Gentrification an Der Langstrasse

Institut für Populäre Kulturen, Universität Zürich

Dr. phil. Dipl. Arch. ETH Gabriela Muri
Vorlesung: „Stadt- und Stadtforschung“ gekoppelt mit dem Seminar „Kulturelle
Identitäten“ von Lic. Phil. Gisela Unterweger
Herbstsemester 2008
Gentrification
an der Langstrasse
3 Akteursportraits
zur symbolisch
materiellen
Zeichenproduktion Abgabe: Oktober 2010
Evtixia Bibassis,
Röntgenstrasse 41
8005 Zürich
Mobil: +41 79 916 75 17
Fix: +41 43 205 23 62
Email: bibassis@swissonline.ch
Einleitung S. 1
I. DIE INTERVIEWTEN AKTEURE & IHRE RÄUME S. 3
I.I. Was ist der «Message Salon Downtown»? S. 4
I.I.I. Zufällig an die Langstrasse S. 7
I.I.II. Der Akteursrolle im symbolischen Aufwertungsprozess bewusst S. 8
I.I.III. Die Langstrasse aus persönlicher Sicht, am Anfang und heute S. 9
I.I.IV. Das Verhältnis zur Aufwertung im Quartier S. 10
I.II. Was ist die Galerie «Römerapotheke»? S. 12
I.II.I. Durch klare Standortvorteile an die Langstrasse gezogen S. 15
I.II.II. Der Akteursrolle im symbolischen Aufwertungsprozess nicht bewusst S. 16
I.II.III. Die Langstrasse aus persönlicher Sicht, am Anfang und heute S. 17
I.II.IV. Das Verhältnis zur Aufwertung im Quartier S. 18
I.III.I. Was ist die «Schönegg» bzw. was ist dein Raum in der «Schönegg»? S. 20
I.III.II. Aus einem Kollektivgedanken an die Langstrasse,
in das Haus Schönegg gekommen S. 24
I.III.III. Der Akteursrolle im symbolischen Aufwertungsprozess bewusst S. 26
I.III.IV. Die Langstrasse aus persönlicher Sicht, am Anfang und heute S. 27
I.III.IV. Das Verhältnis zur Aufwertung im Quartier S. 29
II. Schlusswort S. 31
Literaturverzeichnis S. 32
Einleitung
Das Gesicht der Langstrasse in Zürich verändert sich: Umbauten, Neubauten,
Verkehrsberuhigung, In-Lokale und eine neue und stärkere Durchmischung der
Cuor|iers·ßesucherInnen. Welche kolle spielen Ak|eure im Gen|rihco|i3onproress,
die professionell visuelle Zeichen
1
produzieren oder evozieren? Sind sie sich ihrer
Akteursrolle als Zeichenlieferanten für den sichtbaren Wandel bewusst? Wie stehen
sie rum Gen|rihco|ionproress² In drei Follbeispielen soll dieser Froge nochgegongen
werden.
Der vorliegenden Proseminararbeit liegt eine weitere Proseminararbeit zum Thema
Gen|rihco|ion rugrunde. In «Gen|rihco|ionindiko|or Nedien ~ Dos
Langstrassenquartier der Stadt Zürich im Spiegel der Schweizer Printmedien»
2
wurde ein Korpus von 340 Zeitungsartikeln auf ihre Aussagen zum Image der
Langstrasse untersucht, um die Rolle der Printmedienprodukte innerhalb dieses
symbolischen Aufwertungsprozesses zu erörtern. Ebenso wurde eine
Begriffsbestimmung vorgenommen und begründet. Im einstündigen Referat wurde
die chaotische Forschungsgeschichte mit ihren verschiedenen
Begriffsbestimmungen und Beschreibungen sowie die Weiterentwicklung und
räumliche Ausdehnung des Phänomens skizziert. In Anbetracht der hier zur
Verfügung stehenden Seitenzahl und den vorausgehenden mündlichen und
schriftlichen Arbeit, wird in der vorliegenden gänzlich auf die Darstellung der
Forschungsgeschichte und aktuelle Positionen verzichtet beziehungsweise auf die
ßegrillsbes|immung in «Gen|rihco|ionindiko|or Nedien ~ Dos Iongs|rossenquor|ier
der Stadt Zürich im Spiegel der Schweizer Printmedien»
3
verwiesen, um der Analyse
der drei bis zu eineinhalbstündigen Leitfaden-Interviews mehr Platz zu geben. Dabei
ist mir bewusst, dass die Methode der einmaligen Befragung eine Momentaufnahme
dors|ell| und im Kon|e×| einer Gen|rihco|ion·5|udie kri|isch ru beur|eilen is|.
Gen|rihco|ion is| ein longwieriger Proress und verlong|, wie dies Friedrichs im
Zusammenhang deutscher Studien schon 1996 kritisierte, methodisch nicht nach Quer-
schnitt- sondern nach Panelstudien
4
. Im Rahmen meiner Möglichkeiten wollte
ich dennoch dem Aspekt der materiellen Zeichenproduktion an der Langstrasse
nachgehen und nehme diese methodische Krux in Kauf. Nicht zu letzt, um für einen
späteren Zeitpunkt drei zeitlich zurückliegende Mikroperspektiven als Referenz zu
hinterlassen.
«Gen|rihco|ion is wi|hou| doub| o highly visible process»
5
. Während die Analyse der
Prin|medien oul den verbolen symbolischen Gen|rihco|ionsproress
6
, der
Raumimage-Bildung, fokussierte, soll hier die materielle Zeichenaufwertung ins
Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt werden. Motiviert hat mich dabei mein
Eindruck, dass die Grundhaltung der Kultur- und damit sichtbaren
reichenprodurierenden Ak|eure im Cuor|ier gegenüber der Gen|rihco|ion eine sehr
kritische ist und sie der Aufwertung nicht viel abgewinnen können. Dieses Paradoxon
1 Im Sinne von semi-
otischen Zeichen mit
Bedeutung aufgeladen
2 Bibassis, 2008
3 Bibassis, 2008,
S. 5-7
4 Friedrichs, 1996, S.
35-36
5 Slater, 2002. Zitiert
in Glatter, 2007, S. 137.
6 Vgl. Krajewski, 2006,
S. 63 und zum Begriff
Symbolische Gentri-
hco|ion, verbole und
materielle
Ebene, siehe Glatter,
2007, S. 137-139.
1
der bewussten Raumeinnahme durch neue Codes und der damit einhergehenden
Katalysatorfunktion für die visuelle Aufwertung durch die kulturell aktiven Akteure viel
mir schon 2001 bei der Besetzung
7
des Gebäudes an der Ecke Hermann-Greulich-
Strasse/Kanzleistrasse auf. Die BesetzerInnen veranstalteten Konzerte, Kunst- und
Kleinkunstperformances und codierten so über die Tags und Transparente, die
Veranstaltungen und die den Ort frequentierenden BesucherInnen das Quartier neu.
Diesen Widerspruch an der Langstrasse festzuhalten scheint mir für die Erforschung
des Phönomens Gen|rihco|ion wich|ig und wurde bisher nich| un|ernommen. Ieider
hnde| die diskursive Aulwer|ung, die im Zusommenhong mi| den verschiedenen
kecodierungen des 5|od|roumes der hier in|erview|en Ak|eure ebenlolls ~ nur schon
durch die zahlreichen Print- und Onlinemedien, die von den neuen kulturellen
Zeichen berich|en ~ s|o||hnde| keine ßeoch|ung, weil ouch dies den kohmen der
Proseminararbeit eindeutig sprengen würde.
Ich habe einen sehr persönlichen Zugang zum Thema, da ich die Langstrasse und
ihren sichtbaren Wandel seit 2001 tagtäglich erlebe, denn ich wohne unweit der Langst-
rasse im Kreis 5 und arbeite u.a. im Kreis 4 ebenfalls sehr nahe an der
Langstrasse. Selber bin ich im Kreis 4 als Kulturschaffende tätig und kenne zwei der
Befragten schon längere Zeit näher. Den «Message Salon» besuche ich
regelmässig, im Atelierhaus «Schönegg» hatte ich 2000/02 selber ein Atelier.
Lediglich der befragte Galerist war mir bis zum Interview unbekannt.
Wie schon der oben tangierte Widerspruch zeigt, sind die Zusammenhänge der
Gen|rihco|ion ouch in der kleinen 5|od| Zürich sehr komple×. Im 5inne einer
Spiralförmigen, immer weiter gehenden Grounded Theory Forschung erhoffe ich mir,
mit den Interviews einen kleinen Forschungsbeitrag beizusteuern, der im besten
Falle von jemand anders aufgenommen, neubewertet oder wiederverwertet wird.
Der Aufbau der Arbeit ist aufgrund der oben beschriebenen Auslassung sehr einfach.
Der Analyse der Interviews, mittels offener Codierung
8
, wird eine Fotocollage
vorangestellt, um einerseits den aktuellen Ist-Zustand der Strasse und ihren Zeichen
und die köumlichkei|en in und um welche die visuelle Zeichenproduk|ion s|o||hnde|
zu skizzieren. Andererseits scheint mir eine Arbeit über die sichtbare
Zeichenveränderung ohne Fotos nur sehr schwierig nachvollziehbar. Hier ist
unbedingt zu bemerken, dass die Fotos bzw. die Collage nicht zur freien Verfügung
stehen. Diese wurden in meinem Auftrag vom Fotografen Gerry Amstutz ohne
Freigabe des Copyrights gemacht. Bei einem Verwendungswunsch muss der
Fotograf direkt angefragt werden.
9
Auf die Interviewanalyse folgt ein Schlusswort. Die
Interviews wurden im Sommer/Herbst 2009 geführt.
I.
DIE INTERVIEWTEN
AKTEURE & IHRE
RÄUME
Im Folgenden werden die Interviews mit drei Akteuren an der Langstrasse
vorgestellt, welche in professioneller Absicht symbolisch materielle Zeichen
produzieren. Dabei folgen die Unterkapitel den herausgearbeiteten Themenclustern,
den übergeordneten Codes.
7 Zur Illustration der
zeichensetzenden
Pionierkultur, da ich
keine Fo|ogrohe rur
Hand habe, das Video
„Design (vorher/nach-
her)“ vom Künstler Ingo
Giezendanner
alias Grrrr auf http://
grrrr.net/tv/
tv_design.html
8 Uwe Flick, 2006, S.
259 - 265
9 info@gerryamstutz.com
3 2
Was ist der «Message Salon Downtown»?
5 4
I.I.I.
Zufällig an die Langstrasse
Die Vermieter/Investoren suchten bewusst eine kulturell aktive Mieterschaft. Zum
Konglomero| «Io Perlo» kom es ous prok|ischen Gründen und hnonriellen Aspek|en.
Die «La Perla» Akteure waren sich bewusst, dass sie sich mit einer deutlichen
Zeichensetzung, der Recodierung des Raumes, zuerst Akzeptanz seitens der
alteingesessenen Akteure an der Langstrasse verschaffen müssen. Eppstein sieht
den Vorteil im «La Perla», dass alle einzelnen Projekte im Haus ihr eigenes Publikum
mit an den Standort an der Langstrasse bringen. Aber auch das hausinterne
gegenseitige unterstützen, sowie die Vernetzung mit anderen kulturellen Akteuren im
Quartier sind Vorteile.
EE: «Dass sich das hier an der Langstrasse ergeben hat, das ist einfach ein
riesiger Glücksfall und Zufall. [...] Wir haben von denjenigen die das Haus gekauft
haben das Angebot erhalten, das Haus als Kulturort zwischen zu nutzen»
EB: «Also diese (Hausbesitzer, Anm.) sind auf euch zugekommen? »
EE: «Ja. Also der Architekt kannte Adi, welcher dann derjenige war, der uns, also
mich eigentlich angefragt hatte, weil er wusste, das ich so Sachen schon gemacht
habe. [...] Ich hab dann im ersten Moment gefunden, ja es ist mir wie zu gross. Ich
kann gar nicht so ein grosses Haus führen. Ich war auch gar nicht mehr sicher, ob
ich das noch will und so. Dann stellte sich heraus, dass im Verbund mit anderen
Leuten, die auch... Es ist mir so ein wenig das Modell «Löwenbräu» (Ehemaliges
Industriegebäude welches von Migros-Museum, Kunsthalle Zürich und
renommierten Galerien zwischengenutzt wurde, Limmatstrasse 170, Anm.)
vorgeschwebt oder so. Also ein Haus, wo verschiedene autonome Zellen
eigentlich drin sind. Also nicht zusammen öpis so, sondern jeder für sich, aber
trotzdem zusammen, wie einzelne Positionen in dem Haus zusammen zu bringen.
Dann hatten wir den Power zu nden, okay, das wagen wir. Weil es ist ja auch
nicht so, dass wir das Haus gratis bekommen, wir zahlen ein wenig Miete. Auch
wenn es natürlich nicht vergleichbar ist, mit was man sonst zahlen müsste, ist es
trotzdem... regelmässig muss Geld rein kommen.» EB: «Gab es Argumente, gab es
Zweifel, nicht hierher zu kommen? »
EE: «Jaja - vor allem einmal - schon auch die Ecke. So, ja schaffen wir das? Ist es
nicht einfach zu wild, zu viel und zu anstrengend? Dann auch nanziell, können
wir das? Und dann auch energiemässig. Aber jetzt mehr vom... Es war mir dann
schon bewusst, da muss dann immer etwas laufen, das muss dann irgendwie wie
aktiv sein. Aber eben, dadurch dass wir ein paar Leute waren, haben wir uns
zusammengerauft. Aber vor allem am Anfang mussten wir schon zuerst ein
wenig... Vielleicht auch uns ein wenig hier bemerkbar machen, im Sinne von *das
man uns akzeptiert* (sehr schnell gesprochen). »
I.I.
Was ist der «Message Salon Downtown»?
Langstrasse 84/ Brauerstrasse 37,
seit 2006 vorort
MESSAGE SALON DOWNTOWN,
Esther Eppstein
Esther Eppstein betreibt ihren Kunstraum/Galerie «Message Salon» seit 1994 an
wechselnden Standorten in der Stadt Zürich, jedoch immer in Zwischennutzung. Mit
«Downtown» hat sie den Namen ergänzt, als sie vom Rigiplatz im Kreis 6 in das
Eckhous on der Iongs|rosse 84 eingerogen is|. 5ie is| ous hnonriellen Gründen
doroul ongewiesen, köume in Zwischennu|rung bespielen ru konnen. 5ie hnonrier|
sich, ihre Familie und den Raum einerseits durch Vermittlungspreise der Stadt
Zürich, andererseits quer, das heisst mit einer festen Teilzeitstelle in einer Redaktion
und Gelegenheitsjobs. Der Raum ist im Vergleich zu anderen Gewerberäumen
günstig, dennoch nicht selbsttragend. Die Akteure im «La Perla» sind meiner
Neinung noch nur schwierig in die Ko|egorien «Pioniere» oder «Gen|riher»
einzuordnen. Betrachtet man das Haus, so ist es stark sanierungsbedürftig. Die
Miete ist laut Vermieter niedriger als der Hypothekarzins auf dem Haus und auch
Frau Eppstein schätzt die Miete im Vergleich zu anderen Gewerberäumen als
günstig ein. Der Vermieter investiert bewusst Nichts in das Haus, der Mietvertrag ist
jeweils auf ein Jahr befristet. Die Umgebung ist eher schmuddelig. Obwohl alle
Beteiligten, betrachtet man das in vielen Begriffsbestimmungen vorkommende
Merkmal «Alter», nicht zu den klassischen Pionieren zählen würden, könnte man sie
aufgrund ihrer Risikobereitschaft, der Bausubstanz und der Miete durchaus zu den
Pionieren und der Pionierkultur
10
im Quartier zählen. Betrachtet man aber die
Zeichenproduktion und -setzung wird die Kategorisierung ambivalent, ein Vorhaben
mit blinden Flecken, unabhängig ob man sie zur Pionierkultur oder zur ökonomisch
ös|he|isch kolkulier|en Zeichenkul|ur der Gen|riher röhl|.
EE: ««La Perla Mode» ist ein Haus, in welchem wir verschiedene
Kunstvermittlungsprojekte sind und ich bin eins davon, das ist der «Message
Salon». [...] Das ist vor allem ein Kunstraum, eigentlich für die lokale und junge
Kunstszene. Einerseits ist es ein Ausstellungsraum, aber es ist auch eine
Plattform und ein Treffpunkt. Also auch ein sozialer Kitt dieser Kunstszene, vor
allem von der jungen Kunstszene. Aber mittlerweile, dadurch dass ich das schon
so lange mache, nicht nur die Jungen sondern auch die Älteren. Also die
Generationen vermischen sich mittlerweile auch. » [...]
«Der allererste Standort den ich hatte war am Rennweg. Dann ging ich aber in den
Kreis 4, dann ins Dreieck, wo jetzt ja das «Si ou No» (Café-Bar, Ankerstrasse 6)
(unverständlich) eben damals vor 15 Jahren war ich dort. Dann am Rigiplatz und
jetzt wieder Langstrasse. Das waren immer eigentlich Räumlichkeiten, die ich
zwischennutzen konnte. Das heisst, eigentlich funktioniert es nur so, weil Raum in
Zürich sehr teuer ist. Das waren die Möglichkeiten. Dort konnte man Räume
haben die frei werden, bevor sie abgerissen oder umgebaut werden»
10 Zu den idealtypi-
schen Zeichen-
Deutungs-Komplexen
siehe Glatter, 2007,
S.137
7 6
I.I.II.
Der Akteursrolle
im symbolischen Aufwertungsprozess
bewusst
Eppstein ist sich ihrer Rolle innerhalb der symbolischen und auch diskursiven
Aufwertung bewusst. Auch, dass der Vermieter die mit der Vermietung
einhergehende symbolische Aufwertung ökonomisch kalkuliert und diese
Mieterschaft quasi gesucht hat. Eine Machtasymmetrie ist zu Gunsten des
Vermieters klar gegeben und wird auch genutzt, dessen ist sich Eppstein ebenfalls
bewusst.
EB: «Ihr seid über private Kontakte zum Raum gekommen?»
EE: «Ja, Adi kennt den Architekten. Die wissen im Hinterkopf natürlich schon
auch, dass sie ihr Image... Da bin ich nicht naiv, die ziehen natürlich ihren Nutzen
daraus, obwohl sie uns eigentlich dieses Haus nicht zu den tollsten Bedingungen
geben. Wir mieten das Ganze für fast dreieinhalb Tausend Franken im Monat.
Dieses Geld muss irgendwie reinkommen. [...] Ich wusste schon, für die
(Vermieter, Anm.) ist es auch positiv. Die probieren ihr Image so ein wenig... Klar
es ist auch besser für‘s Image und auch für die Langstrasse. Klar, es ist für alle
besser. Anstatt dass hier ein billiger Outlet drin ist, hätten sie auch machen
können. Für sechs Tausend vermieten. Irgendeiner der (unverständlich) mit
Socken oder sonst so was. Das hat aber der Architekt dem Hausbesitzer nahe
gelegt, dass er es empfehlen oder bevorzugen würde, wenn das Haus kulturell
genutzt würde. [...] Und was ein Hacken ist, sie investieren Null. Für sie sind wir
natürlich einerseits die, die ihnen den Stutz geben, weil wenn das einfach leer
steht, dann kostet es sie ja auch Geld. Ich weiss nicht, ob sie hier noch was oben
drauf zahlen. Einen gewissen Anteil den sie hier (unverständlich) co-nanzieren.
[...] Aber sie geben uns absolut Nichts. Wir müssen jeweils richtig ghten wenn es
irgendwas gibt. Also nanziell kommen wir regelmässig und permanent einfach
voll an die Grenzen. [...] Also bei der Scheibe hat er sich wenigstens bereit erklärt,
einen Teil daran zu übernehmen. Weil wir sagten, ja, aber wir müssen das
machen. Das ist ja auch in deinem Interesse. Ein paar Dinge die er aussen
machen musste, hat er selber gemacht. Da wusste er, da bekommt er sonst mit
der Polizei zu tun. Zum Beispiel wenn die Storren herunter lampen, das ist dann
eben gefährlich. Aber sonst müssen wir hier alles selber machen. [...] Sie
machten einmal eine Mieterhöhung, als sie plötzlich behaupteten, die Zinsen seien
gestiegen oder irgend so was. Wir konnten nichts... Wir sind denen wie ein wenig
ausgeliefert. [...] Er sagte, wir bekämen es immer noch günstiger als er
Hypozinsen zahle jeden Monat. Aber das ist uns eigentlich Wurst, in einem
gewissen Sinn.»
I.I.III.
Die Langstrasse aus
persönlicher Sicht,
am Anfang und heute
Anfänglich mussten «La Perla» Akteure die Verhaltensregeln an der Langstrasse
lernen. Die Machtverhältnisse wurden seitens der alteingesessenen
Gastgewerbetreibenden und dem Milieu markiert bis die neuen Codes mit welchen
die kulturell aktiven Akteure den Raum besetzen differenziert von den
alteingesessenen Akteuren gedeutet worden sind, so dass die angebotene Lesart
Akrep|onr ru schollen vermoch|e. Es hnde| rwischen diesen Zeichen·ßedeu|ungs·
Komplexen keine eigentliche Vermischung statt, die Welten leben parallel, man lässt
sich in Ruhe. Die Langstrasse wird als durchmischter empfunden, insofern als die
Langstrasse im Vergleich zu den 1990er Jahren zum Ausgangsort auch für
Jugendliche geworden ist und nicht nur mehr Ort für die Freier, das Drogen- und
Sexmilieu ist.
EE: «Es war natürlich taff. Die Drogenszene - war noch ein wenig extremer als jetzt,
weil jetzt haben sie es - einwenig heraus geputzt. Wobei es gibt immer noch Tage
oder Nächte wo es wieder einwenig so ist wie früher, aber im Grossen und Ganzen
war es härter. Man hatte mehr - also einfach die Szene (Drogen) mehr gesehen. Also
die Junkies oder einfach... Wobei die Junkies, die sind eben eher an der Busstation
unten (Ecke Schönegg-/Langstrasse) gewesen. Und das („La Perla“-Ecke) ist eher die
Cocain-Ecke gewesen oder was weiss ich. Wir haben ziemlich schnell gemerkt, wie
man sich hier bewegen muss. Also einerseits die Türe immer abschliessen hinter sich,
man kann nicht einfach offen lassen. Es wurde auch am Anfang bis wir es im Griff
hatten mit den Leuten, die sind einfach überall im Haus herum und irgendwann haben
wir begonnen oben auch abzuschliessen oder die Terrasse zu zumachen (verabschie-
det sich von Besucherin) das war einfach wie - es hatte überbordet, es war wie zuviel.
Man merkte, wir müssen das in den Griff bekommen. Dann mussten wir es auch in
den Griff bekommen mit der Polizei, weil - das haben wir vielleicht auch ein wenig
unterschätzt am Anfang, dass wir hier einfach da mitten in das Vergnügungsviertel
gekommen sind und vor allem auch ins Milieu, welches hier einfach sehr präsent ist.
Und halt da eigentlich, auch wenn man es nicht sieht, aber die kontrollieren eigentlich
- was läuft. Also wir hatten direkt nicht damit zu tun, aber wir hatten einfach mit der
Polizei mehrmals zu tun und ich habe schon den Verdacht, also -- nicht jetzt direkt aus
dem Milieu aber aus dem Gastgewerbe von irgendwelchen rund herum, die sehen,
wir haben immer die Hütte voll, machen Bar ohne Bewilligung. [...] Es hat sich jetzt ein
wenig eingependelt, etwa seit über einem Jahr hatten wir keine Kontrolle mehr. [...] Ich
glaube es hat auch ein wenig damit zu tun, dass man uns mittlerweile da akzeptiert.
Das man einfach sieht, das eben doch... - die Stadt, also dass wir hier nicht einfach
nur Dreck machen und Party und so. Sondern das es etwas ist, wo – einfach ein wenig
Understatement hat und das wir Durchhaltewillen haben und das es nach wie vor ein
Ort ist, welcher viele Leute anzieht. Vielleicht hat sich das jetzt darum ein wenig... [...]
Dann war ich mitten im Hot-Spot, mehr Hot-Spot geht gar nicht. Wie etwa die Ecke
Brauer-, Langstrasse, das geht gar nicht, ich wüsste nicht wo.»
9 8
I.I.IV.
Das Verhältnis
zur Aufwertung
im Quartier
Einerseits wird die Stadt als lebendiger Organismus und als solcher in stetiger
Veränderung begriffen beschrieben, andererseits spricht Eppstein von einer langen
Einwonderer·Trodi|ion, die |e|r| scheinbor einer «Niederdorhsierung» weichen soll.
Spannend in dieser Eigendeutung ist der Image-Transfer den sie vornimmt. Eine
Gen|rihco|ion mi| deu|licher sorioler Aulwer|ung, besser verdienenden Houshol|en,
sieht sie dank dem Milieu und deren Zeichen-Bedeutungs-Komplex nicht kommen.
Neubauten, die sich gut in das Quartier integrieren und belebt sind, erachtet sie auch
bei höheren Mietpreisen nicht als problematisch.
EB: «Ist der Architekt mit der Stadt verbandelt? »
EE: «Nein. [...] Ich habe das Gefühl, die wissen gar nicht was für ein Quartier das
ist. Die hörten wahrscheinlich von irgendwo, dass das das neue Trendquartier sein
soll. Ich sah zufällig ein Modell von dem was sie hier hinbauen wollen. Mir wurde
halb schlecht. [...] Die Wohnungen gestuft mit Yuppieterrassen oben. Wie eine
Villa im Züriberg. Klar, unten wollen sie Restaurants und so. Aber es hat ja schon
tausend (Restaurants, Anm.) hier. Ich frage mich, wie realistisch das das ist. Auch
was ich vorhin sagte mit dem Milieu und der Drogenszene, das wird alles nicht so
schnell verschwinden. Die Stadt ist mittlerweile davon weg gekommen, dass sie
das weg weg weg haben wollen. Sondern sie streben eine Mischung an, auch
Richtung Vergnügungsviertel, wo auch ein wenig die Toleranz da ist. Also ehrlich
gesagt, bei der Beckerstrasse gibt es doch dieses Haus (Hauser & Wirth, Anm.)
welches lange besetzt war. Dann wurde es abgerissen und war drei Jahre lang
eine Baubrache. Dann baute Y.W. dieses Ding, das ist jetzt eine tote Ecke. Dort
hat es niemand. Ich glaube, vielleicht nden so Yuppies dies im ersten halben Jahr
noch lustig, aber irgendwann regt man sich einfach auf. Wenn man jeden Morgen
vor dem Haus in eine Kotze tritt. [...] Aber das Gefühl zu haben, dass das cool sei,
für jemanden, der für seine monatlich vier, fünf Tausend Franken teure Loft
schuften geht zu bezahlen... Spätestens nach einem Jahr oder so hält man dies
hier nicht mehr aus und man geht für dieses Geld lieber auf den Züriberg wohnen
oder an die Goldküste (rechtes Zürichseeufer, Anm.). Da tut man sich dies hier an
der Langstrasse nicht an. Darum habe ich eben meine Zweifel, ob das wirklich so
schnell geht mit dem Ummodellieren dieses Quartiers. Weil eben, solange das
Milieu und so hier ist, habe ich das Gefühl, ist es nicht so einfach.»
EB: « [...] Wie ndest du die Umwertung dieses Quartiers. »
EE: «In einem gewissen Sinn ist eine Stadt auch ein wenig ein lebendiger
Organismus, der sich... Dieses Quartier hat sich immer wieder verändert. Es ist
auch ein schnelllebiges Quartier. Es gibt auch gewisse Läden, die ständig
wechseln. Dann gibt es solche die schon ewig hier sind. Aber es verändert sich
ständig. Auch dadurch, dass es sehr viele Einwanderer hat. Es hat immer wieder
andere Gruppen, die plötzlich da wie ihre Station haben. Mein Vater ist ja schon
hier geboren worden. Als Kind von ostjüdischen Immigranten. Das waren so die
ersten Einwanderer damals Ende neunzehntes Jahrhundert, die damals hier
zusammen mit den Italienern aufgetaucht sind. Es war immer ein Einwanderer-
quartier und das ist es heute noch. Dieser Wechsel ndet heute immer noch statt.
Es hat beides. Einerseits ist es dadurch lebendig, aber es birgt tatsächlich auch die
Gefahr und das konnte man jetzt auch beobachten, vor allem die letzten zwei,
drei 1ohre, die «Niederdorhsierung». Weniger dos mi| den Yuppies, olso es ho|
schon diese so ein wenig hinten, da hat es schon ein paar teure Wohnungen,
bei der Bäckeranlage und bei der Schöneggstrasse vorne ander Ecke. Aber
beide die Häuser haben sich eine Art besser eingeordnet, sie sind weniger so
Fremdkörper wie zum Beispiel das Haus an der Beckerstrasse, das einfach eine
tote Ecke ist seit... Unten wechselt es ständig. Zuerst war da ein Restaurant
drin, jetzt hat es so Lumpen, einen Kleiderladen, und oben ist es immer dunkel,
dunkel. Ich habe das Gefühl da lebt gar niemand. »
11 10
Was ist die Galerie «Römerapotheke»?
13 12
I.Il.I.
Durch klare Standortvorteile
an die Langstrasse gezogen
Rey hat nach einem zentral gelegenen, zahlbaren Ort in Bahnhofsnähe gesucht und
nach zweistöckigen architektonischen Raumbegebenheiten, die dem Galeriekonzept
und der jungen Kunst entsprechen oder es zulassen, zur gewünschten
architektonischen Form umgebaut zu werden. Als weiteren Standortvorteil nennt Rey
die weit verbreitete Bekanntschaft der Langstrasse. Die hohe Dichte an kreativ
Arbeitenden, der Kreativwirtschaft, war für die Standortwahl irrelevant, ebenso
Raumimage-Attribute, wie kultig oder trendy dafür aber, vibrieren, lebendig, urban.
Die Aussenwahrnehmung der Langstrasse als gefährlich, schmutzig wird mit einem
Imagevergleich mit Lagos, Nigeria, als unbedeutend erklärt.
PR: «Ja, also, wenn Zürich urban ist, dann ist es hier. Und urban heisst, wenn
man machen kann, was man will. Das ist eigentlich auch eine Frage der eigenen
Apperzeption, ob man das jetzt geil ndet oder nicht. Aber ähm - ich wollte ja
hierhin. Also ich nde es per se scharf hier zu sein. Denn hier hat es Energieen,
hier vibriert es, hier lebt es. Da ist das Quartier, welches nie still steht. Und je
später in der Nacht, desto mehr Leute hat es hier. Und darum gibt es hier
grundsätzlich nichts, was ich als negativ empnde. Ich nde alles gut: ich habe die
Bushaltestelle gerade vor dem Haus, nette Nachbarn, viele Besucher, also, was
will man noch mehr. Ich meine, eigentlich, ich brauche eigentlich nur ein paar
Käufer mehr, aber alles andere ist gut. Und ich habe es mir halt so eingerichtet,
dass es mir einigermassen gefällt. Wir haben sogar ein Gärtchen nach hinten
hinaus, um Zeug zu machen: Installationen, Parties. - Und ich habe an so vielen
Orten auf der Welt gelebt. Ich habe in Lagos, Nigeria, ein paar Jahre gelebt. Im
Vergleich zu dort, ist die Bronx in New York und die Langstrasse in Zürich einfach
Pippifax, was gibt es hier schon. Das war gar kein Kriterium, all diese Gerüchte
und Vorurteile. Ich nde, wenn man eine Galerie für zeitgenössische Kunst will, wo
man vorne ist und Trends setzen will und nicht (den Trends, Anm.) hinterher seklä
(rennen, Anm.) will, dann muss man an einen solchen Ort. Da kann man nicht in
irgendein Altersheim. Und darum ist es hier gut.»
I.Il.
Was ist die Galerie «Römerapotheke»?
Langstrasse 136
11
GALERIE RÖMERAPOTHEKE,
Philippe Rey, seit Ende 2002 vorort
Die Galerie ist seit Ende 2002 an der Langstrasse, den Betrieb nahm sie 2003 auf.
Zuvor hat Rey eine Galerie im Zürcher Oberland betrieben. Eine Zweigstelle der
Golerie behnde| sich in ßerlin. Die köumlichkei|en sind sowohl im innern ols ouch
aussen klar als Galerie gekennzeichnet. Mit der Gestaltung der Schaufenster und
des vertikalen orangefarbenen Schriftzugs «Galerie», setzt er Zeichen, welche sich
klar vom alteingesessen Zeichen-Bedeutungskomplex an der Langstrasse
abgrenzen und alle Akteure, die in seiner Galerie nicht willkommen sind exkludiert.
key hnonrier| die Golerie mi| einem onderen Geschöl| in 5elbs|s|öndigkei| und lreien
Jobs. Philippe Rey und seine Galerie zähle ich zum einen aufgrund der mit dem
Vermie|er rusommen hnonrier|en deu|lich erkennboren Aulwer|ung der boulichen
5ubs|onr rur Gen|riherkul|ur. Zum onderen weil er sich mi| r.ß. dem 5chril|rug
«Galerie» strategisch klar vom alteingesessenen Zeichen-Bedeutungskomplex
abhebt und damit an ein exklusiv ausgesuchtes Klientel appelliert.
PR: «Das ist eine Galerie für zeitgenössische Kunst, ich verkaufe hier Kunst. »
EB: «Mussten sie bauliche Massnahmen selber ergreifen und selber nanzieren?»
PR: «Ja, ja, ich habe relativ fest investiert. [...] Die Treppe ist neu, hier (im 2.Stock,
Anm.) haben wir Wände heraus gerissen, dort machten wir eine White Cube
Situation. Unten haben wir die ganze Apotheke heraus gerissen. [...] Und wenn
man rein kommt, ist es eine Situation, die zeigt, ah das ist eine Galerie und nicht
irgendwas anderes. Es kommt keiner hier rein, der nicht hier rein will. Das ist kein
Lager... [...] Wir haben den auch so gestaltet, dass man weiss, wer hier rein will,
der will Kunst anschauen und nicht irgendwelche Drogen verdealen oder weiss ich
was. Und wir hatten in diesen sieben Jahren wirklich viele Tausend Leute und
hatten nicht einmal irgendein Problem. »
11 Mittlerweile umgezo-
gen an die Rämistrasse
18, 8001 Zürich
15 14
I.Il.Ill.
Die Langstrasse aus persönlicher Sicht,
am Anfang und heute
Die Langstrasse wird als in einem starken Wandel begriffen wahrgenommen.
Die Langstrasse als ein Quartier mit Bordellen ist laut Rey ein Mythos. Was Rey als
Veränderung wahrnimmt sind die schwindenden Striptease Lokale und eine andere
Durchmischung der Leute: weniger Ausländer, weniger an den gesellschaftlichen
kond Gedröng|e, weniger Küns|ler, dolür mehr Voyeure, mehr Yuppies und
Trendhüpfer
13
. Dennoch wird das Quartier noch als kreativ, mit vielen, kreativ
Arbeitenden wahrgenommen. Die Langstrasse und all ihre Akteure bezeichnet Rey
ols Nikrokosmos und lolsihrier| dos ßild einer Unverbindlichkei| on der Iongs|rosse.
Anders als bei Eppstein fühlt sich Rey als Teil von diesem Mikrokosmos, als Teil
dieses Zeichen-Bedeutungs-Komplexes.
PR: «Das hier ist die hardcore Ecke für Drogen, das muss man schon sagen. Hier
vorne (Ecke Schöneggstrasse/Langstrasse) wird viel umgesetzt. Und die zwei
Telefonkabinen sind wahrscheinlich die interessantesten Telefonkabinen der
ganzen Schweiz. Was dort drin alles abgeht, eigentlich alles, was man sich
vorstellen kann. Und gleichzeitig haben wir hier von alledem eigentlich überhaupt
nichts mitbekommen. [...] Ja, also mittlerweile gibt es hier einige Galerien und Off-
Spaces und ähm vor sieben Jahren überhaupt nicht. Dazumal gab es (die Galerie,
Anm.) «Marlene Frei» und die «Baviera», das war‘s dann in etwa. Mittlerweile gibt
es 20 oder 30. [...] Es gibt nur Striptease Lokale eines nach dem anderen, aber die
verschwinden alle. Auf jeden Fall, das sind alles nur noch, sage ich,
Geldwaschmaschinen. [...] An der Langstrasse hat es viele Kreative. Der Stephan
Eicher wohnt hier. Dort vorne ist (nennt ein Werbebüro Name ist unverständlich),
eines der besten Werbebüros, und so was ist an der Langstrasse. Und der Rest ist
eigentlich von irgendwelchen veralteten ähm - - die noch nie da gewesen sind und
keine Ahnung haben, um was es geht. [...] Ähm - es hat weniger Freier, weniger
Freaks, ähm weniger Künstler - - weniger Ausländer - , ähm keine einzige Hure
mehr, die hier rauf und runter tingelt. Dafür hat es mehr Voyeure, mehr Bänker -,
mehr Yuppies, mehr - Trendhüpfer und die, die meinen es sei lustig, die kommen
alle und nden es interessant. [...] Hier nebenan, ganz unmittelbar hatte es ein
Puff. Die waren extrem nett. Jetzt ist Slam Poetry drinnen, das ist jetzt eine
Chaosburg. Der Besitzer ist ein Sammler (Vera Gloor, Anm.) das trifft sich
wunderbar. Und da auf der anderen Seite ist die „Olé Olé“-Bar, die sind jetzt dann
schon bald 40 Jahre auf dieser Beiz, eine ehemalige Rockerbeiz. Das ist wirklich
(unverständlich). Dann die «Elite» da, die Türken, die sorgen etwas für Ruhe und
Ordnung. Das ist hier eigentlich ein Mikrokosmos, im Prinzip, der sich immer mehr
verdichtet. Es ist eigentlich gar nicht so ähm - unverbindlich wie man meint.
Sondern es ist wirklich ein wenig, - mit vielen, nicht mit Allen aber das ist auch
sonst nicht so... Aber mit Vielen hat man einen regen Austausch. »
I.Il.ll
Der Akteursrolle im symbolischen
Aufwertungsprozess nicht bewusst
Wie oben schon geschildert besetzt Rey seinen Raum bewusst mit neuen Zeichen,
um sich klar von der Umgebung zu differenzieren. Er recodiert den Raum aber auch,
wie bei den anderen Interviewten auch, mit dem Klientel, dass in seine Galerie
kommt: KünstlerInnen, SammlerInnen, KuratorInnen, MedienberichterstatterInnen.
Die «Neue Zürcher Zeitung» tangierte das Thema der fremdartigen Codes, welche
die Galerie an die Langstrasse bringt, was ihn erzürnt.
12
Dennoch ist er sich seiner
Akteursrolle im Zeichenaufwertungswandel nicht bewusst und sieht sich in der ersten
Phose des Gen|rihco|ionproresses, quosi ols Pionier ohne deren ßedeu|ung innerholb des
symbolischen Aulwer|ungsproresses ru reHek|ieren. 5ignihkon| is| dobei, doss key einen
schwergewichtigen Imagetransfer unternimmt indem er die Langstrasse mit Chelsea und
Greenwich Villoge N.Y.C vergleich|. In dieser Hinsich| berieh| er sich eindeu|ig oul eine
Gen|riherkul|ur, in dem er der Iongs|rosse dos im hochs|en Nosse der Kuns|wel| ruru-
ordnende Wort «Avantgarde» als Attribut zuweist. Paradoxerweise würde er gerne vom
Aulwer|ungsproress proh|ieren und bereu|, doss der Vermie|er ihm dos Hous ous 5pekulo-
tionsgründen nicht verkaufen wollte.
PR: «Eigentlich müsste man - ähm, wenn die Galerien einwenig mehr Solidarität
manifestieren würden und einwenig mehr marketingorientiert denken würden,
müsste man das bündeln und sagen, das ist die Avantgarde der Welt im Moment.
Das war mal Greenwich Village (Stadtteil auf Manhatten N.Y.C., Anm.) und dort...
ähm Chelsea (N.Y.C., Anm.) und in Chelsea fand eindeutig eine Gentrication
statt. Und kein Mensch in New York ging nach Chelsea und mittlerweile sind dort,
ich weiss auch nicht, 1000 Galerien und 400 kommen pro Jahr neu hinzu. Aber
äh- London war auch so ein Fall, kein Mensch ging dort hin, es gab nur Puff. Und
jetzt ist das in Zürich. Es waren meistens Galerien, die als erstes dort hin sind und
Kreative und Studenten, logischerweise. [...] Und ähm - am Anfang hatte die
«NZZ» einen Artikel geschrieben, gerade auf die Eröffnung hin. (Er zitiert) ‚Hier
riecht es nach Urin, man stellt sich Spritzen vor. Was sucht eine Galerie in diesem
Quartier?‘ Die hätte ich würgen können. [...] Aber das Beste am Ganzen ist
eigentlich das man heute Niemandem erklären muss, wo die Langstrasse ist.»
EB: «Würden sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt wieder hierher ziehen?»
PR: «Ich bereue, dass ich das Haus nicht kaufen konnte. Denn mittlerweile ist es
doppelt und dreimal soviel Wert. Und es ist auch absehbar, das eine Gentrication
statt ndet. Und darum bin ich schon einwenig am überlegen, ob ich nicht
weiterziehen soll, denn es wird einfach immer teurer. Wir hatten einen
Fünfjahresvertrag, am Ende erhöhte er gerade um 50% nach den fünf Jahren.
Dieser Vertrag ist in drei Jahren schon wieder vorbei und dann überlegen wir uns
ernsthaft zu gehen. Und ähm, dass das Striplokal weg ist, ist mir eigentlich völlig...
[...] Wenn nachher das passiert, was neben dem «Tessinerkeller» ist, wo eine
Zweizimmerwohnung irgendwie eine Million kostet oder so, dann muss ich hier
weg. Was habe ich davon? Nichts!»
12 Neue Zürcher
Zeitung, 27.08.2003,
Ausgabe-Nr. 197, S. 50
13 Welche Menschen-
gruppe er mit diesem
doch eher negativ
konotierten Begriff meint
ist mir nicht
ganz klar. Ich habe es
auch versäumt nach-
zufragen. Im Kontext
interpretiere ich es als
Bezeichnung
für junge Erwachsene,
welche sich in einem ge-
wissen, als trendig emp-
fundenen Stil kleiden.
17 16
I.Il.lV.
Das Verhältnis
zur Aufwertung im Quartier
Rey hält wenig von der Aufwertung und drückt dies auch lautstark aus. Ihn haben
bisher weder das Drogen- noch das Sexmilieu gestört. Er fragt sich auch, wen
Alkoholkranke, Drogensüchtige oder das Sexmilieu tatsächlich stören. Er bedauert,
dass günstiger, zentraler Raum für kreative Akteure längerfristig nur selten
vorhanden sein wird. Im fast gleichen Atemzug bedauert er, dass er das Haus 2002
nicht kaufen konnte, denn es habe mittlerweile den doppelten bis dreifachen Wert. Diese
Wertsteigerung hat der Vermieter beim Auslaufen des 5-Jahresvertrags
integriert und die Miete um 50% erhöht. Die Aufwertung des Quartiers sei unter
falschem moralischem Eifer entstanden und zerstöre das Quartier. Die einzigen die
proh|ieren sei die 5|od| Zürich, die sich von den D.I.N.K.s und Yuppies, welche mi|
dem neuen Image in das Quartier gelockt werden, mehr Steuereinnahmen erhofft.
PR: «Aber die paar Mikrodealer und Junkies hier, das sind alles arme Siechä die
tun gar niemandem weh. Und die paar Alkis auf der Bank vorne auch nicht. Die
mischen sich auch gar nicht. Die kommen auch nie hier rein. Die gehen auch nicht
in den Laden (vis-à-vis, Anm.). Die machen ihr Ding: Kommen, verschwinden,
kommen, verschwinden. - - Ich habe damit nicht wirklich ein Problem. [...] Darum
hält sich meine Begeisterung in Grenzen. In diesem Haus da drüben, da wimmelt
es nur so von, von schrägen Leuten (Atelier- und Bürohaus Schöneggstrasse/
Langstrasse, Anm.). [...] Da hat es eine kilometerlange Namensliste bei den
Klingeln. Eben, das sind alles so Freiräume, die mitten im Zentrum sind. Die sind
nicht marginal, sondern zentral und günstig. Man kann wüten, hämmern und
nägeln, machen und tun. Jetzt wird es renoviert, die Mieten steigen und nachher
gehen die Kreativen weg. Denn wer will schon in irgendwelchen langweiligen
«Manpower» Büros und «UBS» Räumen und weiss ich was. Was bringt das dem
Quartier? Nichts! Oder die Räume dort vorne (Neubau bei Neufrankengasse) das
sind ja alles D.I.N.Ks oder Singles, die mindestens 12, 13 Tausend verdienen
müssen, damit sie die dreieinhalb Tausend Miete blechen können oder noch mehr.
Was bringt es dem Quartier? Mehr Verkehr! Weil die haben dann ein Auto, die
wollen ihren «Lexus» und «BMW» und weiss nicht was irgendwo platzieren. Dann
haben wir noch weniger Parkplätze hier, oder. Also was bringt jetzt das dem
Quartier? Nichts! [...] Ich pfeife auf dieses «Langstrasse Plus». Die letzten zwei,
drei Sitzungen, an welchen ich teilgenommen habe, fand ich, was seid ihr
eigentlich für Arschlöcher, ihr macht das Quartier kaputt. Irgendein moralischer
Eifer, wo man ndet, die bösen, bösen Huren die hier herum turnen, die seien
schlecht. Für was schlecht? Schlecht ist nicht das, schlecht ist, dass sie schlechte
Konditionen haben und ähm schlecht behandelt sind. Und das hat mit dem
Quartier überhaupt nichts zu tun. Wenn man das einwenig anders strukturieren
würde und auf das Kernproblem zusteuern würde, anstatt irgendwie zu sagen,
nein dieses Haus ist jetzt sauber, in Anführungszeichen. Ob die «UBS» Leute
sauberer sind, als diese die dort ins Puff gehen, das bezweie ich doch ernsthaft.»
13 Welche Men-
schengruppe er mit die-
sem doch eher negativ
konotierten Begriff
meint ist mir nicht
ganz klar. Ich habe es
auch versäumt nach-
zufragen. Im Kontext
interpretiere ich es als
Bezeichnung
für junge Erwachsene,
welche sich in einem
gewissen, als trendig
empfundenen Stil
19 18
Was ist die «Schönegg»
bzw. was ist dein Raum in der «Schönegg»?
21 20
ML: «Also was wir hier machen ist, zum einen ein Magazin («Soda», Anm.), das
jetzt zwar gerade einwenig pausiert, aber bald wieder kommt. Das ist die erste
Task. Die zweite Task ist eigentlich ein Studierzimmer, Bibliothek, was es immer
mehr wird mit wechselnder Besetzung für jegliche Formen von Projekten. Also von
angewandten Forschungsprojekten über Kunstprojekte, was auch immer einen so
über den Weg läuft. Wo immer so vier, fünf Leute hier für zwei, drei Wochen oder
auch zwei Monate drin sein können und etwas machen können. Und jetzt wird es
auch einwenig zum Diskussionsort. [...] Aber, das Einzige was ich hier machen
kann, ist ein Open Think-Tank. Das heisst, einmal pro Woche können die Leute,
zu dem was sie das Gefühl haben könnte man diskutieren, hierher kommen. [...]
Es hat im Haus viele Wechsel gegeben. Das Gruppengefühl von, man ist eine
grosse Bande, ist etwas weniger da. Viele haben jetzt Kinder und haben jetzt halt
andere sorgen, als hier im Haus Party zu machen. Das hat einwenig
abgenommen.»
ML: «Die Vermieterin ist so chaotisch, wie es nur sein kann. Aber - das ist ja hier
auch nicht so wichtig als quasi freies Tier, freier Bewohner oder Arbeiter im Kreis
4. Wir mussten lang kämpfen, damit wir wieder einen 10jährigen Vertrag erhalten
haben. Weil es war recht lange unklar, ob das Haus verkauft wird. Es war auch
schon zwei Mal ausgeschrieben gewesen. Wir hatten uns auch schon das eine
und andere Mal darum gekümmert, ob wir es kaufen wollen. Aber das waren alles
Leerlaufdiskussionen. Wir warten jetzt mal sicher ab bis drüben die SBBÜberbau-
ung (Europaallee, Anm.) steht und man hier vielleicht Lofts bauen könnte.
Es ist dummerweise einwenig eine Bauruine, es ist Asbest verseucht gewesen.
Dann haben sie es einwenig saniert. Aber eigentlich ist es in diesen Säulen drin.
Und jetzt ersetzen sie diese Fenster, was total gut ist, denn viele gingen gar nicht
mehr und es hat hinein gewindet. Dafür mussten wir fünf, sechs Jahre lang
kämpfen. Und jetzt wurden sie von der Stadt und der Feuerpolizei gedrängt es zu
machen.»
I.Ill.l
Was ist die «Schönegg» bzw. was ist dein
Raum in der «Schönegg»?
Schöneggstrasse 5, Ecke Militärstrasse/
Langstrasse
ATELIERHAUS SCHÖNEGG
14
,
Martin Lötscher
Das sieben Stockwerke grosse Atelierhaus «Schönegg» beherbergt in den fünf
oberen Stockwerken viele verschiedene Ateliers, Büros, Architekturbüros und ein
Kunstraum (k3000). Im Parterre und im ersten Stockwerk ist einen Kleiderladen, der
Nichts mit dem Rest des Hauses zu tun hat. Martin Lötscher ist seit 2000 Mieter im 2.
Stockwerk, anfangs mit seinen Redaktionsmitarbeitern, seit 2009 nun alleiniger
Mieter des Büroraumes. Die Vermieter sind privat und investieren Nichts bzw. nur auf
massiven Druck der Mieterschaft hin, gepaart mit rechtlich geregelten
sicherheitstechnischen Gründen. Die verschiedenen Mietverträge sind jeweils auf 10
Jahre befristet. Das vormals mit Asbest verseuchte Haus stand schon mehrmals zum
Verkauf, fand aber aufgrund zu hoher Preisforderungen keine Käufer. Die Mieten
sind in Bezug zu anderen Atelier- und Büroräumlichkeiten verhältnismässig günstig,
nicht billig. Die Mieterschaft im Haus hat sich auch schon überlegt, das Haus zu
kaufen. Allerdings sind auch ihnen gegenüber die Preisforderungen zu hoch.
Lötscher vermutet, dass die Vermieter warten bis die Europaallee realisiert ist, da
dann die Boden- und Immobilienpreise sicher nochmals deutlich steigen. Die Idee
vom Hauskauf ist für die Mieterschaft noch nicht vom Tisch. Lötscher kann als
einriger der drei ßelrog|en sein ßüroroum durch die Tö|igkei| im koum hnonrieren.
Das Haus wurde von Berner Kulturschaffenden, das Umfeld von Lötscher mit u.a.
einigen Redaktionsmitgliedern, 1996 übernommen. Der verhältnismässig desolate
Zustand des Hauses, der Zeitpunkt der Übernahme
15
und die Risikobereitschaft der
damaligen MieterInnen lässt mich das Atelierhaus Schönegg zur eigentlichen
Pionierkul|ur on der Iongs|rosse röhlen. Von oussen und nur Hüch|ig be|roch|e|,
wirkt das Haus durchaus wie ein normales Bürogebäude aus den 1960er Jahren mit
grosszügigen Bandfenstern. Beobachtet man die Glastüreneingänge im Erdgeschoss
und wer hier rein und raus geht länger, werden die erwarteten Kleidercodes für ein
Bürogebäude nicht bedient: Viele kommen mit alten Fahrrädern und alle nicht in
einem Kleiderstil, den man der Bürowelt zuordnen würden. Tritt man näher und 17
schenkt der Klingelapparatur seine Aufmerksamkeit, dann verweisen die vielen
natürlichen Namen und Kunstnamen, dass das Einzelbüros und Ateliers sind. Diese
zeichenhafte Raumeinnahme ist eher subtil, kein Schriftzug an der Fassade verweist
auf die viele kreative Arbeit, die im Haus verrichtet wird. Hier sind anders als bei
Eppstein und Rey die materiellen Zeichen der Kreativwirtschaft nur bei
aufmerksamer Betrachtung zu entdecken. Etwas lauter wird die Recodierung des
Hauses, wenn die Akteure des Hauses eine Party organisieren. Seit 1996 wurden
hier einige grosse Hausfester über mehrere Stockwerke veranstaltet, ebenso fanden
unterschiedliche lose Veranstaltungsreihen statt. In den letzen Jahren wurden aber
die Reihen und die Parties seltener. Insofern ist die zeichenhafte Raumeinnahme
wieder auf die Akteure, die das Haus frequentieren, ihre Fahrräder, die Namensliste
bei der Klingelapparatur und die oft bis in die späte Nacht erleuchteten Büroräume
reduziert.
T4 Kein olhrieller Nome
15 Die Zürcher Drogen-
szene, hatte sich nach
der Räumung des Blatt-
spitz' an die Langstrasse
zurückgezogen.
23 22
I.Ill.ll.
Aus einem Kollektivgedanken
an die Langstrasse,
in das Haus Schönegg gekommen
Lötscher schätzt neben der politischen Unabhängigkeit des Hauses, den zentralen
Standort, die Nähe zum Bahnhof, zur Zentralbibliothek oder dem See vor allem die
Toleranz, die Nähe zur Realität auf der Strasse, eine Menschlichkeit, die er
ondernor|s nich| so schnell hnde|. Dos lundomen|ole Nomen| im Hous 5chonegg is|
der Kollektivgedanke im Haus, der am Anfang, 1996, bis vor kurzem gelebt wurde
und sehr wichtig war. Aber auch, dass er hier nicht ausschliesslich dem
Zürichdeutsch begegnet, sondern vielen Sprachen. Den Ort beschreibt er als sehr
lebendig, heftig, geschäftig, laut, erdend, realitätsnahe, dies mit den positiven wie
auch negativen Konotationen der Attribute.
ML: «Und das ist auch etwas, wo ich so langsam einwenig den Frieden mit dem
Ort gefunden habe und der Energie und der Ablenkung hier. Denn trotzdem, das
hier ist wahrscheinlich die hecktischste Ecke in der Schweiz. Und ähm, dass man
hier in so einem Spickel innen sitzt mit Blick herunter. [...] Und das der Raum
irgendwie so forstmässig (Hochsitz, Anm.) auf jeden Fall etwas sehr Reales hat.
Das ist ein Punkt, wo man durchaus gedanklich abspacen kann, aber die Realität
ist schon verdammt nahe. Und das tut einem, nicht nur positiv, es tut einem trotz
allem ausgleichend bestrahlend. [...] Das ist eine Berner Enklave hier. Die Hälfte
des Hauses ist Bern-geprägt. Und die, die das entdeckt haben, dass die Post hier
langsam rauszieht, das waren Berner und die haben eine ziemliche
Völkerwanderung verursacht. [...] Zürich wirkte entsprechend dynamischer, was es
ja auch sicher ist. Dieses Gefühl der Enklave hatte man recht lange hoch
gehalten. Man musste sich selten mit diesem Züri-Deutsch, welches man
irgendwie noch immer nicht so gerne mag, welches aber im Kreis 4 nicht so stark
vorhanden ist, beschäftigen. [...] In diesem Haus hat es etwa 80 Ateliers und
entsprechend etwas mehr Leute. Das war schon sehr wichtig. Eben dieser
Kollektivgedanken, diese Schönegg, war recht lang sehr, sehr wichtig [...] Auch so,
dass man im Kreis 4 ist, der halt schon viel toleranter ist. Man hat hier so - - so
einen Groove oder ein Lebensgefühl, wie ich am Anfang gesagt habe, der einen
etwas erdet. Aber irgendwie auch eine Lebensfreude, oder eine Menschlichkeit da
ist, die an anderen Ort nicht ganz so gegeben ist. Es ist alles halt auch - irgendwie
möglich. Es ist nicht gut schweizerisch, wo man sich ein Halbes Jahr vorher
anmelden muss, damit man dieses und jenes machen kann. Oder alles immer
schön ruhig sein muss. Das ist halt der Vorteil dieser Gesamtsituation hier, die halt
auch Leerläufe generieren kann oder auch verschiedene Messlatten hat. Wenn wir
hier mal Party machen und es einwenig laut ist, dann geht es manchmal nur eine
Viertel Stunde bis die Polizei hier ist und unten kann einer verschlagen auf der
Strasse liegen und es geht eine Halbe Stunde oder eine Stunde oder es kommt
gar niemand. Das ist so einwenig das Reale, man sieht nach welchen Kriterien
hier operiert wird.»
ML: «Die guten Aspekte sind sicher auch, dass, wenn man sagt, Schönegg, dann
wissen die Leute, die in Zürich wohnen, wo das ist. Und die anderen Aspekte, was
kann man da sagen - ähm negative Aspekte gibt es nicht, weil es hier keine «Rote
T4 Kein olhrieller Nome
15 Die Zürcher Drogen-
szene, hatte sich nach
der Räumung des Blatt-
spitz' an die Langstrasse
zurückgezogen.
24
Fabrik» ist, die von der Stadt betreut wird und es da anscheinend Leute gibt, die
40 Jahre drin sitzen und sich nicht mehr wegbewegen wollen. Das gibt es hier
nicht, hier spielt der Markt. Wer es sich leisten kann und es sich leisten will, der ist
hier drin. Der Markt funktioniert in dem Sinne gut, es gibt häuge Wechsel. [...]
Das ist auch nicht das Interesse der Leute, abhängig von politischen Entscheiden
zu sein, die alle fünf Jahre umgestossen werden können. Es ist halt ein Ausdruck
dieser Kreativwirtschaft, dass man sich so entschieden hat, dass man das so
macht und mit den Konsequenzen selber zu Recht kommen muss.»
25
I.Ill.IIl.
Der Akteursrolle im
symbolischen
Aufwertungsprozess bewusst
Lötscher begrüsst eine Konfrontation der verschiedenen Zeichen-
Bedeutungskomplexe an der Langstrasse. Er sucht diesen Dialog, ist sich der neuen
materiellen Zeichen, die im Hause Schönegg gesetzt werden bewusst und versucht
auch eine Lesart anzubieten. Insofern ist die Sichtbarkeit der neuen Codes, die
sichtbare Recodierung des Raumes ein wichtiges Anliegen und wird immer wieder
mi| un|erschiedlichen 5|ro|egien ~ Cpenhouse, 5choulens|ergolerie ~ verlolg|.
ML: «Wir haben unten die Schaufenster-Galerie wieder aktiviert. Zwei Fotografen
sind neu eingezogen und betreuen diese Schaufenster. Es gab wieder zwei
Schaufensterausstellungen. Man merkt dann schon, wie zum Teil auch das Milieu,
dass die Leute Freude haben. Und zum Teil gibt es dann so Interaktionen. Zum
Teil hat man einen Künstler, der dann noch so ein Text schreibt, der die Arbeit
erklärt und dann an der Vernissage Leute vorbei laufen und so einwenig hinein
schauen. Plötzlich merkt man, aha, die können vielleicht gar nicht Deutsch und gar
nicht Englisch. Dann geht man schnell hoch, macht eine halbwegs Portugiesische
und andere Übersetzungen und hängt die auch noch rein. Und dann hast du
plötzlich noch andere Leute, die auch schauen kommen. Und das sind schon so
Sachen, die halt Spass machen, zu sehen was sowas Kleines auslösen kann. »
I.Iil.IV.
Die Langstrasse
aus persönlicher Sicht,
am Anfang und heute
Die Langstrasse hatte und hat ihren eigenen Rhythmus und dieser hat mehr oder
weniger den Arbei|srhy|hmus im 5odobüro beeinHuss|. Auch schein| ollen Ak|euren
der Langstrasse die Machthierarchie vorort bewusst zu sein und wenn nicht, dann
wird vom Milieu her gesorgt, dass Klarheit herrscht. Im Allgemeinen wird die
Langstrasse als ruhiger, harmonisierter und durchmischter wahrgenommen und die
wachsende Kreativwirtschaft im Quartier bietet viele Arbeitssynergien. Als grosser
Schwachpunkt wird das Fehlen eines öffentlichen Platzes, der die Funktion eines
Dorfplatzes einnimmt genannt, der die verschiedenen Synergien im Quartier fördern
oder unterstützen würde. Im Ist-Zustand wird die Langstrasse u.a. aufgrund dieser
fehlenden Platzstruktur, als anonym beschrieben.
«In der ersten Zeit war es eindrücklicher, weil hier vis-à-vis das «Rothaus»,
wahrscheinlich das Transsexuellen Hot-Spötli Nummero Eins der Schweiz war.
Man hatte an jedem Fenster jemanden, der irgendwie die ganze Zeit gepffen hat.
Das hat eine Dynamik verursacht... Seit das nicht mehr da ist, seit es die Stadt
gekauft hat und für jugendliche Studenten Wohnungen vermietet werden, hat dies
eine Dezibel Halbierung zur Folge gehabt. Das war hier zum Teil eine
Männerreihe... [...] In dieser Zeit war das Highlife schon viel heftiger, man hatte
schon das Gefühl, man ist hier in einem Wespennetz. Heftig, also es war viel
heftiger von den Freiern her, die rumgestanden sind. Für Frauen war es hier
immer schwieriger. [...] Und wenn du dann hier raus läufst und du angeckt wirst
oder einer Stutz will und du sagst, nein, und der beginnt reinzuhauen, kam es
auch zu so Momenten, wo ich fand, nein jetzt will ich nicht um zwei Uhr nach
Hause, jetzt ist es mir zu blöd, weil hier unten wieder weiss ich nicht was gelaufen
ist, dann macht man halt bis fünf Uhr morgens. Weil um fünf ist es wieder ruhig.
Manchmal gab es so komisch absurde... Man hat sich an den Rhythmus der
Strasse angepasst. Indem man wusste, wenn der russische Zuhälter seine Girls
hier unten an der Bar abholte, okay, jetzt kann ich meinen Computer abstellen,
jetzt ist wieder fünf Uhr. Man konnte sich an diese Momente oder an diese
Situation anpassen. [...] Wobei, diejenigen die hier in der Gegend sind, sich erst
seit den letzten drei, vier, fünf Jahren angesiedelt haben. Unten, im Kreis 5 ist es
relativ konstant, dort besetzen schon seit zehn Jahren Leute den Raum neu. Hier
hat dies recht lange das Rotlichtmilieu einwenig verhindert oder man war
skeptisch. In den letzten fünf Jahren habe ich das Gefühl, begann es einwenig
auszustrahlen in all den kleinen Strässchen von hier, Schöneggstrasse/
Langstrasse bis zur Kreuzung Helvetiaplatz war so einwenig no go. Es gab so
zwei, drei Ateliergemeinschaften, die den harten Kern bildeten. Mittlerweile hat es
wahnsinnig viele kleine Ateliers, die an jeder Strasse sind. Es ist halt, weil es
keinen Dorfplatz hat...Es hat nur einen Park (Bäckeranlage, Anm.), das ist es
dann. Da könnten sich die Leute kreuzen. Aber dieser Park hat mittlerweile ein
sehr grosses Einzugsgebiet. Daher hat man nicht so diesen Dorfcharakter, wo
man das Gefühl hat, du bist hier und dort ist grad dein Büro. Es ist doch recht
27 26
anonym. [...]Man wusste nie genau, was die Hells Angels für eine Rolle gespielt
haben. Seit die nicht mehr hier sind, ist es auch einwenig ruhiger. Vorne (Stray
Cat, Neufrankengasse, Anm.) haben sie sich einwenig verabschiedet und dort bei
der Brauerstrasse sind sie auch nicht mehr. Diese Wirkung, diese
Machtrepräsentation, denn jeden Montag, auf jeden Fall der erste Montag im
Monat, fuhren sie mit ihren 500 quasi, nein 120 bis 200 Motorrädern die
Langstrasse hinunter. Sie patrouillierten eine Art und zeigten, hier sind sie die
Chefen. Es war klar, dass sie überall Mittelsmänner... Dass sie zum Teil mit den
Jahren auch Besitzer von Liegenschaften wurden. Dieser Groove ist einwenig
weg. Die Kleinkriminellen, die armen Junkies und Kleindealer, die prägen im
Moment das Bild. Wobei es ist auch schon wieder weniger als auch schon. [...]
Also, es hat sich viel, eben seit die «Longstreet»-Bar und all die Bars gekommen
ist, mehr durchmischt. Vorher war es klar, wer hier herum gelaufen ist, war
entweder Junky, Dealer oder Freier. Dort war man konstant in diesem komischen
Gefüge...Als Frau wurde man als Prostituierte angemacht und als Mann als
potentieller Kunde. Das hat sich durch die Durchmischung recht verändert. [...]
Vom Gefühl her ist es ruhiger geworden. Es hat sich eine Art harmonisiert, auch
nicht zum Schlechten.»
I.Iil.IV.
Das Verhältnis zur
Aufwertung im Quartier
Die Auf- oder Umwertung des Quartiers wird als spannend eingeschätzt. Unter der
Bedingung einer ausgewogenen Durchmischung von Handwerksgewerbe,
Kreativwirtschaft, Gastgewerbe, kleinere Geschäfte, teureren und günstigen
Wohnungen ist sie sogar erwünscht. Dabei sollten weder das Drogen- noch das
Sexmilieu ganz verdrängt werden. Lötscher wünscht sich eine
Stadtentwicklungspolitik, die z.B. die Drogenszene mehr mit z.B. der
Kreativwirtschaft konfrontiert als die Szenen zu separieren. Zu bemerken ist, dass
wenn man im Hause Schönegg tagein tagaus verkehrt, man tatsächlich tagtäglich
den Junkies, Dealern, SIP und Polizei vor der eigenen Haustüre begegnet. Die
Welten tangieren sich auch hier nur im vorbei gehen, existieren parallel. Der am
längsten im Quartier arbeitende Lötscher ist von den drei Interviewten der einzige,
der keinen Imagetransfer im Zusammenhang mit den Veränderungen im Quartier
vornimm|. Auch dos Wor| Yuppie oder öhnliche ßereichnungen lür Nenschen mi|
höherem Einkommen nennt er nicht. Die eigene Verdrängung aus dem Quartier ist
kein Thema, er sieht sich nicht in einer passiven Situation, sondern denkt aktiv an
der Aufwertung im Quartier mit. Er nennt auch einige Vorschläge, wie die
verschiedenen Szenen z.B. baulich, raum- oder landschaftsplanerisch wenn nicht
rueinonder hnden, donn doch einen gemeinsomen Diolog eingehen konn|en und so
die Kultur bzw. die Stimmung im Quartier zu verändern indem die Zeichen-
Bedeutungskomplexe sich verwetben und von allen Akteuren gelesen werden
können.
«Im Moment nde ich es so, dass die Mischung eben schon stimmt. Ich möchte es
auch noch erleben, wenn die Langstrasse tagsüber gesperrt ist. Und wenn
einwenig ein döricherer Charakter entsteht, der Austausch sich durch die
zunehmende Italianità... Vor zehn Jahren war Zürich noch so eine Zwinglistadt, die
Leute haben gearbeitet, gearbeitet, gearbeitet. Und heute ist Zürich, wenn die
Sonne da ist im Sommer, bekommen die Häuser eine Farbigkeit und bekommen
so einen südländischen Charm und die Leute halt das Leben geniessen. Das ist
schon ein sehr schöner Ort zum sein. Es wäre toll, wenn durch
verkehrsberuhigende Sachen und eben auch durch Läden, wo ich hoffe, wie
immer wie mehr kommen. Handwerksgeschichten und alles solche Sachen, die
nicht die Ausgangsmeile machen. Überall einen Klub hinzustellen ist einwenig
schade, aber das passiert jetzt gerade. Aber wenn es dort eine bessere
Durchmischung gäbe. [...]
Aber auch, dass die Produzenten, die Kreativen, die sich im Handwerk bewegen
oder irgendwelche Geschäfte, die hier nicht wirklich die Renner waren, weil es hier
das Rotlicht gibt und sonst nichts. Und in dieser Hinsicht dürfte schon noch
einwenig mehr Leben hierhin kommen. Es passieren spannende Dinge mit den
Bars oder den Restaurants. Zum Beispiel an der Rolandstrasse, die schon ein
anderes Publikum hierher holen. Und ich nde diese Parallelwelt spannend. Ich
nde es wichtig, dass das Rotlichtmilieu hier ist und ich wäre froh, diesen Leuten
gienge es besser. Und merkt es halt doch, die untergründigen Strukturen, die es
29 28
hier gibt. Die russische - irgendwie und weiss nicht - - auf jeden Fall Maa, dass
die hier wichtig sind und den Frauenhandel und so richtig im Griff haben. [...]
Ja, also ich habe schon das Gefühl, wenn hier ein Café oder eine Beiz wäre, wo
die Szene, mit Anführungs- und Schlusszeichen... (Jemand kommt in den Raum,
Begrüssung) Wenn hier quasi die «Szene», was auch immer das ist, hier heimisch
würde, dann gäbe es einen Kulturwechsel, wo nicht so harte Fronten aufeinander
prallen, sondern wo es eine Art verebbt. Wo dieser Hotspot für Junkies, nicht so
eine Konfrontation, oder in einem gewissen Sinn ein Verständnis... Ich habe das
Gefühl, man müsste dies konzeptionell so ausstaferen, dass dieses
psychologische Moment, also diese Konfrontationssituation gut bedacht irgendwie
- - ja, zur Anwendung kommt, auch baulich irgendwie. [...] Oder wenn es dann
halt, die Utopien, die man hört, man könnte die Strassen begrünen, Bäume aufstel-
len und so Zeug. Ja, es sind kleine Momente, die mit Gestaltung und Raumplanung
zu tun haben, oder halt auch mit Kunst am Bau oder Kunst im öffentlichen Raum,
die irgendwie gerade eine andere Stimmung zur Folge haben können. [...] Es fehlt
diese öffentliche Platz Struktur, also wenn es irgendwie mehr so Möglichkeiten
gäbe, es würde viele Dialoge zur Folge haben.»
Il.
Schlusswort
Die Proseminararbeit einleitend formulierte ich die These, dass die Kultur- und damit
sichtbaren Zeichen produzierenden Akteure an der Langstrasse gegenüber der
Gen|rihco|ion eine sehr kri|ische Hol|ung hoben und sie der Aulwer|ung nich| viel
obgewinnen konnen. Diese Annohme konn|e mi| den In|erviews nich| verihrier|
werden. Denn die drei interviewten Akteure haben je eigene Ansichten und
Deutungen zum sichtbaren Zeichenwandel an der Langstrasse. Was die drei
Interviewten eint, abgesehen von ihrer symbolischen Zeichenproduktion an der
Langstrasse, ist, dass sie allesamt verhältnismässig günstige Gewerberäume mieten;
Auch haben sich alle drei schon mit dem Gedanken auseinander gesetzt, die
gemietete Immobilie zu kaufen.
Die Veränderungen an der Langstrasse nehmen alle drei ähnlich war, deuten den
Veränderungsprozess aber ganz unterschiedlich. Das Deutungsspektrum reicht von
Cuor|ier kopu|| mochen und Gen|rihco|ion mi| Verdröngung morginolisier|er 5renen
und dem Schwund günstiger Mietwohnungen über den Image-Transfer,
Niederdorhsierung, ohne grosse Verdröngung bis rum lou|en Denken dorüber wie
sich das Quartier spannend weiter entwickeln könnte.
Die eigene Rolle innerhalb des symbolisch materiellen Zeichenwandels wird
ebenfalls unterschiedlich interpretiert. Überrascht hat mich, dass Eppstein und
Lötscher - die ich eher einer Pionierkultur zuordnen würde - sich klar als Teil des
neuen Zeichen-Bedeutungskomplex sehen. Eppstein weisst direkt auf die
ökonomisch kalkulierte Strategie der Investoren hin und ist sich ihrer Rolle als
Zeichenproduzentin für die Umwertung bewusst. Allerdings befürchtet sie keine
eigen|liche Gen|rihco|ion sondern einen Zeichen·ßedeu|ungswondel ohne
Verdrängung marginalisierter Menschen. Mit dieser Deutung der Veränderung
distanziert sie sich implizit von ihrer möglichen Rolle als Zeichenlieferantin im
Gen|rihco|ionphönomen. Gonr klor ousserholb des Gen|rihco|ionproresses sieh| sich
Rey, welcher sich aber gleichzeitig strategisch dezidiert vom älteren Zeichen-
Bedeutungskomplex abgrenzt. Das Atelierhaus Schöneggstrasse bzw. Lötscher sieht
sich als Teil der neuen Zeichen an der Langstrasse, und hat von den drei
Interviewten am wenigsten Mühe mit der Quartieraufwertung.
Alle Interviewten sind nicht zu letzt an der Langstrasse, weil sie hier noch günstigen
Gewerberoum mie|en und rwischennu|ren konnen. 5ie behnden sich olle in einem
zweigesichtigen zeitlichen Zwischenraum: Für die Hausbesitzer bzw. Investoren ist
dieser Zeitraum durch das Warten auf einen höchstmöglichen Verkaufspreis, den sie
sich durch die lor|schrei|ende Gen|rihco|ion erhollen chorok|erisier|, Für die
professionell symbolisch materiellen Zeichen produzierenden Akteure bedeutet der
Zwischenraum, die Möglichkeit sich zu entfalten, die neuen Zeichen zu produzieren,
den Zwischenraum mit ihren je eigenen symbolisch materiellen Zeichen
einzunehmen - sie nutzen die Gunst der Stunde, auch wenn die Recodierung einer
drohenden Gen|rihco|ion ruspiel| und dies in der Konsequenr rur Verdröngung
solcher Akteure führt.
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Literaturverzeichnis
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Quellen
Neue Zürcher Zeitung, 27.08.2003, Ausgabe-Nr. 197, S. 50
GRRRR http://grrrr.net/tv/tv_design.html
Fotocollagen
Gerry Amstutz, http://www.gerryamstutz.com/
Interviews
Esther Eppstein, Interview im Sommer/Herbst 2009
Philippe Rey, Interview im Sommer/Herbst 2009
Martin Lötscher, Interview im Sommer/Herbst 2009
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