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Mary Summer Rain_Der Phoenix erwacht

Mary Summer Rain_Der Phoenix erwacht

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Die alte Indianerin No-Eyes erzàhlt Mary Summer Rain:Das Folgende bezieht sich unmittelbar auf die bevorstehenden Veränderungen. Es
ist von größter Wichtigkeit, weil das, was heute geschieht, einbezogen wird in die
Welt der bewußtseinserhellenden Lehren und dem damit einhergehenden Willen,
geistige Erkenntnis zu erlangen, um menschliches Mitgefühl und Weltfrieden zu
erreichen.
Die alte Indianerin No-Eyes erzàhlt Mary Summer Rain:Das Folgende bezieht sich unmittelbar auf die bevorstehenden Veränderungen. Es
ist von größter Wichtigkeit, weil das, was heute geschieht, einbezogen wird in die
Welt der bewußtseinserhellenden Lehren und dem damit einhergehenden Willen,
geistige Erkenntnis zu erlangen, um menschliches Mitgefühl und Weltfrieden zu
erreichen.

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Der Phoenix erwacht von Mary Summer Rain, 1987

Einleitung

Es gibt Skeptiker. Es gibt Zweifler. Und es gibt solche, die lieber eine rosarote Brille
aufsetzen. Denen habe ich nichts zu sagen, denn sie haben ihre Wahl getroffen,
obwohl die Zeichen unübersehbar sind. Und es gibt solche, die staunen. Es sind
Menschen, die ein zartes Rühren spüren. Es gibt aber auch solche, die jene
wunderbare Schwelle der Erkenntnis überschritten haben – ganz im Begriff sind,
das wahrzunehmen, was wirklich zu sehen ist. Diesen sage ich: Öffnet eure
hervorragenden Sinne. Schaut mit Klarheit, was darüber und darunter, was innen
und außen ist. In diesen bevorstehenden kritischen Zeiten hört und achtet auf die
Weisungen eures Geistes, der die erhabene Weisheit in sich trägt, die ihr gerade
jetzt vernehmt.
Es gibt indessen solche, die wissen. Menschen, die in ihren empfindsamen Herzen
sehen, fühlen und erkennen, was es zu sehen gibt. Solche, die durch ihr kostbares
Erbe zu stillen Bewahrern wurden für das, was sein wird. Denen habe ich nichts zu
sagen, da sie bereits die Worte kennen – alte Worte der Weisheit, welche ewig und
rein im Raum standen, seit sie geschaffen wurden, und die triumphieren über alle
wüsten Heimsuchungen der Zeit

Vorwort der Autorin

Viele Wege scheinen richtig markiert zu sein. Sie sind mit allerhand passenden
Merkmalen unkenntlich gemacht, aber ein wortloses, kaum wahrnehmbares Winken
führt uns in die umgekehrte Richtung, und wir folgen unserer inneren Eingebung.
Viele Straßen sind eben. Sie sind gesäumt mit frisch duftenden, sich wiegenden und
taugesprenkelten Blumen. Sie riechen buchstäblich nach sonnenüberfluteten
Tälern, und sie sind mit der mystischen Essenz der Liebe angefüllt, die uns
vorwärts zu ziehen versucht. Sie sind nichts als meisterhafte Täuschungen. Sie sind
eine List, dazu ersonnen, die unbedachte und erschöpfte Seele zu verführen.
Als ich die turmhohen Wachtposten der verschneiten Rocky Mountains von
Colorado erreichte, wußte ich, dass ich körperlich am Ende meines Pfades
angelangt war. Der Rest war anderen Mächten überlassen. Eine stille Eingebung
bedeutete mir, wichtige, geistig bezogene Arbeit auszuführen. Ich spürte psychisch,
eine solch unerhörte zeitliche Dringlichkeit, etwas in Angriff zu nehmen – aber ich
wußte nicht, was ich tun sollte. Die unvermeidlichen Zeichen irdischen Zerfalls
leuchteten rund um mich herum auf wie Neonwarnlichter. Ich konnte deutlich sehen,
wie sie sich mit dem Ticken der Zeit vermehrten, aber ich blieb eingesperrt in der
dunklen Leere eines einengenden Kerkers, ohne fähig zu sein, mich mit meinem
unbekannten geistigen Vorhaben vorwärts zu bewegen. Ich wurde immer unruhiger
in dieser schrecklich entmutigenden Lage. In meinem Herzen wußte ich durch die
Art, wie die mystische Essenz der Berge mein Wesen durchdrang und meinen Geist
verzehrte, daß ich mich tatsächlich in der richtigen geographischen Region befand,
jedoch war ich wie ein einsames Schifflein mit schlaffen Segeln auf einem
spiegelglatten, geistigen Meer endlos dahintreibend. Ich brauchte irgendeinen
intensiven Anstoß, um Leben in meinen herumirrenden Geist einzuhauchen und ihn
endlich an die Landungsstelle, dem vorgesehenen Ziel meines Weges zu treiben.
In einem Augenblick abgrundtiefer Verzweiflung fuhrt ich weit hinauf in die
unberührte Stille des Pike National Forest. Ich verließ meinen alten Lieferwagen und
wand mich zu Fuß durch die üppige Tiefe des wuchernden grünen Waldes. Die
unschuldige Schönheit nahm mich auf, so wie ich war. Ich wurde von tiefem Trost

erfüllt, der sich mit jedem Schritt vergrößerte. Meine Seele füllte sich. Sie floß über.
Und ich weinte. Heftige Schluchzer durchdrangen die schimmernde, grüne Stille, Ich
weinte aus tiefer Verzweiflung, wegen der Jahre der Einsamkeit, aus dem Gefühl der
Dringlichkeit und nichts dagegen tun zu können. Ich weinte um die unwissenden
Menschen, um die unverbesserlichen Ungläubigen und um die Welt. Und ich weinte
um mich selber.
Plötzlich kroch eine wohlbekannte Erregung langsam meinen Rücken hoch und
eiskalte Fingernägel ließen jedes Haar in meinem Nacken sich aufrichten. Mein Kopf
schwirrte. Ich war nicht mehr allein. Meine so sehr geschätzte Einsamkeit war durch
einen unbekannten Eindringling zerstört worden. Mein Verstand sagte mir, daß in
der abgeschiedenen Gegend dieser Wälder sich unmöglich jemand aufhalten
konnte, aber mein Radar schien außer Kontrolle geraten und piepste wie wild.
Vorsichtig hob ich den Kopf und blickte durch meine Finger. Und da stand unweit
von mir eine alte runzlige Frau. Seltsam. Sie beobachtete mich bloß. Mit
kohlschwarzen Augen, die meine Seele zu durchbohren schienen, starrte sie mich
unbewegt an.
Angespannt erwiderte ich den Blick.
Ihre Gestalt stand reglos zwischen den Kiefern – sie lauschte. Die dunklen Seen
ihrer Augen schienen wie glitzerndes Quecksilber zu glänzen.
Mein Hirn raste wie verrückt durch seine Datenbank. Dies war etwas neues für mich.
Etwas verlegen rieb ich mir die Augen und hob den Kopf, um dem ungebetenen
Eindringling zu begegnen.
Die Alte sprach in dem unerwartet gesetzten Ton einer Autorität. Sie teilte mir mit,
daß sie in einer nahe gelegenen Hütte wohne.
Ich entschuldigte mich rasch für mein unbefugtes Betreten ihres Privatgrundes und
wandte mich um wegzugehen.
Dann rief sie meinen Namen, ein Name, den sie unmöglich kennen konnte.
Ich erstarrte mitten im Fortgehen, und ich spürte die erregende Bewegung meines
geistigen Segels, wie es sich unter einem neuen frischen Wind zu blähen begann.
Mein Schiff stieße mit einem Schlag gegen die starke Antriebskraft, auf die meine
erschöpfte Seele ziellos zugetrieben war.
Die Alte war eine Chippewa-Medizinfrau namens No-Eyes. Es war ihr bestimmt,
genau in diesem Augenblick meinen Weg zu kreuzen, um ihm eine tiefere Richtung
zu geben – nach innen.
Rechtzeitig knüpften wir beide ein unzerreißbares Band einer einzigartigen
Freundschaft über die nächsten zwei Jahre. Sie, die bedeutende, geistige Lehrerin;
ich, die einfach Novizin, die verzweifelt versuchte, ihr sicheres und
unvergleichliches Wissen aufzunehmen. Wir verbrachten unsere Tage der
Unterweisung in der gemütlichen Stube ihrer kärglichen Hütte.
Der Wechsel der Jahreszeiten hielt mich nicht von meinen regelmäßigen Besuchen
ab. Der rauhe Winterwind heulte oft wie ein wild gewordener Todesbote und
schleuderte Massen von schwerem Schnee gegen die klirrenden Fenster; drinnen
wärmten wir uns an einem prasselnden Feuer und genossen unsere ungezwungene
Beziehung. Der Frühling brachte unbeschwerte Freudengrüße aus dem Wald, wo
Leben rund um uns hervorsproß. Der Sommer gab uns manche frohe Gelegenheit,
unsere anspruchsvollen Lektionen in der warmen Sonne im Freien abzuhalten. Und
im Herbst gingen wir über das frisch gefallene Espenlaub und ließen die Natur in
ihrer goldenen Verschlafenheit uns ein einstweiliges Lebewohl sagen vor ihrem
letzten Versinken in den Winterschlaf.
Wir sprachen über das gewöhnliche tägliche Leben. Wir erlebten zusammen
mystische Reisen durch Zeit und andere, neue enthüllte Dimensionen. Manchmal
legten wir eine Pause ein, und in spielerischer Laune ließen wir unseren Geist dem

des kraftvollen, anmutigen Falken folgen auf seinem ruhigen Flug durch die
üppigen Bergtäler.
Wir teilten dieses Leben zwei Jahre miteinander. Danach kehrte sie in ihr
Geburtsland zurück, zum zu sterben.
In jener herrlichen Zeit, die ich mit meiner Freundin No-Eyes verbrachte, redeten wir
über vielerlei wunderbare Dinge. Sie war ein Hort von Logik. Sie war eine Burg von
Weisheit. Aber kein Thema war ihr wichtiger und drängte sie mehr zu enthüllen als
das, was sie das Erwachen des Großen Phönix nannte. Es war ein Thema, das
fortwährend meine äußerste Aufmerksamkeit verlangte.
Die Tage dieser Lektionen über den Phönix waren für mich sehr schwer
auszuhalten. Sie war immer von großem Ernst erfüllt. Ich hatte das Thema nicht
gern, da es so niederdrückend war, und doch wußte ich, daß mein Zuhören für sie
lebenswichtig war. Ich mußte die Warnsignale kennenlernen, die letzten Zeichen
einer Welt im Wandel, die Zeichen des erwachenden Phönix.

Dieser Text wurde 1984 geschrieben. Ich bedaure, daß aus jenseits meiner Kontrolle
liegenden Gründen dieses zeitgemäße Buch mit Verzögerung die Öffentlichkeit
erreicht. Daher erachte ich es als äußerst wichtig, daß die Leser von „Der Phönix
erwacht“ sich bewußt sind, daß der gesamte Inhalt dieses Buches eine
gewissenhafte Wiedergabe der Gespräche ist, wie sie 1982 stattgefunden haben.
Ich bin daher sehr betrübt, daß verschiedene Zukunftsvisionen der Alten bereits
Wirklichkeit geworden sind in der langen Zwischenzeit von der Niederschrift des
Manuskripts bis zum längst erwarteten Erscheinungsdatum. Ich kann nicht ändern,
worüber ich keine Kontrolle hatte.
Als der katastrophale Reaktorunfall in Tschernobyl passierte, war ich verzweifelt
darüber, daß man nun vielleicht dieses Buch als „nach dem Ereignis“ geschrieben
betrachten könnte. Dennoch habe ich den Originaltext aus tiefer Ehrerbietung für
meine geliebte Visionärin unverändert belassen – genau, wie er 1984 aufgezeichnet
worden war. Und ich möchte darum hoffen und beten, daß No-Eyes´ makellose
Glaubwürdigkeit nur verstärkt wird durch diese unglückliche Verzögerung bei der
Publikation ihrer zeitbezogenen Worte der Weisheit.
Es tut mir leid, No-Eyes, du weißt, ich tat mein Bestes, um die Menschen zur rechten
Zeit zu erreichen.

Mary Summer Rain, 1987

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