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Interactive Things: Empfehlen von Objekten im Social Web

Interactive Things: Empfehlen von Objekten im Social Web

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Das digitale Empfehlen von Objekten wie Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen aller Art über Plattformen des Social Web wie Twitter, Facebook & co. ist heute gelebte Praxis bei den Nutzern. Doch bisher existiert keine Möglichkeit, diese Empfehlungen direkt über das Objekt aus der realen in die virtuelle Welt auszusprechen. Vielmehr müssen Fans vorher erst mühsam eine Plattform in der virtuellen Welt aufrufen und dort eine entsprechende Aktion bei der digitalen Repräsentation des Objekts (z.B. die Facebook Seite) setzen. In Zukunft wird es möglich sein, dass Objekte direkt und ohne Umweg über eine Web-Seite über das Mobiltelefon mit dem Social Web vernetzt werden. Mit dem seit Anfang 2011 im deutschsprachigen Raum erhältlichen „Google Nexus S“ steht ein mit der dafür notwendigen Technologie Near Field Communication (NFC) ausgerüstetes Smartphone mit Konnektivität zum Web für die breite Masse zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund wurde in dem von JOANNEUM RESEARCH und evolaris next level gemeinsam durchgeführten Projekt „Interactive Things“ ein Demonstrator für das Betriebssystem Android mit folgender Funktionsweise entwickelt: Bringt ein Nutzer sein mit der gleichnamigen Applikation „Interactive Things“ versehenes Mobiltelefon in die Nähe eines mit einem NFC-Tag versehenen Objekts, können über die Applikation digitale
Empfehlungen wie „Facebook: Check-in“, „Facebook: Gefällt-mir“ und „Twitter: Send Tweet“ durchgeführt werden. SunnyBAG, Hersteller einer innovativen Tasche, welche einen integrierten Akku mit Hilfe eingebauter Solarpanelen auflädt, macht sich die in diesem Projekt entwickelte Technologie schon heute zunutze.
Das digitale Empfehlen von Objekten wie Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen aller Art über Plattformen des Social Web wie Twitter, Facebook & co. ist heute gelebte Praxis bei den Nutzern. Doch bisher existiert keine Möglichkeit, diese Empfehlungen direkt über das Objekt aus der realen in die virtuelle Welt auszusprechen. Vielmehr müssen Fans vorher erst mühsam eine Plattform in der virtuellen Welt aufrufen und dort eine entsprechende Aktion bei der digitalen Repräsentation des Objekts (z.B. die Facebook Seite) setzen. In Zukunft wird es möglich sein, dass Objekte direkt und ohne Umweg über eine Web-Seite über das Mobiltelefon mit dem Social Web vernetzt werden. Mit dem seit Anfang 2011 im deutschsprachigen Raum erhältlichen „Google Nexus S“ steht ein mit der dafür notwendigen Technologie Near Field Communication (NFC) ausgerüstetes Smartphone mit Konnektivität zum Web für die breite Masse zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund wurde in dem von JOANNEUM RESEARCH und evolaris next level gemeinsam durchgeführten Projekt „Interactive Things“ ein Demonstrator für das Betriebssystem Android mit folgender Funktionsweise entwickelt: Bringt ein Nutzer sein mit der gleichnamigen Applikation „Interactive Things“ versehenes Mobiltelefon in die Nähe eines mit einem NFC-Tag versehenen Objekts, können über die Applikation digitale
Empfehlungen wie „Facebook: Check-in“, „Facebook: Gefällt-mir“ und „Twitter: Send Tweet“ durchgeführt werden. SunnyBAG, Hersteller einer innovativen Tasche, welche einen integrierten Akku mit Hilfe eingebauter Solarpanelen auflädt, macht sich die in diesem Projekt entwickelte Technologie schon heute zunutze.

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4.

Forum Medientechnik

Interactive Things: Empfehlen von Objekten im Social Web
Alexander Stocker , Robert Möstl , Isabel Anger , Christian Wagner , Christian Kittl, Stefan Ponsold
JOANNEUM RESEARCH, DIGITAL – Institut für Informations- und Kommunikationstechnologien1 evolaris next level2 SunnyBAG3
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Zusammenfassung
Das digitale Empfehlen von Objekten wie Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen aller Art über Plattformen des Social Web wie Twitter, Facebook & co. ist heute gelebte Praxis bei den Nutzern. Doch bisher existiert keine Möglichkeit, diese Empfehlungen direkt über das Objekt aus der realen in die virtuelle Welt auszusprechen. Vielmehr müssen Fans vorher erst mühsam eine Plattform in der virtuellen Welt aufrufen und dort eine entsprechende Aktion bei der digitalen Repräsentation des Objekts (z.B. die Facebook Seite) setzen. In Zukunft wird es möglich sein, dass Objekte direkt und ohne Umweg über eine Web-Seite über das Mobiltelefon mit dem Social Web vernetzt werden. Mit dem seit Anfang 2011 im deutschsprachigen Raum erhältlichen „Google Nexus S“ steht ein mit der dafür notwendigen Technologie Near Field Communication (NFC) ausgerüstetes Smartphone mit Konnektivität zum Web für die breite Masse zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund wurde in dem von JOANNEUM RESEARCH und evolaris next level gemeinsam durchgeführten Projekt „Interactive Things“ ein Demonstrator für das Betriebssystem Android mit folgender Funktionsweise entwickelt: Bringt ein Nutzer sein mit der gleichnamigen Applikation „Interactive Things“ versehenes Mobiltelefon in die Nähe eines mit einem NFC-Tag versehenen Objekts, können über die Applikation digitale Empfehlungen wie „Facebook: Check-in“, „Facebook: Gefällt-mir“ und „Twitter: Send Tweet“ durchgeführt werden. SunnyBAG, Hersteller einer innovativen Tasche, welche einen integrierten Akku mit Hilfe eingebauter Solarpanelen auflädt, macht sich die in diesem Projekt entwickelte Technologie schon heute zunutze.

1 Einleitung
Mit Web 2.0 (O’Reilly 2007) wurden die Nutzer von reinen Konsumenten zu Produzenten von Inhalten. Das Web 2.0, auch Social Web genannt, übt noch immer eine unvergleichliche Faszination auf Menschen aus, Inhalte mit anderen am Web zu teilen – und mehr als 750 Millionen Nutzer1 auf Facebook untermauern das. Plattformen wie Facebook, Twitter und neuerdings auch Google+ ermöglichen es Kunden, sich als Fans bestimmter Produkte und Dienstleistungen im Social Web zu deklarieren. Dieses „Fan werden“ geschieht durch den Klick auf durch eine soziale Plattform bereitgestellten Buttons oder Widgets, welche der Hersteller eines Produktes in seine Produktwebsite eingebaut. Eine weitere Möglichkeit passiert durch manuelles Suchen nach Produkten (und deren Seiten) auf den sozialen Plattformen selbst – und durch dortiges Klicken eines Buttons. Bei Facebook heißt dieser magische Knopf „Gefällt mir“ während ihn Google+ „+1“ nennt. Diese Entwicklung ist für Unternehmen besonders relevant, denn das persönliche Netzwerk ersten Grades (d.h. direkte Freunde) wird auf Facebook und Google+ darüber informiert, wie ein Nutzer zu einem Fan eines Produkts wird. Nach dem Klick auf den jeweiligen Button wird auf der sozialen Plattform ein Statusupdate dieses Fans zu seinem favorisierten Produkt veröffentlicht (z.B. „Max Mustermann gefällt Musterprodukt XY“ bzw. „Max Mustermann ist jetzt hier: Musterunternehmen“). Dieses Statusupdate erscheint in den jeweiligen Activity-Streams (d.h. der Summe aller Statusmeldungen von Freunden) aller Personen aus dem persönlichen Netzwerk – und diese können ihrerseits zu Fans dieses Produktes werden. Damit entstehen virale Effekte, welche die rasche Verbreitung von Inhalten im Web erlauben und den Produkten damit zu einer größeren Fangemeinde und schließlich auch zu neuen Kunden verhelfen.

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People on Facebook: http://www.facebook.com/press/info.php?statistics. Abgerufen am 31.08.2011.

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Alexander Stocker, Robert Möstl, Isabel Anger, Christian Wagner, Christian Kittl, Stefan Ponsold

Bisher ist es leider noch notwendig und zugleich sehr mühsam, vor der Empfehlung eines Produkts, eine bestimmte Website im Browser aufzurufen und dort eine Fan-Aktion zu setzen. Die viel praktikablere soziale Interaktion mit dem Produkt selbst ist noch nicht möglich. Denn dazu bedarf es zwei Faktoren: eine geeigneten Technologie sowie eine ausreichende Verbreitung dieser Technologie. Mit Near Field Communication (NFC) steht eine solche geeignete Technologie zur Verfügung. Near Field Communication (NFC) basiert auf der RFID-Technologie (Vgl. Fleisch und Mattern 2005) und ermöglicht durch Magnetfeldinduktion einen kontaktlosen Datenaustausch zwischen NFC-fähigen Endgeräten innerhalb eines stark begrenzten Wirkungsbereichs von maximal 10 cm. Mittels eines NFC-Tags (d.h. ein NFC Transponder, der durch ein magnetisches Feld mit Strom versorgt wird) versehene Gegenstände sind eindeutig identifizierbar. Hersteller können auf solche NFC-Tags produktspezifische Informationen für die Empfehlung im Social Web schreiben – beispielsweise die Facebook-ID der Produktseite für eine Empfehlung auf Facebook oder einen Tweet zum Produkt für eine Empfehlung des Produkts auf Twitter. Damit diese Praxis in der breiten Masse zur Anwendung kommt, müssen die Nutzer über entsprechende Lesegeräte mit Konnektivität zum Internet verfügen. Mit dem seit Anfang 2011 im deutschsprachigen Raum erhältlichen „Google Nexus S“ steht ein mit NFC ausgerüstetes Smartphone als geeignetes Endgerät mit dem Betriebssystem Android für die breite Masse zur Verfügung. Mit dem „Nokia N9“ hat auch Nokia ein neues Smartphone mit NFC Funktionalität und dem Betriebssystem Windows Mobile am Markt. Leider hat Apple im kürzlich erschienenen iPhone 4S die NFC-Funktionalität nicht implementiert, obwohl es zuvor eine Reihe an diesbezüglichen Gerüchten gab. Der Einsatz von NFC für das Digitale Marketing im Social Web wurde im gemeinsamen Projekt „Interactive Things“ von JOANNEUM RESEARCH2 und evolaris next level3 erforscht. Vor diesem Hintergrund wurde ein Demonstrator in Form einer Android Applikation für NFC-fähige Mobiltelefone konzipiert, entwickelt und mit dem Nexus S getestet. Dieser Demonstrator kann mit einem NFC-Tag versehene Objekte wie Produkte oder Betriebsstätten auf Facebook und Twitter empfehlen und wird im vorliegenden Beitrag im Detail vorgestellt. Das Grazer Unternehmen SunnyBAG4, Gewinner des Fast Forward Award in der Kategorie „Kleinstunternehmen“, produziert qualitativ hochwertige Umhängetaschen und Rucksäcke. An der Außenseite sind zwei flexible, wasserabweisende, kratz- und stoßfeste Solarpaneele integriert, welche Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln und in einem eingebauten Lithium-Polymer Akku zwischenspeichern. Als mobiler Wegbegleiter für unterwegs, macht sich SunnyBAG die Technologie NFC in einer der nächsten Produktlinien zunutze. Dabei wird ein NFC-Tag fest in der Tasche vernäht. Als Zusatznutzen kann ein Kunde diesen NFC-Tag mit personenbezogenen Daten wie beispielsweise einer digitalen Visitenkarte beschreiben. Außerdem können die Taschen durch Sunnybag mit einem digitalen Branding versehen werden. Damit können Kunden ihre Tasche mit der von JOANNEUM RESEARCH und evolaris next level gemeinsam entwickelten Technologie mit dem Social Web vernetzen.

2 „Interactive Things“ Use Cases
Mit dem Aufkommen von Technologien zur kontaktlosen Übertragung von Daten wie NFC in Mobiltelefonen werden Menschen in die Lage versetzt, gegenstandsspezifische Informationen ohne das Aufrufen einer Webseite mit anderen zu teilen. Das Teilen von Informationen wird direkt über das Produkt gestartet. Das Mobiltelefon fungiert dabei als Gateway zum Internet – und der Gegenstand wird über den NFCTag eindeutig identifiziert. So wird es für Nutzer viel einfacher, mit Gegenständen des täglichen Alltags zu interagieren. All das ermöglicht es, neue Wege im digitalen Marketing im Social Web zu beschreiten – und SunnyBAG fungiert dabei als Pionier.

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JOANNEUM RESEARCH – DIGITAL: http://www.joanneum.at/digital.html evolaris next level: http://www.evolaris.net SunnyBAG: http://www.sunnybag.at/

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4. Forum Medientechnik

Typischerweise weiß ein Benutzer nicht, ob und wo ein NFC-Tag an einem Objekt angebracht wurde. Denn dieser muss und wird vermutlich auch nicht an der Oberfläche für alle erkennbar sein. Um einem Benutzer nun zu signalisieren, dass ein Produkt mit einem NFC-Tag versehen ist, bietet sich das durch das NFC-Forum5 konzipierte Symbol N-Mark6 an. Das N-Mark Trademark wurde durch das NFC-Forum als universal einsetzbares Symbol für die Verwendung von NFC-Technologie entwickelt. Es ermöglicht einem Konsumenten rasch und einfach festzustellen, ob ein Objekt mit NFC versehen wurde und an welcher Stelle sich der diesbezügliche NFC-Tag befindet. Das NFC-Forum definiert Guidelines, wie mit diesem Symbol umgegangen werden darf. Unternehmen, die das N-Mark für ihre Produkte nutzen wollen, müssen sich vorab auf der Website des NFC-Forums registrieren. Dieser Vorgang ist (bisher noch) kostenlos. Die nachfolgenden beiden Use Cases sollen in dem Demonstrator „Interactive Things“ umgesetzt werden, um das Empfehlen von Objekten im Social Web zu veranschaulichen: Use Case 1 Ein Kunde findet Gefallen an einem Produkt und möchte das seinem persönlichen Netzwerk auf Facebook und Twitter mitteilen. Use Case 2 Ein Besucher betritt die Betriebsstätte eines Unternehmens und möchte das seinem persönlichen Netzwerk auf Facebook und Twitter mitteilen.
Tabelle 1:Use-Cases für den Demonstrator Interactive Things

Im ersten Use Case soll beim Auslesen des NFC-Tag auf einem Produkt durch einen Kunden ein „Gefällt mir“-Eintrag auf der produktspezifischen Facebook-Seite bzw. eine Facebook Statusmeldung zum Produkt erstellt werden. Alternativ kann auch eine empfehlende Statusmeldung auf Twitter zum Produkt verfasst werden. Im zweiten Use Case findet ein Besucher beim Betreten eines Gebäudes typischerweise ein mit einem NFC-Tag versehenes Begrüßungsschild vor. Beim Auslesen des angebrachten Tags wird ein „FacebookCheck-In“ auf der Facebook-Seite des Unternehmens erstellt bzw. ein empfehlender Beitrag zum Unternehmen auf Twitter veröffentlicht. Die nachfolgende Abbildung zeigt, wie ein konkretes Produkt, in diesem Fall die SunnyBAG, auf Facebook empfohlen wird. Auf der rechten Seite wird dargestellt, wie ein Besucher einen Tweet aus dem Institut DIGITAL bei JOANNEUM RESEARCH veröffentlicht und damit das Unternehmen JOANNEUM RESEARCH an sein Netzwerk auf Twitter empfiehlt.

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NFC-Forum: http://www.nfc-forum.org NFC-Forum N-Mark: http://www.nfc-forum.org/resources/N-Mark

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Alexander Stocker, Robert Möstl, Isabel Anger, Christian Wagner, Christian Kittl, Stefan Ponsold

Abbildung 1: Anwendungsbeispiele für Interactive Things: Das N-Mark symbolisiert die Position des NFC-Tag

3 „Interactive Things“ Umsetzung
Vor der Umsetzung der beiden Use Cases wurde eine umfangreiche Evaluierung der technischen Möglichkeiten durchgeführt. Dabei galt es in einem ersten Schritt, die folgenden Fragen zu NFC über speziell dafür konzipierte technische Versuchsfälle zu beantworten:     Welche Arten von NFC-Tags gibt es und wie unterscheiden sie sich voneinander? Welche Speicherkapazitäten sind auf NFC-Tags verfügbar? Welche Formate können auf einen NFC-Tag geschrieben werden? Welche Möglichkeiten gibt es, um einen NFC-Tag zu beschreiben? Welche Endgeräte und Smartphones sind für das Beschreiben von NFC-Tags geeignet? Mit welchem Entwicklungsaufwand können NFC-Tags mit einem dafür geeigneten Smartphone beschrieben und wieder ausgelesen werden?

In einer zweiten Versuchsreihe galt es, mehr über Aspekte wie Authentifizierung, Abfrage und Erstellung von Content und Auslösen bestimmter Aktionen auf den Social Media Plattformen Facebook- und Twitter herauszufinden. Bei diesen technischen Versuchsfällen zeigte sich ein grundlegendes Problem: Folgt man den Diskussionen in den einschlägigen Foren, stellt man fest, dass die Facebook-API es Applikations-Entwicklern derzeit nicht erlaubt, Facebook-Seiten über eine selbst entwickelte mobile Applikation zu „liken“.7 Denn derzeit ist ein „Gefällt mir“ nur in Verbindung mit den von Facebook zur Verfügung gestellten „Gefällt-mir“-Widgets möglich. Auf Basis der Ergebnisse dieser technischen Versuchsfälle wurde der Demonstrator für die Veranschaulichung der Use Cases konzipiert und umgesetzt. Nachfolgend wird die Umsetzung der beiden UseCases detailliert beschrieben. Für die Nutzung der Facebook-Funktionalitäten ist es nötig, den verwendeten NFC-Tag vorab mit einer Facebook-Object-ID mit dem Präfix „fb:“ im plain text (z.B.: fb:278089515866) zu beschreiben. Um die ID einer Facebook-Seite bzw. eines Beitrags auf einer Facebook-Seite herauszufinden, kann der Facebook Graph API Explorer verwendet werden.8 Das Beschreiben des Tags kann beispielsweise durch den Hersteller eines Produkts beim „Branding“ geschehen. Zum Beschreiben des NFC-Tag kann die von NXP entwickelte Applikation Tag-Writer9 verwendet werden. Damit können beispielsweise Kontakte,

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Facebook Developer Forum: http://forum.developers.facebook.net/viewtopic.php?id=101385, Zugriff am 19. Oktober 2010. Facebook Devlopers. Graph API Explorer: http://developers.facebook.com/tools/explorer/?method=GET&path=707488043 NXP TagWriter: http://www.nxp.com/news/press-releases/2011/03/nxp-launches-its-first-data-sharing-app-for-android.html

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4. Forum Medientechnik

Plain-Text und URLs einfach im NFC Data Exchange Format (NDEF) auf den Tag geschrieben werden.10 Nach dem Erkennen eines mit einer Facebook-ID beschriebenen NFC-Tag durch das Smartphone öffnet sich die Interactive Things Applikation mit der Facebook-Aktivität, „Gefällt mir“ bzw. „Check in“, je nachdem wohin die Facebook-Object-ID verweist. Hat sich ein Nutzer noch nicht bei Facebook angemeldet, was beispielsweise immer beim ersten Start der Applikation der Fall ist, wird ein FacebookAnmeldedialog zur Authentifikation geöffnet. Im Zuge dieses Dialogs muss der Nutzer dann der Applikation Interactive Things die erforderlichen Berechtigungen zum „Posten“ von Beiträgen und zum „Einchecken“ erteilen. Für die Nutzung der Twitter-Funktionalitäten ist es ebenfalls nötig, den NFC-Tag vorab mit einem Text inklusive der Zeichenkette „tw:“ zu beschreiben, also beispielsweise mit „tw:Ich grüße von JOANNEUM RESEARCH aus der Steyrergasse 17“. Auch dafür kann wiederum die Applikation NXP Tag Writer verwendet werden. Um die Twitter-API zu nutzen, muss der Benutzer der Interactive Things Applikation beim ersten Start zustimmen, dass Interactive Things auf dessen persönlichen Twitter-Account zuzugreifen darf. Dabei erfolgt die Autorisierung bei Twitter über OAuth11, einem offenen Protokoll zur standardisierten und sicheren API-Autorisierung für Desktop- und Webanwendungen. Die nachfolgende Abbildung vermittelt einen Einblick in das User Interface von „Interactive Things“ und zeigt dabei die drei Aktionen „Facebook Gefällt mir“, „Facebook Check In“ und „Send Tweet“, welche derzeit auf dem mit einem NFC-Tag versehenen Gegenstand ausgeführt werden können.

Abbildung 2: Userinterface Interactive Things: „Like“, „Check In“ und „Send Tweet“

4 Diskussion
Im vorliegenden Beitrag wurden Konzeption und Umsetzung des Demonstrators „Interactive Things“ beschrieben. Dieser vernetzt Gegenstände des täglichen Alltags mit Hilfe eines NFC-fähigen Mobiltelefons mit Plattformen aus dem Social Web. Mit der SunnyBAG steht ein Produkt zur Verfügung, das einen NFC-Tag beinhalten wird, denn für SunnyBAG ist Social Media ein wichtiger Kanal. Im Zusammenhang mit NFC und Social Media sind eine Reihe sozio-technischer Aspekte diskussionswürdig. Plattformen wie Facebook und Twitter greifen in die Privatsphäre ihrer Nutzer ein. Aus diesem Grunde sind bei der Entwicklung von Anwendungen Prozeduren zu beachten, welche die Privatsphäre eines Nutzers schützen. Denn die durch Social Media Widgets und Apps gesammelten Verkehrs- und Inhaltsdaten können beispielsweise zum Zwecke der Personalisierung von Inhalten maschinell ausgewertet werden, was aus datenschutzrechtlichen Gründen als bedenklich angesehen wird. Deshalb gilt es hier Vorkehrungen zu leisten.
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NFC Forum Technical Specifications: http://www.nfc-forum.org/specs/spec_list/ Oauth: http://oauth.net/

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Alexander Stocker, Robert Möstl, Isabel Anger, Christian Wagner, Christian Kittl, Stefan Ponsold

Auch bei der Umsetzung von „Interactive Things“ stand der Schutz der Privatsphäre des Nutzers im Mittelpunkt. Durch den gewählten Ansatz wird Missbrauch auf drei Arten verhindert. Erstens muss ein Benutzer die Applikation zuerst auf seinem Smartphone manuell installieren. Zweitens muss er sein Smartphone in die unmittelbare Nähe eines NFC-Tag bringen, damit überhaupt eine Aktion ausgelöst wird, denn NFC ist ein Standard zur kontaktlosen Datenübertragung über sehr kurze Strecken. Schließlich muss jede durch das Lesen des NFC-Tag ausgelöste Aktion durch den Nutzer zuvor bestätigt werden.

5 Zusammenfassung und Ausblick
Der vorliegende Beitrag stellt erste Ergebnisse aus dem Projekt „Interactive Things“ sowie den gleichnamigen Demonstrator vor. Ferner stellt er dar, wie die Ergebnisse in ein reales Produkt – die SunnyBAG – einfließen können. In Zukunft wird gemeinsam mit SunnyBAG eine umfassende wissenschaftliche Evaluierung des Demonstrators hinsichtlich Usability und Akzeptanz gemeinsam mit SunnyBAG durchgeführt. Ferner werden weiteren Funktionalitäten in Interactive Things implementiert, damit der Demonstrator als Smartphone-Applikation auch am Android Market12 zur Verfügung gestellt werden kann.

6 Literaturverzeichnis
Fleisch, E.; Mattern, F. (2005): Das Internet der Dinge. Ubiquitous Computing und RFID in der Praxis. SpringerVerlag Berlin Heidelberg. O'Reilly, T. (2007): What Is Web 2.0: Design Patterns and Business Models for the Next Generation of Software. In: International Journal of Digital Economics No. 65 (March 2007): pp. 17-37.

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Android Market: http://market.android.com/

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