Charles Bukowski Kaputt in Hollywood

Herausgegeben und aus dem Amerikanischen von Carl Weissner

Scanned by Doc Gonzo

Inhalt

Ich erschoß einen Mann in Reno . . . . . . . . . . . Geburt, Leben und Tod einer Untergrundzeitung . . Szenen aus der Großen Zeit . . . . . . . . . . . . . . Kaputt in Hollywood . . . . . . . . . . . . . . . . . Love it or leave it . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die Goldgräber von Los Angeles . . . . . . . . . . . Die Große Zen-Hochzeit . . . . . . . . . . . . . . . Eine verregnete Weibergeschichte . . . . . . . . . . Vergewaltigung! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hundekuchen in der Suppe . . . . . . . . . . . . . . Bukowski-Interview . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11

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Ich erschoß einen Mann in Reno und andere unvorsichtige Angaben zur Person
Bukowski heulte, als Judy Garland in der New York Philharmonie Hall sang; Bukowski heulte, als Shirley Temple »I Got Animal Crackers in my Soup« sang; Bukowski heulte in billigen Kaschemmen; Bukowski läuft in unmöglichen Klamotten rum, Bukowski kann sich nicht richtig unterhalten, Bukowski hat Schiß vor den Weibern, Bukowski hat einen schwachen Magen, Bukowski ist voller Ängste und hat einen Haß auf Wörterbücher, Nonnen, Pennies, Busse, Kirchen, Parkbänke, Spinnen, Fliegen, Flöhe und Freaks; Bukowski war nicht im Krieg. Bukowski ist alt, Bukowski hat seit 45 Jahren keinen mehr hochgekriegt; wenn Bu kowski ein Affe wäre, würde ihn seine Affenhorde davonjagen . . . Bukowski, der große Schriftsteller; Bukowski, der sich einen abwichst: ein Standbild im Kreml; Bukowski und Castro: ein Standbild im sonnigen Havana, mit Vogelscheiße verkleistert - Bukowski und Castro rasen auf einem Tandem-Rennrad dem Sieg entgegen (Bukowski auf dem hinteren Sitz); Bukowski der Tigerbändiger, der eine scharfe igjährige Blondine auspeitscht, eine scharfe Blondine mit Oberweite 95, eine scharfe Blondine, die Rimbaud liest; Bukowski, eingekeilt zwischen den Wänden der Welt, von allen guten Geistern verlassen; Bukowski, der Judy Garland die Stange hielt, als es für alle schon zu spät war. Bukowski hielt Mickey Mouse für einen Nazi; Bukowski benahm sich wie ein Arschloch in Barney's Beanery; Bu kowski benahm sich wie ein Arschloch in Shelly's ManneHole; Bukowski ist neidisch auf Ginsberg; Bukowski ist neidisch auf den 6ger Cadillac; Bukowski versteht nichts von Rimbaud; Bukowski wischt sich den Arsch mit hartem

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. .braunem Klopapier ab. Bukowski heulte. einen Mann in Reno erschoß. . als Judy Garland . Bukowski wird in 5 Jahren tot sein Bukowski hat seit 1963 kein brauchbares Gedicht mehr geschrieben.

ich steig aus.Geburt. wir versuchen hier ein biß chen Organisation reinzubringen.« Cherry (Hyans' Frau): »Du hast dich geweigert.« »Hab ichs denn getan?« »Nee. und du kommst ständig an und machst Scherereien.« »Ah. Einem hast du ne Flasche übern Schädel gehauen. du würdest die ganze Bude ausräumen. Hyans: »Du hast gesagt. mit dem Rücken gegen die Bücherwand. erst später ließ ich mir erzählen. was sich alles abgespielt hatte.« Hyans: »Hör mal. daß du ne Kolumne schreibst. angefangen mit dem Typ im Rollstuhl. wir möchten. vielleicht bist du der beste Schriftsteller in Kalifornien. um mich beleidigen zu lassen!« »OK. Leben und Tod einer Untergrundzeitung Zu Anfang gabs im Haus von Joe Hyans eine ganze Reihe von Meetings. Wir meinen. Scheiß drauf. daß du der beste Schriftsteller in Los Angeles bist.« 9 . wegzugehn. deshalb kriegte ich von der Gründung der Untergrundzeitung Open Pussy nicht viel mit. da erschien ich gewöhnlich in betrunkenem Zustand. der mir je begegnet ist!« »OK. du würdest mich im Stehen ficken. Du bist der schlimmste Säufer. und die anderen gingen nacheinander weg. dann eben nächstes Mal. Oder vielmehr. »Das ist eine gottverdammte Beleidigung! Ich bin hier nicht hergekommen. und ständig hast du mir gesagt.« Ich nahm meinen Drink in die Hand und holte damit aus. was ich angestellt hatte. Der fing dann an zu heulen. Bukowski. du hast ne ganze Flasche Whisky ausgetrunken. Wer interessiert sich schon für Zeitungen?« »Nee.

und wir sind im Geschäft. trank sie aus. . Ich war im Geschäft. Opa. wenig Busen. Daddy. wir wollen von dir ne Kolumne. groovy. Krieg ist die Hölle. is ne Fahne von Nordvietnam!« »Ah.« »Wir wollen eine Kolumne für Open PMSSJA« »Gieß mir 'n Drink ein. Das war nicht mehr so aufregend für mich. was für einen Fehler ich machte. Wenn ich sie mit meinen betrunkenen Pfoten anlangte. wurden sie immer ziemlich kühl.sie waren alle neunzehn. und nicht zu vergessen: das Pot.»Ich sags ja! Du beleidigst mich schon wieder!« »Also jedenfalls.« Hyans goß ein. Ziemlich. was wir dich hier schwenken sehen wollen. aber sie sahen alle gleich aus. in zu kurzer Zeit. vier Dosen Bier hinterher. und schrieb die erste Kolumne. Das wußte ich alles schon seit fünfzig Jahren. was bist du für ein alter Schmutzfink! Also wirklich . Groove baby! Ich fand eine Flasche in meiner Bude. Sie handelt e von einer drei Zentner schweren Nutte. Ich versuchte. ohne recht zu wissen warum. Fick lieber. so ein dreckiges Blond. die Mädchen zu einer Nummer zu animieren. benommen vor Eifer. Oh. Es war eine gute Kolumne.« »Ich bin Dichter. Es begann im Erdgeschoß eines zweistöckigen Hauses.. und irgendwie von sich eingenommen. oh groovyl Krieg is Scheiße. Ich kippte den Drink und ging rüber zu meinem Hinterhof im Slum und überlegte mir. das einzige. deine Muschi is wahrscheinlich eh verstunken!« »Oh. Ich korrigierte die Tippfehler. kleiner Arsch. Der Stoff im Versteck.« »Was ist denn der Unterschied zwischen Gedichten und Prosa?« »Ein Gedicht sagt zuviel. die ich mal in Philadelphia gefickt hatte. Oh Gott. Es gab ein paar halbgare Freiwillige und das Ding war neu und alle außer mir waren freudig erregt. »Schau her. das Hyans gemietet hatte. sowas von ekelhaft!« 10 . wichste mir einen runter und ging schlafen . Ich war beinahe fünfzig Jahre alt. statt zu kämpfen. .. Prosa sagt zu wenig und dauert zu lange. und sie benahmen sich auch alle gleich . und hier ließ ich mich nun mit diesen langhaarigen bärtigen Kids ein.

Komm. als die Tochter anfing. der den Verteilerkasten an der Seite des Hauses aufbrach und die Drähte umklemmte.« Cherry: »Na hör mal. Da war ich nun. damit er sich gebührenfreie Nebenanschlüsse legen konnte. . Cherry.« »Na. du alter Lustmolch . und eines Nachts hatte ich in der einen Hand eine Flasche Portwein und mit der anderen hielt ich die Taschenlampe für Joe. die hatten sic h beide im Wald verirrt. ich hol dir noch'n Bier. erzähl mir ne Geschichte. und konnte nichtmal einen Hund in den Arsch pimpern . Richtig schlimm wurde es. Ich machte die Dose auf. Ich kann nichts dafür. . honey. na. . aber in der Hand hatten sie nicht meinen prächtigen purpurroten Schwengel. Sweetie!« Cherry: »Hör mal. . es war einmal ein alter Mann und ein allerliebstes kleines Mädchen. auf der Suche nach Joe.« »Beeil dich. Bukows ki. Die Zeitung wurde zu groß. Oder Cherry wurde es zuviel.Und dann stelzten sie davon und wackelten mit diesen saftigen kleinen Arschbäckchen vor mir herum.« »OK. Joe. der größte lebende Dichter seit Auden. wir müssen mit dieser Zeitung einfach hier raus! Das ist mein Ernst!« Sie fanden ein leerstehendes Gebäude vorne an der Straße.« Das kleine Mädchen. der sich zu einem Schiß zurückgezogen hatte. Ich glaub fast. Bukowski. »Joe. . 11 . kam mit dem Bier angerannt und kletterte mir wieder auf den Schoß. bei mir auf dem Schoß zu sitzen. zwei Stockwerke. . die am Sunset Strip die Kids filzten und ihnen ihre »Baby Ruth« Schokoladenhäppchen wegnahmen. du alter Lustmolch .« »Cherry. Sie rutschte hin und her und sah mich an und sagte: »Ich mag dich. Kinder mögen mich einfach. sondern irgendeinen oberschülerhaften Artikel über die Bullen. »Ich mag dich Bukowski. . Zaza. Bukowski. . Erzähl mir was. Also. daß ich dauernd betrunken auf der Couch herumlümmelte und ihrer fünfjährigen Tochter lüsternde Blicke zuwarf. du hast ne schmutzige Fantasie!« Cherry rannte die Treppe rauf.

. Wollte. FREE PRESS«. LIEBE. daß ich außer den Langhaarigen und den Bärtigen noch andere Leser hatte. Jensen sei hinter ihr her. unter nem Stapel Tuschezeichnungen. An diesen Rippen würd' ich mich beim Picken blutig stoßen. ALLES LIEBE DER L. »OH. Und bald stellte sich heraus. Sagte.A. Eines Abends gingen Jensen und Joe zusammen essen. War sehr nervös. es sei jetzt alles »in Ordnung«.Etwa um diese Zeit wurde Joe von der einzigen anderen Untergrundzeitung in Los Angeles beschuldigt. daß ich das Ding verstecke. . wer wen aufs Kreuz gelegt hat. .« »Yeh?« »Yeh. »Halt die Lampe ruhig«. Joe war so ne Art Jesus. Ich weiß nicht. Es war mein Freund Mongo. »Hank?« »Yeh?« »Cherry war letzte Nacht hier.A.« »Hast du sie gepimpert?« »Wozu? Ist doch nur Haut und Knochen. eine Kopie ihrer Adressenliste gestohlen zu haben. oder was sich unterm Tisch abgespielt hat. 12 . sagte er .« Ich legte auf.« »Der hatte aber soul. Klar.« Dazu hatten sie allen Grund. Sie hatten denen ihre Adres senliste. Aber ich wußte natürlich. für diese Untergrundzeitung zu arbeiten. WIR LIEBEN DIE LA. und der hat nur 83 Pfund gewogen . Am Morgen klingelte bei mir zuhause das Telefon. Ich habs im Keller versteckt. »LIEBE. Joe sagte mir hinterher. die Jimmy the Dwarf kurz vor seinem Tod gemalt hat. . daß Joe ein Mensch mit Moral und Skrupeln und Idealen war . der Gigant des Ewigen High.. . Die nächsten vier oder fünf Ausgaben von Open Pussy hatten Schlagzeilen wie: »WIR LIEBEN DIE L.deshalb hatte er auch aufgehört.« »Yeh?« »Sie hatte so ne Adressenliste bei sich. FREE PRESS. War mir auch egal.« »Du hast Jimmy the Dwarf gepimpert. FREE PRESS«.

wie sie Diego Rivera gemacht hätte.Das neue Federal Building in Los Angeles ragt gläsern und wahnwitzig modern in den Himmel mit seinen endlosen Reihen von Kafkazimmern. man würde mir einen reinwürgen. daß sie nicht abgeneigt wäre.naja. Und ich ging rein. wenn man ihm neun Zehntel seiner Sensibilität herausoperiert hätte . aber es half. Ich wußte. und ich ging rein ins Federal Building. Die alte Scheißtour. oder wenn sie's mit dem Mund machte. jedes mit seiner eigenen persönlichen Form von Schleimscheißerei. Schließlich wurde ich reingerufen von einer sehr schwarzen und wohltuend geschmeidigen und gut angezogenen Negerin. Ich setzte mich. Bald hatte ich etwas Riesiges zwischen meinen Beinen . ich erkannte die warzigen Zeichen der Zeit und fand die richtige Einstellung von selber: ich malte mir aus. m verabreichte an mir ein Ticket für diesen Betrag. und alles aalt sich in Wärme und tapsigem Tran wie der Wurm im Apfel. »Nehmen Sie Platz. Unten drin hatte es Wandgemälde. damit ich die richtige Einstellung finde. !3 . die Beine in der Luft.« Mann hinterm Schreibtisch. daß es nicht um eine Beförderung ging. riesig für meine Verhält nisse . wie jedes Girl. eins saugt sich ans andere.und war gezwungen. wohl im Bett sein würde. Man nahm den Schrieb entgegen und ließ mich eine dreiviertel Stunde lang auf der harten Bank sitzen. Ich hatte von der Personalabteilung eine Vorladung bekommen. daß sie wußte. es lag aber auch so ne Andeutung darin. mich mal ein bißchen an ihr Loch ranzulassen. die ziemliche Klasse hatte und sogar einen Hauch von Soul. Ich berappte meine 45 Cents Parkgebühr für ne halbe Stunde. Das änderte zwar nichts an der Situation. und ihr Lächeln verriet. auf den Fußboden zu starren. das vorbeiging. Das gehörte zur altbewährten Du -hastScheiße-in-den-Eingeweiden-und-wir-nicht Routine. Glücklicherweise hatte ich damit schon meine Erfahrungen gemacht.amerikanische Matrosen und Indianer lächelten um die Wette und versuchten nobel dreinzuschauen in billigem Gelb und fauliger grüner Kotze und verpißtem Blau. bzw.

.« »Zahlen Sie Alimente?« »Ja. . der uns mitteilt. »Das stimmt.« »Yeh?« »Nun. ohne ein Hemd an. gefickt und eingemacht. Bukowski?« »Yeh. . Interessierte mich nicht. der jünger und besser aussah als ich. Ich war schon vor der Zeit erledigt . es konnte sein. »Mr. Merkwürdig: da mußte ich an die Chinesen denken . daß Sie mit der Mutter Ihres Kindes nicht verheiratet sind. wenn ihr die Art von vornehm kennt.« 14 . hat keine fünfzehn oder zwan zig Mal in der Ausnüchterungszelle gesteckt.Nurzu. äh . Aber naja. oder Zitr onen gepflückt um 6 Uhr früh.« »Yeh. Er war ein bißchen grau und vornehm. wo es lang ging. daß die Temperatur um die Mittagszeit 35 Grad erreichte. eher flamboyant. daß nur die Chinesen wußten. mit einem Drink in der Hand. . einen gewis sen Standard aufrechterhalten müssen.« Er nannte mir seinen Namen. intelligenter oder hinterhältiger dreinschauend . die ich meine. wie er einen Weihnachtsbaum schmück te. Alter 4 Jahre. weil man wußte.»Mr. . Hat niemals Rüben aus der Erde gerupft zusammen mit einer Horde Mexikaner.gebraten. die wir im Dienste der Regierung stehen. Ich war sicher. Ich bin nicht verheiratet mit der Mutter meines Kindes. ich hatte mit Politik nichts im Sinn. sie wühlten sich von unten hoch. Nur die Armen kannten den Sinn des Lebens. das war auch nur so ein Schwindel: am Ende würgte die Geschichte uns allen einen rein. nichts mehr übrig.« Ich malte mir aus. .« Er lehnte sich wieder zurück. . daß wir. die Reichen und Abgesicherten mußten raten. »Sie müssen verstehen. .« « . wir haben da einen Informanten . müde. Er lehnte sich zurück in seinem Drehstuhl und starrte mich an. hatten die weiche Scheiße satt. v erkatert.« »Wieviel?« »Das werd ich Ihnen nicht sagen. uninteressiert. ich aber war bloß alt. Bukowski. Ruß land war schlapp geworden. er hatte einen erwartet.

« »Was haben Sie zu diesen Kolu mnen zu sagen?« »Nichts. die gegenwärtig an den besten Colleges Zeitungswissenschaft studieren.« »Yeh«. die stinkenden Scheißblätter. »Wir sehen uns veranlaßt. gab ich darauf keine Antwort. das Gespräch ist beendet. Die zweite Vorladung kam früher als ich erwartet hatte. Oh. und ich HOFFE . Er tippte sie an mit seinen Fingern. griff in einen kleinen gutpolierten Aktenschrank und zog sechs oder sieben Exemplare von Open Pussy heraus.natürlich . Bukowski.Da ich mir keinerlei Schuld bewußt war. wo seid ihr nur. wo bist du? Hemingway. davon auszugehen. . ich glaube. die CIA sei hinter dir her.Notes of a Dirty Old Man. die nie Zitronen gepflückt hatten. Ich wartete. Ich war voll beschäftigt . und sagte: »Ich hoffe. Er warf sie auf seinen Schreibtisch wie stinkende vergrätzte und geschändete Scheißhaufen.mit einer meiner wichtigen niederen Tätigkeiten. die noch nie eine Fabrik oder ein Zuchthaus von innen gesehen hatte. holte mir beim zu15 . »Mr. . mit seiner beringten Hand. Jungs? Kafka. abgeknallt auf dem dreckigen Feldweg. . als plötzlich der Deckenlautsprecher losdröhnte: »Henry Charles Bukowski zum Leiter der Abteilung Postzustellung!« Ich ließ meine wichtige Arbeit fallen. wo bist du? Lorca. der alte vornehme gut ausgeruhte nichtrübenrupfende Graue.« »Nennen Sie das etwa Literatur!« »Man tut was man kann. versprach ich ihm.« Er patschte auf die Blätter. Ich steckte mir eine Zigarre an.« »Well.« »Yeh. ich habe für zwei Söhne aufzukommen. als du behauptet hast. stand auf. kratzte meinen Bierbauch und ging raus. daß meine Söhne später einmal nicht solches Zeug schreiben wie SIE« »Das werden sie nicht«. hat dirs keiner geglaubt außer mir . daß Sie der Autor dieser Kolumnen sind . sagte ich. Dann drehte er sich zur Seite. .

Es war ein großes Gebäude. musterte mich von oben bis unten. Oder doch nicht? »Bukowski?« »Yeh. und Ihre derzeitige Frau haben Sie wann geheiratet? Wir hätten gerne das Datum.« »Sie waren mit Ihrer ersten Frau zweieinhalb Jahre verhei ratet.« »Yeh. Und am anderen Ende des Tisches stand dieser einzelne Stuhl . »Das ist Mr. Dort saßen zwei Männer am einen Ende eines Tisches. sagte der zweite Typ. der mehr als zwanzig Meter lang sein mußte. Washington führte das Wort. Der Sekretär des Oberpostlers. »Setzen Sie sich.« »Yeh?« »Sie sind 48 Jahre alt. er war einer der lokalen Obermacker. »Yeh. ziemlich enttäuscht. Sie saßen unter einer einsamen Lampe.« 16 . unter einer einsamen Lampeim Dunkeln. .aus Washington«.« »Bitte folgen Sie mir. baby. Dann machte er einen Bückling und ging rückwärts raus. Hitler ist tot. mit ziemlich vielen Papieren drin. Ausirgendeinem Grund mußte ich an all die Attentate denken. . wurden geschieden. man. aus dem es wieder in einen großen dunklen Raum ging.« Groovy. und unten durch eine lange Halle.für mich. »Also.ständigen Wachhund einen Laufzettel und ging rüber ins Büro. Er hatte eine Mappe vor sich. . Daddy. Bukowski..« Sie gaben mir beide die Hand. fragte er mich.« Ich folgte ihm. Ich sagte nichts. und Sie werden seit elf Jahren von der Regierung der Vereinigten Staaten beschäftigt. Es war eine hübsche Lampe. Wir gingen mehrere Treppen runter. »Sie können eintreten«. Dann sagte ich mir: wir sind hier in Amerika. sagte der Sekretär. Mit einem Schirm aus Menschenhaut? Mr.. Ich marschierte rein. ein alter grauer Kriecher. Die beiden Männer standen auf. »Sie sind Charles Bukowski?«. Mr. Da waren wir nun. und dann in einen großen dunklen Raum.

« Über der Kolumne trabte ein Schwanz mit Beinen.»Kein Datum. diese Illustration hier über der Story . den ich einmal im Suff aus Versehen in den Arsch gepimpert hatte . Gut vier oder fünf Minuten lang sagte keiner von uns dreien ein Wort. Aber als Story fand ich es äußerst lustig.« »Ich hab ihn nicht gezeichnet. und da saßen wir nun.« »Sie haben ein Kind?« »Yeh.« »Der trabende Schwanz?« »Ja. Die Story drehte sich um einen Freund von mir. Washington.« Dann lehnte er sich zurück..« »Sie sind nicht verheiratet?« »Nein. Es war eine wahre Geschichte. Washington. Nein.« »Zahlen Sie Alimente?« »Ja.. »Zu der Schreibe kann ich nichts sagen. »Nennen Sie das etwa Schreiben?« fragte Mr.« Er reichte Mr..« »Sie haben nichts zu tun mit der Auswahl der Illustrationen?« i/ . Fanden Sie's nicht auch ganz humorvoll?« »Aber diese . ein riesiger RIESIGER trabender Schwanz mit Beinen.« »Wieviel?« »Sodas übliche.. »Haben Sie das hier gesehen?« »Nein.« »Wie alt?« »Vier. »Schreiben Sie diese Kolumnen? Notes of a Dirty Old Man ?« fragte Mr. Los Angeles ein Exemplar.ich hatte ihn mit einer meiner Freundinnen verwechselt. »Yeh. Keine Heirat. das habe ich nicht gesehen. Dann erschien ein Stapel Exemplare der Untergrundzeitung Open Pussy. Nach zwei Wochen mußte ich meinen Freund schließlich mit Gewalt aus der Wohnung schmeißen.

Warten.« »Ich habe den Eindruck«. Ich ließ zwei Minuten und dreißig Sekunden verstreichen. Dann Mr. nein«. »Wissen Sie«.aber naja.»Die Zeitung wird Dienstag abends zusammengebastelt. Dann fragte ich: »Haben wir in den Beamten der Post die neuen Kritiker der Literatur zu sehen?« »Oh. Dafür dürfte sich die American Civil Liberties Union interessieren. Sie sollen ein Beispiel geben für beispielhaftes Verhalten. ^5 .« Ich saß da und wartete. sagte ich.« Er klopfte wieder auf die Open Pussies. wenn Sie weiterhin Gedichte geschrieben hätten. Warten. wenn Sie die Kolumne nicht schreiben würden. Ich habe beschlossen. vielleicht war ich es. Das Rascheln der Open Pussies. sahen sich meine Kolumnen an.« Ihr Schweigen. »so war das nicht gemeint. Sie stehen im öffentlichen Dienst. Washington und klopfte wieder mit der Hand auf die Open Pussies. blätterten Open Pussy durch. .« »Es wäre uns trotzdem lieber. . sagte Mr. hart zu bleiben. »daß Sie meine Meinungsfreiheit bedrohen und mir den Verlust meines Arbeitsplatzes in Aussicht stellen. wo er sich entscheiden muß. nein. der eine Macke hatte. Bukowski?« »Yeh?« »Werden Sie noch weitere Kolumnen über das Postamt schreiben?« Ich hatte eine über sie geschrieben. sie schien mir allerdings mehr humorvoll als abträglich . aber als Sie mit diesem Zeug hier anfingen .« Sie warteten eine Weile. sagte Mr. ob er hart bleiben oder davonlaufen will. Washington: »Mr. Washington.« »Und Sie sind Dienstag abends nicht dabei?« »Ich habe Dienstag abends hier zur Nachtschicht zu erscheinen. jeder kommt mal an den Punkt. »Man erwartet von Postangestellten ein gewisses Betra gen. »Sie wären ganz gut gefahren.« »Gentlemen.

Mr. Big Daddy?« Ich schwieg sie an. Washington stand auf. »melden Sie sich wieder an Ihrem Arbeitsplatz. Washington sagte: »Springen Sie uns inzwischen nicht von irgend einer Brücke runter . Könige und Königin. (Und mittlerweile. Sie zwingen mich dazu. Dann sagte ich: »Nein -es sei denn. bin ich meinen gottverdammten Job auch schon los. bis ich mich von da unten aus dem Kafka -Labyrinth wieder durchgefunden hatte bis zu dem Stockwerk. daß der andere den falschen Zug machte. und als ich schließlich oben ankam. Bischöfe.« Wir schüttelten einander die Hand wie Schlangen.Diesmal ließ ich sie richtig warten. . so einen Fall haben wir seit zehn Jahren nicht mehr gehabt. .« Es war wirklich ein beunruhigender Trip. Mr. Man lernt schließlich was vom guten alten Uncle Sammy. wo wir die Post sortierten. baby.« (Komisch: daran hatte ich gar nicht gedacht. Los Angeles. Springer. wo bist'n gewesen?« »Was ham sie von dir gewollt. fingen meine beknackten Kollegen (alles brave Arschlöcher) prompt an. mich zu nerven: »Hey. Groovy.) ». und wenn man Old Kool kleinge19 . Daddy-o?« »Hast du wieder ne schwarze Ische geschwängert. Sie nervten mich weiter und flippten rum und steckten sich die Finger in ihre geistigen Ärsche. die Unterhaltung ist beendet. Bukowski«. . die einen Sonnenstich abgekriegt hatten. »Mr. wo man darauf hoffte.) Mr. Charles Bukowski stand auf. und seinen Schneid abnehmen ließ. während ihr das hier lest.« Jetzt ließen sie mich warten. . sich seine Bauern. sagte Mr.« (Seit zehn Jahren? Wer war denn der arme Schlucker?) »Und jetzt?« fragte ich. Sie waren wirklich fickrig. Washington sagte: »Ich denke. Ich war Old Kool. Los Angeles stand auf. Mr. Das Verhör war wie eine Schachpartie. . . Mr. Baby. Also schickt Dollars für Bier und Kränze an den Charles Bukowski RehabilitationsFonds .

»Sie wollten mich zum Postmeister machen«. Die mistige Zeitung wurde größer. Oder Cherry war nicht am Telefonieren. Daddy-o?« »Ich hab ihnen gesagt. aber ich. »Und was dann. Da saß Cherry an einem Schreibtisch. erzählte ich ihnen.« Der Aufpasser kam vorbei. ich Bukowski. hat mehr Seele als die. der armseligste Wicht von der Putzkolonne. als gingen mir große und erhabene Gedanken durch den Kopf. Zeitungsfritzen waren schon immer der Abschaum der Menschheit. mit denen ichs zu tun hatte. und sofort waren wieder alle an ihren Plätzen und malochten. Und jetzt Open Pussy. . Sie waren genauso mickrig wie die Typen. Aber ich haßte es immer. jedenfalls schien es so. entwickelte sich ausgesprochen langsam. dort mit meinen Manuskripten reinzugehen.all diese kleinen verschwiemelten Fatzkes. versteht ihr. sondern schrieb irgendetwas auf ein Stück 20 . Ich sah mir damals diese College-Freaks an. so echt beschissen und versnobt und irgendwie verkehrt waren. schmiß das Streichholz auf den Boden und starrte zur Decke.kriegt hatte. das Raubtier. mit kleinen Hüten aus Zeitungspapier auf den Köpfen. um deine Anwesenheit zur Kenntnis zu nehmen. steckte mir gemütlich eine Zigarre an. und zog in die Melrose Avenue um. sie sollen sich 'n Batzen heiße Scheiße in ihre vergrätzte Fotze schieben. Es änderte sich eben nichts. So entsetzlich wichtigtuerisch . 1939 oder 1940 . Sehr wichtig. mein Hirn war leer. . dann kriegte man auch jeden von ihnen klein. machte auf dem Absatz kehrt und ging nie wieder zurück. Konnte nicht mit mir reden. Achtundzwanzig Jahre später. Meinen Artikel in der Hand.nichtmal menschlich genug. Das war nichts als Mache. die ödes dämliches Zeug schrieben. weil alle so beschissen. Cherry war am Telefonieren. der in den Weiberklos die Damenbinden rauspult. Der Mensch. Klarer Fall. als ich zum ersten Mal in die Redaktion der Zeitung vom Los Angeles City College reinging. ich wünschte mir lediglich einen halben Liter Grandad und sechs oder sieben große kühle Biere .

Und Joe Hyans rannte rum. Ich möchte. Die Beatles dröhnten aus den Lautsprechern. machte große Sachen. Ein paarmal ging ich hin und machte Stunk. Und die Bullen ließen ihn hochgehen wegen »Obszönität«. Dann rief Hyans bei mir zuhause an: »Ich hab eine Idee. wo Joe ihm zusehen konnte. Dreißig Jahre hatten nichts geändert. Ich konnte schon die Fotze des Todes darin riechen . was dabei herausgekommen war.« 2l . laß es leben. Es war jedenfalls nicht da drin. Meine Kolumnen waren nach wie vor gut. IRGENDETWAS WICHTIGES. aber das Blatt selber war lapprig. . wo er eigentlich hingerannt war. fragte man sich. kriegst du in Zukunft meine Kolumne umsonst. und der arme Scheißer freute sich. ständig klingelte das Telefon. Open Pussy machte in dieser Tour weiter. und mein Zeug steckte ich einfach in einem Umschlag unter der Tür durch. rannte die Treppen rauf und runter. während er dieses drittklassige jämmerliche Zeug runtertippte. »Hyans?« »Yeh?« »Nachdem man dich wegen der Sache verknackt hat. wie er auf der IBM die Vorlagen für den Drucker tippte. IRGENDWOHIN. ließ sich einen Bart wachsen und bekam einen überaus seelenvollen Blick in die Augen. kommen in den Verteidigungshaushalt von Open Pussy.Papier. und wir machen eine Literaturbeilage. Er druckte es. Jeden zweiten Freitagabend war Redaktionsversammlung. versteht sich.« Ich stellte ihm das Ding zusammen. die du kennst. daß du mir die besten Dichter und Prosaschreiber zusammenholst. Sehr exclusiv. Der arme Scheißer kriegte 35 die Woche. Wenn das Blatt weiterleben wollte. Aber. und der Herausgeber Joe Hyans war permanent am RENNEN. Immer die gleiche alte Tour. Die zehn Dollar. ich war ein netter Mensch. . Ansonsten ließ ich mir erzählen. Ich blieb weg. Und irgendein armer Scheißer hockte im Nebenzimmer. Oben hatte er ein kleines Office. Konnte nicht mit mir reden. Ich rief ihn an. und danach blieb ich dann weg. für eine 6o-Stunden-Woche. Aber wenn man in der Woche darauf das Blatt aufschlug. die du mir bis jetzt gezahlt hast.

»Warum kommst du denn nicht mehr zu unseren Redaktionsversammlungen? Wir vermissen dich alle ganz schrecklich. Wie sie da so getreten und armselig rumhingen. »Hyans! Hyans. du mieser Arschficker!« brüllte ich. wir alle lieben dich. der hinter ihnen auf und ab ging. sehr besäuselt un d in Erwartung von Fickszenen auf dem Fußboden und Liebe allenthalben. in Philadelphia. old man. jetzt hatte er also den besten Schreiber in Amerika für umsonst. die arbeiteten und arbeiteten. Louis. ehrlich. da sah ich all diese Liebeskreaturen statt dessen emsig am Malochen.« »Es ist alles so tot ohne dich. Open Pussy feierte sein einjähriges Bestehen. als würden aus diesem Anlaß der Wein und die Mösen und das Leben und die Liebe in Strömen fließen. in St. . daß jeder freiwillige Helfer seine Arbeit anständig und exakt erledigte.« »Wir wollen dich. von Open Pussy. Aber als ich hinkam. verschissener Simon Legree! Du schreist nach Gerechtigkeit von der Polizei und von Washington 22 . voller Ratten und Gestank. Cherry? Bist du aufm Trip?« »Nein. und hier war Joe Hyans. damals quälte ich mich mit hundertjährigen Aufzügen herum. sagte er. Dann eines Nachts rief mich Cherry an. einigermaßen fett und brutal dreinschauend.« Also. denen ich früher die Stoffe anlieferte. .»Dank dir vielmals«. Cherry. »Du ziehst hier einen Sklavenmarkt auf. als ich reinkam. und darauf achtete. Hank.« »Ich überleg mirs. die Hände auf dem Rücken. stolz und tot und neurotisch wie nur was. um irgendeinen zum Millionär zumachen . So. du bist ein lausiger. handbetrieben per Seilzug. . erinnerten sie mich stark an die kleinen alten Heimarbeiterinnen.in New York. Und die hier.« »Was? Was zum Teufel redest du da. arbeiteten ohne Bezahlung.« »Und mit mir isses der Tod. ich ging hin. und Hyans selber hatte bei mir den Eindruck erweckt.« »Ich werd mirs überlegen. Heimarbeiterinnen. Komm doch zu unserer nächsten Redaktionsversammlung. .

und dabei bist du das größte verkommenste Schwein von allen! Du bist schlimmer als hundert Hitler. Und jetzt soll ich Heftklammern fressen .D. abgezehrt. Bukowski. Alle außer Hyans und seiner Alten . was ich sagte. »Du machst das nicht schnell genug.« »Fuck you. . Die vollendete Gehirnwäsche. ertönte hinter uns die Stimme von Joe Hyans: »Und macht.C. Und dann bugsierte mich Hyans raus. und ebenso die Alte von Lovable Doc. »Wir versuchen die Auflage zu steigern. fü r sie war alles. daß ihr rauskommt. Hyans kam rüber und drückte mir eine Heftmaschine in die Hand. . .hohlwangig. sagte er.« »Hey. und dann übertriffst du sie dreifach! Was glaubst du wohl. Eddie!« Er rief sich einen anderen Sklaven heran . du Aasgeier! Für wen hältst du dich eigentlich?« Zum Glück für Hyans waren seine Angestellten ziemlich an mich gewöhnt. Das gilt nicht für dich. Also setz dich hin und klammere an jedes Exemplar einen von diesen grünen Waschzetteln dran. du Sklaventreiber! Du schreibst von Gemeinheiten.« 23 . mother. Wir verschikken unsere Restexemplare an potentielle Abonnenten. reiner Schwachsinn. Lovable Doc Stanley hieß er. und Hyans war die personifizierte Wahrheit. Ich hab gedacht. und mit mir einen Typ mit einem kleinen Propeller auf seiner Schirmmütze.«Der gute alte Freedom Loveboy Hyans war zu Big-BusinessMethoden übergegangen. Alle hungerten sie für die Große Sache. hier fließt der Champagner. schickten eins ihrer Kinder auf eine Privatschule. du Ba stard. .. glaube ich. Schließlich kam er wieder her und nahm mir den Apparat weg. Der arme Eddie war am Verhun gern.die wohnten in einem zweistöckigen Haus. »Setz dich hin«. und als wir ganz friedlich durch die Hintertür rausgingen und uns zu dritt eine billige Flasche Wein teilten. dünnarmig. und hinten in Cleveland war der alte Papa. wem du damit was vormachst. um seinen Scheiß an den Mann zu bringen. und laßt euch hier nie mehr blicken! . der war einer der Bosse des Cleveland Plain Dealer und hatte mehr Geld als sonstwas.

Mit deinem Auto. Einschließlich deiner Kolumne. müßt ihr folgendes machen: schlagt ihre Verkaufsboxen kaputt. Hyans war mal wieder unschlüssig: entweder die Auflage mit allen Mitteln hochtreiben. »ich will von deinem Scheiß nichts wissen. und es setzte ihm immer mehr zu. Und Pops konnte Whisky vertragen. Ich konnte den Whisky auch vertragen. Immerhin. jagt ihre Straßenverkäufer davon. Benzinkosten übernehme ich. Nur die Leute. Ansonsten machst du Berichterstattung nach Auftrag. So haben wir es früher gemacht.« Dann kam sein alter Herr aus Cleveland zu Besuch.Der arme Irre. »Wieviel?« »45 Dollar die Woche. was seine Zeitung am Laufen hielt. oder das Blatt einstellen und den Laden dichtmachen. Bukowski?« . schlagt ein paar von ihnen zusammen.« »Verdammt nochmal!« brüllte der junge Hyans. . so daß er also nicht bloß seine Zeit verplemperte. Ich kann euch ein paar Schläger anheuern. schienen ein Interesse an der Zeitung zu haben. Er wußte genau. Freitag und Samstag frei. die für 35 die Woche oder ganz umsonst arbeiteten. »Warum hängst du deinen Scheißjob nicht an den Nagel und arbeitest für uns?« fragte mich Hyans. kapiert?« Pops wandte sich an mich: »Was hältst du von meiner Idee. .« »Ich werd mirs überlegen. Wir soffen die ganze Nacht. wenn ihr die free Press loswerden wollt. Hyans gelang es. Wir betranken uns zusammen in Hyans' Wohnung. mit der er nicht zurechtkam. Hyans und Cherry schienen mit Pops ziemlich unglücklich zu sein. Dann gabs wieder eine Beschlagnahmung durch die Po lizei. Mittwoch abends wirst du auch die Exemplare ausfahren zu unseren Münzkästen. ein paar richtige knallharte Typen. Es war eine Zwickmühle. . ein paar von den jüngeren weiblichen Freiwilligen ins Bett zu kriegen. Pot war nicht seine Sache. . Wir können Bukowski anheuern . Diesmal wegen einer Großaufnahme von der Möse einer Frau. Ich hab Geld. »Also. 11 Uhr morgens bis abends halb acht.

»Da mach ich nicht m i t l « Dann rannte er aus dem Haus. Gib mir die Flasche rüber. es zeigt einfach. korrigierte ich ihn. Daddy. Er rannte aus dem Haus. Das ging dir daneben.« »Nein. Hättest sagen sollen: »Ich sähe orale Kopulation lieber im Rathaus. und der Verteidiger sagte: » Well.« »Bukowski ist wahnsinnig!« brüllte Joe Hyans. Irgendwie gings weiter mit der Zeitung. dieser Joe Hyans. nein. während Joe Hyans mit seiner Seele die Straße runter rannte . die erschienen waren.« Oh. . Cherry keifte uns an.« Dann wurde Hyans' Verteidiger vom Richter gefragt. nein!«. »Der beste wahnsinnige Schreiber in Kalifornien«. dachte ich. wie es ist. . Der Staatsanwalt fragte Hyans: »Würden Sie sich verwahren gegen orale Kopulation auf den Stufen des Rathauses?« »Nein«. was das Foto von dem weiblichen Geschlechtsorgan zu bedeuten habe. sie erschien jetzt sogar wöchentlich.« Was für ein brillanter Mensch.« Natürlich verloren sie den Prozeß und gingen in die Beru fung. dieser Joe Hyans . »Du druckst aber seine Kolumne«. Ich griff nach einem neuen Drink und erklärte Cherry. . Joe. »ich hab all dieses Geld. er wo lle gleich nach mir ran. . sagt Pops. »Er ist der beste Schreiber in Kalifornien«. . Was war er doch für ein wundervoller Mensch. Wir brauchen nichts weiter zu tun. sagte Pops. als ein paar Schläger . ich würde sie im Stehen ficken. sagte Joe. . So isses eben. sagte der junge Hyans. Dann kam der Prozeß wegen dieses Fotos von der Möse. »aber es würde wahrscheinlich eine Verkehrsstockung verursachen. »Sohn«. mit dem Rücken gegen die Bücherwand.»Ich finde sie gut. sagte Joe Hyans zu den paar Reportern. Pops sagte. . »Eine Polizeiaktion«. wo sie sowieso an der Tagesordnung ist. »nichts als eine Polizeiaktion. Ich will aus deiner Zeitung was machen. brüllte Joe Hyans.

ich fragte ihn: »Was ist mit all den Artikeln gegen den Krieg. Naja. sagte er. . Es war wie im Film. Dieser edle Mensch mit dem großen roten Bart. Dreh dich um. Groove. Es war nichtmal so gut wie im Film. und da hockt er auf der Couch. Laß die beiden da hocken. Kid ? Warum willst du den Kerl umlegen. baby.Ich werd die Drecksau umlegen!« »Wen denn. Die Bude war voll. Von dem Scheiß typ wird nichts mehr übrig sein!« Joe Hyans. wahrscheinlich nicht. Zehn Schuß. Warum willst du den Drecksack umlegen. wenn er nicht wegbleibt. Kid ?« Er starrte vor sich hin. war ein Anruf: »Bukowski. Hintereinander. Prima Waffe. ich hab mir grad eine Knarre gekauft. Ich werde einen damit umlegen!« »Wo bist du jetzt?« »In der Bar. Man konnte ihn bis rüber nach Santa Monica hören.« 2. »ich zahl dir 'n Bier.« Wir setzten uns. daß ich ihn umlege. Bukowski. »Ich werde sein Hirn über die ganze Wand schmieren . hm?« »Er fickt meine Frau! Darum!« »Oh.Das nächste. Naja. Vergiß es. sagte Joe. und ich komm rein. du hast doch diesen Pazifis muskram nicht etwa ernst genommen?« »Well. »Eine prima Waffe«.« »Ich hab diesen Typ gewarnt. baby. unten bei der Zeitung. verstehst du das nicht? Scheiß doch einfach drauf. Hyans redete ein bißchen sehr laut. ich weiß nicht. »Komm«. 112 Dollar. »Man schiebt dieses kleine Magazin rein.« Er starrte weiter vor sich hin. . die du gedruckt hast? Und all dieses Gedöhns von wegen Love? Was ist passiert?« »Oh also komm.« »Bin sofort da.6 . was von Joe Hyans kam. ging er vor der Bar auf und ab. »Groove.« Als ich hinkam. in meinem Haus! Was würdest du denn da machen?« »Du machst daraus einen Angriff auf dein persönliches Eigentum.

schlagen. der arme Hund. Bei ihm vorbeizuschauen. fuhr nach Norden zum Sunset. gehn wir hier raus«. Love. Ab 40 wirds leichter.»Hast du das immer gemacht?« »Seit ich dreißig war. immer. sagte Hyans. Mongo war ein guter Kopf. dann den Sunset runter nach Osten. Ich werd mit ihm zu Mongo fahren. dachte ich. »ich hab hier in der Nähe eine 27 . was ich sagen sollte. aber gemein. dachte ich. Als Twen dagegen hab ich noch durchgedreht. love. war nicht das Richtige. und an der roten Ampel. Der hört nicht mehr auf. um noch was daran zu finden. Aber dann. Draußen vor der Bar ging Hyans in die Knie und ließ einen Vier-Minuten-Schrei los. schlagen müssen. ging er in die Knie und schickte einen weiteren Jodler in Richtung Detroit. Ich steckte mir eine Zigarre an. stieg auf der anderen Seite ein. Wir fuhren weiter. Ich zog ihn hoch. dachte ich. »Komm. Er hockte da und schluchzte. Er kam von Cherry nicht los. muß ich ihn k. Dann zog ich ihn hoch und bugsierte ihn rüber zu meinem Wagen. Als er den Türgriff in der Hand hatte. machte er Schluß. Die ersten Reinfälle sind die schlimmsten. Man konnte ihn glatt bis Detroit hören. sagte ich. Ich werd ihn k. als es Grün wurde. Ich hatte seit vier Jahren nicht mehr mit einer Frau zusammengelebt. Nochmal so einen halt ich nicht aus. »Hey! Wo fahr'n wir hin?« »Zu Mongo. »Hör zu«. o. und ich schob den Gang rein. Wenn er nochmal losbrüllt. setzte ihn rein. Vielleicht kann er ein bißchen davon auf Hyans abladen.« » Well.« »Oh nee! Nicht zu Mongo! Ich hasse den Kerl! Der macht sich nur lustig über mich! Er is'n gemeiner Hund!« Das stimmte. Ich wußte nicht. Die anderen Fahrer starrten den rotbärtigen Brüller an. baby. ich wer A den Drecksack umlegen! Ich werd ihm sein gottverdammtes Hirn rausblasen!« Die ganze Bar hörte zu. Es gab nichts zu sagen. Ich war schon zu weit weg davon. ließ er nochmal einen los. Das würde ich nicht über die Runden bringen. Ecke Sunset und Vermont. o. bei dem im Umkreis von einer Meile die Milch sauer wurde. Mongo ist randvoll mit Shit.

»Ich habs nicht mehr ausgehalten.« »Warum nicht?« »Weil du der einzige bist. die ich über sie gesagt habe. So eine Zicke!« »Hör zu. . sagte ich.« Ich fuhr ihn da hin. Ich kann gegen Cherry nichts sagen. Setz mich dort ab. Neulich abends geh ich unter die Dusche. mach mich bereit. .« »Mhm. Handschuhe und alles. Schiedsrichter.« »Ich werd ihn zu einem Boxkampf herausfordern.« »Gut. . wartete. Ein paar Blocks weiter nach Norden.« »OK«. und dann fallen dir all die dreckigen Sachen ein. seid ihr beiden wieder zusammen. Zwei Bullen. ihr ein bißchen Leben in die Knochen zu ficken.« »Ich geh nie mehr zu ihr zurück. war er zuhause ausgezogen. Die versteht mich. ließ ihn raus. »leg den Kerl nicht um. denn eh man sichs versieht. der meine Kolumne druckt. Und eine knochige dazu. sagte ich. Während Hyans verrückt spielte. der die Kuh bekam. Als ich wieder von Hyans hörte. »Hör mal«. bis die Haustür aufgemacht wurde. Mutterinstinkt? Dickere Brieftasche? Längerer Schwanz? Gott weiß was . Ein guter Fick brachte ihn vielleicht wieder auf die Beine. Ring. den Drecksack nicht umzulegen. Aber in Amerika war es oft der Verlierer. daß Open Pussy auf dem letzten Loch blies. die um die Kuh kämpfen. . dann haute ich ab. außer den freiwilligen Helfern und denen mit 25 oder 35 Dollars 28 . und weißt du.« »Ich hab beschlossen. Streng nach den Regeln. heuerte er einen Typ mit Pfeife und Krawatte an. Aber es war offenkundig.Freundin. Und niemand scherte sich darum. Ich hatte selber einen nötig . sie zu ficken. und sie rennt aus dem Haus. Hyans. was dann?« »Was?« »Ich geh rein. der die Zeitung weitermachen sollte.« Ich drehte nach Norden ab. ich kenn das Spiel.

Es ist schrecklich. .pro Woche. wo du wohnst. Joe und Cherry haben sich wieder verkracht. um mir die neueste Open Pussy zu kaufen. Sie sah aus wie immer.dann wären wir überm Berg gewesen. ging zurück in meine Bude und goß mir das Requiem runter. Joe und Cherry .« Oh.« Dann. ohne Polizeiaktion . dich gestern abend zu erreichen. aber jetzt hatte es mich doch unvorbereitet getroffen. ob sie den Nerv gehabt hatten. Auflage: zwanzigtausend. Das Girl am Telefon war in Tränen aufgelöst. Bukowski. . Es ist vorbei. die ihm gar nicht gehört hat. so eine endlos traurige süße Stimme. Ich kaufte zwei große Sechserpackungen Bier. ging ich an ein Kiosk. Baby. Und währenddessen bekam ich ständig zu hören: »Joe und Cherry sind wieder zusammen. aber keiner wußte. 29 . das Spiel war aus. sie zu drucken. dachte ich. Wenn wir sechzig geschafft hätten . EINE WOCHENZEITUNG DER LOS ANGELES RENAISSANCE. Ich ging zur Wand. Ich bin die einzige hier. Und der pfeifenrauchende Krawattenheini brachte die Zeitung heraus. Am nächsten Tag rief ich in der Redaktion an. Dienstag abend machen wir eine Redaktionsversammlung. Nicht daß sie besonders gut war. hast du eine süße Stimme. aber sie war auch nicht ganz schlecht. Es ist nichts mehr da. die IBM-Maschine. »Wir haben versucht. Am Kiosk gabs nur die Open Pussy von der vergangenen Woche. Ich hatte eine meiner besten Kolumnen geschrieben und wollte sehen.ohne Familientrouble. Ich roch es in der toten blauen Luft. an einem kalten tristen Mittwochabend. Alles ausgeräumt. dich würd ich gern ficken. vielleicht können wir die Zeitung retten.« Die Regierung brauchte sich keine Sorgen mehr zu machen. Es ist aus. nahm das Poster herunter und warf es in den Mülleimer: »OPEN PUSSY. Denn wie ihr wißt. Denen machte die Zeitung Spaß. gab es da diese Kolumne von mir: Notes of a Dirty Old Man. Das Telefon klingelt in einer Tour.die ganzen Artikel. Und ich war wieder ein fabelhafter Bürger. Joe und Cherry sind jetzt wieder zusammen. Wir schafften es nicht. Ich hatte immer mit dem Ende gerechnet. die Adressenliste. Aber Hyans hat alles mitgenommen .

es war Dienstag abend. Times gabs überall zu kaufen. Kaum war er weg. ob wir eine Hippie -Zeitung machen. die Regierung hatte gewonnen. Und Hyans murkste uns ständig dazwischen.« »Ich werds versuchen«. Lieber Herr Jesus und Mutter im Himmel. um das Zeug zum Drucker zu 3° . Und Cleaver würde uns keine kleinen Mitteilungen mehr schicken aus seinem Versteck. wie's gekommen ist?« »Klar. »hat sich die Knarre in den Mund gesteckt und abgedrückt. als würden wir die Seiten nicht vollkriegen. Entschuldige.« »Und was passierte?« »Ladehemmung. denn wir hatten nicht genug Text. A.« »Also.»Wir überlegen. mir jedesmal einen Strafzettel zu geben. wir versuchten die Ausgabe fertig zu kriegen. Hyans tauchte auf. Es sah so aus. Vielleicht würden die Bullen jetzt damit aufhören.« »Willst du wissen.« »Hast recht. ging alles wie geschmiert. Jedenfalls. unser politischer Schreiber. sagte er. wenn sie mein Auto sahen. Die Straßen waren wieder sauber. Aber ich gab dem Girl meine Adresse und Telefonnummer. obwohl ich wußte. Ich ließ ihn rein und machte die Bierdosen auf.beinahe zwei Jahre. (Harriet. Er und Cherry hatten sich wieder verkracht. Wir schafften es und hatten 45 Minuten. sagte ich. Schließlich ging er nach oben. und gottseidank war sie lang. was für ein trauriges Leben. Die Bullen hatten gewonnen. Hab einen entsetzlichen Kater. Das wars also . Vielleicht konnte ich sie auf die Matratze kriegen. »Hyans«. legte sich auf die Couch und sackte weg.« »Oje. Der Underground ist tot. glasige Augen. Es war vorbei.) Aber Barney Palmer erschien. Wir hatten deine Kolumne.« »Einmal abzudrücken kostet schon genug Mut. du bist nie erschienen. zuviel Wein getrunken. Bitte komm. daß ich nicht hingehen wü rde.« »Er hätte es nochmal versuchen können. Ist ja auch mein Tod. Und die L. Da hat er die Knarre verkauft. die Stadt hatte gewonnen. wir kriegten die Seiten nicht voll.« »Yeh. Wir treffen uns Dienstag abend bei Lonny.

Während der Nachtschicht kam ein großer schwarzer Teddybär zu mir her.« »Habs gehört. also hatte er auch das Recht. Bruder. Er schmiß es in seinen Wagen. Wirklich starkes Zeug. Und deine Kolumne auch. Er braucht sie geradezu. Naja. Schätze. aber in der Druckerei kam er nie an. laß uns die Sache mal so sehen: er hat das gottverdammte Ding auf die Beine gestellt.« »Wie hast du das gewußt?« »So bin ich eben.« »Stimmt. Die Jungs. . Die Jungs mit Pappkarton in den Schuhen. Das ist eben der Lauf der Geschichte. die Adressenliste. aber wo hast du das her?« »Steht in der L.« »Aber die IBM-Maschine.« »Die Kleinen kriegen es immer in den Arsch.« »Na jedenfalls. ich würde runterfahren zur Druckerei.« »Aber es sind all die kleinen Leute. Mann. sie gehörte ihm nicht. Buk.« »Danke dir. dann war auch das vorbei. die auf dem Fußboden geschlafen haben.« Wir redeten noch eine Weile. Ich sagte. eure Zeitung ist eingegangen. die jubeln jetzt. »Hey.« »Wir mochten deine Zeitung.« 31 . Times. auf der ersten Seite vom Innenteil.bringen. und das Büro war ausgeräumt . ich hab gehört. Bruder. Am nächsten Tag kamen wir rein und fanden seinen Zettel.« »Mongo hat gewöhnlich recht. A. Palmer. Sie bringen ihn auf Touren. . Und weißt du. was passierte?« »Hyans kam wieder zu sich. die Jungs mit 25 Piepen pro Woche. Solltest ihn mal brüllen hören. Dafür könnte er in Schwierigkeiten kommen. es einzustellen. die alles liegen ließen.« »Hyans ist an Schwierigkeiten gewöhnt. um das Ding über die Runden zu bringen. Bruder. alles .« »Du redest wie Mongo.« »Schätze ich auch.die IBM-Maschine. wenn er auch ein mieser Knochen ist. das Zeug selber in die Druckerei zu bringen. er bestand darauf.

Was in letzter Zeit darin zu lesen war. sie seien überzeugt. fanden sie eine Nachricht von Hyans. hat ihr Erscheinen eingestellt.45. daß Open Pussy weiter hätte erscheinen können. doch Herausgeber Joe Hyans. Als Künstler muß ich mich abwenden von einem Werk. Die letzte Auflage des Blattes gab er mit 20 ooo an. Montag Hank --Habe heute früh in meinem Briefkasten eine Nachricht von Cherry Hyans gefunden.) Sie sagt. die zweitgrößte Untergrundzeitung in Los Angeles. stellt keine Verbesserung dar gegenüber dem. Ich ging damit über die Straße in eine Bar. 4369 kamen. was wir vor einem Jahr gedruckt haben. wo Licht war: OPEN PUSSY TIEF IN DEN ROTEN ZAHLEN Open Pussy. Engel und andere Redaktionsmitglieder sagten jedoch. A. .45 Uhr) gin g ich raus und kaufte die L. das nicht mehr wächst . Hohe Schulden. Schwierigkeiten mit dem Vertrieb und eine loooDollar-Strafe nach einer Verurteilung wegen Obszönität im Oktober haben nach Ansicht des stellvertretenden Redaktionsleiters Mike Engel zum Niedergang der Wochenzeitung beigetragen. wie die Herausgeber am Donnerstag bekanntgaben. 35. Politisch war es ohnehin nie besonders effektiv. (Ich war den ganzen Sonntag weg.Während der Essenspause (22. und obwohl es Kies (Geld) bringt. sie hat die Kinder bei sich und ist krank und 32 . besorgte mir einen Krug Bier für einen Dollar und ging an einen Tisch.« Ich trank den Bierkrug leer und ging zurück zu meinem Regierungsjob. Das Blatt hätte in 10 Wochen sein zweijähriges Bestehen feiern können. auch wenn es ein Werk meiner eigenen Hände ist. Ein paar Tage später fand ich eine Nachricht in meinem Briefkasten: 10. habe die Einstellung des Blattes verfügt. Times. Als die Mitarbeiter der Zeitung am Mittwoch früh in die Redaktionsräume an der Melrose Avenue Nr. in der es auszugsweise hieß: »Das Blatt hat seinen künstlerischen Zweck erfüllt. .

« »Weshalb?« »Ich hab einen Geldgeber aufgetan. wie wir mal um vier Uhr nachmittags bei mir zuhause zu trinken anfingen und die ganze Nacht durch gequatscht haben und erst am nächsten Morgen um elf aufgesteckt haben?« »Yeh. Laß von dir hören.« »Klar.« »Yeh?« »Sie werden nach San Francisco ziehen.« »Yeh. Es war Barney. Er will ne neue Zeitung starten. _ Barney Einige Tage danach klingelte das Telefon. sobald ich mit diesem Artikel durch bin. War besoffen.« »Das würde ich ihnen auch empfehlen. 33 . wichste mir einen runter und schlief. Aber hör zu.« »Fünfzigtausend?« »Yeh. Barney. geb ich dir Bescheid. Fünfzigtausend.« »Das sind wir beide auch«. Ich hab dich immer gemocht. »Joe ist wieder bei Cherry. Halt inzwischen die Ohren steif. Tut mir leid. daß ich nicht kommen konnte. Er will einsteigen. aber ich wollte dich das mit der Nach richt wissen lassen. sagte ich.« »Yeh. Joe Hyans ist in der Stadt.« »Halt mich auf dem laufenden. »Hey.« »Also.« »Mach ich. Barney.« »Yeh. Dann stieg ich ins Bett. ich hab grad einen Artikel zu schreiben. Ich kann die Douglas Street auf dem verdammten Stadt plan nicht finden. War ne irre Nacht. Nicht schlecht für dein Alter.« »Das macht nichts.in großen Schwierigkeiten. Echtes Geld. Es war keine Frau mit einer heißen Möse. Du kannst noch jeden unter den Tisch trinken.« »Das mit der Hippie-Zeitung hat nicht geklappt. möchte ich mich mit dir treffen. Erinnerst du dich noch. bei ----i n der Douglas Street.« Ich ging aufs Klo und zog einen herrlichen Bierschiß ab. aber sobald ich damit fertig bin.

« »OK«. Es meldete sich keiner. »Hör zu«. Blaine fing an. Er hatte eine kleine braune Rasierklinge bei sich. sagte ich. um sich die Sicht zu verdecken. was läuft. Starke Männer wandten sich ab. »Möchte mir einer von den Gentlemen bei dieser Operation assistieren?« fragte Blaine. sagte Blaine. der Vogel konnte nicht mehr fliegen. »Was zum Teufel ist los mit euch Typen?« schrie ich sie an. als er die Idee hatte. Man bekam keine Seifenlauge. aber als Neuer mußte man zunächst mal an die Taubenscheiße ran. »Wir haben es satt. Blaine ging hin und hob den Vogel auf. Wir waren in einer schattigen Ecke des Gefängnishofes. und die Scheiße ging schlecht wieder ab. Es war ein heißer Tag. daß diese Vögel miteinander reden können. »ich weiß. Ich war mit Blaine zusammen. Später kam man in die Werkstatt und arbeitete für 3 Cents die Stunde. dem Vogel ein Bein abzuschneiden. Er sah sich um. Laß uns mal diesem Vogel was mitgeben. ständig Taubenscheiße ins Haar und in 34 . dann kann er den anderen erklären. und ziemlich viele Häftlinge hielten sich da in der Ecke auf. kamen auch schon wieder die Tauben an und schissen einem in die Haare und ins Gesicht und auf die Kleider. Ich sah. was er den anderen sagen kann.Szenen aus der Großen Zeit i Die Neuen mußten immer die Taubenscheiße wegmachen. und während man sich mit der Taubenscheiße abmühte. Wir nehmen uns den Kerl vor und schmeißen ihn da aufs Dach rauf. nur Wasser und eine Bürste. wie der eine oder andere die Hand an die Schläfe hob. Er sah eine Taube in der Ecke.

uns vollzukacken!« Blaine warf den Vogel aufs Dach. Sie sahen sehr merkwürdig aus. Sears machte einen Satz und landete mit beiden Knien auf seiner Brust. eigentlich könnten wir alle ran und uns ne Nummer genehmigen! Was ist. II Die meisten Zellen waren überbelegt. sagte ich. ohne den Vogel dran. Der Große lag auf der Pritsche. Als Blaine dort reinkam. Ich weiß nicht mehr. hörte er. und es hatte mehrere Rassenkrawalle gegeben. Aber eins weiß ich noch: während ich am Schrubben war. Sie kämpften. wie sie um ihn herumgingen. den mach ich zu meiner Schwuchtel! Na. »Mann Gottes! So'n HÄSSLICHES Loch hab ich selten gesehn!« »Ich bring keinen hoch. sieht aus wie ne kranke Doughnut!« Sie gingen alle weg. damit er den anderen klarmachen kann: >Das sind gemeine Motherfukker da unten! Kommt ihnen nicht zu nahe!< Das Vieh wird diesen anderen Tauben klarmachen. und Sears sah sich um und legte sich mit dem größten von ihnen an. Baby: machst du 'n Strip. Er erzählte mirs auf dem Hof. Ich fegte sie in die Scheiße. Er hörte. 35 . Sears machte ihn fertig.die Augen zu kriegen! Wir verpassen diesem Vogel einen Denkzettel und schmeißen ihn aufs Dach rauf. Boyer. kamen mir diese beiden Taubenfüße vor die Bürste. Sie holten Blaine aus meiner Zelle und steckten ihn in eine Zelle mit Schwarzen. Sie steckten Sears zu einer Meute von Schwarzen in die Zelle. »Ich hatte Glück. Mann. Die hätten mich in Fetzen gerissen!« »Bedank dich bei deinem häßlichen Loch«. und Blaine stand auf und zog sich wieder an. wie einer der Schwarzen sagte: »Da kommt meine Schwuchtel! Jawohl. ich brings einfach nicht!« »Meine Güte. ob die Sache funktioniert hat. Die anderen sahen einfach zu. daß sie aufhören sollen. oder müssen wir dir helfen?!« Blaine zog sich aus und legte sich flach auf den Bauch. III Dann war da noch Sears.

du kannst dir 'n kleines Messer machen. IV Sears hatte es auch auf weiße Jungs abgesehen. du besorgst dir was. drehte sich um und ging über den Hof. als hätte er die ganze Sache schon wieder vergessen. und seine Augen waren rund. und das wars. »Ich bin aus Two Rivers in Mississippi. Er hatte eine Messernarbe quer über die eine Backe. Als der Junge am Tag seiner Einlieferung zum ersten Mal auf den Hof kam. Abends in der Zelle nahm einer den Jungen beiseite. MORGEN BIST DU DRAN! ICH NEHM DICH IN DIE MANGEL. Buckel. Sears hatte so komisches Haar.« Er inhalierte. Der Schwarze gab keine Antwort. Kid. blies den Rauch durch die Nase. ein schmutziges Rot. .« Dann flippte er die Kippe weg. Blies den Rauch durch die Nase. lächelte. Der meint es ernst. Sears fing mit einem anderen Häftling eine Unterhaltung an. »HEY. Besser.« »Was?« »Na. . MANN! STELL DICH SCHON MAL DRAUF EIN. Er begriff nicht recht. Er hatte seine Erklärung abgegeben. DU!« brüllte er hinter dem Jungen her. Lächelte. Draußen auf dem Hof ging er in die Hocke. Er sah einen Schwarzen an. »Weißt du. Nimmst dir 36 . hielt die Luft an.Diesem Sears schien alles egal zu sein. Ned Lincoln sah aus wie 19. und ein weißer Film ging halb über sein linkes Auge runter. war aber 22 . kriegte ihn Sears sofort spitz. daß er sie nicht vergessen hatte. sehr rund. schaukelte langsam hin und her und rauchte eine Kippe. »DU! ICH NEHM DICH IN DIE MANGEL.schiefes Maul. Sears zeigte auf ihn. Es war einfach so seine Art. es sah wie angeklebt aus und stand nach allen Seiten ab. »Da unten würde dirs gefallen. von wo ich bin?« fragte er den Schwarzen. Der Junge drehte sich um. schaukelte hin und her. Aber wir wußten. stand auf. »Sieh dich besser vor. MANN!« Ned Lincoln stand einfach da.

den Griff vom Wasserhahn und schleifst ihn auf dem Zement bis er scharf ist. das mit dem Seifenschaum und dem Wasser in den Gully floß. Für zwei Dollar kann ich dir auch ne richtige gute Klinge verkaufen. Der Gefängnisdirektor hatte einen Narren an ihm gefressen. »Ich würde drinbleiben«. Wir dachten oft an Joe. DANN DAUERTS SEHR LANGE. Er saß schon so lange im Loch. Wenn er Joe kleinkriegte.« Sears ging ihm am nächsten Tag im Duschraum an den Kragen. ich würde rauskommen. daß es wie eine Ewigkeit schien.« »ALSO. Joe Statz war so einer. Man sah nur das frische rote Blut. »Du würdest rauskommen«. vor allem nachts. HAST DU GENUG? WILLST DU RAUSKOMMEN. V Manche Männer sind einfach nicht kleinzukriegen. BIS ICH WIEDERKOMME!« Es kam keine Antwort. »OK. sagte Sears.« Der Junge kaufte die Klinge. sagte ich. »Der kleine Scheißer hat Angst«. sagte ich. tot oder lebendig. was er mit dem Direktor gemacht hatte. 37 . Die beiden Leute des Direktors machten den Deckel wieder drauf. ist Joe noch immer da unten. aber am nächsten Tag blieb er in der Zelle. er kam nicht raus auf den Hof. JOE? WENN DU JETZT NICHT RAUS WILLST. JOE?« Joe packte seinen Kübel voll Scheiße und Pisse und kippte dem Direktor das Zeug ins Gesicht. sie hoben den Deckel ab. Sogar das Loch bringt sie nicht zur Vernunft. Eines Tages kam der Direktor mit zwei von seinen Leuten an. »Du würdest rauskommen!« sagte Sears. »Ich hätte auch Angst«. WAS IST DEINE ANTWORT. dann würde er die übrigen Männer besser an die Kandare bekommen. Es sprach sich herum. »JOE! JOE! HÖRST DU MICH?«»Yeah. sagte er. ich hör schon. Keiner sah etwas. Soviel ich weiß. und der Direktor kniete sich hin und brüllte zu Joe runter: »JOE! JOE. JOE.

. Aber man kann drüber reden. Ich sah mirs nie von außen an. Freunde. Machts gut. Aber als ich draußen war. nie mehr dahinter zu landen. was da drin läuft. Und das hab ich heute ein bißchen getan. und dann komm ich hier nochmal her. Nichtmal einen letzten Blick möchte man daran verschwenden. Es ist wie bei ner miesen Frau.VI Als ich rauskam. dachte ich: Ich warte eine Weile. Hat keinen Sinn. Drinnen oder draußen. daß man nochmal hingeht. ich werd mirs von außen betrachten und werde dann ganz genau wissen. und ich werde diese Mauern anstarren und mir vornehmen. Das ist leicht. ging ich dann doch nicht mehr hin.

Aber sie schrie immer weiter. Ich suchte mir gute stabile Bretter aus. mit ihr drin. Dann ging ich zu meinem Sessel. Port. aber sie hielt sich einfach immer nur den Arm und wimmerte. und dann warf sie mir die schauderhaftesten und verlogensten Sachen an den Kopf. du hast mir den Arm gebrochen!« Ich genehmigte mir einige weitere Drinks.Kaputt in Hollywood Vicki war ganz in Ordnung. Einmal schrie sie mir dieses irre Zeug von dem Klappbett entgegen. Schließlich ging ich einfach hin. die man sich vorstellen kann. er sei gebrochen. Und diese Stimme! Verschlampt und heiser und lispelnd und irre. und da lag sie und hielt sich den Arm und behauptete. sagte ich. riß sie ab. Ich flehte sie an. und da ging ich wieder hin. zog die Nägel raus. Dieses Weib betrank sich und kam ins Reden. Wir hingen an der Weinflasche. Aber wir hatten unsere Schwierigkeiten. Schließlich wurde es mir zuviel. ich sei gleich wieder da. klappte das Bett runter. und ich ging die Treppe runter und auf die Straße. Jedem Mann würde das an den Nerv gehen. »Dein Arm kann nicht gebrochen sein«. setzte mich rein und hörte zu. Ich riß von einem ihrer Kleider ein paar Streifen ab und band sie ihr damit an ihrem Arm fest. das in unserer Wohnung steht. hob das Bett hoch. und klappte das ganze in die Wand. wie sie schrie. ging zurück und fuhr mit dem Aufzug wieder hoch in unsere Wohnung. du mieser elender Wichser. er is aber! Ohh. »Er is aber. sie solle damit aufhören. Mit ungefähr vier Brettern kam ich aus. und hinter einem Lebensmittelgeschäft fand ich ein paar alte Holzkisten. Die nächsten paar Stunden verhielt sie 39 . Mir jedenfalls ging es. Sie hörte nicht auf. Ich sagte ihr.

wenn ich einen sitzen hatte. wenn sie sich den Schädel gebrochen hätte. Naja. schlug ich ihr eine auf den Mund. weiß ich nicht mehr so recht. aber ich meine. Na jedenfalls. aber ich ließ sie reden. Wir fuhren ins städtische Krankenhaus. als sie mich wieder nervte. Das war nicht sehr nett von ihr. machte ich ihr schnell die Bretter ab und warf sie auf die Straße. wenn sie weglief. Es hielt einige Zeit ganz gut. Ich rief ein Taxi. und Vicki behauptete. Wir mußten ihr ein neues Gebiß machen lassen.« Da war ich mir noch nichtmal so sicher. Ich konnte es nicht mehr ertragen. Ich fühlte mich immer schlecht. und ich saß da. Dann stand ich auf. Dieser Wein war derart stark. Jedenfalls. Dann fing sie wieder an. Ich war überrascht. fand den 40 . Manchmal blieb sie 2 oder 3 Tage weg. Einmal rannte sie raus. als sie dasaß und ihren Wein trank. Ich ging los und besorgte mir so einen Super-Zementkleister und pappte ihr das Gebiß wieder zusammen. während so einer Streiterei stand sie dann manchmal auf. daß sie diejenige war. Gewöhnlich kriegten wir uns in die Haare. danach saß sie dann in den Bars und sagte: »Ich bin die einzige Frau. Nachdem ich das Taxi bezahlt hatte. schlug die Tür hinter sich zu und rannte in irgendeine Bar. Es war zum Kotzen. Dann röntgten sie ihr die BRUST und legten ihren Arm in Gips. und dabei ging ihr Gebiß in Stücke. ich würde jedesmal unheimlich fies. Und Nächte. Wie wir das schafften. hatte sie plötzlich lauter einzelne Zähne im Mund. Ein anderes Mal. die fies wurde. nachdem wir einiges getrunken hatten. die man mit nem Klappbett in die Wand geklappt hat. sie sehe damit wie ein Pferd aus. daß ihr Gebiß nicht mehr aushielt. aber sie behauptete. und eines Abends. wie die Girls zu sagen pflegten. dann hätten sie ihren Arsch geröntgt. Das muß ich zugeben. daß er den Kleister aufgelöst hatte. »um sich 'n Freier aufzureißen«. Ich nehme an. Das muß man sich mal vorstellen.sich ruhig. trank meinen Wein und machte mir Gedanken.

alten Staubwedeln. ICH HAU AB AUS DIESEM LOCH!« brüllte ich Vicki an. aber er 41 . Diesmal beschloß ich.« Ich donnerte ihr eine vor den Latz. dann braucht ers bloß zu SAGEN Es war stiller als still. Den versteckte sie wohl vor mir. »ICH KANN DEINE VERFLUCHTE ALTE LEIER NICHT MEHR HÖREN!«Sie war mit einem Satz an der Tür. Schnattern und Labern. dem es nicht PASST. und . Fühlte mich ziemlich gut. »Nur über meine Leiche. Ich fand sie in ihrer Stammkneipe. wie drinnen das Schnattern und Labern losging. Sie saß da und hatte so einen purpurnen Schal um. . anders kommst du mir nicht hier raus!« »Na schön. Sie fiel auf den Boden und kreischte. und der alte Streit geht wieder los. Es war sehr still geworden. sah gar nicht mehr hin und ging die ganze Bar entlang zum Ausgang. Ich hob die Hand. aber du bist nichts als ne gottverdammte Nutte!« Die Kneipe war voll. Ich holte aus. Diese SCHEISSER! Kein einziger Mann in der ganzen Fuhre. vier Stockwerke runter. Ich drehte mich um. Den hatte ich vorher noch nie gesehen. Ich drehte mich um und ging durch die Tür. Ich nahm den Fahrstuhl nach unten. wenns sein muß . Der Fahrstuhl war so ne Art Käfig und roch nach alten Socken. um rauszukönnen. Eine nette schlingernde Fahrt.. mich rar zu machen.. daß sie von ihrem gottverdammten Barhocker fiel. . .aber. sagte ich. Sobald ich draußen war. »wenn hier jemand ist. . sie kam wieder. alten Handschuhen. natürlich. Das war am hinteren Ende der Bar. Ich klatschte ihr eine. konnte ich hören. Ich mußte sie wegziehen. . Ich ging zu ihr hin und sagte ziemlich laut: »Ich hab versucht. aus dir ne Frau zu machen. und sie ging vor der Tür zu Boden. Kein einziger Platz mehr frei.Fahrstuhl und begab mich ebenfalls hinunter auf die Straße. »SCHEISSE NOCHMAL. was ich grad gemacht hab. um die Sache kurz zu machen: neulich abends sitzen wir da und trinken Wein. Dann machte ich kehrt und nahm die Kundschaft ins Visier. naja. »Also«.

verdammt! Kann man sich nichtmal die eigenen Eier waschen?« 42 . DU HAST MICH GESCHLAGEN!« »Mhm«. im Fahrstuhl. saß Vicki auf einem Stuhl und heulte. dann wäre es ir. ich würde immer onanieren. SCHLAG ICH KEINEN MANN! GLAUBST DU VIELLEICHT. Ich kaufte vier neue Flaschen Wein. Darling. ging zurück und fuhr mit dem Fahrstuhl wieder rauf. sobald sie eingeschlafen sei. während ich mich unter den Armen wusch. ICH BIN BLÖD? WAS HAT DAS ÜBERHAUPT DAMIT ZU TUN?!« Das reichte ihr für ne Weile. Aber draußen auf der Straße überlegte ich mirs wieder anders. immer noch meine Angelegenheit. »Du Drecksack. schlag ich dich wieder. DAS TRAUST DU DICH NICHT!« »NA KLAR!« brüllte ich zurück. kam sie ins Bad gerannt: »DA! ICH SEH ES! SIEH DIRS AN!« »Du verrücktes Luder. Als ich in die Wohnung reinkam. das ist nur 'n Dreckrand.« »Nein. überall. Port. »KLAR. siehst du. Vor allem hackte sie darauf rum. das ist SAFT! das ist SAFT!« Oder sie kam reingerannt. Na. »Ich bin zu dir zurückgekommen. »MICH KANNST DU SCHLAGEN.irgendwie und der Wein schwappte in mir rum. du hast mich geschlagen. ich sagte m selbst wenn das so wäre.« »Yeah!« kreischte sie. oder zwischen den Beinen: »Siehst du. Sie behauptete. SIEHST DU! Du MACHST ES!« »WAS mach ich? Kann sich ein Mann nichtmal die Eier waschen? Das sind MEINE Eier. sagte ich. und wenn nicht. dann war sie WIRKLICH ein klinischer Fall. Dann zog sie wieder über mich her. ABER 'N MANN ZU SCHLAGEN. und wir saßen eine Weile rum und tranken unsere Wassergläser voll Wein runter. sagte ich zu ihr. Immer wenn ich aus der Wanne stieg. Bist 'n Glückspilz«.gab mir ein Gefühl von Sicherheit und Power . Ich ging in den Spirituosenladen. in der Besenkammer. »und wenn du nochmal pampig wirst. ich würde in der Badewanne onanieren.

mitten in der Nacht. Sie schwafelte von Onanieren . Immer dasselbe. hmm. ICH HAB DICH ERWISCHT. . Damit konnte man sich nach ner Weile ganz schön lächerlich machen. Ich hockte einfach da. Ich saß da und trank Wein. . . Ich dachte drüber nach. Ich starrte sie einfach an. nahm einen Schluck. ich hab versucht eine Frau aus dir zu machen . Es war einfach der alte Krieg. Sie saß am anderen Ende der Bar. ich schwör dir. Sie sprang auf und rannte aus der Tür. Das machte sie wütender und wü tender. daß ICH angeblich onaniere -. so als würde ich sie nicht kennen. Also ging ich in eine andere Kneipe und bestieg einen Barhocker in der Nähe der Tür. als hätte sie die Hosen voll. im tiefsten Schlaf. und jetzt mach daß du hier RAUSKOMMST!!!« Oder im Bett. ICH HAB DICH ERWISCHT!« »Menschenskind. Aus irgendeinem Grund sah sie aus. was da hoch kommt?« »Mein kleiner Zeigefinger. naja. Ich war nicht wütend. aber ich ging nicht in ihre Stammkneipe.ich meine. Ich bestellte einen Drink. . wie immer. ich schlafe tief und fest. trank meinen Wein und stritt überhaupt nichts ab. . und ich hockte einfach da und grinste sie an. scheiß drauf. Schließlich hielt sie es nicht mehr aus. Ich ging die Straße runter. und plötzlich packt mich diese Hand an meinen Sachen.« Na. Und wütender. Ich war ganz ruhig. 43 . Dann stand ich in aller Ruhe auf und nahm den Fahrstuhl nach unten. jetzt schlaf endlich . und an diesem bewußten Abend saß sie mir also gegenüber und keifte mal wieder rum von wegen Onanieren. Vicki. Ich ließ sie gehen. Warum das gleiche Spiel wiederholen? Du bist eine Nutte. . Aber ich ging nicht zu ihr hin. Port. wenn du das nochmal machst. Hmm.»Und was ist das Ding. BRING ICH DICH UM!« »ICH HAB DICH ERWISCHT. und da sah ich sie. Mann . stellte das Ding auf den Tresen. diese FINGERNÄGEL! »AHHA! ICH HAB DICH ERWISCHT! ICH HAB DICH ERWISCHT!« »Du beknacktes Luder.

oder ich sterbe. . und schon hatte sie die Handtasche offen und zeigte ein Foto von ihren Kindern vor . Sie sagte mir ihren Namen.wie komme ich dazu. Ja. Backen. menstruieren. Es hatte so einen altmo dischen Fuchspelz um. und er brachte diese Flittchen mit nach Hause u nd fickte sie vor ihren Augen. Der tote Fuchs ließ ihr seinen Kopf über den Busen hängen und sah mich an. Braucht keinen Drink. die meisten Männer sind Tiere. scheißen. verstehe. »Ja. Vielleicht. Wir tranken noch ein paar. Siehatte nichts dagegen. Braten. Ein Brathähnchen mit Pferdezähnen. die einen Namen haben. ich sei Thomas Nightengale. einer von DENEN . dem Tod unter die Arme zu greifen? Ich kaufte ihr einen Drink. Aber ich brauch einen. Dann schlug ich vor. In die Wand geklappt werden. unterwegs was mitzunehmen zum Kochen.« Ich schlug vor. Es war nicht zu verkraften. sagte ich zu ihr. und sie war zur Hälfte Indianerin. All diese Frauen. Wir gingen um die Ecke und kippten noch einen. Margy. es in Whisky baden und dann braten. bei voller Beleuchtung. Ein bißchen was zu essen. .« Na. Sweetie«. Der Busen sah mich auch an. weil sie selber wie eins aussah. ein netter Mensch wie ich . es ist einfach nicht gerecht. Männer ficken. verstehe«. Und du bist SO ein süßer Fratz.Dann spürte ich etwas neben mir. Also ich schlug vor. in eine andere Bar zu gehen. Ah. 44 . Von Vicki sagte ich ihr natürlich nichts. Margy. sie begreifen einfach nichts. kein Verständnis. bei ihrem Vater. sagte ich. Vicki bildete sich unheimlich was ein auf ihre gottverdammten Brathähn chen. Ich meine. keinen Sinn für Humor. Teufel nochmal. zu mir nach Hause zu gehen. Schuhverkäufer. sie waren in irgendeinem langweiligen Ort in Ohio. »Dein Fuchs sieht aus als könnte er einen Drink gebrauchen. »Ah. daß wir uns ein Hähnchen besorgen. Vicki's Arsch zuckte nervös. trinken. sicher. ein Großverdiener. Ich erzählte ihr. der Vater war ein Tier. Wir ließen sie da hocken. »Der ist tot.ein häßlicher behämmerter Junge und ein Mädchen ohne Haare.

Es fiel auf den Teppich. und die drei Hähnchen kamen raus. um zu sehen. wie sie da ihre klaffenden Löcher zeigten auf meinem abgelatschten Teppich mit seinen gelben und braunen Blumen und Bäumen und chinesischen Drachen unter einer elektrischen Lamp e in Los Angeles am Ende der Welt in der Nähe von 6th Street und Union. Es gab eine richtige Explosion. »DREI BRATHÄHNCHEN?«»Du meine Güte. Wir fuhren mit dem Fahrstuhl hoch. um nachzusehen. Der Metzger langte rein und griff sich drei sehr gelblichweiße Hähnchen mit etlichen langen schwarzen unausgerupften Haaren. die wie Menschenhaare aussahen. Schnapsladen.Also. sagte ich. Kleine Flasche Whisky. sagte er. sagte er.« Ihr Strumpfgürtel war dreckig. was er dazu sagt. »Herrjeh«. Der Laden hatte sogar einen Metzger. »Ach herrjeh«. was ihre Strümpfe oben hielt. mit ihren 29 oder 30 schmierigen abstehenden umgeknickten gemordeten Menschenhaaren sahen sehr merkwürdig aus. »Ach du meine Güte«. sagte er. wie mir der Saft in die Knochen stieg. 45 .« »Scheiß auf die Hähnchen. Wir fanden einen durchgehend geöffneten Supermarkt. sagte ich. die Hähnchen. »Oooh. »Wir wollen ein Hähnchen braten«. und ich spürte. ja«. Diese 3 Brathähnchen. Ich ließ eine von den Bierflaschen fallen. hob ich Margy's Kleid hoch. Genau richtig. 5 oder 6 große Flaschen Bier. Dann steckte ich ihr ganz kumpelhaft meinen rechten Mittelfinger unter den Schlüpfer und kitzelte sie mal so richtig. Als wir durch meine Tür waren. Ich kitzelte sie nochmal. Ich zahlte und wir gingen da raus. Sie kreischte und ließ das Bündel fallen. und er wickelte sie in dickes rosarotes Papier. sagte ich. »Ich will DREI Brathähnchen«. ein einziges großes Bündel. Auf dem Weg zum Ausgang ließ ich nochmal 2 Bierflaschen fallen. gelblich-weiß. Ich ließ noch eine fallen. und zurrte ein paar lange Klebestreifen drum herum.

Ich weiß nicht mehr. Sag mal. Ich kannte mal einen Typ. also ich setzte mich hin und pellte die Whiskyflasche aus dem Papier. Einmal. ich werd dich ficken . glaube ich. .« »Ich fick dich trotzdem. Und während sie rubbelte. Ich hab so ne Art an mir. jedenfalls weiß ich nur noch. nahm mir eine von ihren Zigaretten. Ich hab nämlich heute abend schon im Fahrstuhl onaniert.« »Hör zu«. ich würde mein Ding nicht in etwas reinstecken. sie war verheiratet mit so nem kleinen verhutzelten alten Gnom. Ungefähr um acht. als ich mich in einer Kleinstadt in Texas rumdrückte. Vielleicht konnte ich mir selber so einen besorgen. Ich habs gern bequem. du erscheinst mit einem blutenden Schwanz beim Arzt und sagst: Das ist passiert. »ich weiß nicht.« »Vergiß es. Ich holte mir ein neues.« Sie machte wirklich einen drauf mit ihrem Fuchspelz. Scheiß drauf. . die ihn ganz 46 . Andere sagen was anderes. wie lange der Whisky hielt. der ein mieses Temperament hatte und an einer Krankheit litt. hockte in Unterhosen da. Stell dir mal vor. . dann kann sie ja gehn. was brechen oder splittern kann.Well. ich hätte ein König sein müssen. Also ich. sagte sie in einer Tour: »Ich werd dich ficken. . Das hatten wir schon. shit. Das mach ich immer als erstes. »Ich hab zwei Kinder in Ohio. der tat sich rohe Leber in ein Longdrink-Glas. und das hat er dann gepimpert. Tat ganz gut. tust du Schwanz lutschen?« »Was meinst du damit?« »OH KACKE!« Ich schmiß mein Glas an die Wand. Sind süße Kinder . Aber sie bleiben immer da. leck mich. als ich 'n Wasserglas gepimpert hab. goß zwei große Wassergläser voll. ob du mich ficken kannst. Sie trank ihr Glas bis auf einen kleinen Rest und griff nach ihrer Handtasche. und wir tranken weiter. aber er muß mich in Fahrt gebracht haben. goß es voll. Manche Weiber sagen. daß ich plötzlich nackt auf dem Bett lag und zur Deckenlampe hinaufstarrte. Wenns dem Flittchen nicht paßt. sah ich diese herrlich gebaute Fickliese. und Margy stand nackt daneben und rubbelte mir den Penis mit ihrem Fuchsschwanz. zog mir Schuhe Socken Hose und Hemd aus. sagte ich.

»Ich kenn dich. Machiavelli? Der Wein konserviert. Danach war sie in der Stadt erledigt. und sie mußte damit zum Arzt. wie er all das saftige Fleisch rammelte. Dr. Und dann erfuhr ich auch die Story: Als junges Ding hatte sie sich ne Cola -Flasche in die Möse gesteckt. ne echte shitfressende Zwei-Dollar-Hure. Ich zog mir das Leintuch über mein zitterndes pulsierendes und riesiges Geschlechtsorgan und tat so. »SCHAFFT MIR DIESES WEIBSTÜCK AUS MEINER WOHNUNG!« keifte sie. als schliefe ich. Wo war ich stehengeblieben? Ah ja: also sie kam richtig in Fahrt mit ihrem Fuchsschwanz. da hörte ich. und ich mußte immer dran denken. Nur der miese alte Zitterrochen. Samuel Johnson. Oh shit. das is ja gar nicht deine gottverdammte Wohnung! Der Typ da hat sie sich VERDIENT! Er leckt dir die Härchen an deinem Arsch! Er macht dirs mit seiner langen Sandpapierzunge. Ich schmeiß sie einfach raus und bring meine Nummer. dachte ich. Napoleon. Die Tür ging auf. aber sie war nicht schlau genug. wie sich ein Schlüssel in der Wohnungstür drehte. aber die Geschichte kam auch irgendwie raus. 47 . aus der Mode. verstehst du. um Abe Lincoln noch einen zu blasen. Margy brüllte zurück. Der kriegte die Flasche raus. und da stand Vicki. Patrick Henry. Und DAS ist schon seit Franky D. bis du Morsezeichen zum Himmel jodelst! Und du bist nix als ne HURE. und hinter ihr standen zwei Bullen. Zusammen wären sie alt genug. Vicky. und ich hatte gerade was Schönes stehen. Sowas in der Art.tattrig machte. und DAMALS warst du schon ACHTUNDVIERZIG!« Bei diesen Worten machte meine Salatgurke schlapp. Keiner wollte sie haben. Robes pierre. wahrs cheinlich war es Vicki! Naja. das Ding ging nicht mehr raus. Sie sorgte für ihn und schob ihn in einem Rollstuhl durch die Gegend. abzuhauen. Lee. Dem wars scheißegal . BULLEN! Ich konnte es nicht fassen. Es sah aus als hätte ich eine Salatgurke unter der Decke. Mozart. General Robert E. ganz einfach. Diese beiden Flittchen mußten 80 Jahre alt sein! Jede von ihnen. Ich sah es richtig vor mir.er bekam das beste Stück Arsch in der ganzen Stadt.

Oh. Die Nutten blasen in alle Ewigkeit. sagte Margy. und da juckts mich jedesmal. »Ich muß doch sehr bitten. er sieht WIRKLICH lecker aus! Ich glaub. Sie fiel auf den Boden. wenn ihr euch in die Wagenfenster reinlehnt und Strafzettel austeilt. ich hätte selber Lust. »hast du des halb so enge Hosen an. Er machte seinen Knüppel ab und patschte Margy damit hinters Ohr. war es beinahe ein gutes Gefühl irgendwie STARK und bedient. DU . diese Ausdrücke zu unterlassen und die Lautstärke zu reduzieren. du miese Schwuchtel«.« Der Bulle kriegte plötzlich ein irres Glitzern in seine toten Augen. DASS NEM TYP EINER ABGEHT! UND DAS IS SCHON AUS DER MODE. damit dein süßer Arsch besser rauskommt? Mein Gott. SEIT KONFUZIUS SEINE MUTTER GEPICKT HAT!« »WAS?! DU BI LLIGE FOTZE! DU HAST SCHON MEHR BLAUE EIER VERTEILT ALS MAN AN NEM SILBERNEN CHRISTBAUM IN DISNEYLAND UNTERBRINGEN KANN! ALSO WIRKLICH. . 48 . Ich hörte dieses Klicken. dich mal zu stoßen. und man fühlte sich wie Jesus oder sonstwas Drama tisches. und die Scheißkerle machten die Dinger IMMER zu eng. »WER IS HIER NE HURE? WER IS NE HURE? HM? DU BIST HIER DIE HURE! DU VERKLOPPST DEIN VERGRÄTZTES LOCH SEIT 30 JAHREN DIE GANZE ALVARADO STREET RAUF UND RUNTER! NE BLINDE RATTE W ÜRDE VIERMAL 'N RÜCKZIEHER MACHEN. Unser demokratischer Gedanke basiert schließlich auf Verständigung und Freundlichkeit. Sie nicht auch?« »Na. . EH SIE IN SOWAS REIN KRIECHT! DU HASTS GERADE NÖTIG! WO DU VON GLÜCK SAGEN KANNST. Ich seh euch Scheißer immer auf dem Freeway. Dann legte er ihr die Handschellen an. Und Vicky brüllte zurück.« »Augenblick mal.Gott überdauert alles. Aber wenn man sie erst mal anhatte. wie Bobby Kennedy seinen dicken kerligen lockigen Haarschopf so auf die eine Seite kämmt auf seinem süßen Kopf. Ladies«. ich LIEBE es einfach. WENN DU'S FERTIGBRINGST. euch in eure strammen kleinen Ärsche zu kneifen. sagte der eine Bulle.

Ich zählte bis 64. Dann sagte der Bulle. Laß ihn hier. Ich machte das eine Auge einen Spalt auf und sah. konnte also nicht sehen. laß mich los!« Und er sagte immer wieder: »Halts Maul.« Dann war er weg. Er sagte zu Vicki: »Für deine Protektion werd ich dir nächsten Monat 5 Dollar mehr berechnen müssen. » I s t der Kerl hier schwul? Sieht mir weiß Gott wie'n Schwuler aus. zum anderen Bullen: »Ich schaff sie mit dem Fahrstuhl runter. was du verdient hast! Und du hast noch garnichts gesehn! Das . Meine Nasenflügel bebten wie bei einem brünstigen Gre-gory Peck. Die Glühbirne schien auf mich herunter. Dann kam der andere Bulle zu mir rüber. Dieser große Fuß da auf meinem Bettlaken. Ich hörte wie er runterfuhr in die erste Etage.« Ich konnte nicht alles hören. »Nee. ist erst der . du Drecksack! Laß mich los. Ihre Antwort ließ auf sich warten. . Endlich. Dann sagte sie was. halts Maul. ob sie ihr einen Bademantel oder sowas anzogen. Mein Gott. da is alles dran. auf dich aufzupassen. »DU LINKE FOTZE! WENN DU SOWAS NOCHMAL MACHST. ANFANG!« Und dann kreischte sie richtig los.« »Soll ich ihn einbuchten?« fragte er Vicki. 'n Weib kann er allerdings vögeln. Er sah auf mich runter. der ihr die Handschellen verpaßt hatte. halts Maul! Du kriegst nur.« Der Bulle nahm seinen Fuß runter. er war draußen im Flur. er ist.« »Ich glaub nicht. Ich meine. . ooooooh. und ich hörte Margy kreischen: »Oooooh. auf das Bettlaken. als sie runter fuhren. Es wird langsam ein bißchen schwierig. Ich wartete. Ich hörte. aber ich horchte. . . Ich hatte die Augen zu. wie er durchs Zimmer ging und an der Tür anhielt. Dann SPRANG ICH MIT EINEM SATZ AUS DEM BETT. daß er einer ist. dauerte das lange. wie er seinen großen schwarzen polierten Schuh auf die Matratze stellte. BRING ICH DICH UM!« 49 . . Wir nehmen den Fahrstuhl. in Ordnung. bis er in den Fahrstuhl stieg. .Ich hatte die Augen zu. Könnte natürlich sein.

. Und dann fing es wieder an. Wir saßen da und redeten und tranken und rauchten. Kaufen Sie dies oder kaufen Sie das. auch noch ein bißchen Wein. 14 Mal wurden sie rot. sie färbten sich rot. sahen wir wieder dem roten Pferd zu. Später gingen wir zusammen ins Bett. Sie färbten sich rot. als wolle sie um Verzeihung bitten. ganz easy und gemütlich. versteht ihr. egal was passierte. Wahrscheinlich ne Neonreklame unter dem roten geflügelten Pferd. sie färbten sich weiß. Wir fickten unter den Flügelschlägen des roten Pferdes. Es flog und flog über diese Hauswand. Das muß man berücksichtigen. sozusagen. Und wieder weiß. Dann. downtown. drei.NEIN!!!« Ich hob die Hand. Dann. Dann fickten wir. So ein rotes Pferd. 21 Mal wurden sie rot. wurde alles einen Augenblick lang weiß. Ihre Küsse waren ganz gut. wie in alten Zeiten. Ein geflügeltes Pferd. 28 Mal. zwei. sieben. vier. Und wie immer zählten wir mit: eins. sechs. Richtung Osten. Und mitten auf dem Teppich lagen nach wie vor die drei Brathähnchen.»NEIN. »ICH HAB IHM GESAGT. In diesem grellen WEISS. Sie hatte sowas Trauriges auf der Zunge. Keine Ahnung. Stimmt. irgend ein Produkt. die ganze Nacht. Naja. . um ihr in alter Frische eine zu donnern. NEIN. Pferd und alles. Die ganze Wohnung war in diesen roten Schimmer getaucht. Der Abend war besser ausgegangen als die meisten. Dann stand es wieder still. fünf. ER SOLL DICH NICHT HOPPS NEHMEN!« kreischte sie mich an. Es war noch etwas Whisky übrig. Es machte sieben Flügelschläge. Dann wieder weiß. Siebenmal wurden sie rot. . Dann wieder weiß. mit roten Flügeln aus Neon. Ich stand auf und machte die Kette an die Tür.« Ich ließ die Hand wieder sinken. wenn das Pferd aufhörte zu fliegen. Und sahen uns zu. wieso. Wir machten das Licht aus und saßen da und tranken und rauchten und unterhielten uns über dies und jenes. das in rotem Neon über eine Hauswand flog und flog. »Hmm. Siebenmal flappten die Flügel.

Ich schaute auf. shit. Ich latschte und latschte. als bewegte ich mich am äußersten Rand von irgendwas. was für ne Arbeit?« »Gleisreparatur. irgendwo westlich von Sacramento. 51 .Love it or leave it Ich latschte in der Sonne vor mich hin und fragte mich. . Unterschreibst du jetzt oder nicht?« »Ich unterschreibe. Ich war Nummer 27. seine Backen wurden förmlich reingesaugt in seinen zahnlosen Mund. Ich trug mich sogar mit meinem richtigen Namen ein. euer Schild gesehn . Arbeitskräfte gesucht. . ich hab zu tun. komm schon. . und neben den Eisenbahngleisen stand ein kleiner Schuppen aus rohen Brettern. ich . hast du Dreck auf den Ohren? Komm schon. »Man wird dir sagen. Draußen hing ein Schild: ARBEITSKRÄFTE GESUCHT. was du zu tun hast!« »Ich meine. »Was hab ich zu tun?« fragte ich. was ich machen sollte. . dann bearbeitete er wieder seine Kautabakrolle. vermutlich nicht als Bauchtänzerin!« Er beugte sich rüber und spuckte in seinen verdreckten Spucknapf. Ich ging rein.« »Willst du anheuern?« »Anheuern? Als was?« »Na. »Yeah?« fragte er. die er daliegen hatte. »Ich äh. .« Ich trug mich in die Liste ein. ich äh.« »Sacramento?« »Verdammt. Ein kleiner alter Mensch mit blaugrünen Hosenträgern saß da und kaute Tabak. . ich unterschreibe . und da waren Eisenbahngleise. Es schien so. .« »Yeh. . spuck es aus! Was willst du?« »Ich hab . Mann.

. Er spuckte wieder aus. Durch die Fenster konnte man nichts sehen. draußen in der Wüste.. Ich begann Stimmen zu hören. »Du meldest dich mit deinem Kram auf Bahnsteig 21. . Saugt nem Mann das Elend richtig ausm Kopf. wo man's ausgeben könnte. Ich seh schon. daß du 'n leichten Schatten hast. Ich hab selber bei ner Reparaturkolonne angefangen. Denk immer an die gute alte .« Wieder die Drehung zum Spucknapf und zurück. Kid.« Ich war zur befohlenen Zeit am Bahnsteig 21.« »Und jetzt raus hier! Ich hab zu tun! . stanken. Kid. und sie gaben sich stark und waren gleichzeitig nervös. Er ist auf deiner Seite.« »Danke. Ich ging hin und stellte mich hinten an. .Eisenbahngesellschaft und laß da und dort 'n gutes Wort über uns fallen. Und wenn du draußen auf den Gleisen stehst. Samstag abends . »Na. Wir sind nette Menschen. Sir.. Sie hatten alle einen Haarschnitt und eine Rasur nötig. lachten und quatschten. da gibts keine Gelegenheit. Einer zog ne kleine Whiskyflasche raus. wir sollten einsteigen. Du kannst Geld sparen. Dann fingen sie an. Nix besseres als 'n Blowjob. Ich nahm den letzten Sitz am hinteren Ende unseres Waggons. Wir helfen der Menschheit. zu mir nach hinten zu sehen. Neben meinem Zug standen all diese zerlumpten Kerle rum. Weiß Gott. Aber Samstag abends. lachten und rauchten Selbstgedrehte. Die anderen setzten sich alle vorne hin.« Ich steckte das Ticket in meine leere Brieftasche. Unsere Gesellschaft beschäftigt ne Menge Jungs wie dich. läßt dir von so ner scharfen mexikanischen Senorita 'n Blowjob verpassen und kommst in bester Laune wieder zur Arbeit zurück.Er gab mir ein Ticket. und durchaus nicht in meinem Kopf: 52 . Alles Gute. Wir ham einen Sonderzug für euch Jungs. Ein Mexikaner mit einer Messernarbe im Gesicht sagte uns schließlich. Jetzt sitz ich hier. Samstag abends gehst du in die Stadt. Kid. dann hör auf den Vorarbeiter. Also paß auf. . Wir stiegen ein. »So. säufst dir einen an. Mensch. und für 7 oder 8 von den Jungs gabs einen kurzen Schluck.

warf sich in einen Sitz. Der Zug fuhr an. »SWOOSH!« Eine Staubwolke blies mir ins Gesicht und in die Augen.« »Für was hält der sich eigentlich?« Ich sah aus dem Fenster. Kurz bevor wir aus Louisiana rauskamen. der muß uns den Schwanz lutschen!« »Sieh dir das an! Er hat seinen Pappbecher verkehrt rum\ Er trinkt aus dem falschen Ende! Sieh dir das an! Er trinkt aus dem kleinen Ende! Der Kerl hat 'n Stiehl« »Wart's nur ab. die Augen. Es waren ungefähr dreißig. den kriegen wir dran. wenn wir da draußen auf den Gleisen sind. Aber ich hörte seine Stimme: »Wenn er herkommt. Ich wartete. Ich hörte jemand unter meinem Sitz. um mir einen Becher Wasser zu holen. versuchte es jedenfalls . Mann. und ein Schwall von 25 Jahre altem Staub stieg mir in die Nase. füllte nach und leerte ihn 53 .« »Für was hält der sich eigentlich?« »Leck mich am Arsch.das Ding war seit 25 Jahren nicht mehr geputzt worden. »Sieh ihn dir an. tauchte unter. mußte ich nach vorne. Wer immer da unten saß . Jungs! Versprecht mir. Sie beobachteten mich. den bringen wir zum Winseln. den Mund. wenn er herkommt!« Ich hörte keine Versprechungen. . Ich streckte mich auf meinem Sitz aus und versuchte zu schlafen. Sieh ihn dir an. Sie machten nicht lange rum. müßt ihr mir aber helfen.er brachte es verdammt gut. der muß uns den Schwanz lutschen!« Ich trank den Pappbecher leer.»Was ist los mit diesem Kaffer?« »Glaubt der vielleicht. . und da war ich nun mit ihnen.« »Was 'n häßlicher Knochen. Dann passierte es nochmal. Dann blies es nochmal. er ist was Besseres als wir?« »Schließlich hat er mit uns zu arbeiten. Ich hörte ein Geräusch unter meinem Sitz. und dann war er auch schon darunter vor und drückte sich vorne zwischen die anderen rein. aber er war in Sicherheit: ich konnte die Typen nicht voneinander unterscheiden . daß ihr mir helft. Ich sprang auf. den knöpfen wir uns vor. Ein richtiger Tornado.

»45« schrieb er jetzt in die Spalte »V«. Das hier is euer Hotel. Die Lok n a h m in Texas ein paarmal Wasser auf. verkehrt rum. Als wir nach El Paso kamen. Der Vorarbeiter schwang sich durchs Vestibül und war verschwunden. Er ging wieder nach vorn. Der mexikanische Vorarbeiter kam durch und s a g t e : » I n El Paso wird übernachtet.« »Wie kommt so einer zu nem Girl?« »Was weiß ich.« 54 . In El Paso h ä n g t e n sie unseren Waggon ab. »Hey! Wo is'n hier ein Dosenöffner. und der Zug f u h r weiter.« Er kam wieder zu mir nach hinten. Dann gab er mir eine kleine Dose Bohnen. in kleinen grünen Oasen. Ich hörte sie hinter mir: »Yeah. Da werdet i h r pennen. und von da gehts weiter nach Sacramen-to.« »Hier is dein Hotel. »Bist du Bukowski?« »Ja. Das h i e r sind eure Hotel Tickets. daß ich in Spalte »F« mit 45.nochmal. Hab schon verrücktere Sachen erlebt In Texas kam der mexikanische Vorarbeiter mit den Konserven a n .« Er verteilte Tickets. -Das sind eure Tickets fürs Hotel. Er teilte die Dosen aus. Vielleicht hat er Krach gehabt mit seiner Freundin.90 Dollar in der Kreide stand. verdammt. er benimmt sich komisch. Ich warf den Becher in den Abf 11 kästen und ging wieder nach hinten. Ich sah. wie soll man das Zeug f r e s s e n ohne 'n Dosenöffner?!« fragte ihn einer. »Bist du Bukowski?« »Ja. Morgen frü h nehmt ihr die Nummer 24 nach Los Angeles. Einige davon hatten keine Banderolen mehr und waren schwer verbeult. waren von 31 noch 23 übrig.« Er gab mir eine Dose Spam und schrieb »75« in die Spalte » V « . Bei jedem Aufenthalt setzten sich 2 oder 3 oder 4 von den Jungs a b . Er kamzu mir nach hinten.

« Er verteilte zwei Stapel Heftchen.50« in meine Spalte»U« K e i n e r h a t t e es geschafft. Der Alligator war wütend. »Wir h a m in Los Angeles zwei Tage Aufenthalt. Ich sah sie an. Ich drehte mich um und schlief. waren von den 31 nur noch 16 übrig. Der andere Matrose stand mit einem jungen Girl am Ufer und lachte. »Bist du Bukowski?«. während sich der Matrose im Teich wieder mit seinem Alligator balgte. Vielleicht waren noch mehr da Und dann waren da noch zwei Matrosen in ihrer weißen Kluft. aber er war zu langsam und konnte seinen Schädel nicht weit genug herumdrehen.00« in meine Spalte »V«. Ich wurde von brüllenden Alligatoren aufgeweckt. Beide hatten ein breites Grinsen im Gesicht und sagten: »Hü Wie laufts denn so?« 55 . Ich sah oder 5 Alligatoren im Teich. Dann. Er gab mir meine Heftchen. Der mexikanische Vorarbeiter kam wieder durch den Zug. seine Konservendose aufzukriegen. besoffen. die mit mir im Zug gewesen waren. Steht alles auf dem Umschlag.Er gab mir das Ticket und schrieb »12. Außerdem kriegt ihr Essensmarken. auf den anderen VERPFLEGUNG. Und schrieb »12.30 Uhr Zug. um den Matrosen zu erwischen. Der eine stand im Teich. Bei den WasserStops unterwegs nach Los Angeles setzten sich noch mehr Jungs ab. Die wurden dann später eingesammelt und der nächsten Fuhre angedreht. »Ja«.80« in meine Spalte »U« und »6. Als wir Los Angeles erreichten. die ihr in French's Cafe in der Main Street einlösen könnt. und zog einen Alligator am Schwanz. in dem eure Hotel Tickets sind. Bahnsteig 21. Wagen 42. Einer brüllte besonders laut. gingen der andere Matrose und das Girl weg. fragte er. sagte ich. Als ich aus der Union Station rauskam und über den Platz ging. Auf den einen stand UNTERKUNFT. Sie kamen in einem kleinen Bogen vor mir rum und schwenkten nach rechts ab. überholten mich zwei kleine Kerle. Ihr nehmt Mittwoch früh den 9. Ich warf mein Ticket weg und schlief zwei Blocks vom Hotel entfernt in einem Park.

»der Kerl hier war in einem von unseren Wagen! Ich hab ihn entdeckt. Dann kam ich zu den Auto friedhöfen. Ein Typ hatte mir mal erzählt: »Ich penne jede Nacht in nem anderen Wagen. wo sich all die kaputten Autos stapelten. Letzte Nacht hab ich in nem Ford gepennt. Ich latschte drauflos. Das Baujahr konnte man nicht mehr erkennen. er hat auf dem Rücksitz gepennt!« 56 . der zwar eine Kette am Tor hatte. als ich diesen Jungen brüllen hörte. Heute nacht werd ich in nem Cadillac pennen. und dann verkauf te ich einem Penner meine Übernachtungsgutscheine für 50 Cents. Nach Norden. Ich setzte meine auch in Bier um. Ich trank noch 5 Biere und ging raus. das jetzt einen Spalt offenstand. . Es muß ungefähr sechs Uhr früh gewesen sein. Ein älterer Kerl. Ich kletterte raus. Ich suchte. und ich war dünn genug. Ich vertrank meine ganzen Marken. feist und verschlafen. bis ich einen Cadillac fand. Ich ging langsam auf das Tor zu. die Nacht davor in nem Chevrolet.»Kann nicht klagen. »Bleib stehn.« Die beiden legten einen Zahn zu und rannten in Richtung Main Street . um mich durchzuwinden. Er hatte ein weißes T-Shirt und Tennisschuhe an. etwa 50. bleib stehn!« Er hielt mir den Baseballschläger entgegen.« Ich fand einen Schrottplatz. Das Glas Bier kostete nur zehn Cents. . Sie redeten jetzt nicht mehr über mich. kam jetzt aus einem Verschlag aus Teerpappe. Die meisten hatten ziemlich schnell einen sitzen. Dann wieder nach Norden. Er war etwa 15 Jahre alt und hatte einen Baseballschläger in der Hand: »Komm da raus! Komm aus unserem Wagen raus. »Bleib stehn!« schrie er. Im Cafe setzten die Jungs ihre Essensmarken in Bier um. dreckiger Penner!« Der Junge sah verängstigt aus. Ich stand am unteren Ende der Bar. Dann nach Osten. aber das Tor war verbogen. »Dad!« brüllte der Junge. Ich legte mich auf den Rücksitz und pennte. und vorne fehlte ihm ein Zahn.

als er das sah. wurde alles in mir steif. Alles was ich tun konnte. Sie beobachteten mich. meinen Kopf abzuschirmen. auf die Seiten.« Ich drehte mich um und hielt mich am Maschendraht fest. war. Der Alte nahm dem Jungen den Baseballschläger aus der Hand. »Sohn.« Ich schaffte es durchs Tor und ging Richtung Norden.»Ist das wahr?« »Yeah. Ein Schrottplatz nach dem anderen. Er schlug mich beinahe überall. was Sie in unserem Wagen zu suchen haben. Während ich ging. Dad! Ich gebs ihm!« Der Junge schnappte sich den Baseballschläger und fing an. wie er auf dem Rücksitz gepennt hat. Schließlich sagte der Alte: »OK. Der Junge bekam Mut. »Uuf!« machte ich. Ich stolperte gegen den Drahtzaun. weit würde ich nicht mehr kommen. »Meine Güte!« Ich konnte mich nicht mehr aufrichten. Sohn. »Ich gebs ihm. in einem von unseren Wagen!« »Was ham Sie in unserem Wagen zu suchen. die Knie. Zwischen zweien von ihnen sah ich endlich ein 57 . das reicht. Dad! Ich hab ihn gefunden. Ich nahm die Arme hoch und legte sie um meinen Kopf. Dann ließ ich los und konnte immerhin stehen. rannte zu mir her und rammte mir das Ding mit voller Wucht in den Bauch. und er drosch auf meine Arme und Ellbogen. Ich stolperte rückwärts. Hin und wieder kam er mit seinem Schläger bis zu meinem Kopf durch. »Laß mich nochmal. »Ich hab gefragt. Meine Schritte wurden kürzer.« Der Junge drosch weiter. Ich wußte. Sohn. Dad! Ich gebs ihm!« Der Junge hörte nicht mehr auf. Alles fing an zu schwellen.« Ich verdrückte mich weiter in Richtung Ausgang. mich damit zu bearbeiten. »Ich gebs ihm. aber ich ging trotzdem weiter darauf zu. die Knöchel. Auf den Rücken. es ist wahr. das reicht. Dad!« »Nein. Einen Augenblick lang war ich unfähig. Ich humpelte auf den Ausgang zu. ich hab gesagt. mich zu rühren. Mister?« Der alte Kerl war dem Tor näher als ich. die Beine.

und prompt trat ich in ein Loch und verstauchte mir den Knöchel. Ich war zurück in meiner Heimatstadt. Dann fiel ich über einen Ast. . Als ich das nächste Mal umfiel. Kleine Mükken tanzten vor meinem Gesicht herum. Ich lachte.Stück offenes Gelände. brüllte vor Schmerz auf. Ich machte die Augen zu. Ich zog die Glasscherbe raus. Los Angeles. wälzte ich mich auf den Rücken. Ich wischte den Dreck ab und saugte die Wunde aus. Weinflasche. Der Boden war abschüssig. und dann sah ich in den Morgenhimmel rauf. Als ich wieder hochkam. Blut quoll durch den Dreck. hatte ich mir die rechte Handfläche an einer grünen Glasscherbe aufgerissen. der nicht nachgeben wollte. Ich ging hin.

wenn er zuhörte. Das obere Drittel der Whiskyflasche enthielt nur noch Luft. Sie wußten. Menschen waren für ihn die größte Schau. das Handtuch zu werfen. Echtes Gold. sagte Duke. Deine Karre wirds auch schaffen. Harry's Gesicht war ziemlich rund und dämlich. und der Eintritt war frei. »ich hab mich für dich entschieden. Es war Samstagabend in einer der grausamsten Städte der Welt. man haßte den ganzen Kerl. es war alles ein Eimer voll Scheiße.« »Na sag schon. Er hörte gerne zu. er hatte gerade so einen leichten Hauch von einem Lächeln im Gesicht. »Du wirst es nicht glauben. Harry war arbeitslos. es gibt Gold da draußen. Brauchst bloß rauslatschen und es aufheben.« »Laß hören«.Die Goldgräber von Los Angeles Harry und Duke. sobald man ihn nur ansah. die mit 35 bereits ein unmöglich hartes Leben hinter sich hatten und dennoch weiterlebten. deshalb sah man gar nicht erst hin. sagte Harry und zog an seiner Zigarette. »Sieh mal«. Liegt auf dem Boden rum. Sie wußten es. als Nase hatte er nur eine winzige Beule. Es war ihnen egal. ein guter Zuhörer. Mann. Dir kann ich trauen. 59 . Wir machen halbe-halbe. aber sie weigerten sich. Sie saßen da und drehten sich Zigaretten mit der unerschütterlichen Gelassenheit von Männern. in der Tat.« »Well. Duke war ein bißchen jünger. und auf dem Fußboden lagen leere Bierdosen herum. und seine Augen konnte man hassen. Du wirst nicht die Nerven verlieren. Beide hatten Knast hinter sich und würden auch wieder im Knast landen. Die Flasche saß zwischen ihnen in einem billigen Hotel in downtown Los Angeles. denke ich. und Duke war irgendwo Hausmeister.

Aber das Gold ist da.« »Das klingt logisch.« »Falls sie mit dem Ballern wieder anfangen. Ich weiß. Wenn sie mal ein Ziel getroffen haben. Deshalb müssen wir zu zweit sein. »könnte sein.« »Eben. Wir werden reich sein.« »Klingt gut. »Woher willst du wissen«. du bist der richtige Mann dafür. sind sie zufrieden. das Risiko muß ich einfach in Kauf nehmen. Man braucht Mut. wenn du mit dem Einsammeln fertig bist?« »Well.« »Was ist der Haken dabei?« »Naja. es klingt verrückt.Ich weiß. hechten wir einfach ins nächste Granatloch. Sie treffen nie zweimal ins gleiche Loch. Während ich das Gold einsammle.jede Menge Mösen.« Harry goß Whisky nach. Und uns soviel Mösen leisten können. Ich habs gesehen.« »Hm.« »Dann gehn wir bei Nacht raus. Stell dir das mal vor . Und sammeln das Zeug einfach auf. Aber in der Regel wird nachts nicht geschossen.« »Traust du mir nicht?« »Ich traue keinem. sagte Duke. was weiß ich. »Aber es gibt noch einen Haken. dachten darüber nach. Wenn nicht.« Sie saßen da. »daß ich dich nicht umlege. manchmal auch bei Nacht. wie wir wollen. du kannst gut mit ner Knarre umgehen. sagte Harry. Scheiß drauf. es liegt auf nem Schießplatz von der Artillerie. behältst du die Schlangen im Auge und knallst sie ab.« 60 . Sie ballern den ganzen Tag.« Sie schwiegen und dachten wieder nach.« »Weißt du«. das ist der Haken. aber es ist da. Klapperschlangen. warum nicht.« »Yeah?« »Da draußen gibts Schlangen. Ich denke. daß sie mit ihren Granaten ne alte Schatzkiste getroffen haben. »all die Mösen. »All das Gold«. jedenfalls ist Gold da draußen. dann setzen sie den nächsten Schuß woanders hin. rauchten und tranken.« »Was es auch ist. fragte Duke. Ist vielleicht durch die Granateinschläge rausgekommen.

Sie dachten beide an die Zukunft.« »Du hast keine Angst. Ein paar hatten sogar Frauen. Bis an unser Lebensende. daran hab ich nie gedacht.« »Es wird genug Gold und Möse für uns beide geben. Mann. daß ich Montag zur Arbeit gehe. Manche Hotelbewohner hatten ihre Türen offen.« 61 . Keine Bewährungshelfer mehr. wir kriegen das hin?« »Klar. Keine Jobs als Tellerwäscher. Sie redeten nichts mehr. sagte Duke. Duke? Vielleicht leg ich dich um. ich hab dirs doch gesagt.« »Ich hab kein Geld. aber sie konnten einigen Wein vertragen.« »Ich irgendwie auch. Es war eine schwüle Nacht.« Sie tranken und rauchten wieder eine Weile.« »Und es ist wirklich Gold da draußen?« »Na klar.« »Ich mach das schon.Duke machte eine Bierdose auf und schenkte die Gläser voll. was?« »Jetzt nicht mehr.« »Ich komm mir schon richtig reich vor. wir besorgen uns noch ne Flasche«. »Besser.« »OK. »Shit. Du legst doch keinen Kumpel um. Harry. Wir haben ausgesorgt.« »Und wir machen halbe-halbe?« »Wir machen halbe-halbe. daß ich dich umlege?« »Wieso fängst du immer wieder davon an.« »Yeah.« »Jessas.« »Wo ist denn die Stelle?« fragte Duke. »dann wird man als Gentleman behandelt. ist wohl nicht nötig.« »OK. wiird ich doch sagen. Die Nutten von Beverly Hills werden uns die Tür einrennen. sagte Duke. nicht gerade Damen. Die meisten hatten eine Flasche Wein. wenn wir dort sind.« »Man braucht einfach irgend einen Break«. »bevor sie schließen. oder?« »Sind wir Freunde?« »Na. »Das wirst du sehen.« »Meinst du wirklich. ja.

sagte Harry. es war schon einer vor uns da«. Checkte das Hemd. Sie gingen den Korridor runter und nach hinten raus. dann hör auf mit der Fragerei!« Sie gingen in den Spirituosenladen. Jungs?« »Katzenfutter«. Alles. komm mit rauf. Vor dem Hinterausgang lag ein Mann. und sie lallte ein bißchen. Dann beugte er sich über ihn. ich werd ihn mal von der Tür wegziehen. Hat sich heute nacht ja schwer einen angesoffen. sagte Harry. sagte Duke. »Was habt ihr denn in der Tüte. war eine Streichholzschachtel. ich spinne?« »Nee. Du ke bezahlte seinen Kram. hatte eine gute Figur. jung für diese Gegend. gemischt. Baby.« »Also.« Harry packte ihn an den Beinen und zog ihn zur Seite. fragte Duke.Sie standen auf und verließen das Zimmer. Habt ihr Whisky da drin?« »Klar. »Sieh mal nach. Sie gingen die Stufen runter in die Gasse. Sie machte sich an Duke ran und rieb sich an der Einkaufstüte. »Ich trink keinen Wein. » Bist du sicher. Als sie in die Gasse einbogen. Schätze. was er fand. Zum Spirituosenladen gings die Gasse lang und dann links ab. Sie war ungefähr 3o. Machte ihm die Hose auf. naja. daß das Gold da ist?«. tastete ihn um die Hüften herum ab. sagte Duke. Duke verlangte eine Flasche Whis ky und eine Sechserpackung Malzbier. »Hey. große Dosen. auf der stand: LERNEN SIE ZEICHNEN BEI SICH ZUHAUSE Gutbezahlte Jobs warten zu Tausenden auf Sie »Schätze. und sie gingen raus. »Ob den schon einer gefilzt hat?« »Keine Ahnung«. aber ihr Haar war zerzaust.« Duke stülpte Franky sämtliche Taschen um. das ist mein alter Kumpel Franky Cannon. »du gehst mir auf den Wecker! Glaubst du vielleicht. lief ihnen eine junge Frau über den Weg. Sein Anzug war zerknittert und hatte Flecken. Harry klaute eine Schachtel Nüsse.« 62 . »Hör mal«.

Beim Gehen streifte sie Harry mit dem Hintern. wie kommt ihr über die Runden?« »Wir schürfen nach Gold«. Das Scheißhaus war am hinteren Ende des Korridors. hab mir dieses Kleid hier geklemmt und bin abgehauen.« »Mach das bloß nicht nochmal!« Sie gingen die Gasse rauf und die Stufen hoch. Harry packte sie und knutschte sie ab. Das Girl setzte sich hin und schlug die Beine übereinander. Dann mußte Harry aufstehen und pissen gehn.« »Danke. »Ich bin Duke. was macht ihr denn so?« »Machen?«. sagte sie. sagte Duke. Ne ganze Woche war ich da drin. bis er mal besoffen war. Sie gingen hinauf ins Zimmer.« »Wir ham ne Ader getroffen.o. Duke schenkte die Drinks ein. »wir schürfen nach Gold. »Oh komm. das Girl zwischen sich. ehrlich«. und ihr Kleid saß so eng. dann hab ich ihm die Schlüssel abgenommen.« Duke fand. erzähl bloß keinen Scheiß. Besonders am Arsch. sagte Harry. mit dem ich zusammen bin. du ruinierst die ganze Stimmung!«. hat meine Klamotten weggeschlossen und mich gezwungen.!« »Du kannst mich nicht k. »Yeah.« Ginny lächelte und nahm ihren Drink. sagte Duke. In ner Woche sind wir steinreich«.o. »Mach das nochmal und ich schlag dich k. Das is Harry. daß sie gut aussah.« »Is'n hübsches Kleid. Hab gewartet. »OK«. »auf gehts. sagte Harry. Sie riß sich los. schrie sie. aber sie sagte nichts. Er zog die Flasche raus.« »Siehst fabelhaft drin aus. ganz gut. Hey.»Erst mal die Flasche sehn. Sie war schlank. sagt mal. verdammt. Ich meine. schlagen. Sie hatte hübsche Beine. daß es überall spannte. »Der Scheißtyp. Das Girl sah Franky Cannon neben der Tür liegen.« Sie gingen die Gasse rauf.« »Doch. »Ich heiße Ginny«.« »Naja. »Laß mich in Ruh!« »Harry. »Geile Sau!«. fragte Duke. Als 63 . nackt rumzulaufen. sagte sie.

»laß jucken. komm«. sagte Harry. Die Bettdecke lag auf dem Boden. während sie trank. »wir machen einen drauf. sagte Harry. Duke mußte ihr die Sicherheitsnadel aufmachen.« »Da müßtest du ihr schon deinen Fuß reinstecken«. Sie stiegen zusammen ins Bett. Sie kippte das Glas vollends runter. sagte sie zu Duke. Duke goß ihr nach.« »Mir recht«. sagte Duke. Dann sagte Duke: »Oh shit!« 64 . wie sich sein Arsch unter dem Bettlaken auf und ab bewegte. »Erst mal sehn. um warm zu werden. sagte Ginny. »Los. Er goß drei neue Drinks ein. Baby. »Wenn er will. »Mir scheiß egal. sagte Ginny. sagte Duke. Honey. Sie machten ein paar Minuten rum. gab er ihm die Reihenfolge bekannt. fragte sie Duke. »Stimmt«. der hinten von einer Sicherheitsnadel zusammengehalten wurde. »Ich finde. Harry sah. Auf ihn bin ich nicht so scharf. sagte Duke. Harry sah zu. Harry sah. wir sollten sie mitnehmen«.« »Gib mir erst noch 'n Drink«. »Ich bring sie zum Jodeln. Ich hab die engste Fut in ganz Kalifornien !« »Na schön«. wie sie sich unter einem ziemlich dreckigen Bettlaken bewegten. »Ich mach Männer wahnsinnig«. »Guckt der uns dabei zu?«. Sie hatte blaue Schlüpfer an und einen rosaroten verwaschenen BH. danach kriegst du das Loch nicht mehr zu. Ginny lächelte nur in sich hinein. wie sie fickt«. Schätze. sagte Ginny: »Ich will dich zuerst ficken. soll er ruhig«. sagte Ginny. sagte Duke.« »Wer sagt das?« »Wir beide«. Dann stieg Duke drüber. sagte Duke. Als Harry wieder reinkam.« »OK«. »Ich hab auch was. »Sie macht mirs zuerst.« Ginny ging rüber ans Bett und zog sich das Kleid über den Kopf. sagte sie und machte ihr Glas leer.Harry draußen war.

Er sah den Scheinwerfern und Rücklichtern der Autos zu. Natürlich. daß es manche Leute so eilig hatten. du hättest 'n enges Loch!« »Ich tu ihn dir rein! Ich glaub. Duke war schwer am Arbeiten. dachte er. Jessas. da draußen auf dem Schießplatz. Jetzt ham wir diese Zicke am Hals. Irgend jemand mußte da schief liegen. Die Rückfront des Hotels lag direkt an der Vermont-Ausfahrt vom Hollywood Freeway. während andere es ebenso eilig hatten. direkt an Duke's linkem Ohr vorbei. . . mir KOMMTS! Oh mein Gott! Mir . Dann hörte er wieder Ginny's Stimme: »Mir KOMMTS gleich! Oh mein Gott. Honey. »Ich bin rausgerutscht! Ich dachte. sie starrte kerzengerade rauf an die Decke. oh mein Gott!« Was'n Haufen Bullshit. Es erstaunte ihn immer wieder. falls er dabei draufgeht.« Bullshit. in die entgegengesetzte Richtung zu kommen. Dann ging Duke's Arsch wieder rauf und runter.»Was'n los?«. . All das Gold. du hast gesagt. Ginny schien glasige Augen zu haben. du warst nicht mal drin!«»Na irgendwo war ich aber drin!«. wird sie vielleicht mehr auf mir stehn. mit glasigen Augen. Gold. sagte Duke. . Womöglich tunsie sich gegen mich zusammen. dachte Harry. oder das ganze Spiel war beschissen. dachte Harry. direkt in die nackte Glühbirne rein. . honey! Oh. Dann drehte er sich um und sah die beiden an. so schien es. dachteHarry. Er stand auf und ging ans Fenster. Ich hätte diesem Kaffer nie was von dem Gold erzählen sollen. fragte Ginny. Besonders wenn sie ne enge Fut hat. Dann stöhnte Ginny und fing an zu labern. »Oh. in eine Richtung zu kommen. honey. Vielleicht muß ich ihn doch umlegen.

und schon wieder halb besoffen.ein Kunstwerk. Softdrinks. Jetzt sollte ich Trauzeuge sein bei einer Zen-Hochzeit. Kurz danach waren wir da. ich konnte ihn nicht selber fahren keine Haftpflicht. Wir stiegen aus. Mit ner Schnur. Ich hockte also auf dem Rücksitz und lutschte an meinem Bier. und Roy's vier Fuß langer Bart wehte mir ins Gesicht. in allen Einzelheiten.denn da stand 66 . Roy behauptete. Die hier war eine Viertelmeile lang. Bier. nur. er hätte sich sechs Mal einen runterwichsen müssen. ich hatte eine grüne Krawatte um. Selber. Manche von den Reichen haben vor dem Haus eine Auffahrt. Es war mein 6zer Comet. Hollis und Roy hatten die letzten drei Jahre unverheiratet zusammengelebt. Und da hing es nun. Ich meine. die erste Krawatte seit dem Tod meines Vaters vor zehn Jahren. denen der Sabber aus dem Maul lief. Tropischer Garten. Und die größere Zungenfertigkeit: die Wände ihrer Wohnung waren tapeziert mit Fotos von Typen. die Kamera ausgelöst. Roy hatte die Aufnahme selber gemacht. Auch nicht schlecht. Vier oder fünf Hunde. Roy erläuterte mir die Zusammensetzung der Hollis -Familie. wobei sich Roy von Hollis aushallen ließ. Leberwürsten. Oder Kabel. die sich mit den Gesichtern in Berge von Schamhaar reinwühlen und lutschen. eingeklemmt zwischen den rumänischen Broten. Roy hatte mehr so den intellektuellen Scheiß drauf. bis die Aufnahme endlich klappte. eine milchige Ejakulation . Hollis fuhr 130. Es gab auch einen Schnappschuß von Roy. Wir kamen gar nicht erst zur Tür rein . wie er sich gerade ne Portion Saft abwichste.Die Große Zen-Hochzeit Ich hockte auf dem Rücksitz. die eine ganze Meile lang ist. Irgend sowas. auf dem zu sehen war. Große schwarze zottige stupide Biester. zwei Verurteilungen wegen Trunkenheit am Steuer. Hollis fuhr vom Freeway runter. Die Arbeit eines ganzen Tages.

« »Hallo. Laugenhörnchen. Harvey! Du Bastard! Wie gut.« »Also hör mal. brüllte ich. . Und Roy brüllte: »Oh. . gut dich zu sehn!«. Ich war der einzige mit ner Krawatte. Ungarische Katzenfische in saurer Marinade. Eines Abends kamen ein paar Leute 67 .« »Hallo. Bastard. sah zu uns runter. »Wie gut. »Aristoteles! Nun LASS das aber!« Aristoteles ließ von mir ab.er. Harvey.« Einer von den großen schwarzen Zotties nagte an meinem linken Bein. . Taubenärsche mit Pfefferminzgeschmack. Roy. sich die Hände aufschneiden und all solche Sachen. Ich setzte mich und griff mir ein Bier.!« »Und das ist Tina.« Dann: »Das ist Marty. Tina.«Ich stand auf. »Charles Bukowski. gerade noch rechtzeitig.« »Sie sind 'n bißchen alt für sowas. Ich ließ es zwischen der Wand und meinem von Aristoteles angenagten Bein unauffällig zu Boden gleiten. wenn Sie betrunken sind?« »Mhm. fragte sie.« »Und das ist Elsie.« Namen! Mit meiner ersten Frau war ich zweieinhalb Jahre verheiratet gewesen. der ein Hochzeitsgeschenk mitgebracht hatte. Charles Bukowski!« »Mhm. komm mir hier nicht mit solchem Scheiß. Wir latschten die Treppen rauf und runter und schleppten die Fressalien rein. Ich war auch der einzige. Marty. Langustenschwänze. Salami. »Ruf deinen Hund zurück. auf der Veranda. . Krabben. dich zu sehn. Elsie. Schließlich hatten wir den ganzen Kram drin. Drink in der Hand.« »Hallo. »Oh. dich zu sehn!« Harvey lächelte sein kleines Lächeln. Und. Elsie.« »Ist das wahr«. »daß Sie Möbel und Fenster zertrümmern. der Reiche.

der Schlappschwanz. Ein Typ war ziemlich übel zugerichtet. Er brauchte 25 Minuten. Einer unterrichtete in Los Angeles an der Universität. die Dinger. Wahrscheinlich hatten sie ihn unter Beschüß genommen. das ist . Die stellte ich meiner Frau damals so vor: »Das is Louie. Aluminium und Hartgummi. und das is Nick. Armer Roy. die kaut einen in 10 Sekunden ab. als er beim Barbier auf dem Stuhl saß. Roy schien keine Familie zu haben. . Kein Holz für dieses Baby. . Man stellte mich den größten Killern und Dealern des Jahrhunderts vor. Typen mit Vorstrafenregister. Weitere kamen an.« Schließlich mußte ich ihr in die Augen sehen und sie fragen: »LECK MICH AM ARSCH. Eine ganze Prozession. Ich saß rum und lutschte an meinem Bier Dann kamen noch mehr Leute rein. Der Zen-Meister war noch nicht da. Ich drückte mich tiefer in meine Ecke rein. Nur hatten sie dabei ein paar lebenswichtige Organe verfehlt. die Treppe rauf. um die Treppe raufzukommen. Keine Krawatten. der bringt jede Nummer nur halb.zu Besuch. Krüppel. dann springt er ab. Sie kamen die Treppe rauf. Dealer aus diversen zwielichtigen Branchen.« Und dann mußte ich denen meine Frau vorstellen: »Das ist meine Frau . 68 . Sonderanfertigung. Keine Hochzeitsgeschenke. WIE HEISSTDU EIGENTLICH?« »Barbara. Ich konnte mirs denken: entweder er hatte verwässerten Stoff gedealt oder seine Lieferanten mit dem Geld reingelegt. sahen sehr stark aus. . Die ganze Hollis -Familie. Spieler. Zu Dutzenden. . sagte ich dann . . Ein anderer schmuggelte mit chinesischen Fischkuttern irgendwelchen Shit über den Hafen von San Pedro rein. Spezialgriffe hier und da. mit den heißen feuchten Kompressen auf der Visage. Er ging an Krücken. . Runde Metallstützen für die Ellbogen. Familienmitglieder und Freunde. und das is Marie. . Nie auch nur einen Tag was gearbeitet. . Ich holte mir noch ein Bier.« »Also das ist Barbara«. in seinem ganzen Leben. das ist meine Frau .

Ich goß meinen Drink runter. »Noch ne Füllung?« »Klar. Dann kam Harvey zu mir her. ging rein und besorgte mir einen neuen. halb Wasser. fällt mir im Moment nicht ein. Roy lief rum und suchte nach Tischen.« Ich nahm das Glas in die Hand. hockte mich in meine Ecke. Und meine Unterhosen sind zu eng. »Bukowski. klar. Harvey.Ich dagegen bezog gerade mal wieder Arbeitslosenunterstützung. »Für die Nerven«. Oder vielleicht waren sie so von Natur aus. ging damit ins vordere Zimmer. »Die Sorte trink ich jetzt immer. Er war die Ruhe selbst. Der Zen-Meister brauchte Tische.« Ich trank es in einem Zug runter. Währenddessen stand der Zen-Meister sehr relaxed rum. Keiner kann dir das Wasser reichen. Mittlerweile gab es neue Aufregung: Der Zen-Meister war EINGETROFFEN! Der Zen-Meister hatte sehr exotische Klamotten an und kniff die Augen zusammen. Hab 'n besseren Stoff entdeckt.« »Aber ich hab inzwischen die Marke gewechselt. 69 . »Wozu hast du ne Krawatte um?« »Der Reißverschluß von meiner Hose ist futsch. Harvey. Harv. Bukowski. wie wärs mit 'm bißchen Scotch and Water?« »Klar. Das Ende vom Schlips muß mir notfalls die verstunkenen Schamhaare abdecken.« »Klar. nachdem du sie in deinen Stories so oft erwähnt hast. Ungefähr elf Jahre alt.« »Wie heißt er?« »Verdammt. sagte ich zu ihm. Ein Kind mit goldblonden Haaren rannte auf mich zu. kam wieder zurück. halb Scotch.« Wir marschierten in Richtung Küche.« »Für mich bist du der Meister der modernen Short -Story. Wo ist der Scotch?« Harvey zeigte mir die Flasche. »verstehst du?« »Klar.« Ich fand ein großes Wasserglas und goß es mir voll.

die beste Tarnung kriegt mal Löcher. Dann flackerten schließlich überall die Kerzen. wenn die jungen Boys bei dir drüberstei-gen. sah zu mir herüber. 'n biblischer Versprecher. »Das macht nichts. daß er beschlossen hatte. es sei was anderes. es sei nicht die Sicherung. suchte Kerzen und steckte sie an. Baby. Ich werd langsam müde. ich bin ein Mädchen?! Ich heiße Paull Man hat uns vorgestellt! Erinnerst du dich nicht mehr?« Pauls Vater.»Bukowski. Brille. 'n Haufen müde Scheiße. Ich warte.« In diesem Augenblick gingen schlagartig die Lichter aus. Und leben von deinem Geld. Harvey. den ich je gelesen habe!« Lange blonde Locken. um mir noch einen Scotch zu holen. denkst du. .« »Paul. Wir unterhielten uns über Kafka. Mit so einem Blick in den Augen. Roy hatte 70 . .« Jemand sagte. Naja. ich sei doch kein so guter Schriftsteller.« »Verstehe. du bist der größte Schriftsteller. Peter .« »Bukowski! Bloß weil ich lange Haare hab. Shit . . Da gab ich auf. Da wußte ich. Aber überall kamen jetzt Kerzen zum Vorschein. Das hatte er nun von seinen großen Worten . »Shit. bloß tun sie nichts dagegen. . Du kannst mich dann rumzeigen in einem gläsernen Käfig mit kleinen Luftlöchern drin. . Dann heiraten wir. den ich je gelesen habe! Ein paar von deinen Stories hat mich Daddy lesen lassen . Und während sie überall ihre Kerzen anmachten. ging ich in die Küche. Also ich finde. ich hab ein paar von deinen Stories gelesen. Vielleicht sogar ein schlechter. Hab auch nichts dagegen.) Harvey entkorkte eine neue Flasche. Gogol. Aber der kleine Boy war in Ordnung. Dos Passos. is bloß ne durchgebrannte Sicherung«.« »Sorry.« (Die Reichen verstehen alles. Schmächtiger Körper.da stand Harvey . Dein Boy. . Bukowski! Du bist trotzdem der größte Schriftsteller. »Hast'n fabelhaften Sohn. . »Okay. bis du alt genug bist. Der Zen-Meister wollte endlich anfangen. Harvey. Alles rannte rum. Ich werd sogar zusehen. Turgenjew. sagte ich. . »Schraubt ne neue rein.

Jetzt gings also endlich los. Ich drückte Roy die Ringe in die Hand. Es sah nicht allzu dick aus. Das war das Zen~Stäbchen. den ich kippte. Irgendwann wurden drei kleine Räucherstäbchen angezündet. Dann leistete sich der Zen-Meister ein kleines beknacktes Lächeln. jähzornig. hatte er sich zwei reingeschüttet. sagte der Zen. Roy hatte dem Zen-Meister schon Tage zuvor beigebracht. mit seinem kleinen Lächeln im Gesicht. Eins der Stäbchen wurde in die Mitte eines mit Sand gefüllten Kruges gesteckt. Überall um mich herum wurden die Gläser geleert. daß ich ein Säufer war. Alles wartete auf uns. Ich wartete vergeblich. Der Zen-Meister. Sie waren noch da. Zen hatte eine ganze Schachtel von den Dingern .« Ich leerte mein Glas. Um die 150 Seiten würde ich sagen. Dann mußte Roy sein brennendes Räucherstäbchen rechts davon einstecken. »daß während der Zeremonie nicht getrunken und geraucht wird.mir die beiden Trauringe anvertraut. unzuverlässig. Nach all dem Scotch. In den zehn Minuten. Und die Zen-Zeremonie war eigentlich ziemlich das gleiche. Ich stand rechts neben Roy. Der Zen-Meister begann in seinem kleinen schwarzen Buch zu blättern. die der Budenzauber mit den Kerzen gedauert hatte. denn er sei möglicherweise nicht ganz da. Dann brachte er eine braune Perlenschnur zum Vorschein und überreichte sie Roy. und er stand immer noch aufrecht. daß Harvey aus den Latschen kippte.zwei. Für jeden Drink.oder dreihundert. oder die Ringe verlieren. war unsere Flasche halb leer geworden. nur kam noch eine Portion Tinnef dazu. Wir gingen hinaus zu den Gästen. 71 . und Hollis ihres links davon. Oder er würde anfangen zu kotzen. . oder sich selber. »Jetzt?« fragte Roy.deshalb dürfe man den Trauzeugen Bukowski während der Zeremonie nicht nach den Ringen fragen. mußte sich vorbeugen und die Dinger auf gleiche Höhe bringen. Sowas passiert mir nicht oft. schwaches Herz usw. wußte ich aus eigener trauriger Erfahrung. »Ich bitte darum«. den er intus hatte. Ich checkte. Aber irgendwas stimmte daran nicht ganz. Ich wartete darauf. Wie eine christliche Hochzeitszeremonie ablief.

die ich je gesehen hatte. . dachte ich. Aber es irritierte. . . Ich starrte die Ohren des ZenMeisters an. dem buchstäblich die Hände gebunden waren: »Ich gelobe. gelobst du. legte Hollis' rechte Hand in Roy's linke und wickelte die Perlenschnur drum herum. »Willst du . Die anderen blieben einfach hocken. »Plick! Plick! Plick!« Wir waren natürlich alle sauber. Das war es. als seien sie aus hauchdünnem Klo papier. . B. aber gleichzeitig wußte ichs auch wieder nicht. Roy. »Gratuliere.) »Und willst du. Schließlich sagte Roy. . für meinen Kater oder für den Preis eines Gedächtnisschwunds. warum nicht auch auf seine Hochzeit? Zen langte nach vorn. .« Mittlerweile war irgendein Arschloch trotz Kerzenlicht damit beschäftigt. und all das Bier. . daß hier die vielen Scotch and Water mit mir durchgingen. daß ich keine . weil es einfach leichtsinnig war. Der Zen-Meister hatte die durchsichtigsten Ohren.«Dann beugte ich mich rüber und küßte Hollis auf ihre sagenhaften Lippen. Hollis . Das machte mich nervös. Roy bereitet sich doch sonst auf alles vor. keine Dro gen zu nehmen während deiner Verbindung mit Hollis?« Danach schien eine peinliche Pause einzutreten. Natürlich wußte ich. was ihn heilig machte! Ich mußte diese Ohren haben! Für Geld. dachte ich. hunderte von Fotos zu knipsen. Dann fielen mir im Kerzenschein die Ohren des Zen Meisters auf.« (Das soll Zen sein?. Inzwischen gabs weitere Worte: ». Das Kerzenlicht schien durch sie hindurch. . .« »Ich will . Jedenfalls sah es so aus.« Endlich war es vorbei. Ich legte Roy meine Hand auf die Schulter. sein können. . . 72 .Verdammt. Der ZenMeister erhob sich und lächelte wieder still in sich hinein. I. Oder für unters Kopfkissen.« »Ich will . Eine Nation von Bekloppten. . Hätte ja vom F. und du.

sagteeine alte brüchige weibliche Stimme mitten in der größten Gangsterversammlung seit drei Jahren. Jetzt. »Vielen Dank. als ob sie's ehrlich meinte. Ich ging zum Zen-Meister hin und schüttelte ihm die Hand. Das half ein bißchen. Als ich mir in der Küche das Glas einschenkte. Zen. wie der Zen-Meister die Haustür hinter sich zumachte. kam es mir plötzlich sehr kalt vor. Meister!« Zen blieb stehen und drehte sich um. fand die Haustür (was nicht einfach war). Ich drehte mich um und machte mich auf die Suche nach dem Scotch. Ein paar Gäste erhoben sich steifbeinig. Na. Die Gangster waren zu stolz und zu dämlich. die sauren Schweinsfüße. Was hatte ich hier eigentlich verloren? Sobald ich hörte. hinter mir zu. hörte ich den Zen-Meister sagen: »Ich muß mich jetzt verab schieden.« . War ne prima Zeremonie.« Er schien darüber sehr erfreut zu sein.« »Ooooh. zwängte mich durch die schnatternden Kacker durch. wo die Hochzeit gelaufen war. Ich legte einen Zahn zu und brüllte hinter ihm her: »Hey. die Hühnerfotzen. Die menschliche Rasse würde mir immer Rätsel aufgeben. wenigstens dazu konnte ich sie animieren. machte sie auf. gehen Sie noch nicht . »Ja. Er hatte noch 45 oder 50 Meter bis zum Parkplatz. da sie nichts anderes mit sich anzufangen wußten.Niemand regte sich. um einem Orientalen die Hand zu geben. kippte ich das Wasserglas voll Scotch runter. . Und nichtmal die Alte klang so. . Alle saßen rum und starrten einander an. und da war ich nun -knapp 15 Schritte hinter dem Mr. Die Kerzen flackerten wie verrückt. Also riß ich mir die grüne Krawatte ab und schmiß sie in die Luft: »HEY! IHR ARSCHFICKER! HAT DENN KEINER VON EUCH HUNGER?!« Ich latschte rü ber ans kalte Büffet und machte mich über den Käse her. alter Mann?« Alter Mann? 73 . Irgendjemand mußte jetzt mal die Sau abgeben und für Unterhaltung sorgen. Dann rannte ich raus. kamen ran und stocherten in den Fressalien rum.

Wir sahen einander an. »Mein Sohn. aber meine Fallgeschwindigkeit war zu groß. Deshalb eröffnete ich ihm: »Ich will entweder deine beiden verschissenen Ohren oder deine verschissene Kluft . Er schnappte kurz nach Luft. Ich rappelte mich hoch. sagte irgendwas Orientalisches. Zen fing mich auf und stellte mich wieder auf die Beine. . um ihm eine reinzuwuchten. eröffnete ich ihm. jetzt war ich nahe genug ran. mit meinen ganzen 230 Pfund dahinter. daß meine Hosen vorne voller Blut. noch einen bei ihm zu landen. während ich auf ihn lostorkelte. Ich machte zwei große Schritte auf ihn zu. Ich wuchtete ihm einen in die Eingeweide. mein Sohn . verfehlte dabei ein paar Treppenstufen. Zehn Jahre Maloche in der Fabrik hatten meine Muskeln nicht gerade schlaff werden lassen. Im Mond schein sah ich. Ich hörte. Er wartete auf mich. Es schien mir an der Zeit. versuchte ich auszuholen. aber der Schlag ging ins Leere. im Mondlicht. ein Zen-Mensch macht keine pampigen und unvorsichtigen Bemerkungen. Ich versetzte ihm einen Schwinger. schickte wieder eine flehende Gebärde gen Himmel. eingepackt in mexikanische Kakteen und irgendwelches Zeug. wie er zischte. Ging wieder auf ihn los. Meister. und ich fiel in ein paar teure importierte Ziersträucher rein. Er machte einen Schritt nach hinten. Kerzenwachs und Kotze waren. legte mich mit einem knappen aber gnädigen Karateschlag um und ließ mich liegen. du Arschloch!«.diesen Bademantel mit dem Neonlicht. auf dieser riesigen Freitreppe. den du anhast!« »Alter Mann. und während ich auf ihn zuflog. die zum tropischen Garten hinunterführte. »In mir hast du deinen Meister gefunden. . Traf auch ganz gut. Ich versuchte. das aus meiner Perspektive 74 . du bist von Sinnen!« »Ich hab immer gedacht.« Naja. daß wir in nähere Beziehung zueinander traten. Ich sagte nochmal: »Ich will entweder deine Scheißklamotten oder deine Scheiß -Ohren!« Er blickte weiter mit betender Gebärde gen Himmel. du enttäuscht mich!« Zen legte seine Handflä chen zusammen und blickte gen Himmel.

daß die Dame. Und überhaupt. Oben stellte ich mich auf die Beine. Ich stand auf. wenn es fertig ist?!« »Ich fick dich um den Verstand. Pur. ich werd dich ficken. Shit. »Was wird denn das. »Verfluchte Amazone!«. brüllte ich. Diese langen Ny lons mit den teuren hohen Absätzen unten dran. bis dir die Scheiße aus dem Arsch plumpst! Na. Das konnte einen Idioten geil machen. und schon lag ich auf dem Teppich. »Hey!« Sie war plötzlich hellwach. Ich hatte also keine Wahl: ich befreite mich von dem Ding und kroch die Freitreppe rauf. Schließlich. Harvey brachte einen an. brüllte ich. man brauchte mindestens 150 Jahre. bis sich so eine purpurrote Blume lässig über meine Nase stülpte und sich anschickte. Das Kerzenlicht erwies sich jetzt als durchaus hilfreich. Ich fläzte mich wieder in meine Ecke. Ich lag auf dem Rücken. um in Harvard als Klassiker eingestuft zu werden. Der Karateschlag hatte mir die linke Augenbraue geöffnet. Dann fiel mir auf. ging zur Brautmutter rüber. eine ganze Menge Bein sehen ließ. schmatzte an ihren hübschen Knien rum und arbeitete mich allmählich nach oben. kam aber nicht mehr hoch. mich am Schnaufen zu hindern. machte die Tür auf und gin g rein. »Shit! Ich brauch 'n Drink!«. wie findest du das?« Sie trat mich in den Bauch. Goß mir 75 . Niemand beachtete mich. Scotch. die man mir als die Mutter der Braut vorgestellt hatte. riß ihr den Rock bis über die Schenkel hoch.wie menschenfressende Pflanzen aus dem tiefsten brasilianischen Urwald aussah. schlug um mich. Ich goß ihn runter. Ich holte mein Taschentuch raus. nach drei oder vier Minuten. kam ich wieder auf die Beine. plus die kleinen juwelenbesetzten Schlaufen über den Zehen. Ich machte mirs im Mond schein bequem. Sie waren immer noch am Palavern. Jemand lachte. Als ich die Balance wiedergefunden hatte. setzte ich mich in die Küche ab. und ich war bloß ein Halbidiot. Sah gar nicht schlecht aus.

Es war die exakte Nachbildung eines echten Sarges. Ich war wirklich stolz gewesen auf meinen kleinen Sarg. Zufällig brauchte ich auch einen Spray zum Ameisen -Killen. »warum nicht?« Das Geschenk war in 38 Meter Alufolie eingewickelt. allerdings mit erheblich mehr Liebe und Sorgfalt hergestellt. Es war ein kleiner handgeschnitzter Sarg von einem der besten Kunsthandwerker in Spanien. Alle sahen es. trank es aus. Überhaupt alles. sich unter meiner Türschwelle breitzumachen. »Wissen Sie. fummelte dran herum. Roy rollte und rollte die Folie aus. wie das Holz zu pflegen sei. Es wurde sehr still im Raum. Aber sie fingen sich schnell wieder und setzten ihr Palaver fort. als wolle er mich umbringen. Ich ging mit dem Zeug zur Kasse. Die Stellfläche war sogar mit einem rosaroten Filz bezogen. Schließlich hatte er das Ding freigelegt. Das einzige Hochzeitsgeschenk hatte keinen Anklang gefunden. aber es handelte sich ja auch um eine handwerkliche Arbeit von höchster Vollendung. Er riß den Coupon ab. Die Ameisen hatten angefangen. schmiß ihn in den Sarg rein und machte den Deckel zu. Ich hatte fast den Verstand verloren. Dann hatte ich ihn entdeckt. sagte Roy. rief ich. fragte ich. was das ist?« »Was?« »Das ist ein Sarg!« 76 .ein Glas voll. Die ganze gottverdammte Verwandtschaft. Ich hatte stundenlang nach einem Geschenk gesucht. Weiter hinten im Laden fand ich eine Dose »Black Flag«. Ein junges Mädchen saß dahinter. Da standen sie rum. goß mir nochmal ein und ging damit raus. Der Preis war happig. Ich besah ihn von außen und innen. »Warum packt ihr nicht euer Hochzeitsgeschenk aus?« »Tja«. »Roy? Hollis?«. Ich war vermufft. Roy sah mich an. »Fröhlichen Ehestand!«. Es war sehr still. Er stand ganz allein auf einem Regal. Die kleinen Scharniere. Ich zeigte auf den Sarg. Das Holz. auf dem zu lesen war.

ich hockte wieder auf dem Rücksitz meines Wagens. lachte keiner. wie sie über die Straße gingen . Aber jetzt. Ich machte schon mal ein paar Schritte in Richtung auf meine Wohnung. Ich zahlte und ging raus .zu ihrem eigenen Wagen. hier ist dein Sarg!« Roy hielt ihn hoch. und Roy's Bart wehte mir wieder ins Gesicht.« Der Rest der Fahrt war ziemlich ereignislos. habt ihr etwa meinen kleinen Sarg weggeworfen? Ich liebe euch beide.Ich machte ihn auf und zeigte ihn ihr. war letzten Endes der einzige angenehme Mensch in der Runde. Sie parkten meinen Wagen und gaben mir die Schlüssel. Vielleicht deshalb. damit ich ihn sehen konnte. Ich setzte die Flasche an. »Damit ham Sie gerade den ganzen Tag für mich gerettet!« Man muß es diesem Jungvolk lassen: sie sind ein ganz neuer Menschenschlag. weil er sichs leisten konnte .« »Willst du ihn wiederhaben?« »Nein! Nein! Ist doch mein Geschenk an euch! Euer einziges Geschenk! Behaltet ihn! Bitte!« »Na gut. Hollis wieder am Steuer. »Sagt mal.. Oder vielleicht nichtmal das. »Ah. Harvey. Wissen Sie. Ein Dampfkochtopf mit einer roten Schleife drum hätte sie wahrscheinlich in Entzücken versetzt. Prima. mein Schuh 77 . der Reiche. einen halben Häuserblock von meiner Adresse entfernt. . Ich trank jetzt gleich aus der Flasche. Ziemliches Parkproblem. »Ich hab Ameisen zuhause. die machen mich wahnsinnig. Und dann war die Sache gelaufen. Dann sah ich ihnen nach. Sie fanden schließlich eine Lücke. . Ich hatte eine Wohnung zur Straße raus. sah aber dabei noch über die Schulter zu ihnen hinüber. Einsame Klasse. was ich machen werde?« »Was?« »Ich werd diese Ameisen killen und sie alle in diesen Sarg reintun und verscharren!« Sie lachte. Mir war alles egal. Bukowski. bei der Hochzeit. in der Nähe von Hollywood Boulevard. das wißt ihr! Warum habt ihr meinen kleinen Sarg weggeworfen?« »Schau her..

Ich würde mich wieder erholen. würde ich aufstehen und es bis zu meiner Wohnung schaffen. Fünf Minuten. lehnten sich bequem zurü ck und fuhren davon. würde ich ihnen genau sagen. Was hat er?« »Er ist betrunken. Für den Sarg? Oder weil sie in meiner alten Karre fahren mußten? Oder weil ich als Trauzeuge über die Stränge geschlagen hatte? Was es auch war . IHR FOTZEN!« »Ooooooh!« Sie rannten in das gläserne Apartment-Hochhaus rein. BIS SIE FURZTROKKEN IST.verfing sich in den Hosenaufschlägen. bitte. Wenn sie mich das nächste Mal zu einer ihrer Festlichkeiten baten. Das war wohl die Rache für irgendwas. Dann stiegen sie in ihren Wagen. Das ist alles. ich hab mich verletzt!« Sie standen einen Augenblick da und sahen mich an. Wenn man mich nur noch fünf Minuten ungeschoren hier liegen ließ. Wie ein kleines Baby. Noch fünf Minuten. 78 . aber mein Kopf knallte voll aufs Pflaster. wie er die Flasche hält. Ich war der letzte Outlaw. Ich war halb bewußtlos. Billy the Kid hatte mir nichts voraus.« Oh. sieh mal den hier. aber irgendwie brachte ich es fertig. Ich brüllte zu ihnen rauf: »ICH WERD EUCH BEIDEN DIE MÖSE LUTSCHEN! ICH WERD SIE EUCH LUTSCHEN. Laßt mich nur zurück in mein Versteck kriechen. zu ihnen rüber zu rufen: »Roy! Hollis! Helft mir bis zu meiner Tür. Sie blieben stehen und sahen mich an. Sie hatten mich beide fallen sehen. ich versuchte mich auf den Rücken fallen zu lassen und sowohl Flasche als auch Kopf oben zu behalten. Im Umfallen versuchte ich instinktiv.sie hatten keine Verwendung mehr für mich. wo sie sichs hinstecken können. shit. was ich brauche. Die Flasche blieb heil. und ich ging zu Boden. »Oh. oder?« »Nein.« »Er ist doch nicht krank. die Whisky flasche zu schützen. Sieh mal. Zwei Frauen kamen vorbei. Fünf Minuten. ließen den Motor an. dachte ich.

Durch die Glastür. Bei jedem Versuch wurde ich besser. »du kannst anscheinend ohne Schwulitäten überhaupt nicht mehr leben. Zwei Minuten. »Bukowski«. »Nur dreißig Schritte zur Freiheit! Könnt ihr das nicht begreifen?« »Du bist der witzigste Alleinunterhalter in der Stadt. Ich lag draußen und kam nicht hoch. was ihr da vor euch liegen seht. Ich hätte es geschafft. Einer hatte eine Taschenlampe. wenn man ihm genug Zeit ließ. einer Zen-Hoch-zeit. Warum helft ihr mir nicht bis zu meiner Tür? Ist nur dreißig Schritte bis da hin.« Der Bulle mit der Taschenlampe schlug mir das Ding auf die Nase. sagte der mit der Taschenlampe. Ich verliere nie den Überblick.« »Soll das heißen. Noch eine Minute . Bukowski. ich würde nie versuchen. . Dreißig Schritte bis zu einer gemieteten Haustür. Ich brauchte es nur bis zu meiner Bude zu schaffen. sagte ich. Laßt mich einfach aufs Bett fallen und pennen. daß das im Grunde das einzig Richtige wäre?« »Sir. Sie ließen ihr Blaulicht weiter rotieren. Bin mit dem Kopf aufgeschlagen. »ich bin bloß gestolpert. .« Der eine Bulle leuchtete mir ständig mit der Lampe ins Gesicht. und ich würde aufstehen können. Sie hätten versucht. Meint ihr nicht auch. aber die 30 Schritte bis dorthin sahen aus wie drei Millionen Lichtjahre. mal sehn . zwei Ladies gleichzeitig zu vergewaltigen.« »Naja. Denk dir mal 'n besseres Alibi aus. Aber da kamen die Bullen an. Ein alter Süffel kam immer wieder hoch.« »Gentlemen. dich zu heiraten ?« »Nicht mich. . »Schaut her«. während sie anhielten und ausstiegen. was?« Er kannte meinen Namen von irgendwo her. . 79 . du Arschloch . von einer früheren Sache. Ich bin nicht gefährlich. sie zu vergewaltigen. Das gab ihm anscheinend ein unheimliches Gefühl der Überlegenheit. eine Frau hat tatsächlich versucht. zwei Damen haben angegeben. ist das Endprodukt einer Hochzeitsfeier.also das.

dann waren sie auf dem Mond mit dabei. Das war mir im Moment ganz entfallen. der nur noch 30 Schritte bis zu seiner Haustür gehabt hatte.nix zu machen.« Das Blut lief mir am Hals runter und dann aufs Hemd. Aber wenn ein verhungernder Mensch sie um einen Groschen bat . Das passierte natürlich nur. Da mußte sich zeigen.« »Sorry. Sie machten sich noch Illusionen über DIE VERFASSUNG und ihre RECHTE.« Sie legten mir die Handschellen an und schmissen mich auf den Rücksitz.t j a .»Einem Hüter des Gesetzes hat man respektvoll zu ant worten. Wenn jemand auf dem Mond landete. Wie gehabt. dann siegten sie mit. ein Swimmingpool anzulegen. Dann schleuste man mich durch die Aufnahmeprozedur. immer rauf und runter. Mich. in der langen Reihe derer. »Gehn wir lieber gleich in den Knast. Ich sah. Und wenn es um Sport ging . der einen Bullen um einen Groschen bat.eine Veranda war zu verbreitern. Da stand ich nun wieder einmal. der in einem Haus mit 59 Leuten der einzige Mensch gewesen war. Es hat noch nie einen verhungernden Menschen gegeben. was sie erwartete. Sie fuhren gemächlich mit mir durch die Gegend und unterhielten sich über diverse hirnrissige Sachen . die angeblich schuldig waren. »warum mußt du eigentlich duernd Stunk machen?« »Laß deinen Tinnef unter Verputz«. Die Anfänger unter den Bullen ließ man bei den Säufern im Stadtgefängnis und im Landesgefängnis ihre Grundausbildung absolvieren. In der Beziehung sind wir sauber geblieben. du Kaffer. und 80 . wenn sie in Zivil waren. sagte der mit der Taschenlampe. Für diese beiden war die Menschheit noch eine große Familie .wenn die Dodgers siegten. wie sie einen Typ in den Fahrs tuhl verfrachteten und mit ihm rauf und runter fuhren. sagte ich. Die jüngeren Typen wußten nicht. fick dich ins Knie.das hier waren schließlich richtige Männer . wenn auch zwei oder drei andere Mannschaften schwer von der Spitze zu verdrängen waren. »Bukowski«. also die Dodgers hatten immer noch eine Chance. ob etwas in ihnen steckte. ein Zimmer sollte angebaut werden für die Oma. Ich hatte alles ziemlich satt.

Dann schnappten sie sich einen weißen Jungen.als er wieder rauskam. daß die beiden in der Nacht nicht einmal gefickt hatten. »sie ham mir meinen letzten Penny abgenommen.. Kotze und Pisse. für'n Vierteldollar lutsch ich Ihnen den Schwanz!« Laut Vorschrift mußten sie einem bei der Einlieferung alles Geld abnehmen. Dann brachten sie ihn angeschleppt und stellten ihn an die Wand. Ich fand ein Plätzchen zwischen meinen Mit menschen. Ich machte mirs auf dem Zementboden bequem. Und ich könnte wetten. der mich für ein Genie hielt. Schlüssel. Die verlor man. den Personalausweis. Fingerabdrücke. Er zitterte am ganze n Körper. und dafür bekam man dann eine Quittung ausgehändigt. was er mal gewesen war . Fotos fürs Album. wo man hinsah. Zum Scheißen gab es nur einen einzigen Eimer. . Ich war Charles Bukowski. »Tut mir leid. konnte man kaum noch erkennen. Ich hörte eine junge Stimme. Trotzdem gabs immer Geld und Zigaretten in der Zelle. dessen Werke vom Literatur-Archiv der University of California in Santa Barbara gesammelt wurden. Dort gab es jemanden. Das stand fest. vier oder fünf von ihnen ließen ihn Spießruten laufen. der was von Menschenrechten brüllte. hielten die Tür auf. Trauzeuge bei einer Zen-Hochzeit. sagte ich. »Mister. plus Zigaretten. Die Stimme eines Jungen. Aber einen jedenfalls hatte man in Grund und Boden gepimpert. Sie schafften mich runter in die Säuferzelle. bis er nicht mehr konnte. Ich machte wieder einmal die ganze erkennungsdienstliche Behandlung durch. oder man versilberte sie.« Nach vier Stunden fand ich endlich Schlaf. Tja. stand da und zitterte. der es mit seinen verfassungsmäßig garantierten Rechten hatte. Jetzt ging es nur noch darum. hatte überall rote Striemen. Messer usw. oder sie wurde einem geklaut. auf dem Boden der Zelle zwischen 150 Männern einen Platz zu finden.ein Schwarzer. Junge«.

Reispudding mit Augen drin. China ganze 8 Meilen entfernt. da dachte ich: Naja.und ich erinnerte mich. dann fuhr ich den Hollywood Boulevard runter. habe ich diesen Wunsch nicht mehr . und ich glaubte daran. und ich sagte mir ständig: Bleib nüchtern. Kalifornien. traurige kotzende Hunde trübe und verregnet. das ist 10 Millionen Meilen bis China . Freitag. das zermatschte Ding auszuspucken.jetzt ist es ein Überleben von einem Tag zum nächsten. eine dunkle stinkende tote Besenkammer: Los Angeles. gebraucht. Richtung Westen. und jetzt war es schon beinahe da. den ein zukünftiger linker Verteidiger von Southern California geworfen hatte. die deprimierendste aller Straßen. . so wie ich selber. wo alles die Scheiße aus mir rausschlägt. 1975?.da sind wir ja nicht mehr weit von 1984 entfernt. Spätnachmittag. und ich war beinahe tot. daß ich das Jahr 2000 erlebe. ah Scheiße! . Das war die magische Zahl. oder auf dem besten Weg dazu. . Während mein Alter Tag für Tag die Scheiße aus mir rausschlug. 1975 würde er vielleicht soweit sein. Trübe und verregnet . Ich erinnere mich. wollte ich 80 Jahre alt werden und das Jahr 2000 erleben. KRIEG.eine tote Besenkammer.bleib nüchtern.Eine verregnete Weibergeschichte Gestern. dachte ich . geh nicht aus dem Leim. Mann. und ich ging durch die Tür und hinaus auf den Rasen des Hausbesitzers und duckte mich gerade noch rechtzeitig unter einem Football weg. als ich das Buch las. 1984. und fuhr da rauf und machte die fünfte von insgesamt 12 Ratenzahlungen. geh nicht aus dem Leim. Jetzt. Mann. Freitag. ich kaute auf dem letzten Rest meines Lebens herum und machte mich bereit. ein verstopftes gläsernes 82 . war ein trüber und verregneter Tag. wie ich als Kind immer gedacht hatte: Ich möchte mal so alt werden. und ich stieg in mein Auto. trübe und verregnet .

und die wischten und wischten. daß ich eigentlich zum Sunset wollte . es war die einzige Straße. und ein großer schwarzer Bastard mit einer Zigarre im Maul stürzte auf mich los: »HEY! SIE! SIE DA! SIE KÖNNEN HIER NICHT PARKEN!« 83 . wo keiner zusieht. Zahnärzte keine Zähne ziehen. an denen man sich die Zähne ausbiß. doch der versteckte sich immer irgendwo . wurde er sauer . der kaugummikauend den Kopf aus dem Loch steckte. nur ab und zu sah man einen Mechaniker. Ich würde sie ficken. Gouverneure. Und sie sah mich an und dachte. da konnte man stundenlang sitzen und keiner erkundigte sich. Undsoweiter. C. dachte ich. Mechaniker keine Autos reparieren. die Silberblonde und ich. fuhr einen Block nach Westen. Football-Spieler waren feige Hunde. Wir starrten einander an. ah was für ein prächtiger Mensch! aber wenn man was von ihm wollte. geh nicht aus dem Leim. bei der mir wirklich die kalte Wut hochkam.hatte wohl Angst vor seinem eigenen Mechaniker und wollte ihm nicht zuviel Arbeit zumuten. und dann fiel mir ein. Brot und eingemachte Bohnen hatten kleine Steinchen darin. warf den Motor an. die sich in ein Spinnennetz verirrt. undsoweiter. Handwerker von der Telefongesellschaft schändeten kleine Kinder. machte den Rückwärtsgang rein und fuhr da raus.äh . Trübe und verregnet. bleib nüchtern. kein Service. Chirurgen bauten Mist mit dem Skalpell.man hatte sich gefälligst an den Service Manager zu wenden. Friseure keine Haare schneiden. aber nur in einer Wüste.Dichter konnten keine Gedichte schreiben. Die ganze schauderhafte Wahrheit war im Grunde. was man wollte. alles hatte die Scheibenwischer an. Generäle und Präsidenten hatten ungefähr soviel Verstand wie eine Schnecke.Nichts. den würde ich höchstens in einem toten Vulkan ficken. wo keiner zusieht. und dahinter diese VISAGEN ! . Wäschereien ruinierten einem die Hemden und Bettlaken und ständig fehlte der eine oder andere Socken. Trübe und verregnet. DASS KEINER ETWAS TUN KONNTE . parkte vor M.ich bog in den Sunset ein. und Bürgermeister. finster und haßerfüllt.der war fast genau so schlimm-und ich drehte nach Süden ab. Neben mir stand ein roter Chevy mit einer Silberblonden drin. Und ich sagte »SHIT!«. Slum's. ich fuhr auf den Parkplatz von Bier's Garage.

Eine Frau kam angefahren. und sah mir ihre Beine an. auf dem »Service Manager« stand. mmh. Der Wagen ruckelte noch ein bißchen nach. ich starrte diese Beine an. großer neuer Wagen. Fast wäre es ihr gelungen. während er noch mit den Kabeln beschäftigt war. ihren Arsch. sie solle den Motor anlassen. stieg aus. als sie ausstieg. ich weiß. wo ist denn der Service Manager? Hockt er vielleicht auf dem Klo und spielt mit seinem Ding?« »DU MUSST HIER RÜCKWÄRTS RAUSSETZEN UND DA DRÜBEN PARKEN!« Ich setzte rückwärts raus und parkte da drüben. weil man sie haßt . und schon wetzte er los und kam mit einer Batterie auf Rädern wieder angeschossen. aber er war ein bißchen zu flink auf den Beinen. MADAM? ÄH. MANN! ICH BIN NICHT DER SERVICE MANAGER! MANN. Bist du vielleicht der Service Manager?« »NEE! NEE. Schließlich kriegten sie die Motorhaube auf. DU KANNST HIER NICHT PARKEN!« »Na. ihr Rock rutschte bis an die Hüften hoch. blickte wild in die Ge gend. WO FEHLTS DENN? DIE BATTERIE? BATTERIE LEER?«.»Hör mal. und sie stand da. sie würgte den Motor ab. Ich stieg aus. daß ich hier nicht parken kann! Will ja auch bloß den Service Manager sprechen. lange graue Strümpfe. und ich stand da.sie haben ein begnadetes Fleisch und das Hirn einer Fliege. ein bißchen benebelt. blöde Zicke. »ZIEHEN SIE DIE HANDBREMSE AN! LASSEN SIE DEN LEERLAUF DRIN! «Was für eine dämliche Ische. sehr kurz. der Service Manager. »KANN ICH IHNEN HELFEN. Sie trug einen kurzen Rock. und er hängte ihre Batterie an seine an und sagte zu ihr. Tür halb offen. während sie an der Motorhaube herummurksten. stupid und benebelt. dachte ich. ging zurü ck und stellte mich vor das kleine Pult. wie man die Motorhaube aufmacht. wieviele Männer mag sie wohl auf diese Tour schon gekillt haben? Riesige Ohr-84 . fragte sie. Dann schob sie den Hebel auf FAHRT und versuchte ihn zu überfahren. und dachte: mit die ser stupiden Sorte fickt sichs am besten. Beim dritten oder vierten Versuch schaffte sie es. und da KAM er nun. direkt aus dem Männerklo. aber diese Beine.

steckte den Kopf zum Fenster rein und starrte ihre Beine an. Und die Eingeweide voll Scheiße. Heritito pumpte meinen blauen Co met. GUT SO. Heritito ging zu meinem 6aer Comet. und er stand da und sah ihr nach. der Service Manager ging zurück ins Männerklo. der Service Manager und ich.« Ich gab ihm die Schlü ssel. sagteer. Ich ging zweimal um den Block. »GUT SO. Er warf mir einen eigenartigen Blick zu.« »HEY1HERITITO!« Ein kleiner Japaner kam gerannt. wie er die Räder abmontierte. »62er Comet«. Ich sah zu. »Schlüssel her. »HEY!« »WAS IS?«. JETZT SETZEN SIE RÜCKWÄRTS RAUS UND FAHREN DA DRÜBEN RAN! WIR LADEN IHNEN DIE BATTERIE AUF!« Er rannte neben dem Wagen her. die man den Ameisen und Kakerlaken hinschmeißt. ZURÜCK. und die Augen fielen ihm beinahe raus.ringe. an dem erst 5 von 12 Raten abbezahlt waren. er schob sich stockend und fickrig und müde durch den diesigen Nieselregen von Los Angeles. während sie rausfuhr. Ich stieß mich von der Mauer ab. Sie bog um die Ecke. »OK. auf der Hebebühne hoch und mein Schwanz ging im gleichen Tempo runter. trüber Scheißregen. »ICH BRAUCH DRINGEND IHRE HILFE!« sagte ich und ging mit meinem Steifen auf ihn zu. »BEI WAS DENN?« »Auswuchten und Lenkung nachstellen. die ganze kranke verwesende Gesellschaft so behämmert wie eine Geburtstagstorte. Ich ging wieder an die Mauer und sah d em Verkehr zu. Ich hatte immer 2 oder 3 Paar Wagenschlüssel bei mir. so knallrot wie eine Luftpostbriefmarke. »Auswuchten und Lenkung nachstellen«. Machte mir nichts aus. 1984 war schon zwanzig Jahre her. Und einen Mund. Ich war neurotisch. dann machte ich einen Spaziergang. Wir hatten beide einen Steifen in der Hose. sagte er zu Heritito. an der ich gelehnt hatte. ZURÜCK!«. begeg85 . sagte ich zu ihm.

Regen. sagte ich zu ihren Beinen. Und wo muß ich zahlen?« »Oh. Gerumpel. Ließ mir einen zweiten Schlüssel machen. Na was zum Teufel sollte ich wohl mit einer Gitarre. schmiß sie in den Kofferraum. kam ein altes Weib angerannt. was mich auch nur im entferntesten gereizt hätte. Ich sah in die Schaufenster. »Hey. und als ich den Kofferraum abschloß. Eine Gitarre. war auch ganz gut drin. Ein Plattenspieler. aber ich mußte jeweils eine Stunde vorher da sein. Ich ging zurück in die Werkstatt. Eine halbe Stunde später hatte er die Karre von der Hebebühne runter und geparkt. 86 .« »Oh. finsterer Regen. Ich mußte dringend auf ein paar Pferde setzen. Ein Fernseher.30 Uhr. die nächste Rate fürs Auto. Wie ein Schlag mit einem roten 6-Unzen-Handschuh. und man war bedient. Ich ging rüber zum Schlüsseldienst! Eine Frau setzte rückwärts raus und fuhr mich beinahe um. Und alles hatte einen Preis. Um mir die Wartezeit zu vertreiben.« Abends gabs einige Pferderennen. am 15. Ich zog den Kopf raus und ging in die Schlüsselbude. Da ist aber noch einer vor Ihnen. »fast hätten Sie mich überfahren!« Ihr Ge sicht kriegte ich nicht mit. um mir meine Wetten auszutüfteln. fiel mir auf: Menschenskind. Ich steckte den Kopf durch ihr Wagenfenster und besah mir ihre Beine. das war erst das Auswuchten. scheiß drauf. 19. die Miete.nete 200 Leuten und traf keinen. ein schlechtes Zeichen. du hast ja nur EINEN Kofferraumschlüssel! Nix gut für einen Neurotiker. Heritito war ziemlich gut. am 14. mit dem man sich die Hirnwindungen verstopfen konnte. ging ich über die Straße in einen Laden und kaufte mir 4 Paar Unterhosen für 5 Dollar. sonst konnte ich gleich das Handtuch werfen. Als ich bezahlte. Ein Radio. Ich konnte sie vielleicht verheizen. Plop. also 18. Ich brauchte die Piepen. und da war nichts dahinter. und ich wollte gern beim ersten Rennen mit dabei sein. passen Sie auf. Weiß der Teufel. die Alimente. Naja. Am 13. nicht schlecht. Die Karre muß noch in den Meßstand. Überflüssig. der aussah wie ein Mensch. Krempel.30 Uhr. wo Sie hinfahren«. sie trug einen purpurroten Strumpfgürtel und hatte schneeweißes Fleisch: »Verdammt. wie es einer zu was bringen sollte unter diesen Umständen.

»Na. der ließ sie einfach gehen ? Der Typ mußte krank sein. Einen Rock bis halb auf die Knöchel runter. Irgendwie kriegte ich den Schlüssel an den Ring dran und ging ihr nach in einen Supermarkt. wie dieser Arsch an mir vorbeigeht. Während ich Schlange stand. freut mich ja so. Und gebaut war die. und sie lächelte. Vor zwanzig Jahren wäre sie vielleicht nicht abgeblitzt. ich hoffe. Was. Mister?« »Versuchen Sie's mit'm Betäubungsmittel«. wie sie hüftschwenkend durch den Supermarkt ging und Männer sich die Köpfe verrenkten und sagten: »Jessas. Naja. sowas von SEX. Der Schlüsselring vibrierte in meiner Hand. sagte der Schlüsselmann. vor mir hat sich ein Lastwagen hingestellt! Ich komm nicht raus!« »Tja. Ich will sehen. Ich sah zu.und Wurstabteilung und ließ mir eine Nummer geben. an denen irgendein lappriger Petticoat-Fummel rumbammelt. oder mit Strumpfhosen.»Hey. kam sie wieder an. einladend. Große plattgekaute falsche Zähne. Ein gut gekleideter Typ kam hinter ihr her und rief ihren Namen. du amüsierst dich gut heute abend!« sagte sie. Flache Schuhe. Sie lehnte sich an die Wand und stand da. ich starrte durch den Nieselregen. »Was soll ich machen. dich zu sehen!«. sagte ich und ließ sie stehen. dachte ich. ich hatte meinen Schlüssel. sie kam langsam auf mich zu und lächelte. Der Arsch kam um die Ecke und schlängelte sich langsam an mir vorbei. Mini kaum bis übern Arsch. heller Wahnsinn. Ich rannte um die Ecke mit meinem Schlüsselring. jung. guck dir das an!« Ich ging in die Fleisch. das ist nicht mein Bier«. Einen leeren idio tischen Blick in den Augen. Doch die hier brachte noch das Original . Sie war einfach zu alt. meine Güte. Tja. Nun pflegen Miniröcke seit neuestem einherzugehen mit ausgesprochen sextötenden dicken Netzstrümpfen. »Oh. und nun verknall dich mal in die Warzen deiner Großmutter. Er redete und redete. Ich stand gerade da und versuchte. sagte er.hohe Absätze. da kam eine mit Minirock und Schirm raus. das Ding an den Schlüsselring zu machen. keine 87 . Nylons. Es regnete immer noch. alles ma chte Stielaugen. Sie sah mich an.

fünf Schritte entfernt, und sah mich an und lächelte. Ich sah auf den Zettel runter, den ich in der Hand hielt. Ich war Nummer 92. Da war sie. Und mich sah sie an. Mann von Welt. Irgendwas schnallte in mir ab. Vielleicht hat sie ne ausgeleierte Pussy, dachte ich. Sie sah immer noch zu mir her und lächelte. Sie hatte ein gutes Gesicht, beinahe schön. Aber ich muß das erste Rennen schaffen, 19.30 Uhr. Miete am 13., Alimente am 14., Rate fürs Auto am 15., vier Paar Unterhosen für 5 Dollar, Räder auswuchten, erstes Rennen erstes Rennen, Nummer 92, DU HAST ANGST VOR IHR, DU WEISST NICHT WAS DU MACHEN SOLLST, WIE DU ES ANSTELLEN SOLLST, MANN VON WELT, DU HAST SCHISS, DU WEISST NICHT DIE RICHTIGEN WORTE, UND WARUM MUSS ES AUSGERECHNET IN EINEM METZGERLADEN SEIN? und außerdem würde es nur Schwulitäten geben. Es wird sich herausstellen, daß sie eine Macke hat, das weißt du genau. Sie wird bei dir einziehen wollen. Nachts wird sie schnarchen, sie wird das Klo mit Zeitungspapier verstopfen, sie wird acht Mal die Woche gefickt werden wollen. Gott, es ist einfach zuviel, nein nein nein nein nein, ich muß das erste Rennen schaffen. Sie merkte es. Sie merkte, wie ich kniff. Plötzlich ging sie an mir vorbei. 68 Männer machten Stielaugen und träumten von großen Dingen. Ich paßte. Ich war alt. Ich war Ausschuß. Sie hatte mich gewollt. Geh mach deine Pferdewetten, alter Mann. Geh kauf dir dein Fleisch, Nummer 92. »Nummer 92«, sagte der Metzger, und ich ließ mir ein Pfund Hackfleisch geben, ein kleines T-Bone und ein Lendensteak. Pack dir das um den Schwanz, alter Mann. Ich ging hinaus in den Regen, zurück zu meinem Auto, schloß den Kofferraum auf, schmiß das Fleisch rein und lehnte mich an die Mauer, sah welterfahren drein, rauchte eine Zigarette, wartete, daß meine Karre an die Reihe kam, wartete auf das erste Rennen; aber ich wußte, daß ich versagt hatte, ich hatte mir eine leichte Nummer durch die Lappen gehen lassen, eine Klasse-Nummer, ein Geschenk des Himmels an einem verschissenen Regentag in Los Angeles; es war Freitag, es ging auf den Abend zu, die Autos fuhren vorüber, und ihre Scheibenwischer wischten und wischten, keine Gesichter zu erkennen hinter den
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Scheiben, und ich, Bogart, ich, der mal gelebt hatte, drückte mich an die Mauer, Arschloch, hängende Schultern, die Benediktinermönche tranken ihren Wein und grölten, die Affen kratzten sich, die Rabbiner segneten saure Gurken und beschnittene Kinderpimmel; der Mann, der die Action liebte - Bogart, er lehnte bei Biers-Sobuck an der Wand, kein Fick, kein Mumm, es regnete es regnete es regnete, ich werd im ersten Rennen auf Lumber King setzen, und das kombiniere ich mit Wee Herb; und ein Mechaniker kam an und stieg ein und fuhr die Karre auf den Meßstand, und ich sah auf die Uhr - 17.30 Uhr, es würde knapp werden, aber irgendwie machte es jetzt nicht mehr so viel aus. Ich warf die Zigarette vor mir auf den Boden und starrte auf sie runter. Sie glühte und starrte zurück. Dann machte sie der Regen aus, und ich ging um die Ecke und suchte mir eine Bar.

Vergewaltigung!

Ich mußte mir beim Arzt irgend einen Test machen lassen. Dazu waren drei Blutentnahmen nötig - die zweite 10 Minuten nach der ersten, und die dritte 15 Minuten danach. Der Arzt hatte mir die ersten beiden Blutproben bereits abgezapft, und ich lief draußen auf der Straße herum, um die 15 Minuten bis zur dritten totzuschlagen. An der Bushaltestelle auf der anderen Straßenseite sah ich eine Frau. Unter all den Millionen Frauen findet man hin und wieder eine, bei der es einem so richtig durch und durch geht. Sie haben so eine bestimmte Ausstrahlung - entweder die Art, wie sie gebaut sind, oder eine gewisse Art von Kleid irgendwas haben sie an sich, man kann sich einfach nicht dagegen wehren. Sie hatte die Beine übereinandergeschlagen und trug ein knallgelbes Kleid. Die Beine wirkten um die Knöchel herum ziemlich dünn und zierlich, aber die Waden waren ganz schön stramm, und was sich nach oben anschloß, sah ebenfalls hervorragend aus. Ihr Gesichtsausdruck hatte etwas Verspieltes, etwas von einem unterdrückten Lachen. Ich ging runter zur Ampel und überquerte die Straße. Dann ging ich auf die Bank an der Bushaltestelle zu. Ich war in Trance. Ich hatte keine Kontrolle mehr über mich. Als ich noch ein paar Schritte von ihr entfernt war, stand sie auf und ging die Straße runter. Ihr Hintern brachte mich fast um den Verstand. Ich ging hinter ihr her, ich hörte auf das Klicken ihrer Absätze, ich verschlang ihren Körper mit meinen Augen. Was ist mit mir los? dachte ich. Ich hab mich nicht mehr in der Gewalt. Na und wenn schon? antwortete etwas in mir. Sie ging in ein Postamt rein. Ich folgte ihr. Vier oder fünf Leute standen vor dem Schalter. Es war ein warmer ange90

Ich kaufte ein Dutzend Airmail-Postkarten. zwei. Ich stieg aus. Sobald ich hörte. Ich drückte die 3. fünf. Wir fuhren eine ziemliche Strecke. Sogar ihre Stimme ließ einen an eine ganz außergewöhnliche Sexmaschine denken. Ich bin nur eine Handbreit von ihr entfernt. Dann ging ich rein und lauschte am Fahrstuhlschacht. Sie spürt garantiert. daß du ihr nachgehst. Ich stieg ein und drückte auf den obersten Knopf. war ich bei 24 Sekunden. . dachte ich. vier. Etage. Aha. Ich sah. nannte sich »Hudson Arms«. Dann rannte ich raus. daß sich der Aufzug oben in Bewegung setzte. Ich ging hinterher. waren ungefähr 18 Sekunden vergangen. Es gab nur Apartmenthäuser in der Gegend.85 Dollar auf. Sie hatte rotblondes Haar. Dann zählte ich. mich hinter ihr durch die Tür zu zwängen. in das sie reinging. fing ich an. Ich schaffte es gerade noch. 91 . ich hinten. während sie auf den Fahrstuhl wartete. Etage erreichte. Sie stand wieder an der Bushaltestelle. Sie sah sich kein einziges Mal um. die ich überhaupt nicht brauchte. 4. Ich hörte den Aufzug nach oben fahren. Ich hörte mir ihre Stimme an. Sie stieg vorne aus. Ich blieb draußen stehen. Als ich die 4. An der nächsten Ecke bog sie rechts ab. dachte ich. drei. Sie ging hinaus. So eine Frau sollte nie allein auf die Straße gehen. Ich ganz bestimmt. . Plötzlich sprang sie auf und zog an der Klingelschnur. Alles an ihr schien zu glühen. ich halte es nicht mehr aus. wie sie einstieg und die Tür hinter ihr zuging. Wir mußten schon 3 oder 4 Meilen gefahren sein. wie ihr enges Kleid an ihrem Körper hochrutschte. Ich könnte sie berühren. als sie an der Schnur zog.nehmer Nachmittag. aber das stört sie anscheinend überhaupt nicht. Sie gab eine Postanweisung über 7. Mein Gott. Als der Aufzug unten ankam. Jeder schien auf rosaroten Wolken zu schweben. Eins. Ich drückte auf den Knopf. Ich sah. Das Gebäude. die Tür ging auf und sie stieg aus. die Sekunden zu zählen. Also war sie in der dritten ausgestiegen. Sechs Sekunden. Ich setzte mich auf einen Platz direkt hinter ihr. der Bus kam gerade an. sechs . dachte ich. Sie gefiel mir besser denn je.

Ich kriege 90 Dollar im Monat.« Ich machte. machte die Tür auf. Er grinste in einer Tour. Ihre Brüste waren groß und weich. Ich versuchte es mit der nächsten Tür. »Hören Sie. Ein kahlköpfiger Mensch in Unterhemd und Hosenträgern machte auf. wäßrig. »Ich komme von der Concord Lebensversicherung. vielen Dank!« Sie warf mir ihre Arme um den Hals und küßte mich. Mein Mann ist vor zwei Jahren tot auf der Straße umgefallen. Sind Sie ausreichend versichert?« »Gehn Sie mir bloß weg«. mein Junge und ich sind am Verhungern. sagte sie. Eine Frau von etwa 48 Jahren. Nichts. sind Sie nicht ab und zu mal einsam? Brauchen Sie nicht eine Frau? Ich bin eine gute Frau. Dann ging d ie vierte Tür auf: sie war es. mitten auf der Straße. Ich probierte die nächsten 3 Türen.« »Nee«. Ich klopfte mal an der zweiten an. »Hören Sie. Ich wäre beinahe dran erstickt. ziemlich dick und runzelig. daß ich rauskam. Sind Sie ausreichend versichert. wirklich wahr. das wäre zu einfach gewesen. »Oh vielen Dank. Dann hängte sie mir ihre Zunge rein. Mein Junge hat Hunger. sagte ich. mit sehr viel Speichel dran. Es war eine dicke Zunge. damit komm ich nicht durch. sauber. lapprig. Ich lehnte mich dage92 . »Ich komme von der Concord Lebensversicherung. Tot umgefallen. damit ich meinem Jungen ein Ei kaufen kann?« Ich sah sie mir an. Sir! Oh. Die erste Tür ließ ich aus. Madam?« »Bitte treten Sie ein. Bei mir brauchen Sie sich wegen Krankheiten keine Sorge zu machen. Sir«. Ich ging rein. Die Tür war vielleicht zehn Zentimeter weit offen. Ein ziemlich großer Bursche. etwa 12 Jahre alt und irgendwie zurückgeblieben. Ihr Mund war naß. Der Junge stand mitten im Zimmer und grinste. Ich gab der Frau einen Dollar. wie Pfannkuchen. sagte der Glatzkopf und machte die Tür zu. »Muß wieder los. Ich riß mich los.Es gab ziemlich viele Apartments da oben. Haben Sie nicht ein bißchen Geld für mich.

auf die Beine. bis sie anfing zu schreien. Wir stolperten über den Fußboden. daß du mirs jetzt mit deinem Gürtel machst. Sie stand da und sah mich an.« »Hat es dir Spaß gemacht?« »Ja. wie lange es wohl dauern würde. Da stand ein guter Wein drin. dann nahm ich mir ihren Mund vor.« Ich ging an den Kühlschrank. auf die Schenkel. Tu 93 . Als sie wiederkam. Ihre Pussy sah mich an. sagte ich zu ihr. Sie wehrte sich.ist dir klar. »Geh ins Bad«. einen Mann zu kriegen. Sie sah immer noch gut aus. Eine schöne Frau hat es schwer. Ich fand zwei Gläser und schenkte sie voll. Ich saugte mich an ihren Titten fest. Immense. vulkanische Brüste.« »Aber so wie du aussiehst und wie du dich anziehst .gen und drückte mich rein. gab ich ihr einen Drink und setzte mich neben sie auf die Couch. versuchte mich wegzustoßen. Mittlerweile hatte ich ihr das Kleid über die Schenkel hochgezogen u nd fummelte an ihren Schlüpfern. Alle denken. Als ich fertig war. » Mach dich sauber. machte die Tür hinter mir zu. schmiß ich sie rückwärts auf die Couch. Dann riß ich ihr den BH runter. Als ich ohne dich in den Aufzug stieg. Ich ging zu ihr hin.« »Mit meinem Gürtel?« »Ja. Sie hatte immer noch dieses knallgelbe Kleid an. Ich bin erst einmal vergewaltigt worden. Als ich sie wieder an mich riß. dachte ich. Ich packte ihr Kleid am Ausschnitt und riß es ihr bis an den Nabel auf. Es ist die Hölle. du hättest den Mut verloren. packte sie an den Haaren und am Arsch und küßte sie. Ich hatte ein Riesending stehen. Auf meinen Arsch. »Wie heißt du?« »Vera. Schließlich hatte ich sie unten. holte aus und schlug ihr kräftig ein paar rein. wenn man mich vergewaltigt. Ich wußte. Ich hab es gern. Ich hab mirs sogar ge wünscht. Ich hielt sie von mir ab. daß du mir nachgehst. daß das für die Männer auf der Straße die reine Folter ist?« »Ja. Ich möchte. sie sei unnahbar. Ich fragte mich. und mein Ding drin. war ihr Widerstand schon nicht mehr so groß. Ich nahm sie im Stehen.

Sag mir. biß sie in die Lippen. Sie haben mich vergewaltigt! Sie haben mich vergewaltigt! Und dann haben Sie mich gezwungen. Wie wärs. ihn zu bearbeiten. »ich muß mich erst erholen!« Sie machte mir den Reißverschluß auf und holte meinen Penis raus. sagte ich. sagte der große Bulle. Ich hängte meine Kleider an den Türhaken. »Ah ist der schön! Ganz rot und krumm!« Sie nahm ihn in den Mund und fing an. Sie nagte mit den Zähnen grad unterhalb meiner Eichel rum. sagte der größere von den beiden. und dann werd ich dich vergewaltigen. dann fing er an zu pulsieren. Sie machte es ausgesprochen gut. machte die Tür zu. »Fickmich!«. »Hör zu«. als ob ich die Nacht über bleiben werde. dann marschierte ich raus. na. Sie arbeitete gut 6 oder 7 Minuten daran. Augenblick mal!«. ließ heißes Wasser ein. oder?« »Nein. »Dieses Schwein hat mich vergewaltigt!«. daß du mich vergewaltigen wirst!« »OK. mit einem Handtuch um. Kumpel«. »Ich sags nicht nochmal!« Ich ging ins Badezimmer und zog mich an. »Zieh deine Klamotten an.« Ich packte sie an den Haaren. In diesem Augenblick kamen zwei Bullen durch die Tür. »Fickmich!« »Langsam«. »Na. »Oh shit«. »es sieht so aus. legten sie mir die Handschellen an. küßte sie heftig. Vera. Als ich rauskam. Kumpel!«. sagte sie zu den Bullen. sagte ich. und dann steck ihn rein. »Schau her. sagte sie.mir weh. und dann saugte sie mich leer. sagte ich. ich werd dich schlagen. mit Ihnen oralen Verkehr zu haben!« »Zieh deine Klamotten an. wenn ich ein Bad nehme und du mir inzwischen was zu essen machst?« »All right«. 94 . sagte ich. sagte sie. »oh shit!« Sie hatte mich. Ich aalte mich im heißen Wasser. das soll doch wohl ein Witz sein. Ich ging ins Badezimmer.

Dann steckten sie mich in eine Zelle. Ich schob mich rein. dachte ich. Kaffee und Brot. Vermutlich war sie zuhause. Stieg aus. Kumpel?« sagte der eine. »Mußt du dir wegen ner Möse unbedingt das ganze Leben versauen? Ist doch unvernünftig. Ich nahm den Bus und fuhr in die Gegend. Yeah. Vera war in ihrem Apartment geblieben. Klopfte an die Tür. drückte die 3. vielen Dank! Vielen Dank!« Sie drückte ihren Mund auf meinen. Die Bullen stießen mich auf den Rücksitz. Etage. Ich überlegte hin und her. klar. Eier mit Schinken und Kartoffeln. ohne mit der Wimper zu zucken. Als wir durchs Foyer gingen. Dann stand ich wieder vor dem »Hudson Arms«. sagte ich.« »Großartig! Großartig!« »Aber mach jetzt keine Dummheiten mehr. Schließlich schlief ich ein.»Frauenschänder!« sagte Vera. »Schätze. Wo bleibt da die Gleichberechtigung ? Dann überlegte ich: Hast du sie nun vergewaltigt oder nicht? Ich wußte es nicht. Sie nahm ihn.« »Klar.« »Yeah«. »Oh. und sie richten sich danach. Eine Viertelstunde später ging die Zellentür auf. starrten mich etliche Leute an. stieg ein. »Was ist los. Fühlte sich an wie ein 95 . Ich ging zum Fahrstuhl. wo die Apartmenthäuser waren. »Ich hab noch einen Dollar für deinen Boy«. Am nächsten Morgen gabs Grapefruit. Sie ham recht. Die Lady hat die Anzeige zurückgezogen. Es war Samstag. Ein Wort von einer Frau. »Glück gehabt.« Ich bekam meine Sachen zurück und ging raus. »Das sind die wenigsten. Grapefruit? Dieser Knast hatte Klasse. Wir fuhren im Fahrstuhl runter.« Ich brachte den Papierkram hinter mich. sagte ich. Muß wohl an die 25 Minuten da rumgestanden haben. Bukowski. sagte ich. Sie war da.« »Also ne Vergewaltigung wars eigentlich nicht«.

Sie hatte einen schönen großen Arsch. Flapp. Ich packte den Arsch. . Ich saugte dran.hohles Stück Schaumgummi. kam die dicke Zunge raus. dann hängte ich meine Zunge in dieses Schaumgummi-Vakuum. Wir standen vor einem mannshohen Spiegel. Unsere Zungen kreisten umeinander wie übergeschnappte Schlangen. Dann hob ich ihr das Kleid hoch. Unten hatte ich was Riesiges stehen. 'ne Menge Arsch. Blaue ausgeleierte Schlüpfer mit einem Loch an der linken Seite. Der Mongolensohn stand mitten im Zimmer und grinste uns an.

Ich begann ziellos durch die Stadt zu gehen. wie faszinierend es wäre. Das war natürlich ein Irrtum.Hundekuchen in der Suppe Ich hatte einen langen Clinch mit dem Alkohol hinter mir. Gegenüber der Gesellschaft empfand ich keinerlei Haß. mein Zimmer und (vielleicht) meinen Verstand. Ich brauchte nichts weiter als einen Platz. mein Haar war schmierig und ungekämmt. Ich hatte mich längst daran gewöhnt. Nirgends eine Spur von Wasser. irgendwo um ein Glas Wasser zu bitten. ziemlich benommen. Aber in einer Seitengasse rumzustehen. Verdursten jedoch entsprach nicht gerade meiner Vorstellung von einem leichten Tod. wo ich vor mich hindösen und in Ruhe abwarten konnte. daß ich nicht einmal Hunger verspürte. den Hungertod zu sterben. ich zog den Mantel aus und hängte ihn über den Arm. die ich in meiner Manteltasche fand. ein Outsider zu sein. Mir war so schlecht. das völlig von Efeu überwuchert war. Solange ich in Bewegung war. deshalb beschloß ich. als sei ich irgendwie noch in Einklang mit den Dingen um mich herum. Die Häuser wurden spärlicher. es wirkte ziemlich abweisend. Am ersten Haus ging ich vorbei. Ich lief eine ganze Weile herum. hatte ich das Gefühl. Ich ging weiter die Straße runter und kam zu einem großen dreistöckigen Haus. und während dieser Zeit hatte ich meinen miesen Job verloren. 97 . Allmählich bekam ich Durst. Es war heiß. half auch nicht gerade weiter. Mein Gesicht war blutverkrustet. wartete fünf Minuten und kippte dann den Rest aus der Weinflasche runter. ich war in der Nacht auf die Fresse gefallen. Nachdem ich eine Nacht in der Gosse geschlafen hatte. übergab ich mich in den ersten Strahlen der Morgensonne. Schließlich kam ich in die Außenbezirke. Ganz vage kam mir der Gedanke. Es gab Felder und kleine Farmen.

mit einer Handbewegung: ». sprang herunter und rannte mit me inem Mantel hinaus auf den Gang und stieß merkwürdige Laute aus. sagte ich. »Könnte ich ein Glas Wasser haben?« »Kommen Sie rein«. Vorbei. Dann machte er einen Satz und landete auf meinem Schoß. trug enge Bluejeans. Als ich die Stufen zur Veranda hinaufstieg. um das Wasser zu holen. du lebst ganz allein in diesem großen Haus?« »Naja. sagte ich. .« Ich ließ mich vorsichtig auf einen alten Stuhl nieder. und die da draußen. Dann hörte ich. schnappte sich meinen Mantel. Ich folgte ihr ins vordere Zimmer.ringsherum jede Menge Sträucher und Bäume. wie etwas den Gang heruntergerannt kam. Eine Frau von etwa dreißig Jahren kam an die Tür. Ich läutete. »Und ich Gordon«. 98 . sagte ich. »Ja?« sagte sie. »Ich hab Durst«. Er brachte sein Gesicht ganz nah an meines heran. und ein Paar braune Augen sahen mich an. Er sprang vor Begeisterung auf und ab. Trotzdem.« »Was war es? Alkohol?«. Es war ein Orang-Utan. »Ich bin Carol«. Ich bin völlig allein.« »Mit denen hab ich auch Trouble. Sie ging in die Küche. Urin und Exkrementen.« »Soll das heißen. Dann nahm er den Kopf zurück. blieb stehen und sah mich an. sehr lang. Sie kam mit einem Glas Wasser herein und reichte es mir. ein blaßrosa Hemd. fast mit einem Lächeln. das Haus machte einen freundlichen Eindruck. als er mich sah. Du weißt schon. Sie wirkte weder ungehalten noch verängstigt. und die Luft roch ein biß chen nach rohem Fleisch. Stiefel. »aber das spielt jetzt keine Rolle mehr. sagte sie. hörte ich drinnen merkwürdige Geräusche. Sie hatte langes Haar. rötlich braun. Sie sah gut aus. ich bin erledigt. »Setzen Sie sich. das nun wieder nicht!« Sie lachte. fragte sie. Es kam ins Zimmer gesaust. und einen Augenblick lang sahen wir uns in die Augen. sagte sie. »Alkohol«.« »Warum?« »Naja. Aus. und dann. .

« »Okay. Ich kann mich also wehren. Freut mich. »Und jetzt mach ich dir erst mal 'n Teller Suppe. bröckelte die Mauer zwischen uns langsam ab. Mit Menschen hab ich nur Schwierigkeiten. wenn man richtig darauf einsteigt. »möchte mich gerne rausekeln. »Ich bin verrückt. das ist Bilbo. Vielleicht hab ich wirklich 'n Knall. die Leute haben Angst vor mir.« »Ich werd den Mantel heute nacht bra uchen. Mein antiautoritärer Zoo ist ihnen ein Dorn im Auge.« »Ich lese keine Zeitungen. Du siehst aus. sagte sie. Ich weiß nicht. Sie haben ein Verfahren gegen mich laufen. als müßtest du dich erst mal ausruhen. sagte sie später. SienennenmichCrazyCarol. Ich war drei Monate in der Klapsmühle. Der große Affe hat übrigens meinen Mantel geklaut. dunkler. zu Tieren finde ich einfach ein Aolles Verhältnis. »tut mir leid. Außerdem. finde ich.« »Ich hab immer den Eindruck. ja. Aber.« 99 .« »Wenn ich mich erst ausruhe.« Ihre braunen Augen wurden immer größer. Netter Kerl.»Ach so. Behauptet man wenigstens. Ist kein schlechtes Spiel. daß du keine Angst vor mir hast. Ich liebe Tiere.« »Ohne Flachs?« »Ohne Flachs«. Bißchen verrückt.« »Ich bin mir da nicht so sicher. Die Nächte sind kalt. und während wir uns unterhielten. Antiautoritärer Zoo?« »Ja. warum willst du ausgerechnet mir helfen?« »Ich bin wie Bilbo«.« »Solltest du auch. etwas Nachdenkliches lag darin.« »Ehrlich?« »Ehrlich.« »Du bleibst heute nacht hier. mach ich das Spiel vielleicht noch weiter. »Hör zu«. Mann. sagte ich. aber ich muß mal aufs Klo. sagte sie.« »Oh.« »Ich finde dich ausgesprochen nett.« »Den Gang runter und die erste Tür links. Glücklicherweise hat mir Daddy ziemlich viel Geldhinterlassen.« »Die Bezirksverwaltung«.

. Dann ließ sie das Ohr los und sagte: »All right. Ich liebe alle meine Tiere. Die Katze fauchte und spuckte. ich sags nicht zweimal! Ich zähle jetzt bis Drei! Also: Eins . da liegt ein Tiger im Badezimmer!« »Oh. beweg dich. Und auf dem Frottierteppich hatte sich ein ausgewachsener Tiger häuslich niedergelassen. Ich erstarrte.« »Ah. sagte sie. Ich verdrückte mich rückwärts und begab mich schleunigst wieder ins vordere Zimmer. die Zunge. Ich liebe ihn nämlich.. wenn mich dabei ein Tiger anstarrt. Die Tür stand offen.« »Du liebst ihn?« »Na sicher. aber ich kann unmöglich scheißen. »Dopey!«. »Geh auf dein Zimmer!« Die Katze sah zu uns her und rührte sich nicht vom Fleck. so leid es mir tut. »Dieser Hundesohn wird immer unmöglicher«. Er denkt. Der Papagei ignorierte mich. wenn du ihn ansiehst. Auf der Handtuchstange über der Badewanne hockte ein Papagei. Der tut dir nichts. Sag mal. »Dopey. Dopey. du willst ihn fressen. »Carol! Mein Gott. »Ich werd ihn bestrafen müssen. Dopey: auf dein Zimmer! Du gehst jetzt sofort auf dein Zimmer!« Der Tiger machte ein paar Schritte den Gang runter. Sie zog diesen Tiger am Ohr da raus und führte ihn den Gang entlang. zog ihn richtig am Ohr und brachte ihn tatsächlich aus seiner Ruhestellung. Sie ging ins Badezimmer rein und sagte zu dem Tiger: »Komm. drehte sich einmal um die eigene Achse und fläzte sich auf den Boden. Komm mal mit!« Ich schlich hinter ihr den Gang entlang. ich konnte die Reißzähne sehen.. Drei. was ist mit dem Papagei? Stört der dich auch?« 100 . sagte sie. Der Gentleman hier kann nicht scheißen.« Der Tiger rührte sich nicht.. aber Carol schien das überhaupt nichts auszumachen. du Bastard.Ich trabte den Gang runter. dann links. der Tiger starrte mich gleichgültig und gelangweilt an.« Der Tiger sah Carol völlig uninteressiert an. Zwei. so'n Quatsch. das ist Dopey Joe...« »Naja. »Na gut! Selber schuld!« Sie packte den Tiger am Ohr.

wie Carol es nannte. . Sieh doch. Ich war nicht ganz sicher. Ich weiß nicht. Affe. Schlange . sie haben sich nie gegen die Natur versündigt.und ließ einen fallen. Aber das Eigenartige war. das half natürlich (die monatliche Rechnung für das Fressen war enorm.« Sie machte die Tür zu. Carol lag nackt auf dem Kaffeetisch auf dem Rücken. Oder vielleicht war ich tot oder hatte den Verstand verloren und sah Visionen. hinaus ins Freie. bis auf Schuhe und Strümpfe. Es war eben ein richtiger antiautoritärer Zoo. . nur 101 .« In der Nacht fand ich keinen Schlaf. Schau sie dir gut an. wieviele verschiedene Tiersorten sich bei Carol herumtrieben. Fuchs. »Schau sie dir an.naja. Sie kriegten gutes Fressen. Wir unterhielten uns den ganzen Nachmittag und Abend. Die meisten waren sogar stubenrein. aber ich hatte auch den Eindruck. Ich stand da und sah rein. sagte ich. daß die Tiere durch Carols liebevolle Zuwendung in einen Zustand friedlicher und beinahe augenzwinkernder Freundschaft versetzt wurden . Sie hatte fast alles. Gordon. . in die Wanne . Dann sagte er: »Also dann: guten Schiß« . aber nicht gesehen werden. sie sind nie häßlich. . Tiger. Papa mußte ne Menge Kies hinterlassen haben). Sie sind nicht wie die Menschen. Ich zog mich wieder an. Sie führte sie in Gruppen von fünf oder sechs aus dem Haus. Man muß sie einfach gernhaben.in einen Zustand liebestrunkener Verklärung sozusagen. Der Papagei starrte mich an. Sie ruhen in sich. wie sie sich bewegen. der macht mir nichts aus«. Sie haben die Gabe. und ging durch den Hausflur zum vorderen Zimmer. Wolf.»Nee. daß sich die Tiere gegenseitig nichts taten. sie haben noch dieselbe Gabe. ich glaube ich verstehe. Die Tiere fühlten sich einfach wohl. ob das alles tatsächlich echt war oder ob ich Delirium tremens hatte. . ganz es selbst. Durch einen Vorhang aus Perlenschnüren konnte ich hineinsehen. mit der sie geboren wurden . ich glaube. Die Tiere hatten regelmäßig Auslauf und absolvierten ein gemeinsames »Shit-Training«. und ich verdrückte einige gute Mahlzeiten. Jedes auf seine Art. Panther. was du meinst. ganz unverwechselbar.« »Ja. platsch. . »Also dann: guten Schiß. was es eben so gibt in einem Zoo.

aber ausgesprochen fest . und die Brustwarzen waren nicht dunkel schattiert wie bei den meisten Frauen. sagte sie. Das einzige. sondern hatten so ein flammendes helles Rot. Ihr Körper war aufregend weiß. alle. hm?« »Ja. beinahe wie Neon.sie schienen fast ein Eigenleben zu führen. Eine beneidenswerte Schlange. als sei er glattpoliert nicht einmal die Ellbogen und Knie schienen hervorzustehen. verträumt. Am nächsten Morgen beim Frühstück sagte ich zu Carol: » Du liebst deine Tiere wirklich. Ich ging zurück auf mein Zimmer. Und auf ihrem Körper ringelte sich eine große Schlange. direkt neben Carols Gesicht. und ihre Mösenhaare kringelten sich einladend . Ihr Züngeln wurde schneller. . was für eine Sorte. sah sie an. und dann zog sie sich wieder leicht zusammen. . mit langsamen geschmeidigen Bewegungen. Dann kitzelte die Schlange Carol am Ohr. es sah aus wie eine Liebkosung. es schien bei jeder ihrer Bewegungen zu tanzen. Jedenfalls. Sie hatte geradezu eine Aura. Meine Güte. dachte ich. was abstand. und man konnte sehen. als hätte er nie einen Sonnenstrahl gesehen. sie waren geöffnet. und dann tat sie es wieder. verharrte abwartend. wie ein Zittern durch Carols Körper ging. nur mehr pink. Jedes einzelne«. richtete sich auf. Ich hatte noch nie eine Frau mit so einem Körper gesehen. sie keuchte und erschauerte. Ihr ganzer Körper wirkte. und die Sonnenstrahlen. die durchs Fenster kamen. rot und herrlich anzusehen im Schein der Stehlampe. sich in die Luft zu bohren. Hin und wieder entrollte sich die Schlange und glitt auf Carols Körper hin und her. Carol sah noch besser aus als am Tag zuvor. waren ihre spitzen Brüste. ihre Brüste waren nicht groß. und diese langen rotbraunen Haare baumelten da runter und wehten leicht hin und her und kringelten sich auf dem Teppich.ihre Beine baumelten herunter. Ihr Kopf hing leicht über die Tischkante. die Lady mit den Neon-Titten! Ihre Lippen hatten die gleiche Farbe. Ich weiß nicht. Ihr Haar schien zu leben. sie züngelte und bewegte den Kopf leicht vor und zurück. und dann öffnete sich Carols Möse. Das Einschlafen fiel mir jetzt noch schwerer. ließen es feuerrot schim102 . wie Feuer.

als hätten sie nie Angst und Zweifel gekannt. daß du gehst«. er soll meinen Mantel wieder rausrücken.« »Aber du bist noch unverdorben. Ich mach mich dann auf die Socken. fast schwarz. 103 . Beide fieberten vor Hitze und konnten es kaum noch aushaken. um mich . Die eine Hand lag über ihrer Möse. Es war ein Eichentisch. Ihre großen Augen waren dunkel und tief und strahlten eine innere Ruhe aus. Während sie die Hand wegnahm. schien ein hellrosa Schauer durch ihren ganzen Körper zu gehen. Du bist nicht wie die anderen. Der Penis sah ihre Möse an. dann löste es sich auf.« In der Nacht konnte ich wieder nicht schlafen.. Eine fluoreszierende Welle durchflutete ihren Körper und verebbte. Ich ging wieder durch den Hausflur und stellte mich vor den Perlenvorhang und sah rein. Carol faßte ihn an und versuchte ihn zu führen.. Carol gab ein tiefes Stöhnen von sich. Der Tiger schlich gemächlich um den Tisch herum.« »Aber ich bin vielleicht ein bißchen zu alt. Diesmal hatte Carol einen Tisch mitten ins Zimmer gerückt. »vielleicht solltest du dem Affen sagen.mern.. Legte seinen Tatzen links und rechts neben Carols Kopf. Du bist innerlich noch ungebunden. die Zehen berührten gerade den Teppich. Ich bin ein Mensch. Er blieb stehen. »Du möchtest mich in deinen Zoo aufnehmen. Sie war halb Tier. suchte Einlaß. ich weiß nicht . Der Tiger war in diesem Augenblick gerade zwischen ihren Beinen angelangt.« »Ich möchte nicht. Richtete sich auf. den Hintern ganz am Rand. Kannstdunichtbleiben?Vielleichtfinden wir für dich. Du mußt nur noch zu deiner wahren Natur finden. ich mag dich sehr gern... noch nicht festgelegt. Sein Penis stand hervor. sagte sie. halb Mensch. ich .. mit massiven Beinen. Carol lag auf der Tischplatte.« »Hm. Du nicht. hm?« »Ja. Das helle pink schien sich einen Augenblick lang in ihrer Kehle zu stauen. sagte ich. lieben zu lassen wie der Rest von deinem Zoo. Die anderen sind alle verhärtet. die Beine breit. er war gigantisch. und ihre Möse öffnete sich langsam. Dann nahm sie sie weg.« »Ich eigne mich nicht. Dann drang der Penis ein Stück weit ein.. Dann kam er langsam in Fahrt und schlug mit dem Schwanz. »Hör zu«..

schlamgengleich. »ah du Scheißkerl. »Du Scheißkerl«. sagte sie. . »Du siehst aus wie eine Mischung aus Randolph Scott und Humphrey Bogart«. sagte ich. was hast du mit mir vor?« Sie nahm meine HancJ und steckte sie in ihre Bluejeans rein. Ich zog sie an mich heran. Meine andere Hand sitrich ihr durchs Haar. 1104 .« Ich streckte mich neben ihr aus. Ein Strauß stakte vorbei. Dann klammerten sich ihre Hände um den Hals des Tigers. legte ihren Kopf auf meinen Arm. wird sichs herausstellen. Ich hatte mir eine ganz neue Welt der Erfahrung erschlossen. . als würde ich gleich in ihre Augen reinf allem.< Wenn du tot bist. Ich fühlte ihre Mösenhaare. Sie waren schon ein bißchen naß. . Die Bezirksverwaltung hatte Carol gezwungen. daß du ein gestreiftes Fell hast. Es war die feine unschuldige Liebe. Ich Hatte das Gefühl. Ich schob mir gerade eine Portion Kartoffelsalat rein. Wir küßten uns.Der Tiger zuckte plötzlich mit den Hinterbacken und stieß seinen Penis ganz rein . aber die Tiere hatten immer noch ein großes Stück freies Land. Ich rieb «sie und knetete sie da unten. Aber einen Steifen hatte ich trotzdem. »Meine Güte«. da gingen ein Luchs und ein Silberfuchs einträchtig an mir vorbei. Ich lachte. »meine Güte .« Wir sahen einander an. Am nächsten Tag aßen wir draußen mit den Tieren zu Mittag. Ein Picknick. Tyger. Dann machte sich meine Hand selbständig und strich ihr über die Lippen. alter Tiger!« »Tiger?« >»Tyger. einen hohen Zaun aus Maschendraht zu installieren. Wir beendeten unser Picknick. .. und der Tiger machte sich an die Arbeit. Carol schrie auf. »Sehr witzig. Dann wird man sehen. Sie drehte sich herum. Ihr Körper drängte sich an mich. auf dem sie sich austoben konnten. Ich drehte mich um und ging zurück auf mein Zimmer.« Wir küßten uns wieder. Mein Gott. . burning brigth. sagte sie. wäre ich doch bloß ein paar Jahre jünger! Carol sah mich an: »Na komm runter. und Carol streckte sich im Gras aus und sah in die Wolken. Es war ein langer Kuß. bewegte sich. Dann kam sie in Fahrt.

Ich spüre. sagte ich. Sie küßte mich wild. an das man glauben konnte. Ich hielt es nicht mehr aus. und ich glaubte ihr. Irgendwas nähert sich dem Ende.aber ich hab solche Träume.. Dann sagte sie plötzlich: »Sieh mal-ich weiß nicht. das noch übrig ist. . .. Findest du.dann steckte ich ihr den Finger rein. »Du bist noch nicht lange auf der Erde. »Rammdösiger Tiger. »Schwer zu sagen. Siehst du das? Ich bin schon mehr als einmal auf der Erde gewesen.. Ich packte sie.. Ich.« Es war ihr Ernst. wie ich esausdrücken soll.. daß irgendwo auch noch andere solche neuen Wesen in sich tragen. Ich ging hinunter und sah durch den Perlenvorhang ins vordere 105 . Siehst du diese Linie hier?« »Ja. »Du Scheißkerl! Du Scheißkerl!« Dann riß sie sich los. »Denkst du auch. Schau dir deine Handfläche an. Ein Windstoß blies Carol das rotbraune Haar über die Schulter zurück. Man mußte Carol einfach glauben. Vielleicht an mehreren Orten. Ich hab gesagt: mach langsam!« Wir quatschten wieder eine Weile. Sie war das einzige. den Menschen eingeschlossen. sie nahm meine Hand und studierte meine Handfläche. . weißt du? Aber sie müssen von allen Lebewesen. Sie sind sich selber leid geworden. ich bin Crazy Carol?« »Ich weiß nicht«. naja. Sie beten um ihren Tod. »Deine Lebenslinie . und wir küßten uns wieder. ich versuche so was wie eine neue Kreatur hervorzubringen. Lauter solche Träume.« sagte sie. »Nicht so schnell! Laß uns langsam tun. Sie riß sich los. . die einmal das bißchen Erde bewohnen soll. Wir fielen rückwärts ins Gras. versteinert. . langsam .« Wir setzten uns auf. Diese neuen Kreaturen werden zusammenkommen und sich fortpflanzen und überleben. ich bin verrückt?« Sie sah mich an und lachte. Die Menschen sind abgestorben.. Die Welt ist müde. nur das Beste in sich vereinigen. wenn sie auf dieser kleingewordenen Welt überleben wollen.« Wieder konnte ich in der Nacht nicht schlafen. und ihr Gebet wird erhört werden.. Sieh mal. ich. Der Tiger lag zwanzig Schritte von uns entfernt im Gras und sah herüber.« »Das ist die Lebenslinie. Und jetzt sieh dir mal meine an.

Ich setzte mich auf den Rand der Couch und sah sie an. sie nahm ihn in die Hand und dirigierte ihn in die Öffnung. ich sah die kleine Knospe und kitzelte und leckte sie mit meiner Zungenspitze. ließ wieder meine Zunge kreisen. ich züngelte an ihren Brustwarzen. dann anders herum. aber unten hatte sie einen kochenden Hochofen. ah . Sie bewegte sich. ihr Mund war feucht und kühl. ich biß leicht zu. nuschelte an den Innenseiten ihrer Schenkel. . . nur einen Hauch. biß sie ein wenig. sie schlang sie mir um den Nacken. mach schon! Beweg dich!« Ich ließ sie zappeln. . und dann ging die Blume auf.Zimmer hinein. mich neben ihr sitzen zu sehen. küßte sie dort. steckte ihr zweimal die Zunge hinein. Ich glitt an ihr herunter. und dann öffneten sich ihre Schamlippen und ich war dran. Eine kleine Stehlampe brannte. . . der Rest lag im Schatten. Allein. Es schien sie nicht zu überraschen. mein Penis drängelte und drängelte. . beißend. zum Bauchnabel. Ich stemmte die Zehen gegen das untere Ende der Couch und drückte ihn tiefer rein. Carol lag auf der Couch. wir hingen fest. leckend. bis zur Kehle. rutschte tiefer. ganz leicht. es begann leicht-salzig zu schmecken. und ich hielt meinen Penis ganz starr in ihr drin. wo ihre Haare begannen. Wieder ihre Laute. ließ meine Zunge langsam auf ihnen kreisen. ich arbeitete mich wieder an ihr hoch. Als ich ihn reinschob. Ich zog mich aus und ging auf sie zu. . tief rein. meine Knie rutschten über den Rand der Couch. erst so herum. ah . Aber im ruhigen Blick ihrer braunen Augen lag etwas ganz Eigenartiges. »Du Scheißkerl. gab schwache Laute von sich. zurück zu den Brustwarzen. versuchte mich in sie hineinzupressen. Es wurde naß da unten. »ah.«. etwas Fremdes. ineinander. Sie öffnete die Augen. . Die Lampe beschien den oberen Teil ihres Körpers.«. aneinander. für das keiner von uns einen Namen hatte. Sie kickte mit den Beinen. Ich beugte mich zu ihr hinunter und küßte sie hinters Ohr. Sie war nackt und schien zu schlafen. etwas. dann ließ 106 . fanden sich unsere Münder. wieder heraus. während sie daran zappelte und bettelte . »ah. dann ganz hinunter. Ich zog die Perlenschnur beiseite und ging hinein. du Scheißkerl. Ich setzte mich ihr gegenüber auf einen Stuhl. Ihr Atem ging schneller.

zog sich zusammen. wir steigerten uns zusammen in Ekstase und vergaßen alles um uns h erum.ich ihn dreimal auf und ab schnalzen. Natürlich spürten wir 107 .und jetzt auch mich. unterhielten uns. Wir gingen in einen Film. und ich ließ ihn drin. Wir machten es noch einmal. hatte es leicht zu regnen begonnen. ihr neues Schoßtier. Dann stellte sich heraus. die sie in den Geschäften anstarrten . dann hielt ich ihn wieder still und ließ sie daran zappeln. dann gingen wir in den Supermarkt und besorgten uns die Fressalien. daß ich stieß und stieß. daß Carol es während der ganzen Zeit auch weiter mit ihren Tieren trieb. um Vorräte zu kaufen. Von Einbrechern hatten wir nicht viel zu befürchten. Carol war dort gut bekannt. Trotzdem. in bester Laune. was sie von uns dachten. Wir schlössen die Haustür ab wie immer. und es gab immer Leute. uns darum zu kümmern. daß Carol schwanger war. dann stand Carol auf und ging ins Bad. Carol kaufte ein paar Umstandskleider. was wir hatten. daß sie zu schmelzen schienen. Ihre Möse antwortete mit wilden Zuckungen. saugte. aber für unsere eigene Verpflegung mußten wir ab und zu in die Stadt fahren. . und schließlich geriet ich so außer mir. er blieb hart. Die anderen waren uns egal. In dieser Nacht gabs da drin keine verpennten Tiger. waren ihre Lippen so weich. trafen aber sonst keine weiteren Vorsichtsmaßnahmen. wir verlebten glückliche Monate miteinander. Wir kamen gemeinsam. Das Fressen für die Tiere wurde täglich angeliefert. Unser Verhältnis entwickelte sich. und als ich es nicht mehr aushielt. schließlich liefen ja Panther und Tiger und diverse andere sogenannte gefährliche Bestien herum. . ihr neues altes Schoßtier . . Was sich doch aus so nem Glas Wasser alles entwickeln kann . Wir waren zufrieden mit dem. und als ich sie jetzt küßte. Jeder kannte Crazy Carol. Es gab nur den alten Tyger. und spürte wie er größer wurde. Wir blieben eine halbe Stunde so liegen. . Wir fuhren gemächlich heimwärts. geistig wie sexuell. der Feuer gespuckt hatte. Ich ging nach ihr. allerdings muß ich zugeben. ohne meinen Körper zu bewegen. Als wir rauskamen. zog ich ihn fast ganz heraus und rammte ihn rein. Eines Tages fuhren wir mal wieder in die Stadt. der uns nicht gefiel. noch einmal. wir hatten längst aufgehört. In dieser Tour machte ich weiter.

Der Tag war angenehm verlaufen. Die Gesichter von diesen Leuten . ich weiß es. diese gottverfluchten Schweine. Sweethart.« »Ich hab nichts.alles ermordet. aber ansonsten hatten wir uns gut amüsiert. Das konnten sie nicht begreifen. »Nix zu machen. Im Supermarkt z. Wir liefen in alten Klamotten herum. E war s ein herzzerreißendes Stöhnen. willst wohl. Paps. befreiendes Gelächter. . Carols Haare gingen ihr bis runter an den Arsch. Echtes. Er lag im Wohnzimmer. den Orang-Utan. Wir lebten mit wilden Tieren zusammen. die uns erheiterten. . was?! Wir nehmen jodhaltiges Salz! Fang auf.diese elenden Schweine. Sie sackte in sich zusammen und wurde kalkweiß. und die Tiere waren für denen ihre Gesellschaft eine Bedrohung . Und ständig entdeckten wir Dinge. oh mein Gott . stöhnte Carol auf. Tochter! Du Flittchen.« »Warte hier. Paps. Ich fing es auf. B.das Haus . Ich spüre es. . »Was ist los? Sag doch . du alter Kaffer!« Sie stand unten am Gang. . . und paß auf das Baby auf! Das arme Schwein wird später mal noch genug getreten werden!« Carol fing das Salz auf und schmiß eine Packung jodhaltiges zurück. Wir machten unsere eigenen Filme. Wir waren Außenseiter. Dann sah ich mir das Salz an. Der Film war mies gewesen.ihren Haß. »Carol! Was ist los? Hast du was?« Ich zog sie an mich. hatte Carol gesagt: »Hey. sie haben es getan.das dachten die jedenfalls. Ich ließ mir einen Bart wachsen.« Als erstes entdeckte ich Bilbo.« »Was denn?« »Mord . Wir kurbelten die Fenster herunter und ließen es reinreg-nen. sie haben es getan. Sogar der Regen tat gut. Und wir waren eine Bedrohung für ihren Lebensstil. oh mein Gott. Wir brachen in schallendes Gelächter aus. Als ich in die Einfahrt einbog. ich hatte Haar am ganzen Schädel. Sein 108 . daß ich Arterienverkalkung kriege. und sie warf mir das Pfund Salz über ihre Köpfe hinweg zu. mit einem Loch in der linken Schläfe. und das Haar war trotz meiner fünfzig Jahre knallrot. Aber die haben was getan. drei Leute standen zwischen uns. . hier kommt das Salz! Fang das Salz.

Gottseidank war es eine große Wiese. den einen Flügel unter sich begraben. Ein Teil davon war schon geronnen. hielt sie fest.Kopf lag in einer Blutlache. Dann ging ich hinaus und besah mir die Wiese hinter dem Haus. . . redete ihr gut zu . ooooh . Abgemurkst. Der schwarze Bär. als hätte er beim Anblick des Todes eine überraschende Entdeckung gemacht. der Flügel wirkte wie ein lautloser Schrei. Alle. aber das Maul war in einem Zähnefletschen erstarrt. wischte das Blut auf. bis wir sie alle begraben hatten. Eine schmerzverzerrte Fratze. Ich setzte sie auf die Couch und hielt sie fest. offensichtlich aus Angst. Carol spielte Trauermärsche auf ihrem Plattenspieler. und dann stöhnte sie »Ooooh. Ich streichelte sie. Der Papagei lag in der Badewanne. . zog sie aus. Naja. Selbst im Tod war er noch majestätischer als jeder lebende Mensch. mein Gott. Kopf und Hals abgeknickt unter seinem Körper. Ich blieb bei ihr. Wir konnten nichts mehr tun.« Nach gut zwei Stunden fing sie an zu weinen. Die Mörder hatten ihn mit Kugeln vollgepumpt. . Sie weinte nicht. und ich hob Gruben aus. hatten sie an seinem Lieblingsplatz erwischt . Ich durchsuchte die übrigen Zimmer. Nichts war mehr am Leben. Ich räumte die Leichen aus dem Wohnzimmer und aus dem Schlafzimmer. Jetzt hatten wir ein großes Begräbnis am Hals. aber sie zitterte am ganzen Körper. Ich trug sie zum Bett. den anderen weit gespreizt. deckte sie zu. Er war tot. Von einem antiautoritären Zoo waren wir über Nacht zu einem Tierfriedhof geworden. den Tiger.und für unsere. und die großen prächtigen Reißzähne standen hervor. Es gab eine Menge Blut. hievte die Leichen rein und scharrte sie 109 .im Badezimmer. Es dauerte zwei Tage. Dopey. Hin und wieder wurde sie von Krämpfen geschüttelt. . Die Tiere hatten für ihre Individualität bezahlt . Dann ließ ich Carol ins Haus. er wußte darüber jetzt besser Bescheid als ich. . die ihn trotz seiner Qualen grinsen ließ. Nichts regte sich. durch die ein Grinsen drang. Sein Gesicht war eine grinsende Fratze. Der Kojote. Er lag unten am Abfluß. Alle tot. . so gut es ging. . Seine Augen waren geschlossen. Für ihn hatte eine einzige Kugel genügt. Der Iltis. Schließlich schlief sie ein. Totenstille im ganzen Haus.

doch da sie keine Verwandten habe. die Schaufel werde ihnen durch den Zaun hindurch in die Fresse fliegen.« Ich fragte sie nicht. sagte sie. Als sie im 9. Erwachsene. Die Leute wichen ängstlich zurück und murmelten was. schrie Carol. Alles nähert sich dem Ende.« 110 .« Also hatten wir eine stille Hochzeit. Es war unendlich traurig. Es war rasch vorbei. fragte er mich: »Hast sie geschwängert. Carol steckte Kreuze mit den Namen der Tiere auf die Gräber. als fürchteten sie. und wieder standen sie am Zaun und gafften. bat sie mich. einen neuen Zoo zu gründen und diesmal einen Wächter einzustellen. Als ich am Ende des zweiten Tages das letzte Grab zugeschaufelt hatte. sagte sie. daß die Zeit gekommen ist. Draußen lagen 55 Gräber . . Kann sein. Wir beide haben es gerade noch rechtzeitig geschafft. sei es ihr Wunsch. Ich gab meinem Kumpel ein bißchen Geld und ein paar Flaschen Wein und fuhr ihn zurück in die Slums. »Meine Träume . . Unterwegs. . Wir tranken Wein und sagten kein Wort. was sie damit meinte. Ich las einen alten Kumpel aus der Gosse auf. ihr Killer«. zwischen zwei Schlucken aus der Flasche. Carol schleuderte die Schaufel gegen den Zaun. was?« »Mhm. sie halte an sich nichts vom Heiraten. der füngierte als Trauzeuge. nahm mir Carol die Schaufel aus der Hand und ging damit zum Zaun. Sie hatte schon genug durchgemacht. Auf unserem Friedhof. Für den Fall. »Obwohl meine bisher immer gestimmt haben. daß sie die Geburt nicht überlebte und ihre Träume vom Ende der Welt sich als falsch erwiesen. Die Leute duckten sich und hoben die Arme vors Gesicht. daß ich einmal das Anwesen erbe. Sie sagte. Monat war. »Nein«.zu. »Träume können sich als falsch herausstellen«. »All right. Leute fanden sich ein und linsten durch den Maschendrahtzaun. . Reporter und Fotografen von den Tageszeitungen. »jetzt könnt ihr euch freuen!« Wir gingen ins Haus. sie zu heiraten. meine Träume haben mir gesagt. Nach ein paar Wochen machte ich Carol den Vorschlag. Kinder.

« Ich fuhr mit dem Fahrstuhl nach oben und stellte mich an die Glaswand. das zu Haß werden würde.»Du meinst. voll Angst und verpaßter Gelegenheiten. .«»Die Weiber zuerst. Mord . . Es ging wie am Fließband.« »Immer das gleiche mit diesen Weibern. zu Wahnsinn. Es war entsetzlich depri mierend. der Alkohol. Und für die meisten von uns war es ein einsames Leben. Die Liebe und der Tod. und was sich von da an alles ereignet hatte. all dieses Leben hier zu sehen.«»Oh. Ich wartete am Eingang des Hospitals. Doktor. Und dann die Sache mit Carols Träumen. »Oh. Wie ich aus den Slums zu diesem Haus gelangt war.« »Ich dachte immer. Angst. sie hat noch andere gehabt?« »Äh. Neurose.« »Danke. das einmal sterben mußte. ja.« »Man kann nie wissen. ich habs schon immer gewußt. Aber es war noch nicht ausgestanden. Neun Pfund und 140 Gramm. 111 . Ich versuchte die Baseball-Nachrichten zu lesen.« »Verstehe. Bei der Hälfte von uns Typen sind die Weiber schuld. aber bei ihren Trä umen war ich mir nicht so sicher. ah . Was waren Träume eigentlich? Ich wußte es nicht. daß wir in der Gosse gelandet sind. Wir kamen allein auf die Welt und machten uns allein wieder davon. Das mit der Geburt und dem Sterben. mit diesen Flittchen. Das bedeutete jetzt kaum noch etwas. Man kann nie wissen. »Ihrer Frau gehts gut. Verblödung. Mr. all das Leben. die Ergebnisse vom Pferderennen. Und das Baby ist. . trotz allem. sagte er. Dann sah ich Carols Arzt am Aufnahmeschalter stehen. Der Alkohol kommt erst dann. Jennings«. Die Liebe hatte über den Tod gesiegt. Es müssen mindestens hundert schreiende Säuglinge da drin gewesen sein. er unterhielt sich mit der Krankenschwester.« Er warf mir einen eigenartigen Blick zu. Dann ließ ich ihn raus.ja. zu NICHTS. Was für eine merk würdige Geschichte. Ich hörte sie durch die Glasscheibe hin durch. . Nichts im Leben. Ich glaubte ihr sonst alles. . Ich ging rüber. und nichts im Tod. . äh .

Es war ein unglaublich tapferes. ein Luchs. und das ganze Hospital begann zu wanken. Sie ging hinein und suchte unser Kind. Es war ein Elch. Mensch und Übermensch. und die Sonne rammte das Hospital. Ich starrte das Kind an . und es sah mich an. Und ich wußte. medizinisch unmöglich: es war ein Tiger. mein Kind auf den Armen. ein knallroter Blitz zuckte über die Glasscheibe vor meinen Augen. ein Kojote. ein Bär. und ein Mensch. und lächelte. wer es war. Als sie es hochhob. Mußte es auch sein. den Vater. wer ich war. Es war völlig unmö glich. Es schrie nicht. Es sah mich an und wußte. Es war unerträglich. lächelte sie. während die erste Wasserstoffbombe auf San Francisco fiel. Drei riesige Leuchtröhren fielen von der Decke und krachten auf die Babies herunter. .Ich sagte der Säuglingsschwester meinen Namen. Superman und Superbestie. Lichter gingen aus.unmöglich. . und ein Mensch. Die Säuglingsschwester stand da. eine Schlange. einen der Väter. vergebendes Lächeln. . Die Schwestern kreischten. die Säuglinge brüllten. einen der vielen vielen Väter .

der 2. Ich befand mich in einer lausigen Gegend von North Hollywood. mir ein paar Bücher von Bukowski unter den Arm gesteckt und gemeint. Hätte mir einer vorher gesagt. Dann machte er mir hastig die Tür auf und raste so schnell davon. Eine tiefe Stimme meldete sich am anderen Ende mit »hallo«. Seine Adresse wisse er nicht. Ich trieb mich in Los Angeles zwei Tage herum. November 1975 setzte ich mich nachmittags in ein Taxi und gab dem Fahrer die Adresse an. . so hätte ich mich nicht weiter gewundert. könne mir sicher weiterhelfen . wer ich war und was ich wollte. dies sei der Hurendistrikt von Los Angeles. umgeben von Autowracks und Dreck. worauf der mich etwas irritiert betrachtete. Nach rund einer Stunde Fahrt waren wir da. daß sein alter quietschender Buick beinahe auseinandergefallen wäre. Der Fahrer hatte es plötzlich sehr eilig. Er hatte mir den Kopf vollgequatscht. ich solle unter allen Umständen ein Interview mit Bukowski machen. und als ich das zweite Buch wie verrückt zu Ende gelesen hatte.Bukowski-Interview von Thomas Kettner Da saß ich nun in dieser blödsinnig engen DC 10 auf einem Zehn-Stunden-Flug nach Los Angeles und las Charles Bukowski. Vor ein paar Tagen hatte ich einem Typ in Frankfurt erzählt. schaute mir die Universal Studios und den amerikanischen Alptraum Disneyland an.es war Sonntag. "3 . verabredeten wir für den nächsten Tag ein Interview in seiner Wohnung. aber die Auskunft in L. ich wolle an die Westküste fliegen und von dort einige Berichte und Interviews mitbringen. . So aber stolperte ich nun mit meiner deutschen Vorstellung. seine 12 Dollar zu bekommen.A. rief ich Los Angeles 426-0614 an. und nachdem ich erzählt hatte. Am nächsten Tag .

In einem Apartmenthaus wird ständig mit dem Besenstiel von unten gegen die Decke gedonnert. He's gonna do an interview with me. Hier gehts bestimmt 114 . die ein ehrlicheres Leben führen als die anderen ? BUKOWSKI: Würde ich nicht sagen. daß ich gern parterre wohne. Zwei Stunden saßen wir dann herum. Drum bin ich also hier. in eine enge Gasse hinein. Der Grund ist ganz einfach. an einem Innenhof.ruiniert einem die Konzentration.hat das für Sie einen besonderen Reiz ? Ich meine. wenn ich auf meiner Schreibmaschine rumhacke. Der Klang der Stimme aus dem Inneren sagte mir. Ich wohne also lieber parterre. erzählten alles mögliche und begrüßten immer wieder Freunde. Hat es nicht auch damit zu tun. Sie leben hier in North Hollywood in einer ziemlich heruntergekommenen Gegend . und dort klopfte ich an die Tür eines verwahrlosten ebenerdigen EinZimmer-Apartments mit der Nummer 5437. und schließlich fingen wir dann auch tatsächlich mit dem Interview an. that's Thomas from Germany. daß Sie hier Menschen um sich haben. daß ich hier richtig war. weil Sie sich hier wohler fühlen als anderswo? BUKOWSKI: Oh. tranken eiskaltes Bier. so wie hier.wie Poeten wohnen. ich habe keine besondere Vorliebe für diese Nutten viertel. leben Sie hier. vorbei an halbnackten Mädchen und schwitzenden Typen mit offe nen Hemden. und als ich ihn dann endlich vor mir sah. Oder von oben. und das findet man in Los Angeles aus irgendeinem Grund nur in den ärmeren Vierteln. Außerdem stört es hier auch keinen.« Tja.um einmal ein Klischee zu gebrauchen . dann gings in einen Innenhof. Und sowas . wußte ich: Das ist Charles Bukowski. mit einem kleinen Platz vor dem Haus. die nacheinander hereinrumpelten und zu denen Charles Bukowski jedesmal sagte: »Hey look. wie er leibt und lebt.

es würde Ihnen nicht behagen. Also die Vorstellung. was ist denn mit deinem linken Armpassiert?< . Als mein Vater starb. >Hey. warum. teure Autos fahren usw. man lernt ihn kennen. Hi. . Es ist eine andere Art von >Ehrlichkeit<.. Aber das merkte keiner. da kann ich ja hier auch ein bißchen rumsitzen. und er kommt an und sagt >Guten Morgen! Schöner Tag heute. nicht?< . und ich kann Ihnen auch sagen. aber ich hätte es halten können. Ich schob Nachtschichten. Nachbarn zu haben. . Die hatten bloß ihre Scheißbriefe im Kopf. Und ich leide ohnehin an Schlaflosigkeit. (Gelächter)So waren die eben. Wenn ich abends zur Arbeit erschien. schlafen kann ich eh nicht.nicht ehrlicher zu als in Beverly Hills. und morgens um 8 geh ich ins Bett und höre.große Villen bewohnen. . als 115 . Mit tags stand ich dann auf. . Verstehn Sie. Hank. . die sie einsortieren mußten. Ich reiße meine Nachtschicht ab. Psycholo gisch war das eigentlich ganz gut. verstehen Sie . erbte ich ein Haus. Nur: die Vorstellung.nee. die eine Menge Geld machen. zum Teufel. Es war noch nicht ganz abbezahlt. (Gelächter) Das bringt mich auf die frage: wie haben Sie es eigentlich 11 Jahre lang im Postamt ausgehalten? BUKOWSKI: Oh. Ich sagte mal: >Wißt ihr. und es würde mindestens drei Stunden dauern. mit Leuten leben zu müssen. Also sagte ich mir: naja. bis der erste was merkt und sagt. hatte ich meistens einen sitzen. Das war psychologisch irgendwie sehr befriedigend. Man. mit so einem 20 oder 30 Jahre leben zu müssen . trank einige Flaschen Bier und fing an zu schreiben. der Typ von nebenan. da kommt Hank. . Auf jeden Fall. >Ah. das war einfach. daß ich einen Schlag hatte. wie sie ringsum ihre Autos anwerfen und zur Arbeit fahren. in so einer Gegend zu wohnen. Da lebt sichs in einem Loch wie diesem hier viel ungestörter. ich könnte den einen Arm verlieren und einarmig hier aufkreuzen. So als wäre ich auf ner großen Party. ha-ha-ha. Da gibt es so eine bezeichnende Geschichte aus der Zeit. BUKOWSKI: Nein.< Die merkten nicht. das ist alles.

Natürlich. es stand sogar was von Gehaltsnachzahlung dabei.die Post kann total im Eimer sein. Zu dumm. die Alarmsirenen gingen los. die zu Besuch sind) was war da? Der flog über Santa Monica weg. Aber für diejenigen von uns. nicht? Na jedenfalls. Mann.könnten Sie die erzählen l Die mit der Telefonnummer . . . . Nur an die Postangestellten. (Gelächter) Ahhh. (Gelächter) Ein Schrebergarten 116 . . Also eines Tages verteilte man solche kleinen Broschüren an uns. . . BUKOWSKI: Oh. und ich kann Ihnen sagen. klar? Spezielle Leitung. was passiert. also es war einfach Spitze! Man konnte sich so richtig vorstellen. wie sie rumkriechen. all diese Postmenschen. sind die hier nie bombardiert worden. . die Zunge hängt ihnen raus (Gelächter). ne kleine Bombe fiel runter (Gelächter). direkt nach Washington. ich nahm das Ding mit nach Hause und las mirs durch. und sie versuchen verzweifelt irgendwo ne öffentliche TELEFONZELLE zu finden! >Hey. . hatten die Schiß . Und da stand zu lesen: >Wie verhalte ich mich bei einem atomaren Angrif f ?< Na. im Gegensatz zu euch in f Deutschland. die es überleben. mit einem Arm ab. daß ich vergessen habe. verstehn Sie. Und daß da hinterher nicht mehr viel übrig ist. Und wenn wir einen neuen Postdienst aufbauen (Gelächter). .Sie im Postamt gearbeitet haben . gibts diese spezielle Telefonnummer . Ist mir erst eben wieder eingefallen . wieder für uns arbeiten zu dürfen! Und ich glaube. . . too much! . Mann. das in meinem Buch (POST OFFICE) unterzubringen. wo darf ich mich wieder zur Arbeit melden?* Oh. eine Ölquelle flog in die Luft. als ich mir das durchgelesen hatte . nachdem die Bombe gefallen ist. und alle verließen fluchtartig die Stadt! hahaha! Gott. mir war ziemlich flau. . aber Sie melden sich auf jeden Fall bei Nummer 3467982. es war wirklich der Irrsinn . . ich hab überlebt! Ich bin noch prima in Schuß. Denn zunächst mal schilderten sie einem. Die Öffentlichkeit bekam von den Dingern nichts zu sehen. deshalb geht ihnen schon die bloße Vorstellung davon ganz anders an die Nieren. Die Japaner schickten mal einen Ballon rüber und (wendet sich an einige Freunde. wenn so ein Ding vom Himmel fällt. dann werden Sie als erster die Chance bekommen. ja. sie sind radioaktiv wie nur was. .

Dann las ich sein nächstes Buch: oh nee . und die Karnickel waren tot. kein einziger Lichtblick. Salinger finde ich kaum einen. (Gelächter) Das war unser großer Luftangriff. Wann schreiben Sie? Was für eine Atmosphäre brauchen Sie dazu l BUKOWSKI: Gewöhnlich abends. Ich kam aus dem Krankenhaus und fing an. >Reise ans Ende der Nacht<. aber DIESER Kerl hier. Ich setze mich da drüben hin. . Gedichte zu schreiben. daß ich es nicht lesen kann. . .ging zu Bruch. . Man kotzt seinen Magen aus. ich brauche das Schreiben. . Tja. (Gelächter) Welches Buch hat Sie am meisten beeindruckt? BUKOWSKI: Celine. Ich lag im Bett. Jon Webb. daß mir die Tränen kamen. Es tut sich so gut wie nichts. dagegen bin ich ein Nichts! . das war einfach ein einziges Vergnügen. mein erster Verle117 . . drehe mir eine Zigarette und . der mir was gibt. . es ist alles mögliche. Keine Ahnung. Aber >Reise ans Ende der Nacht<. . D. Wann haben Sie eigentlich mit dem Schreiben angefangen? BUKOWSKI: Mit 35. meine Mätresse. genehmige mir ein Bier. fange an zu lesen und stelle fest. naja. Ich brauche es einfach. Hatte einen Magendurchbruch gehabt. Ich nehme mir ein Buch. Und das nächste: nee . und plötzlich schreibt man Gedichte. Ich schlug das Buch auf und mußte lachen. Es ist langweilig. Wirklich enorm. die tagsüber einfach nicht da ist. (lacht) Jedenfalls. der ist SO gut. Vielleicht hat es damit zu tun. Und wie stehen Sie zur amerikanischen Literatur von heute? BUKOWSKI: Abgesehen von J. . . Das passiert mir nicht oft bei einem Buch. die Schreibe ist mies. es ist eine Stimmung. Das war 1955. stelle das Radio an. Es ist mein Psychiater. Die richtige Stimmung kommt gewöhnlich um Viertel vor Acht und hält an bis halb Elf . Oder fast nie. . warum. und ich las das Ding an einem Stück durch. Und ich sagte mir: Ich hab mich eigentlich immer für einen ziemlich guten Schreiber gehalten. .

ger, sagte mir schon vor 15 Jahren: Junge, die Zeiten für Literatur sind beschissen.< Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wenn Sie das Wort >Deutschland< hören - was empfinden Sie dabei? BUKOWSKI: Also eigentlich bin ich ein ziemlicher Romantiker. Deshalb komme ich auch von meiner Abstammung nicht so recht los. Ich meine, von der Tatsache, daß ich in Deutschland geboren wurde, usw. Es ist irgendwie ein komisches Gefühl, irgendwas klickt in mir, wenn ich das Wort >Deutschland< höre . Ich meine, das passiert mir nicht, wenn jemand das Wort >Pittsburgh< sagt, das steht fest . . . (Gelächter) Also ich nehme an, Nationalismus ist eine Krankheit, die keiner von uns vollständig los wird. Vermutlich eine ganz natürliche Sache. Ich erinnere mich, eine der ersten Stories, die ich geschrieben habe, handelten von einem deutschen Kampfflieger, der äh . . . oh, der Junge hatte einfach was los, er knallte all diese feindlichen Flugzeuge ab, und schließlich verlor er eine Hand, und da flog er mit einer eisernen Prothese weiter. (Gelächter) Dann wurde er abgeschossen und gefangen genommen, brach aus, kletterte ins nächste Flugzeug und schoß noch ein paar Amerikaner ab . . . und auf diese Tour ging das weiter . . . schließlich, glaube ich, hab ich ihn dann draufgehen lassen, oder er hätte keinen einzigen Yankee übriggelassen! Verstehen Sie . . . Naja, und die Story zeigte ich dann meinem Freund - - muß überhaupt meine erste Geschichte gewesen sein, ich war damals 13 oder so - - also der las das und sagte: »Wieso läßt du diesen Deutschen all die Amerikaner abknallen?!« »Na, einfach weil mir das ein gutes Gefühl gibt«, sagte ich. (Gelächter) Dazu muß man wissen, daß damals (1933), als ich hier in Los Angeles die Grundschule besuchte, der Erste Weltkrieg noch in frischer Erinnerung war. Und es kam immer mal wieder vor, daß einer von den Jungs auf mich zeigte und sagte: »Hey! Seht euch mal den da an! Das is'n Deutscher! Er is in Deutschland geboren!« Und ich sagte: »Nanu, was soll der Scheiß . . .«, nicht? Aber irgendwas hatte da abgefärbt. >Deutschland< war einfach ein Schimpfwort, etwas Unanständiges . . . 118

In einer Ihrer Stories erzählen Sie von einer Party in Pasadena, und an einer Stelle gehen Sie auf die Toilette, da sind bereits zwei Homos drin, der eine schäumt dem anderen den Schwanz mit Rasiercreme ein usw., und Sie beschreiben das in allen Einzelheiten, sehr witzig, aber auch in einer ziemlich unverblümten Sprache - glauben Sie nicht, daß das viele Leser abschreckt ? BUKOWSKI: Naja, das mit den Homos war nicht die Hauptsache dieser Story. Auf der Party ist noch manches andere passiert. Ich glaube, irgendwann habe ich unters Klavier gekotzt. . . und was weiß ich, was sonst noch. Ahm . . . das mit den Homos ist übrigens gar nicht wirklich passiert. Das habe ich einfach erfunden. Sehen Sie, in meinen Stories schreibe ich nicht nur von Dingen, die tatsächlich vorgefallen sind. Ich dichte noch einiges dazu. Um das Leben ein bißchen interessanter zu machen. Also diese Party war lange nicht so interessant wie die Story, die ich hinterher darüber schrieb. Aber was Sie in Ihrem Buch über die Zeit bei der Post geschrieben haben, das ist alles authentisch, oder? BUKOWSKI: Ja, da brauchte ich kaum etwas dazu zu erfinden. Das war schon ganz OK, so wie es gelaufen ist. Ich schrieb das Buch in 21 Nächten. Machte eine Flasche Whisky auf, rauchte Zigarren, und im Radio liefen Symphonien. Ich nahm mir für jede Nacht eine bestimmte Anzahl von Seiten vor. >Heute muß ich 10 Seiten schreiben!< Naja, und wenn mir dann die Augen zufielen, hatte ich das längst wieder vergessen. Am nächsten Morgen stellte sich dann heraus: 21 Seiten . . . 29 Seiten . . . Ich war einfach voll drauf. Und in 3 Wochen war das Ding gelaufen. Für meinen zweiten Roman, der jetzt gerade herauskommt (FACTOTUM), habe ich dagegen 4 Jahre gebraucht. Da sah die Arbeit also wieder ganz anders aus. Hätten Sie es gern, wenn Ihre Bücher Millionenauflagen erreichten 7 BUKOWSKI: Ich fürchte, das würde schlecht für mich ausgehen. Zu viele junge Mädchen würden mir die Tür einrennen, es wäre zuviel Wirbel, und das würde mir an die 119

Substanz gehen. Im Augenblick bin ich in der besten Situation, in der ich überhaupt sein kann: ein kleiner Erfolg . . ., ich bin ein großer Underground-Erfolg, aber ein kleiner kommerzieller Erfolg. Und das ist, glaube ich, genau das Richtige für mich - genau zwischendrin. Welche Vorstellungen verbinden Sie mit dem Schlagwort vom »American Way of Life« ? BUKOWSKI: Das was so ziemlich alle tun - außer mir. Neue Autos kaufen; eine schöne Frau heiraten wollen; Gehaltserhöhung beantragen; einen Farbfernseher haben; im Oktober schon anfangen, an Weihnachten zu denken - all diese mickrigen kleinen Sachen, die nicht viel bedeuten. Das ist der American Way of Life. Zelluloid. Sie schwimmen gern gegen den Strom? BUKOWSKI: Nicht so sehr das: ich möchte erst gar nicht drin sein! Ich meine, ich will denen ihren Way of Life nicht wegnehmen. Sie können ihn ruhig behalten. Nur sollen sie mir nicht damit kommen, daß ich so werden soll wie sie. Das ist alles. Die Literaturzeitschrift THE OUTSIDER hat Sie 1962 zum »Outsider des Jahres« erklärt - hat Sie das damals mit Stolz erfüllt? BUKOWSKI: Oh, Sie haben also das Ding da drüben im Regal gesehen . . . Nein, was solls. Ich war höchstens stolz darauf, daß die danach jahrelang gesucht und keinen mehr gefunden haben. Das war ganz witzig. Letzte Frage: Wie sehen Sie sich selbst als Schriftsteller? Als was würden Sie sich bezeichnen? BUKOWSKI: Well, ich würde mich auf jeden Fall als eine merkwürdige Type bezeichnen, als eine seltsame Kreatur, die plötzlich auftaucht und eigenartige Töne von sich gibt, wie man sie bis dahin eigentlich noch nicht so gehört hat. Nichts Außergewöhnliches, aber irgendwie interessant, auf eine merkwürdig kaputte musikalische verrückte Art. Ich glaube, ich habe so ein bißchen etwas, was die meisten Schriftsteller einfach nicht haben. Ich bin eine störende Mißbildung. Ich meine, ich hänge am Ast wie alle anderen, 120

Wäre ich ein anderer. . auf das was ich schreibe . dann wäre auch ich neugierig auf so einen Typ wie mich . . was die Leute neugierig macht auf mich. was ich dazu sagen kann.und warum ich es schreibe. hm! Tja. das wäre so ziemlich alles. daß sie das neugierig macht. .aber es ist ein besonderer Dreh dabei. Ich finde es auch richtig. Das wird es wohl sein.

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