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UN:DOMESTICATED

#1 - June 2009
Queer & FeMINIST QuarTerly
2 3
The idea to actually start editing a magazine was born
in summer 2008 when the sun was shining high above
metropolitan Berlin and the desire to be a part of Berlin‘s
creative business environment actively assumed the direction
of thoughts.
It quickly became clear that u:D should contain the felds of
Techno and House music as well as photography, street art,
and the like. Sure, I am aware that the market is crowded
with great magazines, but… - so many creative and skilled
women so full of awesome ideas in these three felds continue
to remain underrepresented in the landscape of cultural
media…! It is about time to introduce to the public a greater
number of amazing female artists and support the female art
and electronic music scene by networking.
Now, reviewing the time that has passed by since that
summer of awakening, u:D aka un:domesticated, which
Marine Drouan and I are now able to proudly present, has
often been for us a full time job on top of a full time job.
Having started with full motivation and loads of energy there
soon came the point where all the work of interviewing, writing,
translating, promoting and convincing people, pushed me to
my limits. Not to forget, I am neither a graphic designer nor
do I do layout. In the beginning, that has been my biggest
challenge. But then I suddenly turned into a very lucky editor
raising like a phoenix from the ashes, when Marine came on
board to rescue u:D before it ended up a simple internet
blog or even drown in some virtual trash bin.
From then on u:D grew and - did it happen by incident
or not - further contributors contacted us. Since the very
beginning we planned u:D to be a bilingual magazine and
therefore our special thanks go out to Miruna Boruzescu,
Music
Tama Sumo
Milkshake
Female:pressure

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Jennifer Bailey-lemanceau and aurélie lemanceau, as well
as Corinna Förster, Vanessa leissring, larissa Pieper, and
Jana H. Tosch. Without their work to translate most of the
articles and interviews u:D would not have been released
yet.
Special thanks also to Jennifer Bailey-lemanceau who has
recommended us great artists and conducted interviews,
and always believed in u:D, even in times when others still
remained skeptical that we would make it. But we did it.
Marine, in my opinion and also according to what I have
heard from others, has done a fantastic layout job and has
given u:D a beautiful face.
Both of us want to thank all the great photographers, DJs,
street artists, graphic designers and illustrators who trusted
us and accepted the challenge of contributing their beautiful
work to a little still unknown magazine which is unfortunately
available just online for now. But our next project, among
others, will be a printed issue. But as for the frst issue of
u:D…
Here we are, and we are un:domesticated!
We are undomesticated
NUMBER #1
April 2009
CONTENT
Photography
Mathilde Maccario
Vanessa leissring
anna Malmberg
Finn Buchwald
Art
Jennifer Bailey-lemanceau and aurélie
lemanceau - Couronne Production
Kaputtnic
Indochina
More
Chica Dolls
Paper Girl Productions
Book reviews
Vinyl reviews
a magazine by Julia Große-Heitmeyer and Marine Drouan.
Impressum 1. ausgabe / Imprint u:D Issue #1
Herausgeberinnen / editors: Marine Drouan, Julia Große-Heitmeyer
layout und Graphikdesign / layout and Graphic Design: Marine Drouan
Chefredakteurin / editor in Chief: Julia Große-Heitmeyer
redakteure / editors: Sara arvidsson, Jennifer Bailey-lemanceau, Hannah laufer, aurélie lemanceau, Jana H. Tosch
Übersetzer / Translators: Miruna Boruzescu, Corinna Förster, larissa Pieper, Jana H. Tosch, Jennifer Bailey-lemanceau, aurélie lemanceau,
Werbung / Commercials: Julia Große-Heitmeyer
Cover photo: Vanessa leissring Photography / Back photo: Indochina
4 5 5
© Ostgut Booking
Tama Sumo
Text: Julia Große-Heitmeyer / english Translation: Corinna Förster
ich gut verzichten und wenn sie zu schick und hochglänzend
sind, funktioniert das für mich als Partylocation nicht - ein
bisschen Schmutz und / oder Trash muss schon sein!
Was bedeutet der Plattenladen Hardwax für Dich? zu
Beginn der 1990er gab es ja noch keine Internetnetzwerke,
wie wir sie heute für selbstverständlich halten.
ein Plattenladen ist für mich neben dem Club Der zentrale
Ort, um Menschen zu treffen, mit denen ich die leidenschaft
Musik teile und mir Inspirationen hole. und das ist sehr
wichtig für mein leben als DJ. Musik hat ja etwas wahnsinnig
Verbindendes und das lässt sich in einem Plattenladen wie
dem Hardwax prima ausleben.
In den wesentlich internetärmeren 90ern war so etwas
sicherlich noch notwendiger als in der Gegenwart, in der viel
Kommunikation und austausch ja virtuell passiert. allerdings
ist mir persönlich der reale Kontakt viel wichtiger als der im
Netz und ich möchte das Plattenkaufen im laden mit „echten
Menschen d’rum herum und gemeinsamen Plattenhören
auf gar keinen Fall gegen Netshopping eintauschen. Musik
miteinander zu teilen ist dafür das Hauptmotiv.
Das Hardwax sehe ich als eine Der Institutionen für
elektronische Musik mit einem enormen angebot an
spannendem Vinyl jenseits des Mainstreams oder dessen,
was gerade „der Hype“ ist. Das Hardwax war und ist für mich
als DJ enorm prägend.
Hier hat einfach vieles raum, was Subkultur ist, liebevoll
produziert wurde und vielleicht auch mal sperrig und nicht
sofort gefällig ist, dafür aber bei genauerem Hinhören
und vielleicht auch erst beim zweiten oder dritten Mal so
richtig Dein Herz gewinnt. Ich habe hier schon jede Menge
musikalische Perlen für die ewigkeit gefunden und vieles
gelernt, was elektronische Musik betrifft.
aufegen ohne Hardwax wäre für mich schwer vorstellbar
und ich habe sehr viel respekt vor der arbeit, die alle dort
leisten.
Wann hast Du mit dem DJ-ing angefangen?
Privat habe ich quasi schon seit der Grundschule „DJ“
gespielt und auf Parties meist die Plattenspieler und die
Cassettenrekorder bedient. Musik und ganz besonders
Tanzmusik war für mich schon immer eine große leidenschaft
und sehr lebensbestimmend.
angefangen „professionell“ aufzulegen – also öffentlich und
mixend in Bars und Clubs – habe ich im September 1993 in
Berlin, in einer Bar in der Kreuzberger Oranienstraße, dem
„Drama“. Das „Drama“ war damals für viele der Treffpunkt
für’s Warm-up vor dem ausgehen und eine der wenigen
Bars, die sich freitags und samstags DJs leisteten.
Dort bin ich dann auch den Bookern vom Tresor oder
der Veranstaltung „Plush“ im Café Moskau zu Ohren
gekommen und sie haben mich recht schnell als DJ für ihre
Veranstaltungen gebucht.
Was hat aus Deiner Sicht die Berliner Clubszene Anfang
der 1990er ausgemacht?
Nach dem Mauerfall gab es enorm viele mehr oder weniger
legale locations und improvisierte Clubs in Berlin und
alles was damit zusammenhing, war für mich frisch aus
Süddeutschland Zugezogene wahnsinnig spannend; die
Musik, das Publikum, das ambiente, die neuen Sounds,
die aufbruchstimmung. „The Place To Be“ waren auf
einmal kurzerhand besetzte und zum Club umfunktionierte
räumlichkeiten im ehemaligen Ostteil der Stadt, oft
irgendwo im Hinterhof – für mich eine sehr willkommene
und anziehende alternative zu adretten Clubs oder eher
Discotheken, wie ich sie noch aus Süddeutschland kannte.
Zu diesen locations passte natürlich perfekt die Musik,
„rough & dirty“ - wie sie seinerzeit in Berlin gespielt wurde.
Mich faszinierte es schon damals und heute noch viel mehr,
wenn Musik und atmosphäre etwas dreckig sind und Kanten
haben, gleichzeitig dein Herz erwärmen und sich auf das
Nötigste beschränken – das aber liebevoll und konsequent.
Das Gleiche gilt auch für Clubs: auf Schnick Schnack kann
Music
6 7
Du warst sehr lange Resident im Tresor. Wie war das
dort?
Wild und gefährlich ;o) Nein, im ernst: Der Tresor hatte
einen Musikentwurf, der mich damals sehr fasziniert und
gleichzeitig komplett überfordert hat: wesentlich roher,
funkiger, subtiler, eckiger und dreckiger (da ist es wieder….),
als das, was ich bis dahin kannte. Das galt auch für den
Globus, den zweiten Floor im Tresor, der etwas später
ausgebaut wurde und House mehr Platz bot.
Ich hingegen habe ursprünglich angefangen, hauptsächlich
Vocal House aufzulegen, viel klassischen New york Vocal
House, der anfang der 1990er Jahre recht verbreitet
war gemischt mit viel cheesigem Pop-House und – oh je
-progressivem, kaum subtilem Handbag-House.
als DJ im Tresor bzw. Globus entdeckte ich dann nach und
nach die ecken und Kanten in der Musik auch für mich als
DJ, Techno kam immer mehr für meine Sets in Frage und so
verband ich House und Techno immer häufger miteinander,
wenn auch noch recht vorsichtig, da ich oft nicht wusste,
wie ich fießend Brücken vom einen zum anderen schlagen
konnte und Brüche noch sehr scheute.
Der Tresor hat für mich also gewissermaßen den Grundstein
für das gelegt, was heute typisch für meine DJ-Sets ist:
eine Mischung aus House in vielen Variationen und Techno,
beides mit viel Deepness, zusammen mit Disco, meist aus
den 80ern, klassischem electro und manchmal auch ein
bisschen Pop. allerdings je nach Club und Tageszeit mit
unterschiedlichen Prioritäten, da für mein empfnden nicht
in jeden raum und zu jeder Stimmung auch jede Musik
passt.
Im OSTGuT sowie im Berghain / Panorama Bar konnte
ich dann dank der Vielseitigkeit meiner Chefs und dank
eines auch musikalisch sehr offenen Publikums viel mit
unterschiedlichsten Stimmungen und Spannungen spielen,
vieles ausprobieren und meinen Stil weiter ausbauen.
Wie bist Du als Resident DJ zum OSTGUT und später
zum Berghain / Panorama Bar gekommen?
Ich wurde damals – im Sommer 2001 – von einem Ostgut-
Mitarbeiter angerufen und für eine CSD-Veranstaltung
angefragt, bei der ich 80er Disco aufegen sollte, was gar
nicht typisch für mich war, was ich aber ganz interessant
fand. außerdem war ich natürlich höchst erfreut, komplett
aus dem Häuschen, dass der Club, in dem ich vorher öfter
als Gast unterwegs war und die Nächte und Tage immer sehr
toll fand, mich hinter den Plattentellern haben wollte. es
scheint gefallen zu haben, denn sie haben mich danach
noch öfter gebucht, meistens für die schwul-lesbische
Veranstaltung, die sich Dance With The Alien nannte. anfang
2003 musste das OSTGuT schließen und ende 2004
öffneten erst die Panorama Bar, dann das Berghain ihre
Pforten. Vorher brodelte natürlich die Gerüchteküche, unter
anderem gab es unterschiedlichste Mutmaßungen, wer wohl
aufegen würde und warum und und und – die Spannung
war groß. Ich wurde von der Sonne geküsst - sie haben mich
wieder angerufen…
Das ist ja schon eine lange zeit, die Du in der Ostgut-
Familie bist, was ist das Besondere am Berghain und wie hat
sich das für Dich ausgewirkt?
Das Besondere am Berghain allgemein ist ausgeprägte
leidenschaft - leidenschaft für Musik, Kultur und Subkultur.
Darüber hinaus macht die Mischung verschiedener Menschen
den Club für mich auch sehr besonders. Die beiden Betreiber
erlebe ich als sehr engagiert und präsent, sie bringen uns
allen viel Vertrauen in unsere arbeit und Wertschätzung
entgegen, fördern uns sehr und fordern auch viel.
Zum Beispiel gab es im alten Ostgut Sonntags eine
Veranstaltung, die sich Last Chance To Disco nannte. Da
ging es darum, dass alle einmal ihre Interpretation von Disco
aufegen. Die Fortsetzung dieses abends gibt es nach wie vor
an Silvester, am 30. april und zum CSD im lab.Oratory, dem
Sexclub des Berghains, das an diesen Tagen für Männer und
Frauen geöffnet hat. Hier geht es dann um Disco und Pop in
allen Variationen – ein riesenspaß - und bei der Vorbereitung
auf diese Nächte lernt man einfach noch einmal ganz schön
viel dazu und stößt immer wieder auf jede Menge tolle
Musik.

außerdem macht für mich die arbeit im Berghain noch
besonders die Tatsache, dass Dinge sich gern mal entwickeln
und sich Zeit lassen dürfen. es muss nichts über’s Knie
gebrochen werden – das steht in einem so angenehmen
Gegensatz zur arbeit in agenturen, der ich jahrelang neben
dem aufegen nachgegangen bin.
Was macht unsere Arbeit als Resident-DJs aus oder
besonders?
Wir alle haben einen sehr umfangreichen musikalischen
Background, schon viele Jahre DJ-erfahrung und kennen die
Wurzeln von House und Techno recht gut. und trotzdem oder
gerade deswegen sind wir musikalisch auch immer auf der
Suche und alle sehr große Nerds auf diesem Gebiet.
unter uns DJs gibt es ein ganz gesundes ungezwungenes
und respektvolles Gemeinschaftsgefühl, das durch die
arbeit unserer Booking-agentur noch einmal verstärkt
wird. Wir werden des Öfteren von unseren Bookerinnen in
unterschiedlichen Konstellationen in andere Clubs der Welt
verschickt. Da lernt man sich dann noch einmal anders und
besser kennen und das verbindet natürlich zusätzlich.
Das Besondere an der Musik?
Der Facettenreichtum in den Stilrichtungen, alles auch gern
wild durcheinander und die Kombination von klassischen
elektronischen Sounds mit heißer neuer Musik.
Für mich wirken sich der austausch mit meinen KollegInnen,
vor allem mit Prosumer und Steff, sowie die Möglichkeit,
in der Panorama Bar, im Berghain, im labOratory und bei
unserer Deep-House Veranstaltung in der Berghain-Kantine
zu spielen, insofern aus, als meine musikalischen Grenzen
immer offener, ich immer noch neugieriger und meine Sets
(hoffentlich) immer abwechslungsreicher werden.
Für Dich haben klassische House-, Techno und Disco-
Tracks einen hohen Stellenwert. Diesem respekt vor dem
Klassischen entspricht auch die Technik, die Du beim Mixen
verwendest: Du legst ausschließlich mit Vinyl auf, richtig?
Ja – stimmt. Für mich ist Musik und das aufegen etwas
sehr Sinnliches - ich mag es, durch Plattenkisten zu wühlen,
Platten anzufassen, auf schwere Plattenspieler zu legen,
regler zu verschieben etc. – die Haptik ist für mich ein
wichtiger Teil des Spiels. auf Computern nach dem nächsten
Titel zu suchen hat für mein empfnden die Sexyness von
e-Mails checken… also lass’ ich’s lieber.
außerdem empfnde ich das aufegen mit Vinyl noch als
Handwerk und das fühlt sich ganz richtig und gut an. Hinzu
kommt, dass beim aufegen mit Vinyl einfach mehr passieren
kann und das macht’s spannend: eine verstaubte Nadel
rutscht durch, die Platte knackt und knistert, das angleichen
der Beats ist gerade bei älteren analog produzierten Tracks
auf dem klassischen Weg viel schwieriger und geht vielleicht
auch mal ein bisschen daneben – das ist doch toll und
äußerst charmant – es lebt halt. Nichts ist in der Kunst
langweiliger als Perfektion durch Technik, die alles einfach
macht. Fehler haben Charakter. und Vinyl klingt einfach
besser und ist am haltbarsten!!! SO ;o)
Was sagst Du dazu, dass die Milkshake nun in die
Kantine gezogen ist?
S-u-P-e-r!!!!!! Mich freut es, so viele Frauen zu Techno
und House tanzen zu sehen und das in diesem kleinen sehr
feinen Club. Ich hoffe, die eine oder andere fndet auch
den Weg ins Berghain bzw. in die Panorama Bar, denn ich
es ist schade, dass so wenige lesben diesen laden für sich
entdecken, dabei kann man dort sooooo viel Spaß haben.
außerdem beschweren sich gerne viele darüber, dass es so
wenige weibliche DJs gibt – dort sind wir mit Steff, Cassy,
Dinky, Margaret Dygas und mir schon verhältnismäßig viele
weibliche residents. und wir freuen uns natürlich auch über
Support von queeren Mädels ;o)
Du veranstaltest mit Steff und Prosumer auch eine eigene
Partyreihe in der Kantine.
Ja, die 5 Euro Admission, mit der wir diversen Facetten von
Deep House einen raum geben wollen. In der Panorama
Bar lässt man es schon mal krachen, 5 Euro Admission ist
etwas unaufgeregter, hier geht es eher um Hüftmusik als um
„Hands up in the air“.
es gibt sehr viele Deep House-Produktionen, die sehr
berühren, die brauchen einfach mehr raum. Deep House
spielen wir schon auch in unseren Sets in der Panorama Bar;
aber nicht ausschließlich, nicht in diesem umfang, auch
wenn für die Sets von uns Dreien im allgemeinen Deepness
schon sehr charakteristisch ist.
Die Party fndet grundsätzlich jeden zweiten Freitag im Monat
statt – for those who feel it.
8 9
Auch wenn man sie sicher nicht abschließend
beantworten kann, aber diese Frage noch als letzte: Welche
Platten sind Deiner Meinung nach ein absolutes Muss in
einer Plattensammlung? Nenn doch bitte auszugsweise und
stellvertretend 10 Titel.
Chez Damier & ron Trent, M.D. : Hip To Be Disillusioned
Vol. 1
Mr. Fingers: amnesia
3 2 6.: Falling
eSG: Moody
Maurizio: M 4.5
House To House Feat. Kym Mazelle: Taste My love
Master C & J Feat. liz Torres: Face It
Moodyman: Shades Of Jae / Dem young Sconies
Phortune: Can you Feel The Bass
51 Days: Paper Moon
Auf welche Projekte von Dir dürfen wir uns in diesem
Jahr freuen?
Voraussichtlich im april oder Mai diesen Jahres wird auf
Diamonds & Pearls ein weiterer Track von Prosumer & mir
veröffentlicht.
außerdem stelle ich die nächste Panorama Bar CD (die erste
kam von Cassy) zusammen und mixe sie auch. Sie wird
voraussichtlich am 24.08.2009 veröffentlicht, release Party
wäre dann am 22.08.2009 – natürlich in der Panorama
Bar.
When did you started DJing?
In private I used to “play” the DJ since I was in elementary
school. I’ve always been the one to turn the tables or to
operate the tape recorder on almost every party. Music,
especially dance music has always been my big passion and
defning for my life.
I started to put on records professionally and to play sets in
public bars and clubs in September 1993 at a bar in Berlin,
Kreuzberg in Oranienstraße. The place called Drama was a
meeting point for many people to get started before going to
the club. It was one of the few bars that had DJs on Fridays
and Saturdays.
While playing there I caught the ear of the bookers for Tresor
and the party Plush at Café Moskau and they started hiring
me for their events.
How would you describe the Club scene of Berlin in the
early 90s?
after the Wall came down , there were a lot of illegal locations
in Berlin and clubs were literally built up over night. I just
came here from south Germany and found all that very
exciting; the music, the audience, the ambience, the new
sounds and the pioneer spirit. Seized buildings in the east
part of the city sometimes in any backyards were converted
to clubs – that was the “place to be” and a welcome and
attractive change to neat Clubs or rather Discotheques like I
knew them from south Germany.
Those locations suited perfectly the „rough & dirty“ music –
that was played that time.
Back then, and today even more, I was fascinated by dirty
and edgy music and ambience, that is at the same time
heart-warming and reduced to the bare minimum - but still
has love and consistency.
The same goes for clubs: I can go easily without all that bells
and whistles and when it is too neat and high glossy, then
it is just not working for me as a party location. For me it
always has to be a bit dirty and/or trashy!
What does the record store Hardwax mean to you? With
regard to the fact that in the early 90s there were no internet
networks yet like we take them for granted today.
For me a record store is THe centre place beside the club, to
get inspired and to meet the people I share the passion for
music with. and that is important for my life as a DJ, since
music such a concerted thing. The Hardwax is a great place
to live that out.
In the rather “internet-low” 90s there was certainly more
necessity for all that than today, when a lot of communication
and exchange is happening virtually. For me personally, being
face to face is much more important than the communication
via net. I would not swap buying records at a shop, with real
people around and collective listening to records, for net
shopping. To share music with others is my main goal.
I consider the Hardwax as one of THe institutions for
electronic music, with a vast range of exciting vinyl
disregarding the Mainstream or whatever is „the Hype“ at
the moment. Hardwax was and still is very important for me
as a DJ.
Here you fnd plenty of great stuff, that‘s sub cultural,
produced with love, and sometimes also inconvenient at
frst sight, and then totally wins your heart at least when
you listen to it closely for the second or third time. I have
found plenty of musical treasures here so far. I learned a
lot regarding electronic music and it would be hard for me
to imaging being a DJ at all without Hardwax. I very much
respect the people who work there and what they do.
You were holding the residency at Tresor for a long time.
What was it like there?
Dangerous ‘n’ wild ;o) No, seriously: The Tresor had a
music conception back then, that fascinated and at the
same time overwhelmed me completely: way more raw,
funky, understated, edgy and dirty (there it is again) than
everything I had known before. That also goes for Globus,
the second room of TreSOr, that was opened up a bit later
and provided more space for house music.
I originally started to play mainly classic New york Vocal
House, which was very popular in the early 1990s, mixed
it with cheesy pop-house and - oh dear - progressive, barely
subtle handbag-house.
During my work as a DJ in Tresor or Globus I discovered bit
by bit the rough edges of the music. Techno became more
and more a part of my sets and I started to connect house
and techno more often, even if that were some quite cautious
frst attempts and I tried to avoid breaks, since I yet didn’t
know how to get smooth bridges.
The Tresor has very much evolved my style of playing sets:
a mix of house and techno in different variations, typically
with a lot of deepness, together with disco music mostly of
the 80s, classical electro and sometimes pop. The sets vary
as well depending on the venue and the daytime, since in
my opinion not every mood and club corresponds with every
music.
Thanks to my chefs universalism and to my open minded
audience at the Ostgut back then and today Berghain /
Panorama Bar, I was able to play around and experiment
with the most different spirits and tensions, and to advance
my style.
How have you become a resident at Ostgut, today‘s
Berghain / Panorama Bar?
In summer 2001 I got a call from an Ostgut employee who
wanted to book me for a CSD event to play some 80s Disco
music, what wasn’t exactly my style at all, but I however
found it interesting. above that I was very pleased or rather
all exited that the club, I used to go to a lot and loved
the days and nights there, wanted me behind the tables.
They seemed to like my gig there because from then on they
started to book me more often. Mostly for a gay event called
Dance With The Alien. at the beginning of 2003 the Ostgut
had to close and in the end of 2004 frst the Panorama
Bar and then the Berghain opened the gates. There were of
course a lot of rumours and speculations circulating. among
others about who would be the DJs there and why and so on
- the tension was mounting. I got kissed by the sun – they
called me again.
It’s quite a long time now that you belong to the Ostgut-
family. What is defning the Berghain and how does it
infuence you?
What is special on the Berghain in general is the amount of
passion – passion for the music, the culture and subculture.
Beyond that it’s the mixture of the different people that
makes the club so unique. The both who run the place are
very involved and present, they show us a lot of trust and
appreciate our work. They promote us and demand a lot of
us.
There was for example an event called Last Chance To Disco
at the old Ostgut where all of us could play their personal
rendition of Disco. That event is still taking place on new
10 11
year’s eve, on the 30th of april and on the CSD in the lab.
Oratory, the Sexclub of the Berghain, and is opened then
for men and women. This one is about Disco and Pop in all
possible variations – a great fun – while preparing for those
nights you learn a lot and fnd great music.

What’s also special about working at Berghain is the fact that
you can give things time and let them develop. Nothing has
to get forced – that’s a comfortable contradiction to working
at an agency, what I used to do besides working as a DJ for
years.
What is signifcant for working as a resident-DJ, or what
makes it special?
all of us do have a considerable musical background. each
one is working as a DJ for 10 years or even longer. We know
the roots of house and techno. and nonetheless, or maybe
that’s exactly why, we are all big nerds and always in search
of great music.
Between us DJs there is a healthy, non-forced and respectful
collective feeling that is even amplifed by our common
booking agency. Our bookers often send us to guest spot all
over the world in different constellations.
So you come to know each other better and differently, that’s
extra connecting.
What’s special about the music?
The variation of styles, everything mixed together combining
classical electronic sounds with hot new music.
The interchange with my colleagues, especially Prosumer
and Steff, as well as the possibility to play at Panorama-
Bar, Berghain, labOratory and at our deep-house night at the
Berghain-Kantine affects me concerning my musical limits
get more open, I get more curious and (hopefully) my sets
get more varied.
The classical house-, techno and disco-tracks important for
you. That reverence for the classics is also shown in the
format you are working with. you‘re exclusively putting on
vinyl, right?
yeah, that’s right. For me music and playing music is
something very sensual – to touch and select the records,
put them on heavy tables, handle the gear etc - the haptic
is an important part of it for me. For me playing tracks from
the computer is as sexy as checking your e-mails …so I
don’t do it.
Furthermore for me putting on vinyl is real craft. and that
feels good and right. also, there is more that can happen or
go wrong when you put on vinyl, and that makes it exciting:
a dusty needle can slip, the record cracks and crackles.
adjusting the beats the classic way is much more diffcult
particularly on analog produced tracks and sometimes it
just goes wrong – that is great and very charming – it’s
just living. Nothing in art is more boring than the perfection
by techniques which makes everything easy. Failings are
character. and Vinyl also sounds better and is the most
resistible thing!!! right ;o)
What do you thing about Milkshake moving into the
Kantine?
S-u-P-e-r!!!!!! I am happy to see so many women dancing
to techno and house especially in this small but very nice
club. I hope one or another will fnd her way into Berghain,
into Panorama Bar, for I think it‘s sad, that there are so
few lesbians coming although you can have soooo much fun
there.
Beside so many are complaining about the too few female
DJs – Steff, Cassy, Dinky, Margaret Dygas and myself that
makes quite a lot female residents. and of course we are glad
about queer girls’ support ;o)
you’re also organizing a party at Kantine, together with Steffi
and Prosumer.
yeah, with the 5 Euro Admission we want to create more
space for deep house. at Panorama Bar you just have a blast,
5 Euro Admission is a bit more unexcitedly, this is more
about music for the hips than for throwing up your arms.
There are a lot affecting deep house productions, which just
need more space. We also play deep house during our sets
at the Panorama Bar; but not exclusively, not in that amount,
even if deepness in general is signifcant for the set of the
three of us.
The party is taking place each second Friday of the month –
for those who feel it.
What projects are up to come this year?
Properly in april or May there will be out a new track by
Prosumer & me on Diamonds & Pearls.
Further I will compile and mix the next Panorama Bar CD
(frst one came from CaSSy). It will be released likely on
24.08.2009; the release party would take place then on
22.08.2009 – off course at Panorama Bar.
Even if this last question can surely not fnally be
answered: What records are necessities for every record
collection? Please name, in extracts, just 10 representing
tracks.
Chez Damier & ron Trent, M.D. : Hip To Be Disillusioned
Vol. 1
Mr. Fingers: amnesia
3 2 6.: Falling
eSG: Moody
Maurizio: M 4.5
House To House Feat. Kym Mazelle: Taste My love
Master C & J Feat. liz Torres: Face It
Moodyman: Shades Of Jae / Dem young Sconies
Phortune: Can you Feel The Bass
51 Days: Paper Moon
www.myspace.com/5euroadmission
12 1313
Grit Hachmeister © 2008
Milkshake
Questions: Julia Große-Heitmeyer / (english) Translation: larissa Pieper
Ist Milkshake Avantgarde unter den Berliner Frauenparties?
Ihr seid die erste und bislang einzige kontinuierliche Minimal
Techno und House Party, die sich explizit an Frauen im
Allgemeinen und Lesben und Transgender im Besonderen
wendet - und zu der selbige auch tatsächlich in Scharen
kommen.
Caro: Vorreiter? als ich mit Silke die Milkshake gestartet
habe, haben wir uns nie Gedanken darüber gemacht, ob wir
jetzt Vorreiter sein wollen. Wir waren einfach in der Situation,
uns zu entscheiden: Gehen wir auf lesbenparties, und hören
Indie, Pop, rock, was auch nicht schlecht, aber nicht die
Musik ist die wir auf Parties zum Tanzen mögen, oder wir
gehen auf Techno-Parties und treffen da keine lesben.
Darum haben wir uns dazu entschlossen, nicht mehr zu
meckern, sondern eine eigene Party zu gründen.
langweilig war es uns in Berlin bis dahin auch nicht, aber
wir haben uns überlegt, so etwas könnte Berlin sehr gut
gebrauchen. und die Szene ist einfach da. Wir haben auch
immer wieder lesben getroffen, die derselben Meinung
waren, die sich bislang aber immer in den unterschiedlichen
Bezirken verstreut hatten.
Noch einmal nachgehakt. Was hat Euch dazu bewogen
eine Frauenparty zu organisieren, die ausschließlich auf
Techno und House DJs setzt?
Caro: es ging hauptsächlich darum, dass wir die Musik
mochten. Wir waren in der Panorama Bar, wir waren in der
Bar25, WMF Sommerlager... das war so in der entstehungszeit
2005. Wir waren dort begeistert von den DJs und es war
für uns genau die Musik, die uns auf Parties zum Tanzen
gebracht hat und die wir auf einer Party hören wollten. Diese
Musik gab es eben auf lesbenparties nicht. Da gibt es meist
einen so genannten electro-Floor, wo sie dann electro-Clash,
Synthie oder ähnliches aufegen. Das ist eben nicht das, was
wir hören wollten.
Bislang läuft die Partyreihe noch auf rein leidenschaftlicher
Basis und als Gastveranstaltung im Festsaal Kreuzberg. Hat
Milkshake. Der Terminus bedeutet ins Deutsche übersetzt
Milchmixgetränk oder auch einfach Milchmix. Der
Milkshake existiert bekanntermaßen in verschiedenen
Geschmacksrichtungen und ist ein schmackhaftes, energie
stiftendes Genussmittel.
auf der gleichnamigen Institution für elektronische lesben-
Clubkultur wird man den füssigen Titelgeber zwar vergebens
suchen, dafür liefert die Milkshake aber Mixe einer ganz
besonderen Geschmacksrichtung in der lesbischen Party-
und Musikszene Berlins.
Die Veranstaltungsreihe, die einem vorrangig lesbischen
Publikum frische weibliche Techno- und House-DJs
präsentiert, hat sich seit Mitte 2007 unter dem illustren
Namen Milkshake etabliert – warum? Wer weiß das schon so
genau? Schmeckt gut, klingt gut, ist gut.
Die Milkshake war ursprünglich die Idee und das Konzept
ihrer beiden Gründerinnen Caro und Silke, die die Partyreihe
in gemeinsamer arbeit organisiert, veranstaltet und damit
geradewegs nach vorne gebracht haben. Nachdem Silke,
die die Milkshake in graphischer Hinsicht grundlegend
geprägt hat, im Sommer 2008 aus zeitlichen Gründen die
Partyreihe ihrerseits aufgeben musste, entschied sich Caro,
die Milkshake angesichts der Zahl der bereits begeisterten
Partyfreundinnen fortzuführen.
anja, die in München schon in der elektronischen
Clubszene gearbeitet hat und im letzten Jahr nach Berlin
gezogen ist, steht Caro bei ihrer Organisation des Öfteren
mit Ideen und Netzwerken zu rate. letztere knüpfen die
beiden auch gemeinsam als Dotty zu anderen DJs und
Partyveranstalterinnen, sowohl in Berlin als auch bundesweit.
Nina, ist die neue Frau für die Optik der Milkshake und
führt die graphische arbeit von Silke im Hintergrund des
Partytreibens fort.
Der anspruch, Frauen eine musikalisch und visuell qualitativ
hochwertige Minimal, Techno und House Party zu einem
fairen eintritt zu präsentieren, war von anfang an Bestandteil
und ist stets Begleiter des in Berlin bislang einmaligen
Konzepts geblieben.
Music
14 15
die Milkshake Ambitionen, sich mittel- oder langfristig zu
einem eigenständigen Club zu etablieren? Die Party wird
doch kontinuierlich besucht.
Caro: Ja, die Party wird kontinuierlich besucht. es könnten
natürlich noch immer mehr leute sein, da die Milkshake auf
einem relativ niedrigen Budget läuft. es ist nicht wie bei der
Girlstown, zu der so 700 Mädels kommen. Die Milkshake
fndet in einem kleineren rahmen statt. Daher denke ich,
dass es schwierig ist, eine solche Party in einem eigenen
Club zu veranstalten.
Anja: Ich glaube auch, wenn wir die Milkshake kontinuierlich
jedes Wochenende organisieren würden, wären nicht mehr
der Kick und der anreiz vorhanden, mit dem die Mädels zu
uns kommen. Ich habe bereits einen Club mit aufgezogen
und das ist schon ein großer Kraftakt. Vor allem auch dieses
Nachtleben, bei dem man von zehn uhr bis zum nächsten
Tag dabei ist. Das geht schon an die Substanz und ich
glaube, dass das auf Dauer nicht mein Ziel ist.
Nina: Das kann man dann eben nicht mehr nebenbei
machen, sondern muss das als Fulltime-Job betreiben. auch
fnanziell muss sich das erst einmal rechnen, das ist immer
ein risiko.
Caro: es wäre sicher schwierig einen allein lesbischen Club
zu starten – unabhängig davon, welche Musik gespielt
wird.
Anja: an dieser Stelle will ich einwerfen, es gab in Paris Le
Pulp. Das ist ein lesbischer Club, der sich eine lesbische
elektroveranstaltung hereingeholt hat.
Caro: aber das ist dann ja auch eher dazu mutiert, dass da
dann am Donnerstag lesben-abend war und am Wochenende
war dort eine gemischte elektroveranstaltung.
Anja: Nee, nee, Donnerstag gab es lesben-elektro-Parties
die eher so die Pariser Szene – man darf natürlich Paris
nicht mit Berlin vergleichen, da es dort nicht die gleiche
Clubkultur gibt, wie hier. Die Franzosen sind ja nicht so
die Technofans, sondern mögen eher elektroclash. Insofern
waren die Parties schon eher underground und damit haben
die Donnerstag abende im Le Pulp eine lücke gefüllt. Kein
Rex konnte den abend machen, in qualitativer Hinsicht, wie
ihn Le Pulp gemacht hat.
Caro: Die waren schon Vorreiter, mussten aber leider
schließen, da sie aufgekauft wurden, aber um noch einmal
zurück zu Milkshake zu kommen.
Da wird sich jetzt auch etwas weiter bewegen. ab Januar
fndet die Party nicht mehr im Festsaal Kreuzberg statt,
sondern in der Berghain Kantine, die zur Panorama Bar/
Berghain gehört. Die Panorama Bar und das Berghain, das
ist die Techno-Institution in Berlin, der bekannteste Club
– die haben ein eigenes label. Da der Club von Schwulen
betrieben wird, kommen dort natürlich auch viele Schwule
aber auch Heteros hin. Die lesben kommen allerdings noch
immer zu kurz. Die Betreiber haben daher auch lust darauf,
die lesben zu supporten. und Tama Sumo und Steff, die
[als resident DJs der Panorama Bar : anm.d.redaktion] dort
involviert sind, haben uns extrem gut unterstützt und uns
eingeladen, um mit der zuständigen Person für die Berghain
Kantine einen Deal auszuhandeln.. Das ist natürlich für uns
auch ein Schritt in die richtige richtung, weil wir damit
nicht nur in der Kultur der lesbenszene sind, sondern auch
in der Subkultur der elektronischen Szene. Dadurch können
wir uns eben auch vielleicht einen Namen machen. es gibt
unendlich viele Techno-Parties in Berlin. Bislang aber nicht
lesbisch orientiert. Da ist das eben auch ein großer Schritt in
die Club-richtung. Dort wollen wir die Milkshake auf jeden
Fall einmal im Monat veranstalten.
Anja: Die Zusammenarbeit mit dem Berghain stellt natürlich
auch eine Vorreiter-Position dar, denn im Gegensatz zu den
Schwulen, die sich ihren eigenen Club geschaffen haben,
gibt es das bei den Frauen bislang noch gar nicht.
Bei der Milkshake fällt im Gegensatz zu den meisten
anderen Frauenparties auf, dass Ihr neben der eigentlichen
Veranstaltung besonderen Wert auch auf anspruchsvolles
Illustrations- und Graphik-Design, und damit verbunden, das
Merchandising legt. Ist der visuelle Auftritt „nur“ ein Mittel
zum zweck, die Party noch mehr im Berliner Nachtleben zu
verankern oder sind Euch diese visuellen Effekte auch ein
ganz eigenes Anliegen und weshalb?
Nina: Das ist für uns tatsächlich ein wichtiger Faktor, dass
wir die leidenschaft, von der wir vorhin gesprochen haben,
auch in jeden einzelnen Flyer stecken und versuchen, visuell
etwas zu verpacken, was auf der Milkshake letztlich zu
erwarten ist. Wir wollen in der richtung auch ein bisschen
weiter gehen. Wir haben bereits mit Visuals angefangen und
es macht Spaß, sich kreativ auszutoben - im Team, denn
es ist zum großen Teil auch eine Teamarbeit. Wir wollen für
die Milkshake auf jeden Fall auch eine visuelle Sprache
entwickeln. aber natürlich geht es auch darum, qualitativ
heraus zustechen.
Caro: Wir wollen damit auch das, was wir gut fnden,
verkörpern. Dieser Flyer soll vom Design her auch leute
anziehen, die den Flyer gut fnden; genauso wie die Party
die leute anziehen soll, die die Musik gut fnden, und nicht
nur, weil es eine lesbenparty ist. es war nie von anfang an
die Idee, dass wir gesagt haben, Berlin braucht noch eine
lesben-Party, bei der die lesben am rand der Tanzfäche
stehen und sich gegenseitig abchecken. es geht uns wirklich
um die Musik. es geht darum, dass die leute da hinkommen
und tanzen. es geht darum, dass die leute den Flyer sehen
und hinkommen, weil sie das Konzept interessiert. und es
geht natürlich auch darum, dass die leute, die zu unserer
Party kommen, sich wohl fühlen. Wir schließen niemanden
aus, sondern lassen auch Männer in weiblicher Begleitung
rein, was ich sehr wichtig fnde – eben dass man sich nicht
so ausschließend verhält. Wer sich auffällig verhält wird
rausgeschmissen, aber es ist bislang noch auf keiner Party
vorgekommen, dass eine Frau sich darüber beschwert hat,
dass sie von einem Typen unangenehm angemacht wurde.
Das ist eben wichtig, dass man gemeinsam feiern kann,
ohne, dass man sich irgendwie belästigt oder bedrängt
fühlt.
Anja: Zu mir sagen auch viele heterosexuelle Frauen, die
auf die Party kommen, dass sie es total angenehm fnden.
In den meisten Techno-Clubs in Berlin hast Du zu bestimmt
80 Prozent Männer, und auf die 20 Prozent Frauen stürzen
sich dann die 80 Prozent Männer und nicht jede fndet
das unbedingt gut, zumal, wenn sie in einer Beziehung ist.
Daher empfnden viele Frauen unsere Party auch als sehr
entspannt. und dazu soll sie da sein, dass man tanzt, und
einfach seine Freude daran hat.
Caro: es geht ja auch nicht immer darum, auf eine Party zu
gehen, um jemanden aufzureißen. Wir wollen mit der Musik
auch qualitativ etwas bieten. und es geht aus unserer Sicht
auch darum, Freunde zu treffen.
Welchen DJ würdet Ihr gerne unbedingt auf einer Eurer
Veranstaltungen aufegen oder ein Live-Set spielen lassen
und hattet sie aber noch nicht dabei?
Caro: es gibt natürlich schon große weibliche DJs, die ich
gut fnde. Die zu buchen, sprengt allerdings im Moment noch
den fnanziellen rahmen. Das wird wahrscheinlich auch
weiterhin so sein, denn 1.500 leute werden nicht auf die
Milkshake kommen. es soll auch gar nicht so kommerziell
sein. Ich möchte ... neue Talente fnden oder DJs, die noch
nicht so bekannt sind. es geht uns nicht darum, Name-
Dropping zu betreiben, um die leute anzuziehen. Wir wollen
Besucher dadurch gewinnen, dass wir in die richtung ....
Techno, House, Deep House gehen. Natürlich sind wir
froh, wenn wir DJs wie Tama Sumo treffen, die resident in
der Panorama Bar ist, die aber auch riesige lust hat, die
lesbenkultur im rahmen unserer fnanziellen Möglichkeiten
zu unterstützen. Das hat mich wirklich sehr gefreut. und
als Tama Sumo dann auf der Party aufgelegt hat, war sie
so glücklich darüber, endlich lesben auf der Tanzfäche zu
sehen, dass ihr die Gage in dem Moment nicht so wichtig
war, als die lesbische Kultur zu unterstützen. Sie hat eben
vor einem Jahrzehnt schon auf lesbenparties gespielt und
da hat es eben überhaupt nicht funktioniert, die Frauen
für House zu begeistern. Selbstverständlich ist das für uns
super, wenn wir DJs wie Tama Sumo dabei haben.
es geht aber auch nicht darum, ausschließlich lesbische
DJs zu fnden, sondern insgesamt weibliche DJs auf der
Milkshake zu präsentieren. Wir sind eher daran interessiert,
DJs zu fnden, die, wie wir, mit Vinyl aufegen und man
merkt, dass eine Ideologie dahinter steckt.
Bei Euch spielen nicht nur DJs aus Berlin ihre Sets,
sondern auch Djs von außerhalb. Und auch Ihr selbst
legt beispielsweise in München oder Köln auf. Welche
Bedeutung und Potenzial haben überregionale Beziehungen
für Milkshake?
Caro: Die Netzwerke zu den Münchenern und augsburgern
bestanden bereits vorher. Die Tini und die Daniela la luz
sind alte Freunde von der anja. als anja und ich angefangen
haben, aufzulegen, waren wir in augsburg, die Tini spielt
auch öfter hier. an sich fnde ich es auch super wichtig,
DJs von außerhalb Berlins einzuladen. Netzwerke sind sehr
wichtig. Die Verbindung nach Köln haben anja und ich durch
eine Besucherin der Milkshake bekommen, die in Köln solche
Parties organisiert. Insgesamt ist das eine entwicklung über
die Zeit hinweg.
Anja: Ich bin vor einem Jahr nach Berlin gezogen und kannte
mich in der Berliner lesbenszene nicht so wirklich aus,
wusste aber dass ich elektronische Musik hören wollte. Über
das Myspace-Netzwerk bin ich auf Milkshake gestoßen. und
da wird die Milkshake schon in Verbindung mit elektronischer
Musik und der lesbischen Kultur in Berlin gebracht. Das geht
an der Stelle auch über Berlin hinaus und die leute schauen
auch auf die Milkshake und wollen auch so eine Party in
ihrer Stadt. Das ist für uns natürlich ein Kompliment.
16 17
Caro: es wäre natürlich schön, wenn es eine solche Party
in jeder großen Stadt gäbe, aber wir haben auch nicht die
Zeit die Milkshake bundesweit zu organisieren. aber die
Netzwerke, die durch das Organisieren der Party entstanden
sind, die können anja und ich natürlich auch sehr gut für
unser DJ-Team nutzen. Wir organisieren so oftmals eine art
austausch mit Parties in anderen Städten. Dadurch lernen
wir dort auch wieder neue DJs kennen, die wir dann zur
Milkshake einladen können. DJs über Booking-agenturen zu
engagieren, wäre viel teurer. Das wäre für uns viel schwieriger,
da wir dann mehr eintritt nehmen müssten. einen höheren
eintritt möchte ich nicht verlangen, da ich denke, dass viele
Besucher nicht bereit sind, zehn euro zu bezahlen, was ich
selbst gut verstehen kann. Ich fnde, sieben euro sind ein
fairer Deal. Das war auch von anfang an der Plan, dass wir
uns auf dem Preisniveau bewegen, auf dem alles fnanziert
werden kann, aber auch die leute kommen, die eben nicht
in Clubs gehen, in denen sie zehn euro oder mehr zahlen
müssten.
Habt Ihr als Dotty (Milkshake Residents) mittel- oder
langfristig Label- oder Produktions-Ambitionen?
Caro: Wir haben lust! [lacht]
Anja: Die lust ist vorhanden. Die Zeit, um sich so was
anzueignen ist, eher das eigentliche Problem. Ich habe
mich auch noch nicht wirklich damit befasst. Wenn ich
das machen würde, dann wäre ich sicher nicht der digitale
Softwarenutzer, eher der analoge Synthiziser – Drum
Computer und ins Mikrofon-Kreischer. Das wäre ich dann
wahrscheinlich eher.
Das hat also Potenzial!
Anja: Das habe ich schon mal ein bisschen mit einer Software
ausprobiert, aber das war für mich so unspannend.
Caro: Damit könnte ich auch keine Musik produzieren. Ich
brauche etwas Haptisches. Das ist für mich genauso wie mit
Platten. Die sind auch etwas Haptisches. Ich würde auch
nicht oder ungerne mit Computer – und auch nicht mit CDs
– aufegen.
Gibt es weitere Projekte im Rahmen der Milkshake?
Caro: Was das Grafkdesign betrifft, haben wir auf jeden Fall
lust, über das bisherige hinauszugehen.
Nina: es gibt die Idee – auch wenn momentan die Zeit
fehlt – ein Fanzine, eine Plakatserie, oder weitere T-Shirts
zu gestalten. Wir haben auf jeden Fall lust, den Bereich
auszuweiten. Die Zeit und die Finanzen fehlen noch, aber
wer weiß...
Noch ein Statement zum Schluss?!
Anja: yes, we can!
www.milkshakegirls.de
18 19
The Milkshake... It exists in many different favors and is
a tasty stimulant giving you energy. at the correspondent
institution for electronic lesbian culture one won‘t fnd the
liquid donor of the title, but instead Milkshake delivers mixes
of a very extraordinary favor in the lesbian party and music
scene of Berlin. The series of parties presenting fresh female
Techno and House DJs to a mostly lesbian audience has
established itself under the illustrious name „Milkshake“.
Why?...who knows? Tastes good, sounds good, is good.
Milkshake was originally the idea and concept of the two
founders Caro and Silke, who organized and hosted the party
in collective work and moved it straight forward. after Silke
has essentially shaped Milkshake in graphic terms, but had
to give up the series of parties for temporal reasons in the
summer of 2008 , Caro decided to continue Milkshake in
view of the many enthusiastic, female party people. anja,
who‘s been working in the electronic music scene already
and who moved to Berlin last year is helping Caro with words
and deeds quite often when it comes to organization, ideas
and networking.
Together as Dotty they also forge links to other DJs and party
planners in the area of Berlin as well as nationwide. Nina
is the new girl for the optic of Milkshake and continues
the graphic work of Silke in the background of all the party
hustle and bustle. The demand of presenting women a
musically and visually attractive, frst-class minimal, Techno
and House party at a fair price has always been a part of this
-until now- unique concept in Berlin.
Is Milkshake vanguard in Berlin‘s women‘s parties? You
are the frst, and until now, only continuous minimal techno
and house party which appeals to women in general, and
lesbians and transgender people in particular – and to which
those are actually coming in droves.
Caro: Vanguard? Maybe. But when I started “les ciseaux
électroniques“ with Miona we never thought about the fact
whether we wanted to be vanguard or not. We were simply in
a situation in which we had to decide: Do we go to lesbian
parties and listen to Indie, Pop, rock which is not bad, but
not our type of music, or do we go to Techno parties where
we don‘t meet any lesbians. That‘s why we decided not to
bitch about it any longer, but to start our own party. until
then, it hasn‘t been boring for us in Berlin, but we thought
that Berlin could totally need something like that since the
scene is there. We have met lesbians over and over again who
had the same opinion. They‘ve just always scattered in all
the different areas.
To dig a little deeper...What persuaded you to organize a
women‘s party which strictly focuses on Techno and House
DJs?
Caro: It was mainly about the fact that we liked this music.
We were at Panorama Bar, Bar25 and WMF Sommerlager
(summer camp)...that was pretty much in the date of origin
back in 2005. We were enthusiastic about the DJs there and
it was exactly the type of music that made us dance and
which we wanted to hear at a party. This music didn‘t exist
at lesbian parties. There was mostly a so-called electro foor
where they spin electroclash, Synthie or the like. This is, as
I said, not something that we wanted.
Up to now, the party series runs on a sheer passionate
basis and as a guest event at the Festsaal Kreuzberg. Does
Milkshake have – medium or long term- any ambitions to
establish itself as an independent club, since the party is
continuously attended?
Caro: yes, the party is indeed frequently attended. Of course,
there could always be more people there, as Milkshake runs
on a relatively low budget. It‘s not like at Girlstown where
about 700 girls are coming every time. Milkshake takes place
on a smaller scale. That‘s why I think that it‘s diffcult to
host such a party at an own club.
Anja: I also think that if one could organize Milkshake every
weekend, there just wouldn‘t be the appeal with which the
girls arrive. Organizing and running a club is a massive effort.
especially having to work at night takes it out of you in the
long run and is not my aim.
Nina: you just can‘t do something like that along the way.
you would have to practice it as a full-time job. It must also
be proftable fnancially, and that‘s always a risk.
Caro: It would certainly be diffcult starting a strictly lesbian
club, regardless of the music which is played there.
Anja: at this point, I‘d like to throw in that there was a
lesbian club in Paris called le Pulp where they played only
electronic music in the evenings.
Caro: But then again, it kind of mutated into being a lesbian
night on Thursday and on weekends there was a mixed
electro event.
Anja: On Thursdays they had minimal-electro parties which
really enriched Paris‘ Techno scene. Sure, you can‘t compare
Paris to Berlin, because the club culture there isn‘t the
same. The French are mostly not that much of Techno fans
and usually prefer electroclash. Insofar, the parties were a
true insiders trip and therewith a huge success.
Caro: They were vanguard, but had to close since they
were bought up, but to get back to Milkshake : Things
are also starting to move. From January on the party will
not be taking place at the Festsaal Kreuzberg any longer,
and will be moved to Kantine which belongs to the
PanoramaBar. The PanoramaBar and the Berghain, which is
the Techno institution in Berlin, the most popular club, with
corresponding label and booking agency. Since the club is
mostly organized by gay men, the audience is mainly made
up of homosexual men, too. lesbians are still missing out.
Therefore, the carriers feel like supporting Milkshake. Tama
Sumo and Steff (who work as resident DJs at the Panorama
Bar: note of the editorial staff) who are involved in there have
supported us extremely well and have enabled a meeting
with the management. For us, this is defnitely a step into.
the right direction, because with this, we are no longer in the
culture of the lesbian scene, but also in the subculture of
the electronic music scene. Thus, we can make a name for
ourselves. There are endlessly many Techno parties in Berlin
and until now, were were the only ones who were lesbian.
That‘s as well a big step into the club direction where we
defnitely want to host Milkshake once a month.
In contrast to most of the other women‘s parties, it stands
out with Milkshake that you seem to particularly value
superior illustration and graphic design aside from the actual
event and - tied to that - the merchandising. Is the visual
appearance „only“ a means to an end to embed the party in
Berlin‘s night life, or are these visual effects also your own
special concern and why?
Nina: For us, it is actually an important factor that we put
the effort and passion about which we spoke before into
every single fyer and try to visually wrap something which
can ultimately be expected at Milkshake. We also planned on
going further into this direction. We have already started with
visuals and it‘s fun to creatively let off stream – in a team
since it‘s teamwork for the most part. We defnitely want to
develop a visual language for milkshake, but of course it‘s
also about standing out concerning the quality.
Caro: With this, we want to embody something which we like.
From its design, the fyer is supposed to allure people who
like it. Just like the party is supposed to allure people who
like the music and not just, because it‘s a lesbian party. From
the beginning on, it was never the idea that we said Berlin
needs another lesbian party where the girls are standing on
the side of the dancefoor checking each other out. It‘s really
about the music. It‘s about having people go there and
dance. It‘s about people seeing the fyer and going there,
because they‘re interested in the concept. and of course,
it‘s also about making people who attend the party have a
good time and feel comfortable. We don‘t exclude anyone,
but also let in men in female company which I fnd really
important. People who behave badly get thrown out, but so
far it hasn‘t happened that a woman complained about being
awkwardly hit on by a guy. That‘s what‘s important...that you
can party together without feeling molested or hassled.
Which DJ would you absolutely love to have spinning
or playing a live set at one of your events, but whom you
haven‘t had yet?
Caro: There are, of course, already some pretty big female
DJs out there whom I like, but to book them would blow our
budget at this point. This is most likely going to continue to
be the state, because there are just not going to be 1500
people at Milkshake. It‘s also not meant to be so commercial.
I‘d like to fnd new talents or DJs who aren‘t well known. It‘s
not about practicing name-dropping to catch the attention of
people. We want to win people over by going into the minimal
Techno, house and deep house direction. Certainly, we are
glad when we meet DJs like Tama Sumo who is the resident
DJ at Panorama Bar, but who‘s also motivated to support the
lesbian culture in the context of our fnancial possibilities. I
was really pleased about that... and when Tama Sumo spun
the turntables at our party she was so happy about fnally
seeing lesbians on the dancefoor that she didn‘t really
care about the fee in this moment as much as supporting
lesbian culture. She has already played at lesbian parties
decades ago, and back then getting the women into house
music just didn‘t work. Naturally, it‘s great for us when we
have DJs like Tama Sumo with us, but it‘s not about fnding
exclusively lesbian DJs, but about fnding female DJs in
general to present at Milkshake. We are also more interested
in fnding DJs who spin with vinyl like us and one recognizes
that there‘s an ideology behind that.
20 21
At Milkshake, not only DJs from Berlin play their sets, but
also DJs non-locals and even you guys spin, for example in
Munich or Cologne. What kind of of meaning and potential
do nationwide connections have for Milkshake?
Caro: The networks to the people from Munich and augsburg
have existed before. Tini and Daniela la luz are old friends
of anja. When anja and I started to spin we were in augsburg
where Tini plays more often. I actually also think that
it‘s super important to invite DJs from outside of Berlin.
Networks are really important. Me and anja have received
the connection to Cologne through a guest of Milkshake who
organizes such parties there. Overall, it‘s a development
throughout the course of time.
Anja: I moved to Berlin a year ago and didn‘t really know
the lesbian scene there, but I knew that I wanted to hear
electronic music. Through myspace, I came across Milkshake
and there it was already associated with electronic music
and lesbian culture in Berlin. at this place, it outruns Berlin
and people look at Milkshake and also want a party like that
in their city. That‘s defnitely a compliment for us.
Caro: It would of course be great, if there was such a party
in every big city, but we don‘t have the time to organize
Milkshake nationwide. The networks which evolved from
organizing the party, though, are very useful for mine and
anja‘s DJ sets. We often organize a kind of exchange with
parties in other cities. By doing this, we get to meet other DJs
there whom we can invite to Milkshake. engaging someone
through a booking agency would be way to expensive, since
that would mean having to raise the admission charge. I
don‘t want to require a higher charge, because I think that
many guests are not willing to pay 10 euro which I can totally
understand. I think, 6 euro are a fair deal. It has been the
plan from the beginning on to move on a price level on which
everything can be fnanced and that those people come who
just don‘t go to clubs in which they have to pay 10 euro or
even more.
Do you, as Dotty (Milkshake residents) have any label or
production ambitions long- or midterm?
Caro: We are up to it! [laughs]
Anja: The desire exists. The time to acquire something like
that is the actual problem and I haven‘t occupied myself
with that, yet. If I would do it then I would surely not be
the digital software user, rather the analog-synthesizer-drum
computer-microphone screamer.
So, I guess you have potential!
Anja: I‘ve tried this with a software a little bit before, but
that was so unexciting for me.
Caro: I couldn‘t produce music with that, either. I need
something haptic. It‘s the same for me as it is with lPs.
They are also something haptic. I wouldn‘t at all, or only
unwillingly to put on tunes with a computer and also not
with CDs.
Are there any more projects within the framework of
Milkshake?
Caro: Concerning the graphic design, we feel like going
further than what we‘ve done before
Nina: There is the idea -although we are currently lacking
time- of creating a fanzine, a poster series, or more t-shirts.
We defnitely feel like expanding this area. Time and money
are missing yet, but who knows...?
A statement in the end?!
Anja: yes, we can!
22 23
Du hast das DJ-ing 1989 zunächst mit Jazz und Funk
und sogar Hip Hop Sets begonnen. Wie und wann kamst Du
letztlich zum Techno?
eigentlich über ein paar Schlüsselplatten. Das war vor allem
Dj Rush, als allererster. eine Platte auf Saber Records –
das label kennt eigentlich heutzutage kein Mensch mehr;
ein urgestein unter den Chicagoer labels. In weiterer Folge
Underground Resistance. und dann kam auch eigentlich sehr
bald die Zeit, in der ich 1991 die deutsche Techno Szene
über DJ Hell kennen gelernt habe und unmittelbar danach
das Hardwax in Berlin. Das war eigentlich das Hauptding für
mich, der laden und die Szene in Deutschland - und wie das
dort DJ-mäßig abgegangen ist. Da habe ich mir dann schon
gedacht, das ist das, was ich auch machen möchte.
Wie hast Du dann den Beginn und die Entwicklung dieser
Techno- und House Ära seit Anfang der 1990er Jahre in
Berlin erlebt?
Dazu muss ich einleitend sagen, als ich 1993 nach Berlin
gezogen bin, und 1992 schon meine ersten DJ-auftritte in
Deutschland hatte, da hatte ich eigentlich permanent ein
schlechtes Gewissen, zu spät dran zu sein, mit Techno. Denn
die, die damals schon gut im Business waren, die meinten:
Was, Du kommst erst jetzt drauf? [lacht] Ich war dort so
ein bisschen schüchterne Newcomerin. aber was Berlin so
ausgezeichnet hat, waren diese ganzen Freiräume, die es
hier gab. und das ist auch ganz wörtlich zu nehmen. Das
lag daran, dass so viele Besitzverhältnisse nach der Wende
nicht geklärt waren und die leute einfach in irgendwelche
Gebäude rein sind und dort Parties veranstaltet haben.
absolut Stil prägend für die Berliner 1990er Jahre war in
meinen augen ganz sicher auch der Friseur und Elektro
- und ja, natürlich auch die großen Clubs wie der Tresor
und Planet beziehungsweise E-Werk. aber diese kleinen,
irgendwie ziemlich freakig organisierten Clubs, die haben
schon mehr widergespiegelt, was das eigentlich kreative
Potenzial in der Stadt ist. Da gibt es auch viele leute aus
der Szenerie, mit denen ich heute noch im Kontakt bin -
zum Beispiel aus dem Friseur, daraus hat sich die halbe
De:bug Belegschaft generiert. auf der anderen Seite war ich
total mit lernen und arbeiten beschäftigt. Ich habe ständig
alle Informationen aufgesogen und mich da wirklich voll
hineingekniet. Insofern war ich sozial gar nicht so wirklich
tief eingebunden in die Stadt. Deswegen kann ich Dir einiges
über DJ-Praxis und Hardwax erzählen, aber nicht gar so viel
zur Szene in Berlin.
Und zu Hardwax?
Hardwax war irgendwie ein ganz wichtiger internationaler
Knotenpunkt für Techno, electro und House. es ist eigentlich
ein sehr schönes Beispiel dafür, wie Netzwerken vor den
Zeiten des Internets funktioniert hat. Man hat sich einfach
dort in dem laden getroffen. Das war ein physischer Ort, wo
die Fäden zusammengelaufen und auch die Informationen
ausgetauscht worden sind. Das hatte natürlich auch sehr viel
mit einigen Clubs zu tun, zum Beispiel dem Tresor, die mit
ihrem label die ganzen Verbindungen nach Detroit verstärkt
haben. aber da war der Mark ernestus, der wahrscheinlich
einer der ersten war, aus Deutschland und aus Berlin, die auch
nach Chicago und Detroit gefahren sind und wirklich auch
dort vor Ort die ganzen leute kennengelernt und die Platten
eingekauft und hierher gebracht haben. Im unterschied zu
heute war die Infrastruktur, die Verteilung der Platten auch
noch nicht so entwickelt wie heute, oder sagen wir, wie vor
fünf Jahren, weil wir jetzt ohnehin ein ganz anderes Problem
mit den Plattenläden und den physischen Tonträgern haben.
Jedenfalls gab es im Hardwax jede Menge gesuchte und
tolle Platten, die in anderen läden einfach nicht zu kaufen
waren, oder erst sehr viel später nach München oder Wien
gekommen sind. Das war quasi paradiesisch für mich als DJ,
dort zu arbeiten.
Du bist 1996 nach Wien zurück gegangen. War zu der
Zeit eine Ära für Dich zu Ende, oder hattest Du spezielle
Pläne, die Du in Wien besser verwirklichen konntest?
Das hatte eigentlich private Gründe. Das lag vor allem daran,
Music
electric:indigo - female:pressure
Questions: Julia Große-Heitmeyer / Translation : Miruna Boruzescu
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dass ich ein bisschen überstürzt aus Wien weggegangen bin
- also ich hatte dort unerledigtes Zeug – und dann in Berlin
drei Jahre lang, wie gesagt, fast nur gearbeitet habe und
irgendwie nur wenig soziale einbettung hatte. Das hat mir
dann irgendwann gefehlt. und merkwürdiger Weise, sobald
ich diesen entschluss gefasst hatte, ich gehe nach Wien
zurück, hat das schon begonnen, sich zu relativieren. Ich
habe dann einfach privat leute kenne gelernt. Mein Blick
hat sich geöffnet. also, ich war drei Jahre lang wirklich total
fokussiert auf die Musik und auf das aufegen. Mit dem
entschluss nach Wien zurück zu gehen, hat sich dass dann
wieder ein bisschen normalisiert.
Hast Du während Deiner eit in Berlin auch produziert?
Ja, schon immer wieder, aber immer bei anderen leuten im
Studio. Meine erste Platte kam, glaube ich, 1993 raus. Das
war eine Nummer, die ich mit richard Bartz gemacht habe –
in München. München, das war auch so ein anker für mich;
und dann mit Pulsinger und Tunakan zwei Wienern. Das kam
fast zeitgleich auf einem New yorker label raus.
Abgesehen davon, dass Du in den einschlägigen Clubs in
Europa, Amerika und Asien aufgelegt hast, warst Du 2002
Teil des Line-Ups des Detroit Electronic Music Festes. Was
war das für ein Gefühl, dort - faktisch in der Mutterstadt des
Techno-Sounds - ein Set zu spielen?
Das hat mich natürlich total gefreut. Ich glaube, das war
das zweite oder dritte Detroit electronic Music Fest, das es
gab. Das allererste ist von Carl Craig organisiert worden, aber
dann gab es da wohl interne Schwierigkeiten. Bei dem Fest,
auf dem ich aufgelegt habe, war Carl Craig nicht mehr dabei.
Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob es das Zweite war oder
das Dritte. als dieses Booking kam, wusste ich schon, es ist
nicht mehr ganz so cool, weil Carl organisiert es nicht mehr,
aber es hat mich natürlich trotzdem wahnsinnig gefreut und
es war eine ganz große ehre.
aber es war nicht das erste Mal, dass ich in Detroit war.
Detroit war für mich einfach so wichtig, dass ich dort
zwischendurch hingefogen bin und die leute besucht habe;
was auch deswegen ging, weil Mark vom Hardwax die auch
kannte, vor allem die Underground Resistance leute.
Ist diese Detroit- Erfahrung das Stil prägende Moment für
Deine Arbeit?
Ja, das zieht sich schon so ein bisschen wie ein roter Faden
durch. Diese ein bisschen melancholische oder dunkel
gefärbte Funkiness, die für Detroit typisch ist, aber auch
die Chicago Tracks Geschichten, die eher Beat orientierten
Sachen – ganz sicher. aber irgendwann hat sich das auch
irgendwie aufgelöst, was sicher auch daran lag, dass ganz
viele DJs aus Detroit weggegangen sind, die dort den Sound
geprägt haben. Die ganze amerikanische Szene hat in den
letzten acht Jahren zumindest schwer gelitten, beispielsweise
der große Vertrieb Watts, der vor vielen Jahren schon pleite
gegangen ist. Dazu kommt das, was sie immer schon beklagt
haben, dass sie kein airplay, haben und insofern insgesamt
auch kaum Überlebenschancen für die Musiker und paar
Musikerinnen. einige sind auch nach europa gegangen
und der austausch ist immer intensiver geworden. Dieses
Detroit-Motiv oder die Detroit-Färbung sind in ganz vielen
Produktionen mittlerweile. Wer mir aktuell gerade einfällt
und was irgendwie ganz typisch ist, Fabrice lig - der ist ein
Belgier -, der macht extrem Detroitigen Sound und kommt
natürlich nicht aus Detroit, aber hat das echt gut drauf
[lacht].
Du hast auch im Le Pulp in Paris Sets gespielt? Wann war
das und wie war die Atmosphäre dort? Ist doch sehr bekannt
für seine elektronische Frauenparty, die sie damals hatten?
Da gab es verschiedene abende. Wenn ich mich richtig
erinnere, gab es den Donnerstag, der rein lesbisch angelegt
war. Dann gab es den Freitag, der nicht so vorgegeben war,
im Hinblick auf das Publikum, aber es waren immer ganz
viele lesben dort. es ist halt eine ganz starke lesbische
elektronik-Szene, die es dort in Paris gibt. Die ist dann
vielleicht recht überschaubar, nachdem was ich so von
Kolleginnen und Freundinnen gehört habe, dass sie dort jede
kennen, und man sieht immer wieder dieselben Gesichter.
Das war eigentlich immer sehr, sehr lustig. also, einmal,
daran kann ich mich erinnern, war ich höchst befremdet,
weil ich, während ich aufgelegt habe, nur Typen gesehen und
mir gedacht habe, was ist denn jetzt los? Das war aber auch
eher gegen ende der Zeit des Le Pulp. aber ja, das war ein
coole alternative Szene in Paris, die nicht so komisch hype
fashion aufgeladen war wie viele andere richtungen, die sich
Bernd Preiml ® 2005
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in Paris etabliert haben – aber auch schon verbunden mit
einem sehr typischen Stil. Die Mädels hätte ich, ohne sie zu
kennen, auf der Straße als Le Pulp Stammgäste identifzieren
können [lacht].
Vielleicht noch etwas zum Le Pulp, was eigentlich das
Skurrile und Nette am Le Pulp war, dass es eigentlich ein
alteingesessenes Tanzcafé war. Das war auch nach wie vor
aktiv. Das heißt, so Fünf-uhr-Tee-mäßig haben dort, ich weiß
nicht, am Wochenende oder einen Tag in der Woche, ältere
leute ihre Paartanzveranstaltungen gehabt. und danach
wurde von außen ein Schild drüber gehängt, worauf stand
Le Pulp, und dann war es die rein lesbische oder lesbisch
geprägte angelegenheit.
Hattest Du öfter Bookings dort?
Ja, immer wieder. Die Jennifer Cardini ist eine sehr gute
Freundin von mir und mit der Fany [Le Pulp Organisatorin;
anm. redaktion], die ich über Jennifer kenne, bin ich
mittlerweile auch befreundet. eine Zeit lang war ich so oft
dort, dass die leute gedacht haben, ich wohne in Paris.
Ich möchte noch einmal nach Wien zurück und damit auf
Deine weitere Arbeit als Labelbetreiberin und Netzwerkerin
zu sprechen kommen. Du hast 1998 Indigo:inc gegründet
und zeitgleich auch das Netzwerk female:pressure. Was war
Deine Intention für female:pressure? Die Internet-Plattform
ist bislang einmalig, oder?
Nein, es gibt auf der Website von female:pressure auch links
zu anderen Netzwerken, die allerdings später gekommen
sind. es gibt einige, aber female:pressure hat dann schon
ein paar eigenschaften, die es wesentlich von den anderen
unterscheiden. Ich bin nicht mit einer Gender Issue im Kopf DJ
geworden, sondern ich habe ganz normal als Ich angefangen,
Platten aufzulegen. Vom Publikum oder irgendwelchen
rezipienten wurde ich allerdings immer wieder mit der
Nase drauf gestoßen: Wahnsinn, Du machst das als Frau,
unglaublich, und wie ist das? Oder richtig beleidigend: Für
eine Frau kein schlechtes Taktgefühl, oder ähnlich Blödes:
es ist erstaunlich, dass Du das als Frau machst. es gibt ja
kaum jemanden. und dann kam vielleicht ein Beispiel-Name
von irgendeiner, die halt besonders berühmt war. und meine
antwort war dann immer eine rudimentäre aufzählungen von
Kolleginnen, wo ich dann gesagt habe: Stimmt schon, es gibt
mehr Jungs als Mädels, aber wir haben doch noch… und
dann habe ich begonnen, andere Kolleginnen aufzuzählen.
und die reaktion war dann meist: Ja, stimmt. aja, richtig.
Oder es gab Festivals oder Konferenzen, zu denen dann
irgendwie keine Frau eingeladen war und ich Gelegenheit
hatte, bei den Veranstaltern mal nachzufragen, warum. und
dann hieß es beispielsweise: Kelly Hand hatte keine Zeit,
oder: Monika Kruse war schon gebucht. also, es war immer
nur ein einziger Name, der genannt wurde. Den leuten ist
halt immer nur eine eingefallen, oder im besseren Falle
vielleicht auch zwei Kolleginnen. und ich habe mir gedacht,
jetzt reicht es langsam. Man muss das systematisieren.
Ich habe dann mehr oder weniger privat begonnen, meine
aufzeichnungen zu machen und eine liste von Kolleginnen
anzulegen und ihre Kontakte zu sammeln. Das war bevor
Internet so gebräuchlich war wie heute. und insofern ging das
auch etwas zäher voran, als das jetzt grundsätzlich möglich
ist. Dann habe ich versucht, daraus eine Datenbank zu
machen und mir überlegt, wie kann man das online stellen.
Ganz am anfang war es eine HTMl-liste und dann gab es
auch gewiss bestimmte Widrigkeiten, bis ich dann 2001
die andrea Mayr kennen lernte - die wurde mir vermittelt.
eigentlich hätte ich das gerne schon von anfang an auf
Open Source-Basis gehabt, weil ich fnde, dass Open Source
dem Gedanken von female:pressure total gerecht wird. und
ich hätte gern eine Open Source programmierte Datenbank
gehabt - das kann ich nicht selber machen – am besten
von einer Frau programmiert. Das war nicht ganz einfach.
aber irgendwann war es wirklich dringend notwendig, weil
der eine Server nicht mehr funktionierte und es kamen
Probleme von außen, die das forciert haben. Seitdem gibt es
diese eigentlich erstaunlich stabil laufende, von der andrea
Mayr programmierte Datenbank mit einer eigenen Domain.
Das war natürlich schon ein weiterer Schritt, der meiner
Idee näher kam, oder sehr nahe kam, dass man die Website
auch durchsuchen kann. Das funktionierte am anfang nicht,
weil es eine HTMl-liste war. Das hat mich auch immer
wahnsinnig gewurmt, aber das ist ja auch nicht ewig so
geblieben [lacht].
Wo steht female:pressure heute im Vergleich zu
damals?
Das eine war der technische aspekt. Inhaltlich ist es klar,
dass es in Deutschland und Österreich zum Beispiel eben
nicht mehr besonders exotisch ist, wenn eine Frau an den
Turntables steht. Wenn es um Musik geht, die von Frauen
produziert wird, sieht es schon wieder anders aus. Darauf
einen gewissen Wert zu legen, das ist noch viel exotischer;
vergleichbar mit dem Status Quo von vor zehn Jahren bei
den DJs. es sind natürlich viel mehr geworden und dieses
Netzwerk hat sich auch schon wesentlich verbreitert. es
ist leider immer noch nicht obsolet. Das ist natürlich im
endeffekt die Zielvorstellung, dass man so eine Plattform
nicht mehr braucht, weil es ganz egal ist, welches Geschlecht
ein DJ hat, oder was auch immer es dazwischen geben mag.
Wir sind auf dem Weg. es gibt da viel, was ich mir auch noch
besser vorstellen könnte, was man Community-technisch
und überhaupt technisch vielleicht an Projekten auf die
Beine stellen kann. ein erster Schritt in so eine richtung
ist das open:sounds Projekt, dass Frauen sich musikalisch
auch mehr untereinander austauschen, mit ihrer Kunst, die
sie machen. Das fände ich schon gut, aber da gibt es keinen
genauen aktionsplan. es hängt auch immer davon ab, wie
sich Sachen fnanzieren lassen. Im Grunde ist es ja mein
Privatvergnügen. einzelne Projekte sind in Wien vom Verein
Stadtimpuls Wien gefördert worden: die erste open:sounds
CD wie auch die DVD zum zehnjährigen Jubiläum. und
wenn man so eine Förderung bekommt, dann kann man es
sich natürlich auch leisten, so etwas weiterzuentwickeln.
ansonsten ist es schon meine private Zeit und mein privates
Budget, das Ding am laufen zu halten und zu aktualisieren
und neue Members einzufangen [lacht].
Wie kam es betreffend die open:sounds CD zu dem Line
Up? Hast Du die Mitwirkenden angefragt, oder sind die auf
Dich zugegangen und wollten sich beteiligen?
Im Prinzip ist es so, dass die open:sounds Musikproduktions-
Plattform von female:pressure-Members genutzt werden
kann - aber auch nur von female:pressure-Members, denn
man braucht dazu ein login. Für beispielsweise das CD-
Projekt und auch für die DVD gab es konkrete aufrufe: Hey,
wir haben das Projekt vor. Nutzt doch open:sounds und stellt
eure Musik online. Da waren alle frei eingeladen, etwas zu
machen. Nur die Compilation, die auf entweder der DVD
oder auf der CD drauf sind, das habe ich alleine ausgesucht.
es sind alle Tracks gestreamt auf der Seite, und da gibt es
keine auswahl. Das gilt für alle, die etwas Online gestellt
haben.
Auch wenn wir das implizit angesprochen haben, ich frage
dennoch explizit noch einmal nach; hast Du ein zukünftiges
Projekt im Rahmen von Indigo:inc oder female:pressure in
Planung?
Ja, das mit indigo:inc (meinem label) ist so, dass es
derzeit seit ungefähr drei Jahren schläft und ich auf jeden
Fall nächstes Jahr mindestens eine neue Maxi von mir
rausbringen möchte. es ist leider alles noch nicht wirklich
spruchreif. Nachdem ich jetzt viel intensiver als früher an
live acts gearbeitet habe und zur Zeit relativ viel live spiele,
gibt es natürlich einiges an Material. Das ist zum Teil auch
bereits ausproduziert, zum Großteil noch nicht. Das würde
ich gerne rausbringen. Nur habe ich keinen Vertrieb und es
ist auch eine fnanzielle Frage. Das gilt es dann zu klären.
Das möchte ich eigentlich sehr bald anfang 2009 in angriff
nehmen. Das ist geplant für Indigo:inc.
außerdem habe ich ein neues Projekt mit einer Kollegin,
irradiation, aus Wien, wir haben ein live-Projekt, das uns
beiden sehr, sehr viel Spaß macht. Wir haben beide daran
gedacht, ein album zusammen zu produzieren. es kann
dann auch gut sein, dass das auf indigo:inc rauskommen
wird. aber auch das ist noch nicht wirklich spruchreif.
Mit female:pressure möchten wir auf jeden Fall auch ein
weiteres Projekt machen, auch in Zusammenarbeit mit dem
Stadtimpuls Wien. Die sind sehr interessiert. Wir haben
letztes Jahr darüber gesprochen, nach der DVD würden wir
gerne eine Blu-ray Disc herausbringen, weil man da quasi
noch mehr und weniger komprimierte Daten in besserer
Qualität draufpacken und einfach noch ganz andere
Funktionen bedienen kann. Das würden wir gerne machen,
eventuell im Zusammenhang mit einem Mini-Festival an
drei verschiedenen Orten, sagen wir mal los angeles, Tokio,
Berlin, und Wien natürlich auch noch; sonst wäre es ja
nicht so schön für den Verein Stadtimpuls Wien. also, das
würden wir gerne machen, aber ob das konkret funktioniert,
ist noch nicht raus. es waren auch gerade Neuwahlen der
regierung in Österreich und davon ist das wahrscheinlich
nicht ganz unabhängig, weil es ein politischer Verein ist.
Ganz konkret kann ich das eben alles noch nicht sagen,
aber wir wollen auf jeden Fall gerne wieder etwas machen.
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aber es ist eigentlich auch ganz angenehm, wenn man zwei
Jahre zwischen den releases hat, was die female:pressure
Sachen beispielsweise anbelangt. Denn das ist ein irrsinnig
zeitintensiver arbeitsaufwand über einige Monate. Da ist es
dann ganz angenehm, wenn ich die Zeit habe, mich auch
wieder um meine eigene Musik zu kümmern. Denn wenn
ich jetzt ein female:pressure Projekt hätte, dann hätte ich
keine Zeit, liveacts vorzubereiten. Das schließt einander
aus. Insofern ist es gut, wenn das abwechselnd läuft.
Noch eine abschließende Frage: Was sind DIE Detroit
Klassiker, auf die man in seiner Vinyl-Sammlung einfach
nicht verzichten kann? Wenn Du magst, nenn doch bitte
auszugsweise fünf Beispiele.
Model 500 - No uFO‘s (Metroplex)
underground resistance - Punisher (underground
resistance)
ur - The Final Frontier (underground resitance)
Suburban Knight - The art Of Stalking (Transmat)
69 - Sound On Sound (Planet e)
reese - rock To The Beat (KMS)
Innercity - Big Fun (KMS)
e-Dancer - Pump The Move (KMS)
rhythim Is rhythim - Strings Of life (Transmat)
K.alexi Shelby - all For lee Sah (Transmat)
Jeff Mills - Waveform Transmission Vol. 1 (Tresor)
Millsart - Mecca eP (axis)
robert Hood - Minimal Nation (axis)
Blake Baxter - The Prince Of Techno (underground
resistance)
Octave One - Black Water (430 West)
Carl Craig presents Paperclip People - The Climax (Open)
Drexiya - Deep See Dweller (Shockwave)
aux 88 - electrotechno (Direct Beat)
random Noise Generation - Instrument Of Change (430
West),
and so many more...
You started Dj-ing in 1989, frst with Jazz and Funk or
even Hip Hop Sets. How and when did u come to Techno?
actually through a few key - records. and frst of all was
DJ rush. a record put out by Saber records - the label
is probably long forgotten, a stepping stone of the Chicago
labels. Next was Underground Resistance. and then came
a time, actually in 1991, when I got to know the German
Techno Scene from Berlin through Dj Hell and Hardwax.
This was the main thing for me, the store and the scene in
Germany - and how things where evolving in DJ-ing. It‘s then
when I said to myself: that‘s something I would like to do.
How did you experience, this start and evolution of the
techno and house era since the beginning of the 90‘s in
Berlin?
First I have to say that, when I arrived in Berlin in 1993,
and already had my frst gigs in Germany, well I had a guilty
conscience, that I came too late to Techno. Because the
ones which were then in the business where like: „What, you
come only now to it?“ (laughs). I was there a shy newcomer.
But what was great about Berlin, was the big amount of free
room. and you can take this literally. It came from the fact
that after the big turnabout the land tenure was not really
cleared and the people just entered the empty buildings and
organized parties.
absolutely representative for me in 90’s Berlin were, surely,
Friseur and Electro - and of course the big clubs like Tresor
and Planet or E-Werk. But these small, somehow freaky
organized clubs, have refected more clearly the creative
potential of this city.
There are a lot of people from this scene with which I am
still in touch, for instance, from Friseur came half of the
De:Bug crew. On the other side I was totally busy learning
and working. I was absorbing all the information and totally
devoting myself to it. Insofar I was not so socially attached to
the city. That is why, I can tell you more about the Dj-Praxis
and Hardwax, than about the scene in Berlin.
What about Hardwax?
Hardwax was somehow a very important cross point for Techno,
electro and House. It is actually a beautiful example of the
way networks were created before the time of the internet.
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People would just meet in a store. It was a physical space
where people were meeting and information was exchanged.
It had of course also a lot to do with some clubs, like
TreSOr, which strengthened through their label the links
to Detroit. But there was Marc ernestos, probably one of the
frst who went from Berlin to Chicago and Detroit, and really
met all the people there and brought back records. There
is a difference between the way records were shared fve
years ago and today. The Infrastructure was less developed.
Today we have other problems with the record shops and the
physical sound carriers.
anyway, in Hardwax there were a lot of rare and wanted
records which you could not fnd in other record shops or
arrived way later in the stores of Munich or Vienna. It was a
kind of a paradise for me as a DJ to work in there.
1996 your returned to Vienna. Was at that time the end
of an era for you, or did u had some particular plans to be
developed in Vienna?
I actually had private reasons. The point was, I left Vienna
quite precipitous - so I let there some unsolved business
- and then in Berlin, as I said, it was mostly work and
somehow not so much social embedding. I started to miss
it at a point. and curiously, right after I took the decision to
return to Vienna, the perspectives started to enlarge. Then
I started to meet people just in private. My view opened. So
for three years I had been focused only on the music and
on the mixing. With the decision to return to Vienna, things
started to get back to normal.
Did you also produce during the time you were in Berlin?
yes, again and again but every time in other people‘s studios.
My frst record came out in 1993, i think. It was a number
I did with richard Bartz in Munich. Munich too was a kind
of an anchor for me. and after with Pulsinger un Tunakan,
two Viennese artists. It came out at the same time on a New
yorker label.
Apart from the fact that you mixed in the appropriate
clubs of Europe, America and Asia, in 2002 you were part
of the line-up of the Detroit Electronic Music Festival. What
was the feeling to play in the city of Techno-Sounds?
I was pleased, of course. I think it was the second or the
third Detroit electronic Music Fest they did. The frst one
was organized by Carl Craig, but they had some internal
diffculties. Carl Craig didn‘t join in when I played. I am
not sure if it was the second or the third edition. When I
got this booking, I already knew it was less cool than when
Carl was organizing it, but still it made me feel very happy
and honored.
But it was not the frst time I had been to Detroit. Detroit was
just so important to me that I few there from time to time
to visit people there. It was easy to do this because Marc
from Hardwax knew them too, especially the people from
Underground Resistance.
Is this Detroit-Experience the moment which defned the
style of your work?
yes, you could follow a thin red line. This melancholic, dark
Funkiness, which is typical for Detroit but also the Track
Stories of Chicago, the more beat-oriented stuff - yes sure.
But at a point it all somehow got dissolved. The reason was
that a lot of DJ‘s which were infuencing and forming the
sound, left Detroit. The whole american scene was seriously
affected in the past eight years. at least, the big distributor
Watts got broke already a long time ago.
In addition was the fact they always complained about, that
they don‘t have airplay and so no real survival chances for
the musicians. Some even went to europe, and that made
the exchange more intensely. This Detroit - Theme or the
Detroit - Color is today in a lot of productions. a typical
example which comes into my mind right now is Fabrice lig
- he is Belgian - he does extremely Detroit-sounding tracks,
and of course, doesn‘t come from Detroit, but he‘s really
good at it (laughs).
you played some sets in Le Pulp in Paris? When was it
and how was the atmosphere there? It is still very famous for
the electronic Ladies Parties they had at that time.
There were different evenings. If I remember well, the
Thursdays were lesbian-only. Then there was Friday which
was not that exclusive but, still there were lots of lesbians in
the audience. Well the lesbian electronic scene is very strong
in Paris. and it‘s quite clear from what i know from friends
and colleagues, you always see the same faces and everybody
knows everybody. This was always very funny. So, one time,
i totally remember, I was very confused because while I was
mixing I saw only guys. So I thought: what‘s going on here?
It‘s true it was around the end of Le Pulp. It was a cool
alternative scene in Paris, not so hype-overcharged like lots
of others there, but still bound to a very typical Style. I could
identify the girls, as regular guests of Le Pulp on the streets of
Paris without even knowing them (laughs).
The funny thing about Le Pulp was that the place was actually
an old restaurant with dancing. and still an active one. This
means that around fve o‘clock in the afternoon, at tea time,
one day of the week, i don‘t remember how it was in weekends,
older people had their partner dance session. and after, a
shield on which it was written Le Pulp was hanged outside and
the pure lesbian or lesbian dominated business began.
You were booked often there?
yes, always. Jennifer Cardini is a very good friend of mine
and Fany (Le Pulp promoter), which I know trough Jennifer,
became a friend too. at a point I was so often there that
people started to think I live in Paris.

I‘ll get once again back to Vienna and to your work as label
owner and networker. In 1998 you created Indigo:inc and at
the same time the network female:pressure. What was your
intention with female:pressure? This internet-platform is so
far unique, isn‘t it?
No, there are links to other networks on the website of
female:pressure. They came up later. There are some but
female:pressure has some skills which distinguish it from the
others.
I didn‘t become a DJ with a gender issue on my mind. I
just started to play records. I always had comments from the
audience and other people, like: „That is crazy! you do this as
a woman, it‘s incredible, how is it?“ Or really insulting: “you
have a rather good sense of rhythm for a woman“ or something
as stupid: „it‘s incredible you do this as a woman. There
is hardly somebody.“ and the next thing was an example
of a really famous woman dj. and my answer was always a
rudimentary enumeration of mates, but then again I would
continue: “yes, it‘s true, there is more guys than girls, BuT
there is also...“ and then I started to enumerate others.
and most of the time, the reaction was like: „yes, you are
right, exactly“.
Or there were festivals or conferences where I was the only
woman invited and I had the opportunity to ask the organizers
why. and the answer was like: „Kelly Hand was busy“ or
“Monika Kruse was already booked“. So there were always the
same names which were used. There was always only one or
maybe two names which were crossing people‘s minds. and at
a point I thought, this is going too far. We should systematize
this.
I kind of started alone by making a list of mates and by
collecting their contacts. This was before internet was so
useful like today. and it was also tougher than today.
Then I tried to do a databank and thought about how to put
it online. at the very start it was a HTMl- list and there were
some certain adversities, until 2001 when I met andrea Mayr-
she was introduced to me. actually I would have liked to have
built it from the start on the Open-Source base, because I think
that the Open Source idea serves female: pressure totally. and
I would have liked to have an Open Source databank - I can‘t
do it by myself - it would be best if it could be programmed
by a woman. This was not very easy. But at a point it was
absolutely necessary because one of the servers was not
working anymore and there were external problems which
forced this. Since then there is this incredible stable working
databank with it‘s own domain, programmed by andrea Mayr.
This was actually a next step which was closer to the idea that
you could browse the website too. This was not possible before
because there was only a HTMl- list. This was disturbing me
every time, but it changed (laughs).
Where is female:pressure today compared to then?
One was the technical aspect. It‘s sure that there is nothing
exotic anymore in Germany or austria to see a girl at turntables.
It‘s different when it comes to production. It‘s more exotic to
appreciate this comparing to the Status Quo of the DJs, ten
years ago. The number grew and this web extended obviously.
unfortunatley, this is not obsolete yet. The goal is, of course,
to arrive at the point where a platform like this one gets to be
useless, because it‘s totally irrelevant what gender a DJ has
or what else is in between. We are on this way. I can imagine
there is a lot that can be done in the community-technical
and technically put some projects on track. The frst step
in this direction is the open:sounds project, so women can
exchange their musical productions. I fnd this a good thing
but there is no clear action plan for it. It depends also how
things get to be fnanced.
Basically it‘s my hobby. Only certain projects in Vienna were
supported by Stadtimpuls Wien: the frst open:sounds CD
and the DVD for the 10th anniversary. and when you get this
kind of support, then of course you can afford to continue to
develop. Otherwise it‘s my private time and my private budget,
which contributes to make this thing work, update and add
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new members (laughs).
How did u built the line-up for the open:sounds CD? Did
you ask the participants or did they express their wish to be
part of this project?
Basically it‘s like this: the open:sounds music production
platform can be used by female:pressure members and
exclusively by female:pressure members because you need
to login to access. For the CD project and also for the DVD
there was a concrete call: „Hey, we have a project. use
open:sounds and put your music online.“ everybody was
invited to participate. Only the compilation, on CD or DVD, I
selected it by myself. all tracks are streamed on the site and
there is no other choice. This is available for everybody who
put something online.
Even if we talked about it before, I will ask explicit
again; do you have in plan a future project in the context of
indigo:inc or female:pressure?
yes, the thing with indigo:inc (my label) is that it‘s kind of
asleep for three years and I really want to release at least
a new Maxi of me in the next year. unfortunately this is
not ripe for decision yet. lately I have worked a lot more
intensive at live acts and I play quite a lot live so there is of
course some material. Some of it was already produced but
the biggest part, not yet. I would like to release it. But I have
no distribution and there is a fnancial issue too. This is what
needs to be solved. This is what I want to start, very soon in
the beginning of 2009. This is planned for indigo:inc.
apart from this, I have a project with a friend, irradiation
from Vienna, we have a live project, we both enjoy to do.
We thought about producing an album together. This can
be good because it would be released on indigo:inc. But
this is not ripe for decision neither. We want to do another
project, collaborating again with Stadtimpuls Wien. They are
very interested. We talked about this last year, after the DVD
we would like to release a Blu-ray Disc because this gives the
possibility to compress less and achieve a better quality, plus
there are some other extra functions.
This is what we would like to do, eventually correlated with a
mini-festival in three different places, let‘s say los angeles,
Tokyo, Berlin and of course Vienna; if not it wouldn‘t be
very nice for the organization Stadtimpuls Wien. So this is
what we would like to do, but if it will really work out is still
unknown. There were elections for the government of austria
and this can affect somehow, as Stadtimpuls Wien is a
political organization. I can‘t say very concrete things but we
want to do something again, anyway. But at the same time it
is very comfortable to have two years between the releases,
for example of the female:pressure releases. Because it‘s an
insane time - intensive effort of months. and then it‘s very
comfortable when I have time to focus on my own music
as well. Because if I had a female:pressure project right
now, I wouldn’t have the time to prepare my live acts. These
things exclude each other. until now it‘s good it happens
alternately.
A last question: What are THE Detroit Classics, we don‘t
have to skip in our LP collection?
If you would like, name fve or more titles.
Model 500 - No uFO‘s (Metroplex)
underground resistance - Punisher (underground
resistance)
ur - The Final Frontier (underground resitance)
Suburban Knight - The art Of Stalking (Transmat)
69 - Sound On Sound (Planet e)
reese - rock To The Beat (KMS)
Innercity - Big Fun (KMS)
e-Dancer - Pump The Move (KMS)
rhythim Is rhythim - Strings Of life (Transmat)
K.alexi Shelby - all For lee Sah (Transmat)
Jeff Mills - Waveform Transmission Vol. 1 (Tresor)
Millsart - Mecca eP (axis)
robert Hood - Minimal Nation (axis)
Blake Baxter - The Prince Of Techno (underground
resistance)
Octave One - Black Water (430 West)
Carl Craig presents Paperclip People - The Climax (Open)
Drexiya - Deep See Dweller (Shockwave)
aux 88 - electrotechno (Direct Beat)
random Noise Generation - Instrument Of Change (430
West),
and so many more...
http://www.indigo-inc.at/
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Mathilde Maccario ® 2007-2009
Mathilde Maccario‘s “Pauses”
Interview: Jennifer Bailey-lemanceau / Translation French - english: aurélie lemanceau / Translation: english - German: Corinna Förster
ich noch 3 Jahre an der Beaux-arts in Marseille, wo ich dann
meine Kunst-ausbildung abgeschlossen habe.
Wer oder Was ist deine größte Inspiration?
Die Malerei ist eine große Inspiration für mich. Sie ist eine
so bedeutende Kunstform. Vor kurzem habe ich auf einer
ausstellung am Modern art Museum in Paris einen Maler
namens Peter Doig entdeckt. Seine arbeiten sind einfach
unglaublich!
Filmkunst beeinfusst mich ebenfalls und ist oft der ursprung
meiner arbeiten.
Film und Fernsehen faszinieren mich. Ich erforsche die
Bilder, nehme jedes einzelne in mich auf und übersetze den
Inhalt frei in meine eigene Bedeutung.
Was treibt dich zu so „dreckigem Realismus”?
Wenn ich vor meinem Fernseher sitze, ganz allein im
dunklen, verschwindet alles und nichts existiert mehr!
Meine eigene realität baut sich vor dem Fernseh-Bildschirm
zusammen und ich kann mit der Zeit spielen. Ich lasse die
Bilder langsamer laufen und wenn ich endlich das perfekte
Bild fnde, stelle ich den Film auf Pause und fange es mit
einem Polaroid ein.
Wenn das Bild dann auf dem Polaroid erscheint ist das nicht
nur eine einzigartige Momentaufnahme sondern eine reale,
greifbare erfahrung für mich.
Glaubst du, dass Kunst die Realität verändern kann, sodass
sie zu einem einheitlichen Gebilde wird, das übermächtig
ist und Menschen aller Kulturen, Klassen und Geschlechter
zugleich berühren kann?
Ich glaube nicht, dass Kunst die realität verwandelt. aber
sie gibt uns die Möglichkeit, die Welt um uns herum auf eine
neue Weise zu erforschen und sie anders wahrzunehmen.
Wie durch einen Filter.
Ich denke, dass Kunst alles andere übertrifft. leider jedoch
ist sie immer noch dicht verknüpft mit einer elitären
Gesellschaftsschicht. eher durchschnittliche Menschen
Warum Fotografe?
Für mich ist das die beste art meine Gefühle
auszudrücken.
Wo kommst du her?
Ich wurde in Cannes geboren, am 13 Juli 1974. Die
Nabelschnur war um meinen Hals gewickelt… autsch! 19
Jahre habe ich in Cannes gelebt. Danach bin ich nach
Toulon, Marseille und schließlich nach aix-en-provence
gegangen, wo ich derzeit noch lebe.
Wann und von wem bekamst du deine erste Kamera?
Ich war 19. auf einer Straße in Cannes entdeckte einer
meiner Freunde eine liegen gelassene schwarze Tasche
am Straßenrand. es regnete sehr stark und außer uns war
niemand da. also machte ich die Tasche auf und darin war
eine brandneue Kamera (24/36 yashica). Sogar 2 weitere
Objektive und Wattestäbchen zum reinigen waren dabei!
Manchmal glaube ich an Zeichen und das war offensichtlich
eins! Ich habe mich so sehr gefreut, besonders weil ich nie
das Geld gehabt hätte, mir so eine Kamera zu kaufen.
Hast du Fotografe gelernt?
Ich habe schon immer alles geliebt, was mit ausdruck und
Kreation zu tun hat und nach einem naturwissenschaftlich
geprägten abitur wollte ich unbedingt zur École des Beaux-
arts in Nizza oder Toulon gehen. Ich hab die aufnahmeprüfung
erfolgreich absolviert und konnte mich zwischen den beiden
Städten entscheiden. Meine Wahl fel auf Toulon, da ich so
mein elternhaus verlassen konnte.
Zu dieser Zeit meines lebens habe ich viel herumprobiert.
Während des ersten und zweiten Jahres meines Studiums
habe ich viele interessante neue Kunstformen für mich
entdeckt und habe zum Beispiel einige Installationen
gemacht. aber Fotografe und Video haben sich schnell zu
meinen bevorzugten Medien entwickelt.
Mir ist es wichtig zu betonen, dass ich nicht nur Fotografn
bin, sondern vielmehr bildende Künstlerin. Nach Toulon war
Photography
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haben keinen einfachen Zugang zu Kunst und Kultur. Sie ist
zu teuer und es gibt zu wenige staatliche Institutionen, die
Kunst lehren. Das spiegelt zumindest meine erfahrungen in
Frankreich wieder. es ist eine Schande, denn für mich ist
Kunst ein Muss, ein tiefes Bedürfnis.
Gilles Deleuze hat gesagt: “Kreation ist ein akt des
Widerstandes” und ich fnde diese aussage ist grundrichtig.
Ich persönlich fnde Elemente von Terry Richardson, Nan
Goldin und Dash Snow in deinen Arbeiten wieder. Ist für Dich
die amerikanische Sichtweise in der Fotografe interessanter
als die europäische?
Ich mag Nan Goldin und Dash Snow sehr. aber Terry
richardson ist mir ein bisschen zu sehr porno fashion chic.
Ich will sein Talent nicht in Frage stellen, aber dieser Stil
berührt mich einfach nicht so sehr.
Ich mag einige amerikanische Fotografen, wie Mark
Morrisroe, larry Clarck und natürlich Diane arbus. Für mich
sind sie absolute ausnahmekünstler mit einer unglaublichen
Sensibilität.
Ich mag aber auch japanische und Nordeuropäische
Fotokünstler, wie zum Beispiel JH engström, der mich sehr
bewegt und berührt.
Wie ist es für dich als weiblicher Fotokünstler in einer
Welt, die in der Geschichte immer von Männern dominiert
wurde? Oder siehst du in letzter zeit einen Wandel
stattfnden?
alles ist in einem ständigen Wandel. Ich fnde tatsächlich,
dass Frauen in der heutigen Kunstwelt eine sehr wichtige
rolle spielen.
Zum Beispiel hat Nan Goldin 2007 den Hasselblad gewonnen,
einen der bedeutendsten Fotografe-Preise.
Ich persönlich habe die Hoffnung als Künstlerin und als
Person gleichberechtigt zu sein.
allerdings hängt Gleichberechtigung für Frauen davon ab,
in welches land sie hinein geboren werden. Wie wir alle
wissen, haben auch in der heutigen Zeit noch viele Frauen
nicht das recht sich auszudrücken.
Wenn du für einen Tag jemand anderes sein könntest
(lebend oder tot), wer würdest du gerne sein?
Fedérico Fellini: wegen seiner verzauberten Sicht auf die
Welt und seiner kunstvoll, poetischen Symbolik, seiner liebe
zu den unterschiedlichsten Typen von Menschen (diese
magischen Kreaturen) und natürlich wegen der bewegenden
Schönheit seiner Bilder.
Was ist deine Lieblingsfarbe und warum?
Das hängt von meiner Stimmung ab. aber es gibt eine Farbe
die ich hasse und das ist „Barbie“ Pink. Die macht mich
wahnsinnig! …ah!
Was ist dein absoluter Lieblingsflm und erkläre bitte
warum?
“la Jetée” von Chris Marker (Deutscher Titel: «am rande
des rollfelds»). Dieser Film ist zugleich verstörend und
poetisch.
er hat eine einzigartige Sichtweise, die mich anspricht und
berührt. So wie Marker mit dem licht spielt, schafft er es,
eine ergreifende Schönheit auf seinen Bilder wiederzugeben.
In “la Jetée” stellt er die philosophische Frage nach dem
außerkraftsetzen der Macht der Bilder, indem er zum Beispiel
die ausdruckskraft eines Gesichts nutzt. allein diese Themen
machen den Film zu meinem absoluten lieblingsflm.
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Why Photography?
It’s the best way for me to express my feelings.
Where are you from?
I was born in Cannes, July 13th 1974. I was born with the
umbilical cord around my neck.. Ouch!
I lived 19 years in Cannes and then I moved to Toulon,
after that to Marseille, and then fnally I ended up in aix-
en-Provence, which is in the South of France where I live
presently.
Who bought you your frst camera and when?
When I was 19, on a street in Cannes, which is located in
the South of France, there was a heavy rain down pour that
day. One of my friends noticed an abandoned black bag on
the side of the street. There was no one around us. So, I
opened the bag, and discovered a brand new camera (24/36
yashica), there were two lenses and still the materials to
clean it! Sometimes, I believe in signs and obviously this
was one! I was so happy, especially because, I didn’t have
that kind of money to buy a camera for myself.
Did you go to school for photography?
I have always loved creation in general, and after scientifc
studies, I was really interested to go to the “Beaux-arts” (art
school). after my baccaulauréat (the exam before going to
university), I passed the exam and had the choice to either
go to the “Beaux-arts” in Nice or the one in Toulon. I chose
the one in Toulon in order to leave the home of my parents.
at that time in my life, I was experimenting a lot during my
frst and second year of studies, I was realizing a lot of new
and interesting forms of art, like installations, for example.
But, quickly chose photography and video for my mediums
of predilection.
I would like to state, that I am not just a photographer, but
rather, a plastic artist. after, Toulon, I spent three years at
les Beaux-arts in Marseille which is where I completed my
art education.
Who or what is your biggest inspiration?
Painting is a big inspiration to me because it’s an important
form of art. recently, I’ve discovered a painter named Peter
Doig in an exhibition at the Modern art Museum of Paris. It’s
absolutely amazing and very inspirational!
Cinema also feeds my plastic production (photography,
painting, video, sculpture etc). It’s often the genesis of my
work.
Cinematic images are fascinating to me, I explore them,
translate them in total freedom consuming, every image and
translating its content into a special meaning.
What provokes you to create such “dirty realism?”
When I am sitting in front of my television, all alone in the
dark, everything disappears, and nothing exists! My own
reality unites in front of that televison screen. When this
occurs, I play with time in my mind. I slow down the visual
sequences and when I fnally fnd the perfect image, I put
the flm in “pause mode,” and then I capture my Polaroid
image.
The appearance of the Polaroid image is not only a unique
moment in time, but a real experience, tanglible experience
for me.
Do you believe that art can transform reality and become
its own entity which is all powerful and can touch people
from all cultures, classes and sexes?
I think art does not transform reality. But, it is a way to
explore and feel differently in the world that surrounds us. It
is also a flter which then can form it’s own creation.
Thus, I think art can transcend emotions. unfortunately,
art is still identifed for an elitist population. Therefore, the
average person does not have access as easily to culture and
art. There are reasons for this: it’s too expensive, and not
enough public education is devoted to teaching the arts.
This is coming from my own French personal experience.
Consequently, it’s really a shame. But for me, creation is a
need, a necessity.
In the words of Gilles Deleuze, “creation is an act of
resistance.” and I think this statement is profoundly true.
Personally, I see elements of Terry Richardson, Nan
Goldin and dash snow in your work. Does the American point
of view in photography interest you more than the European
photographers?
I like Nan Goldin and Dash Snow a lot. However, Terry
richardson is a little too much, „porn fashion chic,“ for
me. But, I do not contest his qualities. However, I‘m less
sensitive to that register.
I like certains american photographers, like Mark Morrisroe,
larry Clarck, and obviously, Diane arbus. To me, these artists
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are considered marginal photographers with an incredible
sensitivity. I also like Japanese and Northern european
photographers, like JH engström, which moves me and
touches me a lot.
How does it feel to be a woman photographer in an art
world historically dominated by men? Or, do you fnd this
changing?
I think women have an important role in art, actually. Things
are changing and progressing all the time.
For example, In 2007, Nan Goldin won the Prize Hasselblad,
which is one of the biggest photography awards.
I have aspiration for equality and to exist as a female artist.
However, equality for women depends on the country in which
they are born in. as we all know in this present world, women
do not have any right of expressions in certain places.
If you could be anyone for one day (living or not) who
would that be and why?
Fedérico Fellini: for his enchanted vision of the world and his
artful poetic imagery. He also had a strong love for different
types of people, including magical creatures. and, fnally,
for the love of his own imagination, which ultimately, enabled
him to create such unique and moving Cinema.
What is your favorite color and why?
It‘s depending on my mood. But there is only one thing I just
hate and that is „Barbie“ pink. It makes me nervous! aH!
What is your favorite movie of all time and please explain
why?
„The Jetty“ by Chris Marker. This movie is important to me
because of it‘s ability to be strange and poetic at the same
time. It has a singular vision which speaks to me deeply.
The refection of light that he uses upon his images refects
profound beauty. In „The Jetty,“ he poses the philosophical
question of defacing the power of images, just using the
strength of a face for example, and those themes alone
makes this flm my all time favorite.

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Vanessa leißring ®
Vanessa leißring
Questions: Julia Große-Heitmeyer / Translation: Vanessa leißring
Was interessiert Dich außer der Photographie noch?
Kunst, Musik, Mode und heisse Karren!
An was arbeitest Du momentan?
Diverse freie Projekte, eins beschäftigt sich mit Jugend
Kultur.
Hast Du konkrete zukünftige Pläne?
Mein eigenes Portfolio zu erweitern sowie meine freien
Projekte voran zu bringen.
Woher stammst Du?
Vom Mars, out of Space!
Wann hast Du mit dem Photographieren angefangen und
seit wann betreibst Du das Photographieren professionell?
alles begann damals mit meiner Neon pinken Formel 1
kompakt Kamera… Seit dem liebe ich die Fotografe.
Zwischendurch studierte ich noch an der Fh Dortmund
Fotodesign, absolvierte diverse Praktika und assistenzen bei
Namenhaften Fotografen/ Künstlern in Deutschland und im
ausland.
Welche Art der Photographie (formal und thematisch)
interssiert Dich besonders?
Ich bevorzuge eine sehr nüchterne, sachliche und „cleane“
Fotografe. architektur und Still life sind meine favs!
Was inspiriert Dich an der Photographie und dem
Photographieren?
Ich liebe Bilder!
Irgendwelche Einfüsse von anderen Photographen?
Tom Wood, Stephen Shore, Martin Parr, lee Friedlaender,
larry Clark, andreas Gursky…
Ausstellungen, die Du hattest oder planst?
Bisherige ausstellungen: art Cologne, Köln 2008, open
Space, Düsseldorf, 2008, Goethe Institut Kasachstan,
Kasachstan 2008, Dortmunder Kunstverein, Dortmund
2007, Brause, Düsseldorf, 2007
anstehende ausstellungen: Berlin 2009
Veröffentlichungen Deiner Arbeiten in Kunstbüchern oder
anderen Magazinen?
refektor, Selected Views, Schauplatz ruhr, luups, div.
ausstellungskataloge, z.B. epson art award, art Cologne
Photography
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Where are you from?
From Mars, out of Space!
When did you start taking pictures and how did you
become a professional photographer?
Photography for me was born when i got my frst camera,
a neon Formel 1 compact Camera. Since then I am in love
with Photography. During that time I studied Photography at
the university of applied Sciences in Dortmund. I worked for
different artists and Photographers as a Photo assistant and
made a few interns in Germany and abroad.
What kind of photography (formally as well as themes)
are you into?
I prefer a realistic and factual Photography. architecture and
Still life are my favourites!
What inspires you regarding photography and taking
pictures?
I love Pictures!
Any infuences by other photographers?
Tom Wood, Stephen Shore, Martin Parr, lee Friedlaender,
larry Clark, andreas Gursky…
Exhibitions you have had and/or plan?
Previous Shows: art Cologne, Köln 2008, open Space,
Düsseldorf, 2008, Goethe Institut Kasachstan, Kasachstan
2008, Dortmunder Kunstverein, Dortmund 2007, Brause,
Düsseldorf, 2007
upcoming Shows: Berlin 2009
Publications of your work in art books, other magazines?
refektor, Selected Views, Schauplatz ruhr, luups, div.
ausstellungskataloge, z.B. epson art award, art Cologne
What else than photography is of interest to you?
art, Music, Fashion and Cars!
www.vanessaleissring.com
vanessaleissring.blogspot.com
www.myspace.com/vl_photography
What are you working on at the moment?
Different Projects, on of them is about youth culture.
Do you have concrete future projects?
To complete my Portfolio and work on my further art
Projects.
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anna Malmberg ®
anna Malmberg - Swedish Visualistic Fairy Tales
Text & Translation: Julia Große-Heitmeyer
Ausstellungen, die Du gehabt hast und/ oder die Du
planst?
Seit Frühling 2008 arbeite ich mit der Stylistin Ida Persson
zusammen, und wir arbeiten nun als Team unter dem Namen
Nangilima Photographie. Wir sind wie Schwestern und sehen
die Welt mit den gleichen augen. Wir hatten im Vintage-laden
Beyond retro in Stockholm eine ausstellung von September
bis Mitte Dezember 2008. Zu Beginn 2009 werden wir eine
ausstellung in einer Photogalerie in Södermalm in Stockholm
haben.
Sind Arbeiten von Dir auch in Kunstbüchern oder anderen
Magazinen veröffentlicht worden?
Ich hatte einige meiner Bilder in der französischen Zeitung
le Dauphiné libéré und in dem Online-Magazin Noovo
Magazine. einige Magazine sind interessiert daran, unsere
arbeit zu publizieren. eines dieser Magazine ist The
Photography link.
Was außer Photographie interessiert Dich noch?
Ich bin immer ein kreativer Mensch gewesen. Ich bin in einer
künstlerisch ambitionierten Familie aufgewachsen. Daher ist
kreatives arbeiten etwas Natürliches für mich. Ohne kann
ich gar nicht leben. Wenn ich nicht photographisch arbeite,
dann arbeite ich an etwas anderem, wie Kleidung. Dinge, die
ich neben der Photographie liebe, sind Musik, Flohmärkte,
französische und italienische Filme, alte Häuser, alte
Kleidung und autos aus den 50er Jahren.
Hast Du konkrete Zukunftspläne?
Ida und ich haben viele Ideen und Träume für die Zukunft.
und viele Dinge passieren auch gerade jetzt. Wir hatten
ein Treffen mit Max Wang, der unter anderem für die
Vogue Taiwan schreibt. Das Treffen hat unsere erwartungen
übertroffen! er mochte, was wir machen und will uns nun in
Taiwan vermarkten. er arbeitet viel, um schwedisches Design
in Taiwan zu vermarkten. Max wird über uns in der Vogue
Woher kommst Du?
Ich bin in Mellangård außerhalb von Sundsvall in Schweden
aufgewachsen. Mit 18 Jahren bin ich dann nach Stockholm
gezogen, wo ich noch immer lebe.
Wann hast Du angefangen zu photographieren und wann
wurdest Du Photographin?
Mein Vater hat schon als lehrer für Kunst und Photographie
gearbeitet, und eines Tages, als ich 14 Jahre alt war, richtete
er eine Dunkelkammer in unserem Waschraum ein. Ich
habe meinen jüngeren Schwestern und mir alte Kleidung
angezogen und den Zauber entdeckt, Bilder zu komponieren.
Ich habe während meiner Schulzeit fast in der Dunkelkammer
gelebt. Nach meinem 18. lebensjahr habe ich einige Jahre
Photographie studiert. Ich habe auch als photographische
assistenz mit dem weltberühmten Photographen lennart
Nilsson zusammengearbeitet.
Mit welcher Art der Photographie - formal und thematisch
- beschäftigst Du Dich?
Künstlerische Photographie mit einem Hang zum Surrealismus
und zur romantik hat immer mein Herz berührt.
Was inspiriert Dich, betreffend die Photographie und das
Aufnehmen von Bildern?
Verlassene Häuser, alte Kleidung und unheimliche Filme
inspirieren mich sehr. Für mich ist der Ort sehr wichtig.
eine zerstörte Mauer zum Beispiel, bewegt mich dazu, ein
Bild aus einer Mischung aus Träumen und der realität zu
kreieren. Ich bin immer eine Träumerin gewesen, und mit
der Photographie ist es mir möglich, das Irreale Wirklichkeit
werden zu lassen.
Irgendwelche Einfüsse von anderen Photographen?
Ich liebe die Photographen Francesca Woodman, Tim Walker,
Floria Sigismondi, eugenio recuenco, Sally Mann, Deborah
Turbeville und Sarah Moon.
Photography
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Taiwan schreiben. es gibt im Mai eine große ausstellung für
junges Design. Dafür suchen wir momentan Sponsoren und
Förderung, so dass wir daran teilnehmen können. Dieses
Projekt wird zunehmend größer und viele schwedische
Designer wollen mit uns kooperieren. Wir werden die
Design-Produkte in unseren Bildern darstellen und in
den Installationen verwenden. So haben die Designer die
Möglichkeit sich in Taiwan zu vermarkten. Die Bilder werden
obdachlose Kinder zum Thema haben. aber wir werden es
auf unsere art mit einem Gefühl von Märchen darstellen.
Wir werden Hilfsorganisationen sowohl in Taiwan als auch in
Schweden für eine Zusammenarbeit kontaktieren.
und dann planen wir für die nächste ausstellung. In Zukunft
wollen wir reisen und faszinierende Orte fnden, an denen wir
unsere imaginäre Welt erschaffen können. Wir wollen Photo-
aufnahmen für Magazine in der ganzen Welt machen und
ausstellungen und Bücher produzieren.
Dies ist erst der anfang
Where are you from?
I grew up in Mellangård outside Sundsvall in Sweden and
when I was 18 I moved to Stockholm where I still live.
When did you start taking pictures and becoming a
photographer?
My dad worked as an art & photography teacher and one day
when I was 14 he built a darkroom in the washing room. I
dressed my younger sisters and myself up with old cloths and
I discovered the magic to create pictures. I almost lived in
the darkroom during the school time. Then when I turned 18
I studied photography a couple of years and also worked as a
photo assistant with the world famous photographer lennart
Nilsson.
What kind of photography (formally as well as themes)
are you into?
art photography has always been close to my heart, with a
touch of surrealism and romance.
What inspires you regarding photography and taking
pictures?
abandoned houses, old clothes and scary movies inspire me
a lot. For me the location is very important, a destroyed wall
for example makes my imagination create a picture with a
mix of dreams and reality. I have always been a dreamer and
with photography I have the possibility to make the unreal
become real.

Any infuences by other photographers
I love the photographers Francesca Woodman, Tim Walker,
Floria Sigismondi, eugenio recuenco, Sally Mann, Deborah
Turbeville and Sarha Moon.
Exhibitions you have had and/or plan?
Since the spring 2008 I have worked with the stylist Ida
Persson and we are now working as a team under the name
Nangilima photography. We are like sisters and see the world
in the same way. We have an exhibition since September to
the middle of December 2008 at the vintage shop Beyond
retro in Stockholm. In the beginning of 2009 we are going
to have an exhibition in a photo gallery at Södermalm in
Stockholm.
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Are there any publications of your work in art books, or
other magazines?
I have had some of my pictures in the French newspaper
„le Dauphiné libéré“ and in the web magazine „Noovo
Magazine“. Some magazines are interested to publishing our
work, one of them is “The Photography link”.
What else than photography is of interest to you?
I have always been a creative person. I grew up in an arty
family. So creating is something very natural for me. I can‘t
live without it. When I‘m not working with photos I create
something else (clothes in stuff...) Things that I love apart
from photography is music, fea markets, French & Italian
movies, old houses, vintage cloths and 50s cars.
Do you have concrete future projects?
Me and Ida have lots of ideas and dreams about the future.
and lots of things happen right now. We had the meeting
with Max Wang last Friday who is a writer for Vogue Taiwan
among others.
It was over expectation!
He really liked what we do and now he wants to market us in
Taiwan. He works a lot to market Swedish design in Taiwan.
Max will write about us in his column for Vogue.
There is a big exhibition for young design in there in May that
we now searching scholarship and sponsors for so we can
contribute. This project becomes bigger & bigger and lots of
Swedish designers want to co-operate with us.
We should then use different designer products in our
pictures and than also use them in the installation. and they
have then the possibility to market themselves in Taiwan. The
theme of the pictures will be about homeless children but we
are going to make it our way with a more fairytale feeling.
We will contact help organisations in both Taiwan and Sweden
for a co-operation
and then we plan for the next exhibition.
In the future we want to travel and fnd amazing locations
where we can create our imaginary world. We want to
make photo shoots for magazines all over the world and do
exhibitions and books.
This is just the beginning!
www.nangilimaphotography.com
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© Finn K. Buchwald
Finn Buchwald „love rock revolution Girl Style Now“
Text & Translation: Julia Große-Heitmeyer
equins im Barbie Deinhoff‘s zu sehen.
Finissage ist am Donnerstag, den 02. april um 20:00 uhr.
„love rock revolution Girl Style Now“ or the riot Grrl
perspective in photography
Though the feministic underground riot Grrl movement
goes back to the 80ies, Finn’s photography shows that this
subculture is still alive in Berlin and part of some of its
districts’ image.
Finn’s repertoire of full colour as well as black and white
photography contains portraits of womens’ bands, queer
performance artists, skaters or bmxers for example. The
specifc self-image of the portrayed is shown expressively in
their faces by how Finn takes the photos. Finn Buchwald’s
aim is to break up with the heterosexual masses’ standard
view on the gender topic.
Finn’s pictures are authentic not least because the
photographer’s view on her subjects is unpretentious and
simultaneously pin sharp. The authenticity also results from
Finn’s milieu she lives in: Most of the portrayed are friends.
The photos by Finn Buchwald have been shown in solo as
well as group exhibitions as for example the solo exhibiton
Heavenly Creatures. For this one she took pictures of young
lesbian women, drag kings, and drag queens in Berlin
mainly. Heavenly Creatures has been shown in Berlin,
Bonn, Copenhagen, and rome. In summer of 2008 Finn
took part at the group exhibition Rotes Haus (red House)
at Künstlerhaus Bethanien in Berlin. also in 2008 she had
photos shown at Wagenburg Lohmühle. Title has been A
Night Out - A Day Of Action.
Her current exhibition which is called MANNequins contains
black and white as well as full colour pictures. It can be seen
at Barbie Deinhoff’s.
Finissage will be on Thursday, april 2nd, 2009.
Wenn die feministische untergrund Punkbewegung der riot
Grrls in ihrer entstehungsgeschichte bald zwei Jahrzehnte
zurück liegt, Finn zeigt mit ihrer Photographie, dass diese
Subkultur in Berlin noch immer fortlebt und das Bild eines
manchen Kiezes der Stadt mitprägt.
Portraits von Frauen-Bands, queeren Performance-
KünstlerInnen, SkaterInnen oder BMX-erInnen beispielsweise
bilden das farbenfrohe oder auch schwarz-weiße repertoire
Finns photographischen Schaffens.
Das besondere Selbstverständnis der Portraitierten, steht
ihnen in Finns Photographien ausdrucksstark ins Gesicht
geschrieben.
Finn Buchwald geht es in ihren Bildern darum, die
Standardsichtweisen einer maßgeblich heterosexuell geprägten
Gesellschaft auf das Gender-Thema aufzubrechen.
Finns Bilder sind authentisch, nicht zuletzt deshalb, weil
die Photographin einen unprätentiösen und dabei gestochen
scharfen Blick auf ihre Motive wirft. Die authentizität
resultiert aber auch daraus, dass Finn sich selbst in dem
von ihr portraitierten umfeld bewegt. Die meisten der von
ihr Photographierten stammen aus Finns Freundes- und
Bekanntenkreis.
Photographien von Finn Buchwald waren auch als einzel-
oder in Gruppenausstellungen zu sehen; zum Beispiel die
einzelausstellung Heavenly Creatures , für die sie junge
lesbische Frauen, Drag-Kings und Drag-Queens hauptsächlich
in Berlin photographiert hat. Heavenly Creatures wurde
2006 und 2007 in Berlin, Bonn, Kopenhagen und rom
gezeigt. Im Sommer 2008 war Finn mit arbeiten an der
Gruppenausstellung Rotes Haus im Künstlerhaus Bethanien
beteiligt und hat im selben Jahr Photographien unter dem
Titel A Night Out - A Day Of Action in der Wagenburg
Lohmühle gezeigt.
Die aktuelle ausstellung ist momentan mit unterschiedlichen
Schwarzweiß- und Farbphotographien unter dem Titel MANN
Photography
www.she-trigger.de
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© Jennifer Bailey
Jennifer Bailey-lemanceau and aurélie lemanceau
Couronne Production
Questions: Julia Große-Heitmeyer / Translation: larissa Pieper
In jungen Jahren verließ ich mein Heim in Florida, um in
New york City zu modeln. Ich verbrachte die meiste Zeit
meines frühen erwachsenenlebens in Manhattan. als
Teenager wurde ich von einer großen Modelagentur gesignt
aber wurde schnell für zu klein befunden und habe danach
auch nur sehr wenig gearbeitet. Der einzige richtige Job,
an den ich mich erinnern kann, war eine alberne Werbung
für eine italienische Zahncreme. Ich habe auch ein paar
Musikvideos gemacht, aber schnell realisiert, dass defnitiv
keine Möglichkeit für mich bestand, wegen meiner Größe
als Fashion-Model erfolgreich zu sein. Deshalb war ich
gezwungen, schnell nachzudenken.
Ich war nicht einmal 18 Jahre alt und musste dringend Geld
verdienen, also führte mich meine derzeitige Freundin, die
selbst eine aufstrebende Fotografn war, an die zwielichtige
aber faszinierende Welt der Fetisch-Fotografe und des
-Modelns heran.
Von da an wurde ich von zwei sehr bekannten, amerikanischen
Fetisch-Fotografen entdeckt, richard Kern und Doris Kloster.
Ich wurde zu einer art Muse in dieser underground, New
yorker BDSM-Szene und modelte ausschließlich für diese
beiden Fotografen. Man fndet mich in deren Büchern und
interessant genug, wenn ich so an diese Fotos zurückdenke,
war ich nur ein Baby, gekleidet in heftige Militäruniformen,
die mein Wahlkostüm waren. es bringt mich zum lachen, da
sich in ästhetischer Hinsicht eigentlich nichts geändert hat
und ich mich immer noch sehr für uniformen und autorität
interessiere. Ich war immer tief von Sadomasochismus
fasziniert und liebte das Fetisch-Modeln aber ich wusste,
dass ich letztendlich auch zur Schule gehen musste.
Während dieser Jahre in Manhattan, begann ich mich sehr
für Kunst zu interessieren und fng an zu malen und Collagen
zu machen. Ich schrieb mich an der New School for Social
research ein und studierte als Hauptfach in Kunstgeschichte,
Kunsttheorie und englischer literatur. Nach der Schule
arbeitete ich direkt für eine luxuriöse Pr-Firma als Texterin.
Diese art von arbeit war nicht wirklich aufregend aufgrund
Jennifer, du hast U:D bis jetzt so viele tolle Künstler
empfohlen. Was ist dein eigener/persönlicher künstlerischer
Hintergrund und wo kommst du her?
Vorab möchte ich erst einmal sagen, dass ich wirklich an
das Konzept von u:D glaube. Ich habe viele Freunde, die
super talentierte Künstler sind und als ich dann selbst
angesprochen wurde, tauchte ich direkt ein. Ich bin eine sehr
visuelle Person und würde fast alles tun, um die Künste zu
unterstützen – insbesondere alternative und neue Konzepte.
Ich unterstütze aufstrebende Künstler, inklusive mir selbst
und liebe es, Minderheiten aller art zu helfen, sich für Kunst
zu begeistern, seien sie nun queer, transitioning, Frauen,
aliens, etc.
also, ich wurde als einzelkind von zwei verrückten Hippie-
Künstlern in Miami, Florida geboren. Ich lebte für die ersten
drei Jahre meines lebens in einer Künstler-Kommune. Mein
Vater war Musiker und Maler und meine Mutter war mehr
oder weniger in Kunst und Handwerk involviert. Kunst und
Handwerk, Dinge mit der Hand zu machen ist eine alte
Tradition, die in amerika besonders populär ist, egal, ob es
sich dabei um Töpfern, Stricken, Bücher machen handelt –
was auch immer. Meine Mutter machte es alles. Mein Vater,
auf der anderen Seite, ist ein Intellektueller, der geschult ist.
Das war sie nicht. Meine Mutter produzierte „Kunst um der
Kunst Willen“ und arbeitete immer mit ihren Händen. Nach
Jahren harter arbeit ist sie vor kurzem in rente gegangen.
Sie war für viele Jahre Bäckerin aber davor besaß sie einen
Baumschneide-Service. Das war ein seltener Job für eine
Frau in den 70ern und ist es auch heute noch aber sie ist
starkes, irisches Proletariat und hat mich sehr beeinfusst.
Sie gab mir das Geschenk und die Wertschätzung meiner
liebe zur Kunst und sie ist speziell diejenige, die mich dazu
ermutigt hat, mit meinen Händen und nicht Maschinen.
Offensichtlich haben sich die Zeiten geändert und ich bin
ebenso ein Technik-Junkie.
Art
66 67
der langen, ermüdenden Stunden aber sie war visuell und
textorientiert: zwei meiner liebsten Dinge.
Woran arbeitest du im Moment und was inspiriert dich
für dein aktuelles Projekt?
Ich bin gerade mit der arbeit mit einem Modehaus hier in Paris
fertig geworden, das maje heißt. Ich bin deren ausgesuchter
Künstler für die Frühling/Sommer 2009- Kollektion. Meine
Collagen werden der look für all ihre internationalen läden.
es war ein harter aber aufregender Job, weil ich zum ersten
Mal die Möglichkeit hatte, meine Collagen vergrößert auf
unglaubliche 5x7 Meter zu sehen. Die Collagen werden für
die Schaufensterreklame genutzt werden und es wurden
zudem noch 20.000 Poster gemacht und ebenso noch
80.000 Postkarten. Ich kann also sagen, dass ich sehr
zufrieden bin aber als typischer Zwilling, habe ich meine
kleinen Finger in vielen, und ich meine VIeleN Projekten
mit im Spiel. Ich arbeite an einer linie von T-Shirts, die auf
englischen Phrasen basieren und die hoffentlich bald hier in
Frankreich in Kaufhäusern und Boutiquen verkauft werden.
Ich interessiere mich auch für Videoinstallationen und
sexuelle Symbolik/bildliche Darstellung. Ich bin momentan
dabei, beides zu kombinieren aber es ist zum Großteil immer
noch in arbeit.
Ich bin ein visueller Junkie und komme mit Bildern aller art
zur vollen entfaltung aber insbesondere bewegten Bildern,
wie Videokunst/-Installationen und Film aber ich liebe
Fotografe und klassische Malerei ungeheuer, genauso wie
moderne Kunst, Philosophie und das erkunden sexueller
Tabus. am meisten aber verzaubert mich der menschliche
Körper.
Wer inspiriert dich grundsätzlich als Künstler ?
Ich denke, hauptsächlich Cindy Sherman, eine amerikanische
Fotografn, weil sie sich konstant von einem in einen anderen
Charakter verwandelt. Sie ist auf einem endlosen Weg der
Selbstentdeckung und ich bin einfach verblüfft von ihrem
ehrgeiz und ihrer Kreativität. Ich würde sagen, dass das
Konzept der Neuerfndung eine großes Thema in meiner und
ihrer arbeit ist. es ist das Konzept des Führens eines Dialoges
in der ersten Person, mit mir selbst und dem Publikum, was
ich sehr reizvoll fnde. Ich bin ein Jungist (anm. d. red.:
Diejenigen, die den Gedanken, Theorien und der Philosophie
Carl Jungs - dem Pate der Psychotherapie - folgen, werden
Jungisten genannt) und glaube an Selbstentdeckung durch
Träume, Synchronizität und Symbolismus und für mich
umfasst Ms Sherman sublim alle drei. Camila Pagilia liebe
ich ebenso, auch, wenn sie keine visuelle Künstlerin ist,
sondern eine queere, amerikanische Philosophin, Professorin
und autorin, die über alltagskultur, Politik und Geschlechter
schreibt. Ich bin absolut in ihre faszinierenden Konzepte zu
Geschlecht und Homosexualität verliebt, wo sie doch so eine
echte, weibliche rebellin ist. Ich verehre zudem Jean Michel
Basquiat für sein autodidaktisches auge und die kindhafte,
bildliche Darstellung, die sehr reich an politischem und
sexuellem Inhalt ist. und natürlich Marlene Dumas, die einzig
und allein mit Hinweisen quasi-pornographischen Materials
arbeitet. Marlene Dumas malt ebenso Portraits von Kindern
und erotische Szenen, was für mich am interessantesten
ist und völlig kontrovers. Die arbeit der Künstler, die ich
genannt haben, ist zutiefst intim und persönlich und das ist
genau das, was mich am meisten anspricht: eigenidentität.
Für mich ist die Darstellung des Körpers und Gehirn und all
seine inneren Tätigkeiten in einer erzählung in der Ich-Form
überaus schön und tabu, da es die Türen zu dem Inneren der
am meisten versteckten Sehnsüchte einer Person öffnet.
Oh, und ich darf nicht den genialen Geist von Marcel
Duchamp vergessen für seine Fähigkeit zu sammeln,
wahrzunehmen, zusammenzusetzen und gefundene Objekte
zu auszumustern. Das war und ist immer noch ein radikales,
künstlerisches Konzept. Für mich fasst dieses Zitat von ihm
zusammen, was Kunst ist: „es ist nötig, dazu zu gelangen,
das man ein Objekt wählt mit der Idee, von diesem Objekt
hinsichtlich der Basis von Freude irgendeiner art nicht
beeindruckt zu sein. Jedoch ist es schwer ein Objekt zu
wählen, was einen absolut nicht interessiert, nicht nur an
dem Tag, an dem man es gewählt hat und was keinerlei
Chancen hat attraktiv oder schön zu werden und welches
nicht angenehm anzugucken, noch besonders hässlich ist.“
Du lebst jetzt in Paris. Was hat dich von den Vereinigten
Staaten nach Frankreich gebracht?
Meine wunderschöne und talentierte Frau, natürlich. Sie
lebte in Paris und ich in den Staaten und wir konnten einfach
keine Sekunde länger mehr voneinander getrennt sein. also,
für mich ist es schwer in Frankreich zu leben, da ich die
Sprache nicht spreche aber die Kultur ist sehr reich und ich
© Jennifer Bailey
68 69
habe viel hinzugewonnen, indem ich hier lebe – nicht nur
wahre liebe, sondern eine Wertschätzung des lebens, die
ich in den Staaten brauchte.
Bitte erzähl uns von Deiner und Aurélies Firma Couronne
Productions.
uns gehört eine kleine DIy hardcore und extrem radikale,
avante garde, psycho-sexuelle Porno-Produktion. Wir machen
5 bis 10 Minuten lange, höchst abgestimmte, erotische Videos.
Diese Videos sind nicht für jeden, da sie sich eingehend
mit sehr persönlichen und bizarren sexuellen Gewohnheiten
befassen. Wir sind sehr aufgeregt wegen unseren eigenen
Videos und freuen uns, sie sehr bald verkaufen zu können.
Wir erkunden eine Variation an Themen, mitsamt BDSM,
Geschlecht, Kunst in Form der Terrorisierung des Körpers
und insbesondere des Geistes. Die arbeit ist zugleich schön
wegen des wundervollen editings, extrem provokativen
Konzepts und sehr alternativ und persönlich.
eure leser können mit dem kleinen Teaser, namens
„Buchette“, den wir für u:D gemacht haben einen einblick in
unsere leben bekommen. es ist nicht die typische, lesbische
Pornographie – gelinde gesagt. es geht weit über sexuelle
akte hinaus und gräbt sich direkt in das Zentrum der Tabus
und Merkwürdigkeiten. Sie und ich sind beide ein bisschen
strange, also könnt ich euch denken, dass die Videos höchst
erotisch aber zugleich faszinierend und komisch sind. Wir
sind defnitiv unsere eigenen Beeinfussungen. Müssten
wir aber einige unserer einfüsse beschrieben oder gar
beim Namen nennen, wären es Filmregisseure wie larry
Clark, Gus Van Sant and besonders Harmony Korine, die
regisseurin von „Kids“. Diese regisseure erforschen eine art
verbotenen realismus, den wir teilen. Wir erforschen, was
nur uns interessant erscheint und indem wir das tun – das
Kreieren von nur sexueller exploration und „Bedeutung“ in
unserer kleinen Vignette - erwarten wir kein urteil. Wir sind
eher entschlossen, eine Story für ihre wesentlichen Werte
und das einträufelnde Gefühl in unseren pornografschen
Filmen zu präsentieren. Wir wollen, dass das Publikum sich
fragt und leicht unwohl fühlt, oder zumindest etwas anderes,
ungewöhnliches fühlt, was genauso schön ist, aber ein
bisschen grotesk und komisch.
© Jennifer Bailey
Jennifer, you have recommended U:D so many amazing
artists by now, what is your own artistic background and
where are you from?
To begin with, I truly believe in the concept of u;D and have
many friends who are super talented artists. So when I was
approached, I just dove right in. I am a visual person and I
will do almost anything for supporting the arts-- especially
alternative and new concepts. I support up and coming
artists, including myself, and love helping minorities of all
types get into the arts, whether they be queer, transitioning,
women, aliens, etc.
Well, I was born in Miami, Florida, as an only child to two
crazy hippie artists.I lived on an artist commune for the frst
3 years of my life. My father was a musician and a painter,
and my mother was more or less involved in arts and crafts.
arts and crafts is an old tradition, especially popular in
america, of making things by hand, whether it be pottery,
knitting, book making-- you name it. My mother did it all. My
father, on the other hand is an intellectual and was trained,
my mother was not. My mother simply produces „art for art‘s
sake,“ and has always worked with her hands. after years of
hard labor, she just recently retired. She was a baker for many
years but before that, she owned her own tree cutting service.
This was a rare job for a woman in the 70‘s and still today,
but she is a strong Irish proletariat and was huge infuence
on me. She gave me the gift and appreciation for my love
of art and in particular, she is the one who encouraged me
to work with my hands and not machinary. Obviously, times
have changed and I am a technological junkie as well.
at a very young age I left my home in Florida to model in New
york City. I spent most of my early adult life in Manhattan.
as a teenager, I was signed by big modeling agency, but
was quickly found to be too short, and subsequently, worked
very little. The only real job I remember was a silly little ad
for an Italian toothpaste commercial. I also did a couple of
music videos but realized quickly that there was no way I
could succeed as a fashion model because of my height,
so I was forced to think fast. I wasn‘t even 18 years old
and needed to make money badly, so my girlfriend at the
time, who was an up and coming photographer herself,
introduced me to the seedy, but fascinating world of fetish
photography and modeling. From there, I was discovered by
70 71
© Jennifer Bailey
the two very famous american fetish photographers, richard
Kern and Doris Kloster. I became somewhat of a muse in
this underground NyC BDSM scene and modeled exclusively
for these two photographers. I can be found in their books,
and interestingly enough looking back on those photos, I
was just a baby dressed in very severe military uniforms, as
this was my costume of choice. It makes me laugh because
nothing has really changed aesthetically for me in these
years as I am still very interested in uniforms and authority.
I have always been deeply and profoundly fascinated with
sadomasochism and loved the fetish modeling but knew I had
to go to school eventually. During these years in Manhattan,
I became very interested in the arts and began painting and
collaging. I enrolled in the New School for Social research
and eventually majored in art history, art theory and english
literature. after, school, I went straight into working for a
luxury public relations frm as a copywriter. This work was not
exactly thrilling due to the long, tedious hours but was visual
and text oriented: two of my favorite things.
What are you working on at the moment and what inspires
you for your current project?
I just got fnished working with a major fashion house here in
Paris called maje. I am their chosen artist for their Spring/
Summer 2009 collection. My collages will be their look
for all their stores internationally. This was a hard job but
thrilling because for the frst time, I was able to see my
collages blown up to the extraordinary size of 5x7 meters.
The collages will be used for window display and there
were 20,000 posters made plus 80,000 postcards. So, you
can say, I am quite pleased, but as the typical Gemini, I
have my little fngers working on many and I mean many
projects. I am working on a line of t-shirts based on english
phrases, hopefully, to be sold and distributed here in France
at department stores and boutiques. I am also interested in
video installations and sexual imagery. I am in the process
of combining the two at the moment but it is still very much
of a work in progress. I am a visual junkie and thrive on
images of all types but especially moving images, such as
video art/installations and cinema. But I adore photography
and classical painting enormously, as well as modern art,
philosophy and exploring sexual taboos. But most of all, I am
enthralled by the human body.
Who as an artist inspires you basically?
I think by far Cindy Sherman, the american photographer,
because she is constantly morphing into character after
character. She is on an endless journey of self discovery and
I am just amazed at her ambition and creativity. I would
say that the concept of ‚reinvention‘ is a huge theme in
my work and in hers. It is this concept of running a frst
person dialogue with myself and the audience that is truly
appealing to me. I am a Jungist (author’s note: Those who
follow the thought/theory/philosophy of Carl Jung –the father
of psycho therapy - are called Jungists) and I believe in self-
discovery through dreams, synchronicity and symbolism, and
for me, Ms. Sherman encompasses all three sublimely. I also
love Camille Pagilia, even though she is not a visual artist,
but an american queer philosopher, professor and writer
who writes on popular culture, politics and gender. I am
absolutely in love with her intriguing concepts on gender and
homosexuality as she is a true female rebel. I also adore Jean
Michel Basquiat for his autodidact eye and child like imagery
that is super rich in political and sexual content. and, of
course, Marlene Dumas, who works solely with references
of quasi-pornographic material. Marlene Dumas also paints
portraits of children and erotic scenes, which for me is most
interesting and completely controversial. The work of all the
artists, I‘ve mentioned is deeply intimate and personal and
this is exactly what appeals to me the most: self-identity.
For me, the exposure of the body and the brain and all of its
inner workings in a frst person narrative is extremely beautiful
and taboo as it opens the doors to the inside of one‘s most
hidden desires. Oh, and I cannot forget the genius mind
of Marcel Duchamp for his ability to collect, discern, put
together and reject found objects. This was and still is a
radical artistic concept. For me this quote of his sums up art
for me, „It is necessary to arrive at selecting an object with
the idea of not being impressed by this object on the basis
of enjoyment of any order. However, it is diffcult to select
an object that absolutely does not interest you, not only on
the day on which you select it, and which does not have
any chance of becoming attractive or beautiful and which is
neither pleasant to look at nor particularly ugly.“
72 73
Couronne Productions is an alternative dyke porn series
starring King René and Queen Claudine.
Hardcore queer pornography that fucks not only
with your cunt but with your brain.
For further information on purchasing DVD’s contact:
couronne.productions@gmail.com
You live in Paris now. What has brought you from the
United States to France?
My gorgeous and talented wife, of course. She lived in Paris
and I lived in the States and there was no way we could be
separated a second longer. Now for me living in France is
very hard as I do not speak the language, but the culture is
rich, and I have gained a lot by living here not only true love
but an appreciation for life that I was lacking in the States.
Please tell us about your and Aurélie‘s company Couronne
Productions.
We own a small D.I.y. hardcore and extremely radical, avant
garde, psycho-sexual pornography production. We make 5
to 10 minute highly edited and very hardcore erotic videos.
These videos are not for everyone as they delve into very
personal and bizarre sexual habits. We are very excited about
our videos and are looking forward to selling them very soon.
We explore a variation of themes including BDSM, gender,
art as terrorizing the body and especially, the mind. The
work is both beautiful due to its wonderful editing, extremely
sexually provocative concepts, and very alternative and
extremely personal. your audience can get a peak into our
lives with the small teaser we did for u:D called „Buchette.“
It is not at all your typical lesbian pornography-- to say the
least. It goes above and beyond sexual acts and digs right
into the center of taboo and oddities. She and I are both a
little strange, so you can guess that the videos are highly
erotic, but at the same time intriguing and weird. We are our
own infuences, defntely. yet, if I had to describe or name
some of our infuences, they would be cinematic directors
such as, larry Clark, Gus Van Sant and especially, Harmony
Korine, the director of „Kids.“ These directors explore a
type of forbidden realism that we share. We explore what
is interesting to us only, and by doing so, we assume no
judgment, creating only sexual exploration and ‚meaning‘
in our small vignettes. We are more intent on presenting a
story for its intrinsic values and instilling ‚feeling‘ in our
pornographic flms. We want the audience to question
and feel slightly uncomfortable, or at the very least, ‚feel‘
something different, unusual which is equally beautiful but
slightly grotesque and strange.
74 75
Kaputtnic ©
Kaputtnic - Graffti & acrylics
Text & Translation: Julia Große-Heitmeyer
Machst Du auch Auftragsarbeiten?
Selten, da es mich zu sehr einschränkt. Die meisten denken,
das sei doch schön, sein Hobby zum Beruf zu machen. aber
es ist ein großer unterschied zwischen dem, den eigenen
Style zu malen oder wie vom auftraggeber gewünscht - einen
Palmenstrand.
Wenn ich aufträge annehme, dann meistens solche, bei
denen mir selbst noch ein großer kreativer Spielraum bleibt
oder in sozialen Zusammenhängen – zum Beispiel habe
ich mal mit einem Schulschwänzer-Projekt eine leinwand
bemalt und Ähnliches.
Wie sind Frauen in der (Berliner) Graffti-Szene
repräsentiert und wie ist deren Akzeptanz Deiner Meinung
nach - oder spielt das Geschlecht keinerlei Rolle?
Die Situation wird besser, da immer mehr Frauen zur Dose
greifen – ich würde grob sagen, der Frauenanteil liegt bei
fünf Prozent – und gute Sachen fabrizieren, aber dennoch ist
keine absolute Gleichberechtigung da. Das äußert sich darin,
dass einer Frau weniger eine eigene Style-erfndung zugetraut
wird; im Zweifelsfall hat sie es eher von ihren Kumpels
abgeguckt und nicht andersrum. Oder eine Sprüherin kann
schon schnell in den ruf einer Bitch kommen, wenn sie
zwei oder mehr Beziehungen innerhalb der Szene hatte. Das
alte lied.
Du malst auch Bilder in Acryl, die vom Stil her doch recht
anders ausschauen. Ist das ein graphischer und mentaler
Ausgleich?
ein einziges künstlerisches Medium als ausdruck langweilt
mich ehrlich gesagt auf Dauer. Wenn ich immer mal was
anderes mache, kann ich auch beim acrylmalen Ideen für
das Graffti fnden oder anders herum.
außerdem fotografere ich noch, mache Comics, Illustrationen
und Grafkdesign, und ich brauche alles und möchte mich
nicht entscheiden müssen, da das eine das andere immer
mit belebt und beeinfusst.
Wann hast Du angefangen zu Sprühen?
Meine ersten Graffti-Skizzen sind so von 1991/92, mein
erstes richtiges Piece habe ich allerdings erst 1996 an die
Wand gesprüht.
Was inspiriert Dich und was ist für Dich das Besondere
am Graffti?
Mit 15 oder 16 Jahren hat es mich begeistert, weil es
verboten, cool, bunt, kreativ und kraftvoll ist. Heute bin
ich vom Graffti begeistert, weil es verboten, cool, bunt,
kreativ und kraftvoll ist, aber mittlerweile auch, weil ich
mir das recht herausnehme, meine Stadt mitzugestalten
und nicht nur das hinnehme, was mir vorgesetzt wird, wie
zum Beispiel Werbung. außerdem fnde ich es interessant,
was mit Buchstaben alles möglich ist und wie man sie zum
leben erwecken kann. und ich liebe die Kommunikation
untereinander – für außenstehende ist es ja meist
Krikelkrakel, aber wenn man die Zeichen versteht, kann es
sehr aufschlussreich sein und ab und zu ist auach mal ein
Gruß oder ein Spruch für einen dabei. Mittlerweile ist es
auch ein Treffen mit Freunden, die alle das gleiche Hobby
miteinander genießen.
und: Ich liebe den Geruch von Sprühlack.
Sprühst Du ausschließlich Wände oder ist da auch der
ein oder andere zug dabei?
Nein, Züge habe ich noch nicht bemalt. Ich bemale lieber
Wände, aber wer weiß, was noch kommt.
Wo außer in Berlin sind Deine Pieces zu sehen?
In Düsseldorf und Köln.
Was ist das für ein Gefühl, das fertige Bild später wieder
zu sehen?
Wenn es mir dann immer noch gefällt, ein schönes. Ich habe
mal circa 12 Jahre alte Tags von mir entdeckt, die fand ich
nicht mehr schön, aber es war trotzdem cool, nach so langer
Zeit seine eigenen Spuren wieder zu entdecken.
Art
76 77
Wie schaut es aus mit Ausstellungen Deiner Arbeiten?
Gab es schon welche oder hast Du eine in Planung?
Ja es gab schon einige, allerdings bin ich grad auf der Suche
nach einer Galerie. also wer etwas in der richtung weiß,
kann sich gerne bei mir melden.
When did you start to spray?
I have done my frst sketches in 1991/1992. Though my frst
real piece I sprayed on a wall was in 1996.
What inspires you, and also what to you is special about
graffti?
When I was 15 or 16 years old, I was interested in graffti
because it is forbidden, cool, colourful, creative and vigorous.
Today I am into graffti because it is forbidden, cool, colourful,
creative and vigorous. But furthermore I regard it my right to
take part in styling my city instead of just accepting what
I get served like for example advertisements. Besides this
it amazes me what can be done with letters and how you
can make them come alive. Furthermore I love how you can
communicate with other sprayers. For outsiders it is mostly
just illegible scrawl. But if you understand the pieces and
tags the message can be revealing. Sometimes the sprayer
has added a greeting to you even. Meanwhile it has become a
kind of get together with friends who share the same hobby.
– and, I love the smell of spray paint.
Do you exclusively spray walls or do you spray trains as
well?
No, I haven’t sprayed trains so far. I prefer walls, but we’ll
see what time will bring.
Where except for Berlin people can see your pieces?
In Duesseldorf and Cologne.
What kind of feeling is it to see a piece again after some
time?
If I still like the piece then the feeling is a good one. I
once discovered 12 year old tags that I had made. I didn’t
like them anymore, but nevertheless it has been cool seeing
one’s own traces after such a long time.
Do you also take spraying orders from people?
Seldom, it determines me too much. Most people think it
would be nice to turn one’s hobby into a job. Though it
makes much difference to draw your own style or to fulfll a
client’s wish – if he wishes a palm beach for instance. If I
accept an order, then mostly just those that offer me some
creative freedom. I also accept orders in social contexts. For
instance I did a project with truants and painted on canvas
with them.
How are women represented in the (Berlin) graffti scene
and how is acceptance by male colleagues or does the
gender play no role at all?
Situation becomes better, because the number of women
who spray and who are really talented increases. I would
say women make up fve percent of all graffti sprayers.
Nevertheless there is no absolute sexual equality. This is
expressed by distrust in women’s ability to create new styles.
In case of doubt, she has copied the mens’ styles, not vice
versa. Or a female sprayer gets bad reputation of being a
bitch, if she has had two or more relationships within the
scene. The same old song.
you also paint in acrylics. Those pictures differ from
your graffti pieces in style. Is that a graphic and mental
compensation?
To express yourself in just one way bores me in the long
run. If I change techniques once in a while I can come
up with ideas for graffti by painting acrylic or vice versa.
Furthermore I take pictures, draw comics, illustrations, and
also do graphic design. I need all of that and I don’t want to
decide between them because one technique always vitalizes
and infuences the others.
How about exhibitions? Have you had any already or do
you have plans for them?
yes, I have had some. Though, at the moment I am searching
for a gallery. So if anybody knows something, she or he is
very welcome to tell me.
www.myspace.com/kaputtnic
www.myspace.com/kaputtnicone
78 79
Indochina ©
Indochina
German original Text: Hannah laufer - Translation: Corinna Förster
Mit dem Klebeband wurde sie dieses Jahr beim internationalen
Stickeraward in Berlin zweite. Darauf ist Gabriela stolz, denn
das zeigt ihr, dass auch andere Künstler ihre Ideen gut
fnden. Doch so lange ihre Mutter keinen ihrer Sticker auf
dem auto haben möchte, ist die 23-Jährige nicht zufrieden.
also mischt sie weiter in der kleinen aber feinen Street art
Szene der Tschechischen republik mit. Große underground
Geheimnisse gibt es da nicht. „With some overwiew you
can divide it into quality and sh*t. “fasst Gabriela die lage
zusammen.
Nachts tanzt sie zu guter Musik. Welche Musik sie mag,
will sie mir nicht sagen, denn sie mag Musik - macht nach
einiger Zeit Sinn. Indie und electro verrät sie dann doch.
und von Jackson bis The Cure. Tagsüber würde sie gerne
immer snowboarden – oder surfen. als sie das erzählt,
funkeln ihre augen.
Im Winter bringt Gabriela Kindern Snowboarden bei, in fünf
Jahren sieht sie sich auf einem Surf Brett in der Karibik.
Stimmt nicht fällt ihr dann ein, denn kurz darauf zählt sie
mir leidenschaftlich die schönsten Dinge in ihrer Heimat
auf. Neben gutem Bier und vielen freundlichen Menschen
sind das Prags nächtliche Geheimnisse und die Natur.
Gabriela ist eine Frau, mit der man gerne Geheimnisse
erleben möchte. Sie ist ungeduldig, und vom Guten dieser
Welt felsenfest überzeugt. Sie reist, lernt, nimmt und gibt
zurück – in Form von Minigedanken aus Klebeband oder
Farbe auf Mauern.
und ans Weiße Haus sagt sie, wird sie irgendwann ein großes
rotes Kreuz kleben...
Sitting on glasses.
Die junge Frau steht einen Moment nachdenklich auf der
Straße. Dann kniet sie sich hin und befestigt ihre Gedanken
auf dem nassen asphalt. ein simples Herz aus Klebeband.
Wie geht die Geschichte aus? Was ist an dieser ecke der
Stadt liebenswert?
Hoffentlich bleiben die Gedanken der Vorbeilaufenden kurz
am hellen Tape hängen. Bestenfalls erinnern sich einige auf
dem Weg zum Kiosk an die liebe, vielleicht nimmt der eine
oder andere die Straße heute wieder wahr. Gabriela möchte
aufwecken, die Menschen aus ihrem alltag reißen – und
den Blick von den Schuhen. Deshalb klebt die Tschechin
auch Brillen auf Steinbänke. Wie geheime aussichtspunkte
verteilt sie die an öffentlichen Plätzen in großen Städten.
Nehmt euch Zeit, setzt euch und beobachtet Menschen.
unterwegs nach Berlin packte Gabriela, die sich Indochina
nennt, in diesem Jahr nur Klebeband ein. Marker und
Spraydosen passten nicht mehr in den rucksack. Das ärgerte
sie so lange, bis sie merkte, dass sie mit dem Tape in der
lage war auf jede laune der Stadt zu reagieren. anstatt
dem Ort einen Stempel mit Graffti oder Schriftzügen
aufzudrücken, geht sie seit dem auf ihn ein. Gabriela klebt
ausfugsdampfer auf Pfeiler kleiner Brücken, Traktoren an
Scheunentore und Blumen an Zäune. Streetart am Computer
zu entwerfen macht für sie wenig Sinn.
Mit fünfzehn druckte sie die ersten Papieraufkleber. ein
kleines chinesisches Mädchen zeigte an welchen Orten
Gabriela sich aufgehalten hatte. Schon damals empfand
sie Street art wohl als eine stumme Sprache um schöne
Gedanken für andere festzuhalten. und davon hat sie viele.
Indochinas Kunst macht glücklich. Nichts kritisches, nichts
Politisches klebt sie auf die Straßen - zum kritisieren braucht
man erst einmal offene augen.
Art
80 81
Sitting on glasses.
a young woman is standing pensively on the street for a
moment. Then she kneels down to attach her thought to the
wet asphalt. a simple heart shaped of scotch tape. How does
this story end? What is loveable on this part of the city?
Hopefully, the thoughts of the people passing by will stick
to the white tape for a short moment. at best some of them
will think about love on their way to the kiosk. Maybe one
or another will take notice of the street again today. Gabriela
wants to wake up people, drag them out of their everyday
routine – so they stop starring at their shoes. That’s why
the Czech is covering benches of stone with specs shaped
of tape. like secret viewpoints, she spreads them in public
places over big cities. “Take your time, sit down and watch
people”.
Gabriella, who calls herself “Indochina”, bagged only scotch
tape when she came to Berlin this year. There was no more
space for markers and cans in her backpack. She stopped
being upset about that, as soon as she recognized that it
was the scotch tape that enabled her to react spontaneously
to every mood of the city. Instead of putting a stamp on the
place with Graffti and letterings, she is more responsive to it
now. Gabriela is sticking big boats on piers of small bridges,
tractors on ban doors and fowers on fences. Creating street
art on the computer is not making too much sense to her.
at the age of 15 she printed her frst paper stickers. a little
Chinese girl showed where Gabriela had been. Back then
she already seemed to consider street art as a mute language
to capture pretty thoughts and show them to others. and she
has a lot of those thoughts. Indochina’s art just makes you
happy. It’s nothing critical or political she covers the streets
with – to criticize something, you need to open your eyes
frst.
With her adhesive art she won the second prize at the
international sticker award this year in Berlin. That makes
Gabriela proud; because it shows to her that other artists also
like her ideas. But as long as her mother does not want one of
her stickers on her car, the 23 year old isn’t satisfed. So she
keeps on joining the small but nice street art scene of the
Czech republic. There are no big underground mysteries:
„With some overview you can divide it into quality and
sh*t.“ she describes the scene.
at night she likes to dance to good music. at frst she
doesn’t want to tell me what music she likes, because
she likes music – makes sense after a while. But then she
reveilles: Indie and electro, and from the Jackson’s to the
Cure. In the day-time she only wants to go snowboarding -
or surfng. She tells that with a sparkle in her eyes.
During winter Gabriela teaches kids how to snowboard. In
5 years she sees herself on a surfboard in the Caribbean,
she says. One moment later she revises and starts to talk
enthusiastic about the most beautiful things in her home.
Besides good beer and a lot of nice people there are the
night-time-mysteries of Prague and the landscape.
Gabriela is a woman to discover mysteries with. She is
inpatient and profoundly convinced of the good in the
world. She is travelling, learning, taking and giving back
– in the form of small ideas made of scotch tape or
paintings on the walls.
and on the white house, she is going to stick a large red
cross some day, she says.
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Chica Dolls ©
Chica Dolls
Text & Translation: Julia Große-Heitmeyer
Chica Dolls Need To Be loved
It seems to be obvious that riet Meert from Belgium who
now lives in augsburg, Germany and produces sweet and
nasty little Chica Dolls has majored in graphic design and
illustration as the individually sewed doll’s style refects the
style of sticker art characters.
Next to her work for Minimal Techno and House party
organization Parallel which is also label and booking agency
for DJs, riet Meert has been creating the Chica Dolls since
she started off with sewing the little textile creatures for her
thesis in 2003. When friends and public got interested in
the Chicas, riet Meert not only sold the characters. She has
also had exhibitions in Belgium, the Netherlands as well
as in Spain since 2005 and has been featured in several
magazines.
riet Meert creates and sews the Chica Dolls series not only
in different materials and colours but, when wished so, also
in different sizes. Standard size is 25 cm height.
Go, hug the Chicas!
Chica Dolls wollen geliebt werden
Dass die gebürtige Belgierin riet Meert, die seit anfang
2008 in augsburg lebt und dort neben ihrer Produktion
der Chica Dolls maßgeblich auch die Minimal Techno
und House Partyorganisation und das gleichnamige label
und Booking-agentur Parallel betreibt, Grafkdesign und
Illustration studiert hat, hätte man ahnen können. Die
Puppen, die sie in Handarbeit produziert, refektieren
erkennbar den optischen Stil von Sticker art Charakteren.
2003 ursprünglich als abschluss-arbeit ihres Studiums
gestartet, hat riet Meert die Herstellung der Chica Dolls
aufgrund der Nachfrage weitergeführt. als die Chica Dolls
das öffentliche Interesse auf sich zogen, konnten sie aber
nicht nur neue Freunde in ihre zum Teil langen arme
schließen. riet Meert ist seit 2005 in diversen Magazinen
und ausstellungen in Belgien, den Niederlanden und auch
in Spanien vertreten.
Die verschiedenen Serien der Chica Dolls entwirft und
näht riet Meert nicht nur in unterschiedlichen Farben
und Materialen sondern, auf Wunsch auch in den
unterschiedlichsten Größen. Standardgroße Chicas messen
eine Höhe von 25 cm.
auf! Kuscheln mit Chicas!
More
www.myspace.com/chicadolls
www.fotolog.net/chicaalosta
www.myspace.com/parallelparty
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Belle Perez – Paper Girl Productions
Interview & Translation: Julia Große-Heitmeyer
schon in der Print- und Online-Presse, die Du auf meiner
Internetseite [http://papergirlproductions.com; anmerkung
der redaktion] fnden kannst.
Verkaufst Du en gros auch international? Können Kunden
aus Europa bei Dir ordern?
Wegen des neuen CPSIa uSa Gesetzes, das am 10.
Februar2009 in Kraft tritt, werde ich leider nicht länger in den
uSa verkaufen können. aber ich verkaufe überall anders hin,
und ich freue mich, dass meine Plüschpuppen von Brasilien
bis nach australien angenommen worden sind. Das ist schon
ein erstaunlicher Weg gewesen! Momentan verkaufe ich
sie in meinem Etsy Shop und für Großhandelsbestellungen
kontaktieren mich die Händler direkt.
Welche Größe haben Deine Puppen grundsätzlich, oder
variiert die Größe?
Wenn die Menschen die Puppen in Natura sehen, sind
sie so überrascht, dass die Puppen viel größer als online
wahrgenommen sind. Die meisten sind über 8 Inches [20,32
cm; anmerkung der redaktion] groß.
Irgendwelche Projekte, die Du für 2009 für Paper Girl
Productions planst?
Bitte gib acht auf Paper Girl Productions im neuen Jahr,
denn es wird defnitiv eine neue linie diesen Sommer
rauskommen. Bleib dran!
Was ist Dein Wunsch betreffend Paper Girl Productions
und Deine kleinen Freunde?
als ich zunächst Paper Girl Productions begann, war alles,
was ich jemals wollte, ein Kichern hervorrufen und einigen
Spaß mit den Plüschpuppen, die ich gemacht habe. Ich will
das Mädel sein, über das sie sagen; „Warte, bist Du nicht
das Paper Girl, das all diese süßen, ulkigen, verbundenen
Puppen macht?“ … Ja, das bin ich, wie ich herumlaufe mit
meinen kleinen Miau-Kätzchen in meinem Kopf.
Wann hast Du angefangen, Deine Plüschpuppen zu
kreieren?
Ich habe mit der Kreation der Plüschpuppen 2006
angefangen, nachdem ich in läden nichts als Standard
Teddybären gefunden habe. Ich wollte etwas einzigartiges
und lustiges als Geschenk.
Wie kommt es, dass Du gerade diese Art lustiger und
dreist ausschauender Puppen nähst?
[lacht] Die Plüschpuppen resultieren aus meinen
Kritzeleien. Ich habe mir selbst gesagt, wenn ich sie
kritzeln kann, dann kann ich sie wahrscheinlich auch mit
ein bisschen Filz und Garn zum leben erwecken.
Was inspiriert Dich zu Schaffung all dieser Charaktere?
Ich liebe das Spielzeug aus den 80erm, regenbogen,
und ich bin davon überzeugt, dass es irgendwo in diesem
universum einhörner gibt. Ich bin sehr von irgendwas und
allem inspiriert. Von einem fauschigen klassischen Pulli
bis hin zu Bonbonpapier. Was auch immer.
Seit wann verkaufst Du die Puppen professionell unter
dem Namen Paper Girl Productions?
Ich verkaufe seit 2006 professionell und das Internet
hat mir einen riesigen Markt gegeben, den ich sonst nie
erreicht hätte.
Hattest Du bereits Ausstellungen? Wann und wo haben
diese stattgefunden?
Ich nehme nur an unabhängigen Handwerks-ausstellungen
mit anderen Künstlern und Handwerkern in meiner
Stadt teil. Die Vorbereitungen sind sehr aufwendig.
Manchmal wünsche ich mir, ich könnte an mehr als bisher
teilnehmen.
Ist über Deine Paper Girl Productions bereits in einem
Magazin oder Kunstbuch veröffentlicht worden?
Ich war Teil des Buches Crammed Organism, welches
ein Wahnsinnsspaß war! Ich war mit meiner arbeit auch
More
When did you start creating the Plush Dolls?
I started creating plush dolls in 2006 when I couldn‘t fnd
anything but the standard teddy bear in stores here and
wanted something unique and fun to give as a gift.
How come you got into sewing these funny and nasty
looking dolls?
[laughs] The plush dolls are created from my doodles and I
told myself if I could doodle them I can certainly turn them
into life with some felt and thread.
What inspires you for the creation of all these
characters?
I love the 80‘s toys, rainbows and am convinced there are
unicorns somewhere in this universe. I am much inspired by
anything and everything. a vintage fuzzy sweater to paper
candy. you name it!
Since when are you selling the dolls professionally under
the name Paper Girl Productions?
I have been selling professionally since 2006 and the
internet has given me a vast market that I never would have
otherwise reached.
Have you had exhibitions so far? When and where were
those?
I only take part in indie craft shows that are done in my
city along with other unique artists and crafters. They take
a lot to prepare for and sometimes I wish I could take part
in more.
Have your Paper Girl Productions been featured in some
magazine or art book yet?
I have taken part in the book, Crammed Organisms which
was a blast! I‘ve also had print and online press for my work
that you can fnd on my website.
Do you wholesale internationally? Would customers from
Europe be able to order them at yours?
Because of the new CPSIa uSa law coming into effect as
of Feb.10th, 2009 I will no longer be selling to the uSa
unfortunately but I do sell everywhere else and am so
tickled that my plush dolls have been adopted from Brazil to
australia. It’s been an amazing ride! For now, I am currently
selling them in my etsy shop and for wholesale orders,
retailers usually contact me directly.
What size are the dolls basically or does size vary?
When people see the dolls in person they are so excited for the
dolls are much larger then perceived online. Most are about 8
inches tall.
Any projects you plan for Paper Girl Productions in 2009?
Please watch out for Paper Girl Productions in the new year
for there will defnitely be a new line coming out this summer.
Stay tuned!
What is your wish regarding Paper Girl Productions and your
little friends?
When I frst began Paper Girl Productions, all I ever wanted was
to evoke a giggle and some fun with the plush dolls I‘ve made. I
want to be the girl they say: ‚Wait aren‘t you the Paper Girl that
makes all those cute weird conjoined dolls?‘....yup, that‘s me
as I walk around with my little meow meows on my head.
http://papergirlproductions.com
Belle Perez ©
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By andrea Galvani from Data Flow, copyright Gestalten 2008
Data fow - Visualising Information in Graphic Design
editors/Herausgeber: r. Klanten, N. Bourquin, S. ehmann - Pages/Seiten: 256 Format: 24 x 30 cm language/Sprache: english/englisch
Price/Preis: 49,90 € - ISBN: 978-3-89955-217-1 - released/erschienen: September 2008
Nulla dies sine linea (no day without a line). That fts to the
world of information transported by graphic design as well.
More and more information is being visualised. Diagrams,
data and information graphics are utilised wherever
increasingly complex elements are present.
“Data Flow - Visualising Information in Graphic Design“
presents an abundant range of possibilities in visualising data
and information. Today, diagrams are being applied beyond
their classical felds of use. In addition to archetypical
diagrams such as pie charts and histograms, there are
manifold types of diagrams developed for use in distinct
cases and categories.
The more concrete the variables, the more aesthetically
elaborate the graphics – sometimes reaching the point of
art – the more abstract, the simpler the readability. The
abundant examples in Data Flow showcase the various
methodologies behind information design with solutions
concerning complexity, simplifcation, readability and the
(over)production of information. In addition to the examples
shown, the book features explanatory text.
Nulla dies sine linea (Kein Tag ohne einen Strich). Das trifft
auch auf die Welt der graphisch gestalteten Informationen zu,
in der wir uns, bewusst oder unbewusst jeden Tag bewegen.
Immer mehr Informationen werden visualisiert. Komplexe
Zusammenhänge können durch beispielsweise Diagramme
graphisch anschaulich zum Modell heruntergebrochen und
veranschaulicht werden.
„Data Flow – Visualising Information in Graphic Design“
präsentiert ein breites Spektrum von Möglichkeiten zur
Visualisierung von Daten und Informationen. Inhaltliche und
gestalterische Methodik werden in diesem Zusammenhang
ebenso diskutiert wie Fragen von Komplexität und
Vereinfachung, kultureller Prägung, lesbarkeit und (Über)
Inszenierung von Informationen. Zusätzlich kommen im
Buch neben Gestaltern auch autoren, Nutzer und leser von
Diagrammen zu Wort. ausgehend von Diagramm-archetypen
und den Grundlagen der Informationsvisualisierung entwickelt
Data Flow klare Nutzungskategorien und präsentiert innerhalb
dieser Kategorien eine Vielfalt von Diagrammtypen.
More BOOK reVIeWS
90 91
DATALOGY —La représentation des statistiques
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DATALOGY —England vs. Poland, 12th October 2005
La représentation des
statistiques O8M@<I98II8;<#`e
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vs. Poland, 12th October 2005
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La représentation des statis-
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DATASPHERE —La représentation des statistiques
+,
DATASPHERE —The Rain Project
By Xavier Barrade from Data Flow, copyright Gestalten 2008
92 93
Huch, wo sind denn jetzt Pop und elektronik hin? Das
jedenfalls ließe sich nach dem ersten Hören von Barbara
Morgensterns fünftem album fragen. Sie scheint nun neue
Sphären musikalischen ausdrucks zu betreten und nähert
sich einer fast schwermütigen Chanson-Ästhetik an: Hierfür
hat sie Orgel und Piano gegen einen Bechsteinfügel
eingetauscht und elektronisches häufg auf wenige Drum-
oder Geräusch-Fragmente reduziert. Hustefuchs, Für luise
oder Camoufage (eine Zusammenarbeit mit Soft-Machine-
legende robert Wyatt) kommen beinah ohne elektronisches
Gefrickel daher. Stattdessen begeben sie sich in Bereiche
des Kunstlieds, eigenwilliger Dissonanzen oder jazziger
Träumereien. einige ihrer Songs hat Morgenstern von der
Cellistin Julia Kent (antony and the Johnsons) mit opulenten
Klangperlen aus dem Streichsegment versehen lassen. In
Velocity oder Morbus Basedow verbinden sich neuer und alter
Sound: Morbus Basedow evoziert dabei mit harten Noise-
Drums eine polyrhythmische, fnstere Geräuschkulisse und
erzählt von Tod und Vergänglichkeit menschlichen Wirkens.
auf Come To Berlin und Monokultur fnden sich ansätze
politischer refexion: Morgenstern beschreibt nivellierende
Dimensionen der yuppisierung Berlins und refektiert doch
gleichzeitig den eigenen anteil daran: „es geht / um die
Sicht auf uns selbst, wir sind das: / thirty-something-white-
middle-class“. Zwar changierte Barbara Morgenstern schon
immer zwischen elektronischen und poppigen Welten; dass
sie beides aber derart weit hinter sich lassen würde, damit
hätte wohl niemand gerechnet. und auch wenn dieser
Wandel die anhängerschaft minimalistischen und elektro-
poppigen Songwritings möglicherweise enttäuschen mag, so
ist doch der komplexe Sound von bm außergewöhnlich gut
gelungen.
„Nicht stolpern bitte“ krakeelt Monotekktoni aka Tonia
reeh ins Mikro, nachdem sie eine Salve blutrünstiger
und sehnsüchtiger Worte abgefeuert hat. auf dem
gleichnamigen Track ihres neuen albums und im Geflde
neuer experimentiergelüste persifiert sie einen Gangsta-
rap und bewegt sich dabei von Nonsens-reimen, über
Mordphantasien hin zu einer Kritik an den Kletten Krieg
und „egoismus, der immer mit muss“. Dabei entsteht ein
ebenso verstörendes wie bestechendes Gebräu aus Wortwitz,
Sarkasmus und Selbstironie. ansonsten geht es auf Different
Steps To Stumble ähnlich laut und zappelig zu wie auf ihren
drei Vorgängeralben: Tonia reeh jagt ihre Vocals und selbst
produzierten Samples durch Mikro, Megaphon, Distortion,
Delay, Sequenzer und erinnert dabei an PJ Harvey, alec
empire oder Hanin elias. Das ganze kontrastiert sie mit
von Steve reich inspirierten Beats, knatternden Basslinien
oder Synthie-Glockenspielen. Where‘s The Hole oder your
Colour Was Not Strong enough zeigen, wie Monotekktoni
ihre Hörerinnen durch ein Klanggewitter schleppt, das
nicht nur mit akustischen Stolpersteinen, sondern auch
mit warmen und fast eingängigen Melodien versehen ist.
Die klaren politischen Statements vom Vorgängeralbum love
your Neighbours? No, thanks! (2007) verschwimmen nun
in einem allgemeinen ausdruck von Wut und Trauer über
die Welt an sich und über eigene unzulänglichkeiten. Das
mag im ersten Moment enttäuschen. allerdings sprechen
die Stimmen der antiheldinnen aus Stupid Girl oder
Häßlichent genauso wie Monotekktonis Sound insgesamt
eine ganz eigene Sprache: Niemand kann überzeugender
gegen Konsum und Normierung anschreien. So lautet die
eigentliche empfehlung dieses albums auch: Bitte stolpern!
und das nicht zu leise!
Oops, where have all the pop and electronics gone? This
question comes to mind after having listened to Barbara
Morgenstern‘s ffth album for the frst time. She seems to
enter new spheres of musical expression and her music
resembles more and more classical and almost gloomy
chansons: For this she has swapped her Vermona organ
and her piano for a Bechstein grand piano. and she often
reduces electronic elements to a minimum of drum or
sound fragments. Hustefuchs, Für luise or Camoufage (a
collaboration with Soft-Machine-hero robert Wyatt) cut out
almost all electronic dots. Instead of that Morgenstern takes
them to the level of lied, maverick dissonances or jazzy
reveries. Several songs on BM are provided with string gems
by cellist Julia Kent (antony and the Johnsons). and Velocity
and Morbus Basedow connect Morgenstern‘s new sound with
the older one: With its hard noise drums Morbus Basedow
evokes a polyrhythmic and dark soundscape and it talks about
dead and the transience of human efforts. Come to Berlin
and Monokultur are signs of political refections: Morgenstern
describes leveling dimensions of gentrifcation in Berlin and
she refects at the same time her own participation in these
processes: „es geht / um die Sicht auf uns selbst, wir sind
das: / thirty-something-white-middle-class“ (transl.: it‘s all
about self-refection, we are that: …). Barbara Morgenstern
used to alternate between electronic and pop styles; but
scarcely anybody would have expected that she would beat
both by a mile. This change might be frustrating for fans
of minimalistic and electro-pop songwriting. even so, the
complex and eclectic sound of BM is a huge success.
„Nicht stolpern bitte“ (transl.: don‘t stumble, please) is
what Monotekktoni aka Tonia reeh yells into the micro after
having thrown a furious bunch of lurid and longing words
into the air. Here on the same named track and in the feld
of new experiments she satirizes a gangsta-rap. Thereby she
moves between nonsense rhymes, imagined murders and a
critic of war and egoism. So it arises a special mix of pun,
sarcasm and self mockery. apart from that Different Steps To
Stumble is as loud and fdgety as Monotekktoni‘s previous
releases are. as usual Tonia reeh shoots her vocals and self
produced samples through micro, megaphone, distortion,
delay, sequencer and she evokes reminiscences of PJ
Harvey, alec empire or Hanin elias. all that she contrasts
with beats inspired by Steve reich, with rattling bass lines
or synthesized chimes. Where‘s The Hole or your Colour
Was Not Strong enough show that Monotekktoni takes her
listeners through stormy sounds which aren‘t only provided
with acoustic stumbling blocks but also with warm and nearly
catchy melodies. explicit political statements as you can
fnd them on her preceding release love your Neighbours?
No, thanks! (2007) become blurred now: you rather meet
general expressions of anger at and sadness about the world
in itself and one‘s own defciencies. In the frst moment
this generalization might disappoint. However, the anti-
heroes in Stupid Girl or Häßlichent (transl.: ugly-duck) as
well as Monotekktoni‘s sound as a whole are speaking for
themselves: Whoever else could exclaim against consumption
and normalization more convincingly? That‘s why the actual
recommendation of this release reads as follows: Stumble,
please! But not too gentle!
More
BARBARA MORgENSTERN
„bm“
(monika enterprise), released: 31/10/2008
Text & Translation: Jana H. Tosch
MONOTEkkTONI
„Different Steps To Stumble“
(sinnbus records), released: 19/09/2008
Text: Jana H. Tosch
VINyl reVIeWS
94 95
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Íc¡¡~× :oos (AscAÞ)
Willkommen auf dem Atari-Sound-Spielplatz, in dem
Superhelden und Magier ihre Wege durch jeweils zwei a-
und B-level des 10“ Vinyls hindurch kämpfen, das den
illustrativen Titel Inner City Angst trägt.
You Love Her Coz She’s Dead, schon der Name dieser
“digitalen electro trash” Band hat meinen Nerv getroffen und
mein Verlangen geweckt, mir die eP des Duos anzuhören.
elle und Jay Dead haben mit dieser kleinen genialen 10“
Inner City angst gerade ihre Debüt eP veröffentlicht.
Beide scheinen Computerspiele-Sounds der 1980er Jahre
zu mögen, mit denen sämtliche der vier Tracks beginnen.
Diese Sounds liegen den Tracks im Weiteren zugrunde oder
kehren mit einiger Konstanz wieder, während der Gesang
von elle und Jay, Bass und Drum-effekte Spannungs- und
emotionalen aspekt mit hineinbringen. Geschwindigkeit der,
Tracks, die Melodie und der Gesang wecken gemeinsam das
Verlangen zu tanzen.
alles in allem hat Kitsuné Maison mit You Love Her Coz
She’s Dead und ihrem Debut 10” Inner City Angst wieder ein
Duo im Programm, das den für das label spezifschen Sound
in Deinen Ohren lebendig werden lässt.
Minimal, Techno und Tech House vom Feinsten, das ist für
mich Camea. Die Betreiberin des labels Clink recordings
hat gerade ihre neue eP herausgebracht. „Happy ending“,
auf dem die drei richtungen elektronischer Musik in einer
Dynamik miteinander changieren, sich überlagern, wie es
für Cameas Stil prägend ist; gefällt. Bass und Snare Drum
geben den grundlegenden Beat vor. Tiefe dunkle Vocals und
firrende, gurrende, zischende und klickende Sounds, zum
Teil von ansätzen melodischer Fragmente begleitet, mischen
sich in kontinuierlichem Vier-Vierteltakt unter die Tracks. Das
ist Techno, House Musik, bei der Du im Club, so Du noch am
rand der Tanzfäche stehst, zunächst vielleicht unbemerkt,
aber unweigerlich anfängst, unaufhörlich mit den Füßen und
dem Kopf im Takt mitzuwippen.
Die B-Seite enthält einen alexi Delano remix des zweiten
Tracks der eP, „Computer Says love“.
reinhören, mitwippen, chillen, Babes!
Welcome to Atari sound playground with super heroes and
wizards fghting their ways through two a- and two B-levels
on a 10” illustratively named Inner City Angst.
You Love Her Coz She’s Dead, yet, this “digital electro trash”
band’s name hit me instantly and made me want to listen to
the Duo’s eP. elle and Jay Dead have released this little dope
10” Inner City Angst as their debut eP on Kitsuné Maison
label from France. Both seem to like 1980ies computer
games sounds which start each of the four tracks. They go
on as a basic layer in all tracks or return constantly while
the vocals by elle and Jay, bass and drums bring the tension
and emotion in.
Together pace of the tracks, the melody and vocals make you
want to dance.
all in all with yOu You Love Her Coz She’s Dead and their
debut 10” Inner City Angst Kitsuné Maison again features a
duo that makes the specifc sound of the label come alive
in your ears.
Finest minimal, techno and tech house, that is to me Camea.
The Clink label owner has just released her new eP. “Happy
ending” represents the typical Camea style where the three
genres of electronic music interact, and overlap each other.
Base and snare drum make up the basic beat. Deep dark
vocals and shimmering, cooing, sibilating as well as clicking
sounds are partly accompanied by melodic fragments. They
mix with the tracks by common time.
That is techno, house music which makes you move your
feet and head to the beat while chilling in a club. at frst you
might do so unnoticeably, but yet incessantly.
B-side contains an alexi Delano remix of the second a-side
track of the eP, “Computer Says love”.
listen, move to the beat, and chill out, babes!
YOU LOVE HER COZ SHE’S DEAD
„Inner City Angst EP“
(Kitsuné Maison), released: October 2008
10”Vinyl: a1: Superheroes - a2: Dead end - B1: Blood
lust - B2: Wizards
Text & translation: Julia Große-Heitmeyer
CAMEA
„Happy Ending (EP)“
(Clink recordings), released: January 29th 2009
12” Vinyl: a1: Happy ending - a2: Computer Says love
B: Computer Says love (alexi Delano remix)
Text & translation: Julia Große-Heitmeyer
VINyl reVIeWS
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We are undomesticated
The idea to actually start editing a magazine was born in summer 2008 when the sun was shining high above metropolitan Berlin and the desire to be a part of Berlin‘s creative business environment actively assumed the direction of thoughts. It quickly became clear that u:D should contain the fields of Techno and House music as well as photography, street art, and the like. Sure, I am aware that the market is crowded with great magazines, but… - so many creative and skilled women so full of awesome ideas in these three fields continue to remain underrepresented in the landscape of cultural media…! It is about time to introduce to the public a greater number of amazing female artists and support the female art and electronic music scene by networking. Now, reviewing the time that has passed by since that summer of awakening, u:D aka un:domesticated, which Marine Drouan and I are now able to proudly present, has often been for us a full time job on top of a full time job. Having started with full motivation and loads of energy there soon came the point where all the work of interviewing, writing, translating, promoting and convincing people, pushed me to my limits. Not to forget, I am neither a graphic designer nor do I do layout. In the beginning, that has been my biggest challenge. But then I suddenly turned into a very lucky editor raising like a phoenix from the ashes, when Marine came on board to rescue u:D before it ended up a simple internet blog or even drown in some virtual trash bin. From then on u:D grew and - did it happen by incident or not - further contributors contacted us. Since the very beginning we planned u:D to be a bilingual magazine and therefore our special thanks go out to Miruna Boruzescu,

CONTENT
Music
Tama Sumo page 4 Milkshake page 12 Female:pressure page 22

NUMBER #1 April 2009

Jennifer Bailey-lemanceau and aurélie lemanceau, as well as Corinna Förster, Vanessa leissring, larissa Pieper, and Jana H. Tosch. Without their work to translate most of the articles and interviews u:D would not have been released yet. Special thanks also to Jennifer Bailey-lemanceau who has recommended us great artists and conducted interviews, and always believed in u:D, even in times when others still remained skeptical that we would make it. But we did it. Marine, in my opinion and also according to what I have heard from others, has done a fantastic layout job and has given u:D a beautiful face. Both of us want to thank all the great photographers, DJs, street artists, graphic designers and illustrators who trusted us and accepted the challenge of contributing their beautiful work to a little still unknown magazine which is unfortunately available just online for now. But our next project, among others, will be a printed issue. But as for the first issue of u:D… Here we are, and we are un:domesticated!

Photography
Mathilde Maccario page 34 Vanessa leissring page 42 anna Malmberg page 50 Finn Buchwald page 58

Art
Jennifer Bailey-lemanceau and aurélie lemanceau - Couronne Production page 64 Kaputtnic page 74 Indochina page 78

More
Chica Dolls page 84 Paper Girl Productions page 86 Book reviews page 88 Vinyl reviews page 92

a magazine by Julia Große-Heitmeyer and Marine Drouan. Impressum 1. ausgabe / Imprint u:D Issue #1 Herausgeberinnen / editors: Marine Drouan, Julia Große-Heitmeyer layout und Graphikdesign / layout and Graphic Design: Marine Drouan Chefredakteurin / editor in Chief: Julia Große-Heitmeyer redakteure / editors: Sara arvidsson, Jennifer Bailey-lemanceau, Hannah laufer, aurélie lemanceau, Jana H. Tosch Übersetzer / Translators: Miruna Boruzescu, Corinna Förster, larissa Pieper, Jana H. Tosch, Jennifer Bailey-lemanceau, aurélie lemanceau, Werbung / Commercials: Julia Große-Heitmeyer Cover photo: Vanessa leissring Photography / Back photo: Indochina

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Music
Tama Sumo
Text: Julia Große-Heitmeyer / english Translation: Corinna Förster

Wann hast Du mit dem DJ-ing angefangen? Privat habe ich quasi schon seit der Grundschule „DJ“ gespielt und auf Parties meist die Plattenspieler und die Cassettenrekorder bedient. Musik und ganz besonders Tanzmusik war für mich schon immer eine große leidenschaft und sehr lebensbestimmend. angefangen „professionell“ aufzulegen – also öffentlich und mixend in Bars und Clubs – habe ich im September 1993 in Berlin, in einer Bar in der Kreuzberger Oranienstraße, dem „Drama“. Das „Drama“ war damals für viele der Treffpunkt für’s Warm-up vor dem ausgehen und eine der wenigen Bars, die sich freitags und samstags DJs leisteten. Dort bin ich dann auch den Bookern vom Tresor oder der Veranstaltung „Plush“ im Café Moskau zu Ohren gekommen und sie haben mich recht schnell als DJ für ihre Veranstaltungen gebucht. Was hat aus Deiner Sicht die Berliner Clubszene Anfang der 1990er ausgemacht? Nach dem Mauerfall gab es enorm viele mehr oder weniger legale locations und improvisierte Clubs in Berlin und alles was damit zusammenhing, war für mich frisch aus Süddeutschland Zugezogene wahnsinnig spannend; die Musik, das Publikum, das ambiente, die neuen Sounds, die aufbruchstimmung. „The Place To Be“ waren auf einmal kurzerhand besetzte und zum Club umfunktionierte räumlichkeiten im ehemaligen Ostteil der Stadt, oft irgendwo im Hinterhof – für mich eine sehr willkommene und anziehende alternative zu adretten Clubs oder eher Discotheken, wie ich sie noch aus Süddeutschland kannte. Zu diesen locations passte natürlich perfekt die Musik, „rough & dirty“ - wie sie seinerzeit in Berlin gespielt wurde. Mich faszinierte es schon damals und heute noch viel mehr, wenn Musik und atmosphäre etwas dreckig sind und Kanten haben, gleichzeitig dein Herz erwärmen und sich auf das Nötigste beschränken – das aber liebevoll und konsequent. Das Gleiche gilt auch für Clubs: auf Schnick Schnack kann

ich gut verzichten und wenn sie zu schick und hochglänzend sind, funktioniert das für mich als Partylocation nicht - ein bisschen Schmutz und / oder Trash muss schon sein! Was bedeutet der Plattenladen Hardwax für Dich? zu Beginn der 1990er gab es ja noch keine Internetnetzwerke, wie wir sie heute für selbstverständlich halten. ein Plattenladen ist für mich neben dem Club Der zentrale Ort, um Menschen zu treffen, mit denen ich die leidenschaft Musik teile und mir Inspirationen hole. und das ist sehr wichtig für mein leben als DJ. Musik hat ja etwas wahnsinnig Verbindendes und das lässt sich in einem Plattenladen wie dem Hardwax prima ausleben. In den wesentlich internetärmeren 90ern war so etwas sicherlich noch notwendiger als in der Gegenwart, in der viel Kommunikation und austausch ja virtuell passiert. allerdings ist mir persönlich der reale Kontakt viel wichtiger als der im Netz und ich möchte das Plattenkaufen im laden mit „echten Menschen d’rum herum und gemeinsamen Plattenhören auf gar keinen Fall gegen Netshopping eintauschen. Musik miteinander zu teilen ist dafür das Hauptmotiv. Das Hardwax sehe ich als eine Der Institutionen für elektronische Musik mit einem enormen angebot an spannendem Vinyl jenseits des Mainstreams oder dessen, was gerade „der Hype“ ist. Das Hardwax war und ist für mich als DJ enorm prägend. Hier hat einfach vieles raum, was Subkultur ist, liebevoll produziert wurde und vielleicht auch mal sperrig und nicht sofort gefällig ist, dafür aber bei genauerem Hinhören und vielleicht auch erst beim zweiten oder dritten Mal so richtig Dein Herz gewinnt. Ich habe hier schon jede Menge musikalische Perlen für die ewigkeit gefunden und vieles gelernt, was elektronische Musik betrifft. auflegen ohne Hardwax wäre für mich schwer vorstellbar und ich habe sehr viel respekt vor der arbeit, die alle dort leisten.

© Ostgut Booking

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Du warst sehr lange Resident im Tresor. Wie war das dort? Wild und gefährlich ;o) Nein, im ernst: Der Tresor hatte einen Musikentwurf, der mich damals sehr fasziniert und gleichzeitig komplett überfordert hat: wesentlich roher, funkiger, subtiler, eckiger und dreckiger (da ist es wieder….), als das, was ich bis dahin kannte. Das galt auch für den Globus, den zweiten Floor im Tresor, der etwas später ausgebaut wurde und House mehr Platz bot. Ich hingegen habe ursprünglich angefangen, hauptsächlich Vocal House aufzulegen, viel klassischen New york Vocal House, der anfang der 1990er Jahre recht verbreitet war gemischt mit viel cheesigem Pop-House und – oh je -progressivem, kaum subtilem Handbag-House. als DJ im Tresor bzw. Globus entdeckte ich dann nach und nach die ecken und Kanten in der Musik auch für mich als DJ, Techno kam immer mehr für meine Sets in Frage und so verband ich House und Techno immer häufiger miteinander, wenn auch noch recht vorsichtig, da ich oft nicht wusste, wie ich fließend Brücken vom einen zum anderen schlagen konnte und Brüche noch sehr scheute. Der Tresor hat für mich also gewissermaßen den Grundstein für das gelegt, was heute typisch für meine DJ-Sets ist: eine Mischung aus House in vielen Variationen und Techno, beides mit viel Deepness, zusammen mit Disco, meist aus den 80ern, klassischem electro und manchmal auch ein bisschen Pop. allerdings je nach Club und Tageszeit mit unterschiedlichen Prioritäten, da für mein empfinden nicht in jeden raum und zu jeder Stimmung auch jede Musik passt. Im OSTGuT sowie im Berghain / Panorama Bar konnte ich dann dank der Vielseitigkeit meiner Chefs und dank eines auch musikalisch sehr offenen Publikums viel mit unterschiedlichsten Stimmungen und Spannungen spielen, vieles ausprobieren und meinen Stil weiter ausbauen. Wie bist Du als Resident DJ zum OSTGUT und später zum Berghain / Panorama Bar gekommen? Ich wurde damals – im Sommer 2001 – von einem OstgutMitarbeiter angerufen und für eine CSD-Veranstaltung angefragt, bei der ich 80er Disco auflegen sollte, was gar nicht typisch für mich war, was ich aber ganz interessant fand. außerdem war ich natürlich höchst erfreut, komplett aus dem Häuschen, dass der Club, in dem ich vorher öfter

als Gast unterwegs war und die Nächte und Tage immer sehr toll fand, mich hinter den Plattentellern haben wollte. es scheint gefallen zu haben, denn sie haben mich danach noch öfter gebucht, meistens für die schwul-lesbische Veranstaltung, die sich Dance With The Alien nannte. anfang 2003 musste das OSTGuT schließen und ende 2004 öffneten erst die Panorama Bar, dann das Berghain ihre Pforten. Vorher brodelte natürlich die Gerüchteküche, unter anderem gab es unterschiedlichste Mutmaßungen, wer wohl auflegen würde und warum und und und – die Spannung war groß. Ich wurde von der Sonne geküsst - sie haben mich wieder angerufen… Das ist ja schon eine lange zeit, die Du in der OstgutFamilie bist, was ist das Besondere am Berghain und wie hat sich das für Dich ausgewirkt? Das Besondere am Berghain allgemein ist ausgeprägte leidenschaft - leidenschaft für Musik, Kultur und Subkultur. Darüber hinaus macht die Mischung verschiedener Menschen den Club für mich auch sehr besonders. Die beiden Betreiber erlebe ich als sehr engagiert und präsent, sie bringen uns allen viel Vertrauen in unsere arbeit und Wertschätzung entgegen, fördern uns sehr und fordern auch viel. Zum Beispiel gab es im alten Ostgut Sonntags eine Veranstaltung, die sich Last Chance To Disco nannte. Da ging es darum, dass alle einmal ihre Interpretation von Disco auflegen. Die Fortsetzung dieses abends gibt es nach wie vor an Silvester, am 30. april und zum CSD im lab.Oratory, dem Sexclub des Berghains, das an diesen Tagen für Männer und Frauen geöffnet hat. Hier geht es dann um Disco und Pop in allen Variationen – ein riesenspaß - und bei der Vorbereitung auf diese Nächte lernt man einfach noch einmal ganz schön viel dazu und stößt immer wieder auf jede Menge tolle Musik. außerdem macht für mich die arbeit im Berghain noch besonders die Tatsache, dass Dinge sich gern mal entwickeln und sich Zeit lassen dürfen. es muss nichts über’s Knie gebrochen werden – das steht in einem so angenehmen Gegensatz zur arbeit in agenturen, der ich jahrelang neben dem auflegen nachgegangen bin. Was macht unsere Arbeit als Resident-DJs aus oder besonders?

Wir alle haben einen sehr umfangreichen musikalischen Background, schon viele Jahre DJ-erfahrung und kennen die Wurzeln von House und Techno recht gut. und trotzdem oder gerade deswegen sind wir musikalisch auch immer auf der Suche und alle sehr große Nerds auf diesem Gebiet. unter uns DJs gibt es ein ganz gesundes ungezwungenes und respektvolles Gemeinschaftsgefühl, das durch die arbeit unserer Booking-agentur noch einmal verstärkt wird. Wir werden des Öfteren von unseren Bookerinnen in unterschiedlichen Konstellationen in andere Clubs der Welt verschickt. Da lernt man sich dann noch einmal anders und besser kennen und das verbindet natürlich zusätzlich. Das Besondere an der Musik? Der Facettenreichtum in den Stilrichtungen, alles auch gern wild durcheinander und die Kombination von klassischen elektronischen Sounds mit heißer neuer Musik. Für mich wirken sich der austausch mit meinen KollegInnen, vor allem mit Prosumer und Steffi, sowie die Möglichkeit, in der Panorama Bar, im Berghain, im labOratory und bei unserer Deep-House Veranstaltung in der Berghain-Kantine zu spielen, insofern aus, als meine musikalischen Grenzen immer offener, ich immer noch neugieriger und meine Sets (hoffentlich) immer abwechslungsreicher werden. Für Dich haben klassische House-, Techno und DiscoTracks einen hohen Stellenwert. Diesem respekt vor dem Klassischen entspricht auch die Technik, die Du beim Mixen verwendest: Du legst ausschließlich mit Vinyl auf, richtig? Ja – stimmt. Für mich ist Musik und das auflegen etwas sehr Sinnliches - ich mag es, durch Plattenkisten zu wühlen, Platten anzufassen, auf schwere Plattenspieler zu legen, regler zu verschieben etc. – die Haptik ist für mich ein wichtiger Teil des Spiels. auf Computern nach dem nächsten Titel zu suchen hat für mein empfinden die Sexyness von e-Mails checken… also lass’ ich’s lieber. außerdem empfinde ich das auflegen mit Vinyl noch als Handwerk und das fühlt sich ganz richtig und gut an. Hinzu kommt, dass beim auflegen mit Vinyl einfach mehr passieren kann und das macht’s spannend: eine verstaubte Nadel rutscht durch, die Platte knackt und knistert, das angleichen der Beats ist gerade bei älteren analog produzierten Tracks auf dem klassischen Weg viel schwieriger und geht vielleicht

auch mal ein bisschen daneben – das ist doch toll und äußerst charmant – es lebt halt. Nichts ist in der Kunst langweiliger als Perfektion durch Technik, die alles einfach macht. Fehler haben Charakter. und Vinyl klingt einfach besser und ist am haltbarsten!!! SO ;o) Was sagst Du dazu, dass die Milkshake nun in die Kantine gezogen ist? S-u-P-e-r!!!!!! Mich freut es, so viele Frauen zu Techno und House tanzen zu sehen und das in diesem kleinen sehr feinen Club. Ich hoffe, die eine oder andere findet auch den Weg ins Berghain bzw. in die Panorama Bar, denn ich es ist schade, dass so wenige lesben diesen laden für sich entdecken, dabei kann man dort sooooo viel Spaß haben. außerdem beschweren sich gerne viele darüber, dass es so wenige weibliche DJs gibt – dort sind wir mit Steffi, Cassy, Dinky, Margaret Dygas und mir schon verhältnismäßig viele weibliche residents. und wir freuen uns natürlich auch über Support von queeren Mädels ;o) Du veranstaltest mit Steffi und Prosumer auch eine eigene Partyreihe in der Kantine. Ja, die 5 Euro Admission, mit der wir diversen Facetten von Deep House einen raum geben wollen. In der Panorama Bar lässt man es schon mal krachen, 5 Euro Admission ist etwas unaufgeregter, hier geht es eher um Hüftmusik als um „Hands up in the air“. es gibt sehr viele Deep House-Produktionen, die sehr berühren, die brauchen einfach mehr raum. Deep House spielen wir schon auch in unseren Sets in der Panorama Bar; aber nicht ausschließlich, nicht in diesem umfang, auch wenn für die Sets von uns Dreien im allgemeinen Deepness schon sehr charakteristisch ist. Die Party findet grundsätzlich jeden zweiten Freitag im Monat statt – for those who feel it.

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There was for example an event called Last Chance To Disco at the old Ostgut where all of us could play their personal rendition of Disco.o) No. the culture and subculture. especially dance music has always been my big passion and defining for my life. what wasn’t exactly my style at all. the ambience. classical electro and sometimes pop. The sets vary as well depending on the venue and the daytime. Hardwax was and still is very important for me as a DJ. they show us a lot of trust and appreciate our work. aber diese Frage noch als letzte: Welche Platten sind Deiner Meinung nach ein absolutes Muss in einer Plattensammlung? Nenn doch bitte auszugsweise und stellvertretend 10 Titel. there were a lot of illegal locations in Berlin and clubs were literally built up over night. the music. even if that were some quite cautious first attempts and I tried to avoid breaks. understated. since I yet didn’t know how to get smooth bridges.progressive. It’s quite a long time now that you belong to the Ostgutfamily. seriously: The Tresor had a music conception back then. Kym Mazelle: Taste My love Master C & J Feat. typically with a lot of deepness. that‘s sub cultural. the audience. wanted me behind the tables. for net shopping.D. Back then.2009 – natürlich in der Panorama Bar. the new sounds and the pioneer spirit. I was able to play around and experiment with the most different spirits and tensions. They seemed to like my gig there because from then on they started to book me more often. and to advance my style. Beyond that it’s the mixture of the different people that makes the club so unique. I got kissed by the sun – they called me again. being face to face is much more important than the communication via net. liz Torres: Face It Moodyman: Shades Of Jae / Dem young Sconies Phortune: Can you Feel The Bass 51 Days: Paper Moon Auf welche Projekte von Dir dürfen wir uns in diesem Jahr freuen? Voraussichtlich im april oder Mai diesen Jahres wird auf Diamonds & Pearls ein weiterer Track von Prosumer & mir veröffentlicht. For me it always has to be a bit dirty and/or trashy! What does the record store Hardwax mean to you? With regard to the fact that in the early 90s there were no internet networks yet like we take them for granted today.08. In the rather “internet-low” 90s there was certainly more necessity for all that than today. There were of course a lot of rumours and speculations circulating. together with disco music mostly of the 80s. since music such a concerted thing. I just came here from south Germany and found all that very exciting. Seized buildings in the east part of the city sometimes in any backyards were converted to clubs – that was the “place to be” and a welcome and attractive change to neat Clubs or rather Discotheques like I knew them from south Germany. You were holding the residency at Tresor for a long time.the tension was mounting. edgy and dirty (there it is again) than everything I had known before. barely subtle handbag-house. but I however found it interesting. Fingers: amnesia 3 2 6. For me personally.5 House To House Feat. I’ve always been the one to turn the tables or to operate the tape recorder on almost every party. and that is important for my life as a DJ. and then totally wins your heart at least when you listen to it closely for the second or third time. I started to put on records professionally and to play sets in public bars and clubs in September 1993 at a bar in Berlin. Techno became more and more a part of my sets and I started to connect house and techno more often. They promote us and demand a lot of us. Kreuzberg in Oranienstraße. and sometimes also inconvenient at first sight. The both who run the place are very involved and present.08. I have found plenty of musical treasures here so far. That event is still taking place on new 8 9 . Sie wird voraussichtlich am 24.2009 veröffentlicht. then it is just not working for me as a party location. since in my opinion not every mood and club corresponds with every music. that is at the same time heart-warming and reduced to the bare minimum . The same goes for clubs: I can go easily without all that bells and whistles and when it is too neat and high glossy. to get inspired and to meet the people I share the passion for music with.but still has love and consistency. While playing there I caught the ear of the bookers for Tresor and the party Plush at Café Moskau and they started hiring me for their events. with real people around and collective listening to records.Auch wenn man sie sicher nicht abschließend beantworten kann. I very much respect the people who work there and what they do. The Tresor has very much evolved my style of playing sets: a mix of house and techno in different variations. I originally started to play mainly classic New york Vocal House. produced with love. I learned a lot regarding electronic music and it would be hard for me to imaging being a DJ at all without Hardwax. To share music with others is my main goal. with a vast range of exciting vinyl disregarding the Mainstream or whatever is „the Hype“ at the moment. That also goes for Globus. What was it like there? Dangerous ‘n’ wild .: Falling eSG: Moody Maurizio: M 4. that fascinated and at the same time overwhelmed me completely: way more raw.oh dear . release Party wäre dann am 22. Those locations suited perfectly the „rough & dirty“ music – that was played that time. among others about who would be the DJs there and why and so on . What is defining the Berghain and how does it influence you? What is special on the Berghain in general is the amount of passion – passion for the music. Thanks to my chefs universalism and to my open minded audience at the Ostgut back then and today Berghain / Panorama Bar. Here you find plenty of great stuff. : Hip To Be Disillusioned Vol. It was one of the few bars that had DJs on Fridays and Saturdays. which was very popular in the early 1990s. How would you describe the Club scene of Berlin in the early 90s? after the Wall came down . I would not swap buying records at a shop. I was fascinated by dirty and edgy music and ambience. that was opened up a bit later and provided more space for house music. funky. when a lot of communication and exchange is happening virtually. above that I was very pleased or rather all exited that the club. Music. The Hardwax is a great place to live that out. 1 Mr. How have you become a resident at Ostgut. Chez Damier & ron Trent. For me a record store is THe centre place beside the club. M. When did you started DJing? In private I used to “play” the DJ since I was in elementary school. The place called Drama was a meeting point for many people to get started before going to the club. During my work as a DJ in Tresor or Globus I discovered bit by bit the rough edges of the music. I used to go to a lot and loved the days and nights there. I consider the Hardwax as one of THe institutions for electronic music. at the beginning of 2003 the Ostgut had to close and in the end of 2004 first the Panorama Bar and then the Berghain opened the gates. and today even more. the second room of TreSOr. außerdem stelle ich die nächste Panorama Bar CD (die erste kam von Cassy) zusammen und mixe sie auch. today‘s Berghain / Panorama Bar? In summer 2001 I got a call from an Ostgut employee who wanted to book me for a CSD event to play some 80s Disco music. mixed it with cheesy pop-house and . Mostly for a gay event called Dance With The Alien.

liz Torres: Face It Moodyman: Shades Of Jae / Dem young Sconies Phortune: Can you Feel The Bass 51 Days: Paper Moon What do you thing about Milkshake moving into the Kantine? S-u-P-e-r!!!!!! I am happy to see so many women dancing to techno and house especially in this small but very nice club. that’s right. Between us DJs there is a healthy. I get more curious and (hopefully) my sets get more varied. even if deepness in general is significant for the set of the three of us. Margaret Dygas and myself that makes quite a lot female residents. For me playing tracks from the computer is as sexy as checking your e-mails …so I don’t do it. or what makes it special? all of us do have a considerable musical background. and that feels good and right. there is more that can happen or go wrong when you put on vinyl. : Hip To Be Disillusioned Vol. which just need more space. non-forced and respectful collective feeling that is even amplified by our common booking agency.2009. and nonetheless. for I think it‘s sad. on the 30th of april and on the CSD in the lab. yeah. at Panorama Bar you just have a blast. techno and disco-tracks important for you. Cassy. put them on heavy tables. and Vinyl also sounds better and is the most resistible thing!!! right . this is more about music for the hips than for throwing up your arms. So you come to know each other better and differently. Failings are character. right? yeah.o) you’re also organizing a party at Kantine. the Sexclub of the Berghain. in extracts.2009 – off course at Panorama Bar. Kym Mazelle: Taste My love Master C & J Feat.D. Dinky. and that makes it exciting: a dusty needle can slip. What’s special about the music? The variation of styles. That reverence for the classics is also shown in the format you are working with.5 House To House Feat. and of course we are glad about queer girls’ support . or maybe that’s exactly why. Beside so many are complaining about the too few female DJs – Steffi. The interchange with my colleagues. everything mixed together combining classical electronic sounds with hot new music. We know the roots of house and techno.com/5euroadmission 10 11 . For me music and playing music is something very sensual – to touch and select the records.the haptic is an important part of it for me. not in that amount. What’s also special about working at Berghain is the fact that you can give things time and let them develop. There are a lot affecting deep house productions.year’s eve. Oratory. handle the gear etc . just 10 representing tracks. I hope one or another will find her way into Berghain. that there are so few lesbians coming although you can have soooo much fun there. Nothing in art is more boring than the perfection by techniques which makes everything easy. also. and is opened then for men and women. the release party would take place then on 22. as well as the possibility to play at PanoramaBar. Chez Damier & ron Trent.08. Berghain. Further I will compile and mix the next Panorama Bar CD (first one came from CaSSy). Fingers: amnesia 3 2 6. what I used to do besides working as a DJ for years. you‘re exclusively putting on vinyl.myspace. The classical house-. with the 5 Euro Admission we want to create more space for deep house. What is significant for working as a resident-DJ. Even if this last question can surely not finally be answered: What records are necessities for every record collection? Please name. we are all big nerds and always in search of great music.: Falling eSG: Moody Maurizio: M 4. the record cracks and crackles. 5 Euro Admission is a bit more unexcitedly. It will be released likely on 24. Nothing has to get forced – that’s a comfortable contradiction to working at an agency. This one is about Disco and Pop in all possible variations – a great fun – while preparing for those nights you learn a lot and find great music. We also play deep house during our sets at the Panorama Bar. Furthermore for me putting on vinyl is real craft. but not exclusively. that’s extra connecting. labOratory and at our deep-house night at the Berghain-Kantine affects me concerning my musical limits get more open. adjusting the beats the classic way is much more difficult particularly on analog produced tracks and sometimes it just goes wrong – that is great and very charming – it’s just living. The party is taking place each second Friday of the month – for those who feel it. 1 Mr. www.08. Our bookers often send us to guest spot all over the world in different constellations. M. together with Steffii and Prosumer. each one is working as a DJ for 10 years or even longer. into Panorama Bar. especially Prosumer and Steffi.o) What projects are up to come this year? Properly in april or May there will be out a new track by Prosumer & me on Diamonds & Pearls.

Der anspruch. langweilig war es uns in Berlin bis dahin auch nicht. Der Terminus bedeutet ins Deutsche übersetzt Milchmixgetränk oder auch einfach Milchmix. Bislang läuft die Partyreihe noch auf rein leidenschaftlicher Basis und als Gastveranstaltung im Festsaal Kreuzberg. die die Milkshake in graphischer Hinsicht grundlegend geprägt hat. auf der gleichnamigen Institution für elektronische lesbenClubkultur wird man den flüssigen Titelgeber zwar vergebens suchen. die Milkshake angesichts der Zahl der bereits begeisterten Partyfreundinnen fortzuführen.Music Milkshake Questions: Julia Große-Heitmeyer / (english) Translation: larissa Pieper Milkshake. aber nicht die Musik ist die wir auf Parties zum Tanzen mögen. die einem vorrangig lesbischen Publikum frische weibliche Techno. Synthie oder ähnliches auflegen. oder wir gehen auf Techno-Parties und treffen da keine lesben. ist gut. Hat Grit Hachmeister © 2008 12 13 13 . rock. was wir hören wollten. und hören Indie. was auch nicht schlecht. ist die neue Frau für die Optik der Milkshake und führt die graphische arbeit von Silke im Hintergrund des Partytreibens fort. Diese Musik gab es eben auf lesbenparties nicht. die derselben Meinung waren. Was hat Euch dazu bewogen eine Frauenparty zu organisieren. veranstaltet und damit geradewegs nach vorne gebracht haben. die uns auf Parties zum Tanzen gebracht hat und die wir auf einer Party hören wollten. im Sommer 2008 aus zeitlichen Gründen die Partyreihe ihrerseits aufgeben musste. anja.. Das ist eben nicht das. Caro: Vorreiter? als ich mit Silke die Milkshake gestartet habe. Der Milkshake existiert bekanntermaßen in verschiedenen Geschmacksrichtungen und ist ein schmackhaftes. letztere knüpfen die beiden auch gemeinsam als Dotty zu anderen DJs und Partyveranstalterinnen. hat sich seit Mitte 2007 unter dem illustren Namen Milkshake etabliert – warum? Wer weiß das schon so genau? Schmeckt gut. wir waren in der Bar25. so etwas könnte Berlin sehr gut gebrauchen. sondern eine eigene Party zu gründen. war von anfang an Bestandteil und ist stets Begleiter des in Berlin bislang einmaligen Konzepts geblieben. Wir haben auch immer wieder lesben getroffen. Darum haben wir uns dazu entschlossen. die ausschließlich auf Techno und House DJs setzt? Caro: es ging hauptsächlich darum. Pop. Wir waren einfach in der Situation. Techno und House Party zu einem fairen eintritt zu präsentieren. das war so in der entstehungszeit 2005. Frauen eine musikalisch und visuell qualitativ hochwertige Minimal. Die Milkshake war ursprünglich die Idee und das Konzept ihrer beiden Gründerinnen Caro und Silke. Noch einmal nachgehakt. Wir waren dort begeistert von den DJs und es war für uns genau die Musik.und zu der selbige auch tatsächlich in Scharen kommen. Nachdem Silke. ob wir jetzt Vorreiter sein wollen.. sowohl in Berlin als auch bundesweit. Nina. und die Szene ist einfach da. entschied sich Caro. uns zu entscheiden: Gehen wir auf lesbenparties. die sich bislang aber immer in den unterschiedlichen Bezirken verstreut hatten. die die Partyreihe in gemeinsamer arbeit organisiert. die sich explizit an Frauen im Allgemeinen und Lesben und Transgender im Besonderen wendet . haben wir uns nie Gedanken darüber gemacht. die in München schon in der elektronischen Clubszene gearbeitet hat und im letzten Jahr nach Berlin gezogen ist. Da gibt es meist einen so genannten electro-Floor. Ist Milkshake Avantgarde unter den Berliner Frauenparties? Ihr seid die erste und bislang einzige kontinuierliche Minimal Techno und House Party. Wir waren in der Panorama Bar. steht Caro bei ihrer Organisation des Öfteren mit Ideen und Netzwerken zu rate. Die Veranstaltungsreihe. klingt gut. dafür liefert die Milkshake aber Mixe einer ganz besonderen Geschmacksrichtung in der lesbischen Partyund Musikszene Berlins. aber wir haben uns überlegt. wo sie dann electro-Clash. nicht mehr zu meckern. energie stiftendes Genussmittel. WMF Sommerlager. dass wir die Musik mochten.und House-DJs präsentiert.

um mit der zuständigen Person für die Berghain Kantine einen Deal auszuhandeln. es geht aber auch nicht darum. es war nie von anfang an die Idee. die in Köln solche Parties organisiert. als anja und ich angefangen haben. ausschließlich lesbische DJs zu finden. und es geht natürlich auch darum.d. dass es schwierig ist. da sie aufgekauft wurden. Caro: es geht ja auch nicht immer darum. dass ihr die Gage in dem Moment nicht so wichtig war... Bei Euch spielen nicht nur DJs aus Berlin ihre Sets.die Milkshake Ambitionen. dass man tanzt. Daher denke ich. dass die leute den Flyer sehen und hinkommen. wären nicht mehr der Kick und der anreiz vorhanden. nee. denn 1. welche Musik gespielt wird. dass wir gesagt haben.. wie wir. dass die leute. die lesben zu supporten. Die Milkshake findet in einem kleineren rahmen statt. Welchen DJ würdet Ihr gerne unbedingt auf einer Eurer Veranstaltungen auflegen oder ein Live-Set spielen lassen und hattet sie aber noch nicht dabei? Caro: es gibt natürlich schon große weibliche DJs. Anja: an dieser Stelle will ich einwerfen. Und auch Ihr selbst legt beispielsweise in München oder Köln auf. in qualitativer Hinsicht. wenn wir DJs wie Tama Sumo dabei haben. die Frauen für House zu begeistern. dass eine Frau sich darüber beschwert hat. weil es eine lesbenparty ist. Wir schließen niemanden aus. sondern auch Djs von außerhalb. Natürlich sind wir froh. In den meisten Techno-Clubs in Berlin hast Du zu bestimmt 80 Prozent Männer. Ich möchte .im Team. Dadurch können wir uns eben auch vielleicht einen Namen machen. dass Ihr neben der eigentlichen Veranstaltung besonderen Wert auch auf anspruchsvolles Illustrations. sich wohl fühlen.. Die Tini und die Daniela la luz sind alte Freunde von der anja. das Merchandising legt. dass die leute da hinkommen und tanzen.500 leute werden nicht auf die Milkshake kommen. an sich finde ich es auch super wichtig. Caro: Wir wollen damit auch das.redaktion] dort involviert sind. zumal. es geht uns nicht darum. wenn wir die Milkshake kontinuierlich jedes Wochenende organisieren würden. zu der so 700 Mädels kommen. der bekannteste Club – die haben ein eigenes label. und Tama Sumo und Steffi.. mit Vinyl auflegen und man merkt. qualitativ heraus zustechen. Anja: Zu mir sagen auch viele heterosexuelle Frauen. Bei der Milkshake fällt im Gegensatz zu den meisten anderen Frauenparties auf. 14 15 . Die Betreiber haben daher auch lust darauf. wie ihn Le Pulp gemacht hat. was auf der Milkshake letztlich zu erwarten ist. endlich lesben auf der Tanzfläche zu sehen. sondern mögen eher elektroclash. ab Januar findet die Party nicht mehr im Festsaal Kreuzberg statt. Caro: es wäre sicher schwierig einen allein lesbischen Club zu starten – unabhängig davon. Berlin braucht noch eine lesben-Party. Anja: Ich bin vor einem Jahr nach Berlin gezogen und kannte mich in der Berliner lesbenszene nicht so wirklich aus. und einfach seine Freude daran hat. sondern lassen auch Männer in weiblicher Begleitung rein. wusste aber dass ich elektronische Musik hören wollte. als die lesbische Kultur zu unterstützen. Name- Dropping zu betreiben. Wir wollen mit der Musik auch qualitativ etwas bieten. Die zu buchen. dass da dann am Donnerstag lesben-abend war und am Wochenende war dort eine gemischte elektroveranstaltung. die noch nicht so bekannt sind. haben uns extrem gut unterstützt und uns eingeladen. Netzwerke sind sehr wichtig. Die Panorama Bar und das Berghain. von der wir vorhin gesprochen haben. die ich gut finde. die. Wer sich auffällig verhält wird rausgeschmissen. denn im Gegensatz zu den Schwulen. was wir gut finden. und als Tama Sumo dann auf der Party aufgelegt hat. House. sondern in der Berghain Kantine. Ich habe bereits einen Club mit aufgezogen und das ist schon ein großer Kraftakt. Kein Rex konnte den abend machen.und Graphik-Design. auf eine Party zu gehen. Das ist für uns natürlich ein Kompliment. Die Verbindung nach Köln haben anja und ich durch eine Besucherin der Milkshake bekommen. und es geht aus unserer Sicht auch darum. ohne. Donnerstag gab es lesben-elektro-Parties die eher so die Pariser Szene – man darf natürlich Paris nicht mit Berlin vergleichen. die Party noch mehr im Berliner Nachtleben zu verankern oder sind Euch diese visuellen Effekte auch ein ganz eigenes Anliegen und weshalb? Nina: Das ist für uns tatsächlich ein wichtiger Faktor. und damit verbunden. Wir wollen in der richtung auch ein bisschen weiter gehen. das ist immer ein risiko. dass man sich irgendwie belästigt oder bedrängt fühlt. dass sie von einem Typen unangenehm angemacht wurde. sondern insgesamt weibliche DJs auf der Milkshake zu präsentieren. sich kreativ auszutoben . Das ist eben wichtig. Caro: aber das ist dann ja auch eher dazu mutiert. Welche Bedeutung und Potenzial haben überregionale Beziehungen für Milkshake? Caro: Die Netzwerke zu den Münchenern und augsburgern bestanden bereits vorher. Nina: Das kann man dann eben nicht mehr nebenbei machen. die aber auch riesige lust hat. Dort wollen wir die Milkshake auf jeden Fall einmal im Monat veranstalten.oder langfristig zu einem eigenständigen Club zu etablieren? Die Party wird doch kontinuierlich besucht. die zu unserer Party kommen. weil sie das Konzept interessiert. dass das auf Dauer nicht mein Ziel ist. waren wir in augsburg. es könnten natürlich noch immer mehr leute sein. verkörpern. bei dem man von zehn uhr bis zum nächsten Tag dabei ist. da die Milkshake auf einem relativ niedrigen Budget läuft. dass sie es total angenehm finden. dass man gemeinsam feiern kann. mit dem die Mädels zu uns kommen. Anja: Ich glaube auch. Anja: Die Zusammenarbeit mit dem Berghain stellt natürlich auch eine Vorreiter-Position dar. es ist nicht wie bei der Girlstown. die auf die Party kommen. es geht darum. weil wir damit nicht nur in der Kultur der lesbenszene sind. Da der Club von Schwulen betrieben wird. aufzulegen. Techno. die den Flyer gut finden. Insgesamt ist das eine entwicklung über die Zeit hinweg. Das ist natürlich für uns auch ein Schritt in die richtige richtung. Wir wollen für die Milkshake auf jeden Fall auch eine visuelle Sprache entwickeln. und da wird die Milkshake schon in Verbindung mit elektronischer Musik und der lesbischen Kultur in Berlin gebracht. aber natürlich geht es auch darum. Freunde zu treffen. es geht darum. die lesbenkultur im rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten zu unterstützen. die zur Panorama Bar/ Berghain gehört. sondern auch in der Subkultur der elektronischen Szene. um die leute anzuziehen. Das ist ein lesbischer Club. sich mittel. Vor allem auch dieses Nachtleben. gibt es das bei den Frauen bislang noch gar nicht.. genauso wie die Party die leute anziehen soll. neue Talente finden oder DJs. die [als resident DJs der Panorama Bar : anm. die Tini spielt auch öfter hier. Dieser Flyer soll vom Design her auch leute anziehen. eine solche Party in einem eigenen Club zu veranstalten. Anja: Nee. Wir wollen Besucher dadurch gewinnen. dass wir die leidenschaft. bei der die lesben am rand der Tanzfläche stehen und sich gegenseitig abchecken. Selbstverständlich ist das für uns super. was ich sehr wichtig finde – eben dass man sich nicht so ausschließend verhält. auch in jeden einzelnen Flyer stecken und versuchen. Da wird sich jetzt auch etwas weiter bewegen. wie hier. Caro: Die waren schon Vorreiter. aber es ist bislang noch auf keiner Party vorgekommen. dass wir in die richtung . die die Musik gut finden. es soll auch gar nicht so kommerziell sein. dass eine Ideologie dahinter steckt. Das geht an der Stelle auch über Berlin hinaus und die leute schauen auch auf die Milkshake und wollen auch so eine Party in ihrer Stadt. DJs zu finden. denn es ist zum großen Teil auch eine Teamarbeit. kommen dort natürlich auch viele Schwule aber auch Heteros hin. Das geht schon an die Substanz und ich glaube. Daher empfinden viele Frauen unsere Party auch als sehr entspannt. die resident in der Panorama Bar ist. Die lesben kommen allerdings noch immer zu kurz. und dazu soll sie da sein. und auf die 20 Prozent Frauen stürzen sich dann die 80 Prozent Männer und nicht jede findet das unbedingt gut. Die Franzosen sind ja nicht so die Technofans. visuell etwas zu verpacken. sprengt allerdings im Moment noch den finanziellen rahmen. Das wird wahrscheinlich auch weiterhin so sein. sondern muss das als Fulltime-Job betreiben. es gab in Paris Le Pulp. es geht uns wirklich um die Musik. da es dort nicht die gleiche Clubkultur gibt. DJs von außerhalb Berlins einzuladen. wenn wir DJs wie Tama Sumo treffen. Sie hat eben vor einem Jahrzehnt schon auf lesbenparties gespielt und da hat es eben überhaupt nicht funktioniert. Das hat mich wirklich sehr gefreut. Bislang aber nicht lesbisch orientiert. Ist der visuelle Auftritt „nur“ ein Mittel zum zweck. Da ist das eben auch ein großer Schritt in die Club-richtung. die Party wird kontinuierlich besucht. Caro: Ja. Deep House gehen. das ist die Techno-Institution in Berlin. Wir sind eher daran interessiert. um jemanden aufzureißen. es gibt unendlich viele Techno-Parties in Berlin. die sich ihren eigenen Club geschaffen haben. Insofern waren die Parties schon eher underground und damit haben die Donnerstag abende im Le Pulp eine lücke gefüllt. Wir haben bereits mit Visuals angefangen und es macht Spaß. wenn sie in einer Beziehung ist. Über das Myspace-Netzwerk bin ich auf Milkshake gestoßen. auch finanziell muss sich das erst einmal rechnen. mussten aber leider schließen. aber um noch einmal zurück zu Milkshake zu kommen. war sie so glücklich darüber. und nicht nur. der sich eine lesbische elektroveranstaltung hereingeholt hat.

den Bereich auszuweiten. Das hat also Potenzial! Anja: Das habe ich schon mal ein bisschen mit einer Software ausprobiert. Gibt es weitere Projekte im Rahmen der Milkshake? Caro: Was das Grafikdesign betrifft.oder Produktions-Ambitionen? Caro: Wir haben lust! [lacht] Anja: Die lust ist vorhanden. dass viele Besucher nicht bereit sind. Habt Ihr als Dotty (Milkshake Residents) mittel. über das bisherige hinauszugehen. aber die Netzwerke. Wir organisieren so oftmals eine art austausch mit Parties in anderen Städten. die durch das Organisieren der Party entstanden sind.oder langfristig Label. eine Plakatserie. wenn es eine solche Party in jeder großen Stadt gäbe. Wir haben auf jeden Fall lust.. da wir dann mehr eintritt nehmen müssten. Nina: es gibt die Idee – auch wenn momentan die Zeit fehlt – ein Fanzine. aber auch die leute kommen. Die Zeit. eher der analoge Synthiziser – Drum Computer und ins Mikrofon-Kreischer. Das wäre für uns viel schwieriger. Wenn ich das machen würde. um sich so was anzueignen ist. Dadurch lernen wir dort auch wieder neue DJs kennen. Ich finde.milkshakegirls. Das wäre ich dann wahrscheinlich eher. die eben nicht in Clubs gehen. dass wir uns auf dem Preisniveau bewegen. aber wir haben auch nicht die Zeit die Milkshake bundesweit zu organisieren. Ich brauche etwas Haptisches. Noch ein Statement zum Schluss?! Anja: yes. da ich denke.. Ich würde auch nicht oder ungerne mit Computer – und auch nicht mit CDs – auflegen. eher das eigentliche Problem.Caro: es wäre natürlich schön. was ich selbst gut verstehen kann. Die sind auch etwas Haptisches.de 16 17 . Caro: Damit könnte ich auch keine Musik produzieren. Ich habe mich auch noch nicht wirklich damit befasst. die können anja und ich natürlich auch sehr gut für unser DJ-Team nutzen. auf dem alles finanziert werden kann. aber wer weiß. we can! www. Das war auch von anfang an der Plan. oder weitere T-Shirts zu gestalten. Das ist für mich genauso wie mit Platten. dann wäre ich sicher nicht der digitale Softwarenutzer. haben wir auf jeden Fall lust. die wir dann zur Milkshake einladen können. wäre viel teurer. Die Zeit und die Finanzen fehlen noch. DJs über Booking-agenturen zu engagieren. einen höheren eintritt möchte ich nicht verlangen. sieben euro sind ein fairer Deal. in denen sie zehn euro oder mehr zahlen müssten. aber das war für mich so unspannend. zehn euro zu bezahlen.

but who‘s also motivated to support the lesbian culture in the context of our financial possibilities. it hasn‘t been boring for us in Berlin. already some pretty big female DJs out there whom I like. only continuous minimal techno and house party which appeals to women in general. Together as Dotty they also forge links to other DJs and party planners in the area of Berlin as well as nationwide. and lesbians and transgender people in particular – and to which those are actually coming in droves. Of course. Synthie or the like.unique concept in Berlin. and when Tama Sumo spun the turntables at our party she was so happy about finally seeing lesbians on the dancefloor that she didn‘t really care about the fee in this moment as much as supporting lesbian culture. the audience is mainly made up of homosexual men. and will be moved to Kantine which belongs to the PanoramaBar.. it is actually an important factor that we put the effort and passion about which we spoke before into every single flyer and try to visually wrap something which can ultimately be expected at Milkshake. we are glad when we meet DJs like Tama Sumo who is the resident DJ at Panorama Bar. The French are mostly not that much of Techno fans and usually prefer electroclash. Anja: On Thursdays they had minimal-electro parties which really enriched Paris‘ Techno scene. not something that we wanted. Does Milkshake have – medium or long term. because it‘s a lesbian party. but about finding female DJs in general to present at Milkshake. It‘s about people seeing the flyer and going there. the carriers feel like supporting Milkshake. it‘s also about making people who attend the party have a good time and feel comfortable. I‘d like to find new talents or DJs who aren‘t well known. especially having to work at night takes it out of you in the long run and is not my aim. This is most likely going to continue to be the state. That‘s as well a big step into the club direction where we definitely want to host Milkshake once a month. we want to embody something which we like. Why?.The Milkshake. as Milkshake runs on a relatively low budget. Insofar. Bar25 and WMF Sommerlager (summer camp). Tama Sumo and Steffi (who work as resident DJs at the Panorama Bar: note of the editorial staff) who are involved in there have supported us extremely well and have enabled a meeting with the management. Therefore. but to start our own party. That‘s why we decided not to bitch about it any longer. Caro: Vanguard? Maybe. We have met lesbians over and over again who had the same opinion. as I said. Milkshake takes place on a smaller scale. Thus. but of course it‘s also about standing out concerning the quality. It must also be profitable financially. People who behave badly get thrown out. Nina: you just can‘t do something like that along the way. regardless of the music which is played there. We were enthusiastic about the DJs there and it was exactly the type of music that made us dance and which we wanted to hear at a party. but had to give up the series of parties for temporal reasons in the summer of 2008 . ideas and networking. We are also more interested in finding DJs who spin with vinyl like us and one recognizes that there‘s an ideology behind that. Is Milkshake vanguard in Berlin‘s women‘s parties? You are the first.. but instead Milkshake delivers mixes of a very extraordinary flavor in the lesbian party and music scene of Berlin. There are endlessly many Techno parties in Berlin and until now. For us. lesbians are still missing out. We were at Panorama Bar. But when I started “les ciseaux électroniques“ with Miona we never thought about the fact whether we wanted to be vanguard or not. She has already played at lesbian parties decades ago.. We were simply in a situation in which we had to decide: Do we go to lesbian parties and listen to Indie. but had to close since they were bought up. but we thought that Berlin could totally need something like that since the scene is there. because the club culture there isn‘t the same. Is the visual appearance „only“ a means to an end to embed the party in Berlin‘s night life. Techno and House party at a fair price has always been a part of this -until now. The series of parties presenting fresh female Techno and House DJs to a mostly lesbian audience has established itself under the illustrious name „Milkshake“. but to book them would blow our budget at this point. after Silke has essentially shaped Milkshake in graphic terms. you can‘t compare Paris to Berlin.. is good. It exists in many different flavors and is a tasty stimulant giving you energy.. female party people. rock which is not bad. Just like the party is supposed to allure people who like the music and not just. I was really pleased about that. but to get back to Milkshake : Things are also starting to move. There was mostly a so-called electro floor where they spin electroclash. house and deep house direction. That‘s why I think that it‘s difficult to host such a party at an own club. It‘s not about practicing name-dropping to catch the attention of people. We don‘t exclude anyone.. Caro: It would certainly be difficult starting a strictly lesbian club. with corresponding label and booking agency. The PanoramaBar and the Berghain. but also in the subculture of the electronic music scene... because there are just not going to be 1500 people at Milkshake. and until now. it was never the idea that we said Berlin needs another lesbian party where the girls are standing on the side of the dancefloor checking each other out. it stands out with Milkshake that you seem to particularly value superior illustration and graphic design aside from the actual event and . It‘s about having people go there and dance. Since the club is mostly organized by gay men. Caro: They were vanguard. but it‘s not about finding exclusively lesbian DJs. because with this. Caro: With this. I‘d like to throw in that there was a lesbian club in Paris called le Pulp where they played only electronic music in the evenings. the right direction. Naturally. We want to win people over by going into the minimal Techno. Which DJ would you absolutely love to have spinning or playing a live set at one of your events. Pop. there could always be more people there. the parties were a true insiders trip and therewith a huge success. we are no longer in the culture of the lesbian scene. Sure.tied to that .. Milkshake was originally the idea and concept of the two founders Caro and Silke. They‘ve just always scattered in all the different areas. The demand of presenting women a musically and visually attractive. because they‘re interested in the concept. 18 19 . From January on the party will not be taking place at the Festsaal Kreuzberg any longer. of course. we can make a name for ourselves. too. or do we go to Techno parties where we don‘t meet any lesbians. It‘s also not meant to be so commercial. Organizing and running a club is a massive effort. but so far it hasn‘t happened that a woman complained about being awkwardly hit on by a guy. first-class minimal. Up to now. Certainly.. it‘s great for us when we have DJs like Tama Sumo with us. it kind of mutated into being a lesbian night on Thursday and on weekends there was a mixed electro event. That‘s what‘s important. This is. who organized and hosted the party in collective work and moved it straight forward. you would have to practice it as a full-time job.the merchandising. We also planned on going further into this direction. at the correspondent institution for electronic lesbian culture one won‘t find the liquid donor of the title. until then. Caro decided to continue Milkshake in view of the many enthusiastic. This music didn‘t exist at lesbian parties. Nina is the new girl for the optic of Milkshake and continues the graphic work of Silke in the background of all the party hustle and bustle. Anja: at this point.. but whom you haven‘t had yet? Caro: There are. anja. From its design. or are these visual effects also your own special concern and why? Nina: For us. It‘s not like at Girlstown where about 700 girls are coming every time. the party is indeed frequently attended.who knows? Tastes good.What persuaded you to organize a women‘s party which strictly focuses on Techno and House DJs? Caro: It was mainly about the fact that we liked this music. the party series runs on a sheer passionate basis and as a guest event at the Festsaal Kreuzberg. Caro: But then again. which is the Techno institution in Berlin.that you can party together without feeling molested or hassled. who‘s been working in the electronic music scene already and who moved to Berlin last year is helping Caro with words and deeds quite often when it comes to organization. the flyer is supposed to allure people who like it. We have already started with visuals and it‘s fun to creatively let off stream – in a team since it‘s teamwork for the most part. sounds good. Anja: I also think that if one could organize Milkshake every weekend. In contrast to most of the other women‘s parties. since the party is continuously attended? Caro: yes. and back then getting the women into house music just didn‘t work. and of course. but also let in men in female company which I find really important.any ambitions to establish itself as an independent club. were were the only ones who were lesbian. It‘s really about the music. From the beginning on. this is definitely a step into.. there just wouldn‘t be the appeal with which the girls arrive.that was pretty much in the date of origin back in 2005. the most popular club. To dig a little deeper. and that‘s always a risk. We definitely want to develop a visual language for milkshake. but not our type of music.

Caro: I couldn‘t produce music with that. I think. because I think that many guests are not willing to pay 10 euro which I can totally understand. At Milkshake. since that would mean having to raise the admission charge. I need something haptic. or only unwillingly to put on tunes with a computer and also not with CDs. The networks which evolved from organizing the party. we feel like going further than what we‘ve done before Nina: There is the idea -although we are currently lacking time. at this place. We definitely feel like expanding this area. Are there any more projects within the framework of Milkshake? Caro: Concerning the graphic design. Overall. I wouldn‘t at all. but I knew that I wanted to hear electronic music. If I would do it then I would surely not be the digital software user. By doing this. it‘s a development throughout the course of time. The time to acquire something like that is the actual problem and I haven‘t occupied myself with that. but who knows. I came across Milkshake and there it was already associated with electronic music and lesbian culture in Berlin.. Me and anja have received the connection to Cologne through a guest of Milkshake who organizes such parties there. Through myspace. as Dotty (Milkshake residents) have any label or production ambitions long. Caro: It would of course be great. not only DJs from Berlin play their sets. we can! 20 21 . I guess you have potential! Anja: I‘ve tried this with a software a little bit before. but we don‘t have the time to organize Milkshake nationwide. Networks are really important. That‘s definitely a compliment for us. rather the analog-synthesizer-drum So. I actually also think that it‘s super important to invite DJs from outside of Berlin. if there was such a party in every big city. When anja and I started to spin we were in augsburg where Tini plays more often. We often organize a kind of exchange with parties in other cities. What kind of of meaning and potential do nationwide connections have for Milkshake? Caro: The networks to the people from Munich and augsburg have existed before. are very useful for mine and anja‘s DJ sets. 6 euro are a fair deal..or midterm? Caro: We are up to it! [laughs] Anja: The desire exists. Anja: I moved to Berlin a year ago and didn‘t really know the lesbian scene there. They are also something haptic. for example in Munich or Cologne. It has been the plan from the beginning on to move on a price level on which everything can be financed and that those people come who just don‘t go to clubs in which they have to pay 10 euro or even more. it outruns Berlin and people look at Milkshake and also want a party like that in their city. engaging someone through a booking agency would be way to expensive. though. I don‘t want to require a higher charge. It‘s the same for me as it is with lPs. Tini and Daniela la luz are old friends of anja. Time and money are missing yet. we get to meet other DJs there whom we can invite to Milkshake.of creating a fanzine. but also DJs non-locals and even you guys spin. a poster series. either. yet.? A statement in the end?! Anja: yes. Do you. but that was so unexciting for me. or more t-shirts.computer-microphone screamer.

oder sagen wir. und dann kam auch eigentlich sehr bald die Zeit.und House Ära seit Anfang der 1990er Jahre in Berlin erlebt? Dazu muss ich einleitend sagen. die Du in Wien besser verwirklichen konntest? Das hatte eigentlich private Gründe. War zu der Zeit eine Ära für Dich zu Ende. eine Platte auf Saber Records – das label kennt eigentlich heutzutage kein Mensch mehr. Das war eigentlich das Hauptding für mich. die damals schon gut im Business waren. Denn die. in der ich 1991 die deutsche Techno Szene über DJ Hell kennen gelernt habe und unmittelbar danach das Hardwax in Berlin. und das ist auch ganz wörtlich zu nehmen. die in anderen läden einfach nicht zu kaufen waren. als ich 1993 nach Berlin gezogen bin. absolut Stil prägend für die Berliner 1990er Jahre war in meinen augen ganz sicher auch der Friseur und Elektro . die Verteilung der Platten auch noch nicht so entwickelt wie heute. natürlich auch die großen Clubs wie der Tresor und Planet beziehungsweise E-Werk. Da gibt es auch viele leute aus der Szenerie. Das war vor allem Dj Rush. die haben schon mehr widergespiegelt. aber nicht gar so viel zur Szene in Berlin. oder erst sehr viel später nach München oder Wien gekommen sind. Das war ein physischer Ort. mit denen ich heute noch im Kontakt bin - zum Beispiel aus dem Friseur. daraus hat sich die halbe De:bug Belegschaft generiert. Man hat sich einfach dort in dem laden getroffen. der laden und die Szene in Deutschland . weil wir jetzt ohnehin ein ganz anderes Problem mit den Plattenläden und den physischen Tonträgern haben. wie Netzwerken vor den Zeiten des Internets funktioniert hat. als allererster. zu spät dran zu sein. wo die Fäden zusammengelaufen und auch die Informationen ausgetauscht worden sind. Insofern war ich sozial gar nicht so wirklich tief eingebunden in die Stadt. 22 23 . Da habe ich mir dann schon gedacht.und ja. zum Beispiel dem Tresor.und wie das dort DJ-mäßig abgegangen ist. das ist das. Und zu Hardwax? Hardwax war irgendwie ein ganz wichtiger internationaler Knotenpunkt für Techno. aber was Berlin so ausgezeichnet hat. ein urgestein unter den Chicagoer labels. In weiterer Folge Underground Resistance. dass so viele Besitzverhältnisse nach der Wende nicht geklärt waren und die leute einfach in irgendwelche Gebäude rein sind und dort Parties veranstaltet haben. aus Deutschland und aus Berlin. dort zu arbeiten. electro und House. Deswegen kann ich Dir einiges über DJ-Praxis und Hardwax erzählen. Ich habe ständig alle Informationen aufgesogen und mich da wirklich voll hineingekniet. Das lag vor allem daran. Das war quasi paradiesisch für mich als DJ. oder hattest Du spezielle Pläne. es ist eigentlich ein sehr schönes Beispiel dafür. Du kommst erst jetzt drauf? [lacht] Ich war dort so ein bisschen schüchterne Newcomerin. und 1992 schon meine ersten DJ-auftritte in Deutschland hatte. die meinten: Was. die auch nach Chicago und Detroit gefahren sind und wirklich auch dort vor Ort die ganzen leute kennengelernt und die Platten eingekauft und hierher gebracht haben. aber da war der Mark ernestus. irgendwie ziemlich freakig organisierten Clubs. Wie und wann kamst Du letztlich zum Techno? eigentlich über ein paar Schlüsselplatten. die es hier gab. Wie hast Du dann den Beginn und die Entwicklung dieser Techno. Das hatte natürlich auch sehr viel mit einigen Clubs zu tun. was ich auch machen möchte. wie vor fünf Jahren. mit Techno. auf der anderen Seite war ich total mit lernen und arbeiten beschäftigt. da hatte ich eigentlich permanent ein schlechtes Gewissen. Du bist 1996 nach Wien zurück gegangen. was das eigentlich kreative Potenzial in der Stadt ist.female:pressure Questions: Julia Große-Heitmeyer / Translation : Miruna Boruzescu Du hast das DJ-ing 1989 zunächst mit Jazz und Funk und sogar Hip Hop Sets begonnen. aber diese kleinen.Music electric:indigo . waren diese ganzen Freiräume. Im unterschied zu heute war die Infrastruktur. der wahrscheinlich einer der ersten war. die mit ihrem label die ganzen Verbindungen nach Detroit verstärkt haben. Das lag daran. Jedenfalls gab es im Hardwax jede Menge gesuchte und tolle Platten.

dort . die nicht so komisch hype fashion aufgeladen war wie viele andere richtungen. aber irgendwann hat sich das auch irgendwie aufgelöst. Diese ein bisschen melancholische oder dunkel gefärbte Funkiness. der macht extrem Detroitigen Sound und kommt natürlich nicht aus Detroit. sehr lustig. Ich glaube. im Hinblick auf das Publikum. Die ganze amerikanische Szene hat in den letzten acht Jahren zumindest schwer gelitten. das zieht sich schon so ein bisschen wie ein roter Faden durch. gab es den Donnerstag. beispielsweise der große Vertrieb Watts. Das hat mir dann irgendwann gefehlt. ob es das Zweite war oder das Dritte. als dieses Booking kam. ich war drei Jahre lang wirklich total fokussiert auf die Musik und auf das auflegen. die für Detroit typisch ist. fast nur gearbeitet habe und irgendwie nur wenig soziale einbettung hatte. die sie damals hatten? Da gab es verschiedene abende. was sicher auch daran lag. was auch deswegen ging. Du hast auch im Le Pulp in Paris Sets gespielt? Wann war das und wie war die Atmosphäre dort? Ist doch sehr bekannt für seine elektronische Frauenparty. sobald ich diesen entschluss gefasst hatte. hat sich dass dann wieder ein bisschen normalisiert. das war ein coole alternative Szene in Paris. auf dem ich aufgelegt habe. die eher Beat orientierten Sachen – ganz sicher. weil Carl organisiert es nicht mehr. München. Dazu kommt das. dass sie kein airplay. und dann mit Pulsinger und Tunakan zwei Wienern. Das kam fast zeitgleich auf einem New yorker label raus. das war das zweite oder dritte Detroit electronic Music Fest. die dort den Sound geprägt haben. dass ich in Detroit war. Wer mir aktuell gerade einfällt und was irgendwie ganz typisch ist. das es gab.faktisch in der Mutterstadt des Techno-Sounds . was ist denn jetzt los? Das war aber auch eher gegen ende der Zeit des Le Pulp. der nicht so vorgegeben war. das war auch so ein anker für mich. also. also. Dann gab es den Freitag. nur Typen gesehen und mir gedacht habe. aber es hat mich natürlich trotzdem wahnsinnig gefreut und es war eine ganz große ehre. aber ja. Das war eine Nummer. dass ganz viele DJs aus Detroit weggegangen sind. einmal. glaube ich. daran kann ich mich erinnern. Detroit war für mich einfach so wichtig. Was war das für ein Gefühl. dass ich dort zwischendurch hingeflogen bin und die leute besucht habe. was sie immer schon beklagt haben. Das war eigentlich immer sehr.Erfahrung das Stil prägende Moment für Deine Arbeit? Ja. Bei dem Fest. Dieses Detroit-Motiv oder die Detroit-Färbung sind in ganz vielen Produktionen mittlerweile. Wenn ich mich richtig erinnere. Fabrice lig . war ich höchst befremdet. Mit dem entschluss nach Wien zurück zu gehen. wie gesagt. aber dann gab es da wohl interne Schwierigkeiten. dass Du in den einschlägigen Clubs in Europa. die sich Bernd Preiml ® 2005 24 25 . aber es waren immer ganz viele lesben dort. Die ist dann vielleicht recht überschaubar. Amerika und Asien aufgelegt hast. die es dort in Paris gibt. aber immer bei anderen leuten im Studio. einige sind auch nach europa gegangen und der austausch ist immer intensiver geworden. hat das schon begonnen.ein Set zu spielen? Das hat mich natürlich total gefreut. es ist nicht mehr ganz so cool. nachdem was ich so von Kolleginnen und Freundinnen gehört habe. sich zu relativieren.dass ich ein bisschen überstürzt aus Wien weggegangen bin . vor allem die Underground Resistance leute. aber auch die Chicago Tracks Geschichten. Hast Du während Deiner eit in Berlin auch produziert? Ja.also ich hatte dort unerledigtes Zeug – und dann in Berlin drei Jahre lang. und merkwürdiger Weise. es ist halt eine ganz starke lesbische elektronik-Szene. dass sie dort jede kennen. Ich habe dann einfach privat leute kenne gelernt. und man sieht immer wieder dieselben Gesichter. schon immer wieder. war Carl Craig nicht mehr dabei. während ich aufgelegt habe. ich gehe nach Wien zurück. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher. warst Du 2002 Teil des Line-Ups des Detroit Electronic Music Festes. haben und insofern insgesamt auch kaum Überlebenschancen für die Musiker und paar Musikerinnen. Mein Blick hat sich geöffnet. Abgesehen davon. Meine erste Platte kam. weil ich. wusste ich schon. der rein lesbisch angelegt war. Ist diese Detroit. die ich mit richard Bartz gemacht habe – in München. weil Mark vom Hardwax die auch kannte.der ist ein Belgier -. Das allererste ist von Carl Craig organisiert worden. aber hat das echt gut drauf [lacht]. aber es war nicht das erste Mal. 1993 raus. der vor vielen Jahren schon pleite gegangen ist.

hast Du ein zukünftiges Projekt im Rahmen von Indigo:inc oder female:pressure in Planung? Ja. dass es in Deutschland und Österreich zum Beispiel eben nicht mehr besonders exotisch ist. die es wesentlich von den anderen unterscheiden. die von Frauen produziert wird. unglaublich. es gibt ja kaum jemanden. die auf entweder der DVD oder auf der CD drauf sind. andere Kolleginnen aufzuzählen. daraus eine Datenbank zu machen und mir überlegt. weil ich finde. wir haben das Projekt vor.in Paris etabliert haben – aber auch schon verbunden mit einem sehr typischen Stil. zum Großteil noch nicht. aber da gibt es keinen genauen aktionsplan. auch in Zusammenarbeit mit dem Stadtimpuls Wien. und dann hieß es beispielsweise: Kelly Hand hatte keine Zeit. Wir haben beide daran gedacht. dass Du das als Frau machst. es kann dann auch gut sein. aber wir haben doch noch… und dann habe ich begonnen. 26 27 . und ich hätte gern eine Open Source programmierte Datenbank gehabt . aja. es ist leider alles noch nicht wirklich spruchreif. Ganz konkret kann ich das eben alles noch nicht sagen. dass die leute gedacht haben. wie sich Sachen finanzieren lassen. Ich habe dann mehr oder weniger privat begonnen. es gibt mehr Jungs als Mädels. Das würden wir gerne machen. von der andrea Mayr programmierte Datenbank mit einer eigenen Domain. Für beispielsweise das CDProjekt und auch für die DVD gab es konkrete aufrufe: Hey. Das würde ich gerne rausbringen. es sind natürlich viel mehr geworden und dieses Netzwerk hat sich auch schon wesentlich verbreitert. das habe ich alleine ausgesucht. weil man da quasi noch mehr und weniger komprimierte Daten in besserer Qualität draufpacken und einfach noch ganz andere Funktionen bedienen kann. oder: Monika Kruse war schon gebucht. immer wieder. bin ich mittlerweile auch befreundet. Das funktionierte am anfang nicht. sondern ich habe ganz normal als Ich angefangen. Das hat mich auch immer wahnsinnig gewurmt. Das ist geplant für Indigo:inc. Du machst das als Frau. Das fände ich schon gut. dass das auf indigo:inc rauskommen wird. Das war nicht ganz einfach. nach der DVD würden wir gerne eine Blu-ray Disc herausbringen. irradiation. ein erster Schritt in so eine richtung ist das open:sounds Projekt. denn man braucht dazu ein login. ohne sie zu kennen. es gibt einige. ein album zusammen zu produzieren. redaktion]. eventuell im Zusammenhang mit einem Mini-Festival an drei verschiedenen Orten. sonst wäre es ja nicht so schön für den Verein Stadtimpuls Wien. oder was auch immer es dazwischen geben mag. wir haben ein live-Projekt. dass es eigentlich ein alteingesessenes Tanzcafé war. es waren auch gerade Neuwahlen der regierung in Österreich und davon ist das wahrscheinlich nicht ganz unabhängig. wo ich dann gesagt habe: Stimmt schon. dass die open:sounds MusikproduktionsPlattform von female:pressure-Members genutzt werden kann . Tokio. so Fünf-uhr-Tee-mäßig haben dort. aber auch das ist noch nicht wirklich spruchreif. aber wir wollen auf jeden Fall gerne wieder etwas machen. was eigentlich das Skurrile und Nette am Le Pulp war.aber auch nur von female:pressure-Members. das Ding am laufen zu halten und zu aktualisieren und neue Members einzufangen [lacht]. Hattest Du öfter Bookings dort? Ja. Vom Publikum oder irgendwelchen rezipienten wurde ich allerdings immer wieder mit der Nase drauf gestoßen: Wahnsinn. Man muss das systematisieren. Du hast 1998 Indigo:inc gegründet und zeitgleich auch das Netzwerk female:pressure. und ich habe mir gedacht. dass man so eine Plattform nicht mehr braucht. aber das ist ja auch nicht ewig so geblieben [lacht]. bei den Veranstaltern mal nachzufragen. das uns beiden sehr. die etwas Online gestellt haben.das kann ich nicht selber machen – am besten von einer Frau programmiert. meine aufzeichnungen zu machen und eine liste von Kolleginnen anzulegen und ihre Kontakte zu sammeln. Das heißt. weil es eine HTMl-liste war. Da waren alle frei eingeladen. Das gilt es dann zu klären. aus Wien. aber female:pressure hat dann schon ein paar eigenschaften. und meine antwort war dann immer eine rudimentäre aufzählungen von Kolleginnen. zu denen dann irgendwie keine Frau eingeladen war und ich Gelegenheit hatte. Im Grunde ist es ja mein Privatvergnügen. und die reaktion war dann meist: Ja. Ich bin nicht mit einer Gender Issue im Kopf DJ geworden. und dann kam vielleicht ein Beispiel-Name von irgendeiner. Ganz am anfang war es eine HTMl-liste und dann gab es auch gewiss bestimmte Widrigkeiten. weil es ein politischer Verein ist. als das jetzt grundsätzlich möglich ist. dann kann man es sich natürlich auch leisten. bis ich dann 2001 die andrea Mayr kennen lernte . Wenn es um Musik geht. und da gibt es keine auswahl. Wir sind auf dem Weg. Das war auch nach wie vor aktiv. Die Jennifer Cardini ist eine sehr gute Freundin von mir und mit der Fany [Le Pulp Organisatorin. Das ist zum Teil auch bereits ausproduziert. was man Community-technisch und überhaupt technisch vielleicht an Projekten auf die Beine stellen kann. oder? Nein. warum. Seitdem gibt es diese eigentlich erstaunlich stabil laufende. sehr viel Spaß macht. das würden wir gerne machen. ich wohne in Paris. der genannt wurde. weil der eine Server nicht mehr funktionierte und es kamen Probleme von außen. ansonsten ist es schon meine private Zeit und mein privates Budget. oder im besseren Falle vielleicht auch zwei Kolleginnen. etwas zu machen. so etwas weiterzuentwickeln. die allerdings später gekommen sind. Das war bevor Internet so gebräuchlich war wie heute. Das war natürlich schon ein weiterer Schritt. Oder es gab Festivals oder Konferenzen. die halt besonders berühmt war. also. oder sehr nahe kam. stimmt. ist noch nicht raus. wie kann man das online stellen. eine Zeit lang war ich so oft dort. es gibt auf der Website von female:pressure auch links zu anderen Netzwerken. dass es derzeit seit ungefähr drei Jahren schläft und ich auf jeden Fall nächstes Jahr mindestens eine neue Maxi von mir rausbringen möchte. sagen wir mal los angeles. Die Mädels hätte ich. die sie machen. Vielleicht noch etwas zum Le Pulp. oder ähnlich Blödes: es ist erstaunlich. dass Frauen sich musikalisch auch mehr untereinander austauschen. Auch wenn wir das implizit angesprochen haben. dass Open Source dem Gedanken von female:pressure total gerecht wird. aber irgendwann war es wirklich dringend notwendig. Nur die Compilation. ältere leute ihre Paartanzveranstaltungen gehabt. Den leuten ist halt immer nur eine eingefallen. ich weiß nicht. oder sind die auf Dich zugegangen und wollten sich beteiligen? Im Prinzip ist es so. und wenn man so eine Förderung bekommt. Mit female:pressure möchten wir auf jeden Fall auch ein weiteres Projekt machen. wenn eine Frau an den Turntables steht. der meiner Idee näher kam. die das forciert haben. und wie ist das? Oder richtig beleidigend: Für eine Frau kein schlechtes Taktgefühl. es ist leider immer noch nicht obsolet. Dann habe ich versucht. und dann war es die rein lesbische oder lesbisch geprägte angelegenheit. was ich mir auch noch besser vorstellen könnte. und insofern ging das auch etwas zäher voran. Das ist natürlich im endeffekt die Zielvorstellung. Wo steht female:pressure heute im Vergleich zu damals? Das eine war der technische aspekt. am Wochenende oder einen Tag in der Woche. Inhaltlich ist es klar. Nur habe ich keinen Vertrieb und es ist auch eine finanzielle Frage. vergleichbar mit dem Status Quo von vor zehn Jahren bei den DJs. Nutzt doch open:sounds und stellt eure Musik online. es hängt auch immer davon ab. aber ob das konkret funktioniert. Die sind sehr interessiert. welches Geschlecht ein DJ hat. Berlin. Darauf einen gewissen Wert zu legen. mit ihrer Kunst. jetzt reicht es langsam. Wir haben letztes Jahr darüber gesprochen. einzelne Projekte sind in Wien vom Verein Stadtimpuls Wien gefördert worden: die erste open:sounds CD wie auch die DVD zum zehnjährigen Jubiläum. gibt es natürlich einiges an Material. also.die wurde mir vermittelt. Das möchte ich eigentlich sehr bald anfang 2009 in angriff nehmen. dass man die Website auch durchsuchen kann. die ich über Jennifer kenne. außerdem habe ich ein neues Projekt mit einer Kollegin. auf der Straße als Le Pulp Stammgäste identifizieren können [lacht]. das mit indigo:inc (meinem label) ist so. es war immer nur ein einziger Name. Das gilt für alle. weil es ganz egal ist. das ist noch viel exotischer. Wie kam es betreffend die open:sounds CD zu dem Line Up? Hast Du die Mitwirkenden angefragt. es gibt da viel. Nachdem ich jetzt viel intensiver als früher an live acts gearbeitet habe und zur Zeit relativ viel live spiele. Ich möchte noch einmal nach Wien zurück und damit auf Deine weitere Arbeit als Labelbetreiberin und Netzwerkerin zu sprechen kommen. richtig. anm. Platten aufzulegen. es sind alle Tracks gestreamt auf der Seite. sieht es schon wieder anders aus. Was war Deine Intention für female:pressure? Die Internet-Plattform ist bislang einmalig. ich frage dennoch explizit noch einmal nach. und Wien natürlich auch noch. worauf stand Le Pulp. eigentlich hätte ich das gerne schon von anfang an auf Open Source-Basis gehabt. und danach wurde von außen ein Schild drüber gehängt.

That is why. surely. This was the main thing for me.Sound On Sound (Planet e) reese .records. How did you experience. dann hätte ich keine Zeit. I was there a shy newcomer.and of course the big clubs like Tresor and Planet or E-Werk.The Final Frontier (underground resitance) Suburban Knight .The Climax (Open) Drexiya . have reflected more clearly the creative potential of this city.Deep See Dweller (Shockwave) aux 88 . 28 29 . I was absorbing all the information and totally devoting myself to it. On the other side I was totally busy learning and working. and already had my first gigs in Germany.The art Of Stalking (Transmat) 69 . and then came a time. Friseur and Electro .Waveform Transmission Vol. nenn doch bitte auszugsweise fünf Beispiele. Next was Underground Resistance. actually in 1991. wenn das abwechselnd läuft. But what was great about Berlin.No uFO‘s (Metroplex) underground resistance . liveacts vorzubereiten.all For lee Sah (Transmat) Jeff Mills . electro and House. from Friseur came half of the De:Bug crew. You started Dj-ing in 1989.Mecca eP (axis) robert Hood . wenn ich die Zeit habe.alexi Shelby .The Prince Of Techno (underground resistance) Octave One . 1 (Tresor) Millsart . that I came too late to Techno. Noch eine abschließende Frage: Was sind DIE Detroit Klassiker. Denn das ist ein irrsinnig zeitintensiver arbeitsaufwand über einige Monate.electrotechno (Direct Beat) random Noise Generation ..Black Water (430 West) Carl Craig presents Paperclip People . It‘s then when I said to myself: that‘s something I would like to do.Punisher (underground resistance) ur . well I had a guilty conscience. Insofern ist es gut. Because the ones which were then in the business where like: „What. was die female:pressure Sachen beispielsweise anbelangt. the store and the scene in Germany . a stepping stone of the Chicago labels. first with Jazz and Funk or even Hip Hop Sets. a record put out by Saber records .Instrument Of Change (430 West).Strings Of life (Transmat) K. Insofar I was not so socially attached to the city. Model 500 .Minimal Nation (axis) Blake Baxter .the label is probably long forgotten. wenn man zwei Jahre zwischen den releases hat. How and when did u come to Techno? actually through a few key . auf die man in seiner Vinyl-Sammlung einfach nicht verzichten kann? Wenn Du magst. What about Hardwax? Hardwax was somehow a very important cross point for Techno.rock To The Beat (KMS) Innercity . when I got to know the German Techno Scene from Berlin through Dj Hell and Hardwax. I can tell you more about the Dj-Praxis and Hardwax. But these small. for instance. There are a lot of people from this scene with which I am still in touch. was the big amount of free room.Big Fun (KMS) e-Dancer . somehow freaky organized clubs. It came from the fact that after the big turnabout the land tenure was not really cleared and the people just entered the empty buildings and organized parties. when I arrived in Berlin in 1993. Da ist es dann ganz angenehm. you come only now to it?“ (laughs).and how things where evolving in DJ-ing. and first of all was DJ rush. mich auch wieder um meine eigene Musik zu kümmern. Denn wenn ich jetzt ein female:pressure Projekt hätte.aber es ist eigentlich auch ganz angenehm. and so many more. Das schließt einander aus. absolutely representative for me in 90’s Berlin were.. this start and evolution of the techno and house era since the beginning of the 90‘s in Berlin? First I have to say that. than about the scene in Berlin.Pump The Move (KMS) rhythim Is rhythim . and you can take this literally. It is actually a beautiful example of the way networks were created before the time of the internet.

. The Infrastructure was less developed.“ and the next thing was an example of a really famous woman dj. and still an active one. the reaction was like: „yes. With the decision to return to Vienna. This was always very funny. Then there was Friday which was not that exclusive but. There was always only one or maybe two names which were crossing people‘s minds. programmed by andrea Mayr. Or there were festivals or conferences where I was the only woman invited and I had the opportunity to ask the organizers why. So. When I got this booking. It‘s sure that there is nothing exotic anymore in Germany or austria to see a girl at turntables. but they had some internal difficulties. ten years ago. and after.I can‘t do it by myself . then of course you can afford to continue to develop. update and add 30 31 . So I thought: what‘s going on here? It‘s true it was around the end of Le Pulp. actually I would have liked to have built it from the start on the Open-Source base. but still bound to a very typical Style. I left Vienna quite precipitous . like: „That is crazy! you do this as a woman. But at a point it was absolutely necessary because one of the servers was not working anymore and there were external problems which forced this. This was actually a next step which was closer to the idea that you could browse the website too. probably one of the first who went from Berlin to Chicago and Detroit. Detroit was just so important to me that I flew there from time to time to visit people there. anyway. I am not sure if it was the second or the third edition. which strengthened through their label the links to Detroit. Did you also produce during the time you were in Berlin? yes. in Hardwax there were a lot of rare and wanted records which you could not find in other record shops or arrived way later in the stores of Munich or Vienna. Otherwise it‘s my private time and my private budget. What was your intention with female:pressure? This internet-platform is so far unique. I just started to play records. It was easy to do this because Marc from Hardwax knew them too. Then I tried to do a databank and thought about how to put it online. The reason was that a lot of DJ‘s which were influencing and forming the sound. of course. unfortunatley. They came up later. This melancholic. I didn‘t become a DJ with a gender issue on my mind. The first step in this direction is the open:sounds project. doesn‘t come from Detroit. there is more guys than girls.list. this is going too far. the more beat-oriented stuff . The number grew and this web extended obviously. and curiously. that they don‘t have airplay and so no real survival chances for the musicians. always.so I let there some unsolved business . I find this a good thing but there is no clear action plan for it. this is not obsolete yet. If I remember well.it would be best if it could be programmed by a woman. in 2002 you were part of the line-up of the Detroit Electronic Music Festival. I think it was the second or the third Detroit electronic Music Fest they did. but then again I would continue: “yes. This means that around five o‘clock in the afternoon. which contributes to make this thing work. still there were lots of lesbians in the audience. things started to get back to normal. i don‘t remember how it was in weekends. the perspectives started to enlarge.Color is today in a lot of productions. as I said. Apart from the fact that you mixed in the appropriate clubs of Europe. Only certain projects in Vienna were supported by Stadtimpuls Wien: the first open:sounds CD and the DVD for the 10th anniversary. It depends also how things get to be financed. It‘s more exotic to appreciate this comparing to the Status Quo of the DJs. You were booked often there? yes. Basically it‘s my hobby. and when you get this kind of support. Munich too was a kind of an anchor for me. like TreSOr. There is a difference between the way records were shared five years ago and today. This was not very easy. of course. The funny thing about Le Pulp was that the place was actually an old restaurant with dancing. it was mostly work and somehow not so much social embedding. Carl Craig didn‘t join in when I played. But at a point it all somehow got dissolved. a typical example which comes into my mind right now is Fabrice lig . isn‘t it? No. there are links to other networks on the website of female:pressure. but he‘s really good at it (laughs). BuT there is also. I‘ll get once again back to Vienna and to your work as label owner and networker. It was a kind of a paradise for me as a DJ to work in there. right after I took the decision to return to Vienna.and then in Berlin. There are some but female:pressure has some skills which distinguish it from the others. and most of the time. i think. There were different evenings. The goal is. It was a physical space where people were meeting and information was exchanged. you are right. because I think that the Open Source idea serves female: pressure totally. you played some sets in Le Pulp in Paris? When was it and how was the atmosphere there? It is still very famous for the electronic Ladies Parties they had at that time. two Viennese artists. So for three years I had been focused only on the music and on the mixing. at least. Some even went to europe. Where is female:pressure today compared to then? One was the technical aspect.People would just meet in a store. Then I started to meet people just in private. I already knew it was less cool than when Carl was organizing it. Was at that time the end of an era for you. again and again but every time in other people‘s studios. one day of the week. and really met all the people there and brought back records. especially the people from Underground Resistance. Well the lesbian electronic scene is very strong in Paris. at the very start it was a HTMl. But there was Marc ernestos. or did u had some particular plans to be developed in Vienna? I actually had private reasons. and my answer was always a rudimentary enumeration of mates.he does extremely Detroit-sounding tracks. This was disturbing me every time. older people had their partner dance session. Since then there is this incredible stable working databank with it‘s own domain. it‘s true. you could follow a thin red line. at a point I was so often there that people started to think I live in Paris.yes sure. and of course. What was the feeling to play in the city of Techno-Sounds? I was pleased. I always had comments from the audience and other people. This was before internet was so useful like today. We should systematize this. My first record came out in 1993. I started to miss it at a point. It was a number I did with richard Bartz in Munich. Today we have other problems with the record shops and the physical sound carriers.list and there were some certain adversities. left Detroit. one time. the Thursdays were lesbian-only. In 1998 you created Indigo:inc and at the same time the network female:pressure. and the answer was like: „Kelly Hand was busy“ or “Monika Kruse was already booked“. The point was. It was a cool alternative scene in Paris. as regular guests of Le Pulp on the streets of Paris without even knowing them (laughs). This Detroit . It had of course also a lot to do with some clubs. how is it?“ Or really insulting: “you have a rather good sense of rhythm for a woman“ or something as stupid: „it‘s incredible you do this as a woman. I kind of started alone by making a list of mates and by collecting their contacts. a shield on which it was written Le Pulp was hanged outside and the pure lesbian or lesbian dominated business began. and that made the exchange more intensely. i totally remember. It‘s different when it comes to production. the big distributor Watts got broke already a long time ago. became a friend too. until 2001 when I met andrea Mayrshe was introduced to me.Theme or the Detroit . It came out at the same time on a New yorker label. to arrive at the point where a platform like this one gets to be useless. But it was not the first time I had been to Detroit. In addition was the fact they always complained about. The first one was organized by Carl Craig. Jennifer Cardini is a very good friend of mine and Fany (Le Pulp promoter). The whole american scene was seriously affected in the past eight years. and I would have liked to have an Open Source databank . but still it made me feel very happy and honored. it‘s incredible. dark Funkiness. so women can exchange their musical productions. This was not possible before because there was only a HTMl. because it‘s totally irrelevant what gender a DJ has or what else is in between. which I know trough Jennifer. So there were always the same names which were used. exactly“. not so hype-overcharged like lots of others there. I could identify the girls. and it‘s quite clear from what i know from friends and colleagues. My view opened. I can imagine there is a lot that can be done in the community-technical and technically put some projects on track. We are on this way. Is this Detroit-Experience the moment which defined the style of your work? yes.he is Belgian . and it was also tougher than today. but it changed (laughs). I was very confused because while I was mixing I saw only guys. which is typical for Detroit but also the Track Stories of Chicago. America and Asia.“ and then I started to enumerate others.. There is hardly somebody. and after with Pulsinger un Tunakan. you always see the same faces and everybody knows everybody. 1996 your returned to Vienna. and at a point I thought. at tea time.

Because it‘s an insane time .The Final Frontier (underground resitance) Suburban Knight . for example of the female:pressure releases. This is what we would like to do.new members (laughs).Punisher (underground resistance) ur . This is planned for indigo:inc. apart from this..Black Water (430 West) Carl Craig presents Paperclip People . let‘s say los angeles. as Stadtimpuls Wien is a political organization. I will ask explicit again.rock To The Beat (KMS) Innercity ..Instrument Of Change (430 West). 1 (Tresor) Millsart . use open:sounds and put your music online. http://www.Big Fun (KMS) e-Dancer .Deep See Dweller (Shockwave) aux 88 . I would like to release it. we have a project. A last question: What are THE Detroit Classics. This is available for everybody who put something online. These things exclude each other. unfortunately this is not ripe for decision yet. eventually correlated with a mini-festival in three different places. But I have no distribution and there is a financial issue too. This can be good because it would be released on indigo:inc. on CD or DVD. We talked about this last year. I have a project with a friend. For the CD project and also for the DVD there was a concrete call: „Hey.electrotechno (Direct Beat) random Noise Generation . Model 500 . So this is what we would like to do. There were elections for the government of austria and this can affect somehow.Strings Of life (Transmat) K.The Climax (Open) Drexiya . we don‘t have to skip in our LP collection? If you would like.“ everybody was invited to participate. Even if we talked about it before. if not it wouldn‘t be very nice for the organization Stadtimpuls Wien.Waveform Transmission Vol. we have a live project. and then it‘s very comfortable when I have time to focus on my own music as well.indigo-inc. until now it‘s good it happens alternately.intensive effort of months. and so many more. but if it will really work out is still unknown. do you have in plan a future project in the context of indigo:inc or female:pressure? yes.The art Of Stalking (Transmat) 69 .at/ 32 33 . after the DVD we would like to release a Blu-ray Disc because this gives the possibility to compress less and achieve a better quality. anyway.Minimal Nation (axis) Blake Baxter . They are very interested. Some of it was already produced but the biggest part. Berlin and of course Vienna. all tracks are streamed on the site and there is no other choice. name five or more titles. not yet. I can‘t say very concrete things but we want to do something again. But this is not ripe for decision neither. collaborating again with Stadtimpuls Wien. How did u built the line-up for the open:sounds CD? Did you ask the participants or did they express their wish to be part of this project? Basically it‘s like this: the open:sounds music production platform can be used by female:pressure members and exclusively by female:pressure members because you need to login to access. the thing with indigo:inc (my label) is that it‘s kind of asleep for three years and I really want to release at least a new Maxi of me in the next year. But at the same time it is very comfortable to have two years between the releases.Sound On Sound (Planet e) reese .all For lee Sah (Transmat) Jeff Mills . I selected it by myself.alexi Shelby .Mecca eP (axis) robert Hood . Tokyo.The Prince Of Techno (underground resistance) Octave One . lately I have worked a lot more intensive at live acts and I play quite a lot live so there is of course some material. Only the compilation. I wouldn’t have the time to prepare my live acts.Pump The Move (KMS) rhythim Is rhythim . Because if I had a female:pressure project right now. very soon in the beginning of 2009. We want to do another project. irradiation from Vienna. This is what I want to start. We thought about producing an album together. This is what needs to be solved. plus there are some other extra functions. we both enjoy to do.No uFO‘s (Metroplex) underground resistance .

German: Corinna Förster Warum Fotografie? Für mich ist das auszudrücken. sodass sie zu einem einheitlichen Gebilde wird. Klassen und Geschlechter zugleich berühren kann? Ich glaube nicht. Film und Fernsehen faszinieren mich. nehme jedes einzelne in mich auf und übersetze den Inhalt frei in meine eigene Bedeutung. besonders weil ich nie das Geld gehabt hätte. Sogar 2 weitere Objektive und Wattestäbchen zum reinigen waren dabei! Manchmal glaube ich an Zeichen und das war offensichtlich eins! Ich habe mich so sehr gefreut. Danach bin ich nach Toulon. Wann und von wem bekamst du deine erste Kamera? Ich war 19. Meine Wahl fiel auf Toulon. Während des ersten und zweiten Jahres meines Studiums habe ich viele interessante neue Kunstformen für mich entdeckt und habe zum Beispiel einige Installationen gemacht. Wenn das Bild dann auf dem Polaroid erscheint ist das nicht nur eine einzigartige Momentaufnahme sondern eine reale. dass Kunst alles andere übertrifft. dass Kunst die realität verwandelt. dass ich nicht nur Fotografin bin. da ich so mein elternhaus verlassen konnte. Sie ist eine so bedeutende Kunstform. Wie durch einen Filter. sondern vielmehr bildende Künstlerin. wo ich dann meine Kunst-ausbildung abgeschlossen habe. ganz allein im dunklen. Zu dieser Zeit meines lebens habe ich viel herumprobiert. Was treibt dich zu so „dreckigem Realismus”? Wenn ich vor meinem Fernseher sitze. Glaubst du. greifbare erfahrung für mich. Ich hab die aufnahmeprüfung erfolgreich absolviert und konnte mich zwischen den beiden Städten entscheiden. dass Kunst die Realität verändern kann. stelle ich den Film auf Pause und fange es mit einem Polaroid ein.english: aurélie lemanceau / Translation: english . Marseille und schließlich nach aix-en-provence gegangen. Mir ist es wichtig zu betonen. Die Nabelschnur war um meinen Hals gewickelt… autsch! 19 Jahre habe ich in Cannes gelebt. auf einer Straße in Cannes entdeckte einer meiner Freunde eine liegen gelassene schwarze Tasche am Straßenrand. Ich lasse die Bilder langsamer laufen und wenn ich endlich das perfekte Bild finde. was mit ausdruck und Kreation zu tun hat und nach einem naturwissenschaftlich geprägten abitur wollte ich unbedingt zur École des Beauxarts in Nizza oder Toulon gehen.Photography Mathilde Maccario‘s “Pauses” Interview: Jennifer Bailey-lemanceau / Translation French . Vor kurzem habe ich auf einer ausstellung am Modern art Museum in Paris einen Maler namens Peter Doig entdeckt. verschwindet alles und nichts existiert mehr! Meine eigene realität baut sich vor dem Fernseh-Bildschirm zusammen und ich kann mit der Zeit spielen. aber sie gibt uns die Möglichkeit. also machte ich die Tasche auf und darin war eine brandneue Kamera (24/36 yashica). Ich erforsche die Bilder. Wer oder Was ist deine größte Inspiration? Die Malerei ist eine große Inspiration für mich. das übermächtig ist und Menschen aller Kulturen. am 13 Juli 1974. eher durchschnittliche Menschen Wo kommst du her? Ich wurde in Cannes geboren. wo ich derzeit noch lebe. Ich denke. die Welt um uns herum auf eine neue Weise zu erforschen und sie anders wahrzunehmen. mir so eine Kamera zu kaufen. leider jedoch ist sie immer noch dicht verknüpft mit einer elitären Gesellschaftsschicht. Hast du Fotografie gelernt? Ich habe schon immer alles geliebt. Seine arbeiten sind einfach unglaublich! Filmkunst beeinflusst mich ebenfalls und ist oft der ursprung meiner arbeiten. aber Fotografie und Video haben sich schnell zu meinen bevorzugten Medien entwickelt. die beste art meine Gefühle ich noch 3 Jahre an der Beaux-arts in Marseille. es regnete sehr stark und außer uns war niemand da. Nach Toulon war Mathilde Maccario ® 2007-2009 34 35 .

denn für mich ist Kunst ein Muss. Ist für Dich die amerikanische Sichtweise in der Fotografie interessanter als die europäische? Ich mag Nan Goldin und Dash Snow sehr. Das spiegelt zumindest meine erfahrungen in Frankreich wieder. allein diese Themen machen den Film zu meinem absoluten lieblingsfilm. Zum Beispiel hat Nan Goldin 2007 den Hasselblad gewonnen. larry Clarck und natürlich Diane arbus. Wie wir alle wissen. dass Frauen in der heutigen Kunstwelt eine sehr wichtige rolle spielen. Gilles Deleuze hat gesagt: “Kreation ist ein akt des Widerstandes” und ich finde diese aussage ist grundrichtig. indem er zum Beispiel die ausdruckskraft eines Gesichts nutzt. Ich will sein Talent nicht in Frage stellen. Ich mag aber auch japanische und Nordeuropäische Fotokünstler. aber dieser Stil berührt mich einfach nicht so sehr. Die macht mich wahnsinnig! …ah! Was ist dein absoluter Lieblingsfilm und erkläre bitte warum? “la Jetée” von Chris Marker (Deutscher Titel: «am rande des rollfelds»). seiner liebe zu den unterschiedlichsten Typen von Menschen (diese magischen Kreaturen) und natürlich wegen der bewegenden Schönheit seiner Bilder. in welches land sie hinein geboren werden. wer würdest du gerne sein? Fedérico Fellini: wegen seiner verzauberten Sicht auf die Welt und seiner kunstvoll. Wenn du für einen Tag jemand anderes sein könntest (lebend oder tot). einen der bedeutendsten Fotografie-Preise. wie zum Beispiel JH engström.haben keinen einfachen Zugang zu Kunst und Kultur. poetischen Symbolik. der mich sehr bewegt und berührt. ein tiefes Bedürfnis. Sie ist zu teuer und es gibt zu wenige staatliche Institutionen. So wie Marker mit dem licht spielt. er hat eine einzigartige Sichtweise. Ich mag einige amerikanische Fotografen. Für mich sind sie absolute ausnahmekünstler mit einer unglaublichen Sensibilität. 36 37 . Nan Goldin und Dash Snow in deinen Arbeiten wieder. aber es gibt eine Farbe die ich hasse und das ist „Barbie“ Pink. haben auch in der heutigen Zeit noch viele Frauen nicht das recht sich auszudrücken. die mich anspricht und berührt. Ich persönlich habe die Hoffnung als Künstlerin und als Person gleichberechtigt zu sein. schafft er es. allerdings hängt Gleichberechtigung für Frauen davon ab. eine ergreifende Schönheit auf seinen Bilder wiederzugeben. es ist eine Schande. Ich finde tatsächlich. Wie ist es für dich als weiblicher Fotokünstler in einer Welt. Dieser Film ist zugleich verstörend und poetisch. die Kunst lehren. Ich persönlich finde Elemente von Terry Richardson. Was ist deine Lieblingsfarbe und warum? Das hängt von meiner Stimmung ab. In “la Jetée” stellt er die philosophische Frage nach dem außerkraftsetzen der Macht der Bilder. wie Mark Morrisroe. aber Terry richardson ist mir ein bisschen zu sehr porno fashion chic. die in der Geschichte immer von Männern dominiert wurde? Oder siehst du in letzter zeit einen Wandel stattfinden? alles ist in einem ständigen Wandel.

Personally.Why Photography? It’s the best way for me to express my feelings. translate them in total freedom consuming. but rather. I‘m less sensitive to that register. Terry richardson is a little too much. I slow down the visual sequences and when I finally find the perfect image. I play with time in my mind. Cinematic images are fascinating to me. Diane arbus. There are reasons for this: it’s too expensive. The appearance of the Polaroid image is not only a unique moment in time. But. after.” and then I capture my Polaroid image. I would like to state. which is in the South of France where I live presently. „porn fashion chic. unfortunately. There was no one around us. So. painting. on a street in Cannes. It’s often the genesis of my work. and after scientific studies. I was born with the umbilical cord around my neck. like Mark Morrisroe. Nan Goldin and dash snow in your work. but a real experience.. it is a way to explore and feel differently in the world that surrounds us. and obviously. recently. To me. What provokes you to create such “dirty realism?” When I am sitting in front of my television. But. creation is a need. Does the American point of view in photography interest you more than the European photographers? I like Nan Goldin and Dash Snow a lot. But. I explore them. Ouch! I lived 19 years in Cannes and then I moved to Toulon. I think art can transcend emotions. there was a heavy rain down pour that day. I put the film in “pause mode. tanglible experience for me. which is located in the South of France. I do not contest his qualities. I was experimenting a lot during my first and second year of studies. Do you believe that art can transform reality and become its own entity which is all powerful and can touch people from all cultures. art is still identified for an elitist population. a plastic artist. quickly chose photography and video for my mediums of predilection. video. especially because. Who bought you your first camera and when? When I was 19. July 13th 1974. after my baccaulauréat (the exam before going to university). I believe in signs and obviously this was one! I was so happy.” and I think this statement is profoundly true.“ for me. that I am not just a photographer. I see elements of Terry Richardson. and nothing exists! My own reality unites in front of that televison screen. and then finally I ended up in aixen-Provence. However. Did you go to school for photography? I have always loved creation in general. But for me. for example. One of my friends noticed an abandoned black bag on the side of the street. Thus. like installations. a necessity. I opened the bag. everything disappears. This is coming from my own French personal experience. sculpture etc). It is also a filter which then can form it’s own creation. after that to Marseille. and discovered a brand new camera (24/36 yashica). I chose the one in Toulon in order to leave the home of my parents. classes and sexes? I think art does not transform reality. it’s really a shame. Who or what is your biggest inspiration? Painting is a big inspiration to me because it’s an important form of art. I was really interested to go to the “Beaux-arts” (art school). I passed the exam and had the choice to either go to the “Beaux-arts” in Nice or the one in Toulon. “creation is an act of resistance. there were two lenses and still the materials to clean it! Sometimes. When this occurs. I was realizing a lot of new and interesting forms of art. at that time in my life. all alone in the dark. and not enough public education is devoted to teaching the arts. Where are you from? I was born in Cannes. every image and translating its content into a special meaning. It’s absolutely amazing and very inspirational! Cinema also feeds my plastic production (photography. However. I like certains american photographers. Toulon. larry Clarck. I’ve discovered a painter named Peter Doig in an exhibition at the Modern art Museum of Paris. In the words of Gilles Deleuze. the average person does not have access as easily to culture and art. I spent three years at les Beaux-arts in Marseille which is where I completed my art education. these artists 38 39 . Therefore. Consequently. I didn’t have that kind of money to buy a camera for myself.

Things are changing and progressing all the time. But there is only one thing I just hate and that is „Barbie“ pink. If you could be anyone for one day (living or not) who would that be and why? Fedérico Fellini: for his enchanted vision of the world and his artful poetic imagery.“ he poses the philosophical question of defacing the power of images. and those themes alone makes this film my all time favorite. for the love of his own imagination. This movie is important to me because of it‘s ability to be strange and poetic at the same time. just using the strength of a face for example. The reflection of light that he uses upon his images reflects profound beauty. However. It has a singular vision which speaks to me deeply.are considered marginal photographers with an incredible sensitivity. He also had a strong love for different types of people. which ultimately. I also like Japanese and Northern european photographers. actually. In „The Jetty. do you find this changing? I think women have an important role in art. as we all know in this present world. like JH engström. For example. finally. equality for women depends on the country in which they are born in. Nan Goldin won the Prize Hasselblad. women do not have any right of expressions in certain places. What is your favorite color and why? It‘s depending on my mood. and. which moves me and touches me a lot. 40 41 . In 2007. It makes me nervous! aH! What is your favorite movie of all time and please explain why? „The Jetty“ by Chris Marker. How does it feel to be a woman photographer in an art world historically dominated by men? Or. I have aspiration for equality and to exist as a female artist. including magical creatures. which is one of the biggest photography awards. enabled him to create such unique and moving Cinema.

Martin Parr. Düsseldorf. Köln 2008. epson art award. larry Clark.B. open Space. eins beschäftigt sich mit Jugend Kultur. z. andreas Gursky… Ausstellungen. out of Space! Wann hast Du mit dem Photographieren angefangen und seit wann betreibst Du das Photographieren professionell? alles begann damals mit meiner Neon pinken Formel 1 kompakt Kamera… Seit dem liebe ich die Fotografie. absolvierte diverse Praktika und assistenzen bei Namenhaften Fotografen/ Künstlern in Deutschland und im ausland. sachliche und „cleane“ Fotografie. div. Schauplatz ruhr. art Cologne Was interessiert Dich außer der Photographie noch? Kunst. Welche Art der Photographie (formal und thematisch) interssiert Dich besonders? Ich bevorzuge eine sehr nüchterne. 2007 anstehende ausstellungen: Berlin 2009 Veröffentlichungen Deiner Arbeiten in Kunstbüchern oder anderen Magazinen? reflektor. Dortmund 2007. die Du hattest oder planst? Bisherige ausstellungen: art Cologne. 2008. Mode und heisse Karren! An was arbeitest Du momentan? Diverse freie Projekte. architektur und Still life sind meine favs! Was inspiriert Dich an der Photographie und dem Photographieren? Ich liebe Bilder! Irgendwelche Einflüsse von anderen Photographen? Tom Wood. lee Friedlaender. Vanessa leißring ® 42 43 . Zwischendurch studierte ich noch an der Fh Dortmund Fotodesign.Photography Vanessa leißring Questions: Julia Große-Heitmeyer / Translation: Vanessa leißring Woher stammst Du? Vom Mars. Hast Du konkrete zukünftige Pläne? Mein eigenes Portfolio zu erweitern sowie meine freien Projekte voran zu bringen. Kasachstan 2008. Selected Views. Stephen Shore. ausstellungskataloge. Dortmunder Kunstverein. luups. Brause. Goethe Institut Kasachstan. Musik. Düsseldorf.

Goethe Institut Kasachstan.vanessaleissring.blogspot. div.myspace.com vanessaleissring. Kasachstan 2008. larry Clark. Stephen Shore. 2007 upcoming Shows: Berlin 2009 Publications of your work in art books. z. Do you have concrete future projects? To complete my Portfolio and work on my further art Projects. Köln 2008. architecture and Still life are my favourites! What inspires you regarding photography and taking pictures? I love Pictures! Any influences by other photographers? Tom Wood. Selected Views.com www. I worked for different artists and Photographers as a Photo assistant and made a few interns in Germany and abroad. During that time I studied Photography at the university of applied Sciences in Dortmund. other magazines? reflektor. out of Space! When did you start taking pictures and how did you become a professional photographer? Photography for me was born when i got my first camera. a neon Formel 1 compact Camera. on of them is about youth culture. Düsseldorf. Exhibitions you have had and/or plan? Previous Shows: art Cologne. luups. ausstellungskataloge.com/vl_photography 44 45 . open Space. Martin Parr. lee Friedlaender. Since then I am in love with Photography.Where are you from? From Mars. 2008. Dortmunder Kunstverein. Düsseldorf. andreas Gursky… What are you working on at the moment? Different Projects. Schauplatz ruhr. epson art award. Music. Brause. Dortmund 2007. Fashion and Cars! www. What kind of photography (formally as well as themes) are you into? I prefer a realistic and factual Photography. art Cologne What else than photography is of interest to you? art.B.

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Wann hast Du angefangen zu photographieren und wann wurdest Du Photographin? Mein Vater hat schon als lehrer für Kunst und Photographie gearbeitet. französische und italienische Filme. einige Magazine sind interessiert daran.formal und thematisch . die Du gehabt hast und/ oder die Du planst? Seit Frühling 2008 arbeite ich mit der Stylistin Ida Persson zusammen. Zu Beginn 2009 werden wir eine ausstellung in einer Photogalerie in Södermalm in Stockholm haben. der unter anderem für die Vogue Taiwan schreibt. Flohmärkte. Wir hatten ein Treffen mit Max Wang. was wir machen und will uns nun in Taiwan vermarkten. Mit welcher Art der Photographie . Sind Arbeiten von Dir auch in Kunstbüchern oder anderen Magazinen veröffentlicht worden? Ich hatte einige meiner Bilder in der französischen Zeitung le Dauphiné libéré und in dem Online-Magazin Noovo Magazine. das Irreale Wirklichkeit werden zu lassen. Tim Walker. dann arbeite ich an etwas anderem. Ausstellungen. Irgendwelche Einflüsse von anderen Photographen? Ich liebe die Photographen Francesca Woodman. und wir arbeiten nun als Team unter dem Namen Nangilima Photographie. ein Bild aus einer Mischung aus Träumen und der realität zu kreieren. wie Kleidung. Bilder zu komponieren. Hast Du konkrete Zukunftspläne? Ida und ich haben viele Ideen und Träume für die Zukunft. Was außer Photographie interessiert Dich noch? Ich bin immer ein kreativer Mensch gewesen. Ich bin immer eine Träumerin gewesen. Deborah Turbeville und Sarah Moon. Ich bin in einer künstlerisch ambitionierten Familie aufgewachsen. alte Kleidung und unheimliche Filme inspirieren mich sehr. betreffend die Photographie und das Aufnehmen von Bildern? Verlassene Häuser. unsere arbeit zu publizieren. Wenn ich nicht photographisch arbeite. wo ich noch immer lebe. Nach meinem 18. und viele Dinge passieren auch gerade jetzt. er arbeitet viel. eines dieser Magazine ist The Photography link. Ich habe meinen jüngeren Schwestern und mir alte Kleidung angezogen und den Zauber entdeckt.Photography anna Malmberg Text & Translation: Julia Große-Heitmeyer . Für mich ist der Ort sehr wichtig. Max wird über uns in der Vogue anna Malmberg ® 50 51 .Swedish Visualistic Fairy Tales Woher kommst Du? Ich bin in Mellangård außerhalb von Sundsvall in Schweden aufgewachsen. alte Häuser. sind Musik. eine zerstörte Mauer zum Beispiel. Das Treffen hat unsere erwartungen übertroffen! er mochte. um schwedisches Design in Taiwan zu vermarkten. Mit 18 Jahren bin ich dann nach Stockholm gezogen. Ohne kann ich gar nicht leben. und mit der Photographie ist es mir möglich. Wir hatten im Vintage-laden Beyond retro in Stockholm eine ausstellung von September bis Mitte Dezember 2008. Ich habe während meiner Schulzeit fast in der Dunkelkammer gelebt. Floria Sigismondi. richtete er eine Dunkelkammer in unserem Waschraum ein. Dinge. eugenio recuenco. und eines Tages. lebensjahr habe ich einige Jahre Photographie studiert. Was inspiriert Dich. Ich habe auch als photographische assistenz mit dem weltberühmten Photographen lennart Nilsson zusammengearbeitet. als ich 14 Jahre alt war. Daher ist kreatives arbeiten etwas Natürliches für mich. Sally Mann. Wir sind wie Schwestern und sehen die Welt mit den gleichen augen.beschäftigst Du Dich? Künstlerische Photographie mit einem Hang zum Surrealismus und zur romantik hat immer mein Herz berührt. bewegt mich dazu. die ich neben der Photographie liebe. alte Kleidung und autos aus den 50er Jahren.

So haben die Designer die Möglichkeit sich in Taiwan zu vermarkten. Wir werden Hilfsorganisationen sowohl in Taiwan als auch in Schweden für eine Zusammenarbeit kontaktieren. Dies ist erst der anfang Where are you from? I grew up in Mellangård outside Sundsvall in Sweden and when I was 18 I moved to Stockholm where I still live. Dieses Projekt wird zunehmend größer und viele schwedische Designer wollen mit uns kooperieren. Then when I turned 18 I studied photography a couple of years and also worked as a photo assistant with the world famous photographer lennart Nilsson. es gibt im Mai eine große ausstellung für junges Design. In Zukunft wollen wir reisen und faszinierende Orte finden. Any influences by other photographers I love the photographers Francesca Woodman. aber wir werden es auf unsere art mit einem Gefühl von Märchen darstellen. 52 53 . und dann planen wir für die nächste ausstellung. with a touch of surrealism and romance. Dafür suchen wir momentan Sponsoren und Förderung. Wir wollen Photoaufnahmen für Magazine in der ganzen Welt machen und ausstellungen und Bücher produzieren.Taiwan schreiben. I almost lived in the darkroom during the school time. an denen wir unsere imaginäre Welt erschaffen können. I have always been a dreamer and with photography I have the possibility to make the unreal become real. We are like sisters and see the world in the same way. so dass wir daran teilnehmen können. Deborah Turbeville and Sarha Moon. Tim Walker. We have an exhibition since September to the middle of December 2008 at the vintage shop Beyond retro in Stockholm. eugenio recuenco. When did you start taking pictures and becoming a photographer? My dad worked as an art & photography teacher and one day when I was 14 he built a darkroom in the washing room. In the beginning of 2009 we are going to have an exhibition in a photo gallery at Södermalm in Stockholm. I dressed my younger sisters and myself up with old cloths and I discovered the magic to create pictures. Wir werden die Design-Produkte in unseren Bildern darstellen und in den Installationen verwenden. a destroyed wall for example makes my imagination create a picture with a mix of dreams and reality. Floria Sigismondi. old clothes and scary movies inspire me a lot. What inspires you regarding photography and taking pictures? abandoned houses. For me the location is very important. Exhibitions you have had and/or plan? Since the spring 2008 I have worked with the stylist Ida Persson and we are now working as a team under the name Nangilima photography. Die Bilder werden obdachlose Kinder zum Thema haben. What kind of photography (formally as well as themes) are you into? art photography has always been close to my heart. Sally Mann.

We should then use different designer products in our pictures and than also use them in the installation. French & Italian movies. The theme of the pictures will be about homeless children but we are going to make it our way with a more fairytale feeling. There is a big exhibition for young design in there in May that we now searching scholarship and sponsors for so we can contribute.com 54 55 . I grew up in an arty family. We want to make photo shoots for magazines all over the world and do exhibitions and books. one of them is “The Photography link”. Some magazines are interested to publishing our work. or other magazines? I have had some of my pictures in the French newspaper „le Dauphiné libéré“ and in the web magazine „Noovo Magazine“. Do you have concrete future projects? Me and Ida have lots of ideas and dreams about the future. It was over expectation! He really liked what we do and now he wants to market us in Taiwan. He works a lot to market Swedish design in Taiwan.. So creating is something very natural for me.nangilimaphotography. old houses. and lots of things happen right now. This project becomes bigger & bigger and lots of Swedish designers want to co-operate with us.) Things that I love apart from photography is music. vintage cloths and 50s cars. and they have then the possibility to market themselves in Taiwan. Max will write about us in his column for Vogue. What else than photography is of interest to you? I have always been a creative person. We had the meeting with Max Wang last Friday who is a writer for Vogue Taiwan among others.Are there any publications of your work in art books. This is just the beginning! www. In the future we want to travel and find amazing locations where we can create our imaginary world.. flea markets. We will contact help organisations in both Taiwan and Sweden for a co-operation and then we plan for the next exhibition. I can‘t live without it. When I‘m not working with photos I create something else (clothes in stuff.

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The specific self-image of the portrayed is shown expressively in their faces by how Finn takes the photos. Finn Buchwald’s aim is to break up with the heterosexual masses’ standard view on the gender topic. Buchwald 58 59 . queer performance artists. april um 20:00 uhr. für die sie junge lesbische Frauen. „love rock revolution Girl Style Now“ or the riot Grrl perspective in photography Though the feministic underground riot Grrl movement goes back to the 80ies. Bonn.de © Finn K. Das besondere Selbstverständnis der Portraitierten. weil die Photographin einen unprätentiösen und dabei gestochen scharfen Blick auf ihre Motive wirft. Finissage ist am Donnerstag. In summer of 2008 Finn took part at the group exhibition Rotes Haus (red House) at Künstlerhaus Bethanien in Berlin. queeren PerformanceKünstlerInnen. skaters or bmxers for example.und Bekanntenkreis. Photographien von Finn Buchwald waren auch als einzeloder in Gruppenausstellungen zu sehen. april 2nd.A Day Of Action. and drag queens in Berlin mainly. dass diese Subkultur in Berlin noch immer fortlebt und das Bild eines manchen Kiezes der Stadt mitprägt. SkaterInnen oder BMX-erInnen beispielsweise bilden das farbenfrohe oder auch schwarz-weiße repertoire Finns photographischen Schaffens. Finn Buchwald geht es in ihren Bildern darum. Heavenly Creatures has been shown in Berlin. and rome. Finns Bilder sind authentisch. Her current exhibition which is called MANNequins contains black and white as well as full colour pictures.A Day Of Action in der Wagenburg Lohmühle gezeigt. Drag-Kings und Drag-Queens hauptsächlich in Berlin photographiert hat. Finn zeigt mit ihrer Photographie. Finissage will be on Thursday. nicht zuletzt deshalb. Bonn. Finn’s photography shows that this subculture is still alive in Berlin and part of some of its districts’ image. drag kings. 2009.she-trigger.Photography Finn Buchwald Text & Translation: Julia Große-Heitmeyer „love rock revolution Girl Style Now“ Wenn die feministische untergrund Punkbewegung der riot Grrls in ihrer entstehungsgeschichte bald zwei Jahrzehnte zurück liegt.und Farbphotographien unter dem Titel MANN equins im Barbie Deinhoff‘s zu sehen. Die authentizität resultiert aber auch daraus. Finn’s pictures are authentic not least because the photographer’s view on her subjects is unpretentious and simultaneously pin sharp. also in 2008 she had photos shown at Wagenburg Lohmühle. Die meisten der von ihr Photographierten stammen aus Finns Freundes. Die aktuelle ausstellung ist momentan mit unterschiedlichen Schwarzweiß. Kopenhagen und rom gezeigt. die Standardsichtweisen einer maßgeblich heterosexuell geprägten Gesellschaft auf das Gender-Thema aufzubrechen. Title has been A Night Out . dass Finn sich selbst in dem von ihr portraitierten umfeld bewegt. The authenticity also results from Finn’s milieu she lives in: Most of the portrayed are friends. Finn’s repertoire of full colour as well as black and white photography contains portraits of womens’ bands. Copenhagen. Heavenly Creatures wurde 2006 und 2007 in Berlin. It can be seen at Barbie Deinhoff’s. Im Sommer 2008 war Finn mit arbeiten an der Gruppenausstellung Rotes Haus im Künstlerhaus Bethanien beteiligt und hat im selben Jahr Photographien unter dem Titel A Night Out . zum Beispiel die einzelausstellung Heavenly Creatures . For this one she took pictures of young lesbian women. www. Portraits von Frauen-Bands. den 02. The photos by Finn Buchwald have been shown in solo as well as group exhibitions as for example the solo exhibiton Heavenly Creatures. steht ihnen in Finns Photographien ausdrucksstark ins Gesicht geschrieben.

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etc. Ich wurde zu einer art Muse in dieser underground. als Teenager wurde ich von einer großen Modelagentur gesignt aber wurde schnell für zu klein befunden und habe danach auch nur sehr wenig gearbeitet. Florida geboren. Während dieser Jahre in Manhattan. die mein Wahlkostüm waren. Dinge mit der Hand zu machen ist eine alte Tradition. New yorker BDSM-Szene und modelte ausschließlich für diese beiden Fotografen. Ich unterstütze aufstrebende Künstler. die mich dazu ermutigt hat. transitioning. Frauen. die in amerika besonders populär ist. aliens. Das war sie nicht. auf der anderen Seite. Bücher machen handelt – was auch immer. Nach Jahren harter arbeit ist sie vor kurzem in rente gegangen. Minderheiten aller art zu helfen. Ich schrieb mich an der New School for Social research ein und studierte als Hauptfach in Kunstgeschichte. die super talentierte Künstler sind und als ich dann selbst angesprochen wurde. gekleidet in heftige Militäruniformen. Das war ein seltener Job für eine Frau in den 70ern und ist es auch heute noch aber sie ist starkes. war ich nur ein Baby. du hast U:D bis jetzt so viele tolle Künstler empfohlen. Meine Mutter machte es alles. wegen meiner Größe als Fashion-Model erfolgreich zu sein. richard Kern und Doris Kloster. mit meinen Händen und nicht Maschinen. begann ich mich sehr für Kunst zu interessieren und fing an zu malen und Collagen zu machen. schnell nachzudenken.Art Jennifer Bailey-lemanceau and aurélie lemanceau Couronne Production Questions: Julia Große-Heitmeyer / Translation: larissa Pieper Jennifer. Man findet mich in deren Büchern und interessant genug. Kunst und Handwerk. da sich in ästhetischer Hinsicht eigentlich nichts geändert hat und ich mich immer noch sehr für uniformen und autorität interessiere. war eine alberne Werbung für eine italienische Zahncreme. Ich war immer tief von Sadomasochismus fasziniert und liebte das Fetisch-Modeln aber ich wusste. Sie gab mir das Geschenk und die Wertschätzung meiner liebe zur Kunst und sie ist speziell diejenige. Mein Vater. also. amerikanischen Fetisch-Fotografen entdeckt. also führte mich meine derzeitige Freundin. die selbst eine aufstrebende Fotografin war. Ich habe auch ein paar Musikvideos gemacht. der geschult ist. Ich war nicht einmal 18 Jahre alt und musste dringend Geld verdienen. Was ist dein eigener/persönlicher künstlerischer Hintergrund und wo kommst du her? Vorab möchte ich erst einmal sagen. an die zwielichtige aber faszinierende Welt der Fetisch-Fotografie und des -Modelns heran. dass ich wirklich an das Konzept von u:D glaube. es bringt mich zum lachen. aber schnell realisiert. um die Künste zu unterstützen – insbesondere alternative und neue Konzepte. an den ich mich erinnern kann. egal. Ich bin eine sehr visuelle Person und würde fast alles tun. dass definitiv keine Möglichkeit für mich bestand. ist ein Intellektueller. In jungen Jahren verließ ich mein Heim in Florida. Ich lebte für die ersten drei Jahre meines lebens in einer Künstler-Kommune. seien sie nun queer. Meine Mutter produzierte „Kunst um der Kunst Willen“ und arbeitete immer mit ihren Händen. Kunsttheorie und englischer literatur. irisches Proletariat und hat mich sehr beeinflusst. Offensichtlich haben sich die Zeiten geändert und ich bin ebenso ein Technik-Junkie. Der einzige richtige Job. Stricken. Deshalb war ich gezwungen. wenn ich so an diese Fotos zurückdenke. tauchte ich direkt ein. Ich verbrachte die meiste Zeit meines frühen erwachsenenlebens in Manhattan. Mein Vater war Musiker und Maler und meine Mutter war mehr oder weniger in Kunst und Handwerk involviert. Sie war für viele Jahre Bäckerin aber davor besaß sie einen Baumschneide-Service. inklusive mir selbst und liebe es. ich wurde als einzelkind von zwei verrückten HippieKünstlern in Miami. um in New york City zu modeln. dass ich letztendlich auch zur Schule gehen musste. Ich habe viele Freunde. sich für Kunst zu begeistern. Diese art von arbeit war nicht wirklich aufregend aufgrund © Jennifer Bailey 64 65 . ob es sich dabei um Töpfern. Nach der Schule arbeitete ich direkt für eine luxuriöse Pr-Firma als Texterin. Von da an wurde ich von zwei sehr bekannten.

Ich interessiere mich auch für Videoinstallationen und sexuelle Symbolik/bildliche Darstellung. künstlerisches Konzept. für mich ist es schwer in Frankreich zu leben. Camila Pagilia liebe ich ebenso. es war ein harter aber aufregender Job. sondern eine queere. wie Videokunst/-Installationen und Film aber ich liebe Fotografie und klassische Malerei ungeheuer. bildliche Darstellung. an dem man es gewählt hat und was keinerlei Chancen hat attraktiv oder schön zu werden und welches nicht angenehm anzugucken. Die Collagen werden für die Schaufensterreklame genutzt werden und es wurden zudem noch 20. beides zu kombinieren aber es ist zum Großteil immer noch in arbeit. eine amerikanische Fotografin. und natürlich Marlene Dumas. da es die Türen zu dem Inneren der am meisten versteckten Sehnsüchte einer Person öffnet. Was hat dich von den Vereinigten Staaten nach Frankreich gebracht? Meine wunderschöne und talentierte Frau. Ich bin absolut in ihre faszinierenden Konzepte zu Geschlecht und Homosexualität verliebt. Ich bin ein visueller Junkie und komme mit Bildern aller art zur vollen entfaltung aber insbesondere bewegten Bildern. die über alltagskultur. Marlene Dumas malt ebenso Portraits von Kindern und erotische Szenen. hauptsächlich Cindy Sherman. was ich sehr reizvoll finde. dass das Konzept der Neuerfindung eine großes Thema in meiner und ihrer arbeit ist. das maje heißt. auch. ist zutiefst intim und persönlich und das ist genau das. amerikanische Philosophin. Ich kann also sagen. die ich genannt haben. die den Gedanken.folgen. was mich am meisten anspricht: eigenidentität. dass ich sehr zufrieden bin aber als typischer Zwilling.“ Du lebst jetzt in Paris. Meine Collagen werden der look für all ihre internationalen läden. noch besonders hässlich ist.: Diejenigen. Ich bin deren ausgesuchter Künstler für die Frühling/Sommer 2009. Politik und Geschlechter schreibt. und ich darf nicht den genialen Geist von Marcel Duchamp vergessen für seine Fähigkeit zu sammeln. die sehr reich an politischem und sexuellem Inhalt ist. meine Collagen vergrößert auf unglaubliche 5x7 Meter zu sehen. werden Jungisten genannt) und glaube an Selbstentdeckung durch Träume. Sie lebte in Paris und ich in den Staaten und wir konnten einfach keine Sekunde länger mehr voneinander getrennt sein.000 Poster gemacht und ebenso noch 80. Professorin und autorin. natürlich. Ich würde sagen.der langen. die einzig und allein mit Hinweisen quasi-pornographischen Materials arbeitet.Kollektion. weil sie sich konstant von einem in einen anderen Charakter verwandelt. Ich arbeite an einer linie von T-Shirts. die auf englischen Phrasen basieren und die hoffentlich bald hier in Frankreich in Kaufhäusern und Boutiquen verkauft werden. Philosophie und das erkunden sexueller Tabus. Theorien und der Philosophie Carl Jungs . Ich bin momentan dabei. ermüdenden Stunden aber sie war visuell und textorientiert: zwei meiner liebsten Dinge. zusammenzusetzen und gefundene Objekte zu auszumustern. was Kunst ist: „es ist nötig. Ich bin ein Jungist (anm. und ich meine VIeleN Projekten mit im Spiel. wo sie doch so eine echte. von diesem Objekt hinsichtlich der Basis von Freude irgendeiner art nicht beeindruckt zu sein.000 Postkarten. d. was für mich am interessantesten ist und völlig kontrovers. Synchronizität und Symbolismus und für mich umfasst Ms Sherman sublim alle drei. red. Jedoch ist es schwer ein Objekt zu wählen. Sie ist auf einem endlosen Weg der Selbstentdeckung und ich bin einfach verblüfft von ihrem ehrgeiz und ihrer Kreativität. weibliche rebellin ist. Das war und ist immer noch ein radikales. Für mich ist die Darstellung des Körpers und Gehirn und all seine inneren Tätigkeiten in einer erzählung in der Ich-Form überaus schön und tabu. wenn sie keine visuelle Künstlerin ist. dazu zu gelangen. Wer inspiriert dich grundsätzlich als Künstler ? Ich denke. es ist das Konzept des Führens eines Dialoges in der ersten Person. Ich verehre zudem Jean Michel Basquiat für sein autodidaktisches auge und die kindhafte. weil ich zum ersten Mal die Möglichkeit hatte. das man ein Objekt wählt mit der Idee. am meisten aber verzaubert mich der menschliche Körper. wahrzunehmen. Für mich fasst dieses Zitat von ihm zusammen. Die arbeit der Künstler. was einen absolut nicht interessiert. Woran arbeitest du im Moment und was inspiriert dich für dein aktuelles Projekt? Ich bin gerade mit der arbeit mit einem Modehaus hier in Paris fertig geworden. mit mir selbst und dem Publikum. nicht nur an dem Tag. da ich die Sprache nicht spreche aber die Kultur ist sehr reich und ich © Jennifer Bailey 66 67 . also.dem Pate der Psychotherapie . Oh. habe ich meine kleinen Finger in vielen. genauso wie moderne Kunst.

The only real job I remember was a silly little ad for an Italian toothpaste commercial. Wir wollen. Diese regisseure erforschen eine art verbotenen realismus. erotische Videos. you have recommended U:D so many amazing artists by now. Bitte erzähl uns von Deiner und Aurélies Firma Couronne Productions. Wir erkunden eine Variation an Themen. sondern eine Wertschätzung des lebens. da sie sich eingehend mit sehr persönlichen und bizarren sexuellen Gewohnheiten befassen. Wir machen 5 bis 10 Minuten lange.especially alternative and new concepts. Wir sind sehr aufgeregt wegen unseren eigenen Videos und freuen uns. Florida. Wir sind eher entschlossen. she owned her own tree cutting service. what is your own artistic background and where are you from? To begin with. on the other hand is an intellectual and was trained. Obviously. Wir sind definitiv unsere eigenen Beeinflussungen. etc. so my girlfriend at the time. knitting.D and have many friends who are super talented artists. I was discovered by 68 © Jennifer Bailey 69 . She gave me the gift and appreciation for my love of art and in particular. So when I was approached. Well. avante garde. Geschlecht. she just recently retired. eure leser können mit dem kleinen Teaser. dass die Videos höchst erotisch aber zugleich faszinierend und komisch sind.you name it. Sie und ich sind beide ein bisschen strange. I support up and coming artists. I spent most of my early adult life in Manhattan. and love helping minorities of all types get into the arts. indem ich hier lebe – nicht nur wahre liebe. die ich in den Staaten brauchte. es ist nicht die typische. I was born in Miami.I lived on an artist commune for the first 3 years of my life. whether they be queer. den wir für u:D gemacht haben einen einblick in unsere leben bekommen.habe viel hinzugewonnen. and my mother was more or less involved in arts and crafts. and subsequently. psycho-sexuelle Porno-Produktion. extrem provokativen Konzepts und sehr alternativ und persönlich. I was signed by big modeling agency. at a very young age I left my home in Florida to model in New york City. I wasn‘t even 18 years old and needed to make money badly. namens „Buchette“. arts and crafts is an old tradition. introduced me to the seedy. From there. was nur uns interessant erscheint und indem wir das tun – das Kreieren von nur sexueller exploration und „Bedeutung“ in unserer kleinen Vignette . worked very little. wären es Filmregisseure wie larry Clark. My mother simply produces „art for art‘s sake. My mother did it all. I truly believe in the concept of u. lesbische Pornographie – gelinde gesagt. es geht weit über sexuelle akte hinaus und gräbt sich direkt in das Zentrum der Tabus und Merkwürdigkeiten. book making-. My father. times have changed and I am a technological junkie as well. as a teenager. of making things by hand. but fascinating world of fetish photography and modeling. den wir teilen. die regisseurin von „Kids“. so I was forced to think fast. whether it be pottery. My father was a musician and a painter. including myself. höchst abgestimmte. mitsamt BDSM. Wir erforschen. also könnt ich euch denken. women. This was a rare job for a woman in the 70‘s and still today. She was a baker for many years but before that. Die arbeit ist zugleich schön wegen des wundervollen editings. I am a visual person and I will do almost anything for supporting the arts-. she is the one who encouraged me to work with my hands and not machinary. sie sehr bald verkaufen zu können. Kunst in Form der Terrorisierung des Körpers und insbesondere des Geistes. oder zumindest etwas anderes. ungewöhnliches fühlt. Jennifer. transitioning. but was quickly found to be too short.erwarten wir kein urteil. especially popular in america. I also did a couple of music videos but realized quickly that there was no way I could succeed as a fashion model because of my height. eine Story für ihre wesentlichen Werte und das einträufelnde Gefühl in unseren pornografischen Filmen zu präsentieren. dass das Publikum sich fragt und leicht unwohl fühlt. Diese Videos sind nicht für jeden. aber ein bisschen grotesk und komisch. uns gehört eine kleine DIy hardcore und extrem radikale. was genauso schön ist. Gus Van Sant and besonders Harmony Korine. as an only child to two crazy hippie artists. who was an up and coming photographer herself.“ and has always worked with her hands. my mother was not. aliens. after years of hard labor. Müssten wir aber einige unserer einflüsse beschrieben oder gar beim Namen nennen. but she is a strong Irish proletariat and was huge influence on me. I just dove right in.

My collages will be their look for all their stores internationally. synchronicity and symbolism. I am absolutely in love with her intriguing concepts on gender and homosexuality as she is a true female rebel. professor and writer who writes on popular culture. you can say. the exposure of the body and the brain and all of its inner workings in a first person narrative is extremely beautiful and taboo as it opens the doors to the inside of one‘s most hidden desires. I am a visual junkie and thrive on images of all types but especially moving images. I am quite pleased. For me. I became somewhat of a muse in this underground NyC BDSM scene and modeled exclusively for these two photographers. I was able to see my collages blown up to the extraordinary size of 5x7 meters. I am enthralled by the human body. What are you working on at the moment and what inspires you for your current project? I just got finished working with a major fashion house here in Paris called maje. even though she is not a visual artist. Sherman encompasses all three sublimely. Ms. it is difficult to select an object that absolutely does not interest you. school. Who as an artist inspires you basically? I think by far Cindy Sherman. This was and still is a radical artistic concept.are called Jungists) and I believe in selfdiscovery through dreams. discern.“ 70 71 © Jennifer Baile . She is on an endless journey of self discovery and I am just amazed at her ambition and creativity. and. and for me. I also love Camille Pagilia. as well as modern art. Oh. I went straight into working for a luxury public relations firm as a copywriter. I have always been deeply and profoundly fascinated with sadomasochism and loved the fetish modeling but knew I had to go to school eventually. But most of all. I became very interested in the arts and began painting and collaging. because she is constantly morphing into character after character. I would say that the concept of ‚reinvention‘ is a huge theme in my work and in hers.000 postcards. It is this concept of running a first person dialogue with myself and the audience that is truly appealing to me. but an american queer philosopher. I am their chosen artist for their Spring/ Summer 2009 collection. as this was my costume of choice. and I cannot forget the genius mind of Marcel Duchamp for his ability to collect. tedious hours but was visual and text oriented: two of my favorite things. I have my little fingers working on many and I mean many projects. I also adore Jean Michel Basquiat for his autodidact eye and child like imagery that is super rich in political and sexual content. But I adore photography and classical painting enormously. Marlene Dumas also paints portraits of children and erotic scenes. This work was not exactly thrilling due to the long. It makes me laugh because nothing has really changed aesthetically for me in these years as I am still very interested in uniforms and authority. I am working on a line of t-shirts based on english phrases. art theory and english literature. I can be found in their books. which for me is most interesting and completely controversial. During these years in Manhattan. This was a hard job but thrilling because for the first time. but as the typical Gemini. I am a Jungist (author’s note: Those who follow the thought/theory/philosophy of Carl Jung –the father of psycho therapy . The work of all the artists. philosophy and exploring sexual taboos. politics and gender. and interestingly enough looking back on those photos. put together and reject found objects. I am also interested in video installations and sexual imagery. richard Kern and Doris Kloster. So. Marlene Dumas. not only on the day on which you select it. I am in the process of combining the two at the moment but it is still very much of a work in progress. and which does not have any chance of becoming attractive or beautiful and which is neither pleasant to look at nor particularly ugly.the two very famous american fetish photographers. I was just a baby dressed in very severe military uniforms. to be sold and distributed here in France at department stores and boutiques. such as video art/installations and cinema. the american photographer. For me this quote of his sums up art for me. I‘ve mentioned is deeply intimate and personal and this is exactly what appeals to me the most: self-identity. after. hopefully. of course.000 posters made plus 80. However. The collages will be used for window display and there were 20. who works solely with references of quasi-pornographic material. „It is necessary to arrive at selecting an object with the idea of not being impressed by this object on the basis of enjoyment of any order. I enrolled in the New School for Social research and eventually majored in art history.

We own a small D. and very alternative and extremely personal. unusual which is equally beautiful but slightly grotesque and strange. the mind. These videos are not for everyone as they delve into very personal and bizarre sexual habits. or at the very least. We make 5 to 10 minute highly edited and very hardcore erotic videos.You live in Paris now. Hardcore queer pornography that fucks not only with your cunt but with your brain. For further information on purchasing DVD’s contact: couronne.y. so you can guess that the videos are highly erotic. yet. ‚feel‘ something different.to say the least.“ These directors explore a type of forbidden realism that we share. we assume no judgment. the director of „Kids. The work is both beautiful due to its wonderful editing. Gus Van Sant and especially. they would be cinematic directors such as. and I have gained a lot by living here not only true love but an appreciation for life that I was lacking in the States. Couronne Productions is an alternative dyke porn series starring King René and Queen Claudine. gender. We explore what is interesting to us only. We want the audience to question and feel slightly uncomfortable. Harmony Korine.I. avant garde. if I had to describe or name some of our influences. but at the same time intriguing and weird. What has brought you from the United States to France? My gorgeous and talented wife. Now for me living in France is very hard as I do not speak the language. art as terrorizing the body and especially. of course. defintely. She lived in Paris and I lived in the States and there was no way we could be separated a second longer. extremely sexually provocative concepts. and by doing so.“ It is not at all your typical lesbian pornography-. larry Clark. hardcore and extremely radical.com 73 72 .productions@gmail. We are very excited about our videos and are looking forward to selling them very soon. creating only sexual exploration and ‚meaning‘ in our small vignettes. We are our own influences. It goes above and beyond sexual acts and digs right into the center of taboo and oddities. We are more intent on presenting a story for its intrinsic values and instilling ‚feeling‘ in our pornographic films. We explore a variation of themes including BDSM. She and I are both a little strange. your audience can get a peak into our lives with the small teaser we did for u:D called „Buchette. but the culture is rich. psycho-sexual pornography production. Please tell us about your and Aurélie‘s company Couronne Productions.

oder spielt das Geschlecht keinerlei Rolle? Die Situation wird besser. da es mich zu sehr einschränkt. Du malst auch Bilder in Acryl. Machst Du auch Auftragsarbeiten? Selten. Wenn ich immer mal was anderes mache. da immer mehr Frauen zur Dose greifen – ich würde grob sagen. Illustrationen und Grafikdesign. wie zum Beispiel Werbung. ein schönes. Das alte lied. Die meisten denken. cool. Wo außer in Berlin sind Deine Pieces zu sehen? In Düsseldorf und Köln. weil es verboten. meine Stadt mitzugestalten und nicht nur das hinnehme. Mittlerweile ist es auch ein Treffen mit Freunden. da das eine das andere immer mit belebt und beeinflusst. was noch kommt. kann es sehr aufschlussreich sein und ab und zu ist auach mal ein Gruß oder ein Spruch für einen dabei. Ich habe mal circa 12 Jahre alte Tags von mir entdeckt. Oder eine Sprüherin kann schon schnell in den ruf einer Bitch kommen. das fertige Bild später wieder zu sehen? Wenn es mir dann immer noch gefällt. Kaputtnic © 74 75 . was mit Buchstaben alles möglich ist und wie man sie zum leben erwecken kann. Wenn ich aufträge annehme. bei denen mir selbst noch ein großer kreativer Spielraum bleibt oder in sozialen Zusammenhängen – zum Beispiel habe ich mal mit einem Schulschwänzer-Projekt eine leinwand bemalt und Ähnliches. kreativ und kraftvoll ist.einen Palmenstrand. und ich brauche alles und möchte mich nicht entscheiden müssen. Was inspiriert Dich und was ist für Dich das Besondere am Graffiti? Mit 15 oder 16 Jahren hat es mich begeistert. sein Hobby zum Beruf zu machen. Wie sind Frauen in der (Berliner) Graffiti-Szene repräsentiert und wie ist deren Akzeptanz Deiner Meinung nach . außerdem finde ich es interessant. weil es verboten. aber wenn man die Zeichen versteht. kreativ und kraftvoll ist. die fand ich nicht mehr schön. dass einer Frau weniger eine eigene Style-erfindung zugetraut wird.Graffiti & acrylics Text & Translation: Julia Große-Heitmeyer Wann hast Du angefangen zu Sprühen? Meine ersten Graffiti-Skizzen sind so von 1991/92. Sprühst Du ausschließlich Wände oder ist da auch der ein oder andere zug dabei? Nein. mache Comics. bunt. Züge habe ich noch nicht bemalt. im Zweifelsfall hat sie es eher von ihren Kumpels abgeguckt und nicht andersrum. weil ich mir das recht herausnehme. Ist das ein graphischer und mentaler Ausgleich? ein einziges künstlerisches Medium als ausdruck langweilt mich ehrlich gesagt auf Dauer. was mir vorgesetzt wird. außerdem fotografiere ich noch. Das äußert sich darin. aber wer weiß. die alle das gleiche Hobby miteinander genießen. nach so langer Zeit seine eigenen Spuren wieder zu entdecken. die vom Stil her doch recht anders ausschauen. das sei doch schön. kann ich auch beim acrylmalen Ideen für das Graffiti finden oder anders herum. Heute bin ich vom Graffiti begeistert. bunt. aber dennoch ist keine absolute Gleichberechtigung da. Ich bemale lieber Wände. cool.Art Kaputtnic . und: Ich liebe den Geruch von Sprühlack. aber mittlerweile auch. Was ist das für ein Gefühl. mein erstes richtiges Piece habe ich allerdings erst 1996 an die Wand gesprüht. dann meistens solche. der Frauenanteil liegt bei fünf Prozent – und gute Sachen fabrizieren. und ich liebe die Kommunikation untereinander – für außenstehende ist es ja meist Krikelkrakel. aber es war trotzdem cool. wenn sie zwei oder mehr Beziehungen innerhalb der Szene hatte. den eigenen Style zu malen oder wie vom auftraggeber gewünscht . aber es ist ein großer unterschied zwischen dem.

Though my first real piece I sprayed on a wall was in 1996. creative and vigorous. I prefer walls. Those pictures differ from your graffiti pieces in style. and also do graphic design. If I accept an order. kann sich gerne bei mir melden. Furthermore I love how you can communicate with other sprayers.Wie schaut es aus mit Ausstellungen Deiner Arbeiten? Gab es schon welche oder hast Du eine in Planung? Ja es gab schon einige. So if anybody knows something. How are women represented in the (Berlin) graffiti scene and how is acceptance by male colleagues or does the gender play no role at all? Situation becomes better. but nevertheless it has been cool seeing one’s own traces after such a long time. How about exhibitions? Have you had any already or do you have plans for them? yes. Do you also take spraying orders from people? Seldom. Sometimes the sprayer has added a greeting to you even. allerdings bin ich grad auf der Suche nach einer Galerie. Where except for Berlin people can see your pieces? In Duesseldorf and Cologne. Furthermore I take pictures. I have had some. then mostly just those that offer me some creative freedom. she has copied the mens’ styles. colourful. Though it makes much difference to draw your own style or to fulfill a client’s wish – if he wishes a palm beach for instance.myspace. not vice versa. Is that a graphic and mental compensation? To express yourself in just one way bores me in the long run. But if you understand the pieces and tags the message can be revealing. I would say women make up five percent of all graffiti sprayers. Most people think it would be nice to turn one’s hobby into a job. I love the smell of spray paint. at the moment I am searching for a gallery. illustrations. For instance I did a project with truants and painted on canvas with them. This is expressed by distrust in women’s ability to create new styles. But furthermore I regard it my right to take part in styling my city instead of just accepting what I get served like for example advertisements. Nevertheless there is no absolute sexual equality. Meanwhile it has become a kind of get together with friends who share the same hobby. you also paint in acrylics. Today I am into graffiti because it is forbidden. Though. www. it determines me too much. Do you exclusively spray walls or do you spray trains as well? No. if she has had two or more relationships within the scene. but we’ll see what time will bring. Or a female sprayer gets bad reputation of being a bitch. If I change techniques once in a while I can come up with ideas for graffiti by painting acrylic or vice versa. I haven’t sprayed trains so far. cool. I also accept orders in social contexts. When did you start to spray? I have done my first sketches in 1991/1992.com/kaputtnicone 76 77 . cool. because the number of women who spray and who are really talented increases.myspace. Besides this it amazes me what can be done with letters and how you can make them come alive. – and. I didn’t like them anymore. In case of doubt. What kind of feeling is it to see a piece again after some time? If I still like the piece then the feeling is a good one. I need all of that and I don’t want to decide between them because one technique always vitalizes and influences the others. What inspires you. creative and vigorous. she or he is very welcome to tell me. The same old song.com/kaputtnic www. and also what to you is special about graffiti? When I was 15 or 16 years old. For outsiders it is mostly just illegible scrawl. I was interested in graffiti because it is forbidden. colourful. I once discovered 12 year old tags that I had made. also wer etwas in der richtung weiß. draw comics.

Das ärgerte sie so lange. Sie ist ungeduldig. Indochina © 78 79 . Große underground Geheimnisse gibt es da nicht. “fasst Gabriela die lage zusammen. Stimmt nicht fällt ihr dann ein. und davon hat sie viele. dass sie mit dem Tape in der lage war auf jede laune der Stadt zu reagieren. ist die 23-Jährige nicht zufrieden. als sie das erzählt. Nichts kritisches. bis sie merkte. Mit dem Klebeband wurde sie dieses Jahr beim internationalen Stickeraward in Berlin zweite. will sie mir nicht sagen. Sie reist. Schon damals empfand sie Street art wohl als eine stumme Sprache um schöne Gedanken für andere festzuhalten. Nachts tanzt sie zu guter Musik. lernt. Neben gutem Bier und vielen freundlichen Menschen sind das Prags nächtliche Geheimnisse und die Natur. anstatt dem Ort einen Stempel mit Graffiti oder Schriftzügen aufzudrücken. geht sie seit dem auf ihn ein. „With some overwiew you can divide it into quality and sh*t. Darauf ist Gabriela stolz. Gabriela klebt ausflugsdampfer auf Pfeiler kleiner Brücken. ein kleines chinesisches Mädchen zeigte an welchen Orten Gabriela sich aufgehalten hatte. nichts Politisches klebt sie auf die Straßen . Tagsüber würde sie gerne immer snowboarden – oder surfen. und vom Guten dieser Welt felsenfest überzeugt. Deshalb klebt die Tschechin auch Brillen auf Steinbänke. Die junge Frau steht einen Moment nachdenklich auf der Straße.. Streetart am Computer zu entwerfen macht für sie wenig Sinn. Wie geheime aussichtspunkte verteilt sie die an öffentlichen Plätzen in großen Städten. die Menschen aus ihrem alltag reißen – und den Blick von den Schuhen.Translation: Corinna Förster Sitting on glasses. nimmt und gibt zurück – in Form von Minigedanken aus Klebeband oder Farbe auf Mauern.. Indie und electro verrät sie dann doch. Marker und Spraydosen passten nicht mehr in den rucksack.zum kritisieren braucht man erst einmal offene augen. denn das zeigt ihr. also mischt sie weiter in der kleinen aber feinen Street art Szene der Tschechischen republik mit. Gabriela ist eine Frau. mit der man gerne Geheimnisse erleben möchte. wird sie irgendwann ein großes rotes Kreuz kleben. funkeln ihre augen. Gabriela möchte aufwecken. und von Jackson bis The Cure. in diesem Jahr nur Klebeband ein. Im Winter bringt Gabriela Kindern Snowboarden bei. Traktoren an Scheunentore und Blumen an Zäune. Nehmt euch Zeit. Doch so lange ihre Mutter keinen ihrer Sticker auf dem auto haben möchte. Welche Musik sie mag. Bestenfalls erinnern sich einige auf dem Weg zum Kiosk an die liebe. denn sie mag Musik . und ans Weiße Haus sagt sie.macht nach einiger Zeit Sinn. unterwegs nach Berlin packte Gabriela. dass auch andere Künstler ihre Ideen gut finden.Art Indochina German original Text: Hannah laufer . die sich Indochina nennt. Mit fünfzehn druckte sie die ersten Papieraufkleber. Indochinas Kunst macht glücklich. denn kurz darauf zählt sie mir leidenschaftlich die schönsten Dinge in ihrer Heimat auf. Wie geht die Geschichte aus? Was ist an dieser ecke der Stadt liebenswert? Hoffentlich bleiben die Gedanken der Vorbeilaufenden kurz am hellen Tape hängen. vielleicht nimmt der eine oder andere die Straße heute wieder wahr. setzt euch und beobachtet Menschen. ein simples Herz aus Klebeband. Dann kniet sie sich hin und befestigt ihre Gedanken auf dem nassen asphalt. in fünf Jahren sieht sie sich auf einem Surf Brett in der Karibik.

she is going to stick a large red cross some day. because she likes music – makes sense after a while. That makes Gabriela proud. Then she kneels down to attach her thought to the wet asphalt. at the age of 15 she printed her first paper stickers. like secret viewpoints. There was no more space for markers and cans in her backpack. drag them out of their everyday routine – so they stop starring at their shoes. the thoughts of the people passing by will stick to the white tape for a short moment. In the day-time she only wants to go snowboarding or surfing. because it shows to her that other artists also like her ideas. sit down and watch people”. taking and giving back – in the form of small ideas made of scotch tape or paintings on the walls. She is inpatient and profoundly convinced of the good in the world. at night she likes to dance to good music. Gabriela is sticking big boats on piers of small bridges. a young woman is standing pensively on the street for a moment. and from the Jackson’s to the Cure. at first she doesn’t want to tell me what music she likes. “Take your time. a little Chinese girl showed where Gabriela had been. There are no big underground mysteries: „With some overview you can divide it into quality and sh*t. One moment later she revises and starts to talk enthusiastic about the most beautiful things in her home. She is travelling. It’s nothing critical or political she covers the streets with – to criticize something. a simple heart shaped of scotch tape. Gabriela is a woman to discover mysteries with. 80 81 . In 5 years she sees herself on a surfboard in the Caribbean. Creating street art on the computer is not making too much sense to her. who calls herself “Indochina”. and on the white house. and she has a lot of those thoughts. Instead of putting a stamp on the place with Graffiti and letterings. Indochina’s art just makes you happy.Sitting on glasses. She tells that with a sparkle in her eyes. But as long as her mother does not want one of her stickers on her car. So she keeps on joining the small but nice street art scene of the Czech republic. she says. Gabriella. you need to open your eyes first. she spreads them in public places over big cities. Back then she already seemed to consider street art as a mute language to capture pretty thoughts and show them to others. at best some of them will think about love on their way to the kiosk. That’s why the Czech is covering benches of stone with specs shaped of tape. She stopped being upset about that. she is more responsive to it now. During winter Gabriela teaches kids how to snowboard. as soon as she recognized that it was the scotch tape that enabled her to react spontaneously to every mood of the city. Besides good beer and a lot of nice people there are the night-time-mysteries of Prague and the landscape. bagged only scotch tape when she came to Berlin this year. she says. the 23 year old isn’t satisfied.“ she describes the scene. But then she reveilles: Indie and electro. With her adhesive art she won the second prize at the international sticker award this year in Berlin. learning. How does this story end? What is loveable on this part of the city? Hopefully. Maybe one or another will take notice of the street again today. tractors on ban doors and flowers on fences. Gabriela wants to wake up people.

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Next to her work for Minimal Techno and House party organization Parallel which is also label and booking agency for DJs. auf Wunsch auch in den unterschiedlichsten Größen. reflektieren erkennbar den optischen Stil von Sticker art Charakteren. riet Meert not only sold the characters.com/chicadolls www.myspace. hätte man ahnen können. when wished so. auf! Kuscheln mit Chicas! Chica Dolls Need To Be loved It seems to be obvious that riet Meert from Belgium who now lives in augsburg. riet Meert has been creating the Chica Dolls since she started off with sewing the little textile creatures for her thesis in 2003. also in different sizes. Go. Standard size is 25 cm height. Die Puppen. die seit anfang 2008 in augsburg lebt und dort neben ihrer Produktion der Chica Dolls maßgeblich auch die Minimal Techno und House Partyorganisation und das gleichnamige label und Booking-agentur Parallel betreibt. When friends and public got interested in the Chicas. hat riet Meert die Herstellung der Chica Dolls aufgrund der Nachfrage weitergeführt. Grafikdesign und Illustration studiert hat.myspace. 2003 ursprünglich als abschluss-arbeit ihres Studiums gestartet. den Niederlanden und auch in Spanien vertreten. konnten sie aber nicht nur neue Freunde in ihre zum Teil langen arme schließen. Standardgroße Chicas messen eine Höhe von 25 cm.More Chica Dolls Text & Translation: Julia Große-Heitmeyer Chica Dolls wollen geliebt werden Dass die gebürtige Belgierin riet Meert. She has also had exhibitions in Belgium. Germany and produces sweet and nasty little Chica Dolls has majored in graphic design and illustration as the individually sewed doll’s style reflects the style of sticker art characters. riet Meert ist seit 2005 in diversen Magazinen und ausstellungen in Belgien. Die verschiedenen Serien der Chica Dolls entwirft und näht riet Meert nicht nur in unterschiedlichen Farben und Materialen sondern. als die Chica Dolls das öffentliche Interesse auf sich zogen. riet Meert creates and sews the Chica Dolls series not only in different materials and colours but.com/parallelparty Chica Dolls © 84 85 . die sie in Handarbeit produziert.fotolog. the Netherlands as well as in Spain since 2005 and has been featured in several magazines. hug the Chicas! www.net/chicaalosta www.

und ich freue mich. Bleib dran! Was ist Dein Wunsch betreffend Paper Girl Productions und Deine kleinen Freunde? als ich zunächst Paper Girl Productions begann. Hattest Du bereits Ausstellungen? Wann und wo haben diese stattgefunden? Ich nehme nur an unabhängigen Handwerks-ausstellungen mit anderen Künstlern und Handwerkern in meiner Stadt teil. dann kann ich sie wahrscheinlich auch mit ein bisschen Filz und Garn zum leben erwecken. What size are the dolls basically or does size vary? When people see the dolls in person they are so excited for the dolls are much larger then perceived online. den ich sonst nie erreicht hätte. dass es irgendwo in diesem universum einhörner gibt. was ich jemals wollte. I want to be the girl they say: ‚Wait aren‘t you the Paper Girl that makes all those cute weird conjoined dolls?‘. What inspires you for the creation of all these characters? I love the 80‘s toys. nachdem ich in läden nichts als Standard Teddybären gefunden habe. Das ist schon ein erstaunlicher Weg gewesen! Momentan verkaufe ich sie in meinem Etsy Shop und für Großhandelsbestellungen kontaktieren mich die Händler direkt. I am currently selling them in my etsy shop and for wholesale orders. Any projects you plan for Paper Girl Productions in 2009? Please watch out for Paper Girl Productions in the new year for there will definitely be a new line coming out this summer. that‘s me as I walk around with my little meow meows on my head. dass die Puppen viel größer als online wahrgenommen sind. das am 10. Irgendwelche Projekte. Februar2009 in Kraft tritt. das bin ich. Seit wann verkaufst Du die Puppen professionell unter dem Namen Paper Girl Productions? Ich verkaufe seit 2006 professionell und das Internet hat mir einen riesigen Markt gegeben. 2009 I will no longer be selling to the uSa unfortunately but I do sell everywhere else and am so tickled that my plush dolls have been adopted from Brazil to australia.und Online-Presse. Was auch immer. Wie kommt es. dass Du gerade diese Art lustiger und dreist ausschauender Puppen nähst? [lacht] Die Plüschpuppen resultieren aus meinen Kritzeleien. a vintage fuzzy sweater to paper candy. Deine Plüschpuppen zu kreieren? Ich habe mit der Kreation der Plüschpuppen 2006 angefangen. Die Vorbereitungen sind sehr aufwendig. bist Du nicht das Paper Girl. Was inspiriert Dich zu Schaffung all dieser Charaktere? Ich liebe das Spielzeug aus den 80erm. regenbogen. ein Kichern hervorrufen und einigen Spaß mit den Plüschpuppen. die Du für 2009 für Paper Girl Productions planst? Bitte gib acht auf Paper Girl Productions im neuen Jahr. das all diese süßen. und ich bin davon überzeugt. They take a lot to prepare for and sometimes I wish I could take part in more. welches ein Wahnsinnsspaß war! Ich war mit meiner arbeit auch schon in der Print. Most are about 8 inches tall. retailers usually contact me directly.More Belle Perez – Paper Girl Productions Interview & Translation: Julia Große-Heitmeyer When did you start creating the Plush Dolls? I started creating plush dolls in 2006 when I couldn‘t find anything but the standard teddy bear in stores here and wanted something unique and fun to give as a gift. How come you got into sewing these funny and nasty looking dolls? [laughs] The plush dolls are created from my doodles and I told myself if I could doodle them I can certainly turn them into life with some felt and thread.yup. sind sie so überrascht.com 86 87 . anmerkung der redaktion] finden kannst. verbundenen Puppen macht?“ … Ja. denn es wird definitiv eine neue linie diesen Sommer rauskommen. die ich gemacht habe. Ich bin sehr von irgendwas und allem inspiriert. Ich will das Mädel sein.32 cm... Von einem flauschigen klassischen Pulli bis hin zu Bonbonpapier. you name it! Since when are you selling the dolls professionally under the name Paper Girl Productions? I have been selling professionally since 2006 and the internet has given me a vast market that I never would have otherwise reached. rainbows and am convinced there are unicorns somewhere in this universe. It’s been an amazing ride! For now. ulkigen. oder variiert die Größe? Wenn die Menschen die Puppen in Natura sehen. über das sie sagen. die Du auf meiner Internetseite [http://papergirlproductions. Stay tuned! What is your wish regarding Paper Girl Productions and your little friends? When I first began Paper Girl Productions.com. Have your Paper Girl Productions been featured in some magazine or art book yet? I have taken part in the book.10th. Die meisten sind über 8 Inches [20. aber ich verkaufe überall anders hin. Verkaufst Du en gros auch international? Können Kunden aus Europa bei Dir ordern? Wegen des neuen CPSIa uSa Gesetzes. I am much inspired by anything and everything. anmerkung der redaktion] groß. Belle Perez © http://papergirlproductions. Ich wollte etwas einzigartiges und lustiges als Geschenk. all I ever wanted was to evoke a giggle and some fun with the plush dolls I‘ve made. Do you wholesale internationally? Would customers from Europe be able to order them at yours? Because of the new CPSIa uSa law coming into effect as of Feb. wenn ich sie kritzeln kann. war alles. Manchmal wünsche ich mir. Ist über Deine Paper Girl Productions bereits in einem Magazin oder Kunstbuch veröffentlicht worden? Ich war Teil des Buches Crammed Organism. wie ich herumlaufe mit meinen kleinen Miau-Kätzchen in meinem Kopf. Welche Größe haben Deine Puppen grundsätzlich. ich könnte an mehr als bisher teilnehmen. „Warte. Have you had exhibitions so far? When and where were those? I only take part in indie craft shows that are done in my city along with other unique artists and crafters. werde ich leider nicht länger in den uSa verkaufen können. Ich habe mir selbst gesagt. Crammed Organisms which was a blast! I‘ve also had print and online press for my work that you can find on my website.. Wann hast Du angefangen. dass meine Plüschpuppen von Brasilien bis nach australien angenommen worden sind.

More Data flow . the more aesthetically elaborate the graphics – sometimes reaching the point of art – the more abstract. kultureller Prägung. ausgehend von Diagramm-archetypen und den Grundlagen der Informationsvisualisierung entwickelt Data Flow klare Nutzungskategorien und präsentiert innerhalb dieser Kategorien eine Vielfalt von Diagrammtypen. In addition to archetypical diagrams such as pie charts and histograms. Inhaltliche und gestalterische Methodik werden in diesem Zusammenhang ebenso diskutiert wie Fragen von Komplexität und Vereinfachung.90 € .Visualising Information in Graphic Design Price/Preis: 49. Komplexe Zusammenhänge können durch beispielsweise Diagramme graphisch anschaulich zum Modell heruntergebrochen und veranschaulicht werden. More and more information is being visualised. there are manifold types of diagrams developed for use in distinct cases and categories.Visualising Information in Graphic Design“ presents an abundant range of possibilities in visualising data and information. in der wir uns. Bourquin. In addition to the examples shown. bewusst oder unbewusst jeden Tag bewegen. readability and the (over)production of information. N. The abundant examples in Data Flow showcase the various methodologies behind information design with solutions concerning complexity. Zusätzlich kommen im Buch neben Gestaltern auch autoren. “Data Flow . Diagrams.Pages/Seiten: 256 Format: 24 x 30 cm language/Sprache: english/englisch Nulla dies sine linea (Kein Tag ohne einen Strich). data and information graphics are utilised wherever increasingly complex elements are present. Nutzer und leser von Diagrammen zu Wort.released/erschienen: September 2008 BOOK reVIeWS editors/Herausgeber: r. the simpler the readability. simplification. Klanten. The more concrete the variables.ISBN: 978-3-89955-217-1 . Today. That fits to the world of information transported by graphic design as well. „Data Flow – Visualising Information in Graphic Design“ präsentiert ein breites Spektrum von Möglichkeiten zur Visualisierung von Daten und Informationen. lesbarkeit und (Über) Inszenierung von Informationen. ehmann . By andrea Galvani from Data Flow. S. diagrams are being applied beyond their classical fields of use. the book features explanatory text. Das trifft auch auf die Welt der graphisch gestalteten Informationen zu. Nulla dies sine linea (no day without a line). Immer mehr Informationen werden visualisiert. copyright Gestalten 2008 88 89 .

12th October 2005 La représentation des statistiques England vs. Poland. Poland. 12th October 2005 By Xavier Barrade from Data Flow.DATALOGY — La représentation des statistiques DATASPHERE — La représentation des statistiques — England vs. copyright Gestalten 2008 90 91 .

wie Monotekktoni ihre Hörerinnen durch ein Klanggewitter schleppt. This change might be frustrating for fans of minimalistic and electro-pop songwriting. einige ihrer Songs hat Morgenstern von der Cellistin Julia Kent (antony and the Johnsons) mit opulenten Klangperlen aus dem Streichsegment versehen lassen. dass sie beides aber derart weit hinter sich lassen würde. Come to Berlin and Monokultur are signs of political reflections: Morgenstern describes leveling dimensions of gentrification in Berlin and she reflects at the same time her own participation in these processes: „es geht / um die Sicht auf uns selbst. Distortion. explicit political statements as you can find them on her preceding release love your Neighbours? No. released: 31/10/2008 MONOTEkkTONI Text: Jana H. alec empire or Hanin elias. all that she contrasts with beats inspired by Steve reich. Here on the same named track and in the field of new experiments she satirizes a gangsta-rap. sequencer and she evokes reminiscences of PJ Harvey. However. Where‘s The Hole oder your Colour Was Not Strong enough zeigen. damit hätte wohl niemand gerechnet. sarcasm and self mockery. where have all the pop and electronics gone? This question comes to mind after having listened to Barbara Morgenstern‘s fifth album for the first time. thanks! (2007) verschwimmen nun in einem allgemeinen ausdruck von Wut und Trauer über die Welt an sich und über eigene unzulänglichkeiten. In Velocity oder Morbus Basedow verbinden sich neuer und alter Sound: Morbus Basedow evoziert dabei mit harten NoiseDrums eine polyrhythmische. please) is what Monotekktoni aka Tonia reeh yells into the micro after having thrown a furious bunch of lurid and longing words into the air. Where‘s The Hole or your Colour Was Not Strong enough show that Monotekktoni takes her listeners through stormy sounds which aren‘t only provided with acoustic stumbling blocks but also with warm and nearly catchy melodies. über Mordphantasien hin zu einer Kritik an den Kletten Krieg und „egoismus. das nicht nur mit akustischen Stolpersteinen. the antiheroes in Stupid Girl or Häßlichent (transl. megaphone. wo sind denn jetzt Pop und elektronik hin? Das jedenfalls ließe sich nach dem ersten Hören von Barbara Morgensterns fünftem album fragen. Delay. allerdings sprechen die Stimmen der antiheldinnen aus Stupid Girl oder Häßlichent genauso wie Monotekktonis Sound insgesamt eine ganz eigene Sprache: Niemand kann überzeugender gegen Konsum und Normierung anschreien. Sarkasmus und Selbstironie. auf Come To Berlin und Monokultur finden sich ansätze politischer reflexion: Morgenstern beschreibt nivellierende Dimensionen der yuppisierung Berlins und reflektiert doch gleichzeitig den eigenen anteil daran: „es geht / um die Sicht auf uns selbst. Hustefuchs. In the first moment this generalization might disappoint. and Velocity and Morbus Basedow connect Morgenstern‘s new sound with the older one: With its hard noise drums Morbus Basedow evokes a polyrhythmic and dark soundscape and it talks about dead and the transience of human efforts. „Nicht stolpern bitte“ (transl. wir sind das: / thirty-something-whitemiddle-class“. ansonsten geht es auf Different Steps To Stumble ähnlich laut und zappelig zu wie auf ihren drei Vorgängeralben: Tonia reeh jagt ihre Vocals und selbst produzierten Samples durch Mikro. even so. apart from that Different Steps To Stumble is as loud and fidgety as Monotekktoni‘s previous releases are. Oops. und auch wenn dieser Wandel die anhängerschaft minimalistischen und elektropoppigen Songwritings möglicherweise enttäuschen mag.: ugly-duck) as well as Monotekktoni‘s sound as a whole are speaking for themselves: Whoever else could exclaim against consumption and normalization more convincingly? That‘s why the actual recommendation of this release reads as follows: Stumble. released: 19/09/2008 Text & Translation: Jana H.: it‘s all about self-reflection. so ist doch der komplexe Sound von bm außergewöhnlich gut gelungen. sondern auch mit warmen und fast eingängigen Melodien versehen ist. Dabei entsteht ein ebenso verstörendes wie bestechendes Gebräu aus Wortwitz. finstere Geräuschkulisse und erzählt von Tod und Vergänglichkeit menschlichen Wirkens. Die klaren politischen Statements vom Vorgängeralbum love your Neighbours? No. maverick dissonances or jazzy reveries. der immer mit muss“. auf dem gleichnamigen Track ihres neuen albums und im Gefilde neuer experimentiergelüste persifliert sie einen Gangstarap und bewegt sich dabei von Nonsens-reimen. Sequenzer und erinnert dabei an PJ Harvey. So it arises a special mix of pun. Megaphon. Several songs on BM are provided with string gems by cellist Julia Kent (antony and the Johnsons). with rattling bass lines or synthesized chimes. Stattdessen begeben sie sich in Bereiche des Kunstlieds.: don‘t stumble. and she often reduces electronic elements to a minimum of drum or sound fragments. Das ganze kontrastiert sie mit von Steve reich inspirierten Beats. thanks! (2007) become blurred now: you rather meet general expressions of anger at and sadness about the world in itself and one‘s own deficiencies. Instead of that Morgenstern takes them to the level of lied. imagined murders and a critic of war and egoism. but scarcely anybody would have expected that she would beat both by a mile. Thereby she moves between nonsense rhymes. nachdem sie eine Salve blutrünstiger und sehnsüchtiger Worte abgefeuert hat. distortion. So lautet die eigentliche empfehlung dieses albums auch: Bitte stolpern! und das nicht zu leise! „Different Steps To Stumble“ (sinnbus records). Für luise oder Camouflage (eine Zusammenarbeit mit Soft-Machinelegende robert Wyatt) kommen beinah ohne elektronisches Gefrickel daher. Hustefuchs. please! But not too gentle! 92 93 . Das mag im ersten Moment enttäuschen. Zwar changierte Barbara Morgenstern schon immer zwischen elektronischen und poppigen Welten. She seems to enter new spheres of musical expression and her music resembles more and more classical and almost gloomy chansons: For this she has swapped her Vermona organ and her piano for a Bechstein grand piano. the complex and eclectic sound of BM is a huge success. knatternden Basslinien oder Synthie-Glockenspielen. we are that: …). Für luise or Camouflage (a collaboration with Soft-Machine-hero robert Wyatt) cut out almost all electronic dots. wir sind das: / thirty-something-white-middle-class“ (transl.More VINyl reVIeWS BARBARA MORgENSTERN „bm“ (monika enterprise). delay. alec empire oder Hanin elias. Tosch Huch. eigenwilliger Dissonanzen oder jazziger Träumereien. Barbara Morgenstern used to alternate between electronic and pop styles. Sie scheint nun neue Sphären musikalischen ausdrucks zu betreten und nähert sich einer fast schwermütigen Chanson-Ästhetik an: Hierfür hat sie Orgel und Piano gegen einen Bechsteinflügel eingetauscht und elektronisches häufig auf wenige Drumoder Geräusch-Fragmente reduziert. Tosch „Nicht stolpern bitte“ krakeelt Monotekktoni aka Tonia reeh ins Mikro. as usual Tonia reeh shoots her vocals and self produced samples through micro.

gefällt. Die B-Seite enthält einen alexi Delano remix des zweiten Tracks der eP. sich überlagern. You Love Her Coz She’s Dead. Techno und Tech House vom Feinsten. “Happy ending” represents the typical Camea style where the three genres of electronic music interact. techno and tech house. Bass und Drum-effekte Spannungs. während der Gesang von elle und Jay. das den illustrativen Titel Inner City Angst trägt.and two B-levels on a 10” illustratively named Inner City Angst. alles in allem hat Kitsuné Maison mit You Love Her Coz She’s Dead und ihrem Debut 10” Inner City Angst wieder ein Duo im Programm. that is to me Camea. Geschwindigkeit der. elle und Jay Dead haben mit dieser kleinen genialen 10“ Inner City angst gerade ihre Debüt eP veröffentlicht. auf dem die drei richtungen elektronischer Musik in einer Dynamik miteinander changieren. and overlap each other. but yet incessantly. aber unweigerlich anfängst. Minimal. They go on as a basic layer in all tracks or return constantly while the vocals by elle and Jay. released: January 29th 2009 12” Vinyl: a1: Happy ending . Bass und Snare Drum geben den grundlegenden Beat vor. gurrende. Die Betreiberin des labels Clink recordings hat gerade ihre neue eP herausgebracht.a2: Dead end . bei der Du im Club. mitwippen.B2: Wizards Text & translation: Julia Große-Heitmeyer A1 A2 B CAMEA „Happy Ending (EP)“ (Clink recordings).VINyl reVIeWS YOU LOVE HER COZ SHE’S DEAD „Inner City Angst EP“ (Kitsuné Maison). the melody and vocals make you want to dance.B1: Blood lust . “Computer Says love”. Welcome to Atari sound playground with super heroes and wizards fighting their ways through two a. sibilating as well as clicking sounds are partly accompanied by melodic fragments. Together pace of the tracks. bass and drums bring the tension and emotion in. at first you might do so unnoticeably. this “digital electro trash” band’s name hit me instantly and made me want to listen to the Duo’s eP. Base and snare drum make up the basic beat. unaufhörlich mit den Füßen und dem Kopf im Takt mitzuwippen.a2: Computer Says love B: Computer Says love (alexi Delano remix) Text & translation: Julia Große-Heitmeyer Willkommen auf dem Atari-Sound-Spielplatz. mir die eP des Duos anzuhören. released: October 2008 10”Vinyl: a1: Superheroes . elle and Jay Dead have released this little dope 10” Inner City Angst as their debut eP on Kitsuné Maison label from France. zischende und klickende Sounds. zunächst vielleicht unbemerkt. House Musik. so Du noch am rand der Tanzfläche stehst. You Love Her Coz She’s Dead. Das ist Techno. in dem Superhelden und Magier ihre Wege durch jeweils zwei aund B-level des 10“ Vinyls hindurch kämpfen. and chill out. all in all with yOu You Love Her Coz She’s Dead and their debut 10” Inner City Angst Kitsuné Maison again features a duo that makes the specific sound of the label come alive in your ears. Deep dark vocals and shimmering. The Clink label owner has just released her new eP. „Computer Says love“. das ist für mich Camea. reinhören. wie es für Cameas Stil prägend ist. mit denen sämtliche der vier Tracks beginnen. listen. Babes! Finest minimal. move to the beat. That is techno. mischen sich in kontinuierlichem Vier-Vierteltakt unter die Tracks. Tracks. Diese Sounds liegen den Tracks im Weiteren zugrunde oder kehren mit einiger Konstanz wieder. Tiefe dunkle Vocals und flirrende. babes! 94 95 . They mix with the tracks by common time. house music which makes you move your feet and head to the beat while chilling in a club.und emotionalen aspekt mit hineinbringen. yet. schon der Name dieser “digitalen electro trash” Band hat meinen Nerv getroffen und mein Verlangen geweckt. zum Teil von ansätzen melodischer Fragmente begleitet. das den für das label spezifischen Sound in Deinen Ohren lebendig werden lässt. Both seem to like 1980ies computer games sounds which start each of the four tracks. „Happy ending“. die Melodie und der Gesang wecken gemeinsam das Verlangen zu tanzen. Beide scheinen Computerspiele-Sounds der 1980er Jahre zu mögen. B-side contains an alexi Delano remix of the second a-side track of the eP. chillen. cooing.

96 .

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