Wahlmodul „Einführung in die Filmanalyse“

SS 2008 – Prof. S. Speck

Liebe mich, wenn du dich traust (Jeux d’enfants) von Yann Samuell

vorgestellt von Stefanie Aßmann und Franziska Göde

1. Formale Informationen
Filmdaten: Originaltitel: Deutscher Titel: Produktionsland: Erscheinungsjahr: Länge: Originalsprache: Altersfreigabe: Drehort: Genre: Crew: Regie: Drehbuch: Produktion: Musik: Schnitt: Kamera: Darsteller: Julien Jeanvier: Sophie Kowalski: Julien (8 Jahre alt): Sophie (8 Jahre alt): Juliens Vater: Juliens Mutter: Christelle: Sergei: Sophies Schwester: Guillaume Canet Marion Cotillard Thibault Veraeghe Joséphine Lebas-Joly Gerard Watkins Emmanuelle Grönvald Laetizia Venezia Tarnowska Gilles Lellouche Julia Faure Yann Samuell Yann Samuell, Jacky Cukier Christophe Rossignon Philippe Rombi Andrea Sedlácková Antoine Roch Jeux d’enfants Liebe mich, wenn du dich traust Frankreich, Belgien 2003 (Frankreich) 2004 (Deutschland) 93 Minuten Französisch FSK 16 Belgien Komödie / Tragödie

Auszeichnungen Newport Beach Film Festival 2004 – Beste Darstellerin für Marion Cotillard Newport Beach Film Festival 2004 – Bestes Drama für Yann Samuell Palm Springs International Film Festival 2004 – John Schlesinger Award für Yann Samuell

Yann Samuell
*07.06.1965 10 Jahre lang Illustrator (storyboard artist) diverse Kurzfilme 2003 Liebe mich wenn du dich traust (Debütfilm; Regie und Drehbuch) 2008 My Sassy Girl

Guillaume Canet
- *10. April 1973 in Boulogne-Billancourt - Schaupspieler, Regisseur, Drehbuchautor Schauspieler: - 1997: Debüt Barracuda – Vorsicht Nachbar! (Barracuda) - 2000: The Beach weltweiter Durchbruch - 2000: Die Treue der Frauen (La Fidélité) - 2002: Bad, Bad Things (Mon Idole) - 2004: Narco - 2005: Merry Christmas (Jeux Noel) - 2006: Ne le dis à personne - 2007: Zusammen ist man weniger allein (Ensemble, c’est tout) Regisseur, Drehbuchautor - Kurzfilme (J’peux pas dormir, Je t’aim) - 2002: Bad, Bad Things (Mon Idole) - 2006: Ne le dis à personne - Auszeichnungen o César § 1999: nominiert als Bester Nachwuchsdarsteller für Verhängnisvolles Alibi § 2003: nominiert in der Kategorie Bestes Erstlingswerk für Bad Bad Things § 2007: Bester Regie für Ne le dis à personne, nominiert in den Kategorien Bester Film und Bestes adaptiertes Drehbuch für Ne le dis à personne o Europäischer Filmpreis § 2003: nominiert als Europäische Neuentdeckung des Jahres für Bad Bad Things o 2000 Jean-Gabin-Preis

Marion Cotillard
- *30. September 1975 in Paris - Kind einer Schauspielerfamilie - schon mit 5 Jahren erste Theaterauftritt - weltweit bekannt 2007 mit „La vie en rose“ Schauspielerin - 1998 -2003 Taxi 1-3 - 2003: Liebe mich, wenn du dich traust (Jeux d'enfants) - 2003: Big Fish - 2004: Mathilde – Eine große Liebe (Un long dimanche de fiançailles) - 2006: Ein gutes Jahr (A Good Year) - 2007: La vie en rose (La Môme) Auszeichnungen Oscar, Golden Globe Award, dem britischen BAFTA und dem französischen César für Beste Hauptdarstellerin / Darstellerin in La vie en rose 2005: César für Best Supporting Actress in Mathilde – Eine große Liebe 2004: Newport Beach Film Festival – Beste Darstellerin für Marion Cotillard in Liebe mich, wenn du dich traust

2. Handlung
2.1 Handlungsanalyse
Die Geschichte beginnt in einer kleinen belgischen Kleinstadt. Julien und Sophie sind Schulfreunde und beide 8 Jahre alt, ansonsten kommen sie aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen. Julien wohnt in einem hübschen Haus in der Vorstadt, Sophie in einer Plattenbausiedlung. Sophie ist die Tochter polnischer Einwanderer und wird von den anderen Kindern gehänselt und geärgert. Als Julien ihr eines Tages zu Hilfe kommt beginnt die Freundschaft. Um sie aufzumuntern schenkt ihr Julien eine Spieldose, die er von seiner kranken Mutter bekommen hat. Er bittet sie jedoch, ihm die Dose ab und zu wieder zu leihen, da sie ihm sehr wichtig ist. Enttäuscht, dass Julien das Geschenk gleich wieder zurückhaben will, fordert sie ihn auf dafür etwas zu tun. So beginnt das Spiel. Es heißt „Top oder Flop?“ und die Dose wandert nach jeder erfüllten Aufgabe von einem zum anderen. Die Zeit vergeht, Sophie und Julien werden erwachsen und aus Freundschaft wird Liebe. Das einzugestehen traut sich jedoch keiner von Beiden, stattdessen halten sie fest an den Kinderspielen, die immer extremer werden. Hauptthema des Films ist die etwas andere Liebesgeschichte der beiden Hauptpersonen. Es ist keine klassische Liebesgeschichte, sondern die Liebe hat etwas Zerstörerisches. Aus Angst sich ihre Gefühle einzugestehen und der Tatsache, dass ihre Liebe gewöhnlich und langweilig im normalen Alltag werden könnte, spielen beide lieber die Spiele der Kindheit weiter, die verletzender und grausamer werden. Es scheint, dass keiner von beiden mit dem Wetten aufhören kann und so auch keiner weiß wann der andere spielt und wann nicht. Dies wird besonders in der Szene deutlich als Sophie versucht in der Bibliothek Julien ihre Gefühle preiszugeben. Es steht aber nie außer Frage, dass Julien und Sophie füreinander geschaffen sind. Das dauerhafte Band, welches Beide über Jahre verbindet, ist die Spieldose, die sie bei ihren Wetten benutzen. Sie verkörpert neben den Wetten die Tatsache, dass Julien und Sophie sich immer im wieder Kreis drehen und nicht weiterkommen. Der Film umfasst eine Zeitspanne von fast 30 Jahren und macht insgesamt drei große Zeitsprünge. Innerhalb des Filmes gibt es noch kleinere Zeitsprünge von Tagen oder Wochen. Die Handlung läuft, bis auf zwei Rückblenden im Finale des Films, chronologisch ab. Es gibt verschiedene Handlungsorte, doch bleibt man immer in derselben kleinen belgischen Stadt. Der Regisseur hat den Film von sich aus in einen Vorspann und vier Kapitel unterteilt. Nach Aussagen desselben handelt es sich bei dem Film um eine Tragödie. Der Verleih bezeichnet es allerdings als Komödie. Im gesamten Film gibt es immer wieder Anspielungen auf die klassische griechische Tragödie, aber auch auf die französische Tragödie. Zum Beispiel wird am Ende des zweiten Kapitels gesagt, dass sich Julien „ … seinem Schicksal fügt“. Wie in der griechischen Tragödie akzeptiert er sein Los und nimmt das Schicksal eines normalen bürgerlichen Lebens an. Außerdem zitieren die Charaktere Racine, der als Frankreichs größter Tragödienautor steht und den Ödipus-Komplex. Julien hat zwar eine enge Beziehung zu seiner Mutter und versteht sich nicht mit seinem Vater. Wir finden jedoch, dass der Vergleich mit dem Ödipus-Komplex nicht passt. Trotzdem enthält der Film auch Elemente der Komödie. Die beiden Hauptrollen sind etwas skurril und werden als Außenseiter oder Exzentriker in der bürgerlichen Gesellschaft dargestellt, die mit ihnen nicht zurechtkommt. Es werden Grundthemen der Komödie behandelt wie z.B. Familie, Freundschaft oder die Geschlechterproblematik.

Anders als jedoch in der Komödie kann man sich hier als Zuschauer ein richtiges Happy End, dass das Paar glücklich zusammen wohnt und den Rest seines Lebens genießt, nicht vorstellen. Die Charaktere sind nach Samuell außerdem gefangen in ihrem eigenen Schicksal. Sie können nicht zusammen kommen, doch niemand als sie selbst hindert sie daran. Empathie mit den Figuren kommt teilweise in bestimmten Situationen (Gefühlspreisgabe in der Bibliothek, Scheinheiratsantrag) auf, aber durch die immer seltsameren und an Perversion grenzenden Aufgaben geht sie auch wieder verloren. Neben den bunten Farben hat der Film bei den Streichen Ähnlichkeiten mit „Die fabelhafte Welt der Amelie“. In dem Film spielt Amelie ihrem Nachbarn Streiche, deren Ernsthaftigkeit durch die fröhliche Optik kaschiert wird. In „Liebe mich, wenn du dich traust“ werden die Streiche dagegen deutlicher und überzogener gezeigt. In den Filmkritiken wurden die beiden Filme daher sehr oft verglichen. Sammuell hatte das Drehbuch für „Liebe mich …“ allerdings schon geschrieben, als Amelie ins Kino kam. Yann Samuell hat sich daher nicht von JeanPierre Jeunet inspirieren lassen. Zu den Kritiken ist zu sagen, dass sie entweder den Film sehr positiv bewerten oder zerreißen. Es gibt keine gemischten Meinungen über den Film. Auch wenn wir den Film gut finden, gibt es doch einige Elemente im Film die unserer Meinung nach zu überdreht sind.

2.2 Handlungsphasen
Prolog Die Geschichte beginnt auf einer Baustelle. Man sieht eine einbetonierte Dose. Eine Kinderstimme aus dem Off beginnt mit dem Satz „Ein Spiel das man nie spielen sollte …“ Der Zuschauer erhält auf diese Weise einen Hinweis auf das Ende des Films. Es stellt sich heraus, dass die Stimme zu Julien (der männliche Hauptrolle) gehört. In der nächsten Szene stellt er sich selbst und Sophie (die weibliche Hauptrolle) vor und wie sie sich kennen gelernt haben. Sophie wird von ihren Mitschülern gehänselt. Julien, der nur ausnahmsweise mit dem Bus fährt, bekommt dies mit. Beide sind Außenseiter. Die Schlüsselszene des Vorspanns ist, als er ihr die Dose überreicht, die er von seiner todkranken Mutter erhalten hat. Aus diesem Grund möchte er sie ab und zu zurück haben. Um sie wieder zu bekommen verlangt Sophie, dass er sie sich erst verdienen muss. Das Spiel der beiden beginnt. Im Folgenden erklärt Julien (aus dem Off) kurz die Spielregeln. Dem Zuschauer sind jetzt die Hauptfiguren bekannt und weiß, dass die Dose ein Pfand für die Aufgaben ist. Kapitel 1 – La Manche Im Kapitel 1 werden die Kindheit und die Freundschaft der beiden im Alter von acht Jahren dargestellt. Ein Ort der Streiche ist die Schule. Das Schulsystem wird durch das strenge Verhalten der Lehrerin und den Monolog des Direktors zur Disziplin sehr konservativ und streng dargestellt. Die Erwachsenen können die Kinder nicht verstehen und sehen als einzige Möglichkeit sie zu bestrafen und zu trennen. Besonders deutlich, wird das in einer Art surrealen Traumsequenz in der Julien und Sophie als Adam und Eva im Garten Eden gezeigt werden. Der Direktor als Gott bestraft sie und schmeißt sie raus. Die Krankheit der Mutter wird vorsichtig thematisiert. Der Mutter versucht normal weiterzuleben und mit Julien nicht darüber zu sprechen. Deutlich wird das bei der Frage von Julien, ob sie stirbt. Sie antwortet, dass alle Menschen sterben müssen. Im Gegensatz zu seinem Vater, der die Streiche missbilligt, ermuntert die Mutter Julien dabei eher. Die tragische Wende im ersten Kapitel ist der Tod der Mutter und Julien bleibt alleine mit seinem Vater zurück. Nach dem Tod lässt der Vater Sophie bei Julien übernachten, obwohl er sie nicht mag.

Auf der Beerdigung der Mutter versucht Sophie Julien aufzumuntern, indem sie „La vie en rose“ singt. Damit stößt sie auf Unbehagen bei den Trauergästen. Sophie und Julien schlafen in Juliens Bett und als sie am nächsten Morgen aufwachen, sind zehn Jahre vergangen. So vermittelt der Regisseur, dass nach dem Tod der Mutter die Kindheit für Julien (und Sophie) vorbei ist. Der Ernst des Lebens beginnt. Kapitel 2 – La Revanche Obwohl Julien und Sophie erwachsen geworden sind, spielen beide weiterhin „Top oder Flop“. Ihre Aufgaben haben sich jedoch von spielerischen Neckereien zu perversen Mutproben entwickelt. Sophie muss z. B. während einer Prüfung ihre Unterwäsche über der Kleidung tragen und Julien soll mit einem Mädchen schlafen um ihre Ohrringe zu erhalten. Während der Prüfung wird deutlich, dass Sophie eifersüchtig wird, als sie Julien mit einem anderen Mädchen flirten sieht. Anstatt ihre Gefühle einzugestehen, verlangt sie von Julien eher eine neue Wette einzugehen. Beide nehmen auf ihre Umwelt keine Rücksicht und benutzen andere Personen für ihre Wetten. Als Revanche das Julien mit einem anderen Mädchen geschlafen hat, schläft sie dafür mit deren Freund. Sophie sagt aber auch, dass der andere Mann für sie nur zweite Wahl ist. Die Frage von Julien, wer die erste Wahl ist, beantwortet sie zwar nicht, aber der Zuschauer ahnt, dass es Julien ist. Nachdem sich Sophie bei einer Wette die Hand verletzt hat, verlangt sie von Julien eine Entschuldigung. Im Zuge des Streites kommen sie sich näher und dem Zuschauer wird klar, dass mehr zwischen den beiden ist. Sophie bittet Julien in Form einer weiteren Wette sie zu küssen. Als sie ihn jedoch bittet „Liebe mich“ und die Dose demonstrativ wegschmeißt, versteht Julien es als weitere Wette und es kommt zum Eklat. Sophie verlässt Julien wütend. Im Anschluss an den Streit mit Sophie verlangt auch der Vater eine Entscheidung. Julien soll sich zwischen Sophie und ihm entscheiden. Ohne zu zögern entscheidet er sich für Sophie und geht zu ihr um mit ihr wegzugehen. Sophie wiederum schickt ihn weg. Einige Zeit später möchte sie sich bei ihm entschuldigen und sucht ihn in der Bibliothek auf. Durch die Kameraeinstellung wird dem Zuschauer vermittelt, dass Sophie Julien ihre Gefühle gesteht und beklagt, dass sie nicht weiß, wann er spielt und wann nicht. Es stellt sich allerdings heraus, dass Sophie ihre Gefühle „Testweise“ einer anderen Person gestanden hat. Der Zuschauer denkt, dass sie mit Julien spricht und spürt ihre Unsicherheit durch die Schnitte im Monolog. Man wird so öfter auf falsche Fährten geführt. Der Versuch sich mit Julien auszusprechen scheitert. Beide werden schon nach kurzer Zeit sarkastisch und verletzend. Sophie geht und sagt Julien, dass er sie nie ernsthaft verletzen kann. Vier Jahre später kommt Julien Sophie auf der Arbeit im Cafe besuchen und überredet sie zu einem Abendessen in einem feinen Restaurant. Im gleichen Restaurant sitzt eine Frau die dasselbe Kleid trägt, wie Sophie in der Bibliothek. Sophie macht sich über sie lustig. Erstaunlicherweise verteidigt Julien sie, was er sonst nie gemacht hat. Dies ist ein Hinweis für den Zuschauer, dass da etwas nicht stimmt. Im Gespräch lässt Julien Sophie und den Zuschauer in dem Glauben, dass er ihr einen Heiratsantrag macht. Die Frau in dem Kleid stellt sich als seine Verlobte heraus und Sophie soll nur die Trauzeugin werden. Julien kommentiert die Situation damit, dass er sie doch verletzen kann und scheinbar wollte er nur dies mit dem Abendessen erreichen. Es ist alles wieder ein Spiel gewesen und man fragt sich wie weit das noch gehen soll. Am Ende landet die Spieldose im Fluss. Höhepunkt des Kapitels ist die Hochzeit von Julien. Der Zuschauer fragt sich hier natürlich direkt zu Beginn, ob Julien die Wetter aus Kinderzeiten erfüllt. Entgegen der Wette aus Kinderzeiten sagt Julien „Ja“. Jedoch platzt durch den Einspruch von Sophie die Hochzeit. Genervt von den ewigen Spielen bricht Juliens Vater endgültig mit seinem Sohn. Sophie versucht später die Situation herunterzuspielen und sich bei Julien zu entschuldigen. Vor Wut über ihre Tat, lässt Julien Sophie mit verbunden Augen auf Gleisen stehen und warnt sie auch nicht vor dem herannahenden Zug. Im letzten Augenblick kann sich Sophie noch in Sicherheit bringen. Beide trennen sich für zehn Jahre. Sophie geht reumütig zu ihrem Freund zurück. Verlangt aber gleichzeitig von ihm, dass er Karriere macht. Julien fügt sich seinem Schicksal und führt ein normales Leben.

Kapitel 3 – La Belle Das neue Kapitel setzt genau zehn Jahre später ein. Julien hat Hochzeitstag und weiß genau, dass an diesem Tag die Frist abläuft und er Sophie wahrscheinlich wieder sieht. Sein Leben wird durch kurze Einblendungen und seine Stimme aus dem Off kommentiert. Julien ist den ganzen Tag abgelenkt und durcheinander. Im Gegensatz dazu scheint Sophie ruhig und gelassen und das Leben mit ihrem Mann, dem Fußballprofi Sergei zu genießen. Als Julien die Spieldose per Post von Sophie bekommt, ist er wie ausgewechselt und seine Frau kann ihn nicht dazu bringen, daheim zu bleiben. Es geht auf den Höhepunkt des Films bzw. das Finale zu. Julien trifft in dem völlig verwüsteten Haus von Sophie ein. Beide genießen ihr Wiedersehen. Obwohl Sophie die Polizei ruft, bleibt Julien erstmal gelassen. In der letzten Sekunde flieht er vor der Polizei. Es kommt zu einer rasanten Verfolgungsjagd, die damit endet, dass Julien von der Straße abkommt und in einen LKW rast. Parallel wird während der Verfolgungsjagd das Fußballspiel von Sergei immer wieder eingeblendet. Als Folge des Unfalls explodiert das Auto von Julien. Gleichzeitig jubelt Sergei über sein im errungenes Tor, was sehr kurios erscheint. Sophie wird ins Krankenhaus gerufen und zu einem Verbrennungsopfer geführt, das sie und der Zuschauer für Julien halten. Als Erkennungsmerkmal steht auch die teilweise verbrannte Spieldose am Bett. Für den Zuschauer lüftet sich das Geheimnis nach kurzer Zeit. Julien sieht man mit leichten Verletzungen nachdem Sophie das Zimmer verlassen hat. Julien und Sophie erkennen, dass sie zusammen gehören und beide treffen vor dem Krankenhaus aufeinander. Beide ignorieren ihre derzeitigen Partner. Keiner schafft es, sie voneinander zu trennen. Julien singt „La vie en rose“ und gesteht somit Sophie seine Liebe. Bevor sie sich küssen können und es zum Happy End kommen kann, schlägt Sergei Julien nieder. Es folgt eine Traumsequenz, in der es scheint als ob Julien ertrinkt. Er durchlebt alle wichtigen Stationen aus dem gemeinsamen Leben mit Sophie. Als Julien durch eine weitere Wette durch Sophie sein Bewusstsein wieder erlangt, sind die beiden Partner verschwunden. Kapitel 4 (Epilog) – La der des ders Im Epilog werden dem Zuschauer skurrilerweise zwei alternative Enden gezeigt. Zu dem Film passenden Ende werden beide in einem Betonpfeiler auf Juliens Baustelle einbetoniert. Sie erfüllen sich damit ihren Kindheitstraum von ewiger Liebe. Da sie sich nicht sicher sind, ob sie im realen Leben in jedem Fall für immer zusammen bleiben würden, ist das ihre Art ihre Liebe festzuhalten. Die Alternative zeigt beide in hohem Alter im Altersheim. Beide spielen weiterhin ihre Spiele aus Kindertagen. So wird dem Zuschauer gezeigt, dass selbst wenn sie ihr Leben zusammen verbracht hätten, sie nie auf die Streiche hätten verzichten können. Anschließend wird allerdings wieder die Baustelle mit der Spieldose gezeigt. Der Film hat mit dem Hinweis begonnen, dass man sich nie in einen Betonpfeiler einbetonieren lassen soll und die Baustelle wird auch zu Beginn des Films gezeigt. Nahe liegender erscheint daher das Ende, dass beide sich wirklich einbetonieren haben lassen.

2.3 Sequenzprotokoll
Prolog 1. Sequenz 00.00.45 Die Geschichte fängt auf einer Baustelle an. Man sieht dort Bauarbeiter arbeiten und eine Spieldose ist in einen Betonklotz betoniert. Zeitgleich beginnt eine Kinderstimme über Spiele zu philosophieren. Der Zuschauer wird so in die Handlung eingeführt. Die Anfangsszene ist zugleich ein Hinweis auf das Ende des Films.

2. Sequenz 00.02.52. In einer belgischen Kleinstadt werden Schulkinder vor dem Schulbus gezeigt. Julien stellt sich selbst und Sophie vor. Man erfährt, dass Julien eine kranke Mutter hat und Sophie aufgrund ihrer polnischen Herkunft von den anderen Schülern gehänselt wird. Um sie zu trösten überreicht Julien ihr eine Spieldose, die er zuvor von seiner Mutter erhalten hat. Er möchte sie jedoch ab und zu zurück haben. Sophie ist enttäuscht und verlangt daher, dass er sich die Dose verdienen muss, wenn er sie wiederhaben möchte. Das Spiel beginnt indem Julien die Handbremse des Busses löst und dieser ohne Fahrer losfährt. Im Anschluss wird gezeigt, dass der Vater von Julien Sophie nicht mag. 3. Sequenz 00.06.42 Zusammenfassend werden die verschiedenen Wetten der beiden vorgestellt und erzählt, wie die Wetten ablaufen. Als Julien zu Sophie geht, wird deutlich, dass die beiden in unterschiedlichen Welten wohnen: Julien in der Vorstadt und Sophie im Plattenbau. Kapitel 1 – La manche (Die Partie) 4. Sequenz 00.08.03 Julien und Sophie werden in der Schule gezeigt, wie sie auch dort Streiche spielen. Beide bekommen Ärger und der Direktor versucht sie zu trennen, was aber nicht funktioniert. Anschließend wird Julien von seinem Vater und Sophie von ihrer Schwester abgeholt. 00.11.15 5. Sequenz Julien fährt mit Vater nach Hause und scherzt dort für ihn ganz normal mit der Mutter. In seinem Zimmer setzt er eine 3D-Brille auf aus der er die Welt in zwei Farben sieht. Zwischensequenz 00.12.34 Julien und Sophie werden als Adam und Eva in einer Theaterkulisse im Garten Eden (vor einem Karussell) gezeigt. Der Direktor erscheint als Gott und die Lehrerin verkörpert die Schlange. Sophie verführt Julien dazu einen Apfel zu essen. 00.13.56 Juliens Mutter liest ihm „Alice aus dem Wunderland“ vor. Er fragt sie ob sie bald stirbt und die Mutter versucht dem Thema auszuweichen. Die Mutter wettet mit Julien, dass sie fliegen kann. 6. Sequenz 00.16.41 Hochzeit von Sophies Schwester. Die beiden unterhalten sich darüber, was sie später einmal werden wollen. Julien will Tyrann werden und Sophie ein Pudding. Sie wetten, dass Julien „nein“ vorm Alter sagt, wenn er heiratet. Es kommt fast zum Kuss zwischen den beiden, aber Sophie findet, dass die beiden nur befreundet sein sollten. 7. Sequenz 00.19.06 Als Julien von der Hochzeit nach Hause geht, wird er von seinem Vater abgefangen und er fährt direkt mit ihm ins Krankenhaus. Es wird deutlich, dass der Zustand der Mutter sich verschlechtert hat. Sophie kommt ins Krankenhaus um Julien zu trösten. Er freut sich sie zu sehen sagt aber, dass sie es nicht versteht wird und weist sie ab. Enttäuscht bietet Sophie dann wieder eine neue Wette an. Juliens Mutter stirbt kurze Zeit später. 00.22.32 8. Sequenz Beerdigung der Mutter. Sophie steht auf einem Grabstein und summt „La vie en rose“. In dieser Situation lässt der Vater die Freundschaft von Julien und Sophie zu. Sophie darf bei Julien übernachten. Dem Vater geht der Tod der Mutter sehr nahe. Beide schlafen ein und es gibt einen Zeitsprung von zehn Jahren.

9. Sequenz 00.25.15 Julien und Sophie sind jetzt 18 Jahre alt. Es ist der Morgen einer Prüfung. Julien verlangt erneut eine Mutprobe. Sophie möchte eigentlich nicht. Es wird aber deutlich, dass bei immer noch wetten. Kapitel 2 – La Revanche (Die Vergeltung) 10. Sequenz 00.26.49 Sophie trägt ihre Unterwäsche bei der Prüfung über der Kleidung. Julien sagt, dass die Art der Wetten sich geändert hat. Früher waren es Neckereien, jetzt sind es Perversionen. Während der Prüfung von Sophie flirtet Julien mit einem anderen Mädchen, was Sophie aus dem Konzept bringt. Sie verlangt nach der Prüfung in Form einer weiteren Wette, dass er mit dem Mädchen schläft und ihr ihre Ohrringe bringt. Julien erfüllt die Wette. 00.31.28 11. Sequenz Julien besucht Sophie bei ihrer Arbeit im Supermarkt. Dort läuft im Hintergrund „La vien en rose“. Julien überreicht Sophie die Ohrringe. Sie erzählt ihm im Gegensatz dazu, dass sie mit dem Freund (Igor) des Mädchens geschlafen hat. Igor wird anschließend Spielball der beiden in Form von Wetten. Sophie sagt, dass Igor für sie nur zweite Wahl ist und Julien möchte wissen, wer die erste Wahl ist. Sophie gibt darauf keine Antwort. 12. Sequenz 00.33.11 Sophie hat sich bei einer Wette verletzt und verlangt von Julien eine Entschuldigung. Es kommt zum Streit und beiden kommen sich durch eine Rangelei näher. Sophie verlangt von Julien in Form einer Aufgabe, dass er sie küsst. Kurze Zeit später, sagt Sophie „Liebe mich“ und wirft die Dose weg. Julien versteht es als Wette und sagt Top. Es kommt erneut zum Streit. 13. Sequenz 00.35.14 Julien unterhält sich mit seinem Vater im Auto. Der Vater verlangt, dass er sich in die normale Welt integrieren und seine Prüfung ernst nehmen soll. Er soll sich zwischen ihm und Sophie entscheiden. Der Vater schmeißt Dose aus dem Auto und Julien geht sie holen und entscheidet sich damit für Sophie. Er geht zu ihr, obwohl er ihr versprechen musste, dass er sie nie besuchen kommt. Julien will sich bei Sophie entschuldigen und mit ihr weggehen und mit den Wetten aufhören. Diesmal weist Sophie in ab. 00.38.22 14. Sequenz Sophie möchte sich bei Julien entschuldigen und geht zu ihm nach Hause. Einführung in die Szene durch die Stimme von Julien der Sophies Verhalten kommentiert. Dadurch wird deutlich, dass Sophie wahrscheinlich länger gebraucht hat, um sich zu entschuldigen. Juliens Vater will ihr Geld geben, damit sie verschwindet, was sie ablehnt. Sophie findet Julien in der Bibliothek. Man sieht Sophie die ihre Gefühle preisgibt. Es stellt sich aber heraus, dass sie die Gefühle nicht Julien, sondern einem Unbekannten (Testweise) gestanden hat. Anschließend geht sie zu Julien um mit ihm zu reden. Er lässt sie allerdings nicht ausreden und weist sie ab. Beide werden gegenseitig wieder verletzend. Keiner gesteht dem anderen seine Gefühle. Anschließend steigt Sophie in den Bus und fährt weg. Erst als der Bus losfährt, rennt Julien diesem hinterher und ruft „Ich liebe dich“, was Sophie allerdings nicht hört. 15. Sequenz 00.45.45 In kurzen Szenen wird die Entwicklung von beiden in den folgenden vier Jahren dargestellt. Julien kommentiert seine Entwicklung und seine Beziehung zu Sophie.

16. Sequenz 00.46.22 Julien besucht Sophie bei ihrer Arbeit in einem Cafe. Sie möchte zuerst nicht mit ihm reden, lässt sich dann aber auf ein Gespräch ein. Julien will sie zum Essen einladen. Beide streiten sich, versöhnen sich aber wieder. 17. Sequenz 00.49.22 Julien und Sophie beim Abendessen in einem schicken Restaurant. Man sieht eine Frau, die das gleiche Kleid trägt, wie Sophie in der Bibliothek. Sophie macht sich über diese Frau lustig, aber Julien verteidigt sie, was für ihn unüblich ist. Julien unterhält sich mit Sophie über die Liebe und Hochzeit und es hat den Anschein, als ob er ihr einen Antrag machen möchte. Es stellt sich aber heraus, dass er sie nur bittet, seine Trauzeugin zu sein und die Frau in dem Kleid seine Verlobte ist. Sophie geht mit Julien raus und schmeißt die Dose in den Fluss. 18. Sequenz 00.54.13 Auf der Hochzeit von Julien und Christelle. Sophie erscheint in einem roten Kleid und der Dose in der Hand. Im entscheidenden Moment erinnert sie ihn an die Wette aus Kinderzeiten, bei der er gesagt hat, dass er vor dem Alter nein sagt. Entgegen der Wette sagt er jedoch ja. Sophie erhebt Einspruch gegen diese Ehe. Der Vater ist daraufhin so wütend, dass er mit Julien bricht. Die Hochzeit platzt. 19. Sequenz 00.56.35 Sophie steht mit verbunden Augen auf den Gleisen und Julien sitzt etwas abweisend daneben. Ein Zug naht heran, aber Julien schweigt. In letzter Sekunde nimmt Sophie die Augenbinde ab und kann sich vor dem Zug retten. Sophie prophezeit Julien, dass sie sich zehn Jahre nicht sehen werden. Sophie geht im Anschluss zu Sergei ihrem Freund und verlangt von ihm eine Karriere als Profifußballer zu machen. Julien sitzt weiterhin auf den Gleisen. Seine Stimme kommentiert die Situation und sagt, dass er sich seinem Schicksal fügt. Kapitel 3 – La Belle (Die Schöne) 20. Sequenz 01.00.27 Zehn Jahre später. Julien wohnt in einer Vorstadt mit Reihenhaus, Frau und Kindern. Juliens Stimme beschreibt anhand von Bildern, wie sein Leben ist. Julien weiß, dass sein letztes Treffen mit Sophie genau zehn Jahre her ist. 01.04.43 21. Sequenz Man sieht Julien auf der Arbeit. Er kann sich nicht konzentrieren und ist total durcheinander. Er denkt ständig daran, dass die zehn Jahre vorbei sind und sieht überall Sergei. Im Gegensatz dazu sieht man Sophie mit ihrem Mann. Sie scheinen glücklich und man erhält den Eindruck, dass Sophie Julien nicht vermisst. Sie wirft auch die Dose achtlos weg. 22. Sequenz 01.08.07 Man sieht Julien Zuhause in seinem Wohnzimmer geknebelt und gefesselt von seinen Kindern. Er ist völlig fertig und rastet gegenüber seinen Kindern aus. Seine Frau überreicht im Paket, welches angeblich von seinem Arbeitgeber ist. Eine Freundin besucht ihn und seine Frau an deren Hochzeitstag und er hält sie für Sophie. Als er das Paket öffnet, entdeckt er die Spieldose. Es geht ihm schlagartig besser. 01.10.28 23. Sequenz Julien fährt zu Sophie. Die Inneneinrichtung des Hauses ist total demoliert und zerstört. Sophie ruft die Polizei und sagt, sie wird von einem Irren bedroht. Beide genießen ihr Wiedersehen. Julien wartet bis die Polizei da ist, bevor er flüchtet.

Er flieht mit dem Auto. Parallel zu seiner Flucht vor der Polizei, wird das Fußballspiel von Sergei gezeigt. Als Julien von der Straße abkommt, schießt Sergei ein Tor. Und als das Auto explodiert, jubelt Sergei. 24. Sequenz 01.13.41 Sophie erhält einen Anruf aus dem Krankenhaus und fährt sofort mit Sergei dorthin. Man sieht die verbrannte Dose im Zimmer eines Verbrennungsopfers. Sophie ist entsetzt und macht sich mit Sergei auf den Rückweg. Sie ist am Boden zerstört. Kurz darauf sieht man aber Julien und dass es ihm bis auf ein paar kleinere Verletzungen gut geht. Beide denken gleichzeitig aneinander. Julien rennt aus dem Krankenhaus und Sophie zwingt Sergei dorthin zurück zu fahren. 01.16.32 25. Sequenz Vor dem Krankenhaus haben beide nur noch Augen füreinander. Sie ignorieren ihre Ehepartner. Julien singt „La vie en rose“. Kurz bevor sie sich küssen können, schlägt Sergei Julien nieder. Julien scheint bewusstlos. Er fällt und durchlebt alle wichtigen Stationen aus ihrem gemeinsamen Leben. Sophie holt ihn durch eine Wette wieder zurück. Kapitel 4 (Epilog) – La der des ders („Der allerletzte Krieg“) 26. Sequenz 01.20.27 Sophie und Julien stehen im Rahmen eines Betonpfeilers. Sie wollen für immer (Ewigkeit) zusammenbleiben. Sie lassen sich einbetonieren. Wir sind wieder in der Anfangsszene des Films. Zwischensequenz 01.22.54 Man sieht ein altes Ehepaar im Altersheim. Es wird wieder „La vie en rose“ gespielt Julien und Sophie mit 80 Jahren, die immer noch ihre Spiele spielen. Sie spielen wieder die Spiele aus ihrer Kindheit. Sie küssen sich und es werden Situationen gezeigt, in denen sich beide hätten küssen können (Einblendung). 01.24.50 Anschließend sieht man wieder die Baustelle. Die Dose ist einbetoniert im Beton. Am Schluss hört man wieder die Kinderstimme von Julien.

3. Figurenanalyse
Protagonisten: Julien er charakterisiert sich vorwiegend selbst, vor allem durch seine Voice-Over-Stimme die ihn oder die Situation kommentiert kommt aus einem geborgenen, bürgerlichen Elternhaus und wächst in idyllischer Vorstadt auf freundet sich mit Sophie an spielt gerne Spiele; er zögert keine Sekunde, als Sophie verlangt, dass er etwas tun muss, um die Dose zurückzubekommen will Tyrann werden nach dem Tod der Mutter ändert sich alles und die Kindheit endet (im Film sichtbar gemacht durch den Zeitsprung von 10 Jahren kurz nach dem Tod der Mutter) in der Schulzeit ist er ein Spaßvogel, der alles locker sieht und nichts ernst nimmt (Er bringt Sophie dazu wieder eine Aufgabe zu erfüllen und verändert sogar die Namen auf der Prüfungsliste, was jedoch eher unangenehmer Folgen für Sophie hat. Er ist sich jedoch keines Fehlers bewusst. „Aber das ist doch lustig.“) trotzdem charmant, schafft es Frauen in kurzer Zeit um den Finger zu wickeln schafft es trotzdem nicht seine Gefühle gegenüber Sophie zu zulassen und sie ihr auch zu gestehen und nicht nur wenn sie es nicht hört schließlich versucht er, nach dem Bruch mit Sophie, das zu tun was sein Vater von ihm verlangt => seine Prüfungen ernst nehmen und seinen Platz in der Gesellschaft einzunehmen =>Julien heiratet, hat 2 Kinder, ein Haus in der Vorstadt, einen guten Job mit diesem Leben ist er jedoch nicht zufrieden; er fühlt sich gefesselt und gefangen (Szene als seine Kinder ihn im Wohnzimmer fesseln und knebeln) und scheint erst wieder aufzublühen als er nach 10 Jahren endlich eine Nachricht von Sophie erhält und das Spiel weitergeht weiß erstaunlicherweise wann die Frist der 10 Jahre genau abläuft zum Schluss lässt er alles, seine Familie, seinen Job…, ohne zu zögern zurück, um mit Sophie zusammen zu sein

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Sophie wird oft durch Julien charakterisiert und auch von im vorgestellt Tochter polnischer Einwanderer, lebt in einer Plattenbausiedlung, wird von anderen Kindern gehänselt und beschimpft von Sophie erfährt der Zuschauer sehr wenig. Man sieht z. B. ihre Eltern nie. Die Szenen werden auch ausschließlich von Julien kommentiert. sie beginnt das Spiel “Top oder Flop” wirkt schon als 8-jähriges Mädchen manchmal altklug, wenn es um Beziehungen zwischen Männern und Frauen geht (Beispiel: Hochzeit der Schwester) will ein Pudding werden eifersüchtig, als Julien flirtet nimmt das Leben ernster, will ihren Abschluss schaffen, will aus ihrem Leben ausbrechen => besseres Leben (Szene in der Schule) im Gegensatz zu Julien muss sie nach der Schule arbeiten Sophie scheint früh zu ahnen, dass die Wetten ihre Unschuld verloren haben und jede andere Beziehung nur „zweite Wahl“ ist.

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Einzelkämpferin, „brauch dein Mitleid nicht“ versucht Spiele immer mal wieder zu beenden kann ihre Gefühle ebenfalls nicht offen zugeben und nur gegenüber Fremden erklären (Bibliothek) genießt es die Hochzeit platzen zu lassen findet, dass sich Julien von anderen sein Leben aufzwingen lässt geht nach der Hochzeit direkt zurück zu Sergei, zwingt ihn regelrecht eine Profikarriere einzuschlagen „… ich will den Jackpot“ ihr Mann macht als Fußballer wirklich Karriere, sie hat ein schönes Haus, genug Geld… sie scheint zufriedener mit ihrem Leben zu sein als er, jedoch spürt man, dass sie es auch genießt Julien wieder zu sehen verrückt => demoliert ihr ganzes Haus

Das Paar Julien - Sophie machen beide Ärger beide egozentrisch Julien und Sophie rebellieren gegen autoritäre Strukturen durch ihre Streiche bringen sie gegenseitig auf die Palme nehmen keine Rücksicht auf ihre Umgebung und benutzen sogar andere Personen für ihre Spiele (Aurélie, Igor) => bis eines Tages Sophie die alles entscheidende Frage nach der Liebe stellt und Julien sie als eine weitere Wette missversteht; Von da an tun beide ihr bestes, um sich zu verletzen. Vorher waren immer andere Leidtragende der Wetten. erkennen nicht mehr, wann der eine oder andere spielt oder wann er / sie es ernst meint verrückt – küssen sich auf Autodach, Sophie demoliert ihr Haus keiner will ersten Schritt machen (Szene am Bus) können beide nicht über Gefühle reden, sondern verletzen sich lieber (z.B. Scheinhochzeitantrag von Julien – nur um ihr weh zutun) „Fahr zur Hölle“ „…aber du kommst mit“

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Nebenrollen Vater kühl, vor allem nach dem Tod seiner Frau versteht Julien und seine Spiele nicht und ist mit der Situation überfordert Vater ist gegen das Spiel, da es Leidenschaft verkörpert und gegen die Regelen handelt mag Sophie von Anfang an nicht lässt aber nach dem Tod der Mutter die Freundschaft zu gibt seinem Sohn und dessen Spielen die Schuld am Tod seiner Frau Vater repräsentiert Regeln der Gesellschaft und wie die Gesellschaft Druck auf die Menschen ausübt (was sie zu tun haben) und will, dass sein Sohn ein ordentliches Leben führt Regeln: Heiraten und Kinder haben, Haus und Job Spießer Leben versucht Sophie mit Geld aus dem Leben seines Sohnes zu vertreiben nach der Hochzeit Bruch – „Schluss mit dem Spiel… Von dieser Sekunde an existierst du nicht mehr! Ich streich dich aus meinem Leben“ Julien fährt später immer wieder langsam am Haus des Vaters vorbei und ruft an ohne sich dann zu melden Beziehung ändert sich nicht, bleibt so bis zum Schluss

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Mutter liebevoll schenkt Julien die Dose will nicht mit ihm über den Tod reden, sondern verharmlost ihn („Ja… wie alle anderen Menschen auch.“) versteht ihn und die Spiele im Gegensatz zum Vater („Glaubst du, dass du der erste bist der spielt „Die Wette gilt.“?“) geht auf ihn ein und ermutigt ihn teilweise mit verrückten Ideen findet ein bisschen Verrücktheit in Ordnung (Zitat aus Alice im Wunderland: „Ich bin Verrückt, du bist verrückt...“). Hinweis auf die Verrücktheit der Darsteller erkennt früh, dass ihm Sophie viel bedeutet wichtige Bezugsperson von Julien

Sergei, Christelle beide nur Ersatzpartner für Sophie und Julien Julien und Sophie lassen sie beide am Ende, mit dem jeweiligen dazugehörigen Leben, im Regen stehen, um zusammen zu sein

4. Analyse der Bauformen

4.1 Kamera
der Film arbeitet sehr viel mit dem Schuss- Gegenschuss-Verfahren um die Beziehung zwischen den Figuren deutlich darzustellen vor allem Nahaufnahmen und Großaufnahmen, besonders der Hauptdarsteller Überblendung in die nächste Szene: Kreis der Kinder, die Sophie beschimpfen mit ihr in der Mitte werden zu Dose mit Karussellstruktur in Juliens Händen 180° und 360° Drehs der Kamera um Hauptdarsteller: erster Kuss von Julien und Sophie, Julien sinniert auf den Gleisen Parallelmontage: Schnelle Wechsel zwischen Verfolgungsjagd, Fußballspiel von Sergei, Tacho und Nahaufnahme Julien Vielfacher Gebrauch der Vogelperspektive Öfters schnelle Kamerafahrten

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Match Cut: in der Plattenbausiedlung als sich Sophie und Julien im Streit trennen; Sophie lässt die Dose die Treppe runterrollen und fängt sie am Ende selbst wieder auf
Nahaufnahme Baustelle, Zoom nach oben in die Vogelperspektive; Baustellenlärm und Melodie des Hauptthemas Aus der Vogelperspektive wird wieder auf die Dose herangezoomt; Kameradrehung um die Dose wie bei Karussell Schnelle Kamerafahrt die Straße hoch aufs Haus und wieder zurück Sicht aus der Fahrerkabine des Busses (ohne Fahrer) -> durch den Bus nach hinten, wo die Kinder am Fenster schreien -> dann raus und in die Vogelperspektive Blick aus der Vogelperspektive auf Sophie, Zoom an sie ran, dann Nahaufnahme auf die Dose und anschließend auf das Gesicht von Sophie => schließlich Großaufnahme Dose und Sophie Kameraschwenk zu Julien und Großaufnahme Detailaufnahme von einem Mund, der die bösen Worte sagt und Schnitt zu Großaufnahme Röntgenbild Bauchsicht Juliens, als er unter dem Bett liegt, auf die Beine des Arztes (Kindersicht) Großaufnahmen der Gesichter, die Sophie beschimpfen und von Sophie => Wegzoomen in die Vogelperspektive Überblendung in die nächste Szene: Kreis der Kinder, die Sophie beschimpfen, werden mit ihr in der Mitte zu Dose mit

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Karussellstruktur in Juliens Händen Kameradrehung um Julien; er wird unscharf gezeigt; schnelle Kamerabewegungen in und er als er Sophie in den Plattenbauten sucht Schuss – Gegenschuss- Verfahren bei Sophie und Julien, als sie sich am Plattenbau zurufen Büro des Direktors: Großaufnahme des Direktors bei seinem Monolog, dann Wegzoom zu Julien und Sophie => beide werden in Großaufnahme gezeigt => anschließend Wegzoom bis inter die beiden, so dass ihre Rücken noch zu sehen sind und man durch sie hindurch auf den Direktor blickt Schnelle Kamerafahrt quer durch das Schulgebäude nachdem Julien und Sophie getrennt wurden => Verdeutlichung der Entfernung Ebenfalls schnelle Kamerafahrt zwischen Sophie und Julien im Flur, als beide beim Direktor abgeholt werden Schuss- Gegenschuss zwischen Mutter und Julien Schuss- Gegenschuss- Verfahren zwischen Sophie und Julien unter dem Tisch bei der Hochzeit von Sophies Schwester Halbe Kameradrehung um Julien, Sophie wird unscharf in der Tür gezeigt => erst als sich Julien zu ihr schaut wird sie scharf Perspektivewechsel: zuerst Sicht von oben auf Julien und Sophie, nach dem sie die halbe Treppe hinuntergegangen sind blickt die Kamera vom Treppenende zu Ihnen nach oben => laufen auf Kamera zu Hauptdarsteller werden abwechselnd in der Halbtotalen im Schuss- GegenschussVerfahren gezeigt => optisch durch Straße getrennt Halber Kameradreh um sie herum beim Kuss Schnelle Schnitte und Überschneidung im Treppenhaus als Julien zu Sophie eilt Aufsicht: Sophie blickt in der Bibliothek von oben auf Julien, der unten sitz und lernt Monolog Sophie: Großaufnahme von ihr, harte Schnitte im Lauf des Monologs => Verunsicherung; Blick auf Hände, ganz langsame Fahrt auf ihren Gegenüber => Auflösung ist nicht Julien Schuss- Gegenschuss- Verfahren Halbtotale => Zoom in Nahaufnahme => intensives Gespräch

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Feste Kameraposition auf einen festen Platz gerichtet, Halbtotale => Szenen aus dem Leben zu verschiedenen Zeiten; vorbeifahrende Autos verdeutlicht Distanz zu den Szenen Wieder feste Kameraposition im Café => durch die Scheibe sieht man Julien und Sophie, die sich streiten… (Leute gehen davor vorbei => Distanz) Totale an Uferpromenade im Hintergrund zwei Personen, gekleidet wie Julien und Sophie, unscharf zu sehen => Kamerafahrt nach vorne an Sophie und Julien in Abendgarderobe vorbei und die Beiden in Nahaufnahme Restaurant: Kamerafahrt weg von Julien und Sophie über die Gäste zu Frau in weiß-rotem Kleid => kurze Verweilung auf der Frau in der Seitenansicht => langsamer Zoom wieder zu Julien und Sophie Schuss- Gegenschuss- Verfahren, im hinter Julien immer wieder unscharf die Frau mit weiß-rotem Kleid Frau mit dem Kleid wird wieder kurz scharf gezeigt => es folgt wieder langes SchussGegenschuss- Verfahren zwischen Julien und Sophie (Andeutungen für Zuschauer=> Frau im weiß-rotem Kleid ist Juliens Verlobte) Perspektivenwechsel: Julien steht halb, blickt auf Sophie herab => sieht zu ihr herab Sophie steht auf den Gleisen im Hintergrund sieht man unscharf den Zug immer näher kommen => Gefahr wird unscharf dargestellt Szene wo sie im letzten Moment vor dem Zug weg springt => eigentlich 2 Szenen, wurden getrennt gedreht und erst hinterher zusammengefügt 360° Kameradreh um Julien herum während er auf den Gleisen sitzt Seitlicher Kamerablick von oben auf Häuser der Siedlung => Vogelperspektive auf Juliens Vorgarten und sein jetzt geordnetes Leben => Zoom in seinen Alltag Sicht nach vorne aus dem Auto über Juliens Schulter hinweg => Nahaufnahme Tacho „fast 210“ => Verkehrsschild „60“ => Nahaufnahme Tacho „60“; harte Schnitte dazwischen Zeitlupe der Kamera solange er am Haus seines Vaters vorbeifährt Harte Schnitte kurz hinter einander zwischen den einzelnen Bildern Vogelperspektive auf den Friedhof => Zoom an Julien auf dem Grab seiner Mutter heran

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und wieder in die Vogelperspektive Verfolgung des durch die Luft fliegenden Plans mit der Kamera Einblendung der verschiedenen Magazine und Artikel über Sergei; unterschiedliche Einschübe ins Bild (drehen, von der Seite, von oben) Langsame Kamerafahrt um die Ecke im Hausflur von Julien => um am Ende zu sehen wer zu Besuch gekommen ist Schnelle Schnitte zwischen den Bildern wenn Christelle versucht Julien aufzuhalten „Himmel und Hölle-Spiel“ auf den Steinen => Wegzoom in die Vogelperspektive Schräges Kamerabild => verdeutlich Chaos im Haus Großaufnahmen Julien, Sophie und Uhr mit tickendem Zeiger => Schuss- GegenschussVerfahren Parallelmontage: Schnelle Wechsel zwischen Verfolgungsjagd, Fußballspiel von Sergei, Tacho und Nahaufnahme Julien Krankenhauszimmer: verbrannte Dose scharf, Sophie in der Tür unscharf => erst als sie ganz in den Raum tritt wird sie scharf Detailaufnahme der Narbe von Julien Zeitlupe als Julien von Sergei niedergeschlagen wird Kamera auf die Innenseite des hohlen Betonpfeilers gerichtet => langsame seitliche Kamerafahrt nach unten zum Boden => anschließend in die Vogelperspektive Kamerafahrt von den beiden alten Leuten weg nach oben und Überblendung zur Baustelle => Großaufnahme der Dose => danach wieder Wegzoom in Vogelperspektive

4.2 Bedeutung der Farben im Film
Die Farben spielen eine bedeutende Rolle im Film: Am häufigsten werden die Farben Rot, Weiß und Grün verwendet. Rot steht für Leidenschaft, Liebe und Wärme, aber auch für Aggression. Beispielsweise „rot sehen“ oder das rote Tuch beim Stierkampf. Die Farbe steht aber auch für die Hölle und den Teufel. Samuell verwendet in jeder Szene rot als Akzentfarbe, vor allem in Kombination mit weiß. Die Farbe Weiß assoziiert Reinheit und Unschuld. Im Gegensatz zu rot für den Teufel, steht weiß für Engel. In Kriegssituation bedeutet weiß Waffenstillstand oder Frieden. Die dritte bedeutende Farbe Grün steht vor allem für Hoffnung. Die Farben spiegeln sich im Film sehr oft in der Kleidung der Charaktere wieder. In der ersten Sequenz trägt Sophie ein weißes Kleid mit roter Jacke und Julien grüne Kleidung. Jedes zweite Kind das Julien hänselt trägt wiederum etwas Rotes. Aber auch der Schulbus

ist rot/weiß. Die Mutter von Julien hat rote Haare, was ihr eine warme Ausstrahlung gibt. Im Gegensatz zu der Mutter wirkt der Vater kalt. Die Tapete in dem Zimmer der Mutter ist grün. Sie vermittelt die Hoffnung, dass die Mutter wieder gesund wird. Man sieht auch nur Julien grüne Kleidung tragen und nicht Sophie. Sophie trägt nur einmal in der Schule eine rot, grün, weiße Jacke. Julien betrachtet auch einmal die Welt aus einer 3-D-Brille und sieht sie so grün und rot. Die Farben werden sehr surreal und kitschig in der Kindheit von Julien und Sophie eingesetzt. Sie sind gleichzusetzen mit den verspielten, naiven ersten Streichen der beiden. Im Erwachsenenalter sind die Farben kühler und designter, so wie ihre Wetten perverser werden. Im Krankenhaus verwendet Samuell allerdings ebenfalls blasse Farben. Dort sticht lediglich die Haarfarbe der Mutter deutlich hervor. Als Julien und Sophie nach Sophies Übernachtung bei Julien wieder aufwachen, sieht man Juliens graues Zimmer und auch die Kleidung der beiden ist grau. Man kann diese Farbe damit assoziieren, dass die Kindheit vorbei ist und der „graue“ Alltag begonnen hat. Der Vater im Zimmer nebenan steht im Gegensatz dazu vor einer grünen Wand. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass er den Tod seiner Frau überwunden hat und neue Hoffnung, neuen Lebensmut geschöpft hat. Bei Sophies Prüfung wird der Zuschauer erneut bei ihrer Unterwäsche mit den Farben Rot und Weiß konfrontiert. Als Sophie Julien auffordert sie zu küssen, steigen beide auf ein grünes Auto. Ein Hinweis, dass für ihre Beziehung Hoffnung besteht. Die Hoffnung macht Julien aber zunichte, als er ihre Aufforderung „Liebe mich“ als weitere Wette missversteht. Julien unterhält sich darauf mit seinem Vater in einem roten Auto. Sophie war für seinen Vater immer ein „rotes Tuch“. Er verlangt auch von ihm, sich zwischen ihm und Sophie zu entscheiden. Als Julien Sophie besuchen will, steht er vor einer roten Tür. Es kommt zu einer Trennung zwischen den beiden. Zur Versöhnung in der Bibliothek trägt Sophie ein weißes Kleid mit roten Blumen. Dieses Kleid wird wiederum auch von Juliens Verlobten getragen, als er sich bei Sophie mit dem angeblichen Heiratsantrag rächen möchte. Als Julien zu Sophie ins Cafe kommt, trägt er einen weißen Anzug, der Frieden und Versöhnung bedeutet. Er täuscht damit allerdings Sophie. Auf der Hochzeit trägt Sophie dann eine Art rotes Brautkleid. Nachdem sie von Julien verletzt wurde, trägt sie nur noch rot und hat böses im Sinn (Teufel). Sie erhebt Einspruch bei der Hochzeit und bringt diese damit zum platzen und auch als Julien sie in dem zerstörten Haus besucht, hat sie ein rotes Kleid an. Das gemalte Kinderspiel „Himmel und Hölle“ vor Sophies Haus unterstreicht noch mal die Farben Rot und Weiß, die auch Himmel und Hölle verdeutlichen. Außerdem deutet es noch mal auf die zehn für 10 Jahre hin. In der Sequenz am Schluss, die Julien und Sophie im Altersheim zeigt, verwendet Samuell einen bräunlichen Farbton. Dadurch erscheint die Szene unrealistischer. Einzig die Bonbons in der Dose sind bunt.

4.3 Stilelemente im Film
Samuell bedient sich verschiedene Stilelemente im Film. Er verwendet Comicszenen. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass er vor dem Film als Illustrator gearbeitet hat. Beispielsweise erscheint der Schulranzen von Sophie, die Grafiken in der „Adam und Eva“ Welt und auch später die Aufzählung der Zahlen ein bisschen wie ein Comic. Samuell verwendet außerdem ziemlich oft das distanzierende Voice-over, in dem Julien Szenen kommentiert. Zusätzlich setzt Samuell auf Theateraspekte und Szenen, die einem Werbespot ähneln, im Film ein. Als Julien zu Beginn zu Sophie fliegt, fliegt er über Wolken, wie sie bei Bühnenbildern verwendet werden. Auch bei der „Adam und Eva“ Welt verwendet er beispielsweise Bühnenplastiken. Als Werbespot ähnliche Szenen kann man die Aufzählung sehen, was Juliens Leben ausmacht und die Flucht vor der Polizei. Julien (Voice over) Hier mein Leben mit ca. 35: Ich habe alles 1 Frau, 2 Kinder, 3 Freunde, 4 Kredite, 5 Wochen Urlaub, 6 Jahre in der gleichen Firma, 7x mein Gewicht als Stereoanlage, 8x im Vierteljahr ehelichen Beischlaf, 9x den Erdumfang an Plastikverpackungen, Deckel aus Polystyrol und weitere nicht biologisch abbaubare Lebensmittelverpackungen und 10 Jahre ohne meinen Vater. Mein Glück. Die perfekte Ausstattung für einen Tyrann. Mein Kindheitstraum. Erwachsen zu sein, war also ein Tacho zu haben, der bis 210 geht und nie mehr als 60 zu fahren. Julien (Voice over) Verfluchte Sophie. Das Spiel hatte mit einem rasanten Start wieder begonnen. Das reinste Glück. Ursprünglich, natürlich, vulkanisch. Welche Klasse. Das war besser als alles. Besser als Drogen, besser als Heroin, Dope, Kokain, Crack, fixen, Joint, Shit, Schuss, Sniffen, Hush, Ganja, Marihuana, Cannabis, Gras, Kojote, Löschblatt, Acid, LCD, Ectasy. Besser als Sex, Filatio, 69, Swingerpartys, Masturbation, Tantra, Kamasutra, Thai-Massage. Besser als Nutella auf Kakaobutter und Bananenmilchshake. Besser als alle Trilogien von George Lukas, die Muppetshow, das Ende von 2001. Besser als der Hüftsprung von Emma Peel, Marilyn, Schlumpfinchen, Lara Croft, Naomi Campbell und der Leberfleck von Cindy Crawford. Besser als die B-Seite von Abbey Road, die Solos von Jimi Hendrix, Neil Armstrongs Schritt auf dem Mond, der Space-Mountain, das Lied vom Weihnachtsmann. Das Vermögen von Bill Gates, die Trance des Dalai Lamas, Nahtodeserfahrungen, Auferweckungen des Lazarus, all die Testosteronspritzen von Schwarzenegger. Das Kolergen in den Lippen von Pamela Anderson. Besser als Woodstock und die orgiastischste Raver Party. Besser als der Trip von Desartre. Besser als die Freiheit. Besser als das Leben. In diesen beiden Szenen werden dem Zuschauer viele Inhalte in relativ kurzer Zeit vermittelt. Außerdem werden Dinge miteinander verglichen, was auch im Werbespot passiert. Beispielsweise Waschmittel X ist besser wie alle anderen. Im Film empfindet Julien das Spiel mit Sophie sogar besser als sein Leben.

4.4 Musik im Film
Eine bedeutende Rolle spielt das Lied „La vie en rose“ im Film. Es wird teilweise als Filmmusik eingesetzt, die eine wichtige Szene unterstreichen soll, und als Musik im Film. Sophie summt beispielsweise das Lied auf der Beerdigung von Juliens Mutter. Julien singt das Lied am Ende des Films vor dem Krankenhaus.

Neben dem Song wurde von Philippe Rombi, der für die Filmmusik zuständig war, Musik zu dem Film komponiert. Die Hauptmelodie wird immer gespielt, wenn es um die Beziehung zwischen Julien und Sophie geht. Rombi hat die Filmmusik eingesetzt, um die Nuancen des Films besser zu verdeutlichen. Neben den Farben wollte Rombi so durch die Musik die Gefühle und Stimmungen der Charaktere darstellen. Außer der Filmmusik von Rombi und dem Lied „La vie en rose“ von Edith Piaf werden im Film keine anderen Stücke verwendet. Von „La vie en rose“ werden allerdings verschiedene Interpretationen, u. a. von Louis Armstrong, Donna Summer, Trio Esperanca, von „La vie en rose“ eingesetzt. Eine Besonderheit bei der Filmmusik von Rombi stellt die Szene dar, in der Julien Sophie in deren Haus nach zehn Jahren wieder sieht. Die Spannung zwischen den beiden, wurde von Rombi durch Perkussions gezeigt. In dieser Szene gibt es fast keine andere Musik als afrikanische Perkussion. Damit sollte eine Art rituelles Duell, wie ein Duell zwischen Schlangen, dargestellt werden. Die Perkussions markieren auch den Takt der Uhr, denn Sophie ruft die Polizei an und sagt, dass diese nur eine Minute braucht. Daher sieht man eine Uhr und jede Minute, die verstreicht. Jede Sekunde wird ebenfalls durch Perkussions dargestellt. Als man die blinkenden Blaulichter der Polizei sieht, beginnt die Perkussion zu vibrieren. Es gibt immer mehr Perkussions. Als Julien losrennt fängt die Musik an zu spielen. LA VIE EN ROSE – französischer Songtext Des yeux qui font baisser les miens Un rire qui se perd sur sa bouche Voilà le portrait sans retouche De l’homme auquel j’appartiens Quand il me prend dans ses bras, Il me parle tout bas Je vois la vie en rose, Il me dit des mots d’amour Des mots de tous les jours, Et ca me fait quelque chose Il est entré dans mon coeur, Une part de bonheur Dont je connais la cause, C’est lui pour moi, Moi pour lui dans la vie Il me l’a dit, l’a juré Pour la vie. Et dès que je l’apercois Alors je sens en moi Mon coeur qui bat. Des nuits d’amour à plus finir Un grand bonheur qui prend sa place Des ennuis, des chagrins s’effacent Heureux, heureux à en mourir.

LA VIE EN ROSE - deutsche Übersetzung Augen, die mich den Blick senken lassen Ein Lächeln, das seinen Mund umspielt Das Abbild, das wahre, Des Mannes, zu dem ich gehör’ Wenn er mich in seine Arme nimmt Leise zu mir spricht, Dann sehe ich La Vie en Rose Er sagt mir Worte der Liebe Alltägliche Worte Die mir etwas bedeuten Er ist in meinem Herzen Ein Teil des Glücks Dessen Ursache ich kenne Er ist es für mich Ich bin’s für ihn im Leben Er hat es mir gesagt, es geschworen, fürs Leben. Seit ich ihn gesehen habe Spüre ich in mir Mein Herz schlagen. Nächte der Liebe ohne Ende Ein großes Glück stellt sich ein Kummer und Leid verblassen, Glücklich, glücklich wer daran vergeht.

5. Analyse der Normen und Werte
Der Film hat verschiedene Aussagen. Eine wichtige Aussage ist die Parodie auf die Gesellschaft. Im Film wird die Gesellschaft satirisch und zynisch abgebildet. Sie wird von Juliens Vater, sowie vom Direktor und der Lehrerin in der Schule dargestellt. Die Gesellschaft übt Druck auf die Menschen aus. Die Regel besagt, dass man heiraten und Kinder sowie ein Haus und einen Job haben muss. Außerdem werden Frauen im Film niederwertig dargestellt. Diese Darstellungen kritisieren die Haltung der Gesellschaft und der Kirche Frauen gegenüber. Man merkt das beispielsweise an der Zukunftsbeschreibung von Gott (Lehrer) für Sophie und auch auf der Hochzeit von Sophies Schwester „Und deswegen werden die Männer besser bezahlt?“. Des Weiteren gibt es eigene Merkmale, die die Beziehung zwischen Julien und Sophie auszeichnen: Der Film zeigt, was mit Liebenden passiert, die sich in Machtspielchen aufreiben. Außerdem ist er ein Sinnbild für die Ursachen von Beziehungsproblemen. Der fehlende Dialog, die unmöglich erscheinende Überwindung des eigenen Stolz, das mangelnde Eingeständnis oder zumindest die mangelnde Vermittlung von Gefühlen. Was sich liebt, das neckt sich. Im Film werden verschiedene Gegensätze dargestellt: - Versöhnung während eines Wolkenbruchs - Liebespaar, das sich unter dem Schimpfen des Wagenbesitzers auf dem Autodach küsst Der Film handelt weiterhin über Entscheidungen. Entweder regelst du dein Leben und triffst deine eigenen Entscheidungen, oder dein Leben regelt dich und du lässt dich von deinem Schicksal treiben. weitere Themen des Films: Fremd sein, Immigranten, Integration Außenseitertum Erwachsenwerden Krankheit, Tod Spielsucht Reflektion, wie die Fantasien der Kindheit die Menschen verfolgen können

Durch die ständige Wandlung der Handlung und die Irreführung der Charaktere und Zuschauer ist der Film sehr spannend gestaltet. Man weiß nie, wie es weiter geht. Im Gegensatz zu den meisten romantischen Komödien oder Liebesfilmen weiß man nicht von Anfang ist, wie der Film zu Ende geht. Es gibt daher nicht nur einen Plot Point, sondern mehrere. Die Handlung der Charaktere ist nicht immer nachvollziehbar und vor allem die Identifikation mit den Hauptfiguren fällt einen daher schwer. Man fühlt als Zuschauer mit und wünscht sich, dass Julien und Sophie endlich zusammenkommen. Eine Sympathie entwickelt man aber aufgrund ihres Handelns nicht für sie.

6. Anekdoten
Yann Samuell hat ebenfalls in seiner Kindheit „Top oder Flop“ gespielt. Die Wolkenszene in der Julien fliegt und die Szene in der er von Sergei geschlagen wird und fällt, wurden beide vor einem Bluescreen gedreht. Bei der Sicht aus der 3-D-Brille von Julien wurden rote und grüne Glasscheiben vor die Kamera gehalten. Marion Cotillard hatte Schwierigkeiten sich die Rechenaufgabe bei der Prüfung zu merken. Am Schluss wurde die Aufgabe auf ein Plakat geschrieben und Cotillard hat den Text bei der Szene abgelesen. Bei der Verfolgungsjagd wurde um Julien im Auto zu filmen, die Kamera auf die Motorhaube gesetzt. Marion Cotillard hat 2007 Edith Piaf gespielt. Das Lied „La vie en rose“ von Edith Piaf hat eine bedeutende Rolle im Film „Liebe mich, wenn du dich traust“. Bei der Szene vor dem Krankenhaus wurde zu Beginn künstlerischer Regen verwendet. Später hat es aber tatsächlich geregnet. Die Szene in der Julien und Sophie von Beton übergossen wurden, ist mit Apfelkompott gedreht worden. Der Film wurde in Lüttich und Brüssel gedreht. Von den Dosen wurden fünfzig Stück erstellt. Die Darsteller von Julien und Sophie als Kinder wurden unter 4000 Castingteilnehmern ausgesucht. Die Schwiegereltern von Yann Samuell starben eine Woche bevor der Film in Kino angelaufen ist. Da er das Drehbuch größtenteils bei ihnen zuhause gedreht hatte, hat er ihnen den Film gewidmet. Der Originaltitel heißt übersetzt “Kinderspiele”.

7. Literatur
Allmovieportal o. J.: Yann Samuell’s Dare. Revamp the modern love story. (Homepage) http://www.allmovieportal.com/m/2004_Love_Me_If_You_Dare_production_notes.html (24.06.2008) Cameron, Shelly 2004: Interview with Yann Samuell, director of “Love mich if you dare. In: Reel Movie Critic. http://www.reelmoviecritic.com/rmc/Interviews%202004/interview_2004_yann_samuell.htm (24.06.2008) Faulstich, Werner 2002: Grundkurs Filmanalyse. München. (UTB; 2341) Fux, Nani 2004: Liebe mich, wenn du dich traust. In: Artechock. http://www.artechock.de/film/text/kritik/l/limiwe.htm (24.06.2008) Gronvall, Andrea 2004: An interview with Yann Samuell. In: Movie City News v. 21.05.2004. http://www.moviecitynews.com/Interviews/samuell.html (24.06.2008) Happel, Benjamin 2004: Liebe mich, wenn du dich traust. In: Filmzentrale. http://www.filmzentrale.com/rezis/liebemichwenndudichtraustbh.htm (24.06.2008) Holden, Stephen 2004: Film Review; A couple who view risk as the ultimate romance. In: New York Times v. 21.05.2004. http://query.nytimes.com/gst/fullpage.html?res=9F00E5D6103FF932A15756C0A9629C8B63 (24.06.2008) The Internet Movie Database 2003: Jeux d’entfans. (Homepage) http://www.imdb.com/title/tt0364517/ (25.06.08) Kriest, Ulrich 2004: Liebe mich, wenn du dich traust. In: Filmdienst (2004), H. 4. Kriest, Ulrich 2004: Ein seltsames Spiel, perfide Kindereien. Liebe mich, wenn du dich traust. In: Stuttgarter Zeitung v. 12.08.2004. http://www.stuttgarterzeitung.de/stz/page/detail.php/780467 (24.06.2008) Langermann, Detlev (Hrsg.) 2002: Duden, Literatur. Mannheim u.a. (Basiswissen Schule) Mair-Noack, Marc 2004: Jeux d’enfants. In: Cineman. http://www.cineman.de/movie/review.php?urlextract=/2002/JeuxDenfants/ (24.06.2008) Schlömer, Thomas 2004: Liebe mich, wenn du dich traust. In: Filmspiegel v. 12.08.2004. http://www.filmspiegel.de/filme/liebemichwenndudichtraust/liebemichwenndudichtraust_1.php (24.06.2008) Seidel, Hans-Dieter 2004: Schreckliche Kinder, Yann Samuells „Liebe mich, wenn du dich traust“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 186 v. 12.08.2004, S. 35. Uehling, Peter 2004: Dosenpfandspiele, „Liebe mich, wenn du dich traust“ von Yann Samuell. In: Berliner Zeitung v. 12.08.2004. http://www.berlinonline.de/berlinerzeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2004/0812/none/0038/index.html (24.06.2008)

Vorwerk, Thomas 2004: Liebe mich, wenn du dich traust, Jeux d’enfants. In: satt.org. Das Onlinefeuilleton. http://www.satt.org/film/04_08_jeux.html (24.06.2008) Wikipedia 2008: Liebe mich, wenn du dich traust. (Homepage) http://de.wikipedia.org/wiki/Liebe_mich%2C_wenn_du_dich_traust (25.06.08) Wunderlich, Dieter 2004: Liebe mich, wenn du dich traust. (Homepage) http://www.dieterwunderlich.de/Samuell_liebe_mich.htm (24.06.2008) Zimmermann, Oliver 2004: Neckerei unter Nachbarskindern, Liebe mich, wenn du dich traust. In: Stuttgarter Nachrichten v. 12.08.2004. http://www.stuttgarternachrichten.de/stn/page/detail.php/780373 (24.06.2008)