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Homo Animal

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Sections

  • 3.3. Interesse am Monströsen
  • 3.4. Beschäftigung mit den Tartari
  • 2.2. Die Topoi solus homo und maxime in homine
  • 2.3. Die Kennzeichung bestialis/brutalis
  • DAS METHODISCHE INSTRUMENTARIUM UND SEIN EINSATZ
  • 1. Das Paradigma des Tiervergleichs
  • 1.2. Die Grundlagen des Tiervergleichs
  • 1.2.2. Die Vergleichsdaten (Tierkenntnisse)
  • 2. Kollaterale Vergleiche
  • 3. Empirisch-apriorische Argumentationsstruktur
  • 3.1. Beschreibende und erklärende Erfassungsweise
  • 3.3. Deduktionen aus der complexio-Theorie
  • DIE EINZIGKEIT UND GESCHLOSSENHEIT DER MENSCHLICHEN SPEZIES
  • 2.1. Die Frage einer möglichen Artumwandlung
  • 2.4.1. Die Aussagen zu den monstra
  • 2.4.2. Die Aussagen zu den moriones
  • 1. Die Binnendifferenzierung nach Geschlechtern
  • 1.2. Die Gleichheit der Geschlechter der Spezies nach
  • 2. Die Binnendifferenzierung nach Altersstufen
  • 2.1. Lebensalterbegriff und Altersstufen
  • 2.2. Alterstypische Merkmale
  • 2.2.1. Die alterstypische komplexionale Verfassung
  • 2.2.5. Spezifische Merkmale des reifen Mannesalters
  • 2.3. Verjüngung bzw. Aufhalten des Alters
  • 3. Die Binnendifferenzierung nach sozialer Schichtung
  • 4.1. Der theoretische Rahmen
  • QUELLEN UND LITERATUR
  • A. Ungedruckte Quellen
  • B. Edierte Quellen
  • C. Literatur
  • HANDSCHRIFTENREGISTER
  • PERSONENREGISTER
  • A. Antike und Mittelalter
  • B. Neuzeit
  • SACHREGISTER

Homo animal nobilissimum

Studien und Texte zur Geistesgeschichte des Mittelalters
Begründet von

Josef Koch
Weitergeführt von

Paul Wilpert, Albert Zimmermann und Jan A. Aertsen
Herausgegeben von

Andreas Speer
In Zusammenarbeit mit

Tzotcho Boiadjiev, Kent Emery, Jr. und Wouter Goris

BAND 94

Homo animal nobilissimum
Konturen des spezifisch Menschlichen in der naturphilosophischen Aristoteleskommentierung des dreizehnten Jahrhunderts

Von

Theodor W. Köhler

Teilband 1

LEIDEN • BOSTON 2008

This book is printed on acid-free paper. A. C.I.P. record for this book is available form the Library of Congress.

ISSN: 0169-8028 ISBN: 978 90 04 16289 1 Copyright 2008 by Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands. Koninklijke Brill NV incorporates the imprints Brill, Hotei Publishing, IDC Publishers, Martinus Nijhoff Publishers and VSP. All rights reserved. No part of this publication may be reproduced, translated, stored in a retrieval system, or transmitted in any form or by any means, electronic, mechanical, photocopying, recording or otherwise, without prior written permission from the publisher. Authorization to photocopy items for internal or personal use is granted by Koninklijke Brill NV provided that the appropriate fees are paid directly to The Copyright Clearance Center, 222 Rosewood Drive, Suite 910, Danvers, MA 01923, USA. Fees are subject to change. printed in the netherlands

INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Vorbemerkung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . I. Der Gegenstand, seine Behandlung in der Forschung und seine Eingrenzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

ix xi

1

II. Das Interesse an den konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen im geistigen Umfeld der Epoche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69 1. Die von allseitigem Interesse getragene Zuwendung zu den Natursachverhalten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69 2. Die Gewichtung von Einzelsachverhalten, Beobachtung und Erfahrung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88 2.1. Die philosophisch-wissenschaftliche Dignität von Einzelsachverhalten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90 2.2. Die methodische Gewichtung von Beobachtung und Erfahrung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97 2.3. Die Rolle von Autoritätsmeinungen bei der naturphilosophischen Urteilsbildung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135 3. Auswirkungen der neuen Perspektiven und weiterer Anstöße auf die philosophische Befassung mit dem Menschen . . . . . . . . . 142 3.1. Betrachtung des Menschen als res naturalis . . . . . . . . . . . . . . . . 142 3.2. Wachsendes Interesse an medizinischem Wissen und medizinischer Wissenschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157 3.3. Interesse am Monströsen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 162 3.4. Beschäftigung mit den Tartari . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 163 3.5. Auseinandersetzung mit der dualistischen Lehre der Katharer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 165 III. Ansatzstruktur der naturphilosophischen Betrachtung des spezifisch Menschlichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 169 1. Die hauptsächlichen Fragenkomplexe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 169 2. Die Artikulierung der Merkmale des spezifisch Menschlichen 182

vi

inhaltsverzeichnis 2.1. Das Leitkonzept des animal nobilissimum bzw. animal perfectissimum. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 183 2.2. Die Topoi solus homo und maxime in homine . . . . . . . . . . . . . . . . . 199 2.3. Die Kennzeichung bestialis-brutalis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 226

IV. Das methodische Instrumentarium und sein Einsatz . . . . . . . . . . . . 233 1. Das Paradigma des Tiervergleichs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 233 1.1. Die Verwendungsweisen des naturphilosophisch relevanten Tiervergleichs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 235 1.2. Die Grundlage des Tiervergleichs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 245 1.2.1. Die Ähnlichkeitsbeziehungen zwischen Mensch und Tier . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 245 1.2.2. Die Vergleichsdaten (Tierkenntnisse) . . . . . . . . . . . . . 267 2. Kollaterale Vergleiche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 272 3. Empirisch-apriorische Argumentationsstruktur . . . . . . . . . . . . . . . . 291 3.1. Beschreibende und erklärende Erfassungsweise . . . . . . . . . . 291 3.2. Deduktionen aus allgemeinen metaphysischen Prinzipien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 294 3.3. Deduktionen aus der complexio-Theorie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 305 V. Die Einzigkeit und Geschlossenheit der menschlichen Spezies. . . 341 1. Die Frage nach der Einzigkeit der Spezies Mensch und der Vielfalt der Tierarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 341 2. Die Frage nach der Einheit und Geschlossenheit der menschlichen Spezies . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 348 2.1. Die Frage einer möglichen Artumwandlung . . . . . . . . . . . . . . 350 2.2. Die Möglichkeit von Mischwesen zwischen Mensch und Tier . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 363 2.3. Die Frage nach einem Mittelwesen zwischen Mensch und Tier . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 377 2.4. Die Problematik abnormer körperlicher und geistiger Erscheinungsformen des Menschlichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 387 2.4.1. Die Aussagen zu den monstra . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 387 2.4.2. Die Aussagen zu den moriones. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 411 2.5. Die besondere Menschenähnlichkeit bestimmter Tierarten—hominis similitudines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 419

inhaltsverzeichnis

vii

VI. Die Binnendifferenzierung der menschlichen Spezies . . . . . . . . . . . 445 1. Die Binnendifferenzierung nach Geschlechtern . . . . . . . . . . . . . . . . 445 1.1. Die grundsätzliche Bedeutung der Geschlechterdifferenzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 449 1.2. Die Gleichheit der Geschlechter der Spezies nach . . . . . . . 464 1.3. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und ihre Ungleichheit der Wertigkeit nach . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 486 1.3.1. Tierweibchen und Frau als mas occasionatus/orbatus und ihre Beabsichtigung durch die Natur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 487 1.3.2. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und die mit ihnen verbundenen Wertungen. . . . . . 510 1.3.3. Unmittelbare Folgerungen für die unterschiedliche soziale Stellung von Mann und Frau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 554 1.3.4. Die Problematik eines „selbstbestimmten“ Lebens der Frau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 577 2. Die Binnendifferenzierung nach Altersstufen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 597 2.1. Lebensalterbegriff und Altersstufen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 598 2.2. Alterstypische Merkmale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 623 2.2.1. Die alterstypische komplexionale Verfassung. . . . . 626 2.2.2. Körperbezogene Merkmale und Reaktionen im Kindes- und Jugendalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 630 2.2.3. Mentale Fähigkeiten und Verhaltensweisen im Kindes- und Jugendalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 653 2.2.4. Die körperlichen, geistigen und charakterlichen Eigentümlichkeiten des Alters . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 677 2.2.5. Spezifische Merkmale des reifen Mannesalters. . . 693 2.3. Verjüngung bzw. Aufhalten des Alters . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 696 3. Die Binnendifferenzierung nach sozialer Schichtung . . . . . . . . . . 709 3.1. Die Konzeption des pysei doulos bei Aristoteles und ihre Aufnahme im lateinischen Westen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 710 3.2. Die konstitutionellen Eigentümlichkeiten des naturaliter servus in somatischer Hinsicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 716 3.3. Die konstitutionellen Eigentümlichkeiten des naturaliter servus in geistig-seelischer Hinsicht. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 719 3.4. Die Eigentümlichkeiten des naturaliter servus unter funktionalem Gesichtspunkt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 731

viii

inhaltsverzeichnis

3.5. Die Eigentümlichkeiten des naturaliter servus in der Gegenüberstellung mit anderen Personengruppen und Tieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 747 3.6. Die Problematik naturgegebener sozialer Schichtung und der theoretische Umgang mit ihr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 752 3.7. Sklaven von Natur und ihre Zuordnung zu realen gesellschaftlichen Verhältnissen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 773 4. Ethnische und geographisch-klimatisch bedingte Binnendifferenzierungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 778 4.1. Der theoretische Rahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 780 4.2. Körperbezogene Unterschiede zwischen Bewohnern verschiedener Regionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 789 4.3. Intellektuelle und charakterliche Unterschiede zwischen Bewohnern verschiedener Regionen . . . . . . . . . . . 810 VII. Vorläufiges Zwischenergebnis und Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 829 Quellen und Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 835 A. Ungedruckte Quellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 835 B. Edierte Quellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 843 C.Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 863 Handschriftenregister. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 921 Personenregister . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 925 A. Antike und Mittelalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 925 B. Neuzeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 944 Sachregister . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 953

VORWORT

Die mit diesem Band vorgelegte Arbeit ist Teil eines längerfristigen Forschungsvorhabens. Dieses hat insgesamt zum Ziel, die philosophische Erkenntnisbemühung im dreizehnten Jahrhundert um die konkreten Ausprägungsweisen des spezifisch Menschlichen quantum ad naturalia hominis auf möglichst breiter Quellenbasis systematisch zu erheben und zu analysieren. Die hier unterbreiteten Ergebnisse sind Frucht eines wiederum vom österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) finanzierten Forschungsprojektes. Ohne diese großzügige Förderung wäre die bisherige Arbeit undurchführbar gewesen. Für die mir vom FWF gewährte Unterstützung sage ich dem Herrn Präsidenten, dem Kuratorium sowie den zuständigen Referenten meinen ergebensten Dank. Ich schließe in meinen Dank auch die Fachkräfte des FWF ein, die in allen administrativen Fragen bei der Projektdurchführung jederzeit hilfsbereit und kompetent Auskunft und Rat erteilten. Ganz besonderer Dank gebührt sodann meinem langjährigen, hochqualifizierten Projektmitarbeiter, Herrn Dr. Jan Prelog. In seinen bewährten Händen lagen die textkritische Aufbereitung der Quellen, die in großer Zahl durchgeführten Transkriptionen und Kollationen der untersuchten handschriftlichen Textzeugnisse, die Klärung von Fragen der Datierung und Zuschreibung der zahlreichen anonym überlieferten Werke. Insgesamt war er mir immer wieder ein unersetzlicher kritischer Diskussionspartner, der wesentliche Gedanken klären half. Dank seines akribischen Blickes gelang es bei der Durchsicht des Manuskriptes, nicht wenige stilistische und inhaltliche Ungereimtheiten rechtzeitig zu entdecken und zu eliminieren. Herzlichst danke ich ebenso Frau Dr. ˇ Vlatka Cizmi´, die liebenswürdigerweise trotz anderweitiger Beanspruc chung die aufwendige Erstellung des Sachregisters übernommen hat. In meinen Dank schließe ich ferner die Mitarbeiter(in) unseres Fachbereichs Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg, Frau Antonia Weinert und Herrn Mag. FriedrichWolff Spulak ein. Frau Weinert unterzog sich mit großer Hilfsbereitschaft, Umsicht und Gewissenhaftigkeit der Mühe des abschließen-

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vorwort

den Korrekturlesens und der Einrichtung des Manuskriptes. Herr Mag. Spulak übernahm dankenswerterweise die zahllosen Buch- und Fernleihebestellungen, die nicht abreißenden Besorgungen aus der Universitätsbibliothek und aus anderen Salzburger Institutsbibliotheken sowie die anfallenden Kopierarbeiten. Zu danken habe ich auch meinen beiden zeitweilig aus Universitätsmitteln finanzierten studentischen Hilfskräften, Frau Mag. Christine Reichinger und Frau Verena Erlenbusch, für die ordnungsgemäße Beschriftung und Einordnung der Mikrofilme und Textkopien sowie die Durchsicht der jeweils neuen Nummern mediävistischer Bibliographien. Bedankt sei wiederum Herr Ass.Prof. DDr. Bernhard Schwaiger. Bei allen immer wieder unverhofft auftretenden Computer-Schwierigkeiten durfte ich stets seiner umgehenden und sachkundigen Hilfe gewiss sein. Herzlichen Dank sage ich dem Herausgeber der Studien und Texte zur Geistesgeschichte des Mittelalters, Herrn Univ.Prof. Dr. Andreas Speer, für die ehrende Aufnahme der vorgelegten Monographie in diese traditionsreiche philosophiegeschichtliche Reihe. Schließlich danke ich dem Verlag E.J. Brill für sein Entgegenkommen und die umsichtige verlagstechnische Durchführung der Herausgabe dieses Bandes. Namentlich gilt mein Dank Frau Marjolein Landowski, Desk Editor des Verlages, für die kompetente und verständnisvolle Zusammenarbeit. Salzburg, im März 2007 Theodor W. Köhler

VORBEMERKUNG

Orthographie und Textvarianten Für die lateinischen Quellen wird hinsichtlich der Transkription so verfahren, dass alle Texte und zugehörigen Werktitel, die nach kritischen Ausgaben zitiert werden, in der Schreibweise der jeweils zugrundegelegten Edition belassen werden. Soweit nach eigenen Transkriptionen und Kollationen zitiert wird, haben wir die Orthographie—auch die der Werktitel—nicht im Sinne eines klassischen Standards normalisiert, sondern jeweils eine möglichst autornahe Schreibweise angestrebt. Wo die kollationierten Textzeugen unterschiedliche Lesarten bieten, sind die Varianten in Klammern vermerkt, wobei aber belanglose Wortumstellungen, Verschreibungen und Orthographica vernachlässigt sind.

Werktitel Zahlreiche unedierte Werke sind ohne einen zeitgenössischen Titel oder unter verschiedenen Überschriften überliefert. Soweit sich für diese Quellen bereits gängige Bezeichnungen in der neueren Literatur eingebürgert haben, übernehmen wir diese in der Regel, um die Orientierung nicht unnötig zu erschweren. Wo sich noch keine Bezeichnungen durchgesetzt haben oder gegen übliche Bezeichnungen triftige Einwände zu erheben sind, stellen wir die Schriften unter neue Titel, die dem jeweiligen Werkcharakter möglichst gerecht werden und Verwechslungen vorbeugen sollen.

Textdatierung Ein Großteil der herangezogenen Quellen ist undatiert. Für die Datierung liegen oft nur vage Anhaltspunkte vor. Es ist nicht Aufgabe einer systematischen Gesamtdarstellung wie der vorliegenden, die einzelnen

xii

vorbemerkung

Datierungsprobleme zu diskutieren und zu lösen. Wir gehen daher im Allgemeinen vom jeweiligen Forschungsstand aus, wobei wir uns bewusst sind, dass die Angaben teilweise mit einer erheblichen Unsicherheit belastet sind und dass künftige Forschungen zu einigen Verschiebungen in unserem provisorischen chronologischen Gefüge führen mögen.

Zitationsweise und Abkürzungen Die Werke Alberts des Großen zitieren wir in der vom Albertus-Magnus-Institut vorgegebenen abgekürzten Form.1 Die Sekundärliteratur wird jeweils bei der ersten Anführung vollständig, später mit einem Kurztitel zitiert. Die Bibliographie am Schluss des Bandes ermöglicht eine rasche Identifizierung der mit Kurztitel zitierten Veröffentlichungen. Analoges gilt für die Namen der im Zusammenhang mit Textzitaten angeführten Handschriftenbibliotheken. Zeitschriftennamen werden nach der in der International Philosophical Bibliography—Répertoire Bibliographique de la Philosophie üblichen Weise gekürzt. Die bei Stellenangaben in lateinischen Texten verwendeten Abkürzungen sind die in der philosophiegeschichtlichen Fachliteratur gebräuchlichen. Das Kürzel „l.“ steht bei uns für „linea.“

1 Albertus Magnus. Zum Gedenken nach 800 Jahren: Neue Zugänge, Aspekte und Perspektiven, ed. Walter Senner u. a. (Quellen und Forschungen zur Geschichte des Dominikanerordens, Neue Folge 10), Berlin 2001, XXV–XXIX.

kapitel i
DER GEGENSTAND, SEINE BEHANDLUNG IN DER FORSCHUNG UND SEINE EINGRENZUNG

In einer vorausgegangenen Studie ist versucht worden, auf möglichst breiter Quellenbasis systematisch herauszuarbeiten, worauf sich nach dem Verständnis der Denker des dreizehnten Jahrhunderts das philosophische Erkenntnisbemühen um den Menschen erstreckt, welche Fragen- und Aussagenbereiche es prinzipiell umschließt und wie die auf den Menschen als Gegenstand bezogene philosophische Arbeit wissenschaftstheoretisch konzipiert und angelegt war.1 Dies bildete einen ersten, grundlegenden Untersuchungsschritt hin zu einer schrittweise zu erarbeitenden systematischen Gesamtschau und philosophischen Würdigung jenes Erkenntnisbemühens. Er schuf die notwendige Basis, von der aus umfassend die weitergehende Frage angegangen werden kann, wie im Untersuchungszeitraum die inhaltliche Auseinandersetzung mit den auf den Menschen bezogenen Themenbereichen—vom reichhaltigen Quellenbefund dokumentiert—verlaufen ist und zu welchen philosophischen Einsichten in das Menschliche sie insgesamt geführt hat. Zu dieser weiteren Forschungsetappe will die hier vorgelegte Untersuchung einen Beitrag leisten. In ihr soll die philosophische Befassung der Autoren mit konkreten, lebensbezogenen Ausprägungsweisen des spezifisch Menschlichen, und zwar quantum ad naturalia hominis, beleuchtet werden. Wie bereits in der ersten Studie festgehalten, sind wichtige Aspekte dieses Themenbereiches schon Gegenstand zahlreicher Untersuchungen gewesen. Im weiteren Sinn gilt das unter anderem für die Arbeiten zur Seelenlehre im Allgemeinen und zur Leib-Seele-Konstitution im Besonderen, zum Personkonzept und zur Individuationstheorie, zur (Selbst-)Erkenntnislehre und zur Willensmetaphysik und Freiheitslehre.2 Direkter und in engerem Sinn mit konkreten, lebensbezogenen Ausprägungsweisen des Menschlichen haben sich sodann die Studien zur
1 Theodor W. Köhler, Grundlagen des philosophisch-anthropologischen Diskurses im dreizehnten Jahrhundert. Die Erkenntnisbemühung um den Menschen im zeitgenössischen Verständnis (Studien und Texte zur Geistesgeschichte des Mittelalters 71), Leiden u. a. 2000. 2 Ebd., 18 und Literaturangaben 37–50.

2

kapitel i

Zeugung und embryonalen Entwicklung des Menschen, zur Geschlechterdifferenzierung, insbesondere zu den Aussagen über die Frau, zur Sexualität, zu Liebe und Freundschaft, zur Erziehung, zu Lebensziel und Tod des Menschen oder auch zum Traum beschäftigt.3 Außerdem liegen Untersuchungen vor, die sich unter spezifisch moralphilosophischen Gesichtspunkten mit entsprechenden Themenbereichen und den auf sie bezogenen ethischen Erörterungen der mittelalterlichen Autoren befassen. Arbeiten mit dieser Untersuchungsperspektive bleiben hier jedoch wegen ihrer prinzipiell andersgearteten methodischsystematischen Ausrichtung weitgehend außer Betracht. An der skizzierten Forschungslage hat sich seither nichts Wesentliches geändert, wie ein Blick auf die neu hinzugekommene Literatur zeigen kann. Nach wie vor bilden vor allem die Lehre von der menschlichen Seele mit ihren verschiedenen Aspekten,4 speziell etwa den SinEbd., 19–22, auch 50 f. Paola Bernardini, La scienza dell’anima. Le questioni epistemologiche del commento al „De anima“ conservato nel ms. Siena, Biblioteca Comunale, L.III.21, ff. 134ra–177ra: ff. 136ra–138va, in: Studi med. [Serie terza] 40 (1999) 897–939; Paolo Lucentini, Il corpo e l’anima nella tradizione ermetica medievale, in: Anima e corpo nella cultura medievale. Atti del V Convegno di studi della Società Italiana per lo Studio della Filosofia Medievale (Venezia, 25–28 settembre 1995), ed. Carla Casagrande/Silvana Vecchio (Millennio Medievale 15, Atti di Convegni 3) Firenze 1999, 181–190; Romana Martorelli Vico, Anima e corpo nell’embriologia medievale, in: ebd., 95–106; Filippo Mignini, Anima e corpo negli scritti psicologici di Sigieri di Brabante, in: ebd., 51–72; Italo Sciuto, Le passioni dell’anima nel pensiero di Tommaso d’Aquino, in: ebd., 73–93; Giacinta Spinosa, Vista, spiritus e immaginazione, intermediari tra l’anima e il corpo nel platonismo medievale dei secoli XII e XIII, in: ebd., 207–230; Martin Achard, Définition de l’âme et méthode de division: une note sur le De Anima, II, 1, 412a6–21, in: Angelicum 77 (2000) 397–405; Thérèse-Anne Druart, The Human Soul’s Individuation and its Survival after the Body’s Death: Avicenna on the Causal Relation between Body and Soul, in: Arabic Sc. Philos. 10 (2000) 259–273; Gilles Emery, L’unité de l’homme, âme et corps, chez S. Thomas d’Aquin, in: Nov. Vet. 75 (2000) 53–76; Dag N. Hasse, Avicenna’s De Anima in the Latin West. The Formation of a Peripatetic Philosophy of the Soul 1160–1300 (Warburg Institute Studies and Texts 1), London–Turin 2000; ders., Das Lehrstück von den vier Intellekten in der Scholastik: von den arabischen Quellen bis zu Albertus Magnus, in: Rech. Théol. Philos. méd. 66 (1999) 21–77; ders., Pietro d’Abano’s „Conciliator“ and the Theory of the Soul in Paris, in: Nach der Verurteilung von 1277. Philosophie und Theologie an der Universität von Paris im letzten Viertel des 13. Jh. Studien und Texte, ed. Jan A. Aertsen u. a. (Miscellanea Mediaevalia 28), Berlin–New York 2001, 635–653; Anthony Kenny, Body, Soul, and Intellect in Aquinas, in: ders., Essays on the Aristotelian Tradition, Oxford 2001, 76–91; Gyula Klima, Thomas of Sutton on the Nature of the Intellective Soul and the Thomistic Theory of Being, in: Nach der Verurteilung, 436–455; Sergio Parenti, Un testo di s. Tommaso d’Aquino sull’anima „forma“ del corpo: la prima questione disputata sull’anima, in: Sapienza 53 (2000) 353–381; Stefan Podlech, Animae cum corpore amicitia. Zum Leib-Seele-Problem nach Wilhelm de la Mare († 1298), in:
3 4

der gegenstand, seine behandlung in der forschung

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nesvermögen,5 ferner die Äußerungen zur Willens- und FreiheitsproColl. Francisc. 70 (2000) 43–78; Horst Seidl, L’importanza della dottrina di S. Tommaso d’Aquino sull’anima umana e Dio come sostanze, in: Angelicum 77 (2000) 99–124; Martin W.F. Stone, The soul’s relation to the body: Thomas Aquinas, Siger of Brabant and the Parisian debate on monopsychism, in: History of the Mind-Body Problem, ed. Tim Crane/Sarah Patterson (London Studies in the History of Philosophy 3), London–New York 2000, 34–69; Stephan Lipke, Die Bedeutung der Seele für die Einheit des Menschen nach De homine, in: Albertus Magnus. Zum Gedenken nach 800 Jahren: Neue Zugänge, Aspekte und Perspektiven, ed. Walter Senner u. a. (Quellen und Forschungen zur Geschichte des Dominikanerordens, N.F. 10), Berlin 2001, 207–219; Rega Wood, Richard Rufus’s De anima Commentary: The Earliest Known, Surviving, Western De anima Commentary, in: Med. Philos. Theol. 10 (2001) 119–156; Jean-Marie Vernier, La Sentencia libri de anima de Thomas d’Aquin, in: Rev. Sc. philos. théol. 86 (2002) 33– 50; Alexander Brungs, Metaphysik der Sinnlichkeit: Das System der Passiones Animae bei Thomas von Aquin (Akademische Studien und Vorträge 6), Halle 2002; Richard Cross, Aquinas and the Mind-Body Problem, in: Mind, Metaphysics, and Value in the Thomistic and Analytical Traditions, ed. John Haldane (Thomistic Studies), Notre Dame (Indiana) 2002, 36–53; Niccolò Turi, L’unione e la distinzione tra anima-mente e corpo, in: Atti e memorie dell’Accademia Toscana di Scienze e Lettere La colombara 58, nuova serie 54 (2003) 113–159; Eric Joly, L’âme noble et l’âme humaine dans le commentaire du pseudo-Henri de Gand sur le Livre des Causes, in: Rech. Théol. Philos. méd. 72 (2005) 29–53; Tobias Kläden, Mit Leib und Seele … Die mind-brain-Debatte in der Philosophie des Geistes und die anima-forma-corporis-Lehre des Thomas von Aquin (ratio fidei 26), Regensburg 2005. 5 Monique Paulmier-Foucart, L’évolution du traitement des cinq sens dans le Specvlvm maivs de Vincent de Beauvais, in: Science antique, Science médiévale (Autour d’Avranches 235). Actes du Colloque International (Mont-Saint-Michel, 4–7 septembre 1998), ed. Louis Callebat/Olivier Desbordes, Hildesheim u. a. 2000, 273–295; die in Band 10 (2002) des Micrologus versammelten Beiträge zu den fünf Sinnen, besonders Henryk Anzulewicz, Konzeptionen und Perspektiven der Sinneswahrnehmung im System Alberts des Grossen, in: Micrologus 10 (2002) 199–238; Alain Boureau, Les cinq sens dans l’anthropologie cognitive franciscaine, in: ebd., 277–294; Charles Burnett, Sapores sunt octo: The Medieval Latin Terminology for the Eight Flavours, in: ebd., 99– 112; Paola Carusi, Les cinq sens entre philosophie et médecine (Islam Xe–XIIe siècles), in: ebd., 87–98; Barbara Faes de Mottoni, L’illusione dei sensi? Angeli e sensi in Bonaventura e in Tommaso d’Aquino, in: ebd., 295–312; Silvia Nagel, Sensi ed organi nel commento al De animalibus attribuito a Pietro Ispano, in: ebd., 251–276; Cecilia Panti, I sensi nella luce dell’anima. Evoluzione di una dottrina agostiniana nel secolo XIII, in: ebd., 177–198; Michel Pastoureau, Le bestiaire des cinq sens (XIIe–XVIe siècle), in: ebd., 133–145; Joachim R. Söder, Albert der Grosse über Sinne und Träume. Beobachtungen am Traumtraktat von De Homine, in: ebd., 239–250; Tiziana Suarez-Nani, Du goût et de la gourmandise selon Thomas d’Aquin, in: ebd., 313–334; vgl. auch Alessandra Saccon, Intentio e intenzionalità nella filosofia medievale: il commento di Alberto Magno al De anima, in: Riv. Estet. n. s. 14 (2000) 71–91; Pieter De Leemans, Internal Senses, Intellect and Movement. Peter of Auvergne (?) on Aristotle’s De Motu Animalium, in: Corpo e anima, sensi interni e intelletto dai secoli XIII–XIV ai post-cartesiani e spinoziani, ed. Graziella Federici Vescovini u. a. (Textes et Études du Moyen Âge 30), Turnhout 2005, 139–160; Francesco Piro, Sensi interni e eziologia degli affetti. A proposito di due Quaestiones sul dolore di Enrico di Gand, in: ebd., 189–210.

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kapitel i

blematik6 und zum Personkonzept7 erkennbar Untersuchungsschwer6 Henryk Anzulewicz, Der Einfluß der Gestirne auf die sublunare Welt und die menschliche Willensfreiheit nach Albertus Magnus, in: Actes de la Vème Conférence Annuelle de la SEAC, Gdansk 1997 (Swiatowit Supplement Series H: Anthropology, ´ II), Warszawa–Gdansk 1999, 263–277; Klaus Baumann, The Concept of Human Acts ´ Revisited. St. Thomas and the Unconscious in Freedom, in: Gregorianum 80 (1999) 147–171; Luís Alberto De Boni, O homem no pensamento de Duns Scotus: Aspectos característicos de sua antropologia, in: Veritas 44 (1999) 707–725; Tobias Hoffmann, The Distinction between Nature and Will in Duns Scotus, in: Arch. Hist. doctr. litt. M.A. 66 (1999) 189–224; Robert Pasnau, Olivi on Human Freedom, in: Pierre de Jean Olivi (1248–1298). Pensée scolastique, dissidence spirituelle et société. Actes du colloque de Narbonne (mars 1998), ed. Alain Boureau/Sylvain Piron (Études de philosophie médiévale 79), Paris 1999, 15–25; Günther Mensching, Absoluter Wille versus reflexive Vernunft. Zur theologischen Anthropologie der mittleren Franziskanerschule, in: Geistesleben im 13. Jh., ed. Jan A. Aertsen/Andreas Speer (Miscellanea Mediaevalia 27), Berlin–New York 2000, 93–103; Annemarie Pieper, Zum Problem der Willensfreiheit im Mittelalter von Augustinus bis Erasmus, in: Begegnungen mit dem Mittelalter in Basel, ed. Simona Slanicka (Basler Beiträge zur Geschichtswissenschaft 171), Basel 2000, 209–222; François-Xavier Putallaz, Entre grâce et liberté: Pierre de Jean Olivi, in: Geistesleben im 13. Jh., 104–115; Stephen D. Dumont, Did Duns Scotus Change His Mind on the Will?, in: Nach der Verurteilung, 719–794; Colleen A. McCluskey, Albertus Magnus and Thomas Aquinas on the Freedom of Human Action, in: Albertus Magnus. Zum Gedenken, 243–254; dies., Worthy Constraints in Albertus Magnus’s Theory of Action, in: J. Hist. Philos. 39 (2001) 491–533; Anthony Kenny, Duns Scotus on Freewill, in: ders., Essays on the Aristotelian Tradition, Oxford 2001, 92–101; Risto Saarinen, Die aristotelische Willensschwäche im Mittelalter: Der Beitrag von Albertus Magnus, in: Albertus Magnus. Zum Gedenken, 235–242; Rolf Schönberger, Rationale Spontaneität. Die Theorie des Willens bei Albertus Magnus, in: ebd., 221–234; Martin W.F. Stone, Moral Psychology After 1277. Did the Parisian Condemnation Make a Difference to Philosophical Discussions of Human Agency?, in: Nach der Verurteilung, 795–826; ders., Moral psychology before 1277: The will, liberum arbitrium, and moral rectitude in Bonaventure, in: The Will and Human Action: From antiquity to the present day, ed. Thomas Pink/Martin W.F. Stone, London–New York 2004, 99–126; Agustí Boadas Llavat, Free will in the Oxford School, in: XI° Congresso Internacional de Filosofia Medieval (Porto, de 26 a 31 de Agosto de 2002), Resumos; Eleonore Stump, Aquinas’s Account of Freedom: Intellect and Will, in: Thomas Aquinas: Contemporary Philosophical Perspectives, ed. Brian Davies, Oxford–New York 2002, 275–294; John Boler, Reflections on John Duns Scotus on the Will, in: Emotions and Choice from Boethius to Descartes, ed. Henrik Lagerlund/Mikko Yrjönsuuri (Studies in the History of Philosophy of Mind 1), Dordrecht u. a. 2002, 129–153; Mikko Yrjönsuuri, Free Will and Self-Control in Peter Olivi, in: ebd., 99–128; Carlos Steel, The effect of the will on judgement: Thomas Aquinas on faith and prudence, in: The Will, 78–98; Guido Alliney, The Treatise on the Human Will in the Collationes Oxonienses attributed to John Duns Scotus, in: Medioevo 30 (2005) 209–269; Mary B. Ingham, The Birth of the Rational Will: Duns Scotus and the Quaestiones super libros Metaphysicorum Aristotelis, book IX, quaestio 15, in: Medioevo 30 (2005) 139–170; Jörn Müller, Willensschwäche als Problem der mittelalterlichen Philosophie. Überlegungen zu Thomas von Aquin, in: Rech. Théol. Philos. méd. 72 (2005) 1–28; ders., Personalität im Spannungsfeld von Intellektualismus und Voluntarismus. Das Problem der Willensschwäche bei Thomas von Aquin und Heinrich von Gent, in: Selbstbewußtsein und Person im Mittelalter.

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punkte. Einschlägig sind auch Arbeiten zur Entwicklung der Subjektivitätsthematik.8 In unterschiedlicher Zahl widmen sich Studien sodann weiterhin den philosophischen Lehrmeinungen der Magister zu Fragen der Körperkonstitution,9 der Geschlechterdifferenzierung10 und SexuaSymposium des Philosophischen Seminars der Universität Hannover vom 24. bis 26. Februar 2004, ed. Günther Mensching (Contradictio 6), Würzburg 2005, 80–97. 7 Unter anderen Scienza e filosofia della persona in Duns Scoto. V Convegno Internazionale di Studi Scotistici, ed. Giovanni Lauriola (Centro Studi Personalisti „Giovanni Duns Scoto“, Quaderno 13), Alberobello 1999; Stephen A. Hipp, „Person“ in Christian Tradition and in the Conception of Saint Albert the Great: A Systematic Study of its Concept as Illuminated by the Mysteries of the Trinity and the Incarnation (BGPhThMA, N.F. 57), Münster 2001; Selbstbewußtsein und Person im Mittelalter. Symposium des Philosophischen Seminars der Universität Hannover vom 24. bis 26. Februar 2004, ed. Günther Mensching (Contradictio 6), Würzburg 2005. 8 Richard Heinzmann, Ansätze und Elemente moderner Subjektivität bei Thomas von Aquin, in: Geschichte und Vorgeschichte der modernen Subjektivität, ed. Reto L. Fetz u. a. (European Cultures 11.1), Berlin–New York 1998, 414–433; Günther Mensching, Der Primat des Willens über den Intellekt: Zur Genese des modernen Subjekts im späten Mittelalter, in: ebd., 487–507. 9 Bernard Ribémont, Un corps humain animé; un corps humain irrigué. L’encyclopédisme et la théorie du corps, in: Le Corps et ses énigmes au Moyen Âge. Actes du Colloque Orléans 15–16 mai 1992, ed. ders., Caen 1993, 185–206; Band 1 des Micrologus (1993), daraus im Einzelnen zu nennen Alain Boureau, La redécouverte de l’autonomie du corps: l’emergence du somnabule (XIIe–XIVe s.), in: ebd., 27– 42; Danielle Jacquart, La morphologie du corps féminin selon les médecins de la fin du Moyen Age, in: ebd., 81–98; dies., Coeur ou cerveau? Les hésitations médiévales sur l’origine de la sensation et le choix de Turisanus, in: Micrologus 11 (2003) 73–95; dies., Le soleil, la lune et les états du corps humain, in: Micrologus 12 (2004) 239– 256; dies., A la recherche de la peau dans le discours médical de la fin du Moyen Age, in: Micrologus 13 (2005) 493–510; Claude Thomasset, Le corps féminin ou le regard empêché, in: Micrologus 1 (1993) 99–114; Jean-Claude Schmitt, Le corps, les rites, les rêves, le temps. Essay d’anthropologie médiévale (Bibliothèques des Histoires), Paris 2001; Sébastien Douchet, La peau du centaure à la frontière de l’humanité et de l’animalité, in: Micrologus 13 (2005) 285–312; Maaike van der Lugt, La peau noire dans la science médievale, in: ebd., 439–475. Vgl. Ada Neschke-Hentschke, Le rôle du coeur dans la stabilisation de l’espèce humaine chez Aristote, in: Micrologus 11 (2003) 37–51. 10 Marielle Lamy, Les femmes et la figure mariale dans un traité scolastique de la fin du XIIIe siècle attribué à Albert le Grand, in: Au cloître et dans le monde. Femmes, hommes et sociétés (IXe–XVe siècle), ed. Patrick Henriet/Anne-Marie Legras (Cultures et civilisations médiévales 23), Paris 2000, 49–64; Paulette L’Hermite-Leclercq, La femme dans le De regimine principum de Gilles de Rome, in: Guerre, pouvoir et noblesse au Moyen Age. Mélanges en l’honneur de Philippe Contamine, ed. Jacques Paviot/Jacques Verger, Paris 2000, 471–479; dies., L’image de la femme dans le De eruditione filiorum nobilium de Vincent de Beauvais, in: Marriage et sexualité au Moyen Age. Accord ou crisis? Colloque international de Conques, ed. Michel Rouche (Cultures et civilisations médiévales 21), Paris 2000, 243–261; Sylvia Nagel, Spiegel der Geschlechterdifferenz. Frauendidaxen im Frankreich des späten Mittelalters (Ergebnisse der Frauenforschung 54), Stuttgart–Weimar 2000; Michael Nolan, The Aristotelian Background

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kapitel i

lität,11 von Freundschaft und Liebe,12 Schicksal,13 Glück, Vollendung und Lebensende.14 Außerdem liegen Untersuchungen dazu vor, was die
to Aquinas’s Denial that „Woman is a Defective Male“, in: Thomist 64 (2000) 21–69; Adam Fijałkowski, The Education of Women in the Work of Vincent of Beauvais, OP († 1264), in: Geistesleben im 13. Jh., 513–526; Elisabeth Gössmann, Die Unterschiede in Anthropologie und Mariologie zwischen Thomas von Aquin und den Franziskanern, in: Antonianum 76 (2001) 163–170; Prudence Allen, The Concept of Woman, I: The Aristotelian Revolution 750 BC – AD 1250, Grand Rapids (Michigan)-Cambridge 1997; II: The Early Humanist Reformation, 1250–1500, Grand Rapids (Michigan)Cambridge 2002; Pia F. de Solenni, A Hermeneutic of Aquinas’s Mens Through a Sexually Differentiated Epistemology. Towards an Understanding of Woman as Imago Dei, Roma 22003; Peter Biller, Black Women in Medieval Scientific Thought, in: Micrologus 13 (2005) 477–492. 11 Joan Cadden, „Nothing Natural is Shameful“: Vestiges of a Debate about Sex and Science in a Group of Late-Medieval Manuscripts, in: Speculum 76 (2001) 66–89. 12 Rafael T. Caldera, Sobre la naturaleza del amor (Cuadernos de Anuario Filosófico. Serie Universitaria 80), Pamplona 1999; Juan Pérez-Soba Díez del Corral, „Amor es nombre de persona“ (I, q.37.a.1). Estudio de la interpersonalidad en el amor en Santo Tomás de Aquino, Roma 2001; Maarten J.F.M. Hoenen, Tranzendenz der Einheit. Thomas von Aquin über Liebe und Freundschaft, in: Ars und Scientia im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Ergebnisse interdisziplinärer Forschung, ed. Cora Dietl/Dörte Helschinger, Tübingen–Basel 2002, 125–137; James McEvoy, The other as oneself: friendship and love in the thought of St Thomas Aquinas, in: Thomas Aquinas: Approaches to Truth. The Aquinas Lectures at Maynooth, 1996–2001, ed. ders. u. a., Blackrock 2002,16–37; ders., Freundschaft und Liebe (S.th. I–II, qq. 26–28 und II–II, qq. 23–46), in: Thomas von Aquin: Die Summa theologiae. Werkinterpretationen, ed. Andreas Speer (de Gruyter Studienbuch), Berlin–New York 2005, 298–321; Gabriela Signori, Über Liebe, Ehe und Freundschaft: Bemerkungen zur AristotelesRezeption im ausgehenden 13. und 14. Jh., in: Mittellateinisches Jahrbuch 38 (2003) 249–266; Mechthild Dreyer, Quod sint multo plures. Albertus Magnus über die Freundschaft, in: Was ist das für den Menschen Gute? Menschliche Natur und Güterlehre, ed. Jan Szaif/Matthias Lutz-Bachmann, Berlin–New York 2004, 151–165. 13 Henryk Anzulewicz, Fatum. Das Phänomen des Schicksals und die Freiheit des Menschen nach Albertus Magnus, in: Nach der Verurteilung von 1277, 507–534. 14 Luciano Cova, Morte e immortalità del composto umano nella teologia francescana del XIII secolo, in: Anima e corpo, 107–122; Patrick Quinn, Aquinas’s Dilemma about Knowledge After Death, in: Death and Dying in the Middle Ages, ed. Edelgard E. DuBruck/Barbara I. Gusick (Studies in the Humanities. Literature–Politics–Society 45), New York u. a. 1999, 143–155; Italo Sciuto, Virtù e felicità nel pensiero di Tommaso d’Aquino, in: Etica e politica: le teorie dei frati mendicanti nel due e trecento. Atti del XXVI Convegno internazionale, Assisi, 15–17 ottobre 1998, Spoleto 1999, 91–118; Christian Trottmann, Sulla funzione dell’anima e del corpo nella beatitudine. Elementi di riflessione nella scolastica, in: Anima e corpo, 139–155; Georg Wieland, Albertus Magnus und die Frage nach dem menschlichen Glück—zur ersten Kölner Ethikvorlesung, in: Albert der Große in Köln, ed. Jan A. Aertsen (Kölner Universitätsreden 80), Köln 1999, 23–33; ders., Happiness (Ia IIae, qq. 1–5), in: The Ethics of Aquinas, ed. Stephen J. Pope, Washington (D.C.) 2002, 57–68; ders., The Perfection of Man. On the Cause, Mutability, and Permanence of Human Happiness in 13th Century Commentaries on the Ethica Nicomachea (EN), in: Il commento filosofico nell’occidente

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Gelehrten des dreizehnten Jahrhunderts zu den menschlichen Altersstufen,15 zu Menschen, die von Natur aus Sklaven seien,16 über das
latino (secoli XIII–XV), ed. Gianfranco Fioravanti u. a. (Rencontres de Philosophie Médiévale 10), Turnhout 2002, 359–377; Thomas Ricklin, Von den „beatiores philosophi“ zum „optimus status hominis.“ Zur Entradikalisierung der radikalen Aristoteliker, in: Geistesleben im 13. Jh., ed. Jan A. Aertsen/Andreas Speer (Miscellanea Mediaevalia 27), Berlin–New York 2000, 217–230; Guy Guldentops, Henry Bate’s Aristocratic Eudaemonism, in: Nach der Verurteilung, 657–681; Anthony Kenny, Aquinas on Aristotelian Happiness, in: ders., Essays on the Aristotelian Tradition, Oxford 2001, 32–46; Henryk Anzulewicz/Caterina Rigo, Reductio ad esse divinum. Zur Vollendung des Menschen nach Albertus Magnus, in: Ende und Vollendung. Eschatologische Perspektiven im Mittelalter, ed. Jan A. Aertsen/Martin Pickavé (Miscellanea Mediaevalia 29), Berlin–New York 2002, 388–416; Wouter Goris, Die Vergegenwärtigung des Heils. Thomas von Aquin und die Folgezeit, in: ebd., 417–433; Luca Bianchi, Felicità terrena e beatitudine ultraterrena. Boezio di Dacia e l’articolo 157 censurato da Tempier, in: Chemins de la pensée médiévale. Études offertes à Zénon Kaluza, ed. Paul J.J.M. Bakker u. a. (Textes et Études du Moyen Âge 20), Louvain-la-Neuve 2002, 193–214; Rolf Darge, Wie kann Philosophie uns glücklich machen? Boethius von Dacien und das antike Bildungsideal, in: Freib. Z. Philos. Theol. 51 (2004) 5–26; Stefan Gradl, Deus beatitudo hominis. Eine evangelische Annäherung an die Glückslehre des Thomas von Aquin (Publications of the Thomas Instituut te Utrecht, New Series 10), Leuven 2004; Andreas Speer, Das Glück des Menschen (S. th. I–II, qq. 1–5), in: Thomas von Aquin: Die Summa theologiae. Werkinterpretationen, ed. ders. (de Gruyter Studienbuch), Berlin–New York 2005, 141– 167; Le felicità nel Medioevo. Atti del Convegno della Società Italiana per lo Studio del Pensiero Medievale, Milano, 12–13 settembre 2003, ed. Maria Bettetini/Francesco D. Paparella (Textes et Études du Moyen Âge 31), Louvain-la-Neuve 2005; Loris Sturlese, Vernunft und Glück. Die Lehre vom „intellectus adeptus“ und die mentale Glückseligkeit bei Albert dem Großen (Lectio Albertina 7), Münster 2005. 15 Unter anderen John A. Burrow, The Ages of Man: A Study in Medieval Writing and Thought, Oxford 1988; Osmund Lewry (†), Study of Aging in the Arts Faculty of the Universities of Paris and Oxford, in: Aging and the Aged in Medieval Europe, ed. Michael M. Sheehan (Papers in Mediaeval Studies 11), Toronto 1990, 23–38; Shulamith Shahar, Kindheit im Mittelalter, München 1991; dies., Old age in the high and late Middle Ages: image, expectation and status, in: Old Age from Antiquity to Post-Modernity, ed. Paul Johnson/Pat Thane (Routledge studies in cultural history 1), London–New York 1998, 43–63; Glenn M. Edwards, Canonistic Determinations of the Stages of Childhood, in: Aspectus et affectus. Essays and Editions in Grosseteste and Medieval Intellectual Life in Honor of Richard C. Dales, ed. Gunar Freibergs (AMS studies in the Middle Ages 23), New York 1993, 67–75. 16 Oscar J. Brown, Aquinas’ Doctrine of Slavery in the Relation to Thomistic Teaching of Natural Law, in: The Human Person, ed. George F. McLean (Proceedings of the American Catholic Philosophical Association 53), Washington (D.C.) 1979, 173–181; Gianfranco Fioravanti, Servi, rustici, barbari: Interpretazioni medievali della Politica aristotelica, in: Annali della Scuola normale superiore di Pisa, classe di lettere e filosofia, Serie III, 9/1 (1979) 399–429; Christoph Flüeler, Widersprüchliches zum Problem der servitus: Die servitus bei Thomas von Aquino, in: Historia Philosophiae Medii Aevi. Studien zur Geschichte der Philosophie des Mittelalters, I, ed. Burkhard Mojsisch/Olaf Pluta, Amsterdam-Philadelphia 1991, 285–304; Joseph E. Capizzi, The Children of God: Natural Slavery in the Thought of Aquinas and Vitoria, in: Theol. Stud. 63 (2002)

Der Nutzen der Unfreiheit.8 kapitel i Sprachvermögen. Eugène Manning (Rech. Henrik Lagerlund/Mikko Yrjönsuuri (Studies in the History of Philosophy of Mind 1). Perreiah. Dordrecht u. in: The Ethics of Aquinas. in: Emotions and Choice from Boethius to Descartes. Internationalen Kongresses für mittelalterliche Philosophie. 22–48). 29. de 26 a 31 de Agosto de 2002). ed. Pope. in: Thomistica. Alan R. Città del Vaticano 1991. ed. Thomas von Aquin über Freiheit und Abhängigkeit. Leiden–Boston 2006. September 1977 in Bonn. Festgabe für Willigis Eckermann OSA zum 60. 159–168. a. La parole comme acte. 398–402. Leuven 1995. Some problems in thirteenth century theories of emotions. bis 28. La vox come medium fra anima e corpo. I: San Tommaso d’Aquino Doctor Humanitatis (Studi Tomistici 40).. in: XI° Congresso Internacional de Filosofia Medieval (Porto. Internationalen Kongresses für mittelalterliche Philosophie. Thomas über das Gefühl der Angst. Scotus on Human Emotions. Astolfo. Annotazioni in margine ai commenti al De animalibus attribuiti a Pietro Ispano. 103–115.. Quelques problèmes sur la voix et la signification dans le commentaire inédit de Petrus Hispanus Portugalensis sur le „De animalibus“. Costantino Marmo. 200–211. (Miscellanea Mediaevalia 13/2). ders. Per la storia del trattato tomistico de passionibus animae: il timor nella letteratura teologica tra il 1200 e il 1230 ca. Symposium des Philosophischen Seminars der Universität Hannover vom 26. 505–509. Similarities and Differences between Human and Animal Emotion in Aquinas’s Thought. Washington (D. in: Gewalt. Paris 1994.. Maximilian Forschner.. 489–495. Die passiones animae (S. 35–87. 29. da Cruz Pontes. Simo Knuuttila. a. Resumos. Die Natur des Menschen und das Recht der Herrschaft bei Thomas von Aquin. Supplementa 1). Lugar de la manifestación de la verdad. ed. Verbum hominis. Irène Rosier. Angel S. Kevin White. ed. Sur la grammaire et la sémantique au XIIIe siècle. Raíz de la libertad. in: Anima e corpo. in: Traditio Augustiniana. 305–316. a. Le pouvoir de la parole chez saint Antoine de Lisbonne. Stud. ed. in: Sprache und Erkenntnis im Mittelalter. Jan P. (Miscellanea Mediaevalia 13/1). Adolar Zumkeller/Achim Krümmel. qq. Tongue and Thought in the Writings of Robert Grosseteste. Berlin–New York 1981. 22–48). The Passions of the Soul (Ia IIae. ed. Manzanedo. in: Atti del IX Congresso Tomistico Internazionale. II. in: Gewalt und ihre Legitimation im Mittelalter. Würzburg 1994. ed. 191–205. 169–181. 18 Marcos F. 17 Unter anderen James McEvoy. 2002. Language as Evidencing Man’s Distinctively Human Being in Giles of Rome. Thomas Losoncy. Christian Wenin (Philosophes médiévaux 27). in: ebd. 175–191. (Contradictio 1).17 über Gefühlsäußerungen. Medieval Theories of the Passions of the Soul. Februar 2002.18 über den Zusammen31–52. Louvain-la-Neuve 1986. in: L’homme et son univers au Moyen Âge. in: Pacifica 14 (2001) 55–70. Théol.C. 56 (1998) 325–345. th. ders. in: Thomist 65 (2001) 45–65. qq. in: ebd. Aquinas’ Integrated View of Emotions. in: Studium 33 (1992) 505–540.) 2002. Beckmann u. Corpo e anima del linguaggio nel XIII secolo. September 1977 in Bonn. in: . Berlin–New York 1981. August – 3. in: fiph Journal 4 (September 2004) 1 und 3–5. I–II. anc. Alexander Brungs. in: Sprache und Erkenntnis im Mittelalter. méd. Akten des VI. Efectos y propriedades del dolor. Michael Städtler. Hanns-Gregor Nissing. Akten des VI. in: Veritas 44 (1999) 607–620. Maria de Lourdes Sirgado Ganho. Morality and the Person. Jan P. Geburtstag. Francisco Canals Vidal. Tom Ryan. Würzburg 2003. 49–83. Sprache als Akt bei Thomas von Aquin (Studien und Texte zur Geistesgeschichte des Mittelalters 87). Stephen J. Stephen Loughlin. Betrachtung einer Nuance. Nexo de la sociabilidad. 585–592. Acerca del cuerpo y de la delectación sensible en algunos textos de la primera parte de la Suma de teología. in: Francisc. Amor est causa timoris. Language.. August – 3. José M. Riccardo Quinto. ed. ders. Silvia Nagel. Günther Mensching. Studien über Augustinus und seine Rezeption. Beckmann u.

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kapitel i

namentlich die sorgfältige Studie von Guy Guldentops zum „zoologischen Anthropozentrismus“ Alberts des Großen hervorzuheben.23 Sie kommt ihrem Ansatz nach der von uns hier verfolgten Intention am nächsten. Guldentops untersucht auf guter Quellenbasis Alberts Aussagen über den Menschen unter dem Gesichtspunkt eines animal perfectissimum zu einer Fülle von psychologischen, physiologischen und ethologischen Aspekten. Zugleich stellt er Alberts wichtigste Quellen zusammen und geht auf die Frage ein, in welcher Weise deren Gedankengut in den Überlegungen des Doctor universalis seinen Niederschlag gefunden hat. So bietet er ein sehr fundiertes Bild der entsprechenden Gedankengänge Alberts. Gesondert zu nennen ist ebenfalls die Studie Stephen Loughlins zur vergleichenden Gegenüberstellung von menschlichen und tierlichen Gefühlsreaktionen bei Thomas von Aquin.24 Primär auf die Lehrmeinungen hochscholastischer Autoren über den Status von Tieren und dafür bedeutsame tierliche Verhaltensäußerungen richtet sich das Augenmerk in weiteren Untersuchungen.25 Bei alledem gilt die Aufmerksamkeit der Forscherinnen und Forscher wiesapienza cristiana. Atti del Congresso Internazionale per il VII Centenario di San Bonaventura da Bagnoregio, Roma 19–26 sett. 1974, ed. Alfonso Pompei, II, Roma 1976, 601–606; ders., Die wesentlichen Unterschiede zwischen dem Menschen und dem Tier nach Thomas von Aquin, in: Tommaso d’Aquino nel suo settimo centenario. Atti del Congresso Internazionale (Roma–Napoli—17/24 aprile 1974), VII: L’uomo, Napoli 1978, 211–218; Marcos F. Manzanedo, La cogitativa del hombre y la inteligencia de los animales, in: Angelicum 67 (1990) 329–363; Theodor W. Köhler, Anthropologische Erkennungsmerkmale menschlichen Seins. Die Frage der „Pygmei“ in der Hochscholastik, in: Mensch und Natur im Mittelalter, ed. Albert Zimmermann/Andreas Speer (Miscellanea Mediaevalia 21/2), Berlin–New York 1992, 718–735; ders., Der Tiervergleich als philosophisch-anthropologisches Schlüsselparadigma—der Beitrag Alberts des Großen, in: Albertus Magnus. Zum Gedenken, 437–454; Leo F. Elders, Die Naturphilosophie des Thomas von Aquin. Allgemeine Naturphilosophie–Kosmologie–Philosophie der Lebewesen–Philosophische Anthropologie (Schriftenreihe der Gustav-Siewerth-Akademie 17), Weilheim-Bierbronnen 2004, 253–269 (unter Bezugnahme auf gegenwärtige Diskussionen). Vgl. Franco Morenzoni, Le monde animal dans le De universo creaturarum de Guillaume d’Auvergne, in: Micrologus 8/1 (2000) 197–216. 23 Guy Guldentops, Albert the Great’s zoological anthropocentrism, in: Micrologus 8/1 (2000) 217–235. 24 Loughlin, Similarities. 25 Peter G. Sobol, The Shadow of Reason: Explanations of Intelligent Animal Behavior in the Thirteenth Century, in: The Medieval World of Nature. A Book of Essays, ed. Joyce E. Salisbury (Garland Medieval Casebooks 5), New York–London 1993, 109– 128; Joyce E. Salisbury, The Beast Within. Animals in the Middle Ages, New York– London 1994; Judith A. Barad, Aquinas on the Nature and Treatment of Animals, San Francisco–London 1995; Ana Mallea, „Nuestros hermanos menores“ y Santo Tomás, in: Veritas 44 (1999) 633–648. Vgl. August Nitschke, Verhalten und Bewegung der Tiere nach frühen christlichen Lehren, in: Studium Generale 20 (1967) 235–262; Alain

der gegenstand, seine behandlung in der forschung

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derum bevorzugt—und damit selektiv—den prominentesten Repräsentanten philosophischen Denkens der Zeit und daneben Magistern, von denen Werke im Druck zugänglich sind.26 Unbestritten hat die Forschung bislang wertvolle, aufschlussreiche Einblicke in die philosophische Beschäftigung der Gelehrten des dreizehnten Jahrhunderts mit konkreten, lebensbezogenen Ausprägungsweisen des spezifisch Menschlichen eröffnet und grundlegende Kenntnisse über sie vermittelt. Es ist aber auch nicht zu übersehen, dass mit dem bislang erreichten Forschungsstand die Reichhaltigkeit des Quellenmaterials als solche nur eingeschränkt zur Geltung kommt. Das gilt sowohl für die Bandbreite der von den Magistern für philosophisch erörterungswürdig angesehenen Aspekte des spezifisch Menschlichen als auch für das Spektrum der dazu vorgetragenen Lehrmeinungen und die diesen zugrunde liegende Argumentationsstruktur. In jeder dieser Hinsichten ist der erreichte Kenntnisstand noch unzulänglich. Markante und für eine Beurteilung wesentliche Züge des philosophischen Erkenntnisbemühens um den Menschen bleiben unaufgehellt oder kommen gar nicht in den Blick. Damit kann sich die Forschung schwerlich zufriedengeben. Es stellt sich die Aufgabe, auf möglichst breiter Textbasis, unter Berücksichtigung auch des ungedruckten Quellenmaterials zu erheben und zu analysieren, was die Magister des dreizehnten Jahrhunderts aus ihrer Sicht an konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen für philosophisch erörterungswürdig erachteten und wie ihre diesbezüglichen Erörterungen verlaufen sind. Gewiss darf die philosophiegeschichtliche Forschung angesichts der Detailfülle nicht die großen Linien aus dem Auge verlieren; sie hat stets nach jenen Zügen zu fragen, „die das Antlitz der Epoche charakterisieren.“27

Boureau, L’animal dans la pensée scolastique, in: L’animal exemplaire au Moyen Âge (Ve–XVe siècles), ed. Jacques Berlioz/Marie A. Polo de Beaulieu, Rennes 1999, 99–109. 26 Bezeichnend in dieser Hinsicht ist die Auswahl scholastischer Autoren bei Battista Mondin, Storia dell’Antropologia Filosofica, I: Dalle origini fino a Vico, Bologna 2001, 263–329. 27 Wolfgang Kluxen, Leitideen und Zielsetzungen philosophiegeschichtlicher Mittelalterforschung, in: Sprache und Erkenntnis im Mittelalter. Akten des VI. Internationalen Kongresses für mittelalterliche Philosophie (29. August – 3. September 1977 in Bonn), ed. Jan P. Beckmann u. a. (Miscellanea Mediaevalia 13/1), Berlin–New York 1981, 1–16, hier: 15. Vgl. auch Heinrich Schipperges, Die Rezeption arabisch-griechischer Medizin und ihr Einfluß auf die abendländische Heilkunde, in: Die Renaissance der Wissenschaften im 12. Jh., ed. Peter Weimar (Zürcher Hochschulforum 2), Zürich– München 1981, 173–196, hier: 173; Loris Sturlese, Die deutsche Philosophie im Mittelalter. Von Bonifatius bis zu Albert dem Großen (748–1280), München 1993, 14.

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kapitel i

Letztere sind ohne Zweifel in hohem Maße am Gedankengut der Meinungsführer einer Epoche abzulesen. Unumgänglich ist es jedoch auch, das denkerische Gesamtfeld, in dem sie stehen, mit in den Blick zu nehmen. Dies nicht allein darum, weil nur so der Beitrag dieser Persönlichkeiten letztlich angemessen gewürdigt zu werden vermag, sondern ebenso, weil zum Antlitz einer Epoche wesentlich gerade auch die Vielfalt und Vielschichtigkeit der sie durchziehenden Denkbewegungen gehört.28 Wie irreführend es sein kann, wenn bestimmte Autoren als einzige Zeugen für eine mittelalterliche Auffassung herangezogen werden, hat Rüdiger Schnell in Bezug auf Thomas von Aquin und das Frauenbild in hochscholastischen Sentenzenkommentaren eindrücklich vor Augen geführt.29 Über diesen hauptsächlichen, forschungsimmanenten Gesichtspunkt hinaus erscheint der hier ins Auge gefasste Ansatz noch in weiterer Hinsicht von Belang. Zu verweisen ist zunächst auf eine interessante Besonderheit der Situation auf unserem Gebiet. Zu nicht wenigen der im Rahmen unseres Ansatzes zu behandelnden konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen liegen aus dem geschichtswissenschaftlichen Arbeitsfeld der Erforschung konkreter menschlicher Lebensäußerungen in ihrem jeweiligen Alltagskontext („Lebenspraxis“) Untersuchungen vor, die aus der Perspektive der „Alltagsgeschichte“30 Licht auf jene Ausprägungsweisen und auf die zeitgenössische Vorstellung vom Menschen insgesamt werfen.31 Die Bestandsaufnahme und Analyse der
28 Vgl. hierzu Joan Cadden, Meanings of sex difference in the Middle Ages: Medicine, science, and culture, Cambridge 1998, 5. 29 Rüdiger Schnell, Die Frau als Gefährtin (socia) des Mannes. Eine Studie zur Interdependenz von Textsorte, Adressat und Aussage, in: Geschlechterbeziehungen und Textfunktionen. Studien zu Eheschriften der Frühen Neuzeit, ed. ders. (Frühe Neuzeit 40), Tübingen 1998, 119–170, hier: 138. 30 Zum Begriff Hans-Werner Goetz, Alltag im Mittelalter. Methodische Überlegungen anläßlich einer Neuerscheinung, in: Arch. Kulturgesch. 67 (1985) 207–225, hier: 217. 31 Beispielsweise Arno Borst, Lebensformen im Mittelalter (Propyläen Taschenbuch 26513), Berlin 21999; Horst Fuhrmann, Einladung ins Mittelalter (Beck’sche Reihe 1357), München 2000, 20–61; Daily Life in the Late Middle Ages, ed. Richard Britnell, Stroud 1998; Hans-Werner Goetz, Geschichte des mittelalterlichen Alltags. Theorie– Methoden–Bilanz der Forschung, in: Mensch und Objekt im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Leben–Alltag–Kultur (Österr. Akad. d. Wiss., Philos.-hist. Kl. Sitzungsberichte 568 = Veröff. des Inst. f. Realienkunde des Mittelalters und der Frühen Neuzeit 13), Wien 1990, 67–101; ders., Leben im Mittelalter vom 7. bis zum 13. Jh., München 61996; Robert Delort, Geschichte des mittelalterlichen Alltags. Theorie– Methoden–Bilanz der Forschung, in: Mensch und Objekt, 53–66; ders., Le Moyen Âge. Histoire illustrée de la vie quotidienne, Lausanne 1972; Der Mensch des Mittelalters,

der gegenstand, seine behandlung in der forschung

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philosophischen Befassung der Magister des dreizehnten Jahrhunderts mit solchen konkreten Lebensäußerungen vermag nun in größerem Umfang Vergleichsmaterial bereitzustellen. Damit wird für die interessierte Forschung prinzipiell die Möglichkeit eröffnet, die geschichtswissenschaftlich erhobenen Befunde vor dem Hintergrund der philosophischen Lehraussagen zu den betreffenden Sachverhalten32 zu betrachten, ebenso wie auch umgekehrt.33 So lässt sich das Verhältnis zwischen damaliger theoretischer Reflexion auf den menschlichen Lebensvollzug und den aus sonstigen Quellen rekonstruierbaren alltäglichen Lebensumständen beleuchten.34 Des Weiteren bietet unser Ansatz Gelegenheit, unzutreffende Einschätzungen des philosophisch-anthropologischen Erkenntnisbemühens in der Scholastik richtigzustellen. Zwar dürften schiefe Urteile wie dasjenige Hegels heute überwunden sein, der bezüglich der scholastischen Periode meinte: „Was etwa von Naturbetrachtungen, Bestimmungen über natürliche Verhältnisse, Gesetze der Natur usf. vorkommt, hat
ed. Jacques Le Goff, Frankfurt u. a. 1989; History of Medieval Life and the Sciences. Proceedings of an International Round-Table-Discussion, Krems an der Donau September 28–29, 1998 (Forschungen des Instituts für Realienkunde des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Diskussionen und Materialien 4), Wien 2000; Sherrilyn Kenyon, Everyday Life in the Middle Ages: the British Isles from 500 to 1500, Cincinnati (Ohio) 1995; Hans-Henning Kortüm, Menschen und Mentalitäten. Einführung in die Vorstellungswelten des Mittelalters, Berlin 1996; Hervé Martin, Mentalités médiévales, XIe– XVe siècle (Nouvelle Clio), Paris 1996; Maria S. Mazzi, Civilisation, culture populaire, vie matérielle, vie quotidienne. Confusion et concepts, in: Mensch und Objekt, 5–21; Mittelalterliche Menschenbilder, ed. Martina Neumeyer (Eichstätter Kolloquium 8), Regensburg 2000; Ernst Schubert, Alltag im Mittelalter. Natürliches Lebensumfeld und menschliches Miteinander, Darmstadt 2002. 32 Vgl. etwa die Nennungen bei Delort, Geschichte, 56 und 59. 33 Vgl. die sehr richtige Beobachtung von Piero Morpurgo, „Tuum studium sit velle regnare diu“: la sovranità fondata sulla ‚nuova‘ filosofia e sulle ‚nuove‘ traduzioni, in: Federico II e le nuove culture. Atti del XXXI Convegno storico internazionale, Todi, 9–12 ottobre 1994 (Atti dei Convegni, Nuova serie 8), Spoleto 1995, 173–224, hier: 180 und Ruedi Imbach, Autonomie des philosophischen Denkens? Zur historischen Bedingtheit der mittelalterlichen Philosophie, in: Was ist Philosophie im Mittelalter? Akten des X. Internationalen Kongresses für mittelalterliche Philosophie der Société Internationale pour l’Étude de la Philosophie Médiévale 25. bis 30. August 1997 in Erfurt, ed. Jan A. Aertsen/Andreas Speer (Miscellanea Mediaevalia 26), Berlin–New York 1998, 125–137; grundlegend Alexander Murray, Reason and Society in the Middle Ages, Oxford 1978. 34 Interessanterweise erwähnt Goetz, Geschichte, 75 f. unter den in der Alltagsgeschichte zu berücksichtigenden Bedingungen der kulturellen Umwelt die philosophischanthropologischen Lehrmeinungen nicht, wie er auch insgesamt unter den Kooperationswissenschaften für die historische Alltagsforschung die Philosophiegeschichte zumindest nicht explizit nennt (ebd., 86).

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kapitel i

an der Erfahrung noch nicht seinen Widerhalt, ebenso, was über das Besondere, Menschliche reflektiert wird; es ist noch nicht begründet, bestimmt durch gesunden Menschenverstand.“35 Nicht allseits falsche, wohl aber unzureichend differenzierte und darum fehlleitende Einschätzungen sind indes weiterhin im Umlauf. Zu verweisen wäre etwa auf Johano Strassers Annahme, dass „noch in der Hochscholastik, etwa bei Thomas von Aquin, das menschliche Individuum ausschließlich wegen seines Personseins, d. h. als ein zu moralisch verantwortlichem Handeln befähigtes Wesen, aus der übrigen Natur herausgehoben wird …“36 Werner Schüssler spricht von einer „anthropologischen Wende—im übertragenen Sinne“ in der Renaissance und kennzeichnet diese dahingehend, dass es erst in dieser Epoche zu einem anthropologischen Denken gekommen sei, das den Menschen „nicht mehr nur im Rahmen der Religion …, sondern immanent“ gesehen habe.37 Ähnlich steht nach Wilhelm Schmid die Anthropologie „erstmals im 16. Jahrhundert …, in Abhebung gegen das religiöse Menschenbild, für ein naturbestimmtes Verständnis des Menschen …“38 Eine dritte Erwägung schließlich betrifft den Umstand, dass die Sache der philosophischen Anthropologie seit geraumer Zeit wieder merklich in Bewegung gekommen ist. So sind in letzter Zeit unter anderem auffallend gehäuft Arbeiten erschienen, die verstärkt die Aufmerksamkeit auf die Verschränkung von Ethik und philosophischer Anthropologie lenken.39 In der in vollem Gang befindlichen Diskus35 Georg W.F. Hegel, Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie, Teil 4: Philosophie des Mittelalters und der neueren Zeit, ed. Pierre Garniron/Walter Jäschke (Vorlesungen 9), Hamburg 1986, 31 l. 963–967; vgl. Immanuel Kant, Logik, Einleitung (Akademie-Ausgabe IX, 31): „Man beschäftigte sich mit nichts als lauter Abstractionen.“ 36 Johano Strasser, Leben oder überleben. Wider die Zurichtung des Menschen zu einem Element des Marktes, Zürich–München 2001, 109. 37 Werner Schüssler, Einleitung, in: Philosophische Anthropologie, ed. ders. (AlberTexte Philosophie 11), Freiburg–München 2000, 16. 38 Wilhelm Schmid, Philosophie der Lebenskunst. Eine Grundlegung (suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1385), Frankfurt a.M. 21998, 80. Vgl. Dietmar Kamper/ Christoph Wulf, Einleitung: Zum Spannungsfeld von Vervollkommnung und Unverbesserlichkeit, in: Anthropologie nach dem Tode des Menschen. Vervollkommnung und Unverbesserlichkeit, ed. dies. (edition suhrkamp 1906, N.F. 906), Frankfurt a.M. 1994, 10. 39 Reiner Wimmer, Anthropologie und Ethik. Erkundungen in unübersichtlichem Gelände, in: Vernunft und Lebenspraxis. Philosophische Studien zu den Bedingungen einer rationalen Kultur. Für Friedrich Kambartel, ed. Christoph Demmerling u. a. (suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1206), Frankfurt a.M. 1995, 215–245; Ludwig Siep, Ethik und Anthropologie, in: Identität, Leiblichkeit, Normativität. Neue Horizonte

der gegenstand, seine behandlung in der forschung

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sion über die neuesten Befunde der neurobiologischen Hirnforschung wiederum geht es letztlich „um die für uns Menschen als bewußtseinsfähige Wesen zentrale Frage: Wer oder was sind wir?“40 oder—wie auch formuliert wurde—um die Frage nach der „Einzigartigkeit“ des Menschen „im Tierreich“,41 das heißt, es geht sehr aktuell um Kernfragen philosophischer Anthropologie. Philosophisch besonders beachtenswert unter den jüngsten Veröffentlichungen anthropologischen Inhalts erscheint die Studie von Ernst Tugendhat, in der er diejenigen Eigenschaften von Menschen untersucht, „die sie deswegen haben, weil sie
anthropologischen Denkens, ed. Annette Barkhaus u. a. (suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1247), Frankfurt a.M. 21999, 274–298; ders., Gibt es eine menschliche Natur? in: Was ist das für den Menschen Gute? Menschliche Natur und Güterlehre, ed. Jan Szaif/Matthias Lutz-Bachmann, Berlin–New York 2004, 307–323; Anthropologie und Ethik. Biologische, sozialwissenschaftliche und philosophische Überlegungen, ed. JeanPierre Wils (Ethik in den Wissenschaften 9), Tübingen 1997, daraus insbesondere ders., Anmerkungen zur Wiederkehr der Anthropologie, in: ebd., 9–40 und Theda Rehbock, Warum und wozu Anthropologie in der Ethik?, in: ebd., 64–109; Helmut Fahrenbach, Philosophische Anthropologie–Ethik–Gesellschaftstheorie. Grundzüge einer anthropologisch-praktisch zentrierten Philosophie, in: Anthropologie, Ethik und Gesellschaft. Für Helmut Fahrenbach, ed. Reinhard Brunner/Peter Kelbel, Frankfurt a.M.New York 2000, 182–234; Anthropologie und Moral. Philosophische und soziologische Perspektiven, ed. Martin Endress/Neil Roughley, Würzburg 2000; Karl-Otto Apel/Marcel Niquet, Diskursethik und Diskursanthropologie. Aachener Vorlesungen (Technik und Weisheit 2), Freiburg–München 2002. 40 Michael Pauen/Gerhard Roth, Einleitung, in: Neurowissenschaften und Philosophie. Eine Einführung, ed. dies. (UTB 2208), München 2001, 7–10, hier: 7. Vgl. auch Hans Poser, Was ist der Mensch?—Möglichkeiten und Grenzen einer Antwort der Wissenschaften, in: Streitsache Mensch—Zur Auseinandersetzung zwischen Naturund Geisteswissenschaften, ed. Hans M. Baumgartner u. a., Stuttgart u. a. 1999, 21–33; Hans M. Baumgartner, Akteur und Beobachter. Aspekte der Sonderstellung des Menschen, in: ebd., 347–357; Hans Lenk, Kleine Philosophie des Gehirns, Darmstadt 2001; Gerhard Roth, Fühlen, Denken, Handeln. Wie das Gehirn unser Verhalten steuert, Frankfurt a.M. 2001; Manfred Spitzer, Geist im Netz. Modelle für Lernen, Denken und Handeln, Heidelberg–Berlin 2000; Was ist der Mensch?, ed. Norbert Elsner/HansLudwig Schreiber, Göttingen 2002; Winfried Rorarius, Was macht uns einzigartig? Zur Sonderstellung des Menschen, Darmstadt 2006. 41 Axel Haase, Bestimmung des Menschen mit physikalischen Methoden? Quantitative Messungen von Struktur und Funktion vom Atom zum Gehirn, in: Streitsache Mensch—Zur Auseinandersetzung zwischen Natur- und Geisteswissenschaften, ed. Hans M. Baumgartner u. a., Stuttgart u. a. 1999, 97–111, hier: 110. Vgl. Jürgen Habermas, Die Zukunft der menschlichen Natur. Auf dem Weg zu einer liberalen Eugenik? Frankfurt a.M. 2001, 62; 64; 72; Roth, Fühlen, 451; den unter das Thema „Animal Mind“ gestellten Band 51/1 (1999) der Zeitschrift „Erkenntnis“; Tzvetan Todorov, Abenteuer des Zusammenlebens. Versuch einer allgemeinen Anthropologie, Berlin 1996, 73; Der Geist der Tiere. Philosophische Texte zu einer aktuellen Diskussion, ed. Dominik Perler/Markus Wild (suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1741), Frankfurt a.M. 2005.

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eine propositionale Sprache sprechen und ‚ich‘ sagen können“, wodurch sie sich von den „anderen Tieren“—in besser differenzierender Terminologie: Sinnenwesen—unterscheiden.42 Mit dem neuerlich gewachsenen Interesse für die philosophische Anthropologie allgemein rückt auch das philosophische Erkenntnisbemühen um den Menschen im Mittelalter notwendigerweise mit ins Blickfeld. Dazu ist daran zu erinnern, dass es mit den anthropologischen Zeugnissen früherer Zeiten eine ganz eigene Bewandtnis hat. Anders als in anderen Wissenschaften, zumal in den technisch-naturwissenschaftlichen Disziplinen, wo der Erkenntnisstand zurückliegender Epochen für die gegenwärtigen Poblemstellungen und neuesten Verfahrensweisen zumeist gänzlich belanglos ist, sind anthropologische Positionen früherer Zeiten von anhaltender Bedeutung für den philosophischanthropologischen Diskurs der Gegenwart. Ihnen kommt darin eine direkte systematische Funktion zu. Nichts weniger als schlechthin erledigte, nur noch abgelegte und allenfalls gelegentlich pietätvoller Erinnerung werte Gedankengänge, mischen sie sich fordernd und beharrlich in unser eigenes Fragen nach dem Menschen ein, als „Gewissen, das schlägt.“43 Sie sind stets von neuem sich aufgebende Prüfmaße im positiven wie im negativen Sinn, an denen alles gegenwärtige Bemühen um ein philosophisch erhelltes und fundiertes Selbstverständnis des Menschen als solchen sich zu bewähren hat. Die für die Gewinnung bedeutsamer philosophischer Einsichten über den Menschen vorauszusetzende Diskursgemeinschaft besitzt nicht nur eine horizontale, sondern ebenso eine vertikale Dimension; sie umfasst prinzipiell nicht allein diejenigen, die gegenwärtig mit uns Menschen sind und ihr Selbstverständnis als Menschen unmittelbar einzubringen vermögen, sondern gleichberechtigt auch diejenigen, die vor unserer Zeit Menschen waren und über ihr Menschsein reflektierten, welcher Zeit und welcher Kultur sie auch zuzurechnen seien.44

42 Ernst Tugendhat, Egozentrizität und Mystik. Eine anthropologische Studie, München 2003, hier: 8; zu seiner Diktion auch 33; 49, zu Vergleichssachverhalten 19; 30–35; 38; 49. 43 Ernst Bloch, Erkennbarkeit der Welt, in: Akten des XIV. Internationalen Kongresses für Philosophie, Wien 2.–9. September 1968, Bd. 6, Wien 1971, 3–17, hier: 14. 44 Vgl. Hermann U. Asemissen, Helmuth Plessner: Die exzentrische Position des Menschen, in: Grundprobleme der großen Philosophen, Philosophie der Gegenwart II, ed. Josef Speck (Uni-Taschenbücher 183), Göttingen 21981, 146–180, hier: 149; Alasdair MacIntyre, Der Verlust der Tugend. Zur moralischen Krise der Gegenwart (suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1193), Frankfurt a.M. 1995, 197.

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Was zu dieser wissenschaftssystematisch herausgehobenen Stellung des anthropologischen Denkens zurückliegender Epochen allgemein zu sagen ist, gilt im Speziellen für das philosophische Erkenntnisbemühen um den Menschen im Mittelalter, und hier wiederum insbesondere für dasjenige in der Zeit der Hochscholastik. Abgesehen davon, dass diese Epoche generell eine entscheidende Prägephase für das philosophische Denken im Abendland darstellt, ist das hochscholastische Erkenntnisbemühen für den gegenwärtigen anthropologischen Diskurs noch in mehrfacher Hinsicht von spezifischem Interesse: Erstmals seit dem Ausgang der Antike kommt es innerhalb einer vom Christentum durchformten Kultur zu einer umfassenden philosophisch-anthropologischen Erörterung der konkreten, lebensbezogenen Ausprägungsweisen des spezifisch Menschlichen nach all seinen—auch körperlichen—Aspekten (de quolibet modo hominis), wobei unter anderem auch die im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Hirnforschung so heftig diskutierte Beziehung von physischen Prozessen und mentalen Vorgängen ausgiebig beleuchtet wird. Den mittelalterlichen Gelehrten bot sich erstmals die Möglichkeit, in großem Umfang themenbezogene wissenschaftliche Literatur (griechisch-arabischer Provenienz) kennenzulernen und sich in der Beschäftigung mit ihr eine philosophisch reflektierte Sichtweise von den konkreten, lebensbezogenen Aspekten des Menschlichen zu erarbeiten. Erstmals kommt es ferner zu einem systematisch durchgeführten Vergleich Mensch-Tier nach dem Gesichtspunkt von convenientiae et differentiae, dem nicht allein nach Helmuth Plessner eine unverzichtbare Funktion innerhalb philosophisch-anthropologischer Reflexion zuzuerkennen ist.45 Die aristotelische Herangehensweise an die Gemeinsamkeiten von—und Verschiedenheiten zwischen—Mensch und Tier gelangt im Abendland voll zur Geltung.46 Schließlich kommt es, eingebettet in das im zwölften und dreizehnten Jahrhundert allenthalben aufbrechende generelle Bestreben, philosophische und theologi-

45 Helmuth Plessner, Die Stufen des Organischen und der Mensch. Einleitung in die philosophische Anthropologie (Sammlung Göschen 2200), Berlin–New York 31975, XIV; ebd., XIX. Vgl. auch Andreas Paul, Von Affen und Menschen. Verhaltensbiologie der Primaten, Darmstadt 1998, VII; Michael Pauen, Grundprobleme der Philosophie des Geistes und die Neurowissenschaften, in: Neurowissenschaften und Philosophie. Eine Einführung, ed. ders./Gerhard Roth (UTB 2208), München 2001, 83–122, hier: 104; pionierhaft Koch, Sind die Pygmäen Menschen, 208. 46 Michel Pastoureau, L’animal et l’historien du Moyen Âge, in: L’animal exemplaire au Moyen Âge (Ve–XVe siècle), ed. Jacques Berlioz/Marie Anne Polo de Beaulieu (Collection „Histoire“), Rennes 1999, 13–26, hier: 15.

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sche Erkenntnisgewinnung methodisch und inhaltlich sorgfältig voneinander zu unterscheiden, erstmals im lateinischen Mittelalter zu einem umfassenden Erkenntnisbemühen pointiert philosophischer Natur um die Konturen des Menschlichen quantum ad naturalia hominis. Unbeschadet des selbstverständlich von allen Magistern (von denen ohnehin viele zugleich als theologische Lehrer hervorgetreten sind) vorausgesetzten und bejahten Glaubenshorizontes und einer im Übrigen auch den griechischen Vorbildern eignenden47 prinzipiellen religiösen Grundausrichtung des Philosophierens wird diese philosophische Reflexion bewusst von glaubensmäßig-theologischen Vorgaben als erkenntnisleitenden Prämissen methodisch freigehalten. Auch das macht dieses Denken—trotz gesellschaftlich-weltanschaulich gänzlich andersartiger Ausgangssituation damals und heute—für das philosophisch-anthropologische Bemühen der Gegenwart grundsätzlich interessant. Sieht sich dieses doch der Forderung ausgesetzt, von „weltanschaulich imprägnierten“48 Voraussetzungen prinzipiell abzusehen. Dass es bei alledem nicht darum gehen kann, partout moderne Erwägungen in hochscholastischen Gedankengängen vorfinden zu wollen oder diese ungeschichtlich nach fertigen Lösungen für heutige Probemstellungen abzusuchen, steht außer Frage.49 Das Anliegen ist vielmehr, die Erörterungen der Magister „aus ihren eigenen Voraussetzungen, ihrem eigenen Geist und dem ihrer Zeit zu begreifen.“ Nur dies schafft nach unserer Überzeugung die notwendige Basis, um ihre Erkenntnisbemühungen in ihrer unterschiedlichen Bedeutung für das anthropologische Denken im Abendland angemessen beurteilen zu können. Selbstverständlich ist der hier gewählte Forschungsansatz nur innerhalb bestimmter thematischer und zeitlicher Grenzen durchführbar. Damit stellt sich das Problem, wie trotz unvermeidlicher Begrenzung das angestrebte Forschungsziel gleichwohl in größtmöglichem Ausmaß erreicht zu werden vermag. Dies scheint unter zwei Bedingungen möglich zu sein: erstens sofern ein Kerngesichtspunkt auszumachen ist, unter dem die Denker explizit und schwerpunktmäßig die Frage nach
47 Roger French/Andrew Cunningham, Before Science: The Invention of the Friars’ Natural Philosophy, Aldershot-Brookfield 1996, 11. Kritische Anmerkungen zu den von den Autoren vertretenen Annahmen über den Status der Naturphilosophie im Mittelalter macht J.M.M.H. Thijssen, Late-Medieval Natural Philosophy: Some Recent Trends in Scholarship, in: Rech. Théol. Philos. méd. 67 (2000) 158–190, hier: 159–164. 48 Habermas, Die Zukunft, 60; vgl. ebd., 50; 61. 49 Hierzu beispielsweise Theo Kobusch, Einleitung, in: Philosophen des Mittelalters. Eine Einführung, ed. ders., Darmstadt 2000, 2 f.

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dem spezifisch Menschlichen in seinen konkreten Ausprägungsweisen philosophisch quantum ad naturalia hominis behandelt haben und der somit die Breite und Vielfalt der entsprechenden Themenbereiche systematisch zusammenzuführen gestattet, zweitens sofern zugleich eine deutliche Begrenzung auf eine zu untersuchende Quellengattung sinnvoll erscheint. Tatsächlich dürften beide Bedingungen gegeben sein. Zum einen bildet die Leitidee des homo animal nobilissimum einen Kerngesichtspunkt der gesuchten Art. Er bringt mit sich, dass dem Vergleich zwischen Mensch und Tier in den Erörterungen die Rolle eines Schlüsselparadigmas zufällt. Unbestritten sind auch andere Vergleiche—allen voran diejenigen des Menschen mit Gott oder mit Intelligenzen (körperlosen Wesen, insbesondere Engeln)—für das anthropologische Gesamtbemühen der Zeit wichtig, wobei auch der theologische Ansatz zur Geltung kommt. Nicht zu übersehen ist aber, dass speziell für die philosophische Befassung mit den konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen der Tiervergleich nach convenientiae et differentiae mit seinen typischen Topoi (solus homo, in solo homine, homo inter omnia animalia, homo prae aliis animalibus usw.) der wichtigste ist. Zum anderen ist es nicht nur aus praktischen Erwägungen zweckmäßig, als Kernbereich unserer Untersuchung die Kommentare zu den naturphilosophischen Schriften des Stagiriten—und hier speziell diejenigen zu den mit der Natur der Sinnenwesen befassten libri naturales—festzulegen. Dafür sprechen ebenso auch inhaltliche Gründe. Es ist nämlich schlechterdings unmöglich, vor einer Erforschung gerade dieses Quellenmaterials eine ausgewogene Vorstellung davon zu gewinnen, wie die Magister vorgegangen sind, wenn sie sich explizit unter diesem spezifisch philosophisch-anthropologischen Gesichtspunkt den konkreten Erscheinungsformen des Menschlichen zugewandt haben. Hierzu ist zu bemerken, dass nirgends so detailliert auf die uns interessierende Thematik eingegangen wird wie in den Kommentaren zu diesen naturphilosophischen Schriften des Aristoteles, den echten sowohl wie den unechten, die im Untersuchungszeitraum indes noch als echt galten. Diese Werke eröffneten den Magistern begrifflich-methodisch wie inhaltlich den Zugang zu einer philosophisch-anthropologischen Erkenntnisbemühung um die konkreten, lebensbezogenen Ausprägungsweisen des spezifisch Menschlichen. Sie vermittelten zugleich den theoretischen Rahmen, der es ermöglichte, auch medizinisches Wissen aus der Antike, der arabisch-jüdischen Wissenschaft und der dem Umkreis von Salerno entstammenden Literatur für die Erfassung der konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen fruchtbar werden zu lassen.

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Wenn wir den zentralen Quellenbereich für unsere Untersuchung in dieser Weise eingrenzen, übersehen wir dabei nicht, dass aufschlussreiche Textzeugnisse für unser Thema auch außerhalb dieses Bereiches vorliegen. Abgesehen von medizinischen Texten, denen in Anbetracht der intensiven Verbindung von aristotelisch-naturphilosophischem und galenisch-medizinischem Wissen eine Sonderrolle zukommt50 und die darum, wenn auch begrenzt, mit einer gewissen Regelmäßigkeit herangezogen werden müssen, ist hier vor allem an „moralphilosophische“ Abhandlungen zu denken, insbesondere an die Kommentare zur Nikomachischen Ethik, zur Oekonomik und zur Politik, sowie an verwandte Abhandlungen wie diejenigen über die Fürstenerziehung oder auch gewisse juridische Quellentexte. In Betracht kommen ferner theologische Werke wie Sentenzen-51 und Schriftkommentare, Summen oder Quaestiones disputatae bzw. quodlibetales theologischen Inhalts. Für die moralphilosophischen und theologischen Quellen gilt allerdings, dass sie—wie im Untersuchungszeitraum selbst penibel herausgearbeitet wird—grundsätzlich von andersgearteter wissenschaftstheoretischer Struktur als die hier ins Auge gefassten Textzeugnisse sind und daher in der zeitgenössischen Wissenschaftssystematik auch folgerichtig an anderer Stelle eingeordnet werden.52 Die Texte aus diesen Wissenschaftsbereichen behandeln—abgesehen von den Passagen, in denen sie in naturphilosophischer Betrachtung erhobene Befunde in die Erörterung einbringen und als solche wiedergeben53—die AusprägungsweiSiehe unten S. 159–161. Zum philosophischen Gehalt der Sentenzenkommentare neuerdings William J. Courtenay, Philosophy in the Context of Sentences Commentaries, in: Il commento filosofico nell’occidente latino (secoli XIII–XV), ed. Gianfranco Fioravanti u. a. (Rencontres de Philosophie Médiévale 10), Turnhout 2002, 445–467; zur Einarbeitung naturphilosophischer Gedankengänge in theologische Abhandlungen insgesamt Edward Grant, God, Science, and Natural Philosophy in the Late Middle Ages, in: Between Demonstration and Imagination. Essays in the History of Science and Philosophy Presented to John D. North, ed. Lodi Nauta/Arjo Vanderjagt (Brill’s Studies in Intellectual History 96), Leiden u. a. 1999, 243–267. 52 Hierzu Köhler, Grundlagen, 383–441; 628 in Bezug auf die Moralphilosophie und ebd., 175–181; 227 f. in Bezug auf die Theologie. Zu letzterer vgl. auch die Unterscheidung von philosophischem ascending approach to the soul und einem theologischen descending approach bei Thomas von Aquin nach Michael J. Sweeney, Soul as Substance and Method in Thomas Aquinas’ Anthropological Writings, in: Arch. Hist. doctr. litt. 66 (1999) 143–187. 53 Als ein Beispiele führt u. a. Isnard W. Frank, Femina est mas occasionatus. Deutung und Folgerungen bei Thomas von Aquin, in: Der Hexenhammer. Entstehung und Umfeld des Malleus maleficarum von 1487, ed. Peter Segl, Köln–Wien 1988, 71–102, hier: 74 die Kennzeichnung der Frau an.
50 51

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sen des Menschlichen in der Regel von jeweils eigener methodischer Basis aus und unter eigenem formalem Gesichtspunkt. Die auf dieser Grundlage erarbeiteten anthropologischen Erkenntnisse zu würdigen, muss anderen Forschungsvorhaben überlassen bleiben. Auch wenn moralphilosophische und theologische Quellen somit nicht an sich und systematisch in unsere Untersuchung einbezogen sind, werden doch, wann immer sich dies als angebracht erweist, auch Texte aus diesen Quellengattungen mit berücksichtigt. Dies wird insbesondere dann der Fall sein, wenn interessierende Sachverhalte ausschließlich oder besonders eingehend in diesen Texten zur Sprache kommen. Beispiele sind unter anderem die Erörterungen zur Geschlechterdifferenzierung in den Oekonomik-Kommentaren und zur Frage der naturaliter servi in den Politik-Kommentaren, über Verhaltensunterschiede zwischen Mensch und Tier in De universo creaturarum des Wilhelm von Auvergne,54 über die Struktur der freien Wahlentscheidung oder den Unterschied von menschlicher und tierlicher Seele ihrer Subsistenz nach in der Summa theologiae des Aquinaten und anderen seiner theologischen Schriften. Insofern wir uns schwerpunktmäßig auf die naturphilosophische Aristoteleskommentierung im dreizehnten Jahrhundert konzentrieren, ist damit der Untersuchungszeitraum zwar im Groben angezeigt, jedoch noch ungenügend abgegrenzt. Es erweist sich als notwendig, die Grenzen des Untersuchungszeitraumes von dem chronologischen Jahrhundertanfang und Jahrhundertende nach oben zu verschieben, seinen Kernbereich mit den zwanziger Jahren beginnen und bald nach 1310 enden zu lassen.55 Dafür sprechen folgende Gründe: Die im Zentrum der Untersuchung stehende Kommentierung der echten und unechten naturphilosophischen Schriften des Aristoteles intensiviert sich mit dem Bekanntwerden dieser Werke und der auf sie bezugnehmenden arabisch-jüdischen Wissenschaftsliteratur in lateinischer Übersetzung etwa ab dem zweiten Viertel des dreizehnten Jahrhunderts und kommt dann mit der Übersetzung und Kommentierung der letzten unter dem Namen des Aristoteles bekannt gewordenen Werke bald nach der Jahrhundertwende zu einem vorläufigen Abschluss. Die obere Begrenzung bedarf indes einer zusätzlichen Präzisierung, und zwar hinsichtlich der sicher oder wahrscheinlich spät—das heißt für uns: nach 1300—ent54 Zu Wilhelm von Auvergne und seinen Naturkenntnissen siehe die Dissertation von Albrecht Quentin, Naturkenntnisse und Naturanschauungen bei Wilhelm von Auvergne (arbor scientiarum 5), Hildesheim 1976. 55 Vgl. hierzu Köhler, Grundlagen, 35.

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standenen Werke. Hierbei lassen wir uns von folgenden Kriterien leiten: Stammen solche Werke von Magistern, die bereits vor 1300 eine Lehrtätigkeit ausgeübt haben, werden sie vollständig in die Untersuchung einbezogen, auch wenn sie nach 1310 zu datieren sind. Gehören sie Magistern zu, die ihre Lehrtätigkeit erst im Laufe des ersten Jahrzehnts des vierzehnten Jahrhunderts begonnen haben, werden sie in Auswahl, insoweit sie inhaltlich wichtig sind, berücksichtigt, jedoch ohne Anspruch auf Vollständigkeit ihrer Erfassung und Behandlung. In der Regel gänzlich unberücksichtigt bleiben hingegen die Werke von Gelehrten, die erst nach 1310 ihre Lehrtätigkeit aufgenommen haben. Diesen Abgrenzungskriterien liegt folgende Überlegung zugrunde: Während die Datierung der Werke meist vage und unsicher ist, weiß man von den Magistern oft recht genau, wann sie erstmals als akademische Lehrer hervorgetreten sind. War dies vor der Jahrhundertwende der Fall, ist der Magister seiner geistigen Herkunft nach einer Studienzeit zuzuordnen, die voll ins dreizehnte Jahrhundert fällt. Es ist daher anzunehmen, dass auch späte Werke von ihm noch mehr oder minder der Denkweise des Untersuchungszeitraumes entsprungen sind. Hat der Magister zwischen 1300 und 1310 zu lehren begonnen, mag seine wissenschaftliche Ausbildung zumindest noch teilweise ins dreizehnte Jahrhundert fallen; daher sind seine Werke zumindest fakultativ in Betracht zu ziehen. Ist schließlich ein Autor erst nach 1310 als akademischer Lehrer bezeugt, so ist berechtigterweise davon auszugehen, dass nicht nur seine Lehrtätigkeit, sondern auch seine gesamte Studienzeit ins vierzehnte Jahrhundert gehört; damit liegt sein Wirken von Anfang an außerhalb des Untersuchungszeitraums, dem er bereits seiner Ausbildung nach nicht mehr angehört. Freilich greift diese zusätzliche Präzisierung der oberen Grenze des Untersuchungszeitraumes nur hinsichtlich der Werke, deren Verfasser mit ihrem akademischen Werdegang bekannt sind oder die sich durch ihre Abhängigkeit von datierten Werken chronologisch hinreichend einordnen lassen. Bei den übrigen Texten bleiben Unschärfen. Arno Borst hat für die Abgrenzung eines Untersuchungsfeldes in der sozialgeschichtlichen Forschung als Kriterium vorgegeben, dass es „für allgemeingültige Aussagen groß genug, für genaue Aussagen klein genug sein“ müsse.56 Nicht anders stellt sich die Sachlage für die philosophiegeschichtliche Forschung dar. Borsts Kriterium erweist sich auch

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Borst, Lebensformen, 24 f.

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auf diesem Felde als wohlerwogene Richtgröße. Mit seiner skizzierten Abgrenzung dürfte unser Untersuchungsfeld diesem Maßstab genügen. Welche Werke bilden nun im Einzelnen den zentralen Quellenbereich für unsere Untersuchung? In erster Linie sind es die Kommentarwerke zu De animalibus des Stagiriten. Ihnen kommt unter den einschlägigen Textzeugnissen eine herausgehobene Stellung zu, machen sie doch die ergiebigste Quellengruppe für die zu behandelnde Thematik aus. Über die Rezeption der neunzehn Bücher De animalibus im lateinischen Westen und über die Kommentierung derselben sind wir durch die vorzüglichen Studien von Luciano Cova und Baudouin Van den Abeele wohlunterrichtet.57 Auch hat uns letzterer darüber ins Bild gesetzt, wie sich die Beschäftigung mit De animalibus in ein breit gefächertes Interesse an der Tierwelt einordnete, das in unterschiedlichen Gattungen einer littérature animalière zum Ausdruck kommt.58 Dass und warum die De animalibus-Kommentierung im sechzehnten Jahrhundert ausläuft, hat zudem jüngst Stefano Perfetti aufschlussreich beleuchtet.59 Die unterschiedlichen Strukturformen der Aristoteles-Kommentare insgesamt und Aspekte ihrer Entwicklung und Chronologie—etwa zwischen 1230 und 1260 vorherrschend als lectiones und ab der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts vorherrschend als sententiae und quaestiones—

57 Luciano Cova, Le questioni di Giovanni Vath sul De generatione animalium, in: Arch. Hist. doctr. litt. 59 (1992) 175–287; ders., Il Corpus zoologico di Aristotele nei dibattiti fra gli „artisti“ parigini alle soglie del XIV secolo, in: L’enseignement des disciplines à la Faculté des arts (Paris et Oxford, XIIIe–XVe siècles), Actes du colloque international, ed. Olga Weijers/Louis Holtz (Studia Artistarum 4), Turnhout 1997, 281–302; Baudouin Van den Abeele, Le ‚De animalibus‘ d’Aristote dans le monde latin: modalités de sa réception médiévale, in: Frühmittelalterliche Studien 33 (1999) 287–318. Vgl. Isabelle Draelants, La transmission du De animalibus d’Aristote dans le De floribus rerum naturalium d’Arnoldus Saxo, in: Aristotle’s Animals in Middle Ages and Renaissance, ed. Carlos Steel u. a. (Mediaevalia Lovaniensia [Series I: Studia] 27), Leuven 1999, 126–158; Henryk Anzulewicz, Die aristotelische Biologie in den Frühwerken des Albertus Magnus, in: Aristotle’s Animals in the Middle Ages and Renaissance, ed. Carlos Steel u. a. (Mediaevalia Lovaniensia [Series I: Studia] 27), Leuven 1999, 159–188. 58 Baudouin Van den Abeele, Vincent de Beauvais naturaliste: les sources des livres d’animaux du Speculum naturale, in: Lector et compilator. Vincent de Beauvais, frère prêcheur, un intellectuel et son milieu au XIIIe siècle, ed. Serge Lusignan/Monique Paulmier-Foucart, Grâne 1997, 127–151. 59 Stefano Perfetti, How and when the medieval commentary died out: the case of Aristotle’s zoological writings, in: Il commento filosofico nell’Occidente latino (secoli XIII–XV), ed. Gianfranco Fioravanti u. a. (Rencontres de Philosophie Médiévale 10), Turnhout 2002, 429–443; ders., Aristotle’s Zoology and its Renaissance Commentators (1521–1601) (Ancient and Medieval Philosophy [Series 1] 27), Leuven 2000.

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sind in letzter Zeit intensiv untersucht worden.60 Speziell für die De animalibus-Kommentare hat Van den Abeele im Anschluss an Charles Lohr eine Einteilung vorgenommen.61 Von den erhaltenen und bislang bekannt gewordenen Kommentarwerken zu De animalibus gehen vor allem die großen Kommentare per modum commenti und per modum quaestionis,62 Wort- und Quaestionenkommentare, in unseren Quellenfundus ein, die als Gesamtkommentare alle neunzehn Bücher oder zumindest den größten Teil behandeln. Im Einzelnen sind das: die Questiones super libro de animalibus des Petrus Hispanus (Medicus) (wohl 1245/1250),63 die beiden teilweise noch durch jeweils einen zweiten Textzeugen überlieferten Redaktionen einer Reportatio einer De animalibus-Kommentierung eines bislang unbekannten Magisters, der—was eine der beiden Redaktionen betrifft—früher ohne triftigen Grund mit Petrus Hispanus identifiziert (oder besser gesagt: verwechselt) wurde
60 Christoph Flüeler, Die verschiedenen literarischen Gattungen der Aristoteleskommentare: Zur Terminologie der Überschriften und Kolophone, in: Manuels, programmes de cours et techniques d’enseignement dans les universités médiévales. Actes du Colloque international de Louvain-la-Neuve (9–11 septembre 1993), ed. Jacqueline Hamesse, Louvain-la-Neuve 1994, 75–116; Francesco Del Punta, The Genre of Commentaries in the Middle Ages and its Relation to the Nature and Originality of Medieval Thought, in: Was ist Philosophie im Mittelalter? Akten des X. Internationalen Kongresses für mittelalterliche Philosophie der Société Internationale pour l’Étude de la Philosophie Médiévale 25. bis 30. August 1997 in Erfurt, ed. Jan A. Aertsen/Andreas Speer (Miscellanea Mediaevalia 26), Berlin–New York 1998, 138–151; Olga Weijers, La structure des commentaires philosophiques à la Faculté des arts: quelques observations, in: Il commento filosofico nell’occidente latino (secoli XIII–XV), ed. Gianfranco Fioravanti u. a. (Rencontres de Philosophie Médiévale 10), Turnhout 2002, 17–41. Vgl. B. Carlos Bazán, 13th Century Commentaries on De anima: From Peter of Spain to Thomas Aquinas, in: Il commento filosofico nell’occidente latino (secoli XIII–XV), ed. Gianfranco Fioravanti u. a. (Rencontres de Philosophie Médiévale 10), Turnhout 2002, 119–184. 61 Van den Abeele, Le ‚De animalibus‘, 296–307; Charles H. Lohr, Medieval Latin Aristotle Commentaries. Authors A–F, in: Traditio 23 (1967) 313–413, hier: 313. 62 Daniel A. Callus, Introduction of Aristotelian Learning to Oxford, London 1943, 38 f. 63 Petrus Hispanus (Medicus), Questiones super libro de animalibus (Madrid, Biblioteca Nacional, 1877, fol. 256ra–290vb; Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 6758, fol. 149ra–177rb). Im Folgenden werden in allen Zitaten die Varianten des Madrider Codex mit der Sigle M, diejenigen des Vaticanus mit der Sigle Va bezeichnet. In der Orthographie und bei den Stellenangaben folgen wir dem Matritensis, der im Allgemeinen einen deutlich besseren Text bietet. Zu der durch Beobachtungen von José F. Meirinhos notwendig gewordenen Unterscheidung der bis in jüngste Zeit ununterschieden mit dem Namen „Petrus Hispanus“ bezeichneten Verfasser siehe Köhler, Grundlagen, 10 f. und 254 f.; ebd., 255 Anm. 39 zur Datierung (zweite Hälfte der vierziger Jahre des 13. Jh.). Vgl. neuerdings Ángel d’Ors, Petrus Hispanus O.P., Auctor Summularum (II): Further documents and problems, in: Vivarium 39 (2001) 209–254.

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und daher im Folgenden „Pseudo-Petrus Hispanus“ genannt wird,64
64 Commentum super libros de animalibus (Firenze, Biblioteca Nazionale Centrale, Conv. Soppr. G.4.853, fol. 79ra–191vb [= Fi]; Roma, Biblioteca Angelica, 549, fol. 56rb– 70rb [= Fragment Ro, nur 15. und 16. Buch]) und Scriptum super libros de animalibus (Venezia, Biblioteca Nazionale Marciana, Lat. VI 234, fol. 1ra–303vb [= V]; fragmentarisch Firenze, Biblioteca Medicea Laurenziana, Plut. LXXXIII 24, fol. 1ra–85vb [= L]). Das „Scriptum“ ist derjenige Text, der als Werk des Pseudo-Petrus Hispanus bekannt ist; das „Commentum“ haben wir in der vorausgegangenen Studie (Köhler, Grundlagen) als anonymen „Venezianer De animalibus-Kommentar“ bezeichnet. Der Vergleich des „Venezianer“ Kommentars mit dem „Florentiner“ Kommentar (Ps.Petrus, „Scriptum“) zeigt, dass es sich bei diesen beiden Texten offensichtlich um dieselben Quaestionen desselben Magisters handelt, nicht aber um zwei von dem Lehrer selbst stammende Redaktionen, vielmehr um spätere Bearbeitungen einer Reportation. In beiden mangelt es nicht an Lücken und oft sehr schweren Textverderbnissen. So ergänzen sie einander und bilden zusammen die Basis für die Rekonstruktion der von dem Magister vorgetragenen Argumente und Meinungen. Dass wir es nicht mit zwei voneinander unabhängigen Reportationen, sondern mit zwei Bearbeitungen eines Urtextes, der den Bearbeitern schriftlich vorlag, zu tun haben, zeigen Textverderbnisse, die in dem nicht erhaltenen Archetypus schon eingetreten sein müssen (z. B. ein beiden gemeinsamer Textverlust hinter „2a racio. Quod habet“ [Fi, fol. 164va] und die gemeinsamen Korruptelen „quod [non] ex collacione Creatoris“ [V, fol. 268vb] und „ovo] ave“ [V, fol. 283rb = Fi, fol. 169ra]). An Unterschieden zwischen den beiden Fassungen fallen zunächst die folgenden ins Auge: Das „Scriptum“ des Ps.-Petrus Hispanus behandelt alle 19 Bücher von De animalibus und endet auf fol. 185va des Codex Fi mit dem Vermerk „Expliciunt notule de animalibus“; daran schließt sich ein Nachtrag mit zusätzlichen Fragen, die insbesondere den Basilisken betreffen. Der „Venezianer“ Kommentar hingegen endet schon im 18. Buch mit einer der Fragen, die sich auf Monstren beziehen; die Vorlage der beiden Textzeugen der „Venezianer“ Fassung war also ein Fragment, dem der Schluss fehlte. Auch am Beginn zeigen sich Unterschiede. Während das „Scriptum“ nach der Bestimmung der Intentio sogleich zur Einteilung übergeht, verfährt der „Venezianer“—äußerst knapp—nach dem Schema intentio auctoris, finis, efficiens, modus procedendi, ehe er sich der Einteilung zuwendet. Der Verfasser des „Scriptum“ lässt auf die Einteilung eine Reihe von Notanda folgen, nach dem Muster „Ut causa … pateat, nota …“, „Ut scias causam …, nota …“ u. ä., schließt dann an diese Materialsammlung wiederum eine Einteilung des Gesamtwerks an und beginnt dann erst mit der Kommentierung in Quaestionenform; hier—schon in der ersten Quaestion—setzt seine Übereinstimmung mit dem „Venezianer“ ein. Der „Venezianer“, dem die vorangestellten Notanda fehlen, streut inmitten des Werks—insbesondere im physiognomischen Teil, aber auch anderswo— einzelne knappe Notanda ein; vermutlich handelte es sich ursprünglich um Quaestionen, bei denen dann von der straffenden Hand eines Bearbeiters Frage und Antwort zu einer bloßen Feststellung zusammengezogen wurden, aus der die ursprüngliche Frage zu rekonstruieren wäre.—Die Quaestionen beider Redaktionen sind weithin nach Reihenfolge und Inhalt dieselben. In einem Teil der Quaestionen besteht praktisch völlige wörtliche Textübereinstimmung; im Großen und Ganzen lässt sich sagen, dass je mehr sich der Text seinem Ende nähert, desto deutlicher die Übereinstimmungen der beiden Fassungen hervortreten. Manchmal ist in der einen, dann wieder in der anderen Fassung manches gekürzt oder hinzugefügt, insbesondere Beispiele.—Da sich somit die beiden Redaktionen auf einen gemeinsamen Ursprung, nämlich auf denselben Magister zurückführen lassen, behandeln wir diesen als Verfasser beider und nennen ihn

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die Quaestiones super de animalibus (1258 abgeschlossen) und der Wortkommentar De animalibus (um 1260) Alberts des Großen,65 die Scripta supra librum de animalibus des Gerhard von Breuil (nach 1260)66 sowie das Commentarium cum questionibus super librum de animalibus eines unbekannten Autors (wohl Anfang des 14. Jh.).67 Von diesen Kommentaren
Ps.-Petrus Hispanus und verwenden fortan für beide Redaktionen den einheitlichen Werktitel Commentum super libros de animalibus (jeweils mit dem Zusatz der Redaktionsbezeichnung). Insofern weichen wir von der früheren Studie (Köhler, Grundlagen) ab. Zur Charakteristik des Ps.-Petrus Hispanus siehe unten S. 139. 65 Albert d. Gr., Quaest. super De animal., ed. Ephrem Filthaut, Münster 1955 (Ed. Colon. XII, 77–321); ders., De animal., ed. Hermann Stadler, Albertus Magnus, De animalibus libri XXVI, I–II (BGPhMA 15–16), Münster 1916–1920. Zur Datierung von De animalibus siehe Bernhard Schmidt, Prolegomena, in: Ed. Colon. XXI/1, Münster 1987, XVI. 66 Gerhard von Breuil, Scripta supra librum de animalibus (Paris, Bibliothèque Nationale, Lat. 16166, fol. 1ra–192va [= P]; auf diese Handschrift beziehen sich unsere Stellenangaben; von den insgesamt sieben erhaltenen Textzeugen wurden bei Bedarf zusätzlich Cesena, Biblioteca Malatestiana, S.VII.5, fol. 1ra–98va [= C] und Salamanca, Biblioteca General Universitaria, 2464 [Caieres S.I.8371], fol. 4ra–128rb [= S] herangezogen). Dieser Kommentar zu Aristoteles’ De animalibus entstand jedenfalls nach 1260; zu dem in Clermont tätigen, ansonsten abgesehen von der Überlieferung seines Kommentars unbekannten Magister, der Albert den Großen zitiert, und seinem Werk siehe Tamara Goldstein-Préaud, Albert le Grand et les questions du XIIIe siècle sur le De animalibus d’Aristote, in: Hist. Philos. Life Sc. 3 (1981) 61–71; Pietro B. Rossi, Note sulla tradizione della Translatio Guillelmi del De partibus animalium, in: Tradition et traductions. Les textes philosophiques et scientifiques grecs au Moyen Âge latin. Hommage à Fernand Bossier, ed. Rita Beyers u. a. (Ancient and Medieval Philosophy [Series 1] 25), Leuven 1999, 167–197, hier: 177 f.; Pieter Beullens/Fernand Bossier, Préface in: De historia animalium. Translatio Guillelmi de Morbeka. Pars prima: Lib. I–V (Aristoteles Latinus XVII 2.I.1), ed. dies., Leiden u. a. 2000, LXIV f.; Olga Weijers, Le travail intellectuel à la Faculté des arts de Paris: textes et maîtres (ca. 1200–1500), Fasc. 3 (Studia Artistarum 6), Turnhout 1998, 75 f. 67 Anonymus, Commentarium cum questionibus super librum de animalibus (Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 2164, fol. 235ra–311vb); zum Verfasser dieses wohl erst zu Beginn des 14. Jh. entstandenen Werks siehe Köhler, Grundlagen, 276–278 (mit der älteren Literatur); vgl. unten S. 141 Anm. 294. Es lässt sich vermuten, dass die uns vorliegende Fassung dieses Kommentars eine straffende Bearbeitung ist, d. h. dass die voll ausgebildete Quaestionenform der Urfassung teilweise dem Kürzungsbedürfnis eines Bearbeiters, dem es anscheinend mehr auf die Ergebnisse als auf den Argumentationsgang ankam, zum Opfer fiel. Hierfür spricht die auffallende Knappheit der Behandlung der meisten Fragen. Das Resultat dieser mutmaßlichen Kürzungen ist allerdings Unübersichtlichkeit des Materials; der Mangel an Gliederung und Struktur macht sich nachteilig bemerkbar. In der erhaltenen Fassung kann das Werk nicht im engeren Sinne ein Quaestionenkommentar genannt werden. Vielmehr ist es so aufgebaut, dass zwischen den Quaestionen—streckenweise sogar quantitativ überwiegend—zahlreiche Erläuterungen zum Aristoteles-Text eingestreut sind. Auch innerhalb der eigentlichen Quaestionen, die noch klar als solche erkennbar sind, ist der Aufbau stellenweise dem Kürzungsstreben geopfert worden, sodass z. B. das Gegenar-

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basieren die ersten vier68 auf der um 1220 in Toledo erstellten arabischlateinischen Übersetzung des Michael Scotus, die letzten beiden auf der griechisch-lateinischen des Wilhelm von Moerbeke, dessen Übertragung von De partibus animalium für 1260 bezeugt ist.69 In einer beträchtlichen Anzahl von Handschriften ist eine als Problemata magistri Petri Yspani bezeichnete Sammlung von 127 teils wörtlich, zumeist aber in gekürzter Form den ersten neun Büchern des Kommentars des Petrus Hispanus (Medicus) entnommenen questiones et responsiones überliefert.70 Über diese Gesamtkommentare hinaus sind als wertvolle Quellen sodann auch diejenigen Kommentare in die Untersuchung einzubezie-

gument unvermittelt in die Stellungnahme des Autors übergeht, ohne dass der Beginn der letzteren durch „dicendum est …“ o.ä. gekennzeichnet wäre.—Dass mit den Worten „Et sic est finis. Deo gracias“ (fol. 311vb) mitten in der Behandlung des 16. Buches ein Ende gesetzt wurde und der restliche Teil von De animalibus fehlt, könnte auf Ermüdung des Bearbeiters, der die vorliegende gekürzte Fassung des Kommentars erstellt hat, zurückzuführen sein. So fällt auf, dass schon am Schluss des fünfzehnten Buches die Behandlung der letzten noch angeführten Quaestionen nicht zu Ende geführt, sondern abrupt abgebrochen wurde. Am Beginn des sechzehnten Buchs—dem weniger als drei Kolumnen gewidmet sind, woraus schon die Unvollständigkeit ersichtlich ist—wird angekündigt (fol. 311ra), dass als erstes der Themenkomplex calor behandelt werden soll, was anschließend auch in auffallend gedrängter Form geschieht; ein anderes, zweites Thema wird dann nicht mehr, wie zu erwarten wäre, berührt. Auch dies zeigt, dass wir es mit einer unvollständigen Fassung zu tun haben, die hier willkürlich abbricht. Die ursprüngliche, wohl erheblich ausführlichere Fassung mag alle Bücher behandelt haben.—Auffällig ist bei diesem Magister der gelegentliche Übergang vom trockenen Stil der Erörterung zu einer rhetorischen Polemik: „Sed sic dicentes non intelligo. Deus intelligat eos, quomodo salvabunt Galienum dicentem, quod …“ (fol. 254vb); auch vor stark umgangssprachlicher Formulierung schreckt er nicht zurück: „Quod arguis de delectacione non valet fabam“ (fol. 287va). 68 Für den Quaestionenkommentar Alberts des Großen Anzulewicz, Die aristotelische Biologie, 162. 69 Rossi, Note, 174; vgl. Jozef Brams, Guillaume de Moerbeke et Aristote, in: Rencontres de cultures dans la philosophie médiévale. Traductions et traducteurs de l’antiquité tardive au XIVe siècle, ed. Jacqueline Hamesse/Marta Fattori (Textes, Études, Congrès 11 = Rencontres de Philosophie Médiévale 1), Louvain-la-Neuve–Cassino 1990, 317–336. 70 Miguel J.C. de Asúa, Los Problemata o Quaestiones de animalibus de Pedro Hispano. Transcripción del texto, in: Stromata 54 (1998), 267–302; ders., The organization of discourse on animals in the thirteenth century. Peter of Spain, Albert the Great, and the commentaries on De animalibus (Diss. Notre Dame 1991), Ann Arbor 1996, 87–114. Zur Verwendung der Bezeichnung problema in den Statuten der Universität Oxford von 1340 Olga Weijers, Problema, une enquête, in: Roma, magistra mundi. Itineraria culturae medievalis. Mélanges offerts au Père L.E. Boyle à l’occasion de son 75e anniversaire, ed. Jacqueline Hamesse (Textes et Études du Moyen Âge 10/2), Louvain-la-Neuve 1998, 991–1008; vgl. Alfonso Maierù, University Training in Medieval Europe (Education and Society in the Middle Ages and Renaissance 3), Leiden u. a. 1994, 130–134.

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hen, die jeweils nur bestimmte Bücher von De animalibus oder Teile daraus behandeln. Es sind dies die folgenden anonym überlieferten Quaestionensammlungen: die Problemata circa librum de animalibus,71 die nicht vor den sechziger Jahren entstandenen Questiones disputate super problematibus Aristotilis et de historiis animalium72 und die fälschlicherweise Petrus de Alvernia zugeschriebenen Questiones libri de animalibus;73 hinzu kommen
71 Brugge, Stedelijke Openbare Bibliotheek, 481, fol. 105ra–110rb. Der hier gewählte Titel ist dem Anfang dieses offenbar selbständigen Werks, das sich in dem Textzeugen an eine Problemata-Kommentierung (fol. 1ra–104va) und acht selbständige Quaestionen (fol. 104va–105ra) anschließt, entnommen. Das Explicit (fol. 110rb) bietet einen anderen Titel: „Probleumata de libro Aristotilis de generatione animalium.“ 72 Paris, Bibliothèque Nationale, Lat. 16089, fol. 81va–85vb. Zu diesen Quaestionen siehe Barthélemy Hauréau, Notice sur le numéro 16089 des manuscrits latins de la Bibliothèque Nationale, in: Notices et extraits des manuscrits de la Bibliothèque Nationale et des autres bibliothèques 35 (1895) 209–239, hier: 224 f. Der Autor zitiert „X ethicorum“ und „secundo rethorice“ (fol. 81vb) sowie „6 pollitice“ (fol. 82ra), „2 pollitice“ (fol. 82va) und schreibt „et ideo dixit idem Albertus in suo commento“ (fol. 81va). Einen Hinweis zur Lokalisierung gibt zunächst die Währungsangabe (fol. 85rb) „grossum Turonensem“, dann deutlicher ebd., die Schilderung des Verhaltens der Prostituierten in Paris, wobei der Magister seine Hörer ausdrücklich auf ihre eigene unmittelbare Wahrnehmung verweist: „Vos videtis Par isius istas meretrices intrare frequenter ecclesias.“ Zwar ist hier die Auflösung der Kürzung als „Parisius“ nicht gesichert, doch weiter unten findet sich „Parisius“ im selben Zusammenhang ausgeschrieben. Es ist daher davon auszugehen, dass die Quaestionen an der Pariser Universität disputiert wurden. Hierzu passt auch der sonstige Inhalt des Codex und seine Bibliotheksheimat. Siehe dazu Martin Grabmann, Die Aristoteleskommentare des Heinrich von Brüssel und der Einfluß Alberts des Großen auf die mittelalterliche Aristoteleserklärung, in: ders., Gesammelte Akademieabhandlungen, II (Münchener Universitäts-Schriften. Veröffentlichungen des Grabmann-Institutes, N.F. 25/2), Paderborn u. a. 1979, 1897– 1986, hier: 1911–1922; Pierre Duhem, Le système du monde. Histoire des doctrines cosmologiques de Platon à Copernic, VI, Paris 1954, 536–543; Eugenio Randi, „Philosophie de pourceaux“ e re taumaturghi. Nota su un manoscritto parigino, in: Quaderni medievali 22 (1986) 129–137, hier: 130 ff.; Cova, Il Corpus, 287 ff.; Claude Lafleur, Quatre introductions à la philosophie au XIIIe siècle (Université de Montréal, Publications de l’Institut d’Études Médiévales 23), Montréal–Paris 1988, 17–39 (Beschreibung der Handschrift; hier: 23 f. u. Anm. 24). 73 Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Lat. 2303, fol. 31rb–40rb. Diese Handschrift hat Ephrem Filthaut beschrieben in seinen Prolegomena zu Albert d. Gr., Quaest. super De animal. (Ed. Colon. XII, XXXVII und XXXIX f.). Die hier interessierenden Quaestionen, die Filthaut als „Quaestiones super libris 15 et 16 de animalibus ab Alberti quaestionibus differentes“ charakterisiert, folgen in der Handschrift auf diejenigen Alberts, von denen die Texthand selbst sie durch den Vermerk „Explicit“ (fol. 31rb) abgrenzt. Die Angabe von Cova, Il Corpus, 284 Anm. 19, dass die Quaestionen mit denen Alberts zusammenfallen, ist somit zu berichtigen. In der Tabula (fol. 8vb) findet sich die Zuschreibung „Questiones libri de animalibus Petri de Alvernia“, die sich aber offenbar auf alle Quaestionen, d. h. auch auf die voranstehenden Alberts bezieht, wodurch sie entwertet wird. Daher hat Charles H. Lohr, Medieval Latin Aristotle Commentaries, Authors: Narcissus–Richardus, in: Traditio 28 (1972) 281–396,

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die Questiones super librum de generatione animalium und frühestens in den sechziger Jahren verfasste Questiones super librum de partibus animalium des Ps.-Johannes von Casale74 sowie die Quaestiones super librum de generatione animalium des Johannes Vath (etwa 1285/1294).75 Die anonymen Questiones breves de animalibus in einer Neapolitaner Handschrift fallen offenbar nicht mehr in unseren Untersuchungszeitraum und sind daher hier nicht zu berücksichtigen.76 Ebenfalls außer Betracht bleibt ein lediglich fragmentarisch überliefertes Commentarium in librum XI de animalihier: 345 das Werk mit Recht unter die Spuria des Petrus gestellt, und Filthaut misst der Zuschreibung kein Gewicht bei. Die anonymen Quaestionen sind somit nicht mit Petrus in Verbindung zu bringen, obwohl wir wissen, dass Petrus De generatione animalium kommentiert hat: Petrus de Alvernia, Sententia super de motibus animalium (recensio communis, Admont, Stiftsbibliothek, 367, fol. 79vb): „… consideracionem fecimus in libro de generacione animalium, ubi consideratur de generacione ipsorum et natura et accidentibus et passionibus et per consequens de motu …“ Von anderen Autoren, die De animalibus kommentiert haben, sowie von dem Übersetzer Michael Scotus unterscheidet sich der anonyme Magister durch seinen Wortschatz; er sagt „pudendum“ statt wie die anderen „virga“ und „entoma“ statt „animalia anulosa“, und wo bei Scotus „crura“ steht, schreibt er „tybias vel scelea“ (fol. 32rb), womit er zu erkennen gibt, dass er die Übersetzung des Wilhelm von Moerbeke benutzt hat; dies hat aus anderem Grund schon Filthaut festgestellt. Dass er kein Arzt war, ist aus einer abfälligen Bemerkung über die Urteilskraft der medici zu ersehen: „magis iudicant secundum sensum et apparentiam quam secundum veritatem“ (fol. 39vb). Filthaut weist darauf hin, dass der Anonymus sich zweimal ausdrücklich auf Albert beruft. Im Unterschied zu den voranstehenden Quaestionen Alberts besteht sein Werk nur zum Teil aus eigentlichen Quaestionen, zum anderen Teil aus bloßen Mitteilungen oder Hinweisen (notanda), die den bei Quaestionen üblichen Aufbau der Argumentation nicht oder nur partiell aufweisen. Der Stil ändert sich dann grundlegend ab fol. 40rb (Filthaut gibt unrichtig oder nach einer anderen Zählung an: 41rb; entsprechende Verschiebung auch bei den beiden folgenden Blättern), wo mit dem Hinweis „Explicit“ ein Einschnitt markiert ist und offensichtlich eine andere Sammlung beginnt (Filthaut: „Quaestiones variae“), die sich stärker an der voll ausgebildeten Quaestionenform orientiert, allerdings oft stark strafft.—Einige Stellen hat Filthaut transkribiert, allerdings mit geringer Sorgfalt. Wo er von der Handschrift abweicht, geben wir seine Variante in Klammern an. Wir haben den Text bei Bedarf anhand der Wiedergabe in Frageform an den unteren Seitenrändern des Codex verbessert bzw. ergänzt. 74 Milano, Biblioteca Nazionale Braidense, AD.XI.18, fol. 1ra–24va bzw. fol. 24va– 35va. Siehe hierzu Van den Abeele, Le ‚De animalibus‘, 301. Zitiert sind die „libri politicorum“ (fol. 1ra; 18va) und „Albertus“ (fol. 3ra; 4va; 6va; 11rb; 15va; 19vb). 75 Ediert und eingeleitet von Cova, Le questioni di Giovanni Vath sul De generatione animalium, in: Archives d’Histoire Doctrinale et Littéraire du Moyen Âge 59 (1992) 175–287. Zur Datierung ders., Il Corpus, 285. Vgl. Weijers, Le travail, Fasc. 5 (Studia Artistarum 11), Turnhout 2003, 169 f. 76 Napoli, Biblioteca Nazionale Vittorio Emanuele III, VIII.C.23, fol. 76v. Der Codex ist beschrieben in: Aristoteles Latinus, Codices. Pars posterior, ed. George Lacombe u. a., Cambridge 1955, 1003 f. (Nr. 1470). Er enthält fol. 1r–76r De animalibus (Übersetzung des Michael Scotus), anschließend 76v die kurzen Quaestionen, die von einer

magistra mundi. hier: 416. etwas umformulierten Aussagen. 6791. der in dem zurückeroberten zuvor arabischen Herrschaftsgebiet Murcia den Inhalt von De animalibus erschließen wollte. 77 Paris. I (Studi e Testi 37). .77 Dieses Commentarium ist daher der Gattung der Compendia/Abbreviationes zuzuordnen. Mélanges offerts au Père L. wenn er den vollständigen Aristoteles-Text ständig danebenhält. Le ‚De animalibus‘. Le questioni. Einzubeziehen ist hingegen der neuerdings in einer kritischen Edition zugängliche Liber de animalibus des Petrus Gallecus († 1267). 407–456. Lat. Jacqueline Hamesse (Textes et Études du Moyen Âge 10. Louvain-la-Neuve 1998.. Firenze 2000. Nach Ansicht des Herausgebers liegt demselben die Absicht zugrunde. Bibliothèque Nationale. Petri Galleci opera.). 110rb. denn er kann die Gedankengänge nur nachvollziehen und in einen Zusammenhang bringen.30 kapitel i bus. die achtlos aneinandergereiht wurden. 182 und Anm. Der Text ist angezeigt bei Van den Abeele. 69–73. Bei diesem handelt es sich in Wirklichkeit nicht um einen Kommentar. 563–571. Cova. 94. Itineraria culturae medievalis. im 14.79 sondern um eine spezielle Unternehmung des für die Verbreitung des naturkundlichen aristotelischen Gedankenguts auf der Iberischen Halbinsel bedeutenden spanischen Franziskanergelehrten und Bischofs von Cartagena. Jh. den dieser Franziskaner wohl in seinen letzten Lebensjahren verfasst hatte. ohne dass die weggelassenen.78 Dieses Werk stellt seiner Struktur nach eine kommentierende Zusammenfassung der aristotelischen Bücher De animalibus dar. franciscain et premier évêque de Carthagène (1250–1267). sondern im Wesentlichen lediglich um eine Zusammenstellung von aus dem Aristoteles-Text recht willkürlich herausgegriffenen. und 15. adaptación del Liber animalium aristotélico. Roma 1924. Testi 8). 2). 302 Anm. Zu den intellektuellen Aktivitäten in Murcia siehe dens. Es handelt sich damit der Auffassung von Martínez Gázquez zufolge nicht um eine „besonders geartete Übersetzung“.). fol. für das Verständnis der Zusammenhänge aber unentbehrlichen Abschnitte zumindest paraphrasierend wiedergegeben wurden. 78 José Martínez Gázquez (ed. 80 Martínez Gázquez (ed. Petri Galleci opera omnia quae exstant (Millennio Medievale 20. in dem aus dem 13. 79 Auguste Pelzer. Vgl. Diese Aneinanderreihung von Aussagen ist für den Leser wertlos. in: Filologia mediolatina 2 (1995) 249–257 und El Liber de animalibus de Pedro Gallego. Traducciones árabo-latinas en Murcia. 32. 67–158.E. in: Miscellanea Francesco Ehrle. Un traducteur inconnu: Pierre Gallego. in komprimierter Form einer nicht besonders sachkundigen Leserschaft nützliche Informationen über die Tierwelt zu vermitteln. ed. in: Roma. stammenden. O’Boyle à l’occasion de son 75e anniversaire. glossierten Codex nachgetragen wurden. wie ursprünglich Auguste Pelzer meinte.80 Zwar nicht eigentlich als Teilkommentar ein- Hand des 15.

Anthony Hewson. 319–341. Rimini 1626. 82 Hierzu Grabmann. 63ra–rb) und „Utrum color albus sit signum luxurie“ der anderen Sammlung (fol. 71) und bildet offenbar. 239) angehängt. Zur Datierung siehe Francesco Del Punta/Silvia Donati/Concetta Luna s. 178 f. London 1975. was dazu führt. seine behandlung in der forschung 31 zustufen.und Contra-Argumente weggelassen. 60 Anm. Beschreibung der Handschrift: Lafleur. fol. 28 Anm.81 Außer diesen explizit auf das aristotelische De animalibus bezogenen Quaestionensammlungen können als Teilkommentare auch eine Reihe von Quodlibeta-Quaestionen82 angesehen werden. die in De animalibus zur Sprache kommen. 104va–105ra. auch „Utrum homo . h. hier: 331b. Die Aristoteleskommentare des Heinrich von Brüssel. Hierzu gehören ein Block von acht Quaestionen in einer Brügger Handschrift. Il Corpus. Ein Bearbeiter hat offenbar die meisten Pro. 83 Brugge. 32 Anm. Van den Abeele. Indagine intorno alla metodologia scientifica. Le questioni. die Determinatio I et II des Johannes 81 Ed. 302.. deren „Pariser Fassung“ (siehe unten S. Il ‚De formatione corporis humani in utero‘ di Egidio Romano. 1918.. 61vb–65rb. Wie sie sich inhaltlich zu ihr verhält. ders. zur großen Verbreitung Signori. 17–39. obwohl die acht Quaestionen nicht als zusammengehörig gekennzeichnet sind. 16089. XLII. Medicina e filosofia. Stedelijke Openbare Bibliotheek. etwa zwischen „Utrum mulier alba magis appetat virum quam nigra“ des Anonymus (fol. Notice.83 anonyme Questiones de quolibet 84 in einem Parisinus. „Philosophie de pourceaux“. Per una storia dell’embriologia medievale nel XIII e XIV secolo (Hippocratica civitas 4).. 86). Bibliothèque Nationale. Il Corpus. Die Aristoteleskommentare des Heinrich von Brüssel. 57rb) der anderen Sammlung. Lat. dies.. Randi. Er stammt von derselben Texthand wie die anschließenden Problemata circa librum de animalibus (siehe oben S. Milano 2002. 62va–vb) und „Utrum stultus possit prenoscere de futuris“ (fol.der gegenstand. A Study of the De formatione corporis humani in utero. 1920 f. Quatre introductions. Giles of Rome and the Medieval Theory of Conception. Roma 1993. auch Cova. aber doch stark auf De animalibus—speziell De generatione animalium—bezogen und deshalb hier anzuführen ist schließlich die nach 1285 und vor 1295 entstandene Schrift De formatione corporis humani in utero des Aegidius Romanus. 218 f. eine Einheit wohl separater Herkunft. 47–62. fol. Cova. „Quare homo quando habet esuriem …“) wurde an einen vorausgehenden anonymen Problemata-Kommentar (Sentencia probleumatum Aristotilis. 481. 287. Le ‚De animalibus‘. d. 131 f. Dieser Quaestionen-Block (inc. Diese Quodlibetasammlung folgt in der Handschrift auf diejenige des Heinrich von Brüssel und des Henricus de Alemannia. Zu diesem Traktat M.. vgl. v. 84 Paris. Es handelt sich offensichtlich um eine Kurzfassung eines ursprünglich weit ausführlicheren Textes eines Angehörigen der Pariser Artistenfakultät. Über Liebe. Grabmann. Hauréau. in: Medioevo 14 (1988) 291–313. Romana Martorelli Vico. 286.. siehe unten S. 55ra–rb) oder auch zwischen „Utrum stulti magis vel plus pronosticant de futuris quam sapientes“ der anonymen Sammlung (fol. Egidio Romano. dass nur noch am Schluss von Quaestionen knappe Antworten auf die—gar nicht mehr vorhandene—Gegenargumentation erhalten sind. zeigt ein Vergleich der behandelten Fragen. 252 ff. vgl. in: Dizionario biografico degli Italiani. die unter anderen naturphilosophischen Fragestellungen auch solche behandeln.

„Utrum senes sint magis inliberales iuvenibus“ (Anonymus. Studien zur Geschichte der Mathematik und Naturwissenschaften. 86 Paris. Quaest.85 die Quelibet des Heinrich von Brüssel und des Henricus de Alemannia (um 1289/1310?). 362–375. Lehtinen. deren Ausgangspunkt derselbe ist. Lafleur. Colon. Wiesbaden 2000. 61rb). Festschrift für den Arabisten Paul Kunitzsch zum 70. Erkki I. dass wir es mit zwei unterschiedlichen Reportationen zu tun haben. 85 Paris. 213–217. 40rb–42ra. XII. es ist auch nicht auszuschließen. Le questioni. Grabmann. 16089. Weijers. Lafleur. Le travail. Quatre introductions. in: Sic itur ad astra. dass Quaestionen anderer Herkunft beigemischt worden sind. 74ra–75va. Cova erschließt dieselben auch inhaltlich (siehe auch ebd. Menso Folkerts/Richard Lorch. „Philosophie de pourceaux“. Österreichische Nationalbibliothek. Somit ist davon auszugehen. Weijers. 294–302 transkribiert.—Für das Verhältnis der Wiener und der Pariser Fassung ist z. und zu Beginn des 14. Cova.. Dabei bleibt allerdings offen. de Brucella et magistri H. 1923 ff. 61vb). 170. 63rb) und „Utrum homo possit esse lupus“ (andere Sammlung. Die Aristoteleskommentare des Heinrich von Brüssel. Zu diesem Werk Hauréau.. dass eine—wenn auch im Quaestionenbestand abweichende— Parallelüberlieferung zu den Wiener Quodlibeta in dem Pariser Codex vorliegt. Ala manni “ (fol. hier: 363 f. fol. Lat. Turnhout 2001.32 kapitel i Vath... (Ed. fol. Er gibt für die—nach seinem Kenntnisstand anonyme—Quodlibetasammlung unrichtig fol. 1929 f. fol. Die Wiener Handschrift beschreibt Ephrem Filthaut in seinen Prolegomena zu Albert d. Hauréau. fol. 1918 f.. 41rb– 43r an. Die ersten vier Quaestionen betreffen De animalibus. Bibliothèque Nationale. Grabmann behandelt zudem das Leben und die Arbeitsweise Heinrichs von Brüssel (ebd. 63va) und „Utrum in senectute homines sint magis avari quam in iuventute“ (andere Sammlung.. Gr. 41va wiederum Quaestionen aus dem Bereich von De animalibus.. zu Henricus de Alemannia bemerkt er mit Recht: „Übrigens kommt der Name Henricus de Alemannia in der zweiten Hälfte des 13. 131 f. 292 ff. Kouri/Anja I.. fol. XXXVII und XXXIX f. 2303. im Wortlaut der Argumente und Antworten aber sind erhebliche Unterschiede zu vermerken. dann zur Ethik und De longitudine et brevitate vitae. 187–190. B. Il Corpus. Filthaut übersah. 287 f.). häufiger vor. ed.). Il Corpus. Le travail. Notice. Fasc. 20 f. ders. Bibliothèque Nationale. 16089. Geburtstag. Randi. 58ra) sowie „Utrum ex homine potest fieri brutum“ (andere Sammlung. 1911–1918 und Cova. 4 (Studia Artistarum 9). Notice. 287. Quatre introductions. Umfangreiche Auszüge aus dem Pariser Textzeugen haben Grabmann. Die Aristoteleskommentare des Heinrich von Brüssel. Disputed Questions on Aristotle’s De iuventute et senectute. De respiratione and De morte et vita by Henricus de Alemannia. Vgl.. 5. so daß man bei Identifizierungen vorsichtig sein muß“ (ebd. 220ff. die Frage . Da nun im Parisinus das Explicit lautet „Expliciunt quelibet magistri H. fol. fol. Lat. die laut Fragestellung den beiden Textzeugen gemeinsam sind.. 22. 54ra–61vb und Wien. Jh. es folgen weitere Themen und schließlich ab fol. Fasc.). die Wiener Sammlung insgesamt als andere Fassung der Pariser anzusehen und den Gesamtbestand beider Fassungen den beiden Magistern zuzuschreiben. Die Quaestionen des Parisinus stimmen zu einem erheblichen Teil in ihrer Reihenfolge und teilweise auch in der Formulierung der Fragen mit denen des Vindobonensis überein. 43 f.86 die Determinatio eines ansonsten unbekann- fit lupus“ (Anonymus. stehen diese beiden Magister als Urheber derjenigen Quaestionen fest. ist es plausibel. dann wird zu den Problemata übergegangen. super De animal. 58ra). Da dem größten Teil der Quaestionen im Vindobonensis analoge Quaestionen des Parisinus entsprechen.).. welcher Anteil einem jeden von ihnen zukommt. fol.

(Percorsi dei classici 4). 57vb–58ra Quaestionen vorwiegend zur Meteorologie. 8. 89 Ed. Lat. Petrus de Hibernia. Biblioteca Comunale. 59ra–60va folgen Questiones supra librum phisicorum. offenbar weil diejenigen. Duhem. Notice. die die Reportationen anfertigten. 17 unrichtig: medizinischen) Quaestionen. in: Talking to the Text. fol. On The Genuine Text of Peter of Spain’s Summule logicales III. de Rijk. zur Person des Vericus Cova.. a. hier: 16 ff.. 17–20.. der Jugendlehrer des Thomas von Aquino und seine Disputation vor König Manfred (Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 1920. „Utrum rufi sint infideles“ (Vindobonensis fol. Abh. dann vermischte Fragen insbesondere naturphilosophischer Art. Vincenzo Fera u. 16089. Les marginalia dans les textes philosophiques universitaires médiévaux.-philol. a.88 Diesen Schriften ist zudem die um 1260 vor König Manfred gehaltene Determinatio magistralis des Petrus de Hibernia Utrum membra essent facta propter operaciones vel operaciones essent facte propter membra zuzurechnen. Michael Dunne. 287. Bibliothèque Nationale. Marginalia from Papyri to Print. 222 ff. Kl. u. 301– 320. Louvain-la-Neuve u. 1920. und doch fällt die Antwort inhaltlich unterschiedlich aus. Messina 2002. Magistri Petri de Ybernia Expositio et quaestiones in Aristotelis librum de longitudine et brevitate vitae (Philosophes médiévaux 30). Hierzu Hauréau. jedoch nicht unter anthropologischem. hier: 19–21. 40va) aufschlussreich: Die Argumentationsstruktur ist ein und dieselbe. 57va–vb steht eine Reihe von meist sehr kurz behandelten naturphilosophischen (de Rijk S. Lafleur. Il Corpus. 22 f. Auf fol. die Ausführungen des Magisters verschieden verstanden haben. 538. 289–292). Auf fol. Die Aristoteleskommentare des Heinrich von Brüssel. 1993. 57r finden sich verschiedene Notizen. 88 Todi.. in: Historische Zeitschrift 194 (1962) 1–36. Jg. Grabmann. ein Ritter des hohen Mittelalters. in: Vivarium 7 (1969) 8–61. 87 Paris. Für unsere Untersuchung scheint jedoch der Aufwand ihrer systematischen Erfassung in keinem angemessenen Verhältnis zum inhaltlichen Ertrag zu stehen. Clemens Baeumker. ed. den Schluss (60va–vb) bilden drei Fragen über die Universalien. sondern unter logischem Gesichtspunkt. . 41–49. 57va–60va. der die von Duhem vorgeschlagene Identifizierung mit Ulrich von Straßburg zurückweist und umfangreiche Transkriptionen sowie inhaltliche Angaben bietet (ebd.. Stichproben anhand von vier glossierten De animalibus-Handschriften—je zwei aus der Pariser Nationalbiblio- „Utrum homines rufi sint fideles“ (Parisinus fol. 54vb) bzw. darunter auch solche zur Definition des Menschen.. Quaestionenverzeichnis des hier in Betracht kommenden Teils.89 Eine weitere Form von Teilkommentaren stellen auch Marginalglossen90 dar. dann 58ra–rb Fragen zur Seelenkunde. 26 September – 3 October 1998. Ausführliche Beschreibung der Handschrift bei Lambert M.). Phil. seine behandlung in der forschung 33 ten Magisters Vericus87 sowie die anonymen Questiones in einer Handschrift aus Todi. Quatre introductions. München 1920. hist. fol. Proceedings of a Conference held at Erice. 54. 75va–76va. Friedrich II.der gegenstand. dort auch 17 ff. Zu dieser Determinatio August Nitschke. 90 Zu dieser Textform erschien unterdessen von Jacqueline Hamesse. Le système.

62rb. sowie Korrekturen zum Text. Ab fol. z. sie zu wiederholen. doch ist auch auf den fol- . 92 Paris. Teilweise sind sie in sich selbst heterogen. 3465. fol. z. gelegentlich eine diesbezügliche Notiz gemacht. Auch diese nehmen an Zahl weiter ab. außerdem hat D anscheinend für den Schreiber des Textes (A). Wären diese Marginalien von A schon vorhanden gewesen. als dies von einem bloßen Kopisten zu erwarten wäre. similiter puer inter plantam et animal.“ Hier wird deutlich. nimmt die Glossierung aber wieder zu. nicht für den künftigen Leser. 2ra– 136va. 3va ganz oben).). sondern nur als Rohmaterial für den Glossator B. das D am unteren Rand der Seite vermerkt hatte. vom elften Buch an finden wir nicht mehr richtige Glossen. Ab fol. Im Wesentlichen sind in den Marginalien vier Hände zu unterscheiden. Teilweise haben die Glossen nur einen entfernten—oder auch gar keinen—inhaltlichen Bezug zu dem Aristoteles-Text. B. z. der nachträglich Kopierfehler mit Marginalien berichtigen wollte. an denen Textverlust eingetreten war. 16162. 62r unten) notiert hatte. dass der Glossator seiner Vorlage nicht mehr Aufmerksamkeit schenkte. Bibliothèque Nationale. die z.34 kapitel i thek. fol. 87rb. 13r stammen. 10v unterer Rand) ist von ganz anderer Art. so hätte D keinen Grund gehabt. dass zwischen Text und Glossierung kein größerer zeitlicher Abstand besteht. aus unterschiedlichen Notizen achtlos zusammengesetzt. 121ra). fol. Bibliothèque Mazarine. 101ra. 93ra. die die Orientierung im Text erleichtern sollen. nicht für andere Benutzer geschrieben zu sein. doch dominieren bloße Hinweise auf den Inhalt des Aristoteles-Textes. Fungi medii sunt inter terre nascencia et mixta. etwas größere Schrift (C. sondern meist nur noch kurze Hinweise zum Inhalt. Diese Umstände sind für die Arbeitsweise des Glossators (B) charakteristisch. die kleinste der vier Schriften (B. Dementsprechend sind D-Marginalien stellenweise einfach von der Hand B überschrieben worden (so fol. Die nachlässig eingetragenen Marginalien von D erwecken den Eindruck. Die vierte Hand (D. Die zweite. B. welcher dann die Glossierung vornahm. diese Glossen sind offenbar nicht wesentlich jüngeren Ursprungs als der Text. Vom 15.T. auf den folgenden Blättern stammen sie grossenteils nur noch von einer Hand. 10226. vgl. 105ra. Lat. 3va zweite und dritte Marginalie von oben) ist die des Glossators. dass zunächst D allerhand Stoff flüchtig festhielt. B. Als Beispiel sei die Glossierung des letzteren Codex beschrieben. fol. im 14. 1ra–131va (Moerbeke-Übersetzung). vor allem auch weniger lang und inhaltlich weit weniger wichtig. es handelt sich um eine große. in De generatione animalium. ferner 112vb. Lat. 39va: „Multiplex est medium. deren Text schon D (hier fol. 13v nehmen sie an Anzahl und Umfang plötzlich stark ab. Jh. 2ra–131rb und Lat. fol. fol. Buch sind es nur noch wenige. in anderen Fällen (so fol. 13. die dem Leser die Orientierung erleichtern sollen. Manchmal. der Schreiber des Textes hat an zahlreichen Stellen. 3va unterste Marginalie) bietet knappe Hinweise auf den Inhalt. vom Schreiber nur für eigene Bedürfnisse. das Fehlende am Rand nachgetragen (z. welche nicht identisch ist mit derjenigen. B. fol. Vermutlich war der Ablauf der. als D den Codex bearbeitete. fol. s cilicet proprietate. von der die meisten Glossen im Bereich bis fol. 124ra) hat die Texthand (A) am Rand ein versehentlich weggelassenes Textstück ergänzt. Buch an. Infolgedessen entsteht der Eindruck.91 je eine aus der Mazarine92 und der Bibliothèque Interuniver91 Paris. Der Einschnitt. 27v taucht wieder gelegentlich die Hand des ursprünglichen Hauptglossators auf. schreibt B eine Glosse. dünne und sehr blasse Schrift. ganze Quaestionen umfassen. Die Marginalien stammen von verschiedenen Händen. Die dritte. tritt auch in der Glossierung hervor: In De partibus animalium sind die Marginalien weniger zahlreich als in De historia. und es treten gelegentlich wieder lange Glossen wie in De historia auf. der die Masse der hier interessierenden Glossen eingetragen hat. neben dem sie stehen. den das Ende von De historia animalium bedeutet. Aufschlussreich ist etwa die Glosse fol. so fol. Die erste ist die Texthand (A.

94 Beispielsweise die von Beullens/Bossier ebd. quod …. 82va oben über die unterschiedliche Position des Herzens bei Mensch und Tier: „In homine declinat parum ad sinistrum. 74ra „… aves. ab fol. ihn zu gliedern und durch knappe Hinweise auf den Inhalt zu bequemerer Benutzung zu erschließen. fol. seine behandlung in der forschung 35 sitaire zu Montpellier93—zeigen.. die hauptsächlich auf den ursprünglichen Hauptglossator zurückgeht. Keine der inhaltlich über Aristoteles hinausführenden Glossen ist jedoch anthropologisch relevant. oder auch beginnend mit „Nota. 95 Beispielsweise in den Glose marginales super de animalibus (Paris. Der Codex ist von Anfang an mit zahlreichen Marginalund Interlinearglossen von verschiedenen Händen versehen. scilicet ab a gere . Diese Handschrift italienischen Ursprungs bietet fol. beschrieben von Beullens/ Bossier. ist u. quod …“. quod …“ kurz erklärt wird oder etwa (fol. H 44.“ Solche Glossen mit inhaltlichem Eigengut sind zu De partibus animalium häufiger als zur Historia. quas Neapoli vocamus murgones“ zu ersehen. et intellectus accipit istos situs pro eodem. In hoc capitulo determinat diversitatem membrorum …. teils einzelne Begriffe oder Aussagen umschreiben oder auch Varianten aus anderen Handschriften oder Formulierungen aus der ScotusÜbersetzung bieten. den Aristoteles-Text durch Eintragung abweichender Lesarten zu verbessern. ut videtur“ vermerkt wird: „Homo habet faciem nominatam a suo actu. XXIII–XXV. Nur gelegentlich führt die eine oder andere Glosse etwas über den Aristoteles-Text hinaus. in diesem Teil findet man auch gelegentlich eine kritische Bemerkung zum kommentierten Text wie „Non bene videtur dicere. idem quod ‚apparicio‘“. XXIV angeführten Glossen aus dem Codex von Montpellier oder Glossen mit vorangestelltem „vel“ bzw. 70rb–80va. die durch einen Vergleich mit einem zusätzlichen Textzeugen gewonnen sein dürften.“ . 93 Montpellier. 36ra–130ra.“ Der Zweck der Glossierung bestand im Wesentlichen darin. 109va hört sie aber wieder fast völlig auf. Hic prosequitur distinctionem …. Ab fol. Fol. 88r nimmt die Anzahl der Glossen dann plötzlich erneut stark ab. Hic descendit ad …. Dass in Neapel glossiert wurde. unde dicitur a ‚fanes‘. De diversitate motus …“ usw. 70vb beginnt De partibus animalium. 84va–99va De partibus animalium. cum non sint multum distantes. genden Blättern die Glossierung äußerst spärlich und setzt über weite Strecken völlig aus. 83ra–84va De motu animalium. fol. 10226) mit Formulierungen wie „Hic comparat partes animalium per differenciam …. zugleich setzt wieder eine reichhaltige Glossierung ein. 131va: „Explicit liber de hystoriis animalium.. Lat. indem etwa auf eine Parallele zu einem anderen Werk des Aristoteles oder auf eine Äußerung Avicennas hingewiesen wird oder eine Textstelle mit „Vult dicere. Bibliothèque Nationale. anschließend 80va–83ra De progressu animalium. ab 96vb. 82rb. und dabei bleibt es bis zum Ende des Textes fol. hier: fol. a. aus einer teilweise abgeschnittenen Marginalglosse fol. Hic ponit diversitatem penes …. Hic dicit …. Bibliothèque Interuniversitaire—Section de Médecine. setzt wieder reichhaltige Glossierung ein. 36ra–80va den Text von De historia animalium nach der Moerbeke-Übersetzung.94 sowie Umschreibungen einzelner Begriffe oder auch um Hinweise auf den Inhalt des Aristoteles-Textes95 handelt. 84va–97ra. die teils auf den Inhalt der jeweiligen Passagen hinweisen. Hic recapitulat breviter …. so etwa fol. 99va– 130ra De generatione animalium. dass es sich bei den Marginalien— meist von verschiedenen Händen—gewöhnlich um Korrekturen und Varianten. vgl. „alias“ in der Handschrift der Bibliothèque Mazarine.der gegenstand. wo De generatione animalium beginnt. Préface. 80vb) zum Aristoteles-Text „facies ab ipso actu nominata.

84va in De partibus animalium (insbesondere am Anfang). 99 Vgl. in: Traditio 29 (1973) 93–144. Le ‚De animalibus‘. welche Überlegungen ihm jeweils besonders beachtenswert erschienen sind. Cova. Das sind etwa beim Glossator der Mazarine-Handschrift Aussagen zur spezifischen Besonderheit des Menschen im Unterschied zur Tierwelt. in: Traditio 30 (1974) 119–144. Le questioni. abgesehen lediglich davon. den Hinweis wiederholt Van den Abeele. die aber nicht erhalten sind bzw. dass die Glossen in unserem Untersuchungszeitraum entstanden sind. XIX. 98 Van den Abeele. Supplementary Authors. . Le ‚De animalibus‘. Es handelt sich um Questiones super XVIII libros de animalibus des Roger Bacon. welche Aussagen aus De animalibus den zeitgenössischen Autoren für eine weitere Verbreitung interessant erschienen sind. Préface. 282. 181.)101 und einen des 1270 ver96 Im Schlussteil der Historia animalium. hier: 120. Authors: Robertus– Wilgelmus. Auch wenn sie als Quellen nicht mehr zur Verfügung stehen. Buch VIII–X (fol. 100 Charles H. dass der Glossator durch seine Notizen zu erkennen gibt. Medieval Latin Aristotle Commentaries. 101 Charles H. da auch sie allenfalls nur darüber Aufschluss geben. da indes diese Handschrift ins vierzehnte Jahrhundert gehört. Jh.36 kapitel i Da letztere in der Regel reine Wiederholungen oder Zusammenfassungen des Inhalts der betreffenden Textpassagen sind. 300. 302. Medieval Latin Aristotle Commentaries. bisher nicht identifiziert werden konnten.97 ist nicht davon auszugehen. 285. Il Corpus. teils aber auch erörtern (gelegentlich sogar in Quaestionenform). 297 ff. hier: 130. Grundlagen. die den Grundtext teils paraphrasieren. Lohr. ders. 97 Laut Beullens/Bossier. vervollständigen sie unser Bild von der Kommentierung dieser aristotelischen Schriften im Untersuchungszeitraum. um die wir aus Selbstzitaten der Magister oder aus mittelalterlichen Bibliothekskatalogen wissen. Lohr. bieten sie über den Aristoteles-Text hinaus inhaltlich nichts Eigenes. 236 ff. Von den sonstigen von Van den Abeele angeführten Kommentarformen98 werden ebenso wie die Tabulae und Florilegien auch die Compendia/Abbreviationes für unsere Untersuchung nicht herangezogen.. Köhler.99 Zumindest hinzuweisen ist schließlich noch auf diejenigen Kommentarwerke zu De animalibus. den Hinweis wiederholen von Van den Abeele. Le ‚De animalibus‘.100 einen Kommentar des Caesarius ex Vado Tuscanensi (zweite Hälfte des 13. Der Montepessulanus bietet zwar darüber hinaus in manchen Bereichen96 eine echte Kommentierung in Gestalt von ausführlicheren Marginalglossen. 70rb–80va) und dann wiederum ab fol.

IV/1 (Corpus Philosophorum Danicorum Medii Aevi 4). Van den Abeele. in dem er sie zusammen. 286. ders.“ 105 Lohr. in: Rech. die er in den vierziger Jahren verfasst hat. 16. Prinzipiell heranzuziehen waren die bis jetzt bekannt gewordenen thematisch mit den Büchern über die Sinnenwesen zusammenhängenden Kommentare zu den aristotelischen Schriften über die Bewegung der Sinnenwesen. a.. The Vicissitudes. Jan A.107 Die Kommentierung dieser Werke aus dem Corpus Aristotelicum setzte in gewissem Umfang ein. 274 ff.105 Besonders bedauerlich ist. 1 (1931) 15–29. Rita Beyers u. 79vb): „consideracionem fecimus in libro de generacione animalium … sic determinatum est de motu (motum cod. (Ancient and Medieval Philosophy [Series 1] 25). 108 Ders.108 Schon früher hatte Albert der Große in Italien eine uns nicht erhaltene Übersetzung von De motu entdeckt und dieses Werk in seinem Liber de principiis motus proLohr. ed. méd. 106 Pieter De Leemans. 44 f.102 Questiones super librum de animalibus des Boethius von Dacien († 1284). Carmelo Ottaviano.. ed. 185. 374. Siehe auch dens. fol. 367.. 202. verschollen sind. nachdem sie bald nach 1260 durch die Übersetzung Wilhelms von Moerbeke der lateinischen Gelehrtenwelt zugänglich geworden waren. dass die vermutlich sehr aufschlussreichen Questiones des Roger Bacon. Vgl. a. Berlin–New York 2000.. in: Arch. 185. 104 Petrus de Alvernia.. Leuven 1999. in: Aristotle’s Animals in the Middle Ages and Renaissance. (Mediaevalia Lovaniensia [Series I: Studia] 27). Leuven 1999. ders. seine behandlung in der forschung 37 storbenen Dominikaners Bartholomaeus de Bregantiis. Carlos Steel u. ed. Silvia Nagel.103 einen Liber de generatione animalium des Petrus de Alvernia104 und möglicherweise ein In Aristotilem de animalibus des Simon von Faversham. 212–237. Boethii Daci opera. Testi con due redazioni attribuite ad un medesimo autore: il caso del De animalibus di Pietro Ispano. Jh. Cova. Hommage à Fernand Bossier. in: Tradition et traductions. The Vicissitudes of a Zoological Treatise. The Discovery and Use of Aristotle’s „De Motu Animalium“ by Albert the Great. Stiftsbibliothek. A Contribution to the Corpus commentariorum medii aevi in Aristotelem latinorum. Medieval Latin Commentaries. 107 Ders. Le questioni.. Théol. hier: 230. 170–188. Medieval Latin Commentaries on Aristotle’s De motu animalium. Le opere di Simone di Faversham e la sua posizione nel problema degli universali. ed. hier: 170 ff. Le questioni. Aertsen/Andreas Speer (Miscellanea Mediaevalia 27). 282. Aristotle’s De incessu animalium in the Middle Ages and Renaissance. 62 l. Jan Pinborg u. Kopenhagen 1969.und vorstellt. Sententia super de motibus animalium [recensio communis] (Admont. Filos. Medieval Latin Aristotle Commentaries (1973). hier: 18. 300. Les textes philosophiques et scientifiques grecs au Moyen Âge latin. in: Geistesleben im 13. 19). Il Corpus. Philos. Boethius von Dacien. Il Corpus.) in libro de generacione animalium. ders.der gegenstand. 146 (Nr.. Medieval Latin Aristotle Commentaries (1967). Den Hinweis wiederholt Cova. 67 (2000) 272–360 bietet verdienstvollerweise ein Inventar der Kommentare. Le ‚De animalibus‘.. Modi significandi sive Quaestiones super Priscianum Maiorem q. und erörtert die Entstehung und Verbreitung der Übersetzungen von De motu. a. 199–218. 102 103 . De motu animalium106 und De progressu animalium (De incessu animalium).

Zur Interpretation von De motu Martha C.. Aus seinen Bezeich110 109 . 159 [C. Le questioni.. 275.. Medieval Latin Commentaries. doch nicht namentlich genannt. 278. XXX. 170 f.114 Neuerdings Ders. die sichtlich die Aufmerksamkeit der Kommentatoren auf sich zogen. Der Verfasser ist im Explicit als Bischof von Orléans bezeichnet. 206 f. dass dies auf die unterschiedliche Ausrichtung der beiden Schriften zurückzuführen ist. De Leemans vermutet wohl zu Recht. fol. mag aber auf einer bereits fehlerhaften Vorlage basieren. 1272/1284) offenkundig der einflussreichste.11]. herrschte unter den Magistern offenbar eine gewisse Unsicherheit.113 Von den Kommentaren zu De motu war die in mehreren Rezensionen überlieferte Sententia super de motibus animalium des Petrus de Alvernia (ca. 185 Anm.1. Reale Collegio di Spagna. Medieval Latin Commentaries. 278. Die Abschrift macht einen sorgfältigen Eindruck. das über das Verständlichmachen des kommentierten Textes hinausreicht. ders. ders.. XII. wobei diese Zuschreibung allerdings als zweifelhaft gilt. ders. Medieval Latin Commentaries. The Discovery. motus proc. Colon. The Vicissitudes.. (Ed. weswegen mit größeren Schäden im Text durchaus zu rechnen ist..112 An eigentlichen Kommentaren zu De progressu ist aus dem Untersuchungszeitraum bislang lediglich eine dem Aegidius von Orléans zugeschriebene Expositio libri de progressu animalium bekannt. 57–269.110 Was die wissenschaftssystematische Einordnung von De motu und De progressu betrifft. Prolegomena zu Albert d. Nussbaum. 163ra–171va). De princ. Dieser Kommentar enthält keine Quaestionen und scheint kein Ziel zu verfolgen.VI. Andrerseits ist aber der Gesamteindruck der. The Vicissitudes.. The Discovery. 43. hierzu Bernhard Geyer.. Cova.. The Vicissitudes. da er die Übersicht über seine Konstruktionen offensichtlich nicht behält. 277. Aristotle’s De Motu Animalium. Ders. 114 Zu den verschiedenen Rezensionen und ihren Textzeugen—darunter alten Drukken—siehe De Leemans. S. In De motu stehen allgemeinere Fragen zumal der Bewegungsursachen im Vordergrund. 210. 199 f. Medieval Latin Commentaries. dieser baut nämlich gern lange Perioden und verwirrt sich dann in seinem verschachtelten Satzbau. 113 Expositio libri de progressu animalium (Bologna.109 Trotz einer relativ großen Zahl von Handschriften der Moerbeke-Übersetzung sind die beiden aristotelischen Schriften innerhalb unseres Untersuchungszeitraums nicht allzu oft kommentiert worden—jedenfalls in der Form per modum quaestionis oder per modum commenti—. ders.38 kapitel i cessivi kommentiert. 111 Vgl. während in De progressu stärker spezifisch biologische Aspekte tierlicher Bewegung erörtert werden. dass ein erheblicher Teil der sprachlichen Unzulänglichkeiten auf den Autor selbst zurückzuführen sein dürfte. Princeton–New Jersey 1985. Hierzu De Leemans. ob diese Schriften eher den Büchern De animalibus111 oder den parvi libri naturales zuzuordnen seien. ders. Dieser Umstand mag für die Verfasserfrage bedeutsam sein. wobei das Interesse der Magister eindeutig mehr De motu als De progressu galt. 298–313. 284. XXIII) über die Verfahrensweise Alberts. Gr. Il Corpus. 112 De Leemans.

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werden auch die Questiones super de motibus animalium von De Leemans als authentisches Werk des Petrus eingestuft;115 dann sind sie ebenfalls ca. 1272/1284, als Petrus an der Pariser Artistenfakultät lehrte, zu datieren. Von diesen Kommentaren des Petrus und dem oben erwähnten Liber de principiis motus processivi 116 Alberts sowie dessen De motibus animalium117 abgesehen, erweisen sich die bislang bekannt gewordenen De motu-Kommentare per modum commenti oder per modum quaestionis als für unsere Fragestellung eher unergiebig. Das gilt für die Questiones super libro de motibus animalium des Petrus de Flandria,118 die Questiones super librum de motu animalium des Simon von Faversham119 sowie die anonymen Questiones super de motu animalium in einem Codex der Biblioteca Angelica.120 An zweiter Stelle dem Gewicht für unser Thema nach, an erster nach der Gesamtzahl der im Untersuchungszeitraum entstandenen Werke steht die Kommentierung von De anima, die sich auf den bereits bekannten großen Kommentar des Averroes121 und auf Avinungen „recensio altera“, „recensio tertia“ ist nicht zu schließen, es gebe eine gesicherte chronologische Reihenfolge. Uns standen zur Verfügung: Admont, Stiftsbibliothek, 367, fol. 79va–86ra und Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 846, fol. 32va–40vb (beide recensio communis); Wien, Österreichische Nationalbibliothek, 2330, fol. 12va–19rb (recensio tertia); München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 317, fol. 199rb–208vb (recensio altera). Die Münchner Handschrift ist mit oft absurden und sinnstörenden Schreibfehlern übersät, von denen wir manche stillschweigend berichtigt haben; hierzu gehört insbesondere der Umgang des Kopisten mit Kürzungen. 115 Oxford, Merton College, 275, fol. 220ra–232vb und 233va–vb; Roma, Biblioteca Angelica, 549, fol. 115va–122rb. Zur Verfasserfrage siehe Pieter De Leemans, Peter of Auvergne on Aristotle’s De motu animalium and the MS Oxford, Merton College 275, in: Arch. Hist. doctr. litt. M.A. 71 (2004) 129–202, hier: 180–182 sowie künftig sein Referat vom August 2002 beim Internationalen Kongress für mittelalterliche Philosophie in Porto: Peter of Auvergne on the Question „Utrum intellectus sit movens animalia.“ Vgl. dens., Medieval Latin Commentaries, 322–330 (mit Quaestionenverzeichnis). 116 Ed. Bernhard Geyer (Ed. Colon. XII, S. XXIII–XXXI, 47–76). 117 Ed. Auguste Borgnet, Paris 1890 (Ed. Paris. IX, 257–303). 118 Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 2170, fol. 132ra–134rb. Zum Kommentar und seinem Verfasser De Leemans, Medieval Latin Commentaries, 330–332. 119 Oxford, Merton College, 292, fol. 393va–396vb. Zu diesem Kommentar und einem weiteren Textzeugen De Leemans, Medieval Latin Commentaries, 332–334, der ein (nicht fehlerfreies) Quaestionenverzeichnis bietet; vgl. Cova, Le questioni, 185. Das Werk ist anonym überliefert, die Verfasserschaft Simons indirekt erschlossen. 120 Roma, Biblioteca Angelica, 549, fol. 112rb–115rb. Zu diesem Kommentar De Leemans, Medieval Latin Commentaries, 338 f. und 282 (mit einem Quaestionenverzeichnis). 121 Averrois Cordubensis commentarium magnum in Aristotelis de anima libros, rec. Frederick St. Crawford (Corpus commentariorum Averrois in Aristotelem. Versionum

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cennas Liber de anima122 stützen konnte. Die alte Übersetzung dieses Werks des Aristoteles, die Jakob von Venedig spätestens um die Mitte des 12. Jh. angefertigt hatte, lag den Magistern schon zu Beginn des Untersuchungszeitraums vor,123 eine jüngere hat Wilhelm von Moerbeke anscheinend 1266/67 fertiggestellt und Thomas von Aquin als erster kommentiert.124 Hinzu kommt die arabisch-lateinische Übersetzung des Michael Scotus, die in seine Übersetzung des Großen Kommentars des Averroes integriert ist und seit den zwanziger Jahren in Paris zur Verfügung stand.125 Zu den Kommentaren liegen spezielle Übersichten vor.126 Unter den gedruckten Kommentaren namentlich bekannter Autoren haben diejenigen Alberts des Großen, De anima (1254/1257),127 und des Thomas von Aquin, Sentencia libri de anima (1267/1268)128 natürLatinarum, VI/1), Cambridge (Mass.) 1953. Die lateinische Übersetzung stammt von Michael Scotus. 122 Avicenna Latinus. Liber de anima seu sextus de naturalibus, ed. Simone Van Riet, I–II, Louvain–Leiden 1968–1972. Siehe dazu Hasse, Avicenna’s De anima. 123 Die Bücher II und III sind ediert von Kevin White in: Bernardo Carlos Bazán, Anonymi, magistri artium (c. 1246–1247) sententia super II et III de anima (Philosophes médiévaux 37), Louvain-la-Neuve u. a. 1998; den gesamten Text hat Manuel Alonso, Pedro Hispano: Obras filosóficas, III (Instituto de Filosofía „Luis Vives.“ Serie A Núm. 4), Madrid 1952, 89–395 abschnittweise nach sechs Handschriften herausgegeben. Eine Neuausgabe wird für den „Aristoteles latinus“ (XII/1) vorbereitet. 124 Gauthier, Préface (Ed. Leon. XLV/1, 129*, 235*, 283*). Gauthier hat dort diese Übersetzung des Aristoteles-Textes kritisch ediert, wobei er im kritischen Apparat abweichende Formulierungen der alten Übersetzung angeführt hat. 125 Herausgegeben von Crawford (siehe oben S. 39 Anm. 121). 126 Alfons J. Smet, Initia commentariorum, quaestionum et tractatuum Latinorum in Aristotelis libros de anima saeculis XIII, XIV, XV editorum, Leuven 1963; Anne Thirry, A propos de certains commentaires médiévaux du „De anima“ d’Aristote. Résultats de quelques recherches, in: Bull. Philos. méd. 8–9 (1966–1967) 63–87; neuerdings auch die fortlaufend aktualisierte Datenbank des Archivum scholasticum Ratisponense (Suchbegriff „De anima“). 127 Albert d. Gr., De anima, ed. Clemens Stroick, Münster 1968 (Ed. Colon. VII/1). Zur Datierung siehe James A. Weisheipl, Albert’s Works on Natural Science (libri naturales) in Probable Chronological Order, in: Albertus Magnus and the Sciences: Commemorative Essays 1980, ed. ders. (Studies and Texts 49), Toronto 1980, 565–577, hier: 568; eine Chronologie der Werke Alberts nach gegenwärtigem Erkenntnisstand hat Henryk Anzulewicz, De forma resultante in speculo. Die theologische Relevanz des Bildbegriffs und des Spiegelbildmodells in den Frühwerken des Albertus Magnus. Eine textkritische und begriffsgeschichtliche Untersuchung, Teil I (BGPhThMA, N.F. 53/1) Münster 1999, 12–17 zusammengestellt; zum Kommentar insgesamt äußert sich Bazán, 13th Century Commentaries, 169–174. 128 Thomas von Aquin, Sentencia libri de anima, ed. Fratres Praedicatores (RenéAntoine Gauthier), Roma–Paris 1984 (Ed. Leon. XLV/1); zur Datierung siehe die Ausführungen von René-Antoine Gauthier, Préface, in: ebd., 283*–287*. Siehe auch Bazán, 13th Century Commentaries, 175 ff.; Vernier, La Sentencia libri de anima.

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lich die gründlichsten Editionsbemühungen erfahren und sind am besten untersucht. Ebenfalls kritisch ediert sind die Quaestiones super secundum et tertium de anima des Johannes Duns Scotus (frühe 1290er Jahre), deren früher bezweifelte Echtheit neuerdings als feststehend gilt,129 die um 1240, jedenfalls vor 1245 entstandene Sententia cum questionibus in libros de anima eines Magisters Petrus Hispanus, dessen Identität kontrovers ist,130 die Scientia libri de anima des Petrus Hispanus Portugalensis (vor 1240?),131 die Quaestiones in tertium de anima Sigers von Brabant (um 1265)132 und die vermutlich 1270/1275 verfassten Quaestiones in Aristotelis libros I et II de anima, die Boethius von Dacien zugeschrieben werden.133
129 Johannes Duns Scotus, Quaestiones super secundum et tertium De anima, ed. Carlos Bazán u.a (B. Ioannis Duns Scoti Opera philosophica, V, ed. Timothy B. Noone), Washington (D.C.)—St. Bonaventure (N.Y.) 2006. Zur Echtheit, Natur und zeitlichen Einordnung des Werkes, das nicht eigentlich einen Kommentar zu De anima darstellt, siehe Carlos Bazán u. a., Introcuction, in: ebd., 121*–143*. Ludger Honnefelder s. v. Duns Scotus, in: Lexikon für Theologie und Kirche, III, Freiburg u. a. 31995, 403–406, hier: 405 führt dieses Werk unter den echten Schriften des Duns Scotus an, ebenso Weijers, Le travail, Fasc. 5, 71; Lohr, Medieval Latin Aristotle Commentaries. Authors: Jacobus–Johannes Juff, in: Traditio 26 (1970) 135–216, hier: 193 f. und Richard Sharpe, A Handlist of the Latin Writers of Great Britain and Ireland before 1540 (Publications of the Journal of Medieval Latin 1), Turnhout 1997, 239 hatten es noch unter die zweifelhaften Schriften eingereiht. 130 Petrus Hispanus, Sententia cum questionibus in libros de anima, ed. Manuel Alonso, Pedro Hispano: Obras filosóficas, II: Comentario al „De anima“ de Aristóteles (Instituto de Filosofía „Luis Vives.“ Serie A núm. 3), Madrid 1944. Zu diesem Kommentar und seiner Zuschreibung siehe Bazán, 13th Century Commentaries, 126–132; Gauthier, Préface (Ed. Leon. XLV/1, 239*); José F. Meirinhos, Métodos e ordem das ciências no Comentário sobre o De anima atribuído a Pedro Hispano, in: Veritas 43 (1998) 593–621, hier: 599 f. und dens., Petrus Hispanus Portugalensis? Elementos para uma diferenciação de autores, in: Rev. esp. Filos. med. 3 (1996) 51–76, hier: 67 und 75; José M. da Cruz Pontes, Les „Quaestiones libri de anima“ de Petrus Hispanus Portugalensis d’après le codex 726 de la Biblioteka Uniwersytetu Jagiellonskiego de Kraków et ´ le codex Lat. Z. 253 de la Biblioteca Nazionale Marciana de Venezia, in: Med. philos. Polon. 19 (1974) 127–139 und dens., Un nouveau manuscrit des „Quaestiones libri de anima“ de Petrus Hispanus Portugalensis, in: Rech. Théol. anc. méd. 43 (1976) 167– 201. 131 Petrus Hispanus Portugalensis, Scientia libri de anima, ed. Manuel Alonso, Pedro Hispano: Obras filosóficas, I (Libros „Pensamiento.“ Serie: Colaboración 4), Barcelona 21961. Siehe dazu Meirinhos, Petrus Hispanus, 69. Nach Bazán, 13th Century Commentaries, 120 Anm. 2 ist dieses Werk nicht als Kommentar im strengen Sinn (Aristoteles-Erklärung im Unterricht) einzuordnen. 132 Siger von Brabant, Quaestiones in tertium de anima, ed. Bernardo Bazán, Siger de Brabant: Quaestiones in tertium De anima, De anima intellectiva, De aeternitate mundi (Philosophes médiévaux 13), Louvain–Paris 1972, 1–69. Zu dieser Schrift siehe Bazán, 13th Century Commentaries, 158–167. 133 Boethius von Dacien (?), Quaestiones in Aristotelis libros I et II de anima, ed. Maurice Giele (†), Un commentaire averroïste sur les livres I et II du traité de l’âme,

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Erst neuerdings liegen auch die in der ersten Hälfte der sechziger Jahre entstandenen Questiones in de anima Galfrids von Aspall in einer kritischen Editio princeps vor.134 Nur teilweise herausgegeben sind die wohl um die Jahrhundertmitte zu datierende Sentencia super librum de anima Adams von Bocfeld,135 die Questiones super librum de anima des Johannes von Tytyngsale (1284/1289),136 die Questiones in tres libros de anima des Radulfus Brito (um 1300),137 die Questiones in tres libros de anima Simons
in: Trois commentaires anonymes sur le traité de l’âme d’Aristote, ed. Maurice Giele (†) u. a. (Philosophes médiévaux 11), Louvain–Paris 1971, 11–120. Zu einer möglichen Autorschaft von Boethius siehe Richard C. Dales, The Problem of the Rational Soul in the Thirteenth Century (Brill’s Studies in Intellectual History 65), Leiden u. a. 1995, 154–159. 134 Galfrid von Aspall, Questiones in De anima, ed. Vlatka Cizmi´ , Diss. (ungedr.) ˇ c München 2005; zur Datierung ebd., XVII f., zum Autor V–VII. Das nur in einem Textzeugen überlieferte Werk ist als Fragment erhalten; der größte Teil der Kommentierung des dritten Buches von De anima fehlt. 135 Adam von Bocfeld, Sentencia super librum de anima, ed. Helen Powell, The Life and Writings of Adam of Buckfield with Special Reference to his Commentary on the De Anima of Aristotle, Diss. (masch.) Oxford 1964, 5–232. Während S. Harrison Thomson, A note on the works of magister Adam de Bocfeld (Bochermefort), in: Medievalia et Humanistica 2 (1944) 55–87, hier: 69–71; 84 f. noch in Betracht zog, dass unterschiedliche Fassungen des Kommentars möglicherweise die Entwicklung von Adams Lehre widerspiegeln, nehmen die Herausgeberin Powell (48*ff.) und Gauthier, Préface (Ed. Leon. XLV/1, 247*f.) an, dass wir es mit einer einzigen Autorfassung zu tun haben und die Divergenzen der Handschriftenfamilien nicht auf eine Neubearbeitung seitens des Autors zurückzuführen, sondern jüngeren Ursprungs und die späteren Fassungen somit unecht sind. Diese Auffassung hat sich durchgesetzt; vgl. Compendium Auctorum Latinorum Medii Aevi, I, 20 f. (mit weiterer Literatur) und Weijers, Le travail, Fasc. 1 (Studia Artistarum 1), Turnhout 1994, 25, die die Fassungen II und III als „inauthentique“ bezeichnet.—Die Edition von Powell weist eine Lücke auf (Powell ebd., 176: „For reasons of space the section dealing with the five senses, to which no particular interest attaches, … is omitted“). Für diesen bei Powell fehlenden Abschnitt haben wir die Handschrift Oxford, Merton College, 272, fol. 1ra–15va, hier: 11va ff. herangezogen. 136 Johannes von Tytyngsale, Questiones super librum de anima (Oxford, Balliol College, 311, fol. 148rb–181vb). Das dritte Buch ist ediert von Manuel Oyarzabal Aguinagalde, Las cuestiones al libro tercero De anima de John de Tytyngsale, in: Arch. Hist. doctr. litt. M.A. 57 [65] (1990), 177–269; zur Datierung ebd., 180. Das Initium ist mit demjenigen des von Aegidius Romanus stammenden Kommentars zu De anima identisch, und zu Beginn des Werks besteht erhebliche Übereinstimmung mit diesem. Es ist gut möglich, dass das Werk des Johannes von Tytyngsale im Wesentlichen eine Kompilation ist. 137 Radulfus Brito, Questiones in tres libros de anima (Firenze, Biblioteca Nazionale Centrale, Conv. Soppr. E.1.252, fol. 161ra–205vb [= F]; gelegentlich zum Vergleich bzw. zur Ergänzung fehlender Textstücke herangezogen: Paris, Bibliothèque Nationale, Lat. 12971, fol. 1ra–39vb [= P]; Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Pal. lat. 1059, fol. 9ra–35vb [= V]). Ediert sind nur das dritte Buch (Winfried Fauser, Der Kommentar des Radulphus Brito zu Buch III De anima. Radulphi

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von Faversham († 1306)138 und ein neuerdings—allerdings mit unzureichenden Argumenten—dem Richardus Rufus zugeschriebener Kommentar (vor Mitte 13. Jh.),139 für die wir daher teilweise auf die handschriftliche Überlieferung zurückgreifen mussten. Seit der Humanistenzeit nicht mehr neu ediert wurden die früher Alexander von Hales zugeschriebene, jedoch Alexander Bonini von Alessandria gehörende Expositio libri de anima cum questionibus et notabilibus (um die Jahrhundert-

Britonis Quaestiones in Aristotelis librum tertium de anima [BGPhThMA, N.F. 12], Münster 1974, 89–313) und einzelne herausgegriffene Quaestionen: Utrum universale fiat ab intellectu vel sit praeter operationem intellectus, ed. Jan Pinborg, Radulphus Brito on Universals, in: Cahiers de l’Institut du Moyen-Âge grec et latin 35 (1980) 56–142, hier: 124–129; Utrum sensus sit virtus passiva; Utrum praeter sensibilia requiritur aliquis sensus agens …, ed. Adriaan Pattin, Pour l’histoire du sens agent. La controverse entre Barthélemy de Bruges et Jean de Jandun, ses antécédents et son évolution (Ancient and Medieval Philosophy [Series 1] 6), Leuven 1988, 19– 31. 138 Teiledition von D. Sharp, Simonis de Faversham (c. 1240–1306) Quaestiones super tertium De Anima, in: Arch. Hist. doctr. litt. 9 (1934) 307–368; das Übrige ist von uns transkribiert nach Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 10135, fol. 87ra–118ra. Handschriften und Literatur sind zusammengestellt von Lohr, Commentaries (1973), 144 f. Zur Biographie Simons von Faversham siehe Lambert M. de Rijk, On The Genuine Text of Peter of Spain’s Summule logicales II, in: Vivarium 6 (1968) 69–101, hier: 72–74. 139 Bekannt sind drei Fassungen: erstens die Erfurter Fassung (Erfurt, Universitätsbibliothek, Dep. Erf., CA 4° 312, fol. 19rb–28vb; unvollständig, wie der Schluss erkennen lässt); zweitens die Florentiner Fassung (Firenze, Biblioteca Nazionale Centrale, Conv. Soppr. G.4.853, fol. 193ra–222va), die wir früher als anonymes „Scriptum super librum de anima“ bezeichnet haben (Köhler, Grundlagen, 339); drittens die edierte, vom Herausgeber unter den Namen des Petrus Hispanus gestellte Expositio libri de anima, ed. Manuel Alonso, Pedro Hispano: Obras filosóficas, III (Instituto de Filosofía „Luis Vives.“ Serie A Núm. 4), Madrid 1952, 7–401.—Zur Verfasserfrage und Datierung siehe Wood, Richard Rufus’s De anima Commentary; datiert ebd., 121 die Erfurter Handschrift um 1240; vgl. ebd., 153; Bazán, 13th Century Commentaries, 132–136 (zur edierten Fassung); José M. da Cruz Pontes, Pedro Hispano Portugalense e as controvérsias doutrinais do século XIII, Coimbra 1964, 74–76 (zur Florentiner Fassung); ders., Questões pendentes acerca de Pedro Hispano Portugalense (Filósofo, Médico e Papa João XXI), in: IX Centenário da Dedicação da Sé de Braga. Congresso internacional. Actas, II/1: A Catedral de Braga na História e na Arte (Séculos XII–XIX), Braga 1990, 101–124, hier: 123 (vermutet Oxford als Ursprungsort der edierten Fassung); Jozef Brams, Le premier commentaire médiéval sur le „Traité de l’âme“ d’Aristote?, in: Rech. Théol. Philos. méd 68 (2001) 213–227, der die Frage der Zuschreibung der edierten Fassung offenlässt. Neuerdings hat Silvia Donati, The Anonymous Commentary on the Physics in Erfurt, Cod. Amplon. Q. 312, and Richard Rufus of Cornwall, in: Rech. Théol. Philos. méd. 72 (2005) 232–362, hier: 341–359 begründete Zweifel an der Zuschreibung dieses Kommentars an Richardus Rufus geltend gemacht.

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wende, nicht nach 1308)140 und die Expositio libri de anima (vor 1285/86) des Aegidius Romanus.141 Im Druck zugänglich sind auch einige anonyme Kommentare zu De anima, nämlich die um 1245/1250 anzusetzende Lectura in librum de anima,142 die im Codex Oxford, Merton College 275 überlieferten, von Fernand Van Steenberghen edierten Quaestiones in libros Aristotelis de anima (1273/1277),143 die wohl um 1260 zu datierenden, von Joachim Vennebusch herausgegebenen Quaestiones in tres libros de anima,144 die offenbar zwischen 1272 und 1275 entstandenen „anti-averroistischen“ Quaestiones super Aristotelis librum de anima im Pari-

140 Ed. Oxford 1481. Zu dem um 1270 geborenen, 1314 verstorbenen Verfasser, einem bedeutenden Franziskanertheologen und in seinem letzten Lebensjahr Ordensgeneral, siehe Heribert Rossmann s. v. Alexander Bonini, in: Lexikon des Mittelalters I, München–Zürich 1980, 376 f. und die dort genannte Literatur sowie Palémon Glorieux, Répertoire des maîtres en théologie de Paris au XIIIe siècle, II (Études de philosophie médiévale 18), Paris 1933, 199–202 (Nr. 340); Lohr, Commentaries (1967), 353 f.; Weijers, Le travail, Fasc. 1, 53 f. Die hier gewählte Überschrift ist an die Formulierung im Widmungsbrief angelehnt. Sie ist adäquat, denn es handelt sich um einen primär texterklärenden Kommentar mit eingestreuten Quaestionen. 141 Aegidius Romanus, Expositio libri de anima, hier zitiert nach dem Druck Venedig 1500. Der von uns gewählte Titel ist aus dem Widmungsbrief gewonnen.—Der Kommentar ist primär texterklärend, und Aegidius hält sich eng an den kommentierten Text, den er paraphrasiert und erläutert; häufig klärt er mögliche Einwände („Dubitaret forte aliquis, …“, „Ulterius forte dubitaret aliquis, …“). Diese Klärung geschieht oft nicht in voll ausgebildeter Quaestionenform, doch stoßen wir auch auf mehr oder weniger ausgeformte Quaestionen. Zur Datierung Silvia Donati, Studi per una cronologia delle opere di Egidio Romano, I: Le opere prima del 1285. I commenti aristotelici, in: Doc. Studi Trad. filos. med. 1/1 (1990) 1–111, hier: 48–53; die Datierung 1273 bei John R. Eastman, Die Werke des Aegidius Romanus, in: Augustiniana 44 (1994) 209–231, hier: 214 ist hinfällig. 142 Anonymus, Lectura in librum de anima, ed. René-Antoine Gauthier, Anonymi, magistri artium (c. 1245–1250) lectura in librum de anima a quodam discipulo reportata (Ms. Roma Naz. V.E. 828) (Spicilegium Bonaventurianum 24), Grottaferrata 1985. Vgl. Bazán, 13th Century Commentaries, 138–142. 143 Anonymus, Quaestiones in libros Aristotelis de anima, ed. Fernand Van Steenberghen, Un commentaire semi-averroïste du traité de l’âme, in: Trois commentaires anonymes sur le traité de l’âme d’Aristote, ed. Maurice Giele (†) u. a. (Philosophes médiévaux 11), Louvain–Paris 1971, 121–348. 144 Anonymus, Quaestiones in tres libros de anima, ed. Joachim Vennebusch, Ein anonymer Aristoteleskommentar des XIIIs, Paderborn 1963. Gauthier, Préface (Ed. Leon. XLV/1, 261*–263*) untersucht eine bearbeitete Fassung des Buch I betreffenden Teils dieses Werks (mit Prolog) in Oxford, Merton College, 275, fol. 85ra–98ra, die Vennebusch nicht kannte. Siehe auch Jozef De Raedemaeker, Informations concernant quelques commentaires du „De anima“, in: Bull. Philos. méd. 10–12 (1968–1970) 194–211, hier: 194; Bazán, 13th Century Commentaries, 144 Anm. 71; 150–158; Van Steenberghen, Un commentaire, 123 f.

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sinus BN Lat. 16170145 sowie die Sententia super II et III de anima (um 1246/47).146 Größer ist die Zahl der De anima-Kommentare, die wir nur anhand von Handschriften konsultieren konnten. Es handelt sich um Werke folgender Autoren: Adam von Whitby (ein uns nur aus seinen erhaltenen Aristoteleskommentaren bekannter Magister des 13. Jh., dessen Quaestionen zu De anima mit solchen eines Magisters „R“ und weiteren, anonym überlieferten in einer Sammlung vereint sind),147 Bar145 Anonymus, Quaestiones super Aristotelis librum de anima, ed. Bernard Bazán, Un commentaire anti-averroïste du traité de l’âme, in: Trois commentaires anonymes sur le traité de l’âme d’Aristote, ed. Maurice Giele (†) u. a. (Philosophes médiévaux 11), Louvain–Paris 1971, 349–517. Dieser Kommentar stimmt weithin mit demjenigen Jakobs von Douai überein, der wahrscheinlich auf denselben Quellen basiert; siehe Bazán ebd., 385–387; vgl. Dales, The Problem, 150 ff. 146 Anonymus, Sententia super II et III de anima, ed. Bernardo C. Bazán, Anonymi, magistri artium (c. 1246–1247) sententia super II et III de anima (Philosophes médiévaux 37), Louvain-la-Neuve u. a. 1998. Vgl. Bazán, 13th Century Commentaries, 136– 138. 147 Adam von Whitby et al., Questiones in secundum et tertium de anima (Praha, Knihovna metropol. kapituly, M 80, fol. 42ra–78rb). Die Handschrift bietet Quaestionen zu unterschiedlichen Werken des Aristoteles; siehe dazu Peter Raedts, Richard Rufus of Cornwall and the Tradition of Oxford Theology, Oxford 1987, 97 f. Die Zuschreibung an Adam stützt sich auf Marginalhinweise fol. 44v („Questio secundum magistrum Adam de Wytheb.“) und 56r („Questio de odore secundum magistrum Adam“), welche sich jedoch ausdrücklich nur auf die betreffenden Quaestionen, also gerade nicht auf den Kommentar in seiner Gesamtheit beziehen. Hieraus ist zu folgern, dass es sich um eine heterogene Sammlung, eine Kompilation handelt. In diesem Sinne äußert sich mit vollem Recht Gauthier, Préface (Ed. Leon. XLV/1, 267* Anm. 1): „les lemmes … semblent l’oeuvre non des auteurs des questions, mais du compilateur qui a composé ce recueil artificiel de questions attribuées les unes à maître Adam de Wytheby, les autres à un maître L. inconnu.“ In der Tat werden einzelne Quaestionen in Marginalvermerken ausdrücklich einem Magister „R“ (nicht, wie Gauthier unrichtig liest, L.) zugeschrieben (so etwa fol. 45v und 52v), gehören somit nicht Adam; bei anderen fehlt jegliche Zuschreibung. Das erste Werk in dieser Handschrift beginnt fol. 1ra mit den Worten „Liceat nobis parumper disserere de quadam proposicione, quam dicit Aristotiles in veteri philosophia. Dicit enim, quod omnes homines natura scire desiderant …“, und dies ist das Initium des von Richardus Rufus verfassten, früher Walter Burley zugeschriebenen Metaphysik-Kommentars. Daher ist in Betracht zu ziehen, dass der mysteriöse Magister R. vielleicht mit Richardus zu identifizieren ist. Übrigens lässt Gauthier das Werk schon fol. 69ra enden, nicht erst fol. 78rb. Der Grund hierfür dürfte darin liegen, dass dort eine Zäsur besteht, weil ab fol. 69rb wiederum das zweite Buch von De anima zum Gegenstand der Betrachtung wird, nachdem zuvor schon das dritte behandelt worden war (auf fol. 74ra setzt dann erneut Kommentierung des dritten Buches ein). Somit mag es sich um einen angefügten Teil eines anderen Werks handeln, wahrscheinlich um einen Nachtrag des Kompilators zu seiner Sammlung. Zu beachten ist, dass in dem fol. 69rb beginnenden Teil oder Nachtrag keine Hinweise auf die Autoren Adam und Magister R. oder sonstige Verfasser zu finden sind.

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tholomeus von Bottisham (der gegen Ende des 13. Jh. in Cambridge wirkte),148 Heinrich von Wile (de la Wyle; im späten 13. Jh. an der Oxforder Artistenfakultät tätig, † 1329),149 Henricus de Alemannia (unsichere Zuschreibung; Henricus gehörte um 1285/1310 der Pariser Artistenfakultät an),150 Jakob von Douai (um 1272/1275),151 Jacobus Lombardus (anscheinend spätes 13./frühes 14. Jh.),152 R. de Staningtona (wohl um 1255),153 Simon (Verfasser von Dicta super librum de anima; es han148 Bartholomeus von Bottisham, Questiones in III libros de anima, von uns transkribiert nach Cambridge, Peterhouse Library, 192 pt. 2, fol. 1ra–27rb. Über die ziemlich verwickelten Verhältnisse der handschriftlichen Überlieferung informiert Jozef De Raedemaeker, Informations concernant quelques commentaires du „De anima“, in: Bull. Philos. méd. 8/9 (1966–1967) 87–110, hier: 98–102 (mit Quaestionenverzeichnis). Vgl. Compendium Auctorum Latinorum Medii Aevi, I, 697. 149 Questiones super tres libros de anima (Oxford, Magdalen College, 63, fol. 57ra– 94vb). Der hier gewählte Titel ergibt sich aus dem Explicit der Handschrift, wo auch der Verfasser genannt ist. Eine Teiledition (zwei Quaestionen) besorgte Joseph P. Zenk, Henry of Wile († 1329): A Witness to the Condemnations at Oxford, in: Francisc. Stud. 28 (1968) 215–248, hier: 231–248; dort auch 215 ff. Einzelheiten zur Biographie des Magisters. Die von uns verwendete Blattzählung ist die offenbar aktuelle; in der Literatur wird auch auf eine andere, ältere Zählung Bezug genommen, nach der der Text fol. 58r beginnt und fol. 95v endet. 150 Henricus de Alemannia (?), Questiones in Aristotilis de anima (Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 2170, fol. 6va–25vb). Siehe Weijers, Le travail, Fasc. 4, 43. 151 Questiones super libro de anima (Paris, Bibliothèque Nationale, Lat. 14698, fol. 35ra–62ra); die Edition von Jozef De Raedemaeker, Een Commentaar op de De anima van Jacobus de Duaco, Leuven 1962 war uns nicht zugänglich. Vgl. Köhler, Grundlagen, 340; Lohr, Commentaries (1970), 139 f.; Weijers, Le travail, Fasc. 4, 101. Zu Übereinstimmungen mit einem anonymen „anti-averroistischen“ Kommentar siehe oben Anm. 145. 152 Scripta supra librum de anima (Paris, Bibliothèque Nationale, Lat. 16125, fol. 5ra– 21ra). Zum Werk und zur Überlieferung siehe Gauthier, Préface (Ed. Leon. XLV/1, 10*f.). Der Name des Autors und der Titel gehen aus dem von Gauthier ebd., 11* zitierten Explicit der Texthand (14. Jh.) von fol. 36va hervor: „Expliciunt scripta supra librum de anima edita a magistro Iacobo Lombardo.“ Nach Gauthiers Angaben ist Jakob „par ailleurs inconnu“ und ans Ende des 13. oder den Beginn des 14. Jh. zu setzen. Lohr, Commentaries (1970), 143 betrachtet diese Zuschreibung als zweifelhaft. In der vorliegenden Fassung ist das Werk in der Tat insofern merkwürdig, als es ab fol. 21ra (2. Zeile) nichts als den Kommentar des Thomas von Aquin enthält (bis zum Schluss fol. 36va), während der erste Teil (fol. 5ra–21ra) offenbar von Jakob stammt, und die Anteile beider in keiner Weise kenntlich gemacht sind, vielmehr nahtlos aufeinander folgen; das Explicit erweckt den unzutreffenden Eindruck, dass der gesamte Text bis fol. 36v von Jakob stamme. Dieser Umstand reicht jedoch nicht aus, die Zuschreibung des ersten Teils an Jakob unglaubhaft zu machen. Vgl. Weijers, Le travail, Fasc. 4, 109 f. 153 R. de Staningtona, Liber de anima (Oxford, Bodleian Library, Digby 204, fol. 121ra–125va; weitere Textzeugen nennt Sharpe, A Handlist, 442). Der moderne Titel „Compilatio quaedam librorum naturalium“ bezieht sich auf die gesamte Gruppe von fünf Kommentaren des R. zu verschiedenen Aristotelica, die mit dem hier interessie-

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delt sich anscheinend um Simon von Faversham; wohl dessen Oxforder Vorlesung von 1304),154 Thomas von Sutton (Oxforder Magister, 1315 noch lehrend; es bestehen allerdings Zweifel an der handschriftlich bezeugten Zuschreibung der Expositio in librum de anima),155 Wilhelm von Clifford († 1306),156 Wilhelm von Hedon (spätes 13. Jh.)157 und Wilhelm
renden Kommentar zu De anima endet. Zum Autor siehe Richard C. Dales, R. de Staningtona: An Unknown Writer of the Thirteenth Century, in: J. Hist. Philos. 4 (1966) 199–208 und dens., The Problem, 60; vgl. Callus, Introduction, 49. 154 Simon von Faversham, Dicta super librum de anima (Leipzig, Universitätsbibliothek, 1359, fol. 44ra–77vb). Der Titel des Werks und die Autorschaft eines Magisters namens Simon ergeben sich aus dem Explicit und aus einem—allerdings von späterer Hand stammenden—Vermerk fol. 43(a)v: „Lectura magistri Symonis super libro de anima, quo allegat Temistium, Albertum, Commentatorem, Egidium.“ Das Werk enthält Quaestionen, bietet aber in erster Linie Erläuterungen. Lohr, Commentaries (1973), 139 f. trennt den Autor „Magister Simon“ von Simon von Faversham (Begründung ebd., 140 „Note“), aber Martin Grabmann, Die Aristoteleskommentare des Simon von Faversham († 1306), in: ders., Gesammelte Akademieabhandlungen, I, 771–808, hier: 794–799, der sich näher mit dem Text und seinen Quellen befasst hat, und Palémon Glorieux, La faculté des arts et ses maîtres au XIIIe siècle (Études de philosophie médiévale 59), Paris 1971, 358 zweifeln nicht an der Identität mit Simon von Faversham; so auch Friedrich A. Wolf, Die Intellektslehre des Simon von Faversham nach seinen De-anima-Kommentaren, Diss. Bonn 1966. Zu beachten ist hierbei ein Hinweis auf Hunde in Schottland fol. 61vb: „Et inveniuntur multi tales in Scocia.“ Zur Datierung (Jahreszahl 1304 im Explicit) siehe Grabmann, Die Aristoteleskommentare des Simon von Faversham, 794; Lohr, Commentaries (1973), 139 datiert 1277/1304. 155 Thomas von Sutton, Expositio in librum de anima, von uns kollationiert nach Cambridge, Jesus College, Q.G.25 (Nr. 72), fol. 14r–41v (= C) und Oxford, Bodleian Library, Digby 150, fol. 146ra–148vb (= O; Fragment, nur erstes Buch und Anfang des zweiten). Es handelt sich um einen sehr knappen texterklärenden Kommentar ohne Quaestionen; gelegentlich wird Argumentation in Quaestionenform dargeboten, doch ist das nur Paraphrase von Überlegungen des Aristoteles. Lohr, Commentaries (1973), 187 hält die Zuschreibung an Sutton trotz ihrer Bezeugung im Cambridger Codex für zweifelhaft, und Glorieux, La faculté, 373–375, Sharpe, A Handlist, 682–684 sowie Thomas Käppeli/Emilio Panella, Scriptores Ordinis Praedicatorum Medii Aevi, IV, Roma 1993, 392–400 führen diesen Kommentar unter den Werken des Thomas nicht an. 156 Wilhelm von Clifford, Commentum in de anima (Cambridge, Peterhouse Library, 157, fol. 105ra–131rb; die hier verwendete Foliation ist die mittelalterliche der Handschrift, nicht die moderne, nach der Blatt 105 als 106 zu zählen wäre usw.). Der Kommentar ist texterklärend, bietet aber in erster Linie zahlreiche Quaestionen. Vgl. Paola Bernardini, Nota su alcune tematiche dei commenti al „de anima“ della Facoltà delle Arti (ca. 1250–1260), in: Il commento filosofico nell’Occidente latino (secoli XIII–XV), ed. Gianfranco Fioravanti u. a. (Rencontres de Philosophie Médiévale 10), Turnhout 2002, 311–325, hier: 316. Zur Verfasserschaft siehe Silvia Donati, Per lo studio dei commenti alla Fisica del XIII secolo. I: Commenti di probabile origine inglese degli anni 1250–1270 ca., in: Doc. Studi Trad. filos. med. 2 (1991) 361–441, hier: 421. 157 Wilhelm von Hedon, Tractatus de scientia que est de anima, überliefert in Cambridge, Gonville and Caius College, 342/538, fol. 1ra–199rb (wohl Autograph, von uns transkribiert) und Oxford, Corpus Christi College, 107, fol. 1ra–149ra. Der Name des

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von Hennor († nach 1305).158 Hinzu kommen anonyme Kommentare: der um 1250 verfasste wohl älteste erhaltene Quaestionenkommentar zu De anima in Siena,159 die fälschlich Adam von Bocfeld zugeschriebenen Notule super tres libros de anima (nach 1254; sog. „dritte Redaktion“ von Adams Kommentar)160 und die ebenfalls zu Unrecht unter seinen Namen gestellte Sentencia super librum de anima (sog. „zweite Redaktion“; um die Mitte des 13. Jh.),161 der vermutlich nach 1277 anzusetzende
Autors steht in einem Akrostichon auf fol. 116vb der Cambridger Handschrift; vgl. zur Zuschreibung Sharpe, A Handlist, 773. Auffallend sind an diesem Quaestionenkommentar—der allerdings über weite Strecken von der Quaestionenform abweicht—die passagenweise häufigen und ausführlichen Berufungen auf Augustinus, oft mit Zitat oder Paraphrase. Wilhelm neigt dazu, theologische Überlegungen einfließen zu lassen und sie zur Ergänzung und Abstützung seiner philosophischen Argumentation einzusetzen. Er übt aber auch gelegentlich harte Kritik an Augustinus (so fol. 145vb und 146rb). Die Trennung zwischen philosophischer und theologischer Perspektive ist bei Wilhelm weniger klar durchgeführt als bei anderen Magistern. 158 Questiones de anima (Cambridge, Gonville and Caius College, 512/543, fol. 127ra–134vb). Der unvermittelt einsetzende Text ist offenbar fragmentarisch erhalten (nur Buch III); Zuschreibung: fol. 127rb am oberen Rand „Hennore“, fol. 131r am oberen Rand „Henneymore“; Lohr, Commentaries (1968), 200 und Sharpe, A Handlist, 774 halten die Autorschaft jedoch für zweifelhaft. 159 Anonymus, Questiones super librum de anima (Siena, Biblioteca Comunale, L.III.21, fol. 134ra–177va). Zum Werk Mariella Gardinali, Da Avicenna ad Averroè: Questiones super librum de anima, Oxford 1250 c. a. (ms. Siena Com. L.III.21), in: Riv. Stor. Filos. 47 (1992) 375–407 (mit—mangelhafter—Teiledition); vgl. die ausführliche Erörterung von Gauthier, Préface (Ed. Leon. XLV/1, 251*–256*). Siehe auch Bernardini, Nota; dies., La scienza dell’anima (Teiledition); Bazán, 13th Century Commentaries, 143.—Der Text bricht fol. 177va unvermittelt im Anfangsteil des dritten Buches ab, was für den Leser indes gar nicht unmittelbar erkennbar ist, denn die Kommentierung des dritten Buches wird anschließend (177va–191ra) fortgesetzt, wobei es sich aber um einen anderen Kommentar handelt (hierzu Gauthier ebd., 266*f.). 160 Ps.-Adam von Bocfeld, Notule super tres libros de anima (Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Lat. qu. 906, fol. 115r–173v). Zu diesem texterläuternden Kommentar ohne Quaestionen sowie seinem Verhältnis zu Alberts Liber de anima und zur Aristoteleskommentierung Adams von Bocfeld siehe Gauthier, Préface (Ed. Leon. XLV/1, 249*–251*), der in dem Kommentator einen unerfahrenen Schüler Adams sieht. Vgl. Weijers, Le travail, Fasc. 1, 25. 161 Ps.-Adam von Bocfeld, Sentencia super librum de anima (Oxford, Merton College, 272, fol. 15va–22ra). Zu diesem texterläuternden Kommentar ohne Quaestionen siehe Gauthier, Préface (Ed. Leon. XLV/1, 249*); vgl. Weijers, Le travail, Fasc. 1, 25. Gauthier weist mit Recht darauf hin, dass die Zuschreibung an Adam und die herkömmliche Bezeichnung als „zweite Redaktion“ unbegründet ist. Es handelt sich um einen anonymen Kommentar, der nach Gauthiers Ansicht etwa in der Zeit entstanden sein dürfte, als Adam den seinigen schrieb. Powell hat in ihrer Ausgabe von Adams Kommentar (The Life, 49*–51*) die Frage der Autorschaft dieses anonymen Werks erörtert; sie meint, dass es sich um Aufzeichnungen handelt, die ein Hörer Adams anfertigte. Der Verfasser kennt De motu animalium noch nicht: „… determinatur in libro, quem composuit de motibus animalium, qui non pervenit ad nos“ (fol. 20vb).

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Kommentar im Parisinus Lat. 16609 und im Erfurter Amplonianus 2° 308,162 einer aus einem Codex in Rouen,163 einer in Oxford, Oriel College, 33164 und ein schon im frühen 13. Jh. entstandener im Vaticanus lat. 175;165 die offenbar ins frühe 14. Jh. zu setzenden Questiones et notabilia in de anima aus dem Vaticanus lat. 2170166 sowie die in derselben Handschrift überlieferten Questiones in Aristotilis de anima (nach 1266),167 die in drei Textzeugen überlieferten Questiones in libros II et III de anima eines um 1260 tätigen Averroisten,168 ein in Oxford, Merton College, 275 vorliegender Quaestionenkommentar zum ersten Buch von De anima,169 ein zu Unrecht Wilhelm von Alnwick zugeschriebener Kommentar eines englischen Scotisten zu Buch I und II im Vaticanus

162 Anonymus, Commentum in de anima (Paris, Bibliothèque Nationale, Lat. 16609, fol. 41ra–61rb; Erfurt, Universitätsbibliothek, Dep. Erf., CA 2° 308, fol. 44va–vb und 85ra–vb [Prolog]). Zum Werk siehe Köhler, Grundlagen, 303 und Anm. 212–215. 163 Anonymus, Commentarius in Aristotilis librum de anima (Rouen, Bibliothèque Municipale, 924 [I.052], fol. 3ra–15rb). Dieser Kommentar hält sich eng an den kommentierten Text, dessen Inhalt zusammengefasst wird. 164 Anonymus, Questiones super de anima (Oxford, Oriel College, 33, fol. 120ra– 162va). 165 Anonymus, Opusculum de anima (Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 175, fol. 219ra–221vb). Siehe dazu Köhler, Grundlagen, 218 und Anm. 632. 166 Fol. 63ra–114rb; dazu Köhler, Grundlagen, 340 f.; Joachim Vennebusch, Die Questiones in tres libros de anima des Simon von Faversham, in: Arch. Gesch. Philos. 47 (1965) 20–39, hier: 29–33. 167 Fol. 51ra–62vb. Siehe Köhler, Grundlagen, 313 und Anm. 255; Martin Grabmann, Mittelalterliche lateinische Übersetzungen von Schriften der Aristoteles-Kommentatoren Johannes Philoponos, Alexander von Aphrodisias und Themistios, in: ders., Gesammelte Akademieabhandlungen, I, 497–564, hier: 536. Der Kommentator nimmt auf Albert und Thomas Bezug. 168 Gauthier, Préface (Ed. Leon. XLV/1, 266 f.*). Textzeugen: Oxford, Merton College, 272, fol. 242ra–253vb (= O; Fragment: nur Buch III; Schluss fehlt); Erfurt, Universitätsbibliothek, Dep. Erf., CA 4° 312 (= E), fol. 43ra–51rb (Buch II, unvollständig) und 51rb–60rb (Buch III, vollständig); von uns nicht herangezogen: Siena, Biblioteca Comunale, L.III.21, fol. 177va–191ra (nur Buch III, am Schluss unvollständig). Nur einer der drei Textzeugen, nämlich E, bietet Buch II, und zwar offenbar ohne den Anfang; es ist somit durchaus möglich, dass der Kommentar ursprünglich alle drei Bücher einschloss. Die Zuschreibung an Burley im Explicit des Erfurter Codex ist nicht ernstzunehmen, obwohl Lohr, Medieval Latin Aristotle Commentaries (1968), 183 das Werk unter Burleys Namen („ascribed“) anführt; siehe dazu Sharpe, A Handlist, 728 f. Vgl. ferner De Raedemaeker, Informations (1968–1970), 195–203 (mit Quaestionenverzeichnis); Bernardini, Nota, 316; Bazán, 13th Century Commentaries, 143 Anm. 69. 169 Anonymus, Questiones super primum librum de anima (Oxford, Merton College, 275, fol. 98ra–100vb). Siehe dazu Van Steenberghen, Un commentaire, 124.

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lat. 869 (vor 1323),170 in demselben Codex erhaltene Questiones in capitulum primum libri I et librum II de anima (nach 1260?),171 eine Kompilation von teils anonymen, teils Thomas von Aquin gehörenden Questiones de anima in Bordeaux,172 die Questiones super librum de anima in Worcester, Cathedral Library, Q 90,173 die Notule super librum de anima im Erfurter Amplonianus 4° 312 (vor der Mitte 13. Jh.?)174 und die dem Aegidius
Anonymus, Questiones in libros I et II de anima (Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 869, fol. 51vb–101rb); dazu Sharpe, A Handlist, 747; Weijers, Le travail, Fasc. 3, 96; Köhler, Grundlagen, 345 Anm. 388. Der Autor diskutiert thomistische und skotistische Ansichten. Dass er auch das dritte Buch zu kommentieren beabsichtigte, ist seinen Worten zu entnehmen (fol. 52rb: „et illud dubium tangetur in principio 3ii, ideo hic transeo“; fol. 96vb: „Sed quia in 3° intendo istam materiam tractare, que scilicet potencia sit nobilior …“). 171 Anonymus, Questiones in capitulum primum libri I et librum II de anima (Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 869, fol. 200ra–210vb). Vermutlich liegt hier ein Fragment eines Kommentars zum gesamten Werk vor (fol. 206va: „De hoc queretur in tercio“, „utrum sit tota in toto vel tota in qualibet parte, ut ponitur a quibusdam, videbitur in tercio huius“). Hierfür spricht auch das abrupte Ende des Textes fol. 210vb mit den Worten „dicendum quod sic.“ Tatsächlich kommentiert werden Buch I Kap. 1 und Buch II Kap. 1–7. Joachim Vennebusch, Die Einheit der Seele nach einem anonymen Aristoteleskommentar aus der Zeit des Thomas von Aquin und des Siger von Brabant, in: Rech. Théol. anc. méd. 33 (1966) 39–80 beschreibt die Handschrift (40 f.), bietet ein Quaestionenverzeichnis (41 f.), analysiert den Inhalt und ediert ein Stück (71–80). Er vermutet, dass ein Oxforder Magister, der vielleicht mit Robert Kilwardby in Verbindung stand, diesen Kommentar verfasst hat (ebd., 47; 58 Anm. 49). Vgl. Dales, The Problem, 80–86; Köhler, Grundlagen, 301 und Anm. 201. 172 Bordeaux, Bibliothèque Municipale, 415, fol. 136ra–175rb. Auf fol. 153rb beginnt ohne besondere Kennzeichnung eine Gruppe von Quaestionen, die aus den Quaestiones disputatae de anima des Thomas von Aquin stammen. Die aus dem Werk des Thomas übernommene Passage endet fol. 161rb; es folgen (fol. 161rb–175rb) anonyme Quaestionen zum dritten Buch von De anima. 173 Anonymus, Questiones super librum de anima (Worcester, Cathedral Library, Q 90, fol. 86ra–96vb). Der anscheinend fragmentarisch erhaltene Text bricht am Ende unvermittelt ab. Zur Handschrift siehe Charles H. Lohr, Aristotelica Britannica, in: Theol. Philos. 53 (1978) 79–101, hier: 100 f. 174 Anonymus, Notule super librum de anima (Erfurt, Universitätsbibliothek, Dep. Erf., CA 4° 312, fol. 61ra–68ra). Das Werk beginnt in dem einzigen Zeugen abrupt (gegen Ende des ersten Buches), ist also offenbar fragmentarisch erhalten. Lohr, Commentaries (1968), 183 führt es unter den Burley zugeschriebenen Werken auf; siehe dazu die Hinweise bei Sharpe, A Handlist, 728 f. (zur Datierung der Handschrift und der Zuschreibung an Burley). Trotz der etwas unpassenden, von einer späteren Hand stammenden Überschrift fol. 61ra „Sentencia cum questionibus super de anima“, die Quaestionen verheißt, handelt es sich im Wesentlichen um eine streng am kommentierten Text orientierte Paraphrasierung von De anima.—Diesem Werk sind einige Kommentare zu Parva naturalia von derselben Hand angefügt. Sie stammen vermutlich von demselben Autor, wie ein gemeinsames Explicit von der Texthand fol. 78ra zeigt, das die Kommentargruppe geradezu zu einem Gesamtwerk zusammenfasst: „Expliciunt notule
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von Orléans (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Dominikaner) zugeschriebenen, aber offenbar nicht ihm gehörenden Questiones supra librum de anima im Parisinus Mazarine Lat. 3493.175 Sodann ist die ebenfalls reichhaltige Kommentierung der Parva naturalia zu nennen.176 Es handelt sich vor allem um die vier Schriften De sensu et sensato, De memoria et reminiscentia, De somno et vigilia und De causis longitudinis et brevitatis vitae (De morte et vita). Zu ihnen boten die Epitome oder Summa genannten kleinen Kommentare des Averroes, die in lateinischer Übersetzung—vermutlich nicht, wie früher angenommen, von Michael Scotus—seit den zwanziger oder frühen dreißiger Jahren des 13. Jh. zugänglich waren, zusammenfassende Einführungen.177 Ferner sind die Kommentare der Magister zu De iuventute et senectute et vita et morte et de respiratione zu beachten. Alle diese Werke des Stagiriten lagen schon seit dem 12. Jh. in den Übersetzungen des Corpus vetustius vor, wo sie auf De anima zu folgen pflegen. Erst viel später—nicht vor den sechziger Jahren—stand das Corpus recentius zur Verfügung, das die Übersetzungen Wilhelms von Moerbeke umfasst. Wilhelm hat nicht von Grund auf neu übersetzt, sondern die ihm vorliegenden alten Übersetzungen der Parva naturalia revidiert.

super librum de anima et super libros ei subalternatos compositos ab Aristotile.“ Dieses Explicit kann auf den Autor selbst zurückgehen. Auffallend ist eine gewisse Nähe zu Formulierungen in Kommentaren Adams von Bocfeld. 175 Ps.-Aegidius von Orléans, Questiones supra librum de anima (Paris, Bibliothèque Mazarine, Lat. 3493, fol. 190rb–200vb; unvollständig). Zur Zuschreibung siehe Władysław Senko, A la recherche d’un commentaire sur le „De anima“ de Gilles d’Orléans, in: La filosofia della natura nel medioevo. Atti del terzo congresso internazionale di filosofia medioevale, Passo della Mendola (Trento)—31 agosto – 5 settembre 1964, Milano 1966, 691–698, hier: 691–694. 176 Siehe dazu Jozef De Raedemaeker, Une ébauche de catalogue des commentaires sur les „Parva naturalia“ parus au XIIIe, XIVe et XVe siècles, in: Bull. Philos. méd. 7 (1965) 95–108. Vgl. Charles H. Lohr, The new Aristotle and „science“ in the Paris arts faculty (1255), in: L’enseignement des disciplines à la Faculté des arts (Paris et Oxford, XIIIe–XVe siècles), ed. Olga Weijers/Louis Holtz (Studia Artistarum 4), Turnhout 1997, 251–269, hier: 258; De Leemans, Medieval Latin Commentaries, 298. Zur Einteilung siehe auch dens., The Vicissitudes, 207 Anm. 28. 177 Averrois Cordubensis compendia librorum Aristotelis qui parva naturalia vocantur, rec. Aemilia L. Shields/Henricus Blumberg (Corpus Commentariorum Averrois in Aristotelem, Versiones Latinae, VII), Cambridge (Mass.) 1949. Zur ungerechtfertigten Zuschreibung der Averroes-Übersetzungen an Michael Scotus siehe Lorenzo MinioPaluello s. v. Michael Scot, in: Dictionary of Scientific Biography, IX, New York 1980, 361–365, hier: 362 f.

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Was De sensu et sensato betrifft, war der im frühen dritten Jahrhundert entstandene Kommentar des Alexander von Aphrodisias, den Moerbeke um 1260 der lateinischsprachigen Welt zugänglich gemacht hat, einflussreich. Der bekannteste und am gründlichsten editorisch erschlossene Kommentar zu diesem Werk des Aristoteles im Untersuchungszeitraum ist der erste Traktat der Sentencia libri de sensu et sensato des Thomas von Aquin (1268/1270).178 Noch nicht kritisch herausgegeben ist der Kommentar Alberts des Großen (wohl 1255/1259).179 Kritisch ediert sind die Kommentare von Roger Bacon (ca. 1237/1250)180 und Petrus de Alvernia (wohl 1279/1284),181 nicht aber der in zwei Redaktionen überlieferte Adams von Bocfeld (ca. Mitte des 13. Jh.)182 und diejenigen Adams von Whitby (um 1265?)183 und Galfrids von
178 Herausgegeben von René-Antoine Gauthier (Ed. Leon. XLV/2, 1–101). Gauthier hat dort auch den Text der von Thomas benutzten Aristoteles-Übersetzung des Wilhelm von Moerbeke kritisch ediert. 179 Albert d. Gr., De sensu et sensato, ed. Auguste Borgnet, Paris 1890 (Ed. Paris. IX, 1–96). 180 Herausgegeben von Robert Steele (Opera hactenus inedita Rogeri Baconi, Fasc. 14), Oxford 1937. Zur ungefähren zeitlichen Einordnung zwischen 1237 und 1250 siehe Jeremiah Hackett, The Published Works of Roger Bacon, in: Vivarium 35 (1997) 315– 320, hier: 316. 181 Herausgegeben von Kevin White, Two Studies Related to St. Thomas Aquinas’ Commentary on Aristotle’s De sensu et sensato, together with an Edition of Peter of Auvergne’s Quaestiones super Parva Naturalia, Diss. (masch.) Ottawa 1986, II, 1–112; zur Datierung ebd., XV–XVII. 182 Adam von Bocfeld, Notule de sensu et sensato (sog. „erste“ Redaktion nach Lohr, Commentaries [1967], 321 [Nr. 13]; zum Titel Flüeler, Die verschiedenen literarischen Gattungen, 96); enthält keine Quaestionen, sondern interpretiert nur den kommentierten Text in enger Anlehnung an ihn; von uns transkribiert nach Madrid, Biblioteca Nacional, 3314, fol. 100ra–110rb. Für weitere Textzeugen siehe Lohr ebd.; René-Antoine Gauthier, Préface, in: Thomas von Aquin, Sentencia libri de sensu et sensato (Ed. Leon. XLV/2, 118*); Sharpe, A Handlist, 7. Andere Fassung: Adam von Bocfeld, In de sensu et sensato (sog. „zweite“ Redaktion nach Lohr, Commentaries [1967], 321 [Nr. 14]); von uns transkribiert nach dem Vaticanus lat. 5988, fol. 34ra–41va; für weitere Textzeugen siehe Lohr ebd. und Gauthier, Préface (Ed. Leon. XLV/2, 119*); der Anfang ist abgedruckt bei Gauthier ebd., 119*f., der 117*f. darauf hinweist, dass die Bezeichnungen „erste“ und „zweite“ Redaktion willkürlich sind und keineswegs auf einer Untersuchung ihres chronologischen oder inhaltlichen Verhältnisses basieren. Zur Überlieferung und zum Inhalt siehe die grundlegenden Ausführungen ebd., 118*f. Vgl. Weijers, Le travail, Fasc. 1, 27. 183 Adam von Whitby, Glosse super librum de sensu et sensato, erhalten in einer Florentiner Fassung (Firenze, Biblioteca Nazionale Centrale, Conv. Soppr. G.3.464, fol. 73vb–78ra) und einer Pariser Fassung (Paris, Bibliothèque Nationale, Lat. 16149, fol. 62ra–67va); ein texterklärender Kommentar ohne Quaestionen. Zweifel an Adams Autorschaft hat Lohr, Commentaries (1967), 324, der offenbar nur die Pariser Fassung kennt, vermerkt. Im Pariser Textzeugen bietet das Explicit jedoch eine ausdrückliche

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Aspall (vor 1265)184 sowie sechs anonyme: die vermutlich in die späten vierziger Jahre zu setzenden Notule supra librum de sensu et sensato des Parisinus Lat. 16635,185 die Quaestionen der Florentiner Handschrift BNC, Conv. Soppr. E.1.252186 und die des Vaticanus lat. 3061 (wohl nach 1268/1270),187 ein mit letzterem Werk eng verwandter Kommentar im Vaticanus lat. 2170188 (vielleicht handelt es sich sogar um zwei Reportationen derselben Vorlesung), ein weiterer im Erfurter Amplonianus 4° 312 (vor der Mitte 13. Jh.?)189 sowie die einem Oxforder Schüler Adams von Bocfeld zugeschriebene Sentencia libri de sensu et sensato im Vaticanus lat. 13326.190

Zuschreibung an Adam; daher liegt die Beweislast auf der Seite der Zweifelnden, und es ist von der Authentizität auszugehen (so Gabriella Pomaro im Catalogo di manoscritti filosofici nelle biblioteche italiane, III, Firenze 1982, 68–70 [Beschreibung der Florentiner Handschrift] und Gauthier, Préface [Ed. Leon. XLV/2, 125*], der offenbar von der Florentiner Fassung nichts wusste). Im Übrigen bleibt das Verhältnis der beiden Fassungen zueinander abzuklären. Vgl. Weijers, Le travail, Fasc. 1, 31. 184 Galfrid von Aspall, Questiones in de sensu et sensato, überliefert in: Oxford, Merton College, 272, fol. 254ra–273ra (= O, unvollständig); Cambridge, Gonville and Caius College, 509/386, fol. 287ra–302rb (= C, unvollständig); Oxford, New College, 285, fol. 164ra–189rb (vollständig); Todi, Biblioteca Comunale, 23, fol. 99vb–123ra (vollständig). Siehe dazu Gauthier, Préface (Ed. Leon. XLV/2, 124*f.), der darauf hinweist, dass Galfrid weithin den Aristoteles-Text kaum kommentiert, sondern ihn vielmehr nur zum Anlass nimmt, Fragen zu erörtern, die ihn interessieren. Diese Quaestionen sind— wie alle Werke Galfrids—spätestens 1264 verfasst worden, da seine Lehrtätigkeit 1265 bereits abgeschlossen war; siehe Enya Macrae, Geoffrey of Aspall’s Commentaries on Aristotle, in: Mediaeval and Renaissance Studies 6 (1968) 94–134, hier: 95 f. 185 Von uns transkribiert nach Paris, Bibliothèque Nationale, Lat. 16635, fol. 86va– 88ra. Zum Werk siehe Gauthier, Préface (Ed. Leon. XLV/2, 116*f.). 186 Anonymus, Questiones de sensu et sensato (Firenze, Biblioteca Nazionale Centrale, Conv. Soppr. E.1.252, fol. 207ra–214va). Die Handschrift beschreibt Pomaro im Catalogo di manoscritti filosofici, III, 49–51. 187 Anonymus, Questiones super de sensu et sensato (Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 3061, fol. 145ra–150rb). 188 Anonymus, Commentarium et questiones in de sensu et sensato (Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 2170, fol. 117ra–131ra). Für die Datierung wesentlich ist eine Stelle fol. 117va–vb: „et ideo si sit alius liber de intellectu a libro de anima, ille non est naturalis, sed methaphisicus, quia aliqui de hoc libros fecerunt, ut Albertus, Alpharabius (Alyhar. cod.), Alix ander .“ 189 Anonymus, Super de sensu et sensato, Erfurt, Universitätsbibliothek, Dep. Erf., CA 4° 312, fol. 69va–73vb. Dieser Kommentar stammt vermutlich von dem Autor, der die in demselben Erfurter Codex überlieferten Notule super librum de anima (fol. 61ra– 68ra) und die dort anschließenden Kommentare zu anderen Parva naturalia verfasst hat; siehe dazu oben S. 50 Anm. 174. 190 Anonymus, Sentencia libri de sensu et sensato (Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 13326, fol. 50ra–54va). Siehe dazu Gauthier, Préface (Ed. Leon. XLV/2, 121*f.).

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De memoria et reminiscentia kommentierten Thomas von Aquin (1268/ 1270, im zweiten Traktat seiner Sentencia libri de sensu et sensato),191 Albert der Große (wohl 1255/1259),192 Petrus de Alvernia (ca. 1279/1284),193 Galfrid von Aspall (kurzes Fragment; die Zuschreibung ist plausibel, aber nicht gesichert; wenn sie zutrifft, vor 1265 zu datieren),194 ein Magister, bei dem es sich wahrscheinlich um Adam von Whitby handelt (um 1265?),195 Adam von Bocfeld (ca. Mitte 13. Jh.)196 und ein Oxforder Magister, der zu Unrecht mit Adam von Bocfeld identifiziert wurde.197 Anonym sind die Notule de memoria et reminiscentia in einem Mai-

191 Herausgegeben von René-Antoine Gauthier (Ed. Leon. XLV/2, 103–133). Gauthier hat dort auch den Text der von Thomas benutzten Aristoteles-Übersetzung des Wilhelm von Moerbeke kritisch ediert. 192 Albert d. Gr., De memoria et reminiscentia, ed. Auguste Borgnet, Paris 1890 (Ed. Paris. IX, 97–119). 193 Herausgegeben von Kevin White, Two Studies Related to St. Thomas Aquinas’ Commentary on Aristotle’s De sensu et sensato, together with an Edition of Peter of Auvergne’s Quaestiones super Parva Naturalia, Diss. (masch.) Ottawa 1986, II, 113– 202; zur Datierung ebd., XV–XVII. 194 Questiones in de memoria et reminiscencia (Oxford, New College, 285, fol. 189rb– 193rb; dieses Fragment enthält nur den Anfang des Kommentars). Zur Verfasserschaft siehe Macrae, Geoffrey of Aspall’s Commentaries, 102; 108; zur Datierung ebd., 95 f. 195 Adam von Whitby (?), Glosse super librum de memoria et reminiscentia, von uns transkribiert nach Firenze, Biblioteca Nazionale Centrale, Conv. Soppr. G.3.464, fol. 67vb–69rb. Es handelt sich um ein anonym überliefertes Werk, einen anfangs texterklärenden Kommentar, dessen zweiter Teil Quaestionen enthält. Gauthier, Préface (Ed. Leon. XLV/2, 125*), der von der Florentiner Handschrift nichts wusste, kannte es aus dem Parisinus BN, Lat. 16149, fol. 60rb–62ra (den zweiten Teil, ab fol. 61rb im Parisinus, fasst er als „une question annexe“ auf). Er hält—mit einleuchtender Argumentation— Adams Autorschaft für plausibel. Letzterer Ansicht war offenbar auch Glorieux, La faculté, 68, während Sharpe, A Handlist, 21 und Simona Polidori s. v. Adam de Whitby, in: Compendium Auctorum Latinorum Medii Aevi, I, 35 das Werk unter Adams Dubia stellen. Alle diese Gelehrten kannten nur den Parisinus. 196 Adam von Bocfeld, Super librum de memoria et reminiscencia (Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 5988, fol. 26rb–29va); weitere Textzeugen bei Lohr, Commentaries (1967), 322 (Nr. 16, dort fälschlich als „zweite Redaktion“ bezeichnet) und Gauthier, Préface (Ed. Leon. XLV/2, 120*). 197 Ps.-Adam von Bocfeld, Sententia libri de memoria et reminiscencia (Oxford, Merton College, 272, fol. 22ra–23rb [= O]; Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 13326, fol. 44rb–46rb [= V]). Lohr, Commentaries (1967), 321 f. führt diesen Kommentar (Nr. 15) als „Recension I“ unter den echten Werken Adams an. Gauthier, Préface (Ed. Leon. XLV/2, 120*) erläutert, warum diese (mittelalterlich nicht bezeugte) Zuschreibung ohne Basis ist. Er hält es für sicher, dass der Verfasser ein Oxforder Magister war; dessen Ansichten hält er für „archaischer“ als diejenigen Adams, ohne jedoch daraus Konsequenzen für die Datierung abzuleiten. Powell, The Life, 30*f. bezeichnet das Werk als „Recension II“ und meint ebenfalls, dass es nicht authentisch ist.—Der hier verwendete Titel ist dem Explicit von V entnommen.

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länder Codex (um 1245/50?),198 die Questiones de memoria et reminiscentia in der bereits erwähnten Florentiner Handschrift Conv. soppr. E.1.252— im Anschluss an den Kommentar zu De sensu et sensato199—und Super de memoria et reminiscentia (vor der Mitte 13. Jh.?) im erwähnten Amplonianus 4° 312 unmittelbar vor dem Kommentar zu De sensu et sensato.200 Große Beachtung fand De somno et vigilia.201 Der prominenteste Kommentator war Albert der Große (wohl 1255/1259).202 Des Weiteren zu nennen sind Petrus de Alvernia (ca. 1279/1284),203 Simon von Faversham († 1306),204 Galfrid von Aspall (vor 1265),205 der 1275 an der Pariser Artistenfakultät bezeugte Jakob von Douai, der einen rein texterklärenden und einen Quaestionenkommentar verfasste, die offenbar als ein Werk in zwei Teilen aufzufassen sind (Questiones et sententia super librum de somno et vigilia),206 ein Magister Adam, bei dem es sich wohl um Adam
198 Anonymus, Notule de memoria et reminiscencia (Milano, Biblioteca Ambrosiana, H 105 inf., fol. 18rb–23vb). Siehe zu diesem Werk Gauthier, Préface (Ed. Leon. XLV/2, 117*). 199 Anonymus, Questiones de memoria et reminiscencia (Firenze, Biblioteca Nazionale Centrale, Conv. Soppr. E.1.252, fol. 214va–217rb). Die Handschrift beschreibt Pomaro im Catalogo di manoscritti filosofici, III, 49–51. 200 Erfurt, Universitätsbibliothek, Dep. Erf., CA 4° 312, fol. 68ra–69va. Dieser Kommentar stammt vermutlich von dem Autor, der den in dem Erfurter Codex unmittelbar voranstehenden Kommentar zu De anima verfasst hat. Siehe dazu oben S. 50 Anm. 174. 201 Ediert sind nur das zweite und das dritte der drei Bücher: Aristotelis de insomniis et de divinatione per somnum, ed. Hendrik J. Drossaart Lulofs, Leiden 1947 (Translatio vetus und Translatio nova im Paralleldruck). 202 Ed. Auguste Borgnet, Paris 1890 (Ed. Paris. IX, 121–212). Siehe dazu Thomas Ricklin, Albert le Grand, commentateur: L’exemple du De somno et vigilia III,1, in: Freib. Z. Philos. Theol. 45 (1998) 31–55. 203 Herausgegeben von Kevin White, Two Studies Related to St. Thomas Aquinas’ Commentary on Aristotle’s De sensu et sensato, together with an Edition of Peter of Auvergne’s Quaestiones super Parva Naturalia, Diss. (masch.) Ottawa 1986, II, 203– 220; zur Datierung ebd., XV–XVII. 204 Simon von Faversham, Questiones de sompno et vigilia (Oxford, Merton College, 292, fol. 389ra–393va; Fragment, Anfang fehlt). Auffallend ist die häufige Berufung auf Albert. 205 Galfrid von Aspall, Questiones super de sompno et vigilia (Oxford, Merton College, 272, fol. 274va–281va mit Anhang 281vb–282ra). Die Zuschreibung ist einem Vermerk der Texthand am Ende des ersten Buches fol. 279ra zu entnehmen. Der Codex ist beschrieben von Macrae, Geoffrey of Aspall’s Commentaries, 99–101 und 108; nach ihren Angaben endet Galfrids Kommentar fol. 281va, und es folgt fol. 281vb–282ra „a connecting passage“, offenbar ebenfalls von Galfrid (ebenso wie die anschließenden Quaestionen ab fol. 282rb). Zur Datierung des Kommentars (spätestens 1264) siehe ebd., 95 f. 206 So im Explicit einer Brügger Handschrift: Expliciunt questiones et sententia super librum de somno et vigilia (Brugge, Stedelijke Openbare Bibliotheek, 513, fol. 167r). Das

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von Whitby handelt (dann könnte sein Kommentar in die sechziger Jahre zu setzen sein),207 und Adam von Bocfeld, dem ein Kommentar sicher gehört208 (somit wie seine anderen Aristoteleskommentare um die Mitte 13. Jh. zu datieren), während die Zuschreibung eines zweiten offenbar unzutreffend ist (man neigt jetzt dazu, Siger von Brabant als den Verfasser anzusehen)209 und diejenige eines dritten ebenfalls nicht gut begründet zu sein scheint.210 Ob die Quaestionen in einer Römer
Werk ist hier zitiert nach Erfurt, Universitätsbibliothek, Dep. Erf., CA 4° 188, fol. 72ra– 79ra (sententia, bezeichnet als Scripta supra librum de sompno et vigilia) und fol. 79ra–81va (questiones). Siehe Lohr, Commentaries (1970), 140; Weijers, Le travail, Fasc. 4, 102 f. 207 Adam von Whitby (?), Scripta de sompno et vigilia (Firenze, Biblioteca Nazionale Centrale, Conv. Soppr. G.3.464, fol. 70ra–73vb). Auf fol. 70r findet sich die Marginalnotiz „Scripta Ade de sompno et vigilia.“ Hierzu bemerkt Pomaro im Catalogo di manoscritti filosofici, III, 70: „L’attribuzione ad Ade è della solita mano che appone tutte le rubriche trascritte in questa scheda; nel ms. le opere sono tutte anonime. In particolare quest’attribuzione non è verificabile, ma i testi ai ff. 79–85 … potrebbero essere di Adam di Buckfeld, mentre al n. 5 troviamo un’opera di Adam de Whitby.“ Der letztere Hinweis bezieht sich auf den wohl mit Recht Adam von Whitby zugeschriebenen Kommentar zu De sensu et sensato (siehe oben S. 52 Anm. 183). Bedenkt man nun, dass erstens von Adam von Bocfeld ein Kommentar zu De somno et vigilia erhalten ist, von Adam von Whitby jedoch kein anderweitiger zu diesem Werk des Aristoteles bekannt ist, dass zweitens das von Pomaro erwähnte Werk Adams von Whitby im Florentiner Codex unmittelbar auf das hier besprochene folgt und dass drittens das im Florentiner Codex unmittelbar dem hier besprochenen voranstehende Werk, ein Kommentar zu De memoria et reminiscentia (fol. 67vb–69rb), von Adam von Whitby stammt (siehe oben S. 54 Anm. 195), so wird man weit eher an Whitby als an Bocfeld zu denken haben.—Der Kommentar ist texterklärend und bietet keine Quaestionen. 208 Adam von Bocfeld, Sententia super librum de sompno et vigilia (sog. „erste Redaktion“), ed. Roberto Busa, S. Thomae Aquinatis opera omnia VII, Stuttgart–Bad Cannstadt 1980, 14–17; zum Titel Flüeler, Die verschiedenen literarischen Gattungen, 91. Siehe dazu Lohr, Commentaries (1967), 322 (Nr. 17); Sharpe, A Handlist, 7; Weijers, Le travail, Fasc. 1, 27 f. 209 Sentencia super libro de sompno et vigilia (sog. „zweite Redaktion Adams von Bocfeld“), von uns transkribiert nach Wien, Österreichische Nationalbibliothek, 2330, fol. 50ra–59va. Weitere Textzeugen nennt Lohr, Commentaries (1967), 322 (Nr. 18); vgl. dens., Commentaries (1973), 136 (Nr. 22) zur Zuschreibung an Siger. Vgl. Olga Weijers, La Questio de augmento d’Adam de Bocfeld, in: Ratio et superstitio. Essays in Honor of Graziella Federici Vescovini, ed. Giancarlo Marchetti u. a. (Textes et Études du Moyen Âge 24), Louvain-la-Neuve 2003, 243–262, hier: 244 und dies., Le travail, Fasc. 1, 27 f. 210 Adam von Bocfeld (?), In de sompno et vigilia (Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 13326 [olim 817A], fol. 46va–49vb). Lohr, Commentaries (1967), 322 (Nr. 17) zählt diesen Textzeugen zur „ersten Redaktion“ von Adams Kommentar (d. h. dem authentischen Kommentar dieses Magisters), weist indes darauf hin, dass es sich nach Louis Bataillon, Adam of Bocfeld: Further Manuscripts, in: Medievalia et humanistica 13 (1960) 35–39, hier: 38 um eine eigenständige Fassung (sog. „dritte Redaktion“) handelt. Bataillon begründet diese Auffassung ebensowenig wie Auguste Pelzer, Codices Vaticani Latini, II, Pars prior, Città del Vaticano 1931, 169–171, der die

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Handschrift, als deren Verfasser Siger von Brabant gilt, ihm tatsächlich gehören, ist zweifelhaft.211 Anonym sind ein Kommentar Super de sompno et vigilia in einem Codex in Cesena212 und Questiones super de sompno et vigilia in Rom, Biblioteca Angelica, 549,213 und auch in den bereits wiederholt genannten Handschriften in Florenz214 und Erfurt (vor der Mitte 13. Jh.?)215 finden sich Kommentare unbekannter Magister zu diesem Werk des Stagiriten. De causis longitudinis et brevitatis vitae (von den Magistern oft kürzer De longitudine et brevitate vite genannt) ist in der alten, anonymen Übersetzung, der des Corpus vetustius, unvollständig; der Schluss fehlt, und der Titel lautet dort stets De morte et vita, woran man diese Übersetzung und die auf sie bezogenen Kommentare erkennen kann.216 Kommentiert haben wie bei De somno et vigilia Albert der Große (wohl 1255/1259),217
Handschrift ausführlich beschreibt. Da der Text sich aber in der Tat stark von dem der sog. „ersten Redaktion“ unterscheidet und anonym überliefert ist, stellt sich die Frage, ob er überhaupt auf Adam zurückgeht. 211 Questiones super de sompno et vigilia (Roma, Biblioteca Angelica, 549, fol. 99vb– 104va). Siehe dazu Jan Pinborg, Die Handschrift: Roma Biblioteca Angelica 549 und Boethius de Dacia, in: Class. Med. 28 (1969) 373–393, hier: 383 f. Lohr, Commentaries (1973), 136 f. (Nr. 24) weist auf eine kürzere Fassung dieses Kommentars in München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 9559, fol. 47r–51r hin; ein Quaestionenverzeichnis nach der Münchner Handschrift mit Zusammenfassungen der Lehrmeinungen bietet Fernand Van Steenberghen, Siger de Brabant d’après ses oeuvres inédites, I: Les oeuvres inédites (Les Philosophes Belges XII), Louvain 1931, 223–233.—Siger wird außerdem ein anderer Kommentar zugeschrieben (siehe oben S. 56 Anm. 209). 212 Anonymus, Super de sompno et vigilia (Cesena, Biblioteca Malatestiana, S VI 5, fol. 163ra–164rb). 213 Anonymus, Questiones super de sompno et vigilia (Roma, Biblioteca Angelica, 549, fol. 104vb–112rb). 214 Anonymus, Questiones de sompno et vigilia (Firenze, Biblioteca Nazionale Centrale, Conv. Soppr. E.1.252, fol. 217rb–225rb). Die Handschrift beschreibt Pomaro im Catalogo di manoscritti filosofici, III, 49–51. 215 Anonymus, Super de sompno et vigilia (Erfurt, Universitätsbibliothek, Dep. Erf., CA 4° 312, fol. 73vb–77rb). Dieser Kommentar stammt vermutlich von dem Autor, der den in demselben Erfurter Codex überlieferten Kommentar zu De anima und die dort anschließenden Kommentare zu anderen Parva naturalia verfasst hat. Siehe dazu oben S. 50 Anm. 174. Die für die Erfurter Kommentargruppe typische Nähe zu Formulierungen Adams von Bocfeld in dessen Kommentaren zu den betreffenden Werken des Aristoteles ist nirgends so augenfällig wie in Super de sompno et vigilia; der Erfurter Kommentar wirkt streckenweise geradezu wie eine andere Redaktion des von Adam stammenden. 216 Die Translatio vetus ist nach zwei Handschriften ediert von Manuel Alonso, Pedro Hispano: Obras filosóficas, III (Instituto de Filosofía „Luis Vives.“ Serie A Núm. 4), Madrid 1952, 403–411. 217 Albert d. Gr., De morte et vita, ed. Auguste Borgnet, Paris 1890 (Ed. Paris. IX, 345–373).

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Simon von Faversham († 1306),218 Galfrid von Aspall (vor 1265),219 Jakob von Douai (um 1275 tätig),220 Petrus de Alvernia (um 1272/1274) und Adam von Bocfeld. Die beiden letzteren kommentierten sowohl die Übersetzung im Corpus vetustius221 als auch diejenige Wilhelms von Moerbeke222; Adams Sententia libri de morte et vita dürfte in die fünfziger Jahre zu setzen sein. Ungewiss ist wie bei De somno et vigilia die Autorschaft des unter den Namen Sigers von Brabant gestellten Kommentars zur älteren Übersetzung.223 Mit dem Text im Corpus vetus218 Simon von Faversham, Questiones de longitudine et brevitate vite (Oxford, Merton College, 292, fol. 396vb–399ra). 219 Galfrid von Aspall, Questiones super librum de morte et vita, erhalten in Cambridge, Gonville and Caius College, 509, fol. 276ra–286rb (= C) und Oxford, Merton College, 272, fol. 282rb–294vb (= O; häufig stark abweichende Fassung; Schluss fehlt). Die Verfasserschaft ergibt sich aus einem Vermerk am unteren Rand von fol. 286rb der Cambridger Handschrift: „De Aspale questiones expliciunt.“ Vgl. Weijers, Le travail, Fasc. 3, 35. Zur Datierung siehe Macrae, Geoffrey of Aspall’s Commentaries, 95 f. 220 Questiones et sententia de longitudine et brevitate vite (Erfurt, Universitätsbibliothek, Dep. Erf., CA 4° 188, fol. 81vb–86ra). Siehe Lohr, Commentaries (1970), 140 f.; Weijers, Le travail, Fasc. 4, 102. 221 Adam von Bocfeld, Sententia libri de morte et vita (Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 5988, fol. 22ra–24rb). Dieser Kommentar ist der von Lohr, Commentaries (1967), 323 als Nr. 20 aufgeführte (mit Angabe weiterer Textzeugen); siehe auch Weijers, Le travail, Fasc. 1, 27. Eine Teiledition bietet Dunne, Magistri Petri de Ybernia Expositio, 35–38, der das Werk „sometime in the 1250s“ datiert (ebd., 34). Zum Titel Flüeler, Die verschiedenen literarischen Gattungen, 91.—Petrus de Alvernia, Sententia super libro de morte et vita (Ed. Venet. 1566; zahlreiche Handschriften und auch Drucke nennt Lohr, Commentaries (1972), 342 [Nr. 18]). Zur Datierung White, Two Studies, II, XVI f. 222 Adam von Bocfeld, In de longitudine et brevitate vite, von uns transkribiert nach Oxford, Merton College, 272, fol. 23va–24rb. Dieser Kommentar ist der von Lohr, Commentaries (1967), 322 f. als Nr. 19 aufgeführte (mit Angabe dreier Textzeugen); siehe auch Weijers, Le travail, Fasc. 1, 26.—Petrus de Alvernia, Sentencia de causis longitudinis et brevitatis vite (Brugge, Stedelijke Openbare Bibliotheek, 496, fol. 31ra–35rb [= B]; Wien, Österreichische Nationalbibliothek, 2330, fol. 9va–12va [= V]; Teiledition von Dunne, Magistri Petri de Ybernia Expositio, 40–43 [= D; Transkription der Wiener Handschrift]). Lohr, Commentaries (1972), 341 (Nr. 15) nennt weitere Handschriften. Zur Datierung White, Two Studies, II, XVI f. 223 Glosule super librum de morte et vita (Wien, Österreichische Nationalbibliothek, 2330, fol. 48ra–49vb [unvollständig, Schluss fehlt]; Leipzig, Universitätsbibliothek, 1406, fol. 90ra–94ra [vollständig]). Der hier gewählte Titel ist dem Explicit der Leipziger Handschrift entnommen. Zur Zuschreibung, deren Berechtigung noch einer definitiven Klärung entbehrt, siehe Antoine Dondaine/Louis-Jacques Bataillon, Le manuscrit Vindob. lat. 2330 et Siger de Brabant, in: Archivum Fratrum Praedicatorum 36 (1966) 153–261, hier: 170; 184–188 (sie nennen das Werk Sententia super de longitudine et brevitate vitae). Vgl. Lohr, Commentaries (1973), 136 (Nr. 23, unter den Dubia). Dieser Kommentar weist Berührungspunkte (bis hin zu wörtlicher Übereinstimmung) mit demjenigen im Erfurter Amplonianus 4° 312 (siehe unten S. 59 Anm. 227) auf und noch weit

III. Erf. Louvain-laNeuve u. de inspiratione et respiratione (Ed. 399ra–401va). 341 (Nr. 50 Anm. Le travail. Michael Dunne (Philosophes médiévaux 20). 227 Erfurt. Kouri/Lehtinen. 70. Siehe dazu oben S. 4). Conv. 226 Magistri Petri de Ybernia Expositio et quaestiones in Aristotelis librum de longitudine et brevitate vite. 77rb–78ra. 49–51. 224 Petrus de Flandria. 122b–161b). 122rb–128rb [= A]). Merton College. 23va–24rb. seine behandlung in der forschung 59 tius befassten sich Petrus de Flandria224 und Petrus Hispanus (Portugalensis) (vor 1240?). Diese zusammenhängenden Traktate wurden in der alten Übersetzung und in derjenigen Moerbekes—ganz im Sinne des Aristoteles. 228 Anonymus. 174. fol. 228va–229va). 272. dessen Name im Explicit bezeugt ist.. 75. Commentaries (1972). ed. Disputed Questions. Biblioteca Angelica. 413–490. 230 Simon von Faversham. lat. 131ra–132ra). Würzburg 1966. 292.229 Simon von Faversham († 1306)230 und Henricus de Alemannia231 gesamthaft kommentiert. 305) und 136 (Nr. 42 f. de inspiracione et respiracione (Oxford. Merton College.. der es so konzipiert hatte—als Bestandteile eines einzigen Werks aufgefasst und dementsprechend von Magistern wie Petrus de Alvernia (um 1272/1274). fol. fol.?)227 und die Quaestionen in der ebenfalls wiederholt genannten Florentiner Handschrift. Fasc. (Città del Vaticano. 1993. Die Handschrift beschreibt Pomaro im Catalogo di manoscritti filosofici.225 auch Petrus de Hibernia kommentierte ihn um 1258/1265. Expositio in librum de iuventute et senectute. de morte et vita. fol. ed. 310). 225 Tractatus de longitudine et brevitate vite. 2170. Roma. Weijers. lat. Expositio librorum de iuventute et senectute. Zum Verfasser. 28–31. Dep. 4. Questiones de morte et vita (Firenze. Manuel Alonso. Zahlreiche Textzeugen nennt Lohr. Manuskripte von Werken der Autoren des Augustiner-Eremitenordens in mitteleuropäischen Bibliotheken (Cassiciacum 20). Medieval Latin Commentaries. Biblioteca Apostolica Vaticana. CA 4° 312. der den in demselben Erfurter Codex überlieferten Kommentar zu De anima und die dort anschließenden Kommentare zu anderen Parva naturalia verfasst hat. XVI f. Adolar Zumkeller. Siehe dazu Dunne. . Dieser Kommentar stammt vermutlich von dem Autor.226 Anonym sind das Werk Super de morte et vita in dem schon mehrfach erwähnten Erfurter Amplonianus (vor Mitte des 13.“ Serie A Núm. Jh.228 die auch von der alten Übersetzung ausgehen.252. 16). Meirinhos.der gegenstand. fol. siehe De Leemans. Two Studies. 2170. fol. Vgl. III (Instituto de Filosofía „Luis Vives. 229 Petrus de Alvernia. Zur Datierung White. Vat. 231 Henricus de Alemannia. Universitätsbibliothek. 1ra–6rb [= V].1. Questiones de iuventute et senectute. Biblioteca Nazionale Centrale. Petrus Hispanus. Magistri Petri de Ybernia Expositio. Madrid 1952. 549. Weniger Interesse fand De iuventute et senectute et vita et morte et de respiratione. E. Questiones libri de morte et vita (Città del Vaticano. fol. Pedro Hispano: Obras filosóficas. Biblioteca Apostolica Vaticana. Venezia 1566. 131 (Nr. fol. Soppr. Wie zu anderen Parva naturalia sind auch hierzu ein Siger von Brabant zugeschriebener Kommen- stärkere und häufigere Übereinstimmung mit dem Kommentar Adams von Bocfeld in Oxford. Vat. II. 330. a.

235 sein Kommentar De spiritu et respiratione (wohl 1255/1259) bezieht sich nicht auf das Werk des Aristoteles. Paris.237 Nicht sehr umfangreich. Die aristotelische Biologie. 305–321). IX. V/2. vielleicht unvollständig sind die bereits in Zusammenhang mit De animalibus genannten. 263–267 (Quaestionenverzeichnis mit Zusammenfassungen der Lehrmeinungen). I. 159 Anm. 1ra–104va. Albert der Große verfasste eine Schrift De iuventute et senectute (wohl 1255/1259).60 kapitel i tar232 sowie Quaestionen in der schon mehrmals erwähnten Florentiner Handschrift233 erhalten.236 die Physiognomie und die Problemata. V).238 Weit ausführlicher sind die Sentencia probleumatum Aristotilis in einem Brügger Codex. Einen Hinweis auf die Heimat des Kommentators bieten vielleicht seine geographischen Ausführungen fol. zur Datierung ebd. Zum Begriff „problema“ im Oxforder Universitätsbetrieb siehe Weijers. 235 Hierzu auch Lewry. 991 ff. De iuventute et senectute. Bayerische Staatsbibliothek. nicht vor den sechziger Jahren entstandenen Questiones disputate super problematibus Aristotilis et de historiis animalium im Parisinus BN Lat. Es handelt sich nicht um einen Quaestionenkommentar. Die alten Drucke und neue Literatur verzeichnet Marco Toste in: Compendium Auctorum Latinorum Medii Aevi. III. Zu den aristotelischen Pseudepigraphen. Clm 9559. 3ra: „Vel si fiat mutacio secundum extrema. sondern es wird jeweils die Behandlung des Problems durch Aristoteles paraphrasiert und um Erwägungen und Beispiele des Kommentators ergänzt. Un capitolo dell’Aristotele medievale: Bartolomeo da Messina traduttore dei Problemata physica.. Münster 1980 (Ed. Stedelijke Openbare Bibliotheek. 28 Anm. 20–22. Gr. ed. Biblioteca Nazionale Centrale.252. hier: 21 f. E. Soppr. II.1. Die Problemata sind zwischen 1258 und 1266 von Bartholomaeus von Messina übersetzt worden. Auguste Borgnet. …. Colon. Problema. fol. 16089.. plus nocet. siehe dazu Van Steenberghen. Gerardo Marenghi.1. gehören neben De causis proprietatum elementorum. puta de uno climate ad aliud. Paris 1890 (Ed. 49–51. 238 Siehe oben S. Questiones super librum de iuventute et senectute (München. De causis proprietatum elementorum. sondern auf De differentia spiritus et animae des Costa ben Luca. Conv. si autem fiat modica. Gr.234 die aber eher den Charakter einer originalen Abhandlung als den eines Kommentars zum Aristotelestext hat. 225rb–228va). fol. 72. deren Verfasser vielleicht Johannes Vath ist. Die Handschrift beschreibt Pomaro im Catalogo di manoscritti filosofici. 236 Albert d. ut de Picardia ad . Siehe hierzu Anzulewicz. die bei den Magistern Beachtung fanden..239 und vor 232 Siger von Brabant.. 237 Eine kritische Gesamtausgabe dieser „translatio vulgata“ fehlt noch. 32. Questiones de iuventute et senectute (Firenze. 233 Anonymus. ed. 234 Albert d. 239 Brugge. das Albert der Große um 1251/1254 kommentierte. 481. Paul Hossfeld. in: Aevum 36 (1962) 268–283. fol. 71vb–74ra). Study. Siger. 2. 47–106.

quia …“—Den Problemata-Kommentar hat Petrus dem Explicit zufolge in Paris—also in den neunziger Jahren oder in den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts—begonnen und in Padua fertiggestellt. quia statim dicit Philosophus yschias iuvare melancolicos. quae in bibliothecis Belgicis asservantur. fol. Venezia 1501). non hec est nominis vera interpretatio neque etiam essentiam rei continet. da die ihm vorliegende Fassung „vel impressorum negligentia vel correctorum forte nulla diligentia tot erroribus viciata esset. 10 Anm. darunter eigene (z. et subest ratio. 55. …“ Beachtenswert ist seine philologische Arbeit am Aristoteles-Text. ad mediocrem saltem … expositionem deduxi“. beklagt die mangelhafte Überlieferung. hat—wie er in seinem Vorwort schreibt—oft und massiv in den Text des Petrus eingegriffen: „ex pessima ac nullo pacto nonnunquam intelligibili si non ad optimam. 150ra: „Unde audivi a Marco Veneto. Graziella Federici Vescovini.der gegenstand. 78rb: „… aut fluxum aut dissynteriam causat. seine behandlung in der forschung 61 allem die außerordentlich interessante und materialreiche Expositio problematum Aristotilis des Petrus von Abano.“ Häufiger als andere vergleicht Petrus Textzeugen. Latine ancha. in der er sich gut auskennt. Zdzisław Kuksewicz. Erlebnisse und Gewohnheiten aus seinem persönlichen Umfeld an. eine Korruptel zu heilen: „Vel forte littera est corrupta. Repertorium commentariorum medii aevi in Aristotelem latinorum. Jh. et in 3° de hystoriis dicit paucis mulieribus fieri—ubi quidem translatio habet Arabica ‚neque dolor acanache‘. nämlich sein Vorschlag (fol. quod et mihi ipsi negligenter contigit“. nunc deficiens nunc superfluens. 16 f. id est sciatica passio—. gestorben im zweiten Jahrzehnt 14. Das Werk wirkt—im Vergleich mit sonstigem Schrifttum des Untersuchungszeitraums—auffallend „modern. The Expositio Problematum Aristotelis of Peter of Abano. Dominicus Massaria Vincentinus. et dicatur: Signum est. quod minus olfaciunt aliis animalibus“. Zu Petrus (geboren in den fünfziger Jahren. Leuven–Leiden 1978. 329–332. ut debeat scribi ‚minus‘. Nancy G. quoniam in primo de generatione animalium dicit Aristoteles. dum menstruum fuerit recte existens. in: Isis 61 (1970) 321–339.240 Das letztere Werk wurde erst 1310 fertiggestellt und steht somit ganz am Ende unseres UntersuFlandriam. Als Beispiel für die Vorgehensweise des Petrus sei eine Stelle fol. Köhler. in: Medioevo 11 (1985) 113–137.) und seinem Werk siehe Lohr. argumentiert textkritisch für oder gegen diese oder jene Lesart. . ubi sunt male aque. Der Herausgeber des von uns verwendeten Drucks. diese Konjektur ist völlig berechtigt. 37va). Sed ut iam patuit. que est collectio humiditatum frigidarum in concavitate anche. Quidam quoque ignorans significatum nominis et essentiam rei dicit yschias esse varices. ubi scribitur ‚magis‘. Commentaries (1972). qui etiam equatorem pertransiit. 62rb zitiert: „Notandum est. 240 Petrus von Abano. iterum ostenditur. B. … Dicitur autem yschia ab yschion Grece. quod yschia idem est quod siatica passio. ut locis innumeris aut problemati contrarius aut nullus interdum sensus elici posset“. weist seine Quellen nach und bietet aus seinem Wissensschatz allerhand Informationen aus der klassischen Antike. Gern führt er zur Abstützung eines Arguments Erfahrungen. invenisse illic homines …“—ein seltener zeitgenössischer Beleg für Marco Polo in wissenschaftlicher Literatur). Pietro d’Abano tra biografia e fortuna: due „ritratti“ quattrocenteschi. quod ad plurimum non fiunt mulieribus yschie. fol. Quod autem sit yschia sciatica. … Et forte quod ipsum ad hanc expositionem impulit. Siraisi. in: Medioevo 16 (1990) 293–321. Grundlagen. Les Problemata de Pietro d’Abano et leur ‚rédaction‘ par Jean de Jandun. fuit. angesichts derartiger Maßnahmen des humanistischen Herausgebers ist ein entsprechender Vorbehalt hinsichtlich der Authentizität des vorliegenden Textes erforderlich. Vidi namque plurimos varices patientes et fecunde generantes. Zur Handschrift siehe Adriaan Pattin. Expositio problematum Aristotilis (Ed.

ed. fol. London 1985. 243 Die zahlreichen Inkunabeln und Drucke sowie Literatur sind zusammengestellt im Repertorium fontium historiae medii aevi.. George Lacombe u. Bibliothèque Nationale. Verbreitung dieser Übersetzung schon in der ersten Hälfte der sechziger Jahre nachzuweisen. Maria Barbanti u. ebd.A.. Biblioteca Nazionale. Hist. 134–136) und dies. 16089. 101–126. hier: 610.62 kapitel i chungszeitraums. dem dritten Teil seines Liber introductorius. L’antropologia naturale di Pietro d’Abano.. Die Angabe „Explicit summa magistri Guillelmi Hyspani supra phisonomiam Aristotilis cum questionibus . 603–615.243—Hervorzuheben sind hier der 1295 verfasste Liber compilationis phisonomie des Petrus von Abano244 und die vor 1310 entstandene Summa supra phisonomiam Aristotilis cum questionibus des Arztes und Astrologen Guillelmus Hispanus (Guillelmus de Aragonia)245 sowie eine Expositio in librum de physiognomia. Catania 2002. doctr. Filosofia e scienza alla corte di Federico II.. an neuerer Literatur sind zu ergänzen: Graziella Federici Vescovini. weist schon voraus in die Zeit des Frühhumanismus. auch Charles Burnett. die Herangehensweise. Pseudo-Aristoteles Latinus. Paris. VII. in: Micrologus 2 (1994) 19–37. in: Henosis kai philia. Barb. Biblioteca Apostolica Vaticana. Michael Scot and the Transmission of Scientific Culture from Toledo to Bologna via the Court of Frederick II Hohenstaufen. 242 Charles B. a.242 Michael Scotus hatte sich mit dem Liber phisionomie (De secretis nature). Paris. Graziella Federici Vescovini. die ebenfalls gelegentlich dem Aristoteles zugeschrieben wurden. 183 f. Unione e amicizia.. I. fol. fol. Fisiognomica.. sind nicht geglückt. kommen hier nicht in Betracht. „Quoniam et anime sequuntur corpora …“) sind transkribiert in Aristoteles Latinus. Schmitt/Dilwyn Knox. La fisiognomica: il trattato di Michele Scoto. Roma 1997. 338–353. Auch die pseudoaristotelische Physiognomie hat Bartholomaeus von Messina am Hof König Manfreds ins Lateinische übertragen. der wir hier begegnen. Fisiognomica. La ricezione della fisiognomica pseudoaristotelica nella facoltà delle arti. Pars prior. La fisiognomica nell’enciclopedia delle scienze di Pietro d’Abano. 69va–80vb [= V]. litt. in: Federico II e le scienze. 87. Es wird „primo rethorice“ zitiert (V. fol. Ediert ist es von Richard Foerster. Pierre Toubert/Agostino Paravicini Bagliani. Agrimi. in: Medioevo 11 (1985) 97–111.. Palermo 1994. 367. 16158. 244 Von uns in der Inkunabel Padova 1474 herangezogen. 69va). 146ra– 161vb [= P2]). 5–91. also zwischen 1258 und 1266. 69vb–79va [= A]. Danielle Jacquart. La physiognomie à l’époque de Frédéric II: le traité de Michel Scot.241 Andere Werke mit ähnlichen Titeln. 244ra–257rb [= P1]. ed. M. 309. 64 (1997) 127–188 (zu den Anfängen der Verbreitung und ihrer Datierung ebd. ed. Omaggio a Francesco Romano. in: Paradigmi [Nuova Serie] 15 (1997) 525–541. 241 Anfang und Schluss dieses Werks (Inc.. um eine enzyklopädische Darstellung des physiognomischen Stoffs bemüht. Lat. Siehe Eugenia Paschetto. vgl. die Versuche. in: ebd. fol. Scriptores physiognomonici Graeci et Latini. 263 ff. Leipzig 1893. 245 Guillelmus Hispanus. lat. Codices. dies. Summa supra phisonomiam Aristotilis cum questionibus (Città del Vaticano. 595 f. Zur Wirkungsgeschichte siehe Jole Agrimi.. Admont. La concezione del sapere di Michele Scoto. Cambridge 1939. in: Arch. 45– 50. a. Lat. Stiftsbibliothek.

Le travail. 2 (Studia Artistarum 3).252. Soppr. 75. der mehr als ein Dutzend Handschriften zusammengestellt hat (darunter aber nicht der Admontensis. Fasc. 248 Brugge. Urb. Meirinhos. ed. III. lat. Roger A. Su un trattatello anonimo di fisiognomica astrologica. Wolfram Prinz (Quaderni dell’Accademia delle Arti del Disegno 3). E. Dep. ist nicht als AristotelesKommentar angelegt. CA 4° 316. 2050 B. Urb. 249 Ps. könnte man indirekt aus seinen geographischen und ethnologischen Kenntnissen und Urteilen (besonders fol. Quatre introductions. . 257rb.251 Für die Anthropologie interessant ist der Kommentar In physonomiam in einem Codex der Waliser Nationalbibliothek. Biblioteca Nazionale Centrale. 51r–55v.-aristotelische Oekonomik. Auctoris incerti De physiognomonia libellus. 55v) folgern.249 Letzteres gilt auch für den von Graziella Federici Vescovini untersuchten Traktat De physiognomica astrologica250 und den Libellus de physiognomonia. ed. Agrimi.1. Turnhout 1996. National Library of Wales. in: Uomo e Natura nella letteratura e nell’arte italiana del Tre-Quattrocento. 230 (Ps.-Thomas von Aquin. 3. M.der gegenstand. 102 f. Hauréau. 232vb–242va.A. Erf. Maßgeblich ist die Arbeit von José F. Stedelijke Openbare Bibliotheek. der aber wahrscheinlich erst Jahrzehnte nach dem Ende unseres Untersuchungszeitraums verfasst wurde. wenn er auch andeutet. Dieser Magister zitiert Albert und die ps. 23–26.. 231 f.246 ferner sind anonym überlieferte Kommentare erhalten. Fisiognomica. 246 Anonymus. weitere Textzeugen: Compendium Auctorum Latinorum Medii Aevi. seine behandlung in der forschung 63 die unter den Dubia des Aegidius Romanus zu stehen pflegt. A atribuição a Petrus Yspanus das Sententie super libro de physonomia de Guillelmus Hispanus. von uns transkribiert nach Erfurt. in: Arch. Notice.“ Dass der Autor im nördlichen Mitteleuropa—vielleicht in der Gegend der heutigen Bibliotheksheimat der Handschrift—gelebt haben mag. Firenze 1991. 1392. 242 und dies. fol. nämlich nicht vor den siebziger Jahren verfasste Questiones libri de phisonomia in einer Florentiner Handschrift247 und De phisonomia in einem Brügger Codex.. 42ra–55vb). 489. 200va–201rb). 186–188. fol. 41 (1974) 113–138. die Zuschreibung an Thomas findet sich in der Handschrift. Weijers. Den Codex beschreibt Pattin. 55v) entnommen: „Explicit de phisonomia. Weijers. 71 (Nr. Fasc. 34. no manuscrito Vaticano. Vgl. weswegen die Identität mit dem Kommentar des Guillelmus bisher nicht erkannt wurde). 250 Graziella Federici Vescovini.252 eiusdem“ steht in P1 fol. fol. lat. der das Werk anonym überliefert. 43– 61. 247 Firenze. doctr. Textos e Estudos 7–8 (1995) 329–359. 251 Anonymus. 49–51 und datiert sie ins frühe 14. Jh. Die Handschrift beschreibt Pomaro im Catalogo di manoscritti filosofici. I. Conv.-Thomas von Aquin). Biblioteca Apostolica Vaticana.248 Ein Liber physiognomie im Vaticanus Urb. De physiognomonia libellus. der knapp über dieses Wissensgebiet informiert. Liber physiognomie (Città del Vaticano. 56vb–69rb (nach alter Zählung 55vb–68rb). 252 In physonomiam (Aberystwyth. 72).. Le travail. dass er sich hinsichtlich seiner diesbezüglichen Angaben auf vorhandene Literatur gestützt hat. 230. lat. Hist. La ricezione. was für die Datierung von Belang ist. Scriptum cum questionibus super phisiognomiam. Lafleur. Repertorium. Vgl. Der Titel ist dem Explicit (fol. Universitätsbibliothek. litt. Pack. fol. in: Mediaevalia.

Glose super tegni Galieni (Madrid. . 502–510. 1877. Cambridge–Barcelona 1998.) 21963. Jh. CA 2° 172. New York– London 1923. fol. 255 Petrus Hispanus (Medicus). 206ra–237vb).. Erf. 176rb: „sicut dicit Ysaac in viatico“). 175vb: „Contrarium dicit Constantinus in libro de coitu et Ysaac in hoc libro“. A History of Magic and Experimental Science during the first thirteen centuries of our era. dass Petrus am Anfang auf seinen im Codex unmittelbar voranstehenden Johannitius-Kommentar Bezug nimmt. II. Aristotelica Britannica. 142ra–205ra). fols. Regimen acutorum and Prognostica (c. Das kommentierte Werk ist das von Constantinus Africanus übersetzte und bearbeitete Viaticum peregrinantis. 1877. 1877. fol. Notule super Iohanicium (Madrid. Mary F. Madrid.256 das Scriptum cum questionibus super dietas universales Ysac. 83 ff. 256 Petrus Hispanus (Medicus). 24ra–47vb). XXXVIII–XLIV. A Catalogue of Incipits of Mediaeval Scientific Writings in Latin. zumal solcher zwischen dem naturphilosophischen Ansatz des Aristoteles und den Standpunkten der Mediziner. fol. Biblioteca Nacional. I (Libros „Pensamiento. 1266. 254 Petrus Hispanus (Medicus). welches Petrus allerdings dem Isaac Israeli (Isaac Iudeus) zuschreibt (fol. Medical Classroom Practice. 253 Fernando Salmón. Wack. 44ra–107vb [Redactio longa]. Eine Teiledition besorgte Manuel Alonso. Cambridge (Mass. Petrus Hispanus’ questions on Isagoge. Texts and Interpretations in Medieval and Renaissance Medical Teaching 4).N. Biblioteca Nacioa nal. 29ra). 1877. Vgl. 238ra–243vb [Redactio brevis]).64 kapitel i In Anbetracht der prominenten Rolle des Petrus Hispanus (Medicus) in der anthropologisch relevanten Aristoteleskommentierung der Hochscholastik verdienen auch seine etwa in den späten vierziger Jahren entstandenen medizinischen Schriften Beachtung. fol. fol. 24rb–141vb) (Articella Studies. 48ra–109ra). Zum Inhalt dieses Kommentars zu De dietis universalibus des Isaac Israeli und zur IsaakKommentierung des Petrus im Allgemeinen siehe Lynn Thorndike. Tractatus supra dietas particulares (Madrid. Biblioteca Nacional. Scriptum cum questionibus super dietas universales Ysac (Erfurt. Ebenso wie in seinem Kommentar zu De animalibus sieht Petrus hier seine Aufgabe in der Klärung von nach seiner Ansicht nur scheinbaren Widersprüchen. ein Kommentar zur Isagoge ad tegni Galeni des Hunain ibn Ish¯ q. fol. Universitätsbibliothek. fol.254 seine Questiones supra viaticum. 1877. Biblioteca Nacional. 1245–1250) (MS Madrid B.“ Serie Colaboración 4). Philadelphia 1990. 257 Petrus Hispanus (Medicus). Barcelona 21961. Titel und Verfasserschaft dieses Werks ergeben sich aus dem von der Texthand stammenden Explicit (fol. Tegni. 258 Petrus Hispanus (Medicus). Lovesickness in the Middle Ages: The Viaticum and Its Commentaries. da ihre Kenntnis zum Verständnis seines Denkens maßgeblich beiträgt. Dep. Zur Handschrift siehe Lohr. 109ra) „Expliciunt glose super tegni Galieni a magistro Petro Yspano edite“ ebenso wie auch daraus. 82 f.258 die Notule super regiDie Handschrift gehört ins 15.257 der Tractatus supra dietas particulares. ein Kommentar zu Galens Mikrotechne. Biblioteca Nacional.253 Hierzu gehören seine Notule super Iohanicium.255 die Glose super tegni Galieni. Drei weitere Textzeugen nennen Lynn Thorndike/Pearl Kibre. Questiones supra viaticum (Madrid. So kommt Petrus am Ende gewöhnlich zu Feststellungen wie „Et sic non est contradictio“ (fol. Pedro Hispano: Obras filosóficas. 1877.

Von Richardus Rufus bis zu Franciscus de Mayronis.263 Kürzlich hat Jörn Müller die Diskussion zu dieser Frage in ihren wesentlichen Positionen übersichtlich nachgezeichnet und die aus seiner Sicht offengebliebene Problematik in die Frage gekleidet. 110ra–123va). 1877. hier: 259. ein Kommentar zu Hippokrates. ein Kommentar zu De pulsibus des Philaretus. ein Kommentar zum Prognosticon des Hippokrates.F. paraphrasierende Passagen dann für die Rekonstruktion der Lehrmeinung des Kommentators heranzuziehen. wenn sie unter Berücksichtigung des spezifizierten Kontextes als Ausdruck seines Standpunktes verstanden werden können. 261 Petrus Hispanus (Medicus). 1877.. (Studia Albertina 1). Diese Problematik ist speziell im Hinblick auf die Aristoteleskommentierung Alberts des Großen schon frühzeitig etwa von Arthur Schneider262 und seither immer wieder von neuem diskutiert worden. Glose super Phylaretum (Madrid.der gegenstand. ebd. Einen Ansatzpunkt bieten die bekannten Beteuerungen des Doctor universalis. Vgl. 295–302. Nach den Quellen dargestellt. 124ra–141vb). Münster 1903. ed. Notule super regimen acutorum (Madrid. 260 Petrus Hispanus (Medicus). Sowohl der nähere Kontext.264 Diese Verfahrensweise. 1877. 59). Natürliche Moral und philosophische Ethik bei Albertus Magnus (BGPhThMA. fol. Biblioteca Nacional. Biblioteca Nacional. Die philosophiegeschichtliche Bedeutung Alberts des Großen.261 Da im Zentrum unserer Untersuchung Kommentarwerke stehen. Bayerische Staatsbibliothek. N. and Renaissance Conference 5 (1980) 1–27. zu dem ins259 Petrus Hispanus (Medicus). 263 Eine Zusammenstellung und umfassende Erörterung bietet James A. I (BGPhMA 4/5). ders. Müller hält es für angemessen. in welchem Maße paraphrasierende Kommentierungen die Meinung ihrer Autoren widerspiegeln. De regimine acutorum. Albert’s Disclaimers in the Aristotelian Paraphrases. Münster 2001. 249–279. 73–79. die an ähnliche Überlegungen anderer Albert-Forscher anschließt. . Weisheipl. in: Proceedings of the Patristic. a. 264 Jörn Müller. in seinen philosophischen Schriften nur möglichst getreu die Lehrmeinungen der „Peripatetiker“ wiedergeben zu wollen. fol. München. Glose super pronosticam (Madrid. ob man paraphrasierende Passagen aus Alberts Kommentaren—speziell hat er den Wortkommentar zur Ethik im Blick—als Beleg für dessen persönliche Auffassung in einer philosophischen Fragstellung anführen dürfe. Die Psychologie Alberts des Großen. fol. Clm 8951. 262 Arthur Schneider. Biblioteca Nacional. 251ra–255ra [= Ma]. kann die Frage nicht unbeachtet bleiben. u. seine behandlung in der forschung 65 men acutorum. darunter eine nicht geringe Anzahl von Wortkommentaren (per modum commenti). II (BGPhMA 6). fol. 2–8. Münster 2005. 264. ist wohlbegründet. 151ra–169ra [= Mo]). in: Albertus Magnus und die Anfänge der Aristoteles-Rezeption im lateinischen Mittelalter.259 die Glose super pronosticam260 und die Glose super Phylaretum. auch Ludger Honnefelder. Münster 1906. Mediaeval.

Albertus Magnus über die Frau. in: Tierer Theologische Zeitschrift 91 (1982) 221–240.266 Nach diesen Präzisierungen zum engeren Gegenstand. Albert Zimmermann/Ingrid CraemerRuegenberg (Miscellanea Mediaevalia 17). Bernardo Bazán. Siger de Brabant: Quaestiones in tertium De anima. hier: 303 angesprochen. in dem sich das philosophische Interesse an den konkreten Zügen des Menschlichen herausbildete. zunächst das geistigen Umfeld zu beleuchten. 101 l.66 kapitel i besondere eingefügte digressiones und quaestiones gehören. im Kontrast dazu der von Siger von Brabant. 301–326. vgl. sowie insbesondere die Ansatz. hier: 233 für Albert. Honnefelder. De anima intellectiva. sondern in der Regel auch im Fall der textauslegenden Kommentarwerke der anderen hochscholastischen Magister. a. Louvain–Paris 1972. De anima intellectiva c. Die Gesamtuntersuchung gliedert sich in zwei Teile. Davon ist nicht allein im Fall der Paraphrasenkommentare des Doctor universalis auszugehen. . 266 Dies hat u. in: Orientalische Kultur und europäisches Mittelalter. die diesem philosophisch-anthropologischen Bemühen zugrunde liegt. De aeternitate mundi (Philosophes médiévaux 13). Paul Hossfeld. ed. denen jeweils einer von zwei Teilbänden gewidmet ist. Unabhängig davon bleibt natürlich zu fragen. dem Untersuchungszeitraum und dem Quellenbereich lässt sich unser Untersuchungsvorhaben nunmehr abschließend wie folgt bestimmen: Ziel ist es. 4–9 eingenommene Standpunkt. ed. Im vorliegenden ersten Teilband werden folgende Themenbereiche dargestellt und analysiert: 265 Vgl. auf der Grundlage des ausgewählten Quellenbereiches die an der Leitidee des homo animal nobilissimum orientierte bzw.und Argumentationsstruktur transparent zu machen. zumal Pararallelaussagen (Selbstzitate) in anderen Zusammenhängen oder Werken Alberts und sein Umgang mit Sachfragen generell. 264. Die philosophiegeschichtliche Bedeutung. Dazu wird es erforderlich sein. 7. wie der weitere Kontext. lebensbezogenen Ausprägungsweisen des spezifisch Menschlichen (quantum ad naturalia hominis) auf möglichst breiter Textbasis systematisch zu erheben und zu analysieren. dem Paradigma des Tiervergleichs folgende philosophische Befassung der Autoren mit konkreten. was an den Ausführungen eines Gelehrten originäre wissenschaftliche Erkenntnisse und was aus literarischen Quellen in die eigene Lehrauffassung übernommene Einsichten sind. Darüber können nur die Vergleiche mit der jeweils benutzen Literatur Aufschluss geben.265 bietet solide Anhaltspunkte. Berlin–New York 1985. Die Harmonisierung antiker Zeugungstheorien im islamischen Kulturkreis und ihr Nachwirken im europäischen Mittelalter. Ursula Weisser.

Mensch und Tier gegenüberstellenden Ausführungen der Magister behandelt werden. in denen sie den differentiae et convenientiae in der körperlichen Konstitution. geographisch-klimatisch bedingten Unterschieden. in den psychischen Vermögen und Operationen sowie in den individuellen und sozialen Verhaltensweisen nachgehen. Einheit und Geschlossenheit – die Aussagen der Magister zur Binnendifferenzierung der Spezies Mensch nach Geschlechtern.der gegenstand. ihrer Einzigkeit. Altersstufen. sozialer Schichtung und ethnischen bzw. . seine behandlung in der forschung 67 – das geistige Umfeld mit den aus ihm erwachsenen Rahmenbedingungen und den von ihm ausgehenden speziellen Impulsen – die Ansatzstruktur der naturphilosophischen Befassung mit dem spezifisch Menschlichen und die zugrunde liegende Argumentationsstruktur – die Aussagen der Magister zur Besonderheit der menschlichen Spezies. Im zweiten Teilband sollen alsdann die auf den Einzelmenschen und seine Existenzweise bezogenen.

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freut sich an der Mannigfaltigkeit und dem Reichtum der Natur im großen und im kleinen und sammelt alle Kenntnisse. in das dieses anthropologische Erkenntnisinteresse eingebettet ist. „warum gerade in der Zeit der Hochscholastik das philosophische Interesse am Menschen zunahm“. von denen ein entsprechender Einfluss ausgegangen sein dürfte. 1.) und drittens anthropologisch relevante Anstöße sowohl innerphilosophischer als auch kulturell-gesellschaftlicher Art (3.1 und dabei vor allem auf das seit dem zwölften Jahrhundert „mächtig wachsende ‚Weltgefühl‘“2 hingewiesen. 196. . Die von allseitigem Interesse getragene Zuwendung zu den Natursachverhalten Bereits in den Pionierjahren der philosophiegeschichtlichen Forschung hat sich Joseph Koch die Frage gestellt. Tieren und 1 2 Koch. zumindest aber sie zu begünstigen? Vor allem drei Faktoren scheinen es zu sein. diese Entwicklung zu ermöglichen. Sind die Pygmäen Menschen. die man von Steinen und Pflanzen.). 197.).. zweitens damit einhergehende Ansätze zu einer stärkeren methodischen Gewichtung von Einzelsachverhalten. Es sind dies erstens die prägende Grundströmung einer allseitig lernbegierigen Zuwendung zu den der Erfahrung zugänglichen Naturdingen (1.kapitel ii DAS INTERESSE AN DEN KONKRETEN AUSPRÄGUNGSWEISEN DES MENSCHLICHEN IM GEISTIGEN UMFELD DER EPOCHE Warum gewinnen die konkreten Ausprägungsweisen des spezifisch Menschlichen ab der ersten Hälfte des zwölften Jahrhunderts in der philosophischen Reflexion unübersehbar zunehmendes Interesse? Diese Frage lenkt den Blick auf das geistige Umfeld. Beobachtung und Erfahrung (2. Ebd. Was an diesem Umfeld war geeignet. Dieses umschreibt der Altmeister der philosophiegeschichtlichen Forschung so: „Man wird auf die Wunder der Welt aufmerksam.

French/Cunningham.. Aldershot 1997. Bologna 1990.3 ist mittlerweile in wissenschaftshistorischer4—speziell auch medizinhistorischer5—ebenso wie in philosophiegeschichtlicher6 Perspektive inten3 Marie-Dominique Chenu. God. Chicago–London 1992. Mirko D. Paris 1957. Georg Wieland. to A. in: Aufbruch–Wandel– Erneuerung. 1994. Leiden u. Grmek. Cambridge 2003. Cambridge (Mass. David C. The Beginnings of Western Science. 6 Andreas Speer. Die in diesem „Weltgefühl“ hervortretende Dynamik einer von allseitigem Interesse getragenen Zuwendung zu den Natursachverhalten als solchen war eine entscheidende. die Marie-Dominique Chenu später durch die eingängige Bezeichnung „la découverte de la nature“ populär gemacht hat. – XVe s. 1450. Jh. La théologie au douzième siècle (Études de philosophie médiévale 45). 4 Hierzu Charles H. Cambridge (Mass.70 kapitel ii Menschen erlangen kann. Carlos .. ed. zunächst generelle Ausgangsbedingung dafür. ders. Medicina scolastica nei secoli XIII–XV (Hippocratica civitas 2). The Pantegni and Related Texts.. Eduard Seidler. Grant. Before Science. mit besonderem Eifer. Wiesbaden 1967.)–London 1998. The Art of Medicine. 1995. ed. Jh.). Charles ı a g uı Burnett/Danielle Jacquart (Studies in Ancient Medicine 10). Medicine before Science: The Rational and Learned Doctor from the Middle Ages to the Enlightenment. lebensbezogenen Ausprägungsweisen des Menschlichen auszubilden vermochte. Roger French. sondern gerade auch für das Streben nach einer philosophischen Erfassung des Menschlichen in seiner lebensweltlichen Konkretisierung. Zur Entwicklung der Gestalt der Naturphilosophie im 12. 5 Hierzu Jole Agrimi/Chiara Crisciani. der unter anderem kritisch zur Leitthese von French und Cunningham Stellung nimmt. (Studien und Texte zur Geistesgeschichte des Mittelalters 45). Danielle Jacquart. ed. Edocere medicos. Piero Morpurgo. Zwischen Naturbeobachtung und Metaphysik.C. a. Chicago– London 1978. Beiträge zur „Renaissance“ des 12. Leiden u.) 1927. Lindberg. Untersuchungen zu Begründungsversuchen einer „scientia naturalis“ im 12. Haskins. Science in the Middle Ages. Jh. Die vielschichtige Entwicklung dieser naturphilosophischen Denkbewegung. Studies in the History of Mediaeval Science. David C. The European Scientific Tradition in Philosophical. a. Medical Teaching at the University of Paris 1250–1400 (Education and Society in the Middle Ages and Renaissance 9). Western Medical Thought from Antiquity to the Middle Ages.“ Ohne Zweifel fällt dem von Koch erkannten wachsenden „Weltgefühl“ die Rolle eines primären Impulsgebers und Wegbereiters nicht nur im Hinblick auf das philosophische Interesse am Menschen im Allgemeinen zu. Constantine the African and #Al¯ Ibn al-"Abb¯ s al-Maˇ d¯ s¯. Leiden u. a. Beiheft 8). Religious. Lindberg. Die Heilkunde des ausgehenden Mittelalters in Paris. Die entdeckte Natur. 155–180. 21–30. dass sich auch ein spezifisches philosophisches Interesse an den konkreten. 1998. ed. Studien zur Struktur der spätscholastischen Medizin (Sudhoffs Archiv. La science médicale occidentale entre deux renaissances (XIIe s.D. and Institutional Context. 600 B. Filosofia della natura nella scuola salernitana del secolo XII. Napoli 1988. Cornelius O’Boyle. Stuttgart–Bad Canstatt 1995.

Übersetzung und Fachglossar (Sudhoffs Archiv. Leiden u. 2000. quia nemo debet carnem suam in eo. Some Approaches East and West. sed cum gratiarum actione in labore utenda. In Ecclesiasticum VIII c. Zwischen ‚mystischer‘ Sinnsuche. Jahrb. Wir sind somit über diese richtunggebende Grundtendenz im geistigen Umfeld der Epoche mit dem erreichten Forschungsstand insgesamt sehr gut ins Bild gesetzt. diese Tendenz mit einigen ergänzenden Beobachtungen in ihren Hauptzügen nochmals zu vergegenwärtigen. …“ . a. einen Passus der Defensio artis medicinae (im ‚Lorscher Arzneibuch‘). Leiden u. Westra (Studien und Texte zur Geistesgeschichte des Mittelalters 35). dass überhaupt jegliches von Gott Geschaffene nicht nur gut. Mehr und mehr gewann aber auch der Sinn für die natürliche Bedeutung und Beschaffenheit der Dinge Raum. Grundlagen. 46–47 (2001– 2002) 9–33. Tübingen 1980. dass es der Schöpfer zu unserem Nutzen geschaffen hat. sed etiam valde sunt bona. Beauty and the beasts: Allegorical zoology in twelfth-century hexaemeral literature. 13 (PL 109. Stuttgart 1992. nachgezeichnet. Mittelalterliche Hermeneutik. 125–152. 8 Hrabanus Maurus.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 71 siv untersucht und dargestellt worden. in: From Athens to Chartres. a. ed.. etwa wenn Hrabanus Maurus bei seinem Eintreten für die Heilkunst als Gottesgabe generell hervorhebt. …“ Hierzu Hennig Brinkmann. 7 Wanda Cizewski. Chumaru Koyama (Studien und Texte zur Geistesgeschichte des Mittelalters 73). Haijo J. Ulrich Stoll. 630–635 und dens. auch Köhler. nec aliquid temere agere. Nature as Object of Science: On the Medieval Contribution to a Science of Nature. quod condita est. Das ‚Lorscher Arzneibuch. von dem wir wissen. Jh. Vgl. Philos. ed. 74. in: Salzb. ed. Neoplatonism and Medieval Thought.7 Diese Entwicklung zeichnete sich schon frühzeitig ab. 1030B): „Discretos nos vult esse in omni re. 10 ff. (Codex Bambergensis medicinalis 1) Text. Daher können wir uns darauf beschränken. die dieselben sehr unmittelbar in einen geistlichen Sinnbezug stellte und vorrangig als Träger insbesondere allegorischer und tropologischer Bedeutungen wahrnehmen ließ. Die in dem von Koch angesprochenen „Weltgefühl“ hervortretende Erkenntnishaltung gegenüber der Natur war anfangs noch überwiegend geprägt durch die aus der patristischen Tradition überkommene Sichtweise der Naturdinge als res creatae. quoniam omnia opera Dei non solum bona. Vgl. 56: „Sed non ideo humana refutanda medicina. sondern sogar sehr gut sei und wir daher nichts mißachten dürfen. Studies in Honour of Édouard Jeauneau. warum Gott die Tiere geschaffen hat. Unde non debemus ea spernere.8 Der mit Honorius Augustodunensis in freundschaftlicher BezieSteel. 1992. Zwischen ‚mystischer‘ Sinnsuche und naturphilosophisch-wissenschaftlicher Sachverhaltserklärung—Facetten einer Denkbewegung. 289–300 hat das anhand des Umgangs mit der Frage. Beiheft 28).‘ Ein medizinisches Kompendium des 8. siehe auch Köhler. quae noverimus ad utilitatem nostram et sanitatem creatorem nostrum nobis procreasse. odio habere. hier: 128–133. in: Nature in Medieval Thought.

49 (1982) 7–153. et in aliquibus sit medicina. NaturkundeExempla in lateinischen Predigtsammlungen des 13. Flint. Bern u. ut in herbis. Akten des VI. 11 Honorius Augustodunensis. in quibusdam significatio. ut in frugibus. ut in vermibus vel avibus. 67. in quibusdam pastus.. auch deren Beobachtungen zu Rupert von Deutz ebd. Kräuter.12 Thomas von Aquin geht auf diese Zugangsweise in seinen 9 Epistola cuiusdam ad Honorium solitarium.10 Für Honorius stand fest. litt. 2001. was sie eigentlich (ihrer Natur nach) sind. ed. August – 3. hier: 48 f. Imago mundi. Beauty.9 Er wandte sich daher mit der Bitte um entsprechende Unterweisung an Honorius. Paris 1954. ed. (Lateinische Sprache und Literatur des Mittelalters 32). in: Sprache und Erkenntnis im Mittelalter. Valerie I. hier 48: „Miserum enim videtur.72 kapitel ii hung stehende Schreiber eines an diesen Autor gerichteten Briefes beklagte es als einen jämmerlichen Zustand. a. M. 38. n. 29.J.“11 Die sich ausweitende Aufmerksamkeit für die Naturgegebenheiten verdichtete sich in dem Erkenntnisinteresse an der Erfahrungswirklichkeit als solcher. Jan P. Beckmann u. 373: „Omnis itaque Dei creatio consideranti magna est delectatio. doctr. Elucidarium I. Hist. und 14. Imago mundi. 299 f. ut in floribus. Prol.A. M. Hist. Früchte oder Tiere wie Würmer und Vögel. Valerie I. 74.. a. sondern als Ausdruck von Gottes Schöpfermacht. res propter nos factas cotidie spectare.A. Omnia igitur bona et omnia propter hominem creata. ed. (Miscellanea Mediaevalia 13/1). Yves Lefèvre.“ Hierzu auch Elisabeth Schinagl. Dieses löste sich methodisch von der bislang in der Naturbetrachtung vorherrschend erkenntnisleitenden aus der patristischen exegetischen Tradition erwachsenen Perspektive. Flint. dass die Betrachtung der Schöpfung. L’Elucidarium et les lucidaires (Bibliothèque des Écoles françaises d’Athènes et de Rome 180). ed. jedoch wie vernunftlose Tiere in völliger Unkenntnis darüber befangen zu sein. dum in aliquibus sit decor. Cizewski. 49 [57] (1982) 7–153. et cum iumentis insipientibus quid sint penitus ignorare. Berlin– . seien es nun Blumen. September 1977 in Bonn.“ Hierzu wiederum Brinkmann. 10 Honorius Augustodunensis. (vgl. in: Arch. die die sichtbaren Dinge nicht um ihrer selbst willen. Honorius Augustodunensis. doctr. in der Tat großes Vergnügen bereitet. Mittelalterliche Hermeneutik. „Signum“ dans la culture médiévale. Jh. der dann mit seiner Schrift Imago mundi (nach 1133) dem Wunsch des Freundes zu entsprechen suchte. Weisheit und Güte und insgesamt als Hinweise auf anderes.J. welches im Verlauf des zwölften Jahrhunderts mit Macht aufbrach und im dreizehnten Jahrhundert im Zuge der tiefgreifenden Umorientierung des Philosophierens hin zum aristotelisch geprägten Denken einem ersten Höhepunkt zustrebte. 293 und 295). Höheres in den Blick brachte. Internationalen Kongresses für mittelalterliche Philosophie. er hebt hervor: „Alles ist somit gut und alles ist um des Menschen willen geschaffen. 12 Zum Hintergrund der Signum-Konzeption Augustins Alfonso Maierù. in: Arch. die um des Menschen willen geschaffenen Dinge täglich vor Augen zu haben. litt.

ed. Zum Falkenbuch Kaiser Friedrichs II. Friderici Romanorum Imperatoris Secundi De arte venandi cum avibus. Geistliche Aspekte mittelalterlicher Naturlehre. in: In factis mysterium legere. Konzeptionen–Erfahrungen–Wirkungen. Peter Dilg. 14 Hierzu Giuseppe Beschin. hier: 200 mit Blick auf das frühe Mittelalter. Rennes 1999. in: Methoden in Wissenschaft und Kunst des Mittelalters. 1 a. Darmstadt 1966.C. 123–143. 4 f. ed. Paris 1890 (Ed. IX. hier: 57. 199a).. Dezember 1990. Zur Naturbeschreibung vgl. 15 Wolfram von den Steinen. nisi prius fundatus fueris in historia“. Symposion 30. Akten des 9.16 Es ging—um eine von Otto Borst ursprünglich zur Charakterisierung der New York 1981. 25a).. Paris.. Bernard Ribémont. im theologischen Kontext weiterhin gepflegten Sichtweise14 trat somit eine neue. Menschendasein und Menschendeutung im früheren Mittelalter. …“. L’allégorie animale dans les encyclopédies latines du Moyen Âge. Boureau. 114 l. Hugo von St. De arte venandi cum avibus..F. Il simbolismo religioso della natura nel commento di San Bonaventura all’ Ecclesiaste.: „neque ego te perfecte subtilem posse fieri puto in allegoria. ed. auch die Gegenüberstellung „metaphorica“—„in rei veritate sicut est“ bei Albert d. passim und dens.. Die Jagd als Naturkunst. 14. Vollmann (Wissenschaftsliteratur im Mittelalter 15) Wiesbaden 1993. Sachkunde und Dinginterpretation bei Jacob van Maerlant und Konrad von Megenberg (Hermaea.13 Zu dieser traditionellen. Tübingen 1986. Berlin 1970. Berlin 2003. Auguste Borgnet. Fragte man vordem eher nicht. 342– 359. ed. Jacques Berlioz/Marie Anne Polo de Beaulieu. III tr. Viktor. Traude-Marie Nischik. Symposiums des Mediävistenverbandes. L’animal. ed. Leon. wie eine in der Literatur zu Recht vielbeachtete Formulierung Kaiser Friedrichs II. „wie die Dinge sind. 13 Thomas von Aquin. ed. Gr. Karl A. 485–495. eigenständige erkenntnisleitende Perspektive hinzu. De somno et vig. Leipzig 1942. Zu dieser Denkhaltung siehe Friedrich Ohly. Series maior 6). 2 l.15 so galt das—naturphilosophische—Interesse nunmehr den Dingen gerade in ihrer naturgegebenen. 51–72. Marburg. November – 2. Washington (D. die von nun an den philosophischen Zugang zu den Dingen der Natur maßgebend prägte. 2. Brinkmann. Bologna 1999. Orléans 1995. gewissermaßen „profanen“ Verfasstheit. März 2001. Summa theologiae I q.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 73 wissenschaftstheoretischen Überlegungen zur sacra doctrina am Beginn der Summa theologiae als ein Strukturelement theologischen Denkens ein. Didascalicon VI 3.–17. Willemsen. 2 c. hierzu neuerdings die vorzügliche Studie von Michael Menzel. Charles H. Die „zweite Sprache“ und die Dichtung des Mittelalters. in: Natur im Mittelalter. Benedikt K. Études sur les encyclopédies médiévales (Medievalia 18). besagte. Buttimer. 10c (Ed. IV. Das volkssprachliche Naturbuch im späten Mittelalter.. N. ed. De Natura Rerum. . Albert Zimmermann (Miscellanea Mediaevalia 7). in: L’animal exemplaire au Moyen Âge (Ve–XVe siècle). sondern was das Begegnende dem Menschen zu sagen hat“. in: Historisches Jahrbuch 77 (1958) 188–213. 16 Friedrich II.) 1939. quae sunt sicut sunt. 20: „… ea. 48). 106 f. Vgl. 129–149. Vom geistigen Sinn des Wortes im Mittelalter. Baudouin Van den Abeele. Mittelalterliche Hermeneutik. „so wie sie sind“. Prol. 155–171. Miscellanea di studi in honore di Iginio Rogger in occasione del suo ottantesimo compleanno (Pubblicazioni dell’Istituto di scienze religiose in Trento.

in: Ars und Scientia im Mittelalter und in der Fühen Neuzeit. v.): „noli contemnere minima haec. 2002. 877A). ed. Didascalicon VI 3 (ed. Wissen und Wissenschaft als Fascinosum für Laien im Mittelalter.74 kapitel ii Haltung des Rittertums verwendete Formulierung aufzunehmen—„um nichts anderes. hier: 539 ff. 109–124. Die Last des antiken Erbes in der mittelalterlichen Naturkundeenzyklopädik. Vollmann. Didascalicon VI 3 (ed. coartata scientia iucunda non est. auf die Gesamtheit des Wissbaren bezogene Entdeckerfreude greift um sich. Mancher Gelehrte aus unserem engeren Untersuchungszeitraum verleiht ihr bisweilen mit geradezu überschwenglichen Worten Ausdruck. ed. in: Cahiers d’histoire mondiale 9 (1966) 539–552. indem er ihm—frühestens 1228—seinen Liber introductorius. Viktor. Paris 1998.). 21 Michael Scotus. Weigand (Germanistische Texte und Studien 70). Viktor. Tübingen–Basel 2002.). Buttimer. Filosofia. quae potest appellari consolatio …“ Zur Zueignung an Friedrich siehe Minio-Paluello s.-Hugo von St. Ps. Hugues de SaintVictor. eine Trilogie aus Liber quatuor distinctionum. Hugues de SaintVictor. Venezia 1505. paulatim defluit qui minima contemnit. 115 l. Den Wissensdurst illustriert auch Burghart Wachinger. 5 f. 20 Hugo von St. omnia disce. Hildesheim u. 19.“ Hierzu Poirel. Dominique Poirel. 363. 1 (Ed. Liber phisionomie pars 1 c. hier: 122.M. Le „Didascalicon“ de Hugues de Saint-Victor. Viktor. videbis postea nihil esse superfluum. Buttimer.. Vgl. De modo dicendi et meditandi libellus (PL 176. 19 Hugo von St. Robert Luff/ Rudolf K.) scientiam naturae.20 Sie bezog sich insbesondere auf die sichtbare Welt und deren naturphilosophische Erfassung. 53.21 Roger Bacon bekundet im spätestens 1266/1268 fer17 Otto Borst. von Hohenstaufen vermitteln. Cora Dietl/Dörte Helschinger. Schiffshalter und Barnikelgans. Viktor19 verbunden mit seiner Mahnung. a. 2r): „Nobilis imperator. zur Wissenskonzeption Michaels Federici Vescovini. was Benedikt K. Von „geheimster Wissenschaft von der Natur“ spricht Michael Scotus. 1983. Details nicht zu verschmähen. Ihre Kenntnis möchte er seinem kaiserlichen Förderer Friedrich II. 18 Benedikt K.“17 Zugleich bemerken wir das. uir gratiose quasi omnium gratiarum et donorum (domorum ed. als innerhalb des christlichen Weltverständnisses Raum zu schaffen für die natürlichen Mächte … der Kultur. 114 l. Ergebnisse interdisziplinärer Forschung. Alltagsleben im Mittelalter (insel taschenbuch 513). fol. Gegenstände und Methoden mediävistischer Forschungspraxis. Zu Hugos Grundhaltung Jean Châtillon. . 13–29. 50 ff. 19 f. ex grandi amore tibi notifico secretissimam (sacratissimam ed. Liber particularis und Liber phisionomie zueignet. Vollmann als „einen ganz wesentlichen Unterschied zwischen dem antik-lateinischen und frühmittelalterlichen Zugang zur Natur einerseits und der spätmittelalterlichen Naturbetrachtung andererseits“ bezeichnet hat: „das Zurücktreten der Wundersucht.“18 Eine staunenswerte. Michael Scot. die das diesseitige Leben gestaltet und beherrscht. in: Mystik–Überlieferung–Naturkunde. Frankfurt a. lautet eine richtungweisende Sentenz Hugos von St.

ut eius congnicionem habemus. eine adäquate. 8. Ps. 24 Ders. 2 n. Prol. ders. Opus minus. 4. 121 l. ed. h. De disciplina scolarium (Studien und Texte zur Geistesgeschichte des Mittelalters 12). 1rb): „Ex predictis igitur sequitur. Compendium studii theologiae I c. Metaphysica de viciis contractis in studio theologie. libro De Disciplina Scholarium: ‚Miserum est semper uti inventis et nunquam inveniendis‘“. 1va: „Remotis igitur utriusque inpedimentis. Thomas S. Martínez Gázquez. quod naturalis philosophia naturaliter ab homine vehemencius ceteris est appetenda et quod ad eius cognicionem magis est conandum. Roger Bacon: Compendium of the Study of Theology (Studien und Texte zur Geistesgeschichte des Mittelalters 20). Roger Bacon: Leben.24 Der Verfasser eines nicht vor 1250 entstandenen Physik-Kommentars bekundet seine Überzeugung. 1 (dieses Werk wurde nach Hackett. Leiden–Köln 1976. ebd. wenn wir erst das Wissen von den Eigentümlichkeiten aller Dinge (d. I). que sunt homini propria et naturalia“. pre oculis mentis nostre ponentes appetitu fervido ad scienciam naturalem.1: l’interpretazione dei commentatori inglesi della Translatio vetus e la loro recezione del commento di Averroè. Vgl. Leiden u. 4 f.23 Mindestens zweimal führt er aus der pseudoboethianischen Schrift De disciplina scolarium den bezeichnenden Satz an. in: Medioevo 21 (1995) 75–255... Zur zeitlichen Einordnung siehe Jeremiah Hackett. . John S. hier: 27. 38 l. Robert Steele (Opera hactenus inedita Rogeri Baconi. die dem Menschen eigentümlich und naturgegeben sind. Brewer (Rogeri Bacon opera quaedam hactenus inedita. dass die Naturphilosophie naturgemäß vom Menschen ungestümer (vehemencius) als sämtliche anderen Disziplinen anzustreben sei und dass der Mensch mehr als um anderes gerade um ihre Kenntnis bemüht sein müsse. Werdegang und Werke. ed. 1988. Questiones super physicam. que. magis propria et conveniens et vehemencius appetenda naturaliter. ebd. ed. fol. Petrus Gallecus. hier: 85 und 97.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 75 tiggestellten Opus minus seine Überzeugung. 27 in den 1290er Jahren fertiggestellt). ut prius dictum est. Florian Uhl. 2001. a. hier: 357. Gonville and Caius College. Liber de animalibus XI (ed. da es in ihr um Erkenntnisgegenstände geht. 151 l. 260–267).“ Zu diesem Kommentar und seiner Datierung Silvia Donati. gerade auch für die theologische Arbeit grundlegende Kenntnis des sensus litteralis)22 erlangt haben. Physica I. Pseudo-Boèce. nobilis est. ed. in: Roger Bacon in der Diskussion. 25 Anonymus. 509. London 1859. 311–389..M. 389. Oxford 1909. (Cambridge. 13–28. dass wir über das Verständnis sowohl der Schrift als auch der gesamten Philosophie—und somit aller göttlichen und menschlichen Weisheit—verfügen werden. 5: „…: quia Boecius dicit. Olga Weijers. animum convertamus. causas sciencie inducentes. Maloney. Roger Bacon: Leben. wie armselig es doch sei.. cum illa sit de hiis scibilibus. u. ed. I). immer nur auf bereits Entdecktes zurückzugreifen und niemals auf noch zu Entdeckendes. a. 35 – 40 l. De disciplina scolarium 5.25 Mit wahrer Leidenschaft hat sich denn auch der Thüringer Dominikaner Albert von Orlamünde den Dingen der Natur 22 Roger Bacon. fol. scilicet tam generacionis sciencie quam desiderii. 23 Roger Bacon.Boethius. Frankfurt a.

Before Science. 179. Phil.29 Mag dieses Bekenntnis bisweilen durch die wiederkehrenden Anfeindungen traditionell denkender Kreise speziell herausgefordert worden sein.27 darf darüber nicht aus dem Blick geraten. 137 für entsprechende Äußerungen des Thomas von Cantimpré und des Verfassers der Compilatio de libris naturalibus Aristotilis (sog. Die Albert dem Großen zugeschriebene Summa naturalium (Summa pauperum) (BGPhMA 35/1). Jener spirituellen Grundhaltung zeigen sich die Gelehrten immer wieder ausdrücklich verpflichtet und bekunden dies mit aller Deutlichkeit. dass er nunmehr mit dem Schreiben über die naturalia zu Ende komme.26 Auch wenn diese wissbegierige Zuwendung zu den Dingen der Natur von einem gegenüber dem traditionellen sichtlich anders gerichteten erkenntnisleitenden Interesse getragen war. 31 (2000) 613–643. 57. Rainer Berndt (Erudiri Sapientia 2). wie unterschiedlich ihre Interpretationen und philosophischen Optionen auch sonst gewesen sein mögen. in: Was ist Philosophie im Mittelalter?. dum sumus. Truth and Experimentum. Berlin–New York 1998. 6. Sci. besonders 624 f. hier: 152. ed. Berlin 2001. Andrew Cunningham. „Signum“. Hist. 29 Vgl. Carlos Steels Feststellung besteht zu Recht. Das Naturverständnis Hildegards von Bingen. den Schöpfer im Geschöpf zu ehren. selbst „profan“ aber wurde er darum nicht. er bekennt im Schlusswort seiner Summa naturalium. . 27 f. 28 Carlos Steel. Science and Religion in the Thirteenth Century Revisited: The Making of St Francis the Proto-Ecologist.: „Sistimus igitur a scribendo super naturalia.. Bernhard Geyer. 152– 174. Compendium philosophiae). nolumus absolvi. Köhler. 31* l. nicht zu lassen gedenke. 121 f. Simon Oliver.. 6 c. dass nahezu alle mittelalterlichen abendländischen Denker zutiefst durch ihren christlichen Glauben motiviert waren. ab eorum consideratione. dass sie unverändert in eine spirituelle Grundhaltung eingebettet blieb. Jan A. in: Vivarium 42 (2004) 151–180 hat dies letzthin für Grossetestes Konzeption von „experimentum“ aufgezeigt. Grundlagen. French/Cunningham. solange er lebe. Münster 1938. In den Augen der Repräsentanten des neuen Denkens vervielfältigen und vertiefen die durch den neuen Erkenntniszugang gewonnenen Einsichten in die Naturgegebenheiten geradezu die Anlässe zum Lob ihres 26 Albert von Orlamünde. Medieval Philosophy: an Impossible Project? Thomas Aquinas and the „Averroistic“ Ideal of Happiness. in: „Im Angesicht Gottes suche der Mensch sich selbst. Maierù. von ihrer Betrachtung aber. entsprang es gleichwohl vor allem der persönlichen Überzeugung.28 Der forscherliche Blick richtete sich zwar auf die profane Verfasstheit der Naturgegebenheiten. Summa naturalium tr.76 kapitel ii gewidmet. in: Stud. Part 1: Creature not Nature.“ Hildegard von Bingen (1098– 1179). 461–501.“ 27 Eine gewisse Tendenz in die angesprochene Richtung zeigt sich bereits bei Hildegard von Bingen. ed. nämlich die—letztlich für Christen aller Zeiten geforderte—Haltung. Markus Enders. Robert Grosseteste on Light. Aertsen/Andreas Speer (Miscellanea Mediaevalia 26). ed.

quoniam considerant in animali vili. Gustav Senn. 81. quia in omnibus est aliquid mirabile. 325–341. Et propter hoc debemus considerare formas eorum. Wilhelm von Auvergne. Wilhelm von Conches. et non diligere naturam ipsorum et delectari (et d. Los orígines de una tradición: los Studia franciscano y dominicano de Santiago de Compostela (1222–1230). Michael Scot’s Arabic-Latin Translation. Guillelmi de Conchis Dragmaticon philosophiae (Opera omnia I = Corpus Christianorum C. 16166. selbst wenn es dabei lediglich um die Betrachtung geringgeachteter Tiere gehen sollte.“ Vgl. Part Two: Books XI–XIV: Parts of Animals (Aristoteles Semitico-Latinus V). Series 1. Die Entwicklung der biologischen Forschungsmethode in der Antike und ihre grundsätzliche Förderung durch Theophrast von Eresos (Veröffentlichungen der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften VIII). De universo I pars 3 c.“31 Immer wieder wird von den Gelehrten insbesondere dieser Satz aufgegriffen. 1998. Petrus Gallecus.32 Das von Hugo von St. Viktor ursprünglich im Hinblick auf den tropologischen Bedeutungsgehalt der res gewählte Wort omnis natura Deum loquitur. a. Acts of the International Colloquium. Turnhout 1997. … Et in omnibus rebus naturalibus est mirabile. Leuven 2002. Liber de animalibus XI (ed. omnis natura hominem docet.. in: Avicenna and His Heritage. Hierzu auch Quentin.“ Vgl. est turpe: est enim donum creatoris“. 211 l. Qu’est-ce que la philosophie antique?. für Avicenna Remke Kruk. omnis natura rationem parit. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XI (Paris. 28). auch den Hinweis bei Luis García Ballester. 32 Beispielsweise Gerhard von Breuil. 86ra–rb): „Secunda racio est: Inconveniens est delectari (delectati cod. 110 f. et delectari in artifice qui fecit ea. 1999. Italo Ronca.I. Jules Janssens/Daniel De Smet (Ancient and Medieval Philosophy. 152). ed. que eas facit et depingit. Naturkenntnisse. . Paris 1995. 8. De animalibus. Ibn S¯n¯ On ı a Animals: Between the First Teacher and the Physician. Nach dem Wortlaut der De animalibus-Übersetzung des Michael Scotus nannte der Stagirite die Natur einen Grund großen Vergnügens für diejenigen. 135 f. 14. quod sit naturale.30 Bestärkt wurden sie in dieser Überzeugung bemerkenswerterweise gerade auch durch die Autorität des Aristoteles. ed. Leiden u. et nihil in 30 Vgl. der dergleichen hervorgebracht hat. quoniam artificium operantis manifestatur in operato. Es gelte sich am Künstler zu erfreuen. Aafke M. 151 l.) in speculando ymagines animalium et artem. Martínez Gázquez. 137 ff. zu Aristoteles selbst Pierre Hadot. Propter quod non oportet pueriliter despicere consideracionem de vilioribus animalibus. ed. van Oppenraaij. cod. 31 Übersetzung von De partibus animalium I 5 (645a9–17). fol. 757bC–D).: „Nichil. Aarau 1933. 3 (Opera omnia I. Leuven–Louvain-la-Neuve septembre 8 – septembre 11. Naturaleza y Ciencia en la Castilla del siglo XIII. die die naturphilosophischen Ursachen zu erkennen vermögen. hier: 83. 278–284). 27: „Quoniam natura quae creavit animalia erit causa magnae delectationis illis qui possunt cognoscere causas.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 77 Schöpfers. des rasch mit einem Großteil seines Schrifttums bekannt werdenden Lehrmeisters des neuen Denkansatzes schlechthin.) in speculacione causarum eorum. denn: „In allen Naturdingen ist Wunderbares enthalten. in: Arbor 153 (1996) 69–125.M. om. Bibliothèque Nationale. hier: 328. Aristotle. Dragmaticon philosophiae VI. Lat. scilicet philosophis naturae.

der den Menschen epistemisch an etwas Natürlich-Perfektem teilhaben läßt. Michael Menzel hat sie in seiner Interpretation des im Zeitraum zwischen ca. a. hier: 280. Beauty. Das ascensus-Modell wird geweitet. zum anderen vermittelt die Beiz mit ihrer Eigenschaft.34 Die naturphilosophischen Erkenntnisbemühungen formen gerade in ihrer wissenschaftlichen Autonomie den Geist und führen ihn zur Wertschätzung höherrangiger theologischer Erkenntnis und der Betrachtung der göttlichen Dinge. Vgl.“36 Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht. 43 (1980) 635–654. ihrerseits 33 Hugo von St. Buttimer. 28–55. 4–6). Philos. Albert der Große drückt das in seiner Konzeption der Wissenschaftshierarchie aus. Charles Burnett. Die Jagd. Viktor./Jonathan Wolff (London studies in the history of philosophy 2). und es bringt ihn auch ethisch weiter. Didascalicon VI 5 (ed. dass die neue Erkenntnishaltung gegenüber den Dingen der Natur.F. in: From Athens to Chartres: Neoplatonism and Medieval Thought. die ihrerseits seine metaphysische Konzeption vom Ausfließen aller Formen aus ihrem Quellgrund spiegelt. ed. 298. auch der sensus litteralis selbst ist bereits eine solche. umfassendere Bedeutung. 605bC–D). 36 Menzel. Theology. Der Mensch als Schüler der Natur wird geistig gehoben. die so sind. Haijo J. . Wilhelm von Auvergne. Stone. Omnibus convenit Platonicis: An Appendix to Adelard of Bath’s Quaestiones naturales. Cizewski. 35 Martin W. Studies in Honour of Edouard Jeauneau. Nicht erst der sensus spiritualis der Dinge bietet die Basis für die Erhebung zu Gott. sie in ihrer ungeschminkten Wirklichkeit zu erfassen und die Dinge zu sehen. ed. Anonymus. 1220 und 1247 entstandenen Falknereibuches so umrissen: „Was Friedrich in ‚De arte venandi cum avibus‘ beschreibt. I. Leiden u. Omnibus convenit Platonicis. ed. Aventures et mésaventures de quelques textes d’Albert dans le Commentaire sur Proclus de Berthold de Moosburg. in: The Proper Ambition of Science. aus der heraus er die ars venandi cum avibus verstanden und betrieben hat und der Natur überhaupt gegenübergetreten ist. gewissermaßen „säkulare“ Parallele dazu findet sich in jener Haltung Friedrichs II.78 kapitel ii universitate infecundum est 33 gewinnt nunmehr eine neue. die ohnehin nicht allein eine Angelegenheit fachspezifischer Binnenorientierung blieb. The case of Albert the Great. nobilior et dignior et ideo prior zu sein. 123 l. De universo I pars 1 c. ist zum einen ein wissenschaftlicher Nachvollzug der Natur. philosophy. 357. 259– 281. and ‚science‘ in the thirteenth century. ders. Schinagl. 1992. wie sie eben sind. Westra (Studien und Texte zur Geistesgeschichte des Mittelalters 35). Naturkunde-Exempla. wenn er sie nachvollzieht. in: Arch. 34 Zu Alberts Emanationskonzeption siehe Maria R. passim. A propos du néoplatonisme d’Albert le Grand.35 Eine bemerkenswerte.. Pagnoni-Sturlese. 43 für Absalon von Springiersbach. 11 (Opera omnia. London–New York 2000. ein Stück Wertvollkommenheit.

Darmstadt 2001. 38 Zur Katharerbewegung insgesamt Malcolm D. in: Le scuole degli ordini mendicanti (secoli XIII–XIV) (Convegni del Centro di Studi sulla Spiritualità Medievale 17). 102–120. Before Science. die die neue Erkenntnishaltung gegenüber den Naturgegebenheiten in 37 Vgl. die umfängliche Berücksichtigung speziell tierkundlichen Wissens in De universo Wilhelms von Auvergne (hierzu Morenzoni. (Publications of the Thomas Instituut te Utrecht. insbesondere der Dominikaner betrifft. dass es galt. Die aristotelische Biologie. zumindest was die Predigttätigkeit der Mendikanten. Liberté. Todi 1978. Lambert. so wie sie der Erfahrung gegeben sind. gegenüber der katharischen Dämonisierung der Welt als Werk des Bösen das Wunderbare der geschaffenen Welt als Ausfluss der Güte Gottes in ihrer Predigttätigkeit den Menschen vor Augen zu führen. La legislazione sugli „studia“ dei Predicatori e dei Minori. ist für dieses naturphilosophische Interesse an den Dingen. Das haben Roger French und Andrew Cunningham in ihrer Studie zur Entwicklung der Naturphilosophie deutlich gemacht. ed. während ihre Vorgänger sie unbeachtet gelassen hatten. 40 Ebd. Emanation in Historical Context: Aquinas and the Dominican Response to the Cathars. zudem die dominikanische Konzeption kirchlicher Verkündigung zu bedenken: Von Anfang an war die Dominikanerpredigt schwerpunktmäßig auf intellektuelle Überzeugung der Zuhörer ausgerichtet. Dieser ist darin zu sehen.41 Die Resonanz. Ilarino da Milano. hier: 118 f.. French/Cunningham. Atti del IV Convegno di studi umbri. A collection of studies presented at the second conference of the Thomas Instituut te Utrecht. in: Dionysius 17 (1999) 95–128. 205–247. Paul van Geest u. 109–122. Perugia 1967. in: Filosofia e cultura in Umbria tra medioevo e rinascimento. hier: 209. dass die Auseinandersetzung mit der Weltsicht der Katharer38 speziell bei den Predigerbrüdern die neue naturphilosophische Zuwendung zu den Phänomenen der sichtbaren Welt in entscheidender Weise befördert hat. Leuven 2002. Gubbio 22–26 maggio 1966.40 Abgesehen davon. 2000. 165 ff. hier besonders: 173–201.39 Die Dominikaner. Le monde. 39 French/Cunningham. so lautet ihre These. Before Science. 175– 216. .). 41 Giulia Barone. 179. in: Aquinas as Authority. Freiheit. passim) sowie die Verwendung naturphilosophischen Wissens zur Beleuchtung theologischer Fragestellungen in den Frühschriften Alberts des Großen (hierzu Anzulewicz. Aufstieg und Fall der großen Ketzerbewegung. weil ihre Gegner die Natur verachteten. a. or Free Choice: the Recovery of Aquinas after 1848 as Interpretation or Misinterpretation?.. hier: 96–100. December 14–16.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 79 in den geistlichen Bereich zurückwirkte37 und eine vernehmbare Resonanz selbst in der kirchlichen Verkündigung auslöste. Hierfür gab es überdies einen zusätzlichen Grund. ders. Il dualismo cataro in Umbria al tempo di San Francesco. hatten sich dem Studium der Natur zugewandt. New Series 7). John Inglis. Geschichte der Katharer.

983–991. hier: 633. Naturaleza. Grundlagen. Stuttgart 2002. ed. N. 29. 683. Konzeptionen–Erfahrungen–Wirkungen. März 2001. 633–645. Elisabeth Schinagl. Beckmann u. 683 durch Schinagl. (Biblioteca di Cultura Moderna 991). .80 kapitel ii der Predigtgestaltung fand. L’emploi du langage philosophique dans les sermons du treizième siècle. ders. wenn sich ihnen dafür thematisch ein Anlass bietet./Eugenio Randi. jene Resonanz an den Predigten selbst abzulesen. 123. Walter Senner (Quellen und Forschungen zur Geschichte des Dominikanerordens. Univ. Zum Gedenken nach 800 Jahren: Neue Zugänge. ed. 14. Naturkunde-Exempla.. Berlin 2003. 84–95. 147–170. Akten des 9. Luca Bianchi. Symposiums des Mediävistenverbandes. in: Natur im Mittelalter. in: L’animal exemplaire au Moyen Âge (Ve–XVe siècles). ed. ed. Gr. So setzt sich der Doctor universalis in einer seiner bei den Dominikanerinnen in der Katharinenkirche zu Augsburg gehaltenen Predigten (1257 oder 1263) über das Bibelwort Mt 5. dies. Rennes 1999. Du bon usage de l’animal dans les recueils médiévaux d’exempla. Diese dokumentieren insgesamt gewiss vor allem das Interesse breiter bildungshungriger Schichten an naturphilosophischem Wissen. Naturkunde-Exempla. September 1977 in Bonn. 311–318. warum 42 Den bislang bekannten Enzyklopädien ist die neuerdings edierte Versenzyklopädie des Gregor von Montesacro hinzuzufügen: Bernhard Pabst. Predigern naturphilosophisch ernstzunehmende exempla an die Hand zu geben. Naturwissen in den Predigten der Handschrift Leipzig Univ. in: Albertus Magnus.45 Davon geben insbesondere geistliche Ansprachen Alberts des Großen beredtes Zeugnis.und quellenkritischer Erstedition der Vers-Enzyklopädie Peri ton anthropon theopiisis (De hominum deificatione) (Montesacro-Forschungen 2). Akten des VI. 44 Albert d. August – 3. 125. teilediert nach der Handschrift Leipzig. Jacques Berlioz/Marie A. Vgl. Naturkunde-Exempla.42 Nicht zuletzt aber waren eine Reihe von ihnen—wie der Liber de natura rerum des Thomas von Cantimpré (Erstfassung 1237/1240) oder das Speculum naturale seines dominikanischen Ordensbruders Vincenz von Beauvais—nach ausdrücklichem Bekunden ihrer Verfasser mit dem Ziel zusammengestellt worden. 45 Hierzu insgesamt Schinagl. Internationalen Kongresses für mittelalterliche Philosophie. 119. Louis-Jacques Bataillon. in: Sprache und Erkenntnis im Mittelalter. Marie A.– 17. Sermones. Marburg.43 Aufschlussreich ist es jedoch vor allem. und entfalten diese bisweilen erstaunlich detailliert vor ihren Zuhörern. Verstärkt nehmen die Prediger auf die naturphilosophische Sichtweise—secundum naturam44—von den Dingen Bezug. Aristotele alla fine del Medioevo. Berlin 2001.. auch García Ballester. Mit text. 81. Berlin–New York 1981. Peter Dilg. Naturkunde-Exempel in den Predigten des Albertus Magnus. Jan P.14 Non potest civitas abscondi supra montem posita mit der Frage auseinander. in: Le verità dissonanti. Gregor von Montesacro und die geistige Kultur Süditaliens unter Friedrich II. zeigt sich bereits in den großen naturkundlichen Kompendien des dreizehnten Jahrhunderts. Polo de Beaulieu.. (Miscellanea Mediaevalia 13/2). Aspekte und Perspektiven. ed. 43 Hierzu Köhler. 10). Vgl. Bari 1990.F. 33–56. „Loquens ut naturalis“. a. dies. Polo de Beaulieu.

Hierzu erläutert er zunächst. ed. dass alle diese Merkmale tatsächlich in einem übertragenen. 114 l. um anschließend darauf einzugehen. was er sagt. in: Rech. Interpunktion geändert): „Unde philosophus. 36 (1969) 100–147. Schneyer. Hierzu Schinagl. 150–152. philosophischen Überlegungen in seinen Sermones mitunter so weiten Raum. quod velim vobis dicere naturas et non potius res divinas. davon ausgehend das Wirken des himmlischen Vaters in uns Menschenkindern seinen Zuhörern anschaulich nahezubringen. 124. geistlichen Sinn auf die heiligen Lehrer zutreffen. Gr.) intendo trahere et doctrinam“.51 Immerhin aber spiegelt sich in der Gepflogenheit. Naturkunde-Exempla. et ed. Augustinus. eine interessante 46 Albert d. B. die fachwissenschaftlichen Aspekte der Natursachverhalte relativ umfänglich innerhalb von geistlichen Ansprachen zur Geltung kommen zu lassen.46 In einer anderen Predigt wiederum trägt er die von den Naturforschern (qui naturas rimati sunt) aufgewiesenen sieben Aspekte der väterlichen Mitwirkung bei der Zeugung vor und bemüht sich.50 also keineswegs über dem sensus litteralis den sensus spiritualis aus dem Auge verliere. 26 f. Schneyer. méd. 638. 51 Auf ihre Zusammenschau verweist er immer wieder. Et ne credatis. dass er bei allem. Alberts des Grossen Augsburger Predigtzyklus über den hl. was die Naturkundigen (naturales) nach ihrer fachlichen Sicht unter einem Berg im Unterschied zu einem Hügel verstehen und welche fünf—sichtbaren wie nichtsichtbaren— Merkmale ein Berg aufweist.“48 Interessanterweise—was indes angesichts fortdauernder Vorbehalte49 traditionell eingestellter Kreise gegenüber dem neuen Interesse an den Natursachverhalten nicht verwundert—sah er sich denn auch veranlasst. 72–74. Univ. 85 ff. Sermo 2 (ed. Gr. 135 f. Sermones. teilediert nach der Handschrift Leipzig. vgl. wie Elisabeth Schinagl aufgrund ihrer detaillierten Kenntnis des Corpus seiner überlieferten Predigten generell festzustellen vermochte. 50 Albert d. Sermo 3 (ed...47 Albert gibt. Demgegenüber versichert er. „daß ganze Passagen von einem philosophischen Gedanken geprägt sind.. . hier: 130–134. 120 l. z. Omnia praedicta ad mores (moras cod. anc. Théol. dies.. 46). 49 Siehe unten S. 126. 683 durch Schinagl. er wolle zu ihnen eher über natürliche Dinge als über göttliche sprechen. Johann B. 48 Schinagl. Naturkunde-Exempla.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 81 die sacri doctores mit einer auf dem Berg gebauten Stadt verglichen werden. die moralische und glaubensmäßige Unterweisung im Sinn habe. 112 l. ebd..). Sermo 4 (126 l. Gr. Naturwissen. ita stat civitas. quod sicut stat corpus hominis. Naturkunde-Exempla. in einer der Augsburger Predigten bei seinen Hörern dem Eindruck entgegenzuwirken. 47 Albert d. Schneyer. Sermo 5.

Philos. in: Natur im Mittelalter.54 Diese geistliche Verwurzelung gab den Gelehrten die erfor52 Milène Wegmann. a. institutional. nämlich in dem dort aufbrechenden Verlangen nach ganz persönlicher. Jh. 83–85. Akten des 9. Die ‚Entdeckung der Natur‘ in der monastischen Historiographie des 12. wenn sie in ihren Schilderungen auf Naturphänomene zu sprechen kamen. Wurden mit der traditionellen Sichtweise von den res naturae theologisch-spirituelle Vorgaben wesentlich in die Erfassung der Natursachverhalte hineingetragen. dass das wachsende Bedüfnis nach Erfahrungswirklichkeit hinsichtlich der Natur offenbar in der Bewegung der Mystik eine bemerkenswerte Parallele fand. wird nunmehr umgekehrt die philosophische Sichtweise von den Natursachverhalten zu einem Bestandteil theologisch-spiritueller Unterweisung. Medieval and Early Modern. Wie die Verfasserin herausarbeitet. die Milène Wegmann in ihrer Untersuchung der historiographischen Literatur aufzuzeigen vermochte.–17. In diesem Zusammenhang ist auch die Entwicklung aufschlussreich.52 Nicht unbeachtet bleibe. 50–69. Peter Dilg. Jürgen Sarnowsky. in: Natur im Mittelalter. Konzeptionen–Erfahrungen– Wirkungen. Jh.82 kapitel ii Tendenzumkehr wider. . 13 (1975) 213–230. Symposiums des Mediävistenverbandes. März 2001. Symposiums des Mediävistenverbandes. orientierten sich die Chronisten und Annalisten in den Konventen in diesem Zeitraum erkennbar stärker als früher an den beobachtbaren Sachverhalten als solchen.53 Insgesamt darf wohl zu diesem Prozess der methodischen Hinwendung zu den Natursachverhalten. 14. 78 (2003) 38–54. und 13. Cambridge 1998. Crombie. März 2001. 174– 182. hier: 68.. Some Attitudes to Scientific Progress: Ancient. 54 Zu dieser Einschätzung siehe auch Alistair C. dass innerhalb derselben ein „neu erwachtes Interesse an der Natur an sich“ zutage tritt. in: Theol.–17. Sc. ed. Akten des 9. dass die Selbstverständlichkeit des Glaubenshintergrundes und die geistlich geprägte Identität der mittelalterlichen Denker die damit einhergehende. and intellectual contexts. in: Hist. ed. erlebnishafter Glaubenserfahrung. Zur Entwicklung der Naturerkenntnis an den mittelalterlichen Universitäten. für die weitere Wissenschaftsentwicklung entscheidende naturphilosophische Neuorientierung wesentlich bestimmt haben. 14. 2005. Berlin 2003. 53 Hierzu Bardo Weiss. dies. und 13.. Naturwahrnehmung im Mittelalter im Spiegel der lateinischen Historiographie des 12. The Foundations of Modern Science in the Middle Ages: Their religious. Edward Grant. Marburg. Bern u. festgestellt werden. 280–293. Zum Begriff der Erfahrung bei den frühen deutschen Mystikerinnen. Peter Dilg. Marburg. Konzeptionen–Erfahrungen–Wirkungen. hier: 219. Berlin 2003. Ihre Auswertung einer großen Zahl von Zeugnissen klösterlicher Geschichtsschreibung des zwölften und dreizehnten Jahrhunderts belegt. wie sie faktisch gegeben sind. (Lateinische Sprache und Literatur des Mittelalters 40).

non tamen ut theologicis. 8* l. quare quaedam verba theologica huic naturali nogotio miscuimus. 1 q.“ 57 Thomas von Aquin. 56 Albert von Orlamünde. Fragestellungen. Summa naturalium tr.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 83 derliche innere Freiheit und Sicherheit. … Ad primam vero quaestionem solventes dicimus quod naturalia dicere a principio elegimus. Colon. Responsio ad magistrum Ioannem de Vercellis de 43 articulis. Die anderen Wissenschaften. 4. bei der Erforschung der Welt insgesamt—und damit auch in der philosophisch-anthropologischen Erkenntnisbemühung um den Menschen in seiner konkreten Erscheinungsweise—methodisch von positiv-erkenntnisleitenden Vorgaben religiös-theologischer Natur abzusehen. die eher philosophischer Natur sind und nicht in den Gegenstandsbereich der Theologie fallen. 21): „Primo namque quaesivit. ebd. 177–181. . und zwar als Motiv für eine forscherliche Zuwendung zu den Sachverhalten. ideo ipsa ipsi introduximus ad maiorem dictorum credulitatem. 4c (15 l. 14 l.56 Thomas von Aquin wiederum warnte in seinem Gutachten für den Ordensmagister Johannes von Vercelli davor. Bernhard Geyer. Zur Abgrenzung von philosophischer und theologischer Betrachtungsweise der Naturdinge im Untersuchungszeitraum und speziell bei Thomas siehe Köhler.. Torino–Roma 1954. Summa I tr. Thomae Aquinatis … Opuscula theologica. vgl. Geyer. ed. Dionysius Siedler. Metaph. zur Bewunderung Anlass gebenden Gesetzmäßigkeiten (Ursachen). sed ut naturalibus concordantibus his usi sumus in proposito. Gr. warum und unter welchem Gesichtspunkt er innerhalb seiner naturphilosophischen Untersuchungen gewisse theologische Äußerungen habe einfließen lassen..55 Wie sensibel man auf eine methodische Unterscheidung von naturphilosophischer und theologischer Behandlungsperspektive bedacht war. 44–46). Grundlagen. XXXIV/1. hier: 211a. S. insofern in ihnen Gottes Schöpfermacht erfahrbar wird und zu seinem Lob und seiner Verehrung anhält.57 Entlastet von ihrer erkenntnisleitenden Funktion im philosophischen Denken gewinnt die selbstverständliche Glaubensorientierung der Denker eine die Rationalität zusätzlich befördernde Funktion. Münster 1964 (Ed. 7. 211–218. 542 l. n. empfangen ihre Prinzipien nicht von der Theologie und können das auch gar nicht. verum quia theologica in aliquibus dictis nostris physicis concordaverunt. auf die Naturphänomene als solche gerichteten Erkenntnisinteresses bildeten 55 Albert d. Colon. so hatte es Albert der Große in der Summa (nach 1268) unmissverständlich formuliert. hierzu auch Twetten. zeigt schlaglichtartig das Beispiel Alberts von Orlamünde.. gleichsam als zur Theologie gehörig positiv oder negativ zu bescheiden. XVI/2. 3 c. ed. 25–28). I. und zur Ergründung der in ihnen wirksamen. Geographische Schwerpunkte des Aufbrechens dieses neuen. 16–32). ders. 772. 23 – 9* l. Raimondo A. wie sie erfahrungsmäßig gegeben sind. XI tr. Münster 1978 (Ed. Albert the Great. 275 ff. q. 1–2 (ed. ed. Prooem. 6 c. Verardo. Auf Nachfrage musste er erklären. 3 c.

Jh. Klaus Herbers. 61 Herbers. Naturaleza. ders. 60 Hierzu Avelino Dominguez García/Luís García Ballester. 63 Hierzu Wolfram von den Steinen..59 Dass auch in den Augen der Zeitgenossen die Iberische Halbinsel als eine Schwerpunktregion für den neuen wissenschaftlichen Umgang mit den Natursachverhalten galt. in: Federico II e le scienze. hier: 347. Wissenskontakte. sondern ihn auch tatkräftig förderte. Verbreitung und Reaktionen. und 13. L’idea di natura nell’Italia normanno-sveva. 230–248. Pierre Toubert/Agostino Paravicini Bagliani. ed. Naturaleza. Es trat ebenso auch in den neugegründeten studia der Franziskaner und Dominikaner hervor. 1320). Der Kosmos des Mittelalters. London 1997. Von Karl dem . La scuola di Salerno: filosofia della natura e politica scolastica della corte sveva.84 kapitel ii im dreizehnten Jahrhundert neben Paris und Oxford58 mit ihren Universitäten vor allem die Iberische Halbinsel sowie das Königreich Sizilien. 62 Hierzu insbesondere Piero Morpurgo. Wissenskontakte und Wissensvermittlung in Spanien im 12. ders. in: Artes im Mittelalter. zunächst um 1220 in Santiago de Compostela und neben anderen Gründungen später 1266 vor allem in Murcia.. 1241 – c. kam mit ihm ein Herrscher an die Macht.63 Roger 58 Die frühe Entwicklung in England insgesamt beleuchtet Charles Burnett. The Introduction of Arabic Learning into England. 410–422. darunter das 1243 im Zuge der Reconquista an die kastilische Krone gefallene Murcia. die das wissenschaftliche Zentrum Toledo als eine Brutstätte der Schwarzen Kunst anprangerten. ed. Palermo 1994. 1280) de Juan Gil de Zamora (c. passim.62 Als Roger II. Berlin 1999. insbesondere von Alfons X. Filosofia. Ursula Schaefer. (1095–1154) 1112 die Herrschaft über das Königreich antrat. dem Weisen (1252–1284) in seinem kastilischen Herrschaftsbereich geförderten wissenschaftlichen Zentren. der sich dem neuartigen philosophisch-wissenschaftlichen Umgang mit den sichtbaren Dingen der Natur nicht nur zugeneigt zeigte. indem er Gelehrte an seinen Hof zog. 243–247. 59 Hierzu García Ballester. In den spanischen Territorien bildete und entwickelte sich dieses Interesse nicht nur in den von den Herrschern. wo es die für dieses geistige Zentrum typische naturphilosophisch-medizinische Ausrichtung annahm. El tratado de anathomia (c.61 Im Bereich des Königreichs Sizilien wiederum bildete sich das Interesse an der sichtbaren Natur als solcher und an den ihr innewohnenden Gesetzmäßigkeiten am frühesten in Salerno aus. Bologna 1993. García Ballester.: Sprache. ist unter anderem—neben beispielsweise einer von landsmannschaftlichem Stolz getragenen Feststellung des Johannes Aegidii de Zamora60—auch aus der Polemik des Caesarius von Heisterbach und anderer zu ersehen. in: Dynamis 3 (1983) 341–371. 94 macht auf die offene Haltung der Mendikanten in Santiago de Compostela im Unterschied zu Paris aufmerksam.

32). [Serie terza] 44 (2003) 179–218. Giovanni Rossi. Friedrich II. Nach den Quellen dargestellt. Darmstadt 2003. Oktober 1998. Ein Beitrag zu Anthropologie und Ethik Bonaventuras (Veröffentlichungen des Grabmann-Institutes. ed. vgl. 65 Enrico Pispisa. Jahrhundert. dem Staufer Friedrich II. 168 f.. Eine Gesamtschau und weitere Literaturangaben bietet Wolfgang Stürner. 66 Köhler. die dann mit seinem Enkel. Aertsen/Andreas Speer (Miscellanea Mediaevalia 27).67 Stark der traditionellen SichtGrossen zu Bernhard von Clairvaux.. Albertus Magnus als Gründungsregens des Kölner Studium generale der Dominikaner. Teil 2: Der Kaiser 1220–1250. 7. 316–328. 169–177.66 Christian Trottmann hat am Beispiel der Beurteilung der curiositas in der Summa theologiae des Aquinaten gezeigt.. in: Averroes (1126–1198) oder der Triumph des Rationalismus. ed. ihren vielbeschriebenen Höhepunkt64 erreichte und noch von König Manfred hochgehalten und weitergeführt wurde. Naturkunde-Exempla. II (BGPhMA 4/6). 64 Hierzu insbesondere die Sammelbände Federico II e le scienze. zumindest aber skeptisch-mahnenden Stimmen begleitet wurde. 14. Morpurgo. Studiositas et superstitio dans la Somme de Théologie de Thomas d’Aquin. N. Berlin–New York 2000. dass das im Untersuchungszeitraum so nachhaltig sich durchsetzende philosophische Interesse an der sichtbaren Welt. Heidelberg 2002. in: Studi med. Eine etwas modifizierte Einschätzung. in: Geistesleben im 13. 9–12 ottobre 1994 (Atti dei Convegni. anhaltend von ablehnenden. Nuova serie 8). in: Ratio . 583–597. Spoleto 1995. Federico II e Manfredi. Dorothea Walz. Rainer Jehl. Schinagl. Gregor von Montesacro. 44 f.. Khoury. findet sich neuerdings bei Pabst. Paris 1991.F. Paderborn 1984. Todi.. Friedrich II. in: Federico II e le nuove culture. Atti del XXXI Convegno storico internazionale. Spoleto 1995. 303–317. Darmstadt 2003. Münster 1906. hier: 310 ff. 181 ff. Un capitolo. Atti del XXXI Convegno storico internazionale. 127 ff. Nature. Penser au Moyen Âge. 9–12 ottobre 1994 (Atti dei Convegni. Pierre Toubert/Agostino Paravicini Bagliani. dass derlei Wortmeldungen jedoch nicht allein religiös. Marenghi. Steel. Raif G. Aristoteles und Averroes bei Kaiser Friedrich II. Nuova serie 8). hier: 152 ff. Internationales Symposium anlässlich des 800. Vgl. ed. 300 f. Jan A. sondern interessanterweise auch methodologisch-erkenntnistheoretisch motiviert sein konnten und auf die Abwehr von abergläubischen Einflüssen und die Sicherung einer rationalen Denkhaltung bedacht waren. Palermo 1994 und Federico II e le nuove culture. „Tuum Studium sit velle regnare diu“. Wolfgang Stürner. Alain de Libera. Walter Senner. 274. Melancholie und Acedia. Die Psychologie Alberts des Großen. 149–169. so wie sie sich konkret darbietet. mit entsprechenden Textbelegen.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 85 begründete damit bereits zur Zeit der Normannenherrschaft im süditalienischen Königreich eine Tradition. Heidelberg. 67 Christian Trottmann. 132 f. 27 ff.65 Abschließend bleibt daran zu erinnern. Bern–Berlin 1959.–11. Todi. enjeux de la défiance à l’égard des „sciences curieuses“. 317–330.. Grundlagen. La scientia medicinalis nella legislazione e nella dottrina giuridica del tempo di Federico II. Arthur Schneider. insbesondere was die Rolle des Michael Scotus betrifft. Teil 1: Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194–1220.. Todestages des islamischen Philosophen. 361–457.

Summa de paenitentia I tit. (ed. De vera religione XXXIX.“ 69 Augustinus. Louvain-la-Neuve 2003. 72. Connais-toi toi-même de Socrate à Saint Bernard. Peter Dilg.68 argwöhnten indes hinter dieser Beschäftigung mit der sichtbaren Welt eitle Neugier und eine unstatthafte Vernachlässigung des Wesentlichen. Volumen 1... totius orbis tibi depingi formulam) sudore plenum.71 Bezeichnend in dieser Hinsicht ist auch eine Bemerkung Bonaventuras. Raimundus de Pennaforte.86 kapitel ii weise verhaftete Kreise zumal aus den Reihen der Zisterzienser. non est in eis studendum. Giancarlo Marchetti u. wie gefahrvoll es sei. Vgl. quia non sunt scientiae pietatis. Mit Blick auf die naturphilosophische Frage nach der Gestalt des Himmels bedauert er in seinem Sentenzenkommentar (1250/1252) sichtlich. 80.“ Vgl. ipse melius nosti quam sit laboriosum quamque periculosum. Marburg. 77 f. Augustinus. über das man ohne Schaden für das et Superstitio. 71 Raimund von Peñaforte. 5. 48): „Quod negotium (sc. dass die Lehrer der Theologie infolge des nicht nachlassenden Drängens der Neugierigen zu vielerlei Stellung zu nehmen genötigt sind. Before Science. 14.“70 Um 1235 verweist Raimund von Peñaforte in seiner Summa de paenitentia auf eine Dekretale. 68 French/Cunningham. (Textes et Études du Moyen Âge 24). Elemente und Atome als Träger der Naturprozesse—neue Wege in der Physik des 12. hier: 234. Berlin 2003.137–154. in: Aurelii Augustini opera. Hatte doch ihr bevorzugter Gewährsmann. I. 228 (240). Douai 1624/Graz 1965. Turnhout 1962. sich nicht nach außen zu wenden. Konzeptionen–Erfahrungen–Wirkungen. XLIII. Pierre Courcelle. Flint. weswegen die Beschäftigung mit ihnen restriktiv zu handhaben sei. ed. die erbetene Unterweisung über die sichtbare Welt zu bieten: Honorius Augustodunensis. ed. 169–260.69 ausdrücklich forderte er: „Laßt uns zu uns zurückkehren und das beiseite lassen. 202.L. 392: „Tamen in eodem decreto dicitur quod. hier: 254–257. a. 11. periculosum autem propter invidos qui cuncta que nequeunt imitari non cessant calumpniari. Klaus-Detlef Daur. et que assequi non poterunt. ed. 855A). Roma 1976. dazu aufgerufen. Speculum doctrinale IX c. licet quadriviales artes in se contineant veritatem. deren heftiger Kritik sich schon Wilhelm von Conches ausgesetzt gesehen hatte. S. sondern in sich selbst zurückzukehren.. 32). wo im inneren Menschen die Wahrheit wohne. Paris 1974. nach welcher die naturkundlichen Fächer (quadriviales artes) zwar an sich Wahrheit enthielten. 70 Ebd. was wir mit Strauchwerk und Tieren gemein haben. Tomus B). Xaverio Ochoa/ Aloisio Diez. 254–267. Akten des 9. IV/1 (Corpus Christianorum S. Symposiums des Mediävistenverbandes. Zur ideengeschichtlichen Einbettung und Entwicklung der augustinischen Lehre vgl. Essays in Honor of Graziella Federici Vescovini. 124 (Ed. . Summa de paenitentia (Universa Bibliotheca Iuris. Prol. Vincenz von Beauvais. Imago mundi. Laboriosum quidem …. Bernhard Pabst. venenoso dente ut setiger hircus lacerare non omittunt. auch die Klage des Honorius. tamen. März 2001. zur Frömmigkeit aber nichts beitrügen (non sunt scientiae pietatis). 125 ff. in: Natur im Mittelalter. ed.–17. Jh.

in: Antonianum 16 (1941) 31–44. Wesen und Bildfunktion auf Gott hin sind identische Größen. Roma 1970. 1998.74 Bedenklich war in den Augen der Skeptiker zudem. Stuttgart u. John Pecham über den Kampf des Augustinismus und Aristotelismus in der zweiten Hälfte des 13. ut profanas 72 73 . im letzten sogar blind.. Delorme. ed. Jh. speziell: 21. hier 42: „Circa naturas enim rerum videbis quod parum est id quod invenerunt de corporali natura. Richard Heinzmann zum 65. minus quod de rationali seu humana. die Magister und Scholaren von Oxford vom 10. ders. Franz Ehrle. hat Petrus Johannis Olivi (1247/48–1296) in einem eigenen Traktat De perlegendis philosophorum libris zu vermitteln versucht.72 „Ein isoliertes Eigengewicht des Dinges“. in: Antonianum 16 (1941) 31–44. De perlegendis philosophorum libris 17–18. Gesammelte Aufsätze zur englischen Scholastik. d. Martin Thurner. Delorme. auch die Mahnung des Johannes Pecham in seinem Brief an den Kanzler. Paris 2002. dass es bei Vorbehalten dieser Art maßgeblich um die Frage der „eigentlich philosophischen“ Lebensform ging. 64: „Obsecramus autem. November 1284. Eine Form wissenschaftlichen Interesses. Obschon bei Petrus offenbar generell keine antiphilosophische und speziell auch keine antiaristotelische Haltung zu unterstellen ist. II Sent. La philosophie dans ses rapports avec la théologie au Moyen Âge. 76 Petrus Johannis Olivi. 2 q. Ferdinand M. minimum quod de intellectuali et separata. Hans Mercker. „mit einer aus sich selbst heraus geltenden Wesensart lehnt Bonaventura rundweg ab. hier: 328. 75 Ferdinand M. 1c (Opera omnia II. Unde de differentiis et formis specialibus rerum nihil in speciali certum et proprium tradiderunt. Petri Joannis Olivi tractatus „De perlegendis Philosophorum libris“. Der Weg des Menschen im Spannungsfeld von Liber creaturae und Liber Scripturae nach dem Franziskanertheologen Bonventura.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 87 Heil leicht hingehen könnte. so kennzeichnet Hans Mercker die grundsätzliche Einstellung Bonaventuras. De corporali natura nihil dixerunt nec dicere pot(u)erunt nisi per quaedam eorum exteriora accidentia et sub sensu exteriori cadentia et multiplici experimento notata. Franz Pelster (Storia e letteratura 50). in: La servante et la consolatrice. Beiträge zur Anthropologie des Mittelalters. 74 Jean-Luc Solère. Geburtstag. dass die naturphilosophische Beschäftigung sich auf Schriften heidnischer. per misericordiam Jesu Christi. hier: 33–36. arabischer und jüdischer Gelehrter stützte. ed. Fr. filii charissimi. Weltweisheit und Heilswahrheit.75 kommt er darin zu einem vernichtenden Urteil über die naturphilosophische Erkenntnisleistung dieser nichtchristlichen Denker.“ Vgl. La philosophie des théologiens. in: Die Einheit der Person. ist für Bonaventura eitel.. Petri Joannis Olivi tractatus „De perlegendis Philosophorum libris“.“73 Jean-Luc Solère hat darauf aufmerksam gemacht. nutzlos. in: ders. Fr.76 InterBonaventura./Zénon Kaluza (Textes et Traditions 3). 40 f. die vom christlichen Standpunkt aus nicht frei von Irrtümern sein konnten. ed. weil hier die Sinnbestimmung des eigentlichen Wesenscharakters der Dinge verfehlt wird. a. Wie diese Autoren in rechter Weise zu lesen seien. ed. 14 pars 1 a. 342a). welche auf das Ding als solches gerichtet wäre. ed. 319–336. 1–44.

utique iustissimo. quod claustrales. inquirere dignemini.“ 77 Hierzu Murray. Die Gewichtung von Einzelsachverhalten. Wissensbereiche anbelangt als auch was die einzelnen Autoren betrifft. Diese Tendenzen sollen im Folgenden anhand ausgewählter Textzeugnisse dokumentiert und des Näheren beleuchtet werden. Sie brach unter anderem in der Erhebung der Pastoureaux 1251 in Frankreich auf.bzw. tanquam ponentes in tenebris lucem suam. die bezeichnenderweise besonders über naturphilosophische Denker in Umlauf gebracht wurden. äußerte sich aber gleichermaßen in übelwollenden Gerüchten. In den Quellen lässt sich diese Sensibilisierung an Äußerungen von Magistern ablesen. qui spreta sanctorum sapientia philosophorum ventosis traditionibus. Dieser Prozess bereitete in gewichtiger Weise den Boden für eine systematische philosophische Befassung mit den konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen. Auf sie hat Alexander Murray hingewiesen. wurde sie untervocum novitates solicitius devitantes.77 2. scientes pro certo. Beobachtung und Erfahrung Mit der Grundtendenz einer Zuwendung zu den Naturgegebenheiten „so wie sie sind“ verband sich eine spürbare wissenschaftsmethodische Sensibilisierung für die Rolle von konkreten empirischen Sachverhalten innerhalb naturphilosophischer Erkenntnisgewinnung sowie für methodologische Fragen ihrer philosophischen Erfassung. dass die zuvor skizzierte Hinwendung zu den Naturgegebenheiten im Untersuchungszeitraum differenziert verlief. empirischen Sachverhalten in ihrer jeweiligen Besonderheit. qui iam emeritae doctrinae philosophiam et theologiam a puero didicerunt.88 kapitel ii essanterweise machte sich im Laufe des dreizehnten Jahrhunderts bei breiteren Bevölkerungsschichten überhaupt eine gewisse antiakademische Stimmung bemerkbar. curiosius immorantur. Vorauszuschicken ist. mit denen diese direkt oder indirekt in dreifacher Hinsicht Stellung nehmen: im Hinblick auf die philosophisch-wissenschaftliche Dignität von konkreten. a principe huius saeculi merito excaecantur. 244–251. Reason. Sowohl was die verschiedenen Gegenstands. et caeci caecos in foveam praecipitant vanitatis. quas in saeculo non didicerant. im Hinblick auf die methodische Gewichtung von Beobachtung und Erfahrung als Zugangsweisen zu den konkreten Sachverhalten sowie schließlich— komplementär dazu—im Hinblick auf die Rolle von Autoritätsmeinungen bei der naturphilosophischen Urteilsbildung. . quid in hac materia doctores sentiant saeculares. divino iudicio.

The new Aristotle. 219 f.83 Möglicherweise sind vor diesem Hintergrund auch Roger Bacons kritische Bemerkungen zur Wissenschaftssituation seiner Zeit zu verstehen. Das volkssprachliche Naturbuch. in: Micrologus 4 (1996) 55–75. die wir die (Erkenntnis-)Leistungen aller Vorausgegangenen bereitliegen Vgl. Zwischen ‚mystischer‘ Sinnsuche.. Turnhout 1985. in rein empirischer Einstellung neues Wissen zu gewinnen. L’observation dans les sciences de la nature au Moyen Âge: limites et possibilités. Medicina e scienze della natura alla corte dei papi nel Duecento (Biblioteca di Medioevo latino 4)..80 blieb mit seinem Falkenbuch eine Ausnahmeerscheinung.81 Dazu ist die grundsätzliche Erkenntnishaltung der mittelalterlichen Gelehrten gerade auch in den naturphilosophischen Wissensbereichen in Rechnung zu stellen. 81 Hierzu ausführlicher Köhler. Während sie vor allem auf dem Gebiet der Astronomie oder der Optik79 zum Teil weit fortgeschritten war. in: ders. Robert Grosseteste and the Origins of Experimental Science 1100–1700. Napoli 1984. 281–315. 80 Zu dieser Unterscheidung siehe Agostino Paravicini Bagliani. 1300–1450). Oxford 1962. 282–326. La question disputée dans les facultés de médecine. Die Gelehrten verstanden es danach nicht als ihre Aufgabe. in: Les questions disputées et les questions quodlibétiques dans les facultés de théologie. dies. die aus dem Wissenschaftsverständnis der aristotelischen Denktradition erwuchs. konsistent erscheinende Systeme und sahen ihre Aufgabe lediglich in der kritischen Überprüfung von Einzelaspekten bzw. auch Nischik. hier: 326.. nicht der „cultura degli studia universitari“. Spoleto 1991. 27 ff. blieb die Hinwendung zu den konkreten Sachverhalten in dem uns hier besonders interessierenden Gegenstandsbereich der Sinnenwesen aufs Ganze gesehen noch eine „dosierte“—Friedrich II. Bazán (Typologie des sources du moyen âge occidental 44–45). Crombie.78 Das gilt zumal für die naturphilosophische Erfassung empirischer Sachverhalte als solcher. 260. 18.. Charles Lohr konstatiert: „‚Wissenschaft‘ meinte nicht—wie für uns—Erforschen und Entdecken. Danielle Jacquart. in: Discovery 13 (1952) 391– 397. Teilbereichen innerhalb dieser Systeme.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 89 schiedlich zügig und unterschiedlich nachhaltig vollzogen. Alistair C. einem Gesamt von Schlußfolgerungen zuzustimmen. Scholastic Medicine and Philosophy: A study of Commentaries on Galen’s Tegni (ca. 82 Lohr. The Invention of the Experimental Method. 78 79 . ed. 83 Per-Gunnar Ottosson. Sie hielten sich vielmehr an bereits ausgearbeitete.“82 Ähnlich beschreibt Per-Gunnar Ottosson die Erkenntnishaltung im Hinblick auf die Medizin. de droit et de médecine. wenn er feststellt: „Wir. ders. die dazu disponierte. Il mito della „prolongatio vitae“ e la corte pontificia del Duecento: il „De retardatione senectutis“. Das Wort scientia stand für eine geistige Verfassung. Bernardo C. Repräsentant schlechthin der „cultura di corte“. hier: 314.

Atti del Convegno internazionale di studi. bei aller prinzipiellen Ausrichtung des philosophisch-wissenschaftlichen Erkenntnisstrebens auf das Allgemeine und Notwendige die naturphilosophische Bedeutung des Einzelsachverhaltes hervorzuheben85 und dieser Einschätzung methodologisch Rechnung zu tragen. Berlin– New York 1996. 157–188. cum tamen deberemus que desunt complere et eciam inventa renovare in melius …: nichil enim perfectum est in humanis invencionibus. . Oxford 1909. Der Einfluß von „De animalibus“ des Aristoteles. die ihre (spätere) Zeit bietet. neque scimus addere ea ad que ipsi non potuerunt pertingere. La tradizione ermetica dal mondo tardo-antico all’Umanesimo. ergänzen. „Processus narrativus. qui labores omnium precedencium habemus paratos. La „virtus universalis“: un concept d’origine hermétique? Les sources d’une notion de philosophie naturelle médiévale.“ Zur Entwicklung des Wissenschaftskonzepts in der Hochscholastik. ed. zu übertragen. was den Früheren fehlte. 85 Theodor W. in: Salzb. was in unserer Sprache aber nicht vorliegt. wie es erforderlich wäre. ea que defuerunt prioribus. würden sie gemäß der günstigen Gelegenheit.“ Zur ungefähren zeitlichen Einordnung (1237/1250) siehe Hackett. in: Hermetism from Late Antiquity to Humanism. Jh. ed. auch das in der „littérature d’expérience“ zum Ausdruck kommende Interesse: Isabelle Draelants. Die philosophisch-wissenschaftliche Dignität von Einzelsachverhalten In einer Reihe von Quellentexten zeichnet sich eine Tendenz ab. Napoli.1. Robert Steele (Opera hactenus inedita Rogeri Baconi. 2. … Et ideo si posteriores proficerent in scienciis ut oporteret. Metaphysica de viciis contractis in studio theologie. … Wollten somit die Späteren. ed. Köhler. Jan A. 39 (1994) 109–127. (Instrumenta Patristica et Mediaevalia 40). 5: „… nunc vero nos. ipsi complerent. was fehlt. a. Turnhout 2003. neque ab eis facta que desunt in lingua nostra transmutare. Philos. Am markantesten tritt diese Tendenz bei Roger Bacon und Albert dem Großen zu- 84 Roger Bacon. noch das. 161–177. in den Wissenschaften Fortschritte machen. Wissenschaftliche Annäherung an das Individuelle im 13. hinzuzufügen.90 kapitel ii haben. juxta sui temporis oportunitatem. was diese selbst nicht zu erreichen vermochten. hier: 164. in denen sich die Autoren zur philosophisch-wissenschaftlichen Dignität von konkret vorliegenden Sachverhalten äußern. The Published Works. I). in: Individuum und Individualität im Mittelalter. wissen weder das. Dabei wären wir doch gehalten. Paolo Lucentini u. … Nichts ist nämlich vollkommen bei menschlichen Entdeckungen. 316. Vgl. 20–24 novembre 2001. was sie hinterlassen haben. Jahrb..“84 Welchen Aufschluss gewinnen wir nun aus diesen Äußerungen im Einzelnen? Wir beginnen mit Textbeispielen. Aertsen/Andreas Speer (Miscellanea Mediaevalia 24). ders. zu vervollständigen sowie auch Entdecktes neu und besser zu fassen.

2002. Medieval Natural Philosophy: Empiricism without Observation. ebd. Leiden u. J. (Medieval and Early Modern Science 5). tam secundum intencionem quam operacionem propter suam dignitatem“.88 Zur Bekräftigung verweist er— um mehr als ein Plausibilitätsargument handelt es sich dabei allerdings nicht—auf den Umstand.87 Gegenüber dem Universalen betont Roger Bacon die herausgehobene Bedeutung des Einzelsachverhalts. 74 Anm. 141–168. Non enim in nutrimentis et vestimentis et aliis utilitatibus nostris querimus nisi singularia. 28 f.86 Gegen Ende des Untersuchungszeitraums war es dann Heinrich Bate. Fr. Communia naturalium I pars 2 d. 543: „Sed communia parvi sunt valoris. 96 l. dens.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 91 tage. 7 (ed. Steele. 16–18: „Manifestum est igitur.: „Nam homines imperiti adorant universalia. 88 Roger Bacon. 94 l.“ 90 Ders. Steele. 27. 34 – 95 l. 8 (96 l.. ed. 20.91 Dementsprechend kritisiert er in 86 Vgl. hier: 143 hat besonders auf Buridan hingewiesen. nicht allgemeine. Communia naturalium I pars 2 d. 7 (ed.. aber auch die von Hugo von St. dass wir bei Nahrung. dass er nicht zögert. 96 l. Robert Steele. Brewer. der in seinem Speculum divinorum et quorundam naturalium (1301/1304) dezidiert ähnliche Ansichten vertrat. (ca. 1910). dem Einzelnen gegenüber dem entsprechenden Allgemeinen insgesamt einen höheren Rang zu. Epistola de secretis operibus artis et naturae et de nullitate magiae c. quia universalia nichil prosunt nobis nec nature similiter. keine Ahnung haben und das Universelle anbeten.“ Zur Datierung Hackett. Edward Grant. Viktor angemahnte Erkenntnishaltung. 95 l. 89 Roger Bacon. Kleidung und sonstigen Dingen des täglichen Gebrauchs ausschließlich konkrete Einzelobjekte verlangen. a. a. ed. ausgehend von einer Gegenüberstellung der Individualnatur und der Artnatur.): „… ea que dicte sunt fundantur super dignitatem individui …“ 91 Ebd. Nature. der hier in Betracht kommende Teil des ersten Buches wurde anscheinend in den frühen sechziger Jahren begonnen. die. Roger Bacon: Leben.. John S. in: The Dynamics of Aristotelian Natural Philosophy from Antiquity to the Seventeenth Century. 1–4): „Et nos scimus hoc per experienciam rerum. Partes prima et secunda (Opera hactenus inedita Rogeri Baconi.. 3 c. c. nec per se quaerenda. II).“ Vgl. Communia naturalium I pars 2 d.89 Seine Einschätzung unterstreicht er noch dadurch. I. wie er gewohnt polemisch spottet. 7. Rogeri Bacon opera quaedam hactenus inedita. Oxford o. …“ . London 1859. oben S. ed. 30 f. In den Communia naturalium (vermutlich 1260/1274) erkennt er. die uns nichts nützen—und der Natur ebensowenig.90 Damit setzt er sich nachdrücklich von anders orientierten Denkern ab. 3 c. 1: „Set absoluta natura individui longe major et melior est quam relata. 87 Hierzu Steel.. von der „Würde“ des Individuellen zu sprechen. 95 l. Cees Leijenhorst u. sed propter particularia et propria. ebd. 3 c. quia habet esse fixum per se et absolutum. Liber primus communium naturalium fratris Rogeri. 22–25): „Ex quibus omnibus sequitur de necessitate quod singulare sit prius secundum naturam simpliciter et absolute. quod singulare sine comparacione est melius quam universale. 135–140. et ideo singulare est nobilius quam suum universale“. 8.

93 Roger Bacon. Schwierigkeiten bereitet es allerdings. 6–13: „Et ideo oportet quod solum in uniuersali sciat naturalis in libris vulgatis generationem primam rerum. 150–171. Oxford 1928.. nec per viam certitudinis. Insbesondere bedürfe es eines entsprechenden Wissens um die Unterschiede und Eigentümlichkeiten der Menschen. Rogers Ausführungen zur intellektuellen Erkenntnis von Einzeldingen im Opus maius: De signis II. ihre Künste und ihre Wissenschaften betrifft. was ihre Komplexion. Fredborg u. im Umlauf befindlichen Abhandlungen ersichtlich sei. diesmal im Opus maius (1266/1268). …“ Zur ungefähren zeitlichen Einordnung des Werkes siehe Hackett. Opus minus (ed. Schrift erwähnten Dinge genau zu kennen.93 Dass er bei dem Wissen in particulari auch an ein Wissen denkt. wie sie beendet werden müssen. . bei anderer Gelegenheit schlussfolgernd. wie aus den gängigen. hier: 90 f. Dort führt er aus. über natürliche Gegebenheiten in ihrer Lebensgeschichte wie Krankheiten. das sich auf individuelle Lebensläufe bezieht. ihre religiösen Gebräuche. 92 Ders. die Eigentümlichkeiten der in der Hl. Brewer. ihre Lebensgewohnheiten. denn diese beruhe eher auf Erfahrung als auf Schlussfolgern. Vgl. zeigt eine andere Stelle. In vielem gehe sie narrativ vor. Die gängige Naturphilosophie bewege sich in Bezug auf alles im Allgemeinen. welche Himmelskraft dann und während der einzelnen Lebensabschnitte herrscht. Andrew G. wie er einräumen muss. dass der Naturphilosoph. a.92 Aus dieser Überzeugung heraus betont er im Opus minus eindringlich die Notwendigkeit—speziell hat er hierbei die Kenntnisse von Theologen im Blick—. Sed in particulari per viam experientie non procedit. Naturalis enim philosophia vulgata procedit in uniuersalibus de omnibus. De erroribus medicorum. 25). et non in particulari. Somit vermittle sie auch keinerlei Gewissheit. quia hec est per experientiam magis quam per argumentum. hier 160 l. Karin M. nur über ein allgemeines. 387 f. propter quod non certificat..92 kapitel ii De erroribus medicorum (nach 1260). ed. den Weg der Erfahrung in particulari jedoch beschreite sie nicht. hierzu auch ebd. ed. et per viam narrationis in multis. Little/Edward Withington.2 (n. IX). An Unedited Part of Roger Bacon’s ‚Opus maius‘: ‚De signis‘. nicht jedoch über ein ins Einzelne gehendes Wissen (in particulari) um die Entstehung der Dinge verfüge und sein Wissen auch nicht auf dem Wege der Gewissheit gewonnen habe. hinreichend (verlässlich) zu urteilen vermag. in: Traditio 34 (1978) 75–136. Gesundheit und dergleichen und auch darüber.. die Aktivitäten einzelner Personen entsprechend abzuschätzen. 359). dass der erfahrene Astrologe bei genauer Kenntnis des Zeitpunkts von Empfängnis und Geburt einzelner Personen sowie bei genauem Wissen. Roger Bacon: De retardatione accidentium senectutis cum aliis opusculis de rebus medicinalibus (Opera hactenus inedita Rogeri Baconi. et alias per viam argumenti. The Published Works. 318.

auch ders. I tr. 2. 1. universaliter) und einer Erfassung derselben in spezifischer Hinsicht (in speciali. 77 l. De causis propr. 49–55. dass sich auf naturphilosophischem Untersuchungsgebiet das Besondere gegenüber dem Universellen als höherrangig (digniora) erweise. 1 (Ed. 67 f. Colon. ed. 2. 20–31). determinatione universali. Vgl. Albert Zimmermann. 251 f. Pietro Rossi (Corpus Philosophorum Medii Aevi. spezifischen Natur erfasst werden. 5–8). 1964. I tr. 97 l. An anderer Stelle 94 Ders.95 Immer wieder kommt der Doctor universalis auf die Gegenüberstellung einer Erfassung von Naturgegebenheiten in allgemeiner Hinsicht (in communi. Vgl. wenn er darauf hinweist. Colon. Paul Hossfeld. secundum quod in propria natura se habet. 586 l. particulariter. 1 c. 1 c. Commentarius in Posteriorum analyticorum libros I c. ed. Testi e studi 2).96 Nicht unerheblich ist. Miner. Köhler. in particulari. V/2. 96 Albert d. I.M. tr. Münster 2003 (Ed. Wissenschaftliche Annäherung. Schon in der in Köln 1251/1254 entstandenen Schrift De causis proprietatum elementorum stellt er dezidiert fest. 21. Berlin 1968. Ein Kommentar zur Physik des Aristoteles aus der Pariser Artistenfakultät um 1273 (Quellen und Studien zur Geschichte der Philosophie 11). De princ. 1 (Ed.). determinatione particulari. Gr. The ‚Opus majus‘ of Roger Bacon. Provinzen und Städte. ders. V. . 121 l. 28–32. in universali. Firenze 1981. Bridges. 32–37). Paul Hossfeld. John H. XII.. Colon. Gr.. 49 l. 4. elem.. IV/2. Auch bei ihm klingt die von Roger verwendete dignitas-Terminologie im Hinblick auf konkrete Phänomene an. 2 c. Meteora III tr. wie unverzichtbar die letztere sei. ed. 5. ed. sed quaerimus scire unumquodque. Paris.. Quaestiones super librum Physicorum I q. ders.94 Deutliche Nähe zu Rogers Position lassen Äußerungen Alberts des Großen. ed. Bernhard Geyer. 2 c.. Phys. 95 Albert d. 1 c. insofern dieses die Entscheidungsgrundlage bildet für die Annahme genereller Bestimmungen. hoc enim optimum et perfectum est genus sciendi“. nämlich des Sintflutereignisses. 2 c. Anonymus. die dem nach seiner Überzeugung unbedingt zu beachtenden Kriterium einer Erfassung der eigentümlichen. l. V/2. 2 l. 90 ff. 44–47): „….. 1b). 9 (Ed. VI/1. Opus maius IV d. Oxford 1879/Frankfurt a.. Münster 1993 (Ed. 170. motus proc. dass Albert bei dieser Feststellung speziell die Erfassung eines Einzelsachverhaltes. non enim sufficit scire in universali. VIII tr. Colon. 1 c. 30 – 10 l. dass optimales und vollkommenes Wissen von den Dingen erst dann gegeben ist. spezifischen Natur nach nicht genügen. 9 l. im Auge hat und bestimmte naturphilosophische Ansätze zu dessen Erklärung kritisiert. ders. per propria singulis convenientia) zu sprechen und betont. loci tr. De nat. 3 l. Colon.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 93 grundsätzlich einfacher sind—als iudicia universalia—astrologische Aussagen über ganze Reiche. wenn diese jeweils in ihrer eigentümlichen. Münster 1955 (Ed. ed. Ein Wissen von ihnen lediglich unter allgemeinen Gesichtspunkten ist unzureichend. Robert Grosseteste. 16. vor allem aber sein naturphilosophisches Vorgehen selbst erkennen.

dass er über die Natur der Sinnenwesen—entsprechend dem Vorbild des Stagiriten99— Albert d. So stellt er am Schluss des Einleitungskapitels des elften Buches De animalibus fest. 8–14): „…. da sie unzureichend—nämlich zu allgemein—begründet seien. denn das hieße lediglich über potentielles Wissen von ihnen zu verfügen.“ 99 Beispielsweise Aristoteles. quod in speciali sit determinandum. Michael Scot’s Arabic-Latin Translation. Aafke M. 75–81). Et arguit primo.94 kapitel ii weist er aus demselben Grund Hypothesen verschiedener Autoritäten zur Erklärung von Eigentümlichkeiten einzelner Meere zurück. 75 l. ders. dass es nicht ausreicht. I tr. De nat. ed. H 44. et dixi97 98 . De animalibus XX tr.: „Et iam narravimus dispositionem generationis animalium modo generali et particulari. V/2. 162 f. I. De generatione animalium III 11 – IV 1 (763b15–21) [Translatio Scoti]. quae sit per propria singulis convenientia. Aristotle. Powell.. Section de Médecine. 86ra): „Sed hic melius pertractata est dubitacio. 1 [ursprüngliches Einleitungskapitel zu Buch XX]. ders.. dicens quod animal universale aut nihil est.. elem. Commentum in libros VIII–X de historia animalium et in de partibus animalium (Montpellier. man müsse vielmehr causas proprias et veras dazu kennen. V/2. van Oppenraaij. 1–2.) [Translatio Scoti] (unveröffentlichte Kollation von Benedikt K. 1 c. similiter est dicendum de aliquo alio communi“. Bernhard Geyer. 764 l. quoniam scire in universali naturas rerum non est scire eas nisi in potentia.1 c. 2 l. Eine entsprechende Lehre wäre unbestimmt und würde den eigentümlichen Naturen der Sinnenwesen nicht gerecht.97 Besonders nachhaltig hebt Albert die Notwendigkeit einer Erkenntnis in particulari für die philosophische Untersuchung der Sinnenwesen hervor. 100): „Et iam locuti sumus de coitu eorum universaliter et particulariter“.) confuxam. 1992.98 So wird er denn auch in seinem Werk nicht müde. ders. Vgl. Sentencia super librum de anima I (ed.I. ergo et cetera. 1 n. 1 (Ed. Sic igitur manifestum est quod oportet nos hic scientiam aliam inducere. hoc removet cum dicit: ‚Animal universale‘. utrum in sciencia naturali determinandum sit in speciali de naturalibus. Part Three: Books XV–XIX: Generation of Animals (Aristoteles Semitico-Latinus V). per racionem talem: Quia melius est habere distinctam cognicionem quam (quam] quod cod. 2 c. De animal. Leiden u. dicendo eamdem esse diffinitionem animalis universalis convenientem animali secundum totum suum ambitum. Et sicut dictum est de animali. 14): „Et quia posset aliquis negare hoc quod supposuit.. Ders. scilicet de unaquaque specie per se et accidentibus eius. ed. De causis propr. den Leser darauf aufmerksam zu machen. 8 (Ed. 48–50). Cum igitur cognitio posterioris non faciat completam cognitionem de eo quod prius est. a. XII. Colon. XI tr. hier: 1 1. fol. eo quod est huiusmodi sermo doctrinae indeterminatus et non appropriatus naturis animalium propriis et accidentibus eorum. quia aliter doctrina naturarum a nobis non erit perfecte tradita“. non erit una diffinitio animalis universalis essentiam propriam cuiuslibet animalis indicans. Bibliothèque Interuniversitaire. Gr. aut posterius est in animalibus particularibus. De animalibus. Colon. Adam von Bocfeld. Münster 1955 (Ed. 1 c. vel in communi. Colon. Anonymus. 9 (ed. Stadler. sed determinare de unaquaque specie per se est habere distinctam cognicionem et determinare in communi est habere confuxam cognicionem. 32–35). Vollmann. allein im Hinblick auf das Allgemeine über Wissen von den Naturen der Dinge zu verfügen. De historia animalium VI 18 (571b7 f.. cuiuslibet animalis propriam essentiam indicantem. loci tr.

Miner. Biblioteca Apostolica Vaticana. 12). qui incipit ibi (ibi incipit V ): ‚Vita in animalibus. sed in universali. 2–6). AD. auch ebd. lat. 2). XXIII tr. Questiones super librum de partibus animalium (Milano. XV tr. Gr. 906. Auguste Borgnet. 1 n. Stadler. 77 (ed. nisi cognitis cibis et operibus animalium et partibus eorum: ita etiam in scientia plantarum nequaquam cognoscitur natura ipsarum. …“ 101 Albert d. 3 n. 1 (1245 l. Berlin 1867/Frankfurt a. B sed exp. Critiques et Principes méthodologiques dans les écrits biologiques d’Aristote. 23–26).. Eine Aufsatzsammlung. 2 c. ut ait Empedocles. ut de animalibus et plantis et de (de] dum V ) suis partibus. 2 c. 125 (46 l.XI. Paris 1890 (Ed. 15 f. de animalibus autem et plantis non est actum nisi sermone universali. un. nisi sciantur et partes earum et qualitates et effectus. un. 2 n. Stadler.. utrum in sciencia completa alicuius rei oportet communia speculari seorsum et propria seorsum. Questiones super librum de animalibus I (Città del Vaticano. Anonymus. tr. et cetera. fol. 1 (1515 l. V ). 52 (ed. dens.“ Siehe hierzu auch die Studie von Simon Byl. … cetera] autem V )‘. De veget.-Johannes vom Casale. scilicet in principio methaphisice V ) promiserat (promisit V ). qu.101 Dieselbe Doppelperspektive prägt nach ihm speziell auch mus dispositionem uniuscuiusque per se. I tr. Hierzu auch ebd. II. 1 c. 2164. im Unterschied zu einer Betrachtung der Sinnenwesen unter dem Gesichtspunkt ihrer allgemeinen Gattungsnatur als animal.M. XXIV c. Lat. 790 l. 32ra–rb): „Secunda divisio scientie secundum hanc . 1 (ed. Notule super duos libros vegetabilium (Berlin. 12). Paris. XI tr. XVIII tr. 8 n. in: Aristoteles als Wissenschaftstheoretiker. Stadler. 235ra): „Dicendum. 77 (790 l.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 95 sowohl in allgemeiner als auch in besonderer Hinsicht handele. II. nec considerat animalia in particulari. Ps. XXIII tr. Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz. Iam narravimus superius generationem animalium generaliter et particulariter.. Vgl. ders. 33 – 791 l. Divisio sciencie (München. tr. fol. un. …“ und demgegenüber Anonymus. Stadler. B) in quarto meth eor orum actum sit de mineralibus sermone universali et particulari. 1r): „‚Tria (sunt add. 1 c. Clm 14460. 1b). 24vb): „Consequenter queritur. I. 990 l. 1 (1430 l. cum (ergo add. Johannes Irmscher/Reimar Müller (Schriften zur Geschichte und Kultur der Antike 22). ebd. 34 – 39 l. De animal. 1 (ed. Vgl. 2 n. 2–6).: „Sicut enim in animalium scientia non scimus naturam eorum. c.“ Vgl. 1–3). Bayerische Staatsbibliothek.18.. que generantur super terram.] libro suo.). 1 c.). ideo in hoc libro. ed. 1 n. quoniam particularia reperiuntur infinita. Alberti Magni … De vegetabilibus libri VII. 1 n. fol. Vat. 105 (38 l. et cetera (in an. 100 Albert d.. 48 (1170 l. I tr. quod in primo meth eor orum (primo meth. 2 c. B) de aliis. n. VI tr. 472 f. 7–9)..‘ Quoniam in principio libri meth eor orum promisit (promittit B) se Aristotiles acturum de mineralibus et eciam (eciam om. 1 n. Ernst Meyer/Karl Jessen. 1982. Biblioteca Nazionale Braidense. fol. quem pre manibus habemus (habemus om. 10–12). 2 c. XIX tr. 33 – 791 l. 1 n. 171–174.).1 c.100 Bei diesem letzteren Untersuchungsschritt geht es dem Doctor universalis um ein darstellendes ebenso wie auch erklärendes Erfassen der Sinnenwesen im Hinblick auf die eigentümlichen Merkmale der einzelnen Tiergruppen samt der jeweiligen Arten (species specialissimae) ihrer besonderen Natur nach. I. Berlin 1983. 1 (1191 l. et hoc tam sermone universali quam particulari. quod de animalibus est sciencia et de omnibus. 1 c. et in libro de animalibus solvit Aristotiles. 9 f. 20 l. Adam von Bocfeld. n. V. XI tr. ed.. 1. 2 c. agens de animalibus et plantis et de suis partibus sermone particulari“. ed. XVII tr. 1 § 263. 1 n. 8–12). De animal. Gr. 1430 l.

Wissenschaftliche Annäherung.. ders. 127 l. Sie setzt prinzipiell systematische Beobachtungen und daraus erwachsendes Erfahrungswissen als notwendige Bedingung voraus. wie sie mit der Geschlechterverschiedenheit. .“ 105 Köhler. Questiones libri de phisonomia (Firenze. XIV/1.. Stadler. Scientia quidem in universali est scire aliquod enuntiabile in suis principiis universalibus. Sie begegnet eher beiläufig in einer methodologischen Bemerkung. Soppr.96 kapitel ii die philosophische Befassung mit dem Menschen. fleumatici et talis figure. Gr. wie seine prägnante Gegenüberstellung lautet. den Temperamentsunterschieden und dergleichen gegeben sind.. Colon. Conv. XIV/2. dass sie in besonderem Maße empirische Sachverhalte in den Blick zu nehmen hat.. Gr. typenspezifischen Eigentümlichkeiten des Menschlichen. 103 Vgl. 104 Vgl. ebd. Super Ethica II lect. 7 n. ohne zugleich auch ihre einzelnen Ausprägungsweisen in den verschiedenen Vogelarten (de quolibet modo avium) behandeln zu müssen. ebd.252. 791 l. I. auch Anonymus. l. 233ra): „Cum dicitur. dico. E. Wie wir an anderer Stelle eingehend erörtert und zur Diskussion gestellt haben. 2 c.) sit magis particularis quam considerare mores per se. dazu Albert d. licet forte illa consideratio (considerative cod. dass man über die Vogelnatur als solche (avis natura in communi) handeln könne. VII lect. …“ 102 Albert d. 10 ff. quod non solum hic determinatur de moribus in specie humana. sed de moribus cuiuslibet talis figure et complexionis hic determinatur.102 Mit der Betrachtung de quolibet modo hominis in particulari meint er eine Befassung mit solchen konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen. wie zur Behandlung der übrigen Sinnenwesen die philosophische Betrachtung der einzelnen Arten (de … individuis speciebus) gehört.1. Colon. 2–12).. 143 (Ed. „Processus narrativus“. puta collerici. Biblioteca Nazionale Centrale.104 liegt es auf der Hand. fol. dass Albert diesem Umstand in seinen methodologischwissenschaftstheoretischen Überlegungen wie in seiner Vorgehensweise comparationem est secundum has differentias: scire in universali et scire in particulari et in agere. quod licet hic determinetur de moribus … hominis in communi. quia non de moribus So c r a tis vel Platonis. 8–14). 533 l. Bei seinem Hinweis kommt es ihm darauf an zu zeigen. Bei dieser geht es einerseits um die Betrachtung der natura hominis in communi und andererseits um die Betrachtung de quolibet modo hominis in particulari. 3 n. sed de moribus cuiuslibet hominis.105 lässt sich zeigen. 8–22). also mit gruppen. mit der Albert in De animalibus seine Vorgehensweise bei der Behandlung der Vogelwelt erläutert. XI tr. 77 (ed.bzw. der unterschiedlichen ethnischen Zugehörigkeit. 2 n. passim. De animal.103 Auch wenn die Betrachtung de quolibet modo hominis in particulari nicht direkt individuelle Ausprägungsweisen als solche zum Gegenstand hat. Sie gehören zur adäquaten philosophischen Erfassung des Menschlichen. 623 (Ed.

desto mehr falle sie auch in seinen Erkenntnisbereich. je mehr eine Form mit Materie verbunden sei. Expositio libri de anima. Im Gegenteil. mit der die Magister auf Bezeugung durch Beobachtung und Erfahrung Bezug nehmen. Questiones super librum de anima I (Oxford. sed quantum ad modum concrecionis non habet phisicus statum. dass sie sich der Betrachtung des Naturphilosophen entzöge. Erfahrung des Frem- . sie kommt hinsichtlich der Abstraktionsweise zum Stillstand. fol.106 2. die derart konkret wäre. Zur Rolle von Erfahrung speziell in den Reiseberichten des 13. Grant. Marina Münkler. Habet enim statum quantum ad modum abstractionis. (Ed.“ Vgl. Die naturphilosophische Betrachtungsweise (modus phisicus) erreicht für Johannes nach oben hin bei sehr abstrakten Gegenständen ihren Endstand.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 97 in einem für seine Zeit nicht selbstverständlichen Maße Rechnung zu tragen suchte.2.107 Die Terminologie. was die konkreten Gegenstände betrifft. ist vielfältig 106 Johannes von Tytyngsale. que subterfugiat (superfugiat cod. Venezia 1500. tanto magis sub eius consideracione cadit. 2rb). quia aliqua sunt ita abstracta. quod excedunt consideracionem phisicam. Nach unten hin jedoch. denn manche Gegenstände sind so abstrakt. gibt es für sie eine solche Grenze nicht. Non enim est aliqua forma ita concreta. mit der die Magister auf Beobachtungs. fol. Dies äußert sich nicht allein in der zunehmenden Verwendung einschlägiger Termini. sed non habet statum in infimo. 142 f. und 14. Jh.) naturalis considerationem . Aufschlussreich für die hier skizzierte Erkenntnishaltung konkreten Sachverhalten gegenüber ist auch die Charakterisierung der naturphilosophischen Betrachtungsweise. Balliol College. Prol..bzw. 148rb): „Modus enim phisicus habet statum in suppremo. Medieval Natural Philosophy. Erfahrungsdaten verweisen. hierzu Aegidius Romanus. et aliqua sunt ita abstracta. 107 Vgl. immo quanto forma magis est materie concreta. 311. 167. Die methodische Gewichtung von Beobachtung und Erfahrung Entsprechend der in den Textzeugnissen sich abzeichnenden methodischen Gewichtung konkreter Erfahrungssachverhalte in ihrer Besonderheit und deren Erfassung innerhalb des philosophisch-wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses fällt in den Quellen die Häufigkeit auf. wie sie Johannes von Tytyngsale in seinen Questiones super librum de anima in der Gegenüberstellung mit der metaphysischen bietet. dass sie außerhalb der Betrachtung des Naturphilosophen liegen. quod ultimo ea non considerat. sondern darüber hinaus in expliziten wissenschaftsmethodischen Überlegungen zum Stellenwert und zur Rolle von Beobachtung und Erfahrung innerhalb des (natur-)wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses. Es gibt keine Form.

109 Beispielsweise Ps. ed. probabimus ratione et experimento. ebd. ders.. 379–392. Venezia 1501. so führen die Autoren immer wieder Beobachtungen aus zweiter und dritter Hand an.4. Sie betreffen zum einen die Quelle der Erfahrungsevidenz und deren Art. Stadler.. 10. „dritte“ Redaktion Adams) II (Città del Vaticano. in: Archivum Fratrum Praedicatorum 53 (1983) 147–174. Vor allem zwei Züge dieser Inanspruchnahme sind für uns von Interesse. 13 (Ed. dictat experimentum. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] XVIII (Firenze. Jahrhundert. quia videmus serpentes generari ex capillis. Medieval Natural Philosophy. patet per experimentum. fol.“ 110 John B. 11). 175rb): „Contrarium videmus de quibusdam et de ovibus Iacob“. De animalibus VI tr.112 Bekanntes- den. 108 Albert d. 1997. geben sie in jedem Fall damit zu verstehen. sicut auctores scribunt et experientia docuit. wie diese Ausdrücke im konkreten Fall zu verstehen sind. 46 (ed. 102rb–va): „Aliud est. Worum es sich bei dieser „Erfahrungsevidenz“ jeweils handelt. zeigen sie indes eines: Wenn die Autoren zu derlei Topoi greifen. 112 Beispielsweise der Verfasser des Adam von Bocfeld zugeschriebenen Kommentars In de sompno et vigilia (sog. et precipue mulierum.-Petrus Hispanus. Grant. 77–98. confirmatur experimento. oft in dem einer bloßen Volksmeinung. zu dem sie jeweils in Anspruch genommen wird. Die Beschreibung Ostasiens in den Augenzeugenberichten des 13. Aristoteles et experimentum. Diese entnehmen sie zum einen—worauf Edward Grant hingewiesen hat111—ihren literarischen Quellen. Petrus von Abano. Bonn 1983. Typische Wendungen sind—wenn wir von dem in einem sehr weiten Sinn. 176rb: „Contrarium videmus. Medieval Natural Philosophy. Albert the Great’s Topoi of Direct Observation and His Debt to Thomas of Cantimpré. quod homo et taurus coniunctim“.. I. Die eigenen Beobachtungen des Albertus Magnus. 6 n. Soppr. passim. experimur in nobis. Albertus Magnus als Naturphilosoph und Naturwissenschaftler. dass sie für oder gegen eine bestimmte Behauptung Erfahrungsevidenz in Anspruch zu nehmen gewillt sind. passim.853.110 Dementsprechend unterschiedlich ist selbstverständlich auch das argumentative Gewicht. zum andern den Zweck. Berlin 2000.98 kapitel ii und bedarf einer weit eingehenderen Sichtung. und 14. 111 Grant. kann freilich im Einzelnen recht verschieden sein. das einer solchen Inanspruchnahme im Einzelfall beizumessen ist. partic.108 gebrauchten videmus absehen109—unter anderem videmus ad sensum. Expositio problematum Aristotilis. a. quia sunt longiores et humidiores natura capillis virorum. G. in: Pre-Modern Encyclopaedic Texts. Gr. 460 l. Peter Binkley (Brill’s Studies in Intellectual History 79). 1 c. Biblioteca Nazionale Centrale. fol. experientia docet. Leiden u. Paul Hossfeld. Was zunächst Quelle und Art derselben anbelangt. eines rumor communis. Conv. wie Untersuchungen gezeigt haben. contrarium videmus. 222–287. Unabhängig davon. fol. Friedman. patet ad sensum. Biblioteca . videmus et experimur. als uns dies hier möglich ist.

der innerhalb kürzester Zeit vergeht. Ut ergo maxima sit delectatio. Vat. 13326. die über ein aufs Einzelne bezogenes Tatsachenwissen ver- Apostolica Vaticana. XII. quod pueri et universaliter illi. XIII q. Avicenna: Delectatio est sensus rei convenientis. 3 c. 4 n. Liber de anima (Oxford. II. Soppr.). in: Per una storia del costume educativo (età classica e medioevo) (Quaderni della Fondazione G. Ad oppositum est auctoritas feminarum“. Questiones de memoria et reminiscencia (Firenze. 6 (Ed. E. penitent se fecisse talem actum. Matrix maxime nervosa est in principio. in fundo carnosa. ‚Doctus et expertus‘: La formazione del medico tra Due e Trecento.1. .“ Vgl. 19–21). Expertum est enim per venatores. ut bene digerat. fol. 16089. im Hinblick auf die Medizin auch Jole Agrimi/Chiara Crisciani. quod aliquando incorrupta carne per sperma viri concepit. super De animal. fol. Colon. quia masculus calidior. 492 l. 81vb): „…. 1 (ed.)..] praecepimus ed. 16–19). dicens. 149–171. Ergo parva magis. ut nos ipsi a fide dignis accepimus (a. Gr. ut sciunt experti“.. Bridges. …“. in quibus est motus multus. non sompniant. AD. 28 f. 18 ad 2 (Ed.252. IX tr. dens.. 124 (724 l. I. Rimini 1626. Bodleian Library. fol. Quaest. fol.. 47ra): „Valet etiam ad hoc quod experimentaliter videmus. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] X (Venezia. Feltrinelli 23). 40): „Compertum est enim. 47 (692 l. De animal. ders. quod iuvenes—ut appar e t ad sensum et per Philosophum ex 4 ethicorum—satis verecundi sunt naturaliter. 169). 123va): „Experimentatum enim est secundum Commentatorem. 215rb): „Sic videmus de caractere sigilli impressi in aquam. dasjenige des Abdrucks einer Figur im Wasser sein. tr.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 99 tes Beispiel dafür dürfte neben dem Allerweltsbeispiel des Schafes. 161ra–rb): „Deinde.-Petrus Hispanus.113 Zum anderen verdanken die Autoren die angeführten Beobachtungen. Stadler. das den Wolf sieht und flieht. Et multus motus est post susceptionem nutrimenti. Digby 204. Lat. VI tr. de Staningtona. Similiter delectatio in viro in summitate virge. fol. Expositio libri de anima II (Ed. dolor e contra. Aegidius Romanus. R.XI. 114 Beispielsweise Ps. Opus maius VI c. quod plures bestie silvestres quando appropinquant loco. quod tigres in Grecia movebantur quingentis leucis ad cadavera mortuorum in prelio. 248 l. ut per magnitudinem saltuum interrumpatur via canibus inveniendi eas“. cum dicit ‚Et ideo‘. ubi debent quiescere. aut parva aut magna. fol. Venezia 1500. 118 (ed. Vgl. allgemein Sachkundigen (experti)114—also Leuten. sunt illa membra nervosa. Questiones disputate super problematibus Aristotilis et de historiis animalium (Paris.). Multus enim motus in sanguine prohibet fluxum ydolorum sicut multus motus in aqua fluxum vertigenum. Ps. minus delectat. Anonymus. Aristoteles. Milano 1983. ideo reddit corpora magis agilia et mobilia“.-Johannes von Casale.18. De memoria et reminiscentia 1 (450b2 f. 5 n. 1 c. 20vb): „Quod autem masculus acutius moveatur. faciunt usque ad sex vel septem saltus. que virga maiorem infert delectationem in coitu.“ 113 Anonymus. Albert d. 2 n. ebd. …. cito transit“. Questiones super librum de generatione animalium (Milano. 48va): „Et hoc manifestat per experimentum. Tractatus de formatione humani corporis c. Bibliothèque Nationale. wie sie bisweilen ausdrücklich vermerken. Conv. fol. VI 234. Biblioteca Nazionale Braidense. Lat. expertum est a mulieribus eciam secundum Aristotilem IX de historiis: Portantes masculos agiliores et mobiliores. Biblioteca Nazionale Centrale. Videtur parva. lat. Biblioteca Nazionale Marciana. 18–20) und eine allgemeine Äußerung von Roger Bacon. 2 c. que excedit collum matricis. que attingit superficiem matricis. Ergo illa.

Bernhard Geyer. 131. was gewisse Parallelen im Corpus Hippocraticum hat. Philos. I. 49 (ed. XLII. embriologo e ginecologo.121 oder ein unbekannter Magister daran erinnert. 23). mit Zwietracht zu kämpfen haben und nicht zur Ruhe kommen.117 Zumeist aber stützen sie sich—jedenfalls ihren eigenen Worten nach118—auf Erfahrungen aus erster Hand. Gr. Tractatus de formatione humani corporis c. XII. 118 Dass dies nicht notwendigerweise immer den Tatsachen entsprechen muss. ed. 305 zu Alberts Wiedergabe von Angaben vertrauenswürdiger Frauen zur Schwangerschaftsdauer. 3 n. Theol. wenn Thomas von Aquin zu bedenken gibt. 592 l. 1225 l. super De animal. Z.“ 117 Beispielsweise Albert d. Gr. Luca Bianchi. Colon. 67–69). Rusticus Mendax. 53 (ed. 5 n. 2 c.. Quaest. 451 l. 5 n. 54 – 452 l.. ders. VIII tr. Colon.. 45 (1998) 264–278. asseruit illa sibi. quod mulieres experte in conceptu et coitu asserunt. in: Freib. Albert the Great’s Topoi gezeigt. 72 (Opera omnia.119 contrarium videmus. II. 16 (106): „Recitat enim doctor quidam. Bedenkenswert ist auch die Beobachtung von Weisser. tr.. Stadler. 2 (Ed. 17 f. 14c (Ed.. IX tr. 925b): „Quis enim non videat [c]limacas et vermes longe debilioris esse imperii in corpora sua quantum ad motum quam canes aut tigrides aut aspiolos?“ 121 Thomas von Aquin. 116 Aegidius Romanus. c. Quaest. 1 c. quod cum quaedam mulier honesta et fide digna peperisset filium magnae quantitatis et ipse miraretur de magnitudine eius. Auf Alltagserfahrungen im Sinne des unspezifischen „man“ pflegen insbesondere—wenn auch nicht durchgängig—die Ausdrücke videmus. ebd. XII. 19c (Ed.. XV q. De animal. I c. Colon. De animal. 28–32). 61). Vgl. 120 Albert d. Rimini 1626. ebd. hier: 164–166. Wilhelm von Auvergne. Metaph. 14 l. Marcantonio Zimara e la fortuna di Alberto Magno nel Rinascimento italiano. Die Harmonisierung. 268 l. 693 l. De universo II pars 2 c. in: Angelicum 58 (1981) 151–180. ders. 4–6)..). dass Provinzen oder Gemeinwesen. …“. dass 115 Albert d. ebd. Tommaso Vinaty. Diese wiederum können entweder vertraute Phänomene des alltäglichen Lebens betreffen oder aber speziellere. De regno ad regem Cypri I c. Naturkunde-Exempla. 44–50). dass den in Frage stehenden Sachverhalt jedermann mit eigenen Augen beobachten könne. I. XV q. hat für Albert den Großen und seine Formel „vidi oculis meis“ Friedman. I. Stadler. 271 l. XVI/1. Münster 1960 (Ed. XVIII tr. 2 c. Leon. patet ad sensum und ähnliche hinzudeuten. deren Leitung nicht ausschließlich in einer einzigen Hand liegt. 42): „… dicunt. Vgl. 67 (ed. Sant’Alberto Magno. 32). 124 (724 l. 147 aufmerksam. quod ultra novem menses eum in ventre portaverat. Bisweilen machen die Autoren auch direkt darauf aufmerksam. 6 (Ed.120 Von Berufung auf Alltagserfahrungen muss man wohl sprechen. super De animal.. nicht jedermann zugängliche Beobachtungen. 9. 2 c. Gr.100 kapitel ii fügen115—und Zeugnissen über deren Aussagen116 sowie auch direkt namentlich genannten und teilweise persönlich bekannten Gewährsleuten unterschiedlicher Glaubwürdigkeit. . Stadler. 119 Auf die häufige Verwendung dieses Terminus in den Predigten Alberts macht Schinagl. 3 n.

Dep. 1 c. 1877.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 101 jemand. den Weg der Vernunft verlassen und 122 Anonymus. Questiones disputate super problematibus Aristotilis et de historiis animalium (Paris. sicut patet ad sensum. Conv. quod in puericia accipitur. in aliis vero locis augmentantur. sicut videmus canem aliquando esse oblitum alicuius et postea ex alico—sicut ex veste vel alio huius modi — devenit in cognicionem huius. In animalibus non castratis. CA 4° 312. 1877. fol. Questiones de memoria et reminiscencia (Firenze. Bibliothèque Nationale. fol.“ 126 Anonymus. Biblioteca Nazionale Centrale. Epistola de secretis operibus artis et naturae et de nullitate magiae c. Paris. De spir. cum autem fuerint castrata.252. Erf. Paris 1890 (Ed.. wie Stiere und Eber. Universitätsbibliothek.1. fol.. 82ra): „Apparet enim ad sensum. …“ 127 Anonymus. non de facili deletur. 73ra): „Tercia ratio est hec. Lat. Universitätsbibliothek. quod multa animalia moventur ad nutrimentum suum per spacium multarum dietarum. Erf.123 dass bei alten Männern die Haupthaare ausgehen. zumal wenn andere Sachkundige zugegen sind und Zeugen seiner Fehlleistung werden. 46rb): „Sed hoc destruitur multis modis. Soppr. Biblioteca Nacional. Hund und Pferd verschieden ist. .126 dass Tiere sich aufgrund bestimmter Anhaltspunkte an Vergessenes erinnern. et resp. 63vb): „Ad oppositum est illud. dies dann aber bei gegebener Gelegenheit nicht zuwege bringt. Biblioteca Nacional. 81vb): „Et cum nobis ad sensum appareat aliqua esse longe vite et aliqua brevis. …“ 130 Roger Bacon. 225a).124 dass in der Jugend Gelerntes nicht so leicht wieder vergessen wird. quod capilli in capitibus senum minu u ntur. Brewer. I tr. ideo fuit necesse esse de hoc quandam scienciam. efficiuntur mansueta et bonos habent mores. IX. fol. que dum habent testiculos. Questiones et sententia de longitudine et brevitate vite (Erfurt. Gr.125 dass viele Tiere weite Strecken zurücklegen.128 dass die Lebensdauer von Mensch.“ 125 Ebd. ed. 7. 7 (ed. Auguste Borgnet. ut sunt tauri et apri. ferocia sunt et indomita.“ 128 Petrus Hispanus (Medicus). E. Questiones in libros II et III de anima II (Erfurt. CA 4° 188.129 dass Landleute bis zu einhundertvierzig Jahre alt werden130 oder dass man Leute. 124 Petrus Hispanus (Medicus).. fol. ungebärdiger sind als kastrierte. um an Nahrung zu gelangen. et est experimentum in animalibus. que unicuique certam vite peryodum tribueret. Dep. dass bestimmte Organismen sich bei Kälte zusammenziehen. quia videmus bruta oblivisci et postea ex alico deveniunt in cognitionem illius obliti. quod videmus per experimentum. Glose super tegni Galieni (Madrid.127 dass nichtkastrierte Tiere.. fol. die doch an sich Vernunft besitzen. quia videmus.122 Andere von den Gelehrten angeführte Beispiele sind. ut homo est longe vite respectu equi et equs respectu canis. quod ignorans modum operandi in qualibet actione—et precipue si eum teneatur scire—coram scientibus erubescit. errötet. 16089. der sich auf etwas verstehen müsste. 61vb: „Hoc etiam patet per experimentum. 216va): „Maior patet. während sich an anderen Körperstellen der Haarwuchs verstärkt.“ 129 Jakob von Douai. 539). fol. Glose super tegni Galieni (Madrid. …“ 123 Albert d. quia illud.

Dep. fol. dass also dem edleren Körper nicht notwendig auch eine edlere Seele mit edleren Tätigkeiten entsprechen muss.“ 134 Beispielsweise Anonymus. 77–81 (mit Datierung der Quodlibeta). es sei doch offensichtlich. † 1291) wiedergegebenes Argument an. fol. fol. Wesenheiten oder körperliche oder mentale Akte an uns selbst beobachten können. 139. in: Arch. hier 84rb): „ ….133 Häufig lenken die Autoren die Aufmerksamkeit auch auf Erfahrungen. für die obigen Stellen: 1va und 3rb). Biblioteca Apostolica Vaticana. dicendum. Cognoscimus enim quidditates rerum et etiam universalia. Anonymus. Borgh. Questiones super libro de animalibus XVI (Madrid. Questiones in libros I et II de anima (Città del Vaticano. eher abgestumpfte Seele besitzen kann.132 Eine Alltagsüberzeugung oder allgemein geteilte Vorannahme dürfte schließlich Petrus Hispanus (Medicus) mit einem Argument wiedergeben.134 131 Anonymus. Neben der hier zitierten kurzen Version dieser Quaestion existiert auch eine lange (in Città del Vaticano. lat. 133 Petrus Hispanus (Medicus). 284va): „Preterea senssibiliter videmus. hist. dass wir bestimmte Erkenntnisvorgänge betreffend Gegenstände. habet animam magis obtusam. 62 (1969) 357– 376.“ 132 Eustachius von Arras. La littérature quodlibétique. Biblioteca Apostolica Vaticana. Vat. dass Mädchen weit gelehriger seien als Buben. Erf. lat. etwa die. quia aliqua mala disposicio latet interius in corpore vel aliqua condicio deficit. 77–82 (zur zitierten Quaestion: 78). Quare. quod etsi ille. Questiones in libros II et III de anima II (Erfurt. ut videtur. scilicet abstractive. II. fol. Set hoc non contingeret nisi racio subcumberet. in dem behauptet wird. quod puelle vel puelule magis (maxime M) disciplinabiles sunt quam pueri. fol. et hoc sive tales quidditates existant in efectu in aliquo supposito sive non existant“. fol. per quam corpus est promotivum anime in operando sive in cognoscendo. lat. frequenter in nobis experimur. quod habens nobilius et pulcrius corpus et forcius habet minus nobilem animam et magis obtusam“ und ebd. Biblioteca Nacional. Répertoire.“ Zum Autor und seinen Quaestionen siehe Glorieux. que habet corpus nobilius et melius. Francisc.131 An mehr oder minder verbreitetes Erfahrungswissen knüpft offenbar ein von dem Franziskaner Eustachius von Arras (Magister regens 1263–1266.. ders.. Universitätsbibliothek. lat. ubi sciendum. Vat. 1260–1270. quod actum secundum cognoscendi obiectum. nach dem es der Erfahrung entspreche (videmus experimento). dass ein Mensch von edlerem. 84ra–85ra. racio potest vinci a sensu. Pal.102 kapitel ii sinnlichen Impulsen folgen sieht. 84vb: „Et quod obicitur. 63rb): „Item animam esse manifestum est. Biblioteca Apostolica Vaticana. schönerem und stärkerem Körperbau sehr wohl eine weniger edle. 1ra–3vb. CA 4° 312. istud forte est. die jedermann introspektiv an sich selber zu machen vermag. aliquando minus nobilis videtur in operando. quod anima.. 2170. De animabus rationalibus questio [Kurzfassung] (Città del Vaticano. 60rb): „Ad oppositum sic: Nos videmus homines racionales dimittere viam racionis et prosequi motum sensualitatis. 869. fol. 612. 52ra): „…. quoniam videmus experimento. II. quod h oc experimur in . Biblioteca Apostolica Vaticana. hier: 371 f. qui videtur habere corpus nobilius et pulcrius. Questions at Paris c. Questiones et notabilia in de anima I (Città del Vaticano. Siehe auch Ignatius Brady.

135 Albert d. Jh. II (fol. Bazán u. 87 (ed.. Dazu schildert er. dass das Fundstück in alter Zeit an der betreffenden Stelle abgelegt.. Zum Begriff der Erfahrung. dass er in Köln sehr tiefe Ausschachtungen— wohl beim Ausheben der Fundamente für den Dom—gesehen habe...das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 103 Die spezielleren—also nicht lediglich verbreiteten Alltagseinsichten entsprechenden—Beobachtungen. quod experimur. 46va): „…. 2 c. Sed hoc non potest esse nisi per sensum communem. 2 (Ed. 89vb): „Et ulterius videmus. 9 16 (ed. Hierfür bietet Albert der Große in seinen Schriften zahlreiche Beispiele. Das ‚Buch der Erfahrung‘ im 12. De animal. 3 (67 l. 17–26). 59 (1221 l. 77 l. Johannes Duns Scotus. Unde non est neccesse demonstrare vel probare (probant cod. Oxford 1481. quod cognoscimus et apprehendimus. XVIII tr. in: Ars und Scientia. et dicimus. Das gilt ihm als Beweis dafür. Sie werden vielfach in Form von ins Gedächtnis zurückgerufenen Episoden wiedergegeben. ebd. id est experimentantibus.135 In seinem Kommentar zur pseudeoaristotelischen Schrift De proprietatibus elementorum (ca. . welches nicht einmal die Größe eines einjährigen Kindes besaß. wo es um die Variation der Augennobis ipsis. XVI tr. II. dass es sich um Kunstwerke aus alter Zeit handelte. Gr.). 2 c. zerfallen ihrerseits in zwei Arten. Gr. auf deren Grund wundervolle Mosaikfußböden zum Vorschein kamen. 35 (ed. Alexander Bonini von Alessandria. Expositio libri de anima cum questionibus et notabilibus II (Ed. sicut experimur manifeste“. 23 f. a. So berichtet er unter anderem zweimal.“ Zur Rolle der Selbsterfahrung in der geistlichen Tradition unter der Metapher „liber experientiae“ Ulrich Köpf. Albertus Magnus als Naturphilosoph. De causis propr. fol. 1110 l. quod hoc vidimus et hoc“. 263). 1 c. 2–5): „Ad aliud. 2 n. fol. Quaestiones super secundum et tertium De anima q. 151va): „Nos experimur. Venezia 1500. et somniamus nos somniare. 1251/1254) geht er auf einen in seiner Textvorlage angeführten Steuerruderfund eines großen Schiffes ein.136 Bei anderer Gelegenheit. imaginamur enim nos imaginari vel imaginatum fuisse. Aegidius Romanus. quod nos sentimus diversa sensata genere et quod nos discernimus inter ea. Colon. er habe in Köln ein neunjähriges Mädchen gesehen. Quilibet enim in se ipso experitur. Quaestiones super librum de anima III q.. Expositio libri de anima II (Ed. I tr. Zum einen handelt es sich mehr oder minder um bloße Gelegenheitsbeobachtungen. Stadler. elem.. 9 f. 63 l. V/2.) ipsam“. 136 Albert d. manifestum est tentantibus. mit Erde bedeckt und durch die Kälte des Erdreiches vor der Verrottung bewahrt worden sei oder dass dort einmal Meer gewesen sei. et memoramur nos memoratum fuisse. auf die in den Texten verwiesen wird. dicendum quod imaginatio sentit actum proprium. ebd. der anlässlich einer Brunnengrabung gemacht wurde.). 16 n. und erklärt ihn damit. Oyarzabal Aguinagalde. erwähnt bei Hossfeld. Weiss. Johannes von Tytyngsale. 89. das sich aufgrund akzidenteller Ursachen zurückgezogen habe. die nach der Zerstörung der Gebäude verschüttet wurden. 26–30) und c. quod absque respiratione odorare non potest“. 47–56.

137 Als Beispiel für einen sich exakt bewahrheitenden Traum führt er ein persönliches Traumerlebnis von einem Unglücksfall an. Meteora III tr. super De animal. 142 Albert d.. ed.139 Eine zweite Art speziellerer Beobachtungen bilden solche. 99 l. 78 – 177 l... Paris 1894 (Ed. 2). Ein weiteres Beispiel ist Alberts Überprüfung der Annahme. 1 c. 62 l. 1. 30–33. VI/1. die offenbar mehr oder minder gezielt im Hinblick auf eine bestimmte Fragestellung durchgeführt wurden.138 Roger Bacon. II Sent. Colon. die missgebildete Kinder zur Welt gebracht hatten. c.104 kapitel ii farbe von Sinnenwesen geht. III tr. 176 l.. ebd. Gr. 77. Probl. der sich dann tatsächlich auch genau so zugetragen habe.142 Ein besonders eindrückliches Beispiel ist seine gezielte Untersuchung (experimento probavi) an einem Maulwurf. 11 (Ed. V/1. I q. 9 ctr. XVII/1. die aber bei der Geburt mit einem Häutchen überdeckt würden. De caelo et mundo II tr.. dass eine bestimmte Gestirnskonstellation Einfluss auf angeborene Missbildungen bei Kindern haben könne. IX. zwei ehrbare Frauen. nach dem mutmaßlichen Zeitpunkt ihrer jeweiligen Empfängnis und verglich diese Angaben mit der Sonnenstellung zu den betreffenden Zeiten. V). Albertus Magnus als Naturphilosoph. ders. d. Dabei ging es um die Ansicht des Stagiriten. 138 Albert d. 157b). ed. die Luft. Colon. 7 art. 141 Ders. 10 l. um mit ihnen seine von den astronomischen Autoritäten abweichende Ansicht zu diesen Himmelsphänomenen zu untermauern. ed. 186 l. 30 (Ed. der das Erscheinen eines Kometen im Jahr 1264 vor Augen hat und die nachfolgend allenthalben beobachteten Störungen. 10 (Ed. bewertet diese Phänomene als wichtige Indizien für den Einfluss kosmischer Ereignisse auf das Geschehen im sublunaren Bereich. was sich zeige. Dazu befragte er. Paris. Colon. erwähnt bei Hossfeld. James Weisheipl. determ. q. Quaest. 11–13). wie er selbst berichtet. 52–54). Albertus Magnus als Naturphilosoph. Auguste Borgnet. Tractatus brevis et utilis c. Oxford 1920. das er in Köln gehabt hatte. Hierzu dürften die Beobachtungen zur iris lunae140 und zu den Planetenbewegungen141 zu rechnen sein. 191b). 93. wenn man dort die Haut auf- 137 Ders. Gr. 35. Menschen und Gegenden betrafen. Colon. 60 – 187 l. Gr. 4–13). Münster 1975 (Ed. 15 (Ed. erwähnt er ein augenscheinlich recht herziges Hündchen mit je einem weißen und einem schwarzen Auge. 5). 3 c. Paris. auf die Albert verweist. 139 Roger Bacon. Robert Steele (Opera hactenus inedita Rogeri Baconi. Einschränkend allerdings Hossfeld. XII. De somno et vig. 5.. 11 (169 l. XXVII. der Maulwurf besitze ursprünglich Augen. 140 Albert d. . 4 c..

Soppr. 144 Albert d. Martínez Gázquez.) est eadem causa et idem fundamentum aspectus. durchaus einen unterschiedlichen Anblick bieten und umgekehrt solche mit unterschiedlicher Komplexion gleich aussehen können. Si vero aliquis findiderit (!) corium.. fol. Biblioteca Nazionale Centrale. Ergo aspectus sequitur aliud quam complexionem. 147 Ebd. In quibuscumque (quibusdam cod.146 Die Beobachtung. 12): „Omnia vero animalia. dass das Aussehen eines Dinges auf das darin bestehende Mischungsverhältnis (complexio) zurückzuführen sei. was auf Augen hingedeutet hätte144—was allerdings nicht der zoologischen Realität entspricht. Aristoteles. Zoologie médiévale: préoccupations et procédés.-Petrus Hispanus macht gegenüber der These. der sich in seiner Summa supra phisonomiam Aristotilis cum questionibus auf eine Beobachtung beruft. 231–248. quod est super loca occulorum eius. ed. die dieselbe komplexionale Verfassung besitzen. 124va): „Ad oppositum. et exc[ut]itaverit subtiliter. Stadler. 140–141 (ed. 51 l. Albert Zimmermann (Miscellanea Mediaevalia 7). quod est supra complexionem. Sed videmus multa eiusdem complexionis diversum habere aspectum.“ . die er durch Teilnahme an einem magi143 Vgl. 146 Ps. Videmus. 85. et ea. dass sich Tiere derselben Spezies ungeachtet ihrer unterschiedlichen Komplexion gegeneinander freundlich verhalten. que sunt diversarum complexionum. que est privata occulis secundum quod apparet. 2 c.“ 145 Mia I.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 105 trennt. et tamen animalia eiusdem speciei sunt diversarum complexionum. 3 n. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] VIII (Firenze. Liber de animalibus IV (ed. dass beim Maulwurf die Haut an der Stelle der Augen glatt und dünn. Nam ipsa non videt omnino.143 Hierzu stellt Albert fest. 100 l. in eisdem est idem aspectus.147 Ein interessantes Beispiel bietet auch Guillelmus Hispanus. habent occulos preter talpam. Quod concedimus. Bei vorsichtigem Einschneiden der Haut fand er nichts.145 Ps. hier: 247. zeigt nach seiner Auffassung. die Beobachtung geltend. De animal. que gignunt sibi similia. Hierzu Hossfeld. ohne Anzeichen einer Teilung. G. De historia animalium I 9 (491b27–34) [Translatio Scoti] (unveröffentlichte Kollation von Vollmann.853. animalia vero diverse speciei inimica. dass Dinge. quod animalia eiusdem speciei sunt amicabilia ad invicem. Albertus Magnus als Naturphilosoph. Gerhardt. auch Petrus Gallecus. Conv. quasi non accidisset eis occasio et privatio luminis nisi in principio partus propter fixionem cutis super occulos. Ergo concordia et discordia animalium debentur speciei vel alicui alteri. 9–19). 305–338.-Petrus Hispanus. I. Berlin 1970.. 112–116). ut lupus et ovis. in: Methoden in Wissenschaft und Kunst des Mittelalters. inveniet loca occulorum et nigredinem eorum secundum dispositionem eorum. 130va: „2a racio. Gr. dass freundliches oder feindseliges Verhalten zwischen Tieren entgegen einer anderslautenden Hypothese von etwas anderem als von ihrer jeweiligen Komplexion abhängen müsse. haarlos und gänzlich geschlossen sei. eosdem habere aspectus. I tr.4. weiß.“ Zum Umgang der Autoren mit dem complexio-Konzept siehe unten S. fol.

und zwar nach einem Verfahren.149 Tabellarisch zusammengefasst ergibt sich für die Frage nach den Quellen des von den Magistern in Anspruch genommenen Erfahrungswissens folgendes Bild: Quellen für das in Anspruch genommene Erfahrungswissen Beobachtungen aus zweiter Hand – Textvorlagen – generell angeführte experti – namentlich genannte Gewährsleute Beobachtungen aus erster Hand – verbreitete Alltagserfahrungen – speziellere Beobachtungen – Gelegenheitsbeobachtungen – gezielte Beobachtungen Zu welchem Zweck wird nun—das ist der zweite der uns hier interessierenden Aspekte—Erfahrungsevidenz in ihren unterschiedlichen Ausprägungsweisen von den Magistern in Anspruch genommen? Insgesamt lassen sich drei hauptsächliche Zwecke ausmachen. 82rb): „Homines enim per hoc.. Anonymus. fol. 16089. Lat.148 Auch hat Guillelmus offenbar eigens überprüft. 251): „Expertus sum.“ 149 Ebd. Es ging dabei um nichts Geringeres als homines transfigurari in diversas species. Biblioteca Apostolica Vaticana. ob ein Schreiber tatsächlich in der Lage ist. 76vb): „Expertus enim sum. Barb.“ 150 Beispielsweise Albert d. Questiones disputate super problematibus Aristotilis et de historiis animalium (Paris. (Paris. das in einem Platon zugeschriebenen Lehrbuch angegeben war. XII. Gr. super De animal. et fit eciam ad tempus. Summa supra phisonomiam Aristotilis cum questionibus (Città del Vaticano. fol. I q. quod facta confectione eorum. 44–51).150 zwei148 Guillelmus Hispanus. que recipiuntur ad transfiguracionem secundum quod liber docet. ita quod illud.. 16089. quod pollitici sunt. si solus esset. quod per unum hominem. Bibliothèque Nationale. quod eciam a proposito unus scriptor duas litteras non potest facere omnino similes. non posset haberi commode. und das nur vorübergehend. Colon. 99 l. Lat. Quaest. 309. per convictum et . zwei völlig gleiche Buchstaben zu schreiben. erstens einen Sachverhalt an konkreten Beispielen zu verdeutlichen („illustrative Funktion“).106 kapitel ii schen Experiment (modus … magycus est) machen konnte. se invicem iuvant in necessariorum acquisitione. fol. non perficitur (percipitur P 1) apparencia transfiguracionis videntibus nisi post multas invocationes et facta electione horarum. Bibliothèque Nationale. Lat. 30 (Ed. Nach Zubereitung der laut dem Lehrbuch für eine solche transfiguratio benötigten Ausgangsstoffe zeigte sich die apparencia transfiguracionis den Teilnehmern der Sitzung erst nach langen Anrufungen zu einem bestimmten geeigneten Zeitpunkt. Die Berufung auf Erfahrungsevidenz kann dazu dienen. wenn er sich das vornimmt.

30 (Ed. Obwohl das Tier dem Verenden nahe schien. er wolle seine Auffassung vom Ursprung der Adern mit „Vernunftgründen und zuverlässiger Erfahrung“ (probabimus eam ratione et experimento certo quod non fallit) belegen. erläutert er anhand der Reaktion auf das eigene Blut innerhalb und außerhalb des Körpers. wie ein Stier communionem eorum ad invicem in pollitia commode obtinetur. denen er offenbar demonstrieren konnte.“ 151 Albert d. 283 l. Den Beweis für die obige These erbrachte er. XII. Cuius signum est. In vielfältiger Form erhellt aus den Textzeugnissen zunächst der verifizierende/falsifizierende Zweck. mit der die genannten Funktionen von den hochscholastischen Gelehrten in Anspruch genommen wurden. I. dass von allen Tiergehirnen dasjenige des Pferdes dem menschlichen Gehirn am meisten ähnele. 99 l. cod. von dem man allein durch Beobachtung und Erfahrung Kenntnis haben kann („investigative Funktion“). Stadler. 2 n. . Er selbst habe ein Pferd gehabt. Quaest. einmal in Köln vor seinen Mitbrüdern. wie er berichtet. Colon. III tr. das an Katarrh mit tropfenweisem Ausfluss aus der Nase. De animal.) fuit pollitia. die im Übrigen stets auch mit den anderen beiden mitgegeben ist. die anhand einer größeren Textstichprobe dokumentiert werden sollen. So kündigt Albert der Große in De animalibus an.152 Die These wiederum. Dass Pferde an Katarrh erkranken können.. si longe sint a bonis polliciis—multis egestatibus tam ex parte victualium quam aliorum subiectos. I q. 45–51). Am verbreitetsten und auch am naheliegendsten sowie wissenschaftstheoretisch am unproblematischsten war die illustrative Funktion. bekräftigt er durch ein Fallbeispiel.. quod videmus homines in ruribus et nemoribus habitantes—et maxime. Die Reihenfolge dieser Nennungen dürfte zugleich der Häufigkeit entsprechen. also Schnupfen (coryza).das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 107 tens eine bestimmte Lehrmeinung zu bestätigen oder zu verwerfen („verifizierende/falsifizierende Funktion“) oder drittens einen Sachverhalt aufzuzeigen. ut patet per Philosophum primo pollitice. 39–41).151 Ein weiteres Beispiel bietet er bei der Darlegung seiner These. et ideo ad bene et commode convivendum [necessaria] instituta (instituta in marg. super De animal. 152 Ders. dass Pferde ähnlich wie Menschen infolge eines Katarrhs am Kopf und anderen Körperteilen erkranken können und dass dies ein Indiz dafür sei. dass er dem Ross eine Packung aus über Kohlen getrocknetem Kuhmist um den Kopf herum aufgelegt habe. Im Vordergrund unseres Interesses stehen die beiden anderen Funktionen. 1 c. dass etwas im Rahmen der vorgegebenen Ordnung Angenehmes außerhalb derselben als unangenehm empfunden wird. 16 (ed. Gr. gelitten habe. habe er den Katarrh noch dadurch kurieren können (subfumigavi).

fol. 2). et hoc manifestum. falsifizierende Funktion von Erfahrungsevidenz zu sprechen. ebd. 78 – 188 l.154 Direkt spricht Aegidius von Lessines in De unitate formae (1278) den verifizierenden bzw. lat.)‘. 2164. 71vb–72ra): „‚Suscipiunt autem cohitum.‘ In hac parte agit Philosophus de superinpregnacione. ibi: ‚Fuit autem (aut cod. 6 (94 f. Vat. … Contrarium dicit Philosophus et verificat experimentis. sondern auch ihre Richtigkeit durch Beobachtungen erhärtete.108 kapitel ii beim Anblick seines Blutes wild wurde. durch den Hinweis auf die Beobachtung.). … Secundo verificat. ed. Sed super hoc oportet sollic it ari. nach der die Farbe der Augen beim Menschen und beim Pferd. Vgl. et primo narrat. fol. um anschließend die weitere Vorgehensweise dahingehend zu charakterisieren. was offenkundig im Widerspruch zur Vernunft und sinnlichen Erfahrung steht (aperte rationi et sensui contradicens)—bei den übrigen beiden Erfordernissen geht es um die Voraussetzung von Wissenschaftsprinzipien und die Vermeidung eines Widerspruchs zum Glauben. dass Aristoteles in einem zweiten Schritt die Richtigkeit des zuvor Geschilderten anhand von Beobachtungen nachweise. quod inter animalia gestancia maxime equa (eque cod. 16166. quod intendit. pars 3 c. per experimenta.153 Der Verfasser von Questiones super librum de animalibus erhärtet seinen Zweifel an einer Lehrmeinung. Er führt dort unter den drei Erfordernissen. 156 Gerhard von Breuil.. Biblioteca Apostolica Vaticana. an zweiter Stelle auf. Bibliothèque Nationale. quomodo hoc habeat veritatem. dass Aristoteles diese Ansicht nicht nur vertrat und theoretisch begründete. nicht aber bei den übrigen Sinnenwesen deutlich variiert.) et mulier suscipiunt coitum. Gerhard entscheidet sich in der Frage. hoc est post inpregnacionem. quia manifestam instanciam videmus in cane. für eine positive Antwort. Louvain 1901 (Les Philosophes Belges 1). dicens. Anonymus. 241va–vb): „Sed in aliis animalibus non est sic manifesta varietas in oculis ipsorum. denen eine wissenschaftliche Lehrmeinung (opinio) aus seiner Sicht zu genügen hat. 6. 33–39 (187 l. Questiones super librum de animalibus I (Città del Vaticano. VII q. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis IX (Paris.156 In ähnlicher Ebd.. quoniam quidam canis habet oculos albiores et quidam citriniores. Ausschlaggebend ist für ihn. In seinem Kommentar zu Buch IX De animalibus befasst er sich unter anderem mit den Ausführungen des Stagiriten zum Problem der Mehrfachempfängnis.155 Auch Gerhard von Breuil kommt auf die verifizierende bzw.“ 155 Aegidius von Lessines. 1. Lat. quod iam narratum est. falsifizierenden Zweck an.“ 153 154 . Maurice De Wulf. Le Traité ‚De unitate Formae‘ de Gilles de Lessines. quia non est in eis sic manifesta diversitas in complexione. ob eine Mehrfachempfängnis möglich sei. dass nichts in sie eingehen dürfe. Tractatus de unitate formae pars 1 c. Er skizziert sie zunächst inhaltlich. Dico propterea. dass einige Hunde weißlichere und andere gelblichere Augen besäßen.

einerseits die Auffassung des Aristoteles. ob zusammen mit einem abgetrennten menschlichen Körperteil auch ein Teil der intellektiven Seele mit abgetrennt werde. Quaestiones super secundum et tertium De anima q. Quod non videtur.“ 158 Anonymus. 140–156. 157va–vb): „Queritur. Expositio libri de anima II (Ed.III. fol. dass Schlafende sich erheben. 160 Johannes Duns Scotus. fol. abbringen lassen. … Contra. 10 14 (ed. Beleg für die Tatsache. verificare161 verwenden. que ipsam partem abscisam perficiat. Non videmus operaciones intellective inesse parti hominis descise. die der Mensch nicht wahrzunehmen vermag. dass Tiere Gerüche wahrnehmen können. quia videmus.“ 159 Aegidius Romanus. BC. nicht ausführen. 161 Zur Verwendung des Terminus „verificare“ in der Universitätsmedizin siehe Alfonso Maierù. quod dormientes surgunt et eciam ascendunt et huiusmodi faciunt.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 109 Weise hält der unbekannte Verfasser von Questiones super de sompno et vigilia der These. 45rb). ed. Questiones super de sompno et vigilia (Roma.21. Olga Weijers (Études sur le vocabulaire intellectuel du moyen âge 5). Questiones super librum de anima II (Siena. Bazán u. 549. a. die einen Räuber aufspüren können. utrum dormientes possunt exercere opera vigilie. 84 l. andererseits aber auch die Erfahrungstatsache entgegen.157 Der gleichfalls anonyme Autor von um 1250 verfassten Questiones super librum de anima beantwortet die Frage. zu denen sie im Wachzustand fähig seien. … In oppositum est Aristotiles et eciam sensus. quod abscisa parte hominis simul cum illa abscindatur pars intellective. L.. 5–7). dass sich an abgetrennten menschlichen Körperteilen keinerlei intellektive Tätigkeiten beobachten lassen. in: Vocabulaire des écoles et des méthodes d’enseignement au moyen âge.159 Johannes Duns Scotus schließlich entscheidet die zwischen philosophischer und medizinischer Lehrtradition umstrittene Frage der anatomischen Lokalisierung des sensus communis—im Herz oder im Gehirn— aufgrund von zwei Beobachtungen zugunsten der medizinischen Sichtweise. wo sie auch die spezifischen Termini certificare bzw. oder Jagdhunde. Venezia 1500. mit dem Hinweis. „uerificare“. Silvia Nagel. La terminologie de l’université de Bologne de médecine et des arts: „facultas“.bzw. den sie verfolgen. Biblioteca Angelica. die sich trotz vieler anderer Fährten nicht von der Wundfährte eines Hirsches. Falsifikationsinstanz dort in Anspruch. Vgl. also zugunsten einer hauptsächlichen Lokalisierung dieses inneren Sinnesvermögens im Gehirn.158 Für Aegidius Romanus (und andere) sind abgerichtete Hunde. Turnhout 1992. Testi con due redazioni attribuite ad un . fol. Menschen könnten im Schlaf Handlungen. sogar auf etwas Erhöhtes hinaufsteigen und ähnliches mehr auszuführen in der Lage sind. Da157 Anonymus. 107ra): „Consequenter queritur. utrum contingat hoc in homine. sicut in animalibus aliis.160 Am eindeutigsten freilich nehmen die Magister Erfahrungsevidenz als Verifikations.

. ders. 106 f. ders. Zu beachten ist die Begriffsverwendung experimentum ratiocinationis und experimentum certitudinis in Roger Bacon. Opus tertium c.163 die Mathematik164 oder die Philosophie165 als Verifikationsinstanz. 113 ff. des experimentum sowie der scientia experimentalis. Aertsen/Andreas Speer (Miscellanea Mediaevalia 25). 219–235. Klaus Hedwig. 87–119. 167 Siehe hierzu Hackett. Opus maius VI c. auch Florian Uhl. 1 c. den Kommentar von Michael R. 277–315. hier: 43–47. ders. Leuven 1999.. zu denen aus jüngster Zeit ausgezeichnete Studien vorliegen. Roger Bacon: Leben. in: Philosophen des Mittelalters. in: . ed. Leiden u. 3 (ed. ders. II. a. 2 (ed. u. 389). 13. Berlin 1998. Andrew G. Experientia. 249). Carlos Steel u.M. 2001.166 werden wir noch zu sprechen kommen. ed. John S. I. Brewer. Scientia Experimentalis: From Robert Grosseteste to Roger Bacon. So gilt ihm—abgesehen von der experientia allgemein—je nachdem die von ihm „als Modell für ein neues Denken über die Natur“162 projektierte scientia experimentalis. in: Ratio et superstitio. Little/Withington. 10). ed. a. Roger Bacons Kritik der Autoritäten.110 kapitel ii für bieten die Schriften Roger Bacons erneut ein herausragendes Zeugnis. I. Roger Bacon: De retardatione accidentium senectutis cum aliis opusculis de rebus medicinalibus (Opera hactenus inedita Rogeri Baconi IX). Jan A... Commemorative Essays. 2–12. ed. (Studien und Texte zur Geistesgeschichte des Mittelalters 57). McVaugh. 162 Hackett. ed. 163 Roger Bacon. 103–119.. in: Raum und Raumvorstellungen im Mittelalter... Bridges. London 1859. 3–309. Little/Edward Withington. Roger Bacon. Eine Einführung. in: Roger Bacon and the Sciences. Auf Rogers Konzepte der experientia. hier: 104 l. 1997. in: Roger Bacon in der Diskussion. 101–120. 117–136. ebd. vgl. Antidotarius. 172). 26. hier: 233 ff. James McEvoy (Instrumenta Patristica 27). ed. Opus minus (ed. Roger Bacon on Scientia Experimentalis.. Opus maius IV d. Brewer. Steenbrugge–Turnhout 1995. Oxford 1928. in: Robert Grosseteste: New Perspectives on His Thought and Scholarship. Experimentum and Perception of Objects in Space: Roger Bacon. 164 Ders. 358. die die konkrete Erfahrung markant in ihrer Vergewisserungsfunktion167—unmittelbar bezogen auf medizinische und natur- medesimo autore: il caso del De animalibus di Pietro Ispano. ed. Scientia experimentalis. 169 l.. 212–237. Fr. Scientia Experimentalis. Darmstadt 2000.. ders. De erroribus medicorum (ed. 26 – 170 l. in: Aristotle’s Animals in the Middle Ages and Renaissance. ed. The Development of Medieval Pharmaceutical Theory. Vorerst seien lediglich einige seiner Aussagen. ders. Vgl. So häufig wie kein anderer greift dieser Magister immer wieder— allerdings nicht ausschließlich im Zusammenhang mit Erfahrungsevidenz—auf diese Termini zurück und entwickelt zugleich sehr differenzierte Vorstellungen von dem durch sie bezeichneten Verfahren wissenschaftlicher Vergewisserung. (Mediaevalia Lovaniensia [Series I: Studia] 27). 140–151. hier: 223 f. Theo Kobusch. Astrology and the Search for an Art and Science of Nature in the 13th Century. Bridges. 166 Jeremiah Hackett. Rogeri Bacon opera quaedam hactenus inedita. Frankfurt a. Hindernisse auf dem Weg zum Wissen. 165 Ders. a. ders.

Tractatus brevis et utilis (Opera hactenus inedita Rogeri Baconi. Robert Steele (Opera hactenus inedita Rogeri Baconi. Répertoire. utrum ita sit. Robert Steele.. ebd. An der angegebenen Stelle führt Glorieux allerdings ein Werk „Quaestiones super algorismum et compotum et mathematicae et geometriae“ an..1. 1– 136.. Dep. Vgl. 31). De erroribus medicorum (ed. mit Verweis auf Glorieux. 8). I. ebd. Roger Bacon. Little/Withington. De erroribus medicorum (ed.. quod experti eciam sine multa sciencia et racione plus proficiunt circa egros. III. multo magis est certus. Questiones altere supra libros prime philosophie Aristotelis I. XI). 6). De erroribus medicorum (ed. aber doch etwas anders als das der Florentiner Questiones metaphisice. weil sie mit jenen ähnlich beginnenden.“ Diesen Metaphysikkommentar schreibt Pomaro im Catalogo di manoscritti filosofici. 169 Ders. aber ein völlig anderes Thema behandelnden quadrivialen Quaestionen verwechselt wurden. nicht den Weg der Erfahrung zu beschreiten und darum auch ihre Ergebnisse nicht abzusichern (non certificat). VI c. Biblioteca Nazionale Centrale. Erf. ed. 92. 14–34. ed..das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 111 philosophische Fragen—hervorheben. Universitätsbibliothek. I. V). . So wirft Roger etwa—wie wir schon sahen168—der üblichen Naturphilosophie vor. 267ra): „Unde et si aliquis habeat scienciam alicuius effectus per causam a magistro sibi traditam et postea experimentetur in se ipso. ed. 11). 161 l. 154 l. ders. erst die Erfahrung biete endgültig Sicherheit.169 sich der Wahrheit zu vergewissern sei allein durch Erfahrung möglich. pars 3 c. Questiones super libros yconomicorum (Erfurt. Das gleiche Versäumnis hält er der breiten Masse der Ärzte (vulgus medicorum) vor. Vgl. (Nr. 455 f. sondern nur einen Brüsseler und einen Pariser Codex.. das von Glorieux angegebene Initium dieser quadrivialen Quaestionen lautet sehr ähnlich. 225t). 160 l. ita est in yconomica. das er Radulf zuschreibt. obschon doch allein die experientia es sei.. quibus ut in pluribus indiget familia. ihre Auslegung ein- Arnaldi de Villanova opera medica omnia II. 10 f.170 Nicht unerwähnt bleibe in diesem Zusammenhang auch die Praxis verschiedener Kommentatoren des Stagiriten. Nam de rebus domesticis.. Oxford 1932. 19. Anonymus. 7 (131 l. fol. servire philosophie oportet …“ Somit könnten die Questiones metaphisice deswegen unter Radulfs Namen geraten sei. 1 (ed. 15 f. Conv. fol. S ed ita est in medicina. melius disponeret expertus sine sciencia vel magna racione quam habens scienciam sine experiencia. Bridges. u t vetule aliquando. 19 l.. Secretum secretorum cum glossis et notulis. ders. Bridges. 88 l. nämlich „Sicut dicit Seneca in epistola ad Lucilium. 168 Oben S. E. II. 51 Radulfus de Hotot zu. Little/Withington.252. Little/Withington. Granada–Barcelona 1975. dens. 167). als Beispiele angeführt. 12–15). 9 – 161 l. und 170 l. Sic similiter est in proposito. Secretum secretorum pars 2 c. 28 – 171 l. Soppr. ders.“ 170 Roger Bacon. 3 (ed. die—zumal in den praktischen Wissenschaften—Gewissheit vermittle. hier: 34 f. Anonymus. 137r): „Sicut est in medicina et in aliis scienciis et prudenciis practicis. Opus maius I c. wobei er aber die Florentiner Handschrift nicht nennt. quam multum spe cu lativi et inexperti in opere medicine. Oxford 1920. Questiones metaphisice (Firenze. CA 4° 343.

172 Nicht immer.4. ebd. 1 f. quia primo procedit auctor sive Aristotiles narrando. et in prima parte primo in generali. nicht ausdrücklich auf Erfahrungsevidenz bezogenen Sinn gebraucht Ps.: „Huiusmodi autem rationis solum ponit verificationem maioris et conclusionem. …“. et dividitur in 3 particulas. 256 l. ut in principio noni—vel XI secundum alios—. dargelegt und anschließend seine Lehrmeinung „verifiziert. 4): „Consequenter autem verificat conclusionem. der Philosoph habe zunächst den Sachverhalt.464. H ec autem est anima intellectiva. secundo. ut solet dici.-Petrus Hispanus. In einem eher weiteren. 233 l. G. et est. Cuius divisio bimembris solet assignari. quia [non] est coartata. fol. vel operationum apud vigiliam exercitarum vel exercendarum. aber doch recht oft bezieht sich der Hinweis auf den verifizierenden Untersuchungsschritt des Stagiriten darauf.171 oder in den Adam von Whitby zugeschriebenen Scripta de sompno et vigilia. um den es im Einzelnen geht.853.. ubi incipit secundus liber. fol. auctoritate eciam et experimentis sapientum medicorum. XVI (fol. secundo in speciali naturas animalium determinat. In secundo. Soppr. usque ad XI.“ 173 Ps. Hoc autem maxime verificatur in vegetativa et sensitiva.“ ..) coartata est ad diversa. G. In prima verificat primam …. [et] ideo plures habet virtutes et plura media. Biblioteca Nazionale Centrale. in quo incipit narrata verificare“. [et] ideo non est totus actus. nisi … Et consequenter verificat ipsas conclusiones. quia vero (vero] non cod. 72va und 73va): „Consequenter declarat experimentum in omnibus sensibus. Conv. qui dicunt. et ideo non est totus actus. Expositio libri de anima II (ed. 215 l. l. non autem intellectiva.) substancia sua penitus.: „Secundo dat ipsius modi verificationem per signa.. quod universaliter omnes sensus corrumpuntur ab existenciis sensibilium.“ Bemerkungen dieser Art finden sich unter anderem in der unter dem Namen des Petrus Hispanus edierten Expositio libri de anima.“ 172 Adam von Whitby (?). 79ra): „Unde liber de animalibus sive de natura animalium intitulatur. Quia enim (ei cod. …“. scilicet auctoritate et experimentis mechanicorum et eciam philosophantium sive speculativorum. 156va): „ In intellectiva non est virtus eadem cum (cum] tamen cod. 15–19: „Consequenter autem hanc diffinitionem verificat … Et hoc confirmat per signum …“.3. primam vero sic. quorum multotiens sompnia sunt signa frequenter operationum. ebd. quod multum est intendendum sompniis ad coniectandum de sanitate et egritudine.-Petrus Hispanus nach der Florentiner Redaktion seines Kommentars zu De animalibus die verificare-Terminologie. Scripta de sompno et vigilia (Firenze.173 desgleichen Adam von Boc171 Richardus Rufus (?). dass Aristoteles eine Lehrmeinung durch Beobachtungssachverhalte erhärtet habe. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] I (Firenze.112 kapitel ii zelner Abschnitte des jeweiligen Basistextes mit dem Hinweis einzuleiten. Alia est dependens a corpore. Soppr. 214 l. Biblioteca Nazionale Centrale. Conv. determinat de animalibus quoad membra. die heute als Redaktion des angeblich von Richardus Rufus verfassten Kommentars gilt. et in ista vero (vero] non cod. 27: „Sequitur pars verificans iam dictum modum per signa …“. Exemplum est de circulis (cuculis cod. 13 f.) maioribus et minoribus. narrata per causas verificando. Alonso. Quod non contingeret.) est coartata. ebd. in quinto quoad generacionem.) differt virtus a substancia.

nil inferens ficticii. Leiden u. ebd. hier 41 l.). Für die medizinischen Quaestiones disputatae siehe Jacquart. in secunda secundam. quod secunda (-dum cod.3. hier: 92. 1 f. Et dividitur in duasiehe In prima verificat primam …. ebd. 50. fol.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 113 feld174 und Adam von Whitby in den Glosse super librum de sensu et sensato. 1–4): „… cum philosophi maxime diffiniant et certificant animam duabus differentiis: una est motus secundum locum.. 177 Vgl. La question disputée. 64 l. quod prima species divisibilis est secundum divisionem saporis. Stud. 1992. in: Archiv für Geschichte der Medizin 20 (1965) 33–50.“ Zur mutmaßlichen Verfasserschaft Ursos ebd. II (142 l. wie beispielsweise der Verfasser der sogenannten „Vierten Salernitaner Anatomie“.): „Que quidem res indigent cognosci et certificari per diffinitiones. The Treatise De Anima of Dominicus Gundissalinus. van Oppenraaij. Part Three: Books XV–XIX: Generation of Animals (Aristoteles SemiticoLatinus V). Übersetzung des Wilhelm von Moerbeke. „erste Redaktion“] lect. ed. Aristoteles. …. 14–17): „Sapor autem est quedam dulcedo sive delectamentum istorum. Jh. de quibus infra plenius certificabitur et etiam in libro De Sensu et Sensato …“. secunda vero nequaquam. …“.. 13–18: „Matthaeum siquidem Platearium. 112 l.. Aafke M.“ Vgl. Aristotle De animalibus. Soppr. undeutlich die Übersetzung des Michael Scotus. qui et in anathomiae lectione euidenter sub sociorum oculis monstrauit.v). a. 10. Joseph Th. III (193 l.176 darauf schließen. auch Dominicus Gundissalinus. odoris). Quarum prima est.I. 154. Drossaart Lulofs (Aristoteles Latinus XVII/2. praeceptorem in hoc sequens. 178. Muckle. 314.“ 176 Siehe unten Anm. in: Med. Busa. (Sudhoff). sich vom tatsächlichen Vorliegen behaupteter Sachverhalte durch empirische Überprüfung ausdrücklich zu überzeugen.178 Außerhalb des akademischen Lehrbetriebes bzw.“ Ders. 16a): „primo dat causam efficientem somni. Powell. Michael Scot’s Arabic-Latin Translation. theoricae practicaeque Salernitanorum phisicorum gemmam. ed. wie unumgänglich es ist. Sententia super librum de sompno et vigilia [sog. G. 23 f. Karl Sudhoff. Sentencia super librum de anima I (ed. 178 Urso von Salerno (?). ed. et sunt. außerhalb des Kreises der Universitätsgelehrten ist Friedrich 174 Adam von Bocfeld. Conv.464. 2 (1940) 23–103. zu dem noch die später zu besprechende Berufung auf signa zu rechnen ist. De generatione animalium III 10 (760b31 f..) species odoris est maxime propria hominibus. Die vierte Salernitaner Anatomie. secundo verificat eam. 76va): „Consequenter dat quasdam proprietates alias istarum specierum (sc. Bruges–Paris 1966. hinter dem Karl Sudhoff den im späten 12. bezeugt. tätigen Arzt Urso von Salerno vermutet. ed. . lucernam et decorem. dass sich während des Untersuchungszeitraumes bei den Magistern ein geschärftes Bewusstsein dafür bildete. … Consequenter verificat quasdam proprietates presuppositas. 5 (ed. De anima c.177 Diese Vorgehensweise hatte innerhalb der Medizin Tradition. Hendrik J. 175 Adam von Whitby. prima vero communis omnibus animalibus. nisi quae oculis propriis ipse vidi et quae probabilibus rationibus et auctoritate sunt munita veterum. Glosse super librum de sensu et sensato [Florentiner Fassung] (Firenze. Biblioteca Nazionale Centrale.175 Insgesamt lässt der geschilderte Sprachgebrauch. et altera intelligere et discernere et sentire. Anathomia.

Albert d. Clemens Stroick. De animal. passim. 173 l.“ 183 Roger Bacon. Köhler.).182 Ein wichtiges Zeugnis für jene Bewusstseinsschärfung im Untersuchungszeitraum sehen wir auch darin. auch Menzel. 549. Biblioteca Angelica. Oxford 1937. Federico II e la conoscenza scientifica. John S. habet alia translatio estimationem“.. an Michael Scotus hat dieser samt den Antworten in seinem Liber particularis aufgezeichnet. William Tronzo (Studies in the History of Art 44).. Studies. VII/1. 1 c. 180 Eine Reihe von Fragen Friedrichs II. ed. ed. et hoc in lingua Greca (Grecia ed. Fr. Robert Steele (Opera hactenus inedita Rogeri Baconi. Roger Bacon: Leben. hier zitiert nach Haskins. 385–457. Opus tertium c. Opus maius III (ed. ders. prima autem perfectio intellectus habetur per experimentum et studium. sed color in actu innominatus est. Brewer. Vellemus etiam scire quomodo est ille ventus …. Rogeri Bacon opera quaedam hactenus inedita. fol. 3 (ed. Antonio Thiery. Powell. I. Zwischen ‚mystischer‘ Sinnsuche..und Literaturangaben Stürner. 11–13): „…: primo dicit manifestum esse quod imaginatio differt ab estimatione: ubi enim nos habemus opinionem. Münster 1968 (Ed. Gr.. ebd. 21–23). Sich dieser zu vergewissern. Anonymus. dass er neben dem Studium ausdrücklich auf die Rolle von experimentum bei der Vervollkommnung des Vernunftvermögens hinweist.. 184 Adam von Bocfeld. war—wohl im Gefolge von Robert Grosseteste—in besonderem Maße für Roger Bacon ein Anliegen.. 23–26. querimus certificari quis eorum sit maior et minor. Teil 2.) potest nominari coloratio“. 10). 1 c. in: Intellectual Life at the Court of Frederick II Hohenstaufen. 10 (ed. Questiones super de sompno et vigilia (Roma. 273–292... Brewer. quia prima perfectio sensus completur a natura. 22 (75). ….. 11 l. 32).“ 181 Stürner. sondern prägte auch seinen Umgang mit Rechtsfällen wie dem berühmten angeblichen Ritualmord von Fulda. (196 l. ebd. ed. Stadler. ders. Communia naturalium I pars 1 d. Sentencia super librum de anima II (ed. 393–519. Compendium studii philosophiae c.114 kapitel ii von Hohenstaufen mit seinem bohrenden Nachfragen und seinen „Entscheidungsexperimenten“179 zweifellos der beeindruckendste Repräsentant dieser kritischen Erkenntnishaltung (vellemus scire—querimus certificari). dass sich die Autoren verstärkt über die Zuverlässigkeit ihrer Textvorlagen Gedanken machten. Washington 1994. Bridges. 1 c. 97 l. 2 c. ders. London 1859. 105va): . 2 n. fol. 27 ff. secundum aliam translationem. hier: 469–473 (dieses Werk setzt Hackett. I. 67–69). 115 (ed. 182 Alexander Bonini von Alessandria. Colon. 7.183 Aber auch andere Autoren zeigen sich dieser Problematik spürbar bewusst. 5 (ed. De anima III tr. 8.. Bridges. ders. Steele. ebd. 28 – 12 l. V d.. Vellemus etiam scire unde fiunt aque salse …. 293 f. Friedrich II. Teil 2. 182 l. II. Expositio libri de anima cum questionibus et notabilibus II (Ed.180 Sie betraf bei ihm nicht allein naturphilosophische Lehrmeinungen. 545 l. 15). c. 5–7): „…. 92vb): „…. ders.184 Bei 179 Zu dieser „kaiserlichen Wissbegier“ äußerte sich ausführlich mit Quellen. 27 in die Jahre 1271–1272). Die Jagd. in nostra tamen lingua (linua ed. 20. VII tr.: „Unde vellemus scire si sit unus locus per se qui habeat aquam dulcem tantum … Unde si sint duo loca aquarum scilicet dulces et salse. Oxford 1481. I. Friedrich II. vgl. De sensu et sensato c.181 Von Alexander Bonini von Alessandria sei erwähnt. XIV). 321 ff. ed. 36– 45).

6–13). 188 Albert d. 403. humidum erat equaliter per totum se diffundens et ideo singultum causare poterat. videlicet utrum lupus possit videre patrem suum. Köhler. ebd. ein junger Wolf könne niemals seinen Vater zu Gesicht bekommen. 2 c. 84va): „Alia questio fuit mota circa 8 de hystoriis. Cambridge 1939.‘“ Als Autor des letztgenannten Kommentars galt früher Durandus de Hispania. 208 weist auf die durch die jüdischen Übersetzer angestoßene textkritische Haltung am Hofe Friedrichs II. 450 l. 2. Aristoteles Latinus. 16089.“ Vgl.“ „Du“ steht auf Rasur. es könnte ursprünglich „Fer“rando gelautet haben.. 115–119.. so etwa die Mär von einer möglichen Befruchtung der Rebhenne über die Luft186 und die von der Entstehung der Barnikelgans187 oder auch die vom Gesang der Schwäne beim Tod eines Artgenossen. vgl. ebd. 87 f. Expositio problematum Aristotilis (Ed. 189 Anonymus. VI tr. …“. quia cum erant in motu.1 c. Leon. fol. Lat. Venezia 1501.—Vgl. Zwischen ‚mystischer‘ Sinnsuche. 672). 601 l. Morpurgo. Schiffshalter. de anima q. et exposui ut sonat. 69vb): „Et hoc habetur alia translacio ne sic …“. hin. Gr. fol. quod tunc plures lupos congregat. tunc. Gr. et ille. a. Vgl. scilicet quod …“. dass wenigstens einige der bislang beständig wiederholten fabulösen Annahmen als solche erkannt und aus dem Bestand seriösen Wissens ausgeschieden werden konnten.185 Auf naturkundlichem Gebiet führte diese Erkenntnishaltung dazu. 563–565 (Nr. „Tuum studium sit velle regnare diu“. 82rb): „…. Stadler. Lat.189 die Legende.. 4 n. 23 (ed. 16133. disp. id est vertig in em. De animal.. prave namque translatum. Pars prior. I. Le travail. 71ra: „… Et alia translacio habet …“. Fasc. Bibliothèque Nationale. 16.“ 186 Hierzu Albert d. alii lupi . fol. 3 n. Codices. 105vb: „Verum est. Weijers.188 ebenso die Behauptung. antequam cognoscerem Grecum. 407 f. samt der diese Überzeugung stützenden Erklärung. non autem secundum novam“.). que habet: …“. 23–42). Stadler. De animal. Scriptum yconomice (Paris. ebd. quod quando lupa est in tempore. fol. Am Anfang des Codex steht eine Quaestion „determinata a Ferrando de Ispania.. fol. 110 l. 73rb: „Alia tamen translacio habet loco ‚inhibere‘ ‚ mandare. 240 zitierte Beispiel. quod hoc dicit secundum antiquam translacionem. vgl. 72 (ed.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 115 Petrus von Abano am Ende unseres Untersuchungszeitraums begegnen wir einem besonders ausgeprägten Sinn für philologische Kritik. ut dicunt.. Der Sachverhalt ist folgender: Eine Zuschreibung an Durandus de Hispania findet sich im Explicit fol. und George Lacombe u. „Aristotiles dicit 4to de generacione animalium secundum veterem translacionem“. Thomas von Aquin. 185 Siehe hierzu das oben S. 72ra: „Et ad hoc concordat alia translacio. I. Questiones disputate super problematibus Aristotilis et de historiis animalium (Paris. coit cum ea aliis omnibus astantibus circumquaque. ut dicunt. so noch Lohr. XXIV/1. quod venatores et habitantes multum in locis silvestribus dicunt. 61 Anm. 227 ff. et tunc est clarior sentencia. Qu. 187 Hierzu Vollmann. 72vb: „Et ideo alia translacio habet loco voluntatis intellectum. 12 ad 1 (Ed. fol. hier: 565. quo desiderat coire. fol. Bibliotèque Nationale. Petrus von Abano. fol. Dicendum est ad hoc. et quando coiverit cum ea. Medieval Latin Aristotle Commentaries (1967). Ferrandus de Hispania (?). VIII tr. Bibermännchen würden. Istis vero sic congregatis lupa eligit quemcumque voluerit. 73vb: „Explicit scriptum yconomice compositum a magistro Durando de Hispania Colibriensi episcopo. fol. 71rb: „Alia tamen translacio habet: ‚…‘.

eher an theologisch-mystischen Aspekten als an Natursachverhalten interessiert waren (magis theologyca mistica. a. 192 Albert d. Göttingen 1965. und denen. et si fit ita. Gr. 10 (Ed. Questiones supra viaticum (Madrid. est causa. 24) (ed. Anathomia (ed. quod lupus non potest videre eius patrem. vgl.. 90): „Unde non est hic necesse fantasiare et gratis fingere.. 8 (ed.. 2 c. in Bezug auf das Gesicht der Luchs. quod communis opinio est falsa quantum ad huiusmodi rationes. quae non licet“.191 Albert der Große kritisiert im Zusammenhang mit Angaben über den Vogel Phoenix. nisi quae oculis propriis ipse vidi …“. die derlei berichteten. 495 l.192 Korrekturen erfuhren ebenso in Sprichwörtern festgehaltene Volksmeinungen wie die. 110 (ed. ed.. 79–81). II.“ 191 Aegidius von Lessines. c. dass uns Menschen in Bezug auf das Gehör der Keiler überlegen sei. in denen sie keine circumstantes eum interficiunt. Roger Bacon. Alfons Hufnagel. Münster 1975 (Ed. De Wulf. betrachten (realiter considerant). XI tr. Et ista. 81–235. sich selbst kastrieren. Opus maius: De signis II. XVII/1. 21 f. 24 n. Istud videtur esse figmentum.). Unde versus: ‚Nos aper auditu. Quaestiones naturales 22. ut dicunt. 193 Petrus Hispanus (Medicus). hier 132: „Non fingendo quod non est. Fredborg u.‘ Ad hoc dicendum. ders. ipse sciens quid quaerant dentibus abscindit castorea. 3 c. est valde mirabile et valde ignotum. in Bezug auf den Geruchssinn der Geier und in Bezug auf den Tastsinn die Spinne. 41 l. Brewer.“ Vgl. 2–6). Metaph. nil inferens ficticii. Hans Walther. De unitate intell. die dabei ihre Einbildungskraft spielen lassen (phantastice considerant). 545): „sed fingunt eas pro voluntate sua“. Teil 3. 18772a). et ideo istud non tamquam verum recipio. c. Cambridge 1998. / vultur odoratu excellit. 13 l. Biblioteca Nacional. II. 86): „Hoc autem videtur habere intellectum apud eos qui realiter et non phantastice naturas rerum considerant. 3 (531). Stadler.. 424 (Nr. Albert d. simia gustu.190 und anderes mehr. set naturam rei exprimendo que occulta est. Zum Begriff des „fingere“ als Inbegriff von Beliebigkeit siehe Roger Bacon. un. so wie sie tatsächlich gegeben sind. Tractatus de unitate formae p. Epistola de secretis operibus artis et naturae et de nullitate magiae c. oft mit einem diffusen Hinweis videmus. Conversations with his Nephew (Cambridge Medieval Classics 9). scilicet quando ipsi venatores insequuntur castorem. Sudhoff. Adelard von Bath. Gr. naheliegenderweise vor allem in den Fällen. 169): „Et praeter ista castorea habet mas sua testimonia in loco naturali. XXIII tr. quam naturalia perscrutantur). dass diejenigen. Adelard of Bath. ed. 150vb): „Contrarium ponit communis et vulgaris opinio. XVI/2. Apollo dici merear. ebd. et ideo quod subinfertur est mendacium horribile. die Stelle ist ausführlicher zitiert oben Anm.116 kapitel ii um der Verfolgung durch Jäger zu entgehen. 5 (ed. 1 (ed. . Colon. die die Naturen der Dinge. in Bezug auf den Geschmackssinn der Affe. Bridges. 1. 16–18): „…. 1493 l. De animal.“ 190 Roger Bacon.2 (n. fol. 1877. Opus maius VI c. 178). Colon. aranea tactu. linx visu.“ Zur Erkenntnishaltung der Salernitaner Magister siehe Urso von Salerno (?). Proverbia sententiaeque Latinitatis medii aevi.193 Andere phantastische Annahmen und Berichte tradierten die Autoren allerdings auch weiterhin. …“ Vgl. Charles Burnett. Wohl in diesem Sinn unterschied Aegidius von Lessines zwischen denen.

Liber de natura rerum IV 21. Zusätzlich zu dem.“ In diesem Sinne ist wohl der Terminus in Alberts des Großen Mitteilung über das bei Solinus erwähnte menschenähnliche Wesen cefusa194 zu verstehen. Le conte du Chat et de la Chandelle dans l’Europe du Moyen Âge et en Orient. München 1922. Ein literarischer Komplex im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (Hermaea. als er diese bestia monstruosa als eine Affenart einstuft. 37 – 1372 l. in: Verfasserlexikon. VIII tr. 121.197 Andererseits aber gibt es eine Reihe von Indizien. Thomas Cantimpratensis: Liber de natura rerum. II tr. von der Albert berichtet. v. Albertus Magnus als Naturphilosoph. 1371 l. was Thomas von Cantimpré zu dieser monströsen Gestalt sagt. in: Romania 40 (1975) 371–531. I: Text. De animal. die es als nicht gänzlich unwahrscheinlich erscheinen lassen. 1 n. 88. 5). Stadler. Stadler.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 117 Gelegenheit hatten.. die auf Befehl ihres Herrn mit einer Kerze in den Pfoten den Tafelnden geleuchtet habe. in: Natur und Kultur in der deutschen Literatur des Mittelalters. dass zu seiner Zeit ein in den Wäldern eines slawischen Siedlungsgebietes gefangenes Pärchen dieser cefusa zu sehen gewesen sei (temporibus nostris vidimus). II. 197 Hierzu Sabine Griese. Paul Lehmann. gibt er an.. Dies klingt unglaubhaft.F. II. Immerhin bleibt Albert einer realistischen Erkenntnishaltung insofern verpflichtet. dies. 196 Albert d. Salomon und Markolf. dass es sich bei dieser „Beobachtung“ eher um eine Abwandlung des aus dem verbreiteten lateinischen Unterhaltungsbuch Dialogus Salomonis et Marcolfi bekannten Motivs der kerzentragenden Katze handelt. Albertus Magnus als Biologe. 2 c. den Dingen durch eigenen Augenschein auf den Grund zu gehen. Collectanea rerum memorabilium 30. Michael Curschmann s. 225–240. 193. De animal.) als „kyboz“ erwähnt. 42 (ed. Zur Wiedergabe mancher von Thomas angeführter Fabeln durch Albert siehe Heinrich Balss. Natur ist stärker als Erziehung. den Albert in anderem Zusammenhang (De animal. 1 c. etymologisch wohl gleichzusetzen mit dem von Aristoteles in der Historia animalium 502a17 erwähnten Affen. 229 (ed. 80–86. ed. Werk und Ursprung (Grosse Naturforscher 1). XXII tr. Gr. Jacques Berlioz/Marie A. 4 n. dass die Angaben 194 Solinus. hier: 227–230. . 3–5). I. ed. Helmut Boese.. Alan Robertshaw/Gerhard Wolf. Berlin–New York 1973. Tübingen 1999. in: L’animal exemplaire au Moyen Âge (Ve–XVe siècle). zumal die Vermutung naheliegt. Stuttgart 1947. 57. Gr. N. im Gebiet der Germania superior eine Maus gesehen zu haben—er gebraucht den Plural: nos … vidimus—. ed. Tübingen 1999. Das videmus besagt dann kaum mehr als „dem Hörensagen nach“ oder „einer gängigen Volksmeinung zufolge. Chasser le naturel … L’utilisation exemplaire du chat dans la littérature médievale. 236. 6 c. 215–229. 247 l. Thomas von Cantimpré. I. ‚Dialogus Salomonis et Marcolfi‘. erwähnt bei Hossfeld. 81). 195 Albert d. Colloquium Exeter 1997. 1 n. Die Parodie im Mittelalter. 668 l.195 Interessant ist der Fall einer kerzenhaltenden Maus. 25 f. Rennes 1999. Stadler. Markolf beweist ein Prinzip. Laurence Bobis. 20.196 Dieser Bericht wirkt kaum glaubhaft. ed. Emmanuel Cosquin. So behauptet er. Berlin–New York 1980. Polo de Beaulieu. Vgl.

De veget. wenn er eine der Weisen der Erkenntnisgewinnung als ein auf eigentliches Entdecken ausgerichtetes Bemühen im Zuge von Erfahrung kennzeichnet.). Bibliothèque Interuniversitaire—Section de Médecine. Anonymus. 4 n. was über sie ausgesagt ist. wenn man sich um entsprechendes Erfahrungswissen bemüht. sondern als Falkenart (Gerfalke) aufgefasst. 196 l. per viam experiencie. …. dass wir das. Vgl. Die kerzenhaltende Maus—Zur Berufung auf Beobachtungen in der Hochscholastik.“ 199 Roger Bacon. Stadler. 245 l.201 Ein solches Ausforschen von Sachverhalten demonstriert er im Fall der Gelegegröße bei Adlern. 7 f. Gr.“ 200 Albert d. Eugenio Massa. nisi experiamur ea. ed. H 44. . Jahrb.199 Albert der Große spricht diese Funktion ebenfalls explizit in De vegetabilibus an. 6–8). ihre qualitative Beschaffenheit und ihre Lebensäußerungen (operationes)—nichts über ihre Natur wissen würden: „Denn wir werden ihre Naturen auf keinem anderen Weg erkennen als in dem. Philos. fol. Boese. quae dicta sunt de eisdem“.M 1601/Frankfurt a. 49 (2004) 33–40. Roger Bacon nimmt direkt auf diese „investigative Funktion“ von Beobachtung und Erfahrung Bezug. Meyer/Jessen. Commentum in libros VIII–X de historia animalium et in de partibus animalium (Montpellier. Moralis philosophia. 2–4). 1 § 265 (ed. Liber de natura rerum V 44 (ed. 1964. alia est per doctrinam. auch ebd. pars 4 d.M.118 kapitel ii des Doctor universalis über die kerzenhaltende Maus tatsächlich eine Beobachtung seinerseits zum Anlass haben.202 Wie er berich198 Hierzu Theodor W. 7. Frankfurt a. dass wir ohne erfahrungsmäßiges Erfassen einer Reihe von konkreten Sachverhalten—im Einzelnen zählt er auf: die Gestalt. fol. 20 (Ed. I. 2 c. Bartholomaeus Anglicus. Zürich 1953. in: Salzb. 51 (ed. I. Falsifikation berufen sich die Magister schließlich auf Erfahrung als ursprüngliche Wissensquelle für Sachverhalte. hierzu Thomas von Cantimpré. II tr.. Von diesem könne man—so erklärt er—nur Kenntnis haben. 538 f.198 Außer zum Zweck von Verifikation bzw. genauer bei dem „bei uns vorkommenden und herodius genannten“ großen Adler. De animal. empirisch erfassen. Köhler. Dort führt er im Hinblick auf die Wissenschaft von den Pflanzen aus. Gr. von denen man anders als auf diesem Weg keinerlei Kenntnis erlangen könnte.. 2 1 n. die Größe und die Teile der verschiedenen Pflanzen.. 202 Gewöhnlich wird im Mittelalter der auch biblisch mehrfach bezeugte (h)erodius allerdings nicht als Adler-. 201 Albert d.“200 In De animalibus nimmt er Erfahrungsevidenz in ihrer „investigativen Funktion“ für den Zahnwechsel bei Tieren in Anspruch. VI tr. 197 l. § 263 (472). 70rb): „Quare canes docentur tenere lucernas in ore et parassides et huiusmodi ab hominibus. 1 c. Rogeri Baconis Moralis philosophia. 473): „Non enim aliter cognoscemus naturas earum.: „Suppono vero in principio tres esse cogniciones: una est per studium invencionis proprie. De proprietatibus rerum XII c.

nam dum pars leditur capitis. fand er durch mehrjähriges Aufsuchen eines Horstes heraus. 1 n. 18–22): „Item. 2 c. Unde cum leditur anterior pars seu cellula ipsius cerebri. quia lesa posteriori parte cerebri corrumpitur memoria.1. leduntur et virtutes. Unde videmus sensibiliter quod visus est in oculo et auditus in aure. que proprie habet esse in ipso cerebro quantum ad cellulam posteriorem“. In istis enim leditur racio propter lesionem factam in media parte sive in media cellula ipsius capitis. Johannes Duns Scotus. quia ille virtutes organice sunt distincte (-to cod.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 119 tet.] partes cod. 50 (ed. Anonymus. 113vb): „Item notandum. fol.205 Auch die differenzierte Beurteilung der taktilen Wahrnehmungsfähigkeit der Spinne ist hier einzuordnen. fol. Cuius signum est.. White. Dazu beruft er sich auf Albert. De animal. Conv. Questiones de memoria et reminiscencia (Firenze. quod in ipsis leditur fantasia. 1 c. sicut Avicenna dicit. et ablato ipso aufertur totaliter potentia sentiendi. Vgl. Vat. 57 (432 l. I. quod huiusmodi virtutes (v. dass sie eine räumlich entfernte Fliege im Netz spürt— nicht über einen besseren Tastsinn als der Mensch. Iste virtutes sunt huiusmodi. spüre diese das nicht. Hoc (hic cod. Bringe man ein schwaches Feuer in die Nähe einer Spinne. Biblioteca Nazionale Centrale. quod deberet facere tactum meliorem. fol. 6–8). 10 10 (ed. Ebd. lat. quarum una lesa non leditur alia. …“. Anonymus. fol. 461 l. Notule super Iohanicium (Madrid. Similiter quando leditur media pars cerebri. 2170. VI tr. leditur virtus fantastica. dass dieser Greifvogel zwei Eier legt. obwohl man ihn fast immer nur mit einem einzigen Jungen antreffe. 83 l. sicut accidit in freneticis ut plurimum. 2170. Eodem modo quando leditur occipicium sive posterior cellula ipsius capitis.204 Ein weiteres Beispiel ist der aus der medizinischen Tradition übernommene Hinweis..) habent esse in diversis partibus. et fantasia leditur secundum Averroym“. meinte er an einem domestizierten Exemplar beobachtet zu haben. Gr. ita quod ablato oculo aufertur visus. tunc leditur racio. 26–29). Nach dem Verfasser von Questiones et notabilia in de anima verfügt die Spinne—entgegen der verbreiteten Meinung und dem bekannten Sachverhalt. dass bestimmte Sinnesfunktionen bei Läsion spezifischer Hirnareale ausfallen und dass daraus auf ihre hirnanatomische Verankerung zu schließen sei. Questiones et notabilia in de anima III (Città del Vaticano. 20 l. Biblioteca Apostolica Vaticana. sicut est in melancolicis et maniacis. Vat. per experimentum: quia turbato aliquo organo impeditur operatio sentiendi. V tr.) loco et subiecto. tamen cum huiusmodi partes leduntur [et virtutes. 7c (ed. q. 215vb): „Secundum declaratur.203 Dass Keiler offenbar nur die jeweils von ihnen selbst stammenden Frischlinge beim Fressen in ihrer Nähe dulden. Quaestiones super librum de sensu et sensato. quod Albertus facit instanciam de aranea. a.“ 206 Anonymus. lat. 92va): „Ipsa enim fantastica virtus est in prima parte cerebri. dicitur memoria ibi ledi. Petrus de Alvernia. Dicunt enim auctores. Biblioteca Apostolica Vaticana. 9–13). 6 n. 1877. II.206 Albert d. que in ipsa habet esse. während ein Mensch auf eine solche Hitzequelle reagiert.) enim dicitur 203 204 .252. Stadler. Bazán u. Quaestiones super secundum et tertium De anima q. 31rb): „Et notandum. Unde cum leditur anterior pars]. E. Biblioteca Nacional. 205 So Petrus Hispanus (Medicus). Soppr.. Questiones et notabilia in de anima II (Città del Vaticano.

fol.120 kapitel ii Insgesamt lassen die im vorausgegangenen betrachteten Äußerungen erkennen.“ 207 Einen kursorischen Überblick über die Geschichte des Topos gibt Heinrich Schipperges. Glose super tegni Galieni (Madrid.). 1 c. fol. Beiträge zur mittelalterlichen Wissenschafts. De animabus rationalibus questio [Kurzfassung] (Città del Vaticano. 6 f. Eustachius von Arras. Gundolf Keil. Adam von Whitby et al. 101 l. nam rerum naturas varias et sensu et ratione decet cognoscere“. Pal. Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge. Glosulae 1. fol. Methodus medendi I (Ed.“ 209 Anonymus. Biblioteca Apostolica Vaticana. Bazán. duo sunt apud omnes homines instrumenta: nempe ratio et experientia. Rudolf Creutz. I. ipsa non sentit. M 80. Denker sehen in ihr ein Fundament für Weisheit im Alter und eine sichere Orientierung im Leben. que et per sensum et per rationem et per signa interiora et exteriora manifeste (vel add. quia …“ Vgl. Erfahrung deutlich erhöhte Aufmerksamkeit zollen und ihr innerhalb des naturphilosophischen Erkenntnisprozesses verstärkt eine zum verstandesmäßigen Ableiten (ratio) komplementäre Rolle zuweisen. Zum Topos von „ratio et experimentum“ in der älteren Wissenschaftsgeschichte. 208 Beispielsweise Albert d. Sie dient den Gelehrten weithin als Gütezertifikat für die allseitige Wohlfundiertheit ihrer in dieser Weise gekennzeichneten naturphilosophischen Aussagen. die in gewisser Weise an die Stelle der älteren Formel auctoritate et ratione tritt.und Geistesgeschichte. dass die Magister Beobachtung bzw. Berlin 1982. kapituly. 54vb): „Sed iuvenes sunt minus sapientes senibus.). De animal. quia videmus. 34bD): „At quae fidem iis faciant. VI tr. hier 19: „…. 25–36. III tr.). Stadler. qui consistit in multitudine librorum et expositionum et sedula auctorum investigatione“.. si quis apponat debilem ignem. in: Fachprosa-Studien. lat. 1877. 12–14).) fiunt. Prol. Experimento et ratione207 wird zu einer vielverwendeten Versicherung.“ . cod. 481. die der experientia in Gestalt von Lebenserfahrung zugesprochen wird. Urso von Salerno.209 Diese Tendenz. 1 c. Basel 1529. 1 n. 84va): „Et ad istud ponendum cogit experimentum et racio“. Knihovna metropol. 2 n. 8 (444 l. homo autem sentiret. Petrus Hispanus (Medicus). 40 f. 69rb): „Ad oppositum con tingi t arguere per frequentes autoritates Aristotilis et eciam per experimenta et per racionem.. 612. fol. et propter modum tradendi ipsam. 1 c. III tr. Beobachtung und Erfahrung wissenschaftsmethodisch verstärkt zu gewichten. Stedelijke Openbare Bibliotheek. dass communiter. eo quod sunt inexperti et ad sapienciam requiritur experiencia. Quod patet. 48ra): „Est autem secundo modo nobilis dupliciter: et propter causarum investigationem. homo autem non nisi per medium coniunctum. fol. Galenus.) per medium distans et remotum in tela. Gr. quod aranea sentit muscam (-cum cod. Biblioteca Nacional. et eciam probatur per signum. De anima intellectiva c. 16 (ed. in: Quellen und Studien zur Geschichte der Naturwissenschaften und der Medizin 5 (1936) 1–192. ed. 5 f. findet nicht zuletzt Ausdruck darin. ebd.208 Nicht übersehen sei schließlich die Rolle. quae recte sunt inuenta. 4 (279 l. 283 l. 7 (ed.. ed. Questiones in secundum et tertium de anima (Praha. Siger von Brabant.. Et dicit Albertus quod non. Die medizinisch-naturphilosophischen Aphorismen und Kommentare des Magister Urso Salernitanus. 1 n.

214 aber auch mit den in der medizinischen Tradition entwickelten Vorstellungen von einem erfahrungsgestützten Vorgehen in Diagnostik und Therapie bzw. quod si aliquamdiu aliquis pomum odoraverit. 212 Vgl. Experientia. sind hinzuzufügen die Studien von Jole Agrimi/Chiara Crisciani. 99rb: „Item sensibili experimento scimus. Philos. Roger Bacon.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 121 eine Reihe von Magistern sich explizit mit dem zentralen Konzept experientia bzw. .. ed. Experiment in Altertum und Mittelalter. 70rb): „Tamen ex infusa modica aqua aliquantum debilitatur virtus et efficacia vini. 77–90. Hoc scimus experimento sensibili. Hindernisse. Hierzu King. in: Med. Hedwig. medioevo ed età cartesiana. eciam illa convertitur in naturam dominantis. Firenze 2002. 34–67. Uhl. Si iterum vino sic debilitato infundatur modicum aque. Two Conceptions. Giacinta Spinosa. Theol.211 Eine umfassende Untersuchung zu diesen Schlüsselbegriffen steht allerdings noch immer aus. Roger Bacon. ed.. 169–198. 342/538. Roberto Busa. Little/Withington. 143. Two Conceptions of Experience. in: Presenza del lessico greco e latino nelle lingue contemporanee. Uns ist es hier lediglich darum zu tun. in: ebd. Hedwig. De erroribus medicorum (ed. 6). II. Marco Veneziani (Lessico Internazionale Europeo 91). Tractatus de scientia. experior. Matthias Schramm. Macerata 1990. ed. id est in vinum. ders. experimentalis. Oliver. Experientia/experimentum dans les lexiques médiévaux et dans les textes philosophiques antérieurs au 14e siècle. in: Experimental Essays—Versuche zum Experiment. ‚Empeiría‘/experientia: modelli di ‚prova‘ tra antichità. darin insbesondere Jacqueline Hamesse.. X Colloquio Internazionale. Roger Bacon. A History. …“. 213 Beispielsweise Wilhelm von Hedon. 11 (2003) 203–226. inexperientia.“ 214 Aristoteles. Pietro Janni/Innocenzo Mazzini. inexpers nell’Aquinate e negli altri autori censiti nell’Index Thomisticus. Robert Grosseteste. Thorndike. 101–168. fol. ebd. in: ebd. Analytica Posteriora II 19 (100a3–9). in: ebd. Per una ricerca su experimentum—experimenta: riflessione epistemologica e tradizione medica (secoli XIII–XV). 211 Experientia. 210 Den bereits erwähnten Arbeiten von Hackett. Gonville and Caius College. Roma. 171 l.. wie sie die durch die Termini experientia und experimentum bezeichnete Erfassensweise—das ad oculum videre experientiam212 oder das sensibili experimento scire213—und deren Verhältnis zur ratio als Erkenntnisquelle des Näheren bestimmten. 4–6 gennaio 2001. Michael Heidelberger/Dietrich Steinle (Zif–Interdisziplinäre Studien 3). Scientia experimentalis. Baden–Baden 1998. Konfrontiert mit der aristotelischen Konzeption von Erfahrung und deren Verhältnis zum wissenschaftlichen Erkennen. Zu diesen Bemühungen liegen aus jüngster Zeit eine Reihe wertvoller Teiluntersuchungen vor. illud marcescet et desiccabitur. Peter King. 9–49. experimentum zu befassen beginnt. 203 ff. worauf sich die Aufmerksamkeit der Magister richtete und speziell. que est de anima (Cambridge. Metaphysica I 1 (980a21–981a18).210 Auch nahm sich dankenswerterweise ein internationales Kolloquium 2001 zu Rom der begriffsgeschichtlichen Erhellung dieses Konzepts an.. Experientia. fol. anhand einer begrenzten Anzahl von Textzeugnissen zu illustrieren.. experimentum.

2 f. Steele.122 kapitel ii Pharmakologie215 suchen die scholastischen Autoren ihren eigenen Standpunkt in dieser Frage zu klären. Gr..: „…. So bringen es Umschreibungen dieser beiden Konzepte zum Ausdruck. In seinem Kommentar zu den Dietae universales erörtert er direkt die Frage. Lat. in: Before and After Avicenna. 17). 64vb): „Alia (sc. editio minor. von der in der Medizin ausgewiesenen unterscheide. I: Opera philosophica. XVI/1. 1 f. Die Frage. …“. fol. … Contra: experientia est acceptio distincta singularium sub aliquo universali. 1–550. 216 Petrus Hispanus (Medicus). ders. 54vb): „6° queritur. utrum homo per experimentum possit facere. 5. Aegidius Romanus.. ergo cognoscere hoc singulare et illud est experimentum. 227 (ed. Medical Theory and Scientific Method in the Age of Avicenna. Theology and Science 52). Leiden–Boston 2003. l. Insgesamt aber zeichnet sich in den Texten eine wichtige Differenzierung zwischen Einzelbeobachtung— dem auf einmaliger Wahrnehmung beruhenden bloßen Gewahrwer215 Dimitri Gutas. Reisman (Islamic Philosophy. 218 So beispielsweise Anonymus. 667 l. Questiones altere supra libros prime philosophie Aristotelis I (ed. 8 f. worin sich die via experimenti. 13 l.216 Bei dem durch die Termini experientia und experimentum bezeichneten Erkenntnismodus handelt es sich nach dem Sprachgebrauch der Magister—unbeschadet aller weitergehenden Nuancierungen—im Kern um ein wie auch immer geartetes Erfassen von Einzelsachverhalten. Scriptum cum questionibus super dietas universales Ysac (Erfurt. Giovanni Lauriola. Albert d. wie dem „Kernsprachgebrauch“ zufolge jenes Erfassen von Einzelsachverhalten im Einzelnen zu verstehen und zu gewichten sei.: „… expertum esse circa singularia“. hier: 52–54. …“. 1 n. Metaph. Dep. ed. …“. 3–24): „Et videtur quod sic: experientia est cognitio singularium distincta. questio) fuit. I tr.218 soll erwähnt sein. Universitätsbibliothek. 8 (Ed. Opera omnia.217 Dass experimentum gelegentlich in annähernd modernem Sinn experimentellen Vorgehens verwendet wird oder andererseits auch die Bedeutung von magischer Manipulation annehmen kann. CA 2° 172 [Redactio longa].. 9 (Ed. ed.“ . Alberobello 1998. quod mulier eum diligat. De animal. I. Petrus Hispanus (Medicus) nimmt auf diese medizinische Referenzgröße ausdrücklich Bezug. David C. Ioannes Duns Scotus. 6 c.): „Experimentum enim est cognitio singularium. hier: 157 f. 10 f. Erf. Quaestiones in Metaphysica I q.. wie sie Aristoteles in den Zweiten Analytiken konzipiert hatte. beantworten die Autoren nicht alle in der gleichen Weise. vgl. VIII tr. 145–162. kann hier aber außer Acht bleiben. Robert Steele (Opera hactenus inedita Rogeri Baconi. X). ders.. Bibliothèque Nationale. 16 l. Colon. 8 l. Questiones supra libros prime philosophie Aristotelis I. Johannes Duns Scotus. ed. 16089. Stadler. quomodo differt via experimenti assignata a Philosopho in libro posteriorum a via experimenti assignata in medicina. 68): „Experientia enim est rerum particularium“. Oxford 1930. Questiones de quolibet (Paris. De regimine principum I pars 2 c.“ 217 Roger Bacon. ebd. fol. 14 l. Proceedings of the First Conference of the Avicenna Study Group. 1 c.. Venezia 1607.

107 ff.). Die erste dieser Erfassungsweisen. 223 ders.221 Beide bezeichnen nach ihm generell ein deutliches Erfassen von Einzelnem (cognitio distincta singularium).“ Er umschreibt sie hier als eine universalis acceptio singularium. Scientia Experimentalis. 8 l. 13 f. aut per collationem singularium ad unum universale multiplicatum. 22 f. Steele. Questiones supra libros prime philosophie Aristotelis I (ed. 220 219 . 8.. 221 Ebd. 108 f. die auch im Tierreich vorkommt. 17–22): „Ad objectum respondeo. Questiones altere supra libros prime philosophie I (ed. 10). l. sucht Hackett demgegenüber den beiden Termini unterschiedliche begriffliche Inhalte zuzuordnen..223 Diese Erkenntnisart gilt ihm. 1 – 18 l. set hec cognitio non est experimentalis“. 31 – 9 l. zum andern ohne vergleichenden Rückbezug auf den Maßstab ihres Allgemeinen. als „Erfahrung im eigentlichen Sinn. ein generelles Begreifen der Einzelphänomene. alia est distincta cognitio singularium non per collationem vel respectum ad suum universale communicatum vel participatum ab illis.. Eine weitere Differenzierung betrifft Abstufungen. Dieses kann auf zweifache Weise erfolgen: zum einen durch vergleichende Einordnung der Einzeldinge in den Bezugsrahmen des einen gemeinsamen. et hanc possunt habere bruta. 16 l. Wie Jeremiah Hackett gezeigt hat..das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 123 den eines konkreten Sachverhalts—und „Erfahrungswissen“ im engeren Sinn einer erst mit der Zeit sich einstellenden Sachkompetenz bei der Einschätzung empirischer Sachverhalte sowie eines zielsicheren Umgangs mit ihnen..219 Sehr frühzeitig und eingehend hat sich Roger Bacon mit dem in den Termini experientia und experimentum ausgedrückten Erfahrungskonzept auseinandergesetzt. 222 Roger Bacon. 10 l. Roger scheint die beiden Termini experientia und experimentum weitgehend austauschbar zu verwenden. Steele. quod cognitio distincta singularium duplex. bezeichnet er als cognitio experimentalis. über die im Unterschied zur zweiten. et hec est experimentalis et hanc non habent bruta. ebd. Steele. allein der Mensch verfügt. Hackett. 16 l. 8) und Questiones altere supra libros prime philosophie I (ed.220 empfing er dazu wichtige Anregungen durch Robert Grossetestes Kommentierung der Analytica posteriora. Questiones supra libros prime philosophie Aristotelis I (ed. wie er in den Questiones altere supra libros prime philosophie ausführt.222 an manchen Stellen verwendet er für sie bevorzugt den Terminus experimentum. was die Zuverlässigkeit erfahrungsmäßig gewonnenen Wissens anbelangt. ihnen zugrunde liegenden Allgemeinen. Steele. die jederzeit und unter jeglichen Voraussetzungen einer sie gemeinsam umfassenden Natur untergeordet sind. ders. an dem sie Anteil haben. welche diese experientia pro- Hierzu die nachfolgend zitierten Textzeugnisse.

unde difficilis est hec.226 Die beiden Erfassensweisen unterscheiden sich nach dem Grad ihrer Zuverlässigkeit.. …“. 104ra): „Ad secundum dicimus. et in qualibet egritudine. Genève 1980. 85. wie er sich unter anderem auch in der Wissenschaftslehre Hugos von St. 1877. Johannes Mansor (Yûhannâ ibn Mâsawayh). Scriptum super librum de causis. 37 – 18 l. Soppr. universalitate temporum et subpositorum sub una natura communi contentorum eam causante. determinante necessitate.“ 226 Ebd.355. Alle diese Einzelbeobachtungen und Erfahrungen führen zusammengenommen zu dem Allgemeinen. Die „Erfahrung im uneigentlichen Sinn“ betrachtet Roger als irrtumsanfällig (hec fallitur). das das Prinzip der ärztlichen Kunst und des ärztlichen Wissens bildet. die „Erfahrung im eigentlichen Sinn“ ist irrtumsfrei (hec non fallitur).. 18 l.124 kapitel ii prie dicta dem Zwang der Notwendigkeit folgend herbeiführt. 18 l. der Jahreszeit. 18 l. 228 Hugo von St. 224 Ders. 4– 7): „…. scilicet utrum infirmitas contingerit ex calitie vel frigiditate. Prol. (Firenze. Viktor findet.225 Dieser „Erfahrung im eigentlichen Sinn“ stellt er diejenige „im uneigentlichen Sinn“ gegenüber.. Buttimer. fol. Ps. quoniam licet per inventionem et disciplinam iuxta humanam . Sie ist ein Registrieren einzelner Sachverhalte. hierzu Hamesse. 91rb): „…. G. et hec est impropria. Aphorismi 91. auch Petrus Hispanus (Medicus). fol. omnibus hiis experimentis et simul acceptis. 36 l. quod experimentum fallit“. die die Bestimmung des Krankheitsbildes ermöglicht. 2: „… est quedam experientia que est acceptio singularium non sub aliqua natura communi acceptorum. scilicet utrum egrotans homo sit colericus vel melancolicus et hujusmodi. ohne dass der Zusammenhang mit einer diese Gegebenheiten verbindenden allgemeinen Natur ins Auge gefasst wird. 8. 17 (ed. 3 und l. also der Komplexion. oportet experire in qualibet complexione. scilicet utrum sit febris quartana vel tertiana. 28–31.. scilicet utrum in estate vel aptumpno et hujusmodi. 30 – 19 l. Experientia. Questiones altere supra libros prime philosophie I (ed. et in qualibet causa. Viktor. alia est experientia proprie dicta.“ Vgl. vgl. Glose super tegni Galieni (Madrid. et tunc. ex hoc habebitur universale quod est principium artis et scientie: …. Biblioteca Nazionale Centrale.227 Damit greift er offensichtlich den aus der hippokratisch-galenischen Überlieferung stammenden Topos fallax experimentum auf.228 und spezifiziert seine Bedeutung. Yûhannâ ibn Mâsawayh (Jean Mésué). …. et in quolibet tempore. 23 – 26). Conv. Biblioteca Nacional. et istius non est una sola memoria set plures. ebd.-Adam von Bocfeld. quia ad hoc quod habeatur a medico. 227 Ebd. ed.4. Le livre des axiomes médicaux (Aphorismi) (Hautes Études Orientales 14). Steele. und der Symptomatik. aus dem die Krankheit ausbrach.“ 225 Ebd. 17 l. 3: „…. alia est experientia que est universalis acceptio singularium.. 19 l. 189: „Credere experimento sine ratione fallax est .224 Dieses Begreifen resultiert aus der Bestandsaufnahme und Berücksichtigung aller relevanten Umstände. Didascalicon II c. Danielle Jacquart/Gérard Troupeau. des Anlasses.

ders. 3). 17 l. fol. 172). 230 Ders.229 Unterschiedlich schätzt Roger schließlich auch die wissenschaftsbezogene Funktion dieser beiden Typen von Erfahrung ein. ders. Steele. E. Vgl. experimentum fallax. bei dem Ursachenwissen in die gesetzten Maßnahmen eingeht. 267ra): „Item cognitio magis recta est magis principium operacionis. Vgl. Probacio. 2 c. die—wie beispielsweise die Medizin—auf erfahrungsmäßigem Entdecken fußt (que habetur per inventionem). Questiones supra libros prime philosophie Aristotelis I (ed. Bridges. 7 (ed. 2 (ed. un. Bonaventura. Questiones altere supra libros prime philosophie I (ed. Steele. 3 q. 29 – 18 l. Summa fratris Alexandri III inq. Massa. und zwar mittelbar—wie Roger des Weiteren auffächert—in Bezug auf eine Wissenschaft. Die fundierende Funktion betrifft die Gewinnung von Prinzipien einer Wissenschaft. Questiones altere supra libros prime philosophie I (ed.230 Sie kommt strenggenommen nur der „Erfahrung im eigentlichen Sinn“ zu. quia—sicut dicit Ypocras—vita est brevis. Opus maius VI c. die auf Lehre beruht (que habetur per doctrinam).231 Die „Erfahrung im eigentlichen Sinn“ erweist sich als „universelle Quelle für unser Entdecken von wissenschaftlichen Prinzipien. Questiones altere supra libros prime philosophie I (ed. Anonymus. III Sent. 7–9). 16 – 11 l. 21). tr. et difficile—immo laboriosum— experiri omnia. 167b). 2 1 n. II. Quaracchi IV. Soppr. Questiones supra libros prime philosophie Aristotelis I (ed.. ars vero recta. In Betracht kommt für ihn eine fundierende. Scientia Experimentalis. Biblioteca Nazionale Centrale. während für das Zustandekommen der anderen mehrfache (bei verschiedenen Gelegenheiten gewonnene) Gedächtniseindrücke erforderlich sind. dens. 108.“ 229 Roger Bacon. 197 l. Experientia. 15–21).1. pars 4 d.252. 322b). …“ (zu diesem Werk siehe Köhler. Steele. . 233 Roger Bacon. dass für das Zustandekommen der erstgenannten bereits ein einziger Gedächtniseindruck ausreichend sein kann. 52). 15–24).“232 In einer zusätzlichen Differenzierung von experientia stellt er der „Erfahrung im eigentlichen Sinn“— hier kennzeichnet er sie als acceptio universalis—einen Typ von Erfahrung gegenüber. 2 ad 8 (Ed. 9 l. Grundlagen. 10 l. quoniam experimentum fallax est. 28–31 und 19 l.. hierzu Hamesse. 18 l. aufgrund deren ein allgemeines Konzept (universale) gebildet wird. 259 u. Beispiel dafür ist das ärztliche Handeln. Conv. der erlangten wissenschaftlichen Erkenntnis als solcher vorausliegende Funktion sowie eine Applikationsfunktion.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 125 Ein weiteres Merkmal für die Unterscheidung der beiden Erfassensweisen besteht nach Roger darin. der in der Anwendung einer Kunst oder Wissenschaft auf das Handeln besteht. tamen facilius et certius cognoscuntur per doctrinam. 1–3). Steele. 232 Hackett. 14 a. Ars est huiusmodi. Questiones metaphisice (Firenze. 51. 3 q. und unmittelbar in Bezug auf eine. 18 l.233 Eine dritte possibilitatem sit omnia cognosci. iudicium vero difficile.. Anm. 83 f. 3 ad 3 (Opera omnia III. Moralis philosophia. 231 Roger Bacon. Facilius siquidem.. d. Steele.

Opus maius VI c. geglaubt wird. da sie mit Schwierigkeiten verbunden ist. 2 (ed.“ Siehe auch Hedwig.236 Dabei ist er sich darüber im klaren. oportet quod experientiae sciat vacare. dass der Geist im Innewerden der Wahrheit zur Ruhe kommt. sie einzuräumen. Roger Bacon. hierzu Hamesse. II. sed non certificat neque removet dubitationem ut quiescat animus in intuitu veritatis. II.. Vgl. die Erkenntnis durch Schlussfolgerung und die Erkenntnis durch Erfahrung. et hoc patet ex exemplis. (169). 147 f. Pierre Michaud-Quantin (Textes philosophiques du Moyen Age 11). hier: 146. 927 f. 236 Roger Bacon. dass die an die äußeren Sinne gebundene „menschliche und philosophische“ Erfahrung selbst in Bezug auf die körperliche Welt völlige Erkenntnisgewissheit nicht zu gewähren vermag. Das verbindet er mit der Kritik.: „…. et vulgus tenet per argumenta quae fingit sine experientia. Paris 1964. sofern man sich für Erfahrung Zeit zu nehmen wisse. dass von Autoren viel geschrieben und von der breiten Masse aufgrund von Anhaltspunkten. Bridges. 168): „Qui ergo vult sine demonstratione gaudere de veritatibus rerum. verweist auf diesen Text. 1 (ed. dass man sich der Wahrheit der Dinge auch ohne verstandesmäßigen Beweis erfreuen könne. 84. 1 (ed. Es handelt sich darum. 167): „Duo enim sunt modi cognoscendi. er findet die Wahrheit auf dem „Weg der Erfahrung. …“ Grant. Gewissheit aber bieten sie nicht. Experientia. tunc oportet quod habeant per adjutorium istius scientiae nobilis.237 234 Ders. für die deduktiv gewonnenen Erkenntnisse anderer Wissenschaften ein ins Einzelne gehendes und vollständiges erfahrungsmäßiges Erfassen im Rahmen dieser Wissenschaften zu ermöglichen. Argumentum concludit et facit nos concedere conclusionem.126 kapitel ii wissenschaftsbezogene Funktion von Erfahrung (im eigentlichen Sinn) ist schließlich ihre Verifizierungsaufgabe. Roger Bacon and the Hermetic Tradition in Medieval Science. Johannes de Rupella. ed. Opus maius VI c. Tractatus de divisione multiplici potentiarum animae II 23.“235 Bemerkenswert ist ebenso seine Feststellung. 235 Roger Bacon. 142 f. …“. Hamesse. . Sie rückt für Roger offenbar erst nach seiner Pariser Lehrtätigkeit im Opus maius in Verbindung mit seiner Konzeption der scientia experimentalis ins Blickfeld. sie beseitigen nicht jeglichen Zweifel derart. II. Bridges. was völlig falsch ist. Medieval Natural Philosophy. experientia vero est certitudo rerum facta per sensum. Nam multa scribunt auctores. in: Vivarium 31 (1993) 140–160. nisi eam inveniat via experientiae.“ 237 Ebd. die sie ohne jegliche Erfahrung ausdenkt. scilicet per argumentum et experimentum. Opus maius VI c. es sei denn. 84. Experientia. Bridges. Schlussfolgerungen führen zu einer Konklusion und veranlassen uns dazu. 96 l.234 Roger stellt zwei Erkenntnisweisen einander gegenüber. George Molland. Vgl. und dass sie die rein geistigen Dinge nicht erreicht. 173): „Si vero debeant habere experientiam conclusionum suarum particularem et completam. quae sunt omnino falsa.

wovon sie ausgehen—ob von den Ursachen oder nicht—. Erf. die derartige Eindrücke hervorrufen. quare odor est medium in via racionis et non in via experimenti. . utrum via experimenti sit de arte et in arte an precedat artem. Universitätsbibliothek. und viertens. bei der im Falle der medizinischen Diätetik der Blick auf die im menschlichen Körper zurückbleibenden Eindrücke von etwas gerichtet ist—beispielsweise „Dies wärmt. quot (quod cod. bemerkenswert ausführlich mit dem Erfahrungskonzept beschäftigt. … 6° queritur. worauf sich bei beiden Vorgehensweisen jeweils der Blick richtet. der möglicherweise etwa zur gleichen Zeit wie jener an der Pariser Artistenfakultät tätig war. Entsprechend diesen Unterschieden stellt sich die via experimenti nach dem Hispanus als eine Vorgehensweise dar. Thorndike.“ Beim Weg der Vernunft hingegen geht es um die Eigentümlichkeiten. fol. Scriptum cum questionibus super dietas universales Ysac (Erfurt. … Circa 3m principale queritur. aus denen sich entsprechend vier Hauptmerkmale dieser beiden Erkenntniswege ergeben. Isaak Israeli kommentierend. … Circa quod queritur.. cum sapor sit medium in via racionis et experimenti.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 127 Neben Roger Bacon hat sich Petrus Hispanus (Medicus). ob sie schlussfolgern oder nicht. dass zwischen dem „Weg der Erfahrung“ und dem „Weg der Vernunft“ vier Hauptunterschiede anzunehmen sind. Per una ricerca. worin die beiden Verfahrensweisen—die via experimenti und die via rationis—bestehen und wodurch sie sich im Einzelnen voneinander unterscheiden. CA 2° 172 [Redactio longa]. Diese Unterschiede betreffen erstens das. … 4° queritur.. utrum via experimenti et via racionis differant. utrum via experimenti insit homini a natura vel ab acquisicione. In der genannten Schrift bemüht er sich. … 4° queritur. 20 ff. quomodo differenter. in deren Diensten sie stehen—Sinne oder Intellekt—. quomodo differt via experimenti assignata a Philosopho in libro posteriorum a via experimenti assignata in medicina. quomodo differt via experimenti peritorum a via experimenti rusticorum. que via sit certior. drittens die Erkenntniskräfte. utrum via experimenti sit in brutis. Im Unter238 Petrus Hispanus (Medicus). Dep.238 Gegenüber einer Vielzahl ins Spiel gebrachter Aspekte geht Petrus’ Lehrauffassung dahin. Petrus entfaltet seine Überlegungen im Scriptum cum questionibus super dietas universales Ysac zwar direkt im Hinblick auf die medizinische Thematik der Diätetik. an via experimenti an via racionis. … 2° queritur. zweitens das. … 3° queritur. in einer Serie von einem Dutzend Quaestionen zu klären. doch kommt ihnen darüber hinaus grundsätzliche Bedeutung zu. also ist es (komplexional) warm. 508–513. beispielsweise dass etwas von scharfem Geschmack ist und demnach warm.“ Hierzu auch Agrimi/Crisciani. … Circa 4m queritur. A History. utrum via experimenti sit fidei factiva vel raciocinativa vel sillogostica. … 5° queritur. 54va– 55ra): „Primo queritur. … 7° queritur. utrum via racionis insit brutis. … 3° queritur.) condiciones exiguntur ad viam experimenti. also den jeweiligen Gegenstand.

ob es sich nämlich um die Erfahrung eines Ungebildeten—in diesem Fall eines medizinischen Laien—oder die eines Sachkundigen handelt. et hoc est in rusticis. via vero racionis considerat proprietates. Scriptum cum questionibus super dietas universales Ysac (Erfurt. Prima est differencia a parte eorum. sed via racionis causas considerat et principia. ut via experimenti considerat inpressiones relictas in corpore humano. Ad hoc dicendum. quod via racionis est certior. Dep. quia via experimenti non est argumentativa. que si carent racionibus. sed via racionis intellectui. quia via experimenti sensui deservit.. denen die beiden Wege zugeordnet sind. Die Erfahrung eines Ungebildeten (experimentum rustici) besteht in einem nicht vernunftmäßig durchdrungenen und geregelten Erfassen von sinnlich wahrnehmbaren.128 kapitel ii schied zur via rationis berücksichtigt die via experimenti keine Ursachen. von unterschiedlicher Güte sein. Erf.240 Generell weist Petrus—hinsichtlich der Diätbehandlung—der via rationis gegenüber der via experimenti den höheren Grad an Gewissheit zu und räumt damit dem „Weg der Vernunft“ prinzipiell eine in rechter Weise lenkende. Die Erfahrung eines Sachkundigen zeichnet sich demgegenüber dadurch aus. fol. Alius est . Schließlich ist der letztere schlussfolgernd. Universitätsbibliothek. fol. et sic via experimenti certior est. et hoc est in peritis. quia est universalior et rectificans viam experimenti. von außerhalb des Körpers herrührenden Einwirkungen. sed via racionis est argumentativa.. quod cum res sciuntur per experimenta.“ 241 Ebd. dass sie durch die Vernunft geregelt ist und zwischen den verschiedenen Eindrücken unterscheidet. der erstere nicht. berichtigende (rectificans) und bestätigende Funktion gegenüber dem „Weg der Erfahrung“ ein. quomodo differt via experimenti peritorum a via experimenti rusticorum. que considerant. ut ‚Hoc calefacit. 3a differencia est a parte virtutum. 54vb: „7° queritur.) est circa inpressiones. CA 2° 172 [Redactio longa]. Ad hoc dicendum. non tamen racionibus carent suis. non regulata (-tis cod. wer es ist. quod discernit inpressiones a rebus et regulatur a racione. quod est quoddam experimentum. quas derelinquit in corpore. an via experimenti an via racionis. quibus deserviunt. aliud est experimentum.“ Ebd. quod est cognicio sensibilium inpressionum. per que procedunt. … Solucio. 4a differencia est a modo procedendi.) a racione. quod processus medici circa dietam est duplex.“ 240 Ebd. et sic via racionis certior est. Omnia.. ergo est calidum. 54rb–va: „3° ostendit confirmacionem experimenti per raciones dicens. que fiunt in corporibus a rebus extra.: „Circa 3m principale queritur. ergo est calidum‘. Quod sic probatur. qui consistit circa causas inpressionum.‘ 2a differencia est a parte eorum. 54va): „Nos autem dicimus. que via sit certior. der Weg der Vernunft dem Intellekt. ut ‚Hoc est acuti saporis. Unde via experimenti nullo modo considerat causas. . je nachdem. Quidam (quedam cod. der die Erfahrung macht. dient der Weg der Erfahrung den Sinneskräften. quod iste vie differunt quadrupliciter.239 Die in dieser Weise gekennzeichnete Erfahrung (experimentum) kann. Was sodann die Erkenntniskräfte betrifft. que ducunt in has inpressiones. Ad raciones in contrarium dicendum.241 Gegenüber der Wissenschaft sieht er 239 Petrus Hispanus (Medicus). wie Petrus des Weiteren ausführt. fol.

“ 242 Ebd. Et est alia. circulariter procedit ab eodem in idem. quod necesse est experimenta racionibus fulciri. [et] cum sciuntur. 54va: „Solucio. quod in processu considerationis medicinalis est quasi circulus. Glose super tegni Galieni (Madrid. fol. Biblioteca Nacional. Et sic patet. que est via notificandi ea. que est via ad cognoscendum principia sciencie. Quedam est via experimenti. cum Galienus partes scientie medicinalis secundum earum cursum ordinet multa.“244 in dubium et in ignoranciam cadunt. que in sciencia inquiruntur. ut a sensibili ad sensibilia. Ergo cum sciuntur per experimenta. fol. erwähnt Petrus die via experimenti zudem in seinen Glose super tegni Galieni neben anderen Wegen der Prüfung in der Medizin.“ 243 Petrus Hispanus (Medicus). 8 (Ed. Sed res scite per experimentum sunt huiusmodi. Dazu zitiert er Galen mit dem Wort: „Ein experimentum. Ad hoc dicendum. wogegen eine einzige Erfahrung.) experimenta sint sensibilia. zu allgemeingültigem Erfahrungswissen führen könne. et hec via precedit omnem artem et scienciam. dass auch eine mehrfach wiederholte Erfahrung noch nicht zur Begründung der Feststellung einer allgemeinen Gesetzmäßigkeit ausreiche—etwa zur Folgerung. fol. partic. non carent racionibus.. secundum quam doctrina in sciencia debet applicari ad opus. der via narrationis und der via demonstrationis. et ita sensum non transcendit. 4vb–5ra): „Quod Galienus exponens dicit dictum Ypocratis non solum experi- . eine bei einigen Patienten wirksame Arznei sei für jeden Menschen geeignet—. Expositio problematum Aristotilis. er geht jeglicher Kunst und Wissenschaft voraus. secundum vias alias probet et multas alias vias probationis teneat quandoque via experimenti. 1877. das ich mit Vernunft verbunden habe. der via rationis. cum (cum] ad cod. non carent racionibus. wenn sie von krönender (decorantem) Einsicht in den ursächlichen Zusammenhang begleitet ist. Er legt dar. 57va: „Aliter dicunt alii. et hec sequitur scienciam. quod experimentum est triplex. Alia est. de qua agitur in libro posteriorum. de qua agit Ysaac. Der eine „Weg der Erfahrung“ führt zur Erkenntnis der Prinzipien einer Wissenschaft. ebd.243 Ähnlich wie der Medicus fasst Petrus von Abano die Rolle der Vernunft auf. bestärkt mich und verleiht mir große Kühnheit. a quibus regreditur ad operationes. Der zweite „Weg der Erfahrung“ ist das Aufzeigen der Gegenstände wissenschaftlicher Untersuchung. Der dritte Erfahrungsweg schließlich betrifft die Anwendung wissenschaftlicher Lehre auf das Handeln und folgt somit der Wissenschaft. quandoque probabili procedens“. wobei er sich auf Galen beruft und wie Roger Bacon auf das Trügerische einer nicht von vernünftiger Überlegung gestützten Erfahrung hinweist. Quia incipit a via experimentali acedens ad causas. post scientiam) und spricht demgemäß von drei Typen von Erfahrung. et hec est in sciencia et pars sciencie.“ 244 Petrus von Abano. 1. 49vb): „…. quandoque via narrationis.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 129 die Erfahrung in einer dreifachen Position (ante scientiam. fol. Venezia 1501. quandoque via demonstrationis. quandoque via rationis.242 Wenn auch nur kurz.. in scientia. er ist Bestandteil der Wissenschaft.

experimento solo non potuisti certificari omnes homines illa medicina laxari. 407 l. potest haberi universale et scientia. Das erfahrungsmäßige Vorgehen umfasst hinsichtlich des Gesichtssinns vier experimenta. Quod ratione dico cum fuerit roboratum. illud apparebit eiusdem coloris in primo aspectu. mit dem dieser darlegt. ubi amplius ratio prompta subsistit. Ipse enim bis vel ter vel parum plus potuit in vita sua has mutationes videre. sicut innuit Hypocras in eodem. 72va): „In hac parte declarat per viam experientie. partic. 1. Dabei handelt es sich um Beobachtungen zu optischen Phänomenen wie etwa. … Secundum experimentum: Si aliquis multo tempore aspexerit aliquem colorem … et postea convertat visum ad aliquid aliud. oder dass nach längerem Anschauen einer Farbe beim Blickwechsel auf einen anderen Gegenstand Nachbilder entstehen. Er definiert sie als den Weg. der über sinnliche Wirkeindrücke (sensibiles effectuum inpressiones) zu sicherem Erfassen führt.464.“ .246 Zusammen mit der ratio als „vergleimento constare. ebd. Ex quo dico eum non potuisse universale adhuc experimento confirmasse.3. quod ratione ligaveram. non possunt que raro contingunt cognoscere. Et de tali experimento Galienus loquitur in libro de ingenio sanitatis dicens: Experimentum. nichil videbit. Et subdit Galienus: Nam si videris quinque vel sex homines una medicina solutos. 10 c. quod est artis et scientie initium. in secunda per experimentum in omnibus sensibus.“ 246 Petrus Hispanus Portugalensis. G. Soppr. Alonso. Propter quod dico cum experimento oportere esse rationem ipsum decorantem. 35 f. dass das Gedächtnis dem sensitiven Vermögen zugehörig sei. experientia quidem est via per sensibiles effectuum inpressiones in certam ducens comprehensionem.“ 245 Adam von Whitby (?). auf die Erfahrung (experientia) zu sprechen. Quorum primum est: Si aliquis aspexerit solem vel aliquid valde splendidum et postea convertat visum ad aliquid aliud. Biblioteca Nazionale Centrale. auf welche Weisen Erkenntnishaltungen erworben werden. ita quod secundum Galienum 2° regiminis acutorum ex uno experimento. dat grandem cognitionem universalem. quoniam ista non est vera cibationis regula. Unde Galienus in 5° interiorum: Qui solum experimentis utuntur. 26va): „…. Pars prima continet 4 experimenta. In prima declarat per experientiam in visu …. sed etiam ratione atque rerum naturalium investigatione. Conv. ubi per curam apostematis pleuretici dat intelligere omnis apostematis interioris curam. Scientia libri de anima tr. dass man nach einem Blick in eine helle Lichtquelle wie die Sonne nichts sieht.245 Der mit Petrus Hispanus (Medicus) nicht identische Petrus Hispanus Portugalensis kommt in seiner Scientia libri de anima im Zusammenhang mit der Frage. Non enim experimentum dat cognitionem. sicut dicit Damascenus in suis afforismis. quoniam experimento sine ratione credere fallax est.): „…. 57 (fol. sicut dicitur in fine posteriorum. 10 (ed. ex qua possit fieri sine fallacia processus in aliud.. me confirmavit dans mihi audaciam magnam“. fol. Scripta de sompno et vigilia (Firenze. et dividitur in 2. sed potius tentativa et experimentalis. vgl.130 kapitel ii In seinem texterklärenden Kommentar zu De somno et vigilia gibt ein Magister Adam—wohl Adam von Whitby—mit dem Begriffspaar via experientie und via rationis den Gedankengang des Stagiriten wieder.

ex pluribus igitur sensibilibus perceptionibus una memoria. 408 l. 407 l. Ebd.“ 252 Ebd.: „Principiorum vero et habituum acquisitio septem: experimentali inventione. das das Entdecken und die Erfahrung bestätigt. l... Einerseits nämlich gehört zu einem vierfachen Beitrag.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 131 chendem Erfassen von Wirkungen“ (effectuum perceptio collativa)247 ist sie in der Erkenntnishaltung des Entdeckens wirksam.. Leider erläutern beide dieses Konzept nicht näher.: „…. 1. 36 f. 33 f. aus der heraus ein schlussfolgerndes Vergleichsurteil erhärtet und eine wahrheitsgemäße Vorstellung erlangt wird.248 Erfahrung und Vernunft stehen in einem wechselseitigen Bestätigungsverhältnis zueinander.-Petrus Hispanus sowie in den Quaestiones super de animalibus Alberts des Großen. sie benutzen es lediglich. 5 ff. …. 36 – 404 l.250 Die wissenschaftsbezogene Rolle der experientia definiert er im Hinblick auf die Gewinnung wissenschaftlicher Prinzipien. die auf Erfahrung beruhende Gewissheit (experimentalis certitudo). doctrina. 407 l. Diese vollzieht sich nach ihm—wie er dem Gedankengang des Stagiriten am Beginn des ersten Buches der Metaphysik folgend darlegt—in einem stufigen kognitiven Verarbeitungsprozess. in dessen Verlauf aus mehreren sinnlichen Wahrnehmungen jeweils ein Gedächtniseindruck.“252 Diese Sichtweise teilt er mit Petrus Hispanus (Medicus).249 Andererseits bestimmt der Portugalensis die ratio— eine der Weisen des Erwerbs von Erkenntnishaltungen—als vergleichendes Erfassen von Wirkungen. est enim inventio proprie ductu industrie notitie rerum acquisitio. 9: „Ad rerum vero noticiam intellective virtutes sensibiles quatuor suffragia amministrant: … Tertium est experimentalis certitudo ex qua ratiocinativa collatio confirmatur et veritatis acquiritur conceptio. Der Begriff „Weg der Erfahrung“ (via experiencie) findet sich auch bei Ps.“ 250 Ebd. que inventionem ac experientiam confirmat. ex pluribus experimentis principii (?) modis obtinetur noticia colligitur ex quo in artis et scientie comprehensionem pervenitur.“ 251 Ebd. 24 f. Ebd. c. 11 (417 l.251 Diesen ersten Weg der Gewinnung wissenschaftlicher Prinzipien—daneben führt er noch sechs weitere an—bezeichnet er als ein „erfahrungsmäßiges Entdecken... aus mehreren Gedächtniseindrücken eine Erfahrungserkenntnis (experimentum) und schließlich aus mehreren Erfahrungserkenntnissen die Prinzipienkenntnis gewonnen wird.: „Ratio vero est effectuum perceptio collativa. …“ Hierzu auch ebd. 19–24): „…. den die sinnlichen Kräfte beim Erfassen der Sachverhalte der intellektiven Kraft leisten. 249 Ebd..“ 247 248 . die er im eigentlichen Sinne als Erwerb von Sachkenntnis durch (zielgerichtetes) Bemühen umschreibt. ex pluribus memoriis unum experimentum.. nam experientia principiorum cognitio colligitur. 404 l. 403 l. ad cuius opera concurrunt experientia et ratio.

In XII libros Metaphysicorum I lect. 26–45). dass Erfahrung (experimentum) nicht schon mit einem einmaligen Gewahrwerden (acceptio) eines Sachverhaltes bzw. XIV/2. Raimondo M. Divi Thomae Aquinatis … In duodecim libros Metaphysicorum expositio. 10 l. Metaph. 671 l.. Spiazzi. Colon. Anzulewicz. Besonders hebt er bei dessen Kommentierung hervor. Gr. 209 ff.. 3c (Ed. aber auch ein Menschenbild (Vogelscheuche) oder die Statue eines Bogenschützen.“ 254 Albert d. wenn jemand mit einem Stein droht oder mit einem Stecken ausholt. De animal. . 9 (13 l. De homine (ed. XII. Two Conceptions. 72–74). I. ut dicit Avicenna in libro suo de anima. IV q. 15–18). 7 (Ed. 16). Vielmehr erwächst sie erst aus einer längeren Reihe derartiger gedächtsnismäßig gespeicherter und aufeinander bezogener Gewahrwerdungen. der wegfliegt. Neben dem Weg der Erfahrung (via experientiae) sind das der Weg der (unmittelbaren) sinnlichen Erfassung (via apprehensionis)—so sucht der Säugling die Mutterbrust. Hec (huiusmodi L) solius hominis. 1 c. 189 l. 12 f.. Super Ethica VI lect.256 Daraus leitet Albert zwei notwendige Erfordernisse für ein vollständiges erfahrungsmäßiges Erfassen (perfectum experimentum) ab. 551 (Ed.-Petrus verwendet es unter Berufung auf Avicenna zur Kennzeichnung einer nur beim Menschen anzunehmenden Form der Kunstfertigkeit als Bündelung der auf dem Weg der Erfahrung gewonnenen Handlungsanweisungen. ders. fol. VI. super De animal. 10 l. XVI/1. Colon. Colon. Torino–Roma 1950.. und saugt. 1 n. c. Biblioteca Nazionale Marciana. 473 l. Stadler.132 kapitel ii Ps.). während das formale Element in einer aufgrund von vielen Gewahrwerdungen sich bildenden Ähnlichkeitsannahme über eine Vielzahl von Einzelsachverhalten (acceptio similis de multis) besteht.255 Die gedächtnismäßige Speicherung (memoria conferentis) stellt gleichsam das materiale Element dar. die er nie gesehen hat. 12 n. 255 Ders. ders. I tr. 6 (Ed. 234. und so flieht das Lamm den nie zuvor gesehenen Wolf— und der Weg der Ähnlichkeit (via similitudinis)—so flieht der Vogel eine Menschenpuppe.253 Albert wiederum charakterisiert damit eine von drei Weisen. 8b. 1 c.. ebd. 129vb): „Alia collectio preceptorum acquisitorum per viam experiencie. Metaph. 8 f. 1 n. ed.254 Bei seinen Aussagen zum Erfahrungskonzept hält sich der Doctor universalis eng an die Vorgaben aus dem ersten Buch der Metaphysik des Aristoteles. 6. in denen das tierliche Einschätzungsvermögen (aestimativa) tätig wird. 6 c. I tr. 236 (ed. Lat. Ereignisses gegeben ist. 17–20). Vgl.. Die via experientiae verdeutlicht er am Beispiel eines Vogels.-Petrus Hispanus. Vollständige—und damit auch zuverlässige—Erfahrung setzt ers253 Ps. Colon.. 54– 59). Hierzu auch King. XVI/1. sofern er häufig getäuscht wurde oder unangenehme Erfahrungen mit diesen Bewegungen gemacht hat.. Thomas von Aquin. Gr. ders. Quaest. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] VIII (Venezia. 256 Albert d. 15. VIII tr.

ergibt sich. 1 c. kontingente Sachverhalte betrifft. 12 n. 8 (11 l. 4). Bevor es in diesem Gegenstandsbereich zu einem allgemeinen Verständnis (acceptio universalis) kommen kann. Ebd. Entsprechende Gedanken äußert er im Zusammenhang mit der Frage. 1 c. Da iuvenes die erforderlichen Voraussetzungen für vollständiges erfahrungsmäßiges Erfassen nicht erfüllen.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 133 tens einen über einen längeren Zeitraum andauernden Umgang mit den Erfahrungsgebenheiten und zweitens ein gutes Gedächtnis voraus. XIV/2.. I tr. 9). XIV/2. quam ratio sine experimento. Super Ethica VI lect. 473 l. der der Sinneserfahrung widerspricht. 473 l. höherwertig ist als eine. ist oftmaliges und achtsames Erleben vonnöten (saepe et diligenter oportet experiri). Im Fall streng deduktiv verfahrender Wissenschaften bedarf es zur vollkommenen Erkentnis kaum der Erfahrung (non multum indigent tempore et experimento).“ 257 258 . gar kein Prinzip ist. die Bestätigung durch Sinneserfahrung die größte Gewissheit biete und einen höheren Rang einnehme als ein lediglich für sich genommener Vernunftgrund. Metaph. das mit der durch Sinneswahrnehmung gewonnenen Erfahrungserkenntnis nicht im Einklang steht. nicht aber in naturphilosophische und andere erfahrungsabhängige Angelegenheiten haben können. ders. beendet vor 1257) hatte er nicht minder deutlich im Hinblick auf die drei Wissensformen der acceptio. Colon. (Ed. XVI/1. dass. ethisches oder sapientiales Wissen handelt. c. Colon.. Colon. Meteora III tr.259 Im Physikkommentar (begonnen 1251/1252. wo das gewonnene Wissen veränderliche. wohl aber im anderen Fall. 82 – 474 l. VI/1. 78–82). Colon.. 259 Ders. der conclusio und des principium die Auffassung vertreten. wenn es um Naturgegebenheiten geht. medizinisches. die durch Sinneserfahrung bestätigt wird.257 Die Rolle von Erfahrung im Zuge wissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung stellt sich für Albert unterschiedlich dar je nachdem. 1 (Ed. sondern eher das GegenDers. 1 l. 67 f. 82 – 12 l. 121 l. unglaubwürdig und dass ein Prinzip. 21 (Ed. 551 (Ed..): „Quae probatio in naturis rerum certissima est et plus dignitatis habet. die im Widerspruch zur Sinneserfahrung steht. ob iuvenes bessere Mathematiker oder bessere Naturphilosophen sein können. dass sie zwar vollkommene Einsicht in mathematische Tatsachen. dass jedwede Annahme. dass ein Schlusssatz. So erklärt er in den Meteora im Zusammenhang mit seinen Erörterungen über Anzahl und Eigenheiten der Winde dezidiert. ob es sich um demonstrative Wissenschaften im strengen Sinn wie die Mathematik oder aber um Kunstfertigkeiten oder naturkundliches.258 Mit besonderem Nachdruck verweist Albert auf die bestätigende Funktion von Erfahrung. 52–56).

88 (ed. hoc est proprium eius qui indiget mente et ratione. est incredibilis. 587 l. 1 n. 1181 l.“ 263 Ders. 61–70). 1–4). 22 (ed. XVI/1. eo quod sint nota per se ad sensum. I tr..260 Teilweise mit Worten des Aristoteles selbst stellt er fest. quae firmatur sensu. melior est quam illa. De animal. . 101 (Ed. 9b). Gr. Phys. 1481 l. quod experimentali cognitioni in sensu non concordat. Spiazzi. 1 c. de quibus habemus aliquid dignius.. In XII libros Metaphysicorum I lect. dass ein bestimmtes Heilkraut Personen einer bestimmten Komplexion und eines bestimmten Alters bei einer bestimmten Erkrankung geholfen hat. dass bei naturphilosophischen Betrachtungen die Erfahrung mehr beiträgt als beweisführende Lehre. Vgl. Stadler. De animal. 587 l. Phys. wie zuvor Albert. principium autem. 6. XXIII tr. VIII tr. dann wird man das auch bei vergleichbaren anderen Fäl- 260 Ders. quia intendere et quaerere de his rationem. 91 l. 2 (Ed.“ Angeführt von Grant. dass es sich im vorliegenden Fall auch so wie bei den früheren verhalten müsse. et conclusio. XVII tr. die man zuvor an mehreren Einzelphänomenen von ähnlicher Natur beobachtet hat und die auf selbige Natur zurückzuführen ist. non est principium. 31–37): „et nos … hic aliis rationibus non indigemus.). II. Thomas von Aquin. dass ein neu in den Blick kommendes Einzelphänomen mit den früher beobachteten verglichen wird und man aufgrund sich ergebender Ähnlichkeit mit diesen schließt. 1 n. XIV/1. De generatione animalium III 10 (760b30–33). 66 (ed. 40–45): „Omnis enim acceptio. 54–56): „… in pysicis speculationibus. dens. Medieval Natural Philosophy. was aus sich sinnenfällig gegeben ist. dass wir bei dem. Erinnert man sich beispielsweise daran. Der Formalaspekt besteht darin. eben die offenkundige Sinneserfahrung. 262 Ders. allgemeines Wissen auf besondere Fälle anzuwenden. c. ad quem omnis propositio universalis certificatur. II. VIII tr.262 Für unabdingbar erklärt er die Erfahrung schließlich. Auch er unterscheidet hier. sed potius contrarium principio. …“.261 An anderer Stelle bekundet er seine Überzeugung. Von der Erfahrung als „optima magistra“ spricht Albert im Hinblick auf das Kurieren kranker Falken: ders. an der jede generelle Aussage ihre Stichhaltigkeit erweist. IV/2.. Metaph. Den ersteren sieht er darin. Colon. quae sensui contradicit.. 19 n. 2 c.. 2 c. un. über etwas Würdigeres verfügen als eine Vernunftüberlegung. quae sensui contradicit. 2 c.263 Werfen wir abschließend einen Blick auf die Weise. Colon. 22 f. Hierzu Aristoteles. 1 (Ed. Colon. in quibus experientia multo plus confert quam doctrina per demonstrationem. 1 l.134 kapitel ii teil eines solchen. IV/2. wie der Verfasser von Questiones metaphisice in einer Florentiner Handschrift das Konzept der Erfahrungserkenntnis (cognitio experimentalis) erläutert.. einen materialen und einen formalen Aspekt. 2 (Ed. Stadler. quam sit ratio. 261 Albert d. dass Erfahrungserkenntnis die Erinnerung an eine Wirkung voraussetzt. vgl. wenn es gilt. Super Ethica II lect. 142 Anm. Colon. 3 n.

17–20). diffe264 Anonymus. quod talis erba contulit tali talis complexionis (comprehensionis cod. sed ut est in illo et illo determinate (-are cod. Generell kommt es im zwölften und dreizehnten Jahrhundert zu einer sich wandelnden. tunc est cognicio experimentalis. quid est cognicio experimentalis.3. 1 c. Verbi gracia ego memoror.). memoratur aliquem effectum esse in pluribus singularibus similibus in natura. talis etatis in tali infirmitate laboranti et tali et tali et tali.“ Vgl. 1 n. que est causa illius effectus. 266va): „Ad videndum hoc oportet videre. Colon. 15 (ed. Et non cognoscit experimenta n s illum effectum ut est communis omnibus.“ 265 Ebd. quod talis collacio fit ad universale. 9 (Ed. 8b).). Biblioteca Nazionale Centrale. quod ita debet esse in illo singulari. Ad cognicionem autem experimentalem requiritur memoria alicuius effectus in pluribus singularibus similibus in natura.265 2. ebd. quid sit cognicio experimentalis. fol. Metaph. quia nulla collacio fit ad universale nisi a virtute cognoscente universale. Sie zeigt sich in jenen Äußerungen. tamen non experimentantur. que est causa illius effectus. XVI/1. In XII libros Metaphysicorum I lect. Est enim cognicio experimentalis cognicio per virtutem cogitativam unius effectus in pluribus singularibus similibus in natura. Soppr. Non est verum. cuius modi est intellectus. neque istud sufficit.252. 266vb: „Dicendum.) declarandum accipiatur. Thomas von Aquin. quod cognitio experimentalis in virtute intellectus agentis facit artem et scienciam.] intentio nam cod. quod sicut est in illis. Ergo illa herba conferet sibi. que est causa illius effectus.. Istud est experimentum“. et vocatur virtus cogitativa in hominibus. conferens illa singularia ad aliud singulare. et hoc tanquam formale. wobei er sich von der Lehrmeinung anderer Magister distanziert. sed dicitur racio particularis collativa intentionum (i. quia ita non est perfecta sicut in hominibus. in denen die Magister die Rolle von Autoritätsmeinungen bei der naturphilosophischen Urteilsbildung sichtlich zu relativieren bemüht sind.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 135 len annehmen.. eiusdem comp lexi onis et in tali infirmitate laborat. quia istud bene habent bruta. Unde qui experimentatur. Dieses Vergleichen.. I tr.1. .: „Aliqui autem dicunt. Die Rolle von Autoritätsmeinungen bei der naturphilosophischen Urteilsbildung Komplementär zu den beiden bisher stichprobenartig anhand von Textbeispielen aufgezeigten Tendenzen einer wissenschaftsmethodischen Neugewichtung von Erfahrungserkenntnis ist schließlich eine dritte. Et ad hoc (huc cod. Albert d. 13 l. Gr.264 Diese Tätigkeit ist dem Einschätzvermögen der Tiere analog. Spiazzi. Conv. illa autem virtus non est virtus intellectualis. will dieser Autor scharf von der auf Universalien gerichteten Tätigkeit des Intellekts getrennt wissen. Questiones metaphisice (Firenze. führt aber insofen über es hinaus. das auf Einzelnes abzielt. E. in brutis non est ita perfecte. et hoc tamquam materiale requiritur. sed cum hoc requiritur collacio istorum singularium ad aliud singulare simile illis. fol. 8 f.) particularium. Postea illa singularia ego confero ad aliud singulare sic dicendo: Virgilius est eiusdem etatis. als sie ein schlussfolgerndes Vergleichen impliziert. et cum hoc eciam requiritur collacio illorum singularium ad aliud singulare. et dicitur estimativa in brutis.

auf das sie sich stützt. Zu diesen stellt er fest. nisi conclusionem sciamus experiri per opera. scitur esse verum. in: Salzb. Plus autem est scire quam credere.136 kapitel ii renzierenden Einschätzung der Wertigkeit von auctoritates für die philosophische Erkenntnisgewinnung. cum auctoritati credimus. Gonville and Caius College.).“ 267 Roger Bacon. Jahrhundert. Compendium studii philosophiae (ed.268 Schließlich sei 266 Hierzu Theodor W. Im Compendium studii philosophiae nennt er drei Wege. Philos. . 342/538. Münster 2005. que fit per raciones.267 Nach seiner Darlegung sehen wir an uns selber. a. 268 Roger Bacon. denn wir glauben zwar einer Autorität. nec dat intellectum sed credulitatem. 169 l. Nec ratio potest scire an sophisma vel demonstratio. Die Vernunft wiederum vermag nicht zu entscheiden. Von Richardus Rufus bis zu Franciscus de Mayronis. non autem quicquid creditur. dass wir uns weder um eine Autorität noch um einen Vernunftgrund in solchem Maße kümmern wie um das. 171 l. Vgl. sondern Leichtgläubigkeit.266 Hier soll speziell auf solche Textzeugnisse hingewiesen werden. in: Albertus Magnus und die Anfänge der Aristoteles-Rezeption im lateinischen Mittelalter. Brewer. Little/Withington. Jahrb. fol. was wir selbst erfahren. 10). 397): „Quia licet per tria sciamus. Ergo pocior et efficatior est probacio. aber Einsicht in die Sache haben wir ihretwegen nicht. aliud cum racioni. Phasen einer Denkentwicklung im 12. durch Vernunft und durch Erfahrung (experientia). auf denen wir zu Wissen gelangen: durch Autoritäten. auch bewirkt sie keine Einsicht. De erroribus medicorum (ed. racionibus autem sciencia. Quicquid enim scitur. 26 – 170 l. sofern wir die Konklusion nicht im Tun zu überprüfen verstehen. ob etwas ein Trugschluss ist oder ob ein gültiger Beweis vorliegt. Köhler. sed non proter eam intelligimus. ed. 219–247.. Racionibus autem demonstrare et probare quidlibet maior est difficultas et prolixior doctrina. Little/Withington. …“ Vgl. Autorität und philosophische Urteilsbildung. Auctoritate vero adquiritur fides tantummodo. und 13. dass die Autorität lediglich in Verbindung mit dem Argument. credimus enim auctoritati. in denen die Autoren des Untersuchungszeitraumes entweder generell oder bei auftretenden Divergenzen in der naturphilosophischen Urteilsbildung über Erfahrungssachverhalte der Beobachtung und Erfahrung gegenüber Autoritätsmeinungen das größere Gewicht zuerkennen. Tractatus de scientia que est de anima (Cambridge. erst aufgrund eigener Erfahrung kommen wir (bei unserer Erkenntnissuche) zur Ruhe. et experientiam. 7 f. Wilhelm von Hedon. Wiederum ist es Roger Bacon. et rationem. (Subsidia Albertina I). Wissensquelle ist. videlicet per auctoritatem. Auctoritati credere magnum est compendium et modicus labor. Zu Rogers Kritik an naturphilosophischen Autoritäten siehe Jeremiah Hackett. tamen auctoritas non sapit nisi detur ejus ratio. der sich am dezidiertesten in diesem Sinne ausgesprochen hat. creditur esse verum. Roger Bacon and the Reception of Aristotle in the Thirteenth Century: An Introduction to His Criticism of Averroes. quam que per auctoritatem solam. dens. 10rb): „Sed aliud est. Ludger Honnefelder u. De erroribus medicorum (ed. 44–45 (1999–2000) 101–124.

272 der 1253 vom Heiligen Land aus mit einem Empfehlungsschreiben Ludwigs IX. VI 234.273 In dem an Papst Clemens IV.). Biblioteca Nazionale Marciana. quod sensibus non attente sencientibus non est credendum“.-Petrus Hispanus. Opus maius. Supplément 24). hier: 57 f. 365. von Frankreich zu den Mongolen aufgebrochen war. 43–49. pars 6 c. Shaw. Münkler. Lat. fol. Jahrhundert. Jan A. II. Summa supra phisonomiam Aristotilis cum questionibus (Paris. 354). quod impossibile est hanc impregnationem fieri ex vento. 14–16). die auf bloß erdachten und durch keinerlei Erfahrung abgesicherten Gründen beruhten. dass vieles von dem. Von den Folgen der Konfrontation des Abendlandes mit den ‚Anderen‘ im 13. was Autoritäten geschrieben haben.. Paris 1998. sich bei seiner Urteilsbildung nur an solche Gewährsleute zu halten. Opus maius. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] (Venezia. Moralis philosophia. 81–96. Bridges. Le voyageur et le géographe: L’insertion de la relation de voyage de Guillaume de Rubrouck dans l’Opus maius de Roger Bacon. Lat.“ 270 Beispielsweise Roger Bacon. gerichteten mutmaßlichen Widmungsbrief zum Opus maius unterstreicht Roger mit allem Nachdruck. durch Erfahrungen mit den Dingen selbst der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Die Veränderbarkeit der Welt. a. dass die Autoritäten—auf geographischem Gebiet sind dies unter zahlreichen anderen vor allem Plinius und Ptolemaeus—sich in vielem widersprächen und vieles geschrieben hätten. 16089. 625–638. I. espaces rêvés (Perspectives médiévales. 251vb): „… dicendum. Zu ähnlichen Äußerungen Alberts den Großen siehe James R. Espaces pensés. Berlin–New York 2000... Er selbst habe daher oft und oft über das Meer und zu verschiedenen anderen Regionen und berühmten Märkten gesandt— 269 Ders. Bridges. 322. espaces véçus.269 Anhand von geographischen Angaben zeigt er auf. Dicendum. Vgl.270 und übt Kritik an gelehrten Lateinern. in: La géographie au Moyen Âge. Somit sei es unerlässlich. 356. ders. Jahrhundert. Walther. 296ra): „Contrarium dicit Ysydorus.. Zu diesen gehört für ihn insbesondere der von ihm wiederholt angeführte frater Willielmus.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 137 nicht zu übersehen. in: Geistesleben im 13. Erfahrung. der Franziskaner Wilhelm von Rubruk. 371. Helmut G. Vgl. Michèle Guéret-Laferté. was ihnen allein gerüchteweise zu Ohren gekommen war. 273 Hierzu u. 369. 322. ed. wie irrig Behauptungen von Autoritäten sein können. Guillelmus Hispanus. Massa. pars 4 d. Ps.. in: Clio Medica 10 (1975) 53– 64. schlechterdings falsch sei. fol. 2 1 n. 168 f. 1 (ed. die die Erfahrung vernachlässigt haben. 272 So ebd. 271 Ebd. pars 4 (ed. . 305. 20 (ed. Bibliothèque Nationale.271 Er selbst gedenkt daher. die die jeweiligen Gegenden auch tatsächlich bereist haben. 304 f. hier: 628. Aertsen/Andreas Speer (Miscellanea Mediaevalia 27). et Ysidorus loquitur secundum opinionem vulgi. Scientific Empiricism in the Middle Ages: Albertus Magnus on Sexual Anatomy and Physiology. Ebenso unrichtig seien Volksmeinungen. 303. 200 l.

ed. Überarbeitung des Jagdtraktats des Falkners Moamin. Roger Bacon. Inspirations orientales et destinées occidentales du De arte venandi cum avibus de Frédéric II. ed. 279 Petrus von Abano. Opus maius. 168). Epistola ad Clementem pontificem. Riechen und bisweilen durch Horchen zu überprüfen. bringt erwartungsgemäß auch Friedrich II. Bridges. 276 Friedrich II. Todi. 17–32). 278 Hierzu Stürner.279 274 Vgl. 10. 10... aus dem Arabischen übersetzt hatte. I. Baudouin Van den Abeele. klar zum Ausdruck. Bridges. vgl.“ Le traité de fauconnerie De arte venandi cum avibus (Bibliotheca cynegetica 1).. Prol. Gasquet. 363–391.. Master Theodore. Rinder würden nicht husten. in: English Historical Review 12 (1987) 494–517. Willemsen. … Unde multotiens ego misi ultra mare et ad diversas alias regiones et ad nundinas sollemnes ut ipsas res naturales oculis viderem et probarem veritatem creature per visum. fol. (ed. Paulus/Van den Abeele. 29. 93–124. Friedrich II.138 kapitel ii eine Anspielung auf das aristotelische Vorbild ist schwerlich zu überhören274—. da die Erfahrung eindeutig das Gegenteil beweise. pars 4 (ed. sicut Aristoteles plura milia hominum misit per diversas regiones pro rerum veritate scienda“. ders. De arte venandi cum avibus. Hannover 1996. ed. Schriften 42). 425. 1 (Ed. Atti del XXXI Convegno storico internazionale. 225–285.277 sei es indirekt bei seiner kritischen Durchsicht bzw. Frédéric II de Hohenstaufen „L’art de chasser avec les oiseaux. Teil 2. 277 Anne Paulus/Baudouin Van den Abeele. in: Federico II e le nuove culture. Part of the Opus tertium of Roger Bacon including a fragment now printed for the first time (British Society of Franciscan Studies 4).275 Dass Autoritätsansichten sich an der Erfahrung bewähren müssen und gegebenenfalls aufgrund von Erfahrungsdaten zu revidieren sind.. um die Naturdinge mit eigenen Augen zu sehen und die Wahrheit über das Erschaffene durch Sehen. II.. partic. cum manifeste contrarium experiamur. Spoleto 1995. ebd. Opus tertium [Teiledition]. Tasten. 31 f. ein an seinem Hofe tätiger Gelehrter. Vgl.278 Ein weiteres Beispiel für diese Haltung bietet Petrus von Abano. … correptus est per ipsum imperatorem. Little. Johannes Fried. Andrew G. pars 6 c. sei es direkt im Prolog zu seinem Beizjagdbuch276 und in dessen Haupttext. 275 Ders. in quibus per libros non potui veritatem intueri.. Das zweite Falkenbuch Friedrichs II. Die Behauptung des Stagiriten. Opus maius. 97rb): „Amplius videtur Aristoteles falsum dixisse bovem non tussire. Venezia 1501. An Unpublished Fragment of a Work by Roger Bacon. Nuova serie 8). Expositio problematum Aristotilis. tactum et olfactum et aliquando per auditum et per certitudinem experientie. 291). Rudolf Schieffer (Monumenta Germaniae Historica. den Theodor von Antiochien. hier 502: „Postremo cum auctores contradicunt in multis et multa scripserunt ex rumore necesse est per rerum ipsarum experientias certificari veritatem. in: Mittelalterliche Texte.“ . Nogent-le-Roi 2000. hier: 370–377. 1 l. Aberdeen 1912. Frédéric II. Zum Werk des Moamin Charles Burnett. in: ebd. 1 (ed. ders. 9–12 ottobre 1994 (Atti dei Convegni. Frederick II’s Philosopher. Überlieferung— Befunde—Deutungen. 38–42. weist er als falsch zurück. Francis A.

fol. fol. 148ra. VI 234. Unde dico. B. mit der die Autorität des Isaak Israeli ebenso wie die des Constantinus Africanus verworfen wird. VI 234. 148va. 174ra. 85vb: „Et dico. om. quod mentitur Ad racionem Ysaac dicendum.. fol.853. 58va): „Dicendum est. quod vita est actus et anima est ipsum dans“. ebd. ebd.. fol. Biblioteca Nazionale Centrale. fol.. 115vb: „Ysaac non bene sentit circa hoc. ebd. scilicet (s.. 287 Ebd. mulieres). fol. für die Unbekümmertheit. 21va): „Unde Ysaac.“ 285 Ebd. 50ra. Biblioteca Nazionale Marciana. quod mentitur Picthagoras et Boetius.4.853.“ 283 Ebd. sicut dixit Ysaac. Ysaac et Galenus.. 211rb: „Dicendum. sicut mihi videtur“. 200vb: „Dicendum. fol. 104rb: „Ad oppositum Aristotiles in libro de anima. id est vitam. fol.“ 282 Ebd. …“. fol. fol.-Petrus auch dort. Nos dicimus. VI 234.. quod deceptus est Avicenna.280 desgleichen die des Boethius. quod mentitur“. Et male ipsum arguit Aristotiles. quod Constantinus salva pace sua non bene dixit“. fol. qui dicit: … Dico quod mentitur. Soppr. 149ra.-Petrus Hispanus in beiden Redaktionen seiner Quaestionen zu De animalibus auf. quod falsum est. ebd. quod vita non apropriat aliquod membrum in corpore. 102ra: „Ad racionem Ysaac dicendum. Isaak und Galen vertretene Lehre286 und gibt ausdrücklich dem Anaxagoras gegen Aristoteles recht. Dies gilt z. quod …. quod …“. 214vb): „et erravit Aristotiles. ähnlich ebd. quod spiritus non potest esse simul cum sanguine. Conv.. 114ra: „Unde male diffinit vitam Aristotiles. Biblioteca Nazionale Marciana. V ) creatus et increatus. fol. 127va: „et dicit Solinus. quod Ypocras erravit in hoc.. fol. sed …“. 286 Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] (Venezia.287 Dieselbe selbstbewusste Haltung zeigt Ps. fol. ut anima intellectiva. quia anima non est actus. Besonders markant tritt diese Neigung bei Ps. 298vb: „et ideo decipiuntur Constantinus et medici“. Conv.4..281 des Solinus. 200ra. De increato intelligit Anaxagoras..das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 139 Auch sonst begegnet bei manchen Magistern ein auffallend respektloser Umgang selbst mit erstrangigen Autoritäten. 154vb). et bene. fol. sed falsum dicit. ähnlich ebd.. Lat. et solvitur... Sed datur posterius. 110rb): „Et dico. et falsum est“. 29ra: „… quidam posuerunt.282 Avicennas283 und des Hippokrates. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] (Venezia. Aristoteles direkt zu widersprechen und Lehren des Stagiriten pauschal und zum Teil mit Schärfe als unhaltbar hinzustellen. wo er seine Haltung von Lehren „der Theo280 Ps.. fol. 34ra: „Duplex est intellectus.“ . [Florentiner Redaktion] (Firenze. fol. fol. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] (Venezia. G. quod …“. fol. fol. Biblioteca Nazionale Marciana. 274ra: „Dicendum. Lat. Soppr. 44vb. Biblioteca Nazionale Centrale. 281 Ders. G.284 Dieser Magister zögert nicht. fol. 24vb: „Ita dicit Constantinus. 213ra und [Florentiner Redaktion] (Firenze. beide sind geprägt von einer nachdrücklichen Abgrenzung von älteren Lehrmeinungen.“ 284 Ebd. quod non est verum. fol. ähnlich ebd. sed dat actum.-Petrus Hispanus. quicquid dicat Avicenna“. 108va. quod Constantinus mentitur“. 47ra.285 Er verwirft auch eine einhellig von Aristoteles. Lat. quod sunt fortis memorie (sc.

261va): „Sed hoc nichil est. [Florentiner Redaktion] (Firenze. quod tres secte (septe L) fuerunt philosophorum. 164va): „Ad confirmacionem dicendum. derjenigen des Aristoteles. ohne Begründung gegebene Feststellung des Petrus Hispanus (Medicus).“ 291 Ps.“ . Dicendum. quod sicut dicunt magistri. 192va–vb): „Nam omnis actio membri principalis incipit in ipso sicut actio epatis in epate et finitur in venis et actio stomachi in stomacho et finitur in intestinis. ja sie als unzuverlässig zu verwerfen vermag. Commentarium cum questionibus super librum de animalibus (Città del Vaticano. 51va: „Dicendum. Nos autem dicimus. die knappe. Alii posuerunt formas a datore. a primo (-is V ) in rebus ut ab agente.“ 290 Ebd. sed femina per osculum excitatur ad transmittendum sanguinem mestruum ad matricem. quod non concipiunt animalia per osculum. mit der er gegen Autoritäten auftritt. a natura ut ab instrumento.290 Mit derselben Klarheit und Unbekümmertheit..“ Vgl. fol. fol. VI 234. Unde dico. Anonymus. quod quidam dicunt. Nos dicimus. quod …“ und fol. wobei er—Averroes folgend—der zweiten dieser drei Richtungen Avicenna. Hoc ultimo modo verum est. Alfarabius et Christiani. quamvis dicant theologi contrarium“. distanziert er sich allerdings auch von seiner eigenen früheren. fol. quia sic fit. quod primo exitu fuerunt omnes a datore. quod experimentum decipitur. Et dico. … Nos autem dicimus. Conv.] sencientis Fi) in malum.“ 289 Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] (Venezia.. quod peccatum—sicut dicunt theologi—non solum venit (vivit Fi) a corpore. quia calor maior et materia mollis. quia sunt in potentia in materia et reducuntur de potentia ad actum.. ebd. quod decipitur sensus. er selbst verteidigt dann aber nicht etwa die Auffassung der Christiani. sed a parte (patre Ro) anime consencientis (c. sed quia plus adcedunt ad terminum.140 kapitel ii logen“ abgrenzt. Unde provecti non magis videntur crescere. fol. fol. unterdessen als überholt erkannten Auffassung. ideo facile extenditur. quod partim sic et partim sic. fol. Biblioteca Nazionale Marciana. Soppr. 33va): „Ad 2m dicendum. 226rb: „Ad hoc dicendum. Lat.292 Mit vergleichbarer Schärfe 288 Ebd. 1877. 27rb: „Contrarium videmus experimento. sicut in corvulis et huiusmodi. fol. quia vix crescunt (sc. pueri vero multum distant“. G. lat. 283va: „Contrarium videmus. sicut dicit Aristotiles. quod anima creata est pura. 3a fuit media. Dicendum. Lat.“ 292 Ebd. quicquid dixerim prius.4.] actione compositione V compositione L) agentis. quod …“ Vgl. VI 234. Alfarabius et Christiani zurechnet. 119ra: „Unde potest accelerari vel tardari (sc.. fol. Vat. quod in puero est maius augmentum in triplo.-Petrus Hispanus.853. quod experimentum fallit.291 Es überrascht somit nicht. mors naturalis). 104ra): „Ad secundum dicimus. Biblioteca Nacional. sicut dicit Averroes super XIm: Quidam dixerunt formas latere in materia et deteguntur actione (a. sed in natura non sic. Ad rationem dico. fol. quamvis magni magistri hoc dixerunt. Biblioteca Nazionale Marciana. quod diversitas rerum exivit a primo non per exemplaria. pueri) in prima etate.288 An einer Stelle spricht er von tres secte philosophorum. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] (Venezia. sicut dicunt famosi. sed a virtute nature et factoris primi fit distinctio. Glose super tegni Galieni (Madrid. ut Avicenna. sondern bekennt sich in diesem Punkt zur dritten Richtung. Biblioteca Apostolica Vaticana. Biblioteca Nazionale Centrale. dass er auch empirischer Beobachtung zu misstrauen.289 In solchem Stil verwirft er auch herrschende Lehrmeinungen. 2164.

nam ubi debet esse purgacio. siehe Petrus Hispanus (Medicus). Auf eine Rückwendung zu Autorität und Tradition im fünfzehnten Jahrhundert. sondern als ‚etwas Unzutreffendes behaupten‘ zu verstehen ist. 288ra). 253vb). 253rb): „Dicendum ergo secundum Aristotilem. hat Maarten Hoenen aufmerksam gemacht. Vat. in: „Herbst des Mittelalters“? Fragen zur Bewertung des 14. quia … Sed hoc nichil est. 150. Hierzu passt.295 Freilich geht es dort um die Gewichtung theologischkirchlicher Autorität. einen Irrtum des von ihm für unfehlbar gehaltenen Aristoteles einräumen zu müssen: „Vel forte peccat ibi translacio“ (fol. quod potius argumentum Gallieni ridiculosum est“ (fol. Biblioteca Apostolica Vaticana. 296 Maarten J. Beachtenswert ist seine—auch sonst seit der Zeit um die Jahrhundertwende verstärkt begegnende—Neigung zu philologischer Textkritik: „Ne cures de littera illius translacionis. sich nicht mit einer Autoritätsmeinung zufriedengeben dürfe. dass er bezeichnenderweise dort besonders scharf formuliert. 2164. sie bietet ihm einen Ausweg in einer Situation. Aristoteles zu kritisieren: „Et per illam rationem loquitur Galienus derisorie contra Aristotilem reprehendendo ipsum. et secundum Averroem et Avicennam. quod hoc est.“ 294 Anonymus. ed. der es gewagt hatte. dass Lehrmeinungen des Aristoteles schlechterdings ausnahmslos der Wahrheit entsprechen. quod utinam non fecisset!“ (fol. ed. … Et ideo dico. 473. quod …“ Da ‚mentiri‘ hier—so wie auch in anderen Kommentaren—nicht im Sinne einer (vorsätzlichen) Lüge. Jahrhunderts. wo er vermeiden möchte. 253ra).das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 141 distanziert sich gelegentlich beispielsweise auch Petrus Hispanus (Medicus) in seinen medizinischen Schriften von Autoritäten. I. fol. Notule super regimen acutorum (Madrid. bekennt sich der Kommentator offenbar vorbehaltlos zu der Überzeugung. dass bei der Pariser Verurteilung von 1277 auch der generelle Satz in die Liste der 219 verworfenen Propositionen aufgenommen wurde. est inpregnacio“ (fol. qui mentiri nescivit. 22 f.M.F. Zur Interpretation der Verurteilung dieses Satzes Roland Hissette. 302rb). Paris 1889 (Nachdr. Commentarium cum questionibus super librum de animalibus (Città del Vaticano.-Petrus vertritt hinsichtlich der Autorität des Aristoteles andererseits der Verfasser des Commentarium cum questionibus super librum de animalibus. Zurück zu Autorität und Tradition. Bruxelles 1964). in: Chartularium Universitatis Parisiensis n. quod mentitur Bartholomeus in solutione sua[m] per barbam tanquam proditor et mendax.293 Eine prononcierte Gegenposition zu Ps. Biblioteca Nacional. Heinrich Denifle/Emile Chatelain. dem zufolge man. quo arguit Gallienus contra Aristotilem … dicendum. 552. allerdings ebenfalls im Zusammenhang mit der Diskussion des Verhältnisses zwischen Philosophie und Theologie. Louvain 1977. quia corrupta est. und 15. Hoenen. . 111va): „Ad hoc solvit Bartholomeus dicens. wo er eine Anmaßung Galens zurückweisen will. fol. 295 Opiniones … a Stephano episcopo Parisiensi … condemnatae (1277). 1877.296 293 Zum Beispiel von Bartholomaeus Salernitanus. „Ad aliud. Enquête sur les 219 articles condamnés à Paris le 7 mars 1277 (Philosophes médiévaux 22). um Gewissheit in einer Frage zu erlangen.294 Mit der autoritätskritischen Haltung hängt im Übrigen der Umstand zusammen.lat. Geistesgeschichtliche Hintergründe des Traditionalismus an den spätmittelalterlichen Universitäten.

133–146.B. Es kommt zugleich auch zu einer verstärkten Reflexion darüber. hing zunächst maßgeblich von der Einsicht ab. 770 l. 1 c. 369–414. XI tr. Mélanges Médiévistes offerts à Dom Jean-Pierre Müller O.1. De animal. die sich im vierzehnten Jahrhundert in der via moderna fortsetzen wird. lautet denn auch bezeichnenderweise eine Formulierung Alberts des Großen in De animalibus im Zusammenhang mit seiner methodischen Forderung.297 Damit war eine notwendige allgemeine Rahmenbedingung gegeben. 3 n. ed. Gr. dass auch der Mensch selbst legitimerweise als res naturalis zu betrachten war und somit Gegenstand der mit der Untersuchung der belebten Natur befassten wissenschaftlichen Disziplinen wurde. Köhler. innerhalb derer es zu einer philosophischwissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Menschlichen in seiner lebensweltlichen Konkretisierung kommen konnte. 298 Albert d. 38). den menschlichen und tierlichen Körper—anders als in der antiken Naturphilosophie—gemäß sämtlichen naturgegebenen Prinzipien zu untersuchen und nicht allein der Materialursache nach.. . ders.298 Jan A. I. dass der Mensch und die anderen Sinnenwesen res naturales sind“. Berlin–New York 2004. Stadler.. Beobachtungen zum wissenschaftstheoretischen Ansatz des Jakob von Metz. 297 Theodor W. Roma 1974. (Studia Anselmiana 63). in welcher Weise diese Naturgegebenheiten in ihrem konkreten Vorliegen erfahrungsmäßig erfasst und innerhalb des naturphilosophischen Erkenntnisprozesses methodisch zur Geltung gebracht werden können—eine Entwicklung. Wissenschaft und Evidenz.S. in: Sapientiae Procerum Amore.142 kapitel ii Im geistigen Umfeld der Epoche zeichnet sich somit nicht nur eine intensive Zuwendung zu den konkret vorliegenden Natursachverhalten ab. Darüber hinaus zeichnen sich zusätzliche Faktoren ab. 3. 28 – 771 l. Auswirkungen der neuen Perspektiven und weiterer Anstöße auf die philosophische Befassung mit dem Menschen 3. 27–29 (ed. Betrachtung des Menschen als res naturalis Dass es innerhalb der allgemeinen interessierten Zuwendung zu den Naturgegebenheiten speziell auch zu einer philosophisch-wissenschaftlichen Befassung mit dem Menschen in seinen konkreten Ausprägungsweisen kommen konnte. „Vorausgesetzt. Aertsen/Martin Pickavé (Miscellanea Mediaevalia 31). die in spezifischer Weise dieses anthropologische Erkenntnisinteresse befördert haben dürften.

“300 Die Aufmerksamkeit galt dem Menschen in seiner Geschöpflichkeit und Erlösungsbedürftigkeit. das Leben gesund zu erhalten. Karl Burkhard. 21 – 9 l. 5 l. 145–151. Marc Adriaen (Corpus Christianorum S. Suppl. Gr. 299 Gregor d. ed. 86. Turnhout 1979. hier: 559 f. Premnon physicon. 1 8–11. 2. wer so doziert: ‚Dies schadet den Augen und dies dem Kopf. mit den Bäumen das Leben. Louvain–Paris 1960. 298 l. es zu verlieren. 143). „was wir mit Strauchwerk und Tieren gemein haben.L. um ihm als Lehrer zu folgen? Aber es verrät sich. A Medieval View of Human Dignity. geweckten Aufmerksamkeit für den äußeren Menschen mit seinen körperlichen Bedürfnissen warnte: „Hippokrates und seine Nachfolger lehren. die—wie oben schon anklang— gegenüber der aufkommenden neuen naturphilosophischen und auch medizinischen Betrachtungsweise des Menschen die traditionelle theologisch-heilsgeschichtliche Perspektive als die allein angemessene anzumahnen bemüht waren. Ideas 38 (1977) 557–572. Moralia in Iob VI 16. in der der Doctor mellifluus seine monastische Hörerschaft vor einer durch die medizinische Lehrtradition. Actes du Premier Congrès international de Philosophie médiévale (Louvain–Bruxelles 28 août – 4 septembre 1958). Leipzig 1917.299 Bestimmend für das Denken im lateinischen Westen wurde aber zunächst die augustinische Erkenntnishaltung gegenüber dem Menschen. Turnhout 1999. De natura hominis c. 20. Nemesii episcopi premnon physicon c.. mit den Tieren das sinnliche Wahrnehmen und mit den Engeln das vernünftige Denken.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 143 An und für sich hatte bereits Gregor der Große den Blick auf die naturalia des Menschen hin geöffnet mit seinem vielzitierten Wort. 300 Siehe oben S. Hist. 1.. Nemesius von Emesa.L. 10–28. beiseite zu lassen. Leiden 1975. ders. Wen von beiden erwählt ihr. Homiliae in Evangelia XXIX.. 52. 14 und dens. 301 Walter Ullmann. jenes der Brust oder dem Magen. in: L’homme et son destin d’après les penseurs du Moyen Âge. ed. Gérard Verbeke/Josep R. Moncho (Corpus Latinum commentariorum in Aristotelem Graecorum. die im Gegenteil gerade dazu anhielt. Gregorius Magnus. Vgl. Homiliae in Evangelia (Corpus Christianorum S. Zum Denkhintergrund bei Macrobius und Calcidius siehe Richard C. . ed.301 Im zwölften Jahrhundert waren es vor allem Bernhard von Clairvaux und die ihm nahestehenden Denker. dass der Mensch von allem geschaffenen Sein etwas in sich trage: mit den Steinen habe er das Dasein gemein. 246 l. 6 l. ed. nicht in seiner natürlichen Verfasstheit. 34–36. Dales. repräsentiert durch die Namen des Hippokrates und Galens. Raymond Étaix. Bezeichnend dafür ist eine Passage aus einer Predigt Bernhards zum Hohenlied. Some Observations on the Medieval Evaluation of the „Homo Naturalis“ and the „Christianus“. hier: 146 f. Christus und seine Jünger. 37 – 6 l.‘ So gibt jeder zum besten. 1). in: J. 141).

… Item si coitus est res naturalis sicut comedere et bibere. 61–100. Dass insgesamt Vorbehalte gegenüber einer philosophischen Betrachtung des Geschlechtsakts als einer res naturalis— der Constantinus Africanus immerhin eine eigene Schrift gewidmet 302 Bernhard von Clairvaux. auch nicht bei den Propheten oder in den Schriften der Apostel. für die Aristotelesrezeption bedeutsamen Sammlung theologischer Quaestionen an. in: Filosofia e cultura. der andere in seiner guten Verfassung das Wichtigste. ed. Sed contra haec est castitas animalium. ita non faceret tibi iniuriam si quis coiret cum uxore tua ipsa optante. Epikur und Hippokrates: der eine sieht in der Lust des Leibes. 181 f. Sämtliche Werke lateinisch/deutsch V. 303 Anonymus. was darüber unsere Ärzte denken: ‚Die Weisheit des Fleisches‘. nicht der Geist des Vaters. „Tuum studium sit velle regnare diu“. quod dicunt quidam infelices quod non est aliquod peccatum coitus sed est res naturalis. Höre aber.: „In capitulo decimotertio. XIII. denn das ist die Weisheit des Fleisches. 481–483. Ohne Zweifel haben Fleisch und Blut dir diese Weisheit geoffenbart. Michele Ciliberto/Cesare Vasoli. si tu esses pauper. 62 f. 13. Silloge di questioni teologiche c. Gerhard Winkler. Darin wendet sich dieser Autor gegen die Auffassung nicht näher gekennzeichneter infelices.6). sagen sie. ‚ist der Tod‘ (Röm 8. hier 99 f.144 kapitel ii was er von seinem Lehrer gelernt hat. . ed. dass der menschliche Geschlechtsakt als res naturalis in jeglicher Hinsicht einer moralischen Beurteilung entzogen sei. Hierzu Morpurgo. sicut non faceret tibi iniuriam quae daret uxori tuae famescenti comedere et bibere. dass er an einer Sichtweise vom Geschlechtsakt als res naturalis überhaupt Anstoß nimmt. Bernhard von Clairvaux.7). und ebenso: ‚Die Weisheit des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott‘ (Röm 8. Hätte ich euch etwa die Ansicht des Hippokrates oder Galens oder gar die aus der Schule des Epikur vorlegen sollen? Ich bin Christi Jünger und rede zu Jüngern Christi: Wenn ich eine fremde Lehre einführe.. L’assimilazione dell’aristotelismo in un’inedita silloge di questioni teologiche degli inizi del sec.“302 Vorbehalte gegenüber einer Betrachtung des Menschen nach seinen naturgegebenen Seiten klingen auch in einer Äußerung des unbekannten Verfassers einer wahrscheinlich zu Beginn des dreizehnten Jahrhunderts zusammengestellten. Roma 1991. mein Lehrer verkündet die Verachtung beider Güter. Unmittelbar zielt er mit seinem Verdikt auf die aus dieser Einordnung abgeleitete und klarerweise nicht haltbare Schlussfolgerung. Et ad hoc opus Deus distinxit sexum et dedit membra genitalia.303 Doch scheint es. Sermones super Cantica Canticorum 30. Im Evangelium habt ihr diese Unterscheidung nicht gelesen. 10. habe ich selbst gesündigt. …“ Zur Datierung ebd. Innsbruck 1994. ed. Alessandro Ghisalberti. Per Eugenio Garin. wonach der Geschlechtsakt nicht anders als Essen und Trinken eine res naturalis darstelle.

die das 1195 von Lothar von Segni. Loris Sturlese. hier: 21 ff. 625–643. nihil quod sit naturale est turpe. 52–73. ed. 57 und Anm. verfasste. illud est naturale. amplius multa de ea querere pretermittimus. ed. dass nichts Naturgegebenes unanständig sei. sed quia materia coitus et actio non adeo est honesta ut delectabilis. 108–113). „den Menschen in seiner wesenhaften Natürlichkeit“ 304 Constantinus Africanus. 22 – 10 l. ausgesprochen populäre und einflussreiche Werk De miseria condicionis humane verbreitet hatte.305 Trotz aller anfänglichen Widerstände hatte sich die Auffassung. 2: „…. De miseria condicionis humane. Ronca. Regensburg 2000..308 Eine wichtige Etappe stellen die von Ludwig Hödl als „averroistische Wende in der lateinischen Philosophie“ bezeichneten Entwicklungen in der ersten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts dar.). El tratado menor de andrología de Constantino el Africano. Von der Würde des unwürdigen Menschen. Dragmaticon philosophiae VI 8. in: Mittelalterliche Menschenbilder. Theologische und philosophische Anthropologie im Spätmittelalter. ergo non turpe est. Solutio. Constantini liber de coitu. seit der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts zunehmend durchgesetzt und die philosophische Erkenntnisbemühung um den Menschen nach und nach zu prägen begonnen. Zur Übersetzertätigkeit des Constantinus insgesamt im Überblick siehe Burnett. ursprünglich von Wilhelm von Conches im Dragmaticon philosophiae (ca. . ed. 307 Ebd. „Nothing Natural is Shameful. Vgl. Brian Lawn. 305 Quaestiones Salernitanae 15. Unter dem in diesen Jahrzehnten einsetzenden Einfluss der Aristoteles-Kommentierung des Averroes (Ibn Ruˇd) richtete s sich das Interesse der Gelehrten nachhaltig auf die Frage nach dem „naturalen Wesen des Menschen“ und verstärkte sich das philosophische Bemühen. The Prose Salernitan Questions (Auctores Britannici Medii Aevi 5). dass der Mensch „eingeordnet in die Natur. De coitu.307 Dies ist vor dem Hintergrund einer ausgesprochen pessimistisch abwertenden Grundstimmung zu sehen. Martina Neumeyer (Eichstätter Kolloquium 8). dem späteren Papst Innozenz III. da es schließlich ein Geschenk des Schöpfers darstelle. ed. Vgl. Enrique Montero Cartelle.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 145 hatte304—bestanden. 211 l. Wilhelm von Conches. 14 (ed. Einem Gespräch darüber auszuweichen sei Heuchelei. The Introduction. Lewis. bezeugt der in den Quaestiones Salernitanae etwa um die gleiche Zeit wiederholte. Natur sei“306 und hinsichtlich seiner naturgegebenen Seiten legitimerweise zum Gegenstand philosophischer. Robert E. „wertneutraler“ Untersuchung werden könne.. London 1979. donum namque creationis est. Athens 1978. 161.“ 306 Hierzu Köhler. Sed nostri garçiones ypocrite plus nomen quam rem abhorrentes loqui de talibus fugiunt“. 29. 9 l. Santiago de Compostela 1983. Cadden. 23. 21–34. Grundlagen. 308 Lothar von Segni (Innozenz III. 1144/1149) gegen die Bedenken seines Gesprächspartners formulierte Standpunkt.

putet ergo quod cognitio ipsius sit ignobilis.“ Vgl. miserie vel glorie.309 Mit einer gewissen Selbstverständlichkeit kann Roger Bacon in den Communia naturalium konstatieren. 39 (1972) 171–204. VIII q. Vgl. 22–24 (Todi. et sibi similia. Adern und ähnlichem“ gehört. Steele. 19–21. Er behandelt in ihnen die Fragen. Metaphysica. Notes sur les débuts (1225–1240) du premier „Averroïsme“. 310 Roger Bacon. 3 l. Algazel. dass der Mensch eine res naturalis sei und als solche auch in den Gegenstandsbereich der naturphilosophischen Forschung falle. et ideo sciencia de ejus constituta naturalibus erit inter naturales comprehensa. konnte sich auf eine pointierte Äußerung des Stagiriten in De partibus animalium stützen. Algazel’s Metaphysics. philos. 1): „Constat vero quod homo est res naturalis. 2 (ed. Über die averroistische Wende der lateinischen Philosophie des Mittelalters im 13. et os. Ps. Toronto 1933.. ob der Wille zuerst auf das ihm eigene Gute oder das Zielgute hin bewegt wird und ob ein Mensch im Schlaf Handlungen auszuführen vermag. … Secundo queritur de voluntate. et caro. 2 l. Ethica Nicomachea I 6 (1098a1–20) und X 7–8 (1178a5–16). fol. 1 c. et venae. Sc. 98. Knochen. … Tercio queritur. Joseph Th. 31 – 9 l. 1 c. 1 (Ed. umfassen die naturgegebenen Seiten des Menschen (naturalia homini [sic!]) sowohl seine allgemeine Gattungsnatur mit den auch den anderen Sinnenwesen zukommenden körpergebundenen Vermögen des sinnlichen Wahrnehmens und Begehrens als auch seine spezifische Intellektnatur. in: Rev. Théol. pars 1. Hier gruppiert er drei Quaestionen eigens unter der Überschrift de homine quantum ad naturalia. 312 Raimund Rigauld. VII/1. Zum beginnenden Einfluss des Averroes siehe René-Antoine Gauthier. . 26–33). Liber de pomo. 8 l.311 Ausdrücklich auf den Menschen seinen naturgegebenen Seiten nach nimmt der Franziskaner Raimund Rigauld († 1296) in seinem achten Quodlibet (wohl nach 1280) Bezug. van Oppenraaij. De partibus animalium I 5 (645a26–30) [Translatio Scoti] (ed.310 Wie Albert der Große—Aristoteles folgend—des Näheren ausführt. wie er sie auch im Wachzustand ausführt. méd. der Armseligkeit oder der Herrlichkeit. Aristoteles. A Mediaeval Translation.-Aristoteles. utrum dormiens possit actus vigilancium exercere. utrum verius homo dicatur pro statu innocencie.146 kapitel ii zu verstehen. utrum prius moveatur in bonum proprium vel in bonum finis. dass zur „Selbsterkenntnis“ des Menschen notwendig Wissen um seine naturgegebene Körperkonstitution mit „Blut.“ 313 Aristoteles. ob der Mensch wahrer als solcher bezeichnet wird im Hinblick auf den Status der Schuldlosigkeit. Colon. théol.313 309 Ludwig Hödl. Jahrhundert. ed. Quodl.“ 311 Albert d. Primo queritur. Communia naturalium I pars 1 d. Muckle. 44ra–rb): „De homine quantum ad naturalia. De anima I tr. 66 (1982) 321–374. Weichteilen („Fleisch“). Quoniam non potest cognoscere res ex quibus componitur homo sine difficultate. anc. ed. BC. 28): „Si ergo aliquis putaverit quod cognitio animalium sit ignobilis. hier: 176 f. in: Rech.312 Die Einsicht unter den Magistern. Gr. scilicet sanguis.

In seiner Determinatio geht Roger selbst dann von einem zweifachen Bewegungsprinzip im Menschen aus: dem überlegten Wollen (propositum) oder Intellekt einerseits und bestimmten für den Menschen typischen Kräften.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 147 Dass der Mensch nicht ausschließlich eine res naturalis darstellt. I (Klassische Texte des Romanischen Mittelalters 15/1).. Das erste dieser Bewegungsprinzipien sei preter naturam. ed. Guillaume de Lorris und Jean de Meun. cum de ipso determinatur in libris nature. Warszawa 1960. Roger Bacon bringt diese Differenzierung in einer seiner Questiones supra libros octo physicorum (Questiones altere) zum Ausdruck. 93 ff. ed. … Solutio: homo unde homo est habet principium movendi a natura et preter naturam. dass der Mensch aufgrund von Übereinstimmungen mit den anderen Dingen der Natur unter naturphilosophischen Gesichtspunkten zum Untersuchungsgegenstand zu werden vermag. nämlich einerseits die gemäß überlegtem Wollen wirkende und andererseits diejenige. Ferdinand M. der Rosenroman. München 1978. Ein erstes Argument hatte uneingeschränkt eine positive Antwort nahegelegt und dazu darauf hingewiesen. 9–27: „Queritur utrum in homine unde homo est sit natura. die sich auf seine Rolle als Finalursache aller Naturdinge bezieht. Karl A. gemäß seinen naturalia betrachtet werden kann. et differunt iste in homine et aliis animalibus. ebd. dass der Mensch eine res sei und über ihn in den Büchern über die Natur gehandelt werde. Fasc. vgl. 314 Roger Bacon. Natur (als Prinzip der Bewegung) sei. . die er in den vierziger Jahren in Paris verfasst hat. 4. et sic propositum vel intellectus sunt principium motus in homine unde homo est. natura est in homine duplex. insofern er Mensch ist. Delorme (Opera hactenus inedita Rogeri Baconi. Ott. Romanz de la Rose.. et homo similiter unde homo est habet aliquas virtutes disponentes ad intellectum. das zweite a natura. set quia habet animam rationalem et intellectum. Er unterstellt eine zweifache Natur im Menschen. 11 – 52 l.“ Hier scheint vor dem letzten. Oxford 1935. mit „quia“ eingeleiteten Nebensatz ein Textverlust eingetreten zu sein. andererseits. 480 ff. 82 l. et quantum ad istas virtutes disponentes ad intellectum homo unde homo est habet naturam et principium movendi a natura. II (Klassische Texte des Romanischen Mittelalters 15/2). Quod sic: quia homo est res. ob im Menschen. nec est habens naturam et sic non habet principium motus qui est natura. war für die Magister aus ihrer Glaubenshaltung heraus selbstverständlich. Der Begriff res naturalis hat also in diesem Kontext eine Marianus Plezia. die auf den Intellekt hinordnen. XIII). 51 l. Versio latina Manfredi (Auctorum graecorum et latinorum opuscula selecta.314 Wenn die Autoren voraussetzen. beziehen sie sich damit im Prinzip auf den Sachverhalt. auch die Schilderungen in Guillaume de Lorris/Jean de Meun. München 1976. dass der Mensch als res naturalis bzw.. II). 592 ff. Questiones supra libros octo physicorum II. quia est finis omnium naturalium. agens secundum propositum et natura. Aristotelis qui ferebatur liber De pomo. Dort nimmt er zu der Frage Stellung.

447 l. Alberti Magni opera omnia. Fratres Praedicatores (Hyacinthe-François Dondaine/Louis-Jacques Bataillon) Roma 1971 (Ed. 293b). B. lat.“ 320 Galfrid von Aspall. fol. Anonymus. Tractatus de longitudine et brevitate vite II c. Summa theologiae I q. Fratres Praedicatores. Roma 1976 (Ed. 1. hier: 386 ff. 82 a. Bar- . in: The New Scholasticism 28 (1954) 377–408.1). XLVIII. fol.318 was einem Ding von Natur aus innewohnt. was von der Natur verursacht wird. Questiones supra libros Politicorum VI q. Er führt drei Bedeutungen von naturale an. Leon. 18 f.321 was ein natür315 So auch Petrus Hispanus Portugalensis. Auf diese unterschiedliche Begriffsverwendung macht beispielsweise Albert von Orlamünde in seiner Summa naturalium ausdrücklich aufmerksam. was ihm von seiner Erschaffung her zukommt—in diesem Sinn ist etwas zu wissen und zu lernen für den Menschen etwas „Natürliches. Cuius ratio est. mit weiteren Unterteilungen. The Concept of Nature. A 87 l. Paris. est naturale. ed. Amsterdam-Philadelphia 1992. B. unvollständig] I c. 129–132).). ut dicitur 8 methaphisice. 1. Weisheipl. 3. 319 Petrus de Alvernia. ed.). Teil 1 (Bochumer Studien zur Philosophie 19. quod naturale dicitur aut quia est pars rei naturalis aut quia habet inclinacionem ad rem naturalem.“ 321 Thomas von Aquin. 1c (Ed. Questiones super de sensu et sensato (Città del Vaticano. Sunt enim effectus naturalium. 223. Leon. Sed sanitas et egretudo sunt naturalia.315 dass beispielsweise aus einem Menschen ein Mensch und aus einem Pferd ein Pferd geboren wird. was dem Gang der Natur entspricht.“ Nach einer zweiten Bedeutung gilt als „natürlich“ das. 317 Aegidius Romanus. ut habetur ˇ c in 2 phisicorum. …“ 318 Thomas von Aquin.317 was das Prinzip seiner Bewegung in sich trägt. 44rb): „Sed id quod datur alicui a natura. ed.316 Andere Autoren sprechen von naturale in Bezug auf das. 3 (ed. Questiones in de anima II (ed. Venezia 1500.319 was Teil eines Naturdinges ist oder eine Hinneigung auf ein solches besitzt. Expositio libri de anima II (Ed.148 kapitel ii fest umrissene Bedeutung. ed. Expositio libri de anima II (Ed. Paris 1890 (Ed. V. 446a). 146ra): „Item considerare habet passiones et effectus naturales causatos a natura. Zu dieser aristotelischen Konzeption siehe James A. 3061. XLIII. Venezia 1500. De motu cordis. 44rb): „sed opera nature sunt naturalia“. 127 l. 30 f. Alonso. dass der Begriff des naturale als solcher ansonsten von den zeitgenössischen Autoren in sehr verschiedenen Bedeutungen verwendet wird je nachdem. Nach einer ersten ist dasjenige für ein Wesen „natürlich“. Thomas von Aquin. fol. Auguste Borgnet. welche Gesichtspunkte sie dabei jeweils im Auge haben. Vat.320 was einer Hinneigung der Natur entspricht. 194): „…. Cizmi´ . Summa naturalium [Rez. Deshalb ist zu beachten. Biblioteca Apostolica Vaticana. Drittens heißt „natürlich“ das. quoniam philosophus habet considerare naturalia quecumque sunt. Aegidius Romanus. was die scientia naturalis zum Gegenstand hat. Fiunt a natura. 316 Albert von Orlamünde. Sententia libri Politicorum I c. Christoph Flüeler. Rezeption und Interpretation der Aristotelischen Politica im späten Mittelalter. V. Leon.

omnibus inest. 8 (ed. 2 (ed. Zu diesem Werk und seiner Datierung wahrscheinlich um 1280 siehe Del Punta/Donati/Luna s. 463 l. Dep. Egidio Romano. in: Medioevo 14 (1988) 315–370. White. …“. Anonymus. Biblioteca Nacional. ad quod inclinat natura. partic. 1877. ed. Conv. 3 (Transkription von Blaˇ ek. quia in sua ratione includunt materiam sensibilem: …“. q. quod hoc fit a natura. immer oder meistens der Fall ist. Dep.. 94. De anima II tr. cuius finis est naturalis. Gr. II. quare sequitur. cuiusmodi sunt naturalia. ut habetur secundo phisicorum. 11.. quare et cetera“. 32: „Naturale autem est. Erf. cum sit in pluribus.322 dessen Bestimmung sinnlich wahrnehmbare Materie einschließt. Expositio problematum Aristotilis. ut manifestum est. fol. CA 4° 343. Biblioteca Nazionale Centrale. Anonymus. 326 Anonymus. Verbeke/Moncho. Quaestiones super librum de sensu et sensato. 1877.323 was notwendigerweise. 13–15). Delorme (Opera hactenus inedita Rogeri Baconi. 239). Questiones metaphisice (Firenze. .). Super Ethica I lect. Gonville and Caius College. vel quod sit de essencia eius aut quod consequatur essenciam suam. Questiones super libros yconomicorum (Erfurt. Venezia 1501. ders. Moralis philosophia pars 4 d. 140r): „Id est naturale. 31 f.. z quia non potest esse casu. Questiones supra libros quatuor physicorum IV. 10 f. 2 n. quod est in pluribus. 14 ctr. Erf. fol. Ferdinand M. Petrus Hispanus (Medicus). 170 (152 l. 10 n. VIII). Colon. Colon. (Cambridge. Glose super tegni Galieni (Madrid. Quia quod naturaliter inest. CA 4° 343. Aegiz dius Romanus. Muckle. Oxford 1928. 11 f.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 149 liches Ziel hat. III lect. fol. Prol. Massa.327 oder verwenden es als Gegenbegriff zum Wiltholomaeus von Brügge. et naturale est semper.). ebd..). Grundlegend ist Roberto Lambertini. 24va): „Contrarium videtur. 7 (Ed.252. 3 n. 206 l. 140r): „2° illud non est naturale. 197 l. Bartholomaeus von Brügge. v. rarissime hoc evenit“. Petrus Hispanus (Medicus).. De anima (ed. fol. 15 f. De regimine principum II c. ebd. 30 l.324 was allen. II. fol. De natura hominis c. Universitätsbibliothek. 1rb): „Composita sunt. innewohnt. Quaestiones super librum de somno et vigilia. 75 (Ed. Universitätsbibliothek. fol.“ 327 Nemesius von Emesa. Biblioteca Nacional.“ 323 Petrus de Alvernia. fol. 132va): „Que siquidem naturalia determinata sunt ad id quod est esse ut in pluribus et semper secundum aliqua sui“. A proposito della ‚costruzione‘ dell’Oeconomica in Egidio Romano. 322 Anonymus. Scriptum et questiones yconomice Aristotilis (Transkription von Blaˇ ek. 3 c.“ 324 Roger Bacon. 44– 49). Soppr. sed medicina non est omni homini.325 was Wesensbestandteil von etwas ist oder dessen Wesen entspringt. 14 (Ed. XIV/1.“ 325 Roger Bacon. Thomas von Aquin. XIV. …“ Vgl. 320b und 331a. ut matematica. ergo homini non inest naturaliter“. VI lect. (ed. 153): „…. Questiones super physicam. 59 f. 278vb): „Prius tamen dici potest.). q. 12 l. Petrus de Alvernia. quod non eodem modo salvatur in omnibus individuis eiusdem nature vel speciei..326 was gleichförmig abläuft. E. Albert d.). 179: „…. 537 (XIV/2. Roma 1607. sed secundum quid. White.. 48 l. Dominicus Gundissalinus. que sunt scibilia et sensibilia vel cum natura sensibili coniuncta. aut frequenter. 22 (Ed. que sunt cum natura sensibili coniuncta. Leon. 32 f.): „Item. et hec iterum sunt duplicia: Quedam enim simpliciter sunt talia.): „Naturale enim est. Summa contra gentiles III c. 509. alia vero non simpliciter.1. Questiones super libros yconomicorum (Erfurt.“ Vgl. Notule super Iohanicium (Madrid. 67 l. Somnus et vigilia sunt passiones naturales. …. 64ra): „Unde quia hoc secundum cursum nature non sit. die derselben Spezies angehören. 2 n. 221a). Petrus von Abano. ebd. 2 (ed. quod esse naturale alicui dupliciter potest esse. 27 f. 27 (Ed. Scriptum et questiones yconomice Aristotilis I c.

IV (fol. Eustachius von Arras. 386 ff.“ 331 Beispielsweise Adam von Whitby (?). eadem apud omnes. Quodl. quam elicit voluntarie. quod medicina insit nobis naturaliter. 63ra): „Item que sunt ab arte. que non subiacent rationi et voluntati. 248 l. 215 f. Anonymus. Glose super tegni Galieni (Madrid. 141–147). sed naturales. Bibliothèque Nationale. 24rb): „Circa primum sic proceditur. Erf.). 140r): „… non est naturalis. 7c (ed. VIII q. Biblioteca Nacional. alia est. 77 – 190 l. I q. II. voluntaria vero indeterminata“. ed. Studien zur Tierpsychologie. G. II. fol. 14c (ed. ebd. 100vb): „Omnis effectus idem apud omnes et eiusdem speciei est a natura. für die Hintergrundkonzeption der Stoiker. ebd. 16166. q. ut brachia et huiusmodi. ed. 16 f. 19c (211 l. 185ra): „Ad racionem dicendum. V q. reminiscendi) sit naturalis an artificialis“. 213 l. The Concept. … Omnis motus. quia locus capillorum est duplex. Commentum super libros de animalibus [Ve- .332 VII/1. Bernhard Geyer (†). qui fit a virtute non voluntaria cessante virtute voluntaria. G. sed voluntaria. Anonymus. Louvain-la-Neuve 1990. q. Colon. (Firenze. 130rb): „Operationes autem humane sunt ille. 54–56). Jakob von Douai (?). Conv. et videtur. 1ra): „Item actionum sive operationum anime una est. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis VIII (Paris. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] III (Firenze. 139. Universitätsbibliothek. Quaestiones super librum de sensu et sensato. 66–68. Les sources philosophiques païennes de l’opposition entre „naturel“ et „artificiel“ en milieu chrétien.. Biblioteca Nazionale Centrale. sicut operationes anime vegetative“. XVII/1. White.3. White. sunt diversa apud diversos. Urs Dierauer.464. 131 l. Anthropologie und Ethik (Studien zur antiken Philosophie 6). Weisheipl. voluntarium vero diversitatem recipit. que autem a natura. 332 Beispielsweise Ps. auch Robert Bultot. 16c (Ed. Vennebusch. Naturale non diversificatur.. IX q. 159 l. Münster 1975 (Ed.“ 330 Beispielsweise Petrus Hispanus (Medicus). Gerhard von Breuil. fol.“ 329 Petrus Hispanus (Medicus). quidam naturalis.-Petrus Hispanus. Congrès 10). Jacqueline Hamesse/Colette Muraille-Samaran (Textes. Biblioteca Apostolica Vaticana. ders.“ Vgl. De animabus rationalibus questio [Langfassung] (Città del Vaticano. Unde si alique operationes sint. Dep. fol. Tier und Mensch im Denken der Antike. que subiacent rationi et voluntati. fol. …“. Quaestiones in tres libros de anima II q. Une approche interdisciplinaire. 16 f. 2). 160 l. De XV probl. Questiones super libros ethicorum (Paris. Actes du Colloque international de Louvain-la-Neuve 21–23 mai 1987. Bibliothèque Nationale. Borgh.329 zum Erworbenen330 und Künstlichen331 oder zum Wunderbaren. Biblioteca Nacional. Aegidius Romanus.150 kapitel ii lentlichen.). Venezia 1504. 55 (ed. Soppr. 328 Beispielsweise Ps. quam elicit naturaliter. Biblioteca Nazionale Centrale. fol. 96va): „Actio naturalis est determinata ad aliquid certum. 4c (189 l. XII.853. 69ra): „Consequenter dubitatur. 1877. 34–36). Colon. Petrus de Alvernia. super De animal. in: Le travail au Moyen Âge. Questiones super libros yconomicorum (Erfurt.. Amsterdam 1977. ders. 63vb): „Et causa est. 44–53). CA 4° 343. 1877. est a virtute naturali“. naturale et voluntarium. 33 l. fol. utrum iste modus (sc. non dicuntur humane. XIX (fol. eo quod nutum voluntatis sequitur“. Soppr. 10c und ad 2 (Ed. et quidam accidentalis. ut caput et barba.328 zum Akzidentellen. 9–11). non a voluntate.“ Vgl.. Quaest. 101–113. Lat. Etudes. Glosse super librum de memoria et reminiscentia. quod medium est duplex. fol. Notule super Iohanicium (Madrid. fol.14698. 9va): „… non est naturale sed positivum et ad placitum. Vgl. Quaestiones super librum de somno et vigilia. Lat.-Petrus Hispanus. Conv. I. Petrus de Alvernia. non ab adquisitione.4. 31 l. fol.

München 1997. fol. der im Hinblick auf die physiologische Konstitution des Menschen und zur Unterteilung der Medizin verwendet a wird. ed.“ 333 Zur Stellung der res naturales im Aufbau der scholastischen Medizin siehe Stefan Schuler. Schleim. 45 f. hierzu Luís García Ballester. In artem parvam Galeni isagoge I. die Hauche (spiritus). 75–102. Aldershot–Burlington 2002. Die Einordnung der Medizin als Hauptdisziplin und die Zusammenstellung ihrer Quellen im ‚Speculum maius‘ des Vinzenz von Beauvais. Die Anfänge der Aufklärung im Mittelalter. Roma 1961. 4. in: Das Licht der Vernunft. nämlich die Lebensalter (aetates). Marco T. Lat. viertens die festen Teile des Körpers (membra). kalt und trocken. traduzione e commento. in: Asclepio 26–27 (1974–1975) 313–315. Costantino l’Africano. Medicina secunda philosophia. in: Lexikon des Mittelalters VII. Danielle Jacquart. Res naturales ist in diesem Kontext zu einem Fachterminus geworden. . München 1995. die Körpergestalten (figu- nezianer Redaktion] XII (Venezia. 750. warm und feucht. drittens die vier Körpersäfte (compositiones/humores) Blut. Die Rationalisierung des Menschen und der Welt in der Medizin des Mittelalters. Biblioteca Nazionale Marciana. warm und trocken (Gelbe Galle) sowie kalt und trocken (Schwarze Galle) entsprechen. Gelbe Galle. parte I—libro I. kalt und feucht.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 151 Innerhalb der medizinischen Lehrtradition ist seit Galen von res naturales in einem spezielleren.333 Nach der Isagoge des Johannitius (Hunain ibn Ish¯ q † 873) und dem Pantegni des Constantinus Africanus macht die Betrachtung der res naturales zusammen mit derjenigen der res non naturales und der res contra naturam die theoretische Medizin aus. 234. Wolfram Schmitt s. 334 Vgl. a. 335 Johannitius. hier: 180 ff. ed. Hierzu u. Schwarze Galle. vom sonstigen naturphilosophischen verschiedenen Sinn die Rede. 84–99. non naturalis. Jon Arrizabalaga u. die Farben (colores) (von Haut.334 Die res naturales sind danach sieben an der Zahl: erstens die vier Elemente Feuer. Erde mit ihren jeweiligen Qualitäten warm und trocken. L’arte universale della medicina (Pantegni). v. a. ed. Constantinus Africanus. sechstens die physiologischen Prozesse (operationes) wie Verdauung und Ausscheidung und siebtens die Vermittler oder Überträger der Kräfte. Pantegni I c. Wasser.. Kurt Flasch/Udo R. in: Galen and Galenism: Theory and Medical Practice from Antiquity to the European Renaissance. Jeck. Res naturales. hier: 88 f. feucht. Malato/Umberto de Martini.1–5. in: Frühmittelalterliche Studien 33 (1999) 169–251. zweitens die Mischungen der vier einfachen Qualitäten (warm. trocken) (commixtiones). Haar und Augen). fünftens die im Körper wirkenden Kräfte (virtutes). kalt. VI. The Construction of a New Form of Learning and Practicing Medicine in Medieval Latin Europe.335 Außerdem kennt die medizinische Lehrtradition noch vier zusätzliche res naturales. Luft. denen jeweils die Mischungen warm und feucht (Blut). hier: 88 f. Diego Gracia/José-Luís Vidal. La ‚Isagoge de Ioannitius‘. ed. kalt und feucht (Schleim). 177rb–va): „Hec miraculosa est.

fol. Berlin 2003. Zusammen mit anderen Denkern seiner Zeit wie Adelard von Bath. Schmitt s. est naturalis. ebd.“ 339 Hierzu Burnett.1 (ed. 65rb: „Nulla complexio. Marburg.152 kapitel ii rae) und die geschlechtstypischen Unterschiede (distantia inter masculum et feminam). ders. auf dessen Quaestiones naturales er vor allem in seinem Dragmaticon philosophiae zurückgriff. Vgl. In artem parvam Galeni isagoge I.–17. Schlafen und Wachen. resolvatur) in tres partes. in: Natur im Mittelalter.“337 Den res naturales stehen die res non naturales gegenüber. 752. sed maxime innaturalis. que est sicut senectus et mors. resolvamus ipsam in theoricam et practicam. 14. Symposiums des Mediävistenverbandes. scilicet theoricam et practicam. et sic procedit obiectio. v. Füllung und Entleerung. ebd. 34 f. ebd. Ein herausragender Zeuge ist auch dafür Wilhelm von Conches.339 oder direkt der Schule von Chartres zugerechneten Gelehrten 336 Johannitius. 751 f. 338 Johannitius. vel potest accipi prout illa negatio est negatio in genere. 111–123. Gemütsbewegungen) und die pathologischen res contra naturam. Et theorica autem continet tres partes. Res praeter naturam. die in ihrer Summe eben die ‚Natur‘ des jeweiligen Menschen ausmachen. Akten des 9. „weil es sich um angeborene und nicht durch äußere (also auch nicht durch medizinische) Maßnahmen veränderbare Konstanten handelt. The Introduction. lebensbezogenen Ausprägungsweisen des Menschlichen. 750. das auf der Einsicht basierte. Res naturales. Peter Dilg. 1877. sechs für die Gesundheitsordnung wichtige Bereiche (Luft. 48rb: „Si volumus scire medicinam. wie Ortrun Riha erläutert. Wolfram Schmitt s. Et theorica (sc. et sic non accipitur hic. Glose super tegni Galieni (Madrid. Notule super Iohanicium (Madrid. Prima est de rebus naturalibus.. s.1 (337)..338 Das philosophische Interesse an den konkreten. ihre Ursache und die der Krankheit folgenden accidentia. secunda non naturalium. v. München 1995. März 2001. Biblioteca Nacional. hier: 118. ed. tercia rerum contra naturam“. Mikrokosmos Mensch. ebd. quarum prima est contemplativa rerum naturalium. Gracia/Vidal. Bewegung und Ruhe. Der Naturbegriff in der mittelalterlichen Medizin. et sic non opponitur contradictorie. Petrus Hispanus (Medicus). et sic inter illa potest cadere medium. 24va): „Ad primum dicendum. quod ‚non naturale‘ dupliciter potest accipi. 337 Ortrun Riha.. fol. Res non naturales. et sic inter naturale et non naturale non cadit medium. 1877. vgl. Konzeptionen–Erfahrungen–Wirkungen. in: Lexikon des Mittelalters VII.. ders. v. 48ra): „Sed secundum rectam divisionem eius duas continet partes.336 Res naturales heißen diese Faktoren.. Speise und Trank. et sic accipitur hic. fol. tertia de rebus contra naturam“. secunda de rebus non naturalibus. dass der Mensch als eine res naturalis betrachtet und entsprechend seinen naturgegebenen Seiten legitimerweise zum Gegenstand philosophischer Untersuchung werden konnte. .2 (ed. et sic non valet obiectio“. videlicet in quantum illa negatio est negatio extra genus. 313). Gracia/Vidal.. Biblioteca Nacional. 313). In artem parvam Galeni isagoge I. III. fol. die Krankheit. setzte früh ein.

4 f. 1 92 (ed. 23 l. Summa supra phisonomiam Aristotilis cum questionibus (Città del Vaticano. hic sermonem quiescere faciemus. Vgl. 2 l.. 21 f. ders. 78va): „Ne tamen aliquis voluntarie velit mordere. 16 (3 l. quod in generacione cotidie contingit. hominis scribere laudationes et non solum naturam exponere ut proposuimus. 22 l. Mittelalterliche Hermeneutik. ebd. auch wenn der Viktoriner dabei zunächst offen- 340 Vgl. 19): „Consuetum et ordinatum rerum processum non miramur.).. Guillelmus Hispanus. ed. De anima. seine Gestaltung.). 309. Gregor Maurach. 204 l. seine Geburt. 10. 36 l. . 4–9) und ebd. lebensweltlichen Konkretheit stellt seine wiederholte. Ronca. ed. seine Organe und ihre Funktionen. lat. Muckle.“ Zur Wirkungsgeschichte Brinkmann. seine Altersstufen. etsi quam maxime naturae eminentias dicentes. Verbeke/Moncho. c. Viktor im Zusammenhang mit seiner Begriffsbestimmung und Einteilung der Philosophie zum Ausdruck zu kommen. 27–29). 1 (34 l. De natura hominis c. 13). Med. nahezu ausschließlich in Bezug auf die tägliche Erschaffung neuer Seelen. Urso von Salerno. Dragmaticon philosophiae VI 7 n. dico.). Nature and an Unnatural Man: Lucan’s Influence on Walter of Châtillon’s Concept of Nature. Für eine von derjenigen der Carnotenser verschiedene Sichtweise von Natur und Mensch bei Walter von Châtillon siehe Maura K. Creutz. Burkhard. Prol. 31. Édouard Jeauneau (Textes philosophiques du Moyen Âge 13). in: Class. fol. c. Quaestiones Salernitanae 3 (ed. Zu „cotidie“ als Hinweis auf das täglich konkret Erfahrbare vgl. dens. Zu beachten ist auch Nemesius von Emesa. Philosophia IV 7 § 15. 31 l. und zwar im Hinblick auf sein tägliches Erschaffenwerden. naturam ipsam enarravimus. Geradezu ein Schlüsseldokument für die naturphilosophische Zuwendung zu den Ausprägungsweisen des Menschlichen in seiner alltäglichen. 1 (ed. 2): „Sed quoniam mundi eiusque partium sunt naturalia. Glosulae 1 (ed. namentlich seines Widersachers Wilhelm von Saint-Thierry. scilicet quae cotidie per naturam in rebus ipsis fieri noscuntur et quae ex ipsis saepius producuntur. 56 ff. 5 und 23 f. hoc opusculum non immerito habet exordium. eaque enucleatim intexere non sit huius. 31 – 4 l. Premnon physicon c. Prol.. sed prolixi negotii: ab homine tamquam a notiori. 95. c. quem philosophi totius volunt ferre imaginem. Pretoria 1980. entschieden für die neue philosophische Betrachtung des Menschen in seiner natürlichen Verfasstheit (naturalia) eingetreten340 und hatte diesen wissenschaftlichen Ansatz auch selbst nachdrücklich zu entfalten begonnen. (ed.“ Vgl.. quod eo quod talis materia …“ Auffallend häufig verwendet diesen Terminus Dominicus Gundissalinus. 8–9). 1 (ed. 7 (58 l. etwa Wilhelm von Conches. 5 (48 l. Glosae super Platonem 52. Paris 1965. Barb. 46 (1995) 285–300. Lawn. ut hac quoque de causa eum microcosmum appellaverint. in fast wörtlich derselben Formulierung auch in den Quaestiones Salernitanae begegnende Bekundung dar. 122. 49 l. 95–99): „Sed ut non videamur quibusdam expertibus bonorum. 341 Wilhelm von Conches. Biblioteca Apostolica Vaticana. …“. dass er über den Menschen in seiner erfahrbaren Existenzweise zu sprechen gedenke.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 153 wie Thierry von Chartres war er gegenüber der feindseligen Kritik traditionell eingestellter Kreise. Lafferty.341 Eine ähnliche Ausrichtung scheint—zumindest der Tendenz nach—auch in Erwägungen Hugos von St.

secundum quam acceptionem sic philosophiam definire possumus: Philosophia est disciplina omnium rerum humanarum atque divinarum rationes plene investigans. 233 l. verum etiam omnium humanorum actuum seu studiorum rationes. ÉdouardHenri Wéber. wie er eigens wiederholt. Anselm Hoste. dass der Mensch eigentlich nur seine Seele sei. 7. 42. De moribus ecclesiae catholicae et de moribus Manichaeorum I 27. 15. Das philosophische Erkenntnisbemühen erstreckt sich.. Radbod Willems. non incongrue ad philosophiam pertinere dicemus. 55 l. sondern auch diejenige. 199 l. ders. in: Aurelii Augustini opera. ed. Sancti Ambrosii opera. in denen es um die Natur der Dinge oder um die sittliche Bildung geht. De Isaac vel anima 2. Diese erstmals von Platon im Ersten Alkibiades entwickelte und durch die platonische Denktradition hochgehaltene Idee343—Plotin bezeichnet den Leib als ein „Tier“. 36 ff. Bauer. 17–19. ed. 36). Buttimer. 1896. ed. „der eigentliche Mensch aber (ist) ein anderer“344—war in der patristischen Zeit dezidiert von Ambrosius aufgegriffen und ins mittelalterliche Denken vermittelt worden. ebd. 19. Paris 1991. 167–203. VIII (Corpus Christianorum S. Viktor. 10. Didascalicon I c.“ 343 Besonders herausgestellt in Alkibiades I (129e–130c). 344 Plotin. . Johannes B.342 Eine wichtige Weichenstellung für eine breit angelegte naturphilosophische Befassung mit den konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen bedeutete ohne Zweifel die Abkehr von der Auffassung. Prag u. Turnhout 1954. In Iohannis Evangelium tractatus CXXIV tr. Hexaemeron VI 7. 72. L’avènement chez les maîtres parisiens de l’acception moderne de le l’homme (Bibliothèque thomiste 46).346 Thomas von Aquin wid342 Hugo von St. a. 641–700. einem allerdings im Mittelalter gänzlich unbekannten Dialog. Isaac de l’Étoile: Sermons. Karl Schenkl. Paris 1967. die die rationes aller menschlichen Tätigkeiten und Bemühungen zu erfassen sucht.. Paris 1971. 52. I (CSEL 32/1). VI 8.L. I (Sources Chrétiennes 130). 106 l. 4 (ed. ut iam necesse sit tot esse philosophiae partes quot sunt rerum diversitates. Zu diesem Gedanken und seiner Wirkungsgeschichte Jean Pépin. ad quas ipsam pertinere constiterit. Enn. Sancti Aureli Augustini opera. Prag u. ed. La personne humaine au XIIIe siècle. 99–106. Enn. Karl Schenkl. 1897. 345 Ambrosius. Idées grecques sur l’homme et sur Dieu. 16–18. 46 (237 l.. Augustinus. 5–9). a. Zur Philosophie möchte er danach nicht allein diejenigen Erkenntnisbemühungen gerechnet wissen.345 Ein Echo davon vernehmen wir im zwölften Jahrhundert unter anderem in einer Predigt des Zisterzienserabtes Isaak von Stella zum Fest Allerheiligen. iam non solum ea studia in quibus vel de rerum natura vel disciplina agitur morum. ed. 9–28): „…. hier: 643 l. Sermo 2 13.154 kapitel ii bar speziell nur die menschlichen Betätigungen im Auge hat. Wien 1992. VI/7 (CSEL 90). 346 Isaak von Stella. ders. Sancti Ambrosii opera. notwendigerweise auf sämtliche menschlichen Tätigkeiten überhaupt. … vides iam qua ratione cogimur philosophiam in omnes actus hominum diffundere. 6 f. Hierzu Plotin. I 1. 30–31 und l. 3. 11 l. 27 f. I (CSEL 32/1). 20 f.. 15–23. I 1.

hier: 156. 15 l. quoniam perfectiva forma videtur hominis. De natura hominis c. 15). … Dico. 3 ctr. a. sed anima est perfectio ipsius corporis. J.. anima ipsa sit. Paul M. Nemesius von Emesa. Leon. disp. ita totum corpus componitur ex partibus organicis: …“ 348 Wilhelm von Auvergne. ed. 21 a. scilicet an ipse homo. 1 q. Quod corpus non sit de esse hominis. qua homo est homo. in der er dieselbe mit Nachdruck als nicht haltbar verwarf. ebd. sed de integritate humanae naturae est non tantum anima. 272). d.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 155 mete dieser These später in der Summa theologiae eine eigene Quaestion. disp. Verbeke/Moncho. 25 f. quae et pars illius est et cum materia prima componit et constituit illud“. Nominatur enim homo ab humo. q. Centi. vgl. XXIV/2. Qu. Torino–Roma 1953. ders. utrum anima rationalis sit tota substantia vel esse hominis. c. Tractatus de anima c. Propter hoc humanitas non est anima sola. essentialis ipsius. Paris 1674. 15 l. ed. hoc est a corpore terreno. 253 – 28 l.. disp. an corpus sit de veritate (Variante am Rand: vir tute O) humane nature. qua quaeritur. 438b): „…. 4 (Ed. Qu. Suppl. qua homo nominatur. 1 (ed. Cos. an ˇ c corpus sit de essentia hominis... 2 ctr. Steele. Monologion 17. ob die Vernunftseele die ganze menschliche Substanz ausmache.. V. de spiritualibus creaturis a. Quod et ipsa hominis nominatio.): „…. 1 57 (ed. Questiones in de anima II (ed. verum etiam caro: …“ und ebd. vgl. de unione verbi incarnati a. dens. Roma–Paris 2000 (Ed. 1c. 7–276. Non enim diffinire est hominem ut hominem nisi in eius definitione corpus vel eius ratio componatur. fol.347 nachdem schon Wilhelm von Auvergne sich in seiner Abhandlung über die Seele (1231/1236) gegen die Idee gewandt hatte. Metaphysica de viciis contractis in studio theologie (ed. Edinburgh 1956 (Sancti Anselmi … opera omnia I).. dass auch er eine spiritualistische Auffassung vom 347 Thomas von Aquin.348 Auch Galfrid von Aspall geht in seinem De animaKommentar ausdrücklich auf diese Problematik ein und diskutiert eingehend die Frage.). 2c. 39 f. Cizmi´ . Leon. Bazzi u. dens. 27 l. Aber es wird deutlich. 66b): „Visum est aliquibus. de potentia q. Roger Bacon. Burkhard. 1 (Opera omnia III. hominis. perfectio. quod ipsa humanitas.. videtur: …“. und Premnon physicon c. 421–435. 3 (440b): „Item. Pession. Anselm von Canterbury. Merton College 272. 3 pars 11 (100a): „His igitur ita positis ac determinatis prosequar tibi quaestionem. Bonaventura.“ Vgl. 200 f. hier: 423b. inquam. sicut neque definire possibile est equitem inquantum equitem. II. sed et animal“.. ob der Leib Wesensbestandteil des Menschen sei bzw.349 Seine Stellungnahme ist weniger dezidiert als die des Aquinaten. 75 a. Summa theologiae I q. 27–30. Ferner ders. ebd. Errant autem indubitanter. homo autem non solum est rationale. 10c.). Vgl. 171): „Queritur. 5 a. sicut totus homo componitur ex carne et anima. quod corpus est de veritate (virtute C) humane nature. 1 pars 2 (Opera omnia II. ut hominis. 101a: „Quod autem corpus pars hominis dicitur ad rationem hominis pertinens. Calcaterra/T. Questiones in de sensu et sensato (Oxford. S. Thomae Aquinatis … Quaestiones disputatae. die humanitas bestehe allein in der Seele. Franciscus S.“ . inquam. 31 l. in: P. et hoc est idem querere ac querere. Schmitt. quin necesse sit in definitione huiusmodi equum vel rationem eius poni. 256vb): „Consequenter quero gracia predictorum. Qu. in: ebd. ostendit..S. defendendum est.. ed. utrum anima humana pars hominis sit aut non. M. Haec enim quaestio nonnullos ex praecipuis theologis Latinorum modernis vehementer exagitavit“. 349 Galfrid von Aspall. III Sent. ed.

et horum quidem … melius esse animam longeque prestantius omnino non dubitat. wie die Leib-Seele-Konstitution des Menschen zu denken sei und ob der Mensch eines oder viele sei.. qualiter homo constet ex corpore et anima et utrum sit sicut unum an sicut plura. sed simul utrumque sit homo. 7 (Cambridge. quod dicitur hominem esse corpus et animam. Gonville and Caius College.351 Er eröffnet seine Überlegungen zu diesen Fragen mit einem längeren Zitat aus De civitate Dei des Augustinus. fol. XIX 3. Dort erörtert er das Problem. Gonville and Caius College. querendum est. 173): „Per Avicennam videtur. Bernhard Dombart/Alfons Kalb (Corpus Christianorum S.“ . sed ambos simul.“ 352 Ebd. an vero nec anima sola nec corpus solum. satis videtur omnibus manifestum. wie die menschliche Leib-Seele-Verbindung zu verstehen sei. 26rb): „Quoniam autem dubium est et latet multos.156 kapitel ii Menschen nicht für richtig erachtet. 353 Wilhelm von Hedon. ideo autem dicitur poculum.350 Auf ein weiteres Textzeugnis innerhalb des Untersuchungszeitraumes stoßen wir im Tractatus de scientia que est de anima Wilhelms von Hedon. Turnhout 1955. sicut duos equos iunctos bigas dicimus. Dico tamen. 342/538. quam continet calix. ille autem totus ex utroque constet ut homo sit. an corpus solum sit homo aliquo modo se habens ad animam sicut poculum ad pocionem sive potum—non enim calix et pocio. 342/538. Questiones in de anima II (ed.: „In primis proponamus illam questionem. die sich zum Leib wie der Reiter zum Pferd verhalte. De eo autem. sed calix solus.353 zumal Varro sie nach Augustinus im Sinne eines Pferdegespannes deuten wollte. conandum est h oc investigare et discutere. unum vero eorum—quoquo modo se habeat ad alium—bigas non dicimus. quod potioni continende sit accomodatus—. 48). 350 Ders. corpus scilicet et animam. quod hec predicacio est vera: ‚Homo est anima. sed tantum homo. simul dicitur poculum.‘ Usus tamen ipsam non permittit. 662 l. Allerdings hält er es für erforderlich zu klären. der eine Seele umfasst wie ein Becher das Getränk.‘“ Hierzu Augustinus.L.“ 351 Wilhelm von Hedon. fol. 7 (Cambridge. dass es allen offensichtlich erscheint. De civitate Dei. sed animam simul et corpus esse arbitratur. Tractatus de scientia que est de anima c. 26rb): „Quod enim homo neque sit corpus solum nec anima sola. ob der Mensch allein Seele sei. Cizmi´ . quam secundum Marcum Varronem tangit beatus Augustinus de civitate dei libro XIX° dicens his verbis: ‚Sentit quippe Marcus Varro in hominis natura duo quedam esse. Tractatus de scientia que est de anima c. quod aliquo modo se habeat ad equm—. Horum trium hoc elegit Varro tercium hominemque non animam solam nec solum corpus. 4–22. sed utrum anima sola sit homo. quod non est ita. quorum sive dexter sive sinister pars est bigarum. oder ob er allein Leib sei. et hoc ponebant multi theologi ponentes. ed. quod ˇ c corpus non est de essentia hominis. dass der Mensch weder allein Seele noch allein Körper sei. ut mihi videtur. ideo tamen eques dicitur. ut ita sit ei corpus sicut equs equiti—eques enim non est homo et equs.352 Zu diesen Fragen stellt Wilhelm fest. in dem dieser Überlegungen Varros über den Menschen und dessen Fragen referiert. cuius sit pars una sive anima sive corpus.

121–134. Grmek.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 3. vgl. Torino 1980. 54. A proposito dell’insegnamento di medicina allo Studium Curiae. The Context of her Thought and Art. in: Studi med. 359 Hierzu u. 357 Hierzu die vorzügliche Studie von García Ballester. und möglicherweise auch an Friedrich II. Ein Handschriftenfund. a. Salerno. Wachsendes Interesse an medizinischem Wissen und medizinischer Wissenschaft 157 Nachhaltige Impulse gingen ferner von einem allenthalben spürbaren und angesichts der allgemeinen gesundheitlichen Situation der Bevölkerung354 nicht überraschenden Interesse an medizinischem Wissen aus.356 vor allem freilich die Entwicklung der medizinischen Wissenschaft im lateinischen Westen selbst. Scientific Speculations. Montpellier und Paris um 1200. München 1996.. in: A History of Twelfth- . in: Studi sul XIV secolo in memoria di Anneliese Maier. Menschen. Maladie et maladies dans le De proprietatibus rerum de Bartholomaeus Anglicus. La scientia medicinalis. medico e medicina nel medioevo (Storia della scienza 19). 358 Hierzu speziell Rossi. Kay P. Montecassino 1929. Alfonso Maierù/Agostino Paravicini Bagliani (Storia e Letteratura 151). Delort. Das Naturverständnis. Roma 1981. 355 Hierzu Danielle Jacquart. Jankrift. Darmstadt 2003. speziell zu Bartholomaeus Anglicus äußert sich auch Ria Jansen-Sieben. Für das medizinische Interesse am päpstlichen Hof siehe Agostino Paravicini Bagliani. Hildegarde et la physiologie de son temps. London 1998. 445–455.2. Arcivescovo di Salerno.358 Die philosophische Befassung mit dem Menschen blieb davon nicht unberührt. Grundlagen. in: Archiv für Geschichte der Medizin 20 (1965) 51–62. Charles Burnett/Peter Dronke (Warburg Institute Colloquia 4). Antike und Mittelalter. in: Hildegard of Bingen. Carl Deroux (Collection Latomus 242). zur Rolle von Montecassino auch Pietro Capparoni. Krankheit und Heilkunde im Mittelalter (Geschichte kompakt.. ed.. Charles Burnett. hierzu Agostino Paravicini Bagliani/Steven J. in: Cassinensia I. Mittelalter). Kortüm. ed.357 bezeichnenderweise im Königreich Sizilien nachhaltig gefördert durch die Gesetzgebung Friedrichs II. ed. 1144/1149) medizinisches Wissen einzuarbeiten begonnen359—eines der frühesten Zeugnisse für 354 Hierzu u. Bruxelles 1998. Il trattato De quattuor humoribus di Alfano I. 151–156. Die Geschichte des medizinischen Denkens. in: Maladie et maladies dans les textes latins antiques et médiévaux. Schon Wilhelm von Conches hatte seinerzeit in der Philosophia und dann im Dragmaticon (ca. hier: 151 f. Ruggero Bacone autore del „De retardatione accidentium senectutis“?.355 aber auch die Kompendien des dreizehnten Jahrhunderts dokumentieren dieses Interesse eindrucksvoll. Die Rivalität der medizinischen Studien von Salerno und Montpellier beleuchtet anhand eines Handschriftenfundes Karl Sudhoff. hier: 59–138. ed. Mirko D.. Aufschlussreich ist auch die Widmung der anonymen Schrift De retardatione accidentium senectutis an Innozenz IV. 244 f. Williams. Le Moyen Âge. 28 (1987) 707–727 (728: Addendum). a. Die Schriften Hildegards von Bingen. 356 Vgl. Actes du Ve Colloque International „Textes médicaux latins“ (Bruxelles. The Construction. auch Jole Agrimi/Chiara Crisciani. Enders. Malato. 118 f. 4–6 septembre 1995). hier: 728. Köhler. 395–413.

La scolastica medica. 1994. wie Constantinus Africanus als physicus die Naturen der Dinge untersucht hatte. Zur Bedeutung der Übersetzungen der arabisch-medizinischen Literatur für die Einführung des Aristotelismus im 12. Encounters with R¯ z¯ the Philosopher: Constantine the Afria ı can. seines Casineser Mitbruders Constantinus Africanus. 1–15. (IV) 71–89. dass die erste Bekanntschaft der mittelalterlichen Autoren mit wissenschaftlicher Literatur zu konkreten. 151–176. 129–153. Jahrhundert. Le rôle joué par les médecins et les naturalistes dans la réception d’Aristote au XIIe et XIIIe siècles. 361 Wilhelm von Conches. Maurach. Soto Rábanos. Paris 1991. in: Osiris [Second Series] 6 (1990) 42–61. Petrus Alfonsi and Ramón Martí. 261–322. Le sens donné par Constantin l’Africain à son oeuvre: les chapitres introductifs en arabe et en latin. Italo Ronca. a. hier: 172. Mark D. in: Pensamiento medieval hispano. ed. Charles Burnett/Danielle Jacquart (Studies in Ancient Medicine 10). a. die dank der Übersetzer. dies. ed. Musulmans. Aldershot 1997. in: Constantine the African and #Al¯ ibn al-"Abb¯ s al-Maˇ us¯. ed. Oxford 1963. hier: 145. Beitrag der Schule von Salerno zur Entwicklung der scholastischen Wissenschaft im 12.158 kapitel ii die Verarbeitung arabischen medizinischen Wissens in einem scholastischen Traktat überhaupt. Jordan. dies. in: Artes liberales. ders./13. Einflüsse arabischer Medizin auf die Mikrokosmosliteratur des 12. 973–992. 362 Zu dieser Entwicklung siehe u. José M. Peter Dronke. Antichità e medioevo. Warschau–Lwów 1930. Cambridge 1992. 1994. The Pantegni and Related Texts. 56. II. ed. The influence of the Pantegni on William of Conches’s Dragmaticon.361 Insgesamt ist offenbar davon auszugehen. 1.360 Die Weise. Mirko D. 192–199. Vgl. Vorträge der Kölner Mediävistentagung 1956–1959. chrétiens et juifs: le savoir et la tolérance. Leiden etc. Charles Burnett. Oslo 1928. der nachfolgenden Magister von Salerno sowie der Sprachkundigen in Toledo dem lateinischen Westen seit dem elften Jahrhundert in beträchtlichem Umfang erschlossen worden waren. Kristeller. Homenaje a Horazio Santiago-Otero. in: Antike und Orient im Mittelalter. lebensbezogenen Äußerungen des Menschlichen über die medizinischen Werke erfolgte. ed. Kristeller. Madrid 1998. Louis Cardaillac (Série Mémoires 5). Philosophia I 7 § 24 (ed. Jahrhundert Paul O. An Introduction to the History of Medieval and Renaissance Problem Literature. in: Tolède. 23–29. La science médicale occidentale entre deux renaissances (XIIe s. Siehe hierzu Heinrich Schipperges. Von der antiken Bildung zur Wissenschaft des Mittelalters.). erschien ihm vorbildhaft. 360 Brian Lawn. Studi sulla Scuola medica salernitana (Hippocratica civitas 1). The Salernitan Questions.. Paul O. Danielle Jacquart. La médecine arabe et l’Occident. in: La Pologne au VIe Congrès International des sciences historiques. 266–285. The Introduction. Paul Wilpert (Miscellanea Mediaevalia 1). Grmek. Leiden u. in: Storia del pensiero medico occidentale. Jahrhunderts.. Napoli 1986. ed. Bari 1993. Constantine the African and #Al¯ ibn al-"Abb¯ s al-Maˇ us¯. The Pantegni and Related ı a g¯ ı Texts.. XIIe–XIIIe..362 Eine nicht unbedeutende Rolle spielten ebenso die um 1200 von einem Century Western Philosophy. ed. ı a g¯ ı ed. in: dies. . Aleksander Birkenmajer. – XVe s. Berlin 1962. Charles Burnett/Danielle Jacquart (Studies in Ancient Medicine 10). 29). The Construction of a Philosophical Medicine: Exegesis and Argument in Salernitan Teaching on the Soul.und Auslegetätigkeit des Alfanus von Salerno.

dass im Embryo die Tätigkeit der vegetativen Kraft früher als diejenige der sensitiven Kraft einsetzt. James A. Nancy G.366 Bemerkenswert ist in dieser Hinsicht auch die breite Verarbeitung medizinischen Wissens in der Schrift De motu cordis des Aquinaten. 367 Zur anthropologischen Bedeutung dieser Abhandlung siehe Adriana Caparello. 127–197. Jahrhunderts von Toledo ausgehenden Verbreitung der libri naturales siehe García Ballester.364 für die naturphilosophischen Denker zur maßgeblichen wissenschaftlichen Leitliteratur bei ihrer Beschäftigung mit diesem anthropologischen Gebiet. Die gleichwohl anhaltende und noch zunehmende Bedeutung medizinischer Wissenschaft für die naturphilosophische Untersuchung der Sinnenwesen zeigt sich daran. hier: 403. Sacchi. 81–85. Transcripción de las quaestiones sobre la controversia entre médicos y filósofos. wurden dann diese.1. in: Patr. dass beispielsweise die Kommentatoren von De animalibus in großem Umfang dieses Wissen für ihre Sachverhaltserklärungen heranzogen oder es im Lichte der aristotelischen Vorgaben—controversia inter philosophum et medicum365—kritisch erörterten. 162–170. in: Aquinas 39 (1996) 493–528. 16 (1995) 55–66.. García Ballester. Barcelona 2000. Med.363 Erst später. ed.367 Ein anderes Beispiel bieten die teilweise von Adam von Whitby stammenden Quaestionen zu De anima. auch Michael R. McVaugh. Santo Tomás de Aquino y la medicina. 365 Hierzu u. in: Albertus Magnus and the Sciences: Commemorative Essays 1980. Siraisi. in: Angelicum 78 (2001) 69–90.1 und Buch IX der Historia animalium an Theophrast siehe Dierauer. The Construction. Zur Datierung und zum Kompilator siehe die Ausführungen des Herausgebers. Il De motu cordis di Tommaso d’Aquino. Zu der in der zweiten Hälfte des 12. wo für die seelenkundliche Annahme. . Toronto 1980. 364 Zur Zuweisung von VIII. 84–90. El comentario de Pedro Hispano sobre el De animalibus. Tier. 363 Quaestiones Salernitanae (ed. Introduction. hier: 135 ff. Weisheipl. a. mit dem umfänglicheren Bekanntwerden der libri naturales des Stagiriten ab den zwanziger Jahren des dreizehnten Jahrhunderts. The Medical Learning of Albertus Magnus. 76 ff. Miguel de Asúa. dass dies „erfahrungsmäßig festgestellt und von den Ärzten bestätigt worden“ Josef Koch (Studien und Texte zur Geistesgeschichte des Mittelalters 5). The Construction. hier: 88 f.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 159 englischen Kompilator zusammengestellten Quaestiones Salernitanae. 379–404. Lawn). 366 Vgl.. ders. allen voran die Bücher De animalibus. XXIV. die aus seinen letzten Lebensjahren datiert und von ihm seinem Medizinerkollegen und möglichen früheren Mitstudenten an der Universität von Neapel. allgemein zu Thomas’ Beziehung zur Medizin Mario E. Riflessioni e commenti. Leiden–Köln 1976. Philipp von Castrocielo. in: Arnaldi de Villanova opera medica omnia V. ed. zugeeignet worden war. Tractatus de intentione medicorum. als Beleg angeführt wird.

Leon. a. 262–272. La méthode scientifique dans le Conciliator de Pietro d’Abano. 312–316). 299–303 und l. 2002. Knihovna metropol. fol.375 368 Adam von Whitby et al. um nur ein Beispiel herauszugreifen. alia de ipsa ut est regitiva et perfectiva corporis. bis in die Antike zurückreichende Verbindung zwischen Philosophie und Medizin369 hatte Isidor von Sevilla durch die Bezeichnung der Medizin als „zweiter Philosophie“ dokumentiert.373 Diesen Gedanken führte der Aquinate fort und präzisierte ihn im Sinne einer Subalternation der Medizin unter die Naturphilosophie. Leiden u. dass die Medizin als Teil der Naturphilosophie—so. García Ballester. 373 Aristoteles. dass diejenigen Ärzte. ut liber de anima. De sensu et sensato 1 (436a19–b1) [Translatio nova] (Ed.374 Später hat insbesondere Petrus von Abano dieses Subalternationsverhältnis eingehend erörtert. XLV/2. 285. wird dieser Verbindung dadurch Rechnung getragen. Leon. in der zugleich die Unterschiede zwischen diesen Disziplinen hervortreten. Sentencia libri de sensu et sensato.372 Aristoteles hatte zu Beginn von De sensu et sensato darauf hingewiesen. a. Didier Ottaviani. M 80. 5. Grundlagen. in: The Dynamics of Aristotelian Natural Philosophy from Antiquity to the Seventeenth Century. New College. qui liber nondum venit ad nos. Christliche Ärzte und ihr Wirken (Studien und Texte zu Antike und Christentum 27). contractum ad … animatum anima sensibili. Cees Leijenhorst u. Italian Aristotelians on the Debate over the Subalternation of Medicine to Natural Philosophy. von der die Heilkunst ihre Prinzipien empfängt.. Questiones in de memoria et reminiscentia (Oxford. et sic est liber de animalibus. 190ra): „Corpus mobile. 280 ff. 3b). 370 Isidor von Sevilla. 75ra): „Experimentatum est enim et a medicis aprobatum. scilicet liber de regimine vite sive sciencia de regimine vite. aut anima intellectiva. die ihre Kunst stärker philosophisch betreiben. Etymologiae IV 13 5. Questiones in secundum et tertium de anima (Praha. 374 Thomas von Aquin. quod est subiectum in tota naturali philosophia. Proh. Tübingen 2005.368 Die enge. 307–324. ed. 9 l. Medizin und Christentum in Spätantike und frühem Mittelalter. kapituly. Vgl. XLV/2. 375 Hierzu Heikki Mikkeli. 371 Galfrid von Aspall (?). consideratum in communi est subiectum libri phisicorum.160 kapitel ii sei. (Ed. (Medieval and Early Modern Science 5).370 In der wissenschaftstheoretischen Reflexion der Hochscholastik. fol. et de hac propter sui nobilitatem est duplex sciencia: una de anima intellectiva in se. et eciam de ipsa sic est tota medicina. in: Méthodes et statut des . The Construction. 93 ff. in einem Galfrid von Aspall zugeschriebenen Kommentar zu De memoria et reminiscentia371—oder präziser als der Naturphilosophie subalternierte Wissenschaft eingeordnet wird. mit der Betrachtung der Natur beginnen. …“ 369 Christian Schulze. quod operacio vegetative prius tempore inest embrioni quam operacio sensitive.“ 372 Für eine ausführliche Darstellung der Erörterungen siehe Köhler.

Universitätsbibliothek. ed. Scriptum cum questionibus super dietas universales Ysac [Redactio longa] (Erfurt. in: Mensch und Natur im Mittelalter. and Aristotle in the Early Universities: Prefatory Prayers in Late Medieval Medical Commentaries. Actes de deux tables rondes. in: Learning Institutionalized. ed.378 Dass trotz der durchaus beachteten Unterschiede der formalen Behandlungsgesichtspunkte von Naturphilosophie und Medizin medizinisches Lehrgut in beträchtlichem Maße in die naturphilosophische Urteilsbildung über die konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen einfloss (und umgekehrt). Erf. 13–26. …“. quod sensus sunt maxime in nobis [in]certi. Introduction.. ut dicit Philosophus in libro de animalibus. Questiones supra viaticum (Madrid. Leiden u. ders. 1994.. 75ra): „…. Biblioteca Nacional.377 ganz besonders auch aus seinem De animalibus. avril 2000 et Lyon. ca. …“. The Art. The Construction. ders.. quod omnes sensus differenter sunt in nobis et in aliis animalibus. 378 Beispielsweise Petrus Hispanus (Medicus). La scolastica. Teaching in the Medieval University. avril 2001.. 165vb): „Et hoc solvit Philosophus in libro de animalibus dicens. Medicine. Charles Burnett/Danielle Jacquart (Studies in Ancient Medicine 10). 286–302. 76 ff. Jacquart. Vern L. 135–145. Discussions on the Nature of Medicine at the University of Paris. zur Verhältnisbestimmung von Naturphilosophie und Medizin spezell bei Arnaldus de Villanova siehe McVaugh. a. Christophe Grellard. 177ra: „Contrarium dicit Philosophus in libro de animalibus. ders. ed. The Development of Medicine as a Profession: The Contribution of the Medieval University to Modern Medicine. fol. … 3° Philosophus in libro de animalibus dicit. in: Bulletin of the History of Medicine 66 (1992) 185–209. Tours. ebd. Dep. Berlin–New York 1992. Albert Zimmermann/Andreas Speer (Miscellanea Mediaevalia 21/2). 1877. ed.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 161 Auf der anderen Seite suchten die medizinischen Autoren des Untersuchungszeitraumes bei ihrem Bestreben. ı a g¯ ı The Pantegni and Related Texts. das ärztliche Handeln theoretisch zu fundieren—dieser Prozess setzt im lateinischen Westen bei Constantinus Africanus ein376—und die Medizin als eine wissenschaftliche Disziplin an den Universitäten zu etablieren. Mark D. a. 703–717. sciences à la fin du Moyen Âge. den Anschluss an das aristotelische Wissenschaftsverständnis und an die naturphilosophischen Vorgaben des Stagiriten. French. fol. …“ .. Cornelius O’Boyle. ders. Notre Dame (Indiana) 2000. The Fortune of Constantine’s Pantegni. Villeneuve d’Ascq 2004. 376 García Ballester. 377 Hierzu u. fol. 310. Bullough.. The Construction. in: Constantine the African and #Al¯ bn al-"Abb¯ s al-Maˇ us¯. New York 1966. Medicine. 197–227. John Van Engen (Notre Dame Conferences in Medieval Studies 9). Jordan. The Disappearence of Galen in Thirteenth-Century Philosophy and Theology.. CA 2° 172. God. 75. ders. macht die Sonderstellung der Medizin in diesem anthropologischen Untersuchungsbereich deutlich und unterscheidet sie von der diesbezüglichen Position von Moralphilosophie und Theologie. 1300.

humanistischen Gymnasiums Neuburg a. 9–21. The Beast Within. 381 Dies. . insbesondere durch die Historia naturalis des älteren Plinius vermittelten und später weiter angereicherten Vorstellungen von allerlei Mischwesen aus Mensch und Tier sowie sonstigen monströsen Gestalten und ganzen fremdartigen Völkerschaften am Rande der bewohnten Welt aus. ed. Jennifer Ham/Matthew Senior. nicht von vornherein auszuschließen—Joyce Salisbury sieht hierin einen Unterschied zur Haltung des frühen Christentums381—. 380 Zusammenfassend Salisbury. Nona C. Aus der Wolfenbütteler und Londoner Handschrift (Wissenschaftliche Beiträge des Kgl. dass es zumindest das eine odere andere dieser absonderlichen Wesen tatsächlich gibt. in: Animals in the Middle Ages. für das Studienjahr 1904/05).. Wie wir noch sehen werden. Neuburg a. Die wissenschaftliche Diskussion konnte von einer solchen Strömung nicht unberührt bleiben. Flores. sondern auch naturkundliche Werke wie Bestiarien und Kompendien des dreizehnten Jahrhunderts oder die Predigtliteratur dokumentieren diese Haltung. ed. ed.379 Nicht allein die populäre Erzählliteratur und die darstellende Kunst. 9. 1905. Ohne Zweifel regte dieses Interesse am Monströsen zusätzlich die durch die aristotelischen Büchern De animalibus gebahnte Auseinandersetzung mit der anthropologischen Kernfrage nach der kategorialen Bestimmung des Menschlichen und seinen konkreten Lebensäußerungen an. D. The Beast Within. 49–65.3. in: Animal Acts: Configuring the Human in Western History. Die Anthropologie der Naturalis Historia des Plinius im Auszuge des Robert von Cricklade.. insbesondere die Grenzen zwischen Mensch und Tier sprengende Erscheinungen denkbar sind und wie man sie gegebenenfalls—etwa im Fall von Tierhybriden— erklären kann. Interesse am Monströsen kapitel ii Weitere Anstöße für eine naturphilosophische Befassung mit den konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen gingen offensichtlich von einem mit Ausgang des zwölften Jahrhunderts merklich gestiegenen Interesse an den aus der Antike überkommenen. setzten sich die Magister in ihren naturphilosophischen Schriften in der Tat mit der Frage auseinander. 137–166.380 Mit diesem neu erwachten Interesse scheint zugleich eine gewisse Bereitschaft einhergegangen zu sein. Franco Porsia (Storia e civiltà 15). Human Animals of Medieval Fables. dies.. D. dies. dies. Human Beasts and Bestial Humans in the Middle Ages. Als Resultat ihrer exzellenten Studien zu den im Mittelalter umgehenden Vorstellungen von ungewöhnlichen Kreaturen 379 Vgl. Bari 1976 sowie das Plinius-Exzerpt des Robert von Cricklade: Karl Rück.162 3.. ob derartige die Grenzen des Normalen. 138 und öfters. New York–London 1998. den Liber monstrorum. Human Beasts. New York–London 2000.

Die Welt halten sie unter Dies. die Welt in ihrer ganzen Breite (totam mundi latitudinem) zu Boden geworfen.und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland Gmbh. 382 383 . Sigmaringen 1994. „Als ein Ergebnis“.382 3.384 In Roger Bacons Opus maius und Opus tertium (nach 1267/68.4. was ein menschliches Wesen ausmacht und von einem nichtmenschlichen unterscheidet.“383 Seit dem zweiten Jahrzehnt des dreizehnten Jahrhunderts hatten die aus dem Innern Asiens aufbrechenden mongolischen Reiterheere muslimische wie christliche Länder gleicherweise zu bedrohen begonnen. der eine gänzlich fremdartige Völkerschaft bedrängend nah ins Blickfeld rückte.und sogar südasiatischen Orient und wurde eingefügt in die riesige miteinander verwobene Welt des Mongolenreiches und der ihm benachbarten und von ihm berührten Regionen. 1241 bis zum schlesischen Liegnitz und ein Jahr später über Mähren und Ungarn bis Wiener Neustadt und in Abteilungen darüber hinaus bis zur Adria vorgedrungen. Ihr Reich erstrecke sich bis nach Konstantinopel. Die Mongolen im Urteil des Abendlandes vom 13. 22–42. Europa und die Fremden. pars 4 (ed. ed. Bridges. oder: Als Europa aus der Wiege wuchs. 370). Der mongolische Augenblick in der Weltgeschichte. umreißt Felicitas Schmieder die weltgeschichtliche Bedeutung. so fasst er die Lage zusammen. Das Weltreich der Mongolen. München 2005. in: Das Mittelalter 10/2 (2005) 63–73. vor 1274) ist ein Widerhall dieser Ereignisse zu vernehmen. hier: 64 f.385 Die Kunde von ihnen sei jetzt in aller Munde. „kam Lateineuropa zum ersten Mal in seiner Geschichte in direkten und bewussten Kontakt mit dem zentral-.. Felicitas Schmieder. 385 Roger Bacon. Innerhalb kurzer Zeit habe das Volk der Mongolen. Opus maius. hatten ab 1235 die christlichen Reiche Osteuropas überrannt und waren. Angst und Schrecken verbreitend. neuerdings die entsprechenden Beiträge im Ausstellungskatalog Dschingis Khan und seine Erben. Human Beasts. Kunst.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 163 hält denn auch Salisbury ausdrücklich fest. ost. Jahrhundert (Beiträge zur Geschichte und Quellenkunde des Mittelalters 16). Beschäftigung mit den Tartari Einen zusätzlichen Impuls für die philosophische Arbeit an dieser Problemstellung löste der um diese Zeit über das Abendland hereinbrechende Mongolensturm aus. dass die spätmittelalterlichen Denker sich zunehmend der Frage annahmen. 384 Einen Abriss der Geschichte der mongolischen Reiche bietet dies. Nun herrsche es vom Norden bis nach Polen. 18. und alle Länder vom Osten bis zur Donau und über diese hinaus seien ihm tributpflichtig.. bis in das 15. I.

. Relatio (ed.391 In Anbetracht der langen Verweildauer Marcos im Mongolenreich. im Itinerarium niedergeschrieben hatte. a. 389 Johannes von Plano Carpini. Alvaro Barbieri. 367. The Witness and the Other World.. Milione. Opus tertium [Teiledition] (ed. Itinerarium. Itinera et relationes Fratrum Minorum saeculi XIII et XIV (Sinica Franciscana 1).388 Zeugnis von diesen Unternehmungen geben die Reiseberichte der von Innozenz IV. 388 Zu den Reiseberichten u. 134–147. ed. ed. 391 Marco Polo. Gerade auch im Hinblick auf die „Tartaren“—speziell verweist er auf ihre Angriffstaktik nach Lostagen392—und die künftig zu ihnen zu entsendenden Glaubensboten betont Roger Bacon den Nutzen der von ihm betriebenen geographisch-astronomischen StuEbd. Opus tertium [Teiledition] (ed. van den Wyngaert. Diese führten zu Gesandtschaftsreisen in missionarisch-diplomatischer Absicht und in der Folge auch zu ausgedehnten Handelsreisen. 135–143). Quaracchi– Firenze 1929. 43–72. von Frankreich ein. 12). Schmieder. Ystoria Mongalorum. 400–1600. 1245 zu den Mongolen entsandten Minderbrüder Johannes von Plano Carpini und Benedictus Polonus389 sowie des schon erwähnten. 392 Roger Bacon. 386 387 .164 kapitel ii ihren Füßen.387 Nach dem unerwarteten Rückzug der Mongolen infolge des Todes des herrschenden Großkhans setzten nach 1243 Bemühungen seitens der Päpste und König Ludwigs IX. The Meanings of Natural Diversity: Marco Polo on the „Division“ of the World. Edith Sylla/Michael McVaugh (Brill’s Studies in Intellectual History 78). ed. Studies on the Occasion of John E. Little. Anastasius van den Wyngaert. Ders. Erfahrung. der nach seiner Rückkehr 1255 seine Reiseeindrücke für Ludwig IX. Anastasius van den Wyngaert. Münkler. Quaracchi–Firenze 1929. 390 Wilhelm von Rubruk. Exotic European Travel Writing. Campbell. seiner breit gefächerten Beobachtungen und seiner nüchternen Wiedergabe der wahrgenommenen Sachverhalte vermittelte sein Bericht der interessierten Leserschaft einen besonders inhaltsreichen Eindruck von den konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen bei den von ihm beschriebenen Völkerschaften. Murdoch’s Seventieth Birthday. Redazione latina del manoscritto Z. abgefasste— Milione des Venezianer Kaufmannes Marco Polo. gleichfalls dem Franziskanerorden angehörenden Wilhelm von Rubruk. 164–332. a. Ithaca–London 1988. in: Texts and Contexts in Ancient and Medieval Science. Katherine Park. ed. Parma 1998. Benedictus Polonus. 13). Itinera et relationes Fratrum Minorum saeculi XIII et XIV (Sinica Franciscana 1). Mary B. 1997. 27–130. 1298.386 sie haben sie verwüstet und geben Anlass zu großer Furcht. Little.390 vor allem aber das—allerdings erst gegen Ende des Jahrhunderts. Europa. 87–121. Kontakte zu den mongolischen Reichen in Osteuropa und Asien zu knüpfen. Leiden u.

Études et documents 32). deren Auffassung von der sichtbaren Welt als dem Werk eines bösen Gottes oder Prinzips anscheinend mit herausgegriffenen naturphilosophischen Aussagen des Stagiriten in Verbindung gebracht werden konnte. 395 French/Cunningham. c. in linguis et moribus et consuetudinibus et sectis et legibus et negociis et officiis. Une somme anti-cathare. mit fundiertem Sachwissen zu begegnen. ‚Filios huius seculi. Galt es doch. malignum. id est diabolum creasse pariter et fecisse“. 79.394 Jedenfalls hat diese Auseinandersetzung speziell die Predigerbrüder. 103 f.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 165 dien. 120.. …. Peter Biller. id est quecumque possunt videri corporeis occulis. Contra Manicheos c. den Argumenten der Häretiker. 396 Durandus de Huesca. 5–7: „Sed in suis conventiculis heresiotas suos perdocent et hortantur quicquid potest videri in hoc mundo. Louvain 1964. 265–271. Beschäftigungen und Aufgaben wissenschaftlich zu erfassen.5.. Sitten und Gewohnheiten. Cathars and Material . 4 (115 l. seminavit diabolus. Christine Thouzellier. 10: „4to possumus considerare varietates hominum in scientiis et artibus. Before Science. 8 (165 l. qui nati sunt ex sanguinibus et ex voluntate carnis et ex voluptate viri. 20–23): „De compilatione Manicheorum. offenbar verstärkt dazu veranlasst.393 Der Doctor mirabilis stellt damit explizit eine Verbindung zwischen der Ausbreitung der Mongolenherrschaft und der Befassung mit den konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen her. a diabolo esse factum“.395 Da die Katharer mit der sichtbaren Welt insgesamt zugleich auch den menschlichen Leib und konkrete Ausprägungsweisen des Menschlichen wie insbesondere die Weiblichkeit. 3. dass auch von der Auseinandersetzung mit den Lehren der Katharer Impulse für eine naturphilosophische Befassung mit den konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen ausgegangen sein dürften. ebd. die an vorderster Front an der Bekehrung der Ketzer arbeiteten. Glaubensüberzeugungen und Gesetze. Einen Überblick über die Lehren der Katharer bietet Lambert. 16–18): „Divine bonitati doctores impii derogando presentem mundum asserunt. ebd. c.‘“ Siehe French/Cunningham. ed. Geschichte. auf Sprachen. 1. Auseinandersetzung mit der dualistischen Lehre der Katharer Anzeichen deuten schließlich darauf hin. die Ehe. Diese gestatteten es. dass dies speziell auch das Interesse 393 Ebd. 89 l. die vielfältigen Unterschiede der Menschen in Bezug auf Wissenschaften und Künste. die geschlechtliche Zeugung und die aus dieser hervorgegangenen Kinder hinsichtlich ihrer Körperlichkeit als Werk des Bösen hingestellt hatten. Before Science. 140 f. sich dem Studium der libri naturales des Aristoteles zu widmen.“ 394 Siehe oben S... qui sunt ex carne peccati. Le Liber contra Manicheos de Durand de Huesca (Spicilegium Sacrum Lovaniense.396 liegt es nahe anzunehmen.

ders./Alastair J. die Bekanntschaft mit der fremdartigen Lebensform der Menschen im Mongolenreich und die Auseinandersetzung mit der dualistischen Lehre der Katharer. die über die zunächst aufgezeigten allgemeinen Rahmenbedingungen hinaus als spezielle Impulsgeber—freilich mit recht unterschiedlichem Gewicht— für die naturphilosophische Befassung mit den konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen in Erwägung zu ziehen sind: die mögliche Einstufung des Menschen als res naturalis. „Convenerunt in unum“: Giotto il „fisiognomico“. dokumentiert in den Paduaner Arbeiten Giottos. 401 Patrizia Castelli. Pierre . speziell: 84. Graziella Federici Vescovini (Textes et Études du Moyen Âge 11). arabo-latina medievale e l’età moderna. von der Ikonographie vorgegebenen symbolischen Schemata weicht einer porträthaften Darstellung mit „realistischen“ Zügen. 106. 161–190. 397 Vgl. die als Bauplastik ins Mauerwerk des Castel del Monte eingearbeitet sind. wie Stürner hervorhebt.400 beispielsweise die Gestalten. Friedrich II.398 Noch relativ lange scheint auch das nordfranzösische Katharer-Bistum bestanden zu haben. ed. Teil 2. 400 Stürner.401 In der volkssprachlichen Literatur wiederum werden verstärkt Women. 399 Lambert. 112. Woodbridge–Rochester (N. der Mensch sei eigentlich nur seine Seele.Y.) 1997. die Abkehr von der Auffassung.397 Die Häresie hielt sich in der Kölner Kirchenprovinz im Übrigen bis zu den Lebzeiten Alberts des Großen. Geschichte. French/Cunningham. 61–107. Minnis (York Studies in Medieval Theology 1). 360. Zu einem aufschlussreichen Wandel kommt es gegen Ende des dreizehnten Jahrhunderts bei der Personendarstellung in der Malerei. 88–107. ed. Man in Medieval Thought.399 Es zeichnen sich also eine Reihe von Faktoren ab. hier: 141. in: Thomist 12 (1949) 136–154. Nicht unerwähnt bleibe. das wachsende Interesse an medizinischem Wissen und medizinischer Wissenschaft. in: Filosofia e scienza classica.166 kapitel ii an einer naturphilosophischen Befassung mit den konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen angeregt hat. in: Medieval Theology and the Natural Body. Before Science. 398 French/Cunningham. Before Science. dass innerhalb der darstellenden Kunst und der Dichtung mit einer einsetzenden Hinwendung zum konkret Menschlichen eine ähnliche Tendenz aufbrach wie mit der naturphilosophischen Befassung mit den konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen: Das konkret Menschliche findet verstärkt Beachtung. Conrad Pepler. Die typisierende Darstellung von Personen nach festen. 94. Von großer Naturnähe und individueller Expressivität sind. Louvain-la-Neuve 1999.

Minnis. Soppr. (European Cultures 11. Crombie. their Scribes and Readers. E. ders. licet sint indigni. Haas/Ingrid Kasten. ed.404 Wenger. Besonders markant tritt dieser Zug auch in der wohl um 1225/1230 angelegten Sammlung lateinischer Lyrik. Biblioteca Nazionale Centrale. hier: 265 f. Naturkunde-Exempla. Die Anfänge der Subjektivität in der bildenden Kunst Italiens vom 13. ed. in: Of the Making of Books.1. 402 Schinagl. Bern 1999. Vgl.R. Berlin–New York 1998. Parkes. Reto L. 34. hier: 19. Schinagl. 15–174. 235rb): „Et sic est de prelatis nunc. Conv. qui sileant primo contra nepotes. Naturkunde-Exempla. Fetz u. Questiones libri de phisonomia (Firenze. sed quando ad statum prelationis pervenerint. a.das interesse an den konkreten ausprägungsweisen 167 weltliche Themen aufgegriffen.“ . ed. Daneben bildete sich die Konzeption vom Individuum als Bürger mit spezifischen Rechten und Pflichten heraus. den Carmina Burana hervor. Pierre Toubert/Agostino Paravicini Bagliani. et sic ostendunt mores naturales in principatu. Medieval Manuscripts. ed. (Universal-Bibliothek 8785). wie man nunmehr Autoritätspersonen wahrzunehmen beginnt. Le Goff. Robinson/Rivkah Zim.B.402 was gleichfalls nachhaltig den Blick auf Aspekte des konkreten menschlichen Lebensvollzugs lenkte. Anonymus. in: Schwierige Frauen—schwierige Männer in der Literatur des Mittelalters. 15–24. in: Federico II e le scienze. 41. fol. Vorwort zu: Carmina Burana Lateinisch/Deutsch. Essays presented to M. auch die Beiträge zum höfischen Roman und zu schwankhaften Dichtungen. 6. 12. ed. 511–566. Alistair C. 403 Zur Datierung Günter Bernt. Der Mensch. Dabei rückten die Persönlichkeitseigenschaften des Amtsträgers gegenüber seinen Rollenattributen verstärkt ins Blickfeld. 404 Hierzu Alastair J. Aldershot 1997. Palermo 1994. bis zum 15. 259–279. Jahrhundert. P. in: Geschichte und Vorgeschichte der modernen Subjektivität. dant eis omnes possessiones liberas. 34. Stuttgart 1992. The Author’s Two Bodies? Authority and Fallibility in Late-Medieval Textual Theory. Intuizioni storiche della scienza medievale. Alois M. Vgl.1). Vgl.252.403 Jene Tendenz spiegelt sich offenbar auch in der Weise wider.

.

Die hauptsächlichen Fragenkomplexe Die Ausgangslage für eine philosophische Befassung mit den konkreten Ausprägungsweisen des spezifisch Menschlichen war im Untersuchungszeitraum eine grundlegend andere. Brewer..“ Vgl. als sie es für ähnliche Bemühungen in unseren Tagen ist. als animal rationale. 359): „Post haec omnium animalium. wenn Roger Bacon—wie wir an anderer Stelle schon erwähnten1—im Opus minus die überaus dürftigen Kenntnisse der breiten Masse der Theologen auf diesem Gebiet beklagt und unterstreicht. Heute werden wir überflutet von Detailkenntnissen über den Menschen. et in ritu. et postremo diversitates et proprietates omnium hominum. schlechterdings gewiss—und dies nicht allein in theologischer Hinsicht (imago Dei).kapitel iii ANSATZSTRUKTUR DER NATURPHILOSOPHISCHEN BETRACHTUNG DES SPEZIFISCH MENSCHLICHEN 1. Das spezifisch Menschliche indes war in seiner Konturenvielfalt allenfalls ansatzweise philosophisch-wissenschaftlich erfasst. et in artibus. religiöse Gebräuche. sondern gleicherweise auch in philosophischer Perspektive als minor mundus. 387 f. Zur Zeit der Hochscholastik hingegen war man sich des Menschen als solchen und im Ganzen dessen. was ist. darüber genaueren Aufschluss zu gewinnen. ebd. wie unerlässlich es ist. Künste und Wissenschaften“ kundig zu machen. und man stand vor der Notwendigkeit. als Wesen der Mitte zwischen der rein körperhaften und rein geistigen Natur.2 Siehe oben S. Roger Bacon. 1 2 . et in moribus. Wir wissen so viel über den Menschen wie keine Zeit vor uns. Et ideo in sensu literali necesse est quod sit error infinitus. Opus minus (ed. et in complexione. et in scientiis. was ist. 92. Zugleich entgleitet uns ein Wissen vom Menschen als solchem und im Ganzen dessen. Sed paucissima de omnibus his sciuntur a vulgo theologorum. sich über „die Verschiedenheiten und Eigentümlichkeiten der Menschen insgesamt sowohl hinsichtlich ihrer Komplexion als auch in Bezug auf ihre Lebensgewohnheiten. Es ist bezeichnend für diese Ausgangslage.

. Dabei ging es darum. Den umfassendsten Ansatz hierfür bot. Albert der Große. 195 f.). dass die Frage nach dem spezifisch Menschlichen in seinen konkreten Ausprägungsweisen einer detaillierten Aufarbeitung bedurfte. 5. Venezia 1562/Frankfurt a. das Menschliche über die Verhaltensweisen zu bestimmen. 107.M. 3 4 . Stadler. XXII tr. 1 c. Zur Haltung Zimaras gegenüber Albert insgesamt siehe Bianchi.“ Auf diese Bemerkung war ebenfalls Koch.170 kapitel iii Durch die aristotelischen „Tierbücher“3—beachtliche Ansätze finden sich schon in De natura hominis des Nemesius4—waren so viele Gemeinsamkeiten des Menschen mit den übrigen Sinnenwesen wissenschaftlich dokumentiert und erstmals in ihrem ganzen Ausmaß zu Bewusstsein gebracht worden. 7 Marcantonio Zimara. 5 Salisbury. Sie ließen es nicht bei dem generellen Hinweis auf das spezifisch Menschliche bewenden. Gr. Suppl. mit Aristoteles und über ihn hinaus zu präzisieren. aufmerksam geworden. Joyce Salisbury konstatiert insgesamt eine Tendenz. 12 f. Die Magister standen gewissermaßen vor der Aufgabe einer „Operationalisierung“ des ratio-bedingten Wesensunterschiedes zwischen Mensch und Tier. Bezeichnenderweise würdigte Marcantonio Zimara 1562 in seiner Tabula zu den Werken des Aristoteles und den Kommentaren des Averroes Alberts Leistung mit den Worten: „Wenn du die staunenswerten Eigentümlichkeiten des Menschen zu erkennen verlangst. 5 n. 153. II. wie sich zeigen wird. require Albertum cognomento Magnum in 22. De animal. mit Zu ihrer anthropologischen Ausrichtung Dierauer. wie der durch die differentia specifica festgelegte Wesensunterschied zwischen Mensch und Tier und die vorausgesetzte Vorzugsstellung des Menschen gegenüber der Tierwelt angesichts der zutage tretenden. fol. 6 In dieser Weise formuliert Albert d. Sind die Pygmäen Menschen. 1354 l.. Siehe ebd. de animalibus cap. oft verblüffenden Ähnlichkeiten des Menschen mit einer Reihe von Tieren in vielerlei Hinsicht philosophisch einsichtig zu machen sei. lib. 167va): „Si cupis mirabiles hominis proprietates intelligere..“7 Insgesamt ergaben sich interessante. 100 f. Tier. Tabula dilucidationum in dictis Aristotelis et Averrois (Aristotelis opera cum Averrois commentariis. 245 ff. III. Rusticus Mendax. schaue bei Albert mit dem Beinamen ‚der Große‘ in Buch 22 De animalibus Kapitel 5 nach. 11 (ed. sowohl in inhaltlicher als auch in wissenschaftstheoretisch-methodischer Hinsicht. 162. 1962. The Beast Within.5 Die Magister suchten denn auch die proprietates hominis secundum id quod homo est 6 deskriptiv und explikativ unter Beiziehung auch medizinischer Erklärungsmodelle detailliert zu bestimmen und genaue Nuancierungen in Bezug auf die unterschiedlichen menschlichen Verhaltensäußerungen vorzunehmen.

competit vita voluptuosa. dass bestimmte Kräfte und Fähigkeiten bei einzelnen Tierarten besser ausgebildet sind als beim Menschen 8 So beispielsweise Aegidius Romanus. Wenn wir die in den Quellentexten überlieferten explizit formulierten einschlägigen Fragestellungen bzw. der sensitiven Kräfte und Operationen sowie der verschiedensten Verhaltensweisen bei allen Sinnenwesen in derselben Weise gegeben? – Kommen gemeinhin als spezifisch menschlich angesehene und vertraute Ausprägungsweisen auch im Tierreich vor. dass die Magister sich bei ihrer Erkenntnisbemühung um die konkreten menschlichen Ausprägungsweisen offenbar an vier miteinander zusammenhängenden Fragenkomplexen orientierten: – Sind die verstärkt und im Detail bewusstwerdenden Gemeinsamkeiten (communia) zwischen dem Menschen und den anderen Sinnenwesen hinsichtlich der Körperkonstitution. ut est aliquid in se. Roma 1607. Die Ausführungen zum Sexualverhalten sind das wohl bezeichnendste Beispiel dafür.“ . tertio. lebensbezogenen Ausprägungsweisen des spezifisch Menschlichen in naturphilosophischer Perspektive. 11): „Tripliciter igitur poterit considerari homo: Primo.8 nunmehr aus naturphilosophischer Perspektive und frei von jeglicher moralisch-wertenden Stellungnahme im Einzelnen untersucht. formellen Quaestionen zum Ausgangspunkt nehmen. die traditionell allenfalls unter ethischen oder juridischen Gesichtspunkten angesprochen und bewertet zu werden pflegten. sed ut participat cum substantiis separatis. dann zeigt sich. secundo.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 171 der Zeit offenbar weiter zunehmende Differenzierungen der abstrakt vollzogenen prinzipiellen Grenzziehung zwischen Mensch und Tier. und können sie in diesem Fall strenggenommen überhaupt noch als „menschliche“ gelten? – Warum sind bestimmte Merkmale. nicht aber bei Tieren zu beobachten? – Wie erklärt es sich. Vorgänge und Reaktionen allein beim Menschen. ut est aliquid in seipso. De regimine principum I c. 4 (Ed. ut participat cum angelis sive cum substantiis separatis. Quilibet ergo vel vivit ut bestia vel vivit ut homo vel vivit ut angelus. competit ei vita contemplativa. Voluerunt enim. secundum contemplativam ut angelus. Verständlicherweise bildete aufgrund dieser Ausgangslage der Vergleich zwischen Mensch und Tier die Hauptzugangsweise zu den konkreten. Zugleich wurde ein breites Spektrum menschlicher Verhaltensweisen. vita politica. Nam secundum vitam voluptuosam vivit ut bestia. ut communicat cum brutis. secundum civilem vivit ut homo. quod homini. ut communicat cum brutis. Secundum has tres considerationes sumptae sunt a philosophis praedictae tres vitae.

2. 296 l. XXXV. Ergo sunt eiusdem speciei.“ 14 Bernhard von Trilia. fol. 39 a. Steele. XXI tr. das ohne anderswoher gewonnene Ausstattung unansehnlicher und armseliger anzuschauen wäre als der Mensch in seiner Nacktheit?11 „Es entsteht ein Problem“ (oritur quaestio). 101 f. Peterhouse Library. 10). fol. 5 (ed. Sed sensus tactus est unius nature in omnibus participantibus ipsum. 4 (Ed. 1 c. Bartholomeus von Bottisham. 5rb): „Item sensus tactus est ille. der sie doch überragen muss. sodass der Mensch. 339b). neque pauperius. Gilt nämlich nach einem dieser Lehrsätze. heißt es bezeichnenderweise bei Albert dem Großen. a qua sumitur sensus tactus. 23–24 (Ed. 16– 18): „Operaciones sunt diverse in essencia et secundum speciem sicut intelligere sentire et vegetari. 1 q.“ 12 Albert d. 161ra): „… potentie et actus distinguuntur secundum Philosophum per obiecta..9 in mancherlei Hinsicht gegenüber Tieren als defizient erscheint und nicht—wie zu erwarten10—umgekehrt? Wie kann es sein. dum est nudus. die sensitiven Vermögen und Akte beziehen sich aber im Fall von Mensch und Tier augenscheinlich auf dieselben Objekte. dass Vermögen und deren Akte sich aufgrund ihrer Objekte unterscheiden. spezifisch gleiche Träger. 13 So Roger Bacon. Quodl. 4 (ed. Questiones in III libros de anima (Cambridge.13 so bedeutet das umgekehrt. Stadler. 12 arg. Paris. 192 pt. 3 c. Gr. Ähnliches ergibt sich zweitens aus dem aristotelischen Grundsatz. Gr. dass es unter den Sinnenwesen keines gibt. Ergo sensitiva.14 Vor diesem Hintergrund stelAdelard von Bath. et ideo dicitur in i st o 2°. 1 (Città del Vaticano. Sed idem obiectum respondet potentie sensitive hominis et bruti. II. dass ihrem Wesen nach verschiedene Operationen auf wesenhaft verschiedene Träger (nature) schließen lassen. Liber phisionomie pars 2 c.. 1 n. 37 (ed. Biblioteca Apostolica Vaticana. fol. virtute cuius animal est animal. sondern auch für beide spezifisch die gleichen seien. Communia naturalium I pars 4 d. 1323 l. Questiones naturales q. Venezia 1505.“ Zu Bernhard und diesem Quodlibet (1283) siehe Glorieux. dass Operationen. Burnett. Albert d. dass derlei Vermögen und Operationen nicht nur Mensch und Tier gemeinsam.172 kapitel iii oder überhaupt nur bei diesen vorkommen. im vorliegenden Fall eine spezifisch gleiche sensitive Seele bzw.12 Im ersten Fragenkomplex steht das Problem der Mensch und Tier gemeinsamen sensitiven Seelenvermögen und Operationen im Mittelpunkt. Vgl. Borgh. De homine tr. ergo nature quarum sunt hec opera. La littérature quodlibétique. die sich ihrem Wesen nach nicht unterscheiden. Nam bestiae terrae nutriunt ipsum donec uiuit ut aues caeli etc. I. erit unius nature vel speciei in omnibus parti9 10 . quod solus tactus facit animal. 156. quod inter caetera animalia non est turpius animal ad uidendum sine ornatu alterius quam homo. 11 Michael Scotus. 15r): „Sciendum est. Mindestens zwei von den Magistern angeführte Lehrsätze legen nahe. De animal. ein spezifisch gleiches sensitives Vermögen voraussetzen. I q. 164).

23 f.) partem sensitivam erat. 2–9. 16 Galfrid von Aspall. una communis nobis et bestiis. 7 (269 l. ut primo: Quia operaciones sensitive hinc inde sunt eadem. 242– 274. utrum in diversis secundum speciem sit anima vegetativa diversa secundum speciem. Alonso. Anonymus.15 ähnlich eine bei Galfrid von Aspall16 und eine des Dominikaners Bernhard von Trilia (1283/1286).) ergo et ipsa eadem specie sunt. hoc patet. 20 Bartholomaeus von Brügge. Petrus Hispanus.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 173 len Magister die Frage. Ps. lat. So lautet eine Quaestion in einem Kommentar zu den ersten beiden Büchern De anima. 201. 158vb): „Queritur.19 Unklar war offenbar auch. Questiones super librum de anima II (Siena. ob die vegetative Seele bei Mensch. Sententia cum questionibus in libros de anima I lect. nämlich eine.“ Zu diesem Kommentar siehe die Literaturhinweise bei Köhler. Vgl. 20 – 430 l. 5 (ed. 8. Questiones in III libros de anima (Cambridge. Biblioteca Apostolica Vaticana. Tier und Pflanze sowie die sensitive Seele bei Mensch und Tier spezifisch dieselbe seien. Scriptum et questiones yconomice Aristotilis I c. 32 (ed. BC. Ludwig Baur. 30–33): „Circa quartam questionem sic proceditur et queritur utrum iste differentie anime que sunt vegetabilis et sensibilis sint eiusdem speciei secundum quod sunt in animali bruto et in homine et in plantis“. die Mensch und Tier gemeinsam ist. Biblioteca Apostolica Vaticana.) sit unius nature. Grundlagen. 4 (ed. Die philosophischen Werke des Robert Grosseteste.21. ed. 4). utrum vegetativa et sensitiva in diversis differunt in specie“. altera propria hominis?“. fol. 17 Bernhard von Trilia. 12 (Città del Vaticano. 156. Steele.“ 18 Robert Grosseteste. cod. Bartholomeus von Bottisham.] actus cod. 3 (ed. 11 c. quia tangibile. 301 Anm. I q. 274–643. an ˇ c sensitiva in hominibus et brutis sint sensitive eiusdem speciei. quod est eius obiectum. 241 l. 869. Communia naturalium I pars 4 d.III. Vat. Quod autem tactus (t. Borgh. Quaestiones in tres libros de anima II q.: „Item quaeritur: utrum sit duplex sensualitas. Scientia libri de anima tr.“ 15 Anonymus. die dem Menschen eigentümlich ist. 161ra): „Pertinens ad (autem cod. 3 c. sed exp. Roger Bacon. 2.18 Verschiedene Magister beziehen die vegetative Seele in ihre Überlegungen mit ein und stellen die Doppelfrage. 177 l. 11vb): „Queritur.-Robert Grosseteste. Petrus Hispanus Portugalensis. 8–14). inwiefern bei Tieren von „Klugheit“ die Rede sein kann. Summa philosophiae tr. fol.“ Vgl. Questiones in capitulum primum libri I et librum II de anima (Città del Vaticano. L. fol. Peterhouse Library. 196) „Queritur. 205Ara): „Questio.). Alonso. est unum. 11 c. 21–28). 4[a] . 19–22).“ Vgl. ob die sensitive Seele von Mensch und Tier spezifisch dieselbe sei oder nicht. Questiones in de anima II (ed. Bischofs von Lincoln (BGPhMA 9). und eine. Bischofs von Lincoln (BGPhMA 9). et videtur quod non. Quodl.17 Robert Grosseteste variiert die Fragestellung und formuliert: ob es eine zweifache Sinnlichkeit gebe. Vennebusch. 265 l. et videtur quod non. (et add. 296 l. Anonymus. 192 pt. Ludwig Baur.20 Das hervorstechendste cipantibus ipsam. utrum sensitiva in homine et bruto differant specie. 19 Petrus Hispanus. Münster 1912. utrum sensitiva hominis et bruti differant specie vel non.. hier 268 l. Tractatus de anima 6. ed. ebd. 2 f. 429 l. Die philosophischen Werke des Robert Grosseteste. vgl. Münster 1912. Cizmi´ . Sententia cum questionibus in libros de anima I lect. 1 (ed. hier: 468 l. fol. Alonso.

)“. [Venezianer Redaktion] I (Venezia.-Petrus Hispanus. 34. Tier. La littérature quodlibétique. I. In letzterem Aufsatz ist noch nicht erwähnt Anonymus. Quodl. Lat.22 Den zweiten Fragenkomplex23 repräsentieren vor allem Quaestionen zum Vorkommen freier Wahlentscheidung (ob diese allein bei rationalen Wesen oder auch bei Tieren gegeben sei24 bzw. C. Lat. Questiones super libros ethicorum III (Paris. XXXV. zu diesem Quodlibet und seiner Datierung (1301) siehe Glorieux. 8–14 (ed. 16va–17rb): „Utrum pycmei sint homines“. 1 n. ob die pygmei Menschen seien bzw.174 kapitel iii Zeugnis für diesen ersten Fragenkomplex sind indes die von einigen Autoren explizit aufgeworfenen Fragen. Köhler. Prudentia enim est virtus intellectualis. 56va): „ D einde queritur. Soppr. …“. 1 q. 15850. 230 f. 569): „Utrum liberum arbitrium tantum insit rationalibus. fol. Universitätsbibliothek. Gr. Super ethycam (Erlangen.“ 21 Anonymus. vollkommenste Sinnenwesen ist. 1 c. utrum sermo insit . De animal. 17 (Paris. ebd.. utrum in brutis sit voluntarium. 1321 l. zu einer für Nicolaus de Bar angelegten Sammlung. 15851.4. Lat. 213. 1325–1329). 39va): „Secundo queritur. propter quid homo dicitur nobilissimus inter cetera animalia“. II. Bibliothèque Nationale. 150vb: „‚Existente autem voluntario. Quodl. 234. In brutis autem non est intellectus.“ 22 Ps.. ob der Affe Mensch sei. utrum in brutis sit electio.25 zum Vorhandensein des Sprachvermögens (ob allein Menschen oder auch Tiere über Sprache verfügen). 1 (Ed. Albert d. 8): „De summa animalis perfectione quae est hominis. 199. La littérature quodlibétique. lat. 249rb): „Consuevit hic queri. vel etiam brutis?“ 25 Jakob von Douai (?). 16166. Petrus de Alvernia. Gr. Bibliothèque Nationale. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] I (Firenze. et videtur quod non. Albert d. XXI tr. Johannes von Tytyngsale. 2 n. Paris.20. Stadler. utrum symea sit homo. Biblioteca Nazionale Marciana. et videtur quod sic.‘ Deinde queritur. 1 c. Vat. ob es bei Tieren ein voluntarium gebe und ob Tiere eine Wahl treffen können). fol. Dean and Chapter Library. 263. dieses Quodlibet gehört nach Glorieux. 13 (Paris. De homine tr. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis IV (Paris. Questiones IV librorum ethicorum (Durham. 84ra): „Queritur ergo. 14rb): „ Queritur . 1 (ed.“ 23 Zu vergleichbaren Überlegungen zur Zeit der griechischen Sophistik siehe Dierauer. Hierzu Koch. II. vgl. fol. VI. 70 a. quomodo dicit animalia z bruta esse prudentia. et videtur quod sic (sicut cod. I. utrum eleccio sit in brutis“..“ 26 Gerhard von Breuil. 150rb): „Consequenter queritur. Lat. fol. ebd. Biblioteca Apostolica Vaticana. Anonymus. De animal. II. fol. fol. Lat.26 zu verschiedenen Erkenntnisleis(Transkription von Blaˇ ek. inwiefern der Mensch das vornehmste bzw. 78rb–vb): „Utrum scilicet pygmei sint homines“. 40): „Item. vgl. utrum in brutis sit voluntarium … Nunc queritur. propter quid homo inter omnia animalia sit nobilissimus. 14698. Anthropologische Erkennungsmerkmale.21 Darin bündeln sich viele der angeführten Einzelfragen samt der zentralen Frage. 2164. Bibliothèque Nationale.. Biblioteca Nazionale Centrale. forte aliquis dubitaret.IV. G. Bibliothèque Nationale.853. Sind die Pygmäen Menschen. Gr. fol. 228ra–229ra): „Nunc queritur. fol. Conv. q. sicut dicit auctor in littera“. XXI tr. utrum electio sit in brutis. VI q. fol. fol. 24 Albert d. Stadler. Questiones super librum de animalibus II (Città del Vaticano.

fol. an sensitiva in brutis possit (poss un t cod. utrum via racionis insit brutis. utrum insit brutis habentibus animam sensibilem intentio rerum universalis et per modum universalis. fol. fol. Expositio libri de anima cum questionibus et notabilibus I (Ed. quia in hoc fundantur mores. 151va): „De primo queritur. Galfrid von Aspall. Quod tamen falsum est. honorabilibus et inhonorabilibus. magnis et parvis.33 ob sie Wohlgerüche wahrzunehmen imstande soli homini“. Petrus de Alvernia.“ 27 Petrus Hispanus (Medicus). sed eciam aliis. Dep. 258va): „Consequenter quero. 60rb): „Notandum autem. et videtur quod sic. Dep. … 5° queritur. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] VIII (Venezia. Venezia 1500. Erf. Lat. CA 2° 172 [Redactio longa]. 234. 28 Ps. quod memoria non solum inest hominibus.] debiliter C) operari secundum motum virtutis irascibilis et (et om. fol. et hoc est querere. 667 l. 20va): „Dubitari potest hic primo super hoc. Questiones in de sensu et sensato (Oxford. Universitätsbibliothek. H 105 inf. 272. utrum sensitiva possit super moralem virtutem in comparando. 227 (ed. Quia videmus quedam bruta crudeliter (c. Anaxagoras) intellectum et animam esse idem aut eum (enim ed.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 175 tungen (beispielsweise ob bei Tieren der Erkenntnisweg der Erfahrung und der Erkenntnisweg der ratio anzunehmen sind. De animal. Alexander von Alessandria. 1 n.) ipsum intellectum esse in omnibus animalibus. et videtur quod sic.). CA 4° 312. quia intellectus agit recte secundum prudenciam. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] VIII (Venezia. Lat. Biblioteca Nazionale Marciana. VI. Questiones in libros II et III de anima (Erfurt. fol. an sensitiva brutalis possit super vocem (v.) super compositum. Universitätsbibliothek.. utrum animalia discernant et cognoscant individuales intentiones rerum et formas.30 ob sie gut und böse unterscheiden können.. Gr. Biblioteca Nazionale Marciana. Merton College. Merton College. Anonymus.32 ob sie über Gedächtnis verfügen. 10 (ed. et videtur quod sic. et an brutis insit locucio“.-Petrus Hispanus. 7 f. utrum via experimenti sit in brutis. 272. fol.“ 31 Galfrid von Aspall. O) quedam eiusdem speciei bene operantur secundum motus suavitatis. Oxford 1481. fol. Scriptum cum questionibus super dietas universales Ysac (Erfurt. Questiones in de sensu et sensato (Oxford. que est recta racio agibilium. 46ra): „Item quero. prudencia autem non est in omnibus animalibus. VIII tr. quod dubium est apud quosdam. quid est locucio. Expositio libri de anima III (Ed.“ 33 Anonymus. utrum sensitiva possit super discretionem boni a malo. . Questiones in de sensu et sensato (Oxford.] necesse cod. sed tantum in hominibus.“ 29 Galfrid von Aspall. Stadler.) significativam (significatam cod. …“ Vgl. 152ra): „Deinde. Quaestiones super librum de memoria et reminiscentia q. 258rb): „Consequenter quero. fol. 272. id est. die Fähigkeit zur intentionalen Zusammenfügung haben.-Petrus Hispanus.31 ob sie Intellekt haben. …“ 32 Aegidius Romanus.. fol.. 18va): „Alibi autem dicit (sc.29 ob sie Universalien erkennen.“ Vgl. utrum alia (aliqua ed.) animalia ab homine habeant intellectum. I.).27 ob Tiere individuelle intentiones erkennen28 bzw. Merton College. ut quibusdam brutis“. fol. Erf. 258rb): „Consequenter quero. Biblioteca Ambrosiana. 54va–vb): „3° queritur.“ 30 Ps. utrum universalia comprehendantur ab illis prout accipiunt res individuales. quod vult in hoc capitulo. Notule de memoria et reminiscencia (Milano. Albert d. 6 c. 234. VI.

6 c. 244–249). White. 167): „Utrum memoria insit omnibus animalibus“. Quaestiones super librum de sensu et sensato q. 237 (ed.42 Adelard von Bath White. 258: „Deinde querebatur utrum aliquod animal irrationale habeat aliquam cognitionem excedentem fantastaticam uel estimatiuam ac uniuersaliter omnem uirtutem sensitiuam. Thomas de Bailly. 41 Thomas von Aquin. ob natürliche Verhaltensgewohnheiten (mores naturales) im Menschen in einem wahreren Sinne als im Tier gegeben sind.36 Gegenstand einer disputatio de quolibet von 1304/1305 war die Frage. Sentencia libri de sensu et sensato. Quaestiones super librum de sensu et sensato. White. etwa einen Kampf gerichtete „zornmütige“ Streben (ira.39 ob jedwedem Sinnenwesen das „zornmütige“ Streben gegeben ist40— es weist immerhin Ähnlichkeiten mit dem vernunftgemäßen Streben auf 41—und auch. (Ed.38 ob die beiden sinnlichen Antriebsvermögen bzw. fol. 14. White. Gr. Vat. ed. 26–35). 2 n. 15 n. 46 (ed.. q. Proh. 42 Albert d. De animal.oder Einschätzungskraft und allgemein jedwede Art Sinneskraft hinausreicht. XLV/2. 36 Siehe unten S. Paris 1960. Quaestiones super librum de sensu et sensato q. Leon. 213. Colon. 2164. 12). Questiones super librum de animalibus VII (Città del Vaticano. XIV/1.35 Interesse weckte aber auch eine anthropologisch weniger gewichtige Frage wie die. 920 (Ed. Stadler. vis irascibilis)—im eigentlichen Sinne als menschliche zu betrachten sind.. ob Tiere glücklich sein können. 770 l. Gr. unde est homo. Et videtur. 37 Thomas von Bailly. (Ed.. idest consequentes hominem ex parte. 87): „Utrum alia animalia ab homine percipiant et sentiant odores per se delectabiles. 69–71): „Secundo quaeritur utrum concupiscentia et ira sint humanae. XIV/2.): „Quinto videtur. die über die Vorstellungs. XLV/2.34 zum Vorkommen zweckfreier Handlungen (liberales actiones) und zweckgerichteter Tätigkeiten (operationes mechanicae) wie Singen bzw. ob es bei anderen Sinnenwesen gleichfalls zu einem Ergrauen der Haare kommt.“ Zur Umschreibung der beiden sensitiven Kräfte beispielsweise Thomas von Aquin. I. quod sic. II. Gr. quod bestiae possint esse felices. 85 l. 16 n. 94 (Ed. 237–249).37 In anderen Quaestionen wird danach gefragt. 34 Petrus de Alvernia. II. II. Biblioteca Apostolica Vaticana. 3 (ed. II. Proh. 40 Petrus de Alvernia. 5. Palémon Glorieux. Quodlibets (Textes philosophiques du Moyen Âge 9). ebd. 4 (ed. 275vb): „Sed utrum mores naturales verius insunt homini quam bruto. lat. 225..“ 38 Anonymus. ob ein vernunftloses Sinnenwesen über irgendeine Erkenntnis verfüge.. Super Ethica X lect. 12): „Utrum ira insit omnibus animalibus“. 671 l. 8 l. Sentencia libri de sensu et sensato.176 kapitel iii sind). 20 f. vis concupiscibilis) und das auf eine Anstrengung. Quodlibetum IV q. -kräfte—das Begehren von etwas sinnlich Angenehmem (concupiscentia.“ 39 Albert d.“ 35 Albert d. ders. VIII tr. Leon. Super Ethica I lect. 8 l. Colon.“ . Herstellen von etwas.

46 Fuß. scheint im Volk dauerhaft verwurzelt gewesen zu sein. Jedenfalls weiß noch Roger Bacon davon zu berichten. fol. 68b): „Et quoniam quidam erroneus et imbecillis. 232. Wilhelm von Auvergne.. dass Hunde und sonstige Tiere eine Seele besäßen. ders. wenn man sie im Hinblick auf die in den letzten Jahrzehnten des dreizehnten Jahrhunderts in Europa aufkommenden Tierprozesse betrachtet. c. aber nicht ausschließlich um bestimmte körperliche Merkmale und Vorgänge wie Fortbewegungsdefizite bei Neugeborenen. 10.“ Siehe auch unten Anm. quarum tam multiplices et manifestae sunt actiones?“ 44 Roger Bacon. 112rb): „Quare est. ut equo. dass nur Menschen. quod homo inter cetera animalia precipue nascitur claudus?“ Weitere Textstellen siehe unten Anm. Tractatus de anima c. 255. .45 Diese rückten das Tier. partic. Venezia 1501. Questiones naturales 13 (ed. 112va: „Propter quid pes magis in homine quam aliis animalibus est carnosior?“ Weitere Textstellen siehe unten Anm. aber keine Tiere eine Seele haben.43 Die Überzeugung. 1 (ed. 48 Gerhard von Breuil. Nouveaux regards sur le monde animal à la fin du Moyen Âge. quare alia animalia non claudicant sicut homo a nativitate. Danach haben die laici die Fachleute (clerici) offenbar ausgelacht.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 177 hatte seinem Neffen seinerzeit noch erklären müssen. Bibliothèque Nationale.48 Au- 43 Adelard von Bath. 46 Petrus Hispanus (Medicus). wenn diese davon sprachen. 5 pars 8 (124a): „Quis igitur nisi extrema desipientia de iis ignorare permittatur animas non solum humanas.47 Augenfarbe. in: Micrologus 4 (1996) 41–54. ebd. 16166.44 Die Fragen dieses zweiten Komplexes erhalten eine besondere Bedeutung. 41 (Ed. Suppl. Beim dritten Fragenkomplex geht es hauptsächlich. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis I (Paris. speziell das Schwein. qui a similibus sibi sciolus putabatur. Biblioteca Nacional. fol. Burnett.. per quem non paucos forsitan involvit“. Expositio problematum Aristotilis. Lat. 1 pars 5 (Opera omnia II. Vgl. 283 l. fol.). fol. 3 c. Petrus von Abano. non inconveniens neque ad propositum usquequaque non pertinens errorem ipsius destruere.. unde derident clericos qui dicunt canes et cetera bruta habere animas. 1877. in eine problematische Nähe zum schuldfähigen Menschen. 18 ff. L’animal. 104rb): „Deinde queritur. hier: 47–51. Communia naturalium I pars 4 d. Steele. 9rb): „Item quare in homine nigrum est diversorum colorum et non in aliis animalibus exceptis paucis. negavit animam brutalem substantiam esse. 110 ff. 252. Glose super tegni Galieni (Madrid. 47 Ebd. dass entgegen einer Volksmeinung auch Tiere eine Seele haben. quia vix reperitur in aliis“.. sed etiam aliorum animalium substantias activas esse.“ 45 Michel Pastoureau. 1–4): „Immo vulgus laicorum in multis regnis adhuc credit quod soli homines animas habent.

Venezia 1501..52 Menstruation. 16166. quod in hominibus umbilici fiunt plurimum extra positione manifesti. Expositio problematum Aristotilis. Petrus von Abano. partic. fol. 53 Anonymus. fol. 194. 10. 10. quod et nulli aliorum ab eo accidit animalium pilos habentium a nativitate. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XVIII (Paris.53 Scheinschwangerschaft (mola). fol. Venezia 1501. Biblioteca Apostolica Vaticana. fol. Vat. sed solum in humana specie. quare mola non est in aliis animalibus ab homine. quod habens latos meatus narium proprie sternutat. Anonymus. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis I (Paris. partic. ebd. 54 Gerhard von Breuil.“ Siehe auch unten Anm.55 um körperbezogene Reaktionen wie das Lachen.)“.178 kapitel iii genabstand. Expositio problematum Aristotilis. Venezia 1501. Bibliothèque Nationale. 27 (259va). 481. quare homo minorem distanciam habet inter 2os oculos. queritur). Stedelijke Openbare Bibliotheek. 37rb): „Hic querit. Expositio problematum Aristotilis. quare homo proprie sternutat.57 Rauch- Gerhard von Breuil. quod homo illo tempore incipit habere barbam. Lat. quoniam partes posteriores. 36vb–37ra): „Hic querit. sed aliis animalibus inexistit grandis distantia preter pygmeum“. 481. Petrus von Abano. 118vb): „Quare est. quod in homine partes anteriores. cetera vero animalia magnam.50 Behaarung. fol. Homo inter cetera animalia est huiusmodi. Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge. 103rb): „Quare est. ubi nascitur barba? Hoc enim videtur dignum dubitatione. pilosiores sunt quandoque quam posteriores. ut pectorales et ventrales?“ Siehe unten Anm. fol. Biblioteca Apostolica Vaticana. 54 (Ed. 181rb): „…. 31. fol. Venezia 1501. lat. 15 (Ed. 2164. 4 (Ed. 204. 260 49 . 55va): „Quare est. ebd. pilosiores sunt quam anteriores.“ 56 Siehe unten Anm. partic. Anonymus. 264. 18 (Ed. fol. Questiones super librum de animalibus IX (Città del Vaticano. fol. 10vb): „Item quare in hominibus minor est oculorum distancia quam in aliis animalibus“. partic. sed in aliis animalibus non fiunt manifesti sic extra sensibiliter apparentes?“ 51 Petrus von Abano. Questiones super librum de animalibus IX (Città del Vaticano.56 Niesen.“ Siehe auch unten Anm.54 Bartwuchs bei der Geschlechtsreife. 10. Lat. sed in quadrupedibus est econtra. quare solus homo sternutat“. 257.51 Pulsschlag. Expositio problematum Aristotilis. ut quod tempore coitus fiant pilosiora circa partes oris. 104rb): „Quare est. 289vb): „Consequenter queritur. Bibliothèque Nationale. Expositio problematum Aristotilis. 55 (fol. partic. Venezia 1501. fol. Lat.. 10vb): „Item quare animalium solus homo habet umbilicum (umbiculum cod. 116ra): „Quare est. fol. fol. 2164. Anonymus. Stedelijke Openbare Bibliotheek. secundo movet dubitacionem. 16166. Bibliothèque Nationale. lat. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis I (Paris. cum fuerit potens coire. quare in animalibus non generatur mola. 198. quod homo inter cetera animalia secundum quantitatem sui corporis valde modicam habet distantiam inter unum oculum et alium.49 Nabel. …“. quod homo proprie sternutat inter cetera animalia“. quare solum in humana specie fluunt menstrua. 119vb). ut pectorales et ventrales. 174. 52 Siehe unten Anm. fol. …“ 55 Petrus von Abano. 57 Gerhard von Breuil. Petrus von Abano. 45 (Ed. Vat. 4. ut dorsales. 16166. 9rb): „Iuxta hoc queritur. 16166. partic. Bibliothèque Nationale. …“ 50 Gerhard von Breuil. 10. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis I (Paris. Respondet dicens. 285ra): „Sed (sc. cum in multis homo et bruta conveniant. ut dorsales. Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge. partic. 10. Lat.

sicut apparet in adolescentia maxime.62 Auch die Frage. super De animal. 6 (Ed. 109vb). ebd. denn unklar war. sed eorum. Die Quaestionen.. quod debilitato et minuto calido innato necesse est corpus. Lat. in höchstem Maße beim Menschen gegeben seien. in hominibus autem non nisi canorum—sed non eorum. Stedelijke Openbare Bibliotheek.. weshalb es nur eine einzige Spezies Mensch. 10. Berlin–New York 2571994. partic. die dem vierten Fragenkomplex zuzurechnen sind. quod totalis iste modus reminiscendi. G. quedam varii. 481. Sed in coitu hominis plus ceteris animalibus minuitur eius calidum innatum. minui et dissolvi. quare quedam sunt unius coloris. Respondet dicens. partic. Expositio problematum Aristotilis.-Petrus Hispanus. quod homo de numero animalium vel inter cetera animalium potissime dissolvitur et minoratur in coitu. cuius superflua emissio necessario calidum innatum minuit. I q. qui (que S) fiunt in senectute.61 Gefragt wird.) sola. Conv. si ita sit. …“ Zur morphea Jacquart. fol. 33 (fol. 188vb): „…. est natura pellis.. A la recherche. Gr. qui (que S) fiunt propter infirmitatem. aber eine Vielzahl von Tierarten gibt.59 (lepröse) Hauterkrankung morphea.63 kann diesem Fragenkomplex zugeordnet werden. 10. thematisieren vornehmlich Defizite des Menschen im Vergleich zu verschiedenen Tieren insbesondere hinsichtlich bestimmter Sinnesfähig58 Petrus von Abano. 5 (fol.58 Nasenbluten. fol. Colon. quare homo inter cetera animalia minoratur et dissolvitur coitu. Anlass zum Fragen bot ferner der Modus des Erinnerns. Willibald Pschyrembel. partic. Soppr. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XIX (Paris. Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge. 10. propter quid bruta istum modum non habent. Biblioteca Nazionale Marciana. XII. Lat. Gerhard von Breuil.“ . fol. Quaest. SOB.464. quem tradit Aristotiles. Venezia 1501. 56rb): „Quare est. Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge. Anonymus. omnino naturalis sit. 234. Anonymus. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] I (Venezia. fol. 98va): „Comparat hominem ad alia animalia penes morpheam dicens: Quare est. 51 (Ed. partic.“ 63 Beispielsweise bei Albert d. falls er naturgegeben ist.60 oder Schwächung durch den Geschlechtsverkehr. Venezia 1501. Biblioteca Nazionale Centrale. BN. quare in brutis sunt multe species. in genere humano unica (unita cod. 4. 31–51) und Ps. Expositio problematum Aristotilis. quare fumus plus nocet oculis hominum quam ceterorum animalium educendo lacrimas. Glosse super librum de memoria et reminiscentia (Firenze. quod homo inter cetera animalia maxime nocetur a fumo et proprie in oculis“. 481. 69ra): „Videtur ergo.“ 62 Adam von Whitby (?). ut in morphea alba fiunt albi pili propter pellem dealbatam. 117vb): „Quare est. VI. 19va–vb): „Hic querit. et proprie cervis“. 16166. 94 l. 992a. 7rb): „Queritur postea. Expositio problematum Aristotilis. fol. fol. Klinisches Wörterbuch. 505 f.. fol. warum diese nur bzw. quod homo solus inter cetera animalia incurrit morpheam“.3. Sed tunc dubitatur.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 179 empfindlichkeit.“ 59 Petrus von Abano. 2 (Ed. 61 Petrus von Abano. 10. weshalb Tiere ihn nicht haben. quod homini inter cetera animalium fluxus sanguinis ex naribus accidit?“ 60 Ebd. 97va): „Quare est. fol. quod et equis et asinis stalonum electis multotiens utentibus coitu minime contingit. 42rb): „Hic querit. cuius est. Venezia 1501. 20 (Ed. eo quod homo secundum proporcionem sui corporis plus ceteris animalibus spermatis spumosi emittit.

Expositio libri de anima II (Ed. 45ra): „Dubitaret forte aliquis. 101 a. 164): „Solet enim vulgariter communis esse questio. sed neque gradi neque quidquam. Jan Sulowski. quas homo non possit percipere“. Johannes von Tytyngsale. propter quid homo habet aliquos sensus imperfectos in comparatione ad alia animalia. cum eorum sensitiva non sic compleatur. Venezia 1500. fol. 311. cum brutorum animalium pleraque quam cito nata sunt statim ambulant. De animal.180 kapitel iii keiten und -leistungen. Siehe auch unten Anm. Suppl. Biblioteca Nacional. utrum aliis animalibus possint esse note species odoris. 104ra): „Deinde queritur. qualiter dicat hominem peius odorare quam alia animalia. 4 (ed. XXI tr. Soppr.. Expositio libri de anima II (ed. 447a–b). 1 n. Gr. V.) in aranea quam in homine. ut neque de cibo sive alimento vel curent vel curare noscantur. XXI tr. Burnett. fol. Biblioteca Nazionale Centrale. Biblioteca Nacional. qui eis precellere debent. Conv. 4 (ed. Sentencia super librum de anima II [unedierter Abschnitt] (Oxford. Quaestiones super librum de sensu et sensato q. Radulf von Longchamp. 128ra): „6° queritur. Questiones super librum de anima II (Oxford. et ita olfactum“. Petrus Hispanus (Medicus). 1323 l. 206 l.69 Erklärungsbe64 Albert d. ed. 10–13). 49 l.). Richardus Rufus (?). 1877. was den Tastsinn66 und den Gesichtssinn67 anbelangt. De animal. II.4. 1 c.853. De natura hominis c. Alonso. 1 c. propter quid homo inter omnia animalia tardius incedit. Melius enim odorant canes quam homo et alia animalia“. 272. Petrus de Alvernia. qu.“ 67 Albert d. 1877..“ 66 Ps. G. Biblioteca Nacional. ob wir Menschen mit einem schlechteren Geruchssinn als die übrigen Sinnenwesen ausgestattet sind64 und warum das so ist. Tractatus de anima c.] indigeat cod. utrum tactus plus vigeat (v. 150vb): „Secundo queritur..“ Vgl. Merton College. propter quid homo inter omnia animalia habet peiorem olfactum. 65 Petrus Hispanus (Medicus). Nemesius von Emesa. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] VIII (Firenze. 17–19: „Quid sit odoratus et quomodo fiat et quare quaedam animalia bruta fortiorem habent odoratum quam homines?“. 69 Wilhelm von Auvergne. 252.“ Vgl. Queritur eciam. 7 (ed. So beschäftigte die Magister immer wieder die aristotelische Frage. 5 pars 10 (Opera omnia II. 1 n.65 Ähnliche Fragen stellten sich für die Gelehrten. 55): „Utrum nos habemus peiorem olfactum ceteris animalibus“. 68 Adelard von Bath. fol. a. 1972. 2c (Ed. 88–91). utrum tactus maxime vigeat in homine. 17–19): „Sed dubitatur cum sensitiva hominis perficiatur per intellectivam ipsius. hac facultate privati debiles reperiantur?“ Petrus Hispanus (Medicus). utrum homo habeat peiorem olfactum aliis. Siehe auch unten Anm. Aegidius Romanus. Leon. II. Adam von Bocfeld. multo meliorem debet homo habere sensum unumquemque aliis animalibus. cur homines. Quaestiones naturales 37 (ed. 27 (ed. 219. Wrocław u. Questiones supra viaticum (Madrid. Summa theologiae I q. aliquos vero meliores. 125b–126a): „Homines vero soli adeo obtenebrati nascuntur. In Anticlaudianum Alani commentum 45. Radulphus de Longo Campo: In Anticlaudianum Alani commentum. Questiones super viaticum (Madrid. et videtur quod non“. 1877. Glose super tegni Galieni (Madrid. Stadler. ut videtur. Verbeke/Moncho. fol. quod vitam .-Petrus Hispanus. Stadler. 14rb): „De quo dubitatur: Cum virtus sensitiva in homine quodam modo perficiatur virtute intellectiva et in aliis animalibus non. Gr. 163rb): „Nunc queritur. 1323 l. II. fol. White.] secunda ratio cod. 82 l. 150vb): „Secundo queritur (s. weitere betrafen die erst relativ spät gewonnene Gehfähigkeit des Menschen68 und generell das Fehlen jeglicher angeborener überlebensnotwendiger Kenntnisse. 10–14). fol. fol. Balliol College. Thomas von Aquin.

fol. in qua nascuntur homines et in qua sunt animae eorum. fol. et tamen sibi non est datum a natura eligere medicinam sibi iuvativam contra nocumenta sua. sic enim omnes essent medici. 117va): „Quare est.72 warum der Mensch das eine erfasst und einsieht.-Petrus Hispanus. vgl. VI 234. et primo queritur.. schwächer und unvollkommener ausnimmt als alle anderen Sinnenwesen. 239vb): „Quare homo est animal iniustissimum inter cetera animalia? Non enim videtur.) aliis animalibus. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis VIII (Paris. in senectute). imo obtenebrositatem etiam super omnem brutalem ignorantiam. dass manche Tiere im Unterschied zum Menschen über eine naturgegebene Kenntnis von Heilmitteln verfügen. explizit formulierten Fragestellungen vermitteln einen ersten Eindruck davon. Lat.70 Zu denken gab ebenso. Oppositum tamen sepe videtur de pluribus. propter quid homo inter omnia animalia sit turpior et debilior et imperfectior inter omnia animalia (sc. cum nullum aliorum pervertatur aut minime?“ 73 Ebd. 119va): „Deinde de reditu etatis in homine. 63ra): „Homo autem inter omnia animalia est nobilissimum. partic. 11 (fol. quod homo inter cetera animalia aut solus pervertitur ab esse suo naturali perfecto et in imperfectum transmutatur aut maxime. partic. 10. Die volle thematische Breite ipsorum vel sustentet vel nutriat vel quolibet aliorum modorum adiuvet.. 259va): „Propter quid homo pre aliis animalium amens efficitur?“ .73 und weswegen der Mensch häufiger als die übrigen Sinnenwesen seine Unterscheidungs. 7 (Ed. Venezia 1501. Expositio problematum Aristotilis. 251va): „Revertitur adhuc querendo circa intellectum dicens: Quare homo inter cetera animalium precipue unum apprehendit et intelligit et aliud facit. während die Tiere grundsätzlich stets das ausführen. et] et a. donec paulatim per nutrices vel nutritios et totius vitae suae consuetudine aliquatenus ad eruditionem proficiat. imo etiam cum aliqua parte ovorum evolantes et ad pastum matrem sequentes.und Orientierungsfähigkeit einbüßt. quia in homine perfectior est calor naturalis et humidum naturale.“ 71 Ps. quibus debet ab iniustitia prohiberi“. 29.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 181 dürftig war auch die mit Erfahrungsevidenz begründete Annahme. cod. das andere aber tut. Videmus siquidem perdices nondum pene exclusas ab ovis.74 Die angeführten Beispiele von Quaestionen bzw. ed. warum der Mensch das ungerechteste Sinnenwesen sei. 50 (fol.. 26 (fol. ebd.) videntur facere?“ 74 Ebd. Biblioteca Nazionale Marciana. Bibliothèque Nationale. Lat. was sie erfasst haben.“ 72 Petrus von Abano. warum der Mensch sich im Alter hässlicher. … Desipientiam vero. 16166. partic. fol.71 Schließlich stießen die pseudoaristotelischen Problemata die Fragen an. fere autem universaliter et bruta quod apprehendunt et (a. quis ignoret?“ 70 Gerhard von Breuil. partic. cum disciplina participet et intellectu. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] VII (Venezia. 31. operari vel possunt vel sciunt. 30. Ergo multo forcius nec (in add. Contrarium videtur. welche Fragen die Magister bei ihrer naturphilosophischen Erkenntnisbemühung in Bezug auf die konkreten Ausprägungsweisen des spezifisch Menschlichen vornehmlich beschäftigten.

“ Vgl. 90–92). 305 l. die ihn eigentlich zum Menschen machen. Bartholomeus von Bottisham. in denen das Köhler. eben das.. 2. 75 76 . „insofern er Mensch und nicht insofern er ein Sinnenwesen ist.182 kapitel iii dieser Erkenntnisbemühung mit all ihren Verzweigungen lässt sich daran freilich noch nicht ablesen. wenn sie vor der Aufgabe standen. Peterhouse Library. 49 (Ed. 585–597. was dem Menschen formell aufgrund seiner Wesenheit zukommt. 59– 64). XIV/1. die spezifizierenden Topoi solus homo und maxime in homine mit ihren verschiedenen sprachlichen Varianten und—mittelbar—die bestialis/brutalis-Terminologie. Ebd. 2. wenn wir nunmehr den Blick auf die Verwendung der drei hauptsächlichen einschlägig relevanten Formulierungen richten: die Kennzeichnung des Menschen als animal nobilissimum bzw. animal perfectissimum. Sententia libri Ethicorum V 12 (Ed. homo inquantum homo. 49 l. Leon. 77 Albert d.“77 Dabei brachten sie neben den zentralen Wesenszügen des Menschen.). 11ra): „Homini enim in quantum animal est con ven it sentire.76 Die Autoren griffen auf die reduplikativen Wendungen—abgesehen vom Kontext theologischer Erörterungen— gerade auch dann zurück. Nehmen doch nach einer vom Doctor universalis vorgeschlagenen Sprachregelung Aussagen über den „Menschen als Menschen“ direkt spezifizierend Bezug auf das. De natura hominis c. Super Ethica I lect. Versuchen wir einen Überblick darüber zu gewinnen. Colon. 9 n. 587. das Spezifische des Menschen möglichst präzis von dem mit den anderen Sinnenwesen Gemeinsamen abzuheben. in quantum autem racionale est con ven it sibi intelligere. was zum Menschen gehört. Verbeke/Moncho. Die Artikulierung der Merkmale des spezifisch Menschlichen Ohne Zweifel führen—wie wir an anderer Stelle ausführlich dargestellt haben75—am direktesten die von den Magistern (besonders häufig von Albert dem Großen) verwendeten reduplikativen Formeln „der Mensch als Mensch“ bzw. Nemesius von Emesa. Gr. Questiones in III libros de anima (Cambridge. et ita diversi actus con ven iunt homini racione generis et racione differencie. Darüber gewinnen wir Aufschluss.. 192 pt. Grundlagen. auf welche Züge des Menschlichen sie jeweils hinweisen. fol. insofern er Mensch ist“ (homo ut homo. XLVII/2. naheliegenderweise auch konkrete Lebensäußerungen zur Sprache. homo secundum quod homo) zu den hochscholastischen Lehrmeinungen über die Wesensmerkmale des Menschen. „der Mensch. 17 (ed. 55 f. Thomas von Aquin. 101 l.

80 Beispielsweise Albert d. 821 l. animal perfectissimum sowie vor allem der spezifizierende Topos solus homo mit seinen verschiedenen Varianten und auch die bestialis/brutalisTerminologie in bestimmten Verwendungsweisen. 10): „nam ipse est nobilissimus (!) et altissimus (!) omnium animalium. die Textüberlieferung ist einhellig. ed. fol. vgl. 740 l. De animal. …“ Zum Nebeneinander von Monopolgedanken und Verwendung des Komparativs oder Superlativs bei der Beschreibung des Verhältnisses zwischen Mensch und Tier in der griechischen Antike siehe Dierauer. 1 [Teiledition]. Stadler. Tier. animal perfectissimum Die Kennzeichnung des Menschen als „vornehmstes Sinnenwesen“ geht auf eine Stelle in der von Michael Scotus angefertigten Übersetzung der historia animalium aus dem Arabischen zurück.“81 Daneben verwenden sie ohne erkennbaren 78 Aristoteles. 17 l. sondern als „bekanntestes“ Sinnenwesen. Gr. Leiden u.. 90 f.: „…. De animal. homo autem animalium notissimum nobis ex necessitate est“. ed. De historia animalium I 6 [Translatio Guillelmi de Morbeka]. et propter hoc homo sicut nobilius est quolibet animali. Anonymus. et est aput nos notior et magis fixus sibi diversis neccessario. 4 n. Gleichwohl sind die wichtigsten sprachlichen Hinweise auf die Erörterung des spezifisch Menschlichen in seinen konkreten Ausprägungen die Ausdrücke animal nobilissimum bzw. Das Leitkonzept des animal nobilissimum bzw.78 Nach dem griechischen Text sowie der ihn sinngemäß wiedergebenden Übersetzung des Wilhelm von Moerbeke bezeichnet Aristoteles an dieser Stelle den Menschen nicht als „vornehmstes“. 9 n. 2. 4 n. Pieter Beullens/Fernand Bossier (Aristoteles Latinus XVII 2. Biblioteca Nacional.1. …“. 47rb): „Quia homo est animal nobilius. Questiones super libro de animalibus XI (Madrid. I. 1877. XIV/2. 903 l. 37). 183. 62 (ed. . Super Ethica X lect.1). 16609. Anonymus. 90 f.“ 79 Aristoteles.. Compendium philosophiae) V c. 1 c. ders. Paris 1936. a. quia tamen homo nobilior est omnibus aliis animalibus. XIII tr. Bibliothèque Nationale. Compilatio de libris naturalibus Aristotilis (sog. II. 272rb): „…. Super Ethica X lect.) [Translatio Scoti] (unveröffentlichte Kollation von Vollmann.. Stadler. 45 f. 885 (Ed. 41). dens. Colon. 740 l. 2000. De historia animalium I 6 (491a20 f.I. fol. Colon. Biblioteca Nacional. Commentum in de anima (Paris. 26 (ed.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 183 Menschliche seinen Ausdruck findet. 1877.).). Lat. Petrus Hispanus (Medicus).9 n.. XIV/2. Michel de Boüard. ders. 1 c. …“ 81 Beispielsweise Albert d. 24va): „…. Une nouvelle encyclopédie médiévale: Le Compendium philosophiae. Notule super Iohanicium (Madrid. 885 (Ed.. 313 f. XII tr.79 Die Autoren führen das Konzept des animal nobilissimum außer in der von Scotus gewählten superlativischen Ausdrucksweise auch in der Komparativform an und sprechen vom Menschen dann als dem „vornehmeren unter den Sinnenwesen“80 oder verkürzt als „vornehmerem Sinnenwesen. fol. Gr.

De animal.. II tr. . fol. So spricht etwa Albert der Große im Plural von animalia perfectissima. Stadler. fol. animal. Biblioteca Nacional. 84 Hierzu Dierauer. dass der Mensch in allem eine vollkommene Natur besitzt83—ein Gedanke. 63va): „Dicit (d icens cod. quoniam homo bonam naturam perfectam habet in omnibus.. der schon in den Sokrates-Erinnerungen Xenophons zu finden ist und den dann insbesondere die Stoa mit Nachdruck hervorgehoben hatte. Questiones super libro de animalibus XIII (Madrid.“ Mit dem Begriff des animal perfectissimum greifen sie offenbar die Feststellung des Stagiriten auf. IX. 49 und 224–238.184 kapitel iii Bedeutungsunterschied82 die Kennzeichnung des Menschen als „vollkommenstes Sinnenwesen“ oder—bisweilen auch in diesem Fall auf die Komparativform zurückgreifend—als „vollkommeneres Sinnenwesen. Sassi. 286b). Erf.. VIII tr. CA 4° 316. Maria M.85 Letzterer wird in einem anonymen Physiognomie-Kommentar im Hinblick auf die Ausprägung der männlichen Gestalt als „vollkommenstes von allen Sinnenwesen“ besonders hervorgehoben. Universitätsbibliothek. Tier. 1877. Dep. Albert d. 1 c. animal perfectissimum verweist zum einen auf die aus der Gattungsgemeinschaft erwachsenden Gemeinsamkeiten des Menschen mit den Tieren. Gr. Paris. 1 n. 56. 8. 573 l. 86 Anonymus.“ Vgl. sed bone carnositatis …“ Zum Löwen als Sinnbild von Stärke und Adel in der griechischen Antike siehe Dierauer. Gelegentlich kommt es vor. 21 f. De mot.84 In der Regel verwenden die mittelalterlichen Autoren den Begriff in dieser strikt auf den Menschen bezogenen Bedeutung. I. 128): „…. Gr. Die terminologische Verknüp- 82 Siehe etwa Petrus Hispanus (Medicus). zum andern aber bringt es vor allem generell die Vorrangstellung des Menschen gegenüber den anderen Sinnenwesen zum Ausdruck. La scienza dell’uomo nella Grecia antica (Nuova Cultura 6). sicut dictum est. und bezieht neben dem Menschen auch den Löwen in die Bezeichnung mit ein. quod hiis ita se habentibus. 6 (ed.. Tier.) [Translatio Scoti] (unveröffentlichte Kollation von Vollmann.). Scriptum cum questionibus super phisiognomiam (Erfurt. an denen sich als Merkmal der Fortbewegung das Vorsetzen des rechten Fußes beim Gehen feststellen lasse.86 Das Konzept animal nobilissimum bzw. Torino 1988. Habet enim os [breve] magnum et faciem quadratam vel latam non valde osseam. 2 (Ed. De historia animalium IX 1 (608b6 f. 1 c. dass sie ihn auch in einem etwas weiteren Sinn einsetzen und auf bestimmte Tierarten ausdehnen. 48 f. leo videtur esse perfectissimum animalium in accipiendo masculi formam vel figurationem. cum homo sit nobilius et perfectius animali …“ 83 Aristoteles.) ergo. 277rb): „…. 85 Albert d.

Commentum in de anima (Cambridge. indiguit instrumentis.“ Petrus von Abano. 535 (Ed. Sie bezieht sich dann auf die Annahme seiner Gottebenbildlichkeit und seiner ihm möglichen unmittelbaren Vereinigung mit Gott.90 Regelmäßig greifen die Magister die aristotelische Kennzeichnung des Menschen als animal prudentissimum auf.4. Auch diese Termini drücken eine Vorrangstellung des Menschen gegenüber allen anderen Sinnenwesen aus. cuius comparatio ad alia animalia est sicut comparatio auri et argenti ad alia metalia“.-Petrus Hispanus. quibus posset etiam sapientiam et prudentiam exercere“. Biblioteca Apostolica Vaticana. 239ra): „Dicit primo. 118vb): „Item natura plus dedit homini quam brutis. super De animal. lat. ebd.“ 88 Beispielsweise Petrus Gallecus. fol. Expositio problematum Aristotilis. 461 l. inquantum est ad imaginem dei et immediate sibi unibilis. 83vb): „…. Conv.“ 89 Albert d. III q. 294. auch in spezifisch theologischem Sinn verwendet werden. Colon. fol. 132 l.) [Translatio vetus] (ed. 2164. Wilhelm von Clifford. quod homo est nobilissima et dignissima creaturarum et notior omnibus animalibus“. im Übrigen entspricht dieselbe auch der formellen Hierarchisierung der Sinnenwesen.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 185 fung von nobilissimus mit altissimus in der Scotus-Übersetzung87 oder mit dignissimum in einer Reihe sonstiger Textzeugnisse88 unterstreicht diese Bedeutung zusätzlich. Super Ethica VI lect. Peterhouse Library. Vat. et haec est consideratio theologi. partic. Ps. Merton College. wie Albert der Große vermerkt. 99–102): „… hominis nobilissimi et dignissimi animalium omnium et magis noti nobis et de necessitate magis distincti ab aliis. fol. Gr. 7 (Ed. XII. sondern bezogen auf jeweils einen spezifischen Merkmalsbereich wie die Behen- 87 Vgl.89 Die Bezeichnung des Menschen als dignissima creaturarum kann. 82 l. XIV/2. Anonymus.. 3 (fol. quia cum homo sit sapientissimum animalium et prudentissimum. Biblioteca Nazionale Centrale. Soppr. Concordancie philosophie extracte per ordinem alphabeti ex libris philosophorum Aristotilis … et aliorum (Oxford. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] I (Firenze. Venezia 1501. 76vb): „Quod homo est omnium animalium dignissimus et nocior et magis fixus.“ 91 Aristoteles. 238ra): „…. fol. quod homo est dignisssima creaturarum. 10 n. 18c (Ed. White.853. 79 – 133 l. Anonymus. wenngleich gewöhnlich nicht genereller Art.91 Bisweilen ist ebenso vom Menschen als animal sapientissimum oder animal rectissimum die Rede. fol. politicorum primo et 2° de anima. G. 90 Ders. De anima II 9 (421a22 f. Martínez Gázquez. 4). homo) prudentissimum est animalium. Liber de animalibus I (ed. 30. 28. 18–21): „…. 157.. Quaest. partic.. Colon. cum homo sit dignissimum in natura. 248va): „Quare in genere animalium homo est prudentissimum?“ . Questiones super librum de animalibus I (Città del Vaticano. cum homo sit altissimus et nobilissimus. 222): „Unde (sc. …“.

Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XIII (Paris. Erf.. scilicet quia homo prudentissimum est animalium“. et hoc ostendit bonitas complexionis tocius corporis.-Petrus Hispanus nach beiden Fassungen seines De animalibus-Kommentars auf sie ein. 216. Merton College. Notule super librum de anima (Erfurt.-Adam von Bocfeld. 14va): „Et quod homo sit animal prudentissimum per certitudinem tactus. Lat. 109va): „Deinde dat causas diversitatis pulmonis in diversis animalibus dicens. et propter hoc homo rectissimum est omnium animalium. Bibliothèque Nationale. 206rb): „Secundo autem per signum ostendit. scilicet tactum. quod homo sit animal prudentissimum. Gerhard von Breuil.“ . fol.4. quod habet tactum optimum. Bibliothèque Nationale. Conv. 61vb): „Deinde cum dicit ‚Unde et prudentissimum‘.94 Worin sehen die Magister die mit den Begriffen animal nobilissimum bzw. Dep. 1359.“ Siehe auch oben Anm. weshalb genau erweist sich ihnen der Mensch als das vornehmste oder vollkommenste Sinnenwesen? Mindestens zwei Magister werfen diese Frage ausdrücklich auf und formulieren direkt darauf eine Antwort. quod homo precellit in tactu. quod nos habemus gustum cerciorem. Venezia 1500. fol. qu. 75rb–va): „Unde ex hoc. fol. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XVI (Paris. „dritte Redaktion“] (Berlin.853. 16166. Calidum enim recta facit. Aegidius Romanus. est). quia corpus humanum consistit in maxima equalitate complexionis. confirmat per singnum. 16166. 906. 136r): „… dicens (sc. est enim prudentissimum animalium. qui hunc sensum. Simon von Faversham. cum dicit ‚Singnum autem‘. Notule super tres libros de anima [sog. Anonymus. Causa huius est. quod homo sit prudentissimus animalium aliorum“. fol. ideo est homo animal prudentissimum“. Lat. licet quedam animalia alios sensus a tactu habeant certiores nobis. et hoc (sc. et quia hoc. De anima [Florentiner Fassung] (Firenze. 66 und unten Anm. Soppr. fol. quod in sciencia habeat prerogativam industriam secundum tactum. fol. quod tactum habemus certissimum. Universitätsbibliothek. tactum autem habemus certissimum inter omnia animalia. tamen sensum tactum inter omnia animalia habemus certissimum. CA 4° 312. animal perfectissimum angezeigte grundsätzliche Vorrangstellung des Menschen im Einzelnen begründet. quia in genere hominum illi sunt prudenciores et nobilius intelligentes et mente aptiores. Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz. 63. Biblioteca Nazionale Centrale. que quidem complexio fit ex differenciis tangibilibus. fol. Im Hinblick auf das Konzept des animal nobilissimum geht Ps. Sentencia super librum de anima II [unedierter Abschnitt] (Oxford. habent certiorem“. et hoc quia gustus est quidam tactus. Et ob hoc homo inter omnia animalia est animal prudentissimum“. et propterea homo certissime sentit huiusmodi differencias. ex hoc. 64ra): „…. dass der Mensch 92 Adam von Bocfeld. infert. quia tota species humana in bonitate tactus excedit alia animalia. Lat. 45va): „…. Nach der „Florentiner“ Fassung sind insgesamt fünf Gründe dafür maßgebend.“ 93 Ps. Universitätsbibliothek.186 kapitel iii digkeit des Verstandes. Aristoteles). Henricus de la Wyle. 94 Gerhard von Breuil. Questiones super tres libros de anima (Oxford. Expositio libri de anima II (Ed. concludit incidenter. Dicta super librum de anima II (Leipzig. G. Richardus Rufus (?). Magdalen College. 155va): „…. fol. fol.92 die herausragende Qualität des menschlichen Tastvermögens93 oder die aufrechte Gestalt. pernicitas (pervicacitas CP) intellectus. quod … Item quia sunt rectiora. dicens: Unde—id est: propter hoc—supple: homo—est prudentissimum animalium“. 272. sequitur.

propter quid homo dicitur nobilissimus inter cetera animalia. 559. que perficit ipsum.“ 97 Ps.96 Die gleichen fünf Gründe führt in knapper.“ . aber mehr stichwortartiger Form auch die „Venezianer“ Fassung auf. sicut dicit auctor in littera. 103. dico.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 187 als „vornehmstes“ Sinnenwesen anzusehen ist. den Menschen unter allen Sinnenwesen für das vortrefflichste Leben disponiert und mit ihrer Schönheit für den Empfang der Vernunftseele qualifiziert. inter omnia animalia. quia in ipso concurrunt omnes nature superiores. A Medieval View. quia in complexionibus aliorum nec est tanta temperancia nec tanta equalitas. 2a est in temperamento complexionis. Dicit Avicenna: Alia causa est. 5a causa est a parte finis. est simile anime. et illa sunt propter elementa. 14rb–va): „ Queritur . Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] I (Venezia. Secunda est nobilitas sue complexionis.) testatur Algazel. 3a causa est composicio sui corporis in consimilibus et organicis. Nam sicut habetur in isto libro ‚Terra sp er ica est‘. 84ra): „Queritur ergo. Dicendum. Ad hoc dicendum. Unde anima. Soppr. 4a causa est perfectio. Conv. et ideo ad vitam nobilissimam disponitur a parte sue complexionis. Siehe unten Anm. Quarta causa est anima nobilissima in natura rationalis. Una tamen prima est perfectio materialis. in der alle höheren Naturen (der Himmelskörper mit ihren Bewegern) sich vereinen. plante propter animalia. ut celestia omnia. quia omnia corpora concurrunt ad ipsum. et elementa propter plantas. Prima est completio et perfectio nature in ipso. que perficit corpus primum. Biblioteca Nazionale Marciana. animalia vero propter hominem. Der erste Grund ist die Vollständigkeit und Vollkommenheit der menschlichen Natur. Algazel. der vierte Grund liegt in der durch die Vernunftseele als abschließend bestimmender Form (ultima forma) verliehenen Vollkommenheit und der fünfte in der Bedeutung des Menschen als (Zustand der) Vollendung (status) und Zielgröße (finis) aller anderen Dinge.95 der zweite Grund ist im Adel seiner Komplexion zu sehen. wobei in diesem Text die Ähnlichkeit der menschlichen Seele mit der Seele des Ersten Himmelskörpers eigens angesprochen wird.97 Am eingehendsten und 95 Zum Ideenhintergrund bei Calcidius und Macrobius siehe Dales. et propter pulcritudinem sue complexionis recipit animam racionalem. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] I (Firenze.-Petrus Hispanus. et ideo recte minor mundus nuncupatur. fol. quam recipit ab ultima forma. … propter corpora supracelestia. Lat. quia homo est status et finis aliorum. fol. propter quid homo inter omnia animalia sit nobilissimus. quod 5 sunt cause nobilitatis in homine. die sich vor derjenigen anderer Sinnenwesen durch ihre Ausgewogenheit und Gleichmäßigkeit auszeichnet. ut (un de cod. nam in nullo ita organizata nec ita elegans composicio membrorum.4. den dritten Grund bildet der gegenüber allen anderen Sinnenwesen in unvergleichlich höherem Maße wohlgeordnete und feine Gliederbau. 96 Ps. 234. G. nam in ipso est status nature. Biblioteca Nazionale Centrale. qui est finis. scilicet anima intellectiva. sodass der Mensch „Welt im Kleinen“ heißt. VI. quia finis omnium.-Petrus Hispanus. quod sunt cause multe. Tercia consistit in comparatione partium organicarum.853.

. XXI tr. 1 c.. 4 (ed. Stadler.. 2 (ed.“ 100 Ebd. XX tr. 1–7 (ed. 101 Albert d. ebd. seien sie sensitiver oder rationaler Natur. 3 (Ed. 6–9): „Patet igitur ex omnibus praedictis non solum in adiectione rationis esse hominem animal perfectissimum. De animal. 1 c. 2 c. Vgl. Super ethicam veterem. II. 3 (1322 l.100 Die Vernunftseele des Menschen ist nichts seiner Gattungsnatur gewissermaßen lediglich Aufgepfropftes. 103 Vgl.. 1323 l. maßgeblich hineinwirkt. 1 n. Colon. Albert d. II. dass der Mensch sich von den anderen Sinnenwesen nicht allein aufgrund seiner differentia specifica unterscheidet. 153. VII tr. Stadler. 1 n. 1322 l. Tier. Bibliothèque Nationale. Questiones super libro de animalibus XIII (Madrid. Gr. 2 c. Petrus Hispanus (Medicus). Prol. 1 n. 10 f. ihnen teilt sie von ihrer eigenen Seinsweise mit und weitet deren Können in größtmöglichem Maße aus. 4). XVI/2. Stadler. sondern dass diese Vernunftbegabung in sämtliche Vermögen des Menschen wie auch in die Weise der ihnen entspringenden Operationen. sed etiam in omnibus potentiis et modo operationis omnium potentiarum tam sensibilis quam rationalis. II. 1 (1321 l. 605. die diejenige des Menschen ist“ widmet er ihr in De animalibus ein eigenes Kapitel.. Grundlagen. 1321–1325). 6 (1319 l. 1 c. XXI tr.). sondern gleichermaßen im Hinblick auf die Ausprägungen seiner Gattungsnatur sowohl in sensitiver Hinsicht (genus proximum) als auch in vegetativer Hinsicht (genus remotum). Zur Hintergrundkonzeption bei Aristoteles siehe Dierauer. fol. Metaph. 98 99 .. 6 n. dass dem Menschen in seiner Gattungsnatur—gleichsam äußerlich—die Vernunft hinzugefügt ist (solum in adiectione rationis). Zum aristotelischen Hintergrund siehe Dierauer. 104 f. 1 n. Gr. 20–23). XXI tr. 3804 A. Lat. 37). 27–30). 152rb): „Sed nos non exedimus bruta nisi in intellectu. 28–30)..101 Die mit spürbarem Nachdruck vertretene Kernthese des Doctor universalis lautet daher. Stadler. 7–16) und n.. 30–32. vielmehr durchformt sie sowohl seine vegetativen als auch seine sensitiven Kräfte samt deren somatischer Basis. Gr. 4 c. 372 l. De animal. De animal. 88–90 (1319 l.98 Ins Zentrum seiner Überlegungen rückt er dabei den Gedanken. 102 Albert d. 3 (ed. (Paris. …“ (dabei handelt es sich um eine Aussage innerhalb eines vom Verfasser angeführten Argumentes). 1 c. ders. 1 n. 1323 l. XX tr. Anonymus.99 Gleiches gilt hinsichtlich der körperlichen Ausstattung. 32 – 1320 l. Gr.102 Das aber bedeutet: Albert erklärt den bloß abstrakten Hinweis auf die Vernunftbegabung des Menschen103 für anthropoAlbert d.188 kapitel iii philosophisch gehaltvollsten hat sich Albert der Große mit der Frage der Vorrangstellung des Menschen innerhalb der Gattung der Sinnenwesen befasst. Er erörtert sie im Hinblick auf das Konzept des animal perfectissimum. 148 ff. 153. Unter der Überschrift „Über die höchste Vollkommenheit des Sinnenwesens. De animal.. XXI tr. XXI tr. 39 – 1323 l. Köhler. II.. 148 ff. 1321 l. Tier. 1 c. dass diese höchste Vollkommenheit unter den Sinnenwesen nicht allein besagt.

II. De animal. 19). 1 n. XXII tr. 57: „Et hinc est quod homo et rationis compos est et sentit et crescit solaque ratione meruit praestare ceteris animalibus..106 mit einer zweiten auf die menschliche Hand als „Organ der Organe“ und Werkzeug des tätigen Intellekts sowie deren universelle. n.104 bietet der Doctor universalis eine theoretische Fundierung der naturphilosophischen Befassung mit den konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen. 105 Hierzu Köhler. II. die Albert an späterer Stelle in einem für seine philosophisch-anthropologische Konzeption zentralen Text des Weiteren aufschließt und zugleich in ein umfassendes Strukturmodell des Menschlichen integriert. Bei ihnen handelt es sich um Spezifizierungen bzw. 1877. Ambrosii Theodosii Macrobii Commentarii in Somnium Scipionis. Über den grundlegenden Gesichtspunkt. . 6 (1324 l.107 mit einer dritten auf die wohlproportionierte Körpergestalt des Menschen der Länge. 6 (1324 l. James Willis. fol. 11. Grundlagen. 5 n. 106 Albert d. ed. Breite und Tiefe nach und die dadurch bedingte differenzierte Anordnung der Organe. Intellectus autem venit ab extrinseco nec est principium digestionis“. n.. 7). nicht auf die Fortbewegung bezogene Funktion. 622 ff. 39 – 1324 l. Gr. 14.. Leipzig 21970. XXI tr. hinaus führt Albert noch fünf weitere Aspekte an. 277rb): „Sed homo super animal non addit nisi intellectum..ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 189 logisch unzureichend und dringt aus seiner Sicht auf ein Ausloten des spezifisch Menschlichen bis in dessen konkrete. Stadler. Gr. …“ 104 Albert d. 1353–1355). In seinem eigenen Ansatz repräsentiert denn auch diese Kernthese die zu seiner Reflexion über den Menschen als solus intellectus komplementäre Dimension. 20–32). unter dem der Mensch als vollkommenstes Sinnenwesen zu sehen ist. 5 (ed. Konkretisierungen des Gesagten. Zugleich führt er überzeugend die Notwendigkeit eines ganzheitlichumfassenden Ansatzes im philosophischen Erkenntnisbemühen um den Menschen vor Augen.108 Einen vierten Aspekt leitet er daraus ab.105 Wichtige Entwicklungslinien des philosophisch-anthropologischen Denkens im Abendland waren mit diesen Überlegungen vorgezeichnet. quae quia semper prona sunt et ex ipsa quoque suspiciendi difficultate a superis recesserunt nec ullam divinorum corporum similitudinem aliqua sui parte meruerunt. 107 Ebd. 33 – 1325 l. Stadler. 1323 l. In sommnium Scipionis commentarii I. Mit der ersten verweist er auf die einzigartige Ausprägung des für das Sinnenwesen schlechthin konstitutiven Tastsinnes im Menschen und die darin gründende fein ausgeprägte Schärfe aller übrigen menschlichen Sinne. 108 Ebd. erfahrungsnahe Ausprägungsweisen hinein. Mit diesen Überlegungen. De animal. 1 c. dass allein der Mensch sowohl in seeBiblioteca Nacional. 1 c. Macrobius. 9–12 (ed.

ebd. Stadler. 1 n. I. die auch schon in den zuvor besprochenen expliziten Erläuterungen des Ps. Liber de animalibus I (ed. welche Annahmen die Magister im Einzelnen mit diesen Bezeichnungen für den Menschen verbinden. 1321 l. Einerseits kann es den Zielpunkt einer Überlegung bilden. 111 Beispielsweise Albert d. 7 (1325 l. Petrus Gallecus. n. 8): „Principiorum enim c intencio in naturali scientia est cognoscere illud. Albert the Great’s zoological anthropocentrism.). 82 l. XXII tr. n. Dabei ist zu beachten. Andererseits kann es als Argumentationsprinzip dienen. 3 (ed. in der Adel und VollkomEbd.110 Abgesehen von diesen expliziten Erläuterungen des Konzepts animal nobilissimum bzw. Ebd. Gr. 20 f. in diesem Fall wird umgekehrt aus der Annahme. 1 n.-Petrus Hispanus und Alberts des Großen zur Sprache kamen. Martínez Gázquez. que sunt in animalibus. XXI tr. „vollkommenste“ von allen anderen Sinnenwesen abgehoben. dass er in seinem Intellekt ein Bewegungsprinzip erster Ordnung besitzt. 8–18). II. 1 c.. quod nobilius est in naturalibus..“ 109 110 . Galfrid von Aspall. anima autem est nobilius omnibus. 1 n. perfectissimum darstellt. Animal autem est nobilissimum corporum generabilium et corruptibilium.111 Zumeist führen die Magister.. auf das Vorliegen bestimmter Eigenschaften bei ihm geschlossen oder in methodischer Hinsicht die mit dem Menschen zu beginnende Reihenfolge in der wissenschaftlichen Behandlung abgeleitet. I tr. 16–20). 222 ff. animal perfectissimum gewährt auch seine faktische Verwendung innerhalb sachbezogener Argumentationen Aufschluss darüber. 1 c. ebd.190 kapitel iii lischer als auch in körperlicher Hinsicht ein Bild der Welt als ganzer darstellt und wie kein Sinnenwesen sonst aufgrund der Einwirkung der Himmelskräfte und der Übereinstimmung seiner ausgewogenen Komplexion mit der Natur der Himmelskörper den Weltursachen ähnlich ist. 2 l. 7 (1325 l. dass der Mensch ein animal nobilissimum bzw.. Questiones in de anima I (ed. 1 c. Stadler. Vgl. regelt.109 Fünftens schließlich zeichnet den Menschen vor allen anderen Sinnenwesen aus. So verweisen sie auf die strukturelle Ähnlichkeit von menschlicher Seele und menschlichem Leib mit den Himmelskörpern und deren Bewegern. das sich selbst bewegt und alle nachgeordneten Bewegungsprinzipien zweiter Ordnung. 1 (1349 l. wenn sie innerhalb sachbezogener Erörterungen auf dieses Konzept zurückgreifen. erwartungsgemäß Bestimmungsstücke desselben an. 99– ˇ 102). 19–28). wie etwa die Vorstellungskraft.. in diesem Fall wird der Mensch aufgrund bestimmter an ihm aufgewiesener Eigenschaften als das „vornehmste“ bzw. dass dieses Konzept innerhalb von Argumentationen eine doppelte Funktion erfüllt. Guldentops. 14–20). 1 (ed. Cizmi´. De animal.

115 Ps. Creator enim benedictus quasi circulariter in rebus processit incipiens a perfectissimo. Expositio librorum de iuventute et senectute. 132 l. Unde non est tanta proporcio [quantum] in plantis quanta in animalibus.“ Vgl. sed exp. Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz. Lat. 1877. 106rb): „Modo homo est perfectissimum animal et habet operationem.).“ 114 Thomas von Aquin. et inter inferiora est homo prior et perfeccior. 6to modo dicitur prius. G. Sentencia libri de sensu et sensato tr. et hoc est homo.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 191 menheit des Sinnenwesens Mensch gründen. .. Super Ethica X lect. 9 n. 741 l. 5to modo dicitur aliquid prius in via causalitatis. ut habetur in 5 methaphisice. 2170.. primo tamen simul unum est. Biblioteca Nacional. fol. 740 l. Albert d. de inspiratione et respiratione lect. Gr. Biblioteca Nacional. Petrus Hispanus (Medicus). 126b): „Habet autem rectitudinem et superius ad superius universi propter duo: Primum est. fol. Albert d. 136r): „….853.. Inter animalia homo est nobilissime complexionis (quam plante add. fol. 105va): „Corpus vero humanum ordinatum est ad intellectum. Commentum in de anima (Paris. Biblioteca Nazionale Centrale. Prol. 1877. 885 (Ed. fol. Bibliothèque Nationale. „dritte Redaktion“] (Berlin. (Madrid. Leon. Leon. Colon. quia corpus humanum consistit in maxima equalitate complexionis. 292. 56–59. Albert d. 47rb): „Minor patet: Quia homo est animal nobilius. quod comparatur homo ad alia animalia sicut frust[r]a auri ad alia metalla“. et sic forma perfeccior est materia et prior. Unde dicit Aristotiles. ebd. ut patet in principio de causis. Soppr.4. 17–20). sic maior est caliditas in animalibus (sc.115 ferner die größere Differenziertheit und die An112 Thomas von Aquin. fol. a. 152 – 133 l. Super Ethica X lect. 113rb): „4to modo dicitur aliquid prius in via perfeccionis. XIV/2. Questiones de iuventute et senectute (Oxford. Et quia in animalibus maior est proporcio. 90–92 und 741 l. XLV/2. vgl. VII (fol. V/1. 30–35). XLIII. 160– 165). ideo et cetera“. 9 n. Et hiis tribus modis dicitur vivens prius non vivente. Anonymus. et ideo suum superius est ad superius universi. 256va): „Homo enim excellit (expellit Va) quodlibet animal nobilitate intellectus et rationis“. Intellectiva vero anima ad solam primam causam ordinata est“. que sunt alciores et perfecciores. fol. 2 (= De memoria et reminiscencia) c. 16609. Vat.. lat. Questiones super libro de animalibus. sicut Creator benedictus. quousque fieret (fierit cod.-Petrus Hispanus.). 129 l. Venezia 1566.. 885 (Ed. fol. qu. 8 (Ed.-Adam von Bocfeld. Colon. XIV/2. de morte et vita.) quiddam ultimum in creacione. Ps.112 Als weitere Gesichtspunkte erwähnen sie speziell den Adel der intellektiven Seele des Menschen113 und den daraus abgeleiteten Adel der menschlichen sensitiven Seele114 sowie die Ausgewogenheit oder Gleichmäßigkeit der menschlichen Komplexion. 51vb): „Item inter omnia viventia homo perfectissimum est et eius complexio perfectissima et nobilissima. 906. Questiones et notabilia in de anima III (Città del Vaticano. quod ad principia rerum. Notule super tres libros de anima [sog.“ Vgl. 127 l. quia est finis omnium animalium et habet nobiliorem animam. 14 (Ed. Biblioteca Apostolica Vaticana. Glose super tegni Galieni (Madrid. 400rb): „Si consideretur in comparacione ad suum humidum. ideo nobilioris sunt complexionis quam plante. 30–35). Simon von Faversham. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] V (Firenze. quam in plantis). Colon. De motu cordis (Ed. …“. paulatim diminuitur. De caelo et mundo II tr. et iterum paulatim addendo et complendo.“ 113 Petrus Hispanus (Medicus). Petrus de Alvernia. 173 l. 3 c. et ideo magis accedit ad celum. Gr. 156). cod. que est intelligere. Gr. Conv. Lat. Anonymus. plus accedit (p. Merton College. 1 (Ed. quia homo est perfectissimum animalium et maxime accedit ad aequalitaem coeli.] prius accidit cod.

propter hoc plus de tempore competit ei.192 kapitel iii ordnung der menschlichen Körperorgane und die an sie geknüpften Tätigkeiten generell116 sowie die Ausstattung mit Bewegungsorganen im Besonderen. Ergo perfectiora sunt in operationibus (operibus V operationibus corr. q. De animal.-Petrus Hispanus. magnis ut ambulabilibus. 10–13). 21 l. 16162. disp. 2. Bartholomeus von Bottisham. 249 – 68 l. Nemesius von Emesa. Quaest. VI. 1 (ed. Conv. Fi) primum ultimo (u. (ergo add. 127ra): „Circa primum sic procedimus. ex operibus L). Gr. Bibliothèque Nationale. VIII tr. fol. 39 l. 127 l. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] VIII (Venezia. Quia est perfectissimus inter alia. ed. Colon. Vgl. 192 pt. aut magnis (magnitudinis Fi) aut parvis. I. De motu cordis (Ed. 51–54). Glosa marginalis super de animalibus Aristotilis (Paris. G. Politica IV c. 80 l. 58 f. 75 – 566 l. 162rb): „Mundus est primus exemplaris. que magis assimilantur homini. XLIII.. sed in uno individuo minoris mundi necesse est primum esse et ei uniri per essenciam. Queritur. et animalia perfecta sunt imperfecta respectu istius. XII. Racio talis. 3 und ad 3 (79 l. fol. 67 l. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] XVI (Firenze. sed ultimus eget multiplicacione. Lectura in librum de anima II 6. Circa h ec consistit ars“. Stadler. als omnis creatura119 und als Zielgröße (finis) und VollenThomas von Aquin.. 214 – 212 . Et videtur. Biblioteca Nazionale Centrale.117 Schließlich verbinden sie die Begriffe animal nobilissimum und animal perfectissimum mit der Auffassung vom Menschen als minor mundus118 bzw. Ps. quia plura requiruntur ad eius perfectionem. 1–6). Conv. 40–50). Verbeke/Moncho. 18–21). Peterhouse Library. Lat.4. 249 l. Sentencia libri de anima III c. om. Sicut autem creator minoris mundi inter omnes creaturas similior est rectori maioris mundi. Thomas von Aquin. 1 c. Biblioteca Nazionale Centrale. IV/2.). 141ra–rb): „Prima questio: Quibus animalibus debetur ars perfectior in parvis et in magnis.“ 118 Thomas von Aquin. 36–40). I tr. fol. 9vb): „Homo tardius incipit ambulare quam alia animalia. 903 l. Münster 1993 (Ed. Questiones in III libros de anima (Cambridge. 565 l. Inter omnia animalia est homo perfectissimum. 4 n. 13c (115 l. Gr. Ergo animalia. Ergo cum primus mundus sit perfectissimus (imp. ergo cum anima intellectiva sit huiusmodi. Anonymus. quod magnis . 2 c. Leon. Vgl. Fi) necesse est (est om.853. 5ra): „Unde homo quia inter omnia animalia perfectissimus est. et omne tale inmediacius exi[e]t ab eo. Ergo magis assimilantur et perfectiora sunt in arte et ingenio (ingenio] in genio Fi). q. Lat. Sed primus mundus non eget multiplicacione. VIII.. II q. 8c (Ed. Sed plus assimilantur ei animalia magna. Soppr. quibus animalibus debetur ars perfectior. ders. [Florentiner Redaktion] VIII (Firenze. 20–25 und 80 l. 10 (Ed. et cum sint (s un t Ro) 3es mundi. 2 arg. II. Soppr. ebd.Petrus Hispanus. parvis ut volatilibus. materialis et ultimus. et videtur quod magnis. Inter animalia magna ambulabilia homo est perfectissimum animal. XIII tr. XXIV/1. Albert d.“ Vgl. Gr.“ 117 Albert d. Colon. I q. 335b). 9. ebd. non est ultimus completus nisi natura primi et ultimi concurrunt in ipso. 78–83). Qu. 257). Ps. Gauthier. Paris 1891 (Ed. XLV/1. 26 (ed. 234. secundum quod dixit prius Aristotiles.853. 1 n. Sed animalia (animalium Fi) magni corporis sunt huiusmodi. Paul Hossfeld. 116 Albert d. fol. Phys. ideo maiorem diversitatem habet operacionum et eciam organorum“. magis erunt perfecta. 211 l. Ro) alico modo uniri. 1 c. fol. Paris. 1 (ed. exi[e]t inmediate a primo (-ma Fi). 32).. G. Leon.4. Auguste Borgnet. 119 Anonymus.Fi). De natura hominis c. de anima q. et primus est in ultimo non per modum multiplicacionis.. 107 (ed. 3. scilicet natura humana. ed.. 2c (Ed.. Leon. super De animal. ebd. Biblioteca Nazionale Marciana. Stadler.

quia omnia sunt propter ipsum et ad eius constitutionem omnes (o. dicendum est: Aliqua planta nobilior.4. lat. Gerhard von Breuil. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis. de anima q.-Petrus Hispanus. 214 l. ad quod reducuntur alia.. et hec 3a concurrunt in homine. 105va): „Sicut dictum est et verum est.. Thomas von Aquin. vegetabile autem propter sensibile. que facta sunt. quod ipsa sit finita. 139va). Münster 1987 (Ed. similiter species animalis sunt simul. 257). Biblioteca Nacional. quedam ratione finis. 1877. 105rb): „Quoniam rerum tria sunt genera: ens. Anonymus. Bibliothèque Nationale. G. Glose super tegni Galieni (Madrid. XXIV/1. VIII (fol. in secundum P) phisicorum: ‚Nos sumus quodammodo finis omnium‘“. disp. Lat. ut scribitur in libro phisicorum. Petrus Hispanus (Medicus).853. 7va–vb): „Item oportet. 2170. et sic homo nobilior est omni creatura“. quia est finis omnium animalium et habet nobiliorem animam. intellectus. vivens. Petrus Hispanus (Medicus). 249 – 68 l. Biblioteca Nazionale Centrale. necesse est. 16162. Anonymus. quamvis non bene percipitur. Der Franziskaner Richard von Mediavilla beispielsweise setzt in seinem Sentenzenkommentar (um 1285/1295) andere l. fol. non autem in alio quam in homine. quia est prius dignitate. 1877. Commentum in de anima (Paris. ideo et cetera“. 111ra): „Corpora celestia sunt propter elementa. Ps. ebd. Super Matth. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] V (Firenze. sunt propter mixtum. ad quod alie reducuntur.120 Die letztere Verknüpfung wurde indes nicht von allen Magistern in den Vordergrund gestellt.“ Vgl. Biblioteca Nacional. vegetabile propter animal. Bibliothèque Nationale. Questiones super libro de animalibus XIX (Madrid. Glosa marginalis super de animalibus (Paris. 47rb): „Minor patet: Quia homo est animal nobilius. 85–87). 8c (Ed. (Paris. sensibile propter animal. S) secundo (secundo corr. Vat. 48ra): „… corpus humanum. 5. Lat. G. om. Unde dicit Philosophus (Ph. quod reducuntur ad hominem. 233. fol.“ Vgl. Dico. Conv. Anonymus. Notule super regimen acutorum (Madrid.) nature concurrunt. totus status universitatis rerum ordinatur ad hominem et status rerum ad status hominis“. et ita non procedit in infinitum.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 193 dung (status) aller Sinnenwesen oder der Natur insgesamt. sic (sicut Fi) res inferiores omnes generantur ad hominem. que est anima rationalis. XXI/1. 67 l. Soppr. Leon. cod. nam in homine est virtus et complecio nature. 16609. Qu. Albert d. in quo est status tocius nature“. Quod in plantis non est aliquod. Colon. Conv. fol. fol. Commentarium et questiones in de sensu et sensato (Città del Vaticano. Biblioteca Nazionale Centrale. 1877. 16166. quod nobilissimum in sui natura. 5ra): „Utrum in genere animalium sit aliquod. Quod oponitur de plantis. Soppr. c. terminantur ad primum. Bernhard Schmidt. mixtum propter vegetabile. et a parte sue perfectionis. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] V (Firenze. et ibi est status“. Lat. XII (fol. 110ra): „Sed homo est finis omnium. ebd.. quod in aliqua specie sit status nature. et sic corpora superiora nobiliora sunt quam homo. Biblioteca Apostolica Vaticana. 289vb): „Ad obiectum in contrarium dicendum. sed sicut omnia. Prol. quod quedam est nobilitas in se. ut patet in principio de causis. 117ra): „Iterum elementa sunt propter mixta . 9. VII (fol. animal propter hominem.-Petrus Hispanus.853. et in quantum intellectus est perfectior aliis rebus. ed. fol. fol. Elementa enim. Biblioteca Nacional. fol. fol. 114 l. fol. et in hoc assimilatur creatori. Ps. ergo et cetera. mixtum vero propter vegetabile.“ 120 Petrus Hispanus (Medicus). Videtur quod non. e corr. Gr.4. 128va). 306–308). elementa propter mixtum. animal propter hominem. Bibliothèque Nationale. ut dicit Aristotiles. … Ergo cum generacio humana finis sit et terminus aliarum.

26b): „Ad secundum dicendum. Conv. dass der Mensch seine Mitgeschöpfe kraft seiner Vernunft zu leiten versteht. zumal ihre Unabhängigkeit von bestimmten Fortpflanzungszeiten. quia sibi (sibi] igitur Fi) sufficiunt preter virtutem celestem. 121 Richard von Mediavilla. plante propter animalia. fol. animalia vero non omnia. Unde secundo phisicorum dicitur. Balzzeiten gegeben sind. distant a natura elementari. 4 ad arg. 187. Brescia 1591. 3 ad 2 (Ed. Quare et cetera. Gr. per quam cum adiutorio gratiae Dei immediate coniungi potest cum ultimo fine per cognitionem et amorem. (in add. 156 ff. Commentator eciam secundo celi et mundi. Brescia 1591. (Ed. Ps. und 239– 245.122 die Merkmale menschlicher Zeugung. ebd. d. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] V (Firenze.4. G.-Petrus Hispanus. II Sent. quia per rationem scit eas regere. et ideo non indigent temporibus anni.123 die finaliter. …“. 339b). 57rb): „… quia homo nobilissimum est inter cetera animalia ratione anime et corporis. ut habeat ultimam perfectionem in natura. animalia vero.“ . ideo natura magis providet sibi. 204b): „Utrum homo sit finis productionis animalium“. Tier. 122 Anonymus. ut obsequantur ei. et maxime perfecta sicut homo. Homo autem propter intellectum. 5 q.“ – Zu den unterschiedlichen Auffassungen des Aristoteles und der Stoa Dierauer.121 Zusätzlich zu diesen Bezugsgrößen für die Vorstellung vom Menschen als vornehmstem bzw. 15 a. quod tota ratio. XXXV. Lat. 3 (25b–26b): „Utrum creatura rationalis sit finis creaturarum non rationalium. et quia habet naturam. Commentum in de anima (Paris. dass der Mensch Zielgröße für andere Geschöpfe ist. ut vult Philosophus.853. d. 123 Vgl. Biblioteca Nazionale Centrale. quia est nobilior eis. animalia propter hominem. quia homo non multum indiget temporibus anni. 1 a.. vollkommenstem Sinnenwesen bringen die Magister unter anderen noch folgende Aspekte zur Sprache: die besondere Obsorge der Natur für den Menschen und seine insgesamt optimale Ausstattung. Für ihn liegt der Grund dafür. sed cum hoc. so dass sie ihm Folge leisten müssen.194 kapitel iii Akzente. II Sent. Et causa est. II. 1 q. 4 q. 1 a.bzw. 39 a. und dass der Mensch über eine Natur verfügt. Soppr. Bibliothèque Nationale. Albert d.“ Vgl. non est. Fi) cuius est inprimere super elementa et corpora proxima in natura. 2 (Ed. De homine tr. II. Paris. et quia ad hoc creatae sunt. nicht nur im größeren Adel des Menschen gegenüber diesen. wie sie im Tierreich in Gestalt von Brunst. 16609. mixta propter plantas. quare homo est finis creaturarum. quod homo est finis omnium. fol.. 5 q. ut generent. d. sondern ebenso auch darin. quia plante multum accedunt ad naturam elementorum et generata ex putrefactione. et ideo indige n t temporibus anni ad hoc. oben S.“ Richard von Mediavilla. quod plante indigent temporibus. durch die er sich mit Hilfe der göttlichen Gnade durch Erkenntnis und Liebe unmittelbar mit dem Letzten Ziel zu verbinden vermag. 107va): „Ad hoc dicendum.

2va): „Ad aliud dicendum.125 die regelhafte Abhängigkeit der Empfängnis und Schwangerschaft von den Mondumläufen. Sed altera est generatio hominis. 57vb): „Ad racionem dicendum. Österreichische Nationalbibliothek. quod homo est animal perfectum.. ut dictum est. sequeretur. Bibliothèque Nationale. … Ad aliud dicitur. quod quanto res est nobilior.127 die Ausprägung der Geschlech124 Ps. fol. Gr. quod sufficienter disponit materiam ad inductionem forme intellective. Lat. 1877. Münster 1975 (Ed. debet habere sperma summe digestum. Questiones super libro de animalibus XI (Madrid. Biblioteca Nazionale Braidense. sperma). Peterhouse Library. plus laborat mulier in partu quam femine aliorum animalium. Glosa marginalis super de animalibus Aristotilis (Paris.“ Anonymus (Ps. quod si homines essent omnino corrupti. fol. et per consequens. si unus fuerit masculus et alter femella. quia homo propter nobilitatem sue forme magis distinguitur secundum calidum et frigidum quam alia animalia. quod pro tanto dicitur. quia de racione perfecti in a liqu a specie est posse generare suum simile. 21ra–rb): „Item si intellectiva induc eret ur ab extra.“ 125 Henricus de Bruxella/Henricus de Alemannia. quia imperfecte digeritur (sc. Propter quod con tingi t. 21–24). antequam veniat ad testiculos. Anonymus. quedam per insitionem (inci. ideo magnam diges tionem requirit“.124 die Spermabildung. 4. fol. Questiones super librum de generatione animalium (Milano. 37vb): „Unde in specie humana minime salvantur duo fetus. sed in aliis non exi git ur tanta digestio. quod homo non esset animal perfectum. et in marg. ergo debet generari sine coitu.“ . quedam per putrefactionem. Unde etsi universaliter masculus sit ex calida materia respectu fe melle . Quia elementa generantur sine coitu. Biblioteca Nacional. quia nobilior est quam alia. fol. fol. ut generetur animal. 41vb–42ra): „Nam cum homo sit nobilissima s pecie s. Lat. 127 Petrus Hispanus (Medicus). Questiones in III libros de anima (Cambridge. Österreichische Nationalbibliothek. Colon.) in plantis. fol.“ Vgl. AD.126 die Schwere der Geburt und die Mortalität verschiedengeschlechtlicher Zwillinge. Videtur quod non.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 195 univoke Zeugung durch Geschlechtsverkehr. 75 l. cum sint animalia perfectissima in istis inferioribus. tunc certum non possent regenerari per putrefactionem. 16162. non quia intellectivam inducit. Bibliothèque Nationale. ubi plura concurrunt. Ad oppositum sunt omnes actores. [Wiener Redaktion] (Wien. et ideo ad sui generacionem semper videntur requirere agens particulare.cod. ubi pauca concurrunt. Bartholomeus von Bottisham.“ 126 Albert d. Solucio: Quedam est genera tio per convertionem. Quelibet [Pariser Redaktion] (Paris.: tertium cod. periclitantur fetus illi. 27va): „Queritur. et maxime generacio univoca ei debebit competere“. verumtamen in specie hominis maxime masculus calidior est. Conclusio probatur. sicut vermes. 2303.XI.) dicendum. Propter hoc indiget coitu. Sed in homine non est ita. 2303. cum tamen sit perfectissimum animalium. tanto cum maiori difficultate habetur. quod masculus citius (cito cod. et propter hoc homo sicut nobilius est quolibet animali. 2. nec dicitur agens univocum nisi quia materiam sufficienter disponit ad inductionem intellective.) perficitur quam femella.-Petrus de Alvernia). sed potest digeri sufficienter sine testiculis et sine pudendis. quorum unus est masculus et cetera. utrum coitus sit necessarius. De fato a. XVII/1..18. sed homo est nobilior inter omnia. 192 pt. sed si non posset inducere intellectivam. 272rb): „Ad secundum (secundum del. Cuius causa est. sicut in elementis. Paul Simon. non esset principium sufficiens generandi suum simile. cum intendatur per se. ed. 16089. quia homo est perfectissima species. fol. Questiones libri de animalibus (Wien. similiter plante et multa alia. quod in aliis animalibus non est ita.-Johannes von Casale.

Bodleian Library.“ 133 Anonymus. José Martínez Gázquez. Colon. ergo non sunt plures quam V“. 7). Firenze 2000. 103 l. non determinatur ad aliquem habitum a natura nec ad aliquam cautelam. quia habet (-ent Va) intellectum.. cui natura indumenta dedit et pro armis … Sed est homo perfectior omnibus. Digby 204. Petrus Gallecus. 130 Ders. ed.128 die Größe des Gehirns im Verhältnis zur Körpergröße. De anima II tr. habemus omnes sensus necessarios. qui sumus animalia perfecta. Unde sicut materia indifferens est (est om.131 das Freisein von naturhaft festgelegten Verhaltensmustern und die mit der Vernunft gegebene universelle Fähigkeit zum Erkennen und zur Herstellung des Lebensnotwendigen132 sowie die Fähigkeit. 4 c. 258– 263: „Et repetimus et dicimus quod non est homo sicut piscis uel auis uel quadrupes uel aliud ex animalibus.. 91 – 154 l. Sed sensitiva ingreditur in esse a natura. 46ra): „Sed tunc sequitur. quod non sunt plures sensus quam V. sicut bruta exprimunt. et quia motus nature est ad unum tantum (t ame n Va). quia per artificium potest sibi acquirere omnia“. Va) planta (plante Va) minime. 14–16). homo autem non. 286b). om.129 die vollzählige Ausstattung mit allen fünf äußeren Sinnen. IX. 20–23). 257rb): „Quia igitur homo nobilius (nobilis Va) est quolibet vivente. Quare—ut videtur—necesse est hominem alii naturaliter posse suum affectum exprimere. 1 c. De mot. ideo homo maxime motu indiget.. Questiones in II et III de anima (Erfurt. pocius esset ignobilitas quam nobilitas. XII. ex quo homo est dignissima creatura creaturarum et brutis data est virtus expressiva naturaliter affectus proprie mentis alii. 268rb): „Quia homo est (est om. quia si non. CA 4° 312. De animal. fol. 33. n. fol. Sed si naturaliter . sed sola arte affectum suum alii exprimat. 3 (ed. (et add. I. 1877.196 kapitel iii terdifferenzierung. Erf. scilicet homini. 54–57). an homini detur a natura posse alii proprium affectum naturaliter exprimere. Oriel College. ut omnes sensus sint distincti existentes in animali perfecte creationis et quod animali perfectissimo. 572 l. animalia bruta habuerunt cautelas specialiter artatas ad unam (ad u. 6 (573 l. Biblioteca Nacional. fol. Va) a qualibet forma (ad quamlibet formam Va) et omnes potest succipere. Questiones super de anima (Oxford. et propter hoc si haberet aliquam cautelam determinatam innatam. 5 (Ed. fol. ebd. 129 Ders. Va) nobilissima creaturarum. Petri Galleci opera omnia quae exstant (Millennio Medievale 20.. 171 l. 157ra–rb): „Commentator sic probat maiorem: Sensus 5 non inveniuntur in animalibus [non inveniuntur] perfectis nisi propter melius esse adeo quod propter solicitudinem nature circa h oc oportet. (et add. animal minus. Liber de anima (Oxford. 43c (Ed. 132 Petrus Hispanus (Medicus).“ 131 Petrus Hispanus (Medicus). 153 l.“ Zur Art der Fortbewegung vgl. ultimo plante. 1 c. nullus deficiat sensus. Regitiva domus 5. 2 (Ed. Quaest. Stadler. Testi 8). Quia nos. sed non habemus plures quam V predictos. animal. Va) medicinam vel ad unum nutrimentum. quo est omnia facere. Gr. et hoc est inconveniens. Gefühlszustände durch sprachliche Äußerungen mitzuteilen133 und nach Gesetz 128 Albert d. de Staningtona.. Biblioteca Nacional. Questiones super libro de animalibus VIII (Madrid. VIII tr. tunc homo est incomplecior brutis animalibus. Anonymus. Va) similiter intellectus a quolibet cognoscibili. II tr. Questiones super libro de animalibus I (Madrid. quia diuersas parat sibi uestes et accipit arma cum necesse est et cibaria diuersimode coquit. Albert d. 1 n.130 die im Vergleich mit Tieren und Pflanzen größere Beweglichkeit. Paris. fol.. 124rb): „Et notandum secundum Aristotilem. VII/1. 1877. I q. Colon. Dep. super De animal. Gr. R. Universitätsbibliothek. animal secundo.

Va) quia multum distant. 7 (Ed. Stadler. 1 c. et unum interficit aliud (alium Va) et e contrario“. supple. 1353 l. als omnis creatura. hier 281: „Est autem inter hominem et serpentem inimicicia specialis ea scilicet ratione. (et add. verbunden mit der Annahme einer ausgewogenen Komplexion.. animal perfectissimum wechselweise sowohl abstrakt-metaphysische Annahmen als auch solche. verbinden die Magister mit dem Konzept animal nobilissimum bzw.“ 135 Petrus Hispanus (Medicus). idem est apud omnes. cum homo sit animal nobilissimum et serpens vilissimum. et quod a natura est. II. explizit aber eher selten direkt zur Erläuterung jenes Konzepts herangezogen wird die Grundannahme der Beseelung des Menschen durch die anima intellectiva und seiner daraus resultierenden prinzipiellen Voll- posset suum affectum exprimere. 15). 29.. als strukturell den Himmelskörpern und ihren Bewegern ähnliches Wesen. quod serpens odit hominem et e contrario. ders. fol. fol. Questiones super libro de animalibus VIII (Madrid. quia multum a se distant. 239vb): „Sicut perfectissimum et optimum animalium est homo—vivens. die die konkrete Existenz des Menschen betreffen. der Natur insgesamt.“ 136 Albert d.“ 134 Petrus von Abano. 267vb): „Ad hoc dicendum (dicimus Va). Miguel de Asúa. Biblioteca Nacional. . ed. partic. ita separatum a lege et iusticia est pessimum omnium. cum unum sit animal nobilissimum et aliud animal vilissimum. sowie die Auffassung vom Menschen als Zielgröße und Vollendung der Sinnenwesen bzw. Auch die Annahme einer besonderen Obsorge der Natur für eine optimale Ausstattung des Menschen ist ihnen beizuzählen. auf die „göttlichen“ und die „natürlichen“ Eigentümlichkeiten des Menschen.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 197 und Gerechtigkeit zu leben. Los Problemata o Quaestiones de animalibus de Pedro Hispano. um an eine Unterscheidung Alberts des Großen anzuknüpfen. secundum legem et iusticiam—. Zweifellos beständig mitgedacht. Bei diesem wird der Mensch als das vornehmste Sinnenwesen der Schlange als dem unedelsten (vilissimum) Sinnenwesen gegenübergestellt und aus der Distanz dieser beiden Extremrepräsentanten der Gattung deren besondere Feindschaft abgeleitet135—eine naturphilosophische Erklärung für die biblische Aussage im Schöpfungsbericht über die Feindschaft zwischen der Schlange und Eva und ihrer Nachkommenschaft. De animal. Sie beziehen sich mit diesem Konzept. que sit illa lingua et illud idioma. Problemata 55. Wie diese auf relativ breiter. aber selbstverständlich nicht lückenloser Quellenbasis erhobenen Textproben erkennen lassen. Expositio problematum Aristotilis. XXII tr.134 Einen Sonderfall bildet der Vergleich zwischen Mensch und Schlange. 1877. 5 (ed. ergo omnium esset una lingua naturalis.136 Zu den ersteren gehört die Charakterisierung des Menschen als minor mundus und imago mundi. Queritur igitur. Venezia 1501. Gr. Transcripción del texto. in: Stromata 54 (1998) 267–302.

Redi igitur. hier 33 l. intus homo ad imaginem Dei. Gr. Marian Kurdziałek. 16–19). Davidis de Dinanto Quaternulorum fragmenta. Interessanterweise spiegelt sich in der Kennzeichnung des animal perfectissimum Mensch als ymago et similitudo mundi 138 nochmals jener Perspektivenwechsel wider.). Stadler. Hoste. aber oben S. Unter den mit dem Konzept des animal nobilissimum bzw. animal perfectissimum verbundenen auf die konkrete Existenz des Menschen bezoVgl. vollkommensten Sinnenwesens in Beziehung gesetzt. XXI tr. unde et minor mundus dicitur homo. 101–106): „Circa te mundus. 24–36).139 Albert hingegen verbindet mit ihm einen eindeutig positiven Sinn. Die Verbindung des Konzepts animal nobilissimum bzw. als omnis creatura und als strukturell den Himmelskörpern und ihren Bewegern ähnliches Wesen begegnet schwerpunktmäßig in Schriften aus den vierziger bis siebziger Jahren. ad cor.137 Ausgeprägte Entwicklungstendenzen gehen aus den Textproben nicht hervor. 18: „… mundus est comprehensio omnium que per naturam fiunt …“ 139 Isaak von Stella. 8 f. 2 c. 3 n. wenn er den Menschen in dieser Weise als animal perfectissimum kennzeichnet. n. animal perfectissimum mit den metaphysischen Vorstellungen findet sich ebenso in relativ frühen Kommentaren aus den vierziger Jahren wie auch in Schriften.“ 137 138 . das Konzept des „vornehmsten Sinnenwesens“ mit der Vorstellung vom Menschen als Zielgröße und Vollendung der Sinnenwesen zu assoziieren. 7 (1325 l. praevaricator. lässt Ps. ed. De animal.. Das gilt zumal für die Verbindung mit der Auffassung von der menschlichen Komplexion und vom Menschen als Zielgröße und Vollendung der Sinnenwesen bzw. ubi tu es. 75 und 76 (1313 l. die Erläuterung bei David von Dinant. in: Studia Mediewistyczne 3 (1963) 3–94. Albert d. Die Annahme einer besonderen Obsorge der Natur für den Menschen wiederum wird allein in den später anzusetzenden Zeugnissen mit dem Konzept des vornehmsten bzw. Zum Begriff „mundus“ vgl. 1 c. tu ad imaginem et similitudinem Dei factus intus. der sich im anthropologischen Denken seit dem zwölften Jahrhundert vollzogen hatte. 1 n. der Natur insgesamt. Die Verbindung mit den Vorstellungen vom Menschen als minor mundus und imago mundi. intus. XX tr. 106 l. unde et potes deificari. Sermo 2 13 (ed.. II.-Petrus Hispanus nach beiden Fassungen seines De animalibus-Kommentars erkennen. Foris pecus es ad imaginem mundi. Der Zisterzienser Isaak von Stella († 1178) beispielsweise verwendete den Begriff „Bild der Welt“ bezogen auf den Menschen noch in eindeutig abwertender Absicht. Eine gewisse Vorliebe. Quaternuli. 1312 l. 188.198 kapitel iii kommenheit. 74 (ed. 6–10 und l. ebd. die erst gegen Ende des Untersuchungszeitraumes entstanden sein dürften. tui corpus.

40). 141 Nemesius von Emesa. Nemesius von Emesa scheint mit seinem Werk über die Natur des Menschen dafür eine wichtige Transmissionsinstanz gewesen zu sein. The Greek Anthropocentric View of Man. Es geht um die besondere Qualität der menschlichen Komplexion. in: Harvard Studies in Classical Philology 85 (1981) 239–259. hier speziell: 246 ff. Gefühle sprachlich auszudrücken.). Weitere Annahmen betreffen die ausgeprägte Geschlechterdifferenzierung. 142 Über die antiken anthropologischen Vorgaben unterrichtet vorzüglich Dierauer. Dieser Eindruck bestätigt sich. die spezifisch körperliche Merkmale betreffen. speziell mit dem Tastsinn und dem besonderen Bewegungsvermögen. das Freisein von naturhaft festgelegten Verhaltensmustern und die Fähigkeit.142 140 Robert Renehan.2. In der patristischen Epoche übernahmen die Kirchenväter ihn in ihren Sprachgebrauch und vermittelten so den mittelalterlichen lateinischsprachigen Denkern eine erste Bekanntschaft mit ihm. um die Statur und den Gliederbau des Menschen. Tier. Wie eine Studie von Robert Renehan gezeigt hat. 46 f. 1 (ed. c. 22). seine relative Gehirngröße sowie die Hand mit ihrer universellen Verwendbarkeit. sondern auch auf sehr konkrete Ausprägungsweisen seelischer. 15 l. ebd. 19. Wiederholt bringen die Magister auch die Ausstattung mit den sensitiven Vermögen zur Sprache. c. 2.141 noch bevor den mittelalterlichen Gelehrtenkreisen die Werke der griechischen Philosophen und Ärzte in großem Umfang durch Übersetzungen zugänglich wurden. wenn wir nunmehr auch die Verwendung des Topos solus homo mit seinen verschiedenen Varianten in unsere Betrachtung einbeziehen.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 199 genen Aussagen machen diejenigen. dass die naturphilosophische Untersuchung des spezifisch Menschlichen sich nicht nur auf sehr verschiedene. 26 (111 l.wie auch körperlicherseits erstreckt. den Hauptteil aus.. De natura hominis c. weist dieser Topos im abendländischen philosophischen Denken eine lange Tradition auf. Die Topoi solus homo und maxime in homine Insgesamt ist bereits deutlich erkennbar.140 Er war im antiken griechischen Philosophieren über dessen unterschiedliche Schulen hinweg tief verwurzelt. Zugleich mit diesem Topos erhielten die Magister Kenntnis von zentralen Annahmen der antiken Philosophie über konkrete Ausprägungsweisen des spezifisch Menschlichen vermittelt. 9 (85 l. Verbeke/Moncho. .

nulla femina aliorum animalium ab homine. que conveniunt tamen in genere (generacione S) avis. l. was dem Menschen in einem ihn von den anderen Sinnenwesen unterscheidenden Grade zukommt. communes aliquorum generum dico. non tantum quantum in homine. maxime in natura humana. umfasst zweierlei Arten von Merkmalen: einerseits solche. andererseits solche. magis/minus quam cetera animalia. plurimum inter animalia. Analog zu den zuvor angeführten Formulierungen fassen wir sie unter der gemeinsamen Bezeichnung „Topos maxime in homine“ zusammen: maxime/minime in homine. que conveniunt pluribus speciebus differentibus secundum excellenciam et defectum. Was die Merkmale als solche betrifft. Stadler. die der Mensch prinzipiell mit den Tieren gemeinsam hat. Dabei lenkt er den Blick auf das. bietet Alberts des Großen oben erwähnte Unterscheidung von „göttlichen“ und „natürlichen“ Eigentümlichkeiten zusammen mit der ihr beigegebenen Auflistung einen gewissen zeitgenössischen Anhaltspunkt für eine mögliche inhaltliche Gruppierung derselben. 1 n. Albert beginnt—anders als nach der Überschrift des betreffenden Kapitels zu erwarten wäre und ohne deren Terminologie direkt aufzunehmen—mit den „göttlichen“ Eigentümlichkeiten des Menschen. 1350.143 Zur Kennzeichnung dessen. Lat. ut avis ab ave. die bei ihm aber im Vergleich entweder zu allen oder nur zu bestimmten Tierarten in besonderem—sei es in einem höheren oder in einem geringeren—Maße gegeben sind. die durch den Topos solus homo mit seinen Varianten als allein dem Menschen zukommend ausgezeichnet werden. was er als die wichtigste Eigen143 Vgl. homo autem (vero).200 kapitel iii Was „allein vom Menschen“ ausgesagt werden kann und ihn somit unverwechselbar von allen anderen Sinnenwesen unterscheidet. De animal. Bibliothèque Nationale. 16166. auf die Tiere gerichtetem Blickwinkel nullum animal nisi homo. 86va): „Communes eciam dico. Albert d. Gr. geschlechtsspezifisch sola mulier und der erweiterten Form solus homo inter omnia animalia zahlreiche verwandte Wendungen wie homo tantum. die dem Menschen ausschließlich zukommen. secundum speciem dico (dico om. proprie inter animalia. omne animal ab homine. II. que omnibus existunt animalibus. verwenden die Autoren neben der Hauptformel solus homo bzw. praecipue in homine. solum in specie humana. maxime inter animalia. nulla femina nisi humana. Gerhard von Breuil. Ähnlich vielfältig sind die komparativen Wendungen.. sowie aus verändertem. . XXII tr. plus quam in aliis animalibus. 1 c. fol. nullum animal praeter hominem. omne animal praeter hominem. mit denen die Magister das anzeigen. solum (tantum) in homine. 3 (ed. 12–15). S) ut homine“. was ausschließlich dem Menschen eigen ist. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XI (Paris.

die nichts Geringeres als ein umfassendes anthropologisches Strukturmodell darstellen. Die deutsche Philosophie. honestum prosequi. Asclepius c. Nur auf die erstgenannten geht er des Näheren ein und listet—ohne erkennbare Systematik—einige von ihnen auf. wie Albert mit einem vermeintlich von Hermes Trismegistus144 entliehenen Wort formuliert. Die Teilhabe am göttlichen Intellekt bringt mit sich. dass der Mensch dem. 1 c. 11). Colon. I tr.145 Bemerkenswerterweise stützt Albert diese Annahmen jeweils mit Beobachtungen zu konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen. passiones ordinare virtutis ordine. insofern er Mensch ist“ (de proprietatibus hominis secundum id quod homo est) über. Sie reichen von moralischen Einstellungen (verecundari … in turpi perpetrato. Sturlese. 1 (Ed. 7–15). amicitiam habet secundum omne genus amicitiae) über intellektuelle Haltungen (in intellectualibus theorematibus et speculari et delectari) und soziale Verhaltensweisen (perfecte coniugale est animal eo quod honestas legibus ordi144 Ps. Metaph. Offenbar sind mit diesen die in der Kapitelüberschrift angekündigten und aus unserer Untersuchungsperspektive besonders interessierenden „natürlichen“ Eigentümlichkeiten des Menschen gemeint. II. XVI/1. Stadler. und solche. De animal. 2 l.-Apuleius.. Die hermetische Theorie des Mikrokosmos in der Metaphysik Alberts des Grossen und im Prokloskommentar des Berthold von Moosburg. was ihn mit der Körperwelt verbindet.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 201 tümlichkeit des Menschen (de proprietatibus … hominis praecipua) ansieht. in: Patristica et Mediaevalia 20 (1999) 3–18. vgl. Innerhalb dieses naturgegebenen Ordnungsgefüges (naturalis est ordo) stehen Seele und Körper in Wechselwirkung miteinander. 5 n. Colon. sondern als Lenker übergeordnet ist. prinzipiell nicht unter-. Albert sortiert sie in solche. 1 c. wie umgekehrt der Körper durch seine passiones auf die Seele Einfluss nimmt. die sich seelischerseits. Insofern nämlich die Seele den Körper in seinem Bestand erhält (contineat corpus ne dissolvatur). 5). Diese Grundgegebenheit ist gleicherweise Konstitutionsprinzip wie auch lebensgestalterische Aufgabe des Menschen. 1353 l. Anschließend an diese Erläuterungen. Udo R. 384. Vgl. 16 – 1354 l. XVI/1. 2 l. zugleich aber muss sie vom Menschen in autonomer Wahlentscheidung jeweils lebenspraktisch aktiv vollzogen werden. 9–10 (ed. XXII tr. Gr. 6–10 als Quelle identifiziert von Bernhard Geyer (Ed. discernere inter honestum et turpe. nämlich. wirkt sie mit ihren akzidentellen Bestimmungen verändernd auf ihn ein. 145 Albert d. „Verbindung zwischen Gott und der Welt“ (nexus Dei et mundi) zu sein. die sich körperlicherseits ergeben. geht der Doctor universalis zu den „Eigentümlichkeiten des Menschen. . dens.. Sie ist als Ordnungsgefüge grundsätzlich konstitutionell angelegt. Jeck.

Stadler. 1308 l. fol. quae convenit ei eo quod rationalis est. et patet ex diffinitione personae (p. De animal. 98va). O. Von den ausschließlich dem Menschen zukommenden Merkmalen auf der metaphysischen Betrachtungsebene148 werden in Verbindung mit dem Topos solus homo unter anderem genannt: Bild und Gleichnis der Welt zu sein. 1 n. 5 n. ed. 4). die Hauptgruppierung in einerseits abstrakt-metaphysische („göttliche“) und andererseits die konkrete Existenz des Menschen betreffende („natürliche“) Merkmale sowie die Unterteilung der letzteren in solche. 1354 l. 16166. 31 f. die sich seelischerseits. ebd..146 Von den körperlicherseits sich ergebenden Eigentümlichkeiten des Menschen erwähnt er abschließend in diesem Text lediglich die wohlproportionierte und aufrechte Körperstatur sowie gewisse Wirkeigenschaften des Speichels bei einem Nüchternen. in: Francisc. hier 22: „Solus enim homo inter animalia vindicat sibi dignitatem et nomen personae. der seine Aussage allerdings vorsichtigerweise mit Vorbehalt formuliert: „Ipse enim solus inter animalia nobis nota divino quodam participat aut maxime. 67 (ed. 1 c. Bibliothèque Nationale. n.150 Anteil zu haben am Göttlichen151 sowie die Bezeichnung „Person“ und die damit verbundene Würde beanspruchen zu können. Background to the Condemnation of 1270: Master William of Baglione..202 kapitel iii natas facit nuptias. 1 c. II. Ignatius Brady.“ 152 Wilhelm von Baglione. Stud. 12–36).152 Ders. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XII (Paris. da es für den Menschen vollkommene Gründe zur Freude gibt (esse animal risibile et gloriabile propter perfectas gaudendi rationes). 5 n.M. 1 c. 150 Ebd. Stadler. 1 n.). aufgrund seiner Zivilisiertheit ein von Natur aus friedfertiges Sinnenwesen zu sein (esse animal mansuetum natura propter civilitatem) und ein zum Lachen fähiges und mit Sinn für Ruhm ausgestattetes Sinnenwesen zu sein. 12 (1354 l. XXII tr. quam ipse dat.‘“ 146 147 . die die Autoren durch den Topos solus homo (samt seinen Varianten) als allein dem Menschen zukommend auszeichnen. 8 f.). 11–12 (ed. XXII tr. sicut dicit Boethius. XXI tr. 30 (1970) 5–48. Lat. XX tr.147 Aus Alberts Auflistung übernehmen wir für die nachfolgende Übersicht über die Merkmale. De duabus naturis. civile animal) bis zu den Eigenschaften. für Belehrung empfänglich zu sein (disciplinae esse perceptibilem). 9 (1353 l. 37 – 1355 l. Quaestio de esse specifico [Florentiner Fassung]. 1 c.). 151 Gerhard von Breuil.. II.. 148 Zur Unterscheidung zwischen der metaphysischen und der naturphilosophischen Betrachtungsebene vgl. 7 (1325 l.] naturae cod. die sich körperlicherseits ergeben.. und solche. quod scilicet ‚persona est rationalis naturae substantia individua.F.): „… potius spectent ad primum philosophum quam ad physicum …“ 149 Ebd. Ebd.149 Verbindung zwischen Gott und der Welt zu sein. 17 f..

195): „Dat igitur in prima parte duas rationes. 168. 8 f. Tier. Sententia libri Politicorum („Scriptum“) [Fortsetzung des unvollendeten Kommentars des Thomas von Aquin] VII lect. ebd. Questiones super libro de animalibus I (Madrid.. VIII.. Spiazzi.. Paris. 121. Grundlagen... Liber de pomo (ed. ders. 710a). 2 (Ed. De animal. 225. partic.“ 156 Albert d. 258a). 12 f. 20–23).-Aristoteles. 12 (423 l. 3 n. VII/1. 37 – 424 l.). Thomas von Aquin. XXXV. Ps. Questiones super libro de animalibus VIII (Madrid. 4a vero in solo homine“. 599. 412 l. 1 n. 5– 8). Albert d. zu Albert vgl. 107. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] VIII (Firenze. Gr. S. Baur. De anima III tr. Plezia. Expositio problematum Aristotilis. 5 (ed. Biblioteca Nacional. Politica VII c. fol. 17–34). et ista est solius intellectus. 1192. 2c (Ed. 258ra): „… homo superhabundat omnibus animalibus intellectu“. 11 (Ed. Petrus Hispanus (Medicus). 14 l. 131 l. Leon. I tr. 155 Petrus von Abano. 253. ergo intellectus et sensus non sunt idem“. Stadler. 965 l. 2 c. 32 (ed. XLV/2. De animal. Stadler. Tier.. die die konkrete menschliche Existenz und dort speziell die seelische Seite betreffen. VIII tr. Thomae Aquinatis … in libros Politicorum Aristotelis expositio. ebd. 10 n. n. De homine tr. Sentencia libri de sensu et sensato tr. 2 (= De memoria et reminiscencia) c.-Robert Grosseteste. Sentencia libri de sensu et sensato tr. 24 – 46 l. 81. Paris. Gr.). 1877. ed. Lawn.). 12 c. 7).. Köhler. 209 f. 2 (= De memoria et reminiscencia) c. quod solum in homine est (est om. Vgl. 1 c. Dierauer.853. 248va): „Primo etiam de anima et hystoriarum similiter primo: Consiliativum homo solum est animalium memoria et doctrina multa participans. 3 (Ed. zur Annahme einer Tiervernunft ebd.). 53 a. I. I.. 423 l. 97. Soppr. Paris. Gr. 3 n. 1877. 20 l. 1). 28 a. 2 n. 45 l. 27 f. Petrus de Alvernia. XIV tr. Scientia libri de anima tr. XXXV.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 203 Die durch den Topos solus homo ausschließlich dem Menschen zugeordneten Merkmale auf der naturphilosophischen Betrachtungsebene. 489 l. I tr. 51–52 (ed. 11–13). 129vb): „4a est collectio quidditatum rerum naturalium a formis particularibus denudatarum. Petrus Hispanus (Medicus). 8 (Ed. G. 19–22). 10 c. c. 6 c.. 386a. 1 q. 226 (666 l. Va) memoria. Summa philosophiae tr. 30. 1 c. 8–11).. 2 arg. 11 (ed. XLV/2. Venezia 1501. ebd. ders. Sentencia super librum de anima III (ed. 110 l. Colon. 154 Ps. unterteilen wir in drei größere Gruppen und stellen sie der besseren Übersicht halber—ohne weitergehenden Anspruch— in Tabellenform dar: (a) Allein dem Menschen zukommende Merkmale intellektiver Art – die Intellektbegabung als solche153 – Verstandesoperationen (Überlegen154 und Beratschlagen. 1 (Ed. 1 . Biblioteca Nacional. 39. Powell. fol. Albert d. De homine tr. De homine tr. fol. 3 (Ed. 4 c. Alonso. Vgl.-Petrus Hispanus. 447b). prima est: sensus inest omnibus animalibus. 1 q. 236 (671 l. quoniam solum ratione utentibus. Ps. Albert d. Für die griechische Antike siehe Dierauer.“ 158 Quaestiones Salernitanae 23 (ed.. 157 Petrus Hispanus Portugalensis. II. Thomas von Aquin. Raimondo M. 232 l. 35 f. fol. Biblioteca Nazionale Centrale. intellectus autem paucis. Et alie 3es sunt communiter in brutis et in homine. Conv. 267vb): „Preterea scribitur in libro de memoria et reminiscentia. 52 (Stadler. Torino–Roma 1951. ders. 20 l..155 Meinen.4. 1–3).156 Gedächtnisspeicherung157 und Erinnern)158 153 Adam von Bocfeld. Leon. Gr. Vgl.

23vb): „Ad oppositum sic. 120 l. Notes sur les traductions médiévales d’Avicenne. 118. Glosa marginalis super de animalibus Aristotilis (Paris. 60–62 bzw. Thomas von Aquin. ebd. ut visum fuit prius. 108 l. Hist. Stadler. ed. Biblioteca Ambrosiana H 105 inf. 95.A.. Michael Dunne (Philosophes médiévaux 30).). Abbreviatio de animalibus I (Ed. E. Dierauer. VI. XXXV.. fol. 1c (Ed. … VIta est. qui accipit denudatum (denudationem V ) ab accidentalibus“. Sentencia libri de sensu et sensato tr. sed multa animalia habent memoriam tantum. Louvain-la-Neuve u. ut in faciendo domum—talis inest soli homini—. c. De animal. 1 (Ed. Anonymus. fol. Biblioteca Nazionale Centrale. Lat. per quam fit (fit] sit cod. 129ra–rb: „Dicendum.-Adam von Bocfeld.. qui solum est in homine“. Petrus de Alvernia. que consistit circa quantitatem rerum conditionibus accidentalibus denudatam (denu V denuit L). ebd. fol. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] VIII (Venezia.) dis cursus ad cognicionem alicuius obliti fa cti in loco. 41 a. memoria vero in brutis et hominibus“. 3. I. 4 q. ebd. Gr. XLV/2. doctr. 215vb): „Eciam memorativa est perfectior in hominibus quam in brutis. Dominicus Gundissalinus. 2 (= De memoria et reminiscencia) c.“ Vgl. …“. Paris. Tier. Muckle. Soppr. in: Arch. 51. 9 (ed. sicut dicit Algazel. 12–17). 104 l. White. 1 (119 l. fol. Ibn Sina). 17 f. Bibliothèque Nationale.). 29rbC): „Sed solus homo memorat oblita“ (zu diesem Werk Kruk. 16162. 6 c. fol. 216va: „Minor patet. Avicenna. De anima c. VIII tr. Anonymus. Anonymus. 46–53). 116 l. 128rb): „Ars dicitur dupliciter. fol. sed in hominibus cum h oc est virtus reminiscitiva. litt. Petrus de Hibernia. … Et hec virtus solum est in hominibus“. Expositio et quaestiones in Aristotelis librum de longitudine et brevitate vitae lect. Biblioteca Nazionale Marciana.-Petrus Hispanus. a. Marie-Thérèse d’Alverny.1. 8 (131 l. Ps. sicut ex loco fit (fit] sit cod. quia ad illam requiritur collatio sive discursus.252. 353a). 216vb: „Eciam ex parte subiectorum differunt. sed nullum animal participat reminiscenciam nisi homo. ut dicit Philosophus“. II. Quaestiones super librum de memoria et reminiscentia. q. Ista collatio absque medio.204 kapitel iii – intellektive Erkenntnisweisen (vernunftvermittelte Erfahrungserkenntnis159 und artes-Ausübung und wissenschaftliche Betrachtun- q. quia omnia animalia perfecta participant memoriam. 159 Albert d. fol. 234. 36–43).. 1 n. quia memorativa in brutis solum cognoscit aliquod preteritum. que vel per experimentum habeatur. Uno modo multarum similitudinum singularium collectio . 129vb: „Alia collectio preceptorum acquisitorum per viam experiencie. 671 l.. Leon. 1993. fol. Merton College. 79 l. 256–259.) discursus ex alico noto ad cognitionem alicuius obliti. 146. Vgl. Ps. quod collatio multiplex est. quod reminiscencia est in solis hominibus. Venezia 1508. 107. fol. Lat. 3va): „Solus homo habet memoriam cum discretione. quia reminiscencia inest solum hominibus. 236 (ed. 6–14). 74 f. Questiones de memoria et reminiscencia (Firenze. M. 23rb): „….. Reminiscencia solum inest hominibus“. Notule de memoria et reminiscencia (Milano. hier: 357. Hec (huiusmodi L) solius hominis. Hec inest soli intellectui humano. Conv. Sententia libri de memoria et reminiscencia (Oxford.“ . 272. ebd. (ed. ut dicit Avicenna in libro suo de anima. Introd. 27 (1952) 337–358.

Super Ethica III lect. 4 c. 190vb): „Item in aliis generibus animalium acucius vocat femella quam masculus (mas S). 1329 l. Stadler. ebd. c. Viktor. Commentarius in ethicam novam et veterem. Gr. 285ra): „… Aristotiles in 4° de animalibus..). 163 Albert d.) et sensus. Questiones super libro de animalibus I (Madrid. 127va: „Ad hoc dicendum..162 Beurteilen von Gesundheit und Krankheit)163 – das Sprachvermögen164 160 Albert d. 162 Ders. XIV/1. Leon. 15 (ed. 257vb): „Solus (enim add. Stadler. 6 f.). 1 c. XIX (fol. 234. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] VIII (Venezia. Petrus de Abano. 27 f. Petrus von Abano. quod sermo est vox. 39va): „Secundo queritur.). 9 n. 2). ars) est procedens ab intellectu. fol. fol. loquela scilicet carens et auditu?“ Vgl. 5 n. VII/1. [ursprüngliches Einleitungskapitel zu Buch XX] (Ed. 146. qui determinatur tantum in hiis.. Gerhard von Breuil. 39 (Ed.] ex aparencie cod. Bibliothèque Nationale. Didascalicon I c. Va) homo loquitur et canit voluntarie (et c. Robert Kilwardby. Super Ethica VI lect. 12 n.). fol. 120–122).. 36. II. Colon. Soppr. Conv. XXI tr. fol. Sententia libri Politicorum I c. Dierauer. 10. 1877. et hoc fecit (facit S) natura. Paris. 161 Albert d. 14a). et hec est in solo homine“. XII. om.160 Selbstbeurteilung. 463 l. eo quod regitur ratione“. Lat. [Florentiner Redaktion] VIII (Firenze. 44 (ed. 12 (1354 l. (Cambridge. quod illa ars non dicitur mecanica nec liberalis. 12). partic.. 142va): „ Sexta (sc. Va). 1 c. G. Ps.. fol. que necessarie (necesse L) sunt vite.) experiencie (e. 30. 35–38). 32. 101 l. quia soli homines sermone utuntur“. Sic est ars mechanica (methaphisica LV ). 38 f. De anima III tr. ex intellectibus L). Gr. Gr. 229 (Ed. 206. 1–3). que inest homini soli“.853. Peterhouse Library. 1 (Ed. Stadler. 1 l. Venezia 1501. 1 c. 124ra): „Preter has vero est ars. Colon. Venezia 1501. ders.. Biblioteca Nazionale Centrale.. Huiusmodi autem est solus homo“. Tier. v. Colon. Albert d. fol. XIV/2. 10 l. 242 l. Dierauer. 73 ff. fol.). fol.-Petrus Hispanus. 33 f. que habent propositum et voluntatem. 3 n. De animal.. 201 l. 234 f. VIII. VI. II. 251vb): „Sed homini soli inest disciplina. 10. 16 (1331 l. que est collectio principiorum via (via] VII cod. 10 (Ed. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis IV (Paris. quia divisio artis per mecanicam et liberalem est in solo homine ordinata ad eius regimen et vite neccessitatem..161 Gelehrigkeit. De animal. 164 Petrus Hispanus (Medicus). 537 (Ed.4. Gr.). quod homo solus inter cetera animalia a nativitate fit mutus.“ Vgl. 4 (ed. 11 (Ed..ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 205 gen. De animal. . De animal. 1269 l. un. 1/b (Ed. Hugo von St. Potestas enim ipsius est rationalis valens ad opposita. II. A 78 l. Buttimer. 112ra): „Quare est. XLVIII. Expositio problematum Aristotilis. Solus igitur maxime erit susceptivus contrariorum. n. Tier..“ Vgl. Thomas von Aquin. ebd. 112ra): „Unde Aristoteles in primo politicorum: Sermonem solus habet homo super animalia“. Martínez Gázquez. Liber de animalibus IV (ed. Prol. consistens in exemplaribus intelligibilibus (intelligibilibus corr. 16166. XXII tr. XIX tr. ders. utrum sermo insit soli homini“. Petrus Gallecus. Politica I c. Expositio problematum Aristotilis partic. 85 f. ubi dicit. 40 (fol. que ordinantur ad effectus rerum. 10 n. Biblioteca Nazionale Marciana. 26 – 11 l. partic. ebd. cum esse ipsius extet ratione. 1354 l. Lat. ebd. 12 (ed. ders. 126. Biblioteca Nacional. 155). 5 n. Colon. et hoc patet maxime in hominibus. XXII tr.

ed. 50 (ed. 166 (ed.. Peterhouse Library. Questiones super librum de animalibus I (Città del Vaticano. De nat. Stadler. Oyarzabal Aguinagalde. fol. 21–24)... quia solus habet spem (speciem S) et expectacionem (spectacionem CS) futuri. solus homo erubescit illud confiteri. 262). 167 Thomas von Aquin.. 9 c. Dierauer. 77 – 245 l. quia in solo homine proprie talis motus est. 46 (ed. 2 n. Dierauer.“ Vgl. XXVIII. 1 c. Nemesius von Emesa. Colon. I tr.. quia sicut illud turpe et horrendum. que habent propositum et voluntatem. 4 n. Stadler. De animal. Questiones super libro de animalibus XIV (Madrid. ders. solus homo arte et racionibus. 1192 (ed. quod alia animalia fanthasia vivunt et memoriis. fol. 1 (Ed. quia presenciunt (presentant cod..) futuram. 1 (Ed. I. 1 n. XII. I. I tr. Albert d.. I.). 1 q. Sed ratione spei et timoris est pulsus“.... Huiusmodi autem est solus homo“. 165 . 163–171). ebd. Universitätsbibliothek.167 vernunftgeleiteter Antrieb168 und Fähigkeit zur vernunftgemäßen. 11 c. I tr. 12–16). 20 l. 16–20). 244 l.). 429 l. Robert Kilwardby. 26 f. et tamen in multis aliis est pulmo. 40): „Dicendum. De animal. Sentencia libri de sensu et sensato tr. Vgl. Stadler. XIII q. Gr. Lat. super De animal. Alonso. 1877. Quaest. 4(a) (Transkription von Blaˇ ek. 1 (ed. Tier. 66 a. Politica I c. 1 (ed. 515. Homo autem verecundatur et tacet. 6. 1 c. Dierauer. 1 c. Biblioteca Apostolica Vaticana. Anonymus. 1 c. 169 Albert d. Alonso. Stadler. Verbeke/Moncho. Albert d. 206. Petrus de Alvernia. Bibliothèque Nationale. 87 f. Gr. tr. 5–9). 3 c. vollkommenen Lebensführung169 – moralisches und religiöses Verhalten170 Petrus Hispanus (Medicus). Tier. 1325 l. 1 ad 1 (Ed. 22 f. Vat. 166 Albert d. dens. 3 n. 5 n. 153. 170 Petrus Hispanus Portugalensis. quod prudentia proprie z sumpta est recta ratio agibilium circa hominis bona vel mala. fol. Paris. 35 (ed. 28 f.. II. 11 (ed. De animal. 153. 1 c. Colon. 14a). 122. Heinrich Kühle u. quod pulmo sit propter saltum cordis. ders. Tacet quidem propter racionem et discrecionem. 20 l. 18 l. ders. 281rb): „Contrarium dicit Philosophus. Albert d. 13 l. 268 l. Leon. quam habent. 37. Tier. 1354 l. Et est virtus intellectualis et reperitur solum in hominibus. Bartholomaeus von Brügge. 554b). ebd. Dierauer. 28 l. non bene dicitur. Steele.). 16166. II.“ Vgl. Questiones supra libros prime philosophie IX (ed. 7 (ed. 109va): „…. 52va): „Et hoc eciam intendit Philosophus in prohemio methaphisice. 297 l. 3 n.). De natura hominis c.). Stadler. 237rb): „Et causa est propter leticiam.). XIV/1. quod solum in homine est pulsus. Gerhard von Breuil. Simon von Faversham. 67 f. Bernhard Geyer.) delectacionem (delinacionem cod. 1 n. XXI tr. 2 c. XXII tr. 386a). fol. De homine tr. Dicta super librum de anima II (Leipzig.. 285ra): „… in hiis. 94 (Ed. Gr. XII. hoc est propter motum pulsus. Johannes von Tytyngsale. Sententia libri Politicorum („Scriptum“) VII lect. et orig. ders.165 Scham166 – Tugend der Klugheit. Gr. Super Ethica I lect. Paris. 14–16). Vgl.. 33–48). De animal. ed. Gr. 85 l. fol. et arguit sic: Solum in homine est spes (species Va) vel timor. De bono tr. 168 Roger Bacon. Quaestiones super librum de anima III q. Colon. 1 a. quod dicere. I. Spiazzi. (Cambridge. …“ Vgl. 10 f. 10 n. Scriptum et questiones yconomice Aristotilis I c. 79–81).206 kapitel iii – Hoffnung und Furcht. quam habent ex coytu. 27 f. 1 c. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XIII (Paris. 12c (Ed. Münster 1951 (Ed. an. Colon. 15 l. Stadler. 864 l. 2164. Biblioteca Nacional. a. Petrus Hispanus Portugalensis. Münster 1955 (Ed.. 1359. XLV/2. 3). ut habetur sexto Ethicorum. 5 q. XII tr. Scientia libri de anima tr. 53 (ed. lat. Tier. Scientia libri de anima tr. 1 (ed.“ Vgl. Prol. VIII. 298 l.. XXXV. Commentarius in ethicam novam et veterem. 16 n.

lat.. XXI tr. Abbreviatio de animalibus V c. est proprium sensui hominis. 2 (Ed. fol. … Alia autem animalia sentiunt solum odorem qui indicat alimentum conveniens vel non conveniens.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung (b) Allein dem Menschen zukommende Merkmale im sensitiven Bereich – sensitive Besonderheiten insgesamt171 – Duft. 12 (Ed. quos solus homo percipit. Quaestiones super librum de sensu et sensato q. 22–25). Dep. quod homo habeat peiorem olfactum aliis et prave odorat. …“. ‚Proprium autem‘. 11 (Ed. 46 (ed. 103vb): „Unde Aristoteles in quarto de hystoriis ait: Somniat autem maxime animalium homo“. Super de sensu et sensato (Erfurt. 34rb): „Et somnium coitus non accidit alicui animali nisi soli homini …“ 171 . partic. Gr. 3 n. lat. propter quod solus homo inter omnia animalia maxime gaudet et confortatur odoribus florum. 2 c. qui sunt odores per se. II. 1 n. 10. quod solus homo odoribus florum et huiusmodi. 191–195. c.. 2164. 61va): „…. Albert d. Stadler. De somno et vig. Venezia 1501. Leon. 7–11). 172 Adam von Bocfeld. 13 (73 l. Stadler. Dicta super librum de anima II (Leipzig. 104–126). 194b). fol. 235.. Questiones super librum de animalibus IV (Città del Vaticano. 10 c. In de sensu et sensato [zweite Redaktion] (Città del Vaticano. Dierauer. Aegidius Romanus. 1 c. 123va): „… solus homo odoribus florum gaudet“. De sensu et sens. et si percipiant. quod inter omnia animalia solus homo quasi differenter sentit odores florum et consimilium“. fol. 101 (ed. fol. tr. 8 c. 13326. scilicet florum et rosarum. vgl. Universitätsbibliothek. 5 (373 l. hoc genus odoris. 52vb): „Quia homo inter omnia animalia habet cerebrum frigidissimum et humidissimum et secundum quantitatem sui corporis maximum. Dierauer. Venezia 1500. Expositio libri de anima I (Ed. Albert d. Anonymus. Anonymus. 4 (ed.. White. 1323 l. Biblioteca Apostolica Vaticana. ebd. fol. 69 l. 128ra: „Immo odor per se tantum proprius est hominis. 12–23): „Intelligendum secundum Philosophum in littera. 4 (ed.. … Et sic—ut vult Philosophus ibi—talium solus homo est perceptivus. ebd. Thomas von Aquin. Vat. delectatur“. 153. 72ra): „Et propter hoc est. fol. ut deserviant tam necessitati vite quam etiam ad scientiam. Gr.. Sentencia libri de sensu et sensato tr. Avicenna. II. fol. lat. fol. fol. 1 c. CA 4° 312. Sentencia libri de sensu et sensato (Città del Vaticano. Vat. ceteris autem animalibus dati sunt sensus solum ad necessitatem vite. Tier. quod solus homo sompniat“. ders. quod licet ita sit secundum Philosophum. 2 c. tr.und Gestankswahrnehmung172 – Fähigkeit zum Träumen173 207 Petrus Hispanus Portugalensis. Alonso. Tier. 1359. Paris. De animal. ebd. 69b). Anonymus. Commentarium et questiones in de sensu et sensato (Città del Vaticano. Vat. quod solis hominibus dati sunt sensus. lat. 173 Albert d.“ Vgl. XLV/2. Simon von Faversham. ebd. sed solum per accidens …“. et est in adiutorium sanitatis. quare soli homini competit. qui sunt in secunda specie. I. 8–10). Erf. Paris. 38ra–rb): „In prima dat causam. Anonymus. IV tr. 70 l. De animal. 403 l. Biblioteca Apostolica Vaticana.. Unde dicit Philosophus. IX. 94–96). IX. Gr. et illum non percipiunt qui est delectabilis secundum se vel fetidus secundum se. …“. 2170. III tr. Venezia 1508. 16 (Ed. 20va): „Notandum autem. quare secunda species odoris homini competit. 259vb): „Dicit. 5988. Scientia libri de anima tr. 26). 117. 286 l. et est. 88 l.. Expositio problematum Aristotilis. Petrus von Abano. Biblioteca Apostolica Vaticana. quod ista species odoris solum propria est homini.“ Vgl. Petrus de Alvernia. 1 c. 12 (Ed. …“. Vat. Universitätsbibliothek. non tantum multum curant de hoc. 38va: „Sicut alia animalia ab homine non senciunt odores per se.. tamen quidam sunt odores. in secunda. fol. Biblioteca Apostolica Vaticana. fol. … Consequenter ponit secundam proprietatem.

fol. 35 f. quare inest risus soli homini“. In nullo genere invenitur amicitia et inimicitia. Gr. 12 (ed. 125.“ Vgl. Ps. 1 c. Lat. Gerhard von Breuil. 178 Albert d. 234.] animalibus Va). I tr. 236 (ed. II. Questiones super librum de animalibus XII (Città del Vaticano. fol. Conv.-Petrus Hispanus. Gr. Vgl. Biblioteca Nazionale Centrale. Stadler. 1877. De animal. 671 l. fol. Dierauer. I. 5 n. Stadler. 1354 l. Lat. fol. Questiones super libro de animalibus XV (Madrid. Biblioteca Nazionale Marciana. propter quid omne animal vociferat in (in om. 12 (ed. De animal. 1 c. Bibliothèque Nationale. solum in homine erunt amicitia et inimicitia et non in brutis“. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] XIII (Venezia. lat. fol. 233. 30–32). 52 (694 l. 267vb): „…. XXII tr. quando movetur pars illa circa frenes (renes S)“. 1 c. Bibliothèque Nationale. 25 a. Tier. 1 c. Gr. 1 n. De animal. 12 (ed. 2164..208 kapitel iii – Lachen174 – Verändern der Stimmhöhe beim Sprechen175 (c) Allein dem Menschen zukommende Merkmale sozialen Verhaltens – – – – Bewahren bürgerlicher Gemeinschaft176 Friedfertigkeit aufgrund von Zivilisiertheit177 Fähigkeit zu jeglicher Art von Freundschaft178 Eheschließung179 und bestimmte Eigentümlichkeiten des Sexualverhaltens180 Petrus Hispanus (Medicus). Petrus Hispanus (Medicus).. Dierauer. Stadler.). 419 (Ed. propter multitudinem spirituum in humana specie. Ergo in eis non sunt amicitia et inimicitia.853. ders.. 6 c.. Tier. 5 n. ebd. IX tr. XXXV.). 31. Lat. 1 q. G.Petrus Hispanus. 18 l. Vgl. 3 n. 1877. Anonymus. 16162. 5–9). De animal. 28vb): „Nulla femina nisi humana petit coitum post impregnationem. II. 16166. Biblioteca Nacional. VI. quare solus homo ridet et non alia (cetera Va) animalia. 281va): „…. 174 . Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XIII (Paris. ders. fol. in quo virtutes ad unum determinate sunt. Albert d. 5 n.. 112rb): „… dicens. 1354 l.. quia habet rememoracionem cum discretione. Albert d. est pellis subtilitas. 303ra): „Solus homo ridet. 1 c. Paris. Anonymus. 11 n. VIII tr. Dierauer. 25 f. Sed in brutis sunt virtute s determinate ad unum. Va) tempore coitus preter hominem“. 10–13). 4 (Ed. quod causa. 1877. Questiones super libro de animalibus I (Madrid. 52. …“ 180 Petrus Hispanus (Medicus). 1354 l. …“ Vgl. Biblioteca Nacional. II. 70–73). Gr. non sic in aliis. Biblioteca Apostolica Vaticana. 176 Ders. quare solus homo inter animalia titillatur. De animal. XXII tr. 177 Ebd. Super Ethica V lect. 122va): „2a racio. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] VIII (Firenze. 1 c. 213ra): „Deinde. 175 Albert d. fol. Stadler. 179 Albert d. 257va): „Quarto. Ergo solum in hominibus insunt. Glossa marginalis super de animalibus (Paris. Tier. 47 (ed.. …“. 357 l. Questiones super libro de animalibus VIII (Madrid. XIV/1. I. II. 11 (ed. XXII tr. fol. 288). 28–30): „Et propterea solus homo perfecte coniugale est animal eo quod honestas legibus ordinatas facit nuptias. Stadler. 125. 250b). ergo cum hominis sit accipere formas separatas a senssibus (a s.. propter hoc accidit ei risus. Vat. 30–32). et quia solus homo ridet. XXII tr. De homine tr. Tier.4. Ps. Stadler.. Colon.. Biblioteca Nacional. 5 n. de Asúa. Gr. 1354 l.“ Zur aristotelischen Grundlage siehe Dierauer. 5 n. Problemata (CXXVIII quaestiones) 84 (ed. Soppr.

XII tr. CA 2° 172. Expositio librorum de iuventute et senectute.). 972 l. 17 (ed. 3 c. 103vb): „Solus enim homo cum pygmeo est recte stature et lati pectoris et 181 . Ps. Dep.“ Vgl. De animal. 9 (Ed. 26 (ed. ders. Venezia 1501. 148. Busa. 197. et ita cum homo propter predictam causam cadat. 16c l. VI. fol. Gr.. 234. quod cutis est temperata.-Petrus Hispanus. Erf. homo) enim habet partes dispositas secundum naturam. 50 f. XII tr. et non nisi in homine. Universitätsbibliothek. XIV tr. quia inter animalia solus est rectus“.. de morte et vita. de anima q. „zweite“ Redaktion „Adams“] (Wien. Qu disp. Thomas von Aquin.). Dierauer. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] I (Venezia. 16166. Anonymus. 12 (1354 l.“ 184 Adam von Bocfeld. ebd. 2 c. 75rb): „…. 38 f. 4 n. fassen wir sodann in den folgenden vier Gruppen zusammen: (a) Körperbau – die ausgewogene Komplexion. Lat. quam habet maxime inter animalia. homo vero sursum“. partic. Lat.. Gr. fol. 98va): „Ipse (sc. De animal. c. 16166.). cum inter omnia animalia solum sint recte stature. II. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XII (Paris. oben S. 16 (Ed.). quando propter predictam causam cadunt. 154. 6 (ed. cadit“. …“. 1. de inspiratione et respiratione lect. 166 (ed. Gerhard von Breuil. 1 c. Stadler. 90vb): „Ad hoc dicendum. Stadler. 68va): „Solus enim homo inter animalia est levis (lenis S). 75ra): „Qui homines. Stadler.181 speziell der Haut182 – der unbehaarte Körper besonders der Frau183 – die aufrechte Gestalt184 samt breiter Brust und breitem Rücken185 Albert d. 68 l. 2330. fol. ad sursum totius universi. 103rb): „cum solus homo sit rectus inter animalia“. 34 f. Jakob von Douai. 35 f. 2 n.. Sentencia super libro de sompno et vigilia [sog. 864 l. Vgl. die die Magister in Verbindung mit dem Topos solus homo ausschließlich dem Menschen zuordnen. Universitätsbibliothek... Dep. Lat. Petrus de Alvernia. precipue alterantur inter omnia animalia quantum ad staturam suam. 683 l. 17va): „Deinde quare alia ab homine declinant caput ad terram. habet particulam illam. Venezia 1566. De somno et vig. Siger von Brabant (?) (= Ps. fol. Paris. Bibliothèque Nationale. Albert d. fol.“ 183 Albert d. 804 l. I. 1 (Ed. et est.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 209 Die auf die konkrete Existenz bezogenen Merkmale körperlicherseits. Scriptum cum questionibus super dietas universales Ysac (Erfurt. Dep. eo quod inter omnia animalia solus homo est rectus et ideo cum retrahitur calor ad inferiora (interiora cod. 2 c.). Österreichische Nationalbibliothek. Erf. 8c (Ed. 53va): „…. 182 Petrus Hispanus (Medicus). De animal. 5 n. Leon.-Adam von Bocfeld). Universitätsbibliothek. Scripta supra librum de sompno et vigilia I (Erfurt. Erf. 1 n. quae superius dicitur. 2 n. XXII tr. I. Tier. inter omnia animalia precipue alteratur quantum ad staturam suam. quod solus homo inter animalia alia est recte stature. I. 48 (ed. CA 4° 312. doch ist wohl sinngemäß „l¯ vis“ zu konjizieren. 268 f. …“. IX tr. 1 c. 126a–b): „Homo enim propter rectitudinem. fol. XIII (fol. XXIV/1. IX. e Scripta supra librum de animalibus Aristotilis IX (Paris. Biblioteca Nazionale Marciana. 25–30). fol. 10.. CA 4° 188. Sententia super librum de sompno et vigilia [erste Redaktion] lect. Stadler. ut (et S) sursum ipsius ad sursum tocius mundi. fol. Gr. 185 Petrus von Abano. I tr. Expositio problematum Aristotilis. Stadler liest hier „lenis“. 12). Bibliothèque Nationale.).. 153b). Gerhard von Breuil. Super de sompno et vigilia (Erfurt.

Liber de animalibus II (ed. Avicenna. alia vero sunt versus terram incurvata. 278). Erf. Quaest. Gr. fol. 36 (Ed. Gr. II. Abbreviatio de animalibus I c. Expositio problematum Aristotilis. Stadler. 1 c..). Venezia 1505.192 Situierung des Herzens193 dorsi. quod ei ad plura deservit. Biblioteca Nacional.210 kapitel iii – anatomische Besonderheiten in Bezug auf Augen. ders. 153 f. Nemesius von Emesa. Problemata 37 (ed. 1324 l. I. XIV tr. 22 (Ed. conus autem inferius. CA 2° 172.. Petrus Hispanus (Medicus). 158va): „Circa primum sic proceditur et queritur. Gr. 25 (ed. ders.] autem non sed sic Va) est in aliis animalibus. Martínez Gázquez. 1 n. fol. 191 Albert d.. 6 (ed. Colon. sed (sed] secundum situm Va) insufflatione (suflacionem Va) sua (suam Va) ad dextram—non sic autem (n. 192 Albert d.. 90va): „5° queritur. 14r): „Omne animal habens aures mouet eas praeter hominem“.. 1877. Problemata 41–42 (ed. Albert d. XIV q. Quaest. 4 n. XII. XXI tr. Biblioteca Nazionale Braidense. 188 Albert d.188 Brüste. 103va): „…. a.. Verbeke/Moncho. 1227 l. partic. De animal. Ps. Petrus Hispanus (Medicus).“ 190 Texte siehe oben Anm. AD.“ Vgl. XVIII tr. II.189 Nabel. Dep. 3 n. 1 c. quod in omnibus animalibus cor est recte inter dextrum et sinistrum nisi in homine. super De animal. 31 (905 l. 22 (Ed. Liber phisionomie pars c. 90 f.XI. 4 n. 89 l.186 Ohren. de Asúa. quia alia animalia preter pygmeum non habent manus. 189 Michael Scotus. 50. propter quid in natura humana mamille sunt a parte anteriori. in quo magis declinat versus sinistrum. angustorum pectorum et dorsorum. Gr.-Johannes von Casale. 37– 40).. s. 2 c. 193 Ebd. Stadler. De animal. 52 f. 15 (Ed.. 34ra): „Unde dicit Albertus. 1 n. 163 (ed. Vgl. Venezia 1501. 11c (257 l. 11–13). ders. 1 (Ed. Stadler. Tier. De animal. 19 f. XIII tr. de Asúa. quae habet eas in pectore“. 30raH). 17–25). 35–40)... I q. 2 n. Questiones supra viaticum (Madrid.187 Hand. Petrus Hispanus (Medicus): Questiones super libro de animalibus II (Madrid.). 2 c. 36. 66– 68). 72 (ed. sicut in piscibus. Stadler. in aliis vero (vero om. 233 l.190 Fuß und Unterschenkel. fol. Stadler. 14v): „Omne animal habens mamillas eas habet sub uentre uel prope coxas praeter mulierem.). quare aures omnium animalium sint in motu continuo excepto homine et symea“. 1 c. I. 1 c. 965 l. Venezia 1505. De animal. fol. 1877.191 Geschlechtsorgane. Biblioteca Nacional.18. Solus enim homo habet. 259va): „… et quare basis cordis in homine est superius. 32 (ed.). eo quod cum sit prudentissimum animalium. 100 l. Scriptum cum questionibus super dietas universales Ysac [Redactio longa] (Erfurt. fol. XXI tr. 20–24). Petrus von Abano. 37 ff. 10.). Dierauer. 26 (ed. 58 l. 6 (1324 l. Questiones super librum de partibus animalium (Milano. ei datum fuit a natura organum. Gr. 278 f. De natura hominis c. 187 Michael Scotus. II. Universitätsbibliothek. Liber phisionomie pars 1 c.. fol. 2 n. 36–38). II tr. Petrus Gallecus.“ Vgl. 111 l. fol. Albert d. sed est cor in medio“.. M) animalibus est e contrario. Gr. Venezia 1508.“ . 186 Albert d. ebd. super De animal. 2 c. De animal. fol. I tr. et quare cor in homine secundum situm declinat ad (ad] in Va) sinistram.

I. fol. Albert d. 1 n. Abbreviatio de animalibus XII c. et ideo albata pelle ovium necesse est lanam albam fieri. 14–17). fol. 156va): „… et propter hoc homo omnium animalium est nudissimum— scilicet pilis—et ungues (ungulos S ungul is C) habet minimos secundum quantitatem sui corporis. 10. Gr. 2 c. quod pulsus est duplex. Questiones super libro de animalibus I (Madrid. …. utrum in solo homine sit pulsus. 2m est somnium frequenter incurrere. Stadler. 3 c. Questiones super librum de animalibus XII (Città del Vaticano. 195 Albert d. 10 (ed. Liber de animalibus III (ed.. quod pilos variat secundum pellis varietatem. Stadler. 109vb): „Contrarium dicit Philosophus.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 211 – Behaarung (Ausmaß. C)eciam (sc. Anonymus. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XVI (Paris. 22–24). II tr. quod solus homo inter animalia est ambidexter. Biblioteca Apostolica Vaticana. 1877. Stadler. Liber phisionomie pars 1 c. Gerhard von Breuil. Philosophus). Venezia 1508.. VI/1. Que duo proprie in solo homine reperiuntur.. Bibliothèque Nationale. et primo assignat causam probabilem dicens causam esse. 302rb): „Quod postea queris. Venezia 1501. …. quod nulli aliorum animalium contingit. 2 n. 55–57). scilicet supine iacere. quia habet medullam multam et status eius est multum rectus et supercilia non habentur a ceteris animalibus nisi a solo homine. 13vb): „Addit (addit om. fol. quia minimum (unum P) habet superfluum terrestre“.“ 196 Petrus von Abano. Gerhard von Breuil. 19 (Ed. Petrus von Abano. Bibliothèque Nationale. 26 (683 l. fol. De animal. fol. Gr. quoniam nullum animalium ab homine et pygmeo iacet super dorso. 92 (ed. I. 103vb): „…. Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge. 1 c. fol. ebd. Venezia 1501. Beidhändigkeit 197 (d) Besonderheit somatischer Vorgänge und Reaktionen – Pulsschlag198 Michael Scotus. Vat.“ Vgl. Avicenna. Begrenzung auf besondere Körperregionen). III tr. 13r): „Quaedam habent pilos et capillos ut homo tantum“. 259va): „Et quare in homine dextrum (destram Va) ponitur pro sinistro.“ Siehe auch oben Anm. fol. I. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis II (Paris. … Sic itaque ad pollutionem duo faciunt. fol. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XIII (Paris. incipit habere pilos. 2164. Expositio problematum Aristotilis. 49va): „Et solus homo habet pilos in sua palpebra superiori. 51. quod pulsus est solum in homine“. 116–118). 481.).. 1 c. Albert d. 16166.“ 198 Gerhard von Breuil.“ 197 Petrus Hispanus (Medicus). 34 f. Colon. partic.. 165. fol.). Venezia 1505. 16166. 21 (ed. Anonymus. in aliis autem animalibus non“.194 Zusammenhang zwischen Haarfarbe und Hautfarbe195 (b) Rückenlage beim Schlafen196 (c) Gebrauch der linken Hand bzw. Meteora II tr. Lat. 227 l. IX tr. 21 (Ed. 1 c. 317 l. quod est resupine iacere. fol. 94 l. 2 n. 10. 7 (Ed. Expositio problematum Aristotilis. ders. et nullum animal pilosum est sub ascellis nisi homo nec habens capillos multos in capite preter ipsum. De animal.“ Siehe auch oben Anm. Martínez Gázquez. 11 f. 194 . II tr. 101 l. 99rb): „Omnis enim animalis hec est natura preter hominem. 16 (Ed. Lat. Bibliothèque Nationale. 16166. Gr. Et causa in hoc est. partic. 231 l. lat. quare homo cum incipit habere potenciam coeundi. Petrus Gallecus. 11 (Ed. Biblioteca Nacional. 2 n. dicendum. Stedelijke Openbare Bibliotheek. 19rb): „Hic querit. De animal.

35. SOB. Questiones super libro de animalibus VII (Madrid. et hec solum est in mulieribus“. et aves et alia multa“. 2303. quod causa. Venezia 1501. Colon. 57. 1227 l. 112rb): „… dicens. 263. 50rb): „Ad aliud dicendum. 84 (1235 l. 16089. 6 (Ed. IX tr. 34rb): „Respondet dicens. schwankende Schwangerschaftsdauer. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XIII (Paris. Stedelijke Openbare Bibliotheek..212 – – – – kapitel iii Niesen. fol. quare homini soli accidat titilatio. Venezia 1501. Gr. 40va–vb): „Hic querit. fol. 14–19). Gr. aliquando in 8°. quare subiugalia proprie non eructant (eruptant cod. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis IX (Paris. Lat. quare solus homo inter animalia titillatur. quod non preteriunt. quia de mense in mensem fluit. 8 (Ed. quod sola femina humana specie menstruat extra. Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge. Biblioteca Nacional. 481.200 Aufstoßen201 und Kitzeligkeit202 Nasenbluten203 Menstruation204 Besonderheiten von Empfängnis und Geburt. 3 c. e corr. partic. Stadler.l. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis VI (Paris. Expositio problematum Aristotilis. Petrus von Abano. partic. 16166. Questiones disputate super problematibus Aristotilis et de historiis animalium (Paris. in homine autem solo sunt multa tempora. Bibliothèque Nationale.199 Husten. 1 c. 97rb): „Dicendum. quod homo solus aliorum animalium proprie tussit propter causas assignatas“. cod. 2 (Ed. aliquando in 9° et sepius in X°. siquidem risus causatur propter motum factum circa assellas. intra tamen multa alia menstruant. XII. quia aliquando fit partus in septimo mense. Expositio problematum Aristotilis. 71–72 (ed. fol. 1877. 10. quod in aliis animalibus est unum tempus parturicionis determinatum. quod sunt alia plura. 4 n. II. 1 (Ed. Gerhard von Breuil. Bibliothèque Nationale. 4 n. 10. 103 (ed. 17–35). Lat. super De animal. 270va): „Sed causa.. Venezia 1501. VI tr. in aliis autem animalibus non. Petrus von Abano. 16166. 1 n. et hec proprie dicitur menstruum. fol. sed solum homo proprie hanc passionem videtur incurrere. Lat. ebd. partic. Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge. 205 l.. De animal. fol. 485 l. fol. c. Bibliothèque Nationale. sed alia animalia habent unum tempus sue perfectionis.). fol. 2 c. Bibliothèque Nationale. Österreichische Nationalbibliothek. Lat. propter que homo solus incurrit fluxum sanguinis narium. subtilitas est pellis. …“ 205 Albert d.). 5–16). est pellis subtilitas“. Stadler.“ 202 Gerhard von Breuil. insbesondere Jahreszeitunabhängigkeit. IX q. Aliquando enim generatur homo in septem mensibus et aliquando in 8 et aliquando in X. fol. fol. 481. Stadler. fol. De animal. Henricus de Bruxella/Henricus de Alemannia. 203 Petrus von Abano. Anonymus. 691 l. 70vb–71ra): „… dicens. nisi mulier sit pregnans. 23–65). 264vb): „…. Scheinschwangerschaft (mola)205 Siehe oben Anm. ders.“ 204 Petrus Hispanus (Medicus). Quaest..“ Siehe unten Anm. fol. Albert d. et quia solus homo inter cetera animalium ridet titila tion e. 45 (ed. 97va): „Et nota. 41va): „Sed in hominibus est menstruum (menstruum s. I. 7 n. Quelibet [Wiener Redaktion] (Wien. In hominibus autem ali199 200 . 16166. Expositio problematum Aristotilis. 84va): „Propter quod est sciendum. XVIII tr. et quedam mulieres superaccipiunt (superconcipiunt S) aliquid de undecimo mense“.“ 201 Anonymus. Anonymus. quod alia bruta animalia non tussiunt et homo tussit. Gerhard von Breuil. I. quod homo inter cetera animalia solum habet multa tempora sue generacionis. 14–17).

ebd. fol. II. 42vb): „Homo autem solus inter bipedia animalificat. Expositio problematum Aristotilis. Respondet dicens. Stadler.. Expositio problematum Aristotilis part. utrum in aliis animalibus ab homine accidat canicies … Contrarium videmus. 44ra): „Hic querit. ut dicitur in 4° huius. De animal.) inducit in oculis sicut in aliis partibus corporis. Stedelijke Openbare Bibliotheek. 10.. 2 c. 25va): „Item quare inter animalia solus homo canescit aut maxime“. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis III (Paris. quare solus homo inter cetera animalia incurrit caniciem. 142va–vb): „Tercio queritur. partic.211 Epilepsie und krampfhaftes Verdrehen der Augen oder Schielen212 sowie insgesamt Neigung zu krankhafter Abweichung vom Naturgemäßen213 quotiens istud tempus multum est preteriens.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 213 – Verbindung der Merkmale Zweifüßigkeit und Lebendgebären206 – Bartwuchs in der Pubertät. 481. Anonymus. Bibliothèque Nationale. fol. 10. 31 (ed. Lat. 55. Bibliothèque Nationale. fol. Albert d.“ Siehe auch. Biblioteca Nacional. 122vb): „Quare est. 33vb): „Et dicimus. I. 34ra): „Iterum propter habundantiam menstruorum sola mulier (m ate r cod. partic.“ 213 Petrus von Abano. sed solus homo canescit. quod homo solus inter cetera animalium incurrit caniciem“. Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge. Petrus von Abano. XIX tr. 314 l. …“.). Venezia 1501. III tr. Stedelijke Openbare Bibliotheek. 86 (ed. Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge. 16166. Questiones libri de animalibus (Wien. Gr.“ 210 Siehe oben Anm. ut dictum est. Venezia 1508. 481. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XIX (Paris. Vene- . 1 (Ed. 2 (ed. oben Anm. 188vb): „… dicens. Österreichische Nationalbibliothek. 2303. Gerhard von Breuil. perversiones (-nis cod. et ideo maxime evacuatur cum spermate. quia inter omnia animalia (alia P) homo habet maius (magis P) cerebrum et maxime humidum secundum quantitatem corporis. quia ibi est cerebrum. 50 (Ed. 211 Petrus von Abano. Sed homo inter cetera animalium incurrit epilenciam. 206 Gerhard von Breuil. 1 n. 1877. quod nullum bipes generat sibi simile nisi homo. Anonymus. 2 n. Venezia 1501. Quod autem est proprium. fol. sed homo solus. fol. Expositio problematum Aristotilis. uni soli convenit“. 123. fol. fol.. 43 (Ed. Stadler. 5 (Ed. partic. 99ra): „Hic querit.). Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge. sed soli homines. 27 (Ed. Questiones supra viaticum (Madrid.) potest supraconcipere et non alie femelle. II. quod propter eandem causam soli homines fiunt calvi in priori parte capitis. Stadler. Venezia 1501. Gerhard von Breuil. 10. 16166. quare alia animalia ab homine non paciuntur lapidositatem in vesica. Anonymus (Ps. 31. fol. partic. fol. quod cum epilencia sit quidam spasmus universalis corporis. Bibliothèque Nationale. …“. Lat. Lat. 481.“ 209 Albert d.-Petrus de Alvernia). De animal. 259va): „Quare homo inter animalium cetera contorquet oculos ad diversas partes convertendo. fol. quare homo inter cetera animalium contorquet oculos. Expositio problematum Aristotilis.207 Ergrauen208 und Kahlköpfigkeit209 – (lepröse) Hauterkrankung morphea. 208 Petrus Hispanus (Medicus). 28–31).“ 212 Petrus von Abano. Abbreviatio de animalibus V c. quod homines proprium habent canescere in senectute. aut fortassis equus“. 6 n. 64 (fol. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis V (Paris. et primo assignat causam. un. ebd. quare alia animalia ab homine non patiuntur lapidositatem.. fol. 30 f. 10.“ 207 Siehe oben Anm. ita quod non raro motus eorum efficitur spasmosus? Quod etiam strabositas ostendit“. Gr. 32 f. 98va): „…. un. c. Avicenna. 113va): „…. Stedelijke Openbare Bibliotheek. 40rb): „Hic querit.“ Vgl. 16166. c. XIX tr. Anonymus.210 Blasensteine. fol. 1245 l. 1261 l. 60.

. Stedelijke Openbare Bibliotheek. Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge. 2303. 481. 40rb): „Tunc descendendo specialiter ad hominem dicit Philosophus. 6 (Ed. 148ra): „Ad hoc solvit Aristotiles. fol. 54a). sed differencias sensibilium maxime discernit“. Quaest. quod homo inter cetera animalia magis certius et discretius cognoscit omnia sensibilia. etwa in Bezug auf die Komplexion. sondern nur von graduellen Unterschieden aus. dass die mit dem Topos solus homo verbundenen Merkmale von den Magistern nicht in jedem Fall exklusiv nur dem Menschen zugesprochen werden. 16166. propter hoc fit titillacio. quod hoc est propter stipationem (stipitatem Fi) spirituum.“ 215 Gerhard von Breuil. durch die sich der Mensch graduell—quantitativ oder qualitativ—von den übrigen Sinnenwesen unterscheidet.“ 216 Albert d. 187rb): „Item in prima parte primo proponit (ponit S) intentum dicens.-Petrus Hispanus. fol. Biblioteca Nazionale Centrale. allerdings nicht auf Distanz215 – am besten ausgeprägter Tastsinn216 zia 1501. Anonymus. 117va): „Quare est. Das eine odere andere zumal der körperbezogenen Merkmale nehmen sie bisweilen auch bei bestimmten Tierarten an. 2 c. quod hoc est propter tenuem cutem in homine. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XIX (Paris. 42rb): „Hic querit. quod homo inter cetera animalia aut solus pervertitur ab esse suo naturali perfecto et in imperfectum transmutatur aut maxime. cum nullum aliorum pervertatur aut minime“. fol.. Analog zu den voranstehenden Gruppierungen seien auch die in Zusammenhang mit dem Topos maxime in homine von den Autoren angesprochenen Merkmale zusammengestellt.214 kapitel iii Anzumerken ist. fol. Bibliothèque Nationale. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] XIII (Firenze.-Petrus de Alvernia). Soppr. fol. Lat. Wir beginnen wiederum mit den Merkmalen seelischerseits: (a) Empfindlichkeit im sensitiven Bereich – stärkste Präsenz von spiritus als sensibilisierender Faktor214 – generell schärfere Sinneswahrnehmung. Paris. so die Unbeweglichkeit der Ohren beim pygmeus oder Blaufärbungen der Augen und Grauwerden der Haare beim Pferd. Österreichische Nationalbibliothek. G. die insofern dem Menschen nahestehen sollen. IX. tr. non tamen magis a longe apprehendit quam alia. quod homo inter omnia minus acute sentit de longe secundum magnitudinem suam. ders.“ 214 Ps. Anonymus (Ps. . Questiones libri de animalibus (Wien. qui maxime sunt in homine secundum Avicennam. Nos autem dicimus. Gelegentlich gehen sie nicht von prinzipiellen. Gr. cum nulli animalium hoc vel minime contingat. sicut dicit.853. quare homo inter cetera animalia facilius pervertitur a suo esse naturali et in imperfectum transmutatur. De sensu et sens.4. Conv.

56 l. 220 Adam von Bocfeld. Ps. 8 (Ed. VIII (fol. quod imaginatio. Anonymus. Quaest. Vennebusch. 2 c.. 97 f. 202ra): „Sed dicit Avicenna: Caro hominis per tactum maxime sentit. 113 l. Petrus de Alvernia. 218 Albert d. 3): „… patet per hoc. Colon. Lat. 12 (ed. 13 ad 2 (Ed. fol. Van Steenberghen. Siehe auch oben S. Scientia libri de anima tr. Biblioteca Nazionale Marciana. 144rb): „Dicendum: Tactus maxime viget in homine et in aranea“. 40c (ed. II q. Thomas von Aquin. VI (fol. 29–32): „Dicendum quod nobiliori animae debetur aliqua nobilior potentia. Sentencia libri de sensu et sensato tr. Siehe auch oben Anm. 3 c. tamen sensum tactum inter omnia animalia habemus certissimum“.-Petrus Hispanus.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 215 – am besten ausgeprägter Geschmackssinn217 – bessere Geruchsdifferenzierung218 bei in gewisser Hinsicht schlechterem Geruchssinn219 – leistungsfähigere Vorstellungskraft (imaginatio)220 (b) Lebensführung – längste Stillzeit221 – grundsätzliche Variabilität der Lebensweisen222 super De animal. Sentencia super librum de anima I (ed. CA 4° 312. II. Colon.). IX. perfectior est et magis determinata in homine quam in aliis animalibus. Anonymus. que in extremitatibus digitorum“.).). 93. 2303. Sed illa nobilior potentia non est sensus olfactus. Anonymus. Leon. 223 l.. 10 f. que est ultima virtus sensitiva. Quaestiones in tres libros de anima II q. tr.“ Siehe auch oben Anm.“ 221 Albert d. 6 c. XII. Gr. 222 l.-Petrus Hispanus. et maxime. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] I (Venezia. 222 Ps. fol. De natura hominis c. Sentencia libri de sensu et sensato tr. Dep. Siehe auch oben S. est qualitas complexionis. 17–21). II q. White. 1 c... Quelibet [Wiener Redaktion] (Wien.. De anima II tr. VI.. 176 Anm. Österreichische Nationalbibliothek. 219 Petrus Hispanus Portugalensis. XLV/2. Nemesius von Emesa. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redak- . Henricus de Bruxella/Henricus de Alemannia. quod non esset nisi esset in potentia respectu forme nobilioris et aliquo modo perfectibilis ab ipsa.). Gr. 44–60). 35 f. …“. 109 l. 48c (ed. Paris. Notule super librum de anima II (Erfurt. 54a). 23 (Ed. XLV/2. ebd. quia temperata est maxime illa in vola. De sensu et sens.). 34. Erf. ebd. 234. 59–61). 49 l. Verbeke/Moncho. 1 c. sed sensus tactus. Homo enim habet discretiorem sensum tactus respectu omnium animalium. VII/1. 84vb): „Dicit Averroes. Powell. Quaestiones in libros Aristotelis de anima II q. Universitätsbibliothek. Unde delectationes tangibiles sunt maioris delectationis. et maxime tactus. Quaestiones super librum de sensu et sensato. XII. 24 – 110 l. q. 217 Albert d.. 31–34). 6 (Ed. 64. 40vb): „…. nam tactus—et maxime in homine—est cercior et forcior in virtute. 30 f. Alonso. quia causa in tactu. Gr. super De animal. Colon. 49 l. 132 l. 64ra): „…. 180 Anm. propter quam apprehendit. XII (fol. licet quedam animalia alios sensus a tactu habeant certiores nobis. Thomas von Aquin. 27 (ed. a materia. quod sensus in eo perfecti. 8 (Ed. ebd. Sed tactus propter complexionem maxime viget in homine“. 1 (ed. 8c (Ed. Ideo maxime viget in homine“. 115 l. Leon. 13 l. fol. delectacio autem in tangendo est intensior et sensibilior. 72 f. ut dicit Philosophus. 13vb): „2a causa est. Vgl. 285 l. 66.

). Biblioteca Nazionale Marciana. VI (111 l. Martínez Gázquez.) eius in omni tempore. ut locis. VII (116 l. 1350 l. 97 f. quod inter animalia omnia homo maxime debilis coagulationis et subtilis compagis (compaginis L). 2 n. fol. 3 (ed.). cibis et potibus. VI. sed aliam. hoc est post inpregnacionem. fol.853. fol. 16089. Liber de animalibus V (ed. Anonymus. 45ra: „Item quare inter animalia homo maxime sincopizat in cohitu“. …“ 224 Albert d. 234. VI tr.“ 225 Albert d. … Unde homo non solum appetit uxorem suam. 26 (684 l. XXII tr. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] V (Venezia. Quaest. XII. Ps. utrum homo magis debet delectari in cohitu quam alia animalia“. et inter bruta quod magis.. 1877.). utrum homo. I.. super De animal. Soppr. Preterea in illo animali maxime viget appetitus.4. Bibliothèque Nationale. ut dicit Philosophus. Ergo et cetera“. ebd. 234. 7va): „Et dico. V q. VI. Lat.. de numero animalium homo minime laborat circa cibum et in acquisicione cibi sibi convenientis.l. Petrus Gallecus. 5c (Ed. Stadler. fol. fol. fol. … Ad hoc dicendum. 234. De animal. se invicem iuvant in necessariorum acquisitione. 82rb): „Ut Philosophus vult ibidem. 219 f. ut dicit Avicenna. IX (fol.. 1 c. et ideo in omni tempore potest cohire et generacionem facere. Biblioteca Nazionale Marciana. VI (fol. II. 1 n. 226 Petrus Hispanus (Medicus). in quo viget coitus et desiderium et exercicium (exercium cod. 44ra): „Queritur eciam.216 kapitel iii – umfassenderes Tätigkeitsspektrum223 – stärkeres sexuelles Verlangen224 und Lustempfinden225 – Weindurst226 tion] I (Venezia. fol. 24rb): „Secunda racio hec est. Homo inter alia animalia maioris est discretionis et maioris industrie naturaliter“. quia fluxibilis et mollis.). 1877. Ps. ebd. Gr. Gr. Questiones super libro de animalibus VII (Madrid. quod maior delectacio cohitus est in homine quam in aliquo animali alio. [Florentiner Redaktion] V (Firenze. 117 (ed. 492 l. Lat. Cum ergo hominis complexio maxime temperata. Bibliothèque Nationale. ideo maxime diversatur in regimine. 44 f. Questiones disputate super problematibus Aristotilis et de historiis animalium (Paris. ideo variatur. et primo narrat. Lat.“ . 103 l. 3 c. Biblioteca Nacional. Colon. 68vb): „Anima in animali principium est plurium operationum quam in plantis. sicut testatur Avicenna“. Lat. Biblioteca Nazionale Marciana. Conv. 71vb): „In hac parte agit Philosophus de superinpregnacione. Biblioteca Nazionale Centrale.Petrus Hispanus. 16166. 1 f. Gerhard von Breuil. 12–15).. 1 c. fol. 46– 52). 2 n. ebd. et ideo non (non s. 103va): „Corpus vero animalis et maxime hominis non tantum indiget influencia superiori. Homines enim per hoc.. ebd.) et mulier suscipiunt coitum. fol. Notule super Iohanicium (Madrid. ebd. in aliis autem non est complexio corporis in tanta mollicie.-Petrus Hispanus. Lat. VI. Homo huiusmodi. IX tr.. Biblioteca Nacional. … Ergo in homine est maior appetitus cohitus quam in aliis. ebd. 156 l. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis V (Paris. 110ra–rb): „Sed operacio cohitus perfectior est in homine quam in bruto. V ) diversatur. 3–5).“ 223 Petrus Hispanus (Medicus). quod intendit. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] VI (Venezia. dicens. quod pollitici sunt.. et maxime in homine“. 84va–85ra): „… et queritur. quod inter omnia animalia homo maxime desiderat cohitum“. quod inter animalia gestancia maxime equa (eque cod. quod animal maxime illud appetit. G. 267rb): „Homo autem plus appetit vinum quam alia animalia ratione nobilitatis sui appetitus. et vult Aristotiles. Stadler.

sed homo non habet statim a principio dentes. nisi aliquid fiat preter naturam.“ 228 Petrus de Hibernia. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] VII (Firenze. Anonymus.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung (c) Lebensdauer 217 – höhere Sterblichkeit bei verschiedengeschlechtlichen Zwillingen227 – generell höhere Lebenserwartung228 – stärkere Beeinträchtigung der Lebenserwartung in heißen und feuchten Gegenden229 Graduell unterschiedliche Merkmale körperlicherseits sind: (1) Unfertigere geburtliche Ausstattung – generell230 – anfängliche Zahnlosigkeit231 227 Petrus Gallecus.853. fol.. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XIX (Paris. fol. 156rb–va): „… et dicit. quorum unus est masculus et cetera. 16166.-Petrus de Alvernia). Lat. Stedelijke Openbare Bibliotheek. Gerhard von Breuil. 707 Anm. 155va): „Unde postquam puer parturitur. fol.4.853. Biblioteca Nazionale Centrale. G. G. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] II (Firenze. apparet molle“.-Petrus Hispanus. 803 ff. Expositio et quaestiones in Aristotelis librum de longitudine et brevitate vitae. XVI (fol. Biblioteca Nazionale Centrale. Österreichische Nationalbibliothek. Dunne. nisi (nisi] si P) aliquid similiter fiat preter naturam“.4. 229 Ps. Soppr. 6 (ed. 16166. animalia vero non. 41rb–va): „Et quod homo inter cetera animalia nascatur imperfectus. Ps. et maxime homo:“ Weitere Texte siehe unten S. Supll. 183va): „… quia inter (inter] tunc CPS) animalia perfecta pueri inperfectissimi generantur et habent augmentum maxime ad partem corporis superiorem. 96 f. 116 l. quia magis perfecta generantur quam homo. 927. 481. fol. fol. Lat.-Petrus Hispanus. Lat. et maxime in homine“. fol. Paris 1674. Conv.“ 231 Gerhard von Breuil. Bibliothèque Nationale. Stedelijke Openbare Bibliotheek. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XVI (Paris. 122ra): „6° queritur. 37vb): „Unde in specie humana minime salvantur duo fetus. Anonymus. Questiones libri de animalibus (Wien. 69–77). 125b). fol. 109va): „Propter quid homo in principio sue generacio- . quod alia animalia ab homine in prima generacione statim habent (habens P) dentes aut proporcionale dentibus. lect. 88rb): „Sed membra animalium in primo ortu sunt inproporcionalia virtutibus anime. Martínez Gázquez. 2303. Problemata circa librum de animalibus (Brugge. 182rb): „Homo enim inter (omnia add. fol. Tractatus de anima c. 481. S) animalia sanguinem habencia pluri vivit (vivunt P) tempore preter elefantem. Gerhard von Breuil. Bibliothèque Nationale. Soppr. Anonymus (Ps. 230 Wilhelm von Auvergne. …“ Weitere Texte siehe unten S. …“. Bibliothèque Nationale. 5 pars 10 (Opera omnia II. Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge. propter quid in terris calidis et humidis diu conservantur plante. Liber de animalibus VII (ed.). patet ex eo quod magno tempore post nativitatem oportet eum expectare nutrimentum acquirere. Conv. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XVIII (Paris. 130 l. 16166. ebd.

1 n.). in quibus magis habundat tale superfluum. Biblioteca Nacional. Biblioteca Apostolica Vaticana. 329 l.“ 235 Albert d. fol. Venezia 1508. 187. utrum inter omnia animalia homo maxime ex nativitate fit claudus. Notule super Iohanicium (Madrid. 5–7). XXII tr. ita quod habent dentes. Abbreviatio de animalibus IX c. Avicenna. Questiones libri de animalibus (Wien. 2 c. 16089. cum nascuntur. 236 Ebd. 46ra): „Consequenter queritur. Biblioteca Nacional. Anonymus. ders. Biblioteca Nazionale Centrale. fol.. Questiones disputate super problematibus Aristotilis et de historiis animalium (Paris. 233 Ps. fol. quare homo inter cetera animalia fit precipue a nativitate claudus. 13 (ed. cum aliis partibus. quare alia animalia non claudicant sicut homo a nativitate.lat. 26 n.. Bibliothèque Nationale. secundo (sc. Gr. 499 (ed. Vat. I. 39rb): „…. fol.235 ausgeprägte Ähnlichkeit mit den Himmelskörpern236 nis non habet dentes sicut alia animalia“. est magis velox generacio dentium. 481. 180 Anm. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] II (Venezia. fol. 9 c. fol. Quaestiones super librum de generatione animalium q. 1877. 44rb): „Et omne animal nascitur cum dentibus preter hominem …“ 232 Petrus Hispanus (Medicus). 18–20). 84va): „Ex hiis ad quesitum. ebd. 19 f. 75vb– 76ra): „…. 47c (ed. Ps.4. Determinatio II (Paris. Cova. VI. in aliis animalibus ab homine. Alonso.-Petrus Hispanus. Scientia libri de anima tr. Johannes Vath. Stadler. 180ra): „Ad constitucionem corporis animalis et maxime corporis humani concurrunt nature omnium corporum et naturarum. 74va): „Et claudicatio magis fit in hominibus quam in aliis animalibus …“. fol. 191 f. Lat. …“ 234 Petrus Hispanus Portugalensis. Bibliothèque Nationale. 1877. Soppr. dicendum est quod sic“. 104rb: „Deinde queritur. II.. Stadler. quod homo inter cetera animalia habet membra ceteris molliora. 271). Summa de bono II (Città del Vaticano.“ Siehe auch oben S. Lat.234 insgesamt vollkommenster Körper von allen Sinnenwesen. G. fol. 7 (ed. Glose super tegni Galieni (Madrid. 5 (Ed. 1355 l. Biblioteca Nazionale Marciana. 104ra): „Deinde queritur. queritur). Österreichische Nationalbibliothek.853. Siehe auch oben S. Stedelijke Openbare Bibliotheek. 46. quare claudicatio magis accidat hominibus ceteris animalibus“. quia vix reperitur in aliis“.. S. 177 Anm. in hominibus est magis tarda. fol. Respondet dicens: Primo probatur. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] XIX (Firenze. fol. Lat. 234. Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge. 4305. fol. I tr. quare corpora creaturarum racionalium magis sunt monstruosa quam corpora irracionabilium. Conv. propter quid homo inter omnia animalia tardius incedit“. 23vb): „Deinde queritur. Anonymus. Anonymus (Ps.“ Vgl. De animal. Johannes Vath.-Petrus de Alvernia). quare monstra plus apparent in homine quam in aliis“. 2 c. 16089. cum queritur. 179 l. Anonymus. 40rb): „Hic querit. .218 kapitel iii – späte und häufig von Geburt behinderte Gehfähigkeit232 – auffallendere körperlich Missgebildete233 (b) Körperbau und Komplexion – vollständigste Verbindung aller Eigentümlichkeiten von Naturen und Körpern. 68. 2303.-Petrus Hispanus.

108rb): „…. Grottaferrata 2002. ideo mollis est. qui dat vitam. 33vb): „Modo homo inter cetera animalia habet magis complexionem calidam et humidam. insgesamt ausgewogenere. 16166. non potest ibi esse odor distinctus. 8 n. fol. 31–34). Österreichische Nationalbibliothek. in marg. Thomas von Aquin. (Paris. et ista subtilitas ad lucem.. 176ra): „Preterea sicut dicunt auctores. II (fol. VI. in aliis quasi una sola complexio“. XII (fol. fol. …“. Albert d. ut possit fieri impressio. VI. cum sint maxime temperate complexionis“. ideo variatur. fol. 1877. ed.237 schwache Koagulation238 237 Petrus Hispanus (Medicus). 16089. Ista confractio est in animatis.. Questiones libri de animalibus (Wien. 277vb): „Secunda causa est. Leon. …“.. quia in homine maxime. Sentencia libri de sensu et sensato tr. Soppr. quare membra hominis. 98.l. Biblioteca Nazionale Centrale. et ideo distat a contrario.-Petrus Hispanus. Deinde queritur.-Petrus de Alvernia). Gerhard von Breuil. ebd. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] III (Venezia. habens naturam lucis. in aliis animalibus multum est de humiditate. 8 (Ed. 191. Anonymus (Ps. Lat. Questiones super libro de animalibus II (Madrid. maxime hominis. P sed add. 262rb–va): „Ad primum dicendum (dicimus Va). XII tr.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 219 – wärmere und feuchtere. 121ra): „Racio talis: Inter omnia animalia calor naturalis perfectior est in homine“. in homine maxime confracta sunt elementa. fol. fol. [Florentiner Redaktion] VII (Firenze. ebd. 2303. De animal. 5 ad 20 n. Gr. in pueris maxime humida. maxime in homine. et hoc disponit ad subtilitatem. ebd. Bibliothèque Nationale. 7va): „Queritur eciam (eciam om. 234. fol. Stadler. 1 c. 389 l. quia fluxibilis et mollis. quia (secunda … quia] omnis Va) odor radicatur in calido et sicco. Anonymus.4. et hoc minus in plantis. 23vb): „Deinde queritur. Quaestiones de anima q. Anonymus. IV (fol. G. quod vita stat per calidum et humidum. ebd. Biblioteca Nazionale Marciana. ebd. Lat. 481. Va) magis temperatus. quod inter animalia omnia homo maxime debilis coagulationis et subtilis compagis (compaginis L). ut a n uit Philosophus …“. …“.). ebd.. ut patet: Homines enim in (in om. 119vb: „…. et complexio hominis maxime variabilis et agitabilis. … Cum ergo hominis complexio maxime temperata. 7va): „Et dico.853.. qui est calidior (calor Va) aliis“. vielfältig ausgeprägte Komplexion. 39rb: „in hominibus. ut . Problemata circa librum de animalibus (Brugge. 238 Ps. Stedelijke Openbare Bibliotheek. et ideo non (non s. XLV/2.. I. VII (fol. nam homines inter cetera animalia sunt calidiores. quare homo magis diversificatur secundum complexiones quam alia animalia“. 82rb): „Et ideo cum homo inter cetera animalia sit secundum quantitatem sui corporis calidior et humidior—et loquor de humiditate aerea—. in quo temperamentum maius“. Questiones disputate super problematibus Aristotilis et de historiis animalium (Paris. L) actum. magis spermaticus est quam cetera animalia“. Ps. magis in brutis. in mixto confringuntur elementa. in aliis autem non est complexio corporis in tanta mollicie. et ideo. et maxime in homine. quia homo creatus est in summo humiditatis“. 54–58). pars anterior (sc. fol. Biblioteca Nacional. XIII (fol. Prol. Hieronymus Spettmann (†)/Girard Etzkorn (Biblioteca Franciscana Scholastica Medii Aevi 28). 163 (ed. quare in membris aliorum animalium non diversificatur complexio. debili coagulatione sunt coagulata. in homine autem diversificatur“. 49 l. fol. 234. 259va): „Ad Vm dicendum (dicimus Va). Johannes Pecham. 47vb): „Preterea Avicenna: Corpora animalium. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] I (Venezia. Lat. Conv. Lat. ebd.-Petrus Hispanus. 14va: „ …. ebd. Bibliothèque Nationale. Biblioteca Nazionale Marciana. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis. 2 c.. fol.. capitis) ad apprehendendum. V ) individuis diversarum complexionum. fol. …“ Siehe auch oben S. 89vb): „Hec subtilitas disponit ad (ad om.. 16–18. fol. V ) diversatur“. quod homo inter omnia animalia est (est om. 862 l.

15 (Ed. de Asúa. 301va): „Materia quedam est terminata. quare (sc. Problemata circa librum de animalibus (Brugge. Stedelijke Openbare Bibliotheek. fol. 27rb): „…. 16166. Biblioteca Nazionale Centrale. 187rb): „… quia homo habet purissimum organum sensus et minime terrestre et pellem subtilissimam inter animalia tam circa organa sensuum (sensibilium S) quam circa reliqum corpus“. ausgeformte Materie. Biblioteca Nazionale Centrale. 15ra: „Deinde queritur. 110ra): „quia homo habet pellem subtilissimam secundum eius magnitudinem pre ceteris“. 34 (Ed.1. 96va): „2a racio: Dicit Avicenna. quod (quia Va) diversitas membrorum maior est in homine quam in aliis animalibus“. Ps. …“. Anonymus. et est. Expositio problematum Aristotilis 10. 7rb): „Illa (sc. fol.) animata et maxime humana corpora debili coagulacione coagulata sunt. Conv. Lat. materia hominis maxime terminata est.220 kapitel iii – feinstes und reinstes Blut in großer Menge239 – stärker durchgestaltete. 3ra): „Ad terciam questionem dicendum. 281vb): „… dicendum. Albert d. quod in hominibus debet esse maior diversitas organorum quam (quod S) in aliis animalibus.) ad inpressiones sensibiles recipiendas..“ 239 Petrus Hispanus (Medicus). fol. 278). ders. Lat. materia). suture in ossibus) pocius in homine quam in alio animali“. Conv. Prol. Questiones super libro de animalibus VII (Madrid. Bibliothèque Nationale. Soppr. 4 (ed. et ideo inter omnes complexiones est magis flexibilis. forte est hoc. Questiones libri de phisonomia (Firenze. Differenzierung der Organe. 274). fol. ders. Lat.“ 241 Gerhard von Breuil. ebd. Tier. grossissimum et nigerrimum taurus et asinus“. fol. 14va: „2a causa est. 266va): „…. Venezia 1566. Biblioteca Nazionale Marciana. 234.240 feinste Haut241 – größere Verschiedenheit der Körpergestalt242 sint apta recipere impressiones sensibiles“. quod sanguis magis purus et mundus est in homine quam in aliis animalibus“. fol. que maxime terminata est. Biblioteca Nacional. fol. Petrus von Abano. 1877. 481. G.. fol. Lat. fol. Petrus de Alvernia. Dierauer. in homine. VIII. Venezia 1501. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] I (Venezia. 16166. 16166. Bibliothèque Nationale.“ 242 Anonymus.. ebd. Alonso. 1 c. 107vb): „quia inter cetera animalia homo est cutis subtilioris et rarioris. Politica IV c. de morte et vita. 151a): „Et iterum propter hoc homo est animal habens plurimum sanguinem et subtiliorem. habet enim organa determinata“. Gr. 236ra): „Et si queras. 240 Petrus Hispanus (Medicus). fol..Petrus Hispanus. Problemata 36 (ed. fol. Expositio librorum de iuventute et senectute.853. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis. de inspiratione et respiratione lect. 335b).4. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XIX (Paris. 28 l. 30–32). Questiones super libro de animalibus XV (Madrid. Petrus Hispanus Portugalensis. Problemata 19 (ed. de Asúa. Gerhard von Breuil. Paris. fol.“ Vgl. 154. 1877. [Florentiner Redaktion] III (Firenze. E. VI. quia materia hominis maxime terminata est“. quod corpora (coporea cod. Scientia libri de anima tr. Bibliothèque Nationale.252. quod inter omnia animalia homo habet subtilissimum sanguinem et purissimum. ut dicitur 4 et secundo de generacione animalium. quedam interminata. quare magis diversitas est in figuris hominum secundum numerum quam aliorum animalium. 3 (Ed.“ . (Paris.. quia inter omnes complexiones complexio humana est subtilior et nobilior et magis redacta ad medium et magis remota ab extremitatibus. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis III (Paris. Biblioteca Nacional. ut propter debilem coagulacionem apta sint (sunt cod. Gerhard von Breuil. XVIII (fol. Soppr.

6 n..-Petrus de Alvernia). Anathomia [Teil der Historia naturalis] 3. kälteres und feuchteres Gehirn. Colon. qui mediante suo calore mitigant et confortant frigiditatem et humiditatem superfluam cerebri“. ebd. lat. ebd. ders. 120 (ed. XIX (fol. Gerhard von Breuil. quia cerebrum vix solidatur et constat. tamen in hominibus magis“. ebd. XVI (fol.. 264–266). 24 (1257 l. 181vb–182ra): „…. Bibliothèque Nationale. 70 l. El tratado de anathomia (c. II. 40–42). 5 n. 2303.246 stark variierende Kopfgrö- 243 Gerhard von Breuil. XIX tr. quia soli homines sermone utuntur. ders. ed. c. 258b). Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XVIII (Paris. Colon. 52vb): „Quia homo inter omnia animalia habet cerebrum frigidissimum et humidissimum et secundum quantitatem sui corporis maximum. Petrus de Alvernia.“ 246 Albert d. 13326. Biblioteca Apostolica Vaticana. Gr. 5 n. quia inter omnia animalia (alia P) homo habet maius (magis P) cerebrum et maxime humidum secundum quantitatem corporis“. 23 (Ed. scilicet quod in specie humana masculus est pluries orbatus quam femella. 10c (Ed. Anonymus. Questiones libri de animalibus (Wien. et hoc fecit natura. Sentencia libri de sensu et sensato (Città del Vaticano.. 27–29). 191–193). ebd. ders. 3 c. 8 (Ed. q. Colon. ders. ex similibus et dissimilibus natura composita. super De animal. 1 c. XIV q.). dicens. Thomas von Aquin. 132 l. 33 (1262 l. un. De anima II tr. quod dicit Philosophus consequenter. 2 c.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 221 – stärkere Geschlechterdifferenzierung hinsichtlich der Stimmlage243 und der anspruchsvolleren Ausstattung. tr. 56 l. XLV/2.. Paris. Stadler. 124–126.). fol. II.: „Membrum autem est firma et solida pars animalis. 28 f. qui experti (sperti S) sunt circa ea —. 1241 – c. in: Dynamis 3 (1983) 351 l. IX. XXXV. Leon. De homine I q.): „In homine autem secundum quantitatem sui corporis est plus de cerebro quam in aliis animalibus“. 256 l.. 188vb): „… homines. 2c (Ed. ebd. quod inter animalia homo maximum habet cerebrum secundum quantitatem sui corporis. S) in voce et in uberibus eciam (et P) in aliis animalibus—hiis. 12–16): „Intelligendum secundum Philosophum in littera. … Sic igitur propter maiorem motum existentem in masculis quam in femellis fiunt masculi pluries orbati quam femelle. fol. Quaest. scilicet florum et rosa- . 27–29). XII. 28 a. Österreichische Nationalbibliothek. 1280) de Juan Gil de Zamora (c. 1320).. hoc genus odoris. 23 f. 83 f. 16166. Sentencia libri de sensu et sensato tr. 37va): „Modo queritur de hoc. et hoc patet maxime in hominibus. ders. 201 l. XVI tr. Lat. 1128 l. Avelino Domínguez García/Luís García Ballester. Leon. White. Tardissime enim (omni P) cessat a frigiditate et humiditate in omnibus animalibus et maxime in hominibus“. VII/1.. 39 f. ad aliquod speciale officium deputata.. 12 (Ed. Lat. c. propter quod solus homo inter omnia animalia maxime gaudet et confortatur odoribus florum. XXIV/1. fol. 16166. 190vb): „Item in aliis generibus animalium acucius vocat femella quam masculus. 12 (Ed. damit aber auch größeren Störanfälligkeit des männlichen Geschlechts244 – Körperorgane (membra):245 größeres.. Questiones de anima q. utrum hoc habeat veritatem. 22–24). 155va): „…. fol. 68a). 2 c.. XIV/1.“ 245 Zur Begriffsverwendung ist aufschlussreich Johannes Aegidii de Zamora. quod fit notabilis diversitas et (et om. 73–75). q. Vat. c. 8c (Ed. Quaestiones super librum de sensu et sensato. Paris. 27 (ed. 12 (69 l. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XII (Paris. weicheres und feineres. De sensu et sens. Bibliothèque Nationale. XIX (fol. 95vb): „… et primo dicit. 46 (88 l.. Super Ethica III lect. …“. 68 l. ders. De animal. 49 l.. …“ 244 Anonymus (Ps.. ebd.

ebd. 185va: „Deinde ponit causam. 37va): „2° habet homo nares brevissimas respectu aliorum. 16c (Ed. fol. Biblioteca Nazionale Marciana. lat. Colon. Dierauer. Expositio problematum Aristotilis partic. ut a summitate capitis usque ad os“. 481. Liber de animalibus I (ed. I. Petrus Gallecus. et non est ita in aliis animalibus.249 relativ kürzeste Nase. Gr. 136–138). 25rb): „Deinde. ut patet in cerebro et pectore. Avicenna. fol. quia inter cetera animalia homines debent esse magis obtemperati et morigerati. XII.. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] II (Venezia. 249 Siehe oben S. Stadler.248 relativ geringer Augenabstand. tamen nunquam est ita mollis ut in homine. et est ei in adiutorium sanitatis. 38vb): „Ulterius eciam ex hoc possumus assignare causam. 1256 l. 12–14). XIX tr. Abbreviatio de animalibus IX c. 154. quia alia animalia habent eas protensas a summitate capitis usque ad os. 2303. Österreichische Nationalbibliothek. Biblioteca Apostolica Vaticana. Lat. et hoc solum in homine et equo. 130 l. 3 (Ed. Venezia 1501. Quaest. quare aliquando alter oculus solum est glaucus.251 Färbung der Augen. fol. Anonymus (Ps. 5 (Ed.253 Hüftbein/Hüftge- rum. ideo natura in hominibus fecit cerebrum magnum.. 44rb): „Et anterior pars capitis (des Säuglings) est mollior.. Anonymus. quod oculi puerorum in principio sunt glauci maxime inter animalia alia. fol. Bibliothèque Nationale. III q. I tr.247 feuchtere Körperteile in frühem Alter. 234. De animal.-Petrus Hispanus. Vat. VI. II. ebd.“ 251 Ps. Lat. quare pectus hominis sit maius pectore animalis“. c. 184vb): „Item in prima parte primo proponit duo de glaucedine oculorum in pueris et aliis animalibus dicens. Venezia 1501.). respectu sui corporis. Et licet quibusdam sit illa pars mollis. 18 (Ed. quoniam homo habet nares brevissimas respectu aliorum animalium. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XIX (Paris. 104va): „Deinde—‚Aut quia‘—assignat aliam causam dicens hoc esse. Hoc enim est propter hoc. …“. in quibus sunt longe protense valde. 2170. 83 l. fol. un. …“ 253 Albert d. 16166.“ Vgl. fol.252 unbewegliche und besonders haucherfüllte Ohren. fol. 32–36). 148. In eo enim maior diversitas reperitur. 175 (ed... ebd. ideo …“ Vgl. Martínez Gázquez. 250 Petrus von Abano. . Commentarium et questiones in de sensu et sensato (Città del Vaticano. 5 n. 247 Petrus von Abano. Questiones libri de animalibus (Wien. 28ra: „Dico. 22 (ed. 49. est proprium sensui hominis. 123va): „Unde quia homo pro quantitate sua magis cerebrum habet. 30. secundum tamen magis et minus. 178 Anm.“ 248 Albert d. Anonymus. fol. super De animal. 65 f. Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge.-Petrus de Alvernia). …“. Stedelijke Openbare Bibliotheek. 248va): „Non enim caput in genere humano adeo universaliter similem observat quantitatem ut in generibus aliorum animalium. Expositio problematum Aristotilis 10. Stadler. Venezia 1508.“ 252 Gerhard von Breuil. quod in homine inter omnia animalia membra superiora maiora. quare naturaliter habet homo cerebrum maius secundum suam quantitatem aliis animalibus.250 breitere Brust und insgesamt größere obere Körperorgane. Tier. 2 c. plus quam alia animalia secundum quantitatem sui corporis“.222 kapitel iii ße. quia homo habet cerebrum maxime frigidum et humidum. Gr. fol. fol. 63 l. 4 n.

Et (et om. XIX (fol. 1258 l. fol. Avicenna. Lat. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XII (Paris. et patent. Bibliothèque Nationale. fol. II. 257 Petrus Hispanus (Medicus). Va) nascitur nudus pilis preterquam in capite. diesbezüglich ausgeprägterer Unterschied zwischen Jugend und Alter. Lat. fol. a. sed post iuventutem diminuuntur in discretum“. Gr. . et coxas et crura. et que incurvantur multum in comparatione sui corporis. fol. 37–40). De animal.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 223 lenk. Bibliothèque Nationale. Begrenzung auf bestimmte Körperpartien)257 (c) Häufiger Lidschluss258 und Gehbehinderung 259 254 Petrus Hispanus (Medicus).. unde in (in] etiam Va) solis (solus Va) istis reperiuntur anche. BN. 43–45). XII. 100vb): „… dicens. om. Gr. 256 Albert d. 25 (ed.. Propter hoc omnia dicta animalifica claudunt. 623. 72 (ed.. utrum homines naturaliter fiunt claudi. quod homo inter animalia maximos habet pedes. Österreichische Nationalbibliothek. et homo maxime. hec est. Va) mulieribus. Va) quare capilli (pili Va) usque in (in] ad Va) finem vite augmentantur in continuum. Determinatio II (Paris. Bibliothèque Nationale. 16166. 16166. Biblioteca Nacional. Lat. Stadler. Johannes Vath. un. quare homo inter cetera animalia maxime fit (sit S) claudus“. 261va): „Circa primum queritur. Questiones super libro de animalibus XI (Madrid. Anonymus (Ps. 4 n. 47. homo vero (vero om. sed homo sepius claudit palpebram (palpebram e corr. quare in prima nativitate animalia pilosa tota teguntur pilis. fol. XIX tr. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XIV (Paris. 210 Anm. I. fol. Gerhard von Breuil. Sed omnia hoc faciunt.254 besonders große und weiche Füße. dicens. II. super De animal. 255 Gerhard von Breuil. Quaest. c.“ Siehe auch oben S. ebd. 191. 1877. 272va): „Causa autem. II (fol. S. 34ra): „Modo homo pennas vel plumas non habet nec cornua nec dentes—saltem in tanta quantitate sicut animalia bruta—.. Colon.“ Zur Wortbedeutung von „ancha“ siehe Mittellateinisches Wörterbuch. M) corporis. ut prohibeant (prohibent CP) oculos offendencia. Abbreviatio de animalibus XIV c. 27c (Ed. 218 Anm. Lat. Stadler. 58rb): „Et homo inter omnia animalia proprie habet anchas. nec eciam habent homines ubique pilos sicut alia animalia nec eciam squam a s habent. fol.-Petrus de Alvernia). …“ Vgl. 6 n. …“ Siehe auch oben S. Albert d.256 Besonderheiten der Behaarung (u. 16089.255 Größe der männlichen und weiblichen Genitalien. XVIII tr. fol. et maxime in hominibus“. quoniam elevant. 100ra): „Sed palpebre sunt propter esse vel gracia salutis oculorum.. 20–26). quia volatilia et mulier sunt erecti (e. 177 Anm. 2 c. De animal. et primo magnitudinis pedum. 187va): „Item in prima parte primo recitat diversitates pilorum et in hominibus et in aliis animalibus. 2303. 1877. et addit—ibi: ‚Quibusdam namque harum‘—. II q.“ 258 Gerhard von Breuil. quod homo inter omnia animalia pilosissimum habet caput ex necessitate. 7 (Ed. 123va): „Deinde dat causas pedum in homine. et hoc natura. quare matrices sunt rotunde in avibus et (in add. Questiones libri de animalibus (Wien. 232. non electione. Biblioteca Nacional. 16166. 16ra–rb): „Querit eciam ibbem. abweichend in Bezug auf das männliche Glied ders. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XII (Paris.“ 259 Ebd. …“. 74va): „Consequenter queritur. quod quibusdam istarum differenciarum differunt a se invicem iuvenia et vetera. Venezia 1508. München 1967. P) quam alia propter subtilitatem pellis. 119 l. Questiones super libro de animalibus III (Madrid. 1227 l.

XVIII (fol. 263 Anonymus. Stadler. Österreichische Nationalbibliothek.“ 264 Gerhard von Breuil.. 51 (Ed. 16089. Lat. VII (114 l. 44). Anonymus (Ps. Lat. 182ra): „Cuius causa est. XVIII (fol. AD. 34ra): „Propter autem causas easdem con tingi t. 265 Albert d. 2 c. Petrus Gallecus. Ps. 40–115 l. 2303. fol. 10bva): „Ad aliud dicit Philosophus. I.“ 260 . Martínez Gázquez. 82rb): „…. Venezia 1501. fol. Quaestiones super librum de generatione animalium q. ebd. 12). Scripta supra librum de animalibus Aristotilis I (Paris. Questiones libri de animalibus (Wien. 95 l. 18–24).. III tr. Österreichische Nationalbibliothek. Expositio problematum Aristotilis. 9 n. Stedelijke Openbare Bibliotheek. ebd. 16166. 2303.265 stärkere Schwächung durch Ge- Gerhard von Breuil. Martínez Gázquez. 115 l. partic. Questiones super librum de generatione animalium (Milano. Lat. II. quod homo maxime animalium sternutat …“ 261 Petrus von Abano. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XV (Paris. quare fumus plus nocet oculis hominum quam ceterorum animalium educendo lacrimas.224 kapitel iii (d) Besonderheit somatischer Vorgänge und Reaktionen – ausgeprägtestes Niesen. 1). ebd. Anonymus. 2 c. Liber de animalibus VII (ed.260 stärkster Tränenfluss. Gerhard von Breuil. Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge. XVIII tr. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis IX (Paris. Questiones libri de animalibus (Wien. quedam eciam (enim S) omnino non menstruant manifeste. BN Braidense. 181rb): „…. 16166. 1223 l. quod scilicet alia animalia modicum menstruant. quia inter alia animalia homo plurimum emittit sperma secundum sui corporis quantitatem“. ebd. 178 (ed. De animal. 107vb): „Propter quid homo inter cetera animalia est magis titillabilis. Stadler.“ 262 Siehe oben Anm. Problemata circa librum de animalibus (Brugge. Gr. BN. Bibliothèque Nationale. Anonymus. Lat. 138va): „Secundo dat causam. 481. quod inter c eteras femellas femella hominis plus habet de menstruo“.-Petrus de Alvernia). 234). Cova. Johannes Vath. …“.XI. Petrus Gallecus. 68va): „…. quia homo pre aliis animalibus maxime patitur lachrymarum fluxum propter teneritatem et sensibilitatem oculi et humiditatem cerebri superfluam aquosam“. fol. fol.. quod hoc bene con tingi t istis aliis femellis non esse menstruum tantum quantum in homine. 42rb): „Hic querit.. mulieres autem inter omnia animalia plurimum menstruant“. 10. 171 f.. …“. 16166.). Liber de animalibus III (ed. 33vb): „Consequenter notandum. 117vb): „…. quod homo inter cetera animalia respectu sue quantitatis plus habet de spermate“. Bibliothèque Nationale. ebd. 2 n. fol. fol. quare mulier inter omnia animalia plurima emittit menstrua.261 Rauchempfindlichkeit262 – ausgeprägteste Kitzeligkeit263 – ausgeprägteste Monatsblutung264 – relativ größte Spermamenge. 27 (ed. fol. 63 (ed. fol.18. 8rb): „Et ex istis eciam patet. 356 l..-Petrus de Alvernia). Stedelijke Openbare Bibliotheek. fol. fol. 35vb: „ … dicendum. magis spermaticus est quam cetera animalia“. 481. quia mares homines habent plurimum sperma et femine plurimum menstruum secundum quantitatem sui corporis“. Questiones disputate super problematibus Aristotilis et de historiis animalium (Paris. 58.-Johannes von Casale. fol. quod in hominibus masculi plus habent de spermate quam masculi aliorum animalium. Bibliothèque Nationale. Anonymus (Ps.

20–25).“ 269 Gerhard von Breuil. Soppr. Gr. Questiones super libro de urinis (Madrid. quare egestiones homi- . 407 l. Biblioteca Nacional. 16166. Expositio problematum Aristotilis.. quidam autem decalvantur. fol. Biblioteca Nazionale Centrale. Ps. 187va: „Quidam fiunt maxime pilosi facti (sive S) senes. Lat. Quaestiones super librum de generatione animalium q. n. fol. 284 f. 57 und q. canescunt autem prius in ceteris partibus“. quare egestio hominis est maxime fetida“. 1877. 16166. et maxime propter unionem nature humane cum suo factore et conformitate corporis et anime“. …. pueri autem non fiunt calvi et homines canescunt in senectute et nullum animal aliud manifeste nisi equs solus. quod totus status generationis fit (fit] fi ni t L) propter complementum universi et propter conservationem rei in se ipsa. Bibliothèque Nationale. utrum generacio animalium et maxime hominum continuatur aut nata sit stare (aut add. 7ra): „Queritur eciam ab aliquibus. et primo queritur. propter quid homo inter omnia animalia sit turpior (turbior L) et debilior et imperfectior inter omnia animalia (sc.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung – – – – 266 267 225 schlechtsverkehr266 und besonderer Stellenwert der Zeugung267 Harndrang beim Harnlassen anderer268 ausgeprägteres Haarergrauen und ausgeprägterer Haarausfall269 ausgeprägterer Verlust körperliche Schönheit und Vollkommenheit im Alter270 besonders übelriechende Exkremente271 Siehe oben Anm.. fol. Biblioteca Nazionale Marciana. fol. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis. L) ad continuationem in se ipsis. ders. et egerunt aliquando ad egestionem aliorum? Quod et maxime post hominem evenit animalibus. fol. Conv. Bibliothèque Nationale. fol. 286 f. ebd. S). Prol. Biblioteca Nazionale Marciana. fol. 119va): „Deinde de reditu etatis in homine. 189ra: „…. (Paris. ut conservetur res in se continue. VI. Johannes Vath.. ders. partic. Fi) per naturam. Gerhard von Breuil. quod status generacionis est propter conservacionem rerum in se ipsis et maxime in natura humana …“ 268 Petrus von Abano. Albert d. que sub iugo ponuntur. fol. 270 Ps.. et maxime in homine“. sed tamen passio similis est universaliter in omnibus viventibus“. Questiones super libro de animalibus I (Madrid. fol. in senectute). Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XIX (Paris. fol. 5 (Ed. et primo narrat quod intendit dicens. Et decalvantur homines in anteriori capitis (et add. 1 n. necesse est res (re V ) generatas in suo esse conservari.-Petrus Hispanus. quare alia animalia non canescunt nisi solus equs. fol. 72va: „Ad hoc dicendum. 1 (ed.853. G. 71vb): „Ergo erit generatio (generatio om. 59 (ed. 7. 258rb): „Queritur postea.-Petrus Hispanus. 61. …“. 104vb–105ra): „Queritur. 182vb): „Quedam enim animalia non canescunt in senectute manifeste. De animal. Stadler. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] VII (Venezia. … Ergo generacio animalium et maxime hominis est finita per naturam“. Lat. ebd. et maxime in natura humana. ebd. fol. im Anschluss an den kommentierten Text: „Et itidem: Quare quando quedam animalium viderint alia mingentia. 1877. homo autem maxime inter animalia canescit“. ebd..“ 271 Petrus Hispanus (Medicus).. sicut bobus et cetera. 12–14).. 1 c. 105vb: „Ad hoc dicendum. I.. et maxime in homine. ipsa etiam mingunt. V tr.4. secundo dat causam. Venezia 1501. 84va). fol. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] V (Firenze. quod homines decalvantur (calvantur P) maxime inter animalia. 234. Lat.. 2 (408 l. Et ideo generatio erit. VI. ebd. 188va: „…. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] V (Venezia.). 234. 245rb): „Quare egestio hominum fetidior aliis egestionibus“. Biblioteca Nacional. Cova. Lat.

“ 274 Albert d. Muckle. 20 f. Da Avicenna ad Averroè: Questiones super librum de anima. wertenden Sinn. Siena Com.21). Stor. fol. Vgl. auch Michael Scotus unten Anm.. sicut racionale. XIV/2. 145vb): „Sciendum. 16089.).272 Im ersten Fall bezeichnen die Autoren Phänomene.. M. et orig. ut hominis. nämlich der Sprachgebrauch von bestialis/brutalis. Gonville and Caius College. 1 q. quod nullatenus potest esse sine ea. Filos. 28va): „Item anima brutalis ita adheret corporali materie. Questiones de quolibet (Paris. Venezia 1501. 23 f. Bibliothèque Nationale. XIV/2.. Super Ethica VII lect. 19–22 und l. 40 f. (ms. L. una brutalis. hier: 399: „… duplex est cogitativa. 564b). Gr.“ 272 Albert d. Anonymus.“ 275 Robert Grosseteste. XII. 14 (Ed. 40 l. litt. und l. fol. fol. Joseph Th. 12/13 (1937/38) 299–340. fol. 2 ad 7 (Ed.. 334. 601 (Ed. Albert der Große spricht diese zweifache Verwendungsweise deutlich an. Colon. 2 n. Die Magistri verwenden die Termini bestialis und brutalis sowohl im eigentlichen. Gr. 406 l. Liber de definicionibus. doctr. Expositio problematum Aristotilis partic. 290. Dicta super librum de anima I (Leipzig. vgl. Albert d. 342/538. 47ra): „Et secundum istam diversitatem data erat distinctio prior. Universitätsbibliothek. 68 a. Gr. et hec est racio …“. quod quorundam animalium stercus minus est fetidum. Colon.A. tr. quod stercus hominis magis debet fetere quam aliorum animalium“.und Antriebsvermögen sowie sinnenhafte Eindrücke. 516 l. verbi gratia: Homo est animal secundum essenciam.274 wie insbesondere sinnliche Erkenntnis. Questiones super librum de anima.275 Im nis magis fetent quam aliorum animalium“. 13. ed. 269 l. ders. 68–71). et ideo deficiente corpore bruti perit ipsius anima et non potest existere sine corpore. aliquorum vero fetidum valde. beschreibenden als auch in einem übertragenen. sicut est sentire.3. Tractatus de scientia que est de anima (Cambridge. Petrus von Abano. die uns zu den von den Autoren behandelten konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen hinführen. Paris. Oxford 1250 c. . 45–47). immo potius aromaticum—sicut genus dorcarum seu caprarum et murium—sulfureo calore. 476 (Ed. siehe auch Wilhelm von Hedon. De homine tr. et hec pars anime sensitive … Alia est cogitativa secundum veritatem. an. Simon von Faversham. 1 (Ed. De nat. Die Kennzeichung bestialis/brutalis Schließlich bleibt noch die dritte der Formulierungen zu betrachten. Lat.226 kapitel iii 2. Hist. welche Züge des Menschlichen dieser Sprachgebrauch—indirekt—ins Blickfeld rückt. Colon. Hier ist der Frage nachzugehen. et alica conveniunt ei in quantum animal et non in quantum est homo. quorundam vero medium. sodann aber auch am Menschen aufgrund der Gattungsgemeinschaft mit den Tieren zu beobachtende Erscheinungen. Super Ethica VI lect. Tractatus de anima 7 (ed. XXXV. Baur. 47 (1992) 375–407. a. 2 c. 1 n. set in quantum est homo. die mit dem sensitiven Seelenvermögen als solchem gegeben und auf dieses zurückzuführen sind.273 In erster Linie sind das mit der Tiernatur an sich gegebene und für Tiere typische Verhaltensweisen.III. teilediert von Mariella Gardinali. 273 So schon Isaac ben Salomon Israeli. nichilominus alica conveniunt homini non in quantum animal. et ita de omni anima irracionali. Anonymus. 70–75). hier: 313 l. 1359. in: Arch. in: Riv. 64va): „Dicendum..

213. dieser vielmehr zuwiderlaufende anprangern. 3 q. die Albert in De bono in Bezug auf den Umgang mit der sexuellen Begierde und der Raserei trifft. Per primam convenimus cum brutis. Lat. diese sinnlichen Regungen zu zähmen (domari possunt). Thomas von Aquin verwendet den Terminus humanari offenbar ausschließlich in . Colon. 72va): „Ad racionem dicendum. Interessant ist eine Unterscheidung. die sie als nicht der Menschennatur gemäße. qua appetimus bonum eternum. De viribus anime (Paris. wird zwar von wütenden Angriffen abgehalten. et humana. ut ita dicam. was nach ihrer Lehrauffassung im Kontrast dazu spezifisch menschlich ist. 3 a. humanari). Modo delectaciones ipsius bestialis sunt natural es non in quantum homo vel hic homo. fol. Grundlagen 616 ff. brutalis scilicet. sie können aber nie zur Gänze gewissermaßen „vermenschlicht“ werden (in toto non possunt. Vor allem dieser letztere Sprachgebrauch—zumal in Form des traditionsreichen Topos vom „tierischen Menschen“ bzw. Dabei gilt das Interesse nicht dem moralischen Werturteil über bestimmte Verhaltensweisen von Menschen als solchem. De bono tr. Denn indem die Magister in dieser Form Verhaltensweisen des Menschen als nicht der Menschennatur gemäße anprangern. 155 l. Universitätsbibliothek. Was hingegen „vermenschlicht“ wird. Gr. sed ex quadam connaturalitate alicuius principii in homine existentis ad tam vilia opera …“.. Universitätsbibliothek. irascibile ad malum vitandum. Super ethycam (Erlangen. sondern der darin implizierten Feststellung. Bibliothèque Nationale. bekunden sie indirekt. Die sinnliche Begierde wird zwar von wilder Raserei abgehalten. ideo duplex est concupiscibilis. 37– 45). Anonymus. quia magis consecuntur animam sensualem et bestialem et tantum [et] eam conservare et corpus conservare“ (De Leemans mit Angabe einer falschen. aber es bleibt doch ein Tier. fol. 132vb): „Apparent autem bona delectabilia. quod concupiscibile dicitur ad bonum faciendum. 1 ad 4 n.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 227 zweiten Fall kennzeichnen die Magister mit jenen Adjektiven sowie mit den dazugehörigen Adverbien (bestialiter/brutaliter) und Substantiven (bestialitas/brutalitas) menschliche Verhaltensweisen. Sed quia est duplex bonum. F V 10. qua appetimus bonum nunc. fol. scilicet temporale et eternum.277 Anonymus. Danach ist es zwar möglich. Was gezähmt ist. Reportata super librum de motibus animalium (Basel. Anonymus. quod non naturales delectaciones dicuntur dupliciter: vel simpliciter non naturales vel secundum quid. möglicherweise veralteten Foliation 90va–96rb für die Reportata). nimmt die durch kluge Unterscheidung und Sanftmut geprägte menschliche Natur an. von „Menschen. 89ra): „Et nota.“ 276 Weiteres hierzu bei Köhler. aber von ihrem „tierischen“ Charakter vermag sie nicht losgelöst zu werden (a brutalitate non potest removeri). 268 (Ed. 277 Albert d. per secundam cum angelis. dass in dem gebrandmarkten Verhalten von Menschen notwendige Bedingungen für das humanum nicht erfüllt sind. XXVIII. 6686 A. die den Tieren beizuzählen sind“276—ist für unsere Thematik von Belang.

MVa) incedit (antecedit Va) super quatuor (quartus M) pedes (partes M) sicut brutum (exit add. De mot. XLVIII. lect. CA 4° 312. ebd.“ 278 Albert d. 1877. die durch mangelnde Organbeherrschung bedingt ist. 1 c. Universitätsbibliothek. vgl. 8 (483b).. Speculum anime (Erfurt. Sententia libri Politicorum I c. Ethica I tr.. sicut aliqui sunt maniaci. Paris. M). 709a). 207a–b). quod ‚Sortes est homo‘. Bibliothèque Nationale. Leon.. B. 272ra): „Sed quantum ad mores redit (reddiit M) ad ipsum statum propter inobedientiam organorum.. oder sogar als Verächter wissenschaftlicher Bildung auftreten. et propter hoc sicut brutum exit pronum (probum Va).282 Andererseits gelten als „tierische Menschen“ aber auch solche. similiter puer exit pronus. 5 (Ed. Biblioteca Nacional. ac si dicerem ‚Sortes vel materia Sortis humanatur‘. qui de infirmitate mala deducti sunt ad diversas operationes. Va) humiditatibus et organa eorum sunt valde debilitata. Vgl. XI. . 7 n. 3 c. 20–25). fol. 543 l. natura servi)280 oder auch die Inkontinenz von Kindern und Greisen.. Politica VII c. 10 (Ed. XIII. die aus unterschiedlichen Motiven schlechterdings nicht willens sind. Der Topos homo bestialis (brutalis) wird in diesem Zusammenhang vielfach zu einer („standespolitischen“) Kampfparole. 58ra): „Item homo potest fieri bestialis ex infirmitate. ebd. Paris.. ut per hoc (hoc om. Paris. Aegidius Romanus. Vgl. 2 c. 645 (552 l.. ebd. A 75 l. animal. Gr. quia puer vivit vita bestiali. ideo et cetera. Lat. quod concretum (concretivum A) est. Henricus de Bruxella/Henricus de Alemannia. VII. ‚Homo vel materia hominis humanatur. 284–294)..281 Als homines bestiales bezeichnet Thomas von Aquin zudem Menschen. 28– 35). fol. 1/a (Ed.“ 282 Thomas von Aquin. XI (fol. fol. VIII. dens. 280 Ebd. 43a) und dens. 32 (Ed. Unde mingunt in lecto sicut (sic Va) pueri“. Paris. 108vb): „Ex predictis accipe (accip it A). VIII. Quelibet [Pariser Redaktion] (Paris. In Bezug auf die servi siehe Albert d.“ 279 Albert d. 299b). quia multum habundant in (in om. IX. 108b). Ethica VII tr. Politica II 2 (Ed. scilicet comedendum fenum … et terram et coire cum masculis. wie auffälliges Gebaren von Schwachsinnigen. Summa theologiae III q. intelligatur ipsa forma per modum concretionis et qualificantis. 17b). E) verbum ‚humanatur‘. 536 (Ed. 7 arg. et hoc propter consuetudinem perversam et maledictam. II tr. 281 Petrus Hispanus (Medicus). die sich in entlegenen Gegenden aufhalten und von der göttlichen Lehre nichts wissen. ders. sei es. unde primo (intendit vel add. Dep.. 464a bis. Paris. De regimine principum I p. Gr. 464a bis). XIV/2. similiter senes decrepiti. Summa contra gentiles I 6 (Ed.. VII.228 kapitel iii Unter die als bestialis/brutalis ausgegrenzten Phänomene beim Menschen fallen Verhaltensweisen. 16089. Richardus Rufus. Gr.278 Kranken279 und barbari (bzw. Questiones super libro de animalibus X (Madrid. 11 (Ed. 2 c. 145). z.. Erf.‘ Et proprie videtur dictum ‚humanatur‘. c. 1 (Ed. sich geistig zu betätigen. um sich gegen Angriffe auf die eigene philosophisch-wissenschaftliche Arbeit zur Wehr christologischem Sinn. Leon.. Colon. Roma 1607. Sicut enim pueri propter humiditatem (-te Va) obtundentem calorem et debilitatem organorum vivunt quasi vita bestiali. dens. ‚Homo est homo‘ idem est dictu. die auf unverschuldet mangelnde Vernunftmächtigkeit zurückzuführen sind. Super Ethica VII lect. 5 n. 3 (Ed. 16 a. 272va): „Secunda causa est. Leon. vgl.

et a Philosopho ibidem dicitur bestialis— i deo eam reprehendo—. Brewer. 286 Ebd.. Anonymus. 232 l. De anima III tr. Grundlagen. fol. Alonso. Albert d. hier: 212. ed. et ideo etiam rarus in hominibus qui secundum totum bestialis sit. Jacobus Lombardus.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 229 zu setzen—Äußerungen Alberts des Großen sind dafür ein Beispiel—. Philosophia I 1. Gr. der natürlichen Würde des Menschen entgegenstehende (contra naturalem dignitatem hominis) einstufen. 3 (Ed. Moralis philosophia p. XIV/1. 2 (411 f. Commentarium et questiones in de sensu et sensato (Città del Vaticano. et in hoc communica t (sc.und standespolitischen Interessen Gehör zu verschaffen. die sie als moralisch verwerfliche.. 411 f. vile est eligere tanquam optimum illam vitam. Compendium studii philosophiae c. in qua conveniunt cum brutis“. Scripta supra librum de anima (Paris. 285 Roger Bacon. 117ra): „Prima dicitur vita voluptuosa. homo) cum brutis. 27–31). Super Ethica I lect. Lat. 4 (ed. sei es.283 Bisweilen bedienen sich Autoren der bestialis/brutalis-Terminologie. 3–6). Quia autem rarum est virum esse divinum. Colon. 67 l. 16 f. ders. um wissenschafts.. speziell durch Gaumenlust und sexuelle Ausschweifung geprägte Lebensweise. 1 (Ed. Jahrhunderts). 3 d.). 610–622. Gregor Maurach. Biblioteca Apostolica Vaticana. 1 c. Brewer.). 722 l.284 Roger Bacon vergleicht alle Handwerker (mechanici) wegen ihrer mangelnden Einsicht in die Ursachen ihres Tuns mit vernunftlosen Tieren..286 Im Vordergrund steht dabei für sie eine durch Sinnengenuss. Cum enim homo sit multo excellencior quam bruta. 23 (Ed. Diesen zählt er auch die juristae civiles laici bei. scilicet in sequendo de lectaciones tactus et gustus. Gr. ders. wie im Falle der dem sogenannten „radikalen Aristotelismus“ nahestehenden Artisten. 463b bis): „Et ideo bestialitas non proprie malitia est quae virtuti opponitur. VII. c. Roger Bacon.“ 287 Petrus Hispanus Portugalensis. lat. die die Einheit der menschlichen Spezies in Frage stellen können. 434 l. 4 c. die er den philosophantes gegenüberstellt. VII/1. 2 (ed. 2 (ed. 4 n. Daniel von Morley. Colon. auf Averroes zurückweisenden Begriff des homo equivoce dictus zu anthropologisch äußerst bedenklichen Formulierungen. X lect. Vat. 5ra): „Quoniam secundum quod dicitur 1° moralium.287 Auch der Geschlechtsakt als solcher gilt manchen als „schändHierzu ausführlicher Köhler. um dadurch ihre Geringschätzung für bestimmte Personengruppen auszudrücken. Dabei kam es in Verbindung mit dem verwandten. 2 (ed. Scientia libri de anima tr. Massa. 16125. Compendium studii philosophiae c. non quod 283 284 .. et hoc est vile.285 In der Regel allerdings disqualifizieren die Magister mit dem wertenden Gebrauch der bestialis/brutalis-Terminologie menschliche Existenzweisen. Colon. 3es sunt vite excellentes.. 21 l. 860 (Ed. Albert d. in: Mittellateinisches Jahrbuch 14 (1979) 204–255.). 4 n. Bibliothèque Nationale. ebd. Paris. 44–50). sed est quoddam genus malitiae adimens omne quod divinum et honorabile est in homine. 11 c. fol. wie Daniel von Morley in seinem berühmten Verdikt über die Pariser Gelehrten seiner Zeit (letztes Viertel des 12. 421). 54–65). 2170. Ethica VII tr. XIV/2.

288 Vgl. Radulfus Brito. alia est speculativa. fol. secundum quos homines possunt se minus continere. ideo et cetera“. Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge. De regimine principum I pars 1 c. cum huiusmodi gaudium et amicitia sit propter solum honestum. ut tactum est in 45 capitulo. der die Frage aufwirft. Venezia 1501. De anima c. ut dicetur inferius. 26–28). Bibliothèque Nationale.“ 290 Anonymus. fol. Prol. quia quidam ponunt suum finem optimum in delectacionibus sensualibus. Arguitur quod non. Anonymus. Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge. (Paris. Universitätsbibliothek.“288 Der Verfasser.“ 289 Anonymus. Roma 1607. utrum possibilis sit bestialitas homini. que nullis delectacionibus resistunt. Aegidius Romanus. partic. et eligant vitam pecudum“. cum vivunt secun- . quare homines maxime racione utentes appetentes coire verecundantur illud se alico modo velle. 22va): „Hic querit. Questiones in tres libros de anima. propter h oc tales comprehenduntur vite bestiarum et mentes vita pecudum. cum coitus sit ludus porcorum. 213. 4. Super ethycam (Erlangen. quod est in eo. per quod fit deo amantissimus. alia est civilis. fol. Expositio problematum Aristotilis.230 kapitel iii liche und tierische Handlung. Bibliothèque Nationale. 89va–vb): „Hic querit. Est et alia vita activa brutalis et voluptuosa secundum quosdam consistens in delectationibus et luxuriis corporalibus. 1rb): „Quia dediti deliciis sunt tal es . ob tierisches Verhalten (bestialitas) dem Menschen (überhaupt) möglich sei. scilicet tactum et gustum. 27 (Ed. 81 l. 481. maxime cum verecundia sit de turpi actu et coire sit turpis actus et brutalis. Super ethicam veterem (Paris. 481. non autem verecundantur se velle commedere et bibere confiteri. sed magis propter ipsis adherentes. 11). quin a pravis delectationibus vincantur. Prima vita non dicitur abstracta a condicionibus materie. 9 (ed. 232rb): „… homines brutaliter viventes. qui gaudet delectacionibus non naturalibus. dem vernünftigen Abwägen nicht unterworfenes Verhalten als bestialis (brutalis) ein. dicuntur maxime incontinentes. Stedelijke Openbare Bibliotheek. sicut patet prim … . …“. 118ra): „Homo enim duplici vivit vita. Quarum prima est vita bestialis. unde sunt iste. Lat. Igitur secundum hos dicuntur homines maxime incontinentes et abhominabiles et bestiales“. eo quod consistit in delectacionibus. Dominicus Gundissalinus. Sed sic est de istis duobus. … Ergo verecundum potest hoc esse confiteri. scilicet vitam humanam. 66va): „…. que dicitur vita pecudum.290 Konkret erwähnen sie das durch Zornmüin eis sit aliquid excellens.“ Vgl.289 Insgesamt stufen die Magister ein von sinnenhaften Impulsen beherrschtes. quod sunt vitam pecudum eligentes. quod secundum illos sensus. cum confiteri se velle coire sit confiteri velle brutalem fore. quia bestialis est. ut secundum illud divinum. 52 (Ed. der sich an unnatürlichen Vergnügungen ergötzt. Modo nullus homo delectatur in non naturalibus. dato quod non sit verecundum confiteri velle commedere vel bibere. quare homines dicuntur incontinentes et temperati maxime secundum duos sensus. quod unus gaudet alio et amicatur. 10. Petrus von Abano. et tali viventibus hominibus vita proprie dicitur. cum secundum hos duos maxime communicemus cum bestiis. et viventes proprie ista vita dicuntur sibi ipsis concupiscere. 4 (Ed. Muckle. Respondet dicens. fol. Brutaliter enim vivunt. Stedelijke Openbare Bibliotheek. Expositio problematum Aristotilis partic. Venezia 1501. sicut Aristoteles Alexandro scripsit. 12971. knüpft an eine engere Begriffsverwendung an. unde tales homines sunt excecati. wonach als „tierisch“ derjenige bezeichnet wird. Ergo et cetera. Petrus von Abano. fol. que sunt in gustu et tactu. Et hoc sonat nomen. Lat. fol. fol. Anonymus. scilicet vita contemplativa. sicut patet 10 ethicorum. 3572. 72va): „ D einde queritur. cum ipsi vitam propriam deserant.

et dicuntur brutaliter operari. quod habent intellectum in potencia. ut communicat cum aliis animalibus irrationabilibus.. Cum enim homo vivit secundum quod imperat virtus sencibilis. VII lect. Bibliothèque Nationale.. lenken unsere Textbeispiele die Aufmerksamkeit auf einen ihnen allen gemeinsamen Zug: Diese Verhaltensweisen haben ihren Grund nicht in einem überlegten. aufgrund welchen Sachverhalts die einzelnen von den Autoren angeführten Verhaltensweisen als bestialis/brutalis moralisch disqualifiziert werden. 630 (Ed. et sic salvatur.. Non tamen dicimus. 98 a. 645 (Ed.. an. ebd. Bibliothèque Nationale. Prol. 96 (Ed. 15106.. 59–66).. Super Ethica I lect. prärationalem Begehren. 23 (Ed. Liber phisionomie pars 2 c. Bridges. ergo vivens secundum intellectum vivit ut homo. 16 n. De nat. Gr. sed secundum alias vires. sicut neque scamum in potencia meretur dici scamum. 1 (ed. et illud habere est valde modicum. 2 ad 3 (Ed. Colon. et tales homines vocat auctor hic animalia“. qui habent odio mores bestiales“. Albert d. fol. 33 l. Ideo enim dicuntur animalia. 552 l. Roger Bacon. 62ra): „Unde cum in paucis hominibus sit intellectus. 2 c. Super Ethica I lect. 1 c. 15r): „Sunt enim multa animalia. et orig. [et] ideo non est extra naturam. . quomodo voluntas se habet ad opposita“. Questiones supra librum ethycorum (Paris.. XIV/2. Questiones in tres libros de anima. sed homo vivens non secundum intellectum. Steele. et trahere uidentur extra usum humanae naturae se applicantes moribus bestiarum. 17vb): „Et sic salvatur liberum arbitrium. Bibliothèque Nationale. XVII/1. XII. tr. 20–25). hoc est: cum racio non imperat sensibilibus virtutibus“. scilicet quod auctor appellat hic animalia homines sicut animalia viventes. Gr. Colon. Anonymus. Lat. fol. ebd. fol. quia non statim. 5 n. Super Ethica VII lect. sed tales homines sunt brutis deteriores.291 Wenn wir fragen. 3). Stadler.. cum homo apprehendit. Colon. V. Radulfus Brito. sed deliberat per racionem de omnibus circumstanciis. (Paris. 87 l. XIV/1. II.292 Damit stoßen wir in diesen Textbeispielen erstmals auf den zentralen dum animam sencibilem“. 9–12). 50–60. 232va: „Propter hoc dicendum est aliter. Albert d.“ Vgl.). Gr. quibus per consuetudinem multi homines et multae mulieres appropriantur propter bestiales mores.. II. Thomas von Aquin. 21 l. 14 (Ed. Leon. 292 Vgl. pars 5 d. Gr. Michael Scotus. quod ipsi homines sint ipsa animalia. cum non operantur secundum racionem. 438b). que requiruntur ad talem apparitionem. Lat. 4 n. 539 l. 24 (Ed. Lat. 1ra): „…. 29–40). sed vocat animalia homines brutaliter viventes. Et sic saepe dicuntur ac proprie appellantur ab his hominibus. 28–31). quos habent. quia operaciones intellectus in paucis inveniuntur. prosequitur. De XV probl. XIV/2. 25–30). Colon. I (Ed. ders. fol. 291 Beispielsweise Albert d. 5 n. cum non sequantur illud.ansatzstruktur der naturphilosophischen betrachtung 231 tigkeit und Begierde geleitete Handeln. sed in tantum appellamus eos ‚bestiales‘. 9 (ed. 20 f. Albert d. auf abwägendem Stellungnehmen beruhenden Wollen. fol. nisi sit bestialis. quia tales homines sunt bruta nec differunt a brutis nisi parum et in eo solum. 1 c. Colon. nec merentur isti homines dici homines. Questiones super libro de anima III (Paris. Summa theologiae I q. 59–62). 40 l. XIV/1. Colon. 1353 l. Venezia 1505. 233va: „…. tunc brutaliter operatur. 12971. in quantum uidentur errare ab usitate [sic!] humanae sapientiae. non . ders. 41 l. si tales sequuntur appetitum sensualem. 14698. Opus maius. Jakob von Douai. XXII tr. ebd. 7 n. De animal. quia brutaliter operantur. in omnibus tamen est sensus. sondern entspringen unmittelbarem. ders. Metaphysica de viciis contractis in studio theologie (ed.. ad quod nati sunt“.

zumal im Zusammenhang mit dem Gebrauch der Topoi animal nobilissimum (perfectissimum). indem sie den Menschen als „vornehmstes“ und „vollkommenstes“ Sinnenwesen bezeichnen und indem sie festlegen. der für die philosophische Erhellung der konkreten Ausprägungsweisen des spezifisch Menschlichen offenkundig das Schlüsselparadigma darstellt. solus homo und maxime in homine. was „allein dem Menschen“ oder „in höchstem Maße dem Menschen“ zukommt und was andererseits als Deformation des Menschlichen zu gelten hat. Drittens zeichnet sich mit dem Begriff des ratione regulari die Konzeption eines Grundmerkmals ab. welche Aspekte des Menschlichen die Autoren abgesehen von in formellen Quaestionen direkt aufgeworfenen Fragen zur Sprache bringen. .232 kapitel iii Zug des regulari ratione im menschlichen Verhalten. speziell des Topos homo bestialis. worauf die Magister bei ihrer philosophischen Reflexion auf die konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen insbesondere ihren Blick richteten. wie die verschiedenen Magister dieselben anlegten und zu welchen Lehrauffassungen sie jeweils gelangten. Auch vermag erst die anstehende systematische Quellenanalyse darüber Aufschluss zu geben. Dieser ist erstens gekennzeichnet durch das Bestreben. Im voranstehenden Untersuchungsschritt haben wir uns anhand von Textproben vor Augen geführt. Es lassen sich aber schon jetzt drei wichtige Merkmale dieses anthropologischen Diskurses erkennen. Eine Vielzahl von Themenbereichen wurde dabei bereits sichtbar. dass selbstverständlich nicht alle einschlägigen Fragestellungen von den Magistern in ausdrücklicher Anbindung an eine dieser Wendungen erörtert wurden. lebensbezogenen Ausprägungsweisen des Menschlichen durchzieht. das spezifisch Menschliche in der ganzen Breite seiner Ausprägungsweisen—in seelischer und körperlicher. wie die Erörterungen im Einzelnen inhaltlich verlaufen sind. den die hochscholastischen Denker als fundamentales Strukturmerkmal des menschlichen Lebensvollzuges erkannt haben und dem sie—wie wir im Laufe der Untersuchung noch im Einzelnen sehen werden—in seinen vielfältigen Äußerungsweisen nachgegangen sind. Zweitens ist er methodisch maßgeblich durch den MenschTier-Vergleich geprägt. Dabei ist davon auszugehen. das die konkreten. Zugleich gestattete die Verwendung der bestialis/brutalis-Terminologie. in konstitutioneller und verhaltensmäßiger Hinsicht—philosophisch auf den Begriff zu bringen. Rückschlüsse auf eine sich abzeichnende Gewichtung innerhalb der angezeigten Themenbereiche. Wir konnten uns so anhand dreier markanter Leitformeln vorab ein Bild davon machen.

Von den frühesten Zeiten an hatte die vergleichende Gegenüberstellung von Mensch und Tier das antike griechische Denken durchzogen. Tier. L’animal. Urs Dierauer unterscheidet in seiner vorzüglichen Monographie „Mensch und Tier im Denken der Antike“ eine vorphilosophische und eine philosophische Tierbetrachtung der Griechen.3 Beiden Sichtweisen war indes gemeinsam. Der vorphilosophischen Herangehensweise entsprach eine gefühlsmäßige und wertende Einstellung gegenüber den Tieren.2 Bei der ersteren ruhte der Blick auf der Mannigfaltigkeit der Tierwelt.kapitel iv DAS METHODISCHE INSTRUMENTARIUM UND SEIN EINSATZ 1. wobei sich ihre Gestalt und Funktion in den Jahrhunderten bis zum Ausklang der Antike mehrfach gewandelt hatte. Tier. 14 f. in: Arethusa 4 (1971) 137–165. auch Sassi. Bei der philosophischen Sichtweise rückten demgegenüber allgemeine Züge ins Zentrum des Interesses. Emotion. der Vielfalt der äußeren Erscheinungsformen der Tiere und ihrer unterschiedlichen Lebens. 3 Dierauer. Vgl. die entweder allen Tieren oder zumindest bestimmten Tiergruppen gemeinsam sind. 1 2 .1 Als maßgebliches Paradigma für die philosophische Erfassung der konkreten Ausprägungsweisen des spezifisch Menschlichen erschloss er sich den zeitgenössischen Magistern direkt aus ihren griechisch-arabischen Quellen. Fortenbaugh. dass man die Tiere in bestimmter Hinsicht als menschenähnlich ansah. Dierauer. Das Paradigma des Tiervergleichs Der Vergleich zwischen Mensch und Tier war den Menschen im Mittelalter in vielfältigen Formen wohlvertraut. William W. La scienza. diese Züge in konsistenter Theoriensprache beschreibend zu erfassen und aus allgemeinen Ursachen heraus zu erklären. Man stand vor der Aufgabe. and Moral Virtue. Aristotle: Animals.und Verhaltensweisen. Daher konnten etwa die verschiePastoureau. 6 f. der philosophischen demgegenüber eine wissenschaftlich objektivierende.

15 ff. 166.. das heißt: welcher Art sind die Ähnlichkeitsbeziehungen. 10 Hierzu auch Köhler. La scienza. abgehoben zumeist auf nur ein einzelnes Merkmal.6 Hinzu trat das Bemühen. ob Buch IX und Buch VIII.. 4 5 . La scienza.“4 Allerdings ging es bereits in der frühen Dichtung nicht allein um einen einfachen. sondern auch um eine das Wesentliche des Menschen—beispielsweise seine durch das Recht geregelte Lebensordnung (Hesiod) und vor allem seinen Vernunftgebrauch (Alkmaion von Kroton)5—hervorhebende Gegenüberstellung. 8 Hierzu ebd..“7 Mehr und mehr bildete sich die Überzeugung heraus. Tier. 6 Dierauer. Gleichnissen und Fabeln dazu dienen …. 9 Zum Beitrag des Aristoteles insgesamt Dierauer. Der Tiervergleich. Fortenbaugh. Aristotle. wenn wir die folgenden drei Aspekte ins Auge fassen: In welcher Weise wird der Tiervergleich erstens verwendet? Auf welcher Grundlage beruht zweitens der Tiervergleich. „die Mensch und Tier verbinden. 7 Ebd. Menschentypen zu charakterisieren und bestimmte menschliche Verhaltensweisen und Gefühle zu veranschaulichen. 100–161. dass aus der Betrachtung von Tier und Mensch wechselweise Aufschluss über deren jeweilige Natur zu gewinnen und dass diese wechselseitige Erhellungsfunktion systematisch für das Verständnis beider einzusetzen sei. 16. La scienza. die zwischen Mensch und Tier angenommen werden? Welcher Art sind drittens die Vergleichsdaten? Ebd. Welche Struktur hat der Tiervergleich in seiner Funktion als Paradigma bei der philosophischen Erfassung der konkreten Ausprägungsweisen des spezifisch Menschlichen im dreizehnten Jahrhundert?10 Wir gewinnen Aufschluss darüber. 153. Sassi.. Vgl.9 In dieser Gestalt wurde sie dann zum Modell für die hochscholastischen Denker und weit darüber hinaus bis in die gegenwärtige anthropologische Reflexion. verdeutlichenden Vergleich zwischen Tier und Mensch. 49. Dierauer.. 7. auch Sassi. die Sonderstellung des Menschen „auch bei den körperlichen Eigenschaften und bei jenen seelischen Fähigkeiten“ sichtbar zu machen. 152. 53 ff. 162. Sassi.1 De historia animalium Theophrast zuzuordnen sind8—fand sie ihre erste umfassende und richtungweisende Ausformung. Tier. In den tierkundlichen Büchern des Stagiriten—unbeschadet der Frage. Tier.234 kapitel iv denen Tierarten „in Vergleichen. 39 ff. 47.

Danach setzt dieser.). A 88 l.. I tr. De animal. 2 l. c. 8 n. Im Konzept des animal nobilissimum bzw. dass das Vollkommene Erkenntnisprinzip für das Unvollkommene sei. Stadler. 1 n. animal perfectissimum kam in unseren bisherigen Ausführungen in erster Linie als Inbegriff der Lehre von der Vorrangstellung des Menschen gegenüber den anderen Sinnenwesen in den Blick und damit als Leitbegriff für die Betrachung von Ausprägungsweisen des spezifisch Menschlichen. 498 (ed. XXI tr. Jahr- . offenbar fungieren die gegenüber den Pflanzen ranghöheren Tiere als Modelle für die Untersuchung der weniger bekannten Pflanzen.. Vielmehr bilden umgekehrt Annahmen über Natur und Verhalten des Menschen die Basis. c. animal perfectissimum verdichten sich somit sowohl Resultat als auch Programmatik des Tiervergleichs. Die Verwendungsweisen des naturphilosophisch relevanten Tiervergleichs 235 Die Konzeption vom Menschen als animal nobilissimum bzw.1. In Verbindung mit dem Grundsatz. II. die körperlichen und seelischen Eigentümlichkeiten der Tiere theoretisch zu erschließen. die mit ihrer Gattungsgemeinschaft als Sinnenwesen gegeben sind. hier: 249. 107 (39 l. die Isaac Israeli mit seiner descriptio der Philosophie als Selbsterkenntnis des Menschen verbunden hatte. 5). Leon. Stadler. in: Viator 28 (1997) 223–251. 3–4 (ed.). Für die Anwendung auf den Vergleich zwischen Tier und Pflanze siehe Roger French. 4 f. 1 (ed. 105 (39 l. vgl. 3 (Ed. De animal. 1 c. The Use of Alfred of Shareshill’s Commentary on the „De plantis“ in University Teaching in the Thirteenth Century. ebd. XLVIII. vgl. Thomas von Aquin. um von den dabei gemachten Beobachtungen ausgehend nach bestimmten Zügen des Menschlichen rückzufragen. 241).12 gibt die Idee vom Menschen als dem vorzüglichsten Sinnenwesen dem Tiervergleich zunächst auch eine entsprechende Untersuchungsrichtung vor. 1 n. 25. 12 Albert d. Der Mensch als Erkenntnisprinzip. I. Sie weist aber ebenso auch auf die zwischen Mensch und Tier bestehenden Übereinstimmungen hin..das methodische instrumentarium und sein einsatz 1. 1321. Sententia libri Politicorum I c.. I. Gr. 1 c. 30). Dem entsprach nicht nur die Idee vom Menschen als Erkenntnisprinzip. 2 c. von der aus die Gelehrten versuchten. 179 l. ebd.. l. 1 n. Stadler. nämlich die Ausprägungsweisen von Tier und Mensch in Konstitution und Verhalten einander gegenüberzustellen und konsequent secundum convenientiam et differentiam—wie eine häufig gebrauchte Formel lautet11—zu bestimmen. ebd. Gr. Beobachtungen zur Rolle dieser Konzeption im philosophisch-anthropologischen Diskurs des 13. I tr. 21 f. zunächst nicht bei der Betrachtung der Tiere an. 13 Hierzu Theodor W. 26 n. Köhler. 14–19). anders als heutzutage üblich.13 sondern auch die Auffas- 11 So etwa Albert d.

Alonso. XIII tr. 3 n. quoniam membra hominis sunt quasi exemplar aliorum membrorum. 12 c. I tr.). et primo de anima mundi. et cetera‘.. 272. 1 n. 95ra): „Iterum scribitur in scientia de animalibus. ebd. Gerhard Leibold/Winfried Löffler (Schriftenreihe der Österreichischen Gesellschaft für Philosophie 3).16 Andere auf diese Weise erschlossene Merkmalsbereiche betreffen hunderts. Sententia cum questionibus in libros de anima.. 515a. c. 27 f. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] I (Firenze. 5–7). probl. Februar 1998 (Teil 2). sic referuntur organizationes aliorum animalium ad organizationem hominis sicut ad excellentiam et nobilissimam.] homo cod. 3 n. 36 (238 l. Gr. Soppr. Scriptum super librum de causis (Firenze. 2 l. Albert d. quoniam sicut referuntur omnia alia frusta (f. e frustra cod. 20–25). ders. 2 c. fol.4. 2 q.4. Martínez Gázquez. 1 c. Stadler. 107 (39 l.236 kapitel iv sung vom Menschen als minor mundus.-Adam von Bocfeld.853. ebd. I c. 8 (479 l. 7 (477 l.. Biblioteca Nazionale Centrale. Dicta super librum de anima II (Leipzig. 8 f. tr. cognoscit ipsas res. 19–22). c. 463 l. 2 (435 l. 91 l. 487–534. Universitätsbibliothek. 1 n. corr. Petrus Hispanus Portugalensis. 88 (933 l. Grundlagen. 222. ebd. fol. corr. Ps. ebd. De intell. vgl. et int. De animal. Conv. Simon von Faversham. Vorträge des V.) in quantum cognoscit se ipsam esse aliquo modo causam rerum. sic: Anima (a.355. 1 c. quia membra hominis sunt sicut regula et forma membrorum aliorum animalium. Paris 1890 (Ed. Paris. 15–18). Conv. 2 (ed. Petrus Gallecus. zu Albert s. 15 Vgl.-Adam von Bocfeld.. II tr. 464 l. e frustrum cod. un. „zweite Redaktion“] (Oxford.). 3 c. 488–517. Scientia libri de anima tr. Soppr. 89 (262 l. G. 1 n. c.).). Albert d. 82 l.15 So gilt beispielsweise die menschliche Körperorganisation in anatomischer und physiologischer Hinsicht als Modell. 1 n. ad quorum similitudinem et comparacionem dicuntur membra aliorum animalium perfecta magis vel imperfecta“. 20 f. G. cum homo sit altissimus et nobilissimus“. im Verhältnis zu dem entsprechende somatische Merkmale von Tieren des Näheren bestimmt zu werden vermögen. ed. 3 (ed. 7 n. fol. tr. c. 10 (ed. 8– 12). Petrus Hispanus.“ 14 Hierzu Köhler. Kongresses der Österreichischen Gesellschaft für Philosophie. in: Entwicklungslinien mittelalterlicher Philosophie. Biblioteca Nazionale Centrale. Gr. 83vb: „… sicut dicit. 1 (224 l.) ad frustum (f. Quare illud perfectibile nobile habet perfectionem nobilissimam“. 16 Ps. 1 c. Wien 1999. Alonso. IX). c. fol. 1359.. Liber de animalibus I (ed. 22–24). 80rb): „‚Et oportet nos ut rememoremus. Guldentops. Tractatus de longitudine et brevitate vite III c. 3 n. Stadler. 897 l.). 21vb): „Quod totum potest ymaginari tam de anima mundi quam de anima humana. 18– 20). 625 (223 l. sic eciam quod est capud in aliis animalibus sursum homini dicitur. tr.14 Der Mensch stellt bei dieser Blickweise im Tiervergleich das Modell (exemplar) dar. ita quod sicut sursum hominis capud dicitur. fol. 10–12). Petrus Hispanus Portugalensis. 2 c. 120–134. 8. 32–34). Vgl.. 53vb): „In animatis autem inperfectis accipitur sursum et deorsum per similitudinem ad hominem.-Petrus Hispanus.“ .–4. 3 (ed. 17–20). Alonso. 21 f. ed. Sentencia super librum de anima [sog. 108 (270 l. licet e converso fuerit in toto universo. 1 (ed. Innsbruck 1. I. Grundlagen. 2 n. an dem die Tiere ontologisch durch Ähnlichkeit teilhaben. tr.) auri et per ipsum manifestantur. Albert the Great’s zoological anthropocentrism. II. 99– 102). 7 f. II tr. Auguste Borgnet. Ps. Merton College.. 2 c.

157. 1 n. Gr. La scienza. 1 n. 20 f. 1 c. 141b). I tr.das methodische instrumentarium und sein einsatz 237 unter anderen die Geschlechterdifferenzierung.. 1 n. 15–19). 306b). . 625 (ed.). In De animalibus weist Albert der Große zu Beginn seiner Erörterungen über die Fortpflanzung der Sinnenwesen explizit auf einen solchen Blickwechsel hin. indem er sie zu den menschlichen als der vollkommenen Ausprägungsform (sicut ad perfectum) in Beziehung setzte. ebd. 1 n. V tr. Gr. 1 f.. 1 c. 15–17). anders jedoch V tr. Scriptum et questiones yconomice Aristotilis (unveröffentlichte Transkription von Blaˇ ek. Alonso. 1 c. ebd. 2 c. 24 Albert d.. 2 (Ed. Stadler. 32–34). tr. Stadler. 191): „sicut est in aniz malibus brutis. 1 c.22 Vielmehr dient er methodisch durchweg der wechselseitigen Erhellung des Tierlichen durch das Menschliche und des Menschlichen durch das Tierliche. I tr. Er werde. Commentum in de anima (Cambridge. De iuv. 15 f.21 Tatsächlich verläuft der Tiervergleich indes nicht starr und exklusiv in dieser zunächst durch jenes Prinzip theoretisch vorgegebenen Untersuchungsrichtung.. et sen. De somno et vig. sic suo modo est in hominibus. 1–2 (ed. 8 c.17 die Fortpflanzung. so erläutert der Doctor universalis.). bei diesem vor ihm liegenden Untersuchungsbereich anders vorgehen als bei der vorausgegangenen Beschreibung der Körperorgane. 1–2 (496 l.19 die Tätigkeiten und Kräfte20 und die Altersstufen. scilicet terribiles visui vel valde convenientes. 3 c.“ 23 Zur Doppelrolle von Mensch und Tier als illustrans und illustratum bei Aristoteles äußert sich Sassi. Gr.18 die Körperteile. Stadler. für einen vom Tier ausgehenden Analogieschluss beispielsweise Wilhelm von Clifford. lebensbezogenen Ausprägungsweisen durch 17 Albert d. 15–29). Paris. 5 (ed.).. ebd. IX. 1 c. dens. Paris. 20 Albert d. sed solum extremas. 289 l. 5 (3 l. n. c... Dort habe er mit den menschlichen Organen begonnen und anschließend die Organe der übrigen Sinnenwesen beschrieben. De animal. fol. 572 l. 407 l. vgl. I. 189. 1 (407 l. 3 (ed.. 1 n. I tr. De animal. 18–25). I. VII tr. 152. 119ra): „Consequenter verificat causam dictam per simile. Bei der Fortpflanzungsthematik hingegen werde er in umgekehrter Reihenfolge verfahren und als erstes auf die Fortpflanzung im Tierreich eingehen: „Wir werden indes die Richtung dieser Darlegung umkehren …“24 lautet seine Ankündigung. 54. 3 (Ed. 22 Vgl. VIII tr. 6 (573 l.23 wobei die Magister den Blick jeweils forschend zwischen Mensch und Tier hin und her gehen lassen. sic: Sicut animalia habencia duros oculos non comprehendunt omnes differencias colorum. 18 Beispielsweise ebd. 7 n. IX. Scientia libri de anima tr.. 3 (310b). Im Hinblick auf die philosophische Erfassung des spezifisch Menschlichen in seinen konkreten. 19 Petrus Hispanus Portugalensis. similiter genus humanum sentit differencias extremas odorum et non medias“ oder—allerdings außerhalb des Untersuchungszeitraumes—die Formel bei Bartholomaeus von Brügge. 1 c. 21 Ders. Peterhouse Library. 223 l. I. De animal.

dass Albert in seinen Predigten auf geistliche Tierdeutung verzichtet. 219 f. 118. dass der kluge König mit bloßem Blick zurechtweise und dass es gewiss ehrenhaft sei. bei Albert dem Großen aber eine Adlerart) siehe oben S. einen „argumentativen“ und einen „exhortativen“ Gebrauch unterscheiden. Einen Systematisierungsversuch in Bezug auf den Beispielscharakter der Tiere unternimmt Bernard Ribémont. Martínez Gázquez.“29 Mit Blick auf das Verhältnis von Mensch und Tier erläutert Thomas von Aquin in seinem wahrscheinlich nach demjenigen Alberts des Großen.26 Im Fall des illustrativen27 Gebrauchs dient der Tiervergleich dazu. siehe hierzu Schinagl. Gr. Ein Beispiel bietet Alberts d. Zum Verständnis der Oeconomica Konrads von Megenberg. 169 l. Rennes 1999. Schneyer. Jacques Berlioz/Marie A.“ (ed. also nach 1265. Dementsprechend können wir—im Anschluss an die in anderem Zusammenhang eingeführte Unterscheidung25—einen „illustrativen“. Bemerkenswert ist. 29 Petrus Gallecus. in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 20 (1964) 475–561. 191–205. L’animal comme exemple dans les encyclopédies médiévales: morale et „naturalisme“ dans le Livre des propriétés des choses. von seinen Untergebenen gefürchtet zu werden „wie der Löwe unter den wildlebenden Tieren der Wälder und der Falke (herodius) unter den Vögeln. von größtem Nutzen indes sei es. 105 f.). Naturwissen.238 kapitel iv die Magister sind grundsätzlich beide Argumentationsrichtungen aufschlussreich. entstande- Siehe oben S. Zur Bedeutung von herodius (Gerfalke. Griechische Ursprünge der spätmittelalterlichen Lehre vom Hause. in: L’animal exemplaire au Moyen Âge (Ve–XVe siècle). Insgesamt machen die Magister im Zusammenhang mit der uns hier beschäftigenden Thematik einen dreifachen Gebrauch vom Tiervergleich. insbesondere jedoch die zweite. bestimmte in Rede stehende Züge des menschlichen Lebensvollzugs durch die Gegenüberstellung von Mensch und Tier zu verdeutlichen. 640. hier: 197 ff. 28 Hierzu Sabine Krüger. Sermo „Non potest civitas etc. Polo de Beaulieu. 25 26 . wenn er der Blickrichtung Tier-Mensch folgt. 128 l.). Naturkunde-Exempla. In diesem Sinn führt beispielsweise Petrus Gallecus im Kapitel über den Umgang mit den servi und den untergebenen Amtsträgern (officiales) in seinem Traktat über die Leitung des Hauses—im Wesentlichen eine Übersetzung einer in der „Bryson“-Tradition stehenden arabischen Schrift28— aus. größte Milde an den Tag zu legen. ed. Regitiva domus 4 (ed. 27 Zur Verwendung von Tier-Exempla in der hier außer Acht bleibenden zeitgenössischen Predigtliteratur siehe Schinagl. hier: 550 ff. also diejenige der vom Tierlichen ausgehenden und das Menschliche erhellenden Vorgehensweise. 106.

“32 Im Compendium studii philosophiae (1271/1272) stellt er fest. Lértora.33 Eine zweite Verwendungsweise des Tiervergleichs kann als „argumentativer Gebrauch“ bezeichnet werden. 170f. „wie ein vernunftloses Tier jeglicher Vernunft widersteht“ und nur durch Zwang seitens der Eltern und Lehrer zu vernünftigen Betätigungen zu bewegen ist. Sententia libri Politicorum I c. 32 Roger Bacon. „wie ein vernunftloses Tier. mag er auch noch so schöne Worte zu formulieren und ihm im Grunde fernliegende Sätze herzusagen verstehen. Prólogo y notas de Ana Mallea y Celina A. wenn er also seine Vernunft gebrauchen und in allem den Vernunftkräften gemäß leben müsste. Brewer. wie etwa die Frage nach der Abgrenzung und Leistungsfähigkeit einzelner seelischer Vermögen. A 88 l. dessen Tun im Widerspruch zur Wahrheit steht. bestimmte Sachfragen zu klären und lehrmäßig zu entscheiden.31 Roger Bacon bekundet im Opus maius seine Überzeugung. notwendigerweise in Unkenntnis über die Wahrheit sein muss. gegenüber den vernunftlosen Tieren. 2 (ed. pars 6 c. A 8–A 10). 2 (ed.. Ana Mallea/Celina A. so wie der Affe menschliche Tätigkeiten zu vollführen trachtet. dass derjenige. Opus maius. dass bei keinem 30 Zur Datierung Hyacinthe-François Dondaine/Louis-Jacques Bataillon. Lértora (Colección de pensamiento medieval y renacentista 22). XLVIII. 31 Thomas von Aquin. 404). II. 33 Ders. das menschliche Laute imitiert. Préface. dass Meinen (opinio) und Vorstellen (fantasia) voneinander verschieden seien. . Sententia libri Politicorum (Ed.das methodische instrumentarium und sein einsatz 239 nen Kommentar zur aristotelischen Politik 30 die Ansicht des Stagiriten über Menschen. In diesem Fall dient die Gegenüberstellung von Mensch und Tier dazu. die Frage der Naturgemäßheit von Lebensformen oder die Frage der Abgrenzung derjenigen. wobei wiederum gilt. hier: 11 nennt als Entstehungszeit den zweiten Pariser Aufenthalt (1269–1272). die von Natur Gebieter sind. die von Natur aus servi sind. Compendium studii philosophiae c. Leon. Comentario a la Política de Aristóteles. Leon. mit dem auf Aristoteles zurückgehenden Hinweis gestützt. in: Tomás de Aquino–Pedro de Alvernia. Pamplona 2001. dass von Natur aus die Seele über den Körper und der Mensch über die Tiere gebietet. So wird beispielsweise die Annahme. Bridges. die aufgrund herausragender Vernunftbegabung ihrerseits und minderer Vernunftbegabung seitens der naturaliter servi von diesen so weit entfernt seien „wie die Seele vom Körper und der Mensch vom Tier“. 3 (Ed. Bei ihnen handele es sich um solche. in: Thomas von Aquin. obschon er deren Sinn nicht versteht. dass der Mensch von Geburt an voller Unwissenheit und Irrtum sei und auch nach Erreichen des Alters der Unterscheidung. Prólogo. 11–29.). Traducción de Ana Mallea. XLVIII. 216–221).

). Berlin 1973.34 Ähnlich bestreiten Magister. aber nicht alle über die Fähigkeit zur Fortbewegung verfügten. Sententia super II et III de anima. 1 q. Sententia super II et III de anima. Universitätsbibliothek. 485 l. que sunt insensata. 11 c. De homine tr. 200 l. Bazán.. Quare cognicione communium accidencium possumus cognoscere ipsius quod quid est sive substanciam rei“. ut dixi. quod virtutes inferiores semper subserviunt superioribus. 28 (ed.] multum est fortis cod. insurgit ex sensatis in cognicionem insensatorum propter naturalem connexionem ipsius sensus. aufgrund von äußerlich Wahrgenommenem auch nicht mit den äußeren Sinnen Wahrnehmbares zu erfassen. 447b–448a). Quod patet dupliciter. 232– 236).35 Der Hinweis. et quod quid est sive substancia rei est insensata secundum Commentatorem secundo huius. 46vb: „Et illud idem videtur esse conveniens per locum a maiori. Sentencia super librum de anima III (ed. ebd. ex quo h oc .) fantasia in hoc deservit intellectui.) natus est insurgere in cognicionem insensatorum (insensativarum cod. II lect. 9–16. dass die sensitive Seele als solche Ursache für Fortbewegung sein könnte. welche Verhaltensweisen für den Menschen naturgemäße (naturales) sind und welche es nicht sind. mit dem Argument. qui est inferior [virtus] sensus in quantum representans estima tiv e virtuti suum proprium obiectum. Sed accidencia communia sunt sensata. 176–182. Quare multo forcius. Die dem römischen Rechtsgelehrten Domitius Ulpianus zugeschriebene Naturrechtsdefinition. III lect. . dass wir als Menschen kraft unserer intellektiven Erkenntnis erst recht zu dergleichen Leistung in der Lage sind und so auch aufgrund der Kenntnis der akzidentellen Bestimmungen eines Dinges zur Erkenntnis seines Wesens zu gelangen vermögen. tum ex hoc. Mommsen/Paul Krueger (Corpus Iuris Civilis. I). sicut virtuti estimative (estimare cod. Scientia libri de anima tr. insurgit in cognicionem amicicie vel inimicicie. 35 Anonymus. dass alle Tiere eine sensitive Seele besäßen. Gr. 11–13). 7 (ed. tum ex eo. 2 (Ed. intellectus noster natus ex cognicione sensatorum insurgere in cognicionem insensatorum. Albert d.) ipsius ovis representetur amicicia vel inimicicia voce vel colore lupi vel alterius ovis terminus. 430 l.. ed. dient als Beleg dafür. fol. dass Tiere kraft ihres Schätzvermögens in der Lage sind.36 Wiederholt gibt die Betrachtung der Tiere den Magistern Anlass festzustellen. 376 l. Alonso. 53 a. Sicut enim virtus estimativa in brutis. „was die Natur alle Sinnenwesen gelehrt hat“.“ 37 Digesta I 1 1. 46rb): „Intellectus noster ex cognicione sensatorum (sensativarum cod. ut ex sensacione vel cursu lupi vel canis. 34 Beispielsweise Anonymus. 1359. Powell. que est minoris virtutis intellectu[i] in hominibus. Bazán. 1 (ed. f. quod representet speciem insensatam subexistere speciebus prius sensatis. Paris. 202 l. bei vielen Tieren aber die des Vorstellens gegeben sei.240 kapitel iv Tier die Erkenntnishaltung des Meinens. 195–200). 36 Simon von Faversham. Adam von Bocfeld. etwa freundliche oder feindliche Einstellung des Gegenübers. Sed nunc ita est. XXXV. ita multo fortius (m. fol. Dicta super librum de anima I (Leipzig. 6). Petrus Hispanus Portugalensis. 3 – 203 l.37 legte die Annahme nahe. quod ovis per virtutem estimativam ex sensatis. quod virtus intellectiva multum est maioris virtutis in homine quam estimativa in brutis. auch l.

des Näheren zu bestimmen. 2 (ed. VII.38 Das führte unter anderem zu Fragen nach der Naturgemäßheit der Institution der Einehe. Crowe. pars 2 c. 42 Ders.39 Unter ausdrücklicher Berufung auf die Naturrechtsformel Ulpians stufte Thomas von Aquin unter anderem die Verbindung von Mann und Frau sowie die Erziehung der Kinder als naturgemäß ein. Commemorative Studies. in: St. das sich auf das Paarungsverhalten im Tierreich berief und daraus den Schluss zog. avium quoque commune est. 212. die die mit den übrigen Sinnenwesen gemeinsame Natur betreffe. Für die Stoa siehe Dierauer. wie sich an den Tieren zeige. Steele. Toronto 1974. 25–37). Gemeinsamkeiten von und Unterschiede zwischen Tieren und denjenigen Menschen. quod natura omnia animalia docuit: nam ius istud non humani generis proprium. quae in mari nascuntur. die die meisten Tiere naturentsprechend einhalten. St. l. Zu Thomas’ Rückgriff auf Ulpian siehe Michael B. dass die Praxis des Menschen. 642 l. A 88 l. Leon. Super Ethica VIII lect. 203 f. Compendium studii philosophiae c. Summa theologiae I–II q. Leon. VII. Sententia libri Politicorum I c. . 3 (Ed. quae in terra. 759 (Ed. XLVIII. es sei eine Neigung. 170a–b). Brewer. 412). Secretum secretorum cum glossis et notulis. 39 Albert d. zum Essen nicht zugleich Getränke—zumal Wein—zu sich zu nehmen.. 43 Thomas von Aquin.. 170b). die zunächst vollständig die feste Nahrung aufnehmen und erst anschließend zu gegebener Zeit trinken.43 29 l. Gr. Tier. XIV/2. die nach aristotelischer Auffassung von Natur aus Knechte sind. Thomas von Aquin. Thomas and Ulpian’s Natural Law.“ 38 Vgl. 17–21: „Ius naturale est.42 Vom Tiervergleich macht schließlich Thomas von Aquin argumentativen Gebrauch auch bei seinem Bemühen.40 Roger Bacon kommt im Zusammenhang mit seiner Verurteilung sexueller Ausschweifung zu dem Urteil. was der Natur entspricht und zur lex naturalis gehört und was nicht. Thomas Aquinas 1274–1974. 240–262). die geschlechtliche Vereinigung nicht auf bestimmte festgelegte Zeiten zu beschränken. 41 Roger Bacon. dass es ähnlich wie im Tierreich auch beim Menschen nicht allein die monogame Form der Beziehung von Mann und Frau geben müsse.. 72 l. Colon. 2c (Ed. eine Verletzung der leges naturales darstelle. 94 a. Summa theologiae I–II q. sed omnium animalium. 12 n. I. 94 a. 40 Thomas von Aquin. 2c (Ed. Leon.41 An anderer Stelle gibt er den gesundheitlichen Rat Avicennas weiter. In Super Ethica (um 1250/1252) nahm Albert der Große offenbar vor diesem Hintergrund zu einem Argument Stellung.das methodische instrumentarium und sein einsatz 241 dass sich am Verhalten der Tiere besonders deutlich ablesen lasse. 32– 34). 5 (ed. 261–282. Zum Beleg für diese Ansicht führt er die geregelten Paarungszeiten an. Diese Regel entspreche der Natur.

cum dicit ‚ut fortis‘. Universitätsbibliothek. 241ra–rb: „Et multum facit ad cognicionem istarum disposicionem referre ad animalia. quia secundum veritatem signa fortitudinis in homine et in aliis . …“ 46 Ebd. inwiefern der physiognomisch zu Beurteilende derlei Merkmale ebenfalls aufweist. fol.. ac si essent ibi fixi sicut clavi. dass Ähnlichkeit in Bezug auf die Größe der Gliedmaßen bei bestimmten Menschen und Tieren nicht bedeutet. Erf. dass natürli44 Anonymus. quem vis iudicare secundum phy sonomi am“. Nota tamen. um dann aufgrund sich ergebender Ähnlichkeit suo modo auf eine entsprechende Eigenschaft beim Menschen zu schließen. Das bringt unter anderem eine Bemerkung des anonymen Verfassers des De animalibus-Kommentars im Codex Vat. lat. Vat. tunc iudica illum hominem stolidum maxime. Wollen wir wissen. et videmus hominem in oculis consimilem habere consimiles passiones. die bei ihnen Tapferkeit anzeigen. si alia signa stoliditatis invenias. 2164 zum Ausdruck. non oportet per totum solli ci tari ad querendum causam. que tangit autor de phy sonomi a. quod ircus. Scriptum cum questionibus super phisiognomiam (Erfurt. ebd. est stolidum animal respiciens homines et animalia stolido aspectu. ob jemand tapfer ist oder nicht. et vide[n]s proprietatem illorum animalium. et sicut (situs cod. sicut dicit Aristotiles in isto libro. et postea per similitudinem suo modo inferas illam proprietatem in homine. 2164. sicut magnitudinem aurium et plantarum pedis et magnam oris apercionem. müssen wir bei Menschen und bei Tieren auf äußere Merkmale achten. quod modus phisonomizandi est talis. referras ad hominem. Dieser Magister rät seinen an physiognomischer Beurteilung interessierten Lesern. an aliquis homo sit fortis. sicut in proposito videmus bovem lentum et tardi motus et animal indiscretum. hoc statim declarat auctor. Dep. 240va): „De illis signis. quod si velimus scire. puta aliquantulum prominenciam causa immobilitatis oculorum.: „….45 und alsdann—so ist der Gedanke zu Ende zu führen—prüfen. quod credamus easdem passiones inesse hominibus et aliis animalibus. scilicet habere extremitates magnas. Biblioteca Apostolica Vaticana. fol. etwa große Gliedmaßen (extremitates).) vides. dass beiden Gruppen von Sinnenwesen auch dieselben Gemütseigenschaften innewohnten. Zugleich mahnt der Autor zur Vorsicht und betont. non tamen ita. CA 4° 316. 58vb): „Per quem autem modum sit phisonomizandum.46 Interessant ist seine Bemerkung. dicens. lat. tunc consideremus exemplariter in aliis hominibus sive in aliis multis animalibus signa fortitudinis. quod ad meliorem cognitionem eorum debes ea transferre ad animalia bruta secundum similitudinem eorum ad invicem.. Questiones super librum de animalibus I (Città del Vaticano.“ 45 Anonymus.242 kapitel iv Eine besonders wichtige Funktion erfüllte die argumentative Form des Tiervergleichs innerhalb der Physiognomik. zur besseren Kenntnis relevanter Ausdrucksmerkmale (signa extrinseca) deren Eigentümlichkeit bei Tieren zu studieren. fol.44 Der Verfasser eines Scriptum cum questionibus super phisiognomiam in einer Erfurter Handschrift konkretisiert das physiognomische Vorgehen am Beispiel der Tapferkeit. et si videas hominem habere consimilem aspectum in oculis.

Marginalnotiz am unteren Rand: „Item nota. Der Einblick in das Innere des Tierkörpers. Daly/Robert D. Burgundio of Pisa’s Translation of Galen’s Peri craseon „De complexionibus“ (Galenus Latinus I). … Quod patet. … Qualiter igitur oportet dignoscere hos? Non enim incidere homines vivos suadeo. Karl H. … refrenantur per rationem. in: Archiv für Geschichte der Mathematik. Berlin– New York 1976. 41 l. addit in fine. 12 ff. 6. 2. wo sie durch den Vernunftgebrauch mitunter überlagert würden. 29–59. quod est habere extremitates magnas. Lindberg.). Anathomia. Et cum inter bruta animalia quaedam ut simia in exterioribus. wie schon in der antiken Medizin48 und sodann in Salerno49 praktiziert. 114 ff. fol. zu einer angenommenen Analogie zwischen Mensch und Bär vor unserem Untersuchungszeitraum siehe Guy Lobrichon. Benedict. Marginalnotiz am oberen Rand: „Dubitaret aliquis. Die Demonstratio anatomica corporis animalis (Henschel) aufgrund . die vor allem zu medizinischen Lehrzwecken vorgenommen wurde. ut et in quadrupedium animalium anathomiis est videre. Sudhoff. Ideo potius manifestat mores in brutis quam in homine“. La réinvention du bestiaire au XIIe siècle. hier: 304. 20–31 (und 61 l. ed. quia in brutis sunt mores magis manifesti.. Vgl. Richard J. quare Aristotiles mores leonis attribuit masculis et pardi femellis.“ Vgl. quod referuntur ad bruta. Die „Anatomia magistri Nicolai phisici“ und ihr Verhältnis zur Anatomia Cophonis und Richardi (Diss. The Eye Book of Master Peter of Spain—a glimpse of diagnosis and treatment of eye disease in the Middle Ages. 88 l. La scolastica.“ 48 Galen. Et ideo applicat ad bruta.. hier: 145 und 147. Die vierte Salernitaner Anatomie. Galenism. Owsei Temkin. hier 141 l. quia cause consimiles habent effectus consimiles. 296–307. 63va. Nicolaus Physicus. in: Documenta Ophthalmologica 103 (2001) 119–153. 295. Et ideo quando tetigit passiones. Essais sur la condition animale. in: Si les lions pouvaient parler. et non facit hoc in uno homine magis morierato. 1–7). Karl Sudhoff. ed. Ithaca–London 21974. ut per anathomiam brutorum animalium interiorum positiones manifestarentur. Yee. Paris 1998. Boris Cyrulnik. secundum positionem interiorum nulla nobis inueniuntur (adeo) similia sicut porci. ed. 126 f. 13–18). hier: 30 l. der Naturwissenschaften und der Technik 1 (= 10) (1927) 136–154. 8: „…. De complexionibus part. Franz Redeker. Die erste Tieranatomie von Salerno und ein neuer salernitanischer Anatomietext.das methodische instrumentarium und sein einsatz 243 che Verhaltensgewohnheiten im Tierreich deutlicher zu erkennen seien als beim Menschen. Leipzig 1917. hoc autem idem signum in homine attestatur super aliam passionem. 1–7: „Quoniam interiorum membrorum humani corporis conpositiones omnes erant innotae. Walter J. quia hoc signum. bot animalibus attestantur super diversas passiones. quod mores naturales magis manifesti sunt in brutis. Jacquart.47 Eine Sonderrolle beim argumentativen Tiervergleich nimmt schließlich die Tiersektion ein. 21 – 89 l. quod hoc facit. et ideo in eis anathomiam fieri destinauimus. sed in hominibus utentibus ratione quandoque obfuscantur. Anathomia (ed. in leone attestatur supra impetum rapine. The Beginnings. Durling... ed. Ideo ex signis in brutis ostendit mores in hominibus. quecumque sit illa. quaedam (ut porcus) in interioribus nobis uideantur similia. ebd. placuit veteribus medicis et maxime Galieno. 34. 49 Anatomia porci. Dico. Urso von Salerno (?). in quibus magis manifesti sunt.“ Zur Salerner Herkunft dieser „ersten Salernitaner Anatomie“ und zur Lehrpraxis in Salerno insgesamt siehe Sudhoff.“ 47 Ebd. Rise and Decline of a Medical Philosophy.

173–210. quod partes hominis interiores contrario modo se habent ad exteriores quantum (quanto P) ad noticiam. et primo dat intencionem (intencione P) dicens. XII. S).). 16166. 358 f. L’animal. und frühen 14. Albertus Magnus. 50 Gerhard von Breuil. Tier. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis I (Paris. lat. von der Medizinschule von Salerno. quia exteriores hominis partes sunt nociores partibus exterioribus aliorum animalium. Medicine and the Italian Universities 1250–1600 (Education and Society in the Middle Ages and Renaissance 12). volunt quidam evadere et solvere contrarietatem dicentes. Jahrhundert tätige Franziskaner Johannes Aegidii (Juan Gil) de Zamora spricht in seiner Historia naturalis unter dem Eintrag anathomia diese anatomische Praxis an: Von „unseren Modernen“. 14c (Ed. Quaest. Et quia isti non dant causam dicti sui. wie dem Schwein. et ideo in eis competenter fit anathomia.“ Vgl. 268 l. Johannes Zahlten. die hinsichtlich der inneren Organe dem Menschen ähnlich sind. Questiones super librum de animalibus I (Città del Vaticano. et ideo oportet istas considerare reducendo ad partes interiores aliorum animalium. die nur äußerlich dem Menschen ähneln. 60. Zur Abhängigkeit der naturwissenschaftlichen Vorstellungen Kaiser Friedrichs II. 48. in: ebd. Domínguez García/García Ballester.. 53 Für die Antike Dierauer. et super hoc vigila ad sciendum per anotomiam porci. super De animal.. für die mittelalterlichen Kompendien (Enzyklopädien) Ribémont. propter hoc dubium est.. Pastoureau. in: Sudhoffs Archiv 54 (1970) 49–103. Zu einschlägigen Tierstudien Alberts des Großen siehe Balss. cum quibus habent similitudinem. Vat.51 Der im späten 13.52 Eine dritte Verwendungsweise neben dem illustrativen und dem argumentativen Gebrauch stellt schließlich der „exhortative“ Gebrauch des Tiervergleichs dar. sinister vero ventriculus maior est secundum latitudinem. ders. Gr. Colon. Zweckmäßig sei sie bei den Tieren. hier: 63–67. fol. Lat.. 244va): „…. vgl. Bei den Tieren. 351 l. oben Anm. fol. bringe sie keine Erkenntnisse. 52 Johannes Aegidii de Zamora. Leiden u. wird die anathomia am Tier vorgenommen.“ Von einer Obduktion berichtet Albert d. Leipzig 1920. Anathomia [Teil der Historia naturalis] 2 (ed. 200 f. 2164. Sed quedam animalia sunt que habent similitudinem cum hominibus in exterioribus tantum. 50–53). L’animal. 19.“ Vgl. Biblioteca Apostolica Vaticana. 51 Anonymus. zur Autopsie und ihren Anlässen mit weiteren Literaturangaben Nancy G. a. .244 kapitel iv einen Zugang zur Kenntnis der inneren Organe des Menschen. Siraisi. partes autem interiores sunt ignociores partibus interioribus aliorum animalium (partes autem … animalium om. 198. 31–35): „Nunc autem … a modernis nostris fit anathomia in brutis animalibus. ideo in illis inutilis est anathomia. so führt er aus.53 In der Regel ist er mit der wertenden Verwen- einer Nachprüfung des Breslauer handschriftlichen Textes und eines Vergleichs mit einer Erfurter Handschrift neu herausgegeben (Diss. ut porcus. 11rb): „In hac parte enumerat Philosophus partes hominis interiores. Bibliothèque Nationale. Quedam autem hominibus sunt similia in interioribus. quod dexter ventriculus maior est secundum longitudinem. wie Bär oder Affe. ut ursus et simia. Medizinische Vorstellungen im Falkenbuch Kaiser Friedrichs II. 2001. XV q.50 beispielsweise der Herzkammern.

Diese sind zum einen die grundsätzliche Statthaftigkeit eines Tiervergleichs in philosophischer Absicht. Dabei ist es uns hier nicht darum zu tun. Die Grundlagen des Tiervergleichs 1. sie durch weitere Beispiele zu belegen. An dieser Stelle geht es vielmehr darum. Diese Problematik ist speziell vor dem Hintergrund einer Beschäftigung mit der Vorgehensweise der Physiognomik zu sehen. Diese Verwendung wurde bereits hinlänglich beleuchtet. 1.1.54 Wir können daher hier davon absehen. von denen die Magister bei der Gegenüberstellung von Mensch und Tier ausgehen. der im Hinblick auf die Struktur des Tiervergleichs zu bedenken ist. der Übereinstimmungen (convenientiae) und Unterschiede (differentiae). indirekt die Frage angeschnitten. Ging es doch— wie schon aus dem zuvor angeführten Kommentar zu De animalibus im Vaticanus lat. 242 Anm. in welcher Weise ein Vergleich zwischen Mensch und Tier überhaupt möglich und zulässig sei. innerartlich von typischen äußeren Merkmalen bestimmter Tierarten auf spezifische innere Eigenschaften (natürliche 54 55 Siehe oben S. Die Ähnlichkeitsbeziehungen zwischen Mensch und Tier Der zweite Aspekt. und zwar zunächst den Charakter der Ähnlichkeitsbeziehungen bzw. so wird zumindest einmal. Was den ersten Punkt betrifft. zum anderen die Differenzierung nach verschiedenen Typen von Ähnlichkeitsbeziehungen zwischen Mensch und Tier sowie—damit zusammenhängend—die Unterscheidung zwischen vollkommenen (dem Menschen näher stehenden) und unvollkommenen (dem Menschen ferner stehenden) Tieren.das methodische instrumentarium und sein einsatz 245 dung der Termini brutalis und bestialis verbunden.2. Dies kann in angemessener Weise erst im Zusammenhang mit der Analyse der Aussagen der Magister geschehen. 226 ff. diesen Aspekt nach allen seinen Details auszuleuchten. Oben S. die für die Struktur des Tiervergleichs wesentlichen Gesichtspunkte vor Augen zu führen. . betrifft die Grundlagen desselben.2. 2164 und demjenigen zur pseudoaristotelischen Physiognomonia zu ersehen war55—bei diesem naturphilosophischen Ansatz nicht allein darum. 44 f. und zwar in der Summa supra phisonomiam Aristotilis cum questionibus des Guillelmus Hispanus. in denen sie sich mit den einzelnen Ausprägungsweisen des Menschen befassen und sie über den Vergleich mit dem Tier philosophisch zu erhellen versuchen.

3): „…. 19 l. nom. 31–33 und l. 9 – 21 l. quod comparacio est duplex. über die Artgrenzen hinweg entsprechende Phänomene beim Menschen aufzuweisen. mit bestimmten inneren Eigenschaften— Tapferkeit und Furchtsamkeit—regelmäßig einherzugehen schienen.] cum V ) erat secundus modus. wenn im Tierreich bestimmte äußere Merkmale. Stiftsbibliothek. I. De div. P 1V) phisonomizare contingat. vgl. dass dies so nicht zutrifft. also zwischen Mensch und Tier. ed. allerdings ohne dessen Schlussfolgerung. et pilum durissimum naturaliter habent. 199. in dem unter Berufung auf die Autorität des Aristoteles behauptet wurde. Kiel 1884. XXXVII/1. que sunt diversarum specierum. Colon. quicunque quidem enim apud septemtrionem habitant. non debet esse comparacio.“ Hierzu auch Richard Foerster. wonach das Wüten und das sinnliche Begehren bei Mensch und Tier ein und derselben Natur (eiusdem rationis) sind. 73rb): „Consequenter queritur de modis phisonomizandi. ut ipse dicit. Paul Simon. om. fol. c. timidissimum enim est cervus lepus ovis. timidi et mollem pilum habent.“ 59 Albert d.“ 58 Ebd. Ad racionem in oppositum dicendum. dass zwischen artverschiedenen Wesen. fortes sunt et durorum pilorum. duri autem fortem (sc. et pilum mollissimum habent. speziell auf die Überlegung. 57 Guillelmus Hispanus. stoßen wir bei Albert dem Großen. quicunque autem apud meridiem. des Deutschen Kaisers Königs von Preussen Wilhelm I. Liber physiognomonie 9 [Übersetzung des Bartholomaeus von Messina] (ed. Albert sucht mit diesem Hinweis eine These zu entkräften. 65–68). ein Vergleich nicht zulässig sei. Et hoc tamen (t.] dictum A). Summa supra phisonomiam Aristotilis cum questionibus (Admont. et videtur quod non. 4 n.246 kapitel iv Haltungen und Lebensgewohnheiten) derselben zu schließen. Quoniam inter ea. Gr.-Aristoteles. sed alia animalia ab homine sunt diverse speciei ab ipso. 16 . wie das stärkere oder weichere Haar.: „Ad hoc dicendum breviter cum Philosopho. dass die Gattungsnatur des animal in Mensch und Tier jeweils unterschiedlich realisiert ist (in unaquaque specie diversa ratione secundum esse). 367.-Dionysios beruft sich der Doctor universalis um 1250 gleichfalls auf den Stagiriten. ergo non debet homo aliis animalibus comparari nec e converso. Die Physiognomik der Griechen.57 Er zeigt.59 56 Ps. hoc autem signum sumptum est ex omnibus animalibus. significant).58 Auf eine gewisse Parallele zu diesem Einwand. … similiter autem et in generibus hominum hoc idem accidit.. sicut satis fuit in sentenciando ostensum (o. Super Ethica I lect. 279 l. pili autem molles quidem timidum. Es war den Gelehrten insbesondere immer auch darum zu tun. 6 f. Non igitur secundum omnes modos phisonomizare continget. ut patet 7° phisicorum. Foerster. Im Kontext seiner Kommentierung des Ps. fortissimum autem leo aper.. quos (quod A) tangit Philosophus. Rede zur Feier des Geburtstages Sr. Maj.56 Guillelmus hatte sich an der betreffenden Stelle mit einem Einwand auseinanderzusetzen. Quare ex generibus animalium non continget phisonomizare in homine. Münster 1972 (Ed. quod secundum omnes modos dictos phisonomizare contingit.. utrum secundum omnes modos (m. dens. Super Dion.

ed. in: Topoi 19 (2000) 45–57. siehe Tilman Struve. De animal. Aristoteles und die Taxonomie. A propos du néoplatonisme. 29 § 208. 28 (1966) 90–203. XIV/1. 61 Vgl. De partibus animalium IV 5 (681a12–15) [Translatio Scoti] (ed. Zu den Emanationsvorstellungen Alfreds von Sareshel. speziell zu den arabisch-jüdischen Quellen Thérèse Bonin. Die offenbar nicht einheitliche Sichtweise des Stagiriten untersucht Fortenbaugh. Aristotle. in: Archiv . zumal Aristoteles selbst in seinen Büchern De animalibus ausgiebig und modellhaft so vorgegangen war. 94 (Ed. hier: 177 f. 120 (ed. 175–178. et illud animal habet diversitatem inter istas res valde paucam. 10–12). 3 n. Albert d. Dass sie selbst ohnedies immer schon implizit den naturphilosophischen Vergleich zwischen Mensch und Tier bejahten. Édition établie à l’aide de 90 manuscrits avec introduction et notes. Die Anthropologie des Alfredus Anglicus in ihrer Stellung zwischen Platonismus und Aristotelismus.60 Zusätzliche Anstöße gingen vom neuplatonischen Gedankengut des Liber de causis aus. 1. mit der sie den Begriff vom Menschen als animal nobilissimum (perfectissimum) und insbesondere auch den Topos maxime in homine verwendeten.61 Albert der Große hatte diese aristotelische Konzeption mit der durch arabische und jüdische Gelehrte vermittelten Emanationsmetaphysik verbunden. Le Liber de causis. Colon. 60 Vgl. Liber de causis c. durch vielerlei Abstufung sowohl zwischen den Hauptstufen als auch innerhalb von ihnen sich vollziehenden Fortschreiten von der niedrigsten zur höchsten Realisierungsform. in: Tijdschr.. 85 l. Filos. 493 l. The Emanative Psychology of Albertus Magnus. das Tierliche und das Menschliche—nicht allein für das Verhältnis von Pflanzen und Tieren oder von Tieren untereinander. Berlin 1983. 3 c. VI tr. hier: 197 l. nach der die Dinge der Natur in hierarchischer Ordnung aus dem schöpferischen Ersten Intellekt im Prozess eines formalen Hervorströmens hervorgegangen sind. 166): „Et natura semper transfertur a corporibus inanimatis ad animata. et non mutatur prius nisi ad illa quae dicuntur animalia et non sunt vere. Johannes Irmscher/Reimar Müller (Schriften zur Geschichte und Kultur der Antike 22). Dies galt bezogen auf die Stufen des Lebendigen—das Pflanzliche. Eine Aufsatzsammlung. die Albert gelegentlich anführt. 69 – 86 l. 221.das methodische instrumentarium und sein einsatz 247 Ansonsten scheint es für die Magister keine Frage gewesen zu sein. Albert the Great’s zoological anthropocentrism. 62 Vgl. Adriaan Pattin. I. Alberts Emanationskonzeption behandelt Pagnoni-Sturlese. 31 – 198 l. in: Aristoteles als Wissenschaftstheoretiker. dass ein Vergleich zwischen Mensch und Tier im Zuge ihrer naturphilosophischen Erfassung prinzipiell möglich und legitim war. Stadler. Gr. 49). zeigt die Selbstverständlichkeit. Hierzu Guldentops. ed.62 Dass „die Tiern. Die theoretische Grundlage dafür bot die aristotelische Annahme einer universellen Stufenordnung der Dinge (scala naturae) mit einem allmählichen. quia appropinquantur ad invicem. sondern ebenso auch für das Verhältnis von Mensch und Tier. Aristoteles. van Oppenraaij.“ Zur aristotelischen Konzeption diskontinuierlicher Stufenfolge siehe Rolf Löther.

für Kulturgeschichte 55 (1973) 366–390. 132 l. 158. 4). 6 (ed. 64 Vgl. Colon. 1 n. 1321 l. Paris. …“. 9–17. wohl aber zwischen den Mischkörpern und den Pflanzen. Aristoteles. fol. Prima veritas est. De animal. quod forme descendunt a primo principio secundum gradus. ita quod quedam forme magis appropinquant ad primum principium et quedam magis elongantur. Ps. war für Aristoteles64 und für die an ihn anknüpfende naturphilosophische Erkenntnisbemühung um die konkreten Äußerungsweisen des Menschlichen ein zentraler Gedanke. 1 c.“ 66 Albert d. Alexander von Alessandria. 79 – 133 l. 88b). III q. Gr. . ders. ders. in quo processu natura habet gradum et permittit. 18c (Ed. 17 f. et medium est inter ea. in quo eciam processu posterior gradus semper excedit priorem. VII tr. 5). nämlich Pilze und Erdschwämme. 4–5 (ed. et hec sunt quibus inest vegetativum et sensitivum. De historia animalium VIII 1 (588b4–6) [Translatio Scoti] (unveröffentlichte Kollation von Vollmann..65 besonders viele Abstufungen aber gibt es in der Natur der Sinnenwesen (in natura tamen animalitatis plurimi sunt gradus). 1 n. ebd... 5 l. ut dicitur in de istoriis“. et sic semper ascendendo tandem devenietur ad ultimum gradum vite.18. 29 – 498 l. 105): „Et similiter natura graditur paulatim a non animato ad animalia. Gudrun Vuillemin-Diem (Aristoteles Latinus XXV 1–1a). Insgesamt—so kommentiert Albert den Stagiriten—schreitet die Natur aufgrund von Teilhabe an mehr oder weniger zahlreichen Kräften allmählich durch viele Zwischenstufen vom Unbelebten zum Belebten fort. 1 c. hier: 376 f.. Biblioteca Nazionale Braidense. Stadler. Questiones super librum de generatione animalium (Milano. XXXV. Et hoc est quod dictum est in littera. 1 (ed. Oxford 1481. für einen möglichen katharerkritischen Hintergrund siehe Inglis. XXI tr. quod natura paulatim procedit de imperfecto ad perfectum. et hoc est quibus solum inest vegetativum. 1ra): „Sed inter animalia est gradus sicut et in genere animatorum. XII. führt neben Aristoteles auch Gregor von Nazianz mit der Aussage an. Vgl. super De animal. Metaphysica I 1 (980a28–b27) [Translatio Iacobi].. quod anima racionalis est umbra intelligencie.66 Petrus Hispanus (Medicus). I. ed.). Emanation. que vivunt in perfectiori gradu. AD. 1 c. quedam autem sunt. et ideo intellectus earum tenet summum gradum in intellectibus creatis.. Post substancias autem separatas magis appropinquat intellectus humanus. Quaest. fol. 72ra–rb: „Notandum est. VII tr. Bruxelles–Paris 1970. 1 q. fol. Stadler. der zu Beginn seines Kommentars zu Buch VII De animalibus ausdrücklich die Frage von Zwischenstufen in der Staffelung der Naturdinge behandelt. 4). ebd. I. et ideo consuevit dici.-Johannes von Casale. Expositio libri de anima cum questionibus et notabilibus II (Ed. Tier. 6 ad 3 (Ed. dass es zwar zwischen den Elementen und den Mischkörpern keine Zwischenstufe gebe. Aristoteles. Stadler. 71va): „Ad evidenciam huius questionis declarande sunt due veritates. 497 l. quod quedam sunt vivencia in infimo gradu. De animal. et propter continuationem rerum non apparent termina. De homine tr.. Gr.XI.“ 63 Dierauer. II. 65 Albert d. 498 l. 1 n.248 kapitel iv welt sich ganz allmählich der menschlichen Daseinsform annähere“63— ohne diese freilich zu erreichen—. Maxima autem appropinquatione appropinquant substancie separate.

V ) et ponit medium inter vegetabile et sensibile et inter plantas et animalia. Unde Philosophus in libro de plantis dicit. Preterea dicit Gregorius Nazianzenus (Georgius Nazerenus M G. utrum inter animatum et non animatum sit medium et inter vivens et non vivens. M) carentia sensu et (etiam M) spongia. M) ordo nature: Inter elementa et mixtum nichil (nil Va) est (est] enim M) medium. fol. sondern auch ausgeprägte Ähnlichkeitsbeziehungen an den Übergängen. G. und schließlich zwischen Tier und Mensch die Kinder. inter animalia et plantas spongia marina et multa alia. et adhuc (ad hec P) ad invicem secundum modicam differenciam videntur alia aliis magis participare vita et motu.Petrus Hispanus.l. Et est medium inter plantas et non viventia: media sunt tuberes et fungi.“ Vgl. bringt der anonyme Kommentator von De sensu 67 Petrus Hispanus (Medicus). … Ad hoc dicendum. quod natura ordinate procedit et gradatim et ponit medium inter vivens et non vivens (et ponit … vivens om. sicut ostendunt raciones. quod hic est (est s. VI. Conv.“ 68 Ps. om. et in hoc sunt similia plantis. er fragt zusätzlich.] in alium Va) per medium.] plantis M) usque ad animata. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] VII (Firenze.“ .4. que si abstrahantur non vivunt. Biblioteca Nazionale Centrale. et utrum inter vivens et vivens.-Petrus Hispanus. [Venezianer Redaktion] VII (Venezia. Lat.-Petrus Hispanus auf.“ Vgl. quod natura paulative egreditur a mistis usque ad plantas vel a non animatis (a. 234. fol. 87ra): „De primo queritur. Nam sicut Gregorius dicit. In omni agente secundum ordinem naturalem est processus ab extremo ad extremum per medium.das methodische instrumentarium und sein einsatz 249 und zwischen dem Pflanzlichen und Tierlichen. 1877. VI. fol. nisi quod natura corporis videtur carnea—unde et fungus omnino similis videtur plantis—. … Contrarium autem (autem om. inter mixtum et plantam sunt media fungi et tuberes. 234. 111ra–rb): „Queritur. Lat. Medium vero inter plantas et animal est spongia marina“. et videtur quod sic. inter vegetativum (-am M) et senssitivum (-am M) animalia (an. nämlich die Sinnenwesen ohne Sinne—hier nennt er namentlich die (Meeres)schwämme—. LV ) vivens et non vivens sit medium. Biblioteca Nacional. Va) dicit Philosophus in principio VII. fol. Biblioteca Nazionale Marciana. et quedam illorum parum manifestant (-tat P) de sensu. Nazarenus Va). et similiter progressus in animalibus est continuus et ordinatus. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis VII (Paris. quod inter vivens et non vivens est aliquod medium. Racio talis. 54va): „…. Gerhard von Breuil.68 Dass die Stufenfolge nicht nur eine seinsmäßige Staffelung begründet. natura ordinate procedit et ponit medium inter vivens et non vivens. quandoque sit insensibile. utrum inter (inter om. 16166. Questiones super libro de animalibus VII (Madrid. quod fungi et tuberes su n t plante carentes radicibus. Soppr. 265va): „Circa VIIm librum primo (primo corr. ob die Zwischenstufen von Eigentümlichkeiten der Art oder solchen der Tätigkeiten bestimmt seien. Ps.853. utrum sit medium inter vivens et non vivens. Medium autem inter animatum et non animatum cuiusmodi est planta et fungus et tuber. Lat. Biblioteca Nazionale Marciana.67 Dieselbe Frage wirft Ps. et queritur primo. fol. inter (item Va) animal et hominem pueri. et utrum ista medietas attendatur a parte speciei vel operationum. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] VII (Venezia. Sed natura procedit paulatim et secundum ordinem. Bibliothèque Nationale. in adhuc M) queritur de motu nature ab uno (uno] I Va) extremo ad aliud (ad a. Quedam enim animalia sunt in mari inmobilia adherencia aliis corporibus. 87rb–va): „Dicendum.

69 Interessanterweise führen die Autoren in diesem Zusammenhang nicht den seit der Vorsokratik geläufigen Grundsatz an. und zwar hinsichtlich seines Vorkommens bei allen weiblichen Sinnenwesen. ut dicitur secundo de generacione. Gr. auch Köhler. Zum Begriff der materiellen Prinzipien bei Albert vgl. 142 (ed.70 Möglicherweise wirkte in dieser Zurückhaltung die kritische Haltung des Stagiriten gegenüber diesem Grundsatz nach. Festgabe Clemens Baeumker zum 70. Bibliothèque Nationale. Vgl. wenn bestimmte Ausprägungsweisen grundsätzlich nur beim Menschen anzunehmen sind. 2). 39 ff. 86rb): „…. fol. Vat. in: Abhandlungen zur Geschichte der Philosophie des Mittelalters. …“ 70 Hierzu Artur Schneider. Insgesamt sind drei Hauptfälle von Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten denkbar.). nach denen Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten in Bezug auf Ausprägungsweisen des Menschlichen und des Tierlichen gegeben sein können.250 kapitel iv et sensato aus dem Vaticanus lat. Biblioteca Apostolica Vaticana. 71 Albert d. da er letzteres nicht für alle Arten von Sinnenwesen annimmt. quod multe harum passionum vel accidencium sunt communia multis.71 Der zweite Fall liegt dann vor. Grundlagen. 2 c. 30–35). penne et squame. Stadler. Lat. 8 n. Gerhard von Breuil. ut pedes. XV tr. et iam dictum est. 2170. wonach etwas durch ein ihm Ähnliches (Gleiches) erkannt wird. Die Weisen. et sunt quedam simpliciter eadem. Gleiches zu Gleichem. 1055 l. Münster 1923. in denen die Magister sich im Einzelnen zu Übereinstimmendem und Trennendem zwischen Mensch und Tier äußern. 2170 unter Berufung auf den Liber de causis zum Ausdruck. Eine solche Übereinstimmung nimmt Albert der Große offenbar an. Müller. 16166. was das sogenannte sperma mulieris betrifft. XX tr. Carl W. lat. Ein Prinzip frühgriechischen Denkens (Klassisch-Philologische Studien 31). 11 n. die beim Menschen auftreten. 117vb): „Modo natura procedit a similibus prout potest. De animal.. ebd. sind in den Quellen selbst nicht oder nur ansatzweise explizit systematisiert worden. 65–76. Hierbei geht er von dem Grundsatz aus.. quod in habentibus simbolum facilior est transitus. …“ . erschließen. Geburtstag (BGPhMA Suppl. ut habetur in ultima sive peneultima proposicione de causis. und entsprechenden Sachverhalten bei Tieren. Beispiele dafür haben wir in großer Zahl in den von den Magistern durch den Topos solus homo angezeigten Eigen69 Anonymus. 504 f. Wiesbaden 1965. 1 c. 42 (1294 l. fol. Commentarium et questiones in de sensu et sensato (Città del Vaticano. nicht allerdings hinsichtlich eines konkreten Hervortretens. Indes lässt sich eine solche Systematisierung aus den Aussagen. II. Der Gedanke der Erkenntnis des Gleichen durch Gleiches in antiker und patristischer Zeit. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XI (Paris. dass bei Angehörigen derselben Gattung materielle principia jeweils in der gleichen Weise gegeben sind. Der erste ist derjenige einer gänzlichen Übereinstimmung zwischen Phänomenen.

Animal Minds and Human Morals. 16166. London 1993. Richard Sorabji. wie etwa die ausgewogenere Komplexion oder 72 Aristoteles. …“ 74 Zur Unterscheidung der Ähnlichkeitstypen bei Aristoteles siehe Fortenbaugh. quoniam aves habent plumam et pisces squamas loco plumae“. sondern eine gewisse Übereinstimmung zwischen ihnen festzustellen ist. Qualitative Abstufungen im Sinne einer vollkommeneren bzw.74 Beispiele für den ersten Typ lernten wir im Zusammenhang mit dem Topos maxime in homine kennen. 23 f. Lat. communes aliquorum generum dico. 644b12 (ed. Bibliothèque Nationale.das methodische instrumentarium und sein einsatz 251 tümlichkeiten kennengelernt.. Der dritte Fall schließlich. 165–168. fol. The Origins of the Western Debate. für Theophrast siehe Dierauer. quoniam os hominis est simile spinae piscium secundum convenientiam. …“ 73 Aristoteles. que conveniunt pluribus speciebus differentibus secundum excellenciam et defectum.): „Differentia vero quae est inter pisces et aves est per convenientiam. Tier. Einen Unterschied in quantitativer Hinsicht stellt unter anderem die längere bzw. liegt dann vor. que conveniunt tamen in genere (generacione S).“ Vgl. ut avis ab ave. nämlich „in bestimmter Hinsicht“ im Sinne einer abgestuften Ausprägung der gemeinsamen Merkmale.. wenn weder von einer völligen Übereinstimmung noch von einer absoluten Verschiedenheit zwischen Ausprägungsweisen des Menschlichen und des Tierlichen auszugehen ist. wovon einer seinerseits in zwei Untertypen zerfällt. ebd.) [Translatio Scoti] (ed.. Somit ergeben sich zwei Typen von Übereinstimmung „in bestimmter Hinsicht“. unvollkommeneren Ausprägung zeigte der Topos maxime in homine für eine Vielzahl somatischer und die anima sensitiva betreffender Merkmale bei Mensch und Tier an. De partibus animalium I 4 (644a19–21) [Translatio Scoti] (ed. van Oppenraaij. kürzere Lebensdauer beim Menschen und bei bestimmten Tierarten oder die größere bzw. 13 f. De partibus animalium I 4 (644a21 f. Aristotle. unvollkommeneren Ausprägung derselben Vergleichsgröße oder aber im Sinne einer Verhältnisähnlichkeit zwischen den Vergleichsgrößen—etwa den Federn der Vögel und Schuppen der Fische oder den menschlichen Knochen und dem Rückgrat bei Fischen73—verstehen. 23): „Dico quod inter avem et avem est differentia secundum magis et minus. Ein Mehr oder Weniger in qualitativer Hinsicht lässt sich entweder im Sinne einer vollkommeneren bzw. van Oppenraaij. um den es unter dem hier erörterten Gesichtspunkt geht. Diese kann entweder in einem Mehr oder Weniger in quantitativer Hinsicht—Aristoteles nennt als Beispiel die unterschiedliche Flügellänge der Vögel72—oder in einem Mehr oder Weniger in qualitativer Hinsicht bestehen. Gerhard von Breuil. 25): „…. van Oppenraaij. . kleinere Menge des Menstruationsblutes beim Menschen und bei Tieren mit Monatsblutung dar. 153 f. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XI (Paris. 86va): „…. quoniam quaedam sunt longae alae et quaedam brevis.

14–17). konkret hat er an dieser Stelle die menschlichen Fähigkeiten der 75 Albert d. 139 l.. aus philosophisch-anthropologischer Sicht von besonderem Gewicht. 34 (Ed. XXXVII/1. „Hierarchische Strukturen. II. Super Dion. c. Zum similitudo-Konzept in der Kommentierung des Ps. 397– 420. in denen Autoren direkt bei der Gegenüberstellung menschlicher und tierlicher Lebensäußerungen sichtbar werdende Ähnlichkeitsbeziehungen bzw. ders. Jacqueline Hamesse/Carlos Steel (Rencontres de Philosophie Médiévale 8). nom. Dafür wählt er die Formulierung secundum maius et minus participationis et convenientiae ad hominem. Turnhout 2000. XXI tr. 1 c. ed. Vergleichstypen ansprechen. 1321 l. Insgesamt ergibt sich folgendes Bild: Ähnlichkeitsbeziehungen bzw. 32–35). die in der jeweiligen Verhältnisähnlichkeit zwischen Mensch und Tier vorliegt. .. 1 (ed. Colon. -annahmen Verschiedenheit Übereinstimmung schlechthin ⎧ quantitativ ⎪ ⎪ ⎪ ⎪ ⎨ Übereinstimmung in ⎧ bestimmter Hinsicht ⎪ ⎪ Ausprägungsabstufung ⎪ ⎪ ⎪ ⎪ derselben Vergleichsgröße ⎪ ⎨ ⎩ qualitativ ⎪ Verhältnisähnlichkeit zwischen ⎪ ⎪ ⎩ Vergleichsgrößen Einige ausgewählte Textpassagen. 4 n. 1 n. De animal. mögen die voranstehende Systematisierung zusätzlich beleuchten. wenn sie beispielsweise die auf dem tierlichen Schätzvermögen (aestimatio) beruhenden Leistungen und die menschliche Intelligenzleistung einander gegenüberstellen. Stadler. in: L’élaboration du vocabulaire philosophique au Moyen Âge. Von qualitativer Abstufung im Sinne einer Verhältnisähnlichkeit gehen die Autoren aus. De div. sind Überlegungen der letzteren Art. Wie wir sehen werden.252 kapitel iv den ausgeprägteren Geschmackssinn beim Menschen. bei denen die Magister eine Entsprechung zwischen Mensch und Tier im Sinne einer solchen Analogiebeziehung annehmen. Gr. hier: 413 f. Im Vordergrund steht für die Magister sichtlich die Beziehungsart.-Dionysios siehe Maria Burger.“ Die Rezeption der dionysischen Terminologie bei Albertus Magnus. Albert der Große kennzeichnet diese bei bestimmten Phänomenen im Sinne einer abgestuften Teilhabe75 gewisser Tiere an den betreffenden Ausprägungsweisen beim Menschen.

ebd. 497 l. c. 1 (Ed. tr. der die Beziehung der Verhältnisähnlichkeit explizit mit dem Terminus analogia bezeichnet. 79 Ebd. sondern in einem qualitativen Sinn zu verstehen ist. Albert d. 1321 l. ders. 2 c. 20–29). 80 Ders. 4 (311b). Stadler. De animal. Stadler.. VII tr. 5 (313b). XIII tr. 1 n. I. 157. 897 l. 91 (ed. et per prius inest uni potencie et aliis per posterius.77 Daraus ist ersichtlich. I. erörtert in seinem Tractatus de longitudine et brevitate vite die Ursachen für eine längere oder kürzere Lebensdauer der verschiedenen Arten und stellt dazu fest. II. Et diversantur secundum maius et minus in istis virtutibus respectu hominis et aliorum animalium. Paris. 1 2 (ed. De veget. Aristoteles. sodann ausgehend von diesen bei den unvollkommenen Tieren und ausgehend von den Sinnenwesen insgesamt bei den Pflanzen 76 Albert d.. 1 (ed. 2).. 1 n. Stadler. Meyer/Jessen. 10–12). werden sie insgesamt—oder zumindest ein Teil von ihnen—analog bei den vollkommenen Tieren kenntlich. 27 f. 81 Ebd. Et sicut inveniuntur in homine artes et sapientia et cogitatio.. 108rb): „Ad illud (sc. 14–19). Stadler. auch Wilhelm von Clifford. 3 n. Stadler. 1–5). Et in quibusdam invenitur agitatio secundum quod diximus de apibus.. IX. Aristotle. et sen. Vgl. c. XII tr.).. Ausgehend vom Menschen.. ita invenitur in aliis animalibus alia virtus naturalis. 2 n. 1 c. 1 c. De animal. 1 c.und Speiseröhre.79 der anatomischen Strukturen von Luft. Petrus Hispanus Portugalensis.“ Zur Auffassung des Aristoteles siehe Fortenbaugh.80 der Verdauungsorgane81 und der Ursachen für die Lebenszeiten82 an. 3 n. De iuv. Gr. 88 (933 l.). 306a). XXI tr. c. fol. denen analoge Anlagen (virtutes hiis proportionatae) bei bestimmten Tierarten entsprechen. 497 l. 3 (ed.. 105): „Et passiones virtutum anime inveniuntur etiam in pluribus animalium. 19–23). VII tr. XI tr. 795 l. dass jenes secundum maius et minus in der ersten Formulierung nicht im quantitativen. dass diese Ursachen im Sinne der Verhältnisähnlichkeit zu verstehen seien (proportionaliter sunt intelligende). Peterhouse Library. II.. Et differentie istarum passionum sunt in homine valde manifeste. I. 18 (804 l.78 Abstufungen im Sinne der Verhältnisähnlichkeit nimmt er unter anderem bezüglich der Ausgewogenheit der Komplexion. 32 f. Gr.das methodische instrumentarium und sein einsatz 253 Vorsorge (providentia) und des Denkens im Auge. 1 c. sed tamen non secundum univocationem. 1 c. 2 n. et quedam istarum virtutum inveniuntur in aliis animalibus proprie. 4 (ed. 10 (ed. dico). 154 f. De historia animalium VIII 1 (588a18–31) [Translatio Scoti] (unveröffentlichte Kollation von Vollmann. 1 n.76 Außer von einer Verhältnisähnlichkeit secundum maius et minus participationis et convenientiae ad hominem spricht er von einer solchen auch als einer Beziehung secundum participationem per prius et posterius.. sed secundum analogiam. I tr. sicut timor et audatia et ira et luxuria.“ 78 Vgl. . 1 c. wo dieselben exemplarisch gegeben sind. Gr. quod hec diffinicio est communis omni anime. 82 Ders. ebd. Vgl. 77 Albert d. De animal. De animal. Commentum in de anima (Cambridge. 1 c.

Tapferkeit und Furchtsamkeit. die für zahlreiche Tierarten die gleichen sind. Vgl. deuten Aussagen Gerhards von Breuil an. I c. und Unbehaustheit (silvestritas). fol. fol.. 2 (435 l. Bibliothèque Nationale. 85 Ebd. 84 Gerhard von Breuil. sic in aliis animalibus quibusdam aliqua alia virtus vel proprietas. also die Lebensweise in einer Hausgemeinschaft.“ Hierzu Aristoteles. Lat. sunt in quibusdam ipsorum. dass sich einige derselben.).84 Dass den verschiedenen Ähnlichkeitsbeziehungen nicht das gleiche Gewicht beigemessen und so eine gewisse Rangstufung zwischen ihnen angenommen wurde. II c.. 25 f. Mit Blick auf eine Reihe Verhaltenseigenschaften (passiones)—im Einzelnen nennt er Häuslichkeit (domesticacio). Friedfertigkeit und Wildheit. Sicut enim ars et sciencia se habet in homine. Federn und Schuppen. III c. 1 (ed. quedam autem magis in aliis animalibus. besteht demgegenüber ein Unterschied dem Verhältnis nach (secundum proporcionem). „nicht allein einem Mehr oder Weniger nach. De historia animalium VIII 1 (588a25–31) [Translatio Scoti] (unveröffentlichte Kollation von . 71). 479 l. nach einem Mehr oder Weniger (secundum magis et minus) von den betreffenden Eigenschaften beim Menschen unterscheiden. wie zwischen Kunst und Wissen beim Menschen einerseits und bestimmten Fähigkeiten bei einigen Tierarten andererseits. Quedam enim predictarum passionum sunt magis in homine.83 Gerhard von Breuil stellt den gemeinsamen Merkmalen secundum analogiam solche „gemäß der Gattung“ und solche „gemäß der Art“ gegenüber. Alonso. 24–26). quedam secundum genus et quedam secundum speciem“ zusammen mit fol. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XI (Paris. et homo similiter differt in hiis in comparacione ad multa animalia alia. 17–20).254 kapitel iv (secundum analogiam significantur). Tractatus de longitudine et brevitate vite III c. et quedam differunt secundum proporcionem. qui est in mente. Lat. 4 (457 l. sed differunt secundum magis et minus in comparacione ad hominem. Bibliothèque Nationale. 86rb (siehe oben Anm. 19–23). Kühnheit und unbedachtes Wüten sowie bestimmte tierliche Analogien zum Intellekt—führt er aus. 21 – 476 l. 1. non solum secundum magis et minus. ebd. Bedauerlicherweise gibt er dann nicht an. wobei er unter gemeinsamen Merkmalen gemäß der Gattung offenbar solche versteht. 54rb): „In aliis enim animalibus iste passiones. scilicet domesticacio et silvestritas et mansuetudo et sevicies et fortitudo et timor et audacia et furor et similitudines eciam (et S) intellectus. von welchen der angeführten Eigenschaften dies gelten soll. insoweit sie bei bestimmten Tierarten vorkommen. Zwischen anderen Phänomenen. In seinem De animalibus-Kommentar stellt er einer Verschiedenheit secundum magis et minus eine solche secundum proporcionem gegenüber. 86va): „Quedam enim habent commune secundum anologiam. 16166. 463 l. VII (Paris. 16166. das heißt die Lebensweise in der Wildnis außerhalb einer Hausgemeinschaft. wie Füße. 4 (475 l.“85 Anscheinend stuft er den 83 Petrus Hispanus Portugalensis.

ita invenitur in aliis animalibus alia virtus naturalis. 86 Gerhard von Breuil. sicut malakie et ostrea—partes enim horum multum differunt non solum proporcionali diversitate. die Gerhard ausdrücklich im Sinne von Verschiedenheit nach dem Verhältnis bzw. 16166. wenn er darlegt.das methodische instrumentarium und sein einsatz 255 Unterschied secundum proporcionem gegenüber demjenigen secundum magis et minus als den gehaltvolleren ein. De animabus rationalibus questio [Langfassung] (Città del . nur im übertragenen Sinn und einer gewissen Ähnlichkeit nach könne von ihnen bei den übrigen Sinnenwesen sowie bei Pflanzen die Rede sein.“ 87 Ebd. sicut in homine et pisce differunt spina et os. Ein erster Typ eines Mehr/Weniger ist derjenige einer stärkeren oder geringeren Ausprägung derselben Vergleichsgröße. dass männlich und weiblich zu sein (mas et femina) im eigentlichen Sinn akzidentelle Bestimmungen derjenigen Sinnenwesen seien. Bibliothèque Nationale. Lat. XV (fol. Verhältnisähnlichkeit kennzeichnet. dicta autem secundum quandam methaforam vel similitudinem conveniunt plantis vel aliis animalibus. 105): „Et diversantur secundum maius et minus in istis virtutibus respectu hominis et aliorum animalium. Gerhard erläutert nicht direkt. also das Mehr oder Weniger im Sinne einer vollkommeneren bzw.88 Dieser Typ Vollmann. et eciam passionibus corporalibus. Die von ihm angeführten Verhaltenseigenschaften legen allerdings nahe.87 Einen Ansatz zu einer teilweisen Systematisierung von Ähnlichkeitsbeziehungen bietet Eustachius von Arras anlässlich der von ihm disputierten Frage.oder Temperaturunterschieden gegeben ist. 132va): „… dicendum. In diesem Fall ist von einem Mehr/Weniger im Hinblick auf ein und dieselbe Bezugsgröße die Rede. ob er sich bei dieser Gegenüberstellung auf das „Mehr oder Weniger“ im quantitativen oder im qualitativen Sinn bezieht. unvollkommeneren Ausprägung der Vergleichsgröße denkt. fol. Zu den Relationen zwischen Mensch und Tier.86 Vermutlich denkt er auch an eine Beziehung im Sinne der Verhältnisähnlichkeit.“ Fortenbaugh. ut mollicie et duricie et cetera. Um seine negative Antwort auf diese Frage zu begründen. 85vb): „…. quod mas et femina proprie dicta sunt accidencia per se animalis per coitum generantis. unterscheidet er drei Typen von Abstufungen nach magis et minus. Et sicut inveniuntur in homine artes et sapientia et cogitatio. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XI (Paris. dass er an das qualitative secundum magis et minus. gehören auch anatomische Entsprechungen wie diejenige zwischen Wirbelsäule und Mund beim Menschen und bei Fischen. wie sie bei Farb.. Aristotle. 154 f.“ 88 Eustachius von Arras. sed (et S) magis. die sich durch Paarung fortpflanzen. et quedam istarum virtutum inveniuntur in aliis animalibus proprie. Ein solches Mehr/Weniger tritt nur bei akzidentellen Formen auf. aut habent magnam diversitatem. ob alle Vernunftseelen gleich geschaffen seien.

Nach diesem Vaticano. Die Abstufung magis et minus bezieht sich in diesem Fall darauf. Et sic dicitur magis. et hoc modo magis et minus non dicuntur respectu eiusdem. Sic cadit magis et minus in natura angelica secundum quod unus angelus in maiori puritate participat naturam illam quam alius. 2vb–3ra: „Secundo modo dicitur magis et minus secundum maiorem et minorem participacionem alicuius nature. an daraus erwachsenden Operationen zu sprechen. 2vb): „Tamen aliter videtur esse dicendum secundum intencionem sanctorum et philosophorum. et hoc modo dicitur magis et minus in formis accidentalibus. hoc est secundum quod unum participat naturam aliquam secundum puriorem et intensiorem participacionem illius nature quam alterum. in maiori puritate participat illam. In diesem Sinne ist nach Eustachius ein menschliches Individuum „mehr Mensch“ als ein anderes. Et sic magis et minus non cadit in substanciis nec in formis substancialibus. Unde dicitur summe calidum. Borgh. et hoc modo magis et minus dicuntur respectu eiusdem. Et hoc modo cadit magis et minus in substanciis et in formis substancialibus. quod nullo modo frigidum . 139. et hoc modo magis et minus cadit in animabus secundum quod ipsa creatrix earum sapiencia ordinate eas producens unam producit in maiori apropinquacione ad causale suum principium.. quod est magis inpermixtum. Similiter est de calido et frigido. Biblioteca Apostolica Vaticana. Im Sinne dieses Mehr/Weniger einer unterschiedlichen Teilhabeweise unterscheiden sich nach Eustachius nicht nur die Engel untereinander. Beim zweiten ist von einem Mehr/Weniger nicht im Hinblick auf eine einheitliche Bezugsgröße die Rede. fol. Das Mehr/Weniger dieses Typs komme bei Substanzen bzw. insofern es eben im Vergleich zu einem anderen vornehmere spezifisch menschliche Operationen aufweist.89 In einer dritten Weise ist von einem Mehr/Weniger im Hinblick auf eine größere oder geringere Teilhabe an einer bestimmten Kraft bzw. quod est magis inpermixtius. et albius.256 kapitel iv entspricht in etwa jener ersten Weise von „Übereinstimmung (bzw. quod est magis inpermixtissimum. quod magis accedit ad complementum nature illius et ad summum. scilicet quod magis et minus dicitur tripliciter. substantiellen Formen vor. sed respectu diversorum participancium esse vel naturam aliquam. in quo est status in illa natura. et hoc quia quod huiusmodi est. et ad summum in sua natura specifica. sondern ist auch der Mensch „mehr Sinnenwesen“ als ein Esel und sind die menschlichen Vernunftseelen von Gott verschieden voneinander geschaffen worden. … Et sic homo magis est animal quam asinus …. Nur bedingt zuordnen lassen sich der zweite und der dritte der von Eustachius aufgelisteten Typen. et sic magis et minus ponit gradum sive diversitatem graduum.“ . ihrer vollendetsten Ausprägungsform teilhat. immo summe est frigido inpermixtum. Uno enim modo dicitur magis et minus per accessum vel recessum maiorem vel minorem a contrario et ad contrarium. fol. et sic dicunt intensionem et remissionem.“ 89 Ebd. et sic dicitur album. et albissimum. Verschiedenheit) in bestimmter qualitativer Hinsicht“ nach dem obigen Systematisierungsvorschlag. scilicet deum. dass etwas in reinerer und intensiverer Weise als ein anderes an einer Natur bzw.

in viribus animae et actibus potentius operantia. seiner ca. Sic eciam cadit magis et minus in una anima racionali respectu alterius. ist ein Tier lebendiger (animancius) als ein Baum. quia plures et nobiliores habet virtutes et operaciones anime. Anders als Eustachius hatte Albert dies auf die größere Gleichgewichtigkeit der Komplexion des Betreffenden zurückgeführt und damit ausdrücklich ausgeschlossen. sic expeditiora sunt in operationibus animae. Non enim dicuntur animantiora. ist die Vernunftseele „mehr Seele“ als die sensitive und diese wiederum „mehr Seele“ als die vegetative.“ 91 Albert d. Sic eciam dicitur brutum animancius arbore et homo bruto. ita quod medium complexionis hominis et aequalitati coeli proportionatus est: adhuc est animantior bruto in virtutibus animae nobilioribus. quia secundum quod una habet nobiliorem naturam. ed. fol. Vorausgesetzt... Et sicut semper melius ad aequalitatem passa per actionem et passionem primorum complexionantium. insofern es entsprechend seinem Seelenvermögen in gewandterer und vornehmerer Weise tätig ist. 331b–332a): „Et ideo bruta meliores et magis aequales accipientia complexiones ex primarum qualitatum actionibus et passionibus. 3 c. dass etwas deswegen „lebendiger“ heiße. Auch in dieser Hinsicht ergibt sich eine Ungleichheit der menschlichen Vernunftseelen untereinander. Paris. 1251/57 verfassten Paraphrase des Liber sex principiorum auf. quia nobiliores habet operaciones consequentes humanam speciem quam alius.90—Ein Teil dieser Überlegungen weist eindeutige Parallelen zu Aussagen Alberts des Großen in De sex principiis. et hoc eciam modo magis et minus cadit in substancia. Auguste Borgnet. I. habet nobiliores potencias et nobiliores operaciones consequentes. et nobilius operans quam bruta.das methodische instrumentarium und sein einsatz 257 Mehr/Weniger unterscheidet sich aufgrund der zahlreicheren und vornehmeren Kräfte und Operationen der Mensch vom Tier. Paris 1890 (Ed. Bei ihm findet sich die Feststellung. quam arbores minus passam ad aequalitatem habentes complexionem. Sic eciam anima racionalis magis est anima quam sensibilis et sensibilis quam vegetabilis propter plures et nobiliores virtutes et operaciones. Den Gedanken. ita quod anima quae est substantialis forma insit secundum magis et minus. dass Eustachius direkt gegen Alberts Auffassung Stellung genommen hat. Esel und Mensch haben gleichermaßen an der Seele teil. deutet das darauf hin. weil ihm „mehr“ Seele—also mehr substantielle Form—innewohne. 3ra: „Tercio modo dicitur magis et minus secundum maiorem et minorem participacionem alicuius virtutis et operacionis consequentis virtutem. dass die obige Quaestion des Eustachius zeitlich nach Alberts Schrift anzusetzen ist. hatte so auch Albert geäußert. hoc est. De sex princ. Et homines eo quod optime passi sunt ad aequalitatem tactus. 1. Gr. tr. dass etwas gegenüber einem anderen als „lebendiger“ bezeichnet werde. was die Ursachen einer größeren oder geringeren „Lebendigkeit“ betrifft.91 90 Ebd. dass Tiere lebendiger (animantiora) als Bäume seien. sunt animantiora. aequaliter enim asinus participat animam et homo: sed ideo dicuntur quaedam . et sic unus homo magis dicitur homo alio homine.

est in aliis animalibus proporcionalis (proporcionabilis A) quedam virtus. 73rb): „Ad racionem in oppositum dicendum. P 1P 2) proporcionali virtute. fol. Unde dicit. Wohl in Anlehnung an Gedankengänge des Stagiriten92 unterscheidet er zwei Typen von Vergleichen. sicut dictum est.“ . Conv. Biblioteca Nazionale Centrale. ebd. intellectus vel prudencia.258 kapitel iv Explizit zu Arten von Ähnlichkeitsbeziehungen bzw. Et primo eciam eiusdem ita comparat plumas. quia procedit ex equacione comparacionis. quod anima in animali est principium plurium operacionum quam anima plante. Zum zweiten Typ gehören für Guillelmus die Vergleiche im weiteren Sinn. Zwischen Vergleichssachverhalten solcher Art besteht Verhältnisähnlichkeit (proporcionalis similitudo). Die Gegenüberstellung von Schläue oder Schätzvermögen bei Tieren einerseits und Vernunft und Klugheit beim Menschen andererseits ist für ihn ein Beispiel für einen Vergleich dieses zweiten Typs. die zu ein und derselben Art gehören.“ Vgl. quod a (a om. Ps. sic in aliis animalibus alia quedam proporcionalis virtus. quod in homine est sapiencia. Alio modo est comparacio large sumpta.-Petrus Hispanus. que secundum quamdam proporcionem invenitur in omnibus viventibus vel eciam in omnibus entibus. 154.“ 92 Zur Unterscheidung bei Aristoteles siehe Fortenbaugh. fol. 367. quod illud (id A). Aristotle. et isto (istos V ) modo comparare et phisionomizare contingit. que sunt speciei eiusdem. que idem est quod proporcionalis similitudo. secundum quam comparamus ea. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] V (Firenze. 93 Guillelmus Hispanus. die verschiedenen Arten angehören. wenn Vergleichsobjekte miteinander in Beziehung gesetzt werden.853. 104rb): „Ad primam racionem dicendum. et hec semper habet fieri inter ea. Sie sind lediglich zwischen Größen denkbar. In piscibus enim sunt squame proporcionales pilis (spilis A) et spinis ericii. quod textura aranee et hominis essent ab eadem forma in specie. Soppr. Unde patet solucio questionis. Summa supra phisonomiam Aristotilis cum questionibus (Admont. et Philosophus vult. Est enim comparacio proprie et absolute dicta. Unde in hoc defecerunt. quod animal animancius est planta et homo quam brutum. Solche sind dann gegeben.. eo quod semper fit respectu speciei participate eorum. que sunt speciei diverse. Stiftsbibliothek. quod sicut in homine est prudencia et intellectus. Unde dicitur in sex principiis. … Democritus enim et Pictagoras et alii … non intellexerunt proporcionales virtutes sicut Philosophus intellexit in diversis formis vel animabus (animabus A).4. fol. quod sensibus (sensibilius P 1P 2V sensibus A) patet a parte corporum in entibus corporeis. Intellexit enim a parte formarum. que comparantur. et ista proporcione tali comparat Philosophus 7° de animalibus astuciam vel virtutem estimativam aliorum animalium ad intellectum et prudenciam hominis. Den ersten bilden die Vergleiche im eigentlichen und absoluten Sinn.93 animantiora quibusdam. quae expeditius et nobilius agunt secundum animae potentiam.“ Vgl. Unde dicit Philosophus. Ita eciam voluit a parte potenciarum anime. G. 70vb: „Philosophus autem per instinctum nature non intellexit—sicut patet in principio septimi de animalibus—nisi quandam potentiam vel virtutem. ymmo credebant. pilos et scamas (squamos A). Vergleichen äußert sich schließlich Guillelmus Hispanus. quod comparacio est duplex.

“ 98 Ders. aut non. die vollkommenen von den unvollkommenen mehr oder minder deutlich unter anderem durch folgende Merkmale unterschieden: Die vollkommenen Sinnenwesen verfügen über sämtliche (äußeren) Sinne. femina vero eicit suum semen intra suam matricem. Metaphysica I 1 (980a27–29) [Translatio Iacobi] (ed. 163). Vuillemin-Diem. Sed plus assimilantur ei animalia magna. et animalia perfecta sunt imperfecta respectu istius. 234. wo er auf die Unterscheidung zwischen vollkommenen und unvollkommenen Sinnenwesen explizit Bezug nimmt. quibus tactus solus inest sensus. quid mouens est.das methodische instrumentarium und sein einsatz 259 Eine zusätzliche Differenzierung der von den Magistern im Tiervergleich vorausgesetzten Ähnlichkeitsbeziehungen ergibt sich aus der auf Aristoteles zurückgehenden Unterscheidung zwischen hochentwickelten „vollkommenen“ Sinnenwesen (animalia perfecta [completa]) und weniger entwickelten „unvollkommenen“ (animalia imperfecta [incompleta]). De anima III 1 (425a9–10) [Translatio vetus] (ed. ihnen artgleiche Nachkommen zu zeugen.“ 97 Ders. van Oppenraaij. White.-Petrus Hispanus. Sentencia libri de sensu et sensato.“95 Der Stagirite selbst hatte dort.98 sie weisen eine klare Geschlechterdifferenzierung auf 99 und damit zusammenhängend die Fähigkeit. VI. quibusdam autem fit. 299): „Omnes ergo sensus habentur a perfectis.“ 95 Thomas von Aquin. 9–11): „Natura quidem igitur sensum habentia sunt animalia. quod magnis . Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] VIII (Venezia.97 über eine auf gezielte Bewegung abgestimmte Vorstellungskraft.94 kommt es doch nach Worten des Aquinaten in der Gestalt der vollkommenen Tiere zu einer „gewissen Annäherung an die Gattung der vernünftigen Wesen. De historia animalium I 3 (489a8–12) [Translatio Scoti] (unveröffentlichte Kollation von Vollmann.“ . et hec inerunt quidem. quod omne masculinum eicit suum semen in feminam. Proh. habet membrum conveniens ipsi.) [Translatio Scoti] (ed.. Et debemus scire. Inter animalia magna ambulabilia homo est perfectissimum animal. Zwischen ihnen treten die umfänglicheren und ausgeprägteren Übereinstimmungen auf.— Vtrum contingat fantasiam inesse..).. Lat. (Ed. ex sensu autem aliis quidem ipsorum non infit memoria. non autem ab inperfectis. Ps.“ 99 Aristoteles. 8 l. Biblioteca Nazionale Marciana. XLV/2. 100 Ders. Naheliegenderweise sind die für unsere Thematik aufschlussreichsten Vergleiche diejenigen zwischen dem Menschen und den anderen vollkommenen Sinnenwesen. … Fantasia autem quomodo inerit? Aut sicut mouentur infinite. also den vollkommenen Tieren (alia animalia perfecta). 6): „Et omne animal habens semen et generatur ab eo animal sibi simile. Leon. White. De generatione animalium IV 1 (763b21 f. 248 f. 96 Aristoteles.100 94 Vgl. 5 l. De anima III 11 (433b31–434a5) [Translatio vetus] (ed.96 über Gedächtnis. fol. 141ra–rb): „Et videtur. 510): „Considerandum autem et de inperfectis. indefinite autem insunt.

152–154)... 108 Petrus de Hibernia. V. etsi unum aliquod horum insit solum. nom.103 Albert der Große104 (der noch eigens eine typische Schrittfolge bei den animalia perfecta erwähnt). White. XLV/1. 272. De motu cordis (Ed.. 59–63). XLV/2. Oft genannte Kennzeichen der vollkommenen gegenüber den unvollkommenen Tieren sind ferner die (univoke) Zeugung artgleicher Nachkommen und die Geschlechterdifferenzierung sowie die auf zielgerichtete Bewegungen abgestimmte Vorstellungskraft. 83. White. 4c (Ed. quid est principium motivum in inperfectis. De anima II 2 (413a20–25) [Translatio vetus] (ed. XLIII. Expositio et quaestiones in Aristotelis librum de longitudine et brevitate vitae (ed. Sentencia libri de sensu et sensato. Merton College. 82 l.. manentia autem et immobilia sunt per finem“. 171). Sententia super II et III de anima.109 Gerhard 101 Ders. Dunne.. ebd. Leon. . 286b und 287b).‘ Determinato quid est principium motivum motus processivi in animalibus perfectis hic determinat.260 kapitel iv sie sind bluthaltig. Gr. III 9 (432b19– 25) (ed. 127). White. 69 l. Sentencia libri de anima II c. 44 (Ed.105 Ps. animal. 79 – 80 l. motus et status secundum locum. 30): „Dicamus igitur principium accipientes intentionis determinare animatum ab inanimato in uiuendo. 189 l.. 1 ad 5 (Ed. 224–227). Bazán. ut intellectus. II tr.-Adam von Bocfeld. ders. De homine tr. De div. Multipliciter autem ipso uiuere dicto. 5 l. ebd. 3 (Ed. III 11 (433b31–434a5) (ed. „zweite Redaktion“] (Oxford. die diese Zweiteilung zwischen vollkommenen und unvollkommenen Tieren in ihren Überlegungen berücksichtigen. XXXV. De mot. 10 (ed.101 Die Magister. 510). 105 Ders. Expliziter als die aristotelische Textvorlage verbinden die Magister die Fähigkeit zur Fortbewegung102 mit dem Begriff des animal perfectum. uiuere ipsum dicimus. ders. 62 a. 4 n. Leon.-Adam von Bocfeld. 21ra): „‚Considerandum autem.. tr. (Ed. Colon. Am häufigsten führen sie—über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg—die vollständige Ausstattung mit den fünf (äußeren) Sinnen an. ebd. II lect. 80 l. siehe auch oben S. 6 c. Alonso. 7 (ed. 102 Ders. 113–117). 78 a. 256a).. fol. van Oppenraaij. Sentencia super librum de anima [sog. XXXVII/1. 2 (Ed. Adhuc autem motus secundum alimentum et decrementum et augmentum est“. 1 c. 56–58)..108 Thomas von Aquin. 109 Thomas von Aquin. 106 Ps. 1 (13 l. Proh. c. Leon. 103 Petrus Hispanus Portugalensis. lect. Summa theologiae I q. Paris. ders. 474): „…: multa enim sunt animalium que sensum quidem habent. 3–6). 1 c. 149 l. 69 l. 535b).. 104 Albert d. 70–72). 123 – 70 l. 240. ders. 272–274). sensus.107 Petrus de Hibernia. Scientia libri de anima tr.. so etwa Petrus Hispanus Portugalensis.106 der Verfasser der von Bazán edierten Sententia super II et III de anima. …“ 107 Anonymus. ebd. Paris. Leon. IX. De partibus animalium IV 5 (682a34) [Translatio Scoti] (ed. 127 l. 8 (80 l. Super Dion.. 1 q. übernehmen diese Unterscheidungsmerkmale.

quod quadruplex est anima.. Stedelijke Openbare Bibliotheek.1. 18vb): „Quedam enim sunt animalia imperfecta et secundum locum immobilia. que cum hiis mobilia sunt secundum locum. Biblioteca Apostolica Vaticana.111 Aegidius von Rom. … In quibus dam autem simul cum vegetativo et sensitivo reperitur motivum secundum locum. Vat. 496. sicut sunt bruta perfecta. alia ultra hoc vivu n t sensitivo solum. fol. sensitiva.112 Petrus de Alvernia. ubi prius alimenta receperunt. Offenbar angeregt 110 Gerhard von Breuil. ut plante. fol.“ 117 Anonymus. 126va): „Sunt enim quedam perfecta. 2170. Commentum in de anima (Cambridge. II. ut sunt conchilia. Conv.“ 113 Petrus de Alvernia.114 der Kommentator von De sensu et sensato im Vaticanus lat. fol. scilicet motivum sive progressivum secundum locum. quibus inest appetitus determinatus. lat. Venezia 1500. 31ra): „Gradus autem vivencium sunt quatuor. 117va): „Quedam enim vivunt solo vegetativo. alia habent tercium gradum. 2. 26va): „Notandum autem. fol. Introd. (ed. quibus cognoscat excellencias sensibilium. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis III (Paris.110 Wilhelm von Clifford. 215va): „Modo animal mobile motu processivo est animal perfectum (-ta cod. sicud in animalibus perfectis. fol. quedam autem vegetativa et sensitiva. eo quod non moventur a specie sensibilis nisi in eius presencia tantum. lat. Bibliothèque Nationale. immobilia tamen secundum locum. ut sunt animalia perfecta.113 Bartholomeus von Bottisham. ders. que seipsa mouent localiter. fol. Peterhouse Library. …“ 116 Anonymus. 89va): „Item animalia perfecta percipiunt sensibilia absencia et non solum presencia. Commentarium et questiones in de sensu et sensato (Città del Vaticano. 2170115 und derjenige von De memoria et reminiscentia in einer Florentiner Handschrift116 sowie der Verfasser von Questiones et notabilia in de anima.das methodische instrumentarium und sein einsatz 261 von Breuil. que non habent ymaginacionem. 2170. quedam autem sunt. 78–80). fol.) et indiget virtutibus.252. Vat. …. que est in animalibus imperfectis. Et hoc patet. sicut vacca vel equs ad stabulum. secundum locum motiua. Soppr. cuiusmodi sunt animalia perfecta. 157. quia moventur ad aliquem locum. fol. ut sunt animalia afixa. Peterhouse Library. 16166.“ . Questiones et notabilia in de anima II (Città del Vaticano. Biblioteca Nazionale Centrale. et preter nutricionem et tactum habent alias operaciones nobiles. 8vb–9ra): „Animalia igitur perfecta. 192 pt. Sunt vero alia inperfecta motu processivo carencia. White.“ 112 Aegidius Romanus. Lat. inest principium motivum secundum locum. sicut sunt conchilia maris. Expositio libri de anima II (Ed. Quaestiones super librum de sensu et sensato.117 Darüber hinaus spezifizieren eine Reihe von Autoren die von Aristoteles ausdrücklich genannten Merkmale genauer oder fügen weitere hinzu. Quedam enim sunt vivencia solum anima vegetativa. que habent motum processivum perfectum. …“ 111 Wilhelm von Clifford. …. Biblioteca Apostolica Vaticana. que est in animalibus perfectis. Sentencia de causis longitudinis et brevitatis vite (Brugge. 5 l. … Alia autem sunt animalia magis perfecta secundum locum (coitum S) mobilia. …“ 115 Anonymus. Questiones de memoria et reminiscencia (Firenze. et hoc non est nisi per virtutem fantasticam. Questiones in III libros de anima (Cambridge. E. et hec omnia habent ymaginativam et sub esse ymaginative. nam animalia.“ 114 Bartholomeus von Bottisham.

“ 121 Richardus Rufus (?). et hoc modo inest ymaginacio omni animali. 157. quomodo inest animalibus perfectis. 14 l. 5–10). II.262 kapitel iv durch Averroes118 charakterisieren etwa Adam von Bocfeld. et talis inest animalibus perfectis (perfectis corr. Digby 204. Questiones in III libros de anima (Cambridge. Crawford. sicud fantasia determinata vel ymaginacio. 92 l. Sentencia libri de anima II c.124 Thomas von Aquin.“ 124 Anonymus. ut animalia inperfecta. 8vb): „Appetitus autem determinatus potest esse in absencia sensibilium. 126 Anonymus. quod ymaginacio dicitur inesse animalibus dupliciter. Quaestiones super librum de memoria et reminiscentia. que solum moventur in presencia sensibilium et non in absencia eorum. ut scilicet animalibus inperfectis. 272. cod.-Adam von Bocfeld. Introd. (ed. Quare cum ymaginatio operetur in absencia sensibilium sicut in eorum presencia. de Staningtona. Vennebusch. 46–50). est). II. 116 l. 192 pt. propter sui perfectionem est in anteriori parte capitis sita et est tantum in animalibus perfectis. Universitätsbibliothek.119 Ps. alio modo infinite. 47 l.122 Simon von Faversham. 126va): „Item multa sunt animalia. et hoc modo intendit hic de ymaginacione. 129 Bartholomeus von Bottisham. qualis ymaginacio inest animalibus inperfectis. Commentum in de anima (Cambridge. 125ra): „Et nota. II 20 (ed. 46–48). 18ra): „Et intellige. 119 Adam von Bocfeld. Dicta super librum de anima II (Leipzig. 159 l. supple. 94–98). 125 Thomas von Aquin. Bodleian Library. scilicet finite.) (quibus inest ymaginacio add. quibus inest ymaginacio solum dum sensibile fuerit presens. Et hec. Bazán. quod non inest omni animali.) sensus facere non potest. II lect. 135 l. fol. de Staningtona. Expositio libri de anima II (ed. sensibilis) ymaginantur et moventur ad loca determinata. Sentencia super librum de anima II (ed. 133 l. Liber de anima (Oxford. et propterea animalia habencia appetitum determinatum habent potenciam motivam secundum locum et non inperfecta.121 R. „zweite Redaktion“] (Oxford. 69vb): „Sed fanthasia determinata (sc. fol. Quaestiones super librum de sensu et sensato q. ex inperfectis cod. XLV/1. 127 Wilhelm von Clifford. White. sed exp. quod (quia cod. White. et de tali intelligit hic. quod ymaginacio dicitur inesse animalibus dupliciter. Powell.“ 128 Petrus de Alvernia. que in absencia sensibilis ymaginantur et moventur ad loca determinata. 122 R. scilicet cum sensibile est presens. fol. et talis appetitus convenit animalibus perfectis. 59a[2] (ed..“ .) solum. 1359.127 Petrus de Alvernia128 und Bartholomeus von Bottisham129 die 118 Averroes. Commentarium magnum in Aristotelis de anima libros.“ 123 Simon von Faversham. 120 Ps. 5 (ed. in quibus est ymaginacio solum coniuncta cum sensu.125 der Verfasser der von Vennebusch edierten Quaestiones in tres libros de anima. Est igitur proprium opus huius fanthasie recipere species sensatas in absencia sensibilium.120 Richardus Rufus (?). ut consequantur ymaginatum. 46–53). 6 (Ed. 261 l. Merton College. Alonso. 30–33). patet. que in absencia (sc. alio modo inest ymaginacio animalibus infinite. scilicet finite. ut sequantur ymaginatum. Quaestiones in tres libros de anima III q.-Adam von Bocfeld. Sententia super II et III de anima. 20–23). Peterhouse Library.. 2. que habetur de rebus in absencia earum deficiente sensacione presenciali. fol. 88– 93). 4 (ed. Sentencia super librum de anima [sog.123 der Verfasser der von Bazán edierten Sententia super II et III de anima. fol. Peterhouse Library. Leon.126 Wilhelm von Clifford. ders.

et ideo tale animal perfectum indiget sensibus (sensi bili bus cod.4. que m cum (cum] t ame n cod. In dieser Weise äußern sich der Verfasser der Questiones et notabilia in de anima130 und der Autor des Florentiner Kommentars zu De memoria et reminiscentia. … adhuc indiget sensu.252.131 Im Schätzvermögen sehen auch Petrus Hispanus Portugalensis und Ps. quoniam (q ua n d o cod. als die ihnen zur Verfügung stehenden Übersetzungen die animalia perfecta auch dadurch gekennzeichnet. das der Mutter folgt. quod necessarium est ponere tot virtutes sensitivas interiores in perfectis animalibus et maxime in hominibus. que sunt necessaria ad operaciones animalium perfectorum. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] VIII (Firenze. Conv. sich nicht nur in Richtung auf etwas Genussbringendes in Bewegung zu setzen. 122vb): „5a (sc. Alonso. Für letzteren ist ein vollkommenes Tier mit sämtlichen äußeren und auch inneren Sinnen ausgestattet. den Wolf hin- 130 Anonymus. et ista non est nisi in anima .1. 215va–vb): „Modo animal mobile motu processivo est animal perfectum (-ta cod. scilicet virtutes sensitive interiores“.-Petrus Hispanus. fol. Conv. Ps. die auch unabhängig vom aktuellen Vorliegen eines Wahrnehmungsgegenstandes in Tätigkeit zu treten vermag. quibus cognoscat excellencias sensibilium.das methodische instrumentarium und sein einsatz 263 den vollkommenen Tieren zukommende Vorstellungskraft als eine.) videt primo. ebd. quod nos habemus has potencias sensitivas et alia animalia perfecta.-Petrus Hispanus ein Merkmal. et huius racio est. Questiones de memoria et reminiscencia (Firenze. Questiones et notabilia in de anima II (Città del Vaticano. et i ll a est in ove et in agno respectu lupi. statim tremit et fugit. non solum secundum gustum et tactum. lat. 4 (ed. in jedem Fall mit dem Schätzvermögen. Vat. G.“ 132 Petrus Hispanus Portugalensis. dass sie nicht nur über sämtliche fünf äußeren Sinne. sondern auch zur Erlangung von etwas Zweckdienlichem. sed hec sunt i ll a.) et indiget virtutibus. et ovis ex figura vel colore lupi viso statim cognoscit speciem inimici. sicut avis paleam ad ponendum in nidis et non spinam. Soppr. fol. Vögel. fol. Biblioteca Nazionale Centrale. 286 l. que (qui cod. 8 c. die Nistmaterial sammeln. Scientia libri de anima tr. que consistit in apprehensione rerum in sensibilium rebus sensibilibus annexarum.“ 131 Anonymus.) natura dat animalibus principia illa. das vollkommene von unvollkommenen Tieren unterscheidet.853. Die Magister sehen eindeutiger als Aristoteles bzw. que ex specie sensata speciem non sensatam habet ellicere. E. Istas autem excellencias cognoscit per sensus exteriores. und das Lamm.) nidis pertinet ad conservationem pullorum. sed secundum conservationem individui vel speciei habet ex specie sensata cognoscere. 89va): „Ad hoc dicendum. amicitia) est. 7–11).132 Simon von Faversham verweist unter anderem auf die bei vollkommenen Tieren zu beobachtende Fähigkeit.. Biblioteca Nazionale Centrale. sondern ebenso über innere Sinnesfähigkeiten verfügen. Soppr. 92rb: „Dico primo.) exterioribus et interioribus. fol. quo cognoscat aliquod conveniens vel nocivum. Hoc autem fit per extimativam. Biblioteca Apostolica Vaticana. 2170.

1 (ed. 210–221.) ipsum. et fugit lupum. XLV/2. 256a–b). nam talis amicitia est in estimativa tantum.) solum (sc. 4 (ed. et hoc propter appetitum viventem. 134 Simon von Faversham. Derlei Tiere müssen.. [a]ut cognoscat intencio nem amici vel inimici et convenientis et disconvenientis. quod ira et memoria non insunt omnibus animalibus. Sed quia movetur propter alias commoditates. sed colligit eas propter nidificacionem. Proh. siehe unten Anm. quia est inimicus nature et odit eum. et hec sunt ira et memoria. quae delectant ipsum secundum sensum vel affectant). Questiones in tres libros de anima (Città del Vaticano.. lat. Questiones de sensu et sensato (Firenze. 118va): „Dicendum ad hoc. Sic agnus (s.] sic pre agitur cod.1. sed sequitur matrem. XLV/2. 22–25). 136 Thomas von Aquin. quia necesse est. In diesem Sinne äußern sich etwa Thomas von Aquin. 8 l. sed perfectis“. solum sibi esset necessarium recepcio et conservacio specierum sensitiva.134 Wiederholt führen Magister—eine Aussage des Stagiriten in der Textvorlage135 deutend—Gedächtnis und „zornmütiges“ Streben als Merkmale an.) et fugit lupum non quia colores eorum sint delectabiles secundum sensum vel contristantes. ebd.. hoc autem non habent omnia animalia. 13 l. Vat. Leon. Summa theologiae I q.136 Petrus de Alvernia. 4c (Ed. Quare perfecta animalia tantum ista participant. q. a. 78 a. Quaestiones super librum de memoria et reminiscentia q. Conv. sed propter alias commoditates. verbi gracia avis colligit paleas non quia delectet ur eis secundum sensum. 138 Anonymus.137 der Kommentator im Vaticanus lat. 140.“ 135 Aristoteles.“ 133 Thomas von Aquin.] qui amittit cod. et sic non omnia animalia communicant in istis. Biblioteca Nazionale Centrale. II.) matrem (m. quia nutrit (quia n. De sensu et sensato 1 (436a5–10) [Translatio nova] (Ed. E. dienen ihm—wie schon dem Aquinaten133—dafür zum Beleg. Leon. quia ira cedit in aliquid arduum et laboriosum. 118vb: „Iterum in ira. 137 Petrus de Alvernia. 2170138 und der im Vati- libus perfectis habentibus virtutem estimativam. fol. propter ea. Commentarium et questiones in de sensu et sensato (Città del Vaticano.252. Vat. ut resistat nocentibus in aliqua parvipensione. White. 3a). 10 (168 l. fol. sed perfecta. 109va): „Preterea animali perfecto non solum necessarium est moveri propter ea. 56–61).) et conservare. fol. Soppr.] in actione cod. so folgert er. ut dicitur primo rethoricorum. 119 l. (Ed. 10135. Biblioteca Apostolica Vaticana. Hierzu Anonymus. Quare quedam animalia debent excedere alia in aliquibus. Et sic necessarium est ei recipere illa (ita cod. sed superiora sive perfecta. die Fähigkeit besitzen.) sequitur (siquitur cod. quare non omnia hoc habent.). ita et ira. … Sed in genere animalium est gradus. Sentencia libri de sensu et sensato. que delectant ipsum secundum sensum vel affectant. auch durch die äußeren Sinne nicht wahrnehmbare Eigenschaften (intenciones insensatas) zu erfassen.“ . Leon. Quaestiones super librum de sensu et sensato q. ebd. 40 f. der dieses auf ein Schwieriges gerichtete Streben auch als „Verlangen nach Rache“ umschreibt. unde sicut voluntas tendit in aliquid prosequibile. Biblioteca Apostolica Vaticana. White. ders. V.264 kapitel iv gegen flieht. 234–249). 2170. Si enim moveretur (moventur cod. scilicet quod in hiis natura est magis sollicita de animalibus perfectis. 207vb. fol. necesse est sibi accipere insensatas intenciones. Et ideo necesse est ei recepcio intencionum insensatarum. lat.

desiderium et cetera. fol. Biblioteca Nazionale Centrale. G. Conv. ut dicit Commentator. quod appetatur illud in habitudine ad determinatum finem (f. 3061.853. et similiter memoria inest brutis animalibus perfectis. quod (quia cod. quia ad iram requiritur. Biblioteca Nacional. qui non habent quosdam sensus. fol. fol. Vat. 549. et per consequens oportet. quod dicit ‚fere‘ propter iram et memoriam. 217ra: „Eodem modo memoria est in brutis imperfectior quam in hominibus. Biblioteca Nazionale Centrale.] esse cod. quod coitus est necessarius in animalibus nobilibus“. quod aliquis appetat aliquid cum spe optinendi. est sensitiva. fol. sed solum perfecta animalia. perfecte dormiunt. 146ra: „Ipsa autem ira inest hominibus. …“ 142 Thomas von Aquin. 263–266). que non insunt omni animali. Quia cum non inest illud. quia memoria in brutis perfectis solum habet conservare species sensibiles in absencia (abundancia cod.142 der voll ausgeprägte Schlaf. 1 (Ed.252. E. fol. Questiones de memoria et reminiscencia (Firenze. quod requiritur [aliquid] ad diffinicionem alicuius. et ista sunt animalia imperfecta.“ 141 Anonymus. Quia memoria est conservacio speciei sensibilis in absencia ipsius.“ 139 . Leon. Soppr. et exponunt Albertus et Alexander. 215ra): „Item virtus cognoscitiva.-Petrus Hispanus.“ 140 Anonymus. sed solum perfectis.) animal est tale. Conv. m odo hoc non inest omnibus animalibus.. neque illud sibi inest. fol. lat. fol. ebd. Biblioteca Nazionale Centrale. … Sed in illis non est memoria. qui perfecti sunt. 143 Siger von Brabant (?). Soppr. dicit Philosophus postea. tunc arguo: Illi non inest memoria.1. 3061139 sowie der Verfasser von Questiones de sensu et sensato in einer Florentiner Handschrift140 und der von Questiones de memoria et reminiscencia im selben Codex. que inest brutis et hominibus.4. Questiones super de sensu et sensato (Città del Vaticano. 106ra–rb): „Ad hoc dicendum. Similiter de memoria hoc patet. 15 l.) non conservat speciem sensibilis in eius absencia.252.1. ebd. quod fere hec insunt omnibus animalibus. 101ra–rb): „Ideo cum sompnus et vigilia sint passiones sensitive particule. fol. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] V (Firenze. Memoria est huiusmodi. Sentencia libri de sensu et sensato tr. 263va): „Contrarium autem dicit Philosophus. 145vb): „Ad questionem dico: Ira inest omnibus animalibus racionalibus et mortalibus.. … Primo de ira. 207va): „Quia Philosophus enumerat operaciones communes omni animali. Questiones super de sompno et vigilia (Roma. quia habundat in eis sperma. et per consequens inest omnibus animalibus brutis perfectis eciam memoria“. Non omne (o. sed appetitus et sensus insunt omni. quod relinquitur ex humiditate nutrimentali. E. Questiones super libro de animalibus VI (Madrid. sed non omni animali inest illud. hii.). Questiones de sensu et sensato (Firenze. Biblioteca Apostolica Vaticana.“ 144 Petrus Hispanus (Medicus). Conv. quod requiritur ad diffinicionem ire. XLV/2.141 Als weitere Merkmale des animal perfectum gelten die Verständigung über innere Zustände durch Lautäußerungen. Inest enim omnibus animalibus perfectis“. ideo et cetera. in quibus solum est fantasia indeterminata. que multum distant a natura plantarum et accedunt ad naturam animalis perfecti.] sinem cod.) sensibilium. dormiunt inperfecte. quod animalium quedam sunt completa.143 geschlechtliche Vereinigung144 Anonymus. Ps. puta sensus et memoria. et ista coheunt. illi. … Q uare omnibus animalibus perfectis inest memoria et ira. et talia sunt sanguinea. Biblioteca Angelica. Soppr.das methodische instrumentarium und sein einsatz 265 canus lat. 1877. 1 c.

sed in toto universo oportet dare unum primum principium. AD. quam anima animalis perfecti.-Petrus Hispanus. Ps. Questiones de iuventute et senectute et de morte et vita (Firenze. Questiones in Aristotilis de anima (Città del Vaticano. et horum primum homo“.“ 146 Gerhard von Breuil. fol. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis XVI (Paris. 41rb): „Sed animalia saltem perfecta. Radulfus Brito. Biblioteca Apostolica Vaticana. fol. Die Anthropologie.146 eine Reihe von somatischen Eigenschaften wie der Gliederbau. 14rb): „Huiusmodi autem animalia anulosa sunt animalia minus perfecta. quod quedam animalia animalificant—sicut perfecta ut homo.“ 148 Anonymus. 1877. 4 (ed. Ps. que a principio animalificant. Conv. de inspiratione et respiratione lect. fol. de morte et vita. Biblioteca Nacional. et hec sunt perfecta.149 ferner die Natur des Todes. pluri tempore manent in matricibus quam homo.252. Alonso. Soppr. 1 c. tamen in imperfectis non est omnino secundum rationem unam. AD.“ 150 Petrus de Alvernia. Sentencia probleumatum Aristotilis (Brugge. fol. 30–32). quod mors inest omnibus animalibus perfectis secundum unam rationem genere.252. Biblioteca Nazionale Braidense. 169ra): „…. sicut homo“.18. fol. et ideo forma eorum requirit corpus minus organicum“. E. 32va): „Notandum.XI.Soppr.4. Questiones in tres libros de anima II (Firenze. 1ra): „…. equus—. Scientia libri de anima tr. fol. 2303. lat. Questiones super librum de generatione animalium (Milano. Biblioteca Nazionale Centrale. ut equus et huiusmodi. 285va): „Sed in homine et capra et in animalibus completis (incompletis M) oportet. fol. 155b): „Declarat. 481.853.150 145 Petrus Hispanus (Medicus). ergo in animali similiter oportet dare partem aliquam. Expositio librorum de iuventute et senectute. Biblioteca Nazionale Centrale. Venezia 1566. sicut hominis vel leonis. quod mors non est eiusdem rationis in perfectis et imperfectis. Vat. Questiones super libro de animalibus XVI (Madrid. Conv. Soppr.147 das Herz als Zentralorgan148 und die Lage der Gebärmutter.18. Bibliothèque Nationale. quod sperma sit materialis pars concepti“. 369 ff.1. Biblioteca Nazionale Braidense. Anonymus.-Johannes de Casali.266 kapitel iv und Embryonalentwicklung. fol. 226ra): „Quia sicut est in toto universo.XI. quia anima animalis anulosi minorem organizationem requirit ad hoc. Conv.“ . Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] III (Firenze. Questiones super librum de generatione animalium (Milano. alia autem ovificant. Stedelijke Openbare Bibliotheek. 92rb): „Et quanto animal perfectius est. fol. Ps. quod in animalibus perfectis in se ipsis matrix situata est in deorsum versus inguines. 9vb): „Ad hoc dicendum. quod nunc incipiendum a primis. Lat. 149va): „Secundo ponit modum procedendi— ibi: ‚Nunc autem a primis‘—dicens. fol. similiter animal habens partes bene ordinatas dicitur animal perfectum“.“ Zur Diskussion um das Zentralorgan—Herz oder Gehirn—siehe Struve. et h oc est cor.1. G. Questiones libri de animalibus (Wien. ad quam omnes alie habeant ordinem. Et dicit.-Johannes von Casale. E. Biblioteca Nazionale Centrale. ut salvetur ibi materia. …“ 147 Petrus Hispanus Portugalensis.-Petrus de Alvernia). 28 l. ad quod omnia alia habeant ordinem. tanto habet membra generativa plus distincta. 149 Anonymus (Ps. 27 (Ed. et illa pars debet esse in medio inferioris et superioris. 2170. sic est in animalibus saltem perfectis. Henricus de Alemannia (?). 16166. ut dictum est. Österreichische Nationalbibliothek.145 das Lebendgebären.

Dabei konnte es sich wie bei den Beobachtungsangaben insgesamt um jedermann zugängliches Alltagswissen handeln. sobald es seiner ansichtig wird. dass das Schaf ebenfalls in der Lage ist. die in der Gegenüberstellung mit menschlichen Phänomenen herangezogenen Befunde aus dem Tierreich. Thomas von Aquin. 157. Viele von ihnen konnten die Magister direkt den von ihnen kommentierten Textvorlagen. von denen die Magister 151 Einen kurzen Überblick bietet Alberto M. d. Colon.2. 154 Beispielsweise im Kommentar Wilhelms von Clifford zu De anima (Cambridge. 99. Simonetta. fol. Das bekannteste Beispiel dieser Art dürfte wiederum das bereits hervorgehobene Beispiel des Schafes sein. Summa theologiae I q. linx visu. Leon. nach der sich zuvor die Beobachtungsangaben insgesamt gruppieren ließen. 116. VII/1. aranea tactu.2. die bei vielerlei Anlässen wiederholt wurden.153 Zu einem nicht geringen Teil beruhten die Angaben über Tiere sodann aber auch auf anderen als den literarisch vermittelten Kenntnissen. 7 (Ed. 152 Siehe oben S. in: L’uomo di fronte al mondo animale nell’alto Medioevo. I (Settimane di studio del Centro italiano di studi sull’alto Medioevo 31). scilicet ‚Nos aper auditu. Dementsprechend gliedern sich die von den Magistern herangezogenen Befunde zunächst in zwei große Gruppen. 153 Beispielsweise Albert d.. 83 a. V. De anima II tr. das teilweise in Merkversen festgehalten war. vultur odoratu transcendit. Die erste bilden literarisch vermittelte tierkundliche Kenntnisse. ergibt sich eine ähnliche Einteilung wie jene. d. . Gr.das methodische instrumentarium und sein einsatz 1. das den Wolf als seinen Fressfeind erkennt und reflexartig die Flucht ergreift. 157 l. Was als erstes die Quellen der darin zur Geltung kommenden Tierkenntnisse betrifft.151 Diese machen insgesamt wohl den größeren Teil der angeführten Vergleichssachverhalte aus. 4 c. La conoscenza del mondo animale dalla romanità al medioevo. oben S.152 Vielfach wird es ergänzt durch die Angabe. Verschiedene dieser Angaben avancierten mit der Zeit zu Standardbeispielen. 1c (Ed. 119rb): „Item idem videtur per illud. simia gustu. quod communiter dicitur. 307b). um Sachverhalte. h. Spoleto 1985. Die Vergleichsdaten (Tierkenntnisse) 267 Die Reflexion auf die Grundlagen des Tiervergleichs lenkt unsere Aufmerksamkeit schließlich auf das Vergleichsmaterial. Peterhouse Library. sein eigenes Junges aus der Schar der anderen Lämmer heraus zu erkennen und sich ihm zielgerichtet zuzuwenden.154 oder auch um Beobachtungen aus zweiter Hand. allen voran den Büchern De animalibus des Stagiriten und seiner arabischen Kommentatoren entnehmen. 107–125.‘“ Vgl. h. nämlich auf unabhängig von den Textvorlagen gewonnenem Erfahrungswissen. 38).

Rennes 1999. in: L’animal exemplaire au Moyen Âge (Ve–XVe siècle). diess. 155 156 . 253rb): „Unde dicendum. 100 Anm. 158 Hartmut Boockmann. Dass die Formeln wie vidi oculis meis. eciam ut patet et vidi in terra Narbonensi et in quadam parte Hyspanie. Dazu bedürfte es weitergehender Untersuchungen. haben wir ebenfalls bereits klargestellt.und ReitSiehe oben S. 55. que dicitur Catholonia. sondern sich bisweilen lediglich als traditionell verwendete Topoi erweisen. Fischer. Zug. die wiederholt Vergleiche einleiten und deren Zuverlässigkeit zu betonen scheinen. Tiere waren—wie für das Mittelalter insgesamt festzustellen ist—„Gegenstand beständiger Aufmerksamkeit und Reflexion. ist uns derzeit nicht möglich. seien sie nur zufällig zustande gekommen oder bewusst herbeigeführt.“ 157 Jacques Berlioz/Marie A. die den Rahmen dieser Arbeit sprengen würden. München 72001. Bibliothèque Nationale.268 kapitel iv durch Gewährsleute wie Bauern. quod oves sunt cuiusdam generis habentes mollem lanam. Das dürfte der Fall sein bei Guillelmus Hispanus.158 ohnehin Teil des Alltagslebens. ed. und dies keineswegs allein in den Tiervergleichen Alberts des Großen. Nicht zuletzt kamen auch eigene Beobachtungen der Magister zur Geltung.“157 Haustieren zu begegnen war angesichts der Nutztierhaltung auch in den Städten. nicht in jedem Fall persönlich erworbenes Erfahrungswissen verbürgen. deren Bewohner zu einem guten Teil Ackerbürger waren. expertus sum ego und dergleichen. 118. dass in den Tiervergleichen keinesfalls ausschließlich literarisch vermittelte Einblicke in die Tierwelt wiedergegeben wurden. war den Magistern prinzipiell jederzeit möglich. Lat. boten doch die Lebensbedingungen im dreizehnten Jahrhundert vielfältige Gelegenheit dazu. Avant-Propos. Derlei Kenntnisse von Tieren persönlich zu erwerben.155 Das ist bei der Beurteilung in Anschlag zu bringen. alie vero habentes duram in eadem regione. das betreffende empirische Wissen erworben wurde. unter denen die wiedergegebene Beobachtung gemacht bzw. fol. Summa supra phisonomiam Aristotilis cum questionibus (Paris. Einführung in die Geschichte des Mittelalters. Festzuhalten ist jedoch. Jäger oder Reisende Kenntnis erhielten. 16089.156 Den jeweiligen Anteil dieser unterschiedlichen Arten von Erfahrungswissen bei der Gegenüberstellung von Mensch und Tier genauer anzugeben. Polo de Beaulieu. 9.. Verlässlichere Bürgen sind in dieser Hinsicht allenfalls detailliertere Angaben über die näheren räumlichen oder zeitlichen Umstände. Abgesehen von Hausgenossen wie vor allem Hund oder auch schon Katze gehörten die Trag-. sondern in der einen oder anderen Form auch eigenes Erfahrungswissen der Magister eingeflossen ist.

verdient die hohe akademische Mobilität der Zeit insgesamt und insbesondere diejenige der akademischen Lehrer. ambivalence exemplaire. hier: 293 f.159 zum Straßenbild. Pilgerfahrten. Im Verlauf des zwölften und dreizehnten Jahrhunderts erreichten in Mitteleuropa die Rodungen in den Wäldern zwar einen Höhepunkt und das Netz der dörflichen und städtischen Siedlungen wurde dichter. Leben.161 Gleichwohl grenzten an die Siedlungen noch immer weite dünn oder gar nicht besiedelte Gebiete. II (Settimane di studio del Centro italiano di studi sull’alto Medioevo 31). kirchliche oder weltliche Amtshandlungen. Albert der Große kann als besonders markantes Beispiel gelten. Animal.. 20–22 und dens. siehe Pastoureau. mussten diese Landstriche zu Wasser oder zu Lande durchmessen oder berührten zumindest deren Randgebiete. Polo de Beaulieu.) zu Reisen gezwungen waren. Wisent und Elch. 47–51. 1389–1443. 201 ff.160 Selbst mit wildlebenden Tieren zusammenzutreffen oder mit Menschen ins Gespräch zu kommen. in: L’uomo di fronte al mondo animale nell’alto Medioevo. 161 Goetz. 457–578. 53 f. 162 Für einen Überblick siehe Delort..das methodische instrumentarium und sein einsatz 269 tiere. Das Arbeitstier und sein Einsatz in Transport und Verkehr der Spätantike und des frühen Mittelalters. Einführung. Animal laborans. Gli animali nella vita quotidiana dell’alto medioevo: termini di un rapporto. Diese hatten auf dem Weg zu ihren verschiedenen Wirkungsstätten zum Teil weiteste Strecken zurückzulegen und waren dabei stets in Kontakt mit der Natur und der ortsansässigen Bevölkerung. genügend Lebensraum boten. die den Wildtieren einschließlich der großen Pflanzenfresser. 160 Vgl. Jahrhunderts einsetzten. Er war zusätzlich noch aufgrund seiner kirchlichen Ämter als Ordensprovinzial und als Bischof unterwegs. 159 . Pour conclure. Rennes 1999. ed. Boockmann. Wolf und Luchs. Besondere Beachtung speziell im Hinblick auf mögliches Erfahrungswissen. die mit diesen regelmäßig zu tun hatten—sei es. das in die naturphilosophische Gegenüberstellung von Mensch und Tier einfließen konnte. I (Settimane di studio del Centro italiano di studi sull’alto Medioevo 31). sowie dem Großraubwild. Ur. 289–297. familiäre Gründe usw. Gherardo Ortalli.162 Menschen. die zum Bewegen und zum Transport großer Lasten und für das Zurücklegen weiterer Distanzen tagaus tagein im Einsatz waren. Schließlich bestand Zu ihrer Geschichte in der Spätantike und im frühen Mittelalter Wolfgang Ch. Nouveaux regards. die aus den verschiedensten Anlässen (Handel. Bär. Zum Phänomen der Tier-Prozesse. environment. 22. in: L’animal exemplaire au Moyen Âge (Ve–XVe siècle). Spoleto 1985. sei es. Le Moyen Âge. die gegen Ende des 13. Spoleto 1985. Schneider. in: L’uomo di fronte al mondo animale nell’alto medioevo. dass sie ihre Haustiere und Felder vor ihnen schützen mussten. Jacques Berlioz/Marie A. dass sie ihnen jagend oder fischend nachstellten—war keine Seltenheit.

Löwen. I a. 167 Cristanziano Serricchio..164 Ein besonders eindrucksvolles Beispiel dafür bietet die Praxis Kaiser Friedrichs II.. der seinerseits an eine am sizilischen Hofe bestehende Tradition anknüpfen konnte. 33. Teil 2. 24.167 Mindestens zweimal erhielt er vom ägyptischen Sultan alK¯ amil auch einen Elefanten zum Geschenk168 wie seinerzeit Karl der a Große von Harun ar-Raschid den berühmten Elefanten Abu Abbas.163 zum anderen hielten sich vor allem Herrscher Menagerien als Ausdruck ihrer Machtfülle oder führten exotische Tiere mit ihrem Hofstaat mit.170 dem wiederum der norwegische König einen Eisbären übersandt hatte. sondern auch ausgedehnte Tiergehege und Tiergärten. Nouveaux regards. 12 f. 166 Ders. dem englischen König Heinrich III. 46. Giuseppe Scalia. 169 Delort. 247. 125). Bereits der Normannenkönig Wilhelm I. den Friedrich in Cremona mit sich führte. 151. die Biene und der heilige Wolf. Friedrich II.165 Vor allem aber Friedrich II. 101–146. ders.. von Hohenstaufen. Cronica. Teil 1. selbst exotische Tiere mit eigenen Augen zu Gesicht zu bekommen und sie zu studieren. 171 Pastoureau. Bari 1998. zur orientalischen und griechischen Antike Robert Delort. ders.M. Kamelen und einer Giraffe unter anderem auch Affen kommen. Der Elefant. Salimbene de Adam. hier: 106. L’animal.270 kapitel iv in manchen Fällen sogar die Möglichkeit.. 46. 135 l. wie etwa denjenigen bei seinem Jagdschloss San Lorenzo bei Foggia. Der Elefant. 10–14: „Eodem anno (sc. 172 Salimbene de Adam.171 Offenbar als Augenzeuge erlebte Salimbene von Parma die im Hofstaat Friedrichs II. hatte im Königreich Sizilien Tiergehege anlegen lassen. 168 Stürner.. unten S. hier: 12.166 Aus dem Orient ließ er neben Panthern. 44–47. 146. Die wahre Geschichte der Tiere. Turnhout 1998. 29. Leoparden. auch berichtet er von dem Elefanten. Cronica 131. Nouveaux regards. Pourquoi tant de lions dans l’Occident médiéval? in: Micrologus 8/1 (2000) 11–30. 170 Ebd. 1235) dominus imperator Fridericus misit elefantem in Lombardiam cum pluribus dromedariis et camelis et cum multis leopardis et cum multis gerfalcis .. München–Wien 1987. Friedrich II.172 163 Michel Pastoureau. in: Relazioni e dibattiti sull’opera e la personalità de Federico II di Svevia (Studi e ricerche 13). Zum einen zogen offenbar wandernde Schausteller oder Händler mit seltenen Tieren durch die Lande. Il „De arte venandi cum avibus“ di Federico II. ferner hielt er sich einen Geparden. 1168–1249 (Corpus Christianorum C.. Pourquoi. Vgl. Teil 2. 164 Zu den mittelalterlichen Menagerien generell siehe die Arbeiten von dems. 423.169 Einen Elefanten schenkte auch Ludwig der Heilige seinem Schwager. 294. mitgeführten exotischen Tiere in Parma. ed. Friedrich II. 294 f. selbst unterhielt nicht nur große Marställe und Falknereien. 165 Stürner.

348.174 Diese Charakterisierung trifft für die spezifische Rolle des Tieres im philosophischen Diskurs über die konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen voll und ganz zu. zu einem anderen Teil aber auch auf Erfahrungswissen der Autoren— sei es aus erster oder zweiter Hand—beruhten. Turnhout 2000. die zu einem Teil durch die Textvorlagen literarisch vermittelt waren. wer er ist. Bêtes et Hommes dans le monde médiéval.173 wurde er nunmehr zum maßgeblichen Paradigma bei der naturphilosophischen Reflexion auf das spezifisch Menschliche in seinen konkreten Ausprägungsweisen.“ Ebd. dass das Tier als un outil de connaissance unverzichtbar war für ein Wissen des Menschen darüber. welches sein Platz in der Schöpfung ist. welches seine Perspektiven und seine Grenzen sind und wie er zu überleben vermag. dass für die hochscholasti- et asturibus. VII–XVI. 174 Ebd. in: Jacques Voisenet. andererseits Vergleichsdaten aus Tierkenntnissen. 133 f.. 173 Jacques Le Goff. Stürner. hier: XIV. Friedrich II. Vgl. zum anderen der Klärung und Entscheidung von Sachfragen („argumentativer Gebrauch“) sowie schließlich der Kennzeichnung von menschengemäßen gegenüber nichtmenschengemäßen Verhaltensweisen („exhortativer Gebrauch“). et steterunt in civitate Cremone. Et transierunt per Parmam. Diente dieser vordem im Wesentlichen der spirituellen Selbstbesinnung und Selbstfindung des Menschen. Le bestiaire des clercs du Ve au XIIe siècle. 10). ut vidi oculis meis. Ungeachtet dessen bleibt allerdings ebenso zu beachten. 14 – 138 l. Die Grundlagen des Tiervergleichs bildeten einerseits eine nach Typen (Übereinstimmung schlechthin—Übereinstimmung in bestimmter Hinsicht unter quantitativen und qualitativen Gesichtspunkten) und Bezugsgrößen (vollkommene Tiere—unvollkommene Tiere) differenzierte Konzeption der Ähnlichkeitsbeziehungen zwischen Mensch und Tier.. Préface.das methodische instrumentarium und sein einsatz 271 Zur methodologischen Bedeutung des Vergleichs zwischen Mensch und Tier können wir zusammenfassend somit folgende Punkte festhalten: Wie in der Zuwendung zu den Dingen der Natur insgesamt vollzog sich im Untersuchungszeitraum ein entscheidender Wandel in der Erkenntnisfunktion des Vergleichs zwischen Mensch und Tier. XVI. . Im Einzelnen erfüllte der Tiervergleich in dieser neuen Rolle eine dreifache Funktion: Er diente zum einen der Verdeutlichung von Aspekten des menschlichen oder des tierlichen Lebens („illustrativer Gebrauch“). (137 l. Teil 2. Le Goff hat generell die Rolle des Tieres für die Selbsterkenntnis des Menschen im Mittelalter in der Weise gekennzeichnet.

fol. 165vb–166ra): „Res sunt in aliquo dupliciter. als friedfertig und als vornehmstes unter den Sinnenwesen. man. zu einer Reihe weiterer Vergleiche. da eine Bestimmung von etwas unter dem Gesichtspunkt einer Beziehung zu anderem die Kenntnis des Beziehungsträgers in sich (notitiam absoluti) voraussetzt. d. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] XI (Venezia. qui est finis nature et in quo est status . Kollaterale Vergleiche Über den zentralen Tiervergleich hinaus griffen die Magister bei ihrem Bemühen. Biblioteca Nazionale Marciana. 105 l. die sie erhellen sollen. alio modo sicut in cognoscente.). dass der Mensch auf vierfache Weise erfasst werde: als vernünftiges Sinnenwesen. 9 – 106 l. Metaphysisch zweifellos von fundamentaler. die den Menschen gemäß dem ihm eigenen Wesensmerkmal erfasst. als Substanz. In diesem letzteren Fall—so erläutert er—wird der Mensch im Hinblick auf anderes erfasst. VI. ed. 176 Beispielsweise Ps. In efficiente vero sunt (sunt om. h. Gelegentlich einer Erörterung über den Gegenstand der Theologie kommt der Doctor subtilis darauf zu sprechen. Ioannis Duns c Scoti … opera omnia I. Ihnen kommt indes. im Tiervergleich. In cognoscente vero sunt sicut in homine. 234. 1. Ordinatio. Ihn in dieser Weise zu begreifen. Prol. L) in creatore primo (sunt add. Lat. Der bedeutsamste dieser Vergleiche war derjenige zwischen Mensch und Gesamtkosmos sowie der zwischen Mensch und Himmelskörpern und den kosmischen Bewegern—sowohl den nachgeordneten Bewegern als auch dem Erstbeweger selbst. Città del Vaticano 1950.-Petrus Hispanus. L al. kann aber nicht die vollkommenste Erkenntnis über den Menschen darstellen.272 kapitel iv schen Denker der Tiervergleich für sich genommen nicht den alleinigen und auch nicht in jedem Fall den vornehmsten Weg „anthropologischer“ Erkenntnisgewinnung insgesamt darstellte. n. unter dem uns hier interessierenden methodischen Aspekt gleichwohl nur von nachgeordneter Bedeutung bleiben demgegenüber die Vergleiche zwischen Mensch und Gott176 sowie derjenige zwischen Mensch 175 Johannes Duns Scotus. Eine Bemerkung des Johannes Duns Scotus macht uns darauf aufmerksam. uno modo sicut in efficiente. Die vornehmste Erkenntnis über den Menschen ist für Scotus daher die erstgenannte. ein dem Tiervergleich gleichrangiges methodisches Gewicht nicht zu. was die Anwendungshäufigkeit und die Anzahl der menschlichen Phänomene betrifft. Carlo Bali´ . 158.175 2. die konkreten Ausprägungsweisen des spezifisch Menschlichen philosophisch zu erfassen.

et ideo non determinavit ipsam. Filosofia. Ergo in ultimo cognoscente. fol. 40–47). sic creature ad creatorem.. sic in animalibus est. et ideo non possunt substancie illorum (Text bricht hier ab). quod excedunt facultatem intellectus nostri. Huiusmodi autem proprietas fuit carentia motus. sicut illi. utrum plantis debeat inesse motus processivus. 33. est) maioris perfectionis. Questiones super librum de animalibus I (Città del Vaticano. 1359. quod triplex est intellectus: divinus. eine von Federici Vescovini.“ Vgl. ebd.179 den Intellekt als solchen180 sowie spenature. 311. quod si homo immediacius (-atis Va) comparetur ad ipsum primum quam aliquod aliud vivens. Quia talis non datur rei nisi propter indigentiam et inperfectionem. plante vero maxime sunt inperfecte. quod homo inter cetera minus indiget motu processivo. tanto in eo minor est diversitas et (sc.) est actus intelligendi. Ergo videtur. in homine esset maxima diversitas. Si ergo in homine essent 3es (sc. qui (qui om. sed corpus celeste solum convenit cum substancia separata in perpetuitate essendi. 2164. 155ra): „Preterea quanto aliquid est propinquius primo principio. Va) participet cum ipso in istis conditionibus motus et quietis (et quietis] quies Va). De anima I tr. Ergo magis illud (illum Va) animal. quod immediacius (imm un dacius M immediatis Va) relucet (reducet MVa) vestigium creatoris. 156 ff. patet. Anonymus. erunt res (res om. Biblioteca Apostolica Vaticana. 257rb: „Ad aliud dicendum. fol. Va) magis distant a centro. anime). 257ra): „Ad idem. 72rb): „Advertendum. 1877. 180 Simon von Faversham. Cathedral Library. 236rb): „Consequenter. Et (eo LV ) quod homo assimilatur primo in cognitione. in quo magis relucent (reducet MVa) proprietates sui creatoris. Balliol College. Johannes von Tytyngsale.177 Die Gegenüberstellung mit Gott und den Intelligenzen178 betrifft unter anderem die menschliche Seele in ihrer unsterblichen Seinsweise und ihrer vornehmen intellektiven Tätigkeit. Questiones super libro de animalibus I (Madrid. quia inter cetera animalia magis assimilatur suo creatori. ut patet in substanciis separatis. sicut in homine. Medieval Philosophy. Et videtur. 609 Anm. 54 l. quod homo ad similitudinem tocius sapiencie dei factus omnium rerum in se gerit similitudinem. 13 (Ed. Sed in primo creatore sunt per suas causas. et sicut circulorum quidam sunt compositiores aliis.“ 179 Beispielsweise Anonymus. ergo et cetera. eo quod cum ea communicat in duobus.“ 178 Zur Kontroverse um die Erkennnis des Wesens der körperlosen Substanzen und speziell zur thomistischen Position siehe Steel. 177 Beispielsweise Anonymus. Vat. Biblioteca Nacional. diese Vergleiche betreffen Gott und Intelligenzen gerade in ihrer Eigenschaft als Beweger.“ Vgl. Dicta super librum de anima III (Leipzig. sicut patet. Albert d. V ) secundum suas causas. 27 zitierte Passage aus dem Liber particularis des Michael Scotus. ut dicit Commentator. fol. fol. fol. Quemadmodum circuli ad (a Va) centrum comparantur (comparatur Va). es sei denn. utrum intellectus coniunctus magnitudini possit intelligere substancias separatas. fol. …“ Vgl. quod ipse (ipse om. Questiones super librum de anima III (Worcester. humanus. quod homo non moveatur“. 122ra): „Anima autem humana in natura similior est substancie separate quam eciam corpus celeste. fol. Q 90. Questiones super de anima (Oxford. Gr. VII/1. Vgl. que (qui cod.das methodische instrumentarium und sein einsatz 273 und Intelligenzen. et videtur quod sic. 96va–vb): „Queritur circa capitulum sequens et primo.. Petrus Hispanus (Medicus). Colon. qui quidem est immobilis“. Oriel College. 2 c. in perpetuitate essendi et nobiliori operacione. quia dicit Augustinus. non tamen oportet. . Universitätsbibliothek. lat. … Ad id dicendum. quod ista questio est dificilis. Questiones super librum de anima II (Oxford. tamen promisit … Unde dicunt theologi.

similiter et racio et huiusmodi. que sunt inferioris ordinis.“ 181 Beispielsweise Anonymus. Erf.274 kapitel iv ziell die intellektive Erkenntnisweise. participent cum intelligenciis in congnicione.. quodam modo non idem.182 Selbst in Gestalt formaler.181 Vergleiche mit den Pflanzen gehen naturgemäß in die Erörterungen vegetativer Aspekte der Sinnenwesen und damit auch des Menschen ein. ebd. Questiones super librum de anima II (Oxford. scilicet intellectu. fol. 184 Petrus Hispanus (Medicus). quod intellectus noster est potencia pura in genere intelligibilium.) animal. Humanus enim intellectus mensuratur nunc et indivisibili temporis vel ipso tempore. Thomas von Aquin. XLV/1. Humanus quidem intellectus omnino contrario modo se habet ad intellectum divinum et e converso. 311. intelligenciarum vero intellectus medio modo se habet. scilicet homo.183 Anlässe für eine Gegenüberstellung von Mensch und Pflanze boten unter anderem Fragen der Ernährung. 91ra): „Queritur. 3 c. Henricus de la Wyle. quia materialia cognoscit inmaterialiter. vgl. 2170. …“. Vat. sicut intellectus intelligenciarum. Quia quarumcumque substantiarum propria operacio est eadem secundum speciem. qui est purus actus.. 151vb–152ra): „Sed anima intellectiva inter formas materiales magis [magis] excludit. 342/538. et in hoc maxime convenit cum substanciis separatis“. 73va: „Sed secundum Philosophum 4to phisicorum eciam ex illo textu habetur differencia inter intellectum humanum et divinum. fol. Johannes von Tytyngsale. Balliol College. Universitätsbibliothek.-Petrus Hispanus. quod quodam modo idem. Gonville and Caius College. quibus in actum ductus potens est per huiusmodi species se ipsum intelligere. an intellectiva hominis differat specie ab intelligencia.“ Vgl. utrum idem in specie sit intellectus hominis et angeli. direkter Gegenüberstellung von Mensch und Pflanze sind sie nicht selten. Wilhelm von Hedon. Questiones super tres libros de anima (Oxford. Magdalen College. Tier. 118vb): „Iterum hoc patet exemplo. 63. sic enim. Modo ad actum reducitur per species aliorum. et in hoc iam opponitur intellectui divino. 28 (Ed. dicimus. qui non habet a liqu am naturam nisi quia est possibilis vocatus. fol. communicat cum illis in perfecta cognicione. Simili modo eciam ipse primo et per se intelligit aliorum species. Biblioteca Apostolica Vaticana. 109 ff.184 des Weiterlebens von medio modo se habens.“ 182 Vgl. et videtur quod non.. Sed talis non it[ur] ad actum nisi ab alico aducatur. fol. Leon. Soul. 64ra): . 183 Relativ häufig sind sie im Commentum super libros de animalibus des Ps. 190 l. fol. maxime perfectum (perfectio cod. Sweeney. quasi per species aliorum vadit ad actum se ipsum intelligendi“. CA 2° 172 [Redactio longa]. 156ra): „De principali vero questione. fol.) humanus sit creatus et causatus. quia cum animalia. Tractatus de scientia que est de anima d. 166 f. für die Antike Dierauer. Similiter cum ipse intellectus (intelligit cod. lat. 9 (Cambridge. Dep. Scriptum cum questionibus super dietas universales Ysac (Erfurt. Sentencia libri de anima II c. Ihnen fällt jedoch beim Erkenntnisbemühen um die konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen in den von uns untersuchten Quellen keine dem zentralen Vergleich zwischen Mensch und Tier— als Angehörigen derselben Gattung der Sinnenwesen—ebenbürtige Rolle zu. … Contrarium autem est de intellectu nostro humano. 220–225). ipse erunt eedem secundum speciem. non versatur circa universale totius entis. divinus autem intellectus mensuratur eternitate. Commentarium et questiones in de sensu et sensato (Città del Vaticano.

. non tamen possibilis est in nobis secundum quod diximus.“ 188 Beispielsweise ebd. alia secundum numerum et materiam. Et ita licet possibilis sit insercio in plantis. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] III (Firenze. nam simile quantum ad attractionem nutrimenti. et sic plures sunt partes in planta quam in homine. Organe in einen Körper einzupflanzen. Sed vene ortum ducunt a cerebro. propter quid partes plantarum si abscindantur. ex elementis commixtis nutriuntur. et ideo ex parte plante ut ex ramo potest .186 die Frage nach dem Ursprung der Adern187 oder auch die Unterschiede zwischen Mensch und Pflanze in den Operationen und im Gliederbau188 sowie das Auftreten von Missbil„Dicendum. G. vivunt. quia fiunt per decisionem a spermatica humiditate parentum. Non autem sic est in homine. sicut nasus vel oculus. Soppr. Secunda racio. Non enim ex elementis inmediate componitur. … Non autem sic est in aliis animalibus. et ideo ex elementis non nutritur homo inmediate. non vivunt. ita quod sunt duo oculi. quod elementa non nutriunt propter 3 causas. Conv. sicut patet. … . Ergo similiter vene in homine (homine] cerebro Fi) oriuntur a cerebro. V digiti. …“ 186 Ders. similiter et quorundam animalium.“ 187 Beispielsweise Ps. Biblioteca Nacional. proprie oriuntur rami. … Secunda racio. 102rb): „Secundo queritur. ut partes animalium anulosorum. quia vene sunt in homine sicut vie nutrimenti in planta. 94rb): „Circa 3m sic proceditur. Item multitudo parcium est a multitudine materie. 1877. quod non est simile de natura humana et de natura plante. Sic autem non est in plantis.). … Ad racionem dicendum. Hec est racio Ysaac. Sed duplex est multitudo parcium: una secundum speciem. I (fol. duo pedes. Biblioteca Nazionale Centrale.das methodische instrumentarium und sein einsatz 275 abgetrennten Körperteilen185 und der Möglichkeit. Ergo sicut partes inseruntur plante. Prima est in homine. unde subcelare non diffiniendum est … . Racio talis: Ab eo. 203vb– 204ra): „Circa quintum sic proceditur et queritur. quod uno modo est simile in planta et in homine. Item secundum Philosophum instrumenta diffinienda sunt in comparacione ad finem. ergo cum plures in homine quam.853. si brachium abscindatur vel pes vel partes consimiles in homine. quia natura plante est interminata. sicut plante et vermis ex terra. sed per multa media et per magnam distanciam ab eis distat. dissimile vero quantum ad aliud. alio modo non. quia partes ipsarum sunt interminate et innumerabiles vel infinite. in bruto et planta pateat. Item anima. utrum vene oriuntur a cerebro. Biblioteca Nacional. eodem modo perficit totum et partem et partes quantum ad actum primum. Item quod multitudo parcium est propter diversitatem operacionum. fol. et ideo partes talium animalium si separentur a suo toto. non autem in homine. et videtur quod sic. secunda est in planta. Glose super tegni Galieni (Madrid. que est completa forma plante. primo modo e contrario. 1877. sic et partes animalium.-Petrus Hispanus. quod est radix in corpore. … Ad secundam racionem dicendum. fol.) et corporibus humanis. Et quia plante coniuncte sunt suo instrumento et penitus ex eo fiunt et vegetantur. 79ra): „Ut causa multitudinis parcium in homine. utrum membrum possit inseri alii membro. Queritur. natura vero humana est terminata et limit[i]ata. sed per haurire aquam. Prima est … Unde que accedunt ad elementa et inmediate ex eis componuntur. quia radix est principium vite.4..“ 185 Beispielsweise Petrus Hispanus (Medicus). Simile est de plantis et partibus earum (eorum cod. Sed in planta vie nutrimenti oriuntur a radice. partes illarum possunt restaurari. cerebrum vero in animali non sic. Simile est de planta et homine. fol. sicut partes anguille et colubri (columbri cod. Questiones supra viaticum (Madrid. et cetera.

Unde dicitur in sex principiis. 84vb–85ra: „Dicit Philosophus in libro de plantis: Differt vita plante et vita hominis. hoc est radix arbori. Biblioteca Nacional. homo vero non. Gonville and Caius College. que est corporis ipsius pars dignior et principalior. quod magis debea n t esse in plantis.‘ Anti enim est contra. fol. que est in homine propter nobiliorem operacionem. Das gilt entsprechend—jedoch in noch höherem Maße—für den Vergleich des Menschen mit den Steinen. Sicut autem in capite est quedam pars.276 kapitel iv dungen. ita in radice dicuntur esse pori quedam (sic!). quod anima in animali est principium plurium operacionum quam anima plante. quod planta fit una die“. Wilhelm von Hedon. Tractatus de scientia que est de anima d. tropos conversio. fol. . Glose super tegni Galieni (Madrid. quare membra hominis tardius veniunt ad augmentum quam plantarum. erit in situ nobiliori.. um eine Vorstellung davon zu vermitteln. worum es den zeitgenössischen Gelehrten bei diesen Vergleichen ging. den Mineralien und Metallen. V (fol. id est humorem sive vaporem quendam ad nutrimentum et sustentacionem arboris. et causa huius dicta fuit“. Glose super tegni Galieni (Madrid. et cetera‘ (Ovid.“ 189 Beispielsweise Petrus Hispanus (Medicus). / os homini sublime dedit.“ 190 Zu den orientalischen Wurzeln dieser Vergleichsansätze siehe Albrecht Götze. quas (sic!) natura instituit ad attrahendum alimentum a terra. et ideo plante semper coniuncte sunt suo nutrimento et habe n t sexum coniunctum.] generaciones Fi) in uno genere operacionum. 1877. et videtur. Contra naturam etenim vegetabilium radices habentium homo habet suam radicem. id est ‚in contrarium conversus. welche Funktion sie erfüllten und welche Aspekte des Menschlichen mit ihrer Hilfe beleuchtet wurden. 342/538. Ergo erit sursum. superius erectam. Ergo capud est sursum“. scilicet os. 104rb): „Ad primam racionem dicendum. nam plante non habent nobiliorem operacionem quam vegetare et nutrire. homo vero cognicionem habet. Dicimus. Solutio. fol. für die Gruppe der zum Tiervergleich hinzukommenden Vergleiche paradigmatisch die Gegenüberstellungen Mensch-Gesamtkosmos und Mensch-Himmelskörper (samt deren Bewegern) herauszugreifen und sie anhand einiger ausgewählter Textbeispiele in ihren Grundzügen vor Augen zu führen. 97rb): „Secundo queritur. sit deorsum. 104ra): „Deinde queritur. Petrus Hispanus (Medicus). Verumptamen quia anima plantarum sola est in ipsis. Et sic dicit poeta: ‚Pronaque cum spectent animalia cetera terram. Das wird genügen.189 Zusätzliche strukturelle Gesichtspunkte sind mit dem Vergleich zwischen Mensch und Pflanze nicht verbunden. 56ra): „Quod enim est caput homini. Biblioteca Nacional. Unde homo in Greco dicitur antropos. utrum huiusmodi superfluitates partium plus debeant esse in plantis an in hominibus. ideo plures facit operaciones (o. ebd. sicut in generacione. illa. sicut propter cognicionem. Sed pars maxime decernens cognicionem est capud racione cerebri. 1877.190 planta fieri“. per quod alimentum attrahitur ad nutrimentum et sustentacionem corporis. quod membra hominis sunt plura in specie et perfectiora. ita in homine a capite omnis vigor et virtus corporis descendit. et sicut a radice omnis virtus et vigor arboris ascendit.. Wir können uns daher darauf beschränken. ebd.). fol. Ergo cum pars plante. quod animal animancius est planta et homo quam brutum. 1 (Cambridge. I 84 f. Met. que est propter nutricionem. ideo maiori mora indigent. Unde dicit Aristotiles.

aber nicht notwendigerweise auch akzeptierten Argumentes war oder Element ihrer eigenen Ansichten. I q. 275va): „Preterea dicit Philosophus in hoc libro (et add. I q.das methodische instrumentarium und sein einsatz 277 Während der Vergleich mit Himmelskörpern und deren Bewegern eher frei formuliert zu werden pflegte. 257vb): „Item minor mundus assimilatur maiori. sic et in partibus minoris mundi“. 60rb): „Item sicut est in maiori mundo. Colon.“194 Persische Weisheit in griechischem Gewande. 22): „Mundus minor imitatur maiorem. super De animal. super De animal. Quaest. 2 c.“193 Einen Einblick in das. Questiones de sompno et vigilia (Oxford. fol. Zu Alberts Lehre von der außerhalb des irdischen Bereichs wirkenden Kausalität Twetten. 1877. unabhängig davon. Gr. uno motori) …“ 194 Ders.“191 Bei Albert dem Großen beobachten wir eine gewisse Vorliebe für die Formel „Die Welt im Kleinen ahmt die Welt im Großen nach.“ 192 Albert d. De animal. 16 – 1313 l. 1 (1980) 297–312. 391va): „Dixerat enim (sc.“ Vgl. Questiones super libro de animalibus XII (Madrid. Filos. 191 Petrus Hispanus (Medicus). 54 ctr. II. De animal. 74–75 (ed. Zu Hintergrundvorstellungen der hellenistischen und arabischen Wissenschaft Maierù. dass „die hier gegebenen unteren (sublunaren) Dinge die oberen nachahmen.. 3 n. 24): „… et inferiores motores desiderant assimilari illi (sc. fol. 79 l. Colon. Stadler.. Galfrid von Aspall. ob er Bestandteil eines von den Autoren lediglich wiedergegebenen.. fol. XII. (Ed. XII. so auch in der Welt im Kleinen. quod simile est de maiori (maiora M) mundo et minori (minora M) mundo“. quod sicut est in maiori mundo. 1312 l. ders. 107 l. ders. sic est in minori. 3 n. 20 f. fol. in: Zeitschrift für Indologie und Iranistik 2 (1923) 61–98 und Geo Widengren. wurde derjenige des Menschen mit dem Kosmos als ganzem nach entsprechenden Vorbildern in den Quellen zumeist formelartig eingeleitet. 1312 l. zum Ausdruck zu bringen. XX tr. Albert the Great.. 1877. Gr.): „Ergo cum ista inferiora imitentur superiora. Merton College. fol. Stadler. Quaest. M) in pluribus locis. „Signum“. Biblioteca Nacional. ita debet esse in minori“. 74 (ed. Am häufigsten verwendeten sie in verschiedenen Varianten die Vergleichsformel „Wie in der Welt im Großen. Glose super tegni Galieni (Madrid. Biblioteca Nacional. 251rb): „Sicut ordinatur in partibus maioris mundi. Ein Beitrag zur Geschichte der Mikrokosmos-Idee. gewährt seine Erläuterung der Bezeichnung ymago mundi für die Seelen insgesamt und für die menschliche Seele im Speziellen. Im Kern geht es dem Doctor universalis darum.. in: Arch. Questiones in de sensu et sensato (Oxford. was Albert dabei an Sachverhalten vornehmlich im Auge hatte. 60 ff. II. Simon von Faversham. passim. Merton College. XX tr. . Macrocosmos-Microcosmos speculation in the Rasa’il Ikhwan al-Safa and some Hurufi texts. 272. 3 (Ed.“ 193 Albert d. 2 c. Avicenna). 2 arg. 8). dens. …“ Vgl.“192 In etwas abgewandeltem Wortlaut heißt es bei ihm auch. dass die Seele—die menschliche in besonderem Maße—die göttliche Erstursache und die intellectus des himmlischen Bereiches in vierfacher Hinsicht „nachahmt. Biblioteca Nacional. Glose super Phylaretum (Madrid. 1877.. 292.

. 1 n.278 kapitel iv Dies ist im Zusammenhang mit seiner Emanationskonzeption zu sehen. 44 f. Ergo quot sunt complexiones in corpore humano. . 40c (Ed. Biblioteca Nazionale Marciana. hier speziell den Menschen. Commentum super libros de animalibus [Venezianer Redaktion] I (Venezia. 6–10). Deux versions du microcosme. 2 (ed. quod ille qualitates sunt in illis corporibus superioribus participative“ und Albert d. stellen zunächst metaphysische Ableitungsprinzipien dar. XII. De causis propr. 2 c. den der Terminus auch haben konnte.“ 200 Beispielsweise Petrus Hispanus (Medicus). nicht in einem appellativ-ethischen Sinn. VI. Sed cursus corporis humani procedit secundum cursum complexionum.198 Mit dem Stagiriten teilt er die Sichtweise. tot[um] necesse est esse naturas complexionum in corporibus superioribus. 9 (Ed. Leuven 1996. 198 Zu den beiden Bedeutungsvarianten siehe Rémi Brague. Glose super pronosticam (Madrid. Alonso.). der ein Argument Algazels wiedergibt. I q. Nur gelegentlich kehren die Magister diese Ableitungsrichtung um. 63 f. 6 (41 l. 201 Petrus Hispanus Portugalensis. Être le monde en petit ou imiter le monde en grand. 2 c. 199 Albert d. Paris. 125rb): „Tercia ratio: Corpora superiora sunt propter inferiora et maxime propter corpus humanum. 1877. Zugleich geben sie im Allgemeinen auch die Denkrichtung vor. Colon. Tractatus de longitudine et brevitate vite II c. Actes du colloque de la SIHSPAI (Société Internationale d’Histoire des Sciences et de la Philosophie Arabes et Islamiques). dass die Teile des menschlichen Körpers entsprechend den Teilen des Gesamtkosmos angeordnet sind. 523–533. univ. 14–19). ohne allerdings an deren Vollkommenheit heranzureichen. Colon. Gr. (Orientalia Lovaniensia Analecta 79).. elem.. ita in homine. Et sic patet.. 77 l. 103 l. 64 (1307 l. De animal. XX tr. 4 c. Gr. tr. a. 5): „in fontali universitatis causa.201 195 Albert d. ed. V/2. Lat. in: Perspectives arabes et médiévales sur la tradition scientifique et philosophique grecque. I tr. 2 (Ed.197 Das „Nachahmen“ ist dabei zunächst im Sinne der natürlichen Seinsordnung. Ps. fol. Sie schließen dann von Aspekten des Menschlichen auf bestimmte Eigenschaften der Himmelskörper200 oder auf solche der im Gesamtkosmos wirkenden Kraft. insbesondere die Mikrokosmos-Formel. zu verstehen. XVII/2. Colon. Gr.199 Beide obige Vergleichsformeln. wonach die Seelen im Sinne eines formalen Ausströmens aus dem „Quellgrund des Alls“195 aus diesem als dem Ersten Prinzip hervorgehen196 und ein Verursachtes die (Erst-)Ursache nachahmt. fol. Ahmad Hasnawi u. 31 mars – 3 avril 1993. 197 Ebd.-Petrus Hispanus. I tr. super De animal. nämlich den Analogieschluss vom Makrokosmos auf den Mikrokosmos und von den himmlischen Dingen (den Himmelskörpern und deren Bewegern) auf die sublunare Welt. 445 l.“ 196 Ders. 234. 17–22). 3 c. 18va): „Contra: Sicut ordinantur partes in universo. Quaest.. Biblioteca Nacional.). De causis et proc.

3 c. wonach das menschliche Gehirn komplexional warm und leicht sei.) universa sunt qualia ut calida. Nicht jedwede Ähnlichkeit. 15–19). Colon. der beispielsweise in De caelo et mundo (um 1251/1253) auf die Ähnlichkeit zwischen der menschlichen Komplexion und dem Gleichmaß einer Sphäre sowie auf diejenige zwischen der menschlichen Seele und den intellektiven Bewegern der Sphären hinweist. leve vero deorsum. So sei nicht alles. non autem quod ab anima.“ 204 Vgl. 173 l.. V/1. Conciliator differentiarum. das Kalte hingegen insgesamt unten. Konkret hat er dabei eine These im Blick. Quelibet enim similitudo non quatuor secundum proverbium graditur pedibus. auch strebe keineswegs alles Leichte nach oben und alles Schwere nach unten. sed corpora qualiter carentia. Colon.“ 203 Ebd. diff. quod vero huius modi . quod grave agitetur sursum. sed in eo calida sunt superius. Er kritisiert eine schematische Anwendung dieser Analogie.das methodische instrumentarium und sein einsatz 279 Interessanterweise melden sich auch Vorbehalte gegenüber dem Vergleich zwischen der Ordnung des Himmels und derjenigen im Menschen zu Wort. ut aer et ignis.. Deutlich einschränkend äußert sich Petrus von Abano zur Analogie zwischen Makro. zitiert er ein Sprichwort. diese aber nicht allumfassend sei. da auch im Makrokosmos das Warme und Leichte— Luft und Feuer—oben angeordnet seien. cum aliquando sit. 17–20). was sich im oberen Teil des Universums befindet. 50vb: „Ad aliud dicendum. De anima II tr. leve. frigida vero inferius sunt reliqua. Vgl.. So lauten etwa Äußerungen Alberts des Großen. 14 (Ed.203 Der Vergleich des Menschen mit den Himmelskörpern und deren Bewegern (Intelligenzen) begegnet in den Quellen in seiner einfachsten Form als Feststellung. XXIIII (Ed. 23 (Ed. ut ostendunt colere. 49va): „Amplius cum homo sit microcosmus—est namque ad similitudinem productus universi—. VIII phisicorum et IIII celi et mundi apparens. wie beispielsweise die Sphären. Mantova 1472. dass zwar eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Makro.205 Er bezieht sich 202 Petrus von Abano. De caelo et mundo II tr. Gr. fol. ders. Mikrokosmos. sed quod movetur a generante.. Neque superiora (s.] superior in ed. 3 c. cerebrum autem est superius. neque omne leve petit sursum aut grave deorsum. 116 f. . zu entsprechenden medizinischen Ansichten Riha.und Mikrokosmos bestehe. VII/1. dens. primo prima.202 Diesem Gedankengang hält Petrus—wie übrigens bei gegebenem Anlass auch andere Magister—entgegen. schreite auf vier Füßen einher. dass zwischen dem menschlichen Leib— und seinen einzelnen Organen204—und den Himmelskörpern einerseits sowie zwischen der Vernunftseele und den Bewegern der Himmelskörper einschließlich des Erstbewegers andererseits eine ausgeprägte Ähnlichkeitsbeziehung bestehe. 133 l. fol. id autem [est] calido contestatur ceu grave frigido. 205 Albert d.und Mikrokosmos. ut orbes. warm. De morte et vita tr. quod minoris mundi est similitudo aliqua ad maiorem et non multimoda.

332a).“206 In Super Ethica (um 1250/1252) legt Albert dar. Ps.4.. Paris. 7 (ed.207 Dass die menschliche Komplexion sich hinsichtlich der Gleichmäßigkeit am meisten der Natur der Himmelskörper annähert. 2 c. 89 (Ed. Queritur (q. IX. 207 Albert d. Colon. 3 c. wenn er die durch die komplexionale Ausgewogenheit des menschlichen Körpers gegebene Gemeinsamkeit (communicatio) mit den Himmelskörpern feststellt und damit zugleich ausschließt. II. De XV probl. ders. 15 n. disp. in habentibus symbolum. I. ders. Meyer/Jessen. 13 (1355 l. ebd. 1 n. 4 (ed. I (Ed. 19–24). De sex princ. vom Himmel geprägt werde wie der Mensch. De animal. 351a). 2 n. die Paul Hossfeld so zusammenfasst: „Die in der Mitte der Welt ruhende Erdkugel wird von der Kugelschalensphäre des Wassers umhüllt. 80 l. ebd. 32 l.. 37 (ed. 71 – 33 l. 9 ad 19 (Ed. Qu. Stadler. 1 c. 530– 536).-Petrus Hispanus. 1 n. 1 c. XX tr. 5 (Ed. erläutert er dahingehend. 7 n. 1 c. de anima q.-Petrus Hispanus. Stadler. …“ 209 Thomas von Aquin. et int. I tr. De veget. 804 l. I tr.. Colon. Gr. Paris.. II. 1325 l. 1 (Ed. fol. Paris.): „…. I. Leon. 1 (Ed. Albertus Magnus über die Natur des geographischen Ortes.209 Eben diese Auffassung vertrat beispielsweise Ps. Stadler. c. 4 n. dens.. 1 c.208 Thomas von Aquin bietet ein weiteres Beispiel. id est convenientiam in una aliqua qualitatum per se et per accidens vel magis et minus. Super Ethica I lect.210 für den die menschliche Körpermaterie 2 c. 1 2 (ed. sowie die in der nachfolgenden Anm. Summa philosophiae tr. 17 c.280 kapitel iv damit auf seine Auffassung vom Gesamtkosmos. 25–27).. dass die menschlichen Seelen von allen Formen dem Erstbeweger am ähnlichsten sind und dementsprechend auch die menschlichen Körper aufgrund der Gleichmäßigkeit (aequalitas) ihrer Komplexion den Himmelskörpern ähneln. Vgl.] qui ait Fi) . 208 Ders. 20–24). hier: 111. 208 angeführten Textstellen.853. G. 484b). dann der übrigen (!) Planeten einschließlich (!) der Sonne bis zur äußersten Kugelschalensphäre des Fixsternhimmels. IX. 600 l. XXIV/1. Baur. De animal. XXII tr. XII tr. 165va): „Circa 3m sic... ders. 206 Paul Hossfeld. da keines eine so vollständige Übereinstimmung (symbolum) mit den allgemeinen Wirkursachen der Welt aufweise wie der Mensch. diese von der Kugelschalensphäre des Mondes. XVII/1. 86 l. XXI tr. 7). 8–11). Queritur de mediis unionis a parte corporis. Conv. tr. diese von der Kugelschalensphäre des Feuers. 55 (819 l. 17 (ed. Biblioteca Nazionale Centrale.und Geistesgeschichte 30 (1978) 107–115. 210 Ps. 5–8). 2) und De intell. diese von der Kugelschalensphäre der Luft. 1292 l. XIV/1. 12–18). in: Zeitschrift für Religions. Soppr. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] XVI (Firenze. dass diese Gemeinsamkeit etwa durch die Präsenz himmlischen Lichts als einer Mittelinstanz zwischen Seele und Leib gegeben sein könnte. Zum Ausdruck „habere symbolum“ vgl. dass kein anderes Sinnenwesen derart umfassend von den Intelligenzen bzw. 13 f. 1 c.-Robert Grosseteste.

…“. Martis et solis superant frigiditatem Saturni. ut dictum est prius. der untere Teil weist nach dem Unten im Kosmos.“ Vgl. X (Ed. Conv. ut in primo quadripartiti. Bei den Pflanzen verhalte es sich demgegenüber umgeprimo. necesse est. nam … ex caliditate et siccitate cordis. quod medium uniendi animam est lux“. Sicut dicit Avicenna. sicut declarabitur differentia CI. Glose super Phylaretum (München.] ut effigiat Ma) vultus ad similitudinem corporum celestium“. que scilicet est lux. Veneris contemperate in frigiditate et lune. quoniam (qui Ma) est quoddam (quiddam Ma) generatum ex elementis. ergo cum anima sit in corpore. fol. 153va): „Quarta racio h ec est (quarta … est] ad idem Ma). VII (fol. G. 265vb): „Item inter omnia corpora composita nobilissimum est corpus humanum. 81vb): „Est enim quedam materia in se terminata et quasi tota sub sua forma. diff. Questiones in de sensu et sensato (Oxford. et refulget (et r. caliditate et humiditate epatis. 22rb): „Complexio autem omnium astrorum. sed omnia membra sunt corporalia. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] I (Firenze. sicut dicitur de forma celi et de sua materia. Petrus Hispanus (Medicus).-Petrus Hispanus. fol. celum vero (vero] non Fi) propter sui puritatem inmediate substanciis spiritualibus unitur. ita et in superioribus caliditas Iovis. sicut in corpore humano. Clm 8951.“ 211 Ps.212 Dass beim Menschen oben und unten entsprechend dem Gesamtkosmos festgelegt sei.853. fol. que secundum totum completur a sua forma. fol. Conciliator differentiarum. … Hoc confirmatur: Quia sicut est ordo in maiori mundo. Mantova 1472. 84ra: „Sed materia hominis perfecta est. sed in maiori corpora grossa sunt infima. Soppr. et talis est materia hominis. quod aptitudo ad recipiendum perfectionem vite racionalis similem (simul Ma similis Mo) perfectioni (perfectionem Ma) vite celestis est in spiritu humano. fol.“ 212 Petrus von Abano.das methodische instrumentarium und sein einsatz 281 ähnlich vollkommen ist wie die Himmelsmaterie. spiritus est subtilis (-le Mo) ad modum lucis … Unde dicit.4. Biblioteca Nazionale Centrale.. die vollständig von ihrer Form erfüllt wird. … Sed corpus humanum recipit animam per medium. frigiditate et humiditate cerebri ponitur ex quadam coalternatione. Merton College. cum hec proportionabuntur et ponderabuntur ad invicem. ut mediante luce vel natura consimili uniatur eidem. ebd. cum superiora ordinentur ad inferiora ista. quam medici temperamentum quo ad iusticiam appellant. Galfrid von Aspall. ad hominem quidem magis ordinabuntur. utrum anima uniatur corpori vel spermati (-te Fi) mediante luce. accidentalitate fit quadam et intentione secunda.“ .. ad caliditatem tendit et humiditatem velut complexio humana. 122ra): „Ergo sicut in corpore celesti est disposicio media inter ipsum et formam perficientem. Bayerische Staatsbibliothek.211 Petrus von Abano führt einen Vergleich zwischen der Komplexion einzelner Himmelskörper und derjenigen von menschlichen Organen sowie der menschlichen Komplexion insgesamt an. sic in minori. resultare complexionem tertiam tendentem ad caliditatem et humiditatem. führt Alexander von Alessandria aus. et videtur quod sic. … Sic igitur complexio stellarum omnium velut quodam modo ordinata in naturam humanam. ad similitudinem materie celi. Ergo plus habet de natura celesti et de natura lucis. ebd. ita quod caliditas superexcedat. … Dicendum. 272. Der Kopf als der obere Teil des Menschen ist demzufolge auf das Oben des Gesamtkosmos hin ausgerichtet. ut ipsa ad calidum tendet et humidum. similiter in corpore maxime vitam recipiente est natura lucis. Racio talis. ex complexione planetarum elicitur.

Va) inluminat omnes partes mundi (mudi M). Die folgenden Texte können dafür Beispiel sein. fol. Commendatio philosophie librorum (Oxford. das einen solch schädigenden Einfluss ausschließt. 126b). id est caput. Sentencia libri de anima II c. 243. Expositio libri de anima cum questionibus et notabilibus II (Ed. Gr. sic et non aliter in minori mundo contento. prout dicit Plinius: ‚Crescente luna crescit omne humidum‘. De animal. Einen ersten entnehmen wir den Notule super regimen acutorum des Petrus Hispanus (Medicus).213 Eine anonyme Commendatio philosophie schließlich weist auf die Ähnlichkeit zwischen der Vielzahl der Gestirne und dem menschlichen Kopf bzw. 1 (Ed. Quemadmodum eciam sol in sublimi medium orbem tenens caloris tocius hec inferiora vivificantis seu vegetantis existit principium. sic (sol add. 214 Anonymus. sursum et deorsum eodem modo terminantur sicut in universo. Leon.] in medio et in homine Va) sicut sol in maiori mundo. sic et non aliter cor in medio corporis situatum secundum Philosophum omnium virtutum in corpore et tocius caloris vivificantis extrema cum mediis et remota cum proximis existit radix unica. XII tr. Albert d. 82rb–va): „In quibusdam tamen animalibus. de morte et vita. mit Berufung auf Avicenna ein Argument an. bestimmte Sachverhalte illustrierend oder erklärend näher zu erläutern. 1877. sicut in homine.“ . principium et minera. Eine erste Funktion besteht darin. XLV/1. quia cor est in homine in medio (in h. quod est corporis celum. caput seu cerebrum.). 1 n. ohne umgekehrt selbst Einwirkungen seitens des Körpers ausgesetzt zu sein. 280rb): „Cor autem est illud membrum. Corpus Christi College. Petrus Hispanus (Medicus). dass die intellektive Seele auf den Körper einwirkt. Oxford 1481. 100 l.) vero tocius humoris nutrientis. In dem von Petrus wiedergegebenen Gedankengang wird unter Verweis auf die Ähnlichkeitsbeziehung zwischen der intellektiven Seele des Menschen und den anime celestes dargelegt. per quod inest vita aliis membris. Questiones super libro de animalibus XIV (Madrid. Biblioteca Nacional. fol. Petrus de Alvernia. quia superior pars hominis. wie wir dies ähnlich zuvor schon beim Vergleich zwischen Mensch und Tier beobachten konnten. Expositio librorum de iuventute et senectute. 8 (Ed. 60–65). 11 f. in m. …“. 11va–vb): „Velut igitur in maiore continente multitudo syderum celum condecorat extimum. Va) cor influit super omnes partes corporis. in plantis autem est e converso. pluralitate sensuum et principiis motuum miro artificio conditor ordinavit. epar (epor cod. Darin führt der Medicus bei der Frage. so wie 213 Alexander von Alessandria.“ Vgl. 3 c. fol. Thomas von Aquin. inferior autem versus deorsum. Gehirn mit seinen zahlreichen Sinnesvermögen und Bewegungsprinzipien sowie zwischen Sonne und Mond einerseits und den Prinzipalorganen Herz und Leber andererseits hin. 864 l.282 kapitel iv kehrt. Stadler. I. ob Epilepsie seelische Haltungen (mores anime) verderben könne. scilicet homine. augentis et vegetantis fons est et origo miro Conditoris artificio. de inspiratione et respiratione lect.214 Über derlei Ähnlichkeitsfeststellungen als solche hinaus erfüllen die Vergleiche noch zwei weitere Funktionen. 166 (ed. est versus sursum universi. luna vero in inferiori orbe collocata tocius humiditatis optinet principatum. Unde sicut sol (sol om.. Venezia 1566.

217 Den Grundsatz. 79va): „Deinde cum dicit ‚Vincit autem et movet aliquando deliberationem. Dies löst den Schlaf 215 Petrus Hispanus (Medicus). dieses empfangene Licht aber zugleich mit ihrer eigenen Kraft erfüllen.216 Mit einem aus seiner aristotelischen Textvorlage übernommenen Vergleich illustriert Aegidius Romanus anhand der Bewegungsverhältnisse der Himmelssphären die Bewegungsbeziehung von intellektivem und sinnlichem Begehren.“ .] incontinentia ed. nec tamen [tamen] ab eis contraunt aliquam impressionem. von denen die unteren Licht von den über ihnen umlaufenden in sich aufnehmen. dort abkühlt und in Form von Wasser als Regen wieder herniederfällt. Ihr stellen sie die Verdauungswärme in den Sinnenwesen gegenüber. intellectivus—. In diesem Zustand verstopft sie beim Hinabsinken die Einflussbahnen des sensus communis zu den einzelnen Sinnen und blockiert dadurch den Zufluss von Wärme und Hauch (spiritus) zu den Sinnesorganen. die im Kosmos als Ganzem in Form von Dämpfen bis zur Luftschicht (medium intersticium aeris) aufsteigt. fol. Biblioteca Nacional. cum in continentia (in c. hoc modo est appetitus movens in hominibus in quantum unus appetitus vincit et trahit alium. sicut una spera celestis movet et trahit aliam. quomodo appetitus sit movens in hominibus. …“ 216 Albert d. que est materia elementorum. De causis propr. dass es sich wie im maior mundus so auch im minor mundus verhalte. 9 (Ed. 111ra): „Ad oppositum est Avicenna. 78 l.) fuerit. aliquando autem movet se (se] hec Arist. um durch ihn einsichtig zu machen. Venezia 1500.-Petrus Hispanus als auch der Verfasser von Questiones de sompno et vigilia zum Ausgangspunkt. Expositio libri de anima III (Ed. 1877. Notule super regimen acutorum (Madrid. 217 Aegidius Romanus. quod sicut anime celestes [cum] imprimunt in elementa et yle. 2 c.) ipsum sicut spera appetitus appetitum.das methodische instrumentarium und sein einsatz 283 analog die anime celestes einseitig auf die Elemente und deren Stoff einwirken. Zwischen den beiden Darlegungen bestehen auffallende Ähnlichkeiten. 7–19). um ihre Auffassung von der Verursachung des Schlafes abzustützen. V/2. wählen sowohl Ps. dass in ähnlicher Weise Körperorgane (wie Herz und Leber) den Hauch (spiritus) und den Körpersaft an andere Organe (wie Gehirn und Hoden) weitergeben. ostendit. diejenige des De sompno-Kommentators ist indes die differenziertere und präzisere. die dampfartig zum komplexional kalten Gehirn aufsteigt und dort durch dessen Kälte verdickt wird. Gr.) que sursum principalior est et movet. ut tribus lationibus iam moveatur‘. I tr. die empfangenden Organe aber das Übermittelte mit ihrer je eigenen Kraft erfüllen und spezifisch zurüsten. elem. Nam cum in homine sit duplex appetitus—sensitivus. Quod anima intellectiva similis est animabus celestibus in hoc.] semper Arist. Colon. Speziell nehmen beide Autoren Bezug auf die Wärme. fol. Natura autem spere (s.215 Albert der Große benutzt einen Vergleich mit den Planeten.. sic anima intellectiva imprimit sursum corpus et non recipit impressionem ab eo.

sicut firmamentum. et modo sic est in universo. quod ipsum non est stans (subiectum Ma) per se vel secundum se.284 kapitel iv aus. So wie es im Gesamtkosmos ein kontinuierlich bewegendes Prinzip geben muss. quod vapores ascendunt usque ad locum frigidum et ita condensa n tur ibi ad aqueam substanciam et tunc descendunt. Biblioteca Nazionale Centrale. sic est motus cordis causa omnium illorum (illarum cod. 220vb–221ra): „Alia est causa per accidens remota ipsius sompni. Conv. Questiones de sompno et vigilia (Firenze. Ma) movens. cum movet alia.) aeris. sed eciam movetur. et cum movet alia. ipsum movetur“. quod sit mobilis primum et quod suo motu sit causa horum omnium motuum in animali. quia cum mundo maxime habet similitudinem. Similiter est in minori mundo. Et sic in maiori mundo motor corporalis. quod est cor. ita quod movet alia et non movetur. et fumi et vapores ascendentes in membro frigido condensati descendunt. E. Conv. ita quod respicit motum et motorem primum. fol. 151vb): „Ad secundum dicendum. Clm 8951. 1359. fol. Petrus Hispanus (Medicus). Bayerische Staatsbibliothek. Membrum vero superius in corpore est cerebrum. sic eciam in microcosmo seu in animali. Similiter erit in minori mundo.) particularium motuum in animali. est ita (ita om. ergo ita est in animalibus. quod calor a loco digestionis ascendit per modum evaporacionis ad cerebrum et tunc frigiditate cerebri ingrossatur et tunc descendit et obstruit meatus influencie sensus communis ad sensus particulares et repercutit calorem et spiritum ab organis sensuum particularium et depauperat (d. cuiusmodi est ipsum cor.) meatus sensus communis ad sensus particulares. Causa enim per accidens propinqua est evaporacio facta frigida descendens et obstruens (obstinens cod.] de paupertate cod. und das ist das Herz.1. corporalis. quod est quoddam universum. quod animal est quasi universum.) sompnus“.252. das durch seine Bewegung sämtliche anderen Bewegungen bewirkt. quod cor respicit motum ab anima. Sed ex tali condensacione fit sompnus. fol. qui ibi infrigidatur et descendit inferius et convertitur in aquam sive in pluviam. ita debet esse in minori mundo. scilicet prima causa. Propter quod homo inter alia animalia dicitur microcosmus. et ipsum movetur. mit deren Hilfe er die Bewegerfunktion des Herzens zu verdeutlichen versucht.-Petrus Hispanus. quod sicut est in maiori mundo. sic et in minori. fol. scilicet in homine sive in animalibus. Sed in maiori mundo ita est. quod in maiori mundo est duplex motor (motus Mo). et spiritualis. 76va–vb): „Unde intelligendum est. quod sit principium omnium motuum in mundo. Ps. Glose super Phylaretum (München.“ 219 Simon von Faversham. Soppr. Biblioteca Nazionale Centrale. Quia sic ut est in maiori mundo sive in universo.219 218 Anonymus.) partes exteriores sive organa sensuum particularium a calore et spiritu. 101vb–102ra): „7a racio. Anonymus.853. quia calor solis a terra et ab aqua elevatur per modum vaporis usque ad medium intersticium (-ciis cod. Questiones de iuventute et senectute et de morte et vita .4. das alle Bewegung in der Welt verursacht. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] IV (Firenze. G. est evaporacio calida elevata a loco digestionis ad cerebrum. scilicet homine. et tunc fit (fit] sit cod. scilicet motor corporalis. Ergo in ipso fiet condensacio vaporum. so muss es auch im Mikrokosmos Mensch ein solches Prinzip geben.“ Vgl. Et quia motus omnes isti inferiores sunt causaliter a motu celi tamquam a principio.und Mikrokosmos angeführt. sicut anima.218 Als zusätzliches Beispiel sei Simons von Faversham Gegenüberstellung von Makro. et hoc elementum. Similiter in minori mundo est duplex motor. Et sicut in mundo [in] maiori oportet dare semper movens. Soppr. Dicit Philosophus. Dicta super librum de anima III (Leipzig. et motor spiritualis. Universitätsbibliothek. id est minor mundus.

Le soleil. Sed prima causa se tota est in suo mundo et ubique. Sed primum motivum non est in corde. sic est in animalibus saltem perfectis. scilicet La n dius. Pflanzen als ganze gegenwärtig ist. Struve. Ergo anima ubique erit in corpore se tota. … Huic ergo philosopho consentiens pono totam sensitivam in qualibet parte animalis et similiter de vegetativa in plantis. E. Conv. Einige Beispiele aus philosophischen und aus medizinischen Quellen mögen auch diese Funktion illustrieren. sicut deus est in mundo maiori. dass mittels der Vergleiche bestimmte Sachverhaltsannahmen bekräftigt und komplementär dazu gegenteilige Auffassungen ausgeschlossen werden. 220 Wilhelm von Clifford. sed in circumferencia. dicit hec verba: Sicut deus ubique totus in universitate.220 In den Glose super tegni Galieni verwirft Petrus Hispanus (Medicus) die durch den Timaios beeinflusste und auch von Constantinus Africanus vertretene Ansicht. Commentum in de anima (Cambridge. Johannes von Tytyngsale. fol.“ Zur Analogie von Sonne und Herz und zur Diskussion um das Herz als Hauptorgan. quia sicut est in maiori mundo. die am Ende unseres Untersuchungszeitraumes geführt wurde. et illa pars debet esse in medio inferioris et superioris. ad quod omnia alia habeant ordinem. ad quam omnes alie habeant ordinem.252. Soppr. fol. maiore vero maiorem.das methodische instrumentarium und sein einsatz 285 Von der erläuternden Funktion lässt sich—wenngleich nicht immer trennscharf—eine zweite abheben. Questiones super librum de anima II (Oxford. siehe auch Jacquart. sed totus in parte et totus in toto. In letzterem aber seien die leuchtenden Himmelskörper notwendigerweise rund. dass es sich im minor mundus so verhalten müsse wie im maior mundus. ita et hec non pro parte sui est in parte corporis. Die Anthropologie.221 dass die menschliche Kopfform eine runde zu sein habe. und das ist der Kopf. Biblioteca Nacio- . 378 f. Zugunsten dieser These hatten ihre Anhänger mit dem Analogieschluss argumentiert. 167ra): „Preterea primum motivum et primum sensitivum sunt in eadem parte. et sicut deus nequaquam minore sui parte minorem mundi partem replet.222 Im selben Werk wendet sich Petrus (Firenze. 253. ergo in animali similiter oportet dare partem aliquam. 222 Petrus Hispanus (Medicus).1. 374 f. sed in toto universo oportet dare unum primum principium. Peterhouse Library. wonach die Seele—hier ist speziell an die sensitive und vegetative Seele gedacht—in sämtlichen Teilen des Körpers von Sinnenwesen bzw.“ 221 Hierzu Struve. Die Anthropologie. Glose super tegni Galieni (Madrid. Homo enim minor mundus. … Item quidam philosophus in suo libro de anima. 311. sed in maiori mundo motor non situatur in medio. et h oc est cor“. So bekräftigt Wilhelm von Clifford mit dem Hinweis auf die Analogie zwischen der Seele im minor mundus Mensch und Gott im maior mundus sowie auf Gottes Allgegenwart als Erstursache die aristotelische Lehre. fol. sic debet esse in minori. Anima est in homine sicut in suo mundo. 111ra): „Ad oppositum. Sie besteht darin. Folglich gelte das nämliche für denjenigen Teil des menschlichen Körpers. 226ra): „Quia sicut est in toto universo. 157. ita anima ubique tota in corpore. Biblioteca Nazionale Centrale. der am meisten Lichtnatur umschließt. Balliol College.

62ra–rb): „Sicut est ordo in partibus maioris mundi. das heißt die leichten Elemente Luft und Feuer. Necesse est ergo in quo continentur spiritus habere figuram rotundam.) descendunt. seinen Ort oben habe. fol. ut videtur. 60rb): „Item sicut est in maiori mundo. 18 Anm. Roma 21952. ut videtur. In seiner Entgegnung greift Petrus die Analogie zwischen der Welt im Großen und der Welt im Kleinen seinerseits auf. in continente exiget figuram spericam. dass die Welt im Kleinen die Welt im Großen nachahme. fasst aber dabei einen anderen Sachverhalt ins Auge.286 kapitel iv gegen die Annahme.“ 223 Zur Unterscheidung von „Ausdünstungen“ und „Dämpfen“ äußert sich Anneliese Maier. Auch diese Ansicht war mit der Analogie zwischen Mikro. sich im oberen Teil konzentrieren. quod illud. dass das Gehirn komplexional warm und feucht sei und nicht vielmehr kalt und feucht. quod non possunt ascendere. wonach die Arterien im Gehirn ihren Ursprung haben. Feuer und die Himmelskörper. Sed in maiori mundo calida sunt sursum. condensantur et infrigidantur et postmodum condenpsati (condenspati cod. Biblioteca Nacional. also Luft. dass im Weltall die leuchtenden Körper. exigunt figuram spericam et ex omni parte rotunda m .) perveniunt ad membrum ultimum. Sed ita est in maiori mundo. Sed membrum magis sursum in homine est cerebrum. similiter est ordo in partibus minoris mundi et consimilis. An der Grenze von Scholastik und Naturwissenschaft (Storia e Letteratura 41).“ . quod videmus in maiori mundo vapores ascendere calidos usque ad tunicam aeris. dass im Makrokosmos das Warme. ut ignis et aer. quod maxime habet naturam luminis. 1877. Albert begegnet diesem vagen Analogieschluss seinerseits mit dem Vergleich zwischen Herz und Himmelskörpern. Die zwischen diesen nal.und Makrokosmos begründet worden in Verbindung mit dem Hinweis. nämlich das schon erwähnte Phänomen aufsteigender Dünste223 in beiden „Welten. wo sie verdichtet und gekühlt werden. et similiter. et ibi infrigidantur ratione loci et fiunt nubes et pluvie et huiusmodi impressiones. um danach herabzusinken. Ergo similiter necesse est in minori mundo. 17. genauer zwischen Herz und Sonne. Gestützt auf den Grundsatz.“ So wie diese in der Welt im Großen bis zur äußersten Lufthülle aufsteigen und sich dort abkühlen und zu Wolken und Regen kondensieren. fol. so steigen Ausdünstungen im menschlichen Körper bis zum Gehirn auf. ein Argument für die medizinische Auffassung wieder. … Hec autem ratio confirmatur per hoc. ita debet esse in minori. et postquam (postea cod. scilicet spiritus animalis. sucht dieses Argument jene anatomische Lehrmeinung durch den Hinweis zu stützen. et hec est ex omni rotunda. Ergo in minori mundo sic erunt. Glose super tegni Galieni (Madrid. … Ad oppositum sunt multe rationes. quod omnia corpora luminosa quia de sui natura multiplicant se sperice. 224 Petrus Hispanus (Medicus).224 Albert der Große gibt bei der Behandlung der zwischen Ärzten und Philosophen umstrittenen Frage. Igitur cerebrum debet esse calidum. in minori mundo q uasi s unt fumi ascendentes calidi. 1877. ob die Arterien vom Herzen oder vom Gehirn ausgehen.

fol. Colon. kapituly. sed per modum motoris.. 126 l. Auch dieser müsse nicht entsprechend der Zahl der Sphären vervielfältigt werden. Suppl. da die Sonne nicht den räumlichen Mittelpunkt des Universums bildet so wie das Herz den Mittelpunkt im Körper eines Sinnenwesens.. scilicet secundum situm et substanciam. Questiones in secundum et tertium de anima II (Praha. M 80. fol. dass die Sonne die Mitte der Natur darstellt. non numeratus nec multiplicatus secundum individua hominum. Quemadmodum enim sol quidam fons vitae est huic mundo inferiori et creato. III q. et medium secundum naturam est medium nobilissimum. Cum ergo intellectus uniatur corpori non per modum actus. 130vb: „… Commentator . Guillelmus de Hennor. scilicet per actum intelligendi …“. beruft sich sowohl ein Argument für die averroistische Position als auch das Gegenargument des Verfassers der questio auf den Vergleich des Menschen mit den Himmelskörpern und deren Erstem Beweger.“ Vgl. Paris 1674. est tamen coniuncta corpori per operacionem. et medium secundum substanciam est ibi nobilissimum. M 80. sondern in der des Bewegers verbunden sei wie entsprechend der Erste Beweger des Himmels mit den einzelnen Sphären. Et dicit Averroes. sic videtur: … Item motor primus celi quia unitur orbibus celi non per modum actus. 201b): „Horum primum est cor. XII. ut centrum. Et similiter ibi dicitur. Adam von Whitby et al.226 Nach dem Gegenargument trifft diese Analogie 225 Albert d. non numeratus neque multiplicatus secundum individua hominum. Questiones in secundum et tertium de anima III (Praha. ut habetur in libro de celo et mundo. Das averroistische Argument stellt die Notwendigkeit in Abrede. Quod autem sit unus in omnibus hominibus. 6 pars 40 (Opera omnia II. ut celum. non oportet intellectum multiplicari secundum multitudinem corporum. scilicet medium secundum situm. quod corpora celestia habent perfectionem separatam a suis subiectis. fol. ebd. sic cor tanquam quidam fons vitae est corpori humano et singulis membris ipsius“. Wilhelm von Auvergne. fol. Tractatus de anima c. quod hec questio est difficillima. dass der Intellekt in den einzelnen Individuen vervielfältigt sein müsse. sie ergibt sich aber. 512/543... 72–79 und 127 l.“ 226 Adam von Whitby et al. Knihovna metropol. utrum sit unus in omnibus hominibus. Quaest.. cuius harmonia ad solem. super De animal. sed per modum motoris. ob der intellectus possibilis in allen Menschen ein und derselbe sei. 26–31). quod hoc est cor.225 In der questio secundum Adam. ideo non oportet ipsum multiplicari secundum multitudinem orbium. 2 und ad 2 (Ed. medium autem secundum substanciam et naturam. vel numeretur et multiplicetur secundum huiusmodi individua. scilicet quod est perfectio separata a corpore secundum substanciam et esse suum. 66rb–66va): „Questio est de intellectu possibili. wie er erläutert. et isto modo dicendum est de intellectu possibili et agente respectu corporis nostri.das methodische instrumentarium und sein einsatz 287 Größen bestehende Ähnlichkeit sei zwar in räumlicher Hinsicht nicht gegeben. Vgl. 66ra): „Item in corpore universi est duplex medium. quod in corpore animalis est duplex medium. 5 arg. Gr. kapituly. Gonville and Caius College. Questiones de anima (Cambridge. 127va): „Et 3° huius commento 5° dicitur. ut multociens dicit Aristotiles. Et exponit Averroes ibi. Knihovna metropol. da er mit den Körpern nicht in der Weise eines Aktes. sicut terra mater eorum. daraus. propter quod et pater vegetabilium dicitur ab Aristotele.

Im maior mundus aber werde die höchste Form.“ 227 Adam von Whitby et al. M 80. inter quam et illam virtutem separatam posset fieri coniunctio sicud est in nobis.227 Aus zahlreichen der angeführten Textzeugnisse lässt sich ersehen. ob infolge einer Verschiedenheit des Tastsinns auch der Intellekt entsprechend unterschiedlich ausgeprägt sei. Da die Sphären ein einziges Kontinuum bildeten. Im Falle des Menschen aber bildeten die einzelnen Körper kein derartiges Kontinuum. Sie kommen ebenso in gegnerischen Argumenten vor. Bei der Erörterung der Frage. welche die sie referierenden Autoren gerade als unzutreffend und zu falschen Schlussfolgerungen führend zurückweisen. dass die darin vorgenommenen Vergleiche. et tamen in ipso corpore celesti non est aliqua virtus cognoscitiva.288 kapitel iv allerdings so nicht zu. Ex omnibus aut em hominibus non est aliquod corpus unum continuum. quod ex omnibus orbibus celi est unum corpus continuum.“ . führte er ein erstes Argument an. wie irreleitend derlei Vergleiche sein können. insbesondere die mit den formelartigen Ableitungsprinzipien verbundenen. neben den Ähnlichkeiten zwischen den Vergleichsgrößen stets auch auf allfällige Unähnlichkeiten hinzuweisen und diese bei den Analogieschlüssen gebührend in Rechnung zu stellen. Jedenfalls regt sich bei ihnen ein Bestreben. fol. Dazu verweist es auf jenen Grundsatz. Daher müsse—naturphilosophisch gesprochen—der Intellekt als Erstbeweger im Menschen entsprechend der Vielzahl der einzelnen Menschen vervielfältigt sein. nicht nur von den Magistern bei den Begründungen ihrer Lehraussagen selbst in Anspruch genommen werden. mit Analogien dieser Art und überhaupt zurückhaltend und behutsam umzugehen und vor allem die Bezugssachverhalte auf beiden Seiten des jeweiligen Vergleiches genau zu spezifizieren. das einen derartigen Zusammenhang ausschließt. 66vb): „Ad quartum dicendum. Das führte unmittelbar vor Augen. in kei1[°]2° metaphisice et in de substancia orbis ostendit. Questiones in secundum et tertium de anima III (Praha. kapituly. die Erstursache. et ideo necesse est primum motorem hominum—naturaliter dico—multiplicari secundum multitudinem hominum. bedürfe es dort nur eines Ersten Bewegers. wonach es sich in der Welt im Kleinen so wie in der Welt im Großen verhalten müsse. Knihovna metropol.. Offensichtlich waren sich die Magister auch dessen bewusst. Andernfalls läuft man unvermeidlich Gefahr. zu philosophisch nicht haltbaren Sachverhaltsannahmen zu gelangen. Das Vorgehen Wilhelms von Clifford illustriert dieses umsichtige Vorgehen. Es kommt sichtlich darauf an. quod celum vivit et intelligit et movetur per unam substanciam separatam ab eo. et ideo nichil prohibet ibi esse unum motorem primum non multiplicatum secundum multitudinem orbium.

228 Ähnlich weist der Verfasser von Questiones de iuventute et senectute et de morte et vita in einem Florentiner Codex im Zusammenhang mit der Frage. 4 f. Das Herz sei weder ein gänzlich unbewegter Beweger noch bewege es sich kreisförmig oder weise eine Rundform auf. offenbar von Alfred von Sareshel stammendes229 Argument zurück. a diversitate alicuius inferioris. Et ideo non procedit racio. ut in homine. hierzu Struve. Arguitur quod sic. sicut vult. Commentum in de anima (Cambridge. 230 Anonymus.252.1. In seiner Entgegnung räumt der Magister einerseits eine Ähnlichkeit zwischen dem Beweger des Gesamtkosmos und dem Herzen als Beweger im Sinnenwesen ein. dass zwischen Erstursache im maior mundus und dem menschlichen Intellekt keine allseitige Ähnlichkeit bestehe. 383. Ergo similiter nec diversificatur forma suprema in minori mundo. während der Intellekt nicht in dieser Weise Ursache des Menschen oder des sensitiven Vermögens sei und auch den Menschen nicht so. ed.. Die Erstursache sei Wirk-. nullo modo diversificatur a diversitate alicuius inferioris. Dem hält Wilhelm entgegen. sic: Sicut est in maiori mundo. ob ein Sinnenwesen eine 228 Wilhelm von Clifford. Die Anthropologie. fol. quoniam causa prima in mundo maiori est causa efficiens et formalis et finalis ipsius et est motor mundi separatus manens tantum metaphorice. Formal. Sed in maiori mundo sic est. sic est in minori. utrum motus cordis sit continuus. Clemens Baeumker. ut dicitur in XI methaphisice. quod forma suprema. Biblioteca Nazionale Centrale. Et sic intellectus non diversificatur a diversitate tactus. ob die Herzbewegung eine kontinuierliche sei. 229ra–rb): „Consequenter queritur. Münster 1923. immo sicut perfectio intrinseca et coniuncta. Questiones de iuventute et senectute et de morte et vita (Firenze. der im Menschen die höchste Form darstelle und wegen seiner Ähnlichkeit mit der Erstursache durch den nachrangigen Tastsinn nicht verändert werden könne. E. 157. scilicet an diversificatur intellectus a diversitate tactus. sed intellectus non est sic penitus causa hominis vel sensitive nec movet hominem sic. De motu cordis c. que est causa prima. sicut amatum et desideratum movet amantem vel amica amicum. … Ad primum in contrarium dicendum. Des Alfred von Sareshel (Alfredus Anglicus) Schrift De motu cordis (BGPHMA 23/1–2). Soppr.das methodische instrumentarium und sein einsatz 289 ner Weise durch etwas Untergeordnetes verändert. das unter Berufung auf die obige Analogie zwischen Makro. … Item sicut est in maiori . dass im Makrokosmos die Kreisbewegung kontinuierlich sei und dies daher ebenso für die Herzbewegung gelte.und Finalursache des Kosmos im ganzen sowie in Transzendenz verharrender Beweger der Welt. hebt aber andererseits zugleich die Unähnlichkeit zwischen diesen beiden Vergleichsgrößen hervor.“ 229 Alfred von Sareshel. Conv.und Mikrokosmos ins Feld führt.230 Im Zusammenhang mit der Frage. 27 l. Folglich gelte das auch vom Intellekt. 119va): „Sequitur 3m. 6. ein diese Annahme stützendes. Peterhouse Library. sondern im Sinne einer ihm immanenten Vervollkommnung bewege. fol. quod non est penitus simile de causa prima in mundo maiori et intellectiva in homine. 7 n. Quod non videtur.

Ergo et motus cordis. 75 (ed.-Petrus Hispanus aufgeworfene Frage. dass der Mensch als das vollkommenste Sinnenwesen in geringerem Maße eine Vielzahl verschiedener Organe benötige. II. Knihovna metropol.. kapituly. ob der Mensch den Himmelskörpern angeglichen werden könne. quod assimilacio non procedit a corporibus celestibus. 3 n. quod movet in toto universo. non est totaliter inmobile. dass in dieser Hinsicht gerade keine Ähnlichkeit zwischen den unteren (sublunaren) und den oberen (himmlischen) Naturen bestehe.290 kapitel iv Vielfalt von Organen benötige. 79 l.231 Sehr vorsichtig ist denn auch die konditionale Formulierung eines Arguments in einer Quaestion secundum magistrum A dam de Wyteby: „Ferner. Soppr. Quaest.. Der Kommentator verneint dies und stellt fest.234 mundo. Questiones in secundum et tertium de anima II (Praha. 232 Adam von Whitby et al. sic debet esse in minori. ob die spezifische Gestalt des Menschen in einem vom maior mundus ausgehenden Einfluss ihre Ursache haben könne. neque similiter cor movetur circulariter perfecte (-to cod. Stadler. wenn es sich im minor mundus so wie im maior mundus verhält. 20–25 und l. dens. III (fol. Aus den beiden Prämissen. I q. da sich ein solches Bedürfnis nur aus dem Erfordernis vielfältiger Bewegungen ergebe. sic[ut] in animali. dass die jeweils höhere und vollkommenere Sphäre weniger Bewegungen aufweise und dass die unteren Naturen soweit wie möglich die oberen nachahmten. Colon. Dort geht es darum. 53 f. G. fol.“ 231 Albert d. dass er von ihnen Form und Gestalt erhalte.). XX tr. Et sic ad illud. Sed in maiori mundo motus circularis est continuus. Gr.. 10–12). dass die Himmelskörper dem Fetus ihr Bild nicht aufdrücken. super De animal.. Commentum super libros de animalibus [Florentiner Redaktion] XVIII (Firenze. 68rb): „Ad oppositum sic. De animal. tamen dissimile. Queritur. Alberts Entgegnung darauf beginnt mit der Feststellung. der gegen die Notwendigkeit einer solchen Ausstattung sprach. fol. …“. Si ita est in minori mundo sicut in maiori. 2 c. 173vb: „Dicendum. quia ipsa non da n t effigiem fetui. Vgl. … Ad aliam. est inmobile penitus. 2 arg.-Petrus Hispanus.). quia sicut in toto universo est unum movens et immobile. utrum homo possit assimilari corporibus celestibus et ita quod ab ipsis et formam et figuram recipiat. quia illud. 43vb–44ra): „Iterum si sic sit in minori mundo ut in maiori.4. 173vb): „Circa 3m (5m Fi) sic procedimus. ebd.“ .“ 234 Ebd. setzte sich Albert der Große mit einem Gedankengang auseinander. M 80. fol. ‚Sicut est in toto universo et cetera‘ verum est. XII. ut dictum est. neque est circulare.. war in jenem Argument gefolgert worden. …“232—Die von Ps. 3 und ad 3 (Ed. quod autem est movens in animalibus. …“ 233 Ps. Biblioteca Nazionale Centrale.233 ist in einem anderen Kontext zu sehen. et videtur quod non. Conv.853. und zwar in der Weise. 1313 l.

Die Kommentatoren von De animalibus registrierten die zweiphasige Herangehensweise des Stagiriten in den ersten zehn und den restlichen neun Büchern De animalibus aufmerksam.235 Obwohl sich für Aristoteles die wissenschaftliche Erkenntnis erst mit der Erklärung der 235 Beispielsweise Anonymus. Interuniversitaire—Section de Médecine. Beschreibende und erklärende Erfassungsweise Grundsätzlich halten sich die Magister bei der Bestimmung von Konturen des spezifisch Menschlichen an einen zweifachen Methodenschritt: erstens die beschreibende Erfassung interessierender Sachverhalte unter dem Gesichtspunkt von Übereinstimmung und Verschiedenheit (gegenüber den Tieren) und zweitens die Zuweisung von causae zu den erfassten Phänomenen sowohl in seelischer als auch in körperlicher Hinsicht. hic determinat de partibus et generacione ipsorum per causam“. Rossi. Note. Commentum in libros VIII–X de historia animalium et in de partibus animalium (Montpellier.1. gingen bei der vergleichenden Gegenüberstellung von convenientiae et differentiae bei Mensch und Tier mittelbar oder unmittelbar fortlaufend erfahrungsbezogene Anhaltspunkte in die naturphilosophische Erörterung der konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen ein. folgen die auf die Begründung der einzelnen Sachverhalte zielenden vier Bücher De partibus animalium und fünf Bücher De generatione animalium. H 44. die darauf zielte. 175): „Liber uero qui inscribitur hystorie animalium non est numerandus inter libros natu- . Bibl. Wilhelm von Moerbeke bemerkt in seinem Prolog zu seiner Übersetzung von De partibus animalium (ed. Auf die zehn Bücher De historia animalium. Darin spiegelt sich erkennbar jene zuvor umrissene allgemeine Denkentwicklung im Untersuchungszeitraum wider. Empirisch-apriorische Argumentationsstruktur 291 Wie das bisher Ausgeführte zeigt. der Erfahrung und der deskriptiven Sachverhaltserfassung im naturphilosophischen Erkenntnisprozess ein stärkeres Gewicht zu geben. Dieser Prozess verstärkte maßgeblich den beschreibend-empirischen Anteil an der Methodik dieses Ansatzes. fol.das methodische instrumentarium und sein einsatz 3. die vorrangig der umfassenden Ermittlung und Darstellung der convenientiae et differentiae zwischen den verschiedenen Arten von Sinnenwesen dienen und somit die deskriptive Sachverhaltserhebung zum Ziel haben. Diesen methodischen Doppelschritt hatte die Anordnung der Bücher De animalibus des Stagiriten nach der Übersetzung des Michael Scotus vorgegeben. 84va): „Postquam Philosophus in precedentibus libris determinavit de animalibus quoad partes et generacionem ipsorum modo narrativo ac ystoriali. 3.

. in: Was ist Philosophie im Mittelalter? Akten des X. 260. 1 n. 238 Hierzu Köhler. Aegidius Romanus. Jahrhundert. 239 Albert d. Gr. Tractatus de formatione humani corporis c. 140 (ed. 1 (Ed. Der Tiervergleich.21. 501b–502a). Rimini 1626.236 lenkt er zugleich mit den umfangreichen Schilderungen von De historia animalium den Blick auf die fundamentale Rolle. Er begünstigte dadurch im Prinzip eine Entwicklung. wonach die Kausalerklärung von Sachverhalten. 1 c. Aertsen/Andreas Speer (Miscellanea Mediaevalia 26).“ Zur Konzeption philosophischer Erschließung empirischer Gegenstandsbereiche im 13. dens. L. 749–755. 1): „…. 450–453. IX. I. …“. dens. Paris.. quod certior est sciencia. que est ipsius propter quid.. ed. 3 c. August 1997 in Erfurt. 2 c. II tr.III. in: Theol. ders. V. De intell. 75 l. 3 c. Die mittelalterliche Aristotelesdeutung in ihrem gesellschaftlichen Kontext. Biblioteca Comunale.. quia tunc opinamur cognoscere unumquodque. 1 n.). 14 f. 9): „et cognitio alicuius per c suam causam est magis firma quam sui esse tantum“. Stadler. die die Sachverhaltserfassung innerhalb des wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses neben der Sachverhaltsbegründung spielt. Miner. Conversations with his Nephew (Cambridge Medieval Classics 9). ed. 237 Vgl. ihre Ableitung aus allgemeinen Prinzipien. I tr. 138ra): „Dicit enim. 1 (ed..239 Sie ist für den ralis methodi. Colon. dens. 8 (Ed.238 Zugleich aber blieb es bei ihm wie auch bei den übrigen Magistern bei der Einschätzung. The new Aristotle. I tr. 238–274. Paris. Questiones super librum de anima I (Siena. cum cognoscimus causas eius primas et prima principia usque ad elementa. bis 30. 51 (1976) 481–495. XVII tr. Berlin–New York 1998. ders. Stadler. die zu einer weiteren Lockerung der exklusiven und einengenden Verküpfung wissenschaftlicher Erkenntnis mit der Erklärung aus Ursachen und damit zu einer methodisch stärkeren Gewichtung der Sachverhaltserfassung gegenüber der Sachverhaltsbegründung führte. Cizmi´. Questiones in de anima (ed. 556 l. 7–11). Charles Burnett.. „Scientia perfecta.237 Wie kein anderer hat innerhalb des Untersuchungszeitraumes Albert der Große diesen Impuls aufgenommen und in seinen Arbeiten über die Sinnenwesen den beobachtend-darstellenden Untersuchungsschritt theoretisch wie praktisch von verschiedenen Ansatzpunkten her als einen eigenständigen und grundlegenden im philosophisch-wissenschaftlichen Erkenntnisprozess deutlich zu machen versucht. ˇ Galfrid von Aspall. fol. 2 c. Cambridge 1998. De causis propr. …“ Adelard von Bath. V/2. De avibus tractatus. auch dens. Internationalen Kongresses für mittelalterliche Philosophie der Société Internationale pour l’Étude de la Philosophie Médiévale 25. 1 (Ed. ebd. 3 (Ed.292 kapitel iv Sachverhalte aus ihren Ursachen vollendet. II... sicut nec liber de anathomiis animalium. et int. pro eo quod non sit eiusdem modi. 75–81). 1145 l. De animal. hier: 238 und 240 stellt in einer interessanten Bemerkung . den im eigentlichen Sinn „wissenschaftlichen“ Untersuchungsschritt darstellt. 30a). Jan A. Adelard of Bath. Philos.“ 236 Hierzu unter anderen Lohr. Anonymus. Vgl. quam quia. hier: 493 f. VII tr. „Processus narrativus“. elem.

3 (Ed. I. Paris. VII tr. sondern auch die Ursachen erforschen. 556 l. 1 n. super De animal. 14 f.. et int.Va) causas assignando. Petrus Hispanus (Medicus). De animal. Miner. 502a). De causis propr.. Paris.243 Dass die Bestimmung der Ursachen als der vorrangig angestrebte. 241 Ders. dass Ärzte. die sich nicht allein auf Erfahrungen stützen. Biblioteca Nacional. 556 l. 420 f. 7 (Ed. De motu cordis c. Baeumker. 242 Ders. I.. 140 (ed. 3 (Ed. um desto besser über seine und seiner Körperorgane causae Aufschluss zu gewinnen. 219 l. dass er den Ursachen von Tod und Krankheit und dem.). Colon. XI q. elem. Colon. V/2. IX.. 140 (ed. 2 c.“ 244 Ebd. Va) hec (hic M) procedat modo narrativo. I tr. 3 c. ders.. 1 (ed.. De intell. 2 n.. was mit ihnen zusammenhängt. 76–81). 1 n. ergo cum (cum om. 3 c. 1145 l. VII/1.). 7–10).. De animal. ut patet per (patet per] p Va) diffinicionem ipsius sciencie in posterioribus. 11–19). zeigt sich auch an der Einschätzung ärztlichen Handelns. Compendium studii philosophiae c. ders. 3 c. so legt er dar. cancri). Questiones super libro de animalibus. 3 (Ed. 2 c. XII. (Madrid. ders. 501b–502a). De animal. 55–58). 10 f.244 Thomas von Aquin übernimmt die Einschätzung des Stagiriten.240 An Deutlichkeit lässt er es in dieser Hinsicht nicht fehlen. die sich lange Zeit um Partikuläres wie die actus humani bemühen—ausdrücklich nennt er diejenigen. Gr. die ihre ganze Aufmerksamkeit auf Gesetze richten— und dabei nicht nach Ursachen und Gründen forschen. ders. die Unterschiede aller Erscheinungsformen des Krebses erfahrungsmäßig zu erfassen. XVII tr. 30a). dass der Naturphilosoph jeweils die Ursachen zu erforschen habe. 75 l. die ärztliche Kunst „stärker philosophisch“ (magis philosodie sachverhaltserklärende Ursachenforschung als eher beschwerlich der deskriptiven Sachverhaltserkundung—hier der Natur der Greifvögel—als eher erholsamer Beschäftigun gegenüber. 370 l. ergo non erit sciencia. 25 (740 l. 1 (Ed. I tr. Brewer. 29 (ed. wenn das unterlassen wurde. De anima I tr. Gr. Stadler. 2 n. VII tr. Prol. alle diejenigen als ungeeignet für die Philosophie zu erklären.). Stadler. X tr. 51 l. und kritisiert. 4 (ed. 1 n. auf den Grund geht. Quaest. Nach Albert zeichnet den vollkommenen Arzt aus. Roger Bacon. fol. ebd. sed potius hystoria. V.das methodische instrumentarium und sein einsatz 293 Doctor universalis der modus philosophiae schlechthin. Stadler. Colon. De intell. Paris. 49–51). Alfred von Sareshel. 2 c. 3 c.. 15 (ed.. II. 1877. 1 c. . 8 (Ed. Es sei notwendig. 25–29). ders. 37 l.242 Die Komplementarität und Stufung der beiden Untersuchungsschritte verdeutlicht recht präzis seine Bemerkung im Zusammenhang mit der Untersuchung der einzelnen Krebsarten. 1 c. eigentlich philosophisch-wissenschaftliche Erkenntnisweg angesehen wurde. 1 c.. 256rb): „Item cum potissima sciencia debeat procedere (pre. I. I tr. Stadler. IV tr. Vgl. 240 Albert d. 11 n.“ 243 Albert d. Vgl. 24–26): „Oportet autem nos experimentaliter considerare diversitatem omnium modorum huiusmodi animalis (sc. IX.241 Immer wieder dringt er darauf. II tr. et int. So zögert er nicht. ut eo melius sciantur causae eius et membrorum ipsius.

9 l. Gr.‘“ Nach Rossi. Bologna 1892. non sunt ad physicale magisterium admittendi. dass keiner. dürfe nicht als medizinischer Lehrer tätig sein.248 3. XI q. XII. Inference from Signs: Ancient Debates about the Nature of Evidence. 273. 204 wurde dieses Werk 1235 fertiggestellt. La scolastica. Darin heißt es. . ed. Gaudenzi.245 In diesem Sinn verstanden im Übrigen die medici selbst in zunehmendem Maße ihr Tun. Sentencia libri de sensu et sensato. Stuttgart 1976. 332 ff. um diese Sachverhalte zusätzlich zu erläutern und auf die sie bedingenden Ursachen zurückzuführen249 und sie damit in einen übergreifenden theoretischen Zusammenhang einzuordnen. 218 l. Discussions. Oxford 2001. Quaest. Prol.246 Beide Herangehensweisen stellen für ihn Schritte innerhalb des therapeutischen Prozesses dar. 295–302). super De animal. 246 Zu diesem Begriff siehe unten S. De commixtionibus elementorum libellus. zum ärztlichen magisterium zuzulassen sei. der über die Naturen der Dinge und die Komplexionen der sterblichen Wesen nicht Bescheid weiß. Zum Hintergrund siehe James Allen. II. XLV/2.. Für Urso von Salerno beispielsweise gehören zum ärztlichen Handeln notwendigerweise sowohl die Ursachenzuweisung als auch die Beobachtung von signa. da er nicht zu heilen versteht. 213 (zur medizinischen „demonstratio signi“ und „demonstratio simpliciter“). 37. Proh. La scientia medicinalis. A. 273b: „Si physicus est. denn wer die Ursachen nicht kenne. 248 Boncompagno da Signa. Die Magister setzten die beschreibend festgestellten Sachverhalte mit einer beträchtlichen Anzahl theoretischer Vorannahmen in Beziehung. (Ed.. auch wenn ihm dies bisweilen einmal zufällig glückt. licet fortuna illos quandoque respiciat per directum. Scripta anecdota antiquissimorum glossatorum. quoniam qui causas ignorant magistrari non debent. Rhetorica novissima VI 1. Wiederum lässt sich dies am deutlichsten am Untersuchungsansatz Alberts des 245 Thomas von Aquin. dici debet ‚Qui rerum naturas et mortalium complexiones ignorant. Vgl. die die philosophische Erfassung von konkreten Ausprägungsweisen des Menschlichen kennzeichnet.2. Colon. 38–40). quia curare non possunt. Deduktionen aus allgemeinen metaphysischen Prinzipien Dem zweifachen Methodenschritt entspricht eine charakteristische empirisch-apriorische Argumentationsstruktur. ed.294 kapitel iv phice) anlegen und betreiben.247 Einschlägig ist auch ein Passus in der Rhetorica novissima des Boncompagno da Signa. 91. 1c (Ed. 249 Albert d. (Bibliotheca Iuridica Medii Aevi). die Unterscheidung zwischen theoretischer und praktischer Medizin bei Bartholomaeus von Salerno. O’Boyle. Wolfgang Stürner (Stuttgarter Beiträge zur Geschichte und Politik 7). 247 Urso von Salerno. hierzu Jacquart. Leon. Vgl.

darauf hingewiesen zu haben. um die Einsicht in die formalen Prinzipien der Zeugung von Sinnenwesen zu erleichtern. dass „die Natur des vollkommneren Sinnenwesens über die Seelenkräfte zu ergründen ist. perfectum est in organis. 1 n. dies im Einzelnen und unter inhaltlichem Gesichtspunkt darzulegen. 1 c. …“ . 67 (ed. 2 c. 1 n. da … dasjenige. Am Schluss längerer Ausführungen über das Ausströmen der Formen aus der Erstursache stellt er fest. 1 (1321 l. dass derlei Überlegungen mehr den Metaphysiker als den Naturphilosophen beträfen. zum anderen um Vorgaben aus der naturphilosophisch-medizinischen complexio-Lehre.“ 251 Ebd. 19–21): „Ratio autem perfectioris animalis secundum animae vires quaerenda est: quia … quod est perfectum in viribus animae. dass er in De animalibus im Anschluss an die Kommentierung der neunzehn aristotelischen Bücher in Buch XX–XXII dezidiert seine emanationstheoretische Konzeption einbringt. In beeindruckender Weise auf eine umfassende und detaillierte Sachverhaltserfassung im Bereich der differentiae et convenientiae bedacht. strebt er gleichermaßen die Einordnung der Beobachtungen in einen theoretischen Gesamtzusammenhang an. Bezeichnend dafür ist.. Diese Grundannahme durchzieht folgerichtig alle Überlegungen.250 Das grundlegendste und von allen Gelehrten gleichermaßen vorausgesetzte theoretische Konzept bildete selbstverständlich die Annahme der artspezifischen Beseelung des Menschen durch die anima intellectiva. XX tr. tamen hic induximus ut facilior sit intellectus principiorum formalium generationis animalium. 31–33): „Haec autem licet potius spectent ad primum philosophum quam ad physicum. auch wenn er damit strenggenommen die naturphilosophische Betrachtungsebene überschreitet. 1308 l. II. was sich in Bezug auf seine Seelenkräfte als vollkommen erweist. Gleichwohl habe er sie hier eingebracht.“251 Es genügt an dieser Stelle. es auch in Bezug auf seine Körperorgane ist. Die spätere Erörterung der konkreten Ausprägungsweisen des Menschen wird uns vielfältige Gelegenheit bieten. De animal. Über diese metaphysisch-anthropologische Grundannahme hinaus lassen sich noch zwei weitere Gruppen von allgemeineren theoretischen Vorannahmen unterscheiden.. 250 Ders. Dabei handelt es sich zum einen um metaphysisch-kosmologische Prinzipien betreffend die Ordnung und das Wirken der Natur insgesamt. XXI tr. Über diesen Kategorienwechsel gibt er sich in seinem ausgeprägten Methodenbewusstsein auch ausdrücklich Rechenschaft. Programmatisch bringt das Albert der Großen mit dem Satz zum Ausdruck. Stadler.das methodische instrumentarium und sein einsatz 295 Großen beobachten.

“253 In ähnlicher Weise zeigt er.“ 253 Petrus de Alvernia. 198 l. 1877. quod omnis processus entium per similitudinem secundorum ad prima efficitur. welche sich zwischen der möglicherweise bei den pygmei anzunehmenden Fähigkeit. Summa supra phisonomiam Aristotilis cum questionibus (Città del Vaticano. pertransire. De natura hominis c. Natura enim coniungit fines primorum principiis secundorum. um welche Annahmen metaphysisch-kosmologischer Art es sich handelt und in welcher Weise die Magister damit verfahren sind. Barb. II. Nemesius von Emesa. fol. et ad huiusmodi participationem per quandam similitudinem videntur pygmei attingere. De animalibus VIII 1. 6 l. Quodl. Biblioteca Nacional.‘ …“ Vgl. dass die Erinnerungsfähigkeit nicht mit dem sensitiven Vermögen als solchem gegeben ist.): ‚ut in homine ars et sapientia et discretio. sondern eine Qualität des mit dem Intellekt verbundenen sensitiven Vermögens des Menschen darstellt. 209–213. sic in quibusdam animalium est quedam altera naturalis talis virtus. que sunt media. Verbeke/Moncho. quod non est transire ab uno extremo ad aliud (-um Va) extremum nisi per medium. Biblioteca Apostolica Vaticana. 77 – 199 l. 1 (ed. denn—so die Begründung—„die Natur verknüpft die Enden der Erstrangigen mit den Anfängen der Zweitrangigen. Guillelmus Hispanus. 588a29 f. 265va): „Preterea dicit Philosophus in libro phisicorum. dass zwischen zwei gegensätzlichen Ausprägungsformen (extrema) Übergänge anzusetzen sind252 oder—wie eine andere Formulierung lautet—dass die Natur stets in Zwischenstufen vom Unvollkommeneren zum Vollkommeneren fortschreitet und dass sie das untere Ende der in der Seinsordnung ranghöheren Primären mit den Anfängen der rangniedrigeren Sekundären verbindet. Quaestiones super librum de sensu et sensato q. Es ist jener von den Magistern in verschiedenen Varianten angeführte Grundsatz. VI q. 309. 93). 254 Petrus de Alvernia. Einzelsachverhalte vergleichend abzuschätzen. fol. Similiter et quedam animalia alia. und der menschlichen sensitiven Fähigkeit der ratio particularis abzeichnen könnte. 14 (ed. . per quam competit ei collatio circa particularia.254 Johannes Vath gibt in seinen Quaestiones super librum de generatione animalium ein Argument wieder. quedam quidem plus. Proclus etiam dicit 29 conclusione libri sui. Koch. que ad virtutem sensitivam in eo pertinet. Sind die Pygmäen Menschen. 16 (ed. Ergo est ponere medium inter vivens et non vivens“. primo consequitur autem hominem ratio particularis. zur Begrün252 Petrus Hispanus (Medicus).296 kapitel iv Fragen wir zunächst. lat. Auf eines der wichtigsten für theoretische Ableitungen verwendeten metaphysisch-kosmologischen Prinzipien sind wir bereits gestoßen. Mit Hilfe dieses Grundsatzes erklärt beispielsweise Petrus de Alvernia 1301 die Ähnlichkeit. White. wonach beim Fetus der Schlafzustand dem Wachzustand vorausgeht. 53 – 7 l. quedam autem minus. hier: 212): „…. 75). Questiones super libro de animalibus VII (Madrid. 70ra): „Ordo enim nature requirit (-is V ) de extremo in extremum per ea. dicente Philosopho 7 De animalibus (circa principium) (Aristoteles.

252. 208ra–rb): „Intelligendum est. dass die Natur den Menschen im Vergleich zu den übrigen Sinnenwesen und den Pflanzen generell mit zahlreicheren Fähigkeiten ausgestattet hat. 1359.“255 Eine Schlüsselrolle als Prämissen spielen ferner die Gesetzmäßigkeiten. 9va): „Ad hoc dicendum. non tamen in genere animalium multum imperfectorum. ita quod semper natura secundum modum essendi specierum tradidit ipsas virtutes. Et arguitur quod sopnus. Soppr. AD. Dicta super librum de anima II (Leipzig. Questiones super librum de partibus anima- . que (qui cod. maxime curat de perfectioribus speciebus universi et de salute ipsarum.258 Johannes Vath wiederum 255 Johannes Vath. Universitätsbibliothek. Zu diesen Gesetzmäßigkeiten gehört der Grundsatz. 55 (ed. quia natura non procedit de inperfecto ad perfectum nisi per medium. fol. fol.1.-Johannes von Casale begründet in ähnlicher Weise die Geschlechterdifferenzierung bei den vollkommeneren Sinnenwesen und die Ausstattung gewisser Sinnenwesen mit den Organen Herz und Gehirn. que requiruntur ad conservacionem speciei talium animalium. 281): „Consequenter queritur … utrum fetui primo in matrice insit sopnus quam vigilia. Modo animalia perfectissima non essent sufficienter instituta ad generacionem animalium. Quaestiones super librum de generatione animalium q. et procedit in animalibus a non vivere simpliciter ad vivere simpliciter. fol. quod natura. Sed dormire est medium inter vivere simpliciter et non vivere simpliciter. ders. nicht aber bei unbelebten Dingen und Pflanzen gegeben sind. die mit dem Konzept der res nobilior (perfectior) verbunden werden. cum neutrum eorum sufficiat ad generacionem“.“ 256 Simon von Faversham.-Johannes von Casale. Biblioteca Nazionale Braidense.“ 258 Ps. 70rb): „Unde Commentator secundo celi et mundi et XII methaphisice: Licet natura soli ci tudinem habeat de omnibus entibus universi. Conv. Natura enim magis sollicita est nobilibus. Modo mixta animata sunt perfectiores species quam mixta inanimata et animalia quam plante.XI.“ 257 Anonymus. quod in genere animalium perfectorum masculinum et fe minin um sunt distincta.. E. dass die Natur für das innerhalb der Seinshierarchie edlere Wesen und dessen Wohlergehen besondere Sorge trägt. Propter quod natura plures virtutes tradidit homini quam alteri animali vel plante. ideo animalia habent gustum et tactum et non alia. Primum patet.das methodische instrumentarium und sein einsatz 297 dung dieser Annahme wird der Satz angeführt: „denn die Natur schreitet vom Unvollkommenen zum Vollkommenen nur durch Zwischenschritte fort. Questiones super librum de generatione animalium (Milano. dass Geschmacks.und Tastsinn nur bei Sinnenwesen. Questiones de sensu et sensato (Firenze.18. Cova. que sunt intelligencie.256 Der Kommentator von De sensu et sensato in einem Florentiner Codex erläutert mit Hilfe desselben Grundsatzes.257 Ps. nisi in eis essent masculinum et femininum distincta. Biblioteca Nazionale Centrale. Quia due species non possunt esse equaliter perfecte in universo. magis tamen de nobilibus secundum gradum et gradum. cum sunt fines aliorum. Daraus ergibt sich für Simon von Faversham. cum generatur animal.) non agit nisi remorata a causis superioribus. Animalia perfectissima sufficienter debent esse constituta ex hiis.

Peterhouse Library.. per quam exprimunt suos affectus. In diesem wird aus der Annahme. fol. Cova. dass er ihn im Rahmen seiner Zurückweisung einer Überlegung anführt. wenn sie schon die Tiere je nach Art mit einer natürlichen Stimme zum Ausdruck ihrer Gefühle begabt hat. qua utebatur ante dispersionem linguarum.260 Mit diesem ersten nobilius-Grundsatz hängt ein weiterer zusammen.. Quaestiones super librum de generatione animalium q. dass sie erst recht dem Menschen ursprünglich eine einheitliche natürliche Sprache zum Ausdruck seiner Gefühle verliehen habe. dedit enim ut quolibet tempore posset parere et coyre. Questiones super libro de animalibus XI (Madrid. Quare cum natura dedit omnibus brutis unam vocem naturalem. dass die Natur den Menschen als das würdigste unter den Naturwesen reichhaltiger als die Tiere ausgestattet habe. dass es eine Frau beim Geburtsvorgang schwerer hat als weibliche Tiere. Commentum in de anima (Cambridge. ut cor et cerebrum. . Problemata 102 (ed.298 kapitel iv sieht in dieser Fürsorge einen Grund. et propter hoc homo sicut nobilius est quolibet animali. multo forcius et homini naturaliter dedit natura unam vocem et sic unum ydioma. sei es. quod quanto res est nobilior. ders. 35va): „Eciam quedam (sc. Nach diesem bedarf ein Wesen. je edler es ist. Besonders häufig begegnet dieser Grundsatz in den Questiones super libro de animalibus des Petrus Hispanus (Medicus). cum homo sit dignissimum in natura. zeigt unter anderem ein von Wilhelm von Clifford wiedergegebenes und anschließend entkräftetes Argument. quod omnes homines naturaliter loquerentur linguam Ebraicam vel illam. 157. 118vb): „Item natura plus dedit homini quam brutis. Aristotiles secundo celi et mundi. dass er mit ihm einen eigenen Gedankengang begründet.: tertium M) dicendum. de Asúa. fol. …“ Hier auch der Grundsatz „nobilioris complexionis est et nobilior species. 293). 1877. gefolgert. warum die Fortpflanzung des Menschen nicht auf bestimmte Zeiten eingeschränkt ist: damit wir nämlich in unserer Art erhalten werden. sei es. tanto cum maiori difficultate habetur.261 oder dass die Zeugung beim Men- lium (ebd. et in marg. animalia) habent forciores pelliculas quam quedam. Istud concedunt quidam dicentes. einer um so größeren Anzahl von Voraussetzungen zu seiner Existenz und ist zugleich um so rascher allfälligen Beeinträchtigungen ausgesetzt. Biblioteca Nacional.259 Dass jener Grundsatz auch zu irrigen Schlussfolgerungen Anlass zu geben vermag.“ 261 Petrus Hispanus (Medicus). per quod possint exprimere mutuo suos affectus.“ 259 Johannes Vath.. ut salvaremur in specie. plus laborat mulier in partu quam femine aliorum animalium“. 272rb): „Ad secundum (secundum del.“ 260 Wilhelm von Clifford. 281): „Natura magis est sollicita de humana specie. 54 (ed. fol. nisi esset assuefactio ex conversatione inter homines diversarum linguarum. So erklärt er beispielsweise damit den Umstand. quia in nobilibus magis sollicita est natura.

Nach diesem Argument legt jener Grundsatz die Annahme nahe. Quia quanto res est nobilior. Set mas est generans nobilius quam femina. Contrarium patet per (per s. de Asúa. da die männliche Zeugung edler als die weibliche und folglich störanfälliger ist. utrum a parte maris vel femine. S) libro potest queri de hiis impedimentis generacionis humane. fol.263 Dass der Zeugungsbeitrag des Mannes der edlere ist. que narrat Philosophus. 77rb–va): „Circa iam dicta in hoc X (X om. M) autem. Quare sepius debet impediri generacio propter marem quam propter feminam. quare generatio cicius (facilius M) impeditur in homine quam in aliis animalibus.. da die Frau in die Zeugung die Materie einbringt und dauerhaft an der Embryonalentwicklung mitwirkt. 294). Biblioteca Nacional. Ergo generacio magis impeditur a parte maris quam a parte femine. 16166. steht auch für Petrus fest. et propter hoc cicius impeditur generatio hominis quam aliorum“. tanto difficilius habetur et plura ad sui esse (ad sui esse] adinvicem M) requiruntur.l. ergo plus impeditur generatio a (a] ex Va) parte viri quam a parte mulieris (femine M). fol. P) Philosophum. 272vb): „Iusta hoc queritur. Scripta supra librum de animalibus Aristotilis X (Paris. ders. …“ . tanto illud facilius impeditur.265 Im Falle der Frage. M) ex (ex] a Va) parte mulieris vel ex parte viri vel masculi.das methodische instrumentarium und sein einsatz 299 schen eher Beeinträchtigungen ausgesetzt ist als bei Tieren. femina paciens. quod obicis. et omnis error est a parte materie.262 Teil einer von Petrus zurückgewiesenen Schlussfolgerung ist dieser Grundsatz in einem Argument im Zusammenhang mit der Frage. ob Beeinträchtigungen bei der Zeugung eher auf Seiten des Mannes oder eher auf Seiten der Frau anzunehmen sind. 272va: „Circa primum queritur primo. Ergo similiter quanto nobilius est generans. 1877. 263 Ebd. Questiones super libro de animalibus XI (Madrid. tanto plura (plus M) requirit ad sui esse et cicius impeditur. … Ad primum istorum (i ll orum Va) dicendum. Sed ad (ad om. sed generatio viri nobilior est quam mulieris. Biblioteca Nacional. quod quanto res est nobilior.“ 264 Ders. Per hoc patet solutio ad secundum. Va) viri sit nobilior. Bibliothèque Nationale. lege der obige Grundsatz an sich nahe. tanto eius generacio facilius impeditur. Quanto plura requiruntur ad aliquid. dass 262 Petrus Hispanus (Medicus). fol. Lat. tanto eius generacio facilius impeditur. ob der männliche oder der weibliche Embryo schneller gebildet wird. a parte cuius sepius (superius S) impeditur generacio.] aliud M) (quod add. 272vb): „Ad illud (i. tamen quia vir operatur solum ad tempus et dat formam. dicendum. 1877. utrum magis veniat impedimentum (mulieris add. quod licet generatio a parte (a parte om.. Störungen aber stets auf die Materie zurückzuführen sind. Zugleich aber beharrt er auf der Auffassung. ideo plus est impedimentum a parte mulieris quam a parte viri. quod a parte maris. dass stärkere Beeinträchtigungen vom weiblichen Partner ausgehen.“ 265 Gerhard von Breuil. Questiones super libro de animalibus XI (Madrid. dass Beeinträchtigungen eher zu Lasten des Mannes als zu Lasten der Frau gehen. mulier autem continue et dat materiam. Item quanto res genita (generata S) est nobilior. Problemata 108 (ed. Videtur. P) agendum plura requiruntur quam ad paciendum.264 Ein ähnliches Argument diskutiert auch Gerhard von Breuil. fol. Mas autem in generacione est agens.. primo.

fol. Cuius una causa potest sumi ex dictis. Et est intelligendum.267 In etwas abgewandelter Form lautet der Grundsatz. Sed eadem virtus in specie generat masculum et (et] in Va) feminam (femina MVa). tanto tardius habetur‘ verum est ceteris conditionibus manentibus eisdem. M) cum nobilior sit mas (masculus Va) quam femina. maxime evidenter apparet. dass er einerseits den Grundsatz. quod ‚Quanto res est nobilior. 83rb): „De secundo est intelligendum. Lat. que sunt a virtutibus differentibus in specie. utrum videlicet in ebrietate lingua magis peccat quam alia membra. M) asini.“ 267 Anonymus. quod quanto aliqua operatio est nobilior et perfectior. que racione sue materie impedientibus sunt subiecta. In dieser Form nimmt ihn Petrus Hispanus (Medicus) zur Erklärung dafür in Anspruch. Biblioteca Nacional. Bibliothèque Nationale. je edler das Betreffende ist. 1877. 271va): „Preterea dicit Philosophus. Et hoc esse verum patet in omnibus operacionibus nobilibus. quod ad illud (ad i. tanto facilius in ipsis peccatur. ut plura requiruntur (relinquntur M relinquutur Va) ad esse hominis quam ad esse (ad esse om. dass für das Zustandekommen von etwas um so mehr Mittel erforderlich sind. in femina autem deficit utrumque“. und andererseits auf die größere Fortpflanzungskraft des Mannes verweist. Sed sic non est in proposito (-itio M).266 Dem Verfasser von Questiones disputate super problematibus Aristotilis et de historiis animalium wiederum dient jener Grundsatz zur Erklärung des Phänomens. Et similiter quando defectus est in tali operacione. quod de hoc Philosophus non facit mentionem.“ . In arte enim viellandi quanto concordantie sunt magis melodiose et difficiliores.] ad illiud M alium Va) argumentum primi (-mum M) problematis (probletis M) ‚Quanto (quanto] quam tato M) res est nobilior. fol. … Ad secundum dicendum. quod hoc tenet in rebus.. Ergo (ergo om. ebd. quia ista (i ll a Va) virtus fortior est in masculo quam in femina (in femina quam in masculo Va). da es sich beim Sprechen um eine edlere Tätigkeit handelt. quia homo nobilior est quam asinus et sunt a virtutibus differentibus specie. tanto tardius habetur. 16089. Et credo esse dicendum. quod magis peccat quam plurima membra. fol. 271vb: „Et notandum. nicht jedoch für einen innerartlichen Kräftevergleich gelten lässt. nur für einen zwischenartlichen. dass bei Trunkenheit die Zunge beim Sprechen eher als andere Organe ihren Dienst versagt. Petrus sucht diese Schwierigkeit dadurch aufzulösen. langsamer als der weibliche entwickle. je edler es ist. Questiones super libro de animalibus X (Madrid. et loquor de materialibus. et similiter in musica et aliis huiusmodi artibus. et propter hoc. dass bei den vornehmeren Sinnenwesen eine Differenzierung nach männlichem und weiblichem Geschlecht gegeben und die Zeugung notwendigerweise eine 266 Petrus Hispanus (Medicus).300 kapitel iv der männliche Embryo sich später bzw. quod quanto res est nobilior. … Alio modo posset dici. etwas sei um so später gegeben. nam in masculo est fortis virtus et materia obediens. das jedoch liefe der allgemein akzeptierten Lehrauffassung zuwider. tanto citius in ea potest fieri impedimentum. tanto tardius habetur‘ solutio est. tardius figuratur in utero mas quam femina. Questiones disputate super problematibus Aristotilis et de historiis animalium (Paris. cicius figuratur (figura M) mas quam femina (femina quam mas Va).

Albert d. alia vero cum hoc indigent agente particulari et dispositionibus pluribus et motibus. ut que perfecta et maxime homo“. diff. Sed nobilior est generatio in viventibus quam in elemento (elementato M) vel in (in om. XXXV (fol. 1 ad 2 (Ed. Quare cum ymaginativa sit nobilior sensu communi. fol. 2164 der Behauptung entgegen. Biblioteca Nacional. ebd. quoniam—ut dicitur in fine capituli—hec est in brutis loco intellectus et eciam in quibusdam hominibus. Sed generativa nobilior est in masculo quam in femina. lat. quare nobilius erit eius organum organo sensus. Peterhouse Library. XII. quod femina. quia … Oppositum. Hoc autem non est nisi sexus. Conciliator differentiarum. Questiones super librum de animalibus V (BAV. Mantova 1472. requiruntur plura media“. et (et om.das methodische instrumentarium und sein einsatz 301 geschlechtliche ist. bei der geschlechtlichen Vereinigung empfinde der weibliche Teil größere Lust als der männliche. Gr. 2164. Ergo ad primum (p.“ .“ 270 Anonymus.269 Gestützt auf dieses Prinzip tritt der Verfasser der Questiones super librum de animalibus im Vaticanus lat. Ergo licet in plantis solum sufficiat (s. hec virtus dominatur. die hierzu vom Herausgeber genannten Stellen [Aristoteles. in quibus debilitatur intellectus. und folgert daraus. Petrus von Abano. Colon.268 Bezogen auf das Verhältnis von Kraft und zugeordnetem Organ unterstellt ein von Wilhelm von Clifford angeführtes Argument. om. quia in mare est vis informativa. scilicet masculus (mas Va). Sed animal nobilius est quam planta. fol. fol. De caelo et mundo II 12 [292a22–25.] generatio MVa) sit in omnibus per eandem naturam. quod quanto quid est nobilius. der Vorstellungskraft als der im Vergleich zum sensus communis vornehmeren Kraft entspreche auch ein eigenes.“ Vgl. fol. 41–47. … Licet ergo corruptio (c. in femina vis informabilis. Questiones super libro de animalibus VI (Madrid. sicut que putrefactione consistunt. 263va): „Preterea quanto res est nobilior. 74ra): „Amplius quanto aliquid est perfectius. Va) patiens. M) misto. XXXIII (Ed.270 Unter Berufung auf den 268 Petrus Hispanus (Medicus). et videtur.. 261ra–rb): „Consequenter. Nobilioris virtutis nobilior operacio et nobilioris operationis nobilior delectacio. Das Gegenteil sei der Fall.] ipsum Va) plura media requiruntur.. sicut apparet ex libris animalium et X probleumatum. M) agens universale. Quaest. 126rb): „Item nobiliori virtuti nobilius debetur organum. diff. Ergo coitus est necessarius. 260 l.. dass die männliche Fortpflanzungskraft vornehmer als die weibliche sei. ebd. Vat. utrum femina plus delectetur in coytu quam masculus. sed cum (sed cum] sicut Va) hoc exigitur agens particulare. tanto plura media requiruntur ad sui (suum M) esse. Natura enim plus laborat et intentius in productione perfecti quam inperfecti“. 1877. dass der edleren Kraft ein vornehmeres Organ gebühre. 269 Wilhelm von Clifford. 157. und dies ergebe sich aus dem Umstand. in de animalibus et X probleumatum apparens. ut ex hiis generetur tertium. 70rb): „Dicendum. non tamen generatio (-to M). in animalibus non sufficit. tanto plura requirit ad eius constitutionem. super De animal. tanto ad ipsum plura media requiruntur. 282va): „Preterea dicit Philosophus in quartodecimo (XXIVor Va). Commentum in de anima (Cambridge. Quod (quod] cum Va) concedo in animalibus nobilibus. Ergo mas nobiliori modo et magis delectatur in coytu quam femina. tanto in eorum productione pluribus indigent. XVI (fol. XV q. vornehmeres Organ. ita ut quedam generentur ab agente solo universali modica etiam transmutatione circa materiam facta. scilicet femina. b17–25] sind allerdings nicht einschlägig). quod quanto aliqua perfectiora. immo secundum quod nobilius est.

Gr. oben S. insoweit es (überhaupt) zahlreicherer Dinge zur Vollendung bedarf. ed. 273 Zur Autorschaft der Continuatio äußert sich Flüeler. zur Datierung ebd. (nach 1272 und vor 1295/1296)273 gestützt auf diesen Grundsatz. je edler das Betreffende ist. dass bei Sinnenwesen der Geschlechtsverkehr für die Fortpflanzung notwendig sei. Ergo fortiori ratione animal. p. 269–308. 12 n. Quaest. Sed planta (s. The role of the philosopher in the political community at the faculty of arts in Paris in the late thirteenth century. dass das jeweils Vollkommenere zu seiner Vollendung mehr Zeit benötigt.“ Ein ähnliches Argument bezogen auf die Notwendigkeit der Nahrungsaufnahme bei Sinnenwesen findet sich in der anonymen Glosa marginalis super de animalibus Aristotilis VII (Paris. 30. dem sog. I. Ergo coitus non est necessarius. 116 ff. 402a). weil sie gegenüber den Pflanzen die vornehmeren Lebewesen sind.274 Mit Hilfe des Prinzips. philosophi. dass etwas desto länger seine Vollkommenheit 271 Petrus Hispanus (Medicus).. dass der Fetus beim Menschen sich zu einem späteren Zeitpunkt zu regen beginnt als bei anderen Sinnenwesen. Va) potest generare sine coytu. 154 l. Meirinhos (Textes et études du Moyen Âge 32). XII. Nobilior res nobilioris est actionis. hier: 277 Anm. fol. super De animal. auch Marco Toste. 16. 17–21). in: Studi med. Questiones super libro de animalibus VI (Madrid. Sed animal nobilius est quam (quam] est Va) planta. Biblioteca Nacional. „Scriptum“. Aus dem Prinzip wiederum. Aspetti della ricezione della „Politica“ aristotelica nel XIII secolo: Pietro d’Alvernia. Sed elementa conservantur sine cibo. je edler es ist. Lat. Bibliothèque Nationale. Zur Begründung beruft er sich auf den bereits erwähnten anderen Grundsatz. zur Bezeichung „Scriptum“ im Unterschied zum Quaestionenkommentar des Petrus vgl. 35 (1994) 643–694. dass etwas desto später seine Vollkommenheit erlangt. 1 (Ed. Albert d. in: Itinéraires de la raison. 1877. Nobiles. José F. Colon. Sententia libri Politicorum („Scriptum“) VII lect. 1234 (ed. Rezeption. quod cibus non sit necessarius animalibus. fol. Zur Politik-Kommentierung vgl. wonach das Zustandekommen von etwas um so mehr Mittel erfordert. 272 S. optimi viri. Lidia Lanza.. Louvain-la-Neuve 2005. V q. dass sich die Sinnenwesen gerade deswegen durch geschlechtliche Vereinigung vermehren. Études de philosophie médiévale offertes à Maria Cândida Pacheco. 119.271 Dem hält Petrus entgegen. da sich die im Vergleich zu den Sinnenwesen weniger vornehmen Pflanzen ohne einen solchen vermehrten. 42va): „Videtur. om. 274 Petrus de Alvernia. Spiazzi. . 16162. Petrus de Alvernia erläutert in seiner Fortsetzung des unvollständigen Politik-Kommentars des Aquinaten. 263va): „Preterea nobiliori forme debetur nobilior operatio. 300. begründet Albert der Große den Umstand. 2 arg.302 kapitel iv gleichen Grundsatz bestreitet ein von Petrus Hispanus (Medicus) für die Gegenposition angeführtes Argument. warum das Heiratsalter von Männern später liegt als das von Frauen.272 Auf die Zeit bezogen lautet dieser Grundsatz.. …“ Vgl.

IX q. Colon. al. fol. Wilhelm von Clifford. Commentum in de anima (Cambridge. Sed hec virtus non potuit esse alia ab ymaginacione in singulis animalibus. 104vb): „Quanto enim corpora inferiora plures operaciones habent. Quare natura dedit cuilibet animali virtutem. Balliol College. quod cum natura non deficiat in necessariis. quod dicitur natura. dafür aber länger anhält. Johannes von Tytyngsale. Questiones super librum de anima II (Oxford. Anonymus. ausdehnen. tot oportet esse actiones anime sensitive quot sufficiunt ad vitam animalis perfecti. tanto perfectiora sunt. 272rb): „Postea queritur de modo exeundi fetus. Albert d.. Biblioteca Angelica. Bibliothèque Nationale.“ 278 So z. XII. l. sic et in naturalibus est quoddam principium activum. fol. fol. 73 – 204 276 Ebd.279 dass sie stets vom Geringeren zum Größeren und vom Leichteren zum Schwierigeren fortschreite. dass zur vornehmeren Kraft.das methodische instrumentarium und sein einsatz 303 bewahrt. super De animal. Sententia super librum de sompno et vigilia lect. Biblioteca Nacional. Sed necessarium est cuilibet animali fugere nociva et consequi delectabilia. V q. qui est bonum aliquod. vornehmeren Form oder vornehmeren Ursache auch eine vielfältigere Tätigkeit gehört. Quia dicit Galenus in libro de criticis diebus. Quaest. 126va): „Item natura non deficit in necessariis. ergibt sich für ihn. 311.. Questiones super de sompno et vigilia (Roma. nämlich die Nachkommenschaft.278 dass sie es nicht am Notwendigen fehlen lasse. 168va): „Dicendum. 157. was mit einer geringerrangigen 275 l. quod agit propter aliquid. XI). Cuius probacio. per quam hoc potuit facere. Busa. dass sich nicht alle Sinnenwesen geschlechtlich fortpflanzen. 277 Vgl. Adam