Inhalt
Vorwort 7 Einführung 13 Die frühen Jahre 17 Der transzendentale Bereich 27 Präludium der Leere 51 Kollision mit der Leere 61 Die entwertete Leere 89 Die Leere analysieren 101 Die Leere als die Weite erkennen 123 Das Geheimnis der Leere 145 Ein Leben in der unendlichen Weite 153 Epilog: Gespräche mit der unendlichen Weite 175 Anerkennung 187

Vorwort
Es gibt nur eine Realität, eine Wahrheit, ein Bewußtsein, das in diesem Moment durch Deine wie durch meine Augen schaut. Sie ist das absolute Subjekt aller Objekte, die Basis des Seins, in der alle Manifestationen erscheinen und vergehen, und aus der sich alle scheinbar objektive Existenz zusammensetzt. Wie Meister Eckehart es ausgedrückt hat: «Die Augen, mit denen ich Gott sehe, sind die Augen, mit denen Gott mich sieht.» Egal wie man es nennt, die Buddhanatur oder der Geist, die Leere oder das Selbst - alle Religionen weisen in die gleiche Richtung und bieten verschiedene Methoden an, sich dieser Wahrheit zu nähern. Und doch ist, daran lassen die esoterischen Traditionen keinen Zweifel, das Ganze ein unbeschreibliches Mysterium, das der Verstand nicht erfassen kann. Das abgetrennte Selbst, das voller Sehnsucht die Wahrheit erfassen möchte, muß zuerst als das erkannt werden, was es ist — ein zwangsläufiges Gebilde bar jeglicher unvergänglicher Existenz -, bevor wir offen sein können für die Erkenntnis, daß wir nichts anderes sind als dieses Mysterium. So wie uns die großen Weisen immer wieder daran erinnern: «Der Suchende ist das, was er sucht; der Schauende ist das, wonach er Ausschau hält.» Es gibt nichts anderes, nur das! Und damit haben wir den Punkt erreicht, wo uns Worte nicht mehr weiterbringen und wir nur voller Ehrfurcht das Unfaßbare bewundern können. In jeder Epoche hat es einige seltene Individuen gegeben, die uns durch ihre unerschütterliche Überzeugung und Klarheit daran erinnern, daß wir genau dieses Unfaßbare sind. Eben weil sie jenseits aller begrenzenden Identitäten sind und andere in kei-

suchte sie Hilfe in der westlichen Psychologie und hat sogar ihren Doktor in klinischer Psychologie gemacht. haben es diese Weisen typischerweise abgelehnt. und wie dann schließlich diese transformierende Erfahrung in eine vollkommene Selbst-Verwirklichung erblüht. Genau wie bei Ramana geschah Suzannes Verwirklichung sehr plötzlich. die uns ohne Umwege auf unsere Identität mit dem Mysteriösen verweist .Suzanne Segal. wo sich ihre persönliche Identität aufgelöst hatte. als sie 1992 in meiner Praxis für Psychotherapie erschien.und im nächsten Moment war sie niemand mehr. die Rolle eines Lehrers oder Gu-rus anzunehmen. diese Identität (allerdings ohne jeglichen Erfolg) wiederherzustellen und sie auf höchst beängstigende Weise davon überzeugt. Für Ramana Maharshi zum Beispiel. untrennbare Selbst. waren alle. die Sie in den Händen halten. daß sie ein ernsthaftes Problem hätte obwohl sie natürlich niemand zu heilen vermochte. Dieses Buch präsentiert uns eine weitere Stimme. obwohl der Verstand es unerbittlich als etwas Krankhaftes abstempelt. die sie seit zehn Jahren gequält hatte. die zu ihm kamen. Sie stand an einer Haltestelle und wartete auf den Bus . mit dieser Erfahrung klarzukommen. hatte ihr Verstand darum gekämpft. mit dieser übermächtigen Transformation klarzukommen. unerwartet und ohne jegliche Vorbereitungen. Bevor sie zu mir kam. Seit dem Moment. . Diese Autobiographie. um Hilfe gegen ihre Angst zu suchen. beschreibt die außergewöhnliche Geschichte einer jungen. daß mit ihr ganz entschieden etwas nicht stimmte. die alle darin übereinstimmten. jüdischen Frau aus dem mittleren Westen und ihre Versuche. den großen Weisen aus Südindien. hatte sie fast ein Dutzend andere Therapeuten aufgesucht.ner Weise als getrennt oder verblendet erachten. Ihre persönliche Identität als Suzanne Segal löste sich in einem kurzen Augenblick auf und kehrte niemals mehr zurück. Bei ihrem Versuch. Ich traf Suzanne Segal das erste Mal. das eine heilige.

wie sie angenommen hatte. akzeptierte sie meinen Vorschlag. im November 1994.schließlich identifizierte sie sich nicht mehr mit einer Person —. warum sie so starke Ängste hatte. wie sie mit der Angst umgehen sollte. die ich jetzt erlebte. damit zu Rande zu kommen. transformiert worden war. ob ich bereit wäre. um Hilfe zu suchen. daß mit ihr ein tiefgehendes spirituelles Erwachen geschehen war. mit ihren Fragen meinen Lehrer Jean Klein aufzusuchen. Sie hatte in Umrissen einen Bericht von ihrer « Kollision mit der Unendlichkeit» und den darauf folgenden Jahren niedergeschrieben. daß eine ausführlichere Beschreibung den Leser stärker einbeziehen würde und die Geschichte ihres Erwachens und des Kampfes des Verstandes. Während unserer Zusammenarbeit wurde mir klar. Ich schlug ihr vor. und teilte ihr dies auch mit. Nachdem er bestätigt hatte. fröhliches Wesen. Ich konnte jedoch nicht verstehen. ihr zu helfen. zugänglicher machen würde. daß die Abwesenheit eines «Ich» alles andere als ein Problem sei. über ihr persönliches Leben zu berichten . Die Suzanne. die vor drei Jahren in meine Praxis gekommen war. Obwohl sie sich nicht daran interessiert zeigte. daß die angsterfüllte Frau. sondern der «vollkommene» Zustand des Seins. denn ich gab zu bedenken. der zu diesem Zeitpunkt in der Nähe Gespräche über Advaita (Nicht-Dualismus) gab. ihr bei der Veröffentlichung ihrer spirituellen Autobiographie zu helfen. erhielt ich einen Telefonanruf von Suzanne.Als mir Suzanne ihren andauernden Bewußtseinszustand beschrieb. Fast drei Jahre lang sah ich sie nicht wieder. gab Jean ihr einige Ratschläge. Ich ermutigte sie sogleich. und sie fragte mich. Dann. war ein furchtloses. auch die Details einzubeziehen. Kapitel für Kapitel nahm die Autobiographie die jetzt vorliegende Form an. besonders ihre Kindheit und ihre Jahre des Lernens und des Praktizierens bei TM. das Liebe ausstrahlte und dessen spirituelle . erkannte ich augenblicklich. Ich war bereit. diesen Kern in eine umfassendere Schilderung ihrer Reise zu entwickeln.

oder halten die Angst für etwas. daß ich trotz vieler Jahre des Praktizierens und zahlreicher Einblicke in die Natur des Seins etwas falsch machte.Weisheit auf einer Ebene war wie die der Meister des Zen und Ad-vaita.die ich oft und ohne einen offensichtlichen Anlaß erlebte — bedeutete. weg-zuläutern oder weg-zu-lieben. die ich aufs höchste respektiere. Tatsächlich enthält das unbegrenzte Gewahrsein. daß sie mir half. verbrachten wir eine Stunde damit. dann wäre ich frei. total zugänglich und ohne eine Spur von Heuchelei oder Ehrgeiz . Ich fragte Suzanne. unsere jeweiligen Arbeitsstunden gegeneinander aufzurechnen. Traurigkeit und andere scheinbar «negativen» Emotionen sind ebenfalls darin enthalten. sich festzusetzen. und sie willigte ein. denn wenn das Unendliche . auch alle mentalen und emotionalen Zustände. mein eigenes spirituelles Verständnis zu vertiefen und zu verfeinern. sie weg-zu-atmen. wie Seegras. als daß Angst gegenwärtig ist. daß die Gegenwart von Angst nichts weiter bedeutet.das wir alle tat- . desto mehr schien sie sich zu verhärten. Angst. meine Einsichten ins tagtägliche Leben zu integrieren. es sei denn. die ich an dem Buch arbeitete.Qualitäten. ob sie bereit wäre. die sie uns erzählt. Sie vernebelt nicht unsere wahre Natur. das in dem unendlichen Ozean unseres Selbst schwimmt. das sie gar nicht ist. Nur gibt es kein separates Selbst.» Doch je mehr ich dagegen ankämpfte und versuchte. Suzanne half mir zu verstehen. wir gehen der Geschichte auf den Leim. Eifersucht. was mich wiederum daran hinderte. Im Gegenzug für jede Stunde. absolut alles. auf das sie sich beziehen. Ganz besonders war ich immer davon überzeugt gewesen. welches unsere wahre Natur ist. die ich aus den Tagen meiner Zen-Stu-dien als Gütezeichen eines erwachten Zustandes kennengelernt hatte. Ärger. Zugleich erschien sie mir völlig normal. daß die Gegenwart von Angst . Mein Argument war immer: «Wenn ich doch nur diese Angst loswerden könnte.

und nach ein paar Monaten drängten sich mehrere hundert Menschen in einer nahe gelegenen Kirche. Statt dessen besteht sie darauf. die ich als Herausgeber. Wie bei allen anderen Gelegenheiten sagte Suzanne. als die sie sich auf diesen Seiten beschreibt. sie mit einigen meiner Freunde bekannt zu machen. das heißt. eine «Beschreibende» des «natürlich auftretenden Zustandes» eines jeden von uns zu sein. aus der alles besteht und in der alles verweilt.und in dieser Abwesenheit enthüllt sich das Unendliche. wie könnte es dann anders sein? Nach ungefähr sechs Monaten und einigen wichtigen Durchbrüchen meinerseits schlug ich Suzanne vor. Berater und Freund mit Suzanne verbracht habe. Egal was wir zu sein oder wie mißgeleitet wir zu sein glauben. daß wir in Wirklichkeit die Basis des Seins selbst sind . Als der Herausgeber des Yoga Journals seit zehn Jahren habe ich eine gesunde Skepsis gegenüber Menschen entwickelt.sie bezeichnet es als die «Unendliche Weite».wahrhaftig unendlich ist. Nach vielen Stunden. daß ungefähr ein Dutzend von uns an einem Nachmittag im Haus eines Freundes zusammenkamen. dem sie möglicherweise gehören könnte. Es ist tatsächlich niemand zu Hause . Diese Unendliche Weite gehört niemand bestimmten. wenn es «offensichtlich » wäre. noch Heilige — genau diejenige ist. sich als Lehrer zu bezeichnen. Trotz dieses wachsenden Zulaufs lehnt Suzanne es ab. und so ergab es sich erst in den letzten Tagen des Jahres 1995. wie sie ihre Geschichte erzählte und Fragen beantwortete.sächlich sind . jene unbegrenzte Substanz. sie erinnert uns daran. daß dies geschehen würde. jedesmal ein größerer Kreis als zuvor. Es folgten weitere Zusammenkünfte. um ihr zuzuhören. kann ich aus vollster Überzeugung sagen. . es gibt gar kein getrenntes Selbst. daß diese bemerkenswerte Frau — weder Lehrer oder Guru. die sich als spirituelle Lehrer ausgeben.

und ich glaube. daß Suzannes einmalige Art. eine Rolle bei seiner Geburt gespielt zu haben.Ich bin davon überzeugt. Ich bin glücklich. die zeitlosen Wahrheiten auszudrücken. das Potential hat. daß dieses kleine Buch dazu bestimmt ist. viele Menschen zu erreichen. ein spiritueller Klassiker zu werden. die sich vielleicht sonst nicht davon angezogen fühlen. Stephan Bodian. Mill Valley /Kalifornien. Juni 1996 .

um damit neue «altertümliche Texte» zu schaffen. als ich es mir bisher vorgestellt oder erwartet hatte. Die Geschichten unserer Vorfahren zeigen uns Wege auf. Es ist der Bericht über die vierzehn Jahre. die der vollständigen und unwiderruflichen Zerstörung der persönlichen Identität folgten.Einführung Als Menschen aus dem Westen. Während dieser Zeit suchte . Da sich unsere spirituellen Erfahrungen von denen der Menschen im Osten unterscheiden. indem wir über unsere Erlebnisse berichten. so daß wir uns wieder aufs Neue orientieren. Werte und Ängste in einer speziell vom Westen geprägten Weise erlebt. Es ist genau wie auf unseren Straßen: Wenn wir glauben. welche als Landkarten westlichen Stils für das Territorium der Spiritualität dienen könnten. neue Wegweiser benutzen müssen. wird eine weitere Tankstelle gebaut. müssen wir uns gegenseitig unterstützen. Die Erfahrung war so völlig anders. Die Geschichte in diesem Buch ist mein Beitrag für die neue Version der altertümlichen Texte. unsere Berichte über die Transformationen zu sammeln. der permanenten Auflösung und dem Abblättern von allem. Diese tiefgreifende Transformation ist in vielen der klassischen spirituellen Texte des Ostens beschrieben worden. eine neue Ampelanlage oder ein Supermarkt errichtet. wir kennen die Strecke wie im Schlaf. daß es mehr als ein Jahrzehnt dauerte. Ich jedoch habe diese Transformation aufgrund meiner kulturellen Überzeugungen. auf der Suche nach spiritueller Transformation. was ich bislang als mein individuelles Selbst bezeichnet hatte. an denen seit ihrer Entstehung immer wieder Neues errichtet worden ist. Erziehung. bis sich die Auswirkungen integriert hatten. wäre es hilfreich.

doch ich fand keine. was die Vorfahren beschrieben haben. um in der Welt angemessen funktionieren zu können . nur mit Schrecken erfüllen. was man zu sein glaubt. auf die sich diese Ereignisse beziehen. das alles zusammenhält und für all das steht. Im Westen herrscht die Meinung. doch sie bietet zusätzlich . Auch .ich nach Berichten über ähnliche Erfahrungen. vernichtet jegliche persönliche Vorgeschichte. einen Kontext und einen Weggefährten für diejenigen zu schaffen. sie beziehen sich nicht mehr auf ein «Ich».die Erfahrung der Reise selbst. so lautet die Überzeugung. Ohne ein Selbst. deren Bestimmung es ist. Die persönliche Vergangenheit ist dann nur noch eine Erzählung ohne einen Autor und von Ereignissen ohne einen persönlichen Bezug. Als Westler kann uns die Vorstellung. Dieses Buch entstand aus dem Bedürfnis. daß sich das Selbst als völlig leer herausstellt. von Nicht-funktionieren bedeutet. daß man ein persönliches Selbst haben muß. die sich auf unvorstellbare Weise in den Vordergrund schiebt. die mir vielleicht auf dem Weg durch diese höchst herausfordernden und beängstigenden Zeiten der Reaktionen des Verstandes auf diese unfaßbare Leere der «Ich-losigkeit» hätten helfen können .daß es das Selbst ist. Die Erfahrung.was die Vorfahren nicht eingeschlossen haben . löscht für immer die « Person » aus. Schließlich zählt das persönliche Selbst im Westen zu den allerhöchsten Werten. ist man reduziert zur Idiotie oder zum Wahnsinn. doch niemand würde es ernsthaft als das Erwachen in die Wahrheit bezeichnen. Die Beschreibung dieser Geschichte macht deutlich. die Leere des persönlichen Selbst zu erfahren — eine Leere. Diese Chronik von einem «Leben jenseits des persönlichen Selbst» ist eine moderne Version dessen. daß ein Leben ohne persönlichen Bezugspunkt auf gar keinen Fall einen Zustand von Unfähigkeit. ohne ein Selbst zu sein.

die Geschichte mit einzubeziehen. die einmal Suzanne Segal war. Es ist äußerst wichtig. diese Geschichte mit einem offenen Bewußtsein zu lesen. Mein Herausgeber hatte mir geraten. Der machtvolle Einfluß der westlichen Psychologie in unserer Kultur hat viele Menschen davon überzeugt. der ihre Erfahrungen zu schätzen wußte. nicht auf das Unpersönliche. Hier gibt es keine linearen Kausalitäten. ist einer der wichtigsten Punkte. daß Erwachen vielleicht nicht den traditionellen Bildern entspricht. daß die Formalitäten der Sprache es erfordern. die Geschichte von Suzanne Segal zu lesen. Die Person hingegen. doch sie lebt mit den Erinnerungen an eine Geschichte. um beengende Kategorisierungen wie auch die Tendenzen der Psychologie. anstatt sie niederzumachen oder zu pathologisieren. die nicht mehr existiert. Dinge zu pathologisieren. den dieses bestimmte Leben verdeutlichen kann. Die Ereignisse aus der Vergangenheit beziehen sich auf das Persönliche. persönliche Fürwörter zu benutzen. die nicht den traditionellen Vorstellungen dessen entspricht. wären sie sicherlich recht unterschiedlich ausgefallen. auf das individuelle Selbst. zu vermeiden. Die Geschichte über jenes Leben ist die Fiktion einer Person. bevor das persönliche Selbst abfiel. das universelle Selbst. Machen Sie nicht den Fehler. Bitte vergessen Sie beim Lesen auch nicht. . bevor «Ich » nicht mehr war. Die Erkenntnis. über jene Person zu schreiben. ist ohne eine persönliche Identität. die «ursächlich» mit dem Abfallen des Selbst verbunden sind. Es war eine Herausforderung für mich. wer «Ich » war.wenn sie die Erfahrungen ihrer Reise beschrieben hätten. die dieses Buch schreibt. was man allgemein unter Erwachen versteht. da die Verfasser in einem Kulturkreis lebten. die in ihrer Kindheit nach Erlebnissen fahndet. daß die Wurzeln aller menschlichen Erfahrungen in der frühen Kindheit zu suchen sind und daß psychologische Theorien jeden Punkt eines Kontinuums belegen können.

«mir» und «mein» zu benutzen. Das Mysterium.um eine Erfahrung zu beschreiben. ist unendlich groß. die nichts Persönliches mehr hat. . bezieht sich auf niemanden. ohne die Worte «ich». dem alles unterliegt. wie Sie es auf dem Papier finden. doch kann man unmöglich eine Geschichte erzählen. Das «Ich».

Der Name war nur noch ein Wort. Es gab keine Person mehr. Eine unendliche Weite tat sich auf. meine Lungen im eisernen Griff nackter Angst gefangen. eine Ansammlung von Lauten. Dann wurde er mit jeder Wiederholung schwächer. mein Herz schlug bis zum Hals. Mein Name. Doch später am Tage kam ich zurück. Als ich sieben oder acht war.Dann stieg langsam die Angst in mir auf.Die frühen Jahre Wer spricht die Worte mit meinem Mund? RUMIAls Kind meditierte ich auf meinen Namen. weiße Couch im Wohnzimmer meiner Eltern und sagte immer wieder meinen Namen vor mich hin. anfangs voller Stärke und Intensität. Für ein kleines Mädchen meines Alters war es einfach zu beängstigend. setzte ich mich oft im Schneidersitz mit geschlossenen Augen auf die lange. An diesem Punkt brach ich es immer ab. . zwang mich zur Rückkehr aus der unendlichen Weite und zurück in die Identifizierung mit diesem Namen. wanderte umher. Der Name hallte bei jedem Mal in meinem Verstand wider. setzte mich wieder auf die Couch und begann aufs Neue den Namen vor mich hin zu sagen. wer ich war. keine Identifizierung mit diesem Namen. wie ein Schiff. das plötzlich von seinem Anker losgelöst auf den Wellen des Meeres dahintreibt. auf die sich der Name bezog. bis eine Schwelle überschritten wurde und die Identität mit dem Namen zerbrach. die in einer unendlich weiten Leere pulsierten. Niemanden. ich japste nach Luft.

die es praktisch ohne jegliche Ausbildung zu immensem materiellen Erfolg gebracht hatten. der zu meiner bleibenden Realität werden sollte. Als ein Mann der Tat stieg er aus einer Generation von Einwanderern empor. Sie hatte das Inferno der Judenvernichtung überlebt und trug eine abgrundtiefe Traurigkeit in sich. nachdem sie während des Krieges aus einem polnischen Arbeitslager entflohen war. Als ich vier Jahre alt war. eine Vorandeutung auf den tiefgehenden und permanenten Zustand. Doch dieses Abfallen jeglicher persönlicher Identität. die dazu beitrug. die als Einwanderer in dieses Land kamen . auf diese Reisen zu gehen. Und genau dort beginnt diese Geschichte. die Auflösung des Ich-Gefühls während der täglichen Praktiken als ein kleines Mädchen war nur eine Art Vorbereitung. ein Imperium aufzubauen. welche auch die Zeit nicht lindern konnte. wollte ich unbedingt lesen lernen. doch besonders meine Mutter strahlte die schmerzliche Melancholie eines Menschen aus. als er gerade ein Junge von fünf Jahren war und meine Mutter mit acht-undzwanzig. Mein Vater überstand die harten Anfangszeiten.eine Taktik. Die Reise begann. und machte ihr schon nach zwei Wochen einen Heiratsantrag. der Jahrzehnte menschlicher Grausamkeiten erleben mußte.mein Vater. Er suchte sich eine Frau aus. und das hat er auch erreicht. indem er nach außen hin härter wurde . . oder wie die Idee überhaupt entstanden ist.Ich werde wohl nie erfahren. was mich dazu trieb. Ich war das zweite Kind und die einzige Tochter meiner Eltern. die seinen Idealen von Schönheit und Kunstverstand entsprach. ihn zu einem der erfolgreichsten Geschäftsleute auf seinem Gebiet zu machen. als der Name verschwand und sich an seiner Stelle eine immense Leere auftat. Sein Ziel war es. Sie hatten beide sehr schwere Zeiten in ihrem Leben durchgemacht. Sie war gerade erst aus Italien in dieses Land gekommen.

diese schwarzen Zeichen auf dem weißen Papier. als ich in meinem Rüschenkleidchen und den glänzenden Lackschuhen auf dem Hocker stand. diesen geheimnisvollen Kode zu brechen. daß ich sie oftmals anrief. Auch heute noch. zwei oder drei Worte zu entschlüsseln. sondern auch aus Angst. und starrte wie ein Wachposten in . hatte ich jedesmal unglaubliche Angst. kletterte darauf und rezitierte die Geschichten. wann die Seite umgeblättert werden mußte. um die genaue Zeit zu erfahren. Während ich auf ihrem Schoß saß und sie genau beim Lesen beobachtete. prägte ich mir jedes Wort ein und wußte genau. glänzende. erinnern sie sich unweigerlich an die Zeiten. wenn meine Mutter das Haus verließ. Es war so beängstigend. wann sie und mein Vater wieder heimkommen würden. voller Erregung mit meiner schönsten Erwachsenenstimme «vorzulesen» und die Seiten genau im richtigen Moment umzublättern. die ich mir eingeprägt hatte. Meine Mutter mußte mir mehrmals am Tag aus meinen liebsten Märchenbüchern vorlesen. Ich stand dann an dem Fenster. holte ich den Hocker aus der Küche. diese Geschichten zu kennen und ihr Erzähler zu sein. übergroße. immer wenn ich Freunde meiner Eltern treffe. Es machte mir unglaubliche Freude. Es machte mir ungeheure Freude. von dem ich die Einfahrt überblicken konnte. bunten Bücher gegen meine Knie gelehnt. Ich starrte auf die Schrift. cartoonähnliche Ausgaben. Als ich noch klein war. den Freunden meiner Mutter mein Können vorzuführen. Das Vermächtnis meiner Mutter bestand jedoch nicht nur aus Trauigkeit. überkam mich eine große Freude.Ich ging mit meiner Mutter in die öffentliche Bücherei und saß mit ihr viele Stunden in der Kinderbuchabteilung. Ich schaffte es. wenn mir das gelungen war. Immer wenn meine Eltern eine größere Gesellschaft bei uns gaben. und jedesmal. eines der großen. um Geschichten zu rezitieren. und verwandte all meine Konzentration darauf.

in der Familie die Rolle der «Ersatzmutter» und kümmerte mich um meine beiden Brüder und meinen Vater. half ihr beim Kauf ihrer Garderobe oder im Supermarkt und kümmerte mich ganz allgemein um die Belange der Familie. ging ich schlafen. wo sie etwas zu erledigen hatte. Während meiner Zeit in der High School war meine Mutter sehr verzweifelt über meine Auswahl an Freunden. Ich beobachtete die Gegenkultur der späten Sechziger und frühen Siebziger lediglich. als sie sich nach dem Krieg dorthin geflüchtet hatte. um auf ihre Rückkehr zu warten. um die Leute zu besuchen. Auch wenn sie damit recht hatte. und sie fiel in eine so tiefe Depression. sobald ich aus der Schule heimkam. Erst wenn ihr Auto in die Einfahrt bog. doch ich blieb in meiner eigenen Angst viel zu gefangen und konnte dem nur zuschauen. Die Angst von Generationen war durch meine Mutter an mich weitergegeben worden. Vielleicht hoffte ich. so gut ich konnte. Als ich fünfzehn war. die ihnen über den Weg liefen. Während dieser Reise erlag sie den Monstern ihres Leidens. daß ich dabei immer nur die Rolle des Beobachters spielte. ohne wirklich daran teilzunehmen. . und aus Liebe zu ihr übernahm ich sie. daß ich in «schlechten Kreisen» verkehrte und dies einen nachteiligen Einfluß auf mich hätte. daß meine Freunde zu der Zeit die «Revolutionäre» waren. die ihr geholfen hatten. so hat sie jedoch nie verstanden. die sich ohne jegliche Angst auf alle Erfahrungen stürzten. daß sie nach ihrer Rückkehr für zehn Tage eine psychiatrische Klinik aufsuchen mußte.die Nacht. unternahm meine Mutter mit ihrer Tante eine Reise nach Italien. Ich suchte mir Freunde. dadurch ihre anscheinend überwältigende Last etwas leichter zu machen. ohne weiter darüber nachzudenken. Sie war überzeugt davon. Meine Mutter und ich haben damals unsere Rollen getauscht und sie nie wieder zurückgetauscht. Während ihres Klinikaufenthaltes übernahm ich. Selbst nach ihrer Heimkehr fuhr ich sie überall hin.

der Verwirrung und der Experimente gewesen . Dort in den Bergen habe ich die Stille wiedergefunden. in eine Suche nach Trost oder eine Flucht aus den Fängen der Traurigkeit. wo wir lebten. die Wildwasser befahren und Methoden lernen. schien mich zu erdrücken.eine recht typische pubertäre Erfahrung -. Ich fand sie dort oben in diesen Bergen. gepaart mit den weitgehenden kulturellen Umbrüchen. als ich meinen Schulabschluß machte. Jede Nacht. wanderte ich durch die Umgebung des Lagers. die in mir wie das Blut in meinen Venen zirkulierte. Angst oder nicht. war ausreichend. doch nur einen Moment diese Stille zu kosten. katapultierte mich. die ich jedoch bislang in dieser Welt nie gefunden hatte. Diese brisante Mischung. in den Bergen zelten. wann ich sie zum ersten Mal gefunden hatte. wenn alle anderen aus der Gruppe bereits schliefen. und ich war zutiefst berührt und beeindruckt von der unglaublichen Weite der Nacht. Überlebenstaktiken lernen. über mir der unendliche Sternenhimmel. In dem Sommer. um sechs Wochen zusammen mit einer Gruppe von ungefähr zwanzig weiteren jungen Leuten und vier erwachsenen Führern in der Wildnis des Wind River Range zu verbringen: wandern. ging ich in die Berge von Wyoming. um an einem Ferienlager teilzunehmen. Die Stille war meine erste große Liebe. Ich meldete mich an. der Erde mit Respekt zu begegnen. die für heftige Stürme in meinen Pubertätsjahren sorgten und sie mit Wut und Verzweiflung für die Zukunft erfüllten. und die Vorstadtgegend. schien meine Sensibilität zu ersticken und ein inneres Verlangen abzutöten. . das nach einem undefinierbaren Frieden suchte. um mich trunken mit Freude über die Heimkehr zu machen. Ich sehnte mich nach einer Weite. die mir zwar sehr vertraut war. Ich wußte zwar nicht. Die vier Jahre an der High School waren eine Zeit der Aufruhr.Gleichzeitig bekam ich auch die Auswirkungen dieses Rollenspiels zu spüren.

einer kleinen Privatschule nicht weit von meinem Elternhaus. und man reichte mir einige Formulare zum Ausfüllen. auf dem ein großes. Eine unausgesprochene. goldgerahmtes Foto von einem streng dreinschauenden Inder . Mit gefaßter. Morgens um neun sollte ich mich mit frischen Blumen. führte mich vom Warteraum in ein kleines Zimmer mit einem Altar. An einem milden Frühlingstag besuchte ich einen Einführungsabend im TM-Zentrum. doch sehr tiefempfundene Vereinbarung mit meiner Mutter hatte mich dazu bewogen. Während der Osterferien erzählte mir mein älterer Bruder Dan von der Transzendentalen Meditation. Der Lehrer. um ein Mantra für mich auszusuchen. weißen Taschentuch im Center melden. damit mein Lehrer die nötigen Informationen bekam. Ich erschien vor der angegebenen Zeit. Von Lake Forest aus lag das nächste TMZentrum in einem kleinen Haus in der Nähe des Campus der Northwestern University in Evanstone. junge Männer gaben. Obst und einem sauberen. den wissenschaftlichen Untersuchungen. Am gleichen Abend schrieb ich mich für den nächsten Kurs ein. Man schrieb das Jahr 1973. die .recht unpassend für ihr Alter und die damalige Zeit — einen Anzug mit Schlips und Lederhalbschuhe trugen. ruhiger Stimme sprachen sie von den Vorteilen der Meditation. und TM hatte unter den Studenten ziemliche Wellen geschlagen. den zwei große. schlanke. nördlich von Chicago. sein Name war ROSS. in der Nähe zu bleiben. die ihre Behauptungen untermauerten und von der Logistik und den Kosten für einen Meditationskurs. Zu der Zeit hatten die Beatles und Donovan gerade Ma-harishi in Indien aufgesucht und damit für eine ganze Generation seiner bestimmten Art der Meditation ein gewisses Gütesiegel verliehen. Ich beendete gerade 21 mein erstes Jahr am Lake Forest College. der am darauffolgenden Samstagmorgen stattfinden sollte.Mit achtzehn begann ich zu meditieren.

es immer leiser zu sagen und schließlich nur noch im stillen zu mir selbst. hielt die Blume in meinen Händen und starrte in die Augen des streng aussehenden Mannes auf dem Foto. Meine Gaben. wandte er sich zu mir und begann zu singen. Als er sich wieder erhob. es immer wieder mit normaler Stimme auszusprechen. indem er sie der Reihe nach auf ein rechteckiges Messingtablett zu seinen Füßen legte. auf dem Stuhl hinter mir Platz zu nehmen. Als ich dort auf dem Stuhl saß. und begann in Sanskrit zu singen. ROSS sang vier bis fünf Minuten lang und brachte die Blumen. die Blumen und das Taschentuch. daß ich für den Rest meines Lebens meditieren würde. das Mantra mit ihm zusammen zu wiederholen. Jede Gabe hatte ihr eigenes Lied. das . bis er mich anwies. das Obst. Er schaute kein einziges Mal in meine Richtung. die anscheinend mit Wasser gefüllt war. fiel ROSS vor dem Altar auf die Knie und legte seine Stirn für einen Moment auf den Boden. Nach wenigen Minuten wurde ich ruhiger. daß er mein Mantra sang. tauchte eine davon in eine kleine Messingschale. Ich hielt es zuerst für eines der Sanskritlieder. Er schaute mich feierlich an und forderte mich auf. Als er schließlich alle Gaben dargebracht hatte. geflochtenen Korb auf dem Altar. wenn die Meditation beginnen sollte. und ROSS überreichte mir kommentarlos eine der Blumen. und nach ein paar weiteren Minuten wußte ich. welcher mit gekreuzten Beinen auf einem Tigerfell saß. kamen in einen kleinen. doch bald wurde mir klar. Ich wiederholte weiterhin das Mantra. Ich schloß meine Augen und begann zu meditieren. also wartete ich lediglich und beobachtete das Ganze. Ich nahm an. Zustimmend nickte er mit seinem Kopf und forderte mich auf. Ich stand schweigend neben ihm. die Früchte und das Taschentuch dem Mann auf dem Foto dar. daß er mir sagen würde.stand. ROSS nahm nun die restlichen Blumen.

Wir waren trunken von den unbegrenzten Möglichkeiten. Ich wußte. die unser gemeinsamer Idealismus und unsere jugendliche Energie erschufen. streckte Dan seinen Arm vor sich aus und machte eine weitausholende Geste von links nach rechts. durch dessen Freundschaft ich sehr viel mehr mit dem erstaunlichen Mysterium des spirituellen Bereiches vertraut wurde. Als Dan mein Erstaunen wahrnahm. und beschloß.Sanskritwort im Geiste wiederholend. mit dem ich meine Begeisterung für das Unerklärliche. wurde ich unruhig. Während wir durch den Wald gingen. die die Gemeinschaft mit Gleichdenkenden mit sich brachte. die von jedem Molekül in der Luft reflektiert wurden. experimentellen Programm begonnen. das Transzendentale. das Unbeschreibliche teilte. Innerhalb von Sekunden war unser Weg von einem hauchdünnen Netz von Lichtpunkten überzogen. Wir waren Gefährten auf der Reise durch die Stille. Dort hatte man gerade mit einem innovativen. meine vertraute Vorstadtwelt zu verlassen. um die Visionen der Sechziger in ein staatliches Erziehungssystem zu integrieren. und das Strahlen verstärkte sich noch. sank ich auf sanfte Weise in die Arme meiner geliebten Stille. Dan wurde mein engster Freund und zugleich mein erster spiritueller Reisegefährte. Eines Abends brachen wir ziemlich spät auf. daß die Zeit gekommen war. Washington. Jede Pflanze erstrahlte sanft von innen heraus. Es war eine pechschwarze Nacht. zum College in Olympia. selbst die Sterne waren hinter dichten Wolken verborgen. . als wir tiefer in den Wald hineingingen. Nachdem mein erstes Jahr am College zu Ende ging. überzuwechseln. Dort lernte ich Dan kennen. während wir im Dämmerlicht durch die üppigen Farnwälder in der Nähe des Campus streiften und uns an der Stille berauschten. Am Evergreen State College erlebte ich in einer außergewöhnlich schönen Landschaft eine immense Freiheit. den örtlichen TM-Lehrer.

Wir sind selbst bei Nacht niemals der Dunkelheit ausgesetzt. was in jedem Moment immer vorhanden ist. was sie auf den ersten Blick zu sein scheint. Suzanne.sagte er mit einem Blick voll sanfter Wärme: «Schau. ich weise dich nur daraufhin. der alles zum Strahlen gebracht hat. Ich habe es nicht erschaffen. «Ich zeige dir lediglich. Wir brauchen nur unsere Aufmerksamkeit darauf zu richten. « Du warst es. wie hast du das gemacht?» fragte ich ihn. Vergiß nie.» « Nein. nicht das ist. daß die Welt. die du wahrnimmst. erwiderte er. es ist in allen Formen des Lebens enthalten.» . dieses Licht ist immer bei uns. nicht ich habe es getan ».» « Dan.

Damals meditierte ich bereits seit acht Monaten. RUMI Während der Weihnachtsferien in Evergreen schrieb ich mich für einen Meditationskurs an einem College ganz in der Nähe von Lake Forest ein. wenn das Mantra sich . daß ich weiß. und ich hatte durch die tiefgehenden Erfahrungen in meinen Meditationen und den Einfluß meines Freundes Dan eine Affinität für den spirituellen Bereich entwickelt.Der transzendentale Bereich Glaubst Du. etwas zu beschreiben. und er brachte einen Freund mit. Mein Bruder kam ebenfalls von seinem College. In diesem Meditationskurs machte ich meine ersten tiefgehenden Erfahrungen im transzendentalen Bereich. was ich tue? Daß ich auch nur einen Atemzug lang oder einen halben mir selbst gehöre? So wie eine Feder weiß. Die Erfahrung der Transformation war mir bisher auf verschiedene Weise beschrieben worden: eine Gedächtnislücke. um an dem Kurs teilzunehmen. oder der Ball ahnen kann. Rick. das sich all meinen enthusiastischen und wohlgemeinten Versuchen einer Erklärung widersetzte. wo er hinrollen wird. die den Rahmen aller bisherigen Kategorien von Beschreibungen sprengten und mich mit einer bald sehr vertrauten Art von Frustration bekannt machten: dem Versuch. eine Zeit der Stille. was sie schreibt. wenn die Zeit stillzustehen scheint.

der sich zu einem ohrenzerreißenden Crescendo steigerte. Bislang hatte ich noch keine Beschreibung gehört. wenn sie in der Luft aufeinander stießen. Alle feste Materie hatte sich in einer leuchtenden Transparenz der Stille aufgelöst. und im Bruchteil eines Augenblicks hatte das Feuer eines unsichtbaren Infernos alles erfaßt. die dem nahe kam. Ich zwang meinem Mund Laute ab. während ich von einer ungeheuren magnetischen Kraft erfaßt wurde. die durch das Geäst . was in meinem hocherfreuten Verstand ablief.was immer das bedeutete. Ich bewegte mich. die « Quelle der Gedanken » . Meine Augen vermochten sein Gesicht nicht richtig zu erfassen. kehrte alle Phänomene von innen nach außen und legte das Innere aller Schöpfung frei — Leere. Vielleicht machte ich ja auch etwas falsch und sollte mit dem Lehrer darüber sprechen. während sie von meinen Lippen rollten. Weder Dan noch Rick konnten etwas dazu sagen.wie Sonnenstrahlen. Ich erzählte meinem Bruder und seinem Freund. und aus seinem Mund schien Licht zu fließen. die mich mit unendlicher Geschwindigkeit in einen Tunnel voller Licht saugte. Ich zog einen der Meditationslehrer zur Seite und beschrieb ihm meine Erlebnisse. und die einzelnen Worte kollidierten miteinander. öffnete ich meine Augen und erhob mich wie trunken von meinem Kissen. was geschehen war.auflöst. und auch sie fanden. Er lächelte mich sanft an. Gleichzeitig erweiterte sich der Tunnel mit unglaublicher Geschwindigkeit und mit einem riesigen Donner. Sie bekamen erst eine Bedeutung. Die Welt war nicht mehr die gleiche. nachdem ich am ersten Morgen des Kurses zu meditieren begonnen hatte. Im Augenblick der Explosion wurde eine Schwelle überschritten. daß ich ziemlich verwirrt aussah. explodierte die Unendlichkeit in reines Licht. wenn er ihn zum Sprechen öffnete . Ungefähr drei Stunden. als ob ich keinen Körper mehr hätte.

strahlenden Masse verschmolz. denken. die einzelnen Objekte klar zu sehen. denn ihre Grenzen waren in den Hintergrund getreten und durch ein sehr helles Leuchten ersetzt worden. dies war ohne Zweifel Glückseligkeit.Glückseligkeit. und ich folgte dem vorgegebenen Tagesablauf: zu meditieren und Videos von Maharishis Vorträgen anzuschauen. was ich fühlte . Er erklärte mir. Meine Art der Wahrnehmung war aus ihren gewohnten Angeln gehoben worden. eine willkommene Bestätigung durch das einzige Wort. das so stark war. das Zimmer anzuschauen. daß uns in unserer Meditation nichts schaden könne und alle Erfahrungen in der Meditation gute Erfahrungen seien. Ja.» Als ich das Wort «Glückseligkeit» vernahm. daß alles im visuellen Bereich in einer riesigen. voller spiritueller Wißbegierde und emotionaler Tiefe. durchzog mich eine Woge der Erkenntnis. die den Mond anmiauen. Er lächelte mich an und sagte mit sanfter Stimme: «Genieße die Glückseligkeit. brillant. atmen. völlig falsch. weg von der Langeweile eines Heranwachsenden in die offenen Arme der Glückseligkeit.eines Baumes fallen. der Maharishi hätte uns gelehrt. während ich meine völlig veränderten Erfahrungen auch der einfachsten Dinge genoß — auf einem Stuhl zu sitzen. Der Kurs ging weiter. Es war unmöglich. Um das Ganze vollständig zu machen. Wir tanzten in der Eingangshalle und sangen. bis zum Morgengrauen wie rollige Straßenkatzen. Diese veränderte Wahrnehmung hielt mehrere Wochen an und begann dann in kaum wahrnehmbaren Veränderungen schwächer zu werden. Er war ein wunderbarer Mann . zu sprechen. Rick und ich verliebten uns ineinander. das auch nur annähernd das beschreiben konnte. . begabt. Dieser Kurs war mein Eintritt in die Welt des Mysteriösen.warmherzig. lachen. sobald die Welt der Begrenzungen und Unterscheidungen wieder in den Vordergrund meines Wahrnehmungsbereiches rückte.

Es war eine Abfolge von Meditation. denn die intensiven Meditationen würden etwas erzeugen. den wir fürchteten und über den wir gleichzeitig Witze machten. ein Zustand. von denen jede ungefähr eine Stunde dauerte. die uns eine angenehme Umgebung boten. als er kam. irgendwelche Entscheidungen zu treffen. daß wir jeden Tag zehn bis zwölf « Runden » machten. Zum ersten Mal erlebte ich den Sturm romantischer Liebe. An sich waren mehrere Besuche von Maharishi geplant.bereit. um uns als Lehrer für Transzendentale Meditation ausbilden zu lassen. jeden Morgen und jeden Nachmittag jeweils fünf Stunden zu meditieren. Yoga Asanas und Pranayama. und so flogen Rick. Was hätten wir sonst auch machen sollen? Wir wollten das akademische Jahr beenden und uns dann für ein Jahr beurlauben lassen. um die «Heilige Tradition» zu erlernen. um an einem sechsmonatigen Ausbildungskurs zum Lehrer teilzunehmen. Man erwartete von uns. und unsere Verbindung vertiefte sich dadurch sowohl als Partner in der Welt als auch im Geiste. mit einer Hingabe zu lieben. Unsere Beziehung war von unserer Meditation durchwoben. Dan und ich zusammen mit einer Gruppe von ungefähr hundert weiteren amerikanischen Meditierenden mit leuchtenden Augen 1974 in die norditalienischen Alpen. mit dem . der im August begann. um uns als Lehrer einzuweihen und uns unser Mantra zu geben. Wir wurden angewiesen. doch tatsächlich sahen wir ihn nur ein einziges Mal am Ende des Trainings. die als «Runden» bezeichnet wurden. Mein Bruder fühlte sich genauso von TM angezogen. das als «Stresslösung» bezeichnet wurde. die mich begeisterte und zugleich ängstigte. Man warnte uns ausdrücklich davor. Meditationslehrer zu werden. Es schien für uns beide eine sehr naheliegende Entscheidung zu sein. Die TM-Organisation hatte in dem wunderschönen Alpenort Livigino in Italien mehrere Hotels angemietet.

Die langen Stunden der Meditation wirkten sich verheerend auf das Gedächtnis einiger Teilnehmer aus.wir wiederum unsere Studenten einweihen würden. die entschieden hatten. wenn es um seine Lehren ging. und das klang dann so. die den vielschichtigen Angriff auf unsere mentalen Fähigkeiten ganz gut verkraften konnte. jedes Wort. Für manche war es jedoch zu intensiv. Eine Frau begann «Engelsstimmen» zu hören. daß wir alles Wort für Wort auswendig lernten. bis sie schließlich nur noch zwanzig Minuten täglich saß. Ihr Wunsch wurde abgelehnt. daß wir voller Respekt immer wieder die ganzen Texte durchgingen. Dann forderte man sie auf. den Kurs abzubrechen. und man verlegte sie in das Zimmer neben dem Kursleiter. und man postierte eine Wache vor ihrer Tür. unverwüstliche Gruppe. Schreie und hysterisches Weinen. und ich beobachtete einige schmerzhafte Zusammenstöße zwischen diesen Individuen und Kursleitern. nicht den Anforderungen der Ausbildung zum Lehrer entsprach und somit vom Kurs ausgeschlossen wurde. persönlich mit dem Maharishi über die Angelegenheit zu sprechen. . Das Ergebnis war. nichts sollte ihre Reinheit verwässern. daß jeder. das er für jeden einzelnen Aspekt der Lehre ausgewählt hatte. Man wies sie an. bis die Worte in unseren Träume widerhallten. um zu verhindern. Er erwartete. wie ein Inder englisch spricht und hatte nicht viel mit der amerikanischen Sprache gemein. die Meditationsdauer zu verkürzen. daß sie ihr Zimmer verließ oder mit anderen im Kurs sprechen konnte. Aus ihrem Zimmer drangen Ge-schimpf. «Es ist gut? Es ist ganz einfach?» Maharishi duldete keine Kreativität. bei dem zu starke Symptome von «Stresslösung» zu beobachten waren. und wir kontrollierten und bestätigten die Meditationen unserer zukünftigen Schüler. Sie wurde ziemlich wütend und verlangte. Die Ausbildung in der Tradition des Maharishi war sehr streng. doch insgesamt waren wir eine junge.

doch wir sahen sie nie wieder. Wir bekamen lediglich vom Kursleiter die Information, daß jemand von ihrer Familie sie abgeholt hätte. Am Ende des Kurses, kurz bevor der Maharishi erschien, erlitt ein junger Mann einen Anfall von Verfolgungswahn. Er geisterte durch die Hallen des Hotels, sprang aus Türeingängen hervor, redete wirres Zeug von kommunistischen Verschwörungen, von Ferngläsern, die auf sein Fenster gerichtet seien, und von Abhöreinrichtungen in seinem Zimmer. Er versuchte den Maharishi abzufangen, als er das Hotel betrat, um ihn vor den Gefahren zu warnen, die im Hotel auf ihn lauerten, doch Maharishi lächelte ihn nur an, und während er ihm eine rote Rose gab, wies er den Kursleiter an, ihm den jungen Mann vom Halse zu halten. Eilig wurden Vorkehrungen für die Abreise des jungen Mannes getroffen. Wir alle waren ein wenig besorgt um ihn und beteten im stillen, daß uns selbst so etwas nicht zustoßen möge. Rückblickend kann ich mich nur wundern, daß nicht mehr von uns «unruhig» wurden in Anbetracht der vielen Stunden der Meditation, die uns in hohem Maße einer sehr kraftvollen Technik aussetzten. Untereinander sprachen wir nicht viel über unsere eigene «Stresslösung», denn offenbar hatten wir alle eine intuitive Angst davor entwickelt, daß jemand mithörte, etwas aus dem Zusammenhang gerissen oder dem Kursleiter gemeldet wurde. Doch irgendwann wurde uns allen klar, daß sich eine Atmosphäre von Mißtrauen entwickelt hatte, die immer dichter wurde, obwohl sich niemand traute, die Ernsthaftigkeit der Lage zuzugeben. Für meinen Teil versuchte ich, nicht zuviel über das nachzudenken, was vor sich ging. Ich war begeistert und von dem inspiriert, was ich lernte. Ich fühlte mich geehrt, meinen eigenen Platz innerhalb der Heiligen Tradition einnehmen zu dürfen, während ich die Weisheit der Vorfahren studierte. Mein Gott, all das, und ich war doch erst zwanzig Jahre alt! Solange ich

nur meine Bedenken über die Organisation beiseite schob, hatte ich das Gefühl, der Perfektion so nahe zu sein, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte. Die Erfahrungen, die ich während der Meditation und mehrerer Monate der «Runden» machte, waren eine Mischung aus Ehrfurcht gebietend und Furcht erregend, und ich wurde vertrauter mit dem heißen Atem der Angst, der mein Inneres versengte und durch meine Knochen fuhr. Die Glückseligkeit hatte mich verlassen. Sobald ich meine Augen zum Meditieren schloß, tat sich eine unendliche Weite auf. Das Gefühl, über eine Schwelle in die Unendlichkeit gesogen zu werden, stellte sich immer schneller ein, so daß ich in meiner Meditation vorsichtiger wurde. Ich versuchte mich zurückzuhalten und war voller Angst vor dem Schritt in die Leere des transzendentalen Bereiches. Ich hatte Angst davor, niemals zurückzukehren und daß jemand einige Tage später meinen Körper finden würde, eine leere Hülle, die auf dem Bett sitzt. «Wenn ich nur jemanden mitnehmen könnte, dann wäre das Ganze nicht so beängstigend.» Ich konnte mir nicht vorstellen, daß dies tatsächlich ein normaler Bestandteil der Meditation war, und die ungeheure Intensität der Erfahrung gab mir das Gefühl, mich vielleicht in irgendeiner Gefahr zu befinden. Schließlich entschloß ich mich, den Maharishi zu fragen, doch es sollte ein weiteres Jahr vergehen, bevor ich ihm meine Fragen stellen konnte, ein Jahr, in dem meine Angst immer stärker wurde und sich in meinen Eingeweiden wie ein unkontrollierbarer Parasit einnistete. Soweit mir bekannt war, war ich die einzige, die mit solchen Ängsten zu kämpfen hatte oder solche Erfahrungen machte, was meine Not nur noch verstärkte. Der Maharishi hatte uns gesagt, daß wir garantiert erleuchtet würden, wenn wir sechs bis acht Jahre lang meditierten. Er gab uns genaue, detaillierte Beschreibungen der Zustände, die uns wie Wegweiser des Erwachens begegnen würden - Wegweiser, die anzeigten, daß das Bewußtsein in das Einssein des Einheit-

Bewußtseins befreit wurde. Erleuchtung, sagte er, geschehe in drei ver-

Nur der Guru kann es erkennen. auch wenn der Körper und der Verstand schliefen. denn er wäre unfähig. überantwortete ich mich dem Ozean des transzendentalen Gewahrseins. ich ließ meine Sorgen darin schwimmen. auch wenn die Trennung zwischen «Ich» und den «Anderen » bestehen blieb. Das erste sei das Kosmische Bewußtsein. und mit diesem Erkennen vermittelt er dem Schüler die Endgültigkeit des Geschehens mit den Worten: «Jawohl.schiedenen Stadien. denn damit war ich von der Bürde befreit. . In diesem Zustand löste sich der Beobachter. welches das erhabene Reich einer Wahrnehmung war. daß niemand ohne einen Guru diese Einheit erreichen könnte. daß der Maharishi den Zustand von EinheitsBewußtsein erkennen würde. im Gottes-Bewußtsein auf. daß ich eines Tages an den Ufern des Ein-heits-Bewußtseins angespült würde. das ist es!» Ich war froh. eingelullt von dem Versprechen. das Stadium des Beobachtens. Das letzte Stadium war das Einheits-Bewußtsein. ein Gewahrsein. das beobachte und dabei doch völlig getrennt bleibe von allen Phänomenen und nicht den Zyklen von Wachen. Der Einheits-Zustand duldete keine Art von Dualität. daß die manifestierte Welt eine Heiligkeit ausstrahlte. Mit diesen Erklärungen über Erleuchtung. den Zustand zu erkennen. er war durch das reinigende Feuer der Einheit gegangen und war endgültig und vollständig. Der Beobachter bliebe also «wach». in dem man wahrnähme. daß es alle Schöpfung umfaßt. die damals so einleuchtend und klar zu sein schienen. Das nächste Stadium wäre das Gottes-Bewußtsein. wenn sich das Bewußtsein derart erweitert. der bis dahin losgelöst und ohne Tiefe gewirkt hatte. träumten oder am Leben teilnähmen. in welchem sich Trennungen jeglicher Art auflösten. Traum und Schlaf unterliege. Der Maharishi hatte wiederholt daraufhingewiesen. die von göttlicher Liebe durchdrungen ist. es selber herauszufinden.

einzuweihen und das Center in Schwung zu halten. welche Richtung wir eingeschlagen hatten. Damals zirkulierten eine Menge Geschichten über die starken positiven Einflüsse von TM auf das Leben der Menschen. kehrten wir zurück in den Mittleren Westen. an denen Dan und ich über TM sprachen. Es war ein großer Erfolg. zu jener Zeit in der Organisation von TM zu arbeiten. und das Center war ein Riesenerfolg. Jeden Monat kamen Hunderte von Menschen. Vorträge zu geben. besonders wenn man in Betracht zog. und schon bald brüteten wir über Plänen von einem neuen Center in Highland Park. Wir waren voller Enthusiasmus und begannen sofort im Center von Evanston zu unterrichten. eine erfahrene Lehrerin. daß wir nun Alkohol und Drogen jeglicher Art kategorisch ablehnten.Nachdem Rick. Wir konnten Anne. bevor wir zu meditieren begannen. ungefähr dreißig Minuten nördlich von Evanston. Es war aufregend. Meine Eltern waren recht erfreut über den Einfluß. lehrten Rick und ich gemeinsam. mit mir zusammen einen Vortrag für die Geschäftsleute in der Gemeinde zu halten. und mit Hilfe ihrer Erfahrung und unserer Energie und Leidenschaft wurde das neue Center geboren. Wir waren vollauf damit beschäftigt. Der Maharishi hatte sie als «Gift für das Nervensystem» bezeichnet. Die Monate vergingen wie im Flug. für unseren Plan begeistern. Dan und ich die Ausbildung zum Meditationslehrer beendet hatten. und wir wollten doch die Klarheit unserer Meditation durch nichts vernebeln lassen. Wann immer es möglich war. Meine Eltern gaben in ihrem Haus mehrere Versammlungen. Ganz besonders erleichtert waren sie über die Tatsache. um die Übungen zu erlernen. dort wo ich vor zwei Jahren mit dem Meditieren begonnen hatte. Meine Eltern lernten zu meditieren. Jede . und ich konnte meinen Vater dazu bewegen. Ricks Heimatstadt. den TM auf meinen Bruder und mich hatte. und wir weihten viele ihrer Freunde und Nachbarn ein.

viele der langjährigen Lehrer. den der Maharishi für den kommenden September anbot. übernatürliche Kräfte zu erlangen. Dies war das erste Training. in den Ohren: « Es ist nicht nötig.» Meine Verwirrung und meine Zweifel wurden stärker. Es ist lediglich eine Ablenkung von dem wahren Ziel. Überflüssig zu sagen. wenn ich die TM-Organisation selbst in Aktion erlebte. was sie lehrten. lebten nicht. Mitgefühl. das im Frühjahr 76 in einem kleinen Skiort in Frankreich stattfand. dem transzendentalen Bereich. besonders diejenigen. als ich von diesen Siddhis (wie diese Kräfte in Sanskrit heißen) hörte. Doch ich hatte recht gemischte Gefühle. die von den Lehren als ein Zeichen der Reife in der Meditation beschrieben wurden Liebenswürdigkeit. indem ich den Kontakt mit diesen höheren Autoritäten vermied.35 einzelne erneuerte und verstärkte mein Vertrauen in die Kraft der Lehren.kurz angebunden. Die Gerüchte waren teilweise recht widersprüchlich. an dem man unbedingt teilnehmen mußte. daß alle dies für den Kurs des Jahrhunderts hielten. Auch wenn es mir schwerfiel zuzugeben. um bei unseren . Vor dem sechsmonatigen Siddhi-Kurs nahm ich an einem vierwöchigen Training für Fortgeschrittene teil. Sie strahlten nicht die Eigenschaften aus. Siddhis zu erlernen. ungehalten. Die meisten von ihnen waren genau das Gegenteil . daß er uns beibringen würde. doch immer wieder war die Rede davon. 1976 hörte ich von Gerüchten über einen neuen Kurs. so daß «wir auf den feineren Ebenen der Schöpfung spielen können. die eine gewisse Macht und Autorität in der Organisation besaßen. Mir klangen noch seine Antworten. Zweifel kamen immer nur dann auf. beherrschend und nachtragend. daß Männer und Frauen getrennt untergebracht wurden. bei dem der Maharishi darauf bestand. die er auf diesbezügliche Fragen gab. Geduld. doch ich meldete mich trotzdem für den Kurs an. meinen Enthusiasmus zu bewahren. Wärme. Es gelang mir.» Und nun ermutigte er uns.

Hunderte von Lehrern aus der ganzen Welt waren auf dem Weg zu dem «Sechs-Monate-Kursus» in den Schweizer Alpen. Ohne zu überlegen. waren wir alle. solange wir alles taten. der Suche nach der schwer faßbaren und doch alles erfüllenden Erfahrung des EinheitsBewußtseins verschrieben. machte den Gedanken an solch eine lange Trennung tolerierbar. daß wir für sechs Monate getrennt sein würden. was der Maharishi uns anwies. unser « auf den Punkt gerichtet sein» zu verstärken. ein Leben lang zusammen zu bleiben. bis wir zurückkämen. daß es das einzig Richtige sei. Wir wußten.Erleuchtung. machte Rick mir einen Heiratsantrag. Ich verbrachte die ersten drei Monate in Brunnen. und unser Vertrauen. Er wisse genau. völlig begeistert davon. der so viele Passionen mit mir teilte. ließ uns auf unserem Weg fortfahren. Er hatte bereits meinen Eltern einen Brief mit seinen «Intentionen » geschickt und sie um ihren Segen gebeten. sagte er. Wir hatten uns. und zwei Wochen vor unserer Abreise arrangierten wir in Windeseile eine Feier. jeder auf seine eigene Art. den er mir an den Finger steckte. Einen Monat bevor wir zum Siddhi-Kurs aufbrachen. einem lieblichen Ort am Ufer des Luzerner Sees. Ich medi- . einen Lebenspartner gefunden zu haben. denn bereits damals wurden Männer und Frauen in allen Kursen getrennt untergebracht. nur hinter einer Sache her . das wir uns gegenseitig gegeben hatten.Bemühungen Erleuchtung zu erfahren. Doch das Glück über das Versprechen. nahm ich seinen Antrag an. dies zu erreichen. und Dutzende von Hotels waren in den umliegenden Orten angemietet worden. denn wir wären offensichtlich füreinander geschaffen und er könne einfach nicht warten. die an diesem Kurs für Fortgeschrittene teilnahmen. Er hatte sogar einen sehr schönen Diamantring für mich gekauft. Auch wenn TM als eine Technik zur Verbesserung vom Blutdruck bis zum Sex verkauft wurde. Sie waren absolut begeistert von unseren Heiratsplänen. bevor wir unseren Familien die Neuigkeit überbrachten.

wie ich auf diese Nachricht reagieren sollte. Oft beschrieb er die ekstatischen Zustände. und meine Erfahrung der Transzendierung wurde klarer und klarer. die Welt der May a zu verlassen und uns voll und ganz der Erleuchtung zu widmen. ein Leben der Entsagung zu führen. daß man aus unserer Gruppe einen Leiter auswählen würde. und ein jeder von uns erwog die Möglichkeit (die wir in höchstem Maße idealisierten). daß alles gutgehen würde. Man teilte uns des weiteren mit. um ein spirituelles Leben mit ihrem Guru zu führen. Aus meiner eigenen Erfahrung wußte ich. Ich konnte niemals genug bekommen. daß die Emotionen während der langanhaltenden Runden sehr starken Schwankungen unterworfen waren. was in seinem Herzen vorging. der dafür verantwortlich sei. doch ich beschloß. daß er nun all diejenigen verstehen könne. doch schien diese Entscheidung endgültig zu sein. die dem weltlichen Leben entsagten. Rick und ich schrieben uns fast jeden Tag. Mehr als einmal schrieb er. Er war genau wie ich ein begeisterter Meditierer. die seit Jahren in der Nähe des Maharishi lebten . Mir war unklar. die er erlebte. Jeden Tag mußten wir Formulare ausfüllen.tierte mit großer Hingabe. in denen unsere Erfahrungen beschrieben und die Klarheit der Transzendenz beurteilt werden mußten. Ich war mir nicht sicher. auch wenn mich die Angst weiterhin mit alarmierender Regelmäßigkeit überfiel. mir darüber keine Sorgen zu machen. diese Erfahrungsberichte jede Woche einzusammeln. Dieser Leiter sollte auch täglich das Hauptquartier kontaktieren und alle organisatorischen Mitteilungen an die Gruppe weiterleiten. um sie am Telefon einem Beauftragten des Maharishi vorzulesen. Man teilte mir mit. Wir wußten von denjenigen. und so gab ich meine Zustimmung und hoffte. daß ich zum Gruppenleiter ausgewählt worden war. und all seine Briefe waren durchwoben von hingebungsvollen Liebeserklärungen und Dank für den Maharishi.

nach Hertenstein verlegt werden sollten. Diese Frauen und Männer wurden mit einer Mischung aus Neid und Bewunderung betrachtet. Man hatte ihnen den Titel «Verheiratet mit der Asana-Matte» verliehen. empfingen uns drei Frauen in Saris und begrüßten uns.und studierten. um dort jeden in die Siddhis einzuweihen. Ich stellte meine Tasche ab. Man zeigte uns unsere Zimmer und überließ uns dann uns selbst. Etliche Stunden später traf der Bus endlich ein. wo auch alle seine langjährigen weiblichen Anhänger (ohne Zweifel in der Kategorie «Verheiratet mit der Asana-Matte») und viele aus den höheren Rängen der TM-Organisation untergebracht waren. daß alle Gruppenleiter der Hotels. Ich sollte also im Hotel des Maharishi wohnen und eine der ersten sein. das auf einer Anhöhe lag und eine wunderbare Aussicht auf den See und die umliegenden Berge bot. Er ordnete an. Mein Zimmer war geräumig und komfortabel mit einem wunderschönen Ausblick über den Luzerner See und die strahlenden Lichter der Orte. die in die Siddhi-Techniken eingeführt wurde. in denen Frauen untergebracht waren. die aus den verschiedenen Hotels eingesammelt worden waren. die sich wie eine Halskette um den See legten. und er war bereits voll besetzt mit Frauen. Als wir vorfuhren. Ich war im Himmel. um dort an dem Kurs teilzunehmen. ihm überallhin folgten und niemals in ihr früheres Leben in der Welt zurückkehren wollten. warf mich aufs Bett und fiel bis . der mich abholen würde. meine Sachen zu packen und in der Lobby meines Hotels in Brunnen auf den Bus zu warten. unbequemen Fahrt durch die nächtlichen Alpen erreichten wir ein mit Schnitzereien verziertes Hotel. Ich wurde angewiesen. Im Austausch sollte jeweils eine Frau aus Hertenstein in die anderen Hotels umziehen. Zu jener Zeit lebte der Maharishi in der obersten Etage eines Hotels in Hertenstein. Nach einer kalten.

Ich versuchte meine Augen zu öffnen. nahm ich eine Dusche und begann mit meinen morgendlichen Runden. doch ich konnte sie nicht finden. einen Körper zu besitzen. gespannt darauf. daß man gleichzeitig verhindern wollte. hatten sich aufgelöst. um meine Kräfte zu sammeln. fühlte ich mich wie von einem Tornado aufgesogen. Eine ungeheure Kraft wirbelte mich mit einer Geschwindigkeit im Kreis umher. die mit Dutzenden von weißen Laken bedeckt waren. Einen Moment später hörte es ganz plötzlich auf. daß ich recht bald dazu Gelegenheit bekommen möge. Der gesamte Boden war mit Schaumgummimatratzen ausgelegt. Unsere Ankunft in Hertenstein war der Beginn einer entscheidenden Veränderung. Danach sollten wir innerhalb der Gruppe unsere Übungen praktizieren. Ich legte mich aufs Bett. daß ich begonnen hatte. Für den folgenden Tag war unsere Einweihung in die Siddhis durch zwei leitende TM-Lehrer geplant. Doch kaum. Als ich erwachte. denn es ging das Gerücht um. Alle Empfindungen. um herauszufinden.zum Morgengrauen in einen tiefen Schlaf. ob es anders sein würde. sie hätte mich ansonsten in Stücke zerrissen. Ich betete. um dem Ganzen einen möglichst privaten Rahmen zu geben. Nachdem ich eilig meine Asanas und Pranayamas beendet hatte. schloß ich die Augen und begann mit meinem Mantra. Ein Empfangssaal im Erdgeschoß war in einen Meditationsraum verwandelt worden. und alles war still. daß es der optimale Platz zum Transzendieren sei. Auch die Fenster waren mit Matratzen und Laken verhängt worden. im Hotel des Maharishi zu meditieren. durch den Lärm der siddhiübenden Frauen einen gewissen Argwohn bei un- . die nicht länger als ein paar Sekunden zu ertragen war. was den Ton des Kurses betraf. und trotzdem wurde ich weiterhin umhergewirbelt. Nun gab es keinen Zweifel mehr: Ich brauchte den Rat des Maharishi. was um Himmels willen mit mir in meiner Meditation passierte. Erst später erfuhr ich.

daß er uns persönlich einweihen würde.seren Schweizer Nachbarn aufkommen zu lassen. doch Gerüchte besagten. Es konnte kaum eine andere Erklärung für diesen gepolsterten Raum geben. Wir waren so weit. Man wies uns an. der in Gelächter ausbrach. daß uns der Maharishi die ersten fünf Siddhis per Telefon übermitteln würde. Dabei formten sich von ganz allein zwei Gruppen: Die Neuankömmlinge mit einem etwas verlegenen Gesichtsausdruck und die Erfahreneren. betrat den Raum mit einem Telefon in der Hand. als daß er als «Landebahn» für fliegende Meditierer dienen sollte. Ich war nicht der einzige Neuankömmling. Wir waren völlig schockiert. Sie sagte. Es knackte zweimal. Wir verbeugten uns am Ende der Puja und bildeten einen Kreis um das Telefon. unsere Kursleiterin und langjährige Anhängerin des Maharishi. als ob er Tausende von Meilen entfernt wäre. jeder hielt eine Blume in der Hand. Die Zeremonie besänftigte meinen aufgewühlten Verstand. Anschließend standen wir um den Altar herum. nachdem wir unsere Puja (hingebungsvolle Zeremonie) beendet hatten. Der Maharishi war nur ein paar Stockwerke über uns. . Barbara. das sie in die Mitte des Raumes plazierte. Bislang hatten wir den Maharishi noch nicht zu Gesicht bekommen. als er zum ersten Mal den Raum betrat. und dann kam Maharishis hohe Stimme durch die Leitung. und wir sangen im Chor die Puja. und die würdevollen Kristallkronleuchter gaben dem Ganzen einen Hauch von eleganter Absurdität. Der Raum wirkte wie eine riesige gepolsterte Zelle. während einige Frauen Früchte und Blumen aus der Küche besorgten. umweht von einer Brise losgelöster Überheblichkeit. im « Schaumgummiraum » im Kreis zu sitzen und auf weitere Anweisungen zu warten. Es klang. Diese seltsame Szenerie schien das Gerücht zu bestätigen: Wir sollten «fliegen» lernen. und doch wollte er per Telefon zu uns sprechen? Barbara begann den Tisch für die Puja aufzubauen. und in meinem Kopf wurde es wieder leichter.

als plötzlich der Raum von den bizarrsten Geräuschen widerhallte. oder nicht? Sehr gut. Ich setzte mich mit gekreuzten Beinen auf die Schaumgummimatratze. Laßt uns also mit dem Prozeß beginnen. Er wies uns auch an. die wir durch unsere Meditation wie Wellen zu jedem in dieser Welt aussenden werden. vor. Es sind die Auswirkungen der vielen Stunden eurer tiefen Meditation. gab er uns genaue Anweisungen für die Techniken. «Wir sind insgesamt zweiunddreißig Frauen hier unten. Ihr habt alle die Erfahrung einer klaren Transzendierung erlebt. Ihr werdet lernen. für fünf der Siddhis. Und nun wird eure klare Transzendierung dazu beitragen. daß die Teilnehmer aus der früheren Gruppe. jedem auf diesem Planeten Frieden zu bringen. bis wir jedes Wort auswendig kannten.» Nachdem er die Siddhis recht detailliert erklärt hatte. Ich riß meine Augen auf und stellte fest. antwortete Barbara. «Alle sind glücklich und entspannt?» «Wir sind alle sehr glücklich. Eines davon war das fliegende Sutra. die schon seit drei Wochen die Siddhis praktizierten. um gemeinsam die Siddhis zu praktizieren.«Wie geht es meinen Damen?» säuselte seine Stimme. morgens drei Stunden lang auf unserem Zimmer zu meditieren und dann nach unten in den Saal zu kommen. um mit meinen Sutras zu beginnen. sehr gut. Schon sehr bald wird die ganze Welt den Frieden und die Glückseligkeit erfahren. nachdem ihr von den vielen Jahren eurer Meditation reiche Früchte geerntet habt.und . wie man auf den höchsten Gedankenebenen spielt. unsere Zettel so lange benutzen zu dürfen. der euch zu Meistern des Zeitalters der Erleuchtung macht. Wir schrieben jedes Wort mit. die die Boten des Zeitalters der Erleuchtung sein werden. Am nächsten Morgen erschienen wir Neuankömmlinge pünktlich zur ersten Siddhi-Übung innerhalb der ganzen Gruppe. und wir haben gerade die Puja beendet. Maharishi».» « Sehr gut. und er erlaubte uns. Sutras genannt.

Der Kurs lief nun schon seit zwei Monaten in Hertenstein. dabei Geräusche ausstoßend. die von einem Seerosenblatt zum nächsten sprangen. die in Hertenstein untergebracht waren.rückwärts oder seitlich hin und her schwankten und dabei die irrsinnigsten Laute ausstießen. Jaulen und Stöhnen. Für ihn waren die Sutras wesentlich umwerfender. Wir hörten von allen möglichen Aktivitäten in der Suite des Maharishi. Der Raum vibrierte von den Bewegungen und Geräuschen. die Augen geschlossen. und er hatte die gleichen Erfahrungen gemacht: Kakophonie und alles andere. und sie hüpften auf der Schaumgummimatratze umher wie Frösche. Unsere Verwunderung ging schließlich in Gelächter über. Wir versicherten ihnen. was in Hertenstein geschah. uns zu beneiden. daß es absolut keinen Grund gab. Doch hier saßen sie vor uns. doch bislang hatten wir den Maharishi noch nicht zu Gesicht bekommen. . wie ernst die Lage war. Wir starrten uns gegenseitig mit offenem Mund an und versuchten abzuschätzen. Auch seine Gruppe war in die ersten fünf Sutras eingeweiht worden. mußten gelegentlich ihr Zimmer für einen Neuankömmling räumen. Raunen. Doch im Gegensatz zu mir war er von den Siddhis absolut begeistert. daß sie uns beneideten. die vom Kriegsgeschrei bis zum Kichern reichten. Grunzen. Brüllen. es ähnelte eher einem Hüpfen. und Freunde in den anderen Hotels schrieben uns. in Lotusposition. und manche von uns. Ununterbrochen kamen neue Schüler aus Seelisberg an. als wir die Altmeditierer beim Abheben beobachteten. Welch ein Anblick! Ich berichtete Rick über alles. « Fliegen » war sicherlich nicht das passende Wort dafür. Knurren. und er schien auf einer grenzenlosen Woge der Glückseligkeit dahinzugleiten. als er es sich in seinen kühnsten Träumen hätte vorstellen können. Gelächter. denn wir säßen ja mitten im Zentrum des Geschehens. die ich jemals gehört hatte: Schreie.

Meine Freundin Ann, mit der ich in Brunnen zusammengewesen war, wurde aufgefordert, in ein winziges Zimmer ohne Bad umzuziehen. (Sie hätte das Badezimmer unten in der Lobby benutzen müssen.) Es war gerade ihr Geburtstag, und wir hatten ihre Zimmertür mit Karten und Briefchen vollgehängt. Sie bat um einen Tag Aufschub für den Umzug, damit sie noch ihren Geburtstag dort feiern konnte, doch die Antwort war ein rigoroses Nein von einer solchen Vehemenz, daß Ann in Tränen ausbrach. Während sie noch tränenüberströmt in der Tür stand, stürmten einige der Kursleiter in ihr Zimmer und begannen, ihre Sachen auf den Flur zu werfen. Einige andere Kursteilnehmer und auch ich schrien sie an, damit aufzuhören, und ein hitziges Wortgefecht begann. Barbara schrie dazwischen, daß es der Wunsch des Maharishi wäre, den sie ausführten - das war immer die Entschuldigung für alle nicht nachvollziehbaren Entscheidungen -, und daß es «für unsere eigene Entwicklung» sei, die Anweisungen des Maharishi auszuführen. Auch wenn solche Vorfälle nicht regelmäßig passierten, so geschahen doch mehr Dinge, als man von jemandem erwartet hätte, der mit Techniken arbeitet, die zu einem höheren Bewußtseinszu-stand führen sollen. Mir fiel es immer schwerer, die Augen davor zu verschließen, daß diejenigen aus dem inneren Kreis offensichtlich kein Mitgefühl empfanden, und das schürte wiederum altgehegte Zweifel an den Werten der Organisation. Zwei Wochen vor Kursende lag eine gewisse Begeisterung in der Luft, als wir mit den Vorbereitungen für unsere «Abschluß-Feier» begannen, die in Seelisberg stattfinden sollte. Dort wollte man uns unsere Diplome überreichen, die uns zu Meistern des Zeitalters der Erleuchtung machten. Der Maharishi hatte sich ausgebeten, daß die Damen Saris tragen sollten, und all diejenigen, die noch nie einen Sari getragen

hatten, befürchteten, sich zu blamieren. Eine Inderin aus einem der Kurse erklärte sich bereit, uns zu zeigen, wie man einen Sari bindet und mit so viel Grazie wie möglich schreitet - oder zumindest einfach geht. Den Maharishi hatten wir immer noch nicht zu Gesicht bekommen, doch er hatte im vergangenen Monat noch dreimal per Telefon mit uns gesprochen und uns weitere Sutras übermittelt. Die neuen Siddhi-Übungen zusammen mit der Meditation, dem Hatha Yoga und dem Pranayama, aus denen eine Runde bestand, dauerten jetzt drei Stunden. Ich begann mich zu wundern, ob man ein solches Programm zu Hause in den Staaten aufrechterhalten konnte. Schließlich nahmen eine Runde am Morgen und eine am Nachmittag, die empfohlene Praxis für ein Leben «in der Welt», bereits sechs Stunden in Anspruch. Weiterhin sollten wir jeden Monat einen Bericht über unsere Fortschritte an das Hauptquartier in Seelisberg schicken und über unsere Erfahrungen mit den Siddhis berichten. Es war ein wunderschöner, warmer Wintertag. Ich hatte gerade zu Mittag gegessen und wollte mich auf meinen täglichen Spaziergang in der Umgebung machen. Auf dem Weg hielt ich an der Rezeption an, um nach Post zu schauen. Ein Brief von Rick war angekommen, und ich riß ihn voller Freude auf. Ich las die ersten drei Sätze, und mein Herz begann derart zu rasen, daß ich mich hinsetzen mußte, um mein Gleichgewicht wiederzufinden. Ich las die Zeilen nochmals durch. Rick schrieb, er wolle nicht heiraten. Er hätte bereits an unsere Eltern geschrieben und nun an mich. Er wisse, daß mich dies verletzen würde, aber er habe beschlossen, nicht zu heiraten - niemals. Er wolle sein Leben dem Guru widmen, so nahe wie möglich in Maharishis Nähe leben, enthaltsam bleiben und Erleuchtung erlangen. Ich mußte nach Luft schnappen, während ich las. Es verschlug mir ganz einfach die Sprache. Mehrere Freunde versammelten sich um mich, während ich sprachlos und mit tränenüberström-tem Gesicht, unterbrochen von tiefen

Schluchzern, die Nachricht hervorstammelte. Schließlich konnte ich nur noch leise vor mich hinwimmern. Ich weinte mehrere Tage lang. Ich ging jeden einzelnen Brief durch, den ich von ihm erhalten hatte, um einen Hinweis für diese unerträgliche Entscheidung zu finden. Dann überkam mich die Wut, und diese Wut schien mein zerrissenes Herz wieder zusammenzufügen. Ich zog meinen Diamantring vom Finger, steckte ihn in einen Umschlag, adressierte ihn an Rick, klebte eine Briefmarke drauf und feuerte ihn in den Briefkasten. Ich wußte genau, daß ihn das treffen würde, doch in meiner Verletztheit war mir das völlig egal. Wir würden uns in einer knappen Woche bei der Abschlußfeier wiedersehen und dann zusammen zurück in die Staaten fliegen. Er sollte mir ins Gesicht sagen, daß dies tatsächlich das war, was er wollte. Am letzten Tag des Kurses brachen wir in aller Frühe nach Seelisberg auf. Unser Flug sollte am Abend um sieben Uhr von Zürich starten, und wir glaubten noch eine Menge Zeit zu haben. Doch wie üblich führten organisatorische Probleme zu Verspätungen. Als wir endlich ankamen, hatten wir gerade noch zwanzig Minuten Zeit bis zu unserem Aufbruch zum Flughafen und um unsere Diplome in Empfang zu nehmen. Ich sah Rick nur ganz kurz, als wir aus dem Bus stiegen. Er schien völlig ruhig zu sein, fast distanziert. In seinem Gesicht zeigten sich keinerlei Reaktionen, als er mich begrüßte und mir Komplimente über mein Aussehen in dem Sari machte. Der Flug verlief auch nicht anders. Rick war während der gesamten Reise in bester Laune. Er schien nicht im mindesten zu leiden nur daß ich ihm den Ring auf solch unverantwortliche Weise zurückgeschickt hatte, schien ihn erwartungsgemäß zu ärgern. Unsere Eltern erwarteten uns in Chicago mit recht gemischten Gefühlen. Sie warteten auf uns am O'HareFlughafen, beladen mit Blumensträußen, doch ihr fröhliches Lächeln verschwand sofort, als sie mich erblickten. Der

Schmerz war ihnen anzusehen und in ihren Umarmungen zu spüren. Ich war kaum zwei Tage wieder zu Hause. Die Geschäftigkeit der Welt um uns herum hatten Rick und mir völlig die Sprache verschlagen. Diese Möglichkeit hatte die ganze Zeit schon bestanden. zu schätzen. und ich versuchte sie zu trösten und zu beruhigen. brach meine Mutter in Tränen aus. Immer. daß mich schon seit über einem Jahr beunruhigt. um mich anzumelden. «Maharishi». Die nächsten drei Monate verbrachte ich in Arosa und fand endlich auch eine Gelegenheit. wenn ich ein klares Transzendieren . als ich mich entschied. legte ich los. für weitere drei Monate in die Schweiz zurückzugehen. und viele Frauen in Hertenstein waren gleich dortgeblieben. Nachdem wir unser Gepäck eingesammelt hatten. als uns der Maharishi am Ende des Kurses aufsuchte. Kaum waren sie außer Sichtweite. Meine Eltern stimmten sofort zu. daß sich alles zum Besten wenden würde. brach Rick mit seiner Familie auf. doch ich wußte ihre Bemühungen. und in welche Restaurants wir wohl gerne zum Abendessen gehen möchten. «ich muß dich etwas über ein Erlebnis fragen. forschenden Blick voller Entschuldigungen zu. die sie mir damit bot. Diesmal war ich ausnahmsweise froh über die Ablenkung. für den sie eigentlich gar keinen Anlaß hatte. das wir doch sicher vermißt hätten. Ich rief in der Schweiz an. meine Frage über die Angst loszuwerden. und seine Mutter warf mir einen langen. während unsere Familien ununterbrochen über all das Essen plauderten. und ich tätschelte ihren Rücken und versicherte ihr. Allen blieben die Worte im Halse stecken. ein fröhliches Gesicht aufzusetzen. Sie hofften wahrscheinlich. und zwei Tage später saß ich in einem Flugzeug der SwissAir zurück nach Zürich. während wir den langen Korridor zum Gepäckempfang gingen. daß eine weitere Reise nach Europa mein gebrochenes Herz wieder heilen würde.

wenn ich die Meditation nicht abbreche. denn er glaubt. Der Vorschlag des Maharishi machte rein theoretisch Sinn.laß einfach los. Der große Ballsaal war in eine höhlenartige Siddhi-Arena verwandelt worden. und ich habe dann das Gefühl. doch der Körper bekommt Angst. daß es außer der Welt nichts anderes gäbe. als daß es eine akzeptable Lösung hätte sein können. die von den Schreien und dem Aufheulen der Gruppe widerhallte und das ganze Hotel vibrieren ließ. Die Kakophonie war ohrenbetäubend. bevor schließlich aus reiner Erschöpfung das Loslassen geschah. die ich absolut nicht erwartet hatte. waren aus den verschiedenen Orten in Europa angereist. Ich sehnte mich nach meinen früheren Erfahrungen von tiefer Stille und Frieden zurück. Schenke der Angst deines Körpers keine Bedeutung . sagte er unter Lachen. «Mach dir keine Sorgen wegen der Angst». Um zu transzendieren. Das Hotel Pratjali in Arosa war bis zum Bersten gefüllt: hundertachtzig Siddhi-Frauen. « Es ist lediglich der Körper. überkommt 47 mich eine überwältigende Angst. wie ich es noch nie zuvor erlebt hatte -.» Da hatte ich nun endlich meine Antwort. nur noch viel größer. der an der Welt festhält. Der dreimonatige Kursus war eine Fortsetzung des Kurses in Hertenstein.erlebe. eine Reaktion. wie wir genannt wurden. . doch es sollte noch viele Jahre dauern — viele Jahre voller Angst in einem Ausmaß. mußt du die Welt loslassen. die mich in den Schoß von TM geführt hatten. wo sie gerade den sechsmonatigen Kurs beendet hatten. Wir verbrachten täglich sechs Stunden auf unseren Zimmern und machten unsere Runden und drei weitere Stunden in der großen Gruppe mit den SiddhiÜbungen.» Der Maharishi brach in schallendes Gelächter aus. auch wenn das Loslassen viel zu sehr mit Angst beladen war. daß ich augenblicklich tot umfalle.

. das die TM-Organisation geworden war. meinen inneren Frieden anzufressen und wühlten mich eher auf. Ich hoffte. den ich in den Mauern der Welt des Maharishi übernommen hatte. als daß sie mir Glückseligkeit bescherten. Arosa wieder zu verlassen. als das transzendentale Gewahrsein noch das einzige Ziel war. was ich wirklich suchte.in einer Zeit. daß das nächste Kapitel das bringen würde. Am Ende konnte ich es kaum erwarten. um nie mehr in das Irrenhaus zurückzukehren. Ich wollte all dem entfliehen und keinen Blick zurückwerfen. Ich wollte dem Gefängnis des intellektuellen Überbaus entfliehen. Die Siddhi-Kurse begannen.

Falls ein plötzlicher Kurswechsel kommt. Mir schien es eine Reaktion auf das Leben außerhalb einer geschlossenen spirituellen Ge- . Langsam wurde ich vertraut mit der Erfahrung. Schon recht früh hatte ich realisiert. war ganz einfach das Naheliegenste. schien Kalifornien offensichtlich das Ziel für mich zu sein. Auf denen der Schiefer gefährlich lose liegt Und die Hinterachse fast über die Klippe hängt. was es zu tun gab. völlig darauf vertrauen zu können. Ausgefahrene. um zwischen den Optionen zu wählen. im Leben weiterzuschreiten. Nach Kalifornien zu gehen. THEODORE ROETHKE Zurück in den USA. sondern mich einfach in den nächsten Moment fallen zu lassen und zu tun. Ich packte meine Sachen und verabschiedete mich von meinen Eltern. ohne erst die Möglichkeiten zu analysieren und das Für und Wider abzuwägen.Ich schrieb mich am Sonoma State College für das Wintersemester ein und stürzte mich mit einer bis dahin ungekannten Heftigkeit in das akademische Leben. Der Moment der Wende. Ich analysierte niemals meine Möglichkeiten oder die passenden Argumente. was es zu tun gab. holperige Wege.Präludium der Leere Auf der langen Reise fort vom Selbst Gibt es viele Umwege. daß sich der nächste Schritt in recht offensichtlicher Weise präsentieren würde.

so daß mich davon nichts einholen oder verfolgen würde. Es fiel mir schwer. Ich ertränkte meine Trauer über meine verlorene Liebe in einem Meer neuer Beziehungen. und ein jeder von ihnen eröffnete mir einen neuen Aspekt der scheinbar unendlichen Möglichkeiten menschlichen Seins. das es zu tun gab. Ich buchte einen Flug nach Paris. Im Januar 1978 wechselte ich zur Universität von Kalifornien in Berkeley. inmitten eines solch aktiven Lebens die Zeit dafür zu finden. Nach diesen Jahren eines weltabgeschiedenen Lebens stürzte ich mich voller Freude und Enthusiasmus in das Leben einer freien. und hoffte. Ich genoß vollen Herzens. gleich schon im nächsten Augenblick. Ich lebte überwiegend ohne Erinnerungen an die Vergangenheit. Auch mein Studium bot mir reichlich Inspiration. ergänzten. daß ich genügend aus meinen vergangenen Erfahrungen gelernt hatte. die in mir eine Liebe für die Schicksale der Menschen erwachen ließ. wann immer ich mich hinsetzte und meine Augen schloß. . außer den Erfahrungen mit der Meditation. die das spirituelle Wissen. unabhängigen Frau. die mich weiterhin in den unendlichen Raum entführten. von dem ich so sehr durchdrungen war.meinschaft zu sein. Während ich mich durch die große Weltliteratur des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts arbeitete. Nach meiner Rückkehr von dem Siddhi-Kurs meditierte ich nur noch sporadisch. meinen Blick nach vorn zu richten. ein vertrautes Gebiet mit verschiedenen Partnern zu erkunden. begann für mich eine Zeit intensiver Entdeckungsreisen. Ich versuchte. vermischt mit einer ungezügelten Freude an neuen Ideen. Im Dezember 1979 machte ich mein Examen in englischer Literatur und hielt sofort nach dem nächsten Ziel Ausschau. Ich brauchte nicht lange zu warten: Wie üblich wartete das Naheliegenste.

fast so. daß genau dies offensichtlich das Naheliegenste war. Ich hatte in der Schule Französisch gelernt und fühlte mich ungemein vertraut mit der Sprache. Ich schien die Stadt buchstäblich zu inhalieren und auf eine Art in mich aufzunehmen. Sicherlich gab es eine Menge unbekannter Einflüsse. die Schwester von einem der Teilnehmer. anstatt sie neu zu erlernen. In der ersten Woche verbrachten wir viel Zeit miteinander. Ich schrieb mich an der Sorbonne ein. Paris war voller Leben. Berauscht von freudiger Verwunderung wanderte ich im Morgengrauen durch die engen kopfsteingepflasterten Gassen und konnte kaum fassen. als ob ich dort schon einmal gelebt hätte und die engen Straßen und die vibrierende Energie bereits kannte. einem der buntesten und lebendigsten Bezirke der Stadt. Als ich in Paris ankam. belegte die Semester für ausländische Studenten und stürzte mich in ein neues und aufregendes Leben. In ihrem Appartement bekam ich zum ersten Mal den Philosophen Bernard-Henri Levi zu Gesicht. die sich sofort in jedes Abenteuer stürzte. wenn ich mehr auf Vorsicht bedacht gewesen wäre. träumerische Frau. Er gab gerade . was sich meinen Augen eröffnete. wie ich es bislang noch von keiner Stadt kannte. daß ich mit der Stadt so vertraut war. Juliette war eine wunderliche. Germain-des-Pres. Meine einzige Freundin in Paris war Juliette.Gern würde ich eine genauere Erklärung dafür abgeben. die mich in diese Richtung getrieben haben. den ich in den TM-Kursen kennengelernt hatte. was es zu tun gab. daß es schon fast angsterregend wirkte. und ihr verdanke ich meine Einführung in das komplexe Leben von Paris. warum meine Wahl auf Paris fiel. Fast auf Anhieb fand ich ein Appartement auf dem linken Ufer in St. doch zu der Zeit konnte ich nur feststellen. Doch Vorsicht war zu jener Zeit nicht meine Sache. und ich hatte meine wahre Freude an der Vollkommenheit der Dinge. als ob ich mich an sie erinnern würde. stellte ich fest. Ich fühlte mich in seiner Energie zu Hause und war begeistert von seinem Zauber.

Er war höchst erfreut zu hören. einer kleinen Vorstadt südlich von Paris. ob Juliette irgendwo zu sehen war. ob der Stuhl neben mir noch frei sei. die gekommen war. fragte er mich. um Levi sprechen zu hören. Ich warf nochmals einen kurzen Blick durch das Zelt. Ich traf noch vor Juliette in Ivry ein. das extra dafür errichtet worden war. einen freien Platz zu ergattern. Juliette erzählte mir. Levi kam die Stufen hinauf zum Podium und sezte sich in einen der Sessel. woher ich sei. daß Juliette mich finden würde. Levi war der Kopf einer neuen Bewegung. Immer wieder fragten mich Leute. die die traditionellen Werte der Philosophie des zwanzigsten Jahrhunderts auseinandernahm. Ich verstand kein Wort von dem. machte nun einen letzten Versuch. Ich suchte in dem überfüllten Zelt nach zwei Stühlen und hoffte. die am nächsten Tag in Ivry. mitten in einer Menschenmenge. und wer jetzt noch keinen Stuhl hatte. Die Lampen wurden abgeblendet. Gemeinsam wollten wir daran teilnehmen. Das Zelt füllte sich sehr schnell. daß ich Amerikanerin war. Die Veranstaltung fand in einem großen Zelt statt. doch seine leidenschaftliche Art faszinierte mich. Ein gutaussehender Mann Ende zwanzig fragte mich. daß er auf einer Veranstaltung sprechen würde. ob der andere Stuhl bereits besetzt sei. was er sagte. und überließ ihm dann den Stuhl. doch da er ihn nicht lokalisieren konnte. Er begann sofort eine Unterhaltung.einem sehr bekannten Journalisten ein Interview für die Nachrichten im Fernsehen. und begann sofort von seiner kürzlichen Reise . stattfinden sollte. Man hatte viele Reihen mit Klappstühlen und eine erhöhte hölzerne Plattform mit mehreren bequemen Sesseln als Podium aufgebaut. und von Juliette war immer noch nichts zu sehen. Er bemerkte zwar meinen Akzent. Schließlich entdeckte ich zwei Stühle am Mittelgang ungefähr in der zehnten Reihe und setzte mich.

Er war sehr gut über alle möglichen Dinge informiert und hatte offensichtlich eine Menge Zeit damit verbracht. Er überwältigte mich mit seiner enthusiastischen Be-Igeisterung. vom Wetter bis zu den Auswirkungen der Machtergreifung der Sozialisten unter Mitterand.. schüttelte höflich meine Hand und •fragte. Claude hatte vor kurzem sein Medizinstudium beendet und arbeitete nun in einer privaten Arztpraxis. mit seinem Vortrag zu beginnen. Für ihn war es eine traumatische Zeit gewesen. und wir schlängelten uns durch die Menschenmenge. Ich hatte die Hoff-lung aufgegeben. Er stammte aus einer jüdischen Familie. denken und zu diskutieren . daß dies einer der Höhepunkte in seinem Leben gewesen war. Claude und ich gingen nach dem Vortrag in ein Cafe. daß eine Unterhaltung lit solch einem leidenschaftlichen Gesrpächspartner für mich zu-lindest eine gute Lektion in Französisch sein würde. Wir lachten über die Unterschiede unserer beiden Kulturen und machten Witze über die typisch amerikanischen und französischen Eigenheiten. Wir verbrachten die veiteren Stunden damit. wie ich sie noch nie bei einem Menschen erlebt hatte. Er war durch Kalifornien und Nevada gereist und erklärte voller Freude. Die anderen Zuhörer baten uns. die sich 1967 nach der Vertreibung aus ihrem Heimatland Tunesien in Paris niedergelassen hatte. und er schilderte mir alles mit größter Genauigkeit. denn Levi stand bereits auf dem Podium und war be-Ireit. Der Mann neben mir stellte sich als Claude Cohen vor.in die Staaten zu erzählen. Egal worüber Claude sprach. darüber nachzu-(. unsere Unterhaltung leinzustellen. ob wir unsere Unterhaltung nach dem Vortrag fortsetzen könnten. uns zu unterhalten. Ich mußte mich sehr anstrengen.über alles. er tat es mit einer solchen Leidenschaft. Ich willigte gerne ein und dachte. Juliette noch zu finden. um alles zu . Kaffee zu trinken ind uns voller Begeisterung gegenseitig so viel wie möglich voneinander zu erzählen.

wie er sich an allen möglichen Aspekten des Lebens erfreuen konnte. acht Monate nachdem wir uns getroffen hatten. daß unsere Beziehung ernster wurde. Wir tauschten unsere Telefonnummern aus. damit ich mich in ihrer Mitte wohlfühlte. Es freute mich zu sehen. die ich niemals in Frage stellte. und sie taten wirklich alles. Er schien einfach über ein unerschöpfliches Reservoir an Enthusiasmus zu verfügen. Zwei Monate lang bereitete es uns wahre Alpträume. Als wir uns schließlich voneinander verabschiedeten.zu seinen Eltern. der gerade in der Nähe war. Sehr schnell wurde deutlich. ein Ansturm von Stimmen und Fragen. damit wir mehr Zeit miteinander verbringen konnten. Sie waren genauso mitteilsam und ausgelassen wie er und von einer Wärme. französisch wie die Einheimischen zu sprechen. seinen beiden Schwestern mit ihren Ehemännern. all die Papiere zu besorgen. Es war ein ganz besonderes Erlebnis für mich. die mir beibringen würde. daß ich die Person gefunden hatte. was er sagte. die mich mit einer natürlichen Liebe. besonders als er nach der vierten Verabredung bei mir einzog. um uns in ein paar Tagen zum Abendessen und vielleicht zum Kino zu treffen. am Freitagabend zu ihnen zum Abendessen zu gehen . heirateten wir. seinem Bruder und jedem aus der Verwandtschaft. welche die französische Bürokratie verlangte.verstehen. in ihre Arme trieb. Im November 1980. die unsere Bindung wirklich besiegelte. langsamer zu sprechen oder etwas mit verständlicheren Worten auszudrücken. Wir mußten daher einen Hochzeitstermin . wußte ich. und manchmal bat ich ihn. Ich widersetzte mich nicht seiner Entschlossenheit. Alle redeten auf einmal. Nach dieser ersten Verabredung verbrachten Claude und ich jeden Moment zusammen. fühlte ich mich doch sehr von seiner energetischen und leidenschaftlichen Art angezogen. vom kleinsten Detail eines Abendessens oder den Wolken am Himmel bis zu weitreichenden philosophischen oder politischen Theorien. Doch es war seine Familie.

Ich konnte aber auch feststellen. mich in die Rolle einer Pariser Ehefrau einzuleben. dann teilen wir . Obwohl ich die Sprache fast perfekt beherrschte und mich ohne weiteres verständlich machen konnte. weil ich nicht die Erleuchtung gefunden hatte.im späten Herbst auswählen . Ich hatte mit meinen Meditationen kurz nach meiner Ankunft in Paris völlig aufgehört und das vor mir damit begründet. Oder vielleicht war es einfach die Angst davor. Rechtfertigung her: Ich umarmte den «Kult der Oberflächen». was ich vermitteln wollte. Mein Vater konnte an der Hochzeit nicht teilnehmen.sehr zum Verdruß meiner Familie. Rechtfertigung hin. wie er sie repräsentierte. Ich war auch wütend auf den Maharishi und zutiefst von der spirituellen Welt. während es eiskalt und der Himmel voll grauer Regenwolken ist. Doch es war inzwischen ein Jahr vergangen. dem mit Entsetzen zuzuschauen. Nachdem sich die Aufregung über das neue Eheleben nach einem Monat etwas gelegt hatte. und ich spürte auch weiterhin kein Bedürfnis.kein Grund zur Aufregung. daß es mich außergewöhnlich betrübte. hatte ich nie das erleichternde Gefühl. Vielleicht war es auch die Trauer über den Tod meiner eigenen Naivität. begann ich meinen Versuch. wenn ich in meinen Gedanken gegen den Maharishi wetterte. und dies verwandelte ihn in kürzester Zeit zu einem Schatten seiner selbst.es mißbilligen würde. Wenn wir kommunizieren. den das Leben in Paris repräsentierte. und wir waren hilflos dazu verurteilt. Zwei Jahre zuvor hatten sich bei ihm Symptome von Alzheimer entwickelt. einer tieferen Welt zu vertrauen. daß Claude -und ich vermutete jeder in Paris . enttäuscht. wirklich kommuniziert zu haben. Niemand ist davon begeistert. die er nach sechs bis acht Jahren Meditation versprochen hatte. zum ersten Mal nach Paris zu kommen. immerzu französisch zu sprechen. daß ich später wieder damit beginnen würde . Sein Verstand löste sich in einem tragischen Verfallsprozeß auf. wieder zu meditieren. zumal ich befürchtete. Ich fühlte mich verletzt.

daß wir noch ein wenig . ein Kind haben zu wollen. auch wenn der andere es nicht vollständig versteht. Das Ergebnis war. seit ich zum ersten Mal Claudes Familie kennengelernt hatte. Auch mir gefiel diese Vorstellung sehr. was in mir vor sich ging. die ich während meiner Jahre der regelmäßigen Meditation empfunden hatte. war ich trotzdem nicht sofort davon begeistert. wie Laute zu erzeugen. alles unter Kontrolle zu haben. die keine Bedeutung für mich hatten. niemals ausgesendet zu werden . daß mich eine tiefe Einsamkeit erfaßt hatte. besonders als ein Teil dieses großen. die dazu verurteilt waren. sondern weil das mir verfügbare Medium wenig Verbindung mit dem hatte. Die Einsamkeit verstärkte sich bald zu einer tiefen Besorgnis. Claude über mein Dilemma aufzuklären. Es kam mir vor. was wir zu vermitteln versuchen. mich wie in einer Falle zu fühlen. Ich wußte genau.nicht weil es Probleme mit den Empfängern gab. und es war nicht mehr zu leugnen. die mit alarmierender Regelmäßigkeit in Panik endete. Ich war nicht bereit. waren zu einer schwachen Erinnerung verblaßt. Doch die französische Sprache schien meine Mitteilungen nur unvollständig wiederzugeben. Das Glück und die Fröhlichkeit. Kinder zu haben -so viele und so schnell wie nur möglich. daß ich eine Menge Mitteilungen mit mir herumtrug. Obwohl mich das überhaupt nicht überraschte. Ich begann.anderen das mit. Doch die Aussicht auf ein Kind. und trotzdem versuchte ich verzweifelt den Eindruck zu erwek-ken. und so schlug ich ihm vor. während ich in den Fängen einer tiefgehenden inneren Krise steckte. ausgelassenen und warmherzigen Familienclans. Ungefähr zu dieser Zeit begann Claude davon zu sprechen. Ich versank in völliger Verwirrung. Ein Mantel von Verzweiflung und Zynismus hatte sich über mich gelegt. schreckte mich zunächst einmal ab. daß eine Heirat mit ihm bedeutete.

Ich wußte nur zu dem Zeitpunkt ganz einfach. Amsterdam und Südfrankreich. gefangen zu sein. Erfüllt von den kulturellen Phantasien einer strahlenden Mutter in spe war ich nur schlecht auf die physischen Herausforderungen einer Schwangerschaft vorbereitet. Widerwillig ging er darauf ein. die er nur schwer verstehen konnte und die vielleicht versuchen würde. um die sie bei ihrer lochzeit wußte und in die sie eingewilligt hatte. und lein Herz wurde ruhiger. Innerhalb weniger Wochen. die Regeln zu ändern. der darauf abzielte. sondern zum Reisen. Mitte Februar. wie es einmal gewesen war. seine Wünsche zu durchkreuzen. Italien. ein Kind zu haben. die mein Gefühl. bevor wir eine Familie gründeten. Wir zogen durch Marokko. daß ich bereit sei. Die Übelkeit und Müdigkeit von der ersten Woche an markierten den Anfang vom Ende meiner Erfahrung einer persönlichen Vergangenheit. wurde ich schwanger und damit augenblicklich in die zeitlose Übelkeit einer Schwangerschaft gestoßen. Die Zeit für ein Kind würde früh genug kommen. Er verstand nicht. Die Erinnerung an die Freude kehrte zurück. als ich aus Paris herauskam. Nach unserer Rückkehr von Sizilien im Januar 1982 teilte ich Claude mit. und es dämmerte ihm. wo ich eine Zeitlo-sigkeit erlebte. 1981 war das Jahr unserer Reise. verbrachten Tage voller luße in malerischen Dörfern auf dem Lande. daß er eine Frau geheif* ratet hatte. daß nicht die Zeit für ein Kind war. berührt von der Stille der Natur und ihrer wunderbaren Palette der unendlichen Vielfalt der Landschaften. Ich fühlte mich freier. schwächer wer-ien ließ. Nach diesen ersten Monaten der Schwangerschaft sollte nichts mehr so sein. und ich steuerte auf den Zusammenprall mit einer . daß ich niemals einen konkreten Plan ausgeheckt hatte.die Welt erkunden sollten.

daß niemand mich auf die Auswirkungen hätte vorbereiten können. fuhren wir die zwanzig Meilen zur Wohnung von Claudes Eltern hinaus. mit einer Bewegung des Armes.Kraft zu. Existenz: Dieser Ort. RUMI Während der ersten Monate meiner Schwangerschaft wurde das Leben zu einer immer größeren Herausforderung. die recht bald geschehen sollte. geschaffen aus unserer Liebe für die Leere! jedoch wenn die Leere erscheint. Der Hier-und-]etzt-Berg ist wie ein winziges Stück von einem Strohhalm. um ihnen die Nachricht . Rückblikkend erkenne ich nun. hinausgeblasen in die Leere. bereits in dem Moment begann. die die Existenz ausblendet. ist diese Arbeit vollbracht. als ich erfuhr. befreit von der Gegenwart. daß die radikale Veränderung der Realität. so mysteriös und unbeschreiblich. befreit von Bergen von Wünschen. daß ich schwanger war. befreit von gefährlichen Ängsten und Hoffnungen. Nachdem wir die endgültige Bestätigung bekommen hatten. was ich war. Frei von dem. Kollision mit der Leere Lobpreise die Leere. Und dann mit einem Stoß. entschwindet diese Existenz. daß ich tatsächlich schwanger war. Lobpreise dieses Geschehen immer wieder! Jahr um Jahr habe ich meine eigene Existenz aus der Leere bezogen.

die sich in alle Richtungen ausbreitete. um mich von dieser Erfahrung. Ich werde wahnsinnig. die alle bis dahin vorhandenen klaren Grenzen auslöschte. und ich konnte nicht weiterreden. daß sie bald Großeltern würden. überkam mich ein äußerst seltsames Gefühl. so als ob «Ich» an keinem bestimmten Platz in diesem strahlenden Nebel war. nahm ich tatsächlich wahr.zu überbringen. dachte ich. alles war mir recht. und fragte dann. Während wir uns durch den dichten Autobahnverkehr schoben. nebligen Helligkeit erfüllt wurde. Als ich Claude neben mir anschaute. der mir gerade von einem seiner Patienten erzählte. Wir sprachen für eine Weile über die neueste Romanze seines Bruders . Während ich durch meine Augen nach draußen schaute. abzulenken. ob ich ihm auch zuhörte. mich in Luft aufzulösen. Ich lehnte . das ihm sein Bruder am Tag zuvor am Telefon erzählt hatte. sondern überall zur gleichen Zeit. Die Luft bestand aus der gleichen Helligkeit. Mein Körper schien sich aufzulösen. «Wunderbar.» antwortete ich schwach. wie sich die Form meines Körpers verwandelte und von einer weiten. um festzustellen. so weit das Auge reichte. und fürchterliche Gedanken durchblitzten meinen Verstand. Die Panik verstärkte sich. wie sie sich kennengelernt hatten -. ob alles mit mir in Ordnung sei. «alles in Ordnung. seine Festigkeit zu verlieren und in der Luft in seine Bestandteile zu zerfallen. Er schaute kurz zu mir hinüber. ich verliere den Bezug zur Realität und kann nicht mehr funktionieren. Ich fühlte mich immer weniger lokalisierbar.» Langsam stieg Panik in mir auf.wie alt sie war. schien er sehr weit entfernt und in dieser unendlichen Helligkeit unerreichbar zu sein. und dann begann Claude mit einer ausschweifenden und recht komplizierten Geschichte von irgend etwas. über das wir sprechen konnten. Ich wandte mich Claude zu und suchte nach etwas.

Genauso blieb die klare Wahrnehmung. Doch das Gefühl. die für meinen erstaunten Verstand unerreichbar war. Ich hatte nicht die geringste Ahnung. Jedesmal. überfiel mich augenblicklich panische Angst.mich in meinem Sitz zurück und hörte ihm zu. daß ich nichts anderes tun konnte als zu versuchen. daß die Luft mit einem strahlenden Nebel erfüllt war. die bislang die Trennung zwischen den Dingen markiert hatten. nur um mich von meiner veränderten Wahrnehmung abzulenken und sie möglichst ganz auszulöschen. und gingen in einer Wellenbewegung ineinander über. die bislang stabil zu sein schienen. ohne Raum oder Festigkeit. verkündete ich voller Begeisterung meine Schwangerschaft und unterhielt mich angeregt mit allen über die bevorstehende Mutterschaft und Kindererziehung. sehr weit weg zu sein. schienen gleichzeitig größer und weiter entfernt zu sein. wie eine Skizze. wie eine Filmkulisse aus Pappe mit nichts dahinter. Ich versuchte. In den folgenden Tagen konzentrierte ich mich auf den alltäglichen Tagesablauf. Die Pariser Szenerie erschien völlig flach. blieb und hielt auch noch für mehrere Tage an. sie pulsierten sanft in einem Lebensrhythmus ihrer eigenen Sphäre. um mich wieder zurück in die Realität zu bringen. Des weiteren verflüssigten sich jene klaren Umrisse. die manchmal einige Minuten und manchmal mehrere Stunden dauerte. wenn eine solche Veränderung in meiner Wahrnehmung geschah. die auch anhielt und manchmal noch stärker wurde. Als wir schließlich das Haus seiner Eltern erreichten. Objekte. mich ganz bewußt und exzessiv von den Geschehnissen abzulenken. leer. In solchen Momenten schien die Welt zweidimensional zu sein. Diese veränderte Wahrnehmung war so besorgniserregend. was mit mir vor sich . mich auf seine Worte zu konzentrieren. Ungefähr zu dieser Zeit begann sich noch eine weitere Veränderung in meiner Wahrnehmung durch kleine Begebenheiten zu manifestieren.

stellten wir uns am Straßenrand auf. Ich war nicht in Eile und hatte daher den Bus anstatt der Metro genommen. doch sie bereiteten mich sicherlich nicht auf etwas noch wesentlich Radikaleres vor.ging. als es geschah. Ich beobachtete aufs genaueste jede Veränderung in meiner üblichen Art der Wahrnehmung. um dadurch vielleicht die Ursache herauszufinden. und ich hatte zum ersten Mal eine schwache Bewegung meiner Tochter verspürt. bevor ich schließlich meine Linie 37 die weite Avenue herunterkommen sah. um das schöne Wetter zu genießen. als diese Brüche in meiner Wahrnehmung schließlich aufhörten und ich zu dem. als ich an der Bushaltestelle auf der Avenue de la Grande Armee stand. Es war in der zehnten Woche meiner Schwangerschaft. war ich auf dem Heimweg zu unserer Wohnung auf dem linken Ufer. Ich hakte eine lange Liste von Möglichkeiten ab: bestimmte Speisen. zurückkehrte. Es war Frühling. der im Krankenhaus auf der anderen Seite der Stadt stattfand. was diese Veränderungen auf Dauer hätte hervorrufen können. wieviel ich schlief oder ob ich mich genügend bewegte. Wir sprachen über das Wetter und kommentierten die neue Werbekampagne. Doch ich fand nichts. so als ob mich jemand sanft mit einer Feder von innen berührte. daß mich die Schwangerschaft auf höchst ungewöhnliche Weise beeinflußte. Als der Bus näher kam. und konnte nur vermuten. die auf allen Plakatwänden zu sehen war. Es war Mai. was ich für meine normale Wahrnehmung hielt. Nachdem ich an einem Kurs für schwangere Frauen teilgenommen hatte. Sieben oder acht Leute warteten an der Haltestelle. Diese Brüche versetzten mich in Angst und Schrecken.und dieses Mysterium sollte sich noch tausendfach verstärken. und die Sonne strahlte warm in mein Gesicht. wo ich in sechs Monaten mein Kind bekommen würde. Schließlich hielt der Bus an . Ich war über alle Maßen erleichtert. Das Ganze war ein völliges Mysterium . Mehrere Busse kamen.

und versuchte. das von einem sehr fernen Stern ausgesendet wurde.und stieß einen beißenden Geruch von heißem Gummi und Auspuffgasen in die warme Frühlingsluft aus. um in den Bus zu steigen und prallte mit voller Wucht auf eine unsichtbare Kraft. Ich setzte mich neben eine ältere Dame. meinen gelben Fahrschein zu entwerten. wie meine Finger versuchten. damit wir losfahren konnten. den Fahrschein in den Entwerter zu stecken und wie ich mich durch den Bus bewegte. die Türen meines normalen Bewußtseins aus den Angeln sprengend und mich in zwei Teile zerspaltend. die wie eine Stange Dynamit lautlos in meinem Gewahrsein explodierte. «Ich » befand mich nun hinter meinem Körper und betrachtete die Welt. Alle Signale des Körpers schienen recht lange zu brauchen. als ob es ein Licht sei. Was ich bislang als «Ich » bezeichnet hatte. fühlte ich plötzlich einen Druck auf meinen Ohren. wenn sich beim Landen der Druck in der Kabine verändert. Ich fühlte mich völlig vom Geschehen um mich herum isoliert wie in einer Blase und konnte mich nur noch auf völlig mechanische Weise bewegen. und der Busfahrer forderte mich auf. Ganz entfernt fühlte ich. Ich hob mein rechtes Bein. doch nichts veränderte sich. ob irgend jemand etwas bemerkt hätte. ohne die Augen im Körper zu benutzen. Doch alle anderen Passagiere suchten sich einen Platz. wurde mit Gewalt aus seinem üblichen Platz in mir gerissen und an einen neuen verlagert. unsere . ungefähr dreißig Zentimeter links hinter meinem Kopf. so wie in einem Flugzeug. um diese nicht lokalisierbare Stelle zu erreichen. Von dieser nicht lokalisierbaren Stelle irgendwo links hinter mir konnte ich den Körper vor mir und auch sehr weit entfernt erkennen. mit der ich an der Haltestelle geplaudert hatte. mein Bewußtsein wieder an die alte Stelle zu versetzen. Als ich mich in die Reihe stellte. Ich schüttelte mehrmals meinen Kopf und hoffte wohl. Ich war steif vor Angst und schaute mich um. um einen Sitz zu finden.

und zog dann an der Glocke. Auf dem kurzen Weg zurück zu unserer Wohnung versuchte ich die zwei Teile von mir wieder zu einem Stück zusammenzusetzen. damit der Fahrer sie an der nächsten Haltestelle aussteigen lassen konnte. fühlte ich mich von ihr völlig getrennt. leuchtende Suppe. bewegte ich mich auf der Straße wie eine Wolke von Gewahrsein. indem ich mich auf den Körper konzentrierte. Meine Willenskraft versagte aufs kläglichste. und ich stieg aus. Dabei fühlte ich. Schließlich hielt der Bus an meiner Haltestelle in der Rue Le-courbe.Konversation fortzusetzen. welcher mir vertraut und zugleich fremd vorkam. mit der Stimme meines Körpers zu sprechen und mit den Ohren des Körpers zu hören. Mit aller Willenskraft versuchte ich mich in den Zustand zurückzuversetzen. wie eine dicke. schaukelte ich wie eine Boje auf dem Meer dem Körper hinterher. Auch wenn meine Stimme weiterhin zusammenhängend sprechen konnte. Auch . Anstatt mit den physischen Sinnen wahrzunehmen. die einem Körper folgte. Nachdem sie aufgestanden war. wie der Schweiß über mein Gesicht perlte und an meinen Armen hinunterfloß. den ich für meinen Normalzustand hielt. Ich hatte panische Angst. und in bisher gewohnter Weise wieder durch die Augen meines Körpers zu sehen. Losgelöst von jeglichen Sinneseindrücken. was meine bisherige Wahrnehmung aus den Angeln gehoben hatte. Mein Verstand war völlig zum Stillstand gekommen durch den Schock der plötzlichen Kollision mit dem. Das Gesicht der Frau neben mir schien sehr weit entfernt und die Luft zwischen uns neblig zu sein. Sie wandte sich von mit ab. um für einen Moment aus dem Fenster zu schauen. rutschte ich auf ihren Fensterplatz und verabschiedete mich von ihr mit einem Lächeln. abgetrennt vom Körper und ihn lediglich aus weiter Ferne beobachtend.

Durch das Gefühl.wenn dieser Körper nicht mehr «meiner» zu sein schien. ein Buch lesen oder jemanden anrufen. doch der Körper. . Ich erzählte ihm von der Schwangerschaftsgruppe in der Klinik und zeigte ihm das Buch. In diesem Zustand des Beobachtern wurde die physische Existenz in einem Zustand von bevorstehender Auflösung wahrgenommen. aber es hallte nur ein leeres Sirren in meinen Ohren wider. um mich zu begrüßen und zu fragen. Der Beobachter war ganz deutlich vom Verstand getrennt. und der Körper war von Panik wie gelähmt. wie ich ihm das alles erklären sollte. dem Körper und den Emotionen andererseits Panik auszulösen. doch wie und wo diese Signale empfangen wurden. Unfähig. gab es trotzdem eine unverständliche Verbundenheit mit ihm. Der Verstand schaltete aufs Überlebensprogramm und begann nach Ablenkungen Ausschau zu halten: Vielleicht sollte ich ein Bad nehmen oder ein Schläfchen machen. schien der große Abstand zwischen dem Beobachter einerseits und dem Verstand. Die Angst wurde immer stärker. war absolut unbegreiflich. was mich seltsamerweise beruhigte. diesen Zustand einzuordnen. raste der Verstand hin und her und versuchte. Ich hatte keine Ahnung. so als ob nichts geschehen sei. und alles Körperliche reagierte darauf mit einer Angst von bislang unbekanntem Ausmaß. Er sendete weiterhin die Signale seiner sensorischen Wahr- nehmungen aus. mit der physischen Existenz so schwach verbunden zu sein. Claude schaute von seinem Buch auf. Er schien meine Angst nicht sofort zu bemerken. die Hände waren kalt und zitterten. das Herz schlug mir bis zum Hals. Der Schweiß rann in kleinen Bächen an mir hinab. Völlig gefaßt begrüßte ich ihn. das ich auf dem Heimweg in der amerikanischen Buchhandlung gekauft hatte. Ich kehrte zu unserer Wohnung zurück. die Emotionen und seine Position links hinter dem Kopf blieben konstant. wie mein Tag verlaufen war. also versuchte ich es erst gar nicht. «mich» wieder zusammenzufügen oder ganz abzuschalten. etwas essen.

Am Tag zuvor hatte ich den Versuch unternommen. und das hinterließ den Körper. Der Verstand (ich konnte ihn nicht einmal mehr als «meinen» Verstand bezeichnen) versuchte. den momentanen Existenzzustand zu begreifen. Erstaunlich war nur. Ist das nun Wahnsinn. auf etwas zu bestehen. wo «Ich» mich befand. nicht gestört zu werden. daß es nicht in Claudes Natur lag. und er beobachtete den Schlaf aus seiner Position hinter dem Körper. doch der Beobachter blieb. Der Verstand war dermaßen überwältigt von seiner Unfähigkeit. Claude eine Erklärung zu geben. Ich legte mich ins Bett. und zum ersten Mal war ich froh darüber. was man einen Nervenzusammenbruch nennt? Eine Depression? Was war geschehen? Wird es jemals wieder aufhören? Claude begann meine innere Aufruhr zu bemerken und wartete offenbar auf eine Erklärung. und hoffte. was vorgefallen war. in das ich nicht tiefer einsteigen wollte. Der Körper schaltete in seiner Panik in einen höheren Gang und wurde nun von grenzenlosem Entsetzen erfaßt. explodierte ein Feuerwerk von Sorgen in meinem Kopf. den Verstand und die Emotionen ohne eine Person. Ich schlief zwar ein. doch ich war einfach zu weit entrückt. um sprechen zu können. wo sich am nächsten Morgen die Augen öffneten. Psychose oder Schizophrenie? Ist es das. daß er sich einfach nicht ablenken ließ. Es war völlig aussichtslos. Der Beobachter schien sich dort zu befinden. eine Erklärung für all die unerklärlichen Ereignisse zu finden. daß all die Funktionen weiterhin abliefen. daß der Schlaf zum einzigen Ausweg wurde. doch etwas war gleichzeitig wach. daß der Schlaf mich alles vergessen lassen würde. ihm zu erklären.Das Ganze war ein einziger Alptraum. Er blieb weiterhin wie . Ohne Zweifel schlief der Verstand. Das wiederum führte zu einer solch starken physischen Erschöpfung. Im Moment. bat Claude darum. Es war eine äußerst seltsame Erfahrung.

Adrenalin produzierte. an einer Grenze zwischen Existenz und Nicht-ixistenz. Es tauchte auch der Gedanke auf.angenagelt auf das unfaßbare. Der Verstand war davon überzeugt. Nach Monaten dieses mysteriösen Beobachter-Gewahrseins . Angefeuert von dieser scheinbaren Frage von Leben oder Tod kämpfte der Verstand verbissen darum. an diesem Gedanken festzuhalten. daß das Reich der Hölle. etwas mit dem Kosmischen Bewußtsein zu tun haben könnte. nicht zu beantwortende Dilemma fixiert. indem er aufs Überlebensprogramm schaltete. Im Schlaf hörte der Verstand endlich auf. weil sich sonst die Existenz selbst auflösen würde. in dem ich lebte. den Gedanken an die Existenz aufrechterhalten zu müssen. das ununterbrochen von diesem beobachtenden Zustand des Gewahr- seins gefüttert wurde. Es war ein Gefühl. Das Beobachten setzte sich über mehrere Monate fort. Unter großen Qualen versuchte der Verstand tapfer etwas zu verstehen. und das Vergessen im Schlaf bot die einzige Ruhepause. denn es schien ausgeschlossen zu sein. in die ich mich so oft wie möglich flüchtete. die Sinne schärfte und auf die drohende Auflösung in jedem einzelnen Moment eine Antwort fand. und jeder Moment war fürchterlich. Woche um Woche an der Schwelle zur Auflösung zu leben ist unvorstellbar anstrengend. seine unaufhörlichen SchreckensLitaneien des Terrors abzuspulen. Doch der Verstand verwarf augenblicklich diese Möglichkeit. den der Maharishi vor langer Zeit als die erste Stufe eines erwachten Gewahrseins beschrieben hatte. und der Beobachter konnte lediglich einen bewußt-losen Verstand beobachten. und der Körper reagierte auf die Qualen des Verstandes. wie auf des Messers Schneide zu sitzen. daß diese Erfahrung des Be-}bachtens vielleicht jener Zustand des Kosmischen Bewußtseins sin könnte. um schließlich nach mehreren unruhigen Stunden erschöpft aufzugeben. was er niemals begreifen konnte.

aber es existierten trotzdem weiterhin ein Körper und ein Verstand . einen schlechten Tag zu haben. Verstand. der fühlte. aber sie ist absolut unmißverständlich. der sie bewohnte. der wahrnahm. fühlen. dann gibt es im Inneren niemanden mehr. entleert von allem.es gab niemanden. Der Beobachter hatte zumindest einen Standort für das «Ich » geboten. sprechen. um weiterhin das zu tun. Wenn sich das persönliche Selbst auflöst. doch das Gegenteil war der Fall. mit dem er bislang erfüllt zu sein schien. ohne die Erfahrung. wenn auch einen sehr entfernten. was sie schon immer getan hatten. Sie benötigten offensichtlich kein «Ich». Denken. Die Erfahrung einer persönlichen Identität wurde abgeschaltet und kehrte niemals mehr zurück. den man für sich selbst halten könnte. Mit dem Beobachter verschwand auch endgültig jede Erfahrung von einem «Ich». Man könnte eigentlich annehmen. Dieser neue Zustand war noch wesentlich verblüffender als die Erfahrung der vergangenen Monate. ohne eine persönliche Identität zu leben. verärgert oder wütend oder entrückt zu sein. niemanden. alles geschah wie bisher und funktionierte mit einer . Das persönliche Selbst war verschwunden. Der Körper ist nur noch eine Silhouette. jemand Bestimmtes zu sein. eine Erkältung zu bekommen. ohne ein «Ich» oder «mich» ist äußerst schwierig zu beschreiben. Man kann es unmöglich damit verwechseln. Körper und Emotionen bezogen sich nicht mehr auf jemanden . daß die Auflösung des Beobachters eine wesentliche Erleichterung mit sich gebracht hätte.nur ohne jemanden. Die Erfahrung. der Körper und die Emotionen weiterhin unvermindert und von allem unbeeinflußt. und somit konsequenterweise noch beängstigender. Die Auflösung des Beobachters bedeutete zugleich auch die Auflösung der letzten Spuren einer persönlichen Identität. niemanden. Trotzdem funktionierten der Verstand. wahrnehmen.veränderte sich wieder etwas: Der Beobachter verschwand. der dachte.

so als ob die gleiche Suzanne ihr normales Leben weiterführen würde. Dann starrte ich jedesmal auf die Buchstaben auf dem Papier. wenn mein Name ins Spiel kam. und der Verstand war völlig verblüfft. die aber sämtlich nicht zu beantworten waren.Reibungslosigkeit. Telefonate beantwortet und Briefe geschrieben werden. daß eine solch radikale Veränderung stattgefunden hatte. Fragen konnten gestellt und Anworten gegeben werden. Äußerlich schien alles ganz normal weiterzulaufen. Das bezeichnet man normalerweise als Selbstbeobachtung. Ohne ein persönliches Selbst aber existierte dieses Innere nicht. ungelösten Koan. wenn sie mit mir sprachen? Wen schauten sie dabei an? Wieso konnte man ein Spiegelbild sehen. egal ob sie sich auf Gefühle oder Gedanken beziehen oder in Verbindung mit einem Namen oder irgendwelchen inneren Erfahrungen stehen. Es gab keine Suzanne Segal mehr. Wenn der Verstand nach inneren Informationen sucht. wenn es doch niemanden gab? Warum öffneten sich morgens diese Augen? Warum existierte der Körper auch weiterhin? Wer lebte? Das Leben wurde zu einem endlosen. Bei seinem Versuch zu verstehen. Wer dachte? Wer fühlte? Wer hatte Angst? Mit wem redeten die Leute. Bücher gelesen. Der Name bezog sich auf niemanden. dann geschieht ein Nach-Innen-Kehren. für immer unlösbar. wenn ich zum Beispiel meine Unterschrift unter einen Scheck setzte oder einen Brief unterschrieb. Es ergaben sich besonders seltsame Momente. Niemand hegte auch nur den geringsten Verdacht. und auch die Sprache wurde in der gleichen Weise weiter benutzt. für immer mysteriös. Essen gekocht. völlig außerhalb der Möglichkeiten des Verstandes. Die Bewegung des Verstandes nach innen . Autos gefahren. die in keiner Weise die Leere hinter all dem vermuten ließ. Alle Konversationen gingen weiter wie bisher. was geschehen war. vielleicht hatte es nie eine gegeben. legte der Verstand Überstunden ein und entwarf endlose Fragengebilde.

Ich wollte gerade in den Bus steigen. Es gibt kein <Ich>. auf das sich der Körper mittlerweile eingestellt hatte.. der wach war. begann ich auf französisch und versuchte. ein Selbst-Konzept. daß es niemanden gab. als er dort immer wieder nur auf Leere stieß. So als ob dich jemand fragt: <Wer bist du?>. dem konstanten Gewahrsein der Leere des Selbst zu entfliehen. Du kennst das. aber . «Irgend etwas ist mit mir passiert. und die Bettlaken mußten jeden Morgen zum Trocknen aufgehängt werden. daß es niemanden gab. Doch noch viel schlimmer als die Auflösung der persönlichen Identität war die völlig veränderte Erfahrung vom Schlaf.wurde zu einer bizarren Erfahrung. und du weißt ganz genau: <Ich bin ich. mir kommt es so vor. Je verwirrter der Verstand wurde. was sonst?> Aber ich kann nun . «Ich habe keine Ahnung. Er hatte ein deutliches Anschwellen meiner Angst und meines inneren Aufruhrs bemerkt und schon seit Monaten versucht. wer man ist. die richtigen Worte zu finden. Claude alles zu erklären. Meine Kleidung war immer feucht. der schlief oder träumte . mich zum Sprechen zu bringen.. als ob ich nicht mehr existiere.so wie der Wachzustand des Bewußtseins das Gewahrsein beinhaltete. versetzte die Arme und Beine in ein ununterbrochenes Zittern und ließ den Schweiß in Strömen fließen.nun. Identität mehr. Es begann vor ein paar Monaten. Mir schien jetzt der Zeitpunkt gekommen. und jetzt . Ich hatte keine Möglichkeit mehr. als sich plötzlich etwas veränderte. als ich vom Unterricht in der Klinik nach Hause kam. wo er früher ein Objekt wahrgenommen hatte. ich scheine einfach kein < Ich > mehr zu erfahren. desto mehr verstärkte sich die Angst. keine persönliche. Schlaf und Traum beinhalteten nun beide das Gewahrsein. so wie es bislang immer gewesen ist. wenigstens den Versuch zu machen. was es ist. Das extreme Ausmaß an Angst. Claude». wenn man keine Zweifel darüber hat.

«Selbstverständlich gibt es dich. um uns bei einem Psychiater anzumelden. keine Person mehr zu sein. Es ist einfach nicht in Worte zu fassen.kein <Ich> mehr feststellen.» «Was meinst du damit. für diesen Zustand die richtigen Worte im Französischen zu finden. den ihm einer seiner Kollegen empfohlen hatte. ein Spiegelbild zu sehen. warfen die beiden sich sorgenvolle Blicke zu. So gut ich konnte. du sitzt hier vor mir und sprichst mit mir. es ist fürchterlich! Vielleicht bin ich völlig wahnsinnig geworden. .» «Aber ich nehme kein <Ich> mehr wahr ». beschrieb ich ihm die Erfahrung. doch es gibt niemanden hinter der Stimme. es gibt dich nicht mehr?» antwortete er. Ich erzählte ihm von dem Beobachter und dem leuchtenden Nebel. dann bin ich schockiert. Er begleitete mich auch zur Sprechstunde und saß schweigend neben mir. Sprechen und Gehen. während es kein <Ich> gibt. Schlafen und Träumen. antwortete ich. dir das zu erklären. daß dir das helfen könnte?» «Ich habe keine Ahnung». wen sie anschauen. Während ich dem Arzt alles erklärte. Es war nicht einfach. «Es ist das Schlimmste. Lachen und Weinen. Oh Gott. Ist das möglich?» «Suzanne. Laß uns zu einem Psychiater gehen. «Es macht absolut keinen Sinn. dann frage ich mich.schrie ich fast. Inzwischen zitterte ich buchstäblich vor Angst. es ist unmöglich. was mir jemals passiert ist. Nachdem er mir noch einige weitere Fragen gestellt hatte. beruhige dich doch. Wenn ich auf der Straße gehe und die Leute schauen mich an. das all diese Dinge ausführt?» Claude wußte offensichtlich auch keine Antwort. und der Psychiater starrte mich die ganze Zeit über ungläubig an. verließ er das Zimmer. Wie kann alles einfach so weitergehen wie bisher. Wenn ich in den Spiegel schaue. dann höre ich zwar eine Stimme. Es gibt niemanden mehr. Wenn ich spreche. was meinst du? Glaubst du.

daß das Gefühl einer persönlichen Identität verschwunden war und anscheinend nie mehr zurückkehren würde. das Ihre Angst reduziert. kann ich Ihnen nichts Starkes geben. «Ich bin mir nicht sicher. «Viel Glück.» Claude warf mir einen traurigen Blick zu. «Ich weiß nicht. können wir versuchen. dann wäre alles in Ordnung. Wenn ich nur bei meiner Mutter sein könnte. mich . als er die Tür öffnete. die mich geboren. wenn das Baby da ist.» «Doch was ist geschehen? Wohin ist mein <Ich> entschwunden? Wird es jemals wieder zurückkehren?» platzte ich heraus. begann er. offensichtlich darauf erpicht. und lassen Sie mich wissen. Rufen Sie mich an. daß es nichts weiter zu sagen gab. Seit dem Besuch bei dem Psychiater war mein Verstand permanent mit Gedanken an meine Mutter beschäftigt. der diese Angst empfand. «Bon courage». dieser Frau. wenn Sie nicht recht bald ein Medikament dagegen nehmen. aber ich kann Ihnen etwas verschreiben. Auf dem Weg zur Tür drehte ich mich um und sah. Ich erzählte ihm auch. und daß es niemanden gab. sagte er. wie es Ihnen geht. Er wußte. das sich vielleicht noch verschlimmert. «Haben Sie jemals von etwas Vergleichbarem gehört?» Er schüttelte nur seinen Kopf. suchte er verzweifelt nach Worten. Ich müßte ihr nur gegenübertreten. daß unser Gespräch beendet sei. daß sich mein Name auf niemanden mehr bezog. was ich dazu sagen soll». wie er Claude die Hand schüttelte und ihm voller Mitgefühl auf die Schulter klopfte. Als ich fertig war. Irgend etwas ist mit Ihrem Verstand passiert. die niemals nachließ. uns loszuwerden. sagten diese Gedanken. auch wenn der Körper und der Verstand sie ununterbrochen erzeugten. Doch sobald Sie Ihr Baby bekommen haben. was Ihnen fehlt. Da Sie schwanger sind. Ich beschrieb ihm die panische Angst. erhob sich und signalisierte damit. die passende Medikation für Sie zu finden.

mich auf dem Flug nach Chicago zu begleiten. wie das möglich sein sollte. um das Gefühl eines «Ich» zurückzubringen. Ich war davon überzeugt. wo ich sie erblickte. diese seltsame Krankheit dadurch zu heilen. dann lehnte sie sich zurück und suchte nach einem Lächeln in meinem Gesicht. daß sie zu sehen schon ausreichend wäre. daß alles wieder ins Lot kommen würde. Sie lief auf mich zu und umarmte mich. daß er niemals wieder ein persönliches Selbst erfahren würde. Während des Fluges produzierte der Verstand Phantasien einer augenblicklichen Erlösung von dieser alptraummäßigen Erfahrung. daß meine persönliche Identität wieder zum Vorschein käme. und sie hatte sich ihre Haare blond gefärbt. erzeugte nicht die mindeste Reaktion. mußten wir diese Reise sofort antreten. mit denen sie verkehrte. rutschte mir das Herz in die Hose. auch wenn er nicht fähig war zu erfassen. zum ersten Mal seit Monaten wieder ein Lächeln auf meinem Gesicht zu sehen. Sie war kleiner als in meiner Erinnerung. Claude war glücklich. sobald ich meine Mutter erblickte. Ich telefonierte mit meiner Mutter und meinem Bruder Dan. den Verlust der persönlichen Identität begreifen zu wollen.aufgezogen und mir einen Namen gegeben hat. Claude war bereit. kein «Ich » weit und breit. In dem Moment wurde mein Verstand von einer tiefen Verzweiflung erfaßt. und all den . denn ihm wurde klar. Der Verstand war weiterhin davon überzeugt. Sie zu sehen. In dem Moment. doch da war keines. Da ich bereits im siebten Monat schwanger war. Meine Mutter begann. um unser Gepäck abzuholen. mir von all den faszinierenden Leuten zu erzählen. und da war sie. die Leere blieb absolut unverändert. Wir traten aus dem Aufzug. und sie wollten uns vom Flughafen abholen. Der Verstand versuchte weiterhin verzweifelt einen Weg zu finden. Wir landeten in O'Hare und machten uns auf den Weg.

daß bald alles vorüber sein würde. um auf die Koffer zu warten. Ich begann ihm zu beschreiben. da es keine Person mehr gab. um den Eindruck zu erwecken. daß etwas nicht in Ordnung war. daß es mir nicht gut ging. Ich brachte einfach kein Wort heraus. Schließlich konnte ich einen Blick von meinem Bruder auffangen. die sie erlebte. Sie schaute mich immer wieder an. auf die es keine Antworten gab. Dan saß am Steuer und warf mir im Rückspiegel sorgenvolle Blicke zu. das sich wie eine «Verbindung» anfühlte. wer sie waren.interessanten Dingen. was mit mir geschehen war. die zu jemandem ein Verhältnis haben könnte? Als wir schließlich das Haus meiner Mutter erreichten. Zusammen gingen wir zum Gepäckband. ob wir rechts oder links abbiegen müssen? Wer sind diese Leute im Auto?» Ich schaute meine Mutter und meinen Bruder an und wunderte mich. weil meine Mutter und Claude schon bald wieder zu uns stießen. der sich an diese Szenerie erinnert? Wer ist es. daß ich mit ihm sprechen wollte. Ich saß zusammen mit meiner Mutter hinten im Auto. der weiß. doch ich konnte ihm nicht allzuviel erzählen. Wir sammelten unser Gepäck ein und gingen zum Auto. und ich signalisierte ihm. jetzt. Wie sollte es weiterhin Beziehungen geben. denn es gab niemanden mehr. Er fixierte mich mit . «Wer ist es. Ich beantwortete seinen Blick mit den Augen und schüttelte meine Schultern. um nach Hause zu fahren. Während unserer Fahrt durch die vertrauten Vorstädte von Chicago wurde der Verstand von einer Welle von Fragen überflutet. was sie mir erzählte. doch sie schien nicht zu bemerken. Sie tätschelte meine Hand und erzählte mir. der sich verbunden fühlte. Es gab nichts mehr. und so starrte ich sie lediglieh schweigend an und nickte von Zeit zu Zeit. Alles wirkte absolut vertraut und gleichzeitig völlig fremd. daß ich dem folgte. war jedem von uns klar. wie schwer eine Schwangerschaft sei und versicherte mir.

bis Claude schließlich die Tür öffnete und ausstieg. um den Abend mit uns zu verbringen. und als er meine Geschichte hörte. Ich stimmte dem zu. daß ich seinen Therapeuten Paul aufsuchen sollte. Nach dem Abendessen traf mein jüngerer Bruder Bob ein er lebte in der Innenstadt von Chicago -. Mehrere Minuten lang saßen wir alle schweigend im Auto. kein Selbst zu besitzen. jemand zu sein. daß er einfach sein Leben weiterlebte wie bisher und dem Ganzen keine große Beachtung schenkte. nicht wirklich vorhanden zu sein. daß jemand diesen bevorstehenden Zusammenbruch abwehren . Während wir das Abendessen vorbereiteten. Er sagte. Meine Mutter sah mich an und begann zu weinen. Ich antwortete ihm. Der Gedanke. Ich sagte kein Wort. daß ihm gelegentlich Ähnliches passierte. was er als ein «Entrücktsein» beschrieb. daß ein Zusammenbruch aller Funktionsfähigkeiten unmittelbar bevorstand. daß ich eine solche Erfahrung sicherlich nicht als Entrücktsein beschreiben würde. und so konnten Dan und ich in Ruhe miteinander reden. daß dieser Zustand ein Zeichen von Wahnsinn sei. sich permanent an der Schwelle zur Auflösung zu befinden. war für den Verstand und den Körper unglaublich anstrengend. da die Angst immer stärker wurde und damit auch die Sorge. was auf den Verstand so extrem beunruhigend wirkte. schlug er vor. Dann begann sie mit Claude eine Unterhaltung über seine Familie und unser Leben in Paris. Meinungen und Gerüchten. und das führte den Verstand zu der logischen Schlußfolgerung. sondern eher als die Auflösung des Gefühls. Er hatte sich mehrere Jahre mit Primärtherapie beschäftigt. bei dem er keine Verbindung mehr zu seinem Körper empfand oder das Gefühl hatte. Er vertraute mir an. Ich beschrieb ihm kurz meine Erfahrung an der Bushaltestelle bis zu meinem augenblicklichen Zustand. Mein Bruder beugte sich über die Lehne und streichelte ihr über den Rücken. unterhielt uns meine Mutter mit einem Strom von Geschichten. bog dann in die Einfahrt ein und schaltete den Motor ab.einem fragenden Blick. Das Gefühl.

Ich schüttelte ihre Hände. Die Rückkehr nach Paris war der Beginn einer grenzenlosen Verzweiflung. und diese Verwirrung schien ihm Angst zu machen . war äußerst anziehend. um mir zu gratulieren. Er war jedoch völlig verwirrt von dem. zu der sie viele ihrer alten Freunde eingeladen hatte. die sie bislang gekannt hatten. meine bevorstehende Mutterschaft zu feiern. Die Erfahrung. Woher kannte ich diese Menschen? Wer erinnerte sich an ihre Namen und all die Jahre. versuchte ich. was ich ihm erzählte. Als ich schließlich sein Büro verließ. zog die Vorhänge zu und schlief 13 Stunden lang. existierte nicht mehr. einem Psychotherapeuten die Auflösung der persönlichen Identität zu beschreiben. Mir zu Ehren hatte meine Mutter für den nächsten Tag eine Party arrangiert.für mich sicherlich keine hilfreiche Reaktion. So traf sich eine Gruppe von ungefähr 30 Leuten am späten Nachmittag in einem bekannten Vorstadtrestaurant. Paul war gewiß ein warmherziger Mensch. Bob meldete mich für den nächsten Tag an und beschrieb mir den Weg zu Pauls Praxis. lächelte und stellte Fragen über ihre Gesundheit oder ihre Kinder.oder zumindest einen Schimmer von Bestätigung bieten könnte. mich wie ein normaler Mensch zu benehmen. war mein Körper vor Angst wie steif. Ich wandelte umher und fragte mich. Während jeder der Gäste auf mich zukam. mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu helfen. in denen wir uns gegenseitig besucht und Geschichten über unser Leben ausgetauscht hatten? Die Person jedenfalls. sollte sich in den nächsten zehn Jahren noch oft wiederholen. Ich fuhr zurück in das Haus meiner Mutter. doch niemand schien es zu bemerken. wer noch . erfüllt von dem Wunsch. die mich seit meiner Kindheit kannten und ganz begeistert davon waren.

denn für meinen Verstand hing davon meine Existenz ab. es gab keinen Besitzer. in die ich schaute. Ich ging durch die Straßen. Ich hatte großes Vertrauen in seine Ansichten über den spirituellen als auch den psychologischen Bereich. und die panische Angst. starrte in jedes Schaufenster und betete. keine Person dahinter. Ich betete vergebens. All meine bisherigen Vorstellungen von der Realität waren vollständig zerstört worden. Als ich noch in Kalifornien studierte. . ihn anzurufen. Der Körper. daß er den Sommer über an einer Universität an der Ostküste arbeitete. die mich aus der reflektierenden Schaufensterscheibe anstarrten. brach wie eine Woge über mir zusammen. Ich konnte mich nicht mehr in Kaufhäusern oder anderen belebten Orten aufhalten. auch die Filter. Alles schien sich direkt vor meinen Augen permanent aufzulösen. Nun hatte ich mich entschieden. Nicht nur das Selbst hatte sich aufgelöst. Wurde er zu stark gefordert. Der Verstand kämpfte um das Überleben der Vorstellung von meiner Existenz. dann konnte er dieses Gedankengerüst nicht aufrechterhalten. Es gelang mir schließlich herauszufinden. die Gedanken und Emotionen waren alle leer. und die aus Spalten scheinbar fester Objekte hervorquoll. die aus jeder Pore der Gesichter drang. daß der nächste Anblick meines Spiegelbildes wenigstens einen Anflug von Wiedererkennen bringen würde. mich vollständig aufzulösen. hatte ich einen bekannten Psychologen konsultiert. die Sprache. Ich betete. da diese sensorische Stimmulation die inzwischen sehr empfindlich gewordenen Kreisläufe eines bereits überlasteten Verstandes zu überfordern schien. die bislang als Schutz vor den ununterbrochenen sensorischen Eindrücken der Welt gedient hatten. in den Augen. der ebenfalls ein begeisterter Schüler von Meher Baba war.am Leben war. waren außer Kraft gesetzt worden. Überall war nur Leere. eine wirkliche Erfahrung meiner selbst wiederzufinden. der Verstand.

Doch mich konnte das nicht im mindesten überzeugen. weit in den Schatten. die Leere.» Er versicherte mir. daß er mir helfen solle zu verstehen. die Abwesenheit einer persönlichen Identität -. daß ich mir keine Sorgen machen sollte und daß dies tatsächlich ein höchst erstrebenswerter spiritueller Zustand sei. die sich jahrelang in irgendwelchen Höhlen verkriechen. Ich lebe permanent in Angst und Schrecken und möchte wieder so sein. wie ich vorher war. daß ein echtes spirituelles Erlebnis so fürchterlich sein konnte wie der Zustand. und erstaunt. den Raum. «und alles wird sich zum Besten wenden. sagte er. Die Wehen und die Geburt dauerten insgesamt drei Tage. Er hörte mir aufmerksam zu und stellte mehrere klärende Fragen. Ich beschrieb ihm meine Erfahrungen das Beobachten. Das kann niemals ein spirituelles Erwachen sein. basierten ausschließlich auf dem Gedanken von Glückseligkeit und Ekstase.» sagte ich zu ihm. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen. zu meiner größten Verwunderung. «du verstehst mich nicht. meine Stimme zu hören. Es fühlt sich schrecklich an. Doch dann. «Absolut phantastisch!» stieß er hervor. «Es gibt eine Menge Leute. daß ich keineswegs ein pathologischer Fall sei. daß ich nicht wahnsinnig wäre. Ich will es loswerden. «Wenn Menschen dafür jahrelang in Höhlen hausen.» «Wiederhole Babas Namen». denn alle Vorstellungen. daß ich ihn aufgespürt hatte.Er war überrascht. und die Erschöpfung stellte alles. Doch selbst eine so extreme physische wie auch . beglückwünschte er mich. schluchzte ich. um so etwas zu erleben. «dann müssen sie verrückt sein.» Im November 1982 wurde meine Tochter geboren. was hier vor sich ging. in dem ich mich befand. Dafür kannst du den Oskar des Bewußtseins bekommen!» «Aber Alan». die ich von einer spirituellen Entwicklung hatte. was ich jemals erlebt hatte. mir zu versichern. und ich flehte ihn an.

der gebären konnte. ohne ein Selbst zu sein. die zu handeln glaubte. doch ich bekam ihn kein einziges Mal zu Gesicht. daß alles im Leben von einer unsichtbaren Hand gelenkt wird. nur die Person. nachdem alles als leer erkannt worden war. niemals stattfinden würde. Alles ging weiter wie bisher. Als die Wehen einsetzten. Es war ein Krankenhaus der kommunistischen Arbeiterpartei in einem heruntergekommenen Teil der Stadt. als er in den ständigen direkten Kontakt mit der Erfahrung einer völlig grenzenlosen Bezugslosigkeit gestoßen wurde. Die Geburt meiner Tochter vollzog sich mit all den Sinneseindrücken. was vorher so voll zu sein schien. Nur ein Arzt war in jeder achtstündigen Schicht in Bereitschaft. Auf der Angst. daß alles wie bisher weitergeschehen sollte. die nicht lokalisierbar ist. Es schien so absolut unvorstellbar. und eine der Hebammen untersuchte mich. Doch es ging weiter. schien eine völlige Illusion zu sein. Das bisherige Gefühl von einem «Ich». nicht überschatten.emotionale Erschöpfung konnte die Erfahrung. Es gab Sorgen um die Gesundheit des Kindes. Gefühlen und Gedanken. von der der Verstand befallen wurde. Sie schickte mich . war von Frederic Lamaze gegründet worden. Gedanken über die Intensität der Gefühle. Die Klinik in Paris. war abwesend. von denen jede Geburt begleitet wird. Während der Geburt wurde ohne Zweifel deutlich. so wie bisher . sie war weiterhin ohne irgendeine Unterbrechung präsent. da es niemanden gab.es hatte lediglich dessen Maske getragen.meistens sogar leichter. daß die Schwangerschaft nicht weitergehen bzw. wo die Geburt stattfand. fuhr Claude mich in die Klinik. das die Handlungen ausführte. basierte die Sorge. in dem fast nur Hebammen angestellt waren. Ängste wegen der Fürsorge für ein Neugeborenes und Ehrfurcht vor dem Mysterium von allem. Das perönliche «Ich» war niemals der Handelnde gewesen .

begannen die Preßwehen . sagte sie. der gebären könnte. Sie besprach sich mit jemand anderem. Wiederum untersuchte mich die Hebamme und wies mich an zu warten. dem das alles widerfuhr. die Preßwehen effektiver werden zu lassen. Da es ihm immer wieder mißlang. daß er nichts mehr von diesem «Wahnsinn » hören wollte. und er hatte mir vor einigen Wochen sehr deutlich zu verstehen gegeben. Wir fuhren heim und warteten.wenn auch recht langsam. was ganz sicher geschehen müsse. Trotzdem liefen die einzelnen Funktionen einer Geburt völlig normal ab . wo ich mich auf den Tisch legte und auf die nächste Welle der Wehen wartete. und als sie zurückkam. wie kann man ein Baby bekommen. Ich hatte Claude alles erzählt. Nun ja. dieses kleine Experiment zu beobachten. jemanden zu lokalisieren. Claude fragte die Hebammen. wenn man gar nicht vorhanden ist? Während der Wehen produzierte der Verstand unaufhörlich die Vorstellung. man würde jemanden finden.wieder nach Hause und wies mich an wiederzukommen. wenn die Wehen alle zwei Minuten aufträten. Sofort nachdem er den Strom eingeschaltet hatte. ob er eine Akupunktur ausprobieren dürfe. Der ununterbrochene Zustand von Leere war sicherlich kein Thema für diesen Ort. Acht Stunden später fuhren wir erneut ins Krankenhaus. daß die Geburt niemals stattfinden würde. also packte er seine Nadeln und das elektrische Stimmulationsgerät aus und begann mit seiner Arbeit. daß ich mich hinlegen sollte. es sei denn. Sie führte uns nach oben in ein winziges Zimmer. schraubte er die Angst höher und entwarf grausige Szenarios von dem. Er setzte mir ungefähr 25 Nadeln an die verschiedenen Meridianpunkte auf beiden Seiten des Körpers und verband jede einzelne Nadel mit dem elektrischen Stimulator. da «Ich» nicht länger existierte. um mir zu helfen. was ich ihm sagen wollte. doch die Wehen kamen auch weiterhin im FünfMinuten-Takt. Alle waren daran interessiert. Der Verstand versuchte ununterbrochen.

wie ein Baby von niemandem geboren wird? Sie hatte keine Mutter. wurde meine Tochter in einem abgedunkelten Raum geboren. wie die mütterlichen Funktionen ohne jemanden geschehen konnten. ob sich der Muttermund geöffnet hatte. . und innerhalb von 40 Minuten wurden die Preßwehen wesentlich stärker. waren sie keineswegs effektiver geworden. Entsprechend den Ansichten von Frederic LeBoyer. damit der Übergang aus dem Mutterschoß in die Welt sanfter vonstatten ging. dessen Philosophie diese Klinik als erste übernommen hatte. und doch verlief die Geburt ohne Probleme. dann kontrollierte die leitende Hebamme. Die verstärkten Preßwehen hielten für ungefähr 20 Mi- nuten an. der sie ausführte. Man sagte mir. Nach weiteren 45 Minuten kamen sie im Minutenabstand und erweiterten die Öffnung des Muttermundes ganz erheblich.wesentlich stärker zu werden. Drei Stunden. begann das Baby sich in den Geburtskanal zu bewegen und kam dann 40 Minuten später zur Welt. Auch wenn sich die Preßwehen durch die Akupunktur wesentlich intensiviert hatten. Die vier Hebammen. mir Pitocin zu geben. um sie nicht dem gleißenden Licht der Lampen auszusetzen. daß ein Kaiserschnitt notwendig würde. geboren sei. In den folgenden Jahren kümmerten sich die mütterlichen Funktionen um sie und zogen sie mit absoluter Kompetenz auf. Daraufhin entschied man sich. ein Medikament. Der Verstand hörte nie auf zu fragen. doch er wurde dazu gezwungen. Eine intravenöse Kanüle wurde angeschlossen. ohne Widerstand die mütterlichen Verrichtungen zu beobachten. nachdem man mir Pitocin verabreicht hatte. Das war jedoch nicht der Fall. Wie könnte man möglicherweise beschreiben. Sie wurde in ein großes Becken mit warmem Wasser gelegt. nachdem man mir Pitocin verabreicht hatte. wenn das Baby nicht innerhalb von sechs Stunden. das die Wehen fördert. schienen sehr beeindruckt. die anwesend waren.

In Frankreich bleiben die Mütter nach der Geburt eine Woche lang im Krankenhaus. die Leere des persönlichen Selbst zu pathologisieren oder als Wahnsinn abzustempeln. der unsere Beziehung miterlebte oder mit Arielle irgendwie in Kontakt kam. Trotzdem entwickelte sich die Beziehung zwischen meiner Tochter Arielle und ihrer Mutter. und die Erschöpfung wurde immer stärker. so daß seine physischen Funktionen völlig erschöpft waren. Eines der beiden Babys war fast immer wach. In der ersten Woche schlief ich nie länger als zwei Stunden an einem Stück. so lange ohne regelmäßigen Schlaf auszukommen. bestätigte. . desto mehr versteifte sich der Verstand auf die Überzeugung. Das erste Lebensjahr meiner Tochter verlief sowohl anstrengend als auch höchst aufregend.die Funktionen des Körpers benötigen auch weiterhin Ruhe. Man legte mich auf ein Zimmer mit einer Frau zusammen.Die Geburt hatte fast drei Tage gedauert. wobei der Körper in regelmäßigen Abständen intensivste Wehen durchlebt und kaum geschlafen hatte. änderte sich auch angesichts eines fehlenden Bezugspunktes nicht. so wunderbar. Die Art und Weise.und dies um so mehr. denn die Philosophie von Lamaze besagte. nicht allzuviel Schlaf zu brauchen. Jeder. unvermeidlicherweise fehlschlugen. wie der Körper die Erschöpfung erlebte. weil sich mit der wachsenden Erschöpfung des Körpers eine immer krasser wirkende Leere auftat. daß das Neugeborene nach der Geburt nicht von seiner Mutter getrennt werden sollte. Beide Babys blieben bei uns im Zimmer. Bis heute hat sich das nicht geändert . daß die Versuche des Verstandes. Nahrung und Pflege. die niemand ist. Je weniger Schlaf der Körper bekam. für ein Neugeborenes durchaus normal. Anfangs schien sie. daß die Auswirkungen des Ereignisses an der Bushaltestelle tatsächlich zum Wahnsinn geführt hatten . die ihr Kind einen Tag zuvor bekommen hatte. doch für den Körper eines Erwachsenen schien es manchmal unerträglich.

Claude versuchte alles. und es ist auch gar nicht nötig. Obwohl auch weiterhin Wellen von Angst durch mein Gewahrsein rauschten. was zu geschehen hatte. jemand zu sein. konnte ich jeden « zum Narren halten » und davon überzeugen. Paris zu verlassen. Sie gaben eine riesige Party. damit die Funktionen einer Mutter ausgeführt werden. wie ich immer gewesen war. Der Verstand hatte große Schwierigkeiten. daß ich diese bemerkenswert unterschiedlichen Erfahrungen machte. um sie in der Familie willkommen zu heißen. daß die Rückkehr in die Staaten ganz simpel und klar das nächste war. wie gewohnt weiter. konnte gewiß keine Rede davon sein. für die mich jeder hielt. ging der völlig normale Funktionsablauf der «Suzanne». Als meine Tochter acht Monate alt war. Meine Schwiegereltern waren über ihre neue Enkelin ganz aus dem Häuschen und nahmen dieses Ereignis zum Anlaß für eine große Familienfeier. Da nun niemand an äußeren Anzeichen feststellen konnte. während ich darum kämpfte. Es gibt niemanden. Niemand nahm irgend etwas Ungewöhnliches an meinem Verhalten wahr. eine absolut . So wie das Sprechen spricht und das Denken denkt. daß die Zeit gekommen war. Absolut unfaßbar! dachte der Verstand. sich an die Erbarmungslosigkeit eines Lebens ohne ein Selbst gewöhnt zu haben. Meine Beziehung zu Claude hatte sich. daß ich noch genauso sei. während sie freudestrahlend meine Tochter bewunderten und mir ihre herzlichsten Glückwünsche aussprachen. wurde mir klar. aber ich wußte. Obwohl inzwischen etwas mehr als ein Jahr seit der Zerstörung des «Ich». vergangen war. Meine Tochter wird niemals eine Mutter haben. sich daran zu gewöhnen.daß sie ein sehr ungewöhnliches Kind war und ganz gewiß keine Anzeichen irgendeines Traumas zeigte. so bemuttert die Mütterlichkeit. um mich davon abzubringen.

während ich anfing. ihre Grübchen zu zeigen und ihre blonden Locken zu schütteln. . und so sollte es auch bleiben. gab es nicht mehr. denn ich hatte mich immer wieder gewundert. Es war für mich eine ungeheure Erleichterung. weiterhin «persönliche» Beziehungen zu unterhalten. daß sich unsere Ehe wieder bessern möge.unfaßbare Erfahrung zu begreifen. Unsere if1 Beziehung hatte sich inzwischen praktisch aufgelöst. daß alle darum beteten. mit mir zu gehen. ob der Terror und jener radikale Bruch in meinem Bewußtsein während der letzten fünf Monate meiner Schwangerschaft irgendwelche problematischen Auswirkungen bei ihr hinterlassen hatten. sie so glücklich zu sehen. auch wenn sie keine Ahnung davon hatten. Als französischer Arzt mußte er jedoch ein Examen ablegen und für ein Jahr ein Medizinpraktikum machen. glückliches Kind. i die er geheiratet hatte. um unsere Familie zusammenzuhalten. Die Person. und ich konnte von Claude erst recht nicht erwarten. um in Amerika seine Zulassung zu bekommen. das alles zu verstehen. Sie war ein wunderbares. Ihnen allen war bewußt. Insgeheim hofften sie wahrscheinlich. Ich war unfähig. Meine Tochter jedoch konnte nichts verunsichern. das jeden immer wieder mit ihrer Frühreife beeindruckte. Claudes Familie war äußerst traurig über die Neuigkeit von unserem Umzug. unser Leben in Paris aufzulösen. Sie hatte die Gabe.ich hatte Heimweh und war deprimiert -. jeder Herausforderung ins Gesicht zu lachen. bis sie schließlich jeden mit ihrem Charme dazu brachte. seine Verstimmung zu vergessen. daß mir das Leben in Paris Schwierigkeiten bereitete. doch sie machten keine Anstalten. Anscheinend waren sich alle einig über mein Problem . daß eine Ortsveränderung mich vielleicht glücklicher machen würde. ganz entscheidend verändert. In den Monaten vor unserem Umzug begann Claude intensiv für das Examen zu lernen. warum. Claude entschied sich. uns umzustimmen. und ich bin mir sicher.

strahlt sie immer noch diese kluge Fröhlichkeit aus. Mama. es schien sie in keiner Weise traumatisiert zu haben. genauso wie die anderen zu sein . mein Liebling». du bist jemand. seit sie geboren wurde. Indes hat sie tatsächlich öfter zu verstehen gegeben. Auch jetzt. «dieses Gefühl kenne ich sehr genau. doch du weißt. wie das ist. die sie schon immer ausgestrahlt hat. antwortete ich. doch meistens redet sie am liebsten gar nicht darüber.doch zugleich auch recht unterschiedlich.» . daß ihr sehr bewußt ist. Mindestens einmal jedoch hat sie gesagt: «Weißt du.Aber was es auch immer für Auswirkungen gehabt haben mag. Manchmal verwirrt sie das. da sie zu einem Teenager herangewachsen ist. wenn Menschen dich anschauen und glauben. daß du nicht diese Person bist?» «Ja.

Es gelang mir zwar. verließen wir Paris und kehrten in die Gegend von Chicago zurück. Sie öffnete sich. wann immer wir uns begegneten. Es machte mir große Schwierigkeiten.Die entwertete Leere Ich habe an der Schwelle zum Wahnsinn gelebt. Ich hoffte. mich um den Psychiater zu drücken. Sie empfand mich als sehr depressiv und bestand wiederholt darauf. Die Rückkehr in die Staaten und in das Haus meiner Mutter konfrontierte mich mit der Angst. um mich zu haben. Sie symbolisierte die Tendenz der westlichen Welt. doch wesentlich schwieriger war es. besonders meine Mutter. dem Ausdruck von Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit in den Augen meiner Mutter zu entgehen. wollte die Gründe wissen und klopfte an eine Tür. nur vernünftige. meine Familie. Doch das war nicht der Fall. daß die vertraute Umgebung hilfreich dabei sein würde. ohne ein Selbst zu sein. wahnsinnig zu werden. Ich hatte von innen geklopft! RUMI Im Frühjahr 1984. die Angst zu reduzieren. daß ich ihren Psychiater aufsuchte. fast zwei Jahre nach dem Beginn der Erfahrung. verständliche Erfahrungen als einleuchtend und stichhaltig zu . um mir eine Medikation verschreiben zu lassen.

akzeptieren. . Meine Erfahrung machte weder vom wissenschaftlichen noch vom psychologischen Standpunkt aus betrachtet einen Sinn und wurde daher als pathologisch abgestempelt.

daß ich kein Selbst mehr hatte. Wie viele Menschen gibt es schließlich. Doch ich muß nochmals wiederholen. wenn sich der Verstand auf seiner Suche nach einem Selbst-Konzept. nach jemandem. daß trotzdem alle Gefühle in angemessener Weise weiterbestanden.Ich beschloß daher. kein Selbst mehr zu haben. der die Erfahrung macht. mit der es hätte verbunden sein können. denn es gab keine Person mehr. mit anderen verbunden zu sein. Was sich aufgelöst hatte. beinhalteten in irgendeiner Form Glückseligkeit. Die Leere existierte immer im Zusammenhang mit allen emotionalen oder mentalen Zuständen. Doch diese Erfahrung. zu niemandem über meine Erfahrung zu sprechen. hatte sich aufgelöst. Das Gefühl. hatte nichts mit Glückseligkeit zu tun. ohne ein Selbst zu sein. um diese Überzeugung durchzudrücken.und seine einzige Antwort daraufwar panische Angst. fand er nur Leere . Selbstverständlich war das ein absurdes Vorhaben. Die Beziehungen zu anderen Menschen hatten sich radikal verändert. von denen ich jemals gehört hatte. Das zwingendste Beweisstück war die Anwesenheit der panischen Angst. Doch zu dem Zeitpunkt schien alles absurd zu sein. Ekstase oder Freude. und dies Nebeneinander schloß jegliche persönliche Eigenschaften gänzlich . Er schien mit aller Macht beweisen zu wollen. war der Bezugspunkt eines persönlichen Selbst. Ich wollte einfach mit meinem Leben fortfahren und vergessen. Alle Beschreibungen einer spirituellen Entwicklung. das diese Gefühle selbst empfand. denn schließlich kann man nicht einfach verdrängen. nach innen richtete. die ohne ein persönliches Selbst leben? Der Verstand hatte unglaubliche Schwierigkeiten mit dieser Erfahrung. die die Erfahrungen zu reflektieren in der Lage war. Ohne ein persönliches «Ich» gab es keine Instanz. und er führte alle möglichen Beweise an. Immer wieder. daß mit mir etwas nicht stimmte.

als ob die Leere sich nach innen kehrt. Den Namen geschrieben zu sehen. Im Januar 1985 beschlossen wir. Auch heute noch verstärkt sich diese Leere. Bestenfalls konnte man wohl nur darauf hoffen. um sich selbst zu betrachten. war ihm bereits klar. daß mit mir etwas nicht stimmte. Der Name. wenn der Name ausgesprochen oder niedergeschrieben wird. bezog sich auf niemanden mehr. Gefühle oder Handlungen entstanden nicht mehr für irgendeinen persönlichen Zweck. daß sich der Verstand schließlich an diesen Zustand gewöhnen und nicht mehr die Botschaft aussenden würde. buchstäblich keinen Namen mehr zu haben.aus. Diese Erinnerung brachte eine gewisse Beruhigung. erzeugte kein Gefühl des Wiedererkennens. und dieser Blick erzeugt die Erinnerung daran. Doch das Seltsame all dieser Phänomene war die Tatsache. für ihn unerträglich geworden war. daß sowohl die Belastung durch unsere unwiderruflich veränderte Beziehung als auch das Leben in einem fremden Land. das auf ihn nicht sehr einladend wirkte. daß ich keine persönliche Identität besaß. auch wenn der Verstand weiterhin darauf bestand. Bevor er jedoch mit seinem Praktikum beginnen konnte. Gedanken. wie leer sie tatsächlich ist. . ihn ausgesprochen zu hören kein Gefühl für die Person. daß der Verlust der persönlichen Identität etwas Krankhaftes sei. auf die er sich bezog. mit dem ich mich bislang identifiziert hatte. meinen Namen so lange zu wiederholen. Doch das sollte mehr als ein Jahrzehnt auf sich warten lassen. bis ich mich mit der beängstigenden Wahrheit konfrontiert sah. In dem Jahr nach unserer Rückkehr in die Staaten legte Claude mit Erfolg sein medizinisches Examen ab und wurde am Cook County Hospital in Chicago für sein Medizinpraktikum angenommen. Diese Intensivierung wird als eine Ausweitung der Leere erlebt. Viele Jahre später erinnerte sich der Verstand an die Praktiken als Kind.

dort also. Suzanne».» . und Claude zog in ein Appartement in der Chicagoer Innenstadt. daß mich die Trennung von ihm nicht traurig machte. Es war ganz offensichtlich das Naheliegenste. Als Claude schließlich abreiste. Robert kennenzulernen. Iowa. wo sich die Internationale Universität des Maharishi befand. Während dieser Zeit. erzählte mir mein Bruder Dan von einem spirituellen Lehrer. Robert Peter-sen war ein charismatischer Kanadier. Im September. Er wohnte dort für sechs Monate. besonders in Fairfield. sagte Robert voller Enthusiasmus. Unsere Beziehung hatte sich bereits vor zwei Jahren aufgelöst. bis wir offiziell geschieden wurden. als es deutlich wurde. Wir beide meinten. und so arrangierte Dan. ein Partner für ein dermaßen wunderliches Mysterium zu sein. daß unsere Tochter bei mir in den Staaten bleiben und ihn mehrmals im Jahr in Paris besuchen würde. Ich kann nur feststellen. als Claude und ich uns trennten. dessen Ruf als Rebell und Bilderstürmer große Aufmerksamkeit in der TM-Gemeinde. «Willkommen. daß es mir vielleicht helfen könnte. und sobald Dan und ich den Raum betraten. daß er nicht mehr daran interessiert war. was es zu tun gab. Wir einigten uns darauf. daß ich ihn auf einem seiner Trips nach Fairfield begleitete. den er kennengelernt hatte und der angeblich während einer Ausbildung in der Schweiz zum TM-Lehrer erleuchtet worden war. «Erzähle mir etwas über dich und dein Leben. bat mich Robert. zwei Monate nach unserer Scheidung. begann ich Pläne für eine Rückkehr nach Kalifornien zu schmieden. Ungefähr 60 Leute hatten sich eingefunden.uns zu trennen. um ein neues Leben in einer vertrauteren und mehr Rückhalt bietenden Umgebung zu beginnen. verließ er enttäuscht und mit gebrochenem Herzen das Land. erzeut hatte . zu einem Dialog mit ihm ans Mikrophon zu kommen.

Ich antwortete. das kann man so sagen . an dem du jetzt lebst. sah ich mich plötzlich von einigen seiner Anhänger umringt. Bitte. Ich wollte meine Mutter bitten. um in meiner Gemeinschaft in Victoria zu leben. Sie willigte gerne ein. und so flog ich zwei Wochen später. verlassen solltest.. daß ich die Dramatik vom Licht des Bewußtseins zu allen Menschen bringe. daß ich mir sein Angebot überlegen würde. daß du mit Leuten arbeitest.» Nachdem wir noch ein paar Minuten lang miteinander gesprochen hatten. Als ich in einem neunsitzigen Pendelflugzeug von Seattle auf dem winzigen Flughafen von Victoria landete. den er in einer Vorlesungshalle der Universität von Victoria gab. wo ich die letzten dreieinhalb Jahre gelebt habe. . daß Robert noch nie zuvor jemandem ein solch direktes Angebot. während ich nach Victoria flog.«Nun. Man hat mir erzählt. Kanada? Vielleicht. die von Maharishis Lehren enttäuscht sind. Robert. gemacht hätte.doch viel wichtiger ist. Sie versicherten mir. daß du etwas Besonderes bist. um mir alles näher anzusehen. Ich fühle sehr deutlich. doch ich werde gewiß darüber nachdenken. wurde ich von einem von Dans Freunden abgeholt. 1975 habe ich die Ausbildung zum TM-Lehrer abgeschlossen. Er hatte mich eingeladen. kannst du zu mir kommen?» «Ich weiß nicht.. ganz Besonderes. denn nichts schien mich irgendwo anders zu halten. Auf unserem Heimweg am nächsten Tag nach Chicago diskutierten Dan und ich ausgiebig diese neue Möglichkeit. sich ihm anzuschließen. sich für ein paar Tage um Arielle zu kümmern. ich bin gerade aus Paris zurückgekehrt. Du bist tatsächlich etwas ganz. doch die letzten sechs Jahre habe ich nicht mehr meditiert. daß du den Ort. Am nächsten Morgen brachen wir frühzeitig auf. Suzanne. Ich muß dir sagen. daß es sehr eindeutig ist. während meines Besuches in seinem Haus zu wohnen.» «Ich glaube. um an dem Wochenendkurs von Robert teilzunehmen.

doch es war nicht das Ergebnis eines persönlichen Bedürfnisses . um eine Selbst-lose Erfahrung zu diskutieren. Die Beziehung zu William ergab sich aus derselben Leere. Während des Wochenendes wartete ich gespannt auf eine Möglichkeit. Während der nächsten fünf Monate pendelte ich zwischen Victoria und Chicago hin und her. seit sich die Leere des persönlichen Selbst aufgetan hatte. mußten die Gespräche mit dem Rechtsanwalt in Chicago sowie Arielles Besuche bei Claude arrangiert werden. wenn ich keine derartigen Verpflichtungen hatte. die nach wie vor als der nichtlokalisierbare Handelnde präsent war. schien hier nicht der Ort zu sein. daß William und ich uns voneinander angezogen fühlten. Nach einigen Wochen. begrüßte mich voller Enthusiasmus. in sein Appartement im ersten Stock eines wunderschönen Hauses einzuziehen. und es wurde sehr schnell deutlich. flogen Arielle und ich nach Victoria. Obwohl dies das erste Mal war. war offensichtlich das Naheliegenste. in denen ich Robert näher kennengelernt hatte. Er präsentierte seine Lehren mit einer solchen Kraft. und der hatte niemals in seinen Lehren einen Selbst-losen Zustand erwähnt. daß ihr eigentlicher Inhalt gar keine große Rolle spielte. die sich auch nicht verringerte. Die Gruppe von Leuten um ihn war von seinem Charisma wie gebannt. Robert wiederzusehen. William. Doch immer. das einer Gruppe von Roberts Studenten gehörte. ohne ein Selbst zu sein. als ich dem zuhörte. Der Verstand produzierte aufgrund der Leere weiterhin eine unglaubliche Angst. Ein Paar zu werden. und man bot mir an. Da Claude und ich uns mitten im Prozeß der Scheidung befanden. daß ich mich in einer spirituellen Umgebung aufhielt. wurden William und ich ein Paar. Schließlich war Robert ein Anhänger von Maharishi Mahesh Yogi.Es war aufregend. was Robert zu sagen hatte. sein bester Freund und gleichzeitig auch seine rechte Hand. mit jemandem über meine Erfahrung. zu sprechen.

liefen weiterhin ab. das in irgendeiner Weise jemandem ähnelte. Wenn er jemanden konfrontierte. auf den sie sich bezogen. Andere wurden konfrontiert und verließen die Gemeinschaft für immer. oder ob die Person der richtige Partner war oder nicht. Eines Tages traf eine Frau zu einem Wochenendkurs ein. die Robert als «psychotisch» bezeichnet hatte. gefror mir das Blut in den Adern. Kein Ereignis basierte auf Gründen oder Entscheidungen. Nachdem ich öfter an seinen Gesprächen teilgenommen hatte. Es gab nichts mehr. die in einer Beziehung ablaufen. aber für Robert waren verrückt und böse das gleiche. wenn er der Meinung war. Sie war attraktiv und sprach zusammenhängend und anschaulich über verschiedene Themen. daß er die Welt und alle Menschen auf der Ebene von gut und böse betrachtete. und für den Verstand war das verwirrend und beängstigend. der die Entscheidung zu treffen schien. Die Funktionen. vor die Gruppe zu treten und ihre Erfahrung zu beschreiben. der die Entscheidungen traf. jemandem. daß die .» Als ich das hörte. und sie wurde unmittelbar nach der Konfrontation aus der Gemeinschaft verbannt. Sie war nervös und erklärte: «Mein Problem ist. seine Studenten zu « konfrontieren». daß ich kein Selbst habe. doch das war sie nicht. Robert hatte die Angewohnheit. die ich jemals vernommen hatte. Es war die schlimmste Bestätigung. ob eine Beziehung beginnen sollte oder nicht. Die Beziehung schien zwar eine persönliche zu sein. dann basierte seine Attacke darauf. Einige von ihnen waren mehrmals konfrontiert und verbannt worden und kehrten trotzdem im Laufe der Jahre immer wieder in den Schoß der Gemeinschaft zurück. Niemand außer Robert hielt sie für «verrückt». wurde mir klar.oder Wunsches. Die Frau wurde aufgefordert. daß er diese Person als böse bezeichnete. auch wenn es niemanden gab. daß sie etwas falsch gemacht hätten.

dann schloß er daraus. was ich wohl mit ihm angestellt hatte. sie am Abend zuvor dadurch «geheilt» zu haben. Drei Tage später blieben William und ich die ganze Nacht auf und diskutierten darüber. Robert antwortete auf die Beschreibung der Frau. daß wir ihn anriefen. William hatte mir schon einmal etwas Ähnliches erzählt. Sie bestätigte. Eine Woche später. doch William bestand darauf. William schlug vor. Ich gab zu bedenken. Robert meldete sich am Telefon und forderte uns auf. ohne ein Selbst zu sein. erzählt hatte). denn nach dem Aufwachen fühlte er sich nicht wohl. Nachdem er von einem späten Mittagsschlaf erwacht war. Das war genau die Art von Anschuldigung. Er lächelte nur und akzeptierte voller Stolz ihr Lob. William hatte für zwei Tage die Stadt verlassen. daß das tatsächlich geschehen sei und drückte ihm ihre grenzenlose Dankbarkeit aus. Danach verabschiedeten William und ich uns wieder. Zehn Minuten später begrüßte er uns mit einem breiten Lächeln. Robert und ich beendeten unser Telefonat. Immer wenn er sich in der Gegenwart einer Person «abgetrennt. daß er ihr «ein Selbst zurückgegeben hatte». was ich wohl mit ihm im Schlaf angestellt hatte. und ich ging schla- . denn es war bereits halb fünf Uhr morgens. ihn augenblicklich aufzusuchen. sich seit unserem Gespräch vor einer Woche seltsam gefühlt zu haben. Unser Gespräch dauerte eine Stunde.Leere genau das war. was Robert gerade in den Sinn kam. daß er um diese Zeit sicherlich nicht mehr wach sei. Er gab vor. daß diese Person böse sein mußte. entrückt oder aufgelöst» fühlte. und er wunderte sich. rief mich Robert spät abends noch an. und es drehte sich hauptsächlich um das. wofür sie der Verstand hielt: Wahnsinn. wunderte er sich. indem er behauptete. Eine gewaltige Welle panischer Angst schlug über mir zusammen. daß wir Robert aufsuchen sollten. welch schreckliche Angst mir das eingejagt hatte (obwohl ich ihm niemals von meiner Erfahrung. die er oft gegen andere erhob.

daß ich in der vergangenen Woche ein «seltsames» Gefühl auf ihn übertragen hätte und fuhr fort. um miteinander zu reden. denn alle Juden wären böse und in diesem Haus. um herauszufinden. mich aus dem Haus zu werfen. William kam niemals vorbei. nicht mehr willkommen. Man schickte mich zurück auf mein Zimmer. Eine Woche zuvor war er nämlich zu der dramatischen Erkenntnis gekommen.fen. denn ich wäre eine Jüdin. . Bei seiner Rückkehr am nächsten Tag wurde William von einem der Hausbewohner abgefangen und über die Ereignisse vom vergangenen Tag informiert. daß ich sofort gehen sollte. das für ihn ein heiliger Platz sei. Zwölf Leute hatten sich dort versammelt. Ich traf Robert in der Eingangshalle. Er traf sich mit einigen seiner langjährigen Studenten in der Eingangshalle und drängte sie. Er begann mit der Anklage. Ich sollte meine Sachen packen. der ein paar Meilen entfernt lebte. um mich zu sehen. Sie erwähnte jedoch mit keiner Silbe. und rief auch nicht an. und zwei Männer brachten mich in die andere Wohnung. doch ich durfte nicht mehr länger als eine Stunde im Haus bleiben. mit mir in Kontakt zu treten. Robert hatte ihn davor gewarnt. um unserer Unterhaltung beizuwohnen. daß Robert den anderen Studenten im Haus bereits erzählt hatte. Am nächsten Morgen gegen sechs Uhr kam Roberts Frau Tessa in mein Zimmer. Eiligst packte ich meine Sachen zusammen. wie es mir ging. und man organisierte für Arielle und mich die Wohnung eines anderen Studenten. ich wäre böse. Zwar wollte ich auf William warten. die ich ihm angetan hätte. ihm in das Appartement einer seiner Studenten zu folgen. Robert wartete draußen im Flur und wollte mit mir sprechen. weckte mich und sagte. um seine Reaktion auf diese Neuigkeit zu hören. und er bat mich. all die Dinge anzuführen. Schließlich eröffnete er mir. daß alle Juden böse seien.

daß jegliche Form von jemand zu sein sich aufgelöst hatte. Es gab zwar niemanden. so wie es Robert getan hatte.Innerhalb einer Woche organisierte ich alles für meine Abreise von Victoria. wer er war. fuhr oder ging nicht mehr. weinte ich. daß Robert William konfrontiert und beschuldigt hatte. daß alle spirituellen Lehren meine Erfahrung als einen pathologischen Fall betrachten würden. schloß der Verstand daraus. was er als böse bezeichnete. und er wußte nicht mehr. daß ich bald so enden würde wie er. Seit meiner Rückkehr von Paris hatte ich ihn des öfteren in der Privatklinik besucht. Als ich von seinem Tod erfuhr. Noch während der Vorbereitungen für meine Rückkehr in die Staaten hörte ich. der sich traurig fühlte. Sein Anblick schürte die Angst. Seit zehn Jahren litt er an Alzheimer. um bei der Suche nach einer Erklärung für diesen mysteriösen Zustand hilfreich sein zu können. Das Drama von Roberts Beziehung zu dem. selbst der Teufel zu sein. Verständlicherweise bot der spirituelle Bereich keinen weiteren Anreiz mehr. daß in der Leere des persönlichen Selbst alle Funktionen zum Stillstand kommen oder zumindest eingeschränkt würden. Denn schließlich war es ganz eindeutig. und man konnte sehen. Er sprach nicht mehr. mit der ich seit dem plötzlichen Abfallen der persönlichen Identität vor drei Jahren in Kontakt gekommen war. Da dies die erste spirituelle Gemeinschaft war. welche Auswirkungen das bei ihm hatte: Er erkannte weder seine Frau noch seine Kinder. wo er seit sechs Monaten untergebracht war. und dennoch erfolgte die emotionale Reaktion genau wie zuvor und bezog sich anscheinend auf je- . und er las. Während meiner letzten Tage in Victoria erreichte mich die Nachricht vom Tod meines Vaters. und sein unaufhaltsamer Verfall hatte das Feuer der ständigen Angst des Verstandes weiter geschürt. wertete der Verstand als überzeugenden Beweis gegen die Leere des persönlichen Selbst.

daß die emotionalen Funktionen im Angesicht der Selbstlosigkeit weiter abliefen. als ob ich jemand wäre. In ihrer Anwesenheit weinte ich regelmäßig und ausgiebig. Für den Verstand war es ungemein schwierig zu erleben. und er begann wiederum Beweise dafür zu sammeln. daß all diese Emotionen sich für keinen einzigen Moment auf ein «Mich» bezogen. Für andere schien es jemanden zu geben. Das Weinen fand statt -nicht mehr und nicht weniger. der traurig war. jemand zu sein». Der «Versuch. wirkte sehr überzeugend. daß etwas mit dieser Erfahrung nicht stimmte.manden. doch da war niemand. Gleichzeitig versuchte ich so zu wirken. und ich sprach mit niemandem darüber. obwohl das nicht der Fall war. der in angemessener Weise auf den Tod seines Vaters reagierte. wann immer wir von unserem Vater sprachen. Ich flog augenblicklich nach Chicago zurück und half meinen Brüdern und meiner Mutter bei den Vorbereitungen für die Beerdigung. .

RAINER MARIA RILKE Im Januar 1986 machte ich mich mit meiner Tochter auf den Weg nach San Francisco. was niemals war. Ihre Präsenz linderte die Angst. es beruhigte meinen Verstand. Sie half mir damals und auch in den darauffolgenden Jahren mehr . die meine Erfahrungen auch drei Jahre nach dieser schicksalhaften Begegnung mit der Leere bestimmte. die sich immer nur um die Scheidung. Wir zu Jungen manchmal für das Alte Und zu alt für das.Die Leere analysieren Bang verlangen wir nach einem Halte. wenn er voller Enthusiasmus sein breitgefächertes Angebot angsterfüllter Vorstellungen ausbreitete. Wir mieteten eine Wohnung im obersten Geschoß eines wunderschön restaurierten viktorianischen Hauses in einem ruhigen Stadtteil und genossen einen sehr angenehmen Tagesablauf: faule Vormittage. Auf diese Weise vergingen die ersten Wochen wie im Flug und boten uns eine willkommene Abwechslung von den vergangenen Monaten. lange Nachmittage im Park und Abende. Ich wurde abhängig von ihrem Lachen. Arielle blieb nach wie vor eine wunderbare Gefährtin. an denen wir uns im Wohnzimmer auf dem Sofa zusammenkuschelten und Geschichten lasen. deren stets fröhliches Lachen alle Situationen in wunderschöne Erlebnisse verwandelte. intensive Konfrontationen und den Tod meines Vaters gedreht hatten.

was der Verstand als positiv bezeichnete. Mein Leben war erfüllt davon. wenn die Leere scheinbar in den Hintergrund rückte (auch wenn das nur ansatzweise geschah). und keiner der Versuche. blieb wenig Aufmerksamkeit für irgend etwas anderes übrig. Keine Form mentaler Aktivität veränderte jemals in irgendeiner Weise die Erfahrung. doch die Suche nach einer Antwort im Bereich des . ergriff der Verstand die Gelegenheit. die Selbst-lo-sigkeit zu erkennen. sich Sorgen über sie zu machen und Fragen über sie aufzuwerfen. brachte jemals das Gefühl einer persönlichen Identität zurück.als jeder andere. sie zu vergessen. kein individuelles Selbst zu haben. ohne ein Selbst zu sein. solange man nicht seinen Humor verliert. die Erfahrung der Leere abzuwehren. setzte sich ohne Unterbrechung fort. Da er ununterbrochen damit beschäftigt war. mich daran zu erinnern. sich daran zu gewöhnen. wie unterschiedlich die Ereignisse im Leben aufgenommen wurden. Da der Verstand die Verschiebung im Bewußtsein bereits als negativ abgestempelt hatte. zu organisieren oder zu bewerten. Diese Verlagerung der Leere in den Hintergrund war das einzige. und er registrierte und kommentierte (wie es ein Verstand nun einmal tut) alles Positive und Negative eines jeden Momentes. was geschehen war. Der Verstand schien davon besessen zu sein zu verstehen. Der Verstand überwachte aufs genaueste. In diesen seltenen Momenten. um eine Rückkehr zum «Normalzustand» des Bewußtseins festzustellen. sie zu fürchten und zu beurteilen. sie zu begreifen. Die erhöhte Wachsamkeit des Verstandes war äußerst anstrengend. gab es nur wenig Spielraum. Der Prozeß. um etwas Positives wahrzunehmen. daß man sich auch in den angstvollsten Momenten sicher fühlen kann. sie abzulehnen. Selbst im Schlaf setzte sich die Leere der persönlichen Identität ungehindert fort.

schien die Psychotherapie immer noch der einzige Weg zu sein.Verstandes brachte keine Ergebnisse. Er zündete sich seine Pfeife an und fragte. das möglicherweise meine Erfahrung hätte auslösen können. Mir war klar. und er notierte das auf einem Block. meine Erfahrung zu verstehen. ihr dabei zu helfen. der einen der regelmäßigen Anrufer behandelte. um ihn in seiner Praxis in Los Gatos in der Nähe von San Jose aufzusuchen. auf dem er . Ich begann. in einem der bequemen Stühle. wie er mir helfen könnte. einen Steinwurf von der Schnellstraße entfernt. ein bestimmtes Problem zu lokalisieren. und obwohl ich bisher kein Glück gehabt hatte. Ich erzählte ihm. Folglich verstärkte sich langsam die Meinung. und in der darauffolgenden Woche fuhr ich eine Stunde lang gen Süden. die sich durch die wunderschönen Santa Cruz-Berge schlängelte. daß mein Vater vor sechs Monaten gestorben war. Diese Patientin schwärmte von seiner unglaublichen Fähigkeit. was geschehen war? Die Angst vor dem Wahnsinn blieb auch weiterhin die größte Sorge. das hatte meine Tochter mir gezeigt. Ich rief ihn an. einen Psychotherapeuten zu finden. um einen Termin zu vereinbaren. Carl begrüßte mich herzlich und bat mich. war lebenswichtig. der mir helfen konnte. der in einer Telefonnothilfe für Suizidgefährdete arbeitete. Platz zu nehmen. daß jemand anderer vielleicht dieses Phänomen Ierklären könnte. Er hörte mir einige Zeit schweigend zu und stellte dann verschiedene Fragen über mein Leben in Paris.und Humor. erzählte mir von einem Psychiater. meine Ehe und meine Gefühle während der Schwangerschaft. daß er versuchte. die seinem Schaukelstuhl gegenüber standen. ihm meine Erfahrungen zu beschreiben und beobachtete dabei sehr genau seine Reaktionen. Ich antwortete ihm so präzise wie möglich. Die Praxis von Carl Trimble befand sich in einem kleinen Wohnkomplex. den Humor im Leben wiederzuentdecken . Ein Freund. Wer könnte möglicherweise verstehen.

«Es ist sogar recht weit verbreitet. oder wenn ihnen eine besonders schlimme Nachricht überbracht wird. was ist es denn?» «Man nennt es Depersonalisation». wie lange. dann sollte es wieder vergehen. Doch wenn wir erst die Wurzeln freigelegt haben. ob er jemals zuvor von einer solchen Erfahrung gehört hatte. an dem sie sehr gehangen haben. Natürlich kann das einige Zeit dauern. wiederholte ich. das in Paris geschehen ist.» .» «Depersonalisation».» «Mir dabei helfen. «Nun. «Tatsächlich?» fragte ich zögernd und mit einer gewissen Angst in der Stimme. Ich fragte ihn. daß es sich um eine solche Störung handelt. und er bejahte das. antwortete er. wie ein Lottogewinn. « Und machen tatsächlich andere Leute genau die gleiche Erfahrung? » «Gewiß doch». zum Beispiel wenn jemand stirbt. Ehrlich gesagt. Doch ich bin mir sicher. was Sie so sehr schockiert hat. «Ist das der Name dafür? » Er nickte mit dem Kopf. ohne eine Miene zu verziehen. «Genau». wo es so lange anhält wie bei Ihnen. Es ist schwer zu sagen. Es könnte etwas vor langer Zeit in Ihrer Kindheit gewesen sein oder auch etwas. habe ich noch nie von einem Fall gehört.während unseres Gespräches ab und zu Notizen machte. Normalerweise geht es nach ein paar Stunden oder maximal nach einigen Tagen wieder vorbei. Es kann auch etwas unglaublich Positives sein. indem wir Ihre Vergangenheit näher untersuchen. die einen schweren Schock erlitten haben. erwiderte er. sagte er. « Diese Erfahrung tritt relativ häufig bei Menschen auf. wenn ich Ihnen behilflich sein kann herauszufinden. «Es sollte sich nach einiger Zeit auflösen. und ich kann Ihnen sicherlich helfen. daß es wieder verschwindet?» fragte ich.

«Recht weit verbreitet». sinnierte ich kopfschüttelnd. Vielleicht würde ja mein «Ich» tatsächlich zurückkehren. daß er ihr das Medikament verschrieben hat. «Manche Leute machen die gleiche Erfahrung relativ häufig. er sei zuversichtlich. wie sie ihren Psychiater dafür als eine Art Gott betrachtet. daß Sie ein Antidepressi-vum ausprobieren. daß das geschieht.besonders wegen der Art und Weise. Ich würde auch vorschlagen. daß es ohne Unterbrechung so lange anhält». wenn ich die tieferliegenden Ursachen seines Verschwindens entdeckte. Vielleicht würde die quälende Angst endlich verschwinden. «Das Gefühl. das wir beide mit ganzem Herzen verfolgten. ob das die Symptome lindert. Inspiriert von Carls völligem Vertrauen in die heilende Kraft des therapeutischen Prozesses. «Wir wollen ja nicht. begann ich mich ernsthaft für ein Psychologiestudium zu interessieren.» «Kein Problem».» Ich schüttelte meinen Kopf. Im Herbst 1986 schrieb ich mich an der John FRAGE Kennedy-Universität ein und belegte ein Semester in klinischer Psychologie. erwiderte er. Wir beide sahen als Ziel der Therapie die Rückkehr des «Ich-Gefühls». . jedoch nur für kurze Momente. keine persönliche Identität zu haben. aber ich lehne das völlig ab . oder?» Carl und ich gingen auf die Jagd nach einem «Heilverfahren» für die Erfahrung. Carl versicherte mir des öfteren. Einmal die Woche fuhr ich zu ihm in die Praxis und sprach über meine Kindheit. ein Bestreben. daß das «Ich» zurückkehren werde -es wäre lediglich eine Frage der Zeit. Meine Mutter hat jahrelang Antide-pressiva genommen. ohne ein Selbst zu sein. ist recht weit verbreitet? » « Das einzig Ungewöhnliche in Ihrem Fall ist. um zu sehen. meine Beziehungen und mein Interesse an einem Psychologiestudium. Vielleicht würde ich ja dort eine Antwort finden. Ich möchte wirklich keine Medikamente nehmen. « Nein danke. sagte er mit einem Lächeln.

nahm ich eine deutliche Veränderung in seiner Verhaltensweise mir gegenüber wahr. schien das unwichtig zu sein. Obwohl mir klar war. und unsere Diskussionen bekamen eine sehr persönliche Note. denn ansonsten würde dieser eindeutig vernünftige. Er war der erste Mensch. . daß er sich Hals über Kopf in mich zu verlieben begann. daß ich nicht hoffnungslos verrückt war. daß er mich auf andere Art und Weise näher kennenlernen wollte und er daher nicht mehr mein Therapeut sein konnte. es zu lösen. daß meiner Erfahrung durch die Bezeichnung Depersonalisation der Stempel des Pathologischen aufgedrückt wurde. was seiner Meinung nach meine Erfahrung zu bedeuten hatte. Er sagte.Drei Monate. während wir uns die Bilder gemeinsam anschauten. Fünf Monate nach dem Beginn der Therapie beendete Carl unsere therapeutische Beziehung. und Carl würde mir dabei helfen. reagierte er mit großer Offenheit. sympathische Mann nicht all die Signale aussenden. Es bedeutete auch. weil er die Aussicht auf Heilung als sehr vielversprechend bezeichnete. der mir einen Schimmer von Hoffnung geschenkt hatte und der erste mit einer klaren Aussage darüber. Er zeigte mir Fotos von seinem neuen Haus und seinem Hund. die Carl mir widmete. Zwischen uns begann sich eine Liebesbeziehung zu entwickeln. Er begann. und wir saßen dann nebeneinander auf der Couch. Zumindest hatte ich einen Namen für das Problem. Sein wachsendes Interesse an mir bestärkte meine Hoffnung. und bald wurde er ein regelmäßiger Wochenendbesucher in meinem Heim in San Francisco. nachdem ich Carl zum ersten Mal aufgesucht hatte. des öfteren über sich selbst zu sprechen und streute Bemerkungen über seinen Wunsch nach eigenen Kindern und über sein neuerworbenes Haus in den Bergen von Santa Cruz ein. Immer wenn ich darauf mit Fragen meinerseits einging. Mir gefiel die Aufmerksamkeit. nicht für immer in der Leere des «Ich» verfangen zu bleiben.

daß er sich bereits in der Praxis verausgabt hätte und nicht daran interessiert sei. aber das stimmt einfach nicht.» «Carl». diese Erfahrung hat nie aufgehört?» «Nicht für einen einzigen Augenblick. daß meine Erfahrung. um zu verstehen. Vielleicht wollte er auch andeuten. und ich brauche Hilfe. daß er nicht mehr dieselbe Begeisterung zeigte. daß alles in Ordnung ist. daß wir uns durch gemeinsame Freunde kennengelernt hatten. Er schien ebenfalls davon auszugehen. entweder in San Francisco oder in Los Gatos.» « Du meinst. um mein «Selbst» wieder zurückzubekommen. Diese schrecklichen Ängste sind immer noch da. ohne ein Selbst zu sein. was das zu bedeuten hat. Meine Beziehung zu Carl endete schließlich nach sechs Monaten. «Ich dachte. daß ich wieder mit einer Therapie beginnen würde. als ich ihm eröffnete. wobei er sorgfältig darauf bedacht war zu verschleiern.Er machte mich mit seinen Freunden bekannt. daß meine Erfahrung ein Problem war. Er erfand verschiedene Geschichten. Dinge in unserer Beziehung auszudiskutieren. «Warum?» fragte er. Da ich nach wie vor fest davon überzeugt war. erwiderte ich. «Du sprichst überhaupt nicht mehr mit mir. Du glaubst. sprach ich auch mit ihm nicht mehr darüber. Sehr bald verbrachten wir jedes Wochenende zusammen. wie wir uns getroffen hatten. Keinen Moment lang ist das Gefühl. daß ich ihn als einen Partner gebraucht hätte. Meistens sagte er bei solchen Gelegenheiten. stellte ich fest. eine individuelle Person mit einer persönlichen . Ich verspüre immer noch kein <Ich>. das verborgen bleiben mußte. bis er schließlich dabei blieb. jetzt noch Probleme zwischen uns zu erörtern. so wie er es in unseren Therapiesitzungen getan hatte. Als ich Carl näher kennenlernte. sich irgendwie aufgelöst hätte. du wärest von deinen Problemen geheilt. und unter der Woche telefonierten wir jeden Abend miteinander.

daß eine Depersonalisation kommt und geht. Tatsache ist: In meinen Erfahrungen gibt es keine Person. daß ich das alles erfinde? Daß du einen Körper vor dir siehst und einen Mund sprechen hörst. daß unsere Diskussion beendet war. war ich im Begriff. und winkte uns zu. noch nicht einmal. heißt noch gar nichts. was man von außen erkennen könnte. und das versuche ich dir nun schon seit fast einem Jahr klarzumachen!» Carls Gesicht versteinerte sich.» «Warum sagt nur jeder das gleiche? Glaubst du etwa..» «Und ich glaubte. Arielle und unsere Sachen ins Auto zu laden. Begreifst du das denn nicht? Es begann vor fünf Jahren. Schau mal. und trotzdem stehst du hier vor mir und sprichst mit mir. auf dem die Leere des Selbst die feindliche Armee zu sein . daß er einen Spaziergang mache. als wir in Richtung San Francisco losfuhren. antwortete er. Das geht jetzt schon seit fünf Jahren so. daß das nicht so ist. du behauptest seit längerem schon. verstehst du? Du glaubst nur. erwiderte ich mit einer gewissen Schärfe. Vielleicht ist es auch hoffnungslos . Er stand in der Auffahrt. Mit einer Handbewegung gab er zu verstehen. «Vielleicht dramatisierst du das Ganze auch ein bißchen.Identität zu sein. daß es dir besser ginge». in einem kurzen Augenblick. sagte er. als ich zurücksetzte. und sagte. «diese sogenannte Depersonalisation ist für keinen Augenblick vergangen. Du bist hier. Es ist nichts. daß ich ihn gesehen habe. Das war das letzte Mal. daß du als eine individuelle Person nicht existierst. wenn ich schlafe!» «Ich weiß nicht. In den Wochen nach der Trennung von Carl wurde die Angst wieder stärker und verwandelte meinen Verstand in ein Schlachtfeld. zurückgekehrt. «Doch du solltest wissen. was es außer einer Depersonalisation sonst noch sein könnte». Als er zu seinem Haus zurückkehrte. und es hat sich seitdem nie verändert oder sich aufgelöst.. In manchen Fällen löst sie sich nie ganz auf.» «Carl».

Wie ließ es sich erklären. meine Aufmerksamkeit auf die Studienarbeit an der John FRAGE Kennedy-Universität zu konzentrieren und ging gänzlich in einem interessanten akademischen Leben auf. neue Bücher zu lesen. und ich verbrachte eine Menge Zeit damit. so wie ein ungebetener Gast. immer gegenwärtig. das den Verstand damit beschäftigt hielt. daß in der psychologischen Literatur keine Antwort zu finden war? Nach fast sechs Jahren ohne ein Selbst hatte ich noch immer niemanden gefunden. Sie rückte nicht im mindesten in den Hintergrund. sich psychologische Theorien einzuprägen und Abhandlungen zu schreiben.schien. Sicherlich waren gewisse Charakteristiken dieser Funktionsstörungen auch in meinen Erfahrungen aufgetreten. Carls Diagnose ging mir nicht mehr aus dem Kopf. um eine solche Erfahrung zu machen. doch sie beschrieben in keiner Weise das auffälligste Symptom die völlige Abwesenheit einer persönlichen «Ich-heit».» Wenn in den psychologischen Texten nichts darüber zu finden war. könnte es vielleicht doch eine spirituelle Erfahrung sein? Doch der Verstand verwarf immer noch diese Möglichkeit. Flüchtig erinnerte ich mich an die Erklärung meines Freundes Alan: «Manche Menschen verbringen viele Jahre in Höhlen. Es gab noch nicht einmal einen Anflug von Glückseligkeit. Freude oder Glück . Ich versuchte. . immer unveränderlich.und es war so völlig leer. die mit einer unbe-einträchtigten (teilweise sogar verbesserten) Funktionsfähigkeit in der Welt einherging. der zumindest eine Ahnung davon hatte. was das zu bedeuten hatte. Die Leere begleitete indes jeden Moment von Aufmerksamkeit. Realitätsverlust und Dissoziierung nachzulesen. Depersonalisation. über «Dissoziations-Störungen». Und sie wuchs noch ganz ungemein. den man gezwungenermaßen beherbergen muß. während die Angst gegen sie ins Feld zog. egal wie vehement sich der Verstand auf andere Dinge stürzte.

wie fürchterlich die ganze Sache war? Vielleicht sollte ich doch nach jemandem Ausschau halten. das in einer ruhigen Gegend in den Hügeln von Richmond gelegen war. in dem du versuchst.» «Das sagt mir nicht viel». eine tiefgehende spirituelle Erfahrung. der etwas von spirituellen Erfahrungen verstand. Ich tauchte wieder in meine Geschichte ein und erzählte ihm so viele Details wie möglich über die Leere. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch nicht bereit. sagte er. Er schien die ideale wissenschaftliche Kombination zu besitzen. über das fehlende Selbst und die Angst. «es sei denn. So folgte ich völlig außer Atem Sam Goldfarb in sein Haus.» . der Realität zu entfliehen. selbst nachdem ich ihm erzählt hatte. andere einfühlsam bei allen möglichen Schwierigkeiten. zu begleiten. die sie durchmachten. erwiderte ich. weil ich die falsche Autobahnausfahrt genommen hatte. also versuchte ich es nochmals mit Therapie.Doch warum hatte Alan meine Erfahrung bestätigt. «mir scheint. mich allzuweit vom psychologischen Bereich zu entfernen. Zu unserer ersten Verabredung kam ich zu spät. du kennst den Unterschied zwischen den beiden Zuständen. «Nun ja». der eine akademische Ausbildung sowohl in transpersonaler als auch in klinischer Psychologie besaß. Er führte mich in ein Zimmer hinter dem Haus. daß du entweder eine recht dramatische Öffnung des siebten Chakras erlebst. Es schien keine andere Möglichkeit zu geben. Diesmal jedoch wählte ich einen Therapeuten aus. das als sein Sprechzimmer diente. oder du befindest dich in einem Dis-soziierungszustand. daß er mit spirituellen Erfahrungen vertraut und auch bereit war. um dieses Dilemma zu lösen: Erlebte ich nun einen pathologischen oder einen spirituellen Zustand? Seine Anzeige in einem lokalen Blatt für Transpersonalität war sehr wortgewandt abgefaßt und machte deutlich.

Traurigkeit oder anderen problematischen Gefühlen zu entfliehen». meinen Schmerz dadurch auszudrükken. Er sagte. ohne ein Selbst zu sein.«Nun. ohne vor ihnen davonzulaufen. Nach Sams Auffassung war ich als Kind nicht genügend «gespiegelt» worden. Zu Beginn der Behandlung verwarf Sam die Möglichkeit.» Drei Jahre lang machte ich Therapie bei Sam Kindheitserinnerungen und Gefühle auszugraben und sie zu analysieren. und solange ich sie mir nicht anschauen konnte. sondern die Angst davor nur noch verstärkte. eine psychologische Überlebensstrategie. daß ich in den Zustand. weinte und auf Kissen einschlug. und die Wunden. an denen ich nicht einmal mein Haus verlassen konnte. Mit anderen Worten war es ein Abwehrmechanismus. weil ich buchstäblich vor Angst zitterte. Es gab Tage. um in Sams Worten «den Gefühlen von Angst. daß die Schmerzen meine Flucht in die Leere begünstigt hätten. daß es eine spirituelle Erfahrung sein könnte. ihnen voll und ganz von Angesicht zu Angesicht gegenüberzutreten. Die Selbst-losigkeit war also ein weiteres Mal pathologisiert worden. «Ich denke. ob es auf irgendeine Weise deutlich wird. weil ich nicht bereit war. könnte ich auch nicht davon geheilt werden. daß mein Problem wesentlich schlimmer sei. sagte er. daß ich schrie. die aus diesem in der Jugend « nicht von anderen gesehen zu werden» geblieben waren. Sam trieb mich dazu. als ich jemals vermutet hatte. Meine Gespräche mit Sam überzeugten den Verstand immer mehr davon. und so setzten wir die Suche fort in der (unausgesprochenen) Annahme. was die Erfahrung nicht im mindesten veränderte. eingetaucht war. was ich vergeblich zu füllen versuchte. Er sprach davon. . der Unterschied ist nicht so einfach festzustellen». wir werden zusammen daran arbeiten müssen und dann sehen. manifestierten sich nun in dieser Leere. daß ich narzißtisch verletzt worden war und nun dieses «riesige Loch» in mir hatte.

anstatt meine Angst noch schlimmer zu machen. Vielleicht bist du einfach mal ehrlich und gibst zu. . «Lies sie mir vor. Sam». wahnsinnig zu werden. und du weißt nicht. sagte ich immer noch verblüfft. du hast keine Ahnung. Ich kann diese Angst kaum noch ertragen. versuche. erwiderte er scharf. «Wovor hast du eigentlich solche Angst?» fragte er mit seiner sanftesten und mitfühlendsten Stimme. und du sagst mir. schrie ich ihn an. «Ich werde hier sein. die du gegen mich richtest. sagte er. «Du bist hier. was du sonst noch ausprobieren solltest. was du durchmachst. schluchzte ich jede Woche. «Nur zu. bis er die betreffende Seite gefunden hatte. ich soll mich da hineinfallen lassen. Ich habe das Gefühl. Ich glaube. Wärest du damit einverstanden? Ich möchte dich wissen lassen. «du warst äußerst schwierig in diesen letzten Monaten. Na und? Ich bin wie gelähmt vor Angst. wenn du meinst. Er atmete tief durch und begann zu lesen. mich nicht mehr um meine Tochter kümmern zu können. was hier wirklich vor sich geht. wahnsinnig zu werden». Ich würde dir gerne meine Notizen von unserer letzten Sitzung vorlesen.» «Sicher». «Ich habe Angst davor. überhaupt nicht mehr funktionieren zu können. Du bist immer wütend auf mich. «Wozu soll das gut sein?» «Ich möchte dir meine Eindrücke und Gedanken über das mitteilen.«Die Angst wird immer stärker.» «Einverstanden». um dich zurückzuholen. daß du nicht weiterweißt. als sie vorher schon war.» «Suzanne».» Die Tränen flössen in Strömen über mein Gesicht.» Er blätterte sein Notizbuch durch. du würdest mich schon erretten.» «Du willst mir deine Notizen vorlesen?» fragte ich ungläubig. daß ich dir überhaupt nichts recht machen kann. wie ich diese Wut beurteile.

Ihre vorödipale Verletzung wird immer deutlicher. was ich ihm von der panischen Angst. das hegende Objekt. schloß er seine Augen und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. und ihr primitiver Abwehrmechanismus arbeitet auf Hochtouren. sie mir mitgeteilt zu haben. meine Jacke und meine Tasche nahm und langsam zur Tür ging. tatsächlich als ein Zeichen von Objekt-BeziehungsAbspaltung und Borderline Syndrom interpretiert? Ich schaute Sam in die Augen. . den Schwierigkeiten mit der Erfahrung der Auflösung einer persönlichen Identität erzählt hatte.«Schon seit mehreren Monaten wertet sie mich ab. War dies tatsächlich das Bild. überhaupt zu sprechen. unerfüllend. daß ich sie nicht als etwas ganz Besonderes in meinem Leben liebe. und er warf mir einen verdutzten Blick zu. der Verwirrung.» Mit offenem Mund und völlig ungläubig starrte ich Sam für eine Weile an. etwas Besonderes zu sein. frustrierend. fast fröhlich. das durch und durch schlecht ist. unfähig. vollkommen und nachahmenswert. Es waren noch 30 Minuten bis zum Ende unserer Sitzung. Sie spaltet ab und betrachtet mich als den durch und durch schlechten Vollstrecker der Strafe. Sam öffnete seine Augen und schaute auf die Uhr. das er in den vergangenen drei Jahren von mir entwickelt hatte? Hatte er all das. während ich mich erhob. Für eine Weile hatte sie mich als die <gute Mutterbrust > gesehen. in Ungnade gefallen. Für mehrere Minuten wartete er auf meine Antwort. weil ich nicht auf ihr Bedürfnis eingehe. und als keine kam. das Objekt. Jetzt sieht sie mich als die < schlechte Mutterbrust». zutiefst enttäuschend. Er war stolz auf seine Analyse und stolz darauf. Ich starrte ihn immer noch an. während er mich friedvoll anschaute. und der Verstand war durch den Schock zum Stillstand gekommen. das durch und durch gut war. Sie ist wütend darüber. ein Lächeln auf den Lippen. Ich war immer noch völlig sprachlos. Er wirkte ruhig.

kaum fähig. als eine tiefe Verletzung in der frühen Lebensphase. Wir stimmten beide darin überein.. die in meinem Verstand zirkulierte und jeden Moment des Friedens und der Zufriedenheit wie mit einer scharfen Klinge durchtrennte.» Es gab nichts mehr zu sagen. die Worte auszusprechen. aus der psychologischen Perspektive. erwiderte ich. als etwas Pathologisches betrachtete.die eiskalte. und die Prognose dafür war nicht gut. und wir erzählten uns gegenseitig unsere Familiengeschichten. was du mir gerade vorgelesen hast. nachhallende Stimme von panischer Angst. «Wohin gehst du?» «Ich gehe». daß er seit Jahren ein guter Freund von Sam war. daß er die Erfahrung. «Ich habe nichts mehr zu sagen.«Wir sind noch nicht fertig». die mein Leben unablässig durchdrang und die ich ihm regelmäßig schilderte. begann ich eine Beziehung mit einem Mann.. Das war die gleiche Stimme. daß die intensive Angst. wir sprachen regelmäßig über die symbolische Bedeutung von Dingen. Ich kann nicht fassen. die aus meiner Angst sprach . Während ich bei Sam in Therapie war. Es stellte sich heraus. um die tieferliegenden «Muster» oder . Da wir uns beide in der Ausbildung zum Psychotherapeuten befanden. was zwischen uns geschah. Ich verließ sein Sprechzimmer wie benebelt und schmetterte dabei seine beharrlichen Appelle zu bleiben ab. Steve und ich fanden im Rahmen des psychologischen Kontextes zueinander. Was gab es da noch zu sagen? Er hatte sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Wir diskutierten psychologische Angelegenheiten. Ich . die zwischen uns eine Verbindung fürs Leben schuf. Wir analysierten und interpretierten Verhaltensweisen. sagte er. ein Zeichen von tieferliegenden psychologischen Problemen war. den ich in einer der Arbeitsgemeinschaften an der JFK-Uni kennengelernt hatte. ohne ein Selbst zu sein. theoretische Modelle und Beziehungsfragen in einer Weise. betrachteten wir alles.

Seit dem Ereignis der Leere des individuellen Selbst im Frühling 1982 bis zum Abbruch meiner Therapie mit Sam hatte ich zehn Psychotherapeuten konsultiert.«Probleme» kennenzulernen. Da wir unter dem Vorzeichen der Angst zueinander gefunden hatten. . daß es für mich kein «Ich » gab. was ich damit meinte. hatte keinen erkennbaren Grund. Daß wir zusammenblieben. In der mysteriösen Entfaltung der Leere entwickelte sich die Beziehung zu Steve und sollte für ganze neun Jahre fortbestehen. als die Ängste zu intensivieren. das Sich-aufein-ander-zu-beziehen als etwas Persönliches darzustellen. was er sich unter einer «Frau in einer Beziehung» vorstellte. obwohl der Verstand sich darum bemühte. den äußeren Anschein zu erwecken. es sei einfach zu gefährlich. mit dem Steve eine Beziehung hätte haben können. und die Beziehung selbst brachte für keinen einzigen Moment einen persönlichen Bezugspunkt zurück. indem er aus der Erinnerung etwas erschuf. denn es gab kein «Ich». wenn ich davon sprach. Genau wie Claude hatte Steve Schwierigkeiten zu verstehen. jemand zu sein. Lauren Spock war eine klinische Psychologin. fühlte sich der Verstand gezwungen. daß es keine anderen von der Gesellschaft akzeptierten Möglichkeiten der Hilfe gab. gab sie mir den Rat. die unsere Beziehung beeinflußten. was geschehen war. Und so suchte ich nach Sam noch einen weiteren Therapeuten auf. um zu verstehen. hatte er eine Beziehung zu einer Frau. war ich immer noch davon überzeugt. jemand zu sein. In all diesen neun Jahren jedoch gab es zwischen Steve und mir in keinem einzigen Moment eine persönliche Beziehung. niemals in die Leere einzutauchen. die in transpersonalen Kreisen ein hohes Ansehen sowohl als Therapeutin als auch als spirituelle Lehrerin genoß. Nachdem ich ihr meine Erfahrung beschrieben hatte. was dem ähnelte. Obwohl all die Therapien nichts anderes bewirkt hatten. Soweit es ihn betraf. die alle Anzeichen aufwies. Anfang 50.

Sie warnte mich des weiteren davor. Sie sagte. Überflüssig zu erwähnen. mit dem ich an meinem Problem arbeiten konnte. daß ich zu labil sei und sie über diese Entfernung keine Verantwortung mehr für mich übernehmen könnte. bei ihr in Therapie zu gehen. unsere Therapie abzubrechen. also versuchte ich einen neuen Weg. denn genau dieser Rat wäre ein Zeichen dafür. und gab mir den Namen eines anderen Therapeuten. denn kaum waren diese Worte einmal ausgesprochen. werde ich wohl niemals erfahren. daß es mir unmöglich war. in denen ich Lauren konsultierte. daß Lauren unrecht hatte. Während ihres alljährlichen Sommeraufenthaltes in New York setzten wir unsere Therapie am Telefon fort. daß die Person keine Ahnung davon hätte. ob ich jemand anderen gefunden hätte. eine Nachricht auf ihrem Anrufbeantworter zu hinterlassen. in die Leere einzutauchen. wurde meine Angst vor dem. der wahrscheinlich der gleichen Meinung war. und begann. Es schien töricht. immer schlimmer. niemals von jemandem den Rat anzunehmen. Es war das gleiche Etwas. die an einigen der örtlichen Hochschulen lehrte. daß die Therapie fruchtlos war. Sie bat mich. Ich fand eine traditionelle. Der neue Weg bestand darin. daß sie um mich besorgt sei und daß ich bald nicht mehr in der Lage sein würde zu funktionieren. Im Verlaufe unserer dritten Telefonsitzung sagte sie mir. falsch lagen. welches zugleich wußte. ohne eine Selbst zu sein.Was sie mit gefährlich meinte. Sie hatte beschlossen. eine Frau. daß alle Therapeuten. Trotz der quälenden Angst wußte die ganze Zeit etwas in mir. nach einer Erklärung zu fragen. was mit mir passiert war. In den drei Monaten. falls ich so weitermachte wie bisher. der ganz in meiner Nähe lebte. psychodynamisch orientierte Psychologin. die sich mit der Stimme der Angst verbunden hatten. Sie wußte zu keiner . wurde die Angst so überwältigend. daß ich ihr nichts von der Erfahrung. erzählte. einen weiteren Therapeuten aufzusuchen.

was mich in Wirklichkeit beschäftigte. daß die Therapie für mich zu Ende sei. daß sie völlig ausgebucht sei und mich daher nicht annehmen könne. sollte ich auch die Erfahrung bei seinem klinischen Namen nennen und hoffen. Beziehungen und psychologische Theorien sprach. und ich hatte kein Vertrauen in sie. um «all die Schmerzen aufzuarbeiten. Sie war seit Jahren bei David Kaye in Behandlung und vertraute ihm absolut. Er nahm kein Blatt vor den Mund. Für ein volles Jahr lang machte ich bei ihr Therapie.Zeit. ob sie mir die Namen von anderen Therapeuten geben sollte. daß ich eine psychotische Erfahrung durchmachte und zweimal pro Woche zur Therapie kommen sollte. Seiner Meinung nach bedeutete die Erfahrung der Leere. Ich . den mir eine Freundin empfohlen hatte. «ich glaube nicht. «Nein. Daraufhin stand ich auf. Wenige Minuten. wenn ich weiterhin im Bereich der Psychologie suchte. niemals genug für mich tun zu können. nachdem unsere sechste Therapiesitzung begonnen hatte. an die ich mich wenden könnte. daß ich auf keinen Fall Therapeut werden sollte. Mehrere Monate später versuchte ich einen Therapeuten. Man verwies mich an eine Frau. Mein letzter Versuch mit einer Psychotherapie endete bereits vor der ersten Sitzung. erklärte ihm. die mir jedoch eröffnete. wobei ich mit ihr über die Hochschule. David kam nach einem Monat zu der Schlußfolgerung. die ich verdrängte». daß er das Gefühl hätte. brach ich die Therapie ab. und ging. teilte David mir mit. Als es schließlich deutlich wurde. daß sie meine Erfahrung auch aus einer anderen als nur der pathologischen Perspektive sehen könnte. vielen Dank». persönliche Erfahrungen mit einer Depersona-lisation gemacht hatte. daß es jemand erkennen würde. Ich hatte nach einem Therapeuten gesucht. der eigene. daß ich ihr niemals meine wirklichen Sorgen erzählen würde. solange ich nicht wisse. sagte ich. war sehr offen und konfrontierend. Mir schien. wer ich sei. Sie fragte mich.

wechselte ich zum Wright Institute. denn ich wollte meinen Doktortitel anstatt des Magisters machen. und der überwiegende Teil des Lehrkörpers und der Doktorväter an dieser Anstalt hatten eine rigoros analytische.» «Rufen Sie mich an. falls man uns danach fragen sollte. Wiederholt warnte man uns davor. um dieses Material im therapeutischen Prozeß zu benutzen. die das Leben seines Patienten auf dramatische Weise verändern sollen. sagte sie. psychodynamisch ausgerichtetes Psychologieprogramm. brillante. Man ermutigte uns. wenn Sie Ihre Meinung ändern». mir entweder absolut nicht mehr zu helfen ist oder ich die ganze Therapie vielleicht an den Nagel hängen sollte. wobei der Therapeut so wenig wie möglich sagt und gleichzeitig versucht. Im Herbst 1987. daß mir sowieso niemand helfen kann. nachdem ich zwölf verschiedene Therapeuten aufgesucht habe. oder ihnen nach einer . denn alles in der Therapie «geschieht in der Beziehung» zwischen dem Patienten und dem Therapeuten. eine Psychotherapie entsprechend des Freudschen Modells «leere Leinwand» zu praktizieren. Das Wright Institute bot ein traditionelles. mir scheint. «in der Übertragung zu arbeiten» und «unsere Aufmerksamkeit auf die Gegenübertragung zu richten». «Tja.habe das Gefühl. «Vielleicht habe ich in ein paar Monaten einen freien Platz.» «Was für ein schreckliches Gefühl». analytische Interventionen aufzuzeigen. erwiderte sie. wie ihm nicht unser Alter zu sagen oder wie wir uns fühlten. Meine Ausbildung zielte darauf ab. was alles mögliche einzuschließen schien. daß nach all den Jahren der Therapie. jemals «den Patienten zufriedenzustellen». theoretische Ausrichtung. Alle folgenden Therapieerfahrungen machte ich während meines Abschlußexamens. befand ich mich bereits im zweiten Jahr meines Promotionsprogrammes in Psychologie. nach meinem Jahr an der JFK-Uni.»Nachdem ich die Therapie bei Sam beendet hatte.

warum man einer Person eine Menge Geld bezahlen sollte. und es war schwer zu verstehen. mit denen ich über das Wright Institute in Kontakt kam. ein Abwehrmechanismus. Genauso bedeuteten negative Gefühle gegenüber dem Therapeuten eine Übertragung und müssen daher ebenfalls aufgearbeitet werden. obwohl ich das meinen Doktorvätern gegenüber selbstverständlich nie erwähnte. denn dessen Bild von sich selbst war in vielen Fällen nachher schlechter als vor Beginn der Therapie. die irgendwelche Handlungen versteckte. anstatt sie selber zu erleben. die sich weigert. Ich konnte einfach die natürlichen. auch nur die einfachsten Fragen zu beantworten. durch den der Patient unterdrückte Gefühle auf den Therapeuten projiziert und sie ihn fühlen läßt. Ich jedenfalls übernahm Patienten gegenüber. unterschwelligen Problems hinstellt. niemals diese Einstellung. bedeutet. Die analytische Einstellung fühlte sich an wie eine Zwangsjacke. Mir war es immer unbegreiflich. indem sie alles. Die traditionelle Psychotherapie scheint auf der ursprünglichen Angst vor .besonders schweren Sitzung lediglich die Hand zu schütteln. wie das für den Patienten hilfreich sein konnte. Die analytische Einstellung geht davon aus. die einem so wenig sagt. selbst beim Abschluß einer Therapie nach vielen Jahren. dann wird das entweder als Gegenübertragung oder projizierende Identifikation bezeichnet. daß positive Gefühle des Patienten dem Therapeuten gegenüber eine Übertragung bedeuten und diese aufgearbeitet werden müssen. Entwickelt der Therapeut dem Patienten gegenüber Gefühle. als Zeichen eines tieferen. was man tut. daß Sie zwei Minuten zu spät zur Therapie erscheinen. negative Motive unterstellt (« Die Tatsache. menschlichen Gesten meiner Klienten nicht zurückweisen oder diese Gesten auf sie selbst zurückwerfen oder gar ihre Fragen mit Schweigen beantworten. daß Sie sich der Behandlung widersetzen») und die seine Erfahrungen pathologisiert.

der Sympathie oder gar eines menschlichen Verständnisses. Ähnlich erschreckend war es zu erleben. Selten vernahm ich ein Wort des Mitgefühls. wie analytisch orientierte Psychotherapeuten untereinander über ihre Patienten sprachen. Offensichtlich war es völlig ausgeschlossen. die besagte. was hier vor sich ging. «Sie können sich gar nicht vorstellen. daß ich eine Karriere als Psychologin einschla- .» Gegen Ende meiner Ausbildung wurde mir klar. daß der Bereich der Psychologie nicht die geringste Ahnung davon hatte. denn es war offensichtlich das Naheliegendste. was mein Borderline Patient gestern gemacht hat. daß ich an der falschen Stelle suchte. Selbstverständlich erzeugte die Angst weiterhin ihre eigene Logik. daß die Erfahrung einer individuellen Identität wiederkehren würde. die vom Verstand produziert wurden. und es wurde auf erschreckende Weise deutlich. was es zu tun gab. alle Manifestierungen des Bewußtseins.dem Mysterium zu beruhen. der um zehn Uhr kommt. Statt dessen bekam jeder Patient ein ihrer Diagnose entsprechendes Etikett. Auch wenn mir sehr bewußt ist. und diese Angst scheint dahin zu tendieren. was man . um die Erfahrung. zu reduzieren. die nicht die kulturelle Norm erfüllen. anzuhalten oder zu verändern. war nämlich diese Erfahrung etwas. Ich agierte niemals auf der Basis von Gründen. Der Begriff «Heilung» beinhaltet. war dies das Modell. daß nicht alle Therapeuten auf diese Weise arbeiten. Trotzdem beendete ich mein Doktorat und erhielt meine Zulassung als Psychologin. von dem ich geheilt werden mußte. Um es in der Sprache der Psychologie auszudrücken. treibt mich zum Wahnsinn. an dem sich meine Ausbildung orientierte. ohne ein Selbst zu sein.oder noch wichtiger der Therapeut — nicht als angemessen akzeptieren kann. Ich hätte nicht erklären können. etwas zu eliminieren. warum ich es tat. zu verstehen. zu interpretieren oder zu pathologisieren.» Oder: «Der Zwanghafte.

Zu wissen. die «etwas aus sich gemacht hatte». daß ich die einzige in der Familie war. paßt nicht in uner kulturelles Bild. Der Verstand hattesich anscheinend mit Erfolg darum bemüht. Leere ist in dieser Welt kein akzeptierbares Ziel. Etliche Jahre später brachte mich mein Bruder immer noch zum Lachen. wenn er erklärte.gen sollte. daß man niemand ist. jemand zu sein. . mich als eine Person wiealle anderen auch erscheinen zu lassen. denn schließlich hatte ich die Rolle zu übernehmen.

deren Intellekt durch strenge akademische Ausbildung weiterentwickelt worden war. die Möglichkeit zu erwägen. er selbst ein Nichts. Das Fazit davon war: •Jiemand war bereit zuzugeben. während die Angst an mir nagte. Das nicht vorhanden ist Und das Nichts. daß die Realität auf unterschiedlichste Weise erfahren werden konnte. wie ich sie ihnen beschrieben hatte. von den Mauern ihrer Vorstellungen über die Interpretationen des Lebens umgeben und unfähig. daß er keine Ahnung hatte. Sie hatten versucht. WALLACH STEVEN Ein Jahrzehnt war vergangen. die Leere schwankte für keinen Moment. hatten ihr Bestes gegeben. auch wenn sie die besten Absichten hatten. diese gebildeten Seelen. waren. erklärende Worte für etwas zu finden.Die Leere als die Weite erkennen Für den Hörenden. Diese «Lehrer des postmodernen Zeitalters». . ein Jahrzehnt der Suche nach dem Verständnis. Ich hatte diejenigen aufgesucht. zu vermitteln. Psychotherapeuten genannt. seit sich der persönliche Bezugspunkt aufgelöst hatte. Alle Therapeuten. die als die Weisen in unserer Kultur galten. der im Schnee horcht Und. um mir ein Verstehen meiner Erfahrung. das vorhanden ist. das sie selbst nicht verstanden. Egal wieviel Angst auch hochkam. Erblickt das Nichts. mit denen ich gesprochen hatte.

Im Frühjahr 1992. daß meine Erfahrung nicht nur als etwas Positives erachtet wurde. Emotionen.» Ich stellte fest. Allerdings schwebten diese Funktionen nun in einer Weite umher. Diskussion und Untersuchung der Erfahrung gewidmet. sondern daß sie als das Ziel eines jeden galt. Man machte noch immer die gleichen Erfahrungen. einen bestimmten Aspekt meiner Erfahrung zu verstehen: Obwohl die persönliche Identität abgefallen war. als ich den Buddhismus entdeckte. das ein wenig Licht auf meine Erfahrung werfen konnte. ein Jahr nach meinem Hochschulabschluß. wenn man das Nicht-Selbst beschreibt. daß etwas. In gleicher Weise erschienen auch alle angemessenen Reaktionen. Es war verblüffend. die sich auf niemanden bezog. die aus sich selbst heraus aufstiegen und in sich selbst wieder absanken. Alles erschien und verging auf der großen Leinwand des Unendlichen . der sich auf den buddhistischen Weg machte. was ich finden konnte.Interaktionen. aufhört zu existieren. begann ich nach einer spirituellen Perspektive für die Leere des persönlichen Selbst Ausschau zu halten. blieben alle persönlichen Funktionen auch weiterhin völlig intakt. Gespräche. . Ich las alles. Seiten über Seiten hatte man der Beschreibung. Vielmehr hat ein solches <Selbst) niemals existiert. Bücher zu verschlingen und endlos Buchläden zu durchforsten auf der Suche nach etwas. Diese Mühen brachten eine reiche Ernte. daß man in buddhistischen Kreisen weder Verwirrung noch Entsetzen auslöste. doch es gab kein «Ich» mehr. was in der Vergangenheit existierte. mit der ich seit zehn Jahren gelebt hatte. Mein Eindruck war eher. daß ich niemals zuvor etwas von diesem Material entdeckt hatte. Ganze Bände waren über Anatttt (NichtSelbst) und Shunyata. Ganz besonders half mir der Buddhismus. Ganz besonders war ich von der folgenden Passage vom Dalai Lama beeindruckt: «Selbst-losigkeit (Nicht-Selbst) hat nichts damit zu tun. dem sie geschahen. Ich fing an. (Leere) verfaßt worden.

Diese Funktionen erfüllen die Aufgabe. was bemuttert. die als Skandhas oder «Anhäufungen» bezeichnet werden. vielmehr erschaffen ihre Interaktionen eher die Illusion davon.eine gleichzeitige Präsenz von Funktion und Nicht-Funktion. ist die Funktion des Sprechens. Ohne ein individuelles Selbst. Die . die mit dem Gefühl eines Selbst assoziiert werden. wenn die Auslöschung geschieht und doch noch etwas übrig bleibt? Die Buddhisten sagen. Die buddhistischen Texte erklären das folgendermaßen: Im Zustand der Selbst-losigkeit verbleiben nur leere Funktionen (entleert von aller individuellen Persönlichkeit). und doch funktionierte alles völlig unbeeinträchtigt weiter . Die schlimmste Angst. Wahrnehmungen. in der Welt zu leben. können laut den buddhistischen Texten als diese fünf Skandhas analysiert werden. und sind völlig frei von einem individuellen Selbst. Was dann spricht. was fühlt. Existenz und NichtExistenz. daß hinter den Handlungen und dem Sprechen nicht mehr irgendeine persönliche Absicht stand. welches die Handlungen und das Sprechen lenkte. ist die Angst. ist die Funktion des Bemutterns. eröffnete dies Konzept der Hilfe eine völlig neue Dimension. Alle Erfahrungen. Weder innerhalb dieser Funktionen noch über sie hinausgehend gibt es ein fortdauerndes Selbst. ausgelöscht zu werden. ist die Funktion des Fühlens usw.Handlungen jeglicher Art. ist die Funktion des Denkens. mentale Formationen und Bewußtsein. die es für den Menschen gibt. daß wir dann die Wahrheit gefunden haben. sie geschahen nun entsprechend den Bedürfnissen und Anforderungen der augenblicklichen Situation. Diese fünf «Anhäufungen» bilden in keiner Weise ein Selbst. Es gab keine persönlichen Funktionen mehr. Die fünf Skandhas werden allgemein als Form bezeichnet: Gefühle und Sinneseindrücke. Was passiert also. was denkt. Es wurde nunmehr deutlich.

Hinweise. dann deutet dieses System an. Doch warum hatte niemals jemand erwähnt. um sie in Frage zu stellen. Vielleicht war es ungewöhnlich. Wie könnte es anders sein? Und warum hatte niemand darüber gesprochen? Eine genauere Untersuchung der Sprache und der Annahmen der neuzeitlichen Spiritualität bieten einige mögliche Antworten auf diese Fragen. doch die Wahrheit über sie (daß sie leer sind) kommt zum Vorschein. Die Menschen haben immer nach Dingen Ausschau gehalten.Skandhas bleiben übrig. Es schien jedoch höchst unwahrscheinlich. die . unangezweifelte Ansichten in spirituellen Kreisen darüber. Vielleicht hatten andere einen sanfteren Übergang in die Leere erlebt und daher nicht die gleichen extremen Ängste wie ich erfahren. die die Übergangsperiode oder die Anpassung beschrieben. was eine wahre spirituelle Erfahrung ausmacht — Ansichten. daß die Erfahrung auf solch dramatische und abrupte Weise geschah. Es gibt weitverbreitete. an denen sie sich orientieren können. Glückseligkeit. wenn das Selbst-Bewußtsein sich plötzlich auflöst. Stellt man ihre Gültigkeit in Frage. wie bizarr und beängstigend dieser «Schritt in die Wahrheit» sein kann? Ich hatte immer noch keine Niederschriften gefunden. daß man nicht die wirkliche Erfahrung erlebt und somit keine Basis hat. Zusammen mit grenzenloser Liebe. Genau das war meine direkte Erfahrung. Freude und Ekstase wird die Angstlosigkeit als das unumstrittene Merkmal eines erleuchteten Lebens betrachtet. Angstlosigkeit wird als ein Zeichen wahren spirituellen Erwachens bezeichnet. weil sie ein geschlossenes System darstellen. daß eine wirkliche Begegnung mit der Leere nicht zumindest einen Anflug von Angst mit sich bringen würde. die hauptsächlich deshalb unbestritten sind. Die Realität des Unendlichen muß zwangsläufig für die dürftige Illusion von einem begrenzten Selbst sehr beängstigend sein.

die Richtung angeben und ihnen anzeigen, wenn sie ihr Ziel erreicht haben. Die

Interpretationen spiritueller Erfahrungen haben sich immer an diesem Bedürfnis nach Wegweisern orientiert und sie bestimmt und dadurch ihre Gültigkeit verloren. Wir sind völlig davon überzeugt, daß das Vorhandensein bestimmter Gedanken, Gefühle oder Verhaltensweisen die einzige Möglichkeit bietet, um ohne Zweifel feststellen zu können, ob jemand erleuchtet ist oder nicht. Die Checkliste der Merkmale einer Erleuchtung ist recht lang und sehr komplex. Ist dies wirklich Liebe?, so fragen wir uns in der Präsenz eines angeblich Erleuchteten. Ist es wirklich Glückseligkeit? Tauchen bei ihnen immer noch Gedanken auf?, wollen wir wissen. Denn wir haben davon gehört, daß ein Verstand, der frei von Gedanken ist, gewiß ein Zeichen von spirituellem Fortschritt ist. Und was ist das? Ist da etwa immer noch Angst? Das Vorhandensein von Angst beweist, daß man keine wirkliche spirituelle Erfahrung gemacht hat. In Wirklichkeit bedeutet das Vorhandensein von Angst lediglich, daß Angst vorhanden ist und nichts weiter. In dieser Zeit rief mich ein alter Freund aus meiner TM-Zeit an, und ich sprach mit ihm über meine Erfahrung. Er erinnerte mich an etwas, das Maharishi Mahesh Yogi vor langer Zeit einmal gesagt hatte. Offenbar hatte der Maharishi sehr deutlich gemacht, daß das Kosmische Bewußtsein (die erste Stufe des Erwachens) eine schreckliche Erfahrung sei und daß die Präsenz des Gurus unabdingbar sei, um der Person dabei zu helfen, die Phase des Beobachter-Gewahrseins möglichst schnell zu durchlaufen. Ohne einen Guru, hatte der Maharishi behauptet, könnte die Person sich für immer in Verwirrung und Angst verlieren. Der Guru vermittele niemandem die eigentliche Erfahrung der Erleuchtung, sagte er, sondern bestätige eine solche Erfahrung mit den Worten: «Jawohl, das ist es!»

Mein Freund erinnerte mich auch daran, daß der Maharishi ias gleiche über das Gottes-Bewußtsein gesagt hatte - nicht, daß es eine solche beunruhigende Erfahrung sei wie das Kosmische Bewußtsein, daß jedoch der Guru nötig sei, um den Zustand als solchen zu bestätigen, so daß sich die nächste Phase des Bewußtseins offenbaren konnte. Eines der Bücher, das ich bei meinem Studium der spirituellen Literatur entdeckt hatte, war eine Zusammenstellung von Interviews mit verschiedenen zeitgenössischen spirituellen Lehrern mit dem Titel: Timeless Vision, Healing Voices. (Zeitlose Visionen, Heilende Stimmen, Anm. d. Übers.) Das Buch war von Stephan Bodian verfaßt worden, einem Therapeuten in Marin County, der auch ein sehr bekanntes spirituelles Magazin herausgab. Besonders eines der Interviews mit einem Lehrer namens Jean Klein schien meine Erfahrung präzise zu beschreiben, und ich verabredete mich mit Stephan zu einem Gespräch, wenn auch nicht ohne eine gewisse Beklommenheit nach all den Erfahrungen, die ich mit Therapeuten bislang gemacht hatte. Stephan hatte eine gelassene, ruhige Präsenz, und ich fand es verblüffend einfach, mit ihm zu reden. Ich beschrieb die Erfahrung der Leere, so gut ich konnte, und erwähnte auch die extremen Ängste und Sorgen. Er stellte mir einige klärende Fragen und sagte dann etwas, was ich niemals von einem Psychotherapeuten erwartet hätte: «Du hast offenbar ein tiefgehendes spirituelles Erwachen erfahren. Dies scheint der Zustand von Freiheit zu sein, der von allen spirituellen Traditionen, besonders von der Advaita-Lehre (nichtdualistisch), beschrieben wird. Das ist phantastisch !» Auf meine Frage, warum ich denn so schreckliche Ängste erlebte, antwortete er, daß er es auch nicht wüßte, doch er empfahl mir, seinen Lehrer Jean Klein aufzusuchen, der in der kommenden Woche in Berkeley erwartet wurde, um einige

Vorträge zu halten. Er erklärte mir, daß Jean in der Tradition von Ramana Ma-

harshi und anderer großer Advaita-Meister lehrte, wonach das individuelle Selbst lediglich eine Konstruktion des Verstandes, das wahre Selbst jedoch ein unpersönliches, alleseinschließendes Gewahrsein ist. Zehn Tage später saß ich mit ungefähr sechzig weiteren Leuten in einem Gemeindehaus in Nord-Berkeley, um Jean Klein zu treffen. Er betrat den Saal durch einen Seiteneingang und ging langsam auf seinen Stuhl im vorderen Teil des Raumes zu. Er war ein älterer, zerbrechlich wirkender, schlanker Mann mit einem gütigen Gesicht und strahlenden Augen. Er setzte sich, schloß seine Augen, und alle verfielen in eine schweigende Meditation. Er verharrte mindestens fünfzehn Minuten in dieser Stille, dann öffnete er langsam seine Augen und begann zu sprechen. Er sprach mit einem starken Akzent, und alle im Raum lehnten sich leicht nach vorne, um jedes seiner Worte aufzufangen. Er sprach kurz über die Freiheit im Gewahrsein und machte seinen Studenten einige Vorschläge hinsichtlich einer Wahrnehmung ohne Projektionen. Dann bat er seine Zuhörer um Fragen. Ich stand auf und fragte, ob er mir seine Ansicht zu einer Erfahrung geben könnte, die ich seit zehn Jahren erlebte. «Vor zehn Jahren löste sich mein Gefühl, ein individuelles Selbst zu haben, völlig unvermittelt auf; es endete, wurde einfach abgeschaltet. Seitdem hatte ich nie mehr das Gefühl, daß es ein <Ich> gibt. Ob ich Auto fahre, jetzt diese Worte spreche oder auf der Straße gehe, niemals gibt es die Erfahrung von einer Person, die all diese Dinge tut. Es gibt keine Person mehr.» «Willst du damit sagen, daß es keine Erfahrung von einem <Ich> gibt?» fragte Jean. «Völlig richtig», antwortete ich, «es gibt kein <Ich>. Es hat mal eines gegeben, aber es existiert nicht mehr.»

wie treffend seine Worte waren. die Nachricht aussendete. Immer wieder «schauen wir nach innen». «Räume den Teil aus dem Weg. und deutete mir an. der immer wieder zurückschaute. Er hörte mir aufmerksam und mit einem sanften Lächeln zu und nickte ab und zu mit seinem Kopf. was wir denken und fühlen. warum ist dabei soviel Angst und keine Freude?» «Du mußt den Teil des Vetstandes zum Stillstand btingen. nur noch Leere. während ich .» «Aber Jean. daß es kein «innen» mehr gab. erwiderte er. und die Freude wird kommen. und dann. um uns selbst zu studieren und den Zustand unseres Verstandes und unseres Herzens zu ermitteln. und ich bin ihm auf ewig dafür dankbar. sich auf die Tatsache einzustellen. Er begrüßte mich. Es war ein Reflex. den wir allgemein als notwendig erachten. und wir trafen uns im Garten seines Hauses. «Ausgezeichnet. Was Jean mir an dem Abend vermittelte. der sich über die Jahre eines Lebens in der Illusion von einer Individualität entwickelt hatte. «in » das man schauen konnte. Dann bat er mich. ihm die vollständige Geschichte von der Veränderung des Bewußtseins zu erzählen. unfähig. ihn in der darauffolgenden Woche privat zu treffen. Nach der Gesprächsrunde ließ mir Jean durch einen seiner Studenten eine Einladung zukommen. als ich auf ihn zutrat. Es gibt also einen Teil im Verstand. den man vielleicht als die selbstreflektierende oder selbstbeobachtende Funktion bezeichnen kann. war äußerst wichtig. neben ihm Platz zu nehmen. wenn er nichts als Leere fand.» Niemand sonst im Raum konnte auch nur andeutungsweise erfassen. Ich fuhr nach Marin County. ein Reflex. war der selbstreflektierende Reflex aus den Angeln gehoben worden. um uns selbst zu erkennen. Seitdem es nun kein «innen » mehr gab. antwortete Jean. der ununterbrochen versucht. Er wendete sich immer wieder nach innen. daß etwas nicht stimmte. zu dieser vergangenen Erfahrung zurückzukehren». um festzustellen. obwohl er weiterhin nicht lockerließ.«Das ist phantastisch».

berichtete. Zum Schluß machte er noch .

Wir saßen noch weitere fünfzehn Minuten schweigend beieinander. Jeder von ihnen machte auf eine eigene Weise klar. interessante Briefe voller Lob und Begeisterung. die ich las. wie glücklich er sei zu wissen. ich wäre wahnsinnig. daß die Erfahrung bedeutete. Von allen erhielt ich wunderschöne. schrieb . wie rein und frisch meine Wahrnehmung wäre und der Unmittelbarkeit dessen entspränge. ein wirkliches Erwachen bedeutet . was ich erlebe. Jeder einzelne Brief bestätigte die Erfahrung als die Realisierung der wahren Natur der gesamten Schöpfung. Nach dem Treffen mit Jean begann ich andere spirituelle Lehrer zu kontaktieren. daß mein Erlebnis etwas Wunderbares sei. Wie konnte das nur sein? Ich korrespondierte und traf mich mit mehreren Lehrern und bat sie um ihre Antwort auf die eine zentrale Frage: «Wenn das.wo bleibt dann die Freude. obwohl die Erfahrung selbst immer noch keine Freude erzeugte. worüber er offensichtlich froh war. und warum kommt immer noch soviel igst hoch?» Christopher Titmuss. Bezug nehmend auf meine igst. die in ihren Büchern oder Artikeln die Leere des persönlichen Selbst beschrieben hatten. Unser Gespräch dauerte ungefähr 45 Minuten. sagte zu mir. Die Angst blieb auch weiterhin.einige Bemerkungen darüber. was ist. ein englischer Lehrer für buddhistische /ipassana-Meditation. wie wichtig es sei. daß meine Gesundheit ausgezeichnet sei. die Sub-stanzlosigkeit des «Ich» zu erkennen. Er schüttelte mir die Hand und sagte. brachte mir eine unglaubliche Erleichterung. Ich sagte ihm. Ich schrieb einige der bekanntesten buddhistischen und hinduistischen Lehrer an. beschrieb ihnen detailliert meine Erfahrung und bat sie um ihren Kommentar. daß ich im «Wissen» lebte. dann erkundigte er sich nach meiner Gesundheit. Jeder der Briefe. bevor ich mich zum Gehen erhob.

so- . der meiner Meinung nach «deine Erfahrungen versteht. denn diese Abwesenheit überläßt der < Ich. «Was du brauchst. soziale und globale Konsequenzen. dann antworte ich normalerweise: < Komm nach einem Jahr und einem Tag wieder zurück und laß uns dann sehen.er mir: «Im spirituellen Sprachgebrauch bedeutet Wahnsinn die Abwesenheit solcher Erfahrungen. und der den Wert und die Freude der Erkenntnis der Leere des <Ich> zu schätzen weiß. «Du hast bislang keine Anhaltspunkte für ein solches Geschehen. wie du sie erlebst. die die Angst erzeugten. Ich spürte die tiefe Integrität. «Ich würde sagen. «Die Bestätigung wird die Angst abklingen lassen. Wie kann das <Ich> das < Nicht-Ich > verstehen?» Er empfahl mir. trafen wir uns zu weiteren Diskussionen. Ich. sagte er. daß eine stille Akzeptanz der Erfahrung unweigerlich zu einer Beruhigung der Gedanken und Gefühle.» Während Christopher im Sommer in Nordkalifornien ein Seminar gab. daß er die Leere verwirklicht hat. und dadurch wird sich die unendliche Fülle der Erfahrung eröffnen und auch eine Vertiefung der Einsicht. Ich >-Kultur die absolute Autorität. führen würde. jemanden in meiner Nähe aufzusuchen. Er erklärte mir. ist Bestätigung». wo du stehst. das ist es. «Wie könntest du auch?» schrieb er.) Wenn er dann immer noch das gleiche zu mir sagt und sein Leben zutiefst davon beeinflußt worden ist.»> « Sind zwölf Jahre genug?» fragte ich. daß der Grund für die Abwesenheit jeglicher Freude oder tiefster Wertschätzung der Erfahrung darin zu suchen sei. die aus seinen Worten sprach.» Er fuhr fort: «Wenn jemand zu mir kommt und berichtet.» Des weiteren sagte er. solche Erfahrungen selbst erlebt hat. dann sage ich: <Jawohl. daß ich sie nicht wirklich verstehe. Der Wahnsinn dieser Überzeugung in unserer Kultur hat persönliche. du bist völlig ausreichend qualifiziert .

bemerkte ich. Er lächelte und fixierte mich dann mit seinem direkten. intensiven Blick. warum ich absolut keine Freude an dieser Erfahrung finden konnte. das Ausmaß der Erfahrung. um letztendlich zu akzeptieren. war völlig auf mich selbst gestellt. Ich erzählte ihm meine Geschichte und bat ihn um seine Meinung darüber. « Die Erfahrung der Leere des Selbst ist in sich selbst Glückseligkeit. hölzernen Gebäude. welches nicht weit nördlich der Golden Gate Bridge an der Küste lag. um annehmen zu können.» Er erklärte weiter. Diese Akzeptanz ebnete dem Verstand den Weg. was er damit anfangen sollte. hölzerne Bank. und wir lachten beide aus vollem Herzen. Was mir offenbar während der zwölf Jahre langen Reise gefehlt hatte. Es dauerte fast elf Jahre. Für mich ist ganz eindeutig. daß du genau in diesem Moment völlig in der Glückseligkeit bist. daß eine unfaßbare Erfahrung nichts weiter ist als eine unfaßbare Erfahrung. Ich folgte ihm auf dem steilen Steinpfad den Berg hinauf. das als Büro und Buchladen der Zen-Gemeinde diente.gar überqualifiziert». «Laß uns in mein Büro gehen. doch es ist nicht die gleiche wie die relative Glückseligkeit. Der Verstand wußte einfach nicht. «Ein schönes Büro». vorbei an dem kleinen.sie ist lediglich unfaßbar. Wir setzten uns auf eine niedrige. erwiderte er. auf der riesige Eukalyptusbäume standen und bunte Blumenbeete eingestreut waren. die vom Licht der Herbstsonne überflutet war. sagte Reb Anderson. Sie ist weder falsch noch verrückt . wir können dort weiterreden». zu erfassen. der Abt des Green Gulch Zen Centers. daß der relative Mechanismus der Skandhas . Wir traten hinaus auf eine große Wiese. ohne ein persönliches Selbst zu sein. Zwölf Jahre lang hatte ich keine Bestätigung bekommen. daß der Verstand ganz einfach nur unfähig war. war ohne Frage eine stille Akzeptanz. und er suchte ständig nach einem Sinn und einem Verständnis der Ereignisse.

Vipassana-Lehrer und Mitbegründer des Spirit Rock Meditation Center im Marin County. ein spirituell ausgerichteter Psychologe. daß die Glückseligkeit. sehr schwer als solche zu erkennen sei. und es ist sehr bezeichnend.. die völlig erwacht ist. Ich hatte . «ist der Ort des Nicht-Selbst. H. um eine Person zu beschreiben. Das zeugt von enormer Kraft. daß viele Leute es nicht verstehen können.» Ram Dass äußerte: « Du hast das Ganze außerordentlich gut gemeistert und warst fähig.nicht die Glückseligkeit der Leere wahrnehmen könne und es somit durchaus verständlich sei. Rebs Beschreibung lockerte eine gewisse Verhärtung in der Interpretation des Verstandes über dieses Ereignis. Im Osten benutzt man das Wort Akinchina. ein Leben mit Familie und Beruf aufzubauen und durchzuhalten. vor dem man Angst haben müßte . daß wir «das Nicht-Selbst mit dem Maharaji teilen» und daß es einen großen Wunsch für die Tibeter gibt. antwortete folgendermaßen auf meinen Brief: «Ich erkenne deine Erfahrung als etwas Wahres.» Hameed Ali (A. Der weise Verstand». Almaas). um mir Bestätigung und Begleitung auf dem Weg zu bieten. Übersetzt bedeutet das: Jemand. als ein spirituelles Erwachen.. die auftrat. der nichts hat. sowie Ram Dass. Es ist auf keinen Fall etwas Pathologisches. Sie erinnerten mich daran. den man zur Ehre des Gurus ausspricht: «Möge dein weiser Verstand und der meinige untrennbar bleiben. sich nichts wünscht. daß es Jahre dauert. Jack Kornfield. Beide gaben ihr Bestes. ein sehr bekannter Autor. Während eines Telefongesprächs sagte Jack zu mir: «Dies ist eine wunderbare Erfahrung. Da ist absolut nichts.» Er fügte hinzu. bis man sich an eine solch tiefgehende Veränderung im Bewußtsein gewöhnt hat und sie integrieren kann. Redner und Schüler von Neem Karoli Baba schickten mir ebenfalls hilfreiche und ermutigende Worte. sagte Ram Dass. keine Bestätigung braucht und zu nichts wird.

daß absolut kein Raum mehr für irgendwelche Zweifel bezüglich meiner Erlebnisse blieb. Das ist seine Erfahrung.» Doch die klarste Bestätigung meiner Erfahrung erhielt ich von einem spirituellen Lehrer. ist ebenfalls real und entspricht dem Prozeß des Erwachens. daß ich meinen spirituellen Lehrer gefunden hatte. von denen du berichtest. Wie können Sie dann behaupten. der nicht mehr am Leben ist. Die Angst und der Terror. Als mir Ramana Maharshi in den Dialogen mit seinen Schülern «begegnete». doch wenn Sie es öffnen. Die Art und Weise. Du scheinst auch ohne die Führung eines Lehrers sehr gut damit zurechtgekommen zu sein. haben ebenfalls dazu beigetragen. finden Sie niemanden darin. Ich glaube. daß deine Erfahrung Stufen und Entwicklungen durchläuft. niemals etwas zu tun? RAMANA Das Radio singt und spricht. an denen du teilgenommen hast. Die Tatsache. wußte ich. was ich in meiner Arbeit lehre. und es erfordert ein tiefes Verständnis. FRAGE Ich sehe. unterscheidet sich von meinem Prozeß des Erwachens und davon. um das zu durchschauen und darüber hinauszugehen.ähnliche Erwachenserfahrungen als Teil eines fortlaufenden Prozesses. Ohne diese Überzeugung kann es weder ein Handeln noch einen Handelnden geben. RAMANA Nach der Transzendierung von Dehatma Buddhi (die Überzeugung: Ich-bin-der-Körper) wird man zum Jnani. und die Meditationskurse. sind unter den gegebenen Umständen völlig normal. Somit führt der Jnani keine Handlungen aus. Er beschrieb meine Erfahrung auf solch direkte und einfache Weise. daß dich deine Kindheitserlebnisse darauf vorbereitet haben. und daher ist mir deine Beschreibung vertraut. Ganz ähnlich ist meine Existenz . wie er vielen anderen Individuen widerfahren ist. wie Sie Dinge tun. wie es bei dir geschehen ist.

daß er nicht der Körper ist. auch wenn der Töpfer aufgehört hat. Er weiß. der die Handlungen vollbringt. Es ist sehr schwer zu verstehen. daß er nichts tut. FRAGE Es fällt mir schwer.. das zu verstehen. daß bei der Verwirklichung der Schock so groß ist. nachdem wir den Strom abgestellt haben.. Genauso dreht sich der Ventilator für einige Zeit weiter. sie anzutreiben. welches den Körper erschaffen hat. ... Das vorbestimmte Karma. daß der Jnani und der Körper eine Einheit sind und nicht anders können. für die er bestimmt ist. um die Arbeiten auszuführen. Tatsache ist. wie irgendein Wissen vom Selbst oder vom Zustand der Verwirklichung an andere weitergegeben werden kann . FRAGE Es wird behauptet. wie das möglich ist. der Handelnde zu sein . und der Jnani durchläuft all diese Aktivitäten ohne das Gefühl.wie der Raum: Auch wenn dieser Körper wie das Radio spricht. RAMANA Wenn jemand im Moment der Verwirklichung des Selbst seinen Körper verlassen muß. die glauben.denn er ist nicht der Handelnde. auch wenn sein Körper bestimmte Aktivitäten ausführt. als ihn mit dem Körper zu identifizieren. dann frage ich mich. Irgendeine Kraft wirkt durch seinen Körper und benutzt ihn. doch der Jnani weiß darum und hat keine Zweifel . daß durch den Jnani alle möglichen Aktivitäten ausgeführt werden und sogar sehr gut ausgeführt werden können. Könnten Sie das etwas näher erläutern? R AM AN A Die Töpferscheibe dreht sich weiter. daß der Körper es nicht überlebt. ohne daß er sich in irgendeiner Weise damit identifiziert oder sich gar für den Ausführenden dieser Aktivitäten hält. gibt es im Inneren niemanden. Diese Erklärungen sind nur für Außenstehende. läßt ihn all die Aktivitäten vollziehen.

ob es nötig sei. Das bezeichne ich als die Einheit. auf ihn genauso zu wirken wie auf jeden anderen auch. jeder Geschmack etc. um die SelbstVerwirklichung zu erreichen.» . ist Gleichheit das wahre Merkmal eines Jnani. jedes Geräusch. daß es für den Jnani keine Unterschiede gibt. ist die eine Wahrheit. doch mir scheint. Auf die Frage eines Schülers. das all diesen Erscheinungen inne-wohnt.. Die Sastras besagen. Wenn das zutrifft: Wie kann man sie dann lediglich als Erscheinungen bezeichnen? Sind sie nicht Teil seiner Lebenserfahrungen? l A M AN A Wie ich bereits gesagt habe. müssen sie den zweitbesten Weg einschlagen: Die Verbindung mit dem manifestierten Sät. Doch das Essentielle. die Unterschiede nicht zu erkennen.. Für mich ist Zucker süß und Wermut bitter. sich mit der Weisheit (Sat-Sanga) zu verbinden. damit das Selbst verwirklicht werden könne. doch da sehr wenige dazu fähig sind. antwortete Ramana: «Jawohl. Gleichheit bedeutet nicht. dann erkennen Sie die Unterschiede als etwas sehr Oberflächliches. daß man dem unmanifestierten Sät für zwölf Jahre dienen muß (damit verbunden sein muß). sie sind nicht von Dauer. sie haben keine Substanz.. Der eigentlich Begriff Gleichheit impliziert indes das Vorhandensein von Unterschieden.FRAGE Sie behaupten. das Reale. für ihn scheint das genauso zu sein. (was nötig ist. Tatsächlich scheint jede Form. stieß ich auf eine interessante Passage. daß er sich der Unterschiede stärker bewußt ist als ein normaler Mensch. ist) die Verbindung mit dem un-manifestierten Sät oder der absoluten Existenz . Wenn Sie verwirklicht haben. Während ich mehr und mehr von Ramanas Ausführungen las.. In all den Unterschieden nimmt der Jnani eine Einheit wahr. dem Guru. die ich Gleichheit nenne.

» Gangaji. Er antwortete mir. bevor der Bus ankam und Du einsteigen wolltest.. daß es für nichts einen persönlichen Bezugspunkt gibt und auch nie einen gegeben hat. was ich ihr beschrieben hatte. wie wunderbar unser Gespräch gewesen war und wie das Gewahrsein. « niemand zu sein. Diese Leere gab sich selbst zu erkennen. Ich bin sehr. hat mehrere Bücher über seine Erfahrung. Er machte deutlich. Es mußte für immer bei Dir bleiben . die ich in meinem Brief beschrieben hatte. geschrieben. sehr glücklich darüber. schrieb: «In dem Moment. Wir sprachen mehrere Stunden über die Leere des persönlichen Selbst. der ebenfalls bei Poonjaji studierte. daß Du kein individuelles <Ich> bist.Poonjaji. Du bist die Befreiung (Moksha) der verwirklichten Heiligen geworden. wie aufregend es sei. offenbar begeistert von dem. eine Lehrerin der Schule von Ramana Maharshi und Poonjaji. daß er mich sehr gerne treffen möchte.. Dies ist die vollkommene Freiheit . daß es kein persönliches Selbst gibt. antwortete mir. in das Gewahrsein zu erwachen..das reine Bewußtsein . folgendes: «Ich war von Deinem Brief absolut begeistert! Selbstverständlich müssen wir uns treffen. war da nur die Leere.» Andrew Cohen. in dem Gewahrsein zu leben. um die Erfahrung. doch letztendlich zeigt sich. Die Verwirklichung der innewohnenden Leere .aller Phänomene ist die wirkliche Erfüllung. sich selbst als das Gewahrsein des nicht-lokalisier- . ein sehr bekannter und respektierter Schüler von Ramana Maharshi. daß auch diese Angst das gleiche leere Bewußtsein ist. ein spiritueller Lehrer. in der es weder die Vergangenheit noch die Zukunft gab.. Das ist ein wunderbares Erlebnis. zu diskutieren. Im Angesicht der konditionier-ten Existenz kann anfangs eine Menge Angst aufkommen. Das war das Ergebnis Deiner Verdienste aus vielen vergangenen Leben. daß Du unmittelbar erfahren hast. Ich schrieb ihm noch einmal und teilte ihm mit.

daß unser Zusammentreffen eine derart tiefe Auswirkung auf deinen bereits erwachten Zustand gehabt hat. wie sehr die Leere des «Ich» von einmaliger Unendlichkeit erfüllt war. welches immer die handelnde Kraft hinter allen Dingen gewesen war. daß Du ein tieferes Verständnis von der Erleuchtung hattest als dir selber bewußt war. die ich suchte. Als wir zum ersten Mal miteinander sprachen. war ein sehr kompetenter spiritueller Lehrer. bei dem er mehrere Jahre studiert hatte. Als ich Richard McGuire zum ersten Mal traf. nachdem er sich meine Geschichte angehört hatte. hatte ich das Gefühl. daß ich mich anscheinend noch im Winter meiner Erfahrung befände und daß die Blüte des Frühlings die Freude mit sich bringen würde. Der Dharma. wo er einer Gemeinde von Schülern die Zen-Prak-tiken lehrte und gleichzeitig eine private Praxis für Psychotherapie unterhielt. wenn ein Individuum sich so weit entwickelt hat wie in Deinem Fall (was sehr selten geschieht). denn in den meisten Fällen. Deine Offenheit und Deine Empfänglichkeit sind ein Zeichen wahrer Demut. Richard meinte. wußte ich. Andrew antwortete mir: «Ich bin außerordentlich froh darüber. welche allein alles möglich macht.» Im Sommer 1993 erzählte mir ein Freund von einem Zenlehrer.baren Mysteriums enthüllte. Er lebte ganz in meiner Nähe. wenn nicht gar unmöglich macht. so hieß es. Dieses Gewahrsein sollte sich in den nächsten Monaten noch vertiefen und sehr stark in den Vordergrund rücken. Sein Gleichnis der spirituellen Ent- . die es schwierig.» Nach meinem Gespräch mit Andrew begann ich zu erkennen. Nachfolger eines bekannten westlichen buddhistischen Roshi. sich weiterzuentwickeln. Du bist wahrlich ein seltenes Individuum. dann bezieht es unbewußt in seiner Erfahrung eine Position. daß ich einen verständnisvollen Freund gefunden hatte.

Maharishis Behauptung. daß er noch nie von so einer klassischen Erfahrung -genau wie in den uralten Texten beschrieben — gehört hatte. daß der Frühling kommen würde. Ein Winter. Als er mir erzählte. die auch in der Leere eines persönlichen Selbst vorhanden bleiben. Immer. um festzustellen: « Das ist es!» deutet an. daß der Guru nötig ist. Er erzählte mir Zen-Geschichten und Anekdoten über uralte chinesische Meister und machte mir klar. ist sehr schwer zu ertragen. der zwölf Jahre dauert. Richard versicherte mir. wird in . entstehen sie in einem ewigen. Richards größtes Geschenk an mich war schließlich das Wissen. daß ein Wandel gewiß geschehen würde. wenn einen die Angst mit einer derart vehementen Wucht überfällt. daß ich «mit den gleichen Augen sah» wie die Vorfahren. Richard war in der Lage. bei der die Nadel hängt. und ich dachte. Die scheinbar persönlichen Aspekte. daß ich im Moment lediglich eine Jahreszeit der Leere erlebte und darauf vertrauen könnte. wenn man alleine ist. so sicher wie der Frühling auch nach dem längsten Winter immer wieder kommt. zuverlässigen Kreislauf. mir einen stichhaltigen Kontext einer Tradition zu vermitteln. Sie sind das Werk des Mysteriums und wurden nicht von einem Individuum erschaffen. erstarrt die Erfahrung. antwortete er. wie sehr man. Und er kam tatsächlich. Der Frühling kommt immer. Sie bleiben bei den Funktionsabläufen hängen wie eine Schallplatte. Die Jahreszeiten kommen und gehen entsprechend ihres eigenen uralten Rhythmus. die sich selbst als die Wahrheit ausgibt. werden ständig von der Angst beeinflußt. Wenn sie dabei hängenbleiben. Eine der anderen folgend. mußte ich lachen und sagte: «Mein Gott. die sehr vertraut mit der Leere des individuellen Selbst war. es sei tatsächlich Wahnsinn!» «Auch das ist klassisch». von einer Angst überwältigt werden kann.wicklung in Form von Jahreszeiten war sehr zutreffend und beruhigte mich.

bis man «die Erfahrung nachvollziehen» und sie in einen Zusammenhang setzen kann. ich solle einen Weg finden. warum die Angst immer noch existiere. die eine Periode der Gewöhnung erlaubten.und es hatte sich ein teuflischer Kreislauf entwickelt. das zu verstehen. sendete er die Botschaft aus. um sie loszuwerden.und tatsächlich ist es auch gar nicht nötig. um die . Das Vorhandensein von Angst bedeutet. Ich kam mit der Leere nicht zurecht — Richard nannte das die «Zen-Krankheit» . und er schlug mir vor. Bei seinem Vorschlag. was geschehen war. daß solche Erfahrungen schlecht oder der reine Wahnsinn sind. Bei anderen hatte er ein solches Ereignis mehr in Abschnitten erlebt. mit verschiedenen Praktiken zu beginnen. wie ungewöhnlich es sei. Doch der Verstand tut sich schwer mit unfaßbaren Erfahrungen und tendiert dazu. und die Jahreszeiten können ihrem natürlichen. sie zu pathologisieren.eine Ecke gedrückt. was dann nur noch mehr Angst und noch mehr Isolation erzeugte. der irgendeine dieser Praktiken ausführen könnte. Der Verstand muß zu der Einsicht kommen. Er schloß sich der buddhistischen Sichtweise an. daß er die Erfahrung der Leere nicht verstehen kann . Ich wandte ein. einfachen Zyklus der Entfaltung nicht folgen. Diese Zeit unserer Freundschaft wurde zu einem Wendepunkt. daß es niemanden gab. Da ein solch plötzlicher Wandel im Bewußtsein ungewöhnlich und daher eine einsame Angelegenheit ist. da es keinen lokalisierbaren Handelnden und somit auch keinen Praktizierenden gab. weil er sie ganz einfach nicht verstehen kann. daß der Übergang in die Leere so unvermittelt und so vollständig geschah. hatte ich mich fast völlig isoliert. kann er zu immensen Ängsten führen. Da der Verstand unfähig war. Wiederholt fragte ich Richard. Aus Angst vor dem. Er sagte mir auch noch. daß etwas unvollständig ist. mit diskreten Einblicken.

daß es einen persönlichen Bezugspunkt gäbe. wußte ich augenblicklich. daß etwas nicht in Ordnung war und somit beseitigt werden müßte. der er in Wirklichkeit gar nicht war. Er gab schließlich zu. daß seine Empfehlungen auf der Annahme basierten. daß es einen individuellen Handelnden gäbe. daß es einen persönlichen Handelnden gibt. Ich begann mich ernsthaft zu fragen. die Minuten. Als er zum ersten Mal davon sprach. ging Richard ganz offensichtlich von der Voraussetzung aus. Ich hatte jedoch während der ganzen Zeit unserer Diskussionen darauf bestanden. diesen Eindruck zu erwecken. Tage oder Wochen angedauert hatten. um sich weiterzu-entwickeln. daß dies nicht der Fall sei. Ihn hatten sowohl die psychologischen Theorien beeinflußt als auch die Überzeugung des Zen. Jedenfalls konnte er mir hinsichtlich der Angst nicht weiterhelfen. daß die Angst sich niemals auf irgend jemanden bezog. in jedem Moment zu wissen. Er bestätigte meine Erfahrung aufgrund seiner jahrelangen Studien uralter Texte und seiner eigenen Einblicke in die Leere der gesamten Phänomenalität. Da er mit großer Autorität aus der Sicht des traditionellen Zen-Buddhismus gesprochen hatte. Er schloß des weiteren aus der Anwesenheit der Angst. Anscheinend lebte er nicht in der Erfahrung der Leere der «Ich-heit». daß ich an meinem Charakter zu arbeiten hätte.Angst loszuwerden. und somit schien allein die Vorstellung einer Charakterarbeit absurd. Ebenso schloß er aus der Anwesenheit der Angst. obwohl er versucht hatte. der an seinem Charakter arbeiten kann. der Angst hatte. daß es keinen persönlichen Handelnden gab. . Ich hatte erkannt. denn sein Verstehen der Leere war begrenzt. ob Richard tatsächlich die Erfahrung teilte. hatte er den Eindruck eines Experten erweckt. der diese Aufgabe erfüllen könnte. daß es einen solchen Handelnden gar nicht gibt. daß man «an seinem Charakter arbeiten muß».

bedankte ich mich für seine Begleitung und verabschiedete mich. Als schließlich klarwurde. daß ich kein «Ich» erlebte.Ich erinnerte ihn daran. das eine innere Arbeit erledigen könnte. daß Richard die Erfahrung. . wie ich sie ihm beschrieben hatte. nicht in gleicher Weise teilte. denn es gab gar kein «Innen». an dem man hätte arbeiten können.

daß es nicht nur kein persönliches Selbst gibt.Das Geheimnis der Leere Mitternacht. kein Wind. SHIH t'OU Auch wenn mir die Menschen. . begann ich es als die «unendliche Weite» zu beschreiben. Nachdem sich das Geheimnis der Leere auf diese Weise offenbart hatte. doch das Universum ist mein Selbst.in die Erfahrung. die ich wegen meiner Erfahrungen kontaktiert hatte. sondern auch keine anderen. wurde die Freude wie von einer riesigen Flutwelle plötzlich und unwiderruflich ans Ufer des Gewahrseins angespült. DOGEN Ich existiere nicht. die mein Bewußtsein beherrschte. sehr viel Bestätigung gaben. das leere Boot ist vom Mondlicht überflutet. Mit anderen Worten: Ich war im Begriff. brachte die Winterzeit des Nicht-Selbst immer noch keine Freude. als die eigentliche Substanz aller Schöpfung erkannt wurde. für immer in das Gewahrsein der Einheit überzuwechseln. Ausgehend von der klaren Erfahrung der Leere des Selbst sollte mein Bewußtseinszustand ganz plötzlich in die nächste Jahreszeit überwechseln . wo die Leere. Wie sich herausstellte. so wie die erste Welle des Abfallens des Selbst vor zwölf Jahren. Keine Wellen.

ich kann es nur als «Verdichtung in die Einheit» beschreiben . während am Baum der Leere die Blüten zum Vorschein kamen. als mir plötzlich bewußt wurde. sah ich die Unterschiede. denn ich war bereits überall. was ich sah. Wenn ich mich umschaute. einfach nur in dieser unendlichen Weite zu verweilen.und es war beides. wie in einer zweiten Welle der Wahrnehmung. aus der sie alle geschaffen waren. Auf meiner Fahrt dorthin durch die winterliche Landschaft erschien mir alles viel fließender. Gleichzeitig begann noch etwas anderes zu entstehen. und so meldete ich mich für ein verlängertes Wochenende im Januar in einem buddhistischen Center in den Bergen von Santa Cruz an. als ob die unendliche Weite sich selbst aus sich selbst heraus an jedem Punkt ihrer selbst wahrnahm. Mich überfiel ein starkes Bedürfnis nach einem stillen Meditationsretreat. um dorthin zu gelangen. dann sah ich zuerst. um Freunde zu besuchen. Vögel und der Himmel hatten ihre Unterschiede verloren. als die ich mich erkannt hatte. eine Erfahrung und eine Wahrnehmung. erfolgte nicht durch den physischen Körper. war alles ich selbst. Die Berge. Felsen. Sowohl morgens als auch am Abend verbrachte ich mehrere Stunden damit. wo ich bereits war. Doch die Wahrnehmung der Substanz.Inmitten einer besonders ereignisreichen Woche befand ich mich auf einer Fahrt nach Norden. einfach nur Stille. daß ich durch mich selbst fuhr. Viele Jahre lang hatte es überhaupt kein Selbst gegeben. begann ich intensiv zu meditieren. Es war eher.keine Ekstase. Genaugenommen fuhr ich nirgendwohin. wie sie alle eins waren. Bäume. Die unendliche Leere. hier auf dieser Straße. Während sich dieser Übergang in die unendliche Weite der Leere vollzog. Alles war von einer wunderschönen Stille durchdrungen . keine Glückseligkeit. das sich bis zum heutigen Tag fortgesetzt hat . offenbarte sich nun als die unendliche Substanz all dessen. und dann. und ich fuhr durch mich. doch plötzlich. Seit diesem Tag wurde es meine .

Angst und Erwachen. Alleine mit der unendlichen Weite war ich genau auf diese Einsicht gestoßen. nichts mußte ausgerottet werden. schien alles so lächerlich einfach. und mit . was gar nicht der Fall war. ist der Stoff der Einheit. seine Beschaffenheit. daß kein persönliches Selbst existierte. den Ohren oder der Nase wahrgenommen werden. Alles erscheint völlig simultan . unendliche Substanz kann weder mit den Augen.Form und Leere. Die Angst hatte den Verstand überlistet und davon überzeugt. jawohl. mich durch die «Substanz». die schließlich die Angst bloßlegte und ihren eisernen Griff lockerte. Was man zuerst wahrnimmt. Diese nicht lokalisierbare. daß die Präsenz von Angst die Gültigkeit der Erfahrung des NichtSelbst in irgendeiner Weise beeinflussen würde. Wenn die Substanz der Einheit auf sich selbst trifft. Schmerz und Erleuchtung. Ich erkannte.außer lediglich zu sein. zu bewegen und gleichzeitig aus ihr zu bestehen.das Gemälde. und das war auch schon alles! Die Präsenz der Angst tat der Erfahrung.ununterbrochene Erfahrung. nichts brauchte irgend etwas zu tun . daß ihre Präsenz etwas zu bedeuten hätte. Die Angst war vorhanden. aus sich selbst heraus. die Leinwand und die Hand. Der lähmende Griff der Angst begann sich zu lösen. um das persönliche Selbst als nicht-existent zu erkennen. Die Form ist wie ein Gemälde auf der Leinwand der Einheit. sein Geschmack und seine Substanz. daß Angst vorhanden war.eins sind. Es bedeutete lediglich. nimmt sie sich durch ihre eigenen Sinnesorgane wahr. Nichts mußte sich verändern. in welcher alle . sondern nur von der Substanz selber. die es malt . daß sich der Verstand hartnäckig an die falsche Vorstellung geklammert hatte. Die Angst mußte nicht irgendwohin verschwinden. Wo hätte sie denn auch hingehen können? Sie hatte niemals existiert. nicht den geringsten Abbruch. Hatte man dies einmal erkannt. aus der alles gemacht ist.

Ich glaube. so leer wie die Leere und gleichzeitig so erfüllt. Die Leere wurde als das erkannt. und nun ergoß sie sich in riesigen Flutwellen von leerer Fülle in das gesamte Universum. ist alles. Die Tatsache. schien auf einmal das Normalste auf der Welt zu sein. es anzuhalten. Was übrigbleibt. was schon immer direkt vor meinen Augen existiert hatte. um darauf zu stoßen.einem Schlag kam die Freude auf. was sie ist: die eigentliche Substanz von allem. daß ich aus nichts und zugleich aus allem bestand. was ich nicht selbst bin. die Richard mir erzählt hatte. es war auf sich selbst gestoßen. so nahe wie die Leere. keine anderen. daß seitdem nichts mehr so war wie zuvor. Als ich das Meditationszentrum erreichte. Wie konnte ich das nur so lange übersehen haben? Es war die ganze Zeit direkt vor meinen Augen gewesen. Ich wußte. unfähig. Ich erkannte schließlich. Daß alles in dieser Leere vereint war. Die Erfahrung der Leere hatte ihr Geheimnis preisgegeben. was es gibt. daß es keine Person mehr gab. daß «Ich» nicht mehr existierte. jedoch durch die Angst verschleiert worden war: Es gibt nicht nur kein individuelles Selbst. sie gesehen. Kein Selbst. wenn es kein Selbst mehr gibt. Maharishis Beschreibung der drei Stufen des Erwachens -Kos- . brachte ich mein Gepäck aufs Zimmer und machte einen Spaziergang in den umliegenden Wäldern. doch ich hatte sehr lange gebraucht. Zwölf Jahre lang hatte ich um die Leere gewußt. Mit einem Schlag erinnerte ich mich an all die ZenGeschich-ten. sondern es gibt auch keine anderen. Überflüssig zu erwähnen. daß es nichts gibt. ebnete schließlich vollständig den Weg für die Erkenntnis. geatmet. Schließlich fiel ich auf den Waldboden nieder. so wie alles in der Schöpfung. und ich begann herzhaft zu lachen und gleichzeitig zu weinen. erschöpft von der unglaublichen Vision von allem. Alles besteht aus der gleichen Substanz der unendlichen Weite.

alle anderen Menschen wüßten auch. Als er jedoch über diese Erfahrung mit seinen Freunden sprach. versetzte dieser Bewußtseinszustand den Verstand in Panik. erwog ich die Möglichkeit. Gottes-Bewußtsein und Einheits-Bewußtsein . daß man kein individuelles Selbst ist. in dem man wahrnimmt. Und trotzdem wunderte ich mich immer noch. daß ein Individuum innerhalb seiner Gattung . was der Maharishi mit Gottes-Bewußtsein gemeint hatte. Nichts. Ich hatte auch niemals vom Maharishi eine ähnliche Beschreibung der Erfahrung gehört. in denen das BeobachterBewußtsein im Wachzustand. daß sie niemand sind. beginnt die Geschichte und berichtet weiter. Die ersten Monate meiner Erfahrung. daß alle Schöpfung von der Heiligkeit. welcher Bewußtseinszustand vorherrscht. Der Wahrnehmende nimmt direkt durch das Gewahrsein Gottes wahr. daß Shakespeare in seiner Kindheit glaubte.erschien mit einem Mal höchst zutreffend. und er erkannte. paßte auf diese bestimmte Beschreibung. Erst als ich auf eine Geschichte von Jörge Luis Borges über Shakespeare stieß.misches Bewußtsein. «In ihm gab es niemanden». dann gibt es keinen Zweifel. daß das GottesBewußtsein tatsächlich das Bewußtsein sein könnte. was ich jemals erlebt hatte. was im Buddhismus dagegen so klar beschrieben wird. niemand zu sein. Er hatte es immer als einen Zustand beschrieben. im Traum und im Schlaf andauerten. Wenn als erstes die Substanz aller Schöpfung und die Unterschiede erst an zweiter Stelle wahrgenommen werden. Und weil sich alle vorherigen Arten der Wahrnehmung so abrupt und radikal verändert hatten. vom Göttlichen erfüllt ist. erntete er nur verwunderte Blicke. Der dramatische Wandel zum Einheits-Bewußtsein war ebenfalls eindeutig. waren ganz eindeutig der Zustand des Kosmischen Bewußtseins. « die ihm seinen Fehler deutlich machten.

und von all den Formen in meinen Träumen bist du eine. Der Verstand suchte ihn bei Freunden. daß die Leere ein « seltsames Gebrechen » sei und versuchte daher für den Rest seines Lebens den Anschein zu erwecken. ist ihm das nie gelungen. die. ihn für diese Person zu halten». Aus der Anwesenheit der Angst schloß er. der vergeblich so viele Männer gespielt habe.) Und aus dem Wirbelwind kam Gottes Stimme und sagte: <Auch ich habe kein Selbst. das Gefühl wiederherzustellen. wurde Shakespeare permanent von der Angst dazu verleitet. in intensiven emotionalen Zuständen und sexuellen Beziehungen. Am Ende heißt es dann: «In der Geschichte steht.»» Entsprechend dieser Erzählung. die Leere für etwas Falsches oder Problematisches zu halten. angefeuert von der Angst. möchte nur ein Mann sein: Ich selbst. so wie in deinem Traum deine Werke entstehen. so fährt die Geschichte fort. was auch mein Verstand unternommen hatte. den Anschein zu . jemand zu sein. Für alle anderen schien er ganz gewiß jemand zu sein. mein Shakespeare. sagte er zu Ihm: < Ich. Die zehn Jahre nach dem plötzlichen Erwachen in das Nicht-Selbst verbrachte ich damit. um die Rückkehr eines persönlichen Bezugspunktes in Gang zu bringen. Obwohl er sein ganzes Leben lang versuchte. Als Shakespeare Schauspieler wurde. vor einer Audienz. als er (Shakespeare) vor oder nach seinem Tod vor Gottes Angesicht trat. jemand zu sein. bei dem er «spielen konnte. Diese Erfahrung kenne ich sehr gut. jemand zu sein. genau wie ich. In meinem Traum erschien die Welt. die zugegebenerweise frei erfunden ist. doch all diese Dinge bezogen sich für keinen einzigen Augenblick auf irgend jemanden. alles versuchte. Die Geschichte beschreibt ein Leben in der Winterzeit der Leere. hatte er seinen idealen Beruf gefunden. viele Männer spielt und keinen. die spielte.besser nicht aus der Rolle fällt». in der der Verstand.

daß etwas ganz entschieden falsch läuft. daß das Gottes-Bewußtsein die Erkenntnis ist. .erwecken. Das individuelle Selbst ist nichts weiter als eine Vorstellung davon. so argumentiert er weiter. daß wir ein Selbst haben. ist absurd. Die Angst. Das letzte Kapitel dieser Geschichte verdeutlicht. Eine Vorstellung kann niemals der Handelnde oder der Schöpfer von irgend etwas sein. der treibende Faktor bei diesem Unterfangen. undenkbaren Weite in Berührung kommt. daß das individuelle Selbst überhaupt nicht existiert. Wenn der Verstand mit der unvorstellbaren. denn ansonsten. welches die Dinge kontrolliert oder vermittelt oder der Handelnde hinter unseren Handlungen ist. unfaßbaren. dann erzeugt das eine rasende Angst. niemand zu sein. was sie ist -eine Vorstellung. Vorstellungen sind Vorstellungen . jemand zu sein.und sonst nichts. wäre die rasende Angst nicht vorhanden. wer wir sind. sie kann nur sein. Das ist die Winterzeit der Leere. Die Vorstellung. und er besteht darauf. ist erbarmungslos. Aus der Perspektive des Unendlichen ist es völlig offensichtlich.

und die Unendlichkeit dieser Nicht-Lokalisierbarkeit enthüllt sich selbst immer mehr als unendlich. Gedanken. sogar der Ausdruck »wir beide« machen keinen Sinn.ist sich immer seiner selbst gewahr. die ich bin. An der Bushaltestelle in Paris hatte sich das «Ich» aufgelöst . In diesem Zustand gibt es absolut keinen Bezugspunkt. Niemals kommt ein lokalisierbares «Ich» ins Spiel. träumt oder wach ist. Wenn sich die Seele dort im Gras niederläßt. ist die Welt zu erfüllt. RUMI Dieses Leben wird nun in dem permanenten. um über sie zu sprechen. In jedem einzelnen Augenblick beteiligt sich dieser KörperVerstand-Kreislaufbewußt an dem Sinnesorgan. Dort treffe ich Dich. Diese Nicht-Lokalisierbarkeit der unendlichen Weite ist tatsächlich der Hauptbestandteil der Erfahrung. immer präsenten Gewahrsein der unendlichen Weite. egal ob der Körper schläft. und doch existiert gleichzeitig ein weites Feld von Gefühlen.die Substanz von allem und gleichzeitig der Ozean. Das Unendliche . gelebt. in dem alles erscheint und vergeht . jenseits der Vorstellungen von falsch und richtig. Sprache. durch welches das Unendliche sich selbst wahrnimmt. Handlungen und Reaktionen. Ideen.Ein Leben in der unendlichen Weite Da draußen. gibt es eine Welt.

Die Wahrnehmung von « keinen anderen» ist inzwischen so stark. Gefühlen oder Handlungen wird in keiner Weise interpretiert. sondern auch keine « anderen » gibt. die völlig von persönlich ausgerichteten Intentionen frei ist. aus der es besteht. In den letzten Jahren ist ebenfalls deutlich geworden. Wohin könnte auch schließlich etwas in dieser unendlichen Weite verschwinden? Aber es taucht ein ganzes Spektrum von «selbst-bezo-genen» Gefühlen wie Verlegenheit. daß Gedanken nichts weiter als Gedanken. Zusammen mit dieser Auflösung kam die Erkenntnis. daß das «Ich». was «mein» Leben zu sein schien. haben sie keine Basis mehr. sie werden lediglich als vorhanden registriert. Alles ist von einer Unmittelbarkeit. und diese Substanz. daß etwas verschwinden muß. beziehen sie sich weder auf jemanden. Gehemmtheit. Was für eine außerordentliche Art zu leben! Die unendliche Weite erfordert nicht. einer Direktheit durchdrungen. noch erscheinen sie. auf ein Ich. Neid. Selbstbezogenheit oder Selbstbeobachtung einfach nicht mehr auf. um einem persönlichen Zweck zu dienen oder ein Ziel zu erreichen. daß nichts anderes wahrgenommen wird.und ist nie wieder in irgendeiner Form aufgetaucht. Da das individuelle Selbst. Selbstmitleid. aus sich selbst heraus. Auch wenn diese Erfahrungen weiterhin stattfinden. niemals existiert hat. damit sie die unendliche Weite sein kann. ist sich ununterbrochen ihrer selbst. was und wer wir sind. Schande. Ge- . Körperempfindungen und Handlungen. daß es nicht nur kein «Ich». auf der sie entstehen könnten. Die unendliche Weite nimmt mit absoluter Klarheit wahr. Taten geschehen und Worte werden ausgesprochen. Das gleiche gilt für alle selbstbezogenen Aspekte der Gedanken. Das Leben wird aus der unendlichen Substanz heraus gelebt. auf das sie sich bezogen haben. Die reine Gegenwart von Gedanken. die das ist. welches scheinbar im Hintergrund die Fäden dessen zog. nicht mehr existiert. gewahr. ohne daß dem ein Denken vorausgeht.

niemand zu sein. ist die unendliche Weite. was es ist.fühle nur Gefühle und Handlungen nur Handlungen sind. Es gibt einfach kein Urteil von gut oder schlecht. daß es entfernt wird.alles ist lediglich. bestand eine starke Befürchtung. sagte die Furcht. was erscheint. verschwinden oder sich in etwas anderes transformieren. In diesem Zustand wird auch niemals etwas als ein Problem erachtet. was sie sind — denn was sie sind. Während des ersten Jahrzehnts der Erfahrung. egal wie zahlreich oder intensiv die Dinge erscheinen. das in ihm umherschwimmt. daß es nicht in Ordnung wäre. ob ein bestimmter Gedanke nun richtig oder falsch ist. damit der Ozean der Ozean sein kann. Doch für mich brauchen Umstände. daß nichts mehr davon auftaucht. setzt voraus. wird jemals als Problem betrachtet. Die Beziehung der unendlichen Weite zum Ärger ist ähnlich wie die Beziehung des Ozeans zum Seegras. mit der sie in Kontakt kommt. Die unendliche Weite verändert sich niemals. Nichts. Nichts muß sich verändern. wenn es niemanden gibt. Nehmen wir zum Beispiel die Beziehung zu einem starken Gefühl wie Ärger. die ich als Winterzeit der Leere bezeichne. von richtig oder falsch . auch wenn es nie- . damit das Problem gelöst werden kann. Wie können Beziehungen entstehen. Es gibt kein Abwägen mehr. Erst seit kurzem begegnet sich die unendliche Weite selbst in jeder einzelnen Person. Genauso würde sich die unendliche Weite niemals über die Anwesenheit von Ärger oder irgend etwas anderem beschweren. Etwas als ein Problem zu betrachten. damit die unendliche Weite die unendliche Weite sein kann.und aus dem sie gleichzeitig auch besteht — oder darauf beharren. wer und was alles ist. Erfahrungen und Menschen nichts anderes zu sein als das. Der Ozean würde sich niemals über das Seegras beschweren und darauf bestehen. der eine Beziehung eingeht? Und trotzdem geschahen sie. Die unendliche Weite ist immer. daß sich etwas verändern oder aufhören muß. das in ihr auftaucht .

und die Angst des Verstandes davor. Die Erkenntnis. jemand zu sein. daß die Anwesenheit von Angst und Sorge lediglich bedeutete. schob sich der unbeschreiblich freudvolle Geschmack der unendlichen Weite. die sich selbst erlebt. daß sich die normalen Funktionen . daß er diese unbegreifliche Wahrheit einfach nicht erfassen konnte. Dinge außerhalb seines Fassungsvermögens zu pathologisieren.der Substanz von allem. die mich für diese Person hielt . bei der Arbeit.manden gab.ob nun in Beziehungen. . im Studium oder beim Bezahlen von Rechnungen — trotz seiner Ängste nicht verschlechtert hatten. Die Erinnerung daran. Der Verstand war völlig verblüfft von diesem Mysterium. der eine Beziehung zu einer Person hatte. wie es ist. niemand zu sein. daß sie und alles andere gleichzeitig in der unendlichen Weite vorhanden waren. Die Frühlingszeit der Beziehungen war überwältigend. kein Ich. Mit den Augen der Unendlichkeit zu sehen . machtvoll und für immer in den Vordergrund. auf das sie sich bezogen. blieb. daß alles aus der gleichen Substanz besteht. erzeugte solch unglaubliche Ängste. Als der Verstand schließlich die Grenzen seines Bereiches anerkannte und aufhörte. Erst als schließlich ohne Zweifel klarwurde.und zu erkennen. daß Beziehungen einen aus Angst gebildeten Umriß von jemandem heraufbeschworen. daß Beziehungen niemals einen persönlichen Handelnden erforderten. daß ich niemand war. daß Beziehungen nicht aus einem persönlichen Grund und in der Abwesenheit eines persönlichen Selbst entstanden. war eine derart radikale Sichtweise. Über die Jahre jedoch wurde der Verstand gezwungen anzuerkennen. die sich selbst durch jedes Partikel ihrer selbst mit dem eigenen Sinnesorgan wahrnimmt . als Mutter. In der Winterzeit der Beziehungen versuchte ich stets wie jemand zu erscheinen. änderte sich die Jahreszeit der Beziehungen. daß der Verstand «einen Purzelbaum schlug» und zugab.auch wenn ich gleichzeitig wußte.

was existiert. Natürlich existierten auch weiterhin die Funktionen der Beziehungen. wo Formen erscheinen. Dieser Handelnde beginnt nicht . Nimmt er bewußt an dem Sinnesorgan teil. daß es keinen persönlichen Bezugspunkt gibt. daß es niemals einen persönlichen Bezugspunkt gegeben hat. sondern durch das Sinnesorgan der unendlichen Weite -. Wie ich bereits erwähnt habe: Wenn deutlich wird. so wie ein in den Sand gemaltes Bild. daß alles von einem unsichtbaren Handelnden ausgeführt wird und schon immer ausgeführt worden ist. bei dem das Bild selbst aus der gleichen Substanz besteht wie das. Anscheinend hat an der Bushaltestelle in Paris der menschliche Kreislauf dieses Lebens damit begonnen. das die unendliche Weite immer benutzt. daß die Substanz des Unendlichen sein natürlicher Zustand ist. um sich selbst wahrzunehmen. weil es keine Erfahrung mehr von jemand anderem gab. als ob sie völlig unbeeinträchtigt fortbeständen. was «innerhalb» und «außerhalb» des Bildes ist. Die unendliche Weite ist die Substanz aller Dinge und existiert überall gleichzeitig. eine unaufhörliche Ehrfurcht vor allem zu erleben. mit dem die unendliche Weite sich ununterbrochen selbst wahrnimmt. dann wird sich der menschliche Kreislauf gewahr . Und so ist alles. Der menschliche Kreislauf besteht aus der gleichen Substanz. Die Form existiert als diese unendliche Weite und gleichzeitig in dieser unendlichen Weite. um sich darauf zu beziehen. Ohne einen anderen gab es nichts Getrenntes. dann verbindet sich der Kreislauf ganz bewußt mit der Wellenbewegung der unendlichen Weite und beginnt.löschte alle Beziehungen aus. Wenn das deutlich geworden ist.nicht durch seine eigenen Sinnesorgane. ebensowenig von der unendlichen Weite getrennt. bewußt an dem Sinnesorgan teilzunehmen. was eine Form zu sein scheint. und es wirkte immer so. dann wird auch klar.

das persönliche Selbst war niemals der Handelnde. Während die Funktionen weiterhin ablaufen. das sich selbst aus sich selbst heraus erfährt . die in diesem Buch auftauchen nicht auf jemanden.erst zu agieren. fühlen. Da gibt es kein «mir». daß sie niemals einen persönlichen Zweck erfüllt haben. Das Mysterium der unendlichen Weite beinhaltet das Wissen um die besten Möglichkeiten. wenn er als der Handelnde erkannt wird. Der einzige Unterschied ist . was die unendliche Weite im Dienste der Freiheit für angebracht hielt. Die bewußte Teilnahme des Kreislaufes am Sinnesorgan der unendlichen Weite ist der Zustand des Friedens . Dieser Kreislauf wird und wurde schon immer von einem Moment zum nächsten im Dienste dieser mysteriösen. Sinngemäß beziehen sich auch die persönlichen Fürwörter. ist lediglich die Geschmacksprobe von der unendlichen Weite. sondern daß sie lediglich das geschehen lassen sollten.und darüber besteht nicht der geringste Zweifel -. Da es sowieso niemals einen persönlichen Handelnden gegeben hat. und alles wird so erledigt. Die unendliche Weite hat ihren eigenen. sich selbst direkt durch sich selbst wahrzunehmen und benutzt dazu jedes menschliche Wesen. diesen Frieden deutlich werden zu lassen. menschliche Zustand. Was in diesem Buch beschrieben wurde. daß sie sich niemals auf jemanden bezogen oder zu jemandem gehört haben. agieren oder Beziehungen eingehen. Somit entfaltet sich das Leben weiterhin wie gewohnt. kein «Ich». Er ist immer der Handelnde gewesen. . unendlichen Weite benutzt. verändert die Erkenntnis dieser Wahrheit nichts am Ablauf der Geschehnisse. ist für mich inzwischen deutlich geworden. von dem Unendlichen.es gibt absolut niemanden. wie es auch vor der Erkenntnis der unendlichen Weite erledigt wurde. kein «mein». Alle Funktionen laufen weiter wie bisher denken. unpersönlichen Wunsch. auf den sich diese Beschreibungen beziehen.der natürlich auftretende.

was sich der Verstand unter der idealen Liebe. Der Geschmack eines jeden einzelnen Momentes der unendlichen Weite in der Wellenbewegung ihrer selbst . . damit auch die Liebe. In solch einem getrennten Zustand beinhaltet Liebe das Verlangen. die ihn zu etwas anderem macht. als er im Moment tatsächlich ist. sich mit dem anderen zu vereinigen. So wie alle anderen Funktionen wird die des Sex in Anspruch genommen.erzeugt eine Liebe. Wird Liebe gemacht. die er sucht. daß alles von ihr selbst aus ihr selbst besteht. nichtpersönlichen Grund für angebracht hält.Auch in den Beziehungen laufen alle Funktionen weiter ab wie bisher. Wenn die unendliche Leere sieht. Nichts wird aufgegeben. daß sie das Persönliche nicht aufgeben wollen. der mit jemandem Liebe macht. Wenn mir Leute erzählen. Liebe. Zum Beispiel findet die Sexualität weiterhin statt. basiert auf dem vom Verstand konstruierten Gefühl des Getrenntseins. Aus der Perspektive der unendlichen Weite aber existiert der andere gar nicht. weil sie glauben. jedoch ohne Sehnsucht oder Begierde.so wie sie sich selbst durch jedes Teilchen ihrer selbst überall wahrnimmt . dann verstehen sie nicht. daß es das Persönliche niemals gegeben hat. die Freude oder die tieferen Gefühle aufzugeben. Wie könnte der Verstand das jemals begreifen? Der ununterbrochene Ablauf aller Funktionen in einem Zustand von Frieden ist wahrlich eine ehrfurchtgebietende Art zu leben. wenn es die unendliche Weite aus einem mysteriösen. dann ist das allerhöchste Vertrautheit. es entstehen lediglich keine selbst-bezogenen Gedanken. vorstellen könnte. um Erfüllung zu finden. Sex dient nicht mehr einem persönlichen Verlangen und hat auch keine tiefere Bedeutung. dann gibt es niemanden. Sie hat keine Ähnlichkeit mit der krassen Leere. als die es die Angst darzustellen versucht. Gefühle und Empfindungen mehr. die selbstbezogenen Aspekte dieser Funktion. die einen persönlichen Zug aufweist. die keine Grenzen kennt und alles weit in den Schatten stellt.

machte deutlich. Doch wenn ein solches «Ich » die Übung ausführt. in der die Erfahrung stattfand. Tatsächlich findet das Erfassen des Unendlichen außerhalb der Sphäre des Verstandes statt. Die meisten Praktiken implizieren ein «Ich».Freude ist auch in ihrer nicht-persönlichen Erscheinungsform überwältigend. das in jeder Hinsicht absolut vertrauenswürdig ist. wovor man Angst haben müßte. daß der Verstand es begreift. Da die Kollision mit der Leere in meinem achtundzwanzigsten Lebensjahr geschah . In der unendlichen Weite des natürlich auftretenden Zustandes zu leben. Für alles ist in jedem Augenblick bestens gesorgt . das die Praktiken ausführen kann und zum Schluß ein bestimmtes Ziel erreicht. ist wie im Ozean der nichtpersönlichen Freude zu schwimmen. Diese Freude. scheint die unendliche Weite diesen Kreislauf dafür ausgebildet zu haben. so absolut. Diese Augen sehen das unglaubliche Wohlwollen des Universums. So wie die unendliche Weite durch diese Augen die postmoderne Welt betrachtet. und verspürt das Bedürfnis. Das stellt natürlich alle spirituellen Praktiken.und ist es immer gewesen. die es gibt. über spirituelle Praktiken zu reden.ohne eine Suche meinerseits. hat nichts mit der Freude gemein. ohne auf grünes Licht vom Verstand zu warten. Es gibt nichts. Das Unendliche wartet nicht darauf. Die Leere ist so unglaublich erfüllt. damit es existieren kann. darüber zu sprechen. wird sie berührt von den unzähligen Formen des Leidens. die sich scheinbar auf jemanden bezieht oder jemandem gehört. daß die Leere sich selbst in den Vordergrund schiebt. das Studium uralter Texte oder sogar ein «spirtuell» geführtes Leben in Frage. um . Die Art und Weise. die niemandem gehört. Das Unendliche erkennt sich selbst aus sich selbst heraus. ohne einen Lehrer oder eine traditionelle Abstammung und bevor ich überhaupt von einem nicht-persönlichen Selbst gehört hatte -. so grenzenlos glückselig in sich selbst.

um zu erwachen. daß der Verstand erst zur absoluten Ruhe kommen muß. und nichts muß von ihr ausgeschlossen werden. daß es keinen persönlichen Handelnden gibt und niemals wo auch immer gegeben hat. . die einfach nicht besteht. angehalten oder geläutert werden muß. dann entsteht daraus ein Rätsel oder ein Widerspruch: Man glaubt. Wohin auch könnte die unendliche Weite entschwinden? Wo könnte sich das Unendliche verstecken? Was könnten wir möglicherweise tun. ohne jede Unterbrechung! Es ist der natürlich auftretende menschliche Zustand. Nichts existiert außerhalb von ihr. daß es keinen persönlichen Handelnden gibt. jemand sein. Wie kann ein persönliches «Ich». um zu der unendlichen Weite zu werden. um zu der Erkenntnis zu gelangen.die nichtlokalisierbare. daß etwas ausgemerzt. daß das Erwachen irgendwo anders ist und daß man es erreichen oder erlangen muß. Viele Traditionen heben ganz besonders stark hervor. Schließlich reden wir hier von dem Unendlichen. daß ein persönlicher Handelnder existiert. Das setzt voraus. setzen damit eine Beziehung von Ursache und Wirkung voraus. die besagen. Anweisungen für eine Technik oder einen Lebenswandel. damit wir zu dem werden können. damit das Erwachen geschieht? Des weiteren lehren die meisten spirituellen Praktiken. Dabei sind wir doch immer die unendliche Weite . daß ein «Ich» etwas «tun» muß. das gar nicht existiert. wenn wir sie bereits sind? Viele Techniken empfehlen auch. der die Praktiken richtig ausführt. was wir in Wirklichkeit sind. der etwas tut. Doch die unendliche Weite ist in jedem Augenblick alles.ständig. bevor die unendliche Weite verwirklicht werden kann. wie das Unendliche existiert. unendliche Weite des nichtpersönlichen Selbst zu erreichen. Doch der Bezug zu einem persönlichen Handelnden steht in völligem Kontrast dazu. In diesem Leben ist seit dem Ereignis an der Bushaltestelle absolut klargeworden.

der als Handelnder hinter der ganzen Angelegenheit steht. um das Erwachen geschehen zu lassen? Da ich keine vorgeschriebenen Techniken angewendet hatte. Auch wenn sie ständig vorhanden ist. Doch wenn man andererseits bestimmte Praktiken ausübt. und es gab auch keine offensichtliche Ursache. sondern lediglich. keinen Denkenden. das Autofahren geschieht. Doch wie kann sich der Verstand etwas nähern. In diesem bestimmten Leben geschah das Erwachen nicht. denn das Unendliche wird nicht mit dem Verstand wahrgenommen. Vielmehr enthüllte sich die unendliche Weite selbst aufrecht mysteriöse Weise: Ich stand lediglich an einer Bushaltestelle. kann sie der Verstand nicht erkennen. das Denken geschieht. mag das Ergebnis ein ruhiger Verstand sein. Es wurde keinerlei psychologische oder spirituelle Technik angewendet. kann ich natürlich auch niemandem dazu raten. Das Unendliche nimmt sich selbst wahr. keinen Autofahrer. Wie kann man dann also behaupten. Daß es keinen . das Spazierengehen geschieht. um zu erkennen. Das Unendliche erkennt sich selbst. Doch das Unendliche wird nicht vom Verstand wahrgenommen oder erfaßt. daß man keinen Praktiken folgen sollte.daß die diesbezüglichen Aktivitäten des Verstandes und das Erwachen in einer Beziehung zueinander stehen. das er gar nicht verstehen kann? Die unendliche Weite ist ganz einfach unvorstellbar. weil der Verstand still wurde. um den Verstand ruhiger werden zu lassen oder ihn anzuhalten. sie zu praktizieren. daß es keinen Praktizierenden gibt. Dies trifft für jegliche Art von Aktivitäten zu: Es gibt keinen Spaziergänger. Sich nach strengen Praktiken zu richten. Damit möchte ich auf keinen Fall andeuten. wie dieser erwachte Zustand aussehen könnte oder wie man sich ihm nähert. daß es einer bestimmten Methode oder Technik bedarf. könnte möglicherweise nur noch mehr Vorstellungen davon erzeugen. daß es kein persönliches Selbst gibt.

daß man meditiert oder heilige Lieder singt. mit dem er sie erfüllt glaubte. all das wird auch weiterhin geschehen. Wenn er also mit der unendlichen Weite in Berührung kommt. so wie es schon immer geschehen ist. dann rastet er aus und führt überzeugende Argumente an. Wenn der Verstand durchschaut. Doch der Verstand tendiert entsprechend seiner eigentlichen Natur dazu. ist nicht die unbeschreibliche Erfahrung selbst. Ich habe kein Interesse. In meinem Fall hatte der Verstand mit allen Mitteln . bestimmte Handlungen ausführt oder bestimmte Lehrer besucht. Das Unendliche offenbart sich für den Verstand auf mysteriöse. daß Erfahrungen keinen «jemand» enthalten. dann versucht er auf sehr überzeugende Weise. Diese Praktiken jedoch auf der Vorstellung aufzubauen. daß man die unendliche Weite. daß eine spirituelle Praktik ausgeführt werden soll. herumläuft. sondern lediglich ihr Verstand. nicht verwirklichen kann. Wenn es naheliegend ist. warum die Leere absolut nicht erstrebenswert ist. auf Reisen geht. das weiter zu verfolgen. Wenn es naheliegend ist. die man ja bereits ist. doch es fühlte sich vollkommen leer und schal an. von der du redest. Mir haben zum Beispiel viele Menschen erzählt: «Ich habe die unendliche Weite. die er nicht erfassen kann. unbegreifliche und unfaßbare Weise. einen Altar aufbaut. wenn man sie nicht genaue-stens befolgt und man daher eine spirituelle Niete ist -. erfahren. bestimmte Speisen zu sich nimmt. bedeutet auf keinen Fall. Dinge abzulehnen. Es wird durch die Hand des mysteriösen. heißt sein Leben auf dem erfolgreichen Funktionieren eines nichtexistenten «Ich» aufzubauen. sie abzuwerten. dann wird das so geschehen. der mit dem Unbeschreiblichen in Berührung gekommen ist. daß keine Praktiken ausgeführt werden.» Was sie da beschreiben.Praktizierenden gibt (und nie gegeben hat). der hinter allem steht. nicht lokalisierbaren Handelnden ausgeführt.

daß es jemanden geben muß.versucht. der sie ausführt. die ohne einen persönlichen Bezugspunkt ist. Der Verstand benutzt dann diese Erinnerung als Beweis dafür. und trotzdem ist es offensichtlich. Dieser Versuch blieb erfolglos. wie unangenehm der Kontakt mit dem Unbegreiflichen für den Verstand war. die Leere des persönlichen Selbst zu pathologisieren. daß ihr Verstand es geschafft habe. und es blieb nur die Erinnerung daran. doch das sollte nicht so ausgelegt werden. dann schließt er daraus. sich selbst zu erfahren. Die unendliche Weite beinhaltet den unpersönlichen Wunsch. denn ansonsten würde nichts erledigt werden. Wenn der Verstand sieht. Doch die unendliche Weite hat niemals darauf gewartet. Die unendliche Weite folgert nicht aus den Handlungen. sollte niemals mit der direkten Erfahrung der unendlichen Weite verwechselt werden. Sie erkennt ganz klar. Schließlich hat es niemals einen persönlichen Handelnden gegeben. die auf keinen Fall über den Verstand läuft. Kinder versorgt und Beziehungen geführt werden. der sie ausführt. daß man die Leere unter allen Umständen vermeiden sollte. daß es keinen Handelnden geben muß. um sie wieder loszuwerden. Der Kontakt des Verstandes mit der Leere. Dies scheint der Sinn des . damit Handlungen ausgeführt werden können. daß Dinge erledigt werden. Das Handeln entsprang immer einer nicht ortsgebundenen Quelle. die Leere anscheinend wieder verschwinden zu lassen. daß es jemanden geben muß. daß es keinen persönlichen Handelnden gibt. Es ist lediglich die Erfahrung der Reaktion des Verstandes auf die unendliche Weite und nichts anderes. daß Autos gefahren. verwirrend ist. als ob nichts vollbracht würde. daß Handlungen aus der gleichen überall befindlichen Quelle gespeist werden wie alles andere auch. der von Interpretationen und Anspielungen gespeist wird. Ich habe bereits vorhin erwähnt. Doch viele Menschen haben mir berichtet. daß der Verstand begreift. die für einen Verstand.

irgendwohin zu kommen oder etwas anderes zu werden. nicht lokalisierbar ist. Nehmen wir zum Beispiel die weitverbreitete spirituelle Vorstellung. Sobald man sich auf den Weg macht. egal wohin sie sich auch wendet. Das Streben nach dem Erwachen impliziert ein Gefühl von Zukunft.nicht mehr verfügbar. daß sowohl die spirituellen als auch die psychologischen Praktiken. der dann herausfindet. daß wir unseren Verstand zur Ruhe bringen müssen. wir seien der Handelnde. wie er sich hingeben kann. Und der noch wichtigere Aspekt dabei ist. wer wir sind. damit das Unendliche durch uns hindurchfließen kann». wie die unendliche Weite existiert. das Menschen zu erreichen versuchen. da es in jedem Moment überall zugegen ist. daß wir « aus dem Weg gehen müssen. Die Vorstellung von persönlichem Wachstum oder innerer Entwicklung steht in jeder Beziehung im Widerspruch dazu. irgendwohin zu kommen.Lebens für die Menschen zu sein . das spirituelle Erwachen zu erreichen. welches ausschließt. Dieser Glaube geht dann als die Wahrheit durch. Alle Vorstellungen darüber. eine Methode zur Evolution anzuwenden. jede einzelne von ihnen. daß es jemanden gibt. um uns zu befreien. sich in dem zu sonnen. Ich sehe keinen Sinn darin. was ist . das die Praktiken ausführen und somit das Ziel erreichen kann. macht uns noch lange nicht zum Handelnden. Doch dieser Jemand existiert gar nicht. der unsere Taten bestimmt. ein Ich.daß die unendliche Weite auf sich selbst stößt. die beinhaltet. Dann gibt es noch die Vorstellung. basieren auf der Annahme. auf Vorstellungen davon basieren. Wir müssen erkennen.das Hier und Jetzt . ist das Überwältigende dessen. sie als Wahrheit anzuerkennen. daß dieses Irgendwo. Dies setzt einen nichtexistenten Jemand voraus. egal wie oft wir uns auch dazu verleiten lassen. was jetzt in diesem Augenblick ist. Die Vorstellung. wer wir zu sein glauben. Doch wer soll den Verstand zur Ruhe bringen? So wie alles andere ist .

auch der Ver-

stand lediglich das, was er ist. Ein Verstand, der Gedanken erzeugt, macht keine Probleme; er tut lediglich das, was ein Verstand nun einmal tut. Der Verstand besteht aus der gleichen unendlichen Leere wie alles andere auch. Diese Leere verändert sich niemals, egal ob der Verstand aktiv oder passiv ist. Das Unendliche wartet auch nicht darauf, daß der Verstand etwas tut oder aufhört etwas zu tun, damit sich die unendliche Weite sich selbst offenbaren kann. Sollte der Verstand aus irgendeinem Grund zur Ruhe kommen, dann geschieht das lediglich als Teil des unergründlichen Mysteriums. Probleme gibt es nur dann, wenn der Verstand der Anwesenheit von Gedanken eine bestimmte Bedeutung zumißt zum Beispiel, daß ich schlecht oder unspirituell bin und daß ich niemals in meiner Meditation weiterkommen werde, es sei denn, ich kann die Gedanken zum Stillstand bringen. Gedanken und Vorstellungen sind niemals ein Problem, außer man gibt ihnen eine Bedeutung, die sie gar nicht haben. Werden sie lediglich als Gedanken und Vorstellungen erkannt, dann identifiziert man sich auch nicht mit ihnen. Dinge ausschließlich und genau als das zu erkennen, was sie sind, ist der eigentliche Zustand der Erkenntnis, denn das genau ist die Art und Weise, wie die unendliche Weite immer alles sieht. Dinge als das zu erkennen, was sie sind, bedeutet mit den Augen der unendlichen Weite selbst zu schauen. Dieses Schauen geschieht ohne Unterlaß, ob wir uns dessen bewußt sind oder nicht. Anstatt vom Verstand in die Irre geführt zu werden, durchschaut die unendliche Weite all die Versuche des Verstandes, uns trickreich die Überzeugung zu verkaufen, daß wir ein individuelles «Ich » seien, das unser Leben bestimmt. Sie durchschaut auch, wie die Vorstellung von dem, was wir sind, sich im Verstand ganz nach vorne drängt und darauf besteht, daß es nicht nur eine Vorstellung ist, sondern wer wir in

Wirklichkeit sind. Die unendliche

Weite nimmt das Unendliche überall wahr (wo sonst könnte es auch sein?) und beobachtet dann, wie jeder auf der Suche danach ist. Das am weitesten verbreitete Dilemma, mit dem Leute zu mir kommen, ist die Erfahrung des Gefühls, vom Unendlichen « abgeschnitten» zu sein. Dieses Gefühl ist besonders dann schmerzhaft, wenn sie vorher die unendliche Weite bereits in aller Klarheit erlebt hatten und es ihnen dann später vorkam, daß sie anscheinend wieder «verschwunden» war. Sie suchen nach einer Möglichkeit, mit dem Unendlichen permanent in Kontakt bleiben zu können. Genau diese Frage beinhaltet zwei unausgesprochene Annahmen, die allgemein für wahr gehalten werden. Erstens: Es gibt ein «Ich», das vom Unendlichen abgeschnitten ist und das sich «selbst darauf ausrichten» kann, sich wieder damit zu verbinden, wenn man nur die richtige Methode anwendet. Zweitens: Das Unendliche hat sich irgendwohin verflüchtigt. Dies sind typische Beispiele für Vorstellungen, die meistens als Wahrheit durchgehen. Es gibt jedoch gar kein individuelles «Ich», das herausfinden kann, wie sich das Unendliche wieder aufspüren ließe. Der wichtigere Punkt jedoch ist: Wohin würde das Unendliche entschwinden? Wir reden hier ja schließlich nicht von etwas, das man unter dem Teppich verstecken kann. Wenn du die Dinge ausschließlich und genau als das erkennen könntest, was sie sind, dann würdest du auch erkennen, daß das «Du», welches erkennt, die unendliche Weite selbst ist. Die «Charakterarbeit», die sowohl von der Psychotherapie als auch von einigen spirituellen Traditionen - den ZenBuddhismus eingeschlossen - empfohlen wird, führt in eine ähnliche Sackgasse, weil dabei die Dinge nicht als das gesehen werden, was sie ganz einfach sind. Eine entspanntere Art zu

sein, enthüllt sich auf ganz natürliche Weise, wenn man die Vorstellungen nicht als

Wahrheit durchgehen läßt. Dieses Entspanntsein ist genau das Gegenteil von «Charakterarbeit» mit ihren klaren Vorstellungen davon, wie wir sein könnten, wenn wir nur entsprechend an unserem Charakter arbeiteten. Wenn wir uns auf solch eine «Charakterarbeit» einlassen, dann betreten wir ein Labyrinth des Zukünftigen. Es liegt in der Natur der Sache, daß es unmöglich ist, ein Ziel zu erreichen, das auf einem «Ich» aufbaut, welches uns dorthin bringen wird. Auch die «Charakterarbeit» basiert auf der gleichen fälschlichen Überzeugung, daß es einen individuellen Handelnden gibt, der den Kurs des Lebens bestimmt und sein eigenes «Ich» verbessern kann. Meine Arbeit als Psychologin hat mir einen Sitz in der ersten Reihe im Theater der menschlichen Leiden verschafft. Es ist offensichtlich, daß die traditionelle Psychotherapie auf Prinzipien aufgebaut ist, die die gesamte Palette menschlicher Erfahrung pa-thologisiert und ihren Erfolg daran mißt, wie gut wir den festgefügten Vorstellungen davon, wie unsere menschlichen Erfahrungen auszusehen haben, entsprechen. Wir werden darauf trainiert, uns «da durcharbeiten» zu müssen, daß wir «loslassen», «uns auseinandersetzen», «uns arrangieren» oder uns von verschiedenen Aspekten unserer Erfahrungen « befreien » müssen, damit wir ein erfülltes Leben führen können. Wir « müssen mit unseren Gefühlen in Kontakt kommen», «uns selbst finden», «müssen wissen, was wir wollen, so daß wir es auch erreichen können», «uns von niemandem ausnutzen lassen» und «auf unsere wahre innere Stimme hören». Betrachtet man es aus der Perspektive der unendlichen Weite, dann sind all diese Vorstellungen nur das, was sie sind — Vorstellungen. Wir sollten sie nicht mit der Wahrheit verwechseln.

können anfänglich recht verwirrend . wer wir zu sein glauben. was andere Leute ihnen erzählt und über sie gesagt haben und daraus. Oder: Meine Mutter hat mich immer als faul bezeichnet. wurde dann derjenige geformt. der man zu sein glaubt. Als erstes frage ich jeden einzelnen. wer er ist. Solche Konstruktionen gibt es in vielen Bereichen. daß sie ihre «Identität» aus Informationen konstruiert haben. wie sie von ihnen behandelt wurden. nicht nur im Verstand. haben sie gefolgert. indem sie erkennen. die er von anderen Menschen übernommen hat und für die wahrhaftige Definition dessen hält. wer sie sind. daß sie frei werden. mit denen ich gearbeitet habe. Basierend auf den Interpretationen dessen. daß die Dinge lediglich das sind. hat sich meine psychotherapeutische Arbeit mit Klienten während der letzten Jahre radikal verändert. also muß es wohl stimmen. Alle Menschen. wer er zu sein glaubt. sind sich bewußt geworden. und die meisten von uns versuchen mit ganzem Herzen und mit aller Kraft. Das zieht normalerweise eine umfassende Untersuchung all der Vorstellungen nach sich. Ich kann meine Arbeit auch nicht mehr als Psychotherapie bezeichnen. Ich möchte nicht.die absolute Freiheit. Diese vielfältigen Bezugspunkte des Gefühls. was all diese Aussagen über sie bedeuten könnten. Ich möchte. Persönliche Bezugspunkte können im emotionalen. Wie zum Beispiel: Mein Vater hat mich völlig ignoriert. die wir werden sollen. sich durch Kindheitstraumata arbeiten oder Symptome loswerden. daß Klienten ihre Gefühle verändern. Aus dem.Seit die Frühlingsblüte der unendlichen Weite begann. physischen und auch energetischen Bereich geschaffen werden. diese Person zu werden. denn sie richtet sich nicht nach irgendwelchen Prinzipien psychologischer Theorien oder Interventionen. also bin ich nicht interessant oder liebenswert genug. Mein Ziel für alle ist die Freiheit . was sie sind. Schon in jungen Jahren vermittelt uns unsere Kultur ein klares Bild von der Person. die letztlich reine Schlußfolgerungen sind.

Im Fahrwasser dieser Vorstellungen darüber. Wer unterscheidet zwischen wahr und unwahr? Und wahr und unwahr für wen? Gedanken. . oh ja! Wenn das auftaucht. wahren Empfindungen und unwahren Empfindungen. doch das Negative. was wir tatsächlich sind. glauben wir wirklich. was für ihn in seinem Leben am schwierigsten ist. Gefühle. sogar zwischen wahren und unwahren energetischen Frequenzen. in der Gegenwart von Wahrheit zu sein. zwischen dem «wahren Selbst» und dem «unwahren Selbst» zu unterscheiden. zwischen wahren Gedanken und unwahren Gedanken. Das Positive sehen wir als oberflächlich und zeitlich begrenzt an. sie sind einfach. Schließlich ist das Negative sehr überzeugend und scheint so tief zu gehen. dann sagt man ihm nach.sein. doch sie operieren alle auf der gleichen Basis: Dinge werden als etwas deklariert. Im emotionalen Bereich sind es die Gefühle. indem sie Menschen darin bestärkt. daß er die Wahrheit über sich selbst preisgibt. Empfindungen und energetische Frequenzen sagen nichts über einen imaginären Jemand aus. wahren Gefühlen und unwahren Gefühlen. daß er sich «zurückhält» oder sich «zurückgezogen hat» oder «nicht vertrauenswürdig ist». sich über Probleme auszutauschen. was sie gar nicht sind. Doch wenn er seine Probleme enthüllt. Wenn sich jemand weigert zu offenbaren. was sie sind. Die moderne psychologische Welt untermauert diese Täuschung. Irn Bereich des Verstandes werden Gedanken und Vorstellungen als das verkauft. im physischen die Körperempfindungen und im energetischen alle entsprechenden Vibrationen oder Muster. wer wir sind. taucht gleich die nächste Verwirrung auf: Das Negative wird normalerweise für die Wahrheit gehalten. dann glaubt man. In unserer westlichen therapeutischen Kultur bedeutet eine Beziehung zu haben in den meisten Fällen.

und wir haben ihnen gegenüber dadurch eine ablehnende Haltung eingenommen. die unsere Erfahrungen mit bestimmten Etiketten versehen. daß in ihrem Innersten etwas durch und durch Verdorbenes schlummert. das sich als Wahrheit verkleidet hat. Wir haben uns von der Psychologie davon überzeugen lassen. daß das Negative in ihm der Wahrheit am nächsten kommt. Es ist absurd zu glauben. daß wir bestimmte Aspekte unserer Erfahrungen loswerden müssen.Ängste. der mir an meinem Schreibtisch gegenübersitzt und von seinem Leben erzählt. und wir beinhalten alles — Gedanken. ist ein weiteres Übel. Fast jeder. denn sie kann absolut nichts als falsch wahrnehmen. und niemand hat sie je daraufhingewiesen. ist davon überzeugt. Nichts muß irgendwohin verschwinden. Die Menschen halten ihre schlimmsten Ängste für die Wahrheit. nur ganz bestimmte Erfahrungen als angemessen zu betrachten. sogar Identifikationen. die auf eine Heilung abzielen. solange Seegras in ihm herumschwimmt. Wir sind die unendliche Weite. Empfindungen. Vorlieben. Die unendliche Weite patho-logisiert nicht einmal ansatzmäßig. Die Pathologisierung menschlicher Erfahrungen. Es wäre genauso. Der Ozean bleibt der Ozean. damit sie akzeptabel sind. daß Ängste nicht mehr als das sein können. Alle sind davon überzeugt. daß bestimmte Gedanken oder Gefühle ein .Diese Überbewertung des Negativen ist in unserer Kultur weit verbreitet. Wohin sollte es auch? Psychologische Anweisungen. was sie sind . Ängste. daß er nicht der Ozean sein kann. daß sie ganz tief im Inneren schlecht sind und sowieso immer wieder im Negativen enden werden. aufrechterhalten durch die Über-Psychologisierung unserer Kultur. wie ich bereits vorher erwähnt habe. Wir haben Worte übernommen. egal was er enthält. deuten damit an. als wenn sich der Ozean darüber beschweren würde. Vorstellungen. Gefühle.

Wenn ich Leute dazu ermuntert habe. Keine Erfahrung ist ein Zeichen dafür. dann gibt es nicht das geringste Problem. wenn sie als die Wahrheit durchgeht. die der Verstand als unerwünscht bezeichnet. Spirituelle Anweisungen. daß Gedanken und Gefühle vorhanden sind. Der Sinn des menschlichen Lebens hat sich offenbart. die als Ziel das Erwachen oder eine Transformation haben. deuten damit an. daß bestimmte Gedanken oder Gefühle Hindernisse für die spirituelle Entfaltung sind. daß du nicht die unendliche Weite bist. was sie sind» nicht als eine Technik zu benutzen. Deshalb erwartet sie auch nicht.eine Interpretation -. Das Leiden wird nicht durch bestimmte Umstände oder Erfahrungen verursacht. Wird sie aber lediglich als das erkannt. Deshalb muß auch nichts ausgemerzt werden. Wut oder Traurigkeit erleben? Doch die Anwesenheit von Gedanken und Gefühlen bedeutet lediglich.Zeichen dafür sind. daß wir nicht akzeptabel sind. die unendliche Weite sein und trotzdem Verwirrung oder Angst. etwas loszuwerden. daß sie versagt haben. die wir in Wirklichkeit alle sind. sondern einzig und allein durch die Interpretation des Verstandes. weil das. leidet nie. dieses «die Dinge als das zu sehen. daß etwas entfernt wird. Man sollte sich natürlich davor in acht nehmen. um Gefühle oder Verstandeszustände loszuwerden. die Dinge zu sehen. daß sie etwas (normalerweise Negatives) über uns aussagen. Diese Auslegung verursacht Leiden. sie ist ganz einfach ein weiterer Teil der unendlichen Weite. Die unendliche Weite. so behaupten sie. Die unendliche Weite jedoch zielt nicht darauf ab. sich nicht aufgelöst hat. was sie ist . Die . was erkannt wurde. Wir interpretieren unsere Erfahrungen und glauben. gehen sie heim und praktizieren manchmal rigoros diese «Technik» und folgern dann. Denn wie könnten wir. um das Leiden zu beenden. wie sie sind.

Das Staunen. Doch auf diese Weise scheint sich das Unendliche natürlicherweise sich selbst zu präsentieren. bei dem wahrgenommen wird. was allgemein als Gemeinschaft bezeichnet wird. Wir alle sitzen im gleichen Boot. die Liebe.unendliche Weite hat diese menschlichen Kreisläufe erschaffen. wie es das Unendliche für sich selbst empfindet. um sich selbst aus sich selbst heraus zu erfahren. Wir alle bestehen aus der gleichen unendlichen Substanz. bei denen sich das Unendliche immer noch mehr ausweitet. und wenn eine Anzahl von menschlichen Kreisläufen gleichzeitig und bewußt am Unendlichen teilhaben. Es gibt nur immer wieder «bus hits». die sie aus sich selbst heraus für sich selbst verspürt. während es in sich selbst zu einem nie endenden Crescendo anschwillt. wie ich sie mittlerweile nenne. wie es durch diese menschlichen Kreisläufe ausgedrückt wird. wie es ansonsten nicht möglicht wäre. . dann steigert sich das Ausmaß an Liebe. daß das Unendliche innerhalb einer Unendlichkeit existiert. Diese Menschlichkeit bietet der Substanz. aus der wir alle bestehen. während sie in sich selbst wogt und die ekstatische Liebe noch verstärkt. so wenig wie es einen Anfang gegeben hat. Glückseligkeit und Ekstase» können nur annähernd das Ausmaß der Wertschätzung des Unendlichen für sich selbst beschreiben. die Ekstase und die Glückseligkeit des Unendlichen weiten sich ununterbrochen aus. die sich jeder Beschreibung entzieht. die sie daran hindern könnte. Die Worte «Liebe. sich selbst zu lieben -und die Liebe des Unendlichen für sich selbst ist absolut überwältigend. ganz ungemein. sich noch weiter auszudehnen. Für die unendliche Weite gibt es keine Grenzen. und das ist wahrlich eine Erfahrung. die Möglichkeit. Das ist die Kraft dessen. Für all dies gibt es kein Ende. Dieses Leben entfaltet sich nun in einem Zustand.

Die Substanz der unendlichen Weite ist für sich selbst in jedem Moment so direkt erfahrbar. welche die Substanz aller Dinge ist.genau wie du. nichts und alles . um sich an ein noch unendlicheres Gewahrsein zu gewöhnen. gibt es nur eine Antwort: Ich bin das Unendliche. die unendliche Weite. wer ich bin. . daß der Kreislauf manchmal eine weitere Anpassungsphase braucht. Auf die Frage. Ich bin niemand und zugleich jedermann.

die wir noch keinen «bus hit» erlebt haben? Was sollen wir solange tun? ANTWORT Was auch immer durch den nicht lokalisierbaren Handelnden. daß der die Praktiken Praktizierende nicht existiert — dadurch das Ziel der Praktiken erreicht — und auch das Ende der Praktiken selbst. Ich behaupte nicht. Doch es gibt einfach niemanden. Es gibt zwar eine unendliche Vielfalt von tiefgehenden Praktiken. doch existieren sie für den Verstand in seinem wahren Zustand nicht.Epilog: Gespräche mit der unendlichen Weite Da es nichts gibt. der schon immer der Handelnde gewesen ist. Da. weil es keinen Handelnden gibt. wenn von jenen — ob sie praktizieren oder nicht — erkannt wird. was getan werden soll. gibt es kein Verirren. PADMASAMBHAVA FRAGE Du hast gesagt. daß du keine Praktiken empfehlen könntest. der sie ausführt. Wenn die Praktiken darauf basieren. gibt es keine Meditation. um darüber zu meditieren. daß sie jemand vorschriftsmäßig ausfüh- . geschehen soll. es weder die Praktiken noch den Praktizierenden gibt. Wie ist es dann mit uns. das entscheiden muß. Da man nicht vom Weg abkommen kann. der sie ausführt. wird. daß es keine spirituellen Praktiken gibt. Es gibt kein «Ich». damit die Handlung stattfinden kann.

«Ist es nicht absolut überwältigend?» sagen wir. daß es in ihrem Leben darum geht. Wir erleben diese Ehrfurcht. daß eine politische Aktivität stattfinden soll. Und trotzdem fühlen sich die Menschen getrennt von dem Bereich der Natur. Es ist einfach. doch sie glauben. Der nicht lokalisierbare Handelnde. daß jedermann und alles die unendliche Weite ist. dann wird dem eine gewisse Bedeutung in bezug auf diesen fiktiven Jemand gegeben. Doch für diesen menschlichen Kreislauf gibt es keine Zweifel. sich zu ändern — jemand Besseres zu werden.Bäume. um das richtige Ergebnis zu erreichen. Es ist wahrlich absolut überwältigend. auf den sich irgend etwas davon bezieht Gedanken. Wenn ein anderer menschlicher Kreislauf eine konstruierte . Wenn sich bestimmte Dinge ereignen. auf den sie sich bezieht. um ein besseres Leben führen zu können. der hinter allem steht. individuelles Selbst gibt. Dann macht man eine Therapie und versucht. Es gibt niemanden. dann halten sie an der Meinung fest und verstärken sie sogar. Es gibt niemanden. damit es der Mühe wert oder damit es gehaltvoll ist. daß hinter der Natur kein lokalisierbarer Handelnder steckt und es niemanden gibt. Blumen. dann wirst du meditieren. Sie erkennen. daß Meditation stattfinden soll. Ereignisse.ren muß. Gefühle. dann hat das wieder eine andere Bedeutung. damit die Dinge geschehen. daß das Mysterium der Natur überwältigend ist. daß es ein getrenntes. wenn wir die Natur betrachten . und wenn andere Dinge geschehen. daß jemand dafür verantwortlich ist. Taten. Es scheint recht einleuchtend. was es ist und immer war. die Berge oder das Meer. dann wirst du politisch aktiv werden. Wenn es offensichtlich ist. Wenn es offensichtlich ist. der sein Leben auf eine bestimmte Weise führen muß. gibt sich auf ganz eindeutige Weise zu erkennen.

daß etwas mit mir nicht in Ordnung wäre. der wählen könnte. und daß als Folge dieser Entscheidungen ganz bestimmte . Den Handlungen gehen niemals Gedanken oder Gefühle voraus oder gar der Versuch. denn Angst sei ein Zeichen dafür. daß man irgendwohin kommen muß. wieviel Angst ich erlebte. Sie ist. was sie ist . was er ist. den man Verwirklichung oder Erleuchtung nennt. sich zwischen den verschiedenen Handlungen oder Richtungen zu entscheiden? ANTWORT Die Moment-zu-Moment-Erfahrung in diesem Fall ist. Wenn ich zum Beispiel schilderte. Es ist einfach ein Gebilde. Die meisten spirituellen Praktiken beinhalten die Überzeugung. Keine Wahl zu haben. und sie ist ebenfalls in der unendlichen Weite dessen. dann wird diese Konstruktion augenblicklich als das erkannt. wie dieser Zustand aussieht. Doch Angst ist lediglich. Alles geschieht sehr unmittelbar. wo man im Moment nicht ist . FRAGE Was kannst du zu der Erfahrung sagen. ist die Erfahrung des Offensichtlichen von Moment-zu-Moment. daß es im Leben keine Wahl gibt. darzustellen versucht. weil es niemanden gibt. das genau wie alles andere auch vorhanden ist. was wir alle sind. vorhanden. was wir sind. welches die Entscheidungen trifft.ein Bestimmungsort. Natürlich haben die meisten von uns im Leben das Gefühl. die Dinge in den Griff zu bekommen. daß ich mich nicht im wahren Zustand befände.«Ich-heit» präsentiert und sie als das. Doch die Verwirklichung ist nicht irgendwo anders: sie ist der natürlich auftretende menschliche Zustand. Die spirituellen Praktiken erschaffen eine Menge Bilder davon.ein Haufen von Vorstellungen oder Gefühlen oder Körperempfindungen. dann war die Antwort immer. was sie ist. daß es ein «Ich» gibt. Sie gehört niemandem.

erklären. Er ist nicht etwas. Wenn man durch die Augen dieses Bezugspunktes schaut anstatt durch die Augen der unendlichen Weite. erschafft der Verstand bei seinem Versuch. FRAGE Da der Verstand das alles nicht begreifen kann. dann sieht das für den Verstand so aus. Er ist das. die Idee von der freien Wahl. daß es mit keinem dieser Vorstellungen übereinstimmt. was du gerade gesagt hast. was wir alle sind. Der Verstand schreibt sich selbst die Handlungen zu und sagt: «Ich habe es getan». die in diesem Zustand verweilen. den konstruierten Bezugspunkt. was ich getan habe. Du hast ihn ganz offensichtlich . der wir alle sind. FRAGE Kannst du uns angesichts dessen. Mein Gott. die es beschreibt. weshalb du diese Diskussionen anbietest? ANTWORT Es gibt eine Menge Vorstellungen von diesem natürlich auftretenden Zustand. daß dieser Zustand niemandem gehört. daß es niemals einen persönlichen Handelnden gibt. es zu verstehen. daß gewisse Lehrer. wer die Entscheidungen trifft und was sie im Gegensatz zu falschen zu richtigen Entscheidungen macht. Doch das ändert nichts an der Tatsache. Dieses Leben wurde anscheinend von der unendlichen Weite so geformt.Handlungen geschehen. ich stand doch nur an der Bushaltestelle! Wie kann also das. ihn anderen vermitteln können. wie ich es nenne. Diese Vorstellungen erschaffen. diese Erfahrung hervorgerufen haben? Dieses Leben dient lediglich als eine Beschreibung. obwohl sie in Wahrheit unbegrenzt sind. als gäbe es nur sehr begrenzte Handlungsmöglichkeiten. ist. So betrachtet ist das stärkste Geräusch der Klang des unendlichen Ozeans . Da dieser Prozeß so grenzenlos und unfaßbar ist. Man hat Vorstellungen davon. heißt es. das man von jemandem bekommen kann.der Ozean. und eines der Dinge. und schon scheint sich diese Handlung auf jemanden zu beziehen.

von der du sprichst. was ich jetzt sehe. FRAGE Wird die unendliche Weite. es nimmt sich einfach selbst waht. Die unendliche Weite nimmt sich selber in jedem Augenblick zugleich in jedem einzelnen Teil ihrer selbst aus sich selbst heraus wahr. daß eine Person es einer anderen vermitteln kann? ANTWORT Die Vorstellung. Es hat keinen eigenen Geschmack. etwas zu vetmitteln. Dieser menschliche Kreislauf wurde an der Bushaltestelle in die bewußte Teilnahme am Sinnesorgan der unendlichen Weite. als Liebe und Licht wahrgenommen? ANTWORT Der Verstand muß erkennen. Glaubst du. Jeder ist.nicht von einem lebenden Meister vermittelt bekommen. hat die unendliche Weite einen bestimmten Geschmack. daß es möglich ist. Doch das entspricht nicht im mindesten dem. aus der alles besteht. katapultiert. dann kann möglicherweise die unendliche Weite in ihren Erfahrungen mehr in den Vordergrund rücken. Anstelle von Licht und Liebe würde ich eher den Ausdruck Wellenbewegung benutzen — die . ist nur scheinbar persönlich. Ich kann es nicht in persönlichen Begriffen ausdrücken. denn alles. Das bezeichne ich als das Sinnesorgan des Unendlichen. daß es jemandem gehört und an jemand anderen weitergegeben werden kann. unterstellt. Sobald der menschliche Kreislauf beginnt. was er bereits ist. Wie könnte es noch vermittelt werden? Dieser menschliche Kreislauf kann lediglich die unendliche Weite wahrnehmen. wie die unendliche Weite sich selbst aus sich selbst heraus wahrnimmt. bewußt daran teilzunehmen. was ich zu beschreiben versuche. die sich selbst in jedem Moment aus sich selbst heraus wahrnimmt. daß er das nicht begreifen kann. Werden andere menschliche Kreisläufe lediglich als solche wahrgenommen.

daß es mit jener Liebe verwechselt wird. Niemand wird benötigt. dann spürt man die Hitze des Wassers nicht. als leer erkannt werden. wenn sie sich selbst erfährt. spürt man die Hitze. um dieses Geschehen für mich zu beschleunigen? Oder ist es einfach Gnade? . Wenn man beispielsweise in einer heißen Badewanne sitzt und sich nicht bewegt. eine visuelle Beschreibung zu geben. Sowohl die Linie als auch alles. wird von sich selbst ununterbrochen wahrgenommen. Genauso bietet der menschliche Kreislauf der unendlichen Weite die Möglichkeit.Wellenbewegung der unendlichen Weite. Doch wer man ist. doch ich möchte nicht. was man zu sein glaubt. Es erscheint simultan mit allem. von denen wir normalerweise annehmen. die sich auf ein persönliches Selbst bezieht. Die unendliche Weite erlebt ganz gewiß Freude dabei. daß alle Formen. Sobald man sich bewegt. Man könnte es mit einer Linie vergleichen. was wir alle sind. scheint diese Freude der Sinn des menschlichen Lebens zu sein — nämlich den menschlichen Kreislauf bewußt am Sinnesorgan der unendlichen Weite. denn es liegt außerhalb des Wahrnehmungsbereiches. was innerhalb und außerhalb von ihr ist. zu erfahren. Wenn du es Liebe nennen willst. schließe ich mich dem an. Schließlich ist es das. daß sie mit etwas erfüllt sind — zum Beispiel einem bestimmten Bezugspunkt besondere Wichtigkeit oder Bedeutung zu geben -. Ich kann nur sagen. Der Verstand kann das nicht erfassen. FRAGE Kann ich irgend etwas tun. seine eigene unendliche Weite durch diese Wellenbewegung. damit es sich selbst erfassen kann. teilhaben zu lassen. um das zu erfassen. wie ich es nenne. Es ist recht schwierig. besteht aus demselben Sand. aus der er besteht. die man in den Sand zieht. Ganz nüchtern betrachtet.

basieren auf einem Bezugspunkt. Ich wollte es noch nicht einmal. «Wie soll ich den Verstand konstruieren? Wo soll ich das Herz hintun? Vielleicht sollte ich jetzt den Blutkreislaufin Bewegung setzen?» Um all dies kümmert sich das. was man tun sollte. Die Frage. Es ist die Interpretation des Verstandes. der der Ausführende ist. bestimmte Praktiken auszuüben. Erstens: Erkenne die Dinge lediglich als das. Ich stand ganz einfach an einer Bushaltestelle. ist absurd. die Wolken. Es gab niemanden. die dazu führt. der versuchte. Alles ist von einem unglaublichen Mysterium durchwoben. daß der Verstand begreift. dem ich raten könnte. was sie sind. Ich kann dir also nicht sagen. so stark wie möglich zu vertrauen oder zu akzeptieren oder sich vollkommen hinzugeben. der Körper würde darauf warten. wie ein Baby entsteht. doch ein solcher Bezugspunkt existiert für die unendliche Weite überhaupt nicht. Auf unendlich mysteriöse Weise kümmert sich der nicht lokalisierbare Handelnde in jedem Moment um alles.ANTWORT Es gibt niemanden. daß der Verstand sie begreift. Daher gebe ich nur zwei Empfehlungen. daß Leiden . wo man bereits ist. damit dies geschehen konnte. was so völlig außerhalb der Wahrnehmungsfähigkeit des Verstandes liegt. damit sie existieren können! Oder stell dir vor. Der Körper ist nur der Körper. Die Anweisungen. kann ich nicht sagen. Ob es aus reiner Gnade geschieht. Du bist sie bereits — immer und ewig. Schau dir die Welt an und stell dir vor. so daß dabei die Frage von Vertrauen erst gar nicht ins Spiel kommt. bevor der Körper schwanger wird. denn so sieht die unendliche Weite immer alle Dinge. um dahin zu kommen. die Bäume. damit er zur unendlichen Weite wird. Gedanken sind Gedanken. denn das würde sich auf jemanden beziehen. die Sterne und Planeten würden daraufwarten. was er tun soll. wer was tun kann. Gefühle sind Gefühle.

daß man erst herausfinden muß. um die unendliche Weite zu werden. was offensichtlich ist. was das Offensichtliche ist. woher weißt du dann. oder ist es das vielleicht nicht? Wenn ich das wahrhaftig Offensichtliche finde. den er dann entsprechend seiner eigenen Standards nach dem Offensichtlichen abfragt: «Woher weiß ich. doch die unendliche Weite erkennt mit einem Blick. Das ist der Bereich des Verstandes. permanent die Wahrheit eines jeden Momentes. denn auf diese Weise enthüllt der mysteriöse Handelnde. daß bestimmte Gefühle oder Erfahrungen eliminiert werden müssen. Auf diese Weise interpretiert der Verstand ununterbrochen. daß Angst. daß etwas praktiziert oder erreicht werden muß. Der Verstand tendiert zu komplexen Gebilden und Kampf. Die zweite Empfehlung . FRAGE Wenn du das tust. daß mit mir etwas nicht stimmt. damit ich in Ordnung bin. Damit will ich nicht sagen. wenn das in Wirklichkeit gar nicht der Fall ist? ANTWORT Du beschreibst. Wut oder Traurigkeit Zeichen dafür sind. Der Verstand nimmt normalerweise das Offensichtliche nicht wahr und wertet gerne ab.das Gefühl. daß ich dem Offensichtlichen folge? Ist es wirklich das Offensichtliche. dem Offensichtlichen zu folgen. was sie sind. daß alle Dinge nur das sind.eigentlich eher eine NichtEmpfehlung . Nimm nur die Redensart: «Das ist einfach zu offensichtlich.entsteht . bevor man ihm dann folgt. der hinter jedem einzelnen Leben steht.ist. daß dich der Verstand nicht ganz subtil in die Irre führt und dich davon überzeugen will. dann werde ich ihm folgen. daß da ein Problem ist.» Doch der Verstand kann das . was er nicht wahrnehmen kann. wie der Verstand einen Bezugspunkt aufbaut.» Es ist demnach nicht kompliziert oder schmerzhaft genug. daß du das Offensichtliche tust.

oder mit Problemen oder Angelegenheiten. Die unendliche Weite als den unendlichen Verstand zu bezeichnen. Sie erkennt ihn lediglich als das. und in dem Moment fühlt sich das alles sehr natürlich und gefällig an. damit es gelebt werden kann. Ich fühle mich gezwungen. FRAGE Sprichst du nicht nur von einem unendlicheren. oder bin ich hereingelegt worden? Das ist lediglich die Reaktion des Verstandes auf etwas. was offensichtlich ist . War es das Offensichtliche.dann beginnt das Leiden. universelleren Verstand? Ich meine nicht. das zu tun. Der Verstand mag es nicht. Doch das Offensichtliche wartet nicht darauf. Doch ich weiß. was er ist — also gibt es keine Probleme. die man erst lösen muß. in irgendeiner Weise anders zu sein. Warum sollte man unendlicher Verstand sagen? . einen Bezugspunkt zu konstruieren. erkennt den Verstand als genau das. daß ich manipuliert werde. das er nicht begreifen kann.Offensichtliche nicht identifizieren. als von einem unendlichen Körper oder von unendlichen Gefühlen zu sprechen. die wir alle sind. ob das Offensichtliche nun die passende oder die unpassende Handlung wäre. FRAGE Ich bin mir nicht bewußt. was er ist. was er ist und genau tut. wie der Verstand als Empfänger der Wahrheit hingestellt wird. um zu wissen. ist auch nicht anders. was meine Intuition mir als das Offensichtliche anbietet. Und die unendliche Weite. Nur wenn die Zweifel. daß man den Verstand ignorieren sollte. Die unendliche Weite verlangt nicht vom Verstand. also produziert er Zweifel. die der Verstand konstruiert hat. daß der Verstand es wahrnimmt. mit der Wahrheit verwechselt werden . ANTWORT Du beschreibst. was ein Verstand nun einmal tut. ANTWORT Der Verstand muß als das erkannt werden. Er besteht aus der gleichen Substanz wie das Unendliche -so wie alles andere auch. wenn man ihn übergeht.

FRAGE Was hat dich dazu gebracht. Der Verstand ist vorhanden. das ein weites Gebiet menschlicher Erfahrungen pathologisiert. Für die westliche Welt ist es jedoch sehr wichtig. Doch wer soll sie ausmerzen und warum? Das Unendliche erwartet nicht. weil ich all dies den The-rapeuten vermitteln möchte. daß es das Unendliche ist. Allem. damit eine « Heilung» oder « Gesundung» geschehen kann. daß irgend etwas ausgemerzt wird. Ich habe eine Trainingsgruppe mit Psychotherapeuten ins Leben berufen. was entsteht. wird eine psychologische Bedeutung zugeordnet. Psychotherapeuten zu erreichen. scheint zu sein. was er ist? Ich will damit auf keinen Fall sagen. den Verstand als das zu erkennen. Es gibt so viele starre Vorstellungen darüber. denn man hat ihm beigebracht.Warum sagst du nicht einfach. und er besteht aus der gleichen Substanz wie alles andere. hat dieser Berufszweig ein Diagnose-Handbuch erstellt. wie sie sind. Leiden zu beenden. Die unendliche Weite sieht den Verstand nicht als ein Problem oder als ein Zeichen dafür. bestimmte Dinge werden als unerwünscht. daß etwas nicht in Ordnung ist oder verändert werden muß. das Steuerrad zu übernehmen. abnormal oder funktionsunfähig angesehen und müssen somit ausgemerzt werden. daß man den Verstand ignorieren sollte. die Dinge zu sehen. um den Bezugspunkt herzustellen und daran festzuhalten. nach einer solchen Erfahrung Psychotherapeutin zu werden? ANTWORT Eine der Aufgaben der unendlichen Weite. deren Beruf es ja ist. Die Präsenz von Gedanken. was er ist. das den Verstand als das erkennt. wie wir sein sollten und was gesund oder ungesund ist. Anstatt Menschen dabei zu unterstützen. Gefühlen oder Verhaltensweisen beeinflussen für keinen einzigen . die durch diesen Kreislauf geschehen.

» Sie verweisen manchmal sogar auf Therapeuten. ihn aus dem Gleichgewicht zu werfen. dann gibt es ihnen das Gefühl. wie man beim Angriff des Gegners sein Momentum dazu benutzt.» Im Aikido lernt man. daß mit mir etwas nicht stimmt. was sie sind. oder ist das Leiden genauso vollkommen wie alles andere auch? ANTWORT Wenn man Dinge nicht als das erkennt. Den negativen Bezugspunkt. Ganz sicher stimmt mit mir etwas nicht. wird mein Leben annehmbar sein. FRAGE Wie ist das mit dem Leiden? Gibt es unnötiges Leiden. sich wirklich zu kennen. wie ich mich fühle und wie ich denke. ist im Westen weitverbreitet. dann erzeugt das Leiden. das sie in Büchern gelesen haben. warum sie die Wahrheit sind. Wenn man sich wehrt. Ich nenne das die Anklage: Man konstruiert negative Bezugspunkte. Wenn jedoch diese negativen Vorstellungen. als es der Autor beschrieben hat oder mein ehemaliger Thera-peut für gesund oder spirituell hielt. Überzeugungen oder Gefühle einfach als das erkannt werden. « Siehst du. Gefühle und an- . ich verhalte mich anders. dann gibt es kein Leiden.Augenblick die Unendlichkeit des Unendlichen. die dann alle Beweise dafür liefern. und erst wenn ich mich verändere und mich von der Negativität befreie. Wenn Menschen über ihre Probleme reden. das negative Selbstbild für die Wahrheit zu halten. Sieh doch nur. schafft man unnötige Konflikte. Das trifft genauso auf alle Gedanken. Das Negative scheint wesentlich echter und tiefer als alles andere zu sein. dann entsteht das Gefühl. Die Verherrlichung des Negativen ist unglaublich stark. Die Leute sagen zu mir: «Selbstverständlich bin ich das. Doch wenn sie für das gehalten werden. sondern ihnen eine andere Bedeutung gibt. wie ich mich verhalte. bei denen sie waren. um ihren Fall zu untermauern. was ich bin. oder auf etwas. was sie sind.

und dann verflüchtigen sie sich wieder auf ganz natürliche Weise. (Diese Fragen und Antworten stammen aus öffentlichen Gesprächen.dere Erfahrungen zu. er schafft niemals einen negativen Bezugspunkt und sagt: «Verdammt noch mal. das Seegras ist immer noch da. was sie sind. dann nimmt sie der Ozean als das wahr.) . Mit mir stimmt etwas nicht!» Wenn sie auftauchen. Der Ozean lehnt sie niemals ab. die im Frühjahr 1996 stattfanden. die im Ozean unseres Selbst auftauchen.

die Sie gerade gelesen haben. All den Psychotherapeuten. Hameed Ali. meinen Brüdern. Reb Anderson. All jene. um diese Beschreibung. Michael Batli-ner mit seinem radikalen Enthusiasmus. Maharishi Mahesh Yogi für seine Beschreibung des transzendentalen Bereiches. Judith . John Tarrand. Jack Kornfield. was sie erkannt hatten: Richard Miller.Anerkennung Ich möchte all jenen danken. Daniel und Robert Segal. die mit der ersten Welle kamen und dann mit einer größeren Gemeinde teilten. Lisa und Myron Segal. zu allen Jahreszeiten anwesend. Poonjaji. die mich in diese Welt gebracht haben. Andrew Cohen. für ihre Partnerschaft im Familienleben. indem er die unendliche Weite aus der Abstellkammer geholt hat und ein talentierter Herausgeber und Freund war. die erfolglos versucht haben. Viele von ihnen haben einen entscheidenden Beitrag geleistet. Steven Kruszynski für seine Partnerschaft in der Winterzeit und seine Vaterrolle für Arielle. Gangaji. weil gerade kein BodhiBaum in der Nähe war. ins Leben zu rufen. die unendliche Weite zu heilen. meinen Eltern. Christopher Titmuss. so wie er sich in diesem Leben manifestiert hat. Mit dem Einbruch des Frühlings haben sich folgende Personen als Mitspieler in der unendlichen Weite erwiesen: Stephan Bodian. Ram Dass. die die Anwesenheit der unendlichen Weite während der Winterzeit bestätigten: Jean Klein. die in dem mysteriösen Ablauf des Unendlichen. Den öffentlichen Pariser Verkehrsmitteln. All jenen. John Prendergast. ire Rolle gespielt haben. Ramana Maharshi. die eine Bushaltestelle zur Verfügung stellten.

die an der Beschreibung der unendlichen Weite in Diskussionen. Krishna. Lela Landman. . Peter Scarsdale. Suzanne Segal ist am 31. Elliott Isenberg. Neil Lupa für seine Kameradschaft in der unendlichen Weite. März 1997 an Krebs gestorben. privaten Gesprächen und kleinen Gruppen teilgenommen haben.Shiner. Und schließlich all jene.