Grundlagen der Bauphysik

Dr. rer. nat. Beate Villmann
Fachbereich Informatik, Mathematik und Naturwissenschaften Fachbereich Bauwesen Föppl-Bau Raum F005 Lipsius-Bau Raum Li004 Tel. 3076 6216 / 3076 3414 http://www.imn.htwk-leipzig.de/~villmann/ villmann@fbb.htwk-leipzig.de villmann@imn.htwk-leipzig.de
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Physik Gesetze:
DIN 4108 / EN ISO 6946 DIN 4109 Energieeinsparverordnung

Mensch:
Wohlbefinden Gesundheit

Bauphysik

Klima

Kosten:
Bau Sanierung Werterhaltung

Energie
und

Umwelt
2

Inhalte der Bauphysik
• Wärmeschutz
- stationärer und instationärer Wärmetransport durch ein- und mehrschichtige sowie verglaste Bauteile und Wärmebrücken infolge von Temperaturgradienten

Feuchteschutz
- Tauwasserbildung, Feuchtetransport durch mehrschichtige Bauteile infolge Feuchte- und Temperaturgradienten

Schallschutz
- Schallausbreitung, Schallübertragung und Schalldämmung durch Bauteile

• •

Brandschutz Licht
3

Literatur
Richter, Fischer, Jenisch, Freymuth, Stohrer, Häupl, Hohmann Lehrbuch der Bauphysik Teubner-Verlag Wiesbaden Hohmann, Setzer Bauphysikalische Formeln und Tabellen Werner Verlag Düsseldorf Schneider Bautabellen für Ingenieure Werner Verlag Düsseldorf Dobrinski, Krakau, Vogel Physik für Ingenieure Teubner-Verlag Wiesbaden
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Literaturergänzung Mathematik Lothar Papula Mathematik für Ingenieure und Naturwissenschaftler Bd. 1-3 Vieweg+Teubner in GWV Fachverlage GmbH Wilhelm Göhler Formelsammlung Höhere Mathematik Harri Deutsch 5 .

Anwendungen und Übungen) • Prüfung: Prüfungsklausur 90 min.Lehrablauf im Fach Grundlagen der Bauphysik • Lehrveranstaltungen: 1 SWS Vorlesung (Theorie und Experimente) 1 SWS Seminar (Beispiele. erstmalig am Ende des 1. Formelsammlung Bauphysik 6 . Semesters keine Prüfungsvorleistungen zugelassene Hilfsmittel: Taschenrechner.

7 .

Dithmarscher Bauernhaus 8 .

Landhaus in der Toskana 9 .

Nullenergiehaus 10 .

Wärmedämmung an einem Altbau 11 .

Feist 2002) 12 . Thermographie (W.Wärmedämmung an einem Altbau.

Schimmelbildung 13 .

Echter Hausschwamm 14 .

I. Bedeutung • • • • • • Gesundheit der Bewohner (hygienisches Raumklima) Schutz der Baukonstruktion (Tauwasser) Energieverbrauch (Heizung und Kühlung) Umweltschutz (Abgase) Herstellungskosten Bewirtschaftungskosten 15 . Wärmeschutz 1.

1 Physikalische Grundlagen Physikalische Größen. Jedes abgeschlossene thermodynamische System hat eine innere Energie U. Begriffe und Definitionen Erster Hauptsatz der Thermodynamik: Energieerhaltungssatz: Energie kann weder erzeugt noch vernichtet werden. 2. ∆U = ∆Qzu + ∆Wzu − ∆Qab − ∆Wab 16 .2. Bei einer Zustandsänderung des Systems ist die Änderung der inneren Energie ∆U gleich der Summe der dem System zugeführten Wärme ∆Qzu und der am System verrichteten Arbeit ∆Wzu abzüglich der abgeführten Wärme ∆Qab und der vom System verrichteten Arbeit ∆Wab . Sie kann nur übertragen oder in andere Energiearten umgewandelt werden.

[Q ] = 1J = 1Ws = 1Nm Wärme im thermodynamischen Sinn ist die über die Systemgrenze hinweg transportierte thermische Energie. die .die Änderung des Energieinhaltes eines Körpers oder eines Systems von Körpern bewirkt.außer durch Verrichten von Arbeit . heißt Wärme. [Θ] = °C [T ] = 1K 17 . der durch die mittlere kinetische Energie der Teilchen bestimmt ist.T : Die Temperatur kennzeichnet den Wärmezustand eines Systems. (im Sprachgebrauch: Wärme gleich Temperatur oder innere Energie) Temperatur Θ.Wärme Q (Definition): Die Größe.

Q ~ ( Θ 2 − Θ1 ) Q~m Q ~ m ⋅ ( Θ1 − Θ2 ) Q = m ⋅ c ⋅ ( Θ1 − Θ 2 ) c spezifische Wärmekapazität Q c= m ⋅ ∆Θ J [c] = 1 kg ⋅ K Die spezifische Wärmekapazität ist die Wärme. die benötigt wird.Spezifische Wärmekapazität c : Die über die Systemgrenze übertragene Wärme führt zu einer Änderung der Temperatur des Systems. um 1 kg dieses Stoffes um 1 K zu erwärmen 18 .

Zweiter Hauptsatz der Thermodynamik: Thermische Energie ist nicht in beliebigem Maße in andere Energiearten umwandelbar. Es gibt keine Zustandsänderung. 19 . Wärmeübertragung (Definition): Wärmeübertragung bezeichnet den Transport von Wärme vom System (Ort) höherer Temperatur zum System (Ort) geringerer Temperatur. deren einziges Ergebnis die Übertragung von Wärme von einem Körper niederer auf einen Körper höherer Temperatur ist.

Wärmestrom Φ: Der Wärmestrom ist die in einer Zeiteinheit t transportierte Wärme Q. stationärer Fall (Q zeitlich konstant): Φ= Q t [Φ ] = 1W Wärmestromdichte q: Die Wärmestromdichte ist die in einer Zeiteinheit t durch eine Fläche A transportierte Wärme Q. stationärer Fall: q= 1 Q Φ ⋅ = A t A [q ] = 1W m2 20 .

Stationärer Zustand • • • Thermischen Umgebungsbedingungen (Randbedingungen) bleiben zeitlich konstant Temperaturverteilung im betrachteten Bauteil ist zeitlich konstant Wärmestromdichte im Bauteil ist zeitlich und räumlich konstant Bemerkung: .bauphysikalische Prozesse sind nie stationär .für wärmetechnische Berechnungen wird oft ein stationärer Zustand angenommen.Idealisierung geeignet zur Beschreibung des Winterzustandes 21 . da mathematisch einfach zu handhaben .

Instationärer Zustand • • • Thermischen Umgebungsbedingungen (Randbedingungen) ändern sich zeitlich (Erwärmungs.mathematische Beschreibung instationärer Prozesse ist schwieriger .geschlossene Lösung existiert vielfach nicht .heute: Anwendung numerisch Methoden (z. Finite Elemente Methode) 22 .B.und Abkühlungsprozesse) Temperaturverteilung ändert sich zeitlich Wärmestromdichte ändert sich zeitlich und räumlich Bemerkung: .

2 Wärmetransportvorgänge Wärmetransport Wärmeleitung Konvektion Wärmestrahlung Energieübertragung durch gekoppelte Gitterschwingungen (Phononentransport = Quanten der Gitterschwingungen E=h·f) und durch bewegliche Ladungsträger Wärmeübertragung durch die freie oder erzwungene Strömung von Materie (Massentransport) Wärmeübertragung durch elektromagnetische Strahlung (Photonentransport = Lichtquanten E=h·f) 23 .2.

1 Wärmeleitung stationäre Wärmeleitung (Experiment): d Θ1 dünner Stab Wärmebehälter 1 A (keine Quellen und Senken) Θ2 Wärmebehälter 2 Θ1 > Θ 2 Wärme (Energie) Q.2. die in der Zeit t über den Stab von WB 1 nach WB 2 transportiert wird: Q ~ (Θ1 − Θ 2 ) Q~ A 1 Q~ d A ⋅ t ⋅ (Θ1 − Θ 2 ) Q = λ⋅ d A ⋅ t ⋅ (Θ1 − Θ 2 ) Q~ d Q q= A⋅t (Θ1 − Θ 2 ) q = λ⋅ d 24 Q~t λ Wärmeleitfähigkeit Ws ⋅ m W =1 [λ ] = 1 2 m ⋅s⋅K mK .2.

Stationäre Wärmeleitung durch ein Bauteil: Fragestellung: • Welche Wärmestromdichte fließt durch die Wand? • Wie ist der Temperaturverlauf im Innern der Wand? Temperatur [°C] 30 25 20 15 10 5 0 -5 -10 Θ1 Θ2 q= q λ ⋅ (Θ1 − Θ 2 ) d q = const λ d d ⋅ ( Θ1 − Θ 2 ) = λ x ⋅ ( Θ1 − Θ x ) 0 10 Dicke [cm] Θ x = Θ1 − Θ1 − Θ 2 ⋅x d 25 .

2 Wärmeströmung (Konvektion) Übertragung von Wärme durch Mitführung in bewegten Medien z.2.B. Golfstrom. Luftbewegung in einem beheizten Raum. Fön 26 .2. Luftbewegung an einer Außenwand Θ2 Θ1 > Θ 2 Fenster Θ1 Heizkörper weitere Beispiele: Schwerkraftheizung.

bzw.Konvektion freie Konvektion erzwungene Konvektion Teilchentransport wird Teilchentransport wird durch äußere ausschließlich durch Auswirkungen Einwirkung. Abtrieb des Fluids infolge der durch die Temperaturänderung hervorgerufenen Dichteunterschiede bewirkt Konvektion Konvektion ohne Stoffaustausch Konvektion mit Stoffaustausch Konvektion zwischen Fluiden 27 . zum Beispiel Gebläse des Temperaturgradienten. zum oder Pumpe hervorgerufen Beispiel durch Auf.

Konvektion ohne Stoffaustausch: Fluidtemperatur innen Θ i thermische Grenzschicht Wand thermische Grenzschicht Oberflächentemperatur innen Θ Si Oberflächentemperatur außen Θ Se Fluidtemperatur außen Θ e • • • → Konvektion erfolgt innerhalb einer thermischen Grenzschicht thermische Grenzschicht ist gekennzeichnet durch ein Strömungsprofil Strömungsgeschwindigkeit am festen Körper ist gleich Null nichtlineares Temperaturprofil 28 .

zugeführte oder abgegebene Wärme Q = m ⋅ c ⋅ (Θ1 − Θ 2 ) c spezifische Wärmekapazität [c] = 1 J kg ⋅ K 1 2 Θ1 − Θ 2 Wärmestrom durch einen Querschnitt (Rohr) Q m Φ = = ⋅ c ⋅ (Θ1 − Θ 2 ) t t ρ ⋅ Aq ⋅ x m & =m= = ρ ⋅ Aq ⋅ v t t Temperaturdifferenz zwischen den Messstellen Θ Θ & m Aq x AM Massenstrom Wärmestromdichte & Φ m ⋅ c ⋅ ( Θ1 − Θ 2 ) q= = Aq Aq Wärmestromdichte für Wärmeübergang Bauteiloberfläche Luft q = h ⋅ ( Θ1 − Θ 2 ) h Wärmeübergangskoeffizient [ h] = 1 W m2 ⋅ K 29 .

B.Konvektion mit Stoffaustausch: Fluid 1 Fluid 2 Beispiel: Trocknung • • • • • Grenzflächen gehen fließend in einander über Wärme. durch Verdunstungskälte selbst entstehen 30 .und Stofftransport finden parallel statt Ursache des Stofftransportes sind Konzentrationsunterschiede der Fluide → Diffusion Temperaturdifferenz nicht erforderlich. verstärkt aber die Konvektion Temperaturdifferenz kann z.

Verwirbelungen in der Grenzschicht Strömungsgeschwindigkeit an der Grenzfläche ist nicht Null Wärmeübertragung wird im Wesentlichen durch die Vermischung der Fluide bestimmt 31 .Konvektion zwischen Fluiden: Beispiel: Flamme einer Kerze Fluid 1 Fluid 2 • • • keine klar definierte Grenzfläche.

die pro Zeiteinheit t von elektromagnetischen Wellen transportiert wird Strahlungsfluss Strahlungsflussdichte Q Φ= t Q q= A⊥ ⋅ t • • • • Temperaturstrahler Jeder Körper sendet entsprechend seiner Temperatur Strahlung (elektromagnetische Wellen) aus Die Temperaturstrahlung ist an kein Medium gebunden. sie breitet sich auch im Vakuum aus Für verschiedene Temperaturen des Körpers hat die Strahlung ein unterschiedliches Wellenlängenspektrum Elektromagnetische Wellen mit Wellenlängen im Bereich zwischen 700 nm und 1 mm (Infrarot) rufen beim Menschen Wärmewirkungen 32 hervor → Wärmestrahlung .2.2.3 Wärmestrahlung Strahlungsfluss Der Strahlungsfluss Φ ist die Strahlungsenergie Q.

Transmission. Reflexion Beim Auftreffen von Strahlung auf einen Körper können 3 Erscheinungen auftreten: • Transmission: → ein Teil der Strahlung wird hindurchgelassen Φτ τ (λ ) = Φ0 τ Φτ Φ0 Transmissionsgrad durchtretender Strahlungsfluss auftreffender Strahlungsfluss Φ0 Φτ • Absorption: → ein Teil der Strahlung wird vom Körper aufgenommen (absorbiert) Φα α (λ ) = Φ0 α Φα Φ0 Absorptionsgrad absorbierter Strahlungsfluss auftreffender Strahlungsfluss Φ0 Φα 33 . Absorption.

• Reflexion: → ein Teil der Strahlung wird zurückgeworfen (reflektiert) ρ (λ ) = Φρ Φ0 ρ Φρ Φ0 Reflexionsgrad reflektierter Strahlungsfluss auftreffender Strahlungsfluss Φ0 Φρ Energieerhaltungssatz: Φ 0 = Φτ + Φα + Φ ρ 1 = τ (λ ) + α (λ ) + ρ (λ ) τ 1 0 0 α 0 1 0 ρ 0 0 1 ideales Glas ideal schwarzer Körper ideal weißer Körper. idealer Spiegel 34 .

T ) = 1 35 . Hohlraumstrahler α =1 ε =1 Θ → schwarzer Strahler (einfallende Strahlung wird vom Hohlraum nahezu vollständig absorbiert) ↓ ← bei Temperaturerhöhung tritt Strahlung aus der Öffnung. Der Emissionsgrad ε eines Körpers gibt an. wie viel Strahlung er im Vergleich zu einem schwarzen Strahler abgibt. aus dem schwarzen Strahler wird ein Hohlraumstrahler Kirchhoffsches Strahlungsgesetz (Gustav Robert Kirchhoff 1824-1887) • • • Jeder Körper emittiert aufgrund seiner Temperatur Strahlung.Schwarzer Strahler. Der Emissionsgrad des schwarzen Strahlers ε S (λ.

• Gedankenexperiment (Kirchhoff) (1 − α ) Φ S ΦS ΦG α ε Φ S = (1 − α ) ⋅ Φ S + Φ G ΦG = ε ⋅ Φ S Φ S = (1 − α ) ⋅ Φ S + ε ⋅ Φ S → 1 = 1−α + ε Behälter thermisch isoliert. 36 . vollständig verspiegelt. im thermischen Gleichgewicht ε (λ.T ) Kirchhoffsches Strahlungsgesetz • Bei gegebener Wellenlänge und Temperatur ist im thermischen Gleichgewicht – unabhängig von anderen Materialeigenschaften – der Emissionsgrad gleich dem Absorptionsgrad.T ) = α (λ.

infratec.Spektraler Emissionsgrad verschiedener Materialien (www.de) 37 .

T ) Emissionsgrad 38 .Stefan-Boltzmannsches Strahlungsgesetz (Josef Stefan 1835-1893.670400 ⋅10 2 3 m2 K 4 15 ⋅ c ⋅ h • realer Strahler: Φ = ε ⋅ σ ⋅ A ⋅T 4 ε = ε(λ. Ludwig Boltzmann 1844-1906) • Strahlungsfluss ΦS = σ ⋅ A ⋅T 4 σ (schwarzer Strahler) Stefan-Boltzmann-Konstante 1 ⋅ π5 ⋅ k 4 W −8 σ= = 5.

• Strahlungsaustausch zwischen parallelen Flächen: Stoff 1 Stoff 2 Θ1 > Θ 2 Θ1 ε1 Θ2 ε2 Φ = ε ⋅ σ ⋅ A ⋅ T1 − T2 * ( 4 4 ) 1 ε = 1 1 + −1 ε1 ε 2 * • effektiver Strahlungsfluss zwischen beliebigen (festen) Körpern: Φ = ε ⋅ σ ⋅ A ⋅ (T14 − T2 4 ) ε effektiver Emissionsgrad (muss experimentell bestimmt werden) 39 .

wie groß der Strahlungsfluss ist. 40 . den ein schwarzer Körper bei der Temperatur T in einem Wellenlängenbereich von λ bis λ+dλ in einen Halbraum ausstrahlt. Strahlungsfluss [W/(m²µm)] λ A h kB T 40 10 20 30 Wellenlänge [µm] Das Plancksche Strahlungsgesetz gibt an.Spektrale Verteilung der Temperaturstrahlung (Plancksches Strahlungsgesetz) dΦS = 350 300 250 200 150 100 50 0 0 2 hc 2 λ 5 ⋅ e A hc λ k BT dλ −1 300 K 400 K 500 K 600 K Plancksches Strahlungsgesetz (Max Planck 1858-1947) c Lichtgeschwindigkeit Wellenlänge Fläche des Strahlers Plancksches Wirkumsquantum Boltzmann-Konstante absolute Temperatur spez.

8977685 ⋅10−3 m ⋅ K Wiensche Konstante 41 .Wiensches Verschiebungsgesetz (Wilhelm Carl Werner Otto Fritz Franz Wien 1864-1928) Das Wiensche Verschiebungsgesetz gibt an. λmax ⋅ T = b b = 2. bei welcher Wellenlänge λmax der Strahlungsfluss des schwarzen Körpers für eine gegebene Temperatur T maximal wird.

3 Thermische Ausdehnung fester Körper Experiment l0 + ∆l Θ1 2 ∆l ~ ( Θ 2 − Θ1 ) ∆l ~ l0 ∆l = α ⋅ ∆T l0 ∆l ~ l0 ⋅ ∆T α [10-6 K-1] Aluminium Glas Beton 23 7 6-14 l = l0 + ∆l = l0 ⋅ (1 + α ⋅ ∆T ) α linearer thermischer Ausdehnungskoeffizient 42 .2.

Behinderte thermischen Ausdehnung Hookesches Gesetz: (Robert Hooke 1635-1703) σ = E ⋅ε σ ε Spannung [N/m²] Dehnung [m/m] E Elastizitätsmodul [N/m²] F σ= A l0 A ∆l ε= l0 ∆l = α ⋅ ∆T l0 ∆l F ∆l = E⋅ A l0 = E ⋅ α ⋅ ∆T F F = E ⋅ A ⋅ α ⋅ ∆T 43 .

Decken. Stationärer Wärmetransport durch Bauteile Annahmen: • • • eindimensionaler Wärmetransport Bauteile (Wände.3. Dächer) sind plattenförmig Material (Baustoff) ist homogen 44 .

1 Wärmetransport durch mehrschichtige Wände Schematische Darstellung des Wärmetransportes Material Innenluft Wand Außenluft Θi q Wärmeübergang Θe q q q q Wärmeübergang d2 d1 d3 Wärmedurchlass Wärmedurchgang 45 .3.

1.1 Wärmedurchlasswiderstand Transportmechanismus: stationäre Wärmeleitung Θ1 Material Θ2 Θi Θe q q q q d1 d2 d3 46 .3.

einschichtiges Bauteil: q= Λ= R= λ ⋅ (Θ1 − Θ 2 ) d Temperatur [°C] 30 25 20 λ d d Wärmedurchlasskoeffizient 15 10 5 0 -5 -10 0 5 x [cm] 47 λ Wärmedurchlasswiderstand W [Λ ] = 2 m K m2 K [R] = W Θ1 − Θ 2 Θ x = Θ1 − ⋅x d 10 .

mehrschichtiges Bauteil: Θ1 Material Θ 2 Θ3 λ1 (Θ1 − Θ 2 ) = λ 2 ⋅ (Θ 2 − Θ3 ) q= ⋅ d1 d2 q ⋅ d1 (Θ1 − Θ 2 ) = λ1 Θi Θe (Θ 2 − Θ3 ) = q ⋅ d 2 λ2 + q q q q q ⎛ d1 d 2 ⎞ (Θ1 − Θ3 ) = q ⋅ ⎜ + ⎟ ⎜λ λ ⎟ 2 ⎠ ⎝ 1 = q ⋅ (R1 + R2 ) 1 (Θ1 − Θ3 ) q= R1 + R2 d2 d1 d3 2 Wärmedurchlasswiderstand R = R1 + R2 48 .

Verallgemeinerung: di R = ∑ Ri = ∑ i =1 λ i i =1 Temperatur [°C] n n 30 25 20 15 10 5 0 -5 -10 0 5 10 x [cm] 49 q= (Θ1 − Θ n ) ∑R i =1 n i Θ = Θi − Θi − Θi +1 ⋅ ( x − xi ) di x ∈ [xi . xi +1 ] 15 20 .

1.3.B. abhängig von der Beschaffenheit der Grenzfläche (z. Farbe) Wärmeübergangswiderstand 1 RS = h m2 K [RS ] = W 50 Die Grenzfläche zwischen zwei Stoffen wirkt als zusätzlicher Widerstand für den Wärmetransport .2 Wärmeübergangswiderstand Grenzfläche zwischen zwei Stoffen Stoff 1 Stoff 2 Θ1 Θ 2 Θ1 > Θ 2 Temperatursprung 1 q = h ⋅ ( Θ1 − Θ 2 ) = ⋅ ( Θ1 − Θ 2 ) RS W h Wärmeübergangskoeffizient [ h ] = 2 m K keine Materialeigenschaft. Rauhigkeit.

Wärmeübergang zwischen 2 Baustoffschichten Stoff 1 Stoff 2 Θ1 Θ 2 Θ1 = Θ 2 kein Temperatursprung fester Verbund der Schichten → ungehinderter Wärmetransport (die Grenzfläche zwischen 2 Baustoffschichten stellt keinen Widerstand für den Wärmetransport dar) h→∞ RS = 0 m 2 K W zwischen Baustoffschichten und für ans Erdreich grenzende Wand 51 .

Wärmeübergang an der Grenzfläche Bauteil / Luft (Raumluft / Innenseite der Wand bzw. Außenseite der Wand / Außenluft) Art des Wärmetransportes: Konvektion (Luft ↔ Wand) Innenluft Θ Si Wand Θ Se Außenluft nichtlinearer Temperaturverlauf Θi q q q q Θe q Θi Θ Si q = hi (Θ i − Θ Si ) Θ i − Θ Si q= RSi q = he (Θ Se − Θ e ) Θ Se − Θ e q= RSe Grenzschicht d ≈ einige mm 52 .

10 0.hi Wärmeübergangskoeffizient Raumluft / Wand Wärmeübergangswiderstand Raumluft / Wand Wärmeübergangskoeffizient Wand / Außenluft Wärmeübergangswiderstand Wand / Außenluft RSi he RSe nach EN ISO 6946: Richtung des Wärmestromes Aufwärts Horizontal Abwärts q q q [m²K/W] RSi 0.17 53 .13 0.

02 54 .nach EN ISO 6946: Windgeschwindigkeit [m/s] 1 2 3 4 5 7 10 RSe [m²K/W] 0.04 0.05 0.03 0.08 0.04 0.06 0.

3.1.3 Wärmedurchgangswiderstand mehrschichtiges Bauteil mit hintereinander liegenden Schichten: Material Innenluft Wand Außenluft Θi Θe q Wärmeübergang q q q q Wärmeübergang d1 d2 d3 Wärmedurchlass Wärmedurchgang 55 .

.. = qe = q = const 1 q = hi ⋅ ( Θi − Θ Si ) = ⋅ ( Θi − Θ Si ) RSi λ 1 q = 1 ( Θ Si − Θ1 ) = ⋅ ( Θ Si − Θ1 ) d1 R1 q= q= Θ Si Θ1 Θ 2 Θ Se λ2 d2 ( Θ1 − Θ2 ) = ( Θ2 − Θ Se ) = 1 ⋅ ( Θ1 − Θ 2 ) R2 1 ⋅ ( Θ 2 − Θ Se ) R3 Θi Θe q q q q q λ3 d3 1 q = he ⋅ ( Θ Se − Θe ) = ⋅ ( Θ Se − Θe ) RSe 56 .• Berechnung der Wärmestromdichte: wegen der Vorraussetzung stationärer Verhältnisse gilt: qi = q1 = q2 = q3 = .

q ⋅ RSi = ( Θi − Θ Si ) q ⋅ R1 = ( Θ Si − Θ1 ) q ⋅ R2 = ( Θ1 − Θ 2 ) q ⋅ R3 = ( Θ 2 − Θ3 ) q ⋅ RSe = ( Θ Se − Θe ) q ⋅ (RSi + R1 + R2 + R3 + RSe ) = (Θ i − Θ e ) RT Wärmedurchgangswiderstand 57 + .

(Θi − Θe ) q= RT Verallgemeinerung für n Schichten: RT = RSi + ∑ Ri + RSe = RSi + ∑ i =1 i =1 n n di + RSe = RSi + R + RSe λi U= 1 RT Wärmedurchgangskoeffizient q = U ⋅ ( Θi − Θ e ) 58 .

• Berechnung der Wandoberflächentemperaturen: Θ i − Θ e Θ i − Θ Si Θ Se − Θ e q= = = RT RSi RSe Θ i − Θ Si q= R Si Θ i − Θ e Θ i − Θ Si = RT RSi Θi − Θe RT Θ Si = Θ i − R Si ⋅ q = Θ i − R Si Θ Se − Θ e q= R Se Θ Se Θ i − Θ e Θ Se − Θ e = RT RSe Θi − Θe = Θ e + R Se ⋅ q = Θ e + R Se RT 59 .

• Temperaturverlauf Θi Θ Si Θ1 Θ2 d1 d2 Θ Se Θe d3 60 .

Θe)/RT Θ2 ΘSe Θ RSi R1 0 e R2 R3 RSe RT Wärmedurchgangswiderstand 61 .• Graphische Ermittlung des Temperaturverlaufes Raumluft Innenwand Außenwand Außenluft 30 Temperatur [°C] 25 20 15 10 5 0 Θi ΘSi Θ1 m=-q=-(Θi .

. Ermittlung der Materialkennwerte 2. 62 .. RSe Berechnung des Wärmedurchgangswiderstands RT Skizzieren des Diagrammes Θ = f ( Rx ) ( d .Ermittlung des Temperaturprofils (Zusammenfassung) • „Kochrezept 1“: 1. λ ) sowie aus Tabellen 4. RSi . 3. Aufstellen der Verhältnisgleichungen für die gesuchten Temperaturen und Umstellen der Gleichungen nach den gesuchten Temperaturen Θ i − Θ e Θ i − Θ Si = RT R Si Θ i − Θ e Θ i − Θ1 = RT R Si + R1 Θi − Θe Θi − Θ2 = RT R Si + R1 + R 2 Θi − Θe Θi − Θ3 = RT R Si + R1 + R 2 + R3 .

Berechnung des Temperaturverlaufs (iterativ) Θ Si = Θ i − RSi ⋅ q Θ1 = Θ Si − R1 ⋅ q Θ 2 = Θ 1 − R2 ⋅ q Θ 3 = Θ 2 − R3 ⋅ q . Θ Se = Θ e + RSe ⋅ q 63 . RSe Berechnung des Wärmedurchgangswiderstands RT Berechnung der Wärmestromdichte q = (Θ i − Θ e ) RT ( d .• „Kochrezept 2“: 1. Ermittlung der Materialkennwerte 2. λ ) sowie aus Tabellen 4. 3.. RSi ..

Beispiele: BerechnungenBauphysik.exe 64 .

porös → enthalten Lufträume λLuft = 0.2 Einflussfaktoren auf die Wärmeleitfähigkeit von Bau.3.B.023 Porosität ↑ Dichte ρ ↓ W mK (geringe Wärmeleitfähigkeit) λ↓ Schlussfolgerung: Einbau von Poren in Baustoffe. z.und Dämmstoffen Einfluss der Dichte: Baustoffe i. a. • Beimengung poröser Zuschläge zu Betonen • Zugabe von Luftporenbildnern 65 .

Wärmeleitfähigkeit (Rechenwerte) von Betonen in Abhängigkeit von der Rohdichte nach DIN 4108 66 .

B Mineralwolle. Zuschläge von kristallinem Quarzsand zu Beton erhöhen die Wärmleitfähigkeit des Betons Abhilfe: Verzicht auf Quarzsand Dämmstoffe sind amorph z.B.Einfluss der Kristallstruktur: amorphe Stoffe: λ gering kristalline Stoffe: λ hoch z. Schaumstoffe →λ gering Einfluss der Temperatur: geringer Einfluss: ∆λ λ = 0.1% für ∆Θ = 1K 67 .

Wärmeleitfähigkeit von Blähbeton mit und ohne Quarzsandzusätze in Volumenanteilen der Gesamtzuschläge (%) in Abhängigkeit von der Rohdichte (aus: P. Diem. Bauverlag 1996) 68 . Bauphysik.

Θ. w ) für bestimmten Baustoff gilt: • ρ gegeben • Kristallstruktur gegeben • Θ hat geringen Einfluss Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit λR : Wärmeleitfähigkeit. wobei der Einfluss der stets vorhandenen Feuchte berücksichtigt ist. die den praktischen Verhältnissen im normal ausgetrockneten Bauwerk entspricht. Kristallstruktur .Einfluss des Feuchtegehaltes: starker Einfluss: λ steigt mit dem Feuchtegehalt w Ursache: • Wärmeübertragung durch die Wasserdampfdiffusion in den Poren • Wasser besitzt größere Wärmeleitfähigkeit als Luft λ = λ ( ρ . λ = λ ( w) 69 .

Bauverlag 1996) 1 Ziegel 2 Leichtbeton 3 Gasbeton 4 Mineralfaser 70 . Diem. Bauphysik.Wärmeleitfähigkeit abhängig vom volumenbezogenen Feuchtegehalt (aus: P.

Diem. für Θ < 0° zusätzlich Einfluss der Kristallstruktur 71 . Bauverlag 1996) durch Feuchtigkeit steigt λ. Bauphysik.Wärmeleitfähigkeit von Ziegeln in Abhängigkeit von der Temperatur und dem Feuchtegehalt (aus: P.

04 W/(mK) → WLG 040 72 . 045 Beispiel: λ = 0. 025. 023.1 W/(mK) Kennzeichnung der Dämmstoffe (λ < 1) nach Wärmeleitfähigkeitsstufen WLS: 021. 030. 035.5 W/(mK) λ = 0.3 bis 3. nach Wärmeleitfähigkeitsgruppen WLG: 020. 022.Wärmeleitfähigkeiten von Baustoffen: natürliche Steine: Baustoffe aller Art: Dämmstoffe: λ = 2. 040.15 bis 2. … bzw.02 bis 0.1 W/(mK) λ = 0.

Konvektion und Strahlung Art des Wärmetransportes Wärmeleitung λLuft = 0.3 Wärmedurchlasswiderstand von ruhenden Luftschichten feste Stoffe ruhende Luftschichten R~d Wärmeleitung Dicke d der Luftschicht 0 mm ≤ d ≤ einige mm R = f (d ) (komplizierter Zusammenhang) Wärmeleitung.023 W/(mK) R~d Wärmestrahlung unabhängig von d abhängig vom Emissionsgrad ε der angrenzenden Stoffe R↓↑ε Konvektion abhängig von der Luftbewegung R↓↑d 20 mm ≤ d ≤ 60 mm d ≥ 60 mm 73 .3.

18 0.16 0.00 0.13 0.15 0.23 74 .19 0.18 0. Bauverlag 1996) (nach: DIN EN ISO 6946) Dicke der R [m²K/W] (Richtung Luftschicht des Wärmestromes) [mm] 0 5 7 10 15 25 50 100 300 0.16 0.21 0.16 0.15 0.13 0.17 0.Wärmedurchlasswiderstand von ruhenden Luftschichten in Abhängigkeit von der Schichtdicke (nach: P.00 0.15 0.16 0.18 0.16 0.11 0.00 0.13 0. Bauphysik.17 0. Diem.18 0.11 0.22 0.11 0.

40 mm Dicke bewirken optimalen Schutz • Größere Dicken der Luftschichten führen zu keiner Verbesserung des Wärmeschutzes • Der Wärmedurchlasswiderstand für ruhende Luftschichten (zwischen Baustoffoberflächen) beträgt im Mittel R = 0.Schlussfolgerungen: • Luftschichten von ca.17 m 2 K W 75 .

13 m 2 K W 76 .3.4 Wärmeschutztechnische Berechnungen an hinterlüfteten Bauteilen hinterlüftetes Bauteil: • • • • Luftschicht hinter der Außenhaut ist bewegt Luftschicht hat die Temperatur Θe Luftbewegung hinter der Außenhaut ist geringer als in der Außenluft → Wärmetransport geringer aber: wärmedämmende Wirkung von Außenhaut und Luftschicht Wärmedurchlasswiderstand von Außenhaut und Luftschicht wird nicht berücksichtigt Wärmeübergangswiderstand größer als bei Außenluft RSe = 0.

Abseitenwand zum wärmegedämmten Dachraum An das Erdreich grenzende Wand 77 .13 0.04 0.13 0. Abseitenwand zum nicht wärmegedämmten Dachraum Wohnungstrennwand.04 0. Trennwand zu dauernd nicht beheizten Räumen.00 Außenwand Außenwand mit hinterlüfteter Außenhaut.Vergleich der Wärmeübergangswiderstände: Bauteil Wärmeübergangswiderstand RSi [m²K/W ] RSe [m²K/W ] 0. Treppenraumwand.

5 Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten für Bauteile mit nebeneinander liegenden Bereichen Material Φ1 Θi q Φi Θe Wärmestrom durch Fläche i q Φ2 Φ3 q q q d1 d2 d3 n i=1 Φ = Φ1 + Φ 2 + Φ 3 = ∑ Φ i 78 .3.

j A j =1 mittlerer Wärmedurchgangskoeffizient Aj A Flächenanteil der jeweiligen Fläche q = U m ⋅ ( Θi − Θ e ) = 1 ⋅ ( Θi − Θ e ) RT .m 79 . j = U m ⋅ A ⋅ (Θ i − Θ e ) 1 1 k Aj 1 k Um = = ⋅∑ = ⋅ ∑U j ⋅ Aj RT .m A j =1 RT . = ∑ ⋅ ( Θi − Θ e ) RT ..1 RT .2 j =1 RT .für hintereinander liegende Schichten: (Θi − Θe ) q= RT ( Θi − Θ e ) = A ⋅ U ⋅ Φ = A⋅ q = A⋅ RT ( Θi − Θ e ) für nebeneinander liegende Schichten: n Aj A1 ⋅ ( Θi − Θe ) A2 ⋅ ( Θi − Θe ) Φ= + + ..

m − (RSi + RSe ) = mittlerer Wärmedurchlasswiderstand 1 − (RSi + RSe ) Um Bemerkung: • • • „naives Verfahren“ RT.m wird zu günstig bestimmt.Berechnung des mittleren Wärmedurchlasswiderstandes: RT = RSi + R + RSe R = RT − (RSi + RSe ) Rm = RT . weil der Wärmeaustausch an den Grenzen der Bereiche vernachlässigt wird DIN EN ISO 6946: erweitertes Verfahren 80 .

6 Wärmebrücken Definition: Eine Wärmebrücke ist ein Bereich in Bauteilen eines Gebäudes. höhere Heizkosten 81 geometrische Wärmebrücke durch Vorsprünge und Ecken in einem ansonsten homogenen Bauteil (Außenfläche größer als Innenfläche) z. als durch die anderen Bereiche konstruktive Wärmebrücke durch Einbau von Materialien mit höherer Wärmeleitfähigkeit oder fehlender Wärmedämmung z.3. • Ecken im Haus • überstehendes Flachdach • Balkonplatten . • Stahlbetonbauteile • Fensterrahmen • Befestigungselemente im Mauerwerk Probleme: • • • raumseitige Oberflächentemperatur sinkt im Winter ab Tauwasserbildung mit der Gefahr von Schimmelbildung höherer Heizwärmebedarf.B.B. durch den die Wärme schneller nach außen transportiert wird.

Konstruktive Wärmebrücke aus: Wikipedia 82 .

Geometrische Wärmebrücke aus: Wikipedia 83 .

84 .

Schimmelbildung 85 .

3.7 Wärmetransport durch verglaste Bauteile Einfachverglasung innen Φα Φe außen Φτ Φρ Φ Θi Doppelverglasung innen Θe Φα Φα Φe außen Φτ Φρ Φ Θi Θe 86 .

7. da Wärmedurchlasswiderstand einer 5 mm dicken Glasscheibe gering • Wärmedurchgangskoeffizient UV der Mehrfachverglasung: siehe Angaben des Herstellers Verglasung Einscheibenglas Doppelverglasung Wärmeschutzverglasung moderne Wärmeschutzverglasung UV [W/(m²K)] 5.0 1.2 • Wärmedurchgangskoeffizient UF eines Fensters Berechnung aus den Flächenanteilen der Wärmedurchgangskoeffizienten des Rahmens UR und der Verglasung UV der Flächenanteil des Rahmens beträgt durchschnittlich 30% 87 .3.7 3.1 Wärmedurchgang durch verglaste Bauteile • Wärmedurchgangswiderstand der Einfachverglasung : Berechnung über Wärmeübergangswiderstände RSe und Rsi.8 1.

Energieeinsparverordnung) Begrenzung der Erwärmung von Aufenthaltsräumen im Sommer 88 .7.3.2 Sonneneinstrahlung auf verglaste Bauteile • → → erhebliche Wärmeaufnahme durch solare Strahlung Berechnung der solaren Wärmegewinne im Winter (s.

500nm. 10000nm. entspricht etwa 30°C) Sonnenlicht geht durch das Fenster in den Innenraum das Material des Innenraumes absorbiert die Strahlung und heizt sich auf durch Konvektion heizt sich die Luft im Innenraum auf wegen der selektiven Transparenz kann die Wärmestrahlung den Innenraum nicht wieder verlassen 89 . ca.Wirkungsprinzip der Wärmefalle (Treibhauseffekt): Φe τ = τ (λ ) Φτ Fensterglas Transmissionsgrad τ τ (Sonnenstrahlung) groß (Wärmestrahlung) klein Wärmefalle • • • • • • Fensterglas ist transparent für kurzwellige Strahlung (Sonnenlicht. entspricht etwa 5600°C nach Wienschem Verschiebungsgesetz) Fensterglas ist nahezu undurchlässig für langwellige Strahlung (Wärmestrahlung.

qe Φ e = Φ ρ + Φα + Φτ Φα Φτ + Φe Φe Φe 1 = ρ + α + τ = ρ + qi + qa + τ Absorptionsgrad sekundärer Wärmeabgabegrad nach innen bzw.Doppelverglasung: innen außen Φτ Φα Φ e primäre Φρ Strahlungsleistung qi Φ e Energiebilanz: qe Φ e 1= Φρ + qi . außen Reflexionsgrad gewonnene Gesamtenergieleistung: Transmissionsgrad Φ g = Φτ + qi ⋅ Φ e g Φg Φe = g = τ + qi Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung 90 .

Klarglas mit nur einer infrarotreflektierenden Schicht Dreifachverglasung unbeschichtet Dreifachverglasung mit zwei infrarotreflektierenden Schichten Gesamtenergiedurchlassgrad 0.40 91 • .65 0.75 0.Gesamtenergiedurchlassgrad g der Verglasung: • • kennzeichnet den Anteil der solaren Energie der durch die Verglasung ohne Sonnenschutzvorrichtung gelangt setzt sich aus der Summe der direkt von der Verglasung durchgelassenen kurzwelligen Strahlung und der sekundären Wärmeabgabe der Verglasung des erwärmten Glases zusammen dient der Bewertung der Verglasung im Rahmen des sommerlichen Wärmeschutzes Verglasung Doppelverglasung Wärmeschutzverglasung. doppeltverglast.50 0.

S AHF solarwirksamer Fensterflächenanteil der Fassade solarwirksame Fensterfläche des Raumes (Maße der lichten Rohbauöffnung) Fläche der Hauptfassade mit den Fenstern Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung Abminderungsfaktor für Sonnenschutzvorrichtungen Abminderungsfaktor infolge des Rahmenanteils i.7 fS = AW . S AHF g FC FF . FF=0. Allg.8 92 AW .Sommerlicher Wärmeschutz: Kennzeichen für solare Wärmegewinne nach DIN 4108: Sonneneintragskennwert S Es gilt: mit S = f S ⋅ g ⋅ FC ⋅ FF 0.

Stoffe geringer Transparenz Jalousien.50 . allgemein 93 Abminderungsfaktor FC 1.80 0.90 0.75 0.0 0. nach DIN 4108-2 Beschaffenheit der Sonnenschutzvorrichtung 1 2 2.1 2.25 0.1 3. Stoffe höherer Transparenz Vordächer.2 4 5 ohne Sonnenschutzvorrichtung innenliegend und zwischen den Scheiben weiß oder reflektierende Oberfläche mit geringer Transparenz helle Farben und geringe Transparenz dunkle Farben und höhere Transparenz außenliegend Jalousien.Anhaltswerte für Abminderungsfaktoren FC von fest installierten Sonnenschutzvorrichtungen.2 2.3 3 3. Loggien Markisen.40 0.

18 ∆S x Basiswert von S Zuschlagswert nach DIN 4108-2. abhängig von • • • Zu erfüllende Forderung: Wärmespeicherfähigkeit der Innenbauteile Lüftung Fensterneigung und -orientierung S ≤ S max Zuschlagswerte zur Bestimmung des zulässigen Höchstwertes des Sonneneintragskennwertes. nach DIN 4108-2: 94 .Berechnung des zulässigen Höchstwertes Smax des Sonneneintragskennwertes zur Begrenzung der sommerlichen Temperaturen eines Raumes: S max = S0 + ∑ ∆S x S0 = 0.

12 fS +0.03 +0. Nordost.10 95 . leichte Trennwände.5 h-1 Fensterflächenanteil f > 65 % Geneigte Fensterausrichtung 0°≤Neigung ≤60° (gegenüber der Horizontalen) Nord-. untergehängte Decken Extrem leichte Bauart: vorwiegend Innendämmung. -beschaffenheit 1 2 2.4 Erhöhte Nachtlüftung: während der zweiten Nachthälfte n ≥ 1.und Nordwest-orientierte Fassaden Leichte und sehr leichte Bauart Schwere Bauart 5 6 7 Zuschlagswert ∆SX -0.04 -0. kaum raumumschließende Flächen Sonnenschutzverglasung.1 Gebiete mit erhöhter sommerlicher Belastung Bauart Leichte Bauart: Holzständerkonstruktionen. große Halle.04 -0.2 -0.Gebäudelage bzw.10 3 4 +0.05 -0. g < 0.03 2.04 +0.

Sonneneinstrahlung . Θe ändern sich zeitlich durch .Wetter.Aufheizen. Θe zeitlich konstant Kennwerte zur Beschreibung des Wärmetransportes: RSi. Instationärer Wärmetransport bisher: stationärer Wärmetransport (Winterzustand) Θi. RSe.4.Tagesgang der Temperatur . R real: instationärer Wärmetransport (Sommerzustand) Θi.Jahresgang der Temperatur . Abkühlen der Räume neue Kennwerte zur Beschreibung des Wärmetransportes notwendig 96 .

1 Wärmeleitungsgleichung stationäre Wärmeleitung: Zeitpunkt 1: Θ1 q Θ2 q Θ3 q q Θn ∆x Θ1 q Θ2 ∆x Θ3 q ∆x ∆x Θn Zeitpunkt 2: q q ∆x ∆x ∆x ∆Θ ( x ) ∆x ∆x Θi +1 − Θi q = = − = const 97 λ ∆x Θ(t ) = const q = λ ⋅ Θi − Θi +1 ∆x q ( x. t ) = const .4.

instationäre Wärmeleitung: Zeitpunkt 1: Θ1 1 Θ1 2 Θ1 3 Θ1 n ∆x ∆x ∆x ∆x Zeitpunkt 2: 2 2 2 2 2 2 Θ1 > Θ 2 > Θ3 > Θ 2 < Θ5 < Θ 6 < Θ 7 > Θ8 4 2 Θ2 n q1 ∆x q2 ∆x ∆x ∆x Θ(t ) ≠ const q ( x. t ) ≠ const dΘ( x) ⎞ ∆Θ ( x ) ⎛ q ( x ) = −λ ⋅ ⎜ = −λ ⋅ ⎟ dx ⎠ ∆x ⎝ 98 .

Herleitung der Wärmeleitungsgleichung: Θ1 Θ2 Θ3 q2 ∆x q3 ∆x qiL Θn q1 ∆x i qiR qn −1 ∆x ∆Q = m ⋅ c ⋅ ∆Θ (stationär) Q ∆Θ (stationär) Φ = = A⋅ q = −A⋅λ ⋅ ∆x t Wärmezufuhr zu Element i: ∆Q = A ⋅ ( qiL − qiR ) = − A ⋅ ∆q ( x ) ∆t ∆ ( ∆Θ ) ∆Q ∆Θ = A⋅λ ⋅ mit: q = −λ ∆t ∆x ∆x zeitliche Änderung der Wärme im Element i: ∆Q ∆Θ = m⋅c⋅ ∆t ∆t ∆Θ = ρ ⋅ A ⋅ ∆x ⋅ c ⋅ ∆t ∆ ( ∆Θ ) ∆Θ ρ ⋅c⋅ =λ⋅ 2 ∆t ∆x ) ( ∆ ( ∆Θ ) ∆Θ = A⋅λ ⋅ ρ ⋅ A ⋅ ∆x ⋅ c ⋅ ∆t ∆x 99 .

x ) (z. für periodische Randbedingungen ist die Lösung eine gedämpfte Welle) • für viele Randbedingungen existiert keine analytische Lösung → numerische Methoden (Ansys. WUFI) 100 .B.und Randbedingungen Θ(t.∆ ( ∆Θ ) ∆Θ ρ ⋅c⋅ =λ⋅ 2 ∆t ( ∆x ) λ ∂Θ ∂Θ ρ ⋅c⋅ =λ⋅ 2 ∂t ∂x 2 Wärmeleitfähigkeit spezifische Wärmekapazität Dichte c Wärmeleitungsgleichung ρ • • • partielle Differentialgleichung Lösung der Wärmeleitungsgleichung = Bestimmung der Funktion Lösung ist abhängig von den Anfangs.

ρ 101 . c.Vergleich der stationären und der instationären Wärmeleitung: stationär instationär Θ(t ) = const q(x ) = const Θ ( t ) ≠ const q ( x ) ≠ const ∆Θ q = −λ ⋅ d ∂Θ =0 ∂t q ( x ) = −λ ⋅ dΘ( x) dx ∂Θ ∂q =− c⋅ρ ⋅ ∂t ∂x ∂q =0 ∂x λ ∂Θ ∂ 2Θ c⋅ρ ⋅ =λ 2 ∂t ∂x λ .

x1 = 0. c1 = ( Θ 2 − Θ1 ) d Θ = Θ1 − Θ1 − Θ 2 ⋅x d 102 . Θ ( x2 ) = Θ 2 .Lösung der stationären Wärmeleitungsgleichung für ein Bauteil: Fragestellung: • Wie ist der Temperaturverlauf im Innern der Wand? Temperatur [°C] Dicke [cm] Θ1 q Θ 2 q x = −λ ⋅ d Θ ( x ) = const ( ) dx dΘ = c1 dx Θ ( x ) = c1 ⋅ x + c2 d Randbedingungen: Θ ( x1 ) = Θ1 . x2 = d → c2 = Θ1 .

um 1 m³ dieses Stoffes um 1 K zu erwärmen Q = c ⋅ ρ ⋅ V ⋅ ∆Θ Q = c ⋅ ρ = QS V ⋅ ∆Θ [QS ] = J m3 K Wärmespeichervermögen (technische Definition): Wärme. die benötigt wird. um einen plattenförmiger Körper von 1 m² Fläche um 1 K zu erwärmen Q = c ⋅ ρ ⋅ d ⋅ A ⋅ ∆Θ Q = c ⋅ ρ ⋅ d = QS A ⋅ ∆Θ [QS ] = J m2 K 103 .4.2 Stoffgrößen zur Beschreibung des instationären Wärmetransportes 4.1 Wärmespeichervermögen Q = c ⋅ m ⋅ ∆Θ zugeführte Wärme spezifische Wärmekapazität: Wärme. um 1 kg dieses Stoffes um 1 K zu erwärmen Q c= m ⋅ ∆Θ spezifische Wärmekapazität J [c] = kg ⋅ K Wärmespeichervermögen (physikalische Definition): Wärme. die benötigt wird.2. die benötigt wird.

Beton.Bemessungswerte der spezifischen Wärmekapazität c tabelliert → für übliche Baustoffe wenig veränderlich (Faktor 2) für gegebene Dicke QS ~ ρ schwere Baustoffe: ρ groß → QS groß (großes Wärmespeichervermögen) z.B. Ziegel leichte Baustoffe: ρ klein → QS klein (geringes Wärmespeichervermögen) z.B. Wärmedämmstoffe 104 .

B.B. Fliesen 105 .2.2 Wärmeeindringkoeffizient b = λ ⋅ ρ ⋅c J [b] = 2 m ⋅K ⋅ s Materialkenngröße. Holz b groß: es geht viel Wärme von der Hand an die Wand → Wand fühlt sich kalt an z. Tapete. je größer b. desto schneller nimmt der Baustoff Wärme auf Beispiel: Berühren der Wand mit der Hand b klein: es geht wenig Wärme von der Hand an die Wand → Wand fühlt sich warm an z.4.

Wärmeeindringkoeffizienten einiger Baustoffe 106 .

4. Luft.B. Stahl a klein: langsame Wärmeausbreitung → langsame Temperaturänderung z.2.B. Holz 107 .3 Temperaturleitfähigkeit λ a= ρ ⋅c m2 [a] = s Maß für die Geschwindigkeit der Temperaturänderung im Bauteil a groß: schnelle Wärmeausbreitung → schnelle Temperaturänderung z.

Temperaturleitfähigkeit einiger Stoffe 108 .

2.4 Modell zur Veranschaulichung der Stoffgrößen des stationären und instationären Wärmetransportes stationär q Stahl q λ λ Dämmstoff QS ∆x QS ∆x instationär q Stahl q λ λ Dämmstoff QS ∆x QS ∆x 109 .4.

Mathematik) ( x = 0 ) ⇒ (η = 0 ) Θ = 2 ⋅ q0 ⋅ t ( c ⋅ ρ ⋅ λ ) ⋅1 π b2 2 1 Θ Si ( t ) = Θ Si ( 0 ) + q0 ⋅ ⋅ ⋅ t π b 110 .4.B. Beheizung im Winter Sonneneinstrahlung im Sommer Lösung der Wärmeleitungsgleichung für eine unendlich tiefe Wand für konstante Wärmezufuhr q0 bei x=0: ⎧ 1 −η 2 ⎫ Θ = 2 ⋅ q0 ⋅ t ( c ⋅ ρ ⋅ λ ) ⋅ ⎨ ⋅ e − η ⋅ (1 − erf (η ) ) ⎬ ⎩ π ⎭ mit η = x ⋅ c ⋅ ρ (4⋅λ ⋅t ) Error-Funktion (s.3 Erwärmen und Auskühlen einer Wand z.

Θ Si (0 ) schwerer Baustoff 0 t Aufheizen bzw.Θ Si b2 b1 > b2 b1 leichter Baustoff b~ ρ für c und λ const. je kleiner b ist schnelles Aufheizen erwünscht wegen der Behaglichkeit im Raum ∆Θ = Θ i − Θ Si ≤ 3K → Anordnung von Wärme dämmenden Schichten auf der Raumseite der Bauteile 111 . Auskühlen der Wand um so schneller.

4 Periodische Temperaturänderungen Außentemperatur ΘSe ändert sich im 24 h – Rhythmus → t0 = 24 h Lösung der instationären Wärmeleitungsgleichung mit Randbedingung ˆ ⋅ cos ⎛ 2 ⋅ π ⋅ t ⎞ Θ Se = Θ Se ⎜ ⎟ t0 ⎝ ⎠ für und Θ = 0 x→∞ (periodisch veränderliche Außentemperatur) (einseitig unendlicher Körper) ˆ Θ ( x. t ) = Θ Se ⋅ e 2⋅π ⋅ x − L ⎧ ⎛ t x ⎞⎫ ⎪ ⎪ ⋅ cos ⎨2 ⋅ π ⋅ ⎜ − ⎟ ⎬ ⎪ ⎪ ⎝ t0 L ⎠ ⎭ ⎩ ungedämpfte Welle ˆ Θ Se L t0 Amplitude Wellenlänge Periodendauer Dämpfungsterm λ L = 2 ⋅ π ⋅ t0 ⋅ ρ⋅c 112 .4.

Lösung der Wärmeleitungsgleichung für einen einseitig unendlich ausgedehnten Körper bei periodisch veränderlicher Oberflächentemperatur 12 10 8 6 (x) 4 2 0 -2 0 -4 x 2 4 6 8 t =0 L = 10 10 113 .

m Θ Si . m d t 0 = 24 h Maß für die Dämpfung der Temperaturwelle 114 . max − Θ Se .Temperaturamplitudenverhältnis TAV Θ Se Θ Se . m Θ Se . m Θ Si . max t t t 0 = 24 h TAV = Θ Si . max Θ Si τ Θ Se. max − Θ Si .

Phasenverschiebung τ Verschiebung des Temperaturmaximums Θ Si ,max gegenüber dem Temperaturmaximum Θ Se ,max → große Phasenverschiebung (z.B. 12 h) vorteilhaft für Auskühlung der Räume im Sommer

Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Temperaturwelle

vW =

L = t0

π ⋅ t0 ⋅ λ 2⋅ ρ ⋅c
t0

= 2⋅

π ⋅λ t0 ⋅ ρ ⋅ c
vW = 2 ⋅

a=
t0

λ ρ ⋅c

Temperaturleitfähigkeit

π ⋅a
t0
115

Periodendauer der Temperaturwelle

Tagesgang der Temperatur Charakteristische ausgeprägte Tagesgänge der Temperatur im Zeitraum vom 8.-16.8.2004 in Köln bei einer hochsommerlichen Hochdruckwetterlage
(aus www.top-wetter.de)

116

Einfluss der Jahreszeiten und der Witterung auf den Tagesgang der Temperatur in Bodennähe (Ruhr-Uni Bochum, nach N.K,Johnson)

117

WUFI starten

118

II. Korrosion) Minderung des Wärmeschutzes 119 . Bedeutung • • • • Schutz gegen Regen Schutz gegen aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich Vermeidung von Tauwasserausfall auf Wänden Begrenzung der Wasserdampfdiffusion im Bauteil Folgen von Feuchtigkeit: • • • ungesundes Raumklima (Erkrankungen und Allergien) Schäden am Bauwerk (Schimmelpilzbefall. Feuchteschutz 1. Frostschäden.

Begriffe und Definitionen 2. Physikalische Grundlagen 2.1.1 Zustandsdiagramm des Wassers (aus Hohmann.2.1 Physikalische Größen.Setzer: Bauphysikalische Formeln und Tabellen) 120 .

Absolute Luftfeuchtigkeit Die absolute Luftfeuchtigkeit c ist die auf das Volumen V bezogenen Masse an Wasserdampf.1.1. ohne dass Kondensation auftritt.2.3. V Luftvolumen 121 . Wasserdampfsättigungskonzentration (Sättigungsgehalt) Die Wasserdampfsättigungskonzentration cS ist die maximale Wassermenge.2. m c= V g [c ] = 3 m 2. die 1 m³ Luft bei einer bestimmten Temperatur aufnehmen kann. g mS [c S ] = 3 cS = m V m S Wasserdampfmasse. die bei einer bestimmten Temperatur in einem Luftvolumen maximal enthalten sein kann. die in der Luft vorhanden ist.

3 kPa (nach Hohmann. Setzer: Bauphysikalische Formeln und Tabellen) 122 .Wasserdampfsättigungskonzentration cS bei Temperaturen von 0°C bis 30°C und normalem Luftdruck von 101.

339 0. John Dalton 1766-1844) 123 prozentualer Anteil des Wasserdampfes in der Luft 0 .08 20. Wasserdampfpartialdruck Der Wasserdampfpartialdruck p ist der Teildruck des Luftdruckes pL. Zusammensetzung der trockenen Luft Gas Stickstoff Sauerstoff Argon Kohlendioxid V-Anteil Partialdruck [%] [kPa] 78.4.033 ∑pi=101.3 p ges = ∑p i (Daltonsches Gesetz.038 79.1.934 0.94 0.23 0. den der in der Luft enthaltene Wasserdampf erzeugt.12 21.4 V-% .2.

68 Pa b = 1. Wasserdampfsättigungsdruck Der Wasserdampfsättigungsdruck pS ist der Teildruck (Partialdruck).5.1. nach DIN 4108: Θ ⎞ ⎛ pS = a ⋅ ⎜ b + ⎟ 100 ⎠ ⎝ -20°C < Θ < 0°C a = 4.2.486 n = 12.02 124 . den Wasserdampf bei 100% Luftfeuchtigkeit und einer bestimmten Temperatur aufweist.689 Pa b = 1.3 n [ p S ] = Pa 0°C < Θ < 30°C a = 288.098 n = 8.

3 kPa (aus Hohmann. Setzer: Bauphysikalische Formeln und Tabellen) 125 .Wasserdampfsättigungsdruck pS bei Temperaturen von -20°C bis 40°C und normalem Luftdruck von 101.

Zustandsgleichung des idealen Gases Modellvorstellung: • • • Gasteilchen sind ausdehnungslose Massepunkte zwischen den Gasteilchen existieren keine Kraftwirkungen zwischen den Gasteilchen sowie zwischen Gasteilchen und Gefäßwänden gibt es elastische Stöße für die Gase der Luft sind unter den Bedingungen der Atmosphäre (p .T) die Annahmen mit ausreichender Genauigkeit erfüllt Zustandsgleichung des idealen Gases: • • erste Form: zweite Form: p ⋅V = const T p ⋅V = n ⋅ R ⋅T p1 ⋅ V1 p ⋅V2 = 2 T1 T2 = m ⋅ R G as ⋅ T n T Stoffmenge [mol] absolute Temperatur [K] R allgemeine Gaskonstante [J/(mol K)] 126 R G as spezifische Gaskonstante [J/(kg K)] .2.6.1.

Zustandsgleichung des idealen Gases für Wasserdampf: p ⋅ V = m ⋅ R H 2O ⋅ T R H 2O = R M H 2O J kg ⋅ K R = 8314 J (kmol ⋅ K ) M H 2 O = 18 kg kmol spezifische Gaskonstante des Wasserdampfes R H 2O = 4 6 2 m c= V Zusammenhang zwischen absoluter Luftfeuchtigkeit und Wasserdampfpartialdruck: mit Zustandsgleichung für ideale Gase: p ⋅ V = n ⋅ R ⋅ T = m ⋅ R H 2O ⋅ T p Wasserdampfpartialdruck [Pa] c= p R H 2O ⋅ T 127 .

2. Relative Luftfeuchtigkeit Die relative Luftfeuchtigkeit φ ist das Verhältnis von tatsächlich vorhandenem Wasserdampfpartialdruck p zu dem bei der herrschenden Temperatur maximal möglichen Wasserdampfpartialdruck (Sättigungsdampfdruck) pS.7. ϕ = c p = cS pS c cS p pS absolute Luftfeuchte [g/m³] Wasserdampfsättigungskonzentration [g/m³] Wasserdampfpartialdruck [Pa] Wasserdampfsättigungsdruck [Pa] 128 .1.

8 Θ S = f (Θ L . Bei weiterer Abkühlung fällt Tauwasser aus.1. DIN 4108 (Tabelle) Kondensation des Wasserdampfes Nebel in der Luft Tauwasser an Oberflächen fester Körper 129 . für Θ L > 0 °C Θ S = ϕ 1 8 .8. 8 + Θ L ) − 109 .02 ⋅ (109 . Taupunkt Der Taupunkt ist die Temperatur. ϕ ) ΘL ≤ ΘS Werte s. bei der die vorhandene Wasserdampfkonzentration gerade der Sättigungskonzentration entspricht.2.

Abkühlung feuchter Luft a) bis zum Taupunkt b) über den Taupunkt hinaus (aus Hohmann. Setzer: Bauphysikalische Formeln und Tabellen) 130 .

Feuchtegehalt poröser Stoffe Der (massebezogene) Feuchtegehalt eines Stoffes ist das Verhältnis der Massen des in der Probe enthaltenen Wassers und der Trockenmasse der Probe.2.1. um = m H 2O m trocken m H 2O m trocken m feucht = m feucht − m trocken m trocken Masse des Wassers in der Probe Masse der trockenen Probe Masse der feuchten Probe 131 .9.

2. Feuchteaufnahme (Adsorption) verschieden 132 .2 Feuchtespeicherung poröser Stoffe • • • • • • jeder poröse Stoff nimmt mit der Zeit eine Stofffeuchte an Wassergehalt abhängig von der äußeren Luftfeuchte Feuchte wird an inneren und äußeren Oberflächen des Baustoffes absorbiert verantwortlich dafür sind verschiedene interpartikuläre Kräfte und Transportmechanismen die sich bei normaler Luftfeuchtigkeit einstellende Feuchte wird Gleichgewichtsfeuchte oder Sorptionsfeuchte genannt die zu einer bestimmten Luftfeuchte gehörende Stofffeuchte ist für Feuchteabgabe (Desorption) bzw.

Wassergehaltsbereiche und Transportmechanismen in einem porösen hygroskopischen Baustoff Übersättigungsbereich maximale Wassersättigung Anwendung von äußerem Druck oder Unterschreitung des Taupunktes Kapillarität Wassergehalt u Kapillarbereich freie Wassersättigung Sorptionsbereich Ausgleichsfeuchte bei 95% rel.Sorptionsisotherme. Luftfeuchte Diffusion Trockenzustand 0% Luftfeuchte φ 100% 133 .

Jenisch.…. Lehrbuch der Bauphysik 134 . Klopfer.Fortschreitende Wassereinlagerung in einer Baustoffpore bei steigendem Wassergehalt aus: Lutz.

Typische Sorptionsisotherme für poröse Baustoffe monomolekulare Belegung multimolekulare Belegung Kapillarkondensation A A B C B Wassergehalt u Sorptionsbereich C Desorption Adsorption Luftfeuchte φ 135 .

der die Energie beschreibt. die die Oberfläche bedecken c n 136 . der ausreicht.Gleichung für die Sorptionsisotherme nach BET-Theorie (Brunauer. mit der die erste Lage Wassermoleküle physikalisch an die Baustoffoberfläche gebunden ist mittlere Anzahl Lagen Wassermoleküle. Emmett und Teller): c ⋅ ϕ 1 − (n + 1) ⋅ ϕ n + n ⋅ ϕ n +1 u (ϕ ) = u m ⋅ ⋅ 1 − ϕ 1 + (c − 1) ⋅ ϕ − c ⋅ ϕ n +1 um Wassergehalt. die gesamte innere Oberfläche mit einer monomolekularen Wasserschicht zu bedecken Wechselwirkungsparameter.

2.3 Feuchtetransportvorgänge in porösen Stoffen 2.3.1 Kapillarität
Oberflächenspannung: entspricht dem Verhältnis der zur Vergrößerung der Oberfläche erforderlichen Arbeit ∆W zur Oberflächenvergrößerung ∆A

σ=

∆W ∆A

[σ ] =

Nm N = m2 m

r r F σ = l

(vektorielle Größe)

Fres = 0

Fres ≠ 0
137

Oberflächenspannung in N/m Wasser 20°C gegen feuchte Luft Ethanol 20°C gegen Alkoholdampf Quecksilber gegen Luft Quecksilber gegen Wasser Seifenlösung gegen Luft 0.0741 0.0220 0.500 0.375 ~0.030

138

Randwinkel Maß für die Benetzbarkeit einer Flüssigkeit benetzend (hydrophil) nicht benetzend (hydrophob)

σ 13
0 ° ≤ α ≤ 90 °
Luft Festkörper

σ 13
Festkörper

σ 23

Luft

α = 0° →
vollständig benetzend

α
σ 23

α
90 ° ≤ α ≤ 180 °
Flüssigkeit

σ 12

σ 12

Flüssigkeit

σ 13 = σ 12 + σ 23 ⋅ cos (α ) σ 13 − σ 12 cos α = σ 23

139

Kapillares Saugen Modell zylinderförmiger Kapillaren

r

r R R= hmax

Radius der Kapillare Krümmungsradius des Meniskus

α

R

r cos α
kapillare Steighöhe Kapillardruck

hmax

p

2 ⋅ σ 2 ⋅ σ ⋅ cos α = p= R r
für konkave Oberfläche (Unterdruck) gilt: p > 0
140

0741 N m ρW = 1000 kg m 3 hmax 1. α = 0° cos α = 1 σ = 0.5 ⋅ 10 −5 m 2 15mm 2 = = r r 141 .Berechnung der kapillaren Steighöhe hmax FK G kapillare Saugkraft Gewicht der Flüssigkeitssäule Dichte des Wassers Erdbeschleunigung FK = G FK = p ⋅ A = p ⋅ π ⋅ r 2 G = mW ⋅ g = ρ W ⋅ hmax ⋅ π ⋅ r 2 ⋅ g p ⋅ π ⋅ r 2 = ρ W ⋅ h max ⋅ π ⋅ r 2 ⋅ g h max mit ρW g p 2 ⋅ σ ⋅ cos α = = ρW ⋅ g ρW ⋅ g ⋅ r bzw.

wie viel Wasser von einem Material in einer bestimmten Zeitspanne aufgenommen wird m A = w⋅ t m A flächenbezogene Wasseraufnahme [kg/m²] m w= A⋅ t kg [ w] = 1 2 m ⋅ h Material Wasseraufnahmekoeffizient [kg/(m² √h)] 15 2-3 1.7 142 Ziegel Zementputz Sandstein Beton B25 .Wasseraufnahmekoeffizient w • • kennzeichnet das kapillare Saugvermögen von Baustoffen gibt an.7 0.

2. pe ci > ce & m (Winter) pi > pe & m Massestrom d 143 . p i ce .2 Diffusion stationärer Fall Ursache: Konzentrationsgefälle bzw. Partialdruckgefälle des Wasserdampfes Material ci .3.

die pro Zeiteinheit durch eine Fläche diffundiert m g = A ⋅t g ~ ∆c 1 g ~ d kg [g ] = 2 m ⋅h c Konzentration ∆c g = −D ⋅ d D 1. Ficksches Gesetz (Adolf Eugen Fick 1829-1901) Diffusionskoeffizient [D ] = m 2 h 144 Maß für die Diffusionsgeschwindigkeit .• Diffusionsstrom m I= t • kg [I ] = h Diffusionsstromdichte → Masse an Wasserdampf.

81 T0 = 2 7 3 K p 0 = 101.3 kPa 145 .Diffusionsstromdichte von Wasserdampf in Luft: c1 − c2 ∆c = DD ⋅ g = − DD ⋅ d d p ⋅ V = m ⋅ RH 2O ⋅ T Zustandsgleichung idealer Gase m p = ⋅ R H 2O ⋅ T = c ⋅ R H 2O ⋅ T V p T c= p R H 2O ⋅ T Partialdruck des Wasserdampfes in Pa Temperatur in K Diffusionskoeffizient in m²/h Luftdruck DD g= d ⎛ p1 p2 ⋅⎜ − ⎜ ⎝ RH 2O ⋅ T1 RH 2O ⋅ T2 ⎛T ⎞ ⋅⎜ ⎟ ⎝ T0 ⎠ ⎞ ⎟ ⎟ ⎠ DD pL p0 D D = 0.083 ⋅ pL 1.

5⋅10 kg 6 g= DD p −p ⋅ 1 2 RH2O ⋅ T d 146 .Temperaturabhängigkeit des Quotienten D D (R H 2O ⋅T ) im Temperaturbereich − 20 °C ≤ Θ ≤ 30 °C Diffusionsstromdichte von Wasserdampf in Luft RH2O ⋅ T DD Pa ⋅ m⋅ h = 1.

5 ⋅106 µ ⋅ d Pa ⋅ m ⋅ h 147 .Diffusionsstromdichte von Wasserdampf in Luft g= DD p − p2 ⋅ 1 RH 2O ⋅ T d p1 g Diffusionsstromdichte in porösen Stoffen: p2 g= p1 − p2 RH 2O ⋅ T d ⋅ p1 % D d • Poröse Stoffe haben höheren Widerstand gegenüber Wasserdampfdiffusion als Luft → Diffusionsstromdichte geringer → Diffusionskoeffizient geringer • % D = DD µ g= 1 ⋅ µ g p2 Wasserdampf-DiffusionsWiderstandszahl d DD p − p2 p − p2 kg 1 ⋅ 1 = ⋅ 1 ⋅ µ RH 2O ⋅ T d 1.

Trocknung eines feuchten Körpers.B.instationärer Fall c ( t ) ≠ const z.B. klimabedingte Änderung der Luftfeuchten dc g = −D ⋅ dx ∂c ∂ ∂ ⎛ dc ⎞ = − (g) = D⋅ ⎟ ⎜ ∂t ∂x ∂x ⎝ dx ⎠ instationäre Diffusionsgleichung (2.und Feuchtetransport numerische Lösung z. Wärmeleitungsgleichung D ( c ) = const ⇒ = D ⋅ 2 ∂t ∂x ∂c ∂ ⎛ ∂c ⎞ numerische Lösung D( c ) ≠ const ⇒ = ⎜ D( c ) ⋅ ⎟ ∂t ∂x ⎝ ∂x ⎠ c ( t ) ≠ const Θ ( t ) ≠ const gekoppelter Wärme. Ficksches Gesetz) ∂c ∂ 2c s. WUFI 148 .

2 -0.4 0.05 -0.0 Masseverlust [g/cm³] -0.25 0 20 Diffusionkoeffizient [mm²/day] 15 10 5 0 0 0.1 -0.2 0.15 -0.6 0.8 relative Luftfeuchtigkeit 1 149 Normalbeton SHCC Lösung der instationären Diffusionsgleichung 40 80 Zeit [Tage] 120 160 Normalbeton SHCC .

3. Tauwasserbildung an der Innenoberfläche von Bauteilen Innenluft Θ Si Wand Θ Se Außenluft Θi q q q q Θe q Θi < Θ e d2 d1 d3 • Tauwasserbildung an der Innenoberfläche für Θ Si ≤ Θ S ΘS Taupunkt 150 .

• Verhinderung des Tauwasserausfalls durch Begrenzung des Wärmetransportes • für stationären Wärmetransport gilt: q= 1 1 ⋅ (Θ i − Θ e ) = ⋅ (Θ i − Θ Si ) RT RSi • erstes Tauwasser für Θ Si = Θ S • Ermittlung des maximal zulässigen U-Wertes (des erforderlichen Mindestwertes von RT): 1 RT .min = RSi ⋅ (Θi − Θ S ) (Θi − Θe ) − (R + R ) (Θi − Θ S ) Si Se 151 • Ermittlung des erforderlichen Mindestwertes des Wärmedurchlasswiderstandes R: Rmin = RT .min − (RSi + RSe ) Rmin = RSi ⋅ .min 1 ⋅ (Θi − Θ e ) = ⋅ (Θ i − Θ S ) RSi (Θi − Θe ) RT .

1 Kennwerte der Wasserdampfdiffusion durch Bauteile 4. Tauwasserausfall im Inneren von Bauteilen 4.1 Wasserdampf-diffusionsäquivalente Luftschichtdicke g= 1 µ RH ⋅ DD 2O p1 − p 2 ⋅ ⋅T d µ Wasserdampf-DiffusionsWiderstandszahl Wasserdampfes in Luft D D Diffusionskoeffizient des sD = µ ⋅ d sD d Dicke der Baustoffschicht wasserdampf-diffusionsäquivalente Luftschichtdicke = Dicke einer Luftschicht mit gleichem WasserdampfDiffusionswiderstand wie der der Baustoffschicht mit der Dicke d 152 .1.4.

15 0.08 10.homogene Baustoffschicht: sD = µ ⋅ d Bauteil aus n Schichten: sD = ∑µ i =1 n i ⋅ di = ∑s i =1 n Di d [m] Gipskarton Normalbeton Holz Polyethylen-Folie 0.5 6 10 153 .15 0.01 0.0001 µ 8 70 40 100000 sD [m] 0.

2 Wasserdampf-Diffusionsdurchlasswiderstand 1 ∆ = ⋅ R H 2O ⋅ T s D R H 2O ⋅ T 1 Z = = ⋅ sD DD ∆ DD WasserdampfDiffusionsdurchlasskoeffizient WasserdampfDiffusionsdurchlasswiderstand n n R H 2O ⋅ T 1 6 = ⋅ ∑ µ i ⋅ d i = 1 .5 ⋅ 1 0 ⋅ ∑ µ i ⋅ d i Z = ∆ DD i =1 i =1 Pa ⋅ m 2 ⋅ h [Z ] = kg Diffusionsstromdichte für mehrschichtiges Bauteil: g= DD R H 2O ⋅ T ⋅ p Si − p Se ∑µ i =1 n i ⋅ di p Si − p Se g = Z 154 .1.4.

4.3 Wasserdampf-Diffusionsübergangswiderstand g = β i ⋅ ( pi − pSi ) p Si p Se g = β e ⋅ ( pSe − pe ) Filmschicht auf der Oberfläche βi.βe Z βi = Wasserdampf-Diffusionsübergangskoeffizient 1 βi Z βe = 1 βe Z β i .1. Z β e Wasserdampf- Diffusionsübergangswiderstand Z β << Z 155 .

4.5 ⋅ 10 156 .1.3 Wasserdampf-Diffusionsdurchgangswiderstand ZT = Z + Z β i + Z β e ≈ Z WasserdampfDiffusionsdurchgangswiderstand Diffusionsstromdichte für poröse Baustoffschicht: g = pi − pe Z g= DD R H 2O pi − pe ⋅ ⋅T µ ⋅d pi − pe 1 kg = ⋅ ⋅ 6 sD Pa ⋅ m ⋅ h 1.

und diffusionstechnischen Größen stationärer Wärmetransport • Wärmestromdichte stationäre Wasserdampfdiffusion • Diffusionsstromdichte Q q= A⋅t d R=∑ i i =1 λi RSi . Zβe ⎡ Pa ⋅ m 2 ⋅ h ⎤ ⎢ ⎥ kg ⎣ ⎦ ⎡ Pa ⋅ m 2 ⋅ h ⎤ ⎢ ⎥ kg ⎣ ⎦ • Wärmedurchgangswiderstand • Diffusionsdurchgangswiderstand RT = RSi + R + RSe ZT = Zβi + Z + Zβe 157 .4. RSe n ⎡ J ⎤ ⎢ m2 ⋅h ⎥ ⎦ ⎣ ⎡m2 ⋅ K ⎤ ⎢ ⎥ W ⎦ ⎣ ⎡m2 ⋅ K ⎤ ⎢ ⎥ W ⎦ ⎣ ⎡m2 ⋅ K ⎤ ⎢ ⎥ W ⎦ ⎣ m g= A⋅ t Z= RH 2O ⋅ T DD ⎡ kg ⎤ ⎢ m2 ⋅h⎥ ⎦ ⎣ ⋅ ∑ µi ⋅ d i i =1 n • Wärmedurchlasswiderstand • Diffusionsdurchlasswiderstand ⎡ Pa ⋅ m 2 ⋅ h ⎤ ⎢ ⎥ kg ⎣ ⎦ • Wärmeübergangswiderstand • Diffusionsübergangswiderstand Zβi .1.5 Vergleich der stationären wärme.

stationärer Wärmetransport • Wärmestromdichte stationäre Wasserdampfdiffusion • Diffusionsstromdichte (Θi − Θ e ) q= RT d1 d2 ⎡ J ⎤ ⎢ m2 ⋅h ⎥ ⎦ ⎣ d3 ( pi − pe ) g= ZT d1 d2 ⎡ kg ⎤ ⎢ m2 ⋅h⎥ ⎦ ⎣ d3 • Temperaturverlauf • Verlauf des Partialdruckes Θi q pi g Θe pe 158 .

stationärer Wärmetransport • Temperaturverlauf als Funktion der Widerstände stationäre Wasserdampfdiffusion • Verlauf des Partialdruckes als Funktion der Widerstände R Si R1 R2 R3 R Se Z1 Z2 Z3 Θi q pi g Θe s d1 sd2 sd3 pe 159 .

4. DIN 4108 seit 1981) generelles Vorgehen: 1. 5. 4. 6. Θ(x ) Ermittlung der Wasserdampfsättigungsdrücke in den Schichtgrenzen pS (Θ) Berechnung der Temperaturen an den Schichtgrenzen des Bauteils wasserdampfäquivalente Luftschichtdicken der einzelnen Schichten berechnen s d Wasserdampfsättigungskurve über den äquivalenten Luftschichtdicken konstruieren Wasserdampfpartialdrücke der Umgebungsluft innen und außen berechnen lineare Verbindung der Partialdrücke innen und außen über der äquivalenten Luftschichtdicke zeichnen bei Schnittpunkt mit der Wasserdampfsättigungskurve findet Tauwasserausfall statt 160 . 2.2 Glaser-Verfahren Verfahren zur Bestimmung des Tauwasserausfalls im Bauteilinneren infolge Wasserdampfdiffusion (Glaser 1959. 3. 7.

sd i pSi pi ( ) pS1 S 1 pS 2 S 2 pSe pe Θ Se Θe d d1 d2 d3 sd1 sd 2 sd 3 sd p < pS an jeder Stelle → kein Tauwasserausfall 161 .4.2.1 Glaserdiagramm für die Tauperiode Fall A: Wasserdampfdiffusion ohne Tauwasserausfall im Bauteil Θ = f (d i ) Θi Θ Si Θ2 Θ1 Glaser-Diagramm: p = f Θ.

sd i pSi pi ( ) Tauwasserebene Diffusionsstromdichte von innen bis zur Tauwasserebene: pS1 pSw pi − pSw gi = Zi pSw − pe ge = Ze Zi = RH2O ⋅ T DD ⋅ sdi Diffusionsstromdichte von der Tauwasserebene bis nach außen: pS 2 sd1 sd 2 sd i sd 3 sd e pSe pe Ze = RH2O ⋅ T DD ⋅ sde sd Tauwassermasse.T = (gi − ge ) ⋅ tT ⎡kg m2 ⎤ ⎣ ⎦ 162 .Fall B: Wasserdampfdiffusion mit Tauwasserausfall in einer Ebene des Bauteils Glaser-Diagramm: p = f Θ. die während der Tauperiode tT ausfällt: mW .

Fall C: Wasserdampfdiffusion mit Tauwasserausfall in einem Bereich im Innern des Bauteils Glaser-Diagramm:

p = f Θ, sd i
pSi pi

(

)
Tauwasserbereich

Diffusionsstromdichte von innen bis zum Anfang des Tauwasserbereiches:

gi =

pi − pSw1 Zi pSw2 − pe Ze

Zi =

RH2O ⋅ T DD

⋅ sdi

pSw1
pSw2

pSe pe

Diffusionsstromdichte vom Ende des Tauwasserbereiches nach außen:

ge =

Ze =

RH2O ⋅ T DD

⋅ sde

sd i

sd z

sd e

sd

Tauwassermasse, die während der Tauperiode tT ausfällt:

mW ,T = ( gi − ge ) ⋅ tT ⎡kg m2 ⎤ ⎣ ⎦
163

Fall D: Wasserdampfdiffusion mit Tauwasserausfall in zwei Ebenen des Bauteils Diffusionsstromdichte von innen bis zur 1. Tauwasserebene: Glaser-Diagramm:

p = f Θ, sd i
pSi pi

(

)

gi =

pi − pSw1 Zi

Zi =

RH2O ⋅ T DD

⋅ sdi

2 Tauwasser- Diffusionsstromdichte der 1. bis zur 2. Tauwasserebene: ebenen

pSw1
pSe pe

gZ =

pSw1 − pSw2 ZZ

ZZ =

RH2O ⋅ T DD

⋅ sdZ

pSw2 sd i sd z sd e

Diffusionsstromdichte von der 2. Tauwasserebene nach außen:

sd

ge =

pSw2 − pe Ze

Ze =

RH2O ⋅ T DD

⋅ sde

Tauwassermasse, die während der Tauperiode tT ausfällt:
164

mW ,T = ( gi − g Z ) ⋅ tT + ( g Z − ge ) ⋅ tT = ( gi − ge ) ⋅ tT ⎡kg m2 ⎤ ⎣ ⎦

Klimaannahmen für die Tauperiode nach DIN 4108 außen: Temperatur: -10°C relative Luftfeuchte: 80% innen: Temperatur: 20°C relative Luftfeuchte: 50% Dauer: 1440 h (60 Tage)

165

4.2.2 Glaserdiagramm für die Verdunstungsperiode
Annahmen: • • • Klimabedingungen:

Θ = const. p = pS

pS = const.

pi = pe < pS

im Tauwasserbereich gilt Tauwasserausfall während der Verdunstungsperiode wird rechnerisch nicht berücksichtigt

166

Fall A: Wasserdampfdiffusion ohne vorangegangenen Tauwasserausfall im Bauteil p pS ( Θ ) pi pe ∆p = 0 keine Diffusion → keine Verdunstung sd1 sd 2 sd 3 sd 167 .

Fall B: Wasserdampfdiffusion während der Verdunstung nach vorangegangenem Tauwasserausfall in einer Ebene des Bauteils p Verdunstung nach innen und außen: Tauwasserebene Diffusionsstromdichte von der Tauwasserebene nach innen: pS ( Θ ) pi pSw p − pi gi = Sw Zi Zi = RH2O ⋅ T DD ⋅ sdi pe Diffusionsstromdichte von der Tauwasserebene nach außen: sd1 sd 2 sd i sd 3 sd e sd pSw − pe ge = Ze Ze = RH2O ⋅ T DD ⋅ sde Wassermasse.V = (gi + ge ) ⋅ tV ⎡kg m2 ⎤ ⎣ ⎦ 168 . die während der Verdunstungsperiode tV abgeführt wird: mW .

Fall C: Wasserdampfdiffusion während der Verdunstungsperiode nach vorangegangenem Tauwasserausfall in einem Bereich im Innern des Bauteils Annahme: Verdunstung geht von der Mitte des Tauwasserbereiches aus

p

pS ( Θ ) pi

pSw

Tauwasserbereich

Diffusionsstromdichte von der Mitte des Tauwasserbereiches nach innen:

RH O ⋅ T pSw − pi Zz = ⋅ sd gi = DD Zi + 0.5 ⋅ Z z
2

z

pe
0.5⋅sdz 0.5⋅sdz

Diffusionsstromdichte von der Mitte des Tauwasserbereiches nach außen:

sd i

sd z

sd e

sd

pSw − pe ge = Ze + 0.5 ⋅ Z z
Wassermasse, die während der Verdunstungsperiode tV abgeführt wird:

mW ,V = (gi + ge ) ⋅ tV ⎡kg m2 ⎤ ⎣ ⎦

169

Fall D: Wasserdampfdiffusion während der Verdunstung nach vorangegangenem Tauwasserausfall in zwei Ebenen des Bauteils Diffusionsstromdichte von der 1.Tauwasserebene nach innen:

p
pS ( Θ ) pSw
2 Tauwasserebenen

pSw − pi gi = Zi

Zi =

RH2O ⋅ T DD

⋅ sdi

Diffusionsstromdichte von der 2.Tauwasserebene nach außen:

pi

pe

pSw − pe ge = Ze

Ze =

RH2O ⋅ T DD

⋅ sde

sd i

sd z

sd e

sd

Wassermasse, die während der Verdunstungsperiode tV abgeführt wird:

mW ,V = (gi + ge ) ⋅ tV

⎡kg m2 ⎤ ⎣ ⎦

170

Klimaannahmen für die Verdunstungsperiode nach DIN 4108 außen: Temperatur: 12°C relative Luftfeuchte: 70% innen: Temperatur:12°C relative Luftfeuchte: 70% Tauwasserbereich: Temperatur:12°C relative Luftfeuchte: 100% Dauer: 2160 h (90 Tage)

BerechnungenBauphysik.exe

171

Schlussfolgerungen: • das während der Tauperiode im Inneren des Bauteils ausgefallene Wasser muss während der Verdunstungsperiode wieder an die Umgebung abgegeben werden geeignete Auswahl der Baustoffe geeignete Reihenfolge der Baustoffschichten Einbau von diffusionshemmenden bzw. diffusionsdichten Schichten

• • •

Grenzen des Glaserverfahrens: • • • Feuchteabhängigkeit der Wärmeleitfähigkeit wird nicht berücksichtigt nur für stationäre Verhältnisse anwendbar Zukunft: numerische Verfahren (z.B. WUFI)

Grenzen der DIN 4108: • Tauwasserausfall wird im Winter zugelassen (geringerer Wärmedurchlasswiderstand der Baustoffe im Winter)
172

4.3 Bemessung einer Dampfbremse Wand mit Innendämmung: Dämmung Mauerwerk Dampfsperre Dampfbremse (Dampfsperre): µ groß auf der Innenseite der Dämmung angebracht 173 .

B sd i pSw sd e sd . B pSe pe pi − pe = ⋅ sde psw − pe sd .B = sd pi − pe ⋅ sde − sdi + sde psw − pe ( ) 174 .B pi . pe gegeben kein Tauwasserausfall für g i p = ge rechnerisch: pSi pi pi pi − pe psw − pe = sd i + sd e + sd .Ermittlung des Mindestwertes von sd . B sd e sdi + sde + sd .

WUFI starten 175 .

Motoren) → Schutz vor Außenlärm (z. Musik. Sprache. Bedeutung • Gesundheit und Wohlbefinden der Bewohner → Schutz vor Geräuschen von außen und aus anderen Räumen (z. Industriebetriebe) • • durch moderne Technik wird mehr Schall erzeugt moderne Bauweisen gestatten dünnere und leichtere Bauteile DIN 4109: Schallschutz im Hochbau 176 . Haushaltsgerät) → Schutz vor Geräuschen aus haustechnischen Anlagen (z.B. Verkehr.B. Schallschutz 1. Fahrstühle.III. Schritte.B.

Wichtige Schallarten im Hochbau: • • • Luftschall Trittschall = der sich in Luft ausbreitende Schall = Schall. ä. der beim Begehen einer Decke. als Körperschall entsteht und teilweise als Luftschall in einem darunter liegenden oder anderen Raum abgestrahlt wird Körperschall = der sich in festen Stoffen ausbreitende Schall 177 . Treppe o.

Schallschutz primärer Schallschutz Maßnahmen gegen die Schallentstehung sekundärer Schallschutz Maßnahmen. die die Schallübertragung von der Schallquelle zum Hörer mindern Quelle und Hörer im gleichen Raum Schallabsorption Raumakustik Quelle und Hörer in verschiedenen Räumen Schalldämmung Schallschutz im Hochbau 178 .

.2. Physikalische Grundlagen Schall: mechanische Wellen in elastisch deformierbaren Medien. die sich durch eine Kette elastisch gekoppelter Massen (sogenannter Oszillatoren) in einem Medium ausbreiten.. Wellenlänge → → Lautstärke Schallgeschwindigkeit Tonhöhe 179 Ausbreitungsgeschwindigkeit → . Festkörper) mechanische Welle: Schwingungen. Flüssigkeiten.und Dichteschwankungen in einem elastischen Medium (Gase. Eigenschaften der Schallwelle: • • • Amplitude Frequenz..16000Hz) Ausbreitung von kleinsten Druck. insbesondere im Frequenzbereich des menschlichen Hörens (16.

1 Mechanische Schwingungen Schwingung: zeitlich periodische Auslenkung eines Teilchens aus der Ruhelage harmonische Schwingung: ˆ x ( t ) = x ⋅ cos (ω0 ⋅ t + ϕ0 ) x ω0 = 2π f = 2π T t gedämpfte Schwingung: ˆ x ( t ) = x ⋅ e−δ t cos (ωt + ϕ0 ) δ <ω 180 ϕ0 ˆ x f Frequenz ω Kreisfrequenz Amplitude Phasenverschiebung δ Dämpfung T Schwingungsdauer .2. Physikalische Grundlagen 2.

Erzwungene Schwingung Amplitudenverhältnis: u (t ) ˆ x = ˆ u ω02 ω + 4δ 2ω 2 (ω 2 0 −ω 2 2 ) Frequenz der äußeren Anregung ω0 Eigenfrequenz x (t ) 181 .

Selbsterregte Schwingung Takoma-Brücke 1940 182 .

n y (t ) = ∑ yi ( t ) i:=1 Schall. deren Frequenz sich nur wenig unterscheidet. ˆ y (t ) = ∑ yi sin ω0i t i:=1 n ( ) • Die Darstellung der Amplituden der einzelnen Sinusschwingungen über der Frequenz ergibt das zugehörige Frequenzspektrum (FourierAnalyse) Bei der Überlagerung von Schwingungen. entstehen Schwebungen (periodische Schwankungen der Amplitude mit der Schwebungsfrequenz) • fS = f1 − f 2 2 183 .Überlagerung von Schwingungen • Schwingungen können sich überlagern.exe • Jedes Geräusch kann als Überlagerung einfacher Sinusschwingungen dargestellt werden (Fourier-Synthese).

01 0.1 0.Einzelschwingungen 15 10 5 0 -5 0 -10 -15 Frequenz 0.2 20 10 0 -10 0 50 Zeit 100 184 .003 Zeit Frequenzspektrum Überlagerung der Einzelschwingungen 15 Amplitude Amplitude 10 5 0 0 0.1 Frequenz 0.02 Amplitude 10 5 2 6 Amplitude 50 100 0.

Arten von Schwingungsform und Klangfarbe Höreindruck Ton y Klang y Geräusch y Knall t f t f ŷ t f ŷ Zeitfunktion y t f ŷ Spektrum ŷ 185 .

Terzen) unterteilt. Oktave: entspricht Frequenzverdopplung Terz: teilt die Oktave in 3 logarithmisch gleiche Teile Die Oktaven bzw. Die Mittelfrequenz ergibt sich aus der logarithmischen Mittelung der Eckfrequenzen.Terz. untere Eckfrequenz bestimmt. Oktavband Terzband • • • fo = 2 fu lg f o = lg fu + lg 2 Mittelfrequenz Bandbreite f o = 3 2 fu 1 lg f o = lg f u + lg 2 3 lg f o + lg fu ) /2 f m = 10( ∆f = f o − f u 186 . Terzen werden durch die obere bzw.und Oktavbänder • Zur baupraktischen Beschreibung von Geräuschen wird die Frequenzachse von 16 Hz bis 16000 Hz in logarithmisch gleiche Abschnitte (Oktaven bzw.

Oktave Terz Terz 440 Hz 880 Hz Terz 220 Hz Terz Oktave Terz 187 .

6 3.5 1.5 125 250 500 1000 2000 4000 8000 16000 22.5 180 355 710 1400 2800 5600 11200 22400 180 355 710 1400 2800 5600 11200 188 .Oktavbänder: fm 63 fm lg Hz Hz 1.9 4.2 fu 45 90 Hz fo 45 90 Hz 31.7 3 3.3 3.4 2.8 2.1 2.

und Ortsabhängigkeit gekoppelt sind .x und t sind so verkoppelt.t=0) u(x.t=t1) x0 x x=x0+vt x 189 . dass sie durch eine Koordinate ausgedrückt werden können . bei der Zeit.entsteht durch elastische Kopplung schwingungsfähiger Systeme (sogenannter Oszillatoren) u ( x.2.2 Mechanische Wellen Welle: .physikalische Größe. t ) = u ( x − vt ) u(x.

t ) = u0 ⋅ cos (ωt − kx ) Wellenzahl u ( x. t ) = u0 ⋅ e − µ x ⋅ cos (ωt − kx ) T x v= ∆t v= λ =λ⋅ f Ausbreitungsgeschwindigkeit (Schallwellen: Schallgeschwindigkeit c) λ Gleichung der gedämpften Welle 190 .Wellengleichung u(t) ⎛ 2π u ( 0. t ) = u0 ⋅ cos ⎜ ⎜ t − T ⎟ ⎟ = u0 ⋅ cos ⎜ 2π ⎜ − ⎟ ⎟ ⎝ T ⎝ λ ⎠⎠ ⎝ ⎝ T λ ⎠⎠ 2π k= u ( x. t ) = u0 ⋅ cos ⎜ t − ∆t ) ⎟ ( ⎝ T ⎠ t x x ∆t = = ⋅ T v λ ⎛ 2π ⎛ x ⎞⎞ ⎛ ⎛ t x ⎞⎞ u ( x. t ) = u0 ⋅ cos ⎜ ⎝ T ⎞ t⎟ ⎠ ∆t T ⎛ 2π ⎞ u ( x.

. Festkörper) Eigenschaften der Schallwelle: • • • Amplitude Frequenz.Schallwellen Schall: mechanische Wellen in elastisch deformierbaren Medien. insbesondere im Frequenzbereich des menschlichen Hörens (16..und Dichteschwankungen in einem elastischen Medium (Gase.. Flüssigkeiten. Wellenlänge → → Lautstärke Schallgeschwindigkeit Tonhöhe Ausbreitungsgeschwindigkeit → 191 .16000Hz) Ausbreitung von kleinsten Druck.

Ausbreitung von Schallwellen Longitudinalwellen (Gase. Flüssigkeiten und Festkörper) Ausbreitungsrichtung Schwingungsrichtung ebene Transversalwelle aus Wikidedia Transversalwellen (nur in Festkörpern) Ausbreitungsrichtung Schwingungsrichtung ebene Longitudinalwelle aus Wikidedia 192 .

u1 = u0 cos (ωt − kx ) u2 = u0 cos (ωt − kx − ϕ ) u1 u2 ϕ⎞ ⎛ u = u1 + u2 = 2u0 cos cos ⎜ ωt − kx − ⎟ 2 2⎠ ⎝ konstruktive Interferenz: destruktive Interferenz: ϕ ϕ = n ⋅ 2π = x = n ⋅ λ ˆ u = 2u0 cos (ωt − kx ) ϕ = ( 2n +1) ⋅π = x = ( 2n +1) ⋅ ˆ u=0 λ 2 193 .Überlagerung von Wellen Interferenzen: Voraussetzung: feste Phasenbeziehung zwischen den Wellen (Sender schwingen mit derselben Frequenz) Interferenz ist die Überlagerung von Wellen mit konstanter Phasenbeziehung.

t u2 194 .konstruktive Interferenz: u ( x. u2 x. t ) u u1 . t destruktive Interferenz: u ( x. t ) u1 u x.

Orgelpfeifen u1 = u0 cos (ωt − kx ) u2 = u0 cos (ωt + kx ) u = 2u0 cos (ωt ) cos ( kx ) aus www.Stehende Wellen: • entstehen aus der Überlagerung zweier gegenläufig fortschreitender Wellen gleicher Frequenz und gleicher Amplitude • die Wellen können aus zwei verschiedenen Erregern stammen oder durch Reflexion einer Welle an einem Hindernis entstehen • Beispiel: Saiteninstrumente. Flöten.schulphysik.de 195 .

Reflexion und Brechung Ausbreitungsrichtung der einfallenden Welle Ausbreitungsrichtung der reflektierten Welle Reflexion: α1 = α 2 Brechung: α1 α 2 Medium 1 Medium 2 Ausbreitungsgeschwindigkeit c1 Ausbreitungsgeschwindigkeit c2 sin α1 c1 = sin β c2 β Ausbreitungsrichtung der gebrochenen Welle 196 .

höchstens geringe Störung des Wellenverlaufes • Welle wird um Kanten herumgelenkt • durch kleine Öffnungen (z.Beugung Änderung der Ausbreitungsrichtung einer Welle bei Auftreffen auf Hindernisse oder Spalte. deren Abmessungen vergleichbar oder kleiner als die Wellenlänge sind. 197 f = 16Hz … 16kHz λ = 2cm … 20m λ = 400nm …700nm λ = 10µm Huygenssches Prinzip jeder Punkt einer Wellenfront kann als Ausgangspunkt neuer kugelförmiger Elementarwellen betrachtet werden . Hörbereich: sichtbarer Bereich: Wärmestrahlung: Huygenssches Prinzip: Folge: • keine scharfe Schattenbildung. Türspalt) wird der Schall gut übertragen.B.

aber auch in der Mechanik und Elektrotechnik λ Obertöne einer schwingenden Saite 2 ⋅L 1 2 ⋅L 2 2 ⋅L 3 2 ⋅L 4 2 ⋅L 5 2 ⋅L 6 2 ⋅L 7 L 198 .Obertöne • Schwingungen mit einem ganzzahligen Vielfachen der Grundfrequenz • wichtig für Tonerzeugung in der Musik.

2.3 Schalltechnische Begriffe 2.1 Schallgeschwindigkeit (Ausbreitungsgeschwindigkeit der Welle) c=λ T =λ⋅ f Schallgeschwindigkeit in festen Körpern (longitudinal) : stabförmige Körper: unbegrenzte Körper: c= E ρ c= E 1− µ ⋅ ρ (1 + µ ) ⋅ (1 − 2 ⋅ µ ) E Elastizitätmodul [N/m²] ρ Dichte [kg/m³] µ Querdehnzahl 199 .3.

2 Schallschnelle Geschwindigkeit eines Teilchens ˆ dx d ( x ⋅ sin (ω0 ⋅ t )) = v= dt dt ˆ v = x ⋅ ω0 ⋅ cos(ω0 ⋅ t ) = vm ⋅ cos(ω0 ⋅ t ) für homogene Medien gilt: p p ⎡m⎤ = v= ρ ⋅c Z ⎢ s ⎥ ⎣ ⎦ p Schalldruck [Pa] Dichte der Luft (des Mediums) im Ruhezustand [kg/m³] Schallgeschwindigkeit [m/s] Schallwellenwiderstand [kg/(m²s)] 200 ρ c Z .2.3.

der durch die Schallwelle erzeugt wird und sich dem statischen Druck (z. dem atmosphärischen Luftdruck) überlagert.B.2. p = ρ ⋅c⋅v p (t ) = ρ ⋅ c ⋅ v (t ) = ρ ⋅ c ⋅ vm ⋅ cos (ω0 ⋅ t ) pm p peff pstat p (t ) pm p ( t ) = pm ⋅ cos (ω0 ⋅ t ) momentaner Schalldruck [Pa] t peff = peff = 1 τ ⋅ ∫ p 2 ( t ) dt 0 τ pm effektiver Schalldruck [Pa] 2 Messgröße 201 .3.3 Schalldruck Wechseldruck.

5 Schallleistung: W ⎤ ⎡ J ⎢ m2 s = m2 ⎥ ⎣ ⎦ Die von einer Schallquelle als Luftschall abgegebene akustische Leistung.3.4 Schallintensität: Schallenergie. p p2 I = p⋅v = p⋅ = ρ ⋅c ρ ⋅c 2. die in der Sekunde senkrecht durch eine Fläche von 1 m² strömt.2. P = I ⋅ A = p⋅v⋅ A A ⎡J ⎤ ⎢s⎥ ⎣ ⎦ durchschallte Fläche 202 .3.

3..20 Pa Hörschwelle Schmerzgrenze (normaler Luftdruck) 6 Dekaden p << pL = 105 Pa 203 ...1 Schallpegel Schwingung (Druckschwankungen in der Luft) Frequenz Amplitude (Schalldruck) Schwingungsform → → → Schalleindruck (Hörempfinden des Ohres) Tonhöhe Lautstärke Klangfarbe Schalldruckbereich des menschlichen Hörvermögens: p = 2 ⋅10 −5 Pa. Schall als Hörempfinden 3.

Definition: p0 = 2 ⋅10 −5 Pa p = 1. Gustav Theodor Fechner 1801-1887) Die subjektiv empfundene Stärke von Sinneseindrücken ist proportional zum Logarithmus der objektiven Intensität des physikalischen Reizes.. Erfinder des Telefons 204 Messgröße (Leistungsgröße) Bezugsgröße (Leistungsgröße) . Einführung des Pegels L: ⎛k ⎞ L = 10 ⋅ lg⎜ ⎟ ⎜k ⎟ ⎝ 0⎠ k k0 [ L] = 1dB Dezibel nach Graham Bell (1847-1922)...106 p0 Bezugsschalldruck Hörschwelle Schmerzgrenze Weber-Fechnersches Gesetz: (Ernst Heinrich Weber 1795-1878.

Leistungsgrößen und Pegel: • Schallleistung P • Schallintensität I ⎛P⎞ ⎛ I⋅A ⎞ L = 10 ⋅ lg ⎜ ⎟ = 10 ⋅ lg ⎜ ⎟ P0 ⎠ I0 ⋅ A ⎠ ⎝ ⎝ ⎛ p2 ( ρ ⋅ c ) ⎞ ⎛ I ⎞ = 10 ⋅ lg ⎜ ⎟ = 10 ⋅ lg ⎜ 2 ⎟ ⎝ I0 ⎠ ⎝ p0 ( ρ ⋅ c ) ⎠ • quadrierter Schalldruck p2 v 2 ⎛ ( ρ ⋅ c ⋅ v )2 ⎞ ⎛ p2 ⎞ = 10 ⋅ lg ⎜ 2 ⎟ = 10 ⋅ lg ⎜ ⎟ 2 ⎜ (ρ ⋅c⋅v ) ⎟ ⎝ p0 ⎠ 0 ⎝ ⎠ ⎛ v2 ⎞ = 10 ⋅ lg ⎜ 2 ⎟ ⎝ v0 ⎠ • quadrierte Schallschnelle 205 .

6 ⎜p ⎟ ⎝ 0⎠ p Effektivwert des Schalldruckes L p = 0.Schalldruckpegel (Schallpegel) ⎛ p2 ⎞ ⎛ p⎞ ⎜ 2 ⎟ = 20 ⋅ lg⎜ ⎟ L p = 10 ⋅ lg⎜ ⎜p ⎟ p0 ⎟ ⎝ 0⎠ ⎝ ⎠ ⎛ p⎞ lg⎜ ⎟ = 0.....120dB Hörschwelle • objektive Größe • kann mit Mikrofon gemessen werden • menschliches Ohr kann etwa 120 Schalleindrücke unterscheiden 206 Schmerzgrenze ...

Schallschnellepegel ⎛ v2 ⎞ ⎛v⎞ ⎜ 2 ⎟ = 20 ⋅ lg⎜ ⎟ Lv = 10 ⋅ lg⎜ ⎜v ⎟ v0 ⎟ ⎝ 0⎠ ⎝ ⎠ Schallintensitätspegel v Effektivwert der Schallschnelle v0 = 5 ⋅10 −8 m s Luft: ⎛ I ⎞ LI = 10 ⋅ lg⎜ ⎟ ⎜I ⎟ ⎝ 0⎠ Schallleistungspegel I Schallintensität ρ = 1.2 kg m3 c = 340 m s p0 = 2 ⋅10−5 N m 2 p0 v0 = ρc P0 = I 0 ⋅1m 2 2 p0 I0 = ρc I 0 = 10 −12 W m 2 ⎛ P ⎞ P Schallleistung LW = 10 ⋅ lg⎜ ⎟ ⎜P ⎟ ⎝ 0 ⎠ P0 = 10 −12 W 207 .

aus Lohmeyer: Praktische Bauphysik 208 .

.. p1 = p0 ⋅10 L1 10 p2 = p0 ⋅10 L2 10 pn = p0 ⋅10 Ln 10 2 2 2 2 2 2 ⎛ pn 2 ⎞ Ln = 10 ⋅ lg⎜ 2 ⎟ ⎜p ⎟ ⎝ 0 ⎠ p ges = p1 + p2 + .. ges 2 2 ( L1 10 2 + 10 L2 10 + ..3. + 10 n Ln 10 ) = p ⋅ ∑10 2 n 0 Li 10 ⎛ pges = 10 ⋅ lg ⎜ 2 ⎜ p ⎝ 0 ⎞ ⎛ Li 10 ⎞ ⎟ = 10 ⋅ lg ⎜ ∑10 ⎟ ⎟ ⎝ i =1 ⎠ ⎠ i =1 209 .1 Schallpegeladdition Schalldruckpegel ⎛ p2 ⎞ L p = 10 ⋅ lg⎜ 2 ⎟ ⎜p ⎟ ⎝ 0 ⎠ ⎛ p12 ⎞ L1 = 10 ⋅ lg⎜ 2 ⎟ ⎜p ⎟ ⎝ 0 ⎠ ⎛ p2 2 ⎞ L2 = 10 ⋅ lg⎜ 2 ⎟ ⎜p ⎟ ⎝ 0 ⎠ .2 Rechnen mit Schallpegeln 3..2.. + pn = ∑ pi 2 2 2 2 i =1 n 2 p ges = p0 ⋅ 10 L p .

2. ges ⎛ pges 2 ⎞ ⎛ n ⋅ p2 ⎞ = 10 ⋅ lg ⎜ 2 ⎟ = 10 ⋅ lg ⎜ ⎟ ⎜ p ⎟ p0 2 ⎠ ⎝ ⎝ 0 ⎠ ⎧ ⎛ p2 ⎞⎫ ⎪ ⎪ = 10 ⋅ ⎨lg ( n ) + lg ⎜ 2 ⎟ ⎬ ⎪ ⎝ p0 ⎠ ⎪ ⎩ ⎭ L p ..3..2 Addition von n Schallpegeln gleichen Schalldruckes p ges = p1 + p2 + . + pn = n ⋅ p 2 2 2 2 2 Lp . ges = L p .1 + 10 ⋅ lg(n ) 210 .

ges = L p .3.3 Addition von 2 unterschiedlichen Schalldruckpegeln p1 = p0 ⋅10 L1 10 p2 = p0 ⋅10 L p . 2 .2.1 + 10 ⋅ lg 1 + 10( ( L2 − L1 ) 10 ) 211 ∆L p . ges 2 2 L2 10 2 2 p1 + p2 = p0 ⋅ 10 L1 10 + 10 L2 10 ⎞ ⎟ ⎟ ⎠ 2 2 2 ( ) ⎛ p ges 2 = 10 ⋅ lg ⎜ ⎜ p2 ⎝ 0 = 10 ⋅ lg (10 L1 10 + 10 L2 10 ) = 10 ⋅ lg 10 L1 10 ⋅ 1 + 10 ( { ( L2 − L1 ) 10 )} L p .

ges = L p .4 Addition von 2 Schallpegeln gleichen Schalldruckes L p .1 + 10 ⋅ lg(2 ) lg(2 ) = 0.301 L p . ges = L p . ges = L p .3.1 + 10 ⋅ lg(1 + 100 ) = L p .1 + 10 ⋅ lg 1 + 10( L2 − L1 ) 10 L1 = L2 ( ) L p .2.1 + 3dB 212 .

P 2. Berechnung der Leistungsgröße in Abhängigkeit vom Pegel k = k0 ⋅10 L 10 3. Einsetzen des Gesamtwertes in die Gleichung für die Pegelberechnung Lges = 10 ⋅ lg ( ∑ ki k0 ) Li 10 5. Ermittlung des Gesamtwertes für die Leistungsgröße k ges = ∑ ki i =1 n 4. I . Ersetzen der Leistungsgröße durch Pegel gemäß 2.Zusammenfassung: 1. Eventuell zusammenfassen mit Hilfe von Logarithmengesetzen lg(a ⋅ b ) = lg(a ) + lg(b ) lg(a b ) = b ⋅ lg(a ) lg(a b ) = lg(a ) − lg(b ) lg b a = lg(a ) b ( ) 213 . v2. Gleichung für Berechnung des Pegels L = 10 ⋅ lg(k k0 ) k : p2. Lges = 10 ⋅ lg ( ∑10 ) 6.

3.3 Lautstärke Schallpegel → objektive Größe der Schallstärke unabhängig von der Frequenz subjektive Größe der Schallstärke Kennwert des menschlichen Hörvermögens stark von der Frequenz abhängig Lautstärke → Höhere Töne werden als lauter empfunden als tiefere Töne 214 .

.: Lehrbuch der Bauphysik Definition: für f = 1000 Hz ist die Lautstärke in Phon gleich dem Schalldruckpegel in Dezibel. Klopfer. 215 . Jenisch.Hörfläche (Kurven gleicher Lautstärke) aus Lutz..

Setzer: Bauphysikalische Formeln und Tabellen 216 .bewertete Schallpegel LA • zur näherungsweisen Bestimmung der Lautstärke eines Geräusches mit einem einfachen objektiven Messverfahren → frequenzabhängige Korrektur von gemessenen Schallpegeln → bildet das Hörvermögen des menschlichen Ohres nach LA = L ˆ für f = 1000 Hz LA = L + ∆LA aus Hohmann.

nach Lohmeyer: Praktische Bauphysik 217 .

4.1 Geometrische Ausbreitungsdämpfung (Punktschallquelle) r2 AKugel1 = 4π r12 AKugel 2 = 4π r22 Schallintensität AKugel1 AKugel 2 r1 I1 = P 4π r12 Schallleistung P I= A P I1 r22 I2 = = 2 2 4π r2 I 2 r1 Abnahme des Schallpegels mit dem Abstand von der Schallquelle: ⎛ I1 ⎞ ⎛ A2 ⎞ L1 − L2 = 10 ⋅ lg ⎜ ⎟ = 10 ⋅ lg ⎜ ⎟ ⎝ I2 ⎠ ⎝ A1 ⎠ ⎛ A2 ⎞ ⎛ r2 ⎞ L2 = L1 − 10 ⋅ lg ⎜ ⎟ = L1 − 20 ⋅ lg ⎜ ⎟ ⎝ A1 ⎠ ⎝ r1 ⎠ 218 . Schallausbreitung im Freien 4.

0048 nach Mehlhorn: Der Ingenieurbau Bauphysik.0004 0.0002 0.0018 0.4.0008 0.017 0.013 0.0001 0.010 0.035 L = 10 ⋅ lg f Hz 125 250 500 1000 2000 4000 µ [1 m] (im Freien) µ [1 m] (durch Wald) I = 10 ⋅ lg e − µ x I0 = −10 ⋅ lg e ⋅ µ ⋅ x 0.2 Luftabsorption abhängig von: • • • Lufttemperatur relativer Luftfeuchtigkeit Frequenz (sehr stark) Berechnungsvorschrift: ISO 9613-1:1993 Angabe der Luftdämpfung in dB/100m Abklingkonstante für Luftabsorption I = I 0e− µ x 0.021 0. Brandschutz 219 .028 0.

Schalldämmung • • Schallquelle und Hörer in verschiedenen Räumen Ziel: Unterbindung der Schallübertragung in Nachbarräume Wand Raum 1 Raum 2 Reflexionsgrad Dissipationsgrad ρ τ Transmissionsgrad Primärschall Reflexion Luftschallanregung Transmission δ Dissipation Biegeschwingungen (Umwandlung in Wärme) 220 .5.

• - Verhinderung der Schallübertragung Verhinderung der Übertragung des Schalls auf die Wand durch geeignete Schalldämmung starke Dissipation der Wand Entkopplung der Schall übertragenden Schichten Entkopplung von Nebenwegen 221 .V.• - Übertragung des Schalls in Nebenräume Anregung von Biegeschwingungen der Wände durch Luftschall Direkte Anregung von Biegeschwingungen durch Trittschall Schallübertragung über Nebenwege (Körperschall) Ziegelzentrum Süd e.

5.1 Kenngrößen der Luftschalldämmung Maß für die Luftschalldämmung: D = L1 − L2 D = D( f ) Schalldämm-Maß R (leerer Raum): D L1 L2 Schallpegeldifferenz Schallpegel im Senderaum Schallpegel im Empfangsraum p12 I R = D = 10 ⋅ lg 2 = 10 ⋅ lg 1 p2 I2 Luftschalldämmung weiterhin abhängig von Wandfläche S Adsorption der Gegenstände im Raum 222 .

die den gleichen Anteil Schallenergie absorbieren kann wie die gesamte Oberfläche des Raumes sowie die darin befindlichen Gegenstände und Personen.Messanordnung: Schalldämm-Maß R (realer Raum): ⎛S⎞ R = D + 10 ⋅ lg⎜ ⎟ ⎝ A⎠ [ dB ] V ⎡m2 ⎤ A = 0. 223 .163 ⋅ ⎣ ⎦ T T Nachhallzeit [s] V Volumen des Raumes [m³] Äquivalente Schallabsorptionsfläche: Fläche mit Absorptionsgrad 1.

Schalldämm-Maß = Maß für den durch ein Bauteil übertragenen Anteil der Primärschallleistung R [dB] 10 20 30 40 praktische Bewertung einer Wand: → Aufnahme einer Kurve R = R( f ) im Frequenzbereich 100 Hz ... 3150 Hz (Terzbänder) → Vergleich mit der Bezugskurve für das Schalldämm-Maß (in Anlehnung an die Hörfläche) → Ermittlung eines mittleren Einzahlwertes für den Frequenzbereich 224 übertragener Anteil der Primärschallleistung 1/10 1/100 1/1000 1/10000 .

δ m ≤ 2 dB 225 .

2 Kenngrößen der Trittschalldämmung Widerstand einer Decke gegen den Durchgang von Trittschallwellen Norm-Trittschall-Pegel: ⎛ A⎞ Ln = LT + 10 ⋅ lg⎜ ⎟ ⎜A ⎟ ⎝ 0⎠ Ln = Ln ( f ) Messanordnung: [dB] LT Trittschallpegel [dB] A0 = 10m 2 A äquivalente Schallabsorptionsfläche [m²] 226 .5.

δ m ≤ 2 dB 227 .

Hohlblocksteine) 228 .B.5.3 Luftschalldämmung von einschaligen Bauteilen einschalige Bauteile (im schalltechnischen Sinn): Bauteile. Glas) mehrere Schichten. die als Ganzes schwingen • • • Bauteile aus einheitlichem Baustoff (z.B. Beton. die fest miteinander verbunden sind (z. Mauerwerk und Putz) Baustoffe mit kleinen Hohlräumen (z.B.

Bergersches Massengesetz: Schalldämm-Maß R ρ c mA f für senkrechten Einfall des Schalls: ⎛ π ⋅ f ⋅ mA ⎞ R = 20 ⋅ lg⎜ ⎟ ⎜ ρ ⋅c ⎟ ⎠ ⎝ für allseitigen Einfall des Schalls: Dichte der Luft [kg/m3] Schallgeschwindigkeit der Luft [m/s] Flächenmasse [kg/m²] Frequenz [Hz] α m = 45° ⎛ π ⋅ f ⋅ mA ⎞ R = 20 ⋅ lg⎜ ⎜ ρ ⋅c⋅ 2 ⎟ ⎟ ⎝ ⎠ ⎛ π ⋅ f ⋅ mA ⎞ R = 20 ⋅ lg⎜ ⎟ ⎜ ρ ⋅ c ⎟ − 3dB ⎠ ⎝ R ~ lg( f ) R ~ lg(m A ) 229 .

301 ≈ 6 mA 2 = 2 ⋅ mA1 ⎞ ⎟ − 3dB ⎠ 230 . Frequenz vergrößert das Schalldämm-Maß um 6dB ⎛ π ⋅ f ⋅ mA1 ⎞ R1 = 20 ⋅ lg ⎜ ⎟ − 3dB ⎝ ρ ⋅c ⎠ ⎛ π ⋅ f ⋅ mA2 ⎞ R2 = 20 ⋅ lg ⎜ ⎟ − 3dB ⎝ ρ ⋅c ⎠ ⎛ π ⋅ f ⋅ 2 ⋅ mA1 ⎞ = 20 ⋅ lg ⎜ ⎟ − 3dB ρ ⋅c ⎝ ⎠ ⎛ π ⋅ f ⋅ mA1 = 20 ⋅ lg ( 2 ) + 20 ⋅ lg ⎜ ⎝ ρ ⋅c R2 − R1 = 20 ⋅ lg(2 ) = 20 ⋅ 0.→ Verdopplung der Flächenmasse bzw.

Abhängigkeit des Schalldämm-Maßes von der Flächenmasse nach Hohmann.Setzer: Bauphysikalische 231 Formeln und Tabellen .

bei der die Wellenlänge des Luftschalls mit der Biegewelle des Bauteils übereinstimmt → Interferenz (Vergrößerung der Amplitude) → Minimum der Dämmwirkung (des Dämm-Maßes) Massengesetz 232 .Koinzidenzfrequenz (Grenzfrequenz): Frequenz.

für homogene Platte: mA c2 ⋅ fg = 2 ⋅π B′ B E⋅I B′ = = b b E ⋅d3 = 12 ⋅ (1 − µ 2 ) mit B [ MNm ] c [m s] mA [ kg m ] E [ MN m ] I [m ] 2 2 4 Biegesteifigkeit Schallgeschwindigkeit der Luft Flächenmasse Elastizitätsmodul Flächenmoment 2. Grades bezüglich der Biegelinie Dicke der Wand / Platte Breite des Bauteils Querkontraktionszahl c ≈ 340 m s d [ m] b [m] µ µ ≈ 0 .3 1 f g ≈ 60 ⋅ d ρ E [Hz ] 233 .

1 fg ~ d d 3 ~ B' Grenzfrequenz um so kleiner. je dicker (biegesteifer) die Platte ist → Bauteil ist „ausreichend biegesteif“ für fg < 100 Hz → Bauteil ist „ausreichend biegeweich“ für fg > 2000 Hz fg sollte außerhalb des bauakustischen Bereiches liegen 234 .

Koinzidenzfrequenz in Abhängigkeit der Dicke verschiedener Baustoffe 1 fg ~ d lg f g = − lg d + C → Geraden mit dem Anstieg -1 aus Hohmann.Setzer: Bauphysikalische 235 Formeln und Tabellen .

4 Luftschalldämmung von zweischaligen Bauteilen zweischalige Bauteile • 2 Schalen mit gleicher oder unterschiedlicher Flächenmasse.5.Schale entspricht → Resonanz Feder-Masse-System 236 . die durch eine federnde Zwischenschicht miteinander verbunden sind • Schwingungsanregung einer Schale führt zu erzwungenen Schwingungen der anderen Schale • wenn Anregungsfrequenz der Eigenfrequenz der 2.

Schale gering (z. Schale Flächenmasse der 2. desto geringer die Resonanzfrequenz Resonanzfrequenz: E ⎛ 1 1 1 ⎞ ⎜ ⎟ f0 = ⋅ ⋅ + 2π a ⎜ m A1 m A2 ⎟ ⎝ ⎠ E a m A1 m A2 Elastizitätsmodul der Zwischenschicht Schalenabstand Flächenmasse der 1.B. Gummi) groß groß groß 237 .Resonanz: Anregungsfrequenz = Eigenfrequenz der 2. Schale → viel Schallenergie wird in den Nebenraum abgegeben → Schalldämm-Maß minimal Ziel: Vermeidung von Resonanz Resonanzfrequenz möglichst gering → je weniger steif die Feder.

wenn der Abstand zwischen den Schalen ein Vielfaches der halben Wellenlänge der Schallwellen ist a = n⋅ λ 2 c c fn = = n ⋅ λ 2⋅a a c λ n Schalenabstand Schallgeschwindigkeit in Luft Wellenlänge der Schallwellen n=1. 238 .stehende Wellen: • • entstehen durch Reflexion an den Wänden der Schalen bilden sich aus.3...2.

Setzer: Bauphysikalische Formeln und Tabellen I II III Schalldämmung der zweischaligen Wand entspricht einer gleichschweren einschaligen Wand. Schalen schwingen unabhängig voneinander 239 . Schale Frequenz der 1.zweischaliges Bauteil f0 f g1 fg2 Resonanzfrequenz Koinzidenzfrequenz der 1. stehenden Welle einschaliges Bauteil f st1 I II III aus Hohmann. Schale Koinzidenzfrequenz der 2. Schalen schwingen in Phase Schalldämmung der zweischaligen Wand ist schlechter als die einer gleichschweren einschaligen Wand (Resonanz) Schalldämmung der zweischaligen Wand ist besser als die einer gleichschweren einschaligen Wand.

besser zwei dünne Platten als eine dicke zweischalige Bauteile (Vorsatzschalen. Luft ungeeignet.starke Hohlraumbedämpfung. abgehängte Decken) → Vermeidung der Resonanzfrequenz und der Ausbildung stehender Wellen .Entkopplung der Gehschichten durch schwimmende Verlegung 240 . da der Schall hindurchgeleitet wird → keine starre Verbindung der Schalen . zweischalige Bauteile besser geeignet.Fazit: • einschalige Bauteile: → → → • große Flächenmasse geeignete Biegesteifigkeit (ausreichend biegeweich) Schalldämmung begrenzt.Verwendung von Federschienen .großen Schalenabstand .

Schallabsorption • • Schallquelle und Hörer im gleichen Raum Ziel: Unterbindung der Reflexion Wand Raum 1 Raum 2 Reflexionsgrad Dissipationsgrad ρ τ Transmissionsgrad Primärschall Reflexion Luftschallanregung Transmission δ τ +δ =α Schallabsorptionsgrad ρ +α =1 Biegeschwingungen Dissipation (Umwandlung in Wärme) 241 .6.

d. die Schallenergie auf 1/106 abfällt.1 Kenngrößen der Schallabsorption • Schallabsorptionsgrad α= • absorbierte Schallenergie auftreffende Schallenergie α =1 „schalltoter“ Raum Nachhallzeit T Zeit in Sekunden.6. L[dB] 60dB Abschalten der Schallquelle Raum Sitzungsräume Unterrichtsräume Konzertsäle Kirchen Nachhallzeiten [s] ~ 0.7 ~1 1-2 2-3 242 T t[ s ] .h. in der nach Abschalten einer Schallquelle der Schallpegel um 60dB.

15 0.• Äquivalente Schallabsorptionsfläche A Fläche mit Absorptionsgrad 1.43 1.25 0.25 1000 0.05 .29 0.15 Person weiblich 0.08 Person männlich 0.95 0.40 2000 0.60 0. die den gleichen Anteil Schallenergie absorbieren kann wie die gesamte Oberfläche des Raumes einschließlich der darin befindlichen Gegenstände und Personen.15 0.15 0.60 4000 0.75 243 Polsterstuhl 0.39 1.25 0. A = ∑ α i ⋅ Si + ∑ n j A j i =1 j =1 n k αi Absorptionskoeffizient der Fläche i Teilfläche i Anzahl Gegenstände oder Personen Schallabsorptionsfläche der Gegenstände oder Personen A = 0.163 Gleichung von Sabine V T Si nj V T Objekt Volumen des Raumes Nachhallzeit Aj Schallabsorptionsfläche [m²] für Frequenzen [Hz] 125 250 0.10 500 0.

T1 A2 .• Schallpegelminderung Änderung des Schallpegels durch Anbringen von Absorptionsflächen ⎛ A2 ⎞ ⎛ T1 ⎞ ∆L = L2 − L1 = 10 ⋅ lg ⎜ ⎟ = 10 ⋅ lg ⎜ ⎟ ⎝ A1 ⎠ ⎝ T2 ⎠ A1 . T2 vor der Schallminderungsmaßnahme nach der Schallminderungsmaßnahme 244 .

desto besser ist die Schallabsorption → für tiefe Frequenzen sind sehr dicke Platten erforderlich 245 .B. Mineralwolle Energieumwandlung durch innere Reibung infolge der Deformation des Materials z. Gipskarton Holzplatten je dicker die Platte und je höher die Frequenz.B.6. offenporige Schaumstoffe Glaswolle.2 Wirkung der Schallabsorption homogene Stoffe poröse Materialien Energieumwandlung durch äußere Reibung zwischen den schwingenden Luftteilchen und den Teilchen des porösen Materials z.

Bautabellen für Ingenieure 246 .3 Raumakustik (Ausblick) • • gewisse Schallreflexion ist notwendig. damit der Raum nicht schalltot ist (keine 100%ige Verkleidung) gezielte Veränderung der raumakustischen Eigenschaften durch Anordnung von Absorbern.6. Resonatoren und Reflektoren aus: Schneider.