ZU DIESEM BUCH Die militärischen Schriften Mao Tse-tungs, von denen die drei umfangreichsten hier in vollständigem deutschem Text (mit den Anmerkungen der aus dem Englischen übersetzten Originalausgabe) vorgelegt werden, gehören zu den Schlüsselbüchern des Jahrhunderts. Ob in Vietnam jetzt, vorher in Algerien, Kuba oder eben in China: der Krieg hat sich verändert. Eine neue Art Krieg die letzte mögliche Art, Krieg zu führen? hat sich entwickelt: der Guerillakrieg. Sein Theoretiker, der Clausewitz unserer Zeit, heißt Mao Tse-tung. Wo immer Guerilla-Armeen kämpften, siegten sie und zwar gegen einen übermächtigen, hochentwickelten, waffenstarken Feind. Denn die alte ~ europäische Strategie versagt, wo nach Maos Taktik gekämpft wird, wo Armee und Bevölkerung identisch sind, wo «die Guerillas in der Volksmasse schwimmen wie die Fische im Wasser», wo «die Mobilisierung des gemeinen Mannes im ganzen Land ein riesiges Meer schafft, in dem der Feind ertrinkt». In einem großen militär-philosophischen Aufsatz unternimmt Sebastian Haffner es, die historische Entstehung dieser «neuen Art Krieg» und seiner Theorie zu interpretieren, den Leichtsinn und Unverstand Europas und Amerikas zu charakterisieren, mit dem dieses Neue nicht zur Kenntnis genommen wurde und der Amerika in den bisher kostspieligsten und verlustreichsten Krieg seiner Geschichte hineintrieb, vor dem selbst John F. Kennedy und General MacArthur warnten. Haffner schreibt: «Man kann einen Volkswiderstand, bei dem Soldat und Zivilist, Freund und Feind nicht mehr zu unterscheiden sind, nicht mit Flächenbombardements niederschlagen; man facht ihn eher damit an. Man kann keine Kriegsindustrie zerschlagen, wenn keine existiert und der Waffennachschub für die Revolutionäre aus den Arsenalen des Feindes stammt; und man kann ein Land nicht vernichten, das man doch schließlich selber direkt oder indirekt beherrschen will, für die Amerikaner in Vietnam zum Beispiel wird die Endalternative wahrscheinlich sein, das Land, da sie es nicht <amerikanisieren> können, zu räumen oder es atomar zu vernichten. Das zweite freilich wäre für sie die schwerere, nie wiedergutzumachende Niederlage.» Literatur: In der Reihe «rowohlts monographien» erschien als Band 141 eine Darstellung Mao Tse-tungs in Selbstzeugnissen und 70 Bilddokumenten von Tilemann Grimm, die eine ausführliche Bibliographie enthält.

Mao Tse-tung

Theorie des Guerillakrieges oder Strategie der Dritten Welt
Einleitender Essay von Sebastian Haffner

Rowohlt

rororo aktuell - Herausgegeben von Fritz J. Raddatz
DEUTSCHE ERSTAUSGABE

1.- 30. Tausend 31.- 40. Tausend 41.- 53. Tausend 54.- 65. Tausend 66.- 80. Tausend 81.- 91. Tausend

Juni 1966 Juli 1966 Dezember 1966 Oktober 1967 Mai 1968 Februar 1970

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Veröffentlicht im Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg, Juni 1966 Aus dem Englischen übertragen von GERDA v. USLAR nach der bei Foreign Languages Press, Peking, 1963 erschienenen Ausgabe «Selected Military Writings» Umschlagentwurf Werner Rebhuhn unter Verwendung zweier Fotos (Ullstein Bilderdienst, Keystone) © Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg, 1966 Alle Rechte dieser Ausgabe, auch die des auszugsweisen Nachdrucks und der fotomechanischen Wiedergabe, vorbehalten Gesetzt aus der Linotype-Aldus-Buchschrift und der Palatino (D. Stempel AG) Gesamtherstellung Clausen & Bosse, Leck/Schleswig Printed in Germany ISBN 3 499 10886 0

Inhalt
Sebastian Haffner: Der neue Krieg Strategie des chinesischen revolutionären Krieges Strategische Fragen im Guerillakrieg gegen Japan Über den verlängerten Krieg 6 50 150 198

Sebastian Haffner

Der neue Krieg
Die militärischen Schriften Mao Tse-tungs, von denen die drei umfangreichsten hier im vollständigen Text deutsch vorgelegt werden, gehören zu den Schlüsselbüchern dieses Jahrhunderts. Sie sind das Werk eines außerordentlichen Geistes, und jeder Leser spürt nach wenigen Seiten die eigentümlich elektrische Wirkung, die der direkte Kontakt mit dem Genius unfehlbar hervorbringt. Und sie werfen Licht auf einen der wichtigsten und zugleich geheimnisvollsten Vorgänge unserer Zeit: die eigentümliche Veränderung, die mit der Einrichtung «Krieg» vor sich gegangen ist. Krieg in seiner herkömmlichen Form ist ja bekanntlich durch die waffentechnische Entwicklung, und vielleicht nicht nur durch sie, als Mittel der Politik, mindestens für den Augenblick, unbrauchbar geworden; zugleich aber ist eine neue Art Krieg aufgekommen von der herkömmlichen so verschieden, daß man eigentlich eine neues Wort dafür benötigt -, die sich als ein durchaus brauchbares und höchst wirksames Mittel der Politik, jedenfalls einer bestimmten Politik, erwiesen hat. Diese neue Art Krieg hat außerdem noch die verwirrende Eigenschaft, daß bei ihr ständig die scheinbar schwächere Seite gewinnt und scheinbare Übermacht sich als Ohnmacht erweist; zur immer erneuten Bestürzung und Blamage der herkömmlich geschulten militärischen und militärpolitischen Fachmänner. Der gegenwärtige Krieg in Vietnam ist nur das letzte Beispiel dafür. In diesen ebenso unheimlichen wie ungeheuerlichen Vorgang bringen die militärischen Schriften Mao Tse-tungs Licht. Mehr als das: Sie sind selbst ein Zeugnis und Erzeugnis dieses Vorgangs. Denn der erste — und bisher immer noch größte Krieg neuer Art war ja der fünfundzwanzigjährige chinesische Bürgerkrieg (1924-1949), den Mao Tsetung in seinem dritten Jahr, 1927, in einer Situation scheinbar totaler Niederlage in die Hand nahm und zweiundzwanzig Jahre später mit dem totalen Sieg beendete. Diesem chinesischen Bürgerkrieg entstammen die hier vorliegenden Traktate. Sie sind nicht (wie etwa Clausewitz' berühmtes Werk) abstrakte akademische Abhandlungen, Studien oder Lehrbücher, sie sind ebenso6

Die militärischen Schriften Maos sind also etwas. Er konnte seinen Mitarbeitern und Unterführern nicht einfach knappe Befehle im Rahmen vorgegebener. der ein Leben lang Muße zum Nachdenken hat mitten im Drang praktischer Kriegführung. Anweisungen. von ihm entdeckten und entwickelten Prinzipien selbst immer wieder erst begreiflich machen. Aber das Wort «Nebenprodukt» ist eben falsch: Die ständige Belehrung.wenig (wie etwa Cäsars Kommentare zum Gallischen Krieg und zum Römischen Bürgerkrieg) nachträgliche Darstellungen. einleuchtend. Daß er dazu imstande war. ja bis zur Gemeinplätzigkeit einfach und selbstverständlich gemacht und durch ständige Wiederholung ins Bewußtsein und ins Unterbewußtsein gerammt werden mußten -. die er führte. ist vielleicht der erstaunlichste Teil seiner erstaunlichen Leistung. wie sein gewaltiges kriegstheoretisches OEuvre vollkommen hinreichend als Lebenswerk eines genialen Lehrers an einer Kriegsakademie. Daß sie nach Inhalt und Umfang über normale Generalstabsarbeiten weit hinausgehen und sich oft. sondern mußte ihnen die neuen. sozusagen als Nebenprodukt täglicher aufreibender Entscheidungen. auf ihn selbst bezogen. mit denen Mao seine neue Art von Krieg führen und gewinnen wollte. trotz ihrer Situationsgebundenheit. Kriegführung durch Kriegführung zu lernen» heißt es in einer dieser großen Lehrschriften Maos. wenn man so will. diese. überzeugend. die Durchdringung und Durchsäuerung eines ständig wachsenden Führer. Es ist schon rein zeitlich kaum vorstellbar. Alle beziehen sich auf eine ganz bestimmte Situation. auch umkehren: Seine Methode war. war eben die erste und unerläßliche Voraussetzung dafür. sozusagen ständig erst erfinden mußte. Aktionen und Krisen geschrieben werden konnte. Richtlinien und Handreichungen für Mitarbeiter und Unterführer. Krieg zu führen durch Belehrung im Kriegführen. wie kriegstheoretische. und man kann den Satz. Alle waren vielmehr. als sie geschrieben wurden. unter anderem. was es sonst in der militärischen Literatur überhaupt nicht gibt: nicht nachträgliche Abstraktio7 . «Unsere Methode ist. daß Mao die Art Krieg. Akte der Kriegführung selbst.und Unterführerkorps mit neuen und bisher unerhörten Ideen die vollkommen klar. «Gehirnwäsche» und «Indoktrinierung» der Männer. allgemein verstandener Prinzipien erteilen. daß eine solche Art Krieg überhaupt geführt und gewonnen werden konnte. liegt daran. ja kriegsphilosophische Abhandlungen lesen.

weil er Maos Gedanken auf Unternehmungen anwendet. weil man sie dann oft ganz einfach mißversteht.nen. Sie sind kein Universalrezept für jede Art von Krieg. sie waren dazu da. hofften. Wer sie als abstrakte. beliebig aus ihrem Zusammenhang lösbare. wird doppelt getäuscht. Man kann es sich nicht klar genug machen: Maos militärische Schriften sind nicht an beliebige Leser zu beliebigen Zeiten und an beliebigen Orten gerichtet und dienen nicht zur Belehrung für all und jeden. daß sie nur im Zusammenhang mit dieser Kriegführung richtig verstanden werden können. ist mit ihnen so schlecht Bedient wie mit einem Abführmittel in einem Fall von Diarrhöe. die. allgemein gültige. ihnen zu helfen. Wer versucht. nämlich des chinesischen Bürgerkrieges der dreißiger und vierziger Jahre. sie sind an seine Guerillaführer und Truppenführer in ganz bestimmten. sie für den kolonialen oder imperialistischen Unterwerfungs. gerichtet gewesen und haben den ausschließlichen Zweck gehabt. vergeblich. sondern daß jede Gesellschaft ihre eigene Art von Krieg hervorbringt. Daraus folgt. Ganz konkret gesprochen: Sie sind ein Rezept für den sozialen und nationalen Befreiungs. sondern ein allerdings verblüffend durchschlagendes Rezept für eine ganz bestimmte Art von Krieg in einer ganz bestimmten Art von Ländern und Situationen. Maos Grundsätze für die französische Kriegführung in Indochina und dann in Algerien nutzbar machen zu können -. die allein sie führen kann und gegebenenfalls führen muß. mit diesen Situationen fertig zu werden. sich immer gleich bleibender Vorgang ist. oft verzweifelten Kriegssituationen eines ganz bestimmten Krieges.oder Unterdrükkungskrieg gegen diese Länder anzuwenden. kritischen. Erstens. auf die sie nicht passen. Zweitens aber darf man Maos Kriegslehre nicht aus ihrem Zusammenhang mit Maos Kriegführung herausreißen. allgemein anwendbare Lehre betrachtet wie es etwa die gewiß nicht unintelligenten französischen Generalstäbler getan haben. daß Krieg eben nicht ein völlig eigengesetzlicher. Tatsächlich ist es eine von Maos weltverändernden Entdeckungen. das Führerkorps der Roten Armee für diesen Krieg zu schulen und zu 8 . Auch auf die «konventionellen» Kriege nationaler oder imperialer Großmächte untereinander sind sie nicht anwendbar. sondern bleibende konkrete Spuren seiner Kriegführung selbst.oder Unabhängigkeitskrieg «unterentwickelter» Länder.

ist in Gefahr. versteht man ihn richtig. im Grunde schon längst wissen. kurz das Neue gern als etwas ganz Altes in neuem Gewande darstellt. auf sich selbst stehender Kommentar. Und manchmal ist dies Ungesagte. Co9 . hauptsächlich aus Taten. Ich lasse dahingestellt. sondern als ein «Zurück» «Zurück zum reinen Evangelium». vieles hineininterpolieren. die sie zu führen hatten. er weiß ihnen zu suggerieren. an das Nieversuchte. fast immer gibt es dem Text erst sein volles Relief. als europäischer Leser der sechziger Jahre.drillen. Maos militärische Revolution bestand. Aber vielleicht war er sich auch selbst wirklich nur unvollkommen darüber klar. Clausewitz und Napoleon. aber auch chinesische militärische Klassiker zitiert. Und Mao. das sie in Wahrheit ist. Fast jede Revolution gibt sich nicht als das «Vorwärts». «Zurück zur Natur». wenn er nicht elend scheitern wollte vermeidet natürlich. abgelöst von den Taten. wer Mao allzu wörtlich nimmt. daß sie das. Niegeglückte zu setzen. hatte erst recht allen Grund. was Mao seinen Leuten nicht ausdrücklich zu sagen brauchte. seine Schüler zu erschrecken und zu verwirren. kein freischwebender. wie jede Revolution. Ja. Ewige und Unfehlbare darzustellen. Nur wenn man den Text mit der jeweiligen Situation zusammenhält. Die Worte waren ein Teil der Taten. wie neu die Prinzipien seiner Kriegführung waren. denen sie dienten. daß sie das Gefundene falsch einschätzen oder unterschätzen. übrigens auch seine Moral und Siegeszuversicht zu heben. verlieren sie ihren Sinn. was sie lernen sollen. Der Leser etwa der hier folgenden drei Schriften wird bald bemerken. Es ist eine häufige Erscheinung bei großen Entdeckern und Erfindern. ihr Leben und das der Hunderttausende. wieweit das ein psychologischer Trick war und wieweit wirkliche Selbsttäuschung. Man muß. gerade das Wichtigste. auf die er gemünzt ist. den Sinn seiner Kriegslehre manchmal geradezu umzukehren. es ihnen als das Älteste. Der gute Lehrer und Mao mußte ein sehr guter Lehrer sein. weil es sich aus der Situation von selbst ergab. auf Beispiele aus dem chinesischen Mittelalter und der chinesischen Antike zurückgreift. als selbstverständlich bekannt Vorausgesetzte. daß Mao sich gern konservativ gibt: daß er oft von der ewigen Gesetzlichkeit des Krieges spricht. nicht aus Worten. und er macht ihnen das Unbekannte mundgerecht. indem er es als das Altbekannte ausgibt. der als Kriegsrevolutionär Tausende von Menschen dazu bringen mußte.

selten das eigentliche Thema. Die Entdeckung. die aus seiner Relativitätstheorie die letzte theoretische Konsequenz zogen. die heute bereits in der ganzen Welt sprichwörtlich geworden sind und die merkwürdigerweise fast alle etwas mit Wasser. aber mit Ausnahme weniger Stellen eben nur den Hintergrund. mit der sie übrigens zeitlich ungefähr zusammenfällt. die die «konventionellen» Energien der Gravitation und des Elektromagnetismus millionenfach übertreffen. hochorganisierten und hochbewaffneten Stadtzivilisation. bei voller Entfaltung für jede konventionelle Großkriegführung unbesiegbar gemacht werden kann. und Einstein «Ich weigere mich zu glauben. Seine große militärische Entdeckung kann mit der physikalischen nicht der militärischen Entdeckung der Kernenergie verglichen werden. daß für Mao Tsetung in seiner Eigenschaft als militärischer Entdecker etwas Ähnliches gilt. daß der bisher stets strategisch erfolglose und verachtete «Kleinkrieg». sein Alles gesetzt. mit Schwimmen und Fischen zu 10 . Es ist möglich. mit ihr hat er den größten Bürgerkrieg aller Zeiten gewonnen und auf eine noch gar nicht absehbare Weise die Welt verändert. die «Guerilla» oder «Jacquerie». entspricht ziemlich genau Mao Tse-tungs Entdeckung. Sie steht schon hin und wieder in den Zeilen am häufigsten in gewissen wiederkehrenden Bildern und Vergleichen. daß man sie geradezu zwischen den Zeilen lesen müßte. auf sie hat er. in völlig hoffnungslos scheinender Lage. Diese Entdekkung — in allgemeiner philosophischer Form allerdings schon vor mehr als zweitausend Jahren bei Lao-tse vorweggenommen — ist ihm von der Not abgepreßt worden. sondern auch sein gegenwärtiger Übergang zu konventioneller Hochrüstung und Atomwaffenproduktion spricht dafür. Es wäre übertrieben zu sagen. daß in der bis dahin vernachlässigten Kleinwelt des Dorfs und der bäuerlichen Massen gewaltigere Kriegsenergien stekken als in der «konventionellen» militärischen Welt der spezialisierten Armeen und in der politischen Welt der hochtechnisierten. daß Gott mit der Welt Würfel spielt» gehörte nicht zu denen.lumbus wehrte sich bekanntlich leidenschaftlich gegen die Unterstellung. einen neuen Kontinent entdeckt zu haben. daß in der bis dahin vernachlässigten Kleinwelt des Atoms Energien stecken und entbunden werden können —. nicht nur manche Stelle seiner Schriften. Sie bildet unvermeidlicherweise auch den Hintergrund seiner militärischen Schriften.

tun haben: «Die Guerillas müssen in der Volksmasse schwimmen wie die Fische im Wasser». und auch der koreanische Krieg ist von chinesischer Seite rein konventionell geführt worden. dem regulären Krieg überlegen ist. müssen wir nun zunächst kurz den Taten. Es gibt noch andere einschränkende Bedingungen. in dem der Feind ertrinkt». 1948 und 1949. «Die Gesetze der Kriegführung lehren die Kunst. er wird oft eingeschränkt und modifiziert und manchmal geradezu verleugnet. im Ozean des Krieges zu schwimmen». daß sie nur im eigenen Lande erfolgreich geführt werden kann. In Korea freilich hatte dies seine besonderen Gründe. wie in dem hier abgedruckten Aufsatz «Über den verlängerten Krieg» lange im voraus angekündigt.und Tatsachenhintergrund einzeichnen. Viele ergeben sich aus Maos eigenen Schriften. vor dem sie stehen. wird nicht nur nicht direkt ausgesprochen. Aber um diese Schriften richtig lesen zu können. Es gehört wahrscheinlich zu den Eigentümlichkeiten der von Mao Tse-tung erfundenen und entwickelten neuen Kriegsart für die ein wirklich schlagender Name noch fehlt. nennen wir sie in Ermangelung eines besseren «Totalguerilla» -. der sein Netz weit auswirft und im rechten Augenblick eng zusammenzieht». wo er überhaupt möglich ist. Aber der Grundgedanke. 11 . daß der totale Guerillakrieg dort. zur regulären Kriegführung übergegangen oder zurückgekehrt. «Die Mobilisierung des gemeinen Mannes im ganzen Land muß ein riesiges Meer schaffen. Tatsächlich ist Mao Tse-tung in der letzten Phase des siegreichen Bürgerkrieges. «Der Guerillaführer muß arbeiten wie ein Fischer.

nur die Revolutionierung der Kriegführung. in der dritten die Japaner. Der chinesische Bürgerkrieg war einer der größten Kriege aller Zeiten. In der ersten und dritten Periode (1924/27. Er endete 1949 mit dem «Marsch nach Süden» der Kommunisten gegen die Kuomintang. was für das Verständnis der militärischen Schriften Maos absolut unentbehrlich ist. 1937/45) waren Kommunisten und Kuomintang Verbündete. nach der berühmten Wendung Tschiang Kai-scheks gegen seine bisherigen Verbündeten. Das Ziel wurde das erste Mal verfehlt. Er dauerte 25 Jahre. seine kriegsgeschichtlich wichtigsten Aspekte herauszustellen also das. Gemeinsame Feinde waren in der ersten Periode die provinziellen «War Lords» oder militärischen Lokaldiktatoren.Maos Krieg Der chinesische Bürgerkrieg. Das Ziel war beide Male die Vereinigung Chinas unter einer effektiven Zentralregierung und die Beseitigung von Separatismus. obwohl wahrscheinlich das bisher größte Ereignis des ereignisreichen 20. die Hauptmarkierungen seines Ablaufs hier zunächst primitiv einzuzeichnen. Nach12 . Selbstverständlich bedeutet das noch nicht einmal eine Skizze des Gesamtgeschehens. und die nachträglichen Buchberichte sind nur von Spezialisten gelesen worden. Fremdherrschaft und nationaler Schwäche. das zweite Mal erreicht. in dem wahrscheinlich mehr Menschen als Kämpfer und Opfer unmittelbar beteiligt und betroffen waren als im Ersten Weltkrieg. Die europäischen Zeitungen haben ihn bis zu seiner Endphase ignoriert. Dabei soll versucht werden. die Kommunisten. 1945/49) Feinde. gehört nicht zum selbstverständlichen Wissensbestand des gebildeten Europäers. die in den chinesischen Bürgerkrieg eingebettet war und durch ihn weltwirksam wurde. 1937 und 1945. vieles ebenso Wichtige oder noch Wichtigere fällt unter den Tisch. In dem gewaltigen Kriegsgeschehen. soll hier interessieren. im Frühjahr 1927. Es wird deshalb nötig sein. das wie gesagt von 1924 bis 1949 dauerte. gab es vier deutlich getrennte Perioden. markiert durch die Jahre 1927. in der zweiten und vierten (1927 bis 36. Mao Tse-tungs Auftritt erfolgt erst in der zweiten Periode des Krieges. Er begann 1924 mit dem «Marsch nach Norden» der vereinigten Streitkräfte der Kommunisten und der Kuomintang. Jahrhunderts (weder die beiden Weltkriege noch selbst die russische Revolution haben die Welt so tiefgreifend und nachhaltig verändert).

war Bauernorganisator der vereinten revolutionären Armeen während ihres Vormarschs gewesen. März 1927 im eroberten Shanghai plötzlich überraschend gegen seine Verbündeten. Ende 1927 war Tschiang. die so plötzlich sein tödlicher Feind geworden war. in der tiefsten südchinesischen Provinz. also ein Funktionär der zweiten Führungsgarnitur. los. 1928 setzte er den Marsch nach Norden allein fort und dehnte seine Herrschaft auf ganz China aus. stark auch in den anderen Großstädten.dem die verbündeten Kräfte der Kuomintang und der Kommunisten in einem fast dreijährigen Feldzug Südchina bis zum Yangtse in ihre Hand gebracht hatten. nach allen herkömmlichen Maßstäben. uneingeschränkt Herr der Lage in Südchina. Diese Staatsgewalt war offensichtlich unerschütterlich stark in der jeweiligen Hauptstadt. eingeschüchtert. schlug Tschiang Kai-schek am 26. Die Kommunistische Partei wurde aufgelöst und zerschlagen. fern vom Strom des großen Geschehens. die im Laufe des Jahres 1927 immer noch verzweifelte Putschversuche in Großstädten unternahmen und sich damit nur abermals zu Tausenden ans Messer lieferten. abgeschnitten von Tschiang Kai-scheks Häschern und übrigens auch von den Weisungen der Parteiführung und ihrer russischen Berater. tötete ihre Führer und errichtete seine Alleinherrschaft. die Arbeiter der großen Städte. Er befand sich 1927 irgendwo auf dem flachen Lande. ihre Führungskader massenweise getötet. die Kommunisten. entwaffnete ihre Truppen. Auf den handstreichartigen Überfall folgte eine mehrmonatige Kommunistenjagd im Lande. und es bewahrte ihn nicht nur vor den Fehlern der Partei und der ihr treu gebliebenen Truppenteile. wohin ihr Arm nicht 13 . aus der alles Weitere folgt. Es muß ihn auch auf seine Grundentdeckung gebracht haben. Das bewahrte nicht nur sein Leben. damals 34 Jahre alt und ein gewöhnliches Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas. die in vielem an die Vorgänge des Herbstes 1965 in Indonesien erinnert. auf die sie sich getreu der Marxschen Lehre und den Anweisungen ihrer russischen Berater hauptsächlich gestützt hatte. Tschiang Kai-scheks Staatsstreich war allem Anschein nach ein voller Erfolg. nämlich auf die Einsicht in die strukturelle Schwäche und sozusagen anatomische Verwundbarkeit der Staatsgewalt. Mao Tse-tung. gebrochen und unterdrückt. schon schwächer in Kleinstädten und Provinzzentren.

In dem Maße. und erst dadurch. ruheliebenden Elemente der Landbevölkerung zu. konnte man auf dem Lande so mühelos überwältigen und töten. wenn die Masse der Landbewohner in einer revolutionären Stimmung war und das war sie. daß die ferne Zentralgewalt nun plötzlich in Reichweite kam. man kann sagen. daß sie für die Ausbreitung und Vertiefung seiner Revolution und für das Gelingen seines gesamtstrategischen Planes eine Notwendigkeit waren. über neue Gebiete. mobil und verbreitete sie. und ganz schwach in den Tiefen des Landes.reichte. bot sie den vorbereiteten Gegenschlägen der von Hause aus geographisch statischen. mußten sie natürlich Unterdrückungskampagnen der Zentralregierung auf sich ziehen. wie diese kommunistischen Bauernstaaten zu ausgedehnten ländlichen Sowjetrepubliken zusammenwuchsen und unübersehbar wurden. daß sie Rückzüge und Gebietsräumungen erzwang. Die Gendarmen und Kuomintang-Beamten. 14 . kleine Bauernkommunen schaffen und diese dann zu schon nicht mehr gar so kleinen wehrhaften Bauernrepubliken verschmelzen. wie der Sturm den Waldbrand. eine organisierende und regierende «Gegenstaatsgewalt» war mit der Kommunistischen Partei vorgegeben. und zwar als grausamer Eindringling. ebenso die örtlichen Grundbesitzer. daß sie selbst den Bürgerkrieg institutionalisierte. die vorher seßhaft war. Der Grundstock einer bewaffneten Macht fand sich in den Resten kommunistischer Truppenteile. sie bestand oft praktisch nur aus vereinzelten Gendarmen und Beamten: Dort war sie also leicht zu überwältigen. spielte sie der Revolution den Trumpf zu. verhaftet und getötet werden konnten. erst durch ihre brutalen und breit gestreuten Repressalien trieb sie Mao auch die trägeren. Erst dadurch. und ihr Sieg die Voraussetzung. Diese Unterdrückungskampagnen waren von Mao nicht nur vorausgesehen und einkalkuliert. sie war nicht mehr mit massiven Truppeneinheiten oder Polizeikräften gegenwärtig. erst dadurch. konservativeren. immobilen Volkskräfte ein greifbares Ziel. abseits der Eisenbahnen und Straßen. machte sie die Revolution. der normalerweise die stärkste Karte etablierter Regierungen ist: Die Revolution wurde jetzt die Verkörperung. Mit den Bauern als Fundament und Bodenreform oder Bodenverteilung als Methode konnte man über weite Gebiete die offizielle Staatsgewalt außer Kraft setzen. Dort versickerte sie sozusagen. wie in den Städten kommunistische Funktionäre isoliert.

die man als die Lehr. die auf ihrem eigenen Gebiet und um ihr eigenes Gebiet kämpft. deren Geographie sich in diesen Jahren je nach dem Verlauf der Kämpfe auf der Landkarte Chinas hin und her schob wie eine Quecksilberkugel auf einer Tischplatte. die Armee aber trotz ihrer waffentechnischen Überlegenheit als besiegbar herausgestellt hat. Er hatte ihn sozusagen aus dem Stand genötigt und zu der Bewegung verlockt.und Entwicklungsjahre der neuen Art von Kriegführung bezeichnen kann. erst jetzt hatte er seinen Feind. total durchorganisierte und vom Feinde auf den nötigen Grad von Verzweiflung gebrachte Bevölkerung. und den man jetzt in Vietnam erlebt: der Krieg sozusagen zwischen einem Insektenschwarm und einem Großraubtier. Die erste der hier vorgelegten Schriften Maos behandelt im wesentlichen die Erfahrungen dieser Feldzüge. Vom Rest der Welt überhaupt nicht wahrgenommen. einer in dieses Gebiet von außen eindringenden Armee auf die Dauer immer überlegen ist. In dem Kriegsabschnitt 1930 bis 1934 war das noch nicht erwiesen. die Bevölkerung durchgängig als unbesiegbar. zwischen einer durch Verzweiflung kriegerisch gemachten und zum Kriege durchorganisierten Bevölkerung und einer regulären Armee. und zwar den vom Gegner entfesselten. Er brauchte den Krieg. um ihn zu Fall zu bringen. unausweichlich gewordenen Krieg. Indonesien und Indochina. bei dem sich.von Friede und Ordnung. wie ein Judo-Kämpfer. sondern zwischen zwei Arten Krieg ab. wenn sie sich nicht auf die Kampfregeln des Feindes einläßt. wo er ihn brauchte. aufs Ganze gesehen. auf Zypern. die er nun. Erst als Tschiang seine großangelegten Unterdrückungskampagnen begann. spielte sich damals in Südchina zum erstenmal der Zusammenstoß nicht einfach zwischen zwei Kriegsgegnern. Kuba und in Algerien erlebt hat. hatte Mao die erste Runde seines langen Kampfes wirklich gewonnen. so wie ein Nuklear-Physiker die überhohen Temperaturen im Zyklotron braucht. Tatsächlich waren die Jahre 1930 bis 1934 Großkampfjahre der Maoschen Bauernrepubliken. sondern ihm ihre eigenen aufzwingt. ausnutzen konnte. die eigene Taktik mußte noch unter teuer bezahlten Irrtümern erarbeitet werden (davon handelt im wesentlichen die erste der hier über15 . Dies war Maos zweite große Entdeckung: daß eine revolutionär erregte. den man seither in Jugoslawien.

aber alle vorher bereits gewonnenen und beherrschten Gebiete für eine Weib der Rache der Sieger preisgab. Vor allem aber gewann er etwas anderes: einen auf seine Kriegführung wie nach Maß zugeschnittenen Feind der ihm zugleich auch noch dadurch diente. Mao zwang ihn.setzten Schriften <Strategie des chinesischen revolutionären Krieges>). empfand Mao selbst den «Langen Marsch» und was ihn verursacht hatte. und selbst der Ausgang war zunächst zumindest doppeldeutig. Die Gelegenheit dazu gab ihm die japanische Aggression. Noch mehr beweist es der Entschluß. bei dem berühmten Sianfu-Zwischenfall im Dezember 1936. sondern auch Respekt und patriotische Sympathie in Teilen der chinesischen Gesellschaft. ehe er sich gegen den äußeren wandte. zu suchen. in Kauf und gewann dafür nicht nur eine Atempause. allerdings ohne Auflösung seiner eigenen Armeen. der Kuomintang-Regierung. nur 30 000 überlebten. zu einer nationalrevolutionären auszuweiten und zu diesem Zweck kaltblütig ein Bündnis mit dem bisherigen Todfeind. daß er seinen bisherigen Feind. zunächst mit seinem inneren Feind fertig zu werden. die Sozialrevolutionäre Grundlage. hatte bekanntlich Japan seit 1931 fortgesetzt Stücke von Nordchina abgerissen. Mao fand sich zum Schluß bekanntlich zu einer gigantischen und tragischen Absetz. Obwohl Ausweichbewegungen und Rückzüge die bei dieser Art von Kriegführung immer zugleich Vorstöße sind. Tschiangs Politik war. da sie ja die Revolution automatis in neue Gebiete tragen durchaus von Anfang an in Maos Kampfmethoden einkalkuliert waren. 1936. diese Politik umzustoßen und sich zunächst einmal mit seinem inneren Feind gegen den äußeren zu verbünden'. aus dem 16 . Mao nahm dabei sogar formelle Unterordnung unter Tschiangs Zentralregierung. der zwar den Kern seiner Truppe und Bewegung lebendig erhielt und die Revolution in ein neues Gebiet den äußersten Nordwesten Chinas trug. den er im selben Jahr.und Ausweichbewegung genötigt: dem berühmten «Langen Marsch» durch ganz China. die ihn antraten. ohne daß Tschiang Widerstand leistete. Tschiang. auf der er bis dahin gekämpft hatte. 1936. faßte. die bisher seine Klassenfeinde gewesen waren. die bald danach. Das beweist nicht nur seine Schrift über <Strategie im chinesischen revolutionären Krieg>. und den von den 130 000 Mann. Während der Bürgerkrieg in Südchina tobte. verfaßt ist. unzweifelhaft als Niederlage.

schrieb Mao kühl. und tatsächlich zeigte sich. war er aber etwas ganz anderes: ein zweites Experiment in der Konfrontierung der zwei Arten Krieg. Zweitens. «Logischerweise sollte ein Nationalkrieg breitere Massenunterstützung gewinnen als ein revolutionärer Agrarkrieg». als Japan 1945 zusammenbrach. seine Totalguerilla: mit dem Erfolg. seinen «Gegenstaat». das ganze japanisch besetzte China außerhalb der Großstädte und Eisenbahnlinien Mao-Land geworden war. bei dem die überlegene japanische Armee drei Viertel von China besetzte und die Armee Tschiangs in den äußersten Süden Chinas zurückdrängte. Soweit er Japan und Mao betraf. wie unpopulär oder verhaßt diese auch sein mag. daß. mit den neuen Maoschen Methoden kämpfend. Weit gründlicher als einst seine Bauernrepubliken im Süden hatte Mao während des antijapanischen Krieges im Norden sein nunmehr nicht nur Sozialrevolutionär. Eroberers und Landesfeinds war. Der japanisch-chinesische Krieg brach im Juni 1937 aus. der sich im Kampf. so daß der organisierte Volkswiderstand viel größeren Spielraum findet. weil gegen den fremden Eroberer noch viel breitere und tiefere Widerstandskräfte zu mobilisieren sind als gegen eine eigene Regierung. für den Kampf und durch den Kampf bildete. weil die konkrete örtliche Gewalt eines fremden Eroberers über das eroberte Land physisch und geographisch noch viel begrenzter ist als die der eigenen Regierung. noch weit breiter mobilisierbar und weit eindeutiger überlegen war als in einem reinen Bürgerkrieg. nunmehr auf breitester nationaler Grundlage. und zwar aus zwei Gründen. sondern die eines fremden Eindringlings. wobei die Armee nun nicht mehr die der eigenen Regierung. des Krieges zwischen einer Bevölkerung und einer Armee. daß bei einer solchen Konfrontierung mit der Armee einer fremden Feindmacht die Bevölkerung. sondern national fundiertes neues Staatswesen. organisieren und konsolidieren können.größten Teil Chinas ausschaltete. Obwohl 1945 die Amerikaner die Kuomintang-Truppen in die nördlichen Städte flogen und dafür sorg17 . Erstens. war es ein konventioneller Krieg zwischen den regulären Armeen zweier Nationalstaaten. Während Tschiang sich im unbesetzten Süden Chinas eingrub. Soweit er Japan und Tschiang betraf. entfaltete Mao in den Riesenräumen des «besetzten» China zwischen und hinter den relativ dünnen Verbindungslinien der japanischen Front.

Kurz. bei dem die Großstädte alles. hatten sie diesen größten Teil Chinas für Maos Kriegführung geöffnet. der schwierigere Gegner gewesen. Wobei bemerkenswerterweise die waffentechnische Überlegenheit Japans. Der Schock und die Überraschung hatten ihren Grund darin. die gewaltigen Kriegsereignisse der zwanzig Jahre von 1927 bis 1947. den weitaus größten Teil der Bevölkerung des besetzten China im Kampf hinter sich zu einen. überhaupt nicht zur Kenntnis genommen hatte. von den mit amerikanischer Hilfe aus japanischer Hand zurückempfangenen Zentren Nordund Zentralchinas aus das weite Hinterland zurückzuerobern. beherrschte Mao jetzt tatsächlich drei Viertel des chinesischen Gebiets. daß man die Vorgeschichte des kommunistischen Siegesmarsches. Dieser fast mühelos wirkende. gegen die Tschiang wehrlos war. und indem sie Mao nicht nur mit einem Klassenfeind. hatte er ihn zu einem Krieg gezwungen. sondern mit einem Nationalfeind versahen. Im Winter 1947/48 begann Maos Marsch nach Süden. weil sich gegen ihn nur bestimmte Klassen. gegen Japan aber fast alle Chinesen mobilisieren ließen. Der japanische Krieg hatte den chinesischen Bürgerkrieg praktisch entschieden: Indem die Japaner Tschiang aus dem größten Teil Chinas hinausfegten. obwohl waffentechnisch schwächer als Japan. daß die Japaner sich ihnen und nicht Mao ergaben und ihre Waffen ihnen und nicht Maos Guerilla-Armen auslieferten. Mao kaum schadete: Tschiang war für seine Art Kriegführung.ten. den Tschiang mit seinen konventionellen Mitteln nur verlieren. 1946 wieder aus. Der Bürgerkrieg brach. Und dies wiederum hatte 18 . scheiterten schon im Anlauf. nach der kurzen und ergebnislosen Verhandlungspause der Marshallmission. innerlich unsicher geworden. begannen sich aufzulösen und zum Gegner überzugehen. hatten sie es ihm ermöglicht. Seine «überlegenen» amerikanischen und japanischen Waffen landeten mehr und mehr in den Händen der Truppen Maos. Die Versuche Tschiangs. was von Tschiangs Machtbereich noch übriggeblieben war wie reife Früchte in seine Hände fielen. indem Mao Tschiang zu einem Nationalkrieg gegen Japan gezwungen hatte. Mao aber mit seinen unkonventionellen nur gewinnen konnte. Er kam auch für Rußland als Überraschung. Seine Armeen. blitzartige Sieg der seit 1927 nie mehr recht ernst genommenen chinesischen Kommunisten kam als furchtbarer Schock für das zeitunglesende Publikum Europas und Amerikas.

unverständlich waren. die für Europa. Daß hier tatsächlich eine neue Art von Krieg geboren worden war. sich klarzumachen. Es scheint auch heute noch durchaus der Mühe wert. strukturlosen Heugabelaufstände verzweifelter Bauern. sie von Tag zu Tag erklärt und verständlich macht. mit denen man sie vergleichen und an denen man sie messen konnte. die sich zwanzig Jahre lang im tiefen Hinterland Chinas abgespielt hatten. Es gab und gibt noch heute keine Form der Kriegsberichterstattung. daß es sich dabei um Ereignisse handelte. begann man erst zu begreifen. warum sie unter den Bedingungen des Massenund Atomzeitalters die herkömmliche zu verdrängen begonnen hat. die ihnen gerecht wird. eine Form des Revolutionskrieges. entsprachen weder dem herkömmlichen Vorstellungsbild einer Revolution noch dem eines Krieges. Sie paßten weder in den Erfahrungsschatz noch in das Begriffssystem der Europäer. worin sich diese neue Art Krieg von der herkömmlichen unterscheidet. Die blutigen Wirren. Allenfalls erinnerten sie an die «Jacquerien» der europäischen Geschichte. Man fand sie uninteressant und nicht einmal berichtenswert. als man sich in den Folgejahren selber in vielen als schwach und unterlegen betrachteten Kolonialländern mit genau dieser Art Krieg konfrontiert fand und ihn zum eigenen fassungslosen Erstaunen immer wieder verlor. worin ihre Überlegenheit besteht und auch. Amerika und auch Rußland buchstäblich beispiellos und daher sinnlos. 19 . die plumpen. die sich dem herkömmlichen Krieg europäischer Prägung überlegen erweisen sollte.seinen Grund darin. Amerikaner und Russen. die immer mühelos niedergeschlagen worden waren. wo ihre Voraussetzungen und ihre Grenzen liegen. weil sie in der eigenen Geschichte und Erfahrung keine Vorbilder hatten.

oder «Schachspiel mit lebenden Figuren». Einwirkung freilich durch Gewalt. «ist ein Akt der Gewalt. Der Einzelkämpfer. taktischen und strategischen Lehrsätze sind nur Anwendungen dieses Grundaxioms. und es stellen sich auch sofort Assoziationen ein wie: «der Sport der Könige».» Ganz anders definiert Mao Tse-tung den Krieg: «Die Wurzel allen Kriegsdenkens ist der Grundgedanke. wie ihn Clausewitz definiert. um den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen. definiert Clausewitz und diese Definition liegt allem herkömmlichen europäischen Kriegsdenken zugrunde -. die sich nicht kennen und nichts gegeneinander haben. Nach Clausewitz hat der Kriegführende ein begrenztes Ziel: Er will den Gegner zur Erfüllung seines Willens zwingen. ist also nicht ein Akt der Vernichtung. «ist eine Veranstaltung. sich selbst zu erhalten und den Feind zu vernichten. hat ein geistreicher Europäer gesagt. sondern muß ihn zwar besiegen. «Krieg». und zwar auf Veranlassung von Leuten. Gemessen an der Mao Tse-tungschen Kriegsdefinition.Mao und Clausewitz «Der Krieg». wonach Krieg eine Sache aus einem Guß ist. in der der Soldat im Felde und der Oberste Kriegsherr 20 . die sich sehr wohl kennen und sehr wohl etwas gegeneinander haben. aus welcher historischen Epoche dieser Kriegsbegriff stammt: aus der Epoche des fürstlichen Absolutismus. er darf ihn nicht einmal vernichten. die sich nicht gegen den eigentlichen Gegner richtet (den er ja nur zum Nachgeben zwingen. um ihn zu töten. sich aber nicht töten.» Der Unterschied springt in die Augen. töten. um leben zu bleiben. nicht auslöschen will). Krieg. Alle technischen. folgt ihm genauso wie der Stratege. und auf seinen Gegner schießt. Aus demselben Grund braucht sich der Kriegführende um seine Selbsterhaltung keine Gedanken zu machen. Dazu braucht er den Gegner nicht zu vernichten. nicht vernichten. aber durch mittelbare Gewalt. denn auch sein Feind will ihn ja nur «zur Erfüllung seines Willens zwingen». allenfalls gegen seine Untertanen. sondern nur ein Akt begrenzter Einwirkung.» Man sieht sofort. der in Deckung geht. aber auch erhalten: Denn ein vernichteter Gegner könnte ja seinen Willen nicht mehr erfüllen. der einen Feldzug oder einen Krieg plant. bei der sich Leute. sondern nur gegen seine Soldaten.

Man täte also sehr unrecht.» Die letzteren sind weder in Gefahr. die je gelebt haben. im allgemeinen zur Abtretung eines Stückes Land. die von Napoleon III. daß diejenigen. insbesondere die europäischen Soldaten des achtzehnten Jahrhunderts waren ganz ohne Zweifel unter den allerärmsten und erbarmungswürdigsten Menschenwesen.nach demselben Prinzip handeln. Nur für den ersteren gilt der Satz: «Töte. wie Zirkustiere mit unendlichen Prügeln zum Verrichten unwürdiger Kunststücke im Frieden und zum besinnungslosen Töten und Sterben im Kriege abgerichtet wurden. diese «ritterlichen» und begrenzten europäischen Kriege der guten alten Zeit zu romantisieren oder zu ideali21 . weist die herkömmliche europäische Kriegsauffassung einen deutlichen inneren Bruch auf. sie befehlen ihren Soldaten. die Soldaten ihres Gegners zu töten. meistens an Sieg oder Niederlage ihrer Kriegsherren nicht das geringste konkrete eigene Interesse hatten. die. auch das Mißverhältnis zwischen dem tragischen Ernst der Mittel und der Trivialität der Zwecke (oft nur Gewinn oder Verlust der einen oder anderen Provinz). trotz der Glorifizierung. die ihm zuteil geworden ist. Bismarck und Gortschakoff in der zweiten Hälfte des neunzehnten noch einmal kurzfristig wiederbelebt wurden ist das Mißverhältnis zwischen dem Grauen der Schlachtfelder und der zivilisierten Salonatmosphäre unter den eigentlich Kriegführenden auffallend. Der Soldat und sein Oberster Kriegsherr handeln nach ganz verschiedenen Prinzipien. und schließlich fällt dem Betrachter auf. Der herkömmliche Krieg europäischer Prägung ist also nur auf der unteren Ebene Kampf. damit du nicht getötet wirst. in bunte Röcke gesteckt. getötet zu werden. mit ihrem Gegner vorteilhaft oder weniger vorteilhaft zu vergleichen. Ausgestoßene der Gesellschaft. wenn man den Esel meint». einen Dualismus oder Widerspruch. auf der oberen ist er Spiel allenfalls: Kampf spiel. Dazu wenden sie zwar Gewalt an. Ihr Tun und Leiden ist daher doch wohl. um sich dann je nach dem Ergebnis dieser Tötungskonkurrenz zu Lasten Dritter. In den klassischen Kriegen Europas den Kabinettskriegen des achtzehnten Jahrhunderts. noch wollen sie ihren Gegner töten: Sie wollen nur einen Streitfall mit ihm bereinigen und ihn nur «zur Erfüllung ihres Willens» zwingen. aber nach dem Satz: «Den Sack schlägt man. nichts als bejammernswert. nämlich der jeweiligen Untertanen.. die einander in diesen Kriegen zu töten hatten.

zu ihrer Zeit relativ begrenzt war.dementsprechend. daß der Schaden. aber wenn sie Zivilisten oder wenn Zivilisten sie töten. zwischen kämpfender Truppe und nichtkämpfender Zivilbevölkerung eine scharfe Trennungslinie zu ziehen. nicht total abgeschafft sein. in der ein paar tausend Bauernsöhne oder Landstreicher nun einmal nicht zählten.sieren. Erstens der Grundsatz. dann bleibt das Mord. und drittens. daß es immer noch die einzige Art Krieg ist. Der Friede zwischen den kriegführenden Potentaten soll nach Kriegsende leicht wiederherstellbar sein und soll daher auch während des Krieges nur teilweise suspendiert. zweitens. wie etwa die Armeen Cromwells oder die französischen Revolutionsheere. das sie hervorbrachte. zu entbinden): und zwar nicht. Die Soldaten sollen einander töten. wie sie ihrerseits die Truppe bei ihrem Kriegsgeschäft stören soll. wie es heute oft geschieht. 22 . Die Zivilbevölkerung soll auch im Kriege nach Möglichkeit ihren Friedensbeschäftigungen nachgehen. was er auf Befehl tut. die Disziplin der Armeen auf Zwang und Gehorsam zu stellen. sprechen eher für das Gegenteil). den diese Kriege für die Gesellschaft als Ganzes anrichteten.für Kriegszwecke einfach nicht mobilisierbar sind. . Zweitens der Grundsatz. die wir wirklich verstehen. Man wird ihnen aber dreierlei zugestehen müssen: erstens. rational und sinnvoll waren: Mittels ihrer ließen sich Konflikte ohne Zerstörung der Gesamtordnung. und die Truppe soll sie dabei ebensowenig stören. Insbesondere entspringen aus dieser «Hegung des Krieges» (in der beispielsweise Carl Schmitt eine der höchsten Errungenschaften der europäischen Zivilisation erblickt) fünf Grundsätze. in denen europäische Armeen wenigstens teilweise aus Überzeugung oder persönlichem Interesse kämpften. den Soldaten von der Verantwortung für alles. und zwar sowohl zur Begrenzung des Krieges wie zum gegenseitigen Schutz. zum Austrag bringen. die heute noch Kriegslehre und Kriegsrecht in der westlichen Welt weitgehend beherrschen. die uns sozusagen im Blut steckt. nicht auf Überzeugung oder persönliches Interesse (und. daß sie innerhalb des sozialen Systems. sondern weil Überzeugung und persönliches Interesse des gemeinen Mannes in Obrigkeitsstaaten europäischer Prägung . weil Zwang und Gehorsam unbedingt kampftüchtiger machen (die wenigen Fälle. das ist ihre Pflicht.

sondern der politische Zweck darin vorwaltet. der diese Grundsätze liest. weil sonst sein Zweck seinen Preis nicht mehr aufwiegt. den Krieg nicht unbegrenzt auszuspinnen. es gibt Fälle schon aus klassischen Zeiten — Melac in der Pfalz. Dazu Clausewitz: «Da der Krieg kein Akt blinder Leidenschaft ist. hat ihn schon halb verloren. Jeder Europäer.Drittens der Grundsatz. Wer den Krieg im eigenen Lande hat. wenn irgend möglich. schneller friedensgeneigt zu machen. der mit dem vorigen eng zusammenhängt. so muß der Wert. bedenklich erhöht. Dies wird nicht bloß der Fall sein bei ihrem Umfang. Das hängt wiederum mit dem vorigen Grundsatz zusammen. bei denen nach einer oder zwei gewonnenen Schlachten der maßvolle Sieger das ihm Wesentliche in einem schnellen Friedensschluß ins trockene bringt und womöglich gar den geschlagenen Gegner zugleich versöhnt.und Zwischenentscheidungen. die feindliche Armeen unvermeidlich anrichten. mit welcher wir ihn erkaufen wollen. sondern auch bei ihrer Dauer. wenn Bresche geschlagen ist oder die Rationen erschöpft sind. den Krieg möglichst ins Feindesland zu tragen und das eigene Land vom Kriege möglichst freizuhalten ein Grundsatz. um den Fürsten. Sobald also der Kraftaufwand so groß wird. in denen bewußte Verwüstungsstrategie getrieben worden ist. Ja. den man so um Land und Leute brachte. für Gefangene «ist der Krieg vorbei».und Dauerzustand werden. Viertens der Grundsatz. die Größe der Aufopferung bestimmen. daß der Wert des politischen Zwecks ihm nicht mehr das Gleichgewicht halten kann. Als die ruhmreichsten und meisterhaftesten Kriege gelten die ganz kurzen wie die von 1859 und 1866 -. Nach jeder Hauptschlacht pflegt der Sieger Friedensvorschläge zu machen. ein eingeschlossener Truppenteil ergibt sich. als endgültig anzunehmen: Eine belagerte Festung kapituliert. muß er Ausnahmezustand bleiben und darf nicht Normal.» Fünftens schließlich und wieder mit dem vorigen zusammenhängend der Grundsatz. Wenn Krieg rationell bleiben soll. mindestens wird der Preis des Krieges durch die Störungen und Zerstörungen. so muß dieser aufgegeben werden und der Frieden die Folge sein. sondern eine schnelle Entscheidung zu suchen und selbst Vor. Marlborough in Bayern -. wird sie sofort auch heute 23 . den Krieg möglichst nicht durch alle Instanzen denkbarer «Eskalationen» durchzufechten. den dieser hat. wenn «weiteres Blutvergießen sinnlos geworden ist».

wie durch Blockade und «strategischen» Bombenkrieg verwischt. unterliegt allerdings immer noch den Repressalien. Auch der Partisanenkrieg ist als Ergänzung regulärer Kriegführung durchaus üblich geworden. daß schon die beiden Weltkriege den «gehegten» Krieg europäischer Konvention. Jeder wird aber auch sofort bemerken.und Raketenwaffen hat nur eine bereits vorgeschrittene Entwicklung auf die Spitze getrieben und die Verkehrung von ultima ratio in ultima irratio auch dem einfachen Verstand aufgedrängt. aber der korrespondierende Grundsatz der Nichtverantwortlichkeit für Handlungen unter Befehl ist weitgehend außer Kraft gesetzt. Der Grundsatz. die einst durch grundsätzliche Schonung der Zivilbevölkerung kompensiert und gewissermaßen gerechtfertigt waren. Die seitherige Entwicklung der Atom. die «ultima ratio regum». sind in den beiden Weltkriegen gänzlich über Bord gegangen. auch nicht mehr die entfernteste Beziehung hatten. den Krieg zeitlich und materiell zu begrenzen. was Ernst Niekisch mit einem glücklichen Ausdruck «Verwahnung» genannt hat. aber zunehmend durch Propaganda und das ergänzt. beherrscht weiter die Landstrategie. die fast die ganze Zivilbevölkerung in den Dienst der Kriegführung stellt und damit zu einem legitimen Objekt der feindlichen Kriegführung macht. ein rationales Verhältnis zwischen Mitteln und Zweck einzuhalten. Diese beiden Kriege sind bekanntlich in ihrem Verlauf völlig außer Kontrolle geraten und haben Ergebnisse gezeitigt. die mit den Streitobjekten und Kriegszielen. Zwang und Gehorsam sind zwar immer noch die Grundlage der Armeen.noch instinktiv einleuchtend finden. 24 . daß sie in den Kriegen des zwanzigsten Jahrhunderts zunehmend außer Kurs gekommen sind. um derentwillen sie begonnen wurden. den Krieg möglichst ins Feindesland zu tragen. aber die Allgegenwart des Luftkrieges hat ihn weitgehend seines Sinnes beraubt. weitgehend ad absurdum geführt haben. Auch werden Zwang und Gehorsam zwar auch heute nicht durch Überzeugung und Interesse ersetzt (das bleibt unmöglich). Auch haben sich die «Sieger» in diesen Kriegen als keineswegs mehr identisch mit den «Gewinnern» herausgestellt. Die scharfe Trennungslinie zwischen Truppe und Zivilbevölkerung ist sowohl durch die totale Kriegswirtschaft. Zusammenfassend kann man sagen. Die Grundsätze schließlich.

womit offensichtlich kein denkbarer politischer Zweck mehr zu erreichen ist. und nicht die. also die Art Krieg. den ersten nationalen Befreiungskrieg der indonesischen Staaten Laos. ja erschreckende Weise in sich aufnimmt und verwirklicht. also offensichtlich nicht unmöglich waren. Aber dieser Schluß ist vorschnell. daß jeder Krieg heute unmöglich oder wenn nicht unmöglich. die den Gegner nicht durch einen Akt mittelbarer Gewalt zur Erfüllung des eigenen Willens zwingen. Demokratie und Technik. daß eine Regie25 . die stattgefunden haben. die der Definition Clausewitz' entspricht. Die Technik hat die Kriegsmittel dem Kriegszweck derart über den Kopf wachsen lassen. Ganz offenbar gibt es also noch eine Art Krieg. er ist nach bisheriger Erfahrung am sichersten erfolgreich. Ein solcher Krieg ist immer ein Revolutionskrieg und immer ein Volkskrieg. Algeriens. und zwar um ihr Leben. Die Demokratie hat aus dem «Schachspiel mit lebenden Figuren» sozusagen den Schachspieler entfernt. das heißt. weil er sie auf eine äußerst radikale. die der Definition Mao Tse-tungs. Dieser Art Krieg scheinen die beiden Zerstörer des klassischen europäischen Krieges. Wir haben ja mit eigenen Augen in jüngster Zeit eine ganze Anzahl von Kriegen mit angesehen.Was den begrenzten und rationalen Krieg europäischer Prägung und Clausewitzscher Definition unbegrenzbar und irrational gemacht hat. Zyperns. sondern sich selbst erhalten und den Gegner vernichten. also nicht gänzlich sinnlos waren: den chinesischen und den kubanischen Bürgerkrieg. sind zwei Dinge: Demokratie und Technik. wenn er Fremdherrschaft durch nationale Selbständigkeit ersetzen will. es ist heute. und die auch für die Siegerseite ihren Zweck erreicht haben. die Technik. daß heute der Krieg gerade für die mächtigsten Länder mit physischer Selbstvernichtung identisch geworden ist. ohne das Spiel übersehen oder auch nur verstehen zu können. Man hat daraus vielfach den Schluß gezogen. weil er sie unterläuft. wenn er zugleich ein nationaler Befreiungskrieg ist. Kambodscha und Vietnam gegen Frankreich. die nationalen Befreiungskriege Indonesiens. ja sich selbst an seine Stelle setzen will. Aber es ist eben eine ganz andere Art Krieg als die uns geläufige: nämlich die Art Krieg. die möglich und sinnvoll ist. Im herkömmlichen Kriege geht es immer nur darum. ungefährlich zu sein: die Demokratie. als ob die Figuren selbst miteinander Schach spielen sollten. jedenfalls gänzlich sinnlos und widervernünftig geworden sei.

für ihr eigenes Interesse kämpfen. Das ist offenbar heute mit den Mitteln des Krieges nicht mehr möglich. wenn dann die Soldaten kommen. Realitäten zu schaffen. Verzweifelte landlose Bauern. was sie freiwillig nicht tun will. und das einzig sichere Mittel. Und die kleinen Kommunen oder Banden. von denen jeder dieser Kriege ausgeht. die ihnen das Gefühl vermittelt. nur eine Führung. geben einer Totalguerilla ihre Rekruten. können nicht. Jahrhunderts. Der erste war. Das ist offenbar noch möglich unter gewissen Voraussetzungen. etwas zu tun. daß sie für ihre eigene Sache. daß die Kampfdisziplin der Truppe auf Zwang und Gehorsam beruht und nicht auf Überzeugung und persönlichem Interesse. um ihre Haut so teuer wie möglich zu verkaufen. und mit gewissen Mitteln. die denen des herkömmlichen europäischen Krieges in allen Punkten diametral entgegengesetzt sind. der Feind ist. Im Kriege neuer Art geht es dagegen immer darum. eine Führung und eine Chance zu haben. die ihren Grundherren totgeschlagen und sein Land aufgeteilt haben. die sich bestenfalls zunächst um sie herum bilden und die den ersten Widerstand gegen die etablierte eigene oder fremde Staatsgewalt wagen müssen. zunächst wenigstens. also überzeugen. die noch zu prüfen sein werden. Verzweiflung und das Gefühl. ist. wie die europäischen Grenadiere des 18. und die Grundlage ihrer Kampfdisziplin ist die unentrinnbare Bindung des 26 . zunächst völlig fehlen. Sie müssen also schon das Gefühl haben. würden sie ausgelacht werden. Sie können nur agitieren. die es rechtfertigen. brauchen weder Zwang noch Propaganda. Primär aber muß der Kampfwille auf Überzeugung und Interesse beruhen. immer weit furchtbarer als die eigenen Offiziere. ihnen dies Gefühl zu geben. Wenn sie irgend jemanden in den Kampf kommandieren wollten. daß eine Regierung eine andere abschaffen und sich selbst an ihre Stelle setzen will. Wir haben oben die fünf Hauptgrundsätze oder Spielregeln des herkömmlichen europäischen Krieges skizziert.rung eine andere zwingen will. Gehorsam zu erzwingen. eine Chance zu haben. weil nämlich die Mittel. revolutionäre Aktionen und das Verbrennen der Boote ihre Armeen. Im Kriege neuer Art der «Totalguerilla» spielen Zwang und Gehorsam zweifellos ebenfalls früher oder später eine Rolle. dadurch zur Tapferkeit gezwungen werden. daß sie vor ihren Offizieren mehr Angst haben als vor dem Feind. haben zunächst keinerlei Macht. Die Sozialrevolutionären oder nationalrevolutionären Zellen.

den Krieg nach Möglichkeit ins Feindesland zu tragen. Der dritte Grundsatz europäischer Kriegführung war. Die Totalguerilla ist nicht nur am stärksten im eigenen Land. schon weil dort die Verschmelzung von kämpfender Truppe und Bevölke27 . die er brechen will. was die neue Ordnung und die neue Regierung werden will. wahllos auszurotten oder ins Leere zu stoßen. Ist diese stille Totalmobilisierung der Bevölkerung anders ausgedrückt: der aktive Übergang der Bevölkerung von der alten und offiziellen zu der neuen und revolutionären Ordnungsgewalt einmal geglückt. Das Interessante ist. liefert fast unfehlbar die Gegenseite. Aber Terror.persönlichen Schicksals an die gemeinsame Sache. sie muß das unerschöpfliche Rekrutierungsreservoir der Truppe sein. die ja zunächst stets glaubt. in dem der Feind ertrinkt und in dem die eigenen Soldaten schwimmen wie die Fische im Wasser. Der zweite Grundsatz europäischer Kriegführung war die Trennung von Truppe und Zivilbevölkerung. sondern eine Strafexpedition zu führen. daß in fast allen bisherigen Kriegen dieser Art der jeweilige Feind selbst im höchsten Maße dazu beigetragen hat. wenn nötig. so ist endgültige Niederlage so gut wie unmöglich geworden und Sieg nur noch eine Frage der Ausdauer und Leidensfähigkeit. Die entscheidende Operation jeder Totalguerilla ist. sich entsprechend benimmt und damit den ersten Kämpfern dessen. auch innerlich. Die Zivilbevölkerung muß nicht nur Auge und Ohr der Truppe werden und gleichzeitig den Feind blind und taub halten. jeden Rückzug. durch wahllosen Terror. und zugleich muß die Truppe jederzeit. Der Feind muß. ständig vor der Alternative stehen. sie ist wahrscheinlich nur im eigenen Land überhaupt möglich. der Einschüchterung erzeugen soll. Totalguerilla beruht im Gegenteil das ist ja geradezu ihre Erkennungsmarke geworden auf der äußersten Verschmelzung von Truppe und Zivilbevölkerung. die Bevölkerung zu dem «Ozean» zu machen. wo und solange er stärker ist. keinen Krieg. hinter dem weder Überzeugungskraft noch dauernde und unwiderstehliche Macht steht. Jedenfalls gibt es bisher kein Beispiel für erfolgreiche Kriegführung dieser Art in einem fremden Land. hilft denen. ununterscheidbar in sie zurückschmelzen können. die kriegsentscheidende Umstellung der Bevölkerung zustande zu bringen. um diese Disziplin unverbrüchlich zu machen. Was etwa noch fehlt. abschneidet.

daß die Totalguerilla. Der entscheidende Geniestreich Maos im chinesischen Bürgerkrieg war der erzwungene Wechsel des Gegners im Jahre 1936/37. die Ersetzung Tschiangs durch die Japaner. erscheint uns. Dies ist für die europäische (oder gar die amerikanische) Mentalität besonders unverständlich. daß jeder neu in Vietnam gelandete amerikanische Truppenteil den Endsieg der Gegner Amerikas sicherer macht. unmöglich sein dürfte. seinen Gefolgsleuten den Gedanken des Dauerkriegs nahezubringen. den Krieg zu einem Dauerzustand zu machen. Algeriern. Kubanern und Vietnamesen wäre ein kurzer Krieg wahrscheinlich lieber als ein langer gewesen. Der Grundsatz der Totalguerilla ist. die ihm erst die Art Feind lieferte. Ähnlich dürfte im gegenwärtigen Vietnam-Krieg der amerikanische Entschluß. die eines der Haupterfolgsgeheimnisse dieser Art von Kriegführung ist. Der vierte Grundsatz europäischer Kriegführung war. «im Ozean des Krieges schwimmen zu lernen». den Krieg zu einem amerikanischen zu machen.oder Kolonialmacht. zum Verständnis der neuen Kriegsform aber besonders wichtig. pervers und unmenschlich (obwohl man es natürlich ebenso pervers und unmenschlich finden könnte. etwas so Schreckliches wie einen Krieg überhaupt anzufangen). die er brauchte. Nun.) Man bilde sich also nur nicht ein. war eine leere Hülse.rung. man habe es hier mit einem Fall 28 . etwa gar noch anderer Rasse. den Krieg kurz zu halten. wenn der Feind nicht die eigene Regierung. obwohl sie stets auch Bürgerkriegszüge trägt. ist. (Es ist die dritte der hier übersetzten Schriften. und auch Mao Tse-tung hat eine seiner längsten und eindringlichsten Lehrschriften daran wenden müssen.und jahrzehntelang im Gange zu halten. die wir schon im Sprichwort ein Ende mit Schrecken einem Schrecken ohne Ende vorziehen. insofern ist die Vermutung begründet. Etwas so Schreckliches wie einen Krieg geradezu absichtlich in die Länge zu ziehen und unter Vermeidung einer Entscheidung jahre. Dagegen hat sich immer wieder erwiesen. um Millionen ehemaliger Tschiang-Anhänger auf seine Seite zu ziehen. in absehbarer Zeit die von ihnen bewaffneten und geschulten Truppen des ursprünglichen südvietnamesischen Sonderstaates nach und nach auf die Seite ihres Volkes zurückführen. Was nach dem japanischen Zwischenspiel von Tschiangs Regierung und Armee übrigblieb. auch den Chinesen. sondern eine landfremde Aggressions. dann ihre größte Kraft entfaltet.

ermüdet. zu Unbesonnenheiten oder auch ganz 29 . daß dazu Zeit. bittere Kriegszeit benötigt wird. von Machtlosigkeit zur Machtergreifung. viel Zeit. wie oft in Maos Schriften das Wort «Wachstum» vorkommt es ist geradezu ein Schlüsselwort.asiatischer Rätselhaftigkeit und Andersartigkeit zu tun. schwächt. die sich nicht künstlich verkürzen läßt. viel harte. für den Kampf und durch den Kampf zu wachsen. schreibt er einmal. für sie selbst ist es wie das Erwachsenwerden eines Menschen. schreckliche. das Wesen Maoscher Kriegführung.» Den Feind überwachsen. den Feind zu vernichten. um zu wachsen im Kampf. der Krieg als ständigen Wachstumsreiz erfordert. Die lange Dauer einer Totalguerilla ist eine bittere strategische Notwendigkeit und hat vollkommen rationale Gründe. von Landlosigkeit zum Besitz des ganzen Landes. Eine Widerstandsbewegung aber beginnt mit nichts oder fast nichts. ist zunächst kaum mehr als eine Bande oder eine abgelegene isolierte Kommune und braucht Zeit. Es ist auffallend. und Wachstum braucht Zeit. Sie ist deswegen nötig. die sie verdrängen und ersetzen will so etwas wie das Wachstum eines tödlichen Karzinoms. Beides hat seine natürliche Dauer. sich selbst zu erhalten und den Feind zu vernichten» auf die Spitze treiben und geradezu formulieren: «Das Wesen der Totalguerilla ist. indem man sich selbst erhält — und wächst. Wenn diese lange Schreckenszeit zugleich den Feind ungeduldig macht. wenn der Krieg lange dauert ebenso übrigens ein asiatischer oder afrikanischer Staat oder eine europäische Kolonialmacht in Asien oder Afrika. auf die letzte und schärfste Formel gebracht. ist für ihren Feind die landeseigene oder landfremde Regierung. Dieser Wachstumsprozeß. kaum weniger als die vielen Vergleiche mit dem Wasser.» Ein europäischer Staat beginnt einen Krieg normalerweise auf der Höhe seiner Kraft und seiner Vorbereitungen und ermüdet langsam. «bedeutet Geburt und Wachstum Wachstum von einer kleinen Streitmacht zu einer großen Streitmacht. weil ein solcher Krieg für die revolutionäre Seite in seinem innersten Wesen immer ein Wachstumsvorgang ist. von Waffenlosigkeit zu Totalbewaffnung. und es ist leicht einzusehen. «Ein revolutionärer Krieg». viel Zeit. bis sie ein Staat und schließlich der Staat geworden ist. ihn totwachsen: das ist. Man könnte hier Maos Grundmaxime über den Krieg: «Das Wesen aller Kriegführung ist.

30 . nur das kopflose Wüten der trotzigen. die nicht mehr weiß. der sich selbst nicht mehr erklären kann. sondern konzentrierte Greuelszenen waren. lautet: «Keine Dauerfeldzüge und keine Blitzkriegsstrategie. ehe der unvermeidliche Sieg errungen ist. phrasengenährte. (Solange er das nicht geworden ist. sondern eine Strategie des Dauerkrieges mit Blitzfeldzügen. die in den folgenden Schriften ausgegeben werden. Der fünfte Grundsatz der Totalguerilla ist. und auch wenn es noch Jahre oder gar ein bis zwei Jahrzehnte dauern sollte. der dieselbe Bevölkerung beherrschen will. wäre ebenso geschmacklos wie die landläufige Verniedlichung und Beschönigung friderizianischer oder napoleonischer Schlachten die keine militärischen Ballette. der Stärkere zu werden. um so besser. wie der Gegner stärker bleibt. Der menschliche Geist ist aber so beschaffen. Das ist gegenüber einer Fremdmacht immer der Fall weswegen zum Beispiel der Krieg in Vietnam nach menschlichem Ermessen für die Amerikaner unwiderruflich verloren ist. eine Weile das ganze Land mit Gewalt niederhalten können sollten. jeder Entscheidung so lange hartnäckig auszuweichen. Eine von Maos Losungen. was sie tut.einfach zum Aufgeben verleitet. seit sie ihn zu einem offen amerikanischen Krieg gemacht haben. wenn seine Wurzel in der Bevölkerung fester sitzt und tiefer reicht als die seines Feindes. und keine Entscheidung als endgültig anzunehmen.» Es ist die natürliche Strategie des Schwächeren. ist gänzlich unentschuldbar und vor Gott und Menschen verworfen. solange es Sinn und Verstand hat und vernünftiger Erklärung zugänglich ist: mit den friderizianischen und napoleonischen Schlachten zu ihrer Zeit ebenso wie mit dem Maoschen Dauerkrieg heute. eine schnelle Entscheidung zu suchen — und sie anzunehmen. verlogene Krieg. der weiß. und den totalen Guerillakrieg zu verniedlichen und zu beschönigen. nur der unverständlich gewordene. Der fünfte Grundsatz europäischer Kriegführung war.) Und er hat es in sich. daß er sich auch mit dem Schrecklichen abzufinden und einzurichten weiß. kann er nur immer wieder einmal blitzartig zuschlagen und dann schnell wieder das Weite suchen. daß er es in sich hat. solange der momentane Sieger dem Besiegten einigermaßen goldene Brücken baute. lernfaulen Dummheit und Widervernunft. wie seinerzeit die Franzosen in Algerien. Nur die sinnentleerte Grausamkeit. auch wenn sie. der Stärkere zu werden. Ist das Grausamkeit? Aller Krieg ist grausam.

Das zweite freilich wäre für sie die schwerere. Oder kann man es doch? Für die Amerikaner in Vietnam zum Beispiel wird die Endalternative wahrscheinlich sein. die auch westliche Demokratien immer noch als einzige kennen und beherrschen. wenn die Revolutionäre nicht nur kämpfen und zerstören. das man doch schließlich selber. unterläuft die Totalguerilla die moderne Kriegstechnik. direkt oder indirekt. Es ist gegenüber einer landeseigenen Regierung dann der Fall. man facht ihn damit eher an. Sie ist. mit all ihren spezifischen Schrecknissen. Freund und Feind nicht mehr zu unterscheiden sind. die eigentlich demokratische Form des Krieges. Und wiederum: YJeil sie so demokratisch ist. Dies aber ist häufig schon die Voraussetzung für die Anfangserfolge der Revolution. wenn diese Regierung die Anhänglichkeit und den Respekt der Massen an die Revolution verloren hat. warum die Totalguerilla die beiden Zerstörer des europäischen «gehegten» Krieges. also der bekämpften Regierung oder der fremden Eindringlinge. beherrschen will. nicht mit Flächenbombardements niederschlagen. nie wiedergutzumachende Niederlage. Man kann keine Kriegsindustrie zerschlagen. so daß in Kriegen dieser Art heute immer eine starke Vermutung für den Endsieg der organisierten und militant gewordenen Revolution spricht. wenn keine existiert und der Waffennachschub für die Revolutionäre aus den Arsenalen ihres Feindes. zu räumen oder es atomar zu vernichten. sondern auch aufbauen und Staat schaffen: wachsen können. 31 . also für Demokratien im Grunde systemwidrig ist und gerade wenn von Demokratien praktiziert. ein blutiges «plebiscite de tous les jours» während die Kriegsform. sobald sie den Test der ersten Monate überstanden hat. das Land. wie der aufmerksame Leser der vorangegangenen Absätze selbst deduziert haben wird. wenigstens dann. nicht zu fürchten hat. Man kann einen Volkswiderstand. stammt. leicht den eigenen Herrn schlägt. Dies alles erklärt nebenbei. und man kann ein Land nicht vernichten. in ihrer Grundkonzeption und inneren Logik aristokratisch-absolutistisch. Demokratie und Technik. da sie es nicht «amerikanisieren» können.bis ihre unvermeidliche Niederlage voll ausgereift ist. bei dem Soldat und Zivilist.

Immer noch bleibt wahr. das eins der massivsten bisherigen Beispiele siegreicher Totalguerilla bietet und wo der Kommunismus überhaupt keine Rolle gespielt hat. Er führte den chinesischen Bürgerkrieg als Führer der chinesischen Kommunistischen Partei und hätte sich ins eigene Fleisch geschnitten. Es hat erfolgreiche Totalguerillas gegeben.Mao und Trotzki Wir haben die Totalguerilla Maoschen Stils soeben die eigentlich demokratische Form des Krieges genannt und damit sicherlich manchen Leser schockiert. Ist es nicht. daß die Existenz einer kommunistischen Partei zu den unabdingbaren Voraussetzungen einer erfolgreichen Totalguerilla gehört. Dies kann eine kommunistische Partei sein — sie ist es sehr oft. Wir tun aber gut daran. Umgekehrt gibt es Beispiele kommunisti32 . daß die Existenz einer Partei oder sonstigen politischen Organisation mit massenmobilisierender und staatsbildender Kraft für die siegreiche Führung einer Totalguerilla absolut unentbehrlich ist. In allen seinen Schriften führt er die Existenz einer kommunistischen Partei und die Führung des Krieges durch die kommunistische Partei als eine der unabdingbaren Voraussetzungen des Sieges auf. vielmehr die kommunistische Form des Krieges? Mao selbst dürfte diese Frage bejahen. die von nichtkommunistischen Organisationen geführt worden sind: in Palästina. die sie hätte ersetzen können. unter den konkret gegebenen Bedingungen. als er seine militärischen Schriften verfaßte vollkommen recht: Nur die Kommunistische Partei Chinas konnte damals. daß Maos militärische Schriften situations.und zweckbedingt sind. und heute wird man den Maoschen Satz. Inzwischen ist aber weiteres Erfahrungsmaterial für das Studium der Totalguerilla zur Hand gekommen. vor allem aber in Algerien. wird man fragen. einen Krieg dieser Art organisieren und ihm das politische Rückgrat geben. modifizieren müssen. es gab keine andere. auch in Kuba (Castro konvertierte erst nach seinem Siege zum Kommunismus). Außerdem hatte er in der Situation des chinesischen Bürgerkrieges — und keine andere interessierte ihn. aber es braucht nicht eine kommunistische Partei zu sein. wenn er die notwendige Rolle dieser Partei nicht gebührend herausgestrichen oder gar in Zweifel gezogen hätte. in Zypern. uns gerade hier wieder einmal zu erinnern.

geführt und gewonnen worden. Aber es hat auch in der europäischen Geschichte revolutionäre Kleinkriege gegeben. Aber auch dieser Krieg ist politisch ergebnislos geblieben. besonders im spanischen Volkskrieg gegen Napoleon von 1808 bis 1813 war es so. wenn wir den Erfolg der modernen Totalguerilla mit dem Mißerfolg historischer Bauernkriege vergleichen. wobei doch die Ordnung jede Ordnung schließlich immer den längeren Atem zu haben pflegt.scher Revolutionen (erfolgreicher und erfolgloser). Die Bürger. aber keine eigene wachstumsfähige revolutionäre Ordnung an ihre Stelle setzen. die Ausnutzung des Raumes und der Strukturschwäche der Staatsgewalt in den Weiten des Hinterlandes.und Interventionskriege. Die entscheidende Wichtigkeit einer nicht nur zur Massenmobilisierung. in denen manche der strategischen Grundgedanken dieser Kriegsform das Ausweichen vor Entscheidungsschlachten. die sich der Technik der Totalguerilla nicht bedient haben. die der Oktoberrevolution folgten. Im deutschen Bauernkrieg zum Beispiel hatten die Aufständischen nicht einmal den Grundgedanken jedes Volkskriegs begriffen. was der Guerilla in der europäi33 . und zwar ganz bewußt nach Clausewitzschen Ideen. die Strategie der Zermürbung und des Dauerkrieges. mit der ländlichen Bevölkerung ununterscheidbar zu verschmelzen. sind erstaunlicherweise von Trotzki als konventionelle Kriege. die Fähigkeit der Partisanen. letzten Endes kam er auf einen Kampf der Unordnung gegen die Ordnung heraus. Dieser Mißerfolg hat zwar gewiß nicht immer die gleichen Ursachen gehabt. Wahrscheinlich ist es gerade dies. und zwar weil ihm das Rückgrat einer ebenso staatsbildenden wie revolutionären Organisation fehlte. insbesondere gilt dies von der neben der chinesischen berühmtesten aller kommunistischen Revolutionen. Er konnte zwar die Konsolidierung der feindlichen Ordnung nachhaltig verhindern. stellten sich die «hellen Haufen» der deutschen Bauern den schwerbewaffneten und gutgedrillten Landsknechtsheeren ihrer Widersacher zur Schlacht und das heißt unter solchen Bedingungen ganz einfach zur Abschlachtung. die Mobilisierung nationaler Gefühle gegen den fremden Eindringling mit fast genialem Instinkt begriffen und angewandt wurden. daß die Revolution im Kampf mit der etablierten Staatsgewalt nicht deren Kampf regeln annehmen darf: Kaum geboren. sondern auch zur Staatsbildung fähigen politischen Organisation springt in die Augen. der russischen.

Jahrhunderts. Guerillakrieg als Verteidigung. Der australische Sinologe C. Verzweiflung und Empörung genügen zwar. irgendwann im Verlaufe des Krieges. der eigentlichen Legitimität für sich gewinnen und dem Feind das Odium des Ordnungstörers zuschanzen können muß. Bodenreform als Hauptstütze. Und dazu wiederum gehört eine festgefügte Organisation. Eine solche Organisation fehlte den spanischen Guerilleros der Napoleonzeit ebenso wie den französischen Bauern der vendee oder den italienischen Banden des 19. Fitzgerald schreibt in seinem Buche Revolution in China»: «Mao und Tschuh schufen eine neue Art kommunistischen Regimes. daß er die reine Unordnung und die reine Negation auf die Dauer nicht erträgt. die sie mit den Bevölkerungsmassen verbindet und ihr die Überzeugungskraft gibt. wie es hiernach scheinen könnte. um eine Guerilla in Gang zu setzen. Das Politische Zentralkomitee und die Russen bemerkten das sofort. verkümmert aber leicht zu bloßem Bandenwesen. das Bewußtsein der überlegenen.schen Kriegsgeschichte den Ruf der militärischen Unseriosität eingetragen hat. Aufrüttelung der Bauern als politischem Ziel. P. Vermeidung der Städte als Strategie. und eine innere Disziplin. lange in Gang gehalten werden. Vielleicht wurde er sogar aus der Kommunistischen Partei ausgeschlos34 . mit den Bauern als Fundament. im Jugoslawien des Zweiten Weltkrieges und in Vietnam sprechen für sich. Aber das Verhältnis zwischen Kommunismus und Totalguerilla ist trotzdem nicht so einfach. aber nicht. unter gewissen Vorbedingungen. die beides hat: eine Ideologie. Sicherlich ist eine leninistische Partei in vieler Hinsicht für eine solche Rolle wie geschaffen. und Mao wurde aus dem Politischen Zentralkomitee ausgeschlossen. wenn man so will: zu politischer Kriminalität großen Stils. mit der die ersten alles wagenden Freiwilligen geworben werden. und ihre Erfolge in China selbst. von dem sie lebt: Der Mensch ist nun einmal so beschaffen. um sie zum Siege zu führen: Dazu gehört die Kraft zur Errichtung einer positiven Gegenordnung. die schließlich sogar. Eine Guerilla ohne eigenes Ordnungs. Sie macht offenbar den entscheidenden Unterschied zwischen sicherer Niederlage und Unbesiegbarkeit. Nach der russischen Theorie war das alles Häresie. die von einem bestimmten Augenblick an «fassen» und Staatsgewalt werden kann.und Staatsprinzip kann zwar. und verliert schließlich gerade dadurch den Halt in der Bevölkerung.

Seine Gegenordnung ist nicht im Schöße der alten Ordnung natürlich herangereift. und ihre Strategie und Taktik war nicht leninistisch. ist der scharfe Blick auf die Wirklichkeit der Klassen und Klasseninteressen. sondern von den ersten Anfängen an der alten Ordnung hart und herausfordernd entgegengestellt worden. eben eine Geburt.» Ob Mao nun wirklich einmal aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen wurde oder nicht sicher ist. Die großen Städte. Der Inhalt seiner Revolution war nicht marxistisch. ernennt zum Vollstrecker der sozialistisch-kommunistischen Revolution das Industrieproletariat der Großstädte. nie hat er sie von innen zu revolutionieren versucht.und Führungsinstrument. sie setzt die alte 35 . in denen es Industriearbeiter gab. sondern als ein kurzer explosiver Vorgang. Auch wenn Mao also der Marxschen Lehre gelegentlichen Lippendienst geleistet. Jeder objektive Beobachter kann das mit dem bloßen Auge ebenso deutlich sehen. Was er von Marx übernommen hat. daß seine Führung des Revolutionskrieges vom hergebracht marxistisch-leninistischen Standpunkt aus durch und durch häretisch war. nicht die Industriearbeiter gewesen. Die Klasse.sen. sie setzt eine entwickelte kapitalistische Wirtschaft als Vorgänger und Grundlage der proletarischen Revolution voraus die proletarische Revolution soll im kapitalistischen System so natürlich zur Geburt heranreifen wie das Embryo im Mutterleib. Das ist aber auch alles. hat er ganz zuletzt von außen militärisch erobert. ist die feste Organisation der Partei als politisches Macht. niemand kann das heute nachprüfen. sind die Bauern.und Integrationsinstrument seiner Revolution und seines revolutionären Krieges und Staates benutzt hat: An die marxistischleninistische Lehre gehalten hat er sich keinen Augenblick. was er von Lenin übernommen hat. Der Kommunismus liebt es nicht. Auch ist diese Revolution von Marx offensichtlich keineswegs als ein mörderischer Dauerkrieg ins Auge gefaßt. Beweise vergangener Fehler in seinen Geschichtsbüchern zu belassen. an der auch Lenin theoretisch nichts geändert hat. Die Marxsche Lehre. wie es die damaligen Führer der chinesischen KP und wie es Stalin und später Chruschtschow sahen. und auch wenn er eine marxistisch-leninistisch eingestellte kommunistische Partei als Führungs. auf die er sich in Wahrheit für Revolution und Revolutionskrieg gestützt hat auch wenn er gelegentlich etwas anderes sagt -.

nicht proletarischinternationalistisch gewesen. der in die sowjetische Innenpolitik bis zum heutigen Tage ein Element von Krampf und Unwahrhaftigkeit. in Rußland klafft zwischen Wort und Tat vom ersten Tage an ein nicht zugegebener Widerspruch. Sie ist weit mehr eine Fortsetzung der Tai-phing und der Boxerrevolution als der Pariser Kommune oder selbst der russischen Oktoberrevolution. auch sie fand in einem vor. nie ein Hehl daraus gemacht hat. Aber den russischen Bolschewiki war das alles unendlich peinlich. die sich das Land der Grundherren genommen hatten. daß er der Führer einer Agrarrevolution und eines Bauernkrieges war. war auch sie eine Bauernrevolution. sondern sie setzt sozusagen unterhalb der alten Ordnung neu an. gewissermaßen mit einer Spiraldrehung. aber diese europäische Revolution fand ja dann bekanntlich nicht statt. trotz gelegentlicher Komplimente an das (in China kaum vorhandene) Proletariat. Soweit die russische Revolution mehr als ein Staatsstreich war. dessen Antrieb die Agrarrevolution und dessen Ziel und Ergebnis die politische Revolution war. Lenin und Trotzki rechtfertigten ihren Staatsstreich denn auch anfänglich nur als «Initialzündung» einer europäischen. Auch sie war keine Proletarierrevolution. in den Tiefen der vernachlässigten. in dem sie nach Marx eigentlich gar nicht stattfinden konnte. 36 .Ordnung nicht auf höherer Ebene. und es war wohl auch im letzten Grunde das Klasseninteresse der Bauern. Bürgerkrieg und politische Revolution eins ein langer Vorgang. zurückgebliebenen Landbevölkerung. Sie ist nicht geboren. sie ist erkämpft worden. fort. der ein Vierteljahrhundert in Anspruch nahm. sie haben es nie wahrhaben wollen und es immer nach Kräften wegdisputiert während Mao. Bei Mao decken sich Wort und Lehre im großen ganzen mit der Tat. Wichtiger aber als der Unterschied in den Worten ist der ungeheure Unterschied in den Taten der russischen und der chinesischen Revolutionäre. aus denen der militante Gegenstaat heranwuchs.' In China waren Agrarrevolution. was die Bürger. von verleugnender Unsicherheit gegenüber der eigenen Geschichte und dem eigenen Wesen hineinträgt.oder allenfalls frühkapitalistischen Bauernland statt.und Interventionskriege zugunsten der Bolschewiki entschied. Sie ist außerdem von Anfang an betont chinesisch-nationalistisch. Freilich auch die russische Oktoberrevolution war ja bereits in einem streng marxistischen Sinne häretisch. nicht russischen Revolution. und der Bürgerkrieg.

den die alte Zarenarmee vorgepflügt hatte. war vielleicht. die Aufständische niederkämpfte. beriefen sich beide auf Marx und machten beide eine Revolution. sehr langsam. die den Knüppel hielt. aus einem Boden. durch die Gewinnung. als der. war von vornherein in jedem Fall etwas ganz anderes. daß beide. und ihr Instrument dabei war eine konventionelle Wehrpflichtarmee mit konventioneller Disziplin. Die Parteien. und er führte ihn mit den Mitteln der Totalguerilla. Was sich zwischen 1927 und 1949 in China unter der Führung Maos abgespielt hat. und das einzige. Mobilisierung und Organisation der bäuerlichen Massen Chinas. über den in Rußland zwischen 1917 und 1921 Lenin und Trotzki präsidierten. nannten sich beide kommunistisch. Seine Armeen und sein Staat wuchsen sehr langsam. In Rußland ging die politische Revolution als Staatsstreich allem anderen voran. der Kommunismus. als Totalguerilla geführt.wurde von Anfang bis zu Ende als Volkskrieg. vom Standpunkt der Marxschen Lehre aus. Man könnte sagen: Lenin und Trotzki rissen der alten russischen Oberklasse ihren Staatsknüppel aus der Hand und drehten ihn um. die in Rußland und in China am Werke waren. aber es war immer noch derselbe Knüppel. der Bürgerkrieg eine verhältnismäßig kurze Folge von Einzelkampagnen folgte nach. bis sie ihn fallen ließ. die Hand um. Aber es waren grundverschiedene Revolutionen. den er selbst zunächst aufzupflügen und zu säen hatte. mehr geduldet als gelenkt. die Agrarrevolution lief. von Trotzki in einer organisatorischen Gewaltleistung aus dem Boden gestampft aber eben aus dem Boden. politisch wie militärisch. und wurde als konventioneller Krieg mit improvisierten konventionellen Armeen geführt. Er riß nicht dem alten China den Knüppel aus der Hand und drehte ihn um. Die russischen Bolschewiki führten ihre Bürgerkriege von 1918 bis 1921 als legale Staatsmacht. die auf Zwang und Gehorsam gegründet waren wie jede staatliche Armee und deren Untereinheiten zum großen Teil von zwangsverpflichteten zaristischen Berufsoffizieren geführt wurden. als Abwehrkrieg gegen Gegenrevolution und Auslandsintervention. dem sie dienten. 37 . planlos und anarchisch. ist ein ganz anderer Vorgang. sondern er drehte. was die beiden Revolutionen und die beiden Kommunismen gemeinsam hatten. nebenher. Mao dagegen führte seinen jahrzehntelangen Bürgerkrieg als Revolutionär und Schöpfer eines Gegenstaates.

Das Schlagwort. Fitzgerald. daß mit dieser Kriegspraxis die überlegene Waffentechnik moderner Großmächte unterlaufen und mattgesetzt werden kann. P. die seinen «Militarismus» und vor allem die Massenrekrutierung zaristischer Berufsoffiziere für die Rote Armee kritisierte und sich für eine auf revolutionäre Überzeugung gegründete Freiwilligenarmee von Arbeitern und Bauern einsetzte. <dann wären wir schon vor zehn Jahren vernichtet worden!>» Kein Rezept für Deutschland Die weite Anwendbarkeit der Maoschen Kriegslehre und Kriegspraxis auf die revolutionären Unabhängigkeitskriege «unterentwickelter». Mao las es und zeigte es Lin Piao. wonach nach Beendigung des Krieges in Europa Stalin an Mao Tsetung ein russisches Buch über Partisanenkrieg gesandt hatte. eine «militärische Opposition» gegen Trotzki. Aber selbst die Häresien waren mindestens so verschieden wie die Häresien Luthers und Calvins. Die andere Anekdote erzählt der schon vorher zitierte australische Sinologe C. «In Peking war eine Anekdote im Umlauf.Häresien waren. Zwei Anekdoten zur Illustration. denen ihr Verhältnis von Anfang an ausgesetzt war. relativ kleinen und schwachen Lande und der waffenstärksten Großmacht der Gegenwart ist zur Zeit in Vietnam 38 . Im Jahre 1918 formte sich. und immer wieder erwiesen hat sich auch. die Frucht der russischen Erfahrungen während der deutschen Invasion. hieß: «Guerillaismus». seinem besten militärischen Befehlshaber und dem größten Fachmann der Guerillakriegführung in China. mit dem Trotzki diese Opposition niederschlug. Das extreme Experiment in dieser Hinsicht ein Krieg zwischen einem durch eine lange Küste und ein enges Hinterland besonders exponierten. Pjatakow und Bucharin. im Zentralexekutivkomitee der bolschewistischen Partei. unter Führung von Smirnow. kolonialer oder halbkolonialer Länder hat sich in der Geschichte der letzten zwanzig Jahre immer wieder erwiesen. wundert sich nicht über die gigantischen Mißverständnisse. <Wäre das unser Lehrbuch gewesen> soll Lin geantwortet haben. Wer die Entstehungsgeschichte der Sowjetunion und der Chinesischen Volksrepublik beobachtet auch und gerade vom kriegsgeschichtlichen Standpunkt aus —.

daß sie überlegene Waffentechnik zu unterlaufen in der Lage ist: Insofern könnte sie — so scheint es jedenfalls auf den ersten Blick den Deutschen einen Ausweg aus ihrer Lage bieten. Schließlich könnte man sogar sagen. anwenden läßt. daß man sich nicht gewöhnt. In Deutschland bestehen ja seit über zwanzig Jahren Spannungen. die in früheren Zeiten zweifellos schon längst durch Krieg oder Revolution oder beides ausgetragen und aufgelöst worden wären. geteiltes Land eine weitere Parallele zu dem China der dreißiger Jahre. also insbesondere auf Deutschland. an den man sich so gewöhnt hat wie Hans Castorp an den Zauberberg. fremdem Einfluß und fremder Obergewalt unterworfenes. in Deutschland vorhanden sind. sich gegen den «Stärkeren» zu behaupten und ihm die Art von Dauerkrieg aufzuerlegen. die sich gegenseitig durch das Atompatt paralysieren. Es ist eine der Pointen Maoscher Kriegführung. Immerhin. nämlich indem man sich daran gewöhnt hat. im südlichen Afrika und etwa auf dem indischen Subkontinent soll hier nicht spekuliert werden. die Ausgangsposition zweier konkurrierender Staatsgewalten im selben Staatsvolk und 39 . hat einen solchen Austrag unmöglich gemacht. ihren Staat als gesamtdeutschen Gegenstaat des jeweils anderen aufzufassen und zum Herd und Stützpunkt der Revolution im anderen Teil Deutschlands zu machen. zweifellos haben beide deutschen Regierungen hin und wieder mit dem Gedanken gespielt. wo die leninistische Partei bereits herrscht. allerdings falsch verteilt: Der einzige Aufstand. daß auch die beiden Hauptvoraussetzungen Maoscher Kriegführung. den Deutschland seit 1945 produziert hat. Außerdem ist Deutschland ein nicht voll souveränes.im Gange und hat schon jetzt mindestens so viel erwiesen. eine disaffektionierte Bevölkerung und eine leninistische Partei. und so bestehen die ungelösten Spannungen unbegrenzt weiter — ein Zustand. ob sich Maos Lehre und Praxis auf europäische Verhältnisse. die nach aller bisherigen Erfahrung das kämpfende Volk nicht verlieren und die waffenstarrende fremde Unterwerfungsmacht nicht gewinnen kann. Über die Möglichkeiten der Totalguerilla in Mittelund Südamerika. hat dort stattgefunden. Die Anwesenheit überwältigender Fremdmächte auf deutschem Boden. Dagegen interessiert sicherlich jeden deutschen Leser die Frage. daß es auch unter solchen extremen Kräfteverhältnissen dem «Schwächeren» möglich ist.

und die der Partisanenkriegführung sowohl Ausweichmöglichkeiten ins Unzugängliche wie die Möglichkeit überraschender Schwerpunktbildung bietet. die durch Dauerkrieg nicht völlig aus den Angeln gehoben werden kann und die die Ernährung trainloser bäuerlicher Partisanenarmeen ermöglicht. daß die etwa möglichen revolutionären Vorgänge in Deutschland niemals die Form eines Maoschen Volks-. und der Hinweis auf ihre Armut und ihren Mangel an Industrie und damit an Waffen hätte seine Kämpfer viel40 . Dasselbe dürfte für alle reichen und hochindustrialisierten Länder gelten. Selbst wenn sich in Ostdeutschland die Revolutionsbereitschaft des Jahres 1953 eines Tages wiederbeleben oder wenn sich in Westdeutschland das derzeitige «Unbehagen». laßt sich mit Sicherheit voraussagen. die wenig oder nichts zu verlieren hat und für die der Unterschied zwischen einem Dauerkrieg und der Art von Leben. wäre. die Mao erst aus dem Nichts schaffen mußte.Staatsgebiet. Trotzdem erscheint eine Maosche Totalguerilla in Deutschland unmöglich. verhältnismäßig geringfügig ist. wenn einmal mit diesem Gedanken Ernst gemacht würde. irgendwann einmal zu einer revolutionären Situation verdichten sollte im Augenblick erscheint beides unwahrscheinlich -. Das erste ist eine arme.und Dauerkrieges annehmen könnten. drei spezielle Voraussetzungen. in weiten Teilen unzugängliches Land. die ihr die bestehende Friedensordnung bietet. Das dritte ist ein verkehrsmäßig wenig erschlossenes. Revolutions. Er hatte es nicht nötig. auf sie hinzuweisen. Diese drei Voraussetzungen seiner Kriegführung werden von Mao in seinen militärischen Schriften nicht besonders herausgestellt. denn er fand sie in China ohnehin vorgegeben. Das zweite ist eine überwiegend selbstversorgerische Agrarwirtschaft. Alle drei hängen miteinander zusammen. elende und verzweifelte Bevölkerungsmasse. Denn die Totalguerilla Maoscher Prägung hat. und alle eben aufgeführten Parallelen bleiben an der Oberfläche. neben den beiden allgemeinen Grundvoraussetzungen einer revolutionsbereiten Bevölkerung und einer zur Staatsbildung fähigen revolutionären Partei. in dem die Organisation der Staatsgewalt versickert. die nur in «unterentwickelten» Ländern gegeben sind. etwa durch eine Wirtschaftskrise. in Deutschland schon vorgegeben.

und wenn Mao selbst in späteren Schriften diesen Erfolg der Totalguerilla auch in kleinen Ländern auf das allgemeine Erstarken des sozialistischen und revolutionären Lagers zurückführt. daß die Größe eines Landes vom Gesichtspunkt des Guerillaführers aus weniger wichtig ist als seine Unerschlossenheit. China dagegen zwar ein schwaches. daß ein erfolgreicher Volkskrieg «entweder eine solche Oberfläche des eingenommenen Reiches voraus (setzt). die sich darin verlieren und zersplittern.und Vernichtungsfeldzüge in eine Gesamtstrategie der zunächst bloß hinhaltenden Verteidigung einzubauen. Aber die Erfahrung der letzten zwanzig Jahre hat gezeigt. wie sie außer Rußland kein europäischer Staat hat. Immer wieder. Es ist eine Frage nicht 41 . aber kleinen Invasionsarmeen. aber ein großes. daß es nur in einem großen Land und dafür in jedem großen Land möglich ist. dem orts. daß das Land in hinlänglichem Maße Gegenden und Terrains bietet. Für einen Fußgänger ist auch das kleinste Land groß und der Maosche Krieg ist ein Fußgängerkrieg» Worauf es ankommt. Auch Clausewitz sprach bereits davon. Tatsächlich ist es vielmehr bei genauerem Hinsehen so. oder ein Mißverhältnis zwischen der einfallenden Armee und der Oberfläche des Landes». besonders in den Schriften über den Guerillakrieg gegen Japan. findet sich die Darlegung. ist.oder gar landfremden motorisierten Feind aber nicht. ein wenig irreführend. ob die stillschweigend unterstellte Voraussetzung. daß der Volkskrieg audi in verhältnismäßig kleinen Ländern erfolgreich sein kann. daß Japan zwar ein starkes. eigentlich stimmt. aber meist.leicht nur nutzlos entmutigt. Diese Voraussetzung ist sehr alt und hat sicher etwas unmittelbar Einleuchtendes. und daß diese große Ausdehnung des Landes Gelegenheit bietet. Das alles ist im einzelnen faszinierend dargelegt. «Größe» ist ein sehr relativer Begriff. den starken. in der Form eines Hinweises auf Chinas territoriale Größe. aber es fragt sich. die dem ortskundigen Fußgänger zugänglich sind. immer wieder überraschend konzentrierte örtliche Überlegenheit entgegenzusetzen und sie stückweise zu vernichten kleine örtliche Blitz. aber ein kleines Land ist. sogar auf so winzigen Inseln wie Kuba und Zypern. Nur die Unerschlossenheit Chinas spielt in Maos militärischen Schriften eine wiederkehrende Rolle. so überzeugt das nicht: Weder China noch Rußland haben Castro und Grievas in ihren Kampfjahren entscheidend geholfen.

wie solch ein Goliath gewissermaßen mit Davids Schleu42 . wo eine Maosche Totalguerilla sich entfalten konnte. an Südwestholstein. Bosnien und Montenegro. Der Gedanke. lahmlegen läßt. Dschungel. Landeplätzen und Telefonen fehlt das ist Guerillaland. Gebirge. der «Unterentwicklung». In Europa gibt es nur noch wenige potentielle Partisanenländer. in dem sich in jedem Dorf mindestens zwei Autostraßen kreuzen. an das badische Rheintal. In einem Land wie Deutschland. sei es der Invasionsmacht. Telefonzentralen. und zwar wiederum hauptsächlich in seinen zurückgebliebensten Teilen. und selbst der Spaziergänger im Walde keine Stunde mehr wandern kann. sich darin zu verlieren. in dem große Landstriche man denke an das Ruhrgebiet. aber auch das ganz gewöhnliche flache Land. aber auch an Sachsen und das «Ballungsgebiet» Groß-Berlin bereits einer einzigen Großstadt gleichen. sondern der Unerschlossenheit und Unzugänglichkeit. einem Land. wie leicht sich die gesamte Funktionsfähigkeit einer solchen technisch hochgezüchteten Großmacht durch wohlgezielte Anschläge auf gewisse Kraftwerke. wie sie sich im westlichen und nördlichen Europa und ganz besonders auch in Deutschland entwickelt hat und immer noch weiter entwickelt. (Auch von Hanoi bis Saigon ist es immerhin ungefähr so weit wie von Hamburg bis Rom Platz genug für 30 Millionen Vietnamesen. Bahnknotenpunkte. um so mehr begünstigt es die technisierte und motorisierte Staatsgewalt. je mehr seine Landschaft und seine Lebensbedingungen Stadtcharakter annehmen. war Jugoslawien. ehe auch nur die erste Dorfversammlung beendet wäre. von 200 000 oder selbst 500 000 Amerikanern zu schweigen. besonders störungs. gegen die Partisanen. sei es der eigenen Regierung. solange es an ausgebauten Straßen.der Größe auf der Landkarte. ohne Menschen (womöglich motorisierten Menschen) zu begegnen: in einem solchen Lande fehlen die Voraussetzungen auch nur für den Anfang eines Partisanenkriegs. Nun ist freilich eine solche Stadtzivilisation. bezeichnenderweise war der subsidiäre Partisanenkrieg des Zweiten Weltkrieges im «unterentwickelten» europäischen Süden und Osten am erfolgreichsten. Eisenbahnen.und sabotageanfällig. wasserlaufzerschnittene Deltagebiete. Die bewaffnete Macht wäre überwältigend zur Stelle.) Je mehr dagegen ein Land technisch erschlossen ist. Häfen. ob es nun das riesige China ist oder das kleine Vietnam. Benzinlager usw. und das einzige europäische Land.

Denn ein solcher Volkskrieg. und zwar gehört diese Art Kampfführung zum konventionell europäischen Krieg in seiner heutigen technisch bedingten Entartungsform. der eine schnelle Entscheidung anstrebt. und so massenhafte Blutopfer er auch den eigenen Partisanen und der eigenen zivilen Anhängerschaft zumutet. ist eine derartige Kriegführung gänzlich unbrauchbar. Jahrhundert -. und auf sehr lange braucht. die er ja braucht. Keine Großstadt kann die Störung ihrer Lebensmittelversorgung mehr als ein paar Tage überleben. indem er ein feindliches Land möglichst schnell kampfunfähig zu machen sucht. Aber dabei würde es sich immer um Maßnahmen eines konventionell europäischen Krieges handeln. ja selbstmörderisch. und jede städtische Revolution bedeutet eine radikale Störung der Lebensmit43 . Für den Volkskrieg Maoscher Prägung. ob seine Bevölkerung damit zugleich lebensunfähig gemacht wird. der ja immer im eigenen Land stattfindet und der ja immer das eigene Volk für einen langen Zermürbungskampf gegen die eigene oder fremde Staatsgewalt mobilisieren muß. obwohl proletarische Stadtbevölkerungen sicher ein besonders gutes revolutionäres Menschenreservoir bilden. nach der Auffassung Marx' sogar den einzigen wirklich qualifizierten Revolutionsträger darstellen. ja schon einzelnen Feindagenten bieten sich hier und heute im Kriegsfall geradezu traumhafte Möglichkeiten. muß in den Kriegsplanungen der Generalstäbe von heute eine größere Rolle spielen als je. in der ihre gesamten Energien für die Fristung des nackten Lebens verbraucht werden. ohne Rücksicht darauf. und den Subsidiärpartisanen einer Invasionsarmee. kann sich eines niemals leisten: der eigenen Gesamtbevölkerung. die Lebensgrundlage zu entziehen und sie in eine Lage zu versetzen. daß auch Revolutionäre essen müssen. aus dem einfachen Grunde. Dies ist auch zweifellos ein Hauptgrund. die durch Generalstreik und Barrikadenkampf geführt wird.der aufs Kreuz zu legen ist. nicht in wenigen Tagen gesiegt hat und ihre Siegesaussichten sind unter den heutigen technischen Umständen noch zweifelhafter als im 19. Wenn eine städtische Revolution. so grausam und rücksichtslos er gegen die Vertreter auch die nichtuniformierten Vertreter der bekämpften Staatsgewalt verfährt. dann bricht sie durch Hunger zusammen. weswegen sämtliche Volkskriege der letzten zwanzig Jahre die Städte ausgespart haben und das. Aber städtische Revolutionen haben einen kurzen Atem.

hält den Zivilisationsstreik. sondern für die Versorgung im allgemeinen: mit Elektrizität und Gas. Sollte aber. eine zum äußersten entschlossene und mit extremen Machtmitteln ausgestattete revolutionäre Führung doch einen solchen Zivilisationsstreik und eine solche Selbstzerstörung eine Zeitlang erzwingen. trotz aller Motorisierung. so käme die Wirkung voraussehbarerweise fast der 44 . so ist er mit der reinen elementaren Lebensfristung. auch nur notdürftig in Gang zu halten oder zu ersetzen. für die er schlecht vorbereitet und ausgerüstet ist. erst recht nicht durch.und Verteilerapparats. mit Öl und Kohle. Der einzelne. und daran verendet der etwa begonnene Volkskrieg: Seine Partisanen haben keine Zeit und Kraft mehr zum Kämpfen übrig. Waren für die Geschäfte und (nicht zuletzt) Geld für die Hausfrauen. ohne Lebensgefährdung nicht herausspringen. Der moderne Europäer und zwar der Kleinstädter und der Landbewohner kaum weniger als der Großstädter ist für sein tägliches Leben von tausend Dingen abhängig. selbst wenn das Land lieferbereit bleibt.telversorgung durch die Lähmung des Transport. Tut er es doch. kann aus dem Netz wirtschaftlicher Verflechtungen und Abhängigkeiten. und zwar weil sie die Bevölkerung. und die Zivilbevölkerung. mit Saatgut und chemischen Düngemitteln für die Bauern. Dasselbe aber gilt für ein verstädtertes. in einem politischmilitärischen Sinne immobilisiert. Nicht so sehr die überlegene Waffentechnik des Feindes die sich in einem weiten unerschlossenen Lande unterlaufen läßt :die komplizierte Lebenstechnik als solche macht in einem Kochentwikkelten Industrieland den Volkskrieg unmöglich. wirtschaftliche Probleme von einer Kompliziertheit zu lösen haben. und es ist unmöglich. wenn man gleichzeitig über weite Landstriche die Staatsgewalt außer Kurs setzt. und auch die Masse der einzelnen. und es gilt nicht nur für die Lebensmittelversorgung. hochtechnisiertes Land als Ganzes. das die technische Hochzivilisation gewoben hat. neben der eigentlichen Kriegführung. weil die reine Lebensfristung Zeit und Kraft vollkommen aufzehrt. den er voraussetzt. was fast unvorstellbar ist. mit Rohstoffen für die Fabriken. Ein Volkskrieg in einem hochentwickelten Land würde deswegen vom ersten Tage an. der er unmöglich gewachsen sein kann. voll in Anspruch genommen. deren Wegfall ihn vollkommen hilflos machen würde. die den Volkskrieg tragen soll. die komplizierte Wirtschaftsmaschinerie. die diese tausend Abhängigkeiten tagtäglich befriedigt.

sehr wesentlichen Gesichtspunkt überlegen sind. Der Versuch Hitlers. nur in einer solchen Bevölkerung können die Partisanenheere schwimmen «wie die Fische im Wasser» und auch noch ihre Nahrung finden. wie ihn Mao Tse-tung und sein großer General 45 . im April 1945 in Deutschland den allgemeinen Volkskrieg zu entfesseln. zu demselben Ergebnis: daß nur «unterentwickelte» Länder den Volkskrieg führen können daß sie also insoweit ein Kampfmittel besitzen. und nun auf einem anderen Wege. Das Land muß unerschlossen sein. einen Gegenterror entfaltete. ohne den sie nicht mehr leben kann. als sich zeigte. wie schnell die Verzweiflung vergessen. so etwas wie Genozid. die eine ziemlich primitive. als daß ein reiches Volk einen Volkskrieg durchhalte. sind nicht genug: Es muß Armut dazukommen. Hunger. die das Durchstehen eines jahre. die den Volkskrieg führen soll. daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe. die unentbehrlichen psychologischen Voraussetzungen jedes Volkskrieges. bietet.oder jahrzehntelangen Volkskrieges erfordert. als Frankreich den Krieg verlorengab. die übrigens auch der Reiche kennt. Und nur eine solche Bevölkerung das ist die dritte. daß das Leben auch nach der Niederlage und nach dem Verlust der Heimat immer noch süß und voller Reize blieb! Es ist leichter. muß wesentlich aus Bauern bestehen. Verzweiflung und Zorn. trotz seines schnellen Endes. und zwar aus Bauern. und die Bevölkerung. unspezialisierte Selbstversorgungswirtschaft betreiben. damit es sich zum Schauplatz eines Volkskrieges eignet. die zum Schluß. die nicht weniger wichtig ist als die geographisch-strategische der Unerschlossenheit des Landes und die wirtschaftlich-technische einer primitiven Landwirtschaft als Lebensgrundlage der Massen hat die Bedürfnislosigkeit. das den entwickelten Ländern fehlt. und ihnen daher unter einem gewissen.eines Atomkrieges gleich: Für eine von der Technik gänzlich abhängig gewordene Bevölkerung bedeutet die plötzliche und nachhaltige Lahmlegung des technischen Apparats. Seuchen und Massentod wären die unvermeidliche Folge. Denn Verzweiflung und Zorn sind kurzlebige Leidenschaften. eine Art Modellfall. psychologische Voraussetzung des totalen Volkskrieges. Die OAS der französischen Siedler in Algerien. Ein Volkskrieg. Man kommt also zum zweitenmal. war zweifellos auch von Verzweiflung und Zorn angetrieben: Aber wie schnell war der Zorn gestillt. Leidensfähigkeit und Geduld.

In einem befohlenen konventionellen Staatskrieg würden sie natürlich gedankenlos ihre Pflicht tun und auf das Beste hoffen. Wie lange solche heroischen Aufwallungen unter den angenehmen Lebensumständen Europas vorhalten. Ihren Dauerheroismus in der Praxis nachzuahmen: ganz unmöglich. auf den sie sich einlassen. die jetzt fast 20 Jahre lang «im Ozean des Krieges schwimmen». Die meisten von ihnen werden lange vor dem Sieg im Kriege fallen. Die Mentalität der Vietnamesen. wo die durchschnittliche Lebenserwartung ohnehin unter oder wenig über 30 Jahren lag. nehmen und den meisten von ihnen dafür nichts geben als Hoffnung. auch nur nachempfindend zu verstehen. die Teilung Deutschlands oder die bestehenden Verhältnisse in ihrem Teil zu beenden. Freilich nur bei sich zu Hause. ist den glücklichen Deutschen ebenso wie den glücklichen Ungarn und all den glücklichen Europäern fast unmöglich. braucht als seine Rekruten Menschen. und daher eine Art Krieg. daß in ein paar Tagen alles so oder so entschieden sei. Es 46 . Auch das darf ihnen nicht als allzu großer Verlust erscheinen: Die meisten siegreichen Volkskriege sind in Ländern geführt worden. die nur arme Länder und arme Menschen führen können. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland liegt heute bei etwa 70 Jahren. sondern auch gänzlich arm sind. die den Armen und Machtlosen eine Art Überlegenheit über die Reichen und Mächtigen gibt. wird ihnen alles. und selbst der weniger begüterte Deutsche hat heute in diesen 70 Jahren ein reiches Sortiment von Annehmlichkeiten zur Verfügung. hat man in Ostdeutschland 1953 und in Ungarn 1956 beobachten können. in Ungarn zwei bis drei Wochen. Sehr wenige Deutsche würden. die nicht nur verzweifelt und zornig. Sie müssen nichts oder fast nichts zu verlieren haben. Es ist eine Art Krieg. In Ostdeutschland waren es zwei Tage. denn der Krieg. in der Hoffnung. daß sie einen erheblichen Teil dieser Annehmlichkeiten geschweige 40 oder 50 ihrer 70 Jahre wirklich darangeben wollten. Mit der Anwendbarkeit des Maoschen Kriegsrezepts auf Deutschland oder Europa ist es also nichts. wenn sie mit sich selbst ehrlich sind. zu behaupten wagen. und zwar in beiden Teilen Deutschlands. äußerstenfalls würden einige von ihnen im Rausch und der Aufwallung eines begeisterten Augenblicks ihr Leben auf der Barrikade einsetzen.Tschuh-Teh in China und Ho Chi-Minh und sein großer General Vo Nguyen Giap in Vietnam geführt haben oder führen. oder fast alles.

ein skeptischer Bürger den ewigen Frieden ja kaum erwartet. Es ist sogar möglich. als guter Kommunist. ist. 47 . daß sie den Besiegten Demütigungen und Gebietsabtretungen auferlegen. Das aber können sie heute. dem Schläger das Schlagen zu verleiden und es ihm unmöglich zu machen. daß es weit entfernt. ja auch nur für die unendlichen Leiden und Schäden. Ein Schritt zum Weltfrieden? Es ist nichts Geringes. auf den Endsieg der kommunistischen Weltrevolution anspielen wollte von dem. die Kriegführenden vom war to end war gesprochen. und zweifellos ist der Krieg. solche Sätze mit einem skeptischen Lächeln als bloße Rhetorik abzutun. wie europäische Königreiche einander in der Vergangenheit besiegt haben daß also die Algerier in Paris oder die Vietnamesen in Washington im Triumph einmarschieren könnten. Reparation fordern könnten. die eines seiner Hauptstilmerkmale ist. «den Krieg zu retten» zur Ausschaltung des Krieges aus dem Völkerleben einen entscheidenden Schritt darstellt. zum Eckstein geworden ist. den die Bauleute verworfen haben. Alles. dieser Greuel der Menschenschlächterei. ein Teil dieses letzten Kampfes. ihre Armut und scheinbare Schwäche zu ihrer Unterwerfung auszunutzen. und es ist das Neue. In seinem Aufsatz über die Strategie in Chinas revolutionärem Krieg auf den allernächsten Seiten dieses Buches setzt Mao mit der lapidaren Gelassenheit. Auch ist es durchaus möglich. Zu oft haben. den wir jetzt führen. was sie erreichen können. daß die Algerier die Franzosen oder die Vietnamesen die Amerikaner in dem Sinne «besiegen» könnten. diese Sätze hin: «Der Krieg. wenn er je kommen sollte. daß Mao mit seiner Friedensprophezeiung nur. in den beiden Weltkriegen. und in der der Stein.kann keine Rede davon sein. wird durch den Fortschritt der menschlichen Gesellschaft in nicht allzu ferner Zukunft endgültig abgeschafft sein. das seit Mao Tse-tung in der Welt ist: eine Art Krieg.» Und: «Das Zeitalter der Kriege wird dank unseren eigenen Bemühungen zu Ende gehen.» Man ist zunächst geneigt. die die Besiegten ihnen gänzlich einseitig jahrelang zugefügt haben. bei der die Ersten die Letzten und die Letzten die Ersten sind.

ist noch zu kurz. Unterwerfungs. man wird sehen. Äußerstenfalls kann ein sinnloser Ausrottungskrieg an seine Stelle gesetzt werden. den Kolonialkrieg abgeschafft. technisch hochentwickelten Großmächte gegen die armen. daß Mao (der. die nur von ihnen und nur in ihrem eigenen Lande anwendbar ist. machtlosen. mächtigen. Tatsächlich hat ja die Atombombe Großmacht auf ihrem äußersten Gipfel in Ohnmacht umschlagen lassen: Die Sowjetunion und die USA stehen einander heute in vollkommener Ohnmacht gegenüber. denn er kann jetzt. die bis dahin besonders aussichtsvoll und daher sinnvoll schien: den Kolonialkrieg. Auch dann wird kein Sieg mehr erfochten und kein sinnvoller Kriegszweck mehr erreicht sein. sich bei jedem Wort. Diese Art Krieg hat seit Mao ihren Sinn verloren. technisch zurückgebliebenen Völker. etwas Reales zu denken pflegt) mit seiner Bemerkung. von den Großmächten nicht mehr gewonnen werden. da sie nur noch um den Preis des eigenen Untergangs versuchen können. eine vollkommen realistische und ideologiefreie Wahrheit ausgesprochen hat. den anderen «durch 48 . trotz dieser Konflikte hat es einen Krieg zwischen kommunistischen Staaten bisher tatsächlich noch nicht gegeben nicht zwischen Stalins Rußland und Titos Jugoslawien. wie der Leser der folgenden Aufsätze bemerken wird. Damit tritt Maos Kriegskonzeption neben die Atombombe. in der es mehrere kommunistische Staaten gibt.und Ausbeutungskrieg der reichen. das er hinsetzt.und Eitelkeitskrieg der stärksten Großmächte untereinander. den Eroberungs-. um viel zu beweisen. wenn die armen Völker ihren Mao studieren. sie dort aber unbesiegbar macht. und auch nicht zwischen Chruschtschows Rußland und Maos China. ob es die Amerikaner in Vietnam so weit treiben. Indem er den Armen und Schwachen eine Kriegstechnik an die Hand gegeben hat. Eine ganze Klasse und Gruppe von Kriegen ist daher durch Mao ihres Sinnes beraubt und damit wahrscheinlich für die Zukunft abgeschafft worden. Denn Maos Krieg hat tatsächlich eine Art von Krieg aussichtslos und daher sinnlos gemacht.) Es ist aber auch möglich. die eine andere Art Krieg sinnlos gemacht und daher nach menschlichem Ermessen abgeschafft hat: den Hegemonial. hat er.Gibt es nicht auch unter kommunistischen Staaten Konflikte? (Freilich. nach menschlichem Ermessen. daß sein Krieg ein Teil des Endkampfes gegen den Krieg sei. Aber die Zeit.

Was etwa die Vietnamesen mit dieser Formel gegen die Franzosen erkämpft haben und jetzt gegen die Amerikaner erkämpfen. für jeden. könnten sie. Wenn aber die Atombombe den Krieg der Großmächte untereinander und die Maosche Totalguerilla den Krieg der Großmächte gegen die Armen und Schwachen seines Sinnes beraubt haben was bleibt? Mit welcher Art Krieg muß man für die Zukunft noch rechnen? Dem Krieg der Schwachen untereinander? Und um was sollte der geführt werden? Wir sind gewohnt. Aber wie. und ebenso übermütig. Wie Professor Wilhelm Fucks erwartet. in naher Zukunft stärker werden sollte als der ganze Rest der Welt zusammen. eines Tages auch gegen ein China erkämpfen. Die Weltherrschaft und der Weltfriede durch Weltherrschaft ist seit Mao unmöglich geworden. Diese Art von Fax freilich wird durch Maos Kriegführung ausgeschlossen. die es den Schwachen ermöglicht. Nicht einmal. könnte es mehr die Welt beherrschen. das noch mächtiger geworden wäre als das heutige Amerika. wenn gerade das Unmöglichwerden der Weltherrschaft sich als der wahre Schlüssel zum Weltfrieden erwiese? 49 .einen Akt der Gewalt zur Erfüllung ihres Willens zu zwingen». als einziges Modell eines Dauerfriedens die Fax Romarta zu betrachten die Weltherrschaft einer allerobernden einzigen Macht. sich unbeherrschbar zu machen. wenn China selbst. nachdem in diese Welt die Maosche Formel gesetzt ist. wenn die Ironie der Weltgeschichte es erforderte.

50 . die politische Arbeit und andere Fragen blieben zunächst unvollendet. verleiht einer bestimmten Einstellung in militärischen Angelegenheiten Ausdruck gegenüber den anderen. und im Dezember erstattete Genosse Mao Tse-tung einen Bericht über «Die Taktik bei der Bekämpfung des japanischen Imperialismus». welche die politische Linie der Partei im Zweiten Revolutionären Bürgerkrieg betrafen. in dem gewisse Probleme.) zu beschäftigt war. im Jahre 1936. welche das Politbüro des Zentralkomitees im Januar 1935 in Tsunyi abhielt. Diese Schrift. entschied die Kontroverse über die einzuhaltende militärische Linie. Anm. das Ergebnis einer größeren Diskussion innerhalb der Partei über militärische Fragen während des Zweiten Revolutionären Bürgerkrieges. Red. Die Kapitel über die strategische Offensive. verfaßte er die vorliegende Schrift.Strategie des chinesischen revolutionären Krieges Dezember 1936 Genosse Mao Tse-tung schrieb dieses Werk als eine Zusammenfassung der im Zweiten Revolutionären Bürgerkrieg gewonnenen Erfahrungen und benutzte es für seine Vorlesungen an der Akademie der Roten Armee in Nordshensi. Ein Jahr später. bestätigte die Ansichten des Genossen Mao Tse-tung und verwarf die von der Parteilinie abweichenden Ansichten. Nur vier der vorliegenden Kapitel waren abgeschlossen. um die strategischen Probleme in Chinas revolutionärem Krieg systematisch darzulegen. Im Oktober 1935 verlegte das Zentralkomitee seinen Sitz nach Nordshensi. Die erweiterte Sitzung. weil Genosse Mao Tse-tung infolge der Ereignisse in Sian (der Gefangennahme Tschiang Kai-scheks im Dezember 1936. systematisch gelöst wurden.

das jeder. Es ist allgemein bekannt. Wir befinden uns zur Zeit im Kriegszustand. einen Sieg zu erringen. Seit dem Vorhandensein des Privateigentums und der Klassen gibt es Kriege. sein Wesen und seine Beziehung zu anderen Dingen nicht richtig versteht. Die Gesetze des Krieges sind veränderlich Die Gesetze des Krieges stellen ein Problem dar. daß man nur dann weiß. halbfeudalen Land China1 geführt. das jeder. ihr Wesen und ihre Beziehung zu anderen Dingen richtig versteht. Kapitel Wie man Krieg studieren soll 1. die man betreibt. studieren und lösen muß. der den chinesischen revolutionären Krieg führt. das jeder. studieren und lösen muß. studieren und lösen muß. wird man auch die Gesetze des Krieges nicht ermitteln können. Die Gesetze des revolutionären Krieges stellen ein Problem dar. wenn man den gegenwärtigen Stand der Sache. es gut zu tun. Die Gesetze des chinesischen revolutionären Krieges stellen ein Problem dar. der einen Krieg führt. Unser Krieg ist ein revolutionärer Krieg. sondern auch die speziellen Gesetze des revolutionären Krieges und die noch spezielleren Gesetze des revolutionären Krieges in China. der einen revolutionären Krieg führt. nicht wissen. 51 . Krieg ist die höchste Form des Ringens um die Auflösung von Widersprüchen zwischen Klassen. Darum hat er neben den allgemeinen Gesetzen des Krieges noch seine eigenen Gesetze. Der revolutionäre Krieg gleichgültig ob es sich dabei um einen revolutionären Krieg zwischen zwei Klassen oder um einen zwischen zwei Nationen handelt hat zusätzlich zu den allgemeinen Kennzeichen und der allgemeinen Natur des Krieges noch seine spezifischen Kennzeichen und sein besonderes Wesen. und auch nicht imstande sein. Daher müssen wir nicht allein die allgemeinen Gesetze des Krieges studieren. Wenn man den gegenwärtigen Stand des Krieges. wie man einen Krieg führen muß. und unser revolutionärer Krieg wird in diesem halbkolonialen. wie man etwas tun muß und nur dann imstande ist. wenn diese sich bis zu einem bestimmten Stadium entwickelt haben.1. Nationen oder Staaten.

Wer diese nicht verstanden hat. die wir mit unserem eigenen Blut erworben haben. wenn man die Gesetze befolge. es genüge. wird man auch nicht imstande sein. in Chinas revolutionärem Krieg einen Sieg davonzutragen. Andere wieder vertreten eine andere falsche Ansicht. es genüge. wird nicht imstande sein. Sie begreifen nicht. damit sie in die Schuhe passen» und besiegt werden müssen. nach denen der Bürgerkrieg in der Sowjetunion 52 . Sie behaupten. «unsere Füße zuschneiden. oder konkreter ausgedrückt. Chinas revolutionärer Krieg sowohl der Bürgerkrieg wie der nationale Krieg muß unter den spezifisch chinesischen Bedingungen geführt werden und hat darum seine eigenen Kennzeichen und sein eigenes Wesen. wenn wir diese Vorschriften ohne die leiseste Veränderung in Form und Inhalt übernehmen und anwenden. Sie behaupten.Wenn man diese besonderen Kennzeichen und dieses Wesen nicht versteht. einen revolutionären Krieg zu führen und erfolgreich zu beenden. es genüge. lediglich die allgemeinen Gesetze des Krieges zu studieren. Manche Leute vertreten eine falsche Ansicht. Ihr Argument lautet: Warum sollten mit Blut erworbene Erkenntnisse nutzlos sein? Diese Leute sehen nicht ein. Deshalb müssen wir die allgemeinen Gesetze des Krieges studieren. daß wir jedoch auch die Erfahrungen schätzen und ehren müssen. die wir ebenfalls seit langem widerlegt haben. Er hat somit auch seine eigenen Gesetze. die sich von denen des Krieges im allgemeinen wie von denen des revolutionären Krieges im allgemeinen unterscheiden. konkreter ausgedrückt. die wir schon seit langem widerlegt haben. und schließlich müssen wir die Gesetze des revolutionären Krieges in China studieren. wenn man sich lediglich die Erfahrungen der russischen Revolution zu eigen mache. daß wir zwar solche früher erworbenen Erkenntnisse schätzen und ehren sollen. lediglich die Vorschriften der militärischen Handbücher zu befolgen. wenn man diese spezifischen Gesetze nicht versteht. wir müssen die Gesetze des revolutionären Krieges studieren. die von der reaktionären chinesischen Regierung oder von den reaktionären Militärakademien in China herausgegeben wurden. oder. es genügt. daß diese Handbücher nur die allgemeinen Gesetze des Krieges enthalten und obendrein noch von der ersten bis zur letzten Seite Abschriften ausländischer Handbücher darstellen und daß wir.

daß wir die aus dem Feldzug nach Norden gewonnenen Erfahrungen zwar studieren sollen. die für uns wertvollste Erfahrung sei die des Feldzugs nach Norden in den Jahren 1926-27 und von ihr müßten wir lernen. Ihr Argument lautet: Da unser Krieg so wie der Krieg in der Sowjetunion ein revolutionärer Krieg ist. Sie begreifen nicht. so muß gesagt werden. wie kann es für uns eine andere Möglichkeit geben. die den heutigen Umständen angepaßt sind. Sie behaupten. und somit ha53 . uns die Erfahrungen des revolutionären Krieges in China zu eigen zu machen. Sie begreifen nicht. uns aber auch selber einige Richtlinien einfallen lassen. Wir sollten aus dem Feldzug nach Norden nur das übernehmen. um es konkreter auszudrücken. daß die Kriegserfahrungen der Sowjetunion uns zwar sehr wichtig sein müssen. jedes historische Zeitalter hat seine besonderen Merkmale. da sie viele Einzelheiten enthalten. die von den sowjetischen Militärorganisationen herausgegeben wurden. des Ortes und im spezifischen Verlauf. da die äußeren Umstände im gegenwärtigen Krieg völlig andersartig sind. auch «unsere Füße zuschneiden. die großen Städte zu besetzen. sie jedoch nicht mechanisch kopieren und anwenden dürfen. daß sowohl der Krieg als auch seine Gesetze sich weiterentwickeln. damit sie in die Schuhe passen». die ganz speziell für die chinesische Revolution und die chinesische Rote Armee Geltung haben. So sind also die verschiedenen Gesetze zur Führung der verschiedenen Kriege bestimmt durch die unterschiedlichen Umstände dieser Kriege durch die Unterschiede der Zeit. die wir ebenfalls seit langem widerlegt haben. wir müßten diesen Feldzug nach Norden darin wiederholen. wenn wir sie unverändert übernehmen.geführt wurde. oder. als dem Beispiel der Sowjets zu folgen? Sie sehen nicht ein. daß wir jedoch ebensoviel Wert darauf legen müssen. Noch andere vertreten eine dritte falsche Ansicht. und besiegt werden müssen. da es sich hier um die jüngsten Erfahrungen in einem revolutionären Krieg handelt und diese Erfahrungen unter der Führung von Lenin und Stalin erworben wurden. und da die Sowjetunion in ihrem Krieg gesiegt hat. daß wir es in erster Linie darauf absehen. was auch heute noch gilt. daß diese Gesetze und Handbücher auf die spezifischen Kennzeichen des Bürgerkriegs und der Roten Armee in der Sowjetunion zutreffen und daß wir. Was die Zeit betrifft. und wenn man sich nach den militärischen Handbüchern richte.

operieren konnte. an vielen anderen Orten zu operieren.ben auch die Gesetze des Krieges in jedem historischen Zeitalter ihre besonderen Merkmale und lassen sich nicht mechanisch auf ein anderes Zeitalter übertragen. an verschiedenen Orten stattfinden und verschiedene Völker betreffen. die für die eine Art gelten. ob man an einem Ort operiert oder an vielen. beweist damit. die für die einzelnen Länder und Völker gelten. daß er keine Fortschritte ge54 . daß jedes Land und jedes Volk und ganz besonders ein großes Land und ein großes Volk seine eigenen Merkmale hat und daß demnach auch die Kriegsgesetze. die Fähigkeit erlangt. dies dann auch in den fortgeschritteneren Stadien kann. so müssen wir unsere Aufmerksamkeit auf die Merkmale und den Entwicklungszustand jedes einzelnen Krieges richten und uns jeder mechanischen Einstellung zum Problem des Krieges widersetzen. sich ihrem Verlauf nach unterscheiden. Es ist auch ein Unterschied. Wenn wir die Gesetze zur Führung von Kriegen studieren. ihre eigenen Merkmale haben und nicht mechanisch auswechselbar sind. später die Fähigkeit erlangt. der die Fähigkeit besitzt. Was die Natur des Krieges betrifft. daß demnach die Gesetze dieser beiden Kriegsarten ebenfalls ihre eigenen Merkmale aufweisen. so wechseln hier die Umstände während des Krieges von einem Stadium zum anderen. der anfänglich nur an einem Ort. Was nun die technischen. Wenn ein Kommandeur. so ist das ein Zeichen für einen Fortschritt und eine Entwicklung. eine Formation von einer bestimmten Größe zu kommandieren und nur in einem bestimmten Gebiet und in einem bestimmten Stadium des Krieges zu operieren. so muß gesagt werden. Ein Kommandeur. taktischen und strategischen Maßnahmen auf seilen des Feindes und bei uns betrifft. Was den Ort betrifft. nicht mechanisch auf die andere übertragen werden können. die verschiedenen historischen Zeitaltern angehören. der ursprünglich nur eine kleine Formation zu befehligen verstand. in den Anfangsstadien eines Krieges das Kommando auszuüben. so muß gesagt werden. der auf die Dauer nur fähig ist. Aber das ist noch nicht alles. daß sowohl der revolutionäre als auch der konterrevolutionäre Krieg seine besonderen Merkmale hat. so ist dies ebenfalls ein Zeichen für einen Fortschritt und eine Entwicklung. Wenn ein Kommandeur. Wenn ein Kommandeur. so daß die Gesetze. so ist dies ein Zeichen eines besonderen Fortschritts und einer besonders günstigen Entwicklung. der ihm gut bekannt war. eine große zu befehligen.

2. ein Brückenschlag zu einer neuen Ära der 55 . Alle Gesetze der Kriegführung sind ebenso wie der Krieg selbst einer historischen Entwicklung unterworfen. indem man dem konterrevolutionären Krieg den revolutionären Krieg entgegenstellt dem nationalen konterrevolutionären Krieg den nationalen revolutionären Krieg und dem konterrevolutionären Klassenkrieg den revolutionären Klassenkrieg.macht und sich nicht entwickelt hat. und wenn wir nicht das Banner des gerechten Krieges hochhalten. Es gibt Menschen. Das Ziel des Krieges ist die Abschaffung des Krieges Der Krieg. daß der Krieg. nichts bleibt unverändert. Sie mögen an einem bestimmten Ort und zu einem bestimmten Zeitpunkt wohl eine Rolle in der Revolution spielen. wird durch den Fortschritt der menschlichen Gesellschaft in nicht allzu ferner Zukunft endgültig abgeschafft sein. gerechte und ungerechte. ist zweifellos ein gerechter Krieg. Das Banner von Chinas gerechtem Krieg ist das Banner der Rettung Chinas. Das Banner des gerechten Krieges der Menschheit ist das Banner der Rettung der Menschheit. Ein Krieg. doch kann diese Rolle nie bedeutend sein. den wir vor uns haben. dieser Greuel der Menschenschlächterei. Die größten und unbarmherzigsten aller ungerechten konterrevolutionären Kriege stehen uns bevor. Wir brauchen Befehlshaber. um ihn abzuschaffen: indem man sich dem Krieg mit Krieg widersetzt. die eine bedeutende Rolle zu spielen imstande sind. die sich mit einer einzigen Fähigkeit und einem eng begrenzten Blickfeld zufriedengeben und nie einen Fortschritt machen. Wir unterstützen die gerechten Kriege und bekämpfen die ungerechten. Aber es gibt nur einen einzigen Weg. zu den größten und unbarmherzigsten aller Kriege gezählt werden wird. ein höchst erhabenes und glorreiches Unterfangen zur Rettung der Menschheit und Chinas. Das Zeitalter der Kriege wird dank unseren eigenen Bemühungen zu Ende gehen. für den sich der größte Teil der Menschheit und des chinesischen Volkes einsetzt. alle revolutionären Kriege sind gerecht. Aber ebensowenig ist daran zu zweifeln. ein Teil dieses letzten Kampfes. und zweifellos ist der Krieg. Die Geschichte kennt nur zwei Arten von Kriegen. Alle konterrevolutionären Kriege sind ungerecht. wird die große Mehrzahl der Menschheit der Vernichtung preisgegeben sein. den wir jetzt führen.

welche eine Teilsituation bestimmen. der die Gesamtsituation betrifft und sie entscheidend beeinflußt. daß Sieg oder Niederlage im Krieg zuerst und vor allem von der Frage abhängt. ist falsch.Menschheitsgeschichte. so wird der Krieg mit Sicherheit verloren. Warum muß der Befehlshaber in einem Feldzug. weder gerechte noch ungerechte. alle Kriege endgültig abzuschaffen. Dann wird das Zeitalter des ewigen Friedens für die Menschheit angebrochen sein. Liegen ernste Fehler oder Irrtümer in der Einschätzung der Gesamtsituation und ihrer verschiedenen Stadien vor. einer Schlacht oder einet taktischen Operation bis zu einem gewissen Grad auch etwas von den Gesetzen der Strategie verstehen? Weil ein Verständnis des Ganzen die Behandlung eines Teils dieses Ganzen erleichtert und weil der Teil dem Ganzen untergeordnet ist. die eine verständnisvolle Beachtung ihrer verschiedenen Aspekte und Stadien erfordert. hierin liegt der Unterschied zwischen uns Kommunisten und den ausbeutenden Klassen. Die Annahme. Der Satz «Mit einem unüberlegten Zug verliert man das ganze Spiel» gilt für einen Zug. 3. welche die Gesamtsituation des Krieges bestimmen. jene Gesetze der Kriegführung zu untersuchen. der nur auf eine Teilsituation einwirkt und für die Gesamtsituation nicht entscheidend 56 . an dem die Klassen und die Staaten abgeschafft sind. weder konterrevolutionäre noch revolutionäre. wird es auch keine Kriege mehr geben. nicht aber für einen. eine unabhängige Guerillazone oder auch eine größere unabhängige Operationsfront. Jede derartige Kriegs Situation. Die Gesamtsituation eines Krieges kann die ganze Welt erfassen. ein ganzes Land. stellt eine Gesamtsituation des Krieges dar. Die Strategie als Studium der Gesamtsituation eines Krieges In jedem Krieg gibt es auch eine Gesamtsituation des Krieges. ein strategischer Sieg beruhe allein auf taktischen Erfolgen. jene Gesetze der Kriegführung zu untersuchen. Wenn die menschliche Gesellschaft an dem Punkt angelangt sein wird. ob die Gesamtsituation und ihre verschiedenen Stadien richtig eingeschätzt wurden. Die Aufgabe der Feldzugswissenschaft und der taktischen Wissenschaft ist es. Unser Studium der Gesetze der Revolution entspringt dem Wunsch. Die Aufgabe der strategischen Wissenschaft ist es. denn sie übersieht die Tatsache.

Gehen jedoch die meisten Schlachten. wird er Rückschläge kaum vermeiden können. oder auch «eine oder zwei Schlachten» entscheidend aus. Hier wirken sich «die meisten Schlachten». Manchmal können allerdings bestimmte taktische Situationen fehlschlagen. die durch eine ganze Serie von Siegen erreicht waren. Wenn er sie außer acht läßt und sich statt dessen in nebensächliche Probleme vertieft. Es gibt in der Kriegsgeschichte Beispiele dafür. mit den Beziehungen zwischen den einzelnen Schlachten und den einzelnen Stadien der Kampfoperationen sowie mit den Beziehungen zwischen der gesamten Aktivität unserer Truppen und der gesamten Aktivität der feindlichen Truppen alles Probleme. daß er sich entsprechend den jeweiligen Umständen mit der Anordnung der militärischen Einheiten und Formationen befaßt. Für den Mann. oder auch nur eine oder zwei entscheidende Schlachten verloren. da diese für die Gesamtsituation nicht entscheidend sind. so ändert sich damit augenblicklich die Gesamtsituation. während die «Niederlage in einer einzigen Schlacht» oder der «Sieg in einet einzigen Schlacht» die entscheidende Rolle spielte. daß ein Sieg in einer einzigen Schlacht nach vielen Niederlagen eine völlig neue Situation schuf. Das Gesetz der Beziehungen zwischen dem Ganzen und seinen Tei57 . zunichte machte. ohne daß dadurch die Gesamtsituation ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen würde. und ebenso ist es auch im Krieg. denn schließlich besteht sie ja aus all ihren Teilen. daß er die Gesamtsituation des Krieges stets genau beobachtet. Aus alledem geht hervor. der das Oberkommando führt. weil sie nicht von entscheidender Bedeutung sind. So ist es im Schachspiel. die Gesamtsituation richtig einzuschätzen. Bei diesen Beispielen waren die «Serien von Siegen» und die «vielen Niederlagen» ihrer Natur nach nur für eine Teilsituation. ist es von größter Bedeutung. nicht jedoch für die Gesamtsituation bestimmend. wie wichtig es ist. Gewisse Niederlagen oder Fehlschläge bei taktischen Operationen oder Schlachten brauchen nicht eine Verschlechterung der Gesamtsituation nach sich zu ziehen. Für ihn kommt es vor allem darauf an. die seine größte Sorgfalt und seine ernsten Bemühungen erfordern. daß die Niederlage in einer einzigen Schlacht sämtliche Vorteile. und es gibt auch Beispiele dafür.ist. welche die Gesamtsituation des Krieges ausmachen. Aber die Gesamtsituation kann nicht von ihren Teilen abgelöst und unabhängig von ihnen betrachtet werden.

wenn die Vorräte reichlich sind. eine andere Möglichkeit gibt es nicht. die Anteilnahme der Menge zu erwecken und passende Slogans aufzustellen. Wir können es nur durch Nachdenken entdecken. Denn das. dem Gelände und der augenblicklichen Stärke unserer eigenen Streitkräfte entsprechen. können Menschen. Und so ist es in allen Dingen. was die Gesamtsituation betrifft. In den weißen Zonen kann das Durchsickern einer einzigen Information die Niederlage im nächsten Kampf nach sich ziehen. auch die höheren 58 . es hängt alles davon ab. die diese Teile aus Erfahrung kennen. wenn die Vorräte knapp sind. an anderen jedoch nicht. daß die Oberstkommandierenden an bestimmten Kampfhandlungen persönlich teilnehmen. ist. und daß sie nicht hungern. ist dem Auge nicht sichtbar. Beispiele hierfür liefern die Beziehungen zwischen den Operationen einer Division und denen ihrer Regimenter und Bataillone oder auch die Beziehungen zwischen den Operationen einer Kompanie und denen ihrer Züge und Gruppen.len gilt nicht nur für die Beziehungen zwischen Strategie und Feldzugsführung. sondern auch für die zwischen Feldzugsführung und Taktik. daß man seine Aufmerksamkeit auf die wichtigsten Tatsachen richtet. Was wichtig oder entscheidend ist. Bei einer militärischen Operation sollten Richtung und Angriffspunkt so gewählt werden. Die wichtigsten Probleme einer Militärakademie sind die Wahl des Direktors und der Instruktoren sowie die Aufstellung eines Studienplans. Die befehlshabenden Offiziere aller Rangstufen sollten ihre Aufmerksamkeit stets auf das wichtigste und entscheidendste Problem der vorliegenden Gesamtsituation richten und nicht auf andere Probleme oder Handlungen. die Einfluß auf die Gesamtsituation haben. soll nicht durch allgemeine oder abstrakte Betrachtungen bestimmt werden. Bei einer Massenversammlung kommt es vor allem darauf an. Es ist nötig. in den roten Zonen hingegen ist ein solches Durchsickern von Informationen zumeist nicht weiter gefährlich. die für die Gesamtsituation eines Krieges gültigen Gesetze zu studieren. Die Offiziere müssen darauf achten. Der einzige Weg. daß die Soldaten sich nicht überessen. Da jedoch die Gesamtsituation aus ihren einzelnen Teilen besteht. sondern in Verbindung mit den konkreten Umständen. Mit einem Wort. die also eine Erfahrung hinsichtlich der einzelnen Schlachten und der taktischen Fragen aufweisen. harte und geduldige Gedankenarbeit zu leisten. daß sie der Situation des Feindes.

zwischen Sturmangriff und dem Binden der feindlichen Truppen. zwischen festen Fronten und fließenden Fronten. die sich aus einer bestimmten Konstellation ergeben und solchen. zwischen großen und kleinen Truppenverbänden. ebenfalls wichtig ist der Unterschied zwischen der warmen und der kalten Jahreszeit. zwischen den regulären Truppen und den Guerillas. zwischen der Vernichtung des Gegners und dem Gewinnen der Volksmassen. zwischen Aufgaben. zwischen der Ausdehnung und der Zusammenziehung der Roten Armee. welche Einfluß auf die Gesamtsituation haben (oder sie entscheidend bestimmen). die sich aus einer anderen ergeben. zwischen einer Waffengattung und der anderen. sie sind gewillt. harte Gedankenarbeit zu leisten. den Fakten. vorausgesetzt. zwischen alten roten Zonen und neuen roten Zonen. den besonderen Merkmalen in der allgemeinen Situation. Keines dieser strategischen Probleme ist dem Auge ohne weite59 . zwischen Führungskadern und Mannschaften. zwischen einem historischen Stadium und einem anderen usw. zwischen erfahrenen und neuen Soldaten. zwischen militärischer Arbeit und politischer Arbeit. zwischen zentralisierter Führung und dezentralisierter Führung. zwischen höheren und niederen Befehlshabern. zwischen roten Zonen und weißen Zonen. wichtig sind sowohl der Unterschied als auch die Verbindung zwischen Verlusten und Ersatz. zwischen Bürgerkrieg und nationalem Krieg. zwischen Sieg und Niederlage. zwischen Verstecken und offenem Auftreten. der Beziehung zwischen den einzelnen Feldzügen oder zwischen den verschiedenen operativen Stadien. zwischen alten und jungen Kadern.Zusammenhänge begreifen. zwischen früheren und gegenwärtigen Aufgaben. usw. zwischen verlängertem Krieg und rascher Entscheidung. zwischen dem Zentralbereich und den Randgebieten einer bestimmten Operationsbasis. zwischen unseren eigenen Truppen und befreundeten Truppen. Folgenden strategischen Problemen muß besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden: der Beziehung zwischen dem Feind und uns. zwischen Massieren und Auflockern. zwischen Kämpfen und Ausruhen. zwischen Stellungskrieg und beweglicher Kriegführung. zwischen Angriff und Verteidigung. der Beziehung zwischen Front und Hinterland. zwischen gegenwärtigen und künftigen Aufgaben. zwischen Vormarsch und Rückzug.

die Wissen mit Mut zu vereinen verstehen. können wir sie alle verstehen. die für beide Seiten geltenden Gesetze des Handelns entdecken und diese Gesetze bei unseren Operationen anwenden. Um klug und mutig zu werden. Sowohl die Geschichte der Kriege als auch unsere eigenen Kriegserfahrungen haben diese Tatsache erwiesen. Es ist wichtig. Lernen ist schwierig. die für das Lernen und für die Anwendung des Gelernten nützlich ist. wir können die wichtigen. Warum studieren wir die Gesetze des Krieges? Um sie im Krieg anzuwenden. Manche wirken sehr eindrucksvoll. doch wenn wir angestrengt nachdenken. Im ersten Fall warnen sie einen Befehlshaber davor. Wo also liegen die Schwierigkeiten? Es ist nicht real. Worin besteht diese Methode? Darin. deren es nur sehr wenige in der Geschichte gibt. durch eine allzu starre Anwendung von Grundsätzen subjektive Fehler zu begehen. Die militärischen Handbücher vieler Länder weisen sowohl auf die Notwendigkeit einer «flexiblen Anwendung von Grundsätzen entsprechend den jeweiligen Umständen» als auch auf die Maßnahmen hin. 4. Aber wir können Generale verlangen. die im Fall einer Niederlage zu treffen sind. Dieses Ziel zu erreichen ist unsere Aufgabe beim Studium der strategischen Probleme. die tapfer und klug sind und im Verlauf eines Krieges normalerweise ihre Schlachten gewinnen. 60 . h. muß man sich eine Methode aneignen. einen «stets siegreichen» General zu verlangen. auch dann mit einer Situation fertig zu werden. einen Krieg oder bestimmte militärische Operationen betreffenden Probleme auf die höhere Ebene der Prinzipien erheben und sie lösen. wenn sie sich im Klassenzimmer oder in Aufsätzen über militärwissenschaftliche Fragen auslassen. gut zu lernen Warum haben wir die Rote Armee aufgestellt? Um den Feind zu schlagen. doch wenn es dann ernstlich an die Praxis des Kämpfens geht. d.res sichtbar. gewinnen einige die Gefechte und andere verlieren sie. die Anwendung des Gelernten ist noch schwieriger. im zweiten Fall befähigen sie ihn. begreifen und meistern. daß wir uns mit allen Aspekten der Feindsituation und der eigenen Situation vertraut machen. Generale.

Wenn man einen Angriffspunkt auf einer der Flanken des Feindes gewählt hat und dieser Punkt genau die schwache Stelle des Feindes ist. Aber wenn die Befehle. die der Kommandeur erteilt. denn die Kriegführenden sind Menschen. die Erkundungen. Wenn als Angriffspunkt eine andere Flanke oder das Zentrum gewählt wurde. Eine solche vollständige Entsprechung ist in einem Krieg oder einer Schlacht außerordentlich selten. Ist der Angriff für den richtigen Zeitpunkt angesetzt. das Subjektive und das Objektive in das richtige Verhältnis zueinander zu bringen. wenn also die entscheidenden Elemente der taktischen Maßnahmen der gegebenen Situation ange61 . Und wie wir bei jedem Tun einen verhältnismäßig hohen Grad von Fähigkeit verlangen. Überlegungen und Entscheidungen des Befehlshabers standen im richtigen Verhältnis zur tatsächlichen Lage und den Maßnahmen des Feindes. so verlangen wir im Krieg mehr Siege oder umgekehrt weniger Niederlagen. d. daß sie sich zu unseren Gunsten und nicht zugunsten des Feindes auswirken.nachdem ihm subjektive Fehler unterlaufen sind. im wesentlichen der gegebenen Situation entsprechen. nachdem sich überraschend und unvermeidbar die objektiven Umstände verändert haben. dann entspricht die subjektive Führung der gesamten Schlacht voll und ganz der objektiven Situation. Wählen wir ein Beispiel aus der Taktik. daß also der Angriff erfolgreich ist. aber manche Menschen erweisen sich fähiger als andere. Bei allem menschlichen Tun sind derartige Situationen nur schwer zu vermeiden. dann ist eine solche Übereinstimmung nicht vorhanden. werden die Reserven weder zu früh noch zu spät herangezogen und sind all die anderen Dispositionen und Maßnahmen so getroffen. Wann werden subjektive Fehler begangen? Wenn die Aufstellung und Leitung der Streitkräfte in einem Krieg oder einer Schlacht nicht den Bedingungen des Zeitpunktes und des Ortes entsprechen. dann entspricht das Subjektive dem Objektiven. der Angriff hier auf eine starke Gegenwehr stößt und nicht vorankommt. wenn die subjektive Führung den objektiven Bedingungen nicht entspricht oder von ihnen abweicht — anders ausgedrückt: wenn die Gegensätze zwischen dem Subjektiven und dem Objektiven nicht überwunden wurden. sie sind keine leblosen Gegenstände und keine Schablonen. die Waffen tragen und ihre Geheimnisse voreinander wahren. h. Hier kommt es vor allem darauf an.

wenn er die notwendigen Erkundungen vorgenommen und die ihm hierbei zugegangenen Nachrichten nach reiflicher Überprüfung richtig eingeordnet und ausgewertet hat. dann ist die Grundlage für den Sieg vorhanden. Richtige Maßnahmen eines Kommandeurs ergeben sich aus richtigen Entscheidungen. den ein Militär durchlaufen muß. Dies ist der vollständige Prozeß zur Erkenntnis einer Situation. Dann prüft er die für seine eigenen Truppen geltenden Bedingungen. weil er nicht weiß oder nicht zugeben will.paßt sind. Die Ausführung des Plans. er überprüft die eingeholten Informationen über die Lage des Feindes. zieht hieraus seine Schlüsse und entwirft danach seine Pläne. der eigenen Situation und ihrer wechselseitigen Beziehungen basieren muß. weist das Falsche zurück und hält sich an die Wahrheit. geht von einer Tatsache zur anderen über. Ein unbesonnener Militär. beeinflußt. sondert die Spreu vom Weizen und stellt die wesentlichen Punkte zusammen. ob der im vorhergehenden Vorgang ausgearbeitete Plan mit der Wirklichkeit übereinstimmt. daß jeder militärische Plan auf den nötigen Erkundungen und auf einer sorgfältigen Untersuchung der Feindsituation. und so rennt er mit dem Kopf gegen die Wand. so muß man im Licht 62 . durch eine oberflächliche und nur teilweise zutreffende Beurteilung der Feindsituation zum Handeln verlockt und durch verantwortungslose Ratschläge Untergeordneter. und richtige Überlegungen sind möglich. bezieht einen weiteren Erkenntnisvorgang ein: den der Veränderung der Wirklichkeit. Aber ein unbedachter Militär geht bei seinen Plänen von seinem Wunschdenken aus. und zwar vom ersten Augenblick seiner Wirksamkeit bis zum Ende der Operation. der sich nur von seinem Enthusiasmus leiten läßt. Im Verlauf dieses Vorganges muß man immer wieder untersuchen. richtige Entscheidungen ergeben sich aus richtigen Überlegungen. um das Wesentliche herauszufinden. nimmt eine vergleichende Untersuchung beider Seiten und ihrer Wechselbeziehungen vor. bevor er einen strategischen Plan. die weder auf tatsächlichem Wissen noch auf tieferer Einsicht beruhen. und daher sind sie unrealistisch und stimmen mit den Tatsachen nicht überein. Er wendet alle möglichen und notwendigen Methoden der Erkundung an. wird allzu leicht vom Feind hinters Licht geführt. einen Feldzugsplan oder einen Schlachtplan entwirft. Tut er es nicht oder nur unvollständig. sondern auch die Zeit danach. Der Erkenntnisprozeß umfaßt nicht nur die Zeit vor der Ausarbeitung eines militärischen Plans.

die Gesetze des Handelns entdeckt und die Gegensätze zwischen dem Subjektiven und dem Objektiven aufgehoben hat. was wir uns selber erarbeitet haben.der neuen Erfahrungen zu neuen Überlegungen und neuen Entscheidungen kommen und den ursprünglichen Plan so abändern. ernsthaft studieren. der seine Schlachten nur auf dem Papier austrägt. kann ein erfahrener Militär sich mit der Beschaffenheit seiner Streitkräfte (Kommandeure. Dies ist ein Gesichtspunkt. ausscheiden. Wir sollten diese Lehren. was für uns nutzlos ist. was nützlich ist. und seine Siegeschancen werden steigen. die Gesetze eines ganzen Krieges zu erfassen und in die Hand zu bekommen. Fast bei jeder größeren Operation wird der Plan teilweise geändert. zuweilen sogar völlig. Wirtschaft. Lesen ist Lernen. Aber es gibt noch einen anderen. und hinzufügen. Geographie und Klima — vertraut machen. daß er der neuen Situation entspricht. kann ein wirklich erstklassiger Kommandeur sein — für einen solchen Posten eignet sich nur ein kriegserfahrener Mann. Versorgungsfragen usw. übernehmen. der die Notwendigkeit solcher Änderungen nicht einsieht oder sich dieser Mühe nicht unterziehen will. für die mit Blut bezahlt wurde und die ein Erbe unserer vergangenen Kriege darstellen. Waffen. die sich als Prinzipien darstellen.) und den anderen Bedingungen des Krieges — Politik. einen Feldzug oder eine Schlacht. daß er bescheiden und lernwillig ist. Mannschaften. Versorgungsfragen usw. Unter der Voraussetzung. wird unfehlbar mit dem Kopf gegen die Wand rennen. ohne solch lange Erfahrungszeit wäre es sehr schwierig. Das letztere ist wesentlich. Dieser Erkenntnisprozeß ist außerordentlich wichtig. Weder ein Anfänger noch jemand. sind aus vergangenen Kriegen gewonnene Erfahrungen. Alle militärischen Gesetze und Theorien. Ein unbesonnener Mann. Ein solcher Militär wird die Führung eines Krieges besser im Griff haben. aber Anwenden ist auch Lernen. Das wird er erreichen. nachdem er lange Zeit hindurch die Situation auf der Feindseite wie auf der eigenen studiert. Waffen. und zwar der 63 . Wir müssen diese Prinzipien an unserer Erfahrung messen. Mannschaften. da wir sonst keinen Krieg richtig führen können. die früher und heute von Menschen zusammengefaßt wurden. mit der Beschaffenheit der feindlichen Streitkräfte (ebenfalls hinsichtlich der Kommandeure.). Das eben Ausgeführte bezieht sich auf einen strategischen Plan.

Sie kann rasch geschlossen werden. man gibt sich Mühe damit und lernt eifrig. Die Gesetze des Krieges sind ebenso wie alle anderen Gesetze Widerspiegelungen objektiver Tatsachen in unserem Verstand. daß es nicht schwer ist. die unser Handeln mit diesen Gesetzen in 64 . In dem Buch von Sun Wu Tzu.» Die Schwelle zu überschreiten ist nicht schwer. Unsere bevorzugte Methode ist es. was wir lernen und wissen müssen. Und wenn wir sagen. dem großen Militärwissenschaftler des alten China. den Feind zu erkennen. Wir müssen sie beide als Studienobjekt betrachten. ist objektive Realität. ist die Teilnahme an der Revolution. beide können nicht das Problem lösen. daß aus Zivilisten sehr schnell Soldaten werden können. daß Lernen und Anwenden des Gelernten nicht leicht sei. aber keine Große Mauer. Stellen wir diese beiden Behauptungen nebeneinander. die Lage der Dinge auf seiten des Feindes wie auf unserer Seite ein. bei anderen ist es genau umgekehrt. und es ist auch möglich. bevor man handelt. der nie Gelegenheit hatte. besiegt zu werden. wenn es darum geht.»3 Dieser Satz bezieht sich sowohl auf das Stadium des Lernens als auch auf das der Anwendung. Alles was sich außerhalb unseres Verstandes befindet. eine Schule zu besuchen. dann kannst du hundert Schlachten schlagen und gerätst doch nicht in die Gefahr. bei der man häufig nicht lernen kann. daß es schwierig ist. die Gesetze des Krieges zu erkennen und anzuwenden. der sich Mühe gibt. so können wir das chinesische Sprichwort zitieren: «Nichts auf der Welt ist schwer für den.wichtigste Teil des Lernens. sondern man handelt. so meinen wir damit. die Kriegführung durch Kriegführung zu erlernen. am Krieg. Wenn wir sagen. bevor man lernt. steht der Satz: «Erkenne den Feind und erkenne dich selber. etwas gründlich zu lernen und das Gelernte geschickt anzuwenden. wobei einzig der Verstand (also unsere Denkfähigkeit) das Subjekt ist. welches dieses Studium vollzieht. vorausgesetzt. Ein revolutionärer Krieg ist eine Sache der Massen. auf die Kenntnis der Gesetze von der Entwicklung der objektiven Realität wie auf die Beschlüsse. Manche Menschen kennen sich selber gut und versagen. so meinen wir damit. Infolgedessen schließt das. die Schwelle zu überschreiten. daß er im Kriege kämpft. und das Handeln ist zugleich ein Lernen. kann die Kriegführung erlernen dadurch. und das Mittel. sie zu schließen. Auch ein Mensch. eine Sache wirklich zu meistern. Zwischen dem Zivilisten und dem gewöhnlichen Soldaten liegt eine Kluft.

Keinem Kommandeur unserer Roten Armee gestatten wir. bei allen Ereignissen und Wechselfällen des Krieges Herr der Situation zu bleiben. um die Feinde der Nation und der Klasse zu vernichten und diese schlechte Welt zu verändern. Staaten. wirtschaftlichen und natürlichen Bedingungen ihre ganze Tapferkeit entfalten und alle Kräfte zusammennehmen. daß er sich zu einem zugleich kühnen und klar denkenden Helden entwickelt. sondern muß sicher und mit abgemessenen Stößen auf das gegenüberliegende Ufer zuhalten. zu einem Mann. wir verlangen von jedem Kommandeur der Roten Armee. politischen. Bei seinen Bemühungen. Staaten. der uns gegenübersteht. und alle Gesetze des Krieges werden von den kriegführenden Nationen. Klassen oder politischen Gruppen. Auch die auf beiden Seiten vorhandene subjektive Fähigkeit in der Kriegführung spielt dabei eine Rolle. Klassen oder politischen Gruppen angewandt. der sowohl überragenden Mut als auch die Fähigkeit besitzt. Die Aktionsbühne eines Militärs ist auf den objektiven materiellen Bedingungen erbaut. Krieg ist die höchste Form des Kampfes zwischen Nationen. Macht und Größe leiten. Fraglos wird Sieg oder Niederlage im Krieg hauptsächlich durch die militärischen. Daher müssen die Militärs unserer Roten Armee an Hand der objektiven materiellen Grundlagen also der militärischen. wirtschaftlichen und natürlichen Bedingungen auf beiden Seiten bestimmt. Hier kann und muß unsere subjektive Fähigkeit der Kriegführung unter Beweis gestellt werden. politischen. um den Sieg zu erringen. die wir fassen. Soviel über unsere Methoden. kann ein Militär die Grenzen nicht überschreiten. Im Ozean des Krieges schwimmend. im Ozean des Krieges zu schwimmen. um den Feind. doch innerhalb dieser Grenzen kann und muß er nach dem Sieg streben. Wir dürfen einen solchen Satz nicht leichtnehmen. 65 . welche die Bedingungen ihm setzen. Die Gesetze der Kriegführung lehren die Kunst. sich wie ein hitzköpfiger Stümper aufzuführen. zu besiegen. den Krieg zu gewinnen. doch er kann auf dieser Bühne die Aufführung manchen Dramas voller Ton und Farbe.Übereinstimmung bringen die Beschlüsse. darf er nicht ziellos herumzappeln. aber doch nicht durch sie allein.

2. sind das Proletariat und die Kommunistische Partei am wenigsten von Engstirnigkeit und Selbstsucht bestimmt. wenn er das Prinzip der Führung durch das Proletariat und die Kommunistische Partei nicht anerkennt oder ihm entgegenwirkt. das sich noch halb im Status einer Kolonie befindet. In solch einer Epoche muß jeder revolutionäre Krieg zwangsläufig mit einer Niederlage enden. Von allen sozialen Schichten und politischen Gruppen in China. des Proletariats. Die Massen der chinesischen Bauern und der städtischen Kleinbürger haben den Wunsch. in der das Proletariat bereits die politische Bühne betreten hat. aktiv am revolutionären Krieg teilzunehmen und ihm zum völligen Sieg zu verhelfen. hat zwei Stadien durchlaufen. aber ihre Selbstsucht und ihr Mangel an politischer und wirtschaftlicher Unabhängigkeit berauben sie der Fähigkeit und des Willens. In allen drei Stadien wurde und wird dieser revolutionäre Krieg unter der Führung des chinesischen Proletariats und seiner Partei. Chinas revolutionären Krieg auf dem Weg zum völligen Sieg anzuführen. doch da sie Kleineigentümer4 und kleine Gewerbetreibende sind. Zwar nimmt die chinesische Bourgeoisie in bestimmten historischen Phasen am revolutionären Krieg teil. unvoreingenommen aus den Erfahrungen der fortschrittlichsten Klasse. der Kommunistischen Partei Chinas. der im Jahre 1924 begann. Kapitel Die Kommunistische Partei Chinas und Chinas revolutionärer Krieg Chinas revolutionärer Krieg. politisch weiterdenkend. ausgefochten. Das erste dauerte von 1924 bis 1927. Die Hauptfeinde in Chinas revolutionärem Krieg sind der Imperialismus und die Kräfte des Feudalismus. besser organisiert und williger. Daher muß in einer Epoche. die richtige Führung im Krieg zu übernehmen. das zweite von 1927 bis 1936. Sie bilden die Hauptkräfte im revolutionären Krieg. die Verantwortung für die Führung in Chinas revolutionärem Krieg unvermeidlich auf den Schultern der Kommunistischen Partei Chinas liegen. haben sie notwendigerweise beschränkte politische Einsichten ein Teil der beschäftigungslosen Massen hat anarchistische Ideen. und sind daher unfähig. und ihrer politischen Partei in der ganzen Welt zu lernen 66 . Nunmehr beginnt das Stadium des revolutionären Nationalkrieges gegen Japan.

Und die Bourgeoisie Chinas ist schließlich zu einem Anhängsel dieses Großbürgertums geworden. daß der revolutionäre Krieg mit solcher Beharrlichkeit fortgeführt würde. daß die Kommunistische Partei sich in ihrer Politik nicht beirren läßt) die Unsicherheit und Kompromißfreudigkeit der Bourgeoisie steuern. nur sie können die Revolution und den Krieg auf dem Weg zum Sieg vorantragen. unter denen das internationale Proletariat und das chinesische Proletariat sowie seine Partei politischen Einfluß auf die nationale chinesische Bourgeoisie und ihre Parteien ausübten und eine politische Zusammenarbeit mit ihnen begannen. aber auch. der von 1927 bis heute dauerte. durch das Märtyrerschicksal von Hundert67 .und aus diesen Erfahrungen zugunsten der eigenen Sache Nutzen zu ziehen. Ohne diese Führung wäre es undenkbar gewesen. grundsätzlich gesprochen. weil das international verpflichtete Großbürgertum5 zum Verräter wurde. sondern auch das Bündnis der international verpflichteten Großbürger und Großgrundbesitzer. Die chinesische Kommunistische Partei hat Chinas revolutionären Krieg mutig und entschlossen geführt und hat fünfzehn lange Jahre hindurch6 der ganzen Nation bewiesen. Der revolutionäre Agrarkrieg. Der Feind in diesem Krieg ist nicht allein der Imperialismus. Die absolute Führung durch die Kommunistische Partei ist die entscheidende Bedingung dafür. für seine Freiheit und Befreiung kämpft. die die absolute Führung übernommen hat. Daher können einzig das Proletariat und die Kommunistische Partei die Führung über die Bauern. Der revolutionäre Krieg wird einzig von der Kommunistischen Partei getragen. daß sie der Freund des Volkes ist und daß sie allezeit an der vordersten Front des revolutionären Krieges für seine Interessen. wurde unter neuen Bedingungen geführt. Im kritischen Augenblick jedoch schlug dieser revolutionäre Krieg fehl in erster Linie. Durch ihr hartes Ringen. unter Bedingungen geführt. weil die Opportunisten in den Reihen der Revolutionäre freiwillig die Führung der Revolution abgaben. die städtische Kleinbourgeoisie und die Bourgeoisie übernehmen. Nur sie können die Engstirnigkeit der Bauern und der Kleinbürger und den Anarchismus der beschäftigungslosen Massen überwinden. nur sie können (vorausgesetzt. Der revolutionäre Krieg von 1924 bis 1927 wurde. daß der revolutionäre Krieg unbeirrt bis zum Ende durchgefochten wird.

tausenden ihrer heldenhaften Mitglieder und von Zehntausenden ihrer heldenhaften Kader hat die Kommunistische Partei Chinas auf hunderte Millionen von Menschen im ganzen Lande eine starke erzieherische Wirkung ausgeübt. unserer Revolution und unseres Krieges aus. Diese Voraussetzung ist das Vorhandensein einer politischen Führung. Natürlich wirkten sich alle diese Fehler zum Schaden unserer Partei. anstatt den fünften «Einkreisungs. Heute fügt sich das Volk den Weisungen der Kommunistischen Partei weit williger als den Weisungen irgendeiner anderen politischen Partei. Dieser Fehler wurde auf der erweiterten Sitzung ausgeglichen. überleben und gerettet werden kann. daß er die Disziplin in der Partei und in der Roten Armee untergrub und einem Teil der Hauptstreitmacht der Roten Arme ernste Verluste zufügte. hat die Kommunistische Partei Chinas sich im Verlauf des revolutionären Krieges noch zwei weitere Fehler zuschulden kommen lassen. daß wir. Aber auch dieser Fehler wurde schließlich dank der sicheren Führung des Zentralkomitees und dem politischen Bewußtsein der Parteimitglieder. Die großen historischen Errungenschaften der Partei in ihren revolutionären Kämpfen haben die Voraussetzungen dafür geschaffen. und eben diese Bemühungen haben unsere Partei und unsere Rote Armee gestählt und haben sie noch kräftiger werden 68 . da es von einem Feind der Nation angegriffen wird. unsere Stützpunkte einbüßten und die Rote Armee geschwächt wurde. Kommandeure und Mannschaften der Roten Armee berichtigt. Abgesehen von den Fehlern. der so schwere Verluste im revolutionären Agrarkrieg zur Folge hatte. Der erste Fehler war der «Links»Opportunismus von 1931-349. der so weit um sich griff. Der zweite Fehler war der Rechtsopportunismus Chang Kuo-taos in den Jahren 1935-3610. aber mit der Zeit haben wir sie alle überwunden. die der Rechtsopportunismus eines Chen Tuhsiu7 und der «Links»-Opportunismus eines Li Li-san8 begingen.und Vernichtungs»-Feldzug des Feindes zunichte zu machen. die das Politbüro des Zentralkomitees im Januar 1935 in Tsunyi abhielt. die nach langen Jahren der Prüfung gewählt wurde und die das Vertrauen der großen Mehrheit des Volkes genießt. daß China in diesem kritischen Augenblick. Ohne die schweren Kämpfe der Kommunistischen Partei in den letzten fünfzehn Jahren wäre es unmöglich. China angesichts dieser neuerlichen drohenden Unterdrückung zu retten.

so daß wir schließlich unser Ziel erreichen. nicht bekämpfen und völlig überwinden. dem Stadium des revolutionären Nationalkrieges gegen Japan. Die Augen der Revolutionäre in allen Ländern der Erde sind auf uns gerichtet. Fünfzehn Jahre Revolution und Krieg haben dies bewirkt. Die Geschichte lehrt uns.lassen. In diesem neuen Stadium. Würden wir diese gefährlichen Tendenzen. eine korrekte Linie festzulegen und den Sieg im revolutionären Krieg zu erringen. 69 . so wäre es unmöglich. werden wir die chinesische Revolution ihrer Vollendung zuführen und einen tiefgehenden Einfluß auf die Revolution im Osten und in der ganzen Welt ausüben. daß wir eine korrekte marxistische militärische Linie ebenso wie eine korrekte marxistische politische Linie brauchen. daß richtige politische und militärische Theorien nicht spontan in Erscheinung treten und sich entwickeln. Die chinesische Kommunistische Partei hat einen erregenden. daß von nun an in dem neuen Stadium des Krieges diese Theorien weiterentwickelt und unter Umständen ausgebaut und angereichert werden. Dieser Krieg trägt nicht nur das Banner der Befreiung Chinas. großartigen und siegreichen revolutionären Krieg geführt und führt ihn weiterhin. den Feind der Nation zu besiegen. Unser revolutionärer Krieg hat bewiesen. Aus diesem Grund weise ich in meiner Abhandlung so häufig auf irrige Einstellungen hin. die die Revolution und den revolutionären Krieg bedrohen. Sie müssen sich gegen den «Links»Opportunismus einerseits und gegen den Rechtsopportunismus andererseits zur Wehr setzen. Wir glauben. sondern daß sie erkämpft werden müssen. er besitzt auch eine revolutionäre Bedeutung für die ganze Welt.

angewandt in dem fünften «Einkreisungs. Die Erkenntnisse des von Lenin und Stalin in der Sowjetunion geführten Bürgerkrieges haben weltweite Bedeutung. daß Chinas revolutionärer Krieg seine eigenen Merkmale besitzt. daß der Kampf gegen die Rote Armee eine andere Strategie und andere taktische Maßnahmen erfordert als der Kampf gegen andere Streitkräfte. Das heißt jedoch nicht. Diese Tatsache hat sich in unseren Kriegsjahren voll und ganz bestätigt. 70 . Er hat nicht erkannt. Und natürlich ist es falsch.3. Das war sowohl vor als auch nach seinem vierten «Einkreisungs. Daraufhin wurde Tschiang Kai-scheks Offiziers-Schulungskorps in Lushan begründet11. Die Bedeutung des Gegenstandes Menschen. daß er Niederlagen einstecken mußte. den die Rote Armee gegen die Truppen der Kuomintang geführt hat.und Vernichtungs»-Feldzug im Jahre 1933 der Fall. einschließlich der chinesischen Kommunistischen Partei. wurden weiterentwickelt. daß wir diese Erkenntnisse mechanisch auf unsere Verhältnisse anwenden sollten. betrachten diese Erkenntnisse und ihre theoretische Zusammenfassung durch Lenin und Stalin als wegweisend. Alle kommunistischen Parteien. Schließlich bekehrte sich auch Tschiang Kai-schek zu ihrer Ansicht. und die neuen reaktionären militärischen Prinzipien.und Vernichtungs»-Feldzug. Chinas revolutionärer Krieg weist in mancherlei Hinsicht Merkmale auf. uns nicht ernst genommen und ist bei seinen alten Methoden der Kriegführung geblieben. mit dem Resultat. die ihn vom Bürgerkrieg in der Sowjetunion unterscheiden. Unser Feind hat ähnliche Fehler begangen. nicht wissen oder nicht wissen wollen. haben den Krieg. Innerhalb der Kuomintang-Armee trat zuerst der reaktionäre Kuomintang-General Liu Wei-yuan und nach ihm Tai Yueh für eine neue Betrachtungsweise dieses Problems ein. die nicht zugeben. einem normalen Krieg oder dem Bürgerkrieg in der Sowjetunion gleichgestellt. Er hat sich auf seine Überlegenheit in einigen Punkten gestützt. diese Merkmale nicht in Rechnung zu stellen oder ihr Vorhandensein zu leugnen. Kapitel Merkmale des revolutionären Krieges in China 1.

Diese Leute bezeichneten sich selber als Marxisten-Leninisten. verlorengingen. politisch und wirtschaftlich ungleichmäßig entwickelt ist und die Revolution von 1924-27 überstanden hat. weigerten sich. das Wichtigste am Marxismus. wir erlitten eine harte Strafe von höchster Bedeutung. daß Chinas revolutionärer Krieg sich entwickeln und zum Siege gelangen kann. die besonderen Umstände jedes Falles in Betracht zu ziehen. 1. Sie drängten auf eine Rückkehr zu Methoden. daß der Bestand der Roten Armee von dreihunderttausend auf einige Zehntausende Soldaten zusammenschrumpfte. das noch teilweise im Status einer Kolonie. um sie den Operationen gegen die Rote Armee anzupassen. Welches sind die Merkmale des revolutionären Krieges in China? Welches sind nun also die Merkmale des revolutionären Krieges in China? Meiner Ansicht nach gibt es vier wesentliche Merkmale. Lenin hat gesagt. Kurzum. 2. die in den «alten Trott» zurückfallen wollten. die dem Herkömmlichen entsprachen. Die Folge war. außer denen im Grenzgebiet zwischen Shensi und Kansu. gab es Leute. verschmähten die Erfahrungen aus der Geschichte der blutigen Schlachten der Roten Armee. daß die Mitgliederzahl der Kommunistischen Partei Chinas von dreihunderttausend auf einige Zehntausende zurückging und daß fast alle Parteiorganisationen in den von der Kuomintang beherrschten Gebieten zerschlagen wurden. die lebendige Seele rdes Marxismus. daß der Feind die neuen reaktionären Prinzipien aufgenommen hatte. daß es unmöglich ist. sei die konkrete Analyse der konkreten Bedingungen. aber in Wirklichkeit hatten sie nicht ein Jota vom Marxismus-Leninismus begriffen. unterschätzten ebenso die Stärke des Imperialismus und der Kuomintang sowie deren Armee und taten.Als aber der Feind seine militärischen Prinzipien abänderte. Hieraus kann man entnehmen. wenn man seine Merkmale nicht erkannt hat.12 Eben diesen Punkt hatten unsere Genossen übersehen. Chinas revolutionären Krieg zu lenken und zum Sieg zu fuhren. Dieses Merkmal zeigt an. daß alle revolutionären Stützpunkte. Wir haben bereits darauf hingewiesen (beim Ersten Parteikongreß im Grenzbezirk von Hunan71 . als sähen sie nicht. China ist ein weites Land.

Chinas politische und wirtschaftliche Entwicklung ist uneinheitlich. neben mehreren Millionen Industriearbeitern gibt es mehrere hundert Millionen Bauern und Handwerker. es könne zuwenig Raum zum Manövrieren vorhanden sein.und Dampfschifflinien und ein paar Autostraßen gibt es eine Unzahl von Karrenwegen und Fußpfaden. Der Sechste Nationale Kongreß der Kommunistischen Partei Chinas im Jahre 1928 gab noch einmal auf diese Frage die Antwort. neben einigen Eisenbahn. neben den großen Militärdiktatoren. ob Chinas Ausgangsgebiete der Revolution und die chinesische Rote Armee sich halten und weiterentwickeln würden. gibt es die kleinen. ist noch Licht im Norden. einige Genossen im ChingkangGebirge an der Grenze zwischen Hunan und Kiangsi die Frage stellten: «Wie lange können wir die rote Fahne wehen lassen?» Das war eine sehr grundsätzliche Frage.und Handelsstädten gibt es die weiten rückständigen Landgebiete.Kiangsi13). dann ist es hell im Westen. Ohne sie zu beantworten. als Ende 1927 und Anfang 1928. die in den Provinzen herrschen. von denen viele sogar zu Fuß nur unter Schwierigkeiten passierbar sind. China ist ein großes Land. wären wir nicht einen einzigen Schritt vorangekommen. China befindet sich noch teilweise im Status einer Kolonie die Uneinigkeit der imperialistischen Mächte sorgt für Uneinigkeit unter den herrschenden Gruppen in China.» Man braucht hier also nicht zu fürchten. wenn im Süden alles in Finsternis gehüllt ist. China hat eine große Revolution überstanden sie bereitete den Bo72 . Seitdem hat Chinas revolutionäre Bewegung eine richtige theoretische Grundlage. neben wenigen modernen Industrie. zwei reaktionäre Armeen: die sogenannte Zentralarmee unter Tschiang Kai-schek und die «gemischten Truppen» der Militärdiktatoren in den Provinzen existieren nebeneinander. Analysieren wir nunmehr dieses Merkmal. «Wenn es im Osten dunkel ist. kurz nach dem Beginn des Guerillakrieges in China. Es ist dabei ein Unterschied. ohne die Entscheidung darüber. die für die Zentralregierung maßgebend sind. Eine schwachentwickelte kapitalistische Wirtschaft koexistiert mit einer überwiegend halbfeudalen Wirtschaft. die in der alten Gesellschaftsordnung leben. ob dieses China von mehreren Staaten kontrolliert wird oder ob es eine Kolonie von nur einem Staat ist.

dem Feind der Roten Armee? Sie ist eine Partei. Dies ist das zweite Merkmal des chinesischen revolutionären Krieges. und hat sich im ganzen den Armeen der modernen Staaten angeglichen. Dies ereignete sich zu einer Zeit. die sich dadurch von jeder anderen Armee in der chinesischen Geschichte unterscheidet. Zwischen der Armee der Kuomintang und der Roten Armee besteht ein himmelweiter Unterschied. Unser Feind ist groß und mächtig. Die chinesische Rote Armee. 3. sie schuf die Führung der Roten Armee: die Kommunistische Partei Chinas. ihre politische Macht erstreckt sich über die ganze Nation. 2. Wir verfügen nur in verstreuten und isolierten Gebirgsgegenden und 73 . wurde nach dem Scheitern der ersten großen Revolution ins Leben gerufen. Sie hat sich die Unterstützung der wesentlichsten konterrevolutionären Staaten der Welt gesichert. Dieses Merkmal ist grundsätzlich sowohl für unsere militärische als auch für unsere politische Strategie und Taktik maßgebend. sie ist größer als jede andere Armee der chinesischen Geschichte und somit größer als die stehenden Heere aller anderen Länder. seiner Wirtschaft. Die Rote Armee ist klein und schwach. hervorgegangen aus Guerillaeinheiten. Es läßt die militärischen Operationen der Roten Armee notwendigerweise in mancher Hinsicht von den Operationen der üblichen Kriege sowie denen des Bürgerkrieges in der Sowjetunion und des Feldzugs nach dem Norden abweichen. seines Verkehrswesens und seiner Kultur. Wie steht es eigentlich mit der Kuomintang. da die reaktionären kapitalistischen Länder der Welt politisch und wirtschaftlich einigermaßen gesichert dastanden und China eine Periode der Reaktion erlebte. Sie hat ihre Armee neu organisiert. die Lebensadern von Chinas Politik.den. das in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht uneinheitlich entwickelt ist und eine Revolution überstanden hat. aus dem die Rote Armee erwuchs. Diese Armee ist mit Waffen und Kriegsmaterial besser ausgestattet als die Rote Armee. daß er in einem großen halbkolonialen Land geführt wird. Daher besteht unserer Meinung nach das erste Merkmal des chinesischen revolutionären Krieges darin. Die Rote Armee Chinas steht also einem großen und mächtigen Feind gegenüber. Die Kuomintang kontrolliert die Schlüsselpositionen. welche die politische Macht ergriffen und diese Macht mehr oder weniger gefestigt hat. sie stellte die Massen mit revolutionärer Erfahrung.

nur spärlich mit Waffen ausgerüstet und hat die größten Schwierigkeiten. Aus diesem Kontrast ergeben sich Strategie und Taktik der Roten Armee. so klein sie sind. Sie bekämpft die Agrarrevolution und erhält darum auch keinerlei Unterstützung durch die Bauern. 4. Und so groß die Armee der Kuomintang ist. Die Kuomintang andererseits bietet ein völlig anderes Bild. daß sie dem Druck des ungeheuer mächtigen Kuomintang-Regimes trotzen können. während sie militärisch ernsthafte Schwierigkeiten durch die Angriffe der Kuomintang zu verzeichnen haben. Und so klein die Rote Armee ist. und wir erhalten von außerhalb keinerlei Hilfe. obwohl er in China und überall in der kapitalistischen Welt stattfindet. da ihre von der Kommunistischen Partei geführten Mitglieder aus der Agrarrevolution hervorgegangen sind und für ihre eigenen Interessen kämpfen und weil bei uns Kommandeure und Soldaten politisch einig sind. Bettzeug und Kleidung zu verschaffen. Dieses Merkmal steht in scharfem Kontrast zu dem vorhergehenden. die Rote Armee hat keine wirklich festen Stützpunkte. so verfügt sie doch über außerordentliche Kampfkraft. Dank dieser Hilfe erweisen sich unsere Stützpunkte.einigen entlegenen Bezirken über politische Macht. Im Vergleich zu den von der Kuomintang beherrschten Gebieten sind in den Ausgangsgebieten der Revolution die wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse als rückständig zu bezeichnen. sich Nachschub an Nahrungsmitteln. daß Chinas revolutionärer Krieg. Hieraus ergeben sich zwei Tatsachen: Einerseits die Gewißheit. doch in politischer Hinsicht als so gefestigt. die ursprünglich Kleineigentümer waren. die anfänglich sehr klein waren und sich seither nicht wesentlich erweitert haben. Die Führung durch die Kommunistische Partei und die Agrarrevolution. Außerdem verschieben sie sich immer wieder. freiwillig ihr Leben für sie aufs Spiel zu setzen. Ihre 74 . Die Rote Armee ist zahlenmäßig klein. Gebiete. da er von der Kommunistischen Partei geführt wird und mit der Unterstützung der Bauern rechnen kann. nicht dazu bringen. Dieses Merkmal folgt konsequent aus dem ersten. dennoch mit einem Sieg enden kann. kann sie doch ihre Soldaten und die meisten ihrer Offiziere der unteren Dienstgrade. Diese revolutionären Stützpunkte umfassen lediglich ländliche Distrikte und kleinere Städte.

Offiziere und Mannschaften stehen politisch in getrennten Lagern — ein Umstand, der die Kampfkraft dieser Armee verringert. 3. Unsere Strategie und Taktik ergibt sich aus diesen Merkmalen Damit sind also die vier hauptsächlichen Merkmale unseres revolutionären Krieges genannt: ein großes, halbkoloniales Land, das in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht unterschiedlich entwickelt ist und eine große Revolution überstanden hat; ein starker und mächtiger Feind; eine kleine und schwache Rote Armee und die Agrarrevolution. Diese Merkmale bestimmen sowohl die Generallinie in der Führung des chinesischen revolutionären Krieges als auch viele seiner strategischen und taktischen Prinzipien. Aus dem ersten und dem vierten Merkmal folgt, daß die chinesische Rote Armee durchaus wachsen und ihren Feind besiegen kann. Aus dem zweiten und dem dritten Merkmal folgt, daß die chinesische Rote Armee unmöglich sehr schnell anwachsen und ihren Feind in sehr kurzer Zeit besiegen kann. Mit anderen Worten: Der Krieg wird lange dauern und kann sogar verloren werden, wenn er falsch geführt wird. Dies sind die beiden Aspekte des chinesischen revolutionären Krieges. Sie bestehen nebeneinander, und das heißt, daß sowohl günstige Faktoren wie Schwierigkeiten vorhanden sind. Das ist das grundlegende Gesetz für Chinas revolutionären Krieg, aus dem sich eine Reihe anderer Gesetze ergeben. Die Geschichte unserer zehn Kriegsjahre hat die Gültigkeit dieses Gesetzes erwiesen. Wer dieses grundlegende Gesetz nicht sieht, ist auch nicht imstande, Chinas revolutionären Krieg zu lenken und der Roten Armee zum Siege zu verhelfen. Selbstverständlich müssen wir alle folgenden grundlegenden Punkte ordnungsgemäß klären. Wir müssen unser strategisches Konzept korrekt festlegen, uns bei der Offensive jeglichem Abenteurertum und in der Defensive dem Konservatismus und beim Stellungswechsel der Fluchtmentalität [flightism] widersetzen; uns einem allgemeinen Guerillatum [guerillaism] in der Roten Armee widersetzen, dabei aber anerkennen, daß ihre Operationen Guerilla-Charakter tragen; uns ausgedehnten Feldzügen und einer Strategie der raschen Entscheidungen widersetzen und dagegen für die Strategie des verlängerten Krieges und der rasch entschiedenen Feldzüge eintreten; uns starren Kampflinien und einem Stellungskrieg widersetzen und 75

dagegen für fließende Kampflinien und eine bewegliche Kampfführung eintreten; uns einer Kampfart widersetzen, die lediglich darauf ausgeht, den Feind in die Flucht zu schlagen, und dagegen für eine Kampfart eintreten, die den Feind vernichtet; uns einer Strategie widersetzen, die gleichzeitig mit zwei «Fäusten» in zwei Richtungen schlagen will, und dagegen für eine Strategie eintreten, die zu einer Zeit mit einer «Faust» in eine Richtung schlägt; uns dem Prinzip widersetzen, ein ausgedehntes Gebiet halten zu wollen, und dagegen für das Prinzip eintreten, mehrere kleine Gebiete zu halten, uns einer völlig zentralisierten Führung widersetzen und dagegen für eine relativ dezentralisierte Führung eintreten; uns einer rein militärischen Betrachtungsweise widersetzen, eine Verhaltensweise umherstreifender Rebellen ablehnen und anerkennen, daß die Rote Armee Propagandist und Organisator der chinesischen Revolution ist; uns dem Marodeurstum14 widersetzen und dagegen für eine strikte politische Disziplin eintreten; uns den Methoden der Militärdiktatoren widersetzen und dagegen für demokratische Methoden innerhalb der gebotenen Grenzen und eine autoritative Disziplin in der Armee eintreten; uns einer falschen sektiererischen Politik einzelner Kader widersetzen und dagegen für eine richtige Politik der Kader eintreten; uns einer Politik der Isolation widersetzen und für eine Politik eintreten, die überall mögliche Verbündete gewinnen will; uns dem widersetzen, die Rote Armee in ihrem jetzigen Stadium zu belassen, und uns um eine Entwicklung in ein neues Stadium bemühen. Unsere Erörterung der strategischen Probleme hat den Zweck, diese Fragen sorgsam im Lichte der historischen Erfahrung zu klären, die China in den zehn Jahren seines blutigen Revolutionskrieges gewonnen hat.

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4. Kapitel

«Einkreisung und Vernichtung» und Gegenfeldzüge die Grundstruktur des chinesischen Bürgerkrieges
In den zehn Jahren seit dem Beginn unseres Guerillakrieges hat der Feind jede einzelne Rote Guerillaeinheit, jede Formation der Roten Armee und jeden revolutionären Stützpunkt regelmäßig seiner Politik der «Einkreisung und Vernichtung» unterworfen. Der Feind erblickt in der Roten Armee ein Ungeheuer und bemüht sich, es zu packen, sobald es sich zeigt. Ständig verfolgt er die Rote Armee und versucht sie einzukreisen. Zehn Jahre hindurch hat sich diese Grundstruktur nicht verändert, und falls nicht der Bürgerkrieg schließlich einem nationalen Krieg weichen sollte, wird sie sich gleichbleiben bis zu dem Tage, an dem der Feind der schwächere und die Rote Armee der stärkere Kampfpartner sein wird. Die Operationen der Roten Armee haben die Form von Gegenoffensiven gegen «Einkreisung und Vernichtung» angenommen. Für uns bedeutet das Wort Sieg hauptsächlich einen Erfolg bei der Bekämpfung von «Einkreisung und Vernichtung», also strategischer Sieg und Siege in Feldzügen. Der Kampf gegen jeden «Einkreisungs- und Vernichtungs»-Feldzug stellt einen Gegenfeldzug dar, der gewöhnlich einige oder auch eine größere Anzahl von großen und kleinen Gefechten einschließt. Solange ein «Einkreisungs- und Vernichtungs»Feldzug nicht grundsätzlich zerschlagen ist, kann man nicht von einem strategischen Sieg oder von einem Sieg des gesamten Gegenfeldzuges sprechen, selbst wenn man einige Gefechte gewonnen hat. Die zehnjährige Kriegsgeschichte der Roten Armee ist die Geschichte von Gegenfeldzügen gegen «Einkreisung und Vernichtung». Bei den «Einkreisungs- und Vernichtungs»-Feldzügen des Feindes und den Gegenfeldzügen der Roten Armee werden beide Arten des Kämpfens, die Offensive und die Defensive, angewandt, und darin unterscheidet er sich nicht von jedem anderen Krieg, in Vergangenheit oder Gegenwart, in China oder anderswo. Das besondere Merkmal des chinesischen Bürgerkrieges jedoch ist der wiederholte Wechsel zwischen diesen beiden Formen über einen längeren Zeitraum hinweg. Bei jedem «Einkreisungs- und Vernichtungs»-Feldzug 77

setzt der Feind seine Offensive gegen die Defensive der Roten Armee, und die Rote Armee setzt die Devensive gegen seine Offensive. Dies ist das erste Stadium eines Gegenfeldzuges gegen «Einkreisung und Vernichtung». Dann setzt der Feind die Defensive gegen die Offensive der Roten Armee, und die Rote Armee setzt die Offensive gegen seine Defensive; dies ist das zweite Stadium des Gegenfeldzuges. Jeder «Einkreisungs- und Vernichtungs »-Feldzug zeigt diese zwei Stadien, und sie wechseln miteinander über einen langen Zeitraum. Mit dem wiederholten Wechsel über eine längere Zeit hinweg meinen wir die Wiederholung dieser Struktur der Kriegführung und dieser Formen des Kampfes. Das ist eine für jeden offenkundige Tatsache. Ein «Einkreisungs- und Vernichtungs»-Feldzug und der Gegenfeldzug derart ist die Struktur des Krieges, die immer wieder sichtbar wird. In jedem Feldzug bestehen die Formen des Kampfes aus dem Wechsel des ersten Stadiums in dem der Feind die Offensive gegen unsere Defensive setzt und wir seiner Offensive mit unserer Defensive begegnen und dem zweiten Stadium, in dem der Feind die Defensive gegen unsere Offensive setzt, und wir seiner Defensive mit unserer Offensive begegnen. Allerdings besteht die Struktur eines Feldzuges oder einer Schlacht nicht aus bloßer Wiederholung, sondern sie ist jederzeit verschieden. Auch das ist eine Tatsache und jedem offenkundig. In diesem Zusammenhang wird es zur Regel, daß mit jedem Feldzug und jedem Gegenfeldzug das Ausmaß größer wurde, die Situation sich komplizierte und der Kampf sich intensivierte. Das bedeutet jedoch nicht, daß es kein Auf und Ab gäbe. Nach dem fünften «Einkreisungs- und Vernichtungs»-Feldzug des Feindes war die Rote Armee erheblich geschwächt und alle ihre Stützpunkte im Süden gingen verloren. Verlegt nach Nordwesten, nimmt die Rote Armee nicht länger eine derart wichtige, den einheimischen Feind bedrohende Position ein, wie es im Süden der Fall war, und in der Folge verringerte sich das Ausmaß der «Einkreisungs- und Vernichtungs»-Feldzüge, die Situation wurde übersichtlicher und der Kampf weniger intensiv. Worin besteht für die Rote Armee eine Niederlage? Strategisch gesprochen, handelt es sich nur dann um eine Niederlage, wenn ein Gegenfeldzug gegen einen «Einkreisungs- und Vernichtungs»Feldzug völlig fehlgeschlagen ist, aber selbst dann ist die Niederlage 78

nur teilweise und zeitlich begrenzt. Denn einzig die völlige Vernichtung der Roten Armee würde eine absolute Niederlage im Bürgerkrieg bedeuten; aber das ist niemals geschehen. Der Verlust ausgedehnter Stützpunkte und die Verlegung der Roten Armee stellten eine zeitweise und zeitlich begrenzte Niederlage dar, jedoch nicht eine endgültige und' vollständige, auch wenn diese teilweise Niederlage den Verlust von neunzig Prozent der Parteimitglieder, der bewaffneten Kräfte und der Stützpunkte nach sich zog. Wir bezeichnen diese Verlegung als die Fortsetzung unserer Defensive und die Verfolgung durch den Feind als die Fortsetzung seiner Offensive. Das heißt, daß wir im Verlauf des Kampfes zwischen dem «Einkreisungsund Vernichtungs»-Feldzug und unserem Gegenfeldzug die Zerschlagung unserer Defensive durch die Offensive des Feindes zuließen, anstatt die Defensive in eine Offensive zu verwandeln; und so verwandelte sich unsere Defensive in einen Rückzug und die Offensive des Feindes in eine Verfolgung. Doch als dann die Rote Armee ein neues Gebiet erreichte, als wir sie zum Beispiel aus der Provinz Kiangsi und verschiedenen anderen Regionen in die Provinz Shensi verlegten, begannen die «Einkreisungs- und Vernichtungs»-Feldzüge von neuem. Darum bezeichnen wir den strategischen Rückzug der Roten Arme (den Langen Marsch) als eine Fortsetzung ihrer strategischen Defensive und die strategische Verfolgung durch den Feind als eine Fortsetzung seiner strategischen Offensive. Der chinesische Bürgerkrieg, wie jeder andere Krieg in der Vergangenheit oder Gegenwart, in China oder anderswo, kennt nur zwei Grundformen des Kämpfens: Angriff und Verteidigung. Das besondere Merkmal des chinesischen Bürgerkriegs besteht in der fortwährenden Wiederholung von «Einkreisungs- und Vernichtungs»Feldzügen und unseren Gegenfeldzügen, zusammen mit dem ständigen Wechsel der beiden Kampfformen, Angriff und Verteidigung, einschließlich des Phänomens des großen strategischen Rückzugs von mehr als zehntausend Kilometern (des Langen Marsches) 15. Für die Niederlagen des Feindes gelten ähnliche Gesetze. Es ist für ihn eine strategische Niederlage, wenn sein «Einkreisungs- und Vernichtungs»-Feldzug zerschlagen wird und unsere Defensive sich in eine Offensive verwandelt, wenn der Feind zur Defensive wechselt und sich reorganisieren muß, bevor er seinen neuen «Einkreisungsund Vernichtungs»-Feldzug beginnen kann. Dabei ist der Feind nicht 79

so wie wir zu einem strategischen Rückzug von mehr als zehntausend Kilometern gezwungen, da er das ganze Land beherrscht und viel stärker ist als wir. Es hat jedoch schon teilweise Rückzüge seiner Truppen gegeben. In einigen Stützpunktgebieten haben manchmal feindliche Kräfte, die von der Roten Armee in Weiße Widerstandsnester16 eingeschlossen waren, unsere Umzingelung durchbrochen und sich in die Weißen Gebiete zurückgezogen, um neue Offensiven vorzubereiten. Je länger der Bürgerkrieg sich hinzieht und je umfassender die Siege der Roten Armee werden, desto öfter werden sich solche Dinge ereignen. Der Feind kann jedoch nicht die gleichen Erfolge erzielen wie die Rote Armee, weil er nicht auf die Hilfe der Bevölkerung zählen kann und weil seine Offiziere und seine Mannschaften keine Einheit bilden. Wenn er zu einer Operation gezwungen wäre, die dem Langen Marsch der Roten Armee gleichkäme, so wäre das sein sicheres Ende. Genosse Li Li-san verkannte im Jahr 1930 zur Zeit der Li Li-sanLinie das Element der Dauer in der Natur des chinesischen Bürgerkrieges, und daher erfaßte er nicht das Gesetz, daß dieser Krieg aus der Wiederholung von «Einkreisungs- und Vernichtungs»-Feldzügen und ihrer Zerschlagung über längere Zeit hinweg besteht (zum damaligen Zeitpunkt hatte es schon drei derartige Feldzüge im Grenzbezirk von Hunan und Kiangsi und zwei in Fukien gegeben). Darum befahl er, in einem Versuch der Revolution zum raschen Sieg zu verhelfen, der Roten Armee, die damals noch im Aufbau begriffen war, Wuhan anzugreifen, und gleichzeitig befahl er einen die ganze Nation erfassenden bewaffneten Aufstand. Damit beging er den Fehler des «Links»-Opportunismus. Auch die «Links»-Opportunisten der Jahre 1931-34 glaubten nicht an das Gesetz der Wiederholung bei den «Einkreisungs- und Vernichtungs»-Feldzügen. Einige verantwortliche Genossen in unserem Gebiet entlang der Hupeh-, Hononund der Anhwei-Grenze, entwickelten eine «Hilfstruppen-Theorie» und behaupteten, die KuomintangArmee sei nach dem Scheitern ihres dritten «Einkreisungs- und Vernichtungs»-Feldzuges zu einer bloßen Hilfstruppe geworden; bei weiteren Angriffen der Roten Armee müßten daher die Imperialisten selber die Hauptstreitmacht stellen und den Kampf weiterführen. Aus dieser Lagebeurteilung zogen sie den strategischen Schluß, die Rote Armee müsse Wuhan angreifen. Grundsätzlich paßte das sehr gut zu 80

Sich verteidigen. die jedoch auch Verteidigung und Rückzug in sich schließt. um vorrücken zu können. richtig.den Ansichten derjenigen Genossen in Kiangsi. sich auf die Flanken zubewegen. vom Fehlen der Roten Armee zur Gründung der Roten Armee und vom Fehlen der revolutionären Ausgangsgebiete bis zu ihrer Errichtung. Die Ansicht. Selbstverständlich ist die These. die einen Angriff der Roten Armee gegen Nanchang forderten und dagegen waren. um dann gegen die Front vorzugehen. eine falsche Linie eingehalten wurde. einen Umweg machen. eine Revolution oder ein revolutionärer Krieg sei eine Offensive.und Vernichtungs»-Feldzug stelle die entscheidende Schlacht zwischen dem Weg der Revolution und dem Weg des Kolonialismus dar». Auch das war ein völliger Irrtum. Eine Revolution oder ein revolutionärer Krieg muß sich in der Offensive befinden und kann nicht konservativ sein: In der Entwicklung von geringer Kraft zu großer Kraft. 81 . die Rote Armee stand diesen erbitterten Angriffen des Feindes hilflos gegenüber. «der Kampf gegen den fünften Einkreisungs. daß die Rote Armee unter keinen Umständen defensive Methoden anwenden dürfe. Tendenzen zum Konservatismus müssen bekämpft werden. insbesondere militärischer Operationen. um dann den direkten Weg einschlagen zu können dies ist unerläßlich für den Entwicklungsprozeß vieler Phänomene. vom Fehlen der politischen Macht bis zum Besitz der politischen Macht. Honan und Anhwei und in denen des fünften Feldzugs in der zentralen Stützpunktzone von Kiangsi. Die einzig völlig korrekte These ist aber die. daß eine Revolution oder ein revolutionärer Krieg eine Offensive ist. stand in direkter Verbindung mit diesem «Links»-Opportunismus. um angreifen zu können. sich zurückziehen. die Stützpunkte untereinander zu verbinden und den Feind in einen Hinterhalt zu locken und die die Besetzung der Hauptstadt und anderer Schlüsselstädte einer Provinz als den Ausgangspunkt für den Sieg in dieser Provinz ansahen und behaupteten. Dieser «Links»-Opportunismus war die Ursache. der die Wiederholung der «Einkreisungsund Vernichtungs»-Feldzüge leugnete. daß bei den Kämpfen gegen den vierten «Einkreisungsund Vernichtungs»-Feldzug im Grenzgebiet von Hupeh. und der chinesischen Revolution wurde ungeheurer Schaden zugefügt.

Der «Links»Opportunismus von 1931—34. jedoch nicht auf die militärische. der sich mechanisch jeder Anwendung militärischer Defensivmaßnahmen widersetzte. nicht jedoch. Sie würden aufhören. wenn die Rote Armee stärker geworden ist als der Feind. Dann werden wir den Feind einkreisen und vernichten. Nur die zweite These ist vollkommen wahr und zutreffend. wenn sie auf eine andere Situation übertragen werden soll (wenn die Revolution auf dem Rückzug ist auf einem allgemeinen Rückzug wie 1906 in Rußland 17 und 1927 in China oder auf einem teilweisen Rückzug wie in Rußland zur Zeit des Friedensvertrages von Brest-Litowsk im Jahre 1918 18). aber die politischen und militärischen Bedingungen werden eine ähnliche Position wie die der Roten Armee bei ihren Gegenfeldzügen nicht zulassen. sofern der Bürgerkrieg sich in die Länge zieht. wenn nicht vollständig.und Vernichtungs»Feldzüge beendet sein? Meiner Ansicht nach wird. Wann werden die wiederholten «Einkreisungs. war nichts als kindisches Denken. sobald ein grundlegender Wandel im Kräfteverhältnis eintritt. 82 . Darüber hinaus ist sie aber politisch nur in einer Situation zutreffend (wenn die Revolution im Vormarsch ist).und Vernichtungs»-Feldzüge weitestgehend.Von diesen beiden Thesen mag die erste auf die politische Sphäre zutreffen. daß dann die wiederholten «Einkreisungs. beendet sein werden. Man kann mit aller Entschiedenheit erklären. und er wird sich auf Gegenfeldzüge verlegen. diese Wiederholung aufhören.

strategischer Rückzug. Einleitung der Gegenoffensive. Der Prozeß des Zerschlagens eines «Einkreisungs. Vorbereitungen zur Bekämpfung der «Einkreisungs. Daher ist die strategische Defensive das schwierigste und wichtigste Problem. In unseren zehn Kriegsjahren machten sich hinsichtlich der strategi83 . Zusammenziehung der Truppen.und Vernichtungs»Feldzüge bestehen. Aktive und passive Verteidigung. ob wir dazu imstande sein werden oder nicht.5. 4. diese «Einkreisungs. Vernichtungskrieg. 2. 3. 5. 7. Aktive und passive Verteidigung Warum beginnen wir mit der Erörterung der Verteidigung? Nach dem Scheitern der ersten nationalen Einheitsfront Chinas der Jahre 1924-27 wurde die Revolution zu einem außerordentlich intensiven und erbarmungslosen Klassenkrieg.und Vernichtungs»Feldzuges ist recht umständlich und keineswegs so gradlinig. verfügten wir nur über eine geringe Anzahl bewaffneter Kräfte und mußten infolgedessen von Anfang an einen harten Kampf gegen seine «Einkreisungs. strategische Gegenoffensive.und Vernichtungs»-Feldzüge zu zerschlagen. 8. unsere Kraft zu erhalten und eine Gelegenheit abzuwarten. Während der Feind das ganze Land beherrschte. und unser Schicksal hängt völlig von der Frage ab. Unsere Offensiven standen in engster Verbindung mit unseren Bemühungen. 6. Kapitel Die strategische Defensive Unter dieser Überschrift möchte ich die folgenden Probleme erörtern: 1. Bewegliche Kampfführung. Das Hauptproblem und das ist ein sehr ernstes Problem ist. wie man es sich wünschen möchte. Krieg der raschen Entscheidung und 9. 1. dem sich die Rote Armee bei ihren Operationen gegenübersieht.und Vernichtungs»-Feldzüge.

sahen sie nur die augenblicklich günstigen Umstände oder waren nicht imstande. Honan und Anhwei. geistig entwaffneten. waren ihre Anführer oft nicht imstande. der sie gegenübergestellt waren. Daraus resultierte die Niederlage einiger Guerillaeinheiten oder das Scheitern einiger Feldzüge der Roten Armee 84 . Es gibt eine ganze Reihe von Beispielen für Rückschläge. die immer nur von Angriff und nie von Verteidigung oder Rückzug sprachen. Viele Guerillaeinheiten wurden aus diesem Grund besiegt. Im Gegensatz zu jenen. und trotzdem gab es Menschen. was die Verteidigung betrifft. und der Verlust ihrer Aktionsfreiheit bei dem 1932 erfolgten vierten Gegenfeldzug gegen die feindliche «Einkreisung und Vernichtung» im Grenzgebiet von Hupeh. gab es einige. die den Feind unterschätzten. den Ernst der Lage zu erkennen. daß sie eine unverantwortliche Rückzugspolitik betrieben und sich. so daß sie den Feind gewöhnlich unterschätzten. wie sie unsere eigene Kraft unterschätzten. Als die ersten revolutionären Guerillaeinheiten gebildet wurden. Da sie an einigen Orten mit der Organisation plötzlicher bewaffneter Aufstände oder Meutereien in den Truppen der Weißen Erfolg gehabt hatten. Viele Guerillaeinheiten erlitten Niederlagen. daß die Rote Armee aus diesem Grund die feindlichen «Einkreisungs. daß der Feind stark und wir schwach waren. h. Es war eine objektive Tatsache. wie wenig Erfahrung sie hatten und wie gering ihre Kräfte waren). sich von ihm einschüchtern zu lassen. und was die Verteidigung betrifft sich geistig entwaffneten und folgerichtig Fehler begingen. was zur Folge hatte. weil sie den Feind unterschätzt hatten und bei mehreren Gelegenheiten nicht in der Lage waren.und Vernichtungs»Feldzüge zu zerschlagen. daß die Kuomintang-Armee fast eine Hilfstruppe sei. den Feind zu unterschätzen.und Vernichtungs»-Feldzüge nicht aufzuhalten vermochte. Beispiele dafür. wie schwach sie selber waren (d. Obendrein begriffen sie gar nicht. weil wir uns vom Feind einschüchtern ließen. die wir erlitten. die dies nicht einsehen wollten.schen Defensive häufig zwei Abweichungen bemerkbar: die eine war. die andere. seine «Einkreisungs. waren ihre Niederlagen 1928 in der Provinz Kwangtung im Gebiet von Haifeng und Lufeng19. bei der die Rote Armee von der Theorie ausging. die Situation des Feindes sowie die eigene einzuschätzen. die ihn ebenso gewaltig überschätzten.

oder auch deren Verlust von Stützpunkten. der wir mit 85 . Das extremste Beispiel für Einschüchterung durch den Feind war die Rückzugssucht der «Chang Kuo-tao-Politik». die das tun. die feindlichen Einheiten kühn in eine Falle zu locken. und die Rote Armee mußte den Langen Marsch von mehr als zwölftausend Kilometern antreten. die den Zweck verfolgt. In diesem Fall erwuchs der Fehler aus einer reaktionären Einstellung. lieferten auf Schritt und Tritt Verteidigungsgefechte und wagten nicht. Allerdings geht solchen Fehlern zumeist der «linke» Fehler einer Unterschätzung des Feindes voraus. Soweit mir bekannt ist. in das Hinterland des Feindes einzufallen und ihn dort anzugreifen. Im Krieg ist das ein Fehler. also eine Verteidigung. und die einzig richtige Verteidigung ist aktive Verteidigung. der sowohl in strategischen als auch in taktischen Fragen eine passive Verteidigung nicht völlig abgelehnt hätte. die später. um sie dort zusammenzutreiben und zu vernichten. als man es mit dem Feind im fünften «Einkreisungs. Auf Grund dieser Einstellung ging das gesamte Stützpunktgebiet verloren. eine Bekundung von Konservatismus. gibt und gab es weder in China noch im Ausland ein militärisches Handbuch von Wert oder einen ernst zu nehmenden Militärexperten. Das militärische Abenteurertum beim Angriff auf die Schlüsselstädte 1932 war der eigentliche Anstoß für die Planung der passiven Verteidigung.und Vernichtungs»Feldzug aufnahm. Sie unternahmen auch keinen Versuch. was zu unserem Vorteil gewesen wäre. zur Anwendung kam. einen Gegenangriff vorzubereiten und zur Offensive überzuleiten. Passive Verteidigung ist auch bekannt als rein defensive Verteidigung oder auch reine Verteidigung. Unter aktiver Verteidigung versteht man auch offensive Verteidigung oder Verteidigung durch entscheidende Gefechte. versuchten sich vor ihm zu verschanzen. Nur ein absoluter Narr oder ein Verrückter würde den Begriff der passiven Verteidigung wie einen Talisman hegen und pflegen. Die Anführer fürchteten den Feind. als wäre er ein Tiger. Die Niederlage der Westkolonne der Vierten Frontarmee westlich des Gelben Flusses 20 besiegelte den endgültigen Bankrott dieser Politik. Passive Verteidigung ist gegenwärtig eine unechte Art der Verteidigung. Das eindrucksvollste Beispiel ist der Verlust des zentralen Stützpunktes in Kiangsi während des fünften Gegenfeldzuges gegen «Einkreisung und Vernichtung». Trotzdem gibt es in dieser Welt Menschen.

in dem die regierenden reaktionären Kräfte der Nation noch unvorbereitet sind. die an der Macht sind. Doch militärisches Denken dieser Art ist für den chinesischen revolutionären Krieg völlig ungeeignet. den Feind nicht unterschätzen. zugute kommt. die Defensive habe den gefährlichen Nachteil. insbesondere Deutschlands und Japans. Die Militärexperten der neueren und sich schnell entwickelnden imperialistischen Länder. den reaktionären Führern keine Gelegenheit geben dürfen. stand die militärische Mobilmachung unter dem Slogan der Verteidigung der Hauptstadt. am Krieg teilzunehmen. Bei uns liegen die Dinge jedoch anders. verkünden laut die Vorteile der strategischen Offensive und lehnen jede strategische Defensive ab. anstatt sie zu stärken. denn wir sind die Unterdrückten und die Opfer der Aggression. um diese zu schlagen. sondern den Augenblick nutzen müssen. Diese Militärexperten behaupten. sondern sie ermöglicht auch die Aktivierung der rückständigen Teile der Massen und bestimmt sie. daß ein bewaffneter Aufstand sich. Die Rote Armee der Sowjetunion hat während des Bürgerkrieges ihre Feinde geschlagen. Wenn Marx gesagt hat. sobald er einmal ausgebrochen sei. daß sie sich mit den errungenen Siegen nicht zufriedengeben. so meint er damit. den Feind zu ver86 . weil sie ebenfalls diese Form der Verteidigung anwandten. daß die Massen. weiter vorwärts zu drängen. Mit dem Slogan der Verteidigung der revolutionären Stützpunkte und der Verteidigung Chinas können wir die überwältigende Mehrheit des Volkes dazu bringen. in ihren Angriffen nicht nachlassen und nicht zögern dürfen. und selbst als die Oktoberrevolution vorbereitet wurde. keinen Augenblick der Ruhe im Angriff gönnen dürfe 21. In jedem gerechten Krieg hat Verteidigung nicht nur einen beschwichtigenden Einfluß auf politisch Andersdenkende. einmütig und entschlossen den Kampf aufzunehmen. die politische Macht zu bewahren oder gar zurückzugewinnen. Dies trifft auf Länder zu. Als die imperialistischen Länder die Weißen zum Angriff vorschickten. wurde der Krieg mit dem Slogan der Verteidigung der Sowjets geführt. wenn sie ihren Feind mit einer Revolte überrascht haben. in denen scharfe Klassengegensätze herrschen und der Krieg nur den reaktionären herrschenden Schichten oder den reaktionären politischen Gruppen. daß sie sich keinesfalls die Chance. daß sie die öffentliche Moral erschüttere.Entschiedenheit entgegentreten müssen.

Vorbereitungen zur Bekämpfung der «Einkreisungs. keine defensiven Maßnahmen anwenden dürften auch dann nicht. daß wir Revolutionäre. bis ein «Einkreisungs. In unserem Falle macht es keinen Unterschied aus. entgehen lassen dürfen. die «Einkreisungs. wenn wir hart bedrängt werden. 2. denn es kommt vor allem darauf an. Es bedeutet jedoch nicht. weil sie sonst die Revolution zum Scheitern bringen könnten. Dann wird unsere Politik ganz auf die strategische Offensive ausgerichtet sein.nichten. worauf dann die Offensive beginnt. Dieser Wechsel wird von einer allgemeine Umkehrung im Kräfteverhältnis abhängen.und Vernichtungs»-Feldzüge Solange wir nicht die notwendigen und ausreichenden Vorbereitungen gegen einen vom Feind geplanten «Einkreisungs. Das ist richtig. ob die Offensive der Defensive folgt oder ihr vorausgeht. Dann werden die verbleibenden Defensivmaßnahmen nur noch begrenzten Charakter haben. aber auch militärisch hat er die Form angenommen. Sich übereilt auf einen Kampf einlassen.und Vernichtungs»Feldzug zerschlagen ist. die «Einkreisung und Vernichtung» zu zerschlagen. Beides sind aber nur zwei Stadien ein und derselben Unternehmung und ein feindlicher «Einkreisungs. für aktive Verteidigung einzutreten und passive Verteidigung abzulehnen. Nur ein völliger Idiot würde so denken. Militärisch gesprochen besteht unsere Kriegführung im wechselnden Gebrauch von Defensive und Offensive. wenn die Stärke der Roten Armee die des Feindes erst einmal übertroffen hat.und Vernichtungs»-Feldzüge des Feindes zu zerschlagen. Es wirft zahlreiche Probleme hinsichtlich der Zerschlagung von «Einkreisung und Vernichtung» auf.und Vernichtungs»-Feldzug getroffen haben.und Vernichtungs»-Feldzug folgt dicht auf den anderen. Als Ganzes gesehen bedeutete unser Krieg eine Offensive gegen die Kuomintang. wenn wir bereits in den Kampf mit einem überlegenen Feind verwickelt sind. werden wir zwangsläufig in eine passive Lage gedrängt sein. Hier ist das Grundprinzip. 87 . Von den beiden Stadien ist die Defensive komplizierter und wichtiger. Wir werden in unserem Bürgerkrieg die strategische Defensive nicht mehr anzuwenden brauchen. Die Defensive wird fortgeführt.

Wenn wir zu früh damit beginnen. ist kindisch und lächerlich. müssen wir Informationen über seine politische. und wenn wir lange auf den Feind gewartet haben. ist es für uns unbedingt notwendig. an dem auch wir mit einer neuen Offensive beginnen wollen. müssen wir möglicherweise unsere Offensive erneuern. Der richtige Augenblick sollte unter gebührender Beachtung der Feindsituation sowie unserer eigenen Situation und der Wechselbeziehung zwischen beiden bestimmt werden. wie dies gelegentlich Leute in unseren Reihen tun. wann seine Offensive beginnen wird. in Betracht zu ziehen. Wann müssen wir unsere Offensive beenden und in die Phase der Vorbereitung unseres Gegenfeldzuges gegen den «Einkreisungs. unseren Gegenfeldzug vorzubereiten. die Wirkung seiner früheren Niederlagen usw. trifft er insgeheim seine Vorbereitungen für den nächsten «Einkreisungs. und manchmal wird der Feind ausgerechnet zu dem Zeitpunkt seine Offensive starten. zu wissen. andererseits aber dürfen wir auch nicht verfehlen. seine finanziellen Schwierigkeiten.und Vernichtungs»-Feldzug vorbereitet. Bei der Analyse solcher Informationen müssen wir die Gesamtstärke des Feindes voll in Rechnung stellen und dürfen das Ausmaß seiner früheren Niederlagen nicht überschätzen.heißt. Um die Situation des Feindes kennenzulernen. so dürfen wir das 88 . seine inneren Widersprüche. ohne daß er sich zeigt.und Vernichtungs»-Feldzug. darum ist es für uns schwierig. Was unsere Seite betrifft. Daher ist die Wahl des richtigen Augenblicks für den Beginn unserer Vorbereitungen ein wichtiges Problem. Wenn wir unsere Vorbereitungen zum Gegenfeldzug zu früh einleiten. das leicht zu Meinungsverschiedenheiten führen kann. ohne sichere Aussicht auf Sieg kämpfen. so daß wir in eine schwierige Situation geraten. Hier ergibt sich ein schwieriges Problem. kann daraus ein Warten auf den Feind werden. Wenn daher der Feind einen «Einkreisungs. verringern wir damit die Erfolge unserer Offensive und werden gewisse schädliche Wirkungen auf die Rote Armee und das Volk hervorrufen.und Vernichtungs»-Feldzug eintreten? Wenn wir uns siegreich in der Offensive befinden und der Feind sich in der Defensive befindet. Denn die wichtigsten Maßnahmen der Vorbereitungsphase sind die militärischen Vorbereitungen für den Rückzug und die politische Aufklärung hierfür. Sich solchen Vorbereitungen zu widersetzen. militärische und finanzielle Stellung sowie über den Stand der öffentlichen Meinung in seinem Territorium einziehen.

mit ihr alle zu erreichen. Die wichtigsten Probleme in der Vorbereitungsphase sind die Vorbereitungen für den Rückzug der Roten Armee.und Vernichtungs»-Feldzug des Feindes und zur Verteidigung des Stützpunktes aufrufen.Ausmaß unserer früheren Siege nicht überschätzen. auf die Versorgung mit Nachschub und auf die Erweiterung und Ausbildung ihrer Kräfte richten. daß er sich nicht in eine Richtung bewegt. wir müssen uns anstrengen. Die politische Aufklärung muß mit der Ausnahme der militärischen Geheimnisse — freimütig betrieben werden und. Diese Punkte müssen die Hauptkräfte der Roten Armee am Vorabend einer großangelegten Feindoffensive berücksichtigen. Die politische Aufklärung ist ein Problem erster Ordnung beim Kampf gegen «Einkreisung und Vernichtung». Der Schlüssel hierzu liegt in der Überzeugung der Kader. denn man riskiert kleinere Verluste und hat den Vorteil. gleichzeitig aber müssen wir sie auch über die Schwächen des Feindes aufklären. die ihn gefährden würde. was noch wichtiger ist. daß die Offensive des Feindes unvermeidlich und drohend ist und der Bevölkerung ernsten Schaden zufügen wird. Die Anwerbung neuer Soldaten sollte von zwei Überlegungen ausgehen: Erstens von dem Stand des politischen Bewußtseins des Vol89 . die Rekrutierung. heißt Vorsorge treffen. die die revolutionäre Sache möglicherweise unterstützen können. daß sie ihre Angriffe nicht zu weit vorträgt oder ihre Kräfte zu sehr erschöpft. Den Rückzug der Roten Armee vorbereiten. Wir müssen die Rote Armee und die gesamte Bevölkerung zum Kampf gegen den «Einkreisungs. Wir müssen also der Roten Armee und der Bevölkerung in dem Stützpunktgebiet deutlich. Maßnahmen zur Finanzierung und Proviantbeschaffung und die Behandlung politisch Andersdenkender. aber auch ihre Auswirkung voll in Rechnung stellen. unseren unbeugsamen Siegeswillen sowie unseren allgemeinen Aktionsplan. Zu einem solchen Zeitpunkt muß die Rote Armee ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die Wahl und Vorbereitung der Kampfgebiete. Allgemein gesprochen jedoch beginnt man mit den Vorbereitungen besser zu früh als zu spät. die politische Aufklärung. daß eine gute Vorbereitung manche Gefahr ausschaltet und uns in eine im Grunde unbesiegbare Position setzt. entschlossen und uneingeschränkt erklären. ihr die für die Rote Armee günstigen Tatsachen vor Augen führen.

Es bedarf kaum einer Erwähnung. inwieweit die Aufgaben der vorbereitenden Phase erfüllt wurden. Kaufleuten und reichen Bauern unterscheiden. Strategischer Rückzug Wenn eine schwächere Streitmacht sich einer stärkeren gegenübergestellt sieht. beides sind schädliche Tendenzen. die energisch bekämpft werden müssen. man müsse «den Feind vors Tor locken». daß die Volksmassen ein Auge auf sie haben. plant sie einen strategischen Rückzug. Nur gegenüber den sehr wenigen wirklich gefährlichen Elementen müssen strenge Maßnahmen wie Inhaftierung angewandt werden. aber auch für die Bevölkerung im revolutionären Gebiet abschätzen. Militärische Abenteurer allerdings widersetzen sich hartnäckig einem derartigen Schritt und predigen. Das Ausmaß eines Erfolges im Kampf gegen «Einkreisung und Vernichtung» hängt vor allem davon ab. deren Offensive sie nicht schnell zerschlagen kann. 3. und das Wichtigste ist. Die Unterschätzung des Feindes bewirkt ein Nachlassen der Vorbereitungsarbeit. das ist eine zugleich begeisterte und gelassene Geisteshaltung und eine zugleich gedrängte und methodische Arbeit. ein strategischer Schritt mit dem Zweck. daß wir für den gesamten Kampf gegen den feindlichen «Einkreisungs. die Einschüchterung durch seine Angriffe bewirkt Panik. Was die politisch Andersdenkenden betrifft. ihre Kräfte zu erhalten und den Zeitpunkt zum Sieg über den Feind abzuwarten. Es ist erforderlich. 90 .und Vernichtungs»-Feldzug das Minimum des benötigten Materials hauptsächlich für die Rote Armee. so sollten wir wachsam sein. daß die Fragen der Finanzierung und der Nahrungsmittelbeschaffung für den Gegenfeldzug von größter Wichtigkeit sind.kes und von der Größe der Bevölkerung und zweitens vom gegenwärtigen Stand der Roten Armee sowie dem möglichen Ausmaß ihrer Verluste im Verlauf des gesamten Gegenfeldzuges. sie politisch aufzuklären und ihre Neutralität zu gewinnen. Was wir brauchen. aber nicht übertriebene Furcht vor Verrat zeigen und nicht zu ausgedehnte Vorsichtsmaßnahmen treffen. Wir müssen die Möglichkeit eines längeren feindlichen Feldzuges berücksichtigen. gleichzeitig aber dafür zu sorgen. Wir müssen zwischen Großgrundbesitzern.

sondern teile sie stets mit anderen.» Tsao sagte: «Das beweist deine Ergebenheit für dein Volk. warum willst du dich einmischen?» Tsao erwiderte: «Fleischesser sind Narren. bevor die Truppen von Chi ihre Kräfte verausgabt hatten. Seine Nachbarn sagten: «Das ist Sache der fleischessenden Beamten. frage ich doch stets nach den Tatsachen. der anfangs zurückgewichen ist.» Tsao antwortete: «Solch armseliger Glaube gewinnt dir nicht das Vertrauen. Die Götter werden dich nicht segnen. Du kannst die Schlacht wagen. Als in der Frühlings. Und er fragte: «Worauf willst du dich verlassen.» Der Herzog sagte: «Ich gebe den Göttern nie weniger als die ihnen zustehende Menge an Opferstieren. sie können nicht vorausplanen. Der Historiker Tsochiu Ming 24 gibt hierüber den folgenden Bericht: Im Frühjahr fielen die Truppen von Chi in unser Land ein. schlug er die Armee von Chi. wir greifen an» anwandte. Das Volk wird dir nicht folgen. komm her!» Schließlich aber ist es der zurückweichende Lin Chung. wenn du kämpfst?» Der Herzog antwortete: «Ich behalte nie zum eigenen Genuß Speise und Gewänder. Der Herzog wollte sich auf einen Kampf einlassen.und Herbstära die Staaten Lu und Chi gegeneinander Krieg führten23. Zum Schluß wird er dann von dem Mann geschlagen. Als er dann statt dessen die Taktik «der Feind ermüdet. so bitte ich.» So trat er vor den Herzog. In dem Roman <Shui Hu Chuan>22 fordert der Ausbilder Hung den Lin Chung zu einem Kampf auf dem Besitztum von Chai Chin heraus und ruft dabei: «Komm! Komm! Los. dir folgen zu dürfen. daß eine schwache Streitmacht eine starke besiegen kann. der Hungs schwache Stelle erspäht und ihn mit einem Schlag zu Boden streckt. Wenn du es tust.» Der Herzog sagte: «Obwohl es mir nicht möglich ist. 91 . Ich bewahre den rechten Glauben.» Tsao sagte: «Solch erbärmliche Mildtätigkeit kann sich nicht auf alle erstrecken.» Der Herzog und er bestiegen denselben Streitwagen. wollte Herzog Chuang von Lu angreifen. Tsao Kuei bat um eine Audienz. die Einzelheiten aller großen und kleinen Streitfälle zu beachten. aber Tsao Kuei hinderte ihn daran. daß bei einem Boxkampf der klügere Boxer gewöhnlich im Anfang ein wenig zurückweicht.Wir alle wissen. Jade oder Seide. während der dumme wild auf ihn einstürmt und gleich zu Beginn alle seine Reserven aufbraucht. Dies ist ein klassisches Beispiel aus der Kriegsgeschichte Chinas dafür.

Ich nenne hier nur so berühmte Schlachten wie die Schlacht von Chengkao zwischen den Staaten Chu und Han 25. das die günstige Gelegenheit bot. sie benennt den günstigsten Zeitpunkt für den Beginn der Gegenoffensive wenn der Feind den Mut verliert und der unsere auf dem Höhepunkt ist. sie belehrt uns. sagte Tsao: «Jetzt können wir trommeln. warum er ihm diese Ratschläge gegeben habe. daß seine Banner sich senkten. und als ich in die Ferne blickte und sah. illustriert sie doch die Prinzipien der strategischen Defensive. in dem ein schwacher Staat einem starken widerstand. Als unsere Feinde der Mut verließ. war der unsere noch auf dem Höhepunkt. und darum siegten wir. Nach dem Sieg fragte der Herzog Tsao.» Er stieg vom Wagen. Beim ersten Trommelschlag wird der Mut geweckt. In jeder dieser Schlachten standen sich 92 . Doch als ich die Radspuren des Feindes untersuchte und sah.» Die Armee von Chi wurde besiegt. Wieder sagte Tsao: «Noch nicht. beim zweiten erlahmt er und mit dem dritten stirbt er. sie spricht von einem Schlachtfeld. Tsao erwiderte: «Zu einer Schlacht gehört Mut. sagte Tsao: «Noch nicht. die Schlacht von Kunyang zwischen den Staaten Hsin und Han 26. dann stieg er auf die Armstütze des Wagens. zur Gegenoffensive überzugehen Changshuo.Die Heere stießen bei Changshuo aufeinander. Obgleich es keine große Schlacht war. Die Militärgeschichte Chinas enthält zahlreiche Beispiel von Siegen. Als der Herzog die Trommel zum Angriff schlagen wollte. und darum fürchtete ich einen Hinterhalt. die Schlacht von Yiling zwischen den Staaten Wu und Shu 29 und die Schlacht von Feishui zwischen den Staaten Chin und Tsin 30. wann man mit der Verfolgung einsetzen muß wenn die Spuren des Feindes kreuz und quer laufen und seine Banner sich senken. daß sie kreuz und quer liefen. sagte er. die Schlacht von Kuantu zwischen Yuan Shao und Tsao Tsao 27. Es ist schwer. riet ich zur Verfolgung.» Das war ein Fall. Die Geschichte berichtet über die politischen Vorbereitungen auf eine Schlacht davon. die nach diesen Prinzipien errungen wurden. die Schlacht von Chihpi zwischen den Staaten Wu und Wie 28. die Bewegung eines großen Heeres zu ergründen.» Als die Männer von Chi dreimal getrommelt hatten. «Jetzt können wir sie verfolgen». um die Räderspuren der Feinde zu untersuchen. So begann die Verfolgung der Truppen von Chi. Der Herzog wollte die Feinde verfolgen. um in die Ferne zu blicken. daß man das Vertrauen des Volkes gewinnen muß.

Unser Krieg begann im Herbst des Jahres 1927.und Vernichtungs»Feldzug des Feindes zerschlagen wurde. Damit begann ein neues Stadium in der Entwicklung unserer militärischen Prinzipien. hatten bereits zahlreiche Operationsprinzipien der Roten Armee Form gewonnen. indem sie erst zuschlug. wir greifen an. nach Veröffentlichung der Parteiresolution 93 . Als dann der dritte «Einkreisungs. Im Mai 1928 jedoch waren bereits die Grundprinzipien der Guerillakriegführung einfach im Inhalt und sich den Bedingungen der Zeit anpassend entwickelt und hatten ihren Ausdruck in' folgender Formel gefunden: «Der Feind rückt vor. Später wurden unsere Operationsprinzipien weiterentwickelt. wir beunruhigen ihn. Zur Zeit unseres ersten Gegenfeldzuges gegen die «Einkreisung und Vernichtung» im Gebiet von Kiangsi wurde das Prinzip. Alles.In jeder dieser Schlachten standen sich ungleich starke Parteien gegenüber.» Diese Formulierung der militärischen Prinzipien wurde vor der Zeit Li Li-sans vom Zentralkomitee akzeptiert. den Feind in den Hinterhalt zu locken. wir verfolgen ihn. Damals hatten wir noch nicht die geringste Erfahrung. Im folgenden April zogen auch die Einheiten. welche die Niederlage beim Aufstand von Nanchang überlebt hatten. und innerhalb der Defensive erfaßt sie die zwei Stadien des strategischen Rückzugs und der strategischen Gegenoffensive. der Feind ermüdet. was später kam. die in ihrem Inhalt wesentlich bereichert wurden und manche Änderung in der Form erfuhren. durch das sudliche Hunan ins Chingkang-Gebirge. der Feind. sie erfaßt die zwei Stadien der strategischen Defensive und strategischen Offensive. wir ziehen uns zurück. der Feind zieht sich zurück. Diese Formel erfaßt die Grundprinzipien für die Bekämpfung von «Einkreisung und Vernichtung». und auch beim Aufstand zur Herbsternte 32 erlitt die Rote Armee im Grenzgebiet von Hunan. Seit Januar 1932 jedoch. ihre einfache Form jedoch veränderten. Der Aufstand von Nanchang 31 und der von Kanton scheiterten. Hupeh und Kiangsi mehrere Niederlagen und zog sich ins Chingkang-Gebirge an der Grenze zwischen Hunan und Kiangsi zurück. schlägt ein Lager auf. als sie grundsätzlich die genannte Formel beibehielten. war nur eine Erweiterung dieser ursprünglichen Formel. die schwächere wich zunächst zurück und gewann dann die Oberhand. als der Feind sich verausgabt hatte. So errang sie den Sieg über den stärkeren Gegner. ausgearbeitet und vor allem auch erfolgreich angewandt. und zwar insofern.

den Feind in einen Hinterhalt zu locken. in ihrem zweiten durch militärischen Konservatismus. Unser Kampf gegen Tschiang Kai-schek sei zu einem Krieg zwischen zwei Staaten. kämpft tapfer und entschlossen und nützt die Siege durch erbitterte Verfolgung aus». zwischen zwei großen Armeen geworden. ohne dabei Terrain aufzugeben? Und war es nicht noch besser. In ihrem ersten Stadium war sie gekennzeichnet durch militärisches Abenteurertum. stellt zehn gegen hundert auf. die schwerwiegende. sie wurden als «Guerillatum» abgelehnt. Nun sei unser Staat begründet. Sie lauteten: «Stellt einen gegen zehn. da wir dabei viel Terrain räumen müßten. wurde diese falsche Politik für bankrott erklärt und die Richtigkeit der alten Politik bestätigt. und in den Bergen gibt es keinen Marxismus. setzten schließlich ihre Abschaffung durch und warteten dafür mit einer vollständigen Serie gegensätzlicher «neuer Prinzipien» oder «verbindlicher Prinzipien» auf. Erst als im Januar 1935 das Politbüro des Zentralkomitees in Tsunyi in der Provinz Kweichow seine erweiterte Sitzung abhielt. war es nicht besser. und unsere Rote Armee sei eine reguläre Armee geworden. die nur Guerillas angewandt hätten. Die Geschichte dürfe sich nicht wiederholen. griffen die «Links»-Opportunisten die richtigen Prinzipien an. führten dabei die folgenden Argumente an. Obwohl man auf diese Weise Schlachten gewonnen hatte. 94 . Von da an betrachtete man die alten Prinzipien nicht mehr als maßgebend. Drei volle Jahre hielt sich die Opposition gegen das «Guerillatum». Die neuen Prinzipien waren die Antithesen der alten. solle grundsätzlich ausgeschaltet werden. lagen die Dinge jetzt nicht ganz anders? Und außerdem. die sich so heftig gegen das «Guerillatum» wandten. Es sei falsch.und Vernichtungs>-Feldzuges» einer Resolution. grundsätzliche Irrtümer enthielt -. den Feind in seinen eigenen Gebieten oder an den Grenzen zwischen seinen und unseren Gebieten zu schlagen? Die alten Praktiken hätten nichts «Reguläres» an sich gehabt. Die neuen Prinzipien seien «vollkommen marxistisch». und in ihrem dritten wurde sie zu einer einzigen Fluchtbewegung [flightism]. den Feind zu schlagen. alles was das «Guerillatum» charakterisiere.mit dem Titel «Kampf für den Sieg in einer oder mehreren Provinzen nach der Zerschlagung des dritten <Einkreisungs. und seien Methoden gewesen. während die alten von Guerillaeinheiten in den Bergen aufgestellt worden seien. Aber um welchen Preis! Jene Genossen.

Kein umsichtiger Theoretiker oder Praktiker des Krieges hat je geleugnet. als sich die Lage verschlechterte. die eine schwache Armee einem starken Feind gegenüber im Anfangsstadium des Krieges anwenden muß. sie hatten nicht den blassesten Schimmer von Marxismus. Der Rückzug ist notwendig. sondern waren in Wirklichkeit geradezu antimarxistisch. denn wer vor dem Angriff eines starken 95 . «Gebt keinen Zollbreit Boden auf» und «Teilt die Streitkräfte in sechs Kolonnen auf». «Besetzt die Schlüsselstädte» und «Schlagt gleichzeitig mit zwei Fäusten in zwei Richtungen». Der Zweck eines strategischen Rückzuges ist es. Jeder. Bei Angriffen des Feindes hatte man sich an die folgenden Kampfmethoden zu halten: «Stellt den Feind vor seinem Tor». revolutionärer Fanatismus und Ungestüm. Außerdem versuchte man die Politik eines ausgedehnten Hinterlandes und eines absolut zentralisierten Kommandos zu bewahren. ein Zermürbungskrieg. Wir wollen hier nur über den strategischen Rückzug sprechen. daß dies die Politik ist. seine militärische Kraft zu bewahren und sich auf die Gegenoffensive vorzubereiten. «Gewinnt die Oberhand. Das ist absolut richtig. Der Krieg war «die Entscheidungschlacht zwischen dem Weg der Revolution und dem Weg des Kolonialismus». mit einem Netz von Einzelstützpunkten. indem ihr zuerst zuschlagt». verwandelte er sich nach und nach in verzweifelte Kopflosigkeit. Ein ausländischer Militärexperte hat erklärt. und wir haben dem nichts hinzuzufügen. aber in Zeiten der Not. in Konversatismus und in Fluchtbereitschaft [flightism]. der sich nicht zu den neuen Grundsätzen bekannte.«Angriff an allen Fronten». «Laßt es nicht zu. ein Krieg der raschen. Es waren die Theorien und Praktiken von Hitzköpfen und Ignoranten. daß der Feind unsere Töpfe und Pfannen zerschlägt». wurde bestraft. ein «verlängerter Krieg». kurzen Vorstöße. Und schließlich wurde eine umfassende Säuberungsaktion durchgeführt. der in Kiangsi als «Locken des Feindes in einen Hinterhalt» und in Szechuan als «Verkürzung der Front» bezeichnet wurde. daß man bei strategischen Defensivoperationen im Anfang Entscheidungskämpfe gewöhnlich vermeidet und sie erst dann anstrebt. Unter günstigen Umständen offenbarte sich dieser Subjektivismus als kleinbürgerlicher. Zweifellos waren alle diese Theorien und Praktiken falsch. als Opportunist gebrandmarkt und so weiter. Sie waren nichts als Subjektivismus. wenn die Bedingungen günstiger sind.

2. die wir zu «Endpunkten des Rückzugs» bestimmt hatten. Die Bevölkerung gewährt der Roten Armee aktive Unterstützung. Um eine Gegenoffensive vorzubereiten. Wenn darum der Feind eine großangelegte Offensive startet. Der Feind ist erschöpft und demoralisiert. Im Licht unserer bisherigen Erfahrungen sollten wir während des Rückzugs darauf achten. weil hier die Bevölkerung der Roten Armee die lebhafteste Unterstützung gegen die Weiße Armee gewährt. müssen wir Bedingungen wählen oder schaffen. so gelegen. Diese Bedingungen lauten: 1. ist es leicht. Als wir zum Beispiel die ersten. Das Gelände ist für unsere Operation geeignet. fünfte und sechste Bedingung zu erfüllen.und Vernichtungs»-Feldzüge in Kiangsi bekämpften. Wir haben die schwachen Stellen des Feindes entdeckt. daß die erste Bedingung — die Unterstützung durch die Bevölkerung ausge96 .Feindes nicht einen Schritt zurückweicht. bevor wir mit der Gegenoffensive beginnen. gefährdet damit unvermeidlich die Erhaltung seiner eigenen Kräfte. an Kampfhandlungen teilzunehmen usw. die für uns günstig. die aktive Unterstützung seitens der Bevölkerung. im Zentrum ist die Bevölkerung zuverlässiger. waren alle Orte. das Durchsickern von Informationen zum Feind zu verhindern. Trotzdem haben sich in der Vergangenheit manche Leute hartnäckig jedem Rückzug widersetzt und behauptet. daß solcher Widerstand vollkommen falsch war. um nach Möglichkeit einen Umschwung im Kräfteverhältnis herbeizuführen. 4. zweiten und dritten «Einkreisungs. Erkundungen und Nachschub zu unterstützen. die vierte. Alle Hauptkräfte der Roten Armee sind vereint. ist für die Rote Armee am wichtigsten. Auch besteht ein Unterschied zwischen den Randbezirken und dem Zentrum des Stützpunktgebietes. Unsere Geschichte hat bewiesen. 6. das sei eine «opportunistische Haltung der reinen Verteidigung». Der Feind ist zu Fehlern verleitet worden. Sofern diese Bedingung gegeben ist. 3. hat die Rote Armee sich normalerweise aus der weißen Zone in ihr eigenes Stützpunktgebiet zurückzuziehen. wenn es gilt. Die erste Bedingung. daß mindestens zwei der folgenden Bedingungen erfüllt sind. daß man ein revolutionäres Gebiet besitzt. Das bedeutet. für den Feind jedoch ungünstig sind. 5. bevor wir die Situation als für uns günstig und für den Feind ungünstig ansehen und bevor wir zur Gegenoffensive übergehen.

wie die Umstände es erfordern. von einem Kampf absehen und uns noch weiter zurückziehen. Beim Angriff auf einen Feind. zuweilen jedoch in seinen Frontalabschnitten oder seinen rückwärtigen Abschnitten. so müssen wir. zum Beispiel ein Feind. aber wir haben dort nicht die günstige Bedingung. bis die wünschbaren Bedingungen gesichert sind. Sobald der Feind eine großangelegte Offensive startet. weitere müssen erfüllt sein. Um eine starke Armee zu schlagen. müssen die Sturmtruppen in der Regel zusammengezogen werden. je nachdem. Dieses Charakteristikum unserer Stützpunktgebiete unterscheidet die Operationen der Roten Armee erheblich von gewöhnlichen Operationen. Abgesehen von lokalen Einheiten und gewissen Einheiten. Die nächste ist ein verwundbarer Feind. als sich in Richtung auf ihren eigenen Stützpunkt zurückzuziehen. lockert die Rote Armee gewöhnlich ihre eigenen Kräfte auf. der sich in der strategischen Defensive befindet. der ermüdet ist oder Fehler gemacht hat oder eine vorrückende feindliche Kolonne. Ein Vorteil des Operierens im Zentrum des eigenen Gebiets besteht darin. daß die Bevölkerung uns aktiv unterstützt. selbst wenn wir ein ausgezeichnetes Terrain entdeckt haben. Diese Bedingung allein genügt nicht. daß die zurückweichende Armee in der Lage ist. das für sie günstige Terrain selber auszuwählen und den angreifenden Feind zum Kampf nach ihren eigenen Bedingungen zu zwingen. Sind die anderen Bedingungen noch nicht erfüllt. die verhältnismäßig wenig Kampfkraft besitzt. Der für den Rückzug bestimmte Endpunkt liegt gewöhnlich im Zentralabschnitt des Stützpunktgebietes. und das war der Hauptgrund. warum der Feind nach und nach seine Zuflucht zur Politik des Netzes von Einzelstützpunkten nehmen mußte. muß eine schwache Armee sehr sorgfältig das als Schlachtfeld geeignete Terrain aussuchen. bleibt der Roten Armee nichts anderes übrig. tritt die Rote Armee einen «Rückzug in Richtung auf das Zentrum» an.zeichnet oder doch sehr gut erfüllt war. In den weißen Gebieten besteht kein Mangel an gutem Terrain. Die erste ist die Unterstützung seitens der Bevölkerung. Ähnliche Unterschiede wie zwischen den weißen und den roten Gebieten bestehen gewöhnlich auch zwischen den Randbezirken und dem Zentrum des Stützpunktgebietes. Sind diese Bedingungen nicht erfüllt. Durch solch einen Rückzug in Richtung auf das Zentrum können alle 97 . welche die Kräfte des Feindes binden sollen.

eine gewisse Kräftegleichheit zwischen den beiden Parteien zu erreichen oder die absolute Überlegenheit des Feindes in eine relative Überlegenheit und unsere absolute Unterlegenheit in eine relative Unterlegenheit umzuwandeln. obwohl schwach. So wie der Stabschef einer der Brigaden Tschiang Kai-scheks während des dritten «Einkreisungs. auszudrücken: «Die Nationalarmee tastet überall im Dunkeln herum.und Vernichtungs»Feldzuges anmerkte: «Unsere dicken Männer sind dünn geworden. die es für ihn bereithält. Die Rote Armee hingegen. hat ihre Kraft geschont. ihre Kampfmoral läßt merklich nach und viele ihrer verwundbaren Stellen liegen offen zutage. und unsere dünnen Männer haben sich zu Tode erschöpft. denn die «Einkreisungs. Zu einem solchen Zeitpunkt ist es normalerweise möglich. ihre Soldaten sind ermüdet. Eine weitere wesentliche Aufgabe im Kampf einer schwachen Armee gegen eine starke besteht darin. während die Rote Armee bei hellem Tageslicht marschiert. welche seiner vorrückenden Kolonnen die stärkste. wenn der Feind tief in unser Stützpunktgebiet eingedrungen ist und alle Bitternis gekostet hat. können wir einen Umschwung im Kräfteverhältnis nur dann erreichen.und Vernichtungs»-Feldzuges der Kuomintang. die schwachen Einheiten des Feindes ausfindig zu machen und anzugreifen. welche die zweitstärkste. Auch aus diesem Grund ist ein strategischer Rückzug erforderlich.und Vernich98 . obwohl noch stark. welche die schwächste und welche die zweitschwächste ist. so daß zunächst bestimmte Erkundungen notwendig sind. des Oberstkommandierenden im Westabschnitt des «Einkreisungs.» Allmählich ist dann die feindliche Armee.und Vernichtungs»-Feldzug in Kiangsi kämpfte.» Oder um es mit den Worten Chen Ming-shus. Zu Beginn einer Offensive des Feindes jedoch wissen wir gewöhnlich noch nicht. Wenn der angreifende Feind besonders zahlreich und viel stärker ist als wir. Das nimmt oft beträchtliche Zeit in Anspruch. hätte sie das nicht getan. eine Überlegenheit über den Feind zu erlangen. Gelegentlich gelingt es uns dann sogar. zog sie sich bis zu einer äußersten Grenze zurück (um im rückwärtigen Abschnitt ihres Stützpunktes ihre Kräfte zu sammeln). Als die Rote Armee gegen den dritten «Einkreisungs. so hätte sie den Feind nicht schlagen können. recht geschwächt. ihre Energien aufgespart und erwartet in aller Ruhe das Anrücken des erschöpften Feindes.Hauptstreitkräfte der Roten Armee zusammengefaßt werden.

müssen wir uns noch weiter zurückziehen und darauf warten. wenn wir im Osten einen Scheinangriff führen. auszunutzen. unsere Gegenoffensiven beginnen immer in 99 . sollte bestrebt sein. Alle entgegengesetzten Ansichten sind irrig. Aber eine schwache Streitmacht. indem wir beispielsweise «ein Erscheinen vortäuschen». Denn wir müssen schon beim Beginn unserer Gegenoffensive die zukünftigen Entwicklungen in Betracht zu ziehen. Es ist falsch.. wenn er erschöpft ist und sich zurückzieht». Wenn wir so etwas vorhaben. die im Zentrum eines Gebietes gegen einen starken Feind operiert. Obendrein können wir den Feind noch zu Fehlern verleiten. Eine gleichzeitige Erfüllung aller Bedingungen ist weder möglich noch nötig. um seine Überlegenheit zu mindern. der nur teilweise für unseren Übergang zur Gegenoffensive geeignet erscheint. sich für einen Ort zu entscheiden. die er uns bietet.tungs»-Kräfte des Feindes waren der Roten Armee um das Zehnfache überlegen. Wenn wir uns manchmal in das vorher bestimmte Gebiet zurückgezogen und noch keinerlei nutzbare Schwächen gefunden haben. d. wenn er voller Kraft ist. die wir bei einem Rückzug suchen. daß wir keine Gegenoffensive beginnen könnten. Als Sun Wu Tzu sagte: «Geh dem Feind aus dem Wege. daß der Feind uns eine solche bietet. daß man den Feind ermüden und demoralisieren müsse. auf die Dauer einige Fehler nicht vermeiden kann. wie es für die gegenwärtige Situation des Feindes nötig ist. die wir oben aufgezählt haben. läßt sich der Endpunkt für den Rückzug nicht starr auf ein bestimmtes Gebiet festlegen. Man muß sich darüber klar sein. wie Sun Wu Tzu es nannte. h. Die günstigen Gelegenheiten. Ein weiterer Zweck des Rückzugs ist schließlich. den Feind zu Fehlern zu verleiten oder seine Fehler zu entdecken. so begabt er auch sein mag. daß ein feindlicher Befehlshaber. Wir haben also immer die Möglichkeit. sind im allgemeinen jene. so meinte er damit. Der Feind wird unweigerlich Fehler machen. Bedingungen zu erlangen. wenn man die Gesamtsituation ins Auge faßt. jedoch keine Vorteile bietet. bevor alle diese Bedingungen erfüllt sind. fall über ihn her. Aber das bedeutet. während wir im Westen wirklich angreifen. die er ausnutzen kann. genau wie wir uns zuweilen verrechnen und ihm Blößen liefern. Die Entscheidung über den Endpunkt des Rückzugs sollte man von der Gesamtsituation abhängig machen. die Blöße.

Manchmal sollte man als Endpunkt für den Rückzug einen Ort im vorderen Abschnitt unseres Stützpunktgebietes bestimmen. und das aber war wirklich ein übereiltes und tollkühnes Verhalten. Ist die Situation nicht so ernst oder ist sie so ernst. die im Vorderabschnitt liegen. um einen Umschwung in der Situation zu erreichen. Ist damit aber gesagt. Eine Situation besteht aus einer Anzahl von Faktoren. bis zu einem gewissen Grad für den Beginn unserer Gegenoffensive günstig sind. empfehlen wir.Teilabschnitten. die im rückwärtigen Abschnitt liegen. Nur wenn zwischen der Stärke des Feindes und unserer eigenen ein großer Abstand ist. indem man die Teilsituation und die Gesamtsituation aufeinander abstimmte. man dürfe niemals im Gebiet der weißen Truppen kämpfen? Nein. wenn wir danach trachten müssen. so wie sie sich in Teilaspekten und in der Gesamtsituation offenbaren. obgleich wir in der Vergangenheit nur wenig Erfahrung damit machen konnten. und solche. sollten wir den Kampf in einem weißen Gebiet vermeiden. dann sollten wir uns — zumindest theoretisch darüber klarwerden. Allgemein gesprochen kann man auch beim Rück100 . Nur wenn wir es mit einem großangelegten «Einkreisungs. ob die Faktoren auf der Seite des Feindes und auf unserer eigenen. solche. daß der Endpunkt für den Rückzug in einem weißen Gebiet angesetzt werden sollte. bei unserem dritten Gegenfeldzug in Kiangsi. Im allgemeinen kennt man drei Arten von Endpunkten beim Rückzug in das eigene Stützpunktgebiet: solche. die eigene Kraft zu erhalten und den günstigsten Augenblick für die Vernichtung des Feindes abzuwarten. sich in das eigene Stützpunktgebiet zurückzuziehen und den Feind in den Hinterhalt zu locken. In allen diesen Fällen wurde die Entscheidung getroffen.und Vernichtungs»Feldzug des Feindes zu tun haben. Während unseres fünften Gegenfeldzugs in Kiangsi stellte die Armee keinerlei Überlegungen hinsichtlich des Rückzugs an. die im Mittelabschnitt liegen. wie z. weil sie weder die Teilsituation noch die Gesamtsituation berücksichtigte. unter Berücksichtigung der Beziehung zwischen einem Teil der Situation und der Gesamtsituation müssen wir bei unserer Entscheidung davon ausgehen. daß die Rote Armee sogar im Stützpunktgebiet keine Gegenoffensive eröffnen kann. oder geht die Gegenoffensive nicht gut voran und ein weiterer Rückzug ist notwendig. denn nur so können wir gute Bedingungen für unsere Gegenoffensive schaffen oder finden. B.

die feindlichen Kolonnen. die hinter unserem Stützpunktgebiet liegen. sondern nach Süden gezogen. solche. die an den Flanken unseres Stützpunktgebietes liegen und 3. so hätten wir möglicherweise unsere Truppen in dem durch Kian. Die Rote Armee hätte dann nordwärts in das Innere dieses Gebiets einrücken können und wäre zu dieser Zeit im Norden des Stützpunktes auf 101 . uns in das Gebiet von Huichang Hsunwu-Anyuan (ein weißes Gebiet) zurückzuziehen. die aus dem Gebiet zwischen den Flüssen Kan und Fu vorrückten.und Vernichtungs»-Feldzüge in Kiangsi nicht Uneinigkeit in der Roten Armee geherrscht und wäre die lokale Parteiorganisation nicht gespalten gewesen (die zwei schwierigen Probleme. solche. waren der Roten Armee nicht so sehr überlegen (100 000 Mann gegen 40000). außerdem wäre es wohl möglich gewesen. Denn die feindlichen Streitkräfte. 2. Nun ein Beispiel für die zweite Art: Wenn während unseres dritten Gegenfeldzuges in Kiangsi die feindliche Offensive nicht so groß angelegt gewesen wäre. daß die Rote Armee ihre Kräfte in dem weißen Stützpunktgebiet im westlichen Fukien zusammengezogen und zuerst diese Kolonne vernichtet hätte. war doch das Terrain sehr günstig. Nanfeng und Changshu gebildeten Dreieck zusammenziehen und eine Gegenoffensive beginnen können. die unserem Stützpunktgebiet direkt gegenüberliegen. so wären wir vielleicht gezwungen gewesen. einzeln zu schlagen. wenn eine der Kolonnen des Feindes nicht so stark. die auf getrennten Wegen vorrückten. um den Feind noch weiter nach Süden zu locken. ohne einen Umweg von tausend Li durch Juichin nach Hsingkuo machen zu müssen. die durch den Gegensatz zwischen der Li Li-san-Politik und der A-B-Gruppe 33 entstanden). so ist es ebenfalls denkbar. Obgleich die Unterstützung durch die Bevölkerung nicht so aktiv war wie im Stützpunkt-: gebiet. solche. daß wir sie nicht hätten angreifen können von Chienning.zug in ein weißes Gebiet drei Arten von Endpunkten annehmen: 1. Schließlich ein Beispiel für die dritte Art: Wäre bei eben diesem dritten Gegenfeldzug in Kiangsi die Hauptstreitmacht des Feindes nicht nach Westen. Lichuan und Taining aus an der Grenze von Fukien und Kiangsi vorgerückt wäre. Hier ein Beispiel für die erste Art: Hätte während unseres ersten Gegenfeldzugs gegen die «Einkreisungs.

werde der Feind seine Stellungen um einen Schritt vorverlegen. unsere Kräfte für den Widerstand aufzuteilen und kurze. Während unseres fünften Gegenfeldzugs erklärten sie. den wir nach rückwärts machten. so daß unsere Stützpunktgebiete immer mehr zusammenschrumpfen und wir keine Möglichkeit haben würden. das verlorene Terrain zurückzuerobern. rasche Vorstöße gegen den Feind zu unternehmen. die Behauptung zu widerlegen. daß die Bevölkerung darunter zu leiden habe (daß wir «unsere Töpfe und Pfannen zerschlagen lassen». so sei es doch sinnlos. um zu nehmen.und Vernichtungs»-Feldzug des Feindes anzuwenden. unsere Geschichte hat es bereits getan. in diesem fünften Feldzug bestehe die einzige Möglichkeit für uns darin. Es ist leicht. bekommt er kein Geld.und Vernichtungs»-Feldzug beginnt. sich in das Stützpunktgebiet zurückzuziehen und ihn dort zu bekämpfen. Das ist die sicherste Methode. daß jeder Rückzug einen Gebietsverlust bedeute. den Feind tief in das eigene Gebiet hereinzulocken. Was den Gebietsverlust betrifft.» Wenn wir ein Gebiet verlieren und den Sieg über den Feind gewinnen und damit unser Gebiet zurückerobern und sogar ausdehnen können. ist es unser Grundprinzip. aber dafür auch den Gewinn fortschrittlichen Aufbaus. Wenn bei einer geschäftlichen Transaktion der Käufer nicht etwas Geld «verliert». man müsse «den Feind vors Tor locken». kann er keine Ware bekommen. Die hier angeführten Beispiele sind jedoch alle hypothetisch und beruhen nicht auf tatsächlicher Erfahrung. wenn der Verkäufer nicht einige Ware «verliert». in dem er ein Netz von Einzelstützpunkten angelegt hat. aber man gewinnt die Kraft für die Arbeit 102 . wir sollten sie als Ausnahmefälle betrachten und sie nicht wie allgemeine Prinzipien behandeln. Sie behaupteten. Hier gilt der Grundsatz: «Gib. hat sich das ausgezahlt. diese Methode auch gegenüber dem fünften «Einkreisungs. Auch wenn es vielleicht früher einmal günstig gewesen sei. so kann häufig ein Verlust nur durch einen Verlust vermieden werden. wie sie es ausdrücken) und daß er Anlaß zu ungünstigen Reaktionen im Ausland gebe. um seine Offensive zu zerschlagen. Wenn der Feind einen großangelegten «Einkreisungs. widersetzen sich dem strategischen Rückzug. Diejenigen. bei jedem Schritt. Eine revolutionäre Bewegung bringt Verluste in Form von Zerstörungen mit sich. sie argumentieren. Schlaf und Ruhe bedeuten Zeitverlust.einen nicht sehr starken Feind gestoßen. die behaupten.

als es hartnäckig gegen seinen Feind anstürmte. und verloren darum unser gesamtes Gebiet. daß die Töpfe und Pfannen einiger Haushalte für kurze Zeit zerschlagen werden. Wenn irgendein Narr das nicht versteht und sich weigert. daß die Töpfe und Pfannen der gesamten Bevölkerung für eine sehr lange Zeit zertrümmert sein werden. die Interessen von heute mit denen von morgen oder die Interessen eines Teiles mit denen der Gesamtheit zu verknüpfen. zu schlafen. Genau aus diesem Grund unterlagen wir bei unserem fünften Gegenfeldzug. Täten wir dies nicht. Wenn die russischen Bolschewisten nach der Oktoberrevolution dem Willen der «Linken Kommunisten» gemäß gehandelt und die Unterzeichnung des Friedensvertrags mit Deutschland verweigert hätten. daß die Bevölkerung zu leiden habe. Wenn man es nicht zulassen will. wenn das den zeitlichen Umständen entsprechend günstig ist und vor allem. sondern sie klammern sich beharrlich an das einzelne und Gegenwärtige. Das gleiche gilt für den Satz. son103 . Wir konnten uns nicht entschließen.34 Solche scheinbar revolutionären «linken» Ansichten ergeben sich sowohl aus dem revolutionären Ungestüm der kleinbürgerlichen Intellektuellen als auch aus der beschränkten konservativen Haltung der bäuerlichen Kleineigentümer. wird er am nächsten Tag keine Kraft haben er macht ein Verlustgeschäft. Wenn man sich vor ungünstigen politischen Auswirkungen fürchtet.des kommenden Tages. Wir dürfen uns nicht nach der Kurzsichtigkeit der Kleineigentümer richten. so könnte man uns mit Recht vorwerfen. zu einer verständnisvollen Übersicht der Gesamtsituation zu gelangen. einen Teil unseres Territoriums aufzugeben. dann hätten sie die neugeborenen Sowjets in die Gefahr eines frühen Todes gebracht. Darum muß man bei einem Rückzug auch einen Endpunkt festsetzen. Allerdings müssen auch wir uns an das einzelne und Gegenwärtige halten. obgleich dies nicht der einzige Grund für seine Niederlage war. Auch Abessinien verlor sein Territorium. wenn das entscheidend ist entscheidend für die gesamte gegenwärtige Situation und die ganze Periode. die für eine kurze Zeit zu erwarten sind. Leute mit solchen Meinungen betrachten die Probleme nur einseitig und sind nicht imstande. dann wird man dazu Anlaß geben. sie sind nicht gewillt. wir ließen die Dinge laufen und täten selbst nichts dazu. dann wird man dafür mit ungünstigen politischen Auswirkungen für eine sehr lange Zeit bezahlen müssen.

Selbstverständlich hat ein strategischer Rückzug seine Schwierigkeiten. wir brauchen die Hilfe des Teleskops und des Mikroskops. Als wir den ersten. In politischen und militärischen Fragen ist die marxistische Methode Teleskop und Mikroskop zugleich.und Vernichtungs»-Feldzug am 1. Ein richtig terminierter Rückzug. Wir müssen von den uns vorliegenden erforderlichen Informationen und einer Einschätzung der Gesamtlage des Feindes wie der eigenen ausgehen. ist für uns von großer Hilfe. den Endpunkt auszuwählen. Den Zeitpunkt für den Beginn eines Rückzugs zu bestimmen. Sehr wichtig ist es. zweiten und vierten «Einkreisungsund Vernichtungs»-Feldzug des Feindes zerschlugen. Die Terminierung für den Rückzug erfolgt in gleicher Weise wie die Terminierung für die Vorbereitungen zu einem Gegenfeldzug. wenn wir zum Gegenangriff übergehen. aber im allgemeinen bewirkt ein verspäteter Rückzug höhere Verluste als ein verfrühter. Es ist außerordentlich schwierig.dern müssen von der Klugheit der Bolschewisten lernen. der es uns ermöglicht. Nur bei dem dritten Feldzug war die Rote Armee sehr erschöpft infolge des Umwegs. die Kader und die Bevölkerung von 104 . konnten wir zuversichtlich und ohne jede Übereilung operieren. Mai 1931. die Kader und die Bevölkerung politisch zu überzeugen das alles sind schwierige Probleme. Juli). Sowohl ein verfrühter wie ein verspäteter Rückzug bringt natürlich Verluste mit sich. die gelöst sein wollen. um ihre Truppen erneut zu sammeln. unsere Truppen neu aufgestellt haben und in Ruhe auf den erschöpften Feind warten. Das bloße Auge genügt nicht. den richtigen Zeitpunkt für den Beginn des Rückzugs festzulegen. da wir nicht erwartet hatten. Wenn wir im Verlauf unseres ersten Gegenfeldzugs gegen «Einkreisung und Vernichtung» in der Provinz Kiangsi unseren Rückzug nicht zu dem bestimmten Termin durchgeführt hätten. die wir bereits erläuterten. wenn wir ihn verzögert hätten. so wäre das Ausmaß unseres Sieges höchstwahrscheinlich sehr viel geringer gewesen. nachdem wir den Endpunkt des Rückzugs erreicht. daß der Feind so bald nach seiner schweren Niederlage in dem zweiten Feldzug zu einer neuen Offensive antreten würde (wir beendeten unseren zweiten Gegenfeldzug am 29. und Tschiang Kai-schek begann seinen dritten «Einkreisungs. zu dem sie gezwungen war. die Initiative vollkommen an uns zu reißen.

daß die Rote Armee «Einkreisungs. Jeder war überzeugt. daß der Gebietsverlust im Stützpunktgebiet und die Leiden der Bevölkerung vorübergehend waren.und Ver105 . war nie größer als bei unserem ersten Gegenfeldzug in Kiangsi. Doch nach der Erfahrung des ersten Gegenfeldzugs tauchte dieses Problem bei den folgenden nicht wieder auf. und vertraute darauf. falls das nicht geht. daß es unmöglich war. Bei dem vierten Gegenfeldzug weigerten sich die Kader unter dem Einfluß militärischen Abenteurertums. Unser Krieg hat den nicht geringen Tribut zahlen müssen. So ergaben sich zum Beispiel beim Beginn unseres ersten und vierten Gegenfeldzugs und im ganzen Verlauf des fünften sehr große Schwierigkeiten. wenn man in allen Fragen unbedingt seine eigenen Erfahrungen machen will und. bis sie umgestimmt wurden. und bekehrten sich später zu militärischem Konservatismus. die nicht zugeben wollten. Die Kader brauchten Erfahrung. und wahrlich. Mangelnde Einsicht der Bevölkerung in die Notwendigkeit eines strategischen Rückzugs. die den Feind nicht in den Hinterhalt locken wollten. Bei dem ersten Gegenfeldzug waren die Kader unter dem Einfluß der Li Li-san-Politik zunächst für einen Angriff und gegen einen Rückzug. weil den Kadern die Erfahrung fehlte und sie kein Vertrauen zu einem strategischen Rückzug hatten. Vorbereitungen für einen Rückzug zu treffen. im Gebiet der Tibeter und der Hui-Völker Stützpunkte zu errichten.der Notwendigkeit eines strategischen Rückzugs zu überzeugen. Damals standen die lokalen Parteiorganisationen und die Massen des Volkes in den Bezirken Kian. verursacht durch ihre Unerfahrenheit. wenn sie noch keine Erfahrung darin haben und wenn die Führung der Armee noch kein solches Prestige genießt.35 bis sie schließlich mit dem Kopf gegen die Wand rannten. Hsingkuo und Yungfeng einem Rückzug der Roten Armee ablehnend gegenüber. Man muß aber auch offenen Sinnes von den Erfahrungen anderer Völker lernen. ein Fehlschlag ist die Mutter des Erfolgs. Bei dem fünften Gegenfeldzug vertraten sie zunächst die Ansicht der militärischen Abenteurer. starr auf seiner eigenen Meinung besteht und die Erfahrungen anderer Leute ablehnt. Ähnlich war es mit den Anhängern Chang Kuo-taos. daß sie die Entscheidung über einen strategischen Rückzug in die Hände weniger Männer oder auch eines Mannes legen und zugleich das Vertrauen der Kader haben kann. und es ist nichts als «beschränkter Empirismus».

die für uns günstig. die ihrer Natur nach ein Entscheidungskampf ist. und ist lediglich das erste Stadium der strategischen Defensive. zur Gegenoffensive überzuleiten. sondern man muß auch im Stadium der Gegenoffensive weiter daran arbeiten. sehr faszinierender. 4. für den Feind ungünstig und völlig verschieden ist von der Situation. welche Armee Sieger und welche Besiegter ist. Das ist die einzige Aufgabe im Stadium der strategischen Gegenoffensive. Noch keiner Armee haben sie allein Sieg oder Niederlage beschert. und darum ist es unsere erste und wichtigste Aufgabe. ob in dem darauffolgenden Stadium der Gegenoffensive ein Sieg errungen werden kann. Der Ausdruck aktive Verteidigung bezieht sich hauptsächlich auf diese strategische Gegenoffensive. Die entscheidende strategische Frage ist. eng mit der zusammen. Für Sieg oder Niederlage ist es notwendig. müssen wir während unseres strategischen Rückzugs eine Situation schaffen. Allerdings hängt die Frage.nichtungs»-Feldzüge des Feindes zerschlagen könnte. die zu Beginn der feindlichen Offensive vorhanden war. Bedingungen und Situation liefern die Möglichkeit für unseren Sieg und die Niederlage des Feindes. Allerdings sind sie im späteren Stadium weder in Form noch Verlauf dem früheren absolut gleichzusetzen. Die Gegenoffensive ist ein langer. Der strategische Rückzug ist ausschließlich darauf gerichtet. Mit all dem haben wir uns oben beschäftigt. Strategische Gegenoffensive Um die Offensive eines uns absolut überlegenen Feindes zum Stehen zu bringen. daß die beiden Armeen sich eine Entscheidungsschlacht liefern. 106 . Die nötigen Bedingungen und die entsprechende Situation werden nicht allein während des strategischen Rückzugs geschaffen. Viele Elemente schaffen eine solche Situation. Nur eine Entscheidungsschlacht kann die Frage klären. ob wir das Vertrauen der Kader genießen. sehr dynamischer Prozeß und gleichzeitig das Abschlußstadium eines Defensivfeldzugs. ob die Bevölkerung uns vertraut. Wir haben aber den Feind keineswegs bereits geschlagen. die Kader zu überzeugen. aber sie stellen selbst nicht die Realität des Sieges oder der Niederlage dar. wenn die Bedingungen und die für uns günstige und für ihn ungünstige Situation geschaffen sind.

Er wird danach trachten. Dann werden die Nachteile für den Feind sich verringern. während andererseits Nachteile für uns auftauchen oder sogar immer größer werden. seinen Sieg auszunutzen und dem Feind noch größeren Schaden zuzufügen. daß die feindlichen Truppen geschwächt und erschöpft sein sollen. sondern es wird ein neuer Faktor hinzutreten: eben die Tatsache. Und damit ist wiederum etwas völlig Neues und anderes entstanden. daß er Niederlagen erlitten hat.Gleichbleibend nach Form und Verlauf kann zum Beispiel die Tatsache sein. Doch es müssen auch völlig neue Bedingungen und eine völlig neue Situation entstehen. werden sich die für uns günstigen und für ihn ungünstigen Bedingungen nicht mehr allein auf seine Schwäche usw. um Druck auf den Feind auszuüben. dann wird sowohl in den Bedingungen wie in der Situation eine Veränderung in entgegengesetzter Richtung eintreten. Wenn jedoch nicht die Truppen des Feindes. was einfach an Schwäche und Erschöpfung des vorhergehenden Stadiums anschließt. Wenn nämlich der Feind eine oder mehrere Niederlagen erlitten hat. die Operationen schwerer durch107 . Die Niederlage einer Seite wird unmittelbar und sehr rasch auf der besiegten Seite zu Anstrengungen führen. wird das Kräfteverhältnis der beiden sich gegenüberstehenden Armeen natürlich nicht mehr das gleiche sein wie zuvor. eine Katastrophe zu vermeiden. sich aus ihren neuen Bedingungen und ihrer ungünstigen Situation (die ja für den Feind günstig ist) zu befreien und solche Bedingungen bzw. eine solche Situation wiederherzustellen. das Kampfgeschehen ist komplizierter und wechselvoller. die für sie günstig und für ihren Gegner ungünstig ist. mit seinen Truppen unüberlegter zu manövrieren und falsche Bewegungen zu machen. er wird die für ihn günstigen Bedingungen wahrnehmen. Wenn der Feind anfängt. beschränken. Der Sieger andererseits wird die genau umgekehrten Anstrengungen machen. Auch hinsichtlich der Situation werden sich neue Veränderungen ergeben. seine Situation noch weiter verbessern und nach Möglichkeit verhindern. So werden also an beide Seiten im Stadium der Entscheidungsschlacht die höchsten Anforderungen gestellt. sondern die unseren eine oder mehrere Niederlagen erlitten haben. daß der Feind sich aus der ungünstigen Situation befreit und die Katastrophe abwendet.

die raschen Entscheidungskämpfe und der Vernichtungskrieg. Weder in einer Gegenoffensive noch in einer Offensive unterscheiden sich die Prinzipien. auch an die Führung stellt diese Zeit höchste Anforderungen. 5. Die Prinzipien der Offensive finden Anwendung. Trotzdem aber ist sie nicht genau dasselbe. Viele Militärexperten der Bourgeoisie raten zur Vorsicht bei der Eröffnungsschlacht. Bei unseren Operationen gegen die fünf «Einkreisungs. wenn der Feind in der Offensive ist. Da die verschiedenen Operationsprobleme alle in der Diskussion über die Gegenoffensive im vorliegenden Kapitel über die strategische Defensive enthalten sind. Die Prinzipien der Gegenoffensive finden Anwendung. In diesem Sinn können wir sagen. wird das Kapitel über die strategische Offensive sich nur mit anderen Problemen beschäftigen. In seinem ersten Feldzug stellte der Feind etwa 100000 Mann auf. gleichgültig ob man sich in der strategischen Defensive oder in der strategischen Offensive befindet ganz besonders natürlich.führbar und anstrengender als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt des Krieges oder des Feldzugs. wenn der Feind in der Defensive ist. doch wenn es aktuell wird. die Zusammenziehung der Truppen. auf die sich diese Probleme beziehen. und um Wiederholung zu vermeiden. In diesem Sinn bestehen gewisse Unterschiede zwischen Gegenoffensive und einer Offensive. die wichtigsten sind der Beginn der Gegenoffensive. daß eine Gegenoffensive eine Offensive ist. wenn man in der Defensive ist.Einleitung». sollten wir die Ähnlichkeiten oder Unterschiede zwischen der Gegenoffensive und der Offensive nicht übersehen. Beginn der Gegenoffensive Das Problem des Beginns einer Gegenoffensive ist das Problem der «Eröffnungschlacht» oder der «. in ihrem grundsätzlichen Charakter. die bewegliche Kampfführung. Auch wir haben schon früher die Bedeutung dieses Punktes hervorgehoben.und Vernichtungs»Feldzüge des Feindes in der Provinz Kiangsi haben wir nun reiche Erfahrungen gewonnen. deren Auswertung uns von Nutzen sein wird. Im Stadium der Gegenoffensive entstehen viele Probleme. 108 .

4. verführt von der A-B-Gruppe. die die Hauptmacht des Feindes darstellten. Weiterhin: wenn wir Mao Ping-wen und Hsu Ke-hsiang angriffen und dann nach Westen vorstießen. Die Zahl der «Vernichtungstruppen» war nicht höher als 100 000. Tan Tao-yuan und Kung Ping-fan zusammenschließen. die von Kung Ping-fan. Futien und Tungku als Schlachtort zu wählen. von der Kian-Chienning-Linie aus südwärts gegen das Stützpunktgebiet der Roten Armee vorrückten. Chang Hui-tsan und Tan Tao-yuan befehligt wurden. Es bot sich die folgende Situation: 1. Toupi war ein Gebiet der Weißen. Lokou ein Guerillagebiet. Die allgemeine Lage war nicht sehr ernst. 5. Die zwei feindlichen Divisionen unter Mao Ping-wen und Hsu Ke-hsiang waren in den Abschnitt von Toupi-Lokou-Tungshao eingedrungen. aus dem die Informationen sicherlich leicht nach außen dringen würden. der Roten Armee zeitweilig in mißtrauischer Opposition gegenüberstanden. Die feindliche Division. wo es Mitglieder der A-B-Gruppe gab. Die zwei Divisionen unter Chang Hui-tsan und Tan Tao-yuan. und Tungshao. stand im Westen jenseits des Kan-Flusses. da die Einwohner. die Operationen zu einem endgültigen Abschluß zu bringen. die sie in der Gegend von Huangpi und Hsiaopu im Bezirk Ningtu der Provinz Kiangsi zusammengezogen hatte. und würde vermutlich nicht nach Kiangsi herüberkommen. 6. 2. waren vorgerückt und hatten den Abschnitt Futien-Tungku-Lungkang-Yuantou südöstlich von Kian und nordwestlich von Ningtu besetzt. die unter dem Befehl von Lo Lin zur Verteidigung von Kiang bestimmt war. waren Truppen Lu Ti-pings. würden sich wahrscheinlich die drei im Westen stehenden feindlichen Divisionen unter Chang Hui-tsan. der zwischen Kuangchang und Ningtu liegt. Die von Liu Ho-ting befehligte feindliche Division befand sich in Chienning. in acht Kolonnen aufgeteilt. war ein Bezirk. Darunter befand sich keine der eigenen Einheiten Tschiang Kaischeks. Es war für uns nicht ratsam. uns die Erringung des Sieges sehr erschweren und es uns unmöglich machen. Der Hauptteil der Division Chang Hui-tsans stand bei Lungkang und der der Division Tan Tao-yuans bei Yuantou.die. 3. also tief im weißen Gebiet von Fukien. 109 . Die drei feindlichen Divisionen. Die Rote Armee verfügte über rund 40 000 Mann.

Daraufhin verfolgten unsere Truppen die Division Tans und vernichteten sie zur Hälfte. Toupi flüchteten. Aus den genannten Gründen beschlossen wir. Der Abschnitt Lungkang-Yuantou. 10. In Hsingkuo. Januar 1931 schlugen wir zwei Schlachten. 7. die erste Schlacht gegen die Hauptstreitmacht von Chang Hui-tsan zu führen. 9. Wenn unsere Truppen im Zentrum durchbrachen und die Front des Feindes aufspalteten. daß sie in Richtung auf Tungshao bzw. die im Rücken des Feindes manövrieren konnte. Jede von ihnen war etwa vierzehntausend Mann stark. und sie würde unseren Anmarsch decken. Yantou anzugreifen war nicht einfach. nicht ein einziges Pferd entkommen. so daß wir zahlenmäßig die absolut Überlegenen waren. Wir schlugen erfolgreich zwei seiner Brigaden. Das Terrain in Lungkang war gut. So endete 110 . drangen zu den DivisionsHauptquartieren vor. Falls jedoch der Feind nach Hsiaopu vorrücken sollte. Tunku und Toupi. keine hundert Li südwestlich von Lungkang. Chang Hui-tsan war der Kommandeur dieser Operation. Die feindlichen Truppen in Futien. und die von Chang war zudem auf zwei Orte verteilt. Dezember 1930 bis zum 1. um uns anzugreifen. sofern wir jeweils nur eine Division angriffen. zogen sich Hals über Kopf zurück. in dem die Hauptkräfte der Division von Chang und Tan standen. Eine Vernichtung dieser zwei Divisionen hätte praktisch den Zusammenbruch des Feldzugs bedeutet.des Oberbefehlshabers dieses «Einkreisungs. würden seine im Osten und Westen stehenden Kolonnen nur noch zwei weit voneinander entfernte Gruppen sein. Binnen fünf Tagen vom 27. hatten wir eine mehr als tausend Mann starke unabhängige Division. 8. befand sich ganz in der Nähe unserer Truppenkonzentration. würden wir auch dort ein günstiges Gelände vorfinden.und Vernichtungs»Feldzugs und Gouverneurs der Provinz Kiangsi. Wir konnten die Hauptmacht unserer Truppen im Abschnitt Lungkang zusammenziehen. Dieser eine Sieg versetzte die Divisionen Tans unc Hsus in einen derartigen Schrecken. nahmen die gesamte Streitmacht von neuntausend Mann sowie den Divisionskommandeur persönlich gefangen und ließen nicht einen einzigen Mann. und die Bevölkerung war hier auf unserer Seite. die eine Niederlage fürchteten.

Mai 1931) marschierten wir siebenhundert Li. 6. und das gleiche traf mehr oder weniger auch auf die beiden Divisionen auf ihrer linken Flanke zu. Chu Shao-liang und Liu Ho-ting an. die 26. zuerst die Einheiten Wang Chin-yus und Kung Ping-fans (insgesamt elf Regimenter) im Abschnitt Futien anzugreifen. Nachdem wir diese Schlacht gewonnen hatten. gerieten wir an das Ufer des Kan und hätten dann nach der Schlacht keinen Platz mehr. Feldarmee unter Tsai Ting-kai. Eine erneute östliche Schwenkung nach der Schlacht würde unsere Truppen ermüden und Zeit kosten.und Vernichtungs»Feldzug.und Vernichtungs»-Feldzug bot sich die folgende Situation: 1. um mit Hilfe der neuen Truppen den nächsten «Einkreisungs. und die gesamte Bevölkerung des Stützpunktgebietes stand auf seilen der Roten Armee.der erste «Einkreisungs. Wenn wir jedoch nach Westen abgedrängt würden. 3. fürchtete uns. hatte sie doch vier Monate zur Verfügung. unter Chu Shao-liang waren einigermaßen kampftüchtig. 2. Feldarmee unter Sun Lien-chung und die 8. Die «Vernichtungskräfte» in Stärke von 200 000 Mann unterstanden dem Befehl Ho Ying-chins. Aus diesen Gründen beschlossen wir. griffen wir nacheinander Kuo Hua-tsung. die eben erst aus dem Norden eingetroffen war. Ebenso wie bei dem ersten feindlichen Feldzug gehörte keine der eingesetzten Formationen zu Tschiang Kai-scheks eigenen Truppen. Wenn unsere Truppen zuerst Futien angriffen und dann weiter nach Osten vordrangen. lieferten fünf Schlachten. der sein Hauptquartier in Nanchang hatte. Die A-B-Gruppe war liquidiert worden. Sun Lien-chung. Obgleich unsere Armee mit ihren etwas über dreißigtausend Mann nicht ganz so groß war wie bei dem ersten Feldzug. In fünfzehn Tagen {vom 16. Die 5. 5. bis zum 30. sich zu erholen und neue Kräfte zu sammeln. Bei dem zweiten «Einkreisungs. Feldarmee unter Wang Chin-yu.und Vernichtungs»-Feldzug zum Scheitern zu bringen. konnten wir unser Stützpunktgebiet bis zum Abschnitt Chienning-Lichuan-Taining an der Grenze zwischen Fukien und Kiangsi ausdehnen und unsere Einheiten auffüllen. um uns auszudehnen. Die 19. während alle übrigen recht schwach waren. die von Kuo Hua-tsung und Hao Meng-ling befehligt wurden. 4. erbeuteten mehr als zwanzigtausend Gewehre und brach111 .

Lo Cho-ying. in dem er sich grundsätzlich bei jedem Schritt sicherte. die von Cheng Cheng. Sein Hauptquartier befand sich in Nanfeng.und Vernichtungs»-Feldzug bot sich die folgende Situation: 1. Diesen Erfolg verdankten wir hauptsächlich der Unterstützung durch die Bevölkerung in diesem Gebiet und der mangelhaften Zusammenarbeit der feindlichen Einheiten. die ebenfalls nicht zu Tschiangs eigenen Truppen zählten. verhielt sich also völlig anders als im zweiten Feldzug. die rechte und die mittlere. insgesamt etwa 100 000 Mann. Die «Vernichtungstruppen» zählten 300 000 Mann. Außer ihnen standen uns noch drei Divisionen mit insgesamt 40 000 Mann unter Chiang Kuang-nai. Als wir gegen Wang Chin-yu kämpften. der. Dann gab es noch die 20 000 Mann starke Armee Sun Lien-chungs. Nachdem Kuo Hua-tsungs Division geschlagen war. Tschiang Kai-sdiek übernahm persönlich den Oberbefehl über die kämpfenden Truppen. 3.und Vernichtungs»-Feldzug des Feindes völlig zum Scheitern. waren Tschiang Kaischeks eigene Truppen. Zwischen dem Ende des zweiten Feldzugs und dem Beginn des dritten lag nur ein Intervall von einem Monat.ten den «Einkreisungs. Die Truppen Tsai Ting-kais standen etwa vierzig Li von uns entfernt. Die Hauptstreitmacht. Tsai Ting-kai und Han Teh-chin gegenüber. Hierzu kamen noch einige schwächere Einheiten. aber wir kamen doch hindurch. Chao Kuan-tao. 2. die Truppen Kuo Hua-tsungs nur etwa zehn Li. ebenso wie Tschiang Kaischek. 4. Die Rote Armee (die 112 . die Rote Armee bis zum Kan-Fluß zurückzudrängen und dort zu vernichten. Drei ihm unterstellte Kommandeure befehligten je eine Kolonne die linke. Die mittlere Kolonne unterstand Ho Ying-chin. flüchtete die Division Hao Meng-lings bei Nacht zurück nach Yungfeng und entging so der Katastrophe. Bei diesem «Vernichtungs»-Feldzug befolgte der Feind die Strategie des raschen Vormarsches. sie bestand aus fünf Divisionen (mit je neun Regimentern). Sein Ziel war. Wei Li-huang und Chiang Tingwen befehligt wurden. Manche behaupteten schon. befanden wir uns zwischen zwei feindlichen Einheiten. sein Hauptquartier in Nanchang aufschlug. wir seien da in eine «Sackgasse geraten». Bei dem dritten «Einkreisungs. die rechte Kolonne unterstand Chen Ming-shu. die linke Kolonne unterstand Chu Shao-liang. der sein Hauptquartier in Kian hatte.

gegen Liangtsun im Südbezirk von Yungfeng und gegen Huangpi im Nordbezirk von Ningtu zu marschieren. Tsai Ting-kai und Han Teh-chin befehligt wurden. Am Tage danach entschlossen wir uns. im westlichen Teil des südlichen Stützpunktgebietes von Kiangsi. Am zweiten Tag bestanden wir einige Vorhutgefechte mit den Truppen Shangkuan Yun-hsiangs (der sowohl die Division von Hao Meng-ling wie seine eigene kommandierte). Dies sollte die zweite Phase unserer Operation sein. In derselben Nacht gelangten wir unter dem Schutz der Dunkelheit durch die vierzig Li breite Lücke zwischen der Division Chiang Ting-wens und den Truppen. Wenn sich dann der Feind unvermeidbarerweise sehr geschwächt wieder nordwärts wenden würde. Die erste Schlacht lieferten wir am dritten Tag gegen die Divisionen Shangkuan Yunhsiangs und die zweite am vierten Tag gegen die Division Hao 113 . In dieser Situation faßten wir zunächst den Plan. daß wir die Hauptstreitmacht des Feindes meiden und ihn an seinen schwachen Stellen packen wollten. Dies sollte die erste Phase unserer Operation sein. Das Herzteil dieses Plans war. Obendrein hatte sie. ihre Einheiten aufzufüllen. gerade als der Feind sie aus verschiedenen Richtungen heftig bedrängte. Wir mußten unseren Plan ändern und zogen uns nach Kaohsinghsu im westlichen Teil des Bezirks Hsingkuo zurück. um sich bei Hsingkao.zu diesem Zeitpunkt etwa dreißigtausend Mann stark war) hatte nach vielen harten Kämpfen weder eine Möglichkeit zum Ausruhen noch Gelegenheit gehabt. und schwenkten in Richtung auf Lientang ein. zu sammeln. die von Chiang Kuang-nai. Als jedoch unsere Truppen gegen Futien vorrückten. bei Futien durchzubrechen und dann von Westen nach Osten quer über die hinteren Verbindungslinien des Feindes hinwegzuschwenken. von Hsingkao aus über Wanan zu marschieren. wurden sie vom Feind entdeckt. aber nutzlosen Eindringen in unser Stützpunktgebiet von Süd-Kiangsi zu veranlassen. eben erst einen Umweg von tausend Li machen müssen. wollten wir die Gelegenheit wahrnehmen. der sofort mit den zwei Divisionen unter Chen Cheng und Lo Cho-ying anrückte. um so die feindliche Hauptstreitmacht zu einem tiefen. das zusammen mit seiner Umgebung von weniger als einhundert Quadrat Li damals der einzige Ort war. einen Vorstoß nach Osten zu unternehmen und gegen Lientang im Ostbezirk von Hsingkuo. um ihn an seinen schwachen Stellen anzugreifen. an dem wir uns sammeln konnten.

Bei dem vierten «Einkreisungs. Für die Divisionen. erschöpft und demoralisiert. uns ausgesetzt und dem Gebiet sehr nahe waren. zuerst die westliche Kolonne des Feindes im Südbezirk von Yihuang anzugreifen und mit einem Schlag die beiden von Li Ming und Chen Shih-chi befehligten Divisionen zu vernichten. die nach Westen und Süden vorgedrungen waren.und Vernichtungs»-Feldzug bot sich die folgende Situation: Der Feind rückte von Kuangchang aus in drei Kolonnen vor. Als der Feind dann zur Unterstützung der mittleren Kolonne zwei Divisionen von seiner östlichen Kolonne abzog und sich noch weiter vorwagte. hungrig. und sie zogen wieder ab.Meng-lings. Wir machten uns dies zunutze. in dem wir unsere Kräfte konzentriert hatten. eine Division im Südbezirk von Yihuang zu vernichten. Das gab uns die Möglichkeit. ostwärts. und vor allem konnten wir damit diesen «Einkreisungs. Tsai Ting-kai und Han Teh-chin befehligten Truppen auf der einen Seite und den von Chen Cheng und Lo Cho-ying befehligten auf der anderen Seite in das Gebirge. um uns zum Kampf zu stellen und uns in einem festen Ring einzuschließen. Wir entwichen durch den zwanzig Li breiten Landstrich zwischen den von Chiang Kuang-nai. wie sie waren.und Vernichtungs»-Feldzug zunichte machen. Tsai Ting-kais. Wir gewannen alle drei Schlachten und erbeuteten mehr als zehntausend Gewehre. zum Kampf nicht taugten und sich daher zum Rückzug entschlossen. die Chiang Kuang-nai und Tsai Ting-kai unterstanden. Nach einem dreitägigen Marsch erreichten wir Huangpi und lieferten dort unsere dritte Schlacht gegen die Division Mao Ping-wens. während die zwei Divisionen. In diesen zwei Schlachten erbeuteten wir über zehntausend Gewehre. welche die westliche Kolonne bildeten. griffen die Einheiten Chiang Kuang-nais. Chiang Tingwens und Han Teh-chings an und vernichteten eine der Brigaden Chiang Ting-wens und die gesamte Division Han Teh-chings. verlief der Kampf unentschieden. Die östliche war seine Hauptstreitmacht. gelang es uns abermals. Bis der Feind dies bemerkt hatte und wiederum nach Westen vorzustoßen begann. wandten uns so wieder von Osten nach Westen und sammelten unsere Streitkräfte erneut innerhalb der Grenzen des Bezirks Hsingkuo. Von allen Seiten strebten sie in wilder Ejle Huangpi zu. 114 . während die feindlichen Einheiten. Nun aber wandten sich alle Truppeneinheiten des Feindes. hatten unsere Truppen eine Ruhepause von vierzehn Tagen.

und Vernichtungs»-Feldzug wandte der Feind beim Vorgehen seine neue Strategie eines Netzes von Einzelstützpunkten an und besetzte zunächst Lichuan. weil der Gegner seine günstige Stellung auf den Höhen von Yuantou nicht verlassen wollte. Bei dem Versuch. Zum Schluß mußten wir uns aus unserem Stützpunktgebiet in Kiangsi zurückziehen. beweisen. wenn es darum geht. und beide Male mußten wir uns zurückhalten und wieder zurückweichen. von größer Wichtigkeit ist. die von Tan Tao-yuan befehligten Truppen anzugreifen. Gelegenheiten werden sich immer bieten. zeigten wir nicht die geringste Initiative und Energie. daß die erste Schlacht der Gegenoffensive für die Rote Armee. daß die Situation des Feindes. das ein befestigter Platz des Feindes war und obendrein im Weißen Gebiet lag. Wir kommen demnach zu den folgenden Schlüssen. diese Schlacht zu gewinnen. Während unseres ganzen Gegenfeldzugs gegen den fünften «Einkreisungs.und Vernichtungs»-Feldzüge des Feindes machte.und Vernichtungs»-Feldzug des Feindes. 115 . bis wir schließlich zu völliger Passivität verurteilt waren. Zweimal gingen wir vor. So drehten wir uns auf der Suche nach einem günstigen Angriffspunkt zwischen den Hauptstreitkräften des Feindes und seinen befestigten Stellungen im Kreise. wenn wir absolut sicher sind. Andernfalls sollten wir uns lieber zurückziehen und ruhig unsere Zeit abwarten. Wieder schlug unser Versuch fehl. Die Erfahrungen. Wir dürfen nur dann losschlagen. wir dürfen uns keineswegs übereilt auf einen Kampf einlassen. Erstens: Die erste Schlacht muß gewonnen werden. das Terrain uns und nicht dem Feind günstig sind und die Bevölkerung uns unterstützt. die bis zum letzten Gefecht anhält. griffen wir das nördlich von Lichuan gelegene Hsiaoshih an. die sich in der Defensive befindet. verlegten wir unseren Angriff auf Tsehsichiao. Als es uns nicht gelang. Lichuan zurückzuerobern und den Feind außerhalb des Stützpunktes zum Kampf zu stellen. eine große und mächtige «Vernichtungstruppe» des Feindes zu schlagen. die unsere Armee bei diesen fünf Gegenfeldzügen gegen die «Einkreisungs. ebenfalls einen befestigten Platz des Feindes im Weißen Gebiet südöstlich von Hsiaoshih. Bei unserem ersten Gegenfeldzug hatten wir ursprünglich die Absicht. Sieg oder Niederlage in der nächsten Schlacht sind von außerordentlicher Wirkung auf die Gesamtsituation.In dem fünften «Einkreisungs. der ein ganzes Jahr dauerte.

Das unerwartete Treffen bei Hsunkou. wenn man keinen guten Plan für den ganzen Feldzug entworfen hat. änderten unseren Plan dahingehend. wir hatten einen Umweg von tausend Li machen müssen. derart alarmiert. nachdem unser Angriff gegen Nanfeng fehlgeschlagen war. wurde nicht als die erste Schlacht angesehen. aber wir übten trotzdem Geduld. daß die Truppen Wang Chin-yus ihre befestigte Stellung in Futien verlassen würden. und lieferten schließlich erfolgreich unsere erste Schlacht bei Lientang.Ein paar Tage später nahmen wir dann die Einheiten Chang Huitsans aufs Korn. schwenkten gegen die rechte Flanke des Feindes und sammelten unsere Truppen erneut im Gebiet von Tungshao. Das bedeutet. Bei unserem vierten Gegenfeldzug zogen wir uns. daß sie sofort nach Norden marschierten. und erreichten so schließlich unser Ziel. noch wurden die Veränderungen vorhergesehen. ohne sich des Erfolges vergewissert zu haben. Wir wiesen alle ungeduldigen Vorschläge zurück. Einzig bei dem fünften Gegenfeldzug widmete man der Bedeutung der ersten Schlacht keinerlei Aufmerksamkeit. Wir nahmen dabei auch das Risiko in Kauf. ohne Zögern zurück. Es ist völlig ausgeschlossen. und der Feind hatte unseren Plan. Bei unserem dritten Gegenfeldzug war zwar rings um uns ein Sturm losgebrochen. Bei unserem zweiten Gegenfeldzug rückte unsere Armee auf Tungku vor. So wurde uns gleich bei der ersten Operation die Initiative aus der Hand gewunden. daß wir einen Durchbruch im Zentrum unternahmen. Zweitens: der Plan für die erste Schlacht muß die Einleitung und ein organischer Teil des gesamten Feldzugplans sein. einen Krieg zu führen. die sich daraus ergeben mußten. daß 116 . Unsere Truppen wurden durch den Verlust einer einzigen Bezirksstadt. die einem Angriff weit weniger gewachsen waren. Lichuans. die einen raschen Angriff befürworteten. das mit einem Sieg endete (bei dem eine feindliche Division vernichtet wurde). um fünfundzwanzig Tage darauf zu warten. um den Feind zu stellen und die Stadt zurückzuerobern. nur zu dem Zweck. ihn zu umgehen. um daraufhin unsere große und siegreiche Schlacht im Südbezirk von Yihuang zu beginnen. und das ist wahrlich die schlechteste und dümmste Art. wo sie in nächster Nähe des Feindes ihr Lager aufschlug. daß Informationen durchsickern könnten. eine wirklich gute Schlacht zu liefern. gingen zurück. statt dessen wurde Hsiaoshih blindlings angegriffen. ausgekundschaftet.

kann man unmöglich einen wirklich guten Zug auf dem Schachbrett machen.ein Sieg selbst wenn er in der ersten Schlacht gewonnen wurde nur als Niederlage gewertet werden kann. Ohne einen Begriff von der Gesamtsituation zu haben. jeweils immer nur einen Schritt vorauszuplanen. Auch wenn das Resultat nicht genauso ausfallen sollte. Wer es unterläßt. Auf alle Fälle aber braucht man unbedingt einen großangelegten Plan. und man muß in Betracht ziehen. der Sieg bei Hsunkou im fünften Feldzug). wird dem Fehler verfallen. nachdem die Gegenoffensive gelungen oder auch fehlgeschlagen ist. so ist eine allgemeine Berechnung doch möglich und eine Abschätzung der zukünftigen notwendig. wie die zweite. dessen allgemeine Richtlinien durchdacht sind und der ein ganzes strategisches Stadium oder sogar mehrere strategische Stadien umfaßt. neigt zu dem Fehler. die nötig sein werden. vierte und sogar auch die letzte Schlacht geschlagen werden sollte. zu zögern. die Dinge desto verschwommener scheinen. Im Krieg wie in der Politik ist es schädlich. Wer dies nicht tut. wenn er sich lediglich mit der Gegenoffensive beschäftigt und keinen Gedanken an die Maßnahmen wendet. welche Veränderungen hinsichtlich der gesamten Situation des Feindes unser Sieg oder unsere Niederlage in jeder der kommenden Schlachten nach sich ziehen wird. Bevor man in die erste Schlacht geht. B. Drittens: Man muß auch schon daran denken. ohne Berücksichtigung der Gefahren blindlings draufloszustürmen. Und nach jedem Schritt muß man die daraus folgenden konkreten Veränderungen überprüfen und seine strategischen und taktischen Pläne entsprechend modifizieren. und je weiter man sieht. Im einzelnen strategischen Stadium muß er die nächsten Stadien oder doch zumindest das folgende Stadium in Betracht ziehen. müssen wir doch jede Einzelheit im Lichte der allgemeinen Lage auf beiden Seiten sorgfältig und realistisch im voraus bedenken. wie wir es uns ausrechneten — und das wird es ganz gewiß nicht —. die Initiative zu verlieren und damit den strategischen Zielen des Feindes Vor117 . Ein Stratege erfüllt seine Pflicht nicht. dritte. Wenn auch künftige Entwicklungen schwierig vorauszusehen sind. wenn er dem Feldzug im ganzen mehr schadet als hilft (wie z. was im nächsten strategischen Stadium des Krieges geschehen wird. muß man also eine allgemeine Vorstellung davon haben. einen solchen Plan zu entwerfen.

Der Plan für den gesamten Feldzug muß stets berücksichtigt werden. daß diese militärischen Befehlshaber keinen Sinn für Strategie haben und sich verwirren lassen. Nur wenn wir uns dazu erzogen haben. Die erste Schlacht muß gewonnen werden. heißt die Niederlage heraufbeschwören. Das sind die drei Grundregeln. um eine kleine zu schlagen. Sie sind dann diesen Umständen preisgegeben. Während des fünften «Einkreisungs. ist aber in der Praxis schwierig. 6. er kann rasch die Initiative zurückgewinnen. beim Rückzug müssen wir die nächste Gegenoffensive bedenken. sondern zersplittern nur zu oft ihre Kräfte. Gleichgültig. daß auch das Oberkommando des Feindes einige strategische Einfalle hat. bei der Gegenoffensive die nächste Offensive und bei der Offensive den nächsten Rückzug. Hierin versagen. immer einen Kopf größer zu sein als der Feind. die unter der strategischen Leitung der «Links»-Opportunisten und der Anhänger Chang Kuo-taos begangen wurden. ein militärischer Befehlshaber muß vor allem die Fähigkeit besitzen. Und ebenso ist das folgende strategische Stadium zu berücksichtigen. und doch handeln viele nicht nach diesem Prinzip. also bevor wir in die erste Schlacht gehen. Der Feind mag ihn noch so oft in eine passive Situation hineinzwingen. 118 .schub zu leisten und selbst in eine passive Lage zu geraten. bei der Einteilung und dem Einsatz der ihm unterstehenden Truppen unabhängig zu handeln. nie vergessen dürfen. Jeder weiß. Dies nicht zu tun. sobald schwierige Umstände eintreten. Hauptsache ist. heißt Niederlage. die wir beim Beginn einer Gegenoffensive. Man sollte stets bedenken.und Vernichtungs»-Feldzugs des Feindes war das Fehlen einer solchen Vorausplanung der Hauptgrund für die Irrtümer. werden wir strategische Siege erringen können. daß man am besten eine große Streitmacht einsetzt. sondern sich auf die Betrachtung des Augenblicks zu beschränken. ernst oder gefährlich die Umstände auch sind. verlieren ihre Initiative und nehmen ihre Zuflucht zu passiven Reaktionen. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache. Zusammenziehung der Truppen Die Zusammenziehung der Truppen erscheint einfach. Kurzum. wie kompliziert.

von echtem Kampfgeist beseelte Streitmacht zu haben und zusammenzuhalten. Zuerst drang der Gegner vor und wir zogen uns zurück. in ein Stadium übergeleitet werden. eine möglichst große. eine Umkehrung der Situation herbeizuführen. Und die Zusammenziehung der Truppen ist von all diesen Bedingungen die erste und wichtigste. den richtigen Zeitpunkt abzuwarten. ihm die Initiative zu entwinden und eine passive Haltung zuzudiktieren. Zusammenziehung der Truppen. Man muß seine Truppen zusammenziehen. Bei der defensiven Kriegführung. in dem sie sowohl der Form als auch dem Inhalt nach aktiv ist. in dem sie der Form nach passiv ist. zunächst in Hinsicht auf Vormarsch und Rückzug.Die Initiative ist kein Gebilde der Phantasie. sondern sie gibt auch ihrer Form nach die passive Haltung der Rückzugperiode auf. um die eigenen Kräfte zu erhalten. Bei der defensiven Kriegführung gehört der Rückzug 119 . ihrem Inhalt nach trotzdem aktiv sein. die ihrer Form nach passiv ist. wenn man die Absicht hat. besteht immer die Gefahr. dann erreichen wir in dieser Schlacht das oben genannte Ziel. In Hinsicht auf den Feind stellt unsere Gegenoffensive unsere Bemühungen dar. Zweitens eine Umkehrung der Situation in Hinsicht auf Angriff und Verteidigung. schnelle Entscheidungskämpfe und Vernichtungskrieg sind die erforderlichen Bedingungen. jetzt suchen wir eine Situation. Ein sorgsam geplanter strategischer Rückzug erfolgt scheinbar unter Druck. in Wirklichkeit ist ein solches Verhalten jedoch Passivität. die weniger Spielraum für die volle Ausübung der Initiative bietet als die offensive Kriegführung. Es kommt hierbei vor allem darauf an. Andererseits mag es als ein ernsthaftes Bemühen um die Initiative erscheinen. den Feind in den Hinterhalt zu locken und die Gegenoffensive vorzubereiten. in Wirklichkeit jedoch wird er ausgeführt. wenn man sich weigert. Eine strategische Gegenoffensive ist nicht nur ihrem Inhalt nach aktiv. bewegliche Kampfführung. Doch kann eine defensive Kriegführung. und das beeinflußt den gesamten Feldzug. sondern etwas durchaus Konkretes und Materielles. in eine passive Lage zu geraten. in der wir vordringen und er sich zurückzieht. und sie kann aus dem Stadium. wenn man dieses Ziel voll verwirklichen will. in dem man zuschlagen kann. und sich überstürzt auf einen Kampf einläßt (wie bei der Schlacht von Hsiaoshih). Wenn wir unsere Truppen massieren und eine Schlacht gewinnen. den Rückzug anzutreten.

Vorteil im Nachteil. Eine Armee. die auf strategisch inneren Kampflinien operiert. Offensive in der Defensive. Gleichzeitig können wir unsere eigene schwache strategische Position in eine starke Position in Schlachten und Gefechten umwandeln. In den Kriegsannalen der Roten Armee Chinas war dieses Thema Gegenstand wichtiger Kontroversen. 120 . Wir können aus dem großen «Einkreisungsund Vernichtungs»-Feldzug. durch Schlachten und Gefechte in eine schwache Position drängen. Überlegenheit in der Unterlegenheit. die wir gegen den Feind in Szene setzen. Drittens betrifft die Umkehrung der Situation innere und äußere Kampflinien. in eine Reihe konzentrischer Angriffe umwandeln. Die Gegenoffensive ist der Übergang von der strategischen Defensive zur strategischen Offensive und ihrer Natur nach eine Einleitung der strategischen Offensive.bis auf den vorgesehenen Endpunkt grundsätzlich zu dem passiven oder «defensiven» Stadium. Dies gilt vor allem für die Rote Armee. Wir können und müssen jedoch diese Situation in Feldzügen und Schlachten ändern. Einkreisung und Vernichtung in «Einkreisung und Vernichtung». Initiative in der Passivität. der sich in einer starken strategischen Position befindet. die wir in Schlachten und Gefechten gegen ihn führen. sondern auch des Inhalts. den der Feind gegen uns in Szene setzt. Die Erringung eines Sieges in der strategischen Defensive hängt grundsätzlich von dieser Maßnahme ab — Zusammenziehung der Truppen. ist in vieler Hinsicht benachteiligt.und Vernichtungs»Operationen machen. eine Reihe kleiner einzelner «Einkreisungs. Wir können den Feind. Ein solches Verhalten bezeichnen wir als Operationen auf der äußeren Kampflinie innerhalb der Operationen auf der inneren Kampflinie. Wir können die strategische Überlegenheit des Feindes in unsere Überlegenheit in Schlachten und Gefechten umwandeln. Zusammenziehung der Truppen erfolgt zum Zweck der Gegenoffensive. Stärke in der Schwäche. die der «Einkreisung und Vernichtung» gegenübersteht. ist die Gegenoffensive im Vergleich zum Rückzug doch bereits ein Wechsel nicht allein der Form. In der Schlacht von Kian am 4. den der Feind in strategischer Hinsicht gegen uns führt. Blockade in der Blockade. Die Gegenoffensive aber gehört zum aktiven oder «Angriffs»-Stadium. Obgleich die strategische Defensive während ihrer ganzen Dauer diesen defensiven Charakter beibehält. Wir können den konzentrischen Angriff.

dem gesamten Krieg und dem allgemeinen Kräfteverhältnis. Unser Angriff allein mußte seine Wirkung verfehlen. Rückzugsgefechte und Sturmangriffe. daß die eine Faust untätig blieb. wie sie als Begleiterscheinung militärischen Abenteurertums auftritt. noch ehe wir unsere Kräfte endgültig massiert hatten. in zwei oder mehreren Richtungen zu operieren nur sollte man zu einem gegebenen Zeitpunkt jeweils nur eine Hauptrichtung einhalten. sondern auch in der strategischen Offensive falsch. während die andere sich müde kämpfte und wir uns den größten zu diesem Zeitpunkt möglichen Sieg entgehen ließen. unsere Armee. Das aber ist nicht nur in der strategischen Defensive. Wir sprechen jedoch nicht von Feldzügen und Taktiken. aber glücklicherweise flohen die feindlichen Truppen (die Division Teng Yings) von selber. denn hier 121 . Meiner Ansicht nach sollten wir. und in strategischer Hinsicht haben wir diesen Wahlspruch auch stets befolgt. welche die Welt in Staunen versetzten. stellt zehn gegen hundert». 1933 stellten die Vertreter der militärischen Gleichmacherei den Grundsatz auf. hat seitdem wiederholt ihren mächtigen Widersacher geschlagen und Siege errungen. Es ergab sich. niemals in zweien. muß sowohl strategische und taktische Planung Defensive und Offensive enthalten. die seinerzeit als kleine und schwache Truppe auf der Bühne des Bürgerkrieges erschien. die Hauptstreitmacht der Roten Armee in zwei Teile aufspalten und gleichzeitig in zwei strategischen Richtungen Siege anstreben. Die Rote Armee Chinas. Ich bin nicht grundsätzlich dagegen.Oktober 1930 hatten wir mit unserem Vormarsch und dem Angriff begonnen. Solange kein grundsätzlicher Wechsel im allgemeinen Kräfteverhältnis stattgefunden hat. und dabei hat sie sich weitgehend auf den Einsatz ihrer konzentrierten Kraft gestützt. «Angriffe an allen Fronten» aber kommen nur äußerst selten vor. nur in einer einzigen Richtung einsetzen. Süden. man müsse «mit zwei Fäusten schlagen». wenn wir einem mächtigen Feind gegenüberstehen. so groß ihr Umfang auch sein mag. Jeder ihrer großen Siege beweist diese Tatsache. so sprechen wir von Strategie. Ein solcher Slogan ist Ausdruck militärischer Gleichmacherei. Wenn wir sagen: «Stellt einen gegen zehn. Seit 1932 hörte man immer wieder den Slogan: «Greift an allen Fronten an!» Damit wurden Angriffe vom Stützpunktgebiet aus nach allen Richtungen — nach Norden. Osten und Westen gefordert.

wenn man seine Hauptkräfte in einer Richtung konzentriert und in anderen Richtungen nur Truppen zum Binden des Feindes zurückläßt. Der erste.und Vernichtungs»Feldzug des Feindes hatten alle einen Gebietsverlust unsererseits zur Folge vor 122 . in der Schlacht gegen die 19. der durch den Sieg nach dem Sturmangriff sofort wieder ausgeglichen wird.darf man ihn keineswegs befolgen. wenn wir unsere Truppen nicht zusammenzogen. Feldarmee im August 1931 im Gebiet von Kaohsinghsu innerhalb des Bezirkes Hsingkuo in der Provinz Kiangsi. im Gebiet von Tungshao innerhalb des Bezirkes Ningtu in der Provinz Kiangsi. in der letzteren zwölf Regimenter unter Chen Cheng). Früher wurden Schlachten wie die von Shuikouhsu oder von Tuantsun allgemein als Siege oder sogar als große Siege angesehen (in der ersteren schlugen wir zwanzig Regimenter unter Chen Chitang. unsere Taktik ist: «Stellt zehn gegen einen». Ihren Höhepunkt erreichte die militärische Gleichmacherei bei unserem fünften Gegenfeldzug gegen «Einkreisung und Vernichtung» im Jahre 1934. indem wir «die Truppen auf sechs Straßen verteilten» und «an allen Fronten Widerstand leisteten». dies ist eine unserer Grundregeln. wenn wir dabei weder Gefangene noch Kriegsbeute machen oder wenn sie nicht unsere Verluste aufwiegen. um Überlegenheit über den Feind zu gewinnen. dritte und vierte «Einkreisungs. Ist solch ein Sieg errungen. Unsere Strategie ist: «Stellt einen gegen zehn». Man dachte. Jedesmal. zweite. Denn unserer Ansicht nach hat eine Schlacht geringe Bedeutung. aber statt dessen wurden wir vom Feind geschlagen. aber wir waren nie glücklich über derartige Siege und betrachteten sie in einem gewissen Sinn sogar als Niederlagen. Natürlich läßt ein Gebietsverlust sich kaum vermeiden. dann kann das in dem Gebiet der Nachhuttruppen verlorengegangene Gelände zurückerobert werden. und der Grund war Furcht vor Gebietsverlust. wir könnten den Feind schlagen. um damit gegen einen Teil der feindlichen Streitkräfte anzutreten. In der Gegenoffensive wie in der Offensive sollten wir stets ein großes Truppenkontingent zusammenziehen. in der Schlacht gegen Chen Chi-tang im Juli 1932 bei Shuikouhsu im Bezirk Nanhsiung in der Provinz Kwangtung und in der Schlacht gegen Chen Cheng im Gebiet von Tuantsun innerhalb des Bezirks Lichuan in Kiangsi im März 1934. Aber das ist nur ein vorübergehender und teilweiser Verlust. hatten wir darunter zu leiden: in der Schlacht gegen Tan Tao-yuan im Januar 1931.

Viele waren dagegen. der Feind könne das gesamte Stützpunktgebiet einnehmen. gewisse Kontingente zur Verteidigung abzuspalten. zunichte zu machen. die Hauptstreitmacht der Roten Armee herauszufinden. im zweiten. sondern erweiterten es sogar noch. der Roten Armee seine Aufmerksamkeit zuzuwenden und stärkere Einheiten gegen sie vorzuschicken. um Changchow in der Provinz Fukien anzugreifen.» Dabei war die Taktik des Feindes. die größte Gefahr stellt in seinen Augen jedoch eine Rote Armee dar. bildet sie noch den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit des Feindes. die in ein weißes Gebiet eingebrochen ist. aber sobald die Rote Armee ihre Hauptstreitmacht darauf ansetzt.allem der dritte. jeweils drei. er werde einen Teil davon erobern. um uns zu verteidigen und einige kurze Vorstöße zu unternehmen. als unsere Truppen zum Angriff auf Fukien herumschwenkten. die Größe unseres Stützpunktgebietes einzuschränken. Sogar wenn die Rote Armee in der Defensive ist. acht oder zehn Li vorzurücken und sich bei jedem neuen Halt zu verschanzen. die Widerstandskraft der Bevölkerung im Stützpunktgebiet zu unterschätzen. Dies geschah in Kiangsi im Jahre 1932. hat oft Anlaß zu der unberechtigten Furcht gegeben. können wir mit konzentrierten Kräften nichts ausrichten. Im ersten Fall fürchtete man. in dem er die Methode eines Netzes von Einzelstützpunkten anwendet. Seine Aufmerksamkeit ist vor allem darauf gerichtet. in dem die Rote Armee fast ihr gesamtes Stützpunktgebiet in Kiangsi einbüßte -. den feindlichen Plan. wir können lediglich unsere Kräfte aufteilen. und nur selten konzentriert er sich auf das Stützpunktgebiet. aber schließlich erwiesen diese Ratschläge sich als falsch. fünf. Es war auch falsch zu sagen: «Gegen den fünften <Einkreisungsund Vernichtungs>-Feldzug des Feindes. sieht das Oberkommando des Feindes sich gezwungen. Was den Feind betrifft. man könne die Rote Armee nicht allzuweit entfernen. die Truppen zu konzentrieren. Der Fehler. Zwar gehört zu seinem allgemeinen Kriegsplan die Absicht. so fürchtete er. als die Rote Armee einen langen Marsch unternehmen mußte. zum Schluß aber eroberten wir nicht allein unser Gebiet zurück. eine seiner Kolonnen zu vernichten. Somit ist es möglich. unser Stützpunktgebiet einzuschränken. und rieten. sich allzu weit in unser Stützpunktgebiet hineinzuwagen. einzig durch das Verhalten der Roten Armee ermög123 . und ebenso nach unserem Sieg in dem vierten Gegenfeldzug 1933.

Wenn wir zu einer Konzentration der Kräfte raten. Um es mit einem starken Feind aufzunehmen oder einen Kampf auf dem Schlachtfeld von entscheidender Bedeutung auszutragen. die immer von neuem in Verteidigungsstellung ging. merkt man. Das ist der Hauptgrund für die Furcht des Feindes. Wenn wir nur die Rote Armee hätten und nicht auch Guerillas. die wir befürworten. Wenn man den revolutionären Krieg als Ganzes betrachtet. müssen wir über eine absolut überlegene Streitmacht verfügen. so genügt eine relativ überlegene Streitmacht. eine Schwenkung vollführt hätte und in die inneren Kampflinien des Feindes eingebrochen wäre. Dezember 1930 gegen die von Chang Hui-tsan befehligten 9000 Mann anzutreten. Es hat sich seit langem als falsch erwiesen. Gerade das Prinzip einer Konzentration der Kräfte ist das richtige Mittel. daß die Operationen einzelner Guerillas und die der regulären Truppen der Roten Armee einander ergänzen wie der rechte und der linke Arm eines Mannes. Die Art der Konzentration. soll uns grundsätzlich die absolute oder relative Überlegenheit auf dem Schlachtfeld gewährleisten. so meinen wir genau gesagt und im Hinblick auf die militärischen Operationen -. Wollen wir von der Bevölkerung in einem Stützpunktgebiet als Faktor sprechen.licht. So setzten wir zum Beispiel etwa 10 000 Rotarmisten ein. dann bedeutet das nicht die Aufgabe des von der Bevölkerung getragenen Guerillakriegs. daß wir eine bewaffnete Bevölkerung haben. darf also nicht sämtliche Kräfte der Roten Armee konzentrieren. die vereinzelte Tätigkeit der Guerillas abzulehnen und «jedes einzelne Gewehr in der Roten Armee zu sammeln». ständen wir da wie ein einarmiger Krieger. So wurde zum Beispiel ein Heer von vierzigtausend Mann zusammengezogen. um das Netz der Einzelstützpunkte des Feindes zu bekämpfen. Man muß jedoch auch bestimmte Abteilungen der Roten Armee für Operationen in Nebenrichtungen einsetzen. wie die Anhänger Li Li-sans rieten. statt dessen. Die Lage hätte völlig anders ausgesehen. wenn unsere Armee diese Taktik der Schritt-um-Schritt-Verteidigung auf den inneren Kampflinien aufgegeben. Mai 1931 die letzte Schlacht unseres zweiten Gegenfeldzugs 124 . sobald es möglich und nötig war. sich unserem Stützpunktgebiet zu nähern. um bei der ersten Schlacht unseres ersten Gegenfeldzugs am 30. die am 29. Hat man es mit einem schwächeren Feind oder einem Kampfplatz von geringerer Bedeutung zu tun.

B. Trotzdem kann er weder unsere Siege verhindern noch seine Verluste vermeiden. Wir setzen wenige ein. der Straßen. Auf diese Weise können wir den Sieg erringen. denn 125 . Unter gewissen Umständen können wir auch mit einer relativ oder absolut unterlegenen Streitmacht in eine Schlacht gehen. Damit ist nicht gesagt. so z. Die Rote Armee ist von solchen Bedingungen weniger abhängig als die Weiße Armee. Derselbe Grundsatz gilt auch. wenn wir eigentlich mehr Truppen zur Verfügung hätten. der Nachschub. dabei jedoch nur einen kleinen Teil angreift. sie aber zur Zeit nicht zusammengezogen haben). wenn wir mit einer absolut unterlegenen Streitmacht in eine Schlacht gehen. sollte er je nach den Umständen überprüft werden.und der Quartierverhältnisse abhänge. Wenn wir unter Umständen. daß man eine stärkere Kraft gegen eine schwächere einsetzen und viele dazu verwenden soll. So sind wir zum Beispiel relativ unterlegen. wenn wir in einem bestimmten Gebiet nur ein sehr kleines Kontingent der Roten Armee haben (nicht aber.gegen die 7000 Mann starke Division Liu Ho-tings in Chienning schlugen. Bei unserem Überraschungsangriff auf den Abschnitt der feindlichen Flanke gilt noch immer der Grundsatz. um viele zu schlagen das sagen wir den Beherrschern ganz Chinas. Das ist kein Geheimnis mehr. Wir setzen viele ein. Was den Satz betrifft. und der Feind hat sich mit der Zeit durchaus an unsere Methode gewöhnt. wenn eine Guerillaeinheit einen Überraschungsangriff auf ein großes Truppenkontingent der Weißen Armee unternimmt. in denen die Bevölkerung uns tatkräftig unterstützt und Gelände sowie Wetter sehr zu unserem Vorteil sind. denn sie kann größere Strapazen ertragen. so. um wenige zu schlagen — das sagen wir jeder einzelnen feindlichen Truppeneinheit auf dem Schlachtfeld. um wenige zu schlagen. während wir sein Zentrum sowie seine andere Flanke durch Guerillas oder andere kleinere Einheiten binden. müssen wir selbstverständlich die Hauptmacht der Roten Armee zu einem Überraschungsangriff auf einen Abschnitt einer Flanke des Feindes ansetzen. den Angriff eines stärkeren Gegners zum Scheitern bringen wollen. daß die Zusammenziehung einer größeren Streitmacht zum Einsatz in einem einzelnen Kampfgebiet von den Bedingungen des Terrains. daß wir dem Feind bei jeder Gelegenheit zahlenmäßig überlegen sein müßten.

wann und wie wir vorgehen. wo eine Armee einem sehr viel stärkeren Feind gegenübersteht. Da diese Richtung oft wechselt. das war auch in der Sowjetunion der Fall. Absolut feste Frontlinien gibt es in keinem Krieg das verbieten die Wechselfälle von Sieg und Niederlage. ist ein Stellungskrieg für uns sinnlos. während die Rote Armee technisch ungenügend ausgerüstet ist. die für die Kämpfe in Stützpunkten eingesetzt werden muß. 7. daß der Feind mächtig ist. Das halten wir geheim. Der Unterschied zwischen der Sowjetarmee und der unseren besteht darin. Und wenn wir nach einer gewissen Zeit auch in der Hauptrichtung nicht weiterkommen. Ausnahmen finden sich nur dort. Solange wir weder über eine große Armee noch über große Munitionsvorräte verfügen. daß wir keine festen Frontlinien haben. wie sie sich verkleinern. Unsere Stützpunktgebiete vergrößern sich ebensooft. Vorstoß und Rückzug. Und zwar sind die Methoden des Stellungskrieges für uns sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung nicht anwendbar. Bewegliche Kampfführung Bewegliche Kampfführung oder Stellungskrieg? Unsere Antwort lautet: Bewegliche Kampfführung. Veränderlichkeit der Kampflinien hat Veränderungen hinsichtlich des Umfangs der Stützpunktgebiete zur Folge.er weiß nie. so wie dies im augenblicklichen Stadium bei der Roten Armee Chinas der Fall ist. müssen wir uns in eine andere wenden. solange es nur eine einzige Rote Armee gibt. Die Rote Armee operiert im allgemeinen mit Überraschungsangriffen. daß deren Frontlinien weniger fließend waren als die unseren. Bei den Operationen der Roten Armee fällt vor allem die Tatsache ins Auge. In einem revolutionären Bürgerkrieg kann es keine festen Frontlinien geben. Die Kampflinien der Roten Armee werden durch die Richtung ihrer Operationen bestimmt. Wenn wir in der einen Richtung nicht weiterkommen. was sich auch daraus ergibt. Und wenn auch die Hauptrichtung innerhalb einer bestimmten Zeitspanne nicht wechselt. 126 . Aber im allgemeinen Verlauf der Kriege bestehen häufig relativ feste Frontlinien. und häufig entsteht ein neues Stützpunktgebiet. so können sich die Nebenrichtungen doch jeden Moment verschieben. müssen wir auch diese abändern. wenn ein anderes verlorengeht. sind die Kampflinien fließend.

uns zu vernichten. unsere politische Macht ist noch nicht die eines vollentwickelten Staates.Diese Gebietsverschiebungen sind die Folge der Beweglichkeit des Krieges. Wir dürfen uns nicht bei jeder vorübergehenden Verschiebung unserer Territorien oder unseres Hinterlandes aufregen und dürfen gar nicht erst ausführliche Pläne für eine längere Zeitspanne entwerfen. Wir brauchen uns dessen nicht zu schämen. Die Veränderlichkeit der Kampfhandlungen und des Territoriums wiederum bringt Schwankungen in den Aufbauarbeiten in unseren Stützpunktgebieten mit sich. es gäbe in unserem Krieg nur ein Vordringen ohne jedes Zurückweichen. Wir befinden uns noch immer in der strategischen Defensivperiode des Bürgerkrieges. als seien sie die Lenker eines riesigen Staates. Wenn wir auf Grund dieser Tatsachen unsere politische Richtung bestimmen. aber bis heute noch nicht voll entwickelt. die bei unserem fünften Gegenfeldzug die Befehlsgewalt hatten. Die Verfechter einer Strategie der «regulären Kriegführung». die die Veränderlichkeit bekämpften. bis er es getan hat. stets ebenso bereit sein. und wird nicht ruhen und rasten. Wir müssen unsere Planung darauf abstimmen und dürfen uns nicht der Illusion hingeben. was sie «Guerillatum» nannten. und häufige Änderungen sind an der Tagesordnung. leugneten die Notwendigkeit dieser Veränderlichkeit und widersetzten sich dem. Aufbaupläne über mehrere Jahre hinweg kommen gar nicht in Betracht. Diese Genossen. Unsere demokratische Republik der Arbeiter und Bauern ist ein Staat. unser Territorium ist noch sehr klein. Im Gegenteil. gerade dieser Guerilla127 . können wir uns für morgen eine relative und für späterhin eine absolute Stabilität sichern. sondern den Guerilla-Charakter der Roten Armee ehrlich zugeben. sollten wir das «Guerillatum» nicht in Bausch und Bogen ablehnen. uns irgendwo niederzulassen wie weiterzumarschieren. Wir müssen unser Denken und Handeln den Umständen anpassen. und unser Feind ist ständig darauf bedacht. unsere Armee ist der feindlichen noch immer zahlenmäßig und technisch unterlegen. handelten. und das Ergebnis war eine außerordentliche und ungeheure Veränderlichkeit: der Lange Marsch über 25 000 Li. und unsere Marschrationen jederzeit zur Hand haben. wenn wir dieses Merkmal erkennen. Es ist vorteilhaft für uns. Nur wenn wir uns an die jetzige veränderliche Lebensform gewöhnen.

heute jedoch ist er noch von unschätzbarem Wert. Viertens aber sollte man einen Kampf. oder auch dann. aber noch können wir das nicht. Darin liegt das grundsätzliche Merkmal der beweglichen Kampfführung der Roten Armee. wenn wir durchschnittlich eine nennenswerte Schlacht pro Monat schlügen. weiterzumarschieren. wenn du siegen kannst. Aber all unser «Marschieren» dient dem «Kämpfen». zweitens. ihn eines Tages zu ändern. Das ist erstens dann der Fall. Drittens ist es im allgemeinen ungünstig. wenngleich wenige Menschen soviel marschieren wie wir. unseren Feind zu schlagen. in denen es für uns nicht ratsam ist. Wir sollten zwar darauf vorbereitet sein. Nirgends auf der Welt gibt es einen Militärexperten. in der strategischen Defensive bei einer Operation zum Binden der feindlichen Kräfte gewisse Schlüsselstellungen besonders hartnäckig zu verteidigen. wo er möglich und nötig ist. dann deshalb. Trotzdem gibt es Zeiten. wenn du nicht siegen kannst. wenn die uns gegenüberstehende Streitmacht allzu groß ist. wenn diese Streitmacht zwar nicht so groß. Wenn wir es für notwendig erachten.» Das ist mit einfachen Worten die Beschreibung unserer jetzigen beweglichen Kampfführung. aber in nächster Nähe anderer feindlicher Truppeneinheiten stationiert ist. zu kämpfen. wenn wir in der strategischen Offensive auf eine isolierte und von jeder Hilfe abgeschnittene feindliche Truppe sto128 . Zugegebenermaßen sollte man die Methoden des Stellungskrieges anwenden. In der Zukunft werden wir uns einmal dieses GuerillaCharakters schämen und ihn ablegen müssen. marschiere weiter. weil wir wissen. Die bewegliche Kampfführung nimmt den ersten Rang ein. unsere Stärke und das entscheidende Mittel. gegen eine feindliche Streitmacht vorzugehen. Dieses Weitermarschieren ist sowohl erlaubt wie notwendig. und unsere ganze Strategie und Taktik ist auf dem Kampf aufgebaut. daß wir kämpfen müssen. immer weiterzumarschieren. die nicht isoliert ist und in stark befestigten Stellungen sitzt. der nur zum Kämpfen rät und niemals zum Weitermarschieren. Gewöhnlich verbringen wir mehr Zeit mit dem Marschieren als mit dem Kämpfen und wären schon recht froh. wenn es darum geht.Charakter ist unser Kennzeichen. «Kämpfe. In jeder dieser genannten Situationen sind wir darauf vorbereitet. nicht weiterführen. bei dem keine Aussicht auf Sieg ist. und wir müssen daran festhalten. aber wir lehnen den Stellungskrieg trotzdem nicht ab.

Hat sich während der zehn Jahre des Bürgerkriegs hinsichtlich des Guerilla-Charakters der Roten Armee nichts geändert? Hinsichtlich der fehlenden festen Frontlinien.ßen. hier haben sich Veränderungen ergeben. wie man bei einem solchen Stellungskrieg den Feind schlagen kann: Wir sind in viele feindliche Städte. Jetzt befinden wir uns im fünften Stadium. der Zeitspanne vom Ende des dritten bis zum fünften Gegenfeldzug. Weil wir den fünften «Einkreisungs. die vom ersten bis zum dritten Gegenfeldzug reichte. der Verschiebung ihrer Stützpunktgebiete und der dortigen Aufbauarbeit? Nein. wo die Umstände dies erfordern und gestatten. wir stellten Frontarmeen zusammen und kamen in den Besitz von Stützpunktgebieten mit einer Bevölkerungszahl von mehreren Millionen. Wir haben uns auch schon eine gewisse Erfahrung angeeignet. Zu dieser Zeit hatten wir bereits eine Zentralregierung und ein revolutionäres Militärkomitee. Im dritten Stadium. Die Zeitspanne von den Tagen in den ChingkangBergen bis zu unserem ersten Gegenfeldzug gegen «Einkreisungund Vernichtung» in Kiangsi stellte das erste Stadium dar jenes Stadium. wurde sowohl der Guerilla-Charakter als auch die Veränderlichkeit wesentlich abgebaut. Wir sind nur zur Zeit gegen eine allgemeine Anwendung des Stellungskrieges oder eine Gleichstellung des Stellungskrieges mit dem Bewegungskrieg. Das vierte Stadium war der Lange Marsch. Wir sollten unbedingt den Stellungskrieg oder die Verteidigung aus der Stellung heraus befürworten. ist infolge des Langen Marsches der Umfang der Roten Armee und unserer Stützpunktgebiete sehr zusammengeschrumpft. verschwanden der Guerilla-Charakter und die Veränderlichkeit noch mehr. Die irrtümliche Ablehnung des Guerillakriegs und der Beweglichkeit im kleineren Rahmen hatten den Guerillakrieg und die Beweglichkeit im größten Umfang heraufbeschworen. aber nunmehr haben wir im Nordwesten Fuß gefaßt und unser hiesiges 129 . So etwas ist unzulässig. Während des zweiten Stadiums.und Vernichtungs»-Feldzug nicht zerschlagen konnten. Stellungen und Forts eingebrochen und haben manche gut befestigte feindliche Stellung erobert. jener Zeitspanne. die Stützpunktgebiete waren noch Guerillazonen. in dem der Guerilla-Charakter und die Veränderlichkeit besonders deutlich waren. Künftig werden wir unsere Bemühungen in dieser Richtung noch verstärken und unsere Unzulänglichkeiten ausgleichen. die Rote Armee steckte noch in ihren Anfängen.

Der eine ist die Irregularität also Dezentralisierung. und einige von ihnen entsprachen dem. in dem Guerilla-Charakter sowohl der strategischen als auch der taktischen Operationen. Der andere Aspekt des Guerillatums besteht in dem Prinzip der beweglichen Kriegführung. zu disziplinieren. wieder verworfen und uns der richtigen Politik von früher wieder zugewandt. die während des fünften Gegenfeldzugs betrieben wurde. könnte man auch sagen. ist unzulässig und schädlich und allen in größerem Stil angelegten Operationen abträglich. was wir seinerzeit brauchten. um die Rote Armee zentraler auszurichten. Nun. und nur die Fehler aus der Zeit des fünften Gegenfeldzugs abgelegt. heute haben wir nun die falsche Politik. das Fehlen einer strikten Disziplin und einfache Arbeitsmethoden. wurden unter ein einheitliches Kommando gestellt ein bisher noch nicht dagewesener Zustand. ihr den Charakter einer regulären Truppe zu geben. den man bis dato eingehalten hatte. Sich gegen Fortschritte in dieser Hinsicht zu stemmen und hartnäckig an dem alten Stadium zu hängen. Mangel an Einheitlichkeit. Die drei Frontarmeen. Wir haben nur das aus der Vergangenheit wiederaufgenommen. Allerdings haben wir nicht alle Gewohnheiten aus der Zeit des fünften Gegenfeldzugs abgelegt und nicht alles frühere wiederaufgenommen. daß die Zeitspanne von den Tagen in den Chingkang-Bergen bis zu unserem vierten Gegenfeldzug ein Stadium darstellt. welche die Hauptstreitmacht der Roten Armee bilden. wirksamer in ihrer Arbeit zu machen kurzum. Während des fünften Gegenfeldzugs ging man fälschlicherweise von dem richtigen politischen Kurs ab. Wenn man die Entwicklung vom Standpunkt der Strategie aus betrachtet. zu vereinheitlichen. der im Augenblick 130 . da die Rote Armee sich entwickelt hat. was gut war. Kansu und Ningsia. Das Guerillatum hat zwei Aspekte. den Grenzbezirk von Shensi. Diese Merkmale stammen noch aus der Anfangszeit der Roten Armee. die in diesem höheren Stadium der Entwicklung nicht mehr nötig sind. Auch bei der Durchführung unserer Operationen sollten wir allmählich und bewußt diejenigen Merkmale des Guerillakriegs abstreifen.Stützpunktgebiet. die Zeit unseres fünften Gegenfeldzugs ein zweites Stadium und die Zeit vom Langen Marsch bis heute ein drittes. müssen wir diese Methoden ganz bewußt und allmählich ausmerzen. fest in die Hand bekommen und entwickelt.

sich der Beibehaltung des Nützlichen zu widersetzen und sich übereilt von dem jetzigen Stadium loszusagen. ihre Beurteilung. die aber jetzt nicht mehr notwendig sind. nach denen die Rote Armee immer wieder ihre Siege errungen hat. die geschichtlichen Tatsachen zu leugnen. wenn die technischen und organisatorischen Bedingungen der Roten Armee sich gewandelt haben werden und der Aufbau in ein neues Stadium getreten sein wird. um blindlings auf ein «neues Stadium» loszustürmen. sogar gefährlich für unsere gegenwärtigen Operationen. werden ihre Operationsrichtungen und Kampflinien beständiger sein. Wir widersetzen uns jetzt den falschen Maßnahmen. sollten wir zu einer systematischen. und gleichzeitig der Wiederbelebung vieler Züge des Irregulären. Wir müssen darauf vorbereitet sein. Hinsichtlich der technischen Ausrüstung und der Organisation der Roten Armee stehen wir jetzt an der Schwelle eines neuen Stadiums. was in der Vergangenheit gut war. erneuern. 131 . in der die «Links»-Opportunisten am Ruder waren. in der Beweglichkeit bei der Aufbauplanung des Stützpunktgebiets. Entscheidung. die noch aus jener Periode stammen. Wir sollten jedoch unbedingt die vielen wertvollen Prinzipien für den Aufbau einer Armee sowie für Strategie und Taktik. die Veränderlichkeit des Krieges. in dieses Stadium einzutreten. Stellungskrieg wird häufiger sein. ungünstig. in der Ablehnung vorzeitiger Regularisierung der Roten Armee. die die Rote Armee in ihren Anfängen zeigte. Alles. ja. Die bewegliche Kampfführung hält zahlreiche Probleme für uns bereit. In der Zukunft. unseres Territoriums und unserer Aufbauarbeit wird immer mehr eingeschränkt werden und schließlich ganz verschwinden. höher entwickelten und differenzierten Kriegführung zusammenfassen. und gegenwärtige Beschränkungen die Überlegenheit des Feindes und seine stark befestigten Stellungen werden dann keine Hindernisse mehr für uns sein. das vorerst noch außerhalb unserer Reichweite liegt und im Augenblick keinerlei reale Bedeutung hat. Mangelnde Vorbereitung wäre falsch und schädlich für unsere künftige Kriegführung. so die Erkundung der Lage.noch notwendig ist in der unvermeidbaren Veränderlichkeit unseres Stützpunktgebiets. um heute Siege über den Feind zu erringen und den Übergang in das neue Stadium der Zukunft vorzubereiten. In diesem Zusammenhang ist es unzulässig.

auf die wir in Bürgerkriegen gleichmäßigen und gleichzeitigen Nachdruck legen müssen und die auch in antiimperialistischen Kriegen anwendbar sind. Anderen Ländern mag es überraschend vorkommen. daß man zehn Jahre hindurch einen revolutionären Krieg führen kann. daß die Erfolge über Nacht kommen. da die reaktionären Kräfte sehr stark sind. zwei Prinzipien. Der Drang. daß wir der Vergangenheit. Zusammenziehung der Truppen. Verfolgung. starken Einheiten ausweichen und schwache angreifen. aufeinanderfolgende Operationen. ist zwar 132 . Aufmarsch. Spezial-Operationen. Verteidigung aus der Stellung heraus. Umgehungsmanöver. entwachsen sind. Versteck. Operationen gegen bestimmte Einheiten des Feindes. wie wir es getan haben. Da die Lage im Ausland sowie die in China sich bereits verändert haben und größere Veränderungen bevorstehen. dem noch viele erregende Teile folgen werden. Die revolutionären Kräfte können nur langsam wachsen. um einen Schlag gegen seine Verstärkungen zu führen. mit denen man sich methodisch beschäftigen sollte und die in der Feldzugswissenschaft zusammengefaßt werden sollten.Kampfaufstellung. Krieg der raschen Entscheidung Ein strategisch verlängerter Krieg und Feldzüge oder Schlachten mit rascher Entscheidung sind zwei Seiten ein und derselben Sache. Angriff. Überraschungsangriff. Zweifellos wird die künftige Entwicklung unter dem Einfluß der Umstände in China sowie im Ausland erheblich beschleunigt werden. Hier ist jede Ungeduld schädlich und jedes Drängen auf «rasche Entscheidung» falsch. Erweiterung und vorangehende Exposition des Themas» 36 -. Gefechtstätigkeit. kann man wohl sagen. und diese Tatsache bestimmt die lange Dauer unseres Krieges. «vor dem Frühstück mit dem Feind aufzuräumen». Vorstoß. Aber wir dürfen auch nicht erwarten. Diese Probleme enthielten viele spezifische Züge in der Geschichte der Roten Armee. Luftabwehr. den Gegner bedrängen. die nötigen Ruhepausen zum Aufbau der Kräfte. aber für uns sind sie wie die Eröffnungspartien eines «achtbeinigen Aufsatzes» — nämlich die «Vorstellung. Scheinangriff. Operationen ohne Hinterland. 8. auf die ich hier jedoch nicht eingehen kann. in der wir nur langsam vorankamen und in der Isolation kämpften. Kommando. Rückzug. Nachtkampf.

Die Weißen verfügen über mehrere Armeen. und ein hingezogener Krieg wird als schädlich angesehen.und Vernichtungs»-Feldzug zum Scheitern zu bringen. Trotzdem muß der Krieg in China mit größter Geduld behandelt und als ein verlängerter Krieg angesehen werden. bis die revolutionären Kräfte Chinas genügend Macht gesammelt haben. doch lassen sich auf ihm keine konkreten Pläne aufbauen. bis die revolutionären Kräfte aller Länder den Hauptteil der internationalen reaktionären Kräfte zerschlagen und handlungsunfähig gemacht haben. das gilt für alle Zeiten und alle Länder.und Rückzugsgefechte zu führen. und wenn wir daher beim Angriff auf eine dieser Armeen nicht zu einer raschen Entscheidung kommen. In Feldzügen und Schlachten wird rasche Entscheidung gesucht. bevor wir darangingen. um ihre Bestände an Waffen und vor allem an Munition aufzufüllen. so erweist sie sich als vollkommen richtig. Die Rote Armee hat keine Hilfsquellen. Überträgt man jedoch den Inhalt dieser Kritik von der Strategie auf die Taktik bei Feldzügen und Schlachten. in rascher Folge eine Operation nach der anderen durchzuführen. bleiben sie sich dabei doch verhältnismäßig nahe. werden sich die anderen konzentrisch auf uns stürzen. Einer der wichtigsten Grundsätze unserer Strategie des verlängerten Krieges ist. Es hat sich längst erwiesen. Und auch wenn man den Krieg im ganzen betrachtet. wird normalerweise zu allen Zeiten und in allen Ländern die rasche Entscheidung gesucht. Zur Zeit der Li Li-san-Politik bezeichneten manche Leute unser Verhalten spöttisch als «Schattenboxen» und meinten damit unsere Taktik. wenn unser Haar weiß geworden sei. daß man bei ihrer Formulierung von diesem Punkt ausgeht. uns der großen Städte zu bemächtigen. 3. viele Vorstoß.bewundernswert. 2. Sie behaupteten. Da die reaktionären Kräfte Chinas von vielen imperialistischen Mächten unterstützt werden. um jeden einzelnen «Einkreisungs. die wichtigsten Positionen der inneren und äußeren Feinde zu brechen. wird unser revolutionärer Krieg weiterhin ein Krieg von langer Dauer sein. Für Feldzüge und Schlachten gilt das gegenteilige Prinzip nicht lange Dauer. die bereit sein muß. wir würden den Sieg der Revolution erst zu Gesicht bekommen. während es nur eine einzige Rote Armee gibt. sondern rasche Entscheidung. Aus 133 . daß solche Ungeduld fehl am Platze ist. und zwar aus den folgenden Gründen: 1. Obgleich die Weißen Armeen getrennt vorrücken.

und Vernichtungs»-Feldzug zu zerschlagen. Denn Arbeitskraft. Eine schnelle Entscheidung wird nicht erreicht. bedarf es eines großangelegten Feldzugs. oder wenn wir bei einer strategischen Offensive isolierte. solange er sich in Bewegung befindet oder wenn er sich festzusetzen beginnt. Erfassung des günstigsten Augenblicks. Zusammenziehung überlegener Streitkräfte. Nur wenn wir die Absicht haben. Um einen feindlichen «Einkreisungs. finanzielle Hilfsquellen und militärische Kraft in einem Stützpunktgebiet dulden keine lange Kriegsdauer. Der höchste militärische und politische Führungsstab eines Stützpunktgebietes muß die allgemeinen Bedingungen in diesem Gebiet sowie die Lage des 134 . günstiges Gelände. doch auch hier muß man nach dem Prinzip der raschen Entscheidung und nicht nach dem des lange dauernden Krieges handeln. sondern seine Verstärkung zu vernichten.und Umgehungstaktiken. in der Defensive sind und hartnäckig gewisse Positionen in einer festen Front verteidigen. aber seine Stellungen noch nicht verstärkt hat. «den Feind zu bedrängen. Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind. wenn wir.all diesen Gründen müssen wir schnelle Entscheidungskämpfe anstreben. um einen Schlag gegen seine Verstärkung zu führen». Aber selbst dann streben wir noch immer eine schnelle Entscheidung beim Kampf gegen diese Verstärkungen an. Angriffe gegen den Feind. Ein Plan für lang andauernde Operationen kommt öfters in Feldzügen und Schlachten zur Anwendung. strategisch gesehen. Obgleich rasche Entscheidung das allgemeine Prinzip ist. Aber lang andauernde Operationen dieser Art bedeuten für die Rote Armee bei ihren auf schnelle Entscheidung abzielenden Kämpfen mehr Hilfe als Hindernis. müssen wir uns auf eine bestimmte Dauer unserer Operationen gefaßt machen. von jeder Hilfe abgeschnittene feindliche Einheiten angreifen oder auch Widerstandsnester der Weißen innerhalb unserer Stützpunktgebiete liquidieren wollen. wenn man sie herbeiwünscht. Gewöhnlich beenden wir eine Schlacht in wenigen Stunden oder doch in ein bis zwei Tagen. läßt sich in einem Feldzug oder in einer Schlacht keine schnelle Entscheidung erzwingen. und wenn es uns dabei vor allem darauf ankommt. sondern es sind hierzu ganz besondere Bedingungen erforderlich. Die Hauptbedingungen lauten: angemessene Vorbereitung. Anwendung der Einkreisungs. nicht den bedrängten Feind. müssen wir doch vor einer unangebrachten Ungeduld warnen.

Die Zerschlagung des ersten feindlichen «Einkreisungsund Vernichtungs»-Feldzuges in Kiangsi nahm von der ersten bis zur letzten Schlacht nur eine Woche in Anspruch. auch muß er die nötige Geduld und Ausdauer aufbringen. hätte man zweifellos die Hauptstreitmacht der Roten Arme in das Gebiet von Kiangsu-Chekiang-Anhwei-Kiangsi mit Chekiang als Mittelpunkt vorschicken und dann nach allen Richtungen durch den Bezirk zwischen den Städten Hangchow. hätten wir noch weitere zwei oder drei Monate durchhalten und unseren Truppen eine Ruhe. Wuhu. Unter den Umständen.und Vernichtungs»-Feldzuges. Hätten wir das getan und hätte unser Führungsstab sich nach dem Durchbruch etwas klüger verhalten. die damals herrschten. seine Einkreisung zu durchbrechen. Soochow. noch immer in Kraft. die Umzingelung des Feindes zu durchbrechen und auf unsere äußeren Kampflinien (die inneren Kampflinien des Feindes also) hinüberzuwechseln. dann hätte das Ende ganz anders ausgesehen. der vierte dauerte drei Wochen. Nanking. Nan135 . daß man die Dauer eines Feldzuges nach Möglichkeit abkürzen soll. der dritte zog sich drei Monate hin. wenn es sich jedoch zeigt. Nun. Zur Zeit des Zwischenfalls von Fukien 37 . wird dies unsere übliche Operationsmethode werden.und Erholungspause gönnen sollen. den fünften Feldzug des Feindes zu zerschlagen. Bei der Aufstellung von Feldzugsund Schlachtplänen müssen wir ein Maximum an Anstrengung auf die Konzentration der Truppen. Bei alledem bleibt jedoch der Grundsatz. daß der Feldzug nicht auf unseren inneren Kampflinien beendet werden kann. um ihn dort zu schlagen. legten wir dabei eine unverantwortliche Eile an den Tag. um die Vernichtung des Feindes auf den inneren Kampflinien (also innerhalb des Stützpunktes) zu sichern und die rasche Niederschlagung seines «Einkreisungs. Der zweite Feldzug wurde in knapp vierzehn Tagen zerschlagen. und nun gezwungen waren. vor ertragbaren Strapazen nicht fürchten und sich durch Rückschläge nicht entmutigen lassen. da der Feind seinen Stellungskrieg so beträchtlich entwickelt hat. den Bewegungskrieg usw. Als wir es nicht geschafft hatten. und der fünfte stellte unsere Ausdauer ein ganzes Jahr auf die Probe. verwenden. zwei Monate nach Beginn unseres fünften Gegenfeldzuges. bevor er zum Stillstand kam. sollten wir die Hauptstreitmacht der Roten Armee dazu einsetzen.Feindes genau einkalkulieren und darf sich unter keinen Umständen durch die Grausamkeit des Feindes einschüchtern lassen.

Nur indem wir die effektive Stärke des Feindes . haben wir selber Verluste. der im südlichen Kiangsi und im westlichen Fukien angriff. wollte man einen «Wettbewerb der Reichtümer» nicht zwischen zwei Drachenkönigen. der Roten Armee Chinas heute zu einem «Zermürbungskampf» zu raten. So hätten wir unsere strategische Defensive in eine strategische Offensive umgewandelt. Schließlich wäre es auch recht lächerlich. gegen Chekiang vorzurücken. da er ja seine lebenswichtigen Zentren hätte verteidigen müssen. den fünften Feldzug des Feindes zu zerschlagen.vernichten. und uns blieb nichts anderes übrig.und Vernichtungs»Feldzüge zerschlagen und unsere revolutionären Stützpunkte ausdehnen.chang und Foochow marschieren lassen sollen. wir hätten seinen Angriff auf den Stützpunkt in Kiangsi zurückgeworfen und der Volksregierung in Fukien Hilfe bringen können ganz gewiß hätten wir das tun können. und der Zusammenbruch der Volksregierung war unvermeidlich. konnte der fünfte «Einkreisungs. war jede Hoffnung. ist der Vernichtungskrieg die grundsätzlich richtige Politik. Für die Rote Armee.und Vernichtungs»Feldzug nicht zerschlagen werden. ist ein Weg zu seiner Vernichtung sonst hätten sie keinen Sinn. Auf diese Weise hätten wl. Als auch dieser Plan abgelehnt wurde. die jedoch durch die Vernich136 . den Kampf gesucht. Dem Feind Verluste zuzufügen. den Feind aus Kiangsi nach Hunan hineingetrieben und ihn dort vernichtet. Wir hätten durch diese Maßnahmen den Feind. Da jedoch dieser Plan abgelehnt wurde. als uns auf den Langen Marsch zu begeben. 9. endgültig zunichte gemacht. können wir seine «Einkreisungs. hätten wir trotzdem in einer anderen Richtung zur strategischen Offensive übergehen können. wenn wir nämlich unsere Hauptstreitkräfte gegen Hunan in Marsch gesetzt hätten und somit in Mittelhunan eingedrungen wären. Indem wir dem Feind Verluste zufügen. die lebenswichtigen Zentren des Feindes bedroht und in den weiten Gebieten. sondern zwischen einem Drachenkönig und einem Bettler veranstalten. Vernichtungskrieg Es ist unangebracht. zur Umkehr gezwungen. in denen der Feind noch keine Stellungen hatte. Und obgleich es nach einjährigen Kämpfen für uns ungünstig geworden war. die fast ihre gesamte Ausrüstung vom Feind bezieht. anstatt durch Hunan gegen Kweichow zu ziehen.

Eine Schlacht. Die Streitkräfte. so dürfen wir doch nicht von ihr abhängig werden.und Umgehungstaktiken. wenn wir es mit einem sehr starken Gegner zu tun haben. und diese Produktion wird uns obendrein noch von den Transportabteilungen 137 . Trotzdem bedeutet eine Vernichtungsschlacht stets einen schweren und unmittelbaren Schlag für jeden Gegner.und Vernichtungs»-Feldzugs des Feindes wandten wir die Mittel des Vernichtungskrieges an. Unentbehrliche Vorbedingungen für die Vernichtung des Gegners sind die Unterstützung durch die Bevölkerung. und doch wurden so alle diese «Einkreisungs. einem Mann einen Finger abzuhacken. als zehn in die Flucht zu schlagen. Wir haben einen Anspruch auf die Produktion der Arsenale von London und Hanyang. die bei jedem dieser Feldzüge vernichtet wurden.und Vernichtungs»-Feldzüge zerschlagen. Der Vernichtungskrieg bedingt die Zusammenziehung größerer Truppenmengen und die Anwendung von Einkreisungs. So werden die Verluste durch die Gewinne gerechtfertigt. eine verwundbare feindliche Streitmacht und der Vorteil der Überraschung. Andernfalls ist eine solche Schlacht sinnlos. und diese Tatsache ermöglichte es dem Feind. Auch wenn wir eine eigene Kriegsindustrie aufbauen. Einen Feind lediglich zu schlagen oder ihn entweichen zu lassen. Es muß ein Grundsatz unserer Politik bleiben. als alle zehn Finger zu verletzten. daß wir uns hinsichtlich unseres eigenen Bedarfs auf die Kriegsindustrie der imperialistischen Länder und die unseres Feindes im eigenen Land verlassen.tung seiner Einheiten aufgewogen werden. zweiten. Bei der Bekämpfung des ersten. Das eine ist ohne das andere nicht durchzuführen. Wir gleichen hierbei nicht nur unsere Verluste aus. eine Division des Feindes zu vernichten. hat nur dann Sinn. dritten und vierten «Einkreisungs. ist nicht grundsätzlich entscheidend. Es ist wirksamer. ein günstiges Gelände. wenn unsere Hauptstreitmacht in der Schlacht oder dem gesamten Feldzug ihre Vernichtungsoperationen auf andere feindliche Einheiten konzentriert. in welcher der Feind geschlagen wird. sondern vergrößern die Stärke unserer Armee. Bei unserem fünften Gegenfeldzug aber verfolgten wir die entgegengesetzte Politik. seine Ziele zu erreichen. stellten zwar nur einen Teil der Gesamtstreitmacht des Feindes dar. es ist wirksamer.

138 . Das ist kein Scherz. sondern die reine Wahrheit.des Feindes angeliefert.

die zum Halbproletariat gehört und die gemeinsam mit den Bauern die große Masse der Landbevölkerung bildet. Red. deren Handelshäuser ausländische Interessen in China vertreten.) die zu einem geringen Teil noch über eigene Produktionsmittel oder eigenen Landbesitz verfügen. als halbfeudal.) 5. Jahrhundert v. Frankfurt a. Mao Tse-tung rechnet zu den Kleineigentümern jene sozialen Gruppen (halbselbständige Bauern. Die Wissenschaft der Strategie behandelt Gesetzmäßigkeiten der gesamten Kriegssituation. Während des 19. Wörtlich wird diese Gruppe. Sun Wu Tzu oder Sun Wu war ein berühmter chinesischer Militärwissenschaftler aus dem 5. 1963. als «halbproduktionsmittellose Klasse» bezeichnet. die Feldzugswissenschaft und die taktische Wissenschaft bilden Teile der chinesischen Militärwissenschaft. die Feldzugswissenschaft behandelt Gesetzmäßigkeiten der Feldzüge und die taktische Wissenschaft behandelt Gesetzmäßigkeiten der Schlachten. Jahrhunderts war einzig diesen Kaufleuten der Handel mit dem Ausland erlaubt. eine aus dreizehn Kapiteln bestehende Abhandlung über den Krieg. weil ausländische Mächte über bestimmte Vorrechte wie Konzessionen und eigene Konsulargerichtsbarkeiten und Territorien verfügten. M. Diese Handelsleute werden Compradores nach den in iberischen Diensten stehenden Kaufleuten der MingZeit (1368-1644) genannt. der den <Sun Tzsu> schrieb. Chr. Formosa usw. weil Gebiete wie Hongkong. Red. 1963. kleine Handwerker. Kapitel mit dem Titel <Die Strategie des Angriffs>.. Mao Tse-tung bezeichnet China als kolonial.) 2. als halbkolonial.Anmerkungen 1. (Siehe auch (Analyse der chinesischen Gesellschaftsklassen> vom März 1926. Als international verpflichtete Bourgeoisie werden hauptsächlich jene Handelsherren bezeichnet. weil die feudale Ordnung bereits angegriffen und die kapitalistische Wirtschaft im Entstehen war. von fremden Mächten annektiert waren. Frankfurt a. Kleinhändler usw.) 139 . 3. Die Wissenschaft der Strategie. (Siehe auch 'Analyse der chinesischen Gesellschaftsklassen' vom März 1926 in: Mao Tse-tung (Ausgewählte Schriften. 4.. (Anm. M. Das Zitat stammt aus dern 3. in: Mao Tsetung <Ausgewählte Schriften>.) (Anm.

die Kapitulationisten hätten zu jener Zeit «freiwillig die Führerschaft der Partei über die Massen der Bauern. Die Politik Li Lisans ist durch folgendes gekennzeichnet: Sie verstieß gegen die vom Sechsten Nationalkongreß festgelegte Politik. Peking 1961. Sie vertraten den reaktionären trotzkistischen Standpunkt und gründeten mit den Trotzkisten eine kleine parteifeindliche Fraktion. Mai» [1919] genoß. als Genosse Mao Tse-tung diesen Artikel verfaßte. daß wir auf lange Zeit hinaus unsere Aufmerksamkeit vor allem darauf richten 140 . Konsequenterweise wurde Chen Tu-hsiu im November 1929 aus der Partei ausgestoßen. daß für die Revolution der Aufbau der Massen notwendig sei. 7. und sie wollte nicht einsehen. läßt sich auf die links-opportunistische Tendenz zurückführen. daß die Entwicklung der Revolution ungleichmäßig voranging. der zu jenem Zeitpunkt ein sehr einflußreiches Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas war. Er starb im Jahre 1942. Genosse Mao Tse-tung sagt. die von Juni 1930 an für vier Monate in der Partei existierte. sie verneinte. Auf Grund des Rufs. Er gehört zu den Begründern der Kommunistischen Partei Chinas. Chen Tu-hsiu war ursprünglich Professor an der Pekinger Universität und wurde dann als einer der Herausgeber der Neuen Jugend berühmt. Der «Links»-Opportunismus Li Li-sans. und damit die Niederlage der Revolution verursacht». In der letzten Periode der Revolution von 1924-1927 entwickelte sich das von Chen Tu-hsiu vertretene «Rechtsabweichlertum» innerhalb der Partei zur Kapitulationsbereitschaft. das städtische Kleinbürgertum und die mittlere Bourgeosie aufgegeben. Ihr Hauptvertreter war Genosse Li Li-san.) 6.(Anm. und auch auf Grund der Unreife der Partei in ihrem Anfangsstadium wurde er Generalsekretär der Partei. vor allem aber die Führerschaft der Partei über die bewaffneten Kräfte. sie betrachtete die Ideen des Genossen Mao Tse-tung. Im Jahre 1936.) Nach der Niederlage von 1927 verloren Chen Tu-hsiu und eine Handvoll anderer Kapitulationisten allen Glauben an die Zukunft der Revolution und wurden zu Liquidationisten. (Die gegenwärtige Lage und unsere Aufgaben) in: Ausgewählte Schriften Mao Tse-tungs Band IV. 8. allgemein als «Li Li-sanLinie» bekannt. waren seit der Gründung der Kommunistischen Partei Chinas im Juli 1921 genau fünfzehn Jahre vergangen. Red. den er zur Zeit der «Bewegung vom 4.

Auf der dritten Plenarsitzung des Sechsten Zentralkomitees der Partei im September 1930 gab Genosse Li Li-san die Fehler. und auch die breiten Massen der Kader und Parteimitglieder verlangten ihre Berichtigung. die Ungleichmäßigkeit in der Entwicklung der Weltrevolution anzuerkennen. und erklärte. Nachdem Genosse Li Li-san lange Zeit hindurch bestrebt gewesen war.. Er wollte auch nicht einsehen. Gleichzeitig weigerte er sich. das ganze Land mit einer hohen Brandungswoge der Revolution zu überschwemmen. sie verlangte. Genosse Mao Tse-tung widersprach diesen irrigen Ansichten. wiederum gegen die Maßnahmen des Zentralkomitees auf. In ihrer Flugschrift 'Die zwei Linien oder Der Kampf 141 . äußerst irrigen . Bei seiner dritten Plenarsitzung. sei damit der Beginn eines Übergangs zur sozialistischen Revolution gegeben. beschieß das Sechste Zentralkomitee der Partei eine Reihe positiver Maßnahmen. um der Politik Li Li-sans ein Ende zu machen. Nach der Sitzung jedoch traten einige Parteimitglieder. der allgemeine Ausbruch der chinesischen Revolution müsse unweigerlich zu einem allgemeinen Ausbruch der Weltrevolution führen und die chinesische Revolution könne nur Erfolg haben. seine falschen Ansichten zu korrigieren. daß die bürgerlich-demokratische Revolution in China ein langwieriger Prozeß ist. 9. wenn sie von einem Ausbruch der Weltrevolution begleitet sei. als einen «für die bäuerliche Mentalität charakteristischen. zu und trat von seinem leitenden Posten im Zentralkomitee zurück. Auf Grund dieser falschen Meinung entwarf Genosse Li Li-san einen abenteuerlichen Plan zur Organisierung sofortiger bewaffneter Aufstände in den wichtigeren Städten des ganzen Landes. mit Hilfe der ländlichen Gebiete die Städte einzukreisen und diese Stützpunkte dazu zu verwenden. lokal begrenzten und konservativen Standpunkt». wurde er auf dem Siebenten Nationalkongreß der Partei wieder ins Zentralkomitee gewählt. die im September 1930 abgehalten wurde. die man ihm vorgeworfen hatte. daß man Vorbereitungen für sofortige Aufstände in allen Teilen des Landes treffen solle.müßten. die noch keine Erfahrung im praktischen revolutionären Kampf hatten an ihrer Spitze die Genossen Chen Shae-yu (Wang Ming) und Chin Pang-hsien (Po Ku) -. ländliche Stützpunkte zu schaffen. sobald sich in einer oder mehreren Provinzen ein Sieg abzeichne. und behauptete.. In dieser Weise formulierte er eine ganze Reihe unzutreffender und abenteuerlicher «linker» Devisen.

um die weitere Bolschewisierung der Kommunistischen Partei Chinas» erklärten sie mit leidenschaftlichem Nachdruck. Um ihre eigene Tätigkeit zu rechtfertigen. und der Fortschritt der chinesischen Revolution wurde verzögert. Chang Kuo-tao war ein Verräter an der chinesischen Revolution. 142 . Hier endete die Vorherrschaft dieser irrigen Einstellung und es wurde eine neue Führung des Zentralkomitees unter dem Vorsitz von Genosse Mao Tse-tung eingesetzt. die Hauptgefahr innerhalb der Partei sei nicht der «Linksopportunismus». die im Jahre 1935 in Tsunyi in der Provinz Kweichow durch das Zentralkomitee einberufen wurde. sondern der «Rechtsopportunismus». Die irrige «Linkslinie» dominierte also eine sehr beträchtliche Zeit (4 Jahre) in der Partei und brachte der Partei wie der Sache der Revolution außerordentlich schwere Verluste mit katastrophalen Folgen. Sie legten ein neues politisches Programm vor. die chinesische Rote Armee und ihre Stützpunkte erlitten einen Verlust von 90%. 10. Genosse Mao Tse-tung schrieb das Werk <Strategische Probleme in Chinas revolutionärem Krieg> in der Hauptsache. und wandten sich gegen die richtigen Anschauungen des Genossen Mao Tse-tung. haben auf Grund persönlicher Erfahrungen im Verlauf einer Reihe von Jahren ihre Fehler erkannt und revidiert und daraufhin der Partei und dem Volk noch viele wertvolle Dienste geleistet. kritisierten sie die Li Li-san-Linie als «rechts orientiert». Unter der Führung des Genossen Mao Tse-tung haben sie sich mit allen anderen Parteigenossen auf der Basis eines gemeinsamen politischen Verständnisses zusammengefunden. wiederbelebte oder entwickelte. Die meisten der Genossen. um die militärischen Fehler dieser neuen «Linksopportunisten» einer Kritik zu unterziehen. Diese irrige Einstellung dominierte in der Partei von der Vierten Plenarsitzung des Sechsten Zentralkomitees im Januar 1931 bis zur Versammlung des Politbüros. In den revolutionären Stützpunktgebieten mußten mehrere zehn Millionen Menschen unter der grausamen Unterdrükkung durch die Kuomintang leiden. Die Kommunistische Partei Chinas. das die Li Li-sanLinie sowie andere «linke» Ideen und Anschauungen auf eine neue Weise fortführte. die diese irrige Ansicht vertreten hatten. Die von der Siebenten Plenarsitzung des Sechsten Zentralkomitees im April 1945 angenommene «Resolution über bestimmte Fragen in der Geschichte unserer Partei» enthielt eine ausführliche Übersicht über die verschiedenen Aspekte dieser irrigen Meinung.

Chang Kuo-tao hingegen. (<Kommunismus> in W. daß dieser «das Wichtigste am Marxismus. Der Erste Parteikongreß im Grenzbezirk von Hunan-Kiangsi wurde am 30. nämlich die konkrete Analyse der konkreten Bedingungen aufgegeben habe». Lenin Gesammelte Werke. Mai 1928 in Maoping im Distrikt Ningkang abgehal143 . nach der seine Truppen immer nur stückweise vorrückten und sich nach jedem Anlauf sofort wieder verschanzten. I.) 13. In einer Kritik über den ungarischen Kommunisten Bela Kun sagte Lenin. die lebendige Seele des Marxismus. Außerdem entfaltete er ganz öffentlich eine verräterische Tätigkeit gegen die Partei und das Zentralkomitee. In regelmäßigem Turnus wurden Offiziere der bewaffneten Kräfte Tschiang Kaischeks dorthin entsandt. Diese neuen militärischen Prinzipien sind im wesentlichen der Anlaß für die «Stellungskrieg»-Politik Tschiang Kai-scheks. Innerhalb der Partei beging er viele Fehler und machte sich schließlich ernster Verbrechen schuldig. welche die Vierte Frontarmee erlitt. Das Offiziers-Schulungskorps in Lushan war ein Institut. die Genosse Mao Tse-tung und das Zentralkomitee leisteten. das Tschiang Kai-schek im Juli 1933 im Lushan-Gebirge von Kiukang in der Provinz Kiangsi begründete und in dem antikommunistische Militärkader trainiert wurden. unterstellten sich die Vierte Frontarmee und ihre zahlreichen Kader bald wieder der rechtmäßigen Führerschaft des Zentralkomitees und spielten in den späteren Kämpfen eine ehrenhafte Rolle. der sich als unbelehrbar erwies. Vor allem widersetzte er sich im Jahre 1935 dem Nordmarsch der Roten Armee und befürwortete einen defaitistischen und liquidationistischen Rückzug der Roten Armee in die Gebiete der nationalen Minderheiten an der Grenze zwischen Szechuan und Sikang. begründete sein eigenes Pseudo-Zentralkomitee. italienischen und amerikanischen Instrukteuren geleiteten faschistischen militärischen und politischen Trainingskursen teilzunehmen. 11. 12. entwich im Frühjahr 1938 aus der Grenzgegend von Shensi-Kansu-Ningsia und trat in die Geheimpolizei der Kuomintang ein. trat er schon als junger Mann in die Kommunistische Partei Chinas ein. Dank der geduldigen Erziehungsarbeit.Da er auf den Erfolg der Revolution spekulierte. zerstörte die Einheit der Partei und der Roten Armee und war so verantwortlich für die schweren Verluste. um an den von deutschen.

also die Zentrale Rote Armee. unbewohnte Sumpfgebiete. 15. in der die revolutionäre Flut in Rußland allmählich abebbte. In der alten chinesischen Farbsymbolik verkörpert die Farbe Rot das Erfreuliche. die sich einer offensichtlich überlegenen Streitmacht gegenübersahen.ten. Nachdem die Rote Armee unsagbare Leiden erduldet und immer wieder die Einkreisungs-. das Glück. daß die deutschen Imperialisten einen Angriff gegen die neuentstandene Sowjetrepublik unternahmen. ihren großen strategischen Rückzug. Kansu und Shensi. Lebendige. 14. Durch den Abschluß dieses Vertrages gewann die Sowjetrepublik Zeit. die noch nicht über eine eigene Armee verfügte. Siehe hierzu 'Kurzer Abriß der Geschichte der KPdSU (B). Der Friedensvertrag von Brest-Litowsk wurde im März 1918 zwischen Sowjetrußland und Deutschland abgeschlossen. Verfolgungs. Hunan. um die politische Macht des Proletariats zu festigen. der Dritten und der Fünften Armeegruppe der Roten Armee der chinesischen Arbeiter und Bauern. 16. Yünnen. Bei ihrem Langen Marsch von 25 000 Li (12 500 km) zog die Rote Armee von der Provinz Kiangsi in den Nordteil der Provinz Shensi. um zu vermeiden. 3. Sie brach von Changting und Ninghua im westlichen Fukien und von Juichin und Yutu im südlichen Kiangsi auf und durchzog die elf Provinzen Fukien. Szechuan. Organisation und eindeutiger politischer Führung ergeben. Sikang.) 17. Die Bezeichnung «Marodeurstum» bezieht sich auf die Plünderungen und Ausschreitungen. Kiangsi. (Anm. Kap. von ewigem Schnee bedeckte Berge und marschierte quer durch wilde. bestehend aus der Ersten. Die Zeit nach der Niederschlagung des Dezemberaufstands von 1905. Sie überwand hohe. Die revolutionären Truppen. hingegen wird Weiß stets zur Kennzeichnung des Unglücks.und Störversuche des Feindes zunichte gemacht hatte. Kwangtung. Kweichow. Im Oktober 1934 begann die Erste Frontarmee. 18. Red. Kwangsi. die Wirtschaft zu reorganisieren und die Rote 144 . mußten vorübergehend zurückweichen. beendete sie im Oktober 1935 ihren ununterbrochenen Marsch über 25 000 Li und langte siegreich im revolutionären Stützpunktgebiet von Nordshensi an. Abschnitte 5 und 6. die sich aus einem Mangel an Disziplin. der Trauer und des Todes gebraucht.

20. Chr.und Bauernregierung. befahl Chang Kuo-tao den Vorhuteinheiten der Vierten Frontarmee. Er wird Shih Nai-an zugeschrieben. Frankreichs. Die Staaten Lu und Chi waren zwei Feudalstaaten der Frühlingsund Herbstära (722—481 v. Jahrhundert n. Oktober 1927 begannen die Bauern von Haifeng und Lufeng in der Provinz Kwangtung unter Führung der Kommunistischen Partei Chinas mit ihrem dritten Aufstand. Siehe hierüber den Brief von Marx an Kugelmann über die Pariser Kommune. die insgesamt mehr als 20 000 Mann stark waren.) lebte. die er bis dahin verfolgt hatte. Nachdem diese Westkolonne schon im Dezember 1936 durch Niederlagen in mehreren Schlachten praktisch vernichtet wurde. Als dann im Oktober desselben Jahres die Zweite und die Vierte Frontarmee in Kansu eintrafen. in dem ein Bauernkrieg beschrieben wird. der Staat Lu war kleiner und lag im südlichen Teil dieser Provinz. 22. erfolgte ihre endgültige Vernichtung im März 1937. Später wurden sie besiegt. Lin Chung und Chai Chin sind Helden dieses Romans. Im Herbst 1936 vereinigten sich die Vierte Frontarmee und die Zweite Frontarmee der Roten Armee und zogen gemeinsam aus dem nordöstlichen Teil von Sikang nach Norden. die stark genug war. den Feind zu unterschätzen. 19. Hung ist der Ausbilder auf dem Besitztum Chai Chins. Japans. 23. Der Herzog Chuang regier145 . Sie besetzten Haifeng. die Weißgardisten und die Interventionstruppen Großbritanniens. der Vereinigten Staaten. weil sie den Fehler begingen. Chr. sich zu einer Westkolonne zusammenzuschließen. die den Gelben Fluß überschreiten und westlich gegen Chinghai vorstoßen sollte. Am 30. Polens und anderer Staaten in den Jahren 191820 zu schlagen. Chang Kuo-tao beharrte zu dieser Zeit noch auf seiner Rückzugsund Liquidierungspolitik. So konnte das Proletariat eindeutig die Führung über die Bauern übernehmen und eine Streitmacht auf die Beine stellen. Lufeng und die umliegenden Gebiete. der gegen Ende der Yuan-Dynastie und zu Beginn der Ming-Dynastie (im 14. <Shui Hu Chuan> ist der Titel eines berühmten chinesischen Romans. Der Staat Chi war ein großer Staat in der Mitte der heutigen Provinz Shantung. 21.Armee aufzubauen. organisierten eine Rote Armee und eine demokratische Arbeiter.).

schlug.) trägt. 146 . während Wang Mang über ein Heer von 400 000 Mann verfügte.te von 693 bis 662 v. zunutze. sich mitten im Strombett befanden. denn Liu Hsius Streitkräfte betrugen insgesamt 8000 bis 9000 Mann. die Truppen Wang Mangs. Zahlenmäßig bestand ein außerordentlich großer Unterschied zwischen den beiden Parteien. der Generäle Wang Shun und Wang Yu. und Liu Pangs Truppen wurden fast völlig geschlagen. der verächtlich auf seinen Gegner herabsah. lieferten. mit nur 3000 Mann Elitetruppen die Hauptmacht Wang Mangs zu schlagen. Aber Liu Hsiu machte sich die Sorglosigkeit der Befehlshaber Wang Mangs. Yuan Shaos Armee geriet in schwere Verwirrung. Sie war Schauplatz der Kämpfe. Chr. Dann stürzte er sich auf sie und eroberte Chengkao zurück. Yuan Shao war mit 100 000 Mann angetreten. Tsochiu Ming war der Verfasser des <Tso Chuan>. schlecht ausgerüstete und versorgte Streitmacht hatte. Die alte Stadt Chengkao im Nordwesten des heutigen Bezirks Chengkao der Provinz Honan war von großer militärischer Bedeutung. über Lu. Chr. der Begründer der östlichen Han-Dynastie. 26. während Tsao Tsao nur eine schwache. 27. Chr. einer klassischen Chronik der Tschou-Dynastie. an dem Liu Hsiu. schickte seine leichtfüßigen Soldaten zu einem Überraschungsangriff vor und ließ sie das Versorgungslager des Feindes in Brand setzen. des Kaisers der Hsin-Dynastie. Kuantu lag im Nordosten des heutigen Bezirks Chungmou der Provinz Honan und war der Schauplatz der Schlacht. Dann nutzte er jedoch die mangelnde Wachsamkeit der Truppen Yuan Shaos. Chr. Dann rundete er seinen Sieg ab. 25. Zuerst nahm Hsiang Yu Yunyang und Chengkao. zwischen dem König Liu Fang von Han und dem König Hsiang Yu von Chu stattfanden. aus. und ihre Hauptmacht wurde vernichtet. Chr. das die Überschrift <Das zehnte Jahr des Herzogs Chuang> (684 v. 24. Die alte Stadt Kunyang im Norden des heutigen Bezirks Yehhsien der Provinz Honan war der Ort. Liu Fang wartete den Augenblick ab. und es gelang ihm. im Jahre 23 v. Der zitierte Abschnitt steht in dem Kapitel dieses Werks. in dem Hsiang Yus Truppen. die den Chishui-Fluß überquerten. die den Feind unterschätzten. die im Jahre 203 v. indem er den Rest der feindlichen Truppen in die Flucht jagte. welche sich die Armeen Tsao Tsaos und Yuan Shaos im Jahre 200 n.

147 . überquerte den Fluß. der Staat Wei von Tsao Tsao. welche die östliche Tsin-Dynastie zu Lande und auf dem Fluß aufbringen konnte. an dem Lu Sun. Die Armee der östlichen TsinDynastie nahm diese Gelegenheit wahr. Chihpi liegt am Südufer des Jangtsekiang. Fu Chien befehligte mehr als 600 000 Mann Fußvolk. auf dem Wasser zu operieren. Im Jahre 208 n. Fu Chien kam dieser Aufforderung nach. eröffnete den Angriff und schlug den Feind. Der Staat Wu wurde von Sun Chuan regiert. eine 270000 Mann starke Reiterei und dazu eine Elitetruppe von mehr als 30000 Mann. so daß die Truppen der östlichen Tsin-Dynastie den Fluß überqueren und den Kampf auf dem jenseitigen Ufer austragen könnten. 30. sich insgesamt auf nur 80 000 Mann beliefen. Im Anfang des Krieges hatten die Truppen Liu Peis nacheinander mehrere Siege errungen und waren 500 oder 600 Li weit in das Gebiet von Wu bis nach Yiling eingedrungen. Chr. daß Tsao Tsaos Armee von Seuchen befallen und nicht daran gewöhnt war. Dann aber schlug Lu Sun die feindliche Armee. war der Ort. machte sich Hsieh Hsuan die Überheblichkeit und den Dünkel der feindlichen Truppen zunutze und forderte Fu Chien auf. bis Liu Pei «am Ende seiner Geduld angelangt und seine Truppen erschöpft und demoralisiert waren». am Feishui-Fluß in der Provinz Anhwei. Chr. ein General des Staates Wu. führte Tsao Tsao eine Armee von mehr als 500 000 Mann er behauptete sogar. Sun Chuan und Liu Pei. im Jahre 222 n. das im Osten des heutigen Bezirks Ichang in der Provinz Hupeh gelegen ist.28. schlug. Hsich Hsuan. seine Einheiten etwas zurückzunehmen. die Armee Liu Peis. der Yiling verteidigte. Yiling. doch als er den Rückzug befahl. ein General der östlichen Tsin-Dynastie. des Herrschers von Shu. gerieten seine Truppen in Panik und waren nicht mehr zu halten. während die Streitkräfte. schlug im Jahre 383 n. 29. wich mehr als sieben Monate lang einer Schlacht aus. sie sei 800 000 Mann stark zum Angriff gegen Sun Chuan. Dieser brachte zusammen mit Tsao Tsaos Gegner Liu Pei eine Streitmacht von 30 000 Mann auf. setzten mit vereinten Kräften Tsao Tsaos Flotte in Brand und schlugen seine Armee. die wußten. den Herrscher des Staates Chin. indem er sich einen günstigen Wind zunutze machte und ihr Zeltlager in Brand setzte. Lu Sun. Fu Chien. Als die Armeen an den beiden Ufern des Feishui-Flusses aufmarschiert waren. Chr. also im Nordosten von Chiayu in der Provinz Hupeh.

Chen Yi und Lin Piao in die Chingkang-Berge durch und vereinigte sich dort mit den Streitkräften der Ersten Division der Ersten Revolutionären Armee der Arbeiter und Bauern. als sie sich den Orten Chaochow und Swatow in der Provinz Kwangtung näherte. erlitt jedoch eine Niederlage.31. Siehe hierzu einige Aufsätze in W. August 1927. 35. Die A-B-Gruppe (die Anti-Bolschewisitsche Gruppe) war eine konterrevolutionäre Organisation von Geheimagenten der Kuomintang in den roten Gebieten. die von den Hui-Völkern besiedelt sind. Chu Teh. Weiterführung und Abschluß zusammensetzen. den die Kommunistische Partei Chinas unternahm. Kap. bis zum 19. 36. auf die hier angespielt wird. Pingkiang und Liuyang alles Distrikte im Grenzbezirk von HunanKiangsi durchgeführt. Nanchang. Diese Einheiten bildeten zusammen die Erste Division der Ersten Revolutionären Armee der Arbeiter und Bauern. sind die von den Tibetern bewohnten in Sikang sowie diejenigen Bezirke in den Provinzen Kansu. 34. Genosse Mao Tse-tung führte diese Streitmacht in die ChingkangBerge. wie geplant. Jahrhundert. die Hauptstadt der Provinz Kiangsi. von Nanchang zurück. 7. wobei jeder dieser Teile wiederum in zwei Unterabtei148 . Abschnitt 7. Ein Teil der Truppen schlug sich dann unter dem Befehl der Genossen Chu Teh. 32. Am 5. Mittelteil. Der «achtbeinige Aufsatz» war die für die Aufsätze vorgeschriebene Form bei den kaiserlichen Auswahlprüfungen des feudalen China vom 15. Ho Lung und Yeg Ting angeführten Aufstand teil. war der Schauplatz des berühmten Aufstandes vom 1. Chinghai und Sinkiang. Ein solcher Aufsatz mußte sich aus Einleitung. 33. Pinghsiang. die von dem Genossen Mao Tse-tung angeführt wurde. Der berühmte Aufstand zur Herbsternte unter der Führung des Genossen Mao Tse-tung brach im September 1927 aus und wurde von den bewaffneten Volkseinheiten von Hsiushui. Die Gebiete. um die Gegenrevolution Tschiang Kai-scheks und Wang Ching-weis zu bekämpfen und die Revolution von 1924-27 weiterzuführen. Lenin (Gesammelte Werke» sowie 'Kurzer Abriß der Geschichte der KPdSU (B)>. August zog sich die Armee der Aufständischen. wo ein revolutionärer Stützpunkt begründet wurde. Mehr als 30 000 Mann nahmen an diesem von den Genossen Tschou En-lai. I.

Dabei schlossen sie ein Abkommen mit der Roten Armee. 149 . Feldarmee der Kuomintang gemeinsam mit den Li Chi-shen unterstehenden Streitkräften der Kuomintang im November 1933 öffentlich von Tschiang Kai-schek los und begründeten die «Revolutionäre Volksregierung der Republik China» in Fukien. um den Dogmatismus zu verspotten. um Tschiang Kai-schek anzugreifen und Japan Widerstand zu leisten. Die 19. 37.lungen aufzugliedern war. Im Text werden diese Ereignisse als «Zwischenfall von Fukien» bezeichnet. Genosse Mao Tse-tung benutzt das Bild der Entwicklung des Themas in einem derartigen Aufsatz. Unter dem Einfluß der anschwellenden allgemeinen Empörung gegen Japan im ganzen chinesischen Volk sagten sich die Anführer der 19. Frontarmee und die Volksregierung von Fukien brachen allerdings später unter den Angriffen der Truppen Tschiang Kaischeks zusammen. um die Entwicklung der Revolution in ihren verschiedenen Stadien zu illustrieren. Im allgemeinen jedoch verwendet Genosse Mao Tse-tung den Ausdruck «achtbeiniger Aufsatz».

die zu Beginn des Widerstandskrieges. Daraufhin wuchsen die Achte Frontarmee und die Neue Vierte Armee. also im Jahre 1937. Genosse Mao Tsetung wandte sich gegen diese Einstellung und schrieb diesen Aufsatz. um den Weg aufzuzeigen. vor den Japanern zu kapitulieren oder einen Bürgerkrieg im ganzen Lande zu entfachen. immer mehr an. war die Volksbefreiungsarmee. kaum mehr als 40 000 Mann zählten. was Tschiang Kai-schek davon abhielt.Strategische Fragen im Guerillakrieg gegen Japan Mai 1938 Zu Beginn des Widerstandskrieges gegen Japan haben viele Menschen innerhalb und außerhalb der Partei die strategische Bedeutung des Guerillakrieges unterschätzt und ihre Hoffnung nur auf die reguläre Kriegführung insbesondere auf die Operationen der Kuomintang-Truppen. 150 . stark genug. Diese Armeen bauten viele revolutionäre Stützpunkte auf und spielten eine große Rolle in diesem Krieg. Als er dann im Jahre 1946 schließlich einen solchen Bürgerkrieg entfachte. den die Guerillakriegführung im Kampf gegen Japan einschlagen muß. um seinen Angriffen Widerstand zu leisten. zu einer großen Armee von einer Million Mann geworden waren. gesetzt. zu der die Achte Frontarmee und die Neue Vierte Armee sich zusammengeschlossen hatten. bis sie schließlich im Jahre 1945. als die Japaner sich ergaben.

aber Japan ist ein kleines Land und verfügt nicht über genügend Soldaten. es kann auf eine zuverlässige Armee und breite Volksmassen zählen. der Guerillakrieg an zweiter. Außerdem ist China fortschrittlich. ist von einem kleinen und starken Land angegriffen worden. Kapitel Warum stellen wir im Guerillakrieg die Frage der Strategie? Im Widerstandskrieg gegen Japan steht die reguläre Kriegführung an erster Stelle. größere Gebiete zu besetzen. und sie würde nur taktische. beide geführt von der Kommunistischen Partei. Der Feind hält weite Gebiete unseres großen Landes besetzt. in dem der Guerillakriegführung lediglich die Aufgabe zufiele. dann würde die Guerillakriegführung bei allen militärischen Operationen ebenfalls nur eine Nebenrolle spielen. das Land lückenlos zu besetzen. falls diese Vertreibung länger dauern sollte. daraus ergibt sich das ganze Problem. entweder den eindringenden Feind rasch wieder zu vertreiben oder ihn. sondern es ist ein großes und schwaches Land. aber keine strategischen Probleme stellen. warum stellen wir dann die Frage nach der Strategie? Wäre China ein kleines Land. Wenn sich demnach im Guerillakrieg nur taktische Probleme ergeben. und daraus hat sich ein verlängerter Krieg entwickelt. so erhöben sich selbstverständlich nur taktische. so daß es sich nicht um irgendeinen kleinen Krieg handelt. das sich allerdings in einem Stadium des Fortschritts befindet. aber keine strategischen Probleme. das heißt. Wäre China andererseits so stark wie die Sowjetunion und imstande.1. sondern in unabhängigen Operationen auf den äußeren Kampflinien besteht. so daß unsere Guerillakriegführung gegen Japan im wesentlichen nicht aus Operationen auf den inneren Kampflinien zur Unterstützung der Feldzüge der regulären Truppen. die Operationen der regulären Truppen über kurze Entfernungen zu unterstützen. Ausgedehnte Gebiete sind so in die Hand des Feindes geraten. Dieses große und schwache Land. Dieser Punkt ist bereits hinreichend erörtert. In unserem Fall jedoch erhebt sich die Frage der Strategie im Guerillakrieg. denn China ist kein kleines Land und nicht so stark wie die Sowjetunion. daran zu hindern. sondern der antijapanische Guerillakrieg ist von größter Bedeut151 .

Besonders beachtenswert ist hierbei die Tatsache. der strategischen Offensive usw. Es ist nicht möglich. Hier liegt der Kern der Dinge. Hieraus ergibt sich eine ganze Reihe von Problemen. und infolgedessen enthält auch die Frage der Strategie in der Guerillakriegführung Eigentümlichkeiten. die Entwicklung der Guerillakriegführung zum Bewegungskrieg usw. Warum sollten wir dann nicht die allgemeinen strategischen Prinzipien des Widerstandskrieges auch auf die Guerillakriegführung anwenden? Tatsächlich ist die Frage der Strategie in unserer antijapanischen Guerillakriegführung mit der Frage der Strategie in unserem gesamten Widerstandskrieg aufs engste verknüpft. wird ihn das teuer zu stehen kommen. Wenn unser Feind diese Tatsache übersieht. weil es gewisse Faktoren aufweist. Andererseits jedoch unterscheidet sich die Guerillakriegführung von regulärer Kriegführung. da beide vieles gemeinsam haben. wie sie die Mongolen gegen die Sung-Dynastie führten. Sie hat ihre eigenen Merkmale. Eroberungsfeldzüge nachzuahmen. daß wir uns jetzt im vierten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts befinden und die Kommunistische Partei und die Rote Armee haben. warum unsere Guerillakriegführung gegen Japan. die Mandschu gegen die Ming-Dynastie. Aus all diesen Gründen hat Chinas Guerillakriegführung gegen Japan die Grenzen der Taktik gesprengt und den Bereich der Strategie betreten. die den historischen Beispielen fehlten. wie die der strategischen Defensive. Die lange Dauer des Krieges und die ihm eigene Härte stellte die Guerillakriegführung vor ungewöhnliche Aufgaben.samkeit. die strategi152 . und einer davon ist die Guerillakriegführung ein völlig neues Phänomen. obgleich sie innerhalb des gesamten Widerstandskrieges nur eine untergeordnete Rolle spielt. so daß man ihn also auch vom strategischen Standpunkt aus betrachten muß. Unser Feind hegt vermutlich noch immer süße Träume davon. und das ist nicht davon zu trennen. die Engländer gegen Nordamerika und Indien oder die Spanier und Portugiesen gegen Mittelund Südamerika. daß in der gesamten Kriegsgeschichte ein derart ausgedehnter und lange dauernder Guerillakrieg etwas völlig Neues ist. doch vom strategischen Gesichtspunkt aus betrachtet werden muß. so zum Beispiel vor die Probleme der Stützpunktgebiete. Dies sind die Gründe. Doch solche Träume haben im China von heute keinen praktischen Wert.

schen Prinzipien des Widerstandskrieges im allgemeinen auf die Guerillakriegführung mit all ihren Besonderheiten anzuwenden.

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2. Kapitel

Das Grundprinzip des Krieges ist, die eigene Kraft zu erhalten und den Gegner zu vernichten
Bevor wir die Frage der Strategie in der Guerillakriegführung im einzelnen untersuchen, sind einige Worte über das Grundproblem des Krieges notwendig. Alle für die militärischen Operationen bestimmenden Prinzipien lassen sich aus dem einen Grundprinzip herleiten: Alles ist daranzusetzen, die eigenen Kräfte zu erhalten und die des Gegners zu zerstören. Bei einem revolutionären Krieg ist dieses Prinzip unmittelbar mit den Grundprinzipien der Politik verknüpft. So ist zum Beispiel das politische Grundprinzip, das China bei seinem Widerstandskrieg gegen Japan verfolgt, also sein politisches Ziel, die Vertreibung des japanischen Imperialismus und der Aufbau eines unabhängigen, freien und glücklichen neuen China. In militärischen Begriffen bedeutet das, daß wir mit der Waffe in der Hand unser Vaterland verteidigen und die japanischen Eindringlinge daraus vertreiben müssen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die bewaffneten Einheiten alles tun, was ihnen irgend möglich ist, um die eigenen Kräfte zu erhalten und die des Gegners zu zerstören. Wie rechtfertigen wir es dann, wenn wir zu heroischen Opfern im Krieg aufrufen? Jeder Krieg fordert seinen Preis, zuweilen einen außerordentlich hohen. Steht dies nicht im Widerspruch zu dem Gebot der Selbsterhaltung? Tatsächlich besteht hier nicht der geringste Widerspruch, denn Opfer und Selbsterhaltung sind zwei einander ergänzende Gegensätze. Das Opfer ist genau gesagt nicht zur Vernichtung des Feindes, sondern auch zur Erhaltung der eigenen Kräfte vonnöten — ein teilweises und vorübergehendes «Sich-nicht-Erhalten» (das Opfer, das Zahlen des Preises) ist zugunsten einer allgemeinen und dauernden Selbsterhaltung notwendig. Aus diesem Grundprinzip lassen sich alle Prinzipien militärischer Operationen herleiten, von den Grundregeln des Feuergefechts (daß man Deckung nehmen muß, um sich selber zu schützen, und daß man vollen Gebrauch von der eigenen Feuerkraft machen muß, um den Feind zu vernichten) bis zu den Richtlinien der Strategie sind sie sämtlich vom Geist dieses Grundprinzips erfüllt. 154

Alle technischen, taktischen und strategischen Prinzipien stellen nur Anwendungen dieses Grundprinzips dar. Der Grundsatz der Selbsterhaltung und der Vernichtung des Feindes ist der Ausgangspunkt aller militärischen Prinzipien.

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3. Kapitel

Sechs spezifische Probleme der Strategie im Guerillakrieg gegen Japan
Wir wollen jetzt untersuchen, welche Methoden oder Prinzipien im Guerillakrieg gegen Japan Anwendung finden müssen, wenn wir unser Ziel der Selbsterhaltung und der Vernichtung des Feindes erreichen wollen. Da die Guerillaeinheiten im Widerstandskrieg (und in allen anderen revolutionären Kriegen) gewöhnlich aus dem Nichts erstehen und sich aus einer kleinen zu einer großen Macht entwikkeln, müssen sie bestrebt sein, sich selber zu erhalten und vor allem sich zu vergrößern. Die Frage ist, welche Methoden oder Prinzipien wir anwenden müssen, um unser Ziel zu erreichen: das Ziel, uns zu erhalten und zu vergrößern und den Gegner zu vernichten. Allgemein gesprochen sind die wichtigsten Prinzipien die folgenden: 1. Initiative, Flexibilität und Planung bei den Offensiven innerhalb der Defensive, schnelle Entscheidungsschlachten in einem verlängerten Krieg und Operationen auf den äußeren Kampflinien innerhalb der Operationen auf den inneren Kampflinien; 2. Zusammenarbeit mit der regulären Kriegführung; 3. Errichtung von Stützpunktgebieten; 4. Strategische Defensive und strategische Offensive; 5. Die Entwicklung des Guerillakrieges zum Bewegungskrieg; 6. Richtige Zusammenarbeit der einzelnen Kommandos. Diese sechs Punkte umreißen das gesamte strategische Programm des Guerillakrieges gegen Japan, und sie zeigen uns Mittel und Wege, die notwendig sind, um unsere Kräfte zu erhalten und zu vergrößern, den Feind zu vernichten und zu vertreiben, für die Zusammenarbeit mit der regulären Kriegführung und für die Erringung des Sieges.

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4. Kapitel

Initiative, Flexibilität und Planung bei den Offensiven innerhalb der Defensive, schnelle Entscheidungsschlachten in einem verlängerten Krieg und Operationen auf den äußeren Kampflinien innerhalb der Operationen auf den inneren Kampflinien
Der Gegenstand läßt sich in vier Rubriken behandeln: 1. das Verhältnis zwischen Defensive und Offensive, zwischen Verlängerung und rascher Entscheidung, zwischen inneren und äußeren Kampflinien; 2. die Initiative bei allen Operationen; 3. flexibler Einsatz der Truppen; 4. die Planung bei allen Operationen. Um mit dem ersten zu beginnen: Wenn wir den Widerstandskrieg als Ganzes und die Tatsache betrachten, daß Japan, der Angreifer, eine starke Nation, und China, das sich verteidigen muß, schwach ist, so ergibt sich, daß unser Krieg strategisch ein Widerstandskrieg und ein Krieg von langer Dauer ist. Was die Operationslinien betrifft, so operiert Japan auf den äußeren Kampflinien und wir auf den inneren. Das ist der eine Aspekt unserer Lage. Es gibt jedoch noch einen anderen Aspekt, der genau das Gegenteil besagt. Der Feind ist zwar (hinsichtlich der Bewaffnung, bestimmter Eigenschaften der Soldaten und gewisser anderer Faktoren) stark, dabei aber zahlenmäßig schwach, während wir (hinsichtlich der Bewaffnung, bestimmter Eigenschaften der Soldaten und gewisser anderer Faktoren) schwach, jedoch zahlenmäßig stark sind. Nimmt man die Tatsache hinzu, daß der Feind eine fremde Nation ist, die in unser Land eindringt, wir jedoch seiner Invasion auf unserem eigenen Boden Widerstand leisten, so ergibt sich hieraus die folgende Strategie. Es ist möglich und notwendig, taktische Offensiven innerhalb der strategischen Defensive anzuwenden, Schlachten und schnelle Entscheidungsgefechte innerhalb eines strategisch verlängerten Krieges und Schlachten und Gefechte auf den äußeren Kampflinien innerhalb strategischer innerer Kampflinien zu schlagen. Derart ist die im Widerstandskrieg angewandte Strategie, und sie gilt sowohl für die reguläre Kriegführung wie für die Guerilla157

kriegführung. Die Guerillakriegführung unterscheidet sich nur in Wirkung und Form. In der Guerillakriegführung sollten Offensiven gewöhnlich die Form von Überraschungsangriffen haben. Obgleich man auch in der regulären Kriegführung Überraschungsangriffe unternehmen kann und soll, ist hier doch der Grad der Überraschung geringer. In der Guerillakriegführung ist die Notwendigkeit groß, die Operationen zu einem schnellen Abschluß zu bringen, und unsere äußere Kampflinie, der Ring der Umzingelung des Feindes in Schlachten und Gefechten, ist sehr eng. All das unterscheidet sie von der regulären Kriegführung. Somit versteht es sich, daß die Guerillaeinheiten bei ihren Operationen bemüht sein müssen, ein Höchstmaß an Truppen zu konzentrieren, geheim und rasch zu handeln, den Feind überraschend anzugreifen und eine schnelle Entscheidung der Gefechte herbeizuführen, und daß sie jede träge Verteidigung, jede Verzögerung und jede Aufsplitterung ihrer Kräfte vor dem Kampf unbedingt vermeiden müssen. Natürlich schließt die Guerillakriegführung nicht nur die strategische, sondern auch die taktische Verteidigung ein. Zur letzteren gehören unter anderem Ablenkungs- und Vorpostenmanöver während der Kämpfe, die Postierung von Widerstandskräften an Engpässen und strategischen Punkten, an Flußufern und in Ortschaften, um den Feind zu binden und zu erschöpfen, und die Deckung von Rückzugsbewegungen. Das Grundprinzip der Guerillakriegführung muß der Angriff sein, der viel offensiver als im regulären Krieg ist. Obendrein muß er die Form des Überraschungsangriffes zeigen. In der Guerillakriegführung ist es noch weniger erlaubt als im regulären Krieg, sich durch eine auffällige Zurschaustellung der Kräfte zu exponieren. Aus der Tatsache, daß der Feind stark ist und wir schwach sind, folgt notwendigerweise, daß bei den Operationen der Guerillas jeder Kampf rasch entschieden sein muß diese Vorschrift ist hier noch bindender als in der regulären Kriegführung. Das schließt nicht aus, daß unter bestimmten Umständen ein Kampf sich auch über mehrere Tage hinziehen kann, zum Beispiel bei einem Angriff auf eine kleine und isolierte Feindgruppe, die von jeder Hilfe abgeschnitten ist. Die Guerillakriegführung kann sich ihrer Beweglichkeit wegen überallhin ausdehnen, und in Störaktionen, beim Binden und Aufreiben feindlicher Einheiten und beim massierten Angriff ist das Prinzip die Verteilung der Kräfte; andererseits jedoch muß eine Gue158

Wir müssen größere Kräfte zusammenziehen und in jeder militärischen Schlacht und in jedem Gefecht Operationen auf den äußeren Kampflinien durchführen gleichgültig ob wir uns in der strategischen Defensive oder in einer strategischen Gegenoffensive befinden -. so müssen wir dem eingekreisten Feind wenigstens schwere Verluste zufügen. Diese Erfolge sind vor allem durch die reguläre Kriegführung zu erreichen. daß wir Zeit gewinnen. was bedeutet. das heißt durch die Wirkung konzentrierter siegreicher Angriffsaktionen. mit der Absicht. Nur durch die Gesamtwirkung vieler solcher Vernichtungskämpfe können wir das Kräfteverhältnis zwischen dem Feind und uns verändern. Für den Widerstandskrieg im allgemeinen gilt also die Regel. wenn sie zur Vernichtung des Feindes ansetzen und vor allem. seine strategische Einkreisungspolitik also seine Operationen auf den äußeren Kampflinien endgültig durchbrechen und schließlich im Zusammenwirken mit internationalen Kräften und dem revolutionären Ringen des japanischen Volkes die japanischen Imperialisten stellen und ihnen den Gnadenstoß geben. wenn sie einen feindlichen Angriff zurückwerfen will. unsere Widerstandskraft zu stärken. so müssen wir wenigstens einen Teil von ihnen vernichten. Für 159 . und wenn wir nicht viele Gefangene machen können. um eine kleine feindliche Truppe zu schlagen» lautet eines der Operationsprinzipien in der Guerillakriegführung. und die Guerillakriegführung spielt hierbei eine untergeordnete Rolle. «Konzentriert eine große Truppe.rillaeinheit oder -formation ihre Hauptkräfte zusammenziehen. um die feindlichen Einheiten einzukreisen und zu vernichten. während wir Veränderungen in der internationalen Situation abwarten und den inneren Zusammenbruch des Feindes fördern. daß wir das Ziel unserer strategischen Defensive und die Vernichtung des japanischen Imperialismus nur durch die konzentrierte Wirkung vieler Offensivunternehmungen und -gefechte im regulären wie im Guerillakrieg erreichen können. das heißt durch die konzentrierte Wirkung vieler in rasch entschiedenen Schlachten und Gefechten errungener Siege können wir das Ziel unserer strategischen Verlängerung erreichen. wenn wir nicht alle Eingekreisten vernichten können. Wenn wir nicht alle einkreisen können. so müssen wir wenigstens einen Teil einkreisen. eine strategische Gegenoffensive zu beginnen und die japanischen Eindringlinge aus China hinauszuwerfen. Und nur durch die konzentrierte Wirkung vieler rasch entschiedener Schlachten und Gefechte.

denn Initiative bedeutet Handlungsfreiheit für eine Armee. verlieren sie doch allmählich an Initiative. Für beide jedoch gilt das Prinzip. Japan ist zur Zeit weder gewillt noch imstande. daß die Offensive gewissen Be160 . daß er auf fremdem Boden kämpft. während man bei Angriffsoperationen auf den äußeren Kampflinien viel leichter die Initiative ergreifen kann. gelegentlich war kein einheitlicher Angriffsplan vorhanden. Abgesehen davon haben die Unterbewertung der Stärke Chinas durch die Japaner und gewisse Zwistigkeiten unter den japanischen Militärs zu vielen Fehlern in der Truppenführung Anlaß gegeben. Jetzt wollen wir uns den Fragen der Initiative. auf einem größeren Abschnitt. Was ist in der Guerillakriegführung Initiative? In jedem Krieg ringen die Gegner um die Initiative — ob auf dem Schlachtfeld. Der japanische Imperialismus weist jedoch zwei grundlegende Schwächen auf: seine geringe Truppenzahl und die Tatsache. daß die Anhäufung vieler kleiner Siege schließlich zu einem großen Sieg führt. ihrer geringen Bevölkerungszahl. Wenn eine Armee die Initiative verliert. weil sie nicht über genügend Truppen verfügen (wegen ihres kleinen Staatsgebietes. wenn man sich in der strategischen Defensive befindet und auf den inneren Kampflinien operiert. ihrer unzulänglichen Hilfsquellen und ihres feudalistischen Imperialismus). in einer Kampfzone oder im ganzen Krieg. geschlagen oder vernichtet zu werden. Natürlich ist es schwierig. Die nötigen Verstärkungen trafen nur langsam ein. gerät sie in Gefahr. Obwohl die japanischen Militaristen den Vorteil haben. bei einigen Operationen versäumte man es. den Krieg zu entscheiden. aber die generelle Entwicklung zeigt. Und eben darin liegt die große strategische Bedeutung der Guerillakriegführung im Widerstandskrieg. in eine passive Lage gedrängt wird und ihre Freiheit einbüßt. die strategische Zusammenarbeit klappte nicht. das alles kann man als die dritte Schwäche des japanischen Imperialismus bezeichnen. die Initiative zu gewinnen. noch ist seine strategische Offensive zum Stillstand gekommen. weil sie auf fremdem Boden kämpfen (und somit einen imperialistischen und barbarischen Krieg führen) und weil sie in der Truppenführung stumpfsinnig sind. günstige Gelegenheiten auszunutzen und umzingelte Einheiten zu befreien. der Flexibilität und der Planung in der Guerillakriegführung zuwenden. in der Offensive zu sein und auf den äußeren Kampflinien zu operieren.bei eine untergeordnete Rolle.

bei ihren Operationen hinter den feindlichen Linien geheimnisvoll auftauchen und wieder ver161 . daß es sich eines Tages in einer äußerst passiven Lage befinden wird. sie stehen mit ihren schwachen Kräften den starken Kräften des Feindes gegenüber.schränkungen unterworfen ist eine unvermeidliche Folge der drei Schwächen. ja. es kommt nur darauf an. können die Guerillas klar mit der Unterstützung von Millionen und aber Millionen Menschen rechnen. indem sie aus der geringen Truppenzahl des Feindes Nutzen ziehen (wenn man den Krieg als Ganzes betrachtet). um sie in die klingende Münze des Sieges umzuwandeln. Trotzdem kann auch die Guerillakriegführung die Initiative ergreifen. Denn die meisten Guerillaeinheiten operieren unter sehr schwierigen Umständen. indem es zur Offensive übergeht. Wenn schon die reguläre Armee alle Schwächen des Feindes ausnutzen muß. von Tag zu Tag die Initiative stärker an sich zu ziehen. indem sie aus der Tatsache Nutzen ziehen. daß sie sich die drei Schwächen des Feindes zunutze macht. daß der Feind ein landfremder Eindringling ist und eine barbarische Politik betreibt. es fehlt ihnen (vor allem wenn es sich um neu zusammengestellte Einheiten handelt) an Erfahrung und zumeist auch an Verbindung mit anderen Einheiten. dann ist dies um so wichtiger für die Guerillaeinheiten. können die Guerillaeinheiten ihre eigene Geschicklichkeit voll zur Wirkung bringen. zuweilen liefert ihnen eben diese Schwäche die beste Vorbedingung zum Ergreifen der Initiative. Schon jetzt sind Anzeichen dafür vorhanden. So können zum Beispiel die Guerillaeinheiten. rasche Entscheidungen anstrebt und bei Schlachten und Gefechten auf den äußeren Kampflinien operiert. Sie kämpfen ohne Hinterland. Inzwischen hat es jedoch Erfahrungen gesammelt und wendet sich jetzt einer neuen Politik des offenen Bewegungskrieges zu. Sie können so ihre eigene Schwäche im Verlauf der Kämpfe allmählich beheben. China andererseits befand sich bei Ausbruch des Krieges in einer sehr passiven Lage. können die Guerillaeinheiten unbesorgt weite Gebiete als Operationsfeld benutzen. Im Guerillakrieg ist die Frage der Initiative von noch entscheidenderer Bedeutung. Japan kann nicht unablässig weiter vordringen und schließlich ganz China schlucken. was zusammen mit der Politik der systematischen Ausbreitung des Guerillakrieges China dazu verhilft. indem sie Nutzen ziehen aus dem Stumpfsinn der feindlichen Truppenführung. gerade weil sie klein und schwach sind.

sondern ernsthaft erarbeitet werden muß. wenn der Feind in der Defensive ist. Die Beweglichkeit ist das hervorstechende Merkmal der Guerillaeinheit. Wenn der Feind aus verschiedenen Richtungen angreift. Denn die Initiative erwächst aus einer richtigen Einschätzung der Lage (sowohl der eigenen wie der des Feindes) und daraus. die mit den objektiven Bedingungen nicht im Einklang steht. sich abzusetzen. Gerade der Augenblick. daß die richtigen militärischen und politischen Vorbereitungen getroffen werden. Eine zu pessimistische Einschätzung. kann eine Guerillaeinheit nur schwerlich die Initiative ausüben und sie allzu leicht verlieren. und ein daraus resultierendes passives Verhalten werden zweifellos zum Verlust der Initiative führen und uns in eine passive Lage bringen. ohne daß der Feind ihnen etwas anhaben kann. Schätzt sie in einem solchen Fall die Lage nicht richtig ein und trifft infolgedessen falsche Vorkehrungen. so besteht die Gefahr. so wird sie zumeist zu diesem Mittel greifen. sich daraus zu befreien. Doch der Abzug ist nicht die einzige Methode. daß die Initiative kein fertiges Produkt ist. während wir angreifen. So etwas kann sogar geschehen. Wenn sie aus einer passiven Lage herauskommen und die Initiative zurückgewinnen will. die mit den objektiven Bedingungen nicht im Einklang steht. muß sie danach streben. daß sie in die Passivität gedrängt wird und infolgedessen die aus mehreren Richtungen angreifenden Feinde nicht vernichten kann. in dem der Feind seine Kräfte am energischsten einsetzt 162 . In vielen Fällen ist es notwendig. Andererseits werden eine zu optimistische Einschätzung. Die Initiative ist nicht eine angeborene Eigenschaft des Genies. die eine große reguläre Armee niemals haben kann. die der der Pessimisten gleicht. Sie genießen so eine Handlungsfreiheit. und daraus resultierende gewagte (allzu gewagte) Maßnahmen ebenso zum Verlust der Initiative führen und uns schließlich in eine Lage versetzen. hängt von den Umständen ab.schwinden. Daraus folgt. Wenn eine Guerillaeinheit infolge unzutreffender Einschätzung der Umstände und falscher Dispositionen oder durch die Übermacht des Feindes in eine passive Lage gedrängt wird. was ein intelligenter Befehlshaber sich durch unvoreingenommene Untersuchung und zutreffende Abschätzung der objektiven Bedingungen sowie durch richtige militärische und politische Maßnahmen erwerben kann. sondern etwas. Wie dies zu bewerkstelligen ist.

Auflockerung. um sich nicht durch Unkenntnis der Lage oder falsch berechnete Aktionen Verlusten auszusetzen. Der Fischer muß beim Auswerfen auf die Tiefe des Wassers. muß der Guerillakommandeur die Verbindung mit all seinen Truppenteilen aufrechterhalten und stets ein ausreichendes Kontingent seiner Streitkräfte zur direkten Verfügung haben. Es liegt in der Natur des Guerillakrieges.und wir die größten Schwierigkeiten haben. Ebenso muß ein Guerillakommandeur. stellt oft den Punkt dar. kann man dann die Initiative wieder an sich reißen. gleicht er dem Fischer. Wenn der Guerillakommandeur seine Truppen einsetzt. um sein Netz eng zusammenziehen zu können. um das Kräfteverhältnis zwischen sich und dem Feind zu verändern und die Initiative zu ergreifen. daß die Guerillatruppen jeweils entsprechend der vorliegenden Aufgabe eingesetzt werden und daß dieser Einsatz sich den verschiedensten Umständen anzupassen hat: der Feindlage. an dem das Kampfgeschehen sich gegen den Feind und zu unseren Gunsten wendet. daß er mit dem flexiblen Einsatz seiner Truppen das beste Mittel in der Hand hat. dem Gelände und der örtlichen Bevölkerung. Der flexible Einsatz der Kräfte ist im Guerillakrieg noch wichtiger als im regulären Krieg. ihre Konzentration und die Verlegung der Position. und wenn man ein wenig länger aushält. Die hauptsächlichsten Formen des Einsatzes sind das Auflockern der Kräfte. es weit spannt und eng zusammenzieht. Wenn man den in der Defensive befindlichen Feind mit einem breiten Frontalangriff erschrecken will und im Au163 . Allgemein gesprochen wendet man das Auseinanderziehen der Guerillaeinheiten oder «die Aufteilung des Ganzen» vor allem in den folgenden Fällen an: l. Ein Befehlshaber von Guerillaeinheiten muß sich darüber klar sein. der sein Netz auswirft. So wie der Fischer die Schnüre fest in der Hand haben muß. Konzentration und Verlegung der Position sind die drei Mittel zum flexiblen Einsatz der Truppen im Guerillakrieg. genau achtgeben. Und genau wie beim Fischen erweist sich auch beim Einsatz der Guerillatruppen ein häufiger Wechsel der Position als nötig. der seine Einheiten ausschwärmen läßt. Untersuchen wir jetzt den Begriff der Flexibilität. Flexibilität ist ein konkreter Ausdruck der Initiative. die Schnelligkeit der Strömung und auf Hindernisse achten. Eine günstige Situation stellt sich oft wieder ein.

sondern die Massierung der Hauptstreitmacht. Mit Konzentration der Kräfte ist keine absolute Konzentration gemeint. 2. wenn man den Feind in einem Gebiet. wird er Truppen vorschicken. wie wir unsere Truppen flexibel verlegen können. um gewisse stehende Einheiten eines Feindes.genblick keine Möglichkeit besteht. die durch das Auseinanderziehen der Truppen erfüllt werden soll. die in einer bestimmten Richtung eingesetzt werden soll. 2. um diese Einheiten anzugreifen und zurückzuschlagen. Orte zum Sammeln und Verbindungsmittel und Wege. und darum einen Versuch unternehmen will. wenn es gilt. wenn man durch das Gelände behindert ist oder über zuwenig Hilfsmittel verfügt. 4. müssen die Guerillaeinheiten. wenn man in einem weiten Gebiet eine Massenoperation durchführt. wir müssen außerdem wissen. während weitere Einheiten zurückbehalten oder in einer anderen Richtung in Marsch gesetzt werden. in dem er nur über schwache Kräfte verfügt. um den Feind aufzuhalten. muß man bei der Verteilung der Truppen auf das Folgende achten: 1. so daß wir allen etwa auftauchenden Schwierigkeiten begegnen können und einen Schwerpunkt für die Aufgabe erhalten. Um die feindlichen Einheiten eine nach der anderen zu vernichten. bedrängen und aufspalten will. Daher müssen die Guerillaeinheiten die Lage genauestens überprüfen. die 164 . Die Konzentration der Kräfte oder die «Zusammenziehung der Teile zu einem Ganzen» wird gewöhnlich angewendet. Wir dürfen unsere Truppen niemals völlig gleichmäßig verteilen. 3. einen angreifenden Feind zu vernichten gelegentlich auch. müssen sie an Ort und Stelle kämpfen. genaue Operationsgebiete. Wir sollten den auseinandergezogenen Einheiten klar umrissene Aufgaben nennen. möglichst unauffällig zu entkommen. 5. Die flexible Streuung oder die Konzentration der Kräfte je nach den Umständen ist die wichtigste Kampfmethode im Guerillakrieg. zu vernichten. die eigenen Truppen zu einer massierten Aktion zusammenzuziehen. Zeitpläne für die Aktionen. Falls es ratsam ist. andernfalls dürfen sie keine Zeit verlieren und müssen sich schleunigst absetzen. Gleich unter welchen Umständen. wenn man nicht in der Lage ist. Wenn der Feind sich durch Guerillas ernstlich bedroht fühlt. die Umzingelung des Feindes zu sprengen. sondern müssen einen verhältnismäßig großen Teil in einem zum Manövrieren geeigneten Gebiet aufstellen. der sich in der Defensive befindet. zu bedrängen oder aufzuspalten.

Flexibilität bei der Auseinanderziehung und Konzentration der Kräfte sowie beim Verlegen der Positionen ist der konkrete Ausdruck der Initiative im Guerillakrieg. sollten wir immer wieder zu Kriegslisten greifen. Diese Klugheit. die mit empfänglichem Geist studieren und alle Umstände sorgfältig prüfen und abwägen. manchmal augenblicklich weiterziehen. Überraschungsangriffe mit sofortigem Rückzug oder nächtliche Aktionen durchführen. Veränderungen vorauszusehen und den richtigen Augenblick zum Handeln zu wählen. Die Vorstellung. 165 . Die Aufgaben eines Guerillakommandeurs. bei der jede Aktion im voraus festgelegt wird. daß sich Flexibilität in unüberlegtes Handeln verwandelt. erwirbt sich nicht leicht. während Starrheit und Trägheit unweigerlich Passivität nach sich ziehen und unnötige Verluste verursachen.soeben eine Feindgruppe geschlagen haben. manchmal. Ein Kommandeur beweist seine Klugheit nicht allein. sondern müssen mit Blitzesschnelle abziehen. die er sorgfältig durchdenken und gewissenhaft ausführen und kontrollieren muß. wenn er erkennt. der Guerillakrieg lasse sich vom Zufall abhängig machen. beispielsweise im Osten einen Scheinangriff führen. um mit einer anderen Gruppe aufzuräumen. jetzt im Süden und gleich darauf im Norden auftauchen. Sowohl den Gesamtoperationen in einer Guerillazone wie denen einer einzelnen Guerillaeinheit oder -formation muß eine möglichst gründliche Planung vorausgehen. Ohne Planung sind Siege im Guerillakrieg unmöglich. Wenn die Kräfte des Feindes sich an einer bestimmten Stelle als besonders bedrohlich erweisen. Im allgemeinen sollte eine Verlegung der Position möglichst geheim und rasch vorgenommen werden. mit der er sie den besonderen Umständen entsprechend auseinanderzieht. sie kann nur von denen erreicht werden. seine Truppen flexibel einzusetzen. sollte die Guerillaeinheit sich möglichst rasch vom Feind lösen und ihn an einer anderen Stelle angreifen. wenn ein bestimmter Platz zum Kampf ungeeignet erscheint. Um den Feind zu täuschen oder ihn in eine Falle zu locken. während wir im Westen angreifen. Nur diese Haltung kann verhindern. wie wichtig es ist. dürfen die Guerillaeinheiten nicht lange zögern. Schließlich wollen wir noch von der Planung sprechen. konzentriert oder verlegt. sondern auch in der Geschicklichkeit. beruht entweder auf Leichtfertigkeit oder völliger Unkenntnis.

Nur nach einem Sieg in der Offensive kann die Initiative endgültig übernommen werden. denn jeder sollte sich darüber klar sein. Maßnahmen zur taktischen Verteidigung sind sinnlos. 166 . und die äußeren Kampflinien sind abhängig von deren Ausmaß.sind sehr vielfältig: Er muß die Situation erfassen. daß es kein Spaß ist. rasche Entscheidungsschlachten innerhalb eines Krieges von langer Dauer und Operationen auf den äußeren Kampflinien innerhalb der Operationen auf den inneren Kampflinien. Rasche Entscheidung ist abhängig vom Tempo der Offensive. eine derart vollständige Planung versuchen zu wollen. darauf achten. sie darf niemals unter Druck angesetzt werden. zur Offensive überzugehen. die Kräfte einteilen. den Feind zu bekämpfen. die Aufgaben verteilen. und es wäre ein Fehler. sich die Unterstützung der Bevölkerung zunutze machen usw. daß die Ausrüstung in Ordnung ist. Tut er dies nicht. Aber es ist trotzdem nötig. Die Offensive ist das einzige Mittel. so bietet die Lösung dieses Problems die beste Garantie für einen Sieg der Guerillakriegführung. eine Offensive direkt oder indirekt zu unterstützen. die Versorgung sichern. und Planung ist notwendig. Jede Angriffsoperation muß nach unserer Initiative geplant. wenn sie nicht gleichzeitig darauf abgestellt sind. um den Feind zu vernichten. betreffen sie doch alle die Frage der Offensive in Schlachten und Gefechten. Flexibilität und Planung beim Führen von Offensiven innerhalb der Defensiven. Flexibilität im Einsatz der Truppen bezieht sich auf die Bemühungen. Obgleich wir es hier mit einer Vielzahl von Themen zu tun haben. gibt es keine Initiative. Hierin liegt das Kernproblem der Strategie im Guerillakrieg. so vollständig zu planen. und sie ist zugleich das wichtigste Mittel zur Selbsterhaltung. um den Erfolg bei Angriffsoperationen zu sichern. wie die objektiven Bedingungen es irgend gestatten. während Verteidigung und Rückzug allein nur eine vorübergehende Nebenrolle für die Selbsterhaltung spielen können und für die Vernichtung des Feindes ohne jeden Wert sind. Zwar lassen die Bedingungen des Guerillakrieges nicht eine so vollständige Planung zu wie die des regulären Krieges. Was die militärische Führung betrifft. sich um die militärische Ausbildung und die politische Erziehung kümmern. Die oben genannten Punkte dienen der Erklärung des wichtigsten der Prinzipien der Guerillakriegführung: Der Gebrauch der Initiative. keine Flexibilität und keinen Angriff.

wird der Sieg im Guerillakrieg unmöglich. Aber im Guerillakrieg ist es wichtig und notwendig. denn gerade dieser Unterschied in der Form charakterisiert die Operationsmethoden des Guerillakrieges gegenüber denen des regulären Krieges. Wenn wir diese beiden verschiedenen Ausdrucksformen des Prinzips verwechseln. auf diesen Unterschied zu achten. Ein gradueller Unterschied besteht nur in der Ausdrucksform. 167 .Die vorstehend erläuterten Prinzipien gelten grundsätzlich sowohl für den regulären Krieg wie für den Guerillakrieg.

nicht nur. Natürlich hat sich die Frage der Zusammenarbeit vor dem ganz China ergreifenden Widerstandskrieg nicht gestellt. Chengting-Taiyuan und Shanghai Hangchow ausübten. Nehmen wir den Fall des Guerillakrieges in den drei nordöstlichen Provinzen. während sie bei unserer Armee und unserem gesamten Volk den Mut immer von neuem entfachen. muß als Beitrag zur Stärke des Widerstands betrachtet werden. zu einem Zeitpunkt. Tientsin-Pukow. in Feldzügen und einzelnen Schlachten. Tatung-Puchow. um den Feind erfolgreich zu schlagen. Jeder feindliche Soldat. die sie den Feind vergeuden lassen. PeigingHankow. jede Kugel. Die Zusammenarbeit der Guerillakriegführung und der regulären Kriegführung kann auf dreierlei Art erfolgen: in der allgemeinen Strategie.5. Das richtige Verständnis dieser Beziehung ist äußerst wichtig. Kapitel Zusammenarbeit mit der regulären Kriegführung Das zweite strategische Problem ist die Zusammenarbeit der regulären Kriegführung mit der Guerillakriegführung. unterbricht seine Nachschubwege. Die Guerillaeinheiten arbeiten mit den regulären Truppen nicht nur in unserer gegenwärtigen strategischen Defensive zusammen. die Beziehungen der Guerillakriegführung zu der regulären Kriegführung klären unter Berücksichtigung des gegenwärtigen Standes der Guerillaoperationen. begeistert die regulären Truppen und die Bevölkerung im ganzen Land — in der Strategie dem regulären Krieg koordiniert. den sie daran hindern. südlich der Großen Mauer weiter vorzurücken. nachdem der Feind seine strategische Offensive beendet 168 . was die Operationen betrifft. Noch deutlicher wird diese strategische Zusammenarbeit bei der Tätigkeit. den die Guerillas töten. in dem der Feind sich in der strategischen Offensive befindet. hält ihn fern. Im großen und ganzen ist der Guerillakrieg hinter den feindlichen Linien — er lahmt den Feind. aber seit Ausbruch des Krieges ist ihre Bedeutsamkeit offensichtlich geworden. die die Guerillas an den Eisenbahnstrecken Peiping-Suiyuan. Abgesehen davon üben die Guerillas einen zweifellos demoralisierenden Einfluß auf die feindliche Armee und ganz Japan aus. jeder feindliche Soldat. Man muß.

ihre Kräfte wohlüberlegt einsetzen und mit einer der Zeit und dem Ort angepaßten Taktik den Feind entschlossen an den heikelsten und verwundbarsten Stellen angreifen. indem sie nördlich und südlich von Yenmenkuan die Eisenbahnstrecke Tatung—Puchow sowie die Fernstraßen durch Pinghsingkuan und Yangfangkou unbrauchbar machten. Bei der Erfüllung derartiger Aufgaben müssen die Führer eines jeden GuerillaStützpunktes hinter den feindlichen Linien oder die Kommandeure einer Guerillaformation. eine noch größere Rolle innerhalb der Zusammenarbeit gespielt. Oder nehmen wir ein anderes Beispiel. also zu einem Zeitpunkt. ohne die Zusammenarbeit mit den Operationen der regulären Truppen zu beachten. So haben zum Beispiel in dem Feldzug in Hsinkou nördlich von Taiyuan die Guerillas eine bemerkenswerte Rolle gespielt. haben die Guerillas in den fünf Provinzen Nordchinas durch ihre Zusammenarbeit mit den Truppen unserer Armee einen wesentlichen Beitrag geleistet. seine Nachschubwege zu unterbrechen. Wenn jede Guerillazone oder -einheit auf eigene Faust handelt. die dorthin beordert ist. unseren auf den inneren Kampflinien kämpfenden Truppen Mut einzuflößen und so ihre Aufgabe der Zusammenarbeit zu erfüllen. Und als der Feind südlich von Shantung angriff. wenn es darum geht. auch wenn diese Einhei169 . seinen Gewinn zu sichern. werden die Guerillas mit den regulären Truppen darin zusammenarbeiten.haben wird und dazu übergeht. die in der ganzen Provinz Shansi ohnehin sehr zahlreich waren. die Macht des Feindes in dem besetzten Gebiet zu brechen. haben die Guerillas. zu dem reguläre Truppen die strategische Gegenoffensive beginnen. Außerdem findet die Zusammenarbeit zwischen Guerillakriegführung und regulärer Kriegführung in Feldzügen statt. um ihn zu schwächen und festzuhalten. Die wichtige Rolle der Guerillas bei einer solchen strategischen Zusammenarbeit darf keinesfalls übersehen werden. Nachdem der Feind Fenglingtu besetzt hatte. den Feind hinauszuwerfen und alle verlorenen Gebiete zurückzuerobern. Sowohl die Kommandeure der Guerillaeinheiten als auch die der regulären Truppen sollten sich hierüber klar sein. werden sie im strategischen Gesamtplan an Bedeutung verlieren. sondern sie werden auch mit ihnen zusammenarbeiten. indem sie (hauptsächlich unter Führung der regulären Truppen) in die Verteidigungskämpfe westlich des Gelben Flusses in der Provinz Shensi und südlich des Gelben Flusses in der Provinz Honan eingriffen.

daß sie Erkundungsgänge ausführen oder den regulären Truppen als Vorhut dienen. oder für reguläre Einheiten. Schließlich ist in Schlachten die Zusammenarbeit mit der gerade kämpfenden Truppe die Aufgabe aller Guerillaeinheiten.ten in der allgemeinen Strategie noch eine gewisse Rolle spielen. 170 . die vorübergehend mit Guerillaaufgaben betraut wurden. Aber auch ohne Anweisung sollten die Guerillaeinheiten aus eigener Initiative diese Aufgaben ausführen. ohne zu kämpfen. die ohnehin eng mit den regulären Kräften zusammenarbeiten. ist ein für eine Guerillaeinheit unzulässiges Verhalten. die sich in der Nachbarschaft des auf der inneren Kampflinie gelegenen Schlachtfeldes befinden. daß die Guerillas bestimmte Truppenteile des Feindes binden. daß sämtliche größeren Guerillaeinheiten und -formationen über eine Funkausrüstung verfügen. untätig und ohne zu kämpfen. oder umherzuziehen. Um in Feldzügen ein reibungsloses Zusammenarbeiten zu ermöglichen. Alle Guerillakommandeure sollten diese Tatsache ernsthaft bedenken. Gewöhnlich geht es darum. die der Befehlshaber der regulären Truppen ihr zuteilt. ist es unbedingt nötig. In solchen Fällen hat eine Guerillaeinheit jede Aufgabe zu übernehmen. Natürlich gilt dies nur für Guerillaeinheiten. seine Nachschubwege unterbrechen. Müßig abseits zu stehen.

wenn sie ihre eigenen Kräfte erhalten. Wir aber werden den Guerillakrieg auf das ganze weite. wird der Feind seine Maßnahmen gegen die Guerillas vervielfachen müssen. Was sind diese Stützpunkte? Es sind strategische Basen. den Guerillakrieg hinter den feindlichen Linien ohne Stützpunkte zu führen. das Kriegsziel zu erreichen. wenn sie ihre strategischen Aufgaben erfüllen. daß die Einheiten ohne Hinterland kämpfen müssen. und ein Teil — vermutlich sogar ein großer Teil unseres Landes wird in die Hände des Feindes gefallen und zu seinem Hinterland geworden sein. vom Feind besetzte Gebiet ausdehnen. Da mit der Wiedereroberung unserer verlorenen Gebiete erst nach der Eröffnung der strategischen Gegenoffensive in ganz China begonnen werden kann. obwohl man die Dauer noch nicht genau bestimmen kann. wird der Feind bis dahin seine Front tief nach Zentralchina hinein vorgeschoben und es von Norden nach Süden aufgespalten haben. verläßlichen Punkt haben. Ohne solche strategischen Basen würden wir bei der Ausführung unserer Aufgaben und der Bemühung.6. Die rigorose Härte und die lange Dauer des Krieges werden es unmöglich machen. wird es daher nötig sein. und wenn seine strategische Offensive erst einmal zum Stehen gekommen ist. Bis unsere strategische Gegenoffensive begonnen hat und wir unsere verlorenen Gebiete zurückerobert haben. im Hinterland des Feindes den Guerillakrieg fortzusetzen. keinen festen. Es ist ein Merkmal des Guerillakriegs hinter den feindlichen Linien. sicherlich für eine ziemlich lange Zeit. das wegen der langen Dauer und der Härte dieses Krieges besonders wichtig und wesentlich ist. Um seine Eroberungen in den besetzten Gebieten zu sichern. Ohne Stützpunkte jedoch kann ein Guerilla171 . wird er sich mit schonungsloser Härte in diesen Kampf stürzen. Kapitel Errichtung von Stützpunktgebieten Das dritte strategische Problem im Guerillakrieg gegen Japan ist die Errichtung von Stützpunkten. über die die Guerillaeinheiten unbedingt verfügen müssen. wir werden das Hinterland des Feindes zur Front machen und ihn zu unablässigen Kämpfen in diesem ganzen Gebiet zwingen. auf jeden Fall aber wird es ein lange andauernder Krieg sein. sich ausdehnen und den Feind schlagen und vertreiben wollen.

Befestigung und Ausdehnung der Stützpunkte und die Formen der Einkreisung. daß man Stützpunkte errichten müsse. die in der Ebene und die in Fluß-. im Zeitalter des Fortschritts von Kommunikation und Technik. Nur wenn wir sie völlig überwinden. Die Stützpunktgebiete sind sein Hinterland. wollen wir uns den Problemen zuwenden. Darum ist die Rebellenideologie um jeden Preis zu bekämpfen. mit anderen Worten. zunächst diese Vorstellung aus den Köpfen der Guerillaführer zu vertreiben. und in den Köpfen von Guerillaführern verbindet sie sich mit der Ansicht. Die Frage. da wir die Notwendigkeit und Bedeutung der Stützpunkte erläutert haben. Stützpunkte seien weder nötig noch wichtig. die wir in den Gegenden der Changpaiberge1. Stützpunkte zu errichten. nämlich: die Typen der Stützpunkte und der Guerillazonen. der Konflikt zwischen der Überzeugung. und der Vorstellung. Sämtliche Stützpunkte. Nun. vollends unsinnig. Will man sich daher zur Errichtung von Stützpunkten entschließen. man könne kämpfen wie die umherziehenden Rebellen. so ist es erforderlich. man könne einen Sieg erringen. Die Vorteile der Stützpunkte in Gebirgsgegenden sind offensichtlich. die Bedingungen für die Errichtung. Die Geschichte kennt viele Bauernkriege. die bei der Errichtung von Stützpunkten begriffen und gelöst werden müssen. wenn wir den Gedanken. ob man Stützpunkte errichten soll oder nicht und ob man sie als wichtig anzusehen hat oder nicht. ergibt sich in jedem Guerillakrieg. See. schaffen wir günstige Bedingungen für die langfristige Aufrechterhaltung eines Guerillakrieges. ist die Vorstellung. 1.krieg nicht von Dauer sein und sich auch nicht ausbreiten. wenn man nach Art der umherziehenden Rebellen kämpft.oder Mündungsgebieten befindlichen. 172 . aber keiner dieser Kriege endete mit einem Sieg. Und doch existiert diese Vorstellung noch immer unter den verarmten Bauern. aufgreifen und in die Tat umsetzen. und bis zu einem gewissen Grad macht darin auch unser Guerillakrieg gegen Japan keine Ausnahme. Typen des Stützpunkts Die antijapanische Guerillakriegführung kennt hauptsächlich drei Typen von Stützpunkten: die im Gebirge. Heute. die von umherziehenden Rebellen geführt wurden.

so z. Die größeren in der Ebene operierenden Guerillaeinheiten werden dann bald nicht mehr imstande sein. daß Möglichkeiten für die Einrichtung vorübergehender Stützpunkte bestehen. Wir müssen daher in allen Gebirgsgegenden hinter den feindlichen Linien den Guerillakrieg entwickeln und Stützpunkte errichten. und natürlich werden die in der Ebene gelegenen der Wucht dieser Angriffe am meisten ausgesetzt sein. Einer geschickten militärischen Führung sollte es selbstverständlich gelingen. B. andererseits verfügt China über ein riesiges Territorium und über eine überaus große Anzahl von Menschen. aber man weiß doch. die von kleineren Einheiten ständig oder doch einige Monate hindurch benutzt werden können. auch in der Ebene einen Guerillakrieg zu führen. Natürlich sind die Ebenen weniger geeignet als die Berge. Zwar ist bisher noch nicht erwiesen. daß sich Stützpunkte in derartigen Gegenden lange halten lassen. gehören zu diesem Typ. die Guerillas aus der Hupei-Ebene in die Wutaiund Taishangberge. unter denen unser 173 . Eigentlich sollte es auch möglich sein. Die Guerillakämpfe in den Ebenen von Hopei und im nördlichen und nordwestlichen Shantung beweisen. daß es möglich ist. ihre Kampftätigkeit hier fortzusetzen. hier Stützpunkte für kleinere Guerillaeinheiten zu errichten. sie sind die wichtigsten Festungen in unserem Widerstandskrieg. die den Japanern widerstehen. An allen diesen Stellen kann der Guerillakrieg gegen Japan auf fast unbegrenzte Zeit durchgehalten werden. doch ist es trotzdem keineswegs ausgeschlossen. der Taishanberge 4. derartige Basen zu schaffen. der Yenshanberge 5 und der Maoshanberge 6 hatten und noch haben. Einerseits hat unser Feind nicht genügend Truppen und betreibt eine beispiellos brutale Politik. so daß also die objektiven Bedingungen für die Ausbreitung des Guerillakrieges und die Errichtung von zeitweiligen Stützpunkten in den Ebenen gegeben sind.der Wutaiberge 2. und aus der Shantung-Ebene in das Taishangebirge und in den östlichen Teil der Shantung vorgelagerten Halbinsel. und sich deshalb den Umständen entsprechend in die Berggegend zurückziehen. wird er zweifellos heftige Angriffe gegen alle Guerillastützpunkte unternehmen.7 Wenn die strategische Offensive des Feindes zum Stillstand gekommen ist und er sich an die Sicherstellung der eroberten Gebiete begibt. dort den Guerillakrieg vorzubereiten oder Stützpunkte zu errichten. Trotzdem dürften die besonderen Umstände. die nur für längere Zeit geplant sind. der Taihangberge 3.

Unsere Geschichte kennt die vielen dramatischen Schlachten der «Piraten» und «Wasserbanditen» und auch die Guerillatätigkeit. verschaffen wir damit dem Feind Transportmöglichkeiten zu Wasser. sind objektiv gesehen in den Fluß-. Wenn wir diese Seite unserer Aufgabe außer acht lassen. Da der Feind gegenwärtig mit seinen Kräften haushalten muß und. den Guerillakrieg auszubreiten und Stützpunkte in Fluß-. den «Grünen Vorhang» der sommerlichen Getreidefelder und die zugefrorenen Flüsse des Winters. den Guerillakrieg zu entwickeln und Stützpunkte zu errichten. Die Möglichkeiten. Hier klafft eine Lücke in 174 . den Guerillakrieg durch kleine Einheiten aufrechtzuerhalten. was beides die Möglichkeit beweist. an ihrer Lösung zu arbeiten. sollten wir diese Frage doch ernsthaft erwägen und beginnen. in verschiedenen Bezirken der weiten Ebene eine Art beweglichen Kampf zu führen. es auch dann noch vielen kleinen Guerillaeinheiten ermöglichen. ist es unbedingt nötig. wenn auch nicht ganz so groß wie im Gebirge.und Mündungsgebieten zu errichten. die Guerillatätigkeit so weit wie möglich auszudehnen und in den Ebenen provisorische Stützpunkte zu errichten. Für die Zukunft müssen wir uns darauf einrichten. selbst wenn er über ausreichende Truppen verfügte. sich um alles zu kümmern. die wir zur Zeit der Roten Armee rund um den Hunghu-See mehrere Jahre hindurch ausübten. See.und Mündungsgebieten größer als in den Ebenen. auch wenn sie nur für Monate operieren können und dann verlegt werden müssen. desgleichen in sämtlichen Fluß-. Eine Seite der Ausbreitung des ganz China ergreifenden Guerillakrieges ist dann Organisierung im Gebiet des Hungtse-Sees nördlich des Yangtsekiang und im Gebiet der TaihuSees südlich des Yangtsekiang.und Mündungsgebieten der vom Feind besetzten Landesteile am Yangtsekiang sowie an der Meeresküste. Aber wenn auch vorläufig die subjektiven Bedingungen noch nicht erfüllt sind. See. die Japan widerstehen. Und auf jeden Fall kann ein Guerillakrieg geführt werden. daß wir uns gegenwärtig zu der Politik entschließen. indem sie ihre Stützpunkte dauernd von einem Ort zum anderen verlegen. doch niemals imstande wäre. An solchen Plätzen und in ihrer Umgebung sollten wir feste Stützpunkte errichten. haben bisher dieser Möglichkeit geringe Aufmerksamkeit gewidmet. der sich die Jahreszeit zunutze macht. Die politischen Parteien und die Massen. See.nationaler Widerstand geführt wird.

Guerillazonen und Stützpunkte Im Guerillakrieg hinter den feindlichen Linien unterscheidet man zwischen Guerillazonen und Stützpunkten. sobald die Marionettenregierung abgesetzt ist. B. die noch keine richtigen Stützpunkte sind. Vom Feind eingekreiste Landesteile. so z. Zu Beginn des Guerillakrieges konnten die Einheiten diese Bezirke nicht vollständig besetzen. bieten sich als Stützpunkte für die Einheiten im fortschreitenden Guerillakrieg geradezu an. in den östlichen und nördlichen Gebieten des Wutaigebirges. denn aus lokalen Aufständen war die bewaffnete Volksmacht hervorgegangen. h.unserem strategischen Plan für den Widerstandskrieg. sobald hier größere Kontingente feindlicher Truppen geschlagen und vernichtet worden sind. nennen wir Guerillazonen. Wenn wir von einer Ausdehnung unserer Stützpunkte sprechen. deren Kerngebiete jedoch nicht in seiner Hand oder wieder von uns zurückerobert sind — wie z. im östlichen Hopei. so meinen wir damit die Zusammenfügung bereits vorhandener Stützpunkte. B. die möglichst bald ausgefüllt werden muß. war das gesamte Gebiet der Guerillaoperationen von Anfang an eine Guerillazone. Anfänglich konnten sie sich nur ein paar günstige 175 . die Teile des westlichen Hopei und des südlichen Chahar einschließen. die Volksmassen aktiviert und antijapanische Organisationen gegründet sind. sobald die Bewaffnung großer Teile der Bevölkerung fortgeschritten und eine antijapanische politische Macht etabliert ist. 2. und von Anfang an war das gesamte Operationsgebiet eine Guerillazone. sondern nur häufige Angriffe und Streifzüge unternehmen. so daß diese Gebiete von den Guerillas nur bei deren Anwesenheit kontrolliert werden und sonst durch das japanische Marionettenregime. und Guerillaabteilungen waren aus den Wutaibergen entsandt worden. wie z. d. Diese Gebiete. An einigen Orten. sobald sie die nötigen Prozesse des Guerillakrieges durchlaufen haben. Hier hält sich das Marionettenregime schon jahrelang. Derartige Zonen werden zu Stützpunkten. B. gewisse Gegenden im Wutaigebirge (das Grenzgebiet von Shansi-Chahar—Hopei) sowie einige Bezirke im Taihangund im Taishangebirge —. In anderen Gegenden dieser Bezirke hingegen ist die Lage anders. ebenso an einigen Orten östlich von Paoting und westlich von Tsangchow.

sosehr er sich auch bemühen mag. die von unseren Guerillaeinheiten und unseren Organen der politischen Macht kontrolliert werden. Gebiete. die sich in der Hand des japanischen Imperialismus und seiner Marionettenregierungen befinden. Somit ist also die Umwandlung einer Guerillazone in einen Stützpunkt ein schwieriger schöpferischer Prozeß. Die Umwandlung solcher Guerillazonen in einigermaßen stabile Stützpunkte läßt sich erst dann vollziehen. Was die großen Städte. Infolge des Guerillakrieges und der Kämpfe zwischen uns und dem Feind zerfällt demnach das gesamte vom Feind besetzte Gebiet in die folgenden drei Kategorien: 1. sind uns unzugänglich. dessen Vollendung vom Ausmaß der Vernichtung des Feindes und der Aktivierung der Massen abhängt. in denen der Feind starke Garnisonen errichtet hat. so muß sich die Guerillatätigkeit hier auf die Randbezirke beschränken. und sie erfordern erhöhte Wachsamkeit der Guerillakommandeure. unser Ziel. zu erreichen. Das ist eine andere Situation. wenn die feindlichen Kräfte zerschlagen sind und die Aktivierung der Volksmassen in vollem Gange ist. Der Feind wird hier nicht imstande sein. die Kontrolle zu behalten. Beispiele hierfür finden sich in den vom Feind besetzten Landesteilen entlang den Eisenbahnstrecken. Viele Bezirke werden auf lange Zeit Guerillazonen bleiben. Fehler unserer Kommandostellen oder starker Druck des Feindes können gelegentlich eine Umkehrung des oben beschriebenen Zustands bewirken. während wir andererseits nicht in der Lage sind. eine antijapanische politische Macht zu etablieren. sosehr wir uns auch um die Ausdehnung der Guerillazone bemühen. über das der Feind eine einigermaßen feste Herrschaft ausübt. 2. die eine verhältnismäßig stabile Marionettenregierung haben. Gebiete. Diese Orte und Gebiete. 3. in der Nachbarschaft großer Städte und in gewissen Regionen des Flachlandes. die dazwischen liegen und von beiden Seiten umkämpft 176 . So kann ein Stützpunktgebiet zu einer Guerillazone werden und diese zu einem Gebiet. die Eisenbahnstationen und einige Gebiete im Flachland betrifft.Plätze als Hinterland oder vorübergehende Stützpunkte wählen. Derartige Veränderungen sind möglich. seine Marionettenregierungen zu stabilisieren. antijapanische Stützpunkte.

Der Aufbau einer bewaffneten Macht ist der Schlüssel zur Errichtung eines Stützpunktes. Bauern. Die Guerillakommandeure haben die Pflicht. den Feind zu schlagen. die Kinder. die Jugend. wir müssen die Arbeiter. daß die bewaffneten Kräfte gemeinsam mit der Bevölkerung eingesetzt werden müssen. daß zweitens diese bewaffneten Kräfte dazu eingesetzt werden. Die dritte unerläßliche Bedingung zur Errichtung eines Stützpunktes ist der Einsatz all unserer Kräfte einschließlich unserer bewaffneten Streitmacht um die Erhebung der Massen zum Kampf gegen Japan zu bewerkstelligen. 3. und sie müssen sie im Verlauf der Kämpfe nach und nach in Guerillaformationen umwandeln oder sogar in reguläre Einheiten und Formationen. wenn keine oder nur eine schwache bewaffnete Macht vorhanden ist. den Feind niederzuwerfen und die Bevölkerung zur Tat aufzurufen. in Guerillastützpunkte umwandeln. h. und dann wird es uns unmöglich sein. örtliche Milizen und Guerillaeinheiten organisieren. werden sogar von uns besetzte Stellungen in die Hand des Feindes geraten. Kaufleute und die Intellektuellen — je nach dem Grad ihres 177 . Die zweite unerläßliche Bedingung zur Errichtung eines Stützpunktes besteht darin. Insofern geht es bei der Errichtung eines Stützpunktes in erster Linie um den Aufbau einer bewaffneten Macht. Stützpunkte zu errichten. Wenn wir die Angriffe des Feindes nicht abwehren und ihn nicht schlagen. wenn der Feind geschlagen ist. Bedingungen für die Errichtung von Stützpunkten Die grundsätzlichen Bedingungen für die Errichtung eines Stützpunktes sind. Das ist die erste Bedingung. daß erstens antijapanische bewaffnete Kräfte vorhanden sind. Die Befehlshaber im Guerillakrieg müssen ihre ganze Energie einsetzen. die Gebiete der ersten und dritten Kategorie so weit wie irgend möglich auszudehnen und die der zweiten Kategorie auf ein Minimum zu beschränken. Das ist die strategische Aufgabe der Guerillakriegführung. Im Verlauf dieses Kampfes müssen wir eine Massenbewegung entfachen. Alle Orte unter feindlicher Kontrolle sind feindliche und nicht eigene Stützpunkte und lassen sich demnach erst. d.werden mit anderen Worten Guerillazonen. um eine oder mehrere Guerillaeinheiten aufzustellen. die Frauen. läßt sich nichts erreichen. Im Verlauf dieses Kampfes müssen wir das Volk bewaffnen.

daß wir das Volk dazu bringen. h. dort. die Politik der antijapanischen Nationalen Einheitsfront durchzuführen und alle Kräfte des Volkes im Kampf gegen unseren Feind. die gegen Japan gerichteten lokalen politischen Organe zu festigen bzw. müssen wir sie mit Hilfe des Volkes neu aufbauen. die wir nur im Vertrauen auf die Kraft des Volkes erfüllen können. den japanischen Imperialismus und seine Handlanger. wenn bewaffnete Kräfte gegen Japan aufgebaut sind. zu vereinen. In diesem Kampf ist es besonders wichtig. müssen wir sie mit der Unterstützung der breiten Masse neu organisieren und stärken. Ohne Organisation kann die gegen Japan gerichtete Kraft des Volkes nicht wirksam werden. um manövrieren zu können. so sprachen wir bereits im vorhergehenden Abschnitt über die drei verschiedenen Typen von Stützpunkten und brauchen jetzt nur noch auf eine wichtige Forderung einzugehen: das Gebiet muß groß genug sein. Ein Stützpunkt für den Guerillakrieg kann nur dann tatsächlich errichtet werden. An Orten. Wenn das Terrain groß genug ist. kann der Guerillakrieg auch ins Flachland ausgedehnt und dort erhalten werden. daß die Guerillas genügend Raum haben. und wir müssen diese Organisationen Schritt um Schritt ausdehnen. wo sie zerstört sind. die wir auf lange Zeit hinaus halten können. Wir müssen hier auch noch die geographischen und wirtschaftlichen Bedingungen erwähnen. solche zu begründen. wenn sich die drei Grundbedingungen schrittweise erfüllen lassen. dazu bestimmt. ganz zu schweigen von den Fluß-. wo der Feind uns von allen Seiten oder von drei Seiten eingekreist hat. die Verräter und Reaktionäre. die Hauptsache ist jedoch. Es sind Organe der politischen Macht. Im allgemeinen ist diese für die chinesischen Guerillas so wichtige Vorbedingung schon durch die Größe des chinesischen Territoriums und die Truppen178 . bieten Gebirgsregionen selbstverständlich die besten Bedingungen für die Errichtung von Stützpunkten. Im Verlauf dieses Kampfes müssen wir die offenen und versteckten Verräter ausmerzen eine Aufgabe. d.politischen Bewußtseins und ihres Kampfwillens in die verschiedenen zum Kampf gegen Japan nötigen Organisationen eingliedern. Dort.und Mündungsgebieten. Was die geographischen Bedingungen angeht. See. wo der Feind die ursprünglichen chinesischen politischen Einrichtungen nicht zerstört hat. wenn der Feind Niederlagen erlitten hat und wenn das Volk sich erhoben hat.

bei denen diese Bedingung nicht erfüllt ist. Wir behandeln hier schließlich nicht die Errichtung von Stützpunkten in einer Wüste. sind bereits eine chinesische Bevölkerung und die wirtschaftlichen Bedingungen für ihre Existenz vorhanden. Mit dem Schutz des Handels ist gemeint. während die Bauern die Guerillaeinheiten innerhalb gewisser Grenzen mit Getreide zu versorgen haben. 179 .knappheit des Feindes erfüllt. ständige oder provisorische Stützpunkte errichten. da ein solches Verhalten sich zum Schaden der Stützpunkte und der Aufrechterhaltung des Guerillakrieges auswirken würde. sie stellt kein Problem dar. einen Guerillakrieg zu führen. genutzt zu werden. verfügen kaum oder gar nicht über diese Möglichkeit. und zwar ein Problem der Wirtschaftspolitik. Es ist die grundlegende Bedingung für die Möglichkeit. B. in denen die Inhaber als Verräter entlarvt worden sind. aber es ist unsere Politik.8 Soweit die natürlichen Bedingungen betroffen sind. die Geld besitzen. Läden zu konfiszieren. Belgien. daß die Guerillaeinheiten unbedingte Disziplin wahren müssen und daß es streng verboten sein muß. so daß sich die Frage nach der Wahl ökonomischer Bedingungen bei der Errichtung von Stützpunkten gar nicht stellt. gleichen die wirtschaftlichen den geographischen Bedingungen. indem sie die finanziellen Lasten gerecht verteilt und den Handel schützt. In China ist diese Bedingung gegeben. und kleine Länder wie z. um den Guerillakrieg voranzutreiben. Weder die lokalen politischen Organe noch die Guerillaeinheiten dürfen gegen diese Grundsätze verstoßen. die durchgeführt werden muß. abgesehen von den Fällen. wo eine chinesische Bevölkerung und Feindkräfte anzutreffen sind. sondern in dem Gebiet hinter den feindlichen Linien. sie wartet geradezu darauf. In politischer Hinsicht allerdings werfen die wirtschaftlichen Bedingungen ein Problem auf. in jeder Region. Das wird nicht immer leicht sein. Wir sollten ohne jede Rücksicht auf die wirtschaftlichen Bedingungen unser Äußerstes tun. Die Wirtschaftspolitik der Stützpunkte muß die Grundsätze der antijapanischen Nationalen Einheitsfront befolgen. Mit der gerechten Verteilung der finanziellen Lasten ist gemeint. daß «diejenigen. in die der Feind eindringen kann. in der kein Feind anzutreffen ist. Geld beisteuern sollen». das für die Errichtung von Stützpunkten lebenswichtige Bedeutung hat. und überall.

den Krieg von ihren Stützpunkten aus so weit wie möglich voranzutragen und die Befestigungen des Feindes zu umzingeln. Die Befestigung und Erweiterung von Stützpunkten Um die feindlichen Eindringlinge auf wenige Befestigungen also auf die großen Städte und entlang den Verbindungslinien — zu beschränken. gleichgültig ob er aus dem Wunsch nach einem bequemen Leben oder aus einer Überschätzung des Feindes hervorgeht. Wir müssen also Expansion und Konsolidierung miteinander verbinden. also auf der Aktivierung der Massen und der Ausbildung der Truppen. den Angriffen des Feindes standzuhalten. Einmal kann der Schwerpunkt auf der Expansion.4. Ihre konkrete Lösung hängt selbstverständlich von den äußeren Umständen ab. je nach Wunsch anzugreifen oder in die Defensive zu gehen. denn es ist unsere Hauptaufgabe. die Stützpunkte zu befestigen und zu erweitern. Der Konservatismus. In diesem Zusammenhang müssen wir uns dem Konservatismus im Guerillakrieg widersetzen. Wenn wir uns im Guerillakrieg nur um die Expansion bemühen und die Konsolidierung außer acht lassen. Das ist lebenswichtig. Eine derartige Konsolidierung ist sowohl für die Aufrechterhaltung eines verlängerten Krieges als auch für die Expansion des Guerillakrieges vonnöten ohne sie ist eine kraftvolle Erweiterung nicht möglich. Da Expansion und Konsolidierung ihrer Natur nach verschieden sind und da folglich die militärischen Anweisungen und andere Auf180 . unsere Stützpunkte zu konsolidieren. ist für jede Guerillaeinheit immer wieder von neuem die Aufgabe gestellt. das ist eine gute Methode. und infolgedessen nicht nur jede Möglichkeit einer Expansion einbüßen. also auf der Erweiterung der Guerillazonen und der zahlenmäßigen Verstärkung der Guerillaeinheiten liegen. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen. müssen die Guerillas sich mit allen Kräften bemühen. werden wir nicht in der Lage sein. Da es sich hier um einen lange dauernden Krieg handelt. die Volksmassen zu aktivieren und zu organisieren und Guerillaeinheiten sowie lokale Milizen auszubilden. die uns gestattet. kann im Widerstandskrieg nur zu Verlusten führen und wirkt sich ungünstig auf den Guerillakrieg und die Stützpunkte aus. um so seine Existenz zu bedrohen und durch die Erweiterung der eigenen Stützpunkte seine Moral zu erschüttern. sondern auch das Bestehen der Stützpunkte selbst gefährden. Zum anderen liegt er auf der Konsolidierung.

B. vom Westen und vom Süden her) und die Stadt Taiyuan von allen Seiten eingekreist. Wenn man jedoch alle Guerillastützpunkte insgesamt und in ihrem Verhältnis zu den Kampffronten der regulären Truppen betrachtet. wenn wir den Schwerpunkt je nach Zeit und Umständen verlagern. und die Errichtung von Befestigungen durch den Feind und von Guerillastützpunkten durch uns läßt sich mit den Zügen vergleichen. so ist jeder dieser Stützpunkte einzeln gesehen — von allen Seiten durch den Feind eingekreist.gaben voneinander abweichen. oder auch von drei Seiten. so kann kein Zweifel an der Tatsache bestehen. Wenn wir sodann die Guerillastützpunkte im Hinterland des Feindes betrachten. um bestimmte Felder auf dem Spielbrett zu beherr181 . daß wir wiederum eine große Anzahl feindlicher Truppen einkreisen. B. Dies ist die erste Form unserer Einkreisung des Feindes. wie die Weichi-Spieler9 die gegnerischen Steine nehmen. weil wir die Politik der Offensive und der Operationen auf den äußeren Kampflinien in Schlachten und Gefechten anwenden. indem wir zahlenmäßig überlegene Kräfte gegen die (aus Richtung ihrer äußeren Kampflinien) vorrückenden feindlichen Kolonnen einsetzen. ist eine erfolgreiche Lösung des Problems nur möglich. Es gibt eine ganze Reihe ähnlicher Beispiele in den Provinzen Hopei und Shantung. Dies ist die zweite Form der Einkreisung durch den Feind. wie z. So haben wir beispielsweise in der Provinz Shansi die Eisenbahnstrecke TatungPuchow von drei Seiten (vom Osten. Dies ist die erste Form der Einkreisung durch den Feind. die auf getrennten Wegen gegen uns vorrückt. da er eine strategische Offensive führt und auf den äußeren Kampflinien operiert. das Gebiet im nordwestlichen Shansi. daß wir strategisch vom Feind eingekreist sind. wie z. die der Spieler macht. Dies ist die zweite Form unserer Einkreisung des Feindes. Wir unsererseits kreisen jede feindliche Kolonne ein. so sieht man. Das sind also die beiden Formen feindlicher Einkreisung und die beiden Formen unserer Einkreisung. das Gebiet in den Wutaibergen. 5. Formen der Einkreisung Betrachtet man den Widerstandskrieg als Ganzes. während wir uns in der strategischen Defensive befinden und auf den inneren Kampflinien operieren. Schlachten und Gefechte auf beiden Seiten gleichen der Art.

schen. bei der China eine strategische Einheit darstellt. auf internationaler Ebene eine antijapanische Front im Pazifikraum zu bilden. auf die Tagesordnung setzen und als eine strategische Aufgabe betrachten. daß die militärischen Autoritäten der Nation und die Kommandeure aller Guerillastützpunkte die Ausdehnung der Guerillakriegführung hinter den feindlichen Linien und die Errichtung von Stützpunkten. wir werden die Operationen auf der äußeren Kampflinie in den Pazifischen Raum ausdehnen können und damit das faschistische Japan einkreisen und vernichten. 182 . Falls es uns möglich ist. aber eine solche Perspektive ist nicht unmöglich. der sich die Sowjetunion und andere Länder als weitere strategische Einheiten anschließen. wo es nur irgend möglich ist. Im Augenblick ist das von geringer praktischer Bedeutung. Eben in der «Beherrschung der Operationsfelder» offenbart sich die große strategische Bedeutung der Guerillastützpunkte im Hinterland des Feindes. werden wir den Feind in einer Form einkreisen können. Wir schneiden dieses Problem des Widerstandskrieges an mit der Absicht. die ihm nicht zu Gebote steht.

in der der Feind in der Defensive ist und wir uns in der Offensive befinden. mit strategischer Offensive bezeichnen wir eine strategische und politische Situation. in jeder der vier oder fünf «Strafexpeditionen» gegen die Gebirgsregion von Wutai gleichzeitig mit drei. in der der Feind in der Offensive ist. Um die Guerillas zu vertreiben und ihre Stützpunkte zu überrennen. denn sonst würden sie die Guerillakommandeure völlig unvorbereitet treffen. in die Tat umgesetzt werden kann. Kapitel Strategische Defensive und strategische Offensive im Guerillakrieg Das vierte strategische Problem im Guerillakrieg betrifft die strategische Defensive und die strategische Offensive. Es ist wichtig. wenn seine strategische Offensive gegen das ganze Land zum Stillstand gekommen ist und er dazu übergeht. vier und sogar sechs oder sieben 183 . 1.und Offensivoperationen kleineren Ausmaßes statt. Hier erhebt sich die Frage. wird der Feind unweigerlich die Stützpunkte der Guerillas angreifen — vor allem dann. die wir in unserer Behandlung des ersten Problems erwähnten. gleich ob wir im Guerillakrieg gegen Japan in der Defensive oder in der Offensive sind. während wir in der Defensive sind. Die strategische Defensive im Guerillakrieg Nachdem der Guerillakrieg ausgebrochen ist und einen gewissen Umfang angenommen hat. und angesichts der schweren feindlichen Angriffe könnten sie in ihrer Aufregung die Übersicht verlieren und ihre Truppen würden gänzlich vernichtet. B. setzt der Feind häufig konzentrische Angriffe an. daß wir die Unvermeidlichkeit solcher Angriffe erkennen. wie die Politik einer offensiven Kriegführung. Innerhalb der sich über ganz China erstreckenden strategischen Defensive oder strategischen Offensive (genauer ausgedrückt: der strategischen Gegenoffensive) finden in der Umgebung der einzelnen Guerillastützpunkte strategische Defensiv. Mit strategischer Defensive bezeichnen wir eine strategische und politische Situation. die eroberten Gebiete nach Möglichkeit zu sichern.7. So ging er z.

Daraufhin müssen wir diese Städte umzingeln. 184 . um so verbissener werden seine Angriffe. durch solche wiederholten Überraschungsangriffe geschwächt. während wir uns in der Defensive befinden und auf den inneren Kampflinien operieren. sollten die Guerillas bestrebt sein. mehrere Kolonnen des Gegners zu binden. die sie für die strategischen Zentren und die lebenswichtigen Verbindungslinien des Feindes bedeuten. Dann können die Guerillaeinheiten während der Verfolgung weitere Überraschungsangriffe gegen ihn führen und ihn noch stärker schwächen. die Bezirkshauptstädte oder andere Ortschaften innerhalb unseres Stützpunktgebietes. wird. Wenn wir eine Feindkolonne vernichtet haben. auf daß wir. müssen wir unsere Kräfte verlegen. Je heftiger die feindlichen Angriffe auf einen Guerillastützpunkt sind. desto deutlicher zeigt sich. Gewöhnlich besetzt der Feind. ihn zu verfolgen und anzugreifen. Wir sollten in diesen Fällen unsere Hilfstruppen dazu einsetzen. wenn der Feind nicht frontal nachdrängen und entlang der Vormarschstraße keine Truppen stationieren. auch wenn er schon auf halbem Wege ist. Wenn der Feind einen konzentrischen Angriff in mehreren Kolonnen unternimmt. der sich im Angriff befindet. die Lebensmittelzufuhren des Feindes abschneiden und seine Verbindungswege unterbrechen. ihn durch einen Gegenangriff zu vernichten. während unsere Hauptstreitmacht gegen einzelne Feindkolonnen Überraschungsangriffe (vor allem in Form von Überfällen aus dem Hinterhalt) unternimmt. wenn jede der vorrückenden feindlichen Kolonnen nur aus einer größeren oder kleineren Einheit besteht. befindet er sich in der Offensive und operiert auf den äußeren Kampflinien. wie stark er auch sein mag. Das kann leicht geschehen.Kolonnen vor. sobald er nicht mehr standhalten kann und zu weichen beginnt. bevor seine Offensive zum Stillstand kommt und er sich zurückzuziehen beginnt. und indem wir eine Kolonne nach der anderen zerschlagen. keine Stützpunkte errichten und keine Autostraßen bauen kann. Sobald der Feind einen konzentrischen Angriff unternimmt. daß die Guerillakriegführung erfolgreich ist und wirkungsvoll mit den regulären Truppen zusammenarbeitet. Je größer das Ausmaß der Guerillakämpfe. um eine andere zu vernichten. ausnutzen können. zerschmettern wir den konzentrischen Angriff. Der Feind. die Gelegenheit. Häufig wird er sich in diesem Fall zurückziehen. je wichtiger die Lage der Stützpunkte ist und je größer die Gefahr.

daß der Feind Informationen erhält. fünf oder sogar mehr militärische Unterbezirke zerfällt. die zweite Maßnahme zielt darauf ab. um so etwaige Stützpunkte für die Guerillas zu zerstören. bietet sich für uns die Umkehrung dieser Taktik an: Dann müssen wir einen Teil unserer Kräfte im Stützpunktgebiet belassen.Ein großes Stützpunktgebiet wie das Wutaigebirge bildet einen militärischen Bezirk. Bei Anwendung der oben beschriebenen Taktik haben diese Kräfte oft die Angriffe des Feindes entweder gleichzeitig oder nacheinander zurückgeschlagen. Im Kampf gegen den Feind erweist es sich als nötig.»10 Im Verlauf der Operationen gegen einen konzentrischen Angriff sollten die lokalen antijapanischen Selbstverteidigungstrupps sowie sämtliche Massenorganisationen in Aktion treten und unsere Truppen in jeder Weise bei der Bekämpfung des Feindes helfen. um die Verbindungswege des Feindes zu unterbrechen und seine Verstärkung zu binden. aus der er gekommen ist. Der Zweck der ersten Maßnahme besteht darin. Wenn der Feind sich zurückzieht. so sollten wir die Hilfskräfte aus verschiedenen Guerillaeinheiten dieses Bezirkes oder sogar Abteilungen der Hauptstreitmacht auf die äußeren Kampflinien werfen. und die Dörfer. dif an seinem Rückzugsweg liegen. Aber damit beraubt er sich 185 . der wiederum in vier. und unser möglichstes tun. indem er den Staat Wei belagert. Verräter zu beseitigen und zu verhindern. jeder mit eigenen bewaffneten Kräften. unsere eigenen Operationen (durch Verstärkung unserer Verteidigungsarbeit) zu unterstützen und die Lebensmittelbelieferung des Feindes (durch das Abernten der Felder) zu unterbinden. während wir mit unserer Hauptstreitmacht einen Angriff in der Richtung führen. die unabhängig operieren. um ihn zum Rückzug und zu einem Angriff auf unsere Hauptstreitmacht zu veranlassen. Falls der Feind sich in unserem Stützpunktgebiet festsetzt. Verfügen wir jedoch über genügend Truppen. die er zuvor besetzt hatte. damit sie den Feind hier einschließen. In unserem Operationsplan gegen einen konzentrischen Feindangriff stellen wir unsere Hauptstreitmacht gewöhnlich auf den inneren Kampflinien auf. brennt er häufig die Häuser in den Städten und Ortschaften nieder. Es ist dies die Taktik desjenigen der «den Staat Chao befreit. das Kriegsrecht in der betreffenden Gegend zu verschärfen und soweit irgend möglich — «unsere Verteidigungstätigkeit zu erhöhen und die Felder abzuernten».

Im allgemeinen können die Japaner nicht das Prinzip eines Netzes von Stützpunkten übernehmen.selber aller schützenden Dächer und der Lebensmittel. daß sie dieses Prinzip bis zu einem gewissen Grade gegen solche Stützpunkte der Guerillas anwenden. In diesem Fall sollte er zahlreiche kleinere Einheiten. seinen Stützpunkt zu verlassen und weiterzuziehen — es sei denn. Zwar muß hinsichtlich des militärischen Kräfteverhältnisses gesagt werden. das die Kuomintang zur Zeit des Bürgerkriegs verfolgte. daß ein und dieselbe Sache zwei gegensätzliche Aspekte haben kann. Wir sollten jedoch mit der Möglichkeit rechnen. zurücklassen und die großen Guerillaformationen vorübergehend in gebirgige Regionen verlegen. daß der Feind Truppenkontingente. aus denen sie dann zurückkehren und ihre Tätigkeit im Flachland wiederaufnehmen können. daß es unmöglich ist. derartige Angriffe abzuschlagen und die Stützpunkte in Gebirgsgegenden zu halten. den Guerillakrieg in derartigen Gebieten aufrechtzuerhalten. sobald die Hauptstreitmacht des Feindes abgezogen ist. doch bleiben nach wie vor der unlösbare nationale Gegensatz zwischen 186 . ist es normalerweise möglich. Solange die Kommandeure keine grundsätzlichen schweren Fehler begehen. sollte der Guerillakommandeur angesichts dieser besonderen Umstände andere Maßnahmen erwägen. Da es uns möglich war. Unter diesen Umständen muß er sich vor Pessimismus hüten. die uns quantitativ und qualitativ weit überlegen sind. während des Bürgerkriegs die Guerillatätigkeit immer weiterzuführen. die Einzeloperationen durchführen können. weil ihre Kräfte im Verhältnis zu dem ungeheuren Territorium Chinas völlig unzureichend sind. die eine besondere Gefährdung ihrer lebenswichtigen Positionen darstellen. wiederholte Operationen hätten erwiesen. kann auch nicht der leiseste Zweifel daran bestehen. daß wir in einem nationalen Krieg in weit größerem Umfang dazu imstande sind. Aber auch in diesem Fall sollten wir uns darauf gefaßt machen. die schweren konzentrischen Angriffe des Feindes zu zerschlagen. Nur wenn in der Ebene ein schwerer konzentrischer Angriff erfolgt. und der Schaden fällt auf sein eigenes Haupt zurück. gegen einige unserer Stützpunkte einsetzen kann. Ein Guerillakommandeur darf nie daran denken. Das ist ein anschaulicher Beweis für unsere These. die er bei seiner nächsten Offensive benötigt.

wir sollten vielmehr Zeit zum Ausruhen und für die Ausbildung finden. In dieser Zeit ist es unser Operationsprinzip. den Defensivzustand des Feindes auszunutzen. in der strategischen Defensive. wo unsere Guerillaeinheiten stark genug sind. mit den kleineren feindlichen Einheiten aufräumen und die Bevölkerung zu aktivieren suchen. 2. während wir unsere Stützpunkte erweitern. und sie zielen darauf ab. daß wir uns gelegentlich eine Ruhepause gönnen und unsere Truppen ausbilden. die Kraft des Feindes entsprechend zu schmälern und Vorbereitungen zu treffen. bevor er eine neue Offensive startet. Bettzeug und Kleidung in An187 . Sollte der Feind trotzdem noch immer in der Defensive verharren. während wir uns in der strategischen Offensive befinden. es mit ihnen aufzunehmen. können wir unsere neuen Gebiete noch mehr erweitern. wie die Umstände es gestatten. damit wir den Feind methodisch und empfindlich schlagen können. die Massen im Kampf gegen Japan zu aktivieren. sobald er wieder zu einer Offensive ansetzt. befindet sich der Feind. Es ist wichtig. unsere Truppen aufzufüllen und auszubilden und neue Guerillaeinheiten zu organisieren. außerdem unsere Gebiete auszudehnen. Das geschieht am besten dann. schwachbesetzte Ortschaften und Verbindungslinien angreifen und sie so lange halten. wenn der Feind sich in der Defensive befindet. sondern systematisch die kleinen feindlichen Einheiten und die Truppen seiner Marionetten dort zu vernichten oder zu vertreiben. nicht jene feindlichen Kräfte anzugreifen. Dies alles sind Aufgaben der strategischen Offensive. Gewöhnlich ist dies auch der geeignete Zeitpunkt. um schwierigere Probleme wie die Beschaffung von Lebensmitteln. um unsere militärische Kraft und die Volksmacht aufzubauen.uns und dem Feind und die unvermeidlichen Schwächen in seiner Führung. Die strategische Offensive im Guerillakrieg Wenn wir einen feindlichen Angriff zurückgeworfen haben. die sich in ihre Verteidigungsstellen verschanzt haben und die zu besiegen wir nicht sicher sein können. Unsere Siege beruhen auf sorgfältiger Aufklärungsarbeit unter den Massen und der anpassungsfähigen Taktik unserer Operationen. Allerdings dürfen wir dabei nicht alles andere unberücksichtigt lassen.

der Verräter. und mit ihnen wächst der Haß auf die Guerillas und ihre Stützpunkte. sich wieder der strategischen Defensive zuwenden und so die Offensive des Feindes vernichten können. Die vom Feind verwüsteten Gebiete werden allmählich wieder bewohnbar gemacht. 188 . hingegen nehmen Panik und Unordnung zu. und überall hört man Lobsprüche auf die Guerillas. der auf eine baldige Offensive des Feindes schließen läßt. mit ihnen aufzuräumen. Im Lager des Feindes und seiner streunenden Hunde. daß sie dabei den Feind unterschätzen und vergessen. die Einigkeit in ihren eigenen Reihen zu fördern und ihre Stützpunkte sowie ihre Streitkräfte zu konsolidieren. damit sie im gegebenen Moment ihre eigene strategische Offensive abschließen. Die Vorbereitungen. Sie müssen in diesen Zeiten sorgsam auf jeden Hinweis achten.griff zu nehmen. werden verstärkt. seine Transporte zu behindern und den regulären Truppen bei ihren Kampfhandlungen direkte Unterstützung zukommen zu lassen. Jetzt bieten sich auch Gelegenheiten. viele Verbindungslinien des Feindes abzuschneiden. und neues Leben erwacht. Zu dieser Zeit erfüllt die Guerillas neuer Mut. Auch die Bevölkerung in den zuvor vom Feind besetzten Bezirken ist sichtlich erleichtert. Darum dürfen sich die Befehlshaber während der strategischen Offensive niemals ihren freudigen Gefühlen so weit überlassen.

ist die Entwicklung der gegenwärtigen Guerillakriegführung durch die hierher abkommandierten starken Abteilungen der regulären Truppen bestimmt. Wenn China die japanischen Eindringlinge in kurzer Zeit schlagen und rasch seine verlorenen Gebiete zurückerobern könnte. den gegenwärtigen Guerillakrieg gegen Japan rasch zu erweitern und ihn in kürzester Zeit auf eine höhere Stufe zu bringen. Abgesehen von der direkten Mobilisierung der Bevölkerung und ihrer Eingliederung in die Kampfeinheiten läßt sich eine Erhöhung der Truppenzahl auch 189 . Um aus Guerillaeinheiten reguläre Truppen zu machen. Bei einem verlängerten und erbarmungslosen Krieg besteht die Möglichkeit. B.8. Da der Krieg aber lange dauert und erbarmungslos ist. In vielen Gegenden. kann die Guerillakriegführung nur die Form des Bewegungskrieges annehmen. da es sich hier um einen lange dauernden und erbarmungslosen Krieg handelt. wäre dies nicht notwendig. nämlich die Möglichkeit. daß die Guerillaeinheiten die nötige Kampferfahrung gewinnen und sich so allmählich in reguläre Truppen verwandeln. Guerillakommandeure. die sich als möglich und sogar notwendig erweist. die diesen Umwandlungsprozeß folgerichtig und systematisch durchführen wollen. Hierin liegt der Vorteil. wie z. müssen zwei Vorbedingungen erfüllt werden: die Erhöhung der Truppenzahl und der Qualität. enthielten sie doch von Anfang an gewisse Elemente des Bewegungskrieges. im Wutaigebirge. So sind hier die Bedingungen für den Guerillakrieg wesentlich günstiger als seinerzeit in den drei nordwestlichen Provinzen. und wenn dieser Krieg weder lange dauerte noch erbarmungslos geführt würde. Diese Elemente werden sich im Verlauf der Kämpfe immer mehr verstärken. Obgleich die Operationen hier durchweg im Stil des Guerillakriegs geführt werden. Kapitel Die Entwicklung des Guerillakrieges zum Bewegungskrieg Das fünfte strategische Problem im Guerillakrieg gegen Japan betrifft seine Entwicklung zum Bewegungskrieg. müssen die Möglichkeiten und die Notwendigkeit einer solchen Entwicklung klar erkennen. die einen Bewegungskrieg führen. so daß ihre Operationsmethoden sich nach und nach Regeln unterwerfen und der Guerillakrieg zum Bewegungskrieg wird.

Vorschub zu leisten. sich größeren Gruppen einzuordnen. indem sie Teile ihrer lokalen Einheiten allmählich zusammenlegen und andererseits den lokalen Guerillaführern gestatten. einige ihrer Truppen zu behalten und den Guerillakrieg auszudehnen. weil sie es nicht gewöhnt sind. der lediglich auf lokale Interessen ausgerichtet ist und jede Zentralisierung erschwert. sie haben nicht begriffen. die Interessen der örtlichen Bevölkerung und ihrer Verwaltung zu 190 . die von zahlreichen Guerillaeinheiten umgeben sein muß. daß der Wechsel vom Guerillakrieg zum Bewegungskrieg nicht die Aufgabe der Guerillakriegführung bedeutet. Diese Guerillaeinheiten sind wertvolle Hilfskräfte der Haupttruppe und stellen für ihr stetiges Anwachsen eine unerschöpfliche Reserve dar. die ausgedehnte Guerillaoperationen unternehmen. einem Lokalpatriotismus. so daß die kleineren Gruppen reibungslos in den größeren aufgehen können. Die Kommandeure der Hauptstreitmacht der Guerillas und auch die der größeren Formationen müssen dieser Tatsache Rechnung tragen. einer Truppe. Ein ebenso falscher Standpunkt wie der Lokalpatriotismus ist die rein militärische Einstellung. Eine höhere Qualität erzielt man durch eine gute Ausbildung der Mannschaften und eine Verbesserung ihrer Bewaffnung im Verlauf des Krieges. Wenn daher der Kommandeur einer Haupttruppe auf Grund seiner rein militärischen Einstellung den Fehler begangen hat.durch die Zusammenlegung kleinerer Einheiten erreichen. ohne ihre ursprünglichen Organisationen zu zerstören oder die Kader umzugruppieren. die in der Hauptstreitmacht von jenen vertreten wird. sondern inmitten eines weitausgedehnten Guerillakrieges die schrittweise Umbildung einer zum Bewegungskrieg befähigten Haupttruppe. die allein nach der Verstärkung ihrer Kräfte trachten und die Unterstützung der lokalen bewaffneten Einheiten vernachlässigen. bei dem alle lokalen Interessen beiseite geschoben werden. Gleichzeitig müssen wir aber auch einen rein militärischen Standpunkt vermeiden. Man findet den Lokalpatriotismus bei den einzelnen Guerillaeinheiten und den lokalen Verwaltungen. die häufig nicht weit denken können und das allgemeine Interesse vernachlässigen oder die am liebsten auf eigene Faust handeln. Die Kommandeure sollten diese Einheiten zu gemeinsamen Operationen einsetzen und so allmählich eine Verschmelzung zustande bringen. Bei der Zusammenlegung kleinerer Einheiten müssen wir uns davor hüten.

ihr politisches und organisatorisches Niveau zu heben. Hinsichtlich der Organisation stellt sich die Aufgabe.vernachlässigen. so daß sie sich allmählich der regulären Armee anpassen und ihre Guerillamethoden ablegen können. Methoden des Kommandos und des Aufbaus. für eine bessere und vielseitigere Bewaffnung zu sorgen und für den Ausbau der notwendigen Verbindungsmittel. ärztliche Betreuung usw. Was die Ausrüstung angeht. nur so können wir in einem Bewegungskrieg wirksamere Angriffe gegen den Feind führen. jeder Befehl sofort ausgeführt und jede Nachlässigkeit verhindert wird. Hinsichtlich der Disziplin ist es dringend erforderlich. Was die politische Einstellung betrifft. Die Erfüllung all dieser Aufgaben setzt beharrliche Bemühung voraus. Will man die Qualität der Guerillaeinheiten verbessern. wo abkommandierte Formationen oder Kader der regulären Truppen zur Verfügung stehen. sie läßt sich nicht über Nacht erreichen. Nur so kann in jedem Stützpunktgebiet eine Haupttruppe gebildet werden. läßt dieses Ziel sich leichter erreichen. die an eine reguläre Formation gestellt werden: sie betreffen die militärischen und politischen Organe. ein geordnetes Versorgungssystem. 191 . den Guerillaeinheiten bei ihrer Umwandlung in reguläre Einheiten zu helfen. sie in ihrem Streben auf dieses Ziel hin zu ermutigen und die Erreichung dieses Ziels durch politische Aufklärung zu garantieren. das allgemeine Niveau zu heben. so daß einheitliche Richtlinien befolgt. in der die Entwicklung gehen muß. sie besser auszurüsten und ihnen militärische Technik. aber jedenfalls ist dies die Richtung. so ist es nötig. so ist es zunächst unerläßlich. schrittweise alle Anforderungen zu erfüllen. so müssen sowohl die Kommandeure als auch die Soldaten von der Notwendigkeit überzeugt werden. Daher erwächst für alle regulären Truppen die Verantwortung. Dort. Taktik und Disziplin zu vermitteln. die Guerillaeinheiten auf das Niveau der regulären Truppen zu bringen. muß er sich korrigieren und von nun ab der Verstärkung der Haupttruppe wie der Vermehrung der lokalen bewaffneten Einheiten gleichermaßen seine Aufmerksamkeit widmen.

eine Anzahl größerer oder kleinerer Guerillaeinheiten. Versuchte man. Ein stark zentralisiertes Kommando widerspricht der großen Flexibilität des Guerillakrieges und kann und darf daher hier keine Anwendung finden. Demzufolge stellt sich das Problem. Da Guerillaeinheiten eine geringere Form der Organisation zeigen. die die Hilfstruppen darstellen. die die Haupttruppe bilden. würde ihre große Flexibilität unvermeidlich eingeschränkt und ihre Vitalität untergraben werden. Eine gute Lösung dieses Problems ist eine der Vorbedingungen für die reibungslose Entwicklung der Guerillakriegführung. obwohl es sich absoluter Zentralisation und absoluter Dezentralisation widersetzt. Wenn ausgedehnte Operationen der regulären Truppen mit ausgedehnten Operationen der Guerillas einhergehen. und zahlreiche bewaffnete Einheiten der arbeitenden Bevölkerung. kann die Truppenführung im Guerillakrieg nicht so stark zentralisiert werden. Die feindlichen Kräfte hingegen bilden einen einheitlichen Komplex.9. wie es in der regulären Kriegführung üblich ist. In einer Guerillazone oder einem Stützpunktgebiet mit mehreren Guerillaeinheiten gibt es gewöhnlich eine oder mehrere Guerillaeinheiten (manchmal gemeinsam mit Formationen der regulären Truppen). bedarf es einer entsprechenden Koordinierung. Das Prinzip des Kommandos im Guerillakrieg sollte. Andererseits kann ohne eine gewisse Zentralisierung der Truppenführung auch der Guerillakrieg nicht erfolgreich entwickelt werden. ein zentralisiertes strategisches Kommando vorsehen und ein dezen192 . die Kommandomethoden der regulären Kriegführung auf die Guerillakriegführung einfach zu übertragen. Kapitel Organisation der Truppenführung Das letzte strategische Problem im Guerillakrieg gegen Japan betrifft die Beziehung zwischen den Führungsstellen. wie man in derartigen Guerillazonen oder Stützpunkten eine einheitliche oder zentrale Kommandostelle errichten kann. die durch verstreute Operationen charakterisiert ist. um ihre Operationen gegen die Guerillas zusammenzufassen. das heißt eines vereinten strategischen Kommandos des nationalen Generalstabs und der Kommandeure der Kriegszone.

tralisiertes Kommando in Schlachten und Gefechten. die ihrerseits wieder in Distrikte zerfallen. deren jedes mehrere Bezirke umfaßt. Gemäß dem dargelegten Prinzip sollten in der Organisation des Kommandos Fragen der allgemeinen Politik auf höherer Ebene zentralisiert werden. Ein zentrales strategisches Kommando umfaßt die Planung und Leitung des gesamten Guerillakrieges durch den Staat. Wenn eine 193 . hineinzureden. Das gleiche Prinzip gilt auch für viele Operationen der regulären Truppen. um so eine einheitliche Aktion zu sichern. denn es wäre schädlich. Dies ist. Kurz gesagt: innerhalb der Struktur einer vereinheitlichten Strategie muß die Guerillakriegführung verhältnismäßig unabhängig bleiben. das in verschiedene Untergebiete aufgeteilt ist. und diese wandeln sich von Tag zu Tag und von einem Ort zum anderen und entziehen sich somit der Kenntnis der entfernten höheren Kommandostellen. zum Beispiel besondere Vorkehrungen für eine Schlacht oder ein Gefecht. vor allem wenn die Verbindungslinien unzureichend sind. den Unterführern in Detailfragen. die Koordinierung des Guerillakrieges mit der regulären Kriegführung in jeder Kriegszone und die einheitliche Leitung aller antijapanischen bewaffneten Kräfte in jeder Guerillazone und jedem Stützpunkt. Wo ein Guerillastützpunkt ein militärisches Gebiet bildet. Allerdings darf die Zentralisierung nicht über diesen Punkt hinausgehen. bis hinunter zu den Kommandostellen der Bezirke und Distrikte. wir müssen mit allen Kräften danach streben. Einheitlichkeit und Zentralisierung sich unheilvoll auswirken. während tägliche Operationen unter Berücksichtigung der spezifischen Umstände von den Unterführern ausgeführt werden sollten. In allgemeinen strategischen Fragen sollten die Unterführer den Höheren Bericht erstatten und ihre Instruktionen befolgen. Jeder Truppenteil muß seiner Stellung entsprechend unter dem direkten Kommando einer dieser Befehlsstellen stehen. was mit dem Prinzip eines dezentralisierten Kommandos in Schlachten und Gefechten gemeint ist. In dieser Hinsicht muß jeder Mangel an Harmonie. Harmonie. ist die Beziehung zwischen den Hauptquartieren des militärischen Gebiets und denen der Untergebiete. Einheitlichkeit und Zentralisierung zu garantieren. Denn solche Detailfragen müssen unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände behandelt werden. die das Recht zu einer gewissen Handlungsfreiheit haben sollten. durch ein System der Unterordnung charakterisiert.

da die höchste Stelle einen klaren Überblick über die Lage hat. die von den Befehlshabern kleinerer Einheiten durchgeführt werden. Auch das kann nicht geduldet werden schon gar nicht. Solange eine bewaffnete Einheit oder eine größere Formation an einer einheitlichen Operation teilnimmt. muß hinsichtlich der Beziehung zwischen den Kommandostellen das Prinzip der Zentralisation vorherrschen. Wird die Dezentralisierung dort. Mangel an Zentralisierung dort. Je ausgedehnter das Gebiet. so sollte sie ihre Ansichten in Form von «Richtlinien» und nicht als strenge und rasch erteilte «Befehle» vorbringen. nur so können die Befehlshaber der kleineren Einheiten und ihre Leute die Fähigkeit selbständigen Handelns entwickeln. deutet auf Nachlässigkeit seitens der höheren Kommandostellen oder auf eine Autoritätsanmaßung seitens der unteren Stellen hin. nicht angewandt. daß die höheren Kommandostellen ein Monopol der Macht errichten wollen oder daß die niederen es an Initiative fehlen lassen. den unteren Kommandostellen hinsichtlich ihrer täglichen Operationen eine größere Unabhängigkeit zu gewähren. Beides kann in der Beziehung zwischen höheren und niederen Stellen nicht geduldet werden. wo sie vonnöten ist. in Detailfragen das der Dezentralisation in Kraft.höhere Stelle sich über gewisse Operationen zu äußern wünscht. 194 . wo sie nötig wäre. tritt in allgemeinen Fragen das Prinzip der Zentralisation. wenn es um die Führung des Guerillakrieges geht. denn nur so können sie sich den jeweiligen Erfordernissen richtig anpassen. Sobald jedoch diese Einheit oder Formation zu einer Einzelaktion angesetzt wird. da der höheren Kommandostelle die spezifischen Probleme der Einzelsituation nicht klar sein können. je komplexer die Lage und je größer die Entfernung zwischen den höheren und den niederen Kommandostellen ist. komplizierte Situationen meistern und den Guerillakrieg erfolgreich weitertragen. um so ratsamer ist es. so kann man daraus schließen. Die oben dargelegten Prinzipien stellen die einzig korrekte Lösung des Problems der Organisation der Truppenführung dar. schon gar nicht in der militärischen Sphäre.

Hopei und Honan. dessen Mittelpunkt die Maoshanberge bilden. 7. daß es möglich war. Die Kette der Changpaiberge zieht sich an der nordöstlichen Grenze Chinas hin. im Flachland Stützpunkte zu errichten.Anmerkungen 1. durch die Richtigkeit der von der Kommunistischen Partei verfolgten Politik. dessen Mittelpunkt die Wutaiberge bilden. Nach der japanischen Invasion am 18. 5. Die Kette der Yenshanberge liegt im Grenzgebiet von Hopei und der ehemaligen Provinz Jehol. Unsere im Widerstandskrieg gewonnene Erfahrung hat bewiesen. Im Sommer 1938 begann die Achte Frontarmee mit dem Aufbau des antijapanischen Stützpunktes Osthopei. 2. 3. Dieser Erfolg wurde ermöglicht durch die Größe und Bevölkerungsdichte der betreffenden Gebiete. September 1931 wurde diese Gegend zu einem Stützpunkt der von der Kommunistischen Partei Chinas angeführten antijapanischen Guerillas. Die Maoshanberge liegen im südlichen Kiangsu. Im Winter 1937 begannen die von der Kommunistischen Partei Chinas angeführten Guerillaeinheiten mit dem Aufbau des antijapanischen Stützpunktes Mittelshantung. die starke Mobilisierung der Bevölkerung und die Truppenknappheit des Feindes. Der Taishan ist einer der bedeutendsten Gipfel in der Mitte der Provinz Shantung gelegenen Taiyiberge. 195 . die unsere Truppen für lange Zeit halten konnten. Genosse Mao-Tsetung hat in späteren Hinweisen diese Möglichkeit noch entschiedener betont. 4. Im Oktober 1937 begann die von der Kommunistischen Partei Chinas angeführte Achte Frontarmee mit dem Aufbau des antijapanischen Stützpunktes Shansi-Chahar-Hopei. Im November 1937 begann die Achte Frontarmee mit dem Aufbau eines antijapanischen Stützpunkts im südöstlichen Shansi. dessen Zentrum das Taiyigebirge darstellt. Im Juni 1938 begann die Neue Vierte Armee unter Führung der Kommunistischen Partei Chinas mit dem Aufbau des antijapanischen Stützpunktes Südkiangsu. dessen Mittelpunkt die Yenshanberge bilden. Den Mittelpunkt dieses Stützpunkts bilden die Taihangberge. Die Kette der Wutaiberge liegt im Grenzgebiet der Provinzen Shansi und Hopei und der ehemaligen Provinz Chahar. Die Kette der Tainghaberge liegt im Grenzgebiet der Provinzen Shansi. 6.

daß unter den neuen historischen Umständen unter denen das sozialistische Lager. Laos und Südvietnam. Im Jahre 353 v. In vielen Ländern hat das Volk. daß die Elitetruppen von Wei in Chao eingedrungen waren und im eigenen Land nur schwach besetzte Garnisonen zurückgelassen hatten. bei dem zwei Spieler versuchen. Weichi ist ein altes chinesisches Spiel. B. die Steine des Gegners auf dem Spielbrett einzukreisen. um sein Land zu verteidigen. die in allen Ländern um Demokratie und Fortschritt ringen. mit Riesenschritten vorwärts eilen. befahl seinen Generalen Tien Chi und Sun Pin. General Sun Pin. 10. nach anderen Bedingungen verläuft als der Guerillakrieg. gelten sie als «tot» (oder gefangen). So wurde die belagerte Hauptstadt Hantan entsetzt. läßt sich ein erfolgreicher Guerillakrieg führen. 9. Liegt jedoch noch eine genügende Anzahl freier Felder zwischen den eingekreisten Steinen. Wenn die Steine eines Spielers eingekreist sind. der mit Chao verbündet war. Algerien. Chao mit ihren Truppen zu Hilfe zu eilen. belagerten die Truppen des Staates Wei die Hauptstadt des Staates Chao namens Hantan. Damit ist bewiesen. von seinen eigenen fortschrittlichen und revolutionären Kräften geführt. Mit anderen Worten. Afrika und Lateinamerika im Anwachsen begriffen. den die Bevölkerung gewisser Länder heute führt. während das kapitalistische System in der ganzen Welt immer schwächer wird und das imperialistische System des Kolonialismus seiner völligen Auflösung entgegengeht daß unter diesen Umständen der Guerillakrieg. zu den Waffen gegriffen. Chr. Seit jenem Ereignis bezeichnen chinesische Strategen eine solche Taktik mit den Worten: «Den Staat Chao be196 . griff den Staat Wei an. der genau wußte. Kuba. die revolutionären Kräfte der Völker in den Kolonialländern und die Massen des Volkes. um die finsteren Mächte des Imperialismus und der Reaktion zu stürzen. auch in Ländern. Die Befehlshaber von Chi machten sich die Erschöpfung der Truppen von Wei zunutze: Sie griffen an und schlugen sie bei Kueiling (nordöstlich des heutigen Bezirks Hotse in Shantung).8. den das chinesische Volk seinerzeit gegen Japan führte. der nun seine Truppen zurückzog. so gelten diese Steine noch als «lebendig» (oder nicht gefangen). die nicht über ein großes Territorium verfügen. Der König des Staates Chi. wie z. Seit Beendigung des Zweiten Weltkriegs ist die nationale und demokratische revolutionäre Bewegung in Asien.

» 197 .freien. indem man den Staat Wei belagert.

in Wirklichkeit wissen bis zum heutigen Tage die meisten noch keine Antwort darauf. Andererseits sind auch ein paar stürmische Geister aufgetreten und haben dem Volk erzählt. Aber warum wird er uns zufallen? Wie sollen wir ihn anstreben? Noch hat nicht jeder Antworten auf diese Fragen gefunden. was wir gesagt haben.Über den verlängerten Krieg Mai 1938 Genosse Mao Tse-tung hielt diese Vorträge vom 26. Trotzdem haben die meisten das. daß sie es nicht sind. Darum sind nun auch die Defaitisten. an dem unser großer Widerstandskrieg gegen Japan begann. jährt sich zum erstenmal der Tag. der in der Geschichte des Ostens ohne Vorbild ist und auch in die Weltgeschichte als einer der großen Kriege eingehen wird. Die Völker der ganzen Welt beobachten aufmerksam diesen Krieg. noch nicht begriffen. Darstellung des Problems 1. Jeder Chinese. Sind diese Anschauungen richtig? Wir haben bereits erklärt. Mai bis zum 3. Aber warum wird dieser Krieg lange dauern? Und wie sollen wir einen langen Krieg führen? Viele Leute sprechen auch von einem endgültigen Sieg. Juli. Aber wie wird dieser Krieg nun weitergehen? Können wir ihn gewinnen? Können wir ihn rasch gewinnen? Viele reden von einem verlängerten Krieg. Zum Teil liegt dies daran. daß wir noch nicht genü198 . Juni 1938 vor der Yenan-Gesellschaft zum Studium des Widerstandskrieges gegen Japan in Yenan. die Anhänger der Theorie einer nationalen Unterjochung auf den Plan getreten und haben dem Volk erzählt. Seit fast einem Jahre stehen die Kräfte der ganzen Nation einmütig zusammen. daß China unterjocht werden wird und den endgültigen Sieg nicht erringen wird. bekämpfen den Feind und leisten in beharrlicher Einheitsfront Widerstand. sehnt tagtäglich den Sieg herbei. der unter den Schrecken des Krieges leidet und um das Weiterbestehen seiner Nation kämpft. ja. am 7. In wenigen Wochen. China werde diesen Krieg sehr schnell und ohne jede größere Anstrengung gewinnen.

und Aufklärungsarbeit geleistet haben. die ebenfalls gegen den Krieg sind. die Gesamtrichtung und das Ziel zu überblicken. von den regulären Truppen bis zu den Guerillas. Und jeder Mensch mit Gewissen sollte sie willkommen heißen. und alle Streitkräfte. so daß die meisten Menschen noch nicht in der Lage waren. Nunmehr ist eine ernsthafte Untersuchung des lange dauernden Krieges 199 . Die Erfahrung von zehn Monaten Krieg hat vollauf ausgereicht. um zu beweisen. alle Menschen. Zusammen mit allen anderen gegen Japan eingestellten politischen Parteien und dem gesamten Volk verfolgen wir Kommunisten nur das eine Ziel. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei Chinas sein. und zum Teil daran. International reicht die Einheitsfront vom Land des Sozialismus bis zu den gerechtigkeitsliebenden Menschen aller Länder. die gegen den Krieg sind.» Dieses Wort ist weit verbreitet. «Seit dem Zwischenfall von Lukouchiao steht unser Volk von vierhundert Millionen in gemeinsamer Anstrengung zusammen. von Arbeitern und Bauern bis zur Bourgeoisie. und im Lager des Feindes reicht sie von den Menschen in Japan. Kurz. um diese teuflischen japanischen Eindringlinge zu besiegen. daß die objektive Entwicklung der Ereignisse dem Volk ihre wahre Natur noch nicht klar und eindeutig enthüllt hatte. bis zu denjenigen japanischen Soldaten an der Front. alle diese Kräfte haben auf ihre Weise zu unserem Widerstandskrieg beigetragen. man muß ihm nur mehr Inhalt geben. alle Kräfte zusammenzufassen. wie grundlos die Theorie einer nationalen Unterjochung ist und auch unseren stürmischen Freunden die Vorstellung von einem raschen Sieg zu nehmen. Unter diesen Umständen wünschen sich viele Menschen eine Erklärung der Lage in Form einer Zusammenfassung. und der endgültige Sieg wird China gehören. Es ist grundsätzlich richtig. In China umfaßt sie alle politischen Parteien des Landes. sondern weil sie die Natur dieses Krieges noch nicht recht erfaßt haben.gend Propaganda. von der Kommunistischen Partei bis zur Kuomintang. Juli dieses Jahres wird der 17. Nun jedoch liegen die Dinge anders. Unser Ausharren im Widerstandskrieg und in der Einheitsfront war auf Grund einer Reihe von Faktoren möglich. Sie wünschen das vor allem in Hinblick auf den Begriff eines lange dauernden Krieges und zwar nicht wegen der einander entgegengesetzten Theorien über nationale Unterjochung und raschen Sieg. Der 1. und sich daher kein vollständiges Bild von der Politik und Taktik machen konnten.

und die Verfechter dieser Tendenz behaupten. eine größere und wirksamere Rolle in unserem Widerstandskrieg zu spielen. wird es mit Sicherheit zu einem zweiten Abessinien. was ich zu sagen habe. sind keineswegs Ignoranten. Die Menschen. die der Tendenz zum Kompromiß Vorschub leistet. daß sowohl die Theorie von der unausweichlichen Unterjochung Chinas wie die Theorie von Chinas schnellem Sieg ein Irrtum war. Zu diesem Zweck werde ich mich in meinen Vorträgen mit einer solchen Untersuchung befassen. Die Bauern würden womöglich auf das vertrauen. Einige sagten: «China ist hinsichtlich seiner Bewaffnung unterlegen und muß daher unweigerlich einen Krieg verlieren. So entsteht beispielsweise von Zeit zu Zeit eine Atmosphäre des Nachgebenwollens. nachzugeben. zu denen ich gesprochen habe. es ist zum Untergang verurteilt. 3. Ein Student schrieb aus Hunan in einem Brief: «Auf dem Lande ist alles sehr schwierig.) Diese Menschen machen mich krank! Glücklicherweise gehen sie nicht umher und verbreiten ihre Ansichten. Die erste Theorie verführt zu der Tendenz. sonst stände es wirklich schlimm. was sie sagen. den Feind zu unterschätzen. Alle Erfahrungen der zehn Kriegsmonate beweisen. sagen sie immer: <China kann nicht gewinnen. die zweite zu der Tendenz. und sind an dem. aber im geheimen geht dieses Gerede noch allerorts weiter. Beide Einstellungen zu dem Problem sind subjektiv und einseitig mit einem Wort: unwissenschaftlich. sie haben alle bis zu einem gewissen Grade begriffen. sehr interessiert. und darum 200 .angezeigt. Ich werde mich bemühen. daß «die Fortdauer des Krieges Unterjochung bedeutet»1. damit jeder Kommunist in die Lage versetzt wird. 2. was vor sich geht.» Andere sagten: «Wenn China bewaffneten Widerstand leistet. Bei meiner Propagandaarbeit muß ich zu den Leuten reden. wann und wo ich sie antreffen kann. kann jedoch in einer Vortragsreihe nicht auf sämtliche Einzelheiten eingehen.» Derartige Exponenten der Theorie von Chinas unausweichlicher Unterjochung bilden die soziale Basis. Man findet sie überall in China. über alle für den verlängerten Krieg wichtigen Probleme zu sprechen. Wenn ich jedoch meine eigenen Verwandten treffe. Vor dem Ausbruch des Widerstandskrieges war viel von nationaler Unterjochung die Rede.» Seit Ausbruch des Krieges spricht man in der Öffentlichkeit nicht mehr von der nationalen Unterjochung.

Man hörte die Sätze wie «Dieser Feldzug ist das letzte verzweifelte Ringen des Feindes» oder «Wenn wir siegen. «wahrscheinlich nicht». Sie unterschätzten die Japaner und glaubten sogar. der Feldzug in Hsuchow sollte nun als der «endgültig entscheidende Feldzug» durchgeführt und die Politik des lange dauernden Krieges müsse abgeändert werden. da Hsuchow gefallen und Wuhan bedroht ist. B. aber man darf sich unter günstigen Umständen keine Chance zu einem Bewegungskrieg entgehen lassen». B.müssen wir auch darauf gefaßt sein. 4. Während dieser zehn Kriegsmonate sind allerlei Ansichten laut geworden. ob der Feind Wuhan angreifen wird. mit der Theorie einer nationalen Unterjochung ein für allemal aufzuräumen. die auf einen Mangel an ruhiger Überlegung schließen lassen. der Guerillakrieg an zweiter Stelle. muß die internationale Lage sich ändern. und der darauffolgende bei Taierhchuang verdrehte ihn einer noch größeren Anzahl. Dann muß die Sowjetunion uns Truppen schicken. Einige unterschätzten auch die strategische Rolle des Guerillakrieges innerhalb des Widerstandskrieges und zweifelten an dem Satz: «Im Hinblick auf das Ganze steht der Bewegungskrieg an erster. Derartige Zweifel können alle wichtigen Entscheidungen beeinflussen. z.» Diese Menschen machten ihre Hoffnung hinsichtlich der Zukunft des Widerstandskrieges von der ausländischen Hilfe abhängig. Der Sieg bei Pinghsingkuan verdrehte vielen Menschen den Kopf.2 Während der Schlacht um Shanghai behaupteten einige: «Wenn wir den Kampf drei Monate lang durchhalten können. So waren z. und damit wird der Krieg vorüber sein. Manche meinen. bei Ausbruch des Krieges viele Menschen grundlos optimistisch.3 Nach dem Sieg bei Taierhchuang 4 erklärten einige. auf den Tag ihres Gerichts zu warten»5. daß das Problem des Kompromisses jederzeit innerhalb der antijapanischen Front auftauchen kann und vermutlich bis zum Ende des Krieges vorhanden sein wird. im Hinblick auf das einzelne steht der Guerillakrieg an erster und der Bewegungskrieg an zweiter Stelle. werden die japanischen Kriegsherren entmutigt und nur noch imstande sein. was sie als einen mechanistischen Standpunkt ansahen. diese könnten niemals bis nach Shansi vordringen. 201 .» Diese Menschen mißtrauten auch dem Grundsatz der Achten Frontarmee: «Der Guerillakrieg ist die Hauptsache. viele andere «bestimmt nicht». durfte es meiner Ansicht nach an der Zeit sein. Jetzt. Nun haben sich Zweifel erhoben.

noch richtig? Auch auf diese Frage bekommt man sicherlich manche negative Antwort. unsere militärischen und politischen Einrichtungen zu reformieren. warum also sollten wir sie noch erhöhen? Oder nehmen wir das Schlagwort. die Einheitsfront sei zur Zeit schon stark genug. ob unsere antijapanische Macht bereits ausreicht. sobald eine größere Schlacht gewonnen oder der Vormarsch des Feindes vorübergehend ins Stocken geraten ist. um den Vormarsch des Feindes aufzuhalten. Solche Entscheidungen sind fast unvermeidlich. es kann nicht schnell siegen. Alle eben erwähnten Ansichten müssen als politische und militärische Kurzsichtigkeit bezeichnet werden. sie sind trügerisch und unhaltbar. es wird nicht unterjocht werden. Kantons und des Nordwestens aufrufen und für eine energische Ausbreitung des Guerillakriegs im Hinterland des Feindes eintreten. Bereits vor zwei Jahren5 haben wir die wichtigsten Punkte dieser 202 . 5. sondern es wird einen lange dauernden Widerstandskrieg führen müssen. eine Kampagne für die Schulung im nationalen Widerstand starten. sondern schließlich den Sieg erringen.die Entscheidung über die Frage. Kann China schnell siegen? Nein. die zur Verteidigung Wuhans. Verräter und Trotzkisten entfernen. Trifft es noch zu? Manche mögen die Frage verneinen und behaupten. die Kriegsindustrie fördern und den Lebensstandard des Volkes heben? Oder sind beispielsweise die Slogans. um den Feind zurückzuschlagen — warum sollte man sie dann noch konsolidieren und erweitern? Oder sollten wir unsere diplomatischen Anstrengungen und unsere internationale Propaganda intensivieren? Auch hier kann man negative Antworten hören. Wenn wir unseren Widerstandskrieg siegreich fortsetzen wollen. Und sollen wir tatsächlich darangehen. Manche Leute mögen hier positiv antworten. eine Massenbewegung ins Leben rufen. 6. Die Frage lautet also: Wird China unterjocht werden? Und die Antwort heißt: Nein. Es gibt sogar Leute. man müsse die «antijapanische Einheitsfront konsolidieren und erweitern». die. unsere gegenwärtige Stärke reiche aus. So plausibel derartige Ausführungen auch klingen mögen. die Gegensätze zwischen der Kuomintang und der Kommunistischen Partei wieder aufwärmen und die allgemeine Aufmerksamkeit von der Außenpolitik auf die Innenpolitik verlagern wollen. sobald die Kriegslage eine nur einigermaßen günstige Wendung nimmt. müssen wir solchem Gerede ein Ende machen.

China wird bestimmt gewinnen. dann wird der Krieg kurz und der Sieg rasch errungen sein.Fragen schon einmal ausführlich behandelt. FRAGE: Wie lange wird ein solcher Krieg Ihrer Ansicht nach dauern? ANTWORT: Das hängt von der Stärke der chinesischen Volksfront. welche die Bedrohung ihrer eigenen Interessen durch den japanischen Imperialismus erkennen. Wenn die chinesische Volksfront als mächtiges Instrument aufgestellt und nach allen Richtungen hin wirkungsvoll und gut durchorganisiert wird. die Kontinentalpolitik der Japaner steht bereits 203 . wird der Krieg sehr lange dauern. nur wird es dafür größere Opfer bringen müssen. 3. das Anschwellen der revolutionären Bewegung in Japan und in den japanischen Kolonien. FRAGE: Wie lautet Ihre Ansicht über die vermutliche Entwicklung eines solchen Krieges in politischer und militärischer Hinsicht? ANTWORT: Nun. sowie auch von der Entwicklung der revolutionären Bewegung in Japan. Am 16. die China zuteil wird. die Bildung einer Nationalen Einheitsfront gegen den japanischen Imperialismus in China und 2. und die ganze Welt wird eine schwere Zeit durchmachen. entwarf ich bei einem Gespräch mit dem amerikanischen Korrespondenten Edgar Snow ein allgemeines Bild der Situation im Hinblick auf den Krieg zwischen China und Japan und stellte mehrere für die Erringung des Sieges notwendige Grundsätze auf. Die folgenden Auszüge mögen als eine Erinnerung dienen:6 FRAGE: Unter welchen Bedingungen kann das chinesische Volk Ihrer Ansicht nach die japanischen Streitkräfte schwächen und schlagen? ANTWORT : Dreierlei wird unseren Erfolg gewährleisten: 1. also fünf Monate vor den Ereignissen in Sian und zwölf Monate vor dem Zwischenfall in Lukouchiao. aber er wird ebenfalls mit einer Niederlage Japans enden. einer antijapanischen Einheitsfront in der ganzen Welt. China eine entsprechend beträchtliche Hilfe angedeihen lassen und wenn die Revolution in Japan bald ausbricht. Wenn sich jedoch diese Bedingungen nicht erfüllen lassen. wenn die Regierungen und Völker. einer Reihe weiterer bedingender Faktoren in China und Japan und dem Ausmaß der internationalen Hilfe ab. Juli 1936. Das wichtigste aber ist die Einigung des chinesischen Volkes.

sich der Philippinen. und dieses wäre gezwungen. Um diese Behauptung zu widerlegen. wie eine Abtrennung New Yorks für Amerika. Uns blieben immer noch bedeutende Kräfte. Abgesehen davon kann Japan ganz China gar nicht isolieren. weil sie fürchten. daß der Unterlauf des Yangtsekiang sowie unsere südlichen Seehäfen bereits ihren festen Platz im japanischen Kontinentalprogramm haben. Aber die Mehrheit des chinesischen Volkes glaubt. Indochinas. Selbst wenn es den Japanern gelingen sollte. In einem Krieg gegen Japan wäre das chinesische Volk in einer viel günstigeren Lage als seinerzeit die Rote Armee bei ihren Kämpfen gegen die Kuomintang. Siams. Gewiß. daß solche Schwierigkeiten überwunden werden können. Manche Leute halten es für ausgeschlossen. sobald dieses eine Blokkade erzwingt. diese Länder zu seinen strategischen Stützpunkten zu machen. ergeht sich nur in utopischen Phantasien. nur die Reichen in den großen Seehäfen sind Defaitisten. daß Japan danach strebt. China ist einsehr großes Land. China könne durch einen weiteren Verzicht auf seine Hoheitsrechte und durch wirtschaftliche. Wer sich einbildet. Das ist Unsinn. Wir wissen sehr genau. daß China seinen Kampf gegen Japan aufrechterhalten kann. So wäre zum Beispiel eine Abtrennung Shanghais vom restlichen China für das gesamte Land keineswegs so verhängnisvoll. den Südwesten und den We204 . Alle diese Schachzüge gehören zu Japans maritimer Strategie. ihr Vermögen zu verlieren. Malayas und Niederländisch-Ostindiens zu bemächtigen. die wir gegen Japan aufstellen könnten. Frankreich und Amerika von China fernzuhalten und die Alleinherrschaft im südlichen Pazifik auszuüben. politische und territoriale Kompromisse und Zugeständnisse dem Vormarsch Japans Einhalt tun.fest und ist allgemein bekannt. Aber auch die ungleichmäßige Entwicklung der Wirtschaft Chinas bietet in einem Krieg gewisse Vorteile. während des ganzen Krieges in seinem Hinterland Verteidigungskämpfe zu führen. selbst dann wären wir noch längst nicht geschlagen. den Nordwesten. Darüber hinaus ist es offensichtlich. China befindet sich unter diesen Umständen zwangsläufig in einer äußerst schwierigen Lage. um so Großbritannien. China ist wirtschaftlich nicht geeint. es wäre nicht imstande. weite Gebiete Chinas zu besetzen Provinzen mit einer Bevölkerung von hundert oder sogar zweihundert Millionen Menschen —. Im Kriegsfall wird Japan versuchen. brauchen wir nur die Geschichte der Roten Armee heranzuziehen.

so würden wir damit alle Vorteile unserer geographischen und wirt205 . daß wir die Möglichkeit haben. FRAGE : Welche strategischen und taktischen Regeln sollten Ihrer Ansicht nach in diesem «Befreiungskrieg» befolgt werden? ANTWORT: Unsere Strategie sollte darauf abzielen. wie es vorteilhaft ist. Wenn wir gelegentlich zu Maßnahmen des Stellungskrieges greifen. einen äußerst wirksamen Bewegungskrieg zu führen. und Japan nicht völlig geschlagen würde. auch nur einen Zollbreit chinesischen Boden zu behalten. unsere Hauptstreitmacht im Bewegungskrieg auf einer ausgedehnten Front einzusetzen. tiefe Gräben. in einem schwierigen Gelände beweglich zu bleiben. sich nach raschen Angriffen ebenso rasch zurückzuziehen.sten unseres Landes zu blockieren. wäre die Kommunistische Partei dann bereit. ohne weiteres aufgegeben werden. Der Angelpunkt unserer Strategie muß jedoch der Bewegungskrieg bleiben. Geographisch gesehen ist der Kriegsschauplatz so groß. daß wichtige strategische Punkte. hohe Festungen und ganze Ketten von Stellungen zu verteidigen. Ebensowenig wie das gesamte Volk wird die Kommunistische Partei Chinas den Japanern gestatten. Friedensverhandlungen mit Japan zu führen und seine Herrschaft über das nordöstliche China anzuerkennen? ANTWORT : Nein. sich rasch sammeln und ebenso rasch wieder ausschwärmen zu können. FRAGE: Wenn der Krieg sich über eine lange Zeit hinziehen sollte. die in einem Stellungskrieg so lange gehalten werden können. der ausschließlich darauf abgestellt wäre. Damit ist nicht gesagt. Angesichts unserer kraftvollen Aktionen werden die Japaner zur Vorsicht gezwungen sein. langsam arbeitende Kriegsmaschinerie von begrenzter Wirksamkeit. so wie die Kommunistische Partei es gefordert hat. Wenn wir unsere Kräfte an einer oder zwei schmalen Fronten zusammenziehen und uns in der Verteidigung einer wichtigen Stellung erschöpfen wollten. die immer wieder verlagert wird und keine festen Abgrenzungen kennt. so werden dies Hilfsmaßnahmen von zweitrangiger strategischer Bedeutung sein. Es wird viel mehr ein Bewegungskrieg in großem Maßstab sein als ein Stellungskrieg. Sie verfügen nur über eine schwerfällige. Und so zeigt sich wiederum der Kernpunkt des Problems : die Einigung des gesamten chinesischen Volkes und der Aufbau einer Einheitsfront. Der Erfolg einer solchen Strategie hängt zum großen Teil von der Fähigkeit der Truppen ab.

können sie die Japaner vierundzwanzig Stunden täglich in Atem halten und langsam erledigen. Im Verlauf des Krieges wird China viele japanische Gefangene machen können und große Mengen an Waffen. ihre gesamten Vorräte von draußen hereinzubringen und zu bewachen. und die Moral seiner Truppen wird durch die Nervenprobe zahlreicher. So werden wir uns immer mehr einem Punkt nähern. Abgesehen von dem Einsatz unserer ausgebildeten Truppen im Bewegungskrieg müssen wir eine große Anzahl von Guerillaeinheiten unter der bäuerlichen Bevölkerung aufstellen und ausrüsten. sie werden an allen Verbindungslinien starke Truppenkontingente stationieren müssen. den Kampfgeist und die Schlagkraft der feindlichen Truppen allmählich zu brechen. denn mit dem Fortschreiten des Krieges wird die technische Ausrüstung der Truppen. Das. Man muß immer daran denken. Sie werden gezwungen sein. Wenn solche Einheiten richtig geführt und organisiert werden. Die großen Reserven innerhalb des revolutionären chinesischen Volkes werden ununterbrochen Männer. Wir müssen in den ersten Stadien dieses Krieges große Entscheidungsschlachten vermeiden und zunächst einen Bewegungskrieg führen. was die freiwilligen Einheiten im Kampf gegen die Japaner in der Mandschurei geleistet haben.schaftlichen Situation aus der Hand geben und den Fehler der Abessinier wiederholen. kostspieligen Besetzung Chinas zusammenbrechen. wesentlich verbessert und mit ausländischer Hilfe ergänzt werden können. Japans Wirtschaft aber wird unter dem Druck einer langen. unentschiedener Gefechte aufgerieben werden. die ständig auf Angriffe gefaßt sind. Alle diese und 206 . um so die Moral. und sie werden auch ihre Stützpunkte in der Mandschurei und in China selbst ausreichend besetzen müssen. an dem es möglich sein wird. Chinas Bauern verfügen über eine sehr große latente Kraft. unter Verwendung von Befestigungsanlagen und Verschanzungen einen Stellungskrieg gegen die japanischen Streitkräfte zu führen. ist nur ein sehr schwacher Hinweis auf die latente Widerstandskraft. die für ihre Freiheit kämpfen wollen. die Japan gegenüberstehen. Munition und Ausrüstungsgegenständen in die Hand bekommen. die überall in China unter der revolutionären Bauernschaft mobilisiert werden kann. über unsere Linien ausschütten. daß dieser Krieg in China geführt wird. daß die Japaner auf allen Seiten von einem ihnen feindlich gesinnten Volk umgeben sind. Das bedeutet.

endgültige und entscheidende Angriffe gegen die japanischen Befestigungen und strategischen Stützpunkte zu führen und Japans Besatzungsarmee aus China zu vertreiben. Juli bei Lukouchiao geleistet hat. Der Schlüssel zu diesem Sieg liegt darin. den bereits begonnenen Widerstandskrieg zu einem Krieg der ganzen Nation gegen Japan auszuweiten. ist lediglich ein Tarnmanöver für seine Invasion. war der Ausgangspunkt für den Widerstandskrieg in ganz China. daß dies ein harter und lange dauernder Krieg sein wird. Deshalb müssen wir uns darüber klar sein. Da unser Widerstandskrieg noch ernste Schwächen aufweist. In Japan ist bereits eine allgemeine Mobilmachung erfolgt. Die hier dargelegten Ansichten haben sich in den zehn Monaten unserer bisherigen Kriegserfahrung als zutreffend erwiesen und werden sich auch in Zukunft bewähren. Wir glauben jedoch. vorübergehende und partielle Kompromisse.noch andere Faktoren werden den Verlauf des Krieges bestimmen und uns in die Lage versetzen. Der Propagandasatz. August 1937. Ein neues Stadium der politischen Situation Chinas hat begonnen. Das Stadium der Vorbereitung auf den Widerstand ist überwunden. die Lage zu erschweren». Der Widerstand. hat das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas in seinem «Beschluß über die gegenwärtige Lage und die Aufgaben der Partei» folgendermaßen klar Stellung bezogen: Die Provokation durch die japanischen Eindringlinge bei Lukouchiao und ihre Besetzung von Peiping und Tientsin stellen nur den Beginn ihrer in großem Maßstab geplanten Invasion Chinas südlich der Großen Mauer dar. das Stadium des eigentlichen Widerstandes. daß der nun ausgebrochene Widerstandskrieg dank der Bemühungen der Partei und unseres ganzen Volkes mit Sicherheit alle Hindernisse überwinden wird und erfolg207 . Heute ist es unsere wichtigste Aufgabe. ganz China erfassender Krieg kann den Sieg herbeiführen. Bereits am 25. alle Kräfte zu mobilisieren. innere Zwistigkeiten und Verrat. Nur ein totaler. daß Japan «nicht den Wunsch hegt. können uns in seinem späteren Verlauf noch viele Schwierigkeiten erwachsen Rückschläge und Teilniederlagen. um den Sieg im Widerstandskrieg zu erringen. den China am 7. also keine zwei Monate nach dem Zwischenfall von Lukouchiao. 7.

wirtschaftliche und politischorganisatorische Macht betrifft. die andere beruht auf zufälligen und daher vorübergehenden Irrtümern. allseitige Untersuchung darüber anstellen wollen. die daher schwer zu berichtigen sind. Die beiden Parteien. die sich gegenüberstehen. die wir jetzt nacheinander betrachten wollen. Menschen mit derartigen Tendenzen haben eine subjektive und einseitige Einstellung zu den Problemen. die sie dann mit gleicher Subjektivität zum Gesamtproblem aufbauschen. Warum ist der Widerstandskrieg gegen Japan ein verlängerter Krieg? Warum wird China schließlich siegen? Worauf begründen sich diese Behauptungen? Der chinesisch-japanische Krieg ist nicht irgendein Krieg. Es gibt jedoch zwei Kategorien irriger Ansichten. im Osten an erster Stelle steht und zu den sechs oder sieben imperialistischen Großmächten der Welt gehört. Entweder verlieren sie sich in sinnlosem und völlig subjektivem Gerede oder sie greifen einen einzelnen Aspekt oder eine vorübergehende Erscheinung heraus. Erkenntnistheoretisch gesprochen ist der Ursprung aller irrigen Ansichten über den Krieg in einer idealistischen und mechanistischen Bewertung dieser Frage zu suchen. und sie wird sich auch in Zukunft bewähren. was seine militärische. Auch diese Überlegung hat sich auf Grund einer zehnmonatigen Kriegserfahrung als zutreffend erwiesen. die leicht zu berichtigen sind. Die eine beruht auf grundsätzlichen und fest eingewurzelten Irrtümern. halbfeudalen China und dem imperialistischen Japan. Japan ist ein mächtiger imperialistischer Staat.reich weitergeführt werden kann. Dies ist die Grundlage des ganzen Kriegsproblems. müssen wir den idealistischen und mechanistischen Tendenzen entgegentreten. Da jedoch beide Arten von Ansichten falsch sind. müssen beide berichtigt werden. Die japanische Seite. der. Dies sind die grundlegenden Faktoren für Japans Aggressions208 . weisen viele entgegengesetzte Merkmale auf. Die Grundlage des Problems 9. sondern ein Kampf auf Tod oder Leben zwischen dem halbkolonialen. Wenn wir daher einwandfreie Schlüsse über die Frage des Krieges ziehen und eine objektive. 8. 10. der in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts ausgefochten wird.

wirtschaftliche und politisch-organisatorische Macht Japans ist zwar groß. Hinsichtlich der sozialen Entwicklung ist Japan heute kein blühendes Land mehr. so kann es einen lange dauernden Krieg nicht durchhalten. In den dreißiger Jahren haben die inneren und äußeren Widersprüche des japanischen Imperialismus diesen Staat nicht nur in einen waghalsigen Krieg von unvergleichlichen Ausmaßen getrieben. wird diese noch vermehren und schließlich auch die ursprünglichen Hilfsquellen Japans erschöpfen. Die Unvermeidbarkeit des Krieges und die Unmöglichkeit eines raschen Sieges für China ergeben sich aus dem in Japan herrschenden imperialistischen System und seiner großen militärischen. ohne jedoch gleichzeitig über genügend natürliche Mittel zu verfügen. Diese Zusammenhänge meinen wir. finanzielle und materielle Hilfsquellen hat. Drittens verläßt sich Japan in diesem Krieg auf seine große militärische. müssen sie ihn unweigerlich verlieren. Zweitens jedoch bestimmt der imperialistische Charakter der japanischen Volkswirtschaft den imperialistischen Charakter seiner Kriegführung und stempelt diesen Krieg zu einem rückschrittlichen und barbarischen Krieg. Die japanischen Politiker sind bestrebt. All diese Umstände werden die Klassengegensätze innerhalb Japans. den seine herrschenden Klassen sich wünschen. den sie begonnen haben. aber mengenmäßig unzureichend. Viertens und letztens kann Japan zwar auf eine gewisse 209 . wirtschaftlichen und politischen Macht. Japan ist ein verhältnismäßig kleines Land. Und diese Rückschrittlichkeit bestimmt zusammen mit dem militärisch-feudalen Charakter des japanischen Imperialismus die besondere Grausamkeit seiner Kriegführung. sondern das Gegenteil davon: den Untergang des japanischen Imperialismus. aber auch hier werden sie das Gegenteil erreichen: Der Krieg. die Gegensätze zwischen der japanischen und der chinesischen Nation und die Gegensätze zwischen Japan und den meisten anderen Ländern der Welt aufs äußerste verschärfen. Eben weil die Japaner einen so reaktionären und barbarischen Krieg führen. Die militärische. und der Krieg wird ihm nicht den Wohlstand bringen. um ihre Schwierigkeiten zu beheben.krieg. wenn wir von dem rückschrittlichen Charakter des japanischen Krieges sprechen. diese Schwierigkeit durch einen Krieg zu beheben. wirtschaftliche und politisch-organisatorische Macht. sie haben ihn auch auf seinen endgültigen Zusammenbruch zugedrängt. das weder genug Soldaten noch genug militärische.

11. die ihm von anderer Seite zuteil wird. die ihm aus dem Ausland zuteil wird. sondern sich ernstlich gegen Japan auswirkt. halbfeudalistischen Zustand zu erlösen trafen auf heftigen Widerstand. Erstens sind wir ein halbkoloniales. einen raschen Sieg zu erringen. Die chinesische Seite. politischer und kultureller Hinsicht noch nicht so stark ist wie Japan.Unterstützung seitens der faschistischen Länder rechnen. Auch auf diesen Tatsachen begründet sich unter anderem die Unvermeidbarkeit dieses Krieges und die Unmöglichkeit für China. Dies sind die Merkmale auf japanischer Seite. diese Folgerung ergibt sich aus der Natur des japanischen Krieges. Wenn China auch in militärischer. Im Gegensatz zum japanischen Imperialismus. so daß China schließlich blieb. Auf Grund dieser Fortschrittlichkeit kann Chinas gegenwärtiger Befreiungskrieg lange andauern und mit einem Sieg abgeschlossen werden. Um es noch einmal zusammenzufassen: Japans Vorteil liegt in seiner augenblicklich sehr guten Disposition zur Kriegführung. Ihre Gegner im In. Der Opiumkrieg. Zweitens aber hat die chinesische Freiheitsbewegung. bis sie endlich nicht nur die Unterstützung aufwiegt. Wir sind noch immer ein schwaches Land und im Hinblick auf militärische. China aus seinem halbkolonialen. so ist es heute doch fortschrittlicher denn je zuvor. wirtschaftliche und politisch-organisatorische Macht unserem Feind sichtlich unterlegen. Die Zahl dieser Gegner Japans wird allmählich anwachsen. die darauf abzielten. der sich auf der ab210 . der Taipingaufstand. die während der letzten hundert Jahre immer stärker geworden ist. halbfeudalistisches Land. was es war. aber gleichzeitig haben sie das chinesische Volk gestählt. Seine fortschrittlichen Faktoren sind die Kommunistische Partei Chinas und die ihrer Führung unterstehende Armee. wirtschaftlicher. seine Nachteile liegen in der reaktionären und barbarischen Art seiner Kriegführung. in der Unzulänglichkeit seiner Hilfsquellen an Menschen und Material und an der schwachen Hilfe. Eine ungerechte Sache kann nun einmal nur schwache Unterstützung finden. die Revolution von 1911 und die Nordexpedition — all jene revolutionären oder reformistischen Bewegungen. die Reformbewegung von 1898 7. aber es wird doch auf der ganzen Welt mehr Gegner finden als Bundesgenossen.und Ausland haben ihr zwar manchen schweren Rückschlag zugefügt. heute eine ganz andere Kraft als zu jeder anderen Zeit unserer Geschichte.

kann er die ganze Nation zu einer Einheit verschmelzen. Chinas Krieg ist vom Fortschritt bestimmt. und aus dieser Wandlung wird sich alles weitere ergeben. nicht über genug Menschen und Material verfügt und. sich jedoch in einem Zustand des Fortschritts befindet. einen fortschrittlichen und gerechten Krieg führt und obendrein ein großes Land ist ein Umstand. Dieser Krieg ist ein Kampf zwischen den genannten Merkmalen. wirtschaftliche und politisch-organisatorische Macht hat. jedoch einen reaktionären. international gesehen. Das sind die grundlegenden. Sie haben alle politischen. eben weil es einen fortschrittlichen und gerechten Krieg führt. strategischen und taktischen Maßnahmen der beiden Seiten bestimmt und bestimmen sie noch immer. einer zahlreichen Bevölkerung und vielen Soldaten und infolgedessen in der Lage. Aus alledem läßt sich entnehmen. wirtschaftlicher und politisch-organisatorischer Hinsicht weniger mächtig ist. Sie werden sich jedes seiner Natur entsprechend im Laufe des Krieges wandeln. reichliche internationale Unterstützung. ist China ein Land.steigenden Linie befindet. während China andererseits in militärischer. Drittens und wiederum im Gegensatz zu Japan ist China ein sehr großes Land. Außerdem wird es von den meisten Ländern Unterstützung erfahren. 12. einander entgegengesetzten Merkmale des chinesisch-japanischen Krieges. während Japan mit seinem ungerechten Krieg nur auf eine sehr dürftige Unterstützung rechnen kann. einen lange dauernden Krieg auszuhalten. gerechter Krieg ist. daß der schließliche Sieg China und nicht Japan zufallen wird. um die 211 . uns Beistand zu leisten. mit reichen Bodenschätzen. Weil es ein . der es befähigt. Diese Merkmale sind objektiv vorhanden und nicht etwa erfunden. Um noch einmal alles zusammenzufassen: Chinas Nachteil liegt in seiner militärischen Schwäche. seine Vorteile liegen in der fortschrittlichen und gerechten Natur seines Krieges. in einer ungünstigen Lage ist. in der Größe seines Landes und der starken internationalen Hilfe. Dies sind die Merkmale der chinesischen Seite. barbarischen Krieg führt. Sie waren und sind der Grund für die Verlängerung des Krieges und dafür. und darum ist es ein gerechter Krieg. daß Japan zwar große militärische. das aufsteigt wie die Morgensonne. einen lange dauernden Krieg durchzuhalten. Viertens schließlich erhält China. die Sympathie der japanischen Bevölkerung erregen und die meisten Länder der Welt veranlassen. die ihm zuteil werden wird.

Sie würden historische Beispiele — wie die Zerstörung der Sung-Dynastie durch die Yuan oder die Vernichtung der Ming-Dynastie durch die Ching anführen. aber klein ist. muß zu falschen Schlüssen gelangen. Wer bei einer Untersuchung des chinesischjapanischen Krieges diese Merkmale nicht berücksichtigt. so wird sich im Laufe des Krieges doch unweigerlich erweisen. Die Theoretiker der nationalen Unterjochung. könnten wir diese Menschen nicht überzeugen. Und wir müssen all denen. aber starkes kapitalistisches Land ein großes. die wir vorbringen sollen? Die 212 . müssen wir mit anderen Gründen aufwarten. die noch unsicher oder unentschlossen sind. kann die Gegenpartei die Unterjochung Indiens durch die Engländer anführen. ausreichende Argumente liefern.» Durch die bloße Konstatierung der Tatsache. Wenn wir also die Verfechter der Unterwerfung zum Schweigen bringen und überzeugen wollen. und auch wenn einige seiner Ideen für eine gewisse Zeit Anklang finden und richtig erscheinen mögen. um zu beweisen. daß ein kleines. überzeugen und ihren Glauben an den Widerstandskrieg stärken können. Sie durchdringen alle größeren und kleineren Probleme auf beiden Seiten und in allen Stadien des Krieges. Wenn wir dem entgegenhalten. pflegten zu sagen: «Widerstand zieht die Unterjochung nach sich. die nichts als den Kontrast zwischen der Stärke des Feindes und unserer Schwäche vor Augen hatten.Menschen zu täuschen. Welches sind nun die Gründe. Auf Grund dieser Merkmale wollen wir nun die Probleme erörtern. die mit der Propagandaarbeit beschäftigt sind. Widerlegung der Theorie einer nationalen Unterjochung 13. 14. und sie werden ihre Ergebnisse zeitigen.» Heute sagen sie: «Die Weiterführung des Krieges bedeutet Unterjochung. Sie stellen die grundlegenden Elemente des Krieges dar und sind keineswegs nur unvollständige Bruchstücke. China hingegen schwach. aber starkes Land durchaus ein großes. daß diese Ereignisse weit zurückliegen und heute kaum einen Beweis darstellen. die sich uns stellen. damit sie diejenigen. aber schwaches und rückständiges Land erobern kann. aber groß. daß sie falsch sind. schwaches Land besiegen kann und daß auch ein rückständiges Land ein fortschrittliches besiegen kann. um zu beweisen. daß ein kleines. daß Japan zwar stark.

Aber das heutige Japan ist auch dem Japan der Weltkriegszeit. in der wir alle uns gegen barbarische Angreifer verteidigen oder uns darauf vorbereiten und in der Chinas Schicksal mit dem Schicksal der meisten Länder und Völker dieser Welt verknüpft ist. 15. Japan zu besiegen. die es erhalten wird. Diese Merkmale spiegeln sich deutlich einerseits in Japans Rückschrittlichkeit und der geringen Unterstützung. Obendrein hat Japan diesen Krieg in einer Zeit eröffnet. denn der britische Imperialismus war damals noch im Aufstieg begriffen. Sie befindet sich bereits im Abstieg und kann mit dem Großbritannien jener Zeit. da der allgemeine Zusammenbruch des Weltimperialismus und insbesondere der faschistischen Staaten unmittelbar bevorsteht. die ihm zuteil wird. völlig unähnlich. der seiner Natur nach ein verzweifeltes letztes Sichaufbäumen ist. und eben das ist der Hauptgrund für die Tatsache. in der auch andere Länder in kriegerischen Verwicklungen begriffen sind oder sein werden. Eben deshalb hat unser Feind sich in das Abenteuer dieses Krieges gestürzt. Japan. daß nicht die Chinesen. andererseits in Chinas Fortschrittlichkeit und der starken Unterstützung. Der gegenwärtige Krieg begann zu einem Zeitpunkt. Wenn wir erklären. den China und Japan in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts gegeneinander führen. Hier liegt der wesentliche Grund für die Abneigung und Opposition. welche Japan bei diesen Ländern und Völkern erregt und in wachsendem Maße weiterhin erregen wird. Die Chinesen leben innerhalb einer halbkolonialen. gar nicht verglichen werden. Wie steht es mit China? Das China von heute ist mit dem China anderer historischer Zeitabschnitte nicht zu vergleichen. Aus diesem Grund steht es mit unabänderlicher Gewißheit fest. Unser Krieg ist nicht irgendein Krieg. also dem Japan vor zwanzig Jahren. sondern ein Krieg. und China gilt infolgedessen als ein schwaches Land. Andererseits jedoch befindet es sich in einem Stadium des Fortschritts. ist eine zum Untergang verurteilte imperialistische Macht. sondern die herrschenden Kreise des japanischen Imperialismus am Ende dieses Krieges die Verlierer sein werden. da dieses Indien eroberte. daß unser Widerstandskrieg gegen Japan fortschrittlich ist. unser Feind. so meinen wir damit keine Fortschrittlichkeit im allgemeinen oder gewöhnlichen Sinne und auch keine Fortschritt213 . 16. daß es imstande ist. halbfeudalen Gesellschaft.Merkmale der Epoche.

Bisher mußte China ebenso wie Indien seine Kriege in der Isolation ausfechten. und sie ist die Grundlage für unsere heutige Einigkeit gegen Japan. So stellt insbesondere die Existenz der Sowjetunion in der internationalen Politik der Gegenwart einen wesentlichen Faktor dar. wie sie Abessinien in seinem Krieg gegen Italien bewiesen hat oder die Anführer des Taiping-Aufstands oder die der Revolution von 1911. die uns zuteil wird. Diese Erfahrung hat die Menschen und die politischen Parteien Chinas geschult. so können auch wir behaupten. insbesondere die Erfahrung der letzten siebzehn Jahre. sondern wir meinen eine heutige. doch China ist ein großes Land und es 214 . Auch die russische Revolution von 1917 erhielt internationale Unterstützung. der Sieg der russischen Revolution von 1917 sei undenkbar ohne die Erfahrung von 1905. Erst heute treffen wir auf außerordentlich breite und tiefgehende weltweite Volksbewegungen. weil wir eine Kommunistische Partei und eine politisch fortschrittliche Armee die von der Kommunistischen Partei geführte Rote Armee haben. und diese Tatsache ist erstmalig in der Geschichte. unseren Widerstandskrieg zu gewinnen. Zwar erhalten wir bisher noch keine direkte. Inwiefern ist das China von heute fortschrittlich? Es ist fortschrittlich. größere Hilfe das wird sich erst in der Zukunft ergeben -. Die Sowjetunion wird China zweifelsohne mit der größten Begeisterung unterstützen. weil wir bereits einen gewissen Kapitalismus. In der ganzen Welt sind heute Volksbewegungen von nie gekanntem Ausmaß im Gange. International gesehen ist China in seinem gegenwärtigen Krieg nicht isoliert.lichkeit. die sich gebildet haben oder noch im Entstehen sind und die China unterstützen. weil es nicht mehr als ein völlig feudales Land bezeichnet werden kann. eine Bourgeoisie und ein Proletariat aufweisen können. Dies ist unsere innenpolitische Lage. moderne Fortschrittlichkeit. der Jahre nach der Begründung der Kommunistischen Partei Chinas. und doch war diese Unterstützung noch nicht so umfangreich und tief begründet wie diejenige. weil große Teile unseres Volkes wach geworden oder am Erwachen sind. und darum konnten die russischen Arbeiter und Bauern siegen. daß es uns ohne die Erfahrung der letzten siebzehn Jahre unmöglich wäre. weil wir eine revolutionäre Tradition und eine revolutionäre Erfahrung von vielen Jahrzehnten besitzen. Wenn man erklärt. Vor zwanzig Jahren gab es derlei nicht. All diese Faktoren sind wichtig und unabdingbar für Chinas schließlichen Sieg.

ist China ein großes. fortschrittlichen Land. sondern lange dauern wird. Warum wurde Abessinien besiegt? Erstens war dieses Land nicht nur schwach. der es den 215 . Drittens hatte Abessinien nicht die Möglichkeit. rückschrittlichen Land. Noch ein Umstand kommt hinzu. daß China vorerst einen schweren Weg gehen muß und daß der Widerstandskrieg nicht rasch entschieden sein. Es verfügt nicht über eine Armee wie die chinesische Armee und schon gar nicht über eine wie die 8. das über wenig Hilfsmittel verfügt und einem großen. einer dichten Bevölkerung und vielen Soldaten. sich zu verteidigen und internationale Hilfe abzuwarten. weites Land mit reichen Bodenschätzen. Frontarmee. geringe Bodenschätze. eine niedrige Bevölkerungszahl und eine sehr begrenzte Anzahl von Soldaten verfügt. Darum wurde Abessinien unterjocht. und einem großen. den Krieg lange auszuhalten und die internationale Hilfe. Es war ein altes Land. 18.ist fortschrittlich. Viertens und vor allem aber unterliefen ihm bei der Führung seines Krieges gegen Italien Fehler. daß Japan für eine gewisse Zeit und bis zu einem gewissen Ausmaß mit China nach Belieben verfahren kann. das lebhafte Unterstützung von außen erfährt-. Aus dem Widerspruch zwischen Stärke und Schwäche kann man folgern. Aber noch immer ist dort ein ausgedehnter Guerillakrieg im Gange. Zweitens war es nicht so fortschrittlich wie China. fortschrittlichen. ohne bürgerliche politische Parteien ganz zu schweigen von einer kommunistischen Partei. Während Japan nur über ein kleines Territorium. Aus diesem Grund wird China niemals unterjocht werden. sondern es mußte seinen Krieg in der Isolation führen. und diese Faktoren versetzen es in die Lage. sondern mit Sicherheit schließlich den Sieg erringen wird. die ihm mit Sicherheit zuteil werden wird. Trotzdem aber ergibt sich aus dem anderen Widerspruch dem Widerspruch zwischen einem kleinen. das wenig Unterstützung von außen erfährt. daß Japan nicht auf unbegrenzte Zeit nach seinem Belieben mit China verfahren kann und mit Sicherheit am Ende der Unterlegene sein wird. abzuwarten. rückschrittlichen Land. mit reichen Hilfsmitteln gesegneten Land. sondern auch klein. 17. während China niemals unterjocht werden kann. das eben erst die Sklaverei und die Leibeigenschaft abgeschafft hatte. Abgesehen von dem Widerspruch zwischen Stärke und Schwäche ergibt sich hier also ein weiterer Widerspruch zwischen einem kleinen. ein Land ohne jeden Kapitalismus.

Abessiniern schließlich ermöglichen wird. Wir haben in China heute schon eine neue Bevölkerung. daß Japan zur Zeit noch für Ruhe im eigenen Land sorgen und sich die internationalen Widersprüche zunutze machen kann. so lautet auch hier wieder unsere Antwort: «Die Zeiten sind verschieden. gibt es sowohl 216 . daß unsere Befreiungsbewegungen immer wieder Rückschläge erfahren haben. Alle diese Anstrengungen sollen sich in der Schaffung der großen antijapanischen Nationalen Einheitsfront treffen. daß Japan heute stärker ist als zuvor. sobald die internationale Lage sich wandelt. um damit Sätze zu untermauern wie «Widerstand zieht die Unterjochung nach sich» und «Die Weiterführung des Krieges bedeutet Unterjochung». Das ist eine sehr schmerzliche historische Lehre. Doch auch auf der jetzigen Grundlage können wir unter Aufbietung allergrößter Anstrengungen mit Sicherheit allmählich vorankommen und unsere Widerstandskraft erhöhen. 19. Wir befinden uns in einer völlig anderen Situation als vor zehn Jahren. um in China einzudringen. eine neue Armee und eine neue Politik des Widerstands gegen Japan. doch da die internationale Situation sich bekanntlich grundlegend gewandelt hat. welche die Befreiungsbewegungen im modernen China erfuhren. können wir bestimmt damit rechnen. so ist zwar eine direkte Unterstützung in großem Maßstab zur Zeit noch nicht in Sicht. und was das Wichtigste ist diese Entwicklung muß und wird immer weiter fortschreiten. Für die zahllosen Fehlschläge. halbfeudalen Zustand noch immer recht schwach ist. den die Vertreter der Unterjochungstheorie übersehen. so daß es China nicht möglich war. Historisch gesehen trifft es zu. Was die Hilfe aus dem Ausland betrifft. Und es ist ebenfalls eine Tatsache. Wenn die Unterjochungstheoretiker sich auf das Fehlschlagen mancher Befreiungsbewegungen im modernen China berufen. größere Kräfte für den gegenwärtigen Widerstandskrieg aufzuspeichern. Zwar sind diese Umwandlungen bisher noch keine vollendeten Tatsachen. Aber im Verlauf eines langen Krieges werden diese Dinge sich unweigerlich in ihr Gegenteil verkehren. Es ist eine ernst zu nehmende Tatsache.» Alles ist heute anders: sowohl China selber als auch die Lage in Japan und die Lage in den anderen Ländern. Nie wieder werden wir eine unserer eigenen revolutionären Kräfte zerstören. werden es aber in Zukunft sein. während China in seinem halbkolonialen. eine neue politische Partei. Das ist ein Punkt. ihr Land zurückzuerobern.

und darum wird unser Widerstandskrieg gegen Japan nicht das Schicksal unserer früheren Freiheitsbewegungen teilen und wird nicht mit einem Fehlschlag enden. und der Zweifel an der Möglichkeit des politischen Fortschritts. daß die Theorie einer bevorstehenden Unterjochung Chinas jeder Grundlage entbehrt. Zu keinem Zeitpunkt unserer Geschichte haben wir so günstige Bedingungen gehabt. vermutlich versuchen werde. die diese Theorie nicht vertreten.subjektive als auch objektive Gründe. Wir brauchen lediglich unsere subjektiven Anstrengungen zu intensivieren. nachdem es Nordchina. hat sich bisher noch keine Lösung gefunden. Wir haben nunmehr ausreichend dargelegt. Wir wollen sie jetzt einmal näher untersuchen. wird die Frage immer wieder auftauchen. 21. Obgleich diese beiden bedrohlichen Fragen immer wieder diskutiert worden sind. Um diese Behauptung zu erhärten. daß sich zu einem gewissen Zeitpunkt eine kompromißfreudige Atmosphäre einstellen werde. dann werden wir bestimmt imstande sein. so existieren andererseits auch schon viele günstige Vorbedingungen. Zwei Dinge sind es. anders gesagt. unserem Sieg zu gelangen. daß Japans Schwierigkeiten erst beginnen. Nehmen wir zuerst Japan. gute. brauchen wir uns nur noch einmal Japan. daß Japan. oder. Kompromiß oder Widerstand? Korruption oder Fortschritt? 20. Schon bei Ausbruch des Widerstandskrieges waren wir der Ansicht. den Feind zu besiegen. hat die Frage eines Kompromisses soziale Wurzeln. Wenn auch heute noch viele Umstände vorhanden sind. alle Schwierigkeiten zu überwinden und zum Ziel. während andererseits unser Fortschritt noch keineswegs ausreichend ist -. Wie bereits erklärt. Es gibt viele Menschen. ehrenhafte Patrioten. und solange diese Wurzeln vorhanden sind. die unseren Widerstandskrieg erschweren die Stärke des Feindes und unsere Schwäche und die Tatsache. China und die internationale Lage vor Augen zu führen. die sie beunruhigen: die Furcht. Ein Kompromiß ist sinnlos. wir könnten zu einem Kompromiß mit Japan bereit sein. China zur Kapitulation zu be217 . die trotzdem hinsichtlich unserer gegenwärtigen Lage zutiefst besorgt sind. aber heute befinden wir uns in einer völlig anderen Lage. Kiangsu und Chekiang besetzt haben würde.

Mit der Zeit hat diese Stimmung sich zu absoluter Feindseligkeit verdichtet. Natürlich erfahren die zweiten eine etwas höflichere Behandlung.wegen. Beide betreffen unterschiedslos alle Chinesen. die er in den drei nordöstlichen Provinzen praktiziert hat. nun auch in Zentralchina anzuwenden beginnt. dem es verboten ist. Diese barbarische feindliche Politik wird nun immer tiefer nach China hineingetragen werden. so daß es vor Hunger und Kälte schreit. In geistiger Hinsicht ist er bemüht. doch der kritische Punkt war bald überwunden — unter anderem deshalb. Das gefräßige Japan ist nicht willens. Allgemein läßt sich sagen. China zu unterjochen. daß der Feind die gleichen Maßnahmen. Diese Empörung richtet sich gegen den reaktionären und barbarischen Charakter der japanischen Kriegführung. sondern auch die der höheren. die das japanische Kabinett am 16. gegen das Motto «Keiner darf dem Verhängnis entgehen». Unter der «Fahne der aufgehenden Sonne» würde kein Chinese dem Verhängnis entgehen. daß der Feind bei irgendeiner sich bietenden künftigen Gelegenheit wiederum versuchen wird. so wäre jeder Chinese zu einem Sklaven ohne Land geworden. So ergab es sich unausweichlich. In materieller Hinsicht beraubt er das einfache Volk sogar seiner Nahrung und Kleidung. Die räuberische Politik unseres Feindes. hat zwei Aspekte: einen materiellen und einen geistigen. vor218 . China zur Kapitulation zu überreden. Hätte China kapituliert. daß die politischen Richtlinien. der sämtliche Schichten des chinesischen Volkes empört hat. Januar 1938 bekanntgab.8 noch immer stur befolgt werden ein Umstand. ein Lasttier. sondern nur ein Gradunterschied. aber das ist kein grundsätzlicher. den Kampf einzustellen. die darauf abzielt. auch nur die leiseste Spur von chinesischem Nationalgefühl zu zeigen. Und diesen Versuch hat es ja auch tatsächlich unternommen. weil unser Feind sich überall so barbarisch aufführte. weil er so rücksichtslos raubte und plünderte. ein fügsamer Knecht werden zu müssen. also nicht nur die Mitglieder der unteren Volksschichten. und daß dann einige Verfechter der Unterjochung wieder an die Oberfläche kommen und sich höchstwahrscheinlich zu Komplicen gewisser ausländischer Elemente hergeben werden (die man in England. das Nationalbewußtsein des chinesischen Volkes zu zerstören. Er plündert die Produktionsmittel und ruiniert und versklavt die nationalen Industrien Chinas. in den Vereinigten Staaten und in Frankreich. Man kann damit rechnen.

der den Kompromiß befürwortet. Vor allem ist es die Existenz der Sowjetunion. Heute rechnen im ganzen Land die Menschen damit. zweitens. Zweitens die Kuomintang. sondern müsse Widerstand leisten. Und wir werden nicht vergebens hoffen. die den Chinesen bei ihrem Widerstandskrieg Mut einflößt. die fast alle gegen einen Kompromiß sind und für den Widerstandskrieg. daher ist ein Kompromiß kaum denkbar. die von Großbritannien und den Vereinigten Staaten abhängig ist und daher vor Japan nur kapitulieren wird. allen schwachen Nationen zu helfen und alle revolutionären Kriege zu unterstützen. die ihm zuteil wird. Solange Einigkeit unter diesen drei Faktoren herrscht. stets als Verräter gelten. den jeder bestrafen darf. Hier erkennen wir drei Faktoren. so liegt das nicht nur an der allgemeinen internationalen Hilfe. sondern vor allem an der Unterstützung durch die Sowjetunion. Drittens die anderen politischen Parteien und Gruppen. 23. Die sozialistische Sowjetunion. denen es einzig um ihren Profit zu tun ist. wenn es von diesen Mächten die Weisung dazu erhält. Die allgemeine Tendenz der Ereignisse wird jedoch keine Kapitulation zulassen. Abgesehen von Japans Verbündeten und gewissen Elementen in den Oberschichten anderer kapitalistischer Staaten ist die ganze Welt der Ansicht. Wer nicht zu den Verrätern zählen will. China an. sieht die Sowjetunion ihre Pflicht darin. dem bleibt keine andere Wahl. Die Tatsache. die zuverlässige Kraft. denn über diesen Aspekt der Frage hat die verbissene und so außerordentliche barbarische Kriegführung der Japaner entschieden. Auch diese Tatsache verstärkt Chinas Hoffnungen. Im Gegensatz zu den Oberschichten aller kapitalistischer Länder. als sich der allgemeinen Strömung anzuschließen und den Widerstandskrieg bis zum Ende mit durchzufechten. daß uns von seilen anderer Staaten in immer steigendem Maße Hilfe zuteil werden wird. hat seit jeher Chinas Freuden und Sorgen geteilt. die heute so stark dasteht wie nie zuvor. Betrachten wir drittens die internationale Lage. daß China und die Sowjetunion geographisch benachbart sind. China dürfe keinen Kompromiß schließen. Sehen wir uns.nehmlich jedoch in der britischen Oberschicht zu suchen hat). Wenn China seinen Krieg heute nicht in der Isolation zu führen braucht. die Chinas Beharren auf einem Widerstandskrieg bestimmen. verschärft die Krise 219 . 22. die das Volk zum Widerstand gegen Japan anleitet. wird ein Mensch. Erstens die Kommunistische Partei.

Die sozialen Wurzeln eines Kompromisses sind in China zwar vorhanden. Das KuomintangRegime hat auf verschiedenen Gebieten höchst ungesunde und bedrohliche Erscheinungen gezeigt. Die geographische Nähe der Sowjetunion andererseits stellt eine günstige Vorbedingung für unseren Widerstandskrieg. da die vorhandene Korruption dem Fortschritte hinderlich ist. Alle drei Faktoren zusammen ermöglichen es uns. Je größer der politische Fortschritt ist. Dieser Fortschritt wird langsam erfolgen. denn unsere im Widerstandskrieg gewonnenen Erfahrungen haben bereits erwiesen. Das zweite Merkmal aber läßt sich schlecht mit den dringenden Erforder220 . desto größer ist der politische Fortschritt. Aus dem Gesagten können wir schließen. Die geographische Nähe Japans erhöht die Schwierigkeiten für uns. Trotzdem besteht kein Grund zum Pessimismus. je ausdauernder wir unseren Krieg führen. aber die Gegner dieser Haltung sind in der Mehrzahl. grundlegend kann er sie doch nicht umwandeln. daß das chinesische Volk unweigerlich fortschrittlich sein muß. aber überwunden werden kann. Und wenn auch die angestauten Wirkungen einer jahrelangen Korruption das Anwachsen der Widerstandskraft unseres Volkes ernsthaft beeinträchtigt und so das Ausmaß unserer Siege vermindert und Kriegsverluste verursacht haben. Auch auf internationaler Basis begünstigen gewisse Mächte einen Kompromiß. so ist unterdessen in China. desto ausdauernder können wir unseren Krieg führen. die wichtigsten jedoch begünstigen den Widerstand. die Gefahr eines Kompromisses zu überwinden und bis zum Ende in unserem Widerstandskrieg auszuharren. und die Anhäufung solcher unerwünschter Faktoren über Jahre hinweg hat in den breiten Reihen unserer Patrioten viel Kummer und Verdruß erregt. Selbst wenn der Feind seine Politik bis zu einem gewissen Grade abändern sollte. Jetzt wollen wir die zweite Frage beantworten. Der Fortschritt und sein langsames Tempo sind zwei Merkmale der gegenwärtigen Lage. daß die Gefahr eines Kompromisses zwar vorhanden ist. in Japan und in der ganzen Welt die Lage derart. Politischer Fortschritt im Lande und Ausdauer im Widerstandskrieg sind untrennbar. Letztlich jedoch hängt alles von unserer Ausdauer im Widerstandskrieg ab. 24.Japans und erleichtert unseren Widerstandskrieg. 25. daß das chinesische Volk in den letzten zehn Monaten einen Fortschritt gemacht hat wie sonst nicht in vielen Jahren.

sondern auch allen sonstigen Schmutz vertreibt. einander entgegengesetzten Merkmale. Die Verfechter der Unterjochungstheorie stützten sich auf den Widerspruch zwischen Stärke und Schwäche und bauschen ihn so weit auf. daß auch Japan verwandelt werden kann. und ein revolutionärer Krieg ist ein Gegengift. Die Theorie einer nationalen Unterjochung ist falsch. so heißt das. und ihre Überbewertung dieser einen Seite zeigt. das nicht allein das Gift des Feindes. Wir befinden uns jedoch mitten in einem revolutionären Krieg. Darum müssen wir den Krieg gegen Japan und unseren nationalen Wiederaufbau als zusammenhängend betrachten. Der chinesisch-japanische Krieg wird China und Japan verändern. wie 221 . Alle anderen vorhandenen Widersprüche indessen übersehen sie. Das ausschließliche Interesse dieser Männer für den Gegensatz hinsichtlich der Stärke beweist ihre Einseitigkeit. haben wir die Theorie einer nationalen Unterjochung bereits widerlegt und gleichzeitig ausgeführt. In unserer vergleichenden Studie über die grundlegenden. und wir sollten sie als Perspektive in Rechnung stellen. Vorausgesetzt daß China in seinem Widerstandskrieg verharrt und seine Einheitsfront beibehält. und die Theorie eines rasch erkämpften Sieges ist ebenfalls falsch 26. Sowohl in China wie in Japan werden während des Krieges und danach die Menschen und alles andere eine durchgreifende Wandlung erfahren. Fortschrittlichkeit oder Reaktion und das relative Ausmaß der Unterstützung. relative Größe. Der Tag. daß der Aggressionskrieg seiner Beherrscher mit einer Niederlage enden und zu einer Revolution des japanischen Volkes führen wird. die den Feind und uns charakterisieren. Alle diese Dinge sind mit Chinas Widerstandskrieg eng verknüpft. wie relative Kraft. warum ein Kompromiß aussichtslos wäre und warum politischer Fortschritt möglich ist. Und wenn wir sagen. Jedem gerechten revolutionären Krieg wohnt eine unerhörte Macht inne.nissen des Krieges vereinbaren und macht daher unseren Patrioten manche Sorgen. wird aus dem alten Japan sicherlich ein neues Japan und aus dem alten China ein neues China werden. die viele Dinge verändern oder den Weg für ihre Umwandlung frei machen kann. an dem die japanische Volksrevolution triumphiert wird für Japan der Tag der Wandlung sein. daß er zur Grundlage ihrer gesamten Argumentation wird.

muß sich erweisen. Würden wir trotzdem nach diesen Prinzipien handeln. daß der Feind stark ist. so würden wir damit die Niederlage unserer Armee und die Unterjochung Chinas herbeifüh222 . und auch hier sind es wieder Subjektivismus und Einseitigkeit. und wer nach ihnen handeln wollte. Das Resultat ist.» Mit einem Wort. die einen raschen Sieg prophezeien. Aber wenn auch «die Bestrebungen der edlen Herren erhaben» sind. oder sie stellen Chinas Vorteile als so außerordentlich hin. oder sie nehmen höchst verwegen das zu einem bestimmten Zeitpunkt und einem bestimmten Ort herrschende Kräfteverhältnis als stellvertretend für die Gesamtlage. Was jene anderen betrifft. kann die daraus folgende Handlung nicht ihr Ziel erreichen. denn ihr Irrtum ist nicht grundsätzlich.subjektiv sie denken. ihnen fehlt der Mut zuzugeben. während wir schwach sind. Diejenigen. In ihrem Fall ist das leicht zu korrigieren. die Grenzen unserer Vorteile zuzugeben. jedoch augenblicklich in einer pessimistischen Stimmung befangen sind. so werden sie schon begreifen. Entweder sie vergessen völlig den Gegensatz von Stärke und Schwäche und denken nur an die anderen Gegensätze. Diese Menschen haben zwar das Herz auf dem rechten Fleck. Denn wenn die Einschätzung einer Lage nicht der Wirklichkeit entspricht. daß diese jede Ähnlichkeit mit der Realität verlieren und kaum mehr wiederzuerkennen sind. so sei ihnen gesagt. und sie leugnen demzufolge ebenfalls einen anderen Aspekt der Wahrheit. so sind ihre Ansichten doch falsch. Wenn sie erst einmal darauf aufmerksam gemacht worden sind. sind ebenfalls auf dem Holzweg. daß sie große und kleine Fehler machen. würde sicherlich mit dem Kopf gegen die Wand rennen. 27. so wie es in dem alten Sprichwort heißt: «Ein Blatt vor dem Auge verdeckt den TaiBerg. und sie sind auch Patrioten. daß auch sie zu einer einseitigen und subjektiven Einstellung neigen. Wenn man hingegen die Zusammenhänge als Ganzes betrachtet. und schließlich sind sie Patrioten. und sie haben nicht den Mut. Sie leugnen immer wieder diese Tatsache und leugnen demzufolge einen Aspekt der Wahrheit. die weder Unterjochungstheoretiker noch überzeugte Pessimisten. nur weil der Abstand zwischen unserer Stärke und der des Feindes zu einem bestimmten Zeitpunkt und in irgendeiner Hinsicht sie verwirrt oder die Korruption im Lande ihnen Sorgen macht. die den Schaden hervorrufen. daß die Ansichten dieser Männer grundlos und falsch sind.

das tun wir nicht. Unsere Aufgabe ist es. Sie leugnen die Möglichkeit der Befreiung und geben sich nicht die Mühe. daß er nichts ist als eine Illusion. Wir betonen. daß. an. daß China vor zwei möglichen Perspektiven steht: Freiheit oder Unterjochung. daß die Möglichkeit einer Befreiung die größeren Chancen hat. weisen darauf hin. Die Unterjochungstheoretiker hingegen sehen die Lage subjektiv und einseitig und erkennen nur eine Möglichkeit. Wir räumen zwar ein. und bemühen uns. Wir müssen jedoch darauf hinweisen. jeder von uns wäre gewiß dafür. 28. und wir bemühen uns. Leugnen wir die Gefahr einer nationalen Unterjochung? Nein. die. wie wir behaupten. erkennen wir die nationale Unterjochung und die Befreiung als die beiden Möglichkeiten.ren. daß die Neigung zu Kompromiß und Korruption bei uns vorhanden ist. eine irrige Theorie. wie sie zu erreichen ist. also das gleiche Resultat erzielen wie die Defaitisten. Daher sind wir im Gegensatz zu den Unterjochungstheoretikern ganz und gar keine Pessimisten. solange bestimmte klar umrissene Bedingungen nicht erfüllt sind. sehen jedoch auch andere Tendenzen und Erscheinungen. die «Teufel» über Nacht aus dem Lande zu jagen. die Befreiung zu erreichen und die Unterjochung abzuwenden. allmählich stärker werden und schon jetzt in heftigem Konflikt mit den ersten begriffen sind. damit diese heilsamen Tendenzen und Erscheinungen die Oberhand gewinnen. Außerdem zeigen wir die Bedingungen auf. Daher können wir mit dieser These von einem raschen Sieg auch nichts anfangen. Indem wir die Lage objektiv und von allen Seiten betrachten. Und es kommt noch etwas hinzu. 29. sie stehen in einem heftigen Konflikt miteinander. die sich uns bieten. Es ist nicht etwa so. ein rascher Sieg nur in unseren Köpfen. die Bedingungen hierfür zu erfüllen. die erfüllt werden müssen. Wir unterscheiden uns grundsätzlich von den Unterjochungstheoretikern. die zu ihrer Erreichung nötigen Bedingungen ausfindig zu machen oder gar ihre Erfüllung anzustreben. nicht aber in der objektiven Wirklichkeit vorhanden sein kann. jede Neigung zum Kompromiß zu überwinden und alle Korruption zu beseitigen. daß wir uns nicht einen raschen Sieg wünschten. die Schwierigkeiten des Feindes und die internationale Unterstützung. die der Unterjochung. Nachdem wir also eine objektive und einsichts223 . Die Bedingungen für die Befreiung sind Chinas Fortschritt die wichtigste von allen! -. Wir räumen ein.

geboren aus dem Wunsch. was zwar fortschrittlich. in die Theorie von der nationalen Unterjochung zu verfallen. reaktionäres Land zerstört wird. und dasselbe gilt für alles. Die Annektierung eines kleinen Landes durch ein großes oder die eines großen Landes durch ein kleines ist eine alltägliche Erscheinung. warum wir einen lange dauernden Krieg führen müssen. läßt sich nur finden. Wir glauben. während wir ein schwaches. daß die Dauer des Krieges nur auf diese Weise abgekürzt werden kann. Die Frage der reichlichen oder spärlichen Unterstützung ist zwar recht wichtig. halbkoloniales und halbfeudales Land seien. sind wir zu dem Ergebnis gekommen. Wenn wir zum Beispiel lediglich behaupten. den Fortschrittlichen gegen den Reaktionär oder reiche Unterstützung gegen geringe Unterstützung. daß unser Widerstandskrieg gegen Japan 224 . und weisen die Theorie eines rasch zu erringenden Sieges zurück.volle Überprüfung aller Umstände vorgenommen haben. die sowohl den Feind als auch uns betreffen. aber nicht eben starkes Land durch ein großes. geraten wir in die Gefahr. etwas ohne Anstrengung zu erreichen. alle für den Sieg erforderlichen Bedingungen zu erfüllen. sie ist nichts als törichtes Geschwätz. Wir müssen uns nach Kräften bemühen. Denn weder theoretisch noch praktisch kann ein Kampf dadurch in die Länge gezogen werden. Eine befriedigende Antwort auf die Frage. daß man den Großen gegen den Kleinen ausspielt. Und er kann auch nicht dadurch in die Länge gezogen werden. aber nicht stark ist. Warum ein verlängerter Krieg? 30. Oft kommt es vor. daß nur die Strategie eines verlängerten Krieges zum schließlichen Sieg führen kann. und der Grad ihrer Wirkung ist auf beiden Seiten von grundlegenden Faktoren abhängig. desto sicherer können wir mit einem Sieg rechnen und desto eher können wir ihn erringen. Wenn wir daher sagen. und wir lehnen deshalb die Theorie eines rasch zu erringenden Sieges als völlig unbegründet ab. daß man lediglich den Schwachen gegen den Starken ausspielt. Untersuchen wir nun das Problem des verlängerten Krieges. der Feind sei eine starke imperialistische Macht. Je vollständiger und früher diese Bedingungen erfüllt sind. aber doch eine Nebenfrage. daß ein fortschrittliches. wenn wir alle grundlegenden Gegensätze zwischen China und Japan berücksichtigen.

und daher die Gefahr der Unterjochung.ein verlängerter Krieg ist. In anderer Hinsicht jedoch ist der Feind im Nachteil und wir im Vorteil. um unsere Schwäche wettzumachen. 31. um seiner Stärke ernstlichen Abbruch zu tun. sondern nur ein unausgeglichenes. So können wir schließlich den Sieg erringen und die Unterjochung abwenden. so ist dies ein Schluß. das Verhältnis zwischen der Kraft und Überlegenheit des Feindes und unserer eigenen Schwäche und Unterlegenheit ein wenig gewandelt haben. sondern im Gegenteil dazu. Der Feind ist stark und wir sind schwach. kann doch von einem grundlegendem Wandel bisher noch keine Rede sein. daß unser Feind sich gegenwärtig in einer stärkeren Position befindet und wir uns in einer schwächeren? Selbstverständlich können wir die Frage nicht so formal stellen. Wenngleich unsere Bemühungen. Andererseits können wir durch unsere Bemühungen auch unsere Vorteile erhöhen und unsere Nachteile ausgleichen. und wir werden Niederlagen einstecken müssen. Durch unsere Bemühungen werden sich die Vorteile des Feindes verringern und seine Nachteile vergrößern lassen. erhebt sich die Frage: Warum hat dieser Zustand nicht zu einem Kräfteausgleich geführt. während bei uns ein einziger Nachteil Vorteilen auf allen anderen Gebieten. den Widerstandskrieg und unsere Einheitsfront aufrechtzuerhalten. Da der Feind nur in einem Punkt im Vorteil ist und in allen anderen Punkten im Nachteil. Deshalb kann es bisher noch kein ausgeglichenes Kräfteverhältnis geben. während der Feind schließlich unterliegen wird und den Zusammenbruch seines gesamten imperialistischen Systems nicht vermeiden kann. 225 . gegenübersteht. daß die Nachteile des Feindes noch nicht wirksam geworden sind und dies vorläufig auch noch nicht können. Aber . während unsere Vorteile sich noch nicht genügend ausgewirkt haben und dies vorläufig auch nicht können.warum müssen in diesem Stadium die Siege des Feindes und unsere Niederlagen begrenzt sein? Warum können sie sich nicht zu einem vollständigen Sieg und einer vollständigen Niederlage auswachsen? Dafür gibt es zwei Gründe. den wir aus dem Ineinandergreifen sämtlicher auf beiden Seiten wirkenden Faktoren gezogen haben. Tatsächlich besteht zwischen der Stärke des Feindes und unserer eigenen zur Zeit ein so großer Abstand. 32. Darum wird während eines bestimmten Stadiums des Krieges und bis zu einem gewissen Grad der Feind siegreich sein.

Wenn ein neues Stadium erreicht ist. Vorausgesetzt. denn unser Widerstandskrieg hat ihn noch nicht entscheidend geschwächt. Somit sind in diesem Stadium des Krieges Siege des Feindes und Niederlagen unsererseits nur in beschränktem Ausmaß möglich. doch haben ungünstige Faktoren seiner Stärke Abbruch getan allerdings noch nicht in so genügendem Maße. So stellt sich also heraus.Erstens waren die Stärke des Feindes und unsere Schwäche vom Beginn des Krieges an relativ und nicht absolut. und zweitens haben unsere Bemühungen. als daß seine Überlegenheit dadurch zunichte gemacht wäre. daß der Feind relativ stark ist und wir relativ schwach sind. je länger der Krieg sich hinzieht. Überlegenheit und Unterlegenheit niemals absolute Größen gewesen. Im Vergleich mit der Ausgangssituation ist der Feind zwar noch immer stark. keine grundsätzlichen Fehler machen und alle Kraft einsetzen. bereits während des Krieges weitere Verschiebungen des ursprünglichen Kräfteverhältnisses zwischen uns und dem Feind bewirkt. doch haben günstige Faktoren unserer Schwäche ein wenig aufgeholfen allerdings noch nicht so weit. den Widerstand gegen Japan aufrechtzuerhalten und unsere Einheitsfront zu festigen. er kann sie noch bis zu einem gewissen Grad aufrechterhalten. woraus sich dann unweigerlich ständige Verschiebungen im relativen Kräfteverhältnis ergeben und somit in der relativen Position auf beiden Seiten. werden sowohl die Nachteile des Feindes als auch unsere Vorteile sich vergrößern. 34. den Widerstandskrieg und die Einheitsfront aufrechtzuerhalten. seine Offensive einzustellen. Abgesehen davon haben unsere Bemühungen. seine Stärke auszuspielen. daß der Feind sich in einer relativ überlegenen Position befindet und wir uns in einer relativ unterlegenen. der dann mit der Niederlage des Feindes und unserem Sieg enden wird. wird sich ein großer Wandel im Kräfteverhältnis vollziehen. Zur Zeit kann unser Feind es sich noch leisten. Auf beiden Seiten sind Stärke und Schwäche. daß wir die richtige politische und militärische Taktik verfolgen. Wir hingegen sind zwar immer noch schwach. 33. daß damit unsere Unterlegenheit aufgehoben wäre. diese Relativität noch weiter erhöht. Die Unzulänglichkeit seiner Reserven an Menschen und Material hat ihn bisher noch nicht veranlaßt. und eben darum wird der Krieg lange dauern. im Gegenteil. Die reaktionäre und barbarische Natur 226 . Die Umstände verändern sich jedoch ununterbrochen.

sondern daß es ein verlängerter Krieg sein wird. Das zweite Stadium wird die Zeit umfassen. Aus alledem folgt. sondern daß er sich zweifellos lange hinziehen wird. ein Umstand. die uns ihre Hilfsbereitschaft bezeugt haben. Die drei Stadien des verlängerten Krieges 35. dem Beispiel der Sowjetunion zu folgen und Sanktionen gegen Japan anzuwenden. Ja. und ihre Regierungen 10 können sich noch immer nicht entschließen. der die Klassengegensätze innerhalb Japans und den Widerstand der chinesischen Nation verschärft. ist noch ein langer Weg. Was China betrifft. Japan noch immer mit großen Mengen an Kriegsmaterial 9. wirtschaftlichen. daß wir unseren Krieg nicht rasch gewinnen können. kann man logischerweise annehmen.seines Krieges. so ist hier zwar in diesen zehn Monaten des Widerstandes eine gewisse Verbesserung in den militärischen. Da der chinesisch-japanische Krieg sich lange hinziehen und der Sieg China zufallen wird. wir mußten in quantitativer Hinsicht sogar einige Verluste einstecken. daß dieser lange dauernde Krieg drei Stadien durchlaufen wird. in welcher der Feind eine strategische Konsolidierung vornimmt. beliefern die kapitalistischen Rüstungsfabrikanten. daß wir unseren Widerstandskrieg nicht rasch genug gewinnen können. Das erste Stadium umfaßt die Zeit der strategischen Offensive des Feindes und unserer strategischen Defensive. die den japanischen Vormarsch radikal verhindert. Obgleich alle für uns günstigen Umstände auch tatsächlich positive Wirkungen haben. Das 227 . Hieraus geht hervor. während wir uns auf die Gegenoffensive vorbereiten. Zwar ist unser Feind immer mehr auf sich selber angewiesen. In vielen Ländern. hat noch nicht eine Situation entstehen lassen. politischen und kulturellen Bereichen zu verzeichnen. es sei denn. wir strengten uns gewaltig an. Weder ist in China die Korruption abgeschafft und der Fortschritt beschleunigt worden. doch ist seine Isolation noch nicht vollständig. die lediglich an ihren Profit denken. an dem wir imstande sein werden. um die Offensive der Japaner aufzuhalten und unsere Gegenoffensive vorzubereiten. eine weitere Offensive des Feindes zu verhindern und unsere eigene Gegenoffensive vorzubereiten. genügen sie noch nicht. aber bis zu dem Punkt. noch sind im Ausland die projapanischen Kräfte eingedämmt und die antijapanischen Kräfte verstärkt worden.

er wird sich immer wieder winden und drehen.dritte Stadium wird die Zeit unserer strategischen Gegenoffensive und des strategischen Rückzugs der Japaner sein. Wuhan und Lanchow zu besetzen und diese drei Orte miteinander zu verbinden. Die genaue Situation in diesen drei Stadien läßt sich nicht voraussagen. Selbst wenn unsere Skizze den späteren Tatsachen nicht völlig entsprechen sollte. der durch Guerillatätigkeit und Stellungskrieg unterstützt werden muß. eine Umrißlinie seiner Tendenzen zu skizzieren. die unvorstellbar schreckliche Folgen nach sich ziehen müssen. dem Stellungskrieg kommt jedoch. Wir sollten jedoch beim Entwerfen unseres Operationsplanes von der Annahme ausgehen. Um dieses Ziel zu erreichen. Zwar wurde in der ersten Phase dieses Stadiums dem Stellungskrieg die Hauptrolle zugewiesen. Der Lauf der Dinge wird außerordentlich ereignisreich und vielfältig sein. anderthalb bis zwei Jahre darauf verwenden und mehr als zehntausend Millionen Yen ausgeben müssen. wir können jedoch unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Umstände gewisse wesentliche Tendenzen des Krieges aufzeigen. Dadurch daß er so tief in unser Land eindringt. nur eine Nebenrolle zu. um eine feste und zielbewußte strategische Leitung für den verlängerten Krieg zu ermöglichen. und niemand kann für den chinesisch-japanischen Krieg ein «Horoskop» stellen. Kanton. wird er gefahrvolle Schlachten schlagen müssen und trotz alledem sein Ziel nicht erreichen. es dann mit dem Feind aufzunehmen. wenn man diese Phase als Ganzes betrachtet. Trotzdem ist es für die strategische Leitung des Krieges erforderlich. und wir sollten für einen lange dauernden Krieg Vorbereitungen treffen. wird der Feind mindestens fünfzig Divisionen also anderthalb Millionen Mann einsetzen. Das erste Stadium ist noch nicht vorüber. so daß wir imstande sein werden. doch geschah dies durch persönliche Irrtümer der Militärbefehlshaber der Kuomintang. 36. Unser Feind hat die Absicht. so ist sie trotzdem nötig. daß der Feind diese drei Punkte und möglicherweise auch gewisse anschließende Gebiete besetzen und miteinander verbinden wird. wird der Feind auf unendliche Schwierigkeiten treffen. Um die gesamte Länge der Eisenbahnstrecke Kanton-Hankow und der Straße zwischen Sian und Lanchow zu besetzen. China hat in diesem Stadium bereits eine breite Einheitsfront aufgestellt und eine noch nie dagewe228 . In diesem Stadium werden wir im wesentlichen einen Bewegungskrieg führen müssen.

Im zweiten Stadium wird der Feind sich mit dieser Sicherung der besetzten Gebiete befassen und versuchen. gewisse Schlußpunkte für seine strategische Offensive festzulegen. viele Stützpunkte einrichten und die Konsolidierung der feindlichen Macht in den besetzten Gebieten ernstlich bedrohen. und der Pessimismus hinsichtlich der Perspektiven des Krieges wächst. die diesen Krieg dirigieren. 229 . und er wird diese Mittel auch weiterhin anwenden. daß das Hinterland des Feindes ungeschützt ist. eine rasche Entscheidung herbeizuführen und ohne viel Mühe ganz China zu erobern. Marionettenregierungen einzusetzen. wird er seine strategische Offensive beenden und darangehen. aber bisher ist er damit gescheitert und wird wohl auch in Zukunft keinen Erfolg haben. sie völlig zu annektieren. auf Grund dessen es seinen beharrlichen Widerstand im zweiten Stadium wird aufbauen können. Aber auch hier wird er dem hartnäckigen Guerillakrieg gegenüberstehen. Auf seilen des Feindes machen sich allmählich Anzeichen einer erschlaffenden Moral bemerkbar. 37. um uns zur Kapitulation zu verleiten. China hat in diesem Stadium trotz beträchtlicher Verluste doch auch beträchtlichen Fortschritt zu verzeichnen. Das zweite Stadium könnte man als das Stadium des strategischen Stillstands bezeichnen. und in der Clique derer. Dabei wird er zu der betrügerischen Methode greifen.sene Einheit erreicht. Gegen Ende des ersten Stadiums wird der Feind durch seinen Mangel an Truppen und unseren entschlossenen Widerstand gezwungen sein. Zwar wird China noch immer eine große reguläre Armee unterhalten. Die Angriffskraft seiner Armee hat im Vergleich zur Anfangsphase in dieser mittleren Phase des ersten Stadiums etwas nachgelassen und wird in der Schlußphase noch weiter abnehmen. Seine Wirtschaft wie seine Finanzen beginnen sich zu erschöpfen. Unsere Guerillas werden sich den Umstand zunutze machen. Sobald sie erreicht sind. die besetzten Gebiete zu sichern. unter der Zivilbevölkerung wie unter den Truppen greift die Kriegsmüdigkeit um sich. Auf diese Weise wird im zweiten Stadium noch immer eine weitverzweigte Kampftätigkeit zu spüren sein. während er andererseits das chinesische Volk bis aufs letzte ausplündert. Die Sowjetunion hat uns im gegenwärtigen Stadium bereits wesentliche Hilfe zuteil werden lassen. und sie werden während des ersten Stadiums eine rege Tätigkeit entfalten. Der Feind hat die gemeinsten und schamlosesten Mittel angewandt. bemerkt man Zeichen von «Frustration».

Es wird eine sehr schwierige Zeit für China sein. so wie es uns jetzt in der Provinz Shansi gelungen ist. während China andererseits noch nicht über eine hinreichende technische Ausrüstung verfügt. allgemein gesprochen sollten wir uns jedoch darauf gefaßt machen. intensiven Guerillakrieg gegen die vom Feind besetzten Orte entfesseln und die Japaner soweit wie irgend möglich in Bewegung halten. während die anderen zwei Drittel in unsere Hände zurückfallen werden. Im zweiten Stadium wird der Kampf erbarmungslos sein. weil der Feind in den großen Städten und an den von ihm besetzten Hauptverbindungslinien eine strategische Defensivposition beziehen wird. Dies wird eine große Niederlage für den Feind sein und ein großer Sieg für China. die in frontale Verteidigungskämpfe mit dem Feind verwickelt sind. nach einem 230 . Chinas Einheitsfront aufzusplittern. im Zusammenwirken mit den örtlichen bewaffneten Einheiten der Bevölkerung einen heftigen. Doch wird der Guerillakrieg erfolgreich sein. Abgesehen von den Formationen. Das vom Feind besetzte Gebiet wird zu diesem Zeitpunkt in drei Kategorien zerfallen: erstens feindliche Stützpunkte. und die Verräterorganisationen in allen besetzten Gebieten werden sich zu sogenannten «Einheitsregierungen» zusammentun. um deren Besitz beide Seiten kämpfen. daß dieses Stadium verhältnismäßig lange dauern und harte Anforderungen an uns stellen wird. Die Dauer dieses Stadiums wird davon abhängen. mit ihr sofort zu einer strategischen Gegenoffensive anzutreten. Der Feind wird alles daransetzen. um sie im Bewegungskrieg zu schlagen. kann der Feind vielleicht nur noch ein Drittel des ursprünglich besetzten Gebietes halten. ausgehend von allen zur Zeit nicht vom Feind besetzten Stützpunkten. in der wir vor allem zwei große Probleme bewältigen müssen: die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und die zersetzende Tätigkeit der Verräter. Der Verlust großer Städte und die Härten des Krieges werden manche Wankelmütigen in unseren Reihen veranlassen. inwieweit sich das Kräfteverhältnis zwischen uns und dem Feind verschoben hat und welche Veränderungen in der internationalen Situation eintreten. werden unsere Truppen in vergleichsweise sehr zahlreichen verstreuten Einheiten im Hinterland des Feindes operieren.doch wird es gewisse Schwierigkeiten haben. zweitens unsere Stützpunkte für die Guerillakriegführung und drittens die Guerillazonen. und unser Land wird furchtbar verwüstet werden. Dort werden sie. und wenn er gut geführt wird.

sondern durch das Ausmaß der Anstrengungen. Es wird die mühsamste und zugleich die entscheidende Zeitspanne sein. dem Krieg angepaßte Methoden anwenden. das gesamte Volk zu mobilisieren. Obgleich es falsch wäre. einen eisernen Kampfeswillen heraufbeschwören und neue. entschlossen zu einer einheitlichen Regierung zu stehen und sich allen Spaltungen zu widersetzen. Dieses zweite Stadium wird innerhalb des gesamten Krieges das Übergangsstadium sein. Unsere Aufgabe wird es dann sein. so werden seine Gewinne doch weder rasch errungen noch sehr beträchtlich sein. Die Bedrohung Südostasiens und Sibiriens durch Japan wird wachsen. entscheidet sich nicht mit dem Verlust der großen Städte während des ersten Stadiums. Ob China ein unabhängiges Land oder die Kolonie eines fremden Staates sein wird. Eine weitverbreitete Guerillakriegführung und die gegen Japan gerichtete Volksbewegung werden die große Streitmacht des Feindes zermürben. indem sie in ihren Reihen Heimweh. Kriegsmüdigkeit und sogar Abneigung gegen den Krieg schüren. ihr schweren Schaden zufügen und auch ihre Moral untergraben. Japan werde mit seiner großangelegten Ausplünderung Chinas überhaupt kein Resultat erzielen.Kompromiß zu rufen. der sich den faits accomplis anpaßt. Die internationale Lage wird sich für Japan noch ungünstiger gestalten. so werden viele seiner Divisionen unablösbar in China festsitzen. Außerdem müssen wir systematisch unsere Kampftechnik verbessern. den Pessimismus sowie jeden Gedanken an einen Kompromiß hinwegfegen. Was Japan betrifft. Im zweiten Stadium werden wir das gesamte Land dazu aufrufen. und vielleicht wird hier sogar ein neuer Krieg ausbrechen. zu behaupten. Wir müssen die Einheitsfront erweitern und festigen. um so alle Engpässe zu überwinden. die bewaffneten Kräfte reformieren und das gesamte Volk mobilisieren und auf die Gegenoffensive vorbereiten. und der Pessimismus wird besorgniserregende Ausmaße annehmen. welche die gesamte Nation innerhalb des 231 . da Japan einerseits nicht genügend Kapital hat und es andererseits durch unseren Guerillakrieg ständig aufgerieben wird. damit es wie ein Mann zusammensteht und den Krieg mit unbeugsamer Beharrlichkeit weiterführt. und die wichtigsten ausländischen Mächte werden dazu neigen. China noch mehr Hilfe angedeihen zu lassen. auch wenn möglicherweise dabei der sogenannte «Realismus» Chamberlainscher Prägung zitiert wird.

der innerhalb Japans vor sich gehen wird. Im dritten Stadium wird unser Krieg nicht mehr aus einer strategischen Defensive bestehen. sondern aus einer strategischen Gegenoffensive. Das dritte Stadium wird das letzte im lange dauernden Krieg sein. so meinen wir damit. Und durch die gemeinsamen Bemühungen des ganzen Ensembles wird es möglich sein. Wenn wir einen verlängerten Widerstandskrieg weiterführen und unsere Einheitsfront erhalten können. Das dritte Stadium wird das Stadium unserer Gegenoffensive sein. einen brillanten dritten Akt zu spielen. 232 . Bevor wir uns nicht bis zum YaluFluß durchgekämpft haben. daß wir dieses dritte Stadium durchstehen müssen. wird China in diesem zweiten Stadium die Kraft gewinnen. Doch Chinas Kraft allein wird nicht ausreichen.zweiten Stadiums macht. und wenn wir davon sprechen. wird im dritten Stadium die Stellungsoffensive infolge der veränderten Bedingungen und der alsdann auftretenden Erfordernisse äußerst wichtig sein. durch die wir die verlorenen Gebiete zurückerobern. sich aus einem schwachen zu einem starken Land zu entwickeln.und Stellungskrieg noch eine strategische Unterstützung gewähren. Ob diese Rückeroberung gelingt. die sich in einzelnen strategischen Angriffen manifestieren wird. Das wird der zweite Akt in dem dreiaktigen Drama des chinesischen Widerstandskrieges sein. Das Hauptgewicht wird auch hier noch auf dem Bewegungskrieg liegen. 38. angewiesen sein sonst können wir den Krieg nicht gewinnen. wird im wesentlichen davon abhängen. Aus dieser Tatsache erwachsen uns internationale propagandistische und diplomatische Aufgaben. Die Guerillakriegführung wird der Armee auch im dritten Stadium durch ihren Bewegungs. ob China im vorhergehenden Stadium genügend Kraft gesammelt hat und nun im dritten Stadium weiterhin an Stärke zunimmt. Wir werden nicht mehr auf den strategischen inneren Kampflinien kämpfen. wird der Krieg nicht beendet sein. doch werden sie nicht mehr wie im zweiten Stadium die Hauptrollen spielen. daß wir bis zum Ende ausharren wollen. Während im jetzigen ersten Stadium die Stellungsdefensive der vorherrschenden Umstände wegen nicht als wesentlich betrachtet werden kann. aber daneben wird der Stellungskrieg an Bedeutung zunehmen. wir werden auch auf die Unterstützung durch ausländische Mächte und den Wandel. sondern unsere Kampftätigkeit allmählich auf die strategischen äußeren Kampflinien verlagern.

anmerken. das wirtschaftliche und das militärische Potential und die kulturellen Institutionen erstrecken. Die Verschiebungen im Kräfteverhältnis während der drei Stadien werden sich folgendermaßen abspielen. die zum Besseren. daß der Krieg zweifellos lange dauert und konsequenterweise grausam sein wird. Zum Schluß wird der Feind besiegt sein. sehr beträchtlich sein. Und gewisse Leute werden diese Tatsache aufgreifen und zur Grundlage ihrer Theorien von nationaler Unterjochung und Kompromiß machen. die Japaner schnell aus dem Lande zu treiben. die an dem Krieg teilnehmen. Nur durch die Erhaltung der Einheitsfront können wir den Krieg weiterführen. werden wir auf die breite Landstraße gelangen. Gegen Ende des ersten Stadiums werden die Verluste. Die erste ist eine Veränderung zum Schlechten. Die 233 . China wird nicht imstande sein. aber der größte Teil unseres Territoriums wird doch in unseren Händen bleiben. Chinas an sich schon bestehende Unterlegenheit wird durch Kriegsverluste noch verschärft werden — diese Verluste werden sich auf das Territorium. werden dadurch eine Härtung und Prüfung erfahren. vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet. Das ist die natürliche Logik des Krieges. 41. Wenn wir erst die schwere Wegstrecke hinter uns haben. den Zuwachs an internationaler Hilfe usw. Nur so können wir alle Schwierigkeiten überwinden. aber er wird eine ganze Reihe von Orten für eine verhältnismäßig lange Zeit besetzen können. Und auch die politischen Parteien. aber bis dahin werden wir noch einen schweren Weg zu gehen haben. Es wird dem Feind nicht gelingen. die von den Streitkräften erzielten Fortschritte. Wir müssen jedoch auch die zweite Art der Veränderung. die zum Siege führt. Im ersten Stadium ist der Feind uns kräftemäßig überlegen und wir sind ihm unterlegen. den Beginn der Guerillakriegführung. 40. und wir werden die Sieger sein. den politischen Fortschritt. Die Einheitsfront muß bleiben. ganz China zu schlucken. Sie schließt vieles ein: die im Krieg gewonnene Erfahrung.39. Es ergibt sich somit. Hinsichtlich unserer Unterlegenheit müssen wir für die Zeitspanne vom Ausbruch des Krieges bis zur Beendigung des ersten Stadiums mit zwei Arten von Veränderungen rechnen. die Mobilisierung des Volkes. die Bevölkerung. Im Verlauf dieses langen und grausamen Krieges wird das chinesische Volk gestählt werden. die Entwicklung der Kultur in einer neuen Richtung. können wir den Sieg erringen.

und hierbei liegt der Hauptakzent auf der Qualität. Allgemein gesprochen bringt eine solche Besetzung für die Japaner eine gewisse Zeit großer Ausgaben mit sich. denen vorerst keine Einnahmen entgegenstehen. in der Verurteilung durch die öffentliche Meinung der ganzen Welt usw. Wir müssen in Rechnung stellen. um die Theorien der nationalen Unterjochung und des Kompromisses zu widerlegen und 234 . Und auch das ist ein Grund für die Verlängerung unseres Widerstandskrieges und die Unmöglichkeit eines raschen Sieges. Bevölkerung und natürlichen Hilfsquellen. Auch auf der Feindseite ereignen sich im ersten Stadium zweierlei Arten von Veränderungen. die Veränderung zum Schlechten. einen verlängerten Krieg zu führen und den Sieg zu erringen. Daneben wird die Besetzung chinesischen Gebiets durch Japan die vorhandenen Gegensätze zwischen Japan und anderen ausländischen Nationen verschärfen und zusätzlich neue schaffen. Auch dieser Trend erweitert unsere Möglichkeiten. daß Japans Okkupation auf schmale Landstreifen beschränkt sein wird. 42. den Veränderungen zum Besseren. wie die Erfahrung in den drei nordöstlichen Provinzen gelehrt hat. es kann nur vorübergehend chinesisches Gebiet besetzen. Sie bestehen in einem Zuwachs an Territorien. Die erste Art.Dinge. in den Ausgaben. wobei der Hauptakzent auf der Quantität liegt. auf der wir einen verlängerten Krieg führen und den Sieg erringen können. Außerdem wird das kraftvolle Anwachsen der Guerillakriegführung in China dafür sorgen. die sich aus mehr als zehntausend Millionen Yen belaufen. rechnen. im Versiegen der Waffenund Munitionsbestände. betreffen die Quantität und Qualität des Alten. im Absinken der Truppenmoral. Diese zweite Art der 'Veränderungen liefert uns eine Grundlage. im Niedergang des Handels. die sich während des ersten Stadiums auf der absteigenden Linie befinden. Im Aufsteigen begriffen sind hingegen die Quantität und die Qualität des Neuen. die außerdem bestimmte Menschen benutzen für ihre Theorien der nationalen Unterjochung und des Kompromisses. in der Unzufriedenheit der Zivilbevölkerung. All diese Tatsachen liefern uns wiederum Argumente. drückt sich in Hunderten und Tausenden von Mißlichkeiten aus. Wir müssen jedoch auch beim Feind mit der zweiten Art der Veränderungen. die ihrem Untergang entgegeneilt. Japan ist eine imperialistische Macht. daß diese Wendung zum Besseren auf seilen des Feindes nur vorübergehend und partiell ist.

und es wird auf internationaler Ebene immer isolierter dastehen. China hingegen auf der aufsteigenden befinden wird. Dieses zweite Stadium wird möglicherweise einen sehr langen Zeitraum umfassen. der Kampfgeist der Truppen wird noch weiter absinken. Japan wird seine Überlegenheit einbüßen.unsere Theorien über den verlängerten Krieg und den Sieg zu untermauern. militärischem und kulturellem Gebiet und in der Mobilisierung seiner Bevölkerung weitere Fortschritte machen. Das Zusammenwirken dieser drei Kräfte wird Chinas Überlegenheit und den Abschluß seiner Vorbereitungen zur Gegenoffensive zustande bringen. daß der Wechsel von Unterlegenheit zur Überlegenheit und der Abschluß der Vorbereitungen zur Gegenoffensive dreierlei in sich begreifen wird: ein Anwachsen der Stärke Chinas. daß Japan sich nun weiterhin auf der absteigenden Linie. So werden zum Beispiel Japans militärische und finanzielle Reserven durch unseren Guerillakrieg ernsthaft bedroht sein. Obgleich man die Einzelheiten der künftigen Situation nicht voraussagen kann. Im zweiten Stadium werden die eben erwähnten Veränderungen auf beiden Seiten zunehmen. dann wird es sich umkehren. die Unzufriedenheit der Zivilbevölkerung wird wachsen. 43. 44. wir werden in größerem Umfang auf internationale Hilfe rechnen können. In diesem Zusammenhang müssen wir noch einmal darauf hinweisen. so daß die Gesamtlage völlig anders aussehen wird als heute. Was China betrifft. wird die strategische Gegenoffensive in der Anfangsphase des dritten Stadiums kein einheitliches und gleichmäßiges Bild 235 . so wird es auf politischem. in dem eine große Umkehrung im Kräfteverhältnis stattfinden wird: China wird allmählich emporsteigen und Japan wird allmählich absinken. steht doch fest. durch die Entstehung kleiner Industrien und durch intensivere Bodenbestellung im Innern des Landes wird ein gewisser wirtschaftlicher Aufschwung zu verzeichnen sein. der Guerillakrieg wird zunehmen. Da Chinas politische und wirtschaftliche Entwicklung sehr uneinheitlich ist. China wird aus seiner Unterlegenheit erlöst werden. Zuerst wird sich das relative Kräfteverhältnis der beiden Länder ausgleichen. ein Anwachsen der Schwierigkeiten für Japan und ein Anwachsen der internationalen Unterstützung. Danach wird China seine Vorbereitungen für die strategische Gegenoffensive fast beendet haben und in das Stadium der Gegenoffensive und der Vertreibung des Feindes treten.

um Chinas Einheitsfront aufzuspalten. Daraus ergeben sich die folgenden Fragen und Schlüsse: Wird China unterjocht werden? Die Antwort lautet: Nein. und um von der Kräftegleichheit zur Überlegenheit aufzurücken. es wird nicht unterjocht werden.bieten. während Japan von der Überlegenheit zur Kräftegleichheit und dann zur Unterlegenheit absinkt. und daher sind die oben gezogenen Schlüsse nicht richtig. der Krieg wird lange dauern. nach der «die Waffen alles entscheiden»12 eine Theorie. darum wird die Erhaltung der chinesischen Einheitsfront zu unserer vordringlichsten Aufgabe werden. An diesem Punkt werden die Unterjochungs. Der Verlauf des chinesisch-japanischen Krieges muß sich unweigerlich folgendermaßen darstellen: China rückt aus der Unterlegenheit zur Kräftegleichheit und dann zur Überlegenheit auf. 47. um uns endgültig zu befreien und einen unabhängigen demokratischen Staat zu begründen. sondern den Sieg erringen.» 48.und Kompromißtheoretiker sofort wieder auf dem Plan erscheinen und sagen: «Um von der Unterlegenheit zur Kräftegleichheit aufzurücken. benötigt China eine militärische und wirtschaftliche Macht. 236 . In dieser Zeit wird sich die internationale Lage für China sehr günstig gestalten. die der Japans überlegen ist. die einer sehr mechanistischen Einstellung zur Frage des Krieges entspricht und die sehr subjektiv und einseitig ist. die der Japans gleichkommt. 46. Während dieses Stadiums wird unser Feind unermüdlich alle Kunstgriffe anwenden. sondern von Region zu Region verschieden aussehen. der gleichzeitig seinen Beitrag zur weltweiten antifaschistischen Bewegung leisten kann. Kann China zu einem raschen Sieg gelangen? Die Antwort lautet: Nein. daß unsere strategische Gegenoffensive infolge innerer Uneinigkeiten auf halbem Wege zusammenbricht. es kann nicht zu einem raschen Sieg gelangen. Unsere Einstellung ist völlig anders. wird es eine militärische und wirtschaftliche Macht benötigen. China geht von der Defensive zum Stillstand und von da zur Gegenoffensive über. Wir müssen unbedingt verhindern. Unsere Aufgabe ist es dann. diesen Umstand auszunützen. wir sehen nicht nur auf die Waffen. Hier wird sie anschwellen. 45. Sind diese Schlüsse richtig? Ich meine doch. Das aber ist unmöglich. dort abflauen. sie sind es. während Japan von der Offensive zur Sicherung der eroberten Gebiete und von da zum Rückzug übergeht. Das ist jene Theorie.

nicht Dinge. China ist ein großes Land. Der Kampf der Kräfte ist nicht nur ein Kampf militärischer und wirtschaftlicher Macht. Zwar können wir bisher noch nicht damit rechnen. Menschen. Militärische und wirtschaftliche Macht wird notwendigerweise von Menschen ausgeübt. 237 . vorausgesetzt. schließlich der Überlegene sein? Kein Zweifel. Die Anwälte des raschen Sieges jedoch machen sich nicht klar. aber nicht der entscheidende Faktor. der Japaner und der Bevölkerung anderer Länder auf der Seite unseres Widerstandskrieges gegen Japan steht. entscheiden. sein Krieg ist fortschrittlich und gerecht. obwohl es in militärischer und wirtschaftlicher Hinsicht vergleichsweise schwächer ist als Japan. und ihm wird in zunehmendem Maße die Unterstützung der anderen Länder zuteil werden. Was aber unseren Feind betrifft. aber besteht etwa ein Grund. Chinas militärische und wirtschaftliche Macht wird allmählich anwachsen. Besteht etwa irgendein Grund. warum die langfristige Entwicklung dieser Faktoren das relative Kräfteverhältnis zwischen uns und unserem Feind nicht entscheidend verändern sollte? 49. warum dies in Zukunft nicht noch der Fall sein sollte? Wenn Japan es nicht mehr allein mit China zu tun hat. die erzwungenermaßen von einer kleinen Minderheit getragen werden muß. daß andere Länder uns ihre militärische und wirtschaftliche Macht offen und in größerem Umfang zur Verfügung stellen. so wird er durch die Verlängerung des Krieges sowie durch äußere und innere Unstimmigkeiten geschwächt werden. Besteht unter diesen Umständen irgendein Grund. Wenn die große Mehrheit der Chinesen. wir halten an unserem Widerstandskrieg und der Einheitsfront fest. als Überlegenheit ansehen? Und wenn man das nicht kann muß dann nicht China. warum China nicht schließlich der Überlegene sein sollte? Aber das ist noch nicht alles.sondern auch auf die Menschen. wenn künftig auch andere Länder ihre beträchtliche militärische und wirtschaftliche Macht defensiv oder offensiv gegen Japan einsetzen und uns offen zur Seite stehen. sondern auch ein Kampf menschlicher Stärke und Moral. wird dann unsere Überlegenheit nicht noch weiter anwachsen? Japan ist ein kleines Land. so daß seine militärische und wirtschaftliche Macht sich in der entgegengesetzten Richtung entwickeln muß. Waffen sind im Krieg ein wichtiger. wie kann man dann die militärische und wirtschaftliche Macht Japans. sein Krieg ist reaktionär und barbarisch und es wird immer stärker isoliert.

die Arbeiter. neue Armeen aufzustellen. daß sie bloße Schaumschläger sind. Wenn nämlich China im ersten Kriegsstadium schwere Verluste erleiden und das zweite Stadium sich sehr lange hinziehen sollte. Wenn aber der Krieg ins Stadium des Stillstands und dann in das der Gegenoffensive tritt. 50. Vielleicht aber reden diese Menschen nur so daher und haben gar nicht die ernstliche Absicht. wird dieses Gerede möglicherweise wieder aufkommen. um so die Kräfte der gesamten Nation zu sammeln. keine Veranlassung zu dem Versuch haben. die Intel238 . um das vom Feind besetzte Gebiet auf ein Minimum zu beschränken. Das aber werden wir nur erreichen. Dann wird jeder sehen. über wie viele Monate oder Jahre er sich hinziehen wird. die Truppen des Feindes zu zermürben. Bauern. wenn auch nicht mehr so häufig. ist gewiß. den politischen. aber niemand kann genau voraussagen. Daß der Krieg lange dauern wird. unsere Macht zu erhöhen und die des Feindes zu verringern. wenn wir ständig bestrebt sind. Wir haben schon früher solch törichtes Geschwätz hören müssen und müssen es immer noch. Kaufleute. unsere Einheitsfront zu festigen und zu erweitern. werden die Theorie einer nationalen Unterjochung und die Kompromißbereitschaft wieder größere Verbreitung finden. die einen raschen Sieg prophezeien. die sich zu keiner Anstrengung aufraffen können und alles umsonst haben wollen. als alles daranzusetzen. Darum sollte sich unser Feuer hauptsächlich gegen die Verfechter dieser Theorien und erst in zweiter Linie gegen die dummen Schwätzer richten. so würden wir unweigerlich mit dem Kopf gegen eine Wand rennen. Bis dahin besteht eine andere Gefahr. Wer den Krieg abkürzen möchte. neue Kriegsindustrien zu entwickeln. bevor ein gewisser Wandel im relativen Kräfteverhältnis zwischen uns und unserem Gegner stattgefunden hat. ihre Ideen zu verwirklichen. strategisch entscheidende Schlachten zu liefern und so den Weg zu unserer Befreiung abzukürzen. Wollten wir derartige Vorstellungen in die Praxis umsetzen. wirtschaftlichen und kulturellen Fortschritt zu beschleunigen. immer mehr Schlachten zu gewinnen.daß ein Krieg ein Kräftemessen ist und daß wir. da die Beantwortung dieser Frage einzig von der Verschiebung des Kräfteverhältnisses abhängt. die Guerillakriegführung auszudehnen. Schließlich aber wird Frau Wirklichkeit kommen und diesen Schwätzern einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf gießen. dem bleibt keine andere Wahl.

die sich aus den gegensätzlichen Faktoren ergeben wie der Barbarei der Japaner und ihrem Truppenmangel auf der einen Seite und der Fortschrittlichkeit Chinas und der Weite seines Territoriums auf der anderen. daß unser verlängerter Widerstandskrieg gegen Japan ein großartiges und einzigartiges Blatt in der Kriegsgeschichte der Menschheit füllen wird. die anderen hingegen auf äußeren. Der Krieg als Puzzlespiel? 51. so bemerken wir. Ein magisches Schnellverfahren gibt es nicht. Das Puzzlespiel-Muster drückt sich in den folgenden Tatsachen aus: 52. ist seine besonders lange Dauer und seine besonders große Ausdehnung. Im ersten Stadium des Krieges zieht sich die reguläre Streitmacht. die einen Rekord in der Geschichte aufstellen wird. können wir die Dauer des Krieges verkürzen. Innere und äußere Kampflinien. Zusammengenommen bilden sie eine ganze Reihe von Kampffronten. die den Feind in die Zange nehmen. die Kräfte des Feindes zu zersplittern und seine Soldaten für unsere Sache zu gewinnen. internationale Propaganda zu betreiben. um für uns die Hilfe des Auslands sowie die Unterstützung des japanischen Volkes und anderer unterdrückter Völker zu gewinnen. Eines der besonderen Kennzeichen dieses Krieges ist durch die vielen ineinandergreifenden. Wir können überzeugt sein.lektuellen und alle anderen Volksgruppen zu mobilisieren. an ein Puzzlespiel erinnernden Einzelaktionen und Gesichtspunkte bedingt. Was aber unseren chinesischen Krieg von allen anderen unterscheidet. Das gleiche läßt sich über die Beziehung zwischen den einzelnen Guerillagebieten sagen. die zweite jedoch auf den äußeren Kampflinien operieren und dabei den Feind sichtlich in die Zange nehmen. wird der Krieg gegen Japan auf den inneren Kampflinien ausgefochten. Im ganzen gesehen. Nur wenn wir all dies tun. wie zum Beispiel den drei Jahre dauernden Bürgerkrieg in Rußland nach der Oktoberrevolution. Fassen wir jedoch die Beziehung zwischen der Hauptstreitmacht und den Guerillaeinheiten ins Auge. die strategische 239 . daß die erste auf den inneren. Es hat in der Geschichte bereits andere Kriege nach dem Puzzlespiel-Muster gegeben. Von ihrem Gesichtspunkt aus befindet sich jedes einzelne Guerillagebiet auf inneren Kampflinien.

eine moderne politische Partei und eine Armee anzutreffen sind. welche die Kampflinien bis ins feindliche Hinterland hinein ausdehnen. denn hier führen wir Schlachten und Gefechte von taktisch äußeren Kampflinien aus. vom Hinterland aus. Wir haben dabei nichts zu befürchten. Wenn wir sodann unsere Guerillastützpunk240 . wenn man das Land als Ganzes betrachtet. Besitz und Fehlen eines Hinterlandes. sondern sie im Gegenteil fördern. wenn man das Land als Ganzes betrachtet. sie haben weder ein Hinterland noch eine eigentliche Kampflinie. wo ein ausgedehntes Territorium. Die Guerillaeinheiten. auf das es sich bei der Aufstellung der beweglichen Kampflinien stützen kann. die strategische Operationen auf den äußeren Kampflinien durchführen. Doch jedes Guerillagebiet verfügt über ein kleines Hinterland. Nehmen wir den Krieg als Ganzes. die auf getrennten Wegen gegen uns vorrücken. die von strategisch äußeren Kampflinien auf uns zukommen. zurück. welche die äußeren Kampflinien bis zu den äußersten Grenzen der vom Feind besetzten Gebiete ausdehnt. und wir sollten vor derartigen Aktionen nicht zurückscheuen. die aus einem Guerillagebiet zu kurzfristigen Operationen in das feindliche Hinterland desselben Gebietes abkommandiert worden sind. sind. Dies ist die erste Form der Einkreisung durch den Feind. Einkreisung und Gegeneinkreisung. Wir aber können unsererseits eine oder mehrere der feindlichen Kolonnen einkreisen. ein fortschrittliches Volk. indem wir zahlenmäßig überlegene Kräfte gegen die Feindkolonnen einsetzen.Operationen auf den inneren Kampflinien durchführt. 53. so kann kein Zweifel daran bestehen. während wir uns in der strategischen Defensive befinden und auf den inneren Kampflinien operieren. Anders liegt der Fall bei den Guerillaeinheiten. So bietet sich nun also ein bemerkenswertes Zusammenspiel von Rückzug und Vorstoß. da er eine strategische Offensive durchführt und auf den äußeren Kampflinien operiert. vom Hinterland getrennt. Die Hauptstreitmacht. Dies ist die erste Form der Gegeneinkreisung des Feindes. in großen Sprüngen über weite Gebiete bis ins Hinterland des Feindes vorrücken im zweiten Stadium werden diese Vorstöße noch stürmischer ausfallen. aber viel zu gewinnen. während die Guerillaeinheiten. Die «Operationen ohne Hinterland» bilden ein besonderes Merkmal des revolutionären Krieges in der neuen Ära überall dort. operiert. daß wir strategisch vom Feind eingekreist sind. 54.

und die Befestigung von Ortschaften durch den Feind (wie z. der quer über dem Universum liegt. so ergibt sich noch eine dritte Form der Einkreisung. Japan und Italien mit unserer Friedensfront einkreisen. Betrachten wir jedoch alle Guerillastützpunkte zusammen und in ihrer Beziehung zu den Stellungen der regulären Truppen. Wir kennen demnach zwei Formen der Einkreisung durch den Feind und zwei Formen der Einkreisung des Feindes durch uns beinahe wie in einem Weichi-Spiel13. daß wir unsererseits wieder einen großen Teil der feindlichen Streitkräfte einkreisen. Überträgt man dieses WeichiSpiel auf die ganze Welt. Dies ist die zweite Form der Einkreisung durch den Feind. so sehen wir. durch die sie die Felder auf dem Spielbrett beherrschen wollen. bei der China eine strategische Einheit bildet. Doch unsere Einkreisung wird sich wie die Hand Buddhas in den Berg der fünf Elemente verwandeln. Die von beiden Seiten durchgeführten Schlachten und Gefechte gleichen dem gegenseitigen Wegnehmen der Spielsteine. So haben wir in der Provinz Shansi beispielsweise die Eisenbahnstrecke Tatung-Puchow von drei Seiten (von der Ostflanke. der Westflanke und vom südlichen Ende her) eingekreist und die Stadt Taiyuan sogar von allen Seiten. B. die Sowjetunion und andere Länder. Frankreich und die Tschechoslowakei mit seiner Aggressivfront ein. und die modernen Sun Wu-kungs die faschistischen Aggressoren werden schließlich darunter begraben sein und sich nie mehr erheben können. daß jeder einzeln genommen von feindlichen Kräften umgeben ist. entweder auf allen Seiten wie im Gebiet des Wutaigebirges oder auf drei Seiten wie im nordwestlichen Teil von Shansi. der Stadt Taiyuan) oder die Errichtung von Guerillastützpunkten (wie z.te im Hinterland des Feindes betrachten. während wir unsererseits Deutschland. so entdecken wir. im Wutaigebirge) gleicht den Zügen der Spieler. die sich aus der Wechselbeziehung zwischen der Aggressivfront und der Friedensfront herleitet. die Sowjetunion. die sich ihr anschließen wollen. B. auf internationaler Ebene eine antijapanische Front im ganzen Pazifikgebiet zu schaffen. Auch aus den Provinzen Hopei und Shantung lassen sich viele ähnliche Beispiele aufzählen. Der Feind kreist China. weitere Einheiten und die japanische Volksbewegung als weitere strategische Einheit wenn wir so ein gewaltiges Netz spannen können. aus dem es für die faschistischen Sun Wu241 .14 Wenn es uns gelingt. Dies ist die zweite Form der Gegeneinkreisung des Feindes.

kungs kein Entrinnen gibt, dann wird dies der Tag des Verhängnisses für unseren Feind sein. Jawohl, der Tag, an dem dieses gigantische Netz gespannt ist, wird zweifellos der Tag des endgültigen Sturzes für den japanischen Imperialismus sein. Diese Behauptung ist kein Scherz; sie kennzeichnet die unabwendbare Entwicklung des Krieges. 55. Große Gebiete und kleine Gebiete. Es besteht die Möglichkeit, daß der Feind den größeren Teil des chinesischen Territoriums südlich der Großen Mauer besetzen wird und daß nur ein sehr kleiner Teil vom Kriegsgeschehen unberührt bleiben wird. Dies ist die eine Seite der Situation. Doch innerhalb dieses größeren Teils, der die drei nordöstlichen Provinzen nicht einschließt, kann der Feind nur die großen Städte, die Hauptverbindungslinien und einige Gegenden des Flachlandes fest in der Hand behalten Gebiete, zwar von strategischer Bedeutung, die jedoch im Hinblick auf Fläche und Bevölkerungszahl des besetzten Territoriums nur einen kleinen Teil ausmachen, während der größere Teil zu Operationszonen der überall auftauchenden Guerillaeinheiten werden wird. Dies ist die andere Seite der Situation. Gehen wir über das Gebiet südlich der Großen Mauer hinaus und beziehen die Mongolei, Sinkiang, Chinghai und Tibet in unsere Betrachtungen ein, so wird das unbesetzte Gebiet den größeren Teil des chinesischen Territoriums darstellen, während die vom Feind besetzten Gebiete, auch wenn wir die drei nordöstlichen Provinzen einbeziehen, den kleineren Teil darstellen. Dies ist ein weiterer Aspekt der Lage. Auch das vom Krieg nicht berührte Gebiet ist zweifellos von Bedeutung, und wir sollten uns ernstlich bemühen, es zu entwickeln nicht nur politisch, militärisch und wirtschaftlich, sondern auch — und das ist wesentlich! — kulturell. Der Feind hat aus unseren ehemaligen Kulturzentren kulturell rückständige Gebiete gemacht; nun müssen wir unsererseits die ehemals kulturell rückständigen Gebiete in Kulturzentren verwandeln. Daneben ist es ungeheuer wichtig, hinter den feindlichen Linien ausgedehnte Guerillazonen zu entwickeln, und auch hier sollten wir jeden Aspekt dieser Unternehmung, einschließlich des kulturellen Aspekts, berücksichtigen. Alles in allem werden so große Teile des chinesischen Territoriums, insbesondere die Agrargegenden, in Gebiete des Fortschritts und des Lichts verwandelt werden, während kleinere Teile, nämlich die vom Feind besetzten Gebiete und besonders die großen Städte, 242

vorübergehend zu Regionen der Rückständigkeit und der Finsternis werden. 56. Wir sehen also, daß der verlängerte und weitgespannte Widerstandskrieg gegen Japan in militärischer, politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht das Bild eines Puzzlespiels aufweist. Das ist ein großartiges Schauspiel innerhalb der Geschichte des Krieges, ein heroisches Unterfangen der chinesischen Nation, eine herrliche und welterschütternde Tat. Dieser Krieg wird seine Wirkung nicht nur auf China und Japan ausüben und beiden Ländern ein starker Antrieb zum Fortschritt sein; er wird auf die ganze Welt einwirken und alle Nationen — vor allem die unterdrückten Nationen wie Indien — anfeuern, vorwärts zu marschieren. Jeder Chinese sollte bewußt an diesem Puzzlespiel-Krieg teilnehmen, denn nur so kann die chinesische Nation sich selber befreien. Dies ist die Form, in der ein großes halbkoloniales Land in den dreißiger und vierziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts seinen Befreiungskrieg führen muß. Der Kampf für einen dauerhaften Frieden 57. Die lange Dauer des chinesischen Widerstandskrieges gegen Japan ist unlöslich verbunden mit dem Kampf um den dauerhaften Frieden in China und der ganzen Welt. Niemals in der Geschichte gab es eine Zeitspanne, in welcher der Krieg dem dauerhaften Frieden so nahe war wie heute. Mehrere tausend Jahre hindurch, seit dem Entstehen der Klassen, war das Leben der Menschheit von Kriegen erfüllt. Jede Nation hat zahlreiche Kriege geführt, so im eigenen Land wie gegen andere Länder. In der imperialistischen Epoche der kapitalistischen Gesellschaft werden die Kriege in einem besonders weiten Rahmen und mit besonderer Unerbittlichkeit geführt. Der erste große imperialistische Krieg vor zwanzig Jahren war der erste seiner Art in der Geschichte, jedoch nicht der letzte. Einzig der Krieg, der nunmehr begonnen hat, könnte vielleicht der letzte Krieg sein, das bedeutet, er nähert sich dem dauerhaften Frieden der Menschheit. Ein Drittel der Weltbevölkerung ist im Kriegszustand. Seht: Italien, dann Japan; Abessinien, dann Spanien, dann China. Die Bevölkerung all der Länder, die sich zur Zeit im Krieg befinden, zählt sechshundert Millionen, also rund ein Drittel der Weltbevölkerung. Die Merkmale des gegenwärtigen Krieges sind seine Dauer 243

und seine Nähe zu einem dauerhaften Frieden. Warum dauert er an? Nachdem Italien Abessinien angegriffen hatte, griff es Spanien an, und Deutschland folgte seinem Beispiel. Dann griff Japan China an. Was wird nun kommen? Zweifellos wird Hitler gegen die Großmächte zum Kampf antreten. «Faschismus bedeutet Krieg», das ist vollkommen wahr. Dieser Krieg wird sich ohne Unterbrechung zu einem Weltkrieg entwickeln, und es wird der Menschheit nicht gelingen, dieses Unheil abzuwenden. Warum behaupten wir dann, der gegenwärtige Krieg sei dem dauerhaften Frieden nahe? Er ist das Ergebnis der allgemeinen Krise des Weltkapitalismus, die mit dem Ersten Weltkrieg begonnen hat. Diese allgemeine Krise treibt die kapitalistischen Länder in einen neuen Krieg, und sie treibt vor allem die faschistischen Länder in neue kriegerische Abenteuer. Dieser Krieg, das können wir voraussehen, wird den Kapitalismus nicht retten, sondern seinen Zusammenbruch beschleunigen. Er wird weitere Gebiete erfassen und noch unbarmherziger geführt werden als der Krieg vor zwanzig Jahren. Alle Nationen werden sich unausweichlich darin verstrickt finden, er wird sich über eine lange Zeit hinziehen, und die Menschheit wird schwer unter ihm zu leiden haben. Dank der Existenz der Sowjetunion und dem wachsenden politischen Bewußtsein der Völker der Welt werden aus diesem Krieg zweifellos große revolutionäre Kriege entstehen, die allen konterrevolutionären Kriegen und so diesem Krieg den Charakter eines Ringens um den dauerhaften Frieden verleihen werden. Selbst wenn später noch eine weitere Kriegsperiode kommen sollte, so wird doch der dauerhafte Weltfrieden nicht mehr fern sein. Wenn der Mensch erst einmal den Kapitalismus ausgerottet hat, wird er die Ära des dauerhaften Friedens erreichen, in der kein Bedarf nach einem Krieg mehr sein wird. Man wird dann keine Armeen, keine Kriegsschiffe, keine Militärflugzeuge und kein Giftgas mehr brauchen. Danach wird die Menschheit für alle Zeiten keinen Krieg mehr kennen. Die revolutionären Kriege, die bereits begonnen haben, sind ein Teil des Krieges für den dauerhaften Frieden. Der Krieg zwischen China und Japan, die zusammen eine Bevölkerung von mehr als fünfhundert Millionen Menschen haben, wird in diesem Krieg zur Vorbereitung des dauerhaften Friedens eine wichtige Rolle spielen, und eines seiner Ergebnisse wird die Befreiung der chinesischen Nation sein. Das befreite neue China der Zukunft wird untrennbar mit der befreiten 244

neuen Welt der Zukunft verbunden sein. Aus diesem Grunde nimmt unser Widerstandskrieg gegen Japan den Charakter eines Kampfes um den dauerhaften Frieden an. 58. Die Geschichte lehrt, daß es zwei Arten von Kriegen gibt: gerechte und ungerechte. Alle fortschrittlichen Kriege sind gerecht; alle Kriege, die den Fortschritt verhindern wollen, sind ungerecht. Wir Kommunisten sind gegen alle ungerechten Kriege, die den Fortschritt verhindern wollen; aber wir sind nicht gegen die fortschrittlichen, gerechten Kriege. Wir Kommunisten sind nicht nur für die gerechten Kriege, wir nehmen auch aktiv daran teil. Ein Beispiel für die ungerechten Kriege ist der Erste Weltkrieg, in dem beide Seiten für imperialistische Interessen kämpften; darum waren die Kommunisten in der ganzen Welt entschieden gegen diesen Krieg. Einen derartigen Krieg bekämpfen, heißt, alles Mögliche zu tun, ihn vor seinem Ausbruch zu verhindern, und sollte er ausbrechen Krieg mit Krieg zu bekämpfen, ungerechten Krieg mit gerechtem Krieg zu bekämpfen, wann immer dies möglich ist. Japans Krieg ist ein ungerechter Krieg, der den Fortschritt verhindert, und alle Völker der Welt einschließlich des japanischen Volkes sollten ihn bekämpfen, und sie bekämpfen ihn. In unserem Land haben Volk und Regierung, die Kommunistische Partei und die Kuomintang in unserem nationalen revolutionären Krieg das Banner des Rechtes gegen die Aggression erhoben. Unser Krieg ist geheiligt und gerecht, er ist fortschrittlich, und sein Ziel ist der Frieden nicht nur in einem Land, sondern in der ganzen Welt, nicht nur für eine gewisse Zeitspanne, sondern für alle Zeiten. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir einen Kampf auf Tod und Leben ausfechten, zu jedem Opfer bereit sein, bis zum Ende ausharren und nicht kurz vor dem Ziel innehalten. Wie groß das Opfer auch sein mag und wieviel Zeit wir auch brauchen mögen, um unser Ziel zu erreichen, so liegt doch eine neue Welt des dauerhaften Friedens und der strahlenden Helle klar vor uns. Wir führen diesen Krieg, weil wir an das neue China und die neue Welt des dauerhaften Friedens und der Helligkeit glauben und für sie kämpfen wollen. Der Faschismus und der Imperialismus möchten den Krieg verewigen; wir jedoch möchten ihm in einer nicht zu fernen Zukunft ein Ende setzen. Darum sollte die große Mehrheit der Menschheit alle Kräfte anspannen, dieses Ziel zu erreichen. Das vierhundertfünfzig Millionen zählende chinesische Volk bildet ein Viertel der Welt245

bevölkerung. Wenn es mit vereinten Kräften den japanischen Imperialismus stürzt und ein neues China der Freiheit und Gleichheit begründet, wird es damit ganz gewiß einen unerhört wichtigen Beitrag zum Kampf um den dauerhaften Weltfrieden leisten. Das ist keine leere Hoffnung; die ganze Welt muß sich im Verlauf ihrer sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung diesem Punkt nähern, und vorausgesetzt, daß die Mehrzahl der Menschen zusammensteht, werden wir unser Ziel mit Sicherheit in einigen Jahrzehnten erreichen. Die Rolle des bewußten Handelns im Krieg 59. Wir haben nun erläutert, warum unser Krieg ein lange dauernder Krieg ist und warum der Sieg China zufallen wird. In der Hauptsache haben wir uns damit beschäftigt, was ein lange dauernder Krieg eigentlich ist. Jetzt wenden wir uns der Frage zu, was wir tun müssen und was wir unterlassen müssen. Wie soll man einen lange dauernden Krieg führen? Wie kann man den Sieg erringen? Ich gedenke diese Fragen nachstehend zu beantworten. Hierzu müssen wir nacheinander die folgenden Probleme erörtern: die Rolle des bewußten Handelns im Krieg, Krieg und Politik, politische Mobilisierung für den Widerstandskrieg, der Zweck des Krieges, Angriff innerhalb der Verteidigung, rasche Entscheidungen innerhalb des verlängerten Krieges, Kampf auf den äußeren Kampflinien innerhalb des Kampfes auf den inneren Kampflinien, Initiative, Flexibilität, Planung, bewegliche Kampfführung, Guerillakrieg, Stellungskrieg, Vernichtungskrieg, Zermürbungskrieg, Möglichkeiten, sich die Fehler des Feindes zunutze zu machen, die Frage des entschiedenen Einsatzes im Krieg gegen Japan und die Rolle von Armee und Volk als Vorbedingung für den Sieg. Beginnen wir mit dem Problem des bewußten Handelns. 60. Wenn wir sagen, daß wir gegen eine subjektive Einstellung zu den Problemen sind, so meinen wir damit, daß wir Ideen, die sich nicht auf objektive Tatsachen stützen oder ihnen nicht entsprechen, ablehnen, weil derartige Ideen phantastisch und trügerisch sind und zu einem Fehlschlag führen müssen, wenn man nach ihnen handelt. Doch alles, was getan wird, muß von Menschen getan werden; der lange dauernde Krieg und der Sieg lassen sich nicht ohne menschliches Handeln realisieren. Damit ein solches Handeln wirksam wird, 246

muß es Menschen geben, die Ideen, Grundsätze oder Gesichtspunkte von den objektiven Tatsachen ableiten und sie in Pläne, Richtlinien oder politische, strategische und taktische Maßnahmen umsetzen. Ideen, Grundsätze und Gesichtspunkte sind subjektiv, während Taten und Handlungen eine Übertragung des Subjektiven ins Objektive darstellen; beide jedoch repräsentieren das dem Menschen eigentümliche bewußte Handeln. Wir bezeichnen diese Art des bewußten Handelns als «selbstbewußtes Handeln» und sehen darin ein Merkmal, das den Menschen von allen anderen Lebewesen unterscheidet. Alle Ideen, die auf objektiven Tatsachen beruhen und ihnen entsprechen, sind richtig, und alle Taten und Handlungen, die aus richtigen Ideen entspringen, sind richtige Handlungen. Solchen Ideen und Handlungen einer solchen bewußten Tätigkeit müssen wir volle Entfaltung gewähren. Wir führen den Krieg gegen Japan, um den Imperialismus aus dem Lande zu jagen und aus dem alten China ein neues China zu machen. Das aber läßt sich nur erreichen, wenn das ganze chinesische Volk aktiviert wird und man seiner bewußten Tätigkeit im Widerstand gegen Japan volle Entfaltungsfreiheit gewährt. Wenn wir hingegen tatenlos dasitzen und nicht eingreifen, können wir nichts als Unterjochung erwarten. Dann wird es weder einen verlängerten Krieg noch einen Sieg für uns geben. 61. Bewußtes Handeln ist eine Fähigkeit des Menschen. Im Krieg entfaltet der Mensch diese Fähigkeit besonders. Gewiß entscheiden über Sieg oder Niederlage im Krieg die militärischen, politischen, wirtschaftlichen und geographischen Gegebenheiten auf beiden Seiten, die Art, wie jede Seite den Krieg führt, und die Frage, inwieweit sie auf internationale Unterstützung rechnen kann; aber diese Faktoren sind nicht allein maßgebend. Sie bieten an sich nur die Möglichkeit von Sieg oder Niederlage, entscheiden jedoch nicht darüber. Um eine Entscheidung herbeizuführen, bedarf es einer subjektiven Anstrengung, nämlich der Leitung und Führung des Krieges, des bewußten Handelns des Menschen im Kriege. 62. Die Führer eines Krieges können bei ihrem Streben nach dem Sieg die von den objektiven Bedingungen gesetzten Schranken nicht überschreiten. Innerhalb dieser Schranken jedoch können und müssen sie in ihrer Bemühung um den Sieg bewußtes Handeln entfalten. Die Aktionsbühne für die Befehlshaber in einem Krieg muß auf den objektiven Möglichkeiten erbaut werden, aber sie können auf dieser 247

und der Sieg ist untrennbar verbunden mit dem politischen Ziel des Krieges — den japanischen Imperialismus aus dem Lande zu jagen und ein neues China der Freiheit und Gleichheit aufzubauen -. sondern müssen mit sicheren. in allen veränderten Lagen und Wechselfällen während des ganzen Krieges Herren der Situation zu bleiben. Krieg und Politik 63. abgemessenen Zügen das andere Ufer erreichen. untrennbar verbunden mit der allgemeinen Politik des Beharrens im Widerstandskrieg und in der Einheitsfront. zu verändern und ein neues China der Freiheit und Gleichheit zu schaffen. daß irgendeiner unserer Befehlshaber sich im Kriege über die objektiven Bedingungen hinwegsetzt und wie ein Heißsporn blindlings darauflosgeht. der Einheit von Volk und Armee und der Zersplitterung der Feindkräfte. «Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik. in der unser Land und unser Volk Aggressionen und Unterdrückungsmaßnahmen ausgesetzt sind. sondern auch die Fähigkeit. ihre ganze Tüchtigkeit entfalten und alle Kräfte zusammennehmen. die Gesetze der Kriegführung. Die Befehlshaber im Krieg gegen Japan müssen die ihnen gegebenen materiellen und objektiven Grundlagen ausnutzen. stellen die Schwimmkunst im Ozean des Krieges dar.» In diesem Sinne ist der Krieg Politik und die Kriegführung eine politische Handlung. untrennbar verbunden auch mit der wirksamen 248 . Der Krieg gegen Japan ist ein von der ganzen Nation geführter revolutionärer Krieg. dürfen sie nicht ziellos das Wasser aufrühren. In dieser Richtung können und müssen unsere subjektiven Fähigkeiten der Kriegführung geübt werden. Es geht nicht an. die gegenwärtige Situation. Strategie und Taktik. Wenn sie im Ozean des Krieges schwimmen. Seit den ältesten Zeiten hat es nie einen Krieg gegeben ohne politischen Charakter. sondern wir verlangen ganz entschieden von jedem unserer Befehlshaber. mit der Mobilisierung des gesamten Volkes und mit politischen Prinzipien wie der Einheit von Kommandeuren und Mannschaften. den Feind zu überwältigen. daß er sich als ein zugleich kühner und kluger General erweise. Macht und Größe inszenieren. Unsere Befehlshaber sollen nicht nur den Mut haben. um den Feind der Nation zu schlagen.Bühne die Aufführung manches Schauspiels voller Ton und Farbe.

in dem Bestreben. 64. Mitteln. um die Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Und wie steht es mit China? Lange Zeit hindurch bildete die imperialistische Unterdrückung ein Hindernis für die bürgerlichdemokratische Revolution Chinas. sie beiseite zu räumen. über das hinaus sie mit den üblichen Mitteln nicht gelangen kann. Die 249 .Anwendung der Einheitsfront-Politik. und darum wurden. bis das politische Ziel des Krieges erreicht ist. Ist das Hindernis aus dem Wege geschafft. ist falsch und muß berichtigt werden. um China zu unterdrücken und den Fortschritt der chinesischen Revolution völlig zu blockieren. «Krieg ist nur die Fortsetzung der Politik mit anderen . Daher kann man sagen. besondere Methoden und ein besonderer Prozeß. Deshalb muß jeder. internationale Hilfe und die Unterstützung der Menschen in Japan zu gewinnen. viele Befreiungskriege geführt. so muß der Krieg noch weitergeführt werden. Wird das Hindernis jedoch nicht völlig beseitigt.. denn selbst wenn aus dem einen oder anderen Grund ein Kompromiß zustande käme. So bildet zum Beispiel der halbselbständige Status Chinas ein Hindernis für das politische Anwachsen des japanischen Imperialismus. der dieses Hindernis beseitigen soll. da die breite Masse des Volkes bestimmt nicht die Waffen niederlegen. um dieses Hindernis zu beseitigen. mit dem Bemühen. unweigerlich einen Fehlschlag erleiden. Aus den Besonderheiten des Krieges erwachsen besondere Organisationen. der Mobilisierung auf dem kulturellen Gebiet. daß Politik Krieg ohne Blutvergießen ist. und darum ist China gezwungen. Jede Tendenz bei den gegen Japan angetretenen Streitkräften. man kann den Krieg auch nicht einen Augenblick lang von der Politik absondern. Krieg Politik mit Blutvergießen. dann ist unser politisches Ziel erreicht und der Krieg zu Ende. Der Krieg hat jedoch seine eigenen Merkmale und kann in dieser Hinsicht nicht mit der allgemeinen Politik gleichgesetzt werden. dann bricht ein Krieg aus. 65.»16 Wenn die Politik in ein gewisses Stadium getreten ist. der Krieg sei «absolut». die Politik vom Krieg zu isolieren und die Idee zu vertreten. einen Widerstandskrieg zu führen. und darum hat Japan einen Aggressionskrieg entfesselt. bis das Ziel endgültig erreicht ist. sondern weiterkämpfen würde. Jetzt wendet Japan das Mittel des Krieges an. der einen Kompromiß schließen will. würde der Krieg doch von neuem ausbrechen. Kurzum.. bevor die Aufgabe des Krieges gegen Japan erfüllt ist.

und sie wird die 250 . Auch das war eine Art von Mobilisierung allerdings eine. während unsere Unterlegenheit hinsichtlich der Rüstung und anderer Dinge erst in zweiter Linie kommt. in dem unser Feind ertrinken muß. Der Prozeß ist die besondere Form des gesellschaftlichen Verhaltens. Erst das Geschützfeuer des Feindes und die Bomben. daß wir uns im Krieg befanden. unsere Unterlegenheit hinsichtlich der Rüstung und anderer Dinge wettzumachen. in die der Lärm der Geschütze nicht dringt. Alle. Die Methoden sind Strategie und Taktik.Organisationen sind die bewaffneten Kräfte und alles. dem zufolge China sofort einen Zug im Kriegsspiel an seinen Gegner verlor. Dieser Zustand muß sich ändern. Politische Mobilisierung für den Widerstandskrieg 66. sondern müssen im Gegenteil den Zug der politischen Mobilisierung voll ausnutzen. Demnach ist Kriegserfahrung eine besondere Art der Erfahrung. die an einem Krieg teilnehmen. sonst können wir unseren Kampf auf Tod oder Leben nicht gewinnen. die beide zur Kriegführung nötig sind. Durch die Mobilisierung der Volksmassen im ganzen Land wird ein riesiger See entstehen. um unseren Feind auszustechen. geschweige denn durchgreifend. Wir dürfen im Kriegsspiel nie wieder einen Zug an den Gegner verlieren. so ruhig dahin wie seit eh und je. bei dem die beiden Streitkräfte sich gegenseitig angreifen oder sich gegeneinander verteidigen und jene strategischen und taktischen Maßnahmen anwenden. Aber selbst jetzt lebt das Volk in den ferneren Gegenden. Nach Ausbruch des Krieges war die politische Mobilisierung keineswegs sehr weitgehend. müssen ihre gewöhnliche Lebensweise ablegen und sich dem Krieg anpassen. damit der Sieg errungen werden kann. die aus feindlichen Flugzeugen auf unser Land fielen. machten der großen Mehrheit des chinesischen Volkes die Tatsache bewußt. Vor dem Krieg gegen Japan fand bei uns keinerlei politische Mobilisierung des Widerstandes gegen Japan statt. für den Feind aber ungünstig sind. Sie wird uns in die Lage versetzen. Das war ein großer Fehler. die für sie selber günstig. was damit zusammenhängt. die der Feind besorgte und nicht wir selber. Ein so großer nationaler revolutionärer Krieg wie der unsere kann ohne eine universelle und durchgreifende politische Mobilisierung nicht gewonnen werden. Dieser Zug ist entscheidend und von erstrangiger Bedeutung.

müssen wir den Widerstandskrieg. handelt wie einer. die Einheitsfront und das Prinzip des verlängerten Krieges aufrechterhalten. durch Massenorganisationen und durch unsere Kader. alle bewaffneten Kräfte und die gesamten Volksmassen so zu mobilisieren. durch Flugblätter und Bulletins. Wer den Sieg herbeiwünscht. 67. Damit aber wird er sich unweigerlich den Sieg verscherzen. daß sie den Kampf gegen Japan bis zum Ende durchstehen. Ohne ein klares und konkretes politisches Programm ist es nicht möglich. durch Theaterstücke und Filme. wenn wir dem Volk lediglich unser Ziel nennen. Hier 251 . Wir haben bereits das Zehn-Punkte-Programm für den Widerstand gegen Japan und die Rettung der Nation und auch das Programm des Bewaffneten Widerstands und des Nationalen Wiederaufbaus. Was ist politische Mobilisierung? Zunächst ist damit gemeint. daß jeder Soldat und jeder Zivilist begreift. jedoch die politische Mobilisierung vernachlässigt. Bücher und Aufsätze. der ihm nicht gemäß ist. Wenn wir den Sieg erringen wollen. Die dritte Frage lautet: Wie sollen wir sie mobilisieren? Durch mündliche Unterweisung. Es ist nötig. um jeder Schwierigkeit des Krieges Herr zu werden. Dieses Ziel müssen wir jedem Soldaten und jedem Zivilisten deutlich machen. durch Schulen. und in einem Geiste. wir müssen ihm ein politisches Programm geben. warum dieser Krieg geführt werden muß und inwieweit er ihn selber betrifft. die dem Geschmack des Volkes nicht entspricht. bevor wir damit rechnen können. «den japanischen Imperialismus aus dem Lande zu jagen und ein neues China der Freiheit und Gleichheit aufzubauen». Zweitens aber genügt es nicht. Obendrein ist es noch auf eine Weise geschehen. durch Zeitungen. daß wir der Armee und dem Volk das politische Ziel des Krieges sagen müssen. durch die es erreicht werden kann. Doch alles das ist undurchführbar ohne die Mobilisierung der Volksmassen. daß Hunderte Millionen von Menschen sich wie ein Mann gegen Japan erheben und ihre Kräfte dem Krieg zur Verfügung stellen. Was in dieser Hinsicht bisher in den Gebieten der Kuomintang geschehen ist. Das politische Ziel unseres Krieges ist es. Diese beiden Programme müssen wir der Armee und dem Volk verständlich machen und jeden einzelnen mobilisieren. der «nach Norden will und dabei seinen Wagen nach Süden lenkt». sich nach ihren Forderungen zu richten. gleicht einem Tropfen im Ozean.Vorbereitungen schaffen. wir müssen ihm auch die Schritte und Maßnahmen zeigen.

die von Speer und Schild. Den Speer brauchte man zum Angriff und zur Vernichtung des Gegners. die politische Mobilisierung für den Widerstandskrieg muß stetig weitergeführt werden. die Artillerie und das Giftgas sind Erweiterungen des Speers. Der unmittelbare Zweck des Angriffs ist die Vernichtung des Feindes. vereint. Dies ist ein ungeheuer wichtiger Punkt.muß ein gründlicher Wandel eintreten. Viertens ist mit der bloßen Aufklärungsarbeit noch nicht genug getan. Der Zweck des Krieges 68. es bedeutet nicht die physische Vernichtung jedes einzelnen Mitglieds der feindlichen Streitkräfte. denn kein Mensch wird so einer Rezitation lauschen. ihn entwaffnen oder «ihn seiner Widerstandskraft berauben». das Maschinengewehr. während der Luftschutzraum. den Schild zur Verteidigung und zur Erhaltung des eigenen Lebens. Festungsanlagen und die Gasmaske Erweiterungen des Schilds darstellen. aber auch die Verteidigung darf nicht außer acht gelassen werden.» (Den Feind vernichten bedeutet. von dem unser Sieg in erster Linie abhängt. Der Angriff ist die wichtigste Maßnahme zur Vernichtung des Gegners. Das politische Ziel unseres Widerstandskrieges gegen Japan ist bereits definiert als: «Wir wollen den japanischen Imperialismus aus dem Lande jagen und ein neues China der Freiheit und Gleichheit aufbauen.) In früheren Zeiten führte man Krieg mit Speer und Schild. Der Tank ist eine neue Waffe.» Hier haben wir es mit dem elementaren Zweck des Krieges zu tun. die sich im Krieg vollziehen. gleichzeitig jedoch auch die Selbster252 . Wir müssen vielmehr die politische Mobilisierung für den Krieg mit den Entwicklungen. Wenn wir dem Volk nur mechanisch unser politisches Programm vorbeten. sowie mit dem Leben der Soldaten und Zivilisten in Verbindung bringen und alles zu einer fortwährenden Bewegung machen. Noch heute sind alle Waffen gewissermaßen eine Erweiterung von Speer und Schild. Und in diesem Sinne heißt der Zweck des Krieges: «Sich selbst erhalten und den Feind vernichten. die beide Funktionen. Die Bombe. so erreichen wir überhaupt nichts. mit dem gegenseitigen Hinmorden durch einander gegenüberstehende Armeen. mit dem Krieg als «menschlicher Politik mit Blutvergießen». Unser Thema ist nicht das politische Ziel des Krieges. der Stahlhelm.

die Hauptsache. Dieser Zweck des Krieges ist das ihm zugrunde liegende Prinzip.haltung. gleichzeitig jedoch ist die Verteidigung auch eine Ergänzung des Angriffs oder eine Vorbereitung auf den Übergang zum Angriff. so bleibt der Angriff das Wichtigste. Opfer und Selbsterhaltung sind Gegensätze. während die Verteidigung eine ergänzende Maßnahme zur Vernichtung des Feindes und eine der Maßnahmen zur Selbsterhaltung eine Nebenrolle zu spielen hat. denn nur durch die Vernichtung des Feindes in größerem Maß können wir uns mit einiger Sicherheit selbst erhalten. das tut sie nicht. 70. der grundsätzlich eine Maßnahme zur Vernichtung des Gegners ist. ohne ihn auszukommen. In unserem gegenwärtigen Krieg fällt einmal der Verteidigung und dann wieder dem Angriff die Hauptrolle zu. Zugunsten einer allgemeinen und dauernden Selbsterhaltung bedarf es eines partiellen und vorübergehenden Opfers (einer Nicht-Selbsterhaltung). wird er uns vernichten. 69. die sich einander ergänzen. Was ist zum Beispiel mit dem Prinzip gemeint. Es muß hier darauf hingewiesen werden. während die Verfolgung eine Fortsetzung des Angriffs ist. taktischer oder strategischer Begriff oder Grundsatz ist imstande. auch die Funktion der Selbsterhaltung hat. Aus jenem resultiert eine Tech253 . Und aus diesem Grund sollte die Verteidigung immer vom Angriff begleitet sein und nicht nur reine und einfache Verteidigung sein. Eben darum sagten wir. daß der Angriff. sieht man den Krieg jedoch als Ganzes. daß die Vernichtung des Feindes der primäre Zweck des Krieges und die Selbsterhaltung der sekundäre ist. es durchdringt alle kriegerische Aktivität von der rein technischen bis zur strategischen. man solle beim Schießen «in Deckung gehen» und seine Feuerkraft ausnutzen? Jenes zielt auf die Selbsterhaltung. und kein technischer. dieses auf die Vernichtung des Feindes. zuweilen einen außerordentlich hohen. denn wenn der Feind nicht vernichtet ist. nämlich die Selbsterhaltung und die Vernichtung des Feindes. ist das Wesen des Krieges und die Grundlage aller kriegerischen Tätigkeiten. Deshalb ist der Angriff die wichtigste Maßnahme zur Vernichtung des Feindes. Wie rechtfertigen wir die Ermutigung zum heroischen Opfer im Krieg? Widerspricht sie nicht der Selbsterhaltung? Nein. Der unmittelbare Zweck der Verteidigung ist die Selbsterhaltung. Der Zweck des Krieges. Krieg ist Politik mit Blutvergießen und fordert einen Preis. Der Rückzug fällt unter die Kategorie der Verteidigung und ist eine Fortsetzung derselben.

rasche Entscheidungen innerhalb des verlängerten Krieges. die zweiten sich selber erhalten und die dritten je nach den Umständen für andere Zwecke zur Verfügung stehen — entweder für die Vernichtung des Feindes (in welchem Fall sie die Sturmtruppen verstärken oder als Verfolgungstruppen fungieren) oder zur Selbsterhaltung (in welchem Fall sie die bindenden Truppen verstärken oder als Deckung fungieren). taktischen oder strategischen Grundsätzen und Operationen den Zweck des Krieges stets aufmerksam beachten muß. um so das politische Endziel zu erreichen: den Feind aus dem Land zu jagen. daß im Widerstand gegen Japan eine Strategie des verlängerten Krieges vonnöten ist. die bindenden Truppen und die Reservetruppen in einer taktischen Operation angeht. aus diesem Techniken wie Säuberung des Schlachtfeldes und die Erstellung eines Feuerplanes. Auch so erweist sich wieder. was er an Menschen und Material einsetzt. die Heimat zu schützen und ein neues China aufzubauen. Bei jeder großen oder kleinen Feindberührung streben wir in unserem Krieg danach. und daß dieser Zweck im gesamten Krieg vom ersten bis zum letzten Tag ständig gegenwärtig ist. Überprüfen wir jetzt die im Widerstandskrieg gegen Japan erforderliche Strategie. Was die Sturmtruppen. und das ist 254 . Angriff in der Verteidigung.nik wie das sprungweise Vorgehen in aufgelöster Formation unter Ausnutzung des Geländes. zu vernichten. Im Verlauf der militärischen Operationen entfalten sich diese gegensätzlichen grundlegenden Faktoren durch die Anstrengungen beider Parteien. Wir sagten bereits. 71. daß man bei allen technischen. sich selbst zu erhalten und den Gegner zu vernichten. Bei der Führung des Krieges gegen Japan müssen sich die Befehlshaber auf allen Stufen stets des Gegensatzes zwischen den grundlegenden Faktoren auf beiden Seiten und des Zwecks des Krieges bewußt sein. äußere Kampflinien innerhalb der inneren Kampflinien 72. einen Teil der Truppen des Gegners zu entwaffnen und einen Teil dessen. Diese Teilerfolge bei der Vernichtung des Feindes müssen wir zu größeren strategischen Siegen anwachsen lassen. so sollen die ersten den Feind vernichten.

73. nicht mit Truppen belegen. hat aber nicht genug Soldaten. und die japanischen Schiffe haben Fukien und Kwangtung erreicht. sollten wir innerhalb der strategischen Defensive Angriffsschlachten und -gefechte durchführen. Japan bemüht sich.unbedingt richtig. Doch das ist eine allgemeine. Japan hat Dutzende von recht schlagkräftigen Armeedivisionen eingesetzt (zur Zeit dreißig). Andererseits sind wir in der Lage. Demnach kann er weite Gebietsteile. All dies ergibt sich aus der Tatsache. einen Krieg der raschen Entscheidung zu führen. daß der Feind stark ist und wir schwach sind. während wir uns in der strategischen Defensive befinden. innerhalb der Strategie des lange dauernden Krieges rasche Entscheidungen bei Einzelaktionen erzwingen und auf den äußeren Kampflinien Schlachten und Gefechte innerhalb der inneren strategischen Kampflinien liefern. der dem eben geschilderten genau entgegengesetzt ist. auf den inneren Kampflinien zu operieren. so daß also die Operationen auf der äußeren Kampflinie erhebliche Ausmaße angenommen haben. Unsere Antwort lautet: In den beiden ersten Stadien des Krieges. hat unser Feind die Politik der strategischen Offensive ergriffen. Im dritten Stadium sollten wir dann zur strategischen Gegenoffensive schreiten. Die japanische Armee hat bereits eine lange Front gebildet. während seine Flugzeuge es aus der Luft bombardieren. Daraus ergeben sich zwei wichtige Folgen. verfügt aber über ein riesiges Territorium. Da Japan eine starke imperialistische Macht ist und wir ein schwaches. also in den Stadien. Wie soll nun speziell der verlängerte Krieg geführt werden? Das ist die Frage. um China vom Land wie von der See her zu blockieren. die er nominell besetzt hat. keine spezifische Strategie. so 255 . eine dichte Bevölkerung und zahlreiche Soldaten. der seine geringen Streitkräfte gegen ein großes Land einsetzt. Japan ist zwar stark. dazu einen Teil seiner Kriegsmarine. Erstens kann der Feind. Es gibt jedoch noch einen anderen Aspekt. Das ist der eine Aspekt der Situation. 74. die wesentlichen Verbindungslinien und einen Teil des Flachlandes besetzen. die wir jetzt untersuchen wollen. halbkoloniales und halbfeudales Land sind. in denen der Feind angreift und seine Eroberungen zu sichern trachtet. China hingegen ist schwach. nur einige große Städte. die sich von Paotow nach Hangchow erstreckt. wir hingegen sollten ganz bewußt die Strategie des verlängerten Krieges betreiben.

daß diese zu einem ausgezeichneten Operationsfeld für unseren Guerillakrieg werden. Sieht man China als Ganzes, so kann unser Feind selbst wenn es ihm gelingen sollte, die Verbindungslinie zwischen Kanton, Wuhan und Lanchow sowie die angrenzenden Zonen in die Hand zu bekommen sich doch schwerlich der dahinterliegenden Regionen bemächtigen. Dadurch erhält China ein großes Hinterland mit wichtigen Stützpunkten, von denen aus wir den verlängerten Krieg bis zum Sieg weiterführen können. Zweitens wird der Feind, indem er seine zahlenmäßig kleinen Kräfte unseren Truppen entgegenstellt, von unseren großen Streitkräften eingekreist. Der Feind greift uns auf mehreren Straßen an; strategisch operiert er auf den äußeren Kampflinien während wir auf den inneren operieren; strategisch ist er in der Offensive, während wir uns in der Defensive befinden. All das sieht wie ein Nachteil aus. Aber wir können uns unsere beiden Vorteile das weite Territorium und die zahlenmäßig große Streitmacht zunutze machen, wenn wir, anstatt in einem sturen Stellungskrieg zu verharren, einen flexiblen Bewegungskrieg führen, mehrere Divisionen gegen eine feindliche Division einsetzen, mehrere zehntausend Mann gegen zehntausend feindliche Soldaten, mehrere Kolonnen gegen eine Kolonne des Feindes, oder wenn wir eine einzelne Kolonne plötzlich von der äußeren Kampflinie des Kampffeldes her umzingeln und angreifen. Auf diese Weise wird der Feind, der doch strategische Angriffsoperationen auf den äußeren Kampflinien durchführt, gezwungen sein, in einzelnen Schlachten und Gefechten auf den inneren Kampflinien Verteidigungskämpfe zu führen. Wir hingegen gehen so von der strategischen Defensivoperation auf den inneren Kampflinien in einzelnen Schlachten und Gefechten zu Angriffsoperationen auf den äußeren Kampflinien über. So sollte man mit jeder vorrückenden feindlichen Kolonne verfahren. Beide soeben dargelegten Folgen erklären sich aus der Tatsache, daß der Feind über eine zahlenmäßig kleine Streitmacht verfügt, wir aber über eine große. Allerdings ist die Streitmacht des Feindes zwar zahlenmäßig gering, dafür aber hinsichtlich ihrer Ausrüstung und Ausbildung stark, während unsere Streitmacht zwar zahlenmäßig groß, aber im Hinblick auf ihre Ausrüstung und Ausbildung (jedoch nicht hinsichtlich ihrer Kampfmoral) schwach ist. Wir müssen daher in den einzelnen Schlachten und Gefechten nicht nur zahlenmäßig bedeutende Kräfte gegen kleinere einsetzen und von den äußeren gegen die inne256

ren Kampflinien operieren, sondern wir müssen hier auch versuchen, rasche Entscheidungen herbeizuführen. Um eine rasche Entscheidung herbeizuführen, sollten wir im allgemeinen den Feind angreifen, wenn er sich bewegt, und nicht, wenn er stillsteht. Sobald wir wissen, daß der Feind eine bestimmte Route einschlagen wird, müssen wir, bevor er vorrückt, starke Truppenkontingente seitlich dieser Route aufstellen, um ihn dann plötzlich einzukreisen und anzugreifen, bevor er noch weiß, was eigentlich geschieht. So können wir diese Aktion rasch für uns entscheiden. Wenn wir gut kämpfen, können wir vielleicht die gesamte uns entgegenstehende Streitmacht oder ihren größten Teil oder doch immerhin einen Teil davon vernichten, und selbst wenn wir nicht so gut kämpfen, werden wir dem Feind doch immer noch schwere Verluste zufügen. Das gilt für jedes einzelne Gefecht und jede Schlacht, die wir liefern. Wenn wir jeden Monat einen oder gar mehrere so beträchtliche Siege erringen könnten wie die bei Phinghsingkuan oder Taierhchuang, so würde das den Feind demoralisieren, den Kampfesmut unserer eigenen Truppen anstacheln und das Ausland ermutigen, uns zu unterstützen. So verwandelt sich unsere Strategie des verlängerten Krieges in einzelnen Operationen in die Strategie der raschen Entscheidungen. Und die auf rasche Entscheidungen abzielende Strategie des Feindes muß zu einer Strategie des verlängerten Krieges werden, wenn wir ihn erst einmal in vielen einzelnen Schlachten und Gefechten besiegt haben. 75. Mit einem Wort: das eben erläuterte Operationsprinzip für Schlachten und Gefechte ist eine «auf rasche Entscheidungen drängende offensive Kriegführung auf den äußeren Kampflinien». Es steht zwar im Gegensatz zu unserem strategischen Prinzip der verlängerten defensiven Kriegführung auf den inneren Kampflinien, ist aber trotzdem ein für die Durchführung dieser Strategie unentbehrliches Prinzip. Wenn wir auch für die Schlachten und Gefechte das Prinzip einer verlängerten defensiven Kriegführung auf den inneren Kampflinien anwenden wollten, so wie wir es zu Beginn des Widerstandskrieges taten, würde sich erweisen, daß es für die Umstände, unter denen die Streitmacht des Feindes klein, die unsere aber groß ist und in denen der Feind stark ist, wir aber schwach, völlig ungeeignet ist. Wir würden auf diese Weise niemals unser strategisches Ziel eines verlängerten Krieges erreichen, sondern vom Feind besiegt werden. Deshalb haben wir immer empfohlen, die Streitkräfte des 257

ganzen Landes in großen Frontarmeen zusammenzufassen und diese den einzelnen Frontarmeen des Feindes gegenüberzustellen, wobei jedoch unsere Armeen zwei-, drei- oder viermal so groß sein müßten wie die des Feindes. Auf diese Weise könnten wir den Feind in Übereinstimmung mit dem oben dargelegten Prinzip auf ausgedehnten Kriegsschauplätzen binden. Dieses Prinzip der «auf rasche Entscheidungen drängenden offensiven Kriegführung auf den äußeren Kampflinien» kann und muß im Guerillakrieg ebenso angewendet werden wie im regulären Krieg. Es ist auch nicht nur auf irgendein Stadium des Krieges anwendbar, sondern auf seinen gesamten Verlauf. Haben wir erst einmal das Stadium der Gegenoffensive erreicht, in dem wir technisch besser ausgerüstet und nicht mehr in der Situation des Schwachen sein werden, der gegen einen Starken kämpft, dann werden wir auch imstande sein, viele Gefangene zu machen und Kriegsmaterial in großem Umfang zu erbeuten. Das wird uns um so eher gelingen, wenn wir konsequent zahlenmäßig starke Truppenverbände von den äußeren Kampflinien her zu Offensivkämpfen einsetzen, in denen wir eine rasche Entscheidung zu erreichen suchen. Wenn wir zum Beispiel zwei, drei oder vier Panzerdivisionen gegen eine Panzerdivision des Feindes einsetzen, können wir ziemlich sicher damit rechnen, die letztere zu vernichten; es entspricht der normalen Logik, daß mehrere kräftige Burschen einen einzelnen leicht überwinden können. 76. Bei entschlossener Anwendung dieser «auf rasche Entscheidung drängenden Kriegführung auf den äußeren Kampflinien» werden wir nicht nur das Kräfteverhältnis auf dem betreffenden Kriegsschauplatz verändern, sondern mit der Zeit auch die allgemeine Lage. Auf dem Schlachtfeld werden wir die Offensive übernehmen, während der Feind in die Defensive gedrängt ist; wir werden den zahlenmäßig geringeren Truppen des Feindes, die auf den inneren Kampflinien operieren, zahlenmäßig überlegene Truppen auf den äußeren Kampflinien entgegenstellen, und wir werden rasche Entscheidungen erzwingen, während der Feind, sosehr er sich in Erwartung von Verstärkungen auch bemühen mag, die Kampftätigkeit länger auszudehnen, doch nicht dazu imstande sein wird. Aus all diesen Gründen wird die Lage des Feindes sich wandeln; er wird nicht mehr stark sein, sondern schwach; er wird uns nicht mehr überlegen sein, sondern unterlegen. Wenn wir dann viele solcher Einzelschlachten sieg258

reich überstanden haben, wird sich das Kräfteverhältnis zwischen uns und dem Feind umkehren. Wir werden also durch eine Anhäufung von Siegen auf vielen Schlachtfeldern von Siegen, die wir mit einer auf rasche Entscheidung drängenden offensiven Kriegführung von den äußeren Kampflinien her errungen haben allmählich uns selbst stärken und den Feind schwächen. Diese Entwicklung muß notwendigerweise auch das allgemeine Kräfteverhältnis beeinflussen und verändern. Wenn dies eintritt, werden solche Veränderungen gemeinsam mit anderen auf unserer Seite auftretenden Faktoren und mit den Veränderungen innerhalb des feindlichen Lagers und einer für uns günstigen internationalen Lage die allgemeine Situation zwischen dem Feind und uns umkehren. Zuerst wird sich eine Kräftegleichheit einstellen, dann werden wir unserem Gegner überlegen sein. Damit aber ist der Zeitpunkt für uns gekommen, die Gegenoffensive zu starten und den Feind aus dem Lande zu jagen. 77. Krieg ist ein Messen der Kräfte; aber im Verlauf des Krieges verändert sich das ursprüngliche Verhältnis der Kräfte. Die entscheidende Rolle spielt hierbei die subjektive Bemühung — das Streben danach, immer mehr Siege zu erringen und immer weniger Irrtümer zu begehen. Die objektiven Faktoren bieten die Möglichkeiten für einen solchen Wandel; um jedoch diese Möglichkeiten zu Tatsachen werden zu lassen, bedarf es sowohl einer richtigen Politik wie subjektiver Bemühungen, und zwar fällt die Hauptrolle hierbei den subjektiven Bemühungen zu. Initiative, Flexibilität und Planung 78. Bei den auf eine rasche Entscheidung abzielenden Schlachten und Gefechten einer Offensive auf den äußeren Kampflinien liegt, wie wir eben erklärten, das Hauptgewicht auf der Offensive. Die Bezeichnung «äußere Kampflinien» bezieht sich auf den Raum der Offensive, der Begriff «rasche Entscheidung» auf ihre Dauer. Daher der Ausdruck «auf rasche Entscheidung drängende offensive Kriegführung auf den äußeren Kampflinien». Er stellt das beste Prinzip für die Führung eines lange dauernden Krieges dar; doch gleichzeitig ist er auch der Leitsatz für die sogenannte bewegliche Kriegführung. Er kann jedoch nicht ohne Initiative, Flexibilität und Planung in die Tat umgesetzt werden. Wir wollen diese drei Begriffe jetzt näher unter259

suchen. 79. Über bewußtes Handeln sprachen wir bereits — warum müssen wir dann die Frage der Initiative noch einmal aufgreifen? Mit dem Ausdruck «bewußtes Handeln» meinen wir die einzig dem Menschen gegebene Fähigkeit, bewußt tätig zu werden und sich bewußt um etwas zu bemühen. Diese menschliche Eigenschaft, die sich im Krieg besonders deutlich offenbart, haben wir bereits erörtert. Mit dem Wort «Initiative» meinen wir hier die Handlungsfreiheit einer Armee im Gegensatz zu einem erzwungenen Verlust dieser Freiheit. Handlungsfreiheit ist das eigentliche Lebenselement einer Armee; ist sie verloren, so besteht ernste Gefahr, daß die Armee geschlagen oder vernichtet wird. Ein Soldat wird entwaffnet, wenn er seine Handlungsfreiheit eingebüßt hat und in eine passive Lage gedrängt worden ist. Das gleiche gilt für die Niederlage einer Armee. Aus diesem Grund streben im Krieg beide Parteien mit aller Kraft danach, die Initiative zu ergreifen und jede Passivität zu vermeiden. Die auf rasche Entscheidung drängende offensive Kriegführung auf den äußeren Kampflinien nun, wie wir sie befürworten, und die für ihre Durchführung nötige Flexibilität und Planung sind die besten Mittel, um die Initiative zu erlangen, den Feind in eine passive Lage zu drängen und so das Ziel des Krieges Selbsterhaltung und Vernichtung des Gegners — zu erreichen. Initiative und Passivität hängen jedoch untrennbar mit der Überlegenheit oder Unterlegenheit der kriegführenden Parteien zusammen. Dementsprechend hängen diese Begriffe auch direkt mit der Frage zusammen, ob die subjektive Führung eines Krieges richtig oder falsch ist. Dazu kommt noch das Problem, wie man die falschen Voraussetzungen oder die ungenügende Vorbereitung des Feindes ausnutzt, um in Besitz der Initiative zu kommen und den Gegner zur Passivität zu verurteilen. Diese Punkte werden wir nunmehr analysieren. 80. Initiative ist untrennbar verbunden mit Überlegenheit in der Kriegführung, während Passivität mit Unterlegenheit in der Kriegführung untrennbar verbunden ist. Solche Überlegenheit oder Unterlegenheit ist die objektive Grundlage für Initiative oder Passivität. Selbstverständlich läßt sich die strategische Initiative am besten durch eine strategische Offensive aufrechterhalten und entwickeln; doch kann man die Initiative zu jeder Zeit und an jedem Ort also die absolute Initiative nur dort erhalten, wo absolute Überlegenheit einer 260

absoluten Unterlegenheit gegenübersteht. Trägt ein starker, gesunder Mann einen Ringkampf mit einem Krüppel aus, so hat er dabei die absolute Initiative. Wenn Japan nicht durch unlösbare Widersprüche gehemmt wäre, wenn es zum Beispiel eine riesige Streitmacht von mehreren oder gar zehn Millionen Mann auf einmal in den Kampf werfen könnte, wenn es über eine Mehrfaches seiner finanziellen Reserven verfügte, wenn ihm im eigenen Lande oder von anderen Ländern her keine Opposition erwüchse und wenn es nicht eine so barbarische Politik betriebe, die den verzweifelten Widerstand des ganzen chinesischen Volkes wachrufen muß, dann wäre es gewiß in der Lage, die absolute Überlegenheit zu behalten und jederzeit und an jedem Ort die absolute Initiative zu haben. In der Geschichte ist eine solche absolute Überlegenheit nur selten in den ersten Phasen eines Krieges oder eines Feldzugs anzutreffen, wohl aber gegen ihr Ende hin. So hatten zum Beispiel die Alliierten im Ersten Weltkrieg direkt vor der Kapitulation Deutschlands die absolute Überlegenheit erlangt, aus der sich zwangsläufig die Niederlage Deutschlands und der Sieg der Alliierten ergaben. Dies ist ein Fall von absoluter Überlegenheit und absoluter Unterlegenheit gegen Ende eines Krieges. Kurz vor dem Sieg der Chinesen bei Taierhchuang andererseits waren die isolierten japanischen Streitkräfte nach erbitterten Kämpfen in eine absolut unterlegene Position geraten, während unsere Kräfte zu absoluter Überlegenheit gelangten, so daß der Feind geschlagen wurde und wir als Sieger dastanden. Dies ist ein Fall von absoluter Überlegenheit und absoluter Unterlegenheit gegen Ende einer Schlacht. Ein Krieg oder ein Feldzug kann jedoch auch mit einer nur relativen Überlegenheit der einen Partei oder mit Kräftegleichheit beider Parteien enden. In diesem Fall kommt es dann im Krieg zu Kompromissen und bei einer Schlacht zur Waffenruhe. Im allgemeinen aber entscheiden absolute Überlegenheit und Unterlegenheit über Sieg und Niederlage. All das gilt für das Ende eines Krieges oder eines Feldzuges, nicht für den Beginn. Das Ende des chinesischjapanischen Krieges läßt sich jetzt schon klar voraussagen: Japan wird absolut unterlegen sein und darum geschlagen werden; China wird absolut überlegen sein und darum den Sieg erringen. Zur Zeit jedoch gibt es auf keiner Seite eine absolute Überlegenheit oder Unterlegenheit, sondern nur eine relative. Infolge seiner militärischen, wirtschaftlichen und politisch-organisatorischen Macht erfreut sich 261

im Hinterland des Feindes einen Guerillakrieg entfesselt und sich so in vielen Schlachten und Gefechten des Bewegungs. Auf militärischem Gebiet geschieht dies am besten. zwischen Überlegenheit und Unterlegenheit. Jede Passivität jedoch ist ein Nachteil. wirtschaftliche und politisch-organisatorische Schwäche und kann darum die Initiative ausüben. und man muß sich nach Kräften bemühen. ist seine Überlegenheit durch diese inneren Widersprüche begrenzt. Durch solche lokale Überlegenheit und lokale Initiative in vielen Gefechten können wir allmählich unsere strategische Überlegenheit und unsere strategische Initiative aufbauen und uns so aus unserer strategischen Unterlegenheit und Passivität herauswinden.und Truppenzahl überlegen. Zusammen mit anderen Vorteilen mindert diese Überlegenheit das Ausmaß der Unterlegenheit Chinas auf militärischem. Auf chinesischem Gebiet ist Japans Überlegenheit noch weiter beeinträchtigt worden. und auch seine Möglichkeiten. sondern auch im Hinblick auf die Moral seines Volkes und seiner Armee und durch seinen patriotischen Haß auf den Gegner. indem man entschlossen einen auf rasche Entscheidungen drängenden Offensivkrieg auf den äußeren Kampflinien führt. großen Armeen und dem entschlossenen Abwehrwillen einer ganzen Nation gegenübersteht. die Initiative auszuüben und zu behalten. Deshalb nimmt Japan nur eine relativ überlegene Stellung ein. wirtschaftlichem und anderen Gebieten und verwandelt sie zu einer relativen strategischen Unterlegenheit.und Guerillakrieges eine überwältigende lokale Überlegenheit und die Initiative sichert. Nunmehr können wir auch die Beziehung zwischen Initiative oder Passivität und der subjektiven Kriegführung verstehen. 81. Was China betrifft. Da jedoch Japans militärische und anderweitige Macht in quantitativer Hinsicht nicht groß ist und noch verschiedene andere Nachteile hinzukommen. Dies ist die Wechselbeziehung zwischen Initiative und Passivität. Auch Chinas Passivität wird dadurch verringert. den riesigen Volksmassen. Wie wir 262 . weil es hier unserem weiten Territorium. so daß es sich jetzt in der strategischen Lage einer nur relativen Passivität befindet.Japan einer gewissen Überlegenheit über unsere militärische. ist seinem Feind jedoch nicht allein an Größe des Territoriums sowie an Bevölkerungs. ihn zu überwinden. sind durch diese Fakten beschränkt und ebenfalls relativ. so sieht es sich zwar strategisch in eine einigermaßen passive Lage gedrängt.

daß es mehr als die anderen eine Frage der «Wahrscheinlichkeit» ist. besiegt zu werden» eine wissenschaftliche Wahrheit. Sehen wir einmal von dem Kräfteverhältnis zwischen den objektiven materiellen Bedingungen ab. Doch wie die allgemeine Kriegslage und die Wechselfälle des Krieges auch aussehen mögen.bereits darlegten. Aus der Ansammlung vieler derartiger lokaler Erfolge ergibt sich für uns strategische Überlegenheit und Initiative und für den Feind strategische Unterlegenheit und Passivität. Aus diesem Wettstreit gehen jeweils ein Sieger und ein Besiegter hervor. auf der Grundlage der materiellen Bedingungen der vorhandenen Streitkräfte und der finanziellen Mittel Überlegenheit und Initiative zu erlangen.17 Fehler entstehen. hängt von der subjektiv richtigen Kriegführung unsererseits ab. sondern auch der Feind. Darum ist und bleibt der Grundsatz Sun Wu Tzus: «Erkenne deinen Feind und erkenne dich selbst. beide Seiten tatsächlich einwandfrei zu erkennen. daß das Phänomen des Krieges schwerer zu erfassen und durch größere Unsicherheitsfaktoren gekennzeichnet ist als jedes andere soziale Phänomen mit anderen Worten. Wir räumen ein. so wird der Sieger seinen Erfolg notwendigerweise der richtigen subjektiven Führung des Krieges und der Besiegte seine Niederlage der falschen Kriegführung zuzuschreiben haben. wenn wir an vielen einzelnen Stellen zu einer lokalen Überlegenheit und Initiative gelangen. den Feind so seiner lokalen Überlegenheit und Initiative berauben und ihn zur Unterlegenheit und Passivität verdammen. ihre wesentlichen 263 . Doch andererseits ist der Krieg durchaus nichts Übernatürliches. Ob diese Umkehrung der Lage zustande kommt. Im übrigen macht die besondere Natur des Krieges es in vielen Fällen unmöglich. dann kannst du hundert Schlachten schlagen und gerätst doch nicht in die Gefahr. können wir aus unserer relativen strategischen Unterlegenheit und Passivität herauskommen. wenn man den Feind und sich selbst nicht richtig kennt. Von diesem Gesichtspunkt aus gesehen ist der Krieg ein Wettstreit an subjektiver Geschicklichkeit zwischen den Befehlshabern der einander bekämpfenden Armeen in ihrem Bemühen. Aus dieser Tatsache ergeben sich Unsicherheiten über militärische Bedingungen und Operationen. und hieraus wiederum erwachsen Fehler und Niederlagen. sondern ein in dieser Welt vor sich gehender und den Gesetzen der Notwendigkeit unterworfener Prozeß. Warum? Weil nicht wir allein nach Überlegenheit und Initiative streben.

die Schlacht von Kuantu zwischen Yuan Shao und Tsao Tsao «. 82. der zuvor überlegen und in der Initiative gewesen war. um die nötigen Schlüsse zu ziehen und die Lage zu beurteilen. Beispiele in China sind die Schlacht von Chengpu zwischen den Staaten Tsin und Chu 18. Sowohl in der chinesischen wie in der Geschichte anderer Völker gibt es zahlreiche Beispiele hierfür. die Schlacht von Feishui zwischen den Staaten Chin und Tsin 25 usw. schlug sie eine nach der anderen und kehrte damit die generelle Lage um. indem sie Überlegenheit und Initiative an sich riß. die er beging. und auf die Liste der Siege. die Schlacht von Kunyang zwischen den Staaten Hsin und Han 21. Dem Feind. in der Han Hsin die Heere von Chao besiegte 20. die Schlacht. und innerer Widersprü264 . wenn er zuerst alle Erkundungsmöglichkeiten ausnutzt und dann seine Intelligenz anwendet. Jedesmal fügte die kleinere Streitmacht dem Feind zuerst eine schwere Niederlage bei. die kleine und schwache Armeen errungen haben. widerfuhr das Gegenteil: infolge der subjektiven Fehler. Die These. Unterlegene besiegten Überlegene. In all diesen Fällen errangen kleine Heere Siege über große Heere. Mit der Waffe der «allgemein richtigen Kriegführung» können wir immer mehr Schlachten gewinnen und so aus unserer Unterlegenheit Überlegenheit machen und aus unserer Passivität Initiative. die Schlacht von Yiling zwischen den Staaten Wu und Shu 24. Zu den Beispielen in der Geschichte anderer Völker zählen die meisten Feldzüge Napoleons und der Bürgerkrieg in Rußland nach der Oktoberrevolution. indem sie ihre lokale Überlegenheit und Initiative gegen die lokale Unterlegenheit und Passivität des Gegners ins Treffen führte. die Schlacht von Chengkao zwischen den Staaten Chu und Han 19. wird um so überzeugender. wenn wir einen Blick auf die Liste der Niederlagen werfen. daß eine falsche subjektive Kriegführung Überlegenheit und Initiative in Unterlegenheit und Passivität verwandeln kann und daß eine richtige subjektive Kriegführung den entgegengesetzten Wandel bewirken kann. Dann wandte sie sich gegen seine übrigen Truppen. Ein Befehlshaber kann die Irrtümer auf ein Minimum beschränken und durchweg richtige Befehle erteilen. die Schlacht von Chihpi zwischen den Staaten Wu und Wei 23.Gesichtspunkte und Merkmale lassen sich doch erkennen. die große und mächtige Armeen erlitten haben. So hängen Initiative oder Passivität mit der falschen oder richtigen subjektiven Kriegführung zusammen.

falsche subjektive Kriegführung aber bewirkt das Gegenteil. subjektive und den gegebenen Umständen angepaßte Bemühungen zu seinen Gunsten ausnutzt. kann seine Überlegenheit und Initiative einbüßen. zeigt.» Was bedeutet «überrumpelt werden»? Es bedeutet «unvorbereitet sein». 83. wenn man den Feind bewußt zu einer falschen Einschätzung der Lage verleitet und dann plötzlich Überraschungsangriffe gegen ihn führt. wenn man «im Osten einen Scheinangriff führt. Der Unterlegene kann die Initiative an sich reißen und dem überlegenen Gegner den Sieg entwinden. Die Tatsache. daß bloße Überlegenheit in mancher Hinsicht keine Garantie für Initiative. geschweige denn für den schließlichen Sieg bedeutet.che büßte er manchmal eine ausgezeichnete oder doch recht gute Position ein und wurde zu einem General ohne Armee oder zu einem König ohne Königreich. daß Überlegenheit oder Unterlegenheit in der Kriegführung zwar die objektive Grundlage darstellt. ist es oft möglich. Bei diesem Wettkampf kann richtige subjektive Kriegführung Unterlegenheit in Überlegenheit und Passivität in Initiative verwandeln. Daher gilt es als eines der wirksamsten Hilfsmittel zur Erlangung der Initiative und Überlegenheit. während man im Westen angreift». so daß er seihe Überlegenheit und Initiative einbüßt. durch einen Wettkampf der Geschicklichkeit kann wirkliche Initiative oder Passivität entstehen. Wer die Lage falsch einschätzt und sich überrumpeln läßt. wenn man sagt: «Im Krieg kann es nie genug Irreführung geben. Dort. Und man verleitet den Feind zu einer falschen Einschätzung. aus der sich Initiative und Passivität ergeben. nur durch ein Miteinander-Ringen. daß diese Tatsachen jedoch nicht in sich selbst gleichbedeutend sind mit Initiative oder Passivität. Ohne Vorbereitung ist Überlegenheit keine wirkliche Überlegenheit und kann daher auch nicht mit Initiative verbunden sein. wo wir genügend Unterstützung seitens der Bevölkerung haben. den Feind durch verschiedene Kriegslisten in einen wahren Sumpf von Fehlentscheidungen und falschen Handlungen zu treiben. Eine 265 . Genau das ist damit gemeint. so daß keine Nachrichten durchsickern können. Daraus kann man entnehmen. indem er gewisse Bedingungen durch aktive. Was ist eine falsche Einschätzung? Wenn man zum Beispiel «jeden Busch und jeden Baum auf dem Pakungberg für einen feindlichen Soldaten ansieht»26. daß die herrschenden Dynastien stets von den revolutionären Armeen besiegt wurden.

kann oft einen überlegenen Feind durch einen Überraschungsangriff besiegen. Trotzdem ist heute infolge mancher Fehler der Vergangenheit 27 unser Volk nicht richtig organisiert und kann deshalb nicht unmittelbar zum Dienst an unserer Sache herangezogen werden. häufige Überfälle auf den Feind unternehmen.schwächere Streitmacht. indem wir ihm Augen und Ohren versie266 . Abgesehen davon wird das Volk uns auch bei der Durchführung unserer taktischen Maßnahmen entscheidend unterstützen müssen wenn wir nämlich den Feind täuschen und ihn überrumpeln wollen. Ein nationaler Krieg muß logischerweise mit der Unterstützung breiterer Massen rechnen können als ein revolutionärer Agrarkrieg. einige lassen sich sogar vom Feind gebrauchen. so bleibt uns nichts übrig. um allen Erfordernissen des Krieges gewachsen zu sein. also unvorbereitet ist. So ist es zum Beispiel leicht. damit ist die Voraussetzung zu Fehlentscheidungen und einem Mangel an Vorbereitung gegeben.28 Um den Sieg zu erringen. das Durchsickern von Nachrichten verhindern und so eine Art Schutzwand für unsere Truppen bilden. Diese zwei Maßnahmen die Verleitung des Feindes zu falscher Einschätzung der Lage und plötzliche Überraschungsangriffe lassen den Feind die ganze Unsicherheit des Krieges fühlen. müssen wir den Feind so blind und taub wie möglich machen. Initiative und einem Sieg gelangt. einen Angriff auf eine sich bewegende Truppe des Feindes zu unternehmen. alle Menschen. die gut vorbereitet ist und ihren Vorteil kennt. wo und wann unsere Truppen angreifen werden. Es ist weitgehend den organisierten bewaffneten Volksmassen zu verdanken. Darum ist es ungeheuer wichtig. daß die schwachen und zahlenmäßig geringen Streitkräfte der chinesischen Roten Armee in der Lage waren. Wir sind keine Menschen wie der Herzog Hsiang von Sung und haben für seine törichten Ehrbegriffe nichts übrig. als die Volksmassen auf breitester Basis zur Mitarbeit zu gewinnen. Auf diese Weise tappt der Feind im dunkeln und weiß nie. ja. so zu aktivieren. daß sie sich bis zum letzten Mann bewaffnen. Vorbedingung für all das ist eine ausgezeichnete Organisation der Volksmassen. eben weil der Feind dann nicht auf der Hut. um ihn so zu besiegen. Wenn wir uns jedoch eine unerschöpfliche Reserve heranbilden wollen. während man selber die größtmögliche Sicherheit gewinnt und auf diese Weise zu Überlegenheit. die dem Feind Widerstand leisten. zur Zeit des revolutionären Agrarkrieges viele Schlachten zu gewinnen.

84. und die Guerillatätigkeit. 85. daß mit seiner strategischen Offensive auch seine Initiative ein Ende finden wird. daß wir im Hinterland des Feindes einen so ausgedehnten Guerillakrieg entfesselt haben. die er in den besetzten Gebieten stationiert hat. warum unser Feind nicht imstande sein wird. die auch unser Gegner im Laufe des Krieges begangen hat (und die wir weiter unten näher betrachten wollen). die Nachteile Japans machen sich bemerkbar. wenn wir Japan schlagen wollen. sowie die Vorteile. Die Niederlage der Japaner bei Taierhchuang und ihre mißliche Situation in Shansi liefern einen deutlichen Beweis hierfür. liegt in der Tatsache. Die Existenz der Sowjetunion und die Veränderung der internationalen Lage stellen den dritten Grund dar. Dadurch. die wir hinter seinen Linien entfalten. ausnützen konnte. in der Initiative oder Passivität mit der subjektiven Kriegführung verbunden sind. Aus alledem geht hervor. Obgleich er strategisch gesehen noch immer in der Offensive ist und noch immer die Initiative ausübt. Der erste Grund. sind die Truppen. daß die Initiative unseres Feindes begrenzt ist und zerschlagen werden kann. Die eben erwähnten Tatsachen betreffen die Art. Eine solche subjektive Kriegführung aber ist unerläßlich. ist doch abzusehen. bilden zusammen mit gewissen anderen Faktoren den zweiten Grund. die wir begangen haben und noch begehen. seine regulären Truppen immer wieder in Schlachten und Gefechten offensiv werden zu lassen.geln und seine Befehlshaber durch unsere Kriegslisten völlig verwirren und zur Verzweiflung treiben. warum er seine Offensive nur bis zu einer bestimmten Grenze vorantreiben und die Initiative nicht behalten kann. Allmählich jedoch beginnt seine Initiative etwas abzuflauen. Im großen und ganzen hat Japan im Stadium seiner Offensive die Initiative ausgeübt. die Offensive auf unbegrenzte Zeit weiterzuführen. in eine völlig passive Lage gedrängt worden. Nehmen wir nunmehr den Begriff der Flexibilität. Die örtlichen Einzelangriffe. desgleichen die Fehler. so kann es sich nach und nach eine Position der strategischen Initiative aufbauen. weil es sich auf seine militärische Macht stützen und die Fehler. Wenn es China gelingt. Was ist Flexi267 . über die wir verfügen. daß seine Truppenknappheit es ihm unmöglich macht. die Initiative zu behalten. die wir gegen den Feind führen. wenn es seine Guerillatätigkeit im Hinterland des Feindes kräftig entwickelt und seine Volksmassen in breitem Umfang politisch aktiviert.

Wenn wir zum Beispiel beim Angriff auf eine sich bewegende feindliche Streitmacht zu früh losschlagen. die zu erfüllen außerordentlich schwierig ist. Es ist gewiß schwierig. sie anzuwenden und entsprechend zu variieren. um den Sieg zu erringen. Ort und Truppenart nicht richtig wählt. man kann vorrücken oder sich zurückziehen. sie richtig einzusetzen. wenn man Zeit. Die Kriegskunst nämlich besteht nicht nur in der Aktivierung und Ausbildung der Truppen und Volksmassen. Der flexible Einsatz der Streitkräfte ist die wichtigste Aufgabe der Kriegführung und zwar eine Aufgabe. Die drei entscheidenden Faktoren hierbei sind Zeit. Ort und Truppenart. eine Armee auf die Beine zu stellen. gibt es verschiedene Taktiken oder Methoden: Man kann die Truppen auflockern oder massieren. man kann Offensiv. Dies betrifft die Frage der Zeit. die für den Krieg so typische Verwirrung.bilität? Es ist die konkrete Verwirklichung der Initiative in militärischen Operationen. so hat der Feind möglicherweise schon Stellung bezogen und seine Truppen konzentriert. Das Grundprinzip der militärischen Operationen in unserem Widerstandskrieg gegen Japan ist die auf rasche Entscheidungen drängende offensive Kriegführung auf den äußeren Kampflinien. exponieren wir uns und geben dem Feind eine Chance sich vorzubereiten. so daß er uns eine harte Nuß zu knacken gibt. Kein Sieg kann errungen werden. aber es ist durchaus nicht leicht. All das ist erforderlich. Nur so kann das Gebot der beweglichen Kriegführung verwirklicht werden. wählen wir hingegen einen Angriffspunkt 268 . Unklarheit und Unsicherheit zu überwinden und Ordnung. daß hier seine schwache Stelle ist. man kann die feindlichen Stellungen stürmen oder auch die Truppen des Feindes binden. man kann in auseinanderstrebenden Richtungen vorrücken oder in konzentrischen Linien angreifen. Wählen wir einen Angriffspunkt auf der linken Flanke des Feindes und es stellt sich heraus. 86. Es ist leicht. noch schwieriger aber ist es. Um dieses Prinzip in die Tat umzusetzen. Der Heerführer bedarf hierzu höchster persönlicher Fähigkeiten und muß imstande sein.oder auch Defensivkämpfe führen. sondern auch im Kampfeinsatz der Truppen. schlagen wir hingegen zu spät los. man kann den Gegner einkreisen oder umgehen. Klarheit und Sicherheit zu schaffen. vor allem wenn man als Schwacher gegen einen Starken kämpfen muß. es ist der flexible Einsatz der Streitkräfte. so wird der Sieg uns leichtfallen. diese Taktiken zu verstehen.

Dies gilt für die Truppenführung in Schlachten und Feldzügen sowie auf der strategischen Ebene. Setzt man eine bestimmte Truppeneinheit zur Lösung einer bestimmten Aufgabe ein. auf Grund objektiver Bedingungen und nachdem er die Zeitumstände und die Situation eingeschätzt hat (wobei der Begriff «Situation» die Situation des Feindes. Mit Hilfe einer solchen Geschicklichkeit können wir durch die auf rasche Entscheidungen drängende offensive Kriegführung auf den äußeren Kampflinien immer neue Siege erringen. und darum ist es hier viel schwieriger als bei allen anderen Tätigkeiten. Und vor allem kommt es darauf an. 87. wie wir sie variieren können. ist der Beitrag des intelligenten Befehlshabers. wie wir unsere taktischen Maßnahmen anwenden. einen Plan zu verfol269 . so ist der Sieg möglicherweise leicht zu erringen. dem Feind die Initiative entreißen. Die Alten sagten: «Geschicklichkeit einer abwechslungsreichen Taktik hängt vom Mutterwitz ab. das Kräfteverhältnis zu unseren Gunsten beeinflussen.auf der rechten Flanke und stoßen hier unerwartet auf Schwierigkeiten. so daß der Sieg schließlich uns zufallen muß. vom Einkreisen zum Umgehen und vom Umgehen zum Einkreisen. Dies betrifft die Frage der Truppen. Diese Flexibilität ist die «Geschicklichkeit einer abwechslungsreichen Taktik». Sie besteht in der Fähigkeit eines intelligenten Befehlshabers. ihn überwältigen und schlagen. unsere eigene und die des Geländes einschließt). die wir als Flexibilität bezeichnet haben. daß diese Änderungen richtig und rechtzeitig entsprechend dem Gelände und der Truppenkondition auf beiden Seiten durchgeführt werden. Betrachten wir jetzt die Frage der Planung. die wir unbedingt ablehnen müssen. Dies betrifft die Frage des Ortes. so werden wir nichts erreichen. Bei einer beweglichen Truppenführung kommt es darauf an. vom Binden der feindlichen Truppen zum Sturmangriff und vom Sturmangriff zum Binden der feindlichen Truppen. 88. vom Vormarsch in den Rückzug und vom Rückzug in den Vormarsch. von der Offensive zur Defensive und von der Defensive zur Offensive hinüberwechseln zu können. rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu treffen. Flexibilität ist nicht dasselbe wie Unbekümmertheit. Wir müssen nicht nur wissen. sondern auch. während eine andere Truppeneinheit bei der Lösung derselben Aufgabe kaum einen nennenswerten Erfolg erzielen würde. Unsicherheit ist nun einmal ein Kennzeichen des Krieges.» Diese «Geschicklichkeit».

und bezeichnen derartige Pläne und eine solche Poli270 . auch er ist «Geschicklichkeit einer abwechslungsreichen Taktik». der uns eine objektive Grundlage für unsere Planung liefert. wenn der Krieg in ein neues Stadium tritt. Sie alle zusammen ergeben das. Der Plan muß sich also mit der Bewegung des Krieges selber (seinem Fluß oder dem Wandel) verändern. daß einigermaßen stabile Kriegspläne oder Maßnahmen möglich seien. wenn man vorbereitet ist. Hinsichtlich unserer eigenen Lage sind wir uns einigermaßen sicher. Er ist der konkrete Ausdruck der Flexibilität im Krieg mit anderen Worten. und er muß je nach dem Umfang des Krieges auch seinen Umfang variieren. kann es auch im Krieg ohne vorherige Planung und entsprechende Vorbereitungen keinen Sieg geben. Was die Lage des Feindes betrifft. B. was wir einen Grad relativer Gewißheit nennen. Hinweise. Trotzdem ist eine vollständige oder unverrückbare Planung sehr schwierig. Dampfschiffe usw. Radio. und Erscheinungen. Alle Befehlshaber in unserem Krieg gegen Japan sollten das beherzigen. Taktische Pläne wie z. aber auch hier gibt es Zeichen. aber auch er läßt sich nur auf ein bestimmtes strategisches Stadium anwenden und muß abgeändert werden. eben weil man im Krieg nur eine sehr begrenzte und vorübergehende Gewißheit erlangen kann. Ein Schlachtplan also ein Aktionsplan für größere Formationen läßt sich gewöhnlich bis zum Abschluß der Schlacht einhalten. die wir in Rechnung stellen können. Zwar kennt man im Krieg keine absolute Gewißheit. und doch geschieht nichts ohne einen gewissen Grad an relativer Gewißheit. Die Entwicklung der modernen Technik (Telegrafie. Da jedoch «die Dinge gelingen. wenn man unvorbereitet ist». Flugzeuge. die wir entziffern können. Ein strategischer Plan. 89.gen. Wegen der Unbeständigkeit des Krieges verneinen manche Leute kategorisch. Eisenbahnen. die Pläne für Angriff oder Verteidigung kleiner Formationen oder Einheiten müssen oft an einem einzigen Tag mehrfach abgeändert werden.) hat die Möglichkeiten einer Planung im Kriege noch erweitert. ist dauerhafter. denen wir folgen können. Das Entwerfen und Abändern größerer und kleinerer taktischer Pläne und strategischer Pläne in Übereinstimmung mit den jeweiligen Umständen ist ein maßgebender Faktor in der Kriegführung. der auf der allgemeinen Situation der beiden kriegführenden Parteien beruht. so ist unsere Sicherheit sehr gering. wird jedoch in deren Verlauf oft teilweise oder sogar völlig abgeändert. Automobile. und fehlschlagen.

Er ist jedoch nur begrenzt veränderlich. müssen wir für die sich darauf aufbauenden Kriegspläne und Maßnahmen auch eine relative Stabilität gewährleisten. daß für bestimmte Zeitabschnitte relativ stabile Pläne oder Maßnahmen benötigt werden. daß selbst ein für eine bestimmte Zeitspanne entworfener Plan veränderlich ist. so wären wir Mechanisten. Diese Ansicht ist falsch. nicht jedoch veränderlich seinem Wesen nach. andernfalls könnte man nie einen Plan zugunsten eines anderen aufgeben. und aus diesem Grund sprechen wir von seiner relativen Gültigkeit für eine gewisse Zeit. Innerhalb einer bestimmten Zeitspanne ist der Plan seinem Wesen nach unter keinen Umständen veränderlich. für den ein Entschluß ebensogut oder schlecht ist wie der andere. Nehmen wir zum Beispiel die äußeren Umstände des Krieges in Nordchina und die vielfältigen Operationen der Achten Feldarmee. aber nicht qualitativ veränderlich. Dort wo die militärischen Bedingungen und Operationen relativ beständig sind. Aber man darf auch nicht leugnen. In dem großen Fluß des gesam271 . daß es im Krieg nur eine relative Gewißheit geben kann. und die eines taktischen Plans ist noch kürzer. der negiert alles einschließlich des Krieges und sich selber. Dabei wird niemand bestreiten. h. veränderlich im Bereich der verschiedenen Operationen. die zu seiner Durchführung unternommen wurden. Wer diese Tatsache leugnen wollte. Wer das negiert.tik als «mechanistisch». d.» Die Gültigkeitsdauer eines Schlachtplans ist kürzer als die eines strategischen Plans. hätte keinerlei Handhabe für die Kriegführung und würde zu einem Relativisten in Fragen des Krieges. Mit anderen Worten: er ist zwar quantitativ. zu einem Menschen ohne feste Ansichten. Wir haben im vorstehenden Abschnitt durchaus anerkannt. Da sie sich während eines bestimmten Stadiums als relativ beständig erwiesen haben. bei günstigen Bedingungen dürfen wir uns jedoch keine Chance zu einem Bewegungskrieg entgehen lassen. müssen wir für diese Zeit auch den strategischen Operationsprinzipien der Achten Feldarmee eine relative Beständigkeit zubilligen. Diese Prinzipien lauteten: «Der Guerillakrieg ist die Grundlage. jeder dieser Pläne aber ist für eine bestimmte Zeitspanne gültig. daß die Ereignisse sich dabei sehr rasch weiterentwickeln und daß darum Pläne oder Maßnahmen nur relativ beständig sein können und entsprechend den veränderten Umständen oder der Weiterentwicklung des Krieges rechtzeitig abgeändert oder revidiert werden müssen. Würden wir das nicht zugeben.

können wir unsere Ergebnisse kurz zusammenfassen. um derartige Offensivschlachten zu erleichtern. in dem das Prinzip der Veränderlichkeit herrscht. Gleichzeitig schließt dieser Begriff die «bewegliche Verteidigung» ein. so daß sie sich den jeweiligen Umständen des Krieges anpassen lassen. deren jeder relativ stabil ist. Wir müssen stets bemüht sein. heißt auf rasche Entscheidung drängende offensive Kriegführung auf den äußeren Kampflinien mit einzelnen Schlachten und Gefechten und auf lange Dauer abzielende defensive Kriegführung auf den inneren Kampflinien in der Strategie.ten Krieges. der Flexibilität und der Planung behandelt haben. Die Methode. die man nötigenfalls anwendet. nach der reguläre Truppen in Schlachten und Gefechten auf den äußeren Kampflinien an weitgestreckten Fronten und in ausgedehnten Gebieten operieren. die einen auf den inneren Kampflinien verlaufenden Defensivkrieg führt und auf eine lange Dauer abzielt. Seiner Form nach haben wir es mit einem Bewegungskrieg zu tun. unsere Unterlegenheit in Überlegenheit und unsere Passivität in Initiative zu verwandeln und somit das Kräfteverhältnis zwischen uns und unseren Feinden umzukehren. Guerillakrieg und Stellungskrieg 91. Dies ist unsere Ansicht in bezug auf das Wesen der Pläne und Maßnahmen im Krieg. Bewegungskrieg. Bewegungskrieg heißt die Kampfweise. Überlegenheit der Streit272 . die jedoch eine Nebenrolle spielen. Nachdem wir nun die auf eine lange Dauer abzielende defensive Kriegführung auf den inneren Kampflinien (hinsichtlich der Strategie) und die auf eine rasche Entscheidung drängende offensive Kriegführung auf den äußeren Kampflinien (hinsichtlich einzelner Schlachten und Gefechte) sowie die Fragen der Initiative. gibt es einzelne Abschnitte. Der Krieg gegen Japan muß nach einem Plan geführt werden. Kriegspläne also die konkrete Anwendung von Strategie und Taktik müssen flexibel sein. dies zu erreichen. 90. Hierzu kommen Angriff und Verteidigung aus der Stellung heraus. Die Kennzeichen des Bewegungskrieges sind reguläre Truppen. Um es noch einmal zu sagen: Unser Krieg bedeutet auf rasche Entscheidung drängende offensive Kriegführung auf den äußeren Kampflinien mit einzelnen Schlachten und Gefechten im Rahmen einer Strategie.

Wir befürworten den Bewegungskrieg. man dürfe sich nur rückwärts und nicht vorwärts bewegen. Eine derartige «Bewegung». Dieser Bewegungskrieg aber schließt als Hilfsmaßnahmen auch den Stellungskrieg sowie «bewegliche Verteidigung» und Rückzug ein. Ziel der Selbsterhaltung ist die Vernichtung des Feindes. weil er ständige Fluchtbereitschaft [flight-ism] bedeuten würde. würde in der Praxis ganz China trotz seiner Größe schließlich aus dem Leben «herausbewegen». 94. 93. sondern auch gebietet. die einer Feldarmee nicht nur erlaubt. Darum ist der Bewegungskrieg keineswegs eine Entschuldigung für Menschen wie Han Fu-chu. der durch andere Operationen zu ergänzen ist. ohne die er seinem Charakter niemals voll entsprechen kann. und sein Prinzip wird niemals besagen. das zweite ist die Selbsterhaltung. aber gleichzeitig müssen wir auch dem Leitsatz «nur Vormarsch. aber seine Truppen sind unzureichend ausgerüstet und ausgebildet. Wir müssen dem Leitsatz «nur Rückzug. Angesichts dieser Lage kann kein Zweifel daran bestehen. Eine solche Operationsweise hat jedoch nichts gemein mit der Fluchtbereitschaft [flightism] eines Han Fu-chu 29. Die Truppen des Feindes andererseits sind zahlenmäßig unzureichend. falsch. niemals Rückzug». Einer der Wesenszüge des Bewegungskrieges ist die Veränderlichkeit. Alle unsere Operationen aber müssen sich dem Bewegungskrieg eingliedern. niemals Vormarsch» entgegentreten. denn er ist ein Kennzeichen verzweifelter Unbekümmertheit. niemals Rückzug» widersprechen. dessen Wesen die auf rasche Entscheidung drängende offensive Kriegführung auf den äußeren Kampflinien hinsichtlich einzelner Schlachten und Gefechte ist. jedoch besser ausgerüstet und ausgebildet. Verzweifelte Unbekümmertheit ist militärische Kurzsich273 . Das erste Gebot des Krieges ist die Vernichtung des Feindes. daß wir hauptsächlich einen offensiven Bewegungskrieg führen müssen. die den grundsätzlich offensiven Charakter des Bewegungskrieges negiert. und die Vernichtung des Feindes ihrerseits ist das wirksamste Mittel der Selbsterhaltung. Allerdings ist auch der andere Standpunkt des «nur Vormarsch. Offensive und Veränderlichkeit.kräfte in Schlachten und Gefechten. China verfügt über ein großes Territorium und eine riesige Arvzahl von Soldaten. 92. in großen Sprüngen vorzustürmen und sich zurückzuziehen. den wir als verzweifelte Unbekümmertheit kennzeichneten.

die von einem solchen Prinzip nichts wissen. daß die örtliche Bevölkerung das Durchsikkern von Informationen verhindert. es muß ein passendes Terrain vorhanden sein. dabei werden sie aber nicht nur die Stadt oder das Stück Boden verlieren. man muß sich darauf verlassen können. so heißt dies. d. h. sondern auch ihre eigenen Kräfte nicht erhalten können. daß der Feind erschöpft und unvorbereitet ist. daß wir den Feind ruhig vorrücken lassen und einen vorübergehenden Gebietsverlust in Kauf nehmen müssen. so sind hierfür gewöhnlich gewisse Vorbedingungen erforderlich. der in verzweifelter Unbekümmertheit handelt. Wir haben uns stets dafür eingesetzt. sich in großen Sprüngen sowohl vorwärts als auch rückwärts zu bewegen. Denn ein vorübergehender Verlust gewisser Gebietsteile ist der Preis. Der Feind soll sich möglichst in Bewegung befinden. 95. Die Verfechter einer verzweifelten Unbekümmertheit. der für den Feind ungünstig. Ein Mensch. «den Feind möglichst weit vorzulocken». daß der Ausgang des Krieges vor allem von der Tätigkeit der regulären Truppen. daß ein Merkmal des Bewegungskrieges seine Veränderlichkeit ist. strategisch in der Defensive befindliche Armee gegen einen starken Feind anwenden kann. eben weil dies die wirksamste militärische Maßnahme ist. die den Bestand unserer Streitkräfte ernstlich gefährdet. weiß nicht. Wenn wir in einer günstigen Situation einen Kampf beginnen wollen. daß innerhalb des gesamten Krieges der Bewegungskrieg die Hauptrolle und der Guerillakrieg die Nebenrolle spielt. Das heißt also. insbesondere in den Formen des 274 . wenn ihre Lage offensichtlich und ganz entschieden ungünstig ist. für uns aber günstig auslaufen soll. Wenn wir behaupten. wenn der Feind uns in eine ungünstige Lage hineindrängt. sondern auch gebietet. die eine schwache. sobald sich eine neue Gelegenheit bietet. die einer Frontarmee nicht nur erlaubt. um unsere Truppen zu schützen und den Feind schlagen zu können. an Boden zu verlieren. er muß verwundbar sein. und wir müssen wissen. Wenn wir jedoch in eine negative Situation geraten. werden um eine Stadt oder ein Stück Boden auch dann kämpfen.tigkeit und erwächst aus der Angst. Unter den Formen der Kriegführung im Kampf gegen Japan steht an erster Stelle der Bewegungskrieg und an zweiter der Guerillakrieg. den wir für den dauernden Besitz unseres gesamten Territoriums und die Rückeroberung der verlorenen Gebiete zahlen müssen. dann müssen wir den Mut zum Rückzug haben.

Daraus folgt jedoch noch keineswegs. daß wir ihre strategische Rolle nicht unterschätzen. während Guerillakrieg und Stellungskrieg an zweiter Stelle stehen. gliedern sich die Formen der Kriegführung während der drei strategischen Stadien unseres Widerstandskrieges folgendermaßen auf: Im ersten Stadium steht der Bewegungskrieg an erster Stelle. Im zweiten Stadium wird der Guerillakrieg an den ersten Platz rücken und durch den Bewegungskrieg sowie den Stellungskrieg unterstützt werden. sondern einen Teil desselben — möglicherweise einen sehr wesentlichen Teil — werden Truppen übernehmen. andererseits wachsen sie dabei selber in diese reguläre Kriegführung hinein. Innerhalb der Strategie des gesamten Krieges spielt der Guerillakrieg nur im Verhältnis zum Bewegungskrieg eine Nebenrolle. Noch nie hat die Guerillatätigkeit eine solche Dauer und Ausdehnung erlangt wie im chinesischen Widerstandskrieg gegen Japan und eben darum ist es um so wichtiger. den Guerillakrieg allmählich zum Bewegungskrieg auszubauen. Wie oben angedeutet. sondern seine eigenen strategischen Probleme auf. Im dritten Stadium wird wiederum der Bewegungskrieg die Hauptrolle spielen. Bei der Aufstellung dieser These denken wir auch an die strategische Aufgabe. daß die Rolle des Guerillakrieges in strategischer Hinsicht etwa unbedeutend wäre. Jedoch wird der Bewegungskrieg des dritten Stadiums nicht mehr allein von den ursprünglichen regulären Truppen getragen werden. Ich habe dieses Thema bereits in meiner Rede über «Strategische Fragen im Guerillakrieg gegen Japan» erörtert.Bewegungskrieges. Unser Guerillakrieg wird ein dramatisches Bild bieten. Der Guerillakrieg wirft in China darum nicht nur taktische. weil wir ohne diesen den Feind nicht schlagen können. die anfänglich als Guerillas kämpften und allmählich zu Kämpfern im regulären Bewegungskrieg aufgerückt sind. während dem Stellungskrieg und dem Guerillakrieg die Nebenrollen zufallen werden. abhängt und daß die Guerillas nicht die Hauptverantwortung dafür auf sich nehmen können. sondern sie wird ein höheres Niveau erreichen und sich zum Bewegungskrieg entwickeln. In allen drei Stadien des chinesischen Widerstandskrieges gegen Japan ist die Tätigkeit der Guerillas unentbehrlich. Die Tätigkeit der Guerillas wird sich im Verlauf dieses langen und grausamen Krieges durchaus nicht immer gleich bleiben. So spielen die Guerillas also eine zweifache Rolle: Einerseits unterstützen sie die reguläre Kriegführung. das in der bisherigen 275 .

Das Prinzip der Achten Frontarmee lautet: «Der Guerillakrieg ist die Grundlage.» Dieses Prinzip ist durchaus richtig. damit sie dort die Volksmassen zu den Waffen rufen und gemeinsam mit ihnen einen Guerillakrieg führen. Abgesehen davon benutzt der Feind auch die Weite unseres Territoriums. Obendrein können die abgeordneten Truppen. um so seine Kräfte zu erschöpfen und Zeit zu gewinnen. Ein noch wichtigerer Teil des Bewegungskrieges ist eine «bewegliche Verteidigung» unter Verwendung von Stellungen. aber «ein langer Weg prüft die Kraft des Pferdes. Bei dem augenblicklichen technischen Stand der chinesischen Armee ist ein Stellungskrieg. die entgegengesetzten Ansichten sind falsch. und eine lange Aufgabe prüft das Herz des Mannes». Im Verlauf dieses langen und grausamen Krieges wird auch der Guerillakrieg seine Bedeutung unter Beweis stellen er ist ganz gewiß kein nebensächliches Unternehmen. damit es die 276 . zumindest einige hunderttausend Soldaten aus dem millionenstarken chinesischen Armeen herauszuziehen und über alle vom Feind besetzten Gebiete zu verteilen. Aus diesem Grunde ist es unerläßlich. Deshalb kann der Stellungskrieg für uns niemals eine wesentliche oder gar die wichtigste Rolle innerhalb der Kriegführung spielen. einem lokalen Stellungskrieg im Rahmen des Bewegungskrieges eine Hilfsrolle in Feldzügen zuzuweisen. so wie dies die Achte Frontarmee getan hat.Geschichte des Krieges nicht seinesgleichen hat. Der Guerillakrieg bringt keine so raschen Ergebnisse wie der reguläre Krieg. Im ersten und zweiten Stadium des Krieges jedoch ist es möglich und auch nötig. 96. im allgemeinen undurchführbar. sei er defensiv oder offensiv. durch die man dem Feind auf Schritt und Tritt immer neuen Widerstand leistet. Solche Gedanken sind falsch. weil sie auf diese Weise nicht in großen Schlachten eingesetzt werden und fürs erste nicht als nationale Helden auftreten können. und man erntet auch weniger Ruhm dabei. und wenn sie konzentriert sind. solange sie zerstreut sind. um unsere befestigten Stellungen zu umgehen. Die hierfür bestimmten regulären Truppen sollten sich dieser Aufgabe gewissenhaft unterziehen und sich nicht etwa degradiert vorkommen. bei günstigen Bedingungen dürfen wir uns jedoch keine Chance zu einer beweglichen Kriegführung entgehen lassen. China muß bemüht sein. einen Bewegungskrieg führen. eine Guerillatätigkeit ausüben. In diesem Punkt offenbart sich unsere Schwäche. seine Vorräte an modernen Waffen zu ergänzen.

Zunächst muß darauf hingewiesen werden. denn schließlich findet er in den weiten Gebieten Chinas statt. ohne den wir den schließlichen Sieg nicht erringen können. 98. Zur Erreichung dieses Zieles gibt es drei Formen der Kriegführung: Bewegungskrieg. sobald das Stadium unserer Gegenoffensive erreicht ist. folgt daraus eine Unterscheidung zwischen Zermürbungskrieg und Vernichtungskrieg. wenn wir nicht zur Unterstützung des Bewegungskrieges energische Positionsangriffe führen können. Denn die Kunst der Kriegführung und die aktive Rolle des einzelnen Soldaten sind im Stellungskrieg weitgehend aufgehoben das haben die Kämpfe in Westeuropa während der zweiten Hälfte des Ersten Weltkriegs bewiesen. dem Bewegungskrieg seine strategische Hauptrolle zu erhalten. Wie wir bereits sagten. 277 . und unsere technische Ausrüstung wird noch auf lange Zeit recht dürftig sein. die wichtigen und entscheidenden Formen sind und bleiben für uns der Bewegungskrieg und der Guerillakrieg. Da diese Formen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit voneinander abweichen. daß der Krieg gegen Japan gleichzeitig Zermürbungskrieg und Vernichtungskrieg ist. Es ist nur natürlich. denn dann wird der Feind sich in seinen Stellungen festkrallen wollen. und wir werden unsere verlorenen Gebiete nicht zurückerobern können. ist es Inhalt und Ziel des Krieges. sich selbst zu erhalten und den Gegner zu vernichten. In diesem dritten Stadium wird der Stellungskrieg zweifellos eine größere Rolle spielen. daß unser Krieg «außerhalb der Schützengräben» geführt werden muß. Diese zwei Formen aber werden der Kunst der Kriegführung und der aktiven Betätigung des einzelnen Mannes vollen Spielraum gewähren und das bedeutet für uns Glück im Unglück! Zermürbungskrieg und Vernichtungskrieg 97. werden wir unserem Feind in dieser Hinsicht doch schwerlich überlegen sein und werden uns darum auf einen gesteigerten Bewegungskrieg konzentrieren müssen. Stellungskrieg und Guerillakrieg. Infolgedessen wird China während des gesamten Widerstandskrieges dem Stellungskrieg niemals den ersten Platz einräumen. Trotz alledem müssen wir auch im dritten Stadium alle Kraft daransetzen.Aufgaben des Angriffs aus der Stellung heraus erfüllen kann. Und selbst wenn wir im dritten Stadium über eine bessere technische Ausrüstung verfügen.

In diesem Sinne ergibt sich eine Trennung von Vernichtungskrieg und Zermürbungskrieg. um das Ziel der strategischen Zermürbung zu erreichen. während der sich das allgemeine Kräfteverhältnis nach 278 . So sind also Vernichtungskämpfe das Mittel. 99. den Feind durch Vernichtungskämpfe zu zermürben. sondern auch seine Zermürbung.Warum? Weil der Feind noch immer. In diesem Sinne ist der Vernichtungskrieg gleichzeitig Zermürbungskrieg. Wir sind noch immer mit unserer Schwäche behaftet und haben uns noch nicht aus unserer strategischen Unterlegenheit und Passivität gelöst. und der Guerillakrieg erfüllt gleichzeitig beide Aufgaben. daß China. können wir auch nicht die nötige Zeit gewinnen. um das strategische Ziel einer weitgehenden Schwächung der feindlichen Kräfte zu erreichen. um so die feindlichen Kräfte nach Möglichkeit zu erschöpfen. gestützt auf seine Macht. so sehen wir. Darum können wir seine Macht nicht wirksam und rasch untergraben und seine Überlegenheit und Initiative nicht brechen. Wenn wir daher keine Vernichtungskämpfe und -schlachten führen. Allgemein gesprochen erfüllt der Bewegungskrieg die Aufgabe der Vernichtung. um unsere innere und äußere Situation zu verbessern und unsere ungünstigere Lage zum Guten zu wenden. Wenn China seine Strategie eines lange dauernden Krieges durchführen will. der Stellungskrieg die Aufgabe der Zermürbung. aber nötige Hilfsmittel. so daß sich also die drei Formen der Kriegführung auch in dieser Hinsicht voneinander unterscheiden. All dies zielt auf eine lange Dauer des Krieges ab. Im Stadium des Stillstands sollten wir dann die im Bewegungskrieg und im Guerillakrieg erreichte Vernichtung und Zermürbung des Gegners noch verstärken. Betrachten wir theoretisch die Lage und die Ziele Chinas. im Stadium seiner Defensive nicht allein die Vernichtung seines Gegners im Auge haben sollte die sich vor allem durch den Bewegungskrieg und teilweise auch durch den Guerillakrieg erzielen läßt -. Zermürbungskämpfe sind im langdauernden Krieg zwar nur Hilfsmittel. die sich vor allem durch den Stellungskrieg (der an sich untergeordnet ist) und teilweise durch den Guerillakrieg erzielen läßt. wenn wir keine Vernichtungskämpfe und -gefechte führen. so muß es vor allem zu der Methode greifen. Aber auch das Ziel der strategischen Zermürbung läßt sich durch Vernichtungskämpfe erreichen. 100. der strategisch Überlegene ist und die strategische Initiative hat.

die «rasche Entscheidung» und die «Offensive» bei der auf rasche Entscheidungen drängenden offensiven Kriegführung auf den äußeren Kampflinien sowie die «Flexibilität» in der beweglichen Kampfführung finden ihren wesentlichen Ausdruck in der Durchführung solcher taktischer Operationen. 102. Zwar müssen wir einräumen. und zweitens. wo und wann sich ihnen eine günstige Gelegenheit bietet.und nach zu unseren Gunsten wendet und wir die Bedingungen für unsere Gegenoffensive schaffen können. daß es einen objektiven Grund für diese Situation gibt: das Mißverhältnis zwischen unseren und den feindlichen Truppen im Hinblick auf technische Ausrüstung und Ausbildung. Nun mußten wir aber in den letzten zehn Monaten die Erfahrung machen. Die «äußeren Kampflinien». alledem ist. daß viele oder gar die meisten Kämpfe des Bewegungskrieges zu Zermürbungskämpfen wurden und daß der Guerillakrieg seine Vernichtungsaufgaben in bestimmten Gebieten nicht hinreichend erfüllt hat. wann und wo sich ihnen eine günstige Gelegenheit dazu bietet. Darum sind die Zusammenziehung von Streitkräften und die Anwendung der Umzingelung und des Flankenangriffs die Vorbedingungen für 279 . wie sie die Umzingelung und der Flankenangriff darstellen. daß unsere Haupttruppen energische Vernichtungskämpfe führen. eine beträchtliche Kriegsbeute zu machen. Positiv bei. daß wir die Kräfte des Feindes nicht genügend erschöpft haben. um so die Kräfte des Feindes nach Möglichkeit zu erschöpfen und unsere eigenen zu steigern. Diesem Ergebnis stehen jedoch auch negative Tatsachen entgegen: erstens. um dann schließlich den Feind zu vertreiben. 101. daß wir zumindest die Kräfte des Gegners erschöpft haben — ein wichtiges Ergebnis für unsere Strategie des lange dauernden Krieges sowie für unseren Sieg und daß wir unser Blut nicht umsonst vergossen haben. daß wir ziemlich schwere Verluste nicht vermeiden konnten und nicht imstande waren. sollten sie sich doch unbedingt auch mit Vernichtungskämpfen und -gefechten befassen und diese energisch durchführen. Und obgleich unsere Guerillaeinheiten bei der Erfüllung bestimmter Aufgaben wie Sabotageakten und Störunternehmungen reine Zermürbungskämpfe zu führen haben. aber wir müssen sowohl theoretisch wie praktisch darauf dringen. Bei unserer strategischen Gegenoffensive sollten wir weiterhin die Methode der Zermürbung durch Vernichtung anwenden.

ihrer Zuversicht. welche die japanischen Kriegsherren jahrelang gepredigt haben. Um diese Wesenszüge des Feindes zu erschüttern. Sie alle lassen sich aus den Doktrinen. daß sie noch nie geschlagen wurden. warum wir sehr wenige Gefangene gemacht haben. Bisher haben viele die Bedeutung dieser Tatsachen unterschätzt. All dies zielt auf die Vernichtung der feindlichen Streitkräfte ab. von welch unbezähmbarem Kampfgeist und welch heroischer. Auf militärischem Gebiet ist natürlich der Vernichtungskrieg ein mögliches Mittel. ihrer Verachtung gegenüber dem chinesischen Volk und anderen derartigen Merkmalen. verbissener Kampfkraft die 280 . Andererseits müssen wir den japanischen Soldaten vor Augen führen. und aus der nationalen Tradition Japans herleiten. die von der Tatsache herrührt. daß die Aggressivität ihrer Anführer sich gegen ihr eigenes Volk richtet. Dabei dürfen wir ihren Stolz nicht verletzen. und passiv gesinnte Militärs werden sich vielleicht darauf berufen. Dies ist der Hauptgrund. ihrem Hochmut. wenn wir die japanischen Soldaten politisch für uns gewinnen. obgleich doch eine große Anzahl feindlicher Soldaten getötet oder verwundet wurden. Wir hingegen halten an der Auffassung fest. wird es eines langen Prozesses bedürfen. Die Stärke der japanischen Armee beruht nicht allein auf ihren Waffen. sondern auch auf der Ausbildung ihrer Offiziere und Mannschaften auf ihrer straffen Organisation. Zuerst müssen wir der ganzen Frage sehr ernsthaft unsere Aufmerksamkeit widmen und dann unsere Ergebnisse geduldig und systematisch auf politischem Gebiet. um gegen einen Vernichtungskrieg zu opponieren. auf dem Gebiet der internationalen Propaganda und bei der Propaganda innerhalb der japanischen Volksbewegung anwenden. Am besten kommen wir in dieser Hinsicht ans Ziel. daß diese Widerstandskerne der japanischen Armee beseitigt werden können und daß ihre Vernichtung auch bereits begonnen hat. 103. indem wir die japanischen Kriegsgefangenen milde behandeln und den japanischen Soldaten beweisen.den Bewegungskrieg und damit für die auf rasche Entscheidungen drängende offensive Kriegführung auf den äußeren Kampflinien. ihrer abergläubischen Verehrung des Mikado und übernatürlicher Wesen. sondern sollten ihm verständnisvoll entgegenkommen und ihn in die richtigen Kanäle lenken. Pessimisten können in diesen Eigenschaften unserer Feinde eine Grundlage für ihre Theorie einer unausweichlichen nationalen Unterjochung finden.

Katzen befreunden sich mit Katzen. die auf einen raschen Sieg drängen. daß sie. alle eingekreisten Einheiten oder doch einen Teil derselben gefangenzunehmen und einem Teil der eingekreisten Streitkräfte. oder doch wenigstens einen Teil davon einzukreisen. Die Kampfmoral innerhalb der japanischen Armee beginnt bereits nachzulassen. sie fühlen sich wie begraben von der erdrückenden Übermacht der chinesischen Armeen und des chinesischen Volkes. im Augenblick noch unterlegen sind. daß wir durchaus imstande sind. Man kann von unseren Streitkräften im Krieg gegen Japan nur verlangen. Vernichtungskämpfe führen. sie beweisen beim Angriff weniger Mut als die chinesischen Soldaten usw.chinesische Armee und das chinesische Volk erfüllt sind: Wir müssen sie in Vernichtungsschlachten schlagen. Vor allem gilt dies für die Kämpfe im Flachland. Da wir der anmaßenden Arroganz des Feindes durch Vernichtungsschlachten einen tödlichen Schlag versetzen können. die gesamte feindliche Streitmacht. sollten wir bei jeder Aktion dem Feind überlegene Kräfte zusammenziehen und die Taktiken der Einkreisung und des Flankenangriffs anwenden. 104. ihre Soldaten verstehen den Sinn dieses Krieges nicht. Wenn die Umstände für Vernichtungskämpfe ungünstig sind. All das sind objektive Tatsachen. was die technische Ausrüstung und Ausbildung der Truppen angeht. schwere Verluste zuzufügen. wenn wir ihn nicht gefangennehmen können. nirgends in der Welt befreunden sich Katzen mit Mäusen. daß wir unserem Feind. feindliche Einheiten in militärischen Operationen zu vernichten Beispiele dafür sind die Schlachten bei Pinghsingkuan und bei Taierhchuang. sind solche Schlachten eine Vorbedingung zur Verkürzung des Krieges und für eine baldige Befreiung der japanischen Soldaten und des japanischen Volkes. Unsere Erfahrung der letzten zehn Monate hat gezeigt. ein Maximum an Vernichtung zu erreichen und beispielsweise eine ganze feindliche Einheit oder doch den größeren Teil derselben gefangenzunehmen. In diesem Zusammenhang müssen wir auch die übertriebenen Forderungen der Theoretiker zurückweisen. Wir müssen uns bemühen. Deshalb fällt es uns oft schwer. Andererseits müssen wir zugeben. und je länger der Krieg dauert. die unbedingt für Vernichtungskämpfe sprechen. müssen 281 . die uns entgegensteht. soweit es ihnen möglich ist. um so deutlicher werden sich diese Hinweise offenbaren. Wenn die Umstände günstig sind.

uns in Panik zu versetzen und in die Flucht zu schlagen. Nun besteht aber für uns die Möglichkeit. Dies sind die Grundregeln für die militärischen Operationen im Widerstandskrieg gegen Japan. so sollten wir in den ersten Fällen das Prinzip der zentralisierten Befehlsgewalt befolgen. Erstens: etappenweise Verstärkung. Nach den ersten Rückschlägen verstärkte der Feind dann allmählich seine Streitkräfte von etwa zwölf auf dreißig Divisionen. Nachdem es ihm verhältnismäßig mühelos gelungen war. eine moderne Armee und eine aufgeklärte Bevölkerung aufzuweisen hat. in den letzten Fällen das der dezentralisierten Befehlsgewalt. Die Befehlshaber des Feindes selbst liefern uns eine mögliche Grundlage für unseren Sieg über Japan. unter ungünstigen müssen wir sie auflockern. begeht auch unser Feind Fehler. Dieser Umstand erklärt sich einerseits aus der Tatsache. Die Weltgeschichte kennt keinen unfehlbaren General. die Irrtümer unseres Feindes auszunutzen. wie China sie in den letzten zehn Monaten gezeigt hat. eine solche Einheit und eine so ungeheure Widerstandskraft vorzufinden. Er war nicht darauf gefaßt. In den zehn Monaten seines Angriffskrieges hat der Feind bereits manchen strategischen und taktischen Fehler gemacht. Unter günstigen Umständen müssen wir unsere Truppen zusammenziehen. denn er hatte nicht bedacht. in den man nur einmal kräftig hineinblasen müsse. Wenn er Fortschritte erzielen will. die Fehler des Feindes auszunutzen 105. Was die Leitung der Operationen betrifft. Der Feind hat stets auf uns herabgesehen.wir Zermürbungskämpfe führen. und ebenso wie wir gelegentlich Fehler kaum vermeiden können. Darum entwarf er einen Plan der «raschen Entscheidung» und versuchte mit einer sehr geringen Streitmacht. daß Japan China unterschätzt hat. Über die Möglichkeiten. andererseits aus seiner Truppenknappheit. wird er noch weitere Verstärkungen heranzie282 . daß China sich in einer Ära des Fortschritts befindet und bereits eine moderne politische Partei. Die fünf wichtigsten seien nachstehend aufgezählt. Auf Grund dieser Erfolge kam er zu dem Schluß. um ihn zum Einsturz zu bringen. sich die vier nordöstlichen Provinzen zu schnappen. China sei ein großer Haufen losen Sandes. besetzte er das östliche Hopei und das nördliche Chahar und wandte überall das Mittel der strategischen Erkundung an.

Zweitens: Fehlen einer Stoßrichtung des Angriffs. PeipingHankow und Tatung-Puchow. der Bourgeoisie und den Militärs. Drittens: Mangel an strategischer Koordination. sind der Anzahl von Soldaten. Da Japan jedoch in einen Streit mit der Sowjetunion verwickelt ist und ohnehin über nur beschränkte Reserven an Menschen und Finanzen verfügt. als gebe es hier eine Koordination. stationierte er in den besetzten Plätzen gewisse Truppenkontingente und hatte danach nicht mehr genug Truppen. zog der Feind seine Hauptstreitmacht in Richtung auf Hsuchow zusammen und korrigierte so vorübergehend seinen Fehler. Als die an der Strecke TientsinPukow aufmarschierten Truppen der südlichen Sektion Hsiaopengpu angriffen. und der Ausdehnung seines Vormarsches unweigerlich Grenzen gesetzt. rührten sich die Truppen der nördlichen Sektion nicht vom Fleck. der Chef des Generalstabs trat in Erscheinung. und für einen Augenblick sah es so aus. als der Feind nach der Beset283 .hen müssen. Es besteht zwar eine gewisse Koordination zwischen den einzelnen feindlichen Truppenteilen in Nordchina und Zentralchina. Als er dann an diesen Strecken gewisse Verluste erlitt. die ihm eine Lehre erteilte. um weiter vorrücken zu können. Innerhalb dieser beiden Gebiete hatte er wiederum eine gleichmäßige Aufteilung vorgenommen. Als dann die Unternehmungen des Feindes an beiden Plätzen ein schlimmes Ende genommen hatten. rührten sich wiederum die Truppen der südlichen Sektion nicht aus ihren Stellungen. Nach der Schlacht bei Taierhchuang. Der Mangel an militärischer Koordination ist eines der nach außen hin sichtbaren Ergebnisse dieser Zwistigkeiten. erschien der japanische Kriegsminister zu einer Inspektionstour. die es einsetzen kann. Vor der Schlacht bei Taierhchuang hatte der Feind seine Streitkräfte ziemlich gleichmäßig zwischen Nordund Südchina aufgeteilt. im ganzen gesehen jedoch scheinen diese beiden Truppenkomplexe eine völlig voneinander getrennte Strategie zu betreiben. In Japan bestehen ernste Meinungsverschiedenheiten zwischen der Klasse der Landbesitzer. Viertens: das Verpassen strategisch günstiger Gelegenheiten. So verteilte er zum Beispiel in Nordchina seine Truppen gleichmäßig auf die Eisenbahnstrecken Tientsin-Pukow. Dieser Fehler wurde besonders augenfällig. und als die Streitkräfte der nördlichen Sektion einen Angriff auf Taierhchuang unternahmen.

im Gegenteil. hinterließ er in den besetzten Gebieten im Norden ein großes Vakuum. bei unserer Planung vorauszusetzen. genau wie wir die seinen. Natürlich dürfen wir uns bei unserer strategischen Planung nicht sehr weitgehend darauf stützen. Nanking. Nankow. Mehr noch was er heute an einer Stelle gewinnt. Obgleich der Feind seither manches verbessert hat. Der Feind machte jedoch nur wenige Gefangene und bewies damit die Kurzsichtigkeit seiner Befehlshaber. Fehlen einer Stoßrichtung des Angriffs.zung von Nanking und Taiyuan plötzlich haltmachte. aber Vernichtung kleiner Truppeneinheiten waren sämtlich der Unfähigkeit der japanischen Befehlsstellen vor der Schlacht bei Taierhchuang zuzuschreiben. Die einzig verläßliche Methode ist es. ihm möglichst 284 . Tsangchow. Diese fünf Fehler etappenweise Verstärkung. wird er doch wegen seiner Truppenknappheit. Mangel an strategischer Koordination. daß auch die Befehlshaber des Feindes selbst uns eine Grundlage für unseren Sieg liefern können. Irrtümer zu begehen. daß der Feind sehr wenig Fehler machen wird. um gegen Hsuchou zu marschieren. Alle soeben dargelegten Einzelheiten zeigen. weil er nicht über genug Truppen verfügte und keine strategische Verfolgungskraft besaß. Hsinkuw und Linfen große chinesische Truppeneinheiten geschlagen. verliert er morgen an einer anderen. Fünftens: Einkreisung großer. Übrigens kann der Feind auch unsere Fehler ausnutzen. Vor der Schlacht bei Taierhchuang wurden in den Kämpfen um Shanghai. seiner inneren Zwistigkeiten und anderer Faktoren unweigerlich immer wieder in die gleichen Fehler verfallen. hier in vollem Umfang den Guerillakrieg einzuleiten. während wir im Westen wirklich angreifen». das uns Gelegenheit bot. Für diese Fehler ist der Feind allein verantwortlich. Verpassen strategisch günstiger Gelegenheiten und Einkreisung großer. wir haben ihr Aufkommen nicht beeinflußt. aber Vernichtung kleiner Truppeneinheiten. Aber wir können auch bewußt den Feind dazu bringen. und es ist daher die Pflicht unserer Führung. Diese Möglichkeit haben wir bereits besprochen. Als er zum Beispiel in Nordchina eine große Streitmacht zusammenzog. indem wir ihn irreleiten und ihn hinter der schützenden Wand einer gut organisierten lokalen Bevölkerung durch geschickte und wirksame Schachzüge in die gewünschte Position hineinmanövrieren – zum Beispiel indem wir «im Osten einen Scheinangriff führen. Paoting.

wenig Gelegenheiten hierzu zu geben. Uns liegt daran. Es muß allerdings betont werden. daß der Feind sich zwar in strategischen Fragen und bei größeren Schlachten als unfähig erwiesen hat. Wir verfolgen während dieser Zeit das genau entgegengesetzte Ziel. Sache unserer Generale im Widerstandskrieg ist es daher. Im ersten und zweiten Stadium des Krieges. Unter allen Umständen aber sollten wir eine strategische Entscheidung vermeiden. Die Frage der Entscheidungskämpfe im Krieg gegen Japan 106. daß er aber bei kleineren Gefechten und beim Einsatz kleinerer Einheiten und Truppenverbände eine hervorragende Taktik gezeigt hat. Entscheidungskämpfe zu vermeiden. B. Die feindlichen Befehlshaber andererseits haben Fehler begangen. wie z. sollten wir entschlossen auf eine Entscheidung drängen. sollten wir eine Entscheidung vermeiden. in der Schlacht von Changteh und einigen anderen eingenommen. ist der Feind daran interessiert. Man muß die Frage der Entscheidungskämpfe im Krieg gegen Japan von drei Seiten beleuchten. bei der das Schicksal der ganzen Nation auf dem Spiel steht. die für uns günstigen Bedingungen herauszufinden und nur dann Truppen zusammenzuziehen und zu Entscheidungsschlachten oder -kämpfen anzutreten. in denen der Feind stark ist und wir schwach. so dür285 . so streben wir danach. B. um diese Fehler zu entdecken. bei denen wir nicht sicher mit dem Sieg rechnen können. In allen Schlachten und Gefechten. jede Anstrengung zu machen. in allen Schlachten und Gefechten hingegen. bei denen wir mit einem sicheren Sieg rechnen können. daß wir unsere Truppen zu einer Entscheidungsschlacht zusammenziehen. treten auch bei der Frage der Entscheidungskämpfe in Erscheinung. werden in Zukunft wieder Fehler begehen und können auch durch unsere Kunstgriffe dazu veranlaßt werden. Wir aber können alle diese Fehler zu unseren Gunsten nutzen. Diese Haltung haben wir z. von der wir etwas lernen können. Die gleichen Merkmale. wenn wir mit einem sicheren Sieg rechnen können. in den Schlachten bei Pinghsingkuan oder bei Taierhchuang. Was schließlich strategische Entscheidungen betrifft. durch die unser Krieg gegen Japan sich von allen anderen Kriegen unterscheidet. Sind unsere Siegeschancen aber nicht sicher und die Umstände ungünstig. von denen das Schicksal der ganzen Nation abhängt.

die einen raschen Sieg sehen wollen und nach schnell errungenen Triumphen lechzen. In solchen Fällen dürfen wir nicht das geringste Bedauern verspüren. bis unser Land weitere Fortschritte gemacht hat. den Schrecken seines Zeitalters. und nun kann er nicht umhin. 107. solange die grünen Berge vorhanden sind». internationale Hilfe eintrifft oder die inneren Schwierigkeiten unseres Feindes sich erhöht haben. besiegte. Dies ist für uns die beste Politik im Krieg gegen Japan. sich auf einen lange dauernden Krieg mit uns einzulassen. Das wäre die schlimmste Politik. und wir befinden uns in einer Zeit des Fortschritts. denn selbst wenn wir einen Teil unseres Gebietes verlieren sollten. sondern einen Kompromiß mit dem Feind schließen 286 . um eine Entscheidungsschlacht zu vermeiden. In einem Land mit einem kleinen Territorium sind solche Grundsätze nicht durchführbar. Der Plan des Feindes. und wir müssen auch den Mut haben. den Widerstand zu verweigern? Nein. Gewiß. Raum gegen Zeit einzutauschen. sobald die Situation eine nur einigermaßen günstige Wendung nimmt. daß man uns anprangert. eine «rasche Entscheidung» zu erzwingen. das brauchen wir nicht. In China aber sind sie durchführbar. die wir betreiben könnten. dann «brauchen wir uns nicht um Feuerholz zu sorgen. China sollte diesem Beispiel heute nacheifern. so würden wir damit uns allen einen unermeßlichen Schaden zufügen. Wenn wir ihnen nachgeben wollten. denn es ist ein Gebot der politischen Klugheit. wenn es ganz unvermeidlich ist allerdings nur dann. daß Rußland einen mutigen Rückzug antrat.fen wir uns darauf keineswegs einlassen. Wenn wir strategisch entscheidende Operationen vermeiden können. wird immer noch reichlich Raum zum Manövrieren vorhanden sein. der Politik des lange dauernden Krieges ein Ende bereiten und in die Todesfalle des Feindes tappen. wenn wir Entscheidungskämpfe vermeiden wollen. denn unser Land ist groß. sind nicht fähig. müssen wir dabei bestimmte Gebiete aufgeben. Das hat sich bei unserem kürzlich erfolgten Rückzug von Hsuchow gezeigt. Überhaupt nicht kämpfen. und fordern daher lärmend strategisch entscheidende Maßnahmen. so daß wir weiterziehen und abwarten können. Wir wissen aus der Geschichte. und dann Napoleon. dies zu tun. Müssen wir nicht befürchten. die schweren Prüfungen eines lange dauernden Krieges zu ertragen. Die stürmischen Theoretiker. und in einem politisch sehr rückständigen Land sind sie nur schwer durchführbar. wurde dadurch vereitelt.

weil er. Wir sind für Entscheidungskämpfe sowohl in Schlachten wie in größeren und kleineren Gefechten. Die Exekution von Li Fu-ying. war gerechtfertigt. sie darf unter keinen Umständen geduldet werden. Für eine richtige Kriegführung sind Anfeuerung. müssen wir unbedingt vermeiden. die Weiterführung des Widerstandskrieges unmöglich machen und uns der Gefahr aussetzen würde. 108. neuen Auftrieb geben. den Widerstandskrieg fortzusetzen mit einem Wort. Fluchtbereitschaft [flight-ism] hingegen muß den Theoretikern. die auf eine nationale Unterjochung hinsteuern. weil wir unseren mächtigen Gegner nur durch Entscheidungskämpfe. Wir haben die Fluchtbereitschaft des Wahlspruchs «Nur Rückzug. die feindlichen Kräfte zu vernichten oder zu erschöpfen. und solch eine Haltung sollte nicht nur angeprangert. die aus Angst vor den Japanern wie gelähmt sind ihr müssen wir energisch entgegentreten. heroische Selbstaufopferung und kühnes Vorstürmen in der Schlacht absolut unentbehrlich und untrennbar verbunden mit der Strategie des lang andauernden Krieges und dem Erringen des Sieges. Nur durch solche Entscheidungen können wir unser Ziel erreichen. wann immer die Umstände hierfür günstig sind. um jedoch nicht in die Todesfalle des Feindes zu gehen. denn damit würde er es uns fast unmöglich machen. eine solche Ansicht führt geradewegs in die Reihen derer. An dieser Tatsache zweifeln. Han Fu-chu und anderer Feiglinge. die eine nationale Unterjochung prophezeien. Wir müssen entschlossen unseren Widerstandskrieg durchstehen. und in dieser Hinsicht werden wir keinerlei Passivität dulden. niemals Vormarsch» streng verurteilt und sind für eine unbedingte Verschärfung der Disziplin eingetreten. schließlich doch unterjocht zu werden. Jeder Soldat im Krieg gegen Japan sollte entschlossen seinen Teil hierzu beitragen. wenn er sich durchsetzen könnte. wir müssen eine nationale Unterjochung um jeden Preis vermeiden. niemals Rückzug» kritisierten. die ihr Heil in der Flucht suchten. die nach einem genauen Plan geführt werden. Wenn wir die verzweifelte Unbekümmertheit des Wahlspruchs «Nur Vormarsch. schlagen können.— das ist Widerstandsverweigerung. Zu diesem Zweck müssen teilweise beträchtliche Opfer gebracht werden. daß der Feind unsere Hauptstreitmacht mit einem Schlag erledigt. Jedes Opfer vermeiden zu wollen ist die Haltung von Feiglingen und solchen. 287 . hieße die Frage des Krieges in ihrem Kern verkennen. so eben deshalb.

Obgleich der Feind dann der Unterlegene sein wird und wir der Überlegene. no. erreicht. werden wir unsere gesamte Schlagkraft einbüßen und nicht mehr imstande sein. und dabei gewisse Gebiete aufgeben müssen. wo ungünstige Bedingungen vorliegen. so haben wir damit. Es wurden Gebiete aufgegeben. bleibt das Prinzip «man soll vorteilhafte Entscheidungskämpfe führen und unvorteilhafte vermeiden» noch immer in Kraft 288 . Sogar ein Spieler muß Geld haben. und der Krieg bildet in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Haben wir dann unser Blut umsonst vergossen? Ganz gewiß nicht. Nur Formalisten sind nicht fähig. sondern uns blindlings in Entscheidungskämpfe stürzen. denn wenn wir dort. ist er kein Kapitalist mehr. sondern sie machen Umwege und Kurven. Wenn wir kämpfen und unser Blut vergießen. die nichts mit der Realität des Lebens zu tun haben. wenn man zuerst heldenhaft kämpft und dann ein Territorium aufgibt? Werden unsere heroischen Kämpfer dann nicht ihr Blut umsonst vergossen haben? Derartige Fragen sind völlig falsch gestellt. Die Ereignisse verlaufen nicht geradlinig. und wenn er alles verliert. kann er nicht mehr spielen. Wenn er alles auf einen Wurf setzt und kein Glück damit hat. bis wir den Yalu-Fluß erreicht haben das sind subjektivistische und formalistische Illusionen. um Zeit zur Vorbereitung unserer Gegenoffensive zu gewinnen. heldenhaft weiterkämpfen. den Gegner zu vernichten und zu erschöpfen. wir haben unser Ziel. und dann seine Gedärme entleeren heißt das nicht umsonst essen? Schlafen und dann wieder aufstehen heißt das nicht umsonst schlafen? Kann man solche Fragen überhaupt aufwerfen? Meiner Ansicht nach nicht. Meiner Ansicht nach gilt das eben Gesagte auch für die Entscheidungskämpfe im Stadium der strategischen Gegenoffensive. um Gebiete zu erhalten. um sein Geschäft zu betreiben. wie jeder weiß. Zeit gewonnen. bei denen nicht die geringste Aussicht auf einen Sieg besteht. Essen. Ein Kapitalist muß Kapital besitzen. weiterschlafen. nicht einen Teil unseres Gebietes aufgeben. wir haben uns Kampferfahrung erworben. Ist es nicht ein Widerspruch in sich selbst. diese Wahrheit zu begreifen. das er einsetzen kann. den Verlust unseres gesamten Territoriums zu vermeiden ganz zu schweigen von einer Rückeroberung der bereits verlorenen Gebiete. um unsere militärische Schlagkraft zu bewahren und letzten Endes auch. Ununterbrochen weiteressen. wir haben bisher tatenlose Menschen aktiviert. und wir haben unser Ansehen im Ausland erhöht.109.

ergibt sich als unausweichliches Gesetz. Um südlich nach Südostasien und nördlich nach Sibirien vordringen zu können. ganz Chinas bemächtigen. Auch wenn wir im ersten Stadium des Krieges. Mit diesem Grundsatz wird es uns gelingen. so würde Japan sich mit Leichtigkeit und ohne einen einzigen Schuß abzufeuern.und wird in Kraft bleiben. die alles auf einen einzigen Wurf setzen. Japan werde schon wissen. Wenn wir 289 . Da aber China Widerstand leistet. daß Japan so lange versuchen wird. eine mehr oder weniger passive Stellung einnehmen. von Anfang bis Ende die Initiative zu behalten. um dann vom Zentrum aus durchzubrechen. haben sie sich entschlossen. daß das imperialistische Japan. strategisch gesehen. diesen Widerstand zu unterdrücken. wo es innehalten muß und sich mit der Besetzung von Nordchina und den Provinzen Kiangsu und Chekiang zufriedengeben. zunächst China anzugreifen. bis wir uns zum Ufer des Yalu-Flusses durchgekämpft haben. grundverschieden ist von dem Japan der Vergangenheit. so sollten wir doch in den einzelnen Gefechten die Initiative ausüben. Die japanischen Grundeigentümer und die japanische Bourgeoisie sind sehr ehrgeizig. die «aufspringen. wir sind keine Glücksspieler. Der japanische Imperialismus wird nie in seinen Angriffen und seiner Unterdrückungspolitik gegenüber dem revolutionären China nachlassen. Nur Generale. können in unserem Widerstandskrieg als mutig und weise gelten. so sollten wir sie ungerührt beiseile schieben und übersehen. die eine solche Charakterfestigkeit zeigen. Was die «Herausforderungen» des Feindes und den «Hohn» der anderen betrifft. Wir sind für einen lang andauernden Krieg und den Sieg. so wie es das schon mit den vier Provinzen im Nordosten gemacht hat. Aber das übersteigt den Horizont der Leute. Wenn China keinen Widerstand leisten würde. Wer da denkt. und natürlich sollte während der späteren Stadien die Initiative unbedingt auf unserer Seite sein. sobald man sie berührt». bis die Kraft des chinesischen Widerstandes schließlich größer sein wird als die Kraft der Unterdrückung. Die Armee und das Volk sind die Grundlage des Sieges 111. das ergibt sich schon aus dem Wesen des Imperialismus. das ein neues Stadium erreicht hat und sich seinem Untergang nähert. der ist sich noch nicht klar über die Tatsache.

und es wird damit nicht aufhören. aber es wird keine Mühe sparen. wie die Kapazität dieser Streitkräfte es erlaubt. den Japan zur Zeit geht. muß es darauf ausgehen. bevor die innere und äußere Entwicklung den japanischen Imperialismus nicht an den Rand des Grabes gebracht hat. da es ja noch weitere Angriffe in anderer Richtung beabsichtigt und Feinde hat. gegen die es sich verteidigen muß. Dies ist der Weg. Seit vielen Jahren schon sind den bürgerlichen Gemäßigten in Japan durch die Grundbesitzer und die großen Finanzleute die Hände gebunden. daß Japan nur einen Teil seiner verfügbaren Streitkräfte nach China schicken und hier nur so weit vordringen kann. Japan kann nicht ganz China besetzen. sobald ein Krieg in Europa ausbricht. Daneben hat China so deutliche Beweise für seinen Fortschritt und seine hartnäckige Widerstandskraft geliefert.sagen. Diese Angriffe werden erfolgen. und dem Ausmaß seines Vormarsches eine Grenze gesetzt ist. in Sibirien einzumarschieren. Natürlich besteht auch die Möglichkeit. Nun hat Japan einen Krieg gegen China entfesselt. Für die jetzige politische Situation in Japan sind nur zwei mögliche Lösungen denkbar. Solange der chinesische Widerstand ihm keinen tödlichen Schlag versetzt und solange Japan über noch einigermaßen starke Armeen verfügt. daß der Anzahl der Soldaten. daß Japan seinen ursprünglichen Plan. das haben sich die politischen Führer Japans in ihren von den Wünschen der herrschenden Klassen diktierten Berechnungen im großen Stil auskalkuliert. die Japan herüberschicken kann. Südostasien oder Sibirien oder auch beide anzugreifen. oder die Grundbesitzer und die Mitglieder der Bourgeoisie werden immer faschistischer und führen den Krieg bis zu ihrem Zusammenbruch weiter. die politische Macht geht in die Hände des Volkes über und der Krieg findet so ein Ende was im Augenblick unmöglich ist -. Entweder der Zusammenbruch seiner gesamten herrschenden Klassen erfolgt sehr rasch. daß jeder heftigere Angriff Japans unweigerlich auf den Widerstand Chinas treffen muß. daß die gemäßigten Kreise innerhalb der japanischen Bourgeoisie an die Macht kommen und dem Krieg Einhalt gebieten werden. Die Hoffnung. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. um Chinas Widerstand in allen erreichbaren Gebieten zu unterdrücken. fallenlassen und eine im wesentlichen defensive Haltung gegenüber der Sowjetunion einnehmen muß dafür sprächen die Macht der Sowjets und die ernste Schwä290 . so meinen wir damit. ist eine pure Illusion.

dem Fortschritt der Armee und dem Fortschritt des Volkes. wichtiger sein als je zuvor. am Widerstandskrieg. ich möchte mich hier nur mit zwei grundlegenden Fragen beschäftigen. Dennoch sind die Soldaten die Grundlage einer Armee. so müssen wir uns einer fortschrittlichen. der zehnmal oder sogar hundertmal rascher vor sich gehen muß als bisher. ohne sich einer außerordentlichen und langwierigen Anstrengung zu unterziehen. um die wir uns bemühen müssen. daß wir keinen Augenblick lang in unseren Bemühungen erschlaffen. China befindet sich bereits in einer Ära des Fortschritts und ist zu einer großartigen Einigkeit gelangt. beweglichen Strategie und ebensolcher Taktiken befleißigen. Wenn Japan so große Teile unseres Landes besetzen konnte. aber auch teilweise der Schwäche Chinas zu verdanken. ohne die wir den Feind niemals über den Yalu-Fluß zurücktreiben können. wird sich 291 . und mehr denn je wird es darauf ankommen. Und was den Einsatz unserer Truppen betrifft. ohne die ein Sieg ebenfalls nicht errungen werden kann. die Japan sich selbst durch seinen Krieg gegen China zugefügt hat. Diese Schwäche ist das Ergebnis all der verschiedenen historischen Irrtümer der letzten hundert Jahre und insbesondere der letzten zehn Jahre. einen so starken Feind zu besiegen. weil ihm dann kein anderer Weg mehr übrigbleibt. Solange sie nicht von einem fortschrittlichen politischen Geist erfüllt sind und solange ihnen ein solcher Geist nicht durch fortschrittliche politische Arbeit eingeflößt wurde.chung. der Einheitsfront und der Strategie des lange dauernden Krieges festzuhalten. läßt sich eine echte Einheit zwischen Offizieren und Mannschaften nicht erreichen. als den schwachen Gegner zu schlucken. Es ist unmöglich. dann hat es das teilweise seiner eigenen Kraft. doch trotzdem reichen dieser Fortschritt und diese Einigkeit noch nicht aus. Dann aber wird Chinas Aufgabe. die den Fortschritt auf seine gegenwärtigen Grenzen beschränkt haben. kann die Begeisterung für unseren Widerstandskrieg nicht zu voller Kraft entfacht werden. sondern sie im Gegenteil noch intensivieren. Die Reform unserer Armee schließt ihre Modernisierung und eine verbesserte technische Ausrüstung ein. Es gibt viele Dinge. 112. 113. Doch in diesem Fall wird es in seinen Angriffen gegen China nicht nachlassen. Die wichtigsten Bedingungen für einen Sieg Chinas über Japan sind unter diesen Umständen eine die ganze Nation umfassende Einigkeit und ein Fortschritt auf allen Gebieten.

Die reichste Kraftquelle der Kriegführung liegt in den Volksmassen. Wir haben heute große Schwierigkeiten. die in den unteren Schichten noch bestehen. erschüttern werden. die uns Millionen von Freiwilligen zuführen wird. Wenn Japan wagt. nicht nur Verluste seinerseits zur Folge haben. Bei uns dagegen wissen sich Offiziere und Mannschaften einig im Verfolgen der politischen Ziele unseres Widerstandskrieges. uns zu tyrannisieren. und er wird in diesem Ring verbrennen. 114. den langen. vor allem dadurch. gute und böse Tage redlich miteinander zu teilen. Wenn wir sagen. das für den Krieg nötige Geld aufzubringen. doch wenn das Volk erst einmal aktiviert ist. sich von Hunderten von Millionen Chinesen umgeben sehen. Warum sollte es auch einem so großen und volkreichen Land wie China an Geld mangeln? Die Armee muß mit dem Volk so verschmelzen. wird Einigkeit zwischen Kommandeuren und Mannschaften herrschen. sondern mit der Zeit den Kampfgeist seiner Armee. grausamen Krieg zu überstehen. die Kampfkraft der Armee wird entscheidend angestiegen sein und keiner wird mehr daran zweifeln können. Chinas Armeen müssen eine ununterbrochene Verstärkung erfahren. dann wird der japanische Eindringling wie ein wilder Stier. so meinen wir damit. daß die292 . Der Armee muß eine gehörige Portion demokratischen Geistes eingeimpft werden. Diese Tatsache liefert uns die Grundlage für eine politische Propaganda in allen gegen Japan eingestellten Schichten.eine verläßliche Basis für die wirksamste Anwendung unserer technischen Ausrüstung und taktischen Maßnahmen nicht errichten lassen. müssen augenblicklich abgeschafft und durch eine allseitige und begeisterte politische Aktivierung ersetzt werden. wird die Finanzierung des Krieges kein Problem mehr sein. die wir unserem Feind durch Vernichtungsund Zermürbungskämpfe zufügen. daß Japan trotz seiner technischen Überlegenheit zum Schluß doch der Unterlegene sein wird. Ist dieser Mangel erst einmal behoben. daß wir die feudalen Praktiken des Einschüchterns und Schlagens abschaffen und Kommandeure und Mannschaften dazu bringen. so vor allem deshalb. daß wir imstande sind. der in einen Flammenring eingebrochen ist. weil unsere Volksmassen noch so wenig organisiert sind. Der bloße Ton ihrer Stimmen wird ihn mit Entsetzen erfüllen. Wenn das erreicht ist. daß die Schläge. der ihrer Ausrüstung nicht ebenbürtig ist. die Mißstände der Preßpatrouillen und der gekauften Ersatzmänner 30.

ist im Irrtum und sollte seine Ansichten revidieren. alle diese Bedingungen zu erfüllen. 116. aus der sich die verschiedenen politischen Richtungen und Methoden ergeben. hängt nicht von unseren persönlichen Wünschen. Mit unserer politischen Arbeit innerhalb der Armee verfolgen wir vor allem drei Ziele: erstens die Einigkeit zwischen Kommandeuren und Soldaten. da die Verteidigung von Wuhan und anderen Orten akut geworden ist. selbst wenn wir nur eine dieser Bedingungen außer acht lassen. Wer in alledem nur rein technische Fragen und nicht eine Frage der Grundhaltung sieht.ses sie als seine eigene Armee ansieht. Wenn wir nicht energische Anstrengungen machen. daß wir in der ganzen Armee und im ganzen Volk eine Begeisterung wachrufen. Wuhan und die anderen Orte zu verteidigen. sobald sie die Waffen niedergelegt haben. Wenn wir uns von ihr lossagen. die alle veranlaßt. falsche Methoden seien für die gespannte Beziehung zwischen Kommandeuren und Soldaten sowie zwischen der Armee und dem Volk verantwortlich zu machen. werden mit Sicherheit falsche politische Methoden und Formen überhandnehmen. Viele Leute meinen. Eine solche Armee wird unbesiegbar sein. daß es sich hier um eine Frage der Grundhaltung (oder eines Grundprinzips) des Respekts vor den Soldaten und dem Volk handelt. Ob wir diese Orte jedoch halten können. werden sich unweigerlich solche Katastrophen. und eine imperialistische Macht wie Japan wird sich mit ihr nicht messen können. wie der Verlust 293 . müssen wir von dieser Grundhaltung des Respekts vor den Soldaten und dem Volk ausgehen und müssen hierzu noch den Respekt vor der Menschenwürde der Kriegsgefangenen fügen. sich ganz und gar aktiv in den Dienst des Krieges zu stellen. zweitens die Einigkeit zwischen Armee und Volk und drittens die Zerstörung der feindlichen Streitkräfte. ja. daß die Aufgabe. Zu den wichtigsten dieser Bedingungen gehört die politische Aktivierung und Mobilisierung der ganzen Armee und des ganzen Volkes. Um diese drei Prinzipien wirksam anwenden zu können. Diese Haltung ist es. In diesem Augenblick. 115. Es kann kein Zweifel daran bestehen. ernsthaft gestellt und ernsthaft erfüllt werden muß. sondern von den konkreten Bedingungen ab. doch ich halte dem immer entgegen. und die Beziehungen zwischen Kommandeuren und Soldaten sowie zwischen Armee und Volk müssen sich unbefriedigend gestalten. erweist es sich von äußerster Wichtigkeit.

uns zu wiederholen. Wir haben sie auf die Gefahr hin. mehrere Madrids zu schaffen doch all das hängt. Jene Orte jedoch. eben weil ein Sieg ohne eine solche Mobilisierung nicht möglich ist. sehr ausführlich behandelt. Zu welchen Folgerungen sind wir gelangt? «Unter welchen Bedingungen kann das chinesische Volk Ihrer Ansicht nach die japanischen Streitkräfte schwächen und schlagen?» «Drei Bedingungen werden unseren Erfolg gewährleisten: erstens die Bildung der Nationalen Einheitsfront gegen den japanischen Imperialismus in China. damit sich alle aktiv für die Verteidigung der uns noch verbliebenen Gebiete und für die Rückeroberung der verlorenen Gebiete einsetzen und so schließlich den Sieg erringen. deren wesentlichste die Mobilisierung der ganzen Armee und des ganzen Volkes ist. die Nationale Einheitsfront gegen Japan zu bewahren. doch diese ist die grundlegendste von allen. 118. wird China zu seinem Madrid machen. und darum sollten wir von nun an bemüht sein. Die gegen Japan gerichtete Nationale Einheitsfront schließt das ganze Volk und die ganze Armee ein sie ist bestimmt nicht nur eine Einheitsfront der Hauptquartiere und der Mitglieder einiger politischer Parteien. von bestimmten Bedingungen ab. eine allseitige und durchgreifende Verbesserung der Beziehungen zwischen Kommandeuren und Soldaten sowie zwischen der Armee und dem Volk zuwege bringen und in der ganzen Armee wie im ganzen Volk die nötige Begeisterung entfachen. Bisher hat China noch kein Madrid aufzuweisen. wiederholen. Denn nur mit dieser Politik können wir den Widerstandskrieg und die Strategie des verlängerten Krieges aufrechterhalten. wie gesagt. zweitens die Bildung einer gegen Japan gerichte294 . 117. müssen wir stets darauf bedacht sein.von Nanking und anderer Orte. Bei allem. wo diese Bedingungen erfüllt sind. Unser Hauptziel bei der Errichtung der gegen Japan gerichteten Nationalen Einheitsfront ist die Mobilisierung und Einbeziehung der gesamten Armee und des gesamten Volkes. Selbstverständlich ist für den Sieg noch die Erfüllung mancher Voraussetzung nötig. was wir tun. Diese Frage der politischen Mobilisierung von Armee und Volk ist wirklich von größter Wichtigkeit. Zusammenfassung 119.

ten Welt-Einheitsfront. aber unentschiedenen Schlachten nicht mehr gewachsen sein.. die letzten und entscheidenden Angriffe gegen die Befestigungen und strategischen Basen der Japaner zu führen und die japanische Besatzungsarmee aus China zu verjagen.» «Wie lange wird ein solcher Krieg dauern?» «Das hängt von der Stärke der chinesischen Volksfront und von vielen anderen bedingenden Faktoren in China und Japan ab . an dem es immer leichter möglich lein wird. sich ständig verschiebenden und nicht klar begrenzten Front einzusetzen.» «Schließlich wird ein Punkt erreicht sein.» «Neben den ausgebildeten Armeen für den Bewegungskrieg müssen wir unier der Landbevölkerung eine große Anzahl von Guerillaeinheiten organisieren und ausrüsten.) «Ein neues Stadium der politischen Situation Chinas hat begonnen.» (Aus einem Interview mit Edgar Snow im Juli 1936.. aber am Ende wird Japan ebenfalls als Besiegter und China als Heger dastehen. Für den Erfolg einer solchen Strategie st ein hoher Grad von Beweglichkeit in schwierigem Geländer erforderlich. da die technische Ausrüstung der gegen Japan angetretenen Kräfte im Verlauf des Krieges außerordentlich verbessert werden wird ... Die wichtigste dieser Bedingungen ist die Einigung des chinesischen Volkes. nur werden viel größere Opfer gebracht werden müssen. den japanischen Armeen unter Benutzung von Befestigungsanlagen und tiefen Schützengräben einen Stellungskrieg zu liefern. Alle diese und noch andere Faktoren werden den Lauf des Krieges beeinflussen und uns befähigen. 295 . an unseren Fronten für ihre Freiheit zu kämpfen. die bereit sind. wird der Krieg zwar sehr lange dauern. Japans Wirtschaft wird unter dem Druck der langen und kostspieligen Besetzung Chinas zerbrechen. und :s wird eine schwere Zeit für die ganze Welt sein.» «Falls diese Bedingungen sich nicht erfüllen lassen.. drittens das Anschwelen der revolutionären Bewegung im japanischen Volk und in den japanischen Kolonien. und die Moral seiner Truppen wird eines Tages der Belastung durch die zahllosen. Aus den großen Sammelbecken an Menschenmaterial innerhalb des revolutionären chinesischen Volkes aber werden noch immer Menschen strömen.» «Unsere Strategie sollte darauf ausgerichtet sein.. unsere Hauptstreitkräfte im Bewegungskrieg auf einer ausgedehnten.

Ich habe hier lediglich eine Skizze angefertigt. wie ich hoffe.» («Beschluß über die gegenwärtige Situation und die Aufgaben der Partei». durch die Anstrengungen der Partei und des ganzen Volkes mit Sicherheit alle Hindernisse überwinden und weiter fortschreiten und sich entwickeln wird. In den Augen derer. verbessern und erweitern werden.» «Der Schlüssel zum Sieg ist die Entwicklung des bereits begonnenen Widerstandskrieges zu einem totalen Krieg der ganzen Nation gegen Japan. angenommen durch das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas. die einen raschen Sieg prophezeien. 120. Wir sind jedoch der Überzeugung. Wir vertreten einen anderen Standpunkt: Der Widerstandskrieg gegen Japan ist ein verlängerter Krieg. überall beachtet und diskutiert zu werden.» «Da unser Widerstandskrieg noch viele ernste Schwächen aufweist. die eine nationale Unterjochung prophezeien. Nur ein solcher totaler Krieg der ganzen Nation kann uns den Sieg bringen. Das Problem des lang andauernden Krieges verdient. die uns helfen kann. der bereits begonnen hat. sich lang hinziehender Krieg sein wird. Das. können in seinem künftigen Verlauf noch manche Schwierigkeiten auftreten Rückschläge und Rückzüge. daß es ein harter. die Japaner hingegen nichtswürdige Kerle sind.Die Hauptaufgabe des gegenwärtigen Stadiums ist die Mobilisierung aller Kräfte zur Erringung des Sieges im Widerstandskrieg. daß unser Widerstandskrieg. die Chinesen Übermenschen. Wir müssen uns deshalb darüber klar sein. einen vollständigen Sieg zu erringen. Das sind unsere Folgerungen. die Sie. Beide haben unrecht. während in den Augen derer. diskutieren. vorübergehende und teilweise Zugeständnisse. sind unsere Feinde Übermenschen und die Chinesen verächtliche Kerle. in dem China schließlich den Sieg erringen wird. untersuchen. und sie mag eine Art Zusammenfassung darstellen. ist nichts als die allgemeine Erfahrung der letzten zehn Monate. August 1937. Der große Widerstandskrieg gegen Japan nimmt seinen Fortgang. was ich hier vorgetragen habe. 296 .) Dies sind unsere Folgerungen. innere Spaltungen und Verrätereien. Meine Vorträge sind hiermit beendet. und viele erhoffen sich eine Zusammenfassung der Erfahrungen.

Die Kuomintang war nicht willens. Als die korrupte und unfähige KuomintangRegierung eine Schlacht nach der anderen verlor und die japanischen Truppen im ersten Jahr des Widerstandskrieges ungehindert bis in die Nähe von Wuhan vordringen konnten. daß sie nämlich Japan Widerstand leistete. Obgleich sie gezwungen waren. sondern sie setzten ihre Zuversicht auf den Widerstand. bedachten jedoch nicht. Dies war die Ansicht Tschiang Kai-scheks und seiner Kumpane. den die Kuomintang gegen Japan begonnen hatte. Ihrer Ansicht nach war die Kuomintang sehr mächtig und durchaus imstande. Juli 1937 beteiligte sich die Clique um Tschiang Kai-schek widerwillig am Widerstandskrieg. Nach dem Zwischenfall bei Lukouchiao am 7. daß sie korrupt und reaktionär war. und konnte nur unter Druck dazu gebracht werden. Japan könne mit einem einzigen Schlag erledigt werden. richteten Tschiang Kai-schek und die Kuomintang ihre Hoffnungen doch 297 . den Feind zu unterstützen. daß die von der Kommunistischen Partei geführten Truppen und organisierten Volkseinheiten zahlenmäßig noch sehr gering waren. bemächtigte sich vieler rückschrittlicher Chinesen ein tiefer Pessimismus. Japan gegenüber zu kapitulieren und dies später auch tat. Japan Widerstand zu leisten. 2. und gelangten so zu einer falschen Einschätzung. Sie sahen an der Kuomintang nur die eine Tatsache. China zu verteidigen. Dabei hielten sie nicht etwa unsere eigenen Kräfte für so stark. Allerdings war die Idee einer unausweichlichen nationalen Unterjochung nicht nur in den Kreisen der Kuomintang maßgebend. 3. Auf derartige Ansichten stieß man innerhalb der Kommunistischen Partei. gemeinsam mit der Kommunistischen Partei den Japanern wirkungsvolle Schläge zu versetzen. während die Clique um Wang Ching-wei die Theorie der nationalen Unterjochung verkündete und bereit war. Während der ersten sechs Monate des Widerstandskrieges bestand hier die Tendenz. da sie ja genau wußten. gegen Japan zu kämpfen. Diese Theorie einer unausweichlichen nationalen Unterjochung wurde von der Kuomintang vertreten. sie setzte sich auch in gewissen Teilen der mittleren Bevölkerungsschichten und sogar bei einigen rückschrittlichen Elementen der Arbeiterschaft durch. und einige Parteimitglieder vertraten die Meinung.Anmerkungen 1.

Im März 1938 lieferten die Chinesen hier den japanischen Eindringlingen eine Schlacht. verriet die Reformisten an die Kaiserinwitwe Tzu Hsi. und erklärte. Gleichzeitig versuchte es. das Volk für einen langdauernden Krieg. Diese Ansicht wurde in einem Leitartikel des Ta Kung Pao. die Kuomintang-Regierung durch Drohungen und Schmeicheleien zur Kapitulation zu bewegen. repräsentierte die Interessen eines Teils des liberalen Bürgertums und der Grundeigentümer. daß Japan China gewaltsam unterwerfen werde. Begünstigt und unterstützt wurde diese Bewegung durch den Kaiser Kuang Hsu. den Kaiser Kuang Hsu einsperren und Tan Sze-tung sowie fünf andere Reformistenführer enthaupten ließ. des damaligen Organs der Gruppe für Politische Wissenschaften in der Kuomintang. Yuan Shih-kai. Am 16. 7. die nun wieder die Macht ergriff. Der Text basiert auf Edgar Snows Buch <Red Star over China>. vertreten. so daß es nicht nötig sein würde. Sie stellten der 70 000 bis 80 000 Mann starken japanischen Armee 400 000 Mann gegenüber und schlugen damit die Japaner. 5. Die Reformbewegung von 1898. die Anführerin der extremen Konservativen. zu organisieren. 6. Taierhchuang ist eine Stadt im nördlichen Shantung. 8. die Volksmassen dagegen hingen ihr nicht an. deren führende Köpfe Kang Yuwei. Liang Chi-chao und Tan Sze-tung waren. werde die japanische Regierung eine neue Marionettenregierung in China einsetzen und bei Verhandlungen die Kuomin298 . daß noch einige Siege. der die Sicherheit ihrer eigenen Klasse gefährden mußte. Einige Änderungen hierzu wurden an Hand der chinesischen Veröffentlichung des Interviews angebracht. geschweige denn zu der Kraft des Volkes.einzig auf eine rasche Hilfe aus dem Ausland und hatten keinerlei Zutrauen zu ihrer eigenen Kraft. Januar 1938 erklärte das japanische Kabinett in einer förmlichen Verlautbarung. Dieser vom Wunsch beeinflußte Gedankengang wurde damals von der ganzen Kuomintang geteilt. wie der bei Taierhchuang. So endete die Bewegung mit einer tragischen Niederlage. wenn die Kuomintang-Regierung «weiterhin den Widerstand plane». der eine Armee hinter sich hatte. Japans Vormarsch Einhalt gebieten würden. Diese Gruppe machte den Wunsch zum Vater des Gedankens und meinte. 4.

Kap. S. 17. Genosse Mao Tse-tungs Voraussage. wenn es um den Widerstand gegen die Kommunistische Partei und das Volk ging. 15. 9. das hinsichtlich seiner Bewaffnung Japan unterlegen war. (Sozialismus und Krieg>. I und <Der Zusammenbruch der Zweiten Internationale». so viele Purzelbäume er auch schlug. Amerika und Frankreich. wenn es um den Widerstand gegen Japan ging.tang nicht länger als «die andere Partei» anerkennen. daß China einen Aufschwung erfahren werde. Diese Haltung erregte die Empörung der breiten Volksmassen und ließ ihr politisches Bewußtsein reifen. Anm. Mit einer raschen Handbewegung verwandelte Buddha seine Finger in den fünfgipfligen Berg der Fünf Elemente und begrub Sun Wu-kung darunter. den er bei der Kommunistischen Internationale im August 1935 vorlegte. Abt. sobald der Verteidigungskrieg in ein Stadium des Stillstands getreten sei. 11. Als Buddha ihn jedoch in seiner Hand hielt. «Faschismus ist ungezügelter Chauvinismus und räuberischer Krieg». Bezieht sich auf die Regierungen der imperialistischen Staaten Großbritannien. in diesem Krieg besiegt werden müssen. 16. bewahrheitete sich voll und ganz in den der Kommunistischen Partei Chinas unterstehenden befreiten Gebieten. In den von der Kuomintang beherrschten Gebieten allerdings war anstatt des Aufschwungs ein Rückgang zu beobachten. da die von Tschiang Kai-schek angeführte herrschende Clique sich passiv verhielt. Lenin. sagt Genosse Georgij Dimitrow in seinem Bericht mit dem Titel <Die faschistische Offensive und die Aufgaben der Kommunistischen International. Bezieht sich hauptsächlich auf die Kapitalisten in den Vereinigten Staaten. 'Strategische Fragen im Guerillakrieg gegen Japan'. Sun Wu-kung ist der Affenheld des aus dem 16. Kap. Nach dem Grundsatz «die Waffen entscheiden alles» hätte China. jedoch aktiv. 13. <Gesammelte Werke>. 12. 9. Sun Wu Tzu. Er konnte mit einem Purzelbaum die Strecke von 108 000 Li zurücklegen. Jahrhundert stammenden chinesischen Romans <Pilgerfahrt nach Westen>. <Die Strategie des Angriffs> 299 . 3. 135. 14. Das war auch die Ansicht aller Führer der Kuomintang einschließlich Tschiang Kai-scheks. Im Juli 1937 veröffentlichte Genosse Dimitrow einen Artikel mit dem Titel Faschismus ist Krieg». 3. 10. Vgl. konnte er nicht entwischen.

26.. Chr. Vgl. 28. griffen sie die schwachen Stellen des Feindes. Chao Hsiehs Armee war. Vgl. Anm. 24. 200000 Mann stark. Chr. der auf die Stadtmauer von Shouyang gestiegen war. (Strategie des chinesischen revolutionären Krieges». an und brachten ihm eine schwere Niederlage bei. Chr.. Nachdem die Truppen von Tsin sich um 90 Li zurückgezogen hatten. S. S. Im Jahre 204 v. 102. Anm. 101. Vgl. Im Jahre 383 n. 25. 20. 30.18. 101. war erschrocken über die scheinbare Stärke des Feindes. 22. S. Vgl. griff Fu Chien. 23. seine Truppen in eine große Schlacht gegen Chao Hsieh bei Chinghsing. nämlich seine rechte und linke Flanke. 29. Anm. die so in die Zange genommen waren. (Strategie des chinesischen revolutionären Krieges». Bei Beginn der Schlacht gewannen die Truppen von Chu die Oberhand. S. 30. Han Hsin stellte seine Truppen mit dem Rücken zum Fhrß in Gefechtsformation auf. die im heutigen Bezirk Fanhsien der Provinz Shantung liegt. führte Han Hsin. war der Schauplatz einer großen Schlacht zwischen den Staaten Tsin und Chu im Jahre 632 v. wie es hieß. 102 25. daß Tschiang Kai-schek und Wang Chingwei. ein General des Staates Han. die Truppen von Chin an. die das schwach besetzte feindliche Hinterland angreifen und erobern sollten. 27. Vgl. führte sie in einen heldenhaften Kampf und sandte gleichzeitig mehrere Einheiten aus. 27. Anm. Die Stadt Chengpu. Fu Chien. also mehrere Male so groß wie die Hans. deren Stärke er unterschätzt hatte. Chao Hsiehs Truppen. nachdem sie die erste nationale demokratische Einheitsfront der Kuominlang und der Kommunistischen Partei im Jahre 300 . ebd. ebd. 102.. 101. ebd. S. S. von hier aus den glänzenden Aufmarsch der Truppen von Tsin beobachtete und dabei jeden Busch und jeden Baum auf dem Pakungberg für einen feindlichen Soldaten ansah. (Strategie des chinesischen revolutionären Krieges». Vgl. Anm. 21. erlitten eine schmähliche Niederlage.. Anm. 19. ebd. der Regent des Staates Chin. Bezieht sich auf die Tatsache. 102. Anm. Vgl. Die Truppen von Tsin schlugen die vorrückenden Einheiten des Feindes bei Lochien im Bezirk Shouyang der Provinz Anhwei und drangen zu Wasser und zu Lande vor. S. 26.

Han Fu-chu. Ihre Soldaten und Polizeibeamten nahmen überall Männer fest. ohne den Eindringlingen auch nur eine einzige Schlacht zu liefern. war der Staat Sung in einen Krieg mit dem mächtigen Staat Chu verwickelt. sich auf breiter Basis zu organisieren. Die Kuomintang erhöhte den Truppenbestand ihrer Armee durch Preßpatrouillen. schlug der Offizier noch einmal vor. 30. ein Ehrenmann darf nie einen unvorbereiteten Feind angreifen. daß jetzt. als die Truppen von Chu den Fluß überquerten. floh Han Fu-chu von Shantung bis nach Honan. 29. 301 . Im Jahre 638 v. die ihre Schlachtaufstellung noch nicht beendet hat. Herzog Hsiang von Sung regierte in der Frühlings. Aber der Herzog erwiderte: «Nein. aber ihre Schlachtaufstellung noch nicht vollendet hatten. Chr. ein Kriegsherr der Kuomintang.und Herbstära. Das Ergebnis war. Einer der Offiziere von Sung meinte. daß die Truppen von Sung eine schwere Niederlage erlitten und der Herzog selbst verwundet wurde. aber wieder entgegnete der Herzog: «Nein. man möge unverzüglich angreifen.1927 verraten hatten. 28. Wer Geld besaß.» Als die Truppen von Chu den Fluß überquert. da die Truppen von Sung in der Überzahl seien. der gegebene Augenblick für einen Angriff gekommen sei. konnte die Offiziere der Kuomintang bestechen oder einen Ersatzmann bezahlen. ein Ehrenmann darf nie eine Armee angreifen. Als die Japaner nach der Besetzung von Peiping und Tientsin im Jahre 1937 entlang der Eisenbahnlinie Tientsin-Pukow nach Norden gegen Shantung vorstießen. Die Streitkräfte von Sung hatten sich bereits in Schlachtposition aufgestellt. als die Truppen von Chu endgültig für den Kampf gerüstet waren. banden sie mit Stricken aneinander und behandelten sie wie überführte Verbrecher. Die von Tschiang Kai-schek angeführten Reaktionäre der Kuomintang sind für diese Fehler verantwortlich. einen zehnjährigen Krieg gegen das Volk begannen und es den Chinesen dadurch unmöglich machten.» Der Herzog gab den Befehl zum Angriff erst dann. war mehrere Jahre Gouverneur von Shantung.

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