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Manuskripte@Deutsche-Literaturgesellschaft.de

Impressionen eines Zivis
Gesammelt und geschrieben im Zeitraum 1995-2000

Von Michael Vogel

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Inhaltsverzeichnis
1. Kapitel: Ägypten-Freiheit und Sonne 2. Kapitel: Der erste Tag 3. Kapitel: Einführungszeit 4. Kapitel: Das Ziviseminar 5. Kapitel: Dunkler November 6. Kapitel: Weihnachten ?!? 7. Kapitel: Frau Belges und andere Experten 8. Kapitel: Krisenstimmung 9. Kapitel: Neue Zivis!-Neues Glück? 10.Kapitel:Sommerzeit-Urlaubszeit 11.Kapitel:Der letzte Tag 12.Kapitel:Türkei-ein neues Leben beginnt
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I. Ägypten – Freiheit und Sonne

Die Sachen sind gepackt. Ein Koffer mittlerer Größe enthält all die Dinge, die ich in den nächsten 2 Wochen brauchen werde. Habe ich auch wirklich alles mitgenommen? Man wird sehen. Ich denk noch mal über meine Reisevorbereitungen nach, na ja eigentlich waren die eher spärlich. Aber, dass ist halt der Vorteil dieser Wohlstandsgesellschaft, du bezahlst und der Rest läuft über die Agentur. Impfen hätte ich mich ja noch lassen können, gegen Malaria beispielsweise, aber die Dame im Reisebüro sagte uns, dass es nicht unbedingt erforderlich wäre, also haben wir es gelassen. Es soll ja schon Impfungen gegeben haben die nach hinten losgegangen sind. Nichts desto trotz steige ich in meinen roten Golf, den Koffer lege ich auf den Beifahrersitz. Schnell noch ein Tape eingeschoben und es kann losgehen. Im Auto kommen mir die ersten Zweifel, ob die Entscheidung nach Ägypten zu fliegen, mit einem Mädchen, dass eigentlich nur eine Bekannte von mir ist, während meine richtige Freundin zu Hause sitzt, denn überhaupt richtig ist. Aber um den Leser ein besseres Bild von meiner Problematik zu geben, möchte ich ihm eine kurze Beschreibung meiner Person sowie der momentanen Verhältnisse geben. Also mein Name ist Michael und meine Freundin heißt Nicole. Wir sind seit über 4 Jahren zusammen und hatten, mal abgesehen von den üblichen Streitereien, eigentlich eine ganz normale Beziehung. Na ja und dann habe ich Annika kennen gelernt. Es war während meiner Ausbildungszeit zum Industriekaufmann. Wir hatten da so eine Schulung bei der IHK, Prüfungsvorbereitung für die Abschlussprüfung. Das Schulungszimmer in dem ich sie das erste mal sah war eigentlich wie ein ganz normaler Klassenraum aufgeteilt. Von der Tür aus gesehen saß ich links in der Mitte des Raumes, Annika saß mir schräg rechts gegenüber. Sie ist mir gleich aufgefallen, nicht nur durch ihr äußeres, sie war durchaus attraktiv, nein auch durch ihr Verhalten, es wich etwas von der Norm der anderen Mädchen ab. Eigentlich wäre sie besser auf der Schauspielschule aufgehoben gewesen. Jedenfalls wusste sie sich gut in Szene zu setzen. Ständig stellte sie Fragen zu den Themen, die gerade besprochen wurden. Ich konnte mich nicht des Eindrucks erwehren, dass sie unbedingt die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollte. Das Seminar fing täglich morgens um 8.30 Uhr an und ging bis in die Nachmittagsstunden. Am Mittwoch wechselte Annika ihren Platz, oder war es schon am Dienstag? Na ja ist ja auch egal, auf jeden Fall setzte sie sich an den Tisch der rechtwinklig zu unserem stand. Von da an kamen wir ins Gespräch. Immer wieder erzählte sie mir , welche Angst sie doch vor der Prüfung hätte und wie schwer es ihr fallen würde, sich die Dinge zu merken. Am Samstag, dem letzten Tag unseres Seminars, verließ ich die Sitzung schon nach zwei Stunden. Ich wollte einfach nicht mehr länger zuhören, der Seminarleiter erzählte da Dinge über die Funktionsweise eines Computers, die mir schon seit langem bekannt waren. Sein Informationen mögen sicherlich für den Laien und Einsteiger eine
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wichtige Bereicherung gewesen sein, mir schienen sie aber zum dem Zeitpunkt aber eher langweilig und trocken, vielleicht wäre es anders gewesen wenn er mehr Humor in die Sache gebracht hätte. Na ja jeder hat eben so seine Art die Dinge an den Mann zu bringen. Annika war schwer enttäuscht das ich nicht bis zum Ende bleiben wollte, aber es war schließlich Samstag, und ich fühlte mich dort nicht mehr allzu wohl. Die Leute dort verbreiteten zusätzlich eine zu große Angst vor der Prüfung, alles wurde meiner Ansicht nach zu verbissen gesehen. Ständig wurde einem vorgehalten wie schlimm es sei durchzufallen. Ich war mir meiner Sache sicher, deshalb entschied ich mich auch dafür mein Wochenende schon früher zu starten, als die anderen Seminarbesucher. Mein Prüfungsergebnis vor der IHK Bielefeld hat mir im nachhinein recht gegeben, ich hatte genau das richtige Verhältnis gefunden. Dennoch machten wir einen Termin aus an dem wir uns wieder sehen wollten, zum lernen versteht sich. Die Woche verging und der verabredete Freitagstermin kam. Ehrlich gesagt hatte ich mich seit Samstag auf das Wiedersehen gefreut. Irgendwie hatte sie mir doch den Kopf verdreht. Vielleicht lag es auch daran, dass ich seit ich mit Nicole zusammen war, ständig das Gefühl hatte, mal unbedingt eine andere Frau haben zu müssen, obwohl Nicole wirklich eine tolle Frau ist. Aber schließlich suggeriert uns die Gesellschaft ja, dass ein echter Mann möglichst viele Frauen haben muss und das er immer und überall Einsatz bereit sein muss. Das dies natürlich nicht immer der Realität entspricht, begreift man erst durch viele Erfahrungen, die ich noch machen musste. Zu diesem Zeitpunkt aber hatte ich noch ein verzehrtes und zum Teil auch durch etwas einseitige Mediendarstellungen beeinflusstes Weltbild. „Frauen müssen genommen werden“ Ich wollte Annika unbedingt im Bett haben, ich war regelrecht geil auf sie, dass alles natürlich ohne jegliche Rücksichtnahme auf Nicoles Gefühle. Nicole tat alles für mich weil sie mich so sehr liebte, doch ich nutzte das gemein aus. Es gab eigentlich keinen Grund für mich fremd gehen zu müssen, denn Nicole tat eigentlich fast alles erdenkliche was ein Mann sich von einer Frau wünschen kann, na zumindest meistens. Ich hätte sie in das ganze mit einbinden sollen anstatt ihr Annika als Konkurrentin unter die Nase zureiben, vielleicht hätten sich die Dinge dann anders entwickelt. Aber zu dem Zeitpunkt war ich doch ein ganz schöner Möchtegernmacho. Aus diesem Grund bin ich dann auch am Freitag zu ihr gefahren, sicherlich nicht ohne Hintergedanken, denn insgeheim wünschte ich mir ja mehr als nur Buchführung und BWL mit ihr zu lernen. In ihrem Wohnort angekommen, durfte ich dann erst mal das Haus von Annikas Familie bewundern. Es war mit Sicherheit kein 08/15 Haus, denn schließlich war sie ja die Tochter eines Unternehmers und als solche wohnt man nicht grade in einer 2Zimmer Mietswohnung. Was mir besonders ins Auge fiel, war das große Wohnzimmer mit dem Klavier. Musikinstrumente haben schon immer eine magische Anziehungskraft auf mich gehabt. „Spielst du Klavier ?“, war eine meiner ersten Fragen nach unserem ersten gemeinsamen Wiedersehen. Wir waren wohl beide ziemlich nervös. So eine richtige Antwort habe ich bis heute nicht von ihr bekommen. Sie schaffte sich immer irgendwie davor zu drücken mir etwas vorzuspielen. Ich

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Mein innerster Wunsch war mit ihr zu schlafen. Der Freitag Abend verlief so wie ich ihn mir insgeheim vorgestellt habe. Morgens gab es Streit wegen meiner späten Heimkehr. ungefähr meine Körpergröße. antworte ich. Annika fragte mich: “Hast du noch Lust? Wir können auch was anderes machen. deshalb wollte sie auch unbedingt nach Ägypten. Es gelang ihr nicht mich wirklich in Fahrt zu bringen. aber auch von mir. zu bearbeiten. legte ich mich ohne großes Aufsehen zu ihr ins Bett.“ „Warum nicht?“. von ihr. Auch die Körperrundungen waren so. Um sie nicht zu wecken. Die Stimmung war einfach nicht perfekt für eine heiße Liebesnacht. eine ganz bestimmte eigenartige Atmosphäre. Nach einer gewissen Zeit hatten wir beide die Nase voll. Am Samstagnachmittag telefonierte ich mit Annika. Langer Rede kurzer Sinn. wenn Nicole und ich im Schlafgemach uns aufhielten. indem ich ihr hoch und heilig versprach. Man spürte ihr Interesse an dieser Region. . Video gucken beispielsweise. Trotzdem blieb 5 .“ Ich weiß nicht mehr genau was für einen Film wir uns angeschaut haben. Auf alle Fälle lagen wir auf dem großen Bett in dem Zimmer ihrer Schwester und irgendwann bekam der Film nur noch zweitrangiges Interesse. Dort wollte ich sie haben. rechts vom Eingang an der Wand Bilder von ihr und der Familie und in einer kleinen Nische versteckt ihr Bett. Ich war mittlerweile wie besessen von dieser Frau. Man muss sich das in etwa so vorstellen. Aber es war anders als mit Nicole. dass wir wirklich lange Zeit mit der Durcharbeitung der Prüfungsbogen beschäftigt waren. im Gegensatz zu Nicole. Außerdem überall Grünpflanzen. Wieder landeten wir im Bett. am Samstagabend trafen wir uns erneut. Sie hatte. Diese Frau hatte mir auf eine gewisse Weise den Kopf verdreht. die schwarz-weißen Tasten. ich glaube es war einer mit Michael Douglas. Wir betreten ihr Zimmer. Geradeaus der Schreibtisch und dahinter das große Fenster. die mich dort gefangen nimmt. so wie wir es bei unserem Abschied verabredet hatten. was mir ihr Vater wiederum zu einem späteren Zeitpunkt sehr krumm nahm. Doch es glückte mir sie zu besänftigen. „Das ist sicherlich interessanter als hier diese langweiligen BWL und VWLBögen durchzuarbeiten. Erst mal setzten wir uns ins Nebenzimmer und fingen an zu üben. sowie orientalische Gegenstände. Es war irgendwie zu verkrampft. wie man sich das bei einer Frau wünscht. beim öffnen der Tür offenbart sich einem ein Raum von etwa 16-20 m². Wir fummelten aneinander herum. Von der Tür aus gesehen links ein Bücherregal mit diverser Literatur aus den unterschiedlichsten Bereichen. Wir begannen innig miteinander zu schmusen und tauschten dabei heftige Küsse aus. Wahrscheinlich auf der „Suche nach dem Diamanten vom Nil“ oder war es „Basic Instinct“ ich weiß es nicht mehr genau. Nicole schlief bereits tief und fest als ich ihr Zimmer betrat. so wie das der Fall war. Irgendwann in den frühen Morgenstunden verließ ich ihr Haus wieder. Es ist schwer zu beschreiben. Es war das gleiche Spiel wie am Abend zuvor. so gut ich es eben kann.5 dagegen nutzte bei jedem unserer Treffen die Gelegenheit aus. Ich konnte sie einfach nicht lieben. Ihr Körper war ausgesprochen begehrenswert. auch wenn ich es doch so sehr gewollte habe. Dann kam noch die Angst vor den Eltern hinzu.

auf der anderen Seite sollte ich der harte Mann sein. Deshalb war ich wohl auch zu nervös um mit ihr den Geschlechtsakt ausüben zu können. Annika war auf manchen Gebieten ganz anders als Nicole. Wie in der Nacht zuvor. Von nun an trafen wir uns häufiger. so kam es auch. Das Üben wurde zweitrangiger. Es war eine wirklich gute Zeit. Annika. der es ihr richtig besorgen sollte. Das konnte natürlich kein Dauerzustand bleiben. welches ich zu Nicole hatte. Ich kam mir auf eine Art und Weise echt toll vor. Aber es waren viele Faktoren. Man kann schon von einer Beziehung sprechen. Ich glaubte ernsthaft. Auch nur ein kleiner Heuchler? Na ja ich habe viel falsch gemacht. Sie war auf dem Gebiete auch nicht grade besonders sicher. denn in der Hinsicht war sie schon eine vollkommene Frau. Ein dominanter herrischer Typus. die es wahrscheinlich „lang und schmutzig“ brauchte wie manche so sagen. Das ich durch mein Verhalten die Liebe zu Nicole gefährden würde. versuchte sie zu unterdrücken. später wurde mir klar. Mich wiederum trieb der Gedanke wie es doch mal wäre in einer andern Frau zu stecken. Stattdessen wurde aber schon der erste gemeinsame Urlaub geplant. Ob Kneipe oder Kino immer waren wir irgendwo auf Achse. zum anderen die Nächte mit Nicole. Was natürlich nicht heißen soll. aber irgendwo hatte ich auch schuldkomplexe. Zum einen die Abende mit Annika. Am treffendsten wäre wohl sie mit einem Jungen zu vergleichen. auch wenn sie mich damals viel gekostet haben. eine Frau die mir Rätsel aufgab. da ich das Gefühl noch nicht kannte. während seine liebe Freundin zu Hause wartet. das ich nicht wusste wie ich sie behandeln sollte. wenn ich mir das so aus heutiger Sicht überlege. auch wenn sie wirklich von der Optik eine Sünde wert war. Und ich der „Schlappschwanz“ der sich was beweisen möchte.. Das Verhältnis zwischen ihr und mir war allerdings nicht mit dem zu Vergleichen. ob es denn richtig war was sie tat. ob ich nicht Lust hätte mir ihr in 6 . Alles was in irgendeiner Weise feminin hätte wirken können. statt dessen zogen wir immer häufiger gemeinsam los. war mir aber eigentlich egal. Annika hatte mich schon ganz zu Beginn gefragt. Annikas Verhalten im Bett verunsicherte mich. Auf der einen Seite wollte sie Macht über mich haben. Schließlich war nur Nicole meine einzige große Liebe was sich im Prinzip bis zum heutigen Tag nicht geändert hat Sie konnte mir eine gewisse zeitlang etwas geben was ich seitdem noch bei keiner andern Frau finden konnte.6 es auch in dieser Nacht nur bei dem Austausch von Küssen. dass ihr Gesicht und ihr Körper dem eines Jungen entsprachen. wen sie sich das wünschte. Ich begann so eine Art Doppelleben zu führen. kam ich wieder relativ spät nach Hause. aber was mich vor allem auch hemmte. die mich letztlich zu meinen Handlungen geführt haben und nur doch solche Erfahrungen kann man lernen. die mich aber auch faszinierte. Sie selbst war auch am zweifeln. die wir uns da aufgebaut hatten. bzw. das sie damit ihre Ängste überspielen wollte. Sie versuchte immer so cool zu wirken. sie konnte nicht den Funken der Leidenschaft zünden. wie weit ich gehen konnte. Nach der Prüfung sollte eigentlich Schluss sein mit den Treffen und den Übungsstunden. Nicole spukte ständig in meinen Kopf herum. denn so skrupellos war ich in Wahrheit nicht. das ich nur mit dem Finger zu schnipsen brauchte und ruck zu schon wieder eine andere im Bett haben würde.

Eine wirklich merkwürdige Situation in die ich mich da begeben habe. im Allgemeinen interessiert mich das aber nicht wirklich so sehr. als wir in die Stadt kommen. Ich kann mit recht behaupten. dann wäre das wohl auch kein Problem gewesen. Doch das wäre nicht weiter tragisch. lasse ich Annika hinters Steuer. sie biegt ab. dass es zu unserem beiden Vorteil wäre. die wir eigentlich fahren wollten. wenn ich damals nein gesagt hätte. nein auch die Route. da sie mittlerweile einen festen Freund hätte. mittlerweile haben wir August des Jahres 1995 und ich stehe mit meinem Wagen in Annikas Wohnort. doch auf alle Fälle war es eine gute Stunde später als geplant. wenn ich sie nicht mehr ans Steuer ließe. Von nun an war mir klar. wir haben verpennt!“ Ich kann mich nicht mehr genau erinnern wie spät es war . betraten wir endlich die Wohnung von Annikas Schwester. sind die Straßen natürlich nicht frei. in dem ihre Schwester wohnt. Erst mal mussten wir einen Parkplatz finden. Nicht nur das die Ampeln es nicht gut mit uns meinten. denn um 6. Nur leider funktionierte der Wecker nicht so wie er sollte. Von Berlin sehen wir nicht viel. Es war eine typische Studentenwohnung. Wir befinden uns auf einer Kreuzung. Wir weckten Annikas Schwester. Annika erzählt mir ständig wie schlecht und verlogen doch ihre Arbeitskollegen sind. denn die musste uns ja zum Flughafen bringen. mach du!“ „Du bist gut“. Wir finden einfach nicht die gemeinsame Basis. Es war kein besonders tiefer Schlaf den ich da hatte. Annika fing an zu schreien: „Ich fahr nicht mehr. Da wir uns aber vor dem Ägypten Urlaub nicht mehr oft gesehen haben. Das wäre uns beinahe zum Verhängnis geworden. dann endlich Schlaf. Andererseits hätte ich dann bis heute wohl noch nicht Ägypten gesehen. Wie das im Leben nun mal so ist wenn man es eilig hat. Noch bevor wir unter die Räder der Bahn kommen. Sie hat ihre Sachen gepackt. da es schon dunkel ist. Nachdem aber nun auch dieses Problem gelöst war. während ich bereits die Beifahrertür geöffnet habe um den Sitzplatz zu wechseln. Über die Autofahrt gibt es nicht viel zu berichten. Es herrschte die übliche Aufbruchstimmung. das habe ich Annika auch gleich zu Anfang mitgeteilt. indem Ihre Schwester wohnte. Bevor wir den Ortsteil erreichen. fahren wir nach Berlin. Irgendwann fanden wir dann auch endlich den Ortsteil. Wäre alles ganz normal verlaufen.7 Urlaub zu fahren. hatte sich meine Beziehung zu Nicole wieder gebessert.00 Uhr mussten wir am Flughafen sein. antwortete ich ihr. Irgendwann konnte ich nicht mehr ruhig liegen bleiben. Vielleicht wäre es besser gewesen. noch halb im Schlaf schrie sie: „Scheiße. Jetzt hieß es schnell machen. hatte ich das Steuer wieder ergriffen und den Wagen zurückgefahren. Aber trotz einiger Umleitungen schafften wir es noch rechzeitig zum Flughafen. Nun ja. „ Sag mal wie spät haben wir es eigentlich?“ Annika schaute auf die Uhr. Nachdem wir uns nun von ihren Eltern verabschiedet haben. Kurze Begrüßung. die mich lange Zeit mit Nicole verbunden hat. war durch Baustellen verhindert. Die Strecke von der Wohnung bis zum Flughafen war ein regelrechter Alptraum. plötzlich befinden wir uns mitten auf den Straßenbahnschienen und von vorne kommt natürlich grade ein Tram. doch das war nicht so einfach. wie man sie sich halt so vorstellt. Viel Zeit bis 7 . das uns in diesem Moment warm ums Herz wurde.

es gab keine Komplikationen und die Atmosphäre im Flugzeug war auch O. desto stärker vermisste ich ihre Anwesenheit. Alle der Mitgereisten hielten sich an die Wegesführung. Die 7. Alle sahen sofort in die Richtung der Schreienden und als ich 8 . Nachdem alle Formalitäten am Flughafen abgeklärt worden sind. denn Annika und ich hatten im wahrsten Sinne des Wortes den „falschen Dampfer“ erwischt und unsere Namen waren nicht auf der Passagierliste eingetragen. sie sollte das Interesse der Touristen wecken. 4. Doch anscheinend hatten die Architekten vor 5000 Jahre. die Ägypten auszeichnen. Als wir aus der Maschine ausstiegen. Außerdem waren meine Gedanken häufig bei Nicole und ich bereute bereits nach 2 Tagen. ließen die Beschwerden nach einer Woche nach. dafür aber sein abenteuerlustiges Verhalten. Tage Nilkreuzfahrt waren ihr Geld wert. als wir an Bord gingen hatten wir nicht mal 20°C Grad. während der Nilkreuzfahrt bekamen wir so ziemlich alle Sehenswürdigkeiten zu sehen. Der Flug verlief ganz normal. Wir wechselten das Schiff und bekamen dann auch endlich unsere Suite auf dem richtigem Nilkreuzer. hatte da etwas weniger Glück. Na ja. Ein anderer Mitreisender. dass ich nicht mit ihr hier war. machte die Essens. Stunden Flugzeit landeten wir sicher in Luxor. Der Lehm gab natürlich unter dem Gewicht des 2 – Meter-Typen nach und auf einmal hörte man nur noch einen lauten Schrei einer völlig verzweifelten Frau.und vor allem die Wasserumstellung meinem Magen zu schaffen. denn jetzt stellte sich erst heraus wie unterschiedlich wir doch in manchen Belangen waren. mein Selbstbewusstsein litt unter diesen unnötigen Trennung. nur dieser eine deutsche Dachdecker musste ja unbedingt seinen eignen Weg gehen und Modell für seine Freundin stehen. nicht damit gerechnet. Gott sei Dank. musste unsere Freund sich entsprechend in Pose bringen. 40°C Grad Außentemperatur. Nach ca. Die Pyramiden. Wir begaben uns auf einen Landgang zu einer 5000 Jahre alten Grabstätte. dass ich die eine oder andere Stunde auf dem Klo verbrachte und mit übelstem Durchfall kämpfte.K. An Board lernte ich einige deutsche Touristen kennen. phasenweise war es ein Gefühl der totalen Niedergeschlagenheit. die Sphinx und diverse Tempelbesuche standen bei den Landausflügen an. wenn man sich auf das Lehmdach des 5000 Jahre alten Tempel stellt. Es war zwar nicht sein Magen der ihm den Urlaub versaute. So kam es denn auch. stiegen wir in den Bus und fuhren zu unserem Schiff.8 zum Abflug ist uns jedoch nicht mehr geblieben. Doch nach kurzem Gespräch mit der Reiseleitung war das Problem geklärt. Obwohl das Wetter super war und auch die Stimmung an Board passte. Anfangs herrschte ein wenig Verwirrung. Mit Annika unternahm ich nur selten etwas. Je länger der Urlaub wurde. Eine Viertelstunde später und die Maschine währe ohne uns geflogen. Weil es sich natürlich auf dem Foto besser macht. gab es erst mal einen Temperaturschock. dass nun unser neues Zuhause für die nächsten 7 Tage werden sollte. Doch die Urlaubseuphorie ließ einen schnell an das neue Klima gewöhnen. mit denen ich die meiste Zeit meines Urlaubes verbrachte. das eines Tages ein deutscher Dachdecker von über 110 kg Gewicht hier seine kühnsten Fotoposen zu Schau stellen wird.

Alle Touristen waren sehr skeptisch.9 plötzlich das Riesenloch in dem alten Mauerwerk entdeckte. Diesmal löste ich das Wasserpfeifenfieber aus. Ich war natürlich der erste der sofort bereit war die Pfeife zu rauchen. wussten alle dass er überlebt hatte. Die Zeit verging wie im Flug. der die Pfeife zu rauchen bekam. dabei besichtigten wir auch alle Sehenswürdigkeiten der Stadt. Schnell war dann auch ein Hubschrauber vor Ort. 12 Meter. welche von den Touristen gekauft wurde. mein Freund ist da runtergefallen.“. Drei Tage lang hielten wir uns in Kairo auf. sondern das er in ein mit morschem Holz abgedecktes. Nach 7 Tagen ging es mit dem Flugzeug nach Kairo. tummelten wir uns am Pool des Schiffes. wenn auch unter sehr schmerzhaften Bedingungen. das er nicht direkt auf den harten Boden geknallt ist. doch als er nach einer Zigarette fragte. das seinen Aufprall. „Mein Gott. begannen auch sie zu rauchen. der ihn dann erst mal zur Notaufnahme ins nächste Krankenhaus flog. Ich hab mich gefühlt wie King Lui und die Masse war am lachen und toben. es machte richtig Spaß einzukaufen. Hilfe. Einheimische boten Ware an. Für ihn und seine Freundin war der Urlaub erst einmal gelaufen. Er hatte den Sturz. wollten die Leute. richtete das Spotlight auf mich und spielte ägyptische Folklore. Alle dachten er wäre tot. Bei unserer abendlichen Stadttour durch Luxor sorgte ich gleich für Furore. Überall in den Straßen tummelten sich Menschen. Am nächsten Abend sorgte ich wieder für Aufsehen. trotz mehrerer Knochenbrüche und ein paar Schnitt. Hilfe. Man schickte mich auf die Bühne. Wenn die Lage nicht so tot ernst gewesen wäre. Seine Freundin war völlig schockiert. sie hatten Angst die Pfeifen zu rauchen. enges Loch gefallen ist. ca. gebremst hat. war mir sofort klar. Auch hier war unser Zimmer auf dem Schiff. Ein blauen Kaftan und einen Kairo-Hut. an ihrer Pfeife zu rauchen. um zu sehen was mit ihrem Freund geschehen war. Ich dagegen begann richtig aufzublühen. Es war üblich zu feilschen bevor man etwas kaufte. dass ich die neue Ware vorführte. so nenne ich diesen wie ein umgedrehter Blumentopf aussehender Hut. Und zwar saßen überall am Wegesrand Ägypter die Backgammon spielten und dabei an ihren Wasserpfeifen rauchten. ich glaube ich hätte mich kaputt gelacht. Also begann auch ich mit den Händlern zu feilschen. Schnell liefen wir die Treppe runter. Auch eine Art das Interesse an sich zu ziehen. meistens mit einem kühlen Bier in der Hand.und Schürfwunden überlebt. hatte ich gekauft. Doch das Glück war auf seiner Seite. doch nach kurzer Zeit gab ich dem Druck der Masse nach und kleidete mich in mein neues Kostüm. Es war eine Stadt 9 . Schnell wurde ich zum Gesprächsthema an Board und die Mädchen begannen sich für mich zu interessieren. Und als die anderen das sahen. da musste etwas Schlimmes passiert sein. Wir genossen unsere Zeit weiterhin und wenn wir nicht gerade auf Landgang waren. Als wir wieder an Deck waren. Wir tranken Tee und verhandelten über den Preis. rief das arme Mädchen. es war eine wahre Wonne. Erst weigerte ich mich. Uns Touristen sprachen sie an und boten uns an. während ich in meinen ägyptischen Kleidungstücken dazu tanzte. Es herrschte ein regelrechtes Wasserpfeifenfieber und keiner wollte der letzte sein. viele befürchteten es könnte irgendwelche Drogen in den Pfeifen stecken. Seine Rettung war.

aber das ließ mich kalt. Dennoch war die Stadt eine Reise wert. Vielleicht war das auch der Grund. die ihre überwiegende Zeit mit mir in Kairo verbracht haben. Auch hier hatten wir Bombenwetter und das Wasser am Meer war so rein. Nach unserem Kairoaufenthalt ging es mit dem Bus nach „Hurgahda“. waren wir noch nie so lange getrennt gewesen. Annika hatte ihn gleiche für ihre Intrigen an Bord ausgenutzt. doch dass wurde mir erst sehr viel später bewusst. Am letzen Tag in Kairo wurde ich von den Kollegen und Mitreisenden gebeten eine kurze Abschiedsrede zu halten. So viele Eindrücke in so kurzer Zeit zu verarbeiten ist nicht einfach. Seit ich mit Nicole zusammen war. so wie ich es Nicole gegenüber einst aufgebaut hatte und jetzt leichtsinnig aufs Spiel setzte. ist nur schwer zu verarbeiten. es gab einem ein einheimisches Gefühl. Dazu noch das tolle Sonnenwetter. Aber der Urlaub sollte bereits der Anfang vom Ende unserer Liebe sein. Die Abende wurden überwiegend in der Hotelbar oder mit Stadtbummeln verbracht. insbesondere das Gefälle zwischen Armen und Reichen so dicht beieinander zu sehen. Als es dann letztlich zu einem Machtkampf beim Schach spielen kam und er beide Partien gegen mich verlor. denn wirklich geliebt habe ich sie ja nie. warum ich kein echtes Vertrauen zu ihr aufbauen konnte. Insbesondere letzteres machte aufgrund der tollen Wasserverhältnisse besonders viel Spaß. Sie waren echt gute Kollegen und hattet gute Ansichten („Am besten wäre die Urgesellschaft“). wie sehr ich doch an ihr hing. denn mittlerweile war meine Sehnsucht nach Nicole immer größer geworden. wie ich es in dieser Art und Weise zuvor noch an keinem anderen Strand der Welt gesehen habe. So weit von zu Hause und doch ein bekanntes Geschäft.10 mit vielen Gegensätzen. Ich hatte keine Lust mich da auf irgendwelche Scherereien einzulassen. Meinte er doch ein ganz besonders heller Kopf zu sein und stellte sich außer dem als Adonis ins Rampenlicht. Aus diesem Grund verbrachten wir auch die nächste Zeit mit Schwimmen oder Tauchen. Nichts desto trotz hielt ich im Namen unserer Gruppe eine kurze Abschiedsrede und bedankte mich bei ihm für seine kompetente Führung durch Ägypten mit seinen Sehenswürdigkeiten. Der Urlaub hatte mir ein richtiges Gefühl von Freiheit vermittelt. wie ihn sich viele Europäer nur schwer vorstellen können. auf der anderen Seite die Slums mit einem Ausmaß von Armut und Elend. In Kairo besuchte ich auch MC Donalds. An dieser Stelle möchte ich auch meinen beiden Freunden Mike und seiner Frau aus der ehemaligen DDR gedenken. das einem 10 . Vier Tage Badeurlaub waren angesagt. zeigte sich doch seine schwache Persönlichkeit. Dabei bedankte ich mich vor allem bei unserem Reiseleiter „Ismael“ zu dem ich ein besonderes Verhältnis im Laufe der Reise entwickelt hatte. Er wollte mich damit provozieren und ging mir mit seinem Verhalten ziemlich auf den Wecker. Und mir wurde das erstemal in meinem Leben klar. Er wertete meine Siege ab und rechtfertigte seine Niederlagen mit einer schlechten Tagesform. So weit weg von zu Hause und keinerlei Verpflichtungen. So schön der Urlaub auch war. ich wünschte mir doch wieder nach Hause zu reisen. auch wenn wir keine Korallen gefunden haben. auf der einen Seite die Touristengebiete mit viel Prunk und Glorie.

Das sollte ein richtiger Horrortrip für mich werden. Gott sei Dank war der immer noch da. in der Hoffnung vielleicht einen LKW-Fahrer zu treffen. dass ich mich in Berlin verfahren habe und die falsche Ausfahrt erwischt habe. ich stieg in meinen Golf. der mir erst mal klar machte. Jetzt stand ich da. bis ich endlich die richtige Route heimwärts finden konnte. Fast 80 km lang bin ich in die völlig falsche Richtung gefahren.11 eine nie gekannte Energie gab. es war ein LKW auf dem Parkplatz. 1 km Fußmarsch bei Dunkelheit und Regen auf der A2 kam ich dann zu einer Polizeistation. Allerdings durfte ich die ganze Zeit draußen warten. 1 ½ halb Stunden herumgeirrt. 30 km vor meinem Heimatort ging mir der Sprit aus. und trat meine Heimreise an. das heißt 10 °C Grad und Regen. hatten wir Septemberwetter. mit meinem Latein völlig am Ende. Nicht sie als Menschen. Irgendetwas passte denen immer nicht. Der Heimflug war ebenfalls reibungslos und als wir wieder in Berlin gelandet sind. guckte er mich nur völlig entsetzt an. die dann auch noch so liebenswürdig war vorbeizukommen und mir Diesel mitzubringen. Na ja. Dort verabschiedete ich mich von allen. Ich hatte keine andere Wahl und musste eine Telefonstation finden. wie man mich freundlicher Weise aufklärte. Daraufhin zeigte ich ihm meinen Kanister um ihm deutlich zu machen. Nach kurzer Diskussion mit dem Polizeimeister. Er jedoch schmiss seinen LKW an und fuhr los. Als erstes setzten meine Scheibenwischer aus und das bei strömenden Regen. dachte ich mir insgeheim. Statt 40 °C Grad und Sonne. der doch etwas verwundert war. Tatsächlich. Da ich noch einen Kanister hatte. Draußen durfte ich mein Schicksal dann auch noch einem gerade zur Wachstation heimkehrenden Polizisten schildern. Ca. das doch Annika und noch einige andere gleichaltrige deutsche Touristen ständig etwas zu nörgeln hatten. so viel Zeit verloren und keinen Meter in die richtige Richtung gefahren. lief ich damit zur nächsten Raststätte. ging alles ziemlich schnell. ließ er mich dann doch telefonieren. dass ich mich strafbar gemacht habe. dass ich sie besser nie kennen gelernt hätte. da es nicht erlaubt ist. Als Nicole dann endlich da war. Nachts um 3 Uhr rief ich Nicole an. „Willkommen in Deutschland“. dass ich Annika gesehen habe. Es war ein Hundewetter und ich konnte kaum etwas sehen. Am letzten Tag tauschte ich noch einige Adressen aus. aber die Zeit mir ihr war nicht unbedingt meiner Beziehung zu Nicole zuträglich. Manchmal wünschte ich mir. ohne das es mir überhaupt klar war. Doch als der Fahrer mein Klopfen an seiner Tür hörte. als er mich dort sitzen saß. Um so schlimmer fand ich es. (Nicole du bist die Größte). Es war für lange Zeit das letzte mal. so kam es dann auch. Kurz vor zu Hause sollte sich diese nächtliche Eskapade dann auch bitterböse rächen. deshalb distanzierte ich mich die letzten Tage fast ganz von ihr und ihren rumstänkernden Freunden. nach ca. der mir vielleicht etwas Sprit verkaufen könnte. weil ich keinen Sprit mehr hatte. sich in einer Wachstation aufzuhalten. Annikas Freund holte uns vom Flughafen ab und brachte uns zu der Wohnung ihrer Schwester. Dem Himmel sei Dank. Auch er las mir dann noch einmal die Leviten bezüglich meines Autos. dass ich Dieselkraftstoff benötigte. Als ich es dann merkte bin ich bestimmt noch einmal ca. denn ich hatte es schon mit der Angst bekommen. gab es wieder einen Temperaturschock. 11 .

das werde ich ihr nicht vergessen. bis zu dem Beginn meines Zivildienstes. Denn irgendwo hatte ich es nicht mehr verdient nach meinen unfairen Aktionen Am nächsten Tag erzählte ich ihr alles über den Urlaub und wie schön es doch sei wieder bei ihr zu sein. aber dann war schnell alles geklärt und wir konnten die Heimreise antreten. hat sie mich dennoch behandelt wie einen Schatz. hatte ich mir dann doch etwas anders vorgestellt. der später noch verhängnisvolle Folgen haben sollte. Die letzten Urlaubstage verbrachte ich dennoch mit meinem Schatz. sondern einen sportlichen Golf II. Aber zum ersten mal in unserer Beziehung spürte ich ein Gefühl zwischen uns das vorher nicht da gewesen ist. der die Dinge auf sich zukommen lässt. Der Urlaub mit Annika. Unsere bis dahin so starke Liebe hatte ihren ersten derben Knacks bekommen. Trotz meines egoistischen Verhaltens ihr gegenüber. da ich eigentlich ein Mensch bin. nicht mehr ihren alten Opel-Kadett. so wie überhaupt mein ganzes Verhalten Nicole gegenüber seit ich Annika kannte. sofern ich mir überhaupt eine Vorstellung davon gemacht habe. Denn was mich da erwarten sollte. hatte einen deutlichen Keil zwischen uns geschoben.12 Erst hatte ich sie gar nicht erkannt. 12 . Es war dann doch noch eine sehr schöne Nacht. weil sie einen neuen Wagen hatte. der für mich noch zu einem wahren Alptraum werden sollte.

1 Stunde dauert. Da sind also Dirk. Christian. Dabei lasse ich den heutigen Tag noch einmal Revue passieren. um meine erste Tour mit meinem Kollegen Matthias zu unternehmen. Ich erzähle ihr von meinem ersten Erlebnissen und sie hört gespannt zu. Während der Tour unterhalte ich mich mit Matthias.09. wie es immer so schon heißt. Wir haben den 4. Der erste Kontakt mit unseren Kunden ist mir nicht so gut in Erinnerung. Nicole hat jetzt einen Zivi als Freund. Ich soll dort die nötigen Formalitäten erledigen. Entspannt lege ich mich aufs Bett und schalte meine Musikanlage an. ich glaube einmal einkaufen fahren und dann noch saugen. Es ist schon ein komisches Gefühl zu sehen. Von jetzt an werde ich ihr noch öfter berichten was mich so täglich erwartet. Sie versüßt mir immer das schlafen gehen. Ein ganz normaler Montag und ich trete meinen Zivildienst bei der Arbeiterwohlfahrt Abteilung Mobiler Sozialer Dienst (MSD) an. Bevor ich mich richtig bei meinen zukünftigen Zivildienstkollegen vorstellen kann. 13 . Der erste Tag Alles hat ein Ende auch der schönste Urlaub. weil es doch alles neue Eindrücke für mich sind. Matthias gibt mir den Schlüssel für den Fiat Ciquecento und wir fahren los. Fünf neue Gesichter in meinem Leben. so dass ich schnell wieder zurück bin. Jeder hat seine eigene Persönlichkeit und seinen eigenen Charakter. Ich erzähle denen also in knapper Form meinen Werdegang. Die Kollegen stellen sich ebenfalls bei mir vor. anfangs habe ich noch gelacht. Laut Papier bin ich erst zum 04. darf ich mich erst mal entschuldigen.13 II. schildert er mir ebenso. sowie die Gründe die mich veranlasst haben Zivildienst zu machen und nicht zur Bundeswehr zu gehen. Nach dieser Vorstellungsphase die ca. Dort erwartet mich die übliche deutsche Bürokratieatmosphäre. schickt mich meine Chefin zur Zentrale nach Bielefeld. Dementsprechend hat sie am Freitag ein am Morgen stattfindendes Treffen angeordnet. Die Sorgen und Nöte die einen erwarten. Eigentlich ist man ja immer noch der gleiche. Nachdem das Problem jedoch geklärt ist. September erwartet hatte. Aber dafür geht hier alles recht fix. wie die guten Seiten des Zivi-Daseins.09 eingerufen worden. da man mich schon am Freitag den 1. die mir heutzutage mittlerweile schon ein Graul geworden ist. Es war jedenfalls nichts besonderes. dass ich schon am 01. haben mich doch geprägt. meine Chefin aber dachte. kommen würde. Die Eindrücke die ich gesammelt habe. Das war leider ein Missverständnis zwischen mir und meiner Chefin. Die erste Nacht nach harter Arbeit schlafe ich sehr gut. Er erzählt mir etwas über das Leben eines Zivildienstleistenden. Matthias und Kerstin. Zelli. insbesondere weil Nicole bei mir ist. Nach meiner ersten Tour fahre ich nach Hause. das man jetzt Zivi ist. Jetzt beginnt für mich der Ernst des Lebens. Anfangs bin ich ein bisschen nervös. September 1995. denn das ist ansonsten nicht üblich. kann ich mich ganz normal bei meinen Kollegen vorstellen. aber irgendwie auch nicht.

Ich bin noch etwas verhalten.“ damit begrüße ich drei andere Personen die dort im Wartezimmer sitzen. Ich verabschiede mich von den Zivi-Kollegen im Wartezimmer und bereite sie mental schon einmal darauf vor. wie ich erfahre. Sie macht einen etwas gestressten Eindruck auf mich. dann musst du gesund sein. Aber nach ihrer Geste ist mir klar. Ich klingele an der Haustür. „Guten Morgen. Schließlich hast du ja mit Menschen zu tun. Alles Zivis. Die Ärztin ist ca. die Frau führt mich einen Weg entlang Richtung Treppe.“ „Muss das denn wirklich sein. „Guten Tag. sowie der Warteraum untergebracht. jeder wartet auf die Untersuchung. Ich betrete das Untersuchungszimmer. Wenn du keine aktuelle TetanusImpfung hast. Alle Papiere habe ich beisammen. Glücklicherweise treffe ich einen Passanten. Wir werden sehen was die Ärztin sagt. Hier ist die Praxis. Während die anderen ihren Tagesablauf planen. Mein Gesicht verzieht sich vor Angst. bin ich froh das ich alles hinter mir habe. antwortet einer der Zivis. Das ist wie bei einem Beruf in der Lebensmittelbranche. bist du eine Gefahr für die anderen. Nach Beendigung der Besprechung setzte ich mich in den Dienstwagen und fahre nach Bielefeld. „Und wie sieht die Untersuchung so aus?“ „Nichts besonderes. Ich hasse Spritzten. die braucht man ja auch wenn man zum Amtsarzt geht. da musst du auch vorher zur Untersuchung. Jahre alt. Meine Chefin richtet mir aus. Ich befürchte ich habe keine Impfung. Sie sind zur Untersuchung bezüglich Ihres Zivildienstes hier. Außerdem werde ich gewogen und meine Größe wird gemessen. Ich lege mich auf das Liegebett im Nebenzimmer und erwarte die Spritze. ich werde Ihnen dann eine Spritze verpassen. der die Ärztin kennt und mir den Weg dorthin erklärt. Natürlich wollen sie mir jetzt Angst machen und erzählen mir die schlimmsten Horrorgeschichten. bekommst du hier eine. „Aus ihrem Impfpass haben wir entnommen.“ Die Assistentin der Ärztin ruft meinen Namen auf.“ „Ach so ist das.“ entgegnete ich etwas verärgert.“ Ich tue was mir gesagt wird und lasse die Prozedur über mich ergehen. das sie keine Tetanus-Impfung mehr haben. Nicht ohne 14 . Das Haus der Ärztin finde ich nicht sofort. meinem zweiten Arbeitstag brauche ich nicht zu arbeiten. Daraufhin beginnen mir die anderen Zivildienstleistenden ihre Erfahrungen mit der Amts-Ärztin zu schildern.“. Anschließend mache ich einen Augentest. Ich möchte ihren Blutdruck messen und ihre Atmung überprüfen. das kein Weg da dran vorbei führen wird. da mir die Menschen nicht so vertraut sind. man muss Urin lassen. „Wenn du in so einem Beruf tätig bist wie jetzt als Zivi. In jede Pobacke bekomme ich eine gedrückt. den ich ohne Schwierigkeiten bestehe. Ich stehe in einem großen Flur. Morgens bin ich normal zur morgendlichen Sprechstunde erschienen. und außerdem wird der Blutdruck gemessen. und wenn du beispielsweise eine ansteckende Krankheit hast. Wir gehen gemeinsam in den Keller des Hauses. Einführungszeit Am Dienstag. was sie in dem Arztzimmer erwartet.14 III. daraufhin öffnet mir die Haushälterin die Tür. „Wozu ist die Untersuchung eigentlich gut ?“ frage ich so in die Runde. Würden Sie sich bitte gleich ins Nebenzimmer begeben. 60. Ich lasse mich davon aber nicht weiter beunruhigen. Als man mich entlässt. bereite ich mich schon auf die amtsärztliche Untersuchung vor. aber was nimmt man nicht alles in Kauf für sein Vaterland. die Ärztin zu grüßen. Würden Sie sich bitte entkleiden. Es liegt etwas außerhalb und der Weg dorthin ist nicht ausgeschildert.

Dann weißt Du immer wie viel Du zu verlangen hast. der mich als erstes entsprechend in Empfang nimmt. die zweite gibst Du inklusive des Geldes an die AWO-Zentrale und die dritte lässt Du ganz einfach im Block. Bad. Als erstes schauen wir in unseren Terminkalender. beginnt mein erster richtiger Arbeitstag als Zivi. Dirk mit dem saugen und ich mit dem wischen. In der Zeit von 8. Wir besuchen eine ältere Dame. schalte mein Radio ein und fahre zu meiner Freundin. inklusive Kaffee trinken statt. dabei muss ich erstmals meine Qualitäten als „Wischmopp“ unter Beweis stellen. eine Tasche und einen Einkaufszettel in die Hand. Das läuft folgendermaßen ab. Die haben auch alles da.“ Ich nickte zustimmend. aufgeteilt. Dirk saugt das Wohnzimmer und das Schlafzimmer. Ich setzte mich in meinen Golf. Von jetzt an beginnt der Zivi-Alltag. drückt mir ein Geldbeutel. das werde ich schon hinkriegen. Dirk setzt sich an das Steuer des Fiat Ciquecento . Dirk saugt die Wohnung. wie viele Termine wir überhaupt so haben. In der ersten Zeit fahre ich oft mit Dirk los. „Fahren Sie am besten in den Lidl. während ich diesmal „raus geschickt“ werde. Dort kaufe ich auch immer ein. Erst jetzt können wir uns der eigentlichen Arbeit widmen.15 Schadenfreude sehe ich ihre verängstigten Gesichter. dann weißt Du genau Bescheid. Sie hat einen Hund in ihrer Wohnung. Schlaf. Wenn Du es paar Mal gemacht hast. das heißt ich muss einkaufen fahren.30 Uhr planen wir unsere Tageseinsätze.“ „Na ja. Aber das lernt man dann im Laufe der Zeit noch. 1 Minute habe ich ihm von meinem Hosenbein gelöst und er hat das Bellen eingestellt. anschließend melde ich mich bei Dirk ab. Die erste Seite gibst Du den Kunden. die „Sahnehäppchen“ heraus. Ich beschäftige mich mit Küche und Bad. Nach ca. Die Ehefrau.“ Wir kassieren das Geld ab und verabschieden uns von der guten Frau. was auf dem Zettel steht. und den Neulingen überlässt man die eher ungeliebten Termin.. Der erste Termin geht relativ schnell.und Wohnzimmer. Auch hier teilen wir uns die Arbeit wieder auf. Als erstes findet die morgendliche Begrüßung. Er drückt mir die 15 . Nachdem alle Termine abgeklärt sind. zumindest versuchen wir es. Außerdem wird abgeklärt. Noch weiß ich nicht wie sehr ich diesen Job eines Tages hassen werde. Wir teilten uns die Arbeit auf. Ich erzähle ihr was ich erlebt habe. sowie den alten Fernseher. Freundlich wie sie war gab sie jedem von uns 2. Sie fragt mich über meinen Arztbesuch aus. Jetzt zeigt Dirk mir wie man bei bar zahlenden Leuten abrechnet.30 – 9. Die alten „Hasen“ schnappen sich die besten Termine. Diesmal besuchen wir ein älteres Ehepaar. oben trägst Du den entsprechenden Betrag ein und unten lässt Du Dir das vom Kunden abzeichnen. Da ich von meinem naturell nicht gerade ein Ordnungsfanatiker bin. So hat alles seine Ordnung. Am nächsten Morgen fahre ich zur AWO. außerdem putzt er die verstaubten Schränke. Schreib Dir die Sätze am besten auf Deine Vorderseite von dem Block. wer mit wem zusammen los fährt. Die Wohnung besteht aus Küche. Dirk schmeißt den Fiat an und wir fahren weiter zum nächsten Termin. „Also hier haben wir den Quittungsblock. Anschießend werden die Termine gerecht. Auf alle Fälle gebe ich mir die größte Mühe und nach einer halben Stunde sind wir beide fertig.DM Trinkgeld. sie ist sage und schreibe schon 92 Jahre alt. Da ich noch neu bin kenne ich die Termine nicht und weiß somit nicht was sich hinter jedem Termin verbirgt. Er ist schon lange Zeit dabei und kennt die Leute bei denen wir arbeiten müssen. wird man mir das Leben in den nächsten Monaten zur Hölle machen. Die Beträge richten sich nach der Dauer der Arbeit.

Mehl. die mir jederzeit Auskunft erteilten. mit der gekauften Ware. das ich auch auf die Marken zu achten habe. der auch schon über 90 Jahre alt ist. fahren wir wieder zur Zentrale.“ . Irgendwie freue ich mich doch über meine neue Arbeit als Zivi. Beides sind Leistungen die ein jugendlicher gesunder deutscher Mann im Alter von 18-22 Jahren oder auch darüber hinaus für den deutschen Staat zu erbringen hat. An dieser Stelle des Buches ziehe ich einen kleinen Vergleich zum Bundeswehrsoldaten Alltag. Das Bewusstsein eines Zivis ist sicher nicht mit dem eines Bundeswehrsoldaten zu vergleichen. fragt aus dem Wohnzimmer: „Na Mäuschen hat er alles bekommen?“ „Ja.“ Daraufhin gehe ich in mein Zimmer und lege mich auf mein Bett. drei Dosen Milch und ein Päckchen Lord Extra. Das Geschäft habe ich nach 5 Minuten Fahrzeit erreicht. das ich nichts besonderes machen musste. Sogar deine Zigaretten sind dabei. Zucker. „Na. Auch jetzt beginnt wieder ein neues Kapitel für mich.bemerkte ich. Es regnet in meine Zimmer. die ich einkaufen soll. Das Umfeld. Genüsslich macht er seinen ersten Zug. 100 g Milchschokolade. Dabei schlafe ich ein. die ich holen soll. Der morgige Tag wird neue Ansichten bringen. Dirk. Ihr Ehemann. als ich der Frau die Einkaufstasche in die Hand drücke.“ Nachdem ich bezahlt habe. Aber die alte Dame hörte gar nicht mehr zu. „In zwei verschiedenen Haushalten bin ich gewesen. die Menschen. Mist. Da ich aber keine Lust habe viele Worte zu machen. fahre ich wieder zurück.. Sie packt die Tasche aus. So wie alles im Leben haben 16 . KäseAufschnitt. Es ist irgendwie etwas ganz neues. Ich steige in mein Auto und fahre nach Hause.“ Grinsend verlasse ich die Wohnung. ob er diesen Dienst erbringen möchte oder nicht. die Arbeit alles ist abweichend von dem was ich bisher getan habe. ja das hat er. grade das ist es. Man nimmt mich dort gebührend in Empfang. zum anderen ist mir gar nicht bewusst. Die Aufgabengebiete. Nachdem wir uns verabschiedet haben. ist ein anderes Kapitel und es gibt sicherlich genügend alternative Literatur zu diesem Thema. der Tagesablauf und die dahinterstehenden Ideologien sind aber doch unterschiedlich. Die Freude ist wirklich überraschend groß. Sie sucht nach Feuer. In Gedanken lasse ich den Tag noch mal Revue passieren. haben Sie etwas vergessen?“ „Ja. die Zigaretten habe ich noch vergessen. Der heutige Arbeitstag ist damit beendet. Wie wird es weitergehen? Was werde ich noch erleben? All diese Gedanken gehen mir durch den Kopf. Draußen vergleiche ich noch mal den Einkaufszettel. Brot. das ist mein Arbeitskollege und ich haben dort Ordnung gemacht und außerdem habe ich für ein älteres Ehepaar eingekauft. sage ich den anderen. Aber zu behaupten der eine Dienst wäre höher anzusehnen als der andere ist auch nicht richtig. Ich muss lernen die richtigen Sachen zu finden und das ist anfangs gar nicht einfach. Es scheint fast eine Erlösung zu sein. „Fahr vorsichtig. Die Frau an der Kasse fragt mich. und zwar die Zigaretten. Na ja. Glücklicherweise sind aber überall freundliche Bedienungen. so das ich nach einer Viertelstunde mit dem Einkaufen fertig bin.16 Wagenschlüssel in die Hand. Eines haben beide gemeinsam. Man muss sich umstellen. wir brauchen jeden Wagen. als sie ihrem Mann die Zigarette anzünden kann. Dirk und ich stehen beide in der Küche und beobachten Sie bei der Arbeit. Wurst. nebenbei öffnet Sie das Päckchen. ich muss das Fenster schließen. Noch mal schnell ins Geschäft und die Zigaretten geholt.“ „Die hätte ich fast vergessen. was mir soviel Spaß macht. Zum einen weiß ich gar nicht wo die Dinge stehen. Alle sind neugierig was ich denn so alles machen musste. aber die sind eh nicht für mich. Dirk und ich erhalten eine Tafel Schokolade.

17 . der als nächstes durch das kommenden Zivi-Seminar erweitert werden soll. der in beide Dienste hineingeschaut hat. nur weil er den anderen Weg gewählt hat. Man sollte aber nicht von vorne herein den anderen verurteilen. Dem einen liegt halt die Arbeit mit Menschen mehr. Ich glaube eine wirklich neutrale Beurteilung kann sowieso nur einer abgeben. Ich habe mich nun mal für den Zivildienst entschieden und bleibe deshalb auch weiter bei den Schilderungen aus meinem Erfahrungshorizont. Solange jemand seine Waffen nur zur Verteidigung gebraucht.17 beide Aufgabenbereiche ihre Vor. der andere ist vielleicht mehr der Kampftyp. kann man ihn nicht verurteilen (übrigens wenn das jeder so machen würde gäbe es auch keine Kriege).und Nachteile.

Die Zeitaufteilung war eigentlich ganz gut. Ein nützlicher Ratschlag in Bezug auf die Hinfahrt nach Dortmund kommt von Christian. in Zivildienstlerkreisen auch als das „Zivi-Seminar“ bekannt. zum anderen sprachen wir über die unterschiedlichen Aufgabenbereiche in denen wir eingesetzt werden sollten. B. Wer sich hier nicht an die Regel hielt. dort wurde uns von den Seminarleitern Unterricht gegeben.“ Die Idee war nicht schlecht. man trifft hier doch viele Gleichgesinnte und Andersdenkende. Es waren drei oder vier Gebäudekomplexe in denen die Zivis untergebracht wurden. Tagsüber gingen wir alle in die Schulungsräume. Zum einem wurde über die verschiedenen Krankheitsbilder gesprochen. ist mit Sicherheit noch nicht ausdiskutiert. was da auf mich zukommt. Bier oder Schnaps aber auch Haschisch. die er dort machte. Denn es verging mit Sicherheit kein Abend in dem nicht in einem Zivizimmer getrunken wurde oder ein Joint die Runde machte. Er rät mir. Jeder der Zivi Kollegen erzählt mir von seinen Erlebnissen. da ich ja in etwa wissen will. Morgens gemeinsames Frühstücken. gemeint sind hier in erster Linie Alkoholhaltige Getränke wie z. Die Fahrt zur Seminarstätte dauerte länger als geplant. Es dauerte mindestens 2 Stunden bis sie soweit Ordnung geschaffen hatten. Eins der Dinge worauf besonders hingewiesen wurde und was mir immer noch in guter Erinnerung geblieben ist. Die Seminarleiter waren doch sicherlich überfordert mit der Masse junger Männer. Aber eins ist sicher. denn die nahmen ja wenigstens keine Drogen. dass wir zu spät dort ankamen. wie wenig doch diese Gesetzte nützlich sind. Dadurch habe ich zwei neue Zivilkollegen kennen gelernt und wir haben uns bei den Fahrten abgewechselt. mit zum Teil auch unterschiedlichen Lehrern. mich mit der AWOSennestadt kurzzuschließen. erhält man ein vom Staat gesponsertes Seminar. anschließend Schulung. könnt ihr euch die Kosten teilen. Mein Seminar hat in der Nähe von Dortmund stattgefunden. wenn ihr zusammen fahrt. Die Themenkomplexe waren sehr breit gefächert. riskierte einen Rauswurf. Jeden Tag ein anderes Thema. Ich höre immer interessiert zu. „Wahrscheinlich schicken die auch einen Zivi los. Anfang Oktober geht es nach Dortmund. dass der Hauptseminarleiter seine Begrüßungsrede halten konnte. die dort an diesem Tage angereist war. Aber auch hier spalteten sich schnell gleich wieder verschiedene Grüppchen heraus. Die Kiffer blieben meist für sich und wurden von den Trinkern belächelt. Wir hatten nicht die richtige Ausfahrt erwischt und so kam es. Doch diese Zivi-Seminar hat wieder einmal bewiesen. Ein Monat Zivildienst ist um. wie sie immer behaupteten. In wie weit dieses Seminar nun letzten Endes auch wirklich auf die Realität des Zivi Alltags vorbereitet. 18 . Die Seminarstätte war eigentlich außerhalb gelegen. Das Zivi-Seminar Damit man als Zivildienstler auch wirklich seinen Arbeitsalltag anstandsgemäß bewältigen kann. Sie lag auf einem Berg mitten im Wald.18 IV. war doch die Warnung vor nächtlicher Ruhestörung und der Umgang mit diversen Rauschmittel. Am Montag fuhren wir los. die uns beim Zivildienst erwarteten.

das diese Zivi Seminar mit Sicherheit auf einige Situationen im Zivi-Alltag vorbereiten kann. dieses Seminar mehr zur Mitte des Dienstes auszurichten. fuhren wir oft unter der Woche nach Hause. Als ich das so hörte was manchen da wiederfahren ist. Die wenigen Abende die wir vor Ort verbrachten. auch eine Freundin hatte. Dort gab es ja reichlich Angebote. das sie jetzt mehr Verständnis für die Probleme von Rollstuhlfahrern hätten. Da Sascha. Als das Zivi Seminar sich dem Ende neigte. Diese Variante wurde mit mehreren Zivis durchkombiniert. die uns aus ihren eigenen Erfahrungen berichten. Unter den Seminarleitern waren auch ehemalige Zivis. Heute denke ich mir. Ein Zivi setzte sich in den Rollstuhl und ein andere musste ihn dann durch die Stadt schieben. dachte ich die spinnen ja. aber inwieweit der Zivi der Alltagsrealität dann aber auch gewachsen ist. Da hatten wir unter anderem das Rollstuhlexperiment. andere wiederum fanden das grade von Seiten der Nicht-Behinderten Bevölkerung zu wenig Hilfestellung und Toleranz aufgebracht werden würde. Na ja.19 Beispielsweise sprachen wir über Multiple Sklerose Patienten. Teilweise wurden auch Rollenspiele durchgeführt. sowie über Menschen mit unterschiedlichen körperlichen Behinderungen und auch über Menschen mit geistigen Behinderungen. 19 . Da ist so manche Mark zu viel gezahlt worden und manch ein Zivi hat sich darüber gefreut. das war einer meiner Zivilkollegen aus Sennestadt. zum anderen sieht man es dann vielleicht auch eher als Entspannung zur harten Zivi Realität. dann wäre dir vielleicht einiges erspart geblieben. Ferner wurde über die Rechten und Pflichten der Zivis gesprochen. zum einen hat man dann schon mehr Erfahrung gesammelt und weiß auch worüber man dort spricht. also in die Innenstadt von Dortmund. spielten wir meistens Tischfußball (Kicker). Am letzten Tag wurden die Fahrtkosten noch einmal erstattet. anschließend sprach man über die Erfahrungen die man sowohl als „Behinderter“ wie als auch Betreuer gemacht hatte. guckten Fernsehen oder wir fuhren nach außerhalb. Manche meinten. wohl aber nur vielleicht. wie man seine Langeweile am besten überwinden konnte. ist mit Sicherheit noch ein anderer Fall. als Fazit kann man vielleicht sagen. da mein Aufgabenbereich sowie meine Betreuungszielgruppe nicht so oft angesprochen wurden. waren wir doch irgendwie froh. Auf alle Fälle hat man doch noch mal drei Wochen Abstand von den Zivi Problemen. Das Seminar sollte ja auf alle möglichen Problemgruppen vorbereiten. hättest du mal besser zugehört. Vielleicht wäre es besser. gerade für mich. Das Experiment hatte jedoch sicher zu einer Bewusstseinsveränderung bei einigen Zivis geführt und für manche war es mit Sicherheit auch eine gute Vorbereitung für den kommenden Zivi-Alltag. Die Unterrichtsstunden waren größtenteils doch nicht so interessant.

Nach der Arbeit bekam ich als Dankeschön ein kleines Trinkgeld. Es regnete viel und morgens war es sehr kalt. jetzt lagen noch 11 Monate (abzüglich der 6 Wochen Urlaub) Zivi Alltag vor mir. Das waren die sogenannten Fahrdienste. Hinzu kam. ja vielleicht die bis dahin überhaupt schwerste Zeit meines gesamten Daseins. Es war logisch. desto mehr fing es an mich zu nerven. die Geschmacksrichtung war schon passend.00 Uhr und die Rückfahrt meistens um 17. Da kaufte man beispielsweise einen Joghurt. Hin und wieder musste man Nachmittags los. Wir hatten eine neue Patientin oder Kundin je nach dem wie man es sieht. litt unter Multiple Sklerose und war an ihren Rollstuhl gefesselt. Sie tat mir schon irgendwie leid. Ich durfte mich darum kümmern. Dunkler November Dieses Kapitel ist all denjenigen gewidmet die auch zu Depressionen neigen und wissen was es heißt wenn man in einem sozialen Beruf tätig ist und mit Randgruppen dieser Gesellschaft arbeiten muss.00 Uhr. Die Hinfahrt war so gegen 14. ein Lied das wirklich sehr gut in die Zeit passte. war ich froh. zu ihrem gemeinsamen Treffpunkt. aber 1x pro Woche musste jeder Zivi in der Regel einmal Nachmittags los. Die Einführungszeit war vorbei und das Seminar hatten wir auch abgeschlossen. Anschließend arbeitete ich noch zwei andere Termine ab. Die schlimmsten waren für mich die „kleinkarierten“. Aber andererseits war sie kein Einzelfall und je häufiger ich da war. Bei meinem ersten Besuch durfte ich für sie einkaufen gehen und ihren Haushalt in Ordnung bringen. die Wohnung ordentlich aufräumen und immer noch schön freundlich sein. Jeder erwartete von uns das wir pünktlich erschienen und dann sollten wir für jeden das richtige einkaufen. Wir trafen uns wie gewohnt in der Zentrale und klärten unsere Arbeitstermine ab. Ich verabschiedete mich und wünschte ihr alles Gute. nennen wir sie mal Frau Henner. das unsere Arbeitszeit im Durchschnitt nur vier Stunden betrug und man immer noch genügend freie Zeit für sich hatte. Im Radio spielten sie des öfteren „ November Rain“ von Guns`n`Roses. miteinander sprachen und Kaffee tranken. die Wetterlage wurde zusehendst schlechter. Mir wurde klar. Eigentlich begann der November ganz normal. wo sie zusammen saßen. Jeder meinte er wäre der einzige. Diese Frau. Dann fuhr ich nach Hause. aber die 20 . Wir holten die Senioren ab und brachten sie dann zu ihrem Heim bzw. Dafür bekam man oftmals aber auch ein gutes Trinkgeld. Gerade Frau Henner wurde jetzt zu einer ungeahnten nervlichen Belastung. Jedes mal wenn ich da war. Dadurch war der Nachmittag natürlich hinüber. Für mich begann jetzt die schwerste Zeit in meinem bisherigen Zivi-Leben. Da die Tage immer kürzer wurden und die Abende immer länger. jammerte sie wie schlecht es ihr doch gehen würde und wie schwer sie es hätte. Dementsprechend auch die Launen unserer Kunden. dass man sich nicht gerade um diese Termin riss. das wir November hatten.20 V. das Sie manisch depressiv veranlagt war. Eins der größten Probleme war in meinen Augen die Verständnislosigkeit vieler unserer Kunden für die Situation der Zivis. Dazu gehörte Wohnung saugen und Geschirr spülen. Der November schritt voran und das Wetter wurde immer schlechter.

An dieser Stelle möchte ich ein Lob an unsere Chefin aussprechen. Nun ja aber bald war ja Weihnachten und der Jahreswechsel stand kurz vor der Tür. Anfangs ging es wieder aufwärts. zum anderen aber auch durch die Monotonie des Arbeitsalltages ausgelöst. Wir hatten teilweise kaum Aufträge in den ersten 10 Dezembertagen und deshalb hatten wir früh Feierabend. war es schwer da wieder raus zukommen. die jedoch bemüht war dafür zu sorgen. mit der ich zwar später einige Reibereien aufgrund meiner Einstellung hatte. Man konnte wieder etwas zurück schalten und versuchen die ersten Tiefschläge des Dienstes zu verarbeiten. so das man Hoffnung auf eine bessere Aussicht hatte. Der November ging auch zu Ende und der Dezember fing eigentlich relativ locker an. 21 . Das Wetter hatte sich gebessert. Jeder wusste schon welche Kunden gut und einfach waren und welche man lieber mied. Meine Freundin begann sich über mich zu beschweren. und schon eckte man beim nächsten Termin wieder an. Abends war ich teilweise echt niedergeschlagen und ich machte mir erstmals Gedanken. Zum einen wetterbedingt.21 Marke nicht. also wieder zurück und umtauschen. es regnete nicht mehr soviel. Zum Ende des Monats hatte ich bereits die ersten Depressionen. das es eine einigermaßen gerechte Arbeitsteilung gab. da ich öfter nicht ansprechbar war. War man erst einmal in so einen negativen Rhythmus gelangt. wie ich die restliche Zeit herumbekommen sollte. Dadurch geriet man natürlich unter Zeitdruck. Der November zog sich immer mehr in die Länge und so langsam begann der Job mich anzukotzen. Unter den Zivi Kollegen gab es natürlich morgens immer wieder Machtkämpfe um die besten Stellen. Und letzten Endes auch übertragen durch die Neurosen und Depressionen einiger unserer Kunden. und durch die zunehmende Kälte war die Luft auch wieder klarer.

weil sie ihrer Schwester unbedingt eine Karte schicken möchte. Jeder von uns muss jetzt mehr leisten als ihm lieb ist. um dort die Sachen abzugeben. Zwei meiner Zivi Kollegen erkrankten ganz plötzlich und so kam es. Ich vergleiche die Einkaufsliste mit der Ware. Je näher die Festtage heranrücken.“ Frau Henner weint mittlerweile. Vor knapp zweitausend Jahren. Alles muss schnellschnell gehen. die Karte war doch noch gar nicht frankiert!“ Mein Blutdruck schnellt nach oben. sie erwarten nach wie vor. Da hat es sich schon gezeigt. Jesus Christus der Mann. „Hier ist die Karte und hier der Einkaufszettel. jetzt kommt die Karte nicht an. wurde der Mann geboren. „Könnten Sie beim 22 . es war bisher ein sehr arbeitsreicher Tag und ich habe noch drei Termine vor mir. ich weiß nicht was ich jetzt tun soll. ich will das meine Schwester sie noch rechtzeitig zu Weihnachten erhält. Bitte schicken Sie erst die Karte ab. also hat er am Ende doch den richtigen Weg gewählt. als erstes habe ich sofort die Karte eingeworfen. nach der christlichen Zeitrechnung. Unsere Kunden haben kein Verständnis für unsere Probleme. Können Sie denn nicht ordnungsgemäß Ihre Aufgabe erledigen.“ Ich setze mich in das Auto und fahre los. die Guten sterben jung. Weihnachten ?!? Der Tag der Geburt unseres Herren rückt näher. Meine Augen visieren den gelben Briefkasten an. Diese soll möglichst noch rechtzeitig zur Weihnachtszeit ankommen. Mir kommt eine Idee. „Na alles erledigt? Post ordnungsgemäß abgeschickt?“ „Ja klar. Die tägliche Arbeitszeit beträgt jetzt nicht mehr vier Stunden sondern ca. weil wir unter ständigen Termindruck stehen. oder kann man auch ehrlich noch seinen Weg machen? Na ja. Was sollen wir denn jetzt tun ?“ Sie beginnt zu jammern und ihr Freund guckt mich ganz verzweifelt an. beginnt für uns zur zweiten Hälfte der Stress auszubrechen. Schnell werfe ich die Karte ein und erledige im Anschluss daran meine Einkäufe. Bei einem meiner Besuche bin ich auch wieder bei Frau Henner. Mir tut der Kopf weh und meine Augen brennen. Wäre doch bloß schon Feierabend. Sie ist sehr aufgeregt. alles dabei. sieben. Für uns Zivis kann allerdings von Weihnachtsstimmung keine Rede sein. dass wir eigentlich bis zu acht Stunden arbeiten müssten. Jesus ist bereits drei Tage nach seiner Kreuzigung auferstanden und zu ewigem Leben gelangt. Hier sind ihre Lebensmittel. er half wo er konnte und wie haben es ihm die Leute gedankt? Aber vergessen wir eins nicht. Bei mir macht sich der Frust breit. desto mehr kann ich diesen Mann verstehen. „Ich rufe die Post an und frage wann der Kasten geleert wird. „Ich dachte die Karte wäre schon frankiert. desto mehr haben wir zu tun. den die Christen als Gottes Sohn angesehen haben. Außerdem haben wir noch zwei Kunden erhalten. Wer überleben will muss ein Schwein sein.22 VI. der den Mut hatte sich gegen die herrschenden Machthaber aufzulehnen und der trotz seiner guten Tagen ans Kreuz genagelt wurde. je länger mein Zivildienst andauert. Also fahre ich wieder zu Frau Henner. dass wir nur mit drei Arbeitskräften den Alltag bewältigen mussten. Vielleicht kann ich dann noch nachträglich eine Briefmarke aufkleben.“ Doch Frau Henner schaut mich ganz verduz an: „Was heißt eingeworfen? Waren Sie denn nicht bei der Poststelle. Ich bin total nervös. Unsere Chefin tröstet uns immer wieder mit dem Argument. dass wir unsere Arbeit korrekt und pünktlich ausführen. An der Brackweder Hauptstraße stelle ich meinen Wagen ab. Nachdem die erste Dezemberhälfte relativ ruhig verlief.“ „Oh Gott.

00 Uhr wieder auf. Das ist eigentlich nicht das größte Problem. Dort schildere ich denen meine Problematik. „Junger Mann. nun machen Sie sich mal keine Sorgen.“ Schon wieder einkaufen.“ Frau Bonert ist bei den Zivis gefürchtet. Da er außerdem noch blind ist. So ein Termin steht noch aus. Trotzdem rufe ich bei der Post an. Mittlerweile bin ich unter Zeitdruck geraten. Sie gehört zu den Kunden die fast immer etwas Trinkgeld geben. Die Frau am anderen Ende der Leitung ist sehr freundlich. dann habe ich die vormittags Tour endlich geschafft. Jeder Zentimeter Teppich muss von mir erkämpft werden. „Seien Sie nicht verärgert“. Die Apotheke macht erst um 15. Doch dazu später. bis Frau Graue ihren Hund endlich in das Nebenzimmer sperrt.30 Uhr angemeldet. Da sie nicht frankiert ist. Erleichtert atmet sie auf. Ich verabschiede mich von ihr. Aber im Großen und Ganzen komme ich doch mit ihr aus. wir müssen anschließend die Wohnung noch reinigen. Vor seinem Bett steht eine Art Nachtstuhl. ist sie eine sehr starke Raucherin. Ständig kämpft er mit dem Staubsauger. Die Karte wird auf alle Fälle ankommen. Beim nächsten mal passen Sie besser auf. bitte achten Sie darauf. Trotz ihres Alters. Dementsprechend riecht es in ihrer Wohnung ständig nach kaltem Rauch. Na ja. verabschiedet mich ihr Freund. sie befindet sich in den Siebzigern. Das rechne ich ihr hoch an. Ich werde meine Schwester telefonisch informieren. nur leider macht mir ihr Hund Schwierigkeiten. dann die Wohnung und anschließend noch ein Smalltalk. kann er nicht alleine zur Toilette 23 . muss der Empfänger das Porto bezahlen und wenn er das nicht will.“ Ich berichte Frau Henner von meiner telefonischen Botschaft.00 Uhr. sie ist keine einfache Frau.“ Mittlerweile habe ich einen hochroten Kopf.“ Sie hat sich wieder beruhigt. Jedenfalls muss man sie oft fragen was genau man zu tun hat und manchmal habe ich auch Schwierigkeiten mit ihr. „Es ist 12.-. Ein unangenehmer Duft. 5. Auch wieder so ein trauriger Fall. Die nächste Kunde wartet schon wieder. Sie waren doch für 11. Er liegt den ganzen Tag im Bett.23 nächsten mal einen anderen Zivi schicken. Meine Chefin erhält hin und wieder Beschwerden über mich von Seiten Frau Graues. sagt sie. schon wieder reinigen. Auftragsgemäß führe ich meine Arbeit aus. die sie noch hat. jetzt können wir es auch nicht mehr ändern. Bei meinem nächsten Termin werde ich wieder entsprechend in Empfang genommen. Herr Grindmann ist schon über 80 Jahre alt und hat sein rechtes Bein im Krieg verloren. Ab und zu besucht ihr Bruder sie noch. Frau Graue ist etwas zerstreut und man weiß nie genau was sie will. doch der stirbt dann auch eines Tages und sie wird ihm bald folgen. Ich beeile mich. „Gott sei Dank.DM Trinkgeld springen heute wieder heraus. Erst der Einkauf. das Sie diesmal den richtigen Joghurt mitbringen und beeilen Sie sich bitte. nur nicht aufmucken. Hier ist die Einkaufsliste. den er manchmal benutzt. damit sie Bescheid weiß. Ich würde am liebsten davon laufen. Ihr Hund ist die einzige Freude. Für ihn scheint der Staubsauger eine wahre Bedrohung zu sein. „wir machen alle mal Fehler.“ „Tut mir leid ich hatte leider einige Komplikationen. wird sie eben wieder zurück geschickt. das Alter hat ihre Spuren hinterlassen. „Da ich noch dringend etwas aus der Apotheke brauche. Ihre Arbeitseinstellung gefällt mir schon seit längerem nicht. habe ich die Zentrale angerufen. Das ich auch diesmal etwas zu spät bin stört meine Kundin nicht so. Sie will nur das ich ihre Wohnung sauge. Hierbei handelt es sich um Herrn Grindmann. das baut mich wieder auf.“ Ich verlasse die Wohnung.

ist der Druck für meine beiden Arbeitskollegen auch nicht geringer. Aber jammern hilft uns auch nicht weiter. vielleicht macht in das gerade so sympatisch. Der Terminplan ist fast wieder der gleiche wie am Vortag. Jan macht Frau Graues Wohnung. aber auf alle Fälle ist mir nicht gerade zum lachen zu Mute. das zum Jahresanfang wieder alle komplett sind. Unsere Chefin motiviert uns dadurch. Nachdem ich meine Arbeit bei ihm beendet habe. Endlich ein wenig Schlaf. Der heutige Arbeitstag ist auch wieder sehr stressig. und das dann auch wieder ein neuer Zivi kommt. Das ist gleich ein ganz anderes Arbeitsgefühl. Meine Chefin nimmt mich entsprechend in Empfang. Als ich wieder aufwache ist es stockdunkel. Ein Blick auf die Uhr und ich breche in Panik aus! 19. Jan ist ein wirklich toller Kollege. Die Arbeit ist ziemlich einfach.00 Uhr. Trotz seiner Behinderungen ist er doch ein kompetenter Gesprächspartner. Ich persönlich habe während meiner Zivi Zeit eigentlich ein positives Verhältnis zu Herrn Grindmann entwickelt. zumindest geht sie leichter von der Hand. Im Hause von Frau Graue klappt die Arbeitsteilung optimal. Da ich ein geschichtsinteressierter Mensch bin. einer für alle. Manchmal hatte ich den Eindruck. es ging doch heute hart zur Sache. die in Spitzenzeiten plötzlich erkranken oder aus sonst welchem Grund nicht zum Dienst antreten. Auch bei ihnen macht sich scheinbar Weihnachtsstimmung breit. aber wir beißen uns tapfer durch. Schnell springe ich auf und fahre zum Club. Beim heutigen Fahrdienst habe ich drei Damen und einen Herren zum „Alten Club“ zu fahren. Ich fahre nach Hause und lege mich ins Bett. 90 Minuten habe ich für mich.24 gehen. Zu den beiden Schwestern habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Es hätte mehrere Beschwerden von verschiedenen Seiten gegeben. auch wenn es schon fast darauf hinausläuft.30 Uhr zum Club. einer halben Stunde. denn um 13. so etwas dürfte nicht noch einmal passieren. Mit Frust in den Knochen fahre ich zur Zentrale und stelle dort den Wagen ab. fahre ich nach Hause. Ich lasse die Details aus. 24 . ein klassischer 30 Minuten Termin. Nachdem ich alle aufgesammelt habe. Insbesondere der Fahrdienst wurde kritisiert. Erst mal Mittagessen und dann entspannen. Jetzt kommt es natürlich knüppeldick. alle für einen. die ältere ist etwas merkwürdig. Am nächsten Tag komme ich etwas verspätet in der Zentral an. In gewissen Situationen erinnert er einen an einen echten Bären. Eigentlich nur die Wohnung saugen. das sie sich an Herrn Grindmann bereichern wollte. nur heute fahre ich zusammen mit meinem Kollegen Jan.-DM Trinkgeld für mich heraus. Da wird immer nur zu dritt sind. während ich mich um die Wohnung von Herrn Grindmann kümmere. Immer schön nach dem Motto. Diesmal springen 10. Die älteren Herrschaften verabschieden sich von mir und bestellen mich für 17. Meistens erzählt er mir von seinen „Kriegsabenteuern“ und ich höre gespannt zu. Im Augenblick ein schwacher Trost. Die jünger von beiden ist sehr nett. das es scheinbar immer die gleichen Zivis zu seien scheinen. ein bisschen Staub wischen und anschließend noch das Bad wischen. außerdem ist sie bildhübsch. während die anderen dann doppelt so hart arbeiten dürfen. bringe ich sie ordnungsgemäß zum Club. Er besitzt Humor und wirkt immer sehr ruhig. Zu zweit macht die Arbeit mehr Spaß. fällt es mir nicht schwer mich mit Herrn Grindmann zu unterhalten.45 Uhr ist Fahrdienst angesagt. manchmal nennen wir ihn auch Bär. dort erfahre ich vom Veranstalter. Er ist immer auf die Hilfe von den Schwestern angewiesen. das meine Kunden mit dem Taxi nach Hause gefahren sind vor ca. los.

Nach dem die Arbeit erledigt ist. Das sind eben die folgen unseres kapitalistischen Systems. sie sind an der Tagesordnung. aber mir bleibt keine andere Wahl. Vereinsamung und gesellschaftliche Isolation sind keine Einzelfälle mehr. „Das ist das Bad. Zu Hause macht sich ebenfalls Weihnachtsstimmung breit. das ich das Bad machen muss. Es ärgert mich etwas.25 Der nächste Termin steht an. Nach den Feiertagen gibt es genug zu spülen und zu säubern. Grade in dieser Zeit nehmen sich viele Menschen in den sogenannten zivilisierten Industrienationen das Leben.00 DM sehe ich das die Leute doch tatsächlich in Weihnachtsstimmung sind. Kuchen wird gebacken und im Radio läuft verstärkt Weihnachtsmusik. Man wünscht uns ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bald sind wir wieder komplett. Während ich auf meinem Bett liege. Die Tage zwischen den Feiertagen sind ebenfalls sehr arbeitsreich. Ich sauge die Wohnung. Der heutige Tag verlief eigentlich ganz gut.“ Also wird getan was Jan gesagt hat. Eimer und Wischmopp sind hier im Schrank. Hier trennen sich unsere Wege. Sie sind alleine und haben niemanden mit denen sie den heiligen Abend verbringen können. Aber diesmal jeder für sich und Gott für uns alle. Jetzt heißt es noch mal Zähne zusammenbeißen und durchhalten. er enthält 20. Es zeigt sich doch grade wie kalt und anonym unsere heutige Gesellschaft geworden ist. das übernimmst du. Das ist der wirklich einzige positive Aspekt in diesen arbeitsreichen vorweihnachtlichen Wochen. so das man nicht von einer Entlastung sprechen kann. Das neue Jahr rückt immer näher und damit auch die Hoffnung auf eine Arbeitserleichterung. denke ich an einige unserer Kunden. kassiert Jan ab. Jan hat noch zwei Termin und ich auch. Für einige unserer Kunden kaufe ich Böller ein. Für mich Neuland. an meinem Trinkgeldbeutel. aber Jan war schon öfter hier. Wir bedanken uns und wünschen der Familie das gleiche. Na ja ich kann es auch nicht ändern. denn bei diesem Termin handelt es sich um einen Barzahler. 25 .

sie heißt Frau Belges. läuft es mir kalt über den Rücken. „Bei ihr 26 . „Mein Junge für heute haben wir genug getan. „Kein Problem Frau Belges. Montags. Michael ist auch seit 4 Monaten dabei und Sie werden sich sicher gut verstehen. Ich nehme an. wir müssen heute die Wohnung sauber machen. denn penibel ist sie bestimmt nicht. dazu einen Wollpullover und hat mehrere Ketten um den Hals. Einer unserer Zivis.“ Ich verlasse die Wohnung und mache mich auf zur Zentrale. ich glaube es war Dirk hat seine letzte Arbeitswoche. fragen mich meine Zivi Kollegen. du musst mir das unterschreiben. Sie trägt einen Rock. Ich höre nämlich zum Ende der Woche auf. Als ich das erstemal ihre Wohnung betrete. als das alte. auf ihrem linken Ohr sitzt ein Hörgerät. Frau Belges. Mittwochs und Freitags jeweils 2 Stunden Frau Belges. dann können wir prüfen ob auch alles passt. Den Begriff Ordnung hat diese Frau mit Sicherheit nicht erfunden. Er nimmt mich zu einer seiner Stammkundinnen.“ „Komm mal hier hin mein Junge. Nach ein paar Tagen ist alles wieder im alten Arbeitsrhythmus. Dirk stellt sie mir vor. so sieht das Hauptprogramm für das nächste halbe Jahr aus. Meine Dienstzeit ist abgelaufen. aber trotzdem immer noch sehr rüstig. „Guten Tag. dass es ein besseres wird. und man seit diesem Zeitpunkt nichts mehr verändert hätte.“ Gesagt.“ Schon jetzt fällt mir ihre laute. Von ihrem ganzen Verhalten her ist sie eine lupenreine Hysterikerin. wir sehen uns am Mittwoch wieder. mit. Für uns Zivis ist auf alle Fälle eine deutliche Entlastung zu spüren. Bei mir hat sich noch keiner kaputt gemacht. in der Hexenverbrennungen und Folterungen an der Tagesordnung waren. dann kommen wir bestens miteinander aus. getan. „Na wie hat es Dir bei Frau Belges gefallen?“. als wenn während des 2. Frau Belges und andere Experten 1996 – ein neues Jahr beginnt. „Du musst immer schön das tun was wir dir sage und du musst immer hellwach sein mein Junge. da wir wieder komplett sind. Mit Sicherheit ist sie nicht so wie die anderen Damen die ich bisher betreut habe. „Setzt dich noch mal hin. wir müssen immer die Zeit voll machen. Ordnung (im herkömmlichen deutschen Sinne) scheint für sie wirklich ein Fremdwort zu sein. Ein bisschen erinnert sie mich an eine alte Indianersqua. Die Hoffnung ist groß. Zur Unterstützung ihrer Sehkraft trägt sie eine dicke Brille. Von nun an habe ich das Vergnügen sie zu betreuen. Du kannst jetzt fahren. Hier ist das nicht so wie bei anderen Leuten. das von ihren dunklen schwarzen Haaren überdeckt wird. Für mich persönlich ist dieser Zeitraum eine Art Reise in das tiefste und dunkelste Mittelalter.“ „Das lass mal meine Sorge sein mein Junge. deshalb habe ich hier einen Block auf dem tragen wir immer schön die Stunden ein. ich mache immer das was sie mir sagen. Sie ist ziemlich groß und außerdem sehr füllig.26 VII. Mein Sohn zahlt für euch. Das ist einer der Pluspunkte den sie bei mir hat. Ich mache dir gleich mal eine Liste fertig und dann fährst du einkaufen.“ Ich sitze auf einem Sofa aus den sechziger Jahren und beobachte diese Frau.“ Dirk verabschiedet sich von Frau Belges und mir. Ich erledige die Einkäufe und sie bedankt sich bei mir. Mein Sohn wird dann immer kontrollieren. Von nun an bin ich auf mich alleine gestellt. Weltkrieges eine Bombe eingeschlagen hätte. Allein ihre Kleidung unterscheidet sie schon von den anderen. ab heute wird Michael sie betreuen. In ihrer Wohnung sieht es zum Teil aus. Auf ihrem Kopf trägt sie eine außergewöhnliche Mütze die sie charakterisiert . schrille Stimme auf.

Er hat immer einen Spruch auf Lager und gibt einem das Gefühl. beginnt der Kampf mit dem Gurt. Von effektiver Zeitausnutzung kann da keine Rede sein. dann erhöht sich das Arbeitspensum ein wenig. Das Wetter ist ziemlich schlecht. so wie es mir von meiner Chefin. Sie jammert wieder viel herum und erzählt einem jedes Mal wie schlecht es ihr geht. dass der Gurtstraffer nicht funktioniert. Allerdings beginnt mir die Arbeit bei Frau Belges langsam auf die Nerven zu gehen. hätte ich für diese Frau einen Wagen mit seitwärts ausfahrbarem Sitz konstruiert. Die nächsten Wochen verlaufen eigentlich relativ normal. Hier kennt sie sich nicht aus. beschränken sich weiterhin auf spülen. Man bekommt sie kaum ins Auto. doch es bleibt im erträglichen Rahmen. die ich bei ihr zu verrichten habe. Na ja und das Aussteigen ist auch wieder ein richtiger Staatsakt. Gelegentlich kommen noch die Fahrdienste hinzu.00 DM Trinkgeld ein. Ihr Freund ist der einzige Lichtblick den es in diesem Haushalt gibt. Und dann noch die Aufgaben die mir meine „Freundin“ Frau Belges auferlegt sind sicher mit einer der Gründe. Man kann es ihr oftmals nicht recht machen. denn er bringt mir wieder einmal 20. Aber die Arbeit geht mir immer mehr auf die Nerven. als würde sie das nicht stören. Es herrscht eine depressive Stimmung. Einmal war es besonders schlimm mit ihr. führe ich meine Arbeiten auch aus. Oder irgendwelche Möbel werden von einem Kellerzimmer ins andere transportiert . wir klären die Termine für den morgigen Tag ab. Wenn man sie dann endlich drin hat. Der Februar beginnt sehr verhalten. sollte es mal zu einem Unfall kommen. selten ein positives Lob. Gerade bei Frau Henner macht sich das besonders bemerkbar. braucht sie sich keine Sorgen zu machen. In den kleinen Fachgeschäften kennt man sie so gar persönlich.“ „An der Unordnung darfst du dich nicht stören. Wenn ich Ingenieur wäre. Nachmittags erledige ich meinen Fahrdienst. das man die Dinge immer positiv betrachten kann. Dann wieder zurückgetragen und letzten Endes auf den Sperrmüll gebracht. Es fällt einem schwer sich zu motivieren. Irgendetwas scheint ihr immer nicht richtig zu passen. Zu Hause erholte ich mich von meiner Arbeit. Da werden teilweise Blumentöpfe aus dem Keller hochgeholt und irgendwo im Garten platziert um 2 Tage später wieder in den Keller gebracht zu werden. seinen Humor nicht verloren. manchmal ist auch ein wenig Schnee dabei. ansonsten ist sie O. saugen und manchmal auch auf einkaufen. Aber ich leiste blinden Gehorsam. Dort kaufen wir fast immer die täglichen Lebensmittel ein. Eigentlich scheint sie ganz nett zu sein. sie greift meine Substanz an. befohlen wird. Das ist immer eine besonders heikle Sache. Trotzdem gibt es immer nur Schelte.K. Einen Tag fahre ich mit ihr einkaufen. Wir arbeiten zwischen 4-6 Stunden täglich. 27 . Die Arbeiten. Aber ich hatte den Eindruck.“ Na ja.27 in der Wohnung herrscht das reinste Chaos. Er hat trotz seiner schlechten Lage. ein guter Abschluss. In den großen Supermärkten sieht das alles schon ein wenig anders aus. er sitzt ja auch im Rollstuhl. warum mir die Lust am Arbeiten immer mehr genommen wird. Im Geschäft hat man es auch nicht einfach mit ihr. Betriebswirtschaftlich gesehen oder auch volkswirtschaftlich betrachtet sind 2/3 der Arbeiten die ich bei ihr verrichte absolut sinnlos. Eins ist klar. Ich hoffe das ich mir ihr auskommen werde. also ich meine Frau Belges. Ihre laute Stimme ist sehr nerventötend. Manchmal regnet es. Schließlich ist sie ziemlich breit und dick und die kleinen Fiat Cinquecentos haben keine großen Öffnungen. Wenn sie etwas nicht sofort findet beginnt sie zu schreien und rumzufuchteln.

dann können wir nicht mehr zusammen losfahren und ich muss mit deiner Chefin sprechen. Ich bin fast am Ende meiner Nerven als ich sie wieder in ihrer Wohnung habe. Hier einkaufen. dass ich mit meinen Kollegen Zelli den Termin bei Frau Belges übernehme. Er erklärte ihr das. Eine Woche muss er hin. Unterwegs spreche ich sie auf den Vorfall im Geschäft an. berichtet sie dem Verkäufer. Hin und wieder mal ein Fahrdienst. da saugen. der gelegentlich auch mal wieder Trinkgeld einbringt. Doch an einem Tag schickt er mich alleine los. sonst nichts. Wieder einmal stand ich. Er drückt mir den Einkaufszettel in die Hand. Ich glaube sie begreifen nicht so recht. Manche emanzipierte Frau hätte das als sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz bezeichnet. diesmal allerdings ungewollt. Diese Frau ist wirklich unbeschreiblich. Die Regelarbeitszeit liegt täglich bei ca. Er heißt Herr Lesok. im öffentlichen „Rampenlicht“: Erst als einer der Verkäufer die Situation bemerkte. das ich ihr keine große Hilfe sei. antwortet er nur sehr spärlich. Wenn ich mich so aufregen muss.“ Sie versuchte die Lage herunter zu spielen und um sich selbst besser darzustellen. was mir nicht gelang. 5 Arbeitsstunden. einmal fasste sie mir gar zwischen die Beine. „Dieses Prospekt ist nicht aus unserem Haus. Frau Belges von ihrem Wahn zu befreien. nämlich das es die Schuhe hier nicht geben würde. anderen Ortes spülen usw. wo man mit Freude hingehen kann. In seinem Flur hängt ein Gemälde eines bekannten Falschspielers aus dem Mittelalter. Die anderen Termine gehen wie gewohnt weiter. ihr die Schuhe zu besorgen. das sich Kunden über meine Arbeit beschweren. Die Arbeit führt bei mir immer mehr zur Unkonzentration und inneren Unruhe. was ich sage. Er ist etwas über siebzig und wohnt alleine in einer kleinen 2-Zimmer-Wohnung. allerdings ohne Erfolg. das heißt in seinem Fall saugen. Es handelt sich hier bei um einer Kartenspieler. die nächste wieder ich. Auf den ersten Eindruck scheint es sich hier um einen Beamten mittlerer Laufbahn zu handeln.“ Irgendwo fehlen mir die Worte. Aber nichts großartiges dabei. Da kann der junge Mann auch nichts ändern.28 Da hatte sie einen Prospekt in dem Schuhe abgebildet waren. Ich bin an diesem Tag besonders unkonzentriert. wie die anderen Besucher des Kaufhauses dieses Schauspiel verfolgten. Als ich ihn nach der Person auf dem Gemälde frage. Ständig zeigte sie auf das Foto mit den Schuhen und forderte mich auf. Während der Zeit in der ich ihn betreue. Am nächsten Tag berichte ich meinen Kollegen von dem gestrigen Vorfall. Er denkt sich seinen Teil. doch das konnte sie nicht begreifen. Irgendwie ist mir Herr Lesok unsympatisch. Dabei riss sie mich ständig am Arm. bevor sie die letzten 20 Minuten mir noch irgendwelche Aufgaben auferlegt. ist er bei den Einkaufsfahrten fast immer dabei. denn sie reagiert nur mit ihrem alten Spruch: „Wir müssen immer schön das tun. Deshalb werden Sie diese Schuhe hier auch nicht finden. Zum Ende des Februars wird wieder ein alter Kunde reaktiviert. Man schickt mich dorthin. Der Verkäufer guckt mich nur bedauernswert an. Die lachen sich natürlich halb tot. Es hat sich so eingebürgert. Fenster putzen und speziell einkaufen gehen. wie sehr mich dieser Termin aus dem inneren Gleichgewicht bringt. fahren wir wieder zu ihrer Wohnung. Interessant war es zu sehen. Nachdem wir die Einkäufe beendet haben. Der 28 . Das ist natürlich ein Teufelskreislauf und es kommt verstärkt vor. gelang es mir mit seiner Hilfe. Leider waren wir nicht in dem Geschäft das diese Schuhe auch tatsächlich anbot. Nur schnell weg.

Wenn Sie nichts dagegen haben. den ich von meiner Chefin bekomme führt immer stärker zum Absinken meiner Moral. doch dann antwortet sie mir: „Kein Problem. Doch das erweißt sich schnell als ein Irrglaube. Bei unserer morgendlichen Besprechung erzähle ich der Runde mein Missgeschick. Jedoch ohne Erfolg.00 DM gekostet hat. Die Kassiererin guckt mich etwas verdutzt an. aber leider habe ich mein Geld vergessen. ja also das hat schon geklappt.-. Die Leute hinter mir schauten mich alle ein wenig blöd an. „Ist doch selbst schuld. An der Kasse stehe ich in der Schlange und während ich mit der einen Hand die Ware auf das Transportband lege. als ich die Sachen wieder vom Band nahm und rückwärts wieder raus fuhr. legen Sie die Sachen doch einfach wieder in den Wagen und stellen ihn dann da in die Ecke.“ Sie haben auch irgendwo recht und deshalb lehne ich jegliche finanzielle Unterstützung ab. Ich scheine sie etwas aus dem Konzept gebracht zu haben. beginne ich mit der anderen nach dem Geld zu suchen.29 Druck. Am Abend ist mir klar. Wieder ein Rückschlag der mich 200. Ich will da nicht auch noch dritte mit reinziehen. Mir wird schlecht.K. aber das war mir eigentlich in dem Moment egal. in die Taschen gesteckt zu haben. erzähle ich ihm nichts von meinem Unglück. Dann fragt er mich nach dem Restgeld und ob alles korrekt geklappt hat mit der Bezahlung . Meine Chefin ergreift Partei für mich und fragt ob alle etwas aus der Kasse beisteuern möchten. Einige lachen mich aus. Auf dem Weg zum Geldautomaten versuche ich mich immer wieder daran zu erinnern wo doch nur das Geld sein könnte. Von nun an fahre ich jedes mal mit einem Unbehagen dort hin. Meine Augen haben in der Zwischenzeit alle Ecken des Wohnzimmers abgesucht in der Hoffnung die 200.DM zum Einkaufen los. „Äh . In Lesoks Wohnung prüft er erstmals die Ware anhand des Einkaufszettels. Vielleicht war er deshalb auch Beamter? Na ja wollen wir hier nicht das deutsche Beamtentum in Verruf bringen. Irgendwie bin ich mittlerweile mit den Nerven am Ende. Irgendein Teil ist nicht von der richtigen Marke.00 DM Trinkgeld. aber letztlich nicht gegeben hat. für seine Verhältnisse ungewöhnlich und verabschiedet sich von mir. ansonsten ist alles O. die machen doch auch nur ihre Arbeit. Er gibt mir 10. So langsam kommt mir der Gedanke das mich der alte Lesok abgezogen haben könnte.00 DM hier noch irgendwo zu finden. Das Transportband mit der Ware nähert sich unbarmherzig der Kasse. was ich vermeintlich meine.“ Da ich total verunsichert bin. nicht wahr? 29 . andere bedauern mich. Doch dafür haben die anderen kein Verständnis. stelle ich gerade die Ware beiseite und hole schnell das Geld aus dem Automaten. „Es tut mir leid. in der Hoffnung das Geld wiederzubekommen. Trotzdem erledige ich meine Aufträge korrekt. während ich verzweifelt alle Winkel an meinem Körper nach dem Geld absuche. Im Geschäft halte ich mich streng an den Einkaufszettel. Er scheint doch ein wirklicher Betrüger zu sein. Und ausgerechnet an einem solchen schlechten Tag schickt mich Herr Lesok mit 200. denn ich bezahle vorerst mit meinem Geld. dass er mir das Geld zwar gezeigt.

irgendwie gleicht ein Tag dem anderen. 30 . außer ihrem Fernseher. die sich so Ende siebzig schätzten lässt. die aber trotzdem noch sehr vital und rüstig auf mich wirkt.) Allerwertesten wieder nach Hause. Der hohe Staubanteil in den Teppichen die ich täglich saugen darf. fahre ich morgens auch manchmal mit dem Fahrrad zur Arbeit. wie stark doch die sportliche Leistungsfähigkeit im Winter nachgelassen hat. Innerhalb kürzester Zeit baue ich ein gutes Verhältnis zu ihr auf. Immer wieder mit der eigentlichen Zielsetzung Menschen zu helfen. Mein Aufgabengebiet bei Frau Gras besteht überwiegend aus einkaufen und Wohnung reinigen. so das dann von Seiten der Chefin Druck auf einen ausgeübt wird. später soll ich mir etwas nach meiner Wahl kaufen. Da die Wetterlage sich mit Beginn des Märzes zu verbessern beginnt. Bei dieser Art von Arbeit bewahrheitet sich der Spruch „Undank ist der Welt Lohn“. Eine ältere Dame. ab und zu auch mal den Korridor wischen. die unausgewogene überhastete Ernährung und das druckgeladene Arbeitsumfeld haben meine körperlichen Gesundheit bereits nach 6 Monaten Dienstzeit angegriffen. Manchmal würde ich mir am liebsten die Finger in den Hals stecken. Es wäre ja auch sonst zu einfach. Frau Gras ist eine großzügige Frau. Die ersten sonnigen Tage lassen die ersten Gefühle des Frühlings wach werden.. die trotz ihrer Außenseiterrolle in der Gesellschaft immer noch Spaß daran finden andere Leute zu geißeln. Außerdem hat man auch schon die Hälfte der Dienstzeit hinter sich. Schlechte gelaunte. anfangs gibt sie mir immer Trinkgeld. Wie oft wird mir hier die herrliche hinterfotzige Art mancher unserer heimischen Zeitgenossen sichtbar. Der ständige Stress. Menschen die einfach nicht zufrieden sein können und immer etwas zu nörgeln finden. Häufig fährt man frustriert mit einem Tritt in den (Ar. Eine dieser neuen Aufgaben heißt Frau Gras. Aber auch Menschen. tut mir nicht gut. Bald werden wir auch wieder zwei neue Mitarbeiter bekommen. Aber dennoch steht man jeden Morgen wieder auf und fährt seinen Weg zur Arbeit. Dabei macht sich natürlich schnell bemerkbar. Doch mit dem März keimt auch so etwas wie Hoffnung in mir auf. Menschen die nichts mehr vom Leben haben.. dann gibt es hin und wieder eine telefonische Beschwerde.30 IIIV. Allerdings werden im April und im Mai auch jeweils wieder ein Zivi gehen. Aber die frische Luft am Morgen führt zur einer deutlich gesteigerten Konzentrationsfähigkeit am Arbeitsplatz. manchmal auch ein Haustier und natürlich ihre Erinnerungen an bessere Zeiten.. Auf dem Fahrrad merke ich wie schnell ich bereits in Atemnot gerate. Wie soll es weitergehen? Die Arbeitsroutine hat sich breit gemacht. Krisenstimmung Die Tage tröpfeln dahin. speziell Staubsaugen. psychisch wie körperlich kranke Menschen die zum Teil am Ende ihres Lebens stehen. Diese Aufgaben teile ich mir wieder mit Zelli. meistens Kekse. Immer wieder die gleichen Gesichter. aber im Gegensatz zu Frau Belges handelt es sich hier um einen guten Termin. Wenn Sie einen nicht direkt vor Ort fertig machen. ihnen Steine in den Weg zu legen oder auf sonst irgendeine Art das Leben schwer machen zu wollen. Da zu Beginn des Aprils wieder Zivis gehen. werde ich auf neue Aufgaben vorbereitet. Der Februar klingt langsam aus und wir steuern langsam auf den März zu.

Schränke und der Tisch. dass die Wohnung naher schlimmer aussah als vorher. für heute sind wir fertig. Hin und wieder gibt es auch mal etwas zu trinken. sonst muss ich mich wieder bei deiner Chefin beschweren. denn schließlich muss ich ja auch noch meine Arbeiten verrichten. Es soll der Teppich. Sie ist heute wieder besonders launisch. aber beim nächsten Mal geht es weiter.und Kinderzeit. Die Begrüßung verläuft hier ganz anders. doch hätte Frau Belges noch eine Peitsche zur Hand. ich bin noch gar nicht richtig in ihrer Wohnung und schon höre ich wieder ihre herrisch beißende Stimme in meinem Ohr. Vieler ihrer Weltanschauungen entsprechen nicht immer den meinigen und grade jetzt gibt es wieder einmal Reibereien. Die normalen Aufgaben wie saugen oder wischen. Trotzdem fahre ich erleichtert zur meiner nächsten Stelle.“ Eine schöne Bescherung ist das. Als nächstes besuche ich Frau Gras. Doch das ist gar nicht so einfach. Nach drei Stunden Arbeitszeit ist der Tag fürs erste geschafft. Statt dessen soll im Esszimmer einiges umgestellt werden. Im obersten Geschoss ist der Mieter ausgezogen. Es sei nur gesagt. den ich beim letzen Mal aus dem Keller hochgeholt habe. sie gehört jetzt auch zur meiner Stammklientel. insbesondere aus ihrer Hannover Jugend. Das erledige ich dann auch nach unserer Begrüßung. denn es stehen ja überall Stühle. Auch hier werden wieder durchaus fragwürdige Arbeiten ausgeführt. An für sich eine sympatische Frau. Das Haus ihrer Eltern besteht aus drei Wohneinheiten. Anschließend verabschiede ich mich wieder von ihr und fahre zur Zentrale zurück. ausgelegt werden. Sprudel. Meine Freundin Nicole arbeitet dagegen ganz fleißig an ihrem neuen Heim. manchmal jedoch muss ich sie ein wenig bremsen. Ich möchte hier keine detaillierte Beschreibung des Arbeitsablaufes geben. dass wir immer erst ein „Schwätzchen“ halten. Gott es graut mir schon wieder vor dem nächsten Termin bei ihr. Die Badefrau hat sich für elf Uhr angesagt. Ich dachte immer im letzten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts sei die Sklaverei abgeschafft. Mittlerweile hat es sich so eingebürgert. heute müssen wir schnell arbeiten. ich glaube dann hätte die Sklaverei hier eine neue Dimension erhalten. Sie setzt sich in ihr Sofa und gibt Anweisungen. Frau Gras meint es wirklich gut mit mir. Oft erzählt sie mir dann aus ihrem Leben.“ Oh.31 Eines schönen Märztages beginnt meine Tour wieder einmal mit Frau Belges. bis dahin müssen wir alles erledigt haben. sind bei ihr in der Regel nicht üblich. Milch manchmal sogar Kaffee. das Übel des Tages habe ich ja schon hinter mir. Das war es dann auch. Da Nicole handwerklich sehr 31 . „Mein Junge. Einer ihrer Leitsprüche ist: „Hannoversches Blut ist keine Buttermilch!“ dann lacht sie immer ganz hämisch. Als erstes gehen wir in ihr Wohnzimmer. die ich für sie eingekauft habe. Meistens bietet sie mir die Kekse an. Diesmal geht es in ihrer Wohnung weiter. das es diesmal wieder zwei schweißtreibende und nerventötende Stunden waren. Doch die Arbeit. insbesondere die Termine bei Frau Belges hinterlassen deutliche Spuren. jetzt wird die Wohnung für sie hergerichtet. Gott sei Dank ist sie nicht besonders pedantisch. Das werden wieder zwei harte Stunden. „So mein Junge. bevor ich zur Arbeit komme. Die Badefrau hat mich durch ihr Erscheinen erlöst. das Verhältnis zu meinen Eltern war schon immer etwas problematisch. Zu Hause beginnt es auch zu krachen. einmal saugen und wischen pro Woche reichen bei ihr aus. Diesmal muss ich nur einkaufen fahren. Abends mache ich noch einen Fahrdienst. mit dem Ergebnis.

Da die Arbeit einem nicht schmeckt. Für mich ist eine Wohnung dazu da um mich vor Regen und Kälte zu schützen. Zum anderen bin ich handwerklich nicht besonders veranlagt und möchte ihr da auch nicht in ihre Wohnungsgestaltung hineinpfuschen. Stress zu Hause. Das sind dann die Leute. schließlich darf man in Deutschland kein Hasch konsumieren. Ein schleppender Umzug. Der Hang zur Verallgemeinerung und zum Moralaposteltum wird hier schnell verstärkt. Na ja und wie das Leben so spielt. das man als unbescholtener Bürger am Wochenende schon mal ins “Promised Land (gelobtes Land)“ damit sind die Niederlande oder auch einfach Holland gemeint. macht sie fast alles zusammen mit ihrem Vater. also quasi ein Dach über dem Kopf. Und da ist ein Hanfrausch nach erledigter Arbeit. Sie macht alles sehr genau. Zwei meiner Jugendfreunde werden in psychatrische Behandlung geschickt. Das alles wirkt sich natürlich nicht grade positiv auf mein Nervenkostüm aus. zum anderen wird jetzt auch wieder gekifft. dem entsprechend schwer ist es an diesen Stoff heranzukommen. Das hat mehrere Gründe. Beide befanden sich in einer ähnlichen Lage. hat sich dieses Thema dann für beide erledigt. fährt. So kommt es. Doch durch ihren Klinikaufenthalt auf Staatskosten. Im Freundeskreis sieht es jedoch teilweise noch schlimmer aus. Beide haben extrem viel Haschisch konsumiert und haben dadurch ihre sowieso schon schlechte Lage nur noch verschlechtert. da wird nichts dem Zufall überlassen. es gibt für alles ein Regal oder eine Schublade. Zum einen greift man wieder verstärkt zur (Bier-) Flasche. Für Nicole ist es schon mehr ein Ausdruck ihrer Persönlichkeit. Alles wird genau ausgemessen. kommt es natürlich wenn es kommt meistens knüppeldick. das konnte nur von diesen Drogen kommen. und dort dementsprechend sich eindeckt. sucht man doch immer wieder seinen Heil in anderen Dingen. aber die Arbeit lässt keinen schnelleren zu. das diese Leute einem dann auch noch erzählen wie schwer sie es doch im Leben hätten. über die Grenze Gronau-Enschede.“ Das die Drogen nur das an die Oberfläche bringen. Aber das beste ist ja. Der Umzug beginnt Ende März und endet Mitte Mai. „Ja. Stress auf der Arbeit. der wenig später daraufhin sich in psychiatrische Behandlung begeben muss. und das ich mich mit meinem Zivildienst mal nicht so beklagen sollte. ja die sind jetzt schon in der Klapsmühle gelandet. jetzt heißt es für sie Bund oder Zivildienst. In Wahrheit sind es doch nur charakterschwache Persönlichkeiten und leider wird man dann immer wieder mit solchen Leuten verglichen und in einen Topf geworfen. Allerdings ist die deutsche Gesetzgebung hier anderer Meinung. Da zu Hause die Stimmung immer schlechter wird. In dieser Zeit steigt natürlich auch der Konsum an Rauschmitteln an.32 begabt ist. Zum einen habe ich ein ganz anderes Verhältnis zur Wohnungsgestaltung. die Lust nach Feierabend noch etwas zu tun. Denn eines schönen Freitags fahren ich und mein Kollege Haniel. wird hierbei natürlich nicht berücksichtigt. was die Wohnungseinrichtung betrifft. Ausbildung beendet. Außerdem nimmt mir meine tägliche Arbeit. beschließe ich mit Nicole zusammen zu ziehen. Ich helfe ihr so gut wie gar nicht bei der Gestaltung der Wohnung. doch immer wieder etwas Feines. was jahrelang durch eine falsche Erziehung unterdrückt wurde. Auch eine Art sich vor den staatsbürgerlichen Pflichten zu drücken. die den kontrollierten Konsum von Drogen immer wieder in Verruf bringen und den Kritikern recht geben. die sicherlich vielen deutschen 32 .

Haniel ist völlig benommen. Jetzt denkt er natürlich er hätte einen großen Fisch an der Angel und meint im Auto wäre noch mehr versteckt. „Haben Sie irgendwelche Waffen oder Drogen eingeführt. muss sich der Einkauf ja auch lohnen. Wir kaufen für 250. das er hier keine typischen Kriminellen vor sich stehen hat. Anfangs war er doch eher aggressiv eingestellt. Als erstes wird der Kofferraum nach Waffen durchsucht. Wir sind keine Dealer. Der zweite widmet sich Haniel auf der Beifahrerseite.33 Hanfkonsumenten bekannt sein dürfte. Ich schildere dem Polizisten die Situation aus meiner Sicht. Bitte öffnen Sie den Kofferraum. Er schreibt brav mit.“ Na ja die Stimmung beginnt sich aufzulockern.“ 4 Tüten a 5 Gramm findet er dort. während ich mich mit dem Gesicht zum Auto stellen muss. So jetzt sind wir böse dran. Diese Szene hätte ich gerne auf Video festgehalten. Dann beginnt die Protokollaufnahme. sein Hanfrausch wirkt sich jetzt natürlich nicht positiv auf die Situation aus. da geht mir fast der Hut hoch. als ich dann auch noch sage.“. dann lässt der Polizist über Funk prüfen. fordert mich der erste Polizist auf. ich habe sowieso nichts mehr zu verlieren.“ „Das ist mir egal. Im Auto steckt Haniel sich bereits den ersten „Docht“ an und noch bevor wir die Grenze zur Heimat wieder passieren. Sie klären mich über die Rechtslage auf. Nachdem wir eine holländisch-ägyptische Spezialität nämlich Schoarma gegessen haben.“ So jetzt werden sämtliche Klischees erfüllt. Die beiden Polizisten sind jetzt doch etwas verduzt. Der andere meint nur ganz trocken: „Ah ja. verschlägt es ihm die Sprache.“ Hier schlägt doch die Frustration meiner täglichen Arbeit durch. scheint ein ganz vernünftiger Mann zu sein. denn nur wenige Meter auf deutschem Boden. „Sie reden sich hier ja um Kopf und Kragen. Die beiden Polizisten sind zwei absolut unterschiedliche Typen. da verschlägt es mir schon fast die Sprache. der mich in Arbeit hat. Der andere schleicht vorsichtig zum Handschuhfach und schaut ganz vorsichtig im Handschuhfach nach. ob der Wagen gestohlen ist.“ Jetzt beginnt eine ca.“ „Ja“. das ist nur für den Eigenverbrauch. das ich mir schon öfter etwas geholt habe und da auch kein Problem mit hätte. nach bester „Miami Vice“ Manier. antworte ich. „Bitte einmal aussteigen. Waffen haben wir keine und das Auto ist auch nicht gestohlen. Dort entdeckt er dann auch gleich das „Korpus Deliktie. Der andere ist mehr so ein Typ „Meister Kleff“. Der jenige. doch er merkt schon schnell. dass sie illegale Rauschmittel einführen. werden wir von einem Zivilauto der Polizei angehalten. 20 minütige Diskussion mit den Polizisten.00 DM rund 20 Gramm ein. „Wo denn?“ „Ja und zwar haben wir uns Haschisch gekauft und es liegt im Handschuhfach. „Sie brauchen gar nicht weiter zu suchen. Leider ist hier kein gemeinsamer Konsenz zu finden. nach Holland um dort einzukaufen. Meinungen und Ansichten zum Thema Drogenkonsum werden ausgetauscht. Da die Anreise ja nun etwas länger dauert und man ja nicht alle Tage rüberfährt. fahren wir wieder nach Hause.“ Der eine Polizist durchsucht mich. Fahrzeugschein und Führerschein bitte. steigt das Stimmungsbarometer wieder an. Besser als jeder „Tatort“. Dennoch handelt es sich hier bei den beiden Polizisten mit Sicherheit nicht um klassische„Arschlöcher“ mal krass ausgedrückt. „Wir haben den Verdacht. da haben wir genau den richtigen angehalten. hier in ihrem Auto riecht es verdächtig nach Haschisch. das ist alles was wir dabei haben. sie wäre sicherlich ein Bereicherung für so manche Talkshow gewesen. Allerdings ist die Freude diesmal nur von kurzer Dauer. 33 . und normalerweise ist das auch meine Sache.

der harten Alltagsrealität wenigstens für einige Stunden zu entfliehen. Meine Chefin legt jetzt richtig los. Frau Bohnert und die Abendtruppe vom Fahrdienst haben sich auch über dich beschwert. die einem am Montag wieder einholt ist härter als sonst. Den Vorfall bei Frau 34 . er lacht sich dabei eins ins Fäustchen. Ich wäre bockig und gebe Wiederworte heißt es da unter anderem. Na ja. Wird schon wieder werden. Die Kunden sind nicht zufrieden mit deinem Verhalten.“ . Als erstes Versuche ich ihr die Situation bei Frau Kellermeister aus meiner Sicht zu schildern. Sie merkt wohl. hätten wir die beiden noch dazu bewegen können einen mit uns zu rauchen.“ Dann gehen wir wieder der Arbeitsroutine nach. ob man will oder nicht. Eine der Kundin meines Zivi Kollegen Armin hatte sich über mich beschwert. ich bin müde und die Eindrücke der letzten Wochen haben nicht gerade zur Festigung meines Selbstbewusstseins beigetragen. Donnerstags hatte ich für Armin Vertretung bei Frau Kellermeister gemacht. Und die Realität. Darauf hin informierte sie am Wochenende meine Chefin über mein Verhalten. Ich bin noch angeschlagen vom Wochenendexzess und dementsprechend auf eine derartige Begrüßung nicht vorbereitet. Nachdem sie alle Daten erfasst haben. „Dann sieh mal zu. Hast du irgendwelche Probleme?“ Mein Mund ist ziemlich trocken geworden. „Michael in letzter Zeit haben die Beschwerden über dich zugenommen. Das kann so nicht weitergehen. Außerdem mache ich die Arbeit hier nicht freiwillig. Es gab Reibereien mit meinen Eltern. Draußen halten wir Zivis noch unser Schwätzchen. ja Frau Kellermeister ist ja kein Einzelfall. Nicole kann das alles nicht fassen. Doch sie kontert gleich daraufhin: „Ja.“ Mir fehlen wirklich die Worte. Am meisten schockiert ist sie über meine Äußerungen bei der Polizei. wie er es beispielsweise ist. Der Abend verläuft dann doch noch positiv. dass du die Dinge wieder in den Griff bekommst. Sind ja nur noch 5 ½ Monate und dann hast du ja auch Urlaub. Es ist Montagsmorgens. spätestens Montagsmorgens wird man wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. mittlerweile steht mir schon fast das Wasser in den Augen. letztlich müssen die beiden dann doch ihres Amtes walten. sie befürchtet schon eine Hausdurchsuchung. Frau Belges. wenn es darum geht aus dem Leben anderer Leute zu berichten. dass sie mich angegriffen hat und ich nicht voll da bin. ich habe momentan Schwierigkeiten in meinem Privatleben. Die meisten Zivis haben nach der Hälfte ihrer Zivildienstzeit ein ähnliches „Burnout“. ich dagegen bin über den Verlust der Ware und der damit entstandenen Kosten verärgert. Sie hatte eine ziemlich dominante Art und einige ihrer Anordnungen passt mir nicht so ganz. alle haben sie dann doch nicht gefunden. das bisschen Gras was uns geblieben ist wird dann weggeraucht und mit ein wenig Bier dabei scheint dann auch wieder die Sonne. Die Staatsanwaltschaft würde sich noch bei uns melden. verabschieden sie sich von uns. Wie soll ich da reagieren.“ Ich nicke nur mit dem Kopf. denn Haniel hatte noch fünf Gramm in der Unterhose versteckt. Doch irgendwann ist das Wochenende dann auch wieder zu Ende und die Arbeitsroutine holt einen wieder ein.antworte ich ihr dann. „Na ja.34 Ich glaube wäre Haniel so redeselig gewesen. Haniel hat das alles sehr mitgenommen. Dabei erzähle ich Armin noch von meiner Wochenendaktion. die Drogen konfisziert haben. „Werde mich wieder bessern. Sie guckt mich etwas verduzt an. Es scheint der einzige Weg zu sein.

eine andere Stelle zu suchen. Bei der Verkäuferin lässt sie dann auch wieder ordentlich Dampf über mich ab. 35 .35 Kellermeister sollte ich nicht allzu ernst nehmen. außerdem beginnt so langsam der Frühling. Hier und da springt mal wieder ein Trinkgeld ab. Die ersten Anzeichen für eine Besserung meiner prikären Situation sind in Sicht. Ich nehme sie schon gar nicht mehr für voll. Mittlerweile interessiert es mich nicht mehr.“ „Das musst du selbst entscheiden. wer weiß was ich dann machen muss. Ich beiß die Zähne zusammen. was sie über mich erzählt. sie wäre manchmal ein wenig launisch. Sie merkt natürlich wie sehr mich die Arbeit belastet. Der Montag verläuft ganz planmäßig.“ Ich entscheide mich jedoch die Sache bis zum Ende durchzuziehen. Doch ich will nicht aufhören. Letztlich bin ich nur ein Taugenichts in ihren Augen. Frau Belges und ich fahren gemeinsam ins Blumengeschäft. Die letzte Arbeitswoche im März verläuft dann mehr oder weniger ohne große Komplikationen ab. aber ich empfehle Dir lass dich beraten. Auch dort ist Frau Belges bekannt und es dauert wieder fast 20 Minuten bis sie sich endlich für ein Produkt entscheiden kann. zu den zuständigen Stellen zu gehen und mir evtl. Nicole rät mir dagegen immer wieder. „Ah irgendwie kriege ich die Zeit da auch noch rum.

was auf gut deutsch soviel heißt. Die Geschichte des Menschen hat nun mal gezeigt. Wie die Geier reißen sie sich um sie. Neue Zivis ! – Neues Glück ? Das Arbeitspensum hat in der letzten März-Woche noch einmal stark zu genommen. Krankheitsbedingte Ausfälle bei zwei Zivi Kollegen. Ständig werde ich von irgendwem angegriffen. Und genau diese Gefühle kann ich voll nachvollziehen. Und je mehr sie sehen. will keiner etwas gewusst haben. so einfach werde ich es ihnen nicht machen. der ja auch den Mut hatte ein eigenen Weg zu gehen. das die meisten Menschen doch nur Mitläufer sind und viele Dinge blind übernehmen. Man hetzt wieder einmal von einem Termin zum anderen. desto mehr beginnen sie um die Gunst meiner Freundin zu buhlen. Im Freundeskreis kann man auch nicht viel Unterstützung erwarten. Es gibt nun mal eine Riesen Horde von Idioten auf unserem Planeten. Ich habe schon viele kommen sehen. Diese Leute bringen mich um meine letzten Nerven. Es kommt jetzt wirklich von allen Seiten.“ Der Hass macht sich langsam in einem breit. Manche Kunden sind natürlich wieder einmal verärgert. wie „Jedermann liebt meinen Schatz“. aber auch viele sind wieder gegangen. nur weil ich mich nicht an diese verlogene Gesellschaft anpassen will. warum wollen sie gerade alle meine Freundin? Irgendwie fühle ich mich ein bisschen wie Jim Morrison. die durch ihre psychiatrischen Aufenthalten oder durch ihre Untauglichkeitsatteste der Dienst an unserem Vaterland verwährt wurde. das es mit mir abwärts geht. Solange es gut geht sind sie voll dabei. sondern sehen nur ihren eigenen Standpunkt und drohen einem gleich wieder mit Beschwerden bei der Chefin.36 IX. weil man nicht pünktlich erscheint. Ich kann das Gejammer nicht mehr hören. sobald aber etwas schief läuft. Das zeigt einem doch wie armselig manche ihrer Gehirnwindungen gestrickt sein müssen. aber deswegen muss man sich nicht gleich das Leben nehmen. Ich meine schließlich gibt es 3 Milliarden Frauen auf unserem Planeten. In einem der großen „Doors“ Hits „Break on through“ besingt er diese Situation ganz gut mit den Worten „Everybody loves my baby“. Manche Verhaltensweise meiner sogenannten Freunde gehen mir jetzt langsam aber sicher echt gegen den Strich. Aber im Gegensatz zu Morrison werde ich weiterkämpfen und mich nicht durch eine Überdosis Heroin der harten Realität entziehen und nicht auf die „andere Seite durchbrechen“. Insbesondere die Freunde. zumindest jetzt noch nicht. Dann hört man dann auch mal wieder von irgendeiner CDU-Politikerin die wieder ein bisschen Medienpublicity braucht „Zivis seinen Drückeberger. 36 . sowie die Aufnahme zwei neuer Kunden ins Programm führt zur einem deutlich gesteigerten Arbeitseinsatz der verbliebenen Zivis. Sie leisten blinden Gehorsam gegenüber der Obrigkeit und sind nicht bereit Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Die haben überhaupt keinen Einblick in unsere Arbeitssituation. Schließlich haben sie schon lang genug mir meine Beziehung zu Nicole geneidet. Im Gegenteil auch hier wird wieder gespöttelt. tun sich hier besonders durch kluge Ratschläge hervor.

Ein Welt wie sie von Indianern oder sonstigen Naturvölkern gelebt wurde. Hier wird doch teilweise mehr auf oberflächliche Werte wie Kleidung. Es ist natürlich nicht erstaunlich.37 Schuld daran sind letzten Endes aber auch viele falsche Erziehungswerte. sofern man in diesem Genre überhaupt von Klasse sprechen kann. Aber immerhin gibt es ja 80 Millionen Bürger in unserem Land und ich denke es ist schon wichtig. Ich denke hier insbesondere an die steigende Anzahl der Soap-Operas wie beispielsweise „Reich und Schön“ . Da musste man schließlich noch eine Woche warten bis es weiter ging. das immer mehr Leute Geld machen als Sinn des Lebens betrachten. Denkt man da an die 80iger Jahre zurück. das jeder seine Ängste und Sorgen einmal öffentlich Publik machen kann. Viele Dinge werden hier von unserem großen Bruder U S A übernommen. damit man auch immer weiß „Wer mit Wem“. So musste ich neulich feststellen wie schlimm der geistige Verfall sogar bei meinen alten Bekannten vorangeschritten 37 . das Konsumenten dieser Sendungen sich dann teilweise dementsprechend verhalten.und KlatschHungrigen befriedigen. Hier kann jeder einmal sein Herz vor hunderttausenden von Zuschauern ausschütten und alle Tratsch. Noch besser sind ja nun die täglichen Talk-Shows. Es ist schon ein Wahnsinn mit welcher Quantität die Zuschauer von diesen Sendungen bombadiert werden. „California –Clan“ oder was es sonst noch mittlerweile für Sendungen aus dem Reichen Milieu gibt . geschweige denn danach leben. „Mein Mann hat mich mit meiner besten Freundin betrogen“ „Wie war dein erstes Mal?“ oder “Ich hatte schon 500 Onenight Stands“. nein man muss schon am Ball bleiben. hatten Serien wie Dallas oder Denver-Clan noch richtige Klasse. doch manchmal verhaltern sie die Leute dort nur peinlich. Es ist wirklich erschreckend wie viele immer ältere Menschen noch völlig unreif in ihrem Verhalten sind. Themen wie: „Arbeitslos und 5 Kinder“. Es ist schon erstaunlich mit welcher Kontinuität mache Zeitgenossen diese Serien verfolgen. Ein großer Teil der heute 15-35 jährigen haben ihr Weltbild größtenteils über den Fernseher vermittelt bekommen. Wenn man natürlich ständig diese Realitäten sieht. ist es natürlich kein Wunder. locken doch viele mittlerweile ziemlich abgestumpfte Bundesbürger wieder vor den Fernseher. Manchen geht es dort nur darum ihre Person in den Vordergrund zu spielen und wirklich belangvolle oder bereichende Themen werden dort nur selten zur Sprache gebracht Statt dessen fördert man das Klischeedenken und das gegenseitige aufeinander hetzen. die ja mittlerweile wie Pilze aus dem Boden gesprossen sind. weniger auf Persönlichkeitsentwicklung und Charakterstärkung geachtet. Nein. Aber das wäre in der heutigen Zeit schon viel zu lange. die sich insbesondere häufig in der konservativ-christliche Erziehung finden lassen. wollen doch immer weniger Leute sehen. da wüsste man ja gar nicht mehr was letzte Woche überhaupt gezeigt wurde. mehr haben wollen. Berufsstatus oder matrealistische Dinge geschult. besser sein als der andere. Sie sind Produkte einer Konsumgesellschaft und ihr Motto heißt immer nur: Nehmen. Aber wen soll das wundern? Die Werbung leistet hier sicherlich eine entscheidenden Beitrag. An für sich kann so ein öffentlicher Meinungsaustausch schon seine positiven Aspekte haben.

Was muss in den Köpfen solcher Menschen vorgehen? Man lebt wirklich gefährlich. wenn besagte Person wieder einen Pegel jenseits der Einskommafünf Promille Grenze aufwärts hatte. Am besten wäre hier wohl „Spiel mir das Lied vom Tod“ von Enrico Morricone geeignet. wohl nur auf Granit gestoßen. dass er nicht einmal blasen musste. es war einfach nicht mein Gesprächsniveau. wie schön es doch für sie wäre. Meistens bekam ich dass dann zu hören. aber da ist es doch besser. Im Hintergrund läuft dann irgendeine düstere Melodie. der irgendwo auf der Straße liegt und nicht weiß wie er den nächsten Tag bewältigen soll. so meinte sie zumindest. Aber um nicht zu weit auszuschwenken. Warum zeigt man denn hier nicht den alkoholabhängigen Penner. als das man beispielsweise durch eine gezielte Aufklärung die Jugend vor den Gefahren von Drogen warnt. dass ich mit meinem Verhalten hier in Deutschland nicht bleiben könnte. Vor nicht allzu langer Zeit besuchte ich meine große Jugendliebe Nicole und bei dieser Gelegenheit musste mir eine ihrer Freundinnen wir nennen sie mal Fräulein Redeviel mitteilen. Lieber hätte ich mich über das Thema „Legalisierung von weichen Drogen“ unterhalten. Wie toll dagegen ist doch da beispielsweise die Schnapswerbung „Knackiger Spaß im Glas“ wo man viele fröhliche Menschen an einem Tisch sieht. wenn man in Deutschland mit der Wahrheit im Sack durch die Lande zieht.38 ist. Schließlich hatte sie ja auch lange genug in unserer Beziehung hinein gestochert. Die Musik im Hintergrund lässt wirklich darauf hin schließen. Auch in meinem Freundeskreis gibt es natürlich Klugscheißer. Hat das vielleicht politische Gründe ? Na ja ich glaube nicht. der einem sich selbst überschätzenden alkoholisierten Autofahrer zum Opfer viel. die selbst schon alkoholisiert andere Leute halb zum Krüppel gefahren haben. Ich habe daraufhin meinen Besuch bei Nicole beendet. mich dann darüber als er von meinem Haschisch-Vorfall hörte. wenn sie mit ihrem Freund Tristian schliefe. aber da wäre ich bei einer angehenden Lehrerin. das hier noch die Welt in Ordnung ist. Oder warum zeigt man hier nicht den Verkehrstoten. schließlich ist Deutschland ja ein sauberes Land und wer würde schon an den derzeitigen Realitäten zweifeln. das beste war dann ja auch noch. wo dann selbst dem hart gesotten Horrofilm-Fan das Wasser kalt über den Rücken läuft. aufklärte. Das Leute irgendwann mal zu Drogen greifen. dass jeder über das intakte Sexualleben unserer Lehrer bescheid weiß. denn das will Fräulein Redeviel ja werden. Ich denke hier insbesondere an die tolle Fernsehwerbung zum Thema „Keine Macht den Drogen“. wenn sie richtig darüber aufgeklärt werden und nicht wie das bei uns zum Teil durch die Medien geschieht. die sich da in irgendwelchen dunklen Ecken einen Joint wegrauchen oder eine Nase Koks wegziehen. komme ich wieder zum Eingangspunkt zurück. Doch leider hat sie mit solchen Äußerungen keinen Erfolg bei mir. Immer wieder werden einem da dunkle Gestalten gezeigt. Schließlich muss man ja als Lehrer ein Vorbild für die heranwachsende Jugend sein und da ist es halt wichtiger. einen nicht geringen Beitrag zum Zusammenbruch dieser geleistet und konnte jetzt bei dieser Gelegenheit ihren Triumph voll auskosten. lässt sich wohl kaum vermeiden. die sich gemeinsam die Kante geben und alle glücklich sind. 38 .

aber wohin? Am besten auf einen anderen Planeten. würde man sogar für 500. Dabei preist er das Gerät nach allen Regeln der Verkäuferkunst an. Indien-Pakistan. Mit 2. ich komme mir teilweise wie im Märchen vor. „Ich glaube nicht. Da kann ich es nur mit dem großen Physiker und Philosophen Albert Einstein halten. Wölfe im Schafspelz. dann hilft nur noch die Flucht. hat damals 2. Nach einem Einkauf für Frau Grass kehre ich in ihre Wohnung zurück und sehe wie ein Staubsaugervertreter ihr sein neustes Modell vorführt. das einem Angst und Bange werden kann. Fakt ist. Grade zu auffällig ist das Verhalten einer Putzhilfe. wenn unsere komplettes Gesellschaftssystem an den Folgen des Egoismus und der Unmenschlichkeit zusammenbrechen wird. ich kann das beurteilen.00 DM gekostet. es eine große Katastrophe geben wird. ist einmalig in der Geschichte der Menschheit. dass sie nicht sonderlich an diesem Gerät interessiert zu seien scheint. Das alte Gerät. Noch vor Beginn des Aprils muss ich wieder einen Tiefschlag einstecken.“ 39 . aber leider begreifen viele Menschen immer erst wenn es zu spät ist. Mit meinen Zivildienst habe ich mich bewusst dem Dienst an der Waffe versagt. Mit welchen Kampfmitteln heutzutage Kriege geführt werden können. die Leute wieder zu mehr Gemeinsamkeiten aufzufordern und nicht ständig dieses gegeneinander aufhetzen. „Ich weiß nicht womit im dritten Weltkrieg gekämpft wird. denn während ich an diesem Buch schreibe sind der KosovoKonflikt. An dieser Stelle sehe ich auch irgendwo wieder die Rechtfertigung für meinen Zivildienst. das Frau Gras einen neuen Staubsauger braucht. sollte erst einmal diese Erfahrung gemacht haben. es hat ja sage und schreibe zwei 1/2 Jahre auf dem Buckel.000.39 Worum es mir eigentlich geht.500. doch sollte es wirklich zu einen schwerem Krieg kommen. Bei Frau Gras wimmeln in letzter Zeit ständig irgendwelche Leute herum. Diese Fehlentwicklung hat in den letzten Jahren ein so verheerendes Ausmaß angenommen. die meiner Ansicht nach mit einem Vertreter einer bekannten Staubsaugerfirma unter einer Decke steckt. im vierten werden es wieder Stöcke und Steine sein.00 DM in Zahlung nehmen.“ Hoffentlich bleibt meiner Generation diese Erfahrung erspart. Doch wie ich Frau Gras Blicke deute wird mir klar. dann weiß ich nur. der mich manchmal an den Randes des Abgrundes treibt. ist es. das wirklich einmalig ist. denn ich muss hier öfters saugen. Russland-Tschechien oder die Golf-Region brandaktuelle Krisen-Herde und wenn ich sehe mit welcher Technologie die hohen Militärs hier vorgehen. dass wenn sich bald nicht etwas im Bewusstsein der Menschen ändert. Der Alte ist noch voll funktionsfähig. Aber ich denke jeder der hier mitreden möchte und Zivildienstleistende von Anfang an verurteilt. die es auf Frau Gras Vermögen abgesehen haben. dessen Ausmaß für unseren Planeten verhängnisvolle Folgen haben kann. bevor er sich in die Diskussion mit einschaltet. das ich mich dem Kriegsdienst entzogen haben und jetzt einen steinigen Weg gehen muss. Deshalb mische ich mich in seine Verkaufsaktion ein.00 DM würde es sich hier um ein Topangebot handeln. Aber das wird jetzt doch zu utopisch. Wenn selbst unser angehendes Lehrpersonal die Saat des Hasses aussät. dann brauchen wir uns alle nicht mehr wundern.

doch es kommt dafür ein Neuer und außerdem haben wir jetzt eine neue Praktikantin die mit einsteigt. mir wird plötzlich richtig heiß. Zum einen sind wir wieder komplett. was auch bedeutet. Ich gebe Ihnen am Besten einmal die Telefonnummer.“ Ruckzuck habe ich den Fehler gefunden. nein der alte funktioniert überhaupt nicht mehr. doch der Verkäufer scheint das überhaupt nicht lustig zu finden. vor zwei Tagen habe ich damit noch die Wohnung gesaugt und habe ihn voll funktionsfähig in den Schrank gestellt. Es wird wieder aufwärts gehen. hier das kann ich Ihnen demonstrieren. dass sie spürt das man sie abzocken will. Irgendwie macht sich schon eine gewisse Schadenfreude bei mir breit. Nur noch vier Monate und der Frühling ist jetzt auch im vollen Anmarsch. dann können Sie das mit ihm klären. Im gleichen Augenblick packt mich der Staubsaugervertreter bei der Schulter und dreht mich um 180 ° Grad. Ich verabschiede mich von ihr. weiß noch nicht was ihn erwartet und da darf er gleich Frau Belges als Hauptkundin betreuen.“ Ich bin total schockiert. dass es für mich besser wäre. damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. die Stimmung steigt zusehends an. der das für sie entscheiden muss. Als ich meine Erkenntnis öffentlich Publik mache. Es ist tatsächlich der Wendepunkt gekommen. Er ist erst 21 Jahre. Seit jenem Tag habe ich eine leichte Verkrampfung in meiner linken Gesichtshälfte. Ihr waren die beiden Personen von Anfang an sehr suspekt. doch der Staubsauger gibt keinen Ton von sich. Frau Gras kann das sowieso nicht alleine entscheiden. Ich bin immer noch etwas benommen. Frau Gras bedankt sich jedoch bei mir. das wird wahrlich ein Sprung ins kalte Wasser für ihn. Es scheint. das ich wirklich ganz unten angekommen bin. Auf unserer ersten gemeinsamen Fahrt tauschen wir erst einmal private Daten aus um uns näher kennen zulernen. Die teilt mir abschließend noch mit. das die Sonne uns allen gut tut. Morgens werden wieder Scherze gemachte. „Nein. die hält er sich symbolisch vor den Mund und gibt mir etwas leise mit seiner seltsam klingenden Stimme zu verstehen: „Maul halten. Ich hatte absolut nicht mit einer solchen Situation gerechnet.“ Er schaltet den Stecker ein. Unsere beiden „Neuen“ werden gleich auf ihren Alltag vorbereitet. Man merkt es ihr doch irgendwie an. Die Wetterlage wird auch zunehmend besser. Doch die erste Aprilwoche bringt eine deutliche Entlastung. er heißt Jens und übernimmt ab jetzt Zellis Aufgabengebiete. Auch ich bekomme einen zugeteilt. Er ist noch jung und unverdorben. sehe ich nur wie die Haushaltshilfe wild am gestikulieren ist. die bis heute nicht ganz verschwunden ist. ich glaube ich hatte einen kleinen Schlaganfall. Völlig verwirrt reagiere ich nur: „Äh .40 Dabei geht ein Lächeln über meine Lippen. sie hat einen Vermögensverwalter. Einige Kundenverträge laufen aus. „Das kann doch nicht sein. Man merkt es auch an den Gesichtern meiner Kollegen. ein alter Zivi Kollege hört zwar auf. Im Auto erzähle ich ihm die ersten Anekdoten aus meinem Alltag und bereite ihn schon 40 . Den muss ich mir mal näher ansehen. aber er ist mir gleich sympatisch.“ Sehr verärgert packt er seine Sachen zusammen und verlässt mit der Putzhilfe die Wohnung. dass er alle 2 Wochen bei Frau Belges reinschauen darf. Dann greift er in seine linke Seitentasche und holt eine Staubsschutzmaske hervor. das war jetzt doch zu viel in den letzten Tagen. wenn ich mich nur um meinen Aufgabenbereich kümmern würde. die Schutzsicherung ist herausgedrückt.

Jens hat sich schnell eingelebt. aber dennoch genug kluge Ratschläge geben können. Er ist doch etwas schockiert. Es ist mehr eine Flucht von zu Hause. Damit werde ich zum Dienstältesten und genieße auch dementsprechende Privilegien. Und hier bewahrheitet sich wieder einmal. dafür wird sie Dir schon andere Aufgaben zu teilen. die Verwandtschaft und der sogenannte Freundeskreis. Doch der endgültige Bruch ist noch nicht gekommen. das ich übertreibe um ihn zu schocken. insbesondere die Bekanntmachung mit Frau Belges. ja das habe ich mir am Anfang auch so gedacht. unsere Praktikantin Steffi und ich bilden mittlerweile ein super eingespieltes Team. antwortet er nur. doch spätestens 1 Monat später wird er sehen wie schnell einem das Lachen bei der Arbeit dort vergehen kann. werfen sein Bild vom Zivildienst komplett durcheinander. Natürlich gibt es hin und wieder kleine Reibereien. Ordnung musst Du hier nicht großartig machen. Er findet meine Geschichten ziemlich interessant und freut sich besonders auf Frau Belges. dass auch er solche Erfahrungen mit ihr hat machen müssen. Neid und Missgunst in einem kleinen Dorf vergiften zusehendst unsere einstig so starke Liebe. 41 . doch ich entwarne ihn gleich. Die Arbeitsroutine läuft optimal. Aber am Ende siegt doch sein Optimismus. das es doch meistens Kleinigkeiten in unterschiedlichen Ordnungssystem sind. Die Atmosphäre unter den Zivis könnte derzeit nicht besser sein. Ein neuer Kollege reit sich bei uns ein. aber auf alle Fälle leben wir erst einmal zusammen unter einem Dach. als er die Wohnung zum ersten Mal sieht. Wieder verlässt uns ein Zivi. Gott sei Dank. Endlich einer der mich versteht und der ähnlich zu leiden hat. schließlich hat er ja auch schon erste Erfahrungen gesammelt und kann mitreden. und da sind dann noch die lieben Eltern. Schon sein erster Arbeitstag. „Mach Dir keine Sorgen. dass man mal länger als 4 Stunden arbeiten muss. die die große Liebe zur Spaltung führen. Nicole unterstützt mich immer noch bei meinem Zivildienst. Tom so heißt der Neuen. Während dieser Zeit ziehe ich auch entgültig mit meiner Freundin zusammen. So kommt es im April fast gar nicht mehr vor. die alle noch viel weniger mit ihren eigenen Problemen klar kommen. Die Stimmung ist wirklich prächtig und die Arbeit macht phasenweise wieder wirklich Spaß. als ein wirklich geplanter Umzug.“ Hämisch erwidere ich nur: „Ja. Er denkt natürlich noch. Na ja. es war der letzte der vor mir da war. obwohl unsere Realitäten immer stärker voneinander abweichen. manchmal habe ich wirklich geglaubt ich bin verrückt. „Na ja 13 Monate werde ich schon irgendwie abreißen. seine Erlebnisse mit Frau Belges amüsieren mich.“ Unsere neue Praktikanten packt auch kräftig mit an. aber seinen Schilderungen zufolge wird mir klar. Jan.“ „Ich ahne schlimmes“. Teilweise fahre ich jetzt wieder mit dem Fahrrad zur Arbeit und die frische Luft am Morgen tut mir wirklich gut. Jens. Alles neu macht der Mai. Im Gegenteil meistens hat man schon nach 3 Stunden Feierabend. Aber schon nach kurzer Zeit hat er sich eingelebt und Armin.41 einmal moralisch auf Frau Belges vor. wir steuern wirklich mit Zuversicht Richtung Mai und es gibt kaum noch Beschwerden von Seiten unserer Kunden. Auch Jens macht jetzt schon seine Späße. das baut mich irgendwie auf.

Ich denke hier 42 . steigt zunehmend an. auch sie interessiert sich für Geschichte und Soziologie und so kommt es das es uns nie an Gesprächsthemen mangelt. Wohnung ausräumen. Wie das Leben so spielt erlebe ich während meiner Dienstzeit auch den Tod von zwei unserer Kunden mit. noch weiter ansteigen wird. Ich gehe gerne zu ihr hin. Sie ist mir von Anfang an sympatisch. die ja in der westlichen Kultur sowieso schon ziemlich hoch ist. heute hier und morgen weg. kann man sich sowieso sein ganzes Leben was vormachen. Das macht immer sehr viel Spaß. Schränke klein schlagen. Doch grade in der heutigen Zeit ist nur jeder auf seinen eigenen Vorteil bedacht und nimmt keine Rücksicht auf seine Umwelt. Frau Graue verstirbt Ende Mai. 95% der Arbeiten für sie bestehen aus einkaufen. ja auch der Tod gehört nun zu meinem Alltag. wenn einem am Wochenende das Gesülze der Kollegen über ihre tollen Autos und ihre „Möchtegern Weibergeschichten“ auf den Keks gehen. die sich in psychiatrische Behandlung begeben werden. Selbst nach dem Tod eines Menschen gibt es noch genug zu tun. wenn wundert es da noch. aber machte eigentlich immer einen rüstigen Eindruck auf mich. aber in keiner geschichtlichen Phase hat der technische Fortschritt es ermöglicht den Menschen seinen Aggressionen so freien Lauf zu lassen. aber mir als Dienstältesten fallen nur noch selten schlechte Termine zu. bin ich wirklich etwas traurig. na ja sagen wir lieber Bekanntenkreis. Aber ich denke in dieser Lebenszeit sollte jeder das bestmöglichste dazu beitragen. Auch die Zahl der Leute. Möbel raustragen. muss jetzt in ein Heim. Sein Tod kam wirklich überraschend. keiner weiß wann und wo. Eine neue Kundin. dafür ist man dann doch zu lange im Geschäft. Ihr armer Hund mit dem ich so manchen Kampf austragen musste. wirklich trauriges Schicksal. Ja. noch vor 2 Wochen war ich für ihn einkaufen und habe seine Wohnung gesaugt. Sie erzählt mir sogar. Ich höre ihr immer begeistert zu. das mein Freundeskreis. ich hatte sie schon seit längerem nicht mehr betreut. Bei der anderen Person handelt es sich um Herrn Felder. Bett raustragen usw. Aber wenn man ehrlich zu sich selber ist. dass sie während ihrer Schulzeit einmal dem damaligen Führer (na wer ist wohl gemeint?) persönlich begegnet ist. Sie ist wirklich eine Abwechslung zu vielen der andern älteren Leuten. doch als ich von ihrem Tod erfahre. bevor er endgültig unter der Erde ist. aber so schnell kann es gehen. immer mehr zu schrumpfen beginnt. Er war schon über 80 Jahre alt.42 beispielsweise bei der Verteilung der guten Termine. Für uns Zivis bedeutet das aber auch Arbeit. Natürlich macht man sich mit meinen Themen schnell zum Außenseiter und so kommt es auch. Gestörte Persönlichkeiten hat es ja in jeder Epoche gegeben. eine pensionierte Lehrerin namens Frau Angreifer ist mit ins Programm aufgenommen worden. diesen Planeten und seine Umwelt möglichst lebenswert zu gestalten. das die Zahl der Selbstmorde. denn letzten Endes ist man alleine auf diesen Planeten gekommen und wird ihn auch alleine wieder verlassen. Diese „Nach uns die Sinnflut“ Mentalität wird früher oder später dazu führen. Zwischendurch hält man auch mal ein Gespräch mit ihr.

Aber dieses Gesellschaftssystem ist so auf die Autoindustrie hin ausgerichtet. ob hier nicht irgend etwas schief läuft. sicherlich ein Großteil der Autofahrer erst einmal nach seinem Wagen schaut. so nach dem Prinzip: „Mal schauen wer als erster umfällt“.43 beispielsweise an die Leute. Schließlich haben sich wieder neue Kunden angemeldet und die Arbeit nimmt wieder leicht zu. die nun wirklich nicht über finanzielle Sorgen klagen müssen. Meine Zivi Kollegen sind ebenfalls durch die beiden Todesfälle erschüttert. Für viele Leute hierzulande hat das Auto einen extrem hohen Stellenwert. Die Perversität der Gesellschaft ist mittlerweile so weit voran geschritten. das ich die Rente aus der deutschen Staatskasse jemals zu Gesicht bekommen werde. das wenn es zu einem Verkehrsunfall zwischen Mensch und Autor kommt. das Leben nehmen. das man hier weggehen muss. Da die Anzahl der Autobesitzer täglich weltweit ansteigt. Was würde es unsere Umwelt entlasten. das die Leute hier keine Alternativen dazu mehr sehen. bevor er sich dem Unfallopfer widmet. der jetzt ähnlich frustriert ist wie ich vor 2 Monaten. Auch ich hatte mich ja nach meiner schmerzlichen Trennung von meiner langjährigen Freundin Nicole mit dem Freitod beschäftigt. Auch wenn ich nicht glaube. Nichtsdestotrotz bleibt die gute Stimmung in unserem Team erhalten und wir gehen wirklich mit Zuversicht ans Werk. Sie waren dann auch gesünder und ausgeglichner. das Gesundheitssystem wäre entlastet und alles wäre mehr im Einklang mit der Natur. Was mich immer wieder aufbaut. Es ist schon eine verrückte Welt in der wir da Leben. etwa Armin. und so bleibt doch immer noch ein gewisser Spaß erhalten. aber Gott sei Dank bin ich noch hier und werde auch noch hoffentlich einige Jahrzehnte da bleiben. wenn die Menschen nur ab und zu mal mit dem Fahrrad fahren würden. Der aktuelle Selbstmord des einstigen Schlagerstars und Frauenschwarm Rex Gildo zeigt doch nur wie wenig lebenswert unsere Gesellschaft mittlerweile geworden ist. wenn uns die Luft zum atmen auf unserm blauen Planten ausgeht. oder ihre aufgestauten Aggressionen im Straßenverkehr abbauen. Aber ich glaube bis dahin bin ich sowieso nicht mehr hier. ist es doch Zeit für den einzelnen darüber nachzudenken. die unsere Autobahnen mit Rennstrecken verwechseln und sich hier als Möchtegerne „Schumis“ präsentieren. aber irgendwie sehe ich hier keine Perspektiven. doch es hilft nichts. Traurig. brauchen wir uns eines Tages alle auch nicht mehr wundern. auch wenn es manchmal reinster Galgenhumor ist. ist doch zu sehen. Wenn sich solche Leute. 43 . Aber man tritt sich doch gegenseitig immer wieder in den Hintern. wie jetzt die anderen Zivis teilweise ihre Durchhänger haben. denn das Leben muss schließlich weitergehen und doch schon nach kürzester Zeit hat uns der Zivi Alltagstress die Todesfälle wieder vergessen lassen.

Ich habe mich nach allen Tiefschlägen so langsam irgendwie gefangen und sehe das Ende vor Augen.44 X. Noch gut 3 Monate dann ist die Dienstzeit beendet. so das man mit einer gewissen Gelassenheit ans Tageswerk herantritt. Doch auf die deutschen Behörden ist Verlass. so sehe ich es zumindest. Aber es hätte auch eine Einstellung der Anklage geben können. manchmal war ich schon kurz davor das Handtuch zu schmeißen. der aber im Gegensatz zu mir an der Grenze schön seinen Mund gehalten hat und nicht wie ich den beiden Polizisten meine Meinung zu dem Thema mitgeteilt habe. liegt ein Brief von der Staatsanwaltschaft Gronau auf meinem Tisch. erlebte ich wirklich alle Höhen und Tiefen eines Zivis mit. Die Freibadsaison ist eröffnet und morgens ein Paar Bahnen vor Dienstantritt regen Geist und Körper an. doch irgendwie hab ich mich durchgebissen. wir sind mittlerweile wirklich gute Freunde geworden und gehen gemeinsam schwimmen. der ja auch schon seit längerem und teilweise wesentlich intensiver als ich dem Cannabis frönt. den wir nun langsam aber sicher erreichen. beispielsweise Gerichtsverfahren. evtl. die Dinge nicht einfach zu schlucken. Mit dem Ende des Frühlings. In diesen 9 Monaten. Verstöße vorgehalten. Ich weiß nicht wie ich reagieren soll. das „Gras“ im wahrsten Sinne des Wortes über die Sache wächst. Paragraphen werden aufgezählt. Darin geht es um die unterschiedlichen Wirkungsweisen und Arten von Drogen. So langsam hatte ich ja die Hoffnung gehabt. Und dieses Betäubungsmittelgesetz holt mich jetzt.000. in dem ich eine fast schon wissenschaftliche Abhandlung zum Thema und zur Begriffsdefinition „Drogen“ schreibe. Nach Feierabend treffe ich mich manchmal mit Armin. na ja von Dingen eben. Meine Frechheit. Ich ahne schlimmes.und Recherchenarbeit für die Katz. ja wie doch die Zeit vergeht. langer Rede kurzer Sinn rund 1. das man nicht alle derzeitig illegalen Drogen in einen Topf werfen kann. Vor rund 9 Monaten habe ich mit meinen Zivildienst begonnen. Ich setze mich an meinen PC und verfasse ein knapp 3seitiges (DIN A4) Schriftstück. Ein ganzer Tag Schreib. wie schon so manches mal in meinem Leben. Protokolle sind von Beamten geführt worden. Soll ich mich freuen? Es hätte ja schlimmer kommen können. wie beispielsweise bei Haniel. knapp drei Monate nach meinem Vorfall an der Deutsch-Niederländischen Grenze wieder ein. sowie um die kulturelle Bedeutung von diversen Substanzen. Außerdem verbindet uns die Freude am Mountainbike fahren und Rauchen von Cannabisprodukten. ich komme grade von der Arbeit. die vom Gesetzgeber nicht erlaubt sind.200. Ich versuche sie auch darüber aufzuklären. aber auch meine Ehrlichkeit kommt mich nun teuer zu stehen. 44 . weil sie ja unter ein völlig veraltetes und unrealistisches Betäubungsmittelgesetz fallen.00 DM Geldstrafe. Anfang Juli. na ja nach kurzem Durchlesen weiß ich Bescheid. Knast oder 5. die mir phasenweise endlos erschienen. stehen die ersten Vorboten des Sommers vor der Tür.00 DM Geldstrafe. Doch schon nach kurzer Zeit habe ich mich entschlossen. Sommerzeit-Urlaubszeit Ja.

so berichteten sie mir dann. sondern die doppelte Menge. blah.. Ich jedenfalls konnte es mit meinem Brief in Bezug auf den Haschvorfall nicht erreichen. der nirgendwo irgendwo Wurzeln schlagen konnte und der dennoch mittlerweile eine gewisse Persönlichkeit entwickelt hat. in der Jugend ein Rebell. Nur knapp 2 Wochen später kam eine knapp und kurz formulierte Antwort im typischen Behördendeutsch. der sich einfach nicht anpassen kann nicht will und das auch in Zukunft nicht tun wird. käme es zu einer Gerichtsverhandlung und da hätte ich sowie so keine Chance. Mir fehlte langsam die Worte. Kernaussagen sind in etwa: „Ah wie ich sehe sind Sie gar nicht auf meinen Argumentation eingegangen“. So langsam aber sicher entwickele ich mich zum ewigen Rebellen. Allerdings hatte die betroffene Person nicht 20 g Hasch eingeführt. und blah. wenn er meint im Recht zu sein. Es scheint wirklich das Ende unserer Beziehung zu sein. Ein kleiner Querolant. Oft angegriffen. Diese Betonköpfe wollen nichts verändert sehen. wo es dann Sinngemäß in etwa hieß: „Über die Gefährlichkeit von Rauschmitteln (sie haben es nicht als Genussmittel akzeptiert) lässt sich mit Sicherheit streiten. als ich nur knapp 2 Monate später im entfernten Bekanntenkreis von einem ähnlich gelagerten Fall erfuhr. nämlich 40g. im Gegenteil die Kosten würden noch weiter steigen. Noch einmal setze ich mich an meinen PC und schreibe eine gute DIN A4 Seite zu deren Brief. einschüchtern. egal was andere Leute über mich sagen. die einem schon von Kindesbeinen an als falsch eingetrichtert worden sind. „Du hast dich so verändert. Und auch jemand der Menschen kennen gelernt hat. Logischerweise hätte die Strafhöhe dann aber auch bei gut über 2200. Ein Mensch der zur keiner Zeit seines bisherigen Lebens richtig zur Ruhe kommen konnte. doch ganz gebe ich mich noch nicht geschlagen. blah so etwa nach dem Motto: „Sie können froh sein.DM zahlen. Laufen die Gesetze hier nach dem Willkürprinzip? Nicole dagegen ist völlig verzweifelt. sei die Strafe noch viel höher gewesen. obwohl sie in Wahrheit vielleicht die bessere Alternative sind. Weißt du was die Leute sich hier alles über dich erzählen. oder „Das Gesundheitsamt hat sich auch 45 .liegen müssen. diese Dinge zu verbieten..“ Verbittert schlucke ich die Entscheidung. der Gesetzgeber (nur Gott allein weiß wohl wer das sein mag) hat sich nun mal dafür entschieden. in der Kindheit ein Außenseiter. der keine Lobby hinter sich stehen hat. der sich gegen die Obrigkeit auflehnt. Sollte ich nicht zahlen. weil ich Dinge die ich als falsch ansah nicht mitmachte. die ein ähnliches Schicksal durchlaufen haben.“ In ähnlich gelagerten Fällen. Bald werden diese ewigen Außenseiter vielleicht auch einmal zu Wort kommen und eine positive Veränderung in diesem kranken System bewirken. „Vielleicht wirst Du mich eines Tages verstehen.45 wie sich später heraus stellen wird. sie kann diese Fehlentwicklung bei mir nicht mehr nachvollziehen. Einer von mittlerweile rund 4 Millionen Cannabis-Konsumenten in diesem Lande. Um so schockierter war ich dann auch.“ Was soll ich antworten? Nur weil ich diese Heuchelei nicht mitmache. tatsächlich musste diese Person nur 500. So leicht kann man den kleinen Mann. Es ist nicht einfach Dinge zu verändern. dass man Sie nicht noch härter bestraft hat.

auf die diese Bezeichnung dann auch zutrifft. obwohl sie schon mehr erhalten. Warum muss dann jemand. der ein Kiste Bier im Auto hat nicht auch zur Führerscheinkontrolle?“. die wirklich im fetten Stil Gesetze brechen zum Teil ungeschoren davon kommen lässt. Und auch in diversen Polizei. schließlich habe ich ja gegen geltende Gesetze verstoßen. aber trotzdem gibt es Polizisten. obwohl es auch hier Leute gibt. Selbst angesehene Leute wie unser Altkanzler oder sonstige hochtrabende Politiker sind sich nicht zu Schade schon einmal Gesetze zu brechen.nein wir finden ja mittlerweile überall den Verfall der Werte. als der Wert der eingeführten Ware. Und dass sind nicht nur Ausländer. obwohl ich gar nicht unter Hascheinfluss gefahren bin. das sie irgendwann von selbst ruhig werden. nur das man die großen Fische. die hier Drogen an Schulkinder verkaufen. Um an dieser Stelle nicht missverstanden zu werden. doch diese Fähigkeit scheint durch unsere strenge Bürokratie verloren gegangen zu sein. da gibt es für alles und jeden einen Paragraphen und eine Nummer. Die meinen wirklich mit der vollen Härte des Gesetzes durchgreifen zu müssen. möchte ich einfach mal klarstellen. während sie bei den großen Verbrechen ruhig bleiben. dass es halt in jedem Berufszweig und in jeder Nationalität solche und solche Leute gibt. was soll ich machen. weil Sie einfach mittlerweile zu viel Macht haben. Man ist dann doch so freundlich und lässt mich die Strafe in vier Monatsraten abzahlen – eine menschliche Geste.Kreisen ist man sich nicht zu Schade für eine Nase Koks oder andere beschlagnahmte Ware. oder „Es sind nicht immer Kiffer. Unbequeme kriegt man schon ruhig. Aber so ist das nun mal in so einem Staat wie Deutschland.und Beamten. der Warenwert betrug rund 250. Sie kassieren Geld von allen Seiten. denn da wächst es nämlich auf dem Felde. Die Strafe ist vier mal so hoch. im Gegensatz zu denen. Es wir nur noch von Gruppierungen gesprochen. welche die schwersten Verkehrsunfälle verursachen. obwohl es sich manchmal nur um Lapallien handelt..46 schon bei mir bezüglich meiner Fähigkeit Fahrzeuge zu führen gemeldet.. oder so gar noch mit den Tätern unter einer Decke stecken. eigentlich verdienen würden. Auf der anderen Seite heißt es dann die Kiffer oder Junkies. Widerwillig schlucke ich die Entscheidung. sondern man muss von Fall zu Fall und von Mensch zu Mensch entscheiden. Aber für diese Leute scheinen ja andere Gesetze zu gelten oder? Wer würde schon an einer uniformierten Staatsmacht zweifeln. in Jamaica oder Marokko wären es nicht einmal 20. aber mittlerweile scheint das ja in unserem Land an der Tagesordnung zu stehen. damit wird sicherlich auch vielen ehrlichen Polizisten. 46 . Auf der einen Seite heißt es die Bullen.DM. nein . entweder draufknüppeln oder durch schizophrene Gesetze soweit ausbeuteln. als das was sie für die Leistungen die sie erbringen. Bei meinen derzeitigen Einnahmen eine unzumutbare Härte.“ Außerdem sehe ich die Strafe. die ihren harten Dienst tun unrecht getan.DM. Man darf nie den Fehler der Verallgemeinerung begehen. die sie selber aufgestellt haben. wie es viele Klischees immer wieder darstellen. als zu hoch an. die mit diesen Dingen umgehen können und immer noch ein geregeltes Leben führen.

Einige meinen ja noch das es besonders männlich ist wenn man viel davon abkann. Nur weil jemand mal gerne ein Bier trinkt. Genussmittel je nach Betrachtungsart dann auch noch begründet wird. Es ist doch pervers wie diese Ungleichbehandlung zweier Rauschmittel bzw. Muss man sich denn gleich wie ein Verbrecher fühlen. kann ich ihn doch auch nicht gleich als Alkoholiker bezeichnen. nur weil das in unserem Kulturkreis so verankert ist. nicht so sehr die Qualität. die eine schwache Persönlichkeit haben und auf die schiefe Bahn geraten. nicht seine Uniform oder seinen Dienstgrad. Es geht mir wirklich darum. Entweder gehen sie in das eine oder das andere Extrem. Man muss da einfach differenzieren. deswegen muss aber noch lange nicht jeder Haschraucher automatisch Heroin spritzen. Es kann doch nicht angehen das Alkohol. 1. noch möchte ich irgendwen dazu bekehren. nur die Dosis mache das 47 . aber deswegen kann man doch nicht verallgemeinern. Ich will einfach nur. sie wird jedoch nicht als solche angesehen. Alkohol ist doch in Wahrheit die viel härter Droge. hat man Erfolg sei es im Berufsleben oder im Sport sprechen die Leute immer von „Wir“ oder „Uns“. und das scheint wirklich für viele ein Problem zu sein.47 Die schwarzen Schafe. Wichtig ist aber das man eben nicht in die Sucht hineinfällt. und nicht allgemein nur von vorneherein verurteil. dass man wieder den einzelnen Menschen sieht. Aber so ist das nun mal im Kapitalismus. Es ist ja auch ein Phänomen das mir bei vielen Menschen aufgefallen ist. Die meisten Leute hierzulande sind doch feige und hinterhältig. einen ausgewogenen Durchschnittswert erreichen hier wirklich nur die Wenigsten. Der große Philosoph des Mittelalters „Paracelsus“ erkannte das auch und sprach deshalb auch davon. das man sich dabei den Verstand wegsäuft. Drogen sind und dürfen nicht der Lebensinhalt eines Menschen werden. wird es wohl immer geben. können aber in bestimmten Situationen neu Ansichten bringen. Manchmal glaube ich das die meisten Menschen hierzulande kein gesundes Mittelmaß kennen. auch auf die Gefahr hin. also vorsichtig mit der Obrigkeitslogik. Leute die Missbrauch damit treiben. Ich möchte jetzt mit meinem Haschischvorfall keinesfalls eine Lobeshymne auf den Konsum von dieser Droge singen. während Haschischrauchen andererseits so verteufelt wird. in jeder Hülle und Fülle getrunken wird und in der Fernsehwerbung auch noch positive dargestellt wird. wenn man als ausgewachsener und geistig erwachsener Mensch nach geschaffner Arbeit das Recht für sich in Anspruch nimmt zur Entspannung mal hin und wieder einen Joint zu rauchen. Dem Cannabiskonsumenten kommt man dann gleich mit dem Argument „Einstiegsdroge“. Ich frag mich dann immer : „Einstieg worein?“ Einer der Heroin spritzt. Es ist schon eine traurige Tatsache. wird sicherlich auch schon mal Haschisch geraucht haben. dass viele Menschen ein so schwaches Rückgrat besitzen und das Ehrlichkeit und Wahrheit sich immer weniger auszahlen. hat man Misserfolg heißt es dann immer „Ihr“ oder „Du“. die Staatsdroge Nr. das alles Gift sei. werden jedoch immer wieder vorgezeigt. das man liberalere Gesetze auf diesem Gebiet schafft. da zählt die Quantität.

Auch die Fahrdienste werden jetzt wieder mit mehr Zuversicht erledigt. Auch bei uns Zivis macht sich die Lust auf Urlaub breit. um zu sehen wie man hierzulande mit Andersdenkenden umgegangen ist. (Übrigens!: Auch sein Tod ist bis heute nicht eindeutig geklärt. das die Mehrheit immer schweigt. denn letztlich bin ich dann doch froh. da irgendwie immer irgendeiner Urlaub hat. das ich 2 Wochen hintereinander Frau Belges betreuen darf.48 ein Ding kein Gift sei. So kommt es einmal auch wieder vor. alles das habe ich in allen anderen Ländern dieser Welt nicht. schließlich ist es nicht schon gleich dunkel. sie hat mich wieder so heftig genervt. aber in Deutschland. Geradeaus. der jede Form von Individualität schon im Keim zu ersticken versucht. Der Sommer beginnt und die Wetterlage bringt einen in die beste Urlaubslaune. auch wenn sie wesentlich ärmer sind. dass ich nicht mehr bereit bin sie weiterhin zu betreuen. Ach. Ihr Weg der Richtige ist und alle anderen Völker haben sowieso nur Menschen zweiter Klasse. Das tue ich dann auch. doch dieses mal habe ich die Faxen dicke. Den Rest meiner Urlaubszeit hänge ich an das Ende meines Dienstes. Diese 2 Wochen führen wieder zu üblen Rückfällen in meiner Arbeitsmoral. das an Ihrem Wesen die Welt genesen soll. nichts rechts nichts links schauen und keine Form von Kreativität zu lassen. fühle ich mich irgendwie nie richtig wohl. Wie kommt das nur? Wäre es anders. Mit diesem Brief habe ich vielleicht manchem Zivi Nachfolger ein 48 . Unzufriedenheit. Man braucht ja gar nicht weit zurück zuschauen. Es sind ja nicht alle hier in unserem schöne Land so. organisiert vom Geburtstag bis zum Todestag. Wobei ich jetzt auch nicht den Fehler begehen möchte und wieder alle über einen Kamm scheren möchte. Es scheint wirklich dieser typisch deutsch ausgeprägte Gruppenzwang zu sein. Das bessere Wetter führt dann auch bei unseren Kunden zu einer gesteigerten Laune. Die Terminplanung versorgt uns wieder verstärkt mit Arbeit. Na ja.“ Es ist schon komisch. das sie die Größten sind. obwohl es meine Heimat ist. aber es soll auch kein Zivi alleine seinen Dienst tun müssen. Immer das Gefühl von Enge. ein krankhafter Leistungsdruck. Eine Woche ist mir gegönnt. Aber zurück zum Zivi Alltag. bzw. das Problem ist einfach nur. ja phasenweise sogar paranoide Zustände. denn trotz all der Probleme läuft meine Arbeit gewohnheitsmäßig weiter.) In dieser Aussage zeigt sich viel Weisheit. wenn es vorbei ist. auch wenn sie sieht das etwas falsch läuft. keiner soll zu kurz kommen. Das diese Leute hier immer so ein Geltungsdrang haben und meinen der ganzen Welt beweisen zu müssen. Einige der Leute hier haben ja schon oft geglaubt. aber das muss schon irgendwie in der deutschen Mentalität stecken. wenn man abends noch seinen Dienst erledigen darf. nur nichts dem Zufall überlassen. In einer gemeinsamen Runde legen wir dir Urlaubstermine fest. so dass hier und da mal wieder ein gutes Trinkgeld abspringt. wenn ich ständig im Ausland leben würde? Ich weiß es auch nicht. Meine Chefin will das ich einen Bericht über ihr Verhalten und meine Arbeitsaufgaben dort schreibe. wie mir diese Deutschtümelei mittlerweile zu wider ist. nach dem Motto: „Bloß keinen Ärger einheimsen. das sie die Herrenrasse sind.

da sie nicht den Mut haben auch einen eigenen Weg zu gehen. da könnte einem wirklich schlecht werden. im eigenen Auge den siehst du nicht. Die Apothekerin ist immer sehr nett und ihre Azubine ist auch nicht schlecht. Und dann trauert die ganze Welt als sie stirbt. Insgeheim neiden sie es einem doch. der heute aktueller ist als je zuvor und der da lautet: „Du siehst den Split im Auge deines Nachbarn. Wenn man beispielsweise an den ganzen Rummel um Prinzessin Di denkt. Doch das scheint wirklich nur den wenigsten zu gelingen. Auf nonverbaler Ebene verstehen wir uns ganz gut. um ihre eigenen schwachen Persönlichkeiten auf diese Art aufzuwerten. das irgendetwas aus ihrem Leben berichtet. Deshalb werten sie alle Erfolge dieser Menschen ab. Leute die heutzutage noch Lachen können. was sie mit ihrer ach so knapp bemessenen Zeit machen.“ Ich verstehe wirklich nicht warum die meisten Menschen sich den Kopf anderer Leute zerbrechen und dabei ihr eigenes Leben verpassen. Die jungen Karrieristen. Heute fahre ich für sie einkaufen. Ich schätze sie auf Anfang 20. dass sie doch unter mehreren neurotischen Störungen leidet. Mir fällt an dieser Stelle wirklich ein passender Spruch aus der Bibel ein. um Zufriedenheit zu erlangen. doch irgendwann ist mir dann der Kragen geplatzt. sie wird älter. Statt dessen verkrampfte. Ansonsten läuft die Arbeit wie gewohnt weiter. den Balken. lächelnde Menschen meine ich. anschließend bringe ich sie zum Arzt. ich lächele zurück. scheinen doch zu einer aussterbenden Spezies zu gehören. Zwischendurch bin ich mal wieder für Frau Bonert unterwegs. sie lächelt mich an. bei manchen Leuten könnte man schon bald von einem Pfosten sprechen. soll sie wenig später in ein Heim eingeliefert worden sein. Hauptsache es lässt sich gut verkaufen. die für nichts mehr Zeit haben. jeder eben so wie er es verdient. kommen einem manchmal richtige Nebelschwarden voller Rauch entgegen. Wer hat sie den letztlich in den Tod getrieben? Waren es nicht die sensationsgeilen Medien und die Informationssüchtigen unserer Tage. Doch auch sie werden eines Tages für ihre unschönen Taten büßen müssen. Ob die Berichte überhaupt der Wahrheit entsprechen ist dabei nur zweitrangig. in letzter Zeit haben sich ihre Arztbesuch doch stark gehäuft.49 nervenaufreibendes Schicksal erspart. welches bescheinigt. besser spät als nie. na ja und dann fahren wir noch gemeinsam zur Apotheke. Erst können die Leute nicht genug aus ihrem Privatleben erfahren und lesen jedes Klatschblättchen. wenn man die Tür öffnet. Ihre Wohnung ist immer noch schrecklich verraucht. angespannte Gesichter oder einfach nur auf den Boden schauende Menschen. Ich habe es immer gut mit ihr gemeint. wird man von denen auch noch als Weltverbesserer bezeichnet. Wenn man dann mal sieht. Die meisten laufen wirklich orientierungslos durch Raum und Zeit und suchen irgendeine materielle Befriedigung. Gesellt man sich nicht zu diesen Massenkonsumenten. Denn kurz vor Ende meiner Dienstzeit wird von psychologischer Seite ein Attest erstellt. Mittlerweile ein selten gewordener Anblick. Die hierzulande übliche Raffsucht verschließt vielen Leuten die Augen für die angenehmen Seiten des Lebens. dann fast man sich doch schon mal ganz verzweifelt 49 . So wie ich es gehört habe.

Angenommen die Menschen würden so denken: „Es gibt 6 Milliarden Menschen. Wäre das vielleicht ein Art Weltkommunismus? .aber wer hält sich denn beispielsweise wirklich an die 10 Gebote? Welche Ideologie oder Religion ist in der heutigen Zeit überhaupt noch aktuell? Keiner weiß etwas genaues. wer weiß. Fräulein Redeviels Freund. um noch mal auf die jungen Karrieristen zurück zu kommen. Das Christentum vielleicht? . anderen ist das nicht genug. dass Geschlechtsverkehr mit verschiedenen Frauen zur Impotenz führt. denn immer mehr Leute glauben ja nun das Geld machen der einzige Sinn in ihrem Leben ist. Nun ja. die für die jeweilige Propaganda von Nutzen ist. Manchmal frage ich mich ernsthaft sind die bekloppt oder bin ich es. Ihre ganze Lebensphilosophie wird ja auch hierzulande immer mehr übernommen. Bei der Gelegenheit klärte er mich auch gleich darüber auf. da er ja mit Sicherheit nicht der „Vielweiberei“ frönt. Die Amerikaner stellen sich immer als der große Weltbeschützer dar. Ich denke hier ganz speziell an unsere amerikanischen Freunde. fehlen mir fast die Worte. ob er jetzt seine überkräftige Potenz befriedigt hätte. ja wirklich viele wollen heutzutage eine sogenannte „Grosse Karriere“ machen. indem er mich darauf hin wies das es halt zu allen Dingen eben Mehrheiten und Minderheiten gäbe. die Machtdemonstration der Amis ist schon wirklich beeindruckend. ich glaube sie wäre nicht so eifrig bei der Sache gewesen. als er dann jedenfalls von der Toilette wiederkam. Nicht nach dem Motto: „Mein Haus. aber ist das amerikanische Ordnungssystem prinzipiell das Richtige für unseren Planeten? Oder müssen wir uns alle. wir bekommen aber immer nur die Seite zu sehen. Manchmal geht meine Phantasie einfach mit mir durch. fragte ich ihn erst mal .aber so richtig hat der ja auch noch nicht funktioniert. Neulich traf ich auf einer Party Tristan. Manche setzen deshalb auch ihre Ellenbogen ein um nach vorne zu kommen. damit meine ich wirklich alle und jeden. der mir das dann sehr einfach erklärte.. nicht nach einem neuen System fragen? Vielleicht ein globales mit einer Weltregierung. Na ja.50 an den Kopf. sie greifen nötigenfalls auch zu Waffen.) Aber ich sollte hier nicht zu sehr ausschwenken. mit welcher Selbstverständlichkeit und mit welcher Waffentechnik der amerikanische Weltsheriff in einem seit Jahrhunderten brodelnden Krisenherd für Ruhe und Ordnung sorgt. Diese Leute haben wirklich feste Ziele die sie verfolgen. einer davon bist Du. sie leiten ja schließlich das Denken und Handeln unserer Zeit und viele. (Im Gegensatz zu mir? Wer weiß. Natürlich möchte ich aber auch nicht Partei für die andere Seite ergreifen. Aber jede Medallie hat zwei Seiten. mein Ferrari. Was er mir damit sagen wollte habe ich bis heute noch nicht herausgefunden. was kannst Du tun um diese Welt positiv zu gestalten. 50 . aber wenn sie durch ihren Einsatz wirtschaftliche Nachteile hätten in Kauf nehmen müssen. die mit Sicherheit auch nicht viel menschlicher mit ihren Gegner umgeht. Wenn ich nur an die BelgraderBombennächte zurück denke. in der alle Menschen und alle Nationen gleichberechtigt sind und in der es auch keine Klassenunterschiede mehr gibt. Und nicht wie kann ich gegenüber meinem Nächsten hervorstechen.

Sie ist wirklich eine Klasse Frau vor der ich immer meinen Hut ziehen werde. es bleibt einem doch nur die Möglichkeit seinen Urlaub in den heimischen Gefilden zu gestalten. auch wenn das lange nicht mehr unserer Anfangsliebe entspricht. So kommt es. manchmal stottert sie wie ein alter Diesel der nicht richtig anspringen will. nur manchmal geht einem ihr Selbstmitleid auf den Wecker. sondern nach dem Motto: “Mein Brot ist auch dein Brot. ich glaube Frau Zittrig war ihr Name. Wir sind derzeit komplett und ich muss nicht bei Frau Belges antreten. Die Woche ist lang. Und auch Nicole sei beruhigt. Die erste Arbeitswoche nach Arbeitsbeginn vergeht wie im Fluge. die örtlichen Waldlandschaften und Balkonien sind die Orte an denen ich meine Urlaubszeit genieße. denn sie ist seit langem wirklich mal was anderes. bei der sich der Parkinson breit gemacht hat. Ich kann die letzten 70 Tage mit mehr Ruhe abreißen. Dabei betreue ich wieder so ziemlich den gesamten Kundenkreis. oder wie man ihn auch immer nennen mag. in die Türkei zu fliegen. Ob ich sie nun sinnvoll gestaltet habe oder nicht. egal was da kommt. Was kann noch kommen? Halt ich wirklich bis zum Ende durch? Was ist nach dem Zivildienst? Arbeitslosigkeit oder eine neue Aufgabe? Fragen über Fragen während dieser einen Woche Urlaub. die mir immer noch irgendwie Zuversicht gibt. Und dann noch die Urlaubsplanung für die Zeit nach dem Zivildienst. Das Freibad. Der Freundeskreis. ich habe mich dieser Entscheidung gebeugt. Von Frau Angreifer über Frau Henner bis hin zu Herrn Lessok und Frau Grass sind alle im Programm. Die Angst und Unruhe ist etwas von mir gewichen. Sie ist immer furchtbar am zittern und wenn sie etwas sagen möchte. dass eh ich mich versehe meine Urlaubswoche vorbei ist. Endlich mal 9 Tage lang diese Scheiße nicht mehr sehen müssen. Was machen mit dieser Zeit? Für eine Urlaubsreise ist die Zeit einfach zu kurz.51 meine Yacht – dein Gerichtsvollzieher“. Ach hierfür muss geplant. das wir Kunden 51 . Es geht nun nämlich wirklich dem Ende zu. es ist doch absolut nicht meine Welt. Doch sie hat mir mit Sicherheit Luft verschafft. schließlich sitzt sie im Rollstuhl und hat Sprachprobleme. die unter Parkinson leidet. Gute 3 Stunden beträgt meine derzeitige Arbeitszeit. Wir haben jetzt auch eine Patientin.“ Welch weltverbesserischen Ansichten! Aber vergessen wir diesen philosophischen Diskurs und kommen zurück zur Arbeitsrealität. Zeit gestalten wie man will. das Maul zerrissen. Na ja und eben Nicole. wirklich nicht zu viel. niemand der einen scheucht oder sonst wie angreift. Die Angst vor den letzten 2 ½ Monaten steckt einem doch in den Knochen. gebucht und sonstiges getan werden. Auch ich komme jetzt in den Genuss einer Woche Urlaub. hat sie Schwierigkeiten mit der Aussprache. auch über Dich haben sich viele unserer sogenannten Freunde hinterrücks. Eine Frau Ende vierzig. Dann erzähle ich ihr immer. Man blickt zurück und denkt sich wie konnte ich das nur durchhalten. Es ist nicht einfach mit ihr. hat beschlossen. darüber lässt sich streiten. Aber sie ist an für sich eine vernünftige und alles im allem einen nette Frau. das war ja ihre besondere Stärke. mich hat ihr Geschwätz doch da schon lange nicht mehr interessiert. schließlich war ich noch nicht in diesem Land.

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haben, denen es noch schlechter als ihr geht. Auch wenn sie das nicht immer so ganz glauben möchte, freut sie sich doch über diese Geschichten und die Schicksale der anderen Leute. Jens hilft mir dabei sie zu betreuen und stellt zu meiner Beruhigung fest, das sie manchmal doch wirklich etwas komisch, unabhängig von ihrer Krankheit, ist. Während Tom am rumstänkern ist, das ihm so manche Dinge nicht richtig passen, beginne ich so langsam aber sicher den „final countdown“ anzuzählen. Für mich laufen die letzten Tage und ich kann sehen wie sich die anderen rumärgern müssen und noch gut 2/3 ihrer Zeit vor sich haben. Erinnerungen an eigene Schreckenserlebnisse werden wach, gepaart mit einer gewissen Überlegenheit und Schadenfreude, Gott sei es gedankt, das man nicht alleine da durch musste. Jetzt gehört man sogar zu denen, die Ratschläge geben können, aber berechtigte Ratschläge, denn man weiß wirklich wo von man spricht. Die eigene Arbeit geht so einigermaßen von der Hand. Hier mal saugen , da mal einkaufen, dort mal ein Fahrdienst. Also nichts außergewöhnliches mehr bzw. nichts mehr was einen groß schocken kann. Dann und wann tauchen morgens noch einmal der eine oder der andere Ex-Zivi auf und erzählen einem von ihren derzeitigen Erlebnissen. Mit einem gewissen Schmunzeln auf den Lippen hört man sich ihre Geschichten an. Privat geht es jedoch weiter bergab, der Zivildienst und die Cannabisaffäre, sowie viele falsche Freunde und mein chaotisches (so sieht es Nicole zumindest) Ordnungssystem bringen unsere Beziehung langsam aber sicher an den Ruin. Der Urlaub soll wieder neuen Schwung hineinbringen, doch er wird das Ende darstellen, nur weiß ich das jetzt noch nicht. Mit gespaltenen Gefühlen kämpfe ich mich dem langersehnten Ende meiner Dienstzeit entgegen. Das Ende des Dienstes wird auch ein Einriss in meinen Finanzen darstellen, doch darüber mache ich mir zu dem Zeitpunkt noch keine Sorgen. Denn schließlich sind im Anschluss an meine Dienstzeit 2 Wochen Türkei angesagt. Und das bedeutet eine Art Neugeburt für mich, das hoffe ich zumindest.

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XI.

Der letzte Tag.

„La Paloma Ole, einmal muss es vorbei sein!“ mit dieser Melodie auf den Lippen wache ich an meinem letzten Dienstag auf. Es ist ein Tag Anfang September, ein Tag wie jeder andere, nicht ganz, ein Tag nämlich den ich mir im letzten halben Jahr so sehnlichst herbei gewünscht habe. Wie wird dieser Tag für mich verlaufen? Mit gemischten Gefühlen schwinge ich mich auf mein Fahrrad. Bevor ich zur Zentrale fahre, steuere ich noch unseren örtlichen „Tante Emma Laden“ namens Trennkorb an. Dort kaufe ich Brot, Brötchen, Käse/Wurst-Aufschnitt, Milch und eine Taucherbrille für mich ein. Die Taucherbrille brauche ich für meine Augen, weil der Chlorgehalt im Wasser in den letzten Jahren doch immer stärker zugenommen hat. Es ist schon ein Wahnsinn, Trennkorb bietet wirklich alle Produkte an, die das Herz begehrt. Von Lebensmitteln aller Art, über diverse Sportartikel bis hin zu verschiedenen Kinderspielzeugen, sogar eine eigene Kleiderabteilung sind in diesem kleinen aber feinen Laden vertreten. Erst kürzlich fuhr ich an dem Laden vorbei und musste zu meinem Entsetzen feststellen, das es den Laden nicht mehr gibt. Seit meiner Kindheit bin ich dort einkaufen gewesen, einen Pfeil und Bogen habe ich mir dort gekauft, sowie Tischtennisbälle, zumindest habe ich mal welche dort bestellt, für unseren Verein sollten die sein, rund 500 Stck., die habe ich bis heute noch nicht abgeholt, na ja und andere Utensilien wie beispielsweise China-Böller oder ähnliches Equipment was man damals halt so gebrauchen konnte. Und immer ein Schwätzchen gehalten mit dem Besitzer, Herrn Trennkorb, ein Mann mit Witz und Humor, der auch selber aktiver Tischtennisspieler ist und der mir deshalb auch einen guten Preis für die Bälle machen wollte. Statt dessen sehe ich dort einen neuen Laden, einen Drogeristen (obwohl es dort überhaupt keine Drogen gibt – Hah-hah) namens „Schleimer“. Auch er hat drei Schaufenster wie der alte Besitzer, doch die Produkte die er dort feil bietet, entsprechen in keiner Weise den Artikeln, die ich von früher her kannte. Ich traue meinen Augen kaum, als ich mir das Produktsortiment einmal genauer betrachte. Ungelogen, vom ersten bis zum letzten Fenster irgendwelche Reinigungsmittel, Spülzeug, Waschpulver, Bodenreiniger, Geschirrspülmittel, Teppichreiniger, Schuhreinigungsmittel und haste nicht gesehen. Da fehlen einem wirklich die Worte. Ist jetzt hier der blanke Wasch- und Putzzwang ausgebrochen? Also man kann es wirklich übertreiben, irgendwann gelangt das Zeug in die Umwelt und dann wundern sich die Leute, wenn ihre Kinder mit Spülmittelvergiftungen im Krankenhaus landen. Ich weiß echt nicht wo uns das hinführen soll. Der Reinlichkeitswahn unserer Tage nimmt perverse Formen an. Es scheint als wollen die Menschen ihre kranken Seelen reinigen. Manche Leute haben wirklich Probleme. Auch hier gilt: „Weißheit kommt von innen“ Aber kommen wir wieder zu der Zeit zurück als es Trennkorb noch gab. Ich habe jedenfalls meine Waren, also Esswaren meine ich jetzt, dort geholt. Meine Zivi Kollegen sind hell auf von dem gemeinsamen Frühstück begeistert. So ein Abschied hat also auch positive Seiten. Wir machen Scherze, ich ärgere unseren neuen Kollegen mit Frau Belges und meinen Abenteuern bei ihr. Seit dem
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ersten September ist er bei uns und durfte gleich bei Frau Belges auflaufen. Das hat in wirklich schockiert, ich glaube er machte drei Kreuze, als er eine Woche nach meinem Abschied davon erfuhr, das Frau Belges aus dem Programm genommen worden ist. Unsere Chefin fragt mich vor den Kollegen nach einem Fazit. Was soll ich da große Worte machen. Ich denke es war sicherlich eine Erfahrung die einen schon ein wenig geprägt hat. Man hat viel dazugelernt, auch wenn man phasenweise mit den Nerven am Ende war. Ob es bei der Bundeswehr besser gelaufen wäre weiß man auch nicht. Und wenn man das Verhältnis Arbeitszeit (nicht Arbeitsaufwand) /Bezahlung ins Verhältnis stellt, sind rund 900,- DM für einen halbtags Job schon in Ordnung gewesen. Bei der Bundeswehr hätte ich weniger verdient. Überstunden, wenn es dann mal welche gab, wurden in der Regel durch die Trinkgelder unserer Kunden ausgeglichen. Finanziell war es im Großen und Ganzen schon in Ordnung. Menschlich hat man auch sicherlich vieles dazugelernt. Grade im Umgang mit ältern Leuten, ist man wesentlich sicherer als vor der Dienstzeit. Aber auch hier hat sich gezeigt, das es solche und solche gibt. Ewig gestrige die nichts dazugelernt haben, sowie Leute die viele Dingen aus der deutschen Vergangenheit bedauern. Mit einigen kam man super aus, andere waren wirkliche Quelgeister , die man nie zufrieden stellen konnte. Krass formuliert kann man sagen, dass es immer irgendwelche Deppen gibt, die einem das Leben schwer machen wollen. Sei es beim Zivildienst, im Bekanntenkreis oder im normalen Berufsleben, davon sollte man sich aber nie beeindrucken lassen. Am besten gleich weg von solchen Leuten. Meine Chefin fragt mich wie es beruflich bei mir weitergehen soll. So genau weiß ich das auch noch nicht. Dieses zielstrebige geradeaus Denken habe ich nun mal nicht so, da ich immer noch glaube, das es auch Alternativen gibt, zu unserem derzeitigen Gesellschaftssystem. Deshalb erzähle ich ihr, das ich irgendwo eine Stelle hätte. Doch in Wirklichkeit ist erst einmal Arbeitslosigkeit angesagt. Aber das hänge ich nicht groß an den Nagel, sonst wird man gleich wieder als Sozialschmarotzer abgestempelt. Außerdem denke ich mir nach 25 Jahren in diesem System: Kindergarten, Grundschule, Realschule, Gymnasium, Höhere Handelschule, Berufsausbildung, Zivildienst habe ich auch mal das recht auf ein halbes Jahr Verschnaufpause. Immerhin habe ich ja auch Anspruch auf Arbeitslosengeld, denn ich habe gut 3 Jahre lang eingezahlt und bevor es sich sonst wer holt, hole ich mir es eben ab. Ein Teil des Geldes fließt dann ja auch gleich wieder in die Staatskasse der Staatsanwaltschaft Gronau/Münster zurück, damit tilge ich meine durch den Cannabisvorfall ausgelöste Strafe. Es bleibt also nicht viel für die eigene Tasche über und später wird das Schicksal mich noch einmal hart treffen, aber dazu an einer anderen Stelle mehr. Ein bisschen Geld habe ich ja auch ansparen können, doch der Türkei Urlaub steht vor der Tür und der ist nicht umsonst. Man spielt doch mit dem Gedanken im Frühjahr ein Studium zu beginnen. Aber es gibt so viele Themen die mich interessieren und Geld muss ja auch irgendwie reinkommen. Wenn ich dann wieder den bürokratischen Aufwand sehe, der mit dem Studium verbunden ist, vergeht mir auch schon wieder die Lust. So kommt es, das ich mich nach der Arbeitslosigkeit erst mal mit Gelegenheitsjobs durchschlagen werde, dazu
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gehören unter anderem nächtliches Zeitungsaustragen, telefonische Marktforschung, Inventurarbeiten und Aushilfe bei Firmen die über Zeitarbeitsgesellschaften Personal suchen, ja eine kurze Zeit arbeite ich sogar in einer Fleischerei. Es gibt wirklich die unterschiedlichsten Art und Formen von Arbeit, deshalb ärgert es mich oft, wenn viele Leute aufgrund ihres Berufsstandes arrogant gegen über Leuten auftreten, die nicht in gesellschaftlich so hoch angesehnen Berufen tätig sind. Manche Leute verdienen so viel Geld nur weil sie einen bestimmten Titel tragen, wenn man sieht was sie dafür leisten verschlägt es einem die Sprache. Und dann noch deren überheblichen Sprüche: „Gleichmacherei hat noch nie was gebracht“ oder „Ja soll ein Arbeiter genauso viel verdienen wie ein Ingenieur?“. Da sieht man doch schon was für ein eingeengtes Weltbild diese Leute haben müssen. Halten sich für megagebildet, haben als einziges Ziel im Leben aber nur Geldmacherei. Aber diese Leute nehmen für sich in Anspruch Gesetze zu erlassen mit denen sie das Volk unterjochen können. Die machen was sie wollen und die Gesetze gelten nur für das einfache Volk, sie selbst nehmen alle Privilegien für sich in Anspruch. Selbst in einer so aufgeklärten Zeit wie der unseren hat sich im Prinzip noch nichts geändert. Es treibt einen manchmal in den Wahnsinn, wenn man sich Leuten unterordnen muss, nur weil sie irgendwelche Titel tragen, in Wahrheit aber überhaupt keine Ahnung haben. Man kann seine Persönlichkeit gar nicht richtig entfalten, weil einen irgendwelche Vorschriften immer wieder einzwängen. Diese Leute wollen nur ihre Macht erhalten und lassen keine Veränderungen zu, auch wenn die Dinge ganz offensichtlich falsch laufen. Sie diskriminieren alle Andersdenkenden. Vielleicht muss man zu Gewaltmitteln greifen, wenn man sie anders nicht überzeugen kann, eigentlich traurig, denn Gewalt ist auch keine Lösung, aber wenn man ständig unterdrückt wird, dann bricht irgendwann die Agression und der Hass durch. Gewalt ist eigentlich nie der richtige Weg, aber wenn es das eigne Blut ist das fließt, geht es nach dem biblischen Spruch „Auge um Auge und Zahn um Zahn“ und dann wird sich nun mal der bessere durchsetzen, vorausgesetzt der Kampf würde mit gleichen bzw. fairen Mittel ausgetragen werden, aber wer ist denn heutzutage noch fair? Nur irgendwelche Leute können nicht ständig andere unterdrücken, nur weil sie irgendwelche Gesetze zur Volksverblödung und Ausbeutung erlassen haben. Dieses marode Staatssystem wird sowieso nicht ewig bestand haben. Es kann nun mal nicht jeder Arzt oder Rechtsanwalt werden, auch wenn man in diesen Berufsgruppen auch das einen oder andere Mal wirkliche Pfeifen antrifft, die aufgrund ihres Elternhauses ein Studium durchziehen konnten, aber teilweise überhaupt nichts auf dem Kasten haben. Ein Teil dieser Leute lenken die Geschicke unseres Landes. Viele von denen haben wirklich jeden Bezug zu den Problemen der kleinen Leute verloren. Sie kassieren ihre dicken Bezüge, fahren fette Nobelkarossen und verarschen auf deutsch gesagt das Volk nach Strich und Faden. Aber die Autoritätsgläubigkeit vieler Leute ist hierzulande nun mal sehr stark ausgeprägt. Irgendeiner hat mal irgendwo was gesagt und

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Wer das nicht kapiert wird bald ganz böse erwachen. schicken Klamotten und sonstigen Hightechdingen ausstatten. auch wenn sie mir finanziell nicht unbedingt zu einem großen Reichtum verholfen hat und mir den Ruf eines Aussteigers bei meinen jungen karriereorientierten „Freunden“ eingebracht hat. Und eines Tages werden die „Reich & Schön“ Konsumenten ganz erschrocken dastehen.“. die sie eigentlich bekämpft haben. waren anfangs Außenseiter und mussten dann vor einer Realität fliehen. Ich denke man muss im Leben immer weltoffen bleiben und auch Toleranz gegenüber anderen Kulturen und Andersdenkenden entwickeln. Viele haben echt keine eigene Meinung sondern plappern nur nach. will keiner etwas gewusst haben und man wird als Bremser. auch wenn es anfangs oberflächlich so scheint. um nur einige Idole ihrer Zeit zu nennen. Erst dann wenn der Wald entgültig tot ist. wer flexibel im Handel und Denken bleibt und wer Arroganz und Egozentrik aufgibt. Jimi Hendrix oder auch Jim Morrison. Die ja zielstrebig ihren Weg. wenn ihre Scheinrealität dann mal zusammenbricht und sie feststellen. Sie kämpften gegen dieses Commerzdenken an. indem sie ja auch die Umwelt zerstören in der auch ich lebe. Ich glaube auf diesem Gebiet können die Deutschen sich noch stark weiterentwickeln. Ich zumindest sehe es so. Nun schweife ich aber wieder viel zu sehr ab. Geld ist und bleibt nun mal ein Zahlungsmittel – nicht mehr und nicht weniger – aber kein Machtinstrument. das hier irgendwas falsch gelaufen ist. starben jung und keines natürlichen Todes. Sänger von Nirvana. Leute wie Kurt Cobain. Für manche Leute ist der Wohlstand hierzulande so groß. das es auf der Welt immer noch Leute gibt die vor Hunger sterben müssen. James Dean. Wenn man unsere Staatsverschuldung sieht. werden diese Leute kapieren. Doch dann ist es wahrscheinlich viel zu spät. werden auf lange Sicht zu den Verlieren gehören. Denn letzten Endes kommt es immer auf den Charakter des Menschen an und nicht auf seinen Kontostand . Das blöde ist nur. das diese Deppen einen mitreisen. Volksverhetzer und Nestbeschmutzer beschimpft. auch wenn es viele Leute so sehen. die Fische an der Wasseroberfläche schwimmen. Und wenn man dann mit dem Spruch kommt: „Das habe ich euch schon vor Jahren prophezeit. Aber sie waren echte 56 . nur weil sie sich mit teuren Autos. wird sich dieser auf Pump aufgebaute Wohlstand irgendwann sowieso nicht mehr halten lassen. das man nicht essen kann. dass sie sich überhaupt nicht vorstellen können. die Hühner keine Eier mehr legen und die Kühe keine Milch mehr geben. um dann später mit ihren Besitztümern zu prahlen. Nur wer auf Dauer bereit ist sich der immer schneller zusammenwachsenden Welt zu stellen. Janis Joplin. das Geld doch letztlich nur bedrucktes Papier ist. Leute die sich auf ihren Lorbeeren ausruhen und versuchen durch Intrigen und Abwertung anderer sich in den Vordergrund zu spielen. als seien sie jetzt die großen Erfolgreichen.56 schon übernehmen die Leute sein Weltbild. wird auch auf Dauer Erfolg haben. Und deshalb war die Zeit des Jobbings für mich eine persönliche Bereicherung. zum Teil an deutschen Universitäten gehen.

kommt in mir immer wieder das Bild vom „hässlichen Deutschen“ hoch. egal wie steinig er auch sein mag und was andere von mir denken. Es ist kein Wunder. Ich werde jedenfalls meinen Weg weitergehen. es so dargestellt wird wie es im Interesse des Senders steht. Wenn mir irgendwelche Bürokraten mit irgendwelchen Paragraphen das Leben schwer machen wollen. wie ich es für richtig halte. wenn er endlich mal gefragt wird und sein Erscheinen auf unserem Planeten doch nicht ganz umsonst war. denn irgendwie muss ich ja auch satt werden. denn sie mussten nicht noch ganze Menschenmassen. Also immer schön aufpassen: „Wer zeigt uns was?“ und „Welches Interesse steckt dahinter?“ 57 . Wenn mein Geld aber in Form von Steuern und Abgaben an irgendwelche Leute verheizt wird. wie beispielsweise „Unser Sieg-Heil Führer“ vorher vernichten und sich dann feige mit dem Suicide der Verantwortung entziehen. wird sich bald zeigen. da die Wahrheit immer nur so wahr sein kann.“ Irgendwelche Leute geben dann ihre Kommentare ab. das die Zahl der Amokläufe in den ach so zivilisierten Staaten ständig zunimmt. Das ist sehr gefährlich. dann kann hier doch etwas nicht stimmen. die ich wahrscheinlich so wie so nie sehen werde. die Hintergründe und Motive werden nicht ganz gezeigt. hatte bisher solche Möglichkeiten zur Manipulation des menschlichen Bewusstseins gehabt wie wir heute. wenn ich mir aber schon mit 27 Jahren den Kopf über meine Rente zerbrechen muss. Was durch die heutige Technik alles möglich ist. Welche Gefahren damit verbunden sind und welche Fehlleitungen bereits jetzt eingetreten sind.“ Eine gewisse Planung muss es schon geben. das ich meinen eignen Weg gehen kann. immer frei nach dem Motto: „Nur die Harten kommen in Garten“ oder „Keiner kommt hier lebend raus. hätte selbst Joseph Goebbels raffinierte Propagandamaschinerie vor Neid erblassen lassen. ist immer nur eine Teilwahrheit. Ich lebe mein Leben und das lebe ich bewusst im jetzt und hier. Keine geschichtliche Epoche wie die unsrige. die sich dafür nur ein schönes Leben machen und nichts für die Belange des Volkes tun. Die Macht der Bilder und der Medien zur Beeinflussung des Volksbewusstseins sind hier enorm. dafür bin ich auch bereit Arbeiten zu gehen. nur um zu verhindern. Warum diese Leute so gehandelt haben und wer sie zu dieser Tat getrieben hat wird nie gezeigt. dann verzichte ich gerne auf diese Leute und lege mein Geld so an. Jetzt fragt man diese Leute und jetzt haben auch sie endlich einmal die Gelegenheit zu einem Millionen Publikum zu sprechen.57 Helden. wenn man diese Menschen dann ihm Fernsehen reden hört. Die meisten Leute glauben doch immer nur das was ihnen gezeigt wird und hinterfragen nicht alles. Das kann einem kleinen Dorfpsychologen oder Vorstadtbeamten schon einmal richtigen Auftrieb geben. das mir irgendwann der Kragen platzt und ich mich zur Wehr setzen werde und wenn es gar nicht anders mehr geht dann nötigenfalls auch mit Waffengewalt. wie die politischen Verhältnisse es erlauben bzw. Man spricht dann immer nur von dem „psychisch gestörten“ oder „im Leben gescheiterten. Was wir dann in den Medien zu sehen bekommen. dann müssen diese Leute auch damit rechnen. sonst bräche hier die blanke Anarchie aus.

Wer das nicht kapieren will. Aber irgendwie wird auch alles was natürlich ist immer mehr unterdrückt. ich zumindest empfinde es als krank. wie die Welt aussehen würde. dann ist dann sein Problem. die einfach nur in Frieden leben wollen und ihre bemessene Exsistenz hier auf unsrer Erde genießen wollen und das geht auch bestens ohne den 58 . was der zu tun und zu lassen hat und dann auch noch Geld dafür abkassieren. Irgendwann kommt der Punkt. weil die Mehrheit ja diese Heuchelei eben mitmacht bzw. aber trotzdem muss ich mich von diesen Leuten nicht führen und steuern lassen. Man müsste sich nur mal vorstellen. schweigt. aber in diesem System kann man anscheinend keinen Erfolg haben. Haben diese Leute irgendwelche Minderwertigkeitskomplexe oder ein übertrieben stark ausgeprägtes Geltungsbedürfnis? Es scheint wirklich so zu sein. Aber wenn wirklich die Medien diese ganze Heuchelei auch noch unterstützen. Alles was mit Ursprünglichkeit und Natürlichkeit zu tun hat wird immer mehr diskriminiert. Grade hierzulande lassen die Leute sich doch recht schnell von irgendwelchen Hanswürstchen manipulieren.58 Das traurige am Kapitalismus ist halt seine Schizophrenität. Nackt – wie der Herrgott den Menschen geschaffen hat – wären alle gleich. denn irgendwann fühlt man sich doch als Außenseiter und meint auf dem falschen Weg zu sein. Manche Leute glauben wirklich nur weil sie eine bestimmte Uniform tragen. So geht es nun auch nicht. das sich die Dinge gegen ihn richten werden. Kein Mensch hat das Recht einem anderen zu sagen. aber er soll die Leute in Ruhe lassen. und der ganzen Welt beweisen müssen. wo man sich verkleidet und machen kann was man will. die ihre Position zu Machtdemonstration ausnutzen – Neutralität und Objektivität sind hier gefragt. Immer heißt es: „Du musst der Beste sein!“ Ist man es dann auch noch. das hier nicht Mord und Totschlag ausbricht. zumindest nicht wenn man ehrlich und fair handelt. muss damit rechnen. die dafür sorgen. Man kann es drehen wie man will. aber das dürfen nicht Leute seien. Alle reden von „Back to the roots (Zurück zu den Wurzeln). wenn beispielsweise Radfahren den gleichen Stellenwert hätte wie Autofahren und anstelle der vielen Sauferei alternativ mal ein >Joint die Runde machen würde. weil sie einen mit Vorurteilen. aber machen tut es keiner und wenn es einer macht wird er nicht ernst genommen. Ordnung muss sein und es muss auch Menschen geben. denn schließlich haben wir ja nicht Karneval. in Empfang nehmen. hätten sie besondere Rechte. das sie die Größten sind. das manche Leute Macht besessen sind. Wenn irgendeiner gestörte Gefühle hat. Lehnt man sich dagegen auf. dann wird es einem aber nur geneidet und Mies gemacht. Und dieses Verhalten ist hierzulande mittlerweile „Normal“. wenn die nicht richtig klar kommen ist das deren Problem und nicht meins. die irgend jemand wieder hinterrücks über einen verbreitet hat. es heißt dann immer: „Was kann ich als einzelner schon ändern“ Ist das nicht irgendwie pervers? Das liegt einfach nur daran. abgewertet und nicht anerkannt. Dumm ist halt nur wenn sie ihre Komplexe auf andere Leute übertragen und dann immer mehr Leute so blöde werden. das ist doch total krank. wird es immer schwerer ehrlich und aufrichtig zu bleiben. wo man selbst nicht mehr so weltoffen an andere herantritt. Er kann dann entweder zum Seelendoktor gehen oder sich einen Baum suchen und einen Strick um Hals binden. ist man ein Aussteiger oder Bremser.

damit ist also auch schon mal klar das es kein „Oben“ und kein „Unten“ geben kann. zumindest gemessen an den Unendlichkeiten des Universums.und Machtgeilen Menschen. nach der es Zeit eigentlich gar nicht gibt. Woher können diese Leute denn wissen. würde das wohl jedem klar werden. das sie sich über solche Dinge überhaupt keine Gedanken machen. Diese Geld.und Ordnungsbild der meisten Leute würde dann zusammenbrechen. widerlegen. Das dumme ist halt nur das diese Leute immer meinen. mal vorsichtig ausgedrückt. Auch die Tiere werden immer mehr ausgebeutet. die von ihrem naturell her zwar gefährlich sind. aber wenn es zu viele Menschen gibt. aber das ist nicht richtig. Wie lange soll das noch so weitergehen? Die Tiere sind dem Menschen als seine Freunde und Helfer gegeben worden. Gäbe es die Gravitation. Und das Argument vieler meiner Gegner „Wo willst du in 20 Jahren stehen. die blind links dieser Technologisierung folgen. und das komplette Welt. man kann sie bis zu einem gewissen Grad planen. aber wenn man beispielsweise sieht wie manche Leute ihre Hunde abrichten. Und unser Sonnensystem ist nur eins von vielen in unserer Milchstrasse.59 ganzen Schnickschnack unserer Tage und auch ohne irgendwelche Meinungsführer oder sonstige Wichtigtuer. aber was sagt das schon aus? Mittlerweile wissen wir ja nun alle das die Erde eine Kugel ist. Aber die meisten sind auch so in ihrem Alltagstrott eingebunden. Nach christlicher Zeitrechnung leben wir an der Schwelle eines neuen Jahrtausends. mit deiner idealistischen Weltanschauung“ lässt sich spätestens durch Albert Einsteins Relativitätstheroie. Es ist schon traurig was manche Menschen alles für Geld anderen Lebewesen dieses Planeten antun. wird die Realität immer skuriler. was geht eigentlich in deren Köpfen vor sich? Leittragende sind dann immer irgendwelche Dritte. aber die ohne diese satanische Abrichtung ihrer gestörten Herren mit Sicherheit nicht so reagieren würden. ist auch nicht die feine Englische Art. wie die Welt in 20 Jahren überhaupt aussieht? Haben diese Menschen etwa schon einmal gelebt? Die Zukunft ist ungewiss. Ich zumindest für meinen Teil komme jedenfalls bestens ohne sie aus. weil es unnatürlich ist. die über Leichen gehen. wie sie ihre Besitztümer noch vergrößern können und möglichst besser dastehen als ihr Nachbar. eben durch eine falsche christlich-konservative Erziehungsweise. also die Erdanziehungskraft nicht. begreift man doch erst wie klein und nichtig so ein Menschenleben sein kann. Kühen oder Hühnern umgeht. Viele Leute überschätzen ihre Erscheinung auf unserem Planeten doch stark. Besserwisser und Klugscheißer. Sie denken nur darüber nach. dann würden sie anders mit ihrem Lebensraum und ihrer Umwelt umgehen. Vom Umgang mit anderen Tierarten ganz zu schweigen. empfindet. Wenn viele Menschen diese Nichtigkeit ihrer Existens begreifen würden. dann kann man sich nur fragen. die gehören doch in 59 . Und wie man heutzutage mit Schweinen. Wenn man hier um sich schaut. Diese Milchstrasse wieder rum ist nur eine von vielen im gesamten Universum. Außerdem trifft es dann noch ganze Hunderassen. Zumindest Zeit in dem Sinne wie sie der „normale Erwachsene“. die beispielsweise einem wütenden Kampfhund zum Opfer fielen. alle anderen würden auch so denken wie sie. seien es menschlicher oder tierischer Art. Die Erde ist nur einer von 9 Planeten in unserem Sonnensystem. Alles läuft hier wie in einer großen Maschinenfabrik.

aber das ist ja auch kein Wunder. wie ich sie für meinen Fall sehe. ich mich schon von allen verabschiedet habe. aber man muss halt mitreden können um „Up-to-Date“ zu sein. Mittlerweile waren die Menschen sogar schon auf dem Mond und wie viele Geschäftsleute jeten eben mal so in die USA. Ordnungsgemäß führe ich noch einmal ihren Einkauf aus. Es gab auch damals schon Kriege. Aber wenn die Realität wirklich schon so krank ist. Auf alle Fälle mache ich dann meinem Namen in mancherlei Hinsichten alle Ehre. dann irgendwelche Leute die sie ins Altersheim bringen möchten.und Machthebeln der Gesellschaft sitzen. dann lebe ich gerne an dieser Realität vorbei und baue mein „Nest auf meinem Baum“ und ziehe dort ein. dass ein Grossteil eben dieser Leute an den Schalt.60 Wahrheit hinter Gitter. Keine ehrlichen Freunde die hinter ihr stehen. die Gespräche mit mir und die Fragen „Wie war es?“. der an der Realität vorbei lebt. Auch auf die Gefahr hin. das Wasser sauber und die Luft rein. Und nachdem das gemeinsame Frühstück beendet ist. Der Planet war im Grossen noch gesund. Ich verabschiede mich von Frau Grass und wünsche ihr 60 . Sie wirkt nun immer zerstreuter auf mich. „Würdest du es aus der heutigen Sicht noch einmal machen?“ und „Was kommt nach dem Zivildienst“ beantwortet sind. sondern nur Leute die es auf ihr Geld. Dennoch muss ich wieder zurück zu meinem letzten Diensttag kommen. darauf hat es ihre Pseudoverwandtschaft abgesehen. so einfach kann man es sich machen. Ihre Wohnung ist ja auch Privateigentum. Es ist wirklich eine schnelllebige Zeit. Mit ihr ist es sichtlich bergab gegangen in den letzten Wochen. Als erstes beginne ich bei Frau Grass. dafür aber ein gesundes erfülltes Leben führen. Staubsaugervertreter die vor ihren Augen Staubsauger auseinander bauen. Ständig irgendwelche Leute die ihr Vermögen verwalten wollen. Heute frage ich mich. Ansonsten wird man eben als Aussteiger bezeichnet. aber nicht diese Knopfdruck-Kriege wie sie heute üblich sind. um ihr dann für teures Geld wieder Neue verkaufen zu können und zwielichtige Putzhilfen. Man hat sie entmündigt und für alterssenil erklärt. als man mit Pferden durch die Wälder ritt und eine Reise nach Italien zu Goethes Zeiten noch Stoff für ein ganzes Buch lieferte. Na ja ein bisschen Spaß muss sein. das ich dann entgültig für verrückt erklärt werde. Vier Termine stehen heute noch einmal auf meinem Programm. Natürlich hatten die Menschen damals auch ihre Probleme. geht es noch einmal in die letzte Runde bei unseren Kunden. In Freiheit sich bewegen und noch richtige Abenteuer erleben können oder sehe ich das falsch? Ist wohl Ansichtssache. Wirklich beängstigend! Was waren das noch für Zeiten . auch wenn die Lebenserwartung des einzelnen bedeutend niedrig war als heute. Eine sehr feine Geste von einer Frau die man für alterssenil erklärt hat. Aber was habe ich von einem langen Leben in einer kranken Umwelt? Dann lieber nicht so alt werden. aber das beste ist ja. alles das scheint diese endsiebziger Frau doch stark anzugreifen. ihre Möbel und sonstige Besitztümer abgesehen habe. ob sie überhaupt noch lebt oder ob sie den „Geiern“ zum Opfern fiel. wobei zum Abschied noch eine große Kiste Kekse sowie eine Flasche Wein für mich abspringen.

2 von 4 Terminen sind erledigt. Mein Fiat Cinquecento fährt mich als nächstes zu Frau Bonert. ob ich noch einmal bei ihm gewesen bin oder ob er sogar vorher schon ins Heim gekommen ist. Je mehr ich zurück denke. dann ihre plötzlich auftauchenden Besitztumsansprüche und letztlich noch die Einflüsse der anderen „Experten“.61 noch einen schönen Lebensabend. Ein Buch was mein Interessensgebiet trifft und was mir schon manchmal gute Dienste erwiesen hat. Nachdem ich auch für sie die Einkäufe erledigt habe. Manchmal ging sie mir doch ganz schön auf die Nerven. sowie ihr ständiges Treffen mit einem ihrer alten Schulfreunde. mit ihm ist nicht viel zu sprechen. eh ich mich versehe bin ich zu hause. Ein Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit machen sich breit. dass Sie es endlich hinter sich haben? War doch nicht immer so einfach. es ist ein super Spätsommertag. aber im Grossen und Ganzen konnte man es schon mit ihr aushalten. die ich gerne gemacht habe. Da Nicole und ich uns in den letzten Wochen verstärkt gestritten haben. Jetzt noch zu Frau Angreifer. aber es wir sich schon was finden. das es vorbei ist. die mir mittlerweile 61 . Mit Frau Angreifer bin ich eigentlich immer gut klar gekommen. Die häufigen Tupperpartys. Ein Lied das ganz gut zu meiner derzeitigen Stimmung passt. wenn meine Beziehung zu Nicole nicht so schlecht geworden wäre. wie der Engländer sagen würde. unterhalten wir uns noch ein bisschen über das Ende meiner Dienstzeit. Ich bedanke mich auch bei ihr ganz herzlich. Dort mache ich nur schnell die Wohnung sauber. den sie sicherlich auch verdient hat. Die Sonne scheint. werfe den Schlüssel in den Briefkasten und schwinge mich auf mein Fahrrad. nach alldem was sie in ihrer Kinder. Meistens gab sie einem auch ein Trinkgeld oder lud einen auf ein Eis oder Cafe ein. Dann bringe ich den Wagen zur Zentrale zurück . schließlich gehörte sie zu einem der Termine. Im Autoradio läuft gerade Jon Bon Jovis „Midnight in Chelsea“. Hier muss ich noch einmal saugen und wischen. hier trennen sich unserer Wege. Wie es jetzt weitergehen wird weiß ich noch nicht so genau. Der Auszug ist schon vorprogrammiert. Die Heimfahrt vergeht fast wie im Fluge. sicherlich eine verspätete Rache für meine Dates und Eskapaden mit Annika. So „last but not least“. Ob sie noch am Leben ist oder ob sie ihrer Raucherei das Leben gekostet hat? Ich weiß es nicht. Aber irgendwelche Schwierigkeiten hat man ja immer. Nun ja. desto mehr Zweifel ich überhaupt an. Damit ist auch hier meine Pflicht erledigt. wäre ich momentan für den Augenblick vielleicht der glücklichste Mensch. Was soll es? Auf alle Fälle bringe ich auch noch meinen letzten Termin hinter mich. sie wird mir bestimmt ein wenig fehlen. Halbzeit .“ „Ah doch ich bin schon froh. 10 DM Trinkgeld sind wirklich nicht schlecht.und Jugendzeit durchmachen musste. schlafe ich jetzt wieder überwiegend zu hause.“ Sie schenkt mir zum Abschied noch ein Buch aus dem Bereich der Soziologie. wenn man mit ihr ausging. „ Sind Sie denn jetzt froh. Seit Frau Graues Tod habe ich ihn nicht mehr gesehen. muss ich noch einmal zu Herrn Grindmann. dann ein Rezept vom Arzt holen und bei der Apotheke einlösen. Aber auch Frau Bonert lässt sich zum Abschied nicht lumpen.

sie war doch einen wirkliche Energiequelle für mich. wie schon gesagt. Von den Freunden war keiner da der den Mund aufgekriegt hätte. Wenn ich heute auf diese Zeit zurück schaue. Solchen darf man echt nicht den Rücken zu drehen. beide mit unterschiedlichen Lebensvorstellungen. krass formuliert. wo ich sie doch manchmal ganz schön fertig gemacht habe. Was mich heute so ärgert ist. Einzeln betrachtet sind sie doch nur ganze bescheidene Lichter. Ich kann Nicole auch irgendwo verstehen. aber man hat mir wirklich Klischees an Kopf geworfen und diese Leute mussten überhaupt nichts machen. als wenn man sich morgens nicht mehr im Spiegel anschauen kann. aber es entspricht der Wahrheit. das sie so lange zu mir gehalten hat. Hätte nur irgendeiner von ihnen Zivildienst gemacht. Von solchen Leuten kann man sich nur distanzieren. kommt mir teilweise jetzt noch das Kotzen. die nie richtig in ihrem Leben zurecht kommen werden und sich immer Schwächere oder Randgruppen suchen müssen. als sie sahen. Heute weiß ich. aber das ist immer noch besser. keine großen! (das sei noch einmal betont) Seitensprünge geleistet habe.“ Und wer Jim Morrision nicht anerkennt. Selbst wenn manchmal die Fetzen geflogen sind und ich mir so manchmal einige kleine. zumal die Behörden mir zu diesem Zeitpunkt das Leben auch nicht einfach machten. Es war phasenweise eine Art Hassliebe. Mein Gott was haben die sich zum Teil gegenseitig vorgeheuchelt. die damit verbunden Kosten und keiner der zu einem steht.62 wirklich verhasst sind. Zwei Außenseiter treffen aufeinander. dass es mir nicht so gut ging. Eine wirklich bedauernswerte Entwicklung. richtige Maulhelden hatten wir dabei und je höher der Alkoholpegel. Viele der damaligen Leute sind für mich heute gestorben. das man wirklich alleine da steht. verlieben sich ineinander und gehen fast ein viertel ihres bisherigen Lebens durch dick und dünn miteinander. Wo ich hätte Hilfe gebraucht. das einzige was mir zu denen noch einfällt ist Jim Morrisons Schlachtruf: „Everybody loves my baby. um sich auf deren Kosten aufzuwerten. wäre ich auf ihre Argumentationen eingegangen. sondern ihn auch nur wieder abwertet oder gar als „Impotenten“ oder „Arschloch“ 62 . auch auf die Gefahr hin. desto größer wurden sie. sind Gift für unsere Beziehung. Aber auf lange Sicht sind wir uns beide nichts schuldig geblieben. weil sie doch teilweise Behauptungen über mich aufstellen. denn der Dienst hat mit Sicherheit nicht positiv auf mich gewirkt und so ist es überhaupt erstaunlich. denn in der Gruppe sind sie stark gewesen. sonst hat man gleich ein Messer drinnen. aber es geht auch ohne sie weiter. dann mit Sicherheit nur Nicole. die keiner Wahrheit entsprechen. Ständige Urin Proben auf dem Gesundheitsamt bezüglich meines Führerscheins. Einer besser als der andere. möchte ich die Zeit mit ihr nicht missen. dass wenn überhaupt jemand aus der damaligen Runde den Begriff Freund verdient hat. aber viele von ihnen sind doch nur armselige Neider. die uns verbunden hat und die uns stark gemacht hat. Traurig ist halt nur das an diesem ganzen Hick-Hack auch meine Beziehung zu meiner Freundin zerbrochen ist. auch wenn es anfangs nicht sehr einfach war. haben sie mich angegriffen und auf mich eingeschlagen. sie haben mir ihren wahren Charakter gezeigt. das sie oft das Nachsehen hatte und ich mich mehr meinen sogenannten Freunden gewidmet habe.

Egal was man auch leiste. auch der gehört zu den Verlierern und eines Tages wird er es auch merken. was vielleicht falsch gelaufen sein könnte in der Kindheit. konnten die anderen noch verstärkt Öl ins Feuer gießen. aber Gott sei Dank habe ich mich dann doch nicht auf diese Niveau herabgelassen. Sie waren es einfach nicht wert. Und sich selbst Gedanken darüber zu machen. Immer gucken wie kann ich anderen Leuten den Spaß am Leben rauben. unsere Liebe endgültig zu zerstören. insbesondere dann. Ich habe selbst heute noch richtigen Hass in mir. seine Kindheitswerte zu hinterfragen. so ein letzter kleiner Hoffnungsschimmer blieb uns ja noch. Es scheint wirklich ein deutsches Phänomen zu sein. das es ihm gelang ihn mit Hilfe seiner Propaganda auf ein gesamtes Volk zu übertragen. das er ja mal Kunst studieren wollte. diese Leute stänkern immer nur rum. Prinzessin Diana oder meinetwegen auch Jim Morrison. wenn diese nicht dabei sind und sich mit seinem Geld seine Männlichkeit beweisen muss? Da sollten doch viele „Männer“ hier in unserem Staat einmal darüber nachdenken. Doch da wir uns in den letzten Wochen vorher nicht mehr gesehen haben. Das sind wirklich die Leute. warum sollte ich mir das Leben unnötig schwer machen?“ Das beste Beispiel hierfür wird für mich immer Adolf Hitler und seine gestörten Helfer bleiben. nur weil ich selber mit meinem Leben nicht richtig klar komme. Welcher Erwachsene ist schon selbstkritisch genug. Ich vermute ein jüdischer Mitbewerber hat statt seiner den Studienplatz erhalten. Und dann ihr Eifer Nicole für sich zugewinnen. Bei jeder Gelegenheit lassen sie dumme Sprüche ab. um so durch ihren eignen Neid und Selbsthass auch ihre Mitmenschen zu verunsichern und ihnen so versuchen die Freude am Leben zu nehmen. und naher zu sagen: „Wieso ich nichts dagegen getan habe? Es haben nun mal alle mitgemacht. das er in seinem innersten doch ein sehr weicher. ja und letztlich auch Jesus Christus umgebracht haben. Dieser Mann hatte einen solchen Judenhass. Wer ist denn in Wirklichkeit das Arschloch? Derjenige. aber das mach denen mal klar. Immer nur zerstören und seinen Selbsthass auf andere projezieren. verheuchelten Schnauzen zu drücken. das hat er wohl 63 . nur weil man nicht den Mut hat zu seinen eigenen Schwächen und Fehlern zu stehen. wenn ich nur daran zurück denke. die Menschen wie Rex Gildo (ich bin nicht unbedingt Fan seiner Musik gewesen). Woher kam dieser Judenhass nur? Mit Sicherheit weiß ich es auch nicht. stellt man fest.63 bezeichnet. der etwas eignes kann und nicht auf andere Leute gucken muss oder derjenige der immer nur über andere herzieht. wer sich da plötzlich alles in unsere Beziehung einmischte und mit welchem Ehrgeiz diese Leute darauf aus waren. sensibler Mensch gewesen sein muss. Na ja. Das zeigt ja eigentlich. aber wenn man in seiner Biographie nachschaut. manchmal stand ich wirklich kurz davor einigen von denen meine Faust zwischen ihre verlogenen. das diese Leute hier immer glauben Macht und Kontrolle über ihre Mitmenschen haben zu müssen. Viele von denen gehören echt in psychologische Behandlung. Es ist doch viel bequemer sich der breiten Masse der Mitläufer an zu schließen. das sollte der Urlaub in der Türkei sein.

die bereit sind in sich selbst zu suchen. das der Mensch von seinem Verstand her. aber der Trend der Zeit geht doch dahin. Egal was sie auch versucht haben. fairen Niveau stattfinden. Das alles sollte auf einem sachlichen. denn dann bin ich ja auch kein Stück besser.“ Ich meine ich will jetzt auch nicht zu den Leuten gehören. Sie erklären einem dann was man falsch gemacht hat und wie man es zukünftig besser machen kann. halt nur in einem kleineren Rahmen. die wirklich etwas auf dem Kasten haben und die mit ihrer Kritik einem helfen wollen. Grade wenn sie von Leuten kommt. die hier über andere Leute urteilen. Materialistisch betrachtet mögen sie mir jetzt noch überlegen sein.64 nie richtig verkraftet. ohne es selbst auch nur einen Deut besser zumachen. Auch hier bewahrheitet sich wieder ein altes Sprichwort „Reden ist Silber – Schweigen ist Gold. als die Leute die mich kritisieren. die Dinge noch besser zu gestalten. dann sollten grade diese Leute doch besser ihren Mund halten. die noch nichts eignes auf die Beinen gestellt haben. ob sie Kinder wollen. sie haben mir die Lust am Leben nicht genommen. also konstruktive Kritik. aber im Prinzip kann man sie ja noch nicht mal dafür verurteilen. das es immer mehr werden. Diese billige arrogante Art andere Leute schlecht zu machen ist keine Kritik. denn das tötet nur um zu überleben. Man sieht daran. sondern von Beruf „Tochter oder Sohn“ sind. denn wer Kinder in die Welt setzt. Na ja wie auch immer. Und ähnlich war es damals in meinem alten Bekanntenkreis. ist das nicht ein ungeheurer Wahnsinn. doch dem Tier unterlegen ist. ein reiches Elternhaus haben und nicht wissen was es heißt sein Geld unter schweren Bedingungen zu verdienen. getan wenn jeder sich mal lange genug an seine eigne Nase packen würde. Es wäre schon viel. sie ist erbärmlicher krankhafter Neid. Die meisten von denen sind wirklich schizophren. wenn sie von Menschen kommt. Doch in so einer verheuchelten und verlogenen Oberflächengesellschaft findet man natürlich immer weniger Leute. kann ich doch einfach nicht mehr ernst nehmen. Es steht ja 64 . Viele Eltern sollten sich wirklich überlegen. nicht aus niedern Motiven wie Neid oder Hass. mittlerweile habe ich diesen Leuten einiges voraus und je mehr sich diese Lästerköpfe das Maul zerreißen. das ihn über 6 Millionen Juden nicht überlebt haben. Je mehr Mut ich hatte meinem eigenen Weg zu gehen. wo so was dann hinführt. Leute die mir nur destruktive Kritik an Kopf werfen. dass ich auf dem richtigen Wege bin. er müsste nur mal tief in sich schauen und auf seine innere Stimme hören. Im Gegenteil. Sie sind halt Opfer einer falschen Erziehung. Die Leute projezieren ihre Träume auf ihre Kinder und die werden mit diesem Erwartungsdruck nicht fertig. Es sind natürlich nicht alle so. das sie so gehässig sind. desto mehr weiß ich. davon bin ich überzeugt und die Natur wird mir eines Tages auch recht geben. desto mehr spürte ich wie der Neid und Hass der anderen mir entgegensprühte. muss auch dafür Verantwortung übernehmen und diese nicht nur mit Konsumgütern abspeisen. aber charakterlich sind sie die Verlierer. sein Hass auf die Juden war jedemfalls so groß. Kritik ist immer eine gute Sache insbesondere dann. Wir sehen ja an unserer heutigen Gesellschaft. Ich selbst weiß was für mich am besten ist und im Prinzip weiß das jeder anderer Mensch auch.

Im Gegenteil wo man hingeht und hinschaut. deswegen wird es mit Deutschland auch immer mehr bergab gehen. ist das was momentan hier stattfindet absolut falsch. Aber es muss eine faire Konkurrenz und ein auf gleichen Ebene stattfindender Wettbewerb sein und nicht so feige . wird am Ende doch belohnt werden. 65 . Aber um noch einmal ein Beispiel für die Lebensgestaltung vieler Leute hierzulande aufzuführen. Grade in unserem schönen Land gilt der Spruch: „Neid ist des Deutschen Anerkennung“ Da kann einem schon der Hass hoch kommen. Wenn die Menschen keine Menschen mehr sind. Die Frage ist wirklich gibt es hierzulande überhaupt noch „vernünftige Leute“ oder ist man als Optimist und „kreativer Geist“ hierzulande wirklich schon fast ein Unikat? Nein. Aber wer in Gott vertraut. Da ist sicherlich auch viel Wahrheit darin. aber es scheint doch in meiner Persönlichkeit zu stecken. deshalb reden die Menschen auch häufiger aneinander vorbei. es sei denn. das Konkurrenzdenken wird immer mehr geschürt. wenn dieses Boot untergeht. die mir so in den letzten Jahren passiert sind. Dafür lebte man dann sein Leben aber auch bewusst und ist nicht nur eine Nummer im System. haben mich mit dieser tiefgründigen Materie beschäftigen lassen. als es vielleicht in anderen Epochen der Fall gewesen ist. sondern werten es nur wieder ab. besser ist es sich von Leuten mit solchem negativen Gedankengut zu entfernen und so wie ich die Dinge hier momentan sehe. schaue ich nur mal in den näheren Bekanntenkreis. hat er natürlich viele Neider.verkommen und hinterfotzig. Aber eines habe ich auf jeden Fall dadurch gelernt. Jetzt werde ich wieder viel zu philosophisch. Andererseits kann man ja sagen: „Konkurrenz belebt das Geschäft“. dann sehen sie es nicht.65 schon weise in der Bibel geschrieben und Jesus selbst hat es auch gesagt : „Lasst die Kinder in Ruhe!“ Wenn sich nun einer von diesen neurotischen Projektionen freimacht. Gesellschaftspolitisch betrachtet. dann hat die Schöpfung Gottes versagt und der Teufel ist auf dem besten Wege sein Imperium hier aufzubauen. Denn immer mehr Leute bauen sich hier ihre Persönlichkeit über die unterschiedlichsten Konsumartikel auf. das sie alle im selben Boot sitzen und keiner einen Vorteil davon haben kann. und wirklich Persönlichkeit mit Rückgrat entwickelt. sondern nur noch „blinde Roboter“ die irgendeinem bestimmten Taktgeber folgen. Wenn man dann allerdings mal einen schlechten Tag hat oder mal etwas falsch macht. erst viele Ereignisse. Man darf nie erwarten das man Anerkennung von andern Leuten für seine Leistungen bekommt. egal was man auch tut. Hat man aber überwiegend Erfolg mit seinem eigenen Weg. Es fehlt immer stärker die gemeinsame Basis. Komisch. egal wie hart es ihn vorübergehend auch treffen mag. Trotzdem darf man sich nie vom Hass leiten lassen. es muss ja noch nicht mal eigenverschuldet sein. dann bauschen diese Heuchler es dann wieder riesig auf und ziehen sich selbst dran hoch. die Leute kapieren noch rechzeitig. doch es wird immer schwieriger sie in den Industrienationen zu finden. bleibt nur eine Auswanderung ins Ausland möglich. aber in der Schule hat mich Religionslehre nie so interessiert. wie er es heutzutage geworden ist. es gibt sicherlich auch noch ähnlich denkende Menschen.

So. hat denen mit Sicherheit nicht geschmeckt. während ich genüsslich nach Feierabend mit meinem Mountainbike durch den Wald geradelt bin. mein letzter Tag wird dann abends noch mit einer gelassenen Kneipentour gefeiert. Es ist vollbracht. aber was soll es? Ich hatte eine gute Zeit und das alleine zählt. 3 Monate vorher ging das alles schon los.66 Wenn ich nur an deren Urlaubsvorbereitungen denke. Was haben die alles für Szenarien durchgespielt. In dieser Phase haben die sich sinnlos den Kopf zerbrochen und dabei ihr aktives Leben versäumt. ein Kapitel meines bis jetzt so abwechslungsreichen und intensiven Lebens wird geschlossen. Das ich das nicht mitgemacht habe. 66 .

Auf dem örtlichen Schützenfest betrinke ich mich dieses Jahr ziemlich heftig. aus dem schwarz-weiß der letzten Monate. der fährt gut. Dumm ist halt nur wenn man keines hat. Schade das es dem deutschen Volke in seiner Geschichte noch nie richtig gelungen ist einmal gemeinsam an einem Strick zu ziehen und eine Revolution von unten durchzuführen. Das ist halt der Vorteil des Kapitalismus. aber bevor es richtig losgehen kann. Freiheit und Ehrlichkeit groß geschrieben werden. der langersehnte Urlaub soll endlich Entspannung bringen. 18 Jahren bedrängt wird. so ist es ja nun auch wieder nicht. insbesondere die Vorrausetzungen dafür sind wirklich nicht die besten. Aber vielleicht werden auch hier eines Tages Werte wie Gleichheit. Als ich versuche die ganze Sache friedlich zu schlichten. die wirklich positive Ergebnisse für die breite Masse erzielt. dann wieder die Flucht nach Hause. Ich hab ja mittlerweile den Kontakt zu den Leuten. ich verlange ja nun nicht allzu viel vom Leben. Na ja. das mein Schwesterherz von drei ebenfalls stark alkoholisierten rechtsradikalen Jugendliche im Alter von ca. Zu viel ist einfach geschehen in den letzten Wochen. mit den ich in Urlaub fahren werde abgebrochen. dann kann man auch alles (wirklich alles?) dafür bekommen. ich will einfach alles runterspülen was mir so in den letzten Monaten auf der Leber lag. Gewichtsprobleme machen mir zu schaffen. momentan scheinen wir uns ja immer weiter von diesen Werten zu entfernen. der Umzug. bekomme ich deren aufgestaute Aggressionen voll zu spüren. Meine Schwester kann sich 67 . Doch ob er das wirklich bringen wird ist fragwürdig. Brüderlichkeit. eventuell eine Frau die mich so liebt wie ich bin und nicht mein Geld oder meine Autos und vielleicht noch ein paar ehrliche Freunde. Natürlich ist so ein Verhalten keine Lösung. Das einzige was ich mit diesen Leute noch gemeinsam habe ist die Buchung.67 Türkei .Ein neues Leben beginnt Raus. So viele Tiefschläge hab ich in den letzten 12 Monaten einstecken müssen.“ Schlecht nur für die breite Masse. Aber in der heutigen Zeit scheint das schon zuviel verlangt zu sein. Wie das Schicksal es aber will. aber irgendwo ist man ja auch nur Mensch. die eben zu wenig „Schmierstoff“ besitzt. Dann der ganze sonstige Stress am Arbeitsplatz und der Ärger mit Nicole. der ganze tägliche Staub hat meine Lunge angegriffen. wenn man nun wirklich Geld hat. Wo jeder nur auf seinen eigenen Profit aus ist. nur raus aus diesem Trott. Aber wie heißt es noch so schön im Volksmund: „Wer gut schmiert. Herr im Himmel. Ich leide unter Kurzatmigkeit. kann man wirklich nicht mehr mit Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft rechnen. Gegen ein gewisses Bargeld bekomme ich diese Werte natürlich auch. die auch in Krisenzeiten zu einem stehen. muss ich bei Verlassen des Schützenfestes feststellen. Dann kann es einem auch schon einmal passieren. obwohl ja eigentlich vor dem Gesetz alle Menschen gleich seien sollten. ein Dach über dem Kopf. Das hat auch der Türkei-Urlaub nur weiter bestätigt. bekommen ich auf deutsch gesagt noch einmal einen richtig deftigen Tritt in den Allerwertesten verpasst. das man selbst vor der Justiz Nachteile hat.

er ist so Ende vierzig. sie hat ja überhaupt nichts von der Kampfszene mitbekommen und muss wohl völlig geschockt sein. denn jetzt stehe ich echt kurz vor dem Amoklauf. Dann beginnt er die Wunde. der ein bisschen Pech gehabt hat. Dafür das es drei sind und ich nur alleine. zu nähen. Was wäre so ein Schützenfest auch ohne eine richtige Rauferei? Nur blöd. Tritte von links. ob er nicht vielleicht einen Joint. Die örtliche Betäubung ist fast überflüssig. Erst als mir einer von den dreien einen richtig heftigen Tritt in die Seite verpasst. scheinen die drei sich zu beruhigen. Er hat jedenfalls Humor und erzählt mir. Die anderen müssen wohl denken. Aus Spaß frage ich den Arzt. Erst 68 . erst jetzt haben sie mich in dem Stadium in dem sie an mir Geld verdienen können. das sie endgültig nichts mehr mit mir zu tun haben will. aber ich glaube so richtig ernst nehmen die mich auch nicht. Ich weiß noch gar nicht richtig wie mir geschehen ist. die drei wild geworden mir irgendwie vom Leib zu halten kommt natürlich keiner. Aus innerster Wut schmiere ich Nicole mit meinem Blut voll. ergreifen sie fluchtartig die Kampfstätte. Doch jetzt sind plötzlich auch uniformierte Menschen da. Ich höre immer nur „Blutvergiftung“. Als sie dann mein mit Blut beschmiertes Hemd sehen. doch jetzt stehen mir 3 Typen mit sehr angespannten Gesichtern gegenüber. Auf den Gedanken den Kampf zu stoppen. und „Operation“. dass er während seiner Studentenzeit auch mal gekifft hat.68 zwar in Sicherheit bringen. für ihn bin ich wohl nur ein betrunkener Raufbold. Doch so einfach ist das jetzt auch nicht mehr.“ Selbst wenn. Der Mob hat sich mittlerweile um die Kampfszene gestellt und gibt kluge Ratschläge. Sie bringen mich in ein kleines Zelt und verarzten mich erst mal notdürftig. das der Abend so endet. sonst verbluten sie noch. die mich beruhigen. Man redet und redet auf mich ein: „Sie müssen genäht werden. aber das interessiert mich mittlerweile nicht mehr. Ich will nur noch nach Hause. zumal mir Nicole ja abends erklärt hat. Der fährt mich dann ins 8 Kilometer entfernte Krankenhaus. na ja eben volles Programm. Ich muss wohl meinen Sturz über den Scherben abgebremst haben. halte ich mich wirklich gut. statt der Spritze hätte. nachdem diese unter großen Schmerzen anständig desinfiziert wurde. habe ich wirklich nicht gewollt. bzw. „Krankenhaus“. Ich bin immer noch aus der Fassung. Ich versuche dann zu erklären was vorgefallen ist. Dabei erzähle ich ihm meine Leidensweg der letzten Wochen und das ich am liebsten sterben würde. ich das Gleichgewicht verliere und mein Flug im von zerschlagen Biergläsern gespickten Rasen endet. 10 cm lange Schnittwunde über meiner linke Handinnenfläche aus der reichlich Blut strömt. Innerlich bin ich jetzt am kochen. doch man redet auf mich ein. Aber er scheint mich nicht besonders ernst zu nehmen. Fausthiebe von rechts. Wo waren sie als der Kampf statt fand? Ab jetzt bin ich für sie erst mal ein potentieller Kunde. dann sehe ich eine ca. Aber letztlich setzt sich dann doch die Vernunft durch und ich steige in den Rettungswagen. unterwegs versuche ich Konversation mit dem Helfer zu betreiben. Auf dem Krankenhaus muss ich fast eine Stunde warten bis ich endlich verarztet werde. bei dem sind jetzt endgültig alle Sicherungen durchgebrannt. ich glaube das wäre mir jetzt auch egal gewesen. das ich nicht zu den Leuten gehören die sich im angetrunken Zustand gerne schlagen. da der Alkohol schon dämpfend genug auf das zentrale Nervensystem wirkt.

zumal nach dem Türkei Urlaub eine Rechnung für den 8 Kilometer langen Krankentransport kommt. Todesgedanken kreisen durch mein Hirn. hätte ja sagen könne: „Du hast jetzt in diesem und diesem Zeitraum soviel und soviel an Beiträgen für uns eingezahlt. vermutlich gestohlen..DM gekostet. wenn es kommt meistens richtig heftig.und Berufszeit immer kräftig Beiträge kassiert hat. dann haben wir noch immer genug Gewinn an Dir gemacht. ob überhaupt ein Sinn in diesen ganzen Institutionen hier in unserem Land besteht. Aber irgendwann stehe ich wieder auf. bevor ich noch mal ein Vermögen an sonst wen zahlen darf. 69 . Die deutsche Gerichtsbarkeit hat ja auch so eine ruhmreiche Vergangenheit. Die 12 Kilometer lange Heimreise wird zur Hälfte zu Fuß und zur anderen Hälfte mit dem Taxi zurückgelegt. . Aber wie das im Leben nun mal so ist. selbst wenn man nicht selbst daran schuld hat. zum einen die Hand. Deshalb ziehe ich mir die Fäden dann auch selbst. kommt es. aber bisher nur tatsächlich 5 % dessen beansprucht. Und Anzeige gegen drei Unbekannte wird mir auch nicht viel weiterhelfen. Stolze 500. bereits das zweite in diesem Jahr. So ist das im Leben. und wenn dann wirklich mal etwas passiert.. das Leben muss weitergehen. Nun ja zahle ich die 500. Nicht schlecht was? Dummerweise bin ich ja seit Ende meiner Dienstzeit nicht mehr krankenversichert. Ein Kilometerpreis von gut 60. dem Herren sei Dank das ich diese Tortur dann doch noch vermeiden konnte.“ Aber das wäre wohl gegen ihre Unternehmensphilosophie. Meine Krankenkasse. schließlich muss ich ja noch mein 1500.DM hat man sich dafür berappen lassen. „The day after“ oder auf deutsch der nächste Morgen ist geprägt durch starke Schmerzen. bzw. muss man es dann aus eigener Tasche zahlen. nicht krankenversicherten Zeitgenossen. Der Abend war wirklich teuer für mich.DM.DM teures Mountainbike abholen. außerdem wer glaubt schon einem besoffenen. da man mir gleich wieder mit Gericht und Strafe droht. die ja monatlich während meiner Ausbildungs.69 will er mich gar nicht gehen lassen und mich in psychologische Obhut geben. ich denke hier besonders an Roland Freisler und andere Schergen. die in Wahrheit auch nur Verbrecher sind und den ehrlichen Menschen abzocken. wollen wir mal so kulant sein und die Hälfte der Kosten übernehmen. Es ist nicht mehr da. oder ob dort wirklich nur als scheinheilig getarnte Ordnungshelfer sitzen. Zu meinem gestohlen Fahrrad fällt der Polizei auch nicht mehr ein als: „Jährlich werden in Deutschland so und soviel tausend Fahrräder gestohlen.DM eben selbst. zum anderen der Kopf. frage ich mich ernsthaft. Also gehe ich erst mal wieder zum Schützenplatz. ich glaube denn dann wäre ich heute ein armer Mann. da zahlt man sein ganzes Leben lang in irgendwelche Versicherungen ein.. die immer auf der Seite der Machthaber standen und niemals auf der Seite der Wahrheit und des Rechts.“ So langsam sehe ich die Polizei mittlerweile als überflüssig an. Erstmals spiele ich mit dem Gedanken mir eine Waffe zu kaufen.. wurde mir bereits Anfang des Jahres bei einer Kneipentour gestohlen. das andere es hatte „nur“ 700.

wirklich keinem mehr trauen. Da werden nur klischeehafte Darstellungen gezeigt. damit ja auch nichts schief läuft. So da soll man nicht durchdrehen. denn im Gegensatz zum Rest der Gruppe habe ich so gut wie kein Gepäck mit. eine sehr bedauernswerte Entwicklung in unserer Gesellschaft. nicht einmal krankenversichert. sie die alles vom ersten bis zum letzten Detail plant. ist dein Geld und sonst rein gar nichts. wenn einem der Gelddruck an den Rand der Verzweiflung treibt? Das Fernsehen unterstützt diese ganze einseitige Entwicklung ja noch mit Sendungen wir „Notruf“. an die ich in dieser ganzen Zeit noch nicht den Glauben verloren habe. das es echt traurig ist. egal wer es ist ob Arzt. auch wenn ich es möglichst versucht habe ihre Hilfe zu vermeiden. die ganze Wahrheit ist dabei doch eher nur zweitrangig. Die einzige Institution. Dein Leben ist denen so scheiß egal wie nur sonst was. der mittlerweile Kultstatus für mich erreicht hat. die so etwas sehen will. Pfarrer oder Automechaniker an dir interessiert. aber wie viele Fälle in denen die Polizei schludrig arbeitet oder sich nur um Bagatelldelikte kümmert werden hier ausgelassen. Aber ohne sie wäre ich mittlerweile stark verschuldet. die schon Wochen im voraus alle Dinge ins richtige Lot bringt. Die Polizisten sind immer die Guten und die großen Retter die unter Einsatz ihres Lebens den Menschen vor den bösen Gangstern bewahren. Psychologe. 70 .70 Man kann wirklich keinem. ist das Arbeitsamt. ja regelrecht vogelfrei. Zum Teil mag es ja auch so sein. Sie kann das einfach nicht fassen. Das einzige was die Leute. Rechtsanwalt. wenn ich sie gebraucht habe. Während die meisten von denen 2 Koffer gepackt haben und vielleicht noch eine Tasche dabei haben. das immer mehr Leute sich über diese Sendungen ihr Weltbild aufbauen. Und dann ich. Aber schweifen wir hier nicht zu sehr ab und kommen zurück zum Türkei Urlaub in der Hoffnung auf bessere Zeiten. denn eigentlich ist es ja größtenteils nur Volksverblödung. Das sorgt natürlich gleich wieder für Gesprächsstoff. Am Flugplatz falle ich gleich wieder auf. nur ein Rucksack auf dem Rücken. die waren wirklich immer für mich da. Nicole ist völlig entsetzt. Mobbing und pessimistische Grundeinstellung aus Prinzip und natürlich aus Machtdemonstration und Kompensation der eignen Minderwertigkeitskomplexe durch den Vorgesetzten. bin ich nur mit meinem rot-blauen Rucksack. untermalt mit entsprechender Musik. Das ist einfach zuviel des Guten für diese Spießernaturen. Diese Sendungen sind teilweise so Klischee behaftet und auch niveaulos. egal wie man es macht. ausgestattet. Hauptsache es gibt wieder den Guten und den Bösen. Am Arbeitsplatz wird man gemobbt bis es einem schlecht wird. In Wirklichkeit wird hier doch nur wieder der Voyeurismus der Masse befriedigt. um sich darin dann bestätigt zu sehen. Der Urlaub bestätigt dafür aber auch wieder einen Teil der Klischees des Urlaubsverhaltens des Deutschen im Ausland. „Kriminalakte X“ oder neuerdings auch „Die dümmsten Verbrechen“.

sondern mit Benehmen meine ich zum Beispiel aggressive Verbalattacken oder evtl. aber auch die anderen Mitreisenden sind sichtlich schockiert. Also das geht nach deren Empfinden doch ein bisschen weit. sogar Provokation bis hin zu körperlichen Übergriffen. ob es mir dort gefallen hat oder das ich überhaupt da war. Und weil sie sich selber gerne in Schubladen stecken. ja fast schon so etwas wie ein Universumsmensch. Ihr ganzes Leben ist für mich eine zum Teil einzige Farce. das es auch bei den Türken genügend Arschlöcher gibt. Für die bin ich wohl der letzte Wilde. Sie kann das alles nicht so richtig begreifen. Ihr ist das ganze sichtlich peinlich. Ich habe halt ein anderes Bewusstsein als diese Leute. Mir ist das eigentlich ziemlich egal was die von mir denken. nicht mehr gesehen. mit diesen Deppen dann wieder in einen Topf geschmissen werden und man dann wieder von den „Kanaken“ spricht. ob andere nun unbedingt wissen müssen. einer an dem die Spuren der Zivilisation scheinbar vorbei gezogen sind. im Gegensatz zu denen. Für mich gibt es in dem Sinne auch gar kein Ausland. ich weiß auch was ich kann. andrerseits muss man aber auch nicht immer alles einsetzen um zu demonstrieren wo man schon überall gewesen ist. Denn von solchen gibt es immer noch genug. meinen sie das auch mit anderen Leuten tun zu müssen. Es gibt halt unterschiedliche Kulturen mit eigenen Sprachen und Bräuchen. Es gibt Orte und Länder wo man tolerant an solche Andersdenkende herantritt und Länder wo man solche Leute nicht so gerne sieht. wo wir doch wirklich gut und gerne 6 Jahre täglich aufeinander. Es gibt halt Menschen die meinen ihr Standpunkt sei der richtige und alles andere sehen sie als falsch an. äußerst ungewöhnlich. mit Fotoapparaten und Videokamera ausgestattet. Traurig ist halt nur.71 Ein kleiner Revoluzzer. ein Weltenbürger. Es trifft dann wieder einmal alle aus diesem „Zweig“. Die Erfahrungen mit den Menschen in der Türkei waren überwiegend positiv. das sie hier bei uns nur Gäste sind. ich meine natürlich miteinander beschäftigt waren. was andere Leute über sie denken könnten. Wobei ich auch noch mal betonen möchte. zumal Fräulein Redeviel wieder stark auf sie einwirkt. die wissen vielleicht gar nicht richtig das sie Leben. weil sie sich ständig den Kopf darüber zerbrechen. Wichtiger ist was man vor Ort auch tatsächlich gelernt hat. eine Art Schublade. mal abgesehen von dem Schützenfestvorfall. damit auch die Nachbarschaft etwas von dem Urlaub hat. das ich die Eindrücke des Urlaubs in meinem Herzen behalten werde. das die anständigen Türken die sicherlich in der Mehrheit sind. es ist nur Schade das Nicole sich so stark nach der Meinung anderer Leute richtet. Ich meine es ist ja keine schlechte Sache wenn man Bildmaterial hat. Das ist nicht der Mann in den sie sich vor Jahren verliebt hat. sicherlich besser als es viele Türken von uns Deutschen kennen. gibt es übrigens in jeder Nationalität. Einer der gegeben Falls auch mal im Wald schläft oder sonst wo und 7 Kleindörfler mit Sack und Pack. Ich weiß jedenfalls. Wir haben uns in den letzen Wochen. Mit Benehmen meine ich nicht. weiß ich nicht. deren Anzahl ja täglich steigt. Diese Leute nennen wir sie mal Rechthaber oder auch Egoisten. das sie ihre Kultur oder Identität aufgeben sollen. die sich nicht benehmen können und nicht verstehen. Nicole ist doch sichtlich mitgenommen. 71 .

trotz allem gehöre ich zu dieser deutsche Touristengruppe. Der Flug verläuft relativ normal. das dann sehr. also kräftig durchziehen. denn es kann nicht länger angehen. Dort packen wir unsere Sachen aus und in die Schränke ein. 4 Stunden Flugzeit erreichen wir unseren Bestimmungsort. Schon nach wenigen Stunden ist der Kummer der letzten Tage erst mal vergessen.“ Ein Kellner ist bestens bestückt. Ich dagegen bin schon wieder ein Schritt weiter. hier können sie die sein. 72 . die mit den Mitteln der derzeitigen Bürokratie nicht zu bewältigen sein wird. die Spreu vom Weizen zu trennen. das tut wirklich gut. den soll die volle Härte der Justiz treffen. Die nächste Urin Probe habe ich erst in 6 Wochen. bei mir geht das im Gegensatz zu Nicole ziemlich schnell. Na ja. ob schwarz oder weiß oder ob krank oder gesund. Hier kennt man sie nicht. das Auftreten in der Öffentlichkeit und der Sprachgebrauch der einzelnen . ob deutsch oder ausländisch. Ich befürchte fast. Meer und gute Laune stehen jetzt auf dem Programm. sehr vielen Menschen die jetzt noch das „Ruder“ in der Hand zu scheinen haben.“ Eine schwere Aufgabe. das die Guten die Dummen sind und die Bösen sich durchsetzen. Das Wasser hat genau die richtige Temperatur. die sich damit beschäftigen. Und schon nach wenigen Minuten hat sich „das Tor zur anderen Seite“ geöffnet. Das wirkt natürlich gleich positiv aufs Gemüt. Nach kurzer Zeit gesellen sich auch die anderen Mitreisenden an den Pool. das es in der Türkei guten günstigen Haschisch gibt. Deshalb mache ich erst einmal eine kleine Runde und wie heißt es so schön in der Bibel: „Wer suchet. schließlich sind sie ja jetzt im Ausland. Die nötigen Utensilien habe ich in meinem Zimmer und schon nach kurzer Zeit habe ich meinen „Docht“ am laufen. Nicole und ich gehen gemeinsam auf unser Zimmer. am ersten Tag wollen wir nicht gleich ans Meer. Und wer sich hier als Charakterschwein herausstellt. Nicht die Hautfarbe. Nach dem Motto: „Die Guten ins Töpfchen. Mehr als meine Badehose brauch ich doch tagsüber sowieso nicht. sondern das Verhalten. Das erste Bier geht wirklich so schnell runter. Anbei wird bereits die erste Pilsrunde eingeläutet. schließlich verbindet uns ja auch die gleiche Sprache. ich glaube nach ca. Wieder einmal ein kleiner weltverbesserischer Ausflug. Ich fühle mich wirklich wie im Paradies.ich betone noch einmal das Wort der „einzelnen“ . das Lachen vergehen wird. Das Hotel in dem wir einquartiert sind. Schon nach kürzester Zeit bin ich im Pool. Beim Ausstieg aus der Maschine knallt uns erst mal die Sonne entgegen. gehört schon zu den besseren in der Gegend. die Uniform oder die Nationalität sind dann ausschlaggebend. Sonne. Die Stimmung ist wirklich prächtig und so langsam entkrampfen auch meine Mitreisenden. Es hat sich ja rumgesprochen. egal ob reich oder arm. das der Kellner gar nicht loskommt und schon gleich die zweite Bestellung aufnehmen darf. die sie zu Hause auch gerne wären.Person werden dann über den Charakter Aufschluss geben. für ein entsprechendes Entgelt drückt er mir ein gutes Gramm frisches Dope in die Hand. die Schlechten ins Kröpfchen. so wie die anderen auf ihre Zimmer gehen. der findet. aber mit Sicherheit für die Zukunft von Bedeutung.72 Man sollte zukünftig wirklich Leute dafür ausbilden.

auch wenn das teilweise 73 . das ist nicht so toll. Das Essen ist die gesamten 2 Wochen echt Klasse. er liegt knapp einen Kilometer hinter dem Hotel. Auch am Verkehr und den Fahrzeugen merkt man gleich. auch außerhalb des Hotelrestaurants. Die Straßen sind lange nicht so modern wie wir es hierzulande kennen. wie sie es sich das vorgestellt haben. das besteht bei mir nur aus TShirt. Na ja. Abends essen wir gemeinsam im Hotel. und ihr teures Abendoutfit. aber Dinge die man selbst nicht erlebt hat. Eine wirklich reichhaltige Palette. angelegt haben. Ich musste noch mal was nachschauen.73 Als ich zurück an den Pool komme. Es gibt nichts zu bemängeln. Verständnis kommt übrigens von verstehen. die trotzdem etwas zu stänkern haben. Jedenfalls bauschen sie es dann wieder auf.“ Keiner von denen hat Verdacht geschöpft. Denen wird man es nie recht machen können. Für mache Zeitgenossen ist das allerdings ihre tägliche Mahlzeit und dann ist es nicht mehr so toll.K.“ Ich distanziere mich gleich von diesen Leuten. Die Leute nehmen hier noch mehr Rücksicht aufeinander. dass wieder ein paar Touristen dabei sind. So nach dem Motto: „Aus einer Mücke einen Elefanten machen. Aber es gibt überall Liegen. ist aber für ein paar Tage schon O. Nichts desto trotz genieße ich den ersten Tag in vollen Zügen. „Wo warst du denn?“ „Nur kurz auf meinem Zimmer. die man für ein gewisses Geld mieten kann. das ist auch gut so. umso mehr ärgert es mich auch. Ein Kiosk direkt am Strand bietet genau den richtigen Service. kann man nur sehr schwer verstehen. deshalb neigen auch viele Menschen Leute mit anderen. dieses mal „Buffalo Soldier“ von Bob Marley. kurzer Hose und Birkenstocksandalen. Unter der Dusche. Gott sei Dank nicht in unsrer Gruppe. So erspart man sich zumindest Rückenschmerzen. Im Großen und Ganzen lief es jedoch recht gesittet ab. von ihren üblichen Verhaltensmustern. aber das ist ein anderes Thema. schnell abzuurteilen. Gekühltes Bier und leckerer Hamburger. Die Temperatur ist optimal. sind die anderen bereits mit ihrem zweiten Bier beschäftigt. Meistens sind es nur Kleinigkeiten. Es ist kein Sandstrand. halt typisch deutsch. ich glaube dann wer mir der Kragen geplatzt. ich singe wieder übrigens verstärkt. anschließend gehen alle zum schlafen auf ihre Zimmer. Zu Beginn des Abends begeben wir uns wieder auf unsere Zimmer. wer sich das ganze Jahr hat auf der Arbeit hat anstänkern lassen müssen. Der nächste Morgen beginnt mit einem zünftigen Frühstück. das Autofahren dort noch einen anderen Stellenwert hat als bei uns. das entspricht sicher nicht einer gesunden Ernährungsweise. sondern überwiegend Stein. marschieren wir gemeinsam Richtung Stadtzentrum. sieht man die erste Urlaubsbräune besonders gut. der Anreisestress hat einem doch die Energie geraubt. beispielsweise stimmt ihrer Meinung etwas mit dem Essen nicht oder der Zimmerservice ist nicht so. so das es sich gut im Wasser aushalten lässt. Das Meerwasser tut mir richtig gut. denn für solche Aktionen hätten die meisten von denen auch gar kein Verständnis. Mittags gehen wir zum Strand. der hat doch jetzt auch mal das Recht im Ausland sprichwörtlich „die Sau rauszulassen“ oder? Das meinen jedenfalls einige von denen. Nachdem alle fertig gestylt sind.

Ich schaue mir das meistens nur an. Die Stimmung ist wirklich prächtig. Zwischendurch mal ein Restaurant oder eine Bar. Ich habe sowieso nicht vor mir etwas zu kaufen. Windverhältnisse ungünstig und die Platte nicht optimal. Und so manches Bier fließt wieder durch unsere ausgedörrten Kehlen. Der Stadtkern besteht aus einer langen Straße.und Discomusik die Touristen zu verschiedenen Übungen. ein. Schnell hat man sich akklimatisiert. Ich glaube einen Sonnenbrille habe ich mir gekauft. Es herrscht wirklich ein munteres Treiben in dieser Strasse. die Nahrungsänderung und die ausgelassene Atmosphäre müssen erst einmal verdaut werden. Später werde ich ausgezeichnet. Eine junge Frau animiert zu ausgewählter Tanz. Von Pizza über Fisch und Fleisch bis hin zu diversen Salaten war alles dabei. Damit es uns nicht langweilig wird. So kommt es das wir im Finale aufeinander treffen. ausgelöst durch Wasser. bietet das Hotel uns Gästen ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm an. Fotos werden gemacht. obwohl ich stark befürchte. doch am Ende kann es nur einen Sieger geben. An unserem Tisch spielen einige Musikanten türkische Folklore. Einer der Restaurantbesitzer schafft es uns dann in sein Lokal zu locken. es wird viel geschnackt.74 nicht so wirkt. Gleich wird der Sieg wieder abgewertet. ein wirklicher Allroundservice. bis hin zum teureren Goldschmuck. Mir geht 74 . Ein Mitglied unserer Gruppe hat ja schon oft behauptet. Man bekommt hier die üblichen Touristenartikel. dass es jedoch so bleibt wie es ist.und Nahrungsumstellung. die versuchen die Touristen in ihr Geschäft zu locken. Wir schauen uns die Geschäfte erst einmal an. Schläger schlecht. hat keiner größere Beschwerden. „Wir sind jetzt aber nicht zu hause“. Und natürlich hochmotivierte Verkäufer. Hoffen kann ich nur. abgesehen von den üblichen Magenproblem. Schließlich ist die harte DM ja überall auf der Welt gerne gesehen. dabei bekomme ich von meinem Kontrahenten wieder zu hören. schlage ich ihn dann doch. Dort bestellt jeder etwas gegen seinen Hunger. Aber wenn mal ein Blechschaden entsteht. Auf der rechten sowie auf der linken Seite sind überall Touristengeschäfte. Eines Tages wird sogar ein kleines Tischtennis-Turnier veranstaltet. Nachdem ich bereits zwei Matchbälle abgewährt habe. Abends fallen wir dann geschafft in die Betten. Letztlich ist es für mich nur Ramsch. Als wenn für mich nicht die gleichen Verhältnisse gegolten hätten. Dazu gehört das tägliche Warm-up (oder auch Aerobic-Übungen genannt) am Pool. dass er zu hause gegen mich gewinnen würde. Aber mit Anstand verlieren können ja mittlerweile auch nur noch die wenigsten. geht über diverse Badeartikel. Ein spannendes Match. das erst im dritten Satz entschieden wird. es war ein extravagantes Modell zu einem erstaunlich günstigem Preis. ein Schnäppchen sozusagen. der dann zuhause irgendwo rumfliegt. Die Wetterumstellung. das er ein guter Spieler ist und ich keine Chance gegen ihn hätte. antworte ich nur kurz und knapp. Es wird doch viel gehupt. das sich auch in diesen Regionen immer mehr die westlichen Werte durchsetzen werden. bricht für die Leute nicht gleich die Welt zusammen.bis zweimal steige ich selbst mit ein. Das fängt mit „getürkten Dieseljeans“ an.

dass ich zwei Bier für uns bestelle. so das ich natürlich schnell auffalle. Die Musik ist absolute Klasse. wie sich bald herausstellen wird. Ich weiß noch wie wir uns im Vorfeld der Fußball WM 98 darüber unterhielten. Wir haben Vollmond. sie will das ich mit ihr aufs Zimmer gehe. Die drehen sich die Dinge wirklich so zu recht. So kommt es. als ich auf Frankreich gesetzt habe. Sie ist nämlich eine Prostituierte. sie sollte mich doch bitte in Ruhe lassen. Doch auf der Hälfte der Strecke merke ich. außerdem schlägt allmählich die Müdigkeit durch. Es sind fast nur Einheimische in der Disco. Ich beginne zu tanzen und um meine Stimmung noch zu steigern. „Wo willst du denn jetzt noch hin?“ fragt Nicole mich. Die Abende verlaufen doch mehr oder weniger gleich. Nachdem Bier fängt sie an mich zu befummeln. Ich freue mich jedenfalls über meinen Sieg. man hört das Meer rauschen und es ist eine herrliche Außentemperatur. Ich habe kein gutes Gefühl dabei. Ein tragischer Fehler von mir. „Ach ich muss hier raus.75 das Gelaber dieser Pseudoexperten manchmal wirklich gegen den Strich. Ich hatte an diesem Abend „Hummeln im Arsch“ wie es so schön heißt.“ „Na und? Ich gehe hinten durch den Garten raus. wie sie es grade brauchen. schließlich liegen die anderen unter mir und wollen schlafen. Meistens gehen wir gemeinsam los.“ „Das Hotel ist doch schon zu. Das war ganz klar Deutschland. Als die dann aber tatsächlich Weltmeister wurden. Ich verlasse das Dach wieder. Es ist der zweite oder dritte Abend. Eine halbe Stunde bin ich am Tanzen. hieße es dann doch plötzlich. Ein Abend allerdings verläuft nicht ganz so glimpflich für mich ab. ich kann überhaupt nicht schlafen. es ist schon fast 4 Uhr morgens. Eine Frau gesellt sich zu mir. ich tanze mich in eine regelrechte Trance. deshalb erhöhe ich mein Tempo und 75 . Als ich bezahle schaut sie mir in mein Portemounaie. Deshalb gehe ich zurück auf die Tanzfläche. denn sie will unbedingt etwas trinken. hat man mich nur müde belächelt. singe ich dazu den „Alabama-Song“ der Doors. die man besuchen kann. Doch ich will es auch nicht übertreiben. Ich strecke meine Arme aus. Mir wir das alles jetzt doch zu viel. Auf Englisch erkläre ich ihr. Die Stadt bietet doch allerhand abwechslungsreiche Restaurants und Bars.“ Erst einmal steige ich auf den Balkon und anschließend auf das Dach des Hotels. doch ich hätte absolut keine Lust etwas mit ihr anzufangen. Doch das ist nicht mein Ding. das mir eine Gruppe von Einheimischen folgt. so dass ich mich um kurz vor 1 Uhr morgens noch einmal entschloss auf Tour zu gehen. das bei mir eine Sicherung durchgebrannt sein muss. Die Zeit beginnt dahin zu fließen. Also verlasse ich die Disco und begebe mich Richtung Hotel. Wir waren gemeinsam in der Stadt und gingen dann ins Hotel. klettere ganz leise nach unten und begebe mich auf dem schnellsten Weg in die nächste Diskotheke. das sie mit zum engeren Favoritenkreis gehört hätten. Für die ist spätestens jetzt klar. plötzlich begrabscht sie mich wieder von hinten. wer denn wohl den Titel holt. hier bin ich ganz alleine und frei. das sie wirklich ein hübsches Mädchen ist. bestenfalls vielleicht Brasilien. Außerdem wirkten doch der Alkohol und der Joint den ich geraucht habe sehr aufputschend. Sie bedrängt mich. Sie wird langsam nervig. Allerdings bin ich doch ganz schön leichtsinnig.

Jetzt reicht es mir. Die kennen sich doch alle untereinander und 500. also ungefähr Joggingtempo. jetzt will ich nur noch überleben. Endlich hat es einer geschafft meinen Geldbeutel aus der Hosentasche zu ziehen. Die Angst lähmt die Beine. davon.“ Schon spüre ich wie mich zwei Typen rechts und zwei links packen.. ich habe beschlossen aus dem Wagen zu springen.. Wie ein gerupftes Huhn setze ich meine Weg zum Hotel fort. aber andererseits bin auch selbst schuld. die haben es auf mein Geld abgesehen.76 beginne so halb zu laufen. ich will wieder ins Hotel. but let me alive“. Dann schmeißen sie es weg und verpassen mir noch einen heftigen Tritt. ständig sprechen sie untereinander etwas auf türkisch. so viele Gedanken schießen mir durch den Kopf.“ Der Weg den die mit mir fahren. Sie laufen mit der Beute.DM haben sie ergattert. Die anderen greifen wie die Besessenen in meine Hosentasche. diesmal aber intensiver. mein ganzes Urlaubsgeld übrigens. weil ich keine Möglichkeit mehr sehe zu entkommen. Panik macht sich breit. Die hinter mir fangen an zu rennen. mir kam er vor wie eine halbe Stunde. Ich versuche die Meute zu beruhigen. schließlich sind sie 7-8 Leute und ich bin alleine. Wieder das Gefühl von Todesangst.“ Doch sie scheinen gar nicht auf mich zu reagieren. Alle sind sehr nervös. staumel ich auf Englisch. die dann auch knapp eine halbe Stunde später am Hotel eintrifft. Das habe ich der Prostituierten zu verdanken. das ganze Geld mit sich rumzuschleppen. Plötzlich kommen mir Zweifel: „Die fahren mit dir in den nächsten Wald. Das lockert die Stimmung doch erheblich auf.. Doch die sind in ihrem Wahn kaum zu bremsen. halb deutsch versuche ich ihnen zu erklären. Ich mache einen auf gut Freund und sage ihnen. Ich glaube ich lag gar nicht so verkehrt mit meinen Gedanken. Zwei von denen zeigen mir ihr Messer. „Was wollt ihr von mir?“.DM sind mir mittlerweile egal.DM ist auch für die örtliche Polizei hier viel Geld. Schnell entreisen sie das Geld. „Take the money. Man fragt mich aus. jetzt weiß ich Bescheid. kommt mir auch gar nicht bekannt vor. dann stelle ich ihnen ein paar hübsche Mädchen vor. Die Polizisten spüren meine Angst. gut 500. Der ganze Vorfall hat vielleicht 2 Minuten gedauert. „Hier kommst du nicht mehr lebend raus und Nicole siehst du auch nicht mehr wieder. Bis heute 76 . den Personalausweis und andere Dinge daraus. Halb Englisch. schreie ich sie an. das sie mich mal in Deutschland besuchen sollen. Von dort aus verständige ich erst mal die Polizei. die 500. plötzlich dreht der Fahrer den Wagen um. Aber auch ich spüre ihre Unsicherheit. das sie wieder unbedingt zum Hotel müssten. als ich endlich am Hotel bin. anschließend setzt man mich ins Polizeiauto und fährt ab.“ Völlig verzweifelt greife ich zur Beifahrertür. Ich merke wie sie mit sich ringen. dann gibt es einen Schuss und die Sache hat sich für dich erledigt. Man gibt mir die Adresse vom Polizeirevier und ich gebe denen meine Adresse in Deutschland. Doch dann kommt mir ein Gedanke. es hat sich wirklich gelohnt. „Bringt mich zurück. Doch es ist 5 Uhr morgens und ich sitze halb betäubt und berauscht im Auto und fahre irgendwo durch die Türkei. Ich hab den Tod vor Augen. da ich heute keine gescheite Aussage mehr machen könnte. Ich bin doch sichtlich erleichtert. So dämlich kann man doch wirklich nicht sein. es geht wieder Richtung Hotel. „Last mich in Ruhe ich habe euch nichts getan. das die sich hier für einen deutschen Touristen den Buckel krumm machen und ihre eigenen Leute verraten. Du glaubst doch nicht etwa.

Die Crossmaschinen sind wie geschaffen für diese Landschaft. Doch in der Hinsicht bin ich Realist. es ist nun mal passiert und ich muss damit leben. Beim örtlichen Motorradverleih leihen wir uns 4 Maschinen aus. Man muss lernen zu verzeihen und zu vergessen. Dieses mal bin ich noch mit dem Schrecken davon gekommen. nämlich jetzt und hier auf unsrer wunderschönen Mutter Erde. nur Nicole ist immer am meckern. dann geht es los. ich habe der Gruppe natürlich von meinem nächtlichen Vorfall erzählt. man fühlt sich wirklich frei. Es klingt hart. Die Menschen müssten sich nur einmal daran halten und das Paradies wer genau da. aber wenn wir Menschen das nicht schaffen. Wenn man von meinem nächtlichen Zwischenfall absieht. Das gilt für uns Deutsche genauso. die Natur ist voll intakt. egal wo sie einem passieren und in welchem Zusammenhang sie passiert sind. Die Pärchen fahren mit den 80ccm Maschinen und unser Einzelkämpfer darf den „großen Bock reiten“. als die meisten von uns glauben möchten. Das Geld ist wohl weg. Wichtig ist.77 haben die sich noch nicht bei mir gemeldet und auf dem Polizeirevier habe ich auch keinen von den dreien wiedergesehen. Nicole ist so gutherzig und versorgt mich den Rest des Urlaubs mit Geld. Beim nächsten Mal muss ich besser aufpassen und mit weniger Geld losziehen. Die Fahrt macht einen Heiden-Spaß. das man solche Vorfälle vergisst und immer wieder offen an andersdenkende Menschen oder Menschen anderer Kulturen und Nationalitäten herantritt. Die Kommentare der anderen tangieren mich nur peripher wie man so schön sagt. Dafür gibt es am nächsten Tag gleich wieder ein passendes Gesprächsthema. habe ich eigentlich nur positive Erfahrungen mit den Menschen dort gemacht. werden wir. Man darf nie den Fehler der Verallgemeinerung machen und dann gleich wieder alle über einen Kamm scheren. eine Motorradtour zu machen. angebliche fahre ich zu schnell. mal positiv betrachtet. Jetzt wird alles ordentlich protokolliert. das liegt wohl schon in ihrem Naturell. Eigentlich steht das was ich hier so schreibe. Man darf nie den Fehler machen sich auf Grund solcher negativen Erlebnisse. Aus der Stadt heraus fahren wir in die Berge. sie hat Angst das was passiert. Das ist manchmal leichter gesagt als getan. Eines schönen Tages entschließen wir uns. wie für alle andern Nationalitäten dieser Erde. 77 . wo es keiner vermutet. Ich verstehe überhaupt nicht was die das belastet. Nach dem Frühstück mache ich dann erst mal Bekanntschaft mit den örtlichen Behörden. kann aber schon viel schneller zur Realität werden. Bleiben wir aber weiter bei den Urlaubsschilderungen. für immer und ewig zu verschließen. na ja vielleicht war es auch eine unkonventionelle Art der Entwicklungshilfe. sofern wir dann überhaupt noch am Leben sind. alle wieder in der Steinzeit anfangen müssen. sicherlich in irgendeiner Form auch in den großen Religionsbüchern dieser Erde. sonst wird man nie das Übel aus der Welt bekommen und der Hass wird immer weiter und immer wieder aufs neue verbreitet. aber die gibt es in jeder Nationalität. Welch wunderbare Landschaft. hier kann man noch frei atmen. was hätte ich nur ohne sie gemacht. Drei 80ccm Maschinen und eine 125ccm. Idioten wird es immer geben.

Ich bin eben ohne große Erwartungshaltung dorthin geflogen und konnte deshalb auch nicht enttäuscht werden. Täglich Sonne. Hier bei uns hätten wir gleich eine Klage wegen Fahren ohne Führerschein am Hals. Auch hier bin ich der schnellste. grade was den Umgang mit anderen Menschen anbetrifft. Der Verleiher ist zufrieden. Und ich werde sehen welche Richtung ich jetzt einschlagen werde. gute Musik und gutes Essen. dank meinem spärlichen Gepäck. ist das jetzt ein echter Flitzer. Jetzt muss ich die 125iger testen. Die Temperaturumstellung ist ziemlich krass. davon gibt es wirklich zu viele Leute. Auf der Rückfahrt werden wir von der Polizei angehalten. auch wenn die Damen jetzt froh sind. wenn nicht die Idioten hierzulande wieder die Oberhand gewinnen. 78 . Kaum sitze ich auf der Maschine geht es auch schon los. Kaum ist man da.DM los. Sie merken das wir Touristen sind und lassen uns ohne Probleme weiterfahren. aber das sehen sie hier nicht so eng.78 An einem schönen See machen wir erst mal Rast. Ich denke viele Leute sollten einmal so eine Erfahrung machen. Es friert nachts mittlerweile. damit sie wissen wie hart so ein sozialer Beruf sein kann und damit sie den Umgang mit Menschen lernen und sie nicht nur als Nummer oder Arbeitskraft betrachten. Aber ich habe viel dazu gelernt. wichtig ist immer das meine persönliche Einstellung stimmt. aber der Trend lag doch eher wieder Richtung Strand und so musste ich mich der Mehrheit beugen. so ließ es sich bis zur Rente aushalten.. Am Flughafen werden wir bereits abgeholt. laufen die Tage nur dahin. Am liebsten hätte ich sie gleich mitgenommen. Strand. gute Laune. Ich wäre am nächsten Tag am liebsten gleich noch mal losgefahren. selbst wenn es manchmal nicht einfach war. ansonsten werde ich nie zufrieden sein und muss immer rumstänkern. Na ja andere Länder. Der Rückflug verläuft ebenso reibungslos wie der Hinflug. Sie geht wirklich gut ab. Es hat sich wirklich gelohnt. Trotzdem komme ich auf Anhieb super mit ihr zurecht. Aber irgendwann sind 2 Wochen rum und man muss die Sachen packen. Am Abend geben wir die Maschinen wieder ab. er hat gut an uns verdient. Da ich noch nie etwas größeres als 50ccm gefahren bin. ohne etwas großartiges im Vorfeld geplant zu haben. aufhält. aber man sieht auch das es anders gehen kann. Man wird sich wieder an die heimischen Verhältnisse anpassen müssen. andere Sitten. Doch wenn ich es bis hier geschafft habe. schließlich sind wir auf diese Art ein bisschen weiter rausgekommen und haben etwas von der Landschaft erkundet. das sie doch wieder festen Boden unter den Füssen haben. denn ab jetzt stehe ich wieder auf eigenen Beinen und habe keinen vorgezeichneten Weg mehr. Genauso wie die anderen habe ich den Urlaub genossen. Wie das halt so im Urlaub ist. wir haben natürlich keine Führerscheine dabei. vergeht die Zeit natürlich wie im Fluge. dann werde ich es auch weiter schaffen. Ob ich hier bin oder dort. Wir sind auch zufrieden. Meine Dienstpflicht habe ich auf alle Fälle erfüllt. zumindest solang man sich in diesem schönen Land und das ist Deutschland ja auch. hier bei uns dürfte ich so eine Maschine nur mit Motorradführerschein fahren und da wäre ich auch gleich wieder 2000.

Zeitrechnung 79 . Diese deutsche Zwanghaftigkeit gibt mir immer mehr das Gefühl. Einfallsreichtum und Eigenständigkeit müssen wieder honoriert werden und nicht bestraft. So das war es. Das waren die Impressionen eines Zivildienstleistenden am Ende des 20. gibt es ja zu genüge. die nur dumme Kommentare abgeben oder sonst irgendwelches dummes Zeug reden. sitzen hier zu viele Pfeifen und Jasager am Hebel. Ich bin davon überzeugt. Jahrhunderts. Wollen wir hoffen.79 Oberflächliche Menschen. sonst landen wir hier alle bald in „Teufelsküche“. wie weit es mit dem einstigen Gütesiegel „Made in Germany“ gekommen ist. Die Aufgabe unsere Pädagogen sollte in Zukunft wirklich darin bestehen. die es verstehen auch wieder im Team zu arbeiten. Möge das neue Jahrtausend uns neue positive Einblicke in die menschliche Evolution gewähren! Michael Vogel . denn so wie ich die Dinge momentan hierzulande sehe. im Juli des Jahres 2000 nach chr. das die Menschen wieder menschlicher miteinander umgehen und sich wieder auf ihre gemeinsamen Ursprünge zurück besinnen. das ich mich hier in einem riesigen „Knast“ befinde. Alleine das aktuelle Abschneiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der EM in Belgien hat gezeigt. das wir dann auch automatisch eine gesunde Volkswirtschaft haben werden. Menschen mit Kreativität und Charakter heranzuziehen. so wie es derzeit üblich ist. Hoffentlich ist dafür noch genügend Potential in unserem Lande vorhanden.

80 80 .

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