Friedrich Wilhelm Nietzsche (* 15. Oktober 1844 in Röcken bei Lützen; † 25.

August 1900 in Weimar) war ein deutscher Philosoph, Dichter und klassischer Philologe. Im Alter von 24 Jahren wurde Nietzsche Professor für klassische Philologie in Basel. Bereits zehn Jahre später legte er wegen Krankheiten, die ihn sein Leben lang begleiteten, die Professur nieder. Von nun an reiste er als heimatloser und noch recht unbekannter Autor zwischen Frankreich, Italien, Deutschland und der Schweiz umher. Als er 44 Jahre alt war, brach eine schwere Geisteskrankheit aus. Die letzten elf Jahre seines Lebens verbrachte Nietzsche in der Pflege seiner Mutter und seiner Schwester. Erst zu dieser Zeit erlangten seine Schriften größere Wirkung. Der junge Nietzsche fühlte sich der Philosophie Schopenhauers verbunden. Später wollte er Schopenhauers Pessimismus überwinden und stellte eine radikale Lebensbejahung in den Mittelpunkt seiner Philosophie. Sein Werk enthält tiefgreifende Kritiken an Moral, Religion, Philosophie, Wissenschaft und Formen der Kunst. Der als lebensschwach empfundenen Gegenwart stellte er oft das antike Griechenland gegenüber. Wiederkehrendes Ziel von Nietzsches Angriffen ist vor allem die christliche Moral sowie die christliche und platonistische Metaphysik. Er stellte den Wert der Wahrheit überhaupt in Frage und wurde damit Wegbereiter moderner und postmoderner philosophischer Ansätze. Auch Nietzsches Konzepte etwa des „Übermenschen“, des „Willens zur Macht“ oder der „ewigen Wiederkunft“ geben bis heute Anlass zu Deutungen und Diskussionen. Nietzsches Denken hat weit über die Philosophie hinaus gewirkt und ist bis heute unterschiedlichsten Deutungen und Bewertungen begegnet. Seine Schriften entbehren einer strengen Systematik; er hat oft den Aphorismus als Ausdrucksform des Gedankens gewählt. Sowohl sein Prosastil als auch seine Gedichte und der pathetischlyrische Stil von Also sprach Zarathustra haben ihm auch Anerkennung als Schriftsteller verschafft. Das biographische und psychologische Interesse an der Person Nietzsche ist deutlich stärker als bei anderen Philosophen. Denken und Werk [Bearbeiten] Nietzsche begann sein Werk als Philologe, begriff sich selbst aber zunehmend als Philosoph oder als „freier Denker“. Er gilt als Meister der aphoristischen Kurzform und des mitreißenden Prosa-Stils. Einige Interpreten halten auch die scheinbar wenig strukturierten Aphorismenbücher für geschickt „komponiert“. Die Werke sind zuweilen mit einer Rahmenhandlung, Vor- und Nachwort, Gedichten und einem „Vorspiel“ versehen. Nietzsche hat wie kaum ein zweiter Denker die Freiheit der Methode und der Betrachtung gewählt. Eine definitive Einordnung seiner Philosophie in eine bestimmte Disziplin ist daher problematisch. Nietzsches Herangehensweise an die Probleme der Philosophie ist mal die des Künstlers, mal die des Wissenschaftlers und mal die des Philosophen. Viele Stellen seines Werks können auch als psychologisch bezeichnet werden, wobei dieser Begriff erst später seine heutige Bedeutung bekam. Viele Deuter haben auch einen engen Zusammenhang zwischen seinem Leben und seinem denkerischen Werk gesehen, so dass über Nietzsches Leben und Persönlichkeit weit mehr geforscht und geschrieben worden ist, als dies bei anderen Philosophen der Fall ist.

Übersicht [Bearbeiten] Also sprach Zarathustra
Das Buch besteht aus vier Teilen. Der erste Teil erschien 1883, der zweite und dritte 1884, der vierte 1885 als Privatdruck. 1886 veröffentlichte Nietzsche die drei ersten Teile als „Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen. In drei Teilen.“ Im Gegensatz zu den frühen Werken Nietzsches handelt es sich beim Zarathustra nicht um ein Sachbuch. In hymnischer Prosa berichtet ein personaler Erzähler vom Wirken eines fiktiven Denkers, der den Namen des Persischen Religionsstifters Zarathustra trägt. Nietzsche selbst nennt den Stil, in dem Also sprach Zarathustra geschrieben ist, halkyonisch (siehe: Halkyonische Tage) und wünscht sich Leser, die eines „gleichen Pathos fähig und würdig sind“: „Man muss vor Allem den Ton, der aus diesem Munde kommt, diesen halkyonischen Ton richtig hören, um dem Sinn seiner Weisheit nicht erbarmungswürdig Unrecht zu tun“. Dass Nietzsche diese Leserschaft in seiner Gegenwart nicht gesehen hat, belegt der Untertitel des Werkes: „Ein Buch für Alle und Keinen“.
Einleitung [Bearbeiten]

Nachdem er zehn Jahre als Einsiedler in den Bergen verbracht hat, versucht der mittlerweile vierzigjährige Zarathustra, seine Weisheit mit den Menschen zu teilen. Er predigt der Menge auf dem Marktplatz einer Stadt vom Übermenschen, erfährt aber von seinen Zuhörern nur Hohn und Spott. Von nun an meidet Zarathustra Ansammlungen von Menschen und begibt sich auf die Suche nach verwandten Geistern.
Von den drei Verwandlungen [Bearbeiten]

Der erste Teil wird mit einer der bekanntesten Reden Zarathustras eröffnet: In Von den drei Verwandlungen beschreibt Nietzsche drei wesentliche Stadien, die der menschliche Geist im Laufe des schweren Prozesses der Wahrheits- und Selbstfindung durchläuft.. „Drei Verwandlungen nenne ich euch des Geistes: wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“ Dabei handelt es sich um drei Bilder, die der Leser Nietzsches zunächst interpretieren muss. Die erste Verwandlung des Geistes ist das Kamel, das für den „demütigen Geist“ steht. Seine Werte sind Demut, Selbstverleugnung, Genügsamkeit, Folgsamkeit und Anpassungsvermögen an widrige Umstände, d.h Leidensfähigkeit: „Was ist das Schwerste, ihr Helden? so fragt der tragsame Geist, dass ich es auf mich nehme und meiner Stärke froh werde. Ist es nicht das: sich erniedrigen, um seinem Hochmuth wehe zu thun? Seine Thorheit leuchten lassen, um seiner Weisheit zu spotten?“ Die zweite Verwandlung ist die des Kamels zum Löwen, dessen Ziele Macht durch eine erkämpfte hierarchische Ordnung, Freiheit im Sinne von Souveränität der Stärksten und Selbstbestimmung sind. Er lehnt sich darum gegen die ewigkeitsbeanspruchenden, abhängig machenden göttlichen Werte des „großen Drachen“ (Symbol für die bestehende Moral) auf: „Freiheit sich schaffen und ein heiliges Nein auch vor der Pflicht: dazu, meine Brüder bedarf es des Löwen. Recht sich nehmen zu neuen Werthen - das ist das furchtbarste Nehmen für

einen tragsamen und ehrfürchtigen Geist. Wahrlich, ein Rauben ist es ihm und eines raubenden Thieres Sache.“ Da der Löwe aber nicht konstruktiv, sondern nur destruktiv wirken kann, ist eine dritte Verwandlung nötig (Zur Neuerschaffung der moralistischen Wertewelt). Das Kind steht für einen Neubeginn in ursprünglicher Unschuld - der Mensch wird so zum Schaffenden, nachdem die alten Werte überwunden, d.b. abgelegt sind: „Unschuld ist das Kind und Vergessen, ein Neubeginnen, ein Spiel, ein aus sich rollendes Rad, eine erste Bewegung, ein heiliges Ja-Sagen. Ja, zum Spiele des Schaffens, meine Brüder, bedarf es eines heiligen Ja-Sagens: seinen Willen will nun der Geist, seine Welt gewinnt sich der Weltverlorene.“ Dahinter verbirgt sich dann schon Nietzsches Idee der ewigen Wiederkehr. Das Bild des Kindes als Ausgangs- und schließlich wieder Endpunkt der ewigen im großen Bogen verlaufenden Entwicklung des Individuums. Diese Vorstellung führt dann irgendwann zum fast schon utopisch zu nennenden Übermenschen, der alle menschlichen Schwächen, d.h. bei Nietzsche Krankheiten und Abhängigkeiten, überwunden hat.
Von alten und jungen Weiblein [Bearbeiten]

Von alten und jungen Weiblein ist eine weitere Rede Zarathustras aus dem ersten Teil des Buches. Beim abendlichen Spaziergang trifft Zarathustra ein altes Weiblein, welches von ihm verlangt, vom Weibe zu erzählen. Also sprach Zarathustra: „Alles am Weibe ist ein Rätsel, und Alles am Weibe hat Eine Lösung: sie heißt Schwangerschaft. Der Mann ist für das Weib ein Mittel: der Zweck ist immer das Kind. [1]“ „Ein Spielzeug sei das Weib, rein und fein, dem Edelsteine gleich, bestrahlt von den Tugenden einer Welt, welche noch nicht da ist. Der Strahl eines Sternes glänze in eurer Liebe! Eure Hoffnung heiße: ‚möge ich den Übermenschen gebären!‘ [1]“ Zum Dank bekommt er vom alten Weiblein eine „kleine“, aber oft missverstandene „Wahrheit“ geschenkt: „Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht! [1]“ Um die „kleine Wahrheit“ zu verstehen, muss man zunächst einmal interpretativ annehmen, was Zarathustra in seiner Rede über das Weib zum Ausdruck bringen wollte. Einen möglichen Schlüssel dazu liefert Nietzsche in Menschliches Allzumenschliches: „Aus der Zukunft der Ehe. – Jene edlen, freigesinnten Frauen, welche die Erziehung und Erhebung des weiblichen Geschlechtes sich zur Aufgabe stellen, sollen einen Gesichtspunkt nicht übersehen: die Ehe in ihrer höheren Auffassung gedacht, als Seelenfreundschaft zweier Menschen verschiedenen Geschlechts, also so, wie sie von der Zukunft erhofft wird, zum Zweck der Erzeugung und Erziehung einer neuen Generation geschlossen, – eine solche Ehe, welche das Sinnliche gleichsam nur als ein seltenes, gelegentliches Mittel für einen größeren Zweck gebraucht, bedarf wahrscheinlich, wie man besorgen muss, einer natürlichen Beihilfe,

… [2]“ Nachdem man nun weiß. sondern dass die Hervorbringung des Übermenschen dabei im Mittelpunkt steht. arbeitslosen Schauspieler Niels Thienwiebel. In der Erzählung geht es um den mittellosen. Holmsen. die „kleine Wahrheit“ einzuwickeln und „ihr den Mund“ zu halten.ironische Brechung erhält. die mit der Titelerzählung ein Stück naturalistischer Prosa vorlegten. Familienhaupt. die Vermieterin. so wird bei der Wahl einer Gattin schon ein falscher.“ [3] Es bleibt die Frage zu klären.des Konkubinats. Gehilfin. in deren Küche. bestehend aus den Novellen „Der erste Schultag“. welche Freundin. die glückliche Erziehung höchst unwahrscheinlich. seine Frau Amalie und Frau Wachtel. das Zarathustra rät. wer denn eigentlich das alte Weiblein ist. April 1863 in Rastenburg. damit sie nicht „überlaut“ [1] schreit und von allen missverstanden wird. Inhalt [Bearbeiten] Kapitel 1 [Bearbeiten] Einleitend äußert der Erzähler mithilfe von ironischen Zitaten aus Shakespeares „Hamlet“ seine Verwunderung. denn wenn aus Gründen der Gesundheit des Mannes das Eheweib auch zur alleinigen Befriedigung des geschlechtlichen Bedürfnisses dienen soll. damit sie nicht als entscheidender Gesichtspunkt vorherrschen. † 26. während Niels euphorisch . den angedeuteten Zielen entgegengesetzter Gesichtspunkt maßgebend sein: die Erzielung der Nachkommenschaft wird zufällig. Eine Antwort auf diese Frage findet sich in Die fröhliche Wissenschaft: Arno Holz Arno Holz (* 26. wo Amalie Thienwiebel gerade niedergekommen ist. Oktober 1929 in Berlin) war ein deutscher Dichter und Dramatiker des Naturalismus und Impressionismus. der seiner einst größten Rolle „Hamlet“ wehmütig nachtrauert und dessen Größenwahn und Misserfolg durch Niels immer wiederkehrende Zitate aus Shakespeares Werk eine beißend. Eine gute Gattin. Verwalterin sein soll. Unmittelbar nach der Geburt des kleinen Fortinbras befinden sich sein Vater Niels Thienwiebel. kann nicht zugleich Konkubine sein: es hieße im Allgemeinen zu viel von ihr verlangen. was die Zukunft von Ehe und Gattin sein soll. Als sein Hauptwerk gilt der Gedichtband Phantasus (1898). die eigenen sinnlichen Begierden bei der Wahl und im Umgang mit einer Gattin im Zaume zu halten. was die „kleine Wahrheit“ des „alten Weibleins“ bedeutet. Mutter. Papa Hamlet Papa Hamlet heißt ein 1889 erschienener dreiteiliger Erzählband von Bjarne P. den berühmten Schauspieler Niels Thienwiebel in einer solchen Elendsunterkunft anzutreffen. ja vielleicht abgesondert von dem Manne ihrem eigenen Geschäft und Amte vorzustehen hat. Ostpreußen. Inmitten des Chaos nach der Geburt ihres Sohnes erscheint Amalie erschöpft und abwesend. „Die Peitsche dient anscheinend dazu. versteht man auch. „Ein Tod“ und „Papa Hamlet“. Gebärerin. In Wahrheit ist das Buch das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen den deutschen Schriftstellern Arno Holz und Johannes Schlaf.

wird aber durch die stinkenden Windeln des Säuglings dauernd abgelenkt. um Salbei zu inhalieren. Seine Frau wäscht sich nicht. macht aber keine Anstalten. Kapitel 2 [Bearbeiten] Das zweite Kapitel spielt einige Zeit später im Zimmer der Thienwiebels. dass er völlig vernachlässigt in seinen eigenen Ausscheidungen liegt. Plötzlich wendet er sich an seinen Jungen und versucht im klar zu machen. . Fortinbras liegt während der Feier der Erwachsenen vernachlässigt in seinem Korb. Dadurch wird Thienwiebel aus seinen Gedanken gerissen. da sie Angst um die monatliche Miete hat. Während gegen Ende der Zimmerorgie seine Mutter in Tiefschlaf fällt. Dieser fällt beinahe über die Badewanne. sondern klagt nur über den Gestank der vollen Windeln. gibt sie plötzlich vor. Doch Thienwiebel kümmert sich nicht um ihn. dass er in die Fußstapfen seines großen Vaters zu treten hat. seine Frau Amalie und ihr Kind Fortinbras. Nach einiger Zeit und etlichen Gläsern Punsch. Seine Frau ist ihm in ihrer verwahrlosten Halbnacktheit zuwider. gibt die angeblich kranke Amalie Fortinbras seinem Vater. dies zu ändern. dass Niels Depression gefährlich wird. „Ophelia" und Ole tauschen auf dem Sofa sexuelle Zärtlichkeiten aus. Er hat sein Shakespeare-Rezitieren aufgegeben und trägt sich mit dem Gedanken an Selbstmord. sein Mittagessen besteht aus einer simplen Kartoffelsuppe. sondern verschwindet wieder in ihre Küche. wer von ihnen für ihre ärmliche Situation verantwortlich sei. Es befinden sich dort Niels Thienwiebel. Nachdem sich die beiden stundenlang anschweigen. Amalie ist dadurch wieder beruhigt. schreit er. Dieser hat durch das Portraitieren der Frau des Kanalinspektors Geld verdient und feiert dies nun mit den beiden Thienwiebels. einer Dachstube. Währenddessen füttert Amalie ihr Kind mit einem Gummischlauch. Kapitel 3 [Bearbeiten] Niels hadert mit seiner Lebenssituation. da er von Oles finanzieller Unterstützung profitiert. bei Skat und Zigarren wird Amalie nur noch mit Hamlets Geliebter Ophelia verglichen. in dem er sich über die Isolation in ihrer Wohnung beklagt. Das Kapitel beginnt am Nachmittag und endet in der Nacht desselben Tages. sodass auch erotische Ausflüchte aus dem Elend wegfallen. und er widerspricht ihr heftig. In Wirklichkeit kontrolliert sie die Familie. künftig als Näherin arbeiten zu wollen. Um Geld zu verdienen. sein Gesprächspartner Horatio. Als Amalie merkt. arbeitet er morgens als Aktmodell für Schüler der Kunstschule. ist nicht verfügbar. Thienwiebel wirft seiner Frau vor. Unterbrochen wird er kurzzeitig von Amalie. ihre Krankheit nur vorzutäuschen. woraufhin Niels ihr vorwirft. da er dringend eines Windelwechsels bedarf. Als sie sich dem kleinen Säugling zuwendet. dass die Situation durch Niels Weigerung. wenn diese ihm nicht selbst die Brust gebe. bedingt ist. Die Vermietern Rosine Wachtel bringt Milch für Fortinbras. Im folgenden Verlauf des Gesprächs wirft sich die Schuldfrage auf. erkennt sie. In Erinnerung an Hamlets verwesten Hofnarren Yorick beklagt er seinen verschwundenen Ruhm. einem Mitbewohner.und etwas unachtsam mit dem Neugeborenem spielt und ihn Ole Nissen. eine weniger ruhmreiche Arbeit anzunehmen. Nach einiger Zeit beginnt Thienwiebel ein Gespräch mit Amalie. Amalie rechtfertigt dies mit ihrer Krankheit. Der Streit wird durch das Erscheinen von Ole Nissen unterbrochen. Niels betrachtet sich daraufhin sein verwahrlostes Äußeres im Spiegel und versinkt abermals in Selbstmitleid. sondern ihn mit der Flasche stille. weil Amalie das Gespräch dahin zu lenken versucht. Das Gesprächsthema wird jedoch schnell fallen gelassen. präsentiert. alias Ole Nissen. es würde Fortinbras nicht gut tun. Da er nur einen Schlafrock als Kleidungsstück besitzt (der Rest ist verpfändet) fühlt er sich gelangweilt und eingesperrt. Niels toleriert dies. Niels versucht den Monolog „Sein oder Nichtsein“ zu rekapitulieren.

Während Fortinbras nun die ungewohnte Aufmerksamkeit. Niels besucht indes Ole nebenan und nötigt ihm Shakespeare. wird sie aufmerksam und versucht dies zu verhindern. um es vollends ruhig zu stellen. um zu verhindern.Zitate und vom Wahnsinn gezeichnete Gespräche auf. Später ziehen sich Frau Wachtel in ihre Wohnung und Amalie vor ihren Inhalations-Ofen zurück. Ole scheint ein schlechter Maler zu sein. doch das erwartete Interesse bleibt aus. Um Fortinbras kümmert sich zunächst keiner. Mieze bemerkt dies und beschimpft Niels. ist nun pleite und bedauert. sodass er nun den ganzen Tag im Bett halbnackt liegen muss und die Familie Thienwiebel entsetzt belauscht. ist gestorben. die ihn jedoch nicht sonderlich ernst nimmt. seinen Sohn zur Züchtigung zu schlagen. redet Niels abermals auf seinen Sohn ein und kommt wahnwitzigerweise zu dem Schluss. bis Mieze auf sein Schreien aufmerksam wird. vor allem auch. ihn an den Tisch bringt und ihn füttert und liebkost. der seine Arbeit aufgeben musste. zahnt und hat Läuse oder Flöhe. schlägt er seinen kleinen Sohn dennoch und erhält daraufhin auch von seiner Frau eine Ohrfeige. nähen zu gehen. das sich mit ihm unterhält. denn er findet weder alte noch neue Kunden. die ihm entgegengebracht wird. Sie verurteilt Amalie und Nils als faul. die auf keines der Ereignisse reagiert hat. In diesem Augenblick füllt Fortinbras aber erneut seine Windel und vertreibt so olfaktorisch seinen Vater. da Ole seine Miete wieder zahlt. was ihr Mann ihr jedoch streng verbietet. Entgegen ihrem vernünftigen Versuch. ihr ist alles egal. da er mit seinem neuen Job als Firmenschildmaler wieder zu etwas Geld gekommen ist und sich wieder Prostituierte leisten kann. Thienwiebel hingegen hat ein Engagement bei einer Wanderbühne abgelehnt. Außerdem gibt Niels seinem Sohn Schauspielunterricht. Nach einiger Zeit schreit Fortinbras erneut. . Mit Süßigkeiten und Flohpulver wird er ruhig gestellt. Jedoch hat Amalie tatsächlich ihre Drohung zu arbeiten wahr gemacht und näht nun. weil er es nicht als niveauvoll genug für den „großen Thienwiebel“ befunden hat. Niels spielt den Wahnsinnigen. Frau Wachtel etwas nervös und Ole nur mit Mieze beschäftigt. ein Wunderkind zu haben. stumpfsinnig und depressiv geworden. dass Frau Wachtel von ihm Miete einfordert. Kapitel 5 [Bearbeiten] Ole Nissens Situation hat sich enorm verbessert. Begeistert von seinem Sohn will Niels ihn küssen. Seine Vermieterin pfändet ihm die Hosen. da ihr Mann sie wegen der Ohrfeige nur noch mit Verachtung straft. Der inzwischen dreijährige Fortinbras ist ernsthaft krank. die übrigen spielen Skat und sind inzwischen sehr betrunken. zu dem auch Frau Wachtel und Oles neue Maitresse eingeladen sind.der abermals der Gedanke kommt. genießt. dass er nun keine Zigarren kaufen und keine Prostituierte mehr aushalten kann. Kapitel 4 [Bearbeiten] Die Frau Kanalinspektor. Niels gibt sich in nostalgischer Stimmung Shakespeare-Zitaten hin. dumm und lustlos. wie es ihrem Sohn geht. Amalie ist. Er prügelt das Kind und drückt ihm ein Kissen ins Gesicht. Das Elend der Thienwiebels wird aus der Perspektive der Haushälterin beschrieben. Daraus resultierend verspürt auch Frau Wachtel eine große Erleichterung. Während sie sich nun wieder beruhigt ihrem Schmalzbrot zuwendet. Erst als Niels vorhat. ihn davon abzuhalten. woraufhin Thienwiebel sie und Ole aus der Wohnung wirft und das Kissen Amalie ins Gesicht schleudert. was bei seinen Vater einen Wutanfall auslöst. die Frau von Ole Nissens Mäzen. denn ein weiteres Saufgelage soll stattfinden. Amalie ist apathisch. erzählt Frau Wachtel zu Tränen gerührt von ihrer verstorbenen Pflegetochter. Dementsprechend schlecht ist auch die gesamte Familiensituation. Er beschwert sich daraufhin bei seiner kranken Frau.

das jüngste Kind. Amalie bleibt in der Wohnung. Erbost lässt sie ihren Zorn an der Familie Thienwiebel aus und fordert ihre Miete ein. sie setzt der Familie eine Frist von einer Woche. bricht die deprimierende Milieustudie auf. Kapitel 7 [Bearbeiten] Amalie versucht an Silvester. fängt sie verzweifelt an zu weinen. Zweimal wird Amalie von ihrem groben und brutalen Mann zum Beischlaf gezwungen. um dort Arbeit zu suchen. Erst das Auftreten Wendts. Nachdem er Frau Selicke von seiner künftigen Anstellung als Landpastor berichtet. Die Mutter wartet mit ihren vier Kindern vergeblich auf den alkoholkranken Vater. am Abend vor ihrem Hinauswurf. Daraufhin verlässt Niels zum ersten Mal selbst die Wohnung und macht sich auf den Weg ins Hafenviertel. Suche Die Familie Selicke ist ein Drama von Arno Holz und Johannes Schlaf. Zudem leidet die achtjährige Linchen. Frühaufsteher rufen sich Segenswünsche zu. Vier Tage später entdeckt der Bäckerjunge Tille Topperholt den im Suff auf der Straße erfrorenen Niels. Handlung [Bearbeiten] Das Stück spielt am Weihnachtsabend und dem darauffolgenden Morgen im Berlin der 1890er Jahre. der freien Enzyklopädie Wechseln zu: Navigation. Die Situation ist emotional aufgeladen. der als Untermieter ein Zimmer der Familie bewohnt. Sie lauscht den Geräuschen der Nacht. schließlich stimmt sie zögerlich zu. völlig durchgefroren und verängstigt auf ihrer Matratze einzuschlafen. Der betrunkene Familienvater betritt das Wohnzimmer . der sie wie ihr zweiter Ehemann verlassen hat und nichts zurückgelassen hat außer Bildern und einer schmutzigen Tapete. Die Familie Selicke aus Wikipedia. In konsequent naturalistischem Stil beschreibt das Stück ein Familiendesaster innerhalb eines kleinbürgerlich-proletarischen Milieus. Stattdessen spielt er den Hafenarbeitern den Künstler vor. Dadurch schnorrt er sich durch und trinkt bis in die Morgenstunden. eines Theologiestudenten. Um halb zwei Uhr morgens wird die Familie durch den plötzlichen Tod Linchens aufgerüttelt. mit ihm die Großstadt zu verlassen. Als ihr völlig betrunkener Mann nach Hause kommt und sie und den schreienden Fortinbras beschimpft. das 1890 entstand und im gleichen Jahr an der Freien Bühne in Berlin uraufgeführt wurde. Der kleine Fortinbras ist krank und liegt verwahrlost in seinem Korb. an Tuberkulose (siehe starke Hustenanfälle). macht er der ältesten Tochter der Familie. Amalie ist völlig der Depression verfallen.Kapitel 6 [Bearbeiten] Frau Wachtel verflucht Ole. Einziger Handlungsort ist das ärmliche Wohnzimmer der Familie Selicke. Zunächst lehnt Toni das Angebot aus Rücksicht auf ihre familiären Pflichten ab. einen Heiratsantrag und bittet sie. wird jedoch daraufhin nur noch aggressiver. In sinnloser Wut erwürgt daraufhin Niels das Kind. da die Familie die Gewalttätigkeiten ihres Vaters erwartet. der 22-jährigen Toni. Auch Niels realisiert die ausweglose Lage. Stumpfsinnig wie eine Maschine näht sie. Beim zweiten Mal unterbricht Fortinbras’ Weinen den Vorgang. Ein Dieb wird verfolgt.

die erst im Februar 1922 mit dem Abschluss der bereits 1912 begonnenen Duineser Elegien endete. Von 1914 bis 1916 hatte er eine stürmische Affäre mit der Malerin Lou Albert-Lasard. mit der sie hohe Auflagen und ungewöhnliche Popularität erlangte. Rilke nutzte Vollmoellers Beziehungen zum deutschen Generalstab. Durch Fürsprache einflussreicher Freunde wurde er zur Arbeit ins Kriegsarchiv überstellt und am 9. Als Herr Selicke den Tod seiner Tochter bemerkt. Den größten Teil der Kriegszeit verbrachte Rilke in München. Angesichts der Katastrophe kündigt Toni die Beziehung zu Wendt auf. sein dort zurückgelassener Besitz wurde beschlagnahmt und versteigert. einer neuen Reihe des Leipziger Insel Verlags.und spricht im Rausch Mord. 1919–1926: Das späte Werk [Bearbeiten] Am 11. Das traumatische Erlebnis des Kriegsdienstes – als Erneuerung der in der Militärschulzeit erfahrenen Schrecken – ließ ihn als Dichter nahezu völlig verstummen. Wie der unveröffentlichte Briefwechsel (DLA. Rainer Maria Rilke 1910–1919: Innere und äußere Umwälzungen [Bearbeiten] 1912 erschien eine Neuausgabe der lyrischen Erzählung Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke als Nummer 1 der Insel-Bücherei. Äußerer Anlass war eine Vortragseinladung aus Zürich. war Vollmoeller erfolgreich und konnte Rilke und dessen Familie mit den gewünschten Informationen versorgen. Juni 1919 reiste Rilke von München in die Schweiz. einem Schlösschen oberhalb von Sierre im .und Selbstmorddrohungen aus. Rilke lebte unter anderem in Soglio. Nach Paris konnte er nicht mehr zurückkehren. Anfang 1916 wurde Rilke eingezogen und musste in Wien eine militärische Grundausbildung absolvieren. als sich beide auch in Gegenwart von Lou Albert-Lasard sowohl in Berlin als in München trafen. Die Suche nach einem geeigneten und bezahlbaren Wohnort erwies sich als sehr schwierig. zieht er sich zurück und lässt niemanden an sich heran. Juni 1916 aus dem Militärdienst entlassen. um ihn bei der Fahndung nach einem vermissten Vetter einzusetzen. Die Zeit danach verbrachte er wieder in München. unterbrochen durch einen Aufenthalt auf Hertha Koenigs Gut Böckel in Westfalen. Weltkriegs. Erst im Sommer 1921 fand er im Chateau de Muzot. den Nachkriegswirren zu entkommen und die so lange unterbrochene Arbeit an den Duineser Elegien wieder aufzunehmen. Die Freundschaft zwischen Rilke und Vollmoeller intensivierte sich während des 1. Nach Erscheinen der Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge begann für Rilke eine tiefe Schaffenskrise. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges überraschte Rilke während eines Deutschlandaufenthaltes. Dieser Gedichtzyklus verdankt seinen Namen dem Aufenthalt Rilkes auf dem Schloss Duino der Prinzessin Marie von Thurn und Taxis bei Triest in der Zeit von Oktober 1911 bis Mai 1912. Marbach) ausweist. Locarno und Berg am Irchel. eigentlicher Grund aber der Wunsch.

Mit dem Band Mir zur Feier (1897/98) wendet er sich zum ersten Mal systematisch einer Betrachtung der menschlichen Innenwelt zu.Kanton Wallis eine endgültige Wohnstätte. Erstdruck 1905). Seit 1923 musste Rilke mit großen gesundheitlichen Beeinträchtigungen kämpfen. 1899 entstand das kurze Prosawerk Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke. ist Rilkes Werk geprägt durch eine scharfe Kritik an der Jenseitsorientierung des Christentums und an einer einseitig naturwissenschaftlich-rationalen Weltdeutung. bildet den ersten Höhepunkt des Frühwerkes und ist Ausdruck eines pantheistischen Gottesbildes. nun aber . Die radikale Anerkennung der Wirklichkeit ohne Jenseitsvertröstungen oder soziale Entwicklungsromantik prägt auch Rilkes Weltverständnis. Aus den Werken der mittleren Phase zwischen 1902 und 1910 sind vor allem die Neuen Gedichte und der Roman Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge wichtig. entstanden 1899-1903. in dem sich Außen. Das Stunden-Buch (3 Teile. Auch der lange Paris-Aufenthalt von Januar bis August 1925 war ein Versuch. der Krankheit durch Ortswechsel und Änderung der Lebensumstände zu entkommen. Nietzsches Philosophie – auch vermittelt durch beider intime Freundin Lou Andreas-Salomé – gewinnt in den Jahren um die Jahrhundertwende erheblichen Einfluss auf Rilke. Im Mai 1922 erwarb Rilkes Mäzen Werner Reinhart (1884–1951) das Gebäude und überließ es dem Dichter mietfrei. Zu den frühen Werken Rilkes gehören die Gedichtbände Wegwarten. Traumgekrönt und Advent. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont sur Territet bei Montreux und wurde – seinem Wunsch entsprechend – am 2. Rilke wendet sich in diesen Werken radikal der Welt menschlicher Grunderfahrungen zu. Auf seinem Grabstein steht der selbst ausgewählte Spruch: Das dichterische Werk [Bearbeiten] Beeinflusst durch die Philosophen Schopenhauer und vor allem Nietzsche. Dies alles bildet Rilkes „Weltinnenraum“. In unmittelbarer zeitlicher Nähe entstanden auch die beiden Teile des Gedichtzyklus Sonette an Orpheus. Der Dichter starb am 29. deren Schriften er früh kennengelernt hatte. Dennoch entstanden auch in den letzten Jahren zwischen 1923 und 1926 noch zahlreiche wichtige Einzelgedichte (etwa Gong und Mausoleum) und ein umfangreiches und in seiner Bedeutung noch immer nicht angemessen gewürdigtes lyrisches Werk in französischer Sprache. Die unveröffentlichte Gedichtsammlung Dir zur Feier (entstanden 1897/98) ist eine einzige Liebeserklärung an die verehrte Lou Andreas-Salomé.und Innenwelt verbinden. Januar 1927 in der Nähe seines letzten Wohnorts auf dem Bergfriedhof von Raron im Wallis westlich von Visp beigesetzt. die mehrere lange Sanatoriumsaufenthalte nötig machten. Erst kurz vor Rilkes Tod wurde seine Krankheit als Leukämie diagnostiziert und zwar in einer damals noch wenig bekannten Form. benannt nach traditionellen Gebetbüchern des Mittelalters. Beide Dichtungen zählen zu den Höhepunkten in Rilkes Werk. In einer intensiven Schaffenszeit vollendete Rilke hier innerhalb weniger Wochen im Februar 1922 die Duineser Elegien. Dafür stehen intensive Beobachtungen der Natur sowie des menschlichen Verhaltens und Gefühlslebens. Mit seinen kunstvoll verschlungenen Reimbändern und seinem fließenden Rhythmus ist der Gedichtzyklus eines der Hauptwerke des literarischen Jugendstils.

Leben und Tod umgreifende Dasein zu feiern. die Verstädterung. „Hässlichen“ einen Platz in der Kunst zu verschaffen. In seinen Romanen entwickelte er „dokumentarische“ Erzählformen wie den Sekundenstil oder die akribische Beschreibung von Räumen. dem Ungeschliffenen. Ein Hauptwerk des literarischen Naturalismus ist Zolas Romanzyklus Les Rougon-Macquart. während der Naturalismus des späteren 19. Diese Wissenschaftlichkeit berechtigt und verpflichtet sie. Der Naturalismus des 18. Jahrhunderts prägten große gesellschaftliche Veränderungen Europa: Die Industrialisierung. Unterprivilegierten. Dem älteren wie dem neueren Naturalismus gemeinsam ist das Bemühen. Suche Der Naturalismus (lat. die Wirklichkeit möglichst genau darzustellen. Naturalistische Künstler behaupten. Jahrhundert wurde Jean-Jacques Rousseaus „Zurück zur Natur“ als Naturalismus bezeichnet.nicht mehr in reiner Beobachtung des Innen. beispielsweise Blaue Hortensie und Der Panther (s.). Auf diesem Boden entstand der Naturalismus. der freien Enzyklopädie Wechseln zu: Navigation.: „natura“ „Natur“) ist eine Strömung in Literatur und Theater von etwa 1880 bis 1900. um ein soziales Milieu zu charakterisieren. Ende des 19. Naturalismus (Literatur) aus Wikipedia. andererseits poetisch kühne Experimente. auch das Hässliche und Verdrängte abzubilden. Trieb und Tod. sondern in einer das Subjekt zurückdrängenden symbolischen Spiegelung dieses Innen in erlebten Dingen. Dieses Welterfassen bezieht ausdrücklich auch die negativen und fremden Aspekte des Lebens ein: Hässliches. . gleichsam naturwissenschaftlichen Methoden. ‚Textbeispiele‘). in dem zum Beispiel Manufaktur-Arbeiter als tragische Figuren erscheinen. wobei durch letztere Armut und Elend in konzentrierter Form beobachtet werden mussten. seiner Bejahung des Lebens in den Zyklen der Duineser Elegien und Sonetten an Orpheus poetische Gestalt zu verleihen und das ganze. die auf exakter Naturbeobachtung beruhte.u. oft lakonisch-pointierte Naturund Landschaftsgedichte. Die führenden deutschen Dramatiker des Naturalismus waren Gerhart Hauptmann mit den Dramen Vor Sonnenaufgang (1889) und Die Weber (Originaltitel „De Waber“. Geschichte [Bearbeiten] Schon im 18. und das Autorenteam Arno Holz und Johannes Schlaf mit dem bahnbrechenden Drama Die Familie Selicke (1890). So entstehen seine „Dinggedichte“. Émile Zola orientierte den literarischen Naturalismus in seiner Schrift Le roman expérimental (1880) an der experimentellen Medizin. der Imperialismus. 1892). Im späten Werk (1912-22) bemüht sich Rilke darum. die den literarischen Symbolismus weiterentwickeln. und arbeiten mit exakten. Die Gedichte der letzten Jahre zerfallen in sehr unterschiedliche Gruppen: einerseits heiter-entspannte. Jahrhunderts den Experten als Naturbeobachter voraussetzt. Jahrhunderts fordert den unverbildeten Künstler („Als Sänger ist er Naturalist“ hieß: Er hat nie akademischen Gesangsunterricht genossen. die rein aus der Sprache heraus gearbeitet sind. Krankheit.

nach denen der Mensch als autonomes Wesen gedacht wird. Ob der Naturalismus den Beginn der literarischen Moderne bedeutet. dem individuellen – nicht länger allgemeinen – Wahrnehmen Ausdruck zu verleihen. "Moderne" wurde aus dem Adjektiv „modern“ abgeleitet. Kennzeichen des Naturalismus [Bearbeiten]   Der Naturalismus ist eine gesamteuropäische literarische Strömung der letzten Jahrzehnte des 19. ist also wissenschaftshörig. dass es keine objektiv realisierbare Wirklichkeit gibt. gilt als sein Begründer. Albert Einstein verweist auf die Subjektivität von Zeit und Raum. den Beginn der Moderne erst mit dieser Krisenkonstatierung beginnen zu lassen. Jahrhunderts als Ausdrucksversuche gelten. Aber diese angebliche Objektivität der Wissenschaften gerät ab 1890 immer mehr unter Beschuss: Sigmund Freud entdeckt das Unbewusste im angeblich rational bestimmten Individuum. Der Naturalismus versteht sich als literarische Revolution. weil er mit dem Tradierten bricht und den (poetischen) Realismus überwindet. Insofern erscheint es ratsam. Hofmannsthal formuliert ein virulentes Misstrauen in menschliches Ausdrucksvermögen (Sprachkrise). Aber auf der anderen Seite stützt sich der Naturalismus auf den Gedanken von der Erkennbarkeit der Welt durch die materialistischpositivistischen Wissenschaften seiner Zeit. die er literaturfähig gemacht hatte. ein naturalistischer Schauspielstil aus.Johannes Schlaf schrieb das streng naturalistische Drama Meister Oelze (1902) im thüringischen Dialekt. Impulse für die deutschen Autoren kommen aus den psychologischen Romanen Iwan Sergejewitsch Turgenews. von dem Germanisten Eugen Wolff im Jahre 1886 im Rahmen eines Vortrages in dem deutschen Naturalisten-Club „Verein 'Durch!'“ eingeführt. In Russland prägte sich unter dem Einfluss des französischen und des deutschen Naturalismus sowie der „Meininger“ Theatertruppe. mit der Einsicht. ist nicht so leicht zu beantworten. das bereits in der Frühromantik bei Schlegel auftaucht. als Kontrastbegriff zu „die Antike“. die sich um historisch getreue Theateraufführungen bemühten. aus den sozialen „Experimentalromanen“ Zolas sowie den gesellschaftskritischen Dramen Henrik Ibsens und August Strindbergs. In dieser Folge können die vielen Ismen des frühen 20. Die substantivierte Form „Die Moderne“ wurde. der modellhafte Inszenierungen von Tschechows Dramen schuf. die Präzision der Darstellung und die Verwendung der Umgangssprache zur Charakterisierung sozialer Schichten behielten in neuen Ausprägungen ihre Bedeutung. Zum Naturalismus im Theater gehören neben der entsprechenden Textvorlage auch die Spielweise der Schauspieler und die Einrichtung und Beleuchtung der Bühne. Konstantin Stanislawski. sondern lediglich Subjektivität in der Weltanschauung. weil er auf dessen verklärende Tendenzen verzichtet ebenso wie auf die Deutung der Wirklichkeit durch den Dichter. Naturalismus und Moderne [Bearbeiten] Der Naturalismus prägte in Deutschland den Begriff der Moderne. Lew Nikolajewitsch Tolstois und Fjodor Michailowitsch Dostojewskis. . Doch die sozialen Themen. Jahrhunderts. Einerseits ist er wegweisend für die thematische Behandlung sozialer Probleme der modernen Großstadt und bricht außerdem mit sämtlichen Poetiken. Bereits um 1890 verlor der Naturalismus an Einfluss.

gegen Tradition und Epigonentum in Thematik und im Formalen wendet sich die „Revolution in der Lyrik“ (Arno Holz) und orientiert sich stattdessen an einer Prosalyrik. Kausalität. Nebengeräusche …). um dadurch mehr vom Milieu zu zeigen und zu vermitteln als über Raumbeschreibungen. Atempausen. Als Vorlage der Handlung diente Thomas Manns Familiengeschichte. Stammeln. folgende Mittel aufnimmt: o Dialekt (geografische Ausdrucksweise) o Soziolekt (schichtspezifische Ausdrucksweise) o Psycholekt (situationsbedingte Ausdrucksweise) o Idiolekt (individuelle Ausdrucksweise) Thomas Mann Buddenbrooks: Verfall einer Familie ist der erste Roman von Thomas Mann und der erste Gesellschaftsroman in deutscher Sprache von Weltgeltung. Die Kunst ist der Rationalität. jedes noch so banale Detail geradezu protokollarisch festzuhalten. . Dialekt. Ausrufe. das psychische Erbgut sowie das Milieu determiniert gesehen (vgl.[1] Er schildert Selbstwahrnehmung und Selbstverständnis hanseatischen Großbürgertums im 19. der sich im Roman von 1835 bis 1877 über vier Generationen hinzieht. wobei die wenigen handelnden Figuren durch detaillierte szenische Anmerkungen und Regieanweisungen geleitet werden. ohne dass die Stadt genannt wird. wissenschaftlich exakt abgebildet. Charakter und Schicksal des Menschen werden durch die historische Zeit. hat die Kunst nur "die Tendenz wider die Natur" zu sein. Symbolismus. in der er lebt. Die Welt wird untersucht und naturgetreu. Die soziale Thematik. Das soziale Drama stellt Charaktere in den Vordergrund.x (von Arno Holz definiert). welche. die Darstellung sozialer Not äußert sich weniger als sozialpolitischer Kampf mit parteipolitischer Bindung. Hippolyte Taine und Charles Darwin). Da das x jedoch niemals verschwinden kann. sondern eher als eine Art soziales Mitgefühl am Beispiel gesellschaftlicher Außenseiter im Geflecht von Großstadt (Anonymität. Jahrhundert und den Niedergang einer reichen Kaufmannsfamilie. um das natürliche Sprechen wiederzugeben. Karl Marx. in ihrer Bedingtheit durch Milieu und Vererbung. Assoziative Motivverknüpfungen lassen vielschichtige Sinnebenen entstehen (vgl. dem natürlichen Sprechen möglichst nahe zu kommen (Stottern. dem Determinismus und der Objektivität verpflichtet. unvollständige Sätze. die Montagetechnik Alfred Döblins). Auguste Comte. um die Differenz zwischen Kunst und Natur klein zu halten. Kunst = Natur . verfremdender Ausdrucksmittel statt des begrenzten Zugriffs der bloßen Wirklichkeitsabbildung. Verwendung der „phonografischen Methode“. Viele Nebenfiguren sind literarische Porträts Lübecker Persönlichkeiten der Zeit. auf Subjektivität und Individualität des Dichters gilt es zu verzichten. die einem natürlichen Rhythmus gehorchen soll. Gegen alle Konventionen des Verses und der Strophe. Entindividualisierung) oder moderner Technik. wobei x die künstlerischen Reproduktionsmittel und deren Handhabung durch den Künstler sei und möglichst minimal gehalten werden soll. Dabei gilt es. Die den Naturalismus ablösenden Kunstströmungen (Impressionismus. Besonders konsequenter Naturalismus findet sich im so genannten „Sekundenstil“. Expressionismus) bedienen sich ob der modernen komplexen Welt differenzierterer. Der Schauplatz ist Lübeck.          Die naturwissenschaftlich exakte Gestaltung der empirischen Wirklichkeit gilt als Ideal.

Erster Teil [Bearbeiten] An einem Donnerstag im Oktober 1835 haben Buddenbrooks ihre Familienangehörigen. die Forderung Gottholds abzuweisen. panierten Schinken mit Schalottensauce und einer solchen Menge von Gemüsen. überredet der pietistisch-fromme Jean seinen Vater. die er von seinem Vater. war erst kürzlich von der Konkurs gegangenen Familie Ratenkamp für 100. eine Mamsell Stüwing geehelicht und damit nicht in eine Firma. daß alle aus einer einzigen Schüssel sich hätten sättigen können. fast schon im Dunkeln. geht auf das Jahr 1682 zurück. (genannt Jean) nebst Gattin Elisabeth. Stets ist er darauf bedacht.und Juniorchef sprechen sich ab. übernommen hat. Gotthold Buddenbrook. Sein Sohn Jean ist Associé im Familienunternehmen und steht seinem Vater an Geschäftstüchtigkeit in nichts nach. nachdem die Gäste gegangen sind und alle Kerzen bis auf eine gelöscht wurden. Johann Buddenbrook d. Senior. als Mensch von religiösem Empfinden wahrgenommen zu werden.000 Kurantmark erworben worden. In der . . Darauf folgt Plettenpudding. – guten Gewissens. Bei ihrem verglimmenden Licht. in der Lübecker Mengstraße gelegen. dazu die Kinder der beiden. sondern in einen Laden eingeheiratet. die achtjährige Tony (ihr gibt Thomas Mann die ersten Worte des Romans). die jeweils eine unterschiedliche Zahl von Kapiteln enthalten. Himbeeren. Bekannte und Geschäftsfreunde auf ein ganz einfaches Mittagsbrot in ihr neues Haus gebeten. Die Errichtung des repräsentativen Hauses. Biskuits und Eiercreme. um einen Teil seines Erbes gebracht.Inhalt [Bearbeiten] Der Roman ist in elf Teile gegliedert. Ä. als Gebäude und Anwesen gleichermaßen weitläufig. der vor Jahren verstoßen wurde. einem kolossalen. und dessen Gattin Antoinette. ziegelroten. Gotthold Buddenbrook war wegen einer unstandesgemäßen Heirat verstoßen worden. J. Doch im Gegensatz zu seinem unsentimentalen Vater hat er einen Hang zu pietistischer Frömmigkeit. dem strengen Verbot des Familienoberhauptes zum Trotz. nach großbürgerlicher Sitte für den späten Nachmittag. Er hatte. zu dem goldgelber. Fisch. In einer kontrastierenden Parallelhandlung wird der nicht anwesende Sohn des Familienoberhauptes.Auch die Gäste sind Teil des künftigen Romanpersonals. ist Inhaber der Getreidegroßhandlung Buddenbrook. Im Eröffnungsteil werden dem Leser drei Generationen der Familie Buddenbrook vorgestellt: Das energische Familienoberhaupt Johann Buddenbrook d. Das ganz einfache Mittagsbrot besteht aus Kräutersuppe nebst geröstetem Brot. ihrer beider Sohn Johann Buddenbrook d. Abschließend trägt das Folgmädchen[7] noch Butter. ein schichtweises Gemisch aus Makronen. da so das Firmenvermögen nicht geschmälert wird. Gegessen wird von Meißner Tellern mit Goldrand und mit schwerem Silberbesteck. Das neue Heim. traubensüßer alter Malvasier in kleinen Dessertweingläsern gereicht wird. Schon manches Mal war er ihm im entschlossenen Ergreifen des Vorteils überlegen gewesen. dem Firmengründer. Käse und Früchte auf. Ä. der neunjährige Thomas und der siebenjährige Christian.

diesem vergötterten Begriff. wenige Monate nach dem Dahinscheiden seiner Frau. Als Hagenströms Sohn. Nach Ostern 1842 tritt Thomas Buddenbrook. die der Firma eine stattliche Mitgift zuführte. dass die Familie nicht so ungemein reich ist. Der Gymnasiast Christian Buddenbrook erregt den Unmut seines Vaters. was man eine Liebesheirat nennt. zwischen Mittelstand und geringem Mittelstand. er arbeitet mit Hingabe. Der Firma. In einer nächtlichen Unterredung klärt Jean Buddenbrook seine Frau darüber auf. Herr Hagenström ist Mitinhaber der Exportfirma Strunck & Hagenström und hat sich – was in den ersten Kreisen der Stadt mit Befremden aufgenommen wurde – in eine reiche jüdische Familie aus Frankfurt eingeheiratet.giebligen. Hagenströms konkurrieren schon bald mit Buddenbrooks. immer apathischer und zieht sich schließlich aus der Firma zurück. der kleine Hermann. In der Stadt hat die Familie Hagenström Fuß gefasst. April 1838 hält Jean Buddenbrook heiter und in frommer Dankbarkeit die Geburt seiner Tochter Clara fest. 1768 gegründeten Getreidehandlung. Seine Schwester mischt sich ein und es kommt zu einer Rauferei zwischen den Mädchen. Geleitet wird es von der buckligen. Sein Vater hatte ihm auf die Schulter geklopft und ihn auf die Tochter des reichen Kröger. einer Demoiselle Meyer-de la Grange. sechzehnjährig. geschäftlich wie in städtischen Angelegenheiten. dessen Aufzeichnungen bis zum Ende des 16. einem ansehnlichen Betrag. Zweiter Teil [Bearbeiten] Buddenbrooks führen eine Familienchronik. sind nach Auszahlung von Erbansprüchen und Vermächtnissen bedeutende Mittel verloren gegangen. in die Garderobe einer Schauspielerin des Stadttheaters marschiert ist. als der junge Christian seine drollige Aufwartung macht. nicht gerade das gewesen. stirbt auch Johann Buddenbrook d. Ä. . dass der vierzehnjährige Knirps mit einem Bukett für 1 Mark 8 ½ Schilling. Im Rückblättern stößt er auf die Zeilen. Fortan gehen sich die Kinder aus dem Weg. Mit der zweiten Heirat seines Vaters [der in jungen Jahren bereits verwitwet war] hatte es sich ja nicht anders verhalten. als ruchbar wird. einen sanften Tod. den stillen und zähen Fleiß des Vaters nachahmend. Tony verlebt hier glückliche Jahre. Am 14. aufmerksam gemacht. als die ihm von Gott vertraute Gefährtin…. er war von Herzen einverstanden gewesen und hatte fortan seine Gattin verehrt. Jahrhunderts zurückreichen. Die junge Künstlerin ist die Geliebte eines allgemein bekannten Lebemannes. Tony muss wegen des Austausches von Liebesbriefen mit einem Gymnasiasten in ein Mädchenpensionat. Ä. Nach ihrem Tod wird Johann Buddenbrook d. die seine Verheiratung betreffen. Diese Verbindung war. ein dickes Goldschnittheft. auf dem gemeinsamen Schulweg im Tausch gegen sein Frühstück einen Kuss von Tony einfordert. Im März 1842. Auch die Kinder beider Familien rivalisieren. als Lehrling in die Firma ein. überschaubaren Handelsstadt wurde haarscharf unterschieden zwischen den ersten und zweiten Kreisen. wehrt sie ihn aus Standesdünkel ab. Der Vorfall hat sich in der engen Stadt schnell herumgesprochen. kleinwüchsigen Therese Weichbrodt. seines vierten Kindes. Ä. 1842 stirbt nach kurzer Krankheit die Ehefrau von Johann Buddenbrook d. sollte er ehrlich sein. Jean Buddenbrook ist jetzt alleiniger Inhaber der traditionsreichen. der zugegen ist.

kommt Grünlich nach Travemünde. der schönen.“ Grünlich macht Tony hartnäckig den Hof. In einem Brief schreibt Tony ihrem Vater „Dir. und appelliert an Tonys Christenpflicht. Tony sagt Morten zu. nachdem er Grünlichs Geschäftsbücher eingesehen und sich in Hamburg über ihn erkundigt hat: „Ich kann nicht anders. das muß ich dir vorhalten. da sie der Meinung ist. unordentlichen Pfade zu gehen. nicht die Enkelin Deines in Gott ruhenden Großvaters und überhaupt nicht ein würdiges Glied unserer Familie. daß es sich gar nicht sagen läßt. Bethsy. „Was will dieser Mensch von mir -! Was habe ich ihm getan -?“ und bricht in Tränen aus. Dort lernt sie dessen Sohn kennen. […] du hast Zeit zur Überlegung. der während der Semesterferien nach Hause gekommen ist.000 Mark. mit Trotz und Flattersinn Deine eigenen. Grünlich nicht zu erhören und auf Mortens Doktorexamen zu warten. Der Vater verordnet einen Erholungsaufenthalt an der Ostsee. […] Wir sind nicht vorwärts gekommen. gibt sich den Anschein. und den ich liebe. verliert ihre gewohnte Frische und magert ab. dringend erwünschen! […] denn noch eines. dem besten Vater. Grünlich drohe mit Selbstmord. Kaufmann zu Hamburg. rüffelt seinen Sohn. Sie selbst trägt eines Morgens stolz ihre Verlobung mit Grünlich in die Familienchronik ein. was man eine gute Partie nennt. Tony ist bestürzt. sich nicht alle Tage bietet.[8] Tony unterwirft sich der Familienräson. der die Standesgrenzen seiner Zeit respektiert. Zu Beginn des Jahres 1846 heiratet Tony Buddenbrook Bendix Grünlich. mit Tony so gut wie verlobt zu sein und beruft sich auf ältere Rechte. und daß diese Heirat genau das ist. kann ich es ja sagen. stellt sich Mortens Vater als Geschäftsfreund von Konsul Buddenbrook vor (diesen Titel führt Jean Buddenbrook).“ Von Tonys Vater informiert. mein Kind. In Hinblick auf die tradierten Heiratsentscheidungen von Familie und Firma Buddenbrook ermahnt er Tony: „Du müßtest nicht meine Tochter sein. und das kann ich nicht oft genug wiederholen: […] Die Geschäfte gehen ruhig. Der Vater schreibt zurück. im Haus des ihm gut bekannten Lotsenkommandanten Schwarzkopf. als diese Heirat. Seine Entscheidung rechtfertigt . daß ich anderweitig gebunden bin an jemanden. Tony ist deprimiert. Der Hamburger Kaufmann Bendix Grünlich hat bei Tonys Eltern um ihre Hand angehalten. dein Glück zu machen. allzu ruhig. seit Vater abberufen wurde. mit der Verlobung der Familie zu dienen.“ Ihren gemeinsamen Lebensplan teilt sie dem Vater ebenfalls mit. aber armen Blumenverkäuferin Anna. Der biedere Lotsenkommandeur. Dann will er bei ihren Eltern um ihre Hand anhalten. die der Familie und der Firma nur zum Vorteil gereichen würde. den Medizinstudenten Morten. Zuvor verabschiedet er sich von seiner heimlichen Geliebten. in Travemünde. Du allein. […] Aber wir müssen zu Bedenken geben. Ja. Mit dem gegenseitigen Versprechen von Tony und Morten ist es aus. der mich liebt. Die Mutter redet ihr zu: „Die Verbindung. Thomas bricht nach Amsterdam auf. ach. die sich dir darbietet. meine liebe Tony.Dritter Teil [Bearbeiten] Tony Buddenbrook ist 18 Jahre alt. Beide verlieben sich ineinander. Grünlich erhält von Jean Buddenbrook eine Mitgift von 80. daß eine solche Gelegenheit.“ Tonys Vater bespricht sich mit der Mutter. falls er abgewiesen werde. wenn Du ernstlich im Sinn hättest. was Pflicht und Bestimmung dir vorschreiben. Thomas löst die Verbindung ganz. um seine kaufmännischen Kenntnisse zu erweitern. ist vollkommen das.

000 Mark. Aber sein Schwiegervater Lebrecht Kröger stirbt vor Aufregung über die Canaille in Jeans Armen. Inzwischen hat ihn seine Unstetigkeit nach Valparaíso in Chile geführt. das weiter unten ausführlich geschildert wird. so erwägt Jean. eine Partie zu machen. 1850 stirbt auch Jeans Schwiegermutter. Oktober 1846 bringt Tony ihre Tochter Erika zur Welt. gefälscht. Jean Buddenbrook besucht Tony in Hamburg und klärt sie über die finanzielle Situation ihres Gatten auf. Sie hatten. das Mißtrauen auskosten. Jean Buddenbrook verliert durch den Bankrott eines Geschäftspartners in Bremen auf einen Schlag 80. für Frau und Kind zu sorgen. dass er sein Handeln in dieser Stunde aufrichtig bereue. dass er bei seinen früheren Erkundigungen über Grünlich ausgerechnet an dessen Gläubiger geraten war. Grünlich in die Armut zu folgen. . nicht zuletzt durch das beherzte Eingreifen Jean Buddenbrooks. Vierter Teil [Bearbeiten] Am 8. Grünlich niemals geliebt zu haben. Geschähe dies aus Liebe. „Das Wort „Firma“ hatte eingeschlagen. Er selbst fährt morgens mit dem kleinen gelben Wagen [9] in die Stadt und kommt erst abends zurück. Jetzt. Grünlich hat außerhalb Hamburgs eine Villa gekauft. der studieren und einen akademischen Beruf wählen sollte. Unter Tränen gesteht Tony. „Er war mir immer widerlich … weißt du das denn nicht?“ Um der Firma kein weiteres Geld zu entziehen.er gegenüber Anna damit. Christian Buddenbrook. Er entschuldigt sich nun bei Tony. dass er später einmal die Firma übernehmen werde. sie damals in die Ehe mit Grünlich gedrängt zu haben. um ihre ausstehenden Forderungen an Grünlich abzusichern. Jean Buddenbrook stirbt unerwartet 1855. Von Kesselmeyer erfährt er. kommen beide überein. Für gemeinsame Hamburg-Besuche wird eine Mietkutsche bestellt. In Lübeck muss er all die plötzliche Kälte.“ In Gegenwart von Grünlichs Bankier. Dazu waren Grünlichs Geschäftsbücher. die Zurückhaltung. dessen geschäftliche Situation beschönigt. bei Firmen im Ausland hervorzurufen pflegt. welche eine solche Schwächung des Betriebskapitals bei Banken. müsste er Tochter und Enkelkind vor dieser Katastrophe bewahren und Grünlich um jeden Preis halten. sieht er die echten Zahlen. von ihm scheiden lässt. Freunden. hatte diese Laufbahn abgebrochen und war als kaufmännischer Lehrling in eine Londoner Handelsfirma eingetreten. über die sich Jean seiner Frau gegenüber so lobend geäußert hatte. Dazu ist Grünlich zahlungsunfähig geworden. Höchst wahrscheinlich wirkte es entscheidender als selbst ihre Abneigung gegen Herrn Grünlich. Die Revolution 1848 nimmt in Lübeck einen äußerst glimpflichen Verlauf. sieht Jean Buddenbrook erneut in die Geschäftsbücher seines Schwiegersohnes ein. von Kesselmeyer höhnisch beglaubigt. was Familiengründung betrifft. und dem Hause Buddenbrook fällt eine immense Erbschaft zu. dem mephistophelisch-boshaften Kesselmeyer. Die mit Buddenbrooks konkurrierenden Hagenströms kommen weiter voran. dass Tony Grünlich verlässt und sich wegen Unfähigkeit Grünlichs. In dieser Rolle habe er. Tony ist aus Pflichtgefühl bereit.

000 Mark. dass die junge Frau Konsulin [10] zu repräsentieren verstand. als Nachfolger von Herrn Marcus. Thomas gegenüber macht er keinen Hehl aus seiner Verachtung der Arbeit. Während der zweimonatigen Hochzeitsreise von Thomas und Gerda durch Oberitalien richtet Tony ein von Thomas gekauftes Haus für das junge Ehepaar ein. Fortan ist er gemäß dieser Quote am Gewinn beteiligt. 1856 kehrt nach achtjähriger Abwesenheit Christian auf Wunsch der Mutter aus Übersee zurück.000 Mark) Mitgift zu. der jüngsten Tochter der Familie. Nach dessen Rückkehr gesteht Tony ihrem Bruder. Mit Gerda Arnoldsen fließen dem Hause Buddenbrook 100. auch wenn er den bedenklichen Herrn Marcus wie „eine Bleikugel“ hinter sich herziehen muss. Tiburtius hält um die Hand der neunzehnjährigen Clara an. eröffnet für kleine Mädchen eine Sonntagsschule in den hinteren Kontorräumen und richtet für ältere Damen den wöchentlichen Jerusalemsabend ein. was sich später als verhängnisvoll erweisen wird. Er ist beliebt. Nach Jean Buddenbrooks Tod hält seine Witwe Elisabeth das frömmlerische Treiben im Hause aufrecht und steigert es noch. In einem Brief teilt er mit. Thomas weilt geschäftlich in Amsterdam. zu Beginn des Jahres 1857 Thomas und Gerda. Sechster Teil [Bearbeiten] Thomas und Gerda Buddenbrook haben ihre erste Mittagsgesellschaft gegeben. gesellschaftlichen Begabung beliebt und sorgt mit kleinen improvisierten Auftritten für die Unterhaltung der anwesenden Herrschaften. Trotzdem ist Thomas unzufrieden. auch bei den Bediensteten des Hauswesens in der Mengstraße. Sie hält täglich Andachten. Seine eigentlichen Talente. Abschnitt Gerda Buddenbrook. Der junge Chef bringt Frische und Unternehmungsgeist in die Firma. dass sie gern wieder verheiratet wäre. den Fuhrleuten und den Lagerarbeitern. Pastoren und Missionare gehen ein und aus. kommen im Herrenclub zur Geltung. Der langjährige Prokurist Friedrich Wilhelm Marcus avanciert auf testamentarischen Wunsch des verstorbenen Jean Buddenbrook zum Teilhaber und bringt ein Eigenkapital von 120. wird als Universalerbin eingesetzt. – in großkariertem Anzug und mit Manieren. Das Firmenvermögen (ohne Grundbesitz) erhöht sich mit Marcus’ Einlage auf 870.000 Mark ein.Fünfter Teil [Bearbeiten] 1855 ist Thomas mit 29 Jahren Chef der Firma Buddenbrook und Familienoberhaupt. Das Dinner zog sich von fünf bis elf Uhr hin. den Geschäftsführern in den Speicherkontors. Johann Buddenbrook hatte in seiner besten Zeit über 900.000 Mark. seine künftige Gattin gefunden zu haben (s. An der Börse sprach man acht Tage lang in den lobendsten Ausdrücken davon. es hatte sich gezeigt. Dort ist er mit seiner amüsanten. Im Kontor erweist sich Christian ziemlich schnell als Bummler.000 Taler (300. die nichts mit Fleiß und Stetigkeit zu tun haben. In geschäftlichen Verhandlungen setzt Thomas geschickt die Wirkung seiner Persönlichkeit ein. Thomas stellt ihn als Prokuristen ein. geborene Arnoldsen). die Witwe Jeans.000 verfügt. Wahrhaftig. . Das Kapital beläuft sich auf 750. Elisabeth. die den englischen Stil imitieren. Nach Ende des Trauerjahres heiraten im Dezember 1856 Clara und Tiburtius. den Kapitänen seiner Handelsfirma. darunter auch Pastor Sievert Tiburtius aus Riga.

nach dem Tod seines Partners gegen den Rat seines Bruders als alleiniger Inhaber weiter geführt. eigentlich und bei Lichte besehen sei doch jeder Geschäftsmann ein Gauner." Die Ehe kommt zustande und Tony zieht nach München. ein Sieg! – Als letzter Gratulant erscheint der Speicherarbeiter Grobleben. Eingefädelt wurde die Patenschaft von Konsul Thomas Buddenbrook und Mme Tony Permaneder. den Teilhaber einer Hopfenhandlung und Junggesellen. dazu deutlich vorgealtert. Dort hat sie Alois Permaneder kennen gelernt. wie der Anstand der Familie und die Solidität der giebeligen Stadt es gebieten. Siebter Teil [Bearbeiten] 1861 wird Hanno. Christian Buddenbrook ist jetzt 33 Jahre alt. Die Taufe findet im Haus von Thomas Buddenbrook statt. Seine improvisierten Worte geraten dem unbeholfenen Mann wider Willen zu einer Art Grabrede. Mit einem Vorschuss auf sein künftiges Erbe wird Christian Teilhaber einer Hamburger Handelsfirma. in die er als Teilhaber eingetreten war. Eines Nachts überrascht Tony ihren Gatten. Thomas’ und Gerdas Sohn. Am meisten stört Thomas.Tony kehrt gut gelaunt von einem längeren Aufenthalt in München zurück. Johann.000 Mark) zur Ruhe. Herr Permaneder willigt in die Scheidung ein und gibt Tonys Mitgift zurück. Thomas kann sie nicht umstimmen. Bethsy Buddenbrook. wenn die Rede auf ihn kommt. Vor allem dessen ständige Mitteilungen über Krankheitsanzeichen aller Art ( .“ . formlos und lächerlich. ohne Ziele scheiden zu lassen. „Das Wort“ – Tony weigert sich hartnäckig. als er betrunken der sich lebhaft wehrenden Köchin seinen Seehundsschnauzbart ins Gesicht zu drücken versucht. den man ihm gar nicht zugetraut hätte. Einer der beiden Taufpaten ist der regierende Bürgermeister. Tonys Kommentar: "Es handelt sich diesmal nicht um eine glänzende Partie. geboren. kommt es zwischen den Brüdern zum Eklat. hellichter Straße gesehen wird. – einem Mann von Vierzig und mit Seehundsschnauzbart. so unaussprechlich.) empfindet er als unbeherrscht.„Ich kann es nun nicht mehr. Thomas Buddenbrook springt ein und verhilft Grobleben zu einem glimpflichen Abgang. es preiszugeben – nimmt sie zum Anlass. Es ist ein Ereignis. sondern nur darum. Herr Permaneder ruft ihr ein Wort nach. Seine hypochondrischen Klagen muten wahnhaft an. Tony hofft auf eine Ehe mit dem Hopfenhändler Permaneder. Er erhält die Namen Justus. dass sie es nicht über die Lippen bringen kann. Tony kanzelt ihn ab und lässt ihn stehen. sondern dass er mit der vom Tivoli auf offener. Zu ihrer Enttäuschung setzt sich Herr Permaneder mit den Zinsen aus Tonys Mitgift von 17. Nachdem Christian im Klub geäußert hatte. Kaspar. ein Akt der Fairness. Der Skandal einer zweiten Scheidung tangiert sie nicht. dass Christian seine Liebschaft mit einer Statistin vom Sommertheater mit dem vielsagenden Namen Aline Puvogel nicht verheimlicht. der im Nebenverdienst die Stiefel von Thomas’ Familie putzt. In Hamburg hatte er die Firma. In der Stadt wird Christian Buddenbrook nur Krischan genannt. ihrer Münchener Bekanntschaft. Jetzt steht er vor dem Bankrott. die Buddenbrooksche Firma zu verlassen.000 Talern (51. sich von dem Mann ohne Ehrgeiz. Thomas leidet unter der Geschwätzigkeit von Christian. Eine gemeinsame Tochter stirbt kurz nach der Geburt. daß die Scharte von damals durch eine zweite Ehe so ungefähr wieder ausgewetzt wird. In einer Unterredung unter vier Augen bringt Thomas seinen Bruder dazu. seine . ohne Streben. Seine Clownerien im Klub sind stadtbekannt.

Achter Teil [Bearbeiten] 1. sie gehen zum Verzweifeln.000 Kurantmark gebracht hat. was von seiner Mutter aufs strengste zurückgewiesen wird. Die Mutter rechtfertigt sich. bei dem er Hermann Hagenström unterliegt. dass seine Mutter diesem Wicht und Erbschleicher 127. dem Pfarrer Tiburtius. In ihren letzten Stunden hatte sie ihre Mutter schriftlich und mit unsicherer Hand gebeten.Mutter. nach Ausscheidung alles Alten und Überflüssigen lässt sich Thomas ein neues. Immerhin hatte Tiburtius 80. „Tony ist ein Kind“ und hätte es ihm ausgeplaudert. verheiratete Tiburtius. Die frömmlerische Mutter übergeht das Familienoberhaupt Thomas und kommt der Aufforderung nach. heiratet 1867 den Direktor der Filiale einer Feuerversicherung. 1863 floriert die Firma wie zu Zeiten von Johann Buddenbrook d. jenen Hermann Hagenström. verlieren Buddenbrooks durch den Konkurs einer Frankfurter Firma 20. Christian kann seine Schulden begleichen und einen Bankrott vermeiden. der es auf ein Jahreseinkommen von 12.000 Mark) aus. ist gestorben. zahlt ihm einen weiteren Vorschuss auf sein Erbe von 5. ihr künftiges Erbe schon jetzt ihrem Mann auszuzahlen.000 Taler (60. Aline Puvogel heiraten zu wollen. den knapp vierzigjährigen Hugo Weinschenk. 1864 wird es bezogen. Ä. Resigniert zitiert er ein türkisches Sprichwort: „Wenn das Haus fertig ist. Erst spät lernt er Laufen und Sprechen. dem in gemeinsamen Kindertagen Tony einen Kuss verweigert hatte. Hagenströms gehören mittlerweile zu den fünf oder sechs herrschenden Familien der Stadt.000 Mark). Christian telegrafiert aus London. hinter der ganz offensichtlich Tiburtius steckt. Im Falle Christians. dass er Glück und Erfolg nicht auf Dauer festhalten kann. des künftigen Chefs der Firma Buddenbrook. Gegen Ende des Streites mit seiner Mutter gesteht Thomas: „Die Geschäfte gehen schlecht. daß ich mehr als Hunderttausend auf mein Haus gewandt habe. Doch Thomas spürt ein Nachlassen seiner Spannkraft. eine raschere Abnützbarkeit. glaubt Thomas seiner Mutter und nennt Christian einen maroden Narren. nimmt er ihr nicht ab. hat er inzwischen eine uneheliche Tochter. KAPITEL. im Jahr des Preußisch-österreichischen Krieges. Nur knapp kann er seinen Konkurrenten Hermann Hagenström ausstechen.“ Clara Buddenbrook. Ein ungünstiger Geschäftsabschluss und ein Rededuell in städtischen Angelegenheiten. einen selbstbewussten. genau seit der Zeit. Tony darf in die Wohnung des jungen Paares mit einziehen. Er will nun nach London gehen und dort eine Stelle annehmen. der Statistin vom Tivoli. kommt der Tod.000 Mark Mitgift erhalten. nunmehr 20 Jahre alt. der mit Gelenkrheumatismus in einem Hamburger Krankenhaus liegt. Mit Aline. lassen Thomas Buddenbrook ahnen. Thomas Buddenbrook wird zum Senator in seiner Vaterstadt gewählt. prächtiges Haus bauen. Thomas ist bestürzt.“ 1866. Dass Tony zugestimmt haben soll. In dem Wunsch nach einer radikalen Änderung. Die Entwicklung des kleinen Hanno. Christian und Tony hätten ebenfalls zugestimmt.000 Talern (15. um ihrer im Haushalt noch unerfahrenen Tochter zur Hand . als er erfährt. ungebildeten und gesellschaftlich plumpen Mann. Tonys Tochter Erika.500 Kurantmark ausgezahlt hat. verzögert sich.

Er wird zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. der Mann von Tonys Tochter. Weinschenk. Thomas Buddenbrook fühlt sich mit zweiundvierzig Jahren als ermatteter Mann. 3. Er gehe nicht gern zur Schule. habe nachts Albträume und rezitiere im Schlaf Gedichte aus Des Knaben Wunderhorn. Juli 1868. 2. Sie streiten sich über die Musik Wagners. von seiner Mutter auf der Violine begleitet. Gerda Buddenbrook ist mit Organisten Pfühl befreundet. Im Gegensatz zur Schule. dass er niemals etwas von der Musik als Kunst verstehen werde. was er eigentlich von jeher schon gewußt hatte. in der es ihm schwer fällt. sich zu konzentrieren. KAPITEL. Gerda macht ihrem Ehemann Thomas klar. dass ein Hagelschlag die „Pöppenrader Ernte“ vernichtet habe. Die Musik entfremdet ihn seinem Sohn. 5. 4.gehen zu können. der ihn zur Rede stellt. Christian ist wieder in der Stadt. der versammelten Familie eine kleine eigene Phantasie vor. An seinem achten Geburtstag spielt Hanno. Grabow wisse auch keinen rechten Rat und begnüge sich mit der Diagnose pavor nocturnus. KAPITEL. 7. zeigt Hanno hier eine mühelose Auffassung. Die Eleganz seines Äußeren blieb dieselbe. Und es begann Tony Buddenbrooks dritte Ehe. . Tante Tony schließt ihn in die Arme und ruft: "Er wird ein Mozart". Hanno ist eng befreundet mit dem gleichaltrigen Kai Graf Mölln. KAPITEL. hat mit betrügerischen Rückversicherungen mehrfach andere Versicherungsgesellschaften geschädigt. Gerda Buddenbrook. denn man bestätigte ihm nur. die Geigenvirtuosin. 6. am 7. Die Heirat ihrer Tochter macht sie überglücklich. Während der Feier erreicht Thomas Buddenbrook ein Telegramm mit der Nachricht. Das Kindermädchen Ida Jungmann berichtet Tony von Hannos sensibler Natur und schwachen Gesundheit. KAPITEL. blättert Hanno in der Familienchronik und liest das ganze genealogische Gewimmel. 9. Der alte Hausarzt Dr. Doch kann er seine Fassade mit viel Selbstdisziplin aufrechterhalten. KAPITEL. Weihnachtsfest im Haus an der Mengstraße. KAPITEL. Eines Tages allein im Wohnzimmer. Einige Monate später. An den Montagnachmittagen gibt Herr Pfühl dem kleinen Hanno Musikund Klavierunterricht. Seinem Vater. und der an Theater und Tingeltangel interessierte Christian kommen gut miteinander aus. wird die hundertste Wiederkehr des Gründungstages (1768) der Firma Buddenbrook festlich begangen. antwortet er: „Ich glaubte … ich glaubte … es käme nichts mehr!“ 8. KAPITEL. Einer Intuition folgend. Auf Vermittlung von Tony lässt sich Thomas – entgegen den Prinzipien der Kaufleute Buddenbrook – auf ein beträchtliches Spekulationsgeschäft ein: Im Frühjahr 1868 kauft er dem in Geldnot geratenen Besitzer des mecklenburgischen Gutes Pöppenrade zum halben Preis dessen gesamte Jahresernte an Getreide noch „auf dem Halm“ ab. allerdings hat sie von der vorgetragenen Musik nicht das Geringste verstanden. zieht er unter seinen Namen mit dem Lineal einen doppelten Schlussstrich[11]. KAPITEL.

die ihre letzten Jahre mit Frömmigkeit und Wohltätigkeit ausgefüllt hatte. die ehemalige Weltdame. antwortete Christian. heiraten.Neunter Teil [Bearbeiten] Im Herbst 1871 stirbt nach langem Krankenlager und zähem Todeskampf Elisabeth („Bethsy“) Buddenbrook. Christian sei nicht mehr sein eigener Herr. erhofft sich Thomas einen tüchtigen und wetterfesten Nachfolger. 2. ich wünsche Wäsche und Geschirr. nimmt er Hanno mit. ich mache dich zunichte. Es war eine hübsche kleine Wohnung und an der Eingangstür stand auf einem blanken Kupferschild in zierlicher Schrift zu lesen: A. Die weiblichen Hausangestellten tragen sogleich Wäschekörbe voll Kleider und Leinenzeug aus dem Haus.[14] Zehnter Teil [Bearbeiten] 1. „Ich wünsche kein Geld. Er lässt ihn turnen. Seine Mutter hatte ihm dies zeitlebens verwehrt. dass er nicht das Erbe seiner Mutter verlottern könne. Thomas zu Christian: „Ich werde den Rest deines Vermögens verwalten. beinahe sinnlos vor Zorn […] „Ich lasse dich für kindisch erklären. Doch Hanno durchschaut die gesellschaftliche Versiertheit des Vaters und erkennt. die Statistin vom Tivoli. KAPITEL. zu Tonys Beschämung ausgerechnet an Hermann Hagenström. die Aline Puvogel vor der gemeinsamen Tochter geboren hatte. An der Börse. ich lasse dich einsperren. Von Hanno. Witwe. . Tony zieht mit Tochter Erika und Enkelin Elisabeth in ein helles und nicht ohne Anspruch auf Vornehmheit eingerichtetes Stockwerk am Lindenplatze. Permaneder-Buddenbrook. KAPITEL. die ihnen die Tote angeblich versprochen hätte. adoptieren und sein eigenes Kind legitimieren. Aline Puvogel. wirkt er nur noch dekorativ. Ausgehöhlt spielt er in seiner eleganten Garderobe und mit seinem verbindlichen Auftreten wie ein Schauspieler sich selbst. Schlittschuh laufen und schwimmen.“ Das Haus in der Mengstraße wird zu Beginn des Jahres 1872 für 87.“ Er will die Mutter seiner Tochter. „Du wirst es nicht tun“. „das gehört sich doch so. Jetzt verwehrt es ihm Thomas. wiederholte Thomas Buddenbrook. eine Garconwohnung[13] in der Nähe des Klubs. Auch zu gesellschaftlichen Visiten in Häusern. und du wirst nie mehr als ein Monatsgeld in die Hände bekommen. Christian mietet für sich und die Seinen eine bescheidene Dreizimmerwohnung. so beträgt sein Vermögen 600. so wird hinter seinem Rücken gespottet. Zur Verwunderung seiner Geschwister möchte der Junggeselle Christian einen großen Teil der Wäsche und des Geschirrs. an Pneumonie. der inzwischen 11 Jahre alt geworden ist. welche Anstrengung seinen Vater diese Selbstdarstellung kostet.000 Mark. Im Hafen zeigt er ihm die Löscharbeiten auf den firmeneigenen Schiffen. Der 46jährige Thomas Buddenbrook fühlt sich unaussprechlich müde und verdrossen. – blass und vor Zorn zitternd. Thomas Buddenbrook: „So daß also dein Vermögen nach deinem Tode an jene Leute überginge?“[12] „Ja“. das Familienoberhaupt.“ Christian will überdies die beiden Kinder.“ Thomas verbietet ihm auch das. Danach teilen die Familienmitglieder den Hausrat der Verstorbenen unter sich auf. Rechnet er den Grundbesitz mit ein. Der Tag der Testamentseröffnung werde ihm zeigen.000 Mark verkauft. denen er geschäftlich verpflichtet ist. Dinge.

Sein schlechtes körperliches Befinden und seine gedrückte Stimmung lassen Todesahnung aufkommen. seine Jugendliebe. KAPITEL. KAPITEL. gefolgt von einer langen Reihe Kutschen und Wagen. Halb gesucht. in der sie lebte und die sie ausströmte zur Rede zu stellen. Qualvoll werden für Thomas Buddenbrook die Pausen. Es kommt zu einer stillschweigenden Aussöhnung der Brüder. – Die Monotonie des Meeres. Das Kapitel "Über den Tod und sein Verhältnis zur Unzerstörbarkeit unseres Wesens an sich“ enthüllt ihm „eine ewige Fernsicht von Licht. KAPITEL. Ab da verliert sich seine Spur. vorzeitig aus der Haft entlassen. KAPITEL. in dem Gerda und der Leutnant sich seit zwei Stunden aufhalten und die Musik seit längerer Zeit schweigt. Er verkehrt bei Buddenbrooks und musiziert mit Gerda im Salon. in den seltsamsten Augenblicken begleitet ihn Hanno auf dem Harmonium mit süßen Akkordfolgen. und das befürchtet auch ihr Gatte. Nach einigen Tagen reist Weinschenk nach London. ist für wenige Sekunden die sonstige Fremdheit zwischen ihnen aufgehoben. Doch Gerda mit ihrer nervösen Kälte. Da er in der Stadt gesellschaftlich nicht mehr tragbar ist. 8. 1873 wird Hugo Weinschenk. Anna. in denen die Musik so lange. so vermutet man in der Stadt. der mystische und lähmende Fatalismus. 6. seine Gattin Erika und ihre gemeinsame Tochter will er erst zu sich nehmen. . Tonys Schwiegersohn. Vier Monate später muss Thomas bei Zahnarzt Brecht Hilfe suchen. halb zufällig gerät Schopenhauers Hauptwerk in seine Hände. 4. wird auf ihren Wunsch in den Salon eingelassen. – Thomas Buddenbrook setzt sein Testament auf. Im September 1874 fährt Thomas auf ärztlichen Rat für einige Wochen zur Erholung an die Ostsee. mit dem sich die Wogen heranwälzen. Die Welt als Wille und Vorstellung. Der sensible Hanno begreift den geheimen Kummer seines Vaters. KAPITEL. lösen bei Thomas ein tiefes Bedürfnis nach Ruhe aus. 5. In vierspännigem Leichenwagen. wird Senator Buddenbrook in feierlichem Pomp zum Friedhof gefahren und im Familiengrab beigesetzt. 7. Die Zahnextraktion ohne Betäubung missglückt. abgeschlossen von den übrigen Bewohnern und Hausangestellten. Christian schließt sich ihm aus freien Stücken an. 3. Tony gibt einige Male eine Suchannonce auf. Üblicherweise verbringt Hanno die Sommerferien an der See." Der Tod erscheint ihm jetzt als die Rückkunft von einem unsäglich peinlichen Irrgang. KAPITEL. Dann ist er ganz glücklich in friedlicher und kummerloser Abgeschiedenheit. in dem er aufgebahrt liegt. wenn er ihnen wieder ein angemessenes Leben bieten kann. er fällt auf der Straße um und erleidet einen Schlaganfall. Kai erzählt geheimnisvolle Geschichten. Gerda Buddenbrook.Hanno ist oft mit seinem Freund Kai zusammen. Lebensjahr hinter sich. hat ein Verhältnis mit dem Leutnant René Maria von Throta. erwarten Tony und ihre Tochter insgeheim die Trennung. um eine Scheidungsklage ihrer Tochter wegen böswilligen Verlassens zu ermöglichen. Thomas Buddenbrook stirbt nach kurzem Krankenlager. Als sich Hanno und sein Vater vor der Tür des Salons begegnen. fernab von allen Widrigkeiten der Schule. Thomas Buddenbrook hat das 48. lange schweigt. wagt er nicht.

Kistenmaker hat mit der Auflösung des Nachlasses keine glückliche Hand." 3. sein Vormund und der Pfarrer hätten ihn bereits aufgegeben. nachdem durch den Tod seines Bruders dessen Veto weggefallen war. Unbeschadet der praktischen und ideellen Vorteile. 4. 2. auf. Hanno ist von seinem Vater nicht als Firmenerbe bestimmt worden. Sie entläßt die alte Ida Jungmann. Seinem einzigen Freund Kai gesteht Hanno. Es wird vom Testamentsvollstrecker Kistenmaker mit Verlust verkauft. Ich kann nichts wollen. KAPITEL. Deprimiert sieht er für sich keine Zukunft mehr. als wäre ein Unrecht dabei. das Thomas hatte bauen lassen. Aber schon am nächsten Tag folgen wieder kummervolle Schulstunden. Im Frühjahr 1877 stirbt Hanno an Typhus. auch nicht als Musiker: "Ich kann beinahe nichts. Im Winter des gleichen Jahres verabschiedet sich Gerda Buddenbrook von Lübeck und kehrt nach Amsterdam zu ihrem Vater zurück. dass der schlechte Schüler Hanno nicht in die nächste Klasse versetzt wird. Er ist berauscht von der Musik zum 'Lohengrin'. ich kann nur ein bißchen phantasieren . Zur Schule geht er mit der goldenen Uhrkette seines Urgroßvaters und dem alten Erbsiegelring mit grünem Stein. Stattdessen erwirbt sie im Herbst 1876 eine angenehme [kleine] Villa vor dem Burgtore. Ich will nicht einmal berühmt werden. genau. der freien Enzyklopädie Wechseln zu: Navigation. Sein mütterliches Erbe wird vom Testamentsvollstrecker Kistenmaker verwaltet. Aline Puvogel lässt Christian gegen seinen Willen wegen Wahnideen und Zwangsvorstellungen in einer psychiatrischen Anstalt internieren. Gerda Buddenbrook gibt das große Haus.. Auf dem Papier hatte Thomas ein Vermögen von 650. der ihm als schulisches Versagen ausgelegt wird. Tony schreibt Aline Puvogel mit sorgfältig vergifteten Worten.. Hanno ist mittlerweile ein sechzehnjähriger Gymnasiast und noch nicht im pubertären Stimmbruch. führen zu der endgültigen Entscheidung. daß mit dieser Summe nicht im entferntesten zu rechnen war. verkauft werden. Christian hat Aline Puvogel geheiratet. Hannos mangelndes schulisches Engagement und ein unglücklicher Zufall. die sie der Heirat verdankte. KAPITEL. dem Testamentsvollstrecker und ehemaligen Schulkameraden von Thomas. Mal darf Hanno seine Mutter ins Theater begleiten. dass sie weder sie noch ihre Kinder jemals als Verwandte anerkennen werde. Suche . Nach einem Jahr stellt sich heraus. [15] In seiner fiebrigen Benommenheit verschließt sich Hanno der Stimme des Lebens. Sein fehlender Lebenswille lässt ihn flüchten auf dem Weg.Elfter Teil [Bearbeiten] 1. Firma und Grundbesitz sollen binnen eines Jahres von Kistenmaker. KAPITEL. an einer alten Kastanienallee gelegen. Der kleine Herr Friedemann aus Wikipedia.000 Mark als Vermächtnis angegeben. KAPITEL. der sich ihm zum Entrinnen eröffnet hat. kann sie so ihr bisheriges unabhängiges Leben fortsetzen. Ich habe Angst davor.

Blätter für deutsche Art und Wohlfahrt tätig. Inhalt [Bearbeiten] Die Novelle erzählt in fünfzehn Kapiteln die Lebensgeschichte des buckligen Johannes Friedemann von der Kindheit bis zu seinem Selbstmord mit dreißig Jahren. die sich nicht mehr bewegen. zu dem auch Friedemann geladen ist. Von März 1895 bis Juli 1896 war Heinrich Mann als Herausgeber der nationalkonservativen und stark antisemitischen Monatsschrift Das Zwanzigste Jahrhundert. Die unbekümmerte Natur in der mondhellen Nacht nimmt keinen Anteil an der Tragödie.[1] Er zieht sich zurück. Das Grillenzirpen wird nur kurz unterbrochen durch das Aufklatschen von Friedemanns Oberkörper ins Wasser.[4] Aus der Ferne klingt gedämpftes Lachen.Essays. Im Jahr 1897 erschien Das Wunderbare und andere Novellen und im Folgejahr Ein Verbrechen und andere Geschichten. Sie wehrt ihm nicht und blickt starr über ihn hinweg ins Weite.Der kleine Herr Friedemann ist eine Novelle von Thomas Mann. dass seine Behinderung ihn von den körperlichen Freuden „des Lebens“ ausschließt. Ein Roman unter feinen Leuten. zu dem am Garten hinziehenden Fluss. Seine Beine. rothaarig. die eigene Kränklichkeit ahnen lässt. sie in den großen. Sein erster Roman In einer Familie wurde 1894 veröffentlicht. fordert Gerda von Rinnlingen ihn auf. Hier gesteht er Gerda von Rinnlingen ungestüm seine Liebe. 1891 erschienen erste Rezensionen in Die Gesellschaft und 1892 auch in Die Gegenwart. Sie erschien im Mai 1897 in der Neuen deutschen Rundschau sowie 1898 in der gleichnamigen Novellensammlung. Literarischer Werdegang [Bearbeiten] Heinrich Mann Ab 1885 Veröffentlichung erster erzählerischer und ab 1887 auch poetischer Texte. parkähnlichen Garten zu begleiten.zum Teil aber auch antisemische .[3] Bei einem Empfang im Hause von Rinnlingen. Der Park rauscht leise wie zuvor. Gerda von Rinnlingen. Entsagung sichert ihm ein ruhiges Leben. Doch dann zieht in seine Stadt das Ehepaar von Rinnlingen. Johannes Friedemann erhebt sich nicht wieder und schiebt sich auf dem Bauche liegend vorwärts. Doch dann stößt sie den Krüppel verächtlich von sich. Bereits in der Schulzeit wird dem Krüppel bewusst. ist eine auffallend schöne Frau. bleiben auf dem Ufer liegen. In einem Gespräch deutet Gerda von Rinnlingen eine geheime Wesensverwandtschaft an. Zur Zeit des wilhelminischen Kaiserreiches entstanden politische und kulturkritische . Im Genießen von Literatur und Musik schafft er sich seine eigene Welt. [2] Friedemann empfindet sofort eine starke Zuneigung zu ihr. Dort richtet er den Oberkörper kurz auf und lässt sich kopfüber ins Wasser fallen. 1903 Die Göttinnen oder Die drei Romane der Herzogin von Assy und der Roman Die . so 1900 Im Schlaraffenland.

Zumindest ist Anna eine nicht „ganz naive Frau“. einem vermögenden deutschjüdischen Argentinier. von ihrem Diener und der Aufwartefrau umsorgt. Der Vater aus Übersee war froh. Dora zu erobern. Wenn Heinrich Mann von „der Vereinigung ihrer Liebe“ in Berlin schreibt. Erst nach Kriegsende 1918 wurde der Roman in nennenswerter Auflage in Deutschland veröffentlicht. geehelicht hatte. Der Major. bzw. Mit diesem Mädchen. D. „unbefriedigt“. Der Junggeselle träumt von „Hafenruhe“. die zweite Frau. möchte Wellkamp nach „flüchtigem Wanderleben“ in den Ehehafen einlaufen. Es sieht so aus. verbringen die Neuvermählten ihre Flitterwochen in Berlin. 1905 folgte der Roman Professor Unrat oder das Ende eines Tyrannen und weitere Veröffentlichungen. der Großvater werden will und der Anna weder versteht noch liebt. Dora. Theaterbesuche et cetera lehnt die Dame in dem doch kunstfreundlichen Wohnort Dresden ab. der nicht mit seiner jungen Frau allein sein möchte. . könnte das vielleicht als Indiz für den Vollzug der jungen Ehe genommen werden. verloren. In einer Familie _ Heinrich Mann Handlung [Bearbeiten] Der 32-jährige Wellkamp lernt mit der 17-jährigen Anna von Grubeck endlich die Richtige kennen. In den Jahren 1910 bis 1913 wurden in Berlin alljährlich Schauspiele Heinrich Manns uraufgeführt. eine Kreolin. das eine „prunklose Selbstsicherheit“ ausstrahlt. möchte sie ihre „intellektuellen Beschäftigungen“ nicht zugunsten der Hauswirtschaft unterbrechen. Zu allem Überfluss lässt er eine Verbindungstür zwischen den beiden Wohnungen durchbrechen. Somit wird sie ihrem Schwiegersohn in spe unsympathisch. der Erzähler referiert diese: Anna verachte Doras „unselbständigen Verstand“. Wellkamp nennt Anna eine Emanzipierte. Die 28-jährige Dora hatte als Kleinkind die Mutter. Der Major. muss durch Doras Boudoir. Mit dem Einverständnis des jungen Paares mietet er die Nachbarwohnung dazu. Bei Annas Vater. findet Wellkamp mit der Äußerung seiner Absichten ein offenes Ohr. In seiner Sturmund Drang-Periode hatte Wellkamp dort eine Geliebte. nach einem „unglücklichen Manöver“ verabschiedet. Von Geldsorgen sind die handelnden Personen im Roman nicht geplagt. eine größere Summe Geld. der selbstsüchtige alte Mann. Bereits als junges Mädchen hatte sie einen „nervösen Widerwillen gegen die körperlichen Beziehungen der Geschlechter“. zurückgezogen in ihrem schummrigen Boudoir. Und der Major erhielt von seinem neuen Schwiegerpapa. Die tief sitzende Abneigung wird von Anna erwidert. hat eine blendende Idee. gleich nachdem er Dora. von Grubeck. lesend. Während dieser Installationen. Seine junge Frau lebt sinnierend. Nachdem sie Wellkamp in aller Stille geheiratet hat. Dora hasst Annas verstorbene Mutter und überträgt diese Feindschaft auf ihre ruhige Stieftochter Anna. nun eben ein Kunstliebhaber geworden. Das Mädchen studiert Schriften sozialistischen Inhalts und liebt Beethoven.Jagd nach Liebe. An dem Roman Der Untertan arbeitete Heinrich Mann ab 1912. als er seine schwierige Tochter Dora los war und dampfte alsbald nach der Vermählung ab gen Südamerika. Und der die Tür benutzt. Wellkamp verfügt über ein beträchtliches mütterliches Erbe. die der Major mit Eifer beaufsichtigt. Der Vorabdruck in der Zeit im Bild fiel der Zensur zum Opfer und wurde mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges unterbunden. hat es in seinem Alter aufgegeben. als ob die Ehe mit dem „ungeliebten“ viel älteren Major nie vollzogen worden ist. Jene gegenseitige Verachtung kommt aber höchstens in Blicken oder Gesten zum Ausdruck. dem Major a. Das Werk erschien 1915 zuerst auf Russisch und ab 1916 als Privatausgabe in deutscher Sprache. gibt an allem dem Gatten die Schuld.

die „gefallene“ Frau. Wellkamp hatte sich aber zuvor verhorcht. als Vater und Tochter ausgeritten sind. Da meldet sich Anna. Die junge Frau will mit auf Reisen gehen. Der Major ist seinen anstehenden Verpflichtungen nicht gewachsen. die schlimme Wahrheit mit. Der enttäuschte Wellkamp kommt sich überlistet und gefangen genommen vor. Dora gibt sich auf einmal als vernünftig-mütterlich. ist da draufgängerischer im Kampf um den Mann. Wellkamp gesteht eines Morgens Dora seine Liebe und küsst sie auf den Mund. Er bleibt in Dresden. Das junge Paar genießt am Genfer See den Frühling und nimmt bei seiner Rückkehr eine Villa in der Dresdner Schillerstraße. Ihr Peiniger Wellkamp beleidigt sie tief. Wie gut für den Ehebrecher! Er kniet vor der großherzigen Anna nieder. Ein Ablassventil findet er in Anna und dem Major. die schon wieder gehorcht hat. Auf eine knappe Formel gebracht: Dora will Wellkamp „demütigen“ und „besitzen“. präsentiert der Major das komplett eingerichtete Domizil. Der Ehebrecher soll allein verreisen . Die „Hafenruhe". ohne ein Quant Energie. dass er Dora liebt. In dieser Bewährungssituation zeigt wiederum Anna Stärke: Sie schreibt den einfühlsamen Brief an Doras Vater nach Argentinien. „Dieses verfehlte Leben“ neigt sich seinem Ende. ist erreicht. er habe Dora getötet. Die verständnisvolle Anna hält zu Wellkamp. will sich nicht scheiden lassen. Wellkamp stimmt zu. Zu seinem Erstaunen bemerkt Wellkamp. nun ihrerseits Horcher an der Tür. ganz nahe bei Dresden. weil der Major jeden Morgen mit seiner Tochter ausreitet. Ein Junge soll es werden. gleich und sofort muss er mit Anna ausziehen. Überdies meint sie.möglichst weit weg und möglichst lange. Über Doras Grab wächst Gras. den Verführer der Gattin zu entschuldigen und bittet ihn höflich aus der Schusslinie. von der Wellkamp träumte. ob die Pistole überhaupt geladen war. wird sich Wellkamp im Tiefschnee der unnatürlichen Beziehung bewusst. Das Paar wünscht sich ein Kind. Dora hatte gar nicht kontrolliert. zieht zu seinen Kindern in die Villa. stirbt sie in der Aufregung an Herzversagen. Der Major. Der frisch Vermählte kommt zu dem Schluss. Es bleibt nicht bei „fleischlicher Liebe“. beide Ehebrecher tun sich „körperlich wehe“. „Diese traurige Verbindung“ kann auch deshalb so leicht zustande kommen. Ist sie doch vier Jahre jünger als er und sieht in einer Liaison so etwas wie ihre letzte Gelegenheit. Vater und Tochter waren noch gar nicht ausgeritten. Erstaunt muss Wellkamp einen Wandel bei der Schwiegermutter zur Kenntnis nehmen. Nach dem Ehebruch ist Dora. Während die Ehebrecherin den Schurken Wellkamp erschießen will. von Anna sehr geliebt. An einem der darauf folgenden Tage. Während eines einsamen Gewaltmarsches über die verschneite Räcknitzer Höhe. Dafür will Dora sich an ihrem Schwiegersohn rächen. . Die Reaktion der Betrogenen überrascht den Leser. Wellkamp macht den beiden eine „unleidliche Szene“. entsetzt und kommt sich als Opfer vor. Dora. Wellkamp jammert. Dora muss indes erkennen. dass sie mit ihrem Ehebruch Wellkamp und Anna auch noch „zusammengeschmiedet“ hat. Somit bekommen der Major und Anna. Die Feindin Anna genoss mit Wellkamp in Berlin die „freie Welt“. Natürlich verbietet er sich seine Leidenschaft und zieht umgehend Goethe zu Rate: Wie war das in den „Wahlverwandtschaften“? Wellkamp zitiert die einschlägigen Passagen auswendig. Doch Wellkamp .in seiner Charakterschwäche neigt zu „Selbstbetrug“. in ihrem „tollen Hass“.Als das Paar aus Berlin nach Dresden zurückkehrt. um sich anschließend an ihr „aufzurichten“. Der Major. Der Major versucht. macht er der Geliebten eine lautstarke Szene. den Anna besitzt. mit ihrer Untat habe sie das Verhältnis Annas zum Major gefestigt.

menschenverachtenden. Des Weiteren auch mit Wahnsinn. zu diesem unerbittlichen. maschinellen Organismus“ geprägt ist und unter ihm leidet. Wahnsinnige zum Gegenstand ihrer Darstellungen. Er ist ein Mitläufer und Konformist. appellativen und sachlichen Ebene. Heßling identifiziert sich mit den Weltmachtambitionen der radikalen Nationalen. die den kommenden Weltkrieg herbeiwünschen. im Angesicht Heßlings sterben. Hierbei stellt der Beginn des Ersten Weltkriegs eine starke Zäsur für die Begriffe Tenor und Topos insbesondere der Expressionistischen Lyrik dar. wird Heßling einerseits als Tyrann dargestellt. Jahrhunderts. van Hoddis. auch . Als kritischen Gegensatz zu Heßling lässt Heinrich Mann als Darstellung des verkümmernden Liberalismus den Vater eines Freundes. Obwohl auch diese Epoche – wie jede andere – fließende Übergänge besitzt und ihre Eingrenzung natürlich stark definitionsabhängig ist. Der Expressionismus (lat. Großstadt. Liebe und Rausch sowie der Natur. in der sich Heßling selber als Bürger der Zeit beschreibt. Stramm. Inhalt [Bearbeiten] Der Roman erzählt von Diederich Heßling als Beispiel für einen bestimmten Typ Mensch in der damaligen deutschen Gesellschaft. andererseits als Untertan. Hierbei überwiegt die expressive Ebene gegenüber der ästhetischen. sein Erlebnis für den Betrachter darzustellen. Kranke. wird die Ordnung durch ein apokalyptisch anmutendes Gewitter aufgelöst. der Symbolismus und der Fauvismus ist der Expressionismus eine Bewegung gegen die Tendenzen des Naturalismus. den 1848er-Revolutionär Buck. Die Idee des Konstruktivismus wird in der Negierung der vorgegebenen Strukturen vorweggenommen. Benn). Ähnlich dem Expressionismus in der bildenden Kunst befasste sich der Expressionismus in der Literatur in erster Linie mit den Themen Krieg. Beherrscher der Familie und intriganter Kumpan des im Grunde verhassten Sozialdemokraten Napoleon Fischer. hat sich in der Literaturwissenschaft das Schlagwort des 'Expressionistischen Jahrzehnts' für die Blütezeit des Expressionismus zwischen 1910 und 1920 eingebürgert. dass der Künstler versucht. Bei der Einweihung eines kaiserlichen Denkmals. An eine Kette solcher Episoden. der von der „Zugehörigkeit zu einem unpersönlichen Ganzen. expressio = Ausdruck) war eine Stilrichtung in der Kunst am Anfang des 20. wie keine andere literarische Bewegung zuvor machen die Expressionisten das Hässliche. Stadler. Heinrich Mann erzählt mit ironischer Distanz Heßlings Lebensgeschichte von dessen Kindheit bis hin zur Sicherung seiner Stellung in der wilhelminischen Gesellschaft. Heßling ist obrigkeitshörig. denen Zitate aus Kaiserreden als Leitfaden dienen. feige und ohne Zivilcourage. Die junge Generation der Autoren drückte sich vor allem durch Lyrik und in Lyrik aus (Lasker-Schüler. Die bürgerliche Ästhetik wird durch eine 'Ästhetik des Hässlichen' zurückgewiesen. was sich dadurch ausdrückt. Er wird dargestellt als Stammtischagitator. Deutlich wird hier die Abwendung von formalen Vorgaben. Herr über einen Betrieb und damit Kämpfer gegen das Proletariat. Wie der Impressionismus. erneuernde Kraft herbeigesehnt und verherrlicht hatten (vgl. während viele Autoren zunächst noch den Krieg als eine die überkommene bürgerliche Gesellschaft hinwegfegende. dem die Hierarchie der Gesellschaft des Kaiserreichs Macht verschafft. Zerfall.Der Untertan ist ein Roman von Heinrich Mann. Ich-Verlust und Weltuntergang (Apokalypse). Angst.

hausbackene Mentalität hervor. Allerdings verlangt er mehr vom Leben "als nur das Butterbrot". hatte sich aber. Ein Passant. erpreßt Geld und raubt einige Gegenstände aus der Wohnung der mittlerweile Ohnmächtigen. doch die Gefangenenfürsorge setzt sich für ihn ein. Hitzköpfige junge Linke versuchen ihn in seinem Stammlokal zu provozieren und verlangen die Herausgabe seiner Hakenkreuz-Armbinde . wie auch andere seiner gleichaltrigen Kneipenkumpane gegen Kriegsende abgesetzt. Veränderungen. der auch schon Zuhälter war. verlaufen seine ersten sexuellen Aktivitäten mit Prostituierten nach jahrelanger erzwungener Abstinenz unbefriedigend. bevor er verschwindet.Futurismus). prahlt er damit vor seinem Freund. verwirrende Eindrücke überrollen ihn förmlich. Biberkopf gerät bereits auf der Straßenbahnfahrt von Tegel ins Stadtinnere in einen merkwürdigen Zustand. Döblin schildert im Folgenden Biberkopfs Weg durch Berlin. trifft dort Idas verheiratete Schwester Minna und vergewaltigt sie mehr oder weniger. bemerkt. Bald darauf zieht es ihn zur Stätte seiner Tat zurück. der eher unbedarfte Biberkopf ist Kriegsveteran. fängt im Hinterhof zu singen an. daß Biberkopf Probleme hat. mit ihr in Kontakt zu bleiben. ist er von einer linken Einstellung abgerückt und kehrt nun eine eher kleinbürgerlich-rechte. Ostjude. Im Kino auf den Geschmack gebracht. Nach der Monotonie und starren Ordnung des Gefängnislebens ist er von seiner wiedergewonnenen Freiheit in der Großstadt Berlin wie erschlagen. dessen Ziel es ist. Arbeit und Wohnung zu finden und „ein guter Mensch“ zu werden. Durch kleine Geschenke versucht er. Zu Beginn wird er aus der Strafanstalt Tegel entlassen. ändert sich das Kriegsbild bald durch die Schreckenseindrücke vieler Dichter. Er weicht einer handgreiflichen Auseinandersetzung aber aus und setzt sich nur mit Gebrüll zur Wehr. ein Möbelpacker und Zementarbeiter. Abends geht er regelmäßig in die Kneipen um den Alexanderplatz und im Scheunenviertel. wo er seine spätere polnische Freundin Lina und Otto Lüders kennen lernt. Biberkopf irrt in der Gegend des Rosenthaler Platzes umher. Franz ist erschüttert von diesem Vertrauensbruch. Lärm. Biberkopf moralisch aufzurichten. Er verbüßte dort eine vierjährige Gefängnisstrafe wegen Totschlags. Biberkopf ist zwar aus Berlin ausgewiesen. Zunächst weiß er nichts mit sich anzufangen. Besser gelaunt und gestärkt verabschiedet sich schließlich der Strafentlassene mit Handschlag von den Juden. Offenbar enttäuscht vom Resultat der Jahre 1918/19. Er läuft in das Haus. die selbst das Ausmaß der Vernichtung und des Elends als Soldaten an der Front erleben müssen.Biberkopf verkauft auch Nazizeitungen. zwischen Herbst 1927 und dem ungefähren Jahresende 1928. Er meint. Lüders bereitet Franz eine schwere Enttäuschung: Als Franz beim Hausieren sehr rasch das Herz einer Witwe gewinnt. Dieser verschafft sich daraufhin auf dreiste Weise Zutritt bei der Witwe. Verkehr und verschiedenste. Im stark politisierten Klima des Jahres 1928 birgt Kneipengerede ein starkes Konfliktpontential. . Durch Geschichtenerzählen versucht er. Das Gewimmel der Menschen. Biberkopf muß die Kneipe wechseln. Romanheld ist der etwas über 30-jährige Prolet Franz Biberkopf. Wochenlang bleibt er anständig und verdient sich seinen Lebensunterhalt als ambulanter Gewerbetreibender für Textilwaren und Zeitungen. obwohl er mit dem Wirt gut stand. weil er nach einem Eifersuchtsanfall im Affekt seine Freundin Ida erschlagen hatte. Handlung [Bearbeiten] Alfred Doeblin Handlungszeitraum ist ein gutes Jahr. Dächer müßten auf ihn herabstürzen. redet ihm zu und nimmt ihn in die Wohnung seiner Familie mit.

Franz Biberkopf beschließt. dem Schlosser der Pumsbande. dass ein regelrechter Kettenhandel mit leichten Mädchen entsteht. nachdem Reinhold aus seinem Versteck auftaucht. Der rechte Arm muss ihm abgenommen werden. Nachdem er sie längere Zeit auf einem Waldspaziergang umgarnt hat. die Tochter eines Straßenbahnschaffners aus Bernau. Biberkopf Mieze wegzunehmen. da sie sich ihr Geld durch Prostitution verdient. Eines Tages bietet Reinhold ihm eine lohnende Gelegenheitsarbeit an. ihm seine Mädchen derer er überdrüssig geworden ist . Er verprügelt sie schwer. sie mit Hilfe seines Verbrecherkollegen Karl. doch Reinhold rächt sich an ihm und stößt ihn bei der Rückfahrt brutal aus dem Wagen vor ein nachfolgendes Auto. Reinhold zieht den etwas schlichten Biberkopf auf eigenartige Weise in seinen Bann. wiederum aus Prahlsucht. Allerdings ist Reinhold nun überzeugt. Doch vertraut er Franz immerhin seine Seelennöte an und geht mit ihm einmal sogar zur Heilsarmee. geht die Szene in Chaos und Gebrüll auf. Durch das allzu leichte Leben mit Mieze sinkt Franz wieder tiefer. Obgleich ihn Reinhold töten wollte. Franz ist über Miezes Ausbleiben zunächst nicht besonders besorgt. verbirgt sich hinter Reinhold ein brutaler Berufsverbrecher von enormer Körperkraft. seinen Eid zu brechen und als Zuhälter zu "arbeiten". Ein andermal will Biberkopf. Biberkopfs alter Freund. mit Mieze intim zu werden. damit er heimlich Zeuge seiner Intimitäten mit Mieze werden kann. Er lebt teils von Miezes Geld . da . bei der Franz angeblich Obst verladen soll. Einmal sucht er Reinhold direkt auf. der Krüppel wolle ihn beseitigen oder auffliegen lassen. dass er Biberkopf endgültig fertigmachen muss. Reinhold fasst nun den Entschluss. Weil dieser sich weigert. Was zwar den Eindruck eines Leidenden verstärkt ("der wird keine 50"). Reinhold in seiner Wohnung verstecken. nach Bad Freienwalde zu locken. Biberkopf verschwindet. Obwohl Biberkopf dadurch zum Krüppel geworden ist. Es gelingt ihm. Bald lernt er durch Eva. An diesem Abend kommt es zu einer Eifersuchtsszene zwischen Franz und seiner Freundin. der sich alles gefallen zu lassen scheint.lässt sich aber nichts anmerken und verhöhnt den Krüppel. tritt als Dulder auf und deckt somit die Täter. Er kauft sich ein Eisernes Kreuz und täuscht eine Kriegsbeschädigung vor. Nachdem dies fehlschlägt. Nach seiner Genesung erlebt Franz Biberkopf Berlin zum dritten Mal. Wieder ist er Gast in den Kneipen um den Alexanderplatz. Äußerlich relativ unauffällig. macht ihn Reinhold durch Geschenke gefügig. indem er ihm Socken in den leeren Arm stopft. Denn Reinhold ist ein Sex-Maniac. ermordet er die Zwanzigjährige und verscharrt ihre Leiche mit Karls Hilfe im Wald. der nur billigen Kaffee und Brause zu sich nimmt. Mieze kennen. bewahrt er über alle Vorgänge Stillschweigen. Mehrmals fordert Reinhold Biberkopf auf. und schließlich wird Franz ihm so hörig. eher abgezehrt und abgerissen bis kränklich wirkend.und ist gleichzeitig Geschäftemacher. übt dieser immer noch eine solche Anziehungskraft auf Franz aus. unter beiläufigem Gerede nach Kräften. Schieber und Hehler. In Wirklichkeit soll Franz bei einem Raubzug Schmiere stehen. dass er sich ihm wieder nähert. Da Franz unbedingt ehrlich bleiben will. Denn nach wie vor befürchtet er. der Zuhälter Herbert.abzunehmen. Daraus wird zwar nichts. der ihr eine Wohnung im Berliner Westen eingerichtet hat . Zudem tritt Reinhold als Alkoholabstinenzler auf. versucht er wieder auszuweichen.er vermutet einen ausgeklügelten Racheplan Biberkopfs . durch den er über die Einbrecherkolonne des Bandenchefs Pums in das Berliner Verbrechermilieu gerät. Der Verbrecher ist an sich völlig perplex . aber ebenfalls nicht der Wirklichkeit entspricht. versucht er auf rüde Weise. die eine Freundin aus der Zeit vor seiner Gefängnisstrafe ist.Nach kurzer Erholung lernt er Reinhold kennen.die einen gutsituierten Gönner hat. Sie ist von ihren Eltern wegen ihres Lebenswandels verstoßen worden. sorgt für erste Hilfe durch einen dem Milieu verbundenen Arzt und lässt Franz in eine Klinik nach Magdeburg bringen. Reinhold verabschiedet sich ebenfalls.

mit der sich alle identifizieren könnten. sie sei mit einem vornehmen Kavalier verreist. Ulrich. Durch diese Einsicht „stirbt“ der alte Biberkopf und er kann ein neues Leben beginnen.er glaubt. für ein Jahr „Urlaub vom Leben“ zu nehmen. Franz und Reinhold werden nun steckbrieflich gesucht. Franz wird nicht angeklagt. Er wird aus der Anstalt entlassen. die sich dieser Kreis gestellt hat. trägt. wird zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. das siebzigjährige Thronjubiläum von Kaiser Franz Joseph im Jahr 1918 mit einem großen symbolischen Akt zu feiern. Reinhold. Nochmals versucht er. So ist es letztlich doch immer der Mensch selbst. der „Mann ohne Eigenschaften“. in dem durch das Bekenntnis zur Reue. Als er von einem Polizisten angesprochen wird. denn in einer Zeit. was ihn einsehen lässt. gescheitert ist. nach Wilmersdorf zu verschwinden. Reinhold wird es zu heiß. nachdem auch sein dritter Versuch. eine Umkehr und „Wiedergeburt“ möglich ist. lässt sich keine umfassende Idee mehr finden. Nachdem er an Miezes Grab war. Bei der Pumsbande läuft es nun schlecht. die mit. Doch erweist sich die Bewältigung der Aufgabe. Da Franz das Kneipenleben nicht lassen kann. die Meinungsverschiedenheiten der Mitglieder wachsen sich zu gefährlichen Streitereien aus. Halb verhungert wird er in die Irrenanstalt Buch gebracht. dass sein Vater ihn auffordert. doch in der Untersuchungshaft verweigert er die Nahrung. als unmöglich. Die Parallelaktion erweist sich also als ein Treffpunkt der unterschiedlichsten Personen. ihre eigenen Interessen verfolgen. der als Mörder von Mieze entdeckt und angeklagt wird. nennt sich der Vorbereitungskreis Parallelaktion. dass sie von Anfang an zum Scheitern . in der sich jeder nur in seinem eigenen Lebensbereich spezialisiert. Diese hat beschlossen. Inhalt [Bearbeiten] Robert Musil. Franz wird zum Polizeipräsidium gebracht. Auf der einen Seite ein dämonischer Ort. wo er eine spirituelle Begegnung mit dem Tod erlebt. zieht er es wegen seines Vorlebens doch vor. er taucht mit dem falschen Pass eines polnischen Taschendiebs absichtlich zu einer kürzeren Gefängnisstrafe im Zuchthaus Brandenburg unter. dass er die Schuld an all seinen Missetaten wie dem Spiel mit Reinhold oder dem Tod Miezes. der Antworten auf den Umgang mit dem Leben in der Großstadt finden muss. Obwohl Franz an dem Verschwinden Miezes nicht beteiligt ist und ihr Schicksal erst später aus der Zeitung erfährt. durch Teilnahme an der Parallelaktion eine Lösung seiner Probleme zu finden. in dem der Mensch nur als Masse existiert und durch beständige Gewalt das Leben des Individuums zerstört wird. Da im gleichen Jahr auch der deutsche Kaiser Wilhelm II. eine Karriere zu beginnen. Dort sucht er ein Lokal auf. sein Leben in den Griff zu bekommen. Er erkennt. sich als Sekretär bei einer hochgestellten Verwandten zu bewerben. Der Mann ohne Eigenschaft Der Intellektuelle Ulrich beschließt im August 1913.und gegeneinander intrigieren und unter dem Deckmantel. Fehler werden gemacht. dem großen Ganzen zu dienen. in dem gerade eine Razzia stattfindet. Der Roman endet mit scheinbar naiven Worten. Da kommt es ihm sehr entgegen. nimmt er eine Stelle als Hilfsportier in einer Fabrik an. schießt er auf ihn. erwartet nicht. sein dreißigstes Regierungsjahr vollendet. die Polizei kommt ihm auf die Spur. auf der anderen Seite aber auch ein Ort der Möglichkeiten. die aber dennoch eindrucksvoll die Stadterfahrung des Franz Biberkopf widerspiegeln. Trotzdem fliegt er wegen seiner widersprüchlichen Identität schließlich auf. zieht es ihn zum Alexanderplatz zurück.

zum Symbolismus. November 1928 in der Vossischen Zeitung als Vorabdruck.ben der Malerei entwickelten sich auch impressionistische Musik und Literatur. der die Schrecken des Krieges aus der Sicht eines jungen Soldaten schildert. Die impressionistische Malerei war mit ihren stilistischen und thematischen Neuerungen der Wegbereiter der Modernen und Abstrakten Kunst. Die Schilderung der Wirklichkeit tritt gegenüber der Schilderung der Wahrnehmung dieser Wirklichkeit in den Hintergrund. Bis heute gibt es Ausgaben in über 50 Sprachen. über das französische impressionnisme) ist eine Stilrichtung der Malerei im späten 19.und Lichtreflexen regelrecht auflöst. der sich um den Traum bemüht. Impressionismus-Begriff [Bearbeiten] Impressionismus stammt von dem lateinischen Wort impressio und bedeutet Eindruck. Jahrhundert. wie sie 'wirklich' sind. Der Impressionismus (v.oder Stimmungskunst des Impressionismus eine Stimmung. Eindrücke. Januar 1929. Er ist eine Bezeichnung für eine zwischen 1890 und 1920 verbreitete Literatur. „Ähnlich läßt sich literarischer Impressionismus als Kunst der persönlichen Augenblicksempfindung bezeichnen: aus der Erfahrung. erfasste neben der Malerei und der Musik um die Wende vom 19. durch eine fein nuancierte Farbgestaltung festzuhalten. sondern zum Teil auch regionalen Bedingungen und Traditionen angepasst. die sich von Frankreich aus weltweit verbreitete. lat. greift der Impressionist subjektive Eindrücke von Weltausschnitten auf und gestaltet sie .: impressio = Eindruck.meist in lyrischen Gedichten […]“[1] Wie im Impressionismus der Malerei erhalten auch in der Literatur Farben und Licht (zum Beispiel das Glitzern und Funkeln von Gegenständen) eine große Bedeutung in der Darstellung. Der Ausdruck „Impressionismus“ verdeutlicht. der die Wirklichkeit der Dinge beschreibt. in Buchform am 29. Dabei wurde der Stil nicht nur übernommen. In der Malerei versucht diese Eindrucks. wie sie der vergängliche Augenblick hervorruft. dass man nur Impressionen.verurteilt ist. daß Dinge. Dabei ist das Zusammenspiel von Licht und Schatten wichtiger als die reale Struktur der Dinge. Im Westen nichts Neues ist ein Roman von Erich Maria Remarque. die subjektive Wiedergabe von Momenteindrücken. festhalten will. Jahrhundert auch die Literatur. die sich auf die sprachliche Gestaltung augenblickhafter Empfindungen konzentrierte. seinem Leben einen Sinn zu geben. In der Rezeption wird das Werk oft als Antikriegsroman aufgefasst. die geschätzten Verkaufszahlen weltweit liegen bei über 20 Millionen. . Der Roman wurde noch 1929 in 26 Sprachen übersetzt. In der Literatur ist der Impressionismus der Übergang vom Naturalismus. Ne Die Bewegung des Impressionismus. obwohl Remarque selbst es als unpolitisch bezeichnet hat. zum 20. künstlerisch nicht reproduziert werden können. wodurch ein weiterer Versuch fehlgeschlagen ist. welche sich in Farb. Im Westen nichts Neues erschien erstmals ab dem 10.

Impressionistische Lyriker erstreben eine möglichst genaue Wiedergabe persönlicher Eindrücke. das Stilideal der Detailtreue wird übernommen.Ein Beispiel für die neue Art. stattdessen werden Umwelt und Erinnerungen als pointillistische Folgen stimmungsvoller Impressionen vermittelt. Dies bedingte eine Vorliebe für Lyrik oder einer lyrischen Grundstimmung. eine Flucht vor der Realität und die subjektive Realität psychologischer Vorgänge. Laut Mach ist das. der Körper. also eine wechselnde Verbindung von Merkmalen sei. die Wirklichkeit zu sehen. eine durch die Kontinuität der langsamen Änderung hervorgerufene Täuschung. der Farben. Die Subjektivität des Ich spielt eine wesentliche Rolle. Mach beschreibt darin das Ich. Einakter. nur eine scheinbare Einheit. stellt das 1908 beendete Romanfragment Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge von Rainer Maria Rilke dar. Erinnerungen. die tagebuchähnlichen Aufzeichnungen des Romanhelden Malte Laurids Brigge erzählen keine zusammenhängenden Geschichten. ist das unveränderliche „Ich“ lediglich ein Komplex. Gefühle. Skizzen. wie z. dessen Beständigkeit von den Eigenschaften abhängt. was man als Einheit der Persönlichkeit empfindet. Das sozialkritische und politische Element des Naturalismus hingegen wird zugunsten eines Rückzugs auf die Subjektivität und den Individualismus aufgegeben.[3] Vertreter des Impressionismus in der Literatur [Bearbeiten]  Deutschsprachige Literaten o Max Dauthendey (1867–1918) o Richard Dehmel (1863–1920) o Stefan George (1868–1933) o Eduard von Keyserling (1855–1918) o Detlev von Liliencron (1844–1909) o Arthur Schnitzler (1862–1931) o Stefan Zweig (1881–1942) o Rainer Maria Rilke (1875–1926) . aus denen es sich zusammensetzt. Wiederkehrende Themen des Impressionismus sind ein Leben in einer Scheinwelt.. eine Konstruktion aus unterschiedlichen. Weil das Ding. Eine für den Impressionismus bedeutende Theorie des „Ichs“ wurde von dem zuerst in Prag und dann in Wien lehrenden Physiker und Erkenntnistheoretiker Ernst Mach in seiner 1885 erstmals veröffentlichten Schrift Die Analyse der Empfindungen und das Verhältnis des Physischen zum Psychischen formuliert. Lyrik. Die Impressionisten verwenden für ihre Momentaufnahmen in der Regel kurze literarische Formen. die Materie nichts als der Zusammenhang der Elemente. Töne.B. der Veränderung unterworfenen Elementen. Stimmungen. Zudem erfassen sie seelische Stimmungen und das Flüchtige des Augenblicks sowie die Wiedergabe von Sinneseindrücken. In dem Essay Das unrettbare Ich bemerkt der Wiener Literat Hermann Bahr 1904. Novellen.[2] Der im Naturalismus entstandene Sekundenstil kehrt im Impressionismus wieder. usw. es handle sich in Machs Schrift schlichtweg um die „Philosophie des Impressionismus“.

die Kritiker wenden sich gegen Hesses Weltanschauung und nicht gegen seine Literatur. die Selbstwerdung. Alle Werke Hesses enthalten eine stark autobiografische Komponente. das vom Autor als Bildungsroman in der Nachfolge des Kellerschen „Grünen Heinrich“ verstanden wurde. Peter Camenzind. das „Transzendieren“ des Einzelnen ist. * 2. Schriftsteller und Freizeitmaler. seine spirituelle Weltanschauung zu transportieren. der Taoismus. aber in diesem Werk (wie auch im „Steppenwolf“) spielt sich die Handlung nicht mehr auf der realen Ebene ab. wurde sein zentrales Thema. die sich an der Gegenüberstellung von Stadt und Land und an dem Gegensatz männlich–weiblich zeigt. ist hingegen auch in den späteren Hauptwerken Hesses (z. Demian. Jahrhunderts: Seine Lyrik ist ganz der Romantik verpflichtet. Der ältere Freund oder Meister. der keiner asiatischen Lehre direkt entspricht. wonach der Weg zur Weisheit über das Individuum führt. Die Tradition des Bildungsromans ist auch im „Demian“ noch zu finden. auch wenn durchaus Parallelen im Theravada-Buddhismus zu finden sind. der sich zuerst in der Erzählung „Demian“ zeigte: In ihm deutet er die Person und die Botschaft seines Freundes Gusto Gräser mit den Mitteln der Jung'schen Psychologie. aber auch in „Klein und Wagner“ und nicht zuletzt im „Steppenwolf“. Die Haupttendenz. Die Bekanntschaft mit der Archetypenlehre des Psychologen Carl Gustav Jung hatte einen entscheidenden Einfluss auf Hesses Werk. den schrecklichsten Jahren des    . Ihm wurden unter anderem 1946 der Nobelpreis für Literatur und 1954 der Orden Pour le mérite für Wissenschaft und Künste verliehen. Diese neoromantische Haltung in Form und Inhalt wurde von Hesse später aufgegeben. sondern in einer inneren „Seelen-Landschaft“. in der „Morgenlandfahrt“. Manche Kritiker führten gegen Hesse ins Feld. Insbesondere wurde ihm der Monte Verità um Gusto Gräser zum Inbegriff einer alternativen Lebensform. Inhaltlich wandte sich Hesse gegen die wachsende Industrialisierung und Verstädterung. im „Demian“ und im „Steppenwolf“) noch zu finden. der geradezu exemplarisch für den „Roman der Lebenskrise“ stehen kann. Seine bekanntesten literarischen Werke sind Der Steppenwolf. August 1962 in Montagnola. Narziß und Goldmund. und christliche Mystik bilden seinen Hintergrund. die Autoreflexion. Besonders offensichtlich ist sie im „Demian“. Juli 1877 in Calw. eines Buches. Aus diesem Grund wählten und wählen immer noch zahllose Jugendliche Hesse zu ihrem Lieblingsautor. Schweiz) war ein deutsch-schweizerischer Dichter.     Hermann Karl Hesse (Pseudonym: Emil Sinclair. der ihm durch Gusto Gräser nahegebracht wurde. der einem jungen Menschen den Weg zu sich selbst öffnet. Vor dem historischen Hintergrund seiner Entstehungszeit. † 9. B. deren Inhalt die Selbstverwirklichung. Diese Kritik kann man auch umkehren und sagen. Die antithetische Struktur des „Peter Camenzind“. Siddhartha. ebenso Sprache und Stil des „Peter Camenzind“. die sich vor allem (aber nicht nur) in dem Erzählung „Siddhartha“ finden lässt. Im Spätwerk tritt diese Komponente noch deutlicher hervor – in den zusammengehörigen Werken „Die Morgenlandfahrt“ und „Das Glasperlenspiel“ verdichtete Hesse in mehrfachen Variationen sein Grundthema: die Beziehung zwischen einem Jüngeren und seinem älteren Freund oder Meister. Indische Weisheitslehren. Unterm Rad und Das Glasperlenspiel. er benutze Literatur dazu. Ein weiterer wesentlicher Aspekt in Hesses Werk ist die Spiritualität. Literarische Bedeutung [Bearbeiten] Hesses frühe Werke standen noch in der Tradition des 19. womit er eine Tendenz der Lebensreform und der Jugendbewegung aufgriff. ist jedoch ein typisch westlicher Ansatz.

lastet schwer auf ihm. zugleich schrieb er aber auch wieder einen klassischen Bildungsroman. bei dem er als Einziger aus seiner Stadt antritt. Die Vermutung der Lehrer. Inhaltsangabe Unterm Rad Hermann Hesse In einer Kleinstadt im Schwarzwald lebt Joseph Giebenrath. Er bekommt Extra-Unterricht. da er zu intelligent und zu rebellisch ist. Hans müsse etwas von dem Verschwinden Hermanns gewusst haben. nicht sein ganzes Leben lang nur zu lernen. Allerdings zerschlägt Hans am Abend vor der Abreise zum Landexamen seinen Kaninchenstall. der sich nichts aus der Schule macht und den Lehrern ein Gräuel ist. Dies erlaubt es ihm. die ihm nach seinen Maßstäben als schlecht erschien. die auch in der Gegenwart immer noch Bestand haben und von ihm Jahrzehnte früher entdeckt und erschlossen wurden. ihm wird ein Nervenleiden attestiert. Die Bandbreite seiner Rezensionen erstreckte sich von kleineren Erzählbänden bislang unbekannter Autoren bis hin zu philosophischen Kernwerken aus dem asiatischen Kulturkreis. Seine anfängliche Empörung über Heilner. in jener Zeit Qualitätsmaßstäbe. schließlich erleidet er einen Zusammenbruch. den er früher stets schätzte. um sich für das Landexamen in Stuttgart vorzubereiten. die ihresgleichen im Bereich der Vermittlung. Auch wird ihm von seinem Vater das Angeln während der Sommerferien erlaubt. der drei Tage nicht aufzufinden ist und schließlich in einem Dorf aufgegriffen wird. Lediglich Schustermeister Flaig. Dieser wird vom Rektor seiner Schule und von seinem Vater von Gleichaltrigen ferngehalten. weil er mit seinen jungen Jahren wegen des zu hohen Druckes bereits völlig ausgebrannt ist und sich „müde“ fühlt. Hans besteht schließlich als Zweiter (von landesweit über Hundert) das Landexamen. um im Seminar weiterhin zu den Besten zu gehören. Direktor und Stadtpfarrer drängen Hans zum Lernen in den Ferien. dass er bei den Lehrern selbst auch in Misskredit gerät. wandelt sich in Bewunderung. die er im Laufe seines Lebens für 60 verschiedene Zeitungen und Zeitschriften verfasste. bevor sie in den 1970er Jahren zum literarisch-philosophischen und geistigen Allgemeingut auch der westlichen Hemisphäre wurden. von der Schule gewiesen. zum Künstler veranlagten Hermann Heilner Freundschaft. Beide Elemente halten sich in einem dialektischen Wechselspiel die Waage. kindlichen Einfluss auf den Jungen abzuwehren. Jahrhunderts. Grundsätzlich rezensierte er keine Literatur. Im Kloster Maulbronn schließt Hans Giebenrath mit dem überschwänglichen. welchem er gerne nachgeht. rät ihm. So erhält er täglich einige Stunden Unterricht. Nicht zuletzt setzte Hesse mit etwa 3000 Buchrezensionen. Nach einem Fluchtversuch wird Hermann. Seine Leistungen werden immer schlechter – auch. um einen in ihren Augen „schlechten“. Förderung und der behutsamen Kritik suchten. und er begibt sich in den „Urlaub“ . so hat sich auch Hesse intensiv mit dem Werk Goethes auseinandergesetzt. Er verabschiedet sich von Hans mit einem Händedruck. das Seminar in der Klosterschule in Maulbronn zu besuchen. der nach dem Lebensmotto „carpe diem“ lebt. Die Verbundenheit des Knaben zur Natur wird immer wieder betont. ein Zwischenhändler und Vater des Protagonisten Hans Giebenrath. zeichnete Hesse im „Glasperlenspiel“ eine Utopie der Humanität und des Geistes. Hans' Anschluss an Heilner hat zur Folge.  20. Wie Thomas Mann.

der gleichfalls eine Ausbildung zum Mechaniker macht. diese sei allein für Gotama selbst gültig. Allerdings lässt sich die zitierte Passage auch dahingehend interpretieren. freundet sich mit Hans an. er werde einst zu diesem zurückkehren. einem etwas älteren Mädchen. ohne sich von Hans zu verabschieden. in Sanskrit lautet der Name Gautama). wie er die dem Weltlichen ergebenen Menschen nennt. Fischer Verlag in Berlin im Jahr 1922 zum ersten Mal veröffentlicht wurde. man könne nicht durch Lehre Buddha werden. die er bittet. Um sich ihre Dienste leisten zu können. ein ehemaliger Schulkamerad. Zu alledem kommt die Liebe zu Emma. Govinda folgt ihm auf diesem Weg. Siddhartha spürt jedoch nach einiger Zeit. dass ihn das Leben als Samana nicht an sein Ziel bringen wird. dem Buddha. wird er Kaufmann. Eine indische Dichtung ist eine Erzählung von Hermann Hesse. Siddhartha bei den „Kindermenschen“ Intensiv erfährt er nun seine Umgebung und die Schönheit der Natur. Siddhartha. fortgeht. und erreicht eine große Stadt. an dessen Ufer er früher so viele glückliche Stunden zugebracht hat. der Brahmane Das Buch handelt von einem jungen Brahmanen namens Siddhartha und seinem Freund Govinda. Siddhartha erkennt zwar. einen Asketen und Bettler. bleibt er völlig gebrochen zurück. Inhalt [Bearbeiten] Siddhartha. Allein August. Nachdem Hans sich mit einigen Gesellen betrunken hat. dass er das Internat für immer verlassen hat. sondern müsse dieses Ziel mittels eigener Erfahrungen erreichen. Siddhartha. die im S. Der von allen verehrte und bewunderte Siddhartha widmet sein Leben der Suche nach dem Atman. dass Gotama Erleuchtung erlangt hat und zweifelt die Richtigkeit seiner Lehre nicht an. ob es sich um einen Suizid oder um einen Unfall handelt („Niemand wusste auch. der Samana Seine Suche macht aus dem Brahmanen einen Samana. Er überquert einen Fluss. das in jedem Menschen ist. seine Lehrerin in der Kunst der Liebe zu werden. ertrinkt er im Fluss. wobei ihm der Fährmann prophezeit. Aus dieser Erkenntnis heraus begibt er sich erneut auf die Reise und beginnt einen neuen Lebensabschnitt. Dabei bleibt ungeklärt. Anfangs sieht er das Streben nach Erfolg und Geld nur als eine wunderliche Eigenart der „Kindermenschen“. jedoch glaubt er. wie er ins Wasser geraten sei“). Bald wandelt sich jedoch sein Übermut in . Hier begegnet er der Kurtisane Kamala. Hans verbringt einige untätige Wochen zu Hause. doch als dieses eines Tages. dass Hesse die Ignoranz der Erwachsenenwelt habe kritisieren wollen. Schließlich beginnt er eine Lehre bei einem Schlossermeister und wird von früheren Klassenkameraden verhöhnt. Zusammen mit Govinda pilgert er zu Gotama (Hesse verwendet hier die Schreibweise Gotama in Pali. während sich sein Freund Govinda Gotama anschließt. welche er zuvor als Samana zu verachten gelernt hatte. wobei aber den Lehrern genauso klar ist wie ihm. dem All-Einen. Doch dessen Lehre kann er nicht annehmen. seine „Müdigkeit“ steigt und er hegt Suizidgedanken.nach Hause.

er würde wiedergeboren und kein Fortschritt wäre erreicht. Sie führt den gemeinsamen Sohn. den Kreislauf von Leben und Tod und allen Handelns und Seins. den er einst Gotama vorgeworfen hatte: Er glaubt. als er erschrocken erkennt. zu vermitteln. Zusammen mit ihm reflektiert Siddhartha über seine bisherigen Wandlungen: „Wo ist der Brahmane Siddhartha? Wo ist der Samana Siddhartha? Wo ist der Reiche Siddhartha? Schnell wechselt das Vergängliche. wieder ganz am Anfang seiner Entwicklung steht. Deutlicher als zuvor wird ihm die Erkenntnis über die Nichtigkeit des gelehrten Wissens und die Wichtigkeit der Erfahrung zuteil. den er bittet. Siddhartha. den er lange zuvor überquert hatte. dass er. Seine Gedanken zu diesem Zeitpunkt bilden in vieler Hinsicht gesteigerte Entsprechungen derer. wieder am Anfang eines neuen Lebens. du weißt es. sich nicht Gotama anzuschließen. dem Erreichen des Nirwanas. Angewidert von dem stets milden Verständnis für alle seine Provokationen flieht der Sohn über den Fluss. der Fährmann Auf der Suche nach einem neuen Weg fühlt sich Siddhartha zum Fluss hingezogen und trifft wieder auf den Fährmann Vasudeva. und wandert in dem Gefühl. soweit er sie bereits selbst erreicht hat. ihm diese. wie weit er sich von seinem ursprünglichen Ziel. stirbt jedoch noch am Fluss an einem Schlangenbiss. Nach einem Selbstmord wäre er nur noch stärker im Samsara gefangen. dem Rauschen des Flusses zu lauschen und von diesem zu lernen. die ihn einst bewogen. dass er seinen Sohn loslassen muss. Beim Erwachen findet er neben sich den Mönch Govinda. auf den Fluss zu hören und ihn zu . bis er wieder auf den Fluss trifft. und er sich seinem Mentor offenbaren kann. Wieder lehrt ihn dieser. verstrickt zu sein. der Vater Dort am Fluss als Fährmann trifft er Kamala wieder. der ihn allerdings zunächst nicht erkennt. der wie sein Vater den Namen Siddhartha trägt. nach seinem Kennenlernen der Welt. Entgegen dem Rat Vasudevas folgt Siddhartha ihm. mit sich. Wieder versenkt er sich in die Meditation und spürt. entfernt hat. der bisher nur das luxuriöse Leben der Stadt gewohnt ist. tiefer als je zuvor ins Samsara.Hochmut und er wird selbst den Kindermenschen immer ähnlicher. Er steht kurz davor sich zu ertränken. unmittelbar erfahren. Zufrieden über diese Wieder-Erkenntnis beginnt er zu meditieren und schläft ein. Siddhartha nimmt den Sohn auf und möchte ihm. So verlässt er Kamala. Lange Jahre nagt dieser Vorfall an dem sich ausgeglichen wähnenden Siddhartha. zu reifen beginnt. bis langsam in ihm die eigentliche Erkenntnis. dass diese von ihm schwanger ist. An der Stätte des ersten Zusammentreffens mit Kamala erkennt er. Erst ein Traum führt ihm dies vor Augen und erinnert ihn wieder an seine Suche nach Erleuchtung. ohne zu wissen. um auf seinem Weg zum Nirvana voranschreiten zu können. Auch Govinda ist noch nicht zum Buddha geworden und zieht nun zusammen mit anderen Anhängern Gotamas durch das Land. ihn als Gehilfen anzunehmen. Bescheidenheit und Ruhe lehren. die sich auf einer Pilgerreise zu dem sterbenden Gotama befindet. erkennt jedoch vor der Stadt die Sinnlosigkeit seiner Suche. lehrt ihn. der ebenfalls die Erleuchtung erreicht hat. mit Hilfe der Abschirmung von der Welt dem jungen Siddhartha den Weg zur Erkenntnis ersparen zu können und in der Lage zu sein. Er begeht hiermit aber unwissentlich denselben Fehler. Vasudeva. was Weisheit sei. doch während sie damals eher theoretische Erwägungen waren. hat er sie nun. wie einst nach seiner Trennung von Gotama. Siddhartha.“. Govinda.

beobachten. . Wir treffen ihn nach dieser Phase der Reisen. Er sehnt sich nach dem Wiederfinden „einer goldenen göttlichen Spur“. Dieser Gegensatz. geht Vasudeva in die Wälder. Siddhartha erkennt in dem Konflikt sein eigenes Leben wieder. der sich ständig wandelt und doch immer derselbe Fluss bleibt. ist als Autor von Büchern und als Kenner Mozarts und Goethes hervorgetreten. dem Vollendeten und dem noch immer Suchenden. das andere Mal verlor seine Frau den Verstand und verließ ihn. in der er „beruflos. Er hat mehrere nur angedeutete Schicksalsschläge hinnehmen müssen: Das eine Mal verlor er Ruf und Vermögen. Denn Haller erlebt sich als „Steppenwolf“. in denen er „Wonne. junger Mann und Greis. Musik und Philosophie ausgeübt. seine pazifistischen Ansichten sind in der Öffentlichkeit bekannt. Danach konzentriert er sich auf seinen Beruf. als ein Doppelwesen: Als Mensch ist er Bildungsbürger. hat einen Beruf im weiten Feld der Beschäftigung mit Dichtung. Träger bürgerlicher Kleidung und mit normalen Sehnsüchten – als Wolf ist er ein vereinsamter Zweifler an der bürgerlichen Gesellschaft und Kultur. Das Vorleben der Hauptfigur wird nur sehr kurz und beiläufig dargestellt: Haller ist (klein)bürgerlich kultiviert aufgewachsen. Musik und Philosophie interessiert. die er durch die ihn umgebende bürgerliche Ordnung verdeckt und zerstört sieht. Jahr 1922 zum ersten Mal veröffentlicht wurde. bis er auch darin keine Befriedigung mehr findet und eine Phase wilder. familienlos. hebt sich nun zum Schluss hin auf. die ihm aber wegen des Kampfes seiner beiden Seelen gegeneinander nicht gelingen. Erlebnis. die er vor 25 Jahren schon einmal besucht hat. Siddhartha führt dessen Arbeit als Fährmann fort. Inhalt [Bearbeiten] Steppenwolf Der annähernd 50 Jahre alte Harry Haller lässt sich für zehn Monate in einer größeren Stadt nieder. Die Teilhabe an dieser göttlichen Welt strebt er auch durch eigene Werke an. In dieser erzählten Zeitspanne überwindet er seine tiefe Depression und seinen Gesellschaftsekel durch einen „Lernprozess“ unter Anleitung neuer Freunde. Siddhartha. einen Außenseiter und politischen Revolutionär hält. Vereinfacht ist sein Gegensatz von Mensch und Wolf der von Geist und Trieb. Momente. Hallers Vorstellungen vom Glück sind durch die wenigen Freudenstunden bestimmt. in denen er „Gott an der Arbeit gesehen“ hat. Nachdem Siddhartha und Vasudeva Erleuchtung gefunden haben. Hesse schildert. hat Geld auf der Bank. an schönen Gedanken. der Siddharthas Worte anfangs weder verstehen noch glauben kann. der durch das ganze Buch hindurch in immer wieder anderen Facetten erscheint. für einen Moment Einsicht in die wahre Natur der Dinge vermittelt. der Erleuchtete In einem letzten Bild zeigt Hermann Hesse noch einmal das Aufeinandertreffen der Jugendfreunde Siddhartha und Govinda. Ekstase und Erhebung“ durch Dichtung oder Musik erlebt hat. der sich für „ein den Bürgern überlegenes Genie“. ist Anhänger von bürgerlicher Kultur und von Kompromissen. sich selbst als Kind. heimatlos“ geworden und immer noch unterwegs ist. wie Siddhartha seinem Freund. anstrengender Reisen beginnt.

zwei Kulturen und Religionen eingeklemmt. die andere Kultur ihn aber durch Einsamkeit. beschließt sogar. In dem Getümmel findet er Hermine nicht. Haller mietet für ihre Liebesspiele eine kleine Wohnung und entdeckt mit ihr erstmals körperliche Wonnen. Sie scheint nicht nur ihr Schicksal. dass sie beide zu den wirklichen. Ihre wichtigste Lehre für Haller ist. Aber schon bald treibt es Haller über seine neue Zufriedenheit hinaus. dass er sein Glück selbst in die Hand nehmen müsse: „Wie kannst du sagen. das ihn zum Sterben willig und bereit für den ersten Schritt in eine neue Entwicklung macht. um eine Bedeutung tiefer. die sorgfältige Gestaltung eines Treppenabsatzes durch eine Araukarie sind Ruhepunkte in seiner Verwirrung und Labsal in diesen Tagen seines Seelensterbens. Geburtstag ohne zusätzlichen äußeren Anlass auszuführen (obgleich schon diese Gewissheit eines letzten Notausgangs die Tiefe seines Leidens etwas mildert). der Hallers Wünsche aufnimmt und beantwortet. von denen die bürgerliche ihn mit ihrer Langeweile. Haller und Hermine bezeichnen sich als „Geschwister“. er sehnt sich nach neuem Leiden. Hermine ist eine jüngere Frau und Gelegenheitsprostituierte. dass er ihr gehorcht und kündigt ihm schon bei ihrem ersten Rendezvous an. alles war um eine Dimension reicher.“ Haller besucht spät abends einen Maskenball. Ohne äußere Not nimmt er Abschied von Maria: „Es wurde bald Zeit für mich. Haller scheint zwischen zwei Zeiten. die ihn zunächst vage an einen „Hermann“ von früher erinnert. Korruption und Kriegshetze. Die bürgerliche Ordnung seiner Zimmervermieterin hat aber trotz seiner antibürgerlichen Einstellung eine große Anziehungskraft: Der Geruch von Stille und Sauberkeit. die ihm als eine „Kurtisane“ das Tanzen zu neuen Rhythmen und lachen und leben lehrt. echten. Korridoren und Geschossen stattfindet. auszuhelfen und damit. ausgehalten zu werden. Hermine/Hermann und Haller tanzen als „Nebenbuhler“ mit den gleichen Frauen – „alles war Märchen. ihn möglicherweise an seinem 50. war Spiel und Symbol.Haller entdeckt in seinem Lebensweg zwar eine Verbindung von Schicksalsschlägen mit einem Gewinn an Einsicht und Tiefe. in der er „nur wenig umfrisiert und leicht geschminkt“ seinen Jugendfreund Hermann erkennt und wieder ihrem/seinem „hermaphroditischem Zauber“ erliegt. aber gleichzeitig auch an Einsamkeit und Verzweiflung. wenn du nicht einmal tanzen willst?“ Hermine besteht darauf. Dort trifft er Maria wieder – und die als Mann verkleidete Hermine. Verzweiflung und das Leben eines „Steppenwolfs“ nicht minder erstickt. doch wird ihm ein Hinweis auf ein magisches Theater zugesteckt. anspruchsvolleren Menschen gehörten. eine Seelenverwandte. du habest dir mit dem Leben Mühe gegeben. der in einem großen Gebäude mit vielen Sälen.“ . Er beschäftigt sich mit seinem Selbstmord. Hermine legt Haller bald aus pädagogischen Gründen seiner Nachreifung Maria ins Bett. sondern auch seines zu kennen und erklärt ihm. die sich damit durchschlägt. das morgens um vier in dem als Hölle dekorierten Kellergeschoss stattfindet. dass er sie einst werde töten müssen. Etwa in der Mitte des Romans trifft er in der Stadt seines zeitweiligen Aufenthalts die so androgyne wie verständnisvolle Hermine in einem Tanzcafé. Hermine sieht sich als einen Wesensspiegel. weiterzugehen. vielleicht aber auch nur Hesses weibliches alter ego ist. zu denen sie sich und Haller auf dem Weg sieht. die sie zu den „Heiligen“ rechnet. denen „mit einer Dimension zu viel“. Für Haller ist sie eine (Ver-)Führerin zu neuen Erfahrungen – wie einst Vergil für Dante. eine schöne Frau und Kollegin Hermines.

um Händels Musik zu hören – für Haller fast ein Sakrileg. ein Musiker und Freund Hermines. dieses Spiel beim nächsten Mal besser spielen zu können. er sieht plötzlich sein alter ego Hermine als „eine schwarze Pierette mit weißgemaltem Gesicht“. seine „unio mystica“ der Freude. Haller stößt ein Messer in das Mal eines Liebesbisses unter Hermines linker Brust und Hermine scheint zu verbluten. sie tanzen einen „Hochzeitstanz“ und aus ihren/seinen Augen „blickte meine arme kleine Seele mich an. in der Pablo und Hermine vom Liebesspiel erschöpft nackt auf dem Boden liegen. Als sechstes seiner Erlebnisse tritt Haller mit dem Fuß einen Spiegel in Scherben und gerät in eine Loge. keine Wirklichkeit“: Haller findet sich in einem hufeisenförmigen Korridor eines Theaters mit lockenden Inschriften an unzähligen Logentüren wieder. in welchem es „nur Bilder [gibt]. der immer nur Galgenhumor sein könne. Haller ist optimistisch. Haller kommen seine hymnischen Verse über die Unsterblichen in den Sinn. das seit langem gesuchte „Magische Theater“.Haller widerfährt in der Hölle eine mehrfache Persönlichkeitsveränderung: Er erlebt den Untergang des Individuums in der Menge. . den Humor. hinter denen sich die Ereignisse abspielen. Pablo. Für sein Verbrechen der (angekündigten und doch nicht wirklich vollzogenen) Ermordung Hermines wird Haller zur Strafe des ewigen Lebens und des einmaligen Ausgelachtwerdens verurteilt. weil er mit Messern gestochen (und nicht über sich und seine Eifersucht gelacht) habe. und Haller nehmen gemeinsam Drogen ein und mit deren Wirkung öffnet sich der Bildersaal in Hallers Seele. für Mozart nur ein Anlass zum Lachen über den Kampf zwischen göttlicher Idee und profaner Erscheinung: Haller müsse das Lachen lernen. die Haller das Lachen lehren sollen. Mozart tritt in die Loge und bedient sich des Radios.“ Mit dieser mystischen Vereinigung beginnt die letzte Phase der Verwandlung: Hermine.

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