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Timotheus #3: Sünde

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April 2011

DAS WAHRE AUSMAß DER SÜNDE UND DER EINZIGE AUSWEG

SÜNDE

urch die Sünde des ersten Menschen ist die Verurteilung auch über alle anderen gekommen. Diese biblische Tatsache wird vom Großteil der Menschheit verdrängt. Das Wort Gottes ruft uns jedoch zur Buße über unsere Sünden auf. Dafür ist rechte Sündenerkenntnis unerlässlich. Kann Sünde mit guten Taten aufgewogen werden? Ist Sünde nur eine Charakterschwäche, über die hinweggesehen werden kann? Oder dürfen wir sie sogar gutheißen? Der Ernst und das Verständnis über die Bedeutung und die Auswirkung der Sünde sind in der Gesellschaft fast vollständig verloren gegangen. Die Medien suggerieren, Sünde sei harmlos und manchmal sogar erstrebenswert. Von Werbeagenturen wird sie bewusst instrumentalisiert, um Käufer zu gewinnen. Doch trotz dieser Verharmlosung kann sich niemand den Konsequenzen der Sünde entziehen. Deshalb ist eine Neubesinnung wichtig. Sünde ist weder harmlos noch erstrebenswert. Sie ist zerstörerisch und bewirkt letztlich den ewigen Tod. Doch so wie die Sünde durch den Ungehorsam des ersten Menschen in die Welt kam, so ist auch die Rechtfertigung durch den Gehorsam Christi zu vielen gekommen. Mit dieser Ausgabe wagen wir den Versuch, der biblischen Lehre über die Sünde auf den Grund zu gehen. Wir gehen nicht nur auf die grundlegende De nition der Sünde, sondern auch auf ihre verstrickende Macht und die Verdorbenheit des Menschen ein. Außerdem ist es uns wichtig zu zeigen, dass es keinen anderen Ausweg aus der Sünde gibt als Jesus Christus allein. Die Redaktion
März 2011

02 I Timotheus

SÜNDE I NR. 03 I 02/2011
t i m ot h e u s m a g a z i n . d e

02 03 04-07 08-10 12-13 14-17 18-23 24-25 26-29

Editorial Inhalt Was i s t S ü n d e?
M att h ias Lo h m a n n

Das wahre Menschenbild
Wa l d e m a r D i r ks e n

Die Macht der Sünde
Vi kto r S u d e r m a n n

Sünde im Alltag
Michael Wiche

Sie spektakulärste Sünde
John Piper

Erlöst von der Sünde
A n d re as Ku h l m a n n

John Newton // Vo n S ü n d e u n d G n a d e
Pete r Vot h

30-33

Das Wesen und die unbegrenzte Ausbreitung der Sünde
Pau l Was h e r

34-35 36 37

Nachlesen Te r m i n e Impressum

Timotheus I 03

in klares Sündenverständnis ist grundlegend für das Verstehen des biblischen Evangeliums! Deshalb gehört die unverkürzte Verkündigung der Sündhaftigkeit des Menschen unmittelbar zur Verkündigung des Evangeliums dazu. Diese gute Nachricht1, also die Errettung des Sünders durch Gottes souveräne Gnade mittels Buße und Glauben an Jesus Christus als Retter und Herrn, kann nur auf der Grundlage der vorhergehenden schlechten Nachricht von der Sündhaftigkeit des Menschen verstanden werden. Deshalb ist die grundlegende Frage zu beantworten: Was ist Sünde? Diese Frage mag im ersten Moment etwas seltsam klingen. Schließlich ist das Wort „Sünde“ ja nicht nur in frommen Kreisen allseits bekannt. Aber bereits in der Umgangssprache hat das Wort „sündhaft“ eine interessante Entwicklung durchlaufen. Von dem, was einst zu meiden war, hat es sich zu einem Superlativ gewandelt, wurde regelrecht zum Qualitätsmerkmal. Die Werbung preist „sündhaft gute“ Produkte oder „sündhaft leckere“ Speisen. Man kokettiert, dass ein bisschen Sünde schon mal erlaubt sei. Diese Begri sverwirrung erstreckt sich mittlerweile bis weit in die Kirchen und Gemeinden hinein. Selbst in evangelikal geprägten Gemeinden tun sich Menschen heute oftmals schwer damit, Sünde kurz und präzise zu de nieren. Eine häu g genannte Sündende nition, auch in evangelikalen Kreisen, lautet: „Sünde ist Zielverfehlung“. Diese De nition hat insofern ihre Berechtigung, als man sich hier am biblischen Urtext orientiert, wo die am häu gsten Worte zur Benennung von Sünde gebrauchten Worte mit dem hebräischen „chatha“ und dem griechischen „hamartano“ jeweils Verfehlung bedeuten.2 So verwendet beispielsweise R.C. Sproul3 diese De nition, illustriert durch das Bild eines Bogenschützen, der seinen Pfeil nicht ins Ziel bringt. Diese Illustration hat nun sicherlich ihre Stärken, und ohne jede Frage entfaltet Sproul daraus ein biblisch fundiertes Verständnis von Sünde.

Timotheus I 05

„GEISTLICH TOTE MENSCHEN FRAGEN NICHT NACH GOTT UND TUN NICHT DAS GUTE“

Wenn nun also eine De nition von Sünde als Zielverfehlung o enkundig selbst am Ziel vorbeizugehen droht, welche Alternative gibt es? Hier erweist sich eine Rückbesinnung auf die Sündende nition der reformatorischen Bekenntnisse als hilfreich. So beschreibt das Westminster-Bekenntnis Sünde als eine Übertretung des gerechten Gesetzes Gottes und als diesem entgegenstehend.7 Diese Aussage umfasst sowohl die Erbsünde (oder Ursünde) als auch jede andere von Menschen begangene Sünde. Ähnlich lautende Sündende nitionen nden sich in den meisten klassischen Bekenntnissen der Reformation. Eine solche De nition von Sünde als Gesetzesübertretung sowie Ungehorsam und Rebellion gegen Gott entspricht den Aussagen der Bibel weitaus eher als das Bild eines verschossenen Pfeils. Der Apostel Paulus beispielsweise beschreibt im 5. Kapitel des Römerbriefs den Zusammenhang von der Ursünde und der Sündhaftigkeit aller Menschen. Hierbei bezeichnet er die Sünde in Vers 14 als Übertretung, während er sie in Vers 19 Ungehorsam nennt. Auch ein Blick auf den Sündenfall macht deutlich, dass die Begri e „Übertretung“ und „Ungehorsam“ den Sachverhalt sehr viel tre ender beschreiben als das Wort „Zielverfehlung“. Im 1. Mose 2,16f sprach Gott zu Adam: „Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm issest, musst du des Todes sterben.“8 Und dann lesen wir in Kapitel 3, Vers 6 davon, wie Adam und Eva dieses Gebot Gottes übertraten und ungehorsam waren: „Und das Weib sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und daß er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon, und er aß.“

Jedoch birgt diese semantisch-etymologische4 De nition, gerade in unserer Zeit, das Risiko einer gewissen Unschärfe, insbesondere im Hinblick auf die Frage, wie Sünder gerettet werden können. So kann die Illustration eines erfolglosen Bogenschützen zu der irrigen Annahme verleiten, dass wir Menschen lediglich besser zielen und Sünder eben gewisse Kurskorrekturen vornehmen müssten, um vom Pfad der Sünde zur Erlösung zu gelangen. Eine Sichtweise, welche in letzter Konsequenz die Notwendigkeit des stellvertretenden Sühnetodes Jesu negiert. An die Stelle des Sühneopfers tritt dann der Ruf nach einem Vorbild und Lehrer, der uns hilft, wieder „auf Kurs“ zu kommen und unser Leben zu „verbessern“. Als weitere Folge wird die Aufgabe der Prediger des Evangeliums darauf beschränkt, Sündern dabei zu helfen, bessere oder moralischere Menschen zu werden. Nach einem solchen Verständnis ist dann Bekehrung in letzter Instanz die Aufgabe des Sünders, der einfach etwas besser zielen muss. Eine solche Evangeliumsverkündigung erwartet von den Menschen mehr als ihnen möglich ist und unterschätzt andererseits die Kraft von Gottes Wort und die Bedeutung von Gebet im Zusammenhang mit Evangelisation. Geistlich tote Menschen fragen nicht nach Gott und tun nicht das Gute5, deshalb können sie nicht einfach erlernen, wie man das Ziel erreicht. Es bedarf des souveränen Eingreifens Gottes, der durch Sein mächtiges Wort Tote zum Leben erweckt6. Ihn gilt es im Gebet darum anzu ehen, sich der Sünder zu erbarmen und diesen die Ohren zu ö nen und neue Herzen zu schenken, so dass sie zum rettenden Glauben kommen können.

06 I Timotheus

Der Römerbrief macht deutlich, dass diese Rebellion der ersten Menschen die gesamte Menschheit prägte. So lesen wir im Römer 11, 32, dass Gott alle Menschen in den Ungehorsam mit eingeschlossen hat, und im Römer 8, Vers 7 beschreibt Paulus die unerlöste Gesinnung aller Menschen als Feindschaft gegen Gott. Im Epheserbrief in Kapitel 2, Vers 1 und 5 und im Kolosserbrief 2, Vers 13 betont Paulus darüber hinaus die Konsequenz des Sündenfalls für alle unerlösten Menschen: sie sind geistlich tot! Deshalb bedarf es weit mehr als einer Zielkorrektur, um das Ziel (Philipper 3,14) zu erreichen. Um dem Ziel überhaupt entgegen streben zu können, müssen Menschen durch den Geist Gottes wiedergeboren und geistlich lebendig gemacht werden (Johannes 3,3).

Wenngleich Sünde vom Wortsinn her durchaus als Zielverfehlung de niert werden kann, ist dies nicht in jedem Fall einem biblischen Evangeliumsverständnis dienlich. Eher gerechtfertigt erscheint dies noch im Hinblick auf die Sünden von Christen, die ja keiner erneuten Erlösung bedürfen, sondern tatsächlich „nur“ einer Zielkorrektur. Aber auch hier bleibt er ungeeignet, die tatsächliche Sündhaftigkeit der Sünde herauszustellen. Um das eingangs zitierte Bild des Bogenschützen zu gebrauchen: eine Zielverfehlung kann auch durch äußere Umstände zustande kommen bzw. dadurch, dass der Schütze Anfänger ist und einfach noch nicht besser zielen kann. Die Bibel hingegen lehrt, dass für Christen jede einzelne Sünde vermeidbar (auch wenn er hier auf Erden niemals alle Sünden vermeiden wird) und stets Ausdruck einer Rebellion gegen Gott ist. Aus diesem Grund möchte ich alle Christen ermutigen, die Sünde als das zu bezeichnen, was sie ist: Rebellion und Ungehorsam gegen Gott. Eine solch klare De nition als Grundlage von Verkündigung lässt die Größe und Herrlichkeit des Evangeliums von der Gnade Gottes umso deutlicher hervor strahlen.

„DIE SÜNDE ALS DAS BEZEICHNEN, WAS SIE IST: REBELLION UND UNGEHORSAM GEGEN GOTT“

MATTHIAS LOHMANN studierte Politikwissenschaften, VWL und jüngere Geschichte und war danach in verschiedenen Management-Positionen tätig. Nach seiner Bekehrung studierte er außerdem am Reformed Theological Seminary in Washington, um später Pastor in München zu werden. Matthias Lohmann ist verheiratet und Vater zweier Mädchen.

1Gr. euangelion 2Siehe hierzu: Rienecker, Fritz & Maier, Gerhard, Lexikon zur Bibel,

Zur Verkündigung des Evangeliums gehört also zentral die Botschaft, dass für Menschen eine komplette Umkehr und geistliche Wiedergeburt notwendig ist, damit das Evangelium für den Angesprochenen auch ganz persönlich zu einer guten Nachricht wird. Wenn Sünde als Rebellion und Ungehorsam gegen Gott verstanden wird, erschließt sich auch die unbedingte Notwendigkeit des stellvertretenden Sühnetods Christi. Die Schuld von Sündern muss getilgt werden, damit aus Feinden Gottes (Röm 8,7) und Kindern des Ungehorsams und Zorns (Eph 2,2f ) geliebte Kinder Gottes (Röm 8,14 ) und Heilige (Röm 1,7; Eph 1,1; uvm) werden können.

Wuppertal: R. Brockhaus, 1998, S. 1539f 3Sproul, Robert Charles, Glauben von A-Z, Friedberg: 3L Verlag, 2005, S.179 4Semantik = Lehre von der Wortbedeutung, Etymologie = Lehre von der Wortgeschichte und -herkunft 5Römer 3,11f 6Hesekiel 37,1-10. 7Artikel 6.6 des Westminster Glaubensbekenntnisses von 1646. In deutscher Übersetzung online verfügbar: http://www.confessio.reformata.de/home/westminsterbekenntnis/artikel-6, (zuletzt geprüft 17.2.2011) 8Alle Bibelstellen zitiert aus der Lutherbibel in der revidierten Fassung von 1984, herausgegeben von der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Timotheus I 07

»Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob es einen Verständigen gibt, einen, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, allesamt verdorben; es gibt keinen, der Gutes tut, auch nicht einen Einzigen!« Psalm 14,2-3

ir haben uns heute an eine ober ächliche und kraftlose Verkündigung gewöhnt. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn wir als regelmäßige Gottesdienstbesucher völlig unbeeindruckt von den Sonntagspredigten beharrlich in unserem alten Trott leben. Zu dieser verwässerten Verkündigung gehört zweifellos ein Menschenbild, das nicht aus dem Wort Gottes, sondern aus menschlichen Überlegungen hervorgeht. Philosophische Überlegungen über das menschliche Wesen können irreführend sein, wenn sie ihre Begründung nicht unmittelbar im Wort Gottes nden. Die Bibel aber hält uns das wahre Menschenbild wie einen Spiegel vor Augen. Schon auf den ersten Seiten der Bibel nden wir eine klare Aussage über die Natur des Menschen: „Und der Herr sah, dass die Bosheit des Menschen auf Erden groß war und alles Sinnen der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag“ (1.Mose 6,5). Seit dem Sündenfall ist der Mensch von Grund auf sündig. Dieses harte Urteil Gottes über das Wesen des Menschen wird in der Bibel mehrfach bekräftigt. Dazu zählt auch der diesem Artikel zugrunde liegende Bibeltext aus Psalm 14,2-3.

Bemerkenswert ist, dass Paulus diese Verse in Römer 3,10-12 zitiert. Psalm 14,2 zeigt, dass Gott den Erdkreis durchforscht, um verständige Menschen zu nden, die nach ihm fragen. Er sucht nicht reiche, berühmte oder gelehrte Leute. Sie können mit allem, was sie zu bieten haben, den Anforderungen des großen Schöpfers nicht gerecht werden. Gott forscht nach Menschen, die zumindest soweit verständig sind, ihren Zustand, ihre P icht, ihre Bestimmung und ihr Glück in der Beziehung zu ihm zu erkennen. Er sucht Menschen, die begierig sind, ihn zu erkennen.1 Was ist das Ergebnis seiner Suche? Sie sind alle abgewichen! Zu Beginn der Schöpfung waren die Menschen in Gottes Augen sehr gut. Zudem p egte Gott mit den ersten Menschen eine harmonische und vertrauliche Gemeinschaft. Durch den Sündenfall sind die Menschen allerdings „von der eingeschlagenen Richtung abgebogen“2 in die Entfremdung von Gott. An die Gläubigen in Rom schrieb Paulus über die Gottlosigkeit der Menschen: „Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz ist ver nstert“ (Römer 1,21). Von Natur aus kehrt der Mensch Gott willentlich den Rücken zu. Sie sind allesamt verdorben! Verdorben ist vor allem das Herz als Kern des menschlichen Wesens. „Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig; wer kann es ergründen?“ (Jeremia 17,9). Außerdem ist das Herz der Ausgangspunkt jeglicher Sünde. „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen“ (Matthäus 15,19). Durch verwer iche Worte und Taten verscha t sich die innere Verderbtheit lediglich Luft in der sichtbaren Welt. Alle Bereiche des menschlichen Wesens sind somit von der Fäulnis der Sünde erfasst. In Römer 3,13-18 zeigt Paulus anhand von alttestamentlichen Aussagen das Ausmaß der Verdorbenheit: Von fehlender Gottesfurcht über verwer ichen Sprachgebrauch bis zum mörderischen Verhalten erstreckt sich die moralische Fäulnis, die sowohl den einzelnen Menschen als auch das menschliche Miteinander zersetzt. Die Sündhaftigkeit des Menschen wird von Johannes Calvin wie folgt beschrieben: „Die Wahrheit aber, die kein Anlauf erschüttern kann, soll uns ohne Zweifel stehen bleiben. Der Menschengeist ist von Gottes Gerechtigkeit so vollständig abgekommen, dass all sein Wollen, Begehren und Tun nur gottlos, verrucht, be eckt, unrein und lästerlich ist; sein Herz ist dermaßen vom Gift der Sünde durchdrungen, dass es nur noch verweslichen Gestank von sich geben kann. Und wenn auch zuweilen ein Schein des Guten sichtbar wird, so bleibt doch das „Gemüt“ mit Heuchelei und Trug umhüllt, und der Geist liegt innerlich in den Fesseln der Verderbnis.“3 Es gibt keinen, der Gutes tut, auch nicht einen Einzigen! Diese göttliche Feststellung wirft folgende Frage auf:

„VERDORBEN IST VOR ALLEM DAS HERZ ALS KERN DES MENSCHLICHEN WESENS“

Timotheus I 09

Was ist mit den Menschen, die sich vor allem im sozialen Bereich ehrenamtlich einsetzen? Will Gott ihre „guten Werke“ nicht anerkennen? Sind ihre „guten Werke“ vor ihm untauglich? An dieser Stelle muss grundsätzlich festgehalten werden: „Der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an“ (1.Samuel 16,22). Gott sieht die wahren Beweggründe aller Werke und beurteilt sie danach. Gibt es nun unter den Menschenkindern einen Verständigen oder einen, der nach Gott fragt? Mit dem Vers 3 wird diese Frage unmissverständlich beantwortet: Es gibt unter den Menschenkindern keinen Verständigen und keinen, der nach Gott fragt. „Sie sind alle abgewichen, allesamt verdorben; es gibt keinen, der Gutes tut, auch nicht einen Einzigen!“ Zudem ist der unerlöste Mensch geistlich tot durch seine Übertretungen und Sünden (vgl. Epheser 2,1). Diese Wahrheit muss nüchtern durchdacht werden. Einer physischen Leiche vermögen tausend Befehle nicht zu einer einzigen Regung zu bewegen. Stumm und regungslos bleibt sie in ihrem starren Zustand, weil sie leblos ist. Ähnlich verhält es sich mit einem geistlich toten Menschen. Au orderungen zu geistlichen Entscheidungen und Handlungen bleiben ohne Erfolg. Der geistlich Tote muss zunächst zum geistlichen Leben erweckt werden. Gott muss ihm geistliches Leben geben und dann erst kann er geistlich entscheiden und geistlich handeln. Bei der Errettung kommt es folglich nicht auf die Entscheidung des Menschen, sondern auf den souveränen heilsbringenden Akt Gottes an. Jesus sagte daher eindeutig: „Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn der Vater zieht, der mich gesandt hat“ (Johannes 6,44). Peter Masters hat den geistlich toten Menschen mit einem Hund verglichen.4 Man kann den Hund au ordern, die schönen Blumen und Bäume am Wegesrand zu bewundern. Der Hund wird dieser Au orderung nicht folgen, sondern sein Vergnügen möglicherweise am Kot anderer Hunde haben. Es entspricht nicht seinem Wesen, die Natur zu bewundern. So hat auch der geistlich Tote keine Freude an geistlichen Dingen. Er zieht es vor, bewusst in Sünden zu leben; es sei denn, Gott erweckt ihn zum geistlichen Leben. Wenn Gott einen Menschen zum ewigen Leben erweckt, dann ist es ausschließlich auf seine souveräne Gnade zurückzuführen. Zu den verbreiteten Irrtümern in Bezug auf das menschliche Wesen zählt sicherlich die Lehre vom freien Willen. Diese Lehre wird weder in der Bibel explizit erwähnt, noch kann sie aus dem Menschenbild der Bibel abgeleitet werden. Denn der Wille ist wie alle anderen Aspekte des menschlichen Wesens von der Sünde durchsetzt. Der unerlöste Mensch ist hinsichtlich seines Denkens und Wollens ein Knecht der Sünde. Jesus brachte es deutlich auf den Punkt, als er sagte: „Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht“ (Johannes 8,34). Die Befreiung von der Knechtschaft der Sünde kann

„SO HAT AUCH DER GEISTLICH TOTE KEINE FREUDE AN GEISTLICHEN DINGEN“

allein Jesus herbeiführen, was auch in Johannes 8,36 betont wird: „Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.“ Mit ausdrucksvollen Worten wandte sich damals George White eld an seine Zuhörerschaft: „Kommt, ihr toten, christuslosen, unbekehrten Leute! Kommt und seht den toten Lazerus ... sein toter, gebundener, übelriechender Leichnam ist nur ein schwarzes Abbild deiner Seele in ihrem natürlichen Stand ... Du bist an Händen und Füßen gebunden mit Verderbnis ... und du bist unfähig, dich aus diesem ekelerregenden Stand des Todes zu erheben ... du magst dich der Kraft deines eingebildeten freien Willens rühmen, der Energie moralischer Überzeugung und rationaler Argumente ... aber alle deine Anstrengungen erweisen sich als fruchtlos, nutzlos, bis dieser gleiche Jesus, der befahl: „Rollt den Stein weg!“, und der rief: „Lazarus, komm heraus!“, mit seiner mächtigen Stärke kommt, den Stein des Unglaubens wegwälzt, zu deiner toten Seele spricht, dich von den Fesseln der Sünde und Verderbnis losbindet und dich durch das Wirken des Geistes Gottes befähigt, aufzustehen und zu wandeln ...“5
1Spurgeon, C.H., Die Schatzkammer Davids, Kommentar zu Psalm 14,2. 2Grundbedeutung des Wortes ‚abweichen’ gemäß dem hebräischen Text. 3 Calvin, J., Institutio (2009, 2. Au age, foedus-verlag), Seite 179. 4Masters, P., Predigt über Epheser 2,1-10 im Tabernacle (ehemals Gemeinde von C.H. Spurgeon), Mai 2010. 5Lutzer, E., Einig in der Wahrheit?, CLV, 2006, Seite 194.

10 I Timotheus

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18.-20. august 2011 Das EVANGELIUM
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Zu Evangelium21 gehören Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinden, die ihren Glauben fest auf Jesus Christus gründen. Ausgerichtet auf die von den Reformatoren wiederentdeckten Wahrheiten – Gnade allein, Glaube allein, die Schrift allein, Christus allein, und zu Gottes Ehre allein – wollen wir Impulse setzen, durch die Gemeinden neu belebt und gestärkt werden. Denn: Allein das biblische Evangelium bewirkt, dass Christen von einer echten Hoffnung und überwältigenden Freude an Gott erfüllt werden und diese auch ausstrahlen. Als Anlaufstelle für Gleichgesinnte und Interessierte empfehlen wir Kontakte und Ressourcen. Die von uns angebotenen Materialen und Veranstaltungen heben die Zentralität des Evangeliums für den Gemeindealltag und das gesamte Leben hervor. Danach wollen wir demütig streben, mit dem Ziel, dass die Gemeinde Christi im 21. Jahrhundert ganz neu erfährt, was es heißt, dass das „Evangelium nicht nur im Wort zu [uns] kam, sondern in Kraft und im Heiligen Geist und in großer Gewissheit“ (1 Thess 1,5). - Mission Statement, Evangelium21

matt schmucker / matthias lohmann michael martens / christian wegert andre bay / ron kubsch
Unter anderem mit folgenden Vorträgen: Die Vision: Gemeinden, die Gottes Herrlichkeit widerspiegeln Die DNA der Gemeinde – Textauslegendes Predigen und biblische Theologie Ein biblisches Verständnis vom Evangelium, von Bekehrung und von Evangelisation Das Evangelium für Mitglieder in Not – Seelsorge Die Renaissance des Evangeliums in Nordamerika – Der Neu-Calvinistische Aufbruch.

WO ABER DAS MASS DER SÜNDE VOLL GEWORDEN IST, DA IST DIE GNADE ÜBERSTRÖMEND GEWORDEN, DAMIT, WIE DIE SÜNDE GEHERRSCHT HAT IM TOD, SO AUCH DIE GNADE HERRSCHE DURCH GERECHTIGKEIT ZU EWIGEM LEBEN DURCH JESUS CHRISTUS, UNSEREN HERRN. RÖMER 5, 20-21

Wer die Welt mit o enen Augen nüchtern ansieht, der stellt schnell fest, dass sich die Sünde überall wie eine Staubschicht gesetzt hat. An einigen Stellen ist diese Schicht dünn, so dass man klar erkennen kann, was sich dahinter be ndet. An anderen Stellen ist diese Schicht sehr dick, so dass man gar nichts mehr als Staub sehen kann. Einige werden gewiss diese Feststellung nicht teilen. Sie bezeichnen Menschen, die diese Sicht haben, als Schwarzmaler oder Pessimisten, die immer alles nur negativ sehen. Diese beschönigende Weltsicht zeugt nicht von Nüchternheit, sondern von grundsätzlicher Blindheit. Es sind längst nicht mehr Christen allein, die auf die Fragmentierung 12 I Timotheus

der Gesellschaft hinweisen: „Pädophile sind oft nicht therapierbar“1. „Im Prinzip nicht therapierbar“.2 Solche oder ähnliche Schlagzeilen sind überall in den Medien zu nden, die Pädagogen, Soziologen oder Psychologen über Pädophile und Kriminelle sagen. Überall lässt die Sünde ihren Schmutz, ihre Ruinen und ihren Schmerz zurück. Zu leugnen, dass die Sünde Chaos und Tod verursacht, ist töricht. Die Bibel verschweigt diese Tatsache nicht, sondern lehrt die bösartige Macht der Sünde. Der Römerbrief beschäftigt sich in den ersten drei Kapiteln mit der Sündhaftigkeit und Verdorbenheit der Menschen. Da sind zum einen die Heiden. Diese haben kein Gesetz in schriftlicher Form von Gott gehabt, wie die Juden. Ihnen hat sich Gott nicht direkt o enbart. Sie waren aber in der Lage, Gott durch seine Werke in der

Natur zu erkennen und dadurch anzubeten, oder durch das Gesetz, das in ihnen geschrieben ist, ihm gehorsam zu sein. Was haben die Heiden stattdessen getan? Sie haben sich von Gott abgewandt, seine Satzungen nicht erfüllt. Die Folge war, dass ihr Herz von Gott ver nstert wurde und sie von Gott dahin gegeben wurden in die Sünde. Seitdem sind die Menschen Knechte der Sünde und voll alles Bösen. Da sind zum andern die Juden. Diesen hat sich Gott o enbart und seinen Willen in schriftlicher Form durch das Gesetz kundgetan. Sie wussten um den Weg, der ihnen zu gehen befohlen worden war. Sie wussten um das Richtige und Gute. Sie hatten eine privilegierte Stellung als Volk Gottes vor allen Völkern. Viele haben über das Richtige geredet oder gepredigt, aber das Falsche getan. Was sagt Paulus zu ihnen: „Du predigst, man solle nicht stehlen, und stiehlst selber?“ (Röm 2,21). Sie wurden unterrichtet, haben gepredigt und haben doch das Falsche getan. Die Juden waren ebenso Sklaven der Sünde wie die Heiden, obwohl sie besser unterwiesen waren. Die Sünde hat es gescha t, unter den Heiden mächtig zu wirken, diese zu binden, zu beherrschen und gefangen zu nehmen. Die Sünde hat es gescha t, unter den Juden ihre Macht zu entfalten, indem sie diese dominierte. Das Richtige besser zu wissen oder zu kennen reicht nicht aus. Paulus stellt im dritten Kapitel nüchtern fest, dass alle unter der Sünde sind (Röm 3,9). Eine traurige Feststellung. Die Sünde hat es gescha t, über allen Menschen zu sein. Sie beherrscht alle. Die Sünde gibt sich damit nicht zufrieden, den Menschen unter Kontrolle zu haben. Sie strebt ein Maximum an, mit wenig kann sie nicht leben. Sie möchte das Maß voll machen. „Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist... “. Die Sünde will sich in jedem menschlichen Herz voll entfalten. Wenn die Sünde in einem Menschen beispielsweise in Form des übermäßigen Alkoholkonsums einmal in Fahrt kommt, dann hält sie nicht an, bis der Mensch ein Alkoholiker ist. Und selbst dann macht sie solange weiter, bis der Mensch durch den Alkohol zu Tode kommt. Überall strebt die Sünde das Maximum an. Was so hinterlistig an der Macht der Sünde ist: Sie überzeugt. Die Sünde scha t es, den Menschen immer aufs Neue zu überzeugen das Böse zu begehen. Ein Mensch hat nach seinem übermäßigen Alkoholkonsum einen Kater: Kopfschmerzen, Übelkeit, schlechte Laune und der gleichen. Viele nehmen es sich vor, nach dem ersten Mal nie mehr zu trinken. Es vergeht eine kurze Zeit und schon sind die guten Vorsätze dahin. Trotz der Folgen des Alkoholkonsums überzeugt die Sünde den Menschen zu trinken. Die Sünde tritt immer zuerst verlockend auf und zeigt sich erst im Nachhinein in ihrer zerstörerischen Wirkung. So tritt sie in allen Formen auf und o enbart erst später den bitteren Nachgeschmack.

Was so gefährlich an der Macht der Sünde ist: Sie umstrickt leicht. Viele Menschen haben den Eindruck, dass sie alles im Gri haben. Sie können jede Sache tun, aber auch zu jeder Zeit davon wieder lassen und es nie wieder tun. „Einmal ist keinmal!“ ist eine oft zitierte Aussage. „Wenn ich das Böse einmal tue, passiert nichts. Ich werde in der Lage sein, mich immer selbst zu beherrschen.“ Diese Menschen sind blind und erkennen die Gefahr der Sünde nicht. Die Sünde hat die Macht, den Menschen leicht zu umstricken, ihn gefangen zu nehmen. Ein Mensch, der gelegentlich trinkt, meint alles im Gri zu haben. Dabei weiß er nicht, dass bei schwierigen Situationen, die bei allen im Leben vorkommen, man schnell geneigt sein wird zur Flasche zu greifen, um die Sorgen runter spülen zu können. So entwickelt die Sünde eine endlose Schleife, aus der der Mensch nicht mehr herauskommt. Es hat vielleicht ganz harmlos mit dem Trinken auf Partys angefangen und kann bald zu einem ernsten Problem werden. Ich weiß nicht, wo du dich hier siehst. Aber die Sünde herrscht auch in dir von Natur aus. In der Aussage „... alle sind unter der Sünde... “ bist auch du mit inbegriffen. Die Sünde strebt auch an in dir auf das Vollmaß zu kommen. Für einen Alkoholiker oder Drogenabhängigen hältst du dich vielleicht nicht. Aber darf ich dich fragen, ob du ein Dieb bist? Hast du schon mal Software gestohlen oder illegal heruntergeladen? Sind alle deine mp3s legal? Willst du deine Sünde durch den Verweis auf andere rechtfertigen? Wie sieht es aus mit Pornograe? Kann es sein, dass die Sünde dich da gefangen nimmt? Vielleicht ganz heimlich. Stichwort „Schleichende Übernahme“. Wo scha t es die Sünde, dich immer wieder zu überzeugen? Wo kennst du den bitteren Nachgeschmack ganz genau und tust es dennoch? Musst nicht auch du zugeben, dass die Sünde in deinem Leben mächtig ist, vielleicht sogar übermächtig? Es gibt Ho nung! Für den, der ehrlich ist und einsieht, dass in seinem Leben die Sünde mächtig ist, kann die Gnade überströmend werden. Die Gnade ist in der Lage, aus der Macht der Sünde zu befreien. Jesus Christus ist erschienen, um die Werke des Teufels zu zerstören (1. Joh 3,8). Er kann die Macht der Sünde brechen und Gefangene aus dem Kerker befreien (Lk 4,18). Gebundenen können die Fesseln gelöst und Blinden die Augen aufgetan werden. Was der Mensch nicht tun kann, hat Gott getan! Anstatt der Sünde wird jetzt die Gnade herrschen. Der Mensch wird durch den Glauben an den Sohn Gottes, Jesus Christus gerettet.

1Der Tagesspiegel, 10.06.2010 2Mindener Tageblatt, 11.12.2010

Timotheus I 13

ede Beziehung, in der wir leben, birgt Spannungen und Kon iktpotenzial. In der Ehe, im Umgang mit meinen Kindern (oder Eltern), auf der Arbeit mit Arbeitskollegen, bei Freunden, mit denen ich Zeit verbringe, und auch in der Gemeinde – im Mitarbeiterkreis, in der Gemeindeversammlung, im Hauskreis, in der Jugend… Weil diese Beziehungen nicht spannungsfrei sind, erlebe ich immer wieder, wie sehr ich und auch die Menschen um mich herum von Sünde geprägt sind. Ganz schnell entsteht aus einer „normalen“ Situation ein Kon ikt oder Streit, weil ich mich oder der andere sich auf eine sündige Art und Weise verhält – oft betri t es auch uns beide. Ich sehne mich dabei aber nach Veränderung, nach Harmonie – letztlich nach dem Himmel, wo es keine Sünde, keine Träne und keinen Streit mehr geben wird. Die Frage für mich ist: Wie gehe ich mit meiner Sünde um? Warum ist es wichtig, dass ich in meinem Leben Sünde erkenne und Veränderung erlebe? Sünde ist eine Realität Zunächst gilt es, folgende Grundlage für unser Leben festzuhalten: Sünde ist eine Realität in meinem Leben. Das ema Sünde und wie ich Sünde erkenne ist ein wichtiger Punkt in meinem Leben als Christ. Auf dem Weg mit Jesus ist das keine Randerscheinung, die ich außen vorlassen kann.

„ICH SOLLTE LERNEN, MIT DIESER REALITÄT ZU LEBEN UND MIT IHR UMZUGEHEN“

MICHAEL WICHE Der Ehemann und Vater von zwei Kindern ist Pastor an der FeG Worms. Er ist Autor des Blogs Puritaner auf deutsch (puritanum.wordpress.com) und teil der reformatorischen Initiative Evangelium 21.

Der Apostel Johannes spricht dieses ema o en und direkt an, indem er in seinem ersten Brief schreibt: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns“ (1.Johannes 1,8). Mit anderen Worten: es ist für mich keine Option zu sagen, dass ich Sünde ignoriere, abschwäche und aus meinem Leben und Alltag ausklammere. Sünde ist etwas, was zu meinem Leben dazu gehört und ich sollte lernen, mit dieser Realität zu leben und mit ihr umzugehen. Warum ist es so wichtig, die Realität der Sünde nicht aus den Augen zu verlieren?

Timotheus I 15

Jesus ist gekommen, um Sünder zu retten Zunächst gilt es, folgende Grundlage für unser Leben festzuhalten: Sünde ist eine Realität in meinem Leben. Das ema Sünde und wie ich Sünde erkenne, ist ein wichtiger Punkt in meinem Leben als Christ. Auf dem Weg mit Jesus ist das keine Randerscheinung, die ich außen vor lassen kann. Ich denke, dass wir eine gute Antwort auf diese Frage bei Paulus nden, der in seinem ersten Brief an Timotheus schreibt: „Glaubwürdig ist das Wort und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu retten, von denen ich der größte bin“ (1.Timotheus 1,15). Paulus bringt hier zwei Dinge zusammen, die für unser ema von größter Bedeutung sind. Er bezeichnet sich selbst als den „größten Sünder“, d.h. er nimmt in seinem Leben, in seinen Beziehungen, in seinem Alltag seine eigene Sünde wahr und erlebt sich selbst als ein Sünder, der unbedingt einen Retter braucht. Gleichzeitig sieht Paulus aber auch, dass er diesen Retter in Jesus Christus gefunden hat, der in die Welt gekommen ist, gerade um Sünder – wie Paulus und wie dich und mich – zu retten. Diese beiden Punkte „Sünde erkennen“ und „Jesus ist gekommen, um Sünder zu retten“ sind wesentlich für mein Christsein und meinen Umgang mit anderen Menschen. Der bekannte Puritaner John Bunyan schreibt dazu: „Lerne dich selbst besser kennen, was für ein schlechter, schrecklicher und abscheulicher Sünder du bist: Denn du kannst die Liebe Christi nicht erkennen, wenn du nicht vorher die Sündhaftigkeit deiner Natur erkannt hast“ (John Bunyan, All Loves Excelling, Puritan Paperbacks, S.84). Das ist es, was Paulus verkörperte – er kannte seine eigene Sündhaftigkeit und gleichzeitig die unfassbare Gnade und Liebe Jesu, die er uns am Kreuz erwiesen hat. Ich bin Sünder und brauche Rettung Wenn ich sehe, dass ich selbst ein Sünder bin und Rettung brauche, dann darf ich und muss ich zu Jesus laufen, zum Kreuz, dorthin, wo er sein Leben an meiner Stelle gegeben hat – wo er die Strafe für meine Sünde vollkommen bezahlt hat durch seinen Tod. Aufgrund dessen, was Jesus für mich getan hat, darf ich Vergebung von meiner Sünde empfangen – unverdient, ganz aus Gnade – so wie es Johannes schreibt: „Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“ (1.Johannes 1,9). Gott ist treu und gerecht, wenn wir durch Jesus zu ihm kommen und ihn um Vergebung unserer Sünden bitten, so dass er uns vergibt und wir mit ihm leben können. Der Psalmist vom 32. Psalm bestätigt diese gewaltige Aussage und gibt uns etwas an die Hand, von dem wir Ermutigung und Zuversicht erfahren können: „Wohl dem, dessen Sünde zugedeckt ist“ (Psalm 32,1) – das ist in Jesus Realität geworden. Unsere Sünde ist zugedeckt, vergeben in Jesus Christus – wie wunderbar ist diese Erfahrung.

„AUFGRUND DESSEN, WAS JESUS FÜR MICH GETAN HAT, DARF ICH VERGEBUNG VON MEINER SÜNDE EMPFANGEN“

16 I Timotheus

Wenn ich das erlebe, dann verändert das alles: Jesus wird mir wertvoller, sein Werk am Kreuz wird für mich wertvoller, ich erfahre ein Stück mehr, dass Jesus besser und größer und herrlicher ist als alles, was mir die Sünde zu bieten hat. Dies gibt mir die Gelegenheit, mein Leben wieder auf Jesus auszurichten und mich vom Evangelium verändern zu lassen. Das wirkt sich auf meine Beziehungen und auf meinen ganzen Alltag aus. Meine eigene Sündhaftigkeit wahrzunehmen und mich gleichzeitig an der Gnade Gottes zu erfreuen, die mir in Jesus und seinem Sterben am Kreuz begegnet. Dies scha t für mich die Grundlage, auf der ich in meinem Leben und in meinen Beziehungen zu anderen Menschen Veränderung erlebe. Das ist der Grund, warum es in meinem Leben als Christ so wichtig ist, dass ich meine Sünde erkenne und auch Veränderung erlebe. Dieser Prozess zieht sich durch mein ganzes Leben, ich werde damit nicht abschließen, aber durch seine Gnade werde ich ihm selbst immer ähnlicher. Zu seiner Ehre will ich leben, mehr und mehr! Wie sieht das praktisch aus? Es bedeutet ganz konkret in Spannungen, Missverständnissen, Schuld, Streit und Sünde nicht zuerst auf den anderen zu zeigen, nach dem Motto: der andere hat, der andere ist, der andere sollte, müsste, könnte aber…; sondern stattdessen zu fragen: wo liege ich vielleicht falsch? Wo brauche ich Veränderung in meinem Herzen? Wo hat sich mein Herz von Jesus und vom Kreuz entfernt? Die Sicht, dass ich selbst ein Sünder bin, korrigiert meinen Stolz und meine Arroganz. Um mit anderen Menschen in einer Weise zu leben, die Gott ehrt, brauche ich die Korrektur von Gott und von Anderen. Gott sieht mich und auch mein Gegenüber durch Jesus Christus, d.h. durch sein perfektes Opfer an meiner Stelle. Wenn er mich so ansieht, dann sieht er jemanden, der perfekt ist aufgrund dessen, was Jesus für mich getan hat. Wenn ich also bei mir oder bei anderen in meiner Gemeinde ein sündiges Verhalten wahrnehme, darf ich mir selbst die Wahrheit zupredigen, dass der Andere genauso vor Gott gerecht gesprochen ist wie ich – durch das, was Jesus am Kreuz getan hat, perfekt. Ich will mehr und mehr lernen, die Menschen mit Gottes Augen und aus Seiner Perspektive zu sehen: durch die Brille Jesu, der Sein Leben für mich gegeben hat. Gott segne euch!

„DIE SICHT, DASS ICH SELBST EIN SÜNDER BIN, KORRIGIERT MEINEN STOLZ UND MEINE ARROGANZ“

Timotheus I 17

Text John Piper

»Es nahte aber das Fest der ungesäuerten Brote, das man Passah nennt. Und die obersten Priester und Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn umbringen könnten; denn sie fürchteten das Volk. Es fuhr aber der Satan in Judas, der mit Beinamen Ischariot genannt wird, welcher aus der Zahl der Zwölf war. Und er ging hin und besprach mit den obersten Priestern und den Hauptleuten, wie er ihn an sie ausliefern wollte. Und sie waren erfreut und kamen überein, ihm Geld zu geben. Und er versprach es und suchte eine gute Gelegenheit, um ihn ohne Volksauflauf an sie auszuliefern.« Lukas 22,1-6

JOHN PIPER (*1946) ist Ehemann und Vater von fünf Kindern. Der Pastor und Prediger der Betlehem Baptist Church in Minneapolis ist vor allem für seine über 30 Bücher und sein Glaubenswerk „Desiring God“ bekannt.

ie spektakulärste Sünde der Weltgeschichte war die brutale Ermordung von Jesus Christus, dem moralisch perfekten, unendlich würdigen und heiligen Sohn Gottes. Und der wohl verabscheuungswürdigste Akt im Verlauf dieses Mordes war der Verrat an Jesus durch einen seiner engsten Freunde, Judas Iskariot. Judas war einer der zwölf Apostel, die Jesus persönlich ausgesucht hatte und der mit ihm während seines gesamten ö entlichen Wirkens zusammen war. Judas wurde der Geldbeutel der gesamten Gruppe anvertraut (Joh 13,29). Er war beim letzten Abendmahl nahe genug bei Jesus, um das Brot mit ihm in die gleiche Schüssel zu tauchen (Mk 14,20). Satan fuhr in Judas In der Nacht des letzten Abendmahls schreibt Lukas in Lk 22,3-6: „Es fuhr aber der Satan in Judas, ... Und er ging hin und besprach mit den Hohenpriestern und den Hauptleuten, wie er ihnen Jesus ausliefern wollte. Und sie wurden froh und kamen überein, ihm Geld zu geben. Und er versprach es und suchte eine gute Gelegenheit, um ihn ohne Volksau auf an sie auszuliefern.“ Später führte er die Verantwortlichen zu Jesus in den Garten Gethsemane und verriet Jesus mit einem Kuss (Lk 22,47-48). Damit wurde Jesu Tod besiegelt. Wenn Lukas in Vers 3 schreibt, dass "Satan in Judas fuhr" kommen uns mehrere Fragen in den Sinn: Beherrschte Satan einfach einen guten Judas oder war Judas bereits erfüllt von Sünde im Gleichschritt mit Satan unterwegs und Satan beschloss lediglich, dass es jetzt an der Zeit war? Warum tat Satan das, wenn doch der Tod und die Auferstehung Jesu Satan die endgültige Niederlage zufügen würden? Es gibt gute Gründe zu glauben, dass Satan dies wusste. Und die dritte und wichtigste Frage ist: Wo war Gott, als das geschah? Welche Rolle spielte er bei der spektakulärsten Sünde, die jemals begangen wurde? Sehen wir uns die Fragen nacheinander an. Satans Macht in Judas' sündiger Leidenschaft Was denken wir über den Willen des Judas und die Macht Satans, wenn wir lesen, dass Satan in Judas fuhr (Luk 22,3)? Judas war kein unschuldiger Zuschauer, als Satan in ihn fuhr. Der Apostel Johannes sagt uns in Johannes 12,6, dass er ein "Dieb" war. Als Judas sich beklagte, dass Maria für die Salbung Jesu Geld verschwendete, merkt Johannes an: "Das sagte er aber nicht, weil er sich um die Armen kümmerte, sondern weil er ein Dieb war und den Beutel hatte und trug, was eingelegt wurde." Wenn das unglaublich klingt, denke man nur an das skandalöse Verhalten der sogenannten christlichen Leiter, die heutzutage Kirchenspenden dazu verwenden, um Kleidung im Wert von 40.000 Dollar pro Jahr zu kaufen, die ihre Kinder auf einen 30.000-Dollar-Urlaub auf die Bahamas schicken und einen weißen Lexus und einen roten Mercedes fahren. Obwohl Judas mit seiner frommen, religiösen Miene neben Jesus saß und hinging und Dämonen in Jesu Namen austrieb, liebte er Jesus nicht wie jemand, der von Gott gerechtfertigt ist.

Er liebte Geld. Er liebte die Macht und die Freuden, die er für Geld kaufen konnte. Paulus erklärt, was das mit der Macht Satans zu tun hat. Hören wir, was Epheser 2,1-3 sagt: „Auch euch, die ihr tot wart, durch eure Übertretungen und Sünden, in welchen ihr einst wandeltet nach dem Lauf dieser Welt, nach dem Fürsten, der in der Luft herrscht, [hier bemerken wir die Verbindung: tot durch Sünden, mit Satan wandeln] dem Geiste, der jetzt in den Kindern des Unglaubens wirkt, unter welchen auch wir alle einst einhergingen in den Lüsten unsres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten; und wir waren Kinder des Zorns von Natur, gleichwie die andern”. Tot in unseren Sünden, wandeln in der Leidenschaft des Fleisches, die Wünsche unseres Körper und unserer Gedanken erfüllen, und daher mit dem Fürsten wandeln, der in der Luft herrscht. Satan nimmt nicht unschuldige Menschen in Gefangenschaft. Es gibt keine unschuldigen Menschen. Satan hat dort die Macht, wo sündige Leidenschaft herrscht. Judas war ein Liebhaber des Geldes, und er überdeckte seine Leidenschaft mit einer falschen, äußerlichen Beziehung zu Jesus. Und dann verkaufte er ihn für dreißig Silberlinge. Wie viele von Seinesgleichen gibt es heute noch! Seien Sie keiner. Und lassen Sie sich nicht von so jemandem täuschen. Satans Rolle bei seiner eigenen Zerstörung Die zweite Frage ist, warum Satan Judas dazu verleitete, Jesus zu verraten. Hat er nicht gewusst, dass der Tod und die Auferstehung von Jesus seine endgültige Niederlage bedeuten würden (Kol 2,13-15; O b 12,11)? Es gibt gute Gründe zu glauben, dass Satan doch Bescheid wusste. Als Jesus seinen Dienst auf dem Weg zum Kreuz begann, versuchte Satan ihn vom Weg des Leidens und der Opfer abzubringen. In der Wüste versuchte er ihn, indem er ihn au orderte, Steine in Brot zu verwandeln, von den Zinnen des Tempels zu springen und die Herrschaft der Welt anzunehmen, wenn er ihn anbeten würde (Mt 4,1-11). Hinter all diesen Versuchungen steht der Gedanke: "Geh nicht den Weg des Leidens und der Opfer und des Todes. Nutze deine Macht, dem Leid zu entkommen. Wenn du der Sohn Gottes bist, zeige deinen Herrschaftsanspruch. Und ich kann dir helfen, das zu erlangen. Was immer du tust, gehe nicht ans Kreuz." Und denken wir daran, als Jesus vorhergesagte, dass er durch die Ältesten und die Hohenpriester viel erleiden würde und getötet werde, und Petrus wies ihn zurecht und sprach: „Herr, schone deiner selbst! Das widerfahre dir nur nicht!“ (Mt 16,22). Mit anderen Worten, ich werde es nie zulassen, dass sie dich auf diese Art töten. Jesus hat Petrus nicht gelobt. Er sagte: „Hebe dich weg von mir, Satan! Du bist mir zum Fallstrick; denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!“ (Mt 16,23). Jesus zu hindern ans Kreuz zu gehen, war das Werk Satans. Satan wollte nicht, dass Jesus gekreuzigt wird. Es wäre sein Verhängnis. Aber hier in Lukas 22,3 fährt er in Judas und bringt ihn dazu, den Herrn zu verraten und ans Kreuz zu bringen. Warum die Kehrtwendung?

20 I Timotheus

Warum versucht Satan ihn vorher vom Kreuz abzuhalten und ergreift dann die Initiative, um ihn an eben jenes Kreuz zu bringen? Das wird uns nicht erklärt. Hier sind meine Lösungsansätze auf diese Frage: Satan sah, dass seine Anstrengungen Jesus vom Kreuz abzuhalten fehlschlugen. Jedes Mal behielt Jesus den Kurs. Jesus war fest entschlossen zu sterben (Lk 9,51,53), und Satan zog daraus den Schluss, dass er ihn nicht stoppen konnte. Daher beschloss er: Wenn er ihn schon nicht aufhalten konnte, würde er es zumindest so unangenehm und schmerzhaft und so herzzerreißend wie möglich gestalten. Wenn schon Tod, dann Tod durch Verrat. Tod durch Verlassen. Tod durch Verleugnung (Lk 22,31-34). Tod durch Folter. Wenn er es nicht aufhalten konnte, würde er doch andere hineinziehen und soviel Schaden wie möglich anrichten. Es war eine spektakuläre Abfolge von Sünden, die Jesus ans Kreuz brachten. Gottes Rolle bei der Ermordung Seines Sohnes Das bringt uns nun zur dritten und letzten Frage – der wichtigsten: Wo war Gott, als das geschah? Oder genauer: Welche Rolle spielte Gott (und welche nicht) bei der spektakulärsten Sünde, die jemals geschehen ist - der Ermordung von Jesus Christus? Um so eine Frage zu beantworten, sollten wir erst einmal unsere Finger auf unseren Mund legen und unsere philosophischen Spekulationen verstummen lassen. Unsere Meinung ist unwichtig. Allein das Wort Gottes ist ausschlaggebend. Als erstes zeigt er uns in seinem Wort, dass die Einzelheiten des Todes Christi Hunderte von Jahren, bevor sie geschehen sind, prophezeit wurden. Die Heilige Schrift zeigt, dass böse Menschen Jesus ablehnen würden, wenn er kommen würde. So lesen wir in Mt 21,42: „Jesus spricht zu ihnen: Habt ihr noch nie gelesen in der Schrift [er zitiert hier Psalm 118,22]: «Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das ist vom Herrn geschehen, und es ist wunderbar in unsern Augen»?“ Die Schrift zeigt, dass Jesus gehasst werden musste. In Johannes 15,25 zitiert Jesus Psalm 35,19 und sagt: „Doch solches geschieht, damit das Wort erfüllt werde, das in ihrem Gesetz geschrieben steht: Sie hassen mich ohne Ursache.“ Die Schrift zeigt, dass die Jünger Jesus verlassen würden. In Matthäus 26,31 zitiert Jesus Sacharja 13:7: „Ihr werdet euch in dieser Nacht alle an mir ärgern; denn es steht geschrieben: «Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.»“ Die Schrift zeigt, dass Jesus durchbohrt, aber keiner seiner Knochen gebrochen werden würde. Johannes zitiert Psalm 34,20 und Sacharja 12,10 und sagt: „Einer der Kriegsknechte durchbohrte seine Seite mit einem Speer ... Denn solches ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde: «Es soll ihm kein Bein zerbrochen werden!» Und abermals spricht eine andere Schrift: «Sie werden den ansehen, welchen sie durchstochen haben» (Joh 19,34-37). Die Schrift zeigt, dass Jesus durch einen engen Freund für dreißig Silberlinge verraten werden würde.

In Johannes 13,18 zitiert Jesus Psalm 41,9 und sagt: „Ich rede nicht von euch allen; ich weiß, welche ich erwählt habe. Doch muss die Schrift erfüllt werden: «Der mit mir das Brot isst, hat seine Ferse wider mich erhoben.»“ In Matthäus 26,24 sagt Jesus: „Des Menschen Sohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird!“ Und in Matthäus 27,9-10 lesen wir: „Da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremia gesagt ist, welcher spricht: «Und sie nahmen die dreißig Silberlinge, den Wert des Geschätzten, den sie geschätzt hatten, von den Kindern Israel und gaben sie für den Acker des Töpfers, wie der Herr mir befohlen hatte»“ (Jer 19,1-13; Sach 11,12-13). Und nicht nur die Heilige Schrift, sondern Jesus selbst erklärt bis ins Detail, wie er getötet werden wird. In Markus 10,33-34 sagt er: „Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und des Menschen Sohn wird den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert werden; und sie werden ihn zum Tode verurteilen und ihn den Heiden ausliefern; und sie werden ihn verspotten und geißeln und verspeien und töten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen.“ In der letzten Nacht sah Jesus auf Petrus und sagte: "Wahrlich, ich sage dir, in dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen!“ (Mt 26,34).

„ES WAR EINE SPEKTAKULÄRE ABFOLGE VON SÜNDEN, DIE JESUS ANS KREUZ BRACHTEN“

Timotheus I 21

„DIESE DINGE SIND NICHT NUR PASSIERT. SIE WURDEN IN GOTTES WORT VORHERGESAGT.“
Entsprechend Seinem souveränen Willen Von all diesen Prophezeiungen wissen wir, dass Gott alles vorhersah und es nicht verhindern würde und es daher Teil seines Planes war, dass sein Sohn abgelehnt, gehasst, verlassen, verraten, verleugnet, verurteilt, bespuckt, ausgepeitscht, verspottet, durchbohrt und getötet werden würde. All das war ausdrücklich Gottes Wille, bevor es tatsächlich geschah. Es waren Dinge, die er geplant hat und die mit Jesus geschehen sollten. Diese Dinge sind nicht nur passiert. Sie wurden in Gottes Wort vorhergesagt. Gott wusste, dass sie geschehen würden, und er hätte planen können, sie zu unterbinden, aber das tat er nicht. Also geschahen sie nach seinen souveränen Willen; Seinem Plan. Und alle diese Dinge waren böse. Sie waren Sünde. Es ist durch und durch sündig, den moralisch perfekten, unendlich würdigen, heiligen Sohn Gottes abzulehnen, zu hassen, zu verlassen, zu verraten, zu verleugnen, zu verurteilen, zu bespucken, auszupeitschen, zu verspotten, zu durchbohren und zu töten. Und doch sagt die Bibel ausdrücklich und klar, dass Gott selbst diese Dinge geplant hat. Dies ist ausdrücklich nicht nur in allen prophetischen Texten erwähnt, die wir gelesen haben, sondern auch in Passagen, die noch deutlicher sagen, dass Gott selbst bestimmt hat, dass diese Dinge passieren sollen. Gott hat es verursacht In Jesaja 53,6.10 heißt es: „Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Schuld auf ihn. ... Aber dem HERRN ge el es, ihn zu zerschlagen, er ließ ihn leiden.“ Der Herr zerschlug ihn. Gott war an allen Begebenheiten, die Jesus ans Kreuz brachten, beteiligt. Hinter dem Spucken und Auspeitschen und Spotten und Durchbohren stehen die unsichtbare Hand und der Ratschluss Gottes. Und ich sage das vorsichtig und mit Zittern. Diese Wahrheit ist zu groß und zu schwer und zu schockierend, um leichtfertig oder zu großspurig darüber zu reden. Ich wähle daher die Formulierung, dass die unsichtbare Hand und der Ratschluss Gottes hinter dieser spektakulärsten Sünde des ganzen Universums steckten – das war schmerzlicher und spektakulärer als der einstige Sündenfall Satans oder irgendeine andere Sünde. Der Grund, warum ich genau diese Worte wähle, liegt darin, dass es die Bibel in genau diesen Worten sagt.

Die Hand und der Ratschluss Gottes In Apg 4,27-28 haben wir die klarste, ausdrücklichste Aussage über Gottes Hand und seinen Ratschluss hinter der schrecklichen Kreuzigung seines Sohnes. „Ja wahrlich, es haben sich versammelt in dieser Stadt wider deinen heiligen Sohn Jesus, welchen du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und dem Volke Israel, zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss zuvor beschlossen hatte, dass es geschehen sollte.“ Das sind die zwei Worte die ich benutze: die Hand Gottes und der Ratschluss Gottes. Es ist seltsam ausgedrückt, wenn man sagt, dass Gottes Hand und sein Ratschluss eine bestimmte Handlung vorherbestimmt haben. Man denkt normalerweise nicht von der "Hand" Gottes als vorherbestimmend. Wie kann eine Hand vorherbestimmend wirken? Hier ist meine Interpretation: Die Hand Gottes steht normalerweise für Gottes ausgeübte Macht - Macht nicht in der abstrakten Form, sondern in ihrer irdischen und wirksamen Ausübung. Es war nicht nur ein theoretischer Ratschluss Gottes. Es war ein Ratschluss, der durch Gottes eigene Hand ausgeführt wurde. Deshalb diese Verbindung zwischen Hand und Ratschluss. Dies erklärt Jesaja 53,10: „Aber dem HERRN ge el es, ihn zu zerschlagen, er ließ ihn leiden.“ Der Herr hat ihn zerschlagen. Hinter Herodes und Pilatus und den Heiden und den Israeliten wirkte Jesu eigener Vater, der ihn mit einer unendlichen Liebe liebte. Das Evangelium: Gott am Werk in Sachen Tod Sollte dich dieses ema berühren? Ja, es sollte, denn wenn Gott nicht der Hauptakteur beim Tod Jesu wäre, dann könnte uns der Tod Christi nicht von unseren Sünden befreien und wir würden in der ewigen Hölle umkommen (Mt 25,46; 2. ess 1,9 ). Der Grund, warum der Tod Christi das Herz des Evangeliums – das Herz der guten Nachricht – ist, dass Gott es tat. Römer 5,8: „Gott aber beweist seine Liebe gegen uns damit, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ Wenn du Gottes Handeln vom Tod Jesu Christi trennst, verlierst du das Evangelium. Es war Gottes Werk. Es ist der höchste und tiefste Punkt seiner Liebe zu Sündern. Gottes Liebe zu dir. Römer 8,3 sagt: „… das hat Gott getan, nämlich die Sünde im Fleische verdammt, indem er seinen Sohn sandte in der Gleichgestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen.“ Die Verurteilung, die wir im Fleisch verdient haben, wurde auf „das Fleisch“ Jesu übertragen. Dadurch konnten wir freigesprochen werden. In Galater 3,13 lesen wir: „Christus hat uns losgekauft von dem Fluche des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns wurde“. Gott belegte Jesus mit dem Fluch, der uns galt. Dadurch sind wir frei. In 2. Kor 5,21 heißt es: „Denn er [Gott] hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.“ Gott rechnete unsere Sünde Christus zu, dadurch werden wir frei in der Gerechtigkeit Gottes.

22 I Timotheus

Und Jesaja 53,5 sagt: „… aber er wurde durchbohrt um unserer Übertretung willen, zerschlagen wegen unserer Missetat; die Strafe, uns zum Frieden, lag auf ihm, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“ Gott hat ihn verwundet. Gott hat ihn zerschlagen. Für dich und mich. Dadurch sind wir frei.

Buchtipps zu John Piper

„GOTT HAT IHN VERWUNDET. GOTT HAT IHN ZERSCHLAGEN. FÜR DICH UND MICH. DADURCH SIND WIR FREI“

Endlich leben!
John Piper zeigt in diesem Buch, dass ein richtiges Verständnis von der biblischen Lehre über die Wiedergeburt (o. "Neugeburt", "Erneuerung") unerlässlich ist. "Der Begri 'wiedergeboren' ist in der Bibel sehr kostbar und von ganz entscheidender Wichtigkeit. Unser Hauptanliegen muss folglich sein, zu wissen, was Gott meint, wenn die Bibel sich dieser Ausdrucksweise bedient, damit wir durch seine Gnade die Wiedergeburt erleben und anderen helfen können, dieselbe Erfahrung zu machen. Daher ist es für uns von überragender Bedeutung, genau zu wissen, was das Wiedergeborensein eigentlich beinhaltet" (John Piper). Das Buch kostet € 12,20 und ist im 3L Verlag erschienen.

Das Kreuz Christi als Werk und Liebe Gottes Wenn du die biblische Wahrheit annimmst (und ich bete, dass du es tust), dass Gott spektakuläre Sünde für den weltweiten Ruhm seines Sohnes anordnet, ohne dass Gott in irgendeiner Form unheilig oder dadurch zum Sünder wird, dann wirst du nicht vom Kreuz Jesu Christi als einem Werk Gottes zurückschrecken. Du wirst keiner von denen sein, die den größten Liebesbeweis, den es jemals gab, als "göttlichen Kindesmissbrauch" bezeichnen. Du wirst zum Kreuz kommen und auf dein Gesicht fallen. Und du wirst sagen: Das ist keine bloße menschliche Verschwörung. Das ist das Werk und die Liebe Gottes. Du wirst es als sein höchstes Geschenk empfangen. So wirst du gerettet und Christus dadurch verherrlicht. Und ich werde es nicht vergeblich geschrieben haben.
Mit freundlicher Genehmigung von www.desiringgod.org Überarbeitung der deutschen Übersetzung: Hans-Werner Deppe

Ihn verkündigen wir
John Pipers Motto ist: Gott wird am meisten verherrlicht, wenn wir uns am meisten über ihn freuen. Die Predigt gehört daher elementar zur Anbetung im Gottesdienst: Gott soll durch die Predigt verherrlicht werden, und er wird verherrlicht, wenn der Prediger seine Zuhörer dazu bringt, von Gott ergri en zu sein und sich über ihn zu freuen. Das Evangelium ist eine Botschaft der Freude, und der Prediger soll diese Freudenbotschaft übermitteln. Das Buch kostet € 8,50 und ist im Betanien Verlag erschienen.

Timotheus I 23

»Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen; durch seine Wunden seid ihr heil geworden« 1. Petrus 2,24
Bei der Erlösung geht es in erster Linie um die Befreiung von der versklavenden Macht der Sünde. Diese Befreiung wird im Umfeld eines begnadigten Sünders deutlich wahrgenommen. Sie besteht nicht lediglich aus einem emotionalen Übergabegebet, sondern vor allem aus einem beständig geistlich geführten Leben. Folglich ist die Wiedergeburt höchst fragwürdig, wenn die Sünde als herrschendes Prinzip bleibt. Wahre Erlösung ist nicht auf die Ewigkeit beschränkt, sondern muss schon hier in der gefallenen Welt zur Geltung kommen. Die Erlösung von der Sünde ist der Zweck Jesu Leiden und Sterben. „Er ... selbst“ bedeutet: er allein.“1 Er allein war es, der die Sünden stellvertretend an seinem Leib ans Kreuz trug. Dabei erduldete er die Strafe der Sünde und leistete damit einem heiligen Gott Genüge, der für Sünde den Tod verordnete. 1. Petrus 3,18 berichtet uns, dass Jesus ungerechterweise gelitten hat: "ein Gerechter für Ungerechte, damit er uns zu Gott führe." Es war Gottes Wille, dass sein Sohn für die Sünden derer sterben sollte, die an ihn glauben würden, um ihnen dadurch Versöhnung mit dem Vater zu bringen. Das ist die Botschaft des Evangeliums. "Die richtige Erkenntnis der Sünde ist der Grundstock jedes rettenden Glaubens. Ohne diese Erkenntnis sind Lehren wie Rechtfertigung, Bekehrung und Heiligung nichts weiter als Schall und

Rauch."2 Niemand wird zu Christus kommen und um lebendiges Wasser bitten, der zuvor nicht einen Durst danach verspürt. Die Kehle ist ausgetrocknet und die Seele bewegt sich auf staubigem Boden, weil die Sünde uns vom lebendigen Wasser getrennt hat. Eine umfassende Erkenntnis der Sünde wird Mark und Bein durchdringen und den trockenen Zustand o enbaren. "Die Last unvergebener Sünden zu spüren und nicht zu wissen, wohin man sich zur Befreiung wenden kann; ein krankes Gewissen zu haben wegen des Leichtsinns und unwissend im Blick auf die Hilfe zu sein; zu entdecken, dass wir sterben, täglich sterben, und doch unvorbereitet sind, Gott zu begegnen"3 - das ist die Dürre, die sich in alle Richtungen vor unseren Augen ausbreitet, wenn wir tiefer graben. Eine Trockenheit, die den Durst nach Vergebung, Lossprechung und Frieden weckt. Diese Trockenheit hat Menschen dazu veranlasst, unter selbst auferlegter Härte und Regeln nach Erlösung zu suchen. Sie hat Menschen in Verzwei ung, Angst und Einsamkeit getrieben und viele dazu bewegt, mit tiefen Seufzern ihre Knie aufzureiben. Wie tröstend ist es, unter dieser Last den siegreichen Erlöser zu sehen. Jesus Christus trug unsere Sünde bereitwillig. Er ging den Weg dieser Dürre, als er am Kreuz nach Wasser fragte, und versetzte der Sünde auf dem Holz den Todesstoß. Durch das Opfer am Kreuz ist jeder Gläubige in Christus und damit der Sünde gestorben. Die Strafe, die uns tre en sollte, hat er an unserer Statt gebüßt. Doch Durststrecken bleiben nicht aus. Die Erinnerung an begangene Sünden ist bedrückend und die Last manchmal schwer zu ertragen. Selbstmitleid und Trauer lenken den Blick oft vom Kreuz auf uns selbst und all zu oft wünschen wir uns klagend und murrend das Vergessen herbei.

„WAS FÜR EINE FESTE BURG IST UNSER HERR, UND WIE TRÖSTLICH DER GEDANKE AN DIESEN STARKEN ERRETTER“

Die Freude an der Erlösung von der Sünde besteht aber nicht darin, die Sünden zu vergessen, sondern sich daran zu erinnern, wie es Elihu im Buch Hiob von dem Geretteten sagt: "Der wird dann singen vor den Menschen und sagen: Ich hatte gesündigt und das Recht verkehrt; aber er hat mir nicht vergolten wie ich es verdiente; er hat meine Seele erlöst, dass sie nicht ins Verderben hinabgefahren ist, so daß mein Leben das Licht wieder sieht!" (Hiob 33,27-28). Das Wissen um unsere Sünden ist oft beklemmend, doch gleichzeitig auch unser Zeugnis vor den Menschen. Unsere Freude liegt nicht darin, dass wir vergessen, sondern dass wir darum wissen: Christus hat unsere Sünden getragen! Anstatt Vergeltung hat uns Erlösung getro en; anstatt Verderben, werden wir das Licht sehen. Durch die Wunden und Striemen Christi wurden wir geheilt. Er hat die Fesseln der Sünde, die uns gebunden hat, durchtrennt und unseren Durst gestillt. Ja, noch vielmehr: Er möchte uns zu einer Quelle lebendigen Wasser werden lassen. Durch seinen Tod sind wir nicht nur gerechtfertigt, sondern in seiner Auferstehung durch den Heiligen Geist zu einem neuen Leben erweckt - befähigt der Gerechtigkeit zu leben. Petrus schreibt hier von einer Sinnesänderung. Wo uns die alte Kreatur zur Sünde gereizt und gänzlich unfähig gemacht hat, Gottes Herrlichkeit zu entsprechen, hat das makellose Opfer Christi unser Gewissen gereinigt von toten Werken, damit wir Gott dienen können (Heb 9,14). Wo uns die alte Kreatur durch Unverständnis und Ungehorsam in die Irre gehen ließ, hat Christus unsere Sinne erneuert, damit wir, durch seine Gnade gerechtfertigt, Erben des ewigen Lebens würden (Titus 3,3- 7). Als wir noch Feinde Gottes waren, be eckt durch Laster und Leidenschaften, hat Christus uns abgewaschen und geheiligt durch sein Blut (1Kor 6,9-11). Gott hat Christus für uns zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung gemacht (1Kor 1,30), damit er alles in allem ist. Christus kam in den Schmutz dieser Welt und erduldete allen Widerspruch der Sünde. Das Licht der Welt wurde von der Finsternis zerschlagen und von Sündern ans Kreuz genagelt. Er wurde für uns zum Fluch. Doch durch seine Auferstehung hat er den Stachel des Todes aus unserer Brust gerissen. Durch ihn dürfen wir leben. Durch ihn dürfen wir ho en. Durch ihn sind wir eine neue Kreatur, zubereitet zu allen guten Werken. Durch ihn haben wir ein ewiges Erbe im himmlischen Vaterhaus. Das sollte das gleiche Lied in uns hervorrufen, wie bei dem Geretteten im Buch Hiob. Was für eine feste Burg ist unser Herr, und wie tröstlich der Gedanke an diesen starken Erretter. Er hat uns aus der Gewalt der todbringenden Sünde befreit und das dürfen wir niemals vergessen. Wellen sind in tiefen Wassern am größten. Deshalb sollten wir die Tiefen unseres Herzens mit Erkenntnis ausleuchten, damit das Wunder der Erlösung kostbar für uns wird. Und durch Gottes Gnade werden diese Wellen auch andere erfassen und zur Umkehr treiben.
1Arnold G. Fruchtenbaum, Die Petrusbriefe und Judas, Seite 46 2J.C.Ryle, Seid Heilig, Seite 40 3J.C.Ryle, Seid Heilig, Seite 369

Timotheus I 25

JOHN NEWTON (1725-1807)

mazing grace, how sweet the sound / at saved a wretch like me! / I once was lost, but now I am found, / Was blind, but now I see.“ (dt. „Unglaubliche Gnade, wie süß der Klang, / Die einen armen Sünder wie mich errettete! / Ich war einst verloren, aber nun bin ich gefunden, / War blind, aber nun sehe ich.“) Jeder kennt diese Zeilen, die wohl bekannteste Hymne der Christenwelt ist auch heute, Jahrhunderte nach deren Entstehung in aller Munde. Die Geschichte des Liedes und des Dichters von „Amazing Grace“ (dt. „Erstaunliche Gnade“), John Newton, ist in letzter Zeit durch Film und Literatur zunehmend bekannter geworden. Wenn man von der biblischen Lehre der absoluten Verdorbenheit des Menschen spricht und zugleich von der bedingungslosen Liebe und Gnade Gottes, dann muss die Geschichte von John Newton neu erzählt werden. Es ist allein das Wort Gottes, das uns in alle Wahrheit führt. Manchmal jedoch sind es bemerkenswerte Lebensbilder wie die von Martin Luther, Johannes Calvin, Georg Müller, David Brainerd oder auch John Newton, die uns bestimmte biblische Lehren der heiligen Schrift und das Handeln Gottes näher bringen können. Timotheus I 27

John Newton war ein Mann des 18. Jahrhunderts und ein Zeitgenosse der weithin bekannten Erweckungsprediger George White eld, John Wesley und Jonathan Edwards (Johns Begeisterung für George White eld sollte ihm später den Spitznamen „Kleiner White eld“ einbringen). Er wurde am 24. Juli 1725 in London geboren. Seine Mutter galt als gottesfürchtig, während sein Vater ungläubig war und seinen Unterhalt als Schi skapitän verdiente. Newtons Vater war sehr streng und ließ es seinen Sohn spüren. Dieser Umstand machte Johns Kindheit nicht gerade leicht, vor allem wenn man bedenkt, dass seine Mutter starb, als er 6 Jahre alt war. Schon sehr früh folgte John seinem Vater auf den Weltmeeren. John Newton besuchte nur zwei Jahre lang eine Schule und eignete sich sein Wissen selbstständig an. Er war ein Autodidakt1 und sollte bis zu seinem Tod einer bleiben. Damit gehörte er zu den Männern jener Zeit, die sich eine erstaunliche Bildung aneignen konnten, ohne wirklich die Schule besucht zu haben2. Im Alter von 18 Jahren musste John als Marinesoldat zur See, was sich negativ auf seinen Charakter auswirkte. In der Folgezeit verrohte seine Moral. Er war ein Soldat, dem Flüche und Gotteslästerungen schnell über die Lippen gingen. Newtons Biograf Richard Cecil schrieb über diese Zeit: „Durch den Umgang mit den Kameraden, die er dabei traf, wurden seine Prinzipien vollständig zu Grunde gerichtet.“3 John erinnerte sich später: „Ich war zu allem fähig; ich hatte nicht einmal mehr die geringste Gottesfurcht, und auch mein Gewissen war völlig verhärtet (soweit ich mich erinnere).“4 Im Alter von 22 Jahren sollte sich sein Leben entscheidend verändern. In einer unruhigen Nacht auf See wurde sein Schi von einem furchtbaren Sturm überrascht. Er glaubte nicht daran, den Sturm zu überleben. Dies war für ihn der Grund, zum ersten Mal über sein Seelenheil nachzudenken. Als alter Mann schrieb er über dieses Ereignis: „Ich meinte zu erkennen, wie Gottes Hand alles zu unseren Gunsten lenkte. Ich begann zu beten: Ich konnte kein Gebet des Glaubens sprechen; ich konnte mich nicht einem Gott nahen, mit dem ich versöhnt war, und ihn Vater nennen ... die trostlosen Grundsätze der Gottlosigkeit hatten sich tief in mein Leben eingegraben. ... Die große Frage war jetzt, wie ich zum Glauben gelangen konnte.“5 Von nun an hatte er eine Abneigung gegen das gottlose Leben und John war sich bewusst, dass er einen rettenden Heiland brauchte: „Ich erkannte die Gnade des Herrn an, die mir meine Vergangenheit vergab, aber für die Zukunft stützte ich mich hauptsächlich auf meine eigene Entschlossenheit, mich zu bessern. ... Ich kann nicht sagen, dass ich damals schon ein Gläubiger (im vollen Sinne des Wortes) war. Dies geschah erst einige Zeit später.“6 Nicht lange nach jener Nacht, wurde er Kapitän eines Sklavenschi s, was er in seinen reifen Jahren jedoch bitter bereute. Mit 24 Jahren heiratete er seine Jugendliebe Mary; ein halbes Jahr später starb sein Vater. Seine Ehe mit Mary sollte keine Kinder hervorbringen, das Ehepaar adoptierte allerdings zwei Kinder. Vier Jahre nach seiner Hochzeit hatte Johns Seemannsleben wegen eines epileptischen Anfalls ein Ende. Newton sollte fortan kein Schi mehr betreten. Von nun an war John

Newton als Zollbeamter in Liverpool tätig. Die nächsten 14 Jahre widmete er sich vor allem dem Studium der heiligen Schrift. In den Originalsprachen wohlgemerkt. Zudem befasste er sich mit den besten eologen in Latein, Englisch und Französisch. In dieser Zeit des Studierens kam Newton zu einem festen Lehrverständnis. Der Autodidakt Newton war ein überzeugter 5-Punkte-Calvinist: „Die Sichtweisen, die ich bezüglich der Gnadenlehren gewonnen habe, sind für meinen Frieden von entscheidender Bedeutung; ohne sie könnte ich nicht einen Tag, nicht einmal eine Stunde, in Ruhe leben. Ebenso glaube ich ... dass sie der Heiligkeit entsprechen und in direkter Weise ein Gespräch über das Evangelium anregen und es aufrechterhalten. Deshalb darf ich mich ihrer nicht schämen.“7 1764 wurde Newton im Alter von knapp 39 Jahren in den Dienst des Pastors berufen, was er sich insgeheim seit langem erho t hatte. Nach sechzehn Jahren in der anglikanischen Gemeinde zu Olney folgte Newton dem Ruf der Gemeinde in St. Mary´s Woolnoth in London, wo er die nächsten 27 Jahre bis zu seinem Tod im Alter von 82 Jahren als Pastor diente. Pastor Newton hatte einen enormen „Output“. Er schrieb in seinem Leben über 300 Hymnen, von denen die bekannteste sicherlich „Amazing Grace“ ist. Ober ächlich gesehen waren seine Jahre nach dem Ende seines Seelebens eher ereignislos. Was ist es also, was uns an der Person John Newton besonders im Hinblick auf die Sünde fasziniert?

„ER SCHRIEB IN SEINEM LEBEN ÜBER 300 HYMNEN, VON DENEN DIE BEKANNTESTE SICHERLICH AMAZING GRACE IST“

28 I Timotheus

Es ist das beeindruckende Zeugnis des John Newton, der sich seit seiner Bekehrung jeden Tag mehr seiner Verdorbenheit und Sündhaftigkeit bewusst war. Das Zeugnis war gerade kein großes Ereignis mit „Wundern“ und atemberaubenden Erlebnissen und „O enbarungen“. Für John war die Gnade Gottes das größte Wunder und die größte O enbarung seines Lebens: Der Christ „kennt und spürt seine eigenen Schwächen und seine Unwürdigkeit, und er lebt von der Gnade und der vergebenden Liebe seines Herrn. Das verleiht ihm eine gewohnheitsmäßige Güte und liebenswürdige Geisteshaltung. Demütig in dem Wissen, selbst viel Vergebung erfahren zu haben, fällt es ihm leicht, auch anderen zu vergeben.“8 Newtons Bewusstsein für seine eigene Sünde und die rettende Gnade Gottes wird sich bis zu seinem Ende wie ein roter Faden durch sein Leben ziehen und seinen Wandel mit Christus tiefgreifend prägen. Dies können wir auch seinem Testament entnehmen, in dem es unter anderem heißt: „Ich befehle meine Seele meinem Gnädigen Gott und Heiland an, der mich in seiner Barmherzigkeit verschonte und bewahrte, als ich ein Abtrünniger, Gotteslästerer und Ungläubiger war. Er rettete mich an der Küste Afrikas aus meinem elenden Zustand, in den mich meine hartnäckige Bosheit gebracht hatte. Ihm hat es gefallen (obschon ich völlig unwürdig war), mich sein herrliches Evangelium predigen zu lassen.“9 Wenn du die Gnade Gottes erfahren hast, dann sei dir deiner Sündhaftigkeit mehr denn je bewusst, damit du deinen Retter für seine unfassbare Gnade mehr denn je danken kannst. Wenn du die Gnade Gottes noch nicht erfahren hast, dann sei dir über deinen Stand als verlorener Sünder im klaren und über die Tatsache, dass nur Jesus Christus allein der Ausweg ist, damit du einst mit vollem Herzen zustimmen kannst: „Ich war einst verloren, aber nun bin ich gefunden, war blind, aber nun sehe ich“10. Ich möchte diesen Artikel mit einem Ausschnitt aus der Grabinschrift Newtons schließen, die er selbst verfasst hat und die uns über den Menschen Newton das wichtigste in einem Satz vermittelt: „John Newton, Prediger, einst ungläubig und zügellos, im Dienst der Sklaverei in Afrika, der durch die reiche Gnade unseres Herrn und Heilands Jesus Christus bewahrt, wiederhergestellt und begnadigt sowie berufen wurde, den Glauben zu verkündigen, den er lange zu vernichten suchte.“11
1Ein Autodidakt ist jemand, der sich im Selbststudium eine Bildung auf hohem Niveau aneignet. 2Man denke z.B. an Abraham Lincoln (1809-1865), der nicht einen Tag in der Schule verbrachte. 3Beharrlich in Geduld, John Piper, CLV, S. 59 4Beharrlich in Geduld, John Piper, CLV, S. 59,60 5Beharrlich in Geduld, John Piper, CLV, S. 62 6Beharrlich in Geduld, John Piper, CLV, S. 64 7Beharrlich in Geduld, John Piper, CLV, S. 80,81 8Beharrlich in Geduld, John Piper, CLV, S. 50 9Beharrlich in Geduld, John Piper, CLV, S. 57 10Aus „Amazing Grace“ 11Beharrlich in Geduld, John Piper, CLV, S. 57

„JOHN NEWTON, PREDIGER, EINST UNGLÄUBIG UND ZÜGELLOS“

Beharrlich in Geduld
von John Piper
Newton, Simeon und Wilberforce waren nicht perfekt. Und doch sind diese drei Männer außergewöhnliche Vorbilder in ihrer tief gehenden Reife, die ihnen echte Freude schenkte. Sie führten ein Leben voll von unbezwingbarem Ausharren – weil sie um den Grund der höchsten Freude wussten. Das Buch ist bei CLV erschienen und kostet € 7,50. Auch hier erhältlich: www.cbuch.de

Timotheus I 29

Die Sündigkeit der Sünde
enn wir verstehen wollen, in welcher Weise der Mensch an Adams Rebellion teilhat, müssen wir zuerst das Wesen der Sünde verstehen. Deshalb müssen wir uns anschauen, welche vielfältigen Eigenschaften und Erscheinungsformen die Sünde der Bibel zufolge hat. Dabei werden wir entdecken, dass Sünde viel mehr ist als nur ein fehlerhaftes moralisches Urteil oder bloß Ungehorsam gegenüber einem unpersönlichen Gesetz. Sünde ist ein Verbrechen gegen Gott. Für unsere Studie reicht es nicht aus, wenn wir einfach Begri e de nieren. Wir müssen wieder ein biblisches Verständnis von der Sündigkeit der Sünde bekommen. Wir leben in einer Welt und haben mit Kirchen zu tun, die größtenteils nicht mehr verstehen, welch abscheuliche Natur die Sünde hat. Deshalb müssen wir uns beherzt bemühen wiederzuentdecken, was verlorengegangen ist. Davon hängt unser Verständnis von Gott und von der Größe unseres Heils in Christus ab. Sünde richtet sich immer gegen Gott Sünde ist immer und zuerst eine Sünde gegen Gott und ein Angri auf seine Person. Einem Gebot Gottes ungehorsam zu sein, bedeutet, die Faust zu ballen und sie gegen das Angesicht dessen zu strecken, der allen Leben gibt und über alles herrscht. Wenn Leute heute überhaupt noch von Sünde sprechen, dann von Sünde gegen Menschen oder Sünde gegen die Gesellschaft oder sogar von Sünde gegen die Natur. Selten hören wir, dass jemand von Sünde gegen Gott spricht. Ein Mensch wird dann für gut gehalten, wenn er gute Beziehungen zu seinen Mitmenschen hat, auch wenn er in völliger Missachtung Gottes und seines Willens lebt. Oft wird gefragt, wie Gott einen Atheisten verurteilen könne, der doch ein guter Mensch ist. Doch wir sind blind dafür, dass niemand gut sein kann, der seinen Schöpfer verleugnet und ihm alles vorenthält wessen der Geber aller Gaben würdig ist. Die Bibel berichtet, dass David sein Volk anlog, Ehebruch beging und sogar den Mord an einen Unschuldigen einfädelte. Doch als er mit seiner Sünde konfrontiert wurde, betete er inbrünstig zu Gott: „Gegen dich, gegen dich allein habe ich gesündigt, und ich habe getan, was böse ist in deinen Augen“ (Ps 51,4). David war sich darüber im Klaren, dass sich jede Sünde zuerst und vor allem gegen Gott richtet. Wenn man das nicht versteht, wird man niemals die abscheuliche Natur der Sünde verstehen. Sünde ist ein Versagen, Gott zu lieben Die größte aller Sünden ist der Verstoß gegen das größte aller Gebote: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft!“ (Mk 12,30). Christus sagte: „Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten“ (Joh 14,15). Deshalb ist jeder Ungehorsam ein Erweis unserer fehlenden Liebe zu Gott. Deshalb bezeichnete Paulus zu Beginn des Römerbriefes, wo er die Verdorbenheit der Menschen herausstellt, die Nachkommen Adams als „Gotteshasser“ (Röm 1,30). Über den in Sünde gefallenen Menschen könnte kein größeres Urteil gesprochen werden. Gott nicht zu lieben ist das innerste Wesen jeder Rebellion. Wir sollten dabei auch beachten: Ein Mensch kann sehr religiös und sich der Gebote Gottes und seiner P ichten bewusst, und dennoch ein schrecklicher Sünder gegenüber Gott sein, wenn sein Gehorsam von irgendetwas anderem veranlasst ist, als aus Liebe zu Gott. Sünde ist ein Versagen, Gott zu ehren Die Bibel erklärt, dass der Mensch zur Ehre Gottes gescha en wurde und dass er alles, was er tut - sogar die alltäglichsten Dinge wie Essen und Trinken - zur Ehre Gottes tun soll (1Kor 10,31). Gott zu ehren bedeutet für den Menschen, Gottes alles überragende Oberhoheit und Würde wertzuschätzen, sich an Gott zu erfreuen, in ihm die höchste Befriedigung zu nden und vor Gott zu leben mit der Ehrerbietung, Dankbarkeit und Anbetung, die ihm gebührt. Sünde ist das exakte Gegenteil davon, Gott zu ehren. Wenn der Menschen sündigt, wird er das völlige Gegenteil dessen, wozu er erscha en wurde. Ein sündiger Mensch ist ein Geschöpf, das seine Stellung verlassen und den eigentlichen Grund für seine Existenz auf den Kopf gestellt hat. Er hat sich selbst an die Stelle Gottes platziert und Gottes Willen durch Selbstbestimmung ersetzt. Paulus schreibt: (Sie werden verurteilt) „weil sie Gott kannten, ihn aber weder als Gott verherrlichten noch ihm Dank darbrachten“ und „die Wahrheit Gottes in die Lüge verwandelt und dem Geschöpf Verehrung und Dienst dargebracht haben statt dem Schöpfer, der gepriesen ist in Ewigkeit“ (Röm 1,21.25). Die Wurzel der Sünde reicht viel tiefer hinab, als es ober ächlich zu sehen ist. Sie ist die Weigerung des Menschen, Gottes Recht als Gott anzuerkennen. Der Mensch ist entschlossen, sich über seinen Schöpfer zu stellen, seinen ron zu stürzen und ihn seiner Ehre zu berauben. Sünde ist in ihrem Grundwesen die Weigerung, Gott als Gott zu ehren. Sie tritt überall dort zu Tage, wo der Mensch mehr seine eigene Ehre sucht als die Ehre Gottes.

„DER MENSCH IST ENTSCHLOSSEN, SICH ÜBER SEINEN SCHÖPFER ZU STELLEN“

Timotheus I 31

Sünde ist Gottlosigkeit Das Wort Gottlosigkeit bezeichnet eine Weigerung, Gott als Gott anzuerkennen und den Wunsch, ein „gottloses“ Leben zu leben, frei und losgelöst von seiner Souveränität und seinem Gesetz. Gottlos zu sein, bedeutet sich zu weigern, den Charakter und Willen Gottes zu entsprechen und moralisch Böses zu begehren, anstatt sich Gottesebenbildlichkeit zu wünschen. Das größte Kompliment, das man jemandem machen kann, wäre zu sagen, dass man „bei“ ihm sein und „wie er“ sein möchte. Sünde o enbart den inneren Wunsch, „ohne“ Gott zu leben und „anders“ zu sein als er. Sünde ist Rebellion und Widerspenstigkeit In 1. Samuel 15,23 lesen wir: „Widerspenstigkeit ist eine Sünde wie Wahrsagerei, und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst ...“ Das hebräische Wort meri, das hier mit „Widerspenstigkeit“ übersetzt wurde, bedeutet aufmüp g, rebellisch und ungehorsam gegenüber jemanden zu sein. Das Wort für „Widerstreben“ ist das hebräische Wort patsar, was buchstäblich soviel bedeutet wie „drücken“ oder „schieben“. Es bezeichnete jemanden der aufdringlich, überheblich, eingebildet und anmaßend ist. Es gibt keine kleinen Sünden, weil jede Sünde Rebellion und Widerspenstigkeit ist. Jeder Ungehorsam ist so böse, als würde man an heidnischen oder dämonischen Ritualen teilnehmen. Jeder Eigensinn ist so böse, als würde man sich an einer großen Freveltat oder an der Anbetung eines falschen Gottes beteiligen.

Sünde ist Untreue und Verrat an Gott Das Wort „Verrat“ bezeichnet ein betrügerisches und untreues Verhalten gegenüber jemandem. In der gesamten Bibel werden Verrat und Untreue als Teilaspekte jeglicher Sünde gesehen (Hes 18,24), jeglicher Rebellion (Jes 48,8), des Abwendens von Gott weg zu den Götzen (1Chr 5,25) und von jeglicher Form des Abfalls bzw. der Abkehr von Gott (Ps 78,57). Jede Sünde ist ein Verrat an dem, der uns erscha en hat und liebevoll unser Leben erhält. Sünde ist ein Gräuel Wenn nur eine einzige Sache über Sünde gesagt werden könnte, dann sollte gesagt werden, dass sie vor allen Dingen ein Gräuel für Gott ist. Ein Gräuel vor dem Herrn ist eine verdorbene, ekelhafte und verabscheungswürdige Sache. Sie ist für Gott widerwärtig und ekelhaft und Gegenstand seines Hasses (Spr 6,16). In der Bibel ist jede Sünde ein Gräuel und Sündigen ist immer eine abscheuliche Tat (Hes 16,52). Sprüche 28,9 erklärt: „Wer sein Ohr abwendet vom Hören des Gesetzes, dessen Gebet sogar ist ein Gräuel.“ Und in Sprüche 15,8-9 lesen wir, dass der Lebenswandel und auch das Opfer des Gottlosen für Gott ein Gräuel sind. Jeder Götzendienst (5Mo 7,25) und jede ungerechte Tat (5Mo 25,16) sind ein Gräuel für den Herrn; gleiches gilt für jeden, der sich auf Abwege begibt (Spr 3,32; 15,26), lügt (Spr 12,22) oder im Herzen verdorben (Spr 11,20) oder stolz ist (Spr 16,5). In O enbarung 21,8.27 endet die Schrift mit der Warnung, dass jene, die Gräuel tun oder damit be eckt sind, ewige Strafe erleiden werden. Sünde ist Zielverfehlung Das am häu gsten verwendete hebräische Wort für Sünde ist chata, was soviel bedeutet wie Zielverfehlung, den Weg nicht zu nden oder in die Irre zu gehen. In Richter 20,16 wird über besonders fähige Kämpfer gesagt: „Diese alle schleuderten mit dem Stein aufs Haar genau und verfehlten ihr Ziel [chata oder griechisch hamartáno,] nie.“ In Sprüche 19,2 lesen wir: „Wer mit den Füßen hastig ist, tritt fehl [chata].“ Im Neuen Testament ist das häu gste griechische Wort für Sünde hamartáno, was ebenfalls mit „das Ziel verfehlen“, „(ver)irren“ oder „vom Weg abkommen“ übersetzt werden kann. Der Bibel zufolge ist das Ziel, das der Mensch anstreben soll, die Ehre Gottes. Jeder Gedanke, jedes Wort und jede Tat, die nicht die Ehre Gottes als höchstes Ziel anstreben, sind Sünde. Es ist wichtig zu beachten, dass Sünde niemals als unschuldiges Versehen oder aufrichtiger Irrtum angesehen wird, sondern stets als willentlicher Akt des Ungehorsams, der aus der moralischen Verdorbenheit des Menschen und seiner Rebellion gegen Gott resultiert. Sünde ist Grenzüberschreitung Das Wort „übertreten“ ist eine Übersetzung des hebräischen Wortes abar, was soviel bedeutet wie „kreuzen“, „passieren“, „durchqueren“ oder „vorbeiziehen“. Gottes Gebot zu übertreten bedeutet, weiter zu gehen als Gottes Gebot es erlaubt. Man missachtet die auferlegten Schranken, die Gottes Gesetz uns setzt und geht über

„JEDE SÜNDE IST EIN VERRAT AN DEM, DER UNS ERSCHAFFEN HAT UND LIEBEVOLL UNSER LEBEN ERHÄLT“
Sünde ist Gesetzlosigkeit 1. Johannes 3,4 besagt: „Jeder, der die Sünde tut, tut auch die Gesetzlosigkeit, und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit.“ Das griechische Wort für „Gesetzlosigkeit“ ist anomia (a = „ohne“, nomos = „Gesetz“). Gesetzlosigkeit zu praktizieren bedeutet, „ohne Gesetz“ zu leben oder so, als habe Gott seinen Willen niemals o enbart. Man kann „Gesetzlosigkeit tun, indem man o en dem Gebot Gottes trotzt oder aber indem man einfach gleichgültig gegenüber Gottes Gesetz ist oder es bewusst ignoriert. In jedem Fall zeigt man dadurch Verachtung gegenüber Gott und seinem Gebot. Die abscheuliche Natur der Gesetzlosigkeit wird daran deutlich, dass der Antichrist auch als „Mensch der Gesetzlosigkeit“ bezeichnet wird (2 es 2,3)

32 I Timotheus

die Grenze hinaus. Im Neuen Testament ist das Wort „übertreten“ eine Übersetzung des griechischen Wortes parabaíno, was soviel bedeutet wie „zur Seite abweichen“, „vorübergehen“, „übergehen“ oder „überschreiten“. In Matthäus 15,2-3 ndet sich ein exzellentes Beispiel für die Verwendung von parabaíno: Als die Pharisäer Jesus fragten: „Warum übertreten [parabaíno] deine Jünger die Überlieferung der Ältesten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen“, antwortete Jesus ihnen: „Warum übertretet [parabaíno] auch ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen?“

Die unbegrenzte Ausbreitung der Sünde
Da wir jetzt ein wenig Einblick in die Sündigkeit der Sünde genommen haben, müssen wir unsere Aufmerksamkeit jetzt einer der wichtigsten Lehren der ganzen Bibel widmen: der unbegrenzten Ausbreitung der Sünde. Die Sünde ist kein seltenes oder ungewöhnliches Phänomen, das sich auf eine kleine Minderheit der Menschheit beschränkt, sondern von weltweiter Ausbreitung. Die Schrift sagt klar, dass „alle gesündigt haben und nicht die Herrlichkeit Gottes erlangen“ (Röm 3,23). Es gibt keinen einzigen Nachkommen Adams, der sich nicht der Rebellion seines Vorvaters angeschlossen hätte. Wer das verleugnet, verleugnet zugleich das Zeugnis der Schrift, der Menschheitsgeschichte und seiner eigenen sündigen Gedanken, Worte und Taten. Aufgaben zum Bibelstudium 1. In Römer 3,23 ndet sich eine der wichtigsten Aussagen der Bibel über die Sündigkeit und den Ungehorsam aller Menschen. Was lehrt dieser Vers? Studienhilfe: Der Ausdruck „erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes“ meint wahrscheinlich das kontinuierliche Versagen des Menschen, alles zu Gottes Ehre, Ruhm und seinem Wohlgefallen zu tun. Sie werden verurteilt „weil sie Gott kannten, ihn aber weder als Gott verherrlichten noch ihm Dank darbrachten“ (Röm 1,21). 2. Die Bibel ist voller Aussagen über die Sündigkeit und den willentlichen Ungehorsam des Menschen gegen Gott und seinen Willen. Was lehren die folgenden Schriftstellen über den weltweit verbreiteten Ungehorsam aller Menschen? 1. Mose 6,5 1. Könige 8,46 Psalm 143,2 Sprüche 20,9 Prediger 7,20 Jesaja 53,6 3. In Römer 3,9-12 ndet sich eine Reihe von Zitaten aus dem AT, mit denen Paulus die unbegrenzte Sündigkeit und den willentlichen Ungehorsam Gott aufzeigt.

„ES GIBT KEINEN EINZIGEN NACHKOMMEN ADAMS, DER SICH NICHT DER REBELLION SEINES VORVATERS ANGESCHLOSSEN HÄTTE“
Lies den Text mehrmals, bis dir sein Inhalt vertraut ist. Schreibe anschließend deine Gedanken zu jedem einzelnen Vers auf. 4. Die Bibel bezeugt die Verdorbenheit des Menschen auf eine deutliche, angreifende Weise, sodass nicht jeder dieses Zeugnis als wahr annimmt. Welche Warnung nennt 1. Johannes 1,8-10 für jene, die das biblische Zeugnis über den Menschen ablehnen und behaupten, sie seien keine Sünder?
Auszug aus „ e Truth about Man“ von Paul Washer. Als PDF unter http://www.heartcrymissionary.com/resources/ebooks Mit freundlicher Genehmigung Übersetzung: Hans-Werner Deppe

PAUL WASHER (*1961) ist Ehemann und Vater von 3 Kindern. Nach seinemTheologiestudium diente er 10 Jahre als Missionar in Peru. Während dieser Zeit gründete er das Missionswerk Heart Cry Missionary Society. Dieses Werk ist mittlerweile auf der ganzen Welt aktiv. In Deutschland ist er einem breiteren Publikum durch seine Predigten bekannt, die durch das Internet eine weite Verbreitung gefunden haben.

Timotheus I 33

nachlesen
„Sünde“ zum Nachlesen

Weiß wie Wolle

D. Martyn Lloyd-Jones
Dieses Buch von Martyn Lloyd-Jones ist eine Ansammlung seiner fortlaufenden Predigten über Jesaja 1,1-18. Das große ema dieses Bibelabschnitts ist die Sünde. Anhand dieses Absatzes im Jesaja zeigt der Autor, wie zerstörerisch die Sünde im Leben des Volkes Israel war, aber auch im Leben eines jeden Menschen ist. Weniger auslegend, mehr anwendungsbezogen und evangelistisch behandelt der Autor die Textabschnitte mit vielen Beispielen sehr anschaulich. Vers für Vers zeigt Martyn Lloyd-Jones wie Sünde den Menschen systematisch zerrüttet. Im ersten Kapitel wird das Reden Gottes und die Reaktion des Volkes aufgezeigt. Gott hat durch Propheten zu dem Volk geredet, sie aber haben sich von seinen Propheten abgewandt und an falsche Propheten gehängt. Immer, wenn Gott Boten mit einer Botschaft sandte, waren auch falsche Boten des Satans vor Ort. Der erste Schritt der Sünde ist, dass ich mich von der Botschaft Gottes abwende und dadurch empfänglich werde für jede Andere. Im zweiten Kapitel wird die erste Auswirkung der Sünde aufgezeigt. Es ist die Verblendung oder Unwissenheit. „Sünde ist Rebellion, wie wir gesehen haben – aber zweitens ist Sünde auch etwas, das unseren Verstand verblendet und zu Unwissenheit und einer Unfähigkeit zu denken führt“. Der Mensch wird geblendet und bildet sich ein es wäre alles in Ordnung, obwohl alles andere als das der Fall ist. Er wird unfähig richtig zu denken und seine schlimme Lage zu erkennen. Im dritten Kapitel wird die Entwicklung des Menschen aufgezeigt, in dem die Sünde aktiv ist. Sünde macht den Menschen verdorben und dadurch bringt sie Gericht Gottes mit sich. „Machen Sie die Augen auf und schauen Sie, wo Sie mit Ihrer Schlauheit gelandet sind, wohin Ihre Abkehr von Gott Sie gebracht hat!“. Im vierten Kapitel wird die Macht der Sünde aufgezeigt. Die Sünde ermächtigt sich des ganzen Menschen und macht ihn unbelehrbar und unverbesserlich. Ist die Sünde einmal im Menschen aktiv, gibt sie sich nicht mit halben Sachen zufrieden. Sie erobert den Menschen ganz, da sie eine Macht ist und fängt an, ihn nach belieben zu beherrschen. Dadurch wird der Mensch Freiwild des Teufels. Im fünften Kapitel werden die Auswirkungen der Sünde deutlich aufgezeigt. Sie führt den Menschen ins Elend, nimmt ihm das Wertvollste und macht ihn sich zum Sklaven. Die Sünde tritt zuerst verlockend auf, führt aber letzten Endes immer ins Elend. „Wüssten wir wirklich die Wahrheit über die Sünde, so hätten wir nie die Dinge getan, die wir getan haben“. Die Kapitel sechs und sieben zeigen Ho nung auf. Es wird aufgezeigt, dass der Mensch unfähig ist, sich selber zu ändern, aber Gott ihm Buße gibt, aus dem Elend und der Macht der Sünde herauszukommen. Es wird auch die Bedeutung von Buße erklärt, was bei den vielen falschen Vorstellungen heute sehr hilfreich ist. Die letzten beiden Kapitel zeigen den Weg Gottes zur Rettung, der anders ist als der Weg des Menschen, und das Reden Gottes zu den Menschen, der Appell zur Umkehr und Rettung. Zusammengefasst zeigt das Buch das Wirken und das Wesen der Sünde im Menschen und den Weg Gottes herauszukommen und frei von der Sünde zu werden. Es zeigt sehr viele Facetten der Sünde auf und Gottes Gnade, die damit fertig wird. Dieses Buch als ganzes erinnert an die Aussage des Paulus in Römer 5,20 : „Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade über ießend geworden“. // Viktor Sudermann

Alle rezensierten Bücher sind auf cbuch.de erhältlich.

Das verlorene Gewissen
John MacArthur
Dieses Buch ist eine substanzielle, biblisch fundierte und absolut lesenswerte Abhandlung zum ema Sünde. Dies wird durch den Titel zunächst nicht deutlich. John MacArthur schreibt im Vorwort, dass es mit diesem Buch sein einziges Anliegen sei, „die Gemeinde zum Erwachen zu bringen, hinsichtlich der schrecklichen Realität der Sünde“. Wer John MacArthur kennt, weiß, dass er sich bei seinen Auslegungspredigten und in seinen Büchern immer sehr eng an die Schrift hält. Dieses Buch zu dieser grundlegenden Lehre ist darum auch eine weitere Empfehlung „den Spurgeon unserer Zeit“ zu lesen und von ihm zu lernen. Die theologische Übereinstimmung mit den Reformatoren und Puritanern wie John Owen, J.C. Ryle oder Matthew Henry kommt deutlich zum Vorschein. Nicht zu verbergen ist auch in diesem Buch MacArthurs Wertschätzung für den Bibelausleger und treuen Verkündiger des 20. Jahrhunders, D. Martyn Lloyd-Jones. Dieses Buch hilft auf jeden Fall in der Auseinandersetzung mit Fehlentwicklungen unserer Zeit, die Sünde als psychische Störung, Verhaltensstörung, antisoziale Persönlichkeitsstörung oder als Krankheit sieht. John MacArthur erklärt die fundamentale Bedeutung der Lehre von der Erbsünde und der Lehre der menschlichen Verderbtheit. Er zeigt, dass das Verständnis der Sünde als persönliche Schuld vor dem heiligen Gott grundlegend für das Evangelium ist. Er widmet sich auch der Frage nach der Ursache des Bösen in der Welt. Als erfahrener Lehrer und Hirte stellt der Autor deutlich heraus, dass nicht Selbstliebe, ein gutes Selbstwertgefühl oder eine psychologische Behandlung der Ausweg aus dem Dilemma der Sünde ist, sondern die echte Buße und Neugeburt, der Glaube an Jesus Christus den Gekreuzigten, das Sündenlamm Gottes. Dieses Stück Literatur verspricht natürlich kein makelloses Leben als Christ. Dennoch ist es eine enorm hilfreiche Anleitung, um im Umgang mit Versuchungen, Lüsten, sündigen Gewohnheiten, Süchten und Phantasiesünden zu lernen richtig zu denken und siegreich zu leben. Auf Grundlage der Schrift zeigt der Autor Auswege und Strategien für das konkrete Leben als Christ zur Ehre Gottes. // Hans-Jürgen Holzmann

Unvollkommene Heilige
Erwin W. Lutzer
Im Buch „Unvollkommene Heilige“ beschäftigt Erwin W. Lutzer sich mit der ematik der Sünde im Leben von Gläubigen. Es handelt sich dabei aber nicht um eine detaillierte und umfassende Abhandlung, die alle Aspekte des emas beleuchtet, sondern um den Versuch anhand biblischer Begebenheiten und Gestalten das Elend aufzuzeigen, das Sünde im Leben von Gläubigen mitunter anrichtet. In insgesamt 12 eindringlich geschilderten Beispielen aus dem Leben von biblischen Vorbildern wie Noah, Mose und Simson beleuchtet Lutzer verschiedenartige Sünden, ihre Folgen und Schlussfolgerungen, die daraus für uns als Gläubige zu ziehen sind. Er zeigt, dass Sünde nicht auf die leichte Schulter genommen werden kann und dass Sünden im Leben praktische Konsequenzen nach sich ziehen. Ehebruch, Geldgier oder Alkoholmissbrauch bleiben nicht folgenlos. Das Buch ist wachrüttelnd und fordert auf, an die Sünde im eigenen Leben keine Zugeständnisse zu machen, gleichzeitig will das Buch angeschlagenen Gläubigen auch Mut machen im Kampf gegen die Sünde. Am Ende des Buches werden auch noch ein paar Worte zur Wiedereingliederung Gestrauchelter gefunden. Schade ist jedoch, dass das Buch nur wenig über die Illustrationen hinausgeht. Es fehlt meines Erachtens eine kurze und bündige Darstellung biblischer Lehre zum ema Sünde, die den durchdacht gewählten Lebensbildern einen Rahmen gibt. Fazit: Rüttelt wach, man sollte aber keine biblischtheologisch tiefgehende Abhandlung zum ema Gläubige und Sünde erwarten. // Simon Arnold

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In den nächsten Monaten gibt es mehrere Möglichkeiten reformatorisch geprägte Konferenzen zu besuchen, die sich ein Christuszentriertes Evangelium auf die Fahnen geschrieben haben. Zum ersten Mal ndet die Evangelium 21-Konferenz statt.

termine

Hirtenkonferenz 2011
Wann? 19.-21. Mai 2011 Wo? Bonn Thema? Die Auswirkungen der Schrift im Leben der Gläubigen und der Gemeinde Referenten // Rick Holland, Benedikt Peters, John MacArthur u.v.m Mehr Infos // www.hirtenkonferenz.de

Verax Konferenz 2011
Wann? 27.-28. Mai 2011 Wo? Unna-Königsborn Thema? Ein verlässlicherAnker fürs Leben Die absolute Wahrheit der Heiligen Schrift in einer Zeit der Beliebigkeit Referenten // Dr. Kai Soltau, Dr. Martin Erdmann, Dr. Geoffrey Holder, Pfarrer Reinhard Möller Mehr Infos // www.verax.ws/conference

Evangelium21 Konferenz

mit Workshops von 9Marks Ministries
Wann? 18.-20. August 2011 Wo? Gemeinde und Missionswerk Arche e.V. Hamburg Thema? Das Evangelium im Zentrum der Gemeinde Referenten // Christian Wegert, Matt Schmucker, Ron Kubsch, Matthias Lohmann u.v.m Mehr Infos // In kürze gibt es hier mehr Infos: www.evangelium.net

3. Betanien Konferenz
Wann? 10. September 2011 Wo? Bielefeld Thema? Geistliches Unterscheidungsvermögen lernen & fördern. Wie stärken und schützen wir unsere Gemeinden? Referenten // Thorsten Brenscheidt, Martin Erdmann, Dirk Noll, Hans-Werner Deppe Mehr Infos // www.betanien.de/konferenz

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Herausgeber I Die Redaktion Redaktion I Waldemar Dirksen, Viktor Sudermann, Andreas Kuhlmann, Peter Voth Creative Director I Peter Voth » www.be.net/petervoth Redaktionelle Mitarbeit I Hans-Werner Deppe, Hans-Jürgen Holzmann Lektorat I R. Reichert Abo-Betreuung I Michael Töws » mtoews@betanien.de Shop I www.cbuch.de Web I www.timotheusmagazin.de Kontakt I E-Mail » timotheusmag@yahoo.de Vertrieb & Verlag I Betanien Verlag » www.betanien.de
Erscheinungsweise I Alle drei Monate (01.01; 01.04; 01.07; 01.10) seit dem 01.10.2010 als freier PDF-Download. Als Printausgabe seit dem 01.01.2011 über den Betanien Verlag für € 2,90 pro Ausgabe (zzgl. Versandkosten) Bildnachweis I S. 3: © by Thorsten Pahlke (pixelio.de); S. 1,6: © by Stalman (istockphoto.com); S. 14,17: © by Hidesy (istockphoto.com); S. 8: © by Peter Becker (pbecker.tumblr.com); S. 12,24: © by Iakov Kalinin (istockphoto.com); S. 17: © by Georgios Kollidas (istockphoto.com); S. 23: © by desiringgod.org; S. 26: © by Artur Ertel; S. 30: © by GlobalP (istockphoto); S. 33: © by Heart Cry Missionary Society; S. 36: © by Ligonier Ministries (flickr.com) Allgemeiner Hinweis I Seit der Januarausgabe 2011 „Glaube“ wird das „Timotheus Magazin“ vom Betanien Verlag gedruckt und vertrieben (€ 2,90 pro Ausgabe; zzgl. Versandkosten). Das „Timotheus Magazin“ ist kein Verein, sondern ein freies Produkt der Initiatoren. Das „Timotheus Magazin“ ist mit keiner bestimmten Denomination, Kirche oder Organisation verbunden. © der Artikel bei den jeweiligen Autoren. Vervielfältigung nur mit Quellenangabe. © der Bilder und Fotos bei den jeweiligen Rechteinhabern (siehe Bildnachweis)

Ungewollt und doch geliebt - MP3 - Hörbuch
Wie Gott mich durch Leid und Ablehnung führte Vorwort von Elisabeth Elliot // Glenda Revell Glenda durchlebte eine schlimme Kindheit und viel Leid: sexueller Missbrauch, Mobbing durch die eigene Mutter, Magersucht ... Aber sie lernte, sich nicht als Opfer zu sehen, sondern vielmehr als begnadigter Sünder. Eine sehr bewegende Geschichte, die sowohl das Evangelium als auch wertvolle seelsorgerliche Einsichten vermittelt. Nr. 175922, CD (MP3-Format) im Pappsleeve, 3:14 Std, Betanien » EUR 5,90 ab 10 Stk. » EUR 3,90

Gottes Plan - kein Zufall!

Die Bibel im Zusammenhang erklärt // Vaughan Roberts Dieses Buch verfolgt zwei Ziele: Ersten vermittelt es einen Überblick über die ganze Bibel und erstellt zur Orientierung eine Art „Landkarte“ der Bibel und des Heilsplans. Zweitens zeigt es, dass die ganze Bibel auf den Herrn Jesus hinweist – wie es der Herr seinen Jüngern in Lk 24,27 erklärte. Nr. 863888, Paperback, 160 Seiten, 3L Verlag » EUR 12,20

Tausend Meilen voller Wunder

Die dramatische Flucht von Chinamissionaren zur Zeit des Boxeraufstands // Archibald Glover Dem Boxeraufstand von 1900 in China fielen 49.000 chinesische Christen und 181 Missionare als Märtyrer zum Opfer. Dieser ergreifende Tatsachenbericht schildert diese Zeit. Ein Klassiker, der auch in Hudson Taylors Biografie erwähnt wird. Nr. 555849, Paperback, 286 Seiten, Edition Baruch » EUR 11,95

Jonathan Edwards

Ein Lehrer der Gnade und die große Erweckung // Ian H. Murray Eine gut lesbare, sorgfältig recherchierte Biografie von einem bekannten Autoren über den wohl bedeutendsten Theologen Amerikas. Nicht nur eine außergewöhnliche Biografie, sondern auch eine Veranschaulichung, wie die Gemeinde heute aus ihrer Geschichte lernen kann. Nr. 256306, Hardcover, 576 Seiten, CLV » EUR 12,90

Ausgewählte Neuheiten aus dem Betanien-Onlineshop cbuch.de
Tel. 05237-899090 eMail. info@betanien.de web. www.cbuch.de

Der Heilsweg von Kirche und Bibel im Vergleich // Hans-Werner Deppe Aktuell zum bevorstehenden Papstbesuch: evangelistisch zum Weitergeben an Katholiken – aber auch gläubige Christen lernen hier, was der Unterschied zwischen dem Evangelium der Bibel und der Heilslehre der röm.-kath. Kirche ist. Ab 20 Stück nur 1,40 EUR! PDF unter cbuch.de Nr. 175921, Taschenbuch, 128 Seiten, Betanien » EUR 1,90 ab 20 Stk. » EUR 1,40

Sind Sie auch katholisch?

Der Tempel aller Zeiten

Die Wohnung Gottes und der Auftrag der Gemeinde - eine biblischheilsgeschichtliche Studie // Gregory Beale Das Thema des Tempels zieht sich als roter Faden durch die ganze Bibel. Dieses Buch klärt u.a.: • Wird wieder ein neuer Tempel in Israel gebaut? • In welchen Tempel setzt sich der Antichrist? • Was ist mit dem Tempel aus Hesekiel und Offb. 11? • Jesus und die Gemeinde als der wahre Tempel uvm. Nr. 175995, Paperback, ca. 480 Seiten, frühestens ab April 2011 Betanien » EUR 21,90

1. Mose 1-11 - Der Schlüssel zur Verteidigung des Glaubens. // Ken Ham Die Bibel warnt, dass in der Endzeit Irrlehrer mit zerstörerischen „wissenschaftlichen“ Lügen auftreten und Christen dadurch in die Irre führen werden (vgl. 2.Petrus 2,1-3). Dieses Buch verdeutlicht, wie grundlegend die Urgeschichte in 1Mo 1-11 für einen festen biblischen Glauben ist. Nr. 117743, Paperback, 208 Seiten, Impact » EUR 6,95

Evolution - Die große Täuschung

BETANIEN BUCH des JAHRES 2010

Gibt es Heilsgewissheit ohne Heiligung? // Thomas Schreiner & Ardel Caneday

Mit Ausharren laufen

Aufgrund vielfältiger Aufmerksamkeit und etlicher Rezensionen haben wir dieses Ende 2009 erschienene Buch zum „Betanien-Buch des Jahres 2010“ ernannt. Verschiedene Sichtweisen über die Sicherheit oder Verlierbarkeit des Heils und ihr Bezug zu Werken und Heiligkeit werden beleuchtet und aus der Bibel systematisch eine klare Antwort hergeleitet. Fundamental zu diesem Thema. Nr. 175990, Paperback, 350 Seiten, Betanien » EUR 15,90

timotheusmagazin.de
Sünde // Nr. 03 // 02/2011 // € 2,90

„Die Zuneigungen des natürlichen Menschen sind erbärmlich entstellt; geistlich gesehen ist er ein Monster. Sein Herz ist dort, wo seine Füße sein sollten: auf die Erde xiert; seine Ferse hingegen ist zum Tritt gegen den Himmel gerichtet, wo sein Herz sein sollte (Apg 9,5). Sein Angesicht ist der Hölle zugewandt, sein Rücken dem Himmel zugekehrt, und deshalb ruft Gott ihn auf, umzukehren. Er freut sich über das, was er bedauern sollte, und bedauert das, worüber er sich freuen sollte. Seine Ehre ist in seiner Schande, und er schämt sich seiner Ehre; er verabscheut, was er ersehnen sollte und ersehnt, was er verabscheuen sollte (Spr 2,13-15).“ omas Boston

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