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Fortgeschrittenen Praktikum

Physikalisches Institut

Magnetische
Hysteresis
von

Marko Fries und Emiliano Alvarez

Eine weitere Eigenschaft von Ferromagnetischen Stoffen ist das verschwinden der Magnetisierung ab einer bestimmten Temperatur. Dabei gilt folgender Zusammenhang: B = μ0 * (H + M). die man Remanenz- Magnetisierung MR nennt. dass der vorher nicht magnetisierte Stoff nun selbst eine Magnetisierung aufweist. Diese Dipole können sich bei der sogenannten spontanen Magnetisierung gleich ausrichten und so ein gemeinsames Dipolmoment aufbauen. Der erstmalige Anstieg der Magnetisierung der Probe wird Virgin – Kurve genannt. Um den Stoff dann wieder komplett zu „entmagnetisieren“ muss man ein Magnetfeld entgegengesetzt dem ersten auf den Stoff wirken lassen. die die Anzahl der mikroskopischen Dipolmomente pro Volumen angibt. das Koerzitivfeld HC genannt wird. braucht man ein Gegenfeld. und dieses in ein zeitlich langsam anwachsendes Magnetfeld H bringt. deren Magnetisierungsrichtung keiner der benachbarten Domänen entspricht. steigt die Magnetisierung M des Eisenstücks bis sie einen bestimmten Sättigungswert MS erreicht. nennt man Weißschen Bezirk. wobei zwischen diesen eine mechanische Spannung besteht. der so genannten Curie-Temperatur TC. Die Weißschen Bezirke sind in einem Ferromagneten ohne äußeres Feld statistisch verteilt. das noch nie magnetisiert war. Die Bloch-Wände bestehen aus Atomen. Trägt man anstatt der Magnetisierung das B-Feld gegen das H-Feld auf. Ein Bereich in dem das der Fall ist. Um M wieder auf 0 zu bringen. sondern vor allem von seiner Vorgeschichte. Fährt man dann das äußere Magnetfeld langsam wieder runter. Ab dieser Temperatur ist . sondern allmählich über viele Gitterebenen.oder runter regelt. Unter einem mikroskopischen Dipolmoment versteht man das durch die Bewegung der Valenzelektronen der Atome verursachte magnetische Moment. was zu einer makroskopischen Magnetisierung führt. Die Größe vom Koerzitivfeld HC ist materialabhängig. so erhält man eine etwas andere Form der Hysteresis-Schleife. Wobei μ0 = 10-6 VsA-1m-1 die magnetische Feldkonstante ist. Die Magnetisierung des Stoffes hängt aber nicht nur stark vom äußeren Magnetfeld ab. Es macht daher einen Unterschied für die Magnetisierung des Stoffs ob man das äußere Magnetfeld hoch. sodass makroskopisch keine Magnetisierung vorliegt.Einleitung: Wenn man ein Stück eines nicht magnetisierten ferromagnetischen Stoffes einem äußeren Magnetfeld aussetzt und dieses dann wieder weg nimmt. Die Änderung der Magnetisierungsrichtung der Atome in einer Domäne erfolgt nicht sprungartig über eine Netzebene. Die Weißschen Bezirke sind durch sogenannte Bloch-Wände (Abbildung rechts) voneinander getrennt. Wenn man beispielsweise ein Eisenstück untersucht. was nichts anderes als eine magnetische Domäne ist. da sich durch die Magnetisierung die Magnetisierbarkeit μr des Stoffes ändert. so bleibt eine Restmagnetisierung zurück. Durch ein äußeres Magnetfeld kann man bewirken. Theroetische Grundlagen: Unter der Magentisierung versteht man eine makroskopische physikalische Größe. stellt man fest. Weitere Magnetisierung in Gegenrichtung und schliesslich Umkehr des ganzen Vorgangs erzeugt durch Auftragen des äußeren Magnetfeldes gegen die Magnetisierung die Hysteresisschleife. Dieser Effekt wird Hysterese oder Hysteresis genannt. dass sich mehrere Weißsche Bezirke zu größeren zusammenschließen.

(http://upload. dass keine gemeinsame Ausrichtung der mikroskopischen Dipolmomente mehr möglich ist. Der Stoff wird paramagnetisch und verliert seine ferromagnetischen Eigenschaften. Wäre das nicht der Fall gewesen. da jeder Stoff sogenannte leichte Achsen besitzt. 2) Gleichausgerichtete Weißsche Bezirke aufgrund eines äußeren Magnetfeldes. In der transversalen Geometrie liegt die Magnetisieung senkrecht zur Einfallsebene und parallel zur Filmebene. Man unterscheidet zwischen magnetisch weichen und harten Stoffen.PNG/800px-MOKE. Außerdem kommt es darauf an. longtiduinale und transversale. würde sich das Kerr-Signal aus verschiedenen Beträgen der unterschiedlichen Geometrien zusammensetzen. dass Licht. In diesem Versuch wurde nicht direkt die Magnetisierung gemessen. Dem entsprechend besitzt ein magnetisch hartes Material ein großes Koeritivfeld HC und eine große Remanenz-Magnetisierung MR. Zur Untersuchung der magnetischen Eigenschaften werden nach Orientierung der Magnetisierung und der Einfallsebene des Lichts drei Kerr-Geometrien unterschieden: polare. Die Analyse des reflektierten Lichts liefert Informationen über den magnetischen Zustand der Probe. In unserem Fall hatten wir eine polare Kerr-Geometrie. benötigt man weniger Arbeit in Form des äußeren magnetischen Feldes. 1) 2) 1) Weißsche Bezirke eines nicht magnetisierten Ferromagneten ohne äußeres Magnetfeld. Das Kerr-Signal resultiert aus dem magnetisch-optischen Kerr-Effekt. Bei diesem macht man sich zu nutze. da die durch die Spulen hervorgerufene Magnetisierung der Proben parallel zum einfallenden Licht war.wikimedia. wenn man den Stoff in diesen Richtungen magnetisiert.org/wikipedia/commons/thumb/b/b2/MOKE.PNG) Bei der polaren Kerr-Geometrie liegt die Magnetisierung in der Einfallsebene des Lichts und parallel zur Filmnormalen während sie in der longitudinalen Geometrie in der Folmeben orientiert ist. sondern ein so genanntes Kerr- Signal. Die Hysteresis-Kurve eines magnetisch weichen Materials ist charakterisiert durch ein kleines Koerzitivfeld HC und eine kleine Remanenz-Magnetisierung MR. wenn es um Magnetisierung geht. um die Weißschen Bezirke entlang der Magnetisierungsrichtung auszurichten. Das heißt. das auf eine magnetische Probe fällt.die thermische Energie so groß. mit dieser wechselwirkt. in welcher Richtung man misst. .

Dieser trifft dort auf einen Polarisationsfilter und wird schließlich von einer Diode gemessen. die dafür gesorgt hat. handelt es sich bei den gemessenen Diagrammen im Prinzip um M-H-Diagramme. den so genannten Richtungen leichter Magnetisierung oder leichten Achsen (engl. Diese Energie wird magnetokristalline Energie oder Anistropieenergie genannt. Es erforderte etwas Feingefühl. bis Laser und Polarisationsfilter so eingestellt waren. war der Detektor über ein Multimeter mit einem PC verbunden an dem die Messwerte aufgezeichnet wurden. Über das benutzte Programm (MOKE) wurden nicht nur die Messwerte aufgezeichnet und gemittelt. dass sich die Magnetisierung in Richtung gewisser kristallographischer Achsen ausbildet. dass kaum störendes Licht auf den Detektor gefallen ist. Die hexagonale Achse ist bei Zimmertemperatur die Richtung leichter Magnetisierung. Der Laserstrahl wird zum Bündeln durch eine Linse geschickt und anschließend läuft der Laserstrahl durch einen Polarisator. "easy axis"). es steuerte auch die Elektromagneten. . dass wir saubere Ergebnisse erhielten. auch wenn als Größe das gemessene Kerrsignal diente. Das Signal der Diode wird zur Auswertung an einen Computer weitergeleitet. die dazu führt. Wie aus der Skizze ersichtlich.In einem ferromagnetischen Kristall tritt eine Energie auf. Er fällt auf die Probe. wird auf den Strahlteiler zurückgeworfen und wird seitlich abgelenkt und interferiert mit dem ursprünglich abgelenkten Laserstrahl. Das schwarze Rechteck stellt eine Holzkiste dar. Versuchsdurchführung: Diese Skizze aus der Versuchsanleitung zeigt schematisch den Versuchsaufbau. Danach durchläuft der Laserstrahl einen Strahlteiler und verlässt den Holzkasten. Kobalt beispielsweise ist ein Hexagonaler Kristall. Da der Kerreffekt ein Maß für die Magnetisierung der Probe ist.

Eine weitere Möglichkeit ist. Wenn wir die Probe entlang ihrer leichten Achse magnetisiert hätten. Da Kobalt nur eine leichte Achse der Magnetisierung besitzt. 0. Die so genannte Virgin – Kurve müsste normalerweise im Ursprung beginnen. Um an dieser Probe eine echte Virgin – Kurve messen zu können müsste man die Probe sehr lange. ohne äußeres Magnetfeld liegen lassen. da jedoch die Probe nie genug Zeit hat um sich wieder komplett zu entmagnetisieren sieht die Schleife eben wie oben aus. also den X – Achsenabschnitt. Um das zu beschleunigen könnte man die Probe auch mehrfach stark erschüttern. 40 % ± 1 % .Multilagensystem.2 Tesla.Auswertung der Messergebnisse Die Große Probe bestand aus einem Kobalt-Platin. dass wir die Probe nicht entlang dieser magnetisiert haben. gehen wir aufgrund der kontinuierlichen Ummagnetisierung davon aus. Die Magnetisierung fand also nicht entlang der leichten Achse statt. . Die Remanenz beträgt ca.22 Tesla ablesen und rechts mit ca. bis die Sättigungsmagnetisierung erreicht ist. dass der Prozess der Ummagnetisierung nicht sprunghaft stattfindet sondern kontinuierlich. hätte ein geringeres äußeres Magnetfeld ausgereicht um die Sättigungsmagnetisierung zu erreichen. Das Koerzitivfeld. konnten wir links mit ca. 0.4 nm für Kobalt und 1 nm für Platin bestand. so dass sich alle atomaren magnetischen Dipole wieder statistisch ausrichten könnten. welches aus 14 Schichten mit einer Dicke von 1. mehrere Magnetisierungsvorgänge mit kleiner werdendem äußeren Magnetfeld vorzunehmen. bis die Magnetisierung der Probe annähernd Null ist. Es wurde einem Magnetfeld von bis zu ±1 Tesla ausgesetzt. Aus der aufgezeichneten Hystereseschleife kann man sehen.

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01 Tesla. ± 0.25 Tesla. Aus der ersten Messung ergab sich demnach eine Remanenz von ca. ist es bemerkenswert. dass in beiden Proben Kobalt enthalten war. Das Aussehen einer Hystereseschleife hängt auch von der Zusammensetzung der Probe und deren Dicke ab.25 T. welche der beiden magnetisch härter bzw. da die Kurve theoretisch eben symmetrisch sein müsste. da die Magnetisierung eher sprunghaft stattfand. Da die Koerzitivfelder HC unabhängig von der Magnetisierungsrichtung immer gleich groß sind. lässt sich durch Vergleich der Koerzitivfelder von zwei Proben eine Aussage darüber treffen. dass der Ummagnetisierungsprozess sprunghaft stattfindet. Unabhängig vom Winkel zwischen Magnetisierungsrichtung und leichter Achse bleibt das Koerzitivfeld einer Probe immer gleich. In unserem Fall war demnach die Große Probe (Multilagensystem) mit HC = 0. Aus der Hysteresisschleife lässt sich erkennen. einige Schwierigkeiten.Beim Messen an der einfachen Kobaltschicht fiel auf. Das Koerzitivfeld konnten wir bei beiden Messungen ablesen und kamen auf einen Mittelwert von 0. dass nach dem abschalten des äußeren Feldes die vorherrschende Richtung der magnetischen Momente die energetisch günstigste war.21 T magnetisch weicher als die kleine Probe (Kobalt- Schicht) mit HC = 0. wie auf den Graphen zu erkennen. dass die leichte Achse wohl annähernd parallel zu Magnetisierungsrichtung lag. dass wir die kleine Probe entlang ihrer leichten Achse magnetisiert haben und die große Probe nicht. 100 %. die Remanenz hängt jedoch von der Magnetisierungsrichtung im Bezug auf die leichte Achse ab. Dies wird auch aus der zweiten Messung ersichtlich. Beim Ablesen der Remanenz hatten wir. Die annähernd gleich großen Koerzitivfelder lassen sich dadurch erklären. weicher ist. da uns diese am sinnvollsten erschien. Da die beiden Proben Kobalt enthielten und die kleine Probe sogar ausschließlich aus diesem bestand. Das liegt einfach nur daran. Was nur bedeutet. dass die Hystereseschleifen der beiden Proben so unterschiedlich aussehen. Wir entschieden uns dafür bei der ersten Messung in der oberen Hälfte des Graphen die mittlere Linie zum ablesen der Remanenz zu wählen. . Dabei hatten wir eine ungefähre Ableseungenauigkeit von ca.

1.) 3.) .) (Zeitliche Abfolge der simulierten Ummagnetisierung der magnetischen Momente in einem ferromagnetischen Stück.) 2.

bis sich Wirbel bilden (3.).Bei dieser Simulation handelt es sich um ein zweidimensionales. in dem Moment wo das äußere Feld kurz gleich null ist. Kittel . Begonnen wurde bei der Simulation mit einem angelegten. dass es bei dieser Simulation wohl keine leichte Achse der Magnetisierung gibt. sondern auch stark von Oberflächeneffekten abhängt (2.org/wiki/Hysterese#Magnetische_Hysterese (Stand: 28. Die einzelnen magnetischen Momente werden als Pfeile dargestellt. Quellenverzeichnis: – http://de. stehen die Dipole nun auch genau entgegengesetzt der ursprünglichen Ausrichtung. dass die Ausrichtung der magnetischen Dipole nicht mehr nur vom äußeren Magnetfeld bestimmt wird. in Richtung des geänderten äußeren magnetischen Feldes.).6.org/wiki/Magnetische_Anisotropie (Stand: 23. Diese Ausrichtung der Dipole geht bis zu einem bestimmten Punkt weiter.11. von denen aus die Umordnung der Dipole. Daraus lässt sich erkennen.2008) – Versuchsanleitung – „Einführung in die Festkörperphysik“ von Ch. starken äußeren Magnetfeld. da sich sonst die Dipole. ausgeht. würden diese einem makroskopischen Magneten ähneln. quadratisches Modell.wikipedia.wikipedia. also annähernd einen sehr dünnen einatomigen Film. Wenn man nun die Feldlinien durch die Dipole zeichnen würde. wobei die magnetischen Dipole alle parallel zum Feld ausgerichtet waren (1. Die langsame Umpolung des äußeren Feldes führt dazu. Da das Magnetfeld nun genau entgegengesetzt des ursprünglichen Feldes gerichtet ist.). zumindest teilweise in diese Richtung ausrichten würden.2007) – http://de.