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Chancen der Gleichheit ...

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Kritik der Gleichheitsforderung
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Published by: Helmut Hampl [urspr. Clara] on May 16, 2011
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Zur Sachgerechtigkeit der Chancengleichheit Kommentare Siehe mehr: http://www.facebook.com/permalink.php?

story_fbid=127171647360334&id=100002115738 927 [13.05.2011] An @Peter Hannemann & u.a.: Wenn ich Dich richtig verstehe, so meinst Du, daß Kinderarmut in heutiger Zeit nic ht mehr notwendig sei. Zwar sei sie nach wie vor existent, im Grunde jedoch eben ein Relikt. Diesem Urteil verschaffst Du eine passende Erklärung, indem Du den Zu sammenhang von Kinder- und Elternarmut zunächst absolut setzt, ihn dann aber an de r institutionalisierten Möglichkeit, ihm doch per auf ein vorhandenes bzw. ausbaufäh iges Angebot bezogene Eigeninitiative entkommen zu können, auch wiederum relativie ren kannst. Damit bestätigst Du einerseits, was ich zur Faktizität der Chancengleichheit gegen H ans-Dieter Wege rhetorisch angemerkt hatte: ob es sie, die Chancengleichheit, de nn nicht bereits gäbe? Denn unabhängig vom sozialen Status steht bei entsprechender Eignung doch jedem das Recht zu, sich über die Absolvierung verfügbarer Weiter- und Bildungsangebote für höher taxierte Anforderungen in der Sprossenleiter der Berufe t auglich zu machen. Genau genommen, stimmt deshalb auch nicht, was ich am 03. Mai um 10:26 hier Hans-Dieter antwortete, nämlich, daß die Kinderarmut eine Folge der A rmut der Eltern ist. Noch nicht einmal für den gewöhnlichen Gang der Dinge trifft da s der begrifflichen Sache nach zu. Armut produziert nie Armut. Armut ist immer n ur in ihrem Gegensatz zur Produktion von Reichtum zu erschließen. Dieser Reichtum produziert die Armut. Produziert hier in der Bedeutung, daß die Armut an denen, di e den Reichtum produzieren, mit-hergestellt wird. Armut produziert umgekehrt per se auch nicht den Reichtum. Armut ohne Reichtum wär e absolut begriffslos. Nur als Verhältnisbegriff zum Reichtum macht Armut überhaupt einen Sinn. Und das auch nur in einem durch den Gegensatz von Kapital und Arbeit bestimmten Gemeinwesen. Arbeit ohne ihren Gegensatz zum Kapital wäre keine Arbeit , die Armut begründen könnte. Armut ist nicht aus sich selbst begründbar. Entgegen ein em weitverbreiteten Vorurteil im übrigen auch das Kapital nicht. Das Kapital ist s einer Qualität und Quantität nach nur aus Arbeit zu begründen. Auch das Kapital ist nu r als Verhältnisbegriff deshalb zu bestimmen. Nie & nimmer aus sich selbst heraus. Deshalb ist die Rede vom Kapital, das sich aus sich selbst heraus bestimmt, nic ht nur tautologisch, vielmehr immer auch schon dem Fetisch des Kapitalverhältnisse s aufsitzend. Das Kapitalverhältnis verdinglicht sich so eben im Kapitalding. Hebe ich das Kapital und nicht das Kapitalverhältnis auf, habe ich die das Kapitalverhäl tnis begründende Arbeit mitsamt ihrem den Wert in allen seinen Weiterungen konstit uierenden Charakter eben nicht aufgehoben. Die Phrase von der Aufhebung der Arbeit ist somit Lug & Trug. Nur ihre Form als Er- und Gewerbsarbeit ist überhaupt aufhebbar. Das ist dann die jede Form des Kapi talismus transzendierende Aufhebung der Lohnarbeit. Egal ist, was für eine Rechtsf orm des Kapitals dabei vorausgesetzt ist. Ob also das Kapitaleigentum staatlich, genossenschaftlich oder privat oder sonstwie gegossen ist, spielt für die Notwend igkeit der Aufhebung der Lohnarbeit keine Rolle. Denn zentral für die Institutiona lisierung kommunistischer Beziehungen ist die Notwendigkeit der Aufhebung des fu ngierenden Kapitalverhältnisses mittels der Aufhebung dessen integrativen Kreators , der Lohnarbeit. Ansonsten die Rede von Kommunismus nur Phrase ist. Allein mit der Aufhebung des fungierenden Kapitalverhältnisses geht die damit assoziierte Re chtsform, was für einen Charakter sie immer auch hat, unter.

Die Oberfläche, die Rechtsform, fällt mit der Basis, der kapitalistischen Produktion sweise. Aber nicht umgekehrt ist dieses Verhältnis aufzudröseln, wie Adepten einer P lanwirtschaft, die am Charakter der Form der Arbeit als Lohnarbeit absolut desin teressiert sind, weil auch sie die Arbeit sich nur als Lohnarbeit, als Quelle ei ner alternativen Entfaltung der Produktivkräfte im so diktierten wie fingierten In teresse zentral geleiteter Pseudo-Produzenten sich vorstellen können. Diese Form d er Er- und Gewerbs- als Lohnarbeit ist im Kapitalismus dem Inhalt der Arbeit, gl eichgültig gegen die abgestuften Plätze in der Hierarchie der Tätigkeiten, in einem Maße äußerlich, daß prinzipiell Entfremdung herrscht. Nur der Formwechsel, die Revolution durch die Abstreifung des Lohncharakters der Arbeit in der kooperativen Form der Bewegung als exklusive Tätigkeitsweise kooper ierender Individuen, setzte den wahren Inhalt der Arbeit frei, den Inhalt als wa hren frei. Das ist die Kooperation mittels einer durch geistige Koproduktion der Individuen beherrschten Lebenstätigkeit. Was übrigens ganz im Gegensatz zu den Vors tellungen der Gewaltorgie einer Planungsökonomie & ihr externer Bedürfnisbefriedigun g mit der Aufhebung der kapitalistischen Zeitrechnung als maßgeschneiderter Beding ung rationeller Kooperationsweise einhergehen wird müssen. Mit der Auflösung dieses modernen Kräftezusammenhangs von Zeit, Arbeit und Geld stehen vielmehr zunächst einm al auch sämtliche überlieferten Produktionstechniken in Frage. Warum sollten diese M ittel für einen Zweck taugen, der gar nicht n ihnen angelegt ist? Der Mensch ist d och keine seelenlose Maschine, nur unter gegebenen Bedingungen dazu gemacht. Nur in der Selbstreform dieses Bewußtseins, das ihn in einer absurden Feier seiner Selbstmächtigkeit auf eine Marionette von qua technischer Errungenschaften angebl ich erstrebenswertem Besitz reduziert, hat er, so nicht sowieso schon zu spät, überh aupt noch eine Chance. Daß unter Beibehaltung der egal wie dem Gesetz der Rechenba rkeit von Aufwand & Ertrag subordinierten Arbeit ansonsten die Menschheit progre ssive verhungern muß, gleichgültig der so genannten Systembedingungen, sei hier nur konstatiert. Die Denomination der Arbeit ist unter der Bedingung der Wertprodukt ion gleichgültig. Denn Wertproduktion ist dann gegeben, wird eine wie immer auch f ragmentierte gesellschaftliche Arbeitskraft als Mittel eines Zwecks, der in der Ök onomie liegt, hergenommen. Und sei es zu ihrer eigenen Überhöhung. Ob also unter der Pseudo-Opposition Markt oder Plan geschuftet wird, ist absolut belanglos. Logis ch gesehen, wäre, da das materielle Niveau nivelliert ist, Armut dann Reichtum.* *Den Bedeutungshof der Armut in ihrer Unspezifität haben sich deshalb Sekten chris tlicher und auch kommunistischer Provenienz für ihre ihren LebensselbstverhaltensDiktaturen dienlichen Ideologien zunutze machen können. Reichtum erscheint dann le diglich in der vergeistigten Separation menschlichen Teil-Tuns: der Glaube an Go tt, an die Partei und an die eigene Bedeutsamkeit als Funktionsglied der religio nskirchlich respektive parteikommunistisch ausgelegten Hoffnung. In den jeweilig en Religions- und Partei-Kirchen wird als Form der Litanei die Andacht zelebrier t. Das Denken beider Glaubensrichtungen findet nur im Rückgriff auf die Worte der Chefs statt. Außer jemandem gelingt es, die eigene Herrschafts- gegen die Eifersuc ht der geistigen und im Verlaufe der Institutionaliserung der Glaubenssätze admini strativ agierenden Konkurrenten zu verorten. Dieses als Kampf um die korrekte Li nie zwischen Feinden & unter Freunden inszenierte Szenario abstrahiert ihre Dogm en nicht nur nicht aus der Erfahrung der kapitalistischen Wirklichkeit, bürstet si e vielmehr gegen den Strich jeglicher Erfahrung. Mit Gesetzen, Gesetzmäßigkeiten, bi s in den Gebrauch der Sprache hineinreichenden Ge- und Verboten wird auf die als Agitprop-Material verstandene Menschheit incl. der eigenen Sympathisanten & Mit -Glieder losgegangen, auf daß ihnen jegliches Gefühl für das Denken und dessen Selbstb efähigung vergehe. Denken existiert nur noch in der Ein- und Unterordnung in die a ls Heilsgewißheiten gehandelten Verkündigungen der Hierarchen. Die Durchsetzung eine s hierarchischen Kader-Strukturprinzips sorgt hier wie dort für Gefolgschaft. Also kann die Armut auch nicht der Grund ihrer eigenen Folgehaftigkeit sein. Ob jemand dieses Recht wahrzunehmen auch in der Lage ist, ist ein anderes Bier. Den

n das Recht egalisiert ja auch in dieser dem Scheine nach der sozialen Nivellier ung potentieller Arbeitskräfte dienlichen Konkurrenz-Extrasphäre, - in Wirklichkeit geht's um nichts anderes als um eine funktionale Befriedigung des ermittelten Ge samtarbeiterbedarfs, mag dies dessen Funktionsträgern bewußt sein oder auch nicht, d em Prinzip nach eröffnete gleiche Chancen in dem Sinne, daß ungleiche Zugangs-, Lern - und Prüfungsbedingungen anhand der Leistungsbemessung einer individuell vorauss etzungslosen Selektion unterworfen werden. Ob man's schafft oder nicht, liegt in der Fähigkeit des Einzelnen begründet. Ebenso muß offen bleiben, ob die erworbene Qua lifikation dann auch in entsprechendem Ausmaße nachgefragt wird. Alt-68er, die dem damaligen objektiven Reformbedarf adäquat ihr Studium meinten zielführend organisie rt zu haben, können heute noch ein Lied singen, wie ihr Anspruch, als alternative Avantgarde die Weltbühne zu modernisieren, im Taxi statt in der Revolution endete, ihre Hybris im Frust ihren reaktionären Grundzug konservierte. Was ist also Chancengleichheit? Man muß unterscheiden. Gesetzlich verankert ist Chancengleichheit eine polit-ökonomisch inspirierte Parti zipations-Offerte. Jeder kann sich entsprechend seiner Fähigkeiten & Bemühungen Qual ifikationen verschaffen, die ihm im Wettbewerb um nachgefragte Tätigkeiten einen g erechten, individuell gesehen: besseren, Platz einbringen. Die Hierarchie der Be rufe wird einem antizipierten Anforderungsprofil gemäß dabei ggf. auch neu vermessen , bleibt jedoch in Bezug auf das jeweilige Gesamtprofil dennoch immer konstant. Darin hat sich der Einzelne zu bewähren. Das logische Resultat der dem Gesetz invo lvierten ausgleichenden Gerechtigkeit ist: Jedem das Seine! Und das unabhängig von Herkunft, Religion, Hautfarbe und was da noch der Produktion kapitalistisch all - und teilseitig verwendbarer Individual-Abstrakta entgegensteht. Das ist die Se ite des zivilisatorischen Fortschritts der Bildung. Ideologisch, vom Bewußtsein der Teilnehmerinnen & Teilnehmer dieser Konkurrenz her betrachtet, ist die Forderung nach Chancengleichheit nichts als ein Reflex auf Ungerechtigkeiten und Unziemlichkeiten, wie sie die kapitalistische Ordnung ihre r Natur nach und auf was für einer Stufenleiter ihrer Entwicklung auch immer hervo rbringen muß. Politisch gewendet ist Chancengleichheit die Abstraktion vom konkret en Individuum. Ungleiches wird in der Forderung nach Gleichheit und Behandlung a ls Gleichen aufgehoben, ist damit rücksichtslos gegen den Einzelnen, der sich, ind em er sich in der Konkurrenz bewährt, nichtsdestotrotz gerade von dieser Selektion einen Vorteil verspricht. Die Vereinnahmung durch das dem Kapitalverhältnis inhärie rte Bedürfnis nach einer funktionalen Gesamtarbeitskraft ist damit total. Man trägt auf seine Weise zum Fortschritt bei. Nun ist gegen die individuelle Anstrengung, eine leichtere Arbeit, eine interess antere Tätigkeit, eine bessere Bezahlung, etc., zu bekommen, natürlich überhaupt nicht s einzuwenden. Zu überlegen ist aber, was man denn eigentlich tut, fügt man sich, un d stimmt sie denn, auf die skizzierte Weise dem modernen Selektionsprinzip der C hancengleichheit. Reiht man sich denn, geriert man die Chancengleichheit erst ei nmal politisch, da & damit & dadurch nicht ganz im Gegenteil zur Absicht, die ma n eventuell zur Begründung der Forderung auch noch anführt, ganz in die Förderung eine s zeitgerechten Bedarfs an noch tauglicherer Einzelausstattung des Gesamtkräftebed arfs ein? Denn daß jede Ökonomie, die ihren Fortschritt an sich selbst mißt, nicht der Befriedigung individueller Bedürfnisse dienlich sein kann, ist doch nur allzu off ensichtlich. Warum versucht man's nicht einmal mit der Forderung nach Verallgemeinerung der L ehr- und Lernmethoden der Sonderpädagogik? Das wäre wenigstens noch ansatzweise indi viduelle Förderung, insbesondere, wird die Pädagogik außen vor gelassen. Und eine so e inigermaßen sach- wie individuengerechte Implantation des Prinzips von Fordern & För dern noch dazu. Allerdings ohne die Narkose der Gleichheit. Nur der Übertritt in d ie allgemeine Schule gehörte dann verboten, um die Freude & den Spaß am Lernen nicht

doch noch ein Leben lang dann zu vermiesen. [p.s. Vielleicht wollte ich zu viel auf einmal hier unterbringen. Meine angeriss enen Überlegungen mögen deshalb nur der Anregung und Diskussion dienen. - Helmut Ham pl]

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