P. 1
Chronologie der Geschichte Nicaraguas

Chronologie der Geschichte Nicaraguas

|Views: 83|Likes:
Published by nichtmitmir
Chronologie der Geschichte Nicaraguas

Nicaragua - Vor uns die Mühen der Ebene: http://www.archive.org/details/Nicaragua-VorUnsDieMuehenDerEbene
Chronologie der Geschichte Nicaraguas

Nicaragua - Vor uns die Mühen der Ebene: http://www.archive.org/details/Nicaragua-VorUnsDieMuehenDerEbene

More info:

Published by: nichtmitmir on Aug 18, 2011
Copyright:Attribution Non-commercial

Availability:

Read on Scribd mobile: iPhone, iPad and Android.
download as PDF, TXT or read online from Scribd
See more
See less

06/30/2015

pdf

text

original

CHRONOLOGIE DER GESCHICHTE NICARAGUAS

t;;l Panamerican Highway

Karibisches Meer
Fläche: 118358 km 2, dazu 9291 km 2 Seenfläche Bevölkerung (1980): 2 732520 Bevölkerungsdichte: 23 pro km 2 Bevölkerungswachstum (1980): 3,4% (Geburtenrate 4,4, Sterberate 1,0)

PAZIFISCHER OZEAN
Panamakanal

Durchschnittliche Lebenserwartung (1975-80): 55,2Jahre Größte Städte: Managua (614947 Einw.) Leön (90 926 Einw.) Granada (63184 Einw.) Masaya (53 644 Einw.) Cinandega (49 887 Einw.) Estelf (29 494 Einw.) Matagalpa (29 493 Einw.) Wichtigste Ausfuhrgüter (1980, Mio. Dollar): Kaffee 164,8 Fleisch 55,7 Gold 39,9 Chemische Produkte 31,0 Baumwolle 30,8 Zucker 25,9 Krabben u. Langusten 25,9 469,7 Gesamt Wichtigste Handelspartner (Einfuhr plus Ausfuhr, 1980, in Tausend Dollar): gesamt: 1337 643 USA 405940 Gemeinsamer Zentralamerik. Markt 375980 Amerikanische Freihandelszone 179925 (ALALC) 10586 RGW Außenhandel in Mio US-Dollar: Exporte Importe 1977 543 831 1978 584 666 1979 636 464 1980 529 870 1981 526 808

DIE ZEITIFAielmann
»... Nur die Unbeweglichkeit und die Sttlle der Nacht gab es. Nur der ScMpflr und der, der die Form gibt, Tepeu und Gucamtitz, waren im Wasser, von Hellt'gkez't umgeben, verborgen untergrünen und blauen Federn. -Es war, als gaöe es den Himmel und das »Herz des Himmels«was der Name Gottes ist. Dann kam das Wort. Tepeu und Gucamtitz trafln sich in der Dunkelhet't der Nacht, und nachdem sie nachgedacht hatten, wollten sie ihre Worte und ihre Gedanken veretrtt'gen. Sie beschlossen,. die Biiume wachsen zu lassen, sie beschlossen, die Geburt der Natur und die Erschaifong des Menschen. So wurde entschieden in der Nachtvom »Herzen des Himmels«- das Huractin he(ßt ... « Aus dem »Popul Vuh«, der alten Geschichte der Quiche.

200km

indianischen Bevölkerung Mesoamerikas beginnen. 1538 Ein Großteil der Bevölkerung des heutigen Nicaragua wird deportiert urid versklavt. Viele müssen in die Silberminen von Peru und Bolivien. 1552 Der Mönch Bartolome de las Casas schreibt seinen berühmten Bericht über und gegen die Ausrottung der Indianer. Wie die Weißen seien auch sie beseelte Wesen, und ihr Untergang könne nur durch die Einfuhr afrikanischer Sklaven verhindert werden: »Im gesamten Nicaragua dürften heute 4000 bis 5000 Einwohner leben, früher war es eine der am dichtesten bevölkerten Provinzen der Welt.« 1601 Nach dem holländischen Freibeuter Bleeveldt wird die PiratensiedJungund spätere britisch kontrollierte Hafenstadt an der Karibikküste- »Bluefields« genannt. 1604 Die spanischen Kolonisatoren fallen in den Norden und den Osten ein, in Gebiete der Xicaque und der Vorfahren der Mfskito-Indianer. 1620 Die römisch-katholische Kirche verstärkt ihre Missionstätigkeit in der Pazifikregion.

1687 Der erste Mfskito-König wird auf Jamaica vom britischen Gouverneur gekrönt. Sein Königreich steht unter britischem Protektorat, das jedoch keine zentrale staatliche Gewalt ausübt. Die Dorfgemeinschaften der Mfskito bleiben selbständig, die anderen Tieflandindianeraber sind- zeitweise von Yucatän bis Panama- den Mfskito Tributpflichtig. 1725 Aufstand der Indianer in Leön gegen die Spanier. 1740 Die britische Krone läßt ihre Fahne in Bluefields hissen und reklamiert die Mfskitoküste, verballhornt »Mosquitia« genannt, fur sich. 1777 Indianeraufstand gegen die Spanier in Boaco, angefti.hrt vom Kaziken Yarince. 1811/ 12 In der gesamten Pazifikregion fUhren Volkserhebungen zum Beginn des Unabhängigkeitskrieges. Erste Forderung ist die Amtsenthebung des spanischen Statthalters. Die römischkatholische Kirche steht fest auf der Seite Spaniens.

1502 Christoph Kolumbus sieht zum ersten Mal das Land der Nicaraguac. »Nican« heißt in der Nahua-Sprache »hier«, und »arahuac« (»Menschen«) nennen sich die Arahuaco-Indianer selbst. 1523 Der Kazike (lndianerfti.hrer) Nicarao trifft mit den spanischen Konquistadoren zusammen, die wie Raubritter die »Neue Welt« erobern wollen. Massaker und Völkermord an der

13

1821 Das Vizekönigreich von Guatemala, zu dem das nicaraguanische Territorium gehört, ruft seine Unabhängigkeit von der spanischen Krone aus. 1823 Der Präsident der Vereinigten Staaten,James Monroe, proklamiert die nach ihm benannte Doktrin »Amerika den Amerikanern«. Der Verfall der alten Kolonialreiche Spaniens und Großbritanniens und die wachsende Macht der USA machen deren expansionistische und klassisch imperialistische Politik gegenüber Lateinamerika möglich. 1839 Der Mfskito-König Robert Charles Frederic vergibt riesige Ländereien an die Briten Shepherd und Kaly. 1843 Pläne des preußischen Königs für deutsche Kolonien an der Mfskitoküste werden von der Protektoratsmacht Großbritannien nicht unterstützt. 1846 1921 deutsche Auswanderer gründen die Siedlung Karlstadt nördlich von Bluefields. Schon 1855 wird sie nach einer Epidemie wieder verlassen. 1847 Die Mährische Kirche (»Brudermission«) schickt ihre ersten Missionare nach Bluefields. Bis zum Ende des 19.Jahrhunderts hat die pietistische Brudermission aus Herrnhut (Böhmen) fast alle Indianer und afroamerikanischen »Creoles« christianisiert. 1850 Im Clayton-Bulwer-Vertrag beschließen England und die USA ohne Beteiligung Nicaraguas, gemeinsam das »Recht« auf den Bau eines interozeanischen Kanals durch Nicaragua in Anspruch zu nehmen. 1856 In einem Bürgerkrieg innerhalb der nicaraguanischen Oligarchie rufen die »Liberalen« den nordamerikanischen Abenteurer William Walker mit einer kleinen Privatarmee gegen die »Konservativen« zu Hilfe. Walker jedoch ist entschlossen, ganz Zentralamerika zu erobern, ruft sich selbst zum Präsidenten von Nicaragua aus und läßt die 1824 abgeschaffte Sklaverei wiedereinführen. 1857 wird er von der vereinigten Armee der zentralamerikanischen Staaten geschlagen und muß fliehen. 1860 Im »Vertrag von Managua« unterstellen Nicaragua und Großbritannien die Mfskitoküste formell der Souveränität Nicaraguas und sichern den Mfskito innere Autonomie zu. 1881 In einem Schiedsspruch bekräftigt der Österreichische König FranzJoseph I. die Selbstbestimmung der Mfskito innnerhalb der nicaraguanischen Republik. Handel und Ausbeutung der Naturschätze sollen der Mfskitoregierung unterstehen. Campesinos in der Pazifikregion rebellieren gegen die Großgrundbesitzer, die ihnen für den expandierenden Kaffeeanbau ihr Land rauben und sie damit zur Lohnarbeit auf den Plantagen zwingen.

1882 Nordamerikanische Firmen beginnen, Bananenplantagen an der Mfskitoküste anzulegen. Bis zur Jahrhundertwende gelingt es ihnen, die Kontrolle über beinahe den gesamten Handel des Gebietes zu erlangen. 1893 Mit dem Regime des Generals Jose Santos Zelaya kommt die ökonomisch bedeutend gewordene Kaffeeoligarchie der »Liberalen« an die Macht. Zelaya »modernisiert« Nicaragua, setzt die Trennung von Staat und Kirche und eine zentralstaatliche Kontrolle des ganzen Landes durch. 1909 Eine Militärrebellion an der Atlantikküste und der Druck der Vereinigten Staaten zwingen General Zelaya nach sechzehnjähriger Diktatur zum Rücktritt. Durch Aufnahme von Krediten in England und Verhandlungen mit der deutschen undjapanischen Regierung über einen Kanalbau unter nicaraguanischer Souveränität hatte er sich die USA zum Feind gemacht. 1910 Im Bündnis mit der wieder an die Macht gelangten »konservativen« Oligarchie setzen die USA die »DawsonVerträge« durch, in denen Nicaragua auf eine in jeder Hinsicht von ihnen abhängige Wirtschaft und Politik verpflichtet wird. 1911 Der neue »konservative« Präsident Adolfo Dfaz, bis dahin Buchhalter einer nordamerikanischen Minengesellschaft in Nicaragua, nimmt bei US-Banken Millionenkredite auf und überläßt deren Regierung als Sicherheit die direkte Kontrolle der nicaraguanischen Zolleinnahmen. 1912 Die Mannes landen in Nicaragua und retten die Regierung Diaz gegen ein aufständisches Heer des bisherigen Kriegsministers Luis Mena, indem sie die Städte Managua, Granada und Le6n besetzen. Bis 1924 finden zehn weitere Versuche statt, die US-hörige Regierung zu stürzen. Die Mannes bleiben bis 1925 im Land. 1914 Im »Chamorro-Bryan-Vertrag« überläßt die Regierung Diaz den USA ftir 3 Millionen Dollar »auf ewig« das exklusive Recht zum Bau eines interozeanischen Kanals. 1927 Im neu entflammten Bürgerkrieg zwischen der »konservativen« Regierung und den »Liberalen«, zu deren Generälen auch Augusto Cesar Sandino gehört, erzwingt der persönliche Abgesandte des OS-Präsidenten Coolidge den »Pakt von Espino Negro«, indem er dem Anführer der »Liberalen «, General Moncada, die Präsidentschaft verspricht. Nur Sandino legt nicht die Waffen nieder, sondern zieht sich mit 30 seiner Soldaten in die Berge zurück. Es gelingt ihm, von neuem ein kleines Heer aufzustellen und den OSTruppen im Laufe von sechs Jahren eine Reihe empfindlicher Niederlagen beizubringen.

1933 Die Nordamerikaner ziehen ihre Truppen ab, nachdem sie für die Aufstellung und Ausbildung einer »Nationalgarde« gesorgt und ihren Vertrauten, Luis Somoza Garda, zu deren Befehlshaber gemacht haben. Die Präsidentschaft übernimmt Somozas Onkel, der »Liberale« Juan Bautista Sacasa. 1934 Sandino und seine engsten Mitarbeiter, die beim Abzug der USA die Waffen niedergelegt haben, werden auf Veranlassung Somozas ermordet. 1936 Somoza putscht gegen Sacasa und läßt sich zum Präsidenten wählen. Bis 1979 gibt nun die Familie Somoza den Oberbefehl über die Nationalgarde nicht mehr ab und errichtet mit Raub und Korruption eines der größten Wirtschaftsimperien Lateinamerikas. 1943 Ungeachtet seiner bisherigen Sympathien für die deutschen und italienischen Faschisten stellt.sich Luis Somoza Garcia im 2. Weltkrieg auf die Seite der USA. Zugleich benutzt er die Gelegenheit, um alle Deutschen in Nicaragua zu enteignen und die meisten ihrer Besitztümer und Kaffeeplantagen persönlich an sich zu reißen. 1956 Einjunger patriotischer Dichter, Rigoberto Lopez Perez, erschieß den Tyrannen auf einem Bankett und stirbt selbst im Kugelhagel von dessen Leibwächtern. Somozas ältester Sohn, Luis Somoza Debayle, tritt die Nachfolge an. Während der Baumwollanbau an der Westküste zur wichtigsten Divisenquelle des Landes wird, ziehen sich die US-Firmen allmählich aus der Atlantikregion zurück. Ihre Bananenplantagen und der Raubbau an Gold, Silber und Edelhölzern haben tiefe Spuren hinterlassen. Ein riesiges Gebiet abgeholzten Urwaldes im Nordosten ist zur unfruchtbaren Steppe geworden. 1961 Im Anschluß an mehrere Guerrillaversuche Ende der fünfziger Jahre wird unter Führung von Carlos Fonseca Amador die »Sandinistische Front der Nationalen Befreiung« (FSLN) gegründet. 1963 Auf den ersten gescheiterten Versuch der FSLN, an der Grenze zu Honduras (Bocay und Rio Coco) eine Landguerrilla aufzubauen, folgt in Managua das vierjährige Zwischenspiel einer »zivilen« Regierung unter dem somozatreuen Präsidenten Rene Schick. 1967 Anastasio Somoza Debayle,jüngerer Sohn des ermordeten Gründers der Dynastie und seit 1946 Chef der Nationalgarde, kommt durch Wahlbetrug an die Präsidentschaft. Im gleichenJahrstartet von Puerto Cabezar an der nicaraguanischen Atlantikküste ein Invasionsheer nach Kuba, das jedoch bei seiner Landung in der »Schweinebucht« von den Truppen der Revolution vernichtend geschlagen wird. In den nördlichen Bergen von Pancasan kann sich ein neuer Guerrilla-

14

»Fokus« der FSLN nicht gegen die Nationalgarde Somozas behaupten. 1968 Im Atlantikhafen Bluefields brennt die gesamte Innenstadt aus alten Holzhäusern nieder. Von der Regierung in Managua kommt kaum Hilfe. 1972 Ein starkes Erdbeben zerstört Managua und fordert etwa 10 000 Todesopfer. Die Familie Somoza nutzt die Katastrophe wiederum zu ihrer Bereicherung. Sie läßt nicht nur große Teile der internationalen Hilfsgelder in ihre Tasche fließen, sondern dringt jetzt auch in das aufblühende Baugewerbe und das Bankgeschäft ein. Zum ersten Male beginnen größere Teile der nicaraguanischen Unternehmerschaft, sich durch den Expansionsdrang und unlauteren Wettbewerb des Somozakapitals bedroht zu ftihlen. 1973/ 74 Ausgedehnte Streiks, vor allem der Bauarbeiter, stärken die Opposition gegen Somoza, die sich (mit Ausnahme der FSLN) im Dezember 1974 in der »Demokratischen Union ftir die Befreiung« (UDEL) zusammenschließt. Angeftihrt wird sie von dem Verleger der oppositionellen Tageszeitung »La Prensa«, Pedrojoaqufn Chamorro. Am 27. Dezember 1974 gelingt der FSLN mit einem spektakulären Überfall auf ein Bankett zu Ehren des OSBotschafters die Befreiung von 14 politischen Gefangenen. Somoza antwortet mit Kriegsrecht und harter Repression- nicht nur gegen die Guerrilla, sondern auch gegen die UDEL und die Gewerkschaftsbewegung. 1975/ 76 An der Frage, mit welcher Strategiejetzt gegen die Diktatur gekämpft werden solle, spaltet sich die FSLN. Während die GPP (»Guerra Popular Prolongada«) weiter am »Langen Volkskrieg« vom Lande her festhält, stellt die »Proletarische Tendenz« die politische Arbeit in den Städten in den Vordergrund. 1977 Die entscheidenden Initiative ergreiftjedoch die »Dritte Tendenz« (Tercerrstas), die auf einen baldigen allgemeinen Volksaufstand hinarbeitet und daftir ein Bündnis mit den bürgerlichen Kräften eingehen will. Am 17. Oktober greift sie in mehreren Städten zugleich Kasernen der Nationalgarde an. Die Aktionen werden von der öffentlichen Erklärung angesehener Priester, Intellektuelle und Unternehmer im Exil- der »Gruppe der Zwölf«begleitet, in der die Beteiligung der FSLN an der politischen Zukunft des Landes gefordert wird. 10. Januar 1978 Der UDEL-Führer Pedro Joaqufn Chamorro wird auf Ver-

anlassung des Kronprinzen der Dynastie, Anastasio Somoza Portocarrero, ermordet. Protestdemonstrationen, ein mehrtägiger Aufstand in Monimbö, dem indianischen Viertel von Masaya, und ein von der bürgerlichen Opposition ausgerufener Generalsteik bringen das Regime zum Wanken, doch noch nicht zum Sturz. 22. August 1978 Ein FSLN-Kommando unter Leitung von Eden Pastara besetzt den Nationalpalast in Managua und nimmt das gesamte Parlament, mehrere Minister und Familienangehörige Somozas zu Geiseln. Zwei Tage später wird die Triumphfahrt mit 60 befreiten politischen Gefangenen zum Flughafen zum Signal. Die »Breite Oppositionsfront« (FAO) ruft zum Generalstreik auf. Tägliche Massendemonstationen im ganzen Land und ein spontaner Aufstand im nördlichen Matagalpa steigern die Ungeduld der Bevölkerung so, daß die FSLN sich geradezu genötigt sieht, am 9. September den allgemeinen Volksaufstand auszurufen. ZwölfTage braucht die Nationalgarde, um mit unglaublicher Brutalität, mit Luftangriffen und Panzereinsätzen, die vier Städte Masaya, Leön, Chinandega und Este!! wieder einzunehmen, die von kleinen Einheiten der FSLN und der jugendlichen Bevölkerung- bewaffnet mit Schrotflinten, Pistolen und hausgemachten Sprengsätzen- gemeinsam verteidigt werden. 5000 Tote und etwa 10 000 Verletzte sind zu beklagen, fast ausschließlich unter der Zivilbevölkerung. 6. Oktober 1978 Eine Vermittlungskommission der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) unter Führung des US-Sonderbotschafters William Bowdler trifft in Managua ein. Die in der FAO vereinigte Opposition fordert zunächst Somozas bedingungslosen Rücktritt und die Bildung einer provisorischen Regierung aller antisomozistischen Gruppen. Als aber auf Druck der Vereinigten Staaten die bürgerliche Mehrheit der FAO einer Koalitionsregierung mit Somozas »Liberaler Partei « zustimmt, verläßt Sergio Ramfrez, Vertreter der »Gruppe der Zwölf« in der FAO-Kommission, die Verhandlungen. Dem Auseinanderbrechen der FAO folgt ein Einigungsprozeß all der Kräfte, die einen »Somozismus ohne Somoza« ablehnen. Der Aktionseinheit der drei FSLN-»Tendenzen« im Dezember 1978 folgt Anfang Februar die Bildung der »Nationalen Patriotischen Front« (FPN), eines breiten Parteienbündnisses. 8. März 1978 Die Wiedervereinigung der FSLN wird mit der Bildung einer neunköpfigen »Gemeinsamen Nationalen Führung« besiegelt.

16. Juni 1979 Während die USA noch im Mai einen Stützungskredit ftir Somoza im Internationalen Währungsfonds durchsetzen, wendet sich die internationale öffentliche Meinung immer mehr gegen die Diktatur. Als schließlich Mexiko die diplomatischen Beziehungen mit Nicaragua abbricht, löst die FSLN am 29. Mai die militärische Offensive aus und ruft ftir den 4. Juni zum unbefristeten Generalstreik auf. Er wird im ganzen Land befolgtselbst an der Atlantikküste, wo keine Kämpfe stattfinden. In weniger als 3 Wochen hat die FSLN etwa 20 Städte, dazu die dicht besiedelten Randviertel im Osten Managuas besetzt und kündigt die Bildung einer flintköpfigen »Regierungsjunta des nationalen Wiederaufbaus« an, zu der neben den drei Sandinisten Daniel Ortega, Moises Hassan und Sergio Ramfrez auch der Unternehmer Alfonso Robelo und Violeta de Chamorro, Witwe des ermordeten »La-Prensa«-Verlegers, gehören. Die militärischen Stellungen der Sandinisten festigen sich immer weiter, und alle Versuche der Nationalgarde, die befreiten Städte zurückzugewinnen, schlagen fehl. Da unternehmen die Vereinigten Staaten einen letzten Versuch, die drohende Niederlage Somozas noch aufzuhalten. In der OAS spricht sichjedoch eine klare Mehrheit der amerikanischen Staaten gegen ihren Antrag aus, eine panamerikanische Interventionstruppe nach Nicaragua zu entsenden. 17. Juli 1979 Angesichts der aussichtslosen Lage flieht Somoza mit seiner Familie und dem Generalstab der Nationalgarde. Die USA haben mit der Drohung einer direkten Intervention noch durchgesetzt, daß die FSLN einen Waffenstillstand und die Verschmelzung von Nationalgarde und Guerrillaarmee akzeptiert. Doch der Übergangspräsident Francisco Urcuyo, der nur den Waffenstillstand unterzeichnen und die Macht an die neue »Regierungsjunta« übergeben soll, fordert stattdessen die FSLN auf, die Waffen niederzulegen und ihn als Präsidenten bis 1982 zu akzeptieren. 19. Juli 1979 Doch die Nationalgarde ist demoralisiert und befindet sich schon in Auflösung. Immer mehr Einheiten ergeben sich den Sandinisten, und nach 36 Stunden muß auch Urcuyo fliehen, während die neue Regierungsjunta sich schon in Leön, der zweitgrößten Stadt etabliert hat. Am Tag darauf erreichen sie und die Nationale Führung der FSLN im Triumphzug Managua.

15

You're Reading a Free Preview

Download
scribd
/*********** DO NOT ALTER ANYTHING BELOW THIS LINE ! ************/ var s_code=s.t();if(s_code)document.write(s_code)//-->