Kältetechnik

Building Technologies

s

Inhaltsverzeichnis
1.Thermodynamische Grundlagen 1.1 1.2 1.2.1 1.2.2 1.2.3 1.2.4 1.2.5 1.2.6 1.2.7 1.2.8 1.2.9 2.1 2.2 2.3 2.4 2.4.1 2.4.2 2.4.2.1 2.4.2.2 3.1 3.1.1 3.1.2 3.2 3.2.1 3.2.2 3.2.3 3.2.4 3.2.5 3.3 4.1 4.2 4.2.1 4.2.1.1 4.2.1.2 4.2.1.3 4.2.1.4 4.2.2 4.2.3 4.2.4 4.2.5 4.3 4.3.1 4.3.2 4.3.3 4.4 4.4.1 4.4.2 4.5 4.5.1 4.5.2 4.5.3 4.5.4 4.6 Ursprung der Kältetechnik Der thermoelektrische Prozess Temperatur-Enthalpie-Diagramm Wärmefluss Schmelzprozess Verdampfungsprozess Überhitzung Verflüssigungsprozess (Kondensation) Druck-Enthalpie-Diagramm Kältemittel Zusammenfassung Eigenschaften, Geschichtliches Bezeichnung der Kältemittel Physikalische Eigenschaften Aktuell eingesetzte Kältemittel Verbot von FCKW und HFCKW Ersatz-Kältemittel für FCKW und HFCKW R134a als Alternative für R12 R407C und R290 als Alternativen für R22 resp. R502 Allgemein Zustandsbereiche und Erklärung der Begriffe Der Diagrammbereich für Kältemittel Der Aufbau des Diagramms Die Koordinaten h, p Verhältnislinien x Isothermen t Spezifisches Volumen v Isentropen s Zusammenfassung Einleitung Der Verdichter Hubkolbenverdichter Offene Verdichter Halbhermetische Verdichter Hermetische Verdichter Leistung Schraubenverdichter Scrollverdichter Rollkolbenverdichter Turboverdichter Verflüssiger (Kondensator) Wassergekühlte Verflüssiger Luftgekühlte Verflüssiger Verdunstungsverflüssiger Die Expansion Thermostatische Drosselventile Elektronische Expanisonsventile Verdampfer Rohrbündelverdampfer Plattenverdampfer (Plattenwärmeübertrager) Verdampfer zur Luftkühlung Eisspeicher Sicherheit im Kältekreislauf 6 7 7 8 9 9 10 11 12 12 13 15 16 17 19 19 20 20 21 22 24 25 25 25 27 27 28 29 30 31 32 32 33 34 35 36 36 37 38 38 39 40 40 41 42 42 44 44 46 47 48 48 49

2. Kältemittel

3. Das h, log p-Diagramm

4. Mechanischer Aufbau der Kompressionsanlage

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5. Der Kompressions-Kälte-Kreislauf im h, log p-Diagramm

5.1 5.1.1 5.1.2 5.1.3 5.2 5.2.1 5.2.2 5.2.3 5.2.4 5.2.5 5.2.6 5.2.7 5.3 5.3.1 5.3.2 5.3.3 5.4 5.5 5.6 6.1 6.2 6.3 6.3.1 6.3.2 6.3.3 6.4 6.5 6.5.1 6.5.1.1 6.5.2 6.5.2.1 6.5.2.2 6.5.2.3 6.5.3 6.6 6.6.1 6.6.2 6.7 6.7.1 6.7.1.1 6.7.1.2 6.7.1.3 6.7.2 7.1 7.2 7.2.1 7.2.2 7.3 7.4 7.4.1 7.4.2 7.5 7.5.1 7.5.2 7.5.3 7.5.4 7.5.5 7.6

Allgemein Bauelemente und ihre Funktion Kältemittel und seine Betriebszustände Die Anlage Der Kältekreislauf im h, log p-Diagramm Der Flüssigkeitssammler Das Expansionsventil Der Verteiler und der Verdampfer Die Saugleitung und der Wärmetauscher Der Verdichter Die Heissgasleitungen und der Verflüssiger Druckhochhaltung im Flüssigkeitssammler Weitere Anlagenteile und ihre Probleme Das Magnetventil vermeidet Schäden Der Öltransport Die Sicherheitsorgane Die energetische Bilanz Bestimmung der umlaufenden Kältemittelmenge Zusammenfassung Einleitung Funktionsprinzip der Wärmepumpe Die Wärmequellen Wärmequelle Aussenluft Wärmequelle Erdreich Wärmequelle Grundwasser Wärmepumpen-Benennung Betriebsarten Monovalenter Betrieb Spezialfall monoenergetischer Betrieb Bivalenter Betrieb Bivalent-alternativer Betrieb Bivalent-paralleler Betrieb Bivalent-parallel/alternativer Betrieb Wahl der Betriebsart Kennzahlen für Wärmepumpen Die Leistungszahl ε Die Jahresarbeitszahl β Die Regelbarkeit der Wärmepumpe Heizleistungsregelung direkt an der Wärmepumpe Heissgas-Bypass oder Saugdrossel Kompressor Ventilabhebung Kompressordrehzahlregelung Wärmepumpe Ein/Aus-Regelung Einleitung Einsatzgebiete für Eisspeicher Einsatz in der Klimatechnik Einsatz in der Gewerbekühlung Aufbau und Funktion des Eisspeichers Auslegung des Kältespeichers Kältemaschine und -speicher decken Spitzenbedarf Teil- und Vollspeicherung Hydraulische Schaltungen mit Eisspeichern Ladebetrieb Entladebetrieb (Serieschaltung) Bypass-Betrieb Hydraulische Schaltung bei Vollspeicherung Unterschiedliche Betriebspunkte der Kältemaschine Regelung und Steuerung des Eisspeichers

50 50 50 51 53 53 53 54 55 56 58 59 59 59 59 60 62 63 64 65 65 67 67 67 68 68 69 69 69 70 70 71 72 72 72 72 73 74 74 74 74 74 74 76 76 77 77 77 80 81 81 82 82 83 83 83 84 84

6. Wärmepumpen-Technik

7. Eisspeicher

4

7.6.1 7.6.2 7.6.3 7.7 8. Der Absorptions-Kreisprozess 8.1 8.2 8.3 8.3.1 8.3.2 8.4 8.5 8.6 8.6.1 8.6.1.1 8.6.1.2 8.6.1.3 8.6.2 8.6.2.1 8.6.3 8.7 8.7.1 8.7.2

Regelung der Glykolwasser-Mischtemperatur Steuerung des Umlenkventils je nach Betriebsart Steuerung der Eisspeicher-Ladung Wirtschaftlichkeitsüberlegungen Einleitung Einsatzbereich der Absorptions-Kältemaschinen Arbeitsstoffpaare Kältemittelkreislauf Lösungsmittel-Kreislauf Der Kreisprozess der Absorptionsmaschine Wärmeverhältnis ζ Aufbau und Ausrüstung der Absorptions-Kältemaschine Die Zweikessel-Bauweise Das Entlüftungs-System Umwälzpumpen Kühlwasser Die Einkessel-Bauweise Entlüftung Die zweistufige Absorptions-Kältemaschine Leistungsregelung der Absorptions-Kältemaschinen Leistungsregelung durch Drosselung der Betriebsenergie Bypassregelung der Lösungsmittelkonzentration A–Z

84 85 85 85 86 87 88 89 89 90 91 92 92 93 93 94 94 95 95 95 96 96 97

Lexikon

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1.Thermodynamische Grundlagen
1.1 Ursprung der Kältetechnik Naturgemäss muss sich der Mensch seit Urzeiten mit dem Thema Kühlung beschäftigen und wir kennen auch die unterschiedlichsten Möglichkeiten der Kühlung. In mit nassen Tüchern umwickelten Tonbehältern oder in Feldflaschen, wurde die Flüssigkeit (z.B. der Wein) im Behälter gekühlt (Wärmeentzug durch Verdunstung von Wasser). Die uns bekannten anfänglichen Überlegungen zum Thema Kältetechnik stammen aus dem Jahr 1834, als Jacob Perkins in einer Patentschrift eine Kaltdampfmaschine mit geschlossenem Kreislauf und Äthyläther beschrieben hat. Ca. 40 Jahre später (1876) verwendet Carl Linde erstmals Ammoniak als Kältemittel bei einer Kaltdampfmaschine mit Kolbenverdichter. 1910 tauchen die ersten Haushaltskühlschränke auf und 1930 werden die Kältemittel R 11, R 12, R 13, R 22, R 113 und R 114 entwickelt (siehe Kapitel Kältemittel). Die Ursachen für die Forderung nach "Kälte" stammen ursprünglich aus dem Bereich der Lebensmittelversorgung. Für diesen Bereich wurden Grossanlagen für Brauereien, Schlachthöfe, Kühlhäuser und Eisfabriken sowie Kühlschiffe gebaut. Nach dem ersten Weltkrieg wurde der Bedarf wesentlich grösser und man unterteilte die Bereiche in: • • • Heutiger Stand: Grosskälte (industrielle Kälte) Kleinkälte (kommerzielle Kälte) Kühlschränke und Truhen (Haushalt Kälte)

In der Lebensmittelbranche ist die Anwendung der Kältetechnik die beste und gesündeste Methode Lebensmittel über längere Zeiträume und über verschiedene Klimazonen hinweg frisch zu halten und somit unsere Versorgung sicherzustellen. Im Maschinenbau kann durch die Anwendung der Kältetechnik schneller und preisgünstiger produziert werden. In der Klimatechnik wird neben der Heizenergie im Winter, für den Sommerzeitraum Kälteenergie zur Kühlung und Entfeuchtung der Luft benötigt. Früher wurde für diese Zwecke häufig Leitungs- oder Brunnenwasser verwendet. Diese Nutzungsart ist jedoch aus ökonomischen und energetischen Gründen nicht empfehlenswert. Der Einsatz der Kältetechnik ist ein wesentlicher Faktor für unser Wohlbefinden an Arbeitsplätzen und Aufenthaltsräumen allgemein. Heute wird im Bereich der Kältetechnik überwiegend die "Kompressions-Kältemaschine" zur Erzeugung der benötigten Kälteenergie eingesetzt. • • • Kältespeicher Wärmepumpen Wärmerückgewinnung in Klimatechnik

Energie- bzw. Wärmerückgewinnung ist ein sehr aktuelles Thema im Bereich der Kältetechnik. Einen grossen Aufschwung erlebte die Kältetechnik in den 70 – 80er Jahren, durch den verstärkten Einsatz von Wärmepumpen, hervorgerufen durch die "Energiekrise". Das theoretische Wissen der Kältetechnik umfasst den gesamten Bereich der Naturwissenschaften (Mathematik, Technik, Physik, Chemie usw.) In kaum einer Branche ist der Beruf so vielseitig wie in der Kältetechnik.

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Für das Verständnis ist es wichtig, die allgemeinen Grundlagen zu kennen, damit für die Beratung des Lüftungs-, Klima- und Kälteanlagenbauers oder auch für den Planer, das zum Einsatz der Regeltechnik erforderliche Grundwissen vorhanden ist. Selbstverständlich steht der Bezug zur praktischen Anwendung der Regeltechnik in der Kältetechnik im Vordergrund dieses Seminars. 1.2 Der thermoelektrische Prozess Aufbau der Materie Aus dem Fachgebiet Thermo-Hydrodynamik kennen wir feste, flüssige und gasförmige Stoffe. Die Ursache ist in der Struktur und Eigenschaft der Moleküle zu finden. So ist z.B. bei Metallen die Struktur der Moleküle stark zusammenhängend (grosse Kohäsionskräfte), die Moleküle bilden eine feste Gitterstruktur (Fig. 1-1 links). Bei Flüssigkeiten sind diese Kräfte geringer, so dass der Stoff nicht fest ist (Fig. 1-1 Mitte). Gasförmige Stoffe dagegen haben nur einen sehr losen Zusammenhalt, und deshalb sind diese Stoffe sehr flüchtig (Fig. 1-1 rechts).
53001DE

fest (Gitterstruktur)

flüssig (Teilchen bleiben noch beieinander)

gasförmig (Teilchen können sich frei und unabhängig voneinander bewegen)

Fig. 1-1

Gitterstruktur der Moleküle fest: die Moleküle sind fest beieinander flüssig: die Moleküle sind lose beieinander gasförmig: die Moleküle haben ihren Zusammenhalt verloren und können sich frei bewegen

1.2.1 Temperatur-Enthalpie-Diagramm

Die Aggregatzustandsänderung lässt sich mit Hilfe des TemperaturEnthalpie-Diagramms sehr leicht veranschaulichen. Ausgangspunkt des in Fig. 1-2 gezeigten Beispiels ist ein Kilogramm Wasser bei atmosphärischem Druck und 0 °C:
B0815

Fig. 1-2 A-B B-C C-D

Temperatur-Enthalpie-Diagramm (t, h-Diagramm) für Wasser Sensible Wärme ( Erwärmung des flüssigen Stoffes) Latente Wärme (Verdampfung, Übergang flüssig ⇒ gasförmig) Sensible Wärme (Überhitzung des gasförmigen Stoffes)

Wie Fig. 1-2 zeigt, wird für die Enthalpie h die Masseinheit "kJ/kg" verwendet. Daraus ist ersichtlich, dass es sich um die in einem Kilogramm Masse – im gegebenen Fall ist es Wasser – enthaltene Wärmemenge handeln muss.

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Da bei der Enthalpie gewöhnlich nur ihre Änderungen – also EnthalpieDifferenzen – von Interesse sind, kann der Nullpunkt der EnthalpieSkala beliebig festgelegt werden. In Fig. 1 – 2, aber auch in den gebräuchIichen Dampftabellen für Wasserdampf, ist er identisch mit dem Gefrierpunkt des Wassers, also bei 0 °C. Das bedeutet, dass z.B. die unter "1.2.3 Schmelzprozess" beschriebene Schmelzwärme in den angegebenen Enthalpiewerten nicht enthalten ist. Die Gerade A – B stellt die sensible Wärme dar, die erforderlich ist, um das Wasser von 0 °C auf 100 °C zu erwärmen. An der Stelle B kann auf der Enthalpie-Skala eine Enthalpie von 419 kJ/kg abgelesen werden; die Wärme, die zugeführt wurde, um das Wasser bis zum Siedepunkt zu erhitzen, ist also als Enthalpie des Wassers bei 100 °C nach wie vor vorhanden. Die Gerade B – C stellt den Verdampfungsprozess dar. Latente Wärme wird entlang dieser Geraden kontinuierlich zugeführt, bis das Kilogramm Wasser bei Punkt C vollständig in Dampf übergegangen ist. Die Enthalpie dieses trocken gesättigten Dampfes beträgt nun 419 + 2257 = 2676 kJ/kg, also die Summe aus sensibler und latenter Wärme. Wird der Dampf auf 115 °C (Punkt D) überhitzt, beträgt die Enthalpie bei Punkt D 2676 + 28,3 = 2704,3 kJ/kg. Für Kälteprozesse ist aber nur die Aggregatszustandsänderung des Kältemittels, vom flüssigen in den dampfförmigen, bzw. vom dampfförmigen in den flüssigen Zustand von Interesse. Wie im Modul B01HV "Physikalische Grundlagen" beschrieben, entspricht jede Siedetemperatur einem ganz bestimmten Druck (Fig. 1-3). Hohe Siedepunkte setzen hohe Drücke, tiefe Siedepunkte geringe Drücke voraus.
Log p (bar abs.) 100 10 1 0,1 0,01 0,001 -100
Fig. 1-3
B0816

0

100

200

300

400

°C

Siedepunkte des Wassers

1.2.2 Wärmefluss

Wärme ist eine Form der Energie, die von selbst nur von einer Substanz mit höherer Temperatur auf eine Substanz mit niedrigerer Temperatur übergehen kann (Fig. 1-4). Das heisst: Wärme fliesst "von selbst" stets nur in einer Richtung, und ein Wärmefluss setzt eine Temperaturdifferenz voraus.

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Fig. 1-4

Wärmefluss

1.2.3 Schmelzprozess

Bekanntlich können feste Körper, denen Wärme zugeführt wird, in den flüssigen Zustand übergehen. Diese Wärme, die ein Schmelzen des festen Körpers verursacht, wird Schmelzwärme genannt. Um z.B. 1 kg Eis von 0° C zu schmelzen – oder in Wasser von 0° C zu verflüssigen – ist eine Wärmemenge von 335 kJ (Fig. 1-5) erforderlich. Dabei ist zu beachten, dass sich die Temperatur durch die Wärmezufuhr nicht verändert. Der Schmelzprozess findet bei konstanter Temperatur statt. Aus diesem Grund wird diese Wärme, die eine Aggregatzustandsänderung hervorgerufen hat, als latente Wärme bezeichnet.
B0812

Fig. 1-5

Schmelzwärme von Eis

1.2.4 Verdampfungsprozess

Wenn dem Kilogramm Wasser von 0 °C, Wärme zugeführt wird, steigt die Temperatur des Wassers stetig an, bis sie schliesslich den Siedepunkt erreicht. Im Gegensatz zur latenten Wärme, die eine Aggregatzustandsänderung hervorgerufen hat, ist diese Wärme jedoch messbar, fühlbar, und wird deshalb sensible Wärme genannt. Die Wärmemenge, die zur Erhöhung der Temperatur um 1 K erforderlich ist, beträgt 4,19 kJ. Daraus folgt, dass eine sensible Wärmemenge von 419 kJ zugeführt werden muss, um die Temperatur des Wassers auf 100 °C zu erhöhen. Vorausgesetzt, dass Normaldruck (atmosphärischer Druck auf Meereshöhe, d.h. absoluter Druck von 1,013 bar) herrscht, ist diese Temperatur der Siedepunkt des Wassers. Es ist der Punkt, bei dem das Wasser zu verdampfen beginnt (Fig. 1-6).

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B0813

Fig. 1-6

Verdampfungsprozess und Enthalpie von Wasser

Der Dampf, der nun entsteht, hat eine Temperatur von 100 °C und ist in der Fachsprache als trocken gesättigter Dampf bekannt. Die Umwandlung von Wasser zu Dampf ist wiederum eine Aggregatzustandsänderung, die durch die ununterbrochene Zuführung von Wärme hervorgerufen wird. Um das Kilogramm Wasser von 100 °C vollständig zu verdampfen, d.h. in ein Kilogramm Dampf von 100 °C zu verwandeln, muss eine latente Wärmemenge von 2257 kJ zugeführt werden. Diese latente Wärmemenge ist die Verdampfungswärme. Addiert man zu dieser Verdampfungswärme von 2257 kJ die 419 kJ, die aufgewendet wurden, um 1 kg Wasser von 0 auf 100 °C zu erwärmen, so erhält man mit 2676 kJ den Wärmeinhalt oder die Enthalpie von 1 kg Dampf von 100° C, bezogen auf 1 kg Wasser von 0 °C (Fig. 1-2). 1.2.5 Überhitzung Wird der nunmehr entstandene, trocken gesättigte Dampf von 100 °C z.B. in eine offene Rohrschlange geleitet, durch die ihm weiterhin Wärme zugeführt wird, erfolgt eine Überhitzung des Dampfes (Fig. 1-7). Bei der Überhitzungswärme handelt es sich wieder um sensible Wärme, d.h. es findet eine Temperaturerhöhung des Dampfes statt. Um z.B. die Temperatur des im Verdampfungsprozess gewonnenen Kilogramm Dampfes von 100 °C auf 115 °C zu erhöhen ist eine sensible Wärmemenge von 28,3 kJ erforderlich. Dies folgt aus folgender Formel:

Q = m • c • (t-ts) = 1 • 1,88 • (115 - 100) = 28,3 (kJ) cp m t ts mittlere spezifische Wärme des überhitzten Dampfes (kJ/kg K) Masse (kg) Temperatur des überhitzten Dampfes (°C) Siedetemperatur des Dampfes (°C)

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B0814

Fig. 1-7

Überhitzter Dampf und Enthalpie von Wasser

1.2.6 Verflüssigungsprozess (Kondensation)

Der Prozess der Aggregatzustandsänderung von flüssigem in den dampfförmigen Zustand ist umkehrbar, d.h. der Dampf kann auch in Flüssigkeit umgewandelt werden. Dieser Prozess, der als Verflüssigung bekannt ist, findet statt, wenn dem Dampf dieselbe Menge Wärme entzogen wird, die ihm während des Verdampfungsprozesses zugeführt worden ist. In Fig. 1-8 ist der Verflüssigungsprozess ersichtlich.
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Fig. 1-8 Legende 1 2 3 4

Verflüssigungsprozess (Kondensation)

Dampf, 100 °C KühIwasser, kalt Kühlwasser, warm Wasser, 100 °C

Die Aggregatzustandsänderung von Flüssigkeit zu Dampf und von Dampf zu Flüssigkeit ist für den mechanischen Kälte- bzw. Wärmepumpen-Kreislauf aus folgendem Grund von grösster Wichtigkeit: Die Aggregatzustandsänderung erfordert die Übertragung einer relativ grossen Wärmemenge pro Kilogramm Substanz (Kältemittel). Wie gezeigt wird ist es genau diese Wärmeübertragung im Kältemittelkreislauf (vgl. Fig. 1-2 C - B), die den gewünschten Nutzeffekt (Kühlung bei Kältemaschinen, Heizung bei Wärmepumpen) bewirkt.

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1.2.7 Druck-Enthalpie-Diagramm

In der Kälte- bzw. Wärmepumpentechnik benutzt man statt des in Fig. 1-2 dargestellten Temperatur-Enthalpie-Diagramms vorzugsweise das Druck-Enthalpie-Diagramm (Fig. 1-9). In diesem Diagramm ist die Enthalpie nicht mehr in Abhängigkeit der Temperatur bei Normaldruck dargestellt, sondern sie kann für verschiedene Drücke und die entsprechenden Temperaturen abgelesen werden. Vor allem aber können sogenannte Kreisprozesse – wie im folgenden gezeigt – mit Hilfe dieses Diagramms leicht veranschaulicht und berechnet werden.
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Fig. 1-9 1 2 3 4 5 6

Druck-Enthalpie-Diagramm für Wasser Flüssigkeitslinie (Verdampfungsbeginn) Unterkühlungsgebiet (Flüssigkeit) Kritischer Punkt Überhitzungsgebiet (Dampf) Sattdampflinie Nassdampfgebiet (Flüssigkeit/Dampf) A – B Verdampfungswärme (2257 kJ/kg)

Die vom Nullpunkt zum kritischen Punkt hoch zeigende Linie (1) ist die Linie gesättigter Flüssigkeit, während die Fortsetzung dieser Linie (5), die vom kritischen Punkt (jener Punkt, bei dem kein Unterschied zwischen Flüssigkeit und Dampf mehr besteht) hinunter zur EnthalpieSkala führt, den Zustand gesättigten Dampfes bestimmt. Zieht man bei einem bestimmten Druck eine Horizontale durch die beiden Linien, kann bei Punkt A die Enthalpie der gesättigten Flüssigkeit und bei Punkt B die Enthalpie des gesättigten Dampfes abgelesen werden. Die Differenz der Werte A und B entspricht der Verdampfungswärme. Aus dem Diagramm ist ersichtlich, dass die Verdampfungswärme mit steigendem Druck und steigender Temperatur immer geringer wird, um schliesslich beim kritischen Punkt einen Zustand zu erreichen, bei dem keine Verdampfungswärme mehr vorhanden ist. Bei Wasserdampf beträgt der kritische Druck 221,2 bar und die kritische Temperatur 374,1 °C. 1.2.8 Kältemittel Als Kältemittel bezeichnet man das in einer Kältemaschine bzw. Wärmepumpe umlaufende Arbeitsmedium. Zur Erläuterung der Grundlagen des Kälteprozesses war bisher ausschliesslich von Wasser die Rede, und tatsächlich besitzt Wasser viele der Eigenschaften, die von einem Kältemittel verlangt werden. Wasser ist billig, reichlich vorhanden, ungiftig, nicht brennbar und besitzt eine relativ grosse Verdampfungs- bzw. Verflüssigungswärme. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass bei Dampfstrahl und Absorptions-Kältemaschinen

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bzw. -Wärmepumpen die nachfolgend beschrieben werden, Wasser als Kältemittel verwendet wird. Für den Kompressions-Kreisprozess ist Wasser als Kältemittel nicht geeignet, da die Drücke und Temperaturen, bei denen die Aggregatzustandsänderungen erfolgen sollen, ungünstig liegen. Vielmehr werden bei diesem Prozess Kältemittel verwendet, die leicht flüchtiger sind als Wasser, d.h. Substanzen, die bei relativ niedrigen Temperaturen und den entsprechenden hohen Drücken verdampfen. Ozonersetzend wirken vor allem die FCKW, die aufgrund ihrer hohen chemischen Stabilität eine lange atmosphärische Verweilzeit aufweisen, so dass theoretisch die gesamten freigesetzten Mengen in die Stratosphäre diffundieren und sich dort zersetzen. Das hierbei frei werdende Chlor zerstört die vor gefährlichen UV-Strahlen schützende Ozonschicht. Aus diesem Grund dürfen heute nur noch chlorfreie Kältemittel verwendet werden. Weitere Informationen im Kapitel "2 Kältemittel" 1.2.9 Zusammenfassung Stoffe, in der Kältetechnik die Kältemittel, mit tiefen Siedepunkten nennt man Gase, weil diese unter normalem Druck und bei normalen Temperaturen (unsere Umgebungsbedingungen) sofort verdampfen. Hier erkennt man bereits eine kritische Situation für den Transport, das Aufbewahren und die Anwendung von Kältemitteln. Im Kältekreislauf erfährt das Kältemittel die Aggregatzustände • • flüssig dampfförmig sowie die Übertragung von • • latenter und sensibler Wärme.

In einem thermodynamischen Kreisprozess wird durch die Verdampfung von Kältemittel dem zu kühlenden Medium Wärme entzogen. Dieser Vorgang erfolgt entweder direkt durch die Kältemaschine, oder indirekt durch einen zwischengeschalteten Kaltwasserkreislauf. Eine Kühlanlage ist eine Maschine, die einem Stoff oder einem Raum Wärme entzieht. Die Kälteleistung ist die Fähigkeit, in einem bestimmten Zeitraum eine bestimmte Wärmemenge abzuführen. Q0 = m • c Q0 m c ∆t = = = =

∆t

Kälteleistung [kJ/h oder kW] Massenstrom [kg/s] spezifische Wärme [kJ/kgK] Temperaturdifferenz [K]

Die spezifische Wärme c ist jene Energie (in kJ), welche man benötigt, um 1 kg eines bestimmten Stoffs um 1 K zu erwärmen. Die spezifische Wärme ist vom Aggregatzustand abhängig. In der nachfolgenden Tabelle sind einige Werte von typischen, in der Kältetechnik zum Einsatz kommenden Stoffen, zusammengestellt: Stoff Wasser Ammoniak NH3 Kältemittel R22 cfest 2.03 kJ/kgK cflüssig 4.18 kJ/kgK 4.44 kJ/kgK 1.09 kJ/kgK cGas 2.05 kJ/kgK 2.18 kJ/kgK 0.16 kJ/kgK
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Man unterscheidet zwischen sensibler (fühlbarer) und latenter (nicht fühlbarer) Wärme. sensible Wärme: Wärme, bei der eine Änderung des Energie-Inhalts immer auch mit einer Temperaturänderung verbunden ist. Wärme, welche zum Wechsel des Aggregatzustandes aufgewendet bzw. abgegeben werden muss. Sie führt zu keiner Änderung der Temperatur, vielmehr wird diese Energie zur Umwandlung der Molekularstruktur eines Stoffs benötigt. Die latente Wärme ist sehr stark druck- und temperaturabhängig. Der Wärmeinhalt ist die Enthalpie h. • • • • die die die die Enthalpie der Flüssigkeit bezeichnet man mit h' Enthalpie des Dampfes mit h'' zum Verdampfen benötigte Enthalpie mit r Masseinheit ist jeweils kJ/kg

latente Wärme:

Unterschiedliche Stoffe haben auch unterschiedliches Temperaturverhalten, d.h. der Temperaturwert für Schmelz- und Siedepunkt ist unterschiedlich. Schmelz und Siedepunkt sind druckabhängig. z.B. Wasser bei 1 bar: Schmelzpunkt = 0 °C und Siedepunkt = 100 °C. Die Abhängigkeit kann im Druck-Enthalpie-Diagramm nachvollzogen werden. Überträgt man die Werte aus der Wasserdampftafel in ein h, log p-Diagramm, erhält man eine graphische Darstellung der Zusammenhänge. Die in der Kältetechnik verwendeten Kältemittel können Siedepunkte bis zu -120 °C erreichen.

Im Bereich der Klimatechnik bewegen wir uns bei Siedetemperaturen um +2 bis -20 °C.

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2. Kältemittel
2.1 Eigenschaften, Geschichtliches Patentschrift Auszug aus einer Patentschrift zu Kältemittel, aus dem Jahr 1834: ....."Was ich beanspruche, ist ein Patent für eine Vorrichtung, die es mir ermöglicht, ein leichtflüchtiges Medium zu verwenden, dass das Kühlen und Gefrieren eines andern Mediums ermöglicht, und doch gleichzeitig kontinuierlich, leichtflüchtiges Medium kondensiert und in den Kreislauf ohne Verluste weitergeführt werden kann." ..... Grundsätzlich lassen sich alle Stoffe als Kältemittel verwenden, da es lediglich um folgendes geht: "Siede- und Verflüssigungspunkt müssen bei technisch erreichbaren Drücken liegen". Im weiteren sind die Anforderungen an ein ideales Kältemittel jedoch so gross, dass sich nur wenige Stoffe wirklich eignen. physikalische Eigenschaften • • chemische Eigenschaften • • • • • • • • Aggregatzustandsänderung flüssig¡gasförmig bei "kleinen" Drücken grosse Verdampfungswärme beständig nicht explosiv unbrennbar nicht toxisch nicht ätzend nicht korrosiv geruchlich gut feststellbar oder in kleinen Konzentrationen einfach messbar chemisch stabil, d.h. darf auch in extremen Situationen nicht in seine atomaren Bestandteile zerfallen.

Vom physikalischen und chemischen Gesichtspunkt gesehen, wäre Wasser ein ideales Kältemittel. Für Verdampfungstemperaturen (t0) ab +4 °C oder unter 0 °C ist dessen Einsatz jedoch undenkbar. Aus den Anfängen der Kältetechnik sind hauptsächlich drei Kältemittel bekannt: SO2 Schwefeldioxyd CH3Cl Chlormethyl NH3 Ammoniak Diese Kältemittel erfüllen im Wesentlichen den im "Patent" geäusserten Wunsch. In Bezug auf Aggressivität, Brennbarkeit und Hygiene bleiben jedoch viele Wünsche offen, z.B.: Toxizität: SO2 0,5 – 1 Vol % tödlich in 5 min. NH3 0,5 – 1 Vol % tödlich in 60 min. CH3Cl 2 – 2,5 Vol % bleibende Schäden in 120 min. Durch das FCKW-Verbot kommt heute – trotz toxischem Gefahrenpotential – das Kältemittel NH3 (Ammoniak) auch in der Klimatechnik wieder vermehrt zum Einsatz, unter Einhaltung entsprechender Sicherheitsmassnahmen.

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2.2 Bezeichnung der Kältemittel

Ein Kältemittel soll bei atmosphärischem Druck einen möglichst tief liegenden Siedepunkt, ein kleines Dampfvolumen und einen technisch leicht zu beherrschenden Verflüssigungsdruck besitzen. Ausserdem darf es die Bau- und Schmierstoffe der Kälteanlage nicht angreifen und soll möglich nicht giftig, nicht brennbar und nicht explosiv sein. Damit diese Eigenschaften erfüllt werden, haben Herstellerfirmen wie z.B. die Fa. Dupont Kältemittel durch Derivationen(*) aus Methan CH4 und Aethan C2H6 entwickelt. Die Derivat-Moleküle enthalten die Stoffe (mit chem. Zeichen): Kohlenstoff Fluor Chlor Wasserstoff
(*)

"C" "F" "Cl" "H"

Derivat = Abkömmling einer chemischen Verbindung Derivation = Ableitung

Die Namen

Name Freon Frigen Arcton Kaltron

Hersteller Dupont Höchst Imperial chemical Industrie Kali Chemi

Ort USA Frankfurt England Hannover

Für die gebräuchlichsten Kältemittel wird das Buchstabensymbol R und eine Nummer als Kurzzeichen verwendet. Die Namen sind Firmenbezeichnungen für diese Derivate. Gelegentlich wird anstelle von R auch das Wort Kältemittel und/oder die Handelsbezeichnung (z.B. Freon) verwendet. R und max. 3-stellige Zahl Zahl der Hunderter +1 Zahl der Zehner -1 Zahl der Einer

= Zahl der C - Atome (Kohlenstoff) = Zahl der H - Atome (Wasserstoff) = Zahl der F - Atome (Fluor)

Dabei wird die Null an der Hunderterstelle nicht geschrieben, so dass sich für die Methan-Derivate (z.B. R22) eine zweistellige Zahl ergibt. Die Wasserstoff (H) Atome werden durch die Halogene Cl (Chlor), F (Fluor), Br (Brom) ersetzt. Beispiele: R 114 chem. Formel C2Cl2F4 Tetrafluordichloräthan FCKW ⇒ 4 Fluor Atome -1 ⇒ kein Wasserstoff Atom und somit 2 Chlor Atome +1 ⇒ 2 Kohlenstoff Atome R 134a chemische Formel C2H2F4 Tetrafluorethan H-FKW ⇒ 4 Fluor Atome -1 ⇒ 2 Wasserstoff Atome +1 ⇒ 2 Kohlenstoff Atome R 22 chemische Formel CHClF2 Difluormonochlormethan H-FCKW ⇒ 2 Fluor Atome -1 ⇒ 1 Wasserstoff Atom und somit 1 Chlor Atom +1 ⇒ 1 Kohlenstoff Atom Die Anforderungen, welche an ein Kältemittel gestellt werden, könnten noch beliebig erweitert werden, z.B. Wärmeübertragungs-, Strömungseigenschaften usw.
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2.3 Physikalische Eigenschaften Öl als Schmiermittel im Kältekreislauf

In Kompressions-Kälteanlagen muss für die Verdichter ein geeignetes Öl zur Schmierung verwendet werden. Die spezifischen Eigenschaften der verschiedenen Kältemittel erfordern auf das Kältemittel abgestimmte Maschinenöle. Das Öl wird zur Schmierung des Kompressors benötigt und durch den Arbeitsprozess (ungewollt) durch den Kältekreislauf mitgerissen. Weil bei hohen Temperaturen chemische Reaktionen wie Korrosion und Säurebildung auftreten, entsteht eine Zusatzgefahr, da die Verdichtungstemperaturen meist höher als 100 °C liegen. Aus diesem Grund muss Kältemaschinenöl bestimmten Voraussetzungen entsprechen. Im Bereich der Kältetechnik haben sich drei Gruppen von Ölen bewährt: • • • Mineral-Öle Halbsynthetische Öle Synthetische Öle z.B. für R 12, R 12B1 z.B. für R 22, R 23 z.B. für R 134a, R 23

Für die neuen chlorfreien Kältemittel sind weder Mineralöle noch die bisher verwendeten synthetischen Alkyl-Benzole verwendbar, sondern nur synthetische Öle auf Ester-Basis, auch Esteröle genannt. Mischbarkeit Die Mischbarkeit von Öl und Kältemittel hat sowohl Vor-, als auch Nachteile: Vorteile • Systemteile können gut geschmiert werden • das Öl kann relativ gut aus dem System in den Verdichter zurückgeführt werden. Nachteile: • Verdünnung und Erhitzung des Öls im Verdichter • Änderung der Fliessfähigkeit auf der Verdampferseite (kalt) und damit Probleme der Ölrückführung. Ölrückstände im Verdampfer bringen schlechte Wärmeübertragung und Regelprobleme mit sich. Verhalten bei Undichtigkeiten im System Es gibt viele Faktoren, welche das Verhalten eines Kältemittels bei Undichtigkeiten bestimmen. Druck, Viskosität und Dichte sind nur einige davon.
53004DE

NH

3

R 22

Fig. 2-1

Unterschiedliches Verhalten von Kältemitteln bei Undichtigkeiten 1 Molekül 2 Molmasse = 17,03 g/mol 3 Molmasse = 86,48 g/mol

Je höher die Molmasse kg/kmol (früher Molekulargewicht M), desto geringer ist die Neigung des Kältemittels, bei Undichtigkeiten auszutreten. z.B. R 717 (NH3, Ammoniak) 17,03 kg/kmol R 407C (23 % R32, 25 % R125, 52 % R134a) 86,20 kg/kmol R 134a (C2H2F4) 102,03 kg/kmol

17

Geruch

Bei einigen Kältemitteln kann ein leichter Geruch von Vorteil sein, da dadurch jede Undichtigkeit sofort auffällt und Gegenmassnahmen getroffen werden können, bevor die gesamte Füllung verloren geht oder Schäden an Systemteilen auftreten, z.B. • • Geruch von R 22 ist Ammoniak "leicht ätherisch" "stechender Geruch"

Fig. 2-2

Geruch

Giftigkeit

Als "giftige Kältemittel" werden gewöhnliche Kältemittel bezeichnet, die für den Menschen schädlich sind. Alle Kältemittel können natürlich eine Erstickungsgefahr herbeiführen, wenn sie in so starken Mengen auftreten, dass der Sauerstoff der Luft verdrängt wird; manche sind jedoch bereits schädlich, wenn sie nur in ganz kleinen Mengen in Erscheinung treten. Der Grad der Schädlichkeit hängt von der Konzentration, der Art des Kältemittels und der Zeitdauer ab, während welcher der Mensch dem Kältemittel ausgesetzt war.

Fig. 2-3

Giftigkeit, R-717 Ammoniak (NH3)

Brennbarkeit

Kältemittel sind in bezug auf ihre Brennbarkeit sehr verschieden. Einige, wie z.B. R-170 (Aethan) oder R290 (Propan), verbrennen so leicht und vollständig, dass sie als Brennstoff verwendet werden. Andere Kältemittel sind nicht brennbar, wie z.B. R 22 und R134a

Fig. 2-4

Brennbarkeit, R-170 Aethan, R-178 Wasser

18

2.4 Aktuell eingesetzte Kältemittel 2.4.1 Verbot von FCKW und HFCKW Einfluss auf die Ozonschicht

Die Emission von FCKW in die Atmosphäre führt erwiesenermassen zu Umweltschäden. Obwohl der Anteil der dazu noch in einem geschlossenen Kreislauf verwendeten Kältemittel nur 10% der gesamten FCKW-Produktion ausmacht (der überwiegende Teil wird in Spraydosen und Dämmschäumen sowie in Lösungsmitteln verwendet), muss doch der Umweltschutz beachtet werden. ca. 3000 t/anno in Europa, 10% gehen beim Transport, Ab- und Einfüllen verloren. Die Umweltschädigung von FCKW- (Fluorchlorkohlenwasserstoff) Kältemitteln basiert hauptsächlich auf deren Ozon-Zerstörungs- und Erderwärmungspotential (Treibhauseffekt). Ozonzersetzend wirken vor allem die FCKW, die aufgrund ihrer hohen chemischen Stabilität eine lange atmosphärische Verweilzeit aufweisen, so dass theoretisch die gesamten freigesetzten Mengen in die Stratosphäre diffundieren und sich dort zersetzen. Das hierbei freiwerdende Chlor zerstört die vor gefährlichen UV-Strahlen schützende Ozonschicht. Das empfindliche Gleichgewicht zwischen Sauerstoff und Ozon wird dadurch nachhaltig gestört. Die lange atmosphärische Verweilzeit und der damit verbundene Anreicherungseffekt in der Atmosphäre ist auch für das hohe Erderwärmungspotential dieser Verbindungen verantwortlich. Komponenten FCKW 11 FCKW 12 FCKW 113 FCKW 114 FCKW 115 H-FCKW 22 H-FCKW 123 H-FCKW 124 MP 39 (R 401) HP 80 (R402) H-FKW 134a H-FKW 152a H-FKW 32 H-FKW 125 H-FKW 23 HP 62 AC 9000 Lebensdauer 60 Jahre 120 Jahre 90 Jahre 200 Jahre 400 Jahre 15 Jahre 2 Jahre 7 Jahre ODP 1 1 0,8 0,7 0,4 0,05 0,02 0,02 0,03 0,02 0 0 0 0 0 0 0 GWP 1 3,1 1,4 4 7 0,34 0,02 0,1 0,21 0,63 0,26 0,03 0,12 0,84 6 0,94 0,28

Leckagen

FCKWs

H-FCKWs

H-FKWs

16 Jahre 2 Jahre 7 Jahre 41 Jahre 310 Jahre

Tabelle 2-1 Umweltdaten verschiedener Kältemittel OPD: GWP: FCKW: Ozonabbaupotential Erderwärmungspotential, Treibhauseffekt bezogen auf FCKW 11 = 1 Fluorchlorkohlenwasserstoffe, vollhalogeniert (kein Wasserstoffatom im Molekül) Vertreter: R 11, R 12, R 13, R 113, R 114, R 115 (R 500 und R 502 sind Gemische, welche R 12 bzw. R 115 enthalten) H-FCKW: Fluorchlorkohlenwasserstoffe, teilhalogeniert (eines oder mehrere Wasserstoffatome im Molekül) Vertreter: R 22, R 123 H-FKW: Fluorkohlenwasserstoffe, teilhalogeniert (enthalten neben Fluor- auch noch Wasserstoffatome im Molekül) Vertreter: R 134a, R 227

19

H-FCKW und H-FKW sind teilhalogenierte Verbindungen mit wesentlich kürzerer atmosphärischer Verweilzeit. Das Ozonabbau-Potential der H-FCKW liegt nur noch bei Bruchteilen dessen der FCKW. H-FKW, z.B. R 134a, sind chlorfrei und weisen kein OzonabbauPotential auf. Auch der Erderwärmungseffekt ist bei beiden Verbindungen gering. Massnahmen Seit 1.1.1995 sind FCKW Kältemittel in Europa und ab 1.1.1996 weltweit nicht mehr erhältlich. Spätestens seit 1.1.2000 darf in Europa auch das HFCKW Kältemittel R22 nicht mehr für Neuanlagen eingesetzt werden. Weltweit und für andere HFCKW Kältemittel ist der Ausstieg schrittweise geplant, d.h. Reduktion um 35 % ab 1.1.2004 und bis 2020 auf 50 %.

2.4.2 Ersatz-Kältemittel für FCKW und HFCKW 2.4.2.1 R134a als Alternative für R12

Für typische R12 Anwendungen hat sich der umweltverträgliche Ersatzstoff R 134a in der Praxis bewährt.
Temperatur Druck Spez. Volumen der Flüssigkeit v' l/kg 0,692 0,699 0,706 0,713 0,720 0,728 0,736 0,744 0,753 0,762 0,772 0,782 0,793 0,804 0,816 0,828 0,842 0,856 0,871 0,888 0,907 0,927 0,949 0,974 1,003 1,036 1,076 1,127 1,194 1,298 1,544 Spez. Volumen des Dampfes v'' l/kg 596,88 459,14 357,66 281,87 224,55 180,67 146,71 120,15 99,17 82,45 69,01 58,11 49,22 41,89 35,83 30,77 26,52 22,94 19,89 17,29 15,05 13,12 11,44 9,97 8,68 7,53 6,50 5,56 4,68 3,83 2,80 Enthalpie der Flüssigkeit h' kJ/kg 137,72 143,48 149,34 155,32 161,40 167,59 173,88 180,28 186,76 193,34 200,00 206,74 213,57 220,46 227,44 234,48 241,61 248,81 256,11 263,50 271,02 278,69 286,53 294,59 302,95 311,68 320,93 330,91 342,02 355,20 374,97 Enthalpie des Dampfes h'' kJ/kg 366,32 369,55 372,78 375,99 379,18 382,34 385,48 388,57 391,62 394,62 397,56 400,44 403,26 406,00 408,66 411,24 413,71 416,08 418,33 420,45 422,41 424,19 425,76 427,09 428,10 428,71 428,81 428,17 426,40 422,55 411,79 Verdampfungswärme r kJ/kg 228,60 226,08 223,44 220,67 217,78 214,75 211,59 208,29 204,85 201,28 197,56 193,70 189,69 185,54 181,23 176,76 172,11 167,27 162,23 156,94 151,39 145,51 139,24 132,49 125,15 117,03 107,87 97,26 84,38 67,36 36,83

t° C - 50 - 45 - 40 - 35 - 30 - 25 - 20 - 15 -10 -5 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70 75 80 85 90 95 100

p bar 0,299 0,396 0,516 0,666 0,848 1,067 1,330 1,642 2,008 2,435 2,929 3,497 4,146 4,883 5,716 6,651 7,698 8,865 10,160 11,592 13,171 14,907 16,811 18,894 21,170 23,651 26,353 29,292 32,487 35,958 39,728

Tabelle 2-2 Dampftafel von R134a

20

Fig. 2-5 h, log p -Diagramm für R134a

2.4.2.2 R407C und R290 als Alternativen für R22 resp. R502

Für typische R22 Anwendungen und auch für R502 Anwendungen, die bis anhin durch R22 ersetzt wurden, werden hauptsächlich zeotrope 2oder 3-Stoff-Gemische eingesetzt, wobei man für normale Anwendungen einen möglichst kleinen Temperaturgleit (siehe zeotrope Gemische) anstrebt. Diese haben einen neuen gemeinsamen Siedepunkt, welcher in der Regel zwischen den Siedepunkten der einzelnen Komponenten liegt. Gemisch aus zwei oder mehr Komponenten. Die Eigenart zeotroper Gemische besteht darin, dass jede Komponente ihren eigenen Siedepunkt beibehält und damit die Verdampfung resp. Verflüssigung mit gleitender Temperatur geschieht. Die Temperaturdifferenz zwischen Anfang und Ende des jeweiligen Vorganges wird als "Temperaturgleit" bezeichnet. Daraus ergibt sich auch, dass bei einer Undichtigkeit unterschiedliche Anteile des Gemischs austreten und diese Kältemittelgemische flüssig eingefüllt werden müssen. Als Ersatz für R22 wird oft R407C eingesetzt, ein 3-Stoff-Gemisch mit folgender Zusammensetzung: - 23 % R32 - 25 % R125 - 52 % R134a R407C wird von den Herstellern unter verschiedenen Namen angeboten, die teilweise nicht mehr einen direkten Bezug zur Kältemittelkennzeichnung aufweisen, z.B.: DuPont Hoechst ICI AC 9000 Reclin 407C (vormals HX3) KLEA 66

Azeotrope Gemische

Zeotrope Gemische

Beim Einsatz von R407C ist zu beachten, dass die Füllmenge auf Grund der unterschiedlichen Dichte nur etwa 90 % der R22-Füllmenge beträgt. Die Leistungszahl reduziert sich um ca. 3 – 5 %. Speziell in Wärmepumpenanlagen kommt das Kältemittel R290 (Propan) zum Einsatz. Auf Grund der Brennbarkeit und Explosionsgefahr, wird dieses jedoch nur bis zu einer bestimmten Baugrösse der Wärmepumpe verwendet.
21

3. Das h, log p-Diagramm
3.1 Allgemein Die zur Kältetechnik gehörenden thermodynamischen Vorgänge sind recht komplex. Sie lassen sich nur mit einem erheblichen Aufwand an Formeln und Tabellen berechnen. In Dampftafeln werden in Abhängigkeit der Siedetemperatur t oder des Siededruckes p die dem Medium eigenen Grössen, wie spezifisches Volumen v, Dichte p, Enthalpie h und Entropie s für das siedende und das gesättigte Medium tabellarisch festgehalten. Ein Beispiel (siehe Tabelle 3-1): Bei einer Siedetemperatur t = 0 °C steht das Kältemittel unter einem Druck p von 2.929 bar. Dies ist der Siededruck für die entsprechende Temperatur t. Sein Volumen beträgt im siedenden Zustand 0,772 l/kg (dm3/kg)Kältemittel. Die Dichte p, als Kehrwert des spez. Volumens (p = 1/v), beträgt in diesem Punkt 1,29 kg/l (kg/dm3). Die relative Enthalpie h' wurde mit 200 kJ/kg angesetzt (t = 0 °C ist der Bezugspunkt dieses Kältemittels für das besprochene h, log pDiagramm). Mit der Enthalpie h" wird der relative Wärmeinhalt des bei gleichem Druck gesättigten Kältemitteldampfes angegeben. Er beträgt für das gewählte Beispiel 397,56 kJ/kg. Die Differenz h" - h' bestimmt die absolute Verdampfungs- oder Kondensationswärme r bei einem gegebenen Druck p. Allgemein beziehen sich Werte mit einem Strich, z.B. v', h', s' etc. auf den siedenden Zustand des Mediums und Werte mit zwei Strichen (v", h", r" etc.) auf den gesättigten, gasförmigen Zustand.
Temperatur Druck Spez. Volumen der Flüssigkeit t° C - 50 - 45 - 40 - 35 - 30 - 25 - 20 - 15 -10 -5 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70 75 80 85 90 95 100 p bar 0,299 0,396 0,516 0,666 0,848 1,067 1,330 1,642 2,008 2,435 2,929 3,497 4,146 4,883 5,716 6,651 7,698 8,865 10,160 11,592 13,171 14,907 16,811 18,894 21,170 23,651 26,353 29,292 32,487 35,958 39,728 v' l/kg 0,692 0,699 0,706 0,713 0,720 0,728 0,736 0,744 0,753 0,762 0,772 0,782 0,793 0,804 0,816 0,828 0,842 0,856 0,871 0,888 0,907 0,927 0,949 0,974 1,003 1,036 1,076 1,127 1,194 1,298 1,544 Spez. Volumen des Dampfes v'' l/kg 596,88 459,14 357,66 281,87 224,55 180,67 146,71 120,15 99,17 82,45 69,01 58,11 49,22 41,89 35,83 30,77 26,52 22,94 19,89 17,29 15,05 13,12 11,44 9,97 8,68 7,53 6,50 5,56 4,68 3,83 2,80 h' kJ/kg 137,72 143,48 149,34 155,32 161,40 167,59 173,88 180,28 186,76 193,34 200,00 206,74 213,57 220,46 227,44 234,48 241,61 248,81 256,11 263,50 271,02 278,69 286,53 294,59 302,95 311,68 320,93 330,91 342,02 355,20 374,97 h'' kJ/kg 366,32 369,55 372,78 375,99 379,18 382,34 385,48 388,57 391,62 394,62 397,56 400,44 403,26 406,00 408,66 411,24 413,71 416,08 418,33 420,45 422,41 424,19 425,76 427,09 428,10 428,71 428,81 428,17 426,40 422,55 411,79 r kJ/kg 228,60 226,08 223,44 220,67 217,78 214,75 211,59 208,29 204,85 201,28 197,56 193,70 189,69 185,54 181,23 176,76 172,11 167,27 162,23 156,94 151,39 145,51 139,24 132,49 125,15 117,03 107,87 97,26 84,38 67,36 36,83 Enthalpie der Flüssigkeit Enthalpie des Dampfes Verdampfungswärme

Dampftafeln

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Tabelle 3-1 Auszug aus einer Dampftafel für R134a

Der deutsche Ingenieur Richard Mollier (1863-1935) entwickelte ein Zustandsdiagramm. Es erlaubt die für den Kältefachmann wichtigen physikalischen Grössen von Kältemedien und die entsprechenden Prozesse grafisch darzustellen. Wärmemengen, Arbeit, Druckdifferenzen erscheinen als abmessbare Strecken, was die Berechnung der Prozessgrössen und damit die Dimensionierung der kältetechnischen Bauteile wesentlich vereinfacht. Aufgrund dieser Eigenschaften haben die Enthalpie-Druck-Diagramme in der Kältetechnik eine weite Verbreitung gefunden. Die Anwendung des Diagramms auf den Kältekreislauf einer Kompressions-Kältemaschine wird gesondert ausführlich geschildert. Enthalpie-Druckdiagramm Allgemein zeigt das Enthalpie-Druckdiagramm die Aggregatszustände eines Stoffes in Abhängigkeit der Wärmezufuhr und des Druckes auf Enthalpie ist gleichbedeutend wie Wärmeinhalt und wird mit h bezeichnet, und da der Druck p meist logarithmisch aufgezeichnet wird, spricht man unter Fachleuten vom h, log p-Diagramm.

➂ ➃

Fig. 3-1 Legende: 1 2 3 4 5 a b c d e f g i r K L

Schematische Darstellung des h, log p-Diagramms

Festkörper-Gebiet Schmelzkörper-Gebiet Gebiet unterkühlter Flüssigkeit Nassdampf-Gebiet Gebiet überhitzter Dampf Schmelzlinie Erstarrungslinie Siedelinie Sattdampflinie Tripellinie Desublimationslinie Sublimationslinie Schmelz- bzw Erstarrungswärme Verdampfungs- bzw. Verflüssigungswärme Kritischer Punkt Festkörper / Gasgemisch ("Rauch")

Das Diagramm zeigt folgende Zustandsbereiche: • • • • • • Festkörpergebiet Schmelzkörpergebiet Gebiet unterkühlter Flüssigkeit Nassdampfgebiet Gebiet des überhitzten Dampfes Sublimationsgebiet eine Phase: zwei Phasen: eine Phase: zwei Phasen: eine Phase: zwei Phasen: fest fest und flüssig flüssig flüssig und gasförmig gasförmig fest und gasförmig
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3.1.1 Zustandsbereiche und Erklärung der Begriffe

Die Schmelzlinie a und die Schmelzwärme i: Zum Schmelzen eines festen Körpers ist eine bestimmte Wärmemenge i erforderlich (Schmelzenthalpie). Ist die Schmelztemperatur erreicht, kann dem Körper weiterhin Wärme zugeführt werden, ohne dass die Temperatur ansteigt, bis der ganze Körper in den flüssigen Zustand überführt ist. Man spricht von latenter oder verborgener Wärme, wenn trotz Wärmezufuhr oder -abfuhr keine Temperaturänderung eintritt. Die Schmelzlinie a ist die Verbindung der Schmelzpunkte. Sie werden bestimmt durch den Druck p und den Wärmeinhalt h. Die Erstarrungslinie b und die Erstarrungswärme i: Wird umgekehrt der Flüssigkeit Wärme entzogen, bleibt die Temperatur solange konstant, bis der ganze Körper erstarrt ist. Die abgeführte Erstarrungswärme i entspricht der Schmelzwärme i. Die Verbindung der Erstarrungspunkte ist die Erstarrungslinie b. Das Gebiet der unterkühlten Flüssigkeit und die Siedelinie c: Erwärmt man eine Flüssigkeit, so nennt man sie unterkühlt, bis sie den Siedepunkt erreicht. Dieser Punkt ist abhängig von der Siedetemperatur und dem Siededruck. Die Siedepunkte werden durch die Siedelinie c verbunden. Das Nassdampfgebiet und die Verdampfungswärme r: Um eine Flüssigkeit in den gasförmigen Zustand zu bringen, ist weitere Wärmezufuhr erforderlich. Ist der Siedepunkt bei gleichbleibendem Druck erreicht, steigt die Temperatur trotz zugeführter Wärme nicht weiter an, bis die ganze Flüssigkeit verdampft ist. Die zugeführte Wärme bewirkt das Verdampfen der Flüssigkeit. Das während der Verdampfung vorhandene Gemisch aus siedender Flüssigkeit und Dampf nennt man Nassdampf. Die zur Erzeugung von 1 kg Dampf bei einem bestimmten Druck erforderliche Wärme ist die spezifische Verdampfungsenthalpie (Verdampfungswärme) r . Die Sattdampflinie d und überhitzter Dampf: Ist die Flüssigkeit restlos verdampft, ist der Dampf trocken und gesättigt. Für jeden Sättigungsdruck gibt es eine bestimmte Sättigungstemperatur; sie bilden zusammen die Sattdampflinie d . Wird Sattdampf weiter erwärmt, steigt seine Temperatur rasch. Man spricht dann von überhitztem Dampf oder Heissgas. Die Verflüssigungswärme: Wird überhitztem Dampf durch Abkühlung Wärme entzogen, sinkt seine Temperatur. Er wird erst zu Sattdampf und verflüssigt sich anschliessend, ohne jedoch seine Temperatur zu ändern. Dem Dampf ist die gleiche Wärme wieder zu entziehen, wenn er in den flüssigen Zustand überführt werden soll (Verflüssigung-Kondensation). Die spezifische Verdampfungsund Verflüssigungswärme r ist bei gegebenem Druck gleich gross. Der kritische Punkt K: Die spezifische Verdampfungswärme r wird mit steigendem Druck (und steigender Temperatur) immer geringer, um schliesslich bei einem bestimmten Zustand des Dampfes ganz zu verschwinden. Man nennt den Punkt, bei dem kein Unterschied mehr zwischen siedender Flüssigkeit und Sattdampf besteht, den kritischen Punkt. Er trennt die Siedelinie von der Sattdampflinie. Oberhalb des kritischen Punktes besteht kein Unterschied mehr zwischen Flüssigkeit und Dampf. Das Medium befindet sich im kritischen Zustand.

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Die Sublimationslinie g und die Desublimationslinie f: Feste Körper können bei Temperaturen, die unterhalb des Schmelzpunktes liegen, auch unmittelbar in dampfförmigen Zustand übergehen (Sublimation) oder umgekehrt (Desublimation). Beispiel ein Schneekristall verdampft: Im Winter kann beobachtet werden, dass dünne Eisschichten bei Temperaturen unterhalb von 0 °C und bei trockener Luft auch ohne Einwirkung der Sonnenstrahlen nach wenigen Tagen verschwunden sind. Desublimation kann beobachtet werden, wenn feuchte Luft bei Temperaturen unter 0 °C ohne vorgängige Kondensation "Reif" bildet. Auch Schneekristalle entstehen durch Desublimation. 3.1.2 Der Diagrammbereich für Kältemittel Für die Praxis der Kältetechnik wurde ein geeigneter Bereich des Mollier-Diagrammes ausgewählt. Darin erscheinen nur noch die Zustandsarten "flüssig" und "gasförmig", sowie ihre Mischformen.

Fig. 3-2 Legende: a b c d e f g K

Diagrammbereich für Kältemittel

Schmelzlinie Erstarrungslinie Siedelinie Sattdampflinie Tripellinie Desublimationslinie Sublimationslinie Kritischer Punkt

3.2 Der Aufbau des Diagramms

Anhand des in der Praxis häufig verwendeten Kältemittels R134a werden die Zustandsgrössen und Zustandsänderungen schrittweise entwickelt und erläutert. Auf der waagerechten Achse, der Abszisse, wird der Wärmeinhalt (Enthalpie h) mit einer linearen Skala abgetragen. Die Enthalpie drückt aus, wieviel Wärme (in kJ) pro kg Masse in einem Stoff enthalten ist. Da der Diagrammbereich je nach Problemstellung gewählt wird, handelt es sich nicht um die absolute, sondern um die relative Enthalpie. Sie ist deshalb immer auf einen bestimmten Punkt bezogen, z.B. auf siedende Flüssigkeit bei 0 °C. Der Ursprung des Koordinationssystems wird meist mit einer ganzen, runden Zahl, wie 0, 100, 200 kJ/kg gewählt. Der zahlenmässige Bereich der Skala ändert je nach Kältemittel. Die vertikalen Linien sind die Isenthalpen, Linien gleichen Wärmeinhaltes.

3.2.1 Die Koordinaten h, p

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Fig. 3-3 Grundraster Legende: 1 Isobaren 2 Isenthalpen

Auf der senkrechten Achse, der Ordinate, wird der Druck p aufgetragen. Um in den meistbenutzten Bereichen die Diagramme übersichtlicher zu gestalten, wird der Druck in logarithmischem Massstab dargestellt. Logarithmisch bedeutet, dass zeichnerisch gleiche Abstände zwischen den Potenzen bestehen. Die horizontalen Linien sind die Isobaren, Linien gleichen Druckes. Im h, log p-Diagramm lässt sich die Fülle von Werten aus der Dampftafel auf eine einfache Art abbilden. Für jeden Druck p wird der Dampftafel der entsprechende Wärmeinhalt der siedenden Flüssigkeit h' und des Sattdampfes h" entnommen und auf das Diagramm übertragen. Beispiel: p = 2,929 bar, Enthalpie der siedenden Flüssigkeit h' = 200 kJ/kg, Enthalpie des gesättigten Dampfes h" = 397,56 kJ/ kg. Die Verdampfungswärme h"-h' kann als Strecke r direkt auf dem Diagramm abgemessen werden.

Fig. 3-4

Siedelinie und Sattdampflinie

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Legende: 1 Flüssigkeit 2 Nassdampf 3 Heissgas

Die Werte für h' und h" bilden die jeweiligen Grenzkurven für die Siedelinie links und der Sattdampflinie rechts vom kritischen Punkt K. Durch die Grenzkurven sind die Bereiche "flüssig", "Nassdampf" und "Heissgas" klar getrennt. Man stellt weiter fest, dass die Verdampfungswärme r mit steigendem Druck abnimmt, um im kritischen Punkt K ganz zu verschwinden. 3.2.2 Verhältnislinien x Nassdampf ist ein Gemisch aus siedender Flüssigkeit und Sattdampf. Mit den Verhältnislinien x können die Gas- bzw. Flüssigkeitsanteile im Nassdampfgebiet bestimmt werden. x drückt den Anteil Gas im Nassdampfgebiet aus, 1-x den Flüssigkeitsanteil. Entlang der Linie x = 0,4 liegt also ein Gemisch aus 40 % Gas und 60 % siedendem Kältemittel vor. x wird tabellarisch nicht aufgeführt, weil es sich um reine Verhältniszahlen handelt.
R134a
50.00 40.00 30.00 9Q165n

20.00

Pressure [Bar]

10.00 9.00 8.00 7.00 6.00 5.00 4.00 3.00

2.00

x = 0,10 1.00 0.90 0.80 0.70 0.60 0.50 140 160 180 200

0,20

0,30

0,40

0,50

0,60

0,70

0,80

0,90

220

240

260

280

300

320

340

360

380

400

420

440

460

480

500

520

540

560

Enthalpy [kJ/kg]

Fig. 3-5

Verhältnislinien x = konstant

3.2.3 Isothermen t

Isothermen sind Linien gleicher Temperatur. Sie ändern ihre Verlaufsform sprungartig beim Wechsel des Aggregatszustandes. In realen Kältemitteldiagrammen sind die Isothermen im Flüssigkeitsund Nassdampfgebiet aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht ausgezogen. Deren Verlauf ist aber durch kleine Winkel auf der Siedelinie angedeutet. Im Nassdampfbereich verlaufen die Isothermen waagrecht, parallel zu den Isobaren. Eine Zufuhr von Wärme wird ausschliesslich für die Verdampfung des Mediums gebraucht (latente Wärme). Beispiel: Beim Druck p = 2,929 bar wird siedendes Kältemittel von 0 °C durch die Wärmezufuhr r = 197,56 kJ/kg in Sattdampf von 0 °C umgewandelt.

Im Heissgasbereich fallen die Isothermen steil ab. Eine geringe Wärmemenge genügt hier, um die Temperatur rasch ansteigen zu lassen (sensible Wärme). In diesem Bereich liegen die Isothermen deshalb merklich näher beieinander. Ein Ansteigen der Temperatur bewirkt ein Durchschneiden der Isothermen von links nach rechts. Wird Sattdampf von 0 °C durch eine Wärmezufuhr von 80 kJ/kg überhitzt, steigt die Temperatur auf ca 80 °C.

27

R134a
100 50.00 40.00 30.00 80

9Q166n

50 °C
90

100 90 80

0 °C
60 20.00 50

70

70 60

50 °C

50 40

Pressure [Bar]

20

10.00 9.00 8.00 7.00 6.00 10 5.00 4.00

30

40

30 20 10

–32 °C
3.00 -10

0 °C

0

0

2.00 -20

-10

-20 -30

1.00 0.90 0.80 0.70 0.60 0.50 -40

-30

-40 x = 0,10 140 160 180 0,20 200 0,30 220 0,40 240 0,50 260 0,60 280 0,70 300 0,80 320 340 0,90 360 -40 380 -20 0 20 420 40 440 60 460 80 480 100 500 120 520 140 540 160 560

Enthalpy [kJ/kg]

400 397,56

Fig. 3-6 Linien gleicher Temperatur (Isothermen, t = konstant)

Im Flüssigkeitsbereich fallen die Isothermen mit zunehmender Entfernung vom kritischen Punkt von oben nach unten steiler ab. Das heisst wiederum, dass eine Änderung des sensiblen Wärmeinhalts sich auf die Temperatur unmittelbar auswirkt. Beispiel: Wird siedendem Kältemittel von 0 °C, Wärme von 40 kJ/kg entzogen, so kühlt es sich auf - 32 °C ab. Die kritische Temperatur durchschneidet das Nassdampfgebiet nicht mehr. Sie berührt lediglich den kritischen Punkt. Isothermen, deren Temperatur über kritisch liegen, verlaufen ausschliesslich im überhitzten Gasbereich. 3.2.4 Spezifisches Volumen v Eine weitere wichtige Grösse im Diagramm ist das spezifische Volumen v. Es wird üblicherweise in m3/kg angegeben und zeigt, wie gross das Volumen von einem Kilogramm Masse bei einem gegebenen Druck p tatsächlich ist. In der Dampftafel werden zwei grundverschiedene spezifische Volumina angegeben, nämlich das von siedender Flüssigkeit mit v' und dasjenige von Sattdampf mit v". Wie stark diese Werte vom Aggregatszustand abhängen, zeigt ein Vergleich auf der Dampftafel für R134a Tabelle 3-1. Bei einem Druck p von 2,929 bar und einer Temperatur t von 0 °C beträgt v' = 0,772 dm3/kg, (= 0,000772 m3/kg, Punkt A), während bei gleichem Druck Sattdampf ein Volumen von 0,0691 m3/kg einnimmt (Punkt B). Das Volumen von Dampf vergrössert sich also um etwa das 89-fache. Weil das Gasvolumen pro kg bei gewissen Drücken wesentlich grösser als dasjenige der Flüssigkeit ist, wird die Einheit für v" von dm3/kg vielfach auf m3/kg gewechselt (1'000 dm3 = 1 m3).

28

0. 00

R134a
100
50.00

0.0
100

0 02

15

0.0

030

0.00

40

0.00

50

9Q167n

90

40.00 30.00

90

80

80

60

20.00

Pressure [Bar]

20

10.00 9.00 8.00 7.00 6.00

0 02 0,0 ν = 30 0 0,0 ν = 0 40 0,0 ν= 0 06 0,0 ν= 80 ,00 =0 ν 10 0,0 ν=
0 ν= 5 ,01
10

70

70 60 50 40 30 20

10

5.00 4.00

30

40

50

0 ν=

0 ,02
0

0

3.00

0 ν=

0 ,03 0 ,04

-10

A

0 ν=

B
-10

C D

2.00

-20

ν=

60 0,0
0 ,08
-20

ν=0

1.00 0.90 0.80 0.70 0.60 0.50

-30

,10 ν=0 ,150 ν=0
-30

,20 ν=0
-40

-40
x = 0,10 140 160 180

0,20 200

0,30 220

0,40 240

0,50 260

0,60 280

0,70 300

0,80 320 340

0,90 360

-40 380

-20 400

0

20 420

40 440

60 460

80 480

100 500

120 520

140 540

160 560

Enthalpy [kJ/kg]

Fig. 3-7

Linien gleichen spezifischen Volumens. (Isochoren, v = konstant)

Dem spezifischen Volumen kommt in der Kältetechnik grosse Bedeutung zu. Allgemein stellt man fest, dass das spezifische Volumen von Kältemittel möglichst klein sein soll, um mit kleinem Volumen eine möglichst grosse Kältemittelmenge m zu transportieren. Es besteht zwischen der Kältemittelmenge m und dem spez. Volumen v folgender Zusammenhang: V: m=V v m: v: Volumenstrom in m3/h Kältemittelmenge in kg/h spez. Volumen in m3/kg

Angenommen, ein Verdichter mit konstantem Fördervolumen V transportiert bei einem bestimmten Druck p1 eine gewisse Kältemittelmenge m. Eine Druckänderung auf p2 würde das spez. Volumen v und somit die transportierte Kältemittelmenge nachhaltig beeinflussen. Beispiel: v1 = 0,08 m3/kg, p1 = 2,929 bar (Punkt C), v2 = 0,10 m3/kg, p2 = 2,5 bar (Punkt D).

Die geförderte Kältemittelmenge m sinkt um 20%. 3.2.5 Isentropen s Im Nassdampfbereich und im Gebiet des überhitzten Dampfes befinden sich die Isentropen. Es sind dies Linien gleicher Entropie s. Die Entropiezunahme ist ein Mass für die bei technischen Prozessen entstehenden Wärmeverluste. Sie ist eine kalorische Grösse wie die Enthalpie und hat in jedem Zustand einen bestimmten Wert. Die absolute Grösse der Entropie ist unbestimmt. Sie wird von einem willkürlichen Punkt, meist dem Normzustand (bei R134a: 0 °C) gerechnet. Die Einheit der Entropie s ist kJ . kgK

29

R134a
100 50.00 90 40.00 30.00 70 80 100 90 80 70 60 20.00 50 60 50 40 40 30 30
1,7 5
1,70

9Q168n

1,8 5

20

1,9 0

Pressure [Bar]

ς=

ς=

10

10 4.00 0 3.00 -10 0

ς=

5.00

2,0 0

6.00

20

ς=

1,9 5

10.00 9.00 8.00 7.00

ς=

p2
ς= 1,8 0

ς=

ς=

2,0 5

p1
2,1 0 2,1 5 ς=

2.00 -20

-10

ς= ς=

1.00 0.90 0.80 0.70 0.60 0.50 -40

-30

-30

-40 x = 0,10 0,20 s = 1,00 200 0,30 220 0,40 1,20 240 0,50 260 0,60 0,70 1,40 280 300 0,80 0,90 1,60 320 340 360 -40 380 -20 400 0 20 420 40 440 60 460 80 480 100 500 120 520 140 540 160 560

140

160

180

Enthalpy [kJ/kg]

h1

P

h2

Fig. 3-8

Linien gleicher Entropie (Isentropen, s = konstant)

Die Isentropen sind für den Kältefachmann vor allem im Gebiet des überhitzten Dampfes von Nutzen. Entlang einer solchen Linie gleicher Entropie folgt die Verdichtung in einem idealen, d.h. verlustfreien Verdichter. Die lsentropen erlauben somit, die ideale (theoretische) Verdichtungsarbeit P pro kg Kältemittel durch den Vergleich der Anfangs- und der Endenthalpie (nach der Kompression) zu bestimmen. Dies wiederum ermöglicht es, auf den tatsächlichen Leistungsbedarf eines Verdichters zu schliessen. Beispiel: Ein Verdichter saugt Kältemittel im Zustand h1/p1 an und verdichtet es auf h2/p2. Die technische Arbeit P entspricht dabei der Enthalpiedifferenz h2 - h1. Ein realer Verdichtungsvorgang wäre mit einer Zunahme der Entropie verbunden (Verluste). Die Arbeitskurve käme daher rechts vom Punkt h2/p2 zu liegen (gestrichelte Linie ---). 3.3 Zusammenfassung Der Aufbau des h, log p-Diagramms ist nun abgeschlossen. Mit seiner Hilfe lassen sich die Zustände des Kältemittels in seinen verschiedenen Phasen genau beschreiben. Dazu stehen die sechs Grössen zur Verfügung: Bezeichnung 1. Druck 2. Enthalpie 3. Dichte 4. Spezifisches Volumen 5. Flüssig- Dampfanteil 6. Temperatur 7. Entropie Symbol p h r v x t s Dimension bar kJ/kg kg/dm3 dm3/kg * 100 in % °C kJ/kg K

Mit dem h, log p-Diagramm kann man insbesondere Kälteprozesse mit den Betriebspunkten der Kältemaschine übersichtlich darstellen und die Wirkung von Regeleingriffen auf die Maschine klar aufzeigen.

30

ς=

2,2 5

2,2 0

-20

4. Mechanischer Aufbau der Kompressionsanlage
4.1 Einleitung In der Kälte und Klimatechnik kommt heute zu mehr als 90% der Kompressions-Kälteprozess zur Anwendung. Wesentliches Merkmal für diesen Prozess ist die Verwendung von Kältemitteln, welche bei der Verdampfungstemperatur t0 dem zu kühlenden Medium eine möglichst grosse Verdampfungswärme entziehen, dabei verdampfen und bei der Kondensationstemperatur tc unter beherrschbaren Drücken wieder verflüssigt werden können. Der Verdichter erbringt die Arbeitsleistung und sorgt für den Kältemitteltransport. Es handelt sich hier um den sogenannten Kaltdampf-Kälteprozess. Eine andere Art der Kälteerzeugung ist mit dem AbsorptionsKälteprozess möglich. Hier wird das Kältemittel mit einem Lösungsmittel im Absorber absorbiert und unter Zufuhr von Wärme im Generator (Austreiber) wieder ausgetrieben. Die Funktionsweise der Absorbtionskältemaschine wird im Kapitel "Der Absorptions-Kreisprozess" erläutert.

Fig. 4-1

Möglichkeiten des Wärmeentzugs, Luft und Wasser, Verdunstung

31

4.2 Der Verdichter Zweck der Verdichtung

Der Zweck des Verdichters besteht darin, das dampfförmige Kältemittel bei niedrigem Druck und niedriger Temperatur aus dem Verdampfer abzusaugen, es zu verdichten und durch diesen Vorgang auf einen höheren Druck und eine höhere Temperatur zu bringen, bei welcher das Kältemittel wieder verflüssigt werden kann. Bei den Verdichtern unterscheidet man zwischen: Hubkolbenverdichter • • • offene halbhermetische vollhermetische

Verdichter Bauarten

Rotationskolbenverdichter Schrauben-, Scroll-, Zellenrad,Wankel-, Turboverdichter 4.2.1 Hubkolbenverdichter In der Klimatechnik ist die häufigste Anwendung der Hubkolbenverdichter.

Fig. 4-2

Schnitt offener Tauchkolbenverdichter, Baureihe D, Firma Linde AG mit 2 Zylindern

32

Legende: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13

Zahnrad-Ölpumpe Saugseite Zylinderbuchse Kolben Arbeitsventile Druckseite Überströmventil Gleitringdichtung Kurbelwelle Ölfilter Pleuelstange Kurbelgehäuseheizung Ölschauglas

Arbeitsweise Zylinder des Hubkolbenverdichters

Der Verdichter besteht aus einem Zylinder mit Ventilen, in welchem ein Kolben durch Motorantrieb hin und her bewegt wird. Beim Vergrössern des Zylinderholraums schliesst das obere Ventil. Bei angehobenem Ventil wird durch die untere Öffnung das Kältemittel angesaugt. Der Kolben komprimiert das Gas beim Verkleinern des Zylindervolumens und drückt es in den oberen Raum, zugleich wird durch diesen Vorgang das Kältemittel im Kältekreislauf bewegt (siehe Fig. 4-3 und Fig. 4-4).

Fig. 4-3

Schnittzeichnung Zylinderkopf

Fig. 4-4

Schematische Darstellung der Funktionsweise

Legende: 1 2 3 4 5 6 7 8 9

Einlassventil Dichtungen Zylinderkopf Ventilplatte Auslassventil schädlicher Raum Kolben Zylinderwand Zylinder

Den Komprimierungsvorgang kann man sehr leicht durch den Vergleich mit dem Aufpumpen eines Fahrradreifens erklären: Beim Einpumpen der Luft in den Reifen wird die Luft komprimiert und über das Ventil in den Reifen gepresst. Das untere Ende der Luftpumpe wird warm, der Druck im Reifen erhöht. Die für diesen Vorgang benötigte Arbeit wird durch den Menschen erbracht. Durch mechanische Arbeit wird eine Druck- und Temperaturerhöhung erzielt. Die vom Verdichter erbrachte Leistung muss bezahlt werden. 4.2.1.1 Offene Verdichter Die Unterscheidung zwischen offenen, hermetischen und halbhermetischen Verdichtern hat nichts mit der Art der Kolben oder ähnliches zu tun. Vielmehr bezieht sich diese Ausdrucksweise nur auf das Verhältnis Verdichter /Antriebsmaschine. Der offene Verdichter hat ein geschlossenes, unter Kältemitteldruck stehendes Gehäuse. Der Antrieb erfolgt ausserhalb vom Gehäuse an der Antriebswelle.
33

Fig. 4-5 offener Verdichter mit Keilriemenantrieb

Fig. 4-6 offener Verdichter mit Direktantrieb

Antriebe:

Vorteil: Nachteil: Anwendung:

alle möglichen Kraftmaschinen (Elektro-, Gasmotoren und ähnliches), entweder direkt auf der Welle oder mit Riementrieb. Motor leicht austauschbar, bessere Möglichkeit der Reparatur. Abdichtung der Wellendurchführung, Reibungs- und Antriebsverluste. Für Leistungen von 0 – 1 MW geeignet, in der Klimatechnik eher weniger angewendet.

4.2.1.2 Halbhermetische Verdichter

Beim halbhermetischen Verdichter ist der elektrische Antriebsmotor zusammen mit dem Verdichter im gleichen Gehäuse untergebracht.

Fig. 4-7

Halbhermetischer Verdichter (R22-Motorverdichter, Carrier)

Legende: 1 Druckabsperrventil 2 Kolben 3 Kurbelwelle 4 Ölpumpe 5 Lager 6 Ölsaugleitung 7 Ölfilter 8 Zylinderkopf

9 10 11 12 13 14 15 16

Kurbelgehäuse 17 Motorgehäuse 18 Hauptlager 19 Ansaugfilter 20 Gasdruckausgleich 21 Saugabsperrventil Ölwannen-Anschluss Öldruckregulierungsventil

Ölstand Öldruck-Rückflussventil Motor Druckausgleichrohr Gaseintritt

34

Das Gehäuse mit dem Antriebsmotor und dem Verdichter ist zusammengeschraubt (gekapselt), der Motor ist mit einer Spezialisolierung zum Betrieb im Kältemittel versehen und wird durch den (kalten) Kältemitteldampf gekühlt. Da mit steigender Kälteleistung die Kühlwirkung besser wird, können die Antriebsmotoren auch klein dimensioniert werden. Vorteil: Trotz der gekapselten Bauweise ist eine Reparatur am Motor leicht möglich. Die Nachteile der Welleabdichtung entfallen. Empfindlich gegen Verunreinigungen, es darf keinerlei Feuchtigkeit oder Schmutz im Kältesystem sein. Das gesamte Kältesystem muss vor der Inbetriebnahme evakuiert werden. Für Leistungen von etwa 3 – 500 kW geeignet. Grosses Anwendungsgebiet in der Klimatechnik.

Nachteil:

Anwendung:

4.2.1.3 Hermetische Verdichter

Motor und Verdichter sind in einem verschweissten, dicht geschlossenen Gehäuse untergebracht.

Fig. 4-8 Legende: 1) A B C D E F G H

Hermetischer Verdichter

Gehäuse geschweisst Rotor Stator Zylinder Kolben Pleuel Kurbelschleife Kapselgehäuse elektrische Anschlüsse

Der Name sagt bereits alles über die Bauart aus, das heisst es handelt sich um ein von aussen nicht mehr zugängliches, vollständig verkapseltes Gerät.

35

Vorteil:

Durch die kompakte Bauweise preiswert. Häufig werden diese Verdichter bereits im Herstellwerk komplett mit Verdampfer und Verflüssiger zusammengebaut. Schutz gegen Verunreinigungen, Grossserienbauweise; die hohe Präzision bei der Fertigung ermöglicht eine lange Lebensdauer. Keine Reparaturmöglichkeit, Ölkontrolle und Auswechseln der Ventile nicht möglich. Im unteren Leistungsbereich, Kühlmöbel, kleine Klimageräte.

Nachteil:

Anwendung:

Wichtig Bei allen Verdichterarten muss für eine ausreichende Kühlung und Schmierung der beweglichen Teile gesorgt werden. Die Kühlung erfolgt meist durch den im Kreislauf vorhandenen kalten Kältemitteldampf oder durch Kühlrippen und Umgebungsluft (ausgenommen beim offenen Verdichter). Die Schmierung erfolgt meist durch entsprechendes Öl, wobei das Kriterium der Ölrückführung im Kältekreislauf durch geeignete Massnahmen beachtet werden muss.

4.2.1.4 Leistung

Die Leistung des Verdichters Q0 wird durch den vom Verdichter geförderten Kältemittelmassenstrom mk und die Zunahme der spezifischen Enthalpiedifferenz des Kältemittels im Verdampfer h1 - h3 bestimmt. h3 ist die Enthalpie des flüssigen Kältemittels vor dem Expansionsventil, h1 die Enthalpie des verdampften Kältemittels am Verdampferaustritt. Q0 = mk • (h1 - h3) Hauptfaktoren, welche die Leistung des Verdichters beeinflussen, sind:

a. mechanische Konstruktion

-

Hubvolumen, Funktion von Bohrung, Hub und Zylinderzahl Toter Raum, verbleibender Raum zwischen Kolben und Zylinder Saug- und Druckventile, Form und Grösse sind Auslegungsfaktoren Drehzahl Saugdruck Verdichtungsdruck Kältemittel

b. die Anwendung

-

4.2.2 Schraubenverdichter a. Einrotoriger Schraubenverdichter

Man unterscheidet zwei verschiedene Arten: Eine mit Nuten versehene Walze wird angetrieben. Die Verdichtung erfolgt durch eine oder mehrere in die Nuten eingreifende Zahnscheibe. Die Verdichtung erfolgt durch ineinanderkämmende Walzen, von denen die Antriebsseite schraubenförmig angeordnete Vorsprünge, die andere schraubenförmige Nuten hat. Durch unterschiedliche Gangzahl, meistens Antrieb = 4, Nuten = 6, entstehen in axialer Richtung wandernde Verdichtungsräume. Nur drehende Bewegung, keine Ventile, stufenlose Drehzahlregelung.

b. Zweirotoriger Schraubenverdichter

Vorteile gegenüber Hubkolben
36

Arbeitsweise: Fig. 4-9 Legende: 1 2 3 4 Schraubenverdichter

Zylinder Steuerschieber Ansaug Ausschub

4.2.3 Scrollverdichter

Der Scrollverdichter oder auch Spiralverdichter genannt, zählt wie der Schrauben- und der Rollkolbenverdichter zur Gruppe der Rotationsverdichter. Die Verdichtung erfolgt durch eine fixe und eine rotierende Spirale. Die Spiralen rollen ineinander und erzeugen durch die spiralförmige Rotation die Verdichtung. Das verdichtete Gas wird im Zentrum ausgestossen (Fig. 4-10, H). Da sich die Spirale fortlaufend dreht, befindet sich zu jedem Zeitpunkt Kältemittel mit unterschiedlichstem Druck im Verdichter. Daher läuft der nachfolgend gezeigte Prozess nicht schrittweise sondern "endlos" (Fig. 4-10 A - H).

Fig. 4-10 Funktionsprinzip der Verdichtung mit einer rotierenden und einer fixen Spirale

Fig. 4-11 Typischer Scrollverdichter in vertikaler Bauweise

37

Der Scrollverdichter dürfte zurzeit die fortschrittlichste Verdichterbauart sein und wird zukünftig den Hubkolbenverdichter im Kleinstleistungsbereich (1 – 50 kW) immer mehr verdrängen. Die Rotationsverdichter eignen sich für kontinuierliche Drehzahlsteuerung mittels FrequenzUmformer, und dies verspricht einen noch effizienteren Energieeinsatz. 4.2.4 Rollkolbenverdichter Die Verdichtung erfolgt durch an der Innenwand eines Kreiszylinders abrollenden, auf der Welle exzentrisch gelagerten Kolbens. Anwendung nur im Bereich hermetischer Verdichter.

Verdichtungshub beginnt, Saugund Druckseite sind geschlossen Fig. 4-12 Rollkolbenverdichter Legende: 1 Druckleitung 2 Trennschieber 3 Saugleitung

Ansaugen von Kältemitteldampf und Verdichten

4.2.5 Turboverdichter

Die Verdichtung erfolgt durch Beschleunigung des Gasstroms im Laufrad und anschliessender Umsetzung der kinetischen Strömungsenergie in Druckerhöhung im Diffusor. Der Aufbau und das Betriebsverhalten ist mit dem Radialventilator vergleichbar. Wegen der grossen Volumen ist der Anwendungsbereich eher bei grossen Kälteleistungen anzutreffen. Vorteile: Dynamische Laufeigenschaften, geringer Verschleiss, gute Regelbarkeit.

Fig.4-13 Turboverdichter

38

Legende: Turbo-Motorverdichter mit Direktantrieb (Trane. Typ Cen Tra Vac). Rotor des Elektromotors (6) und die beiden Laufräder (37 = erste Stufe, 18 = zweite Stufe) sitzen auf gemeinsamer Welle (33), von zwei Gleitlagern (12) mit axialem Bund getragen. Axialer Schubausgleich durch Gegeneinanderrichtung der Laufräder. Beide Lager durch Deckel (5) und Dichtringe (17) gegen Ölaustritt gedichtet. Druckölzufluss von Ölpumpe (21) über Leitung (3), Abfluss über Leitung (32) zum Ölbehälter. Motorgehäuse mit Spiralgehäusen (10 und 31) zusammengeflanscht, abgedichtet durch Labyrinthdichtung (13). Motorkühlung durch Kältemitteldampf, der aus Verdampfer über Kanal (8) mittels Ventilatoren (9) durch Motorgehäuse gesaugt und über (nicht sichtbare) Verbindungsrohre wieder in den Verdampfer zurückgefördert wird. Bei Motorkühlung mit Wasser nur Zirkulation im geschlossenen Mantelraum. Dralldrosseln (14) an beiden Stufen. Kälteleistung im Klimabereich 0,8 bis 2,5 MW.

Leistungsbereiche von Kompressions- und Absorptionsmaschinen für den Einsatz in der Kälte-, Klima- und Wärmepumpentechnik
Kompressions- und Absorptionsmaschinen für den Einsatz in Kälte-, Klima- und Wärmepumpen-Anlagen Vollhermetische Verdichter (meist in Hubkolbenbauart, aber auch als Roll- oder Drehkolbenverdichter einschl. Sonderbauarten) Halbhermetische Hubkolben-Verdichter Offene Hubkolben-Verdichter Schrauben-Verdichter Absorptions-Maschinen (mit indirekter Beheizung: Dampf oder Heisswasser) Hermetische Turbo-Verdichter Offene Turbo-Verdichter Leistungsbereiche bei t0 ø 0 °C

>0 –

50.000 W

>0 >0 0,2 0,35

– – – –

300.000 W 1 MW 5 MW 6 MW

0,35 – 0,35 –

6 MW 30 MW

Fig. 4-14 Leistungsbereiche von Kompressions- und Absorptionsmaschinen

4.3 Verflüssiger (Kondensator)

Durch den Verdichtungsprozess im Kältekreislauf hat das Kältemittel eine Druck- und Temperaturerhöhung erfahren. Vorteil des höheren Druckniveaus: Das Kältemittel hat eine höhere Verdampfungstemperatur. Betrachtet man den Verflüssigungsvorgang, so stellt man fest, das Kältemittel bei hohem Druck durch Wärmeentzug kondensieren kann.

Zweck

Wärmeentzug der zum Verdampfen und durch Verdichten des Kältemittels zugeführten Energie (Abwärme) Wärmeabgabe an ein Heizsystem (Wärmepumpe) oder Wärmerückgewinnung der zum Verdampfen und durch Verdichten des Kältemittels zugeführten Energie In beiden Fällen geht es immer darum, dem dampfförmigen Kältemittel soviel Wärme wie möglich zu entziehen und es vom gasförmigen in den flüssigen Zustand zurückzuführen. Verflüssiger Bauarten: • • • Wassergekühlte Verflüssiger Luftgekühlte Verflüssiger Verdunstungsverflüssiger

39

4.3.1 Wassergekühlte Verflüssiger

Arbeitsweise: Bei den wassergekühlten Verflüssigern sind in der Klimatechnik die Rohrbündel- oder Röhrenkesselverflüssiger die gebräuchlichsten.

Fig. 4-15 Schnittzeichnung durch einen Rohrbündelverflüssiger Legende: 1 2 3 4 5

Kühlmittel aus Kühlmittel ein Innenrohre überhitzter Kältemitteldampf tritt ein zur Flüssigkeitsleitung

Die Arbeitsweise ist bei diesen Bauarten sehr ähnlich: Das kalte Kühlmittel durchströmt die Innenrohre, während sich das heisse Kältemittel im Mantelraum oder in der Kältemittelleitung zunächst abkühlt und dann verflüssigt. Kühlmedien: • • • • Stadtwasser (Leitungswasser); teuer, unwirtschaftlich Brunnen-, Flusswasser; nicht überall erlaubt Seewasser; Salzgehalt Kreislaufverbundene Systeme; Wärmerückgewinnung

4.3.2 Luftgekühlte Verflüssiger

Bei den luftgekühlten Verflüssigern wird das durch eine Rohrleitung strömende Kältemittel mittels der Umgebungsluft abgekühlt und ändert dabei auch seinen Aggregatzustand. Wird die Umgebungsluft nicht mechanisch bewegt, spricht man von statisch belüftetem Verflüssiger, z.B. Kühlschrank-Rückseite. Anwendung bei kleineren Kühlleistungen. In der Klimatechnik werden jedoch Lamellenverflüssiger angewendet, welche direkt in einem Luftkanal zur Wärmerückgewinnung montiert sein können oder, mit einem Ventilator versehen, häufig auf dem Dach eines Gebäudes montiert sind.

Fig. 4-16 Luftgekühlte Verflüssiger

40

Legende: 1 Axialventilator 2 Anschluss für Druckleitung 3 Anschluss zum Kältemittelsammler

Vorteile gegenüber wassergekühlten Veflüssigern: • • • 4.3.3 Verdunstungsverflüssiger Wartungsfreier Betrieb, leichte Reinigung möglich Wasser zu teuer, aggressiv, unrein keine Vereisungsgefahr

Beim Verdunstungsverflüssiger wird meist zusätzlich zur Luftkühlung ein Wasserstrom umgewälzt und über die Oberfläche der Kühlschlangen mit dem Kältemittel geführt.

Fig. 4-17 Verdunstungsverflüssiger Legende: 1 2 3 4 5 6 7 8 Radiallüfter Riemenschutzgitter Elektromotor Luftaustritt Sprühdüsen Wassertropfenabscheider Sprüheinrichtung Kältemitteleintritt 9 Drosselklappe 17 Fundamentstreifen 10 Druckausgleichsanschluss 18 Ansauggitter 11 Kältemittelaustritt 12 Schwimmerventil 13 Entleerung 14 Saugsieb 15 Autom. Abschlämmeinrichtung 16 Verflüssigerschlangen

In diesem Kreislauf wird nur der Wasserstrom umgepumpt, welcher zum Benetzen der Verflüssigerrohre erforderlich ist. Das verdunstete Wasser wird über eine Schwimmerregelung nachgeführt. Im Winter ist wegen der Frostgefahr das System zu entleeren und der Verflüssiger nur mit Luftkühlung zu betreiben. Verflüssigerleistung Damit eine Kälteanlage richtig arbeiten kann, muss die Verflüssigungstemperatur bzw. der Verflüssigungsdruck innerhalb bestimmter Grenzen gehalten werden. Hohe Verflüssigungsdrücke verursachen einen höheren Leistungsbedarf am Verdichter, was zur Überlastung des Antriebsmotors führen kann. Aus diesem Grund wird die Hochdruckseite mit entsprechenden Begrenzungs- und Sicherheitsgeräten abgesichert. Niedrige Verflüssigungsdrücke ergeben am Expansionsventil einen zu geringen Druck der Kältemittelflüssigkeit, was zur unregelmässigen und instabilen Versorgung des Verdampfers und somit der eigentlichen Kälteleistung führen kann.
41

Die Leistung einer Kälteanlage steigt, wenn der Verflüssigungsdruck in zulässigen Grenzen = Arbeitsbereich des Expansionsventils sinkt. Die Leistung des Expansionsventils ist, wie beim Ventil im Wasserkreislauf, vom Druckabfall über dem Ventil abhängig. 4.4 Die Expansion Nachdem das Kältemittel nun wieder im flüssigen Zustand am Austritt des Verflüssigers zur Verfügung steht, kann es wieder dem Verdampfer zugeführt werden. Dieser Vorgang erfolgt über das Drosselorgan. Das Drosselorgan, Regler oder meist Expansionsventil genannt, hat im Kälteprozess die Aufgabe, das flüssige Kältemittel von einem höheren Druck und einer hohen Temperatur auf einen niederen Druck und eine niedere Temperatur zu bringen. Das Kältemittel wird entspannt. Eine weitere Aufgabe besteht darin, dem Verdampfer nur soviel flüssiges Kältemittel zuzuführen, wie bei dem jeweiligen Betriebszustand der Anlage verdampfen kann. • • • • • Kapillarrohr handgesteuerte Drosselorgane automatische Drosselorgane thermostatische Drosselorgane elektronische Drosselorgane

Zweck der Expansion

Bauarten der Expansionsorgane

Arbeitsweise der Expansionsorgane

Die Entspannung beginnt im Drosselventil sofort nach der engsten Stelle, z.B. am Ventilsitz. Bei diesem Vorgang verdampft bereits ein Teil des Kältemittels und entzieht dem flüssigen Anteil die Verdampfungsenthalpie. Dadurch sinkt die Kältemitteltemperatur auf die Verdampfungstemperatur (Druck) t0, ohne dass Wärme an die Umgebung abgegeben wird – h = konstant. Nachfolgend wird die Funktion des thermostatischen Expansionsventils erklärt, da diese in der Lüftungs-/Klima-Technik die häufigste Anwendung findet.

4.4.1 Thermostatische Drosselventile

Mit den Ventilen wird nicht der Verdampferdruck sondern die Überhitzungstemperatur nach dem Verdampfer geregelt. Die Ventilauswahl wird durch das verwendete Kältemittel bestimmt.

Fig. 4-18 Hauptbestandteile eines thermostatischen Ventils

42

Legende: 1 2 3 4 5 6 7 8

Kapillarrohr Regelorgan Regelfeder Sitz Ventilkegel Gehäuse Einstellschraube Temperaturfühler

Die Funktion des Ventils wird durch den Verdampferdruck p0 und durch den Fühlerdruck p1 bestimmt.

Fig. 4-19 Schematischer Aufbau eines thermostatischen Ventils Legende: 1 2 3 4 5 6 7

Flüssigkeitsleitung Raum 2 Verdampfer Temperaturfühler Saugleitung Druckstift Regelfeder

Im Raum 2 herrscht der Fühlerdruck p1. Die Kraft F1 aus Fühlerdruck und Membranfläche wirkt immer als Öffnungskraft. Durch den Druckstift wird die Bewegung der Membrane auf den Ventilkegel übertragen. Im Raum unter der Membrane steht der Verdampferdruck p0 und die Kraft F0 an und bewirkt die Schliessrichtung. Mit der Regelfeder kann man nun genau bestimmen, bei welcher Differenz zwischen Fühlerund Verdampfungsdruck das Ventil zu öffnen beginnen soll. Durch diesen Zusammenhang wird auch die Füllung des Verdampfers bestimmt.

Fig. 4-20 Druckverhältnisse und Füllung des Verdampfers p1 = p0 + p3

43

Der Kältemitteleintritt ist bei A. Bei B soll das Kältemittel verdampft sein, um es zwischen B und C zu überhitzen. An C höhere Temperatur als an B, durch Regelfeder eingestellt. Durch die Einstellschraube wird also die Arbeitsüberhitzung vorgewählt. Je kleiner die Überhitzung, desto vollständiger die Füllung der Verdampferoberfläche. Punkt B wandert nach rechts. Die Überhitzung kann nicht willkürlich gewählt werden, sondern ist von der Verdampferbauart, der Temperaturdifferenz zwischen dem zu kühlenden Medium und Verdampfungstemperatur sowie von der Konstruktion des Drosselventils abhängig. Ausserdem schützt die Überhitzung den Verdichter gegen nicht ganz verdampftes Kältemittel. 4.4.2 Elektronische Expanisonsventile Ein elektronisches Expansionsventil ist im Gegensatz zum thermostatischen Expansionsventil ein Regelsystem, das Hilfsenergie benötigt und das normalerweise aus folgenden Komponenten besteht: • • • Regelkreis dem eigentlichen Überhitzungsregler dem elektronischen Stellglied Drosselventil Sensorik ( Temperaturfühler, Druckfühler)

Im Gegensatz zum thermostatischen Expansionsventil welches als reiner P-Regler zu betrachten ist, verhält sich der Regelkreis mit elektronischem Expansionsventil als PID-Regelkreis, mit den entsprechenden Vorteilen.
3371S05a

Überhitzungsregler Druckfühler

Filter Kälteventil

Verdampfer

Temperaturfühler

Fig. 4-21 Regelkreis mit elektronischem Expansionsventil

Funktion

Der Überhitzungsregler kontrolliert (berechnet) die Temperaturdifferenz zwischen der Sauggas- und der berechneten Verdampfungstemperatur (TOH-TO), vergleicht diesen mit dem eingestellten Sollwert ∆T und regelt das elektronische Einspritzventil entsprechend (stetig). Der Sollwert ∆T ist einstellbar zwischen 4 und 10 K. Das Kälteventil besteht aus einer in sich geschlossenen Armatur, die robust und wartungsfrei und nach aussen hermetisch dicht ist. Durch die präzise Stellungsregelung besitzt das Ventil eine hohe Auflösung. Die elektronische Schnittstelle ist für AC 24 V Betriebsspannung und ein Stellsignal DC 0...10 V oder DC 4 ... 20 mA ausgelegt und hat eine Stellungsrückmeldung von DC 0...10 V. Stromlos ist das Ventil geschlossen. Je nach Betrachtungsweise oder Anwendung der Kältemaschine liegt der Hauptverwendungszweck entweder beim Verdampfer (WärmeEntzug) oder beim Verflüssiger (Wärmeabgabe). Bei einem Wärmerückgewinnungssystem sind beide Aggregate gleichwertig eingebunden.

4.5 Verdampfer

44

Zweck der Verdampfung

Der Verdampfer hat die Aufgabe, einem zu kühlenden Medium Wärme zu entziehen. Die Temperatur im Verdampfer muss also immer tiefer sein als das zu kühlende Medium. Der Verdampfer hat also nur den Zweck eine nicht gewünschte Wärmemenge aufzunehmen und ihn an das im Verdampfer befindliche Kältemittel abzugeben. Bei diesem Vorgang verdampft das Kältemittel. Verdampfer zur Flüssigkeitskühlung Verdampfer zur Luftkühlung Direkte Verdampfung Indirekte Verdampfung Direkte Verdampfung Bei der direkten Verdampfung wird das zu kühlende Medium direkt durch das verdampfende Kältemittel gekühlt.

Verdampfer Bauarten

Arbeitsweise der Verdampfer

Fig. 4-22 Direktverdampfer Legende: 1 Flüssigkeit, Verdampfereintritt 2 zu kühlende Luft 3 Gas Verdampferaustritt

Indirekte Verdampfung Der einzige Unterschied zur direkten Verdampfung besteht darin, dass zwischen Verdampfer und dem zu kühlenden Medium ein zweites Medium (meist Wasser oder Wasser-Glykolgemisch) zwischengeschaltet ist.
Direkte Verdampfung • niedrigere Anschaffungskosten • • • • höhere Kältemitteltemperaturen kleinere Kälteverdichter geringere Energiekosten Einsatz nur in Verbindung mit Einzelverdampfern oder wenigen Verdampfern zweckmässig Indirekte Verdampfung • einfache Planung, Installation und Betrieb • einfache Regelung an den Verbrauchern • besserer Teillastbetrieb • Undichtigkeiten sind weniger kritisch • keine Ölrückführungsprobleme

• •

Kältemaschinen und Zubehör liegen wartungstechnisch günstig im zentralen Maschinenraum Kühlen und Heizen ist möglich beste Lösung bei weit verzweigten Anlagen

Tabelle 4-1 Vor- und Nachteile der direkten und indirekten Verdampfung

45

4.5.1 Rohrbündelverdampfer

Die am meisten verwendete Art ist der Rohrbündelverdampfer zur Flüssigkeitskühlung. Bei dieser Ausführung verdampft das flüssige Kältemittel in den Verdampferrohren und das Kühlmittel umströmt die Rohre. Diese Art von Verdampfung nennt man auch trockene Verdampfung. Die Verdampferleistungen können zwischen 4 und 3500 kW liegen. Der Einsatz erfolgt in der Klimatechnik meist bei grossen und verzweigten Lüftungsanlagen zur Kühlung von Kaltwasser. Die Regelgrösse für den Kältekreislauf ist die Kaltwassertemperatur, meist 6/12 °C ∆t = 6K. An dem kleinen ∆t kann man erkennen, dass Luftkühler grosse Oberflächen haben.

Der trockene Verdampfer

Fig. 4-23 Schnitt durch einen Rohrbündelverdampfer Legende 1 2 3 4 5 6

flüssiges Kältemittel Ein Kühlmittel-Eintritt Kühlmittel-Austritt Kältemittelrohre Rohrboden gasförmiges Kältemittel Aus

Die Bauart unterscheidet sich unwesentlich von einem RohrbündelVerflüssiger.
53035b

TC

Fig. 4-24 Schema einer Kaltwasser-Kühlanlage im Klimabereich 1 2 3 4 5 6 7 8 Ausdehnungsgefäss 3-Weg-Ventil Luftkühler Magnetventil thermostatisches Regelventil Kaltwasserumwälzpumpe Bündelrohrverdampfer Kolbenverdichter 9 10 11 12 13 14 15 Verflüssiger Kaltwasserrücklaufleitung Bypass-Leitung Kaltwasservorlaufleitung Flüssigkeitsleitung Saugleitung Druckleitung

46

4.5.2 Plattenverdampfer (Plattenwärmeübertrager)

Plattenwärmeübertrager sind kompakte Apparate aus Edelstahlplatten. Sie werden in der gesamten Verfahrenstechnik und energieerzeugenden Industrie eingesetzt. Ihre hauptsächlichen Vorteile gegenüber anderen Wärmetauschern sind: • • hohe Wärmeübertragungsleistung bei kleinem Bauvolumen, damit hoher Wärmerückgewinn und minimale Wärmeverluste geringer Flüssigkeitsinhalt, damit kurze Aufheiz- und Abkühlzeiten, hohe Dynamik bzgl. Temperaturänderungen bei Steuer- und Regelvorgängen modularer Aufbau, damit verbunden leichte und preisgünstige Anpassung an veränderte Leistungsanforderungen sowie leicht wartbares Bauprinzip geringeres Verschmutzungsrisiko und einfache chemische Reinigung durch stark turbulente Strömung und fehlende Toträume, einfache Demontage Die Prägung der Platten erzeugt einen hochturbulenten Durchfluss. Dies ermöglicht eine sehr effektive Wärmeübertragung schon bei geringen Volumenströmen.

Fig.4-25 Plattenwärmeübertrager in verschiedenen Bauformen und profilierte Platten

Aufbau

Bauteile eines Plattenwärmeübertragers: • • Das Plattenpaket, bestehend aus einer definierten Anzahl von einzelnen profilierten Platten (Fig. 4-25). Bei einem Einsatz von Plattenwärmetauschern in Kälteanlagen müssen diese Kältemittel beständig sein. Um das Austreten von Kältemittel zu verhindern, werden die einzelnen Platten kältemittelseitig miteinander verlötet. Wasserseitig kommen meistens die üblichen Dichtungen zum Einsatz. Durch die Anschlüsse werden die am Wärmetausch beteiligten Medien hinein- und herausgeführt.

Funktion und Stromführung

Aneinandergereihte, profilierte Platten mit Durchlassöffnungen bilden ein Paket von Fliessspalten. Diese werden wechselseitig von den am Wärmetausch beteiligten Medien durchströmt. Üblicherweise werden einwegige Plattenwärmeübertrager eingesetzt. Sie zeichnen sich durch 100%igen Gegenstrom der beiden Medien aus. Die zu- und abgeführten Rohrleitungen sind an der Festplatte angeschlossen. Mehrwegige Plattenwärmetauscher erreichen ebenfalls einen 100%igen Gegenstrom beider Medien, wenn die Wegezahl für beide Produkte gleich ist. Das hat den Vorteil, dass die Temperaturdifferenz der zwei am Wärmetausch beteiligten Medien voll genutzt wird.

47

4.5.3 Verdampfer zur Luftkühlung

Die luftgekühlten Verdampfer (und die Verflüssiger) haben gleiche Bauformen. Wichtig ist die mechanische Konstruktion und Anordnung der Rohrreihen, damit eine gute Wärmeübertragung stattfinden kann. Die Zuleitung des flüssigen Kältemittels in den Verdampfer erfolgt über einen Verteiler (Spinne), damit die Oberfläche des Verdampfers gleichmässig beströmt wird.

Fig. 4-26 Verteilerdüse p1-p3 E F G H

Fig. 4-27 Verteilung am Verdampfer

= Gesamtdruckabfall im Verteiler = Prall- und Staustrecke mit momentaner Umlenkung der Strömung = Drosselplatte (Staublende) = stärkste Einschnürung der Strömung = Turbulenzzone infolge unkontrollierter Expansion

In der Klimatechnik kommen überwiegend Verdampfer für den Anwendungsbereich "T0 > 0 °C und zu kühlende Luft > 0 °C" vor. Bei der Lebensmittelkühlung liegen diese Werte häufig unter 0 °C. Die Problematik des Arbeitspunktes um 0 °C ist in der Möglichkeit der Betauung zu erklären, d.h., es müssen geeignete Massnahmen ergriffen werden, dass die Oberfläche des Verdampfers nicht betaut, bzw. dass sie bei Betauung enteist werden muss. Die am häufigsten angewendeten Abtau-Methoden sind: • • • 4.5.4 Eisspeicher Abtauen durch Ventilatornachlauf Abtauen mit elektrischer Heizung (eher bei Kühlräumen) Abtauen mit heissem Kältemitteldampf

Eine andere Art von Kühlmittelkühlung ist der Eisspeicher. Die Anwendung erfolgt häufig dort, wo kurzfristige Lasten auftreten oder zur Überbrückung von Stillstandszeiten des Verdampfers. Also immer dort, wo Kältereserven erforderlich sind.

48

Fig. 4-28 Schnitt durch einen Eiswassertank

Legende: 1 Kühlmittelschlange 2 Wasserstand 3 Eis-Reserve

Der Verdampfer ist in einem mit Wasser gefüllten Behälter eingebaut. Durch den Verdampfungsprozess entsteht an der Oberfläche des Verdampfers eine Eisschicht, wodurch das Wasser länger kühl bleibt. Weitere Erklärungen und Beispiele folgen im Kapitel "Kältespeicher". 4.6 Sicherheit im Kältekreislauf Wie wir spätestens jetzt erkannt haben, handelt es sich beim Kältekreislauf um ein kritisches Gebilde. Warum? • • • • • Medium kann flüssig und gasförmig sein es herrschen unterschiedliche Drücke im System Medium ändert bei unterschiedlichen Drücken seinen Aggregatszustand es muss sichergestellt sein, dass das Medium an bestimmten Stellen im Kreislauf definierte Zustände hat ausreichende Kühlung und Schmierung der Aggregate muss gewährleistet sein

Damit diese Bedingungen erfüllt sind, befinden sich im Kältekreis weitere Bauelemente: • • • • • • • • • • • • Sicherheitsventile Absperrventile Überdrucksicherheitsschalter Unterdrucksicherheitsschalter Differenzdruck-Pressostate Niederdruck, Hochdruck-Pressostate Trockner Sammler Schaugläser Überhitzer Eine Einrichtung, welche die Schalthäufigkeit begrenzt (z.B. max. 6 mal pro Stunde) Schaltung für maximalen Arbeitsdruck (Maximal Operating Pressure MOP)

Diese Bauteile und Funktionen sind eher für den Kälteanlagenbauer von besonderer Wichtigkeit und werden in diesem Kapitel nur erwähnt.
53016

49
Fig. 4-29 Möglichkeiten der Kälteregulierung

5. Der Kompressions-Kälte-Kreislauf im h, log p-Diagramm
5.1 Allgemein Mit über 90 % aller installierten Anlagen hat die Kompressions-Kältemaschine zurzeit die grösste Bedeutung erlangt. Besonderes Gewicht findet die Abbildung der jeweiligen Prozesszustände im h, log p-Diagramm. Die Möglichkeit der Sauggasregelung wurde ebenfalls mit in die Erläuterungen eingebunden. Weitere Möglichkeiten der Leistungsregelung von Kältemaschinen werden in der Broschüre "Stetige Leistungsregelung im Kältekreislauf" behandelt. Eine Kältemaschine besteht im wesentlichen aus vier Elementen: Verdampfer (Fig. 5-1, 1): In ihm verdampft flüssiges Kältemittel bei niedrigem Druck und niedriger Temperatur. Die für die Verdampfung erforderliche Wärme wird dem zu kühlenden Medium (Luft, Wasser) entzogen. Verdichter (Fig. 5-1, 2): Er saugt den Kältemitteldampf über die Saugleitung aus dem Verdampfer weg. Das Gas wird verdichtet und über die Druckleitung in den Verflüssiger ausgestossen. Das Kältemittel verlässt den Verdichter mit hohem Druck und in stark überhitztem Zustand (ca. 60 - 120 °C), immer noch gasförmig. Verflüssiger (Fig. 5-1, 3): In ihm gibt das heisse Gas seine Wärme an das Kühlmedium (Luft, Wasser usw.) ab und kondensiert. Die Verdampfungswärme und die in Wärme umgewandelte Arbeit des Verdichters muss hier abgeführt werden. Das flüssige Kältemittel wird anschliessend meistens in einen Flüssigkeitssammler geführt. Expansionsventil (Fig. 5-1, 4): Es hat die Aufgabe, den hohen Druck der Kältemittel-Flüssigkeit auf den im Verdampfer herrschenden Niederdruck zu reduzieren. Im weiteren regelt das Expansionsventil die Füllung des Verdampfers unter den verschiedenen Lastbedingungen. Dies erfolgt durch die Regelung der Gasüberhitzung am Verdampferausgang.
9Q169a

5.1.1 Bauelemente und ihre Funktion

p [bar] 3

4 2

1

p

h [kJ/kg]

Fig. 5-1 Legende 1 2 3 4

Kältekreislauf mit wichtigsten Komponenten im h, log p - Diagram

Verdampfer Verdichter Verflüssiger (Kondensator) Expansionsventil

5.1.2 Kältemittel und seine Betriebszustände

Der eigentliche Wärmeträger ist das Kältemittel. Es übernimmt den Transport der Wärme im Kältekreislauf. Grundsätzlich kann jeder Stoff als Kältemittel verwendet werden, welcher sich bei technisch erreichbaren Drücken und bei den gewünschten Temperaturen verflüssigen und verdampfen lässt.

50

Wenn sich aber nur wenige Stoffe als Kältemittel einführen und behaupten konnten, so liegt das an den mannigfaltigen Anforderungen, die an die physikalische und chemischen Eigenschaften zu stellen sind und welche durch die Konstruktion und Arbeitsweise der Kältemaschine bestimmt werden. Die Wahl des Kältemittels hängt vom Anwendungsbereich der Kältemaschine ab. In der Klimatechnik sind heute die Kältemittel R134a, R407C, R404A, R507 die gebräuchlichsten. Die Zustände des Kältemittels in einer Kältemaschine lassen sich allgemein darstellen:
6a 6 6b
9Q170a

7b 3 7 4 1 7a 2

5b 5 5a

Fig. 5-2 Legende: 1 2 3 4

Kältekreislauf (Prinzip)

Verdampfer Verdichter Verflüssiger (Kondensator) Expansionsventil

Grundsätzlich unterscheidet man die verschiedenen Bereiche nach 5 6 7 Temperatur: Zustand: Druck: 5a tiefe, 5b hohe Temperatur 6a flüssig, 6b gasförmig 7a Niederdruck, 7b Hochdruck

5.1.3 Die Anlage

An einer konkreten Kälteanlage werden im folgenden die physikalischen Vorgänge in der Reihenfolge des Kälteprozesses erklärt und im h, log p-Diagramm dargestellt. Die im Text verwendeten Buchstaben beziehen sich auf die Prinzipzeichnung der Anlage (Fig. 5-3), wie auch auf alle weiteren Zeichnungen und dienen der Identifikation der Arbeitspunkte. Es handelt sich um eine Luftkühlanlage für ein Rechenzentrum. Sie besteht aus einem einstufigen, sauggasgekühlten Verdichter, einem Lamellenrohrverdampfer, einem thermostatisch geregelten Expansionsventil und einem zweistufig geregelten, luftgekühlten Verflüssiger. Der Verflüssiger ist auf dem Dach des Gebäudes angeordnet, während Verdichter und Flüssigkeitssammler ein Stockwerk tiefer liegen. Der Verdampfer ist zwei Stockwerke tiefer in einer Klimaanlage eingebaut.

51

Leistungsdaten der Anlage Kühlleistung: Verdichterleistung: Betriebsdaten Kältemittel: Verdampfungstemperatur: Verdampfungsdruck (pabs): Kondensationstemperatur: Kondensationsdruck (pabs):

Q0: P:

25 kW 8,75 kW R134a +5 °C 3,5 bar (3,497) +45 °C 11,6 bar (11,592)

to po tc pc

: : : :

Fig. 5-3 Legende 1 2 3 4 5 6

Prinzip-Darstellung der Anlage

Verdampfer Verdichter Verflüssiger Expansionsventil Differenzdruckventil Druckausgleichsleitung Flüssigkeitssammler

7 8 9 10 11 12

Steigleitung Saugleitung Wärmetauscher Magnetventil Isolationspacken Kältemittelverteiler

9Q173a
0.0

R134a
100 50.00 90 40.00 30.00 70 80

0.0

0 02

01 5

0.0

030

40 0.00

50 0.00

100
s = 1,

90 80
0 02 0,0 ν = 30 0 0,0 ν = 0 40 0,0 ν= 0 06 0,0 ν= 0 08 0,0 ν= 0 1 0,0 ν=
0 ν= 5 ,01

70 60 50 40 30
1,7 5 0 1,9 0 5 1,8 1,8 s=

Pressure [Bar]

s=

s=

10

5.00 4.00 3.50 3.00 -10 0

D D'
ν

s=

0 ν= ν=

40 0,0

2.00 -20
0 ν=

-10
0 ,06
0 ,08

s= s= s=

H K

s=

0 ,03

0

E FG

2,0 2,1 2,1 2,2 5 0

ν=0

-20

5

0 ,02 =0

10

to = 15°C

s=

2,0

s=

0

6.00

20

1,9

A

20

5

11.60 10.00 9.00 8.00 7.00

30

40

C BO

50

60

20.00

N

70

M

1.00 0.90 0.80 0.70 0.60 0.50 -40

-30

,10 ν=0 ,150 ν=0

0

20 ν = 0,

-40 x = 0,10 140 160 180 0,20 s = 1,00 200 0,30 220 0,40 1,20 240 0,50 260 0,60 0,70 1,40 280 300 0,80 0,90 1,60 320 340 360 -40 380 -20 400 0 20 420 40 440 60 460 80 480 100 500 120 520 140 540 160 560

Enthalpy [kJ/kg]

Fig. 5-4

Der Prozess im h, log p-Diagramm

52

s=

2,2

-30

5

5.2 Der Kältekreislauf im h, log pDiagramm 5.2.1Der Flüssigkeitssammler

Der Flüssigkeitssammler ist unmittelbar nach dem Verflüssiger angeordnet. In ihm staut sich das kondensierte Kältemittel. Sein Fassungsvermögen ist so bemessen, dass die im Betrieb durch Temperaturbzw. Laständerungen und Regeleingriffe entstehenden Füllungsschwankungen ausgeglichen werden können. (Fig. 5-3) Bei stillstehendem Verdichter befindet sich im Innern des Flüssigkeitssammlers flüssiges und gasförmiges Kältemittel. Für jede Temperatur im Sammler stellt sich ein bestimmter Druck ein. Es ist der Siededruck, auf dem h, log p-Diagramm mit Punkt A dargestellt (Fig. 5-4). Mit der sich ändernden Temperatur ändert sich auch der Druck: Punkt A wandert bei stillstehender Anlage auf der Siedelinie. Springt der Verdichter an, steigt der Druck im Verflüssiger und im Flüssigkeitssammler, bis der Betriebsdruck (in unserem Beispiel ca. 11,6 bar) erreicht ist. Das Heissgas kondensiert bei 45 °C (Siedepunkt von R134a bei 11,6 bar). Im Verflüssiger wird dem Kältemittel mehr Wärme entzogen als zur Kondensation nötig ist, weshalb dieses Medium eine Unterkühlung erfährt. Die Flüssigkeitstemperatur liegt in der Regel etwa 5 K unter der Kondensationstemperatur. Der Punkt B liegt also links von der Siedelinie, in unserem Beispiel bei 11,6 bar und 40 °C. Durch die Flüssigkeitsleitung verlässt das Kältemittel den Sammler und strömt zum Wärmetauscher. Hier kühlt sich das warme Kondensat um einige Grad ab. Die Wärme geht an das kühle Sauggas über. In Fig. 5-5 verschiebt sich der Zustandspunkt bei gleichbleibendem Druck von B nach C. Die Temperatur beträgt dort 35 °C, die Enthalpie 249 kJ/kg.
p [Bar]

35 °C 40 °C 9Q171a
50

6.00 10 5.00 4.00 3.50 3.00 -10 0

A

20

11.60 10.00 9.00 8.00 7.00

40

CB
30 30 20 10

50 40

0

2.00 0,10 180 200 0,20 220 0,30 240 249 0,40 260 0,50 280 0,60 300 0,70 320 0,80 340 360 0,90

-10

-10 380

0 400

20 420

40 440

60 460

80 480 h [kJ/kg]

h1

Fig. 5-5

Verlauf des Siededrucks (A) für das Kältemittel im Flüssigkeitssammler

Legende: 1 flüssig 2 Nassdampf

5.2.2 Das Expansionsventil

Es regelt die in den Verdampfer einströmende Kältemittelmenge und reduziert gleichzeitig den Druck. So bildet dieses Ventil den einen Grenzpunkt zwischen der Hoch- und der Niederdruckseite des Systems. Im hier besprochenen Fall beträgt die Verdampfungstemperatur to = 5 °C, was einem Verdampfungsdruck von 3,5 bar entspricht. Der Verflüssigungsdruck von 11,6 bar muss also auf 3,5 bar reduziert werden. Das Expansionsventil baut den Druck zunächst auf ca. 4,4 bar ab (Strecke C-D in Fig. 5-6), während der nachfolgende KältemittelVerteiler einen weiteren Druckabfall von etwa 0,9 bar bewirkt (Strecke D-D').

53

Auf dem h, log p-Diagramm verschiebt sich der Betriebszustand nach dem Expansionsventil senkrecht nach unten, entlang der Isenthalpe durch C. Punkt D beschreibt den Zustand nach dem Expansionsventil und Punkt D' nach dem Verteiler, am Verdampfereintritt. Charakterisiert wird D' durch den Verdampfungsdruck po = 3,5 bar, den Wärmeinhalt h1 = 249 kJ/kg und die Verdampfungstemperatur to = + 5 °C. Weiter erlaubt der Punkt D' die Bestimmung des Flash-Gas-Anteils x. Er beträgt in diesem Beispiel ca. 20 % (x = 0,2). Dieser Kältemittelanteil verdampfte bereits bei der Expansion (ohne Wärmeaustausch), d.h. nur 80 % der gesamten Verdampfungswärme werden dem zu kühlenden Medium entzogen. Man hat daher ein Interesse, den Punkt C möglichst weit links, in das Flüssigkeitsgebiet zu legen, d.h. das flüssige Kältemittel möglichst stark zu unterkühlen.
p

50

[Bar]

9Q174a

40

C B
11.60 10.00 9.00 8.00 7.00 6.00 5.00 4.40 4.00 3.50 3.00

1

0,

=

0, 2

50 40 30

20

30

x

2

20

10

D D'
0

10

-10

0

2.00 0,10 180 200 0,20 220 0,30 240 249 0,40 260 0,50 280 0,60 300 0,70 320 0,80 340 360 0,90

-10

-10 380

0 400

20 420

40 440

60 460

80 480 h [kJ/kg]

h1

Fig. 5-6 Verlauf des Betriebzustandes des Kältemittels über das Expansionsventil

5.2.3 Der Verteiler und der Verdampfer

Der Kältemittelverteiler speist die parallel geschalteten Rohre des Verdampfers durch genau gleich lange Kältemittelwege und gewährt so eine gleichmässige Beaufschlagung der Verdampferrohre. In diesen Rohren erfolgt die weitere kontinuierliche Zustandsänderung. Der GasAnteil nimmt ständig zu, bis alle Flüssigkeit verdampft ist. Der im Verdampfer erzeugte Sattdampf ist im Diagramm mit Punkt E bezeichnet. E liegt rechts von D', jedoch bei etwas tieferem Druck, die Differenz entspricht dem Druckverlust im Verdampfer. Der Druck pOE im Punkt E beträgt 3,2 bar, die Enthalpie h2 ist auf 399 kJ/kg K angestiegen. Die vom Kältemittel im Verdampfer aufgenommene Wärme ist etwas grösser als die zur Erreichung des Sattdampfpunktes nötige Energie. Somit erhält das Kältemittel am Ende des Verdampfers eine Überhitzung, welche üblicherweise 5...8 K beträgt. Im h, log p-Diagramm (Fig. 5-7) ist der Endpunkt dieser Überhitzung mit F bezeichnet. Eine solche Überhitzung ist notwendig, damit keine Tropfen von flüssigem Kältemittel in den Verdichter gelangen und dort durch Flüssigkeitsschläge Schaden anrichten. Die Überhitzungstemperatur ist die eigentliche Regelgrösse des Expansionsventils.

54

p 50 [Bar] 40 50 40 30 30 20 20 10

9Q175a

CB
11.60 10.00 9.00 8.00 7.00 6.00 5.00

∆pü

4.00 3.50 3.20 3.00

D D'

to = 5°C
0

10

0

E

F
∆t ü

-10

2.00 0,10 180 200 0,20 220 0,30 240 249 0,40 260 0,50 280 0,60 300 0,70 320 0,80 340 0,90 360

-10

-10 380

0 400

20 420

40 440

60 460

80 480 h [kJ/kg]

h1

399 h2

Fig. 5-7

Zustandsverlauf des Kältemittels über den Verdampfer

Der Sattdampfpunkt E liegt also nicht am Ende des Verdampfers (siehe Fig. 5-8, ←E→) und ist auch nicht fest, sondern verschiebt sich in Abhängigkeit der jeweiligen Laständerung.

Fig. 5-8

Überhitzung am Verdampfer

Im Beispiel entspricht die Überhitzung ∆tü einer Druckdifferenz ∆pü von 0,8 bar. Das ∆pü ist am Ventil einstellbar und bildet mit dem Verdampferdruck p0 an der Ventilmembrane die Gegenkraft zum Fühlerdruck p1. Dieser Druck entspricht der Temperatur am Fühler. Er entsteht durch Verdampfung der Fühlerflüssigkeit. Im Gleichgewichtszustand vermag das in den Verdampfer eingespritzte Kältemittel zu verdampfen (E) und sich zusätzlich zu überhitzen (F). Sinkt nun die Last (z.B. wegen einer tieferen Lufteintrittstemperatur am Verdampfer), nähert sich der Sattdampfpunkt E dem Verdampfungsausgang, und die Überhitzung nimmt ab. In der Folge sinkt der Fühlerdruck p1, das Ventil schliesst und reduziert die Füllmenge im Verdampfer, bis sich ein neuer Gleichgewichtszustand im Verdampfer, bis sich ein neuer Gleichgewichtszustand mit p1' = p0' + ∆pü einstellt. Damit die Druckverluste im Verteiler und Verdampfer die Überhitzung nicht zu stark beeinflussen, wird als Vergleichgrösse anstatt p0 am Verdampfereingang der Druck p0E am Verdampferausgang gemessen und zur Ventilmembrane geführt (siehe Fig. 5-3, Nr. 13 und 8). p1 - p0E = ∆pü = konst. 5.2.4 Die Saugleitung und der Wärmetauscher Über die Saugleitung gelangt das Gas aus dem Verdampfer zum Verdichter. Wegen der Gefahr von Schwitzwasserbildung oder Vereisung auf der Sauggasleitung wird diese in der Regel isoliert. Das kalte Sauggas gelangt anschliessend zum Wärmetauscher, wo es zusätzlich erwärmt wird (F - G), während sich andererseits das warme Kondensat weiter unterkühlt (B - C).
55

Das Gas wird nun durch die Saugleitungen und das Saugdrosselventil zum Verdichter gesaugt. Zu beachten ist hierbei der Druckverlust, erst in der Leitung: Punkt G fällt auf H mit ∆p = 0,5 bar. Dann im Ventil: Punkt H fällt weiter auf K. Der Druckverlust über dem vollgeöffneten Saugdrosselventil soll 0,3 bar nicht übersteigen. Anmerkung Das Regelventil regelt die Kälteleistung zwischen 25 und 100%. Die Erklärung der Funktionsweise der Regelung und die hierfür notwendigen maschinenseitigen Vorkehrungen werden in diesem Artikel nicht behandelt. Das Ventil erscheint daher im h, log p-Diagramm als blosse, ganz geöffnete Armatur mit ∆p ~ 0,3 bar (H - K).

Fig. 5-9

Druckverlust x in der Saugleitung (G ¡ H)

Legende z = 1 = 2 =

bleibender Druckverlust am Regelventil Überhitzen Unterkühlen

5.2.5 Der Verdichter

Er erzeugt den Druckunterschied und bewegt damit das Kältemittel. Man unterscheidet drei verschiedene Bauweisen: hermetisch, halbhermetisch und offen. Bei den zwei ersten Arten ist der elektrische Antrieb mit dem Verdichter in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht und wird mit dem Sauggas gekühlt. Der Motor ist für den Betrieb im Kältemittel besonders isoliert. Diese Bauweise hat den Vorteil, dass bei der Wellendurchführung zwischen Motor und Verdichter kein Kältemittel verloren geht. In Klima-Kälteanlagen werden die halbhermetischen Verdichter am häufigsten angewandt. Der Verdichter saugt das Gas im Zustand K an. Die Druckdifferenz G - K ist der Druckverlust an der Saugleitung inklusive dem voll geöffneten Sauggasventil. K entspricht dem Saugdruck p0S von etwa 2,4 bar, einem Wärmeinhalt h3 = 413 kJ/kg und einer Sauggastemperatur t0S = 17 °C. Der Punkt K liegt ausserdem auf der Isentrope mit s1= 1,8 kJ/kg K. In einem idealen, d.h. verlustlosen Verdichter würde die Gaskompression dieser Linie gleicher Entropie bis zum erwünschten Druck folgen (adiabatische Verdichtung). Der Enddruck entspricht dem Kondensationsdruck pc. Er hängt u.a. von der Dimensionierung des Verflüssigers ab und beträgt in unserem Fall 11,6 bar. Die theoretische Verdichterleistung pth ist das Produkt aus dem theoretischen Arbeitsaufwand wth = (h4 - h3) und dem Kältemittelmassenstrom:

56

(Bestimmung der umlaufenden Kältemittelmenge siehe Kapitel 5.5) pth = m • (h4 - h3) ⇒ 600 kg/s 3600s/h

(450 - 413) kJ/kg = 6,16k

Die theoretische Temperatur auf der Gasausstossseite würde 70 °C betragen.

Fig. 5-10 Theoretischer und realer (K ¡ M) Verlauf der Betriebszustandsänderung im Verdichter

Ein real arbeitender Verdichter ist aber mit erheblichen Verlusten behaftet. Man unterscheidet einerseits die volumetrischen Verluste, hervorgerufen durch: • die Wärmedehnung des Saugdampfes beim Einströmen in den Verdichter infolge der Aufheizung an wärmeren Flächen (Motorwicklung, Kolben, Zylinder usw.) die Undichtheit zwischen Kolben und Zylinder die Undichtheit der Arbeitsventile den "nicht nutzbaren Raum" im Zylinder, der mit Restgas gefüllt bleibt, das sich beim Saughub im Zylinder wieder aus dehnt und dadurch dessen Füllung mit neu angesaugtem Kältemittel vermindert und andererseits die mechanischen Verluste durch - Reibung zwischen den beweglichen Teilen - zusätzliche Arbeitsleistung (z.B. der Ölpumpe)

• • •

Die wegen den Verlusten zu leistende Mehrarbeit des Verdichters verschiebt in Fig. 5-11 den Punkt pc/h4 in Abhängigkeit des effektiven Wirkungsgrades und bei gleichbleibender Druckhöhe pc weit nach rechts zum Punkt M. Man kann M finden, indem man die Enthalpiedifferenz h4 - h3 aus der effektiven (gegebenen) Verdichterleistung Peff und dem Massenstrom m berechnet. Dafür ist die vorher benützte Gleichung für die theoretische Verdichterleistung umzuformen, d.h. nach der Enthalpiedifferenz aufzulösen: h4’ - h3 = p = 8.75 m 600

3600 = 52.5kJ/kg

Bei h3 = 413 kJ/kg folgt daraus: h4' = 465,5 kJ/kg
57

Der Punkt M liegt auf der Isotherme t = 85 °C. Dies ist die Temperatur des verdichteten Gases. Sie kann im Bereich 80 ... 120 °C liegen. Sie muss aber auf jeden Fall unter der Zersetzungstemperatur des im Kältemittel gelösten Schmieröls liegen, denn zersetztes Schmieröl bildet mit dem Kältemittel Säuren, die auf Metallteile und Isolationen von Motorwicklungen zerstörend wirken. 5.2.6. Die Heissgasleitungen und der Verflüssiger Durch die Heissgas-(Druck)-Leitung verlässt das Kältemittel den Verdichter in stark überhitztem Zustand (Punkt M) und gelangt schliesslich in den Verflüssiger. Zunächst muss am Anfang des Verflüssigers das Heissgas bis auf die durch den Druck gegebene Kondensationstemperatur tc abgekühlt werden. Die durch Pressostaten gesteuerten Ventilatoren treiben Kühlluft durch die feinen grossflächigen Lamellen des Verflüssigers, was einen intensiven Wärmeaustausch zwischen dem nun kondensierenden Gas und der Luft bewirkt. Gegen das Ende der Rohrreihen ist das Kältemittel vollständig verflüssigt und wird anschliessend durch die Temperaturdifferenz zwischen der Kühlluft und dem kondensierten Kältemittel unterkühlt. Das Kältemittel gelangt nun durch die Flüssigkeitsleitung B wieder zurück und in den Sammler. Die drei Zonen des Verflüssigungsvorganges zeigen sich im h, log p-Diagramm mit der Enthitzungsstrecke M ¡ N, der eigentlichen Verflüssigung N ¡ O und der Unterkühlung O ¡ B. Die Kühlung des Verflüssigers wird meist über den Kondensationsdruck oder die Kondensationstemperatur geregelt.

Fig. 5-11 Die drei Phasen des Verflüssigungsvorgangs und die Arbeitspunkte der Steuerung der Verflüssigerventilatoren

Die Arbeitspunkte für die Steuerung der Verflüssigerventilatoren sind in unserem Beispiel: bei tc = + 30 °C + 35 °C + 40 °C + 45 °C 1. Ventilator aus 2. Ventilator aus 1. Ventilator ein 2. Ventilator ein I II I II = = = = 0 0 1 1

58

5.2.7 Druckhochhaltung im Flüssigkeitssammler

Aus Fig. 5-4 geht deutlich hervor, dass bei tiefen Flüssigkeitstemperaturen (Punkt A) ein relativ niedriger Druck im Sammler herrscht. Springt die Kältemaschine an, genügt die Druckdifferenz zwischen A und D meist nicht, um genügend Kältemittel durch das Expansionsventil zu pressen. Dies führt zu einem Flüssigkeitsmangel im Verdampfer. Die Maschine würde über den Niederdruckpressostaten wieder abgeschaltet. Es wird deshalb über eine Bypassleitung und ein Differenzdruckventil von der Druckseite am Verdichter Gas in den Flüssigkeitssammler gepresst, sobald eine bestimmte Verflüssigertemperatur tc (ca. 30 °C) unterschritten wird (vgl. Fig. 5-3 und Fig. 5-5). Flüssigkeiten können praktisch nicht verdichtet werden. Der Verdichter nimmt deshalb Schaden, wenn ihm flüssiges Kältemittel zugeführt wird. In diesem Fall schlägt der Kolben gegen ein Medium, das nicht komprimierbar ist. Man nennt diese Stösse im Hubraum Flüssigkeitsschläge. Wird die Anlage ausser Betrieb gesetzt, kann sich vor dem Verdichter flüssiges Kältemittel ansammeln, das bei erneutem Einschalten durch den Verdichter angesaugt wird und dort Flüssigkeitsschläge verursacht. Um dies zu vermeiden, ist auf der Hochdruckseite, vor dem Expansionsventil, oft ein Magnetventil eingebaut, das beim Ausschalten der Anlage schliesst und so ein Nachströmen von Kältemittel in den Verdampfer verhindert. Der Verdichter läuft dann so lange weiter, bis saugseitig der Druck den am niederdruckseitigen Pressostaten eingestellten Wert unterschreitet. In diesem Fall spricht man vom Absaugen des Verdampfers oder "Pump down". Mit dieser Vorkehrung wird gleichzeitig die Niederdruckseite vor zu hohem Druck geschützt, welcher durch Verdampfung allfällig vorhandener Restflüssigkeit bei Stillstand entsteht.

5.3 Weitere Anlagenteile und ihre Probleme 5.3.1 Das Magnetventil vermeidet Schäden

5.3.2 Der Öltransport

Im Kältekreis befindet sich neben dem Kältemittel zumeist auch eine gewisse Menge Schmieröl im Umlauf. Mit der Kältemittelmenge verglichen ist der Ölanteil gering (ca. 2 %). Das Schmieröl dient dem Verdichter zur Schmierung der mechanischen Teile und kann nicht vollständig vom transportierten Gasstrom getrennt werden. Es wandert mit dem Kältemittel durch die gesamte Kälteanlage. Im Verdampfer, dem Ort der tiefsten Temperatur, hat es die grösste Zähigkeit. Das Öl wird nach dem Verdampfer teilweise in Form feiner schwebender Tröpfchen mitgerissen. Der grösste Teil wird aber als Film an den Rohrwandungen vorwärts getrieben. Dabei muss das Öl mitunter erhebliche Steighöhen überwinden (in unserem Beispiel zwei Stockwerke). Um einen sicheren Öltransport zu gewährleisten, ist daher bei der Bemessung der Kältemittelleitungen eine ausreichende Strömungsgeschwindigkeit vorzusehen. Höhere Geschwindigkeiten verursachen allerdings höhere Druckverluste. - Druckverluste, Leitungsquerschnitte und Strömungsgeschwindigkeiten stehen ganz allgemein in einem gegensätzlichen Verhältnis. Leitungen werden daher nach einem wirtschaftlich vertretbaren Kompromiss dimensioniert. - In unserem Beispiel rechnen wir mit einem Durchmesser der Saugleitung von 42 mm (A = 1385 mm2). Bei einem spezifischen Volumen v = 0,071 m3/kg (Punkt G) und einem Kältemittelstrom = 600 kg/h erhöht man bei voller Leistung folgende Strömungsgeschwindigkeit v: v = m • v = 600 • 0,071 • 10 = 8,5 m/s A 3600 • 1385
59
6

Gemäss Erfahrungen muss im vorliegenden Fall eine Minimalgeschwindigkeit von ca. 5 m/s eingehalten werden. Diese Forderung ist also erfüllt. Im Punkt K ergibt die Rechnung v = 11,4 m/s. Wird die umlaufende Kältemittelmenge durch eine Leistungsregelung beeinflusst, ist dem Ölrückführung besondere Beachtung zu schenken. Die Leitungen werden in solchen Fällen an senkrecht ansteigenden Stellen in zwei Stränge unterschiedlicher Durchmesser aufgeteilt (vgl. Fig. 5-3, Pos. 7 Steigleitung). Fällt wegen Leistungsregelung und damit verminderter Gasgeschwindigkeit der Öltransport aus, so sammelt sich das Öl im unteren Bogen (I) an und unterbricht den Gasstrom in der Hauptleitung. Der Kältemitteldampf wird dann über die Bypassleitung mit engerem Querschnitt (II) transportiert. Diese ist so bemessen, dass der Öltransport bei Minimallast noch gewährleistet bleibt. Nochmals: Schmieröl und Kältemittel Das Öl absorbiert Kältemittel. Je kälter das Öl, desto mehr Kältemittel kann es aufnehmen. Steigender Druck erhöht ebenfalls die Löslichkeit. Bei Stillstand sammelt sich das Öl vorwiegend in der Kurbelwanne an. Beim Start sinkt der Druck plötzlich ab, das gelöste Kältemittel verdampft wieder und lässt das Öl in der Kurbelwanne aufschäumen. Diese Schaumbildung hat weitere Folgen: 1) 2) 3) Die Ölpumpe kann den Schaum nicht fördern, der Öldruck bricht zusammen. Im Verdichtungsraum verursacht der Schaum Flüssigkeitsschläge. Durch Ölabwanderung kann im Verdichter Ölmangel auftreten.

Damit das Öl möglichst wenig Kältemittel aufnimmt, wird die Kurbelwanne bei ausgeschalteter Anlage elektrisch beheizt. Bei grösseren Kompressoren wird die Ölförderung mit einem DifferenzdruckPressostaten überwacht. 5.3.3 Die Sicherheitsorgane Sollte aus irgendwelchen Gründen das Kühlmedium für die Verflüssigung des heissen Gases ausbleiben, so wird der Druck nach dem Verdichter über den zulässigen Wert pcmax steigen und den Verdichter überlasten. Um die Anlage zu schützen, befindet sich auf der Hochdruckseite ein Pressostat, welcher bei Überschreiten des maximal zulässigen Druckes den Antriebsmotor abschaltet. Der Ausschaltpunkt pcmax beträgt in der besprochenen Anlage 14 bar, dies entspricht einer Kondensationstemperatur tc von 52,5 °C. die Verdichtungstemperatur würde in diesem Fall weit höher als im Normalbetrieb (85 °C) ansteigen. Andererseits kann es vorkommen, dass zu wenig Kältemittel zirkuliert oder zu wenig Wärme für die Verdampfung zufliesst. In beiden Fällen vermindert sich der Druck auf der Niederdruckseite des Verdichters und damit auch die Verdampfungstemperatur to. Deshalb wird bei Unterschreiten eines bestimmten Druckes pomin der Kompressor durch einen Niederdruck-Pressostaten (ND-Pressostat) ausser Betrieb gesetzt.

60

Der Ausschaltpunkt pomin des ND-Pressostaten wird hier mit 1,8 bar gegeben, dies entspricht einer Temperatur von - 12 °C. Sauggasgekühlte Verdichtermotoren bedürfen immer einer minimalen Kältemittelmenge zu ihrer Eigenkühlung (ca. 40 % der Gesamtmenge). Bleibt das Kältemittel aus, so läuft der Motor Gefahr, sich zu überhitzen. Zur Vermeidung von Schäden durch Überhitzung ist bei allen Verdichtern halbhermetischer und hermetischer Bauart ein Übertemperaturschutz auf oder in der Wicklung (Klixon) eingebaut. Durch diese thermische Sicherung wird bei Übertemperatur die Stromzufuhr unterbrochen. Sinkt der Schmieröldruck unter einen bestimmten Wert, schaltet ein Öldruckdifferenz-Sicherheitsschalter nach einer bestimmten Zeitverzögerung den Antriebsmotor aus. Beim Start des Verdichters wird dieser Schalter überbrückt. Ein Thermopaket am Motorschutzschalter unterbricht ebenfalls die Stromzufuhr, falls die Stromaufnahme den eingestellten zulässigen Wert übersteigt, z.B. bei Überlast. Beim Anlauf nimmt ein Elektromotor ein Mehrfaches seines Betriebsstromes auf. Folgende Vorkehrungen vermindern den Anlaufstrom: • • • Stern-Dreieck-Anlauf Teilwicklungsstart Anlaufentlastung (ein Magnetventil öffnet einen Bypass zwischen Hochdruck- und Niederdruckseite des Verdichters und entlastet diesen durch Dekompression).

Fig. 5-12 Ein- und Ausschaltpunkte für den Verdichter (1 = ein, 0 = aus)

Die Maschine stellt ab...

Wenn keine Kühlleistung mehr verlangt wird, schliesst das Magnetventil die Flüssigkeitsleitung. Der Verdichter saugt den Verdampfer leer und wird dann über den ND-Pressostaten abgestellt. Meistens schliesst das Ventil nicht absolut dicht, so dass auch im Stillstand eine gewisse Kältemittelmenge in den Verdampfer gelangt, verdampft und so den Druck ansteigen lässt. Übersteigt der Druck den am NDPressostaten eingestellten Wert, läuft der Verdichter kurz an und saugt den Verdampfer wieder leer. Der Einschaltbefehl durch die externe Regelung öffnet das Magnetventil in der Flüssigkeitsleitung wieder. Sind alle Glieder der Sicherheitskette geschlossen (ND- und HD-Sicherheitspressostaten, Klixon, Öldruck), läuft der Verdichter mit entlasteten Zylindern an.

...und springt wieder an

61

Nach einer gewissen Verzögerungszeit wird der Öldruck-Wächter zugeschaltet und die Anlaufentlastung aufgehoben. Langsam erwärmt sich die Hochdruckseite, und nach wenigen Minuten ist der Betriebszustand wieder erstellt. Bei jedem Einschalten erwärmt sich die Motorwicklung erheblich, je häufiger, desto gefährlicher. Eine Wiederanlaufsperre verhindert während einer bestimmten Zeit das erneute Anlaufen des Verdichters und vermeidet so die Überhitzung des Motors. 5.4 Die energetische Bilanz Im h, log p-Diagramm erscheinen die zu- und abgeführten Wärmemengen pro kg Kältemittel als abmessbare Strecken. Die entsprechende Wärmeleistung erhält man durch Multiplikation der betreffenden Enthalpiedifferenz ∆h mit der zirkulierenden Kältemittelmenge: Q=m
• ∆h

Wärmeleistung beim Verdampfen (= Kälteleistung): Qo = m

(h2 - h1)

Verdichterleistung: Peff = m

(h4' - h3)

Verflüssigerleistung: Qc = m

(h4' - h1)

Weil die Verdampfungswärme und die in Wärme umgewandelte Verdichterarbeit im Verflüssiger wieder abgegeben werden müssen, lautet die Bilanz: Qc = Qo + Peff Die Wärmeströme B - C = h1' - h1 und F - G = h3 - h2' sind identisch und reiner Wärmeaustausch im System. Die Überhitzungswärme E - F wird teils der gekühlten Luft (Verdampfer), teils der Umgebung (Saugleitung) entzogen. Anstatt die gesamte Wärmemenge Qc an die Umwelt abzugeben, könnte durch geeignete Massnahmen (siehe Broschüre "Wärmerückgewinnung im Kältekreislauf") dieser Wärmestrom aufgrund seiner Temperatur zu Heizzwecken sinnvolle Verwendung finden.

Fig. 5-13 Noch offen

62

Um die Wirtschaftlichkeit einer Kältemaschine bestimmen zu können, vergleicht man durch die Leistungszahl ε (Epsilon) den Nutzen (Kälteleistung Qo) mit dem Aufwand (Antriebsleistung P):
ε

= Qo = h2 - h1 • m = h2 - h1 Peff (h4’ - h3) • m h4’ - h3

Für die reale Leistungszahl der gesamten Anlage sind ausserdem die Energieaufwendungen zu berücksichtigen für die Förderung der Wärmeübertragungsmedien auf der kalten und der warmen Seite des Kreisprozesses, und zwar sowohl hinsichtlich des Energieverbrauchs als auch im Hinblick auf die aus diesem resultierende Wärmeabgabe (z.B. Ventilatorwärme). 5.5 Bestimmung der umlaufenden Kältemittelmenge Die im h, log p-Diagramm abmessbare Strecke ∆' - E (siehe Fig. 5-7) ist die nutzbare Verdampfungswärme ∆h. Sie kann durch die Enthalpiedifferenz h2 - h1 genau bestimmt werden und ist zur Berechnung der in der Maschine zirkulierenden Kältemenge m wichtig. Bei gegebener Kälteleistung Qo lässt sich die umlaufende Kältemittelmenge m errechnen: Qo = m m Qo
∆h • ∆h

=m

(h2 - h1)

= = =

Kältemittelmenge in kg/h Kälteleistung in kW Enthalpiedifferenz h2 - h1 in kJ/kg

25kJ/s m = Qo • 3600 ¡ 2 - h1 h 399 - 249kJ/kg

3600 s = 600 kg/h

m = konstant

Der Kältemittel-Massenstrom ist bei einem bestimmten Betriebszustand an allen Stellen des Kreislaufes der selbe, ob nun das Medium flüssig (in der Flüssigkeitsleitung) oder dampfförmig (Saugleitung, Verdichter, Druckleitung) ist. Das spezifische Volumen hingegen variiert stark mit dem Druck, und die Strömungsgeschwindigkeit ändert in Abhängigkeit des Volumens und des Rohrquerschnittes. Diese Überlegungen sind bei der später folgenden Diskussion über die Ölrückführung wichtig. Die umlaufende Kältemittelmenge lässt sich auch grafisch, anhand der Kälteventilauswahl-Diagramme bestimmen. Hierzu sind die Angaben über die Kälteleistung Qo, die Verdampfungstemperatur to und die Kältemittelflüssigkeitstemperatur tfl in Punkt C nötig. In unserem Beispiel: Qo tfl t0 Kältemittel : : : : 25 kW + 34 °C + 5 °C R134a
63

50319A

25 C] + t fl[° +30 +35 +40 +45 +50 +55 +60 +65

+10 +5 0 -5 -10 -15 -20

2,5 2,0

1,5

0,8

R134a (R12)

∆p V [ba r] 0,5 0,4 ,3 0 0,2
-35 -30 -25 -20

0,1 -40

t0 [°C]

-25 -30 -35 -40 +10 +5 0 -5 -10 -15 -20
+5 +10 0 -5 -15 -10

t0

[°C

]

5 ] +2 t fl[°C +30 35 + +40 +45 +50 +55 +60 +65

4,0 3,0 2,5 0 2, 1,5

0,8

R407C (R22)

0,5 0,4 3 0,

∆p V [ba r]
0,2 0,1

-40 -35 -30 -25 -20 -5 -15 -10

t0 [°C]

-25 -30 -35 -40
+30 +35 +40 +25 +45

t0

] [°C

∆p V

+5 +10

0

+5°C

C] t fl[°

+10 +5 0 -5 -10 -15 -20

∆p V [bar]
+50 +55 +60 +65

3,0 2,0

1,0

0,8

0,5

0,4

0,3 0,2

0,1

5

0,1

R404A R507 (R502)
+5 +10 0 -5

-40 -35 -30 -25 ] [°C -20 t0

-15 -10

t0 [°C]

-25 -30 -35 -40

4000 6000

10000

200 150 100 80 60 50 40 30

M3 FK 50L X 1 ) M3 FK 40L X 1 ) M2 FS 32L X M2 FS M2 FS M2 FS 25L X 20L X 15L X kv s 12 15L X 15 kv s8 kv s5 15L X 06 kv s3

20 15
300

600

1000

2000

10 8

100

6 5 4 3

200

M2 FS

M2 FS

30 40 50 60

2 1,5 1

kv s 1, 5

Q 0 [kW]

20

m [kg/h]

.

.

kv s 0, 6

Fig. 5-14 Auslegungs-Diagramm zur Bestimmung des Massenstroms und der Kälteventile

5.6 Zusammenfassung

In diesem Kapitel wurden die technischen und physikalischen Zustände einer Kälteanlage beschrieben, vorwiegend im Volllastbetrieb oder im Stillstand. In der Praxis ändern sich die Betriebszustände in Abhängigkeit der Last am Verdampfer und der Aussenluftbedingungen am Verflüssiger in weiten Bereichen. Der Kältefachmann hat ein Interesse: • • Druckverluste in der Saug- und Druckleitung gering zu halten, weil dies die Verdichtergrösse nachhaltig beeinflusst den Flash-Gasanteil zu verringern, um die Verdampferleistung zu steigern

64

Ausserdem muss der Anlagebauer alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen treffen, um für die Anlage Zuverlässigkeit und lange Lebensdauer zu garantieren.

6. Wärmepumpen-Technik
6.1 Einleitung Die Wärmepumpe kann durch Ausnutzung der Umweltwärme normalerweise zwei- bis dreimal mehr Wärmeenergie erzeugen, als zu ihrem Betrieb an Zusatzenergie benötigt wird. Somit ermöglicht die Wärmepumpe einen äusserst wirkungsvollen Einsatz von verschiedenen Energieformen (z.B. Elektrizität) zur Gebäudeheizung. Mit der Wärmepumpe werden in einem geschlossenen Kreisprozess (vgl. Fig. 7-1) die thermodynamischen Eigenschaften eines Kältemittels (z.B. Freon R134a) ausgenützt. Ein Kältemittel hat die besondere Eigenschaft bei sehr niedriger Temperatur zu verdampfen. Dies ermöglicht es, dass die sehr reichlich vorhandenen Umweltenergien (Aussenluft bis - 20 °C, See- oder Grundwasser von 4 – 12 °C und Erdreich von 0 - 20 °C) als Wärmequelle vom Temperaturniveau her bestens genügen, um das Kältemittel zu verdampfen. Die Wärmequelle kühlt sich dabei um einige Kelvin ab. Zum Verdampfen einer Flüssigkeit wird immer Energie benötigt. In diesem Fall wird die Verdampfungsenergie der Umwelt entzogen. Das verdampfte Kältemittel hat diese Verdampfungsenergie im Verdampfer in sich aufgenommen, ohne dass dadurch die Temperatur angestiegen ist. Das niedrige Temperatur-Niveau lässt es nicht zu, dass dieses Medium direkt in Heizungsanlagen zur Anwendung kommt.

6.2 Funktionsprinzip der Wärmepumpe

Wärme aus der Umwelt

Wärmequellen

Luft

Wasser

Erdreich

Entspannen

Flüssiges Kältemittel

Niede Verdampfen

Hochdruck Verflüssigen

Gasförmiges Kältemittel Verdichten

Zusatzenergie

Fig. 6-1

Kältemittel-Kreislauf in einer Wärmepumpe

Verdampfungs- und KondensationsTemperatur

Bei der gleichen Temperatur da ein Medium verdampft, wenn ihm Wärme zugeführt wird, kondensiert (verflüssigt) es auch, wenn es abgekühlt, d.h. Wärme entzogen wird. Deshalb bezeichnet man diese Temperatur einmal als Verdampfungstemperatur und im andern Fall als Kondensationstemperatur. Die Verdampfungs- bzw. Kondensationstemperatur ist druckabhängig. Bei steigendem Druck steigt auch der Verdampfungs- bzw. Kondensationspunkt bezüglich Temperatur an. Aus diesen physikalischen Zusammenhängen heraus wird der nächste Schritt sehr logisch: Erhöhung des Druckes um den Verdampfungs- / Kondensationspunkt anzuheben in einen Bereich, da die Kondensation für die Heizungsanlage genutzt werden kann. Dies geschieht mit einem Kompressor (Verdichter), welcher das nunmehr gasförmige Kältemittel ansaugt und zusammenpresst.

65

Hierzu ist Zusatzenergie (z.B. Elektrizität) notwendig. Wenn es sich um einen sauggasgekühlten Verdichter handelt, geht diese Energie (Motorenwärme) nicht verloren, sondern gelangt in das zu verdichtende Kältemittel und erwärmt dieses. Im nachgeschalteten Kondensator (Verflüssiger) kühlt das Heizungswasser das Heissgas ab und bringt es zum Kondensieren und das Heizungswasser wird erwärmt. Nach dem Kondensator ist alles Kältemittel wieder flüssig, aber noch auf hohem Druck. Mit Hilfe eines Expansionsventils wird der Druck wieder abgebaut und der Kreisprozess beginnt von vorne.

Expansionsventil

Flüssiges Kältemittel

Niederdruck Verdampfer Gasförmiges Kältemittel

Hochdruck Kondensator (Verflüssiger)

Kompressor (Verdichter)

Fig. 6-2

Mechanische Hauptkomponenten einer Wärmepumpe

50.00 40.00 30.00

20.00

Pressure [Bar]

10.00 9.00 8.00 7.00 6.00 5.00 4.00 3.00

2.00

1.00 0.90 0.80 0.70 0.60 0.50 140 160 180 200 220 240 260 280 300 320 340 360 380 400 420 440 460 480 500 520 540 560 Enthalpy [kJ/kg]

Fig. 6-3 1 2 3

Der Wärmepumpen-Kreislauf im h, log p-Diagramm (vereinfacht) Heizleistung (∆h • m) zugeführte Verdichterleistung Leistung (∆h • m) die der Wärmequelle entzogen wird

66

Herkunft des Namens Wärmepumpe

Der Name Wärmepumpe hat seinen Ursprung aus diesem physikalischen Vorgang heraus erhalten: Auf tiefem Temperaturniveau aufgenommene Wärmeenergie wird "hoch gepumpt" auf ein Niveau das zu Heizzwecken gebraucht werden kann. Die Wärmequelle liefert die notwendige Verdampfungswärme für die Wärmepumpe.

6.3 Die Wärmequellen

6.3.1 Wärmequelle Aussenluft

Fig. 6-4

Wärmequelle Aussenluft

Immer verfügbare Wärmequelle

Aussenluft hat eine sehr hohe Verfügbarkeit und wird deshalb oft benutzt. Es müssen jedoch folgende Eigenschaften berücksichtigt werden. Die Wärmepumpe und deren Antriebsleistung muss relativ gross für den kältesten Tag ausgelegt werden (Leistungszahl ist dann am kleinsten, vgl. 6.6.1). Bei mildem Wetter und entsprechend geringem Heizwärmebedarf steht ein grosses Überangebot von WärmepumpenHeizleistung an, welches unter Umständen gespeichert werden muss. Bei Aussenlufttemperaturen im Bereich von + 5 °C bis -10 °C tritt am Verdampfer starke Vereisung auf (kondensierte Luftfeuchtigkeit friert an der Verdampferoberfläche mit Temperatur < 0 °C fest). Hierbei sinkt die Verdampferleistung stark ab. Das Eis muss mit einer geeigneten (energieverbrauchenden!) Methode regelmässig abgetaut werden. Durch die Luftumwälzung können störende Ventilatorengeräusche entstehen, die durch entsprechende Schallschutzmassnahmen reduziert werden müssen.

-

-

-

6.3.2 Wärmequelle Erdreich

Fig. 6-5

Wärmequelle Erdreich

67

Besser als Luft als Wärmequelle, aber teurer

Beim Erdreich als Wärmequelle werden entweder Erdkollektoren (grossflächiges Rohrnetz normalerweise gefüllt mit frostsicherer Flüssigkeit, z.B. Wasser-Glykol, min. 1,5 m unter Erdoberfläche installiert) oder Erdsonden (Tiefenbohrung erforderlich) zur Nutzung eingesetzt. Die Verwendung von Erdkollektoren bedingt die Verfügbarkeit eines entsprechend grossen Grundstückes und erfordert normalerweise hohe Investitionskosten. Ebenso sind bei der Verwendung von Erdsonden Bohrungen notwendig, die entsprechende Investitionskosten verursachen. Bei der Nutzung des Erdreichs als Wärmequelle ist sehr sorgfältig darauf zu achten, dass sich die Wärmequelle wieder regenerieren kann (evtl. Entlastungseinrichtung wie Sonnenkollektoren einbauen), da sonst die Bodentemperatur zu stark absinkt und dadurch die notwendige Leistung nicht mehr zur Verfügung steht. Bei Erdsonden ist aus den gleichen Überlegungen darauf zu achten, dass der Wärmentzug pro Meter Sonde nicht zu gross ist, da sich sonst die Jahresarbeitszahl unweigerlich verschlechtert. Richtig dimensioniert und konzipiert ist für den Wärmepumpenbetrieb das Erdreich eine der unproblematischsten Wärmequellen.

6.3.3 Wärmequelle Grundwasser

Fig. 6-6 Wärmequelle Grundwasser

Die beste Wärmequelle, aber selten zur Verfügung

Beim Grundwasser als Wärmequelle ist dessen Verfügbarkeit und Qualität das grösste Problem. Sofern jedoch in ausreichender Menge, Qualität und mit geeignetem Temperaturniveau verfügbar, ist diese Wärmequelle annähernd ideal für den Wärmepumpenbetrieb (Bewilligungspflicht!). Wärmepumpen werden (im deutschen Sprachgebrauch) benannt nach dem Prinzip X - Y - Z - Wärmepumpe, wobei gilt: X: Wärmequellen- Wärmeträgermedium (z.B. Luft, Wasser, Sole, usw.) Y: Heizanlagen-Wärmeträgermedium (z.B. Wasser, Luft, usw.) Z: Kompressor-Antriebsenergieart (Elektrizität, Dieselöl, Gas, usw.)

6.4 Wärmepumpen-Benennung

Bezeichnung der Wärmepumpe

Beispiele: Wärmequelle Aussenluft Erdreich Grundwasser Wärmepumpen-Benennung Luft - Wasser - Elektro - Wärmepumpe Sole - Wasser - Elektro - Wärmepumpe Wasser - Wasser - Elektro - Wärmepumpe

68

6.5 Betriebsarten 6.5.1 Monovalenter Betrieb

monovalente Betriebsweise (mono = ein, einzig) In einer monovalenten Wärmepumpen-Heizanalage stellt allein die Wärmepumpe (Fig. 6-8) in allen möglichen Betriebszuständen die erforderliche Heizwärme bereit. Die Wärmepumpe muss also für den maximalen Wärmebedarf der Gebäudeheizung ausgelegt werden. Die maximal möglichen Heizwasser-Vor- und Rücklauftemperaturen müssen auf die maximal zulässige Kondensator-Austrittstemperatur ausgelegt werden.

B66-06

Fig. 6-7

Monovalent betriebene Anlage mit Speicher und Heizungsgruppen

ϑA
- 10
Auslegepunkt

-5

0

5
Heizgrenze Wärmepumpe
B66-07

10

15

0

30

60

90

120

150

180

210

240

270

300

330

360

Fig. 6-8

Temperatur-Häufigkeitskurve für monovalenten Betrieb

Bei Ausfall der Wärmepumpe steht in einer monovalenten Anlage keine Alternativheizung zur Verfügung. 6.5.1.1 Spezialfall monoenergetischer Betrieb Da die maximale Leistung einer Anlage nur während relativ kurzer Zeit zur Verfügung stehen muss, wird für Einfamilienhäuser oft als Lösung eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit elektrischer Zusatzheizung zur Spitzenlastdeckung eingesetzt. Dies ist eigentlich ein bivalent-alternativer Betrieb (vgl. 6.5.2.1), da aber nur eine Energieform, in diesem Falle Elektrizität zugeführt wird, spricht man von monoenergetischer Betriebsweise. Erfahrungsgemäss benötigt eine Anlage weniger Energie, wenn diese Umschaltung von Hand erfolgt. Ebenso sollte auf eine Nachtabsenkung bei tiefen Aussentemperaturen verzichtet werden, damit keine Schnellaufheizung notwendig wird.
69

6.5.2 Bivalenter Betrieb

bivalente Betriebsweise (bi = zwei, doppelt) In einer bivalenten Wärmepumpen-Heizanlage erzeugt die Wärmepumpe bei mildem und durchschnittlich kaltem Winterwetter allein die notwendige Heizwärme. Bei starker Kälte wird der Heizwärmebedarf durch eine Zusatzheizung (vgl. Fig. 6-9). ergänzend (parallel) oder gänzlich (alternativ) gedeckt

∆p

PID

B66-08

Fig. 6-9

Bivalent betriebene Anlage mit Wärmepumpe, Speicher und Heizkessel zur Deckung des Spitzenwärmebedarfs

Die Wärmepumpe muss also nur für einen Teil des maximalen Wärmebedarfs der Gebäudeheizung ausgelegt werden. Die Zusatzheizung kann auf verschiedene Arten zur Wärmepumpe betrieben und muss entsprechend ausgelegt und eingesetzt werden. Man unterscheidet die folgenden Betriebsarten: 6.5.2.1 Bivalent-alternativer Betrieb bivalent-alternativer Betrieb bivalent-paralleler Betrieb bivalent-parallel/alternativer Betrieb

Hierzu ist die Wärmepumpe nur bei mildem und durchschnittlich kaltem Winterwetter in Betrieb. Bei starker Kälte und zur Deckung des maximalen Wärmebedarfes wird die Wärmepumpe aus- und die Zusatzheizung eingeschaltet.
ϑA
- 10
Auslegepunkt

-5

0

Bivalenzpunkt

5

10
Kessel Wärmepumpe

Heizgrenze

0

30

60

90

120

150

180

210

240

270

300

330

70

Fig. 6-10 Temperatur-Häufigkeitskurve für bivalent-alternativen Betrieb

B66-09

15

360 [Tage/a]

Die Heizwasser-Vor- und Rücklauftemperaturen müssen für die Lastzustände mit Wärmepumpenbetrieb auf die maximal zulässige Kondensator-Austrittstemperatur ausgelegt sein. Für die Lastzustände mit alternativem Zusatzheizungsbetrieb dürfen die Heizwasser-Vor- und Rücklauftemperaturen über diese maximal zulässigen Werte steigen. Die Zusatzheizung muss jedoch hydraulisch derart in den Heizwasserkreislauf geschaltet werden, dass bei Zusatzheizungsbetrieb kein Heizwasser durch den Wärmepumpen-Kondensator zirkulieren kann (Hochdruck-Betriebsgrenze). Die Zusatzheizung muss für den gesamten maximalen Heizwärmebedarf ausgelegt werden. Im Betrieb muss von der Wärmepumpe auf die Zusatzheizung umgeschaltet werden, sobald die Wärmepumpen-Heizleistung nicht mehr ausreicht. Dies wird regeltechnisch in Abhängigkeit der Aussentemperatur und/oder der Wärmequellentemperatur gemacht. 6.5.2.2 Bivalent-paralleler Betrieb Hierzu sind die Wärmepumpe und die Zusatzheizung bei der Deckung des maximalen Wärmebedarfs der Gebäudeheizung gemeinsam in Betrieb.

Fig. 6-11 Temperatur-Häufigkeitskurve für bivalent-parallelen Betrieb

Die Heizanlage muss für die maximal zulässige Rücklauftemperatur (Kondensator-Entrittstemperatur) ausgelegt sein. Die Zusatzheizung muss hydraulisch in Serie zur Wärmepumpe in den Heizwasservorlauf geschaltet werden. Mit der Zusatzheizung wird die KondensatorAustrittstemperatur auf die notwendige Vorlauftemperatur erhöht. Die Zusatzheizung muss für den Teil des maximalen Wärmebedarfes ausgelegt sein, welcher durch die Wärmepumpe nicht gedeckt wird. Die Zuschaltung der Zusatzheizung erfolgt sobald im Betrieb die Wärmepumpen-Heizleistung allein nicht mehr ausreicht. Dies wird regelungstechnisch in Abhängigkeit der Heizwasser-Vorlauftemperatur bewerkstelligt.

71

6.5.2.3 Bivalent-parallel/alternativer Betrieb

Hierzu sind paralleler- und alternativer Betrieb kombiniert. Bei geringem bis mittlerem Heizwärmebedarf wird dieser durch die Wärmepumpe allein gedeckt. Steigt der Wärmebedarf über die Heizleistung der Wärmepumpe, so wird die Zusatzheizung parallel betrieben, in Abhängigkeit der Vorlauftemperatur. Steigt der Wärmebedarf weiter über die Betriebsgrenze der Wärmepumpe an, so wird diese abgeschaltet (Aussentemperatur- oder Wärmequellentemperaturabhängig) und der gesamte maximale Wärmebedarf wird durch die Zusatzheizung gedeckt.

Fig. 6-12 Temperatur-Häufigkeitskurve für bivalent-parallel/alternativen Betrieb

Die Zusatzheizung muss hydraulisch derart in das System integriert werden, dass sie: im Parallelbetrieb in Serie zur Wärmepumpe in den Heizwasservorlauf geschaltet ist im Alternativbetrieb kein Heizwasser durch den Wärmepumpen-Konsensator zirkulieren kann die Zusatzheizung muss für den gesamten maximalen Heizwärmebedarf ausgelegt werden

6.5.3 Wahl der Betriebsart Die richtige Betriebsweise

Die Wahl der günstigsten (Energie- und Kosten/Nutzen optimalsten) Betriebsweise ist von den folgenden Kriterien abhängig: Jahresverlauf des Heizwärmebedarfs des Gebäudes Jahresverlauf der Heizwärmeleistung der Wärmepumpe bedarfsabhängiger Verlauf der Heizwasser-Vor- und Rücklauftemperatur jährliche Häufigkeit der auftretenden Heizlastzustände

6.6 Kennzahlen für Wärmepumpen 6.6.1 Die Leistungszahl ε

Vergleichsmöglichkeit von Wps Die Leistungszahl ε (Epsilon) bietet eine Vergleichsmöglichkeit einzelner Wärmepumpen zueinander und ist das Verhältnis von der momentanen Heizwärmeabgabe zur hierfür zugeführten (elektrischen) Leistung einer (elektrisch betriebenen) Wärmepumpenanlage. Leistungszahl ε = momentane Heizwärmeabgabe zugeführte (elektrische) Leistung

je grösser ε, um so energieoptimaler ist der Wärmepumpenbetrieb

72

Für das Betriebskonzept einer Wärmepumpen-Heizanlage muss unbedingt berücksichtig werden, dass sich ε (und somit die Heizleistung der Wärmepumpe) bei kleiner werdender Differenz zwischen Kondensations- und Verdampfungstemperatur vergrössert. Dies bedeutet praktisch, das normalerweise eine Wärmepumpe zur Gebäudeheizung: bei grösstem Heizwärmebedarf die kleinste Leistungszahl, d.h. die geringste Heizleistung hat mit abnehmendem Heizwärmebedarf zunehmende Leistungszahl, d.h. zunehmende Heizleistung hat bei geringstem Heizwärmebedarf die grösste Leistungszahl, d.h. die grösste Heizleistung hat

-

-

Eine bestimmte Leistungszahl ε ist nur gültig für einen bestimmten, momentanen Betriebszustand.

Fig. 6-13 Beispiel für den Verlauf der Leistungszahl in Abhängigkeit der Temperaturdifferenz zwischen Kondensations- und Verdampfungstemperatur Legende 1 Leistungszahl 2 Temperaturdifferenz

6.6.2 Die Jahresarbeitszahl β

Für die eigentliche Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpenanlage ist die Jahresarbeitszahl β (Beta) massgebend. Die Jahresarbeitszahl β ist der jährliche Durchschnitt der in einem Wärmepumpenanlagen-Betriebsjahr mengenmässig vorkommenden Leistungszahlen ε. Typische, in der Praxis vorkommende Jahresarbeitszahlen Wärmequelle beispielsweise wie folgt: Wärmequelle Aussenluft Erdreich Grundwasser
β β

Der Jahresdurchschnitt ist wichtig

sind nach

2,5 3 3,2

73

Die Jahresarbeitszahl β wird bestimmt durch Messung des jährlich von Kompressor und Hilfsantrieben usw. aufgenommenen Stromverbrauchs (in kWh), und durch gleichzeitige Messung der jährlich produzierten Wärme (in kWh) und der Wärmeverluste der Speicheranlage. Jahresarbeitszahl
QWP QSP WWP WPumpen WRegelung W... β

=
= = = = = =

QWP - QSP WWP + WPumpen + WRegelung + W...
Wärmemenge produziert durch Wärmepumpe Wärmeverluste der Speicheranlage Energieverbrauch der Wärmepumpe Energieverbrauch der Verdampfer- und KondensatorPumpe Energieverbrauch der Regelung und Steuerung Energieverbrauch anderer Komponenten wie Abtaueinrichtung, Carter-Heizung, ...

Dies bedingt ein entsprechendes Messkonzept (Planungsphase) für die Wärmepumpe-Anlage und die Anlage muss mit den notwendigen Fühlern und Zählern (Elektro- und Wärmezähler) ausgerüstet sein. 6.7 Die Regelbarkeit der Wärmepumpe Eine Wärmepumpe ohne regelbare Heizleistung produziert im TeilHeizlastbetrieb überschüssige Wärme. Welche Wärmepumpen-Heizleistungsregelung verwendet werden soll und kann, muss unbedingt vom Wärmepumpen-Hersteller bestimmt und bei der Anlagekonzeption und -dimensionierung berücksichtigt werden. Eine Wärmepumpen-Heizleistungsregelung mittels stetig geregeltem Heissgas- Bypass- oder Saugdrosselventil ist unsinnig, da in beiden Fällen eine Reduktion der Heizleistung keine annähernd gleichwertige Reduktion der Antriebs-Leistungsaufnahme erbringt. Sowohl die Heissgas- Bypass- als auch die Saugdrossel-Regelung ergeben also für die Wärmpumpe sehr schlechte Jahresarbeitszahlen. Mit der Ventilabhebung können bei entsprechend ausgerüsteten mehrzylindrigen Kolbenkompressoren einzelne Zylinder stufenweise zuoder abgeschaltet werden Hierzu werden die Saugventile der abzuschaltenden Zylinder geöffnet (z.B. elektrohydraulisch). Diese Wärmepumpen-Heizleistungsregelung ist jedoch nicht energieoptimal, da im reduzierten Leistungsbetrieb wesentliche Reibungsverluste auftreten, und da die Massenkräfte der leer mitlaufenden Kolben trotzdem aufgebracht werden müssen. Die Kompressor-Ventilabhebung ergibt also für die Wärmepumpe eine relativ schlechte Jahressarbeitszahl. Eine Wärmepumpen-Heizleistungsregelung mittels mehrstufiger (Stufenschalter auf polumschaltbaren Drehstrommotor) oder stufenloser (Frequenzumformer auf Drehstrommotor) Drehzahlregelung ist nahezu energieoptimal. Elektrisch betriebene Wärmepumpen mit Antriebs-Anschlussleistungen bis ca. 40 kW werden heute normalerweise nur im Zweipunktverfahren Ein/Aus geregelt, da die vorgenannte Leistungsregelungen nicht energieoptimal sind oder hohe Investitionskosten verursachen. Bei dieser Art der Regelung ist zu beachten, dass häufiges Ein/AusSchalten von Wärmepumpen die Lebensdauer der mechanischen Teile vermindert, die Stillstandverluste erhöht und häufige Netzschwankungen durch die hohen Anlaufströme entstehen. Deshalb muss zur Verhinderung von zu häufigem Ein/Aus-Schalten die Wärmepumpen-Heizanlage genügend Wärmespeicherkapazität auf-

6.7.1 Heizleistungsregelung direkt an der Wärmepumpe 6.7.1.1 Heissgas-Bypass oder Saugdrossel

6.7.1.2 Kompressor Ventilabhebung

6.7.1.3 Kompressordrehzahlregelung Gute Wärmepumpen-Regelung

6.7.2 Wärmepumpe Ein/Aus-Regelung Meist verwendete Regelung bei Wärmepumpen

74

weisen, welche einerseits zeitweilig die überschüssig produzierte Wärmepumpen-Wärme speichern kann, und welche andererseits zeitweilig den Heizanlagen-Wärmebedarf bei ausgeschalteter Wärmepumpe decken kann. Zusätzlich sollte sicherheitshalber die Wärmepumpe zeitverzögert geschaltet werden, so dass eine maximal zulässige Anzahl Anläufe pro Stunde nicht überschritten werden kann (z.B. max. 3 Anläufe pro Stunde). Die zulässige Anlaufhäufigkeit wird oft auch vom Elektrizitätswerk vorgeschrieben.

75

7. Eisspeicher
7.1 Einleitung Die Gründe für den Einsatz von Kältespeichern sind meistens anlageoder anwendungsbedingt. Kältespeicher sind erforderlich, wenn ein möglicher Ausfall der Antriebsenergie für die Kältemaschine überbrückt werden muss, wie z.B. in EDV-Anlagen, Operationsräumen, Fernmeldeanlagen. Kältespeicher entlasten dann die Notstromanlage. Kältespeicher können aber auch wirtschaftliche Vorteile bringen, wenn durch die Kältespeicherung die Lastspitze der Kältenanlage oder auch des gesamten Gebäudes reduziert werden kann, was zu einer Verringerung des Leistungspreises für elektrischen Strom führt. Zusätzliche Vorteile können sich ergeben durch die Verlegung der Speicherladung in die Niedertarifzeit. Die Ergebnisse sind abhängig von der Tarifgestaltung des jeweiligen Stromlieferanten. Der Einfluss auf die Investitionen ist stark objektabhängig, in günstigen Fällen kann sich eine spürbare Verringerung ergeben. Je höher und je kürzer die Kühllastspitze gegenüber dem mittleren Tagesbedarf ist, umso grösser sind die zu erwartenden wirtschaftlichen Vorteile des Einsatzes von Kältespeichern. Zur Speicherung von Kälteenergie werden üblicherweise 2 Arten von Speichern eingesetzt: • • Kaltwasserspeicher Kaltwasserspeicher Eisspeicher

Kaltwasserspeicher werden meist als Pufferspeicher im Kaltwassernetz (z.B. 6/12 °C) eingesetzt, um während einer kurzen Zeit (Minuten oder wenige Stunden) die Kälteenergie zu speichern. Damit kann die Kälteerzeugung optimiert betrieben werden, oder sie werden eingesetzt, um die Regelung zu stabilisieren, vor allem wenn die Füllmenge (= Speichermasse) des Kaltwassersystems gering ist im Verhältnis zur geschalteten Verdichterleistung. Für Kaltwasserspeicher gelten ähnliche oder gleiche Überlegungen wie bei Warmwasserspeichern bezüglich hydraulischen Schaltungen, Regelung, usw. - selbstverständlich unter umgekehrten Vorzeichen. Deshalb wird diese Art der Kältespeicherung nicht weiter behandelt.

Eisspeicher

Eis hat eine rund 80-mal grössere Speicherfähigkeit als Wasser, bedingt durch den Phasenübergang Eis/Wasser (und umgekehrt). Eisspeicher werden daher auch als Latentspeicher bezeichnet. Eisspeicher bieten eine viel höhere Speicherdichte (kWh/m3 oder kWh/m2 benötigte Bodenfläche) als Kaltwasserspeicher. Das Temperaturniveau des Eisspeichers liegt bei 0 °C, bedingt durch den Phasenübergang, was sich zusätzlich vorteilhaft auswirkt. Der Einsatz eines Eisspeichers bietet viele Vorteile, bedingt aber auch entsprechende Grundkenntnisse zu Regelung und korrekter hydraulischer Einbindung in das gesamte Kältesystem. Diese werden nachfolgend behandelt. Beim Einsatz von Eisspeichern unterscheidet man den Einsatz in der Klimatechnik – der in diesen Unterlagen im Vordergrund steht – und den Einsatz in der Gewerbekühlung.

7.2 Einsatzgebiete für Eisspeicher

76

7.2.1 Einsatz in der Klimatechnik

Eisspeicher werden in der Klimatechnik aus verschiedenen Überlegungen eingesetzt. Eine Investitionsentscheidung zu Gunsten von Eisspeichern fällt, wenn: • die elektrische Lastspitze im Gebäude an einem Sommertag liegt und durch Reduktion der Spitzenkältelast die gesamte elektrische Lastspitze des Gebäudes gesenkt werden kann (Stromkostenoptimierung) Strom im Niedertarif zur Kälteerzeugung genutzt werden kann (Stromkostenoptimierung) durch den Einsatz von Eisspeichern der elektrische Strombezug insgesamt vergleichmässigt wird (Stromkostenoptimierung)

• •

oder • für eine bestehende Kälteanlage die Kälteleistung vergrössert werden soll, ohne die Kältemaschine auszubauen (oder zu erneuern) die Kälteversorgung während eines Stromausfalls für einige Stunden gesichert werden soll, wie z.B. in Operationsräumen, EDV-Anlagen, ...

7.2.2 Einsatz in der Gewerbekühlung

Beim Einsatz von Eisspeichern in der Gewerbekühlung spielen andere Überlegungen als in der Klimatechnik eine Rolle. Eisspeicher werden meist in gewerblichen Kühlanlagen eingesetzt, die täglich eine hohe Kältelast während wenigen Stunden pro Tag haben, z.B. Brauerein, Molkereien, usw. und damit die Kälteerzeugung stossweise belasten würden. Eisspeicher sorgen hier dafür, dass die Kälteenergie kontinuierlich mit relativ geringer Leistung erbracht werden kann, z.B. über 12 bis 14 Stunden (vgl. 7.4.2 Teil- und Vollspeicherung).

7.3 Aufbau und Funktion des Eisspeichers

Es werden hauptsächlich drei Bauarten von Eisspeichern eingesetzt: • • • Direktverdampfersysteme Eisspeicher mit wassergefüllten Kunststoffkugeln Eisspeicher spiralförmig angeordneten Wärmetauscherrohren (Calmac)

Direktverdampfersysteme

Bei Direktverdampfersystemen (Fig. 7-1), wird der Verdampfer der Kältemaschine direkt in einen Tank geführt und an der Verdampferoberfläche Eis produziert. Um gleichmässigen Eisansatz an den Kühler-Rohren oder -Platten zu erhalten, wird das Wasser im Tank mit Pumpen umgerührt oder es wird Luft am Tankboden eingeblasen. Wegen der schlechten Wärmeleitung von Eis nimmt die Leistung mit zunehmender Eisdicke ab. Eisdickenmesser sollen völliges Einfrieren verhindern, bereiten aber besonders bei Teillasten und Teilentlastung Probleme.

77

A

B C

Fig. 7-1

Direktverdampfersystem

Legende A Direktverdampfer mit Kältemittel B Lufteinperlung C Kühlwasserkreis

Eisspeicher mit wassergefüllten Kunststoffkugeln

Diese Eisspeicher sind in einen Solekreislauf eingebunden, der von einem Verdampfer gekühlt wird. Der zur Speicherung verwendete Tank ist zu ca. 50 – 70 % mit speziell geformten, wassergefüllten Kunststoffkugeln gefüllt, die elastisch sind und die Ausdehnung beim Gefrieren aushalten. Der Solekreislauf muss die Ausdehnung aufnehmen (⇒ Ausdehnungsgefäss).

Fig. 7-2

Eisspeicher mit Kunststoffkugeln in Solekreislauf eingebunden

Legende A Eisspeicher B Ausdehnungsgefäss C Umstellventil

Eisspeicher mit Wärmetauscherrohren

In diesen heute oft eingesetzten Eisspeichern (z.B. Calmac) werden die Wärmetauscherrohre von einer Sole (Glykolwassergemisch) durchflossen. Die Wärmetauscherrohre sind spiralförmig aufgewickelt und in unzähligen Ebenen übereinander angeordnet (vgl. Fig. 7-3). Sie füllen den Eisspeicherbehälter vollständig aus, womit die Wärmeübertragungsfläche und somit die Leistungsabgabe grösser ist als bei Direktverdampfungssystemen. Über den Wärmetauscherrohren ist genügend Raum vorhanden zur Aufnahme des verdrängten Wassers bei der Eisbildung.

78

Fig. 7-3

Eisspeicher mit spiralförmig angeordneten Wärmetauscherrohren (Calmac)

Solche Eisspeicher (Behälter und Wärmetauscherrohre) sind aus Kunststoff (PE) gefertigt und dadurch sehr leicht zu transportieren und zu versetzen. Das Speichermedium Wasser und das Wärmeträgermedium wird erst nach der Montage eingefüllt. Die Behälter sind für die verschiedensten Aufstellorte geeignet und können im Gebäude, aber auch ausserhalb aufgestellt und teilweise sogar im Erdreich vergraben werden. Anlagenteile auf Glykolwasserkreis abgestimmt Der Glykolwasserkreis ist ein geschlossenes, unter Druck stehendes System. Das Glykolwassergemisch kommt dabei nie in direkten Kontakt mit dem gespeicherten Eis und muss weder aufbereitet noch gefiltert werden. Zwischen den Verbrauchern und den Eisspeichern ist kein Wärmetauscher erforderlich, wohl aber müssen die Anlagenelemente (z.B. Luftkühler) leistungsmässig und konstruktiv auf das zirkulierende Glykolwassergemisch ausgelegt werden. Durch die spezielle Anordnung der Wärmetauscherrohre schmilzt das Eis von innen nach aussen und nicht, wie bei herkömmlichen Direktverdampfersystemen (vgl. Fig. 7-1) von aussen nach innen.

Fig. 7-4

Schmelzvorgang bei einem Direktverdampfungssystem und handelsüblichen Eisspeicher

79

In diesen Eisspeichern ist keine Eisdicke-Überwachung notwendig. Durch die dichtere Rohrandordnung ist der Platzbedarf geringer als bei Direktverdampfersystemen und die Wärmeübertragungsfläche und somit die Leistungsabgabe grösser. 7.4 Auslegung des Kältespeichers Kälteleistung und Kühlenergie Bei Klimaanlagen spricht man meistens von Kälteleistung in kW, bei Kältespeichern dagegen von kWh, da diese Kühlenergie speichern. Die nachfolgenden Überlegungen zeigen den Zusammenhang zwischen der gespeicherten Kühlenergie, der Kühllast und der Leistung der Kältemaschine. In der Praxis benötigen Klimaanlagen während der Betriebszeiten selten 100% der Kühlleistung für die sie ausgelegt und gebaut sind. Bedarfsspitzen treten in der Regel nachmittags auf, wenn die Ausseneinflüsse hoch sind. Dies ist jedoch für jede Anlage etwas anders und stark von der Gebäudekonstruktion und der Benutzung abhängig. Fig. 7-5 zeigt einen typischen Tagesverlauf des Kältebedarfs einer Klimaanlage. Die maximale Kälteleistung (200 kW) werden also nur während 2 h der gesamten Betriebszeit benötigt. Während den übrigen Stunden ist der Bedarf kleiner. Die notwendige Kühlenergie pro Tag beträgt somit 1640 kWh.
kW 200 180 160 140 120 100 80 60 40 20 0 0 1 2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 1

2

3

4

5

6

7

8

9 10 11 12 h

Fig. 7-5

Verlauf des Kältebedarfs einer Anlage (Beispiel)

Um den Spitzenbedarf von 200 kW abzudecken, ist eine entsprechende Kältemaschine mit einer Leistung von 200 kW notwendig. Diese Kältemaschine kann über die Betriebszeit eine maximale Kühlenergie von 2200 kWh zur Verfügung stellen (vgl. Fig. 7-6).
kW 200

180 160 140 120 100 80 60 40 20 0 0 1 2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 1

2

3

4

5

6

7

8

9 10 11 12 h

Fig. 7-6

Maximal mögliche Kühlleistung während der Betriebszeit der Anlage (Beispiel)

80

Durchschnittsfaktor

Das Verhältnis zwischen wirklichem Kältebedarf und der total zur Verfügung stehenden Kälteenergie wird als Durchschnittsfaktor bezeichnet. Für die Kältemaschine im betrachteten Beispiel gilt also: Durchschnittsfaktor % = wirklich benötigte kWh 1640 kWh = = 75 % total verfügbare kWh 2200 kWh

Je niedriger der Durchschnittsfaktor, umso ungünstiger ist die Kostennutzung der Klimaanlage. 7.4.1 Kältemaschine und -speicher decken Spitzenbedarf Durch den Einsatz eines Kältespeichers wird die Kälteerzeugung optimiert, in dem die notwendige Spitzenleistung teilweise von Kältemaschine und ergänzend aus dem Kältespeicher geliefert wird. So kann die Kältemaschine bedeutend kleiner dimensioniert werden. Teilt man den kWh-Bedarf des Gebäudes durch die Betriebstunden der Kältemaschine, so erhält man die mittlere Kühlleistung des Gebäudes während der Kühlperiode. Diese ist massgebend für die Dimensionierung der Kältemaschine. Es sind aber noch weitergehende Überlegungen notwendig, damit die Kältemaschine und der Kältespeicher richtig ausgelegt werden können. Die Kältemaschine ist während 24 h in Betrieb. Der Kältespeicher wird nachts aufgeladen. Der Kältebedarf der Verbraucher wird während der Betriebszeit der Klimaanlage von der Kältemaschine mit Unterstützung des Kältespeichers gedeckt. Durch die Verlängerung der Betriebszeit der Kältemaschine auf 24 Stunden wird die niedrigst mögliche mittlere Kälteleistung erreicht (Beispiel: 1640 kWh : 24 h = 68.3 kW, vgl. Fig. 7-7).
kW 200 180 160 140 120 100 80 60 40 20 0 0 1 2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 1

Mittlere Kühlleistung

7.4.2 Teil- und Vollspeicherung Teilspeicherung

2

3

4

5

6

7

8

9 10 11 12 h

Fig. 7-7

Teilspeicherung: Kältebedarf der Anlage und mittlere Kälteleistung

Die Teilspeicherung ist in neuen Anlagen oft die praktischste und kostengünstigste Methode. Vollspeicherung Die Vollspeicherung wird in Anlagen angewendet, in denen, bedingt durch die Tarifstruktur des Stromlieferanten (Hoch- und Niedertarif), die Kältemaschine nur während einer gewissen Anzahl Stunden (z.B. meistens nachts) in Betrieb sein kann. Während der Hochtarifperiode wird die notwendige Kälteleistung nur aus dem Kältespeicher bezogen. Dadurch reduziert sich die notwendige Leistung der Kältemaschine ebenfalls (Beispiel: 1640 kWh : 10 h = 164 kW, vgl. Fig. 7-8), aber nicht in dem Masse wie bei der Teilspeicherung.

81

kW 200 180 160 140 120 100 80 60 40 20 0 0 1 2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 1

2

3

4

5

6

7

8

9 10 11 12 h

Fig. 7-8

Vollspeicherung: Kältebedarf der Anlage und mittlere Kälteleistung im Niedertarifbereich

Die Vollspeicherung macht in vielen Anlagen vor allem aus Betriebskostenüberlegungen (Tarifstruktur, Grundlastgebühren, ...) Sinn. 7.5 Hydraulische Schaltungen mit Eisspeichern Bei der hydraulischen Einbindung des Eisspeichers in das gesamte Kältesystem werden grundsätzlich 3 Betriebsarten unterschieden: • • • 7.5.1 Ladebetrieb Ladebetrieb Entladebetrieb Bypass-Betrieb

Im Ladebetrieb (meistens nachts) zirkuliert zwischen einem handelsüblichen Kaltwassersatz und dem Wärmetauscher im Eisspeicher ein Glykolwassergemisch, dessen Temperatur unterhalb des Gefrierpunktes liegt (min. - 3 °C). Dadurch wird alles Wasser im Speicher zu Eis gefroren. In einigen Eisspeichern sind die Wärmetauscherrohre im Gegenfluss angeordnet, was eine gleichmässige Eisbildung ermöglicht.

Eisspeicher

Fig. 7-9 Ladebetrieb eines Eisspeichers

Im Ladebetrieb ist das Umlenkventil so gestellt, dass kein Glykolwassergemisch zu den Verbrauchern zirkuliert (vgl. Fig. 7-9). Beim Gefrierprozess kristallisiert das Wasser im ganzen Speicher gleichmässig, beginnend an der Oberfläche der Rohre. Dadurch werden Spannungen oder Beschädigungen der Speicher verhindert.

82

7.5.2 Entladebetrieb (Serieschaltung)

Im Entladebetrieb (tagsüber) kühlen die Eisspeicher das Glykolwassergemisch von z.B. 10 °C auf 1 °C. Die Vorlauftemperatur zu den Verbrauchern wird von einem Dreiweg-Mischventil mittels Bypass auf die gewünschte Kühltemperatur (z.B. 6 °C) geregelt. Der Rücklauf von den Verbrauchern von ca. 12 °C wird vom Kaltwassersatz wieder auf z.B. 10 °C abgekühlt.

Eisspeicher

Fig. 7-10 Entladebetrieb eines Eisspeichers (Kältemaschine und Eisspeicher in Serie)

7.5.3 Bypass-Betrieb

Während der Übergangszeit ist der Kältemaschine in der Lage, die benötigte Kühlenergie ohne Eisspeicher-Betrieb zu liefern. Das gesamte Glykolwassergemisch fliesst nun durch den Bypass (vgl. Fig. 7-11).

Eisspeicher

Fig. 7-11 Bypass-Betrieb eines Eisspeichers (nur Kältemaschine)

Je nach Tarifsituation des Stromlieferanten ist es aber auch in der Übergangszeit sinnvoll, den Eisspeicher in der Nacht zu laden und am Tag daraus die Kühlenergie zu beziehen (vgl. 7.4.2 Teil- und Vollspeicherung und 7.5.4). 7.5.4 Hydraulische Schaltung bei Vollspeicherung Die unter 7.5.1 bis 7.5.3 gezeigten Schaltungen sind geeignet für eine Eisspeicheranlage mit Teilspeicherung (vgl. 7.4.2). Bei Anlagen mit Vollspeicherung, ist es mit der bisher gezeigten Schaltung nicht möglich eine Kühlung nur mit dem Eisspeicher zu realisieren. Dazu muss eine andere, aufwändigere hydraulische Schaltung eingesetzt werden.

83

Eisspeicher

Fig. 7-12 Mögliche hydraulische Schaltung bei Vollspeicherung (mit Regelventil A und Umstellventil B)

7.5.5 Unterschiedliche Betriebspunkte der Kältemaschine

Aus den vorangehenden Beschreibungen ist ersichtlich, dass die Kältemaschine je nach Anlagesituation (Laden, Entladen in Serie oder Bypass) mit unterschiedlichen Kühlwassertemperaturen arbeiten muss, was bei der Auslegung der Kältemaschine sehr genau berücksichtigt werden muss. Die Regelung und Steuerung der Kältemaschine wird üblicherweise mit dieser vom Hersteller geliefert. Die Hauptfunktionen der Eisspeicher-Regelung und -Steuerung sind: • • • Regelung der Glykolwasser-Mischtemperatur beim Entladen in Serie Steuerung des Umstellventils je nach Betriebsart Steuerung der Eisspeicher Ladung (evtl. mit Verbrauchsprognose)

7.6 Regelung und Steuerung des Eisspeichers

7.6.1 Regelung der GlykolwasserMischtemperatur

Das Dreiwegventil nach dem Eisspeicher (Fig. 7-13, A) mischt Glykolwasser aus dem Eisspeicher (ca. 1 °C) und Glykolwasser von der Kältemaschine auf die gewünschte Kühltemperatur für die angeschlossenen Verbraucher. Im Bypass-Betrieb hat dieses Ventil keine Regelfunktion. Die Kältemaschine liefert das Glykolwasser in der gewünschten Temperatur.

Eisspeicher

84

Fig. 7-13 Regel- und Umstellventil für Betrieb des Eisspeichers

7.6.2 Steuerung des Umlenkventils je nach Betriebsart

Das Umlenkventil (Fig. 7-13, B) wird je nach Betriebsart in die gewünschte Position gestellt. Für den Ladebetrieb ist es auf Umlenkung gestellt, im Entlade- und Bypass-Betrieb steht dieses Ventil auf Durchgang. Es wird meist im Rücklauf als Mischventil eingebaut und hat keine Regelfunktion. Eisspeicher sind meist mit einem Ladezustand-Fühler (Fig. 7-13, C) ausgerüstet, der ein standardisiertes Signal (0 – 10 V oder 4 – 20 mA) liefert. Diese Information kann von der Regelung und Steuerung verwendet werden um beispielsweise den Ladevorgang zu starten und zu stoppen. Gerade in der Übergangszeit kann es sinnvoll sein, den Eisspeicher nicht komplett zu laden. Deshalb versucht man in gewissen Anlagen, eine Prognose über die für den nächsten Tag notwendige Kühlenergie zu machen. Häufig verwendete Parameter für eine solche Prognose sind: • • • • • aktuelle und gedämpfte Aussentemperatur Luftfeuchtigkeit der Aussenluft Verlauf der Raumtemperatur Verlauf des Ladezustandes während den vorangegangen Tagen ...

7.6.3 Steuerung der Eisspeicher-Ladung

Prognose der zu erwartenden Kühlenergie

Die zur Anwendung kommenden Parameter sind sehr stark anlageabhängig. In der Praxis hat es sich auch gezeigt, dass es sich nicht lohnt zu komplexe Prognose-Szenarien einzusetzen. 7.7 Wirtschaftlichkeitsüberlegungen Bei Eisspeichern sind nicht nur die Investitionskosten zu berücksichtigen, sondern vor allem die Betriebskosten und dabei die Tarifstrukturen (Hoch-/Niedertarif, Grundgebühren, Gebühren für Leistungsspitzen, ...) des Stromlieferanten. Da diese Faktoren von Anlage zu Anlage sehr unterschiedlich ausfallen, müssen diese jeweils sehr genau beurteilt werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Kombination "Kältemaschine mit Eisspeicher" in vielen Anlagen eher tiefere Investitionskosten hat, als eine Lösung mit einer auf die maximale Kälteleistung ausgelegten Kältemaschine. Zusätzlich lassen sich oft noch die Betriebskosten auf Grund der Tarifstrukturen des Stromlieferanten reduzieren.

85

8. Der Absorptions-Kreisprozess
8.1 Einleitung Als Absorptionsprozess bezeichnet man die Aufnahme von Gasen durch flüssige oder feste Stoffe, in Form einer physikalischen Bindung. Eine Absorption kommt allerdings nur zustande, wenn der aufnehmende Stoff und das aufzunehmende Gas (Arbeitsstoff-Paar) chemisch zueinander "passen", und nur bei einem bestimmten Druck-/ Temperaturverhältnis, das für jedes Arbeitsstoffpaar unterschiedlich ist. Ein Absorptionsprozess ist auch umkehrbar, d.h. das aufgenommene Gas kann bei einem anderen Druck-/Temperaturverhältnis wieder ausgetrieben werden. Das Ganze lässt sich demnach als Kreisprozess betreiben.

2

3

1

4

6

5
Fig. 50

Fig. 8-1 Legende 1 2 3 4 5 6

Absorptions-Kreisprozess mit Lösungsmittelkreis als "thermischer Verdichter"

Thermochemischer Verdichter Verflüssiger (Kondensator) Drossel-/Dosiergerät Verdampfer Nutzkreislauf als Wärmepumpe Nutzkreislauf als Kältemaschine

Vergleicht man den Kältemittel-Kreisprozess der Absorptions- mit demjenigen der Kompressions-Kältemaschine (Kapitel 4), so erkennt man auf den ersten Blick die vier Funktions-Komponenten: • • • • Verdampfer (4) Verdichter (1) Verflüssiger (2) Drossel-/Dosiergerät (3).

Es wird auch hier ein reines Kältemittel (z.B. Wasser) im Verdampfer bei niedrigem Druck und externer Wärmezufuhr verdampft, der Dampf auf höheren Druck und höhere Temperatur verdichtet, im Kondensator unter Abgabe der Verdampfungswärme an ein externes Kühlmedium verflüssigt und im Expansionsventil auf Niederdruck entspannt.

86

Der prinzipielle Unterschied besteht im Verdichter, wo anstelle des Kompressors der Lösungsmittel-Kreislauf tritt, mit folgenden Teilfunktionen: • Anstelle des Ansaugvorganges im Kompressor tritt die Absorption des Niederdruck-Kältemitteldampfes durch ein geeignetes, flüssiges Lösungsmittel bzw. Arbeitsstoffpaar im Absorber. Anstelle der Kompression und des Ausstossens des verdichteten, heissen Kältemittelgases aus dem Kompressor, wird das mit Kältemittel angereicherte, flüssige Lösungsmittel in den sogenannten Austreiber gefördert. Im Austreiber wird der Lösung von aussen Wärme zugeführt. Dadurch steigen Temperatur und Druck der Lösung an, das Kältemittel verdampft und strömt durch die Heissgasleitung des KältemittelKreislaufes zum Kondensator.

Lösungsmittel-Kreislauf ersetzt Kompressor

Bei der Absorptionsmaschine wird also der mechanische Kompressor durch den Lösungsmittel-Kreislauf ersetzt. Dieser wird deshalb auch als "thermochemischer Verdichter" bezeichnet. Alle übrigen Funktionselemente des Kältemittel-Kreislaufes, wie Kondensator, Drossel-/Dosiergerät und Verdampfer, bleiben grundsätzlich gleich wie bei der Kompressionsmaschine. Anstelle der mechanischen Antriebsenergie, die der Kompressor benötigt, wird die zur Aufrechterhaltung des Absorptions-Kreisprozesses benötigte Energie in Form von Wärme zugeführt (Dampf, Heisswasser, Öl-/Gas-Brenner, etc.). Mechanische Energie wird nur zum Antrieb der Lösungsmittelpumpe benötigt. Der Einsatzbereich der Absorptions-Kältemaschinen deckt praktisch den ganzen Bereich der Kolben- und Turbokompressor-Aggregate ab, d.h. von ca. 30 kW bis über 5'000 kW Kälteleistung. Der Entscheid, ob eine Kompressions- oder eine Absorptionsmaschine eingesetzt werden soll, hängt weitgehend von der zur Verfügung stehenden Betriebsenergie ab. Steht beispielsweise ein Dampf- oder Heisswasserkessel zur Verfügung, der sonst nur im Winter optimal ausgenützt würde, ist es naheliegend, dessen freie Kapazität im Sommer zur Kälteerzeugung mit einer Absorptions-Kälteanlage zu koppeln. Optimal ist der Einsatz einer Absorptionsmaschine dann, wenn Abdampf aus einem Produktionsprozess oder von einer Gegendruckturbine zur Verfügung steht. Ein weiterer, interessanter Einsatz ergibt sich aus der Kombination mit einer Turbo-Kältemaschine. Der Turbokompressor wird dabei mit einer Gegendruckturbine betrieben. Der Niederdruckdampf aus der Gegendruckturbine beheizt anschliessend den Austreiber der Absorptionsmaschine und wird dann als Kondensat wieder dem Dampfkessel zugeführt. Direkt mit Öl oder Gas beheizte Absorptionsmaschinen werden meist als Wärmepumpen gebaut, die im Sommer auf Kühlbetrieb umgestellt werden können.

Zugeführte Wärme anstelle mechanischer Antriebsenergie

8.2 Einsatzbereich der AbsorptionsKältemaschinen

87

Entscheidende Vorteile der Absorptionsmaschine sind schliesslich der praktisch geräuschlose und vibrationsfreie Betrieb, sowie die einfache Leistungsregelung von 0 – 100 %. Nachteilig ist der relativ hohe Energieverbrauch, die hohe Kondensatorleistung und dadurch ein hoher Kühlwasserverbrauch. Oft können diese Nachteile aber durch wesentlich niedrigere Energiekosten bei Abwärmenutzung kompensiert werden. 8.3 Arbeitsstoffpaare Die zur Zeit bekanntesten Arbeitsstoffpaare für AbsorptionsKältemaschinen/-Wärmepumpen sind: Wasser-Lithiumbromid (LiBr) Ammoniak (NH3)-Wasser (mit Wasser als Kältemittel ) (mit Ammoniak als Kältemittel)

Weitere, in Spezialanlagen verwendete und deshalb weniger bekannte Arbeitsstoffpaare sind: Ammoniak-Lithiumnitrat Methylamin-Wasser Methanol-Lithiumbromid

mit dem jeweils erstgenannten Stoff als Kältemittel. Während Ammoniak (NH3) als bewährtes Kältemittel vorwiegend für Verdampfungstemperaturen von 0 °C bis - 60 °C eingesetzt wird, kommt für den Klimabereich heute vorwiegend das Stoffpaar WasserLithiumbromid (LiBr) zum Einsatz. Wasser lässt jedoch nur Verdampfungstemperaturen über 0 °C zu, weil es sonst gefriert. Unterschiedliche Betriebsdrücke für NH3-Wasser und Wasser-LiBr Ein weiterer, wesentlicher Unterschied zwischen dem AmmoniakWasser-Kreisprozess und dem Wasser- LiBr-Kreisprozess liegt in den Betriebsdrücken der Systeme. Während die Ammoniak-Maschinen bei Drücken zwischen ca. 1,5 und 16 bar arbeiten, liegen bei Wasser-LiBrMaschinen die Betriebsdrücke im Verdampfer und Absorber wesentlich unter dem Atmosphärendruck, und zwar der Verdampferdruck bei etwa 0.008 bar, entsprechend einer Verdampfungstemperatur von ca. 3 °C, und der Kondensatordruck bei ungefähr 0.1 bar entsprechend einer Kondensationstemperatur von ca. 50 °C. Diese niedrigeren Drücke (Vakuum) erfordern eine sehr dichte und stabile Ausführung der Maschine. Die Absorptions-Kältemaschine/-Wärmepumpe arbeitet mit 2 Kreisläufen, die zwar phasenweise ineinander laufen, jedoch funktionell getrennt beschrieben werden können (Fig. 8-2). Es handelt dabei um die folgenden Kreisläufe: • • Kältemittelkreislauf mit dem Verdichter, Kondensator, Drossel-/Dosiergerät und Verdampfer Lösungsmittelkreislauf der innerhalb dem Kältemittelkreislauf die Rolle des Verdichters übernimmt

88

8.3.1 Kältemittelkreislauf

Aus dem Austreiber des Lösungsmittel-Kreislaufes strömt der warme Kältemittel-Dampf mit Kondensationsdruck in den Verflüssiger, kommt dort mit den gekühlten Rohrschlangen des Kühlmediums in Berührung und kondensiert dabei. Die frei werdende Verdampfungswärme geht auf das Kühlmedium über, das dadurch erwärmt wird. Diese Erwärmung des Kühlmediums entspricht der eigentlichen Heizleistung der Wärmepumpe. Bei der Kältemaschine handelt es sich hier um die abzuführende Abwärme. Das immer noch unter Kondensationsdruck stehende, flüssige Kältemittel wird im Drosselgerät auf Niederdruck entspannt und im Verdampfer über den Rohrschlangen versprüht. Im Verdampfer wird der Druck so tief gehalten, dass das Kältemittel (z.B. Wasser) schon bei + 3 bis + 5 °C verdampft. Wenn also durch die Rohrschlangen Kaltwasser mit einer mittleren Temperatur von ca. + 10 °C zirkuliert, dann verdampft das Kältemittel, das mit diesen Rohrschlangen in Berührung kommt. Die dazu erforderliche Verdampfungswärme wird dem Kaltwasserkreislauf entzogen, der dadurch abgekühlt wird. Diese Abkühlung ergibt dann die Kälteleistung der Kältemaschine. Der so entstehende Niederdruck-Kältemittel-Dampf strömt zurück in den Absorber des Lösungsmittel-Kreislaufes.

Fig. 8-2 Lösungs- und Kältemittel-Kreislauf des Absorptions-Kreisprozesses

8.3.2 Lösungsmittel-Kreislauf

Der Lösungsmittel-Kreislauf wird hier am Beispiel des Arbeitsstoffpaares Wasser-LiBr erklärt (Fig. 8-2). LiBr reagiert mit Wasser wie Kochsalz. Im Absorber wird das Lösungsmittel mit hoher LiBr-Konzentration versprüht. Der Kältemittel-Dampf (Wasserdampf) aus dem Verdampfer kommt dadurch mit dem Sprühnebel des Lösungsmittels in intensiven Kontakt und wird dabei absorbiert. Bei diesem chemischen Vorgang wird auch Reaktionswärme frei, die abgeführt werden muss. Dies geschieht über eine Rohrschlange, durch die das gleiche Kühlmedium zirkuliert, das anschliessend auch die Kondensatorkühlung des Kältemittel-Kreislaufes bewirkt. Das nun mit Kältemittel "verdünnte" Lösungsmittel mit niedriger LiBrKonzentration wird durch die Lösungsmittelpumpe über den Temperaturwechsler in den Austreiber gepumpt. Dem Austreiber (auch "Generator" oder "Kocher" genannt) wird von aussen Wärme zugeführt. Es kann sich dabei um eine Dampf-, Heisswasser- oder Elektroheizung oder um eine Direktbeheizung mit Öl-, Gas- oder Feststoffverbrennung handeln. Diese Wärmezufuhr bewirkt das Ausdampfen des Kältemittels aus dem Lösungsmittel und damit auch die erforderliche Druck- und Temperaturerhöhung.

89

Während der so entstehende Kältemittel-Dampf in den Verflüssiger des Kältemittel-Kreislaufes strömt, wird das Lösungsmittel wieder mit hoher LiBr-Konzentration über den Temperaturwechsler in den Absorber zurückgeführt und der Lösungsmittelkreislauf beginnt von vorne. Im Temperaturwechsler wird das kalte Lösungsmittel, das aus dem Absorber kommt, durch das aus dem Austreiber zurückfliessende, warme Lösungsmittel vorgewärmt. Es handelt sich dabei also um eine prozessinterne Wärmerückgewinnung. 8.4 Der Kreisprozess der Absorptionsmaschine Im Kreisprozess der Absorptionsmaschine ist neben dem Kältemittel das Lösungsmittel im Umlauf (Arbeitsstoffpaar). Die Konzentration ξ (Xi) des Kältemittels im Gemisch ist eine wesentliche Kenngrösse des jeweiligen Betriebszustandes. Man benutzt deshalb für die Prozessdarstellung ein log p, 1/T-Diagramm (dies im Gegensatz zum h, log p-Diagramm im Kompressions-Kreisprozess). Im log p, 1/T-Diagramm stellen sich die Linien gleicher Konzentration ξ als nahezu Gerade dar.

c

ξ

ξ

R

0

0

A

c

ξ

A

H

Fig. 8-3

Absorptions-Kälteprozess im log p, 1/T-Diagramm (vereinfacht, ohne Temperaturwechsler)

Legende tA tH ξ tc t0 4-1 1-2 3-4 6-4 1-5 5-6

= = = = = = = = = = =

Absorptionstemperatur Austreibertemperatur Konzentration Verflüssigungstemperatur Verdampfungstemperatur Pumpe Austreiber Absorber Verdampfer Verflüssiger Drossel-/Dosiergerät (Kältemittel wird entspannt)

Fig. 8-3 zeigt schematisch den Verlauf des einfachen Prozesses (ohne Temperaturwechsler) in einem derartigen Diagramm. Die an Kältemittel reiche Lösung mit Konzentration ξR, tritt in den Austreiber ein (Punkt 1). Durch Beheizung wird sie erwärmt bis zur Prozesstemperatur tH (Punkt 2), wobei das Kältemittel ausgetrieben wird und die Konzentration der Lösung sich auf ξA (arm an Kältemittel) verringert. Das ausgetriebene Kältemittel erreicht die Konzentration von praktisch ξ = 1 und wird bei der Prozesstemperatur tc verflüssigt (Punkt 5).

90

Der Schnittpunkt von tc mit der Linie ξ = 1 bestimmt den Druck pc auf der warmen Seite des Prozesses. Von diesem Druck wird das Kältemittel über ein Expansionsorgan entspannt auf den Druck p0, der bestimmt ist durch die gewünschte Prozesstemperatur t0 auf der kalten Seite (Punkt 6). Die arme Lösung wird ebenfalls auf den Druck p0 entspannt und tritt in den Absorber ein (Punkt 3). Durch Aufnahme des Kältemitteldampfes in die arme Lösung wird Verflüssigungs- und Lösungswärme frei. Durch Kühlung bis zur Prozesstemperatur tA (Punkt 4), wird die Aufnahmefähigkeit der Lösung bis zur Konzentration ξR erhöht, so dass der aus dem Verdampfer (Punkt 6) kommende Kältemitteldampf voll absorbiert werden kann. Durch die Pumpe wird die mit Kältemittel angereicherte Lösung wieder auf den Druck pc hochgepumpt (Punkt 1). Die Differenz ξR - ξA - die Entgasungsbreite - ist festgelegt durch die verfügbare oder zulässige Austreibertemperatur tH und die, je nach Kühlmedium, erreichbare Absorptionsendtemperatur tA. Je kleiner die Entgasungsbreite, desto grösser ist der für 1 kg reinen Kältemittels erforderliche Lösungsumlauf. Die Entgasungsbreite wird umso kleiner, je grösser die Differenz tc - t0 bei gegebener Differenz tH - tA wird. Für grössere Temperaturdifferenzen tc - t0 sind deshalb auch hier, wie bei Kompressionsanlagen, zwei- oder mehrstufige Prozesse erforderlich . Nachfolgend die log p, 1/T-Diagramme für die heute meist verwendeten Arbeitsstoffpaare Wasser-LiBr und NH3-Wasser.

Fig. 8-4

log p, 1/T-Diagramme für Arbeitsstoffpaare Wasser-LiBr und NH3-Wasser

8.5 Wärmeverhältnis ζ

Die charakteristische Grösse zur Beurteilung eines Absorptionsprozesses ist das sogenannte Wärmeverhältnis ζ (Zeta). Dabei wird die erzielte Kälteleistung ins Verhältnis zur Wärmezufuhr (Antriebsenergie) gesetzt. Für die Kältemaschine gilt: Wärmeverhältnis
ζK

= QO = Kälteleistung QH Wärmezufuhr

Für die Wärmepumpe gilt: Wärmeverhältbnis
ζW =

QC + QA = Heizleistung = QH Wärmezufuhr

ζK

+1

QC QA QH Q0

= = = =

Wärmeabgabe am Verflüssiger Wärmeabgabe am Absorber Wärmezufuhr im Austreiber Kälteleistung

91

8.6 Aufbau und Ausrüstung der Absorptions-Kältemaschine

Zur Kälteerzeugung in Klimaanlagen werden heute praktisch ausschliesslich LiBr-Maschinen eingesetzt. Solche Maschinen werden normalerweise in Zweikessel- oder in Einkessel-Bauweise (siehe 8.6.2) ausgeführt. Bei der Zweikessel-Bauweise besteht der eine Kessel aus Absorber und Verdampfer und der zweite Kessel aus Austreiber und Kondensator. Bei der Einkesselbauweise sind diese 4 Funktionseinheiten in einem grossen Kessel untergebracht. In den beiden nun folgenden Abschnitten werden diese beiden Maschinentypen etwas detaillierter beschrieben.

8.6.1 Die Zweikessel-Bauweise

Der konstruktive Aufbau der Zweikessel-Absorptionsmaschine ist aus Fig. 8-2 (schematisch) und aus Fig. 8-5 ersichtlich. Im oberen Behälter sind die unter höherem Druck arbeitenden Austreiber und Verflüssiger und im unteren Behälter die mit dem niedrigeren Druck arbeitenden Verdampfer und Absorber untergebracht. Die Zweikessel-Maschine unterscheidet sich von der EinkesselBauweise hauptsächlich durch folgende Konstruktionsdetails: unter jedem Rohrbündel ist ein separater Flüssigkeitssumpf erforderlich Längsschlitze in den beiden Kesseln dienen einer Verminderung der Wärmeübertragung zwischen den beiden – mit unterschiedlichen Temperaturen arbeitenden – Prozessstufen Der Höhenunterschied zwischen beiden Kesseln ermöglicht einen natürlichen Zufluss des flüssigen Kältemittels vom Kondensator in den Verdampfer einerseits und der LiBr-Lösung vom Austreiber zum Absorber andererseits

-

-

Fig. 8-5

Absorptionskältemaschine in Zweikessel-Bauweise (Austreiber und Verflüssiger oben, Absorber und Verdampfer unten)

92

Nachteilig kann sich bei der Zweikessel-Bauweise unter Umständen die grössere Bauhöhe auswirken. Andererseits können aber die beiden Kessel separat transportiert und in den Bau eingebracht werden. Der Verdampferteil des unteren Kessels wird gegen Wärmeverluste und Schwitzwasserbildung isoliert. Weil die Temperaturdifferenz zwischen Stillstand und Betrieb in den Rohrbündeln über 200 K betragen kann, kommen nur die einseitig eingewalzten U-Rohrbündel in Frage, weil damit die Wärmedehnungsdifferenzen problemlos aufgefangen werden können. 8.6.1.1 Das Entlüftungs-System Die wässrige LiBr-Lösung ist in Verbindung mit Sauerstoff sehr aggressiv. Ausserdem reduzieren sogenannte "nicht kondensierbare" Gase den Wirkungsgrad des Absorptionsprozesses. Der Vakuumbetrieb ermöglicht das Eindringen von Luft durch kleinste Undichtheiten. Ein ausgeklügeltes Entlüftungssystem bezweckt ein periodisches Entfernen dieser nichtkondensierbaren Gase und gibt gleichzeitig Aufschluss darüber, wie dicht die Anlage ist. Fig. 8-6 zeigt den Aufbau eines solchen Entlüftungssystems.

Fig. 8-6 Legende A B C D E F

Entlüftungssystem der Zweikesselmaschine

Entgaser Speicherbehälter Füllstandsanzeige Entlüftungsflasche Entlüftungsventil Sekundärer Wärmetauscher

8.6.1.2 Umwälzpumpen

Da Wellenabdichtungen immer die Möglichkeit des Lufteintritts in die Maschine bieten, können Lösungs- und Kaltwasserpumpen nur in vollhermetischer Bauweise verwendet werden. Die Schmierung und Kühlung der Pumpen bzw. des Motors erfolgt durch das geförderte Medium. Wegen der herrschenden Korrosionsgefahr werden Stator und Rotor des Pumpenmotors mit Hauben aus rostfreiem Stahlblech umhüllt.

93

8.6.1.3 Kühlwasser

Die Kühlwassertemperaturen sollten bei LiBr-Absorptions-Kältemaschinen prinzipiell in bestimmten Grenzen konstant gehalten werden, da ein schneller Temperaturabfall, wie er bei Kühlturmbetrieb möglich ist, bewirken kann, dass die Lösung in der Maschine kristallisiert. Das vom Kühlturm kommende Wasser wird mit einer Temperatur von ca. 28 °C in den Absorber gefördert, verlässt diesen mit ca. 34 °C, fliesst dann durch den Kondensator und verlässt diesen mit ca. 38 °C. Durch eine entsprechende Kühlwasserregelung wird die Vorlauftemperatur auf ca. 28 °C konstant gehalten. Bei modernen Maschinen kann in der Regel auf eine externe Kühlwasserregelung verzichtet werden, da die Kreislauftemperaturen durch ein internes Regelsystem automatisch stabilisiert werden.

8.6.2 Die Einkessel-Bauweise

Das Funktionsprinzip dieser Maschine unterscheidet sich nicht von dem der Zweikessel-Bauweise und wird auch in den gleichen Leistungsbereichen eingesetzt. Bei der Einkesselbauweise sind die 4 Funktionseinheiten Austreiber, Verflüssiger, Absorber und Verdampfer in einem grossen Kessel untergebracht (Fig. 8-7). Durch diese sehr kompakte Bauweise ergeben sich kleinere Aussenabmessungen und niedrigere Herstellkosten als bei der Zweikessel-Bauweise.

Fig. 8-7 Legende 1 2 3 4 5 6 7 8 9

Absorptionskältemaschine in Einkesselbauweise ( Funktionsschema)

Verdampfer Kondensator Absorber Austreiber Wärmetauscher Pumpen Kaltwasserkreislauf Energiezufuhr Kühlwasserkreislauf

94

8.6.2.1 Entlüftung

Grundsätzlich könnte das gleiche Entlüftungssystem wie bei der Zweikessel-Bauweise auch hier angewendet werden. Weil moderne Einkesselmaschinen aber komplett im Werk zusammengebaut, mit geschweissten anstelle von geflanschten Rohrverbindungen ausgeführt und anschliessend einem Helium-Dichtigkeitstest unterzogen werden, kann weniger Luft eindringen als bei den ZweikesselMaschinen. Man kommt deshalb mit einem einfacheren Entlüftungssystem aus. Es besteht aus einer sogenannten Entlüftungskammer, die so in den Absorberteil eingesetzt wird, dass diese einen Teil des Absorberrohrbündels einschliesst. Die Rohre im Innern dieser Entlüftungskammer werden so weniger durch den Kältemitteldampf beaufschlagt, wodurch Druck und Temperatur in dieser Kammer niedriger bleiben als im übrigen Absorberteil. Die nichtkondensierbaren Gase gelangen dadurch in diese Entlüftungskammer und werden von dort mittels einer zweistufigen Vakuumpumpe periodisch abgesaugt. Bei dieser Maschine handelt es sich um eine Weiterentwicklung der bisher vorgestellten Bauweisen. Wie in Fig. 8-8 dargestellt, verfügt diese Maschine über zwei Austreiberstufen, wobei der ausgetriebene Wasserdampf aus der ersten Stufe als Heizmittel der zweiten Stufe dient, bevor er im Kondensator wieder verflüssigt wird.

8.6.3 Die zweistufige AbsorptionsKältemaschine

Fig. 8-8

Zweistufige Absorptionskältemaschine (2. Stufe links eingerahmt)

Diese Zweistufenschaltung führt zu einer erheblichen Energieeinsparung auf der Heizseite und zu einem verminderten Kühlwasserbedarf im Kondensator. Die Einsparung kann dabei 25 – 30 % betragen. Allerdings ist zur Beheizung der ersten Stufe ein Heizmittel mit einer wesentlich über 100 °C liegenden Temperatur erforderlich, damit in der zweiten Austreiberstufe noch ein ausreichendes Temperaturgefälle von überhitztem Kältemitteldampf zur Lösung vorhanden ist. Diese Maschine sollte deshalb mit Dampf von ca. 9 – 11 bar, entsprechend einer Temperatur von 170 – 180 °C betrieben werden. 8.7 Leistungsregelung der AbsorptionsKältemaschinen Zur Leistungsregelung von LiBr-Absorptions-Maschinen werden heute die folgenden beiden Methoden angewandt: • • Drosselung der Betriebsenergie Bypassregelung der Lösungsmittelkonzentration
95

8.7.1 Leistungsregelung durch Drosselung der Betriebsenergie

Durch Drosselung der Energiezufuhr zum Austreiber (siehe Fig. 8-2) kann die Leistung der Absorptionsmaschine (z.B. in Abhängigkeit der Kaltwasser-Vorlauftemperatur) stufenlos geregelt werden. Bei Dampf oder Heizwasser als Betriebsenergie geschieht dies durch ein normales Durchfluss-Regelventil, das in den Vorlauf der betreffenden Energiezufuhrleitung eingebaut wird. Mit dieser Regelmethode kann die Leistung der Maschine bis auf ca. 10 % der Vollast reduziert werden. Dabei reduziert sich auch die Energiezufuhr annähernd proportional zur Kühllast. Diese Regelmethode beruht auf der Änderung der Konzentration der LiBr-Lösung. Zu diesem Zweck wird ein Drosselventil in die Verbindungsleitung zwischen Wärmetauscher (Temperaturwechsler) und Austreiber eingebaut. Dieses Drosselventil wird in Abhängigkeit der Temperatur der schwach konzentrierten Lösung gesteuert. Bei TeiIlast wird die zum Austreiber fliessende, schwache LiBr-Lösung gedrosselt, wobei der zurückgehaltene Lösungsanteil in den Absorber geleitet wird. Die Energiezufuhr zum Austreiber wird dabei nicht gedrosselt. Deshalb wird die durch Drosselung reduzierte Lösungsmenge im Austreiber mehr erhitzt und dadurch stärker konzentriert. Die Lösungszufuhr zum Austreiber kann ganz abgesperrt und dadurch die Kälteleistung der Maschine auf Null reduziert werden Die Bypassregelung kann also im gesamten Leistungsbereich von 0 – 100 % angewendet werden. Der Energieverbrauch liegt dabei leicht unter der prozentualen Last, da die Wärmeaustauschflächen bei Teillast einen spezifisch günstigeren Wirkungsgrad erreichen. Dieses Regelverfahren erbringt somit einen etwas geringeren Energieverbrauch im Teillastbetrieb. Die relativ hohen Anschaffungskosten für das 3-Weg-Ventil beschränken diese Regelart jedoch auf Absorptionsmaschinen mit grösseren Kälteleistungen. In vielen Fällen ergibt sich die wirtschaftlichste Art der Leistungsregelung aus einer Kombination der beiden Regelmethoden.

8.7.2 Bypassregelung der Lösungsmittelkonzentration

96

Lexikon A
ablimation line
⇒ desublimation

auxiliary control loop (10776) line
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Hilfsregelkreis Genus m

abrupt temperature change (10758)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Temperatursprung Genus m

average value (10592)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Notizen This can be the MEAN, the MEDIAN or the MODE. The German's just ain't that precise on this point. Deutsch Mittelwert Genus m

abscissa (10663)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Definition Horizontal axis of a chart Deutsch Abszisse Genus f

azeotrope (10633)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English azeotropic mixture Deutsch azeotropes Gemisch Genus n

absorber (10674)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Absorber Genus m

azeotropic mixture

⇒ azeotrope

absorbing capacity (10817)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English absorptivity Deutsch Aufnahmefähigkeit Genus f Deutsch Absorptionsvermögen Genus n

B
back pressure turbine (10809)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Gegendruckturbine

absorption machine (10810)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Absorptionsmaschine Genus f

bearing ring seal (10688)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Gleitringdichtung Genus f

absorption refrigeration machine (10615)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English absorption type refrigeration machine Kategorie Do not use! Deutsch Absorptionskältemaschine Genus f

boiling line (10646)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Siedelinie Genus f

absorption refrigeration process (10672)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Absorptionskälteprozess Genus m

boiling pressure (10641)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Siededruck Genus m

absorption temperature (10815)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Absorptionstemperatur Genus f

boiling temperature (10640)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English temperature of ebullition Kategorie Do not use! Deutsch Siedetemperatur Genus f

absorption type refrigeration machine ⇒ absorption refrigeration machine absorptivity
⇒ absorbing

bypass (10795)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English bypass pipe Deutsch Nebenschlussleitung Genus f

capacity

air conditioner ⇒ air-conditioning unit air-conditioning device
⇒ air-conditioning

bypass pipe unit

⇒ bypass

C
caloric (10669)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Kategorie Adj. English calorific Kategorie Do not use! Deutsch kalorisch Kategorie Adj.

air-conditioning unit (10699)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English air conditioner English air-conditioning device Deutsch Klimagerät Genus n

alkyl benzene (10626)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Alkylbenzol Genus n

calorific

⇒ caloric

capillary tube (10719)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Kapillarrohr

auxiliary condenser (10798)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Zusatzverflüssiger Genus m Deutsch Zusatzkondensator Genus m

CFC

⇒ chlorofluorocarbon

97

change of state (10612)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Aggregatzustandsänderung Genus f

conventional ballast (10579)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch konventionelles Vorschaltgerät Genus n Deutsch KVG Genus n Kategorie Abkz.

chlorofluorocarbon (10625)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English CFC Kategorie Abkz. Deutsch Fluorchlorkohlen-wasserstoff Genus m Deutsch FCKW Genus m Kategorie Abkz.

coolant (10714)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Kühlmittel Genus n Deutsch Kühlmedium Genus n

cold box

⇒ thermal

store store

cooling curve (10766)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Auskühlkurve Genus f

cold store

⇒ thermal

cold-vapour refrigeration process (10671)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch KaltdampfKälteprozess Genus m

crankcase heater (10691)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Kurbelgehäuseheizung Genus f

common salt (10813)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Kochsalz Genus n

crankshaft (10689)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Kurbelwelle Genus f

compression pressure (10704)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Verdichtungsdruck Genus m

cylinder cut-off (10771)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Zylinderabschaltung Genus f Deutsch Zylinderabstellung Genus f Kategorie Do not use!

compression refrigerating machine (10599)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Kompressionskältemaschine Genus f

cylinder liner (10685)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Zylinderbuchse Genus f Deutsch Zylinderbüchse Genus f

compression temperature (10750)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Verdichtungstemperatur Genus f

D
dead space (10695)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Notizen Pump English noxious space Notizen Cylinder Deutsch schädlicher Raum Genus m Deutsch toter Raum Genus m

compressor (10718)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Verdichter Genus m Deutsch Kompressor Genus m

condensate (10745)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Kondensat Genus n

defrost (10731)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Kategorie Verb Deutsch abtauen Kategorie Verb

condensation

⇒ liquefaction

degassing range (10818)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Entgasungsbreite Genus f

condenser coil (10717)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Verflüssigerschlange Genus f

desublimation line (10649)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English ablimation line Kategorie Do not use! Deutsch Desublimationslinie Genus f

condenser pipe (10716)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Verflüssigerrohr Genus n

direct expansion cooling (10723)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch direkte Verdampfung Genus f

connecting rod (10690)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Pleuelstange Genus f Deutsch Pleuel Genus n

direct-expansion refrigeration machine (10774)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch direktverdampfende Kältemaschine Genus f

control action (10744)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Regeleingriff Genus m

98

discharge pipe (10738)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English pressure pipe Kategorie Do not use! Deutsch Druckleitung Genus f

entropy (10639)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Entropie Genus f Definition Größe, die den Zustand eines makroskopischen thermodynamischen Systems beschreibt

discharge valve (10702)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Druckventil Genus n

ester oil (10635)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Esteröl Genus n

district heating plant (10778)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Fernheizwerk Genus n

evaporation

⇒ vaporisation

evaporative condenser (10711) domestic refrigerator (10698)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Kühlmöbel Genus n Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Verdunstungsverflüssiger Genus m

expeller (10673) drive energy
⇒ motive

power

Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English generator Deutsch Austreiber Genus m

drive power (10754)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Antriebsleistung Genus f

F
finned-tube condenser (10715)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Lamellenverflüssiger

dry, saturated steam dry steam (10608)

⇒ dry

steam

Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English dry, saturated steam Deutsch trocken, gesättigter Dampf Genus m

flash gas (10746)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Flashgas Genus n

E
fully hermetic compressor (10676) electric water heater (10797)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Elektroboiler Genus m Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch vollhermetischer Kompressor Genus m

fused-state zone (10652) electronic ballast (10576)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch elektronisches Vorschaltgerät Genus n Deutsch EVG Genus n Kategorie Abkz. Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Schmelzkörpergebiet Genus n

G
gear oil pump (10684)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch ZahnradÖlpumpe Genus f

energy balance (10753)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch energetische Bilanz Genus f Deutsch Energiebilanz Genus f

energy input (10573)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English energy use Deutsch Energieeinsatz Genus m

generator ⇒ expeller GHG
⇒ greenhouse

gas

energy use

⇒ energy

input

global warming potential (10629)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English GWP Kategorie Abkz. Deutsch Erderwärmungspotential Genus n Deutsch GWP Genus n Kategorie Abkz.

enthalpy of fusion (10655)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Schmelzenthalpie Genus f

enthalpy of vaporisation (10659)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Verdampfungsenthalpie Genus f

greenhouse gas (10620)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English GHG Deutsch Treibhausgas

GWP

⇒ global

warming potential

99

H
halogenated refrigerant (10759)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch HalogenKältemittel Genus n

hydrochlorofluorocarbon (10623)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English HCFC Kategorie Abkz. Deutsch teilhalogenierter Fluorchlorkohlenwasserstoff Genus m Deutsch H-FCKW Genus m Kategorie Abkz.

HC

⇒ hydrocarbon ⇒ hydrochlorofluorocarbon ⇒ heat

hydrofluorocarbon (10622)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English HFC Kategorie Abkz. Deutsch teilhalogenierter Fluorkohlenwasserstoff Genus m Deutsch H-FKW Genus m Kategorie Abkz.

HCFC

heat dissipation heat emission

transfer

I
indirect expansion cooler ⇒ indirect expansion evaporator indirect expansion cooling (10725)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch indirekte Verdampfung Genus f

⇒ heat

transfer

heat extraction (10596)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Wärmeentzug Genus m

heat flow (10605)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Wärmefluss Genus m

indirect expansion evaporator (10724)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English indirect expansion cooler Deutsch Indirektverdampfer Genus m

heat of fusion

⇒ latent

heat of fusion

heat of reaction (10814)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English reaction heat Deutsch Reaktionswärme Genus f

injection valve (10761)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Einspritzventil Genus n

heat of solution (10816)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English solution heat Deutsch Lösungswärme Genus f

intake pipe (10737)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English suction pipe Kategorie Do not use! Deutsch Saugleitung Genus f Deutsch Sauggasleitung Genus f

heat ratio (10822)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Wärmeverhältnis Genus n Kontext: Die charakteristische Größe zur Beurteilung eines Absorptionsprozesses ist das sogenannte Wärmeverhältnis Zeta. Dabei wird die erzielte Kälteleistung ins Verhältnis zur Wärmezufuhr (Antriebsenergie) gesetzt.

intake pressure (10703)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Saugdruck Genus m

intake valve (10701)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Saugventil Genus n

heat transfer (10709)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English heat emission English heat dissipation Deutsch Wärmeabgabe Genus f

inverse value

⇒ reciprocal

HFC

⇒ hydrofluorocarbon

isenthalp (10665)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Isenthalpe Genus f Definition: Kurve, auf der Zustände gleicher Enthalpie liegen

h-log p diagram (10636)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch h, log p-Diagramm Genus n

isentrope (10637) hot gas bypass (10792)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Heißgasbeimischung Genus f Deutsch Heißgas-Bypass Genus n Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Isentrope Genus f Definition: Kurve, auf der Zustände gleicher Entropie liegen

hydrocarbon (10624)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English HC Kategorie Abkz. Deutsch Kohlenwasserstoff Genus m Deutsch KW-Stoff Genus m Kategorie Abkz.

isobar (10666)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Isobare Genus f Definition: Kurve, auf der Zustände gleichen Druckes liegen

100

isochor ⇒ isochore isochore (10668)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English isochor Kategorie Do not use! English isometric Kategorie Do not use! Deutsch Isochore Genus f Definition: Kurve, auf der Zustände gleichen spezifischen Volumens liegen

luminous efficiency (10580)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Lichtausbeute Genus f

luminous intensity (10588)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Lichtstärke Genus f

isolating valve (10732)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Absperrventil Genus n

M
maximal operating pressure (10735)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English MOP Kategorie Abkz. Deutsch maximaler Arbeitsdruck Genus m

isometric

⇒ isochore

L
lamp holder (10578)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Lampenhalterung Genus f Deutsch Lampenfassung Genus f

mechanical cooling (10763)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch technische Kühlung Genus f

melting line (10644)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Schmelzlinie Genus f

latent heat (10656)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch latente Wärme Genus f Deutsch verborgene Wärme Genus f Kategorie Do not use!

mirror screen luminaire (10574)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Spiegelrasterleuchte Genus f

latent heat of fusion (10604)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English heat of fusion Deutsch Schmelzwärme Genus f

mode (10593)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Modalwert Genus m

latent heat of solidification (10657)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Erstarrungswärme Genus f

moisture condensation (10730)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Betauung Genus f

lighting level (10581)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Beleuchtungsstufe Genus f

molar mass (10627)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Molmasse Genus f

limiting sensor (10777)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Begrenzungsfühler Genus m

MOP

⇒ maximal

operating pressure

liquefaction (10611)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English condensation Deutsch Verflüssigung Genus f

motive power (10804)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English drive energy Deutsch Antriebsenergie Genus f

liquid collector (10739)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Flüssigkeitssammler Genus m

N
net floor area NFA (10575)
Sachgebiet Projektmanagement Firma Landis & Staefa English net floor area Deutsch NGF Genus f Kategorie Abkz. Deutsch Nettogrundrissfläche Genus f Deutsch Nettogeschossfläche Genus f ⇒ NFA

low-loss ballast (10577)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch verlustarmes Vorschaltgerät Genus n Deutsch VVG Genus n Kategorie Abkz.

luminance (10582)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Leuchtdichte Genus f

noxious space

⇒ dead

space

101

numerical (10664)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Kategorie Adj. English numerically Kategorie Advb Deutsch zahlenmässig

pilot valve (10762)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Pilotventil Genus n

numerically

⇒ numerical

plate evaporator (10729)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Plattenverdampfer Genus m

O
OD

ozone depletion potential

plunger compressor (10683)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Tauchkolbenverdichter Genus m

OFF time (10773)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Ausschaltzeit Genus f

position feedback (10722)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English position feedback signal Deutsch Stellungsrückmeldung Genus f

oil return (10770)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Ölrückführung Genus f Deutsch Ölrücktransport Genus m

position feedback signal ⇒ position feedback post-injection valve (10794)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch NachEinspritzventil Genus n

oil sight glass (10692)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Ölschauglas Genus n

ON/OFF control (10764)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Zweipunktbetrieb Genus m

pressostat (10733)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Pressostat Genus m

ON time (10772)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Einschaltzeit Genus f

pressure-enthalpy diagram (10613)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch DruckEnthalpie-Diagramm Genus n

operating current (10751)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Betriebsstrom Genus m

pressure pipe ⇒ discharge pipe pressurisation valve (10743)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Druckhalteventil Genus n

operating pressure (10734)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Arbeitsdruck Genus m

R
ratio line (10638)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Verhältnislinie Genus f

ordinate (10667)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Definition: vertical axis of a chart; Deutsch Ordinate Genus f

overflow valve (10687)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Überströmventil Genus n

reaction heat ⇒ heat of reaction reciprocal (10642)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English inverse value Deutsch Kehrwert Genus m

ozone depletion potential (10628)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English ODP Kategorie Abkz. Deutsch Ozonabbaupotential Genus n Deutsch ODP Genus n Kategorie Abkz.

recreational bath (10595)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English recreational swimming bath Deutsch Freizeitbad Genus n

P
perfluorocarbon (10621)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English PFC Deutsch Fluorkohlenwasserstoff Genus m Deutsch FKW

recreational swimming bath ⇒ recreational bath refrigerant collector (10799)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Kältemittelsammler Genus m

PFC

⇒ perfluorocarbon

102

refrigerant cycle (10802)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Kältemittelkreislauf Genus m

S
saturated steam (10662)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English saturated vapour Deutsch Sattdampf Genus m

refrigerant liquid temperature (10755)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Kältemittelflüssigkeitstemperatur

saturated vapour ⇒ saturated steam saturated vapour line (10647)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Sattdampflinie Genus f

refrigeration compressor (10726)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Kälteverdichter Genus m

refrigeration engineer (10793)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Kältetechniker Genus m

saturation pressure (10660)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Sättigungsdruck Genus m

refrigeration plant ⇒ refrigeration system refrigeration system (10742)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English refrigeration plant Deutsch Kälteanlage Genus f

saturation temperature (10661)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Sättigungstemperatur Genus f

screw compressor (10678)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Schraubenverdichter Genus m

refrigeration valve (10721)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Kälteventil Genus n

scroll compressor (10679)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Scrollverdichter Genus m

refrigeratng compressor (10600)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Kältekompressor Genus m

section (10693)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English sectional drawing Deutsch Schnittzeichnung Genus f

reheating curve (10767)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Rückerwärmungskurve Genus f

sectional drawing ⇒ section selection chart (10828)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Auswahldiagramm Genus n

reset transmitter (10800)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Folgegeber Genus m

restart inhibit (10752)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Wiederanlaufsperre Genus f

semi-hermetic compressor (10675)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch halbhermetischer Kompressor Genus m

rotary blade piston compressor (10680)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Zellenradverdichter Genus m

sensor fluid (10748)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Fühlerflüssigkeit Genus f

rotary compressor (10708)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Rotationsverdichter Genus m

shaft gland (10696)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Wellendurchführung Genus f

rotary piston compressor (10677)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Rotationskolbenverdichter Genus m

shell and tube condenser (10712)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Röhrenkesselverflüssiger Genus m

rotating piston compressor (10707)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Rollkolbenverdichter Genus m

single-screw compressor (10705)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch einrotoriger Schraubenverdichter Genus m

103

single-vessel absorption machine (10825)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch EinkesselAbsorptionsmaschine Genus f

steam boiler (10805)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Dampfkessel Genus m

slider crank (10697)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Kurbelschleife Genus f

steam jet refrigeration machine (10614)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Dampfstrahl-Kältemaschine Genus f

slugging (10747)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Flüssigkeitsschlag Genus m Deutsch hydraulische Schläge Genus mpl

subcooling zone (10819)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Unterkühlungsgebiet Genus n

solidification line (10645)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Erstarrungslinie Genus f

sublimation line (10650)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Sublimationslinie Genus f

solidification point (10658)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Erstarrungspunkt Genus m

sublimation zone (10654)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Sublimationsgebiet Genus n

solid-state zone (10651)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Festkörpergebiet Genus n

suction control valve (10760)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Saugdrossel-Regelventil Genus n

solution heat ⇒ heat of solution solvent cycle (10803)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Lösungsmittelkreislauf Genus m

suction gas control (10736)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Sauggasregelung Genus f

suction pipe ⇒ intake pipe suction-throttle control (10791)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Saugdrosselregelung Genus f

specific heat (10616)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Definition: The specific heat c is the energy (in kJ) required to heat 1 kg of a given substance by 1 K. Deutsch spezifische Wärme Genus f Definition: Die spezifische Wärme c ist jene Energie (in kJ), welche man benötigt, um 1 kg eines bestimmten Stoffs um 1 K zu erwärmen.

superheat (10610)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Überhitzungswärme Genus f

standard pressure (10607)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Kontext: Assuming standard pressure (atmospheric pressure at sea level, i.e. an absolute pressure of 1.013 bar), this temperature is the boiling point of the water. Deutsch Normaldruck Genus m Kontext: Vorausgesetzt, dass Normaldruck (atmosphärischer Druck auf Meereshöhe, d.h. absoluter Druck von 1,013 bar) herrscht, ist diese Temperatur der Siedepunkt des Wassers.

superheating controller (10832)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Überhitzungsregler Genus m

superheating zone (10820)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Überhitzungsgebiet Genus n

standard value (10594)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Richtwert Genus m

surface cooler (10831)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Oberflächenkühler Genus m

standby losses (10796)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Bereitschaftsverluste Genus mpl

switching differential (10765)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Schaltdifferenz Genus f

state ⇒ state of aggregation state of aggregation (10617)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English state Deutsch Aggregatzustand Genus m

switching frequency (10769)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Schaltfrequenz Genus f Deutsch Schalthäufigkeit Genus f

104

T
temperature-enthalpy diagram (10603)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch TemperaturEnthalpie-Diagramm Genus n

two-vessel absorption machine (10823)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch ZweikesselAbsorptionsmaschine Genus f

U
ultimate absorption temperature (10821)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Absorptionsendtemperatur Genus f

temperature glide (10631)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Temperaturgleit Genus m

temperature of ebullition ⇒ boiling temperature temperature oscillation (10768)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Temperaturschwingung Genus f

unit of quantity (10591)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Mengeneinheit Genus f

useful heat (10590)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Brennwert Genus m

thermal comfort (10775)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch thermische Behaglichkeit Genus f

V
valve diaphragm (10749)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Ventilmembran Genus f

thermal heat demand (10801)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Heizwärmebedarf Genus m

thermal store (10829)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English cold store English cold box Deutsch Kältespeicher Genus m

valve reed (10694)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Ventilplatte Genus f

triple line (10648)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Tripellinie Genus f

valve seat (10720)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Ventilsitz Genus m

tube bundle condenser (10713)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Rohrbündelverflüssiger Genus m

vaporisation (10606)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English evaporation Deutsch Verdampfung Genus f

tube bundle evaporator (10727)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Rohrbündelverdampfer Genus m Deutsch Bündelrohrverdampfer Genus m Kategorie Do not use!

vaporise (10609)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Kategorie Verb Deutsch verdampfen Kategorie Verb

turbo chiller (10808)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch TurboKältemaschine Genus f

vapour table (10630)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Dampftafel Genus f

turbocompressor (10682)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Turboverdichter Genus m

W
Wankel compressor (10681)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Wankelverdichter Genus m

twin-screw compressor (10706)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch zweirotoriger Schraubenverdichter Genus m

waste water relief (10586)
Sachgebiet Projektmanagement Firma Landis & Staefa Deutsch Abwasserbefreiung Genus f

two-stage absorption machine (10824)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch zweistufige Absorptionsmaschine Genus f

water chiller (10756)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Kaltwassersatz Genus m

105

water vapour table (10618)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Wasserdampftafel Genus f

wet cooler (10830)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Nasskühler Genus m

wet steam ⇒ wet vapour wet vapour (10643)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English wet steam Deutsch Nassdampf Genus m

wet vapour zone (10653)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Nassdampfgebiet Genus n

working fluid (10811)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Kontext: However, absorption only takes place if the absorbing substance and the gas to be absorbed (working fluid pair) are chemically compatible and only at a given pressure/temperature ratio which differs for each working fluid pair Deutsch Arbeitsstoff Genus m Kontext: Eine Absorption kommt allerdings nur zustande, wenn der aufnehmende Stoff und das aufzunehmende Gas (Arbeitsstoff-Paar) chemisch zueinander "passen", und nur bei einem bestimmten Druck-/Temperaturverhältnis, das für jedes Arbeitsstoffpaar unterschiedlich ist.

working fluid combination ⇒ working fluid pair working fluid pair (10812)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English working fluid combination Deutsch Arbeitsstoffpaar Genus n

working valve (10686)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Arbeitsventil Genus n

working volume (10700)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Hubvolumen Genus n

work output (10670)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa Deutsch Arbeitsleistung Genus f Notizen Physik

Z
zeotrope (10634)
Sachgebiet Technik Firma Landis & Staefa English zeotropic mixture Deutsch zeotropes Gemisch Genus n

zeotropic mixture ⇒ zeotrope

106

Quellennachweis
Quellenangabe • "Taschenbuch für Heizung + Klimatechnik" "Impulsprogramm Haustechnik" Recknagel, Sprenger, Schramek: Bundesamt für Konjunkturfragen, Bern Karl Breidenbach Paul Berliner Klaus Reisner G. Junghähnel H.L. von Cube

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"Der junge Kälteanlagenbauer" "Kältetechnik" kurz und bündig "Kältetechnik" "Thermodynamik" "Lehrbuch der Kältetechnik "

Ökologische und physikalische Betrachtungen zur Wärmepumpe VEW AG Dortmund "Taschenbuch der Kältetechnik" Wundersame Reise mit dem Molekül R134A ASHRAE Handbook 2000 HVAC Systems and Equipment Pohlmann DWN Copeland, Berlin

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American Society of Heating, Refrigerating and Air Conditioning Engineers (Andres Hegglin)

Unterlagen Fa. Landis & Staefa

Der Inhalt dieser Broschüre ist ein Auszug aus dem Trainingmodul "B08RF - Kältetechnik" erstellt bei: Siemens Schweiz AG HVP Training Gubelstrasse 22 CH-6301 Zug

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Siemens Schweiz AG Building Technologies Group International Headquarters Gubelstraße 22 CH-6301 Zug Tel. +41 41 724 24 24 Fax +41 41 724 35 22 Siemens Building Technologies GmbH & Co. oHG Friesstraße 20 DE-60388 Frankfurt/Main Tel. +49 69 797 81 00 0 Fax +49 69 797 81 59 0 Siemens Schweiz AG Building Technologies Sennweidstraße 47 CH-6312 Steinhausen Tel. +41 585 579 200 Fax +41 585 579 230 Siemens AG Österreich Building Technologies Breitenfurter Straße 148 AT-1231 Wien Tel. +43 517 073 2383 Fax +43 517 073 2323 Siemens SA Building Technologies 20, rue des Peupliers LU-2328 Luxembourg/Hamm Tél. +352 43 843 900 Fax +352 43 843 901

Die Informationen in diesem Dokument enthalten allgemeine Beschreibungen der technischen Möglichkeiten, die im Einzelfall nicht immer vorliegen müssen. Die gewünschten Leistungsmerkmale sind daher im Einzelfall bei Vertragsschluss festzulegen. Änderungen vorbehalten • Bestell-Nr. 0-91914-de • © Siemens Schweiz AG • Gedruckt in der Schweiz • 10706 Ni/Ah

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