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WALLIS
Walliser Bote
Dienstag, 11. Januar 2011

UNTERWALLIS Empfang der Walliser Regierung | Neujahrswünsche des Staatsrates an Würdenträger und Walliser Volk

Behinderten-
heim evakuiert
MONTHEY | Nach einem Gas-
Bereit, die Herausforderungen
alarm ist am Sonntag ein
Behindertenheim evakuiert
worden.
Gegen 20.40 Uhr meldete
die Heimverantwortliche
zu packen und zu meistern
des «Centre des Mar-
mettes» in Monthey einen
starken Gasgeruch im 2.
Stock des Gebäudes, wie die
Kantonspolizei mitteilte. Un-
verzüglich wurden die Stütz-
punktfeuerwehr von Mon-
they, die Gemeindepolizei
sowie eine Patrouille der
Kantonspolizei aufgeboten.
Die sieben behinderten Be-
wohner sowie die drei
Angestellten wurden umge-
hend evakuiert. Nach einer
Kontrolle mit einem Gas-
messgerät des Service In-
dustriel Monthey stellte sich
heraus, dass es sich nicht
um Gas handelte. Der ver-
schmorte Elektroanschluss
der Geschirrwaschmaschi-
ne im 2. Stock war verant-
wortlich für die starke Ge-
ruchsemission.

Rappaz wieder
Kirche und Staat. Bischof Norbert Brunner mit der Walliser Regierung in corpore als erste Zuhörer. Ganz links Grossratspräsident Jean-François Copt.
im Wallis FOTOS WB

SITTEN | Der Gesundheitszu-


stand von Bernard Rappaz SITTEN | Der Walliser Keine Politik ohne Moral
hat sich nach dessen Aufga- Staatsrat glaubt, 2010 Grundsatzdiskussionen seien Diplomatischer Auftritt
be des Hungerstreiks so gute Vorarbeit geleistet beispielsweise in den Bereichen
weit stabilisiert. Die Ärzte zu haben, um die in den Politik (Funktionsweise der In- Der alljährliche Neujahrsempfang der Kantonsregierung gehört zu den festen Traditionen des diploma-
tisch sonst eher zurückhaltend agierenden Wallis. Die Honorationen des Kantons sowie die Behörden
des Universitätsspitals in verschiedensten Berei- stitutionen), Tourismus (Debat-
der Stadt und des Bezirks Sitten werden zusammen mit dem Klerus jeweils in den grossen Saal des
Genf (HUG) konnten des- chen anstehenden te über die Zukunft der Branche Supersaxo-Hauses eingeladen. Den Weg weist den Gästen in der Rue du Conthey auf den letzten
halb grünes Licht für den Herausforderungen im lanciert), Energie (das Wallis Metern zum Hauseingang ein roter Teppich.
Rücktransport ins Wallis ge- Interesse der Bevölke- muss das Schicksal in die eige- Regierungspräsident und Staatskanzler, in diesem Jahr also Jean-Michel Cina und Philipp Spoerri, be-
ben. Dieser ist bereits ges- rung zielführend lösen nen Hände nehmen), Justiz (tief grüssten die rund 30 Geladenen allesamt mit persönlichem Handschlag schon vor dem Haus. Im Saal
tern Montag erfolgt. Rappaz zu können. greifende Reformen), im Sozial- gab es dann die Ansprachen von Jean-Michel Cina und Bischof Norbert Brunner zu hören, jeweils ver-
befindet sich nun in einer bereich («generationenübergrei- dankt durch ein Quartett klassischer Musiker/innen, gefolgt von einem Apéro.
Walliser Haftanstalt, wo er Staatsratspräsident Jean-Michel fende» Politik gestalten) und in Die Walliser Regierung empfing neben Bischof Norbert Brunner unter anderem auch Kardinal Heinrich
seine Strafe im ordentlichen Cina sagte beim traditionellen der Raumentwicklung (Zweit- Schwery, Monseigneur Joseph Roduit, Abt von Saint-Maurice, Pater Jean-Marc Gaspoz, Guardian des
Strafvollzug verbüsst. Neujahrsempfang vor den wohnungsbau-Politik, die natio- Kapuzinerklosters, José Marti, Präsident der evangelischen Kirche Wallis, Jacques Berthousaz, Präsi-
weltlichen, gerichtlichen, mi- nal übernommen wurde) ge- dent des Walliser Kantonsgerichts, Grossratspräsident Jean-François Copt, Evelyne Crettex Reber, Prä-
fektin des Bezirks Sitten, Marcel Maurer, Stadtpräsident, Charles-André Elsig, Präsident der Burgerge-
litärischen und kirchlichen Be- führt worden. Nun gelte es, zu
meinde Sitten, Oberst Thomas Scheibler, Kommandant des Waffenplatzes Sitten sowie verschiedene
Verbotene hördenvertretern im Supersa- «antizipieren und die 2010 ge- konsularische Vertreter und weitere Walliser Persönlichkeiten.
xo-Haus, dass die anhaltenden legten Grundsteine 2011 weiter
Bestattung? wirtschaftlichen Turbulenzen zu konkretisieren», sagte der
HÉRÉMENCE | Die Verstreu- auf nationaler und internatio- Staatsratspräsident. «Es gilt,
ung der Asche einer promi- naler Ebene vom Kanton gut Entscheide zu treffen, nicht ein- vorne ziehen würden, brauche Kanton mit Potenzial te Grundsatzüberlegungen in
nenten deutschen überstanden worden seien. fach, weil sie notwendig sind, es eine starke Basis und eine Cina spricht dem Kanton Wallis den Raum. Zum Beispiel: «Wenn
Prostituierten Ende Der starke Franken habe in der sondern weil sie sich in eine Ge- gewisse Grunddynamik. Eine ein hohes Potenzial zu. «Wir der Staat die Glaubens- und Ge-
Dezember 2010 oberhalb Tourismusbranche für einige samtstrategie einfügen.» Dabei Idee alleine könne wenig bewe- sind den Herausforderungen wissensfreiheit des Einzelnen
von Hérémence sorgt bei zu komplett neuen und für an- gebe es «keine Politik ohne Mo- gen. Nicht zu Ende gedacht gewachsen. Die Ambitionen sol- garantiert und jedem zusichert,
der örtlichen SVP für Auf- dere zu schwierigen Situatio- ral und keine Moral ohne Ver- und vom Individuum in den len verantwortungsvoll und seinen Glauben auch in der Ge-
regung. Das Verstreuen von nen geführt. Ausserdem sei antwortung». Raum geworfen, zerschelle sie weitsichtig verfolgt werden.» meinschaft mit anderen und in
Asche ist in Hérémence ge- man von der halben Schweiz an den Realitäten. «Ein ganzes Staatsrat und Verwaltung wür- der Öffentlichkeit zu leben,
werbsmässig nicht mehr er- in Sachen «Moderne» belehrt Ideen genügen nicht Volk aber, welches sich auf sei- den in diesem Sinne die Zu- muss man sich fragen: Darf der
laubt. Die SVP befürchtet worden. Trotzdem sei die Re- Die höchste Pflicht beim politi- ne Werte besinnt und sich sei- kunft angehen: «Im Dienste der Staat religiöse Zeichen (...) in öf-
nun, dass die Organisation, gierung überzeugt, «dass der schen Handeln ist für Cina ner Pflichten, Geschichte und Bürger, des Kantons mit allen fentlichen Räumen verbieten?
welche früher solche Be- Kanton die Grundlagen für die «Verantwortungsbewusstsein». Wege bewusst ist, um seinen ihren Kräften». Es gelte, die rei- Steht da nicht das Wohl der Ge-
stattungen gewerbsmässig Bewältigung der Herausforde- Ideen, Konzepte und Visionen Kindern eine gute Zukunft zu chen Traditionen einzusetzen, meinschaft über den Interessen
anbot, weiterhin aktiv ist. In rungen im neuen Jahr geschaf- seien diesem Begriff unterzu- ermöglichen, kann zweifelsoh- um sich gegenüber der Welt zu des Einzelnen?»
einem Brief verlangt sie vom fen hat». ordnen. Neben Motoren, die ne Berge versetzen.» öffnen, Charakter und Stolz für
Kanton Wallis, dass der Fall das Gute. Ungläubige sollen leben,
untersucht wird und dass als ob es Gott gäbe
klare Regelungen erlassen Die Kirche Auf die Frage, was Staat und Ge-
werden. in den Schlagzeilen sellschaft von den Kirchen er-
Bischof Norbert Brunner kam in warten dürfen, zitierte Bischof
seiner Ansprache auf verschie- Brunner eine Studie, dass sich
Definitiv dene aktuelle Ereignisse zu spre- die von den staatlichen Instan-
chen, die das Verhältnis von Kir- zen in die Kirche investierten fi-
kein Stadion che, Staat und Gesellschaft im nanziellen Mittel lohnen wür-
RIDDES | Das Projekt eines letzten Jahr prägten. 2010 wur- den. Ohne die Kirche würden
Fussballstadions in Riddes de die Kirche vor manche He- Dienste in den sozialen und ge-
ist endgültig gescheitert. rausforderung gestellt. Denken sellschaftlichen Bereichen noch
Die Pius-Bruderschaft in wir nur an das Bekanntwerden viel teurer zu stehen kommen,
Ecône bestätigte gestern von sexuellen Übergriffen von sagte Brunner. Die Kirche dürfe
Montag in einer Mitteilung, Priestern, denken wir an die jedoch nicht auf diese Dienste
dass man eine Vereinbarung Kruzifix-Debatte, an das Bauver- reduziert werden. Sie habe sich
mit Christian Constantin ge- bot von Minaretten. Betreffend auch um die im Glauben Zwei-
troffen hat. Constantin ver- die Pädophilie kritisierte Bi- felnden und Suchenden zu
zichtet auf den Bau eines schof Brunner die Medien, die kümmern. Während früher der
Fussballstadions, die Bru- sich bei diesem Thema über die Unglaube Privatsache war, sei es
derschaft gibt ihren Wider- Rolle des Informationsträgers heute der Glaube. Trotzdem
stand gegen das geplante hinaus in Anklage, Verurteilung empfiehlt der Bischof in Anleh-
Einkaufszentrum auf. Sei- und Vollstreckung geübt hät- nung an Papst Benedikt XVI. «zu
tens der Gemeinde zeigte ten. Der Präsident der Schweize- leben, als ob es Gott gäbe». Das
man sich zufrieden mit der rischen Bischofskonferenz stell- bedeute, ein wirklich freier und
getroffenen Lösung. Kanzlerschwätzchen am Rande des Neujahrsempfanges. Philipp Spoerri (links) und sein Vorgänger te betreffend die übrigen ange- verantwortungsvoller Mensch
Heinrich von Roten. sprochenen Themen interessan- zu sein. tr