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Inhalt
Vorwort 7 Einführung 13 Die frühen Jahre 17 Der transzendentale Bereich 27 Präludium der Leere 51 Kollision mit der Leere 61 Die entwertete Leere 89 Die Leere analysieren 101 Die Leere als die Weite erkennen 123 Das Geheimnis der Leere 145 Ein Leben in der unendlichen Weite 153 Epilog: Gespräche mit der unendlichen Weite 175 Anerkennung 187

Vorwort
Es gibt nur eine Realität, eine Wahrheit, ein Bewußtsein, das in diesem Moment durch Deine wie durch meine Augen schaut. Sie ist das absolute Subjekt aller Objekte, die Basis des Seins, in der alle Manifestationen erscheinen und vergehen, und aus der sich alle scheinbar objektive Existenz zusammensetzt. Wie Meister Eckehart es ausgedrückt hat: «Die Augen, mit denen ich Gott sehe, sind die Augen, mit denen Gott mich sieht.» Egal wie man es nennt, die Buddhanatur oder der Geist, die Leere oder das Selbst - alle Religionen weisen in die gleiche Richtung und bieten verschiedene Methoden an, sich dieser Wahrheit zu nähern. Und doch ist, daran lassen die esoterischen Traditionen keinen Zweifel, das Ganze ein unbeschreibliches Mysterium, das der Verstand nicht erfassen kann. Das abgetrennte Selbst, das voller Sehnsucht die Wahrheit erfassen möchte, muß zuerst als das erkannt werden, was es ist — ein zwangsläufiges Gebilde bar jeglicher unvergänglicher Existenz -, bevor wir offen sein können für die Erkenntnis, daß wir nichts anderes sind als dieses Mysterium. So wie uns die großen Weisen immer wieder daran erinnern: «Der Suchende ist das, was er sucht; der Schauende ist das, wonach er Ausschau hält.» Es gibt nichts anderes, nur das! Und damit haben wir den Punkt erreicht, wo uns Worte nicht mehr weiterbringen und wir nur voller Ehrfurcht das Unfaßbare bewundern können. In jeder Epoche hat es einige seltene Individuen gegeben, die uns durch ihre unerschütterliche Überzeugung und Klarheit daran erinnern, daß wir genau dieses Unfaßbare sind. Eben weil sie jenseits aller begrenzenden Identitäten sind und andere in kei-

daß sie ein ernsthaftes Problem hätte obwohl sie natürlich niemand zu heilen vermochte. waren alle. mit dieser übermächtigen Transformation klarzukommen. das eine heilige. die zu ihm kamen. den großen Weisen aus Südindien. beschreibt die außergewöhnliche Geschichte einer jungen. hatte sie fast ein Dutzend andere Therapeuten aufgesucht. diese Identität (allerdings ohne jeglichen Erfolg) wiederherzustellen und sie auf höchst beängstigende Weise davon überzeugt. obwohl der Verstand es unerbittlich als etwas Krankhaftes abstempelt. die sie seit zehn Jahren gequält hatte.und im nächsten Moment war sie niemand mehr. unerwartet und ohne jegliche Vorbereitungen. Ich traf Suzanne Segal das erste Mal.Suzanne Segal. Für Ramana Maharshi zum Beispiel. mit dieser Erfahrung klarzukommen. die Rolle eines Lehrers oder Gu-rus anzunehmen. als sie 1992 in meiner Praxis für Psychotherapie erschien. Ihre persönliche Identität als Suzanne Segal löste sich in einem kurzen Augenblick auf und kehrte niemals mehr zurück. wo sich ihre persönliche Identität aufgelöst hatte. daß mit ihr ganz entschieden etwas nicht stimmte. Sie stand an einer Haltestelle und wartete auf den Bus . Diese Autobiographie. haben es diese Weisen typischerweise abgelehnt. Bei ihrem Versuch. jüdischen Frau aus dem mittleren Westen und ihre Versuche. Bevor sie zu mir kam. Dieses Buch präsentiert uns eine weitere Stimme. um Hilfe gegen ihre Angst zu suchen.ner Weise als getrennt oder verblendet erachten. untrennbare Selbst. die uns ohne Umwege auf unsere Identität mit dem Mysteriösen verweist . die alle darin übereinstimmten. hatte ihr Verstand darum gekämpft. die Sie in den Händen halten. . und wie dann schließlich diese transformierende Erfahrung in eine vollkommene Selbst-Verwirklichung erblüht. Seit dem Moment. Genau wie bei Ramana geschah Suzannes Verwirklichung sehr plötzlich. suchte sie Hilfe in der westlichen Psychologie und hat sogar ihren Doktor in klinischer Psychologie gemacht.

Obwohl sie sich nicht daran interessiert zeigte. sondern der «vollkommene» Zustand des Seins. der zu diesem Zeitpunkt in der Nähe Gespräche über Advaita (Nicht-Dualismus) gab. fröhliches Wesen. daß mit ihr ein tiefgehendes spirituelles Erwachen geschehen war. erkannte ich augenblicklich. Fast drei Jahre lang sah ich sie nicht wieder. und sie fragte mich. Kapitel für Kapitel nahm die Autobiographie die jetzt vorliegende Form an. transformiert worden war. denn ich gab zu bedenken. daß die Abwesenheit eines «Ich» alles andere als ein Problem sei. damit zu Rande zu kommen. um Hilfe zu suchen. und teilte ihr dies auch mit. erhielt ich einen Telefonanruf von Suzanne. ob ich bereit wäre. Dann. Ich war bereit. das Liebe ausstrahlte und dessen spirituelle . Während unserer Zusammenarbeit wurde mir klar. ihr zu helfen. akzeptierte sie meinen Vorschlag. zugänglicher machen würde. auch die Details einzubeziehen. wie sie mit der Angst umgehen sollte. daß die angsterfüllte Frau. Ich schlug ihr vor. besonders ihre Kindheit und ihre Jahre des Lernens und des Praktizierens bei TM. die vor drei Jahren in meine Praxis gekommen war. Nachdem er bestätigt hatte. Ich konnte jedoch nicht verstehen. war ein furchtloses. die ich jetzt erlebte. mit ihren Fragen meinen Lehrer Jean Klein aufzusuchen. wie sie angenommen hatte. im November 1994. ihr bei der Veröffentlichung ihrer spirituellen Autobiographie zu helfen.Als mir Suzanne ihren andauernden Bewußtseinszustand beschrieb. über ihr persönliches Leben zu berichten .schließlich identifizierte sie sich nicht mehr mit einer Person —. diesen Kern in eine umfassendere Schilderung ihrer Reise zu entwickeln. Sie hatte in Umrissen einen Bericht von ihrer « Kollision mit der Unendlichkeit» und den darauf folgenden Jahren niedergeschrieben. Die Suzanne. daß eine ausführlichere Beschreibung den Leser stärker einbeziehen würde und die Geschichte ihres Erwachens und des Kampfes des Verstandes. warum sie so starke Ängste hatte. gab Jean ihr einige Ratschläge. Ich ermutigte sie sogleich.

meine Einsichten ins tagtägliche Leben zu integrieren. absolut alles. denn wenn das Unendliche .Weisheit auf einer Ebene war wie die der Meister des Zen und Ad-vaita. Ärger. desto mehr schien sie sich zu verhärten. Zugleich erschien sie mir völlig normal.» Doch je mehr ich dagegen ankämpfte und versuchte. die ich aus den Tagen meiner Zen-Stu-dien als Gütezeichen eines erwachten Zustandes kennengelernt hatte. als daß Angst gegenwärtig ist. daß ich trotz vieler Jahre des Praktizierens und zahlreicher Einblicke in die Natur des Seins etwas falsch machte. ob sie bereit wäre. die sie uns erzählt. oder halten die Angst für etwas. wie Seegras. mein eigenes spirituelles Verständnis zu vertiefen und zu verfeinern. daß die Gegenwart von Angst . das sie gar nicht ist.die ich oft und ohne einen offensichtlichen Anlaß erlebte — bedeutete. Ich fragte Suzanne. Nur gibt es kein separates Selbst. verbrachten wir eine Stunde damit. auch alle mentalen und emotionalen Zustände. unsere jeweiligen Arbeitsstunden gegeneinander aufzurechnen. Suzanne half mir zu verstehen. und sie willigte ein. was mich wiederum daran hinderte. total zugänglich und ohne eine Spur von Heuchelei oder Ehrgeiz . daß sie mir half. Sie vernebelt nicht unsere wahre Natur. auf das sie sich beziehen. Traurigkeit und andere scheinbar «negativen» Emotionen sind ebenfalls darin enthalten. dann wäre ich frei. sich festzusetzen. Ganz besonders war ich immer davon überzeugt gewesen.Qualitäten. Im Gegenzug für jede Stunde. das in dem unendlichen Ozean unseres Selbst schwimmt. weg-zuläutern oder weg-zu-lieben. welches unsere wahre Natur ist. Angst. die ich an dem Buch arbeitete. daß die Gegenwart von Angst nichts weiter bedeutet. es sei denn. wir gehen der Geschichte auf den Leim. Tatsächlich enthält das unbegrenzte Gewahrsein. sie weg-zu-atmen. Eifersucht. Mein Argument war immer: «Wenn ich doch nur diese Angst loswerden könnte. die ich aufs höchste respektiere.das wir alle tat- .

wahrhaftig unendlich ist. sie mit einigen meiner Freunde bekannt zu machen. Nach vielen Stunden. daß diese bemerkenswerte Frau — weder Lehrer oder Guru. daß wir in Wirklichkeit die Basis des Seins selbst sind . und nach ein paar Monaten drängten sich mehrere hundert Menschen in einer nahe gelegenen Kirche. sich als Lehrer zu bezeichnen. wie könnte es dann anders sein? Nach ungefähr sechs Monaten und einigen wichtigen Durchbrüchen meinerseits schlug ich Suzanne vor. daß dies geschehen würde. die sich als spirituelle Lehrer ausgeben. aus der alles besteht und in der alles verweilt. Es ist tatsächlich niemand zu Hause . es gibt gar kein getrenntes Selbst.und in dieser Abwesenheit enthüllt sich das Unendliche. daß ungefähr ein Dutzend von uns an einem Nachmittag im Haus eines Freundes zusammenkamen. Diese Unendliche Weite gehört niemand bestimmten. Egal was wir zu sein oder wie mißgeleitet wir zu sein glauben. sie erinnert uns daran. jene unbegrenzte Substanz. wenn es «offensichtlich » wäre.sie bezeichnet es als die «Unendliche Weite». Berater und Freund mit Suzanne verbracht habe.sächlich sind . eine «Beschreibende» des «natürlich auftretenden Zustandes» eines jeden von uns zu sein. das heißt. Statt dessen besteht sie darauf. Es folgten weitere Zusammenkünfte. Als der Herausgeber des Yoga Journals seit zehn Jahren habe ich eine gesunde Skepsis gegenüber Menschen entwickelt. . dem sie möglicherweise gehören könnte. um ihr zuzuhören. als die sie sich auf diesen Seiten beschreibt. die ich als Herausgeber. Trotz dieses wachsenden Zulaufs lehnt Suzanne es ab. jedesmal ein größerer Kreis als zuvor. kann ich aus vollster Überzeugung sagen. und so ergab es sich erst in den letzten Tagen des Jahres 1995. wie sie ihre Geschichte erzählte und Fragen beantwortete. noch Heilige — genau diejenige ist. Wie bei allen anderen Gelegenheiten sagte Suzanne.

Juni 1996 . viele Menschen zu erreichen. daß dieses kleine Buch dazu bestimmt ist. daß Suzannes einmalige Art. Ich bin glücklich. Mill Valley /Kalifornien.Ich bin davon überzeugt. ein spiritueller Klassiker zu werden. die zeitlosen Wahrheiten auszudrücken. die sich vielleicht sonst nicht davon angezogen fühlen. eine Rolle bei seiner Geburt gespielt zu haben. Stephan Bodian. das Potential hat. und ich glaube.

Diese tiefgreifende Transformation ist in vielen der klassischen spirituellen Texte des Ostens beschrieben worden. auf der Suche nach spiritueller Transformation.Einführung Als Menschen aus dem Westen. wir kennen die Strecke wie im Schlaf. Erziehung. als ich es mir bisher vorgestellt oder erwartet hatte. die der vollständigen und unwiderruflichen Zerstörung der persönlichen Identität folgten. wäre es hilfreich. Die Geschichte in diesem Buch ist mein Beitrag für die neue Version der altertümlichen Texte. unsere Berichte über die Transformationen zu sammeln. indem wir über unsere Erlebnisse berichten. Ich jedoch habe diese Transformation aufgrund meiner kulturellen Überzeugungen. Es ist der Bericht über die vierzehn Jahre. Die Geschichten unserer Vorfahren zeigen uns Wege auf. müssen wir uns gegenseitig unterstützen. Die Erfahrung war so völlig anders. welche als Landkarten westlichen Stils für das Territorium der Spiritualität dienen könnten. Da sich unsere spirituellen Erfahrungen von denen der Menschen im Osten unterscheiden. was ich bislang als mein individuelles Selbst bezeichnet hatte. um damit neue «altertümliche Texte» zu schaffen. Es ist genau wie auf unseren Straßen: Wenn wir glauben. wird eine weitere Tankstelle gebaut. eine neue Ampelanlage oder ein Supermarkt errichtet. an denen seit ihrer Entstehung immer wieder Neues errichtet worden ist. neue Wegweiser benutzen müssen. so daß wir uns wieder aufs Neue orientieren. Werte und Ängste in einer speziell vom Westen geprägten Weise erlebt. Während dieser Zeit suchte . der permanenten Auflösung und dem Abblättern von allem. daß es mehr als ein Jahrzehnt dauerte. bis sich die Auswirkungen integriert hatten.

Dieses Buch entstand aus dem Bedürfnis. um in der Welt angemessen funktionieren zu können . Die persönliche Vergangenheit ist dann nur noch eine Erzählung ohne einen Autor und von Ereignissen ohne einen persönlichen Bezug. Im Westen herrscht die Meinung. auf die sich diese Ereignisse beziehen.doch ich fand keine. das alles zusammenhält und für all das steht. die Leere des persönlichen Selbst zu erfahren — eine Leere. die sich auf unvorstellbare Weise in den Vordergrund schiebt. Ohne ein Selbst. ohne ein Selbst zu sein. Die Erfahrung. Diese Chronik von einem «Leben jenseits des persönlichen Selbst» ist eine moderne Version dessen. Schließlich zählt das persönliche Selbst im Westen zu den allerhöchsten Werten. daß sich das Selbst als völlig leer herausstellt.was die Vorfahren nicht eingeschlossen haben . daß ein Leben ohne persönlichen Bezugspunkt auf gar keinen Fall einen Zustand von Unfähigkeit. Auch . was die Vorfahren beschrieben haben. Die Beschreibung dieser Geschichte macht deutlich. deren Bestimmung es ist. von Nicht-funktionieren bedeutet.die Erfahrung der Reise selbst. doch sie bietet zusätzlich . daß man ein persönliches Selbst haben muß. Als Westler kann uns die Vorstellung. vernichtet jegliche persönliche Vorgeschichte. was man zu sein glaubt.ich nach Berichten über ähnliche Erfahrungen. die mir vielleicht auf dem Weg durch diese höchst herausfordernden und beängstigenden Zeiten der Reaktionen des Verstandes auf diese unfaßbare Leere der «Ich-losigkeit» hätten helfen können . löscht für immer die « Person » aus. so lautet die Überzeugung. sie beziehen sich nicht mehr auf ein «Ich». ist man reduziert zur Idiotie oder zum Wahnsinn. einen Kontext und einen Weggefährten für diejenigen zu schaffen. doch niemand würde es ernsthaft als das Erwachen in die Wahrheit bezeichnen.daß es das Selbst ist. nur mit Schrecken erfüllen.

die dieses Buch schreibt. Bitte vergessen Sie beim Lesen auch nicht. Hier gibt es keine linearen Kausalitäten. bevor das persönliche Selbst abfiel. die Geschichte mit einzubeziehen. Die Person hingegen. bevor «Ich » nicht mehr war. die Geschichte von Suzanne Segal zu lesen. die einmal Suzanne Segal war. Es ist äußerst wichtig. diese Geschichte mit einem offenen Bewußtsein zu lesen. die nicht den traditionellen Vorstellungen dessen entspricht. der ihre Erfahrungen zu schätzen wußte. um beengende Kategorisierungen wie auch die Tendenzen der Psychologie. das universelle Selbst. Es war eine Herausforderung für mich. den dieses bestimmte Leben verdeutlichen kann. Die Geschichte über jenes Leben ist die Fiktion einer Person. Die Erkenntnis. die in ihrer Kindheit nach Erlebnissen fahndet. ist einer der wichtigsten Punkte. doch sie lebt mit den Erinnerungen an eine Geschichte. da die Verfasser in einem Kulturkreis lebten. Mein Herausgeber hatte mir geraten. Die Ereignisse aus der Vergangenheit beziehen sich auf das Persönliche. wären sie sicherlich recht unterschiedlich ausgefallen. nicht auf das Unpersönliche. zu vermeiden. Machen Sie nicht den Fehler. anstatt sie niederzumachen oder zu pathologisieren. wer «Ich » war. persönliche Fürwörter zu benutzen. daß Erwachen vielleicht nicht den traditionellen Bildern entspricht. Der machtvolle Einfluß der westlichen Psychologie in unserer Kultur hat viele Menschen davon überzeugt. die nicht mehr existiert. Dinge zu pathologisieren. daß die Wurzeln aller menschlichen Erfahrungen in der frühen Kindheit zu suchen sind und daß psychologische Theorien jeden Punkt eines Kontinuums belegen können. was man allgemein unter Erwachen versteht. .wenn sie die Erfahrungen ihrer Reise beschrieben hätten. daß die Formalitäten der Sprache es erfordern. ist ohne eine persönliche Identität. auf das individuelle Selbst. die «ursächlich» mit dem Abfallen des Selbst verbunden sind. über jene Person zu schreiben.

dem alles unterliegt. doch kann man unmöglich eine Geschichte erzählen. wie Sie es auf dem Papier finden. ist unendlich groß. Das «Ich». bezieht sich auf niemanden. ohne die Worte «ich». Das Mysterium. die nichts Persönliches mehr hat.um eine Erfahrung zu beschreiben. . «mir» und «mein» zu benutzen.

An diesem Punkt brach ich es immer ab. Niemanden. Als ich sieben oder acht war. anfangs voller Stärke und Intensität. Es gab keine Person mehr. wie ein Schiff. Der Name hallte bei jedem Mal in meinem Verstand wider. auf die sich der Name bezog. eine Ansammlung von Lauten. das plötzlich von seinem Anker losgelöst auf den Wellen des Meeres dahintreibt. meine Lungen im eisernen Griff nackter Angst gefangen. die in einer unendlich weiten Leere pulsierten. wer ich war. keine Identifizierung mit diesem Namen. Dann wurde er mit jeder Wiederholung schwächer. mein Herz schlug bis zum Hals. setzte ich mich oft im Schneidersitz mit geschlossenen Augen auf die lange. zwang mich zur Rückkehr aus der unendlichen Weite und zurück in die Identifizierung mit diesem Namen.Die frühen Jahre Wer spricht die Worte mit meinem Mund? RUMIAls Kind meditierte ich auf meinen Namen. Mein Name. ich japste nach Luft. Für ein kleines Mädchen meines Alters war es einfach zu beängstigend. wanderte umher. setzte mich wieder auf die Couch und begann aufs Neue den Namen vor mich hin zu sagen. Doch später am Tage kam ich zurück.Dann stieg langsam die Angst in mir auf. Der Name war nur noch ein Wort. weiße Couch im Wohnzimmer meiner Eltern und sagte immer wieder meinen Namen vor mich hin. Eine unendliche Weite tat sich auf. bis eine Schwelle überschritten wurde und die Identität mit dem Namen zerbrach. .

und machte ihr schon nach zwei Wochen einen Heiratsantrag. die Auflösung des Ich-Gefühls während der täglichen Praktiken als ein kleines Mädchen war nur eine Art Vorbereitung. die es praktisch ohne jegliche Ausbildung zu immensem materiellen Erfolg gebracht hatten. oder wie die Idee überhaupt entstanden ist. ihn zu einem der erfolgreichsten Geschäftsleute auf seinem Gebiet zu machen. die seinen Idealen von Schönheit und Kunstverstand entsprach. Als ich vier Jahre alt war. Die Reise begann. Sie war gerade erst aus Italien in dieses Land gekommen. Als ein Mann der Tat stieg er aus einer Generation von Einwanderern empor. die als Einwanderer in dieses Land kamen . doch besonders meine Mutter strahlte die schmerzliche Melancholie eines Menschen aus. Ich war das zweite Kind und die einzige Tochter meiner Eltern. . und das hat er auch erreicht. Mein Vater überstand die harten Anfangszeiten. Sie hatte das Inferno der Judenvernichtung überlebt und trug eine abgrundtiefe Traurigkeit in sich. welche auch die Zeit nicht lindern konnte. eine Vorandeutung auf den tiefgehenden und permanenten Zustand. ein Imperium aufzubauen. Sie hatten beide sehr schwere Zeiten in ihrem Leben durchgemacht. auf diese Reisen zu gehen. die dazu beitrug.Ich werde wohl nie erfahren. indem er nach außen hin härter wurde . nachdem sie während des Krieges aus einem polnischen Arbeitslager entflohen war. als der Name verschwand und sich an seiner Stelle eine immense Leere auftat. der zu meiner bleibenden Realität werden sollte. Sein Ziel war es.mein Vater. Er suchte sich eine Frau aus. der Jahrzehnte menschlicher Grausamkeiten erleben mußte. als er gerade ein Junge von fünf Jahren war und meine Mutter mit acht-undzwanzig. was mich dazu trieb. Doch dieses Abfallen jeglicher persönlicher Identität. Und genau dort beginnt diese Geschichte. wollte ich unbedingt lesen lernen.eine Taktik.

zwei oder drei Worte zu entschlüsseln. eines der großen. übergroße. Auch heute noch. wenn mir das gelungen war. Es war so beängstigend. Meine Mutter mußte mir mehrmals am Tag aus meinen liebsten Märchenbüchern vorlesen. Ich schaffte es. Als ich noch klein war. Ich starrte auf die Schrift. immer wenn ich Freunde meiner Eltern treffe. hatte ich jedesmal unglaubliche Angst. Es machte mir unglaubliche Freude. diese Geschichten zu kennen und ihr Erzähler zu sein. diese schwarzen Zeichen auf dem weißen Papier. Es machte mir ungeheure Freude. Das Vermächtnis meiner Mutter bestand jedoch nicht nur aus Trauigkeit. und verwandte all meine Konzentration darauf. und jedesmal. die ich mir eingeprägt hatte. kletterte darauf und rezitierte die Geschichten. erinnern sie sich unweigerlich an die Zeiten. voller Erregung mit meiner schönsten Erwachsenenstimme «vorzulesen» und die Seiten genau im richtigen Moment umzublättern. prägte ich mir jedes Wort ein und wußte genau. bunten Bücher gegen meine Knie gelehnt. daß ich sie oftmals anrief. wenn meine Mutter das Haus verließ. wann die Seite umgeblättert werden mußte. sondern auch aus Angst. überkam mich eine große Freude. den Freunden meiner Mutter mein Können vorzuführen. cartoonähnliche Ausgaben. diesen geheimnisvollen Kode zu brechen. glänzende. und starrte wie ein Wachposten in . Ich stand dann an dem Fenster. von dem ich die Einfahrt überblicken konnte. um Geschichten zu rezitieren. um die genaue Zeit zu erfahren. holte ich den Hocker aus der Küche. als ich in meinem Rüschenkleidchen und den glänzenden Lackschuhen auf dem Hocker stand. Während ich auf ihrem Schoß saß und sie genau beim Lesen beobachtete. wann sie und mein Vater wieder heimkommen würden. Immer wenn meine Eltern eine größere Gesellschaft bei uns gaben.Ich ging mit meiner Mutter in die öffentliche Bücherei und saß mit ihr viele Stunden in der Kinderbuchabteilung.

daß ich in «schlechten Kreisen» verkehrte und dies einen nachteiligen Einfluß auf mich hätte. doch ich blieb in meiner eigenen Angst viel zu gefangen und konnte dem nur zuschauen. unternahm meine Mutter mit ihrer Tante eine Reise nach Italien. Vielleicht hoffte ich. Sie war überzeugt davon. so hat sie jedoch nie verstanden. Während ihres Klinikaufenthaltes übernahm ich. wo sie etwas zu erledigen hatte. die ihr geholfen hatten. Erst wenn ihr Auto in die Einfahrt bog. die ihnen über den Weg liefen. um auf ihre Rückkehr zu warten. und aus Liebe zu ihr übernahm ich sie. half ihr beim Kauf ihrer Garderobe oder im Supermarkt und kümmerte mich ganz allgemein um die Belange der Familie. Auch wenn sie damit recht hatte. die sich ohne jegliche Angst auf alle Erfahrungen stürzten. Als ich fünfzehn war. daß sie nach ihrer Rückkehr für zehn Tage eine psychiatrische Klinik aufsuchen mußte. dadurch ihre anscheinend überwältigende Last etwas leichter zu machen. Die Angst von Generationen war durch meine Mutter an mich weitergegeben worden. sobald ich aus der Schule heimkam. Ich suchte mir Freunde. um die Leute zu besuchen. daß meine Freunde zu der Zeit die «Revolutionäre» waren. als sie sich nach dem Krieg dorthin geflüchtet hatte. in der Familie die Rolle der «Ersatzmutter» und kümmerte mich um meine beiden Brüder und meinen Vater. und sie fiel in eine so tiefe Depression. ohne wirklich daran teilzunehmen.die Nacht. so gut ich konnte. daß ich dabei immer nur die Rolle des Beobachters spielte. Meine Mutter und ich haben damals unsere Rollen getauscht und sie nie wieder zurückgetauscht. Ich beobachtete die Gegenkultur der späten Sechziger und frühen Siebziger lediglich. ohne weiter darüber nachzudenken. Während meiner Zeit in der High School war meine Mutter sehr verzweifelt über meine Auswahl an Freunden. ging ich schlafen. . Selbst nach ihrer Heimkehr fuhr ich sie überall hin. Während dieser Reise erlag sie den Monstern ihres Leidens.

der Verwirrung und der Experimente gewesen . Jede Nacht. der Erde mit Respekt zu begegnen. . doch nur einen Moment diese Stille zu kosten. in eine Suche nach Trost oder eine Flucht aus den Fängen der Traurigkeit. wo wir lebten. In dem Sommer. Ich meldete mich an. Überlebenstaktiken lernen.eine recht typische pubertäre Erfahrung -. die für heftige Stürme in meinen Pubertätsjahren sorgten und sie mit Wut und Verzweiflung für die Zukunft erfüllten. um an einem Ferienlager teilzunehmen. die mir zwar sehr vertraut war. das nach einem undefinierbaren Frieden suchte. Ich wußte zwar nicht. wenn alle anderen aus der Gruppe bereits schliefen. die Wildwasser befahren und Methoden lernen. über mir der unendliche Sternenhimmel. Diese brisante Mischung. schien meine Sensibilität zu ersticken und ein inneres Verlangen abzutöten. die in mir wie das Blut in meinen Venen zirkulierte. und ich war zutiefst berührt und beeindruckt von der unglaublichen Weite der Nacht. in den Bergen zelten. wanderte ich durch die Umgebung des Lagers. katapultierte mich. war ausreichend. Die vier Jahre an der High School waren eine Zeit der Aufruhr. um sechs Wochen zusammen mit einer Gruppe von ungefähr zwanzig weiteren jungen Leuten und vier erwachsenen Führern in der Wildnis des Wind River Range zu verbringen: wandern. die ich jedoch bislang in dieser Welt nie gefunden hatte. wann ich sie zum ersten Mal gefunden hatte. Ich fand sie dort oben in diesen Bergen. schien mich zu erdrücken. ging ich in die Berge von Wyoming. um mich trunken mit Freude über die Heimkehr zu machen. gepaart mit den weitgehenden kulturellen Umbrüchen. Dort in den Bergen habe ich die Stille wiedergefunden. als ich meinen Schulabschluß machte. und die Vorstadtgegend. Ich sehnte mich nach einer Weite. Die Stille war meine erste große Liebe. Angst oder nicht.Gleichzeitig bekam ich auch die Auswirkungen dieses Rollenspiels zu spüren.

Am gleichen Abend schrieb ich mich für den nächsten Kurs ein. Morgens um neun sollte ich mich mit frischen Blumen. Man schrieb das Jahr 1973. Der Lehrer. den wissenschaftlichen Untersuchungen. ruhiger Stimme sprachen sie von den Vorteilen der Meditation. der am darauffolgenden Samstagmorgen stattfinden sollte. Zu der Zeit hatten die Beatles und Donovan gerade Ma-harishi in Indien aufgesucht und damit für eine ganze Generation seiner bestimmten Art der Meditation ein gewisses Gütesiegel verliehen. Von Lake Forest aus lag das nächste TMZentrum in einem kleinen Haus in der Nähe des Campus der Northwestern University in Evanstone.recht unpassend für ihr Alter und die damalige Zeit — einen Anzug mit Schlips und Lederhalbschuhe trugen. Ich beendete gerade 21 mein erstes Jahr am Lake Forest College. auf dem ein großes. junge Männer gaben. Mit gefaßter. und TM hatte unter den Studenten ziemliche Wellen geschlagen. die . damit mein Lehrer die nötigen Informationen bekam. die ihre Behauptungen untermauerten und von der Logistik und den Kosten für einen Meditationskurs. schlanke. in der Nähe zu bleiben. An einem milden Frühlingstag besuchte ich einen Einführungsabend im TM-Zentrum. nördlich von Chicago. um ein Mantra für mich auszusuchen. führte mich vom Warteraum in ein kleines Zimmer mit einem Altar. doch sehr tiefempfundene Vereinbarung mit meiner Mutter hatte mich dazu bewogen. Während der Osterferien erzählte mir mein älterer Bruder Dan von der Transzendentalen Meditation. den zwei große. goldgerahmtes Foto von einem streng dreinschauenden Inder . und man reichte mir einige Formulare zum Ausfüllen. einer kleinen Privatschule nicht weit von meinem Elternhaus. sein Name war ROSS. Eine unausgesprochene.Mit achtzehn begann ich zu meditieren. Ich erschien vor der angegebenen Zeit. Obst und einem sauberen. weißen Taschentuch im Center melden.

hielt die Blume in meinen Händen und starrte in die Augen des streng aussehenden Mannes auf dem Foto. fiel ROSS vor dem Altar auf die Knie und legte seine Stirn für einen Moment auf den Boden. es immer wieder mit normaler Stimme auszusprechen. das . die Blumen und das Taschentuch. die anscheinend mit Wasser gefüllt war. bis er mich anwies. und nach ein paar weiteren Minuten wußte ich. doch bald wurde mir klar. geflochtenen Korb auf dem Altar. Zustimmend nickte er mit seinem Kopf und forderte mich auf. tauchte eine davon in eine kleine Messingschale. Ich wiederholte weiterhin das Mantra. es immer leiser zu sagen und schließlich nur noch im stillen zu mir selbst. ROSS nahm nun die restlichen Blumen. das Mantra mit ihm zusammen zu wiederholen. wandte er sich zu mir und begann zu singen. und ROSS überreichte mir kommentarlos eine der Blumen. daß ich für den Rest meines Lebens meditieren würde. Als er schließlich alle Gaben dargebracht hatte. die Früchte und das Taschentuch dem Mann auf dem Foto dar. Er schaute mich feierlich an und forderte mich auf. auf dem Stuhl hinter mir Platz zu nehmen. das Obst. und begann in Sanskrit zu singen. indem er sie der Reihe nach auf ein rechteckiges Messingtablett zu seinen Füßen legte. Er schaute kein einziges Mal in meine Richtung. daß er mein Mantra sang. Meine Gaben. daß er mir sagen würde. ROSS sang vier bis fünf Minuten lang und brachte die Blumen. Ich stand schweigend neben ihm.stand. Ich hielt es zuerst für eines der Sanskritlieder. kamen in einen kleinen. Jede Gabe hatte ihr eigenes Lied. Nach wenigen Minuten wurde ich ruhiger. also wartete ich lediglich und beobachtete das Ganze. Als ich dort auf dem Stuhl saß. Ich schloß meine Augen und begann zu meditieren. Ich nahm an. wenn die Meditation beginnen sollte. Als er sich wieder erhob. welcher mit gekreuzten Beinen auf einem Tigerfell saß.

Wir waren Gefährten auf der Reise durch die Stille. die die Gemeinschaft mit Gleichdenkenden mit sich brachte. Es war eine pechschwarze Nacht. Nachdem mein erstes Jahr am College zu Ende ging. mit dem ich meine Begeisterung für das Unerklärliche. und das Strahlen verstärkte sich noch. durch dessen Freundschaft ich sehr viel mehr mit dem erstaunlichen Mysterium des spirituellen Bereiches vertraut wurde. und beschloß. selbst die Sterne waren hinter dichten Wolken verborgen. Dort lernte ich Dan kennen. meine vertraute Vorstadtwelt zu verlassen. Dan wurde mein engster Freund und zugleich mein erster spiritueller Reisegefährte. Washington. als wir tiefer in den Wald hineingingen. den örtlichen TM-Lehrer. um die Visionen der Sechziger in ein staatliches Erziehungssystem zu integrieren. Am Evergreen State College erlebte ich in einer außergewöhnlich schönen Landschaft eine immense Freiheit. das Transzendentale. experimentellen Programm begonnen. die von jedem Molekül in der Luft reflektiert wurden. . Eines Abends brachen wir ziemlich spät auf. daß die Zeit gekommen war. sank ich auf sanfte Weise in die Arme meiner geliebten Stille. Jede Pflanze erstrahlte sanft von innen heraus. Während wir durch den Wald gingen. die unser gemeinsamer Idealismus und unsere jugendliche Energie erschufen. Als Dan mein Erstaunen wahrnahm. Dort hatte man gerade mit einem innovativen. Wir waren trunken von den unbegrenzten Möglichkeiten.Sanskritwort im Geiste wiederholend. Innerhalb von Sekunden war unser Weg von einem hauchdünnen Netz von Lichtpunkten überzogen. das Unbeschreibliche teilte. zum College in Olympia. überzuwechseln. Ich wußte. streckte Dan seinen Arm vor sich aus und machte eine weitausholende Geste von links nach rechts. während wir im Dämmerlicht durch die üppigen Farnwälder in der Nähe des Campus streiften und uns an der Stille berauschten. wurde ich unruhig.

es ist in allen Formen des Lebens enthalten.» . der alles zum Strahlen gebracht hat. Wir sind selbst bei Nacht niemals der Dunkelheit ausgesetzt. dieses Licht ist immer bei uns. nicht das ist. « Du warst es. «Ich zeige dir lediglich. die du wahrnimmst. daß die Welt. Suzanne. was in jedem Moment immer vorhanden ist. ich weise dich nur daraufhin. was sie auf den ersten Blick zu sein scheint.» « Dan. nicht ich habe es getan ».sagte er mit einem Blick voll sanfter Wärme: «Schau. Ich habe es nicht erschaffen. Vergiß nie. erwiderte er. wie hast du das gemacht?» fragte ich ihn.» « Nein. Wir brauchen nur unsere Aufmerksamkeit darauf zu richten.

und er brachte einen Freund mit. und ich hatte durch die tiefgehenden Erfahrungen in meinen Meditationen und den Einfluß meines Freundes Dan eine Affinität für den spirituellen Bereich entwickelt. was sie schreibt. um an dem Kurs teilzunehmen. RUMI Während der Weihnachtsferien in Evergreen schrieb ich mich für einen Meditationskurs an einem College ganz in der Nähe von Lake Forest ein. etwas zu beschreiben. wenn die Zeit stillzustehen scheint.Der transzendentale Bereich Glaubst Du. wo er hinrollen wird. eine Zeit der Stille. das sich all meinen enthusiastischen und wohlgemeinten Versuchen einer Erklärung widersetzte. daß ich weiß. Die Erfahrung der Transformation war mir bisher auf verschiedene Weise beschrieben worden: eine Gedächtnislücke. die den Rahmen aller bisherigen Kategorien von Beschreibungen sprengten und mich mit einer bald sehr vertrauten Art von Frustration bekannt machten: dem Versuch. Mein Bruder kam ebenfalls von seinem College. wenn das Mantra sich . Damals meditierte ich bereits seit acht Monaten. was ich tue? Daß ich auch nur einen Atemzug lang oder einen halben mir selbst gehöre? So wie eine Feder weiß. oder der Ball ahnen kann. In diesem Meditationskurs machte ich meine ersten tiefgehenden Erfahrungen im transzendentalen Bereich. Rick.

nachdem ich am ersten Morgen des Kurses zu meditieren begonnen hatte. öffnete ich meine Augen und erhob mich wie trunken von meinem Kissen. der sich zu einem ohrenzerreißenden Crescendo steigerte. während sie von meinen Lippen rollten. Weder Dan noch Rick konnten etwas dazu sagen. was in meinem hocherfreuten Verstand ablief. Meine Augen vermochten sein Gesicht nicht richtig zu erfassen. während ich von einer ungeheuren magnetischen Kraft erfaßt wurde. wenn sie in der Luft aufeinander stießen. Gleichzeitig erweiterte sich der Tunnel mit unglaublicher Geschwindigkeit und mit einem riesigen Donner. kehrte alle Phänomene von innen nach außen und legte das Innere aller Schöpfung frei — Leere. Ich erzählte meinem Bruder und seinem Freund. Vielleicht machte ich ja auch etwas falsch und sollte mit dem Lehrer darüber sprechen. was geschehen war. daß ich ziemlich verwirrt aussah. und im Bruchteil eines Augenblicks hatte das Feuer eines unsichtbaren Infernos alles erfaßt. Sie bekamen erst eine Bedeutung. Im Augenblick der Explosion wurde eine Schwelle überschritten. die mich mit unendlicher Geschwindigkeit in einen Tunnel voller Licht saugte. als ob ich keinen Körper mehr hätte. Ich bewegte mich. die « Quelle der Gedanken » . explodierte die Unendlichkeit in reines Licht.auflöst. und auch sie fanden. wenn er ihn zum Sprechen öffnete . Bislang hatte ich noch keine Beschreibung gehört. und aus seinem Mund schien Licht zu fließen. die durch das Geäst . die dem nahe kam. Ich zog einen der Meditationslehrer zur Seite und beschrieb ihm meine Erlebnisse. Ich zwang meinem Mund Laute ab. und die einzelnen Worte kollidierten miteinander. Er lächelte mich sanft an.was immer das bedeutete. Alle feste Materie hatte sich in einer leuchtenden Transparenz der Stille aufgelöst. Die Welt war nicht mehr die gleiche.wie Sonnenstrahlen. Ungefähr drei Stunden.

daß alles im visuellen Bereich in einer riesigen. lachen. . das Zimmer anzuschauen. eine willkommene Bestätigung durch das einzige Wort. das auch nur annähernd das beschreiben konnte. was ich fühlte .warmherzig. weg von der Langeweile eines Heranwachsenden in die offenen Arme der Glückseligkeit. der Maharishi hätte uns gelehrt. Diese veränderte Wahrnehmung hielt mehrere Wochen an und begann dann in kaum wahrnehmbaren Veränderungen schwächer zu werden. völlig falsch. begabt. brillant. bis zum Morgengrauen wie rollige Straßenkatzen. und ich folgte dem vorgegebenen Tagesablauf: zu meditieren und Videos von Maharishis Vorträgen anzuschauen. die den Mond anmiauen. Wir tanzten in der Eingangshalle und sangen. durchzog mich eine Woge der Erkenntnis. strahlenden Masse verschmolz. atmen. die einzelnen Objekte klar zu sehen. Es war unmöglich. denn ihre Grenzen waren in den Hintergrund getreten und durch ein sehr helles Leuchten ersetzt worden. denken.» Als ich das Wort «Glückseligkeit» vernahm. Rick und ich verliebten uns ineinander. Der Kurs ging weiter. daß uns in unserer Meditation nichts schaden könne und alle Erfahrungen in der Meditation gute Erfahrungen seien. Er erklärte mir. sobald die Welt der Begrenzungen und Unterscheidungen wieder in den Vordergrund meines Wahrnehmungsbereiches rückte. das so stark war. zu sprechen.eines Baumes fallen.Glückseligkeit. Um das Ganze vollständig zu machen. Er lächelte mich an und sagte mit sanfter Stimme: «Genieße die Glückseligkeit. Dieser Kurs war mein Eintritt in die Welt des Mysteriösen. Meine Art der Wahrnehmung war aus ihren gewohnten Angeln gehoben worden. voller spiritueller Wißbegierde und emotionaler Tiefe. dies war ohne Zweifel Glückseligkeit. während ich meine völlig veränderten Erfahrungen auch der einfachsten Dinge genoß — auf einem Stuhl zu sitzen. Ja. Er war ein wunderbarer Mann .

Meditationslehrer zu werden. Dan und ich zusammen mit einer Gruppe von ungefähr hundert weiteren amerikanischen Meditierenden mit leuchtenden Augen 1974 in die norditalienischen Alpen. um uns als Lehrer einzuweihen und uns unser Mantra zu geben. als er kam. jeden Morgen und jeden Nachmittag jeweils fünf Stunden zu meditieren. und unsere Verbindung vertiefte sich dadurch sowohl als Partner in der Welt als auch im Geiste. Es schien für uns beide eine sehr naheliegende Entscheidung zu sein. An sich waren mehrere Besuche von Maharishi geplant. mit einer Hingabe zu lieben. die als «Runden» bezeichnet wurden. Es war eine Abfolge von Meditation. daß wir jeden Tag zehn bis zwölf « Runden » machten. Mein Bruder fühlte sich genauso von TM angezogen. um uns als Lehrer für Transzendentale Meditation ausbilden zu lassen. Man warnte uns ausdrücklich davor. Unsere Beziehung war von unserer Meditation durchwoben. und so flogen Rick. die mich begeisterte und zugleich ängstigte. der im August begann. um an einem sechsmonatigen Ausbildungskurs zum Lehrer teilzunehmen.bereit. irgendwelche Entscheidungen zu treffen. Man erwartete von uns. Die TM-Organisation hatte in dem wunderschönen Alpenort Livigino in Italien mehrere Hotels angemietet. ein Zustand. den wir fürchteten und über den wir gleichzeitig Witze machten. Wir wurden angewiesen. Zum ersten Mal erlebte ich den Sturm romantischer Liebe. um die «Heilige Tradition» zu erlernen. Yoga Asanas und Pranayama. mit dem . von denen jede ungefähr eine Stunde dauerte. denn die intensiven Meditationen würden etwas erzeugen. das als «Stresslösung» bezeichnet wurde. Was hätten wir sonst auch machen sollen? Wir wollten das akademische Jahr beenden und uns dann für ein Jahr beurlauben lassen. die uns eine angenehme Umgebung boten. doch tatsächlich sahen wir ihn nur ein einziges Mal am Ende des Trainings.

und das klang dann so. unverwüstliche Gruppe. bis die Worte in unseren Träume widerhallten. Ihr Wunsch wurde abgelehnt. doch insgesamt waren wir eine junge. um zu verhindern. die entschieden hatten. Die Ausbildung in der Tradition des Maharishi war sehr streng. die Meditationsdauer zu verkürzen. persönlich mit dem Maharishi über die Angelegenheit zu sprechen. Schreie und hysterisches Weinen. Das Ergebnis war. und ich beobachtete einige schmerzhafte Zusammenstöße zwischen diesen Individuen und Kursleitern. den Kurs abzubrechen. das er für jeden einzelnen Aspekt der Lehre ausgewählt hatte.wir wiederum unsere Studenten einweihen würden. bis sie schließlich nur noch zwanzig Minuten täglich saß. wenn es um seine Lehren ging. daß sie ihr Zimmer verließ oder mit anderen im Kurs sprechen konnte. Die langen Stunden der Meditation wirkten sich verheerend auf das Gedächtnis einiger Teilnehmer aus. und man postierte eine Wache vor ihrer Tür. daß wir voller Respekt immer wieder die ganzen Texte durchgingen. Sie wurde ziemlich wütend und verlangte. bei dem zu starke Symptome von «Stresslösung» zu beobachten waren. nichts sollte ihre Reinheit verwässern. daß jeder. und man verlegte sie in das Zimmer neben dem Kursleiter. nicht den Anforderungen der Ausbildung zum Lehrer entsprach und somit vom Kurs ausgeschlossen wurde. jedes Wort. Dann forderte man sie auf. . daß wir alles Wort für Wort auswendig lernten. Eine Frau begann «Engelsstimmen» zu hören. Aus ihrem Zimmer drangen Ge-schimpf. Man wies sie an. und wir kontrollierten und bestätigten die Meditationen unserer zukünftigen Schüler. Für manche war es jedoch zu intensiv. «Es ist gut? Es ist ganz einfach?» Maharishi duldete keine Kreativität. die den vielschichtigen Angriff auf unsere mentalen Fähigkeiten ganz gut verkraften konnte. wie ein Inder englisch spricht und hatte nicht viel mit der amerikanischen Sprache gemein. Er erwartete.

doch wir sahen sie nie wieder. Wir bekamen lediglich vom Kursleiter die Information, daß jemand von ihrer Familie sie abgeholt hätte. Am Ende des Kurses, kurz bevor der Maharishi erschien, erlitt ein junger Mann einen Anfall von Verfolgungswahn. Er geisterte durch die Hallen des Hotels, sprang aus Türeingängen hervor, redete wirres Zeug von kommunistischen Verschwörungen, von Ferngläsern, die auf sein Fenster gerichtet seien, und von Abhöreinrichtungen in seinem Zimmer. Er versuchte den Maharishi abzufangen, als er das Hotel betrat, um ihn vor den Gefahren zu warnen, die im Hotel auf ihn lauerten, doch Maharishi lächelte ihn nur an, und während er ihm eine rote Rose gab, wies er den Kursleiter an, ihm den jungen Mann vom Halse zu halten. Eilig wurden Vorkehrungen für die Abreise des jungen Mannes getroffen. Wir alle waren ein wenig besorgt um ihn und beteten im stillen, daß uns selbst so etwas nicht zustoßen möge. Rückblickend kann ich mich nur wundern, daß nicht mehr von uns «unruhig» wurden in Anbetracht der vielen Stunden der Meditation, die uns in hohem Maße einer sehr kraftvollen Technik aussetzten. Untereinander sprachen wir nicht viel über unsere eigene «Stresslösung», denn offenbar hatten wir alle eine intuitive Angst davor entwickelt, daß jemand mithörte, etwas aus dem Zusammenhang gerissen oder dem Kursleiter gemeldet wurde. Doch irgendwann wurde uns allen klar, daß sich eine Atmosphäre von Mißtrauen entwickelt hatte, die immer dichter wurde, obwohl sich niemand traute, die Ernsthaftigkeit der Lage zuzugeben. Für meinen Teil versuchte ich, nicht zuviel über das nachzudenken, was vor sich ging. Ich war begeistert und von dem inspiriert, was ich lernte. Ich fühlte mich geehrt, meinen eigenen Platz innerhalb der Heiligen Tradition einnehmen zu dürfen, während ich die Weisheit der Vorfahren studierte. Mein Gott, all das, und ich war doch erst zwanzig Jahre alt! Solange ich

nur meine Bedenken über die Organisation beiseite schob, hatte ich das Gefühl, der Perfektion so nahe zu sein, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte. Die Erfahrungen, die ich während der Meditation und mehrerer Monate der «Runden» machte, waren eine Mischung aus Ehrfurcht gebietend und Furcht erregend, und ich wurde vertrauter mit dem heißen Atem der Angst, der mein Inneres versengte und durch meine Knochen fuhr. Die Glückseligkeit hatte mich verlassen. Sobald ich meine Augen zum Meditieren schloß, tat sich eine unendliche Weite auf. Das Gefühl, über eine Schwelle in die Unendlichkeit gesogen zu werden, stellte sich immer schneller ein, so daß ich in meiner Meditation vorsichtiger wurde. Ich versuchte mich zurückzuhalten und war voller Angst vor dem Schritt in die Leere des transzendentalen Bereiches. Ich hatte Angst davor, niemals zurückzukehren und daß jemand einige Tage später meinen Körper finden würde, eine leere Hülle, die auf dem Bett sitzt. «Wenn ich nur jemanden mitnehmen könnte, dann wäre das Ganze nicht so beängstigend.» Ich konnte mir nicht vorstellen, daß dies tatsächlich ein normaler Bestandteil der Meditation war, und die ungeheure Intensität der Erfahrung gab mir das Gefühl, mich vielleicht in irgendeiner Gefahr zu befinden. Schließlich entschloß ich mich, den Maharishi zu fragen, doch es sollte ein weiteres Jahr vergehen, bevor ich ihm meine Fragen stellen konnte, ein Jahr, in dem meine Angst immer stärker wurde und sich in meinen Eingeweiden wie ein unkontrollierbarer Parasit einnistete. Soweit mir bekannt war, war ich die einzige, die mit solchen Ängsten zu kämpfen hatte oder solche Erfahrungen machte, was meine Not nur noch verstärkte. Der Maharishi hatte uns gesagt, daß wir garantiert erleuchtet würden, wenn wir sechs bis acht Jahre lang meditierten. Er gab uns genaue, detaillierte Beschreibungen der Zustände, die uns wie Wegweiser des Erwachens begegnen würden - Wegweiser, die anzeigten, daß das Bewußtsein in das Einssein des Einheit-

Bewußtseins befreit wurde. Erleuchtung, sagte er, geschehe in drei ver-

denn er wäre unfähig. den Zustand zu erkennen. Traum und Schlaf unterliege. es selber herauszufinden. Das letzte Stadium war das Einheits-Bewußtsein. träumten oder am Leben teilnähmen. das beobachte und dabei doch völlig getrennt bleibe von allen Phänomenen und nicht den Zyklen von Wachen. Das erste sei das Kosmische Bewußtsein. auch wenn der Körper und der Verstand schliefen. daß ich eines Tages an den Ufern des Ein-heits-Bewußtseins angespült würde. In diesem Zustand löste sich der Beobachter. Der Beobachter bliebe also «wach». der bis dahin losgelöst und ohne Tiefe gewirkt hatte. Mit diesen Erklärungen über Erleuchtung. das Stadium des Beobachtens. daß niemand ohne einen Guru diese Einheit erreichen könnte. im Gottes-Bewußtsein auf. er war durch das reinigende Feuer der Einheit gegangen und war endgültig und vollständig. überantwortete ich mich dem Ozean des transzendentalen Gewahrseins. die von göttlicher Liebe durchdrungen ist. ein Gewahrsein. ich ließ meine Sorgen darin schwimmen. in welchem sich Trennungen jeglicher Art auflösten. denn damit war ich von der Bürde befreit. Nur der Guru kann es erkennen. das ist es!» Ich war froh. welches das erhabene Reich einer Wahrnehmung war. wenn sich das Bewußtsein derart erweitert. eingelullt von dem Versprechen. Das nächste Stadium wäre das Gottes-Bewußtsein. daß es alle Schöpfung umfaßt. daß die manifestierte Welt eine Heiligkeit ausstrahlte.schiedenen Stadien. . daß der Maharishi den Zustand von EinheitsBewußtsein erkennen würde. Der Maharishi hatte wiederholt daraufhingewiesen. die damals so einleuchtend und klar zu sein schienen. und mit diesem Erkennen vermittelt er dem Schüler die Endgültigkeit des Geschehens mit den Worten: «Jawohl. auch wenn die Trennung zwischen «Ich» und den «Anderen » bestehen blieb. Der Einheits-Zustand duldete keine Art von Dualität. in dem man wahrnähme.

Ricks Heimatstadt.Nachdem Rick. Meine Eltern lernten zu meditieren. mit mir zusammen einen Vortrag für die Geschäftsleute in der Gemeinde zu halten. lehrten Rick und ich gemeinsam. eine erfahrene Lehrerin. Es war ein großer Erfolg. bevor wir zu meditieren begannen. und ich konnte meinen Vater dazu bewegen. zu jener Zeit in der Organisation von TM zu arbeiten. ungefähr dreißig Minuten nördlich von Evanston. Der Maharishi hatte sie als «Gift für das Nervensystem» bezeichnet. dort wo ich vor zwei Jahren mit dem Meditieren begonnen hatte. und wir weihten viele ihrer Freunde und Nachbarn ein. und das Center war ein Riesenerfolg. kehrten wir zurück in den Mittleren Westen. Jede . welche Richtung wir eingeschlagen hatten. daß wir nun Alkohol und Drogen jeglicher Art kategorisch ablehnten. den TM auf meinen Bruder und mich hatte. besonders wenn man in Betracht zog. Dan und ich die Ausbildung zum Meditationslehrer beendet hatten. und mit Hilfe ihrer Erfahrung und unserer Energie und Leidenschaft wurde das neue Center geboren. Meine Eltern gaben in ihrem Haus mehrere Versammlungen. Ganz besonders erleichtert waren sie über die Tatsache. Jeden Monat kamen Hunderte von Menschen. Wir waren voller Enthusiasmus und begannen sofort im Center von Evanston zu unterrichten. für unseren Plan begeistern. an denen Dan und ich über TM sprachen. einzuweihen und das Center in Schwung zu halten. Damals zirkulierten eine Menge Geschichten über die starken positiven Einflüsse von TM auf das Leben der Menschen. Vorträge zu geben. Die Monate vergingen wie im Flug. Meine Eltern waren recht erfreut über den Einfluß. Wir waren vollauf damit beschäftigt. Wann immer es möglich war. Es war aufregend. Wir konnten Anne. um die Übungen zu erlernen. und wir wollten doch die Klarheit unserer Meditation durch nichts vernebeln lassen. und schon bald brüteten wir über Plänen von einem neuen Center in Highland Park.

bei dem der Maharishi darauf bestand. lebten nicht. daß er uns beibringen würde. in den Ohren: « Es ist nicht nötig. Wärme. viele der langjährigen Lehrer. dem transzendentalen Bereich. Mir klangen noch seine Antworten. doch ich meldete mich trotzdem für den Kurs an.» Und nun ermutigte er uns. Siddhis zu erlernen. Es ist lediglich eine Ablenkung von dem wahren Ziel. besonders diejenigen. die eine gewisse Macht und Autorität in der Organisation besaßen. beherrschend und nachtragend. Dies war das erste Training. den der Maharishi für den kommenden September anbot. übernatürliche Kräfte zu erlangen. Vor dem sechsmonatigen Siddhi-Kurs nahm ich an einem vierwöchigen Training für Fortgeschrittene teil. die er auf diesbezügliche Fragen gab. doch immer wieder war die Rede davon.35 einzelne erneuerte und verstärkte mein Vertrauen in die Kraft der Lehren. Sie strahlten nicht die Eigenschaften aus. Mitgefühl.kurz angebunden. an dem man unbedingt teilnehmen mußte. wenn ich die TM-Organisation selbst in Aktion erlebte. was sie lehrten. daß Männer und Frauen getrennt untergebracht wurden. Die meisten von ihnen waren genau das Gegenteil . das im Frühjahr 76 in einem kleinen Skiort in Frankreich stattfand. Doch ich hatte recht gemischte Gefühle. daß alle dies für den Kurs des Jahrhunderts hielten. die von den Lehren als ein Zeichen der Reife in der Meditation beschrieben wurden Liebenswürdigkeit. Es gelang mir.» Meine Verwirrung und meine Zweifel wurden stärker. Überflüssig zu sagen. Zweifel kamen immer nur dann auf. ungehalten. 1976 hörte ich von Gerüchten über einen neuen Kurs. Geduld. indem ich den Kontakt mit diesen höheren Autoritäten vermied. Die Gerüchte waren teilweise recht widersprüchlich. als ich von diesen Siddhis (wie diese Kräfte in Sanskrit heißen) hörte. Auch wenn es mir schwerfiel zuzugeben. um bei unseren . so daß «wir auf den feineren Ebenen der Schöpfung spielen können. meinen Enthusiasmus zu bewahren.

und Dutzende von Hotels waren in den umliegenden Orten angemietet worden. und zwei Wochen vor unserer Abreise arrangierten wir in Windeseile eine Feier.Erleuchtung. der so viele Passionen mit mir teilte. unser « auf den Punkt gerichtet sein» zu verstärken. Ohne zu überlegen. machte den Gedanken an solch eine lange Trennung tolerierbar. dies zu erreichen. nahm ich seinen Antrag an. und unser Vertrauen. nur hinter einer Sache her . Sie waren absolut begeistert von unseren Heiratsplänen. daß wir für sechs Monate getrennt sein würden. jeder auf seine eigene Art. machte Rick mir einen Heiratsantrag. Einen Monat bevor wir zum Siddhi-Kurs aufbrachen. daß es das einzig Richtige sei. Er wisse genau. Er hatte sogar einen sehr schönen Diamantring für mich gekauft. einem lieblichen Ort am Ufer des Luzerner Sees. das wir uns gegenseitig gegeben hatten. Auch wenn TM als eine Technik zur Verbesserung vom Blutdruck bis zum Sex verkauft wurde. Ich verbrachte die ersten drei Monate in Brunnen. der Suche nach der schwer faßbaren und doch alles erfüllenden Erfahrung des EinheitsBewußtseins verschrieben. ein Leben lang zusammen zu bleiben. die an diesem Kurs für Fortgeschrittene teilnahmen. waren wir alle. einen Lebenspartner gefunden zu haben. denn bereits damals wurden Männer und Frauen in allen Kursen getrennt untergebracht. Doch das Glück über das Versprechen. Ich medi- . sagte er. ließ uns auf unserem Weg fortfahren. Wir wußten. den er mir an den Finger steckte. solange wir alles taten. Hunderte von Lehrern aus der ganzen Welt waren auf dem Weg zu dem «Sechs-Monate-Kursus» in den Schweizer Alpen. was der Maharishi uns anwies.Bemühungen Erleuchtung zu erfahren. Wir hatten uns. völlig begeistert davon. bis wir zurückkämen. Er hatte bereits meinen Eltern einen Brief mit seinen «Intentionen » geschickt und sie um ihren Segen gebeten. denn wir wären offensichtlich füreinander geschaffen und er könne einfach nicht warten. bevor wir unseren Familien die Neuigkeit überbrachten.

Aus meiner eigenen Erfahrung wußte ich. auch wenn mich die Angst weiterhin mit alarmierender Regelmäßigkeit überfiel. der dafür verantwortlich sei. die er erlebte. und meine Erfahrung der Transzendierung wurde klarer und klarer. und ein jeder von uns erwog die Möglichkeit (die wir in höchstem Maße idealisierten). Man teilte mir mit. Mir war unklar. ein Leben der Entsagung zu führen. Dieser Leiter sollte auch täglich das Hauptquartier kontaktieren und alle organisatorischen Mitteilungen an die Gruppe weiterleiten. wie ich auf diese Nachricht reagieren sollte. daß ich zum Gruppenleiter ausgewählt worden war. Rick und ich schrieben uns fast jeden Tag. um ein spirituelles Leben mit ihrem Guru zu führen. die dem weltlichen Leben entsagten. in denen unsere Erfahrungen beschrieben und die Klarheit der Transzendenz beurteilt werden mußten. Mehr als einmal schrieb er. mir darüber keine Sorgen zu machen. um sie am Telefon einem Beauftragten des Maharishi vorzulesen. die seit Jahren in der Nähe des Maharishi lebten . doch ich beschloß. Ich war mir nicht sicher. die Welt der May a zu verlassen und uns voll und ganz der Erleuchtung zu widmen. was in seinem Herzen vorging. Er war genau wie ich ein begeisterter Meditierer. Oft beschrieb er die ekstatischen Zustände. Wir wußten von denjenigen. daß er nun all diejenigen verstehen könne. daß man aus unserer Gruppe einen Leiter auswählen würde. doch schien diese Entscheidung endgültig zu sein.tierte mit großer Hingabe. und all seine Briefe waren durchwoben von hingebungsvollen Liebeserklärungen und Dank für den Maharishi. Ich konnte niemals genug bekommen. und so gab ich meine Zustimmung und hoffte. daß alles gutgehen würde. Jeden Tag mußten wir Formulare ausfüllen. daß die Emotionen während der langanhaltenden Runden sehr starken Schwankungen unterworfen waren. diese Erfahrungsberichte jede Woche einzusammeln. Man teilte uns des weiteren mit.

Ich stellte meine Tasche ab. unbequemen Fahrt durch die nächtlichen Alpen erreichten wir ein mit Schnitzereien verziertes Hotel. ihm überallhin folgten und niemals in ihr früheres Leben in der Welt zurückkehren wollten. Im Austausch sollte jeweils eine Frau aus Hertenstein in die anderen Hotels umziehen. Ich war im Himmel. um dort an dem Kurs teilzunehmen. die aus den verschiedenen Hotels eingesammelt worden waren. warf mich aufs Bett und fiel bis . der mich abholen würde. empfingen uns drei Frauen in Saris und begrüßten uns. in denen Frauen untergebracht waren. Ich wurde angewiesen. Er ordnete an.und studierten. Mein Zimmer war geräumig und komfortabel mit einem wunderschönen Ausblick über den Luzerner See und die strahlenden Lichter der Orte. Als wir vorfuhren. die in die Siddhi-Techniken eingeführt wurde. Etliche Stunden später traf der Bus endlich ein. und er war bereits voll besetzt mit Frauen. Zu jener Zeit lebte der Maharishi in der obersten Etage eines Hotels in Hertenstein. die sich wie eine Halskette um den See legten. wo auch alle seine langjährigen weiblichen Anhänger (ohne Zweifel in der Kategorie «Verheiratet mit der Asana-Matte») und viele aus den höheren Rängen der TM-Organisation untergebracht waren. meine Sachen zu packen und in der Lobby meines Hotels in Brunnen auf den Bus zu warten. Man hatte ihnen den Titel «Verheiratet mit der Asana-Matte» verliehen. Diese Frauen und Männer wurden mit einer Mischung aus Neid und Bewunderung betrachtet. das auf einer Anhöhe lag und eine wunderbare Aussicht auf den See und die umliegenden Berge bot. daß alle Gruppenleiter der Hotels. Man zeigte uns unsere Zimmer und überließ uns dann uns selbst. Nach einer kalten. Ich sollte also im Hotel des Maharishi wohnen und eine der ersten sein. nach Hertenstein verlegt werden sollten. um dort jeden in die Siddhis einzuweihen.

durch den Lärm der siddhiübenden Frauen einen gewissen Argwohn bei un- . und alles war still. daß es der optimale Platz zum Transzendieren sei. Ein Empfangssaal im Erdgeschoß war in einen Meditationsraum verwandelt worden. Ich betete.zum Morgengrauen in einen tiefen Schlaf. einen Körper zu besitzen. Ich versuchte meine Augen zu öffnen. Doch kaum. Danach sollten wir innerhalb der Gruppe unsere Übungen praktizieren. doch ich konnte sie nicht finden. hatten sich aufgelöst. Der gesamte Boden war mit Schaumgummimatratzen ausgelegt. daß man gleichzeitig verhindern wollte. Ich legte mich aufs Bett. Unsere Ankunft in Hertenstein war der Beginn einer entscheidenden Veränderung. fühlte ich mich wie von einem Tornado aufgesogen. um dem Ganzen einen möglichst privaten Rahmen zu geben. daß ich begonnen hatte. denn es ging das Gerücht um. sie hätte mich ansonsten in Stücke zerrissen. Auch die Fenster waren mit Matratzen und Laken verhängt worden. Als ich erwachte. nahm ich eine Dusche und begann mit meinen morgendlichen Runden. Einen Moment später hörte es ganz plötzlich auf. um herauszufinden. und trotzdem wurde ich weiterhin umhergewirbelt. was den Ton des Kurses betraf. die nicht länger als ein paar Sekunden zu ertragen war. ob es anders sein würde. Erst später erfuhr ich. Eine ungeheure Kraft wirbelte mich mit einer Geschwindigkeit im Kreis umher. im Hotel des Maharishi zu meditieren. gespannt darauf. was um Himmels willen mit mir in meiner Meditation passierte. Für den folgenden Tag war unsere Einweihung in die Siddhis durch zwei leitende TM-Lehrer geplant. Nachdem ich eilig meine Asanas und Pranayamas beendet hatte. die mit Dutzenden von weißen Laken bedeckt waren. daß ich recht bald dazu Gelegenheit bekommen möge. Alle Empfindungen. Nun gab es keinen Zweifel mehr: Ich brauchte den Rat des Maharishi. schloß ich die Augen und begann mit meinem Mantra. um meine Kräfte zu sammeln.

doch Gerüchte besagten. Anschließend standen wir um den Altar herum. und wir sangen im Chor die Puja. Diese seltsame Szenerie schien das Gerücht zu bestätigen: Wir sollten «fliegen» lernen. als er zum ersten Mal den Raum betrat. Dabei formten sich von ganz allein zwei Gruppen: Die Neuankömmlinge mit einem etwas verlegenen Gesichtsausdruck und die Erfahreneren.seren Schweizer Nachbarn aufkommen zu lassen. im « Schaumgummiraum » im Kreis zu sitzen und auf weitere Anweisungen zu warten. Der Maharishi war nur ein paar Stockwerke über uns. das sie in die Mitte des Raumes plazierte. als ob er Tausende von Meilen entfernt wäre. Man wies uns an. Sie sagte. daß uns der Maharishi die ersten fünf Siddhis per Telefon übermitteln würde. Wir verbeugten uns am Ende der Puja und bildeten einen Kreis um das Telefon. Es klang. als daß er als «Landebahn» für fliegende Meditierer dienen sollte. und die würdevollen Kristallkronleuchter gaben dem Ganzen einen Hauch von eleganter Absurdität. während einige Frauen Früchte und Blumen aus der Küche besorgten. und dann kam Maharishis hohe Stimme durch die Leitung. Wir waren so weit. unsere Kursleiterin und langjährige Anhängerin des Maharishi. betrat den Raum mit einem Telefon in der Hand. Wir waren völlig schockiert. und doch wollte er per Telefon zu uns sprechen? Barbara begann den Tisch für die Puja aufzubauen. jeder hielt eine Blume in der Hand. nachdem wir unsere Puja (hingebungsvolle Zeremonie) beendet hatten. umweht von einer Brise losgelöster Überheblichkeit. Bislang hatten wir den Maharishi noch nicht zu Gesicht bekommen. daß er uns persönlich einweihen würde. und in meinem Kopf wurde es wieder leichter. . Die Zeremonie besänftigte meinen aufgewühlten Verstand. Es konnte kaum eine andere Erklärung für diesen gepolsterten Raum geben. Barbara. Ich war nicht der einzige Neuankömmling. Es knackte zweimal. der in Gelächter ausbrach. Der Raum wirkte wie eine riesige gepolsterte Zelle.

Er wies uns auch an. vor. wie man auf den höchsten Gedankenebenen spielt. morgens drei Stunden lang auf unserem Zimmer zu meditieren und dann nach unten in den Saal zu kommen. um gemeinsam die Siddhis zu praktizieren.«Wie geht es meinen Damen?» säuselte seine Stimme. um mit meinen Sutras zu beginnen.» « Sehr gut. Ich riß meine Augen auf und stellte fest. Ihr habt alle die Erfahrung einer klaren Transzendierung erlebt. bis wir jedes Wort auswendig kannten. Eines davon war das fliegende Sutra. Ihr werdet lernen. und er erlaubte uns. Am nächsten Morgen erschienen wir Neuankömmlinge pünktlich zur ersten Siddhi-Übung innerhalb der ganzen Gruppe. «Alle sind glücklich und entspannt?» «Wir sind alle sehr glücklich. die wir durch unsere Meditation wie Wellen zu jedem in dieser Welt aussenden werden. gab er uns genaue Anweisungen für die Techniken. nachdem ihr von den vielen Jahren eurer Meditation reiche Früchte geerntet habt. als plötzlich der Raum von den bizarrsten Geräuschen widerhallte. Wir schrieben jedes Wort mit. die die Boten des Zeitalters der Erleuchtung sein werden. Laßt uns also mit dem Prozeß beginnen. Schon sehr bald wird die ganze Welt den Frieden und die Glückseligkeit erfahren. antwortete Barbara. daß die Teilnehmer aus der früheren Gruppe. Maharishi». oder nicht? Sehr gut. der euch zu Meistern des Zeitalters der Erleuchtung macht. jedem auf diesem Planeten Frieden zu bringen.» Nachdem er die Siddhis recht detailliert erklärt hatte. Es sind die Auswirkungen der vielen Stunden eurer tiefen Meditation. Und nun wird eure klare Transzendierung dazu beitragen. die schon seit drei Wochen die Siddhis praktizierten. und wir haben gerade die Puja beendet. «Wir sind insgesamt zweiunddreißig Frauen hier unten. für fünf der Siddhis. sehr gut.und . Ich setzte mich mit gekreuzten Beinen auf die Schaumgummimatratze. unsere Zettel so lange benutzen zu dürfen. Sutras genannt.

. und er schien auf einer grenzenlosen Woge der Glückseligkeit dahinzugleiten. und sie hüpften auf der Schaumgummimatratze umher wie Frösche. Jaulen und Stöhnen. daß es absolut keinen Grund gab. Der Raum vibrierte von den Bewegungen und Geräuschen. die von einem Seerosenblatt zum nächsten sprangen. Für ihn waren die Sutras wesentlich umwerfender. Brüllen. was in Hertenstein geschah. als wir die Altmeditierer beim Abheben beobachteten. die vom Kriegsgeschrei bis zum Kichern reichten. die ich jemals gehört hatte: Schreie. Raunen. Ununterbrochen kamen neue Schüler aus Seelisberg an. die Augen geschlossen. doch bislang hatten wir den Maharishi noch nicht zu Gesicht bekommen. Wir versicherten ihnen. wie ernst die Lage war. mußten gelegentlich ihr Zimmer für einen Neuankömmling räumen. es ähnelte eher einem Hüpfen. uns zu beneiden. denn wir säßen ja mitten im Zentrum des Geschehens. die in Hertenstein untergebracht waren. Wir hörten von allen möglichen Aktivitäten in der Suite des Maharishi. daß sie uns beneideten. « Fliegen » war sicherlich nicht das passende Wort dafür. Knurren. und manche von uns.rückwärts oder seitlich hin und her schwankten und dabei die irrsinnigsten Laute ausstießen. dabei Geräusche ausstoßend. Welch ein Anblick! Ich berichtete Rick über alles. Auch seine Gruppe war in die ersten fünf Sutras eingeweiht worden. und er hatte die gleichen Erfahrungen gemacht: Kakophonie und alles andere. in Lotusposition. Doch im Gegensatz zu mir war er von den Siddhis absolut begeistert. und Freunde in den anderen Hotels schrieben uns. Wir starrten uns gegenseitig mit offenem Mund an und versuchten abzuschätzen. Der Kurs lief nun schon seit zwei Monaten in Hertenstein. Doch hier saßen sie vor uns. als er es sich in seinen kühnsten Träumen hätte vorstellen können. Grunzen. Unsere Verwunderung ging schließlich in Gelächter über. Gelächter.

Meine Freundin Ann, mit der ich in Brunnen zusammengewesen war, wurde aufgefordert, in ein winziges Zimmer ohne Bad umzuziehen. (Sie hätte das Badezimmer unten in der Lobby benutzen müssen.) Es war gerade ihr Geburtstag, und wir hatten ihre Zimmertür mit Karten und Briefchen vollgehängt. Sie bat um einen Tag Aufschub für den Umzug, damit sie noch ihren Geburtstag dort feiern konnte, doch die Antwort war ein rigoroses Nein von einer solchen Vehemenz, daß Ann in Tränen ausbrach. Während sie noch tränenüberströmt in der Tür stand, stürmten einige der Kursleiter in ihr Zimmer und begannen, ihre Sachen auf den Flur zu werfen. Einige andere Kursteilnehmer und auch ich schrien sie an, damit aufzuhören, und ein hitziges Wortgefecht begann. Barbara schrie dazwischen, daß es der Wunsch des Maharishi wäre, den sie ausführten - das war immer die Entschuldigung für alle nicht nachvollziehbaren Entscheidungen -, und daß es «für unsere eigene Entwicklung» sei, die Anweisungen des Maharishi auszuführen. Auch wenn solche Vorfälle nicht regelmäßig passierten, so geschahen doch mehr Dinge, als man von jemandem erwartet hätte, der mit Techniken arbeitet, die zu einem höheren Bewußtseinszu-stand führen sollen. Mir fiel es immer schwerer, die Augen davor zu verschließen, daß diejenigen aus dem inneren Kreis offensichtlich kein Mitgefühl empfanden, und das schürte wiederum altgehegte Zweifel an den Werten der Organisation. Zwei Wochen vor Kursende lag eine gewisse Begeisterung in der Luft, als wir mit den Vorbereitungen für unsere «Abschluß-Feier» begannen, die in Seelisberg stattfinden sollte. Dort wollte man uns unsere Diplome überreichen, die uns zu Meistern des Zeitalters der Erleuchtung machten. Der Maharishi hatte sich ausgebeten, daß die Damen Saris tragen sollten, und all diejenigen, die noch nie einen Sari getragen

hatten, befürchteten, sich zu blamieren. Eine Inderin aus einem der Kurse erklärte sich bereit, uns zu zeigen, wie man einen Sari bindet und mit so viel Grazie wie möglich schreitet - oder zumindest einfach geht. Den Maharishi hatten wir immer noch nicht zu Gesicht bekommen, doch er hatte im vergangenen Monat noch dreimal per Telefon mit uns gesprochen und uns weitere Sutras übermittelt. Die neuen Siddhi-Übungen zusammen mit der Meditation, dem Hatha Yoga und dem Pranayama, aus denen eine Runde bestand, dauerten jetzt drei Stunden. Ich begann mich zu wundern, ob man ein solches Programm zu Hause in den Staaten aufrechterhalten konnte. Schließlich nahmen eine Runde am Morgen und eine am Nachmittag, die empfohlene Praxis für ein Leben «in der Welt», bereits sechs Stunden in Anspruch. Weiterhin sollten wir jeden Monat einen Bericht über unsere Fortschritte an das Hauptquartier in Seelisberg schicken und über unsere Erfahrungen mit den Siddhis berichten. Es war ein wunderschöner, warmer Wintertag. Ich hatte gerade zu Mittag gegessen und wollte mich auf meinen täglichen Spaziergang in der Umgebung machen. Auf dem Weg hielt ich an der Rezeption an, um nach Post zu schauen. Ein Brief von Rick war angekommen, und ich riß ihn voller Freude auf. Ich las die ersten drei Sätze, und mein Herz begann derart zu rasen, daß ich mich hinsetzen mußte, um mein Gleichgewicht wiederzufinden. Ich las die Zeilen nochmals durch. Rick schrieb, er wolle nicht heiraten. Er hätte bereits an unsere Eltern geschrieben und nun an mich. Er wisse, daß mich dies verletzen würde, aber er habe beschlossen, nicht zu heiraten - niemals. Er wolle sein Leben dem Guru widmen, so nahe wie möglich in Maharishis Nähe leben, enthaltsam bleiben und Erleuchtung erlangen. Ich mußte nach Luft schnappen, während ich las. Es verschlug mir ganz einfach die Sprache. Mehrere Freunde versammelten sich um mich, während ich sprachlos und mit tränenüberström-tem Gesicht, unterbrochen von tiefen

Schluchzern, die Nachricht hervorstammelte. Schließlich konnte ich nur noch leise vor mich hinwimmern. Ich weinte mehrere Tage lang. Ich ging jeden einzelnen Brief durch, den ich von ihm erhalten hatte, um einen Hinweis für diese unerträgliche Entscheidung zu finden. Dann überkam mich die Wut, und diese Wut schien mein zerrissenes Herz wieder zusammenzufügen. Ich zog meinen Diamantring vom Finger, steckte ihn in einen Umschlag, adressierte ihn an Rick, klebte eine Briefmarke drauf und feuerte ihn in den Briefkasten. Ich wußte genau, daß ihn das treffen würde, doch in meiner Verletztheit war mir das völlig egal. Wir würden uns in einer knappen Woche bei der Abschlußfeier wiedersehen und dann zusammen zurück in die Staaten fliegen. Er sollte mir ins Gesicht sagen, daß dies tatsächlich das war, was er wollte. Am letzten Tag des Kurses brachen wir in aller Frühe nach Seelisberg auf. Unser Flug sollte am Abend um sieben Uhr von Zürich starten, und wir glaubten noch eine Menge Zeit zu haben. Doch wie üblich führten organisatorische Probleme zu Verspätungen. Als wir endlich ankamen, hatten wir gerade noch zwanzig Minuten Zeit bis zu unserem Aufbruch zum Flughafen und um unsere Diplome in Empfang zu nehmen. Ich sah Rick nur ganz kurz, als wir aus dem Bus stiegen. Er schien völlig ruhig zu sein, fast distanziert. In seinem Gesicht zeigten sich keinerlei Reaktionen, als er mich begrüßte und mir Komplimente über mein Aussehen in dem Sari machte. Der Flug verlief auch nicht anders. Rick war während der gesamten Reise in bester Laune. Er schien nicht im mindesten zu leiden nur daß ich ihm den Ring auf solch unverantwortliche Weise zurückgeschickt hatte, schien ihn erwartungsgemäß zu ärgern. Unsere Eltern erwarteten uns in Chicago mit recht gemischten Gefühlen. Sie warteten auf uns am O'HareFlughafen, beladen mit Blumensträußen, doch ihr fröhliches Lächeln verschwand sofort, als sie mich erblickten. Der

Ich rief in der Schweiz an. als uns der Maharishi am Ende des Kurses aufsuchte. und viele Frauen in Hertenstein waren gleich dortgeblieben. forschenden Blick voller Entschuldigungen zu. für weitere drei Monate in die Schweiz zurückzugehen. brach meine Mutter in Tränen aus. daß eine weitere Reise nach Europa mein gebrochenes Herz wieder heilen würde. daß mich schon seit über einem Jahr beunruhigt. während unsere Familien ununterbrochen über all das Essen plauderten. die sie mir damit bot. und in welche Restaurants wir wohl gerne zum Abendessen gehen möchten. Kaum waren sie außer Sichtweite. Immer. brach Rick mit seiner Familie auf. für den sie eigentlich gar keinen Anlaß hatte. doch ich wußte ihre Bemühungen. Meine Eltern stimmten sofort zu. und zwei Tage später saß ich in einem Flugzeug der SwissAir zurück nach Zürich. daß sich alles zum Besten wenden würde. Diese Möglichkeit hatte die ganze Zeit schon bestanden. legte ich los. Allen blieben die Worte im Halse stecken. wenn ich ein klares Transzendieren . «ich muß dich etwas über ein Erlebnis fragen. Sie hofften wahrscheinlich. und ich versuchte sie zu trösten und zu beruhigen. ein fröhliches Gesicht aufzusetzen. zu schätzen. als ich mich entschied. und seine Mutter warf mir einen langen. das wir doch sicher vermißt hätten. und ich tätschelte ihren Rücken und versicherte ihr.Schmerz war ihnen anzusehen und in ihren Umarmungen zu spüren. um mich anzumelden. «Maharishi». Die nächsten drei Monate verbrachte ich in Arosa und fand endlich auch eine Gelegenheit. Diesmal war ich ausnahmsweise froh über die Ablenkung. Nachdem wir unser Gepäck eingesammelt hatten. Die Geschäftigkeit der Welt um uns herum hatten Rick und mir völlig die Sprache verschlagen. meine Frage über die Angst loszuwerden. Ich war kaum zwei Tage wieder zu Hause. während wir den langen Korridor zum Gepäckempfang gingen.

laß einfach los. sagte er unter Lachen. Der Vorschlag des Maharishi machte rein theoretisch Sinn. daß ich augenblicklich tot umfalle. Um zu transzendieren. daß es außer der Welt nichts anderes gäbe. Die Kakophonie war ohrenbetäubend. Das Hotel Pratjali in Arosa war bis zum Bersten gefüllt: hundertachtzig Siddhi-Frauen. die mich in den Schoß von TM geführt hatten. waren aus den verschiedenen Orten in Europa angereist. bevor schließlich aus reiner Erschöpfung das Loslassen geschah. denn er glaubt. doch es sollte noch viele Jahre dauern — viele Jahre voller Angst in einem Ausmaß. doch der Körper bekommt Angst. Wir verbrachten täglich sechs Stunden auf unseren Zimmern und machten unsere Runden und drei weitere Stunden in der großen Gruppe mit den SiddhiÜbungen. mußt du die Welt loslassen. « Es ist lediglich der Körper.» Der Maharishi brach in schallendes Gelächter aus. auch wenn das Loslassen viel zu sehr mit Angst beladen war. wo sie gerade den sechsmonatigen Kurs beendet hatten. Der dreimonatige Kursus war eine Fortsetzung des Kurses in Hertenstein. wie wir genannt wurden. eine Reaktion. überkommt 47 mich eine überwältigende Angst. nur noch viel größer. die von den Schreien und dem Aufheulen der Gruppe widerhallte und das ganze Hotel vibrieren ließ. Der große Ballsaal war in eine höhlenartige Siddhi-Arena verwandelt worden. «Mach dir keine Sorgen wegen der Angst». Ich sehnte mich nach meinen früheren Erfahrungen von tiefer Stille und Frieden zurück.» Da hatte ich nun endlich meine Antwort.erlebe. . und ich habe dann das Gefühl. die ich absolut nicht erwartet hatte. als daß es eine akzeptable Lösung hätte sein können. wenn ich die Meditation nicht abbreche. der an der Welt festhält. wie ich es noch nie zuvor erlebt hatte -. Schenke der Angst deines Körpers keine Bedeutung .

als das transzendentale Gewahrsein noch das einzige Ziel war. Die Siddhi-Kurse begannen. daß das nächste Kapitel das bringen würde. den ich in den Mauern der Welt des Maharishi übernommen hatte. Arosa wieder zu verlassen. was ich wirklich suchte. das die TM-Organisation geworden war. um nie mehr in das Irrenhaus zurückzukehren.in einer Zeit. Ich wollte all dem entfliehen und keinen Blick zurückwerfen. meinen inneren Frieden anzufressen und wühlten mich eher auf. . als daß sie mir Glückseligkeit bescherten. Am Ende konnte ich es kaum erwarten. Ich hoffte. Ich wollte dem Gefängnis des intellektuellen Überbaus entfliehen.

Langsam wurde ich vertraut mit der Erfahrung. Falls ein plötzlicher Kurswechsel kommt. völlig darauf vertrauen zu können. was es zu tun gab. sondern mich einfach in den nächsten Moment fallen zu lassen und zu tun. Auf denen der Schiefer gefährlich lose liegt Und die Hinterachse fast über die Klippe hängt. holperige Wege. Ich analysierte niemals meine Möglichkeiten oder die passenden Argumente. Der Moment der Wende. Nach Kalifornien zu gehen. schien Kalifornien offensichtlich das Ziel für mich zu sein. Ausgefahrene. im Leben weiterzuschreiten. was es zu tun gab. THEODORE ROETHKE Zurück in den USA. um zwischen den Optionen zu wählen.Ich schrieb mich am Sonoma State College für das Wintersemester ein und stürzte mich mit einer bis dahin ungekannten Heftigkeit in das akademische Leben.Präludium der Leere Auf der langen Reise fort vom Selbst Gibt es viele Umwege. Ich packte meine Sachen und verabschiedete mich von meinen Eltern. daß sich der nächste Schritt in recht offensichtlicher Weise präsentieren würde. war ganz einfach das Naheliegenste. Schon recht früh hatte ich realisiert. ohne erst die Möglichkeiten zu analysieren und das Für und Wider abzuwägen. Mir schien es eine Reaktion auf das Leben außerhalb einer geschlossenen spirituellen Ge- .

die das spirituelle Wissen. das es zu tun gab. Im Januar 1978 wechselte ich zur Universität von Kalifornien in Berkeley. die mich weiterhin in den unendlichen Raum entführten. Ich ertränkte meine Trauer über meine verlorene Liebe in einem Meer neuer Beziehungen. und hoffte. Ich genoß vollen Herzens. . ergänzten. unabhängigen Frau.meinschaft zu sein. begann für mich eine Zeit intensiver Entdeckungsreisen. Ich lebte überwiegend ohne Erinnerungen an die Vergangenheit. wann immer ich mich hinsetzte und meine Augen schloß. Nach diesen Jahren eines weltabgeschiedenen Lebens stürzte ich mich voller Freude und Enthusiasmus in das Leben einer freien. Ich versuchte. Es fiel mir schwer. daß ich genügend aus meinen vergangenen Erfahrungen gelernt hatte. Nach meiner Rückkehr von dem Siddhi-Kurs meditierte ich nur noch sporadisch. außer den Erfahrungen mit der Meditation. ein vertrautes Gebiet mit verschiedenen Partnern zu erkunden. Ich buchte einen Flug nach Paris. gleich schon im nächsten Augenblick. Während ich mich durch die große Weltliteratur des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts arbeitete. Auch mein Studium bot mir reichlich Inspiration. vermischt mit einer ungezügelten Freude an neuen Ideen. Ich brauchte nicht lange zu warten: Wie üblich wartete das Naheliegenste. inmitten eines solch aktiven Lebens die Zeit dafür zu finden. so daß mich davon nichts einholen oder verfolgen würde. Im Dezember 1979 machte ich mein Examen in englischer Literatur und hielt sofort nach dem nächsten Ziel Ausschau. meinen Blick nach vorn zu richten. die in mir eine Liebe für die Schicksale der Menschen erwachen ließ. von dem ich so sehr durchdrungen war. und ein jeder von ihnen eröffnete mir einen neuen Aspekt der scheinbar unendlichen Möglichkeiten menschlichen Seins.

die mich in diese Richtung getrieben haben. und ihr verdanke ich meine Einführung in das komplexe Leben von Paris. In der ersten Woche verbrachten wir viel Zeit miteinander. als ob ich mich an sie erinnern würde. was es zu tun gab. Fast auf Anhieb fand ich ein Appartement auf dem linken Ufer in St. Meine einzige Freundin in Paris war Juliette. Ich fühlte mich in seiner Energie zu Hause und war begeistert von seinem Zauber. fast so. wie ich es bislang noch von keiner Stadt kannte. wenn ich mehr auf Vorsicht bedacht gewesen wäre. Doch Vorsicht war zu jener Zeit nicht meine Sache. anstatt sie neu zu erlernen. einem der buntesten und lebendigsten Bezirke der Stadt. Juliette war eine wunderliche. den ich in den TM-Kursen kennengelernt hatte. Paris war voller Leben. die Schwester von einem der Teilnehmer. In ihrem Appartement bekam ich zum ersten Mal den Philosophen Bernard-Henri Levi zu Gesicht. was sich meinen Augen eröffnete. als ob ich dort schon einmal gelebt hätte und die engen Straßen und die vibrierende Energie bereits kannte. daß es schon fast angsterregend wirkte. Ich hatte in der Schule Französisch gelernt und fühlte mich ungemein vertraut mit der Sprache. Ich schien die Stadt buchstäblich zu inhalieren und auf eine Art in mich aufzunehmen. Er gab gerade . Sicherlich gab es eine Menge unbekannter Einflüsse. Ich schrieb mich an der Sorbonne ein. doch zu der Zeit konnte ich nur feststellen. die sich sofort in jedes Abenteuer stürzte. belegte die Semester für ausländische Studenten und stürzte mich in ein neues und aufregendes Leben. und ich hatte meine wahre Freude an der Vollkommenheit der Dinge. daß ich mit der Stadt so vertraut war. träumerische Frau. Germain-des-Pres. Als ich in Paris ankam. warum meine Wahl auf Paris fiel. Berauscht von freudiger Verwunderung wanderte ich im Morgengrauen durch die engen kopfsteingepflasterten Gassen und konnte kaum fassen. daß genau dies offensichtlich das Naheliegenste war.Gern würde ich eine genauere Erklärung dafür abgeben. stellte ich fest.

einem sehr bekannten Journalisten ein Interview für die Nachrichten im Fernsehen. Ich traf noch vor Juliette in Ivry ein. und überließ ihm dann den Stuhl. die am nächsten Tag in Ivry. Ich verstand kein Wort von dem. Schließlich entdeckte ich zwei Stühle am Mittelgang ungefähr in der zehnten Reihe und setzte mich. Die Lampen wurden abgeblendet. um Levi sprechen zu hören. Man hatte viele Reihen mit Klappstühlen und eine erhöhte hölzerne Plattform mit mehreren bequemen Sesseln als Podium aufgebaut. Das Zelt füllte sich sehr schnell. Immer wieder fragten mich Leute. daß er auf einer Veranstaltung sprechen würde. die gekommen war. und begann sofort von seiner kürzlichen Reise . fragte er mich. daß ich Amerikanerin war. ob der andere Stuhl bereits besetzt sei. und wer jetzt noch keinen Stuhl hatte. einer kleinen Vorstadt südlich von Paris. woher ich sei. Ich warf nochmals einen kurzen Blick durch das Zelt. Juliette erzählte mir. Levi kam die Stufen hinauf zum Podium und sezte sich in einen der Sessel. doch seine leidenschaftliche Art faszinierte mich. daß Juliette mich finden würde. stattfinden sollte. die die traditionellen Werte der Philosophie des zwanzigsten Jahrhunderts auseinandernahm. einen freien Platz zu ergattern. ob Juliette irgendwo zu sehen war. Er war höchst erfreut zu hören. Er bemerkte zwar meinen Akzent. was er sagte. machte nun einen letzten Versuch. Die Veranstaltung fand in einem großen Zelt statt. das extra dafür errichtet worden war. und von Juliette war immer noch nichts zu sehen. mitten in einer Menschenmenge. Ein gutaussehender Mann Ende zwanzig fragte mich. Ich suchte in dem überfüllten Zelt nach zwei Stühlen und hoffte. Gemeinsam wollten wir daran teilnehmen. Levi war der Kopf einer neuen Bewegung. doch da er ihn nicht lokalisieren konnte. ob der Stuhl neben mir noch frei sei. Er begann sofort eine Unterhaltung.

Kaffee zu trinken ind uns voller Begeisterung gegenseitig so viel wie möglich voneinander zu erzählen. mit seinem Vortrag zu beginnen. daß dies einer der Höhepunkte in seinem Leben gewesen war. und er schilderte mir alles mit größter Genauigkeit. Egal worüber Claude sprach. Er war sehr gut über alle möglichen Dinge informiert und hatte offensichtlich eine Menge Zeit damit verbracht. er tat es mit einer solchen Leidenschaft. denken und zu diskutieren . Wir verbrachten die veiteren Stunden damit. schüttelte höflich meine Hand und •fragte. um alles zu .über alles. uns zu unterhalten. Ich hatte die Hoff-lung aufgegeben.. Er stammte aus einer jüdischen Familie. Er überwältigte mich mit seiner enthusiastischen Be-Igeisterung. Für ihn war es eine traumatische Zeit gewesen. darüber nachzu-(. denn Levi stand bereits auf dem Podium und war be-Ireit. Ich mußte mich sehr anstrengen. ob wir unsere Unterhaltung nach dem Vortrag fortsetzen könnten. Claude hatte vor kurzem sein Medizinstudium beendet und arbeitete nun in einer privaten Arztpraxis. und wir schlängelten uns durch die Menschenmenge. Ich willigte gerne ein und dachte. Er war durch Kalifornien und Nevada gereist und erklärte voller Freude. unsere Unterhaltung leinzustellen.in die Staaten zu erzählen. Wir lachten über die Unterschiede unserer beiden Kulturen und machten Witze über die typisch amerikanischen und französischen Eigenheiten. Die anderen Zuhörer baten uns. Der Mann neben mir stellte sich als Claude Cohen vor. die sich 1967 nach der Vertreibung aus ihrem Heimatland Tunesien in Paris niedergelassen hatte. Juliette noch zu finden. wie ich sie noch nie bei einem Menschen erlebt hatte. daß eine Unterhaltung lit solch einem leidenschaftlichen Gesrpächspartner für mich zu-lindest eine gute Lektion in Französisch sein würde. vom Wetter bis zu den Auswirkungen der Machtergreifung der Sozialisten unter Mitterand. Claude und ich gingen nach dem Vortrag in ein Cafe.

zu seinen Eltern. Wir tauschten unsere Telefonnummern aus. damit wir mehr Zeit miteinander verbringen konnten. die unsere Bindung wirklich besiegelte. Alle redeten auf einmal. Wir mußten daher einen Hochzeitstermin . was er sagte. Er schien einfach über ein unerschöpfliches Reservoir an Enthusiasmus zu verfügen. um uns in ein paar Tagen zum Abendessen und vielleicht zum Kino zu treffen. seinen beiden Schwestern mit ihren Ehemännern. wußte ich. Doch es war seine Familie. Als wir uns schließlich voneinander verabschiedeten. die ich niemals in Frage stellte. wie er sich an allen möglichen Aspekten des Lebens erfreuen konnte. Sehr schnell wurde deutlich. all die Papiere zu besorgen. Zwei Monate lang bereitete es uns wahre Alpträume. Nach dieser ersten Verabredung verbrachten Claude und ich jeden Moment zusammen. damit ich mich in ihrer Mitte wohlfühlte.verstehen. und sie taten wirklich alles. seinem Bruder und jedem aus der Verwandtschaft. ein Ansturm von Stimmen und Fragen. daß unsere Beziehung ernster wurde. welche die französische Bürokratie verlangte. in ihre Arme trieb. heirateten wir. am Freitagabend zu ihnen zum Abendessen zu gehen . französisch wie die Einheimischen zu sprechen. vom kleinsten Detail eines Abendessens oder den Wolken am Himmel bis zu weitreichenden philosophischen oder politischen Theorien. Es war ein ganz besonderes Erlebnis für mich. der gerade in der Nähe war. acht Monate nachdem wir uns getroffen hatten. die mir beibringen würde. Im November 1980. Es freute mich zu sehen. langsamer zu sprechen oder etwas mit verständlicheren Worten auszudrücken. und manchmal bat ich ihn. daß ich die Person gefunden hatte. die mich mit einer natürlichen Liebe. Ich widersetzte mich nicht seiner Entschlossenheit. besonders als er nach der vierten Verabredung bei mir einzog. Sie waren genauso mitteilsam und ausgelassen wie er und von einer Wärme. fühlte ich mich doch sehr von seiner energetischen und leidenschaftlichen Art angezogen.

Oder vielleicht war es einfach die Angst davor. Wenn wir kommunizieren.kein Grund zur Aufregung. weil ich nicht die Erleuchtung gefunden hatte. die er nach sechs bis acht Jahren Meditation versprochen hatte. Ich hatte mit meinen Meditationen kurz nach meiner Ankunft in Paris völlig aufgehört und das vor mir damit begründet. und ich spürte auch weiterhin kein Bedürfnis.es mißbilligen würde. den das Leben in Paris repräsentierte. Sein Verstand löste sich in einem tragischen Verfallsprozeß auf.im späten Herbst auswählen . während es eiskalt und der Himmel voll grauer Regenwolken ist. enttäuscht. Ich konnte aber auch feststellen. daß Claude -und ich vermutete jeder in Paris . Nachdem sich die Aufregung über das neue Eheleben nach einem Monat etwas gelegt hatte.sehr zum Verdruß meiner Familie. Niemand ist davon begeistert. Ich war auch wütend auf den Maharishi und zutiefst von der spirituellen Welt. Vielleicht war es auch die Trauer über den Tod meiner eigenen Naivität. dem mit Entsetzen zuzuschauen. Rechtfertigung hin. mich in die Rolle einer Pariser Ehefrau einzuleben. dann teilen wir . daß es mich außergewöhnlich betrübte. Zwei Jahre zuvor hatten sich bei ihm Symptome von Alzheimer entwickelt. Ich fühlte mich verletzt. hatte ich nie das erleichternde Gefühl. begann ich meinen Versuch. wieder zu meditieren. zum ersten Mal nach Paris zu kommen. Rechtfertigung her: Ich umarmte den «Kult der Oberflächen». Obwohl ich die Sprache fast perfekt beherrschte und mich ohne weiteres verständlich machen konnte. immerzu französisch zu sprechen. wenn ich in meinen Gedanken gegen den Maharishi wetterte. Doch es war inzwischen ein Jahr vergangen. wirklich kommuniziert zu haben. daß ich später wieder damit beginnen würde . und wir waren hilflos dazu verurteilt. wie er sie repräsentierte. einer tieferen Welt zu vertrauen. und dies verwandelte ihn in kürzester Zeit zu einem Schatten seiner selbst. was ich vermitteln wollte. Mein Vater konnte an der Hochzeit nicht teilnehmen. zumal ich befürchtete.

seit ich zum ersten Mal Claudes Familie kennengelernt hatte. war ich trotzdem nicht sofort davon begeistert. Ein Mantel von Verzweiflung und Zynismus hatte sich über mich gelegt. daß eine Heirat mit ihm bedeutete. Ich war nicht bereit. schreckte mich zunächst einmal ab.nicht weil es Probleme mit den Empfängern gab.anderen das mit. Ungefähr zu dieser Zeit begann Claude davon zu sprechen. Die Einsamkeit verstärkte sich bald zu einer tiefen Besorgnis. daß mich eine tiefe Einsamkeit erfaßt hatte. ein Kind haben zu wollen. auch wenn der andere es nicht vollständig versteht. ausgelassenen und warmherzigen Familienclans. während ich in den Fängen einer tiefgehenden inneren Krise steckte. sondern weil das mir verfügbare Medium wenig Verbindung mit dem hatte. und so schlug ich ihm vor. Es kam mir vor. Obwohl mich das überhaupt nicht überraschte. Das Glück und die Fröhlichkeit. Ich begann. niemals ausgesendet zu werden . Auch mir gefiel diese Vorstellung sehr. daß ich eine Menge Mitteilungen mit mir herumtrug. und es war nicht mehr zu leugnen. Ich wußte genau. Ich versank in völliger Verwirrung. und trotzdem versuchte ich verzweifelt den Eindruck zu erwek-ken. daß wir noch ein wenig . Claude über mein Dilemma aufzuklären. waren zu einer schwachen Erinnerung verblaßt. Doch die Aussicht auf ein Kind. alles unter Kontrolle zu haben. die keine Bedeutung für mich hatten. die mit alarmierender Regelmäßigkeit in Panik endete. die dazu verurteilt waren. wie Laute zu erzeugen. mich wie in einer Falle zu fühlen. Das Ergebnis war. was in mir vor sich ging. Doch die französische Sprache schien meine Mitteilungen nur unvollständig wiederzugeben. besonders als ein Teil dieses großen. Kinder zu haben -so viele und so schnell wie nur möglich. die ich während meiner Jahre der regelmäßigen Meditation empfunden hatte. was wir zu vermitteln versuchen.

Widerwillig ging er darauf ein. daß nicht die Zeit für ein Kind war. ein Kind zu haben.die Welt erkunden sollten. bevor wir eine Familie gründeten. Wir zogen durch Marokko. und lein Herz wurde ruhiger. gefangen zu sein. berührt von der Stille der Natur und ihrer wunderbaren Palette der unendlichen Vielfalt der Landschaften. Mitte Februar. die er nur schwer verstehen konnte und die vielleicht versuchen würde. verbrachten Tage voller luße in malerischen Dörfern auf dem Lande. um die sie bei ihrer lochzeit wußte und in die sie eingewilligt hatte. die Regeln zu ändern. daß ich niemals einen konkreten Plan ausgeheckt hatte. der darauf abzielte. Amsterdam und Südfrankreich. als ich aus Paris herauskam. Die Übelkeit und Müdigkeit von der ersten Woche an markierten den Anfang vom Ende meiner Erfahrung einer persönlichen Vergangenheit. wo ich eine Zeitlo-sigkeit erlebte. 1981 war das Jahr unserer Reise. Erfüllt von den kulturellen Phantasien einer strahlenden Mutter in spe war ich nur schlecht auf die physischen Herausforderungen einer Schwangerschaft vorbereitet. und es dämmerte ihm. daß ich bereit sei. die mein Gefühl. wie es einmal gewesen war. Nach unserer Rückkehr von Sizilien im Januar 1982 teilte ich Claude mit. Italien. seine Wünsche zu durchkreuzen. Die Zeit für ein Kind würde früh genug kommen. schwächer wer-ien ließ. Er verstand nicht. daß er eine Frau geheif* ratet hatte. Nach diesen ersten Monaten der Schwangerschaft sollte nichts mehr so sein. Die Erinnerung an die Freude kehrte zurück. wurde ich schwanger und damit augenblicklich in die zeitlose Übelkeit einer Schwangerschaft gestoßen. und ich steuerte auf den Zusammenprall mit einer . Innerhalb weniger Wochen. sondern zum Reisen. Ich fühlte mich freier. Ich wußte nur zu dem Zeitpunkt ganz einfach.

bereits in dem Moment begann. Der Hier-und-]etzt-Berg ist wie ein winziges Stück von einem Strohhalm. fuhren wir die zwanzig Meilen zur Wohnung von Claudes Eltern hinaus. Existenz: Dieser Ort. daß niemand mich auf die Auswirkungen hätte vorbereiten können. um ihnen die Nachricht . Und dann mit einem Stoß. Rückblikkend erkenne ich nun. die die Existenz ausblendet. ist diese Arbeit vollbracht. daß ich schwanger war. als ich erfuhr. Nachdem wir die endgültige Bestätigung bekommen hatten. so mysteriös und unbeschreiblich. RUMI Während der ersten Monate meiner Schwangerschaft wurde das Leben zu einer immer größeren Herausforderung. hinausgeblasen in die Leere. mit einer Bewegung des Armes. daß ich tatsächlich schwanger war. befreit von gefährlichen Ängsten und Hoffnungen. befreit von der Gegenwart. Frei von dem. geschaffen aus unserer Liebe für die Leere! jedoch wenn die Leere erscheint. entschwindet diese Existenz. daß die radikale Veränderung der Realität. was ich war. befreit von Bergen von Wünschen. Lobpreise dieses Geschehen immer wieder! Jahr um Jahr habe ich meine eigene Existenz aus der Leere bezogen. die recht bald geschehen sollte.Kraft zu. Kollision mit der Leere Lobpreise die Leere.

daß sie bald Großeltern würden. Ich fühlte mich immer weniger lokalisierbar. Während ich durch meine Augen nach draußen schaute. über das wir sprechen konnten. und fragte dann.» Langsam stieg Panik in mir auf. Als ich Claude neben mir anschaute. die alle bis dahin vorhandenen klaren Grenzen auslöschte. das ihm sein Bruder am Tag zuvor am Telefon erzählt hatte. ob ich ihm auch zuhörte. Die Luft bestand aus der gleichen Helligkeit. nebligen Helligkeit erfüllt wurde. so weit das Auge reichte. nahm ich tatsächlich wahr. ob alles mit mir in Ordnung sei. sondern überall zur gleichen Zeit. so als ob «Ich» an keinem bestimmten Platz in diesem strahlenden Nebel war. Ich lehnte . überkam mich ein äußerst seltsames Gefühl.» antwortete ich schwach. und dann begann Claude mit einer ausschweifenden und recht komplizierten Geschichte von irgend etwas. abzulenken. Ich wandte mich Claude zu und suchte nach etwas. schien er sehr weit entfernt und in dieser unendlichen Helligkeit unerreichbar zu sein. und fürchterliche Gedanken durchblitzten meinen Verstand. Er schaute kurz zu mir hinüber. «alles in Ordnung. um festzustellen. der mir gerade von einem seiner Patienten erzählte. dachte ich. «Wunderbar. ich verliere den Bezug zur Realität und kann nicht mehr funktionieren. Wir sprachen für eine Weile über die neueste Romanze seines Bruders . wie sich die Form meines Körpers verwandelte und von einer weiten. die sich in alle Richtungen ausbreitete. alles war mir recht. wie sie sich kennengelernt hatten -. Die Panik verstärkte sich.wie alt sie war. seine Festigkeit zu verlieren und in der Luft in seine Bestandteile zu zerfallen. um mich von dieser Erfahrung. Mein Körper schien sich aufzulösen. Ich werde wahnsinnig. und ich konnte nicht weiterreden. Während wir uns durch den dichten Autobahnverkehr schoben. mich in Luft aufzulösen.zu überbringen.

nur um mich von meiner veränderten Wahrnehmung abzulenken und sie möglichst ganz auszulöschen. Doch das Gefühl. wenn eine solche Veränderung in meiner Wahrnehmung geschah. Die Pariser Szenerie erschien völlig flach. Des weiteren verflüssigten sich jene klaren Umrisse. die bislang stabil zu sein schienen. daß ich nichts anderes tun konnte als zu versuchen. Ich versuchte. Genauso blieb die klare Wahrnehmung. Objekte. wie eine Skizze. sie pulsierten sanft in einem Lebensrhythmus ihrer eigenen Sphäre. schienen gleichzeitig größer und weiter entfernt zu sein. Als wir schließlich das Haus seiner Eltern erreichten. die bislang die Trennung zwischen den Dingen markiert hatten. und gingen in einer Wellenbewegung ineinander über. verkündete ich voller Begeisterung meine Schwangerschaft und unterhielt mich angeregt mit allen über die bevorstehende Mutterschaft und Kindererziehung. mich ganz bewußt und exzessiv von den Geschehnissen abzulenken. Diese veränderte Wahrnehmung war so besorgniserregend. In den folgenden Tagen konzentrierte ich mich auf den alltäglichen Tagesablauf. Ungefähr zu dieser Zeit begann sich noch eine weitere Veränderung in meiner Wahrnehmung durch kleine Begebenheiten zu manifestieren. leer. sehr weit weg zu sein. die für meinen erstaunten Verstand unerreichbar war. um mich wieder zurück in die Realität zu bringen. Ich hatte nicht die geringste Ahnung. was mit mir vor sich . die auch anhielt und manchmal noch stärker wurde. daß die Luft mit einem strahlenden Nebel erfüllt war. ohne Raum oder Festigkeit. In solchen Momenten schien die Welt zweidimensional zu sein. überfiel mich augenblicklich panische Angst. blieb und hielt auch noch für mehrere Tage an.mich in meinem Sitz zurück und hörte ihm zu. wie eine Filmkulisse aus Pappe mit nichts dahinter. mich auf seine Worte zu konzentrieren. die manchmal einige Minuten und manchmal mehrere Stunden dauerte. Jedesmal.

so als ob mich jemand sanft mit einer Feder von innen berührte. und konnte nur vermuten. Ich beobachtete aufs genaueste jede Veränderung in meiner üblichen Art der Wahrnehmung. was diese Veränderungen auf Dauer hätte hervorrufen können. um das schöne Wetter zu genießen. der im Krankenhaus auf der anderen Seite der Stadt stattfand. Nachdem ich an einem Kurs für schwangere Frauen teilgenommen hatte. als diese Brüche in meiner Wahrnehmung schließlich aufhörten und ich zu dem. Ich war nicht in Eile und hatte daher den Bus anstatt der Metro genommen. Das Ganze war ein völliges Mysterium . bevor ich schließlich meine Linie 37 die weite Avenue herunterkommen sah. Ich hakte eine lange Liste von Möglichkeiten ab: bestimmte Speisen. Sieben oder acht Leute warteten an der Haltestelle. Wir sprachen über das Wetter und kommentierten die neue Werbekampagne. Schließlich hielt der Bus an . als es geschah. Es war in der zehnten Woche meiner Schwangerschaft. stellten wir uns am Straßenrand auf. Es war Mai.und dieses Mysterium sollte sich noch tausendfach verstärken. und ich hatte zum ersten Mal eine schwache Bewegung meiner Tochter verspürt. um dadurch vielleicht die Ursache herauszufinden. Mehrere Busse kamen. die auf allen Plakatwänden zu sehen war. als ich an der Bushaltestelle auf der Avenue de la Grande Armee stand. und die Sonne strahlte warm in mein Gesicht. doch sie bereiteten mich sicherlich nicht auf etwas noch wesentlich Radikaleres vor. Als der Bus näher kam. Es war Frühling. Doch ich fand nichts. wieviel ich schlief oder ob ich mich genügend bewegte. wo ich in sechs Monaten mein Kind bekommen würde. Ich war über alle Maßen erleichtert.ging. zurückkehrte. daß mich die Schwangerschaft auf höchst ungewöhnliche Weise beeinflußte. was ich für meine normale Wahrnehmung hielt. Diese Brüche versetzten mich in Angst und Schrecken. war ich auf dem Heimweg zu unserer Wohnung auf dem linken Ufer.

wie meine Finger versuchten. «Ich » befand mich nun hinter meinem Körper und betrachtete die Welt. Als ich mich in die Reihe stellte. die wie eine Stange Dynamit lautlos in meinem Gewahrsein explodierte. wurde mit Gewalt aus seinem üblichen Platz in mir gerissen und an einen neuen verlagert. wenn sich beim Landen der Druck in der Kabine verändert. Ich schüttelte mehrmals meinen Kopf und hoffte wohl. damit wir losfahren konnten. doch nichts veränderte sich. mein Bewußtsein wieder an die alte Stelle zu versetzen.und stieß einen beißenden Geruch von heißem Gummi und Auspuffgasen in die warme Frühlingsluft aus. so wie in einem Flugzeug. um diese nicht lokalisierbare Stelle zu erreichen. ob irgend jemand etwas bemerkt hätte. mit der ich an der Haltestelle geplaudert hatte. Ganz entfernt fühlte ich. um einen Sitz zu finden. Was ich bislang als «Ich » bezeichnet hatte. ohne die Augen im Körper zu benutzen. Ich hob mein rechtes Bein. Ich war steif vor Angst und schaute mich um. Doch alle anderen Passagiere suchten sich einen Platz. und der Busfahrer forderte mich auf. den Fahrschein in den Entwerter zu stecken und wie ich mich durch den Bus bewegte. Von dieser nicht lokalisierbaren Stelle irgendwo links hinter mir konnte ich den Körper vor mir und auch sehr weit entfernt erkennen. unsere . ungefähr dreißig Zentimeter links hinter meinem Kopf. Alle Signale des Körpers schienen recht lange zu brauchen. die Türen meines normalen Bewußtseins aus den Angeln sprengend und mich in zwei Teile zerspaltend. Ich fühlte mich völlig vom Geschehen um mich herum isoliert wie in einer Blase und konnte mich nur noch auf völlig mechanische Weise bewegen. das von einem sehr fernen Stern ausgesendet wurde. um in den Bus zu steigen und prallte mit voller Wucht auf eine unsichtbare Kraft. und versuchte. als ob es ein Licht sei. fühlte ich plötzlich einen Druck auf meinen Ohren. meinen gelben Fahrschein zu entwerten. Ich setzte mich neben eine ältere Dame.

Nachdem sie aufgestanden war. Auch wenn meine Stimme weiterhin zusammenhängend sprechen konnte.Konversation fortzusetzen. Auch . damit der Fahrer sie an der nächsten Haltestelle aussteigen lassen konnte. rutschte ich auf ihren Fensterplatz und verabschiedete mich von ihr mit einem Lächeln. Auf dem kurzen Weg zurück zu unserer Wohnung versuchte ich die zwei Teile von mir wieder zu einem Stück zusammenzusetzen. den ich für meinen Normalzustand hielt. Schließlich hielt der Bus an meiner Haltestelle in der Rue Le-courbe. bewegte ich mich auf der Straße wie eine Wolke von Gewahrsein. Meine Willenskraft versagte aufs kläglichste. Mein Verstand war völlig zum Stillstand gekommen durch den Schock der plötzlichen Kollision mit dem. um für einen Moment aus dem Fenster zu schauen. mit der Stimme meines Körpers zu sprechen und mit den Ohren des Körpers zu hören. Mit aller Willenskraft versuchte ich mich in den Zustand zurückzuversetzen. und ich stieg aus. fühlte ich mich von ihr völlig getrennt. wie der Schweiß über mein Gesicht perlte und an meinen Armen hinunterfloß. abgetrennt vom Körper und ihn lediglich aus weiter Ferne beobachtend. was meine bisherige Wahrnehmung aus den Angeln gehoben hatte. die einem Körper folgte. Ich hatte panische Angst. wie eine dicke. leuchtende Suppe. und in bisher gewohnter Weise wieder durch die Augen meines Körpers zu sehen. Anstatt mit den physischen Sinnen wahrzunehmen. Das Gesicht der Frau neben mir schien sehr weit entfernt und die Luft zwischen uns neblig zu sein. Losgelöst von jeglichen Sinneseindrücken. welcher mir vertraut und zugleich fremd vorkam. Sie wandte sich von mit ab. schaukelte ich wie eine Boje auf dem Meer dem Körper hinterher. und zog dann an der Glocke. indem ich mich auf den Körper konzentrierte. Dabei fühlte ich.

ein Buch lesen oder jemanden anrufen. dem Körper und den Emotionen andererseits Panik auszulösen. also versuchte ich es erst gar nicht. wie ich ihm das alles erklären sollte. um mich zu begrüßen und zu fragen. war absolut unbegreiflich. das Herz schlug mir bis zum Hals. was mich seltsamerweise beruhigte. In diesem Zustand des Beobachtern wurde die physische Existenz in einem Zustand von bevorstehender Auflösung wahrgenommen. diesen Zustand einzuordnen. Völlig gefaßt begrüßte ich ihn. aber es hallte nur ein leeres Sirren in meinen Ohren wider. Unfähig. so als ob nichts geschehen sei. Er schien meine Angst nicht sofort zu bemerken.wenn dieser Körper nicht mehr «meiner» zu sein schien. die Emotionen und seine Position links hinter dem Kopf blieben konstant. Er sendete weiterhin die Signale seiner sensorischen Wahr- nehmungen aus. und der Körper war von Panik wie gelähmt. Durch das Gefühl. Der Verstand schaltete aufs Überlebensprogramm und begann nach Ablenkungen Ausschau zu halten: Vielleicht sollte ich ein Bad nehmen oder ein Schläfchen machen. doch wie und wo diese Signale empfangen wurden. Ich kehrte zu unserer Wohnung zurück. die Hände waren kalt und zitterten. und alles Körperliche reagierte darauf mit einer Angst von bislang unbekanntem Ausmaß. etwas essen. Ich hatte keine Ahnung. Die Angst wurde immer stärker. . wie mein Tag verlaufen war. Der Beobachter war ganz deutlich vom Verstand getrennt. Der Schweiß rann in kleinen Bächen an mir hinab. mit der physischen Existenz so schwach verbunden zu sein. schien der große Abstand zwischen dem Beobachter einerseits und dem Verstand. «mich» wieder zusammenzufügen oder ganz abzuschalten. raste der Verstand hin und her und versuchte. Ich erzählte ihm von der Schwangerschaftsgruppe in der Klinik und zeigte ihm das Buch. doch der Körper. gab es trotzdem eine unverständliche Verbundenheit mit ihm. das ich auf dem Heimweg in der amerikanischen Buchhandlung gekauft hatte. Claude schaute von seinem Buch auf.

eine Erklärung für all die unerklärlichen Ereignisse zu finden. Ohne Zweifel schlief der Verstand. daß all die Funktionen weiterhin abliefen. daß der Schlaf mich alles vergessen lassen würde. Der Körper schaltete in seiner Panik in einen höheren Gang und wurde nun von grenzenlosem Entsetzen erfaßt. bat Claude darum. Im Moment. Erstaunlich war nur. Psychose oder Schizophrenie? Ist es das. explodierte ein Feuerwerk von Sorgen in meinem Kopf. Am Tag zuvor hatte ich den Versuch unternommen. Ich schlief zwar ein. und hoffte. Das wiederum führte zu einer solch starken physischen Erschöpfung. ihm zu erklären. Es war eine äußerst seltsame Erfahrung.Das Ganze war ein einziger Alptraum. nicht gestört zu werden. Es war völlig aussichtslos. was vorgefallen war. Claude eine Erklärung zu geben. Ist das nun Wahnsinn. auf etwas zu bestehen. Der Verstand war dermaßen überwältigt von seiner Unfähigkeit. Der Verstand (ich konnte ihn nicht einmal mehr als «meinen» Verstand bezeichnen) versuchte. doch ich war einfach zu weit entrückt. doch etwas war gleichzeitig wach. in das ich nicht tiefer einsteigen wollte. den Verstand und die Emotionen ohne eine Person. den momentanen Existenzzustand zu begreifen. daß er sich einfach nicht ablenken ließ. und das hinterließ den Körper. Ich legte mich ins Bett. was man einen Nervenzusammenbruch nennt? Eine Depression? Was war geschehen? Wird es jemals wieder aufhören? Claude begann meine innere Aufruhr zu bemerken und wartete offenbar auf eine Erklärung. doch der Beobachter blieb. Der Beobachter schien sich dort zu befinden. um sprechen zu können. daß der Schlaf zum einzigen Ausweg wurde. wo sich am nächsten Morgen die Augen öffneten. daß es nicht in Claudes Natur lag. und er beobachtete den Schlaf aus seiner Position hinter dem Körper. Er blieb weiterhin wie . und zum ersten Mal war ich froh darüber. wo «Ich» mich befand.

den der Maharishi vor langer Zeit als die erste Stufe eines erwachten Gewahrseins beschrieben hatte. Unter großen Qualen versuchte der Verstand tapfer etwas zu verstehen. das ununterbrochen von diesem beobachtenden Zustand des Gewahr- seins gefüttert wurde. Es tauchte auch der Gedanke auf. daß diese Erfahrung des Be-}bachtens vielleicht jener Zustand des Kosmischen Bewußtseins sin könnte. Adrenalin produzierte. wie auf des Messers Schneide zu sitzen. in dem ich lebte. Der Verstand war davon überzeugt. den Gedanken an die Existenz aufrechterhalten zu müssen. nicht zu beantwortende Dilemma fixiert. an einer Grenze zwischen Existenz und Nicht-ixistenz. und das Vergessen im Schlaf bot die einzige Ruhepause.angenagelt auf das unfaßbare. Im Schlaf hörte der Verstand endlich auf. die Sinne schärfte und auf die drohende Auflösung in jedem einzelnen Moment eine Antwort fand. etwas mit dem Kosmischen Bewußtsein zu tun haben könnte. denn es schien ausgeschlossen zu sein. Das Beobachten setzte sich über mehrere Monate fort. Doch der Verstand verwarf augenblicklich diese Möglichkeit. weil sich sonst die Existenz selbst auflösen würde. indem er aufs Überlebensprogramm schaltete. Angefeuert von dieser scheinbaren Frage von Leben oder Tod kämpfte der Verstand verbissen darum. Nach Monaten dieses mysteriösen Beobachter-Gewahrseins . um schließlich nach mehreren unruhigen Stunden erschöpft aufzugeben. an diesem Gedanken festzuhalten. was er niemals begreifen konnte. und jeder Moment war fürchterlich. seine unaufhörlichen SchreckensLitaneien des Terrors abzuspulen. in die ich mich so oft wie möglich flüchtete. daß das Reich der Hölle. Es war ein Gefühl. Woche um Woche an der Schwelle zur Auflösung zu leben ist unvorstellbar anstrengend. und der Beobachter konnte lediglich einen bewußt-losen Verstand beobachten. und der Körper reagierte auf die Qualen des Verstandes.

nur ohne jemanden. und somit konsequenterweise noch beängstigender. jemand Bestimmtes zu sein. der wahrnahm. fühlen. Man kann es unmöglich damit verwechseln. mit dem er bislang erfüllt zu sein schien. Trotzdem funktionierten der Verstand. sprechen. einen schlechten Tag zu haben. alles geschah wie bisher und funktionierte mit einer . eine Erkältung zu bekommen. um weiterhin das zu tun. verärgert oder wütend oder entrückt zu sein. wenn auch einen sehr entfernten. ohne eine persönliche Identität zu leben. Das persönliche Selbst war verschwunden. den man für sich selbst halten könnte. Die Auflösung des Beobachters bedeutete zugleich auch die Auflösung der letzten Spuren einer persönlichen Identität. Verstand. Denken. Körper und Emotionen bezogen sich nicht mehr auf jemanden . wahrnehmen. ohne ein «Ich» oder «mich» ist äußerst schwierig zu beschreiben. dann gibt es im Inneren niemanden mehr. niemanden. ohne die Erfahrung. aber es existierten trotzdem weiterhin ein Körper und ein Verstand . der Körper und die Emotionen weiterhin unvermindert und von allem unbeeinflußt. Sie benötigten offensichtlich kein «Ich». der sie bewohnte. was sie schon immer getan hatten.veränderte sich wieder etwas: Der Beobachter verschwand. aber sie ist absolut unmißverständlich. daß die Auflösung des Beobachters eine wesentliche Erleichterung mit sich gebracht hätte.es gab niemanden. Die Erfahrung einer persönlichen Identität wurde abgeschaltet und kehrte niemals mehr zurück. Mit dem Beobachter verschwand auch endgültig jede Erfahrung von einem «Ich». der dachte. doch das Gegenteil war der Fall. Dieser neue Zustand war noch wesentlich verblüffender als die Erfahrung der vergangenen Monate. der fühlte. niemanden. Der Beobachter hatte zumindest einen Standort für das «Ich » geboten. Man könnte eigentlich annehmen. Der Körper ist nur noch eine Silhouette. entleert von allem. Die Erfahrung. Wenn sich das persönliche Selbst auflöst.

und auch die Sprache wurde in der gleichen Weise weiter benutzt. Es gab keine Suzanne Segal mehr. Dann starrte ich jedesmal auf die Buchstaben auf dem Papier. was geschehen war. ungelösten Koan. Niemand hegte auch nur den geringsten Verdacht. und der Verstand war völlig verblüfft. wenn es doch niemanden gab? Warum öffneten sich morgens diese Augen? Warum existierte der Körper auch weiterhin? Wer lebte? Das Leben wurde zu einem endlosen. für immer mysteriös. völlig außerhalb der Möglichkeiten des Verstandes. Äußerlich schien alles ganz normal weiterzulaufen. Wenn der Verstand nach inneren Informationen sucht. wenn ich zum Beispiel meine Unterschrift unter einen Scheck setzte oder einen Brief unterschrieb. Essen gekocht. für immer unlösbar. Der Name bezog sich auf niemanden. daß eine solch radikale Veränderung stattgefunden hatte. egal ob sie sich auf Gefühle oder Gedanken beziehen oder in Verbindung mit einem Namen oder irgendwelchen inneren Erfahrungen stehen. Autos gefahren. Wer dachte? Wer fühlte? Wer hatte Angst? Mit wem redeten die Leute. Telefonate beantwortet und Briefe geschrieben werden. Fragen konnten gestellt und Anworten gegeben werden. Es ergaben sich besonders seltsame Momente. Das bezeichnet man normalerweise als Selbstbeobachtung. Bücher gelesen. vielleicht hatte es nie eine gegeben. Die Bewegung des Verstandes nach innen . die in keiner Weise die Leere hinter all dem vermuten ließ. wenn mein Name ins Spiel kam. dann geschieht ein Nach-Innen-Kehren.Reibungslosigkeit. Ohne ein persönliches Selbst aber existierte dieses Innere nicht. Bei seinem Versuch zu verstehen. legte der Verstand Überstunden ein und entwarf endlose Fragengebilde. so als ob die gleiche Suzanne ihr normales Leben weiterführen würde. die aber sämtlich nicht zu beantworten waren. wenn sie mit mir sprachen? Wen schauten sie dabei an? Wieso konnte man ein Spiegelbild sehen. Alle Konversationen gingen weiter wie bisher.

und jetzt . so wie es bislang immer gewesen ist. mir kommt es so vor. Claude». Meine Kleidung war immer feucht. «Ich habe keine Ahnung. daß es niemanden gab. der wach war. wo er früher ein Objekt wahrgenommen hatte. wenigstens den Versuch zu machen. Identität mehr. Du kennst das. ich scheine einfach kein < Ich > mehr zu erfahren. Es begann vor ein paar Monaten. Das extreme Ausmaß an Angst. auf das sich der Körper mittlerweile eingestellt hatte. Doch noch viel schlimmer als die Auflösung der persönlichen Identität war die völlig veränderte Erfahrung vom Schlaf. aber . keine persönliche. Er hatte ein deutliches Anschwellen meiner Angst und meines inneren Aufruhrs bemerkt und schon seit Monaten versucht. und die Bettlaken mußten jeden Morgen zum Trocknen aufgehängt werden. Schlaf und Traum beinhalteten nun beide das Gewahrsein. «Irgend etwas ist mit mir passiert. als ob ich nicht mehr existiere. und du weißt ganz genau: <Ich bin ich. als ich vom Unterricht in der Klinik nach Hause kam. Ich wollte gerade in den Bus steigen. Mir schien jetzt der Zeitpunkt gekommen.nun. die richtigen Worte zu finden. wer man ist.. als sich plötzlich etwas veränderte. dem konstanten Gewahrsein der Leere des Selbst zu entfliehen. Es gibt kein <Ich>. ein Selbst-Konzept. mich zum Sprechen zu bringen. begann ich auf französisch und versuchte. der schlief oder träumte . Claude alles zu erklären. So als ob dich jemand fragt: <Wer bist du?>.wurde zu einer bizarren Erfahrung. daß es niemanden gab. Je verwirrter der Verstand wurde. Ich hatte keine Möglichkeit mehr.. wenn man keine Zweifel darüber hat. was es ist. desto mehr verstärkte sich die Angst. versetzte die Arme und Beine in ein ununterbrochenes Zittern und ließ den Schweiß in Strömen fließen. als er dort immer wieder nur auf Leere stieß.so wie der Wachzustand des Bewußtseins das Gewahrsein beinhaltete. was sonst?> Aber ich kann nun .

es ist unmöglich. ein Spiegelbild zu sehen. Er begleitete mich auch zur Sprechstunde und saß schweigend neben mir. «Es macht absolut keinen Sinn.» «Was meinst du damit. was mir jemals passiert ist. Nachdem er mir noch einige weitere Fragen gestellt hatte. Lachen und Weinen. dir das zu erklären. doch es gibt niemanden hinter der Stimme. dann bin ich schockiert. Es war nicht einfach. Wie kann alles einfach so weitergehen wie bisher. antwortete ich. beruhige dich doch. Oh Gott. So gut ich konnte. Sprechen und Gehen. Wenn ich auf der Straße gehe und die Leute schauen mich an. und der Psychiater starrte mich die ganze Zeit über ungläubig an. was meinst du? Glaubst du. es gibt dich nicht mehr?» antwortete er. Es ist einfach nicht in Worte zu fassen. . warfen die beiden sich sorgenvolle Blicke zu. Ich erzählte ihm von dem Beobachter und dem leuchtenden Nebel. für diesen Zustand die richtigen Worte im Französischen zu finden. verließ er das Zimmer. «Es ist das Schlimmste.schrie ich fast. «Selbstverständlich gibt es dich. Ist das möglich?» «Suzanne. Während ich dem Arzt alles erklärte. beschrieb ich ihm die Erfahrung. wen sie anschauen. um uns bei einem Psychiater anzumelden. daß dir das helfen könnte?» «Ich habe keine Ahnung». Inzwischen zitterte ich buchstäblich vor Angst.kein <Ich> mehr feststellen. Schlafen und Träumen. während es kein <Ich> gibt. dann höre ich zwar eine Stimme. Es gibt niemanden mehr. Wenn ich spreche. Laß uns zu einem Psychiater gehen. es ist fürchterlich! Vielleicht bin ich völlig wahnsinnig geworden.» «Aber ich nehme kein <Ich> mehr wahr ». dann frage ich mich. das all diese Dinge ausführt?» Claude wußte offensichtlich auch keine Antwort. keine Person mehr zu sein. du sitzt hier vor mir und sprichst mit mir. Wenn ich in den Spiegel schaue. den ihm einer seiner Kollegen empfohlen hatte.

dieser Frau. Wenn ich nur bei meiner Mutter sein könnte. und lassen Sie mich wissen. offensichtlich darauf erpicht. Seit dem Besuch bei dem Psychiater war mein Verstand permanent mit Gedanken an meine Mutter beschäftigt. der diese Angst empfand. daß unser Gespräch beendet sei. Auf dem Weg zur Tür drehte ich mich um und sah. wie er Claude die Hand schüttelte und ihm voller Mitgefühl auf die Schulter klopfte. Rufen Sie mich an. können wir versuchen. mich . auch wenn der Körper und der Verstand sie ununterbrochen erzeugten. «Ich weiß nicht. wenn Sie nicht recht bald ein Medikament dagegen nehmen. Ich müßte ihr nur gegenübertreten. Er wußte. «Haben Sie jemals von etwas Vergleichbarem gehört?» Er schüttelte nur seinen Kopf. Da Sie schwanger sind. wenn das Baby da ist. die mich geboren. das sich vielleicht noch verschlimmert. was ich dazu sagen soll».» «Doch was ist geschehen? Wohin ist mein <Ich> entschwunden? Wird es jemals wieder zurückkehren?» platzte ich heraus. die passende Medikation für Sie zu finden. suchte er verzweifelt nach Worten.daß das Gefühl einer persönlichen Identität verschwunden war und anscheinend nie mehr zurückkehren würde. «Ich bin mir nicht sicher. Ich erzählte ihm auch. uns loszuwerden. die niemals nachließ. erhob sich und signalisierte damit. «Bon courage». «Viel Glück. daß es nichts weiter zu sagen gab. kann ich Ihnen nichts Starkes geben. begann er. was Ihnen fehlt. Doch sobald Sie Ihr Baby bekommen haben. Irgend etwas ist mit Ihrem Verstand passiert. als er die Tür öffnete. wie es Ihnen geht. aber ich kann Ihnen etwas verschreiben. Ich beschrieb ihm die panische Angst. und daß es niemanden gab. daß sich mein Name auf niemanden mehr bezog. dann wäre alles in Ordnung. sagte er. Als ich fertig war.» Claude warf mir einen traurigen Blick zu. das Ihre Angst reduziert. sagten diese Gedanken.

mußten wir diese Reise sofort antreten. daß alles wieder ins Lot kommen würde. und all den . doch da war keines. Wir landeten in O'Hare und machten uns auf den Weg. daß er niemals wieder ein persönliches Selbst erfahren würde. daß sie zu sehen schon ausreichend wäre. kein «Ich » weit und breit. mir von all den faszinierenden Leuten zu erzählen. Sie lief auf mich zu und umarmte mich. Ich telefonierte mit meiner Mutter und meinem Bruder Dan. In dem Moment wurde mein Verstand von einer tiefen Verzweiflung erfaßt. und sie wollten uns vom Flughafen abholen. Der Verstand versuchte weiterhin verzweifelt einen Weg zu finden. In dem Moment. mich auf dem Flug nach Chicago zu begleiten. auch wenn er nicht fähig war zu erfassen. den Verlust der persönlichen Identität begreifen zu wollen. mit denen sie verkehrte. Ich war davon überzeugt. wo ich sie erblickte. Wir traten aus dem Aufzug. Da ich bereits im siebten Monat schwanger war. Meine Mutter begann. Sie zu sehen. erzeugte nicht die mindeste Reaktion. daß meine persönliche Identität wieder zum Vorschein käme. die Leere blieb absolut unverändert. denn ihm wurde klar. um das Gefühl eines «Ich» zurückzubringen. Während des Fluges produzierte der Verstand Phantasien einer augenblicklichen Erlösung von dieser alptraummäßigen Erfahrung. dann lehnte sie sich zurück und suchte nach einem Lächeln in meinem Gesicht. und sie hatte sich ihre Haare blond gefärbt. Sie war kleiner als in meiner Erinnerung. Claude war bereit. sobald ich meine Mutter erblickte. zum ersten Mal seit Monaten wieder ein Lächeln auf meinem Gesicht zu sehen. Der Verstand war weiterhin davon überzeugt. und da war sie. um unser Gepäck abzuholen.aufgezogen und mir einen Namen gegeben hat. rutschte mir das Herz in die Hose. wie das möglich sein sollte. Claude war glücklich. diese seltsame Krankheit dadurch zu heilen.

Sie schaute mich immer wieder an.interessanten Dingen. und so starrte ich sie lediglieh schweigend an und nickte von Zeit zu Zeit. da es keine Person mehr gab. Wir sammelten unser Gepäck ein und gingen zum Auto. war jedem von uns klar. denn es gab niemanden mehr. jetzt. um nach Hause zu fahren. Ich beantwortete seinen Blick mit den Augen und schüttelte meine Schultern. die sie erlebte. Es gab nichts mehr. daß bald alles vorüber sein würde. auf die es keine Antworten gab. das sich wie eine «Verbindung» anfühlte. Zusammen gingen wir zum Gepäckband. doch ich konnte ihm nicht allzuviel erzählen. Ich brachte einfach kein Wort heraus. Alles wirkte absolut vertraut und gleichzeitig völlig fremd. Schließlich konnte ich einen Blick von meinem Bruder auffangen. daß ich dem folgte. Ich begann ihm zu beschreiben. um den Eindruck zu erwecken. der sich an diese Szenerie erinnert? Wer ist es. Er fixierte mich mit . Während unserer Fahrt durch die vertrauten Vorstädte von Chicago wurde der Verstand von einer Welle von Fragen überflutet. weil meine Mutter und Claude schon bald wieder zu uns stießen. was mit mir geschehen war. um auf die Koffer zu warten. Sie tätschelte meine Hand und erzählte mir. Wie sollte es weiterhin Beziehungen geben. Dan saß am Steuer und warf mir im Rückspiegel sorgenvolle Blicke zu. ob wir rechts oder links abbiegen müssen? Wer sind diese Leute im Auto?» Ich schaute meine Mutter und meinen Bruder an und wunderte mich. daß ich mit ihm sprechen wollte. daß etwas nicht in Ordnung war. Ich saß zusammen mit meiner Mutter hinten im Auto. wer sie waren. doch sie schien nicht zu bemerken. der weiß. der sich verbunden fühlte. was sie mir erzählte. daß es mir nicht gut ging. «Wer ist es. und ich signalisierte ihm. wie schwer eine Schwangerschaft sei und versicherte mir. die zu jemandem ein Verhältnis haben könnte? Als wir schließlich das Haus meiner Mutter erreichten.

jemand zu sein. da die Angst immer stärker wurde und damit auch die Sorge. und das führte den Verstand zu der logischen Schlußfolgerung.einem fragenden Blick. Während wir das Abendessen vorbereiteten. sich permanent an der Schwelle zur Auflösung zu befinden. daß ein Zusammenbruch aller Funktionsfähigkeiten unmittelbar bevorstand. Er hatte sich mehrere Jahre mit Primärtherapie beschäftigt. daß ich eine solche Erfahrung sicherlich nicht als Entrücktsein beschreiben würde. Ich sagte kein Wort. Ich stimmte dem zu. daß ihm gelegentlich Ähnliches passierte. bis Claude schließlich die Tür öffnete und ausstieg. schlug er vor. um den Abend mit uns zu verbringen. Mein Bruder beugte sich über die Lehne und streichelte ihr über den Rücken. daß dieser Zustand ein Zeichen von Wahnsinn sei. nicht wirklich vorhanden zu sein. bei dem er keine Verbindung mehr zu seinem Körper empfand oder das Gefühl hatte. und so konnten Dan und ich in Ruhe miteinander reden. Mehrere Minuten lang saßen wir alle schweigend im Auto. daß jemand diesen bevorstehenden Zusammenbruch abwehren . Der Gedanke. und als er meine Geschichte hörte. Er vertraute mir an. unterhielt uns meine Mutter mit einem Strom von Geschichten. sondern eher als die Auflösung des Gefühls. Meine Mutter sah mich an und begann zu weinen. daß er einfach sein Leben weiterlebte wie bisher und dem Ganzen keine große Beachtung schenkte. was auf den Verstand so extrem beunruhigend wirkte. daß ich seinen Therapeuten Paul aufsuchen sollte. Das Gefühl. was er als ein «Entrücktsein» beschrieb. war für den Verstand und den Körper unglaublich anstrengend. Er sagte. Meinungen und Gerüchten. Nach dem Abendessen traf mein jüngerer Bruder Bob ein er lebte in der Innenstadt von Chicago -. Ich antwortete ihm. kein Selbst zu besitzen. Ich beschrieb ihm kurz meine Erfahrung an der Bushaltestelle bis zu meinem augenblicklichen Zustand. Dann begann sie mit Claude eine Unterhaltung über seine Familie und unser Leben in Paris. bog dann in die Einfahrt ein und schaltete den Motor ab.

für mich sicherlich keine hilfreiche Reaktion. doch niemand schien es zu bemerken. was ich ihm erzählte. in denen wir uns gegenseitig besucht und Geschichten über unser Leben ausgetauscht hatten? Die Person jedenfalls. Ich schüttelte ihre Hände. um mir zu gratulieren. Woher kannte ich diese Menschen? Wer erinnerte sich an ihre Namen und all die Jahre. Als ich schließlich sein Büro verließ. wer noch . und diese Verwirrung schien ihm Angst zu machen . lächelte und stellte Fragen über ihre Gesundheit oder ihre Kinder. zu der sie viele ihrer alten Freunde eingeladen hatte. zog die Vorhänge zu und schlief 13 Stunden lang. Ich wandelte umher und fragte mich. die mich seit meiner Kindheit kannten und ganz begeistert davon waren. einem Psychotherapeuten die Auflösung der persönlichen Identität zu beschreiben. versuchte ich. war mein Körper vor Angst wie steif. Bob meldete mich für den nächsten Tag an und beschrieb mir den Weg zu Pauls Praxis.oder zumindest einen Schimmer von Bestätigung bieten könnte. die sie bislang gekannt hatten. war äußerst anziehend. Er war jedoch völlig verwirrt von dem. mich wie ein normaler Mensch zu benehmen. sollte sich in den nächsten zehn Jahren noch oft wiederholen. Die Rückkehr nach Paris war der Beginn einer grenzenlosen Verzweiflung. Paul war gewiß ein warmherziger Mensch. Mir zu Ehren hatte meine Mutter für den nächsten Tag eine Party arrangiert. Ich fuhr zurück in das Haus meiner Mutter. Während jeder der Gäste auf mich zukam. Die Erfahrung. mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu helfen. erfüllt von dem Wunsch. existierte nicht mehr. So traf sich eine Gruppe von ungefähr 30 Leuten am späten Nachmittag in einem bekannten Vorstadtrestaurant. meine bevorstehende Mutterschaft zu feiern.

die mich aus der reflektierenden Schaufensterscheibe anstarrten. Es gelang mir schließlich herauszufinden. Der Körper. die Sprache. mich vollständig aufzulösen. keine Person dahinter. die bislang als Schutz vor den ununterbrochenen sensorischen Eindrücken der Welt gedient hatten. hatte ich einen bekannten Psychologen konsultiert. eine wirkliche Erfahrung meiner selbst wiederzufinden. Ich konnte mich nicht mehr in Kaufhäusern oder anderen belebten Orten aufhalten. die aus jeder Pore der Gesichter drang. in die ich schaute. . und die panische Angst. Ich hatte großes Vertrauen in seine Ansichten über den spirituellen als auch den psychologischen Bereich. da diese sensorische Stimmulation die inzwischen sehr empfindlich gewordenen Kreisläufe eines bereits überlasteten Verstandes zu überfordern schien. daß er den Sommer über an einer Universität an der Ostküste arbeitete. waren außer Kraft gesetzt worden.am Leben war. und die aus Spalten scheinbar fester Objekte hervorquoll. Als ich noch in Kalifornien studierte. brach wie eine Woge über mir zusammen. denn für meinen Verstand hing davon meine Existenz ab. ihn anzurufen. der Verstand. All meine bisherigen Vorstellungen von der Realität waren vollständig zerstört worden. in den Augen. Nun hatte ich mich entschieden. auch die Filter. es gab keinen Besitzer. Der Verstand kämpfte um das Überleben der Vorstellung von meiner Existenz. Überall war nur Leere. starrte in jedes Schaufenster und betete. die Gedanken und Emotionen waren alle leer. Nicht nur das Selbst hatte sich aufgelöst. Wurde er zu stark gefordert. dann konnte er dieses Gedankengerüst nicht aufrechterhalten. der ebenfalls ein begeisterter Schüler von Meher Baba war. daß der nächste Anblick meines Spiegelbildes wenigstens einen Anflug von Wiedererkennen bringen würde. Ich betete vergebens. Alles schien sich direkt vor meinen Augen permanent aufzulösen. Ich ging durch die Straßen. Ich betete.

basierten ausschließlich auf dem Gedanken von Glückseligkeit und Ekstase. wie ich vorher war.Er war überrascht. daß ich ihn aufgespürt hatte. Es fühlt sich schrecklich an. «dann müssen sie verrückt sein.» sagte ich zu ihm. Dafür kannst du den Oskar des Bewußtseins bekommen!» «Aber Alan». «und alles wird sich zum Besten wenden. «Absolut phantastisch!» stieß er hervor. weit in den Schatten. Das kann niemals ein spirituelles Erwachen sein. daß ich mir keine Sorgen machen sollte und daß dies tatsächlich ein höchst erstrebenswerter spiritueller Zustand sei. Doch selbst eine so extreme physische wie auch . schluchzte ich. Die Wehen und die Geburt dauerten insgesamt drei Tage.» Er versicherte mir. daß ich nicht wahnsinnig wäre. daß er mir helfen solle zu verstehen. mir zu versichern. Ich beschrieb ihm meine Erfahrungen das Beobachten. «Wenn Menschen dafür jahrelang in Höhlen hausen. die Leere. was hier vor sich ging. den Raum. Ich lebe permanent in Angst und Schrecken und möchte wieder so sein. denn alle Vorstellungen. die Abwesenheit einer persönlichen Identität -. daß ein echtes spirituelles Erlebnis so fürchterlich sein konnte wie der Zustand. Ich will es loswerden.» Im November 1982 wurde meine Tochter geboren. beglückwünschte er mich. und erstaunt. daß ich keineswegs ein pathologischer Fall sei. und die Erschöpfung stellte alles. um so etwas zu erleben. Er hörte mir aufmerksam zu und stellte mehrere klärende Fragen. Doch dann. in dem ich mich befand. zu meiner größten Verwunderung. Doch mich konnte das nicht im mindesten überzeugen. und ich flehte ihn an. «du verstehst mich nicht. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen.» «Wiederhole Babas Namen». was ich jemals erlebt hatte. die ich von einer spirituellen Entwicklung hatte. «Es gibt eine Menge Leute. sagte er. die sich jahrelang in irgendwelchen Höhlen verkriechen. meine Stimme zu hören.

Das bisherige Gefühl von einem «Ich». schien eine völlige Illusion zu sein. was vorher so voll zu sein schien. Gefühlen und Gedanken. doch ich bekam ihn kein einziges Mal zu Gesicht. sie war weiterhin ohne irgendeine Unterbrechung präsent. ohne ein Selbst zu sein. daß alles wie bisher weitergeschehen sollte. und eine der Hebammen untersuchte mich. niemals stattfinden würde. Alles ging weiter wie bisher. daß die Schwangerschaft nicht weitergehen bzw. die nicht lokalisierbar ist. basierte die Sorge. Auf der Angst. Sie schickte mich . Es war ein Krankenhaus der kommunistischen Arbeiterpartei in einem heruntergekommenen Teil der Stadt. Gedanken über die Intensität der Gefühle. Doch es ging weiter. die zu handeln glaubte. in dem fast nur Hebammen angestellt waren. nicht überschatten.emotionale Erschöpfung konnte die Erfahrung. als er in den ständigen direkten Kontakt mit der Erfahrung einer völlig grenzenlosen Bezugslosigkeit gestoßen wurde. fuhr Claude mich in die Klinik. der gebären konnte. Das perönliche «Ich» war niemals der Handelnde gewesen . war von Frederic Lamaze gegründet worden. Während der Geburt wurde ohne Zweifel deutlich. nur die Person. da es niemanden gab. Es gab Sorgen um die Gesundheit des Kindes. so wie bisher . von denen jede Geburt begleitet wird. Die Klinik in Paris. Ängste wegen der Fürsorge für ein Neugeborenes und Ehrfurcht vor dem Mysterium von allem. nachdem alles als leer erkannt worden war. das die Handlungen ausführte.es hatte lediglich dessen Maske getragen. Als die Wehen einsetzten.meistens sogar leichter. daß alles im Leben von einer unsichtbaren Hand gelenkt wird. war abwesend. Es schien so absolut unvorstellbar. von der der Verstand befallen wurde. Die Geburt meiner Tochter vollzog sich mit all den Sinneseindrücken. wo die Geburt stattfand. Nur ein Arzt war in jeder achtstündigen Schicht in Bereitschaft.

wo ich mich auf den Tisch legte und auf die nächste Welle der Wehen wartete. wenn man gar nicht vorhanden ist? Während der Wehen produzierte der Verstand unaufhörlich die Vorstellung. Ich hatte Claude alles erzählt. man würde jemanden finden. und er hatte mir vor einigen Wochen sehr deutlich zu verstehen gegeben. daß er nichts mehr von diesem «Wahnsinn » hören wollte. da «Ich» nicht länger existierte. Wir fuhren heim und warteten. Sofort nachdem er den Strom eingeschaltet hatte. es sei denn. Acht Stunden später fuhren wir erneut ins Krankenhaus. Trotzdem liefen die einzelnen Funktionen einer Geburt völlig normal ab . was ganz sicher geschehen müsse. Der Verstand versuchte ununterbrochen. und als sie zurückkam. also packte er seine Nadeln und das elektrische Stimmulationsgerät aus und begann mit seiner Arbeit. ob er eine Akupunktur ausprobieren dürfe. doch die Wehen kamen auch weiterhin im FünfMinuten-Takt. daß ich mich hinlegen sollte. daß die Geburt niemals stattfinden würde. wenn die Wehen alle zwei Minuten aufträten. der gebären könnte. was ich ihm sagen wollte. Der ununterbrochene Zustand von Leere war sicherlich kein Thema für diesen Ort.wenn auch recht langsam. Wiederum untersuchte mich die Hebamme und wies mich an zu warten. Er setzte mir ungefähr 25 Nadeln an die verschiedenen Meridianpunkte auf beiden Seiten des Körpers und verband jede einzelne Nadel mit dem elektrischen Stimulator. jemanden zu lokalisieren. Sie führte uns nach oben in ein winziges Zimmer. um mir zu helfen. schraubte er die Angst höher und entwarf grausige Szenarios von dem. dieses kleine Experiment zu beobachten.wieder nach Hause und wies mich an wiederzukommen. dem das alles widerfuhr. Alle waren daran interessiert. die Preßwehen effektiver werden zu lassen. wie kann man ein Baby bekommen. Da es ihm immer wieder mißlang. begannen die Preßwehen . Sie besprach sich mit jemand anderem. sagte sie. Nun ja. Claude fragte die Hebammen.

daß ein Kaiserschnitt notwendig würde. Daraufhin entschied man sich. und doch verlief die Geburt ohne Probleme. schienen sehr beeindruckt. die anwesend waren. Auch wenn sich die Preßwehen durch die Akupunktur wesentlich intensiviert hatten. wie ein Baby von niemandem geboren wird? Sie hatte keine Mutter.wesentlich stärker zu werden. Nach weiteren 45 Minuten kamen sie im Minutenabstand und erweiterten die Öffnung des Muttermundes ganz erheblich. um sie nicht dem gleißenden Licht der Lampen auszusetzen. damit der Übergang aus dem Mutterschoß in die Welt sanfter vonstatten ging. Das war jedoch nicht der Fall. Die vier Hebammen. ob sich der Muttermund geöffnet hatte. Drei Stunden. Eine intravenöse Kanüle wurde angeschlossen. waren sie keineswegs effektiver geworden. geboren sei. Sie wurde in ein großes Becken mit warmem Wasser gelegt. wenn das Baby nicht innerhalb von sechs Stunden. dann kontrollierte die leitende Hebamme. mir Pitocin zu geben. Entsprechend den Ansichten von Frederic LeBoyer. nachdem man mir Pitocin verabreicht hatte. der sie ausführte. Der Verstand hörte nie auf zu fragen. und innerhalb von 40 Minuten wurden die Preßwehen wesentlich stärker. Man sagte mir. Wie könnte man möglicherweise beschreiben. . ein Medikament. das die Wehen fördert. nachdem man mir Pitocin verabreicht hatte. doch er wurde dazu gezwungen. wie die mütterlichen Funktionen ohne jemanden geschehen konnten. ohne Widerstand die mütterlichen Verrichtungen zu beobachten. Die verstärkten Preßwehen hielten für ungefähr 20 Mi- nuten an. wurde meine Tochter in einem abgedunkelten Raum geboren. In den folgenden Jahren kümmerten sich die mütterlichen Funktionen um sie und zogen sie mit absoluter Kompetenz auf. begann das Baby sich in den Geburtskanal zu bewegen und kam dann 40 Minuten später zur Welt. dessen Philosophie diese Klinik als erste übernommen hatte.

In der ersten Woche schlief ich nie länger als zwei Stunden an einem Stück. Trotzdem entwickelte sich die Beziehung zwischen meiner Tochter Arielle und ihrer Mutter. In Frankreich bleiben die Mütter nach der Geburt eine Woche lang im Krankenhaus. und die Erschöpfung wurde immer stärker.und dies um so mehr. Jeder. Die Art und Weise.Die Geburt hatte fast drei Tage gedauert. wie der Körper die Erschöpfung erlebte. Man legte mich auf ein Zimmer mit einer Frau zusammen. weil sich mit der wachsenden Erschöpfung des Körpers eine immer krasser wirkende Leere auftat. die Leere des persönlichen Selbst zu pathologisieren oder als Wahnsinn abzustempeln.die Funktionen des Körpers benötigen auch weiterhin Ruhe. der unsere Beziehung miterlebte oder mit Arielle irgendwie in Kontakt kam. Bis heute hat sich das nicht geändert . daß das Neugeborene nach der Geburt nicht von seiner Mutter getrennt werden sollte. doch für den Körper eines Erwachsenen schien es manchmal unerträglich. bestätigte. Anfangs schien sie. Beide Babys blieben bei uns im Zimmer. für ein Neugeborenes durchaus normal. . die ihr Kind einen Tag zuvor bekommen hatte. Eines der beiden Babys war fast immer wach. so wunderbar. wobei der Körper in regelmäßigen Abständen intensivste Wehen durchlebt und kaum geschlafen hatte. desto mehr versteifte sich der Verstand auf die Überzeugung. so daß seine physischen Funktionen völlig erschöpft waren. änderte sich auch angesichts eines fehlenden Bezugspunktes nicht. so lange ohne regelmäßigen Schlaf auszukommen. Das erste Lebensjahr meiner Tochter verlief sowohl anstrengend als auch höchst aufregend. daß die Auswirkungen des Ereignisses an der Bushaltestelle tatsächlich zum Wahnsinn geführt hatten . nicht allzuviel Schlaf zu brauchen. denn die Philosophie von Lamaze besagte. unvermeidlicherweise fehlschlugen. die niemand ist. Je weniger Schlaf der Körper bekam. Nahrung und Pflege. daß die Versuche des Verstandes.

Da nun niemand an äußeren Anzeichen feststellen konnte. um mich davon abzubringen.daß sie ein sehr ungewöhnliches Kind war und ganz gewiß keine Anzeichen irgendeines Traumas zeigte. während sie freudestrahlend meine Tochter bewunderten und mir ihre herzlichsten Glückwünsche aussprachen. Meine Tochter wird niemals eine Mutter haben. Als meine Tochter acht Monate alt war. eine absolut . Obwohl inzwischen etwas mehr als ein Jahr seit der Zerstörung des «Ich». und es ist auch gar nicht nötig. so bemuttert die Mütterlichkeit. ging der völlig normale Funktionsablauf der «Suzanne». für die mich jeder hielt. daß ich noch genauso sei. vergangen war. daß die Rückkehr in die Staaten ganz simpel und klar das nächste war. um sie in der Familie willkommen zu heißen. daß ich diese bemerkenswert unterschiedlichen Erfahrungen machte. wurde mir klar. konnte gewiß keine Rede davon sein. aber ich wußte. konnte ich jeden « zum Narren halten » und davon überzeugen. wie gewohnt weiter. So wie das Sprechen spricht und das Denken denkt. Obwohl auch weiterhin Wellen von Angst durch mein Gewahrsein rauschten. wie ich immer gewesen war. während ich darum kämpfte. Paris zu verlassen. jemand zu sein. daß die Zeit gekommen war. Niemand nahm irgend etwas Ungewöhnliches an meinem Verhalten wahr. Es gibt niemanden. sich an die Erbarmungslosigkeit eines Lebens ohne ein Selbst gewöhnt zu haben. sich daran zu gewöhnen. Sie gaben eine riesige Party. Absolut unfaßbar! dachte der Verstand. Der Verstand hatte große Schwierigkeiten. Claude versuchte alles. Meine Beziehung zu Claude hatte sich. was zu geschehen hatte. Meine Schwiegereltern waren über ihre neue Enkelin ganz aus dem Häuschen und nahmen dieses Ereignis zum Anlaß für eine große Familienfeier. damit die Funktionen einer Mutter ausgeführt werden.

daß alle darum beteten. mit mir zu gehen. Ihnen allen war bewußt. unser Leben in Paris aufzulösen.unfaßbare Erfahrung zu begreifen. Es war für mich eine ungeheure Erleichterung. . und ich konnte von Claude erst recht nicht erwarten. seine Verstimmung zu vergessen. denn ich hatte mich immer wieder gewundert. doch sie machten keine Anstalten. Claudes Familie war äußerst traurig über die Neuigkeit von unserem Umzug. das jeden immer wieder mit ihrer Frühreife beeindruckte. jeder Herausforderung ins Gesicht zu lachen. glückliches Kind. Claude entschied sich. warum.ich hatte Heimweh und war deprimiert -. Als französischer Arzt mußte er jedoch ein Examen ablegen und für ein Jahr ein Medizinpraktikum machen. In den Monaten vor unserem Umzug begann Claude intensiv für das Examen zu lernen. Die Person. und ich bin mir sicher. ganz entscheidend verändert. um in Amerika seine Zulassung zu bekommen. i die er geheiratet hatte. weiterhin «persönliche» Beziehungen zu unterhalten. ihre Grübchen zu zeigen und ihre blonden Locken zu schütteln. daß mir das Leben in Paris Schwierigkeiten bereitete. Unsere if1 Beziehung hatte sich inzwischen praktisch aufgelöst. auch wenn sie keine Ahnung davon hatten. während ich anfing. Insgeheim hofften sie wahrscheinlich. daß sich unsere Ehe wieder bessern möge. ob der Terror und jener radikale Bruch in meinem Bewußtsein während der letzten fünf Monate meiner Schwangerschaft irgendwelche problematischen Auswirkungen bei ihr hinterlassen hatten. und so sollte es auch bleiben. Sie hatte die Gabe. sie so glücklich zu sehen. daß eine Ortsveränderung mich vielleicht glücklicher machen würde. Sie war ein wunderbares. Ich war unfähig. um unsere Familie zusammenzuhalten. das alles zu verstehen. Meine Tochter jedoch konnte nichts verunsichern. uns umzustimmen. bis sie schließlich jeden mit ihrem Charme dazu brachte. Anscheinend waren sich alle einig über mein Problem . gab es nicht mehr.

strahlt sie immer noch diese kluge Fröhlichkeit aus. Indes hat sie tatsächlich öfter zu verstehen gegeben. wenn Menschen dich anschauen und glauben. daß ihr sehr bewußt ist. Mama. genauso wie die anderen zu sein .Aber was es auch immer für Auswirkungen gehabt haben mag. wie das ist. Auch jetzt. Mindestens einmal jedoch hat sie gesagt: «Weißt du. die sie schon immer ausgestrahlt hat.» . es schien sie in keiner Weise traumatisiert zu haben. du bist jemand. seit sie geboren wurde. daß du nicht diese Person bist?» «Ja.doch zugleich auch recht unterschiedlich. doch du weißt. «dieses Gefühl kenne ich sehr genau. da sie zu einem Teenager herangewachsen ist. mein Liebling». doch meistens redet sie am liebsten gar nicht darüber. Manchmal verwirrt sie das. antwortete ich.

wollte die Gründe wissen und klopfte an eine Tür. verständliche Erfahrungen als einleuchtend und stichhaltig zu . Ich hatte von innen geklopft! RUMI Im Frühjahr 1984. fast zwei Jahre nach dem Beginn der Erfahrung. verließen wir Paris und kehrten in die Gegend von Chicago zurück. mich um den Psychiater zu drücken. Ich hoffte. Doch das war nicht der Fall. Sie empfand mich als sehr depressiv und bestand wiederholt darauf. wann immer wir uns begegneten.Die entwertete Leere Ich habe an der Schwelle zum Wahnsinn gelebt. ohne ein Selbst zu sein. Die Rückkehr in die Staaten und in das Haus meiner Mutter konfrontierte mich mit der Angst. Sie öffnete sich. um mich zu haben. um mir eine Medikation verschreiben zu lassen. Sie symbolisierte die Tendenz der westlichen Welt. dem Ausdruck von Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit in den Augen meiner Mutter zu entgehen. besonders meine Mutter. daß ich ihren Psychiater aufsuchte. wahnsinnig zu werden. doch wesentlich schwieriger war es. daß die vertraute Umgebung hilfreich dabei sein würde. nur vernünftige. Es machte mir große Schwierigkeiten. meine Familie. die Angst zu reduzieren. Es gelang mir zwar.

. Meine Erfahrung machte weder vom wissenschaftlichen noch vom psychologischen Standpunkt aus betrachtet einen Sinn und wurde daher als pathologisch abgestempelt.akzeptieren.

nach jemandem. kein Selbst mehr zu haben. Er schien mit aller Macht beweisen zu wollen. der die Erfahrung macht. und dies Nebeneinander schloß jegliche persönliche Eigenschaften gänzlich . daß mit mir etwas nicht stimmte. Ekstase oder Freude. Doch ich muß nochmals wiederholen. Die Leere existierte immer im Zusammenhang mit allen emotionalen oder mentalen Zuständen. hatte nichts mit Glückseligkeit zu tun. Doch zu dem Zeitpunkt schien alles absurd zu sein. das diese Gefühle selbst empfand. denn schließlich kann man nicht einfach verdrängen. nach innen richtete. hatte sich aufgelöst. Alle Beschreibungen einer spirituellen Entwicklung. Das zwingendste Beweisstück war die Anwesenheit der panischen Angst. die ohne ein persönliches Selbst leben? Der Verstand hatte unglaubliche Schwierigkeiten mit dieser Erfahrung. und er führte alle möglichen Beweise an. Immer wieder. denn es gab keine Person mehr. daß trotzdem alle Gefühle in angemessener Weise weiterbestanden. war der Bezugspunkt eines persönlichen Selbst.und seine einzige Antwort daraufwar panische Angst. ohne ein Selbst zu sein. Doch diese Erfahrung. beinhalteten in irgendeiner Form Glückseligkeit. Ich wollte einfach mit meinem Leben fortfahren und vergessen. die die Erfahrungen zu reflektieren in der Lage war. um diese Überzeugung durchzudrücken. daß ich kein Selbst mehr hatte. mit der es hätte verbunden sein können. von denen ich jemals gehört hatte. zu niemandem über meine Erfahrung zu sprechen. Wie viele Menschen gibt es schließlich. Ohne ein persönliches «Ich» gab es keine Instanz. mit anderen verbunden zu sein. Was sich aufgelöst hatte.Ich beschloß daher. Selbstverständlich war das ein absurdes Vorhaben. Das Gefühl. fand er nur Leere . wenn sich der Verstand auf seiner Suche nach einem Selbst-Konzept. Die Beziehungen zu anderen Menschen hatten sich radikal verändert.

Im Januar 1985 beschlossen wir. bezog sich auf niemanden mehr. daß mit mir etwas nicht stimmte. daß der Verlust der persönlichen Identität etwas Krankhaftes sei. Doch das Seltsame all dieser Phänomene war die Tatsache. Gedanken. Gefühle oder Handlungen entstanden nicht mehr für irgendeinen persönlichen Zweck. Den Namen geschrieben zu sehen. auf die er sich bezog. als ob die Leere sich nach innen kehrt. . Diese Intensivierung wird als eine Ausweitung der Leere erlebt. Diese Erinnerung brachte eine gewisse Beruhigung. Bevor er jedoch mit seinem Praktikum beginnen konnte. In dem Jahr nach unserer Rückkehr in die Staaten legte Claude mit Erfolg sein medizinisches Examen ab und wurde am Cook County Hospital in Chicago für sein Medizinpraktikum angenommen. wie leer sie tatsächlich ist. meinen Namen so lange zu wiederholen. Doch das sollte mehr als ein Jahrzehnt auf sich warten lassen.aus. auch wenn der Verstand weiterhin darauf bestand. Bestenfalls konnte man wohl nur darauf hoffen. Auch heute noch verstärkt sich diese Leere. um sich selbst zu betrachten. für ihn unerträglich geworden war. daß sich der Verstand schließlich an diesen Zustand gewöhnen und nicht mehr die Botschaft aussenden würde. buchstäblich keinen Namen mehr zu haben. ihn ausgesprochen zu hören kein Gefühl für die Person. Viele Jahre später erinnerte sich der Verstand an die Praktiken als Kind. daß sowohl die Belastung durch unsere unwiderruflich veränderte Beziehung als auch das Leben in einem fremden Land. mit dem ich mich bislang identifiziert hatte. wenn der Name ausgesprochen oder niedergeschrieben wird. daß ich keine persönliche Identität besaß. Der Name. und dieser Blick erzeugt die Erinnerung daran. war ihm bereits klar. das auf ihn nicht sehr einladend wirkte. erzeugte kein Gefühl des Wiedererkennens. bis ich mich mit der beängstigenden Wahrheit konfrontiert sah.

verließ er enttäuscht und mit gebrochenem Herzen das Land. Unsere Beziehung hatte sich bereits vor zwei Jahren aufgelöst. Wir beide meinten. um ein neues Leben in einer vertrauteren und mehr Rückhalt bietenden Umgebung zu beginnen. Ich kann nur feststellen. Robert kennenzulernen. Als Claude schließlich abreiste. erzeut hatte . Er wohnte dort für sechs Monate. Im September. daß unsere Tochter bei mir in den Staaten bleiben und ihn mehrmals im Jahr in Paris besuchen würde. besonders in Fairfield. den er kennengelernt hatte und der angeblich während einer Ausbildung in der Schweiz zum TM-Lehrer erleuchtet worden war. Suzanne». bis wir offiziell geschieden wurden. erzählte mir mein Bruder Dan von einem spirituellen Lehrer. begann ich Pläne für eine Rückkehr nach Kalifornien zu schmieden. sagte Robert voller Enthusiasmus. Iowa. «Erzähle mir etwas über dich und dein Leben. daß es mir vielleicht helfen könnte.dort also. daß mich die Trennung von ihm nicht traurig machte. bat mich Robert. ein Partner für ein dermaßen wunderliches Mysterium zu sein. Wir einigten uns darauf. und Claude zog in ein Appartement in der Chicagoer Innenstadt. was es zu tun gab. und sobald Dan und ich den Raum betraten.uns zu trennen. dessen Ruf als Rebell und Bilderstürmer große Aufmerksamkeit in der TM-Gemeinde. Robert Peter-sen war ein charismatischer Kanadier. daß ich ihn auf einem seiner Trips nach Fairfield begleitete. «Willkommen. Es war ganz offensichtlich das Naheliegenste. zu einem Dialog mit ihm ans Mikrophon zu kommen. Ungefähr 60 Leute hatten sich eingefunden. als Claude und ich uns trennten. Während dieser Zeit. als es deutlich wurde. wo sich die Internationale Universität des Maharishi befand. zwei Monate nach unserer Scheidung. und so arrangierte Dan. daß er nicht mehr daran interessiert war.» .

Ich fühle sehr deutlich.» Nachdem wir noch ein paar Minuten lang miteinander gesprochen hatten. kannst du zu mir kommen?» «Ich weiß nicht. die von Maharishis Lehren enttäuscht sind. daß Robert noch nie zuvor jemandem ein solch direktes Angebot. während ich nach Victoria flog. um mir alles näher anzusehen. daß ich die Dramatik vom Licht des Bewußtseins zu allen Menschen bringe. sich ihm anzuschließen.» «Ich glaube. denn nichts schien mich irgendwo anders zu halten. Robert. Ich wollte meine Mutter bitten. um an dem Wochenendkurs von Robert teilzunehmen. das kann man so sagen . doch ich werde gewiß darüber nachdenken. ich bin gerade aus Paris zurückgekehrt.doch viel wichtiger ist. daß es sehr eindeutig ist. Am nächsten Morgen brachen wir frühzeitig auf. daß ich mir sein Angebot überlegen würde. an dem du jetzt lebst. Sie willigte gerne ein. Bitte. wurde ich von einem von Dans Freunden abgeholt.«Nun. . Als ich in einem neunsitzigen Pendelflugzeug von Seattle auf dem winzigen Flughafen von Victoria landete. Auf unserem Heimweg am nächsten Tag nach Chicago diskutierten Dan und ich ausgiebig diese neue Möglichkeit. wo ich die letzten dreieinhalb Jahre gelebt habe. ganz Besonderes. und so flog ich zwei Wochen später. Sie versicherten mir. daß du mit Leuten arbeitest.. daß du den Ort. Ich muß dir sagen. Suzanne. Kanada? Vielleicht. Du bist tatsächlich etwas ganz. daß du etwas Besonderes bist. Ich antwortete. den er in einer Vorlesungshalle der Universität von Victoria gab. verlassen solltest. 1975 habe ich die Ausbildung zum TM-Lehrer abgeschlossen. Er hatte mich eingeladen. sah ich mich plötzlich von einigen seiner Anhänger umringt. gemacht hätte. Man hat mir erzählt. doch die letzten sechs Jahre habe ich nicht mehr meditiert. um in meiner Gemeinschaft in Victoria zu leben. während meines Besuches in seinem Haus zu wohnen. sich für ein paar Tage um Arielle zu kümmern..

Ein Paar zu werden. um eine Selbst-lose Erfahrung zu diskutieren. daß William und ich uns voneinander angezogen fühlten. Nach einigen Wochen. Schließlich war Robert ein Anhänger von Maharishi Mahesh Yogi. was Robert zu sagen hatte. seit sich die Leere des persönlichen Selbst aufgetan hatte. die sich auch nicht verringerte. Doch immer. Die Beziehung zu William ergab sich aus derselben Leere. Während des Wochenendes wartete ich gespannt auf eine Möglichkeit. daß ich mich in einer spirituellen Umgebung aufhielt. sein bester Freund und gleichzeitig auch seine rechte Hand. war offensichtlich das Naheliegenste. daß ihr eigentlicher Inhalt gar keine große Rolle spielte. und es wurde sehr schnell deutlich. Robert wiederzusehen. doch es war nicht das Ergebnis eines persönlichen Bedürfnisses . Während der nächsten fünf Monate pendelte ich zwischen Victoria und Chicago hin und her. zu sprechen. Obwohl dies das erste Mal war. ohne ein Selbst zu sein. William. in denen ich Robert näher kennengelernt hatte. die nach wie vor als der nichtlokalisierbare Handelnde präsent war. in sein Appartement im ersten Stock eines wunderschönen Hauses einzuziehen. mußten die Gespräche mit dem Rechtsanwalt in Chicago sowie Arielles Besuche bei Claude arrangiert werden. schien hier nicht der Ort zu sein. Da Claude und ich uns mitten im Prozeß der Scheidung befanden. Der Verstand produzierte aufgrund der Leere weiterhin eine unglaubliche Angst. flogen Arielle und ich nach Victoria. begrüßte mich voller Enthusiasmus. als ich dem zuhörte. Die Gruppe von Leuten um ihn war von seinem Charisma wie gebannt. das einer Gruppe von Roberts Studenten gehörte.Es war aufregend. mit jemandem über meine Erfahrung. wurden William und ich ein Paar. und man bot mir an. Er präsentierte seine Lehren mit einer solchen Kraft. und der hatte niemals in seinen Lehren einen Selbst-losen Zustand erwähnt. wenn ich keine derartigen Verpflichtungen hatte.

daß sie etwas falsch gemacht hätten. daß die . die ich jemals vernommen hatte. wenn er der Meinung war. Nachdem ich öfter an seinen Gesprächen teilgenommen hatte. Sie war nervös und erklärte: «Mein Problem ist. Die Funktionen. die in einer Beziehung ablaufen. daß er diese Person als böse bezeichnete. Wenn er jemanden konfrontierte. liefen weiterhin ab. Die Beziehung schien zwar eine persönliche zu sein. und für den Verstand war das verwirrend und beängstigend. Es war die schlimmste Bestätigung. auf den sie sich bezogen. der die Entscheidungen traf. wurde mir klar. ob eine Beziehung beginnen sollte oder nicht. Robert hatte die Angewohnheit.» Als ich das hörte. aber für Robert waren verrückt und böse das gleiche. der die Entscheidung zu treffen schien. die Robert als «psychotisch» bezeichnet hatte. Es gab nichts mehr. Die Frau wurde aufgefordert. dann basierte seine Attacke darauf. das in irgendeiner Weise jemandem ähnelte. daß er die Welt und alle Menschen auf der Ebene von gut und böse betrachtete. und sie wurde unmittelbar nach der Konfrontation aus der Gemeinschaft verbannt.oder Wunsches. auch wenn es niemanden gab. Eines Tages traf eine Frau zu einem Wochenendkurs ein. vor die Gruppe zu treten und ihre Erfahrung zu beschreiben. Einige von ihnen waren mehrmals konfrontiert und verbannt worden und kehrten trotzdem im Laufe der Jahre immer wieder in den Schoß der Gemeinschaft zurück. Niemand außer Robert hielt sie für «verrückt». daß ich kein Selbst habe. doch das war sie nicht. Sie war attraktiv und sprach zusammenhängend und anschaulich über verschiedene Themen. Kein Ereignis basierte auf Gründen oder Entscheidungen. seine Studenten zu « konfrontieren». Andere wurden konfrontiert und verließen die Gemeinschaft für immer. jemandem. gefror mir das Blut in den Adern. oder ob die Person der richtige Partner war oder nicht.

und ich ging schla- . Er lächelte nur und akzeptierte voller Stolz ihr Lob. Unser Gespräch dauerte eine Stunde. daß er um diese Zeit sicherlich nicht mehr wach sei. Danach verabschiedeten William und ich uns wieder. Das war genau die Art von Anschuldigung. Ich gab zu bedenken.Leere genau das war. ihn augenblicklich aufzusuchen. Zehn Minuten später begrüßte er uns mit einem breiten Lächeln. William hatte mir schon einmal etwas Ähnliches erzählt. daß diese Person böse sein mußte. und er wunderte sich. Robert meldete sich am Telefon und forderte uns auf. wofür sie der Verstand hielt: Wahnsinn. daß das tatsächlich geschehen sei und drückte ihm ihre grenzenlose Dankbarkeit aus. welch schreckliche Angst mir das eingejagt hatte (obwohl ich ihm niemals von meiner Erfahrung. Sie bestätigte. doch William bestand darauf. und es drehte sich hauptsächlich um das. Robert antwortete auf die Beschreibung der Frau. William schlug vor. Eine Woche später. erzählt hatte). Robert und ich beendeten unser Telefonat. denn nach dem Aufwachen fühlte er sich nicht wohl. dann schloß er daraus. was ich wohl mit ihm im Schlaf angestellt hatte. Nachdem er von einem späten Mittagsschlaf erwacht war. sie am Abend zuvor dadurch «geheilt» zu haben. was ich wohl mit ihm angestellt hatte. daß wir Robert aufsuchen sollten. ohne ein Selbst zu sein. die er oft gegen andere erhob. sich seit unserem Gespräch vor einer Woche seltsam gefühlt zu haben. daß wir ihn anriefen. Eine gewaltige Welle panischer Angst schlug über mir zusammen. Er gab vor. indem er behauptete. entrückt oder aufgelöst» fühlte. was Robert gerade in den Sinn kam. denn es war bereits halb fünf Uhr morgens. Immer wenn er sich in der Gegenwart einer Person «abgetrennt. William hatte für zwei Tage die Stadt verlassen. Drei Tage später blieben William und ich die ganze Nacht auf und diskutierten darüber. rief mich Robert spät abends noch an. daß er ihr «ein Selbst zurückgegeben hatte». wunderte er sich.

nicht mehr willkommen. daß Robert den anderen Studenten im Haus bereits erzählt hatte.fen. Schließlich eröffnete er mir. Er traf sich mit einigen seiner langjährigen Studenten in der Eingangshalle und drängte sie. das für ihn ein heiliger Platz sei. weckte mich und sagte. Ich sollte meine Sachen packen. mich aus dem Haus zu werfen. Sie erwähnte jedoch mit keiner Silbe. und zwei Männer brachten mich in die andere Wohnung. Man schickte mich zurück auf mein Zimmer. um herauszufinden. Zwar wollte ich auf William warten. wie es mir ging. daß alle Juden böse seien. doch ich durfte nicht mehr länger als eine Stunde im Haus bleiben. und rief auch nicht an. um unserer Unterhaltung beizuwohnen. ihm in das Appartement einer seiner Studenten zu folgen. um miteinander zu reden. Robert wartete draußen im Flur und wollte mit mir sprechen. Bei seiner Rückkehr am nächsten Tag wurde William von einem der Hausbewohner abgefangen und über die Ereignisse vom vergangenen Tag informiert. denn ich wäre eine Jüdin. und er bat mich. all die Dinge anzuführen. die ich ihm angetan hätte. denn alle Juden wären böse und in diesem Haus. der ein paar Meilen entfernt lebte. daß ich sofort gehen sollte. Er begann mit der Anklage. . William kam niemals vorbei. um mich zu sehen. und man organisierte für Arielle und mich die Wohnung eines anderen Studenten. Eine Woche zuvor war er nämlich zu der dramatischen Erkenntnis gekommen. ich wäre böse. Eiligst packte ich meine Sachen zusammen. Zwölf Leute hatten sich dort versammelt. Robert hatte ihn davor gewarnt. Ich traf Robert in der Eingangshalle. daß ich in der vergangenen Woche ein «seltsames» Gefühl auf ihn übertragen hätte und fuhr fort. Am nächsten Morgen gegen sechs Uhr kam Roberts Frau Tessa in mein Zimmer. um seine Reaktion auf diese Neuigkeit zu hören. mit mir in Kontakt zu treten.

Denn schließlich war es ganz eindeutig. welche Auswirkungen das bei ihm hatte: Er erkannte weder seine Frau noch seine Kinder.Innerhalb einer Woche organisierte ich alles für meine Abreise von Victoria. um bei der Suche nach einer Erklärung für diesen mysteriösen Zustand hilfreich sein zu können. wo er seit sechs Monaten untergebracht war. so wie es Robert getan hatte. Er sprach nicht mehr. Als ich von seinem Tod erfuhr. Verständlicherweise bot der spirituelle Bereich keinen weiteren Anreiz mehr. und er las. Während meiner letzten Tage in Victoria erreichte mich die Nachricht vom Tod meines Vaters. und dennoch erfolgte die emotionale Reaktion genau wie zuvor und bezog sich anscheinend auf je- . wertete der Verstand als überzeugenden Beweis gegen die Leere des persönlichen Selbst. daß ich bald so enden würde wie er. Das Drama von Roberts Beziehung zu dem. mit der ich seit dem plötzlichen Abfallen der persönlichen Identität vor drei Jahren in Kontakt gekommen war. Seit zehn Jahren litt er an Alzheimer. und man konnte sehen. Es gab zwar niemanden. was er als böse bezeichnete. daß jegliche Form von jemand zu sein sich aufgelöst hatte. Seit meiner Rückkehr von Paris hatte ich ihn des öfteren in der Privatklinik besucht. daß in der Leere des persönlichen Selbst alle Funktionen zum Stillstand kommen oder zumindest eingeschränkt würden. wer er war. selbst der Teufel zu sein. weinte ich. der sich traurig fühlte. daß alle spirituellen Lehren meine Erfahrung als einen pathologischen Fall betrachten würden. daß Robert William konfrontiert und beschuldigt hatte. und sein unaufhaltsamer Verfall hatte das Feuer der ständigen Angst des Verstandes weiter geschürt. schloß der Verstand daraus. Noch während der Vorbereitungen für meine Rückkehr in die Staaten hörte ich. fuhr oder ging nicht mehr. und er wußte nicht mehr. Sein Anblick schürte die Angst. Da dies die erste spirituelle Gemeinschaft war.

als ob ich jemand wäre. In ihrer Anwesenheit weinte ich regelmäßig und ausgiebig. und ich sprach mit niemandem darüber. Das Weinen fand statt -nicht mehr und nicht weniger. Der «Versuch. obwohl das nicht der Fall war. Ich flog augenblicklich nach Chicago zurück und half meinen Brüdern und meiner Mutter bei den Vorbereitungen für die Beerdigung. der in angemessener Weise auf den Tod seines Vaters reagierte. doch da war niemand. wann immer wir von unserem Vater sprachen. und er begann wiederum Beweise dafür zu sammeln. . daß etwas mit dieser Erfahrung nicht stimmte. Für andere schien es jemanden zu geben. Gleichzeitig versuchte ich so zu wirken. daß all diese Emotionen sich für keinen einzigen Moment auf ein «Mich» bezogen. der traurig war. wirkte sehr überzeugend. Für den Verstand war es ungemein schwierig zu erleben.manden. jemand zu sein». daß die emotionalen Funktionen im Angesicht der Selbstlosigkeit weiter abliefen.

Ich wurde abhängig von ihrem Lachen. Wir zu Jungen manchmal für das Alte Und zu alt für das. intensive Konfrontationen und den Tod meines Vaters gedreht hatten. Auf diese Weise vergingen die ersten Wochen wie im Flug und boten uns eine willkommene Abwechslung von den vergangenen Monaten. an denen wir uns im Wohnzimmer auf dem Sofa zusammenkuschelten und Geschichten lasen. Sie half mir damals und auch in den darauffolgenden Jahren mehr . Arielle blieb nach wie vor eine wunderbare Gefährtin. RAINER MARIA RILKE Im Januar 1986 machte ich mich mit meiner Tochter auf den Weg nach San Francisco. was niemals war. wenn er voller Enthusiasmus sein breitgefächertes Angebot angsterfüllter Vorstellungen ausbreitete.Die Leere analysieren Bang verlangen wir nach einem Halte. die meine Erfahrungen auch drei Jahre nach dieser schicksalhaften Begegnung mit der Leere bestimmte. Wir mieteten eine Wohnung im obersten Geschoß eines wunderschön restaurierten viktorianischen Hauses in einem ruhigen Stadtteil und genossen einen sehr angenehmen Tagesablauf: faule Vormittage. es beruhigte meinen Verstand. lange Nachmittage im Park und Abende. deren stets fröhliches Lachen alle Situationen in wunderschöne Erlebnisse verwandelte. Ihre Präsenz linderte die Angst. die sich immer nur um die Scheidung.

wenn die Leere scheinbar in den Hintergrund rückte (auch wenn das nur ansatzweise geschah). wie unterschiedlich die Ereignisse im Leben aufgenommen wurden. gab es nur wenig Spielraum. Selbst im Schlaf setzte sich die Leere der persönlichen Identität ungehindert fort. sie zu vergessen. was der Verstand als positiv bezeichnete. Da der Verstand die Verschiebung im Bewußtsein bereits als negativ abgestempelt hatte. solange man nicht seinen Humor verliert. und keiner der Versuche. zu organisieren oder zu bewerten. Der Prozeß. sich Sorgen über sie zu machen und Fragen über sie aufzuwerfen. brachte jemals das Gefühl einer persönlichen Identität zurück. sie zu begreifen. ergriff der Verstand die Gelegenheit. ohne ein Selbst zu sein. Mein Leben war erfüllt davon. Der Verstand überwachte aufs genaueste. Keine Form mentaler Aktivität veränderte jemals in irgendeiner Weise die Erfahrung. mich daran zu erinnern. In diesen seltenen Momenten. um etwas Positives wahrzunehmen. sie zu fürchten und zu beurteilen. was geschehen war. die Selbst-lo-sigkeit zu erkennen. Die erhöhte Wachsamkeit des Verstandes war äußerst anstrengend. daß man sich auch in den angstvollsten Momenten sicher fühlen kann. blieb wenig Aufmerksamkeit für irgend etwas anderes übrig. setzte sich ohne Unterbrechung fort. doch die Suche nach einer Antwort im Bereich des . Da er ununterbrochen damit beschäftigt war.als jeder andere. Diese Verlagerung der Leere in den Hintergrund war das einzige. die Erfahrung der Leere abzuwehren. sich daran zu gewöhnen. sie abzulehnen. und er registrierte und kommentierte (wie es ein Verstand nun einmal tut) alles Positive und Negative eines jeden Momentes. um eine Rückkehr zum «Normalzustand» des Bewußtseins festzustellen. kein individuelles Selbst zu haben. Der Verstand schien davon besessen zu sein zu verstehen.

Ich antwortete ihm so präzise wie möglich. einen Psychotherapeuten zu finden. daß jemand anderer vielleicht dieses Phänomen Ierklären könnte. das hatte meine Tochter mir gezeigt. um einen Termin zu vereinbaren. war lebenswichtig. Platz zu nehmen. was geschehen war? Die Angst vor dem Wahnsinn blieb auch weiterhin die größte Sorge. Folglich verstärkte sich langsam die Meinung. und obwohl ich bisher kein Glück gehabt hatte. Wer könnte möglicherweise verstehen. um ihn in seiner Praxis in Los Gatos in der Nähe von San Jose aufzusuchen. schien die Psychotherapie immer noch der einzige Weg zu sein. Ich erzählte ihm. die seinem Schaukelstuhl gegenüber standen. Ich rief ihn an. ihr dabei zu helfen. Ein Freund. daß mein Vater vor sechs Monaten gestorben war.Verstandes brachte keine Ergebnisse. meine Ehe und meine Gefühle während der Schwangerschaft. Ich begann. ein bestimmtes Problem zu lokalisieren. Diese Patientin schwärmte von seiner unglaublichen Fähigkeit. daß er versuchte. einen Steinwurf von der Schnellstraße entfernt. erzählte mir von einem Psychiater. die sich durch die wunderschönen Santa Cruz-Berge schlängelte. Carl begrüßte mich herzlich und bat mich. Er zündete sich seine Pfeife an und fragte. ihm meine Erfahrungen zu beschreiben und beobachtete dabei sehr genau seine Reaktionen. den Humor im Leben wiederzuentdecken . Mir war klar. der mir helfen konnte. der in einer Telefonnothilfe für Suizidgefährdete arbeitete.und Humor. meine Erfahrung zu verstehen. Er hörte mir einige Zeit schweigend zu und stellte dann verschiedene Fragen über mein Leben in Paris. Die Praxis von Carl Trimble befand sich in einem kleinen Wohnkomplex. das möglicherweise meine Erfahrung hätte auslösen können. der einen der regelmäßigen Anrufer behandelte. wie er mir helfen könnte. und in der darauffolgenden Woche fuhr ich eine Stunde lang gen Süden. in einem der bequemen Stühle. auf dem er . und er notierte das auf einem Block.

Es ist schwer zu sagen. dann sollte es wieder vergehen. «Ist das der Name dafür? » Er nickte mit dem Kopf. die einen schweren Schock erlitten haben. habe ich noch nie von einem Fall gehört. wenn ich Ihnen behilflich sein kann herauszufinden. Doch ich bin mir sicher. wie lange. oder wenn ihnen eine besonders schlimme Nachricht überbracht wird. Doch wenn wir erst die Wurzeln freigelegt haben. Ehrlich gesagt. « Und machen tatsächlich andere Leute genau die gleiche Erfahrung? » «Gewiß doch». Natürlich kann das einige Zeit dauern. «Nun. zum Beispiel wenn jemand stirbt. daß es sich um eine solche Störung handelt.» «Mir dabei helfen. an dem sie sehr gehangen haben. was ist es denn?» «Man nennt es Depersonalisation».» «Depersonalisation». was Sie so sehr schockiert hat. «Es sollte sich nach einiger Zeit auflösen. wiederholte ich. Es kann auch etwas unglaublich Positives sein. «Es ist sogar recht weit verbreitet. und ich kann Ihnen sicherlich helfen.» .während unseres Gespräches ab und zu Notizen machte. und er bejahte das. wo es so lange anhält wie bei Ihnen. ohne eine Miene zu verziehen. «Tatsächlich?» fragte ich zögernd und mit einer gewissen Angst in der Stimme. erwiderte er. Es könnte etwas vor langer Zeit in Ihrer Kindheit gewesen sein oder auch etwas. das in Paris geschehen ist. ob er jemals zuvor von einer solchen Erfahrung gehört hatte. wie ein Lottogewinn. « Diese Erfahrung tritt relativ häufig bei Menschen auf. Normalerweise geht es nach ein paar Stunden oder maximal nach einigen Tagen wieder vorbei. «Genau». antwortete er. sagte er. Ich fragte ihn. daß es wieder verschwindet?» fragte ich. indem wir Ihre Vergangenheit näher untersuchen.

«Manche Leute machen die gleiche Erfahrung relativ häufig. das wir beide mit ganzem Herzen verfolgten. ob das die Symptome lindert. meine Beziehungen und mein Interesse an einem Psychologiestudium. Im Herbst 1986 schrieb ich mich an der John FRAGE Kennedy-Universität ein und belegte ein Semester in klinischer Psychologie. um zu sehen. Vielleicht würde ja mein «Ich» tatsächlich zurückkehren. wenn ich die tieferliegenden Ursachen seines Verschwindens entdeckte. daß das «Ich» zurückkehren werde -es wäre lediglich eine Frage der Zeit. Wir beide sahen als Ziel der Therapie die Rückkehr des «Ich-Gefühls». sinnierte ich kopfschüttelnd. daß er ihr das Medikament verschrieben hat. daß das geschieht.besonders wegen der Art und Weise. begann ich mich ernsthaft für ein Psychologiestudium zu interessieren. Carl versicherte mir des öfteren. Ich würde auch vorschlagen. ohne ein Selbst zu sein. Vielleicht würde die quälende Angst endlich verschwinden. daß Sie ein Antidepressi-vum ausprobieren.«Recht weit verbreitet». «Wir wollen ja nicht.» Ich schüttelte meinen Kopf. « Nein danke. ist recht weit verbreitet? » « Das einzig Ungewöhnliche in Ihrem Fall ist. Einmal die Woche fuhr ich zu ihm in die Praxis und sprach über meine Kindheit. Ich möchte wirklich keine Medikamente nehmen. Inspiriert von Carls völligem Vertrauen in die heilende Kraft des therapeutischen Prozesses. wie sie ihren Psychiater dafür als eine Art Gott betrachtet. oder?» Carl und ich gingen auf die Jagd nach einem «Heilverfahren» für die Erfahrung.» «Kein Problem». ein Bestreben. keine persönliche Identität zu haben. jedoch nur für kurze Momente. sagte er mit einem Lächeln. daß es ohne Unterbrechung so lange anhält». aber ich lehne das völlig ab . Meine Mutter hat jahrelang Antide-pressiva genommen. er sei zuversichtlich. . «Das Gefühl. erwiderte er. Vielleicht würde ich ja dort eine Antwort finden.

denn ansonsten würde dieser eindeutig vernünftige. und Carl würde mir dabei helfen. nicht für immer in der Leere des «Ich» verfangen zu bleiben. Er war der erste Mensch. nahm ich eine deutliche Veränderung in seiner Verhaltensweise mir gegenüber wahr. . Mir gefiel die Aufmerksamkeit. während wir uns die Bilder gemeinsam anschauten. es zu lösen. sympathische Mann nicht all die Signale aussenden. und bald wurde er ein regelmäßiger Wochenendbesucher in meinem Heim in San Francisco. nachdem ich Carl zum ersten Mal aufgesucht hatte. Sein wachsendes Interesse an mir bestärkte meine Hoffnung. die Carl mir widmete. daß er mich auf andere Art und Weise näher kennenlernen wollte und er daher nicht mehr mein Therapeut sein konnte. daß er sich Hals über Kopf in mich zu verlieben begann. des öfteren über sich selbst zu sprechen und streute Bemerkungen über seinen Wunsch nach eigenen Kindern und über sein neuerworbenes Haus in den Bergen von Santa Cruz ein. Immer wenn ich darauf mit Fragen meinerseits einging.Drei Monate. und unsere Diskussionen bekamen eine sehr persönliche Note. daß meiner Erfahrung durch die Bezeichnung Depersonalisation der Stempel des Pathologischen aufgedrückt wurde. Zumindest hatte ich einen Namen für das Problem. der mir einen Schimmer von Hoffnung geschenkt hatte und der erste mit einer klaren Aussage darüber. Er zeigte mir Fotos von seinem neuen Haus und seinem Hund. Fünf Monate nach dem Beginn der Therapie beendete Carl unsere therapeutische Beziehung. Er sagte. Obwohl mir klar war. schien das unwichtig zu sein. und wir saßen dann nebeneinander auf der Couch. Es bedeutete auch. reagierte er mit großer Offenheit. Zwischen uns begann sich eine Liebesbeziehung zu entwickeln. daß ich nicht hoffnungslos verrückt war. was seiner Meinung nach meine Erfahrung zu bedeuten hatte. Er begann. weil er die Aussicht auf Heilung als sehr vielversprechend bezeichnete.

daß meine Erfahrung ein Problem war. Dinge in unserer Beziehung auszudiskutieren. sprach ich auch mit ihm nicht mehr darüber. so wie er es in unseren Therapiesitzungen getan hatte. Da ich nach wie vor fest davon überzeugt war. als ich ihm eröffnete. und ich brauche Hilfe. Ich verspüre immer noch kein <Ich>. sich irgendwie aufgelöst hätte. daß ich wieder mit einer Therapie beginnen würde. Du glaubst. entweder in San Francisco oder in Los Gatos. Sehr bald verbrachten wir jedes Wochenende zusammen. Er schien ebenfalls davon auszugehen. «Warum?» fragte er. daß alles in Ordnung ist. Als ich Carl näher kennenlernte. um zu verstehen. aber das stimmt einfach nicht. bis er schließlich dabei blieb. daß er sich bereits in der Praxis verausgabt hätte und nicht daran interessiert sei.Er machte mich mit seinen Freunden bekannt. daß er nicht mehr dieselbe Begeisterung zeigte. das verborgen bleiben mußte.» « Du meinst. wobei er sorgfältig darauf bedacht war zu verschleiern. daß wir uns durch gemeinsame Freunde kennengelernt hatten.» «Carl». ohne ein Selbst zu sein. du wärest von deinen Problemen geheilt. jetzt noch Probleme zwischen uns zu erörtern. daß ich ihn als einen Partner gebraucht hätte. stellte ich fest. «Du sprichst überhaupt nicht mehr mit mir. daß meine Erfahrung. Meistens sagte er bei solchen Gelegenheiten. eine individuelle Person mit einer persönlichen . und unter der Woche telefonierten wir jeden Abend miteinander. «Ich dachte. Meine Beziehung zu Carl endete schließlich nach sechs Monaten. wie wir uns getroffen hatten. erwiderte ich. Keinen Moment lang ist das Gefühl. Diese schrecklichen Ängste sind immer noch da. Er erfand verschiedene Geschichten. was das zu bedeuten hat. diese Erfahrung hat nie aufgehört?» «Nicht für einen einzigen Augenblick. Vielleicht wollte er auch andeuten. um mein «Selbst» wieder zurückzubekommen.

Mit einer Handbewegung gab er zu verstehen. Arielle und unsere Sachen ins Auto zu laden. daß ich das alles erfinde? Daß du einen Körper vor dir siehst und einen Mund sprechen hörst. was man von außen erkennen könnte. «diese sogenannte Depersonalisation ist für keinen Augenblick vergangen. was es außer einer Depersonalisation sonst noch sein könnte». Das geht jetzt schon seit fünf Jahren so. «Vielleicht dramatisierst du das Ganze auch ein bißchen. Vielleicht ist es auch hoffnungslos . Als er zu seinem Haus zurückkehrte. und trotzdem stehst du hier vor mir und sprichst mit mir. als wir in Richtung San Francisco losfuhren. und es hat sich seitdem nie verändert oder sich aufgelöst. daß er einen Spaziergang mache. In manchen Fällen löst sie sich nie ganz auf. daß das nicht so ist.. Schau mal. daß unsere Diskussion beendet war.» «Warum sagt nur jeder das gleiche? Glaubst du etwa. als ich zurücksetzte. daß eine Depersonalisation kommt und geht. du behauptest seit längerem schon. und das versuche ich dir nun schon seit fast einem Jahr klarzumachen!» Carls Gesicht versteinerte sich. daß du als eine individuelle Person nicht existierst. erwiderte ich mit einer gewissen Schärfe. daß ich ihn gesehen habe. verstehst du? Du glaubst nur. Du bist hier. sagte er.Identität zu sein. antwortete er. Das war das letzte Mal. «Doch du solltest wissen.» «Und ich glaubte. auf dem die Leere des Selbst die feindliche Armee zu sein .» «Carl». war ich im Begriff. In den Wochen nach der Trennung von Carl wurde die Angst wieder stärker und verwandelte meinen Verstand in ein Schlachtfeld. und sagte. heißt noch gar nichts. noch nicht einmal. daß es dir besser ginge». Begreifst du das denn nicht? Es begann vor fünf Jahren. und winkte uns zu. zurückgekehrt. Es ist nichts. Er stand in der Auffahrt. in einem kurzen Augenblick. Tatsache ist: In meinen Erfahrungen gibt es keine Person. wenn ich schlafe!» «Ich weiß nicht..

über «Dissoziations-Störungen». den man gezwungenermaßen beherbergen muß. Realitätsverlust und Dissoziierung nachzulesen. egal wie vehement sich der Verstand auf andere Dinge stürzte. Und sie wuchs noch ganz ungemein. Sie rückte nicht im mindesten in den Hintergrund. und ich verbrachte eine Menge Zeit damit. Carls Diagnose ging mir nicht mehr aus dem Kopf. so wie ein ungebetener Gast. Es gab noch nicht einmal einen Anflug von Glückseligkeit. sich psychologische Theorien einzuprägen und Abhandlungen zu schreiben. Ich versuchte. könnte es vielleicht doch eine spirituelle Erfahrung sein? Doch der Verstand verwarf immer noch diese Möglichkeit. der zumindest eine Ahnung davon hatte. das den Verstand damit beschäftigt hielt. die mit einer unbe-einträchtigten (teilweise sogar verbesserten) Funktionsfähigkeit in der Welt einherging. Die Leere begleitete indes jeden Moment von Aufmerksamkeit. was das zu bedeuten hatte. daß in der psychologischen Literatur keine Antwort zu finden war? Nach fast sechs Jahren ohne ein Selbst hatte ich noch immer niemanden gefunden.» Wenn in den psychologischen Texten nichts darüber zu finden war. Depersonalisation. Freude oder Glück .und es war so völlig leer. um eine solche Erfahrung zu machen. . neue Bücher zu lesen. doch sie beschrieben in keiner Weise das auffälligste Symptom die völlige Abwesenheit einer persönlichen «Ich-heit». Sicherlich waren gewisse Charakteristiken dieser Funktionsstörungen auch in meinen Erfahrungen aufgetreten. immer gegenwärtig. meine Aufmerksamkeit auf die Studienarbeit an der John FRAGE Kennedy-Universität zu konzentrieren und ging gänzlich in einem interessanten akademischen Leben auf. immer unveränderlich. während die Angst gegen sie ins Feld zog.schien. Wie ließ es sich erklären. Flüchtig erinnerte ich mich an die Erklärung meines Freundes Alan: «Manche Menschen verbringen viele Jahre in Höhlen.

Doch warum hatte Alan meine Erfahrung bestätigt. erwiderte ich. oder du befindest dich in einem Dis-soziierungszustand. So folgte ich völlig außer Atem Sam Goldfarb in sein Haus. «Nun ja». das als sein Sprechzimmer diente. du kennst den Unterschied zwischen den beiden Zuständen. Er führte mich in ein Zimmer hinter dem Haus. also versuchte ich es nochmals mit Therapie. Diesmal jedoch wählte ich einen Therapeuten aus. das in einer ruhigen Gegend in den Hügeln von Richmond gelegen war. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch nicht bereit. «es sei denn. Zu unserer ersten Verabredung kam ich zu spät. daß er mit spirituellen Erfahrungen vertraut und auch bereit war. der eine akademische Ausbildung sowohl in transpersonaler als auch in klinischer Psychologie besaß. selbst nachdem ich ihm erzählt hatte. sagte er. andere einfühlsam bei allen möglichen Schwierigkeiten. der Realität zu entfliehen. zu begleiten. daß du entweder eine recht dramatische Öffnung des siebten Chakras erlebst. wie fürchterlich die ganze Sache war? Vielleicht sollte ich doch nach jemandem Ausschau halten. eine tiefgehende spirituelle Erfahrung.» . Es schien keine andere Möglichkeit zu geben. in dem du versuchst. Er schien die ideale wissenschaftliche Kombination zu besitzen. um dieses Dilemma zu lösen: Erlebte ich nun einen pathologischen oder einen spirituellen Zustand? Seine Anzeige in einem lokalen Blatt für Transpersonalität war sehr wortgewandt abgefaßt und machte deutlich. «mir scheint. über das fehlende Selbst und die Angst. Ich tauchte wieder in meine Geschichte ein und erzählte ihm so viele Details wie möglich über die Leere.» «Das sagt mir nicht viel». weil ich die falsche Autobahnausfahrt genommen hatte. der etwas von spirituellen Erfahrungen verstand. die sie durchmachten. mich allzuweit vom psychologischen Bereich zu entfernen.

weil ich buchstäblich vor Angst zitterte. und so setzten wir die Suche fort in der (unausgesprochenen) Annahme. Nach Sams Auffassung war ich als Kind nicht genügend «gespiegelt» worden. Die Selbst-losigkeit war also ein weiteres Mal pathologisiert worden.«Nun. daß mein Problem wesentlich schlimmer sei.» Drei Jahre lang machte ich Therapie bei Sam Kindheitserinnerungen und Gefühle auszugraben und sie zu analysieren. der Unterschied ist nicht so einfach festzustellen». als ich jemals vermutet hatte. eine psychologische Überlebensstrategie. Er sagte. manifestierten sich nun in dieser Leere. daß die Schmerzen meine Flucht in die Leere begünstigt hätten. Meine Gespräche mit Sam überzeugten den Verstand immer mehr davon. Es gab Tage. daß es eine spirituelle Erfahrung sein könnte. um in Sams Worten «den Gefühlen von Angst. meinen Schmerz dadurch auszudrükken. Mit anderen Worten war es ein Abwehrmechanismus. «Ich denke. die aus diesem in der Jugend « nicht von anderen gesehen zu werden» geblieben waren. sondern die Angst davor nur noch verstärkte. und solange ich sie mir nicht anschauen konnte. und die Wunden. . ohne vor ihnen davonzulaufen. weinte und auf Kissen einschlug. ohne ein Selbst zu sein. was ich vergeblich zu füllen versuchte. wir werden zusammen daran arbeiten müssen und dann sehen. Sam trieb mich dazu. eingetaucht war. an denen ich nicht einmal mein Haus verlassen konnte. ihnen voll und ganz von Angesicht zu Angesicht gegenüberzutreten. könnte ich auch nicht davon geheilt werden. Er sprach davon. daß ich schrie. was die Erfahrung nicht im mindesten veränderte. daß ich narzißtisch verletzt worden war und nun dieses «riesige Loch» in mir hatte. ob es auf irgendeine Weise deutlich wird. Zu Beginn der Behandlung verwarf Sam die Möglichkeit. daß ich in den Zustand. sagte er. Traurigkeit oder anderen problematischen Gefühlen zu entfliehen». weil ich nicht bereit war.

Vielleicht bist du einfach mal ehrlich und gibst zu. du würdest mich schon erretten. «Ich werde hier sein. Ich würde dir gerne meine Notizen von unserer letzten Sitzung vorlesen. . Ich glaube. «Wovor hast du eigentlich solche Angst?» fragte er mit seiner sanftesten und mitfühlendsten Stimme. erwiderte er scharf.«Die Angst wird immer stärker. was du sonst noch ausprobieren solltest. daß ich dir überhaupt nichts recht machen kann. Na und? Ich bin wie gelähmt vor Angst. schluchzte ich jede Woche. als sie vorher schon war. schrie ich ihn an.» «Sicher». wahnsinnig zu werden. sagte ich immer noch verblüfft. anstatt meine Angst noch schlimmer zu machen. und du sagst mir. mich nicht mehr um meine Tochter kümmern zu können. Er atmete tief durch und begann zu lesen. wie ich diese Wut beurteile. und du weißt nicht. «Ich habe Angst davor. Ich kann diese Angst kaum noch ertragen.» Er blätterte sein Notizbuch durch. «Wozu soll das gut sein?» «Ich möchte dir meine Eindrücke und Gedanken über das mitteilen.» Die Tränen flössen in Strömen über mein Gesicht. um dich zurückzuholen. «Lies sie mir vor. Du bist immer wütend auf mich.» «Einverstanden». wenn du meinst. versuche. daß du nicht weiterweißt. die du gegen mich richtest.» «Suzanne». sagte er. Wärest du damit einverstanden? Ich möchte dich wissen lassen. was hier wirklich vor sich geht. «Nur zu. «du warst äußerst schwierig in diesen letzten Monaten.» «Du willst mir deine Notizen vorlesen?» fragte ich ungläubig. Sam». überhaupt nicht mehr funktionieren zu können. was du durchmachst. «Du bist hier. wahnsinnig zu werden». ich soll mich da hineinfallen lassen. Ich habe das Gefühl. du hast keine Ahnung. bis er die betreffende Seite gefunden hatte.

während er mich friedvoll anschaute. und ihr primitiver Abwehrmechanismus arbeitet auf Hochtouren. Ich starrte ihn immer noch an. Ihre vorödipale Verletzung wird immer deutlicher. und als keine kam. was ich ihm von der panischen Angst. fast fröhlich. während ich mich erhob. Ich war immer noch völlig sprachlos. unerfüllend. Er wirkte ruhig. frustrierend.«Schon seit mehreren Monaten wertet sie mich ab. meine Jacke und meine Tasche nahm und langsam zur Tür ging. vollkommen und nachahmenswert. überhaupt zu sprechen. der Verwirrung. das durch und durch schlecht ist. Für eine Weile hatte sie mich als die <gute Mutterbrust > gesehen. ein Lächeln auf den Lippen. War dies tatsächlich das Bild. . daß ich sie nicht als etwas ganz Besonderes in meinem Leben liebe. in Ungnade gefallen. und er warf mir einen verdutzten Blick zu. das hegende Objekt. Er war stolz auf seine Analyse und stolz darauf. Sam öffnete seine Augen und schaute auf die Uhr. weil ich nicht auf ihr Bedürfnis eingehe. Für mehrere Minuten wartete er auf meine Antwort. unfähig. den Schwierigkeiten mit der Erfahrung der Auflösung einer persönlichen Identität erzählt hatte. und der Verstand war durch den Schock zum Stillstand gekommen. sie mir mitgeteilt zu haben. zutiefst enttäuschend. das er in den vergangenen drei Jahren von mir entwickelt hatte? Hatte er all das. das Objekt. etwas Besonderes zu sein. Sie spaltet ab und betrachtet mich als den durch und durch schlechten Vollstrecker der Strafe. das durch und durch gut war. Es waren noch 30 Minuten bis zum Ende unserer Sitzung. Sie ist wütend darüber. tatsächlich als ein Zeichen von Objekt-BeziehungsAbspaltung und Borderline Syndrom interpretiert? Ich schaute Sam in die Augen. schloß er seine Augen und lehnte sich in seinem Stuhl zurück.» Mit offenem Mund und völlig ungläubig starrte ich Sam für eine Weile an. Jetzt sieht sie mich als die < schlechte Mutterbrust».

Es stellte sich heraus. die Worte auszusprechen. Steve und ich fanden im Rahmen des psychologischen Kontextes zueinander.die eiskalte. ohne ein Selbst zu sein.» Es gab nichts mehr zu sagen. um die tieferliegenden «Muster» oder . was zwischen uns geschah. nachhallende Stimme von panischer Angst.. erwiderte ich. theoretische Modelle und Beziehungsfragen in einer Weise. Ich kann nicht fassen. als etwas Pathologisches betrachtete. «Ich habe nichts mehr zu sagen. die zwischen uns eine Verbindung fürs Leben schuf. aus der psychologischen Perspektive. Ich . Wir stimmten beide darin überein. wir sprachen regelmäßig über die symbolische Bedeutung von Dingen. betrachteten wir alles. Wir diskutierten psychologische Angelegenheiten. Das war die gleiche Stimme. Während ich bei Sam in Therapie war. kaum fähig.«Wir sind noch nicht fertig». und wir erzählten uns gegenseitig unsere Familiengeschichten. Wir analysierten und interpretierten Verhaltensweisen. die in meinem Verstand zirkulierte und jeden Moment des Friedens und der Zufriedenheit wie mit einer scharfen Klinge durchtrennte. den ich in einer der Arbeitsgemeinschaften an der JFK-Uni kennengelernt hatte. die mein Leben unablässig durchdrang und die ich ihm regelmäßig schilderte. ein Zeichen von tieferliegenden psychologischen Problemen war. Ich verließ sein Sprechzimmer wie benebelt und schmetterte dabei seine beharrlichen Appelle zu bleiben ab. was du mir gerade vorgelesen hast. daß er seit Jahren ein guter Freund von Sam war.. daß er die Erfahrung. «Wohin gehst du?» «Ich gehe». sagte er. die aus meiner Angst sprach . Was gab es da noch zu sagen? Er hatte sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. als eine tiefe Verletzung in der frühen Lebensphase. begann ich eine Beziehung mit einem Mann. Da wir uns beide in der Ausbildung zum Psychotherapeuten befanden. daß die intensive Angst. und die Prognose dafür war nicht gut.

die alle Anzeichen aufwies. Nachdem ich ihr meine Erfahrung beschrieben hatte. Daß wir zusammenblieben. Da wir unter dem Vorzeichen der Angst zueinander gefunden hatten. gab sie mir den Rat. was dem ähnelte. was er sich unter einer «Frau in einer Beziehung» vorstellte. und die Beziehung selbst brachte für keinen einzigen Moment einen persönlichen Bezugspunkt zurück. die in transpersonalen Kreisen ein hohes Ansehen sowohl als Therapeutin als auch als spirituelle Lehrerin genoß. jemand zu sein. die unsere Beziehung beeinflußten. Soweit es ihn betraf. Seit dem Ereignis der Leere des individuellen Selbst im Frühling 1982 bis zum Abbruch meiner Therapie mit Sam hatte ich zehn Psychotherapeuten konsultiert. es sei einfach zu gefährlich. daß es keine anderen von der Gesellschaft akzeptierten Möglichkeiten der Hilfe gab. Und so suchte ich nach Sam noch einen weiteren Therapeuten auf. Obwohl all die Therapien nichts anderes bewirkt hatten. . jemand zu sein.«Probleme» kennenzulernen. hatte keinen erkennbaren Grund. hatte er eine Beziehung zu einer Frau. um zu verstehen. den äußeren Anschein zu erwecken. indem er aus der Erinnerung etwas erschuf. mit dem Steve eine Beziehung hätte haben können. daß es für mich kein «Ich » gab. war ich immer noch davon überzeugt. niemals in die Leere einzutauchen. Lauren Spock war eine klinische Psychologin. was ich damit meinte. In der mysteriösen Entfaltung der Leere entwickelte sich die Beziehung zu Steve und sollte für ganze neun Jahre fortbestehen. wenn ich davon sprach. fühlte sich der Verstand gezwungen. das Sich-aufein-ander-zu-beziehen als etwas Persönliches darzustellen. denn es gab kein «Ich». obwohl der Verstand sich darum bemühte. Anfang 50. als die Ängste zu intensivieren. In all diesen neun Jahren jedoch gab es zwischen Steve und mir in keinem einzigen Moment eine persönliche Beziehung. Genau wie Claude hatte Steve Schwierigkeiten zu verstehen. was geschehen war.

was mit mir passiert war. daß die Person keine Ahnung davon hätte. ohne eine Selbst zu sein. mit dem ich an meinem Problem arbeiten konnte. daß Lauren unrecht hatte. Der neue Weg bestand darin. Überflüssig zu erwähnen. falls ich so weitermachte wie bisher. Es war das gleiche Etwas. daß die Therapie fruchtlos war. eine Frau. falsch lagen. unsere Therapie abzubrechen. psychodynamisch orientierte Psychologin. nach einer Erklärung zu fragen. die an einigen der örtlichen Hochschulen lehrte. Sie bat mich. werde ich wohl niemals erfahren. ob ich jemand anderen gefunden hätte. die sich mit der Stimme der Angst verbunden hatten. Es schien töricht. eine Nachricht auf ihrem Anrufbeantworter zu hinterlassen. in die Leere einzutauchen. daß ich zu labil sei und sie über diese Entfernung keine Verantwortung mehr für mich übernehmen könnte. einen weiteren Therapeuten aufzusuchen. daß es mir unmöglich war. wurde die Angst so überwältigend. bei ihr in Therapie zu gehen. welches zugleich wußte. der wahrscheinlich der gleichen Meinung war. denn genau dieser Rat wäre ein Zeichen dafür. immer schlimmer. in denen ich Lauren konsultierte. also versuchte ich einen neuen Weg. Sie warnte mich des weiteren davor. der ganz in meiner Nähe lebte. Ich fand eine traditionelle. Sie wußte zu keiner . Trotz der quälenden Angst wußte die ganze Zeit etwas in mir. Im Verlaufe unserer dritten Telefonsitzung sagte sie mir. erzählte. und gab mir den Namen eines anderen Therapeuten. daß ich ihr nichts von der Erfahrung. und begann. In den drei Monaten. niemals von jemandem den Rat anzunehmen. wurde meine Angst vor dem. denn kaum waren diese Worte einmal ausgesprochen. daß alle Therapeuten. Sie hatte beschlossen. Während ihres alljährlichen Sommeraufenthaltes in New York setzten wir unsere Therapie am Telefon fort.Was sie mit gefährlich meinte. daß sie um mich besorgt sei und daß ich bald nicht mehr in der Lage sein würde zu funktionieren. Sie sagte.

daß ich eine psychotische Erfahrung durchmachte und zweimal pro Woche zur Therapie kommen sollte. um «all die Schmerzen aufzuarbeiten. wenn ich weiterhin im Bereich der Psychologie suchte. den mir eine Freundin empfohlen hatte. Für ein volles Jahr lang machte ich bei ihr Therapie. Man verwies mich an eine Frau. Wenige Minuten. der eigene. daß sie meine Erfahrung auch aus einer anderen als nur der pathologischen Perspektive sehen könnte. «Nein. daß ich auf keinen Fall Therapeut werden sollte. Mehrere Monate später versuchte ich einen Therapeuten. Ich hatte nach einem Therapeuten gesucht. daß sie völlig ausgebucht sei und mich daher nicht annehmen könne. erklärte ihm. daß die Therapie für mich zu Ende sei. wobei ich mit ihr über die Hochschule. nachdem unsere sechste Therapiesitzung begonnen hatte. ob sie mir die Namen von anderen Therapeuten geben sollte. Daraufhin stand ich auf. brach ich die Therapie ab. Beziehungen und psychologische Theorien sprach. und ich hatte kein Vertrauen in sie. sagte ich. Mir schien.Zeit. persönliche Erfahrungen mit einer Depersona-lisation gemacht hatte. Mein letzter Versuch mit einer Psychotherapie endete bereits vor der ersten Sitzung. Ich . war sehr offen und konfrontierend. Als es schließlich deutlich wurde. teilte David mir mit. vielen Dank». die ich verdrängte». solange ich nicht wisse. an die ich mich wenden könnte. Sie fragte mich. daß er das Gefühl hätte. sollte ich auch die Erfahrung bei seinem klinischen Namen nennen und hoffen. die mir jedoch eröffnete. Sie war seit Jahren bei David Kaye in Behandlung und vertraute ihm absolut. David kam nach einem Monat zu der Schlußfolgerung. «ich glaube nicht. Seiner Meinung nach bedeutete die Erfahrung der Leere. niemals genug für mich tun zu können. daß ich ihr niemals meine wirklichen Sorgen erzählen würde. wer ich sei. und ging. was mich in Wirklichkeit beschäftigte. Er nahm kein Blatt vor den Mund. daß es jemand erkennen würde.

denn ich wollte meinen Doktortitel anstatt des Magisters machen. theoretische Ausrichtung. eine Psychotherapie entsprechend des Freudschen Modells «leere Leinwand» zu praktizieren. daß mir sowieso niemand helfen kann. denn alles in der Therapie «geschieht in der Beziehung» zwischen dem Patienten und dem Therapeuten. Wiederholt warnte man uns davor.»Nachdem ich die Therapie bei Sam beendet hatte. Man ermutigte uns. Alle folgenden Therapieerfahrungen machte ich während meines Abschlußexamens. mir entweder absolut nicht mehr zu helfen ist oder ich die ganze Therapie vielleicht an den Nagel hängen sollte. psychodynamisch ausgerichtetes Psychologieprogramm. falls man uns danach fragen sollte. erwiderte sie. was alles mögliche einzuschließen schien.habe das Gefühl. wie ihm nicht unser Alter zu sagen oder wie wir uns fühlten. Meine Ausbildung zielte darauf ab. wobei der Therapeut so wenig wie möglich sagt und gleichzeitig versucht.» «Rufen Sie mich an. daß nach all den Jahren der Therapie. wechselte ich zum Wright Institute. brillante. die das Leben seines Patienten auf dramatische Weise verändern sollen. und der überwiegende Teil des Lehrkörpers und der Doktorväter an dieser Anstalt hatten eine rigoros analytische.» «Was für ein schreckliches Gefühl». nachdem ich zwölf verschiedene Therapeuten aufgesucht habe. jemals «den Patienten zufriedenzustellen». «in der Übertragung zu arbeiten» und «unsere Aufmerksamkeit auf die Gegenübertragung zu richten». nach meinem Jahr an der JFK-Uni. sagte sie. um dieses Material im therapeutischen Prozeß zu benutzen. Im Herbst 1987. wenn Sie Ihre Meinung ändern». mir scheint. «Vielleicht habe ich in ein paar Monaten einen freien Platz. Das Wright Institute bot ein traditionelles. oder ihnen nach einer . «Tja. befand ich mich bereits im zweiten Jahr meines Promotionsprogrammes in Psychologie. analytische Interventionen aufzuzeigen.

unterschwelligen Problems hinstellt. Genauso bedeuteten negative Gefühle gegenüber dem Therapeuten eine Übertragung und müssen daher ebenfalls aufgearbeitet werden. und es war schwer zu verstehen. niemals diese Einstellung. als Zeichen eines tieferen. ein Abwehrmechanismus. Mir war es immer unbegreiflich. menschlichen Gesten meiner Klienten nicht zurückweisen oder diese Gesten auf sie selbst zurückwerfen oder gar ihre Fragen mit Schweigen beantworten. Die traditionelle Psychotherapie scheint auf der ursprünglichen Angst vor . daß positive Gefühle des Patienten dem Therapeuten gegenüber eine Übertragung bedeuten und diese aufgearbeitet werden müssen. Die analytische Einstellung geht davon aus. indem sie alles. was man tut. negative Motive unterstellt (« Die Tatsache. auch nur die einfachsten Fragen zu beantworten. wie das für den Patienten hilfreich sein konnte. daß Sie zwei Minuten zu spät zur Therapie erscheinen. die irgendwelche Handlungen versteckte. Ich konnte einfach die natürlichen. die einem so wenig sagt. daß Sie sich der Behandlung widersetzen») und die seine Erfahrungen pathologisiert. durch den der Patient unterdrückte Gefühle auf den Therapeuten projiziert und sie ihn fühlen läßt. die sich weigert.besonders schweren Sitzung lediglich die Hand zu schütteln. mit denen ich über das Wright Institute in Kontakt kam. selbst beim Abschluß einer Therapie nach vielen Jahren. Ich jedenfalls übernahm Patienten gegenüber. dann wird das entweder als Gegenübertragung oder projizierende Identifikation bezeichnet. anstatt sie selber zu erleben. denn dessen Bild von sich selbst war in vielen Fällen nachher schlechter als vor Beginn der Therapie. Die analytische Einstellung fühlte sich an wie eine Zwangsjacke. warum man einer Person eine Menge Geld bezahlen sollte. Entwickelt der Therapeut dem Patienten gegenüber Gefühle. obwohl ich das meinen Doktorvätern gegenüber selbstverständlich nie erwähnte. bedeutet.

Ich agierte niemals auf der Basis von Gründen. daß der Bereich der Psychologie nicht die geringste Ahnung davon hatte. wie analytisch orientierte Psychotherapeuten untereinander über ihre Patienten sprachen. und diese Angst scheint dahin zu tendieren. warum ich es tat.» Oder: «Der Zwanghafte. anzuhalten oder zu verändern. Statt dessen bekam jeder Patient ein ihrer Diagnose entsprechendes Etikett. die vom Verstand produziert wurden. Selten vernahm ich ein Wort des Mitgefühls. «Sie können sich gar nicht vorstellen. treibt mich zum Wahnsinn. war dies das Modell. war nämlich diese Erfahrung etwas. was man . Selbstverständlich erzeugte die Angst weiterhin ihre eigene Logik. zu reduzieren.dem Mysterium zu beruhen. Der Begriff «Heilung» beinhaltet. was es zu tun gab. alle Manifestierungen des Bewußtseins. Ich hätte nicht erklären können. um die Erfahrung. was hier vor sich ging. die nicht die kulturelle Norm erfüllen. und es wurde auf erschreckende Weise deutlich. etwas zu eliminieren.oder noch wichtiger der Therapeut — nicht als angemessen akzeptieren kann. daß ich eine Karriere als Psychologin einschla- . der um zehn Uhr kommt. denn es war offensichtlich das Naheliegendste. an dem sich meine Ausbildung orientierte. zu interpretieren oder zu pathologisieren. Offensichtlich war es völlig ausgeschlossen. daß nicht alle Therapeuten auf diese Weise arbeiten. daß die Erfahrung einer individuellen Identität wiederkehren würde. daß ich an der falschen Stelle suchte. Um es in der Sprache der Psychologie auszudrücken. was mein Borderline Patient gestern gemacht hat. Trotzdem beendete ich mein Doktorat und erhielt meine Zulassung als Psychologin. zu verstehen. Auch wenn mir sehr bewußt ist. Ähnlich erschreckend war es zu erleben.» Gegen Ende meiner Ausbildung wurde mir klar. von dem ich geheilt werden mußte. die besagte. der Sympathie oder gar eines menschlichen Verständnisses. ohne ein Selbst zu sein.

gen sollte. die «etwas aus sich gemacht hatte». Der Verstand hattesich anscheinend mit Erfolg darum bemüht. . daß ich die einzige in der Familie war. Zu wissen. wenn er erklärte. Etliche Jahre später brachte mich mein Bruder immer noch zum Lachen. daß man niemand ist. paßt nicht in uner kulturelles Bild. jemand zu sein. Leere ist in dieser Welt kein akzeptierbares Ziel. mich als eine Person wiealle anderen auch erscheinen zu lassen. denn schließlich hatte ich die Rolle zu übernehmen.

Psychotherapeuten genannt. von den Mauern ihrer Vorstellungen über die Interpretationen des Lebens umgeben und unfähig. das sie selbst nicht verstanden. mit denen ich gesprochen hatte. daß die Realität auf unterschiedlichste Weise erfahren werden konnte. der im Schnee horcht Und. Das nicht vorhanden ist Und das Nichts. Erblickt das Nichts. Diese «Lehrer des postmodernen Zeitalters». seit sich der persönliche Bezugspunkt aufgelöst hatte. die als die Weisen in unserer Kultur galten. . während die Angst an mir nagte. WALLACH STEVEN Ein Jahrzehnt war vergangen. wie ich sie ihnen beschrieben hatte. ein Jahrzehnt der Suche nach dem Verständnis. um mir ein Verstehen meiner Erfahrung. Egal wieviel Angst auch hochkam. Das Fazit davon war: •Jiemand war bereit zuzugeben. zu vermitteln. hatten ihr Bestes gegeben. auch wenn sie die besten Absichten hatten. die Möglichkeit zu erwägen. daß er keine Ahnung hatte. die Leere schwankte für keinen Moment.Die Leere als die Weite erkennen Für den Hörenden. Alle Therapeuten. deren Intellekt durch strenge akademische Ausbildung weiterentwickelt worden war. das vorhanden ist. er selbst ein Nichts. Sie hatten versucht. waren. diese gebildeten Seelen. Ich hatte diejenigen aufgesucht. erklärende Worte für etwas zu finden.

einen bestimmten Aspekt meiner Erfahrung zu verstehen: Obwohl die persönliche Identität abgefallen war. Allerdings schwebten diese Funktionen nun in einer Weite umher. was ich finden konnte. ein Jahr nach meinem Hochschulabschluß. aufhört zu existieren. Ich las alles. (Leere) verfaßt worden. daß ich niemals zuvor etwas von diesem Material entdeckt hatte. daß man in buddhistischen Kreisen weder Verwirrung noch Entsetzen auslöste. . daß etwas. dem sie geschahen. Ganze Bände waren über Anatttt (NichtSelbst) und Shunyata. Ganz besonders war ich von der folgenden Passage vom Dalai Lama beeindruckt: «Selbst-losigkeit (Nicht-Selbst) hat nichts damit zu tun. Ich fing an. wenn man das Nicht-Selbst beschreibt. als ich den Buddhismus entdeckte. was in der Vergangenheit existierte. Diskussion und Untersuchung der Erfahrung gewidmet. doch es gab kein «Ich» mehr.Interaktionen. Bücher zu verschlingen und endlos Buchläden zu durchforsten auf der Suche nach etwas. Vielmehr hat ein solches <Selbst) niemals existiert. In gleicher Weise erschienen auch alle angemessenen Reaktionen. Gespräche. Alles erschien und verging auf der großen Leinwand des Unendlichen . Man machte noch immer die gleichen Erfahrungen. Seiten über Seiten hatte man der Beschreibung. Emotionen. die sich auf niemanden bezog. die aus sich selbst heraus aufstiegen und in sich selbst wieder absanken. blieben alle persönlichen Funktionen auch weiterhin völlig intakt.» Ich stellte fest. Diese Mühen brachten eine reiche Ernte. mit der ich seit zehn Jahren gelebt hatte. das ein wenig Licht auf meine Erfahrung werfen konnte.Im Frühjahr 1992. der sich auf den buddhistischen Weg machte. begann ich nach einer spirituellen Perspektive für die Leere des persönlichen Selbst Ausschau zu halten. sondern daß sie als das Ziel eines jeden galt. Mein Eindruck war eher. Es war verblüffend. daß meine Erfahrung nicht nur als etwas Positives erachtet wurde. Ganz besonders half mir der Buddhismus.

die mit dem Gefühl eines Selbst assoziiert werden. Alle Erfahrungen.Handlungen jeglicher Art. sie geschahen nun entsprechend den Bedürfnissen und Anforderungen der augenblicklichen Situation. eröffnete dies Konzept der Hilfe eine völlig neue Dimension. was fühlt. Die schlimmste Angst. ist die Funktion des Sprechens. Was passiert also. Ohne ein individuelles Selbst. Die fünf Skandhas werden allgemein als Form bezeichnet: Gefühle und Sinneseindrücke. wenn die Auslöschung geschieht und doch noch etwas übrig bleibt? Die Buddhisten sagen. und sind völlig frei von einem individuellen Selbst. ausgelöscht zu werden. was bemuttert. welches die Handlungen und das Sprechen lenkte. Diese fünf «Anhäufungen» bilden in keiner Weise ein Selbst. in der Welt zu leben. Diese Funktionen erfüllen die Aufgabe. ist die Funktion des Bemutterns. und doch funktionierte alles völlig unbeeinträchtigt weiter . Es wurde nunmehr deutlich. Die . was denkt. die es für den Menschen gibt. Es gab keine persönlichen Funktionen mehr. die als Skandhas oder «Anhäufungen» bezeichnet werden. Was dann spricht. ist die Funktion des Fühlens usw. Weder innerhalb dieser Funktionen noch über sie hinausgehend gibt es ein fortdauerndes Selbst. Wahrnehmungen. ist die Funktion des Denkens. vielmehr erschaffen ihre Interaktionen eher die Illusion davon. daß hinter den Handlungen und dem Sprechen nicht mehr irgendeine persönliche Absicht stand. mentale Formationen und Bewußtsein. können laut den buddhistischen Texten als diese fünf Skandhas analysiert werden. daß wir dann die Wahrheit gefunden haben. Existenz und NichtExistenz. ist die Angst. Die buddhistischen Texte erklären das folgendermaßen: Im Zustand der Selbst-losigkeit verbleiben nur leere Funktionen (entleert von aller individuellen Persönlichkeit).eine gleichzeitige Präsenz von Funktion und Nicht-Funktion.

die die Übergangsperiode oder die Anpassung beschrieben. unangezweifelte Ansichten in spirituellen Kreisen darüber. Die Realität des Unendlichen muß zwangsläufig für die dürftige Illusion von einem begrenzten Selbst sehr beängstigend sein. Es schien jedoch höchst unwahrscheinlich. daß die Erfahrung auf solch dramatische und abrupte Weise geschah. Es gibt weitverbreitete. wenn das Selbst-Bewußtsein sich plötzlich auflöst. weil sie ein geschlossenes System darstellen. Stellt man ihre Gültigkeit in Frage. Doch warum hatte niemals jemand erwähnt. Freude und Ekstase wird die Angstlosigkeit als das unumstrittene Merkmal eines erleuchteten Lebens betrachtet. doch die Wahrheit über sie (daß sie leer sind) kommt zum Vorschein. an denen sie sich orientieren können.Skandhas bleiben übrig. die hauptsächlich deshalb unbestritten sind. Angstlosigkeit wird als ein Zeichen wahren spirituellen Erwachens bezeichnet. Vielleicht war es ungewöhnlich. daß eine wirkliche Begegnung mit der Leere nicht zumindest einen Anflug von Angst mit sich bringen würde. Genau das war meine direkte Erfahrung. Vielleicht hatten andere einen sanfteren Übergang in die Leere erlebt und daher nicht die gleichen extremen Ängste wie ich erfahren. Die Menschen haben immer nach Dingen Ausschau gehalten. Zusammen mit grenzenloser Liebe. Wie könnte es anders sein? Und warum hatte niemand darüber gesprochen? Eine genauere Untersuchung der Sprache und der Annahmen der neuzeitlichen Spiritualität bieten einige mögliche Antworten auf diese Fragen. wie bizarr und beängstigend dieser «Schritt in die Wahrheit» sein kann? Ich hatte immer noch keine Niederschriften gefunden. dann deutet dieses System an. was eine wahre spirituelle Erfahrung ausmacht — Ansichten. die . Hinweise. Glückseligkeit. um sie in Frage zu stellen. daß man nicht die wirkliche Erfahrung erlebt und somit keine Basis hat.

die Richtung angeben und ihnen anzeigen, wenn sie ihr Ziel erreicht haben. Die

Interpretationen spiritueller Erfahrungen haben sich immer an diesem Bedürfnis nach Wegweisern orientiert und sie bestimmt und dadurch ihre Gültigkeit verloren. Wir sind völlig davon überzeugt, daß das Vorhandensein bestimmter Gedanken, Gefühle oder Verhaltensweisen die einzige Möglichkeit bietet, um ohne Zweifel feststellen zu können, ob jemand erleuchtet ist oder nicht. Die Checkliste der Merkmale einer Erleuchtung ist recht lang und sehr komplex. Ist dies wirklich Liebe?, so fragen wir uns in der Präsenz eines angeblich Erleuchteten. Ist es wirklich Glückseligkeit? Tauchen bei ihnen immer noch Gedanken auf?, wollen wir wissen. Denn wir haben davon gehört, daß ein Verstand, der frei von Gedanken ist, gewiß ein Zeichen von spirituellem Fortschritt ist. Und was ist das? Ist da etwa immer noch Angst? Das Vorhandensein von Angst beweist, daß man keine wirkliche spirituelle Erfahrung gemacht hat. In Wirklichkeit bedeutet das Vorhandensein von Angst lediglich, daß Angst vorhanden ist und nichts weiter. In dieser Zeit rief mich ein alter Freund aus meiner TM-Zeit an, und ich sprach mit ihm über meine Erfahrung. Er erinnerte mich an etwas, das Maharishi Mahesh Yogi vor langer Zeit einmal gesagt hatte. Offenbar hatte der Maharishi sehr deutlich gemacht, daß das Kosmische Bewußtsein (die erste Stufe des Erwachens) eine schreckliche Erfahrung sei und daß die Präsenz des Gurus unabdingbar sei, um der Person dabei zu helfen, die Phase des Beobachter-Gewahrseins möglichst schnell zu durchlaufen. Ohne einen Guru, hatte der Maharishi behauptet, könnte die Person sich für immer in Verwirrung und Angst verlieren. Der Guru vermittele niemandem die eigentliche Erfahrung der Erleuchtung, sagte er, sondern bestätige eine solche Erfahrung mit den Worten: «Jawohl, das ist es!»

Mein Freund erinnerte mich auch daran, daß der Maharishi ias gleiche über das Gottes-Bewußtsein gesagt hatte - nicht, daß es eine solche beunruhigende Erfahrung sei wie das Kosmische Bewußtsein, daß jedoch der Guru nötig sei, um den Zustand als solchen zu bestätigen, so daß sich die nächste Phase des Bewußtseins offenbaren konnte. Eines der Bücher, das ich bei meinem Studium der spirituellen Literatur entdeckt hatte, war eine Zusammenstellung von Interviews mit verschiedenen zeitgenössischen spirituellen Lehrern mit dem Titel: Timeless Vision, Healing Voices. (Zeitlose Visionen, Heilende Stimmen, Anm. d. Übers.) Das Buch war von Stephan Bodian verfaßt worden, einem Therapeuten in Marin County, der auch ein sehr bekanntes spirituelles Magazin herausgab. Besonders eines der Interviews mit einem Lehrer namens Jean Klein schien meine Erfahrung präzise zu beschreiben, und ich verabredete mich mit Stephan zu einem Gespräch, wenn auch nicht ohne eine gewisse Beklommenheit nach all den Erfahrungen, die ich mit Therapeuten bislang gemacht hatte. Stephan hatte eine gelassene, ruhige Präsenz, und ich fand es verblüffend einfach, mit ihm zu reden. Ich beschrieb die Erfahrung der Leere, so gut ich konnte, und erwähnte auch die extremen Ängste und Sorgen. Er stellte mir einige klärende Fragen und sagte dann etwas, was ich niemals von einem Psychotherapeuten erwartet hätte: «Du hast offenbar ein tiefgehendes spirituelles Erwachen erfahren. Dies scheint der Zustand von Freiheit zu sein, der von allen spirituellen Traditionen, besonders von der Advaita-Lehre (nichtdualistisch), beschrieben wird. Das ist phantastisch !» Auf meine Frage, warum ich denn so schreckliche Ängste erlebte, antwortete er, daß er es auch nicht wüßte, doch er empfahl mir, seinen Lehrer Jean Klein aufzusuchen, der in der kommenden Woche in Berkeley erwartet wurde, um einige

Vorträge zu halten. Er erklärte mir, daß Jean in der Tradition von Ramana Ma-

harshi und anderer großer Advaita-Meister lehrte, wonach das individuelle Selbst lediglich eine Konstruktion des Verstandes, das wahre Selbst jedoch ein unpersönliches, alleseinschließendes Gewahrsein ist. Zehn Tage später saß ich mit ungefähr sechzig weiteren Leuten in einem Gemeindehaus in Nord-Berkeley, um Jean Klein zu treffen. Er betrat den Saal durch einen Seiteneingang und ging langsam auf seinen Stuhl im vorderen Teil des Raumes zu. Er war ein älterer, zerbrechlich wirkender, schlanker Mann mit einem gütigen Gesicht und strahlenden Augen. Er setzte sich, schloß seine Augen, und alle verfielen in eine schweigende Meditation. Er verharrte mindestens fünfzehn Minuten in dieser Stille, dann öffnete er langsam seine Augen und begann zu sprechen. Er sprach mit einem starken Akzent, und alle im Raum lehnten sich leicht nach vorne, um jedes seiner Worte aufzufangen. Er sprach kurz über die Freiheit im Gewahrsein und machte seinen Studenten einige Vorschläge hinsichtlich einer Wahrnehmung ohne Projektionen. Dann bat er seine Zuhörer um Fragen. Ich stand auf und fragte, ob er mir seine Ansicht zu einer Erfahrung geben könnte, die ich seit zehn Jahren erlebte. «Vor zehn Jahren löste sich mein Gefühl, ein individuelles Selbst zu haben, völlig unvermittelt auf; es endete, wurde einfach abgeschaltet. Seitdem hatte ich nie mehr das Gefühl, daß es ein <Ich> gibt. Ob ich Auto fahre, jetzt diese Worte spreche oder auf der Straße gehe, niemals gibt es die Erfahrung von einer Person, die all diese Dinge tut. Es gibt keine Person mehr.» «Willst du damit sagen, daß es keine Erfahrung von einem <Ich> gibt?» fragte Jean. «Völlig richtig», antwortete ich, «es gibt kein <Ich>. Es hat mal eines gegeben, aber es existiert nicht mehr.»

den man vielleicht als die selbstreflektierende oder selbstbeobachtende Funktion bezeichnen kann. und die Freude wird kommen. Ich fuhr nach Marin County. Seitdem es nun kein «innen » mehr gab. Es war ein Reflex. Er wendete sich immer wieder nach innen. der immer wieder zurückschaute. als ich auf ihn zutrat. der ununterbrochen versucht. war äußerst wichtig. und deutete mir an. Was Jean mir an dem Abend vermittelte. den wir allgemein als notwendig erachten. ihn in der darauffolgenden Woche privat zu treffen.» «Aber Jean. antwortete Jean. der sich über die Jahre eines Lebens in der Illusion von einer Individualität entwickelt hatte.«Das ist phantastisch». ihm die vollständige Geschichte von der Veränderung des Bewußtseins zu erzählen. obwohl er weiterhin nicht lockerließ. und wir trafen uns im Garten seines Hauses. Dann bat er mich. daß es kein «innen» mehr gab. Er begrüßte mich. um festzustellen. sich auf die Tatsache einzustellen. warum ist dabei soviel Angst und keine Freude?» «Du mußt den Teil des Vetstandes zum Stillstand btingen. ein Reflex. und dann. erwiderte er. zu dieser vergangenen Erfahrung zurückzukehren».» Niemand sonst im Raum konnte auch nur andeutungsweise erfassen. während ich . nur noch Leere. um uns selbst zu studieren und den Zustand unseres Verstandes und unseres Herzens zu ermitteln. Nach der Gesprächsrunde ließ mir Jean durch einen seiner Studenten eine Einladung zukommen. «Ausgezeichnet. «in » das man schauen konnte. wenn er nichts als Leere fand. Es gibt also einen Teil im Verstand. war der selbstreflektierende Reflex aus den Angeln gehoben worden. Immer wieder «schauen wir nach innen». «Räume den Teil aus dem Weg. wie treffend seine Worte waren. unfähig. und ich bin ihm auf ewig dafür dankbar. was wir denken und fühlen. Er hörte mir aufmerksam und mit einem sanften Lächeln zu und nickte ab und zu mit seinem Kopf. um uns selbst zu erkennen. neben ihm Platz zu nehmen. daß etwas nicht stimmte. die Nachricht aussendete.

Zum Schluß machte er noch .berichtete.

interessante Briefe voller Lob und Begeisterung. worüber er offensichtlich froh war. die ich las. Jeder von ihnen machte auf eine eigene Weise klar. Nach dem Treffen mit Jean begann ich andere spirituelle Lehrer zu kontaktieren. Ich schrieb einige der bekanntesten buddhistischen und hinduistischen Lehrer an. Die Angst blieb auch weiterhin. die in ihren Büchern oder Artikeln die Leere des persönlichen Selbst beschrieben hatten. schrieb . Unser Gespräch dauerte ungefähr 45 Minuten. daß ich im «Wissen» lebte. brachte mir eine unglaubliche Erleichterung. obwohl die Erfahrung selbst immer noch keine Freude erzeugte. Von allen erhielt ich wunderschöne. ein wirkliches Erwachen bedeutet . Jeder der Briefe. beschrieb ihnen detailliert meine Erfahrung und bat sie um ihren Kommentar. ein englischer Lehrer für buddhistische /ipassana-Meditation. Jeder einzelne Brief bestätigte die Erfahrung als die Realisierung der wahren Natur der gesamten Schöpfung. wie rein und frisch meine Wahrnehmung wäre und der Unmittelbarkeit dessen entspränge.einige Bemerkungen darüber. Wie konnte das nur sein? Ich korrespondierte und traf mich mit mehreren Lehrern und bat sie um ihre Antwort auf die eine zentrale Frage: «Wenn das.wo bleibt dann die Freude. was ist. und warum kommt immer noch soviel igst hoch?» Christopher Titmuss. Wir saßen noch weitere fünfzehn Minuten schweigend beieinander. sagte zu mir. Bezug nehmend auf meine igst. ich wäre wahnsinnig. Er schüttelte mir die Hand und sagte. Ich sagte ihm. daß mein Erlebnis etwas Wunderbares sei. was ich erlebe. wie glücklich er sei zu wissen. bevor ich mich zum Gehen erhob. daß die Erfahrung bedeutete. dann erkundigte er sich nach meiner Gesundheit. daß meine Gesundheit ausgezeichnet sei. wie wichtig es sei. die Sub-stanzlosigkeit des «Ich» zu erkennen.

Ich spürte die tiefe Integrität. denn diese Abwesenheit überläßt der < Ich. wie du sie erlebst. jemanden in meiner Nähe aufzusuchen.er mir: «Im spirituellen Sprachgebrauch bedeutet Wahnsinn die Abwesenheit solcher Erfahrungen. «Ich würde sagen. «Wie könntest du auch?» schrieb er.» Während Christopher im Sommer in Nordkalifornien ein Seminar gab. Ich >-Kultur die absolute Autorität. solche Erfahrungen selbst erlebt hat. die aus seinen Worten sprach. daß der Grund für die Abwesenheit jeglicher Freude oder tiefster Wertschätzung der Erfahrung darin zu suchen sei. dann sage ich: <Jawohl. Ich. sagte er. die die Angst erzeugten. dann antworte ich normalerweise: < Komm nach einem Jahr und einem Tag wieder zurück und laß uns dann sehen. du bist völlig ausreichend qualifiziert . und der den Wert und die Freude der Erkenntnis der Leere des <Ich> zu schätzen weiß.» Des weiteren sagte er. führen würde. «Du hast bislang keine Anhaltspunkte für ein solches Geschehen. Wie kann das <Ich> das < Nicht-Ich > verstehen?» Er empfahl mir. soziale und globale Konsequenzen. «Die Bestätigung wird die Angst abklingen lassen. der meiner Meinung nach «deine Erfahrungen versteht. «Was du brauchst. daß er die Leere verwirklicht hat. ist Bestätigung». Der Wahnsinn dieser Überzeugung in unserer Kultur hat persönliche.»> « Sind zwölf Jahre genug?» fragte ich.) Wenn er dann immer noch das gleiche zu mir sagt und sein Leben zutiefst davon beeinflußt worden ist. das ist es. trafen wir uns zu weiteren Diskussionen. daß eine stille Akzeptanz der Erfahrung unweigerlich zu einer Beruhigung der Gedanken und Gefühle. und dadurch wird sich die unendliche Fülle der Erfahrung eröffnen und auch eine Vertiefung der Einsicht.» Er fuhr fort: «Wenn jemand zu mir kommt und berichtet. wo du stehst. daß ich sie nicht wirklich verstehe.so- . Er erklärte mir.

das Ausmaß der Erfahrung. welches nicht weit nördlich der Golden Gate Bridge an der Küste lag. daß du genau in diesem Moment völlig in der Glückseligkeit bist. hölzernen Gebäude. um annehmen zu können. hölzerne Bank. daß der Verstand ganz einfach nur unfähig war. und wir lachten beide aus vollem Herzen. Was mir offenbar während der zwölf Jahre langen Reise gefehlt hatte. Wir setzten uns auf eine niedrige. auf der riesige Eukalyptusbäume standen und bunte Blumenbeete eingestreut waren.sie ist lediglich unfaßbar. Zwölf Jahre lang hatte ich keine Bestätigung bekommen. Ich erzählte ihm meine Geschichte und bat ihn um seine Meinung darüber. Er lächelte und fixierte mich dann mit seinem direkten. war völlig auf mich selbst gestellt. intensiven Blick. Diese Akzeptanz ebnete dem Verstand den Weg. erwiderte er. wir können dort weiterreden». «Ein schönes Büro». ohne ein persönliches Selbst zu sein. warum ich absolut keine Freude an dieser Erfahrung finden konnte. Der Verstand wußte einfach nicht. was er damit anfangen sollte. Ich folgte ihm auf dem steilen Steinpfad den Berg hinauf. «Laß uns in mein Büro gehen. doch es ist nicht die gleiche wie die relative Glückseligkeit. sagte Reb Anderson. und er suchte ständig nach einem Sinn und einem Verständnis der Ereignisse. vorbei an dem kleinen.» Er erklärte weiter. Wir traten hinaus auf eine große Wiese. daß eine unfaßbare Erfahrung nichts weiter ist als eine unfaßbare Erfahrung. die vom Licht der Herbstsonne überflutet war. war ohne Frage eine stille Akzeptanz. das als Büro und Buchladen der Zen-Gemeinde diente. der Abt des Green Gulch Zen Centers.gar überqualifiziert». Es dauerte fast elf Jahre. bemerkte ich. um letztendlich zu akzeptieren. Sie ist weder falsch noch verrückt . Für mich ist ganz eindeutig. daß der relative Mechanismus der Skandhas . « Die Erfahrung der Leere des Selbst ist in sich selbst Glückseligkeit. zu erfassen.

Im Osten benutzt man das Wort Akinchina. Während eines Telefongesprächs sagte Jack zu mir: «Dies ist eine wunderbare Erfahrung.. Da ist absolut nichts. Rebs Beschreibung lockerte eine gewisse Verhärtung in der Interpretation des Verstandes über dieses Ereignis. vor dem man Angst haben müßte .» Ram Dass äußerte: « Du hast das Ganze außerordentlich gut gemeistert und warst fähig. daß viele Leute es nicht verstehen können. daß die Glückseligkeit. den man zur Ehre des Gurus ausspricht: «Möge dein weiser Verstand und der meinige untrennbar bleiben.nicht die Glückseligkeit der Leere wahrnehmen könne und es somit durchaus verständlich sei. Der weise Verstand». Vipassana-Lehrer und Mitbegründer des Spirit Rock Meditation Center im Marin County. die völlig erwacht ist.» Er fügte hinzu. um eine Person zu beschreiben. Redner und Schüler von Neem Karoli Baba schickten mir ebenfalls hilfreiche und ermutigende Worte. Jack Kornfield. ein Leben mit Familie und Beruf aufzubauen und durchzuhalten. sich nichts wünscht. sehr schwer als solche zu erkennen sei. Sie erinnerten mich daran. ein spirituell ausgerichteter Psychologe. sowie Ram Dass. Übersetzt bedeutet das: Jemand. Es ist auf keinen Fall etwas Pathologisches. Almaas). der nichts hat. ein sehr bekannter Autor. antwortete folgendermaßen auf meinen Brief: «Ich erkenne deine Erfahrung als etwas Wahres. Das zeugt von enormer Kraft. daß wir «das Nicht-Selbst mit dem Maharaji teilen» und daß es einen großen Wunsch für die Tibeter gibt. die auftrat. bis man sich an eine solch tiefgehende Veränderung im Bewußtsein gewöhnt hat und sie integrieren kann. daß es Jahre dauert. um mir Bestätigung und Begleitung auf dem Weg zu bieten.. H. als ein spirituelles Erwachen. Beide gaben ihr Bestes. und es ist sehr bezeichnend. Ich hatte .» Hameed Ali (A. «ist der Ort des Nicht-Selbst. keine Bestätigung braucht und zu nichts wird. sagte Ram Dass.

daß ich meinen spirituellen Lehrer gefunden hatte. Das ist seine Erfahrung. an denen du teilgenommen hast. Ganz ähnlich ist meine Existenz . Die Tatsache. daß dich deine Kindheitserlebnisse darauf vorbereitet haben. Ohne diese Überzeugung kann es weder ein Handeln noch einen Handelnden geben. sind unter den gegebenen Umständen völlig normal. FRAGE Ich sehe. daß deine Erfahrung Stufen und Entwicklungen durchläuft.ähnliche Erwachenserfahrungen als Teil eines fortlaufenden Prozesses. RAMANA Nach der Transzendierung von Dehatma Buddhi (die Überzeugung: Ich-bin-der-Körper) wird man zum Jnani. Die Angst und der Terror. haben ebenfalls dazu beigetragen. wie Sie Dinge tun. niemals etwas zu tun? RAMANA Das Radio singt und spricht. Wie können Sie dann behaupten. der nicht mehr am Leben ist. Als mir Ramana Maharshi in den Dialogen mit seinen Schülern «begegnete». finden Sie niemanden darin.» Doch die klarste Bestätigung meiner Erfahrung erhielt ich von einem spirituellen Lehrer. Die Art und Weise. ist ebenfalls real und entspricht dem Prozeß des Erwachens. Du scheinst auch ohne die Führung eines Lehrers sehr gut damit zurechtgekommen zu sein. um das zu durchschauen und darüber hinauszugehen. und die Meditationskurse. wußte ich. wie es bei dir geschehen ist. doch wenn Sie es öffnen. unterscheidet sich von meinem Prozeß des Erwachens und davon. was ich in meiner Arbeit lehre. daß absolut kein Raum mehr für irgendwelche Zweifel bezüglich meiner Erlebnisse blieb. Er beschrieb meine Erfahrung auf solch direkte und einfache Weise. und es erfordert ein tiefes Verständnis. wie er vielen anderen Individuen widerfahren ist. und daher ist mir deine Beschreibung vertraut. Ich glaube. von denen du berichtest. Somit führt der Jnani keine Handlungen aus.

denn er ist nicht der Handelnde. daß er nichts tut. wie das möglich ist. die glauben. der Handelnde zu sein . gibt es im Inneren niemanden.. sie anzutreiben. FRAGE Es fällt mir schwer. daß der Jnani und der Körper eine Einheit sind und nicht anders können.wie der Raum: Auch wenn dieser Körper wie das Radio spricht. daß der Körper es nicht überlebt. Das vorbestimmte Karma.. dann frage ich mich. und der Jnani durchläuft all diese Aktivitäten ohne das Gefühl. Könnten Sie das etwas näher erläutern? R AM AN A Die Töpferscheibe dreht sich weiter. läßt ihn all die Aktivitäten vollziehen. das zu verstehen. . daß bei der Verwirklichung der Schock so groß ist. auch wenn sein Körper bestimmte Aktivitäten ausführt. RAMANA Wenn jemand im Moment der Verwirklichung des Selbst seinen Körper verlassen muß. doch der Jnani weiß darum und hat keine Zweifel . daß durch den Jnani alle möglichen Aktivitäten ausgeführt werden und sogar sehr gut ausgeführt werden können. Diese Erklärungen sind nur für Außenstehende. der die Handlungen vollbringt. Genauso dreht sich der Ventilator für einige Zeit weiter. Tatsache ist.. als ihn mit dem Körper zu identifizieren. nachdem wir den Strom abgestellt haben.. ohne daß er sich in irgendeiner Weise damit identifiziert oder sich gar für den Ausführenden dieser Aktivitäten hält. auch wenn der Töpfer aufgehört hat. daß er nicht der Körper ist. Irgendeine Kraft wirkt durch seinen Körper und benutzt ihn. um die Arbeiten auszuführen. wie irgendein Wissen vom Selbst oder vom Zustand der Verwirklichung an andere weitergegeben werden kann . für die er bestimmt ist. Es ist sehr schwer zu verstehen. FRAGE Es wird behauptet. Er weiß. welches den Körper erschaffen hat.

müssen sie den zweitbesten Weg einschlagen: Die Verbindung mit dem manifestierten Sät. antwortete Ramana: «Jawohl. ist Gleichheit das wahre Merkmal eines Jnani. Der eigentlich Begriff Gleichheit impliziert indes das Vorhandensein von Unterschieden. daß er sich der Unterschiede stärker bewußt ist als ein normaler Mensch. daß es für den Jnani keine Unterschiede gibt. Während ich mehr und mehr von Ramanas Ausführungen las. sie sind nicht von Dauer. das Reale. jedes Geräusch. die Unterschiede nicht zu erkennen.. In all den Unterschieden nimmt der Jnani eine Einheit wahr. Auf die Frage eines Schülers. das all diesen Erscheinungen inne-wohnt. daß man dem unmanifestierten Sät für zwölf Jahre dienen muß (damit verbunden sein muß). ist) die Verbindung mit dem un-manifestierten Sät oder der absoluten Existenz . ob es nötig sei.. Tatsächlich scheint jede Form. ist die eine Wahrheit. jeder Geschmack etc. Wenn Sie verwirklicht haben. für ihn scheint das genauso zu sein. doch da sehr wenige dazu fähig sind. sie haben keine Substanz. dem Guru. sich mit der Weisheit (Sat-Sanga) zu verbinden. (was nötig ist. um die SelbstVerwirklichung zu erreichen. Das bezeichne ich als die Einheit..FRAGE Sie behaupten. doch mir scheint. auf ihn genauso zu wirken wie auf jeden anderen auch. Gleichheit bedeutet nicht. stieß ich auf eine interessante Passage. Die Sastras besagen. die ich Gleichheit nenne.. dann erkennen Sie die Unterschiede als etwas sehr Oberflächliches. Wenn das zutrifft: Wie kann man sie dann lediglich als Erscheinungen bezeichnen? Sind sie nicht Teil seiner Lebenserfahrungen? l A M AN A Wie ich bereits gesagt habe.» . Doch das Essentielle. damit das Selbst verwirklicht werden könne. Für mich ist Zucker süß und Wermut bitter.

Ich bin sehr. Ich schrieb ihm noch einmal und teilte ihm mit. « niemand zu sein. schrieb: «In dem Moment. Die Verwirklichung der innewohnenden Leere .. ein sehr bekannter und respektierter Schüler von Ramana Maharshi. wie wunderbar unser Gespräch gewesen war und wie das Gewahrsein. Im Angesicht der konditionier-ten Existenz kann anfangs eine Menge Angst aufkommen. Wir sprachen mehrere Stunden über die Leere des persönlichen Selbst. in dem Gewahrsein zu leben.Poonjaji.das reine Bewußtsein . Er machte deutlich. hat mehrere Bücher über seine Erfahrung.aller Phänomene ist die wirkliche Erfüllung. zu diskutieren. daß Du kein individuelles <Ich> bist.. in das Gewahrsein zu erwachen. Das ist ein wunderbares Erlebnis. daß auch diese Angst das gleiche leere Bewußtsein ist. antwortete mir. wie aufregend es sei. eine Lehrerin der Schule von Ramana Maharshi und Poonjaji. sich selbst als das Gewahrsein des nicht-lokalisier- . geschrieben. daß er mich sehr gerne treffen möchte. Diese Leere gab sich selbst zu erkennen. in der es weder die Vergangenheit noch die Zukunft gab.. die ich in meinem Brief beschrieben hatte. war da nur die Leere. um die Erfahrung. der ebenfalls bei Poonjaji studierte. doch letztendlich zeigt sich. daß Du unmittelbar erfahren hast. offenbar begeistert von dem. sehr glücklich darüber. Du bist die Befreiung (Moksha) der verwirklichten Heiligen geworden. daß es kein persönliches Selbst gibt. Es mußte für immer bei Dir bleiben . daß es für nichts einen persönlichen Bezugspunkt gibt und auch nie einen gegeben hat. Das war das Ergebnis Deiner Verdienste aus vielen vergangenen Leben. folgendes: «Ich war von Deinem Brief absolut begeistert! Selbstverständlich müssen wir uns treffen.» Gangaji. was ich ihr beschrieben hatte..» Andrew Cohen. bevor der Bus ankam und Du einsteigen wolltest. Er antwortete mir. Dies ist die vollkommene Freiheit . ein spiritueller Lehrer.

wenn ein Individuum sich so weit entwickelt hat wie in Deinem Fall (was sehr selten geschieht).» Nach meinem Gespräch mit Andrew begann ich zu erkennen. daß ich mich anscheinend noch im Winter meiner Erfahrung befände und daß die Blüte des Frühlings die Freude mit sich bringen würde. wenn nicht gar unmöglich macht. Richard meinte. Der Dharma. wie sehr die Leere des «Ich» von einmaliger Unendlichkeit erfüllt war. wo er einer Gemeinde von Schülern die Zen-Prak-tiken lehrte und gleichzeitig eine private Praxis für Psychotherapie unterhielt. hatte ich das Gefühl. Dieses Gewahrsein sollte sich in den nächsten Monaten noch vertiefen und sehr stark in den Vordergrund rücken. Nachfolger eines bekannten westlichen buddhistischen Roshi. Deine Offenheit und Deine Empfänglichkeit sind ein Zeichen wahrer Demut. Andrew antwortete mir: «Ich bin außerordentlich froh darüber. Sein Gleichnis der spirituellen Ent- . sich weiterzuentwickeln. war ein sehr kompetenter spiritueller Lehrer. die ich suchte. daß ich einen verständnisvollen Freund gefunden hatte. bei dem er mehrere Jahre studiert hatte.baren Mysteriums enthüllte. welche allein alles möglich macht. daß unser Zusammentreffen eine derart tiefe Auswirkung auf deinen bereits erwachten Zustand gehabt hat. dann bezieht es unbewußt in seiner Erfahrung eine Position. wußte ich. Als ich Richard McGuire zum ersten Mal traf. so hieß es. Du bist wahrlich ein seltenes Individuum. denn in den meisten Fällen. daß Du ein tieferes Verständnis von der Erleuchtung hattest als dir selber bewußt war.» Im Sommer 1993 erzählte mir ein Freund von einem Zenlehrer. Er lebte ganz in meiner Nähe. nachdem er sich meine Geschichte angehört hatte. welches immer die handelnde Kraft hinter allen Dingen gewesen war. Als wir zum ersten Mal miteinander sprachen. die es schwierig.

Ein Winter. wie sehr man. ist sehr schwer zu ertragen. wird in . so sicher wie der Frühling auch nach dem längsten Winter immer wieder kommt. antwortete er. daß der Frühling kommen würde. Sie sind das Werk des Mysteriums und wurden nicht von einem Individuum erschaffen. Richards größtes Geschenk an mich war schließlich das Wissen. die sehr vertraut mit der Leere des individuellen Selbst war. die sich selbst als die Wahrheit ausgibt. daß der Guru nötig ist. Als er mir erzählte. um festzustellen: « Das ist es!» deutet an. wenn einen die Angst mit einer derart vehementen Wucht überfällt. werden ständig von der Angst beeinflußt. bei der die Nadel hängt. wenn man alleine ist. die auch in der Leere eines persönlichen Selbst vorhanden bleiben. mir einen stichhaltigen Kontext einer Tradition zu vermitteln. Wenn sie dabei hängenbleiben. es sei tatsächlich Wahnsinn!» «Auch das ist klassisch». Maharishis Behauptung. Immer. daß ich «mit den gleichen Augen sah» wie die Vorfahren. und ich dachte. Die Jahreszeiten kommen und gehen entsprechend ihres eigenen uralten Rhythmus. daß ein Wandel gewiß geschehen würde. Eine der anderen folgend.wicklung in Form von Jahreszeiten war sehr zutreffend und beruhigte mich. der zwölf Jahre dauert. Sie bleiben bei den Funktionsabläufen hängen wie eine Schallplatte. daß ich im Moment lediglich eine Jahreszeit der Leere erlebte und darauf vertrauen könnte. entstehen sie in einem ewigen. Der Frühling kommt immer. Richard versicherte mir. mußte ich lachen und sagte: «Mein Gott. daß er noch nie von so einer klassischen Erfahrung -genau wie in den uralten Texten beschrieben — gehört hatte. Er erzählte mir Zen-Geschichten und Anekdoten über uralte chinesische Meister und machte mir klar. Richard war in der Lage. Und er kam tatsächlich. zuverlässigen Kreislauf. von einer Angst überwältigt werden kann. Die scheinbar persönlichen Aspekte. erstarrt die Erfahrung.

Aus Angst vor dem. sie zu pathologisieren. Doch der Verstand tut sich schwer mit unfaßbaren Erfahrungen und tendiert dazu. Wiederholt fragte ich Richard. Da ein solch plötzlicher Wandel im Bewußtsein ungewöhnlich und daher eine einsame Angelegenheit ist. daß es niemanden gab. Ich wandte ein. sendete er die Botschaft aus. um sie loszuwerden. die eine Periode der Gewöhnung erlaubten. mit verschiedenen Praktiken zu beginnen. Da der Verstand unfähig war. Diese Zeit unserer Freundschaft wurde zu einem Wendepunkt. Bei anderen hatte er ein solches Ereignis mehr in Abschnitten erlebt. mit diskreten Einblicken. kann er zu immensen Ängsten führen. Bei seinem Vorschlag. das zu verstehen.und tatsächlich ist es auch gar nicht nötig. daß solche Erfahrungen schlecht oder der reine Wahnsinn sind. weil er sie ganz einfach nicht verstehen kann. der irgendeine dieser Praktiken ausführen könnte. was geschehen war.eine Ecke gedrückt. und er schlug mir vor.und es hatte sich ein teuflischer Kreislauf entwickelt. Der Verstand muß zu der Einsicht kommen. daß der Übergang in die Leere so unvermittelt und so vollständig geschah. daß etwas unvollständig ist. Das Vorhandensein von Angst bedeutet. hatte ich mich fast völlig isoliert. daß er die Erfahrung der Leere nicht verstehen kann . Er schloß sich der buddhistischen Sichtweise an. bis man «die Erfahrung nachvollziehen» und sie in einen Zusammenhang setzen kann. was dann nur noch mehr Angst und noch mehr Isolation erzeugte. um die . warum die Angst immer noch existiere. ich solle einen Weg finden. Er sagte mir auch noch. und die Jahreszeiten können ihrem natürlichen. einfachen Zyklus der Entfaltung nicht folgen. da es keinen lokalisierbaren Handelnden und somit auch keinen Praktizierenden gab. Ich kam mit der Leere nicht zurecht — Richard nannte das die «Zen-Krankheit» . wie ungewöhnlich es sei.

ging Richard ganz offensichtlich von der Voraussetzung aus. wußte ich augenblicklich. Ihn hatten sowohl die psychologischen Theorien beeinflußt als auch die Überzeugung des Zen. Als er zum ersten Mal davon sprach. Anscheinend lebte er nicht in der Erfahrung der Leere der «Ich-heit». in jedem Moment zu wissen. daß die Angst sich niemals auf irgend jemanden bezog. die Minuten. Jedenfalls konnte er mir hinsichtlich der Angst nicht weiterhelfen. um sich weiterzu-entwickeln. daß man «an seinem Charakter arbeiten muß». daß dies nicht der Fall sei. der Angst hatte. daß es einen solchen Handelnden gar nicht gibt. Tage oder Wochen angedauert hatten. . Er schloß des weiteren aus der Anwesenheit der Angst. und somit schien allein die Vorstellung einer Charakterarbeit absurd. Er bestätigte meine Erfahrung aufgrund seiner jahrelangen Studien uralter Texte und seiner eigenen Einblicke in die Leere der gesamten Phänomenalität. daß seine Empfehlungen auf der Annahme basierten. diesen Eindruck zu erwecken. daß es einen individuellen Handelnden gäbe. Ebenso schloß er aus der Anwesenheit der Angst. obwohl er versucht hatte. daß etwas nicht in Ordnung war und somit beseitigt werden müßte. der diese Aufgabe erfüllen könnte. denn sein Verstehen der Leere war begrenzt. hatte er den Eindruck eines Experten erweckt. ob Richard tatsächlich die Erfahrung teilte. daß es einen persönlichen Handelnden gibt. Ich begann mich ernsthaft zu fragen.Angst loszuwerden. Da er mit großer Autorität aus der Sicht des traditionellen Zen-Buddhismus gesprochen hatte. der er in Wirklichkeit gar nicht war. daß es keinen persönlichen Handelnden gab. der an seinem Charakter arbeiten kann. daß ich an meinem Charakter zu arbeiten hätte. Er gab schließlich zu. Ich hatte jedoch während der ganzen Zeit unserer Diskussionen darauf bestanden. Ich hatte erkannt. daß es einen persönlichen Bezugspunkt gäbe.

das eine innere Arbeit erledigen könnte. nicht in gleicher Weise teilte. an dem man hätte arbeiten können. daß Richard die Erfahrung. bedankte ich mich für seine Begleitung und verabschiedete mich. Als schließlich klarwurde.Ich erinnerte ihn daran. daß ich kein «Ich» erlebte. denn es gab gar kein «Innen». wie ich sie ihm beschrieben hatte. .

brachte die Winterzeit des Nicht-Selbst immer noch keine Freude. Nachdem sich das Geheimnis der Leere auf diese Weise offenbart hatte. Wie sich herausstellte. Ausgehend von der klaren Erfahrung der Leere des Selbst sollte mein Bewußtseinszustand ganz plötzlich in die nächste Jahreszeit überwechseln . Mit anderen Worten: Ich war im Begriff. wo die Leere. sehr viel Bestätigung gaben. wurde die Freude wie von einer riesigen Flutwelle plötzlich und unwiderruflich ans Ufer des Gewahrseins angespült. DOGEN Ich existiere nicht. die ich wegen meiner Erfahrungen kontaktiert hatte. für immer in das Gewahrsein der Einheit überzuwechseln. so wie die erste Welle des Abfallens des Selbst vor zwölf Jahren. kein Wind. daß es nicht nur kein persönliches Selbst gibt. das leere Boot ist vom Mondlicht überflutet. als die eigentliche Substanz aller Schöpfung erkannt wurde. sondern auch keine anderen. begann ich es als die «unendliche Weite» zu beschreiben. doch das Universum ist mein Selbst. die mein Bewußtsein beherrschte. SHIH t'OU Auch wenn mir die Menschen.Das Geheimnis der Leere Mitternacht.in die Erfahrung. Keine Wellen. .

Seit diesem Tag wurde es meine . denn ich war bereits überall. einfach nur Stille. Wenn ich mich umschaute. begann ich intensiv zu meditieren. einfach nur in dieser unendlichen Weite zu verweilen. und ich fuhr durch mich. um Freunde zu besuchen. offenbarte sich nun als die unendliche Substanz all dessen.ich kann es nur als «Verdichtung in die Einheit» beschreiben . wie sie alle eins waren. wie in einer zweiten Welle der Wahrnehmung. erfolgte nicht durch den physischen Körper. sah ich die Unterschiede. Gleichzeitig begann noch etwas anderes zu entstehen. das sich bis zum heutigen Tag fortgesetzt hat . während am Baum der Leere die Blüten zum Vorschein kamen. was ich sah. Sowohl morgens als auch am Abend verbrachte ich mehrere Stunden damit. Es war eher. daß ich durch mich selbst fuhr. Die unendliche Leere. war alles ich selbst. und dann. Viele Jahre lang hatte es überhaupt kein Selbst gegeben. wo ich bereits war. um dorthin zu gelangen. aus der sie alle geschaffen waren. doch plötzlich. Doch die Wahrnehmung der Substanz. keine Glückseligkeit.Inmitten einer besonders ereignisreichen Woche befand ich mich auf einer Fahrt nach Norden. als ob die unendliche Weite sich selbst aus sich selbst heraus an jedem Punkt ihrer selbst wahrnahm. als die ich mich erkannt hatte.keine Ekstase. Auf meiner Fahrt dorthin durch die winterliche Landschaft erschien mir alles viel fließender. Mich überfiel ein starkes Bedürfnis nach einem stillen Meditationsretreat. Genaugenommen fuhr ich nirgendwohin. als mir plötzlich bewußt wurde. Bäume. und so meldete ich mich für ein verlängertes Wochenende im Januar in einem buddhistischen Center in den Bergen von Santa Cruz an. eine Erfahrung und eine Wahrnehmung. dann sah ich zuerst. Alles war von einer wunderschönen Stille durchdrungen . Felsen. Während sich dieser Übergang in die unendliche Weite der Leere vollzog. Die Berge. hier auf dieser Straße. Vögel und der Himmel hatten ihre Unterschiede verloren.und es war beides.

Diese nicht lokalisierbare. Wo hätte sie denn auch hingehen können? Sie hatte niemals existiert.eins sind. nichts brauchte irgend etwas zu tun . nichts mußte ausgerottet werden. zu bewegen und gleichzeitig aus ihr zu bestehen. und das war auch schon alles! Die Präsenz der Angst tat der Erfahrung. mich durch die «Substanz». Der lähmende Griff der Angst begann sich zu lösen. ist der Stoff der Einheit.ununterbrochene Erfahrung. die es malt . um das persönliche Selbst als nicht-existent zu erkennen. jawohl.das Gemälde. Es bedeutete lediglich. aus sich selbst heraus. Angst und Erwachen. was gar nicht der Fall war. schien alles so lächerlich einfach. Alleine mit der unendlichen Weite war ich genau auf diese Einsicht gestoßen. die Leinwand und die Hand. nicht den geringsten Abbruch. Nichts mußte sich verändern. sondern nur von der Substanz selber. Wenn die Substanz der Einheit auf sich selbst trifft. daß Angst vorhanden war. Alles erscheint völlig simultan . den Ohren oder der Nase wahrgenommen werden. Die Angst war vorhanden. nimmt sie sich durch ihre eigenen Sinnesorgane wahr. Was man zuerst wahrnimmt. Hatte man dies einmal erkannt. daß sich der Verstand hartnäckig an die falsche Vorstellung geklammert hatte. Die Angst hatte den Verstand überlistet und davon überzeugt.Form und Leere. Schmerz und Erleuchtung. Ich erkannte. sein Geschmack und seine Substanz. und mit . aus der alles gemacht ist. daß die Präsenz von Angst die Gültigkeit der Erfahrung des NichtSelbst in irgendeiner Weise beeinflussen würde. die schließlich die Angst bloßlegte und ihren eisernen Griff lockerte. seine Beschaffenheit.außer lediglich zu sein. in welcher alle . daß ihre Präsenz etwas zu bedeuten hätte. daß kein persönliches Selbst existierte. unendliche Substanz kann weder mit den Augen. Die Form ist wie ein Gemälde auf der Leinwand der Einheit. Die Angst mußte nicht irgendwohin verschwinden.

und ich begann herzhaft zu lachen und gleichzeitig zu weinen. Die Leere wurde als das erkannt. Als ich das Meditationszentrum erreichte. Wie konnte ich das nur so lange übersehen haben? Es war die ganze Zeit direkt vor meinen Augen gewesen.einem Schlag kam die Freude auf. was ich nicht selbst bin. was es gibt. Mit einem Schlag erinnerte ich mich an all die ZenGeschich-ten. so leer wie die Leere und gleichzeitig so erfüllt. brachte ich mein Gepäck aufs Zimmer und machte einen Spaziergang in den umliegenden Wäldern. was sie ist: die eigentliche Substanz von allem. daß es keine Person mehr gab. Schließlich fiel ich auf den Waldboden nieder. Überflüssig zu erwähnen. Ich glaube. und nun ergoß sie sich in riesigen Flutwellen von leerer Fülle in das gesamte Universum. ist alles. Alles besteht aus der gleichen Substanz der unendlichen Weite. erschöpft von der unglaublichen Vision von allem. sondern es gibt auch keine anderen. es anzuhalten. jedoch durch die Angst verschleiert worden war: Es gibt nicht nur kein individuelles Selbst. geatmet. Maharishis Beschreibung der drei Stufen des Erwachens -Kos- . Zwölf Jahre lang hatte ich um die Leere gewußt. daß «Ich» nicht mehr existierte. sie gesehen. daß seitdem nichts mehr so war wie zuvor. Kein Selbst. die Richard mir erzählt hatte. daß ich aus nichts und zugleich aus allem bestand. um darauf zu stoßen. unfähig. schien auf einmal das Normalste auf der Welt zu sein. Daß alles in dieser Leere vereint war. Die Erfahrung der Leere hatte ihr Geheimnis preisgegeben. wenn es kein Selbst mehr gibt. daß es nichts gibt. es war auf sich selbst gestoßen. doch ich hatte sehr lange gebraucht. ebnete schließlich vollständig den Weg für die Erkenntnis. was schon immer direkt vor meinen Augen existiert hatte. so nahe wie die Leere. so wie alles in der Schöpfung. Ich wußte. Die Tatsache. Ich erkannte schließlich. Was übrigbleibt. keine anderen.

versetzte dieser Bewußtseinszustand den Verstand in Panik. erwog ich die Möglichkeit. welcher Bewußtseinszustand vorherrscht. Als er jedoch über diese Erfahrung mit seinen Freunden sprach. alle anderen Menschen wüßten auch.misches Bewußtsein. daß alle Schöpfung von der Heiligkeit. daß ein Individuum innerhalb seiner Gattung . erntete er nur verwunderte Blicke.erschien mit einem Mal höchst zutreffend. und er erkannte. « die ihm seinen Fehler deutlich machten. paßte auf diese bestimmte Beschreibung. Der Wahrnehmende nimmt direkt durch das Gewahrsein Gottes wahr. Er hatte es immer als einen Zustand beschrieben. in dem man wahrnimmt. Wenn als erstes die Substanz aller Schöpfung und die Unterschiede erst an zweiter Stelle wahrgenommen werden. daß sie niemand sind. dann gibt es keinen Zweifel. Der dramatische Wandel zum Einheits-Bewußtsein war ebenfalls eindeutig. daß das GottesBewußtsein tatsächlich das Bewußtsein sein könnte. «In ihm gab es niemanden». beginnt die Geschichte und berichtet weiter. Gottes-Bewußtsein und Einheits-Bewußtsein . waren ganz eindeutig der Zustand des Kosmischen Bewußtseins. was im Buddhismus dagegen so klar beschrieben wird. Ich hatte auch niemals vom Maharishi eine ähnliche Beschreibung der Erfahrung gehört. in denen das BeobachterBewußtsein im Wachzustand. Und weil sich alle vorherigen Arten der Wahrnehmung so abrupt und radikal verändert hatten. niemand zu sein. Nichts. vom Göttlichen erfüllt ist. Und trotzdem wunderte ich mich immer noch. daß man kein individuelles Selbst ist. Die ersten Monate meiner Erfahrung. Erst als ich auf eine Geschichte von Jörge Luis Borges über Shakespeare stieß. im Traum und im Schlaf andauerten. daß Shakespeare in seiner Kindheit glaubte. was ich jemals erlebt hatte. was der Maharishi mit Gottes-Bewußtsein gemeint hatte.

die. In meinem Traum erschien die Welt. um die Rückkehr eines persönlichen Bezugspunktes in Gang zu bringen. sagte er zu Ihm: < Ich. vor einer Audienz. jemand zu sein. so fährt die Geschichte fort. jemand zu sein. wurde Shakespeare permanent von der Angst dazu verleitet. der vergeblich so viele Männer gespielt habe. in der der Verstand. mein Shakespeare. das Gefühl wiederherzustellen. möchte nur ein Mann sein: Ich selbst. angefeuert von der Angst. daß die Leere ein « seltsames Gebrechen » sei und versuchte daher für den Rest seines Lebens den Anschein zu erwecken. doch all diese Dinge bezogen sich für keinen einzigen Augenblick auf irgend jemanden. Am Ende heißt es dann: «In der Geschichte steht. Als Shakespeare Schauspieler wurde. Die zehn Jahre nach dem plötzlichen Erwachen in das Nicht-Selbst verbrachte ich damit. hatte er seinen idealen Beruf gefunden. die zugegebenerweise frei erfunden ist. ist ihm das nie gelungen. Diese Erfahrung kenne ich sehr gut. Die Geschichte beschreibt ein Leben in der Winterzeit der Leere. alles versuchte. als er (Shakespeare) vor oder nach seinem Tod vor Gottes Angesicht trat. in intensiven emotionalen Zuständen und sexuellen Beziehungen. und von all den Formen in meinen Träumen bist du eine. Der Verstand suchte ihn bei Freunden.besser nicht aus der Rolle fällt».»» Entsprechend dieser Erzählung. so wie in deinem Traum deine Werke entstehen. was auch mein Verstand unternommen hatte. ihn für diese Person zu halten». Für alle anderen schien er ganz gewiß jemand zu sein. genau wie ich.) Und aus dem Wirbelwind kam Gottes Stimme und sagte: <Auch ich habe kein Selbst. den Anschein zu . Obwohl er sein ganzes Leben lang versuchte. viele Männer spielt und keinen. bei dem er «spielen konnte. Aus der Anwesenheit der Angst schloß er. die spielte. die Leere für etwas Falsches oder Problematisches zu halten. jemand zu sein.

daß wir ein Selbst haben. unfaßbaren. Aus der Perspektive des Unendlichen ist es völlig offensichtlich. Das letzte Kapitel dieser Geschichte verdeutlicht. Wenn der Verstand mit der unvorstellbaren. denn ansonsten. sie kann nur sein. undenkbaren Weite in Berührung kommt.erwecken. Vorstellungen sind Vorstellungen . und er besteht darauf. daß etwas ganz entschieden falsch läuft. Eine Vorstellung kann niemals der Handelnde oder der Schöpfer von irgend etwas sein. . ist absurd. welches die Dinge kontrolliert oder vermittelt oder der Handelnde hinter unseren Handlungen ist. Die Angst. Das individuelle Selbst ist nichts weiter als eine Vorstellung davon. Die Vorstellung. daß das Gottes-Bewußtsein die Erkenntnis ist. niemand zu sein. ist erbarmungslos.und sonst nichts. daß das individuelle Selbst überhaupt nicht existiert. Das ist die Winterzeit der Leere. so argumentiert er weiter. jemand zu sein. was sie ist -eine Vorstellung. der treibende Faktor bei diesem Unterfangen. wer wir sind. dann erzeugt das eine rasende Angst. wäre die rasende Angst nicht vorhanden.

gelebt. jenseits der Vorstellungen von falsch und richtig.ist sich immer seiner selbst gewahr. Das Unendliche . um über sie zu sprechen. Gedanken. träumt oder wach ist. und die Unendlichkeit dieser Nicht-Lokalisierbarkeit enthüllt sich selbst immer mehr als unendlich. Ideen. die ich bin. in dem alles erscheint und vergeht . und doch existiert gleichzeitig ein weites Feld von Gefühlen. Diese Nicht-Lokalisierbarkeit der unendlichen Weite ist tatsächlich der Hauptbestandteil der Erfahrung. Wenn sich die Seele dort im Gras niederläßt. Sprache. gibt es eine Welt. In diesem Zustand gibt es absolut keinen Bezugspunkt. RUMI Dieses Leben wird nun in dem permanenten. Niemals kommt ein lokalisierbares «Ich» ins Spiel. Dort treffe ich Dich. In jedem einzelnen Augenblick beteiligt sich dieser KörperVerstand-Kreislaufbewußt an dem Sinnesorgan. An der Bushaltestelle in Paris hatte sich das «Ich» aufgelöst . ist die Welt zu erfüllt. Handlungen und Reaktionen. immer präsenten Gewahrsein der unendlichen Weite.Ein Leben in der unendlichen Weite Da draußen. durch welches das Unendliche sich selbst wahrnimmt. egal ob der Körper schläft.die Substanz von allem und gleichzeitig der Ozean. sogar der Ausdruck »wir beide« machen keinen Sinn.

um einem persönlichen Zweck zu dienen oder ein Ziel zu erreichen. Gefühlen oder Handlungen wird in keiner Weise interpretiert. auf ein Ich. auf der sie entstehen könnten. beziehen sie sich weder auf jemanden. niemals existiert hat. damit sie die unendliche Weite sein kann. Gehemmtheit. und diese Substanz. daß das «Ich». daß Gedanken nichts weiter als Gedanken. Körperempfindungen und Handlungen. Die unendliche Weite nimmt mit absoluter Klarheit wahr. aus der es besteht. ist sich ununterbrochen ihrer selbst. nicht mehr existiert. In den letzten Jahren ist ebenfalls deutlich geworden. Die Wahrnehmung von « keinen anderen» ist inzwischen so stark. ohne daß dem ein Denken vorausgeht. Wohin könnte auch schließlich etwas in dieser unendlichen Weite verschwinden? Aber es taucht ein ganzes Spektrum von «selbst-bezo-genen» Gefühlen wie Verlegenheit. Ge- . gewahr. noch erscheinen sie. daß es nicht nur kein «Ich». daß etwas verschwinden muß. aus sich selbst heraus. Auch wenn diese Erfahrungen weiterhin stattfinden. Das Leben wird aus der unendlichen Substanz heraus gelebt. Selbstmitleid. die das ist. haben sie keine Basis mehr. Was für eine außerordentliche Art zu leben! Die unendliche Weite erfordert nicht. daß nichts anderes wahrgenommen wird. Schande.und ist nie wieder in irgendeiner Form aufgetaucht. einer Direktheit durchdrungen. was und wer wir sind. was «mein» Leben zu sein schien. Alles ist von einer Unmittelbarkeit. welches scheinbar im Hintergrund die Fäden dessen zog. die völlig von persönlich ausgerichteten Intentionen frei ist. Die reine Gegenwart von Gedanken. Neid. Das gleiche gilt für alle selbstbezogenen Aspekte der Gedanken. Selbstbezogenheit oder Selbstbeobachtung einfach nicht mehr auf. Da das individuelle Selbst. Taten geschehen und Worte werden ausgesprochen. Zusammen mit dieser Auflösung kam die Erkenntnis. sie werden lediglich als vorhanden registriert. auf das sie sich bezogen haben. sondern auch keine « anderen » gibt.

daß sich etwas verändern oder aufhören muß. was erscheint. ob ein bestimmter Gedanke nun richtig oder falsch ist. damit die unendliche Weite die unendliche Weite sein kann. was sie sind — denn was sie sind. Es gibt einfach kein Urteil von gut oder schlecht. Doch für mich brauchen Umstände. Nichts. egal wie zahlreich oder intensiv die Dinge erscheinen. das in ihr auftaucht . mit der sie in Kontakt kommt. daß es nicht in Ordnung wäre. In diesem Zustand wird auch niemals etwas als ein Problem erachtet. wird jemals als Problem betrachtet. Die unendliche Weite verändert sich niemals. von richtig oder falsch . auch wenn es nie- . Die Beziehung der unendlichen Weite zum Ärger ist ähnlich wie die Beziehung des Ozeans zum Seegras. wer und was alles ist.fühle nur Gefühle und Handlungen nur Handlungen sind. der eine Beziehung eingeht? Und trotzdem geschahen sie. damit der Ozean der Ozean sein kann.und aus dem sie gleichzeitig auch besteht — oder darauf beharren. Es gibt kein Abwägen mehr. setzt voraus. was es ist. bestand eine starke Befürchtung. ist die unendliche Weite. Wie können Beziehungen entstehen. das in ihm umherschwimmt. damit das Problem gelöst werden kann. Der Ozean würde sich niemals über das Seegras beschweren und darauf bestehen. Während des ersten Jahrzehnts der Erfahrung. Die unendliche Weite ist immer. Genauso würde sich die unendliche Weite niemals über die Anwesenheit von Ärger oder irgend etwas anderem beschweren. daß nichts mehr davon auftaucht. sagte die Furcht. Nichts muß sich verändern. Nehmen wir zum Beispiel die Beziehung zu einem starken Gefühl wie Ärger. Erst seit kurzem begegnet sich die unendliche Weite selbst in jeder einzelnen Person. Erfahrungen und Menschen nichts anderes zu sein als das. daß es entfernt wird. Etwas als ein Problem zu betrachten. niemand zu sein. wenn es niemanden gibt. die ich als Winterzeit der Leere bezeichne.alles ist lediglich. verschwinden oder sich in etwas anderes transformieren.

daß Beziehungen niemals einen persönlichen Handelnden erforderten. Erst als schließlich ohne Zweifel klarwurde. schob sich der unbeschreiblich freudvolle Geschmack der unendlichen Weite. daß alles aus der gleichen Substanz besteht. daß sich die normalen Funktionen . blieb. Die Frühlingszeit der Beziehungen war überwältigend. machtvoll und für immer in den Vordergrund. daß er diese unbegreifliche Wahrheit einfach nicht erfassen konnte. kein Ich. Mit den Augen der Unendlichkeit zu sehen . Dinge außerhalb seines Fassungsvermögens zu pathologisieren. die sich selbst durch jedes Partikel ihrer selbst mit dem eigenen Sinnesorgan wahrnimmt . im Studium oder beim Bezahlen von Rechnungen — trotz seiner Ängste nicht verschlechtert hatten. In der Winterzeit der Beziehungen versuchte ich stets wie jemand zu erscheinen. Die Erkenntnis.manden gab. und die Angst des Verstandes davor. daß Beziehungen einen aus Angst gebildeten Umriß von jemandem heraufbeschworen. änderte sich die Jahreszeit der Beziehungen. daß der Verstand «einen Purzelbaum schlug» und zugab. die mich für diese Person hielt . Über die Jahre jedoch wurde der Verstand gezwungen anzuerkennen. erzeugte solch unglaubliche Ängste.auch wenn ich gleichzeitig wußte. auf das sie sich bezogen. als Mutter. Als der Verstand schließlich die Grenzen seines Bereiches anerkannte und aufhörte. der eine Beziehung zu einer Person hatte. Der Verstand war völlig verblüfft von diesem Mysterium. die sich selbst erlebt.ob nun in Beziehungen. war eine derart radikale Sichtweise. Die Erinnerung daran.der Substanz von allem. daß ich niemand war. jemand zu sein. daß die Anwesenheit von Angst und Sorge lediglich bedeutete. . daß Beziehungen nicht aus einem persönlichen Grund und in der Abwesenheit eines persönlichen Selbst entstanden. bei der Arbeit.und zu erkennen. daß sie und alles andere gleichzeitig in der unendlichen Weite vorhanden waren. wie es ist. niemand zu sein.

Und so ist alles. dann wird auch klar. daß alles von einem unsichtbaren Handelnden ausgeführt wird und schon immer ausgeführt worden ist. um sich selbst wahrzunehmen. was existiert. dann verbindet sich der Kreislauf ganz bewußt mit der Wellenbewegung der unendlichen Weite und beginnt. Anscheinend hat an der Bushaltestelle in Paris der menschliche Kreislauf dieses Lebens damit begonnen. Der menschliche Kreislauf besteht aus der gleichen Substanz. eine unaufhörliche Ehrfurcht vor allem zu erleben. sondern durch das Sinnesorgan der unendlichen Weite -.nicht durch seine eigenen Sinnesorgane. Dieser Handelnde beginnt nicht . das die unendliche Weite immer benutzt. Die unendliche Weite ist die Substanz aller Dinge und existiert überall gleichzeitig. bewußt an dem Sinnesorgan teilzunehmen. daß die Substanz des Unendlichen sein natürlicher Zustand ist. Die Form existiert als diese unendliche Weite und gleichzeitig in dieser unendlichen Weite. um sich darauf zu beziehen. und es wirkte immer so. so wie ein in den Sand gemaltes Bild.löschte alle Beziehungen aus. mit dem die unendliche Weite sich ununterbrochen selbst wahrnimmt. als ob sie völlig unbeeinträchtigt fortbeständen. Wie ich bereits erwähnt habe: Wenn deutlich wird. Ohne einen anderen gab es nichts Getrenntes. bei dem das Bild selbst aus der gleichen Substanz besteht wie das. daß es niemals einen persönlichen Bezugspunkt gegeben hat. dann wird sich der menschliche Kreislauf gewahr . was eine Form zu sein scheint. Nimmt er bewußt an dem Sinnesorgan teil. weil es keine Erfahrung mehr von jemand anderem gab. was «innerhalb» und «außerhalb» des Bildes ist. daß es keinen persönlichen Bezugspunkt gibt. Wenn das deutlich geworden ist. ebensowenig von der unendlichen Weite getrennt. Natürlich existierten auch weiterhin die Funktionen der Beziehungen. wo Formen erscheinen.

Die unendliche Weite hat ihren eigenen. kein «mein». Während die Funktionen weiterhin ablaufen. ist lediglich die Geschmacksprobe von der unendlichen Weite. unendlichen Weite benutzt. was die unendliche Weite im Dienste der Freiheit für angebracht hielt. das sich selbst aus sich selbst heraus erfährt . das persönliche Selbst war niemals der Handelnde. agieren oder Beziehungen eingehen. menschliche Zustand. Was in diesem Buch beschrieben wurde.erst zu agieren. diesen Frieden deutlich werden zu lassen. Somit entfaltet sich das Leben weiterhin wie gewohnt. ist für mich inzwischen deutlich geworden. Das Mysterium der unendlichen Weite beinhaltet das Wissen um die besten Möglichkeiten. und alles wird so erledigt.und darüber besteht nicht der geringste Zweifel -. wie es auch vor der Erkenntnis der unendlichen Weite erledigt wurde. . Dieser Kreislauf wird und wurde schon immer von einem Moment zum nächsten im Dienste dieser mysteriösen. die in diesem Buch auftauchen nicht auf jemanden. Sinngemäß beziehen sich auch die persönlichen Fürwörter. daß sie sich niemals auf jemanden bezogen oder zu jemandem gehört haben. sich selbst direkt durch sich selbst wahrzunehmen und benutzt dazu jedes menschliche Wesen. Er ist immer der Handelnde gewesen. unpersönlichen Wunsch. von dem Unendlichen. verändert die Erkenntnis dieser Wahrheit nichts am Ablauf der Geschehnisse. auf den sich diese Beschreibungen beziehen. kein «Ich». fühlen. Da gibt es kein «mir». daß sie niemals einen persönlichen Zweck erfüllt haben. Die bewußte Teilnahme des Kreislaufes am Sinnesorgan der unendlichen Weite ist der Zustand des Friedens . wenn er als der Handelnde erkannt wird. Alle Funktionen laufen weiter wie bisher denken. Da es sowieso niemals einen persönlichen Handelnden gegeben hat.der natürlich auftretende.es gibt absolut niemanden. sondern daß sie lediglich das geschehen lassen sollten. Der einzige Unterschied ist .

jedoch ohne Sehnsucht oder Begierde. Wird Liebe gemacht. daß alles von ihr selbst aus ihr selbst besteht. Der Geschmack eines jeden einzelnen Momentes der unendlichen Weite in der Wellenbewegung ihrer selbst . . der mit jemandem Liebe macht. die selbstbezogenen Aspekte dieser Funktion. die er sucht. In solch einem getrennten Zustand beinhaltet Liebe das Verlangen. damit auch die Liebe. So wie alle anderen Funktionen wird die des Sex in Anspruch genommen. vorstellen könnte. Nichts wird aufgegeben. dann verstehen sie nicht. Sie hat keine Ähnlichkeit mit der krassen Leere. Sex dient nicht mehr einem persönlichen Verlangen und hat auch keine tiefere Bedeutung. Wenn mir Leute erzählen. sich mit dem anderen zu vereinigen.erzeugt eine Liebe. weil sie glauben. daß sie das Persönliche nicht aufgeben wollen. Aus der Perspektive der unendlichen Weite aber existiert der andere gar nicht. Liebe. Zum Beispiel findet die Sexualität weiterhin statt. die ihn zu etwas anderem macht.Auch in den Beziehungen laufen alle Funktionen weiter ab wie bisher. die keine Grenzen kennt und alles weit in den Schatten stellt. die Freude oder die tieferen Gefühle aufzugeben. daß es das Persönliche niemals gegeben hat. als er im Moment tatsächlich ist.so wie sie sich selbst durch jedes Teilchen ihrer selbst überall wahrnimmt . Wie könnte der Verstand das jemals begreifen? Der ununterbrochene Ablauf aller Funktionen in einem Zustand von Frieden ist wahrlich eine ehrfurchtgebietende Art zu leben. die einen persönlichen Zug aufweist. dann ist das allerhöchste Vertrautheit. nichtpersönlichen Grund für angebracht hält. was sich der Verstand unter der idealen Liebe. Gefühle und Empfindungen mehr. Wenn die unendliche Leere sieht. basiert auf dem vom Verstand konstruierten Gefühl des Getrenntseins. als die es die Angst darzustellen versucht. dann gibt es niemanden. es entstehen lediglich keine selbst-bezogenen Gedanken. wenn es die unendliche Weite aus einem mysteriösen. um Erfüllung zu finden.

machte deutlich. in der die Erfahrung stattfand.ohne eine Suche meinerseits. hat nichts mit der Freude gemein. Doch wenn ein solches «Ich » die Übung ausführt. ohne einen Lehrer oder eine traditionelle Abstammung und bevor ich überhaupt von einem nicht-persönlichen Selbst gehört hatte -. ohne auf grünes Licht vom Verstand zu warten. um . Diese Freude. scheint die unendliche Weite diesen Kreislauf dafür ausgebildet zu haben. die sich scheinbar auf jemanden bezieht oder jemandem gehört. Die Leere ist so unglaublich erfüllt. darüber zu sprechen. über spirituelle Praktiken zu reden. So wie die unendliche Weite durch diese Augen die postmoderne Welt betrachtet. so grenzenlos glückselig in sich selbst. Die Art und Weise. Das Unendliche wartet nicht darauf. Das stellt natürlich alle spirituellen Praktiken. und verspürt das Bedürfnis. wovor man Angst haben müßte. Die meisten Praktiken implizieren ein «Ich».und ist es immer gewesen. Für alles ist in jedem Augenblick bestens gesorgt . wird sie berührt von den unzähligen Formen des Leidens. Tatsächlich findet das Erfassen des Unendlichen außerhalb der Sphäre des Verstandes statt.Freude ist auch in ihrer nicht-persönlichen Erscheinungsform überwältigend. Diese Augen sehen das unglaubliche Wohlwollen des Universums. das Studium uralter Texte oder sogar ein «spirtuell» geführtes Leben in Frage. Es gibt nichts. damit es existieren kann. daß die Leere sich selbst in den Vordergrund schiebt. das die Praktiken ausführen kann und zum Schluß ein bestimmtes Ziel erreicht. das in jeder Hinsicht absolut vertrauenswürdig ist. In der unendlichen Weite des natürlich auftretenden Zustandes zu leben. so absolut. die es gibt. ist wie im Ozean der nichtpersönlichen Freude zu schwimmen. daß der Verstand es begreift. Da die Kollision mit der Leere in meinem achtundzwanzigsten Lebensjahr geschah . die niemandem gehört. Das Unendliche erkennt sich selbst aus sich selbst heraus.

daß ein persönlicher Handelnder existiert. und nichts muß von ihr ausgeschlossen werden. dann entsteht daraus ein Rätsel oder ein Widerspruch: Man glaubt. damit das Erwachen geschieht? Des weiteren lehren die meisten spirituellen Praktiken. daß etwas ausgemerzt. um zu der unendlichen Weite zu werden. daß es keinen persönlichen Handelnden gibt. ohne jede Unterbrechung! Es ist der natürlich auftretende menschliche Zustand. die einfach nicht besteht. was wir in Wirklichkeit sind. Wie kann ein persönliches «Ich». unendliche Weite des nichtpersönlichen Selbst zu erreichen. Anweisungen für eine Technik oder einen Lebenswandel. daß das Erwachen irgendwo anders ist und daß man es erreichen oder erlangen muß. . der die Praktiken richtig ausführt. Dabei sind wir doch immer die unendliche Weite . daß ein «Ich» etwas «tun» muß. In diesem Leben ist seit dem Ereignis an der Bushaltestelle absolut klargeworden. Nichts existiert außerhalb von ihr. setzen damit eine Beziehung von Ursache und Wirkung voraus. jemand sein. Doch die unendliche Weite ist in jedem Augenblick alles. angehalten oder geläutert werden muß. daß der Verstand erst zur absoluten Ruhe kommen muß. Das setzt voraus. um zu der Erkenntnis zu gelangen. die besagen. das gar nicht existiert. daß es keinen persönlichen Handelnden gibt und niemals wo auch immer gegeben hat.ständig. Viele Traditionen heben ganz besonders stark hervor.die nichtlokalisierbare. der etwas tut. Doch der Bezug zu einem persönlichen Handelnden steht in völligem Kontrast dazu. Schließlich reden wir hier von dem Unendlichen. um zu erwachen. bevor die unendliche Weite verwirklicht werden kann. Wohin auch könnte die unendliche Weite entschwinden? Wo könnte sich das Unendliche verstecken? Was könnten wir möglicherweise tun. damit wir zu dem werden können. wenn wir sie bereits sind? Viele Techniken empfehlen auch. wie das Unendliche existiert.

keinen Autofahrer. Das Unendliche nimmt sich selbst wahr. das Denken geschieht. um den Verstand ruhiger werden zu lassen oder ihn anzuhalten. daß es kein persönliches Selbst gibt. um das Erwachen geschehen zu lassen? Da ich keine vorgeschriebenen Techniken angewendet hatte. kann ich natürlich auch niemandem dazu raten. wie dieser erwachte Zustand aussehen könnte oder wie man sich ihm nähert. keinen Denkenden. mag das Ergebnis ein ruhiger Verstand sein. Wie kann man dann also behaupten. könnte möglicherweise nur noch mehr Vorstellungen davon erzeugen. denn das Unendliche wird nicht mit dem Verstand wahrgenommen. Damit möchte ich auf keinen Fall andeuten. das er gar nicht verstehen kann? Die unendliche Weite ist ganz einfach unvorstellbar. In diesem bestimmten Leben geschah das Erwachen nicht. und es gab auch keine offensichtliche Ursache. daß man keinen Praktiken folgen sollte. Doch wenn man andererseits bestimmte Praktiken ausübt. das Spazierengehen geschieht.daß die diesbezüglichen Aktivitäten des Verstandes und das Erwachen in einer Beziehung zueinander stehen. Sich nach strengen Praktiken zu richten. sie zu praktizieren. das Autofahren geschieht. weil der Verstand still wurde. Vielmehr enthüllte sich die unendliche Weite selbst aufrecht mysteriöse Weise: Ich stand lediglich an einer Bushaltestelle. kann sie der Verstand nicht erkennen. daß es keinen Praktizierenden gibt. Das Unendliche erkennt sich selbst. um zu erkennen. Es wurde keinerlei psychologische oder spirituelle Technik angewendet. Doch das Unendliche wird nicht vom Verstand wahrgenommen oder erfaßt. Auch wenn sie ständig vorhanden ist. daß es einer bestimmten Methode oder Technik bedarf. Doch wie kann sich der Verstand etwas nähern. Dies trifft für jegliche Art von Aktivitäten zu: Es gibt keinen Spaziergänger. Daß es keinen . sondern lediglich. der als Handelnder hinter der ganzen Angelegenheit steht.

daß Erfahrungen keinen «jemand» enthalten. der hinter allem steht. heißt sein Leben auf dem erfolgreichen Funktionieren eines nichtexistenten «Ich» aufzubauen. bestimmte Speisen zu sich nimmt. mit dem er sie erfüllt glaubte. dann rastet er aus und führt überzeugende Argumente an. daß keine Praktiken ausgeführt werden. erfahren. herumläuft. Diese Praktiken jedoch auf der Vorstellung aufzubauen. die man ja bereits ist. sie abzuwerten. Wenn es naheliegend ist.» Was sie da beschreiben. daß man die unendliche Weite. einen Altar aufbaut. ist nicht die unbeschreibliche Erfahrung selbst. all das wird auch weiterhin geschehen. Dinge abzulehnen. Es wird durch die Hand des mysteriösen. unbegreifliche und unfaßbare Weise. daß man meditiert oder heilige Lieder singt. der mit dem Unbeschreiblichen in Berührung gekommen ist. wenn man sie nicht genaue-stens befolgt und man daher eine spirituelle Niete ist -. Wenn er also mit der unendlichen Weite in Berührung kommt. Wenn der Verstand durchschaut. daß eine spirituelle Praktik ausgeführt werden soll. bestimmte Handlungen ausführt oder bestimmte Lehrer besucht. Wenn es naheliegend ist. nicht verwirklichen kann. Ich habe kein Interesse. auf Reisen geht. warum die Leere absolut nicht erstrebenswert ist. bedeutet auf keinen Fall. doch es fühlte sich vollkommen leer und schal an. die er nicht erfassen kann. dann wird das so geschehen.Praktizierenden gibt (und nie gegeben hat). so wie es schon immer geschehen ist. Mir haben zum Beispiel viele Menschen erzählt: «Ich habe die unendliche Weite. von der du redest. nicht lokalisierbaren Handelnden ausgeführt. Doch der Verstand tendiert entsprechend seiner eigentlichen Natur dazu. sondern lediglich ihr Verstand. dann versucht er auf sehr überzeugende Weise. Das Unendliche offenbart sich für den Verstand auf mysteriöse. In meinem Fall hatte der Verstand mit allen Mitteln . das weiter zu verfolgen.

die Leere anscheinend wieder verschwinden zu lassen. daß es jemanden geben muß. die auf keinen Fall über den Verstand läuft. die für einen Verstand. daß ihr Verstand es geschafft habe. sich selbst zu erfahren. sollte niemals mit der direkten Erfahrung der unendlichen Weite verwechselt werden. Es ist lediglich die Erfahrung der Reaktion des Verstandes auf die unendliche Weite und nichts anderes. die ohne einen persönlichen Bezugspunkt ist. doch das sollte nicht so ausgelegt werden. Ich habe bereits vorhin erwähnt. Dieser Versuch blieb erfolglos. dann schließt er daraus. daß es jemanden geben muß. Das Handeln entsprang immer einer nicht ortsgebundenen Quelle. denn ansonsten würde nichts erledigt werden. Sie erkennt ganz klar. Dies scheint der Sinn des . wie unangenehm der Kontakt mit dem Unbegreiflichen für den Verstand war. daß der Verstand begreift. daß Autos gefahren. Doch viele Menschen haben mir berichtet.versucht. Die unendliche Weite beinhaltet den unpersönlichen Wunsch. der von Interpretationen und Anspielungen gespeist wird. der sie ausführt. verwirrend ist. damit Handlungen ausgeführt werden können. daß man die Leere unter allen Umständen vermeiden sollte. Der Verstand benutzt dann diese Erinnerung als Beweis dafür. und trotzdem ist es offensichtlich. Der Kontakt des Verstandes mit der Leere. Schließlich hat es niemals einen persönlichen Handelnden gegeben. Die unendliche Weite folgert nicht aus den Handlungen. der sie ausführt. Kinder versorgt und Beziehungen geführt werden. daß Dinge erledigt werden. Doch die unendliche Weite hat niemals darauf gewartet. und es blieb nur die Erinnerung daran. daß es keinen persönlichen Handelnden gibt. daß Handlungen aus der gleichen überall befindlichen Quelle gespeist werden wie alles andere auch. daß es keinen Handelnden geben muß. um sie wieder loszuwerden. die Leere des persönlichen Selbst zu pathologisieren. Wenn der Verstand sieht. als ob nichts vollbracht würde.

nicht mehr verfügbar. irgendwohin zu kommen oder etwas anderes zu werden. damit das Unendliche durch uns hindurchfließen kann». Wir müssen erkennen. auf Vorstellungen davon basieren. Dann gibt es noch die Vorstellung.das Hier und Jetzt . Doch dieser Jemand existiert gar nicht. egal wohin sie sich auch wendet. das die Praktiken ausführen und somit das Ziel erreichen kann. wir seien der Handelnde. daß sowohl die spirituellen als auch die psychologischen Praktiken. basieren auf der Annahme. Dieser Glaube geht dann als die Wahrheit durch. sich in dem zu sonnen. jede einzelne von ihnen. Ich sehe keinen Sinn darin. Die Vorstellung von persönlichem Wachstum oder innerer Entwicklung steht in jeder Beziehung im Widerspruch dazu. wer wir sind. eine Methode zur Evolution anzuwenden. irgendwohin zu kommen. das spirituelle Erwachen zu erreichen. der dann herausfindet. Nehmen wir zum Beispiel die weitverbreitete spirituelle Vorstellung. ein Ich. Alle Vorstellungen darüber. die beinhaltet. wer wir zu sein glauben. Sobald man sich auf den Weg macht. nicht lokalisierbar ist. Doch wer soll den Verstand zur Ruhe bringen? So wie alles andere ist . was jetzt in diesem Augenblick ist. daß wir « aus dem Weg gehen müssen. Dies setzt einen nichtexistenten Jemand voraus. wie die unendliche Weite existiert. da es in jedem Moment überall zugegen ist.Lebens für die Menschen zu sein . daß wir unseren Verstand zur Ruhe bringen müssen.daß die unendliche Weite auf sich selbst stößt. egal wie oft wir uns auch dazu verleiten lassen. das Menschen zu erreichen versuchen. ist das Überwältigende dessen. Die Vorstellung. Und der noch wichtigere Aspekt dabei ist. daß dieses Irgendwo. der unsere Taten bestimmt. wie er sich hingeben kann. um uns zu befreien. macht uns noch lange nicht zum Handelnden. sie als Wahrheit anzuerkennen. was ist . welches ausschließt. Das Streben nach dem Erwachen impliziert ein Gefühl von Zukunft. daß es jemanden gibt.

auch der Ver-

stand lediglich das, was er ist. Ein Verstand, der Gedanken erzeugt, macht keine Probleme; er tut lediglich das, was ein Verstand nun einmal tut. Der Verstand besteht aus der gleichen unendlichen Leere wie alles andere auch. Diese Leere verändert sich niemals, egal ob der Verstand aktiv oder passiv ist. Das Unendliche wartet auch nicht darauf, daß der Verstand etwas tut oder aufhört etwas zu tun, damit sich die unendliche Weite sich selbst offenbaren kann. Sollte der Verstand aus irgendeinem Grund zur Ruhe kommen, dann geschieht das lediglich als Teil des unergründlichen Mysteriums. Probleme gibt es nur dann, wenn der Verstand der Anwesenheit von Gedanken eine bestimmte Bedeutung zumißt zum Beispiel, daß ich schlecht oder unspirituell bin und daß ich niemals in meiner Meditation weiterkommen werde, es sei denn, ich kann die Gedanken zum Stillstand bringen. Gedanken und Vorstellungen sind niemals ein Problem, außer man gibt ihnen eine Bedeutung, die sie gar nicht haben. Werden sie lediglich als Gedanken und Vorstellungen erkannt, dann identifiziert man sich auch nicht mit ihnen. Dinge ausschließlich und genau als das zu erkennen, was sie sind, ist der eigentliche Zustand der Erkenntnis, denn das genau ist die Art und Weise, wie die unendliche Weite immer alles sieht. Dinge als das zu erkennen, was sie sind, bedeutet mit den Augen der unendlichen Weite selbst zu schauen. Dieses Schauen geschieht ohne Unterlaß, ob wir uns dessen bewußt sind oder nicht. Anstatt vom Verstand in die Irre geführt zu werden, durchschaut die unendliche Weite all die Versuche des Verstandes, uns trickreich die Überzeugung zu verkaufen, daß wir ein individuelles «Ich » seien, das unser Leben bestimmt. Sie durchschaut auch, wie die Vorstellung von dem, was wir sind, sich im Verstand ganz nach vorne drängt und darauf besteht, daß es nicht nur eine Vorstellung ist, sondern wer wir in

Wirklichkeit sind. Die unendliche

Weite nimmt das Unendliche überall wahr (wo sonst könnte es auch sein?) und beobachtet dann, wie jeder auf der Suche danach ist. Das am weitesten verbreitete Dilemma, mit dem Leute zu mir kommen, ist die Erfahrung des Gefühls, vom Unendlichen « abgeschnitten» zu sein. Dieses Gefühl ist besonders dann schmerzhaft, wenn sie vorher die unendliche Weite bereits in aller Klarheit erlebt hatten und es ihnen dann später vorkam, daß sie anscheinend wieder «verschwunden» war. Sie suchen nach einer Möglichkeit, mit dem Unendlichen permanent in Kontakt bleiben zu können. Genau diese Frage beinhaltet zwei unausgesprochene Annahmen, die allgemein für wahr gehalten werden. Erstens: Es gibt ein «Ich», das vom Unendlichen abgeschnitten ist und das sich «selbst darauf ausrichten» kann, sich wieder damit zu verbinden, wenn man nur die richtige Methode anwendet. Zweitens: Das Unendliche hat sich irgendwohin verflüchtigt. Dies sind typische Beispiele für Vorstellungen, die meistens als Wahrheit durchgehen. Es gibt jedoch gar kein individuelles «Ich», das herausfinden kann, wie sich das Unendliche wieder aufspüren ließe. Der wichtigere Punkt jedoch ist: Wohin würde das Unendliche entschwinden? Wir reden hier ja schließlich nicht von etwas, das man unter dem Teppich verstecken kann. Wenn du die Dinge ausschließlich und genau als das erkennen könntest, was sie sind, dann würdest du auch erkennen, daß das «Du», welches erkennt, die unendliche Weite selbst ist. Die «Charakterarbeit», die sowohl von der Psychotherapie als auch von einigen spirituellen Traditionen - den ZenBuddhismus eingeschlossen - empfohlen wird, führt in eine ähnliche Sackgasse, weil dabei die Dinge nicht als das gesehen werden, was sie ganz einfach sind. Eine entspanntere Art zu

sein, enthüllt sich auf ganz natürliche Weise, wenn man die Vorstellungen nicht als

Wahrheit durchgehen läßt. Dieses Entspanntsein ist genau das Gegenteil von «Charakterarbeit» mit ihren klaren Vorstellungen davon, wie wir sein könnten, wenn wir nur entsprechend an unserem Charakter arbeiteten. Wenn wir uns auf solch eine «Charakterarbeit» einlassen, dann betreten wir ein Labyrinth des Zukünftigen. Es liegt in der Natur der Sache, daß es unmöglich ist, ein Ziel zu erreichen, das auf einem «Ich» aufbaut, welches uns dorthin bringen wird. Auch die «Charakterarbeit» basiert auf der gleichen fälschlichen Überzeugung, daß es einen individuellen Handelnden gibt, der den Kurs des Lebens bestimmt und sein eigenes «Ich» verbessern kann. Meine Arbeit als Psychologin hat mir einen Sitz in der ersten Reihe im Theater der menschlichen Leiden verschafft. Es ist offensichtlich, daß die traditionelle Psychotherapie auf Prinzipien aufgebaut ist, die die gesamte Palette menschlicher Erfahrung pa-thologisiert und ihren Erfolg daran mißt, wie gut wir den festgefügten Vorstellungen davon, wie unsere menschlichen Erfahrungen auszusehen haben, entsprechen. Wir werden darauf trainiert, uns «da durcharbeiten» zu müssen, daß wir «loslassen», «uns auseinandersetzen», «uns arrangieren» oder uns von verschiedenen Aspekten unserer Erfahrungen « befreien » müssen, damit wir ein erfülltes Leben führen können. Wir « müssen mit unseren Gefühlen in Kontakt kommen», «uns selbst finden», «müssen wissen, was wir wollen, so daß wir es auch erreichen können», «uns von niemandem ausnutzen lassen» und «auf unsere wahre innere Stimme hören». Betrachtet man es aus der Perspektive der unendlichen Weite, dann sind all diese Vorstellungen nur das, was sie sind — Vorstellungen. Wir sollten sie nicht mit der Wahrheit verwechseln.

was all diese Aussagen über sie bedeuten könnten. der man zu sein glaubt. wurde dann derjenige geformt. also muß es wohl stimmen. nicht nur im Verstand. Diese vielfältigen Bezugspunkte des Gefühls. haben sie gefolgert. Schon in jungen Jahren vermittelt uns unsere Kultur ein klares Bild von der Person. also bin ich nicht interessant oder liebenswert genug. indem sie erkennen. wer wir zu sein glauben. daß die Dinge lediglich das sind. Das zieht normalerweise eine umfassende Untersuchung all der Vorstellungen nach sich. wer sie sind. Ich möchte nicht. Wie zum Beispiel: Mein Vater hat mich völlig ignoriert. denn sie richtet sich nicht nach irgendwelchen Prinzipien psychologischer Theorien oder Interventionen. was sie sind. physischen und auch energetischen Bereich geschaffen werden. sind sich bewußt geworden. daß sie ihre «Identität» aus Informationen konstruiert haben. Als erstes frage ich jeden einzelnen. die er von anderen Menschen übernommen hat und für die wahrhaftige Definition dessen hält. wer er zu sein glaubt. Persönliche Bezugspunkte können im emotionalen. sich durch Kindheitstraumata arbeiten oder Symptome loswerden. können anfänglich recht verwirrend . Ich kann meine Arbeit auch nicht mehr als Psychotherapie bezeichnen. die wir werden sollen. Solche Konstruktionen gibt es in vielen Bereichen. und die meisten von uns versuchen mit ganzem Herzen und mit aller Kraft.Seit die Frühlingsblüte der unendlichen Weite begann. daß Klienten ihre Gefühle verändern. wer er ist. was andere Leute ihnen erzählt und über sie gesagt haben und daraus. hat sich meine psychotherapeutische Arbeit mit Klienten während der letzten Jahre radikal verändert. die letztlich reine Schlußfolgerungen sind. Alle Menschen. Mein Ziel für alle ist die Freiheit . wie sie von ihnen behandelt wurden. Ich möchte. diese Person zu werden. Aus dem. mit denen ich gearbeitet habe. Basierend auf den Interpretationen dessen.die absolute Freiheit. Oder: Meine Mutter hat mich immer als faul bezeichnet. daß sie frei werden.

was sie sind. Die moderne psychologische Welt untermauert diese Täuschung. zwischen wahren Gedanken und unwahren Gedanken. daß er die Wahrheit über sich selbst preisgibt. sich über Probleme auszutauschen. zwischen dem «wahren Selbst» und dem «unwahren Selbst» zu unterscheiden. was für ihn in seinem Leben am schwierigsten ist. . wahren Empfindungen und unwahren Empfindungen. glauben wir wirklich. in der Gegenwart von Wahrheit zu sein. Das Positive sehen wir als oberflächlich und zeitlich begrenzt an. Im Fahrwasser dieser Vorstellungen darüber. doch sie operieren alle auf der gleichen Basis: Dinge werden als etwas deklariert. sogar zwischen wahren und unwahren energetischen Frequenzen. Irn Bereich des Verstandes werden Gedanken und Vorstellungen als das verkauft. wer wir sind. Doch wenn er seine Probleme enthüllt. Empfindungen und energetische Frequenzen sagen nichts über einen imaginären Jemand aus. Gefühle. sie sind einfach.sein. Wenn sich jemand weigert zu offenbaren. im physischen die Körperempfindungen und im energetischen alle entsprechenden Vibrationen oder Muster. Schließlich ist das Negative sehr überzeugend und scheint so tief zu gehen. indem sie Menschen darin bestärkt. Wer unterscheidet zwischen wahr und unwahr? Und wahr und unwahr für wen? Gedanken. dann glaubt man. Im emotionalen Bereich sind es die Gefühle. wahren Gefühlen und unwahren Gefühlen. In unserer westlichen therapeutischen Kultur bedeutet eine Beziehung zu haben in den meisten Fällen. oh ja! Wenn das auftaucht. was wir tatsächlich sind. was sie gar nicht sind. dann sagt man ihm nach. daß er sich «zurückhält» oder sich «zurückgezogen hat» oder «nicht vertrauenswürdig ist». taucht gleich die nächste Verwirrung auf: Das Negative wird normalerweise für die Wahrheit gehalten. doch das Negative.

Fast jeder.Diese Überbewertung des Negativen ist in unserer Kultur weit verbreitet. Die Pathologisierung menschlicher Erfahrungen. Es wäre genauso. als wenn sich der Ozean darüber beschweren würde. damit sie akzeptabel sind. aufrechterhalten durch die Über-Psychologisierung unserer Kultur. Der Ozean bleibt der Ozean. ist davon überzeugt. egal was er enthält. Wohin sollte es auch? Psychologische Anweisungen. deuten damit an. solange Seegras in ihm herumschwimmt. und niemand hat sie je daraufhingewiesen. Die Menschen halten ihre schlimmsten Ängste für die Wahrheit. Vorlieben. die unsere Erfahrungen mit bestimmten Etiketten versehen. daß bestimmte Gedanken oder Gefühle ein . Nichts muß irgendwohin verschwinden. und wir haben ihnen gegenüber dadurch eine ablehnende Haltung eingenommen. nur ganz bestimmte Erfahrungen als angemessen zu betrachten. Ängste. Empfindungen. denn sie kann absolut nichts als falsch wahrnehmen. Gefühle. das sich als Wahrheit verkleidet hat. Die unendliche Weite patho-logisiert nicht einmal ansatzmäßig. daß in ihrem Innersten etwas durch und durch Verdorbenes schlummert. was sie sind . Alle sind davon überzeugt. wie ich bereits vorher erwähnt habe. ist ein weiteres Übel. daß er nicht der Ozean sein kann. Vorstellungen.Ängste. die auf eine Heilung abzielen. Wir haben uns von der Psychologie davon überzeugen lassen. Wir haben Worte übernommen. Es ist absurd zu glauben. sogar Identifikationen. daß wir bestimmte Aspekte unserer Erfahrungen loswerden müssen. der mir an meinem Schreibtisch gegenübersitzt und von seinem Leben erzählt. und wir beinhalten alles — Gedanken. daß das Negative in ihm der Wahrheit am nächsten kommt. Wir sind die unendliche Weite. daß sie ganz tief im Inneren schlecht sind und sowieso immer wieder im Negativen enden werden. daß Ängste nicht mehr als das sein können.

daß wir nicht akzeptabel sind. etwas loszuwerden. Keine Erfahrung ist ein Zeichen dafür. die der Verstand als unerwünscht bezeichnet. Man sollte sich natürlich davor in acht nehmen. um Gefühle oder Verstandeszustände loszuwerden. weil das. Wird sie aber lediglich als das erkannt. deuten damit an. Wir interpretieren unsere Erfahrungen und glauben. die als Ziel das Erwachen oder eine Transformation haben. daß sie versagt haben. Deshalb erwartet sie auch nicht. daß sie etwas (normalerweise Negatives) über uns aussagen. Die unendliche Weite jedoch zielt nicht darauf ab. Wut oder Traurigkeit erleben? Doch die Anwesenheit von Gedanken und Gefühlen bedeutet lediglich. so behaupten sie. um das Leiden zu beenden. sondern einzig und allein durch die Interpretation des Verstandes. sie ist ganz einfach ein weiterer Teil der unendlichen Weite. die unendliche Weite sein und trotzdem Verwirrung oder Angst. Diese Auslegung verursacht Leiden. Wenn ich Leute dazu ermuntert habe. Die . was sie sind» nicht als eine Technik zu benutzen. daß Gedanken und Gefühle vorhanden sind. Die unendliche Weite. gehen sie heim und praktizieren manchmal rigoros diese «Technik» und folgern dann. daß bestimmte Gedanken oder Gefühle Hindernisse für die spirituelle Entfaltung sind. Deshalb muß auch nichts ausgemerzt werden. wenn sie als die Wahrheit durchgeht. Das Leiden wird nicht durch bestimmte Umstände oder Erfahrungen verursacht. die Dinge zu sehen.Zeichen dafür sind.eine Interpretation -. Denn wie könnten wir. was erkannt wurde. daß etwas entfernt wird. die wir in Wirklichkeit alle sind. Spirituelle Anweisungen. sich nicht aufgelöst hat. was sie ist . wie sie sind. dieses «die Dinge als das zu sehen. leidet nie. daß du nicht die unendliche Weite bist. Der Sinn des menschlichen Lebens hat sich offenbart. dann gibt es nicht das geringste Problem.

Diese Menschlichkeit bietet der Substanz. bei denen sich das Unendliche immer noch mehr ausweitet. wie ich sie mittlerweile nenne. Dieses Leben entfaltet sich nun in einem Zustand. Glückseligkeit und Ekstase» können nur annähernd das Ausmaß der Wertschätzung des Unendlichen für sich selbst beschreiben. dann steigert sich das Ausmaß an Liebe. Die Worte «Liebe. bei dem wahrgenommen wird. sich selbst zu lieben -und die Liebe des Unendlichen für sich selbst ist absolut überwältigend. während sie in sich selbst wogt und die ekstatische Liebe noch verstärkt. die sie aus sich selbst heraus für sich selbst verspürt. ganz ungemein. Es gibt nur immer wieder «bus hits». Für all dies gibt es kein Ende. sich noch weiter auszudehnen. aus der wir alle bestehen. Wir alle sitzen im gleichen Boot. die Möglichkeit. um sich selbst aus sich selbst heraus zu erfahren. die Ekstase und die Glückseligkeit des Unendlichen weiten sich ununterbrochen aus. Für die unendliche Weite gibt es keine Grenzen. Das ist die Kraft dessen. Wir alle bestehen aus der gleichen unendlichen Substanz. die sie daran hindern könnte. und wenn eine Anzahl von menschlichen Kreisläufen gleichzeitig und bewußt am Unendlichen teilhaben. wie es ansonsten nicht möglicht wäre. wie es das Unendliche für sich selbst empfindet. daß das Unendliche innerhalb einer Unendlichkeit existiert. was allgemein als Gemeinschaft bezeichnet wird. und das ist wahrlich eine Erfahrung. die sich jeder Beschreibung entzieht. die Liebe. . während es in sich selbst zu einem nie endenden Crescendo anschwillt. Das Staunen.unendliche Weite hat diese menschlichen Kreisläufe erschaffen. wie es durch diese menschlichen Kreisläufe ausgedrückt wird. so wenig wie es einen Anfang gegeben hat. Doch auf diese Weise scheint sich das Unendliche natürlicherweise sich selbst zu präsentieren.

gibt es nur eine Antwort: Ich bin das Unendliche. nichts und alles .genau wie du. Ich bin niemand und zugleich jedermann. die unendliche Weite. um sich an ein noch unendlicheres Gewahrsein zu gewöhnen. wer ich bin. daß der Kreislauf manchmal eine weitere Anpassungsphase braucht. welche die Substanz aller Dinge ist.Die Substanz der unendlichen Weite ist für sich selbst in jedem Moment so direkt erfahrbar. . Auf die Frage.

die wir noch keinen «bus hit» erlebt haben? Was sollen wir solange tun? ANTWORT Was auch immer durch den nicht lokalisierbaren Handelnden. gibt es kein Verirren. Ich behaupte nicht. wenn von jenen — ob sie praktizieren oder nicht — erkannt wird. PADMASAMBHAVA FRAGE Du hast gesagt. Da. Es gibt zwar eine unendliche Vielfalt von tiefgehenden Praktiken. der sie ausführt. um darüber zu meditieren. der sie ausführt. daß du keine Praktiken empfehlen könntest. weil es keinen Handelnden gibt. es weder die Praktiken noch den Praktizierenden gibt. wird. gibt es keine Meditation. daß der die Praktiken Praktizierende nicht existiert — dadurch das Ziel der Praktiken erreicht — und auch das Ende der Praktiken selbst. daß es keine spirituellen Praktiken gibt. doch existieren sie für den Verstand in seinem wahren Zustand nicht. Da man nicht vom Weg abkommen kann.Epilog: Gespräche mit der unendlichen Weite Da es nichts gibt. geschehen soll. der schon immer der Handelnde gewesen ist. Doch es gibt einfach niemanden. Wenn die Praktiken darauf basieren. daß sie jemand vorschriftsmäßig ausfüh- . Wie ist es dann mit uns. damit die Handlung stattfinden kann. Es gibt kein «Ich». das entscheiden muß. was getan werden soll.

Ereignisse. daß das Mysterium der Natur überwältigend ist.ren muß. dann hat das wieder eine andere Bedeutung. wenn wir die Natur betrachten . Gefühle. Und trotzdem fühlen sich die Menschen getrennt von dem Bereich der Natur. Doch für diesen menschlichen Kreislauf gibt es keine Zweifel. Wenn es offensichtlich ist. Der nicht lokalisierbare Handelnde. damit die Dinge geschehen. Es gibt niemanden. daß es ein getrenntes. dann wird dem eine gewisse Bedeutung in bezug auf diesen fiktiven Jemand gegeben. Wenn es offensichtlich ist. und wenn andere Dinge geschehen. was es ist und immer war. Es ist einfach. «Ist es nicht absolut überwältigend?» sagen wir. daß Meditation stattfinden soll. auf den sich irgend etwas davon bezieht Gedanken. Es scheint recht einleuchtend. Sie erkennen. individuelles Selbst gibt. dann wirst du politisch aktiv werden. daß jedermann und alles die unendliche Weite ist. der hinter allem steht. dann wirst du meditieren. sich zu ändern — jemand Besseres zu werden. Wenn sich bestimmte Dinge ereignen. Es gibt niemanden. Wir erleben diese Ehrfurcht. Blumen. dann halten sie an der Meinung fest und verstärken sie sogar. daß jemand dafür verantwortlich ist. doch sie glauben. um ein besseres Leben führen zu können. der sein Leben auf eine bestimmte Weise führen muß. daß es in ihrem Leben darum geht. daß eine politische Aktivität stattfinden soll. Es ist wahrlich absolut überwältigend. um das richtige Ergebnis zu erreichen.Bäume. die Berge oder das Meer. damit es der Mühe wert oder damit es gehaltvoll ist. daß hinter der Natur kein lokalisierbarer Handelnder steckt und es niemanden gibt. Wenn ein anderer menschlicher Kreislauf eine konstruierte . Taten. auf den sie sich bezieht. gibt sich auf ganz eindeutige Weise zu erkennen. Dann macht man eine Therapie und versucht.

Den Handlungen gehen niemals Gedanken oder Gefühle voraus oder gar der Versuch. was sie ist . und daß als Folge dieser Entscheidungen ganz bestimmte . wo man im Moment nicht ist . das genau wie alles andere auch vorhanden ist. Die spirituellen Praktiken erschaffen eine Menge Bilder davon. Alles geschieht sehr unmittelbar. Sie ist. Die meisten spirituellen Praktiken beinhalten die Überzeugung. was sie ist. dann war die Antwort immer. welches die Entscheidungen trifft. was wir alle sind. den man Verwirklichung oder Erleuchtung nennt. daß es im Leben keine Wahl gibt. ist die Erfahrung des Offensichtlichen von Moment-zu-Moment. wieviel Angst ich erlebte. darzustellen versucht. und sie ist ebenfalls in der unendlichen Weite dessen. daß ich mich nicht im wahren Zustand befände. Keine Wahl zu haben. Doch die Verwirklichung ist nicht irgendwo anders: sie ist der natürlich auftretende menschliche Zustand. Sie gehört niemandem. was er ist. dann wird diese Konstruktion augenblicklich als das erkannt. daß es ein «Ich» gibt. FRAGE Was kannst du zu der Erfahrung sagen. der wählen könnte. Wenn ich zum Beispiel schilderte. die Dinge in den Griff zu bekommen. daß man irgendwohin kommen muß. wie dieser Zustand aussieht. sich zwischen den verschiedenen Handlungen oder Richtungen zu entscheiden? ANTWORT Die Moment-zu-Moment-Erfahrung in diesem Fall ist.«Ich-heit» präsentiert und sie als das. was wir sind. Doch Angst ist lediglich. Natürlich haben die meisten von uns im Leben das Gefühl. weil es niemanden gibt. daß etwas mit mir nicht in Ordnung wäre. vorhanden.ein Bestimmungsort.ein Haufen von Vorstellungen oder Gefühlen oder Körperempfindungen. Es ist einfach ein Gebilde. denn Angst sei ein Zeichen dafür.

Er ist das. und schon scheint sich diese Handlung auf jemanden zu beziehen. FRAGE Kannst du uns angesichts dessen. den konstruierten Bezugspunkt. Da dieser Prozeß so grenzenlos und unfaßbar ist. Diese Vorstellungen erschaffen. als gäbe es nur sehr begrenzte Handlungsmöglichkeiten. Er ist nicht etwas. Wenn man durch die Augen dieses Bezugspunktes schaut anstatt durch die Augen der unendlichen Weite. wie ich es nenne. ist. Doch das ändert nichts an der Tatsache. wer die Entscheidungen trifft und was sie im Gegensatz zu falschen zu richtigen Entscheidungen macht. und eines der Dinge. der wir alle sind. erklären. das man von jemandem bekommen kann. daß es mit keinem dieser Vorstellungen übereinstimmt. was du gerade gesagt hast. die in diesem Zustand verweilen. die Idee von der freien Wahl. ich stand doch nur an der Bushaltestelle! Wie kann also das. daß gewisse Lehrer. daß es niemals einen persönlichen Handelnden gibt. ihn anderen vermitteln können. was ich getan habe. Man hat Vorstellungen davon.Handlungen geschehen. obwohl sie in Wahrheit unbegrenzt sind. heißt es. FRAGE Da der Verstand das alles nicht begreifen kann. Du hast ihn ganz offensichtlich . Mein Gott. diese Erfahrung hervorgerufen haben? Dieses Leben dient lediglich als eine Beschreibung. Der Verstand schreibt sich selbst die Handlungen zu und sagt: «Ich habe es getan». dann sieht das für den Verstand so aus.der Ozean. die es beschreibt. es zu verstehen. daß dieser Zustand niemandem gehört. erschafft der Verstand bei seinem Versuch. Dieses Leben wurde anscheinend von der unendlichen Weite so geformt. was wir alle sind. So betrachtet ist das stärkste Geräusch der Klang des unendlichen Ozeans . weshalb du diese Diskussionen anbietest? ANTWORT Es gibt eine Menge Vorstellungen von diesem natürlich auftretenden Zustand.

nicht von einem lebenden Meister vermittelt bekommen. Anstelle von Licht und Liebe würde ich eher den Ausdruck Wellenbewegung benutzen — die . Sobald der menschliche Kreislauf beginnt. als Liebe und Licht wahrgenommen? ANTWORT Der Verstand muß erkennen. Die unendliche Weite nimmt sich selber in jedem Augenblick zugleich in jedem einzelnen Teil ihrer selbst aus sich selbst heraus wahr. hat die unendliche Weite einen bestimmten Geschmack. es nimmt sich einfach selbst waht. daß eine Person es einer anderen vermitteln kann? ANTWORT Die Vorstellung. von der du sprichst. katapultiert. daß es möglich ist. Dieser menschliche Kreislauf wurde an der Bushaltestelle in die bewußte Teilnahme am Sinnesorgan der unendlichen Weite. daß es jemandem gehört und an jemand anderen weitergegeben werden kann. aus der alles besteht. daß er das nicht begreifen kann. Doch das entspricht nicht im mindesten dem. ist nur scheinbar persönlich. dann kann möglicherweise die unendliche Weite in ihren Erfahrungen mehr in den Vordergrund rücken. Ich kann es nicht in persönlichen Begriffen ausdrücken. Das bezeichne ich als das Sinnesorgan des Unendlichen. was ich zu beschreiben versuche. denn alles. Glaubst du. wie die unendliche Weite sich selbst aus sich selbst heraus wahrnimmt. was er bereits ist. was ich jetzt sehe. Wie könnte es noch vermittelt werden? Dieser menschliche Kreislauf kann lediglich die unendliche Weite wahrnehmen. Werden andere menschliche Kreisläufe lediglich als solche wahrgenommen. unterstellt. die sich selbst in jedem Moment aus sich selbst heraus wahrnimmt. FRAGE Wird die unendliche Weite. Es hat keinen eigenen Geschmack. bewußt daran teilzunehmen. Jeder ist. etwas zu vetmitteln.

Wenn man beispielsweise in einer heißen Badewanne sitzt und sich nicht bewegt. was innerhalb und außerhalb von ihr ist. daß sie mit etwas erfüllt sind — zum Beispiel einem bestimmten Bezugspunkt besondere Wichtigkeit oder Bedeutung zu geben -. daß es mit jener Liebe verwechselt wird. aus der er besteht. Doch wer man ist. daß alle Formen. als leer erkannt werden. Niemand wird benötigt. Die unendliche Weite erlebt ganz gewiß Freude dabei. von denen wir normalerweise annehmen. Der Verstand kann das nicht erfassen. was wir alle sind. um das zu erfassen. zu erfahren. wenn sie sich selbst erfährt. damit es sich selbst erfassen kann. um dieses Geschehen für mich zu beschleunigen? Oder ist es einfach Gnade? . Sowohl die Linie als auch alles. die man in den Sand zieht. Schließlich ist es das. FRAGE Kann ich irgend etwas tun. Es ist recht schwierig. teilhaben zu lassen. Ganz nüchtern betrachtet. besteht aus demselben Sand. Ich kann nur sagen.Wellenbewegung der unendlichen Weite. Man könnte es mit einer Linie vergleichen. Sobald man sich bewegt. dann spürt man die Hitze des Wassers nicht. wird von sich selbst ununterbrochen wahrgenommen. denn es liegt außerhalb des Wahrnehmungsbereiches. Wenn du es Liebe nennen willst. wie ich es nenne. schließe ich mich dem an. Es erscheint simultan mit allem. scheint diese Freude der Sinn des menschlichen Lebens zu sein — nämlich den menschlichen Kreislauf bewußt am Sinnesorgan der unendlichen Weite. eine visuelle Beschreibung zu geben. die sich auf ein persönliches Selbst bezieht. doch ich möchte nicht. seine eigene unendliche Weite durch diese Wellenbewegung. spürt man die Hitze. Genauso bietet der menschliche Kreislauf der unendlichen Weite die Möglichkeit. was man zu sein glaubt.

Alles ist von einem unglaublichen Mysterium durchwoben. Es gab niemanden. Es ist die Interpretation des Verstandes. wo man bereits ist. bevor der Körper schwanger wird.ANTWORT Es gibt niemanden. wer was tun kann. Der Körper ist nur der Körper. Die Frage. daß Leiden . Ich kann dir also nicht sagen. wie ein Baby entsteht. «Wie soll ich den Verstand konstruieren? Wo soll ich das Herz hintun? Vielleicht sollte ich jetzt den Blutkreislaufin Bewegung setzen?» Um all dies kümmert sich das. damit sie existieren können! Oder stell dir vor. bestimmte Praktiken auszuüben. daß der Verstand sie begreift. was so völlig außerhalb der Wahrnehmungsfähigkeit des Verstandes liegt. so daß dabei die Frage von Vertrauen erst gar nicht ins Spiel kommt. Erstens: Erkenne die Dinge lediglich als das. die Sterne und Planeten würden daraufwarten. Ob es aus reiner Gnade geschieht. so stark wie möglich zu vertrauen oder zu akzeptieren oder sich vollkommen hinzugeben. Gefühle sind Gefühle. Daher gebe ich nur zwei Empfehlungen. dem ich raten könnte. denn so sieht die unendliche Weite immer alle Dinge. Gedanken sind Gedanken. doch ein solcher Bezugspunkt existiert für die unendliche Weite überhaupt nicht. die Bäume. denn das würde sich auf jemanden beziehen. daß der Verstand begreift. die Wolken. was man tun sollte. der der Ausführende ist. um dahin zu kommen. ist absurd. damit dies geschehen konnte. damit er zur unendlichen Weite wird. Schau dir die Welt an und stell dir vor. Ich wollte es noch nicht einmal. Auf unendlich mysteriöse Weise kümmert sich der nicht lokalisierbare Handelnde in jedem Moment um alles. was er tun soll. der versuchte. Du bist sie bereits — immer und ewig. kann ich nicht sagen. der Körper würde darauf warten. Ich stand ganz einfach an einer Bushaltestelle. basieren auf einem Bezugspunkt. Die Anweisungen. was sie sind. die dazu führt.

daß alle Dinge nur das sind. FRAGE Wenn du das tust. daß du das Offensichtliche tust. wie der Verstand einen Bezugspunkt aufbaut. daß mit mir etwas nicht stimmt. daß da ein Problem ist. Wut oder Traurigkeit Zeichen dafür sind.» Doch der Verstand kann das . was sie sind. was er nicht wahrnehmen kann. oder ist es das vielleicht nicht? Wenn ich das wahrhaftig Offensichtliche finde. daß ich dem Offensichtlichen folge? Ist es wirklich das Offensichtliche. was das Offensichtliche ist. bevor man ihm dann folgt. daß bestimmte Gefühle oder Erfahrungen eliminiert werden müssen. denn auf diese Weise enthüllt der mysteriöse Handelnde.entsteht . was offensichtlich ist.eigentlich eher eine NichtEmpfehlung .ist. Der Verstand tendiert zu komplexen Gebilden und Kampf. doch die unendliche Weite erkennt mit einem Blick. daß dich der Verstand nicht ganz subtil in die Irre führt und dich davon überzeugen will. damit ich in Ordnung bin. Damit will ich nicht sagen. wenn das in Wirklichkeit gar nicht der Fall ist? ANTWORT Du beschreibst. der hinter jedem einzelnen Leben steht. daß Angst. Nimm nur die Redensart: «Das ist einfach zu offensichtlich. Der Verstand nimmt normalerweise das Offensichtliche nicht wahr und wertet gerne ab. Die zweite Empfehlung . daß etwas praktiziert oder erreicht werden muß. permanent die Wahrheit eines jeden Momentes.das Gefühl. Auf diese Weise interpretiert der Verstand ununterbrochen. um die unendliche Weite zu werden. dann werde ich ihm folgen. Das ist der Bereich des Verstandes. daß man erst herausfinden muß.» Es ist demnach nicht kompliziert oder schmerzhaft genug. woher weißt du dann. den er dann entsprechend seiner eigenen Standards nach dem Offensichtlichen abfragt: «Woher weiß ich. dem Offensichtlichen zu folgen.

Doch ich weiß. wie der Verstand als Empfänger der Wahrheit hingestellt wird. universelleren Verstand? Ich meine nicht. daß man den Verstand ignorieren sollte. erkennt den Verstand als genau das. Doch das Offensichtliche wartet nicht darauf.Offensichtliche nicht identifizieren. Die unendliche Weite verlangt nicht vom Verstand. einen Bezugspunkt zu konstruieren. Warum sollte man unendlicher Verstand sagen? . was er ist — also gibt es keine Probleme.oder mit Problemen oder Angelegenheiten. Die unendliche Weite als den unendlichen Verstand zu bezeichnen. also produziert er Zweifel. Nur wenn die Zweifel. Der Verstand mag es nicht. mit der Wahrheit verwechselt werden . wenn man ihn übergeht. ob das Offensichtliche nun die passende oder die unpassende Handlung wäre. Sie erkennt ihn lediglich als das. daß der Verstand es wahrnimmt. die wir alle sind. FRAGE Sprichst du nicht nur von einem unendlicheren. daß ich manipuliert werde. das er nicht begreifen kann. oder bin ich hereingelegt worden? Das ist lediglich die Reaktion des Verstandes auf etwas. als von einem unendlichen Körper oder von unendlichen Gefühlen zu sprechen. und in dem Moment fühlt sich das alles sehr natürlich und gefällig an. was meine Intuition mir als das Offensichtliche anbietet. was er ist und genau tut. War es das Offensichtliche. in irgendeiner Weise anders zu sein. Er besteht aus der gleichen Substanz wie das Unendliche -so wie alles andere auch. die der Verstand konstruiert hat. Ich fühle mich gezwungen. um zu wissen. ANTWORT Der Verstand muß als das erkannt werden. Und die unendliche Weite. was ein Verstand nun einmal tut. ist auch nicht anders. was offensichtlich ist . ANTWORT Du beschreibst. was er ist.dann beginnt das Leiden. damit es gelebt werden kann. das zu tun. die man erst lösen muß. FRAGE Ich bin mir nicht bewußt.

Ich habe eine Trainingsgruppe mit Psychotherapeuten ins Leben berufen. die durch diesen Kreislauf geschehen. was er ist. weil ich all dies den The-rapeuten vermitteln möchte. hat dieser Berufszweig ein Diagnose-Handbuch erstellt. was er ist? Ich will damit auf keinen Fall sagen. das Steuerrad zu übernehmen. abnormal oder funktionsunfähig angesehen und müssen somit ausgemerzt werden. Die Präsenz von Gedanken. Gefühlen oder Verhaltensweisen beeinflussen für keinen einzigen . das ein weites Gebiet menschlicher Erfahrungen pathologisiert. scheint zu sein. Die unendliche Weite sieht den Verstand nicht als ein Problem oder als ein Zeichen dafür. Doch wer soll sie ausmerzen und warum? Das Unendliche erwartet nicht. daß es das Unendliche ist. denn man hat ihm beigebracht. wie sie sind. nach einer solchen Erfahrung Psychotherapeutin zu werden? ANTWORT Eine der Aufgaben der unendlichen Weite. um den Bezugspunkt herzustellen und daran festzuhalten. wird eine psychologische Bedeutung zugeordnet. Es gibt so viele starre Vorstellungen darüber. deren Beruf es ja ist. was entsteht. wie wir sein sollten und was gesund oder ungesund ist. daß etwas nicht in Ordnung ist oder verändert werden muß. Der Verstand ist vorhanden. die Dinge zu sehen. Psychotherapeuten zu erreichen. Leiden zu beenden. damit eine « Heilung» oder « Gesundung» geschehen kann. Für die westliche Welt ist es jedoch sehr wichtig. den Verstand als das zu erkennen. daß man den Verstand ignorieren sollte. das den Verstand als das erkennt.Warum sagst du nicht einfach. FRAGE Was hat dich dazu gebracht. daß irgend etwas ausgemerzt wird. Anstatt Menschen dabei zu unterstützen. und er besteht aus der gleichen Substanz wie alles andere. bestimmte Dinge werden als unerwünscht. Allem.

bei denen sie waren. Wenn jedoch diese negativen Vorstellungen. als es der Autor beschrieben hat oder mein ehemaliger Thera-peut für gesund oder spirituell hielt. oder ist das Leiden genauso vollkommen wie alles andere auch? ANTWORT Wenn man Dinge nicht als das erkennt. wie man beim Angriff des Gegners sein Momentum dazu benutzt. warum sie die Wahrheit sind. was ich bin. Den negativen Bezugspunkt.» Im Aikido lernt man. ihn aus dem Gleichgewicht zu werfen. sich wirklich zu kennen. Überzeugungen oder Gefühle einfach als das erkannt werden. dann gibt es kein Leiden. Sieh doch nur. das sie in Büchern gelesen haben. sondern ihnen eine andere Bedeutung gibt. Ich nenne das die Anklage: Man konstruiert negative Bezugspunkte. Das Negative scheint wesentlich echter und tiefer als alles andere zu sein. die dann alle Beweise dafür liefern. und erst wenn ich mich verändere und mich von der Negativität befreie. Die Verherrlichung des Negativen ist unglaublich stark. « Siehst du. FRAGE Wie ist das mit dem Leiden? Gibt es unnötiges Leiden. Doch wenn sie für das gehalten werden. ist im Westen weitverbreitet. das negative Selbstbild für die Wahrheit zu halten. dann erzeugt das Leiden. Wenn man sich wehrt. dann entsteht das Gefühl. dann gibt es ihnen das Gefühl. schafft man unnötige Konflikte. wie ich mich verhalte. um ihren Fall zu untermauern. Ganz sicher stimmt mit mir etwas nicht.Augenblick die Unendlichkeit des Unendlichen. ich verhalte mich anders. Gefühle und an- . Das trifft genauso auf alle Gedanken. oder auf etwas. Wenn Menschen über ihre Probleme reden. was sie sind. daß mit mir etwas nicht stimmt. Die Leute sagen zu mir: «Selbstverständlich bin ich das. was sie sind. wird mein Leben annehmbar sein.» Sie verweisen manchmal sogar auf Therapeuten. wie ich mich fühle und wie ich denke.

und dann verflüchtigen sie sich wieder auf ganz natürliche Weise. das Seegras ist immer noch da.) .dere Erfahrungen zu. die im Frühjahr 1996 stattfanden. Mit mir stimmt etwas nicht!» Wenn sie auftauchen. dann nimmt sie der Ozean als das wahr. (Diese Fragen und Antworten stammen aus öffentlichen Gesprächen. er schafft niemals einen negativen Bezugspunkt und sagt: «Verdammt noch mal. was sie sind. die im Ozean unseres Selbst auftauchen. Der Ozean lehnt sie niemals ab.

Mit dem Einbruch des Frühlings haben sich folgende Personen als Mitspieler in der unendlichen Weite erwiesen: Stephan Bodian. Viele von ihnen haben einen entscheidenden Beitrag geleistet. meinen Eltern. Judith . indem er die unendliche Weite aus der Abstellkammer geholt hat und ein talentierter Herausgeber und Freund war. Ram Dass. Andrew Cohen. Maharishi Mahesh Yogi für seine Beschreibung des transzendentalen Bereiches. Lisa und Myron Segal. Poonjaji. All den Psychotherapeuten. ins Leben zu rufen. die erfolglos versucht haben. Ramana Maharshi. John Prendergast. die eine Bushaltestelle zur Verfügung stellten. All jenen. Gangaji. weil gerade kein BodhiBaum in der Nähe war. Reb Anderson. die die Anwesenheit der unendlichen Weite während der Winterzeit bestätigten: Jean Klein. ire Rolle gespielt haben.Anerkennung Ich möchte all jenen danken. was sie erkannt hatten: Richard Miller. Daniel und Robert Segal. meinen Brüdern. Jack Kornfield. Christopher Titmuss. die unendliche Weite zu heilen. für ihre Partnerschaft im Familienleben. die Sie gerade gelesen haben. Steven Kruszynski für seine Partnerschaft in der Winterzeit und seine Vaterrolle für Arielle. zu allen Jahreszeiten anwesend. Den öffentlichen Pariser Verkehrsmitteln. die in dem mysteriösen Ablauf des Unendlichen. die mit der ersten Welle kamen und dann mit einer größeren Gemeinde teilten. um diese Beschreibung. John Tarrand. die mich in diese Welt gebracht haben. so wie er sich in diesem Leben manifestiert hat. Michael Batli-ner mit seinem radikalen Enthusiasmus. Hameed Ali. All jene.

Suzanne Segal ist am 31. Elliott Isenberg. privaten Gesprächen und kleinen Gruppen teilgenommen haben.Shiner. Lela Landman. März 1997 an Krebs gestorben. Und schließlich all jene. Krishna. Neil Lupa für seine Kameradschaft in der unendlichen Weite. . Peter Scarsdale. die an der Beschreibung der unendlichen Weite in Diskussionen.