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Chodschalu" ist Baku's politisches Kapital für die Spekulationen

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Chodschalu" ist Baku's politisches Kapital für die Spekulationen.

In Aserbaidschan gehört es inzwischen zum guten Ton, eine antiarmenische Propaganda in Bezug auf die Ereignisse vom 1992 in der Ortschaft Chodschalu zu betreiben. Das Dorf Chodschalu lag innerhalb der Grenzen der Republik Berg-Karabach. Dort wurden insbesondere die Türk-Mescheten aus Fergana-Tal Usbekistans in den Jahren 1988-90 durch die Regierung der Aserbaidschanischen SSR umgesiedelt. Zumal scheute sich die aserbaidschanische staatliche Propaganda vor Nichts, um die armenische Seite als Beschuldigte dieser ganzen Tragödie darzustellen und damit ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit und seines eigenen Volkes eine neue Giftdosis der Armenophobie zu injizieren.
Chodschalu" ist Baku's politisches Kapital für die Spekulationen.

In Aserbaidschan gehört es inzwischen zum guten Ton, eine antiarmenische Propaganda in Bezug auf die Ereignisse vom 1992 in der Ortschaft Chodschalu zu betreiben. Das Dorf Chodschalu lag innerhalb der Grenzen der Republik Berg-Karabach. Dort wurden insbesondere die Türk-Mescheten aus Fergana-Tal Usbekistans in den Jahren 1988-90 durch die Regierung der Aserbaidschanischen SSR umgesiedelt. Zumal scheute sich die aserbaidschanische staatliche Propaganda vor Nichts, um die armenische Seite als Beschuldigte dieser ganzen Tragödie darzustellen und damit ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit und seines eigenen Volkes eine neue Giftdosis der Armenophobie zu injizieren.

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"Chodschalu" ist Baku's politisches Kapital für die Spekulationen

In Aserbaidschan gehört es inzwischen zum guten Ton, eine antiarmenische Propaganda in Bezug auf die Ereignisse vom 1992 in der Ortschaft Chodschalu zu betreiben. Das Dorf Chodschalu lag innerhalb der Grenzen der Republik BergKarabach. Dort wurden insbesondere die Türk-Mescheten aus Fergana-Tal Usbekistans in den Jahren 1988-90 durch die Regierung der Aserbaidschanischen SSR umgesiedelt. Zumal scheute sich die aserbaidschanische staatliche

Propaganda vor Nichts, um die armenische Seite als Beschuldigte dieser ganzen Tragödie darzustellen und damit ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit und seines eigenen Volkes eine neue Giftdosis der Armenophobie zu injizieren.

Am 25.-26. Februar 1992 organisierte die Regierung der Republik BergKarabach eine militärische Operation mit dem Ziel, die Blockade des Flughafens in der Nähe des Dorfes Chodschalu zu brechen und die Feuerstellungen des Gegners, die sich in Chodschalu befanden, zu bekämpfen. Aus diesen Stellungen wurden Wohnorten in der Republik Berg-Karabach durch die aserbaidschanischen OMONKräfte (Miliztruppen) seit Frühjahr 1991 permanent und regelmäßig unter Beschuss genommen. Dabei handelte es sich um Raketenanlagen des Typs "Alazan" und "Kristal" und um eine reaktive Raketenstation des Typs "Grad" fürs Salvenfeuer.. Bevor die Feuerstellungen der Ortschaft Chodschalu neutralisiert wurden, starben über 20 friedliche Bewohner armenischer Abstammung in den nahegelegenen Ortschaften, hunderte Menschen wurden von den umgebenden privaten und gemeinschaftlichen Grundstücken entführt und tausende Nutztiere vertrieben.

Die andauernde Blockade, die große Anzahl von Flüchtlingen, fehlender Brennstoff, der erzwungene Stillstand der Betriebe, die Besetzung der Straßen und Wege zwischen den Bezirken und die anderen Umstände erschwerten immer mehr die Lage in der Republik Berg-Karabach, insbesondere in ihrer Hauptstadt Stepanakert. Dort gingen Lebensmittel, Arzneimittel und Brennstoff zur Neige, weshalb der Blockadebruch um den Flughafen und die Neutralisierung der Feuerstellungen des Gegners in Chodschalu ein wichtiger Schritt für das Überleben

Pressedienst beim Außenministerium der Republik Berg-Karabach

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der Bevölkerung vom Berg-Karabach gewesen wäre. Aserbaidschan strebte nach totaler Vernichtung dieser Bevölkerung.

Die Notwendigkeit für die Neutralisierung der Militärbasis in Chodschalu war dort mit der großen Konzentration der Angriffswaffen und menschlichen Angriffskraft bedingt. Die aserbeidschanischen Behörden verlegten dorthin große Anzahl von OMON(Miliztruppen)- Einheiten. In Chodschalu positionierten sich auch die Kämpfer der Aserbaidschanischen Nationalfront. Die Führung der Republik Berg-Karabach musste handeln, um dem Vormarsch der aserbaidschanischen Streitkräfte in Richtung des armenischen Bezirkszentrums Askeran und anschließend nach Stepanakert vorzubeugen. Der Vormarsch war bereits in Vorbereitung.

Die militärische Aktion zur Befreiung Chodschalu's und zum Durchbruch der Blockade um den Flughafen begann am 25. Februar 1992 um 23:30 Uhr und endete am 26. Februar um 3 Uhr. Die Einheiten der Verteidigungskräfte der Republik BergKarabach ließen einen freien Korridor zum sicheren Durchzug der friedlichen Bevölkerung aus dem Kampfhandlungsgebiet, worüber die aserbaidschanische Seite im Voraus in Kenntnis gesetzt wurde. Dieser Korridor erstreckte sich vom östlichen Rand Chodschalu's bis zum Nord-Osten entlang des Flusses Karkar und vom nördlichen Rand des Dorfes in nord-östliche Richtung. Leider unternahmen die aserbaidschanischen Behörden damals nichts, um die friedliche Bevölkerung aus der Kampfhandlungszone zu evakuieren.

Während Chodschalu's Militäroperation befreiten die Verteidigungskräfte der Republik Berg-Karabach 13 armenische Gefangenen, darunter 1 Kind und 6 Frauen. Als Kriegsbeute nahmen sie zwei reaktive Raketenstationen des Typs "Grad" MM-21 fürs Salvenfeuer, 4 Stück Raketenanlagen des Typs "Alazan", eine Haubitze des Kalibers 100mm und 3 Panzerwagen. Die Rettungskräfte "Arzach" der Republik Berg-Karabach entdeckten nach den Kampfhandlungen in Chodschalu und in seiner Umgebung 11 Leichen. Das Territorium, wo Vielzahl von Leichen zu einem späteren Zeitpunkt mit einem Kamera aufgenommen wurde, befand sich von der Stadt Aghdam in 3km Entfernung und von Chodschalu- in 11km. Dieses Territorium kontrollierten die aserbaidschanischen Einheiten bis zum Sommer 1993, d.h. bis sie die Stadt Aghdam verloren, was ihrerseits den Eintritt der Einheiten Karabach's Armee in dieses Territorium ausschloss.

Pressedienst beim Außenministerium der Republik Berg-Karabach

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Die Regierung der Republik Berg-Karabach teilte ihre Absichten, nämlich die Bekämpfung der aserbaidschanischen Feuerpositionen in und um Chodschalu noch zwei Monate vor dem Beginn der Kampfhandlungen der aserbaidschanischen Seite mit. Diese Tatsache bestätigten Aserbaidschans Offiziellen mehrmals, insbesondere tat es der damalige Präsident Aserbaidschan's Ajaz Mutalibow. Allerdings wurde die Kolone der friedlichen Bevölkerung, wie oben erwähnt, in der Nähe der Stadt Aghdam an der Grenze zwischen der Republik Berg Karabach und dem aserbeidschanischen Bezirk Aghdam doch beschossen. Etwas später gestand Mutalibow, dass dieser verbrecherische Akt Opposition verübt wurde, um ihn von der aserbaidschanischen

aus seinem Amt zu drängen. Der damalige

Präsident Mutalibow machte dafür die aserbaidschanische Opposition schuldig und schob die ganze Verantwortung der Ereignisse auf sie.

Später verbreiteten sich Filmabschnitte des Kameramanns Tschingiz Mustafan, den man erlaubt hatte, in den Austauschort der armenischen und aserbaidschanischen Leichen einzutreten. Es war bekannt, dass Mustafan seine Dreharbeiten zwei Mal mit dem Abstand von zwei Tagen durchgeführt hatte. Aus dem Film war sichtlich, dass einige Leichen bei der zweiten Dreharbeit verunstaltet waren.

Am 2. März 1992, als die Journalisten zum zweiten Mal an den Ort der Massentötungen hinflogen, fiel ihnen auf, dass die Position der am Boden liegenden Leichen umgestellt war und der Maß der ihnen zugefügten Wunden und Schäden erstaunlich zugenommen hatte. Und das geschah auf einem Gebiet, das bis zum Sommer 1993 von der Aserbaidschanischen Nationalfront kontrolliert wurde. Es war genau diese Tatsache, welche die aserbaidschanische fleißig zu verheimlichen versuchte. Es war offensichtlich, dass man die Position der Leichen verändert hatte, um die Schuld der armenischen Seite zuzuschieben und damit die die Weltöffentlichkeit zu täuschen, als ob Chodschalu's Bewohner durch die von der armenischen Seite abgefeuerten Kugeln ermordet worden wären.

Dieser Umstand erstaunte Mustafan, so dass er darüber selbst dem Präsidenten Mutalibov höchstpersönlich berichtete. Der Letztere ahnte damals offensichtlich die Ursachen dieser Tragödie. Mutalibov antwortete auf diesen Bericht

Pressedienst beim Außenministerium der Republik Berg-Karabach

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tatsächlich mit einer Prophezeiung: "Tschingiz, sag darüber kein Wort zu Niemandem, was du dort gemerkt hast, dass etwas nicht in Ordnung war. Ansonsten wird man dich töten".

Mustafan zweifelte an der Tatsache, dass das Geschehene ein armenisches Tat war und begann danach unabhängig zu recherchieren. Als er aber der

Nachrichtenagentur "DR-Press" in Moskau über die mögliche aserbaidschanische Beteiligung an diesem Verbrechen mitteilte, wurde der Journalist in kurzer Hand nicht weit von der Stadt Aghdam unter ungeklärten Umständen ermordet.

Übrigens teilte dieses Schicksal auch der Feldkommandeur Ala Jakub, der unvorsichtig erklärt hatte: "Ich kann Licht ins Massaker bei Nachidschewanik (ein armenisches Dorf bei Chodschalu) ebenso bringen, wie in die Einzelheiten über den Hubschrauber, der hohe Beamten flog und über Karabach's Territorium abstürzte". Im Jahr 1993, als die Aserbaidschanische Nationalfront an die Macht kam, wurde er verhaftet und im Gefängnis ermordet.

Die

tschechische

Berichterstatterin

Jana

Mazalova,

die

wegen

der

Unaufmerksamkeit der aserbaidschanischen Behörden in zwei Gruppen der Pressevertreter dabei war und unter anderem "die von den Armeniern geschändeten Leichen" zu sehen bekam, bemerkte der erhebliche Unterschied zwischen dem

Zustand der Leichen davor und danach. Unmittelbar nach den Ereignissen in Chodschalu war sie vor Ort und sah keine Spuren von Gräueltaten an den Leichen. Zwei Tage später jedoch zeigte man aber der Presse und den Medien zwecks Dreharbeiten speziell "vorbereitete" Leichenkörper.

Einige

Einzelheiten

der

Militäroperation

zur

Unterdrückung

der

Feuerstellungen in und um Chodschalu sind bis heute mit einem dunklen Schleier bedeckt, was die offizielle Baku aktiv zu einem Spekulationsobjekt macht, um eigene politischen Ziele zu erreichen. Im Kontext des Berg-Karabachs Konflikts bleibt das Thema "Chodschalu" eine der Drehscheiben für die aserbaidschanische innere und äußere Informations-, bzw. eher Äußerungen und Bewertungen Desinformationspolitik. Aber bereits die Beamten,

hochrangiger

aserbaidschanischer

Journalisten, Menschenrechtler und selbst Chodschalu's Einwohner haben die Falschinformationen von Baku widerlegt.

Pressedienst beim Außenministerium der Republik Berg-Karabach

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So schrieb der aserbaidschanische Menschenrechtler Arif Junusov: "Die Stadt und ihre Bewohner wurden bewusst für die politischen Zwecke aufgeopfert" (Aserbaidschanische Zeitung "Zerkalo", Juli 1992).

Tamerlan Karan, der zu jener Zeit der Parlamentspräsident Aserbaidschans war, bezeugte: "Die Tragödie bewerkstelligten die aserbaidschanischen Behörden", präziser "Einer der da oben sitzt". (aserbaidschanische Zeitung "Mukhalifat", 28. April 1992).

Selbst Heyder Aliev gestand, dass an Chodschalu's Ereignissen "auch Aserbeidschans ExFührung schuldig ist". Nach einer Mitteilung der

Nachrichtenagentur "Billik Dünas" äußerte er noch im April 1992 eine grausame Idee: "Das Blutvergießen wird uns nutzen. Wir dürfen nicht in den Verlauf der Ereignisse eingreifen".

Später, als die Aserbaidschanische Nationalfront an die Macht kam, kündigte der Minister der Aserbaidschanischen Nationalen Sicherheit Vagif Huseynov kurz vor seiner Verhaftung an: "Die Ereignisse in Baku im Januar 1992 und die in Chodschalu tragen die Handschrift derselben Leute". Dabei bezog er sich auf einige Politiker der Aserbaidschanischen Nationalfront.

Die oben erwähnten Tatsachen wiesen eindeutig darauf hin, dass die aserbaidschanische Seite am Tod Chodschalu's friedlichen Bevölkerung schuldig ist, denn sie übte aus machtpolitischen Gründen ein monströses Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung aus.

Es ist auch interessant zu sehen, wie die angekündigte Zahl der Opfer Jahr für Jahr stieg. Einige Tage nach der Neutralisierung der aserbaidschanischen Feuerstellungen teilten die offizielle Seite Personen Aserbaidschan‘s mit, es seien 100 Menschen getötet worden, eine Woche später waren es plötzlich 1234. Ein parlamentarischer Ausschuss "korrigierte" diese Zahl nach unten und sprach von 450 getöteten Menschen. In der von Heyder Alieyev verfassten Anordnung über "den Völkermord an Aserbaidschanern" sprach man schon von Tausenden von Toten,

obwohl es bei den Kampfhandlungen nicht einmal so viele Einwohner dort gab. Das

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bestätigten auch die aserbaidschanischen offiziellen Quellen. Die Mehrheit der ca. 22,5 tausend Einwohner Chodschalu's verließen diese Ortschaft vorher, d.h. diejenigen, die tatsächlich dort gelebt haben und nicht diejenigen, die nur dort durch einen umfangreichen Baumaßnahmen von den Behörden registriert wurden, um dieser Ortschaft den Status einer Stadt zu verleihen.

So wurde das Dokument Nr. 249 vom Außenministerium der Republik Aserbaidschan in der OSZE- Versammlung in Prag Ende April 1993 mit dem Titel "Liste der aserbaidschanischen und gemischten Dörfer im oberen Abschnitt Karabachs, die durch die armenischen Streitkräfte besetzt worden sind" verbreitet. In diesem Dokument stand die Zahl 855 in der Spalte "Bevölkerung" vor der Ortschaft Chodschalu.

In

den

ersten

10

Tagen

des

Monats

März

1992

brachten

die

aserbaidschanischen Journalisten Ilja Balachanova und Vugar Khalilov ins Büro der Menschenrechtsorganisation "Memorial" eine Videoaufnahme, welche die

Fernsehjournalisten aus Baku am Ort der getöteten Chodschaluer aus einem kreisenden Militärhubschrauber aus der Luft gedreht hatten. Alle Anwesenden stimmten in diesem Büro zu, dass die Anzahl der in der erwähnten Videoaufnahme sichtbaren Toten die Zahl von 50 bis60 nicht überstieg.

Man musste an dieser Stelle auch unterstreichen, dass das Außenministerium der Republik Berg Karabach die gefälschten Fotos in einigen aserbaidschanischen Internetseiten, darunter auch in der Internetpräsenz der in Aserbaidschan sehr respektierte "Heyder Aliyev- Stiftung" entblößte. Diese lieferten angeblich Beweise über die massenhaften Tötungen der Aserbaidschaner in Chodschalu. In Wirklichkeit hatten diese Lichtbilder nicht mit Chodschalu, sondern mit Kosovo zu tun. Um die ahnungslosen Menschen zu desinformieren, benutzte die aserbaidschanische Propagandamaschine zudem auch andere offensichtliche Fälschungen wie z.B. die Fotos der Leichen der in der Türkei getöteten Kurden.

Sechs Monate später nach seiner Rücktritt gab Mutalibow ein Interview an der tschechischen Reporterin Dana Mazalova, das in der russischen Zeitung "Nezawisimaja Gazeta" veröffentlicht wurde. Mutalibow sprach über Chodschalu und betonte: "Wie die Chodschaluer erzählen, die sich gerettet haben, wurde alles

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nur dafür organisiert, um einen Grund für meinen Rücktritt zu liefern. Es war eine gewisse Kraft am Werk, um den Präsidenten zu deskreditieren. Ich glaube nicht, dass die Armenier, die ganz klar und erfahren mit solchen Situationen zurechtkommen, hätten zugelassen, damit die Aserbaidschaner Dokumente in die Hände bekommen hätten, die ihre faschistischen Handlungen hätten entblößen können... Die ganze Urteilskette führte dazu, dass der Korridor, wodurch die Menschen hätten weggehen können, seitens der Armenier dennoch offen gelassen wurde. Was hätten sie davon, auf sie zu schießen? Zumal gab es auf dem nahe gelegenen Territorium der Stadt Aghdam ausreichende Kräfte, die herausgefahren und den Menschen geholfen hätten".

Fast 10 Jahre später bestätigte der aserbaidschanische Präsident a.D. seine Aussage im Interview mit der russischen Zeitung "Nowoe Wremja": " Es ist offensichtlich, dass die Erschießung Chodschalu's Bewohner von jemandem organisiert wurde, um in Aserbaidschan einen Regierungswechsel durchzusetzen".

Die Journalistin Eynula Fathulan von der aserbaidschanischen unabhängigen Zeitung "Monitor" verbrachte im Februar 2005 in der Republik Berg-Karabach, worüber sie in ihren Beiträgen und Interviews erzählte. Sie erlaubte sich sogar Zweifel an der aserbaidschanischen offiziellen Version über den Tod einer Gruppe Chodschalu's Bewohner: "...Vor einigen Jahren traf ich die in der Stadt Naftalan dort provisorisch untergebrachten Flüchtlinge aus Chodschalu, die ganz offen mir .... gestanden, dass die Armenier einige Tage vor ihrem Angriff auf diese Stadt mit Lautsprechern die Stadtbevölkerung ununterbrochen über die geplante Operation gewarnt hatten; sie boten die Zivilbevölkerung an, diesen Ort zu verlassen und aus der Kessel dem Fluss Karkar entlang durch den humanitären Korridor

herauszukommen. Mit den Worten derselben Chodschaluer nutzten sie diesen Korridor und kamen heraus, wobei die auf der anderen Seite positionierten

armenischen Soldaten auf sie nicht schossen... Ich lernte die geographische Lage dieses Ortes kennen und überzeugte mich, dass die Vermutungen über den fehlenden armenischen Korridor unbegründet waren. Es war tatsächlich ein Korridor da, ansonsten hätten die von der Außenwelt abgeschnittenen Chodschaluer auf keine Art und Weise diesen Ring durchbrechen und von dort herauskommen können. Sie überwunden die Landschaft jenseits des Flusses Karkar, aber die Kolone der Flüchtlinge wurde entzweit und man wusste nicht, warum ein Teil der Chodschaluer

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in die Richtung des Dorfes Nachidschewanik ging. Es schien, dass die Aserbaidschanische Nationalfront nicht so sehr an der Befreiung der Chodschaluer interessiert war, sondern eher am großen Blutvergießen, das Mutalibow's Sturz in die Wege geleitet hätte".

Einige Tage nach der Veröffentlichung Fatulajews ersten Videomaterials im "MONITOR" wurde der o.a. Zeitungsredakteur Elmar Huseynov am 02. März 2005 direkt an seinem Hauseingang von einer unbekannten Person niedergeschossen. Elnula Fatulajev selbst wurde mit eine Bukette von Anschuldigungen, darunter wegen Vaterlandsverrat, verurteilt.

Der aserbaidschanische Verteidigungsminister a.D. Rahim Gaziev versicherte ebenfalls, dass es in Chodcshalu "eine Falle für Mutalibow vorbereitet war". Dadurch erreichten die Organisatoren der Massentötungen an Chodschalu's Bewohnern gleichzeitig zwei Ziele: Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion räumten sie den nicht mehr brauchbaren Mutalibow weg und bekamen eine gute Gelegenheit, einen Propagandazug gegen die Armenier zu führen, indem sie den Letzteren der Kriegsführung mit unmenschlichen Methoden bezichtigten. Gleichzeitig wurde die Tatsache an zweite Stellen vertuscht, dass die aserbaidschanische Armee am 13. Februar begann mit der Raketenstation "Grad" die Hauptstadt Stepanakert, in der 55 tausend Einwohner lebten, und die benachbarten Ortschaften systematisch zu zerstören.

Eine der Bewohnerinnen der Ortschaft Chodschalu's sagte in einem Interview zu Helsinki Watch am 28. April 1992: "Die Armenier stellten ein Ultimatum..., dass es für Chodschalu's Bewohner besser wäre, die Stadt mit einer weißen Fahne zu verlassen. Alif Hadschiev (Leiter Chodschalu's Verteidigung) teilte uns darüber am 15. Februar (10 Tage vor dem geplanten Angriff) mit, aber das erschreckte mich und die anderen nicht. Wir glaubten nicht, dass sie Khodschalu jemals hätten einnehmen können".

Der größte Teil Chodschalu's friedlicher Bewohner, die bereits über den bevorstehenden Angriff informiert war, zog jedoch in einen sicheren Ort um. Die massenhafte Umsiedlung Chodschalu's Bewohner wurde durch aserbaidschanische Medien rege diskutiert und kommentiert, wobei die aserbaidschanische Presse und

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Medien eine negative Stimmung gegen diejenigen machten, die diesen Ort verließen, und sie stellten sie ständig an den Pranger. An dieser Stelle wollen wir betonen, dass die mit Zwang in Chodschalu umgesiedelten Einwohner - damit man diese Ortschaft zu einer Stadt gemacht hätte - sie als erstes verließen. Sie waren hauptsächlich Türk-Mescheten, denen man ständig Steine auf dem Weg legte. Noch schlimmer: Chodschalu's städtische Verwaltung bat ständig für die Umsiedlung der friedlichen Einwohner um Hilfe, vergebens! So sagte Chodschalu's Bürgermeister in einem Interview mit Moskauer Zeitung "Megapolis-Express" folgendes: "Nachdem wir die Informationen über die Militäroperation zur Einnahme der Stadt bekamen, bat ich um Entsendung von Hubschraubern aus Aghdam, damit die Greisen, Frauen und Kinder verlegt werden könnten. Man leistete aber keine Hilfe". Und das Mitglied der Aserbaidschanischen Nationalfront in der Stadtverwaltung Aghdam, R. Hadschin, behauptete: "Wir hätten den Chodschaluern helfen können. Dafür hatten wir sowohl Kräfte als auch andere Möglichkeiten. Aber die Führer der Republik wollten der Bevölkerung zeigen, dass sie keine Möglichkeiten hatten und deshalb die Armee der GUS- Staaten zur Hilfe rufen würden, um mit Unterstützung der Letztere auch die Opposition zu unterdrücken". Wie man sah, wurden Chodschalu's Einwohner im Stich gelassen. Schlimmer, sie mussten Opfer eines Machtkampfes werden!

Trotz

alldem

verließ

ein

Teil

Chodschalu's

Bevölkerung

vor

der

Kriegshandlung diese Ortschaft, und dort blieben 1000 bis 2500 Menschen - laut verschiedenen Quellenangaben. Unter ihnen betrugen die aserbaidschanischen bewaffneten Einheiten einen erheblich großen Teil. bei Die Beobachter Untersuchung des an

Menschenrechtsvereins

"Memorial"

bestätigten

ihrer

Chodschalu's Zerstörungen die Tatsache der Artilleriebeschusse, nicht aber die der erbitterten Straßenkämpfe, die zu viel mehr Opfer hätten führen müssen. Man musste auch merken, dass das Verhalten der Verteidigungskräfte der Republik BergKarabach gemäß einem disziplinären Befehl strengstens die Gewaltausübungen an der friedlichen Bevölkerung der gegnerischen Seite verbat.

Alle anderen friedlich lebenden Einwohner Chodschalu's wurden in die Hauptstadt Stepanakert verlegt und zwei Tage danach freiwillig an die

aserbaidschanische Seite übergeben. Die Tatsache der freiwilligen Übergabe von Chodschalu's Einwohnern an die aserbaidschanische Seite wurde nach einer akribischen Untersuchung des Menschenrechtsvereins "Memorial" in ihrer

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Schlussfolgerung festgehalten und im Dokumentarfilm der Reporterin aus St. Petersbug, Swetlana Kultschitzkaja, darüber berichtet.

Nach der Vollendung der Operation fanden die Rettungskräfte des republikanischen Rettungsdienstes "Arzach" in Chodschalu und in ihrer Umgebung außer den Leichen der uniformierten Menschen auch die von 11 Zivilisten, darunter den Leichen eines Kindes und von vier Frauen. Somit wurden die Behauptungen der aserbaidschanischen Seite über die so genannte massenhafte Vernichtung der Chodcshalu's friedlebenden Bevölkerung als Täuschung entlarvt. Darauf wiesen auch die militärischen Funkkontakte der aserbaidschanischen Soldaten in der Stadt Aghdam hin, die abgehört und später selbst in den aserbaidschanischen Massenmedien veröffentlicht wurden.

In einem Bericht des Menschenrechtsvereins "Memorial" stand, dass an 181 Leichen (darunter 130 männliche, 51 weibliche und 13 Kinder-) eine offizielle gerichtsmedizinische Expertise in Aghdam durchgeführt wurde, wo sich alle Flüchtlinge befanden. Die Schlüsse der Experten ergaben, dass die Todesursache von 151 Menschen die Verwundung durch Feuerwaffen war, 20 Menschen kamen durch die Splitterverletzungen zu Tode und 10 Personen durch einen Schlag mit einem dumpfen Gegenstand. Die Offiziellen der Republik Berg-Karabach teilten den Beobachtern mit, dass sie etwa 130 Leichen an Aghdam übergaben (alle, die bei Chodschalu und bei Nachidschewanik starben), von ihnen 96 Leichen wurden in Aghdam begraben, und die Leichen der anderen wurden an ihre Verwandten und Angehörigen übergeben.

Diese Fakten zeigen eindeutig, dass die Verteidigungskräfte der Republik Berg-Karabach weder geplante noch ungeplante Kriegshandlungen mit

massenhaften Vernichtungen der Zivilbevölkerung Chodschalu's unternahmen.

Zu unterstreichen ist auch, dass 47 armenische Gefangenen am 26. Februar in Chodschalu festgehalten waren, aber nach der Beendigung der Militärhandlung nur noch 13 (darunter ein Kind und sechs Frauen) übrig blieben, die restlichen 34 wurden von den Aserbaidschanern in eine unbekannte Richtung weggeführt, und seitdem gab es keine Informationen über ihren Verbleib, so dass man davon

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ausgehen

kann,

dass

sie

sich

immer

noch

in

der

aserbaidschanischen

Gefangenschaft befinden.

Zusammenfassend können wir sagen, dass Chodcshalu's Bewohner Opfer von Baku's Behörden wurden, die aus dieser Tragödie später

politisches Kapital schlagen wollten. Baku versuchte, den Verrat an Chodcshalu's Bewohner seitens der aserbaidschanischen Machthaber als Racheakt der Armenier für den in Sumgait organisierten Blutbad darzustellen. Man tat es, indem man mit bestimmten Klischees und Vorurteilen Hass gegen Armenier schürte. Baku spielte regelmäßig die Karte Chodschalu aus und versuchte dadurch die Aufmerksamkeit der internationalen Öffentlichkeit von den organisierten Massakern an den armenischen Bevölkerung in den Städten Sumgait, Baku, Kirowabad, Chanlar und in anderen Ortschaften Aserbaidschans abzulenken – in der Tat organisierten Aserbaidschaner auf dem gesamten Territorium ihres Landes eine offensichtliche Vernichtung der Armenier. Dieser Ablenkungsversuch schloss auch die Massaker an den Armeniern in den Wohnorten nahe des Grenzgebiets zur Republik BergKarabach, insbesondere im Dorf Maragha, wo die eingedrungenen

militärischen Einheiten der aserbaidschanischen regulären Armee im April 1992 ca. 100 friedliche armenische Dorfbewohner ermordeten) ein. Es ist höchste Zeit, dieses von Aserbaidschan verübte Verbrechenklar und deutlich zu verurteilen.

Pressedienst beim Außenministerium der Republik Berg-Karabach

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