Samuel Koch und der Leichtsinn

Ganz Deutschland redet momentan darüber und irgendwie gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Und so hab auch ich meine eigene. Darüber wollte ich heute mal schreiben. Als das ganze Drama geschah, waren meine ersten Gedanken: Wie konnten die Eltern so etwas unterstützen? Das junge Menschen oft Dummheiten machen, ok., haben wir alle, aber das die Eltern da mitmachen, das kann ich gar nicht verstehen. Die Mutter saß im Publikum und hat gejubelt und der Papa selbst hat das Unglücksauto gefahren, durch welches Samuel Koch dann schlussendlich schwer verletzt wurde. Ironie des Schicksals? Meiner Meinung nach, gab es tatsächlich Warnungen und Vorzeichen. Zum einen wirkte Samuel Koch sehr nervös und sehr unsicher, zum anderen herrschte dort eine sehr angespannte Atmosphäre. (hab auch gelesen, dass er eigentlich nicht mal einen Helm tragen wollte) Wenn man so etwas macht, muss man damit rechnen, dass etwas passieren kann, alles andere ist naiv. Alle würden nun am liebsten die Zeit zurückdrehen, wenn sie könnten, aber gerade gestandene, erwachsenen Menschen wie die Eltern, sollten doch eine kluge und weise Vorausschau haben und die Situation gut bedenken, mit allen Konsequenzen, bevor sie so eine Aktion starten oder auch unterstützen. Auch wenn die Eltern ihn nicht hätten abhalten können, so hätten sie symbolisch zeigen können, dass sie so etwas nicht gutheißen. Meiner Meinung nach ist dies eine Warnung und ein Mahnmal an alle anderen, die gerne das Schicksal herausfordern. Seid ihr auch dazu bereit, die ganzen evtl. schrecklichen und lebenslangen Konsequenzen zu tragen? Ja, und auch euch kann es treffen, warum auch nicht? Und für was mal wieder? Für den Kick und natürlich wieder mal für diesen verdammten, dämlichen Stolz, der niemand etwas bringt. Für etwas "Applaus" und auf die "Schulter klopfen", für "Anerkennung", dass man etwas besser und toller macht als andere. Schlussendlich geht es um diese Dinge. Aber das ist wie mit Drogen. Auch die geben einen Kick und sind trotzdem falsch und die Anerkennung die man für so etwas bekommt ist nie von langer Dauer und so muss die nächste, größere Herausforderung her. Bei einem gesunden Selbstbewusstsein hat man so was aber gar nicht nötig und es bedeutet einem dann auch nicht wirklich etwas. Kluge Menschen lernen nun von diesem ganzen Schlamassel und sehen genau wie sie es nicht tun sollten. Andere schieben die Warnungen wie immer beiseite und machen weiter wie bisher. Halt blöd gelaufen ihrer Meinung nach. Hier noch einige Zitate von Samuel Koch's Freunden die ich in einem Zeitungsartikel, geschrieben von Stefan Hauck am 12.12.2010, gelesen habe: "Die Gefahren, in die er sich selbst häufig brachte, die hat er allerdings ignoriert. Und nur gelacht, wenn die anderen von „dem Schutzengel“ sprachen, der offenbar ständig um ihn herum sein müsse. Freundin Manu denkt an eine Autofahrt, während der sich Sammy, weil er

nach dem Lernen pünktlich zum Turnwettkampf musste, aus Zeitmangel im Wagen umzog und dabei ein anderes Auto rammte". Andere Mitschüler erinnern sich einer waghalsigen Kletterpartie Richtung Tankstellendach, „nachts um vier“. An „Partys auf dem Baugerüst vor dem Hotel in Barcelona“; an lebensgefährliche Rückwärtsfahrten auf der Autobahn, an sein Fahrrad ohne Bremsen, das brennende Skateboard, Sprünge aus dem Fenster. Und natürlich an den legendären Abi-Film, für den Samuel eine Kurskameradin aus dem Schulgebäude befreit und während einer inszenierten Verfolgungsjagd ohne jede Sicherung Häuserwände an der Regenrinne entlanghangelt". Sorry, aber wenn ich das lese bin ich grade sehr froh, dass er sich momentan nicht auf der Straße aufhält und Auto fahren kann, da ich auf "lebensgefährliche Rückwärtsfahrer auf der Autobahn" echt kein Bock habe. Was mich da richtig sauer macht ist, dass er sich nicht nur selbst gefährdet, sondern eben andere, Unschuldige, die nichts mit seinem dämlichen Leichtsinn zu tun haben. Ein anderes Auto rammen, weil man sich während der Autofahrt umzieht sagt ja alles. Der Typ musste mit so viel Leichtsinn echt aus dem Verkehr gezogen werden und nein, ich finde solche Aktionen nicht toll und auch nicht lustig. Das beste was die Eltern nun tun könnten wäre, an die Öffentlichkeit zu gehen, und allen zu sagen wie dumm und leichtsinnig alles war und das andere dies als Warnung ansehen sollten und Eltern weise und klug auf ihre Kinder achten sollten. Wir haben nur diese eine Gesundheit und ich kenne so einige, die gerne die Gesundheit von Samuel Koch gehabt hätten. Und sie hätten darauf geachtet wie auf ein rohes Ei. So was setzt man nicht einfach leichtsinnig für einen Kick auf's Spiel. Klar liebt Gott ihn sehr, und natürlich auch die Eltern, aber manchmal, wenn wir all die vielen Warnungen ständig zur Seite schieben und nicht auf die leise Stimme in unserem Herzen hören, sondern unseren eigenen dummen Weg wählen, müssen wir oft die schlimmen Konsequenzen tragen. Und die können ganz schön bitter sein. Und wie heißt es in der Bibel: Du sollst Gott deinen Herrn nicht versuchen. Doch auch dort, an der bittersten, dunkelsten Stelle gibt es Hoffnung und Vergebung.

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