104083: Weihrelief für einen heroisierten Arzt

Berlin, Staatliche Museen, Antikensammlung, Pergamonmuseum
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General Information on the object
Presently located:
Berlin, Deutschland, DE, Staatliche Museen, Antikensammlung, Pergamonmuseum, -. Berlin identification no. SK 804. Inv. no. Sk 804 - Location information is Aufbewahrungsort -

Provenience:
Museo Grimani/Venedig, 1841 erworben

Category/Cultural Era/Function:
Rundplastik; Grab Grab-oder Weihrelief für einen heroisierten Arzt

Dating:
1. Cent. n. Chr.

Preservation:
fragmentiert; Linke und rechte obere Ecke fehlen, die rechte zeigt Bruchkanten. Auf der unteren Hälfte mit der Kante und dem Pferdekörper sind Sinter und Verwitterungsspuren mit einem feinen Zahneisen leicht übergangen worden. Geringfügige Nacharbeitung auch an den Köpfen der jungen Männer. Auf den Kanten mehrfach umgearbeitete Klammerlöcher, die auch für die derzeitige Anbringung verwendet werden. Reworking: ergänzt Modern reworking: Die linke obere Ecke mit glatten Schnittkanten war ehemals mit einem zugeschnittenen Marmorstück, danach mit Gips ergänzt, dieser jetzt entfernt. Rechte obere Ecke gebrochen und mit einem profilierten Marmorstück andere Herkunft ergänzt.

Technique:
Technique: Aus der wiederverwendeten Metope eines unbekannten Bauwerks gearbeitet. Deren Vorderseite mit einem – abgearbeiteten – Rundschild ist auf der Rückseite des Arztreliefs zu sehen.

Measurements / Material:
W 83 cm H 67 cm D 7,5 cm Marmor; grobkörnig, weiß

Catalog:
Catalog editor: Antje Krug English catalog editor: Annika Backe-Dahmen Catalog text (English): Grave or Votive Relief for a Heroized Doctor: ; The relief was acquired in 1841 in Venice; it once belonged to the Museo Grimani. The heroized dead who has an unbearded face worked as a portrait wears a chiton and a himation. He sits on a chair with a high back and a cushion. His feet rest on a footstool. In his left hand with a ring on the ring finger he holds a scroll and addresses the people standing in front of him. Directly in front of him a quadrangular altar is standing with a bukranion and garlands. The deceased’s attendants are depicted smaller in scale. Next to the chair a young man is visible who hands a scroll to the sitting man. The other two persons are a woman with a garment pulled over her head like a veil and a servant who holds a horse by the reins. Behind that scene a tree is visible with a curling snake. In the background one can see an open box with instruments that characterise the deceased as physician. The relief was carved during the 1st cent. A. D. ; References:; A. Hillert, Antike Ärztedarstellungen (1990) p. 94-96 no. 9 fig. 14; Asklepios, Heilgott und Heilkult, exhibtion catalogue Erlangen/ Nürnberg (1990) p. 66 no. 32; Staatliche Museen zu Berlin, Die Antikensammlung im Pergamonmuseum und in Charlottenburg (1992) p. 194-195 no. 89; R. von den Hoff, Philosophenporträts des Früh- und Hochhellenismus (1994) p. 114 note 276. Beschreibung: Querrechteckiges Relief mit unverziertem Rahmen. Im rechten Drittel des Bildfeldes thront auf einem Lehnstuhl mit Kissen der heroisierte Tote. Er ist mit Chiton und Himation bekleidet und trägt an den Füßen, die auf einem Schemel ruhen, Sandalen. Die rechte Hand ist im Redegestus erhoben, in der linken Hand hält er eine Buchrolle. Das bartlose Gesicht mit kurzgeschnittenem Haar und der Ring am Ringfinger der linken Hand geben ihm den Habitus des Bürgers. Ein aufgeklapptes Instrumentenetui am oberen Bildrand mit vier Skalpellen und zwei Zangen macht deutlich, dass der Heroisierte ein Arzt gewesen ist. Die Bildmitte nimmt ein Altar mit Girlanden und Bukranien ein, hinter dem zwei Adoranten stehen: eine Frau, den Mantel über den Kopf gezogen, und ein Knabe, der dem Heros weitere Buchrollen entgegen streckt. Im linken Drittel des Reliefs beschreiben ein

Benndorf 1902. Reinach 1912. Jh. Jh. 49 f. Heilgott und Heilkult. 8 Abb. das zugleich ein Grabbezirk ist. Nr.J. ein beredtes Zeugnis. 804. IX. 58 Anm. 32. Instrumentenformen und Haartracht des Mannes.. Kat. Das Reliefbild folgt einem auf Weihreliefs für Götter oder Heroen verbreiteten Schema. Kat.a. S. mit Anm. S. 94-97 Abb. Er hatte die Darstellung eines Arztes klar erkannt und erläuterte dann das Bild nach archäologischen Kriterien und nicht. ebenso die Buchrollen in der Opferszene. S. 66 Nr. 16. 436. 146 Taf. Nr. Schnalke 1990.. Gipsformerei 2002.v. S. der Waffenträger mit einem Reitpferd ist eine Erinnerung an den kriegerischen Hintergrund der Heroen. 2445. S. Der Heros ist kein Krieger. S. Tabanelli 1958. Bibliographie Inventare: Königliches Museum. oder in der Übernahme von Ämtern und Kosten für öffentliche Aufgaben. 804.. so dass sich der Realismus der Darstellung nachprüfen lässt. es wird weitere Symbole eines Heroons wie Pferdeköpfe oder Waffen enthalten haben. Der sakrale Bezirk ist durch einen Baum. 11. N. S. auch seine Bedeutung als Verfasser medizinischer Schriften und als Lehrer wird unterstrichen. 1994 . Eikones (1960). 34a. Birt 1907. 4. Datierung: 1. 14. Dontas 1960. Jahn 1861.Chr. 2.Pferdeführer mit Speeren und ein Pferd mit Satteldecke sowie ein Laubbaum mit einer großen Schlange ein ländliches Heroenheiligtum.n. Königliche Museen zu Berlin. 98 f. Holländer 1912. 18. Krug 1993.2. Abb. Die Darstellungen der Weihreliefs geben nur selten Hinweise auf einen beruflichen Hintergrund. S. S. 330 f. 66 Nr. 94ff. 1. u. der mit Redegestus. 9 Abb. 11f. 11 f.11. 65. Abteilung antiker Skulpturen und Gipsabgüsse. 1924/25. In Ehren. die im Weihrelief thematisiert wird. Philosophenporträts des Früh.und Hochhellenismus. mit Anm. 37 Taf. S. 804 Asklepios. Dontas. nach Relieftypus. Taf. 277 Taf. 15. Künzl 2002. Abb. In dem viel beachteten Museo Grimani wurde mehrfach auf dies besondere Relief hingewiesen. S. Kataloge: Gerhard 1861. Die Ausstattung des Instrumentenetuis mit Spezialformen betont die hervorgehobene berufliche Qualifikation des heroisierten Arztes. 1828 von Rinck. eine Entwicklung des Chirurgen Meges von Sidon. 98 Abb. 77 f. die auch in den Ehreninschriften erwähnt und mit Ehrenkränzen bedacht werden: Die Philanthropie. 49. N. Das Besondere des Berliner Reliefs liegt in den inhaltlichen Varianten. nach den Texten antiker Schriftsteller und mit phantastischen Schlussfolgerungen. Mit Heroisierung und Kult werden die Verdienste des Toten in eine Sphäre gehoben. G. Solche Instrumentenkästen sind in römischer Zeit verschiedentlich dargestellt und auch im Original erhalten.F. Böhm 2001. Der thronende Mann ist durch das Instrumentenetui zweifelsfrei als Arzt identifiziert. 71-77 Abb. Diese Meriten werden im Bild mit Redegestus und Buchrollen angesprochen. o./1. Literatur: Paciaudi 1757.und Grabinschriften überwiegend der römischen Kaiserzeit wird vielfach die Belesenheit eines Arztes betont. R. 63 f. die große Schlange und eine umgebende Mauer umschrieben. Rinck 1828. S. Charlottenburger Kartei. 804. Künzl 1996. S. 5 Nr. Nr. Nach den Klammerspuren und der abgearbeiteten Rückseite war das Relief in der Antike in eine Wand ebendieses sakralen Bezirks eingelassen. S. 1436 Taf. Abb. Kat. Beschreibung der antiken Skulpturen mit Ausschluss der pergamenischen Fundstücke (1891) 306f. Für seine Verdienste um das Wohl der Stadt ist die Heroisierung. S. 33 Abb. 14 A. S. 194 f. Buchrolle und Instrumentenetui in seine realistische Lebenswelt gesetzt wird. Hillert 1990. 111. Hunger 1978. Laufende Nummern. Hier ist durch das Instrumentenetui ein eindeutiger Bezug gegeben. S. Ungewöhnlich ist das geschwungene Skalpell. 194 mit Anm. 3b. Nr. S. Snyder 1972. Skalpelle und Zangen entsprechen den in der frühen Kaiserzeit gebräuchlichen Formen. Nr. Weickert 1925.Nürnberg 1990. S. 89.50. Cremer 1991.2 N) beschriebene Blasensteinmesser handeln könnte.2. S. Petersen 1900. 804 Hoff. 89 Taf. Ausstellung Erlangen . Nr. 1-1000 (1884) 203 f. Kurze Beschreibung 1922. wie bis dahin zumeist üblich. Kunze 1992. Nr. 165 Nr. 306 f. Como S. S. S. 1. Inventar der Skulpturen I. in: Münchner Jahrbuch der Bildenden Kunst.-Nr. Interpretation: Das seit der Renaissance in Venedig nachgewiesene Relief ist 1757 von dem Theatinerpater Paolo Maria Paciaudi mit einer für seine Zeit ungewöhnlich aufgeklärten Interpretation vorgelegt worden. 334. S. 2. die etwa in der kostenlosen Behandlung bedürftiger Menschen bestehen kann. Sk. 83. von den. Auf diese Lebenswelt beziehen sich auch die beiden Verehrer – vielleicht als Ehefrau und Sohn zu verstehen – die ihm die für einen Heros ungewöhnliche Gabe einer Buchrolle darbringen. S. Bibliography: C. Weickert. Der Rest eines Bildfeldes ist in der linken oberen Ecke sichtbar. Conze. 59 Taf. Krug 2008. Nr. 173 f. 10. 449 Abb. 89 Inventar Varia. 32 Die Antikensammlung im Pergamonmuseum und in Charlottenburg (1992)194f. bei den es sich um das bei Celsus (VII 26. Conze 1891. 8. Driesch 1989. S. Dem thronenden Heros wird an einem Altar von Verehrern ein Opfer dargebracht. sondern ein Mann in bürgerlicher Kleidung. 7. Dem verbreiteten Brauch der privaten Heroisierung seit hellenistischer Zeit folgend wird dieses Heroon zugleich der Grabbezirk des heroisierten Toten gewesen sein.

R. Das Berliner Arztrelief. Königliches Museum. Trauma. BWPr (Berlin 2008). no. Asklepios. 32. Hillert. Krug.. no. 14. 804. 1-1000 (1884) 203 f.Bibliographie. Inventar der Skulpturen I. 436. Staatliche Museen zu Berlin. exhibtion catalogue Erlangen/ Nürnberg (1990) p. Heilgott und Heilkult. 1994 ANT . Abteilung antiker Skulpturen und Gipsabgüsse. N. 142. Wund-Entstehung und Wund-Pflege im antiken Griechenland.. E.Bridler.: A. Gerhard. Antike Ärztedarstellungen (1990) p. Die Antikensammlung im Pergam (Zitat) A. 9 fig. . 66 nr. Cat. Verzeichnis der Bildhauerwerke (Berlin 1861) 98f Cat. 94-96 nr. Mellon-Lit.

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