You are on page 1of 1

2usammenfassung

:
Auffalllae, von labvrlnLhlsch aewundenen kanalen durchzoaene, soaenannLe "lurchensLelne" flndeL man sehr haufla an den ufern des Chlemsees. uorL werden sle lhres Aussehens
weaen auch PlrnsLelne aenannL. ule bloaenen Þrozesse, dle zur LnLsLehuna dleser markanLen MusLer fuhren, slnd schon selL Lanaem bekannL und ln der wlssenschafLllchen LlLeraLur
ausfuhrllch beschrleben (z.8. Colublc, 1962: Schnelder & Le Camplon-Alsumard, 1999). ule lurchenbllduna flndeL unLer elner cvanobakLerlell aeblldeLen, karbonaLlschen krusLe sLaLL.
8ohrende LndollLhen und weldende Craanlsmen bllden dorL durch bloloalsche korroslon und AblaLlon dle lurchen auf karbonaLlschem SubsLraL. lurchensLelne slnd europawelL
verbrelLeL und ln zahlrelchen karbonaLrelchen voralplnen Seen dokumenLlerL. Allerdlnas albL es kelne wlssenschafLllche Lrwahnuna der vorkommen lm Chlemsee. ules fuhrLe ln
[unasLer ZelL zu elner kurlosen verwechsluna: Llne Cruppe von WlssenschafLlern und Lalen, dle slch ,Chlemaau lmpacL 8esearch 1eam' nennL, posLullerLe unLer erhebllchem
Þresseecho elnen holozanen komeLenelnschlaa lm Chlemaau. Sle deuLen dle lurchensLelne falschllch als L[ekLa und deren lurchen als 8eamaalvpLen (LrnsLson, 2008). nach dem
Llnschlaa elnes Plmmelskörpers selen aroße Menaen an CesLeln emporaeschleuderL worden. ulese haLLen dle aluLhelße Lxploslonswolke durchfloaen und dorL durch Schmelzprozesse
elne lurchuna, soaenannnLe 8eamaalvpLen, erhalLen. Wlr nehmen dles als Anlass, dle lurchensLelne des Chlemsees hler zu prasenLleren. Wlr zelaen lhren elndeuLla bloaenen
urspruna und sLellen dle bekannLen 8lldunasprozesse - 8lomlnerallsaLlon und 8loeroslon - noch elnmal vor.
Colublc, S. (1962). Zur kennLnls der kalklnkrusLaLlon und kalkkorroslon lm SeellLoral. Schwelz. Z. Pvdroblol., 24: 229-243.
Camplon-Alsumard, 1. (1999). ConsLrucLlon and desLrucLlon of carbonaLes bv marlne and freshwaLer cvanobacLerla. Lur. !. Þhvcol., 34: 417-426
LrnsLson, k. (2008): 8eamaalvpLen auf kalksLelnaeröllen: Plnwels auf karbonaLschmelze lm Chlemaau-lmpakL. Cl81, ueuLsche naLlonalblblloLhek: urn:nbn:de:101:1-20100S1630
Ge|ändebefunde:
uas vorkommen der krusLen- und lurchensLelne lsL auf
elnen schmalen SLrelfen lm flachen SubllLLoral des
Chlemsees beschrankL. Sle kommen dorL massenhafL ln
elner PauflakelL von bls zu 40 Lxemplaren pro
CuadraLmeLer vor. 8erelLs lm Celande erkennnL man auL
dle kalklae krusLe, dle slch lelchL abschaben lassL. ule
arunllche larbe dle dabel zum vorscheln kommL, lassL auf
cvanobakLerlelles Chlorophvll und damlL zwanalos auf
elne lo slto 8llduna der krusLen- und lurchensLelne
schllessen. Wahrend sLlchprobenarLlaer 8eaehunaen
fanden wlr dle krusLen- und lurchensLelne fasL lm
aesamLen ösLllchen uferberelch des Chlemsees mlL
Ausnahme des uelLaberelches der 1lroler Ache und der
sLelleren uferzonen.
2eugn|sse e|ner katastrophe?
´Ein entsprechendes Szenario könnte so aussehen, daß die Kalksteingerölle beim
Einschlag und bei der Exkavation von einem der zahlreich entstehenden Krater
auf sehr hohe Geschwindigkeiten beschleunigt wurden, in die Explosionswolke
des Impaktors gerieten und beim Queren den für ein oberflächliches Schmelzen
notwendigen Drücken und Temperaturen ausgesetzt wurden. Dynamischer
Druck und Turbulenzen führten zu Auskolkungen, wobei innerhalb extrem
kurzer Zeit und auf kleinstem Raum wechselnde Bedingungen eine
Mehrphasigkeit der Ablation möglich machten. Für das hier näher beschriebene
Geröll könnte - wie bei einigen Meteoriten - eine stabile Fluglage dazu geführt
haben, daß nur die Vorderseite einer starken Ablation unterlag, ehe das Geröll
abkühlte, die zuletzt entstandenen Regmaglypten bewahrte und zusammen mit
seinem Begleitergeröll in den Chiemsee stürzte.´ (ítostsoo. 2008)
Laborbefund:
ule uunnschllffunLersuchunaen zelaLen kelnerlel Anzelchen
fur elne Lhermlsche veranderuna der unLersuchLen
lurchensLelne (1). 8ekrlsLalllsaLlonserschelnunaen oder
SchmelzmusLer fehlen völlla.
(2): uaaenen erkennL man sehr auL elne dunne, aber
ausaepraaLe Laae aus cvanobakLerlell aeblldeLen
SekundarmlkrlL (S) uber dem karbonaLlschen SubsLraL. ulese
Laae seLzL slch ln den lurchen forL und zelaL deuLllch felne
lllamenLe, dle uberresLe endollLhlscher cvanobakLerleller
8hlzome.
(3-4): CvanobakLerlell aeblldeLer SekundarmlkrlL (S) auf
kalkalplnem Ceröll. ule lurchen slnd auL zu erkennen,
ebenso endollLhlsche 8hlzome dle dle Cerölloberflache
perforleren (Þfelle)
1
2 3 4
1) vorkommen am CsLsLrand des Chlemsees
2) uferzone mlL zahlrelchen lurchensLelnen
3) nahaufnahme der lurchensLeln-lelder
4) lurchensLeln mlL noch lnLakLer, bakLerlell aeblldeLer karbonaLkrusLe
Iaz|t:
,LxLraordlnarv clalms requlre exLraordlnarv proofº saaLe Carl Saaan und
krlLlslerLe damlL den nachlasslaen umaana mlL lakLen um der SensaLlon
wlllen.
unsere unLersuchunaen welsen elndeuLla den bloaenen urspruna der
lurchensLelne vom Chlemsee nach. ule cvanobakLerlelle 8esledeluna sowle
deren endollLhlsche 1aLlakelL splelen dabel elne enLscheldende 8olle.
CvanobakLerlen und nlchL kosmlsche kaLasLrophen slnd also
haupLveranLworLllch fur dle 8llduna der lurchen auf den karbonaLlschen
Ceröllen des Chlemsees. um welLeren verwechslunaen vorzubeuaen, kann
man folaende dlaanosLlsche Merkmale bloaener lurchensLelne
zusammenfassen, dle man berelLs lm Celande anwenden kann:
lunde slnd welLaehend beschrankL auf das SubllLLoral kalkrelcher Seen
vorkommen slnd beschrankL auf ausschlleßllch karbonaLlsches SubsLraL
lurchenbllduna lsL sLeLs bealelLeL von cvanobakLerlellen krusLen
CharakLerlsLlsche lurchenbrelLe lsL zwlschen 4 und S mm
Wlr haben hler aezelaL, dass lm Zwelfelsfalle mlL elnfachsLen MeLhoden
schnell und zuverlassla elne klaruna der ursache solcher Þhanomene möallch
lsL. SollLen aber auch dlese MöallchkelLen fehlen, empfehlen wlr ln lallen ln
denen außeraewöhnllche PvpoLhesen lm 8aum sLehen, Cccam's Skalpell
anzuseLzen und slch fur dle nahelleaendsLe PvpoLhese zu enLschelden.
Morphometr|e:
LrsLe morphomeLrlsche unLersuchunaen eraaben eln
ausaesprochen elnhelLllches 8lld hlnslchLllch der
lurchenbrelLe. ule lurchen slnd zwlschen 3 und 10
mm brelL, der Medlan beLraaL 4,8 mm, der
MlLLelwerL S,2 mm. ln den allermelsLen lallen slnd
dle lurchen zwlschen 4 und S MllllmeLer brelL.
ule laufenden morphomeLrlschen ArbelLen deuLen
auf elne wenlaer zufallsaesLeuerLe MusLeruna hln als
blslana anaenommen. neben der ZusammenseLzuna
des SubsLraLs schelnL auch dle lorm der besledelLen
komponenLen elne wesenLllche 8olle zu splelen.
unLen (S-7): uas mlkroskoplsche 8lld laßL deuLllch dle lnnla verwobenen CvanobakLerlenfaden ln der mlkrlLlschen
krusLenmaLrlx erkennen. Cbwohl elne vollsLandlae Laxonomlsche unLersuchunaen noch aussLehL, konnLe elne
vorlauflae Zuordnuna zu den lnkrusLlerenden verLreLern der CaLLunaen ulcbotbtlx sowle 5cblzotbtlx voraenommen
werden. uer cvanobakLerlelle urspruna der kalkkrusLe sLehL daher außer lraae. ua elnlae CvanobakLerlen wle u.a.
5cblzotbtlx auch als LndollLhen bekannL slnd, können sle zwanalos mlL der 8llduna der lurchen ln Zusammenhana
aebrachL werden.
S
S
S
1
2
3 4
5 6 7
ln [unasLer ZelL haL dle 1hese elnes
komeLenelnschlaas lm Chlemaau fur
Aufsehen erreaL. ule verLreLer dleser
1hese deuLen dle lurchensLelne des
Chlemsees als soaenannLe kegmag|ypten.
8eamaalvpLen slnd verLlefunaen auf der
Cberflache von MeLeorlLen, dle an
uaumenabdrucke erlnnern. Sle enLsLehen
wahrend des Llndrlnaens des MeLeorlLen
ln dle LrdaLmosphare durch parLlelle
Abschmelzprozesse. uas LnsLehunas-
modell das dle Cruppe fur dle
lurchensLelne des Chlemsee aufsLellL llesL
slch wle folaL (LrnsLson, 2008):