Verfassungswandel als dynamische Verfassungsinterpretation

Geraldina González de la Vega (HHU Düsseldorf) Hauptthese: Das Konzept des Verfassungswandels bzw. der Vefassungswandlung ist mit der Verfassungsdemokratie inkompatibel. Statt von einem Verfassungswandel zu sprechen, sollte man die Entwicklung in der Zeit des Sinns der Normen als dynamische Interpretation bezeichnen. Welche Verfassung? -> Normative Verfassung der Nachkriegzeit -> Konrad Hesse 1. These: Verfassungswandlung oder Verfassungswandel? keine Einheit der Bedeutung des Konzeptes 2. These: Methodologie und die normative Verfassung, das Konzept kommt aus dem Spätkonstitutionalismus. Paul Laband (1895). 3. These: Hermeneutik und Auslegung. Hermeneutische Interpretationsmodell, Unterschied zwischen Prinzipien und Regeln, "open texture", Unterschied zwischen Rechtsnorm und Rechtssatz, Unterschied zwischen richterlichen und dogmatischen Interpretationen. 4. These: Normensetzung und Normengeltung. Identifizierungskriterien der Normen und normative Kette, Konkretisierung, Dynamismus des Systems, Netz vs Stufenbau, "Bloc de la constitutionalité", flexible Gewaltenteilung. 5. These: Verfassungsgerichtsbarkeit. A) Befugnisse und Grenzen: das BVerfG darf im Rahmen der Verfassung eine positive Tätigkeit üben. B) Legitimität und Geltung der geschaffene Normen: Existenz, Kompetenz, Verfahren, Ergebnis. Ergebnis: Im Rahmen der Normenproduktion taucht das Phänomen des Verfassungswandels auf, denn wenn die Verfassung interpretiert wird, kann sich der Sinn einer Norm wandeln, ohne dass ihr Text geändert wird. Tatsache ist, dass sowohl die interpretierte oder konkretisierte Norm, als auch das juristisches System identisch bleiben, also sie wandeln sich nicht. Eine dynamische Verfassungsinterpretation muss weder als ein Widerspruch noch als etwas seltsames, sondern als eine natürliche Entwicklung der Prinzipien, die in der Verfassung enthalten sind, verstanden werden, um die normative Kraft der Verfassung und die Einheit, Fülle und Kohärenz ihres Systems in der Laufe der Zeit zu bewahren. Eine „Verfassungswandlung“ macht keinen Sinn mehr, wenn man die Idee einer Verfassungsordnung anerkennt, die wandelbar, offen und

pluralistisch ist: also demokratisch und auf Grundrechte basiert oder was heutzutage wird als eine Verfassungsdemokratie verstanden.

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