heften der
Summer School 2005 praxisnahe Problemfälle beschrieben. Der Autor der
Fortbildungsreihe, Prof. Dr. Bernd-Michael Kleber, Leiter der Abteilung für
Parodontologie an der Charité Berlin, stellt dazu geeignete Behandlungsmög-
lichkeiten vor. Für zusätzlichen Lerneffekt sorgt ein Fragebogen zu jedem Teil,
der von Pfizer Consumer Healthcare ausgewertet wird. Die PSS will den
Präventionsgedanken unterstützen und dabei helfen, daß zahnärztliche Mitar-
beiterinnen mehr Verantwortung in der Patientenbetreuung übernehmen kön-
nen. Dialogsituationen zwischen Patient und Mitarbeiterin lockern den Stoff
auf. Dazu gibt es weiterführende Literaturangaben und Abrechnungshinweise.
Die Teilnehmerinnen erhalten per Post jeweils kostenfrei die einzelnen Hefte und können bequem von zu-
hause aus Abschnitt für Abschnitt durcharbeiten. Im letzten Jahr bildeten sich rund 2.900 Teilnehmerinnen
bei der PSS weiter. Das Anmeldeformular gibt es unter www.listerine.de (Benutzername: listerine; Paßwort:
coolmint) im Bereich „medizinische Fachkreise“.
Kontakt: Pfizer, Karlsruhe
Aphten zielgenau selbst behandeln
D
ie Selbstbehandlung aphtöser Erkrankungen im Mund ermöglicht die entzündungshemmende und
schmerzstillende Hafttablette AFTAB aus dem Hause
Opfermann Arzneimittel. Die Hafttablette wird durch An-
feuchten so zielgenau auf der Läsion plaziert, daß die Wirk-
stoffbelastung durch das Glucocorticoid Triamcinolonaceto-
nid nur gering ist. Der Wirkstoff wird nach dem Auftragen
am Entzündungsherd abgegeben. Darüber hinaus bildet die
Hafttablette in Verbindung mit Speichel einen gallertartigen,
elastischen Film, der die schmerzhafte Entzündung vor Nah-
rungseinflüssen und Speichel schützt.
Kontakt: Opfermann Arzneimittel GmbH, Wiehl
Gute Sicht im kleinen Mund
F
ür die erleichterte Kavitätenpräparation bei Kindern und Erwachsenen mit kleiner Mundöffnung hat
Sirona das Angebot an Winkelstücken um neun Varianten mit jeweils kleinem Kopf ergänzt. Die Mi-
niköpfe gibt es für die drei Standardwinkelstücke der Produktlinie T1 CLASSIC mit einem Übertragungs-
verhältnis von 1:5 (rot), 1:1 (blau) beziehungsweise 6:1 (grün).
Bei der T1 LINE-Serie können Praxen zwischen Versionen mit
oder ohne Licht wählen. Der sehr kleine Durchmesser und die
deutlich reduzierte Höhe des Instrumentenkopfes ermöglichen
einen optimalen Zugang und gewährleisten eine jederzeit gute
Sicht auf die Präparationsstelle, insbesondere im molaren Be-
reich. Die roten Minikopf-Winkelstücke haben Keramikkugella-
ger, dadurch sind sie langlebig und laufruhig. Die neuen Produk-
te sind mit einem Eindüsenspray ausgerüstet, das eine sehr gute Kühlwirkung erzielt. Die ergonomische
Form bietet hohe Griffsicherheit. Anwender der Chip Blower-Funktion können mit den Miniköpfen arbei-
ten, ähnlich wie sie es von den Vorgängermodellen gewohnt sind.
Kontakt: Sirona Dental Systems GmbH, Bensheim
Hersteller-
informationen
ZP-7-2005 25.07.2005 12:21 Uhr Seite 400
401
ZAHN PRAX 8, 7, 401 (2005)
Cercon ceram express erleichtert die
Verblendtechnik bei Zirkonoxid
B
ei der Überpreßtechnik mit Cercon ceram express
stehen für den Front- und Seitenzahnbereich unter-
schiedlich eingefärbte Keramikpellets zur Verfügung.
Die anterior-Pellets werden aufgrund ihrer Transluzenz
mit einem farblich abgestimmten Liner verwendet und
eignen sich für den sichtbaren Bereich der Restauration.
Die posterior-Pellets sind opaker eingefärbt und empfeh-
len sich besonders für die Schultertechnik. Dies ermög-
licht eine exakte Reproduktion von scharfen Keramikschul-
tern oder die Ausfüllung von Kastenpräparationen für die Pfeileraufnahme
bei Inlaybrücken. Cercon-Inlaybrücken sind von DeguDent aufgrund der Erfahrungen be-
reits als Indikation freigegeben worden. Ebenso wie die klassische Schichttechnik erreicht die Überpreß-
technik mit Cercon ceram express das Ziel der ästhetischen Komplettierung des Gerüstes: Sowohl ein voll-
ständiges Überpressen ist möglich, als auch die Anwendung der „Cut-back-Technik“. Nach den bisherigen
Erfahrungen in zahntechnischen Laboren eignet sich das Material insbesondere für die Darstellung von
scharfen Keramikschultern oder die exakte Ausfüllung von Kastenpräparationen für die Pfeileraufnahme
bei Inlaybrücken.
Kontakt: DeguDent, Hanau
Absender:
__________________________________
__________________________________
__________________________________
__________________________________
Coupon schicken oder faxen an:
ZP ZAHNARZT&PRAXIS
flohr verlag
Hauptstraße 22
78628 Rottweil
Fax: 07 41 / 9 42 40-99
Info-Service
Info-Service
Bitte senden Sie mir/uns nähere Informationen
zu folgenden Themen/Produkten:
❒ Prophylaxe - Summer School (Listerine)
❒ Aphtenbehandlung mit AFTAB
(Opfermann)
❒ Die neue Leichtigkeit der Insertion
(ORALTRONICS)
❒ Keramiken aus Zirkoniumdioxid
weiterentwickelt (vita)
❒ Natürliche Zahnfarben auch bei
dünnen Keramikschichten (Shofu)
❒ Polierbürsten sorgen für mehr Glanz am
Zahn (Renfert)
❒ Abformmaterial Aquasil Ultra ausge-
zeichnet (Dentsply De Trey)
❒ CURASEPT
®
- Gel Zahnpaste mit Chlor-
hexidin & ADS (Curaden)
❒ Gute Sicht im kleinen Mund
(Sirona Dental Systems)
❒ Cercon ceram express erleichtert die
Verblendtechnik bei Zirkonoxid (DeguDent)
Hersteller-
informationen
ZP-7-2005 25.07.2005 12:21 Uhr Seite 401
402
ZAHN PRAX 8, 7, 402 (2005)
Langzeitstudie belegt:
Kompomer zur direkten Füllungs-
therapie erfolgreich
Eine Langzeitstudie an Klasse-III-Füllungen
dokumentiert die Leistungsfähigkeit der Dyract-
Kompomere zur direkten Füllungstherapie des
Herstellers DENTSPLYDeTrey [1]. Sie eignen
sich für den Front- wie den okklusionstragenden
Seitenzahnbereich.
I
n einer vergleichenden Sechsjahres-
Studie von van Dijken et al. wurden die
Belastbarkeiten von Dyract, einem lichthär-
tenden Glasionomer und einem Hybrid-
komposit untersucht [1].
Hinsichtlich Oberflächenhärte und Farbübe-
reinstimmung waren Dyract und das Hy-
bridkomposit dem Glasionomer signifikant
überlegen. Zu postoperativen Sensitivitäten
oder Vitalitätsverlusten kam es im Untersu-
chungszeitraum nicht. Nach sechs Jahren
wies Dyract die gleiche Anzahl klinisch ak-
zeptabler Füllungen wie das Hybridkompo-
sit auf. Die Langzeitstudie an Klasse III-Re-
staurationen zeigt, daß Dyract eine
geeignete Alternative zu Hybridkompositen
ist - insbesondere aufgrund seiner einfachen
und Zeit sparenden Verarbeitung.
Das seit 2003 verfügbare Dyract eXtra über-
trifft - wie sein Vorgänger Dyract AP - die
Norm DIN EN ISO 4049 (2000) bei weitem
und wird den ADA-Anforderungen auch im
Seitenzahnbereich gerecht. Dyract eXtra
bietet gegenüber seinem Vorgänger folgen-
de verbesserte Eigenschaften: Eine cremig-
weiche Konsistenz, verbunden mit verbes-
serter Stopfbarkeit, erlaubt ein leichteres
Ausbringen aus der Kompule und Füllen der
Kavität. Die Verarbeitungszeit wurde dazu
auf 90 Sekunden verlängert, die Polymerisa-
tionszeit pro Schicht auf 10 Sekunden ver-
kürzt. Die Abrasionsfestigkeit und Finier-
barkeit des Materials wurden ebenfalls
weiter optimiert. Die mechanische Belast-
barkeit konnte durch einen höheren Füller-
Gehalt gesteigert werden: Auch okklusions-
tragende Seitenzähne der zweiten Dentition
können daher mit Dyract eXtra sicher ver-
sorgt werden. Retention und Randschluß-
Verhalten sind ausgezeichnet.
Die kariostatischen Effekte im Bereich der
Füllung stellen eine weitere wichtige Pro-
dukteigenschaft dar: Dank der lang anhal-
tenden Fluoridionen-Abgabe an die Umge-
bung trägt das Kompomer zu einer
Remineralisation der Zahnhartgewebe bei.
Als Material der Wahl ist Dyract eXtra,
neben der alltäglichen Füllungstherapie, be-
sonders für Patienten mit erhöhtem Kariesri-
siko sowie für ältere und Patienten mit
schwierigen Mundhygiene-Bedingungen zu
empfehlen. Selbstverständlich lassen sich
Verbessertes
Handling und
optimierte
mechanische
Eigenschaften
Hohe Ästhetik bei einer multiplen
Klasse III Kavität durch Dyract AP
Industrie
Report
ZP-7-2005 25.07.2005 12:25 Uhr Seite 402
403
ZAHN PRAX 8, 7, 403 (2005)
auch alle kariösen Läsionen des Milchgebis-
ses mit Dyract eXtra hervorragend und in
Verbindung mit dem selbstätzenden Adhä-
siv Xeno III besonders schnell versorgen.
Mittlerweile werden die Dyract-Kompome-
re weltweit eingesetzt: Mehr als 300 Millio-
nen gelegte Füllungen sprechen für sich.
Literatur
1. Van Dijken J. W. V.: Durability of new
restorative materials in Class III cavities. J
Adhes. Dent. 3(1), 65-70 (2001).
Abb. li.: Abrasionswerte von Dyract AP
bei unterschiedlichen Methoden
Industrie
Report
G
eplant ist eine Einheits-
prämie für gesetzliche
Versicherte. Die Höhe der Prämie ist noch
offen, soll aber voraussichtlich 109 Euro zu La-
sten des Arbeitnehmers betragen, der Arbeitge-
ber soll weitere 60 Euro beisteuern. Geringver-
diener erhalten einen Ausgleich, Kinder sind
beitragsfrei. Die Höhe der Pflegeversicherung
ist vom Eigenkapital abhängig. Altersrückstän-
de können beim Wechsel zwischen privaten
Krankenkassen übernommen werden.
Wahlprogramm Gesundheit
Neuwahlen 2005
Die Neuwahlen stehen vor der Tür.
Welche Gesundheitspolitik versprechen die großen
Parteien in Ihrem Wahlprogramm 2005?
A
lle, auch Gutverdiener, Beamte;
Selbständige etc., sollen in ei-
ne gemeinsame Kranken-Bürgerversicherung
einzahlen, dazu zählen auch Kapitalerträge
außer Miet- und Pachteinnahmen. Patienten
haben die freie Kassenwahl, ohne Risikoprü-
fung durch die Kasse. Auch die Pflegeversi-
cherung soll verbessert werden.
D
ie private Alters-
vorsorge soll ge-
stärkt werden. Es liegt aber hierfür noch kein
konkretes Konzept vor. Die Riester-Rente soll
vereinfacht werden.
A
uch Selbständige sollen von
der Riester-Rente profitie-
ren. Die private Vorsorge für Geringverdiener
wird nicht nur gefördert, sondern evtl. sogar
verpflichtend. Davon verspricht man sich
eine Senkung der Rentenbeiträge auf unter
18 Prozent.
D
ie gesetzlichen Kassen
sollen mehr Leistungen
übernehmen. Einführung einer privaten Bürger-
versicherung, auch Kapital- und Mieteinnah-
men werden hier berücksichtigt. Kinder und er-
werbslose Jugendliche bis 27 Jahre sind
beitragsfrei. Wiederaufnahme des Krankengel-
des und Zahnersatzes in den Leistungskatalog.
Eine private Zusatzversicherung bleibt möglich.
Finanzierung durch: Abschaffung PKVals Voll-
versicherung, Einführung einer Arzneimittel-
Positivliste, starke Anhebung und dann Ab-
schaffung der Beitragsbemessungsgrenze, Bei-
träge auf alle Einkommensarten und von allen
Bürgern, Zuzahlungen werden gestrichen. Re-
duzierung der Krankenkassen-Zahl, Parität der
Beitragszahlung durch Arbeitgeber und -neh-
mer auf Grundlage der Leistungsfähigkeit der
Firmen.
ZP-7-2005 25.07.2005 12:25 Uhr Seite 403
404
ZAHN PRAX 8, 7, 404 (2005)
Alkohol in
Mundspül-Lösungen
nicht erforderlich
Alkohol wird immer noch in vielen Mundspül-
Lösungen verwendet, obwohl dieser Inhaltsstoff
nicht unproblematisch ist.
E
in Übersichtsartikel von Brecx et al.
[1] arbeitet klar heraus, daß Alkohol
(Ethanol) als Lösungsmittel dient, aber vom
chemischen Standpunkt her in den meisten
Fällen unnötig ist. Es stellt sich also die
Frage, ob ein Hersteller eine Produktent-
wicklung ohne das Lösungsmittel Alkohol
durchführen kann.
Alkohol ist zur Desinfektion nicht zwingend
notwendig. Während stärker wirksame Al-
kohole (wie z. B. Isopropanol) äußerlich zur
Hautdesinfektion angewendet werden, fin-
det Ethanol selten Verwendung als Desin-
fektionsmittel. Ethanol sei - so die Autoren -
weder in vitro, noch in vivo antibakteriell
wirksam gewesen, wie eine Studie von
Gjermo et al. [2] zeigt. Zwar habe es Befun-
de gegeben, daß Alkohol bakterizide Wir-
kung gegen planktonische Bakterien zeigt
(Sissons et al. [3]). Es sind jedoch Konzen-
trationen von 40% Alkohol notwendig, um
das Wachstum des dentalen Biofilms zu ver-
ringern - die Alkoholkonzentration in
Mündspül-Lösungen liege jedoch mit 5 bis
27% deutlich darunter. Das heißt, der Alko-
hol in Mundspül-Lösungen hat keinen zu-
sätzlichen antibakteriellen Nutzen. Dieser
Umstand wird nach wie vor häufig überse-
hen.
Bolanowski et al. [4] fanden eine direkte
Beziehung zwischen Alkoholgehalt und
dem in der Mundhöhle ausgelösten
Schmerzempfinden. Zum Krebsrisiko exi-
stieren widersprüchliche Daten, eine Gefahr
kann also nicht sicher ausgeschlossen wer-
den. Kurz: Alkohol in Mundspül-Lösungen
ist schlichtweg nicht erforderlich.
Dr. Sonja Trapp
Zum Blauenblick 2
79539 Lörrach
Literatur
1. Brecx M., Netuschil L., Hoffmann T.: How to select the right
mouthrinses in periodontal prevention and therapy. Part II. Clinical
use and recommendations. Int J Dent Hygiene 1 (2003) 188-194.
2. Gjermo P., Bastaad K., Rölla G:. The plaque-inhibiting capaci-
ty of 11 antibacterial compounds. J Periodont Res 5 (1970) 102-9.
3. Sissons C.H., Wong L., Cutress T.W.: Inhibition by ethanol of
the growth of biofilm and dispersed microcosm dental plaques. Arch
Oral Biol 41 (1996) 27-34.
4. Bolanowski S.J., Gescheider G.A., Sutton S.V.W.: Relationship
between oral pain and ethanol concentration in mouthrinses. J Peri-
odont Res 30 (1995) 192-7.
Dr. Sonja
Trapp,
wissen-
schaftliche
Projekt-
managerin
GABAGmbH
Alkohol in
Mundspül-
Lösungen hat
keinen anti-
bakteriellen
Nutzen
Industrie
Report
ZP-7-2005 25.07.2005 12:26 Uhr Seite 404
405
ZAHN PRAX 8, 7, 405 (2005)
Streptococcus mutans-
Genchip entwickelt
Nach über einem Jahr intensiver Entwicklung
gelang es nun, alle 2000 Gene des Karies- und
Endokarditiserregers Streptococcus mutans nach-
zubauen. Mit Hilfe eines Genchips (Microarrays)
haben Wissenschaftler der GBF in Braunschweig
und der RWTH Aachen den Erreger zum Reden
gebracht.
N
ach über einem Jahr intensiver For-
schungsarbeit waren nun eine Ar-
beitsgruppe der RWTH Aachen (Univer-
sitätsklinikum, Lehr-und Forschungsgebiet
Orale Mikrobiologie und Immunologie) und
die Gesellschaft für Biotechnologische For-
schung (GBF) in Braunschweig erfolgreich:
Prof. Dr. Georg Conrads (Mikro- und Mo-
lekularbiologe, Leiter des Lehr- und For-
schungsgebietes Orale Mikrobiologie und
Immunologie), Dr. Christian Apel (Junior-
professor an der Klinik für Zahnerhaltung)
und Ilse Seyfarth (MTA, Lehr- und For-
schungsgebiet Orale Mikrobiologie und Im-
munologie) der RWTH Aachen und PD Dr.
Irene Wagner-Döbler, Dr. Helena Sztajer
(Biologin der Gesellschaft für Biotechnolo-
gische Forschung), Dr. Robert Geffers der
GBF Braunschweig gelang eine Weltpre-
miere:
Auf einer kleinen Glasplatte, ähnlich dem
Objektträger der Mikroskope, wurden die
wesentlichen Bestandteile aller rund 2000
Gene des Karies- und Endokarditiserregers
Streptococcus mutans über Gensonden
nachgebaut. Dadurch ist es nun möglich ge-
worden, alle Änderungen in der Genakti-
vität dieses Bakteriums über Hybridisierung
(Genpaarung) mit der Messenger-RNA, der
Arbeitskopie des Gens und nachfolgender
Fluoreszenzanalyse nachzuweisen.
Dies ermöglicht beispielsweise die Loka-
lisation der Gene,
die für die Besiedlung des Zahnes
für die Besiedlung der Herzinnenhaut
und der Herzklappen
für Reaktion der Erreger auf antiin-
fektive Reagenzien
wichtig sind.
Damit ist der Weg frei für die Planung
erfolgreicher Interventionsstrategien, zum
Beispiel auch für neue Wege der Karies-
Prophylaxe.
Die Kenntnis
über die
beteiligten
Gene und
Proteine ist
Voraus-
setzung zur
weiteren
Forschung
v.l.n.r.: Ilse Seyfarth, Dr. Helena Sztajer, Prof. Dr. Georg
Conrads.
Je nachdem welche der hier dreifach repräsentierten ca. 2000 Gene eingeschaltet
sind (violett dargestellt) plant der Erreger unterschiedliche Attacken. Aus diesem
Wissen lassen sich dann Gegenstrategien für Prophylaxe und Therapie dieser ver-
breiteten Infektionskrankheiten entwickeln.
Industrie
Report
ZP-7-2005 25.07.2005 12:26 Uhr Seite 405
406
ZAHN PRAX 8, 7, 406 (2005)
Wieland zählt auf dem internationalen Markt zu
den führenden Herstellern in der dentalen Galvano-
forming-Technik. Kürzlich stellte das Unterneh-
men ein in Handling und Design deutlich verbes-
sertes Gerät vor, das ab Juli auf dem Markt ist:
AGC
®
MicroVision.
W
ieland bietet ein breites Pro-
duktspektrum, einer der Stütz-
pfeiler
ist das Gal-
vanoforming. „Das
neue Gerät wird unsere
Marktposition von Wieland wei-
ter stärken“, versicherte Uwe Trodler,
Geschäftsführer Wieland, bei der Vorstel-
lung des neuen Gerätes in Sinsheim.
Die Galvanogeräte AGC
®
Micro und AGC
®
Micro Plus sind seit Ende der Neunziger er-
folgreich auf dem Markt. Nun wird die er-
probte Serie durch das neue System AGC
®
MicroVision abgelöst. Bewährtes findet
sich hier wieder, neue Erkenntnisse und
Kundenwünsche flossen bei der Neuent-
wicklung ein.
Die Vorteile
Ein Spezialistenteam ent-
wickelte Material,
Konzept
und
Design:
Dipl. Designer
Gerd Rittman,
QUANTIS (lat. quantum satis
= das rechte Maß) Industriedesign,
betreute die Geräteentwicklung vom ersten
Briefing bis zur Serienrealisierung.
Die entscheidenden Kriterien bei der Pro-
duktentwicklung waren:
Ergonomie
Handling
Technik und Funktion
Sauberkeit und Ästhetik
Bedienung und Prozeßsicherheit
Material
Eine vielversprechende Neuerung ist die
Wahl des Materials: Der Mineralgußwerk-
stoff „Varicor“ ist bekannt aus dem Küchen-
und Badsektor. Die Reinigung von aggressi-
ven Verschmutzungen, wie sie beim Hand-
ling mit den üblichen Werkstoffen unver-
meidbar sind, ist jetzt unproblematisch,
denn Material und Farbe des Werkstoffes
sind homogen. Verkratzen und irreversible
Flecken sind kein Thema mehr, das Mate-
rial selbst ist gegen bleibende Verschmut-
zungen weitgehend resistent: Versehentlich
verschüttetes Goldbad hinterließ bisher
„Auf das
Wesentliche
reduzieren
heißt dem
Wesentlichen
Kraft zu
verleihen“
Keine Flecken
durch heißes
Goldbad
„Design ist
mehr als eine schöne Hülle“
v.l.n.r.: Antje Thürigen (Werbung), Dr. Dietmar Krampe
(Produktmanager AGC
®
und Legierungen), Gerd
Rittmann (QUANTIS Design), Yvonne Schuler (Werbe-
leiterin), Reinhold Brommer (Marketing und Produkt-
management), Uwe Trodler (Geschäftsführer)
Industrie
Report
„Design ist
mehr als eine schöne Hülle“
ZP-7-2005 25.07.2005 12:28 Uhr Seite 406
407
ZAHN PRAX 8, 7, 407 (2005)
schwarze Flecken, die nicht mehr zu entfer-
nen waren. Das neue Gerät ist durch einfa-
ches Abwaschen sehr gut sauber zu halten.
Sauberes Handling
Die Reinigung gestaltet sich einfach: Durch
einen Riegelverschluß des Galvanokopfes
am Becherglas ist es möglich, Glas
samt Inhalt zum Wasch-
becken zu trans-
portie-
ren, um die galvanisierten Teile dort aus
dem Becherglas zu entnehmen. Mit Hilfe
von wieder verwendbaren Magnetkontak-
ten sind die Teile einfach zu befestigen.
Goldbad
Selbst das Goldbad ist neu, es beinhaltet
eine höhere Goldkonzentration. Sollte sich
noch Restgold im Bad befinden, kann es
ebenfalls im Gerät zurückgewonnen wer-
den. Galvanisiert wird immer mit frischem
Goldbad – und der Glanzzusatz ist auch
schon drin.
Bedienung
Zu bedienen ist das MicroVision über einen
selbsterklärenden, menügesteuerten Touch
Screen. Die Bedienerführung erfolgt auto-
matisch und läßt praktisch
keine Fehler zu.
Das Display meldet
dem Anwender um-
gehend auftreten-
de Probleme, wie
z. B. fehlerhafte
Kontaktierun-
gen, und fordert
die Korrektur
ein.
Fehlabscheidungen aufgrund von Bedie-
nungsfehlern sind somit ausgeschlossen.
Dank des freundlichen Designs, das in Form
und Handhabung an eine Kaffeemaschine
erinnert, gibt es mit dem neuen Gerät von
Anfang „kein Fremdeln“ mehr.
Jutta Wohlfeil
„Alles Gold, was glänzt“:
Anläßlich der Produktein-
führung von MicroVision
führte Wieland durch die
Highlights der Technik im
Verkehrsmuseum Sinsheim.
Industrie
Report
ZP-7-2005 25.07.2005 12:28 Uhr Seite 407
408
ZAHN PRAX 8, 7, 408 (2005)
Werberecht, ein Thema für alle
Zahnärzte!
Es findet traditionell am Himmelfahrtswochenende
statt und ist für viele Zahnärzte inzwischen ein
echter Geheimtipp: Das VOCO Seminar. In diesem
Jahr erwartete die Teilnehmer in Cuxhaven wieder
ein interessantes Programm - vom Werberecht für
Zahnärzte bis hin zu klinischen Fallbeispielen mit
modernen Kompositmaterialien.
Z
ahnärzte dürfen für ihre Leistungen
werben“ diese Botschaft hatte der
erste Referent Dr. Wieland Schinnenburg
für die Zahnärzte im Gepäck. Dr. Schinnen-
burg, der selbst als Zahnarzt und Rechtsan-
walt in Hamburg tätig ist, stellte aktuelle
und interessante Fälle aus der Rechtspre-
chung zu diesem Thema vor. Sein Fazit:
Nach wie vor werden die Werbemöglichkei-
ten für Zahnärzte durch die Kammerordnun-
gen beschränkt, aber die aktuelle Rechtspre-
chung akzeptiere immer häufiger Werbe-
maßnahmen von Zahnärzten. „Wenn Sie
sich informieren, werden Sie feststellen, daß
mehr möglich ist, als Sie denken“, meinte
Dr. Schinnenburg.
Prof. Dr. Peter Bottenberg von der Univer-
sität Brüssel verglich in seinem Vortrag kon-
ventionelle und neue Füllungsmaterialien
und stellte aktuelle Ergebnisse klinischer
Studien vor. Für das Ormocer Admira be-
scheinigte Prof. Bottenberg gute Studien-
ergebnisse. Das Material zeige eine ausge-
zeichnete Farbtreue, verringere die Polyme-
risationsschrumpfung und habe sich in der
Praxis bewährt, berichte der Zahnmediziner.
Detailliert informierte Dr. Ingo Braun vom
wissenschaftlichen Service der VOCO
GmbH über die Materialeigenschaften von
Kompositen und ging der Frage nach, wel-
che Eigenschaften ein erfolgreiches Materi-
al auszeichnet. Entscheidend ist die richtige
Mischung zwischen Füllstoffen und Harzen,
meinte Dr. Braun.
Dr. Kurt Kolmer aus Brensbach zeigte an
interessanten Fallbeispielen aus seiner Pra-
xis, welche Ergebnisse sich mit modernen
Kompositen wie Grandio, Grandio Flow
oder dem Provisorienmaterial Structur Pre-
mium erzielen lassen und gab praktische
Tips zur Anwendung dieser Materialien.
Am Tag nach der Fortbildung, für die die
Teilnehmer mit fünf Fortbildungspunkten
belohnt wurden, bildete ein Ausflug auf die
einzige deutsche Hochseeinsel Helgoland
den Abschluß einer erfolgreichen Veranstal-
tung.
Manfred Schmidl
Geesthofer Weg 14
21755 Hechthausen-Klint

Industrie
Report
ZP-7-2005 25.07.2005 12:30 Uhr Seite 408
409
ZAHN PRAX 8, 7, 409 (2005)
Anerkennung von Berufs-
qualifikationen sichert deutsche
Qualitätsstandards europaweit
Vertreter der zahnärztlichen Profession werden
auch in Zukunft konsultiert, wenn ihre in allen
EU-Mitgliedstaaten festgeschriebenen Mindest-
standards für Berufsqualifikationen fortge-
schrieben werden.
E
in entsprechendes Gesetz hat das
Europäische Parlament in Straßburg
mit eindeutiger Mehrheit in zweiter Lesung
beschlossen.
Mit der neuen Richtlinie müssen alle Mit-
gliedstaaten die in anderen EU-Ländern er-
worbenen Berufsqualifikationen anerken-
nen, wenn diese gleichwertig oder ver-
gleichbar sind. Damit sollen Hindernisse für
die grenzüberschreitende Dienstleistungser-
bringung von Berufstätigen im EU-Binnen-
markt beseitigt werden. Betroffen sind in
Deutschland etwa 150 Berufe. Für einige
besonders sensible Berufe, wie etwa Ärzte,
Zahnärzte, Apotheker und Krankenschwe-
stern, gelten dabei europaweite Mindest-
standards, wie sie seit den 70er Jahren in so-
genannten sektoralen Richtlinien festgelegt
und fortgeschrieben werden.
Ein Wettlauf nach unten bei der Qualität ist
nach Ansicht von Prof. Dr. Wolfgang Spre-
kels, Vizepräsident der Bundeszahnärzte-
kammer und des Dachverbandes europäi-
scher Zahnärzte (DLC) nicht zu befürchten.
Wer sich dauerhaft in einem anderen Mit-
gliedstaat niederlassen möchte, muß gege-
benenfalls vorab eine Eignungsprüfung
nachweisen oder Fortbildungen absolvieren.
Das Qualitätsniveau wird zudem durch ein
System der Einstufung der Berufsqualifika-
tionen in fünf Kategorien nach Länge und
Niveau der Ausbildung gesichert. Darüber
hinaus besteht die Pflicht, Patienten über die
eigenen Qualifikationen zu informieren.
D
ie Bedeutung der neuen Richtlinie über Berufsqualifikationen und
der geplanten Dienstleistungsrichtlinie für Zahnärzte ist Thema
des Europatages, den die Bundeszahnärztekammer am 29. Juni zum drit-
ten Mal in Berlin veranstaltet. Auf den Fachvortrag eines Rechtsexperten
des Europäischen Instituts für Öffentliche Verwaltung folgt eine Podi-
umsdiskussion. Die Diskutanten sind unter anderem die Bundestagsab-
geordnete Dr. Sigrid Skarpelis-Sperk (SPD), Berichterstatterin zur
Dienstleistungsrichtlinie, die Europaabgeordneten Dr. Joachim Wuer-
meling (CSU) und Dr. Jorgo Chatzimarkakis (FDP), Berichterstatter
zur Dienstleistungsrichtlinie im mitberatenden EP-Ausschuß für Energie
und Forschung, sowie Arno Metzler, Hauptgeschäftsführer des Bun-
desverbandes der Freien Berufe und Berichterstatter zur Dienstleistungs-
richtlinie für den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuß.
v.l.n.r.: Dr. Jiri Pekarek, Präsident der Tschechischen Zahnärztekammer;
Dr. Miroslav Ouzky, Vizepräsident des Europäischen Parlaments; Prof. Dr. Wolf-
gang Sprekels, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer und des EU Dental
Liaison Committee
Gespräch
über die Aus-
wirkungen
der EU-
Binnenmarkt-
gesetzgebung
auf die
zahnärztliche
Profession in
Brüssel
Industrie
Report
ZP-7-2005 25.07.2005 12:30 Uhr Seite 409
ZAHN PRAX 8, 7, 410 (2005)
Centro medico social „Nuestra senora de Guadalupe“
in Guadalupe /Ecuador
Prophylaxe in Südamerika
V Viele Zahnärzte und Ärzte engagieren sich in iele Zahnärzte und Ärzte engagieren sich in
ihrer freien Zeit in sozialen Projekten, die ihrer freien Zeit in sozialen Projekten, die
über die ganze über die ganze W Welt verstreut sind. Bei den elt verstreut sind. Bei den
meisten zahnmedizinischen Projekten be meisten zahnmedizinischen Projekten be- -
schränkt sich die schränkt sich die Arbeit auf konservierend- Arbeit auf konservierend-
chirur chirurgische Maßnahmen. Man „reagiert“ auf gische Maßnahmen. Man „reagiert“ auf
die große die große Anzahl der Patienten und ihre Be Anzahl der Patienten und ihre Be- -
schwerden. Die Prophylaxe geht dabei in der schwerden. Die Prophylaxe geht dabei in der
Regel unter und findet nur vereinzelt statt. Regel unter und findet nur vereinzelt statt.
S
eit ca. vier Jahren existiert in Südecua-
dor, in der Gemeinde Guadalupe, die
Missionsklinik „Nuestra senora de Gua-
dalupe“. Diese beinhaltet neben einer Allge-
meinmedizinischen Abteilung einen zahn-
medizinischen Bereich mit zwei Behand-
lungsräumen mit druckluftbetriebenen Ein-
heiten, einem Röntgenraum, einem Lager-
raum und einem zahntechnischen Labor.
Der Förderkreis Clinica Santa Maria e.V.
mit Sitz in Bühl organisiert und unterstützt
diesen Teil der Klinik mit Material und Per-
sonal. Der BDDH hat es geschafft, daß seit
ca. drei Jahren regelmäßig deutsche
Zahnärzte vor Ort waren und damit eine
kontinuierliche zahnmedizinische Behand-
lung der Patienten erfolgen konnte. Seit
zwei Jahren existiert ebenfalls in der Klinik
ein zahntechnisches Labor, in dem wir eine
einfache aber effiziente Kunststoffprothetik
anbieten können.
Da nun das Projekt in den Bereichen Zahn-
medizin und Zahntechnik gut aufgestellt ist,
soll nun der dritte Bereich, die Prophylaxe,
folgen.
Der BDDH will nicht nur auf die jeweiligen
Beschwerden der Ecuadorianer mit konser-
vierenden und chirurgischen Maßnahmen
reagieren, sondern proaktiv eine Prophylaxe
betreiben und die Selbstverantwortung und
Bedeutung der Zahngesundheit den Men-
schen näher bringen. Zähne sollen ein
Leben lang gesund erhalten bleiben.
Mit diesem Ziel startet der BDDH nun ein
Präventionsprogramm für Guadalupe und
Umgebung.
In der Bevölkerung von Guadalupe ist der
Zusammenhang zwischen Mundhygiene,
Ernährung, Tabakkonsum, Karies und Par-
odontopathien fast nicht bekannt. Die Men-
schen haben kein Wissen über adäquate
Zahnpflege und Mundsäuberung. Wenige
besitzen eine Zahnbürste und Zahnpasta und
manchmal gibt es nur eine „Familienzahn-
bürste“. Kenntnisse über den schädlichen
Genuß von Zuckerrohr oder sauren Geträn-
ken liegen nicht vor.
Seit gut einem Jahr werden in der Clinica
professionelle Zahnreinigungen neben der
eigentlichen Behandlung angeboten. Das
Interesse der Menschen ist hoch und viele
stellen danach verwundert fest, wie sauber,
glatt und weiß doch ihre Zähne sind.
Der BDDH
ergreift die
Initiative
410
BDDH
aktuell
BERUFSVERBAND DEUTSCHER DENTALHYGIENIKERINNEN E.V.
ZP-7-2005 25.07.2005 12:31 Uhr Seite 410
Zusammen mit interessierten Dentalhygie-
nikerinnen und Prophylaxeassistentinnen
wollen wir versuchen den Menschen ihre
Zahngesundheit näher zu bringen. Das Pro-
phylaxeprogramm soll unter anderem fol-
gende Punkte beinhalten:
Individualprophylaxe und professionel-
le Zahnreinigung in der Clinica
Aufklärungsveranstaltungen in Schulen
und Kindergärten zum Thema Zahnpfle-
ge und gesunde Ernährung
Schulung von Lehrern und Kindergärt-
ner/innen in Mundhygienemaßnahmen,
damit sie ihr Wissen an die Kinder wei-
tergeben können
Großer
Stellenwert
für soziales
Engagement
A
lle interessierten Dentalhygienikerinnen und Prophylaxeassisten-
tinnen können sich gerne unter der Homepage von Padre Georg
Nigsch informieren: www. guadalupe-ec.org. Dort gibt es auch weitere
Erfahrungsberichte. Fragen und Auskunft gibt der Schatzmeister des
Fördervereins Clinica Santa Maria e.V.:
Zahnarzt Marcel Zöllner
Tel: 07141-7964804
Mobil: 0171-8964524
Email: Marcel-Zoellner@freenet.de
Für die Unterbringung und Verpflegung wird in Gu-
adalupe bestens gesorgt. Nach dem Bau der Klinik folgte ein Jahr später
oberhalb die „Residenica“, das Gästehaus der Clinica, gebaut. Es verfügt
über mehrere Zimmer mit Dusche/WC, Küche, Waschraum, Veranda,
Aufenthaltsraum mit TVund Internet.
Regelmäßige halbjährige Kontrolle in
Schulen und Kindergärten der näheren
Umgebung
Veranstaltung von Elternabenden, wobei
die Eltern auf kariesprohylaktische
Ernährung, Fluoridierungsmaßnahmen
und Zahnputztechniken hingewiesen
werden.
Remineralisierungsprogramm
BDDH
aktuell
ZAHN PRAX 8, 7, 411 (2005)
411
ZP-7-2005 25.07.2005 12:31 Uhr Seite 411
412
ZAHN PRAX 8, 7, 412 (2005)
Astra Tech übernimmt Cresco
C
resco Ti Systems, Hersteller zahnmedizini-
scher und zahntechnischer Präparate mit
Hauptsitz in Lausanne wird vom Medizintech-
nikunternehmen Astra Tech AB übernommen. Cre-
sco befindet sich seit Jahren auf Wachstumskurs
und gewinnt im europäischen Markt zunehmend an
Bedeutung. Im Ursprungsland Schweden hält das
Unternehmen bereits einen Marktanteil von rund
30%. „Wir erwarten, diesen Erfolg aus Schweden
auch auf andere Märkte übertragen zu können,“
versichert Peter Selley, Geschäftsführer von Astra
Tech AB.
Neuorganisation bei KaVo
M
it einer neuen Organisationsstruktur macht
sich KaVo fit für den globalen Wettbewerb.
Die KaVo Dental GmbH will künftig mehr Innova-
tionen, unter anderem im digitalen Umfeld, ent-
wickeln, international neue Vertriebswege er-
schließen und die Marketingaktivitäten verstärken.
Der KaVo-Eigentümer Danaher Corp. informierte
über die Übernahme des Dentalherstellers Pelton &
Crane, einem der größten Anbieter dentaler Einrich-
tungen in den USA. Das Unternehmen erwirtschaf-
tete 2004 mit 310 Mitarbeitern einen Umsatzerlös
von 80 Mio. US-Dollar.
Dr. Martin Rickert als Vor-
sitzender des VDDI bestätigt
A
ls Vorsitzender des Verbandes
der Deutschen Dental-Industrie
(VDDI e.V.) ist Dr. Martin Rickert
(KaVo) anläßlich der Mitgliederversammlung des
Verbandes in Köln nach zweijähriger Amtszeit ein-
stimmig für die kommende Wahlperiode bestätigt
worden. Neben den ebenfalls erneut bestätigten stell-
vertretenden Vorsitzenden, Walter Dürr und Henry
Rauter, wurde Cristoph Weiss neu in den VDDI-
Vorstand gewählt.
Ivoclar Vivadent gründet
Marketing Ltd. in Singapur
M
itte Mai eröffnete Ivoclar Vi-
vadent ihre Vertretung in Sin-
gapur. „Wir möchten auch in Süd-
Ostasien auf die marktspezifischen
Bedürfnisse unserer Kunden eingehen
und kundengerechte Marktlösungen
durch eine lokale Organisation anbieten“, mit diesen Worten
eröffnete Josef Richter, Geschäftsleitung Vertrieb weltweit,
den Ivoclar Vivadent-Standort in Singapur. Gebietsverkaufs-
leiter Marcel Öhri und Verkaufs- und Marketing Manager
Felicia Kor erläuterten ihre Vorhaben für Ivoclar Vivadent
Marketing Ltd. Singapur.
red dot design award für
Dental-Scanner inEos
D
ie neue Hardware-Kom-
ponente des CAD/CAM-
Systems inLab von Sirona Dental
Systems erhält einen der weltweit
renommiertesten Preise für Pro-
duktdesign. Das ausgezeichnete
Produkt, der neue Dental-Scanner
inEos, ist Teil des inLab-Systems zur com-
putergestützten Konstruktion und Produk-
tion von keramischem Zahnersatz. Unter
1.857 Einsendungen aus 36 Ländern
wurde inEos für sein völlig neuartiges Ge-
staltungskonzept ausgezeichnet.
Neuer Rahmen für Oraltronics
O
rmco B.V, Tochtergesellschaft von Sybron
Dental Specialties, Inc., hat sämtliche Anteile
der Oraltronics Dental Implant Technology GmbH
(„Oraltronics“) erworben. Das privat geführte Unter-
nehmen mit Hauptsitz in Bremen ist ein führender
Hersteller von Zahnimplantaten. Oraltronics wurde
1979 von Prof. Hans L. Grafelmann gegründet und
verzeichnete im Jahr 2004 einen Umsatz von unge-
fähr $ 10 Millionen Dollar. Der Firmenkauf erfolgte
durch das Unternehmen Sybron Dental Specialties
mit liquiden Mitteln. Das Unternehmen erwartet, daß
sich der Firmenkauf schon im ersten Geschäftsjahr
rentiert.
DENTAL
ticker
DENTALticker
Der Newsletter für die Dentalbranche
ZP-7-2005 25.07.2005 12:40 Uhr Seite 412
Für die Abo-Bestellung gilt folgendes
Widerrufsrecht:
Ich weiß, daß ich diese Bestellung inner-
halb von 14 Tagen schriftlich beim flohr
verlag, Hauptstraße 22, 78628 Rottweil,
widerrufen kann. Es gilt das Datum des
Poststempels.
Anschrift
Gewünschte Zahlungsweise:
gegen Rechnung
bequem und bargeldlos per Bankeinzug
Einzugsermächtigung für obenstehende Bestellung:
Kreditinstitut (Name der Bank, Ort)
Bankleitzahl
Konto-Nr.
Datum, Unterschrift
Hauptstraße 22
78628 Rottweil
Tel. 07 41 / 942 40-0
Fax 07 41 / 942 40-99
mailbox@flohr-verlag.de
www.flohr-verlag.de
Preise zzgl. MwSt.
und Versandkosten
CarpeDiem
Lust auf Lebensqualität
Patientenzeitung
Erscheinungsweise: quartalsweise im Frühling,
Sommer, Herbst und Winter
Jahresabo
50-er-Paket Euro 90,-
100-er-Paket Euro 180,-
250-er-Paket Euro 450,-
500-er-Paket Euro 850,-
Nutzen Sie die Möglichkeit der kostenlosen Verteilung über Ihre
Rezeption oder Ihr Wartezimmer direkt an den Praxiskunden.
Die Patientenzeitung
Neben den Trendthemen
Prophylaxe und Implantologie
erfährt der Praxiskunde auch
Aktuelles rund um Health,
Wellness, Ernährung und
Lebensqualität.
ZP-7-2005 25.07.2005 12:40 Uhr Seite 413
414
ZAHN PRAX 8, 7, 414 (2005)
V
V
O
O
R
R
s
s
c
c
h
h
a
a
u
u
ZPZAHNARZT& PRAXIS
September 2005
Praxis
Seit der Marktreife vollkeramischer Restau-
rationen erlebt die ästhetische und adhäsive
Zahnheilkunde eine Hochzeit. Dr. Andreas
R. Jordan berichtet vom 48. Wissenschaft-
liches Streitgespräch der Universität Wit-
ten/Herdecke.
Steuern Recht Finanzen
Die Aussagen zum Festzuschuß-Zahnersatz
des Jahres 2005 sind sehr unterschiedlich.
Dr. Eckhard Meiser bringt mehr „Klarheit
zum Thema Zahnersatz“.
Dr. Klaus-Dieter Bastendorf faßt zusam-
men, was jeder Zahnarzt zu Fragen der Haf-
tung bei unterlassener Individualprophylaxe
wissen sollte.
Vorschau
Impressum
Redaktionsbeirat:
Dr. Klaus-Dieter Bastendorf, Eislingen
Dr. Salvador Congost, Kinsau/Lech
Dr. Dieter Eberhard, Ingolstadt
Dr. Harald Eberhard, Eichstätt
Prof. Dr. Wilfried Engelke, Göttingen
Dr. Wolfgang Gänsler, Dietenheim
Dr. Norbert Gehrig, Zell am Main
Dr. Michael Hopp, Berlin
PD Dr. Peter Jöhren, Bochum
Dr. Ulrich Koke, Heidelberg
Prof. Dr. Klaus Peter Lange, Berlin
PD Dr. Ingrid Peroz, Berlin
Kerstin Salhoff, Nürnberg
Dr. Rolf Semmler, Gerbrunn-Würzburg
Dr. Antonio Signore, I-Rom
Dr. Frank-Peter Strietzel, Berlin
PD Dr. Jens C. Türp, CH-Basel
Dr. Paul Weigl, Frankfurt
Dr. Walter Wille-Kollmar, I-Barletta
Prof. Dr. Brita Willershausen, Mainz
Prof. Dr. Bernd Wöstmann, Giessen
RACatharina von Ziegner, Berlin
PD Dr. Stefan Zimmer, Düsseldorf
Die Zeitschrift und die enthaltenen Beiträge sowie die Abbildungen sind urheber-
rechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Herausgebers un-
zulässig und strafbar. Dies gilt besonders für Vervielfältigungen, Übersetzungen,
Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Bearbeitung in elektronischen
Systemen. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages.
Bei Einsendungen an die Redaktion wird das volle Einverständnis zur vollständi-
gen oder auszugsweisen Veröffentlichung vorausgesetzt. Für unverlangt einge-
sandte Manuskripte kann keine Gewähr übernommen werden. Gezeichnete Arti-
kel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Eine Haftung aus
unrichtigen oder fehlerhaften Darstellungen wird in jedem Falle ausgeschlossen.
Es gelten die AGB, Gerichtsstand ist Rottweil.
Verlag: flohr verlag, Hauptstraße 22, 78628 Rottweil
Tel. 07 41 / 942 40-0, Fax: 942 40-99
E-Mail: mailbox@flohr-verlag.de
Internet: www.flohr-verlag.de
Herausgeber Manfred Flohr
manfred.flohr@flohr-verlag.de
Bereichsleitung Pia Flohr
pia.flohr@flohr-verlag.de
Chefredaktion Dr. Felix Blankenstein
mailbox@flohr-verlag.de
Redaktion Dr. Jutta Wohlfeil
jutta.wohlfeil@flohr-verlag.de
Anzeigen Sabine Bugla
sabine.bugla@t-online.de
Stellenanzeigen Monika Kustermann
Anzeigenpreisliste Nr. 8 vom 1. November 2004
Erscheinungsweise Januar/Februar, März, April, Mai, Juni,
Juli/August, September, Oktober,
November, Dezember (KOMPAKT)
Jahrgang 8. Jahrgang 2005
Verbreitung niedergelassene Zahnärzte in Deutsch-
land, Universitäten,
Fachschaften, Dentaldepots
Druckerei Koelblin-Fortuna Druck, Baden-Baden
Jahresabonnement: Euro 50,– (Einzelpreis Euro 5,–)
Abo-Service Regine Sieber
BDDH aktuell:
verantwortlich
Berufsverband Deutscher
Dentalhygienikerinnen e.V.,
Greven
ZP-7-2005 25.07.2005 12:40 Uhr Seite 414
355
ZAHN PRAX 8, 6, 355 (2005)
Marken
& Produkte
GERD LOSER & CO GMBH
VERTRIEB VON DENTALPRODUKTEN
POSTFACH 10 0829
D- 51308 LEVERKUSEN
TELEFON: 0 2171/70 66 70
FAX: 0 2171/ 70 66 66
e- mail : info@loser.de
LOSER & CO
öfter mal was Gutes...
www.bego.com
solutions for the future
T +49(0) 619567400
dcs@dcs-dental.com
model-tray GmbH
Jessenstrasse 4, 22767 Hamburg
Telefon: 040-38 14 15
Telefax: 040-38 75 02
www.model-tray.de
mts@model-tray.de
Georg Schick Dental GmbH
Lehenkreuz 12
D-88433 Schemmerhofen
Telefon 07356/ 9500-0
Telefax 07356/ 9500-95
E-Mail info@schick-dental.de
Internet www.schick-dental.de
Straumann GmbH
Jechtinger Straße 9
79111 Freiburg
Tel.: 0761/4501-0
Fax: 08004501-400
www.straumann.de
info.de@straumann.com
Thommen Medical
Deutschland GmbH
Am Rathaus 2
D-79576 Weil am Rhein
Phone: +49 7621422 5830
Fax: +497621422 58 41
www.thommenmedical.com
Hotline:
0800-5363742
zp6_U3_seite 355 20.06.2005 9:43 Uhr Seite 355
www.Listerine.de
52 %
Plaquereduktion
( 2 , 3)
9,3 %
Plaquereduktion
( 1, 2 )
Studienergebnisse belegen:
Die zusätzliche Verwendung von Listerine
verbessert die Plaquereduktion um 52%.
Fordern Sie jetzt ausführliche Unterlagen kostenlos an.
Fax: 0721-6101-9206
1)
Im Vergleich zu Zähneputzen allein
2)
Sharma et al., JADA 2004, Vol. 135, S. 496-504
3)
Im Vergleich zu Zähneputzen und Zahnseide
Neue klinische Studie beweist:
Listerine
®
macht den Unterschied!
Antibakterielle Mundspülung
Stand 01.03.2005 11:31 Uhr Seite 1