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Eisernes Kreuz

Kurzgeschichts-Analyse

Die Kurzgeschichte „Eisernes Kreuz“ von Heiner Müller, geschrieben um 1956 handelt von einem Mecklenburger
Papierhändler der seine Frau und Tochter erschießt um dem Vorbild Hitlers zu folgen welcher ebenfalls seine Familie
und sich selbst getötet hatte. Der Mann bringt sich selbst jedoch nicht um, aus Gründen die ein näheres Betrachten des
Textes notwendig machen.
Die Geschichte vermittelt unter anderem einen Einblick in die psychischen Schäden die das Nationalsozialistische
Regierungssystem, aufgebaut auf Idealismus und Engstirnigkeit bei seinen Anhängern hinterlassen hat.
Außerdem zeigt sie den Zwang des Menschen sich fraglos einer Führung zu unterwerfen egal welche Folgen diese mit
sich zieht.
Die Kurzgeschichte wird in einer strengen Sachlichkeit erzählt welche jedoch aufgrund des Erzählverhaltens in der
dritten Person eine gewissen Identifikation des Lesers mit der Hauptperson möglich macht.
Dies ist möglich da der Erzähler ständig auf diese fixiert ist, und große Teile des Texts kurz und knapp, fast wie im
inneren Monolog gehalten sind (Z.41 „Er musste sie festhalten“ Z.43 „Er war allein“).
Außerdem beschreibt der Text die Gefühle des Mannes (Z.27-28 „... Das er zu viel Angst hatte, ...“) was ihm
Sachlichkeit nimmt und die Identifikation des Lesers erleichtert.

Das Hauptgeschehen findet , um 1945, auf einer Straße in mitten einer baumlosen Ebene Mecklenburgs in der Nähe der
Stadt Stargard statt.
Es ist Nacht und bis auf die Familie ist in der Geschichte niemand sonst erwähnt.
Dies lässt unter anderem auf eine düstere Stimmung der Geschichte schließen.
Außerdem regnet es und es ist kalt (Z.14 „er forderte beide auf ihre Mntel an zu ziehen“; Z.18 „Es regnete, als sie durch
die dunklen Straßen aus der Stadt gingen“).
Als Mordwaffe dient ein Revolver den der Mann noch aus seiner Zeit im ersten Weltkrieg besaß.
Auffällig ist hier dass am Anfang der Geschichte außer der Waffe außerdem noch vom eisernen Tapferkeitskreuzes des
Mannes die rede ist, welches er an seinem Rockaufschlag trägt wie sonst nur an Festtagen. (Z.7)
Das lässt darauf schließen dass er voller Stolz mit seiner Familie auf den Tod zu geht, und stellt das Geschehen
gleichermaßen unter das Banner einer ehemaligen Befehlsinstanz, was die These des Zwanges einer Führung sogar bis
in den Tod zu folgen stärkt.
In der Geschichte ist der Mann wie es zur damaligen Zeit üblich war das unumstößliche Familienhaupt. Was er sagt ist
Befehl. Als Beispiel dafür lässt sich die Frage an seine Frau ob sie ihm in den Tod folge, in Zeile 10 zeigen.
Auf diese Frage erwartet er nicht einmal eine Antwort (Z.14), er befiehlt ihr einfach ihm zu folgen.
Dies lässt außerdem auf ein gestörtes Eheverhältnis schließen da die Frage nach dem vollkommenen vertrauen und der
Hingabe seiner Frau dem Mann im Grunde egal scheint.
Auch lässt es auf eine starke psychische Störung schließen wenn jemand seine Familie umbringt nur um einem Ideal
folge zu leisten um sich selbst dann aber doch nichts an zu tun.
Im Text wird das so erklärt dass nun niemand mehr da ist der ihn auf die Ausführung der Befehle hin überwacht (Z.44-
45).
Das ist so zu verstehen dass er nun niemanden mehr hat der sich etwas aus ihm macht. Das bedeutet also der Mann ist
nun losgelöst von jeglichen gesellschaftlichen Zwängen da er keinen symbolischen Gesten mehr folge leisten muss.
Dies erklärt auch warum er am Ende der Geschichte sein eisernes Kreuz sowie seinen Revolver fort wirft. Beide
erhalten im Text einen symbolischen wert der für Ränge in der Gesellschaft steht. (Tapferkeit, Mut. Usw.)
Ob er nun nie wirklich vorgehabt hatte sich um zu bringen oder ob dies eine spontane Entscheidung war lässt sich am
Text nicht erkennen.
Sicher ist, dass er nicht vorgehabt hatte zu seinem Haus und somit seinem alten Leben zurück zu kehren (Z.17 „er
schloss die Wohnung ab und warf den Schlüssel durch die Briefkastenöffnung“).
Als erste Handlung in seinem neuen Leben begibt er sich in Richtung Westen (Z.52), was bedeutet dass er einem dem
Nationalsozialismus fremden und feindlichen Volk entgegen strebt. Das belegt die These dass er nun endlich die
Möglichkeit hat seinem eigenen Willen zu folgen noch, da er nun plötzlich kein Problem hat dem eben noch fanatischen
„Naziidealismus“ zu entwinden.

Als abschließendes Fazit ist die Anfangs gestellte These mit der psychischen Störung bei ehemaligen Mitgliedern eines
fanatisches Idealismus ein wenig abändern. Der Mann unterlag eher weniger eine psychische Störung als einen inneren
Zwang wie wir ihn alle im Bezug zur eigenen Meinung in z.B. einer moralischen Vorstellung kennen, gefolgt ist.
Die zweite These jedoch welche dem Menschen den Zwang sich zu unterwerfen unterstellt ist jedoch anhand der
Analyse zu unterstützen da an ihr aufgezeigt wird wie sehr der Mensch von der Meinung anderer Leute abhängig ist,
und sich somit so gut wie immer der am größten vertretenen Meinung anschließt.